Nr. 284 Erstes Blatt 188. Zahrgang Montag, 5. Dezember 1938 Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen s Prüft und Verlag: vrühlsche llniverfitätLdruckerei «.Lange in Siehe«. Schriftleitung und Seschästrftelle: Schulstrahe 7 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8^/,Uhr des Dormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Text- anzeigen von70mm Breite 50 Rpf.,Platzvorschrift nach vorh. Vereint»g.25"/a mehr. Ermäßigte Grundpreise: Stellen-, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf., Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle Monatr-SezugLpreir: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte „ 1.80 Zustellgebühr. „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt jjernsprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten Anzeiger Gietzeu postscheckionto: zrontfurt am Main 11688 Das deutsche Volk spendete über 15 Millionen ©er Tag der nationalen Solidarität, eine soziale Volksabstimmung ersten Ranges. — Das Gammel-Ergebnis übertraf das Ergebnis des Jahres 1937 um 73 vom Hundert. Das Ergebnis. Berlin. 4. Dez. (D31B.) Das Reichsministe- tium für Volksaufklärung und Propaganda gibt bekannt. Dos vorläufige Ergebnis der diesjährigen Sammlung am „Tage der Nationalen Solidarität" im ganzen Reich beträgt Reichsmark 15 073 370,09 3m Vergleich dazu betrug das Ergebnis des Jahres 19 3 7 im allen Reichsgebiet 7 964102,76 Reichsmark. Besonders erfreulich ist dos Ergebnis in den o st märkischen Gauen, hier wurden insgesamt 1 089 115,53 Reichsmark gesammelt. Nach Abzug dieser Summe ergibt sich im A l t r e i ch eine Steigerung um 6 020 151,80 Reichsmark oder um rund 73 v. h. Das Ergebnis des Jahres 1935 betrug 4 084 813,49 Reichsmark, das Ergebnis des Jahres 1936 5 662 279,19 Reichsmark. Dr. Goebbels dankt den Sammlern. Dazu veröffentlicht Reichsminister Dr. Goebbels folgende Erklärung: Der diesjährige „Tag der Nationalen Solidarität" hat ein Ergebnis erbracht, das alle bart n geknüpften Erwartun - gen roeit übertrifft. (£r stand im Zeichen der Heimkehr des Sudetenlandes und der deutschen Ostmark zum Reich. Während es in den vergangenen Jahren gelungen war/ durch nationalsozialistische Energie und Tatkraft die Zahl der Bedürftigen im alten Deutschland auf ein Minimum zu senken, sind uns infolge der sozialen und wirtschaftlichen Notlage der helmgekehrten Gebiete gewaltige neue Ausgaben erwachsen. Der Führer hat in seiner Sportpalast-Rede anläßlich der Eröffnung des diesjährigen Winterhilfswerkes zum Ausdruck gebracht, er erwarte, daß sich das deutsche Volk in der sozialen Hilfsbereitschaft der Größe dieser Zeit würdig erweise. Das deutsche Volk hat diesen Appell des Führers richtig verstanden und ihm begeistert Gefolgschaft geleistet. Mit allen Kräften ist es bemüht, die Not der heimgekehrten Brüder zu lindern und auf die Dauer gänzlich zu beseitigen. Das zeigt auch wieder in eindrucksvollster Weife das beispiel- Ilose Sammelergebnis des diesjährigen „Tages der Rationalen Solidari- l ä P. Die dabei aufgebrachten Summen sollen mithelfen, das soziale Aufbauwerk des Rationalsozialismus, vor allem auch in den ostmärkischen und sudetendeutschen Gebieten, mit nationalsozialistischer Schnelligkeit und Gründlichkeit durchzuführen. Es ist mir ein aufrichtiges Bedürfnis, allen, die an diesem so stolzen Ergebnis mitgewirkt haben, den bekannten und unbekannten Sammlern, den Organisatoren und Propagandisten und auch dem ganz en deutschen Volke, das sich wiedev einmal von seiner besten Seite gezeigt hat, herzlich zu danken. Wir alle haben einen Nachmittag im Dienste des nationalen Sozialismus gestanden, der sich nicht in sozialen Theorien und Phrasen erschöpft, sondern den praktischen Sozialismus der Tat verwirklicht. .Wir haben damit auch dazu beigetragen, den Gemeinschaftsgedanken und die innere Solidarität unseres Volkes zu stärken und vor aller Welt wieder einmal unter Beweis zu stellen. Ich nehme diese Gelegenheit wahr, um auch den ungezählten namenlosen Sammlern und Helfern des Winterhilfswerkes und der R S V., die nicht nur einen Rachmittag, sondern ein ganzes Jahr im schweren und opfervollen Dienst unseres deutschen Sozialismus stehen, besonders zu danken. Wir, die wir „am Tage der Rationalen Solidarität" in ihre Reihen eingezwängt sind, hatten dabei das Bedürfnis, vor unserem Volke zu bekunden, wie tief wir uns ihnen verbunden fühlen und wie herzlich der Dank ist, den wir ihnen entgegenbringen. Jeder deutsche Volksgenosse aber soll angesichts dieses großartigen Ergebnisses stolze Freude darüber empfinden, einer Nation anzugehören, die z u solchen Leistungen fähig ist. Mögen die großen Tugenden des Nationalsozialismus, Gemeinschafts- und Opfersinn, Disziplin und Einsatzbereitschaft, unserem Volke weiter erhalten bleiben. Es wird dann allen Aufgaben, die. die Zukunft an uns stellt, gewachsen sein. Heil unserem-Führer! Der Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda: Dr. Goebbels. Die Ergebnisse aus den einzelnen Sauen. Die Ergebnisse in den einzelnen Gauen Deutschlands, verglichen mit denen der Jahre 1935,1936 und 1937 zeigen folgenden Stand: , Gau 1935 1936 1937 1938 Baden......................... Bayrische Ostmark............... Berlin......................... Düsseldorf..................... Essen.......................... Franken....................... Halle/Merseburg................ Hamburg...................... Hessen/Nassau.................. Koblenz/Trier.................. Köln/Aachen.................... Kurhessen...................... Kurmark....................... Magdeburg/Anhalt.............. Main/Franken.................. Mecklenburg/Lübeck.............. München/Oberbayern............ Osthannover.................... Ostpreußen..................... Pommern..................... Saarpfalz...................... Sachsen....................... Schlesien...................... Schleswig/Holstein.............. Schwaben..................... Südhannover/Braunschweig...... Thüringen ............. 140929,95 104918,16 324324,66 119633,33 50195,04 88172,19 73387,51 103401,77 188376,29 46299,44 116506,06 66951,42 164307,66 168659,75 45856,12 121401,68 159330,09 198231,07 89378,86 116740,82 90365,40 293486,97 191836,02 203469,76 73161,78 110603,64 122975,91 106010,30 113464,79 102723,32 189713,73 204295,16 139023,56 545258,25 179375,50 71811,80 149743,75 94398,15 190565,19 230109,92 70104,69 139782,18 92379,19 181816,19 195952,36 58358,30 167915,64 264317,36 298433,38 109066,35 129984,94 99021,63 388724,60 248512,52 305056,42 121301,02 136473,81 139404,70 136960,35 135422,30 117064,87 321644,66 342366,49 217562,46 806705,35 212458,39 112124,72 218496,63 118827,21 400729,00 325906,81 119979,91 155946,17 108381,18 225669,47 222264,63 110057,40 195417,09 330373,16 320896,97 132796,81 205217,84 185885,01 554374,28 328020,20 368097,44 228671,45 161849,46 292946,84 193056,90 197395,14 « 141 670,82 399957,53 781412,58 420752,44 1404101,33 309902,48 177992,79 428680,00 218029,36 500000,00 623921,52 300372,12 314105,37 198182,73 339500,00 381588,03 229034,69 353766,04 651083,05 462711,81 233688,83 356560,47 332988,40 934932,28 474 233,32 590000,00 387524,09 336250,16 478909,71 374884,96 332572,58 218635,85 838339,57 59774,39 206477,73 153372,37 56813,91 156145,84 186113,00 270418,29 Westfalen-Nord................. Westfalen-Süd. Württemberg................... Kärnten___”..••••............. Niederdonau ................... Oberdonau..................... Sal-zbura ...................... Steiermark.................. Tirol/Vorarlberg................ Wien.......................... Gesanrtiunnne.................. 4084813,49 5662279,19 7964102,76 15073370,09 ■ WzX 'M 'M v -y- , l Nach der Straßensammlung empfing der Führer eine große Anzahl von Sammlern und Sammlerinnen, um jedem eine namhafte Spende zu geben. Hier sieht man die Gattin des Reichspropagandaministers bei Adolf Hitler. — (Presse-Illustrationen Hoffmann-M.) Das Sudetenland bekennt sich zu 98,90 v.H. zu Führer, Volk und Reich. Lseberwältigendes Ergebnis der Zusatzwahlen zum Großdeutschen Reichstag, Das vorläufige Endergebnis derIteichstagSwahlen im Sudetenland. Welchenberg, 5. Dez. (DNB.-Iunkspruch). Bei den Zusahwahlen zum deutschen Reichstag wurden im Sudetenland abgegeben: Gültige Ja-Stimmen 2152256 gültige Nein-Stimmen 26 492 Gesamtzahl d.gültigeu Stimmen 217S 25) ungültige Stimmen 5212 Gesamtzahl d. abgegeb.Stimmen 2183965 Wahlberechtigte laut Wählerliste 2126222 abgegebene Wahlscheine 35 623 Gesamtzahl d. Stimmberechtigt. 2 211895. Das bedeutet, daß 98,29 vom Hundert La-Stimmen und 1,21 vom Hundert Nein-Stimmen abgegeben wurden. Das vorläufige Endergebnis einschließlich Altreich und Österreich. Berlin, 5. Dez. (DNB.-Kunkspruch). Die Zusahwahl zum deutschen Reichstag hat nach den vorläufigen amtlichen Errechnungen im Sudetenland, Altreich u. Österreich folgendes Ergebnis: Wahlberechtigte 2 525 346 Gesamtzahl d.abgegeb.Stimmen 2492416 Za-Stimmen 2464494 Nein-Stimmen 22 426 Ungültige Stimmen 5 496 Das bedeutet, daß 98,90 vom Hundert Ja-Stimmen und 1,10 vom Hundert Nein-Stimmen abgegeben worden sind. Flaggen heraus! B e r l i n , 5. Dez. (DRV.) Der Reichsminister des Innern und der Reichsminister für Votksaufklärung und Propaganda geben folgendes bekannt: Die befreiten sudetendeutschen Brüder haben ein überwältigendes Treuebekenntnis zum Führer und zum Großdeutfchen Reich abgelegt. Aus diesem Antaß flaggen die staatlichen und kommunalen Verwaltungen und Betriebe, die sonstigen Körperschaften, Anstalten und» Stiftungen des öffentlichen Rechtes und die öffentlichen Schulen im ganzen Reich ab sofort bis einschließlich Mittwoch, 7. Dezembee 1938. Die Bevölkerung wird gebeten, in glei« cher Weise zu flaggen. Konrad Henlein an der Wahlurne in Reichenberg« (Scherl-BilderdieUst.) - .1 1 \ *L.- . : • v. i 'i < Auf dem Wege zum 3000. Kilometer. Berlin, 4. Dez. (DNB.) Die Pressestelle des Generalinspektors für das deutsche Straßenwesen, Dr. Todt, teilt mit: Zu diesem Wochenende mur* den wieder eine Anzahl von Reichsautobahnstrecken dem Verkehr übergeben, und zwar: Aus der Strecke Dresden — Görlitz der Abschnitt Dresden-- Nord — Okrilla mit 12,5 Kilometer: auf deü Strecke Frankfurt —Eisenach der Abschnitt Reiskirchen — Romrod mit 34,5 Kilometers auf der Strecke Chemnitz — Hof der Abschnitt Zwickau-Süd — Trensen mit 16,3 Kilometer. Mit diesen 102,7 Kilometer nähert sich daS Reichsautobahnnetz weiter dem 3000. Kilometer, des noch in diesem Monat dem öffentliche^ Verkehr in einer besonderen Feier übergeben wert den wird. Ser Tag der nationalen Solidarität in der Reichshauptstadt Sammlerinnen und Sammler eine größere Spende an der Sammelaktion beteiligte. Auf dem Platz i Sammlerinnen unö Sl waren zwei Volkswagen ausgestellt worden, die I in ihre Sammelbüchse. Pro- Göring und Goebbels sammelten am „Tage der Gudetendeutschlanvs Bekenntnisgang. Ein Freudentag in der Gauhauptstadt Neichenberg. - Auch bei den Tschechen große Wahlbeteiligung. - Lleberall gegen Mittag bereits zu 90 v.H. gewählt. Platz, wo ein Musikzug des ff - Oberabschnittes Rhein konzertierte, später in den Geschäftsstraßen, überall umringt von Gebefreudigen. In Köln war der Andrang auf dem Neumarkt besonders groß, wo sich Reichsorganisationsleiter Dr. Ley hatte Reichspostminister O h n e - Gedächtniskirche zwei Postkutschen er zu einer Rundfahrt um die vermietete. Reichssportführer von und Osten wurde bei seiner n e r. Wieder sorge an der in Betrieb, die Gedächtniskirche T s ch a m m e r mit 600 Rundfunkschaffenden ein vielfältiges gramm durch. Mit Göring „Am Wedding" und „Unter den Linden". Innenstadt und konnte sich über den Erfolg seines Beutezuges nicht beklagen Vor dem Hotel Kaiserhof hatte Reichskriegerführer ff ° Gruppenführer Reinhardt Aufstellung genommen. (Sammler im Reich. Zum ersten Male stand Wien im Zeichen des „Tages der nationalen Solidarität" Auf dem Stephansplatz sammelte Reichskommissar Gauleiter Bürckel. Es war ihm unmöglich, alle Gaben persönlich entgegenzunehmen, und mit Hüten und Kappen mußten der Gauleiter und seine Begleiter den Geldregen einsangen, der aus der Menge niederströmte. Auf der Ringstraße herrschten vornehmlich Theater und Film Die Minister Gleise- Horstenau und Fischböck sammelten auf dem Heldenplatz, Minister Dr. H u e b e r in der Kärntnerstraße, Bürgermeister Neubacher stand aus dem Rathausplatz. Ueberall spielten Musikkapellen, Lautsprecherwagen und Schrifttafeln forderten zum Geben auf. Mit Genugtuung war jedenfalls festzustellen: Die Wiener Bevölkerung hat am „Tage der nationalen Solidarität" nicht zurückgestanden. Reichsführer ff Himmler sammelte i n Wiesbaden, zuerst auf dem Kaiser-Friedrich- Selbst die entlegensten Ortschaften haben Flaggenschmuck. Festtag ist auch in Brüx. Feierlich gehen die Menschen in Massen zur Wahlurne. In Dux und Teplitz: Sprechchöre der Arbeiter, die etwaige Säumige an ihre Pflicht erinnern. Auch die tschechischen Arbeiter gehen eifrig zur Wahlurne In den Dörfern um Leitmeritz haben mittags zahlreiche Wahlurnen geschlossen werden können, weil alle Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben hatten. In Aussig herrscht ein geradezu lebensgefährlicher Andrang. In der Doppelstadt Tetschen-Bodenbach herrscht eine unbeschreibliche Jubelstimmung. Auch die Wahlen in Stadt und Bezirk Eger hatten den Charakter einer einzigen großen Freuden- und Dankeskundgebung. Das Egerland hatte am 29. Mai mit nahezu 100 v. H. für die SDP. ab gestimmt. Heute legte es seine Ehre darein, dieses einmütige Bekenntnis diesmal erst recht zustande zu bringen. Stadt und Dörfer prangen im Schmuck von Fahnen und Girlanden, das Bild des Führers ist überall zu sehen. Keine Hauswand, kein Zaun, keine Anschlagstafel, wo nicht das Ja entgegengrüßt. Am Samstag beschloß in Eger ein riesiger Fackelzug, an dem etwa 6000 Menschen teilnahmen, die Wahlkundgebungen. Am Wahltag selbst herrschte in den Vormittagsstunden größter Andrang. In Eger hatten schon um die Mittagsstunde etwa 90 v. H. aller Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben. In den Dörfern konnten die Wahllokale meistenorts schon in den Vormittagsstunden geschlossen werden. Im südmährischen Land begann der 4. Dezember mit der Heimholung der Regiments- I Ausländer hatten sich das Anstellen nicht verdrießen i lassen und zogen mit offenen Händen, Dollarscheinen und Banknoten spendend, an Dr. Goebbels vorbei; ■ besonders zahlreich unter ihnen sind neben Japanern die Faschisten vertreten. Nun sind auch Helga und Hilda gekommen. Die beiden Töchterchen des Ministers wollen gern mithelfen Schon stehen sie zu seiner Linken und Rechten. Die aufmerksamen Spender, die dessen gewahr werden, werfen den beiden natürlich auch noch etwas in die Büchsen. Dr. Goebbels gibt seinen Töchtern immer wieder den guten Rat, tüchtig zu klappern, weil „das Klappern zum Handwerk gehört". Länger als eine halbe Stunde haben die kleinen Händchen der beiden die große Büchse umklammert; es hat sich gelohnt. Noch stehen Tausende und Abertausende auf dem Pariser Platz, aber die Minister müssen weiter zum Wedding. Mit einer Herzlichkeit ohnegleichen wurde Dr Goebbels in diesem einst rötesten Arbeiterviertel von der am Straßenrand spalierbildenden Bevölkerung empfangen. Nun steht Dr. Goebbels vor den Pharussälen. Heute schreit keiner mehr Dr Goebbels nieder. Sie lubeln ihm zu, umringen und umdrängen ihn und geben, was sie absparen konnten. Ein Schlosser gibt wunschlos und grüßend seine Spende. Seine Frau ist mitgekommen; im Kinderwagen liegen Drillinge. Dr. Goebbels Übergibt dem in seiner Opferwillig- feit vorbildlichen Manne einen größeren Geldbetrag Der Minister hat angesichts der ihn hier so munter umdrängenden Kinderschar 9000 Freiplätze siir Kindervorstellungen in der Plaza gestiftet. Die Müllerstraße ist weit und breit von hilfsbereiten Menschen gefüllt, die noch heranzukommen hoffen. Diese Opferbereitschaft am Wedding war das schönste Symbol dieses an Erlebnissen überreichen Tages. Rund durch Berlin. Auf dem Wilhelmplatz war ein moderner Thespis- Karren aufgefahren, von ihm herab verkündete ein großes Schild: „Hier sammeln Berlins führende Journalisten mit dem Reichs- Pressechef!" Allgemeiner Jubel brach aus, als vom Thefpis-Karren her die Ansage erscholl, daß die Künstler im Anmarsch seien. Als Erster stand der bekannte Rundfunkansager und Filmschauspieler Jupp Hussels auf dem Podium. Die neueste Ueberraschung in der langen Reihe der künstlerischen Darbietungen war das Auftreten der bulgarischen Filmschauspielerin Jwa Wanja, die besonders durch den Tonfilm „Urlaub aus Ehrenwort" bekanntgeworden ist. Besonders freund- licher Beifall und ein entsprechender Spendenregen dankte dieser sympathischen ausländischen Künstlerin, die ihrer Verbundenheit mit dem Gedanken des deutschen Winterhilfswerkes beredten Ausdruck dadurch verlieh, daß sie zwei Stunden lang die Sammelbüchse durch die dichten Menschenmauern trug. Auch die bekannte norwegische Filmschauspielerin Frau Kirsten-Hailberg stellte sich, zusammen mit Carl Ludwig Diehl, in den Dienst der guten Sache. Paul Hörbiger erschien auf einem mit einer bunten Erntekrone geschmückten Bayernwagen als Dirigent einer kostümierten Bauemkapelle. In der Leipziger Straße vor dem Reichsluftfahrtministerium herrschte Hochbetrieb um Frau Magda Goebbels, die drei Stunden unermüdlich die Sammelbüchse den Vorüberziehenden entgegenhielt. Sie sand in ihren Töchtern Helga und Hilde hervorragende Werber für die gute Sache. — Am Kursürstendamm regelten höhere NSKK.-Führer, an deren Spitze Korpsführer Hühnlein, den Verkehr. Eine Zollschranke war errichtet, so daß kein Wagen ohne Spende passieren konnte. Vor dem Ufapalast am Zoo war der Ches der Reichskanzlei, Reichsminister Lammers, zu sehen schräg gegenüber der Chef der Präsidialkanzlei, Staatsminister Dr. Meiß - Sudetendeutsche Wähler in Festtagstracht in Eger. — (Scherl-Bilderdienst.) Berlin, 3.Dez. (DNB.) Der diesjährige „Tag der nationalen Solidarttät" hat im ganzen Reich das gehalten, was man von ihm erwartet hatte Am Nachmittag boten die Hauptstraßen und Plätze der Städte das Bild „ganz großer" Tage. In manchen Orten mußte sogar wegen des Andranges der Gebefreudigst zu den Sammelbüchsen der führenden Persönlichkeiten stellenweise der Verkehr umgeleitet werden. Auf dem Hermann-Platz in Neukölln brachten viele Tausende dem Stellvertreter des Führers ihr Scherflein. Unablässig ergießt sich die Menschenflut in einem von SA. gebildeten Trichter, an dessen engster Stelle Rudolf Heß steht, mit den Sammelbüchsen. Vor dem Hotel Bristol Unter den Linden sammelte Reichsaußenminister von Ribbentrop. Jeder wünschte ihm viel Glück in Paris und gute Reise. Auch Diplomaten statteten dem Minister an seiner Sammelstelle einen Besuch ab, um dem Winterhilfswerk einen Beitrag zu übergeben. In unmittelbarer Nachbarschaft überragte Obergruppenführer Brückner das Heer der Sammler. Mit ihm traf man hier ---Gruppenführer Schaub und den Kommandeur der ---Leibstandarte „Adolf Hitler", ---Obergruppenführer Sepp Dietrich mit der ständigen Begleitung des Führers. Ihnen galt an diesem Tage in besonderem Maße der Zuspruch der Tausende. Wieder an einer anderen Stelle der „Linden" begegnet man Reichswirtschaftsminister Funk, der, nachdem er bereits am Vormittag in der Berliner Börse Spenden in Empfang genommen hatte, ebenfalls einer richtigen Belagerung standhalten muß. An der Staatsoper verrät eine dichte Menschenmauer, daß hier Alfred Rosen- ' b e r g mit seinen Mitarbeitern runde Summen kassieren kann. An dieser Stelle sammeln auch, unterstützt von Rundfunkspielscharen der HI., eine große Zahl von HJ.-Führern. Während die Staats- o p e r einen „Riesenzirkus" mit einem Riesenweib und einem Gummimenschen ankündigte und die Opernsänger und Opernsängerinnen ihre Sammelbüchsen in Bewegung brachten, hatte der Rundfunk eine „Geräuschkiste", einen Autogrammpavillon und Fernsehempfänger aufgebaut'und führte Reichenberg, 4. Dez. (DNB.) Der Morgen des 4. Dezember sah das ganze Sudetendeutschtum im Aufbruch zu einem großen Bekenntnisgang an die Wahlurne. Bereits im Morgengrauen riefen in den Städten und Dörfern die Trommeln und Hörner, die Sprechchöre der marschierenden und fahren- re.n Formationen zur Wahl auf. Als um 9 Uhr die bekränzten und fahnengeschmückten Wahllokale ihre Tore öffneten, waren sie schon überall dicht umlagert. In der Gauhauptstadt Reichenberg herrschte ein besonders lebhaftes Treiben. Ueberall sieht man lange Umzüge mit Fahnen und Musikkapellen. Lastwagen mit großen Transparenten, dicht besetzt mit SA.-Männern, rollen durch die mit Tannengrün und Fahnentuch geschmückten Straßen. Als sich Gauleiter Henlein und der stellvertretende Gauleiter Frank zu ihren Wahllokalen begaben, wurden sie von der Bevölkerung mit Heilrufen überschüttet. Auch in den neunten Ortschaften hatten zur Mittagszeit schon fast alle freudig ihr Ja abgegeben.Eine Fahrt durch gemischtsprachiges Gebiet zeigt, daß auch jene Tschechen, die durch die neue Grenzziehung unsere Mitbürger geworden sind, in großem Maße ihrer Wahlpflicht als loyale Bürger des Deutschen Reiches nachkommen. Im Erzgebirge ist es über Nacht Winter geworden. Tiefer Schnee liegt auf den Straßen, ein eisiger Wind schleudert den Menschen Schneeflocken ins Gesicht. Aber obwohl die Wahlberechtigten oft kilometerweite Wege zurückzulegen haben, so kann sie doch nichts abhalten, zur Wahlurne zu gehen. In den Bergdörfern und in den Gemeinden am Fuße des Erzgebirges — überall dasselbe Bild. Sammelaktion von den Gauführern des DRL begleitet. In der Tauentzienftraße sammelte Reichsminister Dr. Frick mit seiner Frau und dem Chef der Ordnungspolizei, General D a l u e g e. Am Wittenbergplatz war Reichsstatthalter Dr. Seyß- I n q u a r t zu treffen. Am Zoo waren auch NSKK.-Obergruppensührer Herzog von Coburg und der NSFK.-Korpsführer Generalleutnant Christiansen. Unter der Berolina am Alexanderplatz, umdrängt von Tausenden, sammelte Frau EmmyGöring. Musikzüge der Luftwaffe und der Standarte „Feldherrnhalle" spielten muntere Lieder. Viele Spender gaben „besondere Grüße für die kleine Edda" mit. Frau Göring mußte vielen die Hand drücken. Auf den Berliner Fernbahnhöfen nahm Reichsverkehrsminister Dr. Dorpm'üller die Reisenden mit fröhlich klappernder Sammelbüchse in Empfang. Am Potsdamer Platz und am Leipziger Platz waren Reichsarbeitsführer Hierl, Reichsarbeitsminister Seldte, Staatssekretär Körner und der Chef der Sicherheitspolizei, ---Obergruppenführer Heydrich, sowie Generalforstmeister Alpers zu sehen. Hoch zu Roß trabte Staatssekretär Hanke durch die die Kulissen für die Sammeltätigkeit Dr. Leys und seiner Mitarbeiter der DAF. bildeten. Reichsbauernführer Darrs sammelte in Goslar. Mit herz« licher Freude drängten sich die Goslaer um ihren Ehrenbürger. Neben dem Reichsbauernführer beteiligten sich an der Sammlung vor allem die Staatssekretäre Backe und W i l l i k e n s und der Reichsobmann des Reichsnährstandes B e h, r e n 5. 3n der Gauhouptstadt. 3500 Sammler waren am „Tag der nationalen Solidarität" in Groß-Frankfurt auf den Straßen. Platzkonzerte und zahlreiche Veranstaltungen der verschiedenen Formationen sorgten für immer neue Überraschungen. Besonders stark war der Andrang an der Hauptwache, wo Gauleiter Reichsstatthalter Sprenger sammelte. Als der Reichssender Frankfurt seinen Hörern ein Stimmungsbild von dem Treiben an der Hauptwache übermittelte, richtete der Gauleiter einige Worte an die Hörer, in denen er auf die Bedeutung des Tages hinwies. Wenn es einen sozialistischen Staat gebe, dann sei es Deutschland, und wenn es einen sozialistischen Führer gebe, dann sei es Adolf Hitler Das deutsche Volk und besonders Frankfurt und der Gau Hessen-Nassau würden heute ihre Opferwilligkeit beweisen. Die Epenbe des Führers. Berlin, 3.Dez. 3m Anschluß an die Skraßen- fammlung fanden sich eine Reihe namhafter k ü n fl- kerinnen und Künstler beim Führer in der Reichskanzlei ein. Der Führer warf jedem Der nationalen Solidarität" Unter den Linden und im Norden Berlins „Am Wedding" Schon lange vor 16 Uhr drängte sich „Unter den Linden" an der Passage, dem Stammplatz Görings, eine nach Tausenden zählende Menge. Brausender Jubel ertönte, als Göring erschien und vor der großen Holztruhe mit den Worten: „Nun kann's losgehen" Aufstellung nahnr. Der Soldat, der Arbeiter, der Mann aus dem Kontor, die Hausfrau, die Jugend, das Alter — sie alle zogen vorbei und gaben ihr Scherflein. Grüße flogen ihm zu, die Göring launig erwiderte. „Es war nicht leicht, bis hierher durch- zukommen", das war die luftige Klage vieler, die es bis zur Truhe geschafft hatten. „Ja, ja, es ist mitunter schwer, sein Gelh Ivszuwerden", war die launige Antwort Hermann Görings. Die Menge drängte sich jubelnd um Göring. .Hrnrner langsam, Kinder, es kommt jeder dran. Hier ist die Kasse", rief Hermann Göring und schlug dröhnend auf seine bereits bis zum Rande gefüllte Truhe. Die besondere Liebe Hermann Görings galt wieder den Kindern, die nicht oorüberfamen, ohne daß er ihnen die Wange streichelte. Viele Briefe und kleine Geschenke — Kinderklappern und andere Singe — wurden mit Grüßen für die kleine Edda und den besten Wünschen abgegeben. Auch Diplomaten befanden sich unter den Tausenden, die vorbeizogen; so erschien Frau Attolico, die Gattin des italienischen Botschafters, und der ungarische Gesandte, um ihr Teil zu diesem Tag beizu- fteuern. 5)erinann Göring dankte ihnen besonders herzlich. Gegen 18 Uhr ging es nach dem Wedding, mitten hinein in das einstmals rote Berlin, jubelnd begrüßt von der Arbeiterbevölkerung. Urwüchsiges Berlinertum kam hier zur Geltung. — „Hermann, nun hab ick dir wenigstens einmal in die Pupille gekiekt", rief eine Arbeiterfrau mit glücklichem Lachen und steckte ein Markstück in die große Truhe Ein Arbeiter in blauer Bluse mit seinem Jüngsten auf dem Arm stellte sich sttamm vor Göring auf und rief: „Ich habe sechs Kinder, aber hier, Hermann, sind trotzdem zwei Groschen." — Ein Leierkastenmann mit seiner Frau schüttete eine ganze Büchse voller Geldstücke in die Truhe: „Das haben wir olles zusammengeleiert, Hermann, für dich." Bedauernde Protestruse ertönten von den vielen, die noch nicht an die Truhe gekommen waren, als Hermann Göring schließlich auch hier den „Laden" dicht machte. Bei Dr. Goebbels. Schlag 16 Uhr begann auch Dr. Goebbels zu sammeln. Väter und Mütter mit ihren Kindern, Soldaten, BDM.-Mädchen, Ausländsdeutsche — ein Querschnitt durch das ganze Volk ist wieder der nicht mehr abreißende Zug der Spender. Auch viele "t V 1 Ä -■> : . . V-v<: ” W" .1- I v>4 WM _ i). ■ - • 'V? • 1 • X • WB WM * -./% X 2luf unseren Schnappschüssen sieht man links Dr. Goebbels mit seinen Töchtern vor dem Hotel „Adlon", Unter den Linden __ mHffA. syRnftanfnfcwa" n or £ bei der Sammlung unterstützten. - Rechte: Generaljeldmarschall Gortng.de- in der Passage sammeite'.'-W Aufmachung, die sondern auf den geeinten Willen der Volks st immung stützten. Wer in der Diktatur nur bewaffnete Macht sehe, bereite seinen eigenen Tod vor. Der Streik in der französischen Schiffahrt. E. F. Paris, 4. Dezember. Obwohl die Mannschaft und das übrige Personal des großen französischen Dampfers „Norman- d i e" unter Militärgesetz gestellt worden sind, hat die Besatzung den Streik fortgesetzt. Das Schiff, das am Samstagnachmittag von Le Havre aus nach den Vereinigten Staaten hätte auslaufen sollen, konnte daher bisher seine Reise nicht antreten. Der Streik ist dadurch entstanden, daß man am Freitag zwei Gewerkschaftssekretären den Zutritt an Bord der in Le Havre liegenden Personendampfer „Jsle de France" und „Paris" verweigerte. Die Besatzungen dieser Schiffe traten darauf in den Streik, dem sich die Belegschaft der „Normandie" anschloß. Nach einer Erklärung des französischen Handelsministers hat man deshalb davon abgesehen, die Streikenden durch Matrosen der fran- zöslschen Kriegsmarine zu ersetzen, weil die Motorenanlage der „Normandie" von der der französischen Kriegsschiffe wesentlich abweicht. Außerdem habe man die Matrosen der Kriegsschiffe nicht für geeignet gehalten, den Dienst des zahlreichen männlichen und weiblichen Schiffspersonals zu übernehmen. Mit der „Normandie wollten u. a. der ehemalige englische Außenminister Eden nach den Vereinigten Staaten abreisen, ebenso der bekannte Filmschauspieler Garry Cooper mit seiner Frau, Douglas Fairbanks jr. und eine Reihe weiterer bekannter Persönlichkeiten. Die Fahrgäste der „Normandie" wurden in drei Sonderzügen nach Cherbourg gebracht, wo sie von dem englischen Postdampfer „A q u i t a n i a" übernommen wurden. Der nichtmarxistische Teil der französischen Presse gibt am Sonntag in heftigen Worten seinem Unwillen über diesen neuen Streik Ausdruck, der nur das Ansehen Frankreichs schmälern könne. Besonders amerikanische Reisende hätten sich über das neue Aufflammen eines Streiks nach dem Zusam- menbruch des Generalstreiks sehr überrascht gezeigt. Der Handelsmarineminister betont, dieser Streik habe keinerlei berufsmäßigen Charakter. Es habe sich gezeigt, daß die Agitation erst am Vortage der Ausreise der „Normandie" mit aller Stärke eingesetzt habe. Zweifellos hätten die berufsmäßigen Agitatoren diesen Zeitpunkt absichtlich gewählt, um die „Normandie" stillzulegen. Er hätte keine Vergeltungsmaßnahmen ergriffen, wenn er nicht die Gewißheit gehabt hätte, daß die Streik- betzer die Regierung zu treffen beabsichtigten. Die Wiederaufnahme der Arbeit werde von Forderungen abhängig gemacht, die er als unannehm» sahne des Infanterie-Regiments Nr. 99, in besten Reihen die Deutschen Südmährens kämpften, nach Znaim. 1918 war sie vor dem Zugriff der Tsche- ä)en nach Wien gebracht worden, heute kehrte sie heim. Eine Abordnung ehemaliger 99er bezog mit ihr die Ehrenwache auf dem Hauptplatz. Tausende zogen an ihr vorbei. Der größte Teil der Bevölkerung hatte sich schon in den Morgenstunden zu den Wahllokalen begeben, vor denen sich wahre Menschenschlangen stauten. Mittags waren bereits 90 oom Hundert der Stimmen abgegeben und dann setzte ein wahres Volksfest ein. Musik der Wehrmacht spielte auf und auf dem Hauptplatz der Stadt zeigte sich ein KdF.-Wagen den staunenden Neugierigen. Eilizelergebmffe sudelendeulscher Städte. Asch: Gültige Ja-Stimmen 15 849, gültige Nein- Stimmen 38, Gesamtzahl der gültigen Stimmen 15 887, ungültige Stimmen 35, Gesamtzahl der abgegebenen Stimmen 15 922; Wahlberechtigte laut Wählerliste 15 706, abgegebene Wahlscheine 376, Gesamtzahl der Stimmberechtigten 16 082. Gablonz: Gültige Ja-Stimmen 21477, gültige Nein-Stimmen 23, Gesamtzahl der gültigen Stimmen 21 500, ungültige Stimmen 15, Gesamtzahl der abgegebenen Stimmen 21515; Wahlberechtigte laut Wählerliste 21548, abgegebene Wahlscheine 278, Gesamtzahl der Stimmberechtigten 21826. Jägerndorf: Gültige Ja-Stimmen 16 099, gültige Nein-Stimmen 16, Gesamtzahl der gültigen Stimmen 16115, ungültige Stimmen 11, Gesamtzahl der abgegebenen Stimmen 16126; Wahlberechtigte laut Wählerliste 15 400, abgegebene Wahlscheine 970, Gesamtzahl der Stimmberechtigten 16 370. Karlsbad: Gültige Ja-Stimmen 15389, gül- .tige Nein-Stimmen 6, Gesamtzahl der gültigen Stimmen 15 395, ungültige Stimmen 19, Gesamtzahl der abgegebenen Stimmen 15 414; Wahlberechtigte laut Wählerliste 14 635, abgegebene Wahlscheine 1341, Gesamtzahl der Stimmberechtigten 15 976. Znaim: Gültige Ja-Stimmen 12 948, gültige Nein-Stimmen 11, Gesamtzahl der gültigen Stimmen 12 959, ungültige Stimmen 8, Gesamtzahl der abgegebenen Stimmen 12 967; Wahlberechtigte laut Wählerliste 12 064, abgegebene Wahlscheine 1085, Gesamtzahl der Stimmberechtigten 13 149. Mährisch-Schönberg: Gültige Ja-Stimmen 10 344, gültige Nein-Stimmen 22, Gesamtzahl der gültigen Stimmen 10 366, ungültige Stimmen 15, Gesamtzahl der abgegebenen Stimmen 10 381; Wahlberechtigte laut Wählerliste 10 146, abgegebene Wahlscheine 255, Gesamtzahl der Stimmberechtigten 10 401. Krumau: Gültige Ja-Stimmen 5187, gültige Nein-Stimmen 1. Gesamtzahl der gültigen Stimmen 5188, ungültige Stimmen 0, Gesamtzahl der abgegebenen Stimmen 5188; Wahlberechtigte laut Wählerliste 5207, abgegebene Wahlscheine 28, Gesamtzahl der Stimmberechtigten 5235. N e i Ä e n b e r g : Gültige Ja-Stimmen 25 515, gültige Nein-Stimmen 94, Gesamtzahl der gültigen Stimmen 25 609, ungültige Stimmen 39, Gesamtzahl der abgegebenen Stimmen 25 648, Wahlberechtigte laut Wählerliste 25 772, abgegebene Wahlscheine 1125, Gesamtzahl der Stimmberechtigten 26 897. Saaz: Gültige Ja-Stimmen 11 290, gültige Nein-Stimmen 18, Gesamtzahl der gültigen Stimmen 11 308, ungültige Stimmen 21, Gesamtzahl der abgegebenen Stimmen 11329; Wahlberechtigte laut Wählerliste 11 269, abgegebene Wahlscheine 69, Gesamtzahl der Stimmberechtigten 11 338. Tetschen: Gültige Ja-Stimmen 8 482, gültige Nein-Stimmen 2, Gesamtzahl der gültigen Stimmen 8 494, ungültige Stimmen 1, Gesamtzahl der abgegebenen Stimmen 8495; Wahlberechtigt laut Wählerliste 8747, abgegebene Wahlscheine 117, Gesamtzahl der Stimmberechtigten 8864. ' Warnsdorf: Gültige Ja-Stimmen 15025, gültige Nein-Stimmen 12, Gesamtzahl der gültigen Stimmen 15 037, ungültige Stimmen 15, Gesamtzahl der abgegebenen Stimmen 15 052; Wahlberechtigte laut Wählerliste 15 310, abgegebene Wahlscheine 121, Gesamtzahl der Stimmberechtigten 15 431. Eger: Gültige Ja-Stimmen 18595, gültige Neid- Stimmen 5, Gesamtzahl der gültigen Stimmen. 18 600, ungültige Stimmen 6, Gesamtzahl der ab-! gegebenen Stimmen 18 606; Wahlberechtigte laut Wählerliste 18176, abgegebene Wahlscheine 457, Gesamtzahl der Stimmberechtigten 18 633. Irautenau: Gültige Ja-Stimmen 9447, gültige Nein-Stnxmen 7, Gesamtzahl der gültigen Stimmen 9454, ungültige Stimmen 5, Gesamtzahl der abgegebenen Stimmen 9459; Wahlberechtigte laut Wählerliste 6210, abgegebene Wahlscheine 253, Gesamtzahl der Stimmberechtigten 9463. K o m o t a u : Gültige Ja-Stimmen 22 190, gültige Nein-Stimmen 34, Gesamtzahl der gültigen Stimmen 22 224, ungültige Stimmen 32, Gesamtzahl der abgegebenen Stimmen 22 256; Wahlberechtigte laut Wählerliste 21 900, abgegebene Wahlscheine 655, Gesamtzahl der Stimmberechtigten 22 555. Bodenbach: Gültige Ja-Stimmen 13756, gültige Nein-Stimmen 40, Gesamtzahl der gültigen Stimmen 13 796, ungültige Stimmen 2, Gesamtzahl der abgegebenen Stimmen 13 798; Wahlberechtigte laut Wählerliste 13 628, abgegebene Wahlscheine 442, Gesamtzahl der Stimmberechtigten 14 070. Leitmeritz: Gültige Ja-Stimmen 9568, gültige Nein-Stimmen 1*5, Gesamtzahl der gültigen Stimmen 9583, Ungültige Stimmen 23, Gesamtzahl der abgegebenen Stimmen 9606; Wahlberechtigte laut Wählerliste 9531, abgegebene Wahlscheine 208, Gesamtzahl der Stimmberechtigten 9739. Dux: Gültige Ja-Stimmen 5160, gültige Nein- Stimmen 12, Gesamtzahl der gültigen Stimmen 5172, ungültige Stimmen 6, Gesamtzahl der abgegebenen Stimmen 5178; Wahlberechtigte laut Wählerliste 5259, abgegebene Wahlscheine 30, Gesamtzahl der Stimmberechtigten 5289. Jüdische Großschieber in Rumänien. Millionenbeträge in einer Eisenwalze versteckt. Bukarest, 3. Dez. (DNB.) Vor einem Gericht in Bacau spielt sich gegenwärtig ein Prozeß ab, der einen bezeichnenden Einblick in die Stärke des jüdischen Einflusses in Rumänien gewährt. Die nationale Zeitung „Curentul" hatte den Mut, durch einen Sonderberichterstatter in die tiefen jüdischen Schieberkloaken hineinzuleuchten. Als dieser Jour- ‘ nalift nach seinen ersten Veröffentlichungen im Prozeß-Saal erschien, stürzte sich die Meute der jüdischen Anwälte in der stattlichen Zahl von 38 Mann (!) auf ihn und verprügelte ihn, so daß nur das Eingreifen des Staatsanwalts ihn retten konnte. Cs handelt sich bei den Angeklagten um Inhaber und Angestellte der Stoff-Fabrik Js- voranu. Die drei Brüder Jsvoranu hießen einmal Uscher. Ein gewisser Israel Heirovicyi, der beim Zollamt tätig war, steckte mit den Jsvoranu-Uscher unter einer Decke. Eines Tages gab die Firma eine E i s e n w a l z e zum Transport auf und die Walze kam den Zollbeamten verdächtig war. In ihrem Inneren kamen 9 Millionen Lei in rumänischen Banknoten, rund Vi Million in Devisen und 50 Kilogramm Gold in Münzen und Barren zum Vorschein. Bei der Gerichtsverhandlung treten die jüdischen Angeklagten mit großer Frechheit auf. Der einzige nichtjüdische Angeklagte ist ein früherer Hauptmann, der von den Juden vor wenigen Monaten als Renommiergoy angefteüt wurde und von dem Treiben der Judenblase keine Ahnung gehabt hat. In wenigen Jahren haben die Inhaber der Firma über 100 Millionen Le i Vermögen (!) anfammeln können, was nur durch ihr betrügerisches Gebaren erklärt -werden bann. Gesetzen des Verkehrs unterordnen. In diese nationalsozialistische Verkehrsgemeinschaft gehört der Jude nicht hinein! Deshalb mußte der zeuge von Juden: Die feige Mordtat des Juden Grünspan, die sich gegen das gesamte deutsche Volk richtete, läßt Juden als unzuverlässig und ungeeignet zum Halten und Führen von Kraftfahrzeugen erscheinen. Vorbehaltlich einer endgültigen Regelung wird daher folgendes angeordnet: 1. Aus allgemeinen sicherheitspolizeilichest Gründen und zum Schutze der Allgemeinheit untersage ich mit sofortiger Wirkung sämtlichen in Deutschland wohnenden Juden deutscher Staatsangehörigkeit das Führen von Kraftfahrzeugen aller Art und entziehe ihnen hiermit die Fahrerlaubnis. 2. Den in Deutschland wohnenden Juden deutscher Staatsangehörigkeit ist das Halten von Personenkraftwagen und Krafträdern (mit und ohne Beiwagen) verboten. Für Lastkraftfahrzeuge bleibt weitere Anordnung vorbehalten. 3. Die in Deutschland wohnenden Juden deutscher Staatsangehörigkeit haben die Führerscheine aller Klassen sowie die Kraftfahrzeugscheine für Personenkraftwagen und Krafträder unverzüglich, spätestens bis zum 31. Dezember 1938, bei den zuständigen Polizeirevieren oder behördlichen Zulassungsstellen ab zu liefern; die amtlichen Kennzeichen sind mit den Zulassungsscheinen zur Entstempelung vorzulegen. 4. Die zuständigen Polizei- und Verwaltungsbehörden haben das Erforderliche zu veranlassen. 5. Gegen Zuwiderhandlungen wird nach den bestehenden Strafvorschriften eingeschritten. Diese polizeiliche Anordnung tritt sofort mit ihrer Veröffentlichung durch die Tagespresse in Kraft. Eine weitere Mitteilung an die zuständigen Behörden auf amtlichem Wege ergeht nicht. Auch mit dieser Abwehrmaßnahme gegen jüdische Anmaßung hat der nationalsozialistische Staat dem gesunden Rechtsempfinden des deutschen Volkes Ausdruck gegeben. Der deutsche Mensch hat es schon lange als eine Provokation und als eine Gefährdung des öffentlichen Lebens empfunden, wenn Juden sich am Steuer eines Kraftwagens im deutschen Straßenbild bewegten, oder gar Nutznießer der von deutschen Arbeiterfäusten geschaffenen Straßen Adolf Hitlers waren. Auch dieser vom deutschen Volke bisher mit unerhörter Langmut ertragene Zustand hat jetzt sein Ende erreicht. Juden haben in Deutschland am Steuer eines Kraftwagens nichts mehr zu suchen! Stattdessen soll der schaffende deutsche Mensch mehr als bisher Gelegenheit haben, mit dem Kraftwagen, dem Werk' deutschen Geistes und deutscher Hände, die Schönheiten seiner Heimat kennen zu lernen und neue Kraft für seine Arbeit Zu schöpfen. Der nationalsozialistische Staat erstrebt weiter im Straßenverkehr eine G e - Allgemeines Krastsahrverbot für Luden? Weitere Abwehrmaßnahme des deutschen Volke«. Staat in Anlehnung an die anderen Abwehrmaßnahmen unter dem Eindruck der jüdischen Mordtat in Paris schon allein aus Gründen der allgemeinen Sicherheit diese seit langem notwendige Trennung vollziehen. Menbann in Berlin. Münz-, Linien- und Grenadierstrahe reine Judenstratzen. Berlin, 3. Dez. (DRB.) Der Polizeipräsident hat bestimmt, daß Straßen, Plätze, Anlagen und Gebäude, über Die der Judenbann verhängt wird, von allen Juden deutscher Staatsangehörigkeit und staatenlosen Juden nicht betreten oder befahren werden dürfen. Sind solche Juden bei Inkrafttreten dieser Verordnung noch innerhalb eines Bezirkes wohnhaft, über den der Jpdenbann verhängt ist, so benötigen sie einen Erlaubnisschein. Dom 1. Juli 1939 ab werden Erlaubnisscheine nicht mehr erteilt. Der Judenbann erstreckt sich in Berlin auf sämtliche Theater, Kinos, Kabaretts, öffentliche Konzert- und fßortragsräume, Museen, Rummelplätze, die Ausstellungshallen am Meffe- damm einschließlich Ausstellungsgelände und Funkturm, die D e u t s ch 1 a n d h a 11 e und den Sportpalast, das Reichssportfeld, sämtliche Sportplätze einschließlich der Eisbahnen; sämtliche Badeanstalten und Hallenbäder einschließlich Freibäder; die W i l h e I m ft r a fj e von der Leipziger Straße bis Unter den Linden einschließlich Wilhelmsplatz; die Voß st raße von der Hermann-Göring-Straße bis zur Wilhelmstraße; das Reichsehrenmal mit der nördlichen Gehbahn Unter den Linden von der Universität bis zum Zeughaus. Ausgenommen sind Einrichtungen und Veranstaltungen, die nach behördlicher Genehmigung für jüdischen Besuch freigegeben sind. Dieser Judenbann erstreckt sich nichtauf ausländische Juden. Wahrscheinlich wird der Ju- denbann in Kürze auf eine große Zahl Berliner Ströhen ausgedehnt werden. Es kommen hierfür vornehmlich die Hauptstraßen Berlins in Frage, da gerade in diesen Straßen das Judentum auch heute noch das Straßenbild mehr oder weniger beherrscht. Wahrscheinlich werden die im Zentrum und Norden Berlins gelegenen Straßenzüge, in denen schon seit Jahren das jüdische Element vorherrscht, so z. B. Münz-, Linien-, Grenadier st raße nicht zu den Judenbannbezirken gerechnet werden. Es empfiehlt sich daher für die Juden, jetzt schon eine andere Wohnung in einem der oben genannten Teile Berlins zu suchen und mit dort wohnenden deutschen Volksgenossen einen Wohnungstausch vorzunehmen. Die Juden haben weiter damit zu rechnen, daß sie auf rein jüdische Gaststät- ten beschränkt werden. Berlin, 3. Dez. (DNB.) Der Reichsführer ff | m e i n f d) a f t aller deutschen Menschen, und Chef der deutschen Polizei im Reichsministe- die sich freiwillig den Notwendigkeiten und den num des Innern Heinrich Himmler erläßt fol- — gertöe vorläufige polizeiliche Anordnung über die Entziehung der Führerscheine und Zulassungspapiere für Kraftfahr- MueseltsameCrschießungeninRumänien Wiederum ,6eim Fluchtversuch in Rächt und Rebel". Bukarest, 4. Dez. (DRV.) Heber die Erschießung von drei weiteren Mitgliedern der Eisernen Garde liegt jetzt ein Bericht des Regierungsblattes „Romani a“ vor, der offenbar auf amtlicher Quelle beruht. Danach handelt es sich nicht, wie ursprünglich verlautet, um die Attentäter auf den klaufen'burger Universitätsrektor, sondern um Personen, die angeblich Anfang November in Klaufenburg mehrere Terrorakte begangen haben. Die Vorbereitungen dazu seien aus einem Dorfe getroffen worden, in das die drei Attentäter zum Zwecke einer Gegenüberstellung mit dortigen Einwohnern transportiert werden sollten. Dies sei unter starker Gendarmeriebewachung geschehen. Wie das Blatt fortfährt, fei der Kraftwagen — entsprechend der Darstellung der Erschießung Eodreanus — mitten in der Rächt und bei starkem Rebel von einer Gruppe Terroristen mit $d)üf- fen angegriffen worden. Dabei hätten die Gefangenen aus dem Kampfgedränge Ruhen gezogen und feien vom Kraftwagen gesprungen, um zu entfliehen. Die Gendarmen hätten gemäß den erhaltenen Befehle aus die Fliehenden geschossen und sie aus der Stelle getötet. Die jüdische Zeitung „Le Moment" weiß außerdem noch zu berichten, daß einige unbekannte Mitglieder der Eisernen Garde verwundet worden seien. Anderen fei -es gelungen, zu entkommen. Die Toten, Verwundeten und Fesigenommenen seien nach Klau- fenburg zurücktransportiert worden. Beide Blätter behaupten außerdem, daß noch mehr Anschläge in anderen Städten geplant gewesen seien. Große Mengen Munition und revolutionäre Flugschriften seien gefunden worden. Das Echo im Ausland. Die Pariser „Rspublique" schreibt, bisher könne man nur sehr fragmentarisch die Reaktionen der Anhänger Codreanus im Anschluß an die .Unterdrückung' ihres Führers beurteilen, die vom gleichen Dunkel eingehüllt sei wie die Nacht, in der sie stattgefunden habe. An Hand der brennenden Synagogen und der hier und da explodierenden Bomben sei damit zu rechnen, daß das letzte Wort noch nicht gesprochen sei. Man brauche sich im übrigen nur daran zu erinnern, daß die Eiserne Garde der liberalen Regierungspartei bei den letzten Wahlen eine Niederlage beigebracht und sich einen großen Platz im Parlament gesichert habe. Die ganzeUni- versitäts fugend habe sich damals hinter (Sobreanu gestellt; die Bauernmassen teilten sich in die Eiserne Garde und die nationale Bauernpartei. Es sei kaum anzunehmen, daß sich die Mitglieder der Eisernen Garde ohne weiteres mit dieser Niederlage ihrer Bewegung abfinden werden, denn sie seien durch jenen von Codreanu gepredigten reinigenden Messianismus zu Fanatikern geworden und appellierten im Gegensatz zu anderen politischen Organisationen an die im rumänischen Volk tief verwurzelten religiösen Kräfte. Die royalistische „Action Franxaise" schreibt, ausgehend von der (Ermordung Codreanus, die Nachrichtenagenturen, in denen der jüdische Einfluß vorherrsche, hätten dieses grausige Ereignis im allgemeinen bagatellisiert, dessen gefährliche Folgen bald zu Tage treten werden. Die Stunde sei gekommen, in der das Problem des zerstreuten und nicht assimilierungsfähigen jüdischen Volkes überall aufgeworfen sei. Man müsse feststellen, daß die Mehrzahl der französischen Zeitungen und Zeitschriften einer so brüsten Aufwerfung der Juden frage schwach gegenüber stehe. Man kenne die prosemttische Reaktion in den Vereinigten Staaten und in England; weniger bekannt sei aber Ö i e Geburt eines lebhaften Antisemitismus in den Vereinigten Staaten, der durch massenhaft verteilte Flugblätter und Bilder zum Ausdruck komme. In Frankreich hätten die von dem Kabinett des sogenannten gut französischen Juden Leon Blum und seiner zynischen Unverschämtheit verursachten Desastres den seit der Dreyfuß-Affäre schlafenden Antisemitismus überall wieder aufgeweckt. Jeder Tag bringe dafür unbestreitbare Beweise. Das Blatt der Hungaristenbewegung „M a g y a r- s a g" schreibt, die Anhänger der Eisernen Garde seien Verschworene des neuen Rumäniens gewesen. Sie kämpften für ein neues und glücklicheres Rumänien. Die Zielsicherheit, mit der in stockdunkler Novembernacht Codreanu und 13 feiner Getreuen auf der Flucht erschossen wurden, müsse den Neid aller Meisterschützen erregen. Mit diesen Schüssen aber beginne d i e Tragödie Rumäniens, denn mit ihnen zugleich sei auch das herrschende Regime Rumäniens tödlich getroffen worden. Die Gefangenenwärter des gegenwärtigen rumänischen Regimes hätten über das Ziel hinausgeschossen. Im Selbstvertrauen auf die Bajonette habe man vergessen, daß auch ohne Freiheit der reine fanatische Glaube an eine Idee heute eine größere Kraft und größere Macht darstelle, als alle Bajonette. Codreanu hätte vielleicht den Gedanken Großrumäniens in die Zukunft hinüb erretten können. So aber werde Großrumänien an der 20. Jahreswende feiner Entstehung zu einem ewigen Traumbild. Das beherrschende Regime habe außer acht gelassen, daß moderne Diktaturen sich nicht auf bewaffnete Gewalt, Wahre Demokratie. ! Das Wochenende hat zwei Kundgebungen gebracht, die in geradezu lapidarer Handschrift die Einigkeit und Geschlossenheit des deutschen Volkes zu Volk, Führer und Reich und zur nationalsozialistischen Idee denkbar eindrucksvoll unterstrichen haben. Wie wir es nach dem jubelnden Empfang der deutschen Truppen, nach den Ausbrüchen unsagbarer Begeisterung und Dankbarkeit bei der Triumphfahrt des Führers und schließlich nach den Freudenkundgebungen im Wahlkampf nicht anders erwartet haben, hat sich das deutsche Volk im Sudetenland mit einer überwältigenden Einhelligkeit von insgesamt 98,90 v. H. zu seinem Befreier Adolf Hitler und zum Großdeutschen Reich bekannt. Damit hat das deutsche Volk im Sudetenland, wie es ber Führer in feiner großen Rede in Reichenberg gesagt hat, die Geburtsurkunde des Dritten Reiches selbst vollzogen. Und nichts konnte diesen Charakter des Dritten Reiches als eines Volksreiches besser Herausstellen als bas zweite Plebiszit dieses Wochenendes, ber Tag der nationalen Solidarität. Das Ergebnis dieses Tages, an dem wiederum alle führenden Persönlichkeiten der Bewegung und des Staates sich als Sammler in den Dienst des Winterhilfswerkes gestellt hatten, hat alle früheren Er« aeb niste, die wir für kaum noch steigerungsfähig hielten, weit übertroffen. Der Führer hatte bei der Eröffnung des diesjährigen Winterhilfswerkes die Erwartung ausgesprochen, daß das Ergebnis den großen einmaligen politischen Erfolgen dieses Jahres würdig sein möge. Und tatsächlich hat sich das Volk mit einer Begeisterung an diesem Tage ber nationalen Solidarität beteiligt, die einen materiellen Erfolg gebracht hat, der alles Frühere weit in den Schatten stellt. Niemand wollte sich an diesem Tage die Gelegenheit entgehen lassen, mit feiner Spende dem Manne ein klein wenig Dank abzutragen, der in einem Jahre die Heimführung der Ostmark und die Vereinigung des Sudetenlandes mit dem Reich durch seine geniale Staatskunst bewirkt hat. Und nicht zuletzt war diese alles bisher Dagewesene weit überragende Gebefreudigkeit von dem Wunsche beseelt, mit dem Ertrag den Brüdern und Schwestern zu helfen, die so lange unter entsetzlicher Not ihr Leben fristen mußten, bis die Tat des Führers sie in den starken Schutz des Reiches nahm. Daß das Volk in voller Freiwilligkeit mehr als 15 Millionen in wenigen Nachmittagsstunden zusammenbrachte, um dem Winterhilfswerk die großen und durch die Eingliederung der neuen Gaue wesentlich erweiterten Aufgaben durchführen zu helfen, stellt wohl die demokratischste Volksabstimmung dar, die die Welt je gesehen hat. Denn wo sonst hat sich ein Volk jemals aus freier Entschließung zu einer solchen Tat des Opferns zusammengefunden? Wo sonst hat sich ein Volk jemals in so imponierender Weise durch die Tat zu seiner Führung bekannt? Wo sind jemals die politischen Führer so unter ihr Volk getreten, wie mir es diesmal wieder in der Reichshauptstadt und überall sonst im ganzen Lande erlebt haben? Und gerade in den Arbeitervierteln Berlins, wo Göring und Goebbels mit ihren Sammelbüchfen unter den Masten erschienen, war die ^Begeisterung und der Jubel und der Sammeleifer grenzenlos, ein überwältigendes Zeugnis dessen, wie albern und niederträchtig die Lügen einer gewissen Auslandspresse find, die ihren Lesern immer noch von einer nationalsozialistischen Diktatur faseln. Nein, hier zeigte sich der wahre D o l k s ft a a t m o - derner Prägung, die Einheit von Volk und Führung, die solche beispiellose Taten des Opfers, wie fie der Tag der nationalen Solidarität gebracht t)at, allein möglich macht. Nur mit Hohn und Verachtung sieht das deutsche Volk auf das giftige Verlegenheitsgeschwätz einer gewissen Auslandspresse, die aus Feigheit vor den allmäch- tigen jüdischen Jnseratenkönigen es nicht wagt, der Wahrheit die Ehre zu geben. Var bezeichnen müsse. Man habe von der Regie- pung nicht Maßnahmen der Milde und Nachsicht gefordert, sondern von ihr eine Kapitulation verlangt. Die Staatsautorität könne aber nicht Gegenstand eines Kuhhandels werden, ohne dem Ansehen des Londes zu schaden. Er habe heute keine andere Wahl mehr als unerbittlich gegen jene vorzugehen, die durch ihre Hetze die Arbeiter zur Uebertretung des Gesetzes getrieben hätten. Aus aller Wett. Lin Lieferauto stürzt in den Rhein. Am Koblenzer Reinwerft ereignete sich ein nicht alltäglicher Unfall. Ein Lieferwagen einer Koblenzer Speditionsfirma war, damit beschäftigt, mehrere Güter auf der Verladebrücke aufzuladen, als durch ein vorbeifahrendes Schiff die Landungsbrücke ins Schaukeln geriet. Der beladene Wagen setzte sich dadurch plötzlich in Bewegung. Die mit dem Laden beschäftigten Arbeiter konnten im letzten Augenblick noch beiseite springen, um nicht überfahren zu werden. Ehe es verhindert werden konnte, rolle der Kraftwagen in die Fluten, wo er sofort versank. Mit der Hebung des aus dem Stromgrund liegenden Lieferautos wurde sofort begonnen. Nach längeren Bemühungen konnte es bis dicht an die Wasseroberfläche gehoben werden. 22 Kisten mit Rosinen wurden durch die Strömung fortgespült und müssen als verloren gelten, so daß der Schaden be- trächllich ist. Vorsicht mit Waschbenzin! Der Gebrauch von Waschbenzin im Haushalt forderte in Bernkastel an der Mosel zwei Opfer. Eine Frau reinigte mit ihrer Hausanaestellten in der Küche Kleider mit Waschbenzin, wahrend glelch- zeitig das Herdfeuer brannte. Plötzlich explodierten die leicht entzündbaren Benzindampfe, wodurch die Kleider der beiden Frauen in Brand gerieten. Obwohl sofort Hilfe zur Stelle war, erlitten beide schwere Brandverletzungen im Gesicht und am ganzen Körper. Durch die Wucht der Explosion wurden die Fensterscheiben der Küche zertrümmert und von den Glassplittern ein Straßenpassant am Hals verletzt. Wetterbericht Im Bereich eines Zwischenhochs setzte sich im -caufe des Sonntags Beruhigung und Aufheiterung durch, fo daß die Nacht zum Montag vielfach leichte Strahlungsfröste brachte. Inzwischen hat sich eine neue Störung durch Frankreich vorgestoßen und wird auch bei uns wieder unbeständige Witterung herbeiführen. Vorhersage für Dienstag: Nach verbreiteten Regenfällen wechselhaft mit einzelnen Niederschlägen, bei wechselhaften Winden aus Süd bis West milder. Vorhersage für Mittwoch: Wechselhaftes und unbeständiges Westwetter. Lufttemperaturen am 4. Dezember: mittags 6,4 Grad Celsius, abends 2,1 Grad; am 5. Dezember: morgens 0,8 Grad. Maximum 6,4 Grad, Minimum heute nacht —1,6 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 4. Dezember: abends 4,7 Grad; am 5. Dezember: morgens 2 Grad. — Sonnenscheindauer 0,8 Stunden. Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst' Blum- schein. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigenTeil:ErnstBlumfchein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. XI. 38: 10718. Druck und Verlag: Brühlsche-Umverfitätsdruckerei R Lange, K.-G.. sämtlich in Gießen Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vom 1. September 1937 gültig Bleichstratze 28. 054 3 7776Ä GILOIRIIAXIPAXILAXST Mäusburg 11 ■8R3Ä ob 80 Jtyf. tu Apotheken und Drogerien fürs Jterx 'erschiedenes bum mit Briefmarken. 787iX> Sehfliwnn Gerichtsvollz. in Gießen ObUdllUdUU Wiesenstr. 2, Tel. 3108 Seltersweg 66. Jticfttspielftaus PREMIERE Ein hervorragendes Filmwerk n. Motiven des gleichn. Romans in der „Berliner JUustr. d.Kameraden Schrift- 'unbe über 7836J Heute Dienstag Cafe Amend DCOGEPIE GLORlß Nur 2 Tage I 7875 A Es spielen die Berliner Philharmoniker Beiprogramm u.neusteTobls-Ton-Woche Täglich 4, 6. 8 30 Uhr Sonntags 3, 5.30 8.30 Uhr Bis Sonntag, den 11, Dezember einschl Dienstag, S.Dezember, 20.30 Uhr, im Cafv Leib, Lichtbilder- Heute Montag und Dienstag Vortra steller W. Familiendrucksacher Verlobungsanzelgen Vermfihlungsanzelgen Lil Dagover Peter Petersen A. Schoenhals öeschänsdrucksachen Rechnungen Briefblätter Briefumschläge Postkarten Oeschäftskarten bei Brühl. Schulstr. 7 Maria Koppenhöver, Hilde Körber, E. v. 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