llr.8I Erstes Blatt 188. Jahrgang Mittwoch, b. April 1938 scheint I6gltd), außer snntags und Feiertags lilogen: Die Illustrierte letzener Familienblätter ytimat im BUd • Die Scholle Monatr-Vezugspretr. Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte . 1.80 Zustellgebühr , -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernsprechanschlüfie unter Sammelnummer 225) Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gietzeu Postscheckkonto: Zrantturt am Main 11686 Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühlsche Univerfttütsdruckerei R. Lange in Giehen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Schulftratze 7 Annahme von Anzeigen für öie Mittagsnummer bis8'/,Uhr des Vormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breits 7 Rpf., für Textanzeigen von 70mm Breite 50 Rpf.,Platzvorschrift nach oorh. Vereinbg.25°/<» mehr. Ermäßigte Grundpreise: Stellen-, Vereins«, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf.,Familienanzei- gen, Bäder-,Unterrichts- u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B Das Land Tirol umjubelt feinen Befreier. Orr Führer spricht in Innsbruck. — Ergreifendes Bekenntnis der Tiroler zum Schöpfer des Großdeutschen Reiches. — Freudenfeuer auf allen Bergen. Segeisterter Empfang in Innsbruck. Jnnsbuck, "5. April. (DNB.) Die Gipfel der schneebedeckten Berge Tirols leuchteten in der Abendsonne auf die Hauptstadt des Landes Tirol herab, als der Sonderzug des Führers im Innsbrucker Hauptbahnhof eintraf. Als der Führer die Ehrenhalle betritt, bereitet ihm Innsbrucks Jugend einen jubelnden Empfang. Buben und Mädel in feschen Tiroler Trachten überreichen dem Führer Blumensträuße. Im Namen der Jüngsten Tirols sprach das Töchterchen des Innsbrucker Bürgermeisters Begrüßungsworte. Unter nicht endenwollenden Heilrufen schreitet dann der Führer die Front der auf dem Südtiroler Platz aufgestellten Ehrenkompanien der Wehrmacht sowie der Ehrenformationen der Leibstandarte, der ff, der Tiroler SA., des NSKK.,und des NSFK. ab. Dann begrüßt er die in ihren alten malerischen Trachten erschienenen Tiroler Schützenkompanien aus- Patsch, Rinn und Mils. Die Augen dieser Schützen, die alle Bergbauern sind und auf ihren Höfen ein karges Dasein fristen, leuchten vor Freude und Begeisterung dem Führer entgegen. Wissen sie doch, daß Adolf Hitler auch sie in eine bessere Zukunft führen wird. Auf dem ganzen Wege zum Hotel begleiten den Führer die brausenden Heilrufe der glücklichen Tiroler. Die stürmischen Freudenkundgebungen nehmen auch kein Ende, als Adolf Hitler das Hotel „Tirol" längst betreten hat. Immer wieder verlangen die Tausende ihren Führer zu sehen, und ein wahrer Jubelsturm bricht los, als der Führer auf den Balkon hinaustritt, um die begeisterten Massen erneut zu grüßen. FestlicheVegrüßungimLandhaus Gegen 19 Uhr tritt der Führer die Fahrt zum Tiroler Landch-aus, dem Sitz der Landesregierung in der Maria-Theresien-Straße, an. Brausender Jubel fteigt erneut auf zu den Bergen Die Menschen, die in dichten Reihen den Weg säumen, begrüßen wieder und wieder mit überströmender Begeisterung den Befreier dieses schönen Landes, den Schöpfer des größeren Reiches. Helle Fanfarenklänge grüßen den Führer vor dem Landhaus. In der Eingangshalle entbietet Tiroler Jungvolk Adolf Hitler ein herzliches Willkommen. Im Stie- aenhaus steht eine Gruppe des BDM. Viele haben Freudentränen in den Augen, als sie den Führer grüßen, für den ihre Väter und Brüder in die Kerker gegangen sind und der nun all das tiefe Leid und die Not vom Volke dieses schönen deutschen Landes weggenommen hat. Im wundervollen Barock-Festsaal des Landhauses mit den Fresko-Gemälden aus der Meisterhand Knallers grüßen den Führet die ältesten Fahnen der Tiroler Freiheitskämpfer, darunter die in vielen Schlachten blutgetränkte Spingeser-Fahne und die Fahne, die Pater Has- pinger in den Kämpfen am Berg Jsel im Jahre 1809 getragen hat. Hier im Saal, wo die führenden Männer der Bewegung, die Spitzen der Wehrmacht und der Behörden Aufstellung genommen haben, spricht Landeshauptmann Christoph von der tiefen Bewegung und den dankerfüllten Herzen aller Tiroler, von der grenzenlosen Treue Tirols zum Schöpfer des neuen Reiches, zum Schöpfer Großdeutschlands. „Die Erinnerung an Sie war das, was uns bewog, auszuhalten!" Immer und in aller Zukunft würden die Tiroler die besten Mitstreiter des Führers bleiben. Schon einmal vor 17 Jahren wurde in einer Abstimmung von überwältigendem Ausmaß dem Wunsche Ausdruck gegeben, zu Deutschland zu kommen. Zur Erinnerung an diesen Tag, der jetzt nach 17 Jahren seine Erfüllung gefunden habe, wolle Tirol dem Führer eine Sammlung der Dokumente dieser Abstimmung überreichen. In herzlichen Worten dankt der Führer allen Tirolern für den Empfang. Tief bewegt erinnert er daran, daß dieses Land in den Freiheitskämpfen der deutschen Geschichte stets mit an erster Stelle gestanden habe. Tirol werde von jetzt ab ein glanzvoller Teil in der Krone Deutschlands sein. Als der Führer das Landhaus verläßt, schlägt ihm eine neue Welle der Liebe und Begeisterung der wie Mauern stehenden Massen entgegen. Durch die Meraner Straße über den Bozener Platz und durch die Brixener Straße geht die Fahrt. Triumphfahtt durch Innsbruck. Freudenfeuer grützeu von den Bergen den Führer. Die jubelnden Beweise der Treue der Tiroler Bevölkerung zu Führer, Reich und Volk wiederholen sich immer aufs neue auf der langen Fahrt zur Ausstellungshalle. Unbeschreiblich ist der Jubel der Volksgenossen in Tirol. Dazu kommt der Zauber dieser nächtlichen Stunde, in der Menschen und Berge sich förmlich vereinigt haben zu einer gewaltigen symbolischen Einheit. Im Glanz vieler tausend Lichter erstrahlt die Mana-Theresien- Straße, wohl eine der schönsten Straßen der Welt. Die mächtigen Hakenkreuzfahnen leuchten, das Tan- ♦ nengrün und die Goldbänder des Häuserschmucks verstärken den Eindruck dieser nächtlichen Farbensymphonie. Und darüber tut sich das Wunder der Bergwelt auf. Zahlreiche riesige Bergfeuer in Hakenkreuzform flammen herab. In mehr als 2000 Meter Höhe sind sie entzündet worden. Die im Laufe des Tages unterhalb des Brandjochs mit Kohle in den Schnee geschriebenen Worte: „Ein Volk — ein Reich — ein Führe r" tragen glühend dieses Bekenntnis in alle Welt. Die Schriftzeichen haben eine Länge von 1,5 Kilometer. Jeder einzelne Buchstabe ist fast 100 Meter hoch. Weiter geht die Fahrt des Führers durch das jubelnde Innsbruck, vorbei am Burg- qraben und an der Hofburg, über den herrlichen Adolf-Hitler-Platz, auf den der Zauber dieser einzigartigen Bergnacht herableuchtet. In der Ausstellungshalle. Die größte Halle Innsbrucks, die Ausstellungshalle, die 8000 Menschen faßt, prangt im Festschmuck. Das tiefe Grün der herrlichen Tiroler Bergwälder umhüllt die Eisenträger. Es hebt sich würdig ab von den weißen Wänden, die mit den Fahnen des Reiches bespannt sind. Von der Stirnseite der Halle grüßt über einer Empore ein riesiges Hoheitszeichen. Die Volksgenossen, die so glücklich waren, Karten für diese größte und schönste Kundgebung in der Landeshauptstadt Tirols zu bekommen, sind schon Stunden vor Beginn zur Stelle. Jubel bricht los, als die Fahnen einmarschieren, voran die älteste Sturmfahne Die Fahnen der Tiroler Schützenkompanien, die Feldzeichen der Standschützen, die Jüngsten und Aeltesten, die mit der Waffe in der Hand ihre Heimat verteidigten. Frohen Herzens sind sie heute angetreten in ihren bunten Trachten mit farbigem Wams, mit Lederhose, weißen Strümpfen und den breitkrempigen, spitzen Hüten. Selbst die entferntesten Hochgebirgstäler sind mit Abordnungen vertreten. Freudig begrüßt treffen Reichsminister Dr. Frank und der Tiroler Gauwahlleiter E h r i st o p h in der Halle ein. Kaum ist der Beifall für die Eröffnungsworte des Reichsministers Dr. Frank in der Ausstellungshalle verklungen, als dumpfes Brausen von draußen, das sich immer mehr verstärkt, das Kommen des Führers ankündigt. Langsam geht er nach vorn und begrüßt hier die Angehörigen der in Tirol für die Bewegung Gefallenen. Der Führer betritt das Podium. Wieder springt die Menge auf, wieder recken sich die Arme dem Führer entgegen. Die Halle dröhnt in tosendem Beifall. Der Führer dankt. Endlich kann er sprechen. ,Ichhademitgelil!en,wasmemeSeimaterduldete' Der Führer spricht. Schon bei den ersten Sätzen des Führers empfindet man, wie die Tiroler Bauern, ein schwerer und besinnlicher Schlag, ihm folgen. Er gibt ihnen ein Bild von dem tiefen Sinn seiner Arbeit. Als er ihnen zeigt, wie jedes Jahr nach dem Umbruch immer ein neues großes Ereignis für Deutschland gebracht hat, und wie es in diesem Jahr die Schaffung des neuen größeren Deutschlands ist, da bricht aus den Tausenden* die lange verhaltene Begeisterung aus übervollem Herzen. Für sie ist es das große Erlebnis der Befreiung nach Not und Elend. Und weiter erklärt der Führer ihnen, wie in der Geschichte aus den Geschlechtern und Sippen Stämme und Völker wurden und wie sich diese Völker nach schweren inneren Kämpfen zusammengeschlossen haben. Jetzt aber ist das deutsche Volk als letztes endlich zu diesem Zusammenschluß gekommen. Es mußte schon sehr viel Unglück über die deutschen Menschen hereinbrechen, ehe sie zu der rechten Einsicht kamen. Nicht nach Ständen oder Stämmen dürfen die Menschen sich scheiden, und erst recht mußten die Parteien hinweggefegt werden, bis endlich ein Volk zusammengefügt war. Ein solches Derk aber konnte nur Idealisten gelingen. Die Bewegung hat die nationale und soziale Idee zufammengefaht, und daraus ist diese große Partei entstanden, die heute das ganze Volk von 75 Millionen zusammenschließt. Und als der Führer dann feststellt, daß nunmehr die Wucht dieses gewaltigen Blockes an Stelle von sechs Millionen eingesetzt wird, um die Hof dieses Landes zu beheben, da bricht erneut ein Beifallssturm aus, schon in den wenigen Wochen gespürt, welche wirtschaftliche Kraft der deutsche Vationalsozia- denn diese österreichischen Menschen haben ja lismus hat, haben gesehen, daß in dieser kurzen Zeit schon überall neues Leben eingezogen ist. Als der Führer dann daraus hinweist, daß es niemals eine besondere Mission für Oesterreich gegeben habe, ebenso wenig wie etwa für irgendein anderes deutsches Land, daß im Gegenteil nur die eine Mission anerkannt werden Tonne, nämlich die, ein Volk zu sein und i n einem Reich zu leben, da antworten ihm minutenlange spontane Sprechchöre: Ein Reich, ein Volk, ein Führer! In mitreißenden Worten erzählt jetzt der Führer, wie sehr er das ganze große deutsche Vaterland in den langen Jahren seines Kampfes kennen und vor allem unermeßlich lieben gelernt habe. Und tiefe Bewegung geht durch die Massen, als der Führer ausruft: „Was aber ist natürlicher, als daß ein Mann, der fein großes Vaterland so über alles in der Welt liebt, doch nicht das Land vergessen kann, aus dem er s e l b st g e - kommen ist. Nur wer selbst keinen Charakter besitzt, kann von einem anderen solche Charakterlosigkeit annehmen, daß er dem Schicksal seiner eigenen Heimat gegenüber eidbrüchig sein würde. Ich würde nicht die Liebe, das Vertrauen und die Treue von so vielen Deutschen aus unserem alten Peich verdienen, wenn ich nicht selbst die Treue und Liebe zu meiner Heimat kennen würde. Ich habe das alles mitgelitlen, was meine Heimat erduldete!" Satz für Satz der Worte des Führers wird von den tiefbewegten Massen mit Beifall begleitet. — Und dann dankt der Führer Oer Baumeister des Deutschen Volkes. Z ' V Alle großen Bauprojekte arbeitet der Führer selbst durch. In gewaltigen Bauten schuf er einen sichtbaren Ausdruck für die Größe der Zeit und gab damit dem deutschen Volk einen wahrhaft großen und edlen Baustil. Darum am 10. April Dein Ja dem Führer! zum Schluß den Tirolern für ihre Treue. Der 10. April, so ruft er ihnen zu, soll zum ersten Male das ganze große Deutschland vereint sehen, und mit einem begeisterten „Ja" antworten ihm die Sendboten Tirols, die hier im Saal versammelt sind. Unter tosendem Jubel schließt der Führer mit den Worten: „Wenn der 10. April zur Neige geht, dann wird es die ganze Welt wissen: Am 13. März hat ein Mann ein Volk geeint — einen Monat später hat das Volk den Mann bestätig t." In tiefer Ergriffenheit fingen die Menschen, die sich von ihren Sitzen erhoben haben, die Lieder der Nation. Jubelstürme erfüllen die Haste, während ■ Ul ' M W: I In dem Ueberschwang der Freude, die die Bevölkerung von Kärnten beim Eintreffen des Führers i n Klagenfurt erfaßt hatte, war dieses kleine Mädchen, das dicht bis vor den Führer gekommen war, vor innerer Bewegung in Tränen ausgebrochen. Mit gütiger Hand beruhigte Adolf Hitler das kleine Mädchen. — (Scherl-Bilderdienst-M.) der Führer durch das Spalier der begeisterten Massen den Kundgebungsraum verläßt. Die Rückfahrt wurde neuerdings zu einer herrlichen Siegesfahrt durch Mauern von Menschen. Bis zum Hotel um- branöeten die Wogen des Jubels und der Begeisterung den Führer. Und immer noch leuchtete in dieser späten Stunde die riesige Flammenschrift von den Bergen herab ins Tal und über das ganze Land: „Ein Volk — ein Reich — ein Füh - rer!" So klang dieser wundervolle Abend in Innsbruck wieder in eines jener gewaltigen Bekenntnisse aus, die den ganzen Weg des Führers auf feiner Wahlreise durch Großdeutschland begleiten und die heute schon erkenen lassen, daß überall, in den Bergen Tirols genau so wie in den Ebenen am Niederrhein oder an den Küsten der Ostsee, das deutsche Volk am 10. April dem Führer jene Treue halten wird, an die er bei seinem Appell an die Nation so leidenschaftlich erinnert hatte. Oankopfer-Eiedlungen der SA. in Wien. Wien, 5. April. (DNB.) Bereits drei Tage nach dem Umbruch hat der Stabschef der SA. 1500000 Mark für SA.- Dankopfer-Siedlungen zur Verfügung gestellt. Am 5. April hat die SA. in Wien mit den Erdarbeiten für die ersten Siedlungen begonnen. In drei Monaten wird der erste Bauabschnitt mit 49 Häusern beendet sein. Bei der Errichtung der SA.-Dankopferstätten finden 2 0 0 Arbeiter auf der Baustelle und in ihren Werkstätten für die Materialerzeugung für drei Monate Beschäftigung. Außerdem hat die Wiener Siedlungsgesellschaft m den ihr angeschlossenen Betrieben bereits weitere 300 Mann eingestellt. Jedes Haus der Dankopfersiedlung wird mit einem Garten von 800 bis 1000 Quadratmeter umgeben sein. Die Häuser bestehen aus drei Zimmern,'Küche, Waschküche und Bad. Je nach Kinderzahl kommen noch ein bis zwei Räume im Dachgeschoß hinzu. Weiter werden Garteng^räte und Stallungen für Kleintierzucht be- reitgestellt. ' Ausgesteuerte erhalten in Wien wieder Unterstützung. Wien, 5. April. (DNB.) Dienstagnachmittag wurde zum ersten Male in den Arbeitslosenzahlstellen an bisherige Ausgesteuerte Arbeits - losenunter st ützung ausgezahlt. Diese Ausgesteuerten haben sich Jahre hindurch in schwerster Not befunden. Sie standen nach Ablauf der Unterftützungsfrist buchstäblich vor dem Nichts. Die heutigen Auszahlungen erfolgten bereits in Reichsmark. Durch sie haben Tausende von Familien zum ersten Male seit Jahren wieder die notwendigsten Mittel für das tägliche Leben erhalten. auf 1 rwooo ' N 4 'WÄIIII ■Vcn/4. Dein Dank an den Führer: Dein La am -10. Avril. Slütezeii deutscher Kultur. Es ist im Leitartikel vom vorletzten Samstag — in einem größeren Zusammenhang — bereits an dieser Stelle die Rede davon gewesen, welch eine außerordentliche und schlechterdings mit nichts zu vergleichende Aufbauarbeit die nationalsozialistische Staatsführung, seit sie in Deutschland alleinigen und maßgeblichen Einfluß gewann, auf finanz-, wirtschafts- und sozialpolitischem Gebiete geleistet hat. Das wurde an Hand von einigen wenigen zahlenmäßigen Gegenüberstellungen entwickelt; diese Ziffern, so nüchtern und nackt sie sich darboten, redeten eine unerhört eindringliche Sprache, und manch einer, der die Zahlen auf sich wirken ließ, mag sich betroffen gefragt haben, ob wirklich erst ein paar Jahre vergangen seien, seit der Nationalsozialismus in Deutschland ans Ruder kam, und wie es möglich werden konnte, in diesen paar Jahren so erstaunliche, durch schlichte Tatsachen belegte und durch keine Rechenkunststücke oder blasse Theorien aus der Welt zu schaffende Leistungen zu verwirklichen. , Es ist vielleicht nicht unangebracht, heute einmal den Blick auf einige andere, ähnliche ziffernmäßige Gegenüberstellungen zu lenken, die sich auf den gleichen Zeitraum, aber auf ein anderes, nicht minder wichtiges Gebiet im Leben des deutschen Volkes beziehen, nämlich auf seine Kultur im allgemeinsten und weitesten Sinne. Die Zahlen, an die wir hier denken, finden sich an der nämlichen Stelle, die schon den oben zitierten Gegenüberstellungen als Quelle diente, in der großen Rede von Reichsminister Dr. Goebbels im Berliner Sportpalast am 22. März. „Zahlen beweisen", sagt ein altes geflügeltes Wort der Deutschen, das man im Büchmann nachschlagen kann; wer sich an. den Leitartikel vom vorletzten Samstag erinnert, wird die Wahrheit dieses Satzes ohne weiteres bestätigt finden, wenn er, um ein beliebiges Beispiel zu nennen, erfährt, daß das Volkseinkommen in Deutschland von 45,2 Milliarden im Jahre 1932 auf 68 Milliarden Mark im Jahre 1937 gestiegen ist; solche Wir alle gehören -em Führer Zahlen werden auch den ungläubigsten Thomas überzeugen müssen. Nun könnten vielleicht ein paar ganz kluge Leute sagen, das sei gut und schön und sogar eine sehr gewaltige Sache, aber mit Zahlen ließen sich doch eben nur realpotitische, wirtschaftliche Dinge erfassen und beweisen, aber nichts, was irgendwie mit dem immateriellen Wesen der Kultur zu tun habe. Natürlich kann man den kulturellen Hoch- oder Tiefstand einer Nation, seine kulturelle Leistungen, seine kulturelle Au,.laymefähig- feit nicht rein ziffernmäßig erfassen, denn Kultur ist mit Hilfe von Rechenexempeln und statistischen Tabellen nicht zu „beweisen". Was man aber ziffernmäßig .sehr wohl beweisen kann, ist eine Entwicklung nach oben oder nach unten, in die Höhe wie in die Breite, — auch auf kulturellem Gebiet. Es ist, um ein anderes Beispiel zu nennen, vor wenigen Tagen an dieser Stelle über die durch einen Erlaß des Führers angeordnete Gründung einer Deutschen Filmakademie berichtet worden, auch über Sinn und Aufgaben dieses Instituts und über die kurz vorher vollzogene Grundsteinlegung durch Reichsminister Dr. Goebbels auf dem schon klassisch gewordenen Gelände von Babelsberg. Es ist bei diesen Gelegenheiten bemerkt worden, daß mit der Gründung der Filmakademie eine neue Epoche in der noch jungen Geschichte der jüngsten Kunst unseres Jahrhunderts angebrochen fei; und daß kein Staat auf der ganzen Welt sich eines auch nur annähernd ähnlichen Institutes rühmen könne. Durch nichts konnte die Anteilnahme der Staatsführung auch an der kulturellen Entwicklung der Nation überzeugender bestätigt werden, als durch -diese Neugründung auf einem Teilgebiet unseres kulturellen Lebens. Und es ist sehr lehrreich, sich in diesem Zusammenhang einige Zahlen aus der erwähnten Goebbels-Rede ins Gedächtnis zu rufen, die sich auf die Entwicklung des deutschen Films in den letzten Jahren beziehen. „Wir haben", so sagte der Minister, „bessere Filme, bessere'Tlieater als je zuvor. Das kommt vor allem in den Besucherzahlen zum Ausdruck. Im Jahre 1932 hatten wir 235 000 000 und im Jahre 1937 hatten wir 376 000 000 Kinobesucher. Das heißt, es ist eine Steigerung um 141 000 000 Besucher zu verzeichnen." Wir glauben, daß diese weniaen Ziffern tatsächlich ' von einer unangreifbaren Beweiskraft sind. Aber es fei daraus nichts über die Qualität des deutschen Filmschaffens zu entnehmen? Abgesehen davon, daß man in Deutschland auf die Dauer nie mit verminderter Qualität eine stärkere Anteilnahme wird erzielen können —: cs genügt, wenn man diesen Ziffern die zahlreichen glänzenden Erfolge und Auszeichnungen an die Seite stellt, welche die deutsche Filmproduktion in den letzten Jahren gerade im Ausland, gegen schärfste ausländische Konkurrenz, in internationalen Wettbewerben und vor international zusammengesetzten Preisgerichten (Venedig, Paris) zu verzeichnen gehabt hat. Es genügt auch, ein paar Namen zu nennen, in denen sich einige der hervorragendsten Leistungen der deutschen Filmproduktion in jüngster Zeit dokumentieren: man erinnere sich nur etwa an „Urlaub auf Ehrenwort", „Unternehmen Michael", „Patrioten", „Der zerbrochene Krug", „Der Herrscher" und „Traumulus"; jeder weiß, daß die Reihe dieser, nur so aus dem Gedächtnis hingefchriebeyen Namen unschwer erheblich erweitert werden könnte, und daß es viel zu weit führen würde, sie etwa durch die Namen einer langen Reihe bedeutender Regisseure, Darsteller und Kameraleute zu ergänzen, die heute in der deutschen Produktion am Merke sind. Es ist also bestimmt keine Ueberheb- lichkeit, wenn gesagt wird, daß sich der deutsche Film in den letzten Jahren Weltgeltung erobert hat. Vielleicht ist die (u. a. auch durch Zahlen zu belegende) Aufwärtsentwicklung unseres kulturellen Lebens unter nationalsozialistischer Führung auf dem Gebiete des Films besonders augenfällig und von jedermann aus eigener Anschauung leicht zu überprüfen und zu bestätigen. Aber die gleiche Lei- stungs- und Aufnahmesteigerung läßt sich auch auf allen andern Gebieten unseres kulturellen Lebens nachweisen, beispielsweise für das Theater: die Zahl der gemeinnützigen Theater ist von 113 auf 179 gestiegen; das.Lohn- und Gehaltsaufkommen der deutschen Bühnen ist von 80 auf 100 Millionen gestiegen; der Zuschuß der Länder, Provinzen und Gemeinden für die Theater beträgt 40 Millionen Mark im Jahr; das Reich hat seit 1934 68,9 Millionen als Zuschüße zur Verfügung gestellt. Und das rätsels findet, läßt sich auch das e s tums bieten können. H.Ev. Reichsdeutsche und Oesterreicher in Kopenhagen haben bereits am Montag ihrer Wahlpflicht genügt. Der Norddeutsche Lloyd hatte außerhalb der Dreimeilenzone seinen Dampfer „Orotava" zur Verfügung gestellt. Don den Reichsdeutschen wurden 577 Stimmen abgegeben. Davon waren 569 Ja-Stimmen und 5 Nein-Stimmen, drei Stimmen waren ungültig. Von den Oesterreichern wurden 42 Stimmen abgegeben, und zwar 41 Ja-Stimmen und eine Nein-Stimme. Die Verkündung des Wahlergebnisses durch den deutschen Gesandten wuroe mit stürmischem Jubel aufgenommen. Die in Bulgarien lebenden wahlberechtigten Ausländsdeutschen und Auslandsösterreicher, die sich aus allen Provinzen ihres Gastlandes in z. T. zehnstündiger Bahnfahrt nach dem Hafen Burgas am Schwarzen Meer begaben, haben an Bord des Frachtdampfers „Theffalia" ihrer Wahlpflicht genügt. Von den insgesamt 180 Oesterreichern sprachen sich 178 für die Wiedervereinigung Oesterreichs mit dem Reich und für die Liste des Führers'aus. Nur eine Stimme lautete auf Nein, eine andere war ungültig. Die an der Wahlurne erschienenen 379 Deutschen stimmten geschloffen für den Führer und die Wiedervereinigung. Oie ersten Abstimmungen. Deutsche und Oesterreicher im Ausland bekennen sich zum Führer. Das erste Ergebnis der Volksabstimmung von in Brasilien ansässigen Deutschen und Oesterreichern traf aus Victoria ein, wo 103 Wahlberechtigte an Bord des Dampfers „Curityba" ihre Stimme abgaben. 94 Deutsche und 8, Oester- reicher stimmten mit Ja. Ein Stimmzettel war wegen eines Formfehlers ungültig. In Rio de Janeiro begann am Montag die Ausgabe von Wahlscheinen für die Abstimmung, die am 7. April a n Bord des Dampfers „M o n t e Olivia" stattfinden wird. Der Andrang der Volksgenossen an den Ausgabeschaltern der Wahlscheine ist außerordentlich groß. Befreite Arbeit. Im Anfang war die Tat! Mit diesem Wort, das Goethes suchender Faust für die Lösung des LebensAusbau des Reichspropagandaministeriums. Berlin, 5. April. (DNB.) Im Zuge des weiteren Ausbaues des Reichsministeriums für Volksaufklärung und Propaganda schafft der Ausbau der P r e f f e a b t e i l u n g , die dem Reichspreffe- chef Staatssekretär Dr. Dietrich unmittelbar untersteht, zwei selbständige Abteilungen, Jnlands- presse und Auslandspresse. Die wachsende Bedeutung der volkskulturellen Fragen bedingt die Umwandlung des hierfür zuständigen Referats in eine selbständige Abteilung (XI). Die Ueberwachung der tultureüen Betätigung der Nichtarier wird in Zukunft von einer der Abteilung II ungegliederten Abteilung IIA ausgeübt werden. Innerhalb der Reichskulturkammer ist die Entwicklung nun soweit abgeschlossen, daß die Personalunion > der Leitung einzelner Abteilungen des Ministerium» und wichtiger Aemter im Bereich der Reichskulturkammer aufgehoben werden kann. Die Abgrenzung der Aufgabengebiete zwischen Ministerium und Kulturkammer ist eindeutig festgelegt: Dem wirtschaftlichen Wiederaufbaues ; n Oesterreich umschreiben, so wie es Reichswirtschaftsminister Funk in Wien verkündet hat. Es muß für die österreichischen Wirtschaftsführer, die bislang unter so ganz andersartigen Bedingungen und ökonomischen Auffassungen zu arbeiten gewohnt waren, in der Tat ein aufrüttelndes Erlebnis gewesen sein, als sie nun hörten, daß im nationalsozialistischen Wirtschaftsleben nicht das Kapital, das Gold und die Theorie, sondern ausschließlich und allein die schaffende Arbeit die Grundlage allen Wohlstandes und jeder Währung zu betrachten sei. Denn es war ja unter dem Schuschnigg-System gerade die hervorstechendste Eigenart der österreichischen Wirtschaft, ihre A b - hängigkeit vom ausländischen Kapitalmarkt, die das Arbeitsleben in der furchtbarsten Weise einengte. Die hohen Zinslasten, welche die internationalen Gläubiger dem kleinen Lande auferlegten, konnte der Schuldner nur mit äußerster Mühe aufbringen. So blieb kein Geld und kein Raum zur eigenen Initiative. Viele Unternehmungen, die auch bei anstrengendster Arbeit auf keinen Erfolg hoffen durften, schlossen ihre Betriebe. Die Belegschaften flogen auf die Straße. Es war Sklavenarbeit, die das deutsche Volt in Oesterreich verrichtete. Der Nationalsozialismus bringt nun die Entfesselung aller Arbeitsenergien, d. h. praktisch gesprochen, zunächst die Verlagerung des wirtschaftlichen Schwergewichts vom Auslandmgrkt auf den Binnenmarkt. Was das schaffende Volk in Oesterreich an Lebensgütern hervorbringt, foll in erster Linie auch ihm selber und damit der gesamten Nation -zugute kommen, nicht aber einem bluts- fremben Leihkapital, das nur den Rahm einer Volkswirtschaft abschöpft. Die Zielsicherheit und Entschlußkraft der nationalsozialistischen Wirtschaftsführung wird dafür sorgen, daß binnen kurzem die österreichische Wirtschaft ebenso krisenfest und eoenso unabhängig von den Konjunkturschwankungen des Weltmarktes geworden ist wie die Wirtschaft im Altreich schon seit Jahren. In welcher Weise die Ueberleitung der österreichischen Wirtschaft in das Reichsgefüge und ihre handelspolitische Neuorientierung gegenüber dem Auslande im einzelnen erfolgen soll, das hat Reichswirtschaftsminister Funk eingehend dargetan. Vor allem scheint der Hinweis beachtenswert, daß die bisherigen Handelspartner Oesterreichs und besonders seine südöstlichen Nachbarn wegen der Neuregelung nicht besorgt zu sein brauchen, daß sich vielmehr in diesem von der Natur vorgezeichneten G r o ß w i r t s ch a f t s r a u m ein noch lebhafterer und für alle Teile befriedigender Güteraustausch entwickeln dürfte. Denn je mehr das größere Deutschland seine dringendsten Lebensbedürfnisse aus eigener Arbeit und eigenen Rohstoffen befriedigt, desto größer wird auch sein Verlangen nach jenen zusätzlichen Kulturgütern fein, die ihm feine , Nachbarn aus der Fülle ihres natürlichen Reich- Reich kümmert sich auch, wie man sich erinnern wird, in wahrhaft großzügiger Weise um die soziale Wohlfahrt und die Altersversorgung der deutschen Künstler. Was den Rundfunk angeht, so wurde in den letzten Jahren der Preis der Apparate so weit herabgesetzt, daß auch der Minderbemittelte, wie der Minister ausführte, sich bei einiger Sparsamkeit einen anständigen Empfänger leisten kann, der ihm außerordentliche und übrigens sehr bequeme Möglichkeiten gibt, am kulturellen Leben und Schaffen seines Volkes teilzunehmen. Wir sind heute das stärkste Rundfunk-Land Eüropas: die Zahl der Hörer ist von 4,2 Millionen im Jahre 1932 auf über 9 Millionen, also um mehr als das Doppelte, im Jahre 1937 gestiegen. — Die Auflage der deutschen Zeitungen ist'von 15 auf 16 Millionen, die Zahl der Familien-Jllustrierten von 7,5 auf 13 Millionen gestiegen. Es ist hier so wenig wie auf allen übrigen Kulturgebieten anzunehmen, daß solche Steigerungen der „Verbraucherzahlen" bei einem Rückgang der tatsächlichen Leistungen möglich gewesen wären. Nicht weniger eindringlich hat sich in den vergangenen Jahren der Kulturwille des neuen Reiches in den Denkmälern der bildenden Kunst, ganz besonders der Architektur, ausgeprägt und sich ein eigenes und unverwechselbares Gesicht geschaffen. Veranstaltungen wie die Große Deutsche Kunstausstellung und die Architektur- und Kunsthand- werk-Ausstellung in München hat es bisher in Deutschland noch nicht gegeben. Das Volk ist in einem bis dahin noch nicht erlebten Ausmaße an den Dingen der Kunst beteiligt und künstlerisch erzogen worden; diese Ausstellungen werden sich von nun an in jedem Jahre wiederholen. Und dauernder als alle Ausstellungen werden die riesigen steinernen Zeugen, die wahrhaft monumentalen Bauten des Dritten Reiches auf Jahrhunderte hinaus den kulturellen Leiftungswillen und die künstlerische Gestaltungskraft unseres Volkes erweisen. Es ist wohl kaum notwendig, noch einmal daran zu erinnern, was auf diesem Gebiete geschaffen wurde, was hier geplant und noch im Wachsen und Werden ist: an die Bauten am Königlichen Platz in München, an das Haus der Deutschen Kunst, an die Parteitagsbauten in Nürnberg, an die in Angriff genommene, völlige städtebauliche Neufvrmung der Reichshauptstadt, an die ebenfalls vorgesehene Ausgestaltung des Hamburger Hafens als des deutschen Tores zur Welt, an die großen Parteibauten in Weimar und Dresden, an die Ordensburgen in Sonthofen, Cröffinsee und Vogelfang, an die vielen neuen Advlf-Hitler-Schulen und Jugendherbergen, an die Errichtung von Siedlungen und Neubauwohnungen, deren Zahl von 132 000 im Jahre 1933 auf 282 000 im Jahre 1936 gestiegen ist. Das sind Leistungen, die kein Mensch wegdisputieren kann, und die man uns erst einmal nachmachen muß. Das ist eine Entwicklung, die sich in gleicher oder ähnlicher Form auch auf allen anderen Teilgebieten unseres kulturellen Lebens auf- roeifen läßt, für das deutsche Schulwesen und die deutsche Wissenschaft, für unser Schrifttum und unsere Musikpflege. Es kann, mit Rücksicht auf den vorhandenen Raum, hierauf im Einzelnen so wenig eingegangen werden wie etwa auf die Breitenwirkung der kulturellen Arbeit innerhalb der großen Organisation „Kraft durch Freude". Die wenigen Beispiele, Namen und Zahlen, charakteristisch und beispielhaft für das große Ganze, mögen genügen, um jedermann in Deutschland, und jedermann, sofern er guten Willens ist, in der ganzen Welt zu beweisen, daß auch auf kulturellem Gebiet eine neue Blütezeit in Deutschland angebrochen ist, auf die wir stolz sein können. Hans Thyriot. Da» einige 8cutfd)e iw stimmt am lft*Rpnl vatt Der 9. April ein Tag der Freude. Ein Aufruf Dr. Leys zum »Tag des Großdeutschen Reiches-'. Berlin, 5.April. (DNB.) Der Reichsorganisa- lionsleiler der NSDAP, und Leiter der Deutschen Arbeitsfront, Dr. Robert Ley, erläßt zum „Tag des Großdeutschen Reiches" folgenden Aufruf: „Schaffende Menschen in Stadt und Land! Am 10. April werden unser Glaube und unser freudiges Bekenntnis zu Adolf Hitler vor aller Wett triumphieren! Das große deutsche Wunder von der Wiedergeburt unseres Volkes erfüllt sich von Tag zu Tag. Die Heimkehr unserer Brüder aus der ruhmreichen deutschen Ostmark kennzeichnet sich als ein Mark st ein auf dem einzigartigen Weg der nationalsozialisti- schen Revolution. So ist der Wahltag ein Tag der Freude, an dem das gesamte deutsche Volk seinen neuerwachten Lebenswillen der ganzen Wett entgegenruft. So will es der Führer! Deshalb hat der Führer den 9. April zum Fest- tag des ganzen Deutschen Reiches bestimmt. Von 11.55 Uhr bis 12.05 Uhr ist Reichsbetrieb sappell, um eine feierliche Proklamation entgegenzunehmen. Am Samstagnachmittag dem 9. April ruht in allen deutschen Betrieben die Arbeit, um sich in freudiger Hingabe und herzlicher Gemeinschaft auf die Wahl vorzubereiten. Ich mache es allen Betriebsführern, Betriebsobmännern, Werkscharmännern und den Amtswaltern der Deutschen Arbeitsfront zur Pflicht, sich voll und ganz einzusehen, damit der Festtag des Groß- deutschen Reiches einzigartig in der großen Geschichte unseres Volkes dasleht! Wir sind durch den unbändigen Willen und Glauben des Führers endlich ein Volk geworden. Alle Grenzen der Stämme, Konfessionen und Stande sind beseitigt. Ueber all dem steht heute das Bekenntnis zur deutschen Volksgemeinschaft. Am 9. April bekennen wir uns zu dieser deutschen Volksgemeinschaft unter dem Führer Adolf Hitler, durch unsere Freude, am 10. April durch unser 3a!“ Geien wir mutig und stark! Reichsminister Dr. Goebbels sprach in Hannover. Hannover, 5. März. (DNB.) Reichsminister Dr. Goebbels sprach am Dienstag in Hannover, bas ihm zu Ehren prächtigen Flaggenschmuck angelegt hatte. Zu vielen Zehntaufenden strömte die Bevölkerung gegen Abend zu der Stadthalle. Der Kuppelfaal der Stadthalle hatte eine festliche Ausschmückung erfahren. Golden leuchtet im Lichte der Scheinwerfer an der Stirnseite der Halle das Hoheitszeichen der Bewegung, flankiert vom Blutrot der Hakenkreuzbanner. „Ein Volk — Ein Reich — Ein Führer." Dieses Gelöbnis grüßt in goldenen Lettern über den Säulen. Blumenschmuck umrahmt das Rednerpodium, auf dem Standarten, Stander und Fahnen Aufstellung ae- funden hatten. Mit stürmischem Jubel begrüßen die Niedersachsen Reichsminister Dr. Goebbels, als er das Wort nahm. Mit gespannter Aufmerksamkeit folgten sie dem Mnister, als er einleitend die unglückselige Vergangenheit des deutschen Volkes schilderte, das als ein Volk der Dichter und Denker schemenhaften Theorien nachjagte, sich in innerem Hader zerfleischte und verblutete, als die anderen Nationen die Welt eroberten. Ueberzeugend machte Dr. Goebbels dann auch dem letzten seiner Zuhörer klar, warum die Welt sich dem Nationalsozialismus nach der Machtergreifung feindlich gegenüberstellen mußte, der die deutsche Nation zum ersten Male in ihrer Geschichte als einen politischen Faktor, der heute nicht mehr übersehen werden kann, in das Blickfeld der Welt eintreten ließ. Die gewaltige Kraftansammlung im politischen Raum, die an die Stelle des einstigen Volkes der Dichter und Denker getreten ist, müßte, wie Dr. Goebbels dann aufzeigte, eine magische Anziehungskraft auf alle deutschen Elemente in der Welt ausüben. „Das ist das Geheimnis der Revolution in Oesterreich", erklärte Dr. Goebbels unter lang anhaltender Zustimmung, „daß hier ein Volk in seinem wachen und gesunden Instinkt den damaligen Regierenden weit vorauseilte." Unverwandt sind aller Augen auf den Minister gerichtet, als er mit d'en Besserwissern abrechnet, denen der Mut nicht vor, sondern erst nach dem Erfolg komme, als er mit tiefem, packendem Ernst von den Ereignissen der jüngsten Gegenwart spricht und mit treffenden. Beispielen nachweift, wie wichtig es ist, taktisch vorzugehen und das Richtige auch im richtigen Augenblick zu tun, und als er mit meisterlicher Beredtsamkeit im Vergleich zu früher den Mut des Führers und die Einmütigkeit der ihm folgenden Nation preist. Stürmischer Beifall bricht aus, als Dr. Goebbels erklärt: „Wir wollen uns beugen vor der Größe eines Mannes, wie er noch niemals in der deutschen Geschichte in die Erscheinung getreten ist." Hinreißend ist das Bekenntnis zum Führer, mit dem Dr. Goebbels unter atemloser Stille schließt: „Nun arbeitet ein Mann an der Nation, um die Tugenden dieses Volkes, die 1918 verlorengingen, wieder zur Geltung zu bringen. Wir sind e i n politisches Volk geworden, das fein Schicksal kennt und auch den harten Notwendigkeiten fest ins Auge zu schauen weiß. Seien wir darum st a r k und mutig", so schloß der Minister, „und bleiben wir in Bereitschaft! Denn das ist alles!" — Lang anhaltender und immer wieder ausbrechender Beifall legten Zeugnis davon ab, daß es auch im Niederfachfenland am 10. Äpril nichts anderes gibt als das stolze „Ja". 1933 Lebensmut'Lebensfreude. Duid» 900000 Ehethmds - doriehen seil August 1935 und durch Gewährung von Kinderbeihilfen an hunderttausend» von Familien stieg die ZaN der Geburten ßerdun Fremp Scurinea LERIDA lontblanch DEiAy* ebko -TA RI andesa^ Alcamz< AfGOl'lSi 'ORTOSA •arbasti Vornan 'Mae ■ Pauls 'mell :herra ienabane. ^Marrasa SabaddM ~37vßracial ervera—< / Iguala ’Montal- ^vS^zöritd z.banx^gjTeiio^jj ) rc> 40 6t KILOMETEt OQc u U|IQl: tn au5f?,?i' Arb^'-b- !"S t ^endste b«n 8 Der Marsch an die Küste lungern IN Ausland österreichj. und ihre 'der dem Aus- ? hat Reichs, dargetan. Pgr W, daß die 95 und besonnen der Neunen, daß sich uorgezeichneten och lebhafterer Güteraustausch r das größere bensbedürsnisse bitoffen beftie- Ministerium kommt die politische und kulturpolitische Führung, den Kammern die berufsständische Betreuung ihrer Mitglieder zu. Daraus ergeben sich folgende personelle Veränderungen: Die Leitung der Presseabteilung IV A (Inlandspreise) übernimmt Mni- sterialrat Berndt, die Leitung der Presseabteilung IV B (Auslandspresse) Legationsrat Professor Dr. B ö h e r. Die Leitung der Abteilung XI (Völks- kulturelle Fragen) übernimmt Ministerialrat Hae - gert, die der Propagandaabteilung Ministerialrat (Butterer. Die Leitung der Abteilung IIA 'übernimmt Pa. Hinkel, der aus seinem Amt als Geschäftsführer der Reichskulturkammer aus- i scheidet, ebenso wie Ministerialrat Dr. Schmidt- Leonhardt, der Leiter der Rechtsabteilung IC. I Ministerialrat Dr. Schlösser, der Leiter der ! Theaterabteilung (VI), scheidet aus seinem Amt als Präsident der Reichstheaterkammer aus. Der Leiter der Schrifttumabteilung, Hauptamtsleiter Hederich, und der.Leiter der Musikabteilung, Generalintendant Dr. Drewes, scheiden aus ihren Aemtern als Vizepräsidenten der Reichsschrifttums- Lzw. Reichsmusikkammer aus. Der bisherige stell- Deotretende Geschäftsführer der Reichstheaterkammer, Ludwig Körner, wurde zum Präsidenten der Reichstheaterkammer ernannt. Ein Geschenk des Führers an das Berliner Faicio. Berlin, 5. April. (DNB.) Gelegentlich der lm November voriaen Jahres stattgehabten Ausstellung "Die zeitgenössische italienische Kunst" hat der Führer das Modell einer ausdrucksvollen Statue eines Balillajungen von Antonio Luccarda erworben und in Bronze ausführen lassen, um es dann dem Fascio in Berlin zum Geschenk zu machen. Heute überaab im Namen des Führers der Staatsminister und Chef der Präsidialkanzlei Dr. Meiß - n e rdie Statue dem Fascio Federico Guella di Berlino. Staatsminister Dr. Meißner führte aus, daß diese Gabe des Führers der Ausdruck seiner freundschaftlichen Bewunderung für das faschistische Italien und für dessen großen Führer sowie ein Zeichen der persönlichen Hochachtung für das Berliner Fascio sei, dem er seine herzlichen Grüße übermitteln lasse. Botschaftsrat Graf Magistrat; dankte für die große Ehrung, die dem Fascio in Berlin durch dieses Geschenk erwiesen sei. Äs Btt her gelernte, £"* Hute" Mm einer x-tunü Snt, ^"IchastsD, die ^oniunb St’* st der i pi’ i 2 lurcht- be». n ,nt" * Erlangen nach d>e iym seine \ Glichen Reich- H.Ev. teb«. b»utV!« ner. 'ftimMina M >en und W» 03 üßalilberi^ „(T u r i t rj b a-* unb 8 Oester- immzeftel mar Rio de Ja- |abe von Wahl- m 7. April an nie Olivia" r Volksgenossen Heine ist außer- vahlberechtigten irreicher, die sich esinz.T.zehn- iBurgasam i an Bord des Wahlpflicht ge- meichern spra- mg Oesterreichs ; Führers'aus. n, eine andere ne erschienenen sen für den ung. irer MpH1 utte °ußeih»lb Orotava" iut deutschen wur* Don waren 569 drei Stimmen 'eichern wurden <1 Ia-Ttnnmen N ejanbten listenunis. he? Ausbau * “"gnton05’ leu‘ ofbl^ ine Um1 in ein- Jtef«’'fl 6t! *<$>■ er ®Üie« I angE her Burgos, 6. April (DNB. Funkspruch.) Am | > Dienstag fand hier ein. M i n i st e r r a t statt, in dem General Franco, einen Bericht über die militärische Lage erstattete. Der Staatschef ging '(Dabei auf die Einnahme ßeribas und ihre Bedeutung für die Weiterentwicklung der Opera- ! tionen ein sowie auf die Erfolge südlich des ' 2 b r o , wodurch die ausgedehnte Zone der Ostküste beherrscht werde. Die militärische ' Lage sei derart, daß mit einem baldigen Ende löes Krieges zu rechnen sei. Der Ministerrat ^ernannte einen Zivilgouverneur für L e - rciba, und alle befreiten katalanischen Ortschaften werden die gleiche Verwaltung erhalten wie die i übrigen im nationalen Gebiet; alle im früheren Slutonomieftatut Kataloniens bewilligten Sonderrechte kommen somit in Fortfall. Die stabt Hueska, die sich 20 Monate lang gegen Die bolschewistische Einkreisung erfolgreich behauptet i batte, hat bie ehrenvolle Bezeichnung „Helden- "t a b t" erhalten. Der Frontberichterstatter bes Hauptquartiers mel- EDet, daß an .ber katalanischen Front am Dienstag weniger Operationen durchgeführt wurden als sonst, um den nationalen Truppen nach ber vier Wochen dauernden Offensive etwas Ruhe z u l| gönnen. Der nationale Heeresbericht teilt mit, Daß die Navarra-Brigaden im Norden von Lerida Dier Ortschaften und mehrere feindliche Stellungen erobert haben. Auch südlich des Ebro wurde ber Bormarsch fortgesetzt. An ber Guabalajara-Front würben mehrere feinbliche Angriffe abgeschlagen. Die Angriffe waren offenbar als Entlastungsver- mche für bie katalanische Front unternommen worden. — Unsere Karte veranschaulicht ben Vormarsch ber Franco-Truppen von ihrer Ausgangs- teüung, am 9. März bis heute. Die mittlere, geteilte Linie gibt ben Frontoerlauf vorn 30. März an. (Scherl-Bilberbienst-M.) ♦ Die letzte Verbinbung zwischen Valencia unb Barcelonä zu ßanbe ist burch ben Vormarsch ber Truppen Francos auf Tortosa an ber Küstenbahn Barcelona—Tarragona—Valencia unterbrochen! Dadurch wirb bas rotspanische Gebiet räumlich in sroei Teile auseinandergerissen. Heber Barcelona ährt die einzige ßanboerbinbung Rotspaniens nach Frankreich unb bamit nach Europa. Valencia ist Don bieser Verbinbung heute ausgeschlossen unb eine Seeverbinbungen sinb burch bie nationalspa- rnische Flotte um so mehr bedroht, als Rotspanien nicht nur auf ben Nachschub von Waffen unb Munition, onbern auch von ßebensmitteln, Kohle, Del usw. nngeroiefen ist. Die spanische Front verläuft auch Deute noch rn einem fast bizarr anmutenben Bogen : oon Jaca, Huesca, ßeriba nach Tortosa, bann über Eeruet nach Norden ausbiegenb unb weiterhin über Madrid unb Tolebo bis östlich von Corbova nach Mimeri«. Das ist ein riesiger Sack, ber bie ansehn- iche Tiefe unb Breite von je etwa 500 Kilometer iat! Die Deffnung bieses Sackes lag einmal in ber 3ainb= unb bann in der Seeverbindung von V a - . e n c i a. Man^ kann sich ungefähr ausmalen, wie I ftarf die über kurz oder lang fälligen Rückwirkungen fein müssen, nachdem die ßänboerbinbungen Valencias gänzlich unb bie Seeverbinbungen erheblich unterbrochen sinb. Im einzelnen ist bei der Beurteilung ber Karnpf- banblungen in Norbostspanien zu unterscheiben zwi- | chen bem Aktionsbereich nörblich und süblich des ; Ebro. Nördlich des Ebro ist Mittelpunkt des natio- 1 lasipanischen Aufmarsches das eben eroberte L e - ida, bas bie Pforte zu Barcelona barstellt, wenn lich auch zwischen der Küste unb Lerida noch ein Gebirge von erheblicher Höhe befindet. Die Bedrohung ist deshalb besonders empfindlich, weil die Elektrizitätswerke, von denen die stark "entwickelte Industrie Barcelonas abhängt, in diesem Kampfabschnitt liegen und nacheinander in den Bereich der Nationalspanier kommen. Die Roten in Barcelona haben deshalb auch bereits bie Ueberfieblung nach Gerona in Aussicht genommen, bas im nord- östlichsten Winkel von Spanien unb nur mehr 70 Kilometer ßuftlinie von Frankreich entfernt liegt. Der andere Kampfplatz liegt am unteren Ebro unb süblich bavon. Er ist ebenfalls von erheblicher Ausdehnung. Auf einem Raum von 100 Kilometer kämpft bie mittlere Kolonne bei Tortosa, wäh- renb eine norböstlich operierende Kolonne am Rande ber Gebirge vorbei sich in Richtung Tarragona entwickelt unb süblich eine brüte Kolonne über Morelia hinaus bas 1200 Meter hohe Gebirge erreicht hat, bas unmittelbar in bie Küsten- ebenen übergeht unb noch etwa 40 Kilometer vom Meer entfernt ist. Gelingen also alle biese Vorstöße, so bürste der Durchbruch der Nationalspanier an die Ostküste bie erhebliche Breite von 150 Kilometer haben. Die Kämpfe in Gchaninng. Bor einer Entscheidungsschlacht an der Lunghai-Bahn. Hankau, 5. April. (DNB ) Nach Kämpfen von beispielloser Härte unb unter Einsatz aller zur Verfügung stehenden Kräfte haben bie Japaner nach zwölftägigem Ringen bie nörbliche Hälfte ber Stadt Taierhchang in Südschantung erobert. Nach ber Besetzung bes völlig verwüsteten Stabtgürtels UnjcMng - frawi- J^Karnü "'ANG SU Taian 'Tsingtau ANHUf 'dianghtn Nanking burch bie Japaner haben bie Kämpfe etwas an Heftigkeit nachgelassen. Das japanische Oberkom- monbo beginnt jetzt neue Truppen aus Lint- schang sowie die aus Tsingtau eingetroffenen Verstärkungen östlich von Taierhchang zu massieren, wo sür bie nächsten Tage eine Entscheibun a s- schlacht erwartet wirb. Es geht hier um ben Besitz bes Ostenbes ber Lunghai-Bahn unb um die Stadt Hsütschau. Auch im Norden von Taierhchang sind schwere Kämpfe im Gange. Die chinesischen Blätter sehen sich genötigt zuzugeben, baß brei chinesische Bataillone, bie gegen die östlichen von Taierhchang aufmarschierenben japanischen Kräfte angesetzt waren, völlig auf» gerieben worben sind. Warum ist Eck[tein"*5 _ so beliebt? K W MM t - Ai- ■ " Eddtein garantiert Weil Eckstein No. 5 fünf Eigenschaften garantiert: 5 (2) Die Eckstein No. 5 wird in erheblichem Maße von Kennern bevorzugt, die wesentlich mehr für eine Zigarette ausgeben könnten. Der Grund: Die Eckstein No. 5 enthält ausschließlich Orienttabake erlesener Gute und vorbildlicher Geschmacksreinheit, Tabake, die von Natur aus herzhaft und bekömmlich sind. Überzeugende Fachleistung 3 Rezeptgetreue Dauermischung 4 Naturfrisch verpackt 1 Ausgewogenes Vollformat (2)Tabak edelster Orientauslese Krisensiimmung in Paris. Die französische Presse kündigt den bevorstehenden Sturz Blums an. Paris, 6. April. (DNB. Funkspruch.) Die Frage einer bevorstehenden Regierungskrise ist heute wieder akuter denn je. Die Auseinandersetzungen, die der Finanzplan der Regierung Blum in allen politischen und wirtschaftlichen Kreisen ausgelöst hat, sind ein sicherer Wegweiser dafür, daß die vom Kabinett vorgeschlagenen Methoden bei dem größeren Teil der Bevölkerung auf energische Ablehnung stoßen. Die gestrige Aussprache in der Kammer, in deren Verlauf es in den Wandelgängen zu regelrechten Schlägereien kam, beweist die allgemeine Spannung. Das beste Barometer für die Aussichten des Kabinetts ist aber auch diesmal der Senat. Man kann mit ziemlicher Sicherheit annehmen, daß die Pläne Leon Blums von den Senatoren ohne viel Federlesens ab gelehnt werden. Die größte Senatsfraktion, die „Demokratische Link e", die der rcrdikalsozialen Fraktion der Kammer entspricht, hat fast einstimmig beschlossen, gegen die Vorlage zu stimmen. Dadurch ist deren Schicksal bereits besiegelt. In der Pariser Morgenpresse, selbst in den der Regierung freundlich gesinnten Organen, hält man den Sturz des Kabinetts für unvermeidlich. „Die Welle der Unzufriedenheit", so schreibt das „Journal", „steigt von Stunde zu Stunde. Leon Blum, der sich über sein Schicksal keinen Illusionen hingibt, rechnet damit, vom Senat gestürzt zu werden, um vor den Augen seiner Partei mit Glanz abzutreten und gleichzeitig seinen Parteifreunden ein neues Argument für deren Feldzug gegen den Senat liefern zu können." — Der „Petit Parisien" erklärt, daß es Leon Blum gar nicht er st so weit kommen lassen werde. Er wolle vielmehr nach der geringen Mehrheit, die seine Vorlage in der Ka mmer finden dürfte, noch vor dem Zusammentritt des Senats seinen Rücktritt erklären. Das linksstehende „Oeuvre" stellt fest, daß es nach dem Beschluß der stärksten Senatsgruppe, gegen die Vorlage zu stimmen, keinem Zweifel unterliege, daß Leon Blum g e st ü r z t werde. Die Frage sei lediglich, wer seine Nachfolgeschaft antreten werde. — Alle anderen großen Informationsblätter sind ebenfalls der festen lieber» zeugung, daß d i e Tage des Kabinetts gezählt sind, der Ruf nach einer Regierung des öffentlichen Wohles wird immer lauter. Der zehnte deutsche Lehrer in Neutomischel entlasten. Posen, 5. April. (DNB.) Neutomischel, das durch d^n polnisch-deutschen Schul st reit unrühmlich bekannt geworden ist, hat wiederum den Verlust eines deutschen Lehrers zu beklagen. Dem deutschen Lehrer Großklaus wurde vom polnischen Kultusministerium mitgeteilt, daß er mit Ende des laufenden Schuljahres vollkommen aus dem Schuldienst entlassen sei. Damit wird der zehnte deutsche Lehrer aus dem Kreis Neutomischel entfernt. Großklaus ist 50 Jahre alt und hat 5 Kinder, von denen drei noch versorgungsbedürftig sind. Großklaus hat den Weltkrieg vier Jahre lang mit Auszeichnungen mitgemacht. Durch die Entlassung des deutschbewußten Lehrers Großklaus verlieren 37 deutsche Kinder ihren Lehrer. Kleine politische Nachrichten. Die ,f r a n z ö s i s ch e Botschaft hat das Exequatur für einen Leiter des französischen Generalkonsulats in Wien erbeten, das an Stelle der bisherigen französischen Gesandschaft treten soll. Die rumänische Gesandtschaft hat dem Auswärtigen Amt mitgeteilt, daß die rumänische Regierung beschlossen habe, ihre bisherige Gesandtschaft in Wien aufzulösen und dafür ein Generalkonsulat zu errichten. ♦ Die polnische Regierung hat ihre^ Gesandtschaft in Wien aufgelöst und ihr dortiges Konsulat in ein Generalkonsulat umgewandelt. Ebenso hat die belgische Regierung ihre Gesandtschaft in Wien aufgelöst und ein Generalkonsulat errichtet. * Im Auftrage des Führers und Reichskanzlers hat der deutsche Gesandte Kronprinz Frede- rik von Dänemark und Island, der dänischer Delegationsführer auf der Berliner Internationalen Jagdausstellung im vorigen Jahr war, das Großkreuz des Ordens vom Deutschen Adler überreicht. * Im Auftrage des Reichsjägermeisters General- feldmarschall Göring hat der deutsche Gesandte König Christian X. von Dänemark und Island, der sich an der Berliner Internationalen Iagdausstellung im vorigen Jahre beteiligt hatte, eine Ehrenurkunde der Deutschen Jäger s ch a f t in besonders künstlerischer Ausführung und Ausstattung überreicht. Im Zuge der englisch-italienischen Besprechungen hat am Dienstagabend eine neue Unterredung zwischen dem italienischen Außenminister Graf C i a n o und dem englischen Botschafter Lord Perth stattgefunden. * Der italienische Außenminister, Graf C i a n o , hat den türkischen Botschafter und den griechischen Gesandten empfangen, die ihm mitteilten, daß ihre Regierungen ihre Vertreter in Rom als bei Seiner Majestät dem König von Italien und Kaiser von Aethiopien beglaubigt betrachten. Graf Ciano hat erwidert, daß die faschistische Regierung diesen Schritt zu schätzen wisse. * Die drei nordischen Außenminister, Munch aus Dänemark, Sandler aus Schweden und Holst i aus Finnland trafen in Oslo ein. Die Beratungen mit dem norwegischen Außenminister K o h t werden die nordische Neutralität und die wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen den nordischen Ländern zum Hauptthema haben. * In einer Denkschrift an die Zweite Kammer teilte der niederländische Finanz mini st er mit, daß die Regierung zur Deckung der Rü- stungsausgaben außer den bereits bekanntgegebenen Erhöhungen der Einkommensteuer und der Dividendensteuer weitere Steuererhöhungen vorbereite. Die Sätze der Umsatzsteuer und der Personensteuer sollen zu diesem Zweck erhöht werden. Ferner soll ein besonderer Verteidigungsfonds zur Deckung der Rüstungsausgaben geschaffen werden. Aus aller Wett. Vier SA.-Männer der Gruppe Nordmark auf einer Dienftfahrl tödlich verunglückt. Auf einer Dienstfahrt zur Hilfeleistung bei Hochwassergefahr auf Fehmarn verunglückte in einer scharfen Kurve vor Heiligenhafen ein Wehrmachtkraftwagen mit SA.-Männern. Dabei verunglückten vier SA.-Männer tödlich, sechs wurden schwer und sieben leichter verletzt. Die Schwerverletzten befinden sich außer Lebensgefahr. Die toten SA.-Männer starben im Dienste für Volk und Reich. Die SA.-Gruppe Nordmark senkt voll Trauer ihre Fahnen, um ihr Andenken zu ehren. Die übrigen SA.-Männer konnten noch rechtzeitig zur Hilfeleistung bei den Deicharbeiten eingesetzt werden. Fünf Tote beim Absturz eines englischen Bombers. Ein neuer schwerer Unglücksfall hat die britische Luftwaffe betroffen. In der Nähe von Drif- üelb in der Grafschaft Porkshire stürzte ein schwerer Bomber bei einem Nachtübungsflug ab. Sämtliche fünf Insassen des Apparates fanden den Tod. 3n der Luft zusammengestoßen, abgestürzt ... und gerettet. In der Nähe des Militärflugplatzes von Chartres sind zwei Flugzeuge des französischen 6. Jagdgeschwaders bei Uebungsflügen in der Luft zusam - menge st yßen und abgestürzt. Die Piloten der beiden Maschinen konnten sich im letzten Augenblick durch Fallschirmabsprung retten. Zwei Jahre Gefängnis für einen betrunkenen Autofahrer. Schweres Unheil richtete nach einer durchzechten Nacht ein Mann aus Kassel an. Mit einer Geschwindigkeit von 80 bis 90 Kilometer raste er in einem Auto durch Kassel und überfuhr einen Familienvater, der rechts auf einem Rade fuhr. Der Mann erlitt so schwere Verletzungen, daß er ihnen bald erlag. Der Betrunkene überfuhr kurz darauf einen Jungen, der einen Wagen mit Milchflaschen zog, sowie einen jungen Radfahrer, der neben Prellungen eine Gehirnerschütterung erlitt. Das Schpf- fengericht verurteilte den Angeklagten wegen fahr, lässiger Tötung, fahrlässiger Körperverletzung, wegen' Fahrerflucht und [Übertretung der Reichsstraßenverkehrsordnung zu zwei Jahren Gefängnis. Wetterbericht Um das Hochdruckgebiet über dem östlichen Atlantik hat vonWesten her in verstärktem Maße Warmluftzufuhr eingesetzt, so daß die Temperatur über England meist zwischen 10 und 15 Grad liegt. Die Kaltluftmassen über Osteuropa werden weiter zurückgedrängt. Da die vom Atlantik ausgehende Störungstätigkeit jetzt weiter nördlich ihre Bahn nimmt, Dürften wir mit mehr Aufheiterung und höchstens geringfügigen Niederschlägen zu rechnen haben. Die Warmluftmassen werden sich bei uns durchsetzen. Aussichten für Donnerstg: Morgens vielfach dunstig, tagsüber wolkig bis heiter, nur geringe Niederschlagsneigung, bei westlichen Winden zunehmende Erwärmung. Aussichten für Freitag: Wieder etwas milderes und beständigeres Wetter. Lufttemperaturen am 5. April: mittags 9,2 Grad Celsius, abends 2,7 Grad: am 6. April: morgens 4 Grad. Maximum 10,5 Grad, Minimum heute nacht — 0,3 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 5. April: abends 7 Grad: am 6. April: morgens 5,1 Grad Celsius. — Sonnenscheindauer 0,9 Stunden. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigen- leiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. III./38: 10 355. Druck und Verlag: Brühlfche Universitätsdruckerei R. Länge, K.-G., fämtlich in Gießen. Monatsbezugs- preis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vom 1. September 1937 gültig. Meine liebe Frau, unsere herzensgute, treusorgende Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Urgroßmutter und Schwägerin Frau Karoline Schmidt geb. Müller ist heute nach einem arbeitsreichen Leben im Alter von 76 Jahren von uns gegangen. Die trauernden Hinterbliebenen. In deren Namen: C. Schmidt, Schuhmachermeister. Gießen (Bahnhofstraße 64), Offenbach, Berlin, den 5. April 1938. Die Beerdigung findet in aller Stille statt — Es wird gebeten, von Beileidsbesuchen abzusehen. __________________________________________________2285D Nach langen, schweren, mit Geduld ertragenen Leiden entschlief am 6. April meine liebe Frau, unsere gute Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwägerin und Tante Frau Sophie Bues geb. Klinge im 57. Lebensjahr. In tiefem Schmerz: August Bues und alle Angehörigen. Bad-Nauheijn, Gießen, den 6. April 1938. Die Einäscherung findet am Freitag, dem 8. ApriL nachm. 2 Uhr, auf dem Neuen Friedhof in Gießen statt. ________________________________2296D Bekanntmachung. Die Strom- und Gasgelder im Stadt- und Heber» landgebiet sind nach den Lieferungsbedingungen grundsätzlich bei der Ablesung an den Erheber zu zahlen. Geschieht dies nicht, dann können die Stromgelder noch innerhalb der nächsten 8 Tage und die Gasgelder noch innerhalb 10 Tagen ohne kosten an die Kasse der Städtischen Betriebe Gießen, Gartenstraße 3, auf Postscheckkonto Frankfurt am Main Nr. 27707 oder auf die auf den Quittungskarten verzeichneten Bankkonten eingezahlt werden. Bei Überschreiten der Zahlungstermine müssen die Beitreibungskosten berechnet werden. 2272A Dom 20. April 1938 ab wird die Strom- und Gaslieferung bei allen Abnehmern gesperrt, die die Strom- und Gasgelder für Monat Februar 1938 einschließlich kosten noch nicht entrichtet haben. Gießen, den 4. April 1938. Direktion der Städtischen Betriebe. Moderne mit Heizung, in schöner u. ruhig. Lage, weg. Versetzung voraus- sichtl. z. 1.9 uni zu vermieten. Schrift!. Angeb. unter 01569 an den Gieß. Anz. Der frühere Pfeiffersche Laden Ecke Neu. Baue- Sonnenstraße ist alsbald zu verm. Näheres 2282V Sonnenstr. 19. Sofort od.später 3-Zimmer- Wohnung mit 2 abgeschloss. 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April 1938, ununterbrochen von 8 bis 17 Uhr statt. Zur Stimmabgabe dürfen nur amtlich hergestellte Stimmzettel verwendet werden. Die Ausgabe der amtlichen Stimmzettel und Wahlumschläge erfolgt im Wahlraum. Die Abstimmung ist so vor- zunehmen, daß der Wille des Stimmberechtigten unzweideutig zum Ausdruck kommt. Die Abstimmungsbezirke der Stadt Gießen mit Gemarkung Schiffenberg und Herrnwald, die Abstimmungsräume, die Namen der Abstimmungsvorsteher und deren Stellvertreter sind aus dem Aushang in den amtlichen Aushängekästen und aus dem Aushang im Liebigbau, Liebigstraße 16, im Alten Rathaus, Marktplatz 14, im Stadthaus, Gartenstraße 2, und im Stadthaus, Bergstraße 20, zu ersehen; außerdem sind am Wahltage am Eingang zu den Abstimmungsräumen ebensolck)e Übersichten ausgehängt. Es wird ferner noch darauf hingewiesen, daß 1. der Absiimmungsraum für den 14. Abstimmungsbezirk, seither im Verwaltungsgebäude des Landes-Alters- und Pflegeheims Gießen, Licher Straße 74, in die Gastwirtschaft „Zur Stadt Lich", Licher Straße 59 (Eingang von der Gartenseite) verlegt worden ist. 2. Für die österreichischen Stimmberechtigten, die m der Stadt oder im kreise Gießen wohnen oder im Besitze eines Stimmscheines sind, ist nur ein Abstimmungsraum eingerichtet worden, und zwar befindet sich dieser im Regierungsgebäude, Landgras-Philipp-Plah Rr. 3, Sitzungssaal, in dem auch gleichzeitig die Abstimmung für den Stimmbezirk 16 stattfindet. Die österreichischen Stimmberechtigten vollziehen ihre Abstimmung auf grünen Stimmzetteln. Das Wahlergebnis für den 19. und 20. Abstim- mungsbezirk (Kliniken, Kranken- und Pflegeanftal- ten) wird nach beendeter Wahlhandlung im Stadthaus, Bergstraße 20, Zimmer Nr. 8/9 und 3/4 fest- gestellt. 2276C Die Ausstellung von Stimmscheinen erfolgt bis einschließlich Freitag, den 8. April 1938, 17 Ahr, für Ausländsdeutsche bis Samstag, den 9. April 1938, 13 Ähr, durch das Städtische 'Wahlamt, Stadthaus, Bergstraße 20, Zimmer Nr. 18. Gießen, den 6. April 1938. Der Oberbürgermeister: Ritter. Wir suchen für sofort 1 kaufmännischen Lehrling / sowie einen guten Abändernngs - Schneider (evtl. Heimarbeiter) BRUCKNER & MUND SELTERSWEG 31 [2291d Ein gelernter u. zuverlässiger Kino- vorführer f. Dauerstellung sofort gesucht. Schr.Angeb.unt. 01655 a.d.G.A. KlerneAnz eigen 'M Gießener Anzeiger werden von Tanienden . beachtet und gelesen. perfekte Stenotypistin mit guter Allgemeinbildung von hiesig, großindustriellen Unterne men zu baldmvg- lichem Eintritt gesucht. Ausführl. Bewerbungen mit Zeugnisabschriften von nur ersten Kräften erboten unter 2267 D an den Gieß. Anzeig. land«. Consum Vergin e. fi. m. b. H. Wieseck bei Gießen. Bilanz ZUM 31. Dezember 1937. Aktiva Passiva Kasse.................... Bäuerl.Haupt-Genossenschaft 3 641.85 3 670.87 Frankfurt a. M.......... Laufende Rechnung....... Waren................... Verkausstelle 1 Außenstände 21 907.58 4 931.04 8 949.96 Verkanfstelle 2 Außenstände 7 520.21 2104.00 Geschäftsguthab. d. Mitglied. 5 500.00 1.00 300.00 Immobilien.............. Mobilien ................ Beteiligung B. H.-G. Fnn. Beteilig. Spar- u. Darlehns- 100.00 kaffe Wieseck............ 7 500.00 Betriebsrücklage.......... Reservefonds............. 6 342.61 Baufonds................ Svar-u.DarlehnskasseWieseck 7 000.00 Hypothek............... Svar-u.DarlehnskasseWieseck 5 690.06 8 000.00 Konto................. Gewinn 1937.......... 6 024.30 49 591.74 49 591.74 Mitgliederstand am 1. Januar 1937.... 616 Mitgliederstand am 31. Dezember 1937. 618 Die Rechnung liegt 8 Tage zur Einsicht im Ge« schäftszimmer Kornblumenstraße 12 offen. Die Generalversammlung ffndet statt am Mittwoch, 13.April, abends 8.30 Uhr,beiGastwirtDöringer. Tages.ordnung: 1. Jahresbericht und Bilanz. 2. Verteilung des Reingewinns. 3. Entlastung des Vorstandes und Aufsichtsrats. 4. Ausschließung von Mitgliedern. 5. Verschiedenes. 2270V Ter Aufsichtsrat. Der Vorstand. A. Mn ehrl., zuverl./ als Paster u. Laufbursche für halbe Tage ges. Schr. Angeb. u. 01651 an d. Gieß. Anz. Bta gesucht. tolrtaßeS Kinderliebe jüngere l2290V Hausgehilhn gesucht. Vorzu- stcllen 17-19 Uhr Liebigstraße Nr. 88 I. links. Anständiges WSW für sofort gesucht Frankfurter Straße 83. loi658 Mädchen f.Hilfeleistungen u. Jnstandhaltg. b. Ärbeitsräume von gewerbl. Betrieb z. 15.4. ob. 1.5. gesucht. Zu erfrag, in d. Ge- schättS'telle des Gieß. Anz. 2282D Latalin gesucht. Vorbild, nicht erforderl., Lye.-Reife erw. Schr. Angeb. u. 01654 a.d. Gieß. Anzeig. 01654 Ordentl. kinderliebes 2295d Tages- mädchen sofort gesucht. ' Wagner Gießen Seltersweg 60. Junges, sauv. biliiiäd c' ea tagsüber ab Ostern gesucht. 2184D Seibel, Franks. Str. 391 [Stellengesuche 2 Meilen im Bankfach ausgebildet, bzw.m. längerer Tätigkeit als Kaufm., mit Erfahrung in der Werbung, suchen Beschäftigung f. abends Schriftl. Angeb. u. 01648 an den Gießen. Anzeig. Verschiedenes + Die Sprechstunden i. der Osterwoche sind ausnahms« weise am Donnerstag, dem 14.April. Frau B. Gulden seit 1925F r.W.Ht nkel Gießen, Am Rie- gelniad 32, 9—6 2 Uhr durchgehend. Kochfrau empfiehlt sich. Schr.Angeb.unt. 01645 a.d.G.A. Suche 5-6 Wag. Müüererde SoMlensl Mer Schanzenstr. 3, Tel. 2534. 227*0 An- und Verkaul von Lumpen. Gis en. Papier, Flaschen u. alle Metalle. Jede Bestellung wirb abgebolt. 02090 H. Schneider Neuenweg 6 Telephon 3187. Nachlässe tnmsw 20 v. 6. erhalten Sie bei wiederholten Aul« nahmen einer Anzeige Nr. 81 Zweites Blatt Giehener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Mittwoch, b. April 1938 Schwaben geht es wieder gut. Große Werke berichten: Arbeiterzahl vervierfacht, Lohnsumme verfünffacht. - Die Menschen lachen wieder. Von unserem auf eine Deutschlandreise entsandten Sonderberichterstatter Heinz Otto Stuttgart, im April 1938. Wenige Tage nachdem der Führer am 30. Januar 1933 die Macht übernommen hatte, eröffnete er in Berlin die Automobil-Ausstellung und kündigte in seiner großen.Eröffnungsrede eine Motorisierung Deutschlands an, wie sie bis dahin niemand, selbst nicht in den kühnsten Träumen, zu erdenken gewagt hätte. Noch war nichts anderes vorhanden, als das Trümmerfeld, das die Regierung der Systemzeit auf allen Gebieten des wirtschaftlichen und sozialen Lebens hinterlassen hatte. Der einzige Aktivposten, den Deutschland damals aufzuzeichnen hatte, war die Arbeitskraft seines Volkes, die nun durch den Willen des Führers in Arbeitsleistung umgewandelt wurde. Wie der Führer angekündigt hatte, nahm die Entwicklung der Motorisierung Deutschlands Formen an, die selbst Fachleute, uno vielleicht gerade diese, niemals für möglich gehallen hatten. In Stuttgart habe ich zwei Werke besucht deren Aufschwung in den letzten fünf Jahren beredtes Zeugnis ablegten für die Richtigkeit dieser Maßnahmen des Führers. Der Generaldirektor der Daimler-Benz AG., dem Werk, in dem der weltberühmte Mercedes - Wagen hergestellt wird, empfing mich in seinem Büro und erzählte mit berechtigtem Stolz von der Geschichte dieser deutschen Automobilfabrik, die sich in den Jahren des Verfalls durch eiserne Energie durchgebissen hat und die bei der Machtübernahme ohne fremdes Kapital den neuen erhöhten Anforderungen sofort gerecht werden konnte. „Ich will Ihnen nun ein paar Zahlen geben, die Ihnen mehr sagen, als lange Berichte, welche Entwicklung unser Werk genommen hat. Im Jahre 1933 konnte die Belegschaft gegenüber dem Bestand von 1932 auf 180 v. H. gestei - gert werden. Die Entwicklung ging dann weiter stetig vorwärts bis zum Jahre 1937, wo sie 412 v. H. erreicht hatte. Ebenso kann man an der Entwicklung des Lohn- und Gehaltskontos erkennen, welchen Aufschwung dos Werk genommen hat. Im Jahre 1932 betrug die Summe von Löhnen und Gehältern 20176 500 Reichsmark. Im Jahre 1937 haben wir bereits 93 428 200 RM. auszahlen können. Aber nicht nur durch die erhöhte .Belegschaftsziffer wurde diese Lohnkontosteigerung erreicht, sondern vor allen Dingen durch die Erhöhung des Durchschnittseinkommens. Ich will Ihnen nur die Ziffern für die Facharbeiter angeben. Das Durchschnittseinkommen dieser Gefolgschaftsmitglieder belief sich unter Berücksichtigung der Kurzarbeit im Jahre 1932 auf 177,40 RM. im Monat. Im Jahre 1933 konnten wir wieder voll arbeiten, so daß sich das Durchschnittseinkommen für Facharbeiter auf 201 Reichsmark erhöhte. In den darauffolgenden Jahren steigerte sich das Einkommen stän- dig weiter und erreichte im vergangenen Jahre eine Höhe von 238 RM. als Durchschnitt." „Bei den Angestellten war die Steigerung des Durchschnittseinkommens ebenso fühlbar. Es stieg von 241 Mark im Jahre 1932 auf 326 Mark im Jahre 1937. Interessant dürfte für Sie auch die Steigerung der freiwilligen sozialen Leistungen sein. Sie betrugen im Jahre 1932 486 000 Mark und konnten im Jahre 1937 auf 3 315 000 Mark erhöht werden. Eine derartige Erhöhung ist natürlich nur möglich gewesen, weil eine erhebliche Umsatzsteigerung zu verzeichnen war. Hatten wir noch 1932 einen Umsatz von 65 Millionen Mark, so betrug der Umsatz schon im Jahre 1936 295 Millionen Mark. Er konnte im Jahre 1937 noch eine weitere wesentliche Steigerung erfahren." Auch über die Exportzahlen gab mir Generaldirektor Kissel außerordentlich interessante und aufschlußreiche Ziffern an. „Im Jahre 1932 exportierte die Firma für rund 6 Millionen Mark; der Export konnte bis zum Jahre 1937 auf rund 45 Millionen gesteigert werden. Bekanntlich sind auch die Steuerabgaben ein gutes Kennzeichen für das Aufblühen eines Werkes. Im Jahre 1933 haben wir rund 1,9 Millionen Mark Steuern bezahlt, während wir im Jahre 1937 rund 17,4 Millionen Mark Steuern zahlen mußten. Sie sehen aus all diesen Zahlen, welch wunderbaren Aufschwung unser Werk genommen hat. All das wäre nicht möglich gewesen ohne die umfassenden Maßnahmen des Führers. Es ist in dem ganzen Werk nicht ein Mann, mag er nun in der Montage tätig sein oder am Schraubenautomat, mag er als Hilfsarbeiter oder Meister hier arbeiten, der nicht mit innerer Begeisterung teilhätte an der Entwicklung." Als ich im Werk bei dem Rundgang durch die vielen Fabrikhallen hier und da mit den Arbeitern sprach, fand ich nicht einen unter ihnen, der nicht persönlich stolz darauf war, für seinen Teil zu dieser Entwicklung beitragen zu können. In der Montagehalle sprach ich mit einem der Arbeitsmänner, die hier mit der Präzision einer wunderbaren Maschine ihre Arbeiten verrichteten. Stolz erzählte er mir, daß er selbst an dem Wagen gearbeitet hätte, mit dem der Führer meistens fahre. Von den Daimler-Benz-Werken, der Geburtsstätte unserer erfolgreichen deutschen Rennwagen und weltbekannten 'Qualitätsfahrzeuge fuhr ich zu einem anderen Werk, daß hier in Stuttgart in wenigen Jahren aufgebaut wurde und heute Weltruf genießt. Der Betriebsleiter der Elektronmetall G. m. b. H. empfing uns in dem alten Verwaltungsgebäude, um uns den Betrieb zu zeigen. Wir mußten Über Baugerüste klettern, an einem Abbruch vorbei, bis wir die Urzelle dieses Werkes, zwei Kel- lerräume, in denen vor 15 Jahren der junge Ingenieur Ernst Mahle seine ersten Leichtmetallkolben goß. Heute ist aus diesen ersten Anfängen ein Werk entstanden, das zu den größten seiner Art im Reich gehört. Kaum ein Rennwagen, kaum ein Motorrad läuft in Deutschland, in dem nicht die in diesem Werk hergestellten Motorkolben laufen. Die Entwicklung ging so schnell vorwärts, daß die Maurer und Architekten gar nicht Schritt halten konnten. Haus um Haus wurde eine ganze Straßenfront aufgekauft, um die vielen Werkstätten und Büroräume aufzunehmen. Anfangs in dem Jahre 1920 beschäftigte das Werk ganze zehn Mann. Im Jahre 1935 waren es schon 1100 und im Jahre 1938 sind jetzt weit über 2000 Gefolgschaftsmitglieder in diesem Werk beschäftigt. In den großen Fabrikhallen, die mit den modernsten Maschinen ausgerüstet sind, arbeiten unermüdlich die Dreher und Gießer und all die andern Arbeiter, um den . ständig steigenden Anforderungen folgen zu können, denn der Aufschwung, den die deutsche Automobilindustrie in den letzten fünf Jahren genommen hat, wirkt sich zwangsläufig auch auf d i e Zubehörindustrie wie hier die Kolbenfabrik aus. Im Jahre 1932 produzierte das Werk 500 000 verschiedene Kolbenarten. Diese Produktion ist bis zum Jahre 1937 auf etwa 2,4 Millionen angestiegen und wird im Jahre 1938 voraussichtlich 2,7 Millionen erreichen. Dabei sind diese Kolben, wie uns der Betriebsleiter berichtet, nur ein Teil der Gesamtfabrikation, denn im Rahmen des Dierjahresplanes wurden die Erfahrungen, die man im Leichtmetallguß und der Verwendung von Leichtmetallen für hochbeanspruchte Maschinenteile gemacht hatte, auch benutzt für die Herstellung von anderen Geräten aller Art, für die man bisher Werkstoffe verwenden mußte, die in Deutschland nicht aus eigenem Rohmaterial erzeugt werden konnten. Ein Gang durch die Fabrik, in der an allen Stellen auf Vioo mm genaue Präzisionsarbeit von allen Arbeitern verlangt wird, zeigt uns, mit w eich e r B e g e i ft e r u n g die Männer bei ihrer Arbeit find. Jeder von ihnen ist stolz darauf, durch die Arbeit ihres Werkes im Rahmen der Aufbaumaßnahmen des nationalsozialistischen Deutschland mitschaffen zu können. In einem der großen Arbeitssäle leuchtet von der Wand ein Plakat, in dem die Musikgemeinschaft des Werkes für den kommenden Sonntag ein großes Konzert ankündigt. Bei all der anstrengenden Arbeit haben also die Männer nicht vergessen, auch ihre Feierstunden so angenehm wie möglich zu gestalten. Als ich einen der Arbeiter, der an einer großen Metalldrehbank steht, nach seiner Arbeit und seinen Lebensbedingungen frage, erzählt er mir stolz von einem kleinen Auto, das er sich setzt gekauft hat. Auf meine erstaunte Frage, ob er denn soviel verdient, daß er sich ein Auto leisten könne, meinte er: „Es ist ja man nur ein kleiner fahrbarer Untersatz, aber es ist immerhin ein Auto, und ich habe draußen in meiner Siedlung sogar eine Garage, damit der kleine Max sich nachts nicht erkältet. Ich bin nicht der einzige von meinen Arbeitskameraden, der ein Auto hat. Motorräder haben sogar sehr viele von uns, denn schließlich, wenn man den ganzen Tag Kolben dreht, dann will man auch selbst mal so ein Auto fahren, in dem unsere Kolben arbeiten." Wo in Europa ist es möglich, daß ein Maschinenarbeiter sich ein Auto leisten kann. Es ist selbstverständlich auch in Deutschland nicht überall so, daß sich nun jeder Arbeiter, der tagsüber am Schraub? stock oder an der Hobelbank steht, nach Feierabend in sein Auto setzen könnte, um nach Hause zu fahren, aber es gibt jedenfalls, wie wir hier gesehen haben, Werke, in denen der Arbeiter sich' einen Kraftwagen leisten kann. Aber nicht nur an den Autos einiger dieser Arbeiter des Werkes läßt sich der Aufstieg, den dieses Gebiet des Deutschen Reiches hier bei Stuttgart genommen hat, ermessen. Wenn man durch die Straßen der Stadt fährt oder von den Hügeln, welche die Stadt umgeben, hinunterblickt, so zeigt sich überall das Bild blühenden, gesunden Lebens in zahllosen Neubauten und neugeschaffenen Parkanlagen, die dieser Großstadt des Südwestens das Gepräge einer Gartenstadt geben. All diese neuen Bauten sind in den letzten vier, fünf Jahren entstanden. Sie sind das äußerliche, auch dem Fremden sichtbare Zeichen des Aufblühens. Ich war am Vorabend des Führerbesuches in Stuttgart und erlebte überall in den Gaststätten, auf den Straßen und in den Werken, in denen ich war, dieselbe geradezu rührende Erwartungsfreude. Jeder Mann und jede Frau hatte nur einen Gedanken, wie mache ich es möglich. Deine Stimme dem Führer, denn er hat die in der ganzen Welt einzig dastehende Organisation der schaffenden Deutschen, die Deutsche Arbeitsfront, geschaffen, die Leistungen auf dem Gebiet der Uvohlfahrt aufweist, die früher niemand für möglich gehalten hatte. Weißt du, daß heute jedem Volksgenossen ein Anspruch aus bezahlten Urlaub zusteht? Weißt du, daß „Kraft durch Freude in vier Fahren insgesamt 384 Seefahrten mit 490 000 Teilnehmern und über 60 000 Landfahrten mit über 19 Millionen Teilnehmern durchgeführt hat? „Schönheit der Arbeit" hat es zuwege gebracht, daß schmutzige und gesundheitsschädigende Arbeits- und Aufenthaltsräume heute der Vergangenheit angehören. ! den Führer bei feinem Besuch in Stuttgart zu sehen und dem Führer schon heute Dank zu sagen für das, was er dieser Stadt und was er dem Reich durch feine Taten schenkte. Nicht jeder Bürger Stuttgarts kennt im einzelnen die Zahlen und Daten des Aufschwungs, den die großen Werke und Fabriken hier erlebt haben, aber jeder einzelne, sei er nun Geschäftsmann oder Beamter, fühlt an sich selber d i e Auswirkung dieser Gesundung, und es gibt keinen unter ihnen, der nicht wüßte, wem letzten Endes all dies zu verdanken wäre. Der größte Flughasen der Welt. ■< « *7 Ein Modell des neuen Zentral-Flughafens Berlin-Tempelhof, vom dem die ersten Bauabschnitte bereits vollendet sind. Auch dies ist ein Werk des Führers! Am 10. April Dein Dank — Dein Ja! Haydn: Die Jahreszeiten. Zur Aufführung des Gießener Konzertvereins. Wie eine große Zusammenfassung dessen, was schon in einem reichen Lebenswerk erkannt und ausgesprochen worden war, stehen die beiden großen Oratorien Joseph Haydns, die „Schöpfung" und „Die Jahreszeiten" da. „Die Schöpfung" gibt dem religiösen Mythos von dem Werden der Welt Erleben und Aufschließen durch die Mittel des Musikalischen; immer in jeder Erscheinungsform der Natur eine Offenbarung des Göttlichen erahnend. Als Haydn bald nach der Vollendung der „Schöpfung", nun schon dem Ende seiner sechziger Jahre zustrebend, sein zweites großes Chorwerk in Angriff nimmt, da ist es in gewissem Sinne eine Ergänzung des Anschauungskreises „Der Schöpfung"': die Natur im Wechsel der Tages- und Jahreszeiten und ganz in ihr stehend, mit ihr verbunden, der Mensch in seinem Tages- und Jahreswerk. Wieder ist es der Wiener Kaiserliche Bibliotheksdirektor van Swieten, der die textliche Grundlage für die „Jahreszeiten schafft. Wie in dem Text zur „Schöpfung" lehnt er sich auch hier wieder an ein englisches Vorbild an, an Thomsons schon 1726 erschienene Dichtung „The seasons“. Van Swieten zeigt hier wieder ein nicht abzuleugnendes Geschick in der Durchbildung des Ganzen; ja, er wurde mehr bestimmend für den Musiker, als es diesem vielleicht recht war. Wir wissen, daß es zwischen beiden nicht immer ganz ohne Reibung abgegangen ist; besonders die Kleinmalereien des Sommerabends, z. B. das „Quaken der Frösche", war durchaus nicht nach Haydns Sinn. Joseph Haydn widmete sich dem Werk mit einem unbeschreiblichen Eifer, er selber äußert sich in dieser Zeit: „Es ist fast, als ob mit der Abnahme meiner Geisteskräfte meine Lust und der Drang zum Arbeiten zunehme." Ja, als sich nach Beendigung der „Jahreszeiten" Krankheitserscheinungen zeigten, die ihn bis zu seinem Tode verfolgten, verwies er darauf mit den Worten: „,Die Jahreszeiten' haben mir dieses liebel zugezogen, ich hätte sie nicht schreiben sollen, ich habe mich dabei übernommen." Während die Oratorien Händels, die unzwei.el- haften Vorbilder und Anreger für Haydns Werke, einer durchgehenden dramatischen Handlung folgen und auch die „Schöpfung" an einen bestimmt vorgezeichneten Verlauf gebunden erscheint, so geben „Die Jahreszeiten" mehr eine Reihe von Bildern, entsprechend dem Laufe des Jahres, die im einzelnen wohl episodisch belebt werden, aber doch der breitesten musikalischen Schilderung Raum gewähren. Dementsprechend könnte man „Die Jahreszeiten" als einen Zyklus von vier Kantaten ansehen, und in der Tat erscheint die Bezeichnung des Werkes als „Oratorium" erst in den späteren Ausgaben. Wenn auch die drei Personen (Simon, ein Pächter; Hanna, dessen Tochter, und Lucas, ein junger Bauer) im Verlauf des Werkes regelmäßig wiederkehren, so ersteht doch zwischen diesen einzelnen Gestalten kein eigentliches handelndes Geschehen, abgesehen von der Liebesszene zwischen Lucas und Hanna. Die drei Solisten nehmen mehr den Charakter von Berichterstattern an, denen die einzelnen Schilderungen und Betrachtungen je nach ihrer Individualität zugeteilt sind. Die Neuprägung des Stiles in Haydns Oratorien zeigt gegenüber den Händelschen Werken eine viel stärkere Neigung zum Individualisieren. Die-Vorgänge, die der Textdichter verhältnismäßig objektiv barftellt, werden durch Haydn in geradezu liebevoller Durchdringung ins Musikalische umgesetzt. Die Art, wie er dem Orchester symphonische Vertiefung gibt, ganz besonders in den Einleitungen zu den einzelnen Bildern, ist das Ergebnis der Erfahrung eines von reicher Arbeitsfülle zeugenden Lebens. Das individualisierte Orchester wird vornehmlich in den rezitativischen Schilderungen voll ausdrucksstarker Bildhaftigkeit. Im Zusammengehen mit dem Chor werden die Rechte beider Klangkörper gewahrt; im gegenseitigen Sich-Ergänzen und Sich- stützen ersteht so eine neue klangliche Einheit, die anregend für kommende Generationen wird. Wie sich Haydn mit den einzelnen Situationen auseinandersetzt und jedesmal die zuständige Form wählt, diese schlagfertige Anpassungsfähigkeit, die Volkstanz, volkstümliches Lied, Arie, Ensemble, Chöre mit gipfelnden Fugen an der geeigneten Stelle einfetzt, könnte fast auf Mozarts Opernstil, zumal in der „Zauberflöte", verweisen. Die Einleitung zum ersten Teil, „Der Frühling", stellt nach Haydns Worten der „Uebergang vom Winter zum Frühling" dar. Der Kampf zwischen beiden erhält hier symbolische Abprägung m symphonischer Form, in seinem letzten Stadium erläutert durch die Rezitative der drei Personen. Der Chor der Landleute begrüßt das „Kommen des hol» den Lenzes". Wir sehen den Ackersmann „dem Pfluge flötend nachschreiten"; ihn begleitet als leitender Gedanke das Thema aus dem Andante der Symphonie mit dem Paukenschlag. Chor und Solostimmen erflehen den Segen für das begonnene Werk; der befruchtende Regen löst einen Lobpreis des Schöpfers in einem großen Chorsatz aus. Der zweite Teil läßt den Sommer im Verlauf eines einzelnen Tages erleben; von der Morgendämmerung und dem ersten Hahnenschrei an zu einem majestätischen Sonnenaufgang und Sonnenhymnus. Angesichts der Mittagsglut wird die Kühle des Waldes gepriesen; grandios wird das Gewitter erlebt mit geradezu erschütternden „Wehe"- Rufen der geängstigten Menschen. Das Aufatmen nach dem Naturereignis klingt aus im Abendfrieden. Des Landmannes „freudiges Gefühl über die reiche Ernte" bringt ein menuettartiger Orchestersatz zum Ausdruck; Solisten und Chor finden sich im Lobpreis des Fleißes. Haydn war mit der Textvorlage zu diesem Chor nicht einverstanden: „Ich bin allezeit fleißig gewesen, aber es ist mir nie in den Sinn gekommen, den Fleiß in Musik zu setzen."Den Höhepunkt aber der Herbstessreuden bilden Jagd und Winzerfest. Die szenisch gestaltete Baritonarie leitet hin in den schwungvollen Chor der Landleute und Jäger, geführt von den Jagdhörnern. Der Winzerchor preist den Wein und wächst sich zu einer dithyrambischen Tanzszene aus, in der das Orchester die Tanzweise durchführt und der Chor in seinem Zwischenrufen sich zum höchsten Jubel steigert; ein Bild von stärkstem Realismus und doch von starker, wenn auch kühner, musikalischer Eindruckskraft. Die vierte Kantate schildert die „dicken Nebel, womit der Winter anfängt" in seinem Orchestervorspiel. Der in der Dunkelheit irrende Wanderer (Tenorarie) wird durch ein aus der Ferne schimmerndes Licht in eine Spinnstube geführt. Hier erklingt der Chor der Spinnerinnen, der in der Art feiner Durchgestaltung fast noch bis zu Richard Wagner hinweist. Wie ein Ausschnitt aus einem Singspiel mutet das kecke Lied der Hanna an. Dann aber wird der Blick des Menschen auf die innere Einkehr gelenkt und über dem Werden und Vergehen der Natur im Jahreslaufe der Gedanke auf das Bleibende, die Tugend, gerichtet. Die ernste Betrachtung schwingt nach zwischen Solostimmen und dem nunmehr geteilten Chor. In einem fugier- ten Schlußsatz findet das Ganze erhebenden Ausklang. Dr. Hermann Hering. Vom Lier der Germanen. In einem Aufsatz über die Getränke der Germanen, der im Märzheft der bei K. F. Koehler in Leipzig erscheinenden Monatsschrift „Germanien" veröffentlicht wird, weist Dr. , Kurt Gaertner darauf hin, daß weder für „Bier" noch für „brauen" noch für „Malz" und „Würze" ein nicht germanischer Ausdruck oorkommt, so daß man daraus schließen kann, daß das als „Bier" bezeichnete Getränk von Anfang an durch die Germanen selbst hergestellt wurde. Die Deutung des Wortes „Bier" ist umstritten. Am wahrscheinlichsten gehört es über „bheriso“ zu dem lateinischen „fervere“; danach wäre Bier der gegorene Trank, jedoch nicht mit Bitterstoff vergorener Gerstensaft, sondern ein mit Süßstoff bereitetes Getränk, wie auch Tacitus angibt, daß das Bier ein zu einer Art schlechten Weines verarbeitetes Gebräu sei. In ältester Zeit scheinen der reine Met, der Honigwein und der Obstwein dem gesüßten Biere vorgezogen worden zu sein. In deutschen Quellen findet sich die früheste Erwähnung von Bier in dem sogenannten Hraba- nischin Glossar vom Ausgange des 8. Jahrhunderts, in dem von einem „peorfaz“ (Biergefäß) gesprochen wird. In einer Urkunde von 890 wird auch „after- bier“ angeführt, und „halpbier“ wie „dünnbier“ sind durch Beinamen von Personen belegt. Daneben gab es noch das „grüzbier“, ein Weiz'enbier, das, mit einem Ferment, einem Bitterstoff, versehen wurde und bereits 999 belegt ist. Bei den Nordgewnanen gab es zwei Bierarten, „alu“ und „bjorr“, wobei es scheint, als ob „alu" das älteste vorherrschende Getränk war, während das „bjorr“ aus Deutschlands eingeführt und im Norden nachgeahmt wurde und als das vornehmere Getränk galt. Neben dem einfachen „Hausbier" gab es im Norden einss Art „Nachbier", augenscheinlich ein Dünnbier, das nur als Mittel gegen Durst getrunken wurde. Der sonstige „Haustrunk" diente zur Bewirtung von Gästen; er wurde etwas stärker ein« gebraut, wenn er als Reisevorrat mitgenommen wurde. Das Hausbier wurde von jedem Bauern, das heißt von den Frauen, denen das Braugeschäft meist oblag, zum Julfest oder ganz allgemein vor den großen Opferfesten, namentlich gegen Mittwinter bereitet. Es bestand sogar ein Gesetz in Norwegen, wonach jeder, der nicht ein bestimmtes Maß Bier vor dem Julfest braute, in Strafe genommen werden konnte, da das Gebot ergangen war, die Julzeit solange heilig zu halten, wie das Bier reichte, Begeisterndes Graz. Drn Wichard Euringer. Es ist Graz in diesen Tonen nicht nur eine begeisterte. sondern begeisternde Stadt! Das liegt nicht etwa am Häuserschmuck; einem Schmuck, wie wir ihn fast nur vom Reichsparteitag aus dem festlichen Nürnberg kennen. Es liegt auch nicht nur am Besuch des Führers, dem die Hauptstadt Steier- marks mit glühender Liebe entgegeneiferte und der nun in allen Herzen nachklingt. Es ist auch nicht allein die „Stimmung, wie sie in überwältigter und überwältigender Freude überall sich im Reich entlädt, nein, es ist d ie Art der Menschen, die hier litten, trotzten, kämpften, ihre ungebrochene Art, ihre Haltung, ihr unwiderstehliches Menschentum. „Wildfremd^ noch vor Stunden, sind wir uns förmlich um den Hals gefallen. Der Leiter des Landesmuseums, der erste, den ich aufgesucht, ließ alles andere liegen und stehen und hat mich bis spät in die Nacht hinein zu lauter lieben Menschen „geschleppt", im Wagen, einfach von Haus zu Haus, von Wohnung zu Wohnung, und überall war ich gleich daheim, überall erzählten ffe, Männer und Frauen, die seit Wochen nicht mehr richtig zum Schlafen gekommen vor Hochspannung, vor webte, oder der Schlägel des Kithara-Spielers von selbst die rechten Saiten träfe, dann würden Menschenhände bei keiner Kunst zur Ausübung nötig sein. Ein Baumeister würde keiner Zimmerleute und Handlanger, ein Werkmeister keiner Gehilfen, und ebensowenig ein Herr und Hausvater der Dienstboten und Sklaven bedürfen." Es hat fast zwei Jahrtausende gedauert, bis die Schau des Aristoteles Wirklichkeit wurde, sehr wider Willen einer trägen Materie und einer konservativen und maschinenfeindlichen Welt. ' H. Sch-r« i Kunst und Wissenschaft. „Die Darrings“, zweiter Teil. Wie wir den Mitteilungen des Rütten & Loe- ning Verlags, Potsdam, entnehmen, erscheint im Herbst dieses Jahres die Fortsetzung des erfolgreichen Ostpreußen-Romans „Die Barrings" von W. v. Simpson. Der zweite Band, der den Titel „Der Enkel" trägt, behandelt das Schick- sal des jungen Archibald von Barring, den die Mutter um das Erbe betrogen hatte und der sich nun in eine neue Welt finden und sich darin bewähren muß. Zeitgeschichtlich greift der Roman in die Aera Wilhelms II. hinüber. Fachbuch-Ausstellung im Frankfurter Römer. Die Reichsschrifttumskammer, Landesstelle Hessen- Nassau, veranstaltet in Frankfurt im Römer in Verbindung mit dem Reichsnährstand eine Ausstellung „Das Fachbuch — ein Weg z u L e i st u n g und Erfol g", die durch den Landesobmann der Reichsschrifttumskammer Karl B ö h l e eröfnet wurde. Bühle kam auf die Bedeutung des Fachbuches für die Steigerung und Verbreitung des Wissens zu sprechen; diesem Umstande müsse gerade angesichts der Aufgaben des Vierjahrespla- nes größte Aufmerksamkeit zugewendet werden. Die Ausstellung gliedert sich in vier Abteilungen, nämlich in Fachbücher für die Forstwirtschaft, die Landwirtschaft, den Gartenbau und die Fischerei. Interessant ist auch die Ausstellung älterer Fachliteratur auf diesen Gebieten. Deine Stimme dem Führer, denn er hat unser kulturelles Leben zu neuer Blüte gebracht. Kunst und Wissenschaft erfreuen sich eines Aufstiegs wie nie zuvor. Theater, Wuseen und Ausstellungen sind heute nicht mehr Dinge, die nur eine kleine Oberschicht angehen, sondern das ganze deutsche Volk nimmt an ihnen Anteil. Die großen Bauten des Dritten Reiches sowie die Reichsautobahnen geben, Kunde von dem Schöpferwillen und dem Schäpfergeisi des deutschen Rlenschen, der stolz darauf ist, nun wieder eine schöne und große Aufgabe erfüllen zu können. Erregung, vor Arbeit. „Nachts sind wir auf die Gassen gegangen", sagt die Frau des verewigten Arktisforschers Wegener. Ihr klares Auge lacht vor Stolz, daß sie seit jener historischen Berchtesgadener Stunde das Abzeichen nicht mehr abgelegt. Mit der Hakenkreuzbinde am Arm sind die Grazer trotz Terror, Verbot, Militäraufge- b o t offen durch die Straßen gelaufen. Die Reaktion kam nicht mehr durch. Auf dem Landhaus schildern sie mir, wie der Kern der Bevölkerung den Bürgermeister gezwungen, Schuschniggs Rede abzuschalten und — während er.noch sein Angstpamphlet aufreizend in die Welt hinausschrie — d i e Hakenkreuzflagge zu entrollen! — Ein Rechtsanwalt zeigt mir. Lichtbilder regelrecht uniformierter SA., die offen auf der Straßenbahn winkt, aus Tagen, da auf dem Gruß „Heil Hitler" mindestens noch Gefängnis stand! Schulkinder sind in unbändigen Scharen gegen Militär angestürmt, das man von auswärts nach Graz geworfen, weil die einheimische Truppe schon nationalsozialistisch „zersetzt" schien. Mit Stahlruten und „Gummiwürsten" sind Knaben und Mädels geschlagen worden. Durch eine „Kommunistengasse" fahren wir in die Außenstadt. Ein Mädelein in einem Zeitungslädchen, ein rankes, liebes Menschenkind, das eben sein Maturum macht, erzählt, wie ihr Gymnasialprofessor, der Obernazi an der Schule, die Schüler immer /rechtzeitig ■ gewarnt hat, wenn wieder eine Haussuchung drohte. Jetzt hält er die Abschlußprüfung abl (Da kann es mit der „Reife" nicht fehlen.) Wir fallen bei einer feschen Frau ein, die sagt: Man hat bei den Dienstmädeln immer nur danach fragen brauchen, ob der Schatz.bei den Nazis steht. Wenn ja, dann ging alles gut. Ging er aber mit den andern, dann mußte man sehen, die Person rasch wieder aus dem Hause zu bringen. Zu Zeiten, da man nicht mehr wußte, wie es glücklich enden könnte, hat man fest damit gerechnet, daß mindestens zwanzig, dreißig Menschen beim ersten Umbruch erschlagen würden aus Erbitterung und Rachsucht. Einem hochmögenden Herrn, den man nun über die Grenze geschabt, hat der, der ihn rechtens verhaftet, sein künstliches Gebiß gewiesen und ihm gesagt: „Das verdanke ich Ihnen. Und nun 1 chlagen mir S i e nidjt tot. Bedanke^ Sie sich bei Adolf Hitler!" Einer, ein alter Parteigenosse, der im Kerker saß, hat wochenlang um ein frisches Hemd gebettelt. Der Sckuschniggkujon, der dem Gefängnis Vorstand, aber hat es ihm verweigert. Jetzt, da sich das Blatt gewandt, hat ihm der befreite Mann am zweiten Tag ein Hemd ausgehändigt, daß er lerne, sich zu schämen. Eine schmerzliche Einzelheit erzählt mir einer aus der Zeit des >,erftert Aufstands", der sich gegen Dollfuß erhob. Schaudernd muhten die Männer sehen, daß es ihnen nicht gelungen, der Tyrannei das Kreuz zu brechen. Die Erhängungen setzten ein. Man wußte nicht, wer- verhaftet war, wer gefallen. Hinter verschlossenen Türen rettete man sich ans Rundfunkgerät, um vielleicht vom Münchener Sender näheren Aufschluß zu erfahren. „Manchmal sind wir fast verzweifelt", sagt mir eine Grazerin, ein liebes Menschenkind von Frau, der das verfluchte Schuschniggsystem für immer ein Ehrenmal der Schande mit der Stahlrute auf- gestriemt hat, „neulich noch, als man bangen mußte, nun wird noch einmal alles zertreten, nieder- geknüppelt und zerbleut, hab' ich fast nicht mehr getonnt. Uyd nun ist es doch geworden! Ach, Kinder, es ist so schön, so schön!" Man kann es kaum glauben. „Lieber Gott, mach mich taub!" hat der Stoßseufzer gelautet, den man jahrelang „gebetet", „Lieber Gott, mach mich taub! Daß ich alles dem Dollfuß glaub! — Lieber Gott, mach mich blind, daß ich alles herrlich find! — Lieber Gott, mach mich stumm, daß ich nicht nach Wöllersdorf fumm! — Lieber Gott, mach mich taub, blind, stumm zugleich! Dann bin ich reif für Oesterreich!" Ein Grazer aber hat in sein Tagebuch geschrieben: „Was du verwünscht, was du/verwarfst, das sagst du, bis du reden darfst!" Es sind erschütternde Bilder des Jammers, die sich auftun, nun da man wieder „reden" darf. Aber es find auch ergreifende Bilder eines verbissenen Widerstands. Man weiß davon im Reich noch nicht, oder doch nicht in weiten Kreisen, die das Wesen Oesterreichs nur aus schiefer Literatur, aus „Wiener Walzern", aus schmalzigen Filmen und Witzblättern „kennen". Hier ist beispielhaft gestanden, heldenhaft erstanden worden. So wie wir es von den Tirolern wissen, vom Sandwirt im Passeiertal, so werden wir es aus Steiermark, so werden wir es aus Kärnten lernen, und nicht nur aus Kärnten und Steiermark. Im Landeszeughaus zu Graz, der gewaltigsten Waffensammlung vielleicht Europas, wo heute noch an die dreißigtausend Schutz- und Trutzwaffen aus alten Südostmark-Kämpfen lagern, ahnt es sich, daß dieser Geist nicht von ungefähr dort weht; es ist altoererbter, es ist blutvererb t e r G e ist, Grenzlandtrutz von bestem Schlag. Er wird die Mission erfüllen, die ihm der Führer und Befreier wieder zugewiesen hat, weiter zugewiesen hat, im Rahmen des geeinten Reiches: Bollwerk zu fein für alle Zeit! Aus der engeren Heimat. 25 Sabre Hebamme. ch Haufen, 5. April. Am 1. April waren es 2 5 Jahre, daß Fräulein Marie Schäfer von Hausen das Amt der Hebamme versieht. Seit fünf Jahren versieht sie dieses Amt auch für die Gemeinde Garbenteich mit,, nachdem die dortige Hebamme aus Altersrücksichten von ihrem Amt zurücktreten mußte. An die 400 mal hat Frl. S ch ü - fer bei Geburten helfen dürfen. Ihr vielseitiges Wissen sand dadurch nach außen hin Anerkennung, daß sie bereits seit zehn Jahren die Fachschaftsleiterin des Hebarnrnenvereins für den hiesigen Kreis ist. Am Sonntag fand eine kleine Feier statt, in der die Liebe und Verehrung zum Ausdruck kam, die 5rl. S ch ä f e r sich in den 25 Jahren ihrer Wirksamkeit erworben hatte. Der größte Teil der Gemeinde hatte sich gegen Abend an ihrer Wohnung versammelt. Der Frauenchor eröffnete die Ehrung mit einem Lied, worauf Pfarrer Steine r im Namen des Frauenchors und der Kirchengemeinde herzlichen Dank und Glückwünsche aussprach und ein Bild der Kirche Überreichte. Nach einem weiteren Lied des Chores ergriff dann Bürgermeister Göbel das Wort, um Frl. Schäfer für allen treuen Dienst an der Gemeinde zu danken. Ein kostbares Geschenk, eine Porzellanfigur, Mutter und Kind darstellend, brachte diesen Dank sinnig zum Ausdruck. Für die Frauenschaft, deren Führerin Frl. Schäfer ist, sprach Frau Christine Schardt unter Überreichung eines Führer-Bildes und eines Blumenkorbes. Für die politischen Organisationen übermittelte Stützpunktleiter Philipp Schardt III. die Glückwünsche. Aus all diesen Glückwünschen sprach die Verehrung, welche Frl. Schäfer sich erworben hatte, flupial sie eben auch, wie dse einzelnen Sprecher betonten, außerhalb ihres eigentlichen Berufes überall, wo Hilfe im Dorf nötig war, stets hilfsbereit zur Stelle war. Schwimmunterricht in der Schule. 00 Klein-Linden, 5. April. Wie in den verflossenen Jahren, so wurde auch im letzten Schuljahr . an unserer Volksschule wieder der Schwimmunterricht durchgeführt. Die Schule benutzte dazu das Schwimmbad der Gemeinde Lützellinden. Die zur Entlassung gekommenen Kna-, ben des achten Schuljahres lernten sämtlich schwimmen und erhielten alle das Freischwimmerzeugnis bis auf drei,, die die Bedingung, eine Viertelstunde selbständig zu schwimmen, nicht refflos erfüllten. Von den zur Entlassung kommenden Mädchen sind vier im Besitz des Freischwimmerzeugnisses. Die Zeugnisse wurden bei der Schulschlußfeier am letzten Samstag ausgegeben. Seit Einführung der Frei- schwimmerzeugnisse im Jahre 1935 wurden bis jetzt in unserer Volksschule 37 Zeugnisse an Freischwimmer ausgegeben. Die Durchführung des Schwimmunterrichts liegt in Händen eines Lehrers der hiesigen Volksschule. Im kommenden Sommer kann der Unterricht im eigenen Schwimmbad unserer Gemeinde, das gegenwärtig errichtet wird, durchgeführt werden. <5d)ulfinöerfpeifung. 00 Klein-Linden, 5. April. Die im verflossenen Winter in unserer Schule durchgeführte Schulkinderspeisung erfaßte diesmal fast die doppelte Zahl der Kinder als in den früheren Jahren. Die Kinder erhielten jeden Tag einen Viertelliter warmer Milch oder Kakao. Die Speisung begann am 15. November vorigen Jahres und endete am 2. April. Sie erstreckte sich mithin auf 103 Tage. Gespeist wurden täglich 66 Kinder, mithin im ganzen 6798 Portionen ausgegeben. Die dazu benötigten 1699,5 Liter Milch lieferte die hiesige Milchverteilungsstelle zu einem Vorzugspreis von 18 Pfennig für das Liter. Es wurden ferner noch 34 Pfund Zucker und 10 Pfund Kakao benötigt. Die Gesamtkosten, einschließlich der Zubereitung, betragen rund 400 Mark. Sie werden von der NSV., der Kreisfürsorge und der Gemeinde getragen. Die Organisation und Leitung der Schulspeisung war einem der hiesigen Lehrer übertragen worden. Unfälle auf dem Lande. Die 45 Jahre alte Ehefrau Anna des Schaffners Lotz aus W i e s e ck kam auf der Treppe ihres Hauses au Fall und mußte unter dem Verdacht auf innere Verletzungen in ärztliche Behandlung gebracht werden. — Eine schwere Schulterverletzung erlitt dis 67jährige Frau Elisabeth Schäfer von Li n d e n st r u t h. Die bedauernswerte Frau war im Hofe unglücklich zu Fall gekommen. — Der Eisendreher Älbert Schneider von Holzheim erlitt bei seiner Arbeit einen Unfall. Mit erheblichen Knie- und Rippenverletzungen mußte er zum Arzt gebracht werden. — Das siebenjährige Söhnchen Alfred des Zimmermanns Wie st er aus Königsberg stürzte am Samstagnachmittag von einem Gartenzaun sehr unglücklich ab. Der Junge erlitt einen Schädelbruch. Sämtliche Verunglückte wurden in die Chirurgische Klinik eingeliefert. Landkreis Gießen. 00 Klein-Linden, 4. April. Dem Ehepaar Wilhelm Weigel II. und Ehefrau Elisabeth, geb. Spieß, wurden aus Anlaß ihrer goldenen Hochzeit zahlreiche Ehrungen zuteil. Für die evangelische Kirchengemeinde übermittelte Pfarrer König unter Überreichung eines Gedenkblattes die Glückwünsche. Die Propstei Oberhessen und die Landeskirche Nassau-Hessen hatten durch Propst Knodt (Gießen) ihre Glückwünsche übermittelt. Für die örtliche Kriegerkameradschaft brachte Kameradschaftsführer Friedrich S ch i m m e 1 die Glückwünsche dar. Auch der Kreisführer des Kreisverbands Gießen des NS.-Deutschen Kriegerbundes chatte ein Glückwunschschreiben übersandt. Am Abend erschien der Gesangverein „Eintracht", zu dessen Ehrenmitgliedern Herr Weigel zählt, und brachte ein Ständchen. Vereinsführer Wilhelm Rinn roür- bigte die Verdienste des Ehejubilars um das deutsche Lied. Tief gerührt dankte Herr Weigel für dis Ehrung. § Burkhardsfelden, 4. April. Unerwartet wurde Altbürgermeister Johannes A l b a ch X. in die Ewigkeit abberufen. Viele Jahre lang leitete er die Geschicke unserer Gemeinde zu deren Wohl. Der Kirchenchor verliert in ihm seinen unermüdlichen und hochbegabten langjährigen Chormeister. 28 Jahre lang war er dem Chor ein guter Leiter, und als es vor nunmehr drei Jahren galt, das 50. Vereinsjubiläum, verbunden mit dem Dekanatskirchengesangvereinsfest, zu begehen, da war es der Verstorbene, der sich mit aller Kraft für das gute Gelingen des Festes einsetzte. wg. Großen-Buseck, 5. April. An der Ecke Zeilstraße und Wilhelmstraße ereignete sich ein V e r k e h r s u n s a l l, der zum Glück noch ghrnpf- lich abüef. Von einem Lastwagen des Sägewerkes Nuhn in Lollar loste sich am Anhänger, der für Langholzfuhren eingerichtet war, der Verschluß der Langwinde. So wurde der Vorderteil des Anhängers unter dem Holz weggezogen. Pie ganze Ladung fiel dabei während der Fahrt auseinander und die Stämme bohrten sich zum Teil in die Erde. Glücklichertveise war zur Zeit des Unfalles niemand in der Nähe, so daß Personen nicht zu Schaden kamen. Der Langholztransportwagen war ganz neu und erst am Tage des Unfalles in Betrieb genommen worden. — Bei dem orkanartigen Sturm, der am Sonntag auch über unsere Landschaft hinwegging, wurde mancherlei Schaden an den Häusern angerichtet. In der neuerbauten Hof- reite des Landwirts und Schmiedemeisters Heinrich- Döring riß der Sturm die Einfriedigungsmauer des Hofes zwischen Wohnhaus und Scheuer auf einer Länge von 20 Meter um. Glücklicherweise kam auch hierbei niemand zu Schaden. Beuern, 5. April. Die hiesige Volksschule veranstaltete im Saale Sommerlad einen sehr gutbesuchten Elternabend. Lehrer M ü1 •» l e r begrüßte die Eltern und ermahnte sie, auch ihr Teil dazu beizutragen, die Kinder zu tüchtigen Menschen zu erziehen. Ein Choral 'der Schüler leitete dann zu den unterhaltsamen Darbietungen des Abends über. Sprechchöre, Lieder und ein Weihespiel fanden lebhaften Beifall. Nach einer Pause zeigten sodann die Schüler der Mittelklasse unter der Leitung von Lehrer Schmand ihr Können. Die Reigen, Gedichte und Lieder wurden mit großer Freude aufgenommen. Lehrer Müller dankte zum Schluß den Lehrern Schmand und Dönges für ihre Arbeit im Dienste der Schule und wünschte ihnen, da beide versetzt wurden, alles Gute auf ihrem ferneren Lebensweg. Im Anschluß daran wurde allen Kindern, die in diesem Jahre die Schule verlassen, je ein von der Gemeinde gestiftetes Bild des Führers überreicht.. # A11 endori (L a h n), 5. April. Dieser Tage konnten unsere Mitbürger Jakob Am end und Frau Marie, geb. Volk, im Kreise ihrer Angehörigen (5 Kinder und 15 Enkelkinder) das Fest der goldenen Hochzeit feiern. Das Jubelpaar erfreut fnh noch außerordentlicher körperlicher und geistiger Frische. Jakob Amend ist Mitbegründer des hiesigen Kirchenchores. Kreis Wetzlar. = Wißm ar, 4. April. Der älteste Einwohner unserer Gemeinde, Johannes Leib, Krosdorfer Straße, konnte am vergangenen Sonntag seinen 8 8. Geburtstag feiern. Amtsgericht Gießen. Der K. B. aus Nieder-Ofleiden hatte wegen fahrlässiger Körperverletzung und Transportgefährdung einen Strafbefehl in Höhe von 25 Mark Geldstrafe erhalten, gegen den er Einspruch einlegte. Der K. V. fuhr am 12. Dezember 1937 mit seinem Personenkraftwagen die Plockstraße in Richtung (Selters- weg und wollte in diesen einbiegen; hierbei beachtete er nicht das Vorfahrtsrecht der von rechts kommenden Straßenbahn. Es erfolgte ein Zusammenstoß der beiden Fahrzeuge, wodurch der Angeklagte fahrlässigerweise den Transport gefährdete. Da der Angeklagte hierbei auch noch eine Passantin anfuhr und verletzte, hatte er sich ferner wegen fahrlässiger Körperverletzung zu verantworten. Die Hauptverhandlung ergab, daß allein das fahrlässige Verhalten des K. B. den Zusammenstoß und die Körperverletzung verursachten. Sein Einspruch wurde daher verworfen. Erfinder ans Zufall und wider Willen. Der Einfall in der Badewanne. - Den Edison der alten Welt nannte man den genialen Archimedes, der fast 300 Jahre vor Christi zu Syrakus lebte. Nach seinem Wunsch sollte sein Grab eine Kugel, verbunden mit einem Zylinder, tragen. Denn er war der erste Mensch, der Inhalt und Fläche einer Kugel, die bisher als Sinnbild des Welträtsels galt, zu berechnen den Mut hatte. Ein recht merkwürdiger und kühner Einfall dieses mathematische Grabmal. Als ob der nunmehr erwachte wissenschaftliche Geist, der in methodischer Bemühung ans Erfinden ging, sich selbst ein Denkmal setzen wollte. Allein Archimedes war es auch, der zum ersten Male jenen erstaunten Ausruf machte, der dann für alle Erfinder zum Ausdruck ihrer Ueberrafcht- heit wurde: „Heureka — ichhab's gefunden!" Und dies kam so. Eines schönen Tages entdeckte Archimedes beim Baden, — er hatte dies schon tausendmal erlebt — daß sein lahmes Bein im Wasser sich leichter schleppen ließ als in der Luft. Infolge dieser — „man" würde gern sagen — „zufälligen" Beobachtung schoß ihm, wie ein Blitz aus heiterem Himmel, die Idee des spezifischen Gewichts der Dinge durch den Kopf. Das hat ihn so überrascht und überwältigt, daß er völlig weltvergessen, ganz hingegeben seinem schöpferischen Einfall — „man" wurde gern bemerken, wie ein Verrückter — aus der Badewanne sprang und völlig nackt durch die Straßen von Syrakus lief, laut rufend: „Heureka!" In eine solche Ekstase müssen nicht alle Erfinder geraten, weil eine Eingebung sie als „das nicht gesuchte, sondern sich selbst aufdrängende Resultat" (Werner von Siemens) überraschte. *■ Seine mathematischen Kenntnisse stellt er seiner Vaterstadt zur Verfügung als der erste große Kriegsingenieur. Er ersann und konstruierte wunderbare Kriegsmaschinen, die auf der Torsionswirkung zusammengedrehter Sehnenbündel beruhten. ■ »Störe mir meine Kreise nicht!" Man weiß: dennoch fiel Syrakus, wenn auch dank der Geschütze des Archimedes erst nach langjährigem Ansturm der wütenden Römer. Schließlich drangen sie ein und fanden den Gelehrten mitten im Lärm der Schlacht sinnend über seine „Kreise" sitzend. Dem Soldaten, der mit erhobenem Schwert auf ihn eindrang, sagte er — in völliger Verkennung der bedroüchen Situation — nur: „(Stör’ mir mei ne Kreise nich t." So fiel ein Träumer und ein Tatsachenmensch. In seiner Gestalt hat die Ueberlieferung in klassischer Art zum Ausdruck gebracht jene innere Doppelheit des erfinderischen Menschen, die in dem ewigen In- und Miteinander bewußter erfinderischer Anstrengung und ungesucht sich aufdrängender Einfälle. * • Es hat Historiker der Technik gegeben, die auch in Archimedes einen der Urerfinder der Dampfmaschine sehen wollten. Sie bezogen sich hierbei weniger auf seine Schriften als auf Aufzeichnungen des Leonardo da Vinci. Er beschrieb eine Art Dampfkanone als Erfindung des Archimedes. Erhitztes Wasser „verwandelt sich sofort in Rauch. Das geschieht so bedeutend und so stark, daß es wunderbar ist, die Wut dieses Rauches zu sehen und das hervorgebrachte Geräusch zu hören". Geschossen wurde mit solchen Dampfkanonen nicht. Sie haben auch nichts mit der Erfindung der Dampfmaschine zu tun. Aber, als die späteren Feuer- geschütze des Mittelalters schon seit einem Jahrhundert die kriegführenden Völker erschreckt hatten, kam man wieder auf die Torsionsgeschütze des Archimedes zurück. Man hielt sie für wirksamer als die damaligen Pulverkanonen. * Auch den Baumeister Anthemius im 6. Jahrhundert n. Chr. hat man als einen der Väter der Dampfmaschine angesprochen. Es wäre das eine höchst wundersame Erfindung wider Willen. Im Hause des Anthemius, nur ein Stockwerk über ihm, wohnte der Redner Zeno. Anthemius aber konnte keine Redner leiden, und am wenigsten den Zeno. So sann der geniale und böswillige Mann auf schreckhafte Mittel, den Zeno zum Umzug zu bewegen. Er kam dabei auf einen recht ungewöhnlichen Gedanken. Im Erdgeschoß stellte er große Waschkessel auf. Unter ihnen entfachte er mächtige Feuer. Bis an die Decke führte er Rohre aus Leder, über die Kessel gestülpt. Die Rohre verengten sich nach oben. Der Dampf rumpelte mit scheußlicher Gewalt gegen die Decke. Bald lief Zeno, im Glaubest, es fei ein Erdbeben ausgebrochen, „läut schreiend und von der Schwere des Unglücks erschüttert auf die Straße". Die heutigen Historiker der Dampfmaschine bezweifeln, daß diese Erdbebenmaschine als Vorläufer der Dampfmaschine betrachtet werden könne. Sie ist keine Maschine in unserem Sinne, eher ein Spielzeug für große und gelehrte Leute. * Ueberhaupt spielten die Alten mit Dampf. Wozu brauchten sie arbeitsparende Maschinen, wenn sie Armeen von Sklaven beschäftigen konnten? Wenn man aber die Geschichte der Erfindungen als Ganzes betrachtet, erscheint das Spielen der Alten mit dem Dampf oder anderen Elementen der Maschine als höchst sinnvoll. Sie waren dann Erfinder wider Willen. Ihre schöpferische Phantasie hat technische Elemente geboren, die als Keime kommender Entwicklung gewertet werden müssen. Noch war die Zeit nicht reif für die Verwirklichung jener Prophetie des Aristoteles, dessen Vision aber unbewußt den Geist kommender 'Erfinder antrieb. Der große Philisoph tat '400 Jahre v. Ehr. einen Blick in die Zukunft und schrieb dieses: „Wenn jedes Werkzeug auf Geheiß oder auch vorausahnend das ihm zukommende Werk verrichten konnte, wie des Dädalus Kunstwerke sich von selbst bewegten oder die Dreifüße des Hephästos aus eigenem Antrieb an die heilige Arbeit gingen, wenn so bas Weberschiff von selbst zwischen Zettel und Einschlag hin und her liefe und von selbst Dein Bekenntnis znm Werk des Führers: Dein Za am IV.April. Nr.8I Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheffen) Mittwochs. April 1938 Aus der Stadl Gießen. Das schöne Notizbuch. In letzter Zeit vergaß ich einiges. Einst prahlte ich mit meinem guten Gedächtnis. Es funktionierte tatsächlich. Aber selbstverständlich hatte ich meine Begründung für die plötzlichen Vergeßlichkeiten. Man wird älter. Man hat die Vierzig überschritten. Ach ja — Im Ernst: ich vergaß wirklich zuviel. Es konnte nicht so weitergehen. In der Not frißt der Teufel Fliegen. In der Verzweiflung fällt einem manches ein. Ich dachte plötzlich an ein Notizbuch, das ich an Weihnachten geschenkt bekam. Es war aus rotem und schmiegsamem Leder, es hatte einen Goldschnitt und ein Buchzeichen, auf dem stand in zarter grüner Schrift: „Heute zur Erledigung — wann, wo?" Dann waren alle Warnungszeichen für Autofahrer abgebildet. Ich überblätterte sie. Wächst mir ein Auto auf der flachen Hand? Es befinden sich die Rubriken „für persönliche Notizen" da: Fernruf, Postscheck-Konto, Sparkassenkonto, dies alles mochte angehen, aber bei Krankenkassen-Nr. stockte ich schon. Ich hatte nicht gewußt, daß ich auch bei der Krankenkasse eine Nummer habe. Dann kommt die Jahresübersicht, die Feiertage, die Auf- und Untergangszeiten der Sonne (bie ich schon immer mal kontrollieren wollte), der Tarif der Reichspost, die Zinsdivisorentabelle, Maße und Gewichte und dann, und dann: das Kalendarium. Für jede Stunde des Tages eine ganze Zeile. Von 7 Uhr früh bis 10 Uhr abends. Daß ein anständiger Mensch nach 10 Uhr noch etwas Vorhaben könnte, nahm das Register ohnehin nicht an. Dann war vor jedem Monat noch eine Reihe weißer Blätter: „Vormerken für März!", hieß es da zum Beispiel. Ich trug ein. „Alte Tennisbälle für Friedeberts Paulchen mitbringen. Die Geschichte von der Fliege noch einmal schreiben. An Hanna schreiben, entschuldigen. Zehn Mark zurückgeben lassen. Eckermann zuende lesen." Solche Notizen und viele andere trug ich ein. Sehr gewissenhaft, sehr stolz. Meine Brust war geschwellt. (Vom Notizbuch.) Nur komisch, seit ich alles so treulich eintrage, vergesse ich nichts mehr. Woraus man ersieht, wie unrecht man einem Notizbuch täte, wollte man es als überflüssig bezeichnen. r. k. Vornotizen. Tageskalender für Mllwoch. Gloria-Palast (Seltersweg): „Verklungene Melodie". — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „Juwelenraub im West-Expreß." •— Zirkus F. Althoff: 20.15 Uhr Eröffnungsvorstellung. „Fra Diavolo" verschoben. Aus dem Stadttheaterbüro wird uns geschrieben: Die für Samstag, 9. April, angesetzte Ausführung der Oper „Fra Diavolo" ist wegen der Wahlkundgebungen auf einen anderen Termin verschoben worden. Der Tag der Aufführung wird noch 'bekanntgegeben. ^DitDüutronflrWfront NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Hreude". „Theaterring" Achtung! Die für Samstag, den 9. April, angesehte Vorstellung für Gruppe U fällt wegen der Wahlkundgebungen aus. Wann die Vorstellung nachgeholt werden kann, wird noch bekanntgegeben. Die auf 9.4.38 lautenden Theaterkarten sind sorgfältig aufzuheben. Montag, den 11. April, 20 Ahr. „KdF."-7Niele Gruppe I: Operette „Clivia". Hierfür gelten die Karten vorn 31.3. 28. — Karten zu 1,— und 1,20 RM. in der Kartenoerkaufsstelle, Seltersweg 60. 2281V Fünf Jahre Aufbau in Gießen. Oie Entwicklung unserer Stadt im Spiegel der Haushaltspläne. IIP. Neben ihren finanz- und betriebswirtschaftlichen Aufgaben, sowie ihren städtebaulichen Pflichten hat die Stadtverwaltung bei ihrer Aufbauarbeit die kulturellen Belange der Gießener Bevölkerung ebenfalls mit aller Kraft gefördert. Eindrucksvoll beweisen dies besonders die Haushaltspläne des Stadttheaters, der Museen und der gemeinnützigen Bil- dungsoereine. Werfen wir zunächst einen Blick auf die Haushaltspläne des Stadttheaters, so finden die nachstehenden Zahlen als klare Zeugen des Aufbaues unser besonderes Interesse: Städt. Zuschuß des von Ober- Ausgabe 301 575 359 725 305 400 399 000 412 000 72 075 94 525 110 500 112 100 145 000 Wirken Einnahme RM. 229 500 „ 265 200 „ 194 900 „ 286 900 „ 267 000 1933: 1934: 1935: 1936: 1937: In engem Zusammenhang mit dem Stadttheaters steht die Tätigkeit des bürgermeister Ritter im Jahre 1935 ins Leben gerufenen städtischen Orchesters. Für diese dankenswerte künstlerische Einrichtung unserer Stadt sind seit 1935 folgende Zahlenangaben in den Haushaltsplänen zu verzeichnen: Einnahme Ausgabe Städt. Zuschuß 1935: RM. — — 25 000 1936: „ 50 500 77 800 27 300 1937: „ 141300 203 800 62 500 Heber die Zahlen der Vorstellungen des Gießener Stadttheaters liegen uns von maßgebender Stelle die nachstehenden eindrucksvollen Angaben vor: Spielzeit 1933/34: 208 Vorstellungen (davon in Bad-Nauheim 35, für KdF. 5, in anderen auswärtigen Orten 18). Spielzeit 1934/35: 223 Vorstellungen (davon in Bad-Nauheim 22, für KdF. 5, in anderen auswärtigen Orten 14). Spielzeit 1935/36 : 255 Vorstellungen (davon in Bad-Nauheim 20, für KdF. 3, Morgenfeiern 5, in anderen auswärtigen Orten 26). Spielzeit 1936/37: 273 Vorstellungen (davon in Bad-Nauheim 33, für KdF. 20, Morgenfeiern 16, in anderen auswärtigen Orten 14). Spielzeit 1937/38: 313 Vorstellungen (davon in Bad-Nauheim 41, für KdF. 43, Hitler-Jugend 10, Morgenfeiern 17, in anderen auswärtigen Orten 40, ferner 10 Aufführungen der Hutten-Festspiele auf der Steckelburg bei Schlüchtern). Besonders hervorzuheben ist die Tätigkeit der NS.-G e m e i n sch a f t „Kraft durch Freude" in Verbindung mit dem Stadttheater. „Kraft durch Freude" konnte im Jahre 1935 nur erst 5 Vorstellungen im Stadttheater mit je etwa 700 Besuchern veranstalten. Im Jahre 1937 dagegen stieg die Zahl dieser Veranstaltungen auf 20 mit etwa je 800 Besuchern. Für das Jahr 1938 sind 43 Vorstellungen im Stadttheater vorgesehen, an denen sich voraussichtlich je 600 Volksgenossen durch „KdF." beteiligen werden; die geringere Zahl gegenüber 1937 ist damit zu erklären, daß bei den „KdF."- Vorstellungen in diesem Jahre jedesmal ein erheblicher Teil der Eintrittskarten dem freien Tagesverkauf vorbehalten wird. Diese Zahlen beweisen, daß unsere Stadt für diese beiden Stätten der Kunst alljährlich erhebliche Opfer bringt. Es wird wohl niemand behaupten wollen, daß die Aufwendungen dieser Art zur Pflege der künstlerischen Werte eigentlich nicht nötig seien. Man wird auch nicht behaupten können, diese beiden Stätten der Kunst seien nur für eine bestimmte und engbegrenzte Bevölkerungsschicht vorhanden. * I in Nr. 77 vom 1. 4., II in Nr. 78 vom 2. und 3. April. I Seitdem die begrüßens- und dankenswerten Veranstaltungen der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" in steigendem Maße auch im Stadttheater zur Geltung kommen, ferner die Sonntag-Morgen- oeranftaltungen ftattfinöen und der Jugend in den von der HI. veranlaßten Darbietungen Gelegenheit gegeben ist, die Schönheiten der darstellenden und musikalischen Kunst zu genießen, alle drei Veranstaltungsgruppen bei sehr annehmbaren Eintrittspreisen gegeben, kann man gewiß unwidersprochen die Behauptung aufstellen, daß das Stadttheater und das städtische Orchester auch den geringer bemittelten Volksgenossen gehören und ihnen wertvolle Stunden der Erholung bereiten. Daher sind denn auch die finanziellen Aufwendungen der Stadt für diese Pflegstätten der Kunst in vollem Umfange gerechtfertigt, denn sie geben einer Aufbauarbeit, die außerordentlich wertvoll für das Volksganze ist, den erforderlichen starken Nährboden. Als weiteren wichtigen kulturellen Faktor betrachten wir im Rahmen dieser Haushaltsschau die städtischen Aufwendungen für unsere Museen. Hier ergibt sich folgendes Bild: Einnahme 1933: RM. 2 848,30 1934: „ 2 648,30 1935: „ 2 648,30 1936: „ 2 648,30 1937: „ 4 298,30 Ausgabe Städt. Zuschuß 11 876,23 9 027,93 10 921,25 8 272,95 12 162,90 9 514,60 12 846,70 10198,40 16 174,86 11 876,56 Daneben werden alljährlich andere gemeinnützige kulturelle Einrichtungen, wie das Städtische Archiv, der Oberhessische Kun st verein, die Volks-Lesehalle und eine Anzahl gemeinnütziger kultureller Vereine und Vereinigungen (dabei auch der Gießener Konzertverern) lausend mit städtischen Beihilfen bedacht, die all- “UTZT *UE5 VIM PUTZT ALLES auch den Her.f V160-305 jährlich manche Tausende von Mark ausmachen, ohne auf der anderen Seite Einnahmen überhaupt oder zum Teil zu haben. Auch hier werden von der Stadt alle diese Aufwendungen für wichtige kulturelle Einrichtungen gern geleistet in der Erkenntnis, daß die Ausgaben wertvolle Faktoren des Aufbaues und der Vertiefung der Verbundenheit aller deutschen Menschen mit den großen Werten der deutschen Kultur und der deutschen Geschichte sind. B. Zwei neue Motorspritzen (ür die Gießener Feuerwehr. . M -M f) I ß > > g, fr < Der Ausrüstungsbestand unserer Gießener Städtischen Feuerwehr, der nach der Anschaffung der beiden großen Wagen (Leiter und Motorspritze) an sich schon als ausgezeichnet betrachtet werden durfte, hat eine bedeutsame Erweiterung erfahren. In diesen Tagen wurden nämlich zwei neue Motorspritzen abgenommen und in den Dienst unserer Städtischen Feuerwehr gestellt. Bei diesen neuen Geräten handelt es sich um zwei Magirus-Motorspritzen, die für eine Leistung von 800 Liter je Minute Wasserabgabe eingerichtet sind. Der Wasserstrahl kann dabei bis auf eine Höhe von 60 Meter getrieben werden. Die Kraft für diese Leistung liefert ein 500-cem-Benzin- motor, der unmittelbar mit der Pumpe gekuppelt ist. Für die beiden neuen Motorspritzen sind eigens dafür konstruierte geschlossene Wagen vorhanden, in die die Pumpen eingestellt werden. Durch die Schaffung von Anhängevorrichtungen können diese beiden Wagen an den neuen großen Löschzug an- gehängt werden. Durch die Möglichkeit der Mitfüh- rung der neuen 800-Liter-Motorspritze kann der Wagen mit der großen Steigleiter auch als Löschhalbzug angesehen und tatkräftig eingesetzt werden. Der große Vorteil, der in der Anschaffung der neuen kleinen Pumpen besteht, liegt darin, daß es nunmehr möglich ist, mit einem wertvollen Motorlöschgerät selbst in engsten Straßen und Gassen nahe an den Brandherd heranzukommen, sofern eine Wasseranschlußmöglichkeit gegeben ist. Hier dürften sich die kleinen neuen Pumpen als eine wertvolle Ergänzung der großen Motorspritze erweisen. Die neuen Geräte sind mit vier Handgriffen ausgestattet, so daß einige Mann das Gerät überallhin transportieren können. Für die Kameraden unserer Gießener Feuerwehr ergab sich die Notwendigkeit, sich mit dem neuen Löschgerät vertraut zu machen. Zu diesem Zwecke war man gestern ausgerückt und übte mit einer der neuen Pumpen hinter dem Schlachthof unmittelbar an der Lahn. Die Aufgaben wurden dabei von Brandinspektor Lenz und von Oberfeuerwehrmann Happel besonders knifflich gestellt insofern, ols absichtlich an dem Gerät (an Motor, wie an Pumpe) Veränderungen vorgenommen wurden, die Abenteuer in Paris. Vornan von Hans Hiriharnrner. Copyright by Verlag Oskar Meister, Werdau t. (5a. 27. Fortsetzung, (Nachdruck verboten!) 27. Armand Larusse ließ vor Verblüffung ein Ei fallen, das er eben zu verzehren im Begriffe war. Gleich darauf packte ihn Helle Empörung. „Was hat man aus meinem russischen Bauernmädchen gemacht? Einen Vamp hat man aus ihr gemacht, eine Giftschlange aus der Rue Georgette! Ich finde nicht die Worte, meiner Entrüstung würdigen Ausdruck zu geben!" „Desto besser!" lachte Heinz Stadler. „Denn dann kannst du dich geräuschlos austoben. Wenn du damit fertig bist, darfst du dich zu uns an den Tisch setzen!" „Wunderbar siehst du aus, Pawla!" rief Armand, dessen Abscheu urplötzlich in Helle Begeisterung um» geschlagen war. Er griff nach Bleistift und Papierblock. „Ich muß dich sofort skizzieren, Vorarbeit für ein neues Bild. Ich werde es „Paris" nennen, einfach „Par!^". Wie findest du das, Stadler?" „Genial natürlich, wie alles, was deinem begnadeten Gehirn entspringt. — Wie ist es, hat sich der Taxichauffeur noch nicht gemeldete „Nein, bis jetzt hat sich noch niemand sehen lassen. Oh, Pawla, welch ein Mädchen hat uns der Himmel an dir geschenkt! Meine arme Hütte ist es nicht wert, von der Sonne deiner Gegenwart erhellt zu werden. Segne uns, Göttin, mit einem Kuß!" Stadler blickte seinen Freund von der Seite an und kratzte sich das Kinn. Plötzlich kam ihm eine Erleuchtung. Er trat auf das Fenster zu, hob den Vorhang weg — natürlich! Die Weinflaschen, die er auf das Fensterbrett gestellt hatte, waren verschwunden. Dieser unbekümmerte Kunstjünger hatte den ganzen Weinvorrat erbarmungslos ausgerottet. Damit war auch sein merkwürdiges Benehmen hinreichend erklärt. Armand schielte mißtrauisch zu ihm herüber. „Suchst du etwas, geliebter Freund, oder willst du nur nach dem Wetter sehen?" „Ich suche etwas, aber ich kann es nicht finden. Mir war doch so, als wenn ich vorhin ein paar Flaschen hier eingelagert hätte Oder — sollte ich mich getäuscht habend" ^Sicher hast du dich getäuscht, mein Armer! — Es trübte sich dein Blick und schauernd sahst du das dunkle Nichts, des Orkus leere Schatten!" „Hör um Gottes willen auf!" schrie Heinz und hielt sich die Ohren zu. „Ich verstehe deinen Schmerz, geliebter Freund? Gib mir von deinem Mammon, daß ich schleunigst eile, beim Händler unten das ersehnte Naß dir zu besorgen!" „Wenn du anfängst im Versmaß zu sprechen, bin ich geschlagen." Heinz zog die Geldbörse. „Aber mach dir keine Hoffnungen, daß du auch nur einen Tropfen davon noch zu schmecken bekommst! — Hebrigens könntest du die Gelegenheit benützen und dich einmal nach dem Verbleib des Chauffeurs umsehen." Armand nahm das Geld in Empfang und zog schmollend ab. Pawla dachte nach, was sie dazu bewogen hatte, für diesen Mann, den sie kaum kannte, ein so schweres und gefährliches Spiel zu wagen. Sie wußte ganz genau, daß sie sich auf keinen Fall zu einer so tollen Komödie hergegeben hätte, wenn etwa Armand Larusse den Einfall gehabt hätte, derartiges von ihr zu fordern. Warum aber war bei diesem anderen Manne kaum ein Widerspruch in ihr laut geworden? Pawla wußte keine Antwort — oder vielleicht wußte sie eine und vermied es nur, sich die Wahrheit einzugestehen?... Heinz legte ihr mit einer zärtlichen kurzen Geste die Hand ermunternd auf die Schulter. „Sie find so nachdenklich, Pawla Werzewna! Hat sich schon das Lampensieber eingestellt? Da sind ein paar Schlucke Alkohol das beste Gegenmittel!" Sie lächelte schwach. „Ich habe nicht das geringste Lampenfieber mehr. Im Gegenteil, ich sehe mit einer Art von prickelnder Spannung den kommenden Ereignissen entgegen." „Ja, ich glaube, daß Sie Ihre Sache gut machen werden. Aber jetzt müssen Sie erst einmal tüchtig essen." „Ich habe eigentlich gar keinen Hunger!" „Trotzdem! Es wird nachher nicht zu vermeiden sein, daß Sie eine gewisse Trinkfestigkeit unter Beweis stellen müssen. Dazu bedarf es eines wohlversorgten Magens." Da stand sie auf und ging zum Eßtisch hinüber. „Aber das gleiche gilt auch für Sie. Ich hoffe also, daß Sie tüchtig mithalten!" „Gern!" lachte er. „Obgleich Sie, was mich betrifft, keine Sorge zu haben brauchen. Ich bin ziemlich — abgehärtet gegen alkoholische Einflüsse." Inzwischen kam Armand mit dem Wein zurück Als er die beiden mit dem Abendbr^ beschäftigt sah, wollte er sich sacht mit den Flaschen ins Schlafzimmer zurückziehen; aber Heinz hielt ihn mit einem warnenden Zuruf zurück. „Nein, nein, mein Lieber, so haben wir nicht gewettet. Diesmal wollen wir schon auch ein bißchen davon haben." „Was denkst du von mir!... Ich wollte doch die Flaschen nur kalt stellen." „Ach so! Dann entschuldige meinen abscheulichen Verdacht! — Hnd wo steckt der Chauffeur? Hast du dich erkundigt?" „Habe ich! Aber der Mann, mit dem wir gesprochen hatten, war gerade nicht da. Aber sein Kollege sagte mir, daß unser Mann seitdem nicht wieder zurückgekommen sei." „Das ist ärgerlich! Ich bin sehr beunruhigt wegen Fräulein Bosch. Zu dumm, daß ich mich dieser Sache jetzt nicht widmen kann! Wenn du nicht so vollkommen untauglich für ernsthafte Aufgaben wärest, könntest du das in die Hand nehmen —" Armand brummelte etwas Hnverständliches vor sich hin. Dann setzte er sich zu den beiden an den Tisch und begann zu essen. Pawla hatte einen gesunden Appetit und griff herzhaft zu. Stadlers Mahnung schien auf fruchtbaren Boden gefallen zu fein. „Nun, Armand, streng dich mal an! Vielleicht findest du unter deinen Schätzen irgend etwas, das sich zum Eingießen des Weines eignet." „Natürlich! Es wäre aber wunderschön, wenn du mich jetzt für eine Weile in Ruhe lassen würdest. Ihr könnt doch aus der Flasche trinken! Ich habe keine Gläser." „Aber ein paar Tassen wirst du wohl haben?" Der Maler kramte brummend aus der vollgestellten Ofenecke etwas hervor, das man zur Not als Taffen ansehen konnte. Bei der einen mar der Rand abgestoßen, die zweite hatte keinen Henkel und die dritte mußte erst gereinigt werden. „Es wäre wahrhaftig kein Ünglücf, Armand, wenn du dich gelegentlich nach einer tüchtigen Hausfrau umsehen würdest." „Der Himmel bewahre mich! Ich fühle mich noch nicht so vertrottelt, um unter Aufsicht gestellt zu werden." „Haben Sie gehört? Pawla? So sprach der Fuchs, als er die Trauben nicht erreichen konnte!" Armand zuckte verächtlich die Schultern. „Pah. flenug könnte ich haben; aber ich denke nicht daran. Weiß ganz gut, wie es kommen würde: Ach, Schatzi, sieh doch diesen schönen Hut? Liebling, ich habe wirklich nichts 3um Anziehen, und das Kleid ist doch so billig! ..." Er brachte das in einer derart drolligen Entrüstung heraus, daß die beiden Zuhörer hellauf lachen mußten. „Das könnte man ja noch hinnehmen. Aber da die Frauen sich berufen fühlen, in allen Dingen dreinzureden, von denen sie nichts verstehen, wäre ich auch bei meiner Arbeit nicht mehr sicher: Das solltest du anders machen, Liebling. Dieses Rot im Hintergrund finde ich viel zu grell. Hnd das soll eine Venus fein? Der Hals ist doch viel zu dick! Hnd die Arme- solltest du nicht zu dünn malen. Hnd die Haltung, was ist das für eine Haltung! Hnd warum wählst du überhaupt so was Hnanständiges? Mal ihr wenigstens hier einen Schleier darüber. Hnd wo ist überhaupt die Schlange? Wenn es schon eine Eva sein soll, dann gehört auch die Schlange mit dazu! — Ach, mein lieber Heinz, und dann die ewige Eifersucht! Ich dürfte mir bloß lauter alte Weiber als Modelle nehmen! Nein, brr! Danke ergebenst!" Heinz Stadler konnte nicht mehr essen, so schüttelte es ihn vor Lachen. Mit fuchtelnden Armen gebot er dem Redefluß des Freundes Einhalt. Er wendete sich immer noch lachend Pawla Werzewna zu. „Sagen Sie, Pawla, sind denn dia Frauen wirklich so schlimm?" Sie antwortete mit einem ernsthaften Nicken. „Immerhin soll es einige Ausnahmen geben!" „Hörst du, Armand, nach einer solchen Ausnahme mußt du suchen." „Verdammt, sucht ihr doch, wenn ihr solchen Wert darauflegt, mich als Sklaven auszuliefern." Nach einer Weile blickte Heinz Stadler auf dis Hhr und warf dann dem Mädchen einen auffordernden Blick zu. „Es wird Zeit, Pawla Werzewna, wir wollen aufbrechen!" „Wenn nun aber der Chauffeur doch noch kommen sollte?" „Dann schreibe dir seine Aussage auf und gib die Meldung an die Kriminalpolizei durch?" Er half Pawta Werzewna in den Mantel, und dann verabschiedeten sich die beiden von Armand. Er drückte ihnen, soweit es sein Zustand noch zuließ, tüchtig die Hände. „Ihr habt leider nur so ’n paar Andeutungen gemacht; aber nach dem, was ich mir so zusammenreime, scheint sich da eine hitzige Angelegenheit zu ... zu ... Also laaaßt euch nicht totschießen, Kinder, tut mir das nicht an?" Hnd auf einmal begann er zu heulen. „Weine nicht, mein armer Junge! tröstete Heinz und klopfte dem betrunkenen Freund auf die Schulter. „Wir werden es schon schaffen." (Fortsetzung folgt.) Alle Frauen sagen „La"! Alle Frauen bekennen sich zum Führer. Ein Ziel der Frauenemanzipation des vorigen Jahrhunderts war die Erlangung des Wahlrechts. Die Frau wollte mitratend und mitbestimmend sein am Schicksal ihres Volkes. Jahrzehntelang währte der Kampf, der in manchen Ländern mit größter Zähigkeit und Erbitterung geführt wurde. Seit zwei Jahrzehnten hat die deutsche Frau das Stimmrecht. Es gibt unter den Frauen wohl nur wenige, ewig gestrige, die nicht teilnehmen am politischen Geschehen unserer Tage, die vielleicht noch bewußt abseits stehen oder sich gleichgültig verschließend. Heute wird von der Frau und Mutter als Kameradin des Mannes, als Erzieherin der Jugend, Wissen um die Lebensnotwendigkeiten ihres Volkes verlangt. Die Frauen haben diese Pflicht erkannt und sind stolz darauf, mithelfen zu können am Wiederaufbau iyres Vaterlandes. Das einzigartige Weltgeschehen, das wie ein Wirbelsturm über die deutschen Lande dahinfegte, hat auch in den Frauen einen begeisterten Widerhall gefunden. Sie alle sind glücklich, diesen großen Tag zu erleben, an dem ein ganzes Volksich bekenntzum Führer und seiner Tat. Sie alle wollen aus freudigem Herzen Zeugnis ablegen für ihre Dankbarkeit zu dem Manne, der Deutschland wieder frei, groß und stolz machte vor sich selbst und vor der ganzen Welt. Deshalb sagen am nächsten Sonntag alle Frauen Ja? . F. K. Gute Aufbauarbeit im BOM. Oie Obergauführerin vor der Führerinnenschast des Untergaues 116. Am vergangenen Montagabend war die gesamte Führerinnenschaft der Mädel und Jungmädel des Untergaues 116 auf der Dienststelle angetreten. Die Obergauführerin Else Riese besprach die Arbeit der kommenden Monate. Als Abschluß der Winterarbeit werden in jeder Mädel- und Jungmädelgruppe Werkausstel- l u n g e n Aufgezogen, die von dem Fleiß und dem handwerklichen Gestaltungsvermögen der Mädel Zeugnis geben. Die gesamte Winterarbeit stand unter dem Gedanken des L e i st u n g s Wettbewerbs. Es galt, die beste Mädel- und Jungmädel- aruppe des Üntergaues und Obergaues Hesien-Nas- au (13) zu finden. Der Gauleiter und die Obergau- ührerin haben sich in diesem Wettbewerb die letzte Entscheidung für die obergaubeste Gruppe Vorbehalten. Die beste Gruppe erhält durch den Gauleiter einen Wanderpreis, der drei Jahre lang ununterbrochen zu erringen ist und dann erst Eigentum der Gruppe wird. Für den kommenden Sommer werden drei Leitgedanken immer das Arbeitsziel klarstellen: Fahrtenaktion 1938, Sommerlager und Sport. Die Fahrten des Untergaues 116 gehen in diesem Jahr in folgende Gebiete: in den Pfingstferien gehen 200 Mädel auf Hessen-Nassau- Fahrt in den Odenwald (Fahrtkosten 10 Mark). Vom 29. Juli bis 10. August gehen 20 Jungmäüel- führerinnen in die bayerische Ostmark (25 Mark). Vom 3. bis 13. August werden 20 Mädel 14 Tage an der polnischen Grenze erleben (40 Mark). Vom 2. bis 15. August werden 40 Mädel und Jungmädel die Westgrenze, das Betreuungsgebiet des Untergaues, erwandern (25 Mark). Die Mädelführerinnen und die Spielschar des Untergaues machen vom 1. bis 15. August wahrscheinlich in zwei Gruppen eine Spielfahrt in die Nordmark (25 Mark). Während die vorstehenden Fahrten hauptsächlich für die Mädel und die älteren Jungmädel sind, gehen unsere 10- bis 12jährigen Jungmädel ins Sommerlager. Wie schon in den Vorjahren, wird das Sommerlager des Untergaues 116 wieder in die Jugendherberge Laubach gelegt. Für die 1000 besten Führerinnen' zieht der Obergau wie im Vorjahre auf der Insel Rügen diesmal in Oberbayern (Schongau am Lech) ein Zeltlager auf (Gesamtkosten 10 bis 12 Mark). Neben unserer allgemeinen sportlichen Sommerarbeit: Erwerbung des BDM.-Leistungsabzeichens, Erwerbung des Schwimmscheins, Aufstellung von Sportdienstgruppen, gilt unsere Hauptarbeit den Gruppensportfesten, die im Rahmen der Reichssportwettkämpfe der HI. am 2S./29. Mai in allen Gruppen für Mädel und Jungmädel gemeinsam stattfinden. Es gilt nicht nur, den Eltern dabei das sportliche Können unserer Mädel und Jungmädel in vielen Vorführungen zu zeigen, sondern es werden an diesen Tagen im ganzen Untergau für verschiedene Sportgruppen die besten Mädel und Jungmädel gefunden, die vom 29. Juni bis 3. Juli auf dem Obergausportfest in Mainz um den Sieg der Besten im Obergau kämpfen werden. Außerdem sprachen noch die Jungmädelbeauftragte des Obergaues, Erika D e s ch, über die Er- fassung des neuen Jahrgangs zum 20. April und die Kulturabteilungsle-rterin Mi Kappel über die kulturelle Arbeit in den Sommermonaten. So steht der Führerinnenschaft des Untergaues 116 Gießen wieder ein vielseitiges Arbeitsfeld bevor, das mit dem festen Willen und dem nötigen Schwung von jeder Mädel- und Jungmädelführerin zu bemeistern ist. „Wer schaffen will, muß fröhlich sein" — doch fehlt der Mädelarbeit trotzdem nicht der tiefere Ernst. ein Funktionieren verhinderten. Die Feuerwehrmänner mußten nun, jeder einzeln für sich, ihre Findigkeit beweisen und die Veränderung an irgendeinem Teil der ziemlich komplizierten Maschine entdecken und den betriebsfertigen Zustand wieder Herstellen. Diese besondere Schulung an der neuen Motorspritze (die im Grundprinzip den Feuerwehrmännern selbstverständlich nicht fremd ist) verfolgt das Ziel, die Feuerwehrmänner für den Fall einer Störung sie mit den Ursachen dieser Störung vertraut zu machen und sie in die Lage zu versetzen, diese Störung an Ort und Stelle in möglichst kurzer Zeit zu beheben und die Motorspritze voll ein* * ** zusetzen. Unser Bild zeigt die Gießener Feuerwehr bet der Hebung an einer der neuen Motorpumpen. — (Aufnahme: Neuner, Gießener Anzeiger.) ZM.-tlntergau 116, Gießen. Ettbefehl. Die Kinder aus Oesterreich treffen am Donnerstag um 14.50 Uhr in Gießen ein. Die Gießener Gruppenführerinnen treten, wie schon vereinbart, mit je 15 Mädel pünktlich um 14.30 Uhr am Bahnhof an, in tadelloser Kluft. Die Führerin des Mädeluntergaues 116. Auszeichnung für den GießenerMotorsturrn 4/M14Z. Dem Motorsturm 4 der Motorstandarte 147 (Gießen) wurde in diesen Tagen eine besondere Ehrung zuteil. Korpsführer Hühnlein sandte dem Sturm ein Anerkennungsschreiben für fein Auftreten und die gezeigte Arbeit bei einer Besichtigung, die durch den Obergruppenführer S e y d e l vor einiger Zeit in Gießen stattfand. Das Anerkennungsschreiben, das die eigenhändige Unterschrift des Korpsführers trägt, hat folgenden Wortlaut: Der Korpsführer. München, den 29.3. 38. Brienner Straße 41. An den Motorsturm 4 M/147! Aus dem Besichtigungsbericht des Führers der Motorobergruppe West, Obergruppenführer S e y d e l, ersehe ich, daß im Sturm 4 M/147 mit Verständnis und Fleiß gearbeitet wird. Ich freue mich über diese Meldung und hoffe, daß der Sturm auch zukünftig seine Pflichten in gleicher Hingabe wie bisher erfüllen wird. Hühnlein. (Sine Erinnerung der Universität. Von der Pressestelle der Ludwigs-Universität Gießen wird uns mitgeteitt: Am 4. April 1938 jährt sich zum 100. Mal der Tag, an dem Herr Dr. med. Konrad Josef Dal - quen in Gießen die Würde eines Doktors der Medizin erworben hat. Die Medizinische Fakultät der Ludwigs-Universität gedenkt dieses Tages in herzlicher Verbundenheit mit einer alteingesessenen hessischen Arztfamilie. Mit besonderer Freude erfüllt es sie, daß auch die Nachkommen des Herrn Dr. med. Konrad Josef Dalquen, der alten lieber* lieferung gehorchend, der Ludoviciana bis in die jüngste Zeit die Treue bewahrt haben. Vaßtechnische Beschränkungen für Reisen nach Oesterreich aufgehoben. DNB. Amtlich wird bekanntgegeben, daß alle bisherigen paßtechnischen Beschränkungen imReise- verkehr mit dem Lande Oesterreich mit Wirkung vom 5. April 1938 beseitigt sind. Nunmehr ist die Mitnahme des monatlichen Freibetrages von 300 Mark in Reichsbanknoten und deutschen Scheidemünzen im Reiseverkehr nach dem Lande Oesterreich über die bisherige deutsch-österreichische Grenze ohne Paßeintragung zulässig. Wichtig für die Volksabstimmung und Wahl zum Großdeutschen Reichstag. Der Oberbürgermeister veröffentlicht heute die Bekanntmachung über die Volksabstimmung und Wahl zum Größdeutschen Reichstag am Sonntag, 10. April 1938. Alle Wahlberechtigten werden auf diese wichtige Bekanntmachung hingewiesen. Die Ausstellung von Stimmscheinen kann beim Wahlamt (Stadthaus, Bergstraße 20, Zimmer 18) nur bis einfchließlich Freitag, 8. April, 17 Uhr, für Ausländsdeutsche bis Samstag, 9. April, 13 Uhr beantragt werden. Oefterreichische Stimmberechtigte, die in der Stadt Gießen oder im Kreise Gießen wohnen, oder im Besitze eines Stimmscheines sind, werden nur im Abstimmungsbezirk 16 (Regierungsgebäude Landgraf-Philipp-Platz 3, Sitzungssaal) zur Abstimmung zugelasseck. Eine Postkarte wirbt zur Volksabstimmung. Vom 8. April an werden bei den größeren Postämtern im ganzen Reich — einschl. Land Oesterreich — Werbepostkarten mit der eingedruckten 6-Rpf.-Sondermarke zur Volksabstimmung zum Preise von 15 Rps. abgegeben. Die Karte ist vom Reichsbildberichterstatter der NSDAP., H. Hoffmann herausgegeben worden. Sie trägt auf der Rückseite die Abbildung einer Landkarte von Großdeutschland, das Hoheitszeichen und ein Bild des Führers nach Entwürfen von Prof. Richard Klein, München. Die Auflage dieser postseitig vertriebenen Werbepostkarten, die auch nach dem Ausland benutzt werden können, wenn die erforderlichen Freimarken nachgeklebt werden, ist beschränkt. Unsere Trachtengruppen rüsten für Hamburg und Rom. NSG. Der Gau Hessen-Nassau beteiligt sich, wie alljährlich, auch dieses Jahr wieder an der Reichstagung der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" in Hamburg und an dem internationalen Weltkongreß für Freizeit und Erholung, der heuer in Rom durchgeführt wird. Auf den Veranstaltungen, au denen es gilt, das Volkstum jeder Nation zu zeigen, werden Trachtengruppen aus dem Schützer Land, aus dem Hüttenberg und aus dem Odenwald unsere Heimat vertreten und in der großen deutschen Volkstumsgemeinschaft die Art unserer Landschaft zum Ausdruck bringen. Für diese großen Tage bereiten sich die Gruppen schon vor. Mit Eifer und Freude rüsten sie sich für die weite Fahrt. Die Trachtengruppen sind nicht besonders für die Tagungen zusammengestellt worden, sondern sie ftefyen in ihrer Heimat Jahr um Jahr in dieser Arbeit und sind Träger unseres Volkstums. Im Gemeinschaftsabend ihrer Dörfer wächst ihre Arbeit und in den Gemeinschaften ihrer Landschaft wird sie zum Bestand. Jetzt sollen diese Gruppen einmal aus ihrer Arbeit heraustreten und sich hinein- stellen in das Bild des großen deutschen Volkstums, nicht um Vorführungen zu machen, sondern um von der Vielfalt und Tiefe ihres Volkstums zu künden und selbst einen Ueberbücf über die Größe deutschen Wesens und die Verschiedenartigkeit und den Gleichklang mit anderen Völkern zu gewinnen Mehr Eier in den Läden. LPD. Die Selbstmarktbeschränkung, die nach den Grundsätzen der Marktordnung innerhalb der Eierwirtschaft durchgeführt wurde, hat allen denjenigen Unrecht gegeben, die glaubten, im Gebiet der Landesbauernschaft Hessen-Nassau sei eine Steigerung der Eiererfassung nicht möglich. Durch die größtenteils vorbildliche Ablieferung der Erzeuger an die Ortssammelstellen ist es gelungen, die Eiererfassung in Hessen-Nassau in den letzten Wochen auf eine unerwartete Höhe zu bringen. Einige Zahlen beweisen dies: Während im Jahre 1936 die gesamte Erfassung bei den Kennnzeich- nungsstellen nur 3169 000 Stück betragen hat, ist sie bereits in den ersten drei Monaten des Jahres 1938 auf 3 245 000 Stück gestiegen. Die größte Steigerung ist in denjenigen Gebieten der Kennzeichnungsstellen zu beobachten, in denen die Erzeuger durch ihr diszipliniertes Verhalten die Eier nicht selbst an den Verbraucher gaben, sondern sie an die OrtssammelsteAen zur Ablieferung gebracht haben. Dank dieser guten Erfassung ist es möglich geworden, die Kaufwünsche der gesamten Bevölkerung zu befriedigen. Der Eiermarkt ist heute so flüssig, daß jede Hausfrau in der Lage ist, sich Eier im Laden zu kaufen. Auch die Versorgung für die kommenden Feiertage ist vollkommen gesichert. Abschlußprüfung in der Eisenbahnfachschule Gießen. Am 4. April fand unter dem Vorsitz von zwei Vertretern der Reichsbahndirektion Frankfurt a. M. die Abschlußprüfung des Assistentenlehrgangs statt, der sich 14 Teilnehmer unterzogen. Sämtliche Teilnehmer bestanden die Prüfung, und zwar 2 mit der Note „Sehr gut", 7 mit „Gut" und 5 mit „Genügend". Ein Kameradschaftsabend vereinigte die Berufskameraden mit ihren Lehrern, bei dem der Leiter der Fachschule, Reichsbahnoberinspektor Kliff- müller, eine Ansprache hielt, in der er auf die Wichtigkeit des Dienstes bei der Reichsbahn, als größtem Verkehrsunternehmen der Welt, hinwies und die Prüflinge aufforderte, jetzt auch noch weiter zu arbeiten, damit sie auf jedem Dienstposten und jederzeit ihren Mann stellen. Nach dem Treuegelöbnis auf den Führer und den Nationalhymnen blieben die Kameraden noch einige Stunden froh beisammen. Neue Bäckereiverordnung für Gießen. LPD. Im Anzeiger der Hessischen Landesregierung wird soeben eine Verordnung für die Einrichtung und den Betrieb von Bäckereien (Bäckereiverordnung) vom 25. März 1938 veröffentlicht, die am 1. April d'. I. in Kraft getreten und für alle Beteiligten von großer Bedeutung ist. Sie behandelt in sechs Abschnitten: Geltungsbereich, Arbeits- und Lagerräume (Begriff, Lage, Höhe, Luftraum und Grundfläche, Fenster, Fußboden, Wände und Decken, Aufstellung der Backöfen, Einrichtung), Wasch- und Umkleidegelegenheit, Betriebsvorschriften (Allgemeines, Reinigen der Hände, Bekleidung, Arbeitstische und Geräte, Schutz der Lebensmittel, Reinhalten der Betriebsräume, Haustiere), Durchführungsoorschriften (Aushänge, Ausnahmen, Zwangsmittel und Strafen, Verhältnis zu andern Vorschriften) und Uebergangsvorschriften. Organistenkurse im Gommer 1938. Wie der Landesverband evangelischer Kirchenmusiker Nassau-Hessen mitteilt, waren die im vorigen Sommer und Herbst veranstalteten Organistenkurse überaus gut besucht. Rund 150 Teilnehmer konnten an acht Nachmittagen eine wesentliche För- Deine (Stimme dem Führer, denn er hat es in wenigen fahren bereits erreicht, daß du einen auskömmlichen Lebensunterhalt haft. Weiht du noch, daß vor fünf Jahren sieben Millionen Volksgenossen ohne Arbeit waren und sich, obwohl sie nur den einen Wunsch hatten, sich ehrlich ihr Vrot zu verdienen, zum Nichtstun verurteilt sahen? Weiht du noch, dah Jahr um Jahr Tausende ihrem Leben freiwillig ein Ende setzten, weil sie die Hoffnung und den Glauben an eine bessere Zukunft verloren hatten? berung im praktischen Orgelspiel und in musik- theoretischer Unterweisung erhalten. Diese Kurse sollen im kommenden Sommer fortgesetzt werden; sie beginnen Ende April und Ende September. Die Kurse finden vierzehntägig statt. Die Durcharbeitung folgender Sachgebiete ist in Aussicht genommen: Technik des Choralspiels, gottesdienstliches Orgelspiel, geeignete Literatur für den sonntäglichen Gebrauch, Grundbegriffe der Musiklehre, Harmonisieren, Modulieren, Improvisieren, Registrieren u. a. m. Als Kursusorte sind u. a. vorgesehen: Für die Propstei Oberhessen Friedberg, Butzbach, Gießen, Grünberg, Alsfeld, Schotten, Nidda, Büdingen. * ** Polizei gegen Verkehrssünder. Die Polizei schritt in der Zeit vom 18.3. bis 31.3. ein: Gegen Kraftfahrer mit 25 Anzeigen und mit 36 Verwarnungen und Belehrungen; gegen sonstige Fahrzeugführer mit 1 Anzeige; gegen Radfahrer mit 10 Anzeigen und mit 36 Verwarnungen und Belehrungen; gegen Fußgänger mit 1 Verwarnung. ** Balkenbrand. Gestern am frühen Nachmittag wurde im Hause Stephanstraße 27 ein Balkenbrand festgestellt. Der Brand kam dadurch zustande, daß ein Ofenrohr, das durch einen leeren Raum zum Kamin führte, aus feiner Fassung gefallen war. Glühender Ruß entzündete die Balken. Die Feuerwehr mußte herbeigerufen werden und beseitigte die Gefahr. Nach einer Stunde der Arbeit konnte die Wehr wieder abrücken. ** Freie Lehrer st ellen. Erledigt sind: Eine Lehrerstelle für einen evangelischen Lehrer an der Volksschule in Climbach, Kreis Gießen; Dienstwohnung ist vorhanden; eine Lehrerstelle für einen evangelischen Lehrer an der Volksschule in Reinhardshain, Kreis Gießen; Dienstwohnung ist vorhanden; eine Lehrerftelle für einen evangelischen Lehrer an der Volksschule zu Romrod, Kreis Alsfeld, Dienstwohnung ist vorhanden; eine Schulstelle für eine evangelische Lehrerin an der Volksschule zu Hamm, Kreis Worms. Be* werber müssen das 27., Bewerberinnen das 35. Lebensjahr vollendet und die sonstigen nach dem Deutschen Beamtengesetz erforderlichen Voraussetzungen erfüllt haben. Propagandafahrt des Motorsturmes 21/M147. * Bieber, 4. März. Den gestrigen Sonntag, als letzten vor der großen Wahl, die der Welt ein« dringlich Deutschlands Einheit beweisen soll, benutzte der Sturm 21/M 147 zu einer groß ange* legten Propagandafahrt durch den nördlichen Teil des Kreises Wetzlar. Der Vormittag führte den Sturm, der mit 17 Personenkraftwagen und 4 Krafträdern angetreten war, von Bieber nach Kinzenbach, dann über Gießen, Lollar, Ruttershausen nach Odenhausen und Salzböden, wo in den zum Kreise Wetzlar gehörenden Orten Kundgebungen veranstaltet wurden, welche auf die Bedeutung der kommenden Wahl hinwiesen. Die Rückfahrt nach Bieber ging über Wißmar, Krofdorf und Rodheim. Bei der Ankunft im Sturmlokal erwartete den Sturm eine schmackhafte Erbsensuppe, welche die Frauenschaft Bieber inzwischen in liebenswürdiger Weise bereitet hatte. Zum gemeinsamen Essen hatte sich auch der Führer der Staffel II1/M 147, Staffelführer Hartmann eingefunden, der sich dann auch der Nachmittagsfahrt in den nordwestlichen Teil des Kreises anfchloß. Der Weg führte dabei nach Fellingshausen, Krumbach, Erda, Mudersbach, Ahrdt, Altenkirchen, Bermoll, Oberlemp, Bechlingen, Niederlemp und Groß-Alten- ftäbten. In jedem dazu befohlenen Orte trat der Sturm an, Obersturmführer Schlierbach verlas eine Proklamation, die in ihren einzelnen Teilen durch Sprechchöre der NSKK.-Männer ein* dringlich unterstrichen wurde. Nach einer letzten Kundgebung in Königsberg rückte der Sturm gegen 19 Uhr wieder in Bieber ein. War auch das Wetter den ganzen Tag über so, wie man es gewöhnlich ein „Schweinewetter" zu nennen pflegt, so ist die Fahrt doch ohne nennenswerte Unfälle verlaufen. Die Männer hatten die Bequemlichkeit des Sonntags, zum Teil Feste in der Familie (Konfirmationen) mit dem Dienst vertauscht, und vom heutigen Zustand der Wagen soll gar keine Rede sein. Dafür hatte aber auch jeder das be* friedigende Gefühl, dem Vaterland gegenüber seine Pflicht erfüllt zu haben und hofft nun, daß die besuchten Orte sich am kommenden Sonntag bis zum letzten Mann in der gleichen Weise für Volk und Führer einsetzen. Generalversammlung der Spar- und OarlehnSkaffe Klein-Linden. * Klein-Linden, 4. April. Unter starker Be«" telligung ihrer Mitglieder hielt die Spar- und Darlehnskasse Klein-Linden im Saale der „Burg" ihre 15. Hauptversammlung ab. Der Vorsitzende des Aufsichtskats, Bürgermeister Fischer, hieß die Teilnehmer willkommen. Kassenrechner Theodor Leib gab den Jahresabschluß und die Bilanz bekannt. Den Geschäftsbericht gab der Direktor der Kasse, Wilhelm Fey. Dem Bericht sei folgendes entnommen: Im verflossenen Jahr traten der Kasse 7 Mitglieder neu bei, eines schied durch Tod, 13 weitere durch Austritt aus der Kasse aus, so daß die Mitgliederzahl am Ende des Geschäftsjahres 252 betrug. Der Umsatz der Kasse hat seit deren Bestehen zum ersten Male die Million überschritten und betrug auf einer Hauptbuchseite 1 101433,04 Mark. Er hat sich gegen das Geschäftsjahr 1936 um 250 000 Mark erhöht. Der Stand der Spareinlagen ist gegen das Vorjahr um weitere 31062,86 Mark angewachsen und erreichte die Summe von 246 710,67 Mark. Wie in den verflossenen Geschäftsjahren pflegte die Kasse auch diesmal wieder den Verkauf von Sparmarken, er lag in Händen des Dereinsdieners Wilhelm Deibel III. Einen sehr erfreulichen Aufschwung erlebte auch die Schusparkasse, die von Frl. Gärtner geleitet wird. Beide Einrichtungen erbrachten als neue Spareinlagen den Betrag von 9974,35 Mark. An fest befristeten Darlehen und Hypotheken waren 121397,81 Mark vorhanden. Am Bilanztag waren in laufender Rechnung (Geschäftskredite) 91935,26 Mark Schulden gebucht. Das Guthaben der Mitglieder in laufender Rechnung beläuft sich auf 11 553,85 Mark. Die Kasse war im abgelaufenen Geschäftsjahr in der Lage, sämtlichen an sie gestellten Forderungen gerecht zu werden. An neuen Krediten wurden 27 400 Mark in Anspruch genommen, die aber nur gegen erstklassige Sicherheit Genehmigung fanden. Daß die Kassenverhältnisse als sehr gesund anzusprechen sind, beweist der Umstand, daß am Bilanztag bei der Landesbauern* kasse an Termingeld ein Guthaben von 43 279,04 Mark vorhanden mar. Von dem Reingewinn wurden, wie dies schon seit Jahren üblich ist, an gemeinnützigen Einrichtungen die Volks- und Schülerbücherei Klein-Linden mit 10 Mark und die Kleinkinderschule unseres Dorfes mit 20 Mark unterstützt. Auf die eingezahlten Mitgliederbeiträge wurden fünf v. H. an Dividenden ausgeworfen. Der Rest des Reingewinns wird den Reserven überwiesen. Bürgermeister Fischer berichtete anschließend über die gesetzlich durchgeführte Revision, die den Beweis erbracht habe, daß die Kasse gut geführt werde. Er sprach dem Rechner den Dcmh und die Anerkennung für die mustergültige Kassenführung aus. Da von der Versammlung keinerlei Einwände gegen die Jahresarbeit der Kasse vorgebracht wurden, konnte Entlastung erteilt werden. Die satzungsgemäß ausscheidenden Vorstands- bzw. Aufsichtsratsmitglieder Friedrich Stein, Friedrich Steinmüller, Ludwig Volk und Otto Hahn wurden wieder in ihre Aemter berufen. Der in der Versammlung anwesende Ortsgruppenleiter gab seiner Freude über den Aufschwung der Kasse während der nationalsozialistischen Staatsführung, der, wie in Klein-Linden, allerorts festzu- stellen sei, Ausdruck und forderte auf, am kommenden Sonntag freudigen Herzens dem Führer den Dank abzustatten für den Wiederaufstieg unseres Vaterlandes. Mit dem Gruß an den Führer schloß der Ortsgruppenleiter seine Ausführungen. Kreis Wetzlar. ch Rodheim a. d. Bieber, 4. April. In der letzten Nacht brach in einem Nebengebäude des Hauses Schlierbach Feuer aus, das glücklicherweise keinen großen Schaden anrichten konnte, da die Ortsfeuerwehr sofort zur Stelle war und die Gefahr beseitigte. Die Besitzer befanden sich zur Zeit des Brandes außer Haufe und erfuhren erst jpätex von dem Brande. te 'liebens.’ •iÄ » 6r»a Dbt" 6,t 7» tai > ?e«i; :.tzK " San^S 6por> und finden. Hier starker Be.' spar« und den im Saale mlung ab. Ser germeifter Fj. ommen. Kassen- Jahresabschluß chästsbericht gab )ey. Timen: Im Der« fflitalieber neu tu vmch > DMebnzG jttrug. Der Um- eben zum ersten mb betrug aus Mark. Er hat im 250 000 Mark en ist gegen das ark angewachsen 10,67 Mark. Wie pflegte die Kasse >on Sparmarken, neners Wilhelm chen Aufschwung non Frl. Gärt« ungen erbrachten ag von 9974,35 und chllpoiheken Am Bilanztag (Geschästskredite) Das Guthaben iung beläuft sich ir ’im abgelause« °mU>ch-n an f-e ■u werden, m lark in Anspruch rstklassige W‘ ie AnssenveW sind, beweist dec ;Ä$ .L.1S es* w**wirh SÖtffi " ÖnfK'“"8 ,ner .,«61 ’0t9j l>«5’ ie"J wfl*‘ § teln- JfiWy ®iip itw 6al,n flhftify, festZU- L Ärt" rs^** sührungkn- 51» fi* $ S»-" Orte trat ter "b°ch DEt. ''".«"jelnen ; ^Qnner ein- S” Wen ne man es y, nennen pflegt, ^tte Unfälle -oeguemlichkeit 1 "er Familie huscht, und M gar keine feder das be- gegenüber (eine r nun, daß die n Sonntag bis Weife für Volk 9Jtxfport des Korpsführers Deutscher Ruderst Glückwunsch des Deutscher Jtuherfieg in Südamerika. an VMM. Kvrpsführer Hühnlein richtete an die BMW.- Werke folgendes Glückwunsch-Telegramm: „Die Erringung des ersten bis vierten Klassenpreises sowie zweier Mannschaftspreise im Gesamtklassement beim größten Langstreckenrennen i würdig anreiht an die zahlreichen sportlichen Siege der Volksdeutschen Gruppen in Süüamerika. Holzschuh aufrichtig beglückwünsche. Dieser Sieg ist ein verheißungsvoller Auftakt, der au den schönsten Hoffnungen für den weiteren Verlauf des SportBei der internationalen Ruderregatta in Valparaiso errangen zwei deutsche Vereine schöne Erfolge. Im großen Achter über 2000 Meter siegte 3 nach prächtigem Kampf mit chilenischen und verua- nü’ nifd)en Mannschaften der Deutsche Ruder-Verein klassement beim größten Langstreckenrennen ber' *5alParoifo vor dem Deutschen Ruder-Deroin Val- Welt, der „Mille Miglia", ist ein einzigartiger Er- f!DlQ- Der DRV. Valparaiso hat auf dieser Regatta folg, zu dem ich die BMW.-Werke und bie sieg- J? vreife des peruanischen unb des chilenischen reichen Fahrer NSKK.-Sturmführer Prinz Schaum-, StaatsprasideEn gewonnen, jein Erfogl,^ ber^ sich burg-Lippe mit Graf Lurani, Fane mit Williams, ’* u f 1,:x' * Richter mit Werneck unb Graf Mühle-Eckarbt mit jahres berechtigt. Die Tatsache, baß bie vom RSKK. gemelbete Mannschaft bei biesem Erfolge ben zweiten Platz einnimmt, erfüllt mich mit besonderer Freude." Feldbergfest am 2. und 3. Juli. Das 85. Feldbergturnfest wird am 2. und 3. Juli durchgeführt. In einer Sitzung des Feldberg-Aus- schufses wurden die Bestimmungen über die Wettkämpfe und Aenderungen gegenüber dem Vorjahre besprochen. Auch in diesem Jahre wird das Feldbergfest eine gewaltige Kundgebung für die deutsche Turnsache. ft SO Pferde im Glücks-Zagdspringen. Ausgezeichnete Leistungen brachte am Dienstagabend in der gut besuchten Berliner Deutschlandhalle bas mit 180 Pferben besetzte Glücks-Jagb- fpringen, bas über 21 Hindernisse führte. Insgesamt blieben 14 Pferde fehlerfrei, so daß bie Zeit über bie Plazierung entschied. Sieger wurde ^-Obersturmführer W. F e g e l e i n auf „Rordrud" mit 68,2 Sekunden vor Wachtmeister Höltig auf „Remb" mit 68,6 und SA.-Rottenführer Tiedemann auf „Tosca" mit 69,2 eefunben. Der Wettbewerb wurde in zwei Abteilungen burch- geführt. Altmeisterin Frau Franke gewann mit „Herbstrose" die Materialprüfung für vierjährige Reitpferbe und belegte den ersten und zweiten Platz in der Amazonen-Dressurprüfung im Herreusattel mit „Priamos" und „Sultan". Auch Flugsport mit KdF. Das Nationalsozialistische Fliegerkorps (NSFK.) und das rührige Sportamt der NS.-Gerneinfchaft „Kraft durch Freude" haben eine engere Zusammenarbeit beschlossen. Flugsportliche Veranstaltungen werden künftig gemeinsam durchgeführt. Diese Zusammenarbeit ist besonders deshalb erfreulich, weil sie Gewähr dafür bietet, daß bei der Durchführung von Flugtagen einer größtmöglichen Zahl von Volksgenossen Gelegenheit gegeben wird, derartige Veranstaltungen zu besuchen. Vorgesehen sind zunächst Masfen-Vorführungen, Ballonstarts, Kunstsegel- und Modellflug. 3tn Basketbail gegen England. Deutschlands beste Basketball-Spieler sind in der Zeit vom 5. bis 8. April in Wünsdorf zu einem Gemeinschafts-Training zusammengezogen. Nach den hierbei gewonnenen Beobachtungen wird eine Mannschaft aufgestellt, die am 20. April im Londoner Wembley-Stadion im Rahmen der englischen Basketball-Meisterschaftsspiele einen Länderkampf gegen England austrägt. Das internationale Bas- kethall-Turnier, das am 9/10. April im Berliner Sportpalast durchgeführt werden sollte, wird im Oktober nachgeholt. Fuhdall der heimischen Mannschaften. Fuhball-Gesellschaflsspiel Wißmar L—Daubringen I. Zu einem Gesellschastsspiel trafen sich am Sonntag auf dem Wißmarer Sportplatz die 1. Fußballmannschaften des Turnvereins Wißmar und des Sportklubs Daübringen. Das Spiel stand den vorausgegangenen Kämpfen erheblich nach. Die Gastgeber setzten sich von Anfang an in Des Gegners Hälfte fest, konnten aber in Der ersten Halbzeit zu keinem Erfolg kommen. Der Sturm der Platzbesitzer spielte reichlich zerfahren. Die Hintermannschaft der Gäste konnte dadurch jeden Erfolg verhindern. Nach der Pause wurde das Spiel lebhafter, und die Überlegenheit der Platzbesitzer trat mehr in Erscheinung Den Gästen gelangen nur einzelne Durch- brüche. Trotzdem ftel nur ein Tor zugunsten der Platzbesitzer. Der Kamps wurde ritterlich geführt. Offenbach I — SV. Heuchelheim 1920 I 1:4 (0:3). Am vergangenen Sonntag weilten die beiden Mannschaften der Heuchelheimer zu Freundschaftsspielen auswärts. Die 1. Mannschaft schlug Offenbach (Dillkreis), den vorjährigen Aufftiegsrivalen, ziemlich eindeutig. Die Mannschaft, welche in neuer Aufstellung antrat, zeigte sich von der besten Seite. Kein einziger Spieler versagte unb der Mittelstürmer konnte durch aufopferungsvolles und selbstloses Spiel seiner Nebenleute viermal erfolgreich sein. Heuchelheim spielte in folgender Aufstellung: Müller, Wämser, Volkmann, E. Arnold, Waldschmidt, Bach, Christ, Garth, Hofmann (IR. 116/7), Mandler, Schmidt. Die 2. Mannschaft setzte sich in Erda einem körperlich überlegenen Gegner verzweifelt zur Wehr und mußte ohne Sieg nach Hguse fahren. Gießener Soldaten im Kampf um die Handball Korpsnieisterschafi. - Wie alljährlich, so finden auch dieses Jahr die Spiele um die Korpsmeisterschaften im Handball statt. Sie sind schon in vollem Gange. Der Batl.- Meister des II./J.-R. 116 steht in der 6./116 fest. Spannend verfolgte man die Treffen im I./I.R. 116. Wer wird wohl Meister werden? Voriges Jahr war es die Leibkompanie. Wie steht es dieses Jahr mit den „Roten Teufeln"? Ihre Spielstärke hat an Kraft gewonnen. Sie verfügen über einen fünfen, wuchtigen und wurfticheren Sturm. Die Läuferreihe, im Deckungsfpiel ohne Tadel, sorgt für gute Verbindung, und die Verteidiaung, eine bessere kann sich der ausgezeichnete Torhüter nicht wünschen. Die Ausstellung der Mannschaft: Obsch. Brettin- ger; Feldw. Heller, Schtz. Groh; Uffz. Cramer, Oderfld. Schmidt, Gefr. Bach; Gefr. Neumann, Feldw. Raschak, Feldw. Messerschmidt, Uffz. Leut- hardt, Schtz. Strack. Aber auch die 3./116 hat sich etwas vorgenommen. Wird sie es schaffen? Nun — diese Frage wurde am vergangenen Freitag gelöst. Es standen sich im entscheioenoen Spiel gegenüber: 1./116 gegen 3./116. Beide Mannschaften treten in stärkster Ausstellung an. Die 3./116 wählt sich den starken Wind und die Sonne zum Bundesgenossen. Nach 10 Minuten Spielzeit führt die 3./116 mit 5:0 Toren. Der Jubel im gegnerischen Lager ist groß. Aber schon bei Halbzeit heißt es nur noch 5:4. Der Favorit hat sich gefunden. Und nun, mit dem Wind im Rücken, regnet es Tore. Die 3./116 hat sich zu früh verausgabt. So ist auch das hohe Endergebnis von 16:6(!) Toren nicht überraschend. Die Kämpfe um den Batl.-Meister des l./J.-R. 116 im Rahmen der KorpH-Meisterschaft brachten bisher folgende Ergebnisse: 1./116 gegen 2./116 11:5 1./116 3./116 „ 4./116 16:6 1./116 f „ 4./116 25:3 3./116 „ 2./116 9:3 2./116 „ 4./116 9:3 1./116 „ 3./116 16:6. Stand der Tabelle. Spiele Gew. Unentsch. 23erI. 3 3 0 0 Tore 52:14 Pkte. 6:0 3./116 3 2 0 1 31:25 4:2 2./116 3 1 0 2 17:23 2:4 4./116 3 0 0 3 12:50 0:6 Im Laufe der nächsten Tage beginnen die Spiele um den Regiments-Meister. Hier stehen sich die ermittelten Bataillons-Meister gegenüber. Me. MrgaugberSchleßivarteimÄS.-kyffhäuserbuud In Wetzlar sand dieser Tage der diesjährige Frühjahrslehrgang der Kameradschaftsschießwarte des Kreisverbandes Wetzlar statt. Kreisschießwart Armb recht (Kinzenbach) eröffnete den Lehrgang unb gebuchte des großen weltgeschichtlichen Ereignisses der letzten Zeit. Alsdann begann die eigentliche Lehrgangsarbeit. Kreisschießwart Armbrecht gab zunächst einen Ueberblick über bas Schießjahr 1937. Nur eine geringe Zahl der bestehenden Schützengruppen konnte sich an dem Pflichtschießen nicht beteiligen, da die notwendigen Voraussetzungen (Schießstand und Büchsen) fehlten. Das Ehrennadelschießen hatte einen erfreulich großen Aufschwung genommen. Es wurden geschossen: 88 bronzene, 28 silberne und 11 goldene Ehrennadeln. Im Mittelpunkt der Jahresarbeit stand das Wettkampf schießen 1937. Dabei erhielten ibie Kameradschaften Wetzlar und Ehringshausen I Ibie Kreismeisterschaften in Klasse A unb B mit 407 bzw. 405 Ringen. Den betr. ad)t Kameraden überreichte der Kreisschießwart bei dieser Gelegenheit ibas Wettkampfsieger-Abzeichen 1937. Ausführlich wurde sodann die Sommerarbeit 1938 besprochen. Die neu aufgetragenen Pflichtübungen (sind denen der ff angepaßt, damit bei Erfüllung derselben das Schießabzeichen der ff erworben werben kann. Die alten Pflichtübungen von 1936 ssinb somit hinfällig. Eine sorgfältige unb einheitliche Führung ber Schießbücher wurde praktisch idurcbgeführt. Die vorgeschriebenen sieben Hebungen muffen bis 1. November durchgeschossen sein. Für das Ehrennadelschießen 1938 wurden Richtlinien bekanntgegeben. Besonders erwähnenswert ist, baß kein Kamerad auf die Ehrennadeln schießt, roenn er nicht bie zur Zeit erforderlichen Pfticht- übungen geschossen hat. Im Mittelpunkt ber Sommerarbeit wirb wieder bas Wettkampfschießen fftehen. Seine Durchführung wurde, eingehend be- -prochen. Es ist mit einer starken Beteiligung zu rechnen. Nachdem ber Kreisschießwart bann auch Richtlinien über ben weiteren Bau von Schießstän- ben gegeben, und auf die Anträge zur Gewährung von Büchse unb Munition mit all den erforber- lichen Unterlagen hingewiesen hatte, fanb der Lehrgang feinen Abschluß. Rundfunkprogramm Donnerstag, 7. April. 6 Uhr: Präludium, Moraenspruch. Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. In ber Pause, 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Froher Klang zur Werk- pause. 9.40: Kleine Ratschläge für Küche unb Haus. 11.45: Volk unb Wirtschaft: Wenn man ben Schulbus r mahnt... 12: Mittagskonzert. 13: Nachrichten. 13.15: Mittagskonzert. 14: Nachrichten. 14.10: Neue beutsche Unterhaltungsmusik. 15: Bilderbuch der Woche. 15.30: Für unsere Kinder: Wir erzählen euch neue Märchen. 16: Nachmittagskonzert. Zeitgenössische Musik. 18: Zeitgeschehen. 18.30: Der fröhliche Lautsprecher. 19: Nachrichten. 19.10: Klang der Landschaft. Bilder aus dem Rheingau, Hörfolge. 20: IV. Sonntags-Konzert der Museums-Gesellschaft. 22: Nachrichten. 22.30: Volks- und Unterhaltungsmusik. 24 bis 1: Nachtkonzert. Briefkasten der Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.) C. V. Ist bei der Pacht eines Grundstückes bie Pachtzeit nicht bestimmt, so ist bie Kündigung nur für ben Schluß eines Pachtjahres zulässig; sie hat spätestens am ersten Werktage bes halben Jahres zu erfolgen, mit dessen Ablauf die Pacht endigen soll. Wirtschaff. Gießener Gchlachtviehmarkt. Zum gestrigen Gießener Schlachtviehmarkt (Schlachtviehberteilunysmarkt) in ber Diehversteige- runashalle Rhein-Main in Gießen würben 5 Ochsen, 1 Bulle, 30 Kühe, 30 Färfen, 129 Kälber, 198 Schweine aufgetrieben. An Preisen wurden erzielt: Ochsen 40 dis 43 Pfennig, Bullen 41, Kühe 13 bis 42, Färsen 37 bis 43, Kälber 40 bis 60 Pfennig je Pfund Lebendgewicht. Für Schweine mürben je kg Lebendgewicht folgende Preise bezahlt: Klasse a (150 kg und mehr) 1,11 Mark, Klasse bl (135 bis 149,5 kg) 1,09, Klasse b2 (120 bis 134,5 kg) 1,07, Klasse c (100 bis 119,5 kg) 1,03, Klasse d bis f (unter 100 kg) 0,97, Klasse gl unb I (fette Specksauen unb Altschneiber) 1,05, Klasse g2 unb h (andere Sauen und Eber) 1,01 Mark. Marktverkauf: Großvieh dem Bedarf entsprechend, Schweine zugeteilt. Alles ausverkauft. Schaffung von Schafweiden. ZdR. Landesbauernführer Dr. Wagner erließ an alle Ortsbauernführer und Bürgermeister einen dringenden Appell, sich mehr noch als seither für die Beschaffung geeigneter Borsommerweiden zur Durchdringung der Schafbestände einzusetzen und ihm geeignete Weideplätze zu melden. Schon von jeher war die Beschaffung geeeigneter Vorsommerweiden eine der größten Futtersorgen ber Schafhal- tcr. Infolge ber auch im Bezirk der Landesbauernschaft Hessen-Nassau herrschenden Maul- und Klauenseuche unb ber daher bestehenden seuchenpolizeilichen Bestimmungen über ben Verkehr mit Schafen, weiter auch wegen der erfreulichen Vermehrung des Bestandes an Schafen ist in diesem Jahre diese Sorge derart groß geworden, daß viele Schafhalter nicht wissen, wie sie ihre Tiere durch- bringen sollen. Unter feinen Umständen dürfen Schafe abgeschlachtet werden, da ber augenblickliche Ernährungszustand ber Tiere es nicht zuläßt unb mit Beginn der Getreideernte ausreichendes Futter zur Verfügung stehen wird. Aus diesem Grunde ist es zwingende Notwendigkeit, daß alle für die Schafhaltung irgendwie geeigneten Futterflächen als Vorsommerweiden gemeldet werden. Starker Aufschwung der Lahnschiffahrt. Fwd. Die Lahnschiffahrt wurde vor zehn Jahren mit fünf Transportschiffen eröffnet, bie je 200 Tonnen laden konnten. Seit dieser Zeit hat sie wesentlich an Bedeutung gewonnen, besonders in den letzten Jahren. Der Güterverkehr, der in der Hauptsache Kalksteine befördert, wird heute mit 32 Schissen durchgeführt. Der große Aufschwung, den die Lahnschiffährt genommen hat, geht deutlich aus der Jahressumme der beförderten Frachtmengen hervor. Während im Jahre 1933 insgesamt 86 811 Tonnen verladen wurden, beförderte die Lahnschifffahrt nach dem jetzt vorliegenden Ergebnis im Jahre 1937 — 240 918 Tonnen. Bhein-Mainische Börse. Mittagsbörse knapp behauptet. Frankfurt a. M., 5. April. Die Börse hatte auch heute sehr stilles Geschäft. Der Wunsch, für die Zeichnung ber neuen Anleihe bereit zu sein, hatte eine gewisse Zurückhaltung ber Kundschaft zur Folge. Infolgedessen blieben auch die berufsmäßigen Börsenkreise ohne Unternehmungslust. An den Aktienmärkten kam überwiegend kleines Angebot heraus, das bei ber Enge ber Märkte zumeist ein leichtes Nachgeben ber Kurse verursachte. Aus ein Zufallsangebot stärker rückläufig waren Reichsbank mit 197,50 (200). Auch die in ben letzten Tagen stärker erhöhten Conti Gummi gingen mehr zurück auf 221,25 bis 220,75 (222,50), außerdem hatten Zellstoss Waldhof mit 150,25 (151,50) unb Gebr. Junghans mit 123,75 (124,90) Abschwächungen über ben Durchschnitt von 0,25 bis 0,50 v. H. hinaus. IG. Farben gingen trotz des lebhaften Stickstoffmarktes auf 160 (160,75) zurück. Der Rentenmarkt lag auf ber ganzen Front sehr ruhig. Nur für Goldpfandbriefe lagen weitere Aufträge vor, die Kurse wurden in den meisten Fällen repartiert. Reichsanleihe-Altbesitz unverändert 133, im Freiverkehr Kommunal-Umschuldung wieder nachgebend auf 96,20 (96,25). Stabtanleihen notierten ebenso wie Kommunal-Obligationen zumeist unverändert, Stadt Darmstadt 0,13 v. H^ leichter mit 99,13. fiiquibationspfanbbriefe lagenuneinheitlich, jedoch meist mäßig fester. Industrie- Obligationen waren etwas angeboten und teilweise bis 0,50 v. H. schwächer. Auch in der zweiten Börsenstunde bewegte sich das Geschäft in engsten Grenzen und die Kurse zeigten Neigung zu weiterem leichten Rückgang um etwa 0,25 bis 0,50 v. H. Feste Haltung hatten aber Westdeutsche Kaufhof auf Abschlußerwartungen mit 103 bis 105 (101,75), etwas höher waren ferner Metallgefellschaft mit 141 (140,25) und Lahmeyer RUHL Seltersweg Nr. 67 m adiO Telephon Nr, 3170 | eparaturen ,eg/u ® mit 126,90 (126), während sonst die später notierten Werte etwa 0,50 bis 1 v. H. niedriger ankamen unb größtenteils nominell waren. Daimler verloren 1,50 v. H. auf 147. Abendbörse still. Die Abendbörse war ohne Anregung und nahm auf allen Marktgebieten sehr stillen Verlaus. Die meisten zur Notiz gekommenen Papiere waren nominell und nicht ganz behauptet. Bekula mit minus 1 v. H. auf 161,50 waren stärker ermäßigt, während sonst die Rückgänge über 0,13 bis 0,50 v. H. nicht hinausgingen. Am Montanmarkt notierten Buderus mit 120,25 (120,50), Mannesmann mit 116,65 (116,90), Verein. Stahl mit 110,90 (111), Deutsche Erdöl mit 142,75 (143), aber Hoesch mit 114,50 (114,25). Maschinen- und Autowerte bröckelten bis 0,50 v. H. ab, MAN. 136,50 (137), BMW. 157,50 (157,75), Adlerwerke 123,50 (123,75), höher jedoch Demag mit 154,25 (153,75), Rheinmetall unverändert 141,50. Von Chemiewerten ermäßigten sich IG. Farben auf 159,75 (160), Metallgesellschaft auf 140,65 (141), Elektrowerte wurden kaum notiert, fester lagen Gesfürel mit 150,25 (149,50), Licht und Kraft unverändert 145,50, RWE. knapp gehalten mit 125 (125,13). Großbankaktien blieben vehauptet, hingegen Reichsbank 198,75 (199). Renten waren sehr ruhig, Farben-Bonds unverändert 130,50 bei kleinem Geschäft. Kommunal-Umschuldung wurden mit 96,20 genannt. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 5. April. Austrieb: Kälber 635 (gegen 694 am 29. 3.), Hämmel und Schafe 49 (84), Schweine 3360 (4366). Notiert wurden je 50 Kilogramm Lebendgewicht in Mark: Kälber a) 61 bis 65 (62 bis 65), b) 55 bis 59, (54 bis 59), c) 43 bis 50 (43 bis 50), d) 38 bis 40 (40). Hämmel b2) 48 bis 52 (47 bis 50), c) 43 bis 45 (43 bis 45), d) 37 bis 40 (40). Schafe a) 38 bis 42 (39 bis 42), b) 33 bis 36 (33 bis 38), c) 32 (31 bis 32). Schweine a) 56,50 (56,50), bl) 55,50 (55,50), b2) 54,50 (54,50), c) 52,50 (52,50), d) 49,50 (49,50). Sauen gl) 53,50 (53,50). Marktverkauf: Kälber und Schweine zugeteilt, Hämmel unb Schafe mittelmäßig. Marktverlegungen. In der Woche vor Ostern findet nur e i n Markt für alle Gattungen am Dienstag, 12. April, statt. Nach Ostern werden die Märkte am 20. und 21. April abgehalten. Kurszettel der Berliner und Iranksurter Börfe. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. Reichsbankdiskont 4 v. H., Lombardzinsfuß 5 v. H. Frankfurt a. M. Berlin Frankfurt a. M. Berlin Schluß- kurS Schlußk Abend- börse Schluß- fürs Schlußk Mittag- börse Schlußkurs Schlußk. Abend- börse Schluß, kurS Schlußk. Mittagbörse Datum 4.4. 5.4. 4.4. 5-4. . Damm 4.4. 5.4. 4.4. 54. 6% Deutsche Reichsanlel^e v. 1927 4% Deutsche RetchScml. von 193-1 4ft% Deutsche ReichSschatzanwei- sungen von 1935 . .......... *ft% Deutsche Reichsschatzanwei- sungen von 1935, II. Folge ... 4ft% Deutsche Reichsschatzanwei- sungen von 1936, III. Folge .. 6ft% Doung Anleihe von 1930 .. 4ft% Hesusche Bollsstaat von 1929 V/i% Deutsche Reichspostschatz von 1934 I...................... 102,1 99,5 99,8 101,1 100,7 100,1 133 137,5 100 101,25 100 100 99,75 139,25 100 100 101,45 101,6 111,2 13L5 75,5 131,75 200 129,5 116,75 126,75 118,5 102 99,5 99,75 101,1 100,8 100.2 133 100 101,25 100 100 99,75 139,13 100 101,3 101,7 111,2 137,25 76 131,5 198,75 116,75 126,5 118,5 Vevije 102,1 99,5 99,8 103,75 101 100,9 100,1 133 100 1394 - 101,65 111,4 138 75,75 76.75 131.9 200 129,4 116,75 126,75 118,5 nmarfl 102 99,5 99,75 103,6 101 100,9 100 132,9 L_ 100 100 139,25 - 101,65 111,4 137,75 75,65 76,25 131,75 198,5 129,25 116,75 126,5 118,5 Berlin Accumulatoren-Fabrik.......14 Aichassenburg Zellstofs........6 Bemberg...................O Bekula.....................8 BuderuS Eisen...............5 Gement Heidelberg.......... 7 Gement Karlstadt............a Conti Gummi.............. 12 Daimler Motoren..........6ft Dessauer GaS ............... 4 Deutsche Erdöl..............5 Deutsche Gold» und Silber .... 9 Deutsche Linoleum..........10 Elektrische Lieferungen........6 Elektrische Licht und Kraft.....7 I. GJ. Farben-Jndustrie.......7 Felten & Guilleaume.........6 Gesfürel....... 7 Th. Goldschmidt............. 6 Gritzner Maschinen...........O Harvener................. 8ft Hoojch Eisen. ............ 3 ft Philipp Holzmann........... 8 Ilse Bergbau................ 6 Ilse Genüsse................6 Kali Aschersleben............ 4 Flödnerroede ............. 4ft Kvkswerke und Chemische Fabrik 7 Lahmeyer ................. 6 Maiutrast................... 4 Mannesmann.............4 ft ManSfelder Bergbau......... 7 Metallgesellschaft.............6 Crenftein & Koppel..........O Rheinische Braunkohle....... 12 Rheinische Elektro............ 6 Rheinstahlwerke..............6 Rbetnisch-Westsälische Elektro .. « RütgerSwerke ...............7 Salzdetfurth Kali............6 Schuften L Co............ 7 Schultheis Patzenhofer........4 Siemens L Halöke........ 9 Süddeutsche Zucker.......... IO Bereinigte Stahlwerke......4ft Westdeutsche Kaufhof.........O Westeregeln Alkali............4 Zellstofs Waldhof............6 Olavi Minen ..............0,6 — Frankfurt a. BL 143,5 147 164 121 172.5 222,5 148,5 144 250 175,13 145,5 160,75 141,25 149,75 149,5 48,75 172,5 115 163 146,5 108,75 121,75 126 117 140,25 232 148,5 126,13 183,5 217,75 111,5 101,75 108,75 151,5 26.75 — 143 146,25 161,5 120,25 172 222 147 142,75 250 176 125 145,5 159,75 141 150,25 148,5 48,75 114,5 163,25 146,5 109 121,13 — 126,9 116,65 140,65 129,75 148,25 125 154,5 184 217,5 110,9 105 108,5 150,25 27 144 148 163 121,25 222,5 147,75 122,75 144 176,25 124,65 161,25 142 150,4 149,5 49,18 173 115 163,25 162 146,5 108,75 122 159,75 127 117, 140,25 113,25 231,75 130 148,5 125,75 155 184 98,65 206,4 217,75 111,25 101,9 108,75 151,25 26,75 244.5 143 146.5 162 120 222 147 122,25 143,25 124,65 145,5 159,9 141,25 150,5 147 49,13 172 114,65 164 163 146,75 109 121,5 159 127 116,75 151,75 140,75 112,9 232,5 148,75 125,5 153,75 184,75 98,25 206 217,5 111,65 104.9 108,75 151 27 desbankR. 6 ............... Deutsche Komm.-Sammel-Anlethe 4ys% Franks. Hhp. Goldpse. N. 15 4yz% Franks. Hyp. Gold-Komm. Obl. 2 3................. 6Vt% Franks. Hyp. Liquidation Goldpse..................... »y2% Rheinische Hyp. Liquidation Steuergütschein-Vecrechnung4kurv' A.G. sür Verkehrswesen .... 6ft Hamburg-Südam. Dampfschifs. 0 Hamburg-Amerika Paket......0 Norddeutscher Lloyd..........0 Deutsche Reichsbahn Vorz.-Akt. 7 Retch-bant................. 12 Berliner HandelSaeseUschast . 6 ft Commerz-und Prtvat-Bank ... 5 Deutsche Diskonto............ 6 Dresdner Bank.......... 4 4. April . s.April 4. April 5. April Amtliche Notierung Geld | Briet Imtliche Notierung Geld | Bries Amtlift)e Notierung Gelb | Bries Amtliche Notierung Geld | Brie t 0,616 41,98 0,145 47,00 55,23 47,00 12,37 5,475 7,682 137,96 13,09 0,620 42,06 0.147 47,10 55,35 47,10 12,40 5,485 7,698 138,24 13,11 0,617 41,94 0,145 47,00 55,23 47,00 12,37 5,475 7,732 137,99 13,09 1 0,621 42,02 0,147 47,10 55,35 47,10 12,40 5,485 7,748 138,27 13,11 Fapan.................. 0,721 5,694 62,17 11,235 63,75 57,14 8,691 2,492 0,723 5,706 62^29 11,255 63,87 57^26 8,709 2,496 0,721 5,694 62,17 11.235 63,75 57,17 8,691 2,491 i 0,723 5,706 62,29 11,255 63,87 57,29 8,709 2,499 Brüssel .................. Jugoslawien .............. Rio de Janeiro............ Oslo .................. Wien.................... Kopenhagen............... Danzig................... Lissabon.................. Stockholm ................ Schwei» .........______ HeisingforS................ Paris .................... Spanien.................. Prag.................. Holland.................. Italien................... Budapest................. Reuyork.................. Zeitschriften^ — Das neue M-M «8*^ 2297 A MMTSS CARLNOWACK INHABER- CARL HEINZ SCHLÜTER Nur 2Tage I empfiehlt 2195A Samenhaus Heinrich Hahn Fernsprecher 3403 Bahnhofstraße Verkäufe Düngemittel «rsll 2292V Sie heilen GIESSEN SELTERSWEG 81 Frische Ananas nahrungsmittel. Auto-, Motor- u. Fahrräder- Unterstand im Circus. 22990 Gerichtsvollzieher in Gießen Ludwigstr. 33 I, Telefon 3239 Fahnenstangen Wimpel Stangen Fahnenkordel die wohlschmeckende Frühjahrs- Blutreinigungskur Pr.l.25.2.30. Kurll.3.10 M. Kneipp-Kräutercaus Jung Käasbnrg9 Ski-Korseletts Ski-Büstenhalter Felina- Hüfthalter Felina-Büstenhalter Everest-Korseletts und -Hüfthalter Buntes Allerlei. 100 Lahre „Harzer voller". Als „Harzer Roller" sind die im Harz gezüchteten Kanarienvögel in der ganzen Welt bekannt. Sie zeichnen sich durch besondere Schönheit ihres Gesanges aus. Nur in der Farbe werden sie von England und Holland übertroffen. Die Kanarienzucht im Harz ist jetzt etwa 100 Jahre alt. Begründet wurde sie von einem Bergmann namens Trute in St. Andreasberg, der die kleinen Sänger von erz- gebirgischen Bergleuten erhielt. Er züchtete nur in kleinem Umfange, aber sein Sohn widmete sich ganz dieser Aufgabe. Durch ihn hat sich dieser Erwerbszweig fast über die ganze Welt verbreitet. Er brachte — wie die Heimatzeitschrift „Der Harz" berichtet —, seine junge Bögel meist auf einem großen Reff, das 210 kleine Käfige faßte, selbst nach Bremen, Hamburg und Holland, später sogar nach Amerika. Von einer solchen Reise brachte er einmal einige wilde Kanarienvögel mit, die Schiffbrüchige auf den Kanarischen Inseln gefangen hatten. Aus der Kreuzung dieser echten Tiere mit den Krampf, Lähme, Husten, Sieifbeinigkeit durch M. Brockmanns bewährtes -Ofteosan V Der Erfolg wird Sie überraschen! ^'Original-Dose 1.25 K-k. 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Ruf 2464 Vogtsche Privat-Handelsschule Gießen, Goethestr. 32 1 Zündapp J KiS. 500 Mercedes-Benz Zustand f 1 2268Ö LSdiuIze Kreuzplatz, Fernruf 2774 M besten seiner Zucht entstanden die erster „Harzer Roller", graue und graugrüne Bögel, die unter dem Namen „Stamm Trute" in alle Welt versandt wurden und sich durch vier Jahrzehnte an führender Stelle hielten. Nach Trutes Tode gingen seine besten Tiere an den Dresdner Züchter Seifert über, der daraus durch Kreuzung einen mehr gelben Bogel, den Stamm „Seifert" zog. Im Harz blieb die Kanarienzucht nicht auf St. Andreasberg beschränkt; auch in Benneckenstein, Sorge, Hohegeiß und Thale werden die kleinen Sänger gezüchtet. Oie Ananas-Znsel. Im stillen Ozean ist eine der Inseln der Hawai- Gruppe, Lanai, ausschließlich der Ananaskultur gewidmet, nachdem der erste amerikanische Gouverneur nach dem Uebergang der Souveränitätsrechte der Inseln an die Vereinigten Staaten im Jahre 1891 mit der Anlage riesiger Pflanzungen begonnen hatte. Meilenweit erstrecken sich die Ananasfelder auf Lanai. Der Boden ist von ziegelsteinroter Farbe, die fruchtbare Erde war einst glühende Lavamasse. Weithin ziehen sich die Streifen mit den Früchten, die von langen, hellgrünen, säbelartig geformten BK Legemehl füttert, bat guten Eier-Ertrag- 132B4A Gießener Zoo, SelterZweg v Diese große Anzahl ist ein neuer Beweis für ihre Beliebtheit! Generalvertrieb: Baums &Treibig Büromaschinen und -Organisationen GIESSEN Bahnhofstr. 26 1112A Ruf 3700 neben dem Lichtspielhaus Xeder-^edtCT Bahnhofstraße Nr. 16 künstlich gedüngt, und dann das weite Feld mit halbmeterbreiten Papierströlfen bedeckt, die von einer Rolle abgewickelt werden. Das Papier soll die Erde vor heftigem Gewitterregen, vor zu starker Besonnung, vor Unkraut und Insekten schützen. Durch die Streifen werden mit spitzen Eisen tiefe Löcher gebohrt, in die Ananasstecklinge hineingesteckt werden. Es vergehen 18 Monate bis zur Ernte, ist auf Hawai das billigste Volks- ________ Heft der „N e u e n M o d e n w e l t" (Deutscher Verlag, Berlin) zeigt die Vorliebe für Streifenkleider in diesem Frühling. Die Streifen sind oft gleichzeitig senkrecht und waagerecht verarbeitet oder durch Falten „verjüngt", so daß ganz neuartige modische Bilder entstehen. Außerdem fallen die vielerlei Variationen der neuen Jacken auf, die es diesmal in allen Formen und Längen gibt. Alberts Gartendünger Hakaphos-Neu Peru-Guano Nitrophoska Huminal B Nettolin Schwefels. Ammoniak Leuna-Salpeter Sup.erphosphat Kalisalz 40% Hornspäne Knochenmehl empfiehlt 2194A Samenhaus Heb.Hahn Bahnhofstraße, Telefon 3403 Jetzt ist’s Zeit eine schöne Frühjahrstasche zu kaufen! Sie erhalten Sie elegant, gut u. wie immer sehr preiswert bei 1937er Nalorwein p. Ltr. HM. 0.80, in Fässern jeder Größe u. Kisten von 30 Flaschen an 1937er alkobolfr. 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Etwa 10 000 Menschen finden hier, wie in „Reclams Universum" ausgeführt wird, Beschäftigung; meist sind es Chinesen und Japaner, da die Eingeborenen zu faul sind und die Arbeit bei der Ernte sehr geschickt und in fieberhafter Eile aus- qeführt werden muß. Am gleichen Tage, wo die Frucht mit dem Messer von der Wurzel getrennt wird, soll sie bereits gereinigt, geschnitten, konserviert uni), in Dosen verpackt sein, da nur so Frische und Aroma jahrelang erhalten bleiben. Die geernteten Früchte werden mit Lastwagen zum Hafen gebracht und auf bereitstehende Dampfer verladen. In Honolulu werden sie schnellstens der Fabrik zugeleitet und hier gesäubert, sortiert, geschält, zerteilt und gekocht; schon am Abend liegt die in der Frühe geerntete Ananas in verlöteten Konservenbüchsen. Nach der Ernte wird das Kraut mit der Wurzel entfernt, die Erde umgegraben und Rotraut Richter anläßlich der Erstaufführung ihres Filmes „Der Bieberpelz“ in jeder Vorstellung persönlich auf der Bühne des Lichtspielhauses vorstellen Autogrammstunde Saatkartoffeln Deutsche Erstlinge, Hochzucht Juli, anerk. Nachbau Flava,, mittelfrühe, anerk. Nachbau Industrie, anerk. Nachbau MODEHAUS f