Hr.4 Erstes Blatt erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild • DieScholle Monatr-Vezugspreis: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte e 1.80 Zustellgebühr . „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernsprechanfchlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen Postscheckkonto: Krankfurt am Main 11686 188. Jahrgang Donnerstag, 6. Januar 1938 Sietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vriihlsche UniverfilStrdruckerei ».Lange in Sieben. Schristleitung und SeschSstrstelle: Schulstrahe 7 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis8'/,Uhr des Vormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf.. für Textanzeigen von 70mm Breite 50 Rpf.,Platzvorschrift nach vorh.Vereinbg.25°/a mehr. ermäßigte Grundpreise: Stellen-, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Npf., Familienanzeigen. Bäder-, Unterrichts- u. behördlicheAnzeigen6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B Beschlüsse des rumänischen Ministerrats. Oer Weg zu Goga. Don unserem K. Sch.-Berichterstatter. Bukare st, 1. Januar 1938. Soeben komme ich aus der Wohnung des Ministerpräsidenten Octaoian Goga. Ein kleines, einstöckiges Gebäude in einer ruhigen Nebenstraße unweit des Ministerpräsidiums. Die Kabinettsmitglieder verlassen gerade das Haus ihres Chefs, dem sie ihre Neujahrsglückwünsche ausgesprochen haben. Um mich einige Polizisten, einige Anhänger der national-christlichen Partei mit dem Abzeichen, das unserem Parteiabzeichen ähnlich ist, nur, daß das blaue Hakenkreuz auf gelbem Grunde steht und so den Dreiklang: blau-gelb-rot, die rumänischen Farben, ergibt. Goga tritt heraus, um sich den Photographen zu stellen. Er schüttelt mir, als ich ihn zum Siege seiner Idee beglückwünsche, mit großer Herzlichkeit die Hand. Während der vergangenen zwei Monate ist es in der rumänischen Innenpolitik heiß hergegangen und Goga hat seine Partei zwischen Scylla und Charybdis hindurchgesteuert. Wie ist es zugegangen, daß das neue Jahr in Rumänien unter dem Stern Gogas seinen Einzug hält? Vergegenwärtigen wir uns des besseren Verständnisses halber das rumänische Parteiwesen. Tradition war das System der zwei großen Parteien; die eine war an der Macht und hatte sie nach einer Reihe von Jahren, längstens nach vier Jahren, abgewirtschaftet, so wurde die andere berufen, und was dieser bei den dann fälligen Wahlen an Volkstümlichkeit abging, wurde durch Wahlterror und Wahlfälschung ersetzt. Ob sich die Parteien nun „liberal" oder „konservativ" nannten, ausschlaggebend waren die Personen, die sie trugen. Das hängt damit zusammen, daß die soziale Schichtung Rumäniens keinen Mittel st and kennt. Zu 80 v. H. ist es ein Bauernvolk, und die Politik wird von einer dünnen Oberschicht gemacht, die des gleichen Geistes Kind ist. Die sozialdemokratische Partei spielt ein Schattendasein und hat Anhänger nur unter der Berg- und Jndustrie- arbeiterschaft, der Bodenhunger des Bauern wurde sofort nach dem Weltkrieg durch die Bodenreform gestillt, als linksstehend kann man nur einen Flügel der Nationalzaranisten bezeichnen. Die heutige Gruppierung der Parteien läßt sich nur unter einem, eigentümlich rumänischen Blickpunkt verstehen. „Rechts" ist alles, was die Juden- frage in Rumänien verstanden hat. Bei den letzten Wahlen hat die jüdische Wählerschaft, die früher fest bei den Liberalen verankert war, großenteils für die Nationalzaranisten gestimmt. Und trotzdem hat diese Partei, die vor der Neubetrauung des Kabinetts Tatarescu mit der Begründung an die Macht wollte, die Liberalen seien vier Jahre am Ruder gewesen, jetzt müsse sie wieder in die Ministersessel, nur 20 v. H. der Stimmenzahl erhalten. Selbst diese sind nicht als Gegner der Regierung Goga zu werten, denn mit ihren vier nationalzaranistischen Kabinettsmitgliedern ist eine Bresche in die Partei gelegt; den Anfang haben die gemacht, die die Arbeit dem Wortemachen vorziehen, die vor allem die antidynastische Einstellung der Partei mißbilligen, die seit Manius Vorsitz das A und O aller Entschlüsse ist. Es ist heute deutlich zu erkennen, wo der Schlüssel zum Verständnis der letzten Entwicklung liegt. Das ist jener „Nichtangriffspakt", den Maniu mit Codreanu und noch zwei anderen schloß. M a n i u , der Erzdemokrat, ging zu Codreanu, dem Gegner des Parlamentarismus und Verfechter der Totalität — weil er die gemeinsame Gegnerschaft zum König über alles stellte. Er hat dadurch Codreanu und die „Eiserne Garde" (ihr heutiger Name ist „Legionärsbewegung" oder Partei „Alles für das Land") erst eigentlich salonfähig gemacht. Was war das Ergebnis für den Bauern, der Feuer und Wasser sich vertragen sah? Er ging hin und wählte Codreanu. An den Urnen aber saßen Legionäre und Manius Bauernwacht und achteten darauf, daß auch nicht eine Stimme verloren ging. So geschah das Unglaubliche, in Rumäniens Geschichte noch nicht Dagewesene: eine amtierende Regierung konnte sich die für eine Mehr- heitsbildung im Parlament erforderlichen 40 v. H. nicht verschaffen. Sie erhielt knapp 36 v. H. Daß diese Wahlen so frei waren, daß sie die wahre Stimmung des Volkes widerspiegelten, lag nicht nur an dieser Ueberwachung; es hätte sonst Mord und Totschlag gegeben, und doch ist nichts von alledem gewesen. Die Regierung Tatarescu wollte keine Wahlfälschung. Mag sein, daß die Liberalen sich im Vertrauen auf die mit ihnen Verbündeten (Vaida - Voevod, Jorga, Ukrainer, deutsche Volksgemeinschaft) allzu sicher gefühlt haben, und daß es zu spät war, als sie die Früchte ihres Selbstverttauens erkannten. Wichtiger ist, daß der höchste „konstitutionelle Faktor", rote man in Rumänien sagt, der König, eine ehrliche Wahl gewünscht hat, um zu wissen, woran er fei. Vielleicht wäre es auch König Carol lieber gewesen, die Liberalen hätten weiter regieren können, damit die ruhige Entwicklung des rumänischen Lebens nicht gestört werde. So oder fo — auch der Kurs der Liberalen ging e in ö e u 11 g nach rechts, die Jungen dort find schon langst nicht mehr „liberal", sondern antisemitisch gesinnt. Allein die beiden Rechtsparteien, bie a 11 o = nalchristlichen und die Partei „Alles für das Land", hatten zusammen 25 v. H. erhalten, und um ein Bild der Rechtsströmung ZU erhalten, muß ein großer Teil der „liberalen" Stimmung hinzugenommen werden. Das wesentliche Ergebnis der rumänischen Wahl war ein Rechtsruck. Mit 16 o. H. stellte sich die Partei „Alles für das Land als zahlenmäßig stärkste Rechtsgruppe dar. die Bukarest, 5. Jam (DNB.) Zur Ueberprüfung der in jüdischen Händen befindlichen Schankkonzessionen wurde ein Ministerausschuß eingesetzt. Die Entziehung der Schankkonzessionen soll nur im Rahmen der bestehenden Gesetze, namentlich des Gesundheitsgesetzes, erfolgen. Ein zweiter Ausschuß soll Maßnahmen zur Nachprüfung der auf betrügerische Weise erworbenen Staatsbürgerschaft ausarbeiten. Ferner wurde beschlossen, in bestimmten Fällen bei nicht- rumänischen Wirtschaftsunternehmen Regierungs- beauftragte einzusetzen, und zwar bei solchen Unternehmungen, die mit Kapital arbeiten, das seinen Ursprung zwar bei rumänischen Staatsbürgern, aber nicht bei Blutsrumänen hat. Die V erbt l l i g u n g s a k t i o n der Regierung soll sich zunächst auf Baumwolle und Zucker erstrecken. Schließlich teilte der Unterrichtsminister eine Verfügung mit, daß der Unterricht in rumänischer Sprache und Geschichte nur von Blutsrumänen erteilt werde, sowohl in den Staatsschulen als auch in den Schulen der Minderheiten. Der außenpolitische Kurs. Gute Wirtschaftsbeziehungen auch zu Deutschland und Italien. Der neue rumänische Außenminister, Micercu, erklärte dem Bukarester Vertreter des „Temps", daß die Auffassungen der Nationalchristlichen Partei Rumäniens ebensowenig mit dem italienischen Faschismus wie dem deutschen Nationalsozialismus wesensgleich seien. Es bestehe auch keine Verwandtschaft mit der französischen Auffassung des Menschenrechtes. Die Lehrmeinung seiner Partei beziehe sich ausschließlich auf die R e ch t e des rumänischen Bürgers in Rumänien. Rumänien könne nicht mit jenen Völkern Wirtschaftsverhandlungen führen, die an den wirklichen Absichten Rumäniens zweifelten. Andererseits hätten vordem Kriege stets Wirtschaftsbeziehungen zwischen Rumänien und Deutschland bestanden. Diese Beziehungen könnten daher auch heute niemanden überraschen. Zwischen Rumänien und Italien sei von jeher Sympathie vorhan- London, 5. Jan. (DNB.) Nach einer amtlichen Mitteilung betrug die Zahl der Arbeitslosen in Großbritannien am Stichtag des 13. Dezember 1665 407. Das stellt eine Erhöhung im Vergleich zum 15. November um 161 204 dar. Verglichen mit dem 14. Dezember 1936 ist zwar eine Abnahme der langfristig Arbeitslosen um 51000, aber ein Sin ft eigen der zeitweiligen Arbeitslosen um rund 145 000 festzustellen. * Die Regierungspresse versucht für diese Entwicklung zum Teil die ungünstigen Wittern 'n gsbeöingungen am Stichtage der Erhebung verantwortlich zu machen. Die „Times" fügt aber noch hinzu, daß zweifellos auch die Weltmarktlage ihre Rückwirkungen gezeigt hätte. Das Blatt kommt nicht um die Feststellungen herum, daß in den letzten beiden Monaten des vergangenen Jahres zusammen die Arbeitslosigkeit in England „um die schreckliche Gesamtzahl von 275 000 zugenommen" hat. Die liberale „News Chronicle" ermahnt die Regierung, keinen übertriebenen Optimismus an den Tag zu legen. Es sei dumm von den Ministern, weiter zu behaupten, daß die Gefahr eine Krise nicht bestünde. Wenn die Regierung Pläne zur Verhinderung einer Krise habe, so solle sie die veröffentlichen. Das Blatt der La- bour Opposition, der „Daily H e r a l d", schreibt, die Lage sei sehr ernst. Es wäre ein Betrug an der Nation, diesen Ernst verbergen zu wollen. Das Blatt fordert, daß der Lohn weiter erhöht und öffentliche Arbeiten in Angriff genommen werden müßten. auch innerlich sicher die kräftigste ist. Aber der König konnte Codreanu nicht zu sich rufen und ihn betreuen. Codreanu kann sich mit Maniu in der Opposition verbünden, aber nicht in der Regierung. Er kann sich mit niemand koalieren. Und mit 16 v. H. regieren? Mit Maniu aber hatte sich Codreanu doch gegen den König verbündet? Außerhalb dieses Paktes war indessen Goga geblieben. An der monarchistischen Einstellung der National-christlichen Partei ist kein Zweifel. So erhielt sie den Auftrag, obwohl sie nur 9 v. H. der Stimmen hatte. Sie kam als einzige Lösung in Frage, weil die Linken erschöpft sind und eine wohlwollende Neutralität einnehmen, andere Gruppen sogar dafür sind, und weil der Doktrinär Maniu es sich selbst zuzuschreiben hat, daß ein Teil seiner Partei mit Goga mitmacht. Das Kabinett Goga soll — das ist sein Sinn — dem V o l k s w i l l e n Rechnung tragen, es ist der letzte Versuch des Königs, noch einmal (auf dem Wege über Neuwahlen) parlamentarisch zu regieren, und es ist zugleich ein großangelegter Versuch, der „Eisernen Garde" den Wind aus den Segeln zu nehmen. , Soweit die verwickelte Geschichte des Werdens dieser Negierung. Ihre Absichten hat der Ministerpräsident ausgesprochen. Die Neuwahlen stnden den gewesen. Die neue Regierung werde sich daher ebenso mit den Wirtschaftsbeziehungen zu Deutschland wie mit den Sympathien für Italien beschäftigen und sie roeiterentroicfeln. Trotzdem werde Rumänien auch in Zukunft zu Frankreich halten, denn kein Rumäne vergesse, was er diesem Lande schuldig sei. Die Juden machen Pans und London mobil. London, 5. Jan. (DNB.) Die britische Regierung hat ihren Gesandten in Bukarest beauftragt, die neue rumänische Regierung „in freundlichster Weise an die Interessen zu erinnern, die die britische Regierung stets an dem Minderheiten- vertrage genommen hat, den Rumänien und die alliierten Mächte am 9. Dezember 1919 in Paris unterzeichnet haben". Dieser Vertrag stelle den völkischen, religiösen und sprachlichen Minderheiten ihre politischen Rechte und die religiöse Freiheit sicher. Auch die französische Regierung plant einen ähnlichen Schritt in Bukarest. Daß sich das Interesse Englands und Frankreichs an den rumänischen Minderheiten ausschließlich auf die Juden bezieht, geht aus einer Meldung des Warschauer „Dziennik Narodowy" hervor. Das Blatt schreibt, die Haltung der neuen rumänischen Regierung habe das internationale Judentum derartig mit Unruhe erfüllt, daß es die Außenministerien in Paris, London und Washington um Hilfe angegangen und von ihnen als Signatarmächte der Minderheitenverträge von 1919 die Verteidigung der jüdischen Belange auf der nächsten Sitzung in Genf gefordert hat. Die Regierungen Englands und Frankreichs hätten bereits auf die Minderheitenoerträge hingewiesen. Infolge der Befreiung Deutschlands und Italiens vom FreiMaurertum und jüdischer internationaler Hochfinanz hätten die Befreiungsversuche der nerjubeten Staaten heute weit mehr Aussichten auf Erfolg als noch vor eini- ' gen Jahren. Darum würden auch die Bemühungen des Kabinetts Goga das Störungsfeuer aus Genf und die Machenschaften der Juden gegen die rumänische Regierung in der Welt zunichtemachen. Beschleunigte Mechanisierung der englischen Armee. London, 5. Jan. (DNB.) In England befinden sich 40 bis 50 Offiziere aus den Dominien, um die Mechanisierung der britischen Armee kennen zu lernen. Reuter schreibt, drei von sechs Kavallerieregimentern in Alderschvt seien bereits mit leichten Tanks ausgerüstet. Auch die drei restlichen Regimenter würden binnen kurzem mit Tanks versehen. 1936 habe die Royal Heares- Artillerie noch 4751 Pferde besessen, diese Zahl sei im letzten Jahr auf 1241 zusammengeschrumpft. — 30 Infanterie-Regimenter sollen mit schweren Maschinengewehren ausgerüstet werden. Alle übrigen Infanterie-Regimenter erhalten das „leichte Brenngewehr". — Das lang erwartete Tank-Ab- wehr-Gefchütz werde bald eingeführt werden. Es benütze ein Geschoß von 0,55 Zoll (ca. 12,7 mm) und könne auf rund 500 Meter Entfernung einen leichten Panzer durchschlagen. Geneffe w!rd größter Militärlusthafen im Nahen Orient. London, 5. Jan. (DNB.) Wie aus Port Said gemeldet wird, hat das britische Oberkommando der Suez-Kanal-Zone den Beschluß gefaßt, in Geneffe den größten Militärflughafen im Nahen Orient bauen zu lassen, und zwar zum Schutze des Suezkanals gegen Luftangriffe. Die ägyptische Regierung werde sich am Bau dieser großen Flugbasis finanziell beteiligen. Außerdem erwäge man, den Zivilflugplatz von Port Said beträchtlich zu erweitern, damit er im Notfälle als militärischer Stützpunkt benutzt werden könne. zum spätest möglichen Zeitpunkt statt. Inzwischen bietet sich Gelegenheit zu praktischer Arbeit. Goga will zeigen, daß er regieren kann. Seine Maßnahmen sind durchaus volkstümlich. Sie sind gegen d i e jüdische Vorherrschaft in Wirtschaft und Kultur gerichtet, aber sie beabsichtigen auch eine Erleichterung der Lage des Bauern durch Beseitigung von Härten. Leicht hat es der Ministerpräsident nicht, und er weiß es. Doch im Jahre 1938 kann er manches wagen, was noch vor Jahren undenkbar erschienen wäre. Rumänien ist nur ein Glied in einer großen Weltströmung, die sich nicht aufhalten läßt: die Besinnung der Völker auf sich und ihr wahres Sein. Goga weiß, was er wagen darf und was nicht. Seine Außenpolitik wird sich von der feines Vorgängers nur im Tempo unterscheiden. Es bleibt dabei, daß Rumänien nicht experimentiert, seine eingegangenen Verträge hält, seine Annäherung an Deutschland und Italien fortsetzk. Es bleibt dabei, daß es mit dem Titulescu-Kurs unwiderruflich vorbei ist. Diese Politik liegt fest, seit sie der König in die Hand genommen hat, sie wird jetzt nur sichtbarer werden. Rumäniens Herrscher hat gezeigt, daß er nicht gewillt ist, sein Land und sein Volk zum Spielball parlamentarischer Interessen werden zu lassen. Indiens Kampf um nationale Freiheit. Don unserem G. £. £ -Berichterstatter. Nachdruck verboten! Delhi, Ende Dezember 1937. Indien befindet lich zwar fei* Jahren im Scymelztiegel, aber kein Jahr hat zuvor einen solchen Kristallisierungsprozeß herbeigeführt, wie das jetzt vergangene. Wandlungen in großem Umfange! find in der äußeren und inneren politischen Aus-, richtung vor sich gegangen, der jahrelang unterirdisch und offen geführte Kampf um die nationale Freiheit ist 1937 in ein neues Stadium getreten und um einen bedeutenden Schritt vorwärtsgetragen worden. Das erste Ergebnis des Kristallin sierungsprozeffes im brodelnden Kessel des Wahlkampfes war zu Anfang des Jahres der S Le & der Kongreß Partei in anfangs sechs und schließlich in sieben von elf Provinzen Britisch-Jndiens. Eine bis dahin als illegal angesehene freiheitliche Volksbewegung war mit über-, wältigender Mehrheit vom indischen Volke zur Herrschaft bestimmt worden, eine Bewegung, art deren Spitze die beiden bedeutendsten indischen Freiheitskämpfer, Mahatma Gandhi und Pandit Nehm standen. „Völlige politische Unabhängigkeit für Indien" war das Losungswort gewesen, mit dem der Kongreß in den Wahlkampf gegangen war und ihn gewonnen hatte. Am 1. April folgte' dann die Einführung der neuen indischen Verfassung in den Provinzen Britisch-JndienS. und ' mit ihr der Streit um die Frage ders Aemterannahme durch den Kongreß. Nachi dem drei Monate lang Minderheitenkabinette iw den Kongreßprovinzen regiert hatten, entschloß sich' endlich der Kongreß unter dem überwältigenden Einfluß des Mahatma auf der berühmten Tagung in Wardha zur Annahme von Aemtern und Bildung von Kongreßkabinetten in den Provinzen, wo er die überwiegende Mehrheit besaß. Das zweite Ergebnis des Kristallisieryngs» Prozesses manifestierte sich in der einheitlichen Richtung der Kongreßpolitik in den sechs Provinzen! der Kongreßraj, wie sie von Wardha aus diktiert wurde. Diese Politik war gekennzeichnet durch einen starken nationalistischen Auftrieb, nicht nur auf. politischem, sondern auch auf wirtschaftlichem Gen biete. Die Prohibition soll auf Wunsch des Mahatma innerhalb von drei Jahren durchgeführt werden, in den verschiedensten Distrikten wurde sie' sofort probeweise eingeführt. Die zahllosen Toddyn kneipen wurden in Teehäuser verwandelt, und schott jetzt macht sich eine starke Zunahme des TeekonsumS in Indien bemerkbar. Die Einführung des einheimischen Kadhi als Kleidung in allen Behörden der Kongreßprovinzen brachte eine Förderung der einheimischen Baumwolltextilindustrie und entspechend einen weiteren Rückgang in der Einfuhr von ausländischen Baumwollproduktem Spinnen ist wieder die Losung in Indien get worden. Einfachheit der Lebenshaltung wurde zum sichtbaren Symbol der Kongreßherrschaft. Ferner war die Politisierung der Massen ein weiteres Kennzeichen der Kongreßpolitik. Man ist auf dem Wege, eine disziplinierte Massenorganisation zu schaffen, wie sie Indien zuvor noch nicht gekannt hatte. Daß diese Massenorganisation zu einer anti-kapitalistischen Einheitsfront ausgebaut werden soll, braucht nicht besonders betont zu werden. Ist nun die britische Herrschaft durch diese Entwicklungen im letzten Jahre in Gefahr geraten? Diese Frage ist vorerst noch zu verneinen. Zwar hat die neue Verfassung den Indern! ein starkes Maß an Freiheit in der Selbstverwaltung in den einzelnen Provinzen gebracht, aber, bei Licht betrachtet ist diese Freiheit doch recht' problematisch. Die Sicherungen, die sich die Briten in der neuen Verfassung vorbehalten haben, machen! die parlamentarischen Regierungen im Ernstfall zur Farce. Das letzte Wort hat immer noch der Gouverneur zu sprechen. Er kann ein von beiden Häusern verabschiedetes Gesetz nach eigenem! Ermessen annehmen oder ablehnen, oder er' kann die Entscheidung dem Generalgouverneur überlassen. Dies ist der Kardinalpunkt, gegen den sich der Angriff des Kongresses in breiter Front richtet. Aber der Kampf dürfte vorläufig noch erfolglos sein. Eine weitere Stütze der Briten in Indien bilden ferner die Maharadschas, deren Gebiet eilt Drittel ganz Indiens umfaßt. Sie fürchten den Kongreß, da sie genau wissen, daß bei! einer absoluten Machtstellung des Kongresses es mit ihrer Herrschaft für alle Zeiten vorbei sein roürbe< Die Briten sind daher eifrig bestrebt, den All- Indischen Bund in möglichst kurzer Zeit aus! der Taufe zu heben. Gegen diesen Bund aber wird' in Kongreßkreisen die leidenschaftlichste Propaganda gemacht. Man will nicht, daß die „rückständigsten! und feudalsten Elemente", als welche man die indischen Fürsten bezeichnet, zur Mitbestimmung art dem allgemeinen Schicksal des großen indischen Volkes zugelassen werden. In diesem Kampfe werden sie auch von den 75 Millionen Mohammeda? n e r n in Indien unterstützt. Tragisch ist die Uneinigkeit, die immer noch 3 ro i n scheu den Hindus' und Mohammedanern herrscht. Sind sich auch beide Glaubensgemeinschaften in der Ablehnung des föderativen Schemas der neuen Verfassung einig, so gehen ihre sonstigen politischen Ziele doch stark auseinander^ Der Präsident der All-Jndia Muslim League, Mr. M. A. Jinnah, hat sich auf der letzten Tagung der Liga deuttich vom Kongreß und seiner Politik GteigendeArbeitslosenziffern in England distanziert und mit den Führern der Unionisten- Partei im Punjab und der Proja-Partei in Bengalen vereinigt Die Mohammedaner fürchten, unter der Kongreßherrschaft, die sie als eine reine Hinduangelegenheit ansehen, ihr politisches Eigenleben zu verlieren, sie wollen sich nicht mit dem Kongreß verschmelzen und ihn somit politisch noch weiter stärken. Auch diese Uneinigkeit kommt na- türlich den Briten allein zugute. Solange sich Mohammedaner und Hindus immer noch aus religiösen Motiven die Köpfe einschlagen, können die Briten in Indien unbesorgt um ihre Herrschaft sein. Trotz dieser Gegensätzlichkeiten und Widersprüche innerhalb der politischen Entwicklungen in Indien, trotz der Fesseln, die die neue Verfassung der Entwicklung zur Selbständigkeit dem indischen Volke auferlegt, und trotz der probritischen Einstellung der meisten indischen Fürsten und der sonstigen Einflüsse, 1 die eine Begünstigung der britischen Herrschaft in Indien darstellen, hat das britische Prestige aber doch durch die nationalistische Kamp- feswelle, die der Kongreß in Bewegung setzte, erheblich gelitten. Das kann man schon an der äußerst scharfen und freien öffentlichen Kritik beobachten, denen die Briten und die britische Herrschaft in letzter Zeit ausgesetzt sind. Man fühlt sich bereits als Herr im eigenen Hause. Viele Inder verlangen die lange versprochene Dominion- Stellung. Indien würde in diesem Falle ein loyales Mitglied im Britischen ComMon Wealth werden. Der Kongreß aber fordert die absolute politische Unabhängigkeit, ebenso die All Indische Muslim Liga. Man verlangt die Nationalisierung der indischen Armee. Bereits in den Verhandlungen über den Abschluß eines neuen Handelsvertrags, der das Ottawa- Abkommen ersetzen soll, merkte London, daß die indische Delegation ziemlich einmütig gegen die Forderungen Dundees und Lancashires stand, daß man nicht gesonnen ist, dem Britischen Weltreich noch weitere Konzessionen einzuräumen. Ferner hat die Entsendung von ein paar indischen Truppen nach China hier die stärkste Kritik heroorgerufen. Politische Führer des Kongresses erklärten, daß die Zeit vorbei sei, wo indische Truppen für Empire- zwecke ausgenutzt werden könnten. Es dürfte daher trotz der immer noch vorhandenen Machtstellung Englands in Indien heute nicht mehr möglich sein, größere indische Truppenmassen, wie seinerzeit im Weltkrieg, bei einem kriegerischen Konflikt Englands mit einem anderen Lande einzusetzen. Indien will seine Soldaten nur für den Schutz und die Selbständigkeit des eigenen Vaterlandes einsetzen. Diese Frage ist die gefährlichste Frage für die Briten in Indien, man spricht deshalb nicht gern darüber. „Die rote Hand hinter der Llnruhe der Welt." Ein Engländer über die kommunistische Gefahr. London, 6. Ian. (DNB. Funkspruch.) Unter der Ueberschrift „Die rote Hand hinter der Unruhe der Welt" befaßt sich Jan Colvin im „Daily Telegraph" mit der kommunistischen Gefahr für die Welt. Der Kommunismus habe sich vor Ausbruch des Bürgerkrieges in der spanischen „Regierung" getarnt und von hier aus seine Politik der Zerstörung durchgeführt. Colvin zitiert den amerikanischen Journalisten Knoblaugh, der schätzt, daß im Madrider Gebiet 60 000, in dem von Valencia 30 000 und in dem Gebiet von Barcelona 50000 Menschen hinter der bolschewisti- schen Front ihr Leben lassen mußten. Diese Zahlen deuteten die furchtbare Grausamkeit an. Colvin fragt bann, ob der japanische. „Imperialismus" nicht doch recht habe, wenn er behaupte, daß in China tatsächlich eine k o m - munistische Provokation zutage trete. Der Verfasser verweist auf zwei Bücher, auf das des amerikanischen Journalisten Edgar Show und des neuseeländischen Journalisten James Bertram, die übereinstimmend feststellen, daß Tschiangkai- s ch e k im Dezember 1936 während seiner Gefangennahme durch Tschansueliang gezwungen worden sei, einen Waffen still st and mit den Kommunisten zu schließen und eine Politik der Zusammenarbeit mit Japan aufzugeben. Auf jeden Fall habe in China ebenfalls der Kommunismus seinen Finger im Brei. Der Verfasser schließt mit der Warnung, daß es daher nicht übertrieben sei, Wachsamkeit, Einigkeit, Klugheit und Patriotismus zur Verteidigung gegen derartige Gefahren zu fordern. Woroschilow fährt nach Wladiwostok. Sowjetrussische Befürchtungen im Fernen Osten. Paris, 5. Jan. (DNB.) Wie der „Matin" mel- det, wird sich der sowjetrussische Kriegskommissar Woroschilow in Kürze nach W l a d i w o st o k begeben. Der japanische Vormarsch in N o r d ch i n a habe eine starke japanische Armee an die Grenze der Aeußeren Mongolei geführt und Sowjetrußland dadurch teilweise von China abgeschnitten sowie Japan die Schaffung eines Pufferstaates, nämlich der Inneren Mongolei, erlaubt. Dieses politische Gebilde mit seinen vier Millionen Einwohnern werde unfehlbar eine starke Anziehungskraft auf die 600 000 bis 800 000 der Sowjetherrschaft unterworfenen Mongolen ausüben. Würde die Aeußere Mongolei trotz der GPU. „ins Schwimmen geraten", dann bedeute dies die Zersetzung dieses für die Sowjets wichtigen Marktes und habe gleichzeitig die F e st s e tz u n g Japans an der sibirischen Grenze Transbaikaliens zur Folge. Mit anderen Worten: Ganz Ostsibirien mit Blücher und seiner Armee, mit Chabarowsk und Wladiwostok sei vom Rücken her bedroht. Das würde für die Einwohner Sibiriens die unverhoffte Gelegenheit sein, sich von dem Terror des Kreml zu befreien, es würde Sowjetrußlands Hoffnung, jema.ls die Großmacht Asiens zu werden, vernichten. Gleichzeitig würde dies, schreibt der „Matin" schließlich, der Anfang eines gewissermaßen indischen Weltreiches Japans in Nordchina fein; Japan würde aufhören, Jnsel- macht zu sein. Oie Zivilbevölkerung muß Madrid räumen. Paris 5. Jan. (DNB.) Eine Verfügung des spanischen Bolschewistenausschusses gibt bekannt, daß die Zivilbevölkerung Madrid in späte st ens einem Monat zu räumen habe. Nur solche Personen dürfen in Zukunft in Madrid bleiben, de- Bestandsaufnahme des deutschen Volkes Oie große Volks-, Berufs- und Betriebszählung am 17. 1938. Nach fünfjähriger Pause wird am 17. Mai 1938 wieder eine große Volks-, Berufs- und Betriebszählung stattfinden, deren Durchführung das Gesetz vom 4. Oktober 1937 geregelt hat. In mehr als einem Punkt wird sich die bevorstehende Volkszählung von den bisherigen unterscheiden. Da die letzte Volkszählung 1933, kurz nach der Machtübernahme durchgeführt wurde, kommt der Volkszählung 1938 die Bedeutung einer glücklichen Bilanz des Dritten Reiches zu. Haben sich doch Volk und Wirtschaft, Arbeits- und Vermögens- Verhältnisse so grundlegend im günstigen Sinne geändert, daß wir mit einem Ergebnis rechnen dürfen, das eine neue bessere Basis ergibt. Vor dem Krieg fanden regelmäßig alle 5 Jahre Volkszählungen, und in unregelmäßigen Abständen Berufs- und Betriebszählungen statt. So war es bis 1910, der letzten Volkszählung der Vorkriegszeit. Der Krieg und die Wirrnisse der Nachkriegsund Systemzeit machten eine geordnete Bestandsaufnahme unmöglich. Erst 1919 wurde eine Zwischenzählung durchgeführt, die ein trauriges Bild ergab. Eine große Volkszählung konnte erst sechs Jahre später gemacht werben. Wenn auch diele Zählung kein sonderlich günstiges Bild ergab, so doch die erfreuliche Feststellung, daß die Bevölkerungszahl wieder auf 63 Millionen Deutsche an» gestiegen war, nachdem die Zwischenzählung 1919 einen Rückgang auf 59 Millionen gebracht hatte. Die 1930 fällig geworbene Volkszählung mußte unterbleiben, da man in jener traurigen Zeit kein Geld für eine so notwendige Aktion ausgab. Es blieb der Staatsführung des Dritten Reiches vorbehalten, unmittelbar nach der Machtübernahme 1933 nach achtjähriger Pause wieder eine Volkszählung durchzuführen, die ein Ansteigen der Bevölkerung auf 66 Millionen ergab. Sowohl 1925 wie auch 1933 wurden die Volkszählungen mit der Berufs- und Betriebszählung verbunden. Die Volkszählung 1938 wird eine Boden benutzungs- zähluna mit sich bringen. Im Gegensatz zu den früheren Zählungen wird sie nicht im Juni, sondern Mitte Mai stattfinden, um genauere Angaben über die Bodenbenutzung erhalten zu können. Die Zählung 1938 wird in vier Teile zerfallen, 1. Volkszählung, 2. Berufszählung, 3. Zählung der gewerblichen Betriebe, 4. Zählung der landwirtschaftlichen Betriebe. Die gewerblichen und landwirtschaftlichen Betriebe sind in der Zählung voneinander getrennt, weil sie grundverschieden sind. Sie erhalten auch getrennte Zählungsformulare. Die Volkszählung umfaßt alle Angaben über die Person, Familienzugehörigkeit, Alter, Religion usw. Bei der Frage nach der Religion ist die rechtliche Zugehörigkeit maßgebend. Wichtig ist gerade in der heutigen Zeit die Frage nach der Muttersprache. Hier ist eine möglichst genaue Bestimmung vorgenommen worden. Unter Muttersprache ist die Sprache zu verstehen, die der Betreffende am liebsten in der Familie gebraucht und in der er denkt. Es kann dabei Vorkommen, daß zwei Sprachen gleichrangig nebeneinanderstehen. In diesem Fall sind beide als Muttersvrache einzutragen. Neu ift>bie Frage nach der blutmäßi- gen Abstammung. Sie wird einen genauen Ueberblick über die rassische Zusammensetzung des deutschen Volkes ermöglichen. Auch die Frage nach dem Alter hat besondere Bedeutung, da sie gestattet, den Altersaufbau des deutschen Volketz kennenzulernen und nicht zuletzt die Wehrfähigkeit danach einzuschätzen. Gerade weil der Altersaufbau des deutschen Volkes durch Kriegs- und Nachkriegszeit erheblich gestört wurde, ist es erforderlich, ihn genau zu verfolgen. Wenn auch mit einem erfreulichen Anwachsen der Bevölkerungsziffer zu rechnen ist (die augenblickliche Zahl dürfte mit 67,6 Millionen anzugeben fein, die Volkszählung 1938 wird reichlich 68 Millionen ergeben), o muß die Geburtenzahl doch noch erheblich steigen, wenn in den kommenden Jahren die Sterbeziffer die Zahl der Geburten nicht übersteigen soll. Die Berufszählung wird einen Ueberblick über die wirtschaftliche Struktur des Landes geben. Sie wird zeigen, wie die wirtschaftlichen Maßnahmen des Dritten Reiches sich ausgewirkt haben, wie die Berufe sich verschoben haben, wie der Nachwuchs der Wirtschaft herangewachsen ist, wie stark die Besetzung einzelner Berufe ist, wo eine zu geringe und zu starke Besetzung vorliegt. Aus allen diesen Zahlen wird der Staat seine Erkenntnisse schöpfen und auf Grund dieser Erkenntnisse neue Maßnahmen treffen. Nur ein Staat, der sich selbst prüft und die Wirkung seiner Maßnahmen verfolgt, kann auf dem rechten Wge bleiben und für Volk und Land das Richttge tun. Die gewerbliche Betriebszählung umfaßt das gesamte Gewerbe, Industrie und Handwerk, Bergbau, Handel, Versicherungen, Bankwesen, Verkehr. Dabei wird nicht allein die Anzahl der Betriebe gezählt, sondern auch die Betriebsform, die Zahl der beschäftigten Personen, und die Verwendung motorischer Kräfte. Bei der kommenden Volkszählung wird das Handwerk in ganz besonderer Weise berücksichttgt und herausgestellt. Das Handwerk ist früher mit der Industrie zusammengefaßt worden. Deshalb war es bis 1929 nicht möglich, die genaue Zahl der Handwerksbetriebe in Deutschland zu ermitteln, geschweige denn die Zahl der Gesellen, Lehrlinge und Kraftmaschinen tm Handwerk. Die erste Arbeit in dieser Richtung ist durch den 1926 eingesetzten Enquete- Ausschuß geleistet worden. Das Handwerk hat schon seit 30 Jahren die Forderung nach einer Sonderzählung erhoben, die nun endlich Erfüllung findet . Im Jahre 1929 ist die Handwerksrolle eingeführt worden, durch die zum erstenmal klar umgrenzt wurde, welche Betriebe zum Handwerk gerechnet werden. Schon damals ist durch den Reicbswirtschaftsminister bestimmt worden, daß die Hanowerksrolle auch als Grundlage für statistische Erhebungen über das Handwerk dienen solle. Inzwischen ist durch die nationalsozialistische Gesetzgebung, also durch die Schaffung der Pstichtorga- nisation und die Einführung des großen Befähigungsnachweises, eine weitere Grundlage für statistische Erfassung des Handwerks gegeben. Bei der kommenden Berufs- und Betriebszählung wird festgestellt, ob ein Betrieb zum Handwerk gehört. Es sind deshalb Fragen über die Organisationszugehörigkeit, über den Besitz der Handwerkskarte und über die Eintragung in die Handwerksrolle, aufgeführt. Man wird erfahren, wieviel Gesellen und Lehrlinge im Betriebe tätig sind, wieviel Kraftmaschinen und Kraftfahrzeuge gehalten werden, ob es Zweigniederlassungen im Handwerk gibt und welche Rechtsform die Handwerksbetriebe haben. Außerdem sind noch 14 Sonderfragen aufgeführt, die nur von Handwerksbetrieben ausgefüllt werden müssen. Der Reichsstand des deutschen Handwerks hat diese Fragen vorgeschlagen. Dadurch sollen persönliche, berufliche und betriebliche Verhältnisse des Handwerksmeisters geklärt werden. Es wird gefragt nach dem Alter, dem Familienstand und der Kinderzahl des Betriebsinhabers. Ferner will man den Ausbildunqsgang (Gesellen- und Meisterprüfung) und den Zeitpunkt der Selbständigmachung ermitteln. Schließlich soll die Verflechtung des Handwerks mit anderen Wirt-, schaftszweigen, wie z. B. mit der Landwirtschaft, dem Handel und dem Gastgewerbe erforscht werden. Durch eine weitere Frage wird festgestellt, ob der Handwerksmeister Hausbesitzer ist. — Im ganzen wird also durch die kommende Berufs, und Betriebszählung ein umfassendes Material über das deutsche Handwerk zusammengetragen. Daraus wird auch die Handwerkswirtschaft selbst Nutzen ziehen. Die landwirtschaftliche Betriebszählung wird wesentlich ausführlicher sein als bei den bisherigen Volkszählungen. Da wird fest- zustellen fein, wieviel Personen im landwirtschaftlichen Betrieb beschäftigt sind, wieviel Familienangehörige und wieviel Fremde. Die Besitzverhältnisse des Bodens, ob Eigentum oder Pacht, werden genau ermittelt. Auch die Viehhaltung wird gründlicher gezählt, wobei das Vieh nach Art und Stückzahl aufzuführen ist. Schließlich wird auch die Maschinenverwendung im landwirtschaftlichen Betrieb nach Art der Maschinen festgestellt. Besondere Bedeutung kommt der Ermittlung der Bodenbenutzung zu. Die Benutzung des Bodens als Acker, Wiese usw. muß genau nach Größe und Art angegeben werden. Aus all diesen Ermittlungen wird die Reichsregierung ersehen können, wie die agrarpolitischen Maßnahmen sich ausgewirkt haben. In der landwirtschaftlichen Betriebszählung werden auch die Gartenbau-, Weinbau- und forstwirtschaftlichen Betriebe gezählt. Die Leitung der Volkszählung 1938 hat wie bisher das Statistische Reichsamt in Berlin. Die Durchführung der Volkszählung liegt in den Händen der Gemeinden, die ihr Gebiet in Zählbezirke einzuteilen haben. Die Zählbezirke, die etwa je 40 Haushaltungen umfassen, werden pon je einem ehrenamtlichen Zähler betreut. Die Statistik ist eine Wissenschaft des 20. Jahrhunderts. Don Jahr zu Jahr gehen immer mehr Behörden und Betriebe dazu über, auf Grund von statistischen Erhebungen die Wirtschaftlichkeit von Unternehmungen zu er- arünben und die Wirtschaftsplanung zu fördern. Statistisches Material wird herangeschafst, damit in Zukunft planvoller gearbeitet werden kann und Kalkulationen zuverlässiger gestaltet werden können. Die Zahl der wissenschaftlich geschulten Personen bei Behörden und Verbänden, die sich mit statistischen Arbeiten zu befassen haben, erhöht sich deshalb von Jahr zu Jahr. Eine geregelte Betriebswirtschaft kann heute auf die Hilfe des Statistikers nicht mehr verzichten, wenn eine produktive Wirtschaftsgestaltung erreicht werden soll. Die Männer der Praxis schätzen häufig die Statisttk weniger, weil sie in ununterbrochener Folge die zahllosen Fragebogen ausfüllen müssen; aber auch unter ihnen gibt es viele, die heute schon den Wert einer guten Statistik erkannt haben. Auf einen Nenner gebracht, kann man wohl sagen, daß Statisttk heute unentbehrlich geworden ist, um Klarheit über wirt» schaftliche Verhältnisse zu schaffen. Man kann aber auch erwarten und verlangen, oaß lediglich b e r e ch-' tigte Rundfragen gestellt werden, d. h. solche, durch die volkswirtschaftliche Ziele unterstützt und bewiesen werden. Eine gute Statistik muß vor allen Dingen wahr sein. Das Streben nach Wahrheit, das wir in der deutschen statistischen Wissenschaft überall beobachten können, hat viel mit dazu beigetragen, daß das deutsche Ansehen im Auslande, besonders auf wirtschaftlichem Gebiet, wieder im Ansteigen begriffen ist. Immerhin wird zwischen dem Bild, das die Statistik vermittelt, und dem praktischen Leben eine Kluft bleiben, weil es unmöglich ist, durch starre Zahlen bis an das Wesen der Dinge selbst vorzustoßen. In der Natur der Sache liegt es, daß die Statistik bereits zurückliegende Verhältnisse zu deuten versucht und deshalb nicht mit dem Wandel der Dinge Schritt zu halten vermag. Aber trotz alledem steht der Wert der stattsttschen Erhebungen für die volkswirtschaftliche Planung fest. D. S. reu Anwesenheit militärisch erforderlich ist. Nach Ablauf von 20 Tagen werden in Madrid die L e - bensmittelkarten überprüft und allen denjenigen entzogen werden, die der Verfügung nicht Folge geleistet haben. Auch „polizeiliche Maßnahmen" würden getroffen, um die Räumung der Stadt sicherzustellen. Oer Kampf um Teruel. Sevilla, 6. Ian. (DNB. Funkspruch.) General Queipo de Llano stellt fest, daß ein Teil der Stadt Teruel den Nationalen gehöre, während im andern Teil der Stadt sich noch einige bolschewistische Wider st ands- gruppen befänden. Wegen der geographischen Lage und wegen der Enge der Straßen seien die Kämpfe im Innern der Stadt äußerst schwierig. Im übrigen entscheide sich das Schicksal nicht im Stadtkern, sondern auf den Teruel umgebenden Schlachtfeldern. Hier gewönnen die nationalen Truppen ständig an Booen. Die Lage der Bolschewisten in der Stadt werde durch die Einkreisungsbewegung der nationalen Truppen täglich kritischer. Im Heeresbericht heißt es, daß die natto- nalen Truppen an der Teruelfront ihre Operationen erfolgreich fortgesetzt und den feindlichen Widerstand gebrochen hätten. Unter hohen Verlusten des Gegners feien mehrere wichtige Stellun - gen besetzt worden. Nationale Jagdflugzeuge hätten fünf bolschewistische Beobachtungsflieger und drei Jagdflugzeuge abscyießen können. Nach einer Meldung des Frontberichterstatters des Hauptquartiers haben bolschewistische Gefangene erneut bestätigt, daß auf der bolschewistischen Seite d i e Ausländer in der Mehrzahl seien und daß der bolschewisttsche „Generalstab" in der Hauptsache aus Franzosen bestände. Amerikas Staatsschuld wächst Roosevelt rechnet mit 956 Millionen Fehlbetrag im Haushalt. Washington, 5. Jan. (DNB.) Präsident Roosevelt sandte dem Bundeskonareß Mitteilungen über den Voranschlag für das Haushaltsjahr 1938/3 9. Der Voranschlag sieht Ausgaben von 6869 Millionen Dollar und Einnahmen von 5 919 Millionen vor. Gegenüber dem laufenden Haushalt wurden die Ausgaben um 539 Millionen gedrosselt. Trotzdem rechnet Roosevelt wegen des wirtschaftlichen Rückganges seit dem Herbst 1937 und dem damit verbundenen Rückgang an Steuern und Zöllen mit einem Fehlbetrag von 950 Millionen. Dadurch wird die öffentliche Schuld der Vereinigten Staaten auf 34 467 Millionen Dollar gesteigert. (Eigenartig für die bisher äußerst korrekte Finanz- gebarung Amerikas ist es, daß Roosevelt verschiedene Treuhänderfonds der Regierung (Altersrenten, Arbeitslosenversicherung usw.) zur Tilgung des Fehlbetrages heranziehen will, während in die Fondskassen Regierungsobligattonen, also ungedeckte Schuldscheine, gelegt werden sollen, die spätere Generationen einlösen müssen. Schließlich behält sich Roosevelt ausdrücklich eine Erhöhung der Ausgaben infolge unvorhergesehener Ereignisse auf weltpolitischem und wirtschaftlichem Gebiet vor. Die Militärausgaben betragen im Voranschlag 991 Millionen Dollar. Zusammenbruch derjudischenBeschuldigungen gegen den Amer ka-Oeutschen Volksbund. Washington, 5. San. (DJtB.) Die amtliche Untersuchung der besonders von jüdischer Seite gegen den Amerika-Deutschen Volksbund immer wieder erhobenen Beschuldigung einer ungesetzlichen Betätigung ist nach fünfmonatiger Dauer nunmehr abgeschlossen worden. Justizminister Cummings teilte Pressevertretern mit, daß der Chef der Vundessicherheitsbehörde Edgar Hoover in seinem elf Bände umfassenden Bericht keine gerichtlichen Maßnahmen gegen den Volksbund empfehle. Die Untersuchung wurde auf Ersuchen des demokratischen Abgeordneten Z i t r 0 n durchgeführt und erstreckte sich auf alle Landesteile. Aitron hatte behauptet, daß 17 der vom Volksbund errichteten und der Areizeiterholung seiner Mitglieder dienende Lager „in gesetzwidriger Weise für nationalsozialistische Ausbildungszwecke benutzt" würden. Polizeiaktion gegen Sudetendeutsche. Unerwünschte Liebesgaben aus dem Reich. Prag., 5.Jan. (DNB.) Wie das sudetendeutsche Tageblatt, „Die Zeit", berichtet, wurden in den Bezirken Neudeck, Bärringen und Platten in West- böhmen bei über 200 Amtsträgern der Sudetendeutschen Partei sowie in den Bezirkskanzleien der SdP. Haussuchungen durch die Staatspolizei oorgnommen. Ohne sich mit einem gerichtlichen Ausweis zu legitimieren, schleppten die Beamten der Staatspolizei alle Schriftstücke aus den Kanzleien der SdP. fort. Dieses beschlagnahmte Material ist höchstwahrscheinlich im Amts-! roege verschwunden. Die Amtsträger wurden! erst auf Vorsprache von Parlamentariern frei- gelassen. lieber den Grund zu diesen Polizeimaß- nahmen berichtet „Die Zeit", daß die ärmsten und bedürftigsten Familien im (Erzgebirge zu Weihnachten Lebensmittelpakete aus Sachsen zugestellt erhielten. Die Behörden behaupten, die Pakete seien durch Radfahrer- und Motorradfahrer- kolonnen der SdP. über hie Grenze g e ■ schmuggelt worden! Der SdP.-Bezirksvertteter von Neudeck erhielt, weil er angeblich ohne Grenzausweis die Grenze überschritten hatte, um aus Sachsen Graupen für d i e Arbeitslosen mi holen, zehn Tage Polizeiarrest. Unter den Arbeitslosen des Erzgebirges herrscht wegen dieses Vorgehens der Polizei begreifliche (Erregung. Die Angelegenheit erinnert an die Vorgänge in Georgswalde, wo man armen sudetendeutschen Kindern die Liebesgaben wegnahm und als unverzollt im Kessel einer tschechischen Lokomotive verbrannte. Keine wilde Arbeiterwerbung für die AeichSwerke »Hermann Göring". Berlin, 6. Jan. (Priv.-Tel.) Wilde Arbeiterwerbung für Reichswerke „Hermann Göring" ist praktisch dadurch verboten, daß dem Arbeitsamt Braunschweig die ausschließliche Vermittlung neuer Arbeitskräfte zugewiesen wurde. Wer im neuen Braunschweigischen Industriegebiet ohne eine ordnungsmäßig ausgestellte Zuweisungskarte Arbeit sucht, wird an sein Heimatsarbeitsamt zurückverwiesen. Diese Maßnahmen sind auch im Interesse der Arbeiterschaft ergriffen worden, weil die Baufirmen bei ihren Anträgen an das Arbeitsamt Braunschweig um Zuweisung von Arbeitskräften den Nachweis erbringen müssen, daß angeforderte Arbeiter zu annehmbaren Preisen und unter verständigen Voraussetzungen untergebracht werden. Ferner regelt das Arbeitsamt mit den Baufirmen die rechtzeitige Zahlung der Anreisekosten und Zehrgelder, sowie die Urlaubsbedingungen und Voraussetzungen für Heimfahrten zum Wochenende. Ehrenamtliche Mitglieder des Volksgerichtshofes. Berlin, 5.Jan. (DNB.) Der Führer und Reichskanzler hat zu ehrenamtlichen Mitgliedern des Volksgerichtshofes auf die Dauer von fünf Jahren ernannt. Gruppenführer im NSKK. Adolf Jäger in München, Brigadeführer im NSKK. Hans Klug in München, Gruppenführer im NSKK. Karl Offcrmann in Berlin, Grup- "mführer im NSKK. Heinrich Sauer in Stettin, Gruppenführer im NSKK. Schade in Leipzig, Brigadeführer im NSKK. Paul Nieder-We« Grundsteinlegung zu zehn $holf=$fler=6tönlen.B^ ~ / . , ' 7, „ , niedergeschlagen. Die Sträflinge nahmen Nationalsozialistische ^zugenderzlehung und Fuhrerauslese. ihm sodann die Schlüssel ab und formten unbemerkt m in Sträflingskleidung entkommen. Oer Erfinder des Tretstrahlers. Oie Kältewelle dauert an denken Nass faltMety-NIVEA J Schon abends die Haut gut vorbereiten. Gesicht u. Hände mit Nivea-Creme pflegen, das macht die Haut widerstandsfähig gegen Wind und Wetter. dischen Eigentümer durch diese Maßnahme nicht berührt werden würden. Schwere Schneestürme am Schwarzen Meer. Kronprinz Michael von Rumänien in Seenot. Aus unbekannter Ursache explodierte in einer Fettfabrik bei Toulouse ein Heizkessel. Zwei Arbeiter wurden getötet, drei andere erlitten schwere Verletzungen. Mehrere Fabrikgebäude sind völlig vernichtet, Autobus vom Schnellzug Bukarest—Prag überfahren. Französische Weltausstellungs-Briefmarken. ft e r m a n n in Dortmund, Generalmajor Bert- r a m in Berlin, Kapitän zur See von H e i m - nung wird große nische Politik beigemessen. Seit zehn Tagen führt die 600 Mann starke Belegschaft der Hohenlohe-Zinkhütte in Hohenlohe h ü 11 e einen erbitterten Kampf gegen die Verwaltung des Werkes, die die Stillegung eines Schmelzofens plant. Die Beleg- . < cm t t Ischaftsangehörigen beschlossen, in den Hungerstreik das niederosterrelchische Waldviertel. Der regel- ,u frefen 44 Streikteilnehmer mußten bereits we- mäßige ^Autoverkehr Wien—Budapest mußte ein- „ völliger Entkräftung dem Krankenhaus zuge- gestellt werden. Auch der Verkehr auf den Elsen- werden. Der polnische Demobilmachunqskom- bahnen leidet stark unter den Wetterverhaltnlsfen. I minar bat erklärt, erst eingreifen zu wollen, wenn Die Fernzüge kommen mit stundenlangen Derspa- Belegschaft den Streik aufgebe. tungen in Wien an. Explosion in einer französischen Fettfabrik. bürg in Berlin, Oberst C a b a n i s in Berlin, Oberst D e i t h in Berlin, Oberst Krieger "* Berlin, Major Büscher in Berlin. Oie Partei sorgt für den Pressenachwuchs Einrichtung einer Nachwuchshauptstelle des Gaupreffeamtes. Die Rundfunk- und Kabelstation von Sch ang - Hai ist von japanischen Beamten in Besitz genommen worden. Der Betrieb der Rundfunkstatton wird mit japanischem Personal wettergefuhrt. Eine Erklärung der japanischen Botschaft m London stellt fest, daß die wirtschaftlichen Interessen der auslan- die Partei ausgesucht und einer ganz besonderen charakterlichen Schulung sowie der besten wissensmäßigen und weltanschaulichen Ausbildung, die das nationalsozialistische Deutschland kennen wird, anvextraut Die Adols-Hitler-Schulen werden eine Vorau s l e s e für jene Männer sein, die späterhin auf den Ordensburgen der Partei zu den politischen Führern bes nationalsozialistischen Deutschlands herangebildet 'werden sollen. Auswahl der Adolf-Hitler-Schüler im Gau Heffen-Aaffau. NSG. Im Gau Hessen-Nassau fand in den letzten Wochen die Auswahl der zukünftigen Adolf-Hitler- Schüler statt. In den einzelnen Kreisen wurden bis jetzt 2 0 0 Pimpfe durch den Gaupersonalamts- (eiter, den Gauschulungsleiter und einen Vertreter der Gebietsführung vordesichttgt. 50 davon werden vom 1. bis 10. März in einem Ausleselehrgang auf der Gebietsführerschule der HI. einer nochmaligen Prüfung unterzogen. Nach diesem Lehrgang werden die endgültigen Besucher der Adolf-Hitler-Schule bestimmt. Wie amttich mitgeteilt wird^ hatte der englische Botschafter in Rom, Lord Herth, eine Unterredung mit dem italienischen Außenminister Graf Ciano. Die Unterhaltung fei allgemeiner Natur gewesen. Die arabischen Sendungen des engli chen Rundfunks und die Sendungen der Uattenischen Station Bari seien nicht besonders behand.lt worden. * Nach einem Frontbericht der Agentur Domei haben die japanischen Truppen bei lhrern Vormarsch in der Provinz Schantung die an der Tientsin-Pukau-Bahn gelegene Stadt 3 e n 11 d) a u etwa 150 Kilometer süolich von Tsinan, besetzt. Berlin, 5. Jan. (DNB.) Am Sonntag, 16. Januar, findet in Waldbröhl im Gau Köln- Aachen in Anwesenheit des Reichsorganisattons- leiters Dr. Ley und des Reichsjugendfuhrers von Schirach in einem Festakt die Grundsteinlegung für eine Ad0lf-H1tler-Schule tatt, der von allen deutschen Sendern übertragen »erben wird. Gleichzeitig damit wird der Grundlein für neun weitere Adolf-Hitler- Schulen gelegt, und zwar in Koblenz (Gau Koblenz-Trier), L a n d st u h l (Gau Saarpfalz), Mittenwald (Gau München-Oberbayern), Heselberg (Gau Franken), Weimar (Gau Thüringen), Schneckengrün bet Plauen (Gau Sachsen), Potsdam (Gau Kurmark), Heiligendamm (Gau Mecklenburg), Tilsit (Gau Ostpreußen). Damit wird der erste Abschnitt zur Er- testung der für die nationalsozialistische Jugenderziehung und Führerauslese wichtigsten Institute eingeleitet. Wie Reichsorganisattonsleiter Dr. Ley bereits vor einiger Zeit bekanntgab, werden die Schüler der Adolf-Hitler-Schulen ohne Rücksicht auf Stand und Vermögensverhältnisse der Eltern aus allen Schichten der Bevölkerung durch Die große Kältewelle der letzten Tage ist nur ihrer Wirkung, nicht aber ihrer Herkunft nach, eine „sibirische Kälte". Sie hat ihren Ursprung vielmehr in Süd- und Südosteuropa und ist auf dem Umwege über Bulgarien, Rumänien und Ungarn, beiderseits der Karpathen- und der Sudetengebirge zu uns gekommen. Dieser Wetterzug ist an sich nicht ungewöhnlich. Südosteuropa hat ein ausgesprochen kontinentales Klima, also kalte Winter und heiße Sommer. Gerade im Vorjahre haben wir öfter einen Besuch dieser drückenden Südostwinde gehabt, die nach mehrtägiger Dauer mit schweren Gewittern endeten. Im allgemeinen sind solche Wettergestaltungen aus dem Südosten nicht sehr beständig. Ob es diesmal anders ist und der Südostwind in einen Nordost mit sibirischem Beigeschmack umwechselt, steht dahin. Interessant ist jedenfalls, daß in Skandinavien bis zum Nordkap und bis nach Island hin viel milderes Wetter herrscht als in Deutschland und besonders in den Alpenvorlanden oder Schlesien. Dem Volksglauben nach verkürzt die Kälte die Maul- und Klauenseuche; sicher ist sie für die Feldmäuse kein Vergnügen. In den österreichischen Alpen 20 Grad Kälte. In Oesterreich ist in den letzten Tagen nach starken Schneefällen große Kälte eingetreten. Wahrend in Wien das Thermometer minus 10 Grad zeigt, sank es in den Alpenländern auf 20 Grad. Durch die Schneefälle und starken Verwehungen sind zahlreiche Wege und Straßen unpassierbar geworden. Besonders betroffen sind das Burgenland und * Das amerikanische Abgeordnetenhaus nahm eine Vorlage an, die das Spionage-Gesetz verschärft und photographische Aufnahmen sowie die Anfertigung von Zeichnungen und Landkarten von Verteibigungswerken in den Vereinigten Staaten und ihren Besitzungen verbietet. Der Vorsitzende des Ausschusses wies darauf hin, daß zahlreiche photographische Ausnahmen von amerikanischen Verteidigungswerken an der Pazifik- küste, am Panamakanal und auf Manila gemacht worden seien. Aus aller Welt. Die Lawinenkatastrophe am Schneeberg. Nach viertägiger aufopferungsvoller Arbeit ist es gelungen, 3mei ro eitere Opfer ber Lawmen- katastrophe am Schneeberg bei Jßien zu bergen. Es handelt sich um einen jungen Arbeiter und einen Studenten aus der niederosterreichischen Gemeinde Der Bundespräsident von Brasilien wird nach Uruguayana fliegen, wo am 9. Januar der Grundstein zu einer Brücke über d e n Uruguay-Fluß gelegt wird. Der Bundespräsident wird dabei mit dem argentinischen Prasi- Justo zusammentreffen. Dieser Begeg- > große Bedeutung für die südamerika- Das erstesludEch e Press elager. NSG. In der Jugendherberge Bad Homburg and vom 3. bis 5. Januar ein Lager der Pressereferenten des NSDStB. der Gaue Hessen-Nassau, Koblenz-Trier und Kurhessen tatt. Der Leiter der Presseyauptstelle der Reichstudentenführung, Pa. Tipke, hob hervor, daß )ie studentische Presse ein reiches Betätigungsfeld in der Aufklärung über die Aufgaben der Kameradschaften, der Fachschaften und des Alt-Herren- Bundes (NS.-Studentenkampfhilfe) habe. Der Gau Hessen-Nassau habe in Zusammenarbeit mit der Tagespresse diese Aufgabe vorbildlich angepackt. Gaupropagandaleitex S t ö h r legte die Grundsätze einer wirkungsvollen Propaganda dar. Das Ziel der Propaganda an Hoch- und Fachschulen sei, den freiwilligen Einsatz aller Studenten für den Nationalsozialismus zu erreichen. Der Landesverbandsleiter Rhein-Main im RdP., Hauptschriftleiter Staebe, schilderte die Sorgen und Nöte der Schriftleiter, ihre verantwortungsvolle und nervenaufreibende Arbeit. Die Presse verlange heute mehr denn je, ganze Kerle, die neben einer gründlichen Sachkenntnis über ein gutes Fingerspitzengefühl verfügen müßten. Die Wichtigkeit der N a ch w u ch s f r a g e für die deutsche Presse schilderte Gaupresseamtsleiter Ueck ermann. Der Pressenachwuchs aus HI. und NSDStB. werde künftig in der N a ch w u ch s - Haupt st eile des Gaupresseamtes erfaßt in deren Liste jeder, der den journalistischen Beruf ergreifen will geführt werden, muß. Aus- «lerne politische Nachrichten In Flensburg wurde die neue Zollschule durch Staatssekretär Reinhardt eingeweiht. Die Schule ist die neunte dieser Art, die im Laufe der letzten Jahre errichtet worden ist. In Schleswig- Holstein befindet sich noch eine zweite Schule m Mölln. Die neue Schule wird mit 230 Teilnehmern aus allen Gauen des Reiches belegt fein, die in dreimonatiger Schulung für die Zollassistentenprüfung vorbereitet werden. * Der Reichs- und preußische Minister des Innern hat den Ministerialrat Dr. I. W i e m a n n von der Regierung in Arnsberg zum Beauftragten zur Bekämpfung der Maul- u n Klauenseuche bestellt. Er hat seinen Amtssitz in Berlin. * Auf Einladung des Reichsministers der Luftfahrt ist der Chef der argentinischen Heereslutt- fahrt, General V e r d a g u e r, in Deutschland eingetroffen. In seiner Begleitung befindet sich der Ches der Einkaufskommission, General P ist a- r i n i. Die argentinischen Gäste werden der Luftwaffe Besuche abstatten, und eine Reihe von Betrieben der Luftfahrttndustrie besichttgen. Die neue Reichsstraßenverkehrsordnung, die am 1. Januar 1938 in Kratt trat, bringt zur Sicherung des Millionenheeres Der Radfahrer an Stelle des bisherigen Katzenauges sogenannte Tretstrahler (Pedal-Rückstrahler). Diese Erfindung ist dem ^-Obersturmführer Anton Loibl zu verdanken, der Blutordensträger ist und einer der ersten Fahrer des Führers war. — (Scherl-Bilderdienst-M.) Oas deutsche Modeinstitut. Berlin, 5. Jan. (DNB.) Die organische Entwicklung im Ausbau des deutschen Modeinstituts ergibt die Notwendigkeit einer organisatorischen Umstellung. Unter Beibehaltung des Arbeitsprogramms der bisherigen Leitung übernimmt die Präsidentschaft mit Wirkung vom 1. April 1938 Hans C r 0 0 n (Aachen), Leiter der Wirtschaftsgruppe Textilindustrie. Herbert Tenge l m a n n bleibt als Vizepräsident in der Leitung des deutschen Modeinstituts. Frau Hela S t r e h l tritt dem Beirat des Institutes bei. Die Geschäftsführung ist kommissarisch Dr.'Keller (Berlin) Überträgen worden. Schon jetzt Bewerbungsgesuche von Offiziersanwärtern für Herbst 1939. Das Oberkommando des Heeres macht nochmals auf folgendes aufmerksam: Die Schüler von Vollanstalten, die im Frühjahr 19 39 d i e Reifeprüfung oblegen und den Offizierberuf im Heere ergreifen wollen, müssen das Bewerbungsgesuch um Einstellung als Fahnenjunker im Herbst 1939 bereits jetzt — und zwar in der Zeit vom 1. Januar bis 31. März — einreichen. Im eigenen Interesse der Bewerber liegt es, wenn sie das Gesuch möglich st bald einsenden. Alle Einzelheiten, die bei der Bewerbung zu beachten sind, sind aus Merkblättern ersichtlich, die bei allen Truppenteilen und Wehrersatzdienststellen zu haben sind. Prinzessin Friederike Luise auf griechischem Boden eingetroffen. Athen, 6. Jan. (DNB.) Prinzessin Friederike Luise von Braunschweig, die Braut des Kronprinzen Paul von Griechenland, wurde auf dem Grenzbahnhof Eidomeni von dem Kronprinzen herzlich begrüßt. Das Brautpaar setzte dann seine Reise nach Athen fort. Die griechische Presse veröffentlicht zahlreiche bebilderte Lebensbeschreibungen über die Braut und berichtet eingehend über die Vorbereitungen zur Hochzeit. Die Blätter begrüßen die Prinzessin äußerst herzlich und weisen bei dieser Gelegenheit auf die große Zuneigung des griechischen Volkes zu seinem Herrscherhaus und auf das hohe Ansehen hin, dessen sich die griechische Dynastie bei dem ganzen Volke auch in Zukunft erfreue^ werde. ergab daß der Beamte nach Beendigung der Arbeit East River ermöglichte ein Fischer die Aufdeckung zwei Sträflinge damit beauftragte, sein Fahrrad zu eines sensattonellen P o st d i e b st o h l s, der in reparieren wofür sie Ueberstundenbezahlung be- einer der letzten Nächte auf der Fohre zwischen kommen sollten. Die beiden Sträflinge blieben in Neuyork und Hoboken begangen wurde. Als bex der Werkstatt allein. Als der Wärter zu ihnen ein» stark bewachte Autopostwagen in Hoboken cm feinen! Sofia, 5. Jan. (DNB.) Die Schneestürme halten Auf einem schienengleichen Uebergang in der mit großer Kälte in ganz Bulgarien unver- Nähe von Kronstadt (Siebenbürgen) wurde em mindert an. In Bulgarisch-Thrazien sind mehrere Autobus vom S ch n e l l z u g Bukarest—Prag Züge, darunter auch der von Burgas kommende erfaßt. Von den Insassen des Kraftwagens wa- O-Zug, im Schnee stecken geblieben. Nach ren fünf sofort tot, während sieben wettere Rei- noch nicht bestätigten Meldungen aus Warna ge- sende mit schweren Verletzungen ms Krankenriet das rumänische Torpedoboot „P rin ci- haus gebracht werden mußten. e pessa Mari o", das den rumänischen Kohlendampfer Thronfolger Michael zur Hochzeit des grie- mit 24 Monn im Schwarzen Meer gesynken. chischen Kronprinzen nach Athen bringen soll, Schwarzen und im Marmarameer setzte ein auf der Höhe des bulgarischen Hafens Burgas m- ungewöhnlich heftiger Sturm ein, der die Telefolge der schweren Stürme auf dem Schwarzen honverbindung zwischen Europa und Anatolien Meer in Seenot. Das Kneasschlft teilte burch verbrach. Der 6000-Tonnen-Kohlenbampfer„Hisar" Funkspruch mit, daß es Kurs auf den Hafen Warna wurde gegen Felsen geschleudert und zertrüm- genommen habe. Seither fehlen Nachrichten von wert. 24 Monn der Besatzung fanden dabei den dem Schiff. Nach Meldungen aus Warna sind a u d) x 0 b in ben Wellen. Auch ein Getreidedampfer zwei holländische und ein knalle ni° ^mrbe ein Opfer der stürmischen See. Im Hafen scher Dampfer, die heute mittag den flafen DOn g|tanbuI ro0 die gesamte Schiffahrt ruhen anlaufen sollten, überfällig. mußte, wurden zahlreiche Schifte losgerissen und ------ z T. bei mehreren Dampferzusammenstößen erheb- ■ Hieb beschädigt. Auch die elektrische Straßenbahn in ---------------------------------------------------- Istanbul wurde sehr in Mitleidenschaft gezogen, Leobersdorf. Unter den Schneemassen begraben und neben der Vernichtung zahlreicher Hausdächer liegt noch ein weiteres Opfer, so daß die Gesamt- wird berichtet, daß die Blechdächer einiger Moscheen zahl der Toten acht beträgt. Die Bergungsarbeiten, schwere Schäden erlitten. die von freiwilligen Helfern unter Führung von schweres Einsturzunglück in einem polnischen Dorf. Gendarmen vorgenommen werden, verlangen ange- , n h : pob, »reianete sick ein sichts der schweren Schneestürme und der ftarfen n füd bei K über 100 Fröste Außerordentliches von den wackeren Helfern, $erfonen verletzt wurden. In der Gastwirtschaft Eingebrochen und ertrunken. | fanb eine Hochzeitsfeier statt, an der über 100 Menschen teilnahmen. Als diese beim Tanz waren, brach Auf einer ausgebeuteten Traßgrube bei An» v dernach, die sich mit Wasser gefüllt hatte und plötzlich der Fußboden ein. Alle Teilnehmer an der infolge des Frostes eine Eisdecke trug, ver- Feier stürzten in den Keller. Auch die angrenzende gnügten sich mehrere junge Leute mit Schli11 - Küche des Wirtshauses wurde in die Tiefe gerissen, schuh lauf en. Als ein 21jähriger junger Mann Zu allem Unglück entstand noch ein Feuer, das mit feinem Fahrrad, an das sich ein Schlitt- die Rettung erschwerte. 40 von den Verletzten er= schuhläufer angehängt hatte, über die Eisdecke fuhr, litten außer Knochenbrüchen auch schwere Brand- brach das Eis und der Radfahrer stürzte in das wunden. an dieser Stelle etwa 15 Meter tiefe Wasser. Es -rünt Personen bei einem Brand ums Leben gelang ihm zwar, sich an der Eisdecke festzuhalten, aekommen doch ehe eine Leiter herbeigeschafft war, um den . s / „ f . . Verunglückten retten zu können, versank er in dem In Cawano, einem Vorort von Neapel, geriet, Wasser Die Leiche konnte geborgen werden. wahrscheinlich durch Ueberfprmgen von Funken aus In der Werkstatt des ungarischen M111-1babei um5 Leben. härter ^des" ÄfänMses^mit^gespaltenern Schädel wertvolle Postsendungen inUSberaubt in einer Blutlache aufgefunden. Die Untersuchung Durch die Auffischung von fünf Postsacken tin g°b- dieser Hauptstelle ist es, durch Werbung unb K ejat)rc5(d)[u6 f,at di- französische Pastuerwal- ZKulung geeignete Kruste aus der HI. und dem f ^ch einen S-chs-rblack mit Weltausstellungs- und tn Vownt^tellen de herausgegeben, der nur in der be- gefamten Presse des Gaues zu °enn>tt°ln Damit v»n 35000 Serien erscheint. Die ift die unbedingte Gewahr gegeben, datz sich der igl^kenbilder stellen symbolisch di- sranzösischen Beruf des Journalisten weiterhin aus politischen Kolonien bar — (Scherl-Bilderdienst-M.) Aktivisten unseres Volkes ergänzt. Die durch die - cy Werbung und Schulung für den journalistischen Sonberpoffämfer zum „Tag der Briefmarke . Beruf erfaßten Bewerber werben vom Gaupresse- Anläßlich bes Tages ber Briefmarke hat die amt beim Reichsverbanb ber Deutschen Presse zur Deutsche Reichspost eine größere Anzahl Sonber- Teilnahrne an den Prüfungen angemeldet, au^ prämier eingerichtet, und zwar für ben 7. bis 9., bann, wenn eine Volontärstelle noch nicht festliegt. 45, 45, 22., 23., 29. unb 30. Januar in Hamburg, Nach beftanbener Prüfung unb nach ber in ber cür' ben g unb 9. Januar in Frankfurt a. M., praktischen Pressearbeit bewiesenen Eignung werben bie Bewerber in einer Pressenachwuchsliste der Nachwuchshauptstelle geführt. Sämtliche Zeitungen CV* des Gaues sind verpflichtet, ihre Volontärstellen | / nur mit Angehörigen dieser Nachwuchsliste zu besetzen. Bewerber aus anderen Gauen müssen in ben Nachwuchslisten ihres zuständigen Gaupresseamtes geführt sein. (Bauleiter Sprenger, der seit jeher ber Presse seine befonbere Unterstützung angebeihen pW)) ließ, hat mit ber Schaffung biefer Nachwuchshaupt- stelle einen weiteren Beitrag zur nationalsozialistischen Gestaltung bes Pressewesens im Gau Hessen- . m ra-A» Nassau geleistet unb bie alte Forberung, baß die Halle a. b. S., Regensburg, Seestabt Rostock, Gor- zukünftigen Schriftleiter aus ber Partei hervor- lch, fur den 8. bis 10. Januar m Breslau, Guben, gehen müssen, verwirklicht. Die Leitung ber Nach- Sorau für den 9. Januar■ m Berlin Garten aal wuchshauptstelle, die vom Reichsorganisattonsleiter Zoologischer ©arten), Bremen, Ehemmtz, Dessau, genehmigt ist und vom Reichspressechef der Erfurt -Frankfurt ab. 0., gri ebbe rfl NSDAP burchgeführt wirb, übernimmt ber Leiter s e n), Leipzig, Mannheim unb München. Sämtliche ber Hauptstelle NS.-Gaubienst, Unterbannführer Sonderpostamte^ fuhren Sonberstempel. Ernst Kratz. Hungerstreik in einer Zinkhütte in Ostoberschlesien. 1937 kW8 83 0 die ionl 0ele lofei ei^ und er\d) '@ren (i* . gmt K 3n diese Harbou Novelle vc Naffa d>°A-i°NA Motiven de !"ert zu n immer miet stiüger Dur Theate ökoßen Sze, über. Die E vaugerin F 7. eines T Nvihen Opi Magiert w 6-onunas I 05 Danni eine an ?innt Zu i Sm° wi ^luck ihr^ » Ricari 'ltf) betroqen ZK $S sK Tokio > ßch von her 3U 1 LK- Organe um sind an R Erkrankung hnd sonst g onders emp sind leicht m fcrnrnt das - fglbft? Die n solcher w i n ten" zeigte, verschiedener Diese jedem liche „Kör, geistig-seelis körperlichen Körperbau auf die Un liche Wette- Die Miss« von einer meint dami an besonde hängt mied schlechten ä mus vor d die fiälte - stitution kan vor allem Ärchandenr Lungene ders iongw Wirkung er sollen, fye Widerstani betrunkene gehend gt Kronkheite Herde, köni verstärken „Erkältunc kung ange anderes ( sind insoll normalen Die mode kalte We; besonderer - sozusagen ' werden bei die unfern gen dlir- d-r W tränten b-k Biele W und ßrfneri Ziel ankam, fand man die Hintere Stahltür äufgc« schlossen und mußte den Diebstahl von sieben Postsäcken mit Einschreibebriefen und Paketen feststellen. Die Behörden lehnten jede Aeußerung zu dem Postdiebstahl ab, während zwei Zeitungen mit der Sensationsmeldung herauskamen, daß der Wert der gestohlenen Postsäcke auf etwa zwei Dollar-Millio- nen geschätzt wird. Silvester-Drillinge. Am Silvestertage wurde eine Frau in Hannover von drei gesunden Jungen entbunden. Da die Kinder nur je zwei Pund wiegen, fanden sie Aufnahme in der Kinderklinik und werden dort besonders gepflegt. Die Familie hat bereits drei Jungen und ein Mädel. Kunst und Wiffenfchast. Goethes Farbenlehre korrigiert. Unter dem Titel „Schicksal einer Goetheschrift" veröffentlicht der a. o. Professor der Botanik an der Universität Halle, Dr. Günther Schmid, neueste druckgeschichtliche Funde zur Goetheschen Farbenlehre, in denen er den Nachweis führt, daß die große kritische Weimarer Sophienausgabe der sämtlichen Werke von 1894 in bezug auf einen wichtigen Abschnitt der Farbenlehre auf Grund einer falschen Druckvorlage entstanden ist. Schmid zeigt, daß die 1810 bei Cotta in Tübingen erschienene „Farbenlehre" Goethes 1812 durch die Geistin- gersche Buchhandlung in Wien unrechtmäßig nachgedruckt wurde, wobei zahlreiche Entstellungen unterliefen, obwohl der Raubdruck selbst dem Cotta- schen Original nach Möglichkeit angenähert worden ist. In den beiden Oktavbänden der „Farbenlehre" wurde der Druckvermerk abgeändert: dos dazugehörige dünne Quartheft aber, das mit seinen 17 Bildtafeln und 36 Seiten weiterem Text schon bei Cotta keinen Druckvermerk trägt, wurde auch von Geislinger ohne Druckvermerk herausgegeben. In dieser „Erklärung der zu Goethes Farbenlehre gehörigen Tafeln" befinden sich 8 reine Druckfehler, 16 Abweichungen in der Zeichengebung, die z. T. für das Verständnis des Textes nicht ohne Bedeutung sind, 51 Abweichungen in der Rechtschreibung und 40 schwerer wiegende Abweichungen, darunter solche, die den Sinn des Textes völlig verändern. Von dieser falschen Geistingerschen Ausgabe war bisher nur an zwei Stellen etwas bekannt: 1928 vermerkt die Sammlung Kippenberg in Leipzig zwei verschiedene Drucke mit Textunterjchieden, und 1932 findet sich im Gesamtkatalog der Preußischen Bibliotheken ein gleichlautender Hinweis, ohne daß Folgerungen daraus gezogen worden wären. Nach den Schmidfchen Bemühungen wissen wir heute, daß die falsche Geistingersche Ausgabe der Weimarer Sophienausgabe als Druckvorlage gedient hat. Der Artor kommt zu dem Schluß, daß angesichts der Vorbereitung 4)er Welt-Goethe-Ausgabe die Richtigstellung dieser Irrtümer von jedermann gewünscht werden müsse. Ehrhard Evers. ^TMusikschu enimGauHesien-Tlaffau. Die Musikschulen sind nun als ein Gemeinschafts- werk von der Hitler-Jugend und der NS.-Gemein- schaft „Kraft durch Freude" in die Tat umgesetzt worden. Sie haben den Titel „Musikschule für Jugend und Volk" bekommen. Von 30 geplanten Musikschulen kommen zwölf in den Gau Hessen-Nassau, und zwar nach Frankfurt, Hanau, Offenbach, Wiesbaden, Darmstadt, Heppenheim, Bensheim, Worms, Alzey, Limburg, Weilburg und Oberlahnstein. Sowohl in Alzey wie auch in Limburg sind die Musikschulen für Jugend und Volk bereits eröffnet; sie konnten in beiden Orten in den ersten Tagen je 110 Schüler gewinnen. Nunmehr ist auch die Musikschule in Frankfurt eröffnet worden. Die Schule will jedem, der musikalisch begabt ist und ein Instrument erlernen will, die Möglichkeit hierzu geben. Gegen geringes Entgelt kann hier jeder ein Instrument spielen lernen. Es wird Jnstrumental- unterricht erteilt in Klavier, Geige, Bratsche, Cello, Kontrabaß, Flöte, Klarinette, Oboe, Fagott, Trom- T pele, Horn und Posaune, Blockflöte, Handharmonikä und Guitarre (Laute). Die Form des Unterrichts ist der Gemeinschaftsunterricht. Neben den Streich- und Blasinstrumenten wird das gemeinsame Lied gepflegt. Um die kameradschaftliche Bindung zwischen Musizierenden zu schaffen, werden diejenigen, die die Schule verlassen, zu Musik-Kamerad- sch asten zusammengeschlossen, deren vornehmste Aufgabe es sein wird, Hausmusik zu pflegen. Die Musikschulen wollen in keiner Weise dem Privatmusiklehrer Konkurrenz machen, sie sollen vielmehr die Freude des Volkes an der Musik wecken. Wertvolle Bibelhandschriften in Darmstadt. Das Hessische Landesmuseum zu Darmstadt hat zwölf wertvolle Bibelhandschriften ausgestellt, die aus der Zeit zwischen Ende des 10. und Mitte des 15. Jahrunderts stammen und fast alle im Besitz des Landesmuseums oder der Hessischen Landesbibliothek sind. Beim Durchblättern begegnet man mit Purpur getränkten Seiten, auf denen Goldschrift glänzt, Anfangsbuchstaben, die wie aus Metall verfertigt erscheinen, Evangelisten- siguren und biblische Szenen, die in den Prunk dauerhafter Farben eingewandet find. Die Aschaffenburger Handschrift (aus der oortigen Schloßbibliothek, vor 1250) ist durchgängig in Gold geschrieben, ihre Darstellungen wurden in den Grund reinen Dukatengoldes eingemalt. Besonders kostbar sind auch die Buchdeckel, z. T. mit Schnitzereien aus Elfenbein und Walrohzahn verziert. Wetterbericht. Aufgleitende Warmluft bringt in Deutschland erneute Niederschläge, die nach Norden hin bereits in Regen übergehen. Die nunmehr zu erwartende Milderung wird voraussichtlich die Temperaturen in dem Gebiet südlich des Westerwaldes noch nicht über 0 Grad aufsteigen lassen. Stellenweise werden aber auch bei uns bereits die Schneefälle wieder in Regen übergehen. Aussichten für Freitag: Vielfach neblig, sonst wolkig bis bedeckt, mit geringer Nieder« schlagsneigung, zunächst noch Frost, Winde um West. Aussichten für Samstag: Bei geringen Niederschlagsneigungen zunächst noch Frost. Lufttemperaturen am 5. Januar: morgens —6,3 Grad Celsius, abends —6,4 Grad; am 6. Januar: morgens —6,6 Grad. Maximum —4,0 Grad, Minimum — 7,2 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 5. Januar: abends —1,4 Grad; am 6. Januar: morgens —1,2 Grad. — Sonnenscheindauer 4,7 Stunden. Wintersport-Wetterdienst. Vogelsberg. Herchenhainer Höhe: Bedeckt, —12 Grad, 38 cm Gesamtschneehöhe, Pulverschnee, Ski und Rodel sehr gut. Rhön. Wasserkuppe: Nebel, —12 Grad. 80 cm Gesamtschneehöhe, 3 cm Neuschee/ Pulverschnee, Ski und Rodel sehr gut. Taunus. Kleiner Feldberg: Nebel, —6 Grad, 28,2 cm Gesamtschneehöhe, Pulverschnee, Ski und Rodel gut. Schwarzwald. Feldberg: Leichter Schneefall, — 9 Grad, 35 cm Gesamtschneehöhe, Pulverschnee, Ski und Rodel sehr gut. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blum« schein. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigen« leiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. XII. 37: 11 000. Druck und Verlag: Brühlsche Universitätsdruckcrei R. Lange, K -G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugs« preis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufs- preis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vom 1. September 1937 gültig. Londorf an! zur Gulaschkanone! Die Bevölkerung von Londorf und Umgebung nimmt am Sonntag, 9. Januar, geschlossen teil am Eintopf-Essen der SA. in der gut geheizten Volkshalle zu Londorf. - Während des Essens spielt eine Musik-Kapelle. - Das Essen beginnt pünktlich um 12 Uhr. Vorher, ab. 11 Uhr, ist auf dem Sportplatz in Londorf alt und jung Gelegenheit gegeben, auf den Pferden der SA.- Reiterei zu reiten. Reitkarte 10 Pf., Preis des Eintopfgerichtes 25 Pf. Gutscheine sind bei allen Gliederungen der Partei erhältlich. Der Ertrag fließt dem Winterhilfswerk zu. Vollzählige Beteiligung aller Volksgenossen wird erwartet! 59D Vermietungen Freundl. sonnige Wohnung Küche u. Zimm, an junges Ehepaar zu vermiet. Schr.Angeb.unt. 045 an den G.A. | Mietgesuche") 3-o.4-3Imm.- Mnnng mit Bad sofort gesucht. Schrift!. Angebote unter 044 an den Gieß. Anzeiger erbet. gesucht •4«D Kalbfleisch Liebigstraße 66. Lauf- oder Schuljunge für nachmittags Berufst. Dame sucht freundlich möbliert. Zinnw evtl, mit Kochgelegenheit. Schr. 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Das ist Dr. Kuglers Methode in dem heit. Film „Der Lachdoktor“ WEISS FERDI der beliebte Münchener Komiker, spielt diesen unverwüstlich lustigen Dr. Kugler u. überwindet mitHilfe einer jungen Assistenzärztin alle Schwierigkeiten, die ihm von Mißgünstigen und Neidern in den Weg gestellt werden. Hauptdarsteller: Carla Rust Irmgard Hoffmann Paul Westermeier Willy Schaeffers Josef Eichheim Blandino Ebinger Leo Peukert Paul Heidemann Beiprogramm und Ton-Woche Täglich 4, 6, 8.30 Uhr, Sonntags 3, 5.30, 8.30 Uhr. 5eA Zweijährige Handelsklasse für Schulentlassene mit 8jähr. Schulbildung. Ziel: Mittlere Reite (früher Einjährig - Examen genannt). Für Mädchen auch Kochen u. Nähen Schulgeld RM. 17.-, keine Nebengebühren. Ein- u.halbjährige Handelsfachklasse Schulgeld RM. 19.- ueine Nebengebühren. Anmeldungen für das neue Schuljahr und Auskünfte jederzeit im Schulgebäude, ließen, Goethestr. 32, Ruf 2486. 61a lA/EDRE DRUCKSACHEN WCRDC Brühl. Gießen Gießen (Hitlerwall 47), den 6. Januar 1938. 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Georg Seltersweg 30 Zervelatwurst, schnittfest... 500 g 1.75, 125 g 44 Schweizerkäse, Vollfettkäse, 45%Fett i.T. 125 g 35 Emmenthalero.Rinde,Vollfettk.,45%Fetti.T. 125 g 33 Limburger Käse, Halbfettkäse,20%Fetti.T. 125 g 15 Limburger Käse o.Rinde,Halbf.-Schmelzk. 125 g 1 6 55A Vogtsche Privat-Handelsschule Gießen, Goethestr.32 TsC-üHäUs ■ X-HWE .. .und zum Bauen Ab ermann SÜÄFÜLUME Kt.4 Awelter Blatt Eichener Anzeiger (General-Anzeiger siir Gberhelsen)vomierrlag,-.Januar 1958 Winter und Krankheiten. Winterliche „Eaisonkrankheiten". - Wer muß sich besonders vor Kälte schützen? „lleberempfindlichkeit" gegen winterliches Wetter. Von Or. med Für den völlig gesunden Menschen birgt die winterliche Jahreszeit durchaus keine besonderen Gefahren — höchstens die einer gelegentlichen Erkältung ober ähnlich harmlosen Gesundheitsstörungen. Es gibt aber eine ganze Reihe von an sich ganz leichten und durchaus unbedenklichen Krankheitserscheinungen — oft stehen sie noch an der ' Grenze zwischen krank und gesund — die sich bei unzweckmäßigem Verhalten im Winter ganz erheblich verschlimmern oder ihrerseits zu schweren Leiden führen können. Solche Menschen sind sozusagen „überempfindlich" gegen die Unbilden der winterlichen Witterung; oft ist ihnen das aber unbekannt, und sie können es nicht verstehen, warum sie im Winter so häufig kränkeln. Ueber diese gesundheitlich sehr wichtigen „Winterprobleme" berichtet der folgende Artikel unseres ärztlichen Mitarbeiters. Die moderne Wissenschaft hat festgestellt, daß die kalte Jahreszeit den Körper vor eine ganze Reihe besonderer Aufgaben stellt, zu deren Erfüllung er sozusagen „umgestimmt" wird. Auf diese Weise werden bestimmte Abwehrmaßnahmen ermöglicht, die unfern Organismus befähigen. Schädigungen durch die Kälte und sonstigen Unbilden der kalten Witterung zu verhindern. Trotzdem erkranken bekanntlich gerade im Winter besonders viele Menschen — abgesehen von den Erkältungen und Erfrierungeü sind auch Entzündungen innerer Organe um diese Zeit besonders häufig. Manchmal sind an sich geringfügige Ursachen für" eine schwere Erkrankung haftbar zu machen, in anderen Fällen sind sonst ganz gesunde Menschen im Winter besonders empfindlich: sie zeigen Neigung zu frieren, sind leicht müde und erkälten sich viel zu oft. Wie kommt das — ist der Winter daran schuld ober wir selbst? Die wissenschaftliche Erforschung ber Ursachen solcher winterlicher „Saison-Krankhei- t e n" zeigte, baß wir hier vor allem ben Einfluß ber verschiedenen Konstitution beachten muffen, Diese jedem Menschen in besonderer Art eigentümliche „Körperverfassung" äußert sich neben den geistig-seelischen vor allem in ganz individuellen körperlichen Eigenschaften, also einem bestimmten Körperbau und einer Bereitschaft des Organismus, auf die Umwelt — in unserem Falle das winterliche Wetter — zu reagieren. Die Wissenschaft spricht in diesem Zusammenhang von einer verschiedenen „R e a k t i o n s a r t" und meint damit das Anpassungsvermögen des Körpers an besonders ungünstige Umwelteinflüsse. Hiervon hängt wiederum die Fähigkeit dazu ab, auch unter schlechten äußeren Lebensbedingungen den Organismus vor Schädigungen — in diesem Falle durch die Kälte — zu bewähren. Diese persönliche Konstitution kann sich unter Umständen auch ändern — vor allem durch klimatische Einflüsse oder eine überstandene Ertränkung. So pflegen 3.' B. Lungenerkrankungen infolge Kälte besonders langwierig zu sein, und durch erneute Kältewirkung erhöht sich auch die Möglichkeit von Ruckfällen. Hierher gehört ferner die verminderte Kälte- Widerstandsfähigkeit hungernder, erschöpfter und betrunkener Menschen, deren Konstitution vorübergehend geschwächt ist. Auch sogenannte „latente" Krankheiten", unentdeckt gebliebene Krankheitsherde, können die Anfälligkeit gegen Wetterunbilden verstärken — so kommt es häufig vor, daß eine „Erkältung" als Ursache für eine schwere Erkrankung angesehen wird, während in Wirklichkeit ein anderes 'Grundleiden vorlag. Manche Menschen sind infolge schwächlicher Konstitution schon unter normalen" Bedingungen in ihrer Leistungs- und S (Seiferft). Anpassungsfähigkeit etwas beeinträchtigt, ohne daß sie jedoch im eigentlichen Sinn „krank" sind. In allen derartigen Fällen reagiert nun der Körper anders auf Kälte, als beim völlig gesunden Menschen. Wir wissen ja, daß der Organismus durch ein kompliziertes System der verschiedensten Maßnahmen für den Ausgleich zwischen der äußeren und der Körpertemperatur sorgt. Der Stoffwechsel wird automatisch so geregelt, baß er in ber Hitze herabgesetzt, in ber Kälte erhöht wirb, auch bie Zusammensetzung bes Blutes wirb burch ben Stoffaustausch mit ben Geweben immer wieder ausgeglichen. Dadurch wird eine Anpassungsfähigkeit des Organismus an die wechselnden Einflüsse der Außenwelt gewährleistet. Dieses „System" muß nun in der kalten Jahreszeit besonders gut arbeiten, um ben Körper auch bei größerer Kälte bei gleicher Temperatur zu erhalten. Hier treten bei ben einzelnen Menschen sehr starke Unterschiebe unb inbivibuelle Berschiebenheiten in ber Wirkungsweise ber sogenannten Wärmeregulation auf. In biefer Beziehung empfindliche Personen werben bei Kälte verhältnismäßig leicht von Krankheiten befallen, weil ihr Organismus nicht immer imstande ist, sich allen Unbilden der winterlichen Witterung gegenüber zu behaupten. Ebenfalls hierher gehörige Gesundheitsstörungen, auf die im Winter ganz besonders zu achten ist, sind die Erscheinungen der sogenannten Basoneurose. Hierunter versteht die Medizin an sich leichte Störungen in der Blutversorgung der Haut und Muskulatur. Normalerweise befinden sich die Blutgefäße in einem Spannungszustand, der dazu dient, daß die zur Versorgung eines bestimmten Körpergebietes notwendige Blutmenge auch richtig dorthin gelangt. Wenn sich nun dieser Spannungszustand krankhaft verändert, dann können dadurch Zirkulationsstörungen der verschiedensten Art hervorgerufen werden. Meist äußern sie sich darin, daß Teile des Körpers — hauptsächlich sind es Hände oder Füße — zu wenig durchblutet werden: sie sehen blaß aus und fühlen sich kalt an. Bei solchen „überempfindlichen" Menschen setzt nun eine Schädigung durch Kälte viel früher als sonst ein. Man hat in derartigen Fällen schon bei einer Außentemperatur von fünf Grad Wäxme Erfrierungen der Hände und Füße beobachtet! Erschwerend wirkt natürlich mechanische Behinderung der Durchblutung, wie es z. B. bei engem Schuhwerk leicht der Fall sein kann. Besonders empfindlich gegen Kälte sind ferner Patienten, bei denen ein bestimmter Hautbezirk in seiner Ernährung gestört ist. Das kann durch größere Narbenbildung und damit verringerte Blutzufuhr ober auch burch gewisse Nervenerkrankungen bebingt sein. In solchen Fällen treten burch Kältewirkung sehr leicht Veränberungen, z. B. kleine Geschwüre ber geschäbigten Haut, auf. Auch bie Blut Zusammensetzung kann eine verringerte Wiberstandssähigkeit bes Organismus gegen Kälte verursachen. Das ist vor allem bei, vielen Formen ber Blutarmut ber Fall, bereu allgemeine Symptome, wie leichte Ermüdbarkeit, Kopfschmerzen, kalte Hände und Füße, ja bekannt sind. In ber Kälte pflegen sich biete Beschwerben zu verstärken, wenn sich ber Betreffenbe nicht genug in acht nimmt. Namentlich können leicht Erkrankungen ber Haut, z. B. Frostbeulen, auftreten. Kälte unb Zugluft werben befonbers bann gefährlich, wenn sie kleinere Körperbezirke beeinflussen. Ungünstig wirkt in solchem Falle Körperruhe, weil hierbei ber Blutkreislauf langsamer arbeitet. Ebenso ist Abkühlung vorher erhitzter Körperstellen ungünstig. Im übrigen spielt natürlich bie Dauer ber Kälteeinwirkung eine Rolle. Erschwerend wirken Wind unb naßkalte Witterung, da nasse Lust dem Körper viel Wärme entzieht. Noch schlimmer ist schmelzenber Schnee, ber bie Wärme ableitet unb leicht in die Schuhe einbringt; babei geht viel Wärme verloren. Die praktische Nutzanwenbung aus bem, was die moderne Medizin über die recht zahlreichen Fälle einer „Ueberempsindlichkeit" gegen Kälte feftgeftellt hat, ist verhältnismäßig einfach. Menschen, die an gesundheitlichen Störungen der beschriebenen Art leiden, sollten im Winter wesentlich vorsichtiger als völlig gesunde Menschen sein. Sie müssen sich möglichst vor Zugluft, ferner vor falten Füßen (nicht zu enge Schuhe!) unb Hänben hüten unb namentlich bei naßkalter Witterung längeren Aufenthalt im Freien nach Möglichkeit oer- "meiben. Außerbem ist es bringenb zu empfehlen, baß Menschen, bie im Winter bauernb „erkältet" ober sonstwie gesunbheitlich nicht auf ber Höhe finb, sich einmal grünblid) vom Arzt untersuchen lassen. Er wirb bann häufig eines ber von uns beschriebenen Leiben finben, nach besten Behebung auch bie lästige „Ueberempfinblichkeit" gegen bie Unbilden der winterlichen Witterung verschwindet. Die Lahn in Eis und Schnee erstarrt. I Die anhaltende Kälte hat es mit sich gebracht, daß bie Lahn auf weiten Strecken von einer zusammenhängenben Eisschicht bebeckt ist. Von ber Lahnbrücke aus bietet sie jetzt einen ungewohnten Anblick. In ber Richtung nach Dutenhofen zu zeigt sich ber Flußlauf als eine einzige schneebebeckte Fläche von ungetrübtem Weiß. Auch nach bem Mühlenwehr zu ist ber Fluß erstarrt, und nur der seitliche Abfluß, von der Klinkelschen Mühle her, hat offenes Wasser. Wo sich, dieses und die Eisfläche treffen, konnte man gestern Enten aus der nächsten Nachbarschaft sehen, die im eiskalten Wasser badeten und dann lustig über die Eisdecke hinwegschlitterten, den kleinen Inselchen zu, die dort das Bild der Lahn so reizvoll gestalten. Zahlreiche Tauchhühner haben sich im kleinen Bereich des offenen Wassers zugesellt. An den Bootshäusern ber Rudervereine oberhalb bes Wehres ist bie Lahn auch völlig zugefroren. Spaziergänger, die gestern im Glanz ber Wintersonne Zeit fanben, ben Fluß entlangzugehen, kehrten sie sicher ungern von bort zurück. Unser Bilb zeigt die zugesrorene Lahn von ber Lahnbrücke aus nach ber Müllerschen Babeanstalt unb nach bem Heuchelheimer Felb zu gesehen. Es. fällt schwer, bas flache Schneefelb als unseren, heimischen Fluß, unserer schönen Lahn, wieberzii- erfennen. (Ausnahme: Neuner, Gießener Anzeiger.) Zunehmender Frost im Rhem-Main-Gebiet. Oie meisten Flüsse und Bäche zugefroren. — Große Verkehrsschwierigkeiten. LPD. Nach einem ganz kurzen Ansteigen ber Temperaturen in ber Nacht vom Dienstag zum Mittwoch hat ber Frost im Rhein-Main-Gebiet, begünstigt burch bie intensive Ausstrahlung ber weiten unb ungewöhnlich hohen Schneebecke, weiter zugenommen, obwohl bie Sonne am Mittwoch fast ben ganzen Tag bei wolkenlosem Himmel schien. Im Laufe bes Nachmittags würben Temperaturen von — 9 bis 14 Grab gemessen. Die Kältewelle hat bie Flüsse rascher, als man erwartet hatte, zu Eis erstarren lasten. So ist ber Main von ber Quelle bis zur Münbung zugefroren. Das Maineis ist burchfchnittlich 4 bis 6 Zentimeter bick, stellenweise, wie bei Kessel- ftabt, erreicht es auch eine Dicke von 12 Zentimeter. Auch alle Nebenflüsse bes Mains finb zugefroren, nicht nur die kleineren Bäche und Flüßchen aus Odenwald und Spessart, sondern auch die Kinzig, die Nidda und die Nidder. Das Treibeis der Lahn hat sich ebenfalls am Mittwoch gestellt: Puch auf der Mosel ist das Eis an vielen Stellen zum Stehen gekommen, während die Nahe schon völlig zugefroren ist und mit ihr alle Flüßchen und Bäche Rheinhessens und der Pfalz. Dagegen ist der Rhein, abgesehen von Ufereis, noch offen. Er bringt aber starke Treibeisschollen, die sich bei anhaltendem Frost ebenfalls stellen werden. Die Fortschaffung der Schneemassen kostet bie Städte eine schöne Stange Geld. In Frankfurt waren acht Motorschneepflüge und 50 Pferbepflüge nötig, bazu 700 zweirädrige Schneekarren. In zwei Tagen haben sich 1600 Hilfsarbeiter gemeldet, bie bei der Schneebeseitigung Verwenbung fanben. Mannheim mußte 200 „Schneeschipper" einstellen. Auch in Mainz, Wiesbaben und Worms wurde man der ungewöhnlichen Schneemengen nur durch Einstellung von Hilfskräften Herr. Der regelmäßige Verkehr der Reichsbahn wird durch die Kälte und den Schnee schwer in Mitleidenschaft gezogen. Die Fernzüge treffen teilweise mit ungewöhnlich großen Verspätungen ein. Durch die Kälte und die großen Schneemassen wurden Signale und Weichen unbrauchbar. Hunderte von Hilfsarbeitern mußten eingesetzt werden, um diese wichtigen Betriebseinrichtungen wieder in Ordnung zu bringen. Bei der großen Kälte frieren die Heizungen ber Wagen ein, bie Wasserleitungen müssen aufgetaut werben, unbrauchbar geworbene Wagen werden ausrangierfc- unb burch anbere ersetzt usw. Auf ben Lanb st raßen finb bie Schwierigkeiten, bie durch Schnee und Kälte entstanden, nicht- geringer. Unzählige Kraftwagen, vor allem Fern- l a st z ü g e, blieben am Dienstag und Mittwoch liegen. Zu Dutzenden standen mitunter die Wagen an bestimmten Steigungen, und die Fahrer bemühten sich gemeinsam, den Weg durch Wegschaffen des Schnees, durch Streuen mit Erde und Sand, „Mutterlied." Gloria-Palast. In diesem Film, dessen Drehbuch Thea von H a r b 0 u und Bernd Hofmann nach einer Novelle von L. Fürst, L. M. Mayring, I. Raffay unb E. G. Techow schrieben, stnb die Wesenselemente bes Gesangsfilms mit typischen Motiven bes Sensationsschauspiels auf eine raffiniert zu nennenbe Weise verschmolzen. In ber immer roieber erfolgreich erprobten Form aegen- f ei tiger Durchbringung gehen bie großen Gesangs- unb Theaterszenen auf der Opernbuhne Und bie großen Szenen bes „wirklichen"' Lebens memanber über. Die Ehe bes Sängers Ettore Vanni unb ber Sängerin Fiamma Appiani ist ungetrübt glücklich, vis eines Tages der Bariton Cesare Doret an ber gleichen Oper und für bie gleiche Aufführung engagiert wirb, in ber bie beiben fingen: Doret ift Fiammas Jugenbliebe unb der Vater ihres Kindes, das Vanni großzügig, ohne weiter 3U fragen, als das feine anerkannt hat. Doret benutzt das Engagement zu einem erpreffekifch-fchuftigen Versuch, Fiamma wieder für sich zu gewinnen die das Glück ihres Lebens durch ihn bedroht steht. Dorets Frau, Ricarda, erschießt ihren Mann, von dem sie sich betrogen fühlt, in Fiammas Garderobe wahrend der Vorstellung. Fiamma wird, da alle Indizien gegen sie sprechen, oes Mordes beschuldigt, wahrend die auf bem fluchtartigen Heimwege verunglückte Ricarba im Krankenhause liegt, unfähig, die er- losenbe Aussage zu machen. Erst als Ettore • im Frauengefängnis, wo sich Fiamma Unter- fuchungshaft befinbet, für Fiamma bas Mutterlieb singt, bas durch ben Rundfunk auch m die Kkmk übertragen wirb, erfährt Ricarda, daß Fiamma unter Morbverbacht stssht, und schreit auf ihrem Schmerzenslager bas ®eftänbni5 ™s,bas Fiamma befreit unb bas Gluck ihrer Ehe rettet. Man mag schon aus biefer kurzen Inhaltsangabe ersehen, wie ber Film angelegt ist, unb worauf seine Wirkung sich gründet. Der Regisseur Carmine Gallone hat sich keine Gelegenheit entgehen lassen, sich mit den innig ineinander verschmolzenen Ausdrucksmitteln des reinen Gesanges und des zu höchsten Effekten gesteigerten Theaters sozusagen unmittelbar an das Gefühl des Hörers undZu' schauers zu wenden — wirksam unterstützt übrigens von der mit weiträumigen Perspektiven arbeitenden Photographie von Georg B r u ck b a u e r. Benfa- mino GigN singt den Ettore: er schont sich fei seinem letzten Film äußerlich verwandelt zu haben, wirkt schmäler und jünger, aber bie Stimme ist unverwandelt geblieben im leichten Ansatz, in der leuchtenden Hohe, in der Durchschlagskraft ihres Forte; die natürliche Theaterbegabung seines Volkes kommt ihm darstellerisch gerade in dieser Rolle un- gemein zustatten. Maria C e b 0 t a r i singt neben ihm die Fiamma, sehr kultiviert und klangschön, mit reinen Koloraturen, schauspielerisch ausdrucksvoll und zurückhaltend zugleich, sichtlich bestrebt, ben strömenden Gefühlsüberschwang der Partie in Grenzen zu halten. Michael Bohnen, der dritte große Sänger dieses Films, gibt den Doret. Dieser Doret ist das vollkommene Bild eines komödiantischen Schurken oder eines schurkischen Komödianten — wie man die Akzente verteilen will, ist Gefühlssache; kein Zweifel jedenfalls, daß Bohnen die hier gewünschte Charaktermischung mit einer unheimlichen Treffsicherheit gelingt: der Zuschauer atmet auf, wenn dieser Doret endlich zur Strecke gebracht ist. Der kleine Peter Bosse ist bas rührenb ahnungslose Söhnchen bes Sängerpaares; Hans Moser als bas treue Faktotum Vannis ist sehr bemüht, seine Komikernatur hinter ehrlichem Gefühl zu verstecken, aber bas Publikum lacht doch, wenn er erscheint, unb sobalb bie allgemeine Rührung es zuläßt. Hilbe Hilbebranb gibt mit einer taktvollen Verhaltenheit bie schmerzliche, nicht übermäßig bankbare Rolle ber Ricarba. Musik unb musikalische Leitung: Alois M e l i ch a r. — (Tobis.) ♦ Im Vorprogramm interessiert vor allem bie neue Ufa-Wochenschau mit bem Rückblick auf bas Jahr 1937, Hans Thyriot. Oie Kuh Buiterlina. Eine Erzählung von Joses Winckler. Es ist eine simple Geschichte unb' doch würbe sie bamals in ber ganzen Stabt mit großer Rührung erzählt. , _ , , . . Im Jahre 1901 muß es wohl gewesen fein, als bie Englänber Johannisburg belagerten unb endlich genommen hatten, da auch die Not der Belagerten eine grausame Höhe erstiegen hatte. Aber auch die Sieger litten Mangel und so regutnerten sie was sie noch vorfanden und nötig hatten. Nun besaß ber bamalige Buchhänbler Hermann Michaelis, ber auch bie erste beutsche Zeitung in Johannisburg herausgab, unb später in großer Armut gestorben ist, außerhalb ber City, dem Ge- schäftsviertel der Stadt, draußen m Parktown, eine behagliche Villa, wo er bei feiner Frau unb zwei kleinen Kinbern fern von Büro unb Buchhandlung nur Gartenmensch unb glücklicher Vater war. In sorgenber Fürsicht hatte er eine mil- chenbe Kuh im Stall. Wie nun bie Reguisitions- besehle burch bie Straßen liefen, ba mußte auch der Zeitungsbesitzer seine Kuh abliefern, aber er zögerte noch, denn bie Kinber konnten ihre frische Milch nicht entbehren, unb ba bie Kuh unlängst erst ein Kalb geboren — ach! es war ein großes Ereignis gewesen — stand man zu ihr in ganz besonders vertrautem Verhältnis. „Wirst du uns auch nicht vergessen?" — fragte die Mutter — „wenn du in den Krieg ziehen mußt?" Und sie erhielt noch einmal einen großen Arm voll Rübenschnitzel, wie bie Frau ihr täglich bas Futter selbst zurecht zu machen pflegte. Unb als nun ber Tommy kam, ber bie Kuh abholen sollte, stand das ganze Haus versammelt, Frau Michaelis, beide Kinder im Arm, das rhode- sifche Kaffernmädchen heulend hinter der Schürze. Man hatte ein gezähmtes Chamäleon, das mit runden Glotzaugen wie ein gerupftes Eichhörnchen dabei faß und erschrocken sofort die Farbe wechselte, bis der Hausherr es vor den Tritten der Soldaten auf ein Rosenbeet setzte. Alle Bewohner folgten, dem Engländer zum Stall. Da fiel ber Hofhund wütend an seiner Kette vor. Michaelis trat abseits ins Haus zurück, sich die letzte Szene zu ersparen, als die Kuh herausgeführt wurde. Sie folgte ohne Sträuben, schaute sich nur einmal nach bem Kalb um. Nun versuchte man in ber Nachbarschaft erfolglos Milch aufzutreiben, bie Flaschen der Kinder blieben leer, unb bie Verzweiflung ber Mutter wuchs. Wie sollte man auch bas Kalb ernähren? Es würbe verhungern. Zwei Tage hielt man aus — vergeblich alle Mühe, frische Milch zu erlagen. Es gab nur Konservenmilch unb ber Jüngste bekam bereits Brech- burchfall. Da fuhr nun unser beutscher Zeitungsverleger im Auto los. Er erreichte ben Kommandanten draußen vor der Stadt und wußte bie Not unb fein sterbenskrankes Kinb fo lebhaft an bas Herz bes Offiziers heranzutragen, ber wohl auch eine Milchkuh bes Burenftaates nicht als Verlust für Old England betrachten' mochte, baß biefer ihm ritterlich einen Schein ausftellte, bie regui- rierte Kuh für bie Dauer ber Krankheit feines Kinbes zurückzuholen. Mit biefer Freubenbotschaft langte ber Vater nach knapp fünf Stunben bei bem ersten Camp an, wo hunberte ja tausende Rinder und Kühe weideten. In der Unbeholfenheit eines Mannes unb ber Seltsamkeit feines Auftrages begann er zunächst mit bem Felbstecher vom Gatter bes Riefencamps aus bas Gewimmel ber Herben zu burchdringen unb nachbem er fich überzeugt glaubte, nirgends eine ähnliche Gestalt entdeckt zu haben — erinnerte sich plötzlich auch nicht fo genau jedes einzelnen Fleckens ihrer Haut und ob sie krumme ober mehr grabe Hörner besäße — fuhr er schließlich verärgert unb zweifelnb zum zweiten unb britten Camp. Es waren im ganzen sieben ungeheure Weideplätze, auf denen, von patrouillierenden Soldaten bewacht, die Herden ruhig rupfend graften oder wiederkäuend am Boden lagen. Die Soldaten zuckten die Achseln auf feine Fragen, wo und welche Kuh vom Buchhändler Michaelis fei? So kehrte er beim vierten Camp unverrichteter Sache um. Unterdessen waren schon weitere Reguisitions- besehle ergangen und auch das Auto mußte abgeliefert werden. Eine Kuh abzuholen, getraute sich Michaelis denn doch nicht, auch noch um sein Auto beim Kommandanten vorstellig zu werden unb warf sich abgehetzt aufs Sofa. Da schwang sich Mutter Michaelis aufs Zwei- rab. „Frauen unb Kühe verstehen sich besser!", winkte sie zum Abschieb ihm zu. Unb wie nun bie Frau beim ersten Camp anlangte mit ber gleichen Bitte wie vorbem ber Mann, ba höhnte bet* Schotte, ber kein Deutschenfreund war: „Yes, wenn sie Ihre Kuh nicht selbst herausfinden, können wir nicht helfen! Ach, einen Namen führte die Kuh nicht — unb wie sollte sie auch auf einen Rufnamen hören können unter den zahllosen Tieren hier unter offenem Himmel? Und doch stieg die Frau in ihrer Not vor allen Soldaten zu ob erst auf das Wachhaus, wölbte die Hände um ben Munb unb wie aus einer plötzlichen Eingebung schrie sie mit Leibeskräften weithin schallenb über ben Camp: „Butterlinaaaaaa!" Unb siehe ba — mitten hin aus bem lagernbert Hausen sprang jählings eine Buntgescheckte hoch stellte ben Schwanz kerzengrabe in bie Luft, hielt ben Kopf schief äugend zur Seite und dünn kla- bafterte sie wie eine Furie heran, daß der Rasen dröhnte, galoppierte direkt auf die rufende Mutter los, die mit Tränen in den Augen sie empfing unb ihren Kopf an die dampfende Wampe schmiegte. Nur an ber Stimme hatte bie Tiermutter biel Menschenmutter erkannt. — Die Solbaten stauben verbutzt im Kreis, unb triumphierenb zog bie Frau mit ber Getreuen heim. „ ______ > oder durch Auflegen von Reisig freizumachen. Die Durchgangsstraßen im Taunus, im Westerwald und im hessischen Bergland waren gefürchtet. Manche Kraftfahrer machten lieber weite Umwege, um in den besser fahrbaren Niederungen zu bleiben. Verhältnismäßig am leichtesten wickelte 'ich der Verkehr auf den R e i ch s a u t o b a h n e n ab, die am Mittwoch nicht nur größtenteils vom Schnee gesäubert, sondern auch gut gestreut waren, so daß man einigermaßen schnell vorwärts kam, während auf den Landstraßen die Kraftwagen mitunter wie die Schnecken kriechen muhten. Aus der Stadt Gießen. Oer Eisvogel an oberhessischen Gewässern. Don £r. Karl Budols Fischer. Alljährlich im Winter wird der Eisvogel „entdeckt". Und dann hört man, daß an der Lahn, an der Wieseck, oder auch sogar mitten in der Stadt, ein äußerst seltenes Tier gesichtet wurde, ein Vögelchen, so bunt gezeichnet, so voller Wunderfarben, daß es von Haus aus gar nicht in die deutsche Dogelwelt gehören kann. Und schon ist es Ö: das ist ein Tropenvogel, vielleicht ein :i, der irgendwo entflogen ist und nun armselig in dieser Winterkälte an Frost und Hungerqualen enden muß. Und hat das Tierchen wirklich mal das Glück, daß ihm ein Mensch begegnet, der zu Hause so lange in den Vogelbüchern forscht, bis er die Art, den Namen, die Verbreitung und die Lebensweise kennt, dann ist's genau so sicher: „Hier ist der Vogel nicht daheim, den ganzen Sommer bin ich hier spazieren gegangen, und niemals war ein Eisvogel bislang in solch gewöhnlichen Bereichen anzutreffen. Es ist ganz klar, für hier ist dieses Tier eine Seltenheit...' fingerlanger Schnabel genau die Form einer Und an den Vogel, der „nur im Winter bei Eis und Schnee in unsere Landstriche" kommt, knüpfen sich dann allerhand Spekulationen, etwa, daß der Winter furchtbar strenge und frostreich wird und man sich vorsehen muß, daß er vermutlich lange währen wird, und was es sonst noch alles ist. Man hat doch schon davon gehört, daß Tiere viel bessere Wetterpropheten als die Wettermacher selber sind, die sich mitunter ja von einem Tag zum andern irren. — Nichts i st an dem! Vielmehr ergibt sich jene Eigentümlichkeit, daß wir ihn nicht zu allen Zeiten im Jahroerlaufe an denselben Orten sehen, aus seinen ganz bestimmt gelagerten Verhältnissen. Und das ist so: Dieser sperlingsgroße, tropenfarbig bunte Vogel, zur Familie der Königsfischer gehörig und von der Zunft „Eisvogel", Alcedo arctis ispida L., benannt, kommt bei uns zwar einzeln vor, ist jedoch keineswegs selten. Was dieser Vogel, dessen Rücken schön smaragdgrün bis türkisblau glänzt, während die Bauchseite rostrot leuchtet und dessen halbwegs fingerlanger Schnabel genau die Form einer Bleistifthülse hat, an so absonderlichen Eigenheiten aufweist, ist nur der Umstand, daß er, je nach Jahreszeit, als Stand- und Strichvogel aufzutreten pflegt. Standvogel ist er allemal im Sommer, und er kann schon deshalb meist an jenen Plätzen nicht erscheinen, wo man im Winter ihn tagelang zu Gesicht bekommt, weil er nur ganz bestimmte Orte für sein Brutgeschäft gebrauchen kann. Dort nun hält er fest, und wenn der Fischreichtum an anderen Orten und die Seichtstellen mit den Myriaden junger Brut den Bach- und Flußtisch noch so aut gedeckt haben. Er hat nämlich die Angewohnheit, sein Nest in Form von Bruthöhlen oder besser -röhren bis zu einem Meter tief in überhängende, rutschsichere Lehmwände zu graben, ähnlich der Art, wie das auch die Uferschwalben auszuführen pflegen, die in den Wiesecker Sandgruben beheimatet sind. Diese Röhre, die mit unglaublicher Zähigkeit durch Hacken mit dem Schnabel und durch Kratzen mit den Füßen etwa 1 bis 3 Meter über dem Wasser angelegt wird — wobei als Maßstab für die Höhenlage offensichtlich ganz instinktiv der überhaupt höchstmögliche Hochwasserstand der jeweiligen Stelle ausschlaggebend ist —, endet im Innern in einem backofenförmigen Napf und wird mit Gräten von Kleinfischen, Libellenlarven, Krebs- füßchen und sonstigen schlecht faulbaren Feststoffen ausgelegt. Hier nun treibt er sich mit feinem Weibchen den ganzen Sommer über herum, bis die Jungen hoch Die Gerichte des ersten Eintopfes im neuen Mr. NSG. lieber 200 000 deutsche Gaststättenbetriebe haben im Jahre 1937 an jedem Eintopfsonntag Millionen von Volksgenossen ein kräftiges Mahl bereitet. Auch im Jahre 1938 werden die Gaststättenbetriebe das Können ihrer Köche in den Dienst dieser ehrenvollen Aufgabe stellen. Die zum ersten Eintopfsonntag des neuen Jahres am 9. Januar auserwählten Eintopfgerichte werden für die tatkräftige Mitarbeit ein gutes Zeugnis ablegen. Wie immer, empfiehlt die Wirtschaftsgruppe Gaststätten- und Beherbergungsgewerbe nach Rücksprache mit dem Reichsnährstand die Eintopfgerichte. An erster Stelle wird Kohlsuppe mit Kartoffeln und Hammelfleischeinlage genannt. Auf der Speisekarte müßte das Wort „Kartoffeln" eigentlich groß geschrieben werden, denn jeder Gast soll den Wert der Kartoffel kennenlernen, und die überaus reiche Ernte des letzten Herbstes verpflichtet jeden Deutschen, mehr als bisher beim Mittag- und Abendessen die Kartoffel zu bevorzugen, lieber die guten Eigenschaften des Weiß- und Wirsingkohles, die überall zu haben sind, braucht kaum ein Wort verloren zu werden, und gar über die Schmackhaftigkeit der Hammelfleischeinlage ein Loblied zu fingen, hieße Eulen nach Athen tragen. Wer dieses Gericht probiert, wird es auch an anderen Tagen gerne zu sich nehmen. Da aber nicht nur Kohl, sondern vor allem auch Mohrrüben und ganz besonders Kohlrüben auf allen Märkten sind, wird in den Gaststätten auf diese Erzeugnisse beim zweiten Eintopfgericht Bedacht genommen. Kohlrüben oder Mohrrüben mit Rindfleisch sind im Norden ein altbekanntes und beliebtes Gericht. Der Hamburger und auch die Mecklenburger nennen die Kohlrübe zwar Steckrübe, aber es handelt sich um die gleiche Frucht. Damit auch die Fischester auf ihre Rechnung kommen, wird der dritte Eintopf wie immer ein Asch- eintopf sein. Die Gastwirte werden aus Schellfisch, Kabeljau, Rotbarsch usw., die — wenn der Frost nicht besonders stark wird und den Fischfang behindert — in ausreichenden Mengen zu haben sind, einen nahrhaften Eintopf bereiten. Das vierte Eintopfgericht wird, wie schon im Dezember, den Gastwirten Gelegenheit geben, die besonderen Spezialitäten der einzelnen Reichsgebiete ihren Gästen vorzusetzen. Der Gemüseeintopf mit Einlage nach freier Wahl wird vielen Gaststätten willkommene Gelegenheit zu Überraschungen bieten, denn bei der Vielgestaltigkeit der einzelnen Gerichte und dem sprichwörtlichen Können unserer deutschen Köche wird auch der verwöhnteste Gast zufriedengestellt werden. sind, und wacht ängstlich und mit jedem nur erdenklichen Aufgebot von Futterneid und Eifersucht über die Grenzen seines Brutstandortes. Zum Reisen aber, wie im Winter, hat er als Standvogel während der produktiven Monate nicht die geringste Zeit. Anders aber ist das, wenn die rauhen Tage hereinbrechen, wenn der Winter mit feiner Unbill, feinem Bacheis, Hartfrost und Nahrungsmangel kommt und die Fische nicht mehr im Seicht wasser stehen, weil sie sonst dort einfrieren würden, und — um das Maß voll zu machen — das Flußwasser trübe und undurchsichtig ist vom vielen Herbstregen. Nicht, daß er während dieser Zeit außer Landes ginge oder nach Zugvogelsitte weite Reisen machte! Ein Einsiedler von echtem Fischerblut, der langweiliges Sitzen an Ort und Stelle über Stunden hinaus zum Lebensprinzip erhebt, bei dem Trägheit und Gleichgültigkeit Trumpf zu sein scheinen, und bei dem Sitzenbleiben wie bei einem schlechten Schüler Dauerzustand ist, kann dazu gar nicht fähig sein. Er wandert nicht weiter als er muß, um neue Nahrungsquellen zu finden — und wird auf diese Weise zum Strichvogel. „Ubi bene, ibi pa- tria“ — die alte Tierparole — „Wo mir's gut geht, da ist mein Vaterland", das ist nun wintersüber sein Lebensgrundsatz. Und so geht er dem Zufrieren von Teichen und Bächen rechtzeitig aus dem Wege, haut ab, wenn Regengüsse und Schneeschmelze in einem Landstrich das Wasser undurchsichtig oder reißend machen, so daß sich die junge Brut und kein einziger Kleinfisch halten kann, taucht je nach Witterung und Wasserzustand, Laichhäufigkeit und Fließgeschwindigkeit, Ueberschwemmung oder Verebbung hie, da ober dort auf und begegnet dabei Menschen an Orten und Stellen, wo man ihn das ganze Jahr nicht sah, weil er allen Großaugen gemeinhin aus dem Wege geht — und dann hört man einmal von ihm, weil ihn die meisten Menschen nur sehen, wenn er fliegt, wo es sonst nichts mehr zu kreuchen und zu fleuchen gibt, ihn aver niemals suchen, wo er eigentlich zu Hause ist. So ist das mit dem Eisvogel! Dornotizen. Tageskalender für Donnerstag. Gloria-Palast (Seltersweg): „Mutterlied". — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „Der Lachdoktor". — Oberhessischer Kunstverein: 17 bis 18 Uhr, Kunstausstellung im Turmhaus am Brand. Meister Sextett Comedian Harmonists im Stadttheater. Aus dem Stadttheaterbüro wird uns geschrieben: Die Intendanz des Stadttheaters Gießen hat das „Meister-Sextett" (früher Comedian Harmonists) für ein einmaliges Gastspiel am Donnerstag, 13. Januar, verpflichtet. Es wird ein völlig neues Programm geboten, das auf der großen Deutschland- Konzertreise, die kürzlich begann, überall mit Begeisterung ausgenommen wurde. Das Gastspiel beginnt um 20 Uhr und findet außer Miete statt. Hitler-Lugend Bann 116 Gießen. Velr.: Arbeitsgemeinschaft-Sozialstelle. An der alle 14 Tage Freitags stattfindenden Arbeitsgemeinschaft haben auch in Zukunst die Sozialwarte der Gefolgschaften und Sondereinheiten teilzunehmen. 63./ Dann und Zungbann 116. Vetr.: Arbeitsgemeinschaft der HJ.-Führer, DJ.- Führer und der Führerinnen des VdM. Am kommenden Freitag, 7. Januar, wird ein Mitarbeiter des Raffenpolitischen Amtes der NSDAP, im Rahmen der HJ.-Arbeitsgemeinschast über die quantitative Bevölkerungsbewegung sprechen. Alle Stellenleiter des Bannes sowie Jung- bannes, die Unterbannführer, Stammführer, Fähnleinführer und Gefolgfchaftsführer des Bannes bzw. Jungbannes haben sich am kommenden Freitag, 7. Januar, 20.15 Uhr, vor dem Heim der Marinegefolgschaft in der Roonstraße einzufinden. Vetr.: Postverfand des Vannes und Iungbannes 116. Die für die Gefolgschaften bzw. Fähnlein bestimmte Post kann mach dem h. Januar 1938 wieder täglich auf der Banndienststelle in Empfang genommen werden. Eisläufen. Was ist das Schlittschuhlaufen für eine Freude! Und daß die Eisbahn gerade jetzt in den Ferien eröffnet ist, ist besonders schön. Jeden Tag wimmelt es auf der blanken Fläche an der Moltke- straße. Wenn man in die Nähe kommt, hört man schon das fröhliche Jauchzen der Kinder. In dem Wärmeraum prasselt der Ofen sehr gemütlid), und manche Kinder wollen hier sitzen und sich wärmen, aber da werden sie rausgejagt Am Ofen sitzen können sie doch auch zuhause! Ich kann's kaum ab- marten, bis ich rausfomme zu den Anderen, und vor lauter Ungeduld ziehe ich die Schlittschuhe verkehrt an. Nun geht es humpelnd über die Brücke und die Holztreppe hinunter. Dann, heisia? kann es losgehen, aber ... schon sitzt man auf seinem Hinterteil! Aber das schadet nichts! Ein Trost ist es nur, daß es Anderen auch so geht. Man trifft Freundinnen und Bekannte, aber manchmal umarmt man auch einen wildfremden Menschen. In der Mitte der Bahn wird man oft umgeworfen, denn die Buben spielen Nachlauf und Wettlauf. Einzelne Teile der Eisfläche sind abgesperrt, da wird gekehrt, drei Männer drücken einen Schneepflug, andere haben ein Schiebebrett und Besen. Ich muß lachen, wenn ein Anfänger xbeinig daherkraxelt, das hat mit Schlittschuhlaufen keine Ähnlichkeit. Aber sie lernen es alle noch? Diele Kinder stehen staunend um den abgegren^ten Bezirk, wo die guten Läufer ihre Künste zeigen. Es sieht ja auch zu schön aus, wenn sie Bogen, Achter und Pirouetten machen. Wenn man genug gelaufen und genug hingefallen ist, geht man ins Klubhaus zum Kaftes- trinfen. Er schmeckt sehr gut, jedenfalls ist er schön heiß. Dann, so gestärkt, versucht man Bogen an Vaters starker Hand. Es muß schön sein, abends bei Licht und Musik zu laufen, aber da muß ich ins Bett. . Nun schnallt man die Schlittschuhe ab: das ist so komisch ohne fiel Oh, wie kalt sind die Hände und Füße, aber morgen gehe ich wieder eislaufen! Brigitte. Daniel Heil t Am gestrigen Mittwoch ist im hohen Alter von 87 Jahren der in Gießen und darüber hinaus bekannte Rentner Daniel Heil nach längerem Leiden verstorben. Erst vor etwa acht Tagen begegneten wir dem alten Herrn noch auf einem seiner gewohnten Nachmittagsspaziergänge, als er munter seines Weges die Sicher Straße heraufging. Daniel Heil hatte früher das jetzt im Besitz des Kaufmanns Louis Scharmann befindliche Zigarren- aeschäft am Lindenplatz inne, das er in Gemeinschaft mit seiner Gattin in guter Weise voranbrachte. Ehrenamtlich stellte er feine Kraft in langjähriger Mitarbeit der städtischen Pferdemarktdeputatton zur Verfügung. Als guter Pferdekenner und als schneidiger Reiter war er auf diesem Gebiet des Gemein-- schastsinteresses unserer Stadt in förderlicher Weise tätig. Dem Aufsichtsrat der Handels- und Gewerbebank gehörte er gleichfalls viele Jahre lang als gewissenhafter und tatfroher Mitarbeiter an, der sich eifrig für die Forderung der Aufgaben dieses auf genossenschaftlicher Grundlage der heimischen Wirtschaft dienenden Instituts einsetzte. Durch seine charaktervolle Persönlichkeit und sein allezeit liebenswürdiges, hilfsbereites Wesen hat sich der Heimgegangene in Stadt und Land viele Freunde erworben, die ihm über das Grab hinaus m guter Erinnerung behalten werden. Realgymnasium heißt jetzt Langemarckschule. Gauleiter Reichsstatthalter Sprenger hat genehmigt, daß das Realgymnasium in Gießen künftig den Namen „Langemarckschule (Oberschule für Jungen)" führen darf. Der Schulgemeinde und der Elternschaft soll diese Auszeichnung in einer Feier am kommenden Samstag in der Turnhalle der Schule bekanntgegeben werden. Neue Aufgaben des Luftschutz- Hauswartes im Gau Hessen-Nassau. NSG. Der Reichsminister für Luftfahrt und Oberbefehlshaber der Luftwaffe, Generaloberst Hermann Göring, hat entschieden, daß im Interesse des Dierjahresplanes bei der Erfassung des Altmaterials auch die Luftschutzhauswarte einzusetzen sind. Auf Grund dieser Entscheidung haben der Gaubeauftragte für Altmaterialerfassung für den Gau Hessen-Nassau und die Landesgruppe Hessen - Rheinland-Süd des Reichsluftschutzbunbes die ihnen nachgeordneten Dienststellen angewiesen, auf das engste zusammenzuarbeiten. Die Luftschutzhauswarte werden vor allen Dingen die Aufgabe haben, darüber zu wachen, daß in dem durch fie betreuten Hause für die Zukunft von keiner Haushaltung Altmaterial, und zwar Knäusl- papier aller Art, Pappe, Verpackungsmaterial aus Papier, Zeitungen usw. verbrannt oder weggewor- fen werden. Sie haben die ihnen bekannten Hausbewohner anzuhalten, dieses Altmaterial regelmäßig in die aufgestellten Behälter zu werfen. Schließlich wird es Aufgabe der Luftschutz-Hauswarte fein, in kurzen Abständen das Material durch die zugelaste- nen Sammler bzw. Althändler abholen zu lassen. Die Ablieferung des Materials erfolgt naturgemäß unentgeltlich, da für den Einzelnen die in Frage kommende Menge nur sehr gering fein dürfte Neben dieser Regel bleibt für Die großen Haushaltungen die Möglichkeit bestehen, größere Mengen von glattem ober Zeitungspapier gegen Bezahlung an den zuständigen Altmaterialienhändler direkt zu verkaufen Die Tätigkeit des Luftschutz- Hauswartes beschränkt sich in diesem Falle lediglich darauf, daß rechtzeitig das verfügbare Material den Weg zu den Althänblern findet unb nicht in großen Posten in ben Wohnungen liegen bleibt. Fahrräder als Verkehrshindernis. Fast an jebem Tage kann man vor der Stadt- post unb in ber Schulstraße die Wahrnehmung machen, baß zahlreiche Radfahrer ihre Räder entweder an die Hauswand ober an ben Rand der Der $aife. Erzählung von Gunnar Gunnarffon. Jeden Morgen in ber Dämmerung brachen wir auf — Pall, Adalsteinn, Ebvard unb ich. Wenn es ichußhell war, hatten wir ben Berg erreicht, Fell, der fick steil unb breit über bie Schneebogen der Heide yob, ein weißer, von dunklen Felsgürteln unv gürteter Koloß. Uns wurde jedem ein Absatz zu- geteilt, unb bann machten wir uns auf ben Weg westwärts, die Südseite entlang, wo sich in der Regel die Schneehühner aufhielten. In Wind und Schneegestöber konnte es schwer sein, sie zu finden. Dann ließen sie sich verschneien und krochen unter der weißen wärmenden Decke zusammen. Ich ging froh und ruhig dahin, selbst wenn lch keine fand, bis ich begann, die andern schießen zu hören. Dann kam der Wetteifer in mir auf, dann war keine Zeit mehr, sich seinen Gedanken hinzugeben ober das wechselnde Licht über der Einöde zu betrachten — jeder Schuß, der fiel, verkündete mir, daß ich wahrscheinlich auch heute das kleinste Bündel nach Hause tragen würde. Es hatte sich nämlich gezeigt, daß Ebvard und ich doch aufpaffen mußten, wenn wir auch größer als Alli waren: er war „ein Teufelskerl , wenn es galt, die weißen Vögel zu finden, ein Teufelskerl, wenn es galt, sich an fie anzufchleichen, und dazu kannte er wohl aus Erfahrung ihre Zufluchtsstellen. Sein Bündel war nicht immer das kleinste, das war bas meine in ber Rebel. Ebvarb warf mir vor, baß ich im Gehen schliefe. Nun, schlafen tat ich nicht. Aber ich war zeitweise recht abwesenb. Eines Tages hätte ich jeboch fast einen Triumph erlebt, unb ben brauchte ich. Ein Falke kam über meinem Kopfe dahergeglitten, abwärts — ich die Büchse an bie Backe, schieße. Er schlägt plötzlich mit ben Flügeln, als sei er gegen eine unsichtbare Wanb gestoßen, überschlägt sich ein paarmal in der Luft, stürzt, aber stürzt über den Felsrand, wo Pall geht. Ich laufe, fo schnell ich kann, zum Absatz, um, wenn möglich, zu sehen, wo er hinfällt, komme aber zu spät. Da hier unb ba ein Stein aus bem Schnee hervorauckt, ist es nicht leicht, ihn zu finben, wenn Pall ihn nicht fallen gesehen hat Ich sehe Pall drunten gehen unb rufe ihm zu, ob er nicht einen Falken aus ber Luft hat stürzen sehen. Wann? Eben jetzt! Nein, das hat er nicht. Ich klettere zu ihm hinunter, und wir beginnen jetzt zu suchen. Pall hat einen Falken zwischen feinen Schneehühnern, der sieht aus, als sei er noch warm, aber er suckt eifrig und angeregt, fo daß es ja vielleicht nicht ber meine ist. Pall nimmt an, baß ich den Falken nur verwundet habe — ein Vogel kann ja gut aus bem Flug geraten, herumwiroeln unb boch roieber auf bie Flügel kommen, „Flug gewinnen". Ich suche allmählich nur noch des Scheins wegen, nur, bamit Pall nichts von meinem immer stärker merbenben Derbacht merkt. Aber Pall fährt fort zu suchen, fährt fort, fick zu rounbern unb Möglichkeiten aufzustellen. Ich habe ihm längst verziehen. So viele Schneehühner, wie es nur fein sollte, hätte er gern unb großzügig für mich aufgelesen, besten bin ich sicher. Aber ein Falke ist ein Falke. Dieser achtsame Vogel fällt selten vor einem ganz gewöhnlichen Schuß. Pall nahm seinen aus dem Schneehuhnbünbel — wollte ich sehen, wie fein er getroffen war!... Merkwürbig übrigens, baß auch ich beinahe einen Falken erlegt hatte. So am selben Tage... Eine Schanbe war es, baß ich die Augen nicht besser aufgemacht hatte. Ich -lächelte ihn an, benn keiner hielt bie Augen in bem Maße offen wie Pall auf Fell, bie kleinen, scharfsichtigen, ewig suchenden Augen Pall war schon gut vom Frost gerötet, würbe aber auf einmal noch röter, unb ich beeilte mich, mein Lächeln roieber gutzumachen, es zu erklären. Pall nahm es für bare Münze. Wir gingen jetzt miteinander unb taten bas weiter, inbem wir abwechfelnb schossen unb uns bie Zeit mit Geschichten unb heiterem Plaubern verkürzten. Da geschieht roeber Schlimmeres noch Besseres, als baß ein neuer Falke angeflogen kommt. „Schieß bu!" flüstert Pall ebelmütig, ganz zu- fammengeburft vor Spannung. Ich bie Büchse an bie Backe, fehle — ich habe nie schießen können, wenn jemanb mir zusieht. Im selben Augenblick war Pall mit seinem Schuß ba. Unb er traf. Ja, er traf! Unb nicht allein diesen Falken traf er, sondern hiermit hatte er sich auf einmal beide Falken erschossen. Alle seine Gezwungenheit war wie fortgeblasen. Den Rest des Tages über erzählte er keine Geschichten: er prahlte, prahlte schamlos, ganz schamlos. Sein Sieg über mich hatte ihn berauscht, ihn besessen gemacht. Gleichzeitig hatte er mich viel lieber gewonnen als früher,/ das war ganz deutlich. Seine Sympathie umstrahlte mich wie eine Sonne, unb er wollte sogar meine Schneehühner tragen, was ich ihm jeboch nicht erlaubte. Aber bei ber Heimkehr klopfte er mir mit eigenen Händen Schnee ab. Die Leistungen der Deut'chen Bergwacht. Ueber 2000 erprobte unb erfahrene Männer sind im aktiven Dienst ber Deutschen Bergwacht tätig, bie im übrigen fast bie gesamte deutsche Bergsteigerschaft in über 200 Mitgliebervereinen mit mehr als 61000 Mitgliedern umfaßt. Von ihren Leistungen wird in einem Aufsatz d?r Leipziger „Jllustrirten Zeitung" heroorgehoben, daß im vergangenen Jahr bei der Bergung von Verunglückten, die eine ihrer wichtigsten Aufgaben ist, unter ben 3600 Hilfeleistungen 945 Abtransporte vom Berg, 53 lötenbergungen unb 23 Bergungen von Unverletzten zu verzeichnen waren. Es sind oft außer- orbentlich schwierige unb mit Gefahren oerbunbene Aufgaben, bie hier zu lösen sind: namentlich bei ber Suche nach Vermißten bei einem Lawinenunglück, bei ber bie Lawine mit Sonden abgesucht wirb ober Gräben ausgeschaufelt werben müssen, beim Herablassen von Verunglückten im schweren Fels mit ber Seilbahn, beim Abtransport von Verunglückten in schlecht gangbarem Gelände, ist eine umsichtige gute Zusammenarbeit ber Kameraden von ber Bergwacht notroenbig, bie oft auch bei schlimmstem Wetter arbeiten müssen. Die Deutsche Bergwacht ist nicht nur im Alpengebiet zu-Hause, fonbern auch unsere Mittelgebirge verfügen über rührige Gruppen. Der alpine Kreis mit einem seiner Hauptsitze in München und einem Arbeitsgebiet, das weit nach Tirol hinein bis zu ben Kitzbühler Alpen reicht, spielt natürlich die wichtigste Rolle. So sind noch die großen Hilfs» fahrten zur Watzmann-Ostwand im Januar und die Suche nach ben Toten ber Eiger-Norbwanb in frischer Erinnerung. In ber nun 17jährigen Geschichte ber Deutschen Bergwacht war vor allem die schwierige Aktion am Watzmann, die der Führer von seinem „Berghof" aus mit großer Anteilnahme verfolgte und durch persönliches Eingreifen entscheidend unterstützte, eine Tat, die ihren Ruf in alle Welt getragen hat. An manchen Wintertagen, wenn das Wetter bie Skifährer in Masten in die Berge hinauszieht, stehen oft 250 Bergwachtmänner auf ihrem Posten, und es hat Sonntage gegeben, an denen über 50 Derletztentransporte nötig waren. Der Bergwachtdienst beschränkt sich nicht nwT auf den Rettungsdienst, sondern arbeitet planmäßig auf bie Verhinderung von Unglücksfällen durch Aushängen von Warnungstafeln und Aufstellung von „Marterln" hin. Thomas-Kantor Straube 65 Jahre alt. ’WU 4’. ; »< * • M- y, , ' | MM i l M "4 "'A WPM ■> .. 4 , M. W! "'M P W K.-BM Der derzeitige Kantor an ber berühmten Leipziger Thomas-Kirche, wo schon Johann Sebastian Bach wirkte, Karl Straube, begeht am 6. Januar seinen 65. Geburtstag. — (Scherl-BiHerdienst-M^ Bürgersteige stellen, häufig auch den Bürgersteig selbst durch mehrfaches Nebeneinanderstellen der Fahrräder über Gebühr belasten, so daß die Ver- kehrsmöglichkeit für Fußgänger sehr stark beeinträchtigt ist. Besonders übel lst dieser Zustand auf dem schmalen Bürgersteig vor der Stadtpost, der dort auch um deswillen keinerlei Notwendigkeit hat, weil die Post auf der freien Fläche zwischen Neuen- bäue und Neuenweg in ausreichendem Maße Parkmöglichkeiten für Fahrräder bietet. Kraftwagenbe- sitzer, die beim Halten ihrer Fahrzeuge vor der Stadtpost nach den Bestimmungen der neuen Straßenverkehrsordnung handeln möchten, führen über den jetzigen unleidlichen Zustand ebenfalls Klage. Es wäre zu wünschen, daß die Radfahrer 'künftighin ihre Räder an den vorgesehenen Plätzen und in anderen Straßen so abstellen, daß der Fußgänger- und der Kraftwagenverkehr keine Behinderung erfahren. Wer es nach dieser Richtung hin an der erforderlichen Einsicht fehlen läßt, darf sich nickst wundern, wenn die Polizei mit entsprechenden Maßnahmen vorgeht. Gießener Dochenmarktpreije. * Gießen, 6. Jan. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Deutsche feine Molkereibutter, % kg 1,57 Mark, feine Molkereibutter 1,52, Markenbutter 1,55 bis 1,60 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 5 bis 10, Wirsing, % kg 10 bis 12, Weißkraut 7 bis 8, Rotkraut 10 bis 12, gelbe Rüben und Karotten 10 bis 12, rote Rüben 10 bis 12, Spinat 20 bis 25, Unterkohlrabi 6 bis 8, Grünkohl 15, Rosenkohl 30 bis 35, Zwiebeln 9 bis 10, Meerrettich 30 bis 70, Schwarzwurzeln 30 bis 35, Aepfel 10 bis 20, Suppenhühner 90 bis 110, Endivien, Stück 10 bis 15, Lauch 5 bis 8, Rettich 5 bis 10, Sellerie 10 bis 30. * * * Eine Achtzigjährige. Am morgigen Freitag, 7. Januar, kann die Witwe Frau Maria Wurm, Kirchenplatz 9, ihren 80. Geburtstag feiern. Wir beglückwünschen! • EPNH. Das religiöse Bekennntnis im Familienbuch. Am 3. November 1937 ist ein neues Personenstandsgesetz erlassen worden. Es bringt verschiedene Aenderungen. Im Familienbuch sind künftig bei einer Heirat auch die Angaben über das religiöse Bekenntnis wieder, einzutragen. Diese Hinweise sind wichtig, nicht zuletzt für die Familien- und Rassenforschung. Fwd. Auch bei Hausschlachtungen werden die Bor st en gesammelt. Für die Schlachthofverwaltungen ist bereits vor einem Jahr der nachdrückliche Einsatz zur restlosen Erfassung und Verwertung der Schweinehaare und -borsten angeordnet worden. Bei den sonstigen Schlachtungen werden die Schweineborsten noch nicht ausreichend erfaßt. Nach einem Erlaß des Reichs- und Preußischen Innenministers sollen die Fleischbeschautierärzte und Fleischbeschauer künftig bei der Fleischbeschau die Schlächter und die Besitzer der Schlachttiere auf die dringende Notwendigkeit des Sammelns und der Verwertung der Schweineborsten nachdrücklich Hinweisen. Besonders gilt dies für die Hausschlachtungen. *♦ D e n Verletzungen erlegen. Frau Witwe B l ö d n e r aus der Plockftraße, die in der vergangenen Woche an der Ecke Löberstraße und Gartenstraße von einem Motorradler angefahren wurde und dabei einen schweren Schädelbruch erlitten hatte, ist nunmehr den Folgen des Unfalles erlegen. Die hedauernswerte Frau stand im Alter .von 80 Jahren. *♦ Unfälle. Die durch den Schneefall und die Kälte in den Straßen auftretende Glätte hat gestern einige Opfer gefordert. Eine 26jährige Frau aus dem Hitler-Wall, eine 57jähriqe Witwe aus dem Asterweg und ein 12jähriger Schüler aus der Schlageter-Allee erlitten Untersechnkelbrüche und mußten in die Chirurgische Klinik gebracht werden. Ein 30jähriger Mann aus der Kirchstraße zog sich, ebenfalls beim Sturz auf eisglatter Straße, eine schwere Handverletzung zu. (Nachdruck verboten.) 23. Fortsetzung. Ein Schwan im Eis festgefroren. Lpd. Frankfurt a. M., 5. Jan. Am Mittwochabend war im Main an der Alten Brücke ein Schwan im Eis fest gefroren. Feuerwehrleute und einige Fischer bahnten sich mit einem Nachen einen Weg zu dem Tier, um es zu befreien. Aber auch der Schwan machte von sich aus Befreiungsversuche und es gelang ihm, als die Retter noch einige Meter von ihm entfernt waren, vom Eis loszukommen und in das freie Wasser zu schwimmen. „Die Frage ist nur: Was tun wir jetzt? Ich muß die Mine von dem Raub der Steine m Kenntnis setzen", murmelte der alte Herr und wischte sich den Schweiß von der Stirn. „Unsinn!" fuhr Humphrey ihn rücksichtslos an. „Dazu haben Sie nachher noch genug Z^tt. Jetzt sind andere Dinge wichtiger. Versuchen Sie die beiden Leute auf die Beine zu bringen, Onkel Paul! Das wäre das Nächstliegende. Unterdessen will ich den Arzt und die beiden Offiziere zusammentrommeln." „Tun Sie das, mein Junge! Ja — hm tote das, mein lieber Junge!" bat der alte Herr hilflos. tzumphray druckte ihm di- Wasterkaraffe in die Hand und drehte den kalten Hahn auf. „Gießen Sie ihnen feste Wasser auf die Kopfel °rdnet°_ er an. „Ob's was nützt, weiß ich nicht, aber schaden kann's auf keinen Fall." Er drückte sorglich di- Tür hinter sich zu, um eine Entdeckung des Geheimnisses durch zufällig vorbeikommende Fahrgäste zu vermeiden und e i e -ur Brücke, wo er den wachthabenden Er ten Osfi- zier Tweedle zu Zanten beorderte. O -ff-m, den Zweiten, muhte er vom Bridge wegholen. Dr Wilkens fand er an der Bar, wo er mit der Lenox und deren Anhang mit bemerkenswertem Gluck um Cocktails knobelte. Es waren noch keine fünf Minuten vergangen, als Humphrey mit Olefson und dem Arzt fast gleichzeitig mit Tweedle wieder der Zanten eintraf. Am Zustand der beiden Detektive hatte sich in der Zwischenzeit nichts geändert. Obwohl Zanten, nach den Wasserlachen am Boden zu schließen, nicht faul gewesen war. Dennoch wurde Humphrey enttäuscht. Er hatte gehofft, die Leituna des Falles .übernehmen zu können: und es behagte ihm wenig, daß Zanten beim Erscheinen der Offiziere ferne alte Haltung Slamanlen-Komödie JRomon von Horst Biernaih. ;en Arbeits- Aus der engeren Heimat nicht gibt. Selbstverständlich kann jederzeit, wenn im Laufe des Jahres eine Versicherung neu abgeschlossen wird, beim Finanzamt der Antrag auf verheiratet ist, auf 1100 Mark bei einem Kind, 1500 Mark bei zwei Kindern, 2100 Mark bei drei Kindern und 2900 Mark bei vier Kindern. Der Betrag von 2900 Mark erhöht sich um je 1000 Mark für jedes weitere Kind, so daß also beispielsweise bei fünf Kindern die Grenze der Abzugsfähigkeit auf 3900 Mark und bei zehn Kindern auf 8900 Mark festgesetzt ist. Weiter muß beachtet werden, daß nicht jeder Versicherungsbeitrag, der sich, innerhalb der genannten Grenzen hält, zu einer Herabsetzung des steuerpflichtigen Einkommens führt. Diese Sonderausgaben werden erst dann in Abzug gebracht, wenn sie den schon in der Lohnsteuertabelle berücksichtigten Pauschalbetrag von 40 Mark übersteigen. Denn der Staat hat von vornherein von dem steuerpflichtigen . Einkommen jedes Lohnsteuerpslich- tigen den Betrag von 40 Mark für Werbungskosten und Sonderausgaben in Abzug gebracht ohne Rücksicht darauf, ob der Lohnsteuerpflichtige überhaupt irgendwelche Sonderausgaben oder Werbungskosten hat. Wenn mithin der Abzug eines höheren Betrages als des Pauschalbetrages von 40 Mark vom steuerpflichtigen Einkommen beantragt wird, dann müssen zunächst einmal Sonderausgaben und Werbungskosten in Höhe von 40 Mark nachgewiesen werden. Von den in § 9 des Einkommensteuergesetzes angeführten sechs verschiedenen Arten von Werbungskosten dürften für Personen in einem wirtschaftlich abhängigen Verhältnis nur folgende Aufwendungen in Frage kommen: Beiträge zu Berufsständen und sonstigen Berufsverbänden, deren Zweck nicht auf einen wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb gerichtet ist; notwendige Aufwendungen des Steuerpflichtigen für Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte: Aufwendungen für Arbeitsmittel (Werkzeuge und Berufskleidung). Weiter zu berücksichtigende Sonderausgaben sind: Schuldzinsen und auf besonderen Verpflichtungsgründen beruhende Renten und dauernde Lasten, die weder Werbungskosten sind, noch mit Einkünften in wirtschaftlichem Zusammenhang stehen, die bei ausmachen, können ebenfalls voll in Abzug gebracht werden, da sie zusammen mit den Beiträgen für die Angestelltenversicherung und Arbeitslosenversicherung im Jahr erst 850,68 RM. ausmachen, aber der Verheiratete mit zwei Kindern 1500 RM. für alle Versicherungsbeiträge in Abzug bringen kann. Durch den Gesamtbetrag von 51 Mark für die privaten Versicherungen sinkt das lohnsteuerpflichtige Einkommen weiter von 493,87 Mark auf 442,87 Mark. Hierfür ist eine Lohnsteuer von 19,76 Mark und eine Kirchensteuer von 1,19 Mark zu zahlen. Mithin ist allein durch Beiträge für private Versicherungen eine Steuerersparnis von 4,69 Mark erzielt worden. Der Staat übernimmt also in Anerkennung der hohen ethischen Bedeutung der Versicherung einen Teil der hierfür aul- gewandten Beiträge, in unserem Beispiel mehr als 9 v. H. Außerdem wirkt sich die Einkommensteuer- ermäßigung entsprechend auch bei der Bürgersteuer aus. Eine solche Steuerermäßigung kann natürlich nur gewährt werden, wenn tatsächlich die Aufwendungen für die Versicherungen nachgewiefen werden. Deshalb sollte jeder Lohnsteuerpflichtige, der Versicherungsbeiträge aufbringt, die zusammen mit anderen Werbungskosten und Sonderausgaben mehr als 40 Mark ausmachen, dem Finanzamt umgehend die letzten Versicherungsbeitragsquittungen überreichen, damit die Erhöhung des steuerfreien Betrages auf der Steuerkarte eingetragen werden kann. Sollte die Steuerkarte dem Betriebsführer schon eingereicht sein, so müßte sie nochmals zurückgefordert werden. Es muß aber schnell gehandelt werden, da es eine rückwirkende Lohnsteuerermäßigung Die neue Lohnsteuerkarte. Wann sind Versicherungsbeiträge steuerfrei?-Was kann angerechnet werden? einer Veranlagung außer Betracht bleiben, und Kirchensteuern. Unabhängig von diesen Sonderausgaben ist der ebenfalls als Sonderausgabe anerkannte Betrag von 50 Mark für jede Hausgehilfin. Dieser Betrag wird also bei entsprechendem Nachweis in jedem Fall, gleichgültig ob das Pauschale von 40 RM. schon ausgefüllt ist, vom steuerpflichtigen Einkommen in Abzug gebracht. Nehmen wir einmal an, daß ein verheirateter Angestellter mit zwei Kindern ein monatliches Bruttoeinkommen von 500 RM. bezieht: er hat für die genannten Werbungskosten einen monatlichen Aufwand von 25 RM. Sein Anteil für die Angestelltenversicherung beträgt 10 RM. Ferner werden ihm für die Arbeitslosenversicherung 9,89 RM. in Abzug gebracht. Er zahlt eine monatliche Kirchensteuer von 1,24 RM. Der Angestellte wendet also für diese Sonderausgaben und Werbungskosten insgesamt 46,13 RM. auf. Mithin werden von dem in der Lohnsteuertabelle abzulesenden Einkommen von 500 RM. (von dem also schon das Pauschale von 40 RM. in Abzug gebracht ist) weitere 6,13 Reichsmark abgezogen, so daß jetzt das lohnsteuer- pflichtige Einkommen 493,87 RM. beträgt. Damit ist die Lohnsteuer von 26 RM. auf 24,18 RM. und die Kirchensteuer von 1,56 RM. auf 1,46 RM. gesunken. Dieser Angestellte wandte aber außerdem für eine private Familienkrankenversicherung 10 RM., für eine Lebensversicherung 30 RM., für eine Sterbe- Gemeinsames Eintopf-Effenin Londorf Die Reiter-SA. der Reiterstandarte 147, Standort Londorf, veranstaltet am kommenden Sonntag in der Volkshalle zu Londorf für alle Volksgenossen von Londorf und Umgebung ein g e - meinsames Eintopf-Essen, bei dem der „Schlag" nur 25 Pfennig kosten wird. Wer sich vor dem Essen noch etwas stärkeren Appetit machen will, kann dazu das Vergnügen des Reitens haben, denn die SA.-Reiter stellen jung und alt ihre Pferde zum Reitvergnügen auf dem Sportplatz in Londorf zur Verfügung. Der Spaß dieses Reitens kostet für die vorgesehene Zeitdauer nur zehn Pfennig, die sicherlich von jedermann, insbesondere von jungen Leuten und von Kindern, gerne ausgegeben werden dürften. Bei dem gemeinsamen Eintopf- Essen wird gute Unterhaltungsmusik die Besucher noch besonders erfreuen. Der Erlös aus allen Veranstaltungen ist für das Winterhilfs- werk bestimmt. Im Hinblick auf die tatfrohen Vorbereitungen der Londorfer Reiter-SA. und angesichts des guten Zweckes, dem der Ertrag dienen soll, ist 'die starke Beteiligung der Volksgenossen von Londorf und Umgegend an diesem gemeinnützigen Werk dringend zu wünschen und sehr zu empfehlen. Es wird nicht häufig der Fall sein, daß man für einen so geringen Betrag ein gutes, schmackhaftes Mittagessen haben kann und nur für wenige Pfennige die Freude des Reitsports genießen darf. Unfälle auf dem Laude. Der beim Kulturbeauamt Alsfeld beschäftigte 38 Jahre alte Arbeiter Georg Bauer aus Dahlheim bei Worms zog sich bei der Arbeit eine Gehirnerschütterung und Wunden am Kopfe zu. — Eine schwere Blutvergiftung am linken Knie und am Oberschenkel erlitt der 27 Jahre alte Schreiner Willi H e i l m a n n aus Nidda. — Beim Einbringen feiner Herde wurde der 47 Jahre alte Schäfer Johannes Röhrig aus Hochelheim von einem Schafbock umgestoßen und erlitt bei dem Sturz einen Unterschenkelbruch. Sämtliche Verunglückten mußten in die Chirurgische Klinik nach Gießen gebracht werden. ein Kind tödlich verbrüht. * Wetzlar, 5. Jan. Das etwa drei Jahre alte Töchterchen des Kraftwagenführers Becker fiel in der Wohnung einer Nachbarfamilie, bei der 3n diesen Tagen dürfte allen lohnsteuerpflichtigen Personen, die also als Beamte, Angestellte oder Arbeiter in einem wirtschaftlich abhängig! ..... Verhältnis stehen, die Steuerkarte für 19; sein. ....... - . - . ----------- iJ38 zugestellt Die St euer karte ist dem Betriebsführer so rechtzeitig weiterzugeben, daß dieser die etwaigen vom Finanzamt eingetragenen steuerfreien Beträge noch bei der Gehalts- oder Lohnzahlung für Ja- nuar berücksichtigen kann. Andernfalls muß der Be- tnebsführer die erhöhte Lohnsteuer einbehalten. Jeder Lohnsteuerpflichttge sollte also gerade jetzt genau prüfen, ob schon alle Aufwendungen, deren Steuerfreiheit gesetzlich anerkannt ist, berücksichtigt worden sind. Zu den steuerfreien Aufwendungen gehören auch verschiedene Versicherungsbeiträge, und zwar nicht nur der Sozialversicherung, sondern in gleicher Weise der Privatversicherung. Nach § 10 Abs. 1 Nr. 4 des Einkommensteuerge- fetzes gelten als Sonderausgaben, die vom Gesamtbetrag der steuerpflichtigen .Einkünfte abgezogen werden können, neben Beiträgen für die verschiedenen Sozialversicherungszweige einschl. der Arbeitslosenversicherung auch Beiträge oder Prämien für private Lebens-, Kranken-, Unfall- und Haftpflichtversicherungen. Lebensversicherung ist im weitesten Sinne des Wortes zu verstehen, was auch daraus hervorgeht, daß das Gesetz noch besonders Witwen-, Waisen-, Versorgungs- und Sterbekassen nennt. Nicht nur die Beiträge, die der Steuerpflichtige für sich selbst aufwendet, sondern auch Versicherungbeiträge für die Ehefrau und die Kinder, für die dem Steuerpflichtigen Kinderermäßigung gewährt wird, werden berücksichtigt. Auch die vom Gefolgsmann gezahlten Beiträge zu einer für ihn abgeschlossenen Gefolgschaftsversicherung und die Arbeitgeberbeiträge für die zusätzliche Zukunftssicherung des Gefolgsmannes, soweit sie zum Arbeitslohn gehören, sind abzugsfähig. Nicht als Arbeitslohn gelten die gesetzlichen Arbeitgeberbeiträge zur Sozialversicherung und zu Ersatzkassen, soweit sie an Stelle der Sozialversicherung treten. Die Höhe der Abzugsfähigkeit aller Beiträge für private und gesetzliche Versicherungen ist aber begrenzt. Sie dürsten zusammen mit etwaigen Bausparkassenbeiträgen 500 Mark im Jahr für den Ledigen nicht überfteigen. Diese Summe erhöht sich auf 800 Mark, wenn der Steuerpflichttge kinderlos das Kind sich häufig aufhielt, in einem unbewachten Augenblick in ein größeres Gefäß mit heißem Wasser. Die Kleine erlitt dabei so schwere Verbrühungen, daß sie im Krankenhaus verstarb. Landkreis Gießen. * Großen-Buseck, 5. Jan. Ortsgruppenleiter und Bürgermeister Rebholz wurde mit der Geschäftsführung der Kreisleitung in Darmstadt be- auftragt. Am 1. Februar scheidet er aus dem Bürgermeisteramte. In einer Sitzung des Gemeinderats wurde Bürgermeister Rebholz zum Ehrenbürger der Gemeinde Großen-Buseck ernannt und ihm eine künstlerisch ausgeführte Urkunde überreicht. Außerdem wurde ihm von seinen Mitarbeitern ein Bild des Führers übermittelt. * Lollar, 5. Jan. Nachdem die älleste Gastwirtschaft von Lollar „Zum Schwanen" mit Wirkung vom 1. Januar 1938 eingegangen ist, hat die Kriegerkameradschaft Lollar, die annähernd 100 Jahre in diesem alten.Wirtshaus ihr Kameradschaftslokal hatte, das Gasthaus „Zur Traube" als solches gewählt. 00 Eberstadt, 5. Jan. In dem Arbeits- b e s ch a f f u n g s p r o g r a m m unserer Gemeinde sind folgende Projekte vorgesehen: Zunächst die Errichtung eines modernen Schwimmbades, eines Sportplatzes und eines HJ.-Heimes. Für diese Arbeiten sind im Voranschlag bereits Rücklagen gemacht worden. Ferner sollen in den nächsten Jahren die Kanalisatton des Dorfes und die Erbauung einer neuen Ortsstraße in Angriff genommen werden. In den letzten zwei Jahren mußte die Gemeinde ihre Arbeiten wegen Mangels an Arbeitskräften auf die Instandsetzung des Feldwegenetzes beschränken. 05 Weickartshain, 5. Jan. Der Männer- gefangnerein Weickartshain hielt dieser Tage einen Unterhaltungsabend ab. Vereinsführer Weimar hieß die Gäste willkommen und forderte zu treuer Pflege des deutschen Liedes auf. Im weiteren Verlaufe des Abends gelangten einige Theaterstücke zur Aufführung. Die Pausen füllte der Chor des Vereins mit Lieddarbietungen aus. Kreis Wehlar. <£ Wißmar, 5. Jan. Die kirchliche Statistik 1937 weist folgende Zahlen auf: getauft wurden 48 Kinder (darunter 9 in der Klinik zu Gießen), getraut wurden 20 Paare, konfirmiert wurden 17 Knaben und 14 Mädchen, beerdigt rour« geldversicherung 3 RM. und für private Unfall- und . Haftpflichtversicherungen insgesamt 8 RM. im entsprechende Richtigstellung der Steuerkarte ge Monat auf. Diese Beiträge, die insgesamt 51 RM. stellt werden. wiederfand und den allzu wißbegierigen und vielleicht auch schon unter Alkohol stehenden Doktor etwas unsanft anfuhr, er solle das verdammte .Fragen bleiben lassen und sich um seine Pattenten kümmern. Die beiden Offiziere waren nicht weniger erstaunt als der Arzt, aber sie hatten sich besser in der Gewalt und verbargen ihre Gefühle hinter Gesichtern, die wie aus Paraffin gegossen erschienen. Der Doktor machte sich ans Werk. Er öffnete den Bewußtlosen die Kragen und die Westen, behorchte Herz und Puls und bettete sie mit Humphreys Beistand so, daß ihre Atmung möglichst wenig behindert würde. Zanten schaute ihm zu und nahm schließlich vor dem erbrochenen Panzerschrank Aufstellung. „Wie steht's, Doktor?" fragte er kurz. „Es wird eine Weile dauern, ehe die Herren wieder zu sich kommen", antwortete Wilkens. „Ein ausgewachsener Aetherrausch ..." Sein Blick glitt zögernd über den geleerten Geldschrank: „Falls es nicht eine von dritter Hand mit verbrecherischer Absicht herbeigeführte Betäubung ist." Zanten drückte die schwere Panzertür sorgsättig zu. „Es ist eine von dritter Hand mit verbrecherischer Absicht herbeigeführte Betäubung", sagte er leise, „und außerdem hat der gleiche Mann, der diese beiden Leute erledigt hat, den Panzerschrank hier um Diamanten im Werte einer halben Million beraubt." „Donnerwetter!" seufzte Wilkens. „Eine halbe Million!" Es klang fast ehrfürchttg. Olefson griff sich zwischen Hals und Kragen, als schnüre ihn die Uniform. Der Erste stand unbeweglich: nur seine Lippen spitzten sich zu einem unhörbaren Pfiff. Er musterte mit höflichem Bedauern den Kapttan. Das bricht dir den Hals, alter Herr! dachte er Du bist natur- lief) ein erstklassiger Kapitän und erträglicher Vor- n.fehter — aber wenn man schließlich sechsund- dreißig Jahre alt ist wie ich, sind einem drei Streifen angenehmer als zweil Zanten bemerkte diesen Blick und verstand ihn vielleicht auch richtig. Für einen Sekundenbrnchteil M er oenaqt aus. „Zur Erläuterung der Sach- lag« ein paar Worte!" sagte er übertrieben laut und fcharf, als müsse er sich selber Mut machen. „Die Minerva-Mine, Ihnen dem Namen nach wahrscheinlich bekannt, erhielt von einer holländischen Firma den Auftrag zu einer bedeutenden Lieferung. Um sich gegen Verlust der Steine zu schützen, hat man gestern abend von Kimberley aus zwei Transporte auf den Weg geschickt. Einen Scheintransport, der mit allem täuschenden Aufgebot in Szene gefetzt und, wie Sie wissen, heute früh kurz vor Kapstadt überfallen wurde, und einen heimlichen, sehr klug aufgezogenen Transport mit den echten Steinen, eben denen, die in diesem Stahlschrank aufbewahrt wurden. Ihre Bewachung lag den Detektiven Ferguson und Hooten ob. Der Mann nun, der den Schrank beraubt hat, muß auf irgendeine mir rätselhafte Weise Kenntnis davon erhalten haben, daß der heute früh beraubte Wagen der Mine nur ein Ablenkungsmanöver darstellte und daß die ebenfalls von zwei Beamten begleiteten Koffer nur wertlose Kiesel enthielten. Er muß ferner erfahren oder beobachtet haben, daß die echten Steine auf die ,Catharina< gebracht worden sind ..." „Wie konnte er denn das nur erfahren ober beobachten?" warf Tweedle ein. „Mit einer gehörigen Portton Verstand und einem reichlichen Maß an Kombinattons gäbe war es vielleicht möglich..." Der alte Herr warf Humphrey einen trüben Blick zu. „Das Unglaubliche dabei aber ist, daß der Täter sich bereits den ersten Tag seines Aufenthalts an Bord für feinen Ban- ditenstreich ausgesucht hat!" Humphrey biß sich auf die Lippen: Das war sein einziger Rechenfehler... „Ja, verdammt!" knurrte er ärgerlich. „Ich hätte mir eigentlich denken können, daß der Kerl schon zu einer Zeit losschlagen würde, in der wir uns noch sicher fühlten und am wenigsten aufmerksam wären. Ein Blödsinn, an- zunehmeii, er würde erst kurz vor dem Ziel zu- greisen!" „Sie können meinen Herren Ähre interessanten Mitteilungen später aufttschen, Humphrey!" wehrte Zanten frosttg ab. Humphrey zuckte beleidigt mit den Schultern. Er gewahrte im Augenblick gar nicht, daß sein Einwurf Zanten bloßstellte. Erst als Tweedle den Alten sehr höflich und eiskalt um Entschuldigung bat, daß er die Erklärungen des Herrn Kapitäns nochmals zu unterbrechen sich erdreiste, und die Frage stellte, ob Zanten denn vermutet hätte, der Transport könne einem Anschlag ausgesetzt fein, merkte Humphrey, daß er sich mit seiner Bemerkung zum mindesten eine Taktlosigkeit Zanten gegenüber hatte zuschulden kommen lassen. „Vermutet —?" schnaubte der Kapitän gereizt. „Eine halbe Million in Diamanten findet natürlich immer ihre Liebhaber!" „Sogar, wenn eine Frau als unangenehme Zugabe dabei mitgenommen werden muß!" konnte der Doktor sich nicht verkneifen dazwischenzuwitzeln. „Und zum Spaß hat die Mine sich natürlich nicht die Ausgabe.gemacht, vier Leuten Fahrkarten nach Europa zu kaufen!" „Vier Leuten?" „Ja: Die Detektive des überfallenen Transports sollten nämlich ursprünglich ihre Rolle auf dem ,General Smuts< bis nach Amsterdam durchspielen"/, erklärte Zanten. Tweedle räusperte sich: „Es war ein verhängnisvoller Fehler, die Möglichkeit eines überraschend frühzeitigen Anschlags auf die Steine nicht in Erwägung zu ziehen und durch geeignete Gegenmaßnahmen zu verhindern." Zanten lief rot an. „Sparen Sie sich, bitte, die Kritik an meinen Maßnahmen für die Zeiten auf, in denen ick als Tweedle und Sie als Kapitän fahren!" pfiff er den Ersten an. „Im übrigen geht mich persönlich dieser ganze Transport nur so viel an, daß, erstens, für möglichst sichere Unterbringung der beiden Leute zu sorgen war; daß, zweitens, nachdem die Schweinerei einmal geschehen ist, die Fahrgäste nicht beunruhigt werden; und daß, drittens, der Ruf der Linie nicht unter dieser Geschichte leidet!" Zanten stteß einen Stuhl, der ihm im Wegs stand, mit einem Fußtritt zur Seite und pflanzte sich mitten im Zimmer breitbeinig und befehls- haberisch auf: „Ich mache Sie darauf aufmerksam, meine Herren — auch Sie, Doktor —, daß die ganze Angelegenheit streng geheim zu bleiben hat! Auf keinen Fall dürfen die Mitreisenden kopfscheu gemacht werden! Jeder unters Bett gerutschte Hemdenknopf würde sonst zu einem Heiden* spektakel führen." (Fortsetzung folgt.) Wirtschaft Gedenket der hungernden Vögel! Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a ZIL Die nuar Geschäft ziemlich piere beschränkt, ganz einheitlich, mung überwogen 39 Teilnehmerinnen, bestreiten Eva Pra- Schmidt - Ramboldt (Sonja Henie wird immer „amerikanischer". Für ihre Amerika-Tournee, die sie jetzt von Hollywood aus gestartet hat, hat sie ein Geschwader von vier Verkehrsflugzeugen gechartert, mit denen sie zunächst nach Chikago gereist ist. Die Maschinen sind mit Reklameschriften für Sonja und ihr 100 Köpfe starkes Eisballett versehen. n i o r i n n e n beteiligen sich Den Tanzwettbewerb witz - Theo Laß (Berlin), Buenos -21X166 . Brüssel....... Rio de Janeiro Bolen........ Kopenhagen... Danzig....... London ...... Helsingfors.... Parts........ Holland...... Italien....... den 21 Personen. Am Abendmahl nahmen 499 männliche und 757 weibliche, insgesamt 1256 Einwohner teil. Die Einwohnerzahl beträgt jetzt 2112 Personen gegenüber 2050 im Jahre 1936. — Im benachbarten Launsbach wurden 8 Kinder getauft (2 in der Klinik zu Gießen), getraut wurden 3 Paare, konfirmiert wurden 12 Knaben und 7 Mädchen und beerdigt 8 Personen. Am heiligen Abendmahl nahmen 53 männliche und 146 weibliche Einwohner teil. bei weiterhin fester Grundstim- jedoch kleine Erhöhungen. Etwas Adlerwerke Kleyer mit 110,50 Schalke und Fortuna im Endspiel um den Tscharnrner-pokal Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse, Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Hohe der zuletzt beschlossenen Dividende an. Reichsbankdiskont 4 o H., Lombardzinsfuß 5 o. H. chwächer lagen (111,75), ferner bröckelten IG. Farben auf 163,50 (164), Conti Gummi auf 192 (192,75), AEG. auf Westdeutschlands Fußballgemeinde hat am kommenden Sonntag wieder einen großen Tag: im Koln-Müngersdorfer Stadion steigt das Endspiel des 3. Tschammer-Pokalwettbewerbs, das von zwei westdeutschen Mannschaften — Schalke 04 und Fortuna Düsseldorf — bestritten wird. Das Interesse an diesem Kampf ist riesengroß. Obwohl die herrliche Kölner Kampfbahn mehr als 70 000 Besucher faßt, wird sie am Sonntag nicht allen Anforderungen gerecht werden können. Schalke und Fortuna — zwei klangvolle Namen im deutschen Fußballsport. Ihr Ruhm ist jüngeren Datums. Schalkes kometenhafter Aufstieg ist ebenso bekannt, wie Fortunas erfolgreiches Vordringen in die deutsche Spitzenklasse. Dreimal konnten sich die „Knappen" mit dem Titel eines deutschen Fußballmeisters schmücken, während die Rheinländer einmal die „Viktoria" entführen konnten, und zwar in einem Kampf, in dem Gegner und Austragungsort die gleichen waren wie beim sonntägigen Pokalkampf. Der noch junge Tschammer-Pokalwettbewerb stellte die große Klasse gerade der Schalter Elf eindeutig heraus, obwohl ihr hier ein Sieg noch nicht vergönnt war. Bei der ersten Austragung scheiterte Schalke am 1. FC. Nürnberg und im vergangenen Jahr schlug der Außenseiter VfB. Leipzig die Mannen um Szepan und Kuzorra, die nun zum dritten Male im Endkampf stehen und endlich auch einmal Pokal- ehreg eMeimjen wollen. Gegner des Großkampftages am 30. Jain der Hamburger Hanseatenhalle, Max S ch m e l i n g und Ben F o o r d , treffen am Freitag, 7. Januar, in Hamburg ein. Während „Maxe" wieder sein altes Trainingsquartier in Friedrichs- ruh im Sachsenwalde bezieht, wo er sich bereits auf Der Auftragseingang an der Abendbörse erreichte keinen besonderen Umfang, wobei noch mäßige Nachfrage überwog. Das Angebot hielt sich weiterhin in engen Grenzen. Im ganzen war das ruhig und nur auf wenige Pa- Die Kursentwicklung war nicht zert. 13: Nachrichten. 13.15: MittagskonHert. 14: Nachrichten. 14.10: Bunte Kleingkeiten. 15: Volk und Wirtschaft. Die Bekämpfung unlauteren Wettbewerbs. 16: Nachmittagskonzert. 18: Zeitgeschehen. 19: Nachrichten. 19.10: Zupfmusik. 20: Opernkonzert. 21.15: Rufendes Land. Siebenhundert Jahre Volkstumskampf im Baltikum. Eine Funkfolge. 22: Nachrich- Samstag, 8. Januar. 6 Uhr: Fuge in a-moll von Louis Niedermey-r, Morgenspruch, Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Wochenend in Sicht! Froher Klang am Samstagmorgen. 9.45: Hausfrau, hör zu! 10: Schulfunk. Johann Philipp Palm. Hörspiel um ein deutsches Schicksal. 11.40: Gaunachrichten. 11.45: Deutsche Scholle. Praktische Ratschläge. 12: Mittagskonzert. 13: Nachrichten. 13.15: Mittagskonzert. 14: Nachrichten. 14.10: „Extrablätter". Musikalische Neuigkeiten frisch aus der „Presse". 15.15: Volk und Wirtschaft. Allerlei Neuigkeiten. 15.30: Das Jahr beginnt mit frohem Mut. 16: Musik für das Kinderherz. 17: Artisten. Erlauschtes, Erlebtes und Erdachtes von Harry Kobler. 18: Zeitgeschehen. 19: Nachrichten. 19.10: Die Seefelder Bauernkapelle spielt. 20: Aus Wiesbaden: Großes Konzert. In Verbindung mit der NS.^Gemeinfchaft „Kraft durch Freude". 22: Nachrichten. 22.15: Sportbericht. (München) und vier Düsseldorfer Paare. Oer Gchmeling-Kampftag am 30. Januar. Auszeichnung Gießener Schützen. Zwei Kreisehrenbriefe des RfC. überreicht. Der Schützenverein Gießen hielt dieser Taae im Schützenhause einen Familienabend ab. Der Besuch war sehr gut. Außer den Mitgliedern und zahlreichen Gästen konnte der Vereinsführer auch den Kreisführer des Reichsbundes für Leibesübungen, Dr. Schäfer, begrüßen. Eine besondere Note erhielt die Veranstaltung dadurch, daß Kreisführer Dr. Schäfer zwei verdienten Mitgliedern des Vereins, und zwar den Schützenkameraden Architekt Nikolaus und Bankdirektor Franz Zeller den Kreisehrenbrief des Reichsbundes für Leibesübungen überreichte. In seiner Ansprache gedachte Dr. Schäfer der Verdienste dieser beiden bewährten langjährigen Vereinsmitglieder und richtete einen Appell an den Nachwuchs, in gleicher Pflichterfüllung und Treue zum Verein und feinen ideellen Aufgaben zu stehen. Großer Aufschwung im Eiskunstlauf. Am die deutschen Meisterschaften. Nichts kennzeichnet den Aufschwung des deutschen Eiskunstlaufens besser als die Tatsache, daß für die am Wochenende in Köln stattfindenden Meisterschaften und deren Rahmenwettbewerbe nicht weniger als 90 Meldungen vorliegen. Das Preisrichterkollegium sieht sich am Samstag und Sonntag auf den beiden großen Eisflächen des Kölner Eisstadions also vor eine schwere Aufgabe gestellt. Besonders stark besetzt sind erfreulicherweise die Titelwettbewerbe der Männer mit neun und der Frauen mit sechs Teilnehmern. Ernst Baier verteidigt seine Würde gegen Horst Faber, Loichinger und Bürschel (alle München), die Berliner Günther Lorenz, Theo Laß, K. R. Beuttel und Krause, sowie den vielversprechenden Augsburger Erich Zeller. Wesentlich schwerer sollte es Lydia Beicht (München) gegen Maxi Herber haben, von der man den Rückgewinn der Meisterschaft erwartet. Zur Paarlaufmei st etschaft treten Koch - Noack (Berlin), Gisa Grätz - Otto Weiß (Berlin), Eva Prawitz - Theo Laß (Berlin), die Europameister im Rollschuhlaufen Roth - Walter (Nürnberg) und die Augsburger Wexel - Wech gegen die Titelverteidiger Maxi Herber - Ernst Baier — die übrigens schon für die Europa- und Weltmeisterschaften gemeldet sind — an. 22 Meldungen gingen für das Juniorenlaufen ein. Am Laufen der Iu- 122,25 (122,75), Gesfürel auf 148,25 (148,75), Gold, schmidt auf 143 (143,75), Deutsche Erdöl auf 146,75 (147) und RWE. auf 131 (131,90) ab, letztere unterschritten als einziges Papier den Berliner Stand um 0,40 v. H. Weiter erhöht waren u. a. Aschaffenburger Zellstoff mit 145,50 (144,50), Rütgers-- werke mit 153,50 (152,75), Metallgesellschaft nut 148 (147,25) und je 0,50 v. H. höher lagen Daimler mit 141, Scheideanstalt mit 254, Deutsche Linoleum mit 166, Licht und Kraft mit 145,50, Schriftgießerei Stempel mit 112. Don Montanpapieren gewannen Buderus und Mannesmann je 0,25 v. H. auf 125 bzw. 118, Verein. Stahl gaben einen Anfangsgewinn von 0,25 v. H. wieder ab und blieben mit 116 unverändert. Unverändert ndtierten u. a. auch Rheinstahl mit 149, Bernberg mit 142,50, Demag mit 147,75, VDM. mit 172,50, Westdeutsche Kauf- Hof mit 60,25 und Hapag mit 80,75. Von Bankaktien zogen Commerzbank auf 119,40 (119,25) an, ferner lagen Schösferhof-Binding 1 v. H. höher mit 205. Renten lagen ruhig. Von Industrie-Obligationen notierten 5 v. H. Gelsenkirchen Berg unverändert 103, 6 v. H. IG. Farben unverändert 130,65, 4V» v. H. Krupp unverändert 100, von Stadtanleihen 4*/2 v. H. Hanau 0,13 v. H. niedriger mit 98,65 und 4V2 v. H. Wiesbaden unverändert 98,90. Kam- munal-Umschuldung bewegten sich bei unverändert 95 v. H. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 5. Jan. Es notierten (Ges treibe je Tonne, alles übrige je 100 kg) in RM.k Weizen W 13 211, W 16 214, W 19 218, W 20 220, Roggen R12 193, R15 196, R 18 200, R19 202 Großhandelspreise der Mühlen der genannten Preisgebiete. Futtergerste —, Futterhafer —, Weizenmehl Type 812 W 13 29,30, W 16 29,40, W 19 29,40, W 20 29,75, Roggenmehl Type 1150 R12 22,45, R 15 22,80, R18 23,30, R 19 23,50 pluÄ 0,50 RM. Fracht-Ausgleich. Weizenfuttermehl 13,60. Weizenkleie W 13 10,75, W 16 10,90, W 19 11,10, W20 11,20, Roggenkleie R12 9,95, R15 10,15, R 18 10,40, R 19 10,50 Mühlenfestpreise ab Mühlenstation. Frankfurter Schlachtmehmärkt. Frankfurt a. M., 6. Jan. (Vorbericht.) Auf« trieb 1223 Rinder, darunter 220 Ochsen, 117 Bus« len, 675 Kühe, 211 Färsen; 766"Kälber, 301 Schafs und Hämmel, 228 Schweine. Es kosteten: Ochsen 36 bis 45 Mark, Bullen 34 bis 43 Mark, Kühe 18 bis 43 Mark. Färsen 25 bis 44 Mark. Kälber 30 bis 65 Mark, Schafe und Hämmel 28 bis 48 Mark, Schweine 49,5 bis 56,5 Mark. — Marktverlauf: Kälber und Schweine zugeteilt, Hämmel und Schafs mittelmäßig. Briefkasten der Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der 1 Schriftleitung ) F. k. In Hessen ist das Betreten der Waldungen! auch außerhalb der Schneisen, Wege und dergl. erlaubt, sofern nicht durch besondere Schilder das Betreten einzelner Waldteile (Hege, Baumkulturen) ausdrücklich verboten ist. ZHieffentung. Eine Berufung auf die gesetzliche Miete ist nach Ablauf eines Jahres seit dem Beginn der Mietzeit nur dann noch zulässig, wenn derjenige, der sich auf die gesetzliche Miete beruft, in eine wirtschaftliche Notlage geraten ist, und die Aende- rung des Mietzinses auch bei Berücksichtigung der Verhältnisse des anderen Teils nicht als unbillig bezeichnet werden kann. Die Erklärung erfolgt gegenüber dem anderen Vertragsteile und bedarf der schriftlichen Form. Der Vermieter hat auf Verlangen dem Mieter Auskunft Über die Höhe der Friedensmiete zu geben. N. 1000 R. Wenden Sie sich an das Kreisamt Gießen. Dort erhalten Sie ein Formblatt, das auszufüllen ist. Das Kreisamt schlägt Sie dann, sofern es angebracht erscheint, zur Gebührenbefreiung vor. . > Büchertisch. — Deutscher Reichsbahn - Kalender 19 3 8. Herausgegeben vom Pressedienst des Reichsverkehrsministeriums. (Konkordia-Verlag, Leipzig. 160 Blätter auf Kunstdruckpapier mit buntem Titelblatt. Preis 3,20 Mark.) — (608) — Mit dem Jahrgang 1938 des „Deutschen Reichsbahn-Kalenders" ist ein Dutzend der Jahrgänge dieses nicht nur in Deutschland, sondern auch im Auslande gut eingeführten amtlichen Kalenders unserer Deutschen Reichsbahn erreicht. Die immer wieder neuen Folgen führen mit Wort und Bild ein in das Leben und Wirken des größten sozialistischen Unternehmens, in die Arbeit der deutschen Eisenbahner, in das Getriebe der Deutschen Reichsbahn mit ihren auf große Leistungsfähigkeit abgestellten Verkehrsund Betriebseinrichtungen, mit ihren riesigen Anlagen, mit ihrem reichen Fahrzeugpark. Jedem Jahrgang gibt ein Leitwort für seine Gestaltung eine leitende Idee. Der Jahrgang 1938 steht unter dem führenden Gedanken „Reichsbahn und Handwerk". Mannigfaltig und eng sind die Beziehungen zwischen der Reichsbahn und dem Handwerk sowie dem handwerklichen Schaffen und der tragenden Idee des Handwerkertums. In einem Gigantenbetrieb wie der Reichsbahn, in deren Dienst heute über 740 000 Dolksgenoffen stehen, haben auch viele Handwerker ihre Arbeit gefunden, ihre Gesamtzahl wird Hunderttausend übersteigen. Beinahe alle Berufszweige des Handwerks sind unter ihnen vertreten. Die Reichsbahn ist sich aber auch der hohen wirtschaftlichen und kulturellen Bedeutung bewußt, die das selbständige deutsche Handwerk verkörpert. Wie alljährlich, bringt der Kalender' auch Ausschnitte aus dem Verkehr und Betrieb der Reichsbahn, aus dem Schaffen der Männer vom Flügel- rud und vom Reisen „mit der Reichsbahn durch Nhein-Maimfche Börse. Znittagsbörfe weiter fest. Frankfurt a. M., 5. Jan Die Börse war am Aktienmarkt überwiegend weiter fest, da sich kleine Käufe seitens der Bankenkunüschaft sortsetz- ten. Beachtung fand weiterhin, daß die Zeichnungen auf die Reichsanleihe flott vor sich gehen. Das Geschäft war allgemein etwas belebter, weil auch einiges Angebot aus Limiten und aus Abgaben der Berufskreise vorlag. Vereinzelt schritt auch die Kundschaft zu einigen Gewinnmitnahmen. Das Tempo der Kurssteigerungen hat sich verlangsamt, überwiegend traten jedoch durchschnittliche Erhöhungen von 1 v. H. ein. Lebhafte Umsätze verzeichneten JG.- Farben mit 163,25 (162,50). Etwas größer war das Geschäft auch in einigen Montanwerten,' Verein. Stahl 115,75 bis 115,50 bis 116 (115,50), Hoefch fliegen auf 118,25 (117,25), Mannesmann auf 117,75 bis 118 (116,65), Deutsche Erdöl auf 146,65 bis 147 (146,50), Rheinstahl auf 149,25 (148,40), Klöckner von unv. 120,90 auf 121,50. Erhöhte Nachfrage verblieb in Maschinenaktien, BMW. 151,75 (150,50), Daimler 140,50 (139,50), Demag 147,75 (146,75), Moenus 127,50 (127), Adlerwerke Kleyer 111,75 (111). Von Elektroaktien lagen besonders RWE. fest mit 131,90 (130,50). Stärker erhöht waren VDM. mit 172,50 (170), Süddeutsche Zucker mit 221 bis 222 (219,75). Im einzelnen zogen u. a. an: Waldhof 1,13 v. H. auf 153,40, Bernberg 1 v. H. auf 141, Westdeutsche Kaufhof unter Schwankungen 1 v. H. auf 60,25, Hapag 0,75 o. H. auf 80,75, AG. ür Verkehr 0,75 v. H. auf 135,25. Leicht ermäßigt waren Rütgerswerke mit 152,75 (153), Metallge- ellschaft mit 145,75 (146), Bekula mit 165,25 (165,50), Rheinmetall mit 146,50 (146,75) und Har- pener mit 176 (176,75). Am Rentenmarkt war das Geschäft nicht onderlich lebhaft, auch die Kursveränderungen hiel- en sich in engen Grenzen. Reichsbahn-DA. 0,13 v. H. niedriger mit 129,40, anderseits Reichsaltbesitz etwa 20 Pf. höher mit 129,90 und im Freiverkehr Kommunal-Umschuldung 95,00 (94,95). Am Pfandbriefmarkt notierten Franks. Hyp. und Franks. Pfandbrief-Bank Kommunal-Obligationen je 0,25 v. H. höher mit 99,25, von Liquidationspfandbriefen erhöhten sich Rhein. Hyp. auf 102 (101,75). Goldpfandbriefe lagen unverändert, ebenso die meisten Stadt- und Staatsanleihen^ Industrie-Obligationen waren teilweise höher, 5 v. H. Röchling 102,40 (102), 5 v. H. Gelsenkirchen Berg 103 (102,90). Dekosama Neubesitz gingen um 1 v. H. auf 30,75 zurück. Im Verlause unterlagen 6-ie Kurse einigen Schwankungen, bei nachlassendem Geschäft konnten sich die höchsten Kurse zumeist voll behaupten. Weiter erhöht waren u. a. Bernberg auf 142,50 nach 141, IG.-Farben auf 164 nach 163,25, im übrigen betrugen die Abweichungen nur Bruchteile eines Prozentes. Von später notierten Werten lagen Lah- meyer 1,25 v. H. höher mit 123, dagegen ließen Kaliaktien 1 bis 2 o. H. nach. Feinmech. Setter stark gefragt, Taxe 105 nach einem letzten Kurs von 99,50 am 3. 1. Am Einheitsmarkt ergaben sich eine Reihe von weiteren Kurssteigerungen, u. a. Schramm Lack 132,50 rat. (130). Weiter fest lagen Bankaktien bei größeren Umsätzen. Abendbörse gut behauptet. Zweifellos hätten sich die Schalter gern einen anderen Endspielgegener gewünscht, als gerade Fortuna Düsseldorf. Die Rheinländer werden es als ein gutes Omen betrachten, daß sie an der Stätte ihres größten Triumphes wiederum in einem entscheidenden Kampf auf Schalke treffen. Aber ein Unterschied zum 33er-Meisterschaftskampf besteht doch insofern, als Schalke diesmal nicht als der große Favorit gilt. Gewiß, rein spielerisch werden die Westfalen auch diesmal wieder höher eingefchätzt als die Düsseldorfer, anderseits ist bekannt, daß die Stärke der Fortuna-Elf darin beruht, im richtigen Augenblick da zu fein und dann eine große Leistung zu bieten, wenn sie verlangt wird. Dazu kommt, daß die „Knappen" Aufstellungssorgen haben. Es wäre schade, wenn Schalke auf Fritz Szepan, den geistigen Führer der Elf, verzichten müßte. Aber Fortuna wird, mag die Meisterelf stehen wie sie will, einen großen Gegner antreffen. Da die Mannschaften nach Lage der Dinge als gleich stark und gleich aussichtsreich zu gelten haben, wird auch in diesem Pokalkampf, wie in so vielen entscheidenden Fußballspielen, das Glück eine große Nolle spielen. Bisher war das Pokalglück gegen Schalke. Ob es die „Knappen" diesmal zwingen werden, bleibt abzuwarten. Die Aufstellungen beider Mannschaften sind zur Stunde noch nicht bekannt. deutsche Lande". So wird der Jahrgang W38 wiederum in Bild und Text^ein Künder sein vom deutschen Eisenbahner und der Deutschen Reichsbahn, die seit dem denkwürdigen 30. Januar 1937 wieder völlig unter der Hoheit der Reichsregierung steht. Rundfunkprogramm Freitag. 7. Januar. 6 Uhr: Morgenlied, Morgenspruch, Gymnastik. 6.30: Frllhkonzert. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Musik am Morgen. 9.45: Hausfrau, Hör zu! 10: Schulfunk. Seemänner machen Geschichte: Lord Nelson. Ein Hörspiel. 10.30: Mutter turnt und spielt mit dem Kind. 11.40: Deutsche Scholle. Grünlandflächen nicht vernachlässigen. 12: Mittagskon- seinen Kampf mit Steve Hamas im Jahre 1935 vorbereitete, schlägt der Südafrikaner fein Lager mit feinem Stabe von „Mitarbeitern" im Norden der Hansestadt in der im Stadtpark gelegenen Stadthalle auf. Ganz ausgezeichnet ist das Rahmen-Programm besetzt. Fast jede der hier abgeschlossenen Begegnungen ist imstande, als Zugnummer im Mittelpunkt eines Üblichen Berufsboxabends zu stehen. Der Kieler Adolf Witt trifft auf Südafrikas Schwergewichtsmeister Robby Leibbrandt uyd der jetzt in Berlin lebende Schwergewichtler Paul Wallner erhält den starken Engländer Charly Bundy als Gegner. Fest steht ferner der Kampf um die deutsche Leichtgewichts-Meisterschaft zwischen dem Dresdner Kretzschmar und Esser (Köln). Kurze Sportnotizen. Der Reichs- und preußische Innenminister Dr. Frick hat für das Deutsche Turn- und Sportfest 1938 in Breslau die Schirmherrschaft übernommen. Dr. Ritter von Halt sagte den von England gewünschten Hallen-Länderkampf der Leichtathleten ab, da eine Reihe deutscher Spitzenkönner sich Hallenwettkämpfen gegenüber ablehnend verhält. Frankfurt a. M. Berlin Frankfurt a. M. Berlin Schluß- kurs Schluß!. Abend- börse Schlußkurs Schlußk Mitlag- börie Schluß- kurs Schluß!. Abendbörse Schlußkurs Schluß!. Mittagbörse Datum 4.1. 5.1. 4.1. 5-1. Dalum 4.1. 5.1. 4.1. 5.1. 6% Deutsche Retchsanleihe v. 1927 4% Deutsche Reichöanl. von 1934 *y2% Deutsche Reichsschatzanwet- 101,75 99,65 99,4 99 107,5 100,13 100,3 99,75 129,7 139 99,75 101,65 99 99 135,4 100 99 101.9 101,75 111,35 134,5 80 81,75 129,5 209,75 119,13 125,75 113,5 101,5 99,5 99 107,5 100,13 100,5 99,75 129,8 139 100 101,7 100 99 99 135,4 100 99,25 101,9 102 111,35 135,25 80,75 81,5 129,4 209/5 119,4 126,25 113,75 101,5 99,65 99,4 99,4 107,25 100,13 100,6 99,75 129,75 99,75 100 99 135,6 100 102 111,5 133,9 80 82,25 129,4 210 135 119 125,5 113,5 101,6 99,5 99,4 107,25 100,25 100,6 99,75 129,9 100 100 99 135,6 100 102 135,25 127 81 83 129,4 209,75 135,25 119,25 126,25 113,75' Accumulatoren-Fabrik....... 14 Aschaffenburg Zellstoff........6 Bemberg.................. 0 228 144,5 140 165,5 124 169,9 191,5 139,5 146,5 253,25 164 132,5 145 162,5 134 148,75 142 47 176,75 117,25 158,5 115,5 120,9 121,75 96 116,65 146 232,5 128 148,4 130,5 153 177 176 219,75 115,5 59,25 115,5 152,25 29,5 145,4 142,5 165,5 125 169,75 192 141 146,75 254 166 132 145,5 163,5 136 148,25 143 50,13 176 118,5 159 136 113,65 122 123 95,75 118 160 148 232,5 127 149 131 153,5 176 175,25 207,5 222 116 60,25 114 153,4 30 228 145 139,75 165,25 123,13 191,5 139,5 119,5 146 165,5 132,65 144,75 161,4 134,5 147,4 141,75 48 176 117,25 158 164,5 136 115 120,25 160 122,13 116,75 159,25 145,75 111,9 125,25 148,5 130,5 152 177 176 97,4 208,75 220 115,25 59,25 115 151,75 29,4 145 142,5 165,65 125 192 140,5 120,75 146,5 166,5 132 145 163,5 136,4 148,4 142,5 50,5 176 118,25 153,5 165,5 136,5 114 121,5 160,75 123,75 118 159,75 147,75 112,5 233 126,75 149,25 131,4 152,75 176 175,5 100,25 208 222 116 60 114 152,75 29,9 l/2% Deutsche ReichSschatzanwei- sungen von 1935, II. Rolge ... 4y2% Deutsche Reichskchatzanwei jungen von 1936, III. Folge .. 6*4% Doung Anleihe von 1930 .. 4*4% Hest'ische Volksstaat von 1929 4*4% Deutsche Reichspostschntz von 1934 I...................... Buderus Eilen...............5 Cement Heidelberg...........7 Gement Karlstadt...... 6 Conti Gummi.............. 12 Daimler Motoren..........6*/, Dessauer Gas ...............4 Deutsche Erdöl ..............6 Deutsche Gold- und Silber .... 9 Deutsche Linoleum..........10 Elektrische Lieferungen........6 Elektrische Licht und Kraft.....7 I. G. Farben-Jndustrie ....... 7 4*4% Deutsche Reichsbahnschah von 1936 1.................. Oberhessen Provinz-Anleihe mit 4%% Hess. Lan desbk. D arm stad l Goldpse. N. 12.............. 5%% Hess. Landes-Hyp.-Bank Th. Goldschmidt........... 6 Grihner Maschinen...........0 Harpener.................8'/. Hoesch Eisen......... SVi Philivv Holzmann........... 8 Ilse Bergbau................6 Ilse Genüsse................ 6 4*/z% Preus;. Landespsdbr.-Anst. 4y2% Preutz. Gold-Komm. R. 20 4/2% Darmstädter Komm.-Lan- Deutsche Komm.-Sammel-Anleihe Klöcknerwerke ............. 4*/2 Kokswerke und Chemische Fabrik 7 Lahmeyer..................6 Mainkraft................... 4 Mannesmann.............414 Mansselder Bergbau......... 7 Metallgesellschaft.............6 Orenstein & Koppel..........0 Rheinische Braunkohle....... 12 Rheinische Elektro............6 Rhetnstahlmerke..............6 Rheinisch-Westfälische Elektro .. 6 Rütgerswerke ............ ? Salzdetfurth Kali........ 6 Schlickert L Co............. 7 Schultheis Pahenhoser........4 Siemens & Halske...........• Süddeutsche Zucker.......... 10 Bereinigte Stahlwerke......4Vt Westdeutsche Kaufhof.........0 Westeregeln Alkali............* Zellstoff Waldhof............6 4&% Franks. Hyp. Goldpse. N. 15 4*/r% Franks. Hyp. Gold-Komm. Obl. 2 3.................. 5*4% Franks. Hyp. Liquidation Goldpse..................... äy2% Rheinische Hyp. Liquidation Goldpse..................... Steuergütschein-Verrechnungskurs A.G. slir Verkehrswesen .... 6y, Hamburg-Südam. Dainpsschiss. 0 Hamburg-Amerika Paket......0 Norddeutscher Lloyd..........0 Deutsche Reichsbahn Borz.-Akt. 7 Retchsbank................. 12 Berliner Handelsgesellschaft . 6% Commerz- und Privat-Bank ... 5 Deutsche Diskonto............ 6 Dresdner Bank..............4 4 .Januar 5 .Januar .'luuliäii ’J/unerui.g 21 uunctirWotteruug Geld Br-e, Gew Bvei 0,728 0,732 0,726 0,730 42,12 42,20 42,11 42,19 0,133 0,135 0,133 0,135 47,00 47,10 47,00 47,10 55,46 55,58 55,40 55,52 47,00 47,10 47,00 47,10 12,425 12,455 12.41 12,44 5,495 5,505 5,49 5,50 8,437 8,453 8,427 8,443 138,27 138,55 138,17 138,45 13,09 13,11 13,09 13,U 4 .Januar 5-Jaunar Amtliche ’Jiotterung Geld | Bries Amtliche Notierung Geld Bries gattan.................... 0,724 0,726 0,723 0,725 Jugoslawien .............. 5,694 5,706 5,694 5,706 Oslo..................... 62,44 62.56 62,37 62,49 Wien. . ................. 48,95 49 05 48 95 49,05 Lissabon.................. 11,285 11,305 11,275 11,295 Stockholm ................ 64,04 63 97 64.09 Schweiz .................. 57.46 57,54 Spanien.................. 14’49 14'51 14'49 14,5» Prag..................... 8,701 8,719 8,706 8,7M Budapest................. _ _ Neuyörl 2,480 2,484 2,481 2,«» Ifll iW , in Sie^'iM s- «tf» EpS HÄ E'tiSg sr«* "it ist °°" tw*. betgnnt fni- ® * W iir September^ einem st-''-" $ »’> au6ierS> wW bett*1 i Millionen W EinrechmW oer jamtbetrag der MerungsanlelY« Für den gute ntn Jahres zei jdjäftigung ! Jahreszeit ^ch den Serie bit Zahl der ( ! 115,5 (1936 = |' vrmber geftiege Arbeiter be i nen. Die burd I zeit hat sich ’ 7,87 Stunden i I öuftrie im Ze! I lichen Belebui dustrien m I Siweftitionsgüh den Verbrauch- zunahme in bei genftänbe für |i den Produk ausgeprägte Sa ebenfalls zugen güterinbuf als im Dttob industrie, in Leichtmetallgii bau sowie in schinen und 1 i i inbuftrien mii ; bie 8 au int i beitsfräfte en! : jahres. — D j Reichsanstalt | losenversicheru Hast ben ab| f.atzes nähe | bifäe Arbeits Bebenken, zur , visenlage nicht wuchs her er des Gebürtem nächsten zehn der Schulabaä warten. Das I zwingt, minber Umfange nach "urlfchaftspoliti «•ne Grenze z ! handlich bit 7'ters ein meurs. ~ M der bis u S«® sröger feMen, di Wftijten 2Ii L* ob, ffäteit crlran 'M jeittid Btt -Säte Ähj ffe? 5 N b'2* zu der nnet Flei ML |ul' °on v.s? uj d ’bie^io wiar