Ur. 260 Erstes Statt 188. Jahrgang Samstag, 5./Sonntag, 6. November 1938 Lrlchemr tttgltd), außer Sonntags and Feiertags Beilagen: Dte Illustrierte ©tefcenei Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle Monalr-Vezugspreis-. Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr , /--25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Herirsprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten Anzeiger Stehen 'postscheiNonlo: Zronkfurt am Main 11686 Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vru» und Verlag: vrühlsche UniverfilSts-nickerei R. Lange in Stehen. Schriftleitnng und Scschäftrftelle: Schulftratze r Annahme von Anzeige« füi die Mittagsnummer bis8'/,llhr des Vormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rps.. für Text* anzeigen von 70 mm Breite 50Rpf.,Platzoorschrift nach vorh. Derembg. 25°/„ mehr. 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Eröffnet werden ferner am 12. November etwa 100 Kilometer der Autobahnstrecke Berlin — Rhein- Ian d — so daß dann nur noch das kurze Bindeglied zwischen Bielefeld und Hannover fehlt —, am 14. November weitere 250 und schließlich Mitte Dezember weitere 170 Kilometer. Damit ist der 3000. Kilometer erreicht. Als besonders bemerkenswert hob der Generalinspektor die Tatsache hervor, daß es trotz der ungeheuren Inanspruchnahme der Bauwirtschaft durch die Befestigungsarbeiten im Westen möglich gewesen ist, die großen, bereits begonnenen Autobahnarbeiten weiterzuführen und im Dezember, zum vorgesehenen Zeitpunkt also, mit dem 3 0 0 0. Kilometer große und wichtige Aernstrecken der Oeffentlich- keit zu übergeben. Diese Wetterführung der Arbeit an den Straßen Adolf Hitlers ist vor allem durch den verständnisvollen und tatkräftigen Einsatz unserer Autobahner ermöglicht worden, die den durch die anderen Arbeiten bedingten Ausfall an Arbeitskräften durch verdoppelten Einsatz wieder wettgemacht haben. Von dem großen Ring durch Deutschland, der von Berlin über Hannover, das Rheinland, Frankfurt a. M., Karlsruhe, München und Nürnberg zur Reichshauptstadt zurückführt, werden also am Ende des Jahres nur noch ganz wenige Teilstrecken, die 1939 eröffnet werden, nicht vollendet sein. Don der großen Fernverbindung Berlin — Breslau wird bis zum Jahresende nur noch die Strecke vom Berliner Ring bis in die Gegend von Cottbus fehlen. Wie der Generalinspektor weiter ausführte, wird die Erweiterung des Autobahnnetzes vor allem auch dem Kraftverkehr über Land neue wichtige Transportwege erschließen. Die hinzukommenden Autobahnstrecken werden der im Vergleich zur Ge- samtmotorisier»ng in den letzten Jahren etwas zurückgebliebenen Motorisierung des Güterverkehrs im Interesse der Volkswirtschaft einen wünschenswerten Auftrieb geben, stehen doch dann auch dem Güterfernverkehr mit nur unwesentlichen Unterbrechungen durchgehende Verbindun- gen beispielsweise von Stettin bis Salzburg, von Breslau bis Weimar und zwischen anderen wichtigen Verkehrsknotenpunkten des Reiches zur Verfügung. Der Einsatz des Lastautos wird üa- Auf der Reichsautobahnstrecke Schkeuditz — Berliner Ring, die am Samstag mit der Gesamtstrecke Berlin—München dem Verkehr freigegeben wird, wurde auch ein 14 Kilometer langes Stück als Rekord st recke ausgebaut. Dieser Abschnitt liegt zwischen der Anschlußstelle Dessau-Süd und Bitterfeld und besitzt in der Mitte keinen Rasenstreifen, vielmehr ist hier die Fahrbahn dunkel eingefärbt. Damit bei den künftigen Rekordfahrten unter den Brücken die sehr gefährliche Veränderung des Fahrwindes vermieden wird, weisen die Brücken über diese Rekordstrecke keine Mittelpfeiler auf, sondern bestehen aus einer geschweißten Stahlkonstruktion. Die Breite der Bahn beträgt 32 Meter. — (Scherl-M.) i „Roch immer mit dem Kops auf dem Tornister." Der Dvce spricht zu den italienischen Frontkämpfern. Rom, 4. Nov. (DNB.) Der 20. Jahrestag des italienischen Sieges über die Habsburger Monarchie wurde in ganz Italien mit militärischen Feiern begangen. In Rom, wo hunterttausend Frontkämpfer aus ganz Italien zusammengekommen waren, fand auf den Stufen des Siegesdenkwals beim Grabmal des Unbekannten Soldaten in Gegenwart des Königs und Kaisers und Mussolinis eine feierliche Feldmesse statt. Sämtliche Truppen der römischen Garnison und Fahnenabordnungen aus ganz Italien waren mit über 8000 Fahnen angetreten. Nach der Rückkehr des Herrscherpaares in den Quirinal marschierten die Fahnenabordnungen vor dem Palazzo Venezia auf. Hier kam es zu stürmischen Ovationen für den Duce, der schließlich folgende Worte an die Menschenmenge richtete: Frontkameraden! Aus den 98 Provinzen Italiens seid ihr nach Rom gekommen, um den 2 0. Jahrestag des Sieges zu feiern, den die italienische Wehrmacht zu Lande, zu Wasser und in der Luft im November 1918 daoongetragen und damit das Ende des Weltkrieges gebracht hat. 20 Schlachten, 40 Monate heldenmütiger und schwerster Kraftproben! Sie waren notwendig, um ein Kaiserreich Zu zerschlagen, das der säkulare Feind Italiens gewesen war, und um unsere Fahnen an die heiligen und natürlichen Grenzen des Vaterlandes zu tragen. Blut von 700 000 in den Schlachten gefallenen Kameraden, deren unsterblicher Geist in dieser Stunde über uns schwebt, ist also nicht u m s o n st geflossen. Ihr habt den Krieg Tag für Tag erlebt und tragt die Erinnerung daran auf eurem vernarbtem ßeib, aber mehr noch in euren Herzen. Dieser Stolz ist berechtigt; denn ihr habt nicht gegen feige Völker gekämpft, sondern gegen glänzend organisierte Heere. Unsere Gegner von gestern haben wiederholt feierlich den Mut des italienischen Soldaten bezeugt. Nach 20 Jahren hat der Sieg Italiens , d u r ch den Sieg des Faschismus eine neue feierliche Bekräftigung erfahren, der sich mit dem wahren Frieden nach dem Grundsatz der Gerechtigkeit für alle deckt. Das Blau des Himmels am politischen Horizont Europas scheint sich ausdehnen zu wollen. Die verantwortlichen Männer arbeiten für dieses Ziel. Es wäre aber unvorsichtig und wenig faschistisch, sich einem übertriebenen und verfrühten Optimismus hinzugeben. Es gibt Leute, die sich durch die gradlinige, wahrhaft friedliche europäische und humane Politik der Achse besonders betroffen fühlen und nun von einer gewagten und unmöglichen Revanche träumen. Wir müssen also immer noch mit dem Kopf auf dem Tornister schlafen, wie wir das im Schützengraben taten. Frontkameraden! Wenn ihr nach der Siegesfeier von Rom wieder zurückkehrt zu euren Familien, so seid darauf bedacht, diesen Geist auf eure Söhne zu übertragen, die das unschätzbare Glück haben, im Klima des Faschismus und des Imperiums zu leben, damit sie glauben an den unbesiegbaren Geist des Faschismus und an den Sieg der Ehre, des Mutes und der absoluten Hingabe an das Vaterland. — Der Duce, der seine Ansprache mit dem von der Menge stürmisch aufgenommenen „Gruß dem König" schloß, mußte sich noch wiederholt auf dem Balkon zeigen. Rekordstrecke aus der Vertin-Leipziger Autobahn Berlin, 5. Nov. (DNB.) Gelegentlich einer Besichtigungsfahrt über die vom Berliner Ring nach Schkeuditz führende Autobahnstrecke machte der Generalinspektor für das deutsche Straßenwesen Dr. Todt der Presse be-' merkenswerte Ausführungen über die grundsätzliche Bedeutung dieser bevorstehenden Erweiterung des Autobahnnetzes. Wie Dr. Todt zunächst mitteilte, werden heute folgende Teil st recken mit einer Gesamtlänge von 222 Kilometer eröffnet: Die 116 Kilometer lange Strecke vom Leipziger mit lohnender, und es verringern sich zu gleicher Zeit die durch Ueberlastung hervorgerufenen Transportschwierigkeiten. Zum Abschluß wies Generalinspektor Dr. Todt auf die besondere wirtschaftliche Bedeutung der Strecke Berlin — Leipzig hin. Umfangreiche Verkehrszählungen im letzten Jahre haben, wie er betonte, gezeigt, daß die aus dem Halle-Leipziger Wirtschaftsgebiet nach Berlin führende Reichsstraße 96 von allen Anfahrtsftraßen zur Reichshauptstadt am stärksten benutzt worden ist. Deshalb werde gerade diese neue Autobahnstrecke fühlbare Erleichterungen auch im Güterverkehr mit sich bringen. Erste großdeutsche Fremdenverkehrs- taqung. Graz, 4. Nov. (DNB.) Der Leiter des deutschen Fremdenverkehrswesens, Staatsminister a.D.- Elfer, hatte den Reichsausschuß für Fremdenverkehr, den Großen Werbeausschuß des Reichsfremdenverkehrsverbandes und die Leiter und Geschäftsführer der Landesverkehrsoerbände zur ersten großdeutschen Fremdenverkehrstagung nach Graz berufen. Die Werbung muß vor allem der Friedenspolitik des Führers dienen und damit den Austauschreise- verkehrvon Volk zu Volk besonders fördern. Großdeutschland darf auf Grund seiner landschaftlichen Schönheiten, seiner Heilschätze der Natur, seiner einzigdastehenden Kulturwerte und seiner überragenden technischen Leistungen mit einem stets steigenden Fremdenverkehr rechnen. Nach wie vor fei die wirtschaftlich beste Aufteilung der Ferienordnung und die Verteilung der Freizeit auf das ganze Jahr anzustreben, damit die Verkehrsmittel das ganze Jahr Über voll ausgenützt werden und das Gaststätten- und Beherbergungsgewerbe mit verlängerter Saison rechnen könne. Die gutgemeinte Aufbaufreudigkeit müsse sich den Bedürfnissen anpassen. Darum kein Hotelneubau, solange die bestehenden Hotels nicht voll besetzt sind, darum keine Mehrung der Unterkünfte, solange die vorhandenen ausreichen. Die Privatzimmeroermietung werde in Bälde geregelt werden. Die Werbeschriften müßten zu einem großen Teil eine gründliche U m - und Neubearbeitung erfahren. „Großdeutschland ist dank der Staatsführung Adolf Hitlers", so schloß Präsident Esser, „in Wahrheit e i n Land des Friedens und der Freude geworden." So kann die Werbeparole für 1939 nur lauten: „Reist nach Deutschland, dem Land des Friedens und der Freude!" MW Oer Zrie-ensfpruch. Im Wiener Belvedere, dem Sommerschloß des Prinzen Eugen, haben die Außenminister Deutschlands und Italiens den Schiedsspruch gefällt, bet als Schlußstein der Münchener Vereinbarungen dein mitteleuropäischen Raum jene gesicherte Friedensordnung geben wird, für die auch Prinz Eugen vor 200 Jahren schon als Feldmarschall des Reiches und Ratgeber deutscher Kaiser gekämpft hat. Wenn damals Eugen Franzosen und Türken abwechselnd ober gemeinsam zu Feinden hatte, so hat der Wiener Schiedsspruch eindeutig bemonjtriert, daß Mitteleuropa heute mächtig genug ist, seine Angelegenheiten unter sich zu regeln. Nur weil nach dem Willen aller Beteiligten fremde Einflüsse ausgeschaltet blieben, konnte so rasch ein Schiedsspruch ergehen, l der, gemessen an der Schwierigkeit der zu lösenden Probleme auch von den beiden betroffenen Ländern als gerecht und billig empfunden wird. In München war das Recht des Volkstums, in dessen Zeichen das nationalsozialistische Reich Adolf Hitlers seinen friedlichen Kampf für die Rückgliederung der deutschen Ostmark und des Sudetenlandes geführt hatte, zum Leitsatz auch für die Erfüllung der territorialen Ansprüche aufgestellt worden, die Polen und Ungarn an die Tschecho-Slowakei zu richten hatten. Während Polen in direkten Verhandlungen mit Prag eine Befriedigung seiner Wünsche hatte durchsetzen können, war es zwischen Ungarn und den tschechoslowakischen Unterhändlern nicht zu einer Einigung gekommen. Wenn auch Ungarn von seinem Verlangen nach Wiederherstellung der alten „historischen Grenze" des Reiches König Stephans I. angesichts des deutlichen Hinweises aus Berlin und Rom, daß bei der Grenzziehung nur ethnographische Gesichtspunkte maßgebend sein könnten, Abstand nahm und damit auch auf die in Warschau wie in Budapest gleichermaßen sehnlich gewünschte Herstellung einer gemeinsames Grenze mit Polen verzichtete — der Besuch des polnischen Äußenminifters Beck in Galatz hatte beide Mächte davon überzeugen müssen, daß Rumänien ein entschiedener Gegner dieses Planes war — so blieben doch die tschecho-slowakischen Angebote immer noch weit hinter den ungarischen Forderungen zurück, da man in Prag und Preßburg glaubte, daß sich die Verkehrs- und wirtschaftspolitischen Interessen des Landes mit den von Ungarn geforderten Gebietsabtretungen nicht in Einklang' bringen ließen. Zudem legten beide Verhandlungspartner der Beurteilung des ethnographischen Gesichtspunkts zwei ganz verschiedene Volkszählungen Zugrunde, sodaß sich schon daraus weit auseinandergehende Auflassungen ergeben mußten, da die von den Slowaken ins Feld geführte Zählung von 1930 natürlich die Ergebnisse der Zuwanderung und Entnationalisierung mährend der letzten beiden Jahrzehnte voll berücksichtigt, während die von den Ungarn als Maßstab geforderte Zählung von 1910 ein Bild des Standes der Nationalitätenfrage in den strittigen Gebieten vor ihrer Abtrennung von Ungarn gibt. In diesem Punkte vermochte man nicht,zueinander zu kommen, und da eine Volksabstimmung in Preßburg nicht für opportun gehalten wurde, wandten beide Länder sich mit der Bitte um einen Schiedsspruch an diejenigen Großmächte, die von den Unterzeichnern des Münchener Abkommens art einer schnellen, friedlichen und bauerversprechenden Regelung aller noch strittigen Fragen im mitteleuropäischen Raum direkt interessiert sind: Deutschland und Italien. Beide haben den Auftrag angenommen, nachdem sowohl Ungarn wie die Tschecho-Slowakei versichert hatten, daß sie den Schiedsspruch, wie er auch ausfallen würde, von vornherein als bindend betrachten und unverzüglich burchfübren würden. Den Schiedsspruch, den Reichsaußenminister von Ribbentrop und der italienische Außenminister Graf Ciano nach Anhören'der beiden Parteien gefällt haben, konnte sich nur streng an ethnoara- phische Grundsätze halten. Soweit die strittigen Gebiete dem Volkstum nach stark gemischt sind, mußte ein billiger Ausgleich gesucht werden und dafür gesorgt werden, daß den zu beiden Seiten der neuen Grenzen verbleibenden beträchtlichen Minderheiten ein ausreichender Schutz ihres Volkstums gewährleistet wird. Auf dieser Grundlage wurden durch den Schiedsspruch den Ungarn alle jene Gebiete zugesprochen, deren Bevölkerung unzweifelhaft eine ungarische- Mehrheit aufweist. A b g e l e h n t wurde jedoch die ungarische Forderung auf Preßburg mit der oberen Ecke der Großen Schütt-Jnlel, ba hier bie Ungarn gegenüber Deutschen und Slowaken erheblich in der Minderheit sind. Preßburg mit feinen 124 000 Einwohnern die wichtigste Jnbustrie- unb Handelsstadt der Slowakei, bleibt also slowakische Hauptstadt und nunmehr einziger Donouhafen der neuen Tschecho-Slowakei. Aboelehnt wurde auch der ungarische Anlvruch auf Neutra, einem Städtchen von 21 000 meist slowakischen Einwohnern am Fuß ertragreicher Weinberge, und schließlich bleibt auch entgegen den ungarischen Wünschen der an Rumänien stoßende Grembezirk von Sev- l j u s bei der Karpatbo-Ukraine Den weitaus größten Teil seiner Ansprüche hat Ungarn jedoch durchsetzen können, weil sie sich ethnoaranhifch wohl begründen ließen und dem Wiener Schiedsfvruch die Dor- kriegsvolkszählung gls gerechter Maßstab zugrundegelegt wurde. So wurde Ungarn ein Grenzstreifen von 45 bis 50 Kilometer Tiefe zuoefprochen, der, abgesehen von den obengenannten, alle größeren Städte einschließt, auf deren Rückgliederung Ungarn besonderen Wert legte. Insgesamt sind es 12 400 Ouadratkilometer mit 1 064 000 Einwohnern, fo daß das Königreich Ungarn nach der Wiedervereinigung dieser Gebiete des Oberlandes 105 500 Quadratkilometer mit mehr als 10 Millionen Einwohnern umfassen wird. Mit K o m o r n erhärt Ungarn einen bedeutenden Donauhafen, die Stadt, die 20 000 Einwohner zählt, beherbergt auch bedeut ■=tSI Heule Beginn der Besetzung des ungarischen Oberlandes durchzu- 31 lung die B Englischer Ministerbesuch in Paris dem spanischen Räu- »ertreter ;en 123 Oie Nachfolge Beneschs. BorZusammentrittdertschecho-slowakischen Nationalversammlung. legung der Grenzen nunmehr mit der Aufbauarbeit und der inneren Neuordnung zu beginnen. Der Vorsitzende htr karpatho-ukrainischen Regie- Budapest ehrt den Führer. Budapest, 4. Nov. (Europapreß.) Der Magistrat der Hauptstadt Budapest hat in einer Festsitzung den Vorschlag, den Rotundenplatz in Adolf- Hitler-Platz umzubenennen, einstimmig angenommen. Gleichzeitig wurde beschlossen, sowohl auf dem Adolf-Hitler-Platz wie auf dem Mussolini- Platz eine Gedenktafel anzubringen, die die Erinnerung an den Tag des Wiener Schiedsspruchs sowie den Dank Ungarns an das deutsche und das italienische Volk verkünden soll. Das Regierungs- I organ „Esti Ujsag" schreibt, die ungarische Nation wolle durch diesen feierlichen Akt chre Dankbarkeit an den großen Führer des Deutschen Reiches ausdrücken, der mit seinem dynamischen Schwung eine neue Strömung in die versumpften europäischen Gewässer gebracht und mit dieser Strömung auch das Oberland an das Mutterland Ungarn zurückgeführt habe. Hust neue Landeshauptstadt der Karpatho-Ukraine. Euer Einsatz sott leuchtendes Vorbild sein! Aufruf zur Reichsstraßensammlung am 5. und 6. November. B e r 11 n , 4. Nov. (DRV.) Der Stabschef der SA., der Reichsführer ff, der Korpsführer des NSKK. und der Korpsführer des NSFK. fordern mit folgendem Aufruf zur Reichsslrahenfammlung am 5. und 6. November auf: Am 5. und 6.November 1938 sammeln führende Manner der SA. und ff, des N SSk. und des N SFk. für das erste Winter- Hilfswerk des Großdeutschen Reiches. Zehn Millionen Deutsche sind durch die Heimkehr der Ostmark und des Sudetenlandes ein Teil unserer Volksgemeinschaft geworden, wie die Sturmabteilungen und Staffeln In den vergangenen Jahren ln vorderster Front standen, wenn es galt, für Führer und Volk zu kämpfen, so sehen sie sich auch in diesem Winterhilfswerk wieder ein, um dem vom Führer geschaffenen Grohdeutschen Reich zu dienen. Die größere Volksgemeinschaft erfordert größere Opfer, Euer Einsatz, Kameraden, soll ein leuchtendes Vorbild sein. Der Stabschef der SA.: Luhe. Der Reichssührer ff: h. Himmler. Der Korpsführer des NSKK.: Hühnlein. Der Korpsführer des NSFL.: F. Christiansen. Oie Langemarck-Ieier. Taufe in Karinhall. Berlin, 4. Nov. (DNB.) Edda Göring wurde heute im Derwandtenkreis der Familie Gä- ring in Karinhall durch den Reichsbischof Müller getauft. Die Eltern hatten die große Freude, als Taufpaten den Führer und Reichskanzler bei sich zu sehen. Durch den deutsch-italienischen Schiedsspruch wurde dieses Gebiet Ungarn zugesprochen. (Weltbild. — Scherl-M.) behörden die Evakuierung der zu räumenden Städte und Gebiete N-*"- ühren. Ferner standen auf der Tagesordnung großen Jnvestitionsarbeiten, vor allem die Auto- Die -IS Iahresfeier des S.November Das Programm der Münchener Feierstunden. stimmt, daß im Sudeten g au eine SA.-Gruppe unter der Bezeichnung SA.-Gruppe Sudeten aufge= v. Vl , stellt wird. In den übrigen sudetendeutschen > lichen Studentensuhrungen Am Mittwoch, 9. November, wiederholt sich der Marsch des 9. November. Um 10.30 Uhr findet die Aufstellung des Zuges am Bürgerbräukeller statt. Um 12.10 Uhr beginnt der Marsch des Zuges durch die Straßen des 8./9. November 1923. Um 12.50 Uhr trifft der Zug an der Feldherrnhalle ein. 16 Salutschüsse künden an, daß vor 15 Jahren 16 Männer ihr Leben für Deutschland geopfert haben. Dann beginnt der Marsch von der Feldherrnhalle zur Ewigen Wache. Um 13.10 Uhr findet hier der Appell vor den Toten der Bewegung statt. Dazu sind auf dem Königlichen Platz angetreten: Marschblöcke der SA., des NSKK., der Politischen Leiter, des Reichsarbeitsdienstes und der Hitler-Jugend, die Rekruten der ff, die ff-Leibstandarte Adolf Hitler, ff-Standarte „Deutschland" und ff-Standarte „Germania", Abteilungen des weiblichen Arbeitsdienstes, Formationen des BDM Der Zug des 9. November trifft ein. Die alten Kämpfer nehmen vor der Ewigen Wache Aufitellung. Adolf Hitler steht bei den Helden der Bewegung. Der Sprecher der Partei, Adolf Wagner, rüst zum Appell. Die Wacht- parade zieht auf. Der Appell wird beendet. SA -Gruppe Sudeten. Berlin, 4. Nov. (DNB.) Der Führer hat be- Tischnow und Deutsch-Brod, durch das eine kürzere, nur über tschechisches Gebiet führende Schnell- ugsverbindung zwischen Prag und x r ü n n erreicht werden soll. den Deutschen von den nationalen Landesregierun-1 gen Zusicherungen gemacht worden, die ihrem Volkstum und ihrer Kultur mehr Achtung versprechen, als ihnen bisher in der zentralisfisch regierten Tschecho-Slowakei züteil geworden ist. So wird hier überall in der Slowakei, der Karpatho- Ukraine wie' in dem wieder in das Reich der Stephanskrone zurückkehrenden Oberungarn gegen-! seifige Rücksichtnahme und ein gerechter Ausgleich her Volkstumsinteresien notwendig fern, um ein friedliches Zusammenleben der verschiedenen und doch auf einander angewiesenen Völker zu gewährleisten. Der Wiener Schiedsspruch hat dafür die Voraussetzungen geschaffen. Das Echo, das er in Budapest wie in Prag und Preßburg gefunden hat, läßt hoffen, daß die an seiner Durchführung beteiligten Regierungen alles daransetzen werden, um im Geist des Friedenswerkes von München und Wien, in gut nachbarlicher Zusammenarbeit alte Feindschaft zu begraben und das Ihrige zu tun, damit aus diesem viel gequälten und hin- und her- gerissenen Stück Mitteleuropas ein Bollwerk des Friedens und der neuen Ordnung wird. Dr. Fr. W. Lange. Prag, 4. Nov. (Europapreß.) Tschechische Blätter melden, daß die Nationalversammlung der Republik voraussichtlich 3 u m 1 0. November einberufen werve. In Der ersten Sitzung solle die Wahl des neuen Staatspräsiden- t e n erfolgen. Die endgültige Entscheidung über diese Frage werde jedoch erst am Samstag fallen. An diesem Tage findet eine Sitzung der Vertreter der Koalitionsparteien unter dem Vorsitz des Ministerpräsidenten General S i r 0 0 y statt. In ihr soll vor allem die Präsidentschaftskandidaten frage entschieden werden, da die Regierung weiterhin den Standpunkt vertritt, daß es notwendig fei, die Wahl des neuen Staatsoberhauptes einstimmig vorzunehmen. Wie das DNB. von unterrichteter Seite erfährt, hat 8er TI inift errat, der am Freitag in Prag I unter Teilnahme des karpathomkrainifchen Ttinifter» Präsidenten Woloschin und einiger slowakischer Minister stattfand, die vollständig einmütige Auffassung der Regierungen der drei Länder festgestellt. Die föderierten Länder werden alle ihre Kräfte daransetzen, um nach der Fest- Deutschland gegenüber verfolgt worden sei, einer radikalen Revision unterzogen worden, wenn nicht überhaupt beendet worden. Man frage sich nun, welches die Rolle Frankreichs in Europa sein werde, und auf welchem Wege die Zusammenarbeit mit England gefördert werde. Die französische Presse erwartet, daß die K 0 l 0 n i a I f r-a g e im Verlaufe der Besprechungen einen bevorzugten Platz einnehmen werde. „Jour" spricht von einer Freundschafts - und Geschäftsreise der englischen Staatsmänner. Alle Probleme, die sich aus den französisch-italienischen, den französisch-spanischen und den französisch-deutschen Beziehungen ergeben, mußten xn vollem Einvernehmen zwischen Frankreich und England gelöst werden. Auch das tschecho-slowakifche Problem müsse liquidiert werden. „Journal" glaubt, daß neben den bereits vorerwähnten Problemen auch die arabische Frage aufgeworfen werde, die sowohl England als auch Frankreich vor äußerst schwierige Probleme stelle. Schließlich habe auch die von Japan aufgeworfene asiatische Monroedoktrin neue Probleme geschaffen. Excelsior" fragt, ob man in Paris auch von den deutschen Kolonialansprüchen sprechen werde. Es sei nicht ausgeschlossen, daß England die Franzosen ersuchen werde, gewisse gebietsmäßige Uzh 0 r 0 d , 4. Nov. (Europapreß.) Die Räumung von U z h 0 r 0 d (Ungvar), der bisherigen Hauptstadt der Karpatho-Ukraine, hat bereits in vollem Umfange eingesetzt. Es wurde ein besonderer Räumunqsausschuß gebildet, der die Verlegung der Landes- und Zentralregierungsbehörden nach Hust beschloß. Eine Reihe anderer zentraler Landesbehörden werden ihren Sitz in kleineren Städten der Rest-Karpatho-Ukraine nehmen. Die Stadt Hust soll vorläufig zur Landeshauptstadt der Karpatho-Ukraine erklärt werden. , Ungarns Dank. Der Reichsverweser an den Führer. Berlin, 4. Nov. (DNB.) S. D. der Reichsoerweser des Königreiches Ungarn, Admiral von Horthy, hat an den Führer nachstehendes Telegramm gerichtet: „Für die Bereitwilligkeit des Deutschen Reiches mit Italien das ungarisch-tschechoslowakische Grenzproblem im Geiste der Münchener Vereinbarung zu bereinigen, , danke ich Euerer Exzellenz nach dem erfolgten Schiedsspruch auf das herzlichste. Ich hoffe, daß die schiedsgerichtliche Entscheidung der Achsenmächte als Unterpfand einer besseren Zukunft in diesem Teile 1 Europas dienen wird." Der ungarische Außenminister von Kanya richtete an Reichsaußenminisfir von Ribbentrop folgendes Telegramm: Bei der Ueberschrei- tung der gemeinsamen Grenze ist es mir ein aufrichtiges Bedürfnis, für Die hervorragende Mitwirkung am Schiedsspruch der Achsenmächte Ew. Exzellenz meinen innigsten Dank noch einmal zum Ausdruck zu bringen. In der Ueberzeugung, oaß die mit Italien in Wien getroffene Entscheidung als Grundlage Der weiteren Befriedung in Mitteleuropa dienen wird, bitte ich Ew. Exzellenz, den Ausdruck meiner ausgezeichnetsten Hochachtung entgegennehmen zu wollen. finde Maschinen- und Eisenindustrie. Auch Neuhäusel, ebensogroß wie Komorn, ist eine wichtige Industriestadt. Weiter nach Osten folgen dicht an der neuen Grenze entlang die kleineren Städte Le- wentz, Dann ßucenec mit bedeutendem Wem- und Tabakhandel, Groß-Steffelsdorf und Rosenau. Dann kommt Kaschau, mit 70000 Einwohnern die größte Stadt Des an Ungarn zu- rücffaUenDen Gebietes, Der Sitz einer vielseitigen JnDustrie, wichtiger Eisenbahnknotenpunkt und be- DeutenDes Kulturzentrum mit HandelsakaDemie unD Museen. Der berühmte gotische Dom legt noch heute Davon Zeugnis ab, Daß es einst deutscher Bürgerfleiß gewesen ist, der im Mittelalter Den Gruyd zu Kaschaus Blüte gelegt hat. In der Gruft Des Ka- schauer Domes ruhen Die Gebeine Des Fürsten Franz Rakvczi II., Der Anfang Des 18. JahrhunDerts in langen Kämpfen für Die Befreiung Ungarns oon Der Herrschaft Der Habsburger gestritten hat. Auch Die weiter östlich gelegenen Städte Ungvar, unter der Bezeichnung Uzhvrod bisher Hauptstadt Der Karpatho-Ukraine mit 27 000 Einwohnern, unD Munkacz mit 26 000 Einwohnern, Darunter vielen Juden, haben für Ungarn historische Bedeutung. Hier hat einst ArpaD, Der erste Großfürst Der Madjaren Ende Des 9. Jahrhunderts zuerst ungarischen Boden betreten, gls er sein Volk aus Südrußland m die Donauebene führte. Hier hielten sich auch Die Reste Der freien Ungarn während der Türkenherrschaft und hier waren auch Die Bastionen Der vielen AufstänDe gegen Habsburg. Sv erinnern geraDe Die e StäDte mit jeDem Stein Die Ungarn an Geschehnisse einer tausenDjährigen ruhmvollen Geschichte, ihre WieDergewinnung war Deshalb für Ungarn eine Berlin, 4.Nov. (DNB.) Als vom Führer bestimmter Träger des Vermächtnisses der Helden von Langemarck veranstaltet der NSD.-Sind en - t c n b u n b am 11. November in allen Hoch- und Fachschulorten G e d e n k f e i e r n , die von den Öd« l lichen Studentenführungen in enger Fühlungnahme Herzenssache. r , , Aber auch wirtschaftlich gefefjen sind durch den Wiener Schiedsspruch wertvolle Gebiete an Ungarn zurückgefallen. Die Große Schütt-Insel Mi- fchen zwei Donauarmen, Der Landstrich zwischen Den Flüssen Donau und Waag und Das anschließende Gebiet um Neuhäusel fit fruchtbare (Ebene Die Den Getreide- und Zuckerrübenanbau begünstigt. Auch Tabakpflanzungen finden sich hier, wie auch Mich von ßucenec, ferner längs Der karpctthq- ukrainischen Grenze. Flachs und Hanf werDen südwestlich von Rosenau angebaut, Gemüse bei Kaschau, Obst unD Wein bei Ungvar unD Munkacz. Auch wertvolle BvDenschätze finden sich besonders bei Rosenau und Kaschau, neben Eisen auch Mangan, Zink, Gold, Antimon, Silber, Nickel. Wichtiger noch sind Die großen Waldungen, Die die ungarische Holz- und Papierindustrie von der Einfuhr aus Rumänien unabhängig machen Dürften. Auf eine besondere Schwierigkeit, die sich aus der Grenzziehung für Die Tschecho-Slowakei auf verkehrstechnischem Gebiet ergibt, hat schon Der Wiener Schiedsspruch Dingeroiefen, indem er Der ungarischen Regierung die Auflage machte, in direktem Einvernehmen mit Prag verkehrstechnische Nachteile aus Der Grenzziehung zu beseitigen. Tatsächlich fällt sowohl Der größte Teil der Eisenbahn- strecke Preßburg—Neuhäusel—Budapest an Ungarn zurück, wie Die einzige WesfiOstverbjndung zwischen der Slowakei und Der Karpatho-Ukraine auf Der Linie Kaschau—Sevljus Mit Den Anschlußstrecken nach Ungvar unD Munkacz, alles in allem fast 500 Kilometer. Hier roirD es also weitgehender Zusammenarbeit bedürfen, um Nachteile für Die be- troffene Bevölkerung zu vermeiden. Daß eine solche 3u ammenarbeit Durchaus möglich ist, hat Die schnelle Behebung ähnlicher Schmierigkeiten bei Uebergabe Des Sudetenlandes durch Vereinbarungen Der deutschen und tschechischen Verkehrsinstitute bewiesen. Auch der Schutz der Diesseits und jenseits der neuen Grenzen noch verbleibenden völkischen Minderheiten namentlich in kultureller und roirt» schriftlicher Hinsicht bedarf ja einer solchen verständnisvollen Zusammenarbeit. . Daran ist auch Deutschland in hohem Maße mter» effiert, Denn in Dem Gebiet, über dessen Schicksal soeben in Wien entschieden rourbe, liegen auch deutsche Volkstumsinseln, Die freilich überwiegend im tschecho-slowakischen Staatsverbande verbleiben werden, nur ein Teil Der Zips wird wieder an Ungarn zurückfallen, wie auch die deutschen Siedlungen auf Der Großen Schutt-Insel m Der Donauebene unD solche bei Munkacz in Der Karpatho-Ukraine. Auch in den wieder ungarisch werdeickien größeren Städten wohnen Deutsche als Reste einer einst starken, tulturtragenDen deutschen Bürgerschicht, die Ende Des vorigen Jahrhunderts mehr und mehr Der Madjarisierung verfiel. Auch in Preßburg ist unter tschechisch-slowakischer Herrschaft das Deutschtum stark zurückgegangen. Während 1880 von 48 000, Einwohnern noch 30 000 Deutsche waren, zählte man 1930 von 124 000 Einwohnern nur noch 35 000 Deutsche. Starke deutsche Volkstumsinseln befinden sich heute noch bei Krem-1 nitz, in der oberen Zips am Fuß Der Hohen Tatra und in Der unteren Zips zwischen Rosenau und Kaschau. Es waren vielfach Bergleute, Die schon feit EnDe Des 12. JahrhunDerts von Den ungarischen Königen ins ßand gerufen waren, heute sind Die deutschen Siedlungen stark mit Slowaken und Madjaren vermischt. Immerhin zähll Die Kremnitzer Sprachinsel mit Deutsch-Proben noch rund 45 000 und Die Zips noch rund 50 000 Deutsche, Die in Den letzten Jahren Den Anschluß an Das Sudetendeutsch- tum gefunden haben und daher an Dem Wieder- «rwachen des völkischen Bewußtseins Durch Den Nationalsozialismus teilgenommen haben. Sowohl in Der Slowakei wie in Der Karpatho-Ukraine finD Gebieten roirD Die SA. unter Berücksichtigung Der Politiken Einteilung von Den angrenzenden SA.-Grupp en a u f g e ft e 111 unD Diesen angegliedert. Der Führer hat Franz M a y mit der Führung der SA.-Gruppe Sudeten beauftragt und ihn zum SA.-Gruppenführer ernannt. Der freiwillige Zustrom zur SA. ist so stark, daß eine umfangreiche Gliederung von fünf Brigaden und etwa 15 Standarten aufgebaut wird. London, 4. Nov. (DNB.) Ministerpräsident Chamberlain und Außenminister Lord Halifax haben eine Einladung Der französischen Regierung, Paris vom 23. bis 25. November einen Besuch abzustatten, angenommen. . Das Foreign Office erklärt, Der Premierminister und ßorD Halifax haben Die sehr freundliche (Ein» laDung Der französischen Regierung angenommen. Sie werden von Mrs. Chamberlain unD LaDy Halifax begleitet sein. Die ßonDoner Morgenblätter vermuten, Daß Die Gespräche sich m erster ßinie um vier Fragenkomplexe drehen würden, nämlich Die Aussichten eines Viermächtepaktes, Die Rückgabe von Kolonien an Deutschland, Dem spanischen Bürgerkrieg unD Die Zukunft Des Völker b unD es. „Daily Telegraph" sagt, Daß Die Spekulationen über die Möglichkeit neuer Gespräche zwischen England und Deutschland Den Eindruck einer nachlassenden englisch-französischen Zusammenarbeit hervorgerufen haben könnten. Nichts sei aber falscher als Das. Die möglichst enge Zusammenarbeit mit Frankreich bleibe ein wesentlicher Be- ftanDteil Der britischen Außenpolitik. „Times schreibt, Die Tatsache, Daß Mrs. Chamberlain unD LaDy Halifax mit nach Paris eingelaDen seien, H ö^ I i^chk eit 3 V e s^u ch'und^nicht^um einen poli-1 Zugeständnisse in Afrika ins 3« tifdien hanDele. Nach Ansicht vieler Beobachter sei Der überschüssigen deutschen Bevölkerung Sehens die Politik, Die feit Dem Vertrag von Versailles möglichkeiten zu verschaffen. von Den verschiedenen französischen Regierungen I L T..« -......- ' .............. begangen. Um 10 Uhr vormittags, m Dem Augenblick, in Dem Die ungarischen Truppen Die bisherige Donaugrenze nördlich von Raab und Ungarisch-Altenburg überfchreiten und mit Der Besetzung der Großen-Schütt-Jnsel beginnen, werden die vor dem Denkmal Des abgetretenen Oberlandes auf Dem Freiheitsplatz aufmarschierten Studenten, Frontkämpfer unD MitglieDer Der nationalen Verbände Die ungarische Nationalhymne singen. Gleichzeitig trift in her Hauptstadt eineJB e r kehrs- stille von zwei Minuten ein. Auch in allen Aem- tern, Fabriken und Geschäften wird eine zwei Minuten lange Pause eingeschaltet. Der Aufmarsch her B e s atz u n g s tru p- p e n entlang Der 500 Kilometer langen Grenze war im ßaufe Des Freitags beendet. Die marschbereiten Truppen erwarten den Befehl zum Einmarsch. Reichsverweser von Horthy hat an Die ungarische Armee einen Tagesbefehl erlassen, in Dem es heißt, daß die Armee nach zwanzigjähriger harter Wartezeit nunmehr Die Grenze überschreiten werde, die von Ungarn stets nur als provisorisch betrachtet worden sei. Der Tagesbefehl schließt mit Den Worten: „Ihr tretet Den Marsch stolz und vertrauensvoll an, in dem sicheren Bewußtsein, daß wir Die auf Grund des Rechtes, Der ewigen Gerechtigkeit und mit Hilfe Der neu erwachenden ungarischen Kraft zu- rückgewonnenen ungarischen Gebiete niemals mehr verlassen werden." . „ Nach den letzten Vereinbarungen her in Preßburg tagenben ungarischen und tschecho-slowakischen Militärsachoerständigen werden die ungarischen Truppen am 9. November Den größten Teil her rütf- zugliebernden Gebiete, Darunter die StäDte ßeoa und Sächsisch-Bereg besetzt haben. Am letzten Tage her im Wiener Schiedsspruch festgelegten Frist, am 10. November, rücken hie ungarisches Truppen in bas übrige Gebiet mit ben Städten Muncacs, Ungvar unb Kaschau ein. München, 4. Nov. (DNB.) Die Reichspressestelle Der NSDAP, veröffentlicht Das Programm für Die Feier am 8. unD 9. November 1938. Am Dienstag, 8. November, 19 Uhr, treffen sich Die alten Kampfer im Bürgerbräukeller. Der Führer spricht. Um 23.30 Uhr Einmarsch Der Standarten Durch Das Siegestor zur FelDherrnhalle. Es marschieren mit: der Musikmg der ---StanDarte Deutschland, Standarten -Der ff^erfügungstruppe, Standarte Der ^-Totenkopfoerbände, Standarten der Schutzpolizei, Ehrenkompanien Der ^-Standarte Deutschland, die Blutfahne, die Standarten Der SA.^j Der hh. des NSKK. unD Des NSFK., Ehrenstürme Der Mi. der SA., Ostmarkkämpfer, fudetenDeutsche Kämpfer, des NSKK., Des NSFK., Ehrenbereitschaften Der Politischen ßeiter, Ehrenabteilung, Des Reichsarbeitsdienstes. Kampfgenossen von 19'. legen unter Den Klängen Des Präsentiermarsches Die 16 Kränze Des Führers an Den Flammenpylonen in Der FelDherrnhalle nieDer. Die Hitler- JugenD bezieh die Ehrenwache. Die Ehrenstürme ziehen am Mahnmal vorbei. BenftH Sffldn burgj WWcz «u 1 OhniHz® hufloih ©G Budapest „... frühere largo* UM V * * - < Pte6 XMerter, ° feledo & TropfHu . Sternberg 7 Aeuh’tsehein' ,on" , Cops ^Galanla* feg * mit dem NS-Reichskriegerbund und der HI. durchgeführt werden. Im Mittelpunkt aller dieser Feiern steht die Rundfunkübertragung einer Rede, die Reichsstudentenführer Dr. Scheel auf dem Langemarck-Friedhof in Flandern hält. Am Sonntag, 13. November, findet im Berliner Zeughaus die traditionelle Reichsfeier Lange- marck statt, auf der der Reichsstudentenführer Dr. Scheel und der Reichskriegerführer Generalmajor a.D. Reinhard sprechen. Ehrung General v.Nundstedis Der Generaloberst zumChef desJnfanterie- Regiments 18 ernannt. Berlin, 4.9hm. (DNB.) Der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht hat Generaloberst von Rundstedt zum Chef des In- fanterie - Regiments 18 ernannt. Generaloberst von Rundstedt wurde Freitag mittag vom Führer zur Abmeldung empfangen. Der Führer überreichte hierbei dem Generaloberst von Rundstedt persönlich die Urkunde, die seine Ernennung zum Chef des J.-R. 18 enthält. Der Führer benutzte die Gelegenheit, Generaloberst von Rund- stedt, der auf eigenen Antrag aus gesundheitlichen Gründen am 31. Oktober aus dem aktiven Wehrdienst ausgeschieden ist, in herzlichen Worten seinen Dank und seine Anerkennung für die am Aufbau der neuen Wehrmacht geleisteten Dienste zum Ausdruck zu* bringen. Generaloberst von Rundstedt, der im März v. I. sein 45jähriges Militärjubiläum begehen konnte, entstammt einer Familie des altmärkischen Uradels. 1875 in Aschersleben geboren, trat er, aus dem Kadettenkorps kommend, 1892 beim J.-R. 83 ein, wo er ein Jahr später zum Leutnant befördert wurde. Im Jahre 1900 wurde er als Hauptmann in den ©cnerolftab berufen, dem er nach kurzem Frontkommando auch während des Weltkrieges, 1914 zum Major befördert, angehörte. In der Reichswehr war er nach seiner Beförderung zum Oberstleutnant 1920 zunächst Chef des Stabes der 3. Kav.-Div. und 1923, zum Oberst befördert, Kommandeur des I R. 18. Als Chef des Stabes des Gruppenkommandos 2 rückte er im Jahre 1927 zum Generalmajor auf. 1932 wurde tzr Kommandeur der 3. Division und Befehlshaber im Wehrkreis III, Berlin. Im Oktober desselben Jahres wurde er unter Beförderung zum General der Infanterie Gruppen- kommandeur I in Berlin, am 15. März 1938 Generaloberst. Der Sparlaa - ein großer Erfolg Auf jeden zweiten Deutschen entfällt ein Sparkassenbuch. B e r l i n , 4. Nov. (DNB.) Am Deutschen Spartag 1938 sind bei dem Sparkassen des Altreiches rund 48 Millionen RM. Spareinlagen in mehr als 650 000 Posten neu eingezahlt worden. Damit wurden rund 180 000 Einzahlungen mehr getätigt und rund 12 Millionen RM. mehr eingezahlt als im Vorjahr. Den Sparkassen sind allein am Deutschen Spartag 1938 rund84000neue Sparer z u g e f ü h r t worden. Die Zahl der am Spartag 1938 neu errichteten Sparkassenbücher übertraf die des vorjährigen Spartages um rund 35 000 Stück/ also um 72 v. H. Jeder achte Einzahler am Deutschen Spartag war also ein neu gewonnener Sparer. Im Reichsdurchschnitt entfällt zur Zeit bereits a u f jeden zweiten Deutschen ein Sparkassenbuch. „Weltanschauung und Glaubenslehre." Alfred Rosenberg sprach in Halle. Halle«, d. S., 4. Nov. (DNB.) Die Martin- Luther-Universität Halle-Wittenberg konnte zur Eröffnung des Wintersemesters Reichsleiter Rosenberg begrüßen, der die Festrede über das Thema „Weltanschauung und Glaubenslehre" hielt. Der Reichsleiter vollzog eine klare Abgrenzung der Begriffe Weltanschauung und Glaubenslehre, der cha- ratterbetonten Lebenshaltung des Nationalsozialismus gegenüber metaphysischen Behauptungen und konfessionell bestimmten Dogmen. „Wir wollen", so sagte Rosenberg, „unter nationalsozialistischer Weltanschauung nicht einen Glaubensersatz, sondern eine autonome geistige Bewegung begreifen, einen Kampf um die restlose Durchsetzung germanisch-deutscher Eharakterwerte". Aus innerstem Charakter heraus seien die Nationalsozialisten angetreten zum Kampf für ihre Idee, ohne nach Lohn und Strafe zu fragen, in der Ueberzeugung, daß der Einsatz für die Nation niemals gegen echte Weltorünungen verstoßen oder mit wahrhafter metaphysischer Ueberzeugung in Widerspruch treten könne. Die nationalsozialistische Bewegung setzt an die Stelle der Menschheitsliebe das erprobte, öfter Sentimentalität entkleidete Erlebnis einer Kampfkameradschaft. „Wir haben", so sagte Rosenberg abschließend, „volles Verständnis für die historischen Bedingtheiten des Entwicklungsprozesses. Und mit dem ernsten Willen, wirkliche Ueberzeugungen nicht antasten zu wollen, verbinden wir die Forderung nach gleicher Achtung uns gegenüber. Wir wissen, daß das deutsche Volk niemals mehr Objekt eines konfessionellen Haders tteferer Art sein wird, daß^ vielmehr die Gemeinschaftlichkeit unseres Schicksals über allem steht." Das Servitenkloster in Innsbruck geschloffen. Innsbruck, 4. Nov. (DNB.) Staatspolizeiliche Untersuchungen im Servitenkloster in Innsbruck ergaben, daß in diesem Kloster derart sittenwidrige Zu stände herrschen, daß es unmöglich ist, sie der Oeffentlichkeit zu unterbreiten. Es handelt sich bei dem genannten Kloster um eine Lasterhöhle erster Ordnung, hinter deren Treiben das staatsfeindliche Verhalten, das durch aufgefundene Schriften festgestellt wurde, weit in den Hintergrund tritt. Der Reichskommissar hat auf Grund der Untersuchungsergebnisse und der weitgehenden Geständnisse die sofortige S ch i e- ßung des Klosters verfügt. Die Zahl der aus dem Kloster Verhafteten beträgt zur Zeit neun. Außerdem mußte auch eine größere Anzahl Innsbrucker Bürger fest genommen werden. Das Vordringen der Japaner Zangifeanfwärts. Tokio, 4. Nov. (DNB.) Japanische Heeres- und Marinestreitkräfte haben bereits die Hälfte des Weges zwischen Hankau Und Yotschau am Jangtse entlang zurückgelegt. Sie besetzten K i a y u , das etwa 100 Kilometer stromaufwärts von Haxikau liegt. Ferner wurde P u ch i, an der Kanton-Hankau-Bahn, etwa 150 Kilometer südlich von Wuchang, eingenommen. Eine weitere japanische Truppenabteilung hat Tung schon, ungefähr 40 Kilometer westlich von Puchi, in Besitz genommen. Was das Elsaß von München erwartet. Straßburg, 4.Nov. (Europapreß^ Im Gene- rafxat des Departements Niederrhein wurde der Abgeordnete Michel Walter ohne Gegenkandidat durch einfachen Zuruf zum Generalrats-Pjä- sidenten wiedergewählt. Seine Eröffnungsrede war ganz auf den Wunsch nach Friedenssicherung und Wiederbelebung der elsässischen Wirtschaft durch Verbesserung der Beziehungen zu Deutschland abgestellt. Walter erklärte, mehr als jede andere Provinz fühle das Elsaß, wie sinnreich die Erklärung des Ministerpräsidenten Da lädier sei, der das Münchener Abkommen als einen Akt der Vernunft bezeichnete „Wir sind den Verantwortlichen tief erkenntlich dafür, daß sie das Problem realistisch behandelt und es abgelehnt haben, es von oben herab ideologisch zu beurteilen." Der Elsässer wolle keine Flucht von der Rheingrenze, sondern ein freies und sicheres Betätigungsfeld. Wenn alle französischen Provinzen von der Neuorientierung der Diplomatie des Quai d'Orsay sichere Friedensgarantie erwarteten, so erhoffe das Elsaß dabei noch etwas anderes: die Wiederbelebung seiner Wirtschaft. „Das Elsaß möchte, daß die Vorstellung der zwei Rheinufer als feindliche Gebiete vom politischen Horizont verschwindet und daß Frankreich aufhört, sich von gewissen Nationen abzusondern, welches auch die Schwierigkeiten auf diesem Wege sein mögen." Der Goldbestand in den Bereinigten Staaten. Neuyork, 4. Nov. (Europapreß.) Nach dem „New Port Herold" beträgt die Goldreserve des amerikanischen Schatzamtes gegen» wärtia 14 Milliarden Dollar; das sind vier Milliarden Dollar mehr als die ganze Welt vor zehn Jahren überhaupt besaß und zehn Milliarden mehr als die Vereinigten Staaten zu dem genannten Zeitpunkt besaßen. Während die amerikanischen Goldbestände im Jahre 1928 38 v. H. des Goldbestandes der ganzen Well ausmachten, betrug dieses Verhältnis im Jahre 1934 noch 40 v. H. Heute jedoch besitzen die Vereinigten Staaten 58 v. H. des Goldes der ganzen Welt. Vom 25. Juli bis zum 13. September war eine Goldeinfuhr von 385 Millionen Dollar zu verzeichnen; vom 13. September bis zum 30. September, dem Tage des Münchner Friedens, betrug die Goldeinfuhr 373 Millionen Dollar; vom 30. September bis zum 17. Oktober kamen noch weitere 238 Millionen Dollar Gold hinzu. Amerikanische Rüstungswerke aus der Krieaszeit wieder im Betrieb. Neuyork, 5. Nov. (DNB. Funkspruch.) Präsiden Roosevett gab bekannt, daß die während des Krieges mit einem Kostenaufwand von 22 Millionen Dollar erbaute und feither unbenutzte Panzer- plattenfabrik in South Charleston in West- Dirginia sowie die feit 1921 stilliegende Marinewerft in New Orleans wieder in Betrieb genommen werden sollen. Die Regierung wolle möglichst viele im Besitz der Bundesregierung be- Die Besten sollen die Ersten sein! Aufruf zum Reichsberufswettkampf aller schaffenden Deutschen. Reichsorganisationsleiter Dr. Ley hat zunii Rt^chsberufswettkampf folgenden Aufruf „Der tüchtige Mensch war in Deutschland zu keiner Zeit so begehrt wie heute. Allerorts gilt K ö n - n e n um vieles mehr als Kapital. Da es der Zahl nach an Köpfen und Händen zur Leistung fehlt, wird der Ausgleich in erhöhter Leistungsfähigkeit und Qualität gesucht. Dem fleißigen Arbeiter eröffnen sich auf diese Weise entscheidende Möglichkeiten zum beruflichen Fortkommen. Im Reichsberufswettkampf aller schaffenden Deutschen bietet die Partei jedem werktätigen Menschen eine einzigartige Gelegenheit zum Nachweis seiner Leistungsfähigkeit. Die Maßstäbe dieser Auslesen sind objettjü und unbestechlich. Sie sind das gerade Gegenteil zu unwürdiger Protektion und Empfehlung. Ein jeder vermag nur soviel in die Waagschale zu werfen, als er in der Tat aus sich selb st erworben und erarbeitet hat. Der pflichttreue deutsche Arbeiter braucht einen ftr engen und sauberen Leistungsmaß st ab nicht zu fürchten. Als Nachkomme redlicher Bauern und Handwerker ist er Träger wertvoller beruflicher Eigenschaften, starker geistiger und charakterlicher Kräfte. Der schaffende Mensch ist i n seinem B e - ruf nicht zu schlagen. Auch im Wettkampf kann er n irr siegen, niemals aber belegt werden. Im Berufswettkampf vereinigen ich Pioniere einer sozialistischen Leistungsgemein- chaft. Aus allen Schichten des Volkes suchen wir > e n begabten und he.r vorragenden Menschen. Die Besten sollen die Ersten werden. Der Weg nach vorn hat für den Tüchtigsten der kürzeste zu sein. Was einer werden kann, entscheidet in Zukunft nicht mehr Konjunktur und Zufall, sondern allein noch die echte Leistung. Mr diesen Sozialismus bietet der Berufswettkampf aller schaffenden Deutschen eine starke Gewähr. Euer stolzer Einsatz gelte der Sicherheit und wirtschaftlichen Erstarkung des Reiches und als Dank an seinen Führer." Reichsjugendfübrer Baldur v. Schirach erklärt: „Der Leistungseinsatz im Reichsberufswettkampf ist ein alter Ehrgeiz der Hitler-Jugend. Die Millionenschar vön Jungarbeitern und Lehrlingen, die sich alljährlich in den Wettkampfstätten vereint, erhält durch die Jugend des Führers ihr markantestes Gesicht. In der weltanschaulichen Leistung steht die Hitler-Jugend allen Wettkämpfern voran. Bei der Leistungssteigerung in der Berufspraxis und Berufstheone führt sie mit bedeutendem Dorsprung die Spitze. Unter den Siegern des Reichsberufswettkampfes erobern sich die Führer und Führerinnen unserer Jugendformationen von Jahr zu Jahr zahlreichere Plätze: gegenüber 49 v. H. im vierten Wettkampf waren unter den jugendlichen Reichssiegern des Vorjahres 64 v.H. aktive Führer in HI. und B D M. Um das Stichwort, das ich der deutschen Jugend zum 6. Reichsberufswettkompf gebe, bin ich unter dem Eindruck der geschichtlichen Würde dieses letzten Jahres etwas verlegen. Der nächste Wettstreit der Arbeit muß unsere vorzüglich sie praktische Leistung für das Großdeutsche Reich werden. Die Jugend stehe auch chier in vorderster Linie: nicht mit leeren Händen, sondern mit den Erzeugnissen ihres Fleißes, ihrer Beharrlichkeit, ihres guten Gelingens. In diesem Sinne rufe ich unsere Jugend zum Wettkampf. Ein besonderer Appell gilt den Kameraden der Ostmark, die erstmalig ihren endlich befreiten Leistungswillen im praktischen beruflichen Einsatz bekennen. Die Jugend Adolf Hitlers schreitet zu einer der schönsten Taten ihrer Selbsterziehung und politischen Ertüchtigung: Solange ihr Herz voll Freudigkeit und Eifer ist, wird das Reich und die deutsche Volkswirtschaft in der Welt auf das beste bestehen." Der Gauleiter zum Verusswett- kamvs aller schaffenden Deutschen NSG. Zur Eröffnung des Reichsberufswettkampfes aller schaffenden Deutschen im Gau Hessen- Nassau erläßt Gauleiter Sprenger folgenden Aufruf: „Mit großer Freude habe ich festgestellt, daß der Berusswettkampf in den vergangenen Jahren mit ständigsteigendem Erfolg im Gau Hessen- Nassau abgeschlossen werden konnte. Allein die Teilnehmerzayl, die sich vom Berufswettkampf 1934 mit 18 000 bis zum Wettkampf des vergangenen Jahres auf über 108 000 Schaffende steigerte, beweist, daß sich der Gedanke des beruflichen Wettkampfes mehr und rneh17 burchzusetzen beginnt. Der Gau Hessen-Nassau konnte im vergangenen Jahr 22 Reichssieger stellen, eine Zahl, die wett über dem Reichsdurchschnitt liegt. Heute beginnt nun die Werbung für den Berufswettkampf 19 3 9. Ich erwarte, daß alle Schaffenden des Rhein-Main-Gebietes sich wiederum freiwjllig zum Berufswettkampf melden. Ebenso erwarte ich, daß alle an der Durchführung des Wettkampfes beteiligten Stellen der Partei und ihrer Gliederungen, der Behörden, der Wirtschaftsorgane und der Lehrerschaft sich in den Dienst diese großzügigen Maßnahme der Partei stellen. Ich hoffe, daß auch die Betriebsführer in Anerkennung der großen Bedeutung des Wettkampfes für die Berufserziehung wiederum in genügendem Maße Wettkampfräume und Material zur Sicherung der Durchführung zur Verfügung stellen." findliche sttlliegende Fabriken in den allgemeinen Rüstungsprozeß einschalten und neue Fabriken möglichst a u f dem der Regierung gehörenden Grund und Boden errichten, um dadurch wesentliche Ersparnisse zu erzielen. Das Werk in Charleston solle nicht mehr der Herstellung von Panzerplatten, sondern einer Fabrikation dienen, die geheimgehalten werden müsse. Roosevelt teilte ferner mit, daß sich bei der Konstruktion der neuen Kriegsschiffe unvorhergesehene Verzögerungen ergeben hätten durch Aende- rungen der Pläne. Man spricht von Meinungsver- schiedenhetten in der Marineleitung über die Bauart der neuen Schlachtschiffe. Amerikanisches Tendenzurteil aufgehoben. Neuyork, 5. Nov. (DNB.) Das Brooklyner Appellationsgericht gab der Berufung der sechs in der ersten Instanz zu Gefängnis und Geldstrafen verurteilten Leiter des Sommerlagers „Siegfried" des Amerikadeutschen Volksbundes in Paphank, Lang Island, statt. Die Mitglieder des Bundes waren mit der Begründung verurteilt worden, der Volksbund verlange von den Mitgliedern die Ablegung eines geheimen Eides und sei daher nach den Gesetzen des Staates Neuyork meldepflichtig. Das Berufungsgericht entschied jetzt, daß keine Meldepflicht vorliege, da es sich nicht uw einen Eid, sondern um eine freiwilligeVerpflich- tung handele. Die von ben. Verurteilten erhobenen Strafen in Höhe von 13 500 Dollar müssen z u - rück gezahlt werden. Das Urteil der ersten Instanz wurde in weiten Kreisen als eine unfaire, rein politische Entscheidung empfunden, zumal einundzwanzig Entlastungszeugen nur einem einzigen Belastungszeugen der Staatsanwaltschaft gegen» übergeftanben hatten. Sensationelle Enthüllungen aus der Neuyorker Unterwelt. Durch die Verhaftung von drei Männern, die eines M o r b e s , zweier Raub Überfälle unb dreier gewaltsamer Entführungen beschuldigt werden, glauben die 08^.-Behörden eine der schrecklichsten Verbrecherorganisationen in der Geschichte Neuyorks aufgebecft zu haben. Die Bundesagenten versuchen jetzt, die Verhafteten u. a. mit der unaufgeklärten Entführung eines 11jährigen Anwaltsohnes im letzten Februar sowie mit der Entführung eines Geschäftsmannes in Verbindung zu bringen. Der Anwalt hotte sich seinerzeit bereiterklärt, für seinen Sohn die geforderten 30 000 Dollar Lösegeld zu bezahlen, hatte aber keine Verbindung mit den Entführern herzu stellen vermocht. Sein Sohn wurde einige Tage später ermordet aufgefunben. Der Geschäftsmann war seit bem letzten Dezember verschwunden. Auch von seiner Familie hatten die Entführer ein Lösegelb in Höhe von 200 000 Dollar verlangt. Die Behörben glauben jetzt, baß bet Kaufmann ermorbet worben unb seine Leiche in ber Heizanlage bes Kellers einer Neuyorker Versammlungshalle verbrannt worben ist. Die Polizei fanb in bem Keller ein Maschinengewehr sowie Knochen- Überreste, von benen jedoch im ersten Augenblick nicht festgestellt werben konnte, ob es sich um Skelettreste von Menschen ober Tieren hanbelt. Die Untersuchung roirb beschleunigt burchgeführt. Eine anbere Derbrecherorganisation, bereu Aufdeckung jetzt erfolgt ist, beschäftigt ebenfalls lebhaft die USA.treffe unb bie Oeffentlichkeit. Diese Or- ganisation stand in Derbinbung mit einem im letzten März aufgebeckten Racket für ,Zips" auf allen Pferderennen. Es wurde festgestellt, baß sich bie Or» ganisation durch ben Verkauf schwinbelhafter „T i p s" jährlich ein Vermögen von 15 Millionen Dollar gemacht hatte. Die Organisation führte ihren Schwindel noch dazu burch Mißbrauch bestimmter Posteinrichtungen durch, weshalb bie Anklage gegen mehr als 70 Mitglieder ber Banbe auch wegen Mißbrauchs staatlicher Einrichtungen zu Betrugszwecken erhoben würbe. Gleichzeitig hob bie Polizei noch eine britte Organisation aus, bie sich ebenfalls mit schwinbelhaften „Tips" befaßte. Es wurden 39 Personen verhaftet und 13 „Tipsbüros" geschlossen. Mit ber gemeldeten Verhaftung einer dreiköpfigen Verbrecherbande hat die Neuyorker Polizei, einer späteren Meldung zufolge, tatsächlich den vermuteten Fang gemacht. Die Vernehmung hat bestätigt, daß eine der gefährlichsten Mörderorganisationen, die Neuyork je in Schrecken versetzten, ins Garn gegangen ist. Im Verhör haben die drei Verbrecher wünig mild - mit dem bekannten Schinkenbild! bereits ein Geständnis abgelegt, drei Personen gewaltsam entführt und einen Bauunternehmer aus Whiteplains 14 Tage nach der Entführung im Keller einer Neuyorker Loge verbrannt zu haben, weil das Lösegeld nicht gezahlt wurde. — Die Polizei nimmt an, daß die Bande noch weitere bisher unaufgeklärt gebliebene Morde auf bem Gewissen hat. Bücher müssen wir besitzen. Baldur von Schirach zur ersten grotzdeutschen Buchwoche. Wien, 3. Nov. (DNB.) Im Festsaal ber Wiener Hofburg fand eine Kunbgebung zur 1. Großdeutschen Buchwoche statt, bei ber Reichsjugendführer von Schirach erklärte, daß man die Bücher in folgende drei Kategorien einteilen-könne: 1. die Bücher, die man wieder lieft, 2. die Bücher, die man nie wieder liest und 3. bie Bücher, von benen man wünscht, baß sie auch von anderen überhaupt nicht, gelesen würden. Wenn es richtig ist, daß gute Bücher erst beim wiederholten Lesen ihren wahren Wert zu enthüllen beginnen, so muß das Bestreben unserer Zeit darauf gerichtet fein, unsere Bücher nicht nur in die öffentlichen Bibliotheken, sondern auch an den Mann und die Frau zu bringen. Unser Volk muß Bücher besitzen können, und wir müssen einst dohin gelangen, daß unsere Volksgenossen aller Berufe Hausbüchereien haben. Es ist heute durchaus möglich, auch mit geringen Mitteln eine eigene Bibliothek sich aufzubauen, denn längst schon sind bie bebeutenbften Werke unserer Nationalliteratur sowie bie ber Weltliteratur in Ausgaben gebrückt, bie in einfacher Ausstattung nur einige Groschen kosten. Wir können daher eine hohe und für die Welt einzigartige Buchkultur unser eigen nennen. Leider kann ich eine bittere Bemerkung gegenüber manchen Verlegern sogenannter Jugendbüchex nicht unterdrücken. Ich möchte für biefe in Abwanb- lung des bekannten Wortes ben Satz prägen: Viele fühlen sich zum Verbienen berufen^ aber nur wenige find zum Erziehen auserwählt! So ausgezeichnet, vorbildlich unb künstlerisch hervorragend einige deutsche Kinderbücher auch sind, so muß doch gesagt werden, daß auch auf diesem Gebiet neben hervorragenden Leistungen Schund fabriziert wird. Uns Deutschen wurde einst in manchen Teilen dieser Wett unsere stifte Liebe zu den Büchern zum Vorwurf gemacht. Im Zerrspiegel gehässiger Darstellung erschienen wir dann häufig als weltfremde zerstteute Professoren, als verstaubte Aktenmenschen unb Spitzwegfiguren. Ich glaube, baß bie Welt inzwischen ihre Meinung über uns geändert hat, und wir sind von Grundauf ein anderes Volk geworben unb haben gelernt, uns nicht mit ber Rolle ber Nation der Dichter und Denker allein zu begnügen. Wir haben schließlich nicht nur bie Werke ber schönen Literatur gelesen unb uns mit lyrischen Gebichten beschäftigt — wir haben auch bie Bücher ber Geschichte burchforscht und dabei bewiesen, baß wir aus ihnen bas Notwenbige gelernt hoben. Kleine politische Nachrichten. Der Führer besuchte in Berlin bie Jubiläumsvorstellung bes „W i n t e r g a r t e n s", bie aus Anlaß bes 50jährigen Bestehens bieses bekannten beut» sehen Varietetheaters als Novemberprogramm gezeigt wirb. In Begleitung bes Führers sah man u. a. Reichsminister Dr. Goebbels. * Wie bas nationalspanische Außen- m i n i st e r i u m bekanntgibt, unterhält Burgos nach bem Uebereinfommen mit Finnlanb Beziehun- genzu fast allenLänbern Europas. Ausgenommen finb nur noch Estlanb, Lettlanb, Litauen, Schweben unb Frankreich. Wetterbericht Ein vom Atlantik zur Ostsee vorgestoßener kräftiger Tiefbruckwirbel hat bem europäischen Festlanbe eine weitgehenbe Ueberflutung subtropischer Warmluft gebracht. Sie gab gestern zu verbreitetem Regen Anlaß, hat sich inzwischen aber bis zum Voben durchgesetzt, so daß die Temperaturen am Samstag etwa 8 Grad über dem jahreszeitlichen Regenwert liegen. Eine leichte Unbeständigkeit bleibt zunächst noch erhalten, doch wird der Witterungscharakter im ganzen freundlicher fein. Vorhersage für Sonntag: Wolkig, zeitweise auch aufheiternd und höchstens vereinzelte, meist leichte Regenfälle, mild, Winde um West. 8Lufttemperaturen am 4. November: mittags 9,3 Grad Celsius, abends 11 Grad; am 5. November: morgens 10,6 Grad. Maximum 11,1 Grad, Minimum heute nacht 9,6 Grad. — Erbtemperaturen in 10 cm Tiefe am 4. November: abenbs 8,4 Grad; am 5. November: morgeris 9,7 Grad. — Niederschläge 4,6 mm. Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hau^tschriftleiters: Ernst Blum- schein Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feftilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen leil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. 21. X. 38: 10 013. Druck und Verlag. Brühlsche Universitätsdruckerei R Lange, K.-G.. sämtlich in Gießen Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf Zustellgebühr, mit ber Illustrierten 15 Pf mehr Einzelverkaufspreis 10 Pf unb Samstags 15 Pf., mit ber Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr 4 vom 1. September 1937 . gültig. Gießen, Cswaldsgarten Verschiedenes 7130 V 709QD Büro MiMlWsll. Näheres 7iosD w Milt! Schr. Ang. unt. 7091 V Vereine | Tüchtige, jung. UUU.) y. /*t* fahrens tüchtige (Jiull tzRsgehiW Bezirksvertreter gesudit Dr. Menz i Angeb. u. 05020 Liebigftrahe 48.Ian b. Gieß. Anz. 7112D Landw.-Afsessor in 7088 V Stadttheater Ruh. Dame 11.30-.2.30 4. Morgen- Veranstaltung Uraulftthrnng Der Narr milder Hacke Ein Spiel von Ed. Reina eh ei. Spielleitung: H. Schultze- Griesheim. Preise: RM.0.25 0.50,0 75. Platzmieter auf all. Plätzen 0.25. LalüläffevonZdi 20 v. 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Die unlängst in der Presse aufgetauchte und lebhaft diskutierte Frage, ob wir wirklich ein volles Drittel unseres Lebens verschlafen müssen, läßt sich schon darum nicht allgemein beantworten, weil das Bedürfnis, zwischen absoluter Ruhe und angespannter Tätigkeit abzuwechseln, bei den Menschen ganz verschieden groß ist. An die von einigen Aerzten und Gelehrten vertretene Theorie, daß der Schlaf durchaus keine Naturnotwendigkeit sei, glauben wir nicht, halten es im Gegenteil für äußerst gefährlich, hier Normen aufstellen zu wollen, die darauf hinauslaufen, die Schlafdauer auf ein Mindestmaß herabzudrucken, um damit den Zustand des Wachbewußtseins zu verlängern. Ein ungeheures Anwachsen der Nervosität wäre die sichere Folge, keineswegs also, wie man zu glauben scheint, eine allgemeine Vermehrung der Arbeitsleistung. Was ist denn eigentlich der Schlaf? Shake- sveare nennt ihn einmal „den Tod von jedem Lebenstag"; er ist der Kunstgriff der Natur, das Ichbewußtsein vorübergehend auszulöschen und dadurch den Organismus zu befähigen, aus einer Welt, die nicht die normale, uns irn* Wachzustand gegenwärtige ist, immer neue Kräfte zu schöpfen, ihn mit Hilfe dieses ständigen Wechselns von „Tod" und „Wiedergeburt" am Leben zu erhalten. Jedes Erwachen am Morgen nach einer gut durchschlafenen Nacht ist mit dem erquickenden Gefühl einer inneren Säuberung, einer Art seelischen Auslüftung verbunden. Dieser harmonische Rhythmus zwischen Schlafen und Wachen ist ebenso notwendig und naturgewollt wie alle übrigen Spannungen und Gegensätze in der Oekonomie des Lebens, man mag sie nun Licht und Dunkel, Mann und Weib, Ein- und Ausatmen, warm und kalt oder sonstwie nennen; erst zusammen bilden sie em Ganzes, und jeder Versuch in dieses gesunde Ausgleichsoerhältnis willkürlich eingreisen zu wollen, bedeutet eine Störung der normalen Beziehungen. Nur eine gänzliche Unkenntnis der menschlichen Wesensart kann Theorien aushecken, die uns weismachen wollen, daß wir unrecht haben, wenn wir „ein Drittel unseres Lebens verschlafen". * In einem Zeitungsaufsatz über moderne Kinderpsychologie lesen wir, das häufige Lesen von Märchen oder anderen Phantasiegeschichten sei hauptsächlich schuld daran, wenn man bei kleinen Kindern, besonders den lebhaften und begabten, schon frühzeitig einen Hang zum „Lüge n" beobachten könne. Eine „seltsame Verwirrung der Begriffe" solle aus dieser gefährlichen Lektüre entstehen, womit also angedeutet zu werden scheint, daß man besser daran täte, dem Kinde das Märchen vorzuenthalten. O über diese grundgescheiten Erwachsenen, die da auf ihren psychologischen Steckenpferden in die reine und schöne Märchenwelt des Kindes einbrecher warnend den dürren Dozentenfinger erheben und den Kindern, die in ihrer Art ja viel weiser sind als ihre superklugen Erzieher, das Beste, was sie haben, auch noch wegnehmen, wollen! Und das Beste sind gerade die Märchen, an deren Wirklichkeit zu glauben ebenso wenig eine Anleitung zum Lügen ist, wie das wirkliche, näm- Das Haus Gottes. Von Albrecht Schaeffer. Drei Männer, deren einer von ritterlichem Aussehen war, der zweite einem weisen Magier gleich sah, und der dritte wie irgendein Mensch in einfacher Kleidung, lagerten zusammen im Eingang eines großen, dunklen Waldes, wo sie zusammengetroffen waren; ihre Wegzehr miteinander teilend, unterhielten sie sich bei der untergehenden Sonne von den Dingen, die sie in der Welt gesehen hatten; denn jeder von ihnen war in vielen Ländern und jensetts der Meere gewesen. Der einfache Mann sagte: Wenn mir alles zu- sammenzählen, was jeder von uns in der -Welt gesehen hat, so haben wir zusammen die Welt gesehen — ist es nicht so? Die beiden andern stimmten ihm zu. Also, wiederholte der Mann, haben wir zusammen die Welt gesehen, aber Gott hat keiner von uns gesehen. Was also fangen wir nunmehr an. Der Kriegerische sagte: Wenn Gott gesehen werden könnte, so müßte er ja in der Welt wohnen. Darauf sprach, noch ehe einer der andern beiden erwidern konnte, aus dem Walde hervor eine Stimme: Ja, ich wohne hier. Die Männer erschraken erst sehr; alsbald aber nahmen sie ohne Worte ihre Habe zusammen und drangen in den Wald ein. Sie kamen erst nach Stunden der nächtigen Wanderung auf eine Lichtung im Walde und erkannten dort im Schein des hochstehenden Mondes ein Haus, das, mit hohem Strohdach und großem Tor, em Bauernhaus war. Still und ohne Licht in einem der Fenster lag es da, auch erhielt ihr Anpochen keine Antwort; doch erwies sich das Tor als unverschlossen. Eintretend fanden sie sich in einem weiten Raum, kaum erhellt vom Schein eines Feuers, das weit hinten auf niedrigem Herde brannte. Die Stände für das Vieh zur Linken und Rechten waren leer, aber ihr Duft füllte frisch den Raum, mit dem von Heu und Getreide vermischt, der aus dem Dachboden niederwölkte, lieber dem Feuerherd hing ein Kessel, in dem es leise brodelte; und in seiner Nähe war ein schwerer, viereckiger Bauerntisch, von hölzernen Stühlen umgeben, und gedeckt mit vier irdenen, braunen Tellern an jeder Kante, dem Löffel daneben, einer größeren Schüssel inmitten, die leer war, einem weißen Brot und einer zinnernen Kanne voll roten Weines nebst vier zinnernen Bechern. Wesenhafte lich bewußte Lügen (das die Erwachsenen viel bes- i !nncn) in einer der kindlichen Phantasie ver- glelchbaren schöpferischen Einbildungskraft seine Erklärung oder gar Entschuldigung findet. Man konnte dann dem Kinde ja auch das Spielzeug verbieten, das nicht weniger als das Märchen das kindliche Gemüt dazu anregt, sich über die realen Dinge völlig aus der Luft gegriffene Vorstellungen ?U-6.m?/C^en’ das können die Menschen nicht leiden' — Hölderlin in seinem „Hyperion" — "das Göttliche muß werden wie ihrer einer, muß ^fahren, daß sie auch da sind, und eh' es (das Kind) die Natur aus seinem Paradiese treibt, so schmeicheln und schleppen die Menschen es heraus, auf das Feld des Fluches, daß es, wie sie, im Schweiße des Angesichts sich abarbeite". Nein, lassen wir das Kind in seinem Paradiese, bei seinem Spielzeug und bei den Märchen. Wenn wir es aber, was durchaus zu empfehlen ist, vor dem Lügen, dem wirklichen, uns zur gesellschaftlichen Gewohnheit gewordenen Lügen rechtzeitig bewahren wollen, so 'gibt es viel wirksamere Mittel, als deren erstes und vornehmstes das eigene gute Beispiel, das die Erwachsenen den Kindern geben sollen, in Erinnerung zu bringen wäre. Eltern und Erzieher, die selbst nicht lügen, also auch hie Kinder, die in diesem Alter ja ausschließlich von der Nachahmung leben, nicht in die Versuchung führen, das gleiche zu tun, werden ihre kleinen Pflegebefohlenen weit besser zur Tugend der Wahrhaftigkeit erziehen, als wenn sie ihnen das Märchen verbieten wollen, das in dieser Entwicklungsperiode nun einmal die bekömmlichste und ganz unersetzliche Nahrung für die kindliche Phantasie darstellt. Wenn in Deutschland auch in den letzten Jahren der allgemeine Wille, sich als Volk unter allen Umständen zu behaupten, mächtig erstarkt ist, so ist das Problem der „leeren Wiegen" wie in der Mehrzahl der übrigen europäischen Länder die Sorge um den Fortbestand der Nation. Mit Bevölkerungskommissionen, die umherreisen und Statistiken erheben, und der Eröffnung neuer Siedlungsmöglichkeiten auf dem flachen Lande wird man dem Hebel, das, wo immer es auftritt, eine Erkrankung des Willens zum Leben zur Voraussetzung hat, nicht steuern können. Die Bevölkerungspolitiker wissen das auch ganz genau und sind darum längst davon abgekommen, seine einzige Wurzel in verbesserungsbedürftigen sozialen Verhältnissen zu suchen. Ueberall, wo der Totenwurm des Geburtenrückgangs sein unheimliches Geschäft beginnt, bohrt er sich an der Stelle des schwächsten Widerstandes in der menschlichen Seele fest, und das ist in diesem Zusammenhänge das nachlassende Verantwortungsgefühl gegenüber der kommenden Generation, kurz gesagt: der Egoismus, der über die Grenzen des eigenen Lebens nicht hinausblickt und darum auch nicht mehr den unerschütterlichen Glauben an die Zukunft der großen Volksgemeinschaft auf bringt, der im Kinde Gestalt annimmt. Ueberlegungen solcher Art werden jetzt in den skandinavischen Staaten, wo das Mißverhältnis zwischen verfügbarem Boden und Bevölkerungsdichte besonders Öift, angestellt. Freilich, dem eindringlichen ., rll an den sittlichen Willen zum Kinde, muß ein gemeinsames, einer allgemeinen Wiedergeburt gleichkommendes Erlebnis, das alle eigennützigen Regungen wegbläst, zur Seite treten, um die Dämonen zu bannen. Chemie erschließt die Wett. Von den Grundlagen und Aufgaben des chemischen Zeitalters. IV. Die Wett auf der Waage. Es verhält sich das Gewicht eines Wafserstoff- atoms zu einem Grammstück etwa so wie ein Kilogramm zu dem Gewicht der ganzen Erde. Dieses leichteste aller Atome wiegt nun 1,649:1024 Gramm. Sie müssen also 1,649 durch IO24 — das ist eine Zahl mit 24 Nullen — dividieren, wenn es Ihnen Freude machen sollte, das Gewicht des Wasserstoffatoms und im Verhältnis dazu die Schwere unserer Erde ^u errechnen. Die Stoffe nun, aus "denen unser Erdball gebaut ist, und die in ihrer Summe sein Gewicht ausmachen, sind uns nach der Menge ihres Vorkommens in der Erde nicht völlig bekannt. Immerhin ist die Erdrinde bis zu einer Dicke von 16 Kilometer — nicht viel bei einer Erdachse von 13000 Kilometer —in stofflicher Hinsicht wohl erforscht. Unsere Chemiker haben gleichsam die Erdrinde in einzelne Stücke zerlegt, sie in die Retorte gelegt, analysiert und über ihre Zusammensetzung folgendes herausbekommen. In Prozenten ausgedrückt ist in ihr enthalten: 49,4 v. H. Sauerstoff, 25,7 v. H. Silizium, 7,5 v. H. Aluminium, 4,7 v. H. Eisen, 3,4 v. H. Kalzium, 2,6 v. H. Natrium, 2,4 o. H. Kalium, 1,9 v. H. Magnesium, 0,88 v. H. Wasserstoff, 0,58 v. H. Titan, 0,19 v. H. Chlor, 0,12 v. H. Phosphor, 0,087 v. H. Kohlenstoff, 0,080 v. H. Mangan. Bis dahin stecken also in Dreiviertel der Erdrinde nur zwei Elemente. Die folgenden sind dann viel geringer vertreten. Aber nun erst die für uns so wichtigen Rohstoffe. Es sind Kupfer nur zu 0,010 v. H., Silber zu 0,000004 v. H., Gold zu 0,0000001 v. H. in der Erdrinde enthalten. Das alles zusammen sind 17 von den uns bekannten 92 Grundstoffen, mit denen in zahllosen Mischungen die Natur ihre Bauten aufführt. Die restlichen 75 Elemente sind insgesamt mit nur 0,453 v. H. am stofflichen Aufbau unserer Erdrinde beteiligt. Die chemische Ermittlung der Bestandteile der festen Erdrinde war eine wichtige Aufgabe der Forschergeneration, Nähe war in der Wärme zu spüren, aber auch die Bettkammer hinten, deren Tür halboffen stand, war leer. Sollte wohl, sagte nach einer Weile der Ritterliche ungläubig, dies seine Wohnung sein? Darauf wurde von keiner Stimme Antwort vernehmbar, nur das Schweigen schien tiefer und hör-- barer zu atmen und eine Nähe drängender zu kommen überall her aus dem Dunkel. Endlich sagte der dunkle und magierhafte Mann mit plötzlich erkühnter Stimme, daß er Beschwörungen wisse, die auch den höchsten Geist aus Höhen oder Tiefen herbeizuziehen stark wären, und daß er sich diesen Augenblick immer gewünscht habe, ihre wahre Kraft zu erproben. Und er begann sogleich auf dem leeren Raume der Tenne seine Kreise zu schreiten und seine Anrufungen auszusprechen, allein völlig umsonst; und wenn er in Stunden etwas erreichte, so war es das, daß die Anwesenheit verborgenen Lebens mit Tieres-Dunst und Pflanzen-Atem stärker und tiefer zu wölken schien. Er lag ermattet am Boden, als der Kriegerische sogleich ausrief: Wenn er denn ist, der er ist, und wenn er wahrlich hier wohnt, so soll wohl das ihn herbeiführenl Und schon hatte er mit einer Schaufel ein brennendes Scheit und glühende Asche vom Herd genommen und in der Kammer über die Betten gestreut. Draußen auf der Lichtung stehend, sahen die Drei das Haus in Flammen aufgehen, bis nur noch rauchend verkohlende Trümmer am Boden lagen. Dann legten sie sich selbst in das Moos, und Schlaf überkam sie alsbald. Wie sie aber, im Morgenlichte erwachend, ihre Augen erhoben, stand das Haus da, so wie es vorher gewesen war, glänzend in der Morgensonne, und der einzige Unterschied gegen gestern war, daß jetzt das Tor offenstand, das gestern geschlossen gewesen. Auch als sie wieder drinnen standen, war nichts verändert; noch hing im Raum der Duft des Lebens, und der Tisch war gedeckt, und über der Flamme brodelte leise der Kessel. Dann standen die Drei, unwissend hinbewegt, jeder hinter einem Stuhl am Tisch, und der Dritte von ihnen legte feine Hände zusammen und sprach: Herr, tritt herein, So bin ich dein, Und du wirst mein. Da stand auch als Vierter an ihrem Tisch der Herr und brach ihnen das Brot. die auf den genialen Lavoiffier folgte, der vor etwa 150 Jahren dieWaage — ein Symbol der Gerechtigkeit und der Kaufleute — als notwendiges und unentbehrliches Kontrollinstrument in die chemische Wissenschaft einführte. So wurde sie von vager Spekulation der groben und täuschenden Sinneserfahrung unabhängig gemacht. So konnte sie, besser als bisher, den Weg zu einer exakt messenden und wägenden Erkenntnis der Stoffe im Dienste der menschlichen Praxis beschreiten. Auch ohne Wissenschaft allerdings hat-die praktische Chemie seit vielen tausend Jahren mit dem Feuer begonnen. Und mit der wissenschaftlichen Deutung des Feuers als eines chemischen Vorgangs, der Verbindung des verbrennenden Stoffs mit dem Sauerstoff der Lust, hat Lavoiflier das Tor zur modernen Chemie geöffnet. Vielfach galt bei den Alten das Feuer als das Prinzip des Werdens. In der Alchimistenküche spielte es die mystische Rolle eines allgemeinen chemischen Analysators. Als Berthold Schwarz mit einem Gemenge von Salpeter, Holzkohle und Schwefel Gold zu machen versuchte, entdeckte er die feurige Gewalt des Pulvers. Später versuchte man mit dem Pulver Maschinen anzutreiben, und in Erinnerung daran kam man auf die Idee des Ex p 1 o si o n s m o t o r s. Mit Hilfe des Schwefels hat Berthold Schwarz den ersten großen wirtschaftlichen Anlaß zur Entwicklung chemischen Forschens geschafft. Der steigende Pulverbedarf verursachte einen erhöhten Bedarf an Salpeter und Schwefel, hatte eine intensivere theoretische Beschäftigung mit diesen Stoffen zur Folge. So entdeckten die Alchimisten das Scheidewasser, eine Mischung von Salpetersäure und Schwefelsäure. Jahrhunderte galt der Schwefel als das Prinzip des Feurigen. Eine ganze Epoche der Chemie wurde wohl nach diesem Vorbild durch die Annahme eines besonderen Feuerstoffs, des sogenannten Phlogsston, charakterisiert. Erst als Laoo-is- sier den Schwefel bei der Verbrennung auf die Waage legte und dabei bemerkte, daß er an Gewicht zunahm, konnte die Lehre vom entweichenden Fröhliches altes England. Anekdoten, gesammelt von Karl Lerbs. Prozeß zwischen Himmel und Erde. Lord Deanforth besaß ein überaus ungebärdiges Roß, das er nicht ganz zu Unrecht Bucephalus genannt hatte, und von dem er behauptete, daß nur er selbst es reiten könne; Lord Forwall dagegen, der schneidigste Reiter der Grafschaft Kent, vermaß sich beim Porter mit aufreizenden Reden, des sagenhaften Tieres Herr zu werden. Es kam zu einer Wette: Lord Deanforth setzte 1000 Pfund auf die Gewißheit, daß Bucephalus seinen Reiter zu Boden werfen werde; Lord Forwall wettete 1000 Pfund dagegen: er werde oben bleiben. Die sachverständigsten und vergnügtesten Fachleute der Grafschaft sahen den Ausgang mit an. Nach kurzem aber denkwürdigem Kampf hing Lor5 Forwall angstvoll angeklammert ziemlich hoch in den Zweigen einer knorrigen Eiche; während Bucephalus in krachendem Galopp über die Felder da- vonbrauste. Nachdem man den Lord heruntergeholt, das Pferd eingefangen und den Vorgang hitzig, aber vergeblich besprochen hatte, kam es zum Prozeß. Lord Deanforth verlangte 1000 Pfund, weil Lord Forwall abgeworfen worden sei; Lord Forwall verlangte 1000 Pfund, weil er keineswegs „zu Boden" geworfen, sondern unzweifelhaft oben geblieben sei. Ehrgeizige Juristen seien darauf aufmerksam gemacht, daß der Prozeß möglicherweise noch anhängig ist. _De r Straßenräuber. Bunter, ein britischer Straßenräuber, dessen umfängliche Tätigkeit im Jahre 1778 durch den landesüblichen Strick beendet wurde, begegnete, wie alle Räuber in der Romanze, eines Tages einer in Tränen aufgelösten armen Witwe. Er fragte sie, wie alle Räuber, nach dem Grunde ihres Kummers; und sie erzählte ihm, daß sie, wie alle armen Witwen, von einem hartherzigen Gläubiger bedrängt werde, der sie um einer Schuld von 25 Guineen willen aus ihrem Häuschen vertreiben wolle. Bunter griff, wie alle Räuber, in die Tasche, gab der armen Witwe 25 Guineen und schärfte ihr ein, sich die Bezahlung der Schuld bescheinigen zu lassen. Dann ging er, wie alle Räuber, eilig und unerkannt davon, ohne die Freudentränen der armen Witwe auszukosten. Bis dahin ist die Geschichte zunftgemäß. Neu dagegen ist, das Bunter am Abend dieses Tages bei Nacht und zweifellos auch Nebel dem Wucherer aus- Feuerstvsf widerlegt und die Verbrennung als chemische Tatsache erkannt und bemessen werden. 1794 aber, einige Jahre nach seiner großen Entdeckung, schlug man Lavoissier den Kopf ab. Inzwischen hatten die Menschen gelernt, durch die Macht des Feuers Maschinen anzutreiben. Die Dampfmaschinen erhöhten bald den Produktionswert der Spinnmaschinen, der Webstühle, der Zeugdruck- und Egreniermaschinen und leitete das Zeitalter der industriellen Revolution ein. Es begann mit Macht in England. Dort stieg zunächst die Baumwollproduktion. Die Baumwolle mußte man bleichen. Das dauerte jetzt auf Wiesen zu lange. Es wären auch gar nicht genug Wiesen da- gewesen. Um die Wolle zu bleichen und sie zu far- Dem Auge das Beste! Lassen Sie sich beraten von Optiker 3liagnus dem Optiker Ihres Vertrauens / Seltersweg 33 / Kassenlieferant, den, mußte die Chemie eingreifen. Die notwendigen Grundchemikalien Schwefelsäure, Soda und Chlor mußten billig und in Massen hergestellt werden. Dazu hat die Chemie im Zeitalter Lavaifsiers gerüstet. Die natürliche Soda war zu knapp und das spanische Monopol zu drückend. So setzte die Französische Akademie der Wissenschaften einen Preis für die Erfindung der künstlichen Soda aus Kochsalz aus. 1791 ließ sich Leblanc ein entsprechendes Verfahren patentieren. Man kann die Entwicklung dieses Verfahrens als eine erste Frucht der Reform der Chemie durch Lavvisiier betrachten. Um das Kochsalz in kohlensaures Natron über« führen zu können, muß es vorher in Glaubersalz, von dem sein alchimistischer Erfinder glaubte, daß es ein Lebenselixier sei, verwandelt werden. Dazu brauchte man Schwefelsäure. Somit stieg die Nachfrage nach Schwefelsäure, nach einem Stoff, der zu einem wichtigen Hilfsstoff aller modernenindustriellen Betätigung werden sollte. Bei fast allen chemischen Verfahren ist dieses „Alte Pferd in der Chemie" unentbehrlich. Man braucht die Schwefelsäure bei der Fabrikation von anderen Säuren, von Teerfarben, Arzneien, Kunstseiden und Dünger. Ohne sie keine Stahlproduktion, keine Metallurgie, Glasindustrie, Textilindustrie, Petroleumraffinierie, Seifenfabrikation usw. Mit der Soda und dem dritten Grundchemikal, dem Chlor, das der Deutsche Scheel 1774 entdeckte, ist es ähnlich so. Aber beide erhält man erst aus der Schwefelsäure. Die Industrien der Schwefelsäure, der Soda und des Chlors entstanden, als sie geboren werden muß- t e n. Die gesamte industrielle Entwicklung wäre in Frage gestellt worden, wenn es nicht rechtzeitig zur anorganischen chemischen Großindustrie gekommen wäre. Aber sie war eine Folge der ihr vorgreifen, den wissenschaftlichen Forschung. Schwefelsäure, Soda und Chlor sind die Grund- chemikalien auch der anorganischen chemischen Großindustrie von heute. Keine Schwefelsäure ohne den Schwefel. Unter den Elementen, die die Erdrinde züsammensetzen, steckt er in jenen 75, die nur zu insgesamt 0,453 v. H. an dem stofflichen Aufbau der Erdrinde beteiligt sind. Chlor ist nicht zu ganz 1 v. H. und das Natrium, das in Verbindung mit Chlor zur Sodaherstellung führt, nur zu 2,6 v. H. unter den Elementen vertreten, die wir „in der Retorte vorfinden", wenn wir unsere Erdrinde chemisch analysieren. Das ist doch höchst merk- würdig. Und wenn wir einmal die 92 Clemente, aus denen unsere Erde gebaut ist, auf die eine Schale einer Waage legen und auf die andere diejenigen Grundstoffe davon, mit denen die Chemie eine neue Welt errichtet, so stehen wir erstaunt vor dieser Waage und erkennen die gewaltige Schöpferaufgabe der Chemie: Aus wenig viel zu machen. Von allen Stoffen aber ist der Sauerstoff zu allermeist in der Erdrinde enthalten. Er macht beinahe ihre Hälfte aus, der Sauerstoff, durch den alles lebt und brennt und den jener geniale Mann entdeckte, der zum ersten Mal auf die Idee kam, „die Welt auf die Waage zu legen". lauerte, ihn grundlegend verdrosch und ihm die 25 Guineen wieder abnahm. Briefwechsel. Samuel Johnson, der witzigste unter Alt-Eng- lanbs gelahrten Köpfen, empfing nach langem Kleinkrieg von feinem Verleger Miller folgenden Brief: „Andrews Miller empfiehlt sich Mr. Samuel Johnson, sendet ihm hier den Rest des Honorars und dankt Gott, daß er nun nichts mehr mit ihm zu tun hat!" Johnson antwortet: „Samuel Johnson empfehlt sich Mr. Andrews Miller, dankt ihm für das Geld und freut sich, bei dieser Gelegenheit zu erfahren, daß Mr. Miller imstande ist, Gott für etwas zu danken." David G a r r i ck, Alt-Englands größter Schauspieler, wurde, als er noch ein rühmloser Anfänger war, eines Morgens durch einen Boten aus dem besten Schlaf getrommelt. Der Bote vrach ihm den Brief eines Kollegen: „Sieber Garrick, schicke mir einen Schilling. Dein Bayle. Nachschrift: Eben fällt mir ein: Schicke mir lieber Zwei." Garrick antwortete: „Lieber Bayle, leider habe ich nur einen ^Schilling. Nachschrift: Eben fällt mir ein: Den brauche ich heute fürs Mittagessen. Dein Garrick." „Ruhe!" Die Gerichts-diener zur Cork hielten in Irlands alten Tagen ein auf einem Pfahl befestigtes Schild, das in mächtigen Buchstaben die Aufschrift „Si- lence!" — „Ruhe!" trug. Wenn nun einer der Zuhörer während eines Prozesses durch beifällige Oder mißfällige Gefühls- äußerungen störte, so fuchtelte ihm im Zuge der Strafprozeßordnung der Gerichtsdiener drohend mit dem Schild vor der Nase herum. Beim zweiten Verstoß indessen schlug er pflichtgemäß den Ruhestörer mit dem Schild über den Kopf. Hochschulnachnchten. Von den amtlichen Verpflichtungen wurden auf ihren Antrag entbunden die ordentlichen Professoren Dr. Max Pagen st echer (Zivilprozeßrecht) und Dr. Hans Reichel (Bürgerliches Recht) an der Uni- oerfität Hamburg. Aus aller Welt der ge- er Geschichten aus aller Welt gegen Katarrhe Husten Heiserkeit England wurde am Freitag von einem schweren Flugzeugunglück heimgesucht. Aus bisher ungeklärter Ursache stürzte ein Verkehrsflugzeug, das den Dienst zwischen England und den Kanalinseln versah, kurz nach seinem Aufstieg von der Insel Guernsey ab. Zwölf Fahrgäste und die aus zwei Mann bestehende Besatzung kamen ums Leben. Da das Flugzeug, das nur wenige hundert mens B o r ch, der im 44. Lebensiahre stand. 14 Todesopfer eines Flugzeugunglücks in England. staunten die Indianer! C. K. Sao P a u l o. Nach Sao Paulo ist die Expedition des brasilianischen Forschungsreisenden Willy Aureli zurückgekehrt, die unter vielen Abenteuern das noch völlig unbekannte Gebiet der Serra do Roncador im Innern des Motto Großo erreicht hat. Sie bringt em reiches ethnographisches, botanisches und zoologisches Ma- terra! mit. Die allgemeine Aufmerksamkeit aber erregen drei. Karaja-Indianer, die den Forschern als Führer gedient haben und von ihnen nur zur Be- lohuung ihrer Treue mitgenommen wurden, um die Errungenschaften unserer Kultur kennenzulernen. Die drei Indianer, riesige und wilde Erscheinungen, erregten überall die Neugier, während sie selbst vom Staunen über das, was sie zu sehen bekamen, überwältigt wurden. Manches erschien ihnen jedoch auch höchst sonderbar. Als sie dos berühmte Schlan- genhaus Butantan besuchten, erklärten sie: „Unsere weihen Brüder sind wirklich verrückt. Sie bauen Steinhäuser, um Schlangen hineinzusetzen, die wir doch überall, wo wir sie treffen, töten." Die höchste Begeisterung der Indianer erregte indessen ein Be- such auf dem Flugplatz. Selbst einen Flug zu wagen, konnte man sie aber nicht überreden, weil „der Mond nicht günstig war". Uneingeschränkt entzückt waren die Indianer fedoch vom Kraftwagen, und ihre Begeisterung darüber ging so weit, daß sie überhaupt nicht mehr aussteigen wollten, um zu Fuß zu gehen. Der Derlag einer Zeitung hat eine Sammlung von Beilen, Werkzeugen zum Ackerbau, , gebrauchtes Kleidern und anderen nützlichen Gegen« Hauptniederlage: Jean WeiaelyCrießen, Sonnen Straße 6, Telephon 3888. 6o2iD Tunis und Biserta, westwärts bis Casablanca am Atlantischen Ozean. Casablanca istdas neue See-Eingangstor zu Marokko, eine fast amenka- nisch anmutende Gründung, deren Entwicklungstempo mit Hochhäusern, grandiosen Hafenbauten, Elevatoren u. dgl. man den Franzosen kaum zugetraut hätte. Sie sind auch nicht wenig stolz dar- zrankmchszweileHaMadt von Dr. Paul Rohrbach. vLkvv ****** »d * o--------- .. 1 er schließlich von einem Reserve-Motorfuhrer nach Fre- dericia weitergefahren. Das Verhalten des Verschwundenen, der durch den Sprung über die Brücke seinem Leben ein Ende bereitet hat, ist um so unverständlicher, als er noch auf der letzten Station vorher mit dem Wachthabenden ohne Anzeichen von Erregung oder Verwirrung gesprochen hatte. Die Polizei konnte keine Spur von dem Verschwundenen entdecken, wie auch die Nachforschungen eines Lot- senbootes im Belt ohne Erfolg blieben. Bei dem Verschwundenen handelt es sich um einen lang- hör hnnifrhpn Stantsbabnen na» Vormittag acht von ihnen abgefertlgt hatte, packte ihn beim neunten die Wut. Er schrie ihn an, was das bedeuten solle, er kaufe nie etwas von Reisenden. „Das weiß ich", sagte der Mann gelassen und zog eine kleine Broschüre aus der Tasche. „Sehen Sie hier, das ist das Heft, das die «Schule für Geschäftsreisende', die ich besuche, uns gibt, das ,1Khs" buch des Erfolges', und da steht: Uebung 5 — Wie man einen bearbeitet, der durchaus nicht von Reisenden kaufen will ... Und sehen Sie: db steht Ihre Adresse!" den Einheimischen zunimmt. Wirtschaftlich ist Nordafrika eine große Kraftquelle für Frankreich. Es ist es auch militärisch insofern, als die Eingeborenen zum Dienst mit der Waffe herangezogen werden, aber das gehört in das große Thema von der Force Noire, um derentwillen sich ja auch die Pläne von ein oder zwei Transsahara-Bahnen der Verwirklichung nähern. Von Algier reicht ein großes, von den Franzosen trefflich ausgebautes Eisenbahnnetz ostwärts bis (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.) Ein Mann allein auf hoher See. K. Colombo. Südlich von Ceylon wurden von Fischern^ die Trümmer eines Bootes mitten im Ozean treibend gefunden, an die ein Mann festgebunden war. Der Unglückliche war so erschöpft, daß er nicht sprechen und kaum eine Bewegung machen konnte. Erst nachdem er im Krankenhaus von Colombo seine Kräfte einigermaßen wiedergewonnen hatte, erzählte er seine Geschichte: Er war zusammen mit zwei Kameraden beim Fischen von einem heftigen Sturm überrascht und in ihrem Boot mehrere Seemeilen weit aufs Meer hinausgerissen worden. Endlich gab das Boot den Angriffen der Wogen nach und zerbrach. Um nicht von dem Wrack yeruntergespült zu werden, banden die drei Männer sich mit ihren Kleidern daran fest. Nach zwei Tagen starb der eine von ihnen infolge von Erschöpfung, Hunger und Durst. Einen Tag darauf starb auch der zweite Mann. Aber immer noch hielt der Dritte den übermenschlichen Strapazen stand. Um seinen Hunger zu stillen, aß er die Rinde der Arecanuß, in der die drei ihr Essen aufbewahrt hatten. Da tauchten Haifische auf und begannen, in zu umkreisen. Er wußte, daß sie von den Leichen seiner toten Kameraden angelockt waren, so schnitt er die Körper los und warf sie hinaus in die See. Am fünften Tage hatte er alle Hoffnung auf Rettung ausgegeben und trieb rn völliger Stumpfheit dahin, als er plötzlich den Klang menschlicher (Stimmen vernahm. Seine Augen waren so verschwollen und entzündet, daß er nichts mehr sehen konnte. ^as Versuchskaninchen. B Neuyork. In einem Gebiet, das 12 Bundesstaaten umfaßt und vom Ohio-Fluß bis zum Golf von Mexiko und von der Atlantischen Küste bis zum Mississippi-Fluß reicht, wüten riesige Waldbrände, die in verschiedenen Staaten mehrere tausend Morgen Wald zerstört sowie große Ernteschäden verursacht haben. Viele tausend Notstandsarbeiter sind zur Bekämpfung der Brände eingesetzt worden, die sie zusammen mit den Farmern bisher vergeblich zu ersticken versuchen. Schreckliches Aulobusunglück in Südfrankreich. Ein Autobusunglück, das sechs Todesopfer forderte, ereignete sich in der Nähe der südfranzösischen Stadt Carcassonne. Infolge eines Achsen- und Radbruches stieß der Benzinbehalter des Kraftwagens auf den Boden auf und explodierte. Sechs Insassen, darunter zwei kleine Kinder, verbrannten bei lebendigem Leibe. Sieben Personen wurden lebensgefährlich verletzt. Grubenunglück bei Diedenhofen. In einer Grube bei Diedenhofen, in der Nähe von Metz, ereignete sich ein Unglück, dessen Ursachen noch nicht bekannt sind. Drei Bergleute wurden ständen veranstaket, um sie den drei Indianern mitzugeben, wenn sie zu ihrem Stamm in den Ur- ( wald 'zurückgeschickt werden. Die Riesenschlange als Sofakissen. B. London. Adrian Conan Doyle ist der Sohn des berühmten Arthur Conan Doyle, aber der Spürsinn von Sherlock Holmes ist ihm augenscheinlich nicht gegeben. Er hätte ihn in diesen Tagen brauchen können, als 1 aus einem verschlossenen Zimmer feiner Londoner Wohnung fein neuestes Haustier auf rätselhafte Weise spurlos verschwand und er zu seiner Auffindung die Londoner Polizei aufbieten mußte. Dieses Haustier war eine Riesenschlange, die er erst am Tage zuvor von einem Händler gekauft hatte. Für ihre Gattung ist sie nicht besonders groß, nur etwas über drei Meter, immerhin keine Stecknadel, die in einem geschlossenen Zimmer verlorengehen könnte. Tiko, so hat Mr. Conan Doyle die Schlange genannt, nach Tiko in Westafrika, wo er eine Anzahl ihrer Verwandten erlegt hat, hatte in der Ecke des Wohnzimmers einen flachen Hundekorb mit einer Decke angewiesen bekommen, und dort schlief sie friedlich, als die Hausbewohner nachts schlafen gingen. Der Hausherr schloß selber sorgfältig alle Türen und Fenster. Es war daher eine außerordentliche Ueberraschung, als Frau Doyle morgens als Erste das Zimmer betrat und Tiko fehlte. In der Wohnung war sie nicht, wie leicht festgestellt werden konnte. Das Zimmer hatte nur eine einzige Oeff- rtung, einen Rauchabzug für Gasfeuer, Nur durch diesen konnte Tiko entwichen sein. Es wurde also zunächst der Kaminkehrer geholt der von oben den Kamin durchputzte, aber dabei keine Spur von der Schlange fand. Dann wurde auf der Feuerstelle Papier verbrannt, um Tiko auszuräuchern, ebenso vergeblich. Es wurden aber noch ganz andere Anstren- , gungen gemacht, um Tiko zu veranlassen, ihr Versteck' preiszugeben: Fleischstücke wurden als Lock- ; speise hinabaelassen, Lichter angezündet, ein Nachbar - ließ sogar seine Flötenweise erschallen, hatte aber i als Schlangenbeschwörer auch keinen Erfolg. In- > zwischen war die Polizei benachrichtigt worden und i beteiligte sich an der Suche. Es hieß auch, daß im > Hyde 'Park eine große Schlange gesehen worden , war, die einen Hund gebissen und ein Mädchen er- • jchreckt hgtte. Ein Neuyorker Geschäftsmann hatte sich seit einiger Zeit in zunehmendem Maße darüber zu beklagen, daß fortwährend Geschäftsreiseizde bei ihm er- schienen, die mit einer selbst bei solchen ungewöhn- lichen Hartnäckigkeit ihm die unmöglichsten Dinge aufzuschwatzen versuchten. Er wurde zusehends un- jreundlicher du diesen Herren, und. als er an einem getötet. Großer Erfolg der deutschen Amateurphotographie. Aus dem II. Internationalen Photographischen Salon in Luxemburg ging der Reichsbund deutscher Amateur-Photoaraphen als e r st e r Sieger hervor. Bei einer Beteiligung von 25 Nationen wurde der RDAF. für die beste Gesamtleistung mit der einzigen goldenen Medaille ausgezeichnet. Dieser schöne Erfolg ist nut möglich geworden durch die Zusammenfassung der deutschen Amateurphotographen im RDAF., die systematische Erziehungs- arbeit in den Photogruppen des Reichsbundes und die von der Bundesführung getroffene sorgfältige Auswahl der Bilder. Kreuzer „Emden" im rumänischen Hasen Konstanza. In Konstanza ging der deutsche Kreuzer „E m - d e n", aus Varna kommend, vor Anker. Die rumänischen Kriegsschiffe begrüßten das deutsche Kriegs- chiff mit 21 Salutschüssen. 62 Kadetten der „Emden" wurden von den Behörden von Konstanza empfangen und nahmen am Abend an einem Essen im Marineoffiziersheim teil. Ein Teil begibt sich nach Bukarest. Die „Emden" ist das erste deutsche Kriegsschiff, das feit 18 Jahren in einen rumant- scheu Kriegshafen einlief. Zweites Valkan-Gastspiel der Frankfurter Oper. Nach dem großen Erfolg der Gastspielreise der Frankfurter Over nach Süd-Ost-Europa (Bukarest, Sofia, Belgrad, Zagreb) im Frühjahr 1938 ist der Generalintendant der Städtischen Buhnen, Hans Meißner, eingeladen worden, eine zweite Gastspielreise zu unternehmen. Die Reise beginnt Anfang November und führt nach Athen, Die Jagd, die drei Tage lang London in Atem gehalten hat, ist dann auf unerwartete und friedliche Weise beendet worden. Die Schlange war entgegen der allgemeinen Behauptung nicht im Hyde Park, ie hat auch dort keinen Hund gebissen, kein Kind erschreckt, keinen Polizisten angegriffen — lauter Dinge, die mit Bestimmtheit erzählt wurden. Sondern während der Kaminkehrer . ihretwegen den Schornstein ausräucherte, Polizisten sie mit Hunden suchten und ängstliche Gemüter sich ihretwegen kaum noch auf die Straße trauten, lag sie richig unter dem Ueberzug eines Sofas und schlief. Als Mr. Conan Doyle, nach einem Sechspenceftück, Das dazwischen geglitten war, Aufätiig die Hand zwischen die Kissen steckte, faßte er die lang gesuchte Schlange. Trotz einer gewissen Peinlichkeit, weil er behauptet hatte, die ganze Wohnung mit der Gründlichkeit eines' Detektivs durchsucht zu haben, freut der Besitzer sich sehr, fein „Lieblingshaustier" wiedergesunden zu haben. Was aber soll man von den Zeugen denken, die versicherten, die Schlange durch das Gras des Hyde Parks haben gleiten zu sehen, oder der anderen, die sie in dem kleinen See mitten im Hyde Park schwimmend gesehen haben wollen? Und schließlich, was würde zu der ganzen Angelegenheit Sherlock Holmes sagen? Das Mädchen an der Kette. AS. Belgrad. Der Schlosser Thomas M. in Drpolje bei Esseg hatte seiner 17jährigen Tochter verboten, mit einem jungen Mann zusammenzukommen. Da die Tochter aber nicht gehorchte, fesselte der Vater sie mit der linken Hand an eine Kette, deren anderes Ende an einem Tischbein befestigt war. Auf diese Weise verhinderte er das Mädchen, sich gegen seinen Willen zu entfernen. Arn nächsten Tage wurde jedoch bei der Gendarrnerieftation in Drpolje eine geheime Anzeige gemacht, worauf einige Polizisten bei M. erschienen und seine Tochter losketteten. In der Strafverhandlung vor dem Esseger Kreisgericht machte der Vater zu seiner Entlastung geltend, daß ihn nur . die Sorge und die Siebe um sein Kind zu dieser , drastischen Maßnahme getrieben habe. Das Gericht verurteilte ihn aber ungerührt zu einem Monat , Arrest mit Bewährungsfrist. zofen verständen nicht zu kolonisieren Von dem, pxenn?nyum^ was sie in Nordafrika geleistet haben, ist vieles be- landesgerlcht Kiel. 1932 erfolgte feine ^eqeßung Sernsottt 2tlaier ist formell weder ein als Oberstaatsanwalt an das Ober andesgencht Rrotektorat wie Tunis und Marokko, wo ein- Naumburg und 1934 als Generalstaatsanwalt an beimische Herrscher ein Schattendasein führen, noch das Oberlandesgericht Celle. 1937 wurde er vom dn^ÄoIo^e; es gilt all ei n Stück Fr ank» Führer und Reichskanzler zum Oberreichsanwalt reich Wie dieses ist es in Departements geteilt, beim »0^6™^^ tn ®^rhnorer^"nt; die von Präfekten verwaltet werden, und steht nicht bis 1936 war er Mitglied der.Amtlichen^Strafpro- unter dem Kolonialministerium, sondern unter dem zeß-Kommission Am letzten Ne'ck)sparteitag hatte er Innenministerium in Paris. Man fährt am Vor- als Ehrengast des Führers tetlgenommen. Der mittag mit einem schönen großen, modernen Damp- tödlich verunglückte Erste'Staatsanwalt beim Volks- fer von Marseille ab und ist am nächsten Morgen gerichtshof Dr. Siegfried Gei pel war 36 Jahre in Algier, das der „Matin" die zweite Hauptstadt alt. Er war 1935 als Hilfsarbeiter zur Reichsan Frankreichs nennt. Von einer Viertelmillion Ein- waltfchaft beim Volksgerichtshof gekommen und wohner find über 170 000 Europäer. Hier bilden wurde am 30. Januar b 3. »um !^^sten Sta°tsan- die Franzosen auch wirklich die große Mehrheit, walt bei der Reichsanwaltschaft beim Volksgenchts- Algier ist ein Stück Frankreich jenseits des Meeres, hvf ernannt. Hätten die Franzosen Neigung und Talent zum cfeMtrtr pineS bäniftbctl BliKzuaeS Weekend-Fahren, hier wären sie in Afrika und doch lismus eine direkt antifranzösische Stimmung unter men5 Porch, der im 44. Lebensjahre stand. prall wurden acht Arbeiter, die an den Elektrifi- zierunasarbeiten der Strecke beschäftigt waren, don Den Wagen heruntergefchleudert und erlitten schwere Verletzungen. Ein Auko stand in Flammen. Nachts fuhr ein Personenkraftwagen, der aus- Richtung Bingen kam, bei Spay gegen einen entgegenkommenden Lastkraftwagen. Das Personenauto wurde gegen einen nachfolgenden zweiten Lastzug geschleudert. Hierbei explodierte der Benzintank;, im gleichen Moment stand der Wagen in Hellen Flammen. Der Fahrer konnte sich rechtzeitig in Sicherheit bringen, fein Begleiter mußte vom Fah« rer des Lastwagens aus dem brennenden Fahrzeug, herausgeholt werden. Fahrer und Begleiter, die beide Brandwunden erlitten, mußten in ein Koblenzer Krankenhaus eingeliefert werden. Don dem Perfonenwagen blieb nur das Fahrgestell übrig. Wilde Verbrecherjagd durch die Straften von Paris. Nachdem in letzter Zeit die tollen Gangsterstreiche in Marseille wiederholt den Gesprächsstoff der fron« zösischen Presse gebildet hatten, ist jetzt Paris der Schauplatz eines frechen Entführungsver- s u ch e s am hellichten Tage auf offener Straße gewesen. Ein reicher Ausländer, nach Pressemeldungen Amerikaner, wurde von fünf elegant gekleideten Gangstern von einer Kaffeehausterrasfe in einen be- reitstehenden Wagen geschleppt. Kriminalbeamte, die den Vorfall beobachtet hatten, konnten einen der Verbrecher sofort fest nehmen, während die anderen in dem mit Vollgas davonfahrenden Auto flüchteten. Eine wilde Jagd durch die ©traften begann, Schließlich konnte der Kraftwagen an einer Straßenkreuzung zum Halten gebracht werden; doch gelang es den vier Gaunern, nachdem sie mit Revolverkolben auf ihr Opfer eingeschlagen hatten, im allgemeinen Getümmel zu entkommen. Ein Polizeibeamter verfolgte einen der flüchtenden Verbrecher linb gab einen Warnungsschuß ab. Plötzlich drehte sich der Gangster um und schoß auf den PoliMen, ohne ihn jedoch zu treffen. Ein mutiger Mann stürzte auf den Verbrecher zu, schlug ihm den Revolver aus der Hand und hielt den Gauner fest, bis er verhaftet werden konnte. Es handelt sich um einen wiederholt straffälligen Korsen aus Ajaccio. Die übrigen drei Täter konnten bisher noch nicht gefaßt werden. Bukarest, Sofia und Belgrad. Unter der künstlerischen Gefamtleitung des ©eneralmtenbanteh gelangen zur Aufführung: Wagners „Ring der Nibelungen" und Mozarts „Figaro". Außerdem ist eine Reihe von Konzerten vorgesehen. Lynchjustiz in Amerika. In Rufton in Louisiana (USA.) ist ein 19jähriger Neger, der im Verdacht stand, vor einigen Tagen einen Weißen nachts in seinem geparkten Auto er- ch[agen zu haben, von einer bewafneten Menge , e 1 yncht worden. Die Lynchmörder führten den Neger außerhalb der Stadt, knüpften ihn dort an einem Baum auf, entzündeten gleichzeitig darunter ein Feuer und schossen mit Schrotflinten auf den Neger. Außerdem wurden dem Gelynchten glühende Schüreisen in den Körper gestoßen. Gefährliche Fifcherbeule. Einen nicht alltäglichen Fang machten zwei Fischer in den Gewässern von Triest. Mit ihrem Schleppnetz fischten sie eine Treibmine von bisher nicht feststellbarer Herkunft im Gewicht von 300 Kilogramm auf. Die Mine, die eine Ladung von etwa 100 Kilogramm Sprengstoff enthält, wurde mit der größten Vorsicht an Land gebracht und von der Hafenbehörde in Verwahrung genommen, die für Die Zerstörung Der Mine Sorge tragen roirD. Betriebsunfall in Obecilalien. Ein schwerer Betriebsunfall war auf Der Elsenbahnstrecke zwischen Parma und La Spezia zu beklagen. In Der Nähe Der Ortschaft Citerna Taro stießen zwei mit Arbeitern besetzte Werk- karren mit größter Wucht zusammen. Bei Dem An- Meter vom Flugfeld entfernt abstürzte, sofort in Flammen aufging, kam jede Hilfe zu spat. Die Insassen, Darunter ein Kind, waren sämtlich englische Staatsangehörige. Nach einem Augenzeugen- bericht soll Die Maschine schon in Der Luft Feuer gefangen haben. Unter Den Opfern befindet sich auch ein Bauer, der auf einem Acker arbeitete und erschlagen würbe. — Das Unglück ist eines Der schwersten, Das Die britische Zivilluftfahrt je erlebte. Riesige Waldbrande in USA. Der Pariser „Matin" bringt an auffallenDer Stelle einen Artikel, der mit der These beginnt, । getraut harte, tsie pno auiy mun *'**•_ man müsse Die Politik machen, Die „v o n Derauf.DasHinterlandvonCasablancaistDermaror- Geographie geboten" roerbe. Frankreich fei konische SchwarzerDe-Gürtel, Der an AusDehnung ein we st europäisches Land, das sich über UnD natürlicher Eignung für Den Weizenbau tn Das Mittelmeer hinüber nach Afrika hinein flan3 Afrika nicht seinesgleichen hatt . erstrecke. Hier lägen feine Lebensinterefsen, Eng- Nach Klima und Boden ist ^^asilch^aro- land, Belgien, Italien, Spanien seien Die ßänDer, atrtfa den übrigen Mittelmeerländern ahmich. Cs mit Denen man Verträge schließen müsse; Frank- bringt Korn, Del und Wem hervor, die beiDen reichs Sicherheit läge nicht an der Donau, nicht an letzteren in wachsender Menge. Algier yr e i ns Der Weichsel, nicht am Bosporus, sondern an den der ersten Weinländer Der Eroe ge- Vogesen, den Alpen, den Pyrenäen und am worden. In Den Ofioenplantagen bei Ssax tn -bune- A t l a s. Hier müsse es seine Kräfte konzentrieren, finD über 14 Millionen Oelbaume angepftanz . anstatt Den Gendarmen in Mittel- und Osteuropa Dazu kommt Der Reichtum an Mineralien. Ueberall zu spielen. Di-,- Reihe von Thesen schließt bann -"'' bi nnker. mit Dem lapidaren Satz: „Frankreich hat z w e i hem Hauptstädte, Paris und Algier!' Eisen. Auch Der Vie Frankreichs nordafrikanisches Reich umfaßt Die drei Länder Marokko, Algier und luniM Administrativ werden zu Algier und Marokko auch noch Teile Der Sahara gerechnet. Laßt man Diese außer Betracht, so hanDelt es sich um ein Gebiet etwa von Der Größe Frankreichs, das zum größten 3utt1 Tode Teil von Den Ketten Des Atlasgebirges mit Da- zwischen gelauerten Tälern und Hochländern erfüllt -eS D&etTetCP6antt>OlT0 POFC!?. MMZWtzHMZML arabifkrt sind. Die Stadtbevölkerung hat viel re.r, «n,50. Sebens^r. 6t mürbe in JUUbawen, äx ä. .. als Frlzo en naturalisiert, bewahren' jedoch ge- kam » Gerichtsasies °r zur Staatsanwaltwa t WmÄX die Sran. ferne Ärftänb'en niZt zu' toÄeren. Son bem. Ernennung -um Ersten StaabOber Kostbare Wälder bedecken in Marokko anderthalb Millionen Hektar Gebirgsland; auch Almer ist keineswegs waldlos. Drei Viertel Des gesamten Wirtschaftsverkehrs von Französisch - Nordasrika gehen zwischen Frankreich und seinem Besitz an Der gegenüberfiegenDen Küste Des Mittelmeers hm und her. Das einzige, was Den Franzosen fehl t, um Das koloniale NorDafrika auf Die höchst mögliche Höhe zu bringen. Das finD — Menschen. Im Altertum zählte allein Die römische Prokonsular- prooinz Afrika, Das heutige Tunesien, an 300 Städte. Ebenso viele von Den Karthagern im marokkanischen SchwarzerDe-Gebiet gegrünDeten Ortschaften wurden dort durch den Einbruch eines kriegerischen Gebirgsvolks aus dem Atlas zerstört. Man kann noch heute von Tunis bis Marokko durch römische Ruinenstädte reifen, von denen in manchen jetzt wissenschaftliche ftanzösische Ausgrabungsarbeit Er MMionensL Dem EU en, ManQ an, u no^ ein wirkliches zweites Paris werDen. Mr den Büchertisch. Biographische Romane. — Arnold Ulitz: Der Gaukler von London. Das Leben des Daniel Defoe. Roman. Preis brcftch. 5,20 Mark, in Leinen gebunden 6,80 Mark. Verlag W. G. Korn, Breslau. — (278) — In diesen Tagen sind 250 Jahre vergangen, feit- 6em die „glorious revolution“ den letzten Stuart- König vom Thron segle und mit Wilhelm dem Dränier eine neue Aera der Englischen Geschichte onbrach. Daniel Desoe, gemeinhin nur bekannt als Verfasser des unsterblichen „Robinson Crusoe", hat das moderne England aus der Taufe heben helfen. Dieser Londoner Strumpfhändler war ein durch und durch politischer Mensch, der als Dissenter in dem Streit zwischen dem starrköpfigen Jacob III. und dem sich gegen eine katholische Restauration zur Wehr setzenden englischen Volk leidenschaftlich Par- tei ergriff, erst als Mitläufer des unter dem Henkerbeil endenden Herzogs von Monmouth, dann als politischer Agent des Oraniers, der Beruf und Familie, Leib und Leben einsetzte, um mit der Kraft feiner Feder die Wendung heraufführen zu helfen, von der er sich Sicherung ber politischen und religiösen Freiheit versprach. Unter der Königin Anna bricht seine Passion an. Im Kerker von Newgate erlebt er die Vision seines Robinson Crusoe, aber erst in seinen letzten Lebensjahren soll es zur Niederschrift des Buches kommen, das seinen Namen unsterblich machen wird. Jahre tiefster seelischer Er- niä)rigung liegen dazwischen, Jahre, in denen er gezwungen wird, als bezahlter Skribent seine Begabung in den Dienst der jeweiligen Regierung zu stellen. — Arnold Ulitz hat mit dichterischer Intuition den Bruch im Charakter dieses genialen Mannes erfaßt, in dem Phantasie und Wirklichkeit miteinander rangen. Und er stellt ihn in ein Zeitbild von leuchtenden Farben, das die erregenden Momente dieser Schicksalswende des britischen Volkes in scharfen Konturen zeichnet. Hier ist ein historischer Roman von einer Kraft der Einfühlung und Gestaltung, die uns eine ganze Epoche in dem Charakterbild eines interessanten Menschen packend nahezubringen weiß. Fr. W. Lange. — Joseph Handl: Klei st. Spiegelbild einer Seele. Roman. 269 Seiten. Brosch. 4 Mk., Seinen 5,80 Mk. Verlag W. Scheuermann, Wien I. — (315) — Merkwürdiges Zusammentreffen: ungefähr zur gleichen Zeit wie Molos „Geschichte einer Seele" erschien in Wien ein zweiter Kleist-Roman, dessen Titel, abermalige Duplizität der Ereignisse, ebenfalls an die vom Dichter vernichteten Dagebuch-Aufzeich- nungen anklingt. Auch bei Handl findet sich übrigens die Würzburger Bibliotheksgeschichte neben vereinzelten, als Zitate kenntlich gemachten Briefstellen,.so den berühmt gewordenen, verzweifelten Worten an Ulrike aus St. Omer, auf dem Wege nach Boulogne, vom 26. Oktober 1803. Handl hat aber für seinen Roman eine andere Konzeption gewählt als Molo: „Die Rahmenhandlung, die das vorliegende Bildnis der Seele Kleists umschließt, setzt in den Nachtstunden des 20. November 1811 auf dem Zimmer Kleists beim Gastwirte Stimming am Wannsee bei Berlin ein. Sie endet in den frühen Morgenstunden seines Todestages, den 21. November 1811 .. Was dazwischen liegt, ist der Versuch einer Rekonstruktion jener in der letzten Nacht vom Dichter verbrannten Tagebuches. Die Aufzeichnungen alledern sich in Handls Fassung in drei große Abschnitte: Im Kampf um die innere Vollendung — Im Kampf um Deutschlands Befreiung — Tragisches Geheimnis. Das Ganze wirkt wie ein langer, leidenschaftlicher Monolog, der noch einmal die entscheidenden Stationen eines verlorenen, zu Ende gehenden Lebens ins Gedächtnis zurückruft: freilich ganz überwiegend in den Worten Handls, nicht Kleists; der Einsoll zeugt gewiß von Phantasie und Wagemut, aber er bedeutete zugleich doch so etwas wie den Versuch einer Nach- und Neuschöpfung der Niederschrift Kleists, ein Unternehmen, über dessen Voraussetzungen und Aussichten der junge Wiener Autor kaum in Zweifel gewesen fein kann. Auch feinen sehr ernstlichen Bemühungen um die Er- fenntnis einer der großartigsten Gestalten unserer Dichtung wird indessen die Anerkennung nicht ver- sagt bleiben. Hans Thynot. Europäische Kunst. — 21. E. Brinckmann: GeistderNotio- n e n. Italiener — Franzosen — Deutsche. 271 Seiten mit 60 Tafeln und 5 Textabbildungen. (Europa- Bibliothek, herausgegeben von Erich Brandenburg, Erich Rothacker, Friedrich Stieve, I. Tönnies.) Hoffmann und Campe Verlag, Hamburg. — (272) — Der früher in Köln, jetzt in Frankfurt wirkende Kunsthistoriker Professor D. A. E. Brinckmann legt mit seinem „Geist der Nationen" ein sehr umfassendes, kluges und gelehrtes Buch vor, dessen Ziel, goni allgemein, in dem knappen Satz zusammengesaßt wird: sich verstehen, um sich zu verständigen. Eine ausgezeichnete Devise. Man kann das Werk eine auf die Grundlinien verkürzte, komprimierte Kunstgeschichte Europas ober der für die Entwicklung der europäischen Kunst maßgebenden Nationen nennen, das Besondere daran und das für Brinckmanns Absichten Charakteristische ist der weltoffene Blick der Darstellung, die gleicherweise vom deutschen rote vom europäischen Standpunkt aus an die uberroalhgeiwe Fülle des Stoffes herangeht. Brinckmann wendet sich gegen die enge und einengende Methode eines kunstwissenschaftlichen Spezialistentums: ihm kommt es auf die großen Linien, auf das Flutende einer breiten Entwicklung, auf das über die Grenzen hinaus Gemeinsame an, auf den Austausch und die mancherlei Wechselwirkungen im Bereiche der Gelstesgescnichte und zumal im Raume der bildenden Künste durch die Jahrhunderte hin. So ließ sich das Buch im wesentlichen in zwei große Hauptabschnitte aufgne- dern: der erste ist überschrieben „Entfaltung der Form" und umreißt im Ueberblid einige der ent- scheidenden Entwicklungsstadien: die romanische Plastik des 12. und 13. Jahrhunderts in Frankreich und Deutschland: die Entwicklung des Naturalismus im 14. Jahrhundert in Italien und Burgund; die Schaf- fung des Raumes im 15. Jahrhundert; das Problem des Barocks im 16. und 17. Jahrhundert; Einzig- artigfeit der deutschen Kunst im 18. Jahrhundert. Der Zweite, unter der Ueberschrift „Geist der Nationen , faßt, hierauf aufbauend, die drei Konstanten zusammen, die national begründeten und ausgebildeten Wesensformen und Werte, die als Sinnlichkeit (Italien), Rationalität (Frankreich) und Vergeistigung (Deutschland) umschrieben und, durchaus großzügig, gedeutet werden. Die Schlußadschnitte sehen die euro- päische Gemeinschaft in „Nehmen und Geben" und in Der „Ideologie dreier Nationen" noch einmal im großen Entwicklungs- und Wesenszusammenhang. Brinckmanns Darstellung, überlegen und geistvoll, Zeugt von einer außerordentlichen Detailkenntnis und Belesenheit (auch auf den nicht spezifisch kunst- geschichtlichen Rand- und Nachbargebieten). Sie eröffnet eine Menge neuer Gesichtspunkte, Problemstellungen und Anregungen und geht mit einer freimütigen Aufgeschlossenheit temperamentvoll an die Dinge heran. Das Buch ist freilich, auch für den gebildeten Laien, nicht leicht zu lesen; es setzt immerhin beträchtliche Spezialkenntnisse voraus. Vorzüglich ist, großenteils nach Aufnahmen des Verfassers, das Bildmaterial, das neben bekannten auch eine ganze Reihe selten gezeigter Werke enthalt; es sind Stücke darunter, die nicht nur den Laien überraschen werden. Hans Thyriot. — Europäische Künstlerbriefe. Bekenntnisse zum Geist. Eingeleitet und herausgegeben von Gustav R. Hocke. 205 Seiten. Karl Rauch Verlag, Leipzig-Markkleeberg. — (392) — Goethes berühmte Sentenz „Bilde Künstler! Rede nichts kann angesichts einer solchen Sammlung weder ihren ursprünglichen Sinn verlieren noch ein Unternehmen fragwürdig machen, dessen Wert durch manche Vorläufer ähnlicher Art bekräftigt werden könnte: doch wird sich der Leser schon beim flüchtigen Blättern in diesen „Bekenntnissen zum Geiste" davon überzeugen müssen, wie ungemein, oft überraschend, manchmal erschütternd, das gesprochene (oder geschriebene) Wort das gestaltete Bild zu vertiefen, zu erhellen, vom Menschlichen und Persönlichen her zu verdeutlichen oder zu bestätigen vermag. Die Sammlung hat sich die Aufgabe gestellt, „einiges vom hervorragend Beispielhaften an Selbstzeugnissen über Künstler, Kunstwerk und Schicksal des Künstlers zu vereinigen ..." Diese Zeugnisse, vorwiegend aus dem 19. Jahrhundert stammend und nach Nationen zusammengefaßt und gegliedert, vereinen Bekanntes und Unbekanntes. „Für die Aufnahme eines Textes mar bestimmend die Intensität der Aussage, soweit sie sich auf das ... Wesentliche beschränkt: auf die Selbstauffassung des Künstlers, seiner eigenen Arbeit, seines Verhältnisses zur Umwelt, seiner vom Schaffen her bedingten Not ..." Aus Deutschland finden wir da beispielsweise einen Brief des Romantikers Philipp Otto Runge über die Elemente des Kunstwerkes, einen Brief Georg Büchners über „Dantons Tod", Briefe von Grillparzer über Lyrik, von Hebbel über Goethes Gretchen und Klärchen, von Richard Wagner, von Nietzsche, von Stifter, von Marses ... Aus Frankreich: Delacroix über Malerei und Poesie, Monet über die Augenblicksmalerei ... Aus England sind u. a. Keats, Shelley, Elisabeth Barrett, Joseph Conrad und Galsworthy vertreten ... Ibsen schreibt an Björnson über eine Besprechung des „Peer Gynt", Tschaikowsky über den „Vorgang des Komponierens", Verdi über musikalische Inspiration und künstlerische Ueberzeugung, Pirandello (an seinen kriegsgefangenen Sohn) über seine Komödien und über den Segen der Arbeit, „kein besseres Mittel gegen das Uebel dieser Welt" ... Das ist eine kleine Auswahl, die einen Begriff davon geben wird, was den Leser hier erwartet. Der Herausgeber hat der Sammlung eine geistvolle Einführung mitgegeben. Die Quellenhinweise zum Schluß bilden eine willkommene Ergänzung. Hans Thyriot. Wildente, Eisvogel und Libelle. Erzählungen aus dem Tierleben der Heimat. Der Hugo Bermühler Verlag, Berlin-Lichterfelde, dessen volkstümlich naturkundliche Veröffentlichungen wir an dieser Stelle seit Jahren verfolgt und besprochen haben, legt drei neue schmucke Bildbücher vor, welche, inhaltlich voneinander verschieden, aus dem gleichen Grundgedanken heroorgegangen sind und die in den seither erschienenen Büchern des Verlages verwirklichten Bestrebungen auf eine anziehende und einleuchtende Weise fortführen: den Leser in gemeinverständlicher, aber wissenschaftlich einwandfreier und zuverlässiger Form im Sinne eines neuerwachten deutschen Naturgefühls und der vorn Staate ausdrücklich und liebevoll geförderten Natur- und Heimatschutzbewegung mit den vielfältigen Erscheinungen des heimischen Tierlebens vertraut zu machen, sind die drei neuen Erzählungen vorzüglich geeignet. Da haben wir zuerst die Geschichte einer Wildente. (E r p. Die Geschichte einer Wildente. Von Werner Hagen. 158 Seiten mit 12 künstlerischen Textzeichnungen. Leinenband mit mehrfarbigem Schutzumschlag 3 RM. — [421] —) Das ist ein richtiger kleiner Lebensroman aus der Voaelwelt, aber, wie sogleich hinzuaefügt werden muß, ohne romanhafte Phantasterei, biologisch stichhaltig, auch ohne fälschende und naturferne Vermenschlichung. Gerade in ihrer Naturnähe und Naturtreue ist die Geschichte der Wildente Erp überaus fesselnd, ja stellenweise dramatisch spannend, und der Leser wird das bewegte Leben des stattlichen bunten Wasiervogels, das wunderlicherweise in einem verlassenen Krähenhorst beginnt und im Feuer einer Wildschützenbüchse endet, mit tiefer Anteilnahme verfolgen. — Seltener und minder allgemein bekannt als die Wildente ist der Eisvogel. (T i»i t. Die Geschichte eines Eisvogels. Von Kurt Knack. 157 Seiten mit 12 künstlerischen Textzeichnungen. Seinen» band mit mehrfarbigem Schutzumschlag 3 RM. — 1419] —) Ein ausgezeichneter Kenner hat das Leben dieses . kleinen, farbenprächtig gefieberten Fischers belauscht und überaus anschaulich nacherzählt: feinen Kampf ums Dafein und um den Nahrungsraum, feine Jagdzüge und feine Wohnungssuche, die Begegnung mit dem Menschen und „die dunkle Stunde", das Ende des Eisvogels in den mörderischen Fängen des Kauzes. — Die dritte Tiergeschichte, eine anmutige Erhellung geheimnisreich-sinnvoller Naturvorgange, ist der Libelle gewidmet. (A g r i o n. Die Geschichte einer Libelle. Von Werner Heinen. 154 Seiten mit 24 künstlerischen Textzeichnungen. Leinenband mit mehrfarbigem Schutzumschlag 3 RM. — [420] —) Hier wird in beschwingter Sprache, der doch nie die wissenschaftliche Genauigkeit mangelt, die sommerlich kurze Lebensgeschichte einer siloer- flügligen Wasserjungfer vor uns ausgebreitet, und auch diese Geschichte ist nicht allein lehrreich und zu mancherlei eigenen Entdeckungsfahrten und Natur- beobachtungen anregend, sondern auch so ereignisreich und spannend, wie man es meist nur von menschlichen Biographien gewohnt ist. — Allen drei Erzählungen gemeinsam ist die den Text anschaulich begleitende zeichnerische Bebilderung und die ebenso geschmackvolle wie gediegene verlegerische Ausstattung: die hübschen, schlanken Bände sind eine Zierde und Bereicherung für die Bibliothek des Naturfreundes. Hans Thyriot. Napoleon und Talleyrand. Emil Darb: Napoleon und Talleyrand. 520 Seiten mit 8 Abbildungen. Preis kart. 10,50 Mk., in Seinen 12 Mk. Verlaa Emil Roth, Gießen. — (323) — Talleyrand, der Außenminister Napoleons und in vieler Beziehung sein politischer Gegenspieler, verdient gewiß das lebhafte Interesse, das man ihm heute wie manch anderen hintergründigen Gestalten der Geschichte entgegenbringt. Die Haltung dieses Mannes, dessen viel verschlungener Lebensweg vom Bischof des ancien rägime zum Mitläufer der Revolution, zum ersten außenpolitischen Ratgeber und Großwürdenträger des Kaiserreichs und schließlich wieder zum Diplomaten der Restauration, dessen in vielen Farben schillernder Charakter, dessen Habsucht, Feilheit und abgrundtiefe Unmoral selbst seinen an die Wandelbarkeit der Dinge gewöhnten Zeitgenossen absonderlich und unheimlich erschienen waren, läßt sich erst im weitschauenden Rückblick an Hand der immer noch nicht erschöpften Quellen völlig klarieren und gerecht beurteilen. Darb, ein französischer Historiker, Dessen ausgezeichnetes, alle vorhandenen Dokumente sorgfältig prüfenbes Buch hier in einer von Dr. Willy Grabert besorgten beutschen Uebersetzung vorliegt, hat durch die ausgiebige Benutzung der soeben erschienenen Memoiren Caulain- courts, der als Großstallmeister ständiger Begleiter des Kaisers und in vielen Dingen sein Vertrauter war, für die Geschichte der schon psychologisch recht verwickelten Beziehungen Napoleons zu Talleyrand manch neue und interessante Gesichtspunkte aufgedeckt. Der Kaiser ist ein Mann, der, obwohl er Frankreich in beispiellosem Siegeszug auf den Zenit feines Ruhmes führt, sich immer mehr isoliert. Die französische Aristokratie, die der Kaiser an seinen Hof zieht, um ihm und seiner jungen Dynastie das Air der Tradition und Ebenbürtigkeit zu geben, hat wohl in Napoleon Öen Sieger über die Revolution, den Wiederhersteller der Ordnung begrüßt, empfindet ihn aber mehr und mehr als unbequemen und gefährlichen Usurpator, dessen unstillbarer Machthunger vorn französischen Volke furchtbare Blutopfer fordert und dessen die europäische Ordnung vernichtenden Kriege Frankreich der Rache der ganzen Welt aussetzen. Napoleon weiß, baß seine Eroberungspolitik an feinem eigenen Hof die erbittertsten Gegner hat. Er ahnt auch, baß Talleyrand, an Klugheit und Geist, aber auch an Skrupellosigkeit allen weitaus überlegen, es nicht aufrichtig mit ihm meint, aber er weiß nichts von dem verräterisches Doppelspiel, das fein Außenminister und Großkammerherr ein volles Jahrzehnt hindurch zwischen ihm und den ausländischen Kabinetten treibt. Vielleicht liegt es in der Natur des Usurpators, daß er nicht durch Vertrauen, sondern durch gemeinsame Schuld seine Günstlinge an sich zu inben sucht. Er braucht nicht Mitarbeiter, fonbern Kreaturen. So geht fein Streben bahin, rote Caulaincourt so auch Tolleyranb burch Verstrickung in das Verbrechen an dem Herzog von Enghien vor ihren aristokrattschen Genossen bloßzustellen. So zwingt er Talleyrand, den ehemaligen Bischof, zu der ihm peinlichen Ehe, um ihm eine Versöhnung mit dem Papst für immer zu versperren. So bestimmt er ihn in Valenxay zum Kerkermeister ber spanischen Bourbonen, um ihn vor den französischen Legitimisten und vor dem Ausland unmöglich zu machen. Talleyrands Rache für diese Erniedrigung ist der Verrat. Aber er greift zu dieser Waffe nicht aus persönlicher Rachsucht allein, nicht allein aus Habgier nach den BestechunasgeDern, die von Wien und St. Petersburg reichlich fliehen, sondern aus tiefer politischer Ueberzeugung, daß Frankreich wieder auf feine „natürlichen Grenzen" zurückge- führt werden müsse, wenn Napoleons Imperium nicht mit einer furchtbaren Katastrophe enden soll. Er hat diesen Standpunkt schon als Revolutionär und durch alle Wechselfälle der Politik hindurch mit tiferner Folgerichtigkeit vertreten. In allen Briefen, die. den Kaiser zu den vielen Siegen beglückwünschen, kehrt immer die Wendung wieder, den Gedanken, daß jeder Sieg ein Schritt zum Frieden sein müsse, dem Kaiser nahezubringen. Erst als alle diese Versuche, den Kaiser zum Einlenken zu bewegen, vergebens sind, beginnt Talleyrand, Hand in Hand mit Metternich und Alexander von Ruß- land, auf den Sturz Napoleons hinzuarbeiten. Sicher gehörte zu biefent Dovpelspiel ein Mann von ber grenzenlosen Gewissenlosigkeit unb inneren Kälte eine-3 Talleyrand, aber er besaß auch die Schärfe des Verstandes unb ben politischen Weitblick, bie Grenzen zu sehen, mit bereu lieber- schreiten Napoleon seiner Herrschaft selbst bas Grab schaufelte. Darbs feffelnbe Monographie arbeitet biefe Gedanken äußerst plastisch heraus. Sie darf auch vielleicht als ein interessantes Dokument für bie Beurteilung gewertet werden, die Napoleons strahlender Komet im heutigen Frankreich erfährt. Darb schreibt: „In ber Erinnerung an das Erste Kaiserreich glaubt Europa bei ben Franzosen noch immer an einen Nationalismus, ber stets zum Angriff bereit ist. Bei ben Franzosen selbst hat bie Ungeheuerlichkeit des napoleonischen Genies ein Jahrhundert innerer Unruhe heraufgeführt unb ein solches Mißtrauen gegen bie Macht eines einzelnen erweckt, daß bie Autorität selbst in Gefahr geriet. Hat die furchtbare Hekatombe, die der Größe Napoleons geopfert wurde, unsere Rasse damals nicht fast zur Erschöpfung gebracht unb im 19. Jahrhunbert nicht unseren katastrophalen Vorsprung in bem Geburtenrückgang heraufbeschrooren?" Darb fügt biefen Gebauten noch ein Wort bes Marschalls Fach am Grabe bes Schlachtenkaisers hinzu, „wichtiger als der Krieg ist ber Friebe" unb sagt, baß Talleyrand als einer ber ersten „Europäer", ber erste ber großen Realpolitiker, Ansichten vertreten habe, bie heute noch von allen benen beachtet werden, denen es ernstlich um die Erhaltung des Friedens zu tun ist. Fr. W. Lange. Floreniinisches Bilderbuch. — Rudolf Pestalozzi: Florenz. Kark. 4 Mark. F. Bruckmann KG. Verlag, München. — (368) — Ein Bilderbuch von Florenz, die Ausbeute einer Frühlingsreise mit der Leica. Der Verfasser gibt auf wenigen Seiten eine ganz knappe Einte i- tung, bie dem Jtalienreisenden im allgemeinen und dem Entdeckungsfahrer mit ber Kamera im besonderen allerlei Anregungen und nützliche Hinweise vermittelt. Den Hauptteil des Bandes machen die Bilder aus, vorzügliche Aufnahmen eines geschulten und erfahrenen Photographen, der sein Handwerk versteht, künstlerischen Blick unb Spürsinn verrät. Da breitet sich bie zauberhafte Stadtlandschaft am Arno-User hin, da sind alle die Kostbarkeiten, die dem gebildeten Deutschen schon bei der ersten Nennung des Namens von Florenz gegenwärtig fein werden: Dom und Palazzo Vecchio, Uffizien und Pcftazzo Pitti, S. Maria Novella unb S. Croce, Dante-Denkmal unb S. Miniato. Aber neben ben Berühmtheiten, die niemand in Florenz übersehen wird, enthält das Buch auch abseits der breiten Besucherftraße liegende, überaus reizvolle Einzelheiten, von der Leica gleichsam nebenbei und im Vorüber, gehen eingefangen unb mitgenommen: Rosen und Majoliken, Strohhutmarkt und Antiquitätenstand, eine kleine Kutsche im Regen, einen Kinderschwarm, Ochsengespann, Eseltreiber unb einen mit Chianti- flaschen über unb über belabenen Karren. Solche Intimitäten ergänzen bas reiche Gesamtbilb, das sich unter dem Namen Florenz zusammensassen läßt, kaum weniger charaktervoll als etwa der Campanile, der Ponte Vecchio, der großartige Treppenaufgang zu S. Miniato al Monte, die Hügel von Fiesoie und die lebhaft gewellte Landschaft der Toscana. — Alles zusammen: ein Buch, das dem Leser Lust macht, feinen Koffer zu packen ... Hans Thyriot. Für unsere Kinder. — Hans im Glück. Ein Märchen ber Brüher Grimm. Mit bunten Bilbern von Willi Harwerth. Nr. 530 ber Insel-Bücherei. Preis geb. 0,80 Mark. Insel-Verlag, Leipzig. — (338) — Das Märchen von Hans im Glück, dem munteren Burschen, der ben Klumpen Gold gegen ein Pf erb eintauscht unb weitertauschenb zu Kuh, Schwein, Gans und Wetzstein kommt, bis er endlich auch ihn verliert unb allen Besitzes ledig zur Mutter heimkehrt — das heiter-weise Märchen der Brüder Grimm erscheint uns, wenn wir es jetzt mit den Bildern Willi Harwerths empfangen, als tue es uns erst jetzt alle Schönheit kund'. Mit einfachen Linien unb zarten Farben hat ber Künstler ben kleinen Hans in feine Welt gestellt. Zu ben Bildern fügt sich ber Text in der Schreibschrift Rudolf Kochs, so aber, baß sich immer nur Bildseiten und Schriftseiten getrennt voneinander gegenüberstehen. Bei den ganz Kleinen wird dies auch im äußeren Gewand reizend ausgestattete Märchenbuch viel Freude des Betrachtens wecken. Den Abc schützen wird es eine schwere Arbeit erleichtern. Unb viele Große werden wieder gern in die Schule gehen. — Paul Alverdes: Das Schlaftürlein. Ein Märchen. Mit vielen mehrfarbigen Bildern von Beatrice Braun-Fock. In Halbleinen ge- bunben 2,80 Mark. Verlaa Albert Langen-Georg Müller, München. — (270) — Wie die reizende Geschichte vorn Männlein Mittentzwei, dessen böser Zauber ein zwar schmerzliches, aber wohlverdientes und für alle Kinder glückliches Ende fand, wird auch dieses neue Märchen von Paul Alverdes von jung und alt mit lautem Jubel begrüßt werden. Denn allzu gern will doch jeder einmal einen Blick durch das Schlaftürlein tun und das weite Reich kennen lernen, das voller Wunder unb Rätsel dahinter verborgen liegt. Abend für Abend öffnet es sich den Kindern, wenn der Sandmann das Glöckchen Sttllefein läutet unb sie nach fröhlichem Spiel zum Schlafe ruft. Dann kommen sie eilenbs ange- trappelt, und eines ums anbere sucht sich vergnüglich seinen liebsten Platz. Da ist der Schön-Träume« Saal mit ben Traumesbäumen, unter denen es sich herrlich schlafen läßt, während die Engelein eine feine Musik dazu machen und alle Träume wie durch Zauberschlag in Erfüllung gehen. Diese Märchenwelt, in der es so behaglich und luftig zugeht, wie es sich alle kleinen Kinder so recht von Herzen wünschen, könnte selbst in Wirklichkeit nicht schöner unb bunter sein als sie Beatrice Braun-Fock in ihren prächtigen Bilbern dargestellt hat. Sie sind ob ihrer heiteren Anmut unb ihrer drolligen Scherze verlockend genug, dieses köstliche Märchenbilderbuch klein unb groß zum guten Freunde zu machen. — Werner Bergengruen: Zwiesel, ch e n. Mit Bilbern von Marianne Scheel. Ganzl. 4,80 RM. K. Thienemanns Verlag, Stuttgart. — (399) — Es lohnt sich, bie Bekanntschaft Zwiesel» chens zu machen, biefes kleinen, aufgeweckten Jungen, über dessen Einfälle unb Abenteuer alle Kin» ber viel lachen werben. Mit seinem Onkel Sebastian darf Zwieselchen in den Zoo, wo ihm bie Tiere aus ihrer fernen Heimat erzählen. Zwieselchen lernt auch einen Osterhasen persönlich kennen, dem er eine heimliche Botschaft fenbet, bamit ihn ber böse Jäger nicht erschießt. Ein andermal bars Zwieselchen mit seiner Tante Marlene im Flugzeug ins Seebad reifen. Zuletzt sitzt bas Zwieselchen neben feiner Großmutter auf bem Sofa, und sie erzählt ihm von ihren Jugenberlebnissen mit dem spitzbübischen Zi- geunerjungen Turu-Me, mit bem zusammen sie Haus, Hof unb Felb durchstreifte. — Durch die weite Welt, Band 16, Natur, Sport, Technik. Mit einer großen mehrfarbigen Schautafel, rund 400 Textöübern, einer Flugzeugbestimmungstabelle unb einem großen Preisausschreiben. Leinen RM. 5,60. Franckh'sche Verlagsbuchhandlung, Stuttgart. — (350) — „Durch bis weite Welt" — so heißt bas große beutsche Jungenbuch. Liebe zur Heimat -mb Sehnen in lockende Fernen wird in dem Jungen geweckt; die Welt der Technik unb bes Sports und ber stillen Besinnung öffnet sich bem Jungenherzen; Ratgeber für ben Bastler, Wegweiser in bie Astronomie, Führer burch die Erbkunde unb Helfer bei Hunderten von luftigen Spielen und ernsten Beschäftigungen — bas alles ist biefes Buch, in bem Hunberte von feinen Bilbern unb fesselnde Texte miteinander wetteifern. Wir find in Oesterreich und Schanghai, wandern über Die Nibelungenstraße, besuchen Sven Hebin, gehen auf Fahrt unb Abenteuer und erleben Jungenstreiche unb Soldatenzeit. „Durch bie weite Welt" ist eine Funbgrübe für jeden rechten Jungen; es erweitert Gesichtskreis unb Wissen, spornt die Jugend am Beispiel frischer Jungen unb Männer, bie etwas geleistet haben, zum Selbstbenken an, zum Seldstschaffen unb zu zielbewußtem Ausnützen ber Freizeit. i Statt besonderer Anzeige. Julius Wellhöf er im Alter von 68 Jahren. Gießen, Seltersweg 52 Gießen (Marburger Straße 24), den 5. November 1938. 7107V S Ü KÄ und prompt^ aus pflanzlichen Bestandteilen | Mitglied der Elektro-6emeinschaft 13 Uhr. Fernruf Nr. 2129. 6975D gan 7151 A Kreuzplatz 3 GIESSEN RM. 2.75 u. 4.50 Jflger-Llkör Gießen, Bahnholstr. 49, Bit 3941 Abführ-Perlen . HÖHENSONNE AU kommt durch die Welt Koffer _ f^ABEN,Vu C(Cffück(H Trachten b er 0 ftmark Anspamge Meinanzeigen werben zum er« mäßigten Grund, oreis von s Pf. fürdieMMimeter. teile veröffentlicht Werbe-Drucksachen liefert Brühl’sche Druckerei Im Namen der tieftrauernden Hinterbliebenen: Wilhelmine Wellhöf er, geb. Nickel. „Idun“ der Gesundheitssand hält Ihren „Liebling“ gesund lfiWaef Zee. ßtetoSeltersw.6,TeM292 Ein Schädling macht die Wäsche grau Im Wäsdiegewebe ritzt nämlich Kalle, der vom harten Wasser herführt. Verkalkte Wäsche behindert die Hautatmung, weil sie in starkem Grade die Fähigkeit verliert, den Körperschweiß in sich aufzunehmen. Schützen Sie Ihr Wäschegut dagegen. Persil verhütet die schädlichen Kalkablagerungen des harten Wassers. Persil-gepflegte Wäsche ist geschmeidig und porös, sie wirkt sdiweißaufsaugend und fördert dadurdi das körperliche Wohlbehagen. Nicht nur gewasdien, nicht nur rein • persil-gepflegt soll Wäsche sein! Pckg. RM 0.30 u. 1.15, Kurpck. 4.- in Apotheken u. Drogerien Ferner einen guten Korn oder Wein- brand, Kl sch, Dornkaat. Alles äußerst preiswert 1 Kommen Sie und wählen ! Die Beisetzung hat in aller Stille stattgefunden. Von Beileidsbesuchen bitten wir abzusehen. 5.u.6.NoYember Reichs ;Slra ßensom m! ü nq $ A c» $ N S K .< N £ - K S A .M KA F. I N 77 /, ' _____________ Elektrti- LeucMen-/ : Rad liehen Abwehrkräfte. Die gesunde braune Hautfarbe ist schon rein äußerlich ein Zeichen dafür. Kompl* Apparate von 93.- bis 248.- RM. Verlangen Sie kostenlose Prospekte von, Karl Egner, mediz.Fachgeschäft Frankfurter Straße 9, Telephon 3707 '.. . 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Durch diese zwiefache Neuordnung hat es sowohl in der Bevölkerungszahl der Kreise, als auch in ihrem flächenmäßigen Gebietsbestand erhebliche Aenderungen gegeben. Bemerkenswert ist dabei die Tatsache, daß nunmehr der Kreis Gießen — was vor der Auflösung des Kreises Schotten nicht der Fall war — auch an den Kreis Lauterbach grenzt, und zwar mit einem kurzen Geländeteil in der Nähe von Ulrichstein. Dadurch hat der Landkreis Gießen an seinen Kreisgrenzen Berührung mit allen übrigen oberhessischen Kreisen, nämlich mit Alsfeld, Lauterbach, Büdingen und Friedberg. Die Orte des aufgelösten Kreises Schotten lind den Nachbarkreisen wie folgt zugeteilt worden: Zum Kreis Gießen kamen die Gemeinden: Freienseen, Gonterskirchen, Klein-Eichen, Lardenbach, Laubach, Ruppertsburg und Wetterfeld, sowie die selbständigen Gemarkungen Laubacher Wald I, II und III und Stockhäuser Hof; zum Kreis Alsfeld kamen die Gemeinden: Altenhain, Babenhausen II, Groß-Eichen, Helpershain, Höckersdorf, Ilsdorf (Solms), Köddingen, Ober-Seibertenrod, Schmitten, Sellnrod, Stumpertenrod, Unter-Seibertenrod und Wohnfeld; zum Kreis Lauterbach kamen die Gemeinden: Feldkrücken, Hartmannshain, Herchenhain, Kölzenhain Meiches, Rebgeshain, Ulrichstein und Volkartshain, sowie die selbständige Gemarkung Petershainer Hof; zum Kreis Büdingen kamen die Gemeinden: Betzenrod, Breungeshain, Burkhards, BUsenborn, Eichelsachsen, Eichelsdorf, Einartshausen, Eschenrod, Gedern, Glashütten, Götzen, Kaulstoß, Michelbach, Mittel-Seemen, Nieder-Seemen, Ober- Lais, Ober-Schmitten, Ober-Seemen, Rainrod, Rudingshain, Schotten, Siechenhausen, Steinberg, Etornfels, Ulfa und Wingershausen. Der Kreis Fr i e d b e r g wurde von dieser Neuordnung nicht berührt. Stadtkreis Gießen. Der Stadtkreis Gießen hat nach dem Gebietsstand vom 1. Oktober 1938 und hinsichtlich der Wohnbevölkerung nach dem Ergebnis der letzten Volkszählung vom 16. Juni 1933 eine Fläche von 41,76 Quadratkilometer und eine Einwohnerzahl von 35 913 (davon männlich 17 295, weiblich | 18 618). Die Berufsgliederung der Bevölkerung, am 16. Juni 1933 nach dem Gebietsstand vom 1 Oktober 1938 zeigt folgendes Bild: Landin d Forstwirtschaft 712 = 1,9 v. H.; Industrie und Handwerk 9508 = 26,6 v. H.; Handel und Verkehr 8973 = 25,0 v. H.; öffentliche Dienste und private Dienstleistungen 7029 = 19,6 v. H.; häusliche Dienste 1425 = 3,9 v. H.; ohne Beruf 8266 = 23,0 v. H. Die Familien- und Haushaltungs- -t a t i st i k 1933 nach dem Gebietsstand am 1 Oktober 1938 gibt nachstehenden zahlenmäßigen Aufschluß: Insgesamt 9380 Einzel- und Familienhous- baltungen, davon 632 Einzelhaushaltungen und 8748 Familienhaushaltungen, weiter bestehen hier mach 29 Anstaltshaushaltungen, in dentzn nach fener Statistik 2176 Personen gezählt wurden. Die Gesamtzahl aller Haushaltungen im Stadtkreis Gieren bezifferte sich also nach jener Statistik auf 9409. Die Religionszugehörigkeit der nach der Volkszählung vom 16. Juni 1933 im Stadtkreis Gieren vorhandenen 35913 Einwohner wird von der Statistik wie folgt verzeichnet: 30 305 Evangelische (Landeskirche), 9 Altlutheroner, 668 Evangelische (Sekten), 3534 Römisch-Katholische, 3 Orthodoxe, 5 Altkatholische, 855 Israeliten (mittlerweise sind es allerdings durch Wegzug erheblich weniger geworden), 56 andere Nichtchristen, 436 Gemeinschaftslose, 42 ohne Angabe. Die Gewerbebetriebe am 16. Juni 1933, aber nach dem Gebietsstand am 1. Oktober 1938 sind in der Statistik mit insgesamt 2320 angegeben Die Zahl der land- und forst- wirtschaftlichen Betriebe bis 0,5 na Betriebsfläche wurde am 16. Juni 1933 mit 3222, die der Betriebe mit mehr als 0,5 ha Betriebsfläche mit 99 ermittelt. Landkreis Gießen. Nach dem Gebietsstand am 1. Oktober 1938 hat der Landkreis Gießen in seiner neuen Gestalt, also mit Einschluß der „Laubacher Ecke", eine Fläche von 653,36 Quadratkilometer. In 86 Gemeinden des Kreises wohnen — nach der Volkszählung vom 16 Juni 1933 — 74 420 Einwohner. (Davon 36 751 männlich, 37 669 weiblich.) Nach der Berufsgliederung, entsprechend den Ermittlungen vom 16. Juni 1933 und nach dem Gebietsstand vom 1. Oktober 1938 verteilt sich die Einwohnerzahl wie folgt auf: Land- und Forstwirtschaft 26 275 — 35,3 v H.; Industrie und Handwerk 27 929 = 37,5 v. H.; Handel und Verkehr 8044 = 10,8 v. H.; öffentliche Dienste und private Dienstleistungen 3905 — 5,3 o H.; häusliche Dienste 770 = 1,0 v. H.; ohne Beruf 7497 = 10,1 v. H. Die Familien- unb Haushaltungsstatistik ergibt für das neue Kreisgebiet 17 748 Einzel- und Familienhaus- haltungen; davon 773 Einzelhaushaltungen und 16 975 Familienhaushaltungen, fernerhin 11 An- staltshaushaltunqen. Die Gesamtzahl aller Haushaltungen im Landkreis Gießen beläuft sich also guf 17 759. lieber die Religionszugehörigkeit der 74 420 Einwohner des Landkreises, entsprechend den Ermittlungen der Volkszählung vom 16. Juni 1933, wird in der Statistik folgendes angegeben: 71646 Evangelische (Landeskirche), 110 Altlutheraner, 695 Evangelische (Sekten), 961 Römisch-Katholische, 733 Israeliten (heute ist die Zahl sicher niedriger), 62 andere Nichtchristen, 162 Gemeinschaftslose, 51 ohne Angabe. Die Zahl der Gewerbebetriebe im Kreisgebiet ist auf 4823 beziffert. Die Zahl der land- und for st wirtschaftlich en Betriebe bis 0,5 Hektar Betriebsflache belief sich nach dem Ergebnis der Statistik von 1933 auf 7259, die der Betriebe mit mehr als 0,5 Hektar Betriebsfläche auf 8261 Kreis Büdingen. Nach der Neugliederung durch die Auflösung des Kreises Schotten ist der Kreis Büdingen mit 730,34 Quadratkilometer Fläche der flächenmäßig größte Kreis in Oberhessen. Die Einwohnerzahl dieses Kreises in 102 Gemeinden, nach der Zählung Eine Brille mit Zweistarkenglasern empfehle ich jedem, dem heim Blickwechsel (Ferne/Nähe) das Auf- und Absetzen der Brille lästig ist. Die fachgemäße Anpassung ist meine Spezialität! «33A GELIER der Optiker am Bahnhof. Mit „Halali" und „Horrido" im Heuchelheimer Feld Wenn es auch gestern den ganzen Tag regnete, so brauchte doch niemand Zweifel darüber zu hegen, daß die Hubertusjagd stattfinden werde. Pünktlich um 13 Uhr verließ denn auch der stattliche Zug der Reiter und Reiterinnen die Bleidorn-Kaserne an der Grünberger Straße. Voraus ritt das Trompeterkorps des Art.-Rgts. 9. Der große Aufzug brachte viele Zuschauer an die Straßen. Ueber Kaiserallee, Moltkestraße, Hitlerwall, Neuenweg, Seltersweg und Frankfurter Straße bewegte sich der Zutz der Reiter nach Klein-Linden, um dann am Allendorfer Wäldchen nach dem Heuchelheimer Feld abzubiegen. Vom Eintreffen am Sattelplatz bis zum Signal „Frisch auf Kameraden" vergingen nur wenige Minuten. Nun schnürten der „Fuchs" und die beiden „Hunde" voraus, nahmen spielend die ersten Hindernisse, dann folgten die Reiter des etwa 50 Mann starken ersten Feldes der Offiziere und Gäste in scharfem Galopp. Erst ein Graben, die Straße und der Bachlauf der Bieber hemmten das Tempo für kurze Zeit, denn mehr oder weniger willig nahmen die Pferde den tiefliegenden Wassergraben. Für die Zuschauer gab es dabei dankbare Minuten. Weiter ging es über das flache Feld, auf dem es noch eine Reihe von Hindernissen zu nehmen galt, bis angesichts des Dorfes Atzbach die Strecke ausging und das ,Halali" für das erste Feld erklang. Das Geläuf war durch den anhaltenden Regen sehr schwer geworden und stellte an Pferd und Reiter hohe Anforderungen. Oftmals sanken die Pferde bis an die Fesseln ein. Minuten später preschte dann auch das zweite und schließlich das dritte Feld der Unteroffiziere, der Wachtmeister und Hauptwachtmeister (beide Felder mit 45 und 40 Reitern, nicht weniger stark als das der Offiziere) heran. Dreimal also erscholl das .Halali" im weiten Feld. Von überall her und rasch fanden sich nun auch die Zuschauer ein, und vor allem der Jugend kam es auf einen Dauerlauf über größere Distanz nicht an. Kraftwagen schlitterten auf morastigem Wiesenweg dem Sammelplatz zu, Kutschen und Krümperwagen gesellten sich dazu. Das Heuchelheimer Feld hatte eineif großen Tag. Nur Mümmelmann schien die Unruhe nicht zu behagen. Den Höhepunkt der Hubertusjagd bildeten dann die Fuchsjagden. Sie dauerten nicht lange. Es war rasch zu erkennen, daß bei der großen Zahl der ausgezeichneten Reiter der jeweilige „Fuchs" die Trophäe nicht lange behalten und der fintenreichste Ritt des „Fuchses" nur wenige' Minuten dauern konnte. Insgesamt bot sich bei den drei Fuchsjagden ein begeisterndes reiterliches Bild. Auf das Kommando von Generalleutnant Oß - wald, der als Jagdherr noch bei keiner der diesjährigen Jagden fehlte, preschten die Felder für die Fuchsjagden mit großem Elan los. Dann wurden durch den Jagdherren die Brüche mit der Erinnerungsschleife verteilt. Mit dreifachem „Horridoh" wurden die Reiter, die den Füchsen die Trophäe abjagen konnten, geehrt. Im Feld der Offiziere und Gäste ritt Oberleutnant Grisar (Chef der 7. Batterie) als Fuchs. Hauptmann Kurtz (Chef der 5. Batterie) brachte ihn um die Jagdtrophäe. Im Feld der Artillerie (Unteroffiziere und Wachtmeister) startete Hauptwachtmeister Schmitz (9. Batterie) als Fuchs; Unteroffizier Klauke (9. Batterie) griff den Fuchsschwanz. — Im Feld der Infanterie wurde Hauptwachtmeister Koch als Fpchs gejagt. Ihm entriß Unteroffizier Wenzel vom Stab der 9. Division die Trophäe. Nachdem das Trompeterkorps noch ein kurzes Platzkonzert gegeben hatte, wurde zur Stadt zurückgeritten. 8 Zu unseren Bildern: Links: Das erste Feld der Offiziere und Gaste auf dem Wiesenplan an der Heuchelheimer Brücke. — Neben st ehend: Generalleutnant Oßwald mit den Reitern, die den „Füchsen" die Jagdtrophäe entrissen. — (Aufnahmen s2s: Neuner, Gießener Anzeiger.) s«-. h-*' 1 M Ä - Der Köier. Von Dorothea Hollah. Ich hatte einmal einen Hund. Er war schauderös. Wenn SleTfer dabei war, ging Eberhardt nicht einmal bis zum Briefkasten mit, und er bekam einen roten Kopf, wenn ich erzählte, daß wir, d. h. Meier und ich, Herrn oder Frau Soundso getroffen hätten. „Du hast eben keine Spur von Menschenwürde mehr", tadelte er. „sonst würdest du dich mit einem solchen Köter nicht, sehen lassen." „Du verkennst ihn", verteidigte ich Meiern, „er hat einen makellosen Charakter, und das >st mehr wert als äußere Vorzüge — nicht wahr, M-,er. chen?" „. Meier juckte sich und schnappte nach einer Mucke. Eberhardt grinste. Ich hatte Meier mit der Flasche groß gezogen, Er wuchs ins Unermeßliche, barg alle Rassen in sich, trug alle Farben und huldigte allen Lastern. Siebte Mtzier mich? Ich weiß es nicht. Er war mmer selig. Selig, wenn es regnete^ selig, wenn ss brutheih war, selig, wenn der Schnee knirschte. Jede dieser Jahreszeiten hatte er bisher einmal ^Jch^chreibe hier ein Bekenntnis, und ich bekenne, daß ich Meiers überdrüssig wurde. Ich ärgerte mich, vaß Eberhardt sich ärgerte, ich schämte muh, Daß meine Bekannten sich meiner schämten, und mich s'elbst, ich muß es gestehen, befremdete Meiers impertinenter und durch nichts zu dämmender liebermut. Darum setzte ich in die Zeitung, baß ein Hund ßu verschenken sei, an gute Leute, versteht sich. Die Rasse wußte ich nicht anzugeben. Drei Tage lang Samen von fern und nah die sonderbarsten uJcanner, Frauen und Fräuleins, und einer von ihnen krieche hn: der Schulverwalter eines Nachbardorfes. Cs war mir etwas dick in der Kehle, als ich Meiern ijum letztenmal... Aber er zog selig ab, lAumnzette n neue Abenteuer. Das gab mir den Rest. „Du hattest Recht, Eberhardt, er hatte keinen Charakter Nun begann ein Interregnum voll Wehmut, sprechen wir nicht darüber! Eberhardt behauptete, wahrhaft treue Hunde fänden den Weg zu ihrem alten Herrn zurück, auch wenn zwanzig Kilometer dazwischen lägen; aber ich brauchte weder -öe« ürchtungen noch Hoffnungen wegen Meiers Treue j ;u hegen, meinte er, der Köter wüßte bestimmt nichts mehr von mir. Mein Herz war leicht verwundet, aber ich mochte es mir selbst nicht eingestehen und trug mein Leid chweigsam. Auch erfuhr Eberhardt nie, daß ich den zerknabberten Gummiball, der unterm Schrank lag, heimlich aufhob. Drei Wochen ging es so, dann war ich dahinter gekommen, daß sich das Leben nicht nur auch ohne Meiern fortbewegte, sondern sogar besser, reibungsloser verlief. Eberhardt und ich, wir kamen uns wieder näher, und ich konnte auf der Straße wieder Radfahrer sehen, ohne vor Angst in Schweiß auszubrechen. Eberhardt meinte: „Gesteh es doch endlich, es war ein grausam schimmliches Vieh!" Und ich gestand es. e Aber nach drei Wochen, abends um elf, ich kam aus einem Konzert, es goß, und die Stadt war voll Pfützen, da stand er draußen auf der Straße vor meiner Tür. Er, Meier! Er wagte nicht zu bellen. Als er mich kommen sah, tobte er vor Freude. Ja, da stand er — mit durchgekauter Leine, schlanker, männlicher. Er war entschieden veredelt. Die Begrüßung zu beschreiben würde Seiten füllen. Ich trommelte Eberhardt aus dem Schlaf: „Junge, Meier ist wieder da! Er ist ausgekniffen und zurückgekommen! Wie treu von ihm! Und schön ist er geworden! Er hat ganz goldene Augen gekriegt! Und einen herrlichen Schweif! Guck nur mal!" Eberhardt grunzte verzweifelt: .Hosefmarie, letzt hat er sogar einen Schweif statt eines triefnassen Schwanzes!" _ „Eberhardt, du bist roh! Du hast kein Gemüt! „Mag sein." . Ich gab Meiern zu trinken. Sein Anblick trieb mir Tränen in die Augen. Wäre, ich nicht gerade aus einem Konzert gekommen, wäre ich vielleicht standhafter gewesen. So aber... Eberhardt kam im Pyjama angewandelt und stellte nach nüchternen Betrachtungen fest: „Stimmt, er ist kultivierter geworden, etwas entrunbet." Ich fiel ihm dankerfüllt in die Arme: „O Junge, ich finde ihn einfach himmlisch!" Eberhardt kniff die Augen zusammen und rieb sich die Gänsehaut auf den Armen. Als er sich endlich beruhigt hatte, erklärte er mild: „Aber du mußt ihn natürlich zurückgeben, Kind Er gehört dir nicht mehr Er ist eine zugelaufene Sache, auf die du keinen Anspruch hast." So sprach das kalte Juristenherz. _ r . Das entrüstete mich über alle Maßen. „3d) tgn zurückgeben? Ich Meiern zurückgeben? Dieses Bild der Treue? Nie und nimmer, komme, was kommen mag!" So das unlogische, aber liebende Mutterherz Es braucht wohl nicht erwähnt zu werden, daß das Gefühl über die Logik siegte. Denn die Logik kennt nur einen Weg, das Gefühl aber weiß hundert Wege, und das ist fein ewiges Plus. Eberhardt aber bezahlte mit Anstand das Kostgeld an den Schulverwalter. Mundartliches aus einer deutschen Weinlandschast. Wer als Fremder den Gesprächen Einheimischer in einem deutschen Weinland, die das für sie so wichtige Thema vom Wein zum Gegenstand haben, einige Zeit zuhört, wird immer wieder auf Wörter stoßen, die ihm völlig unverständlich bleiben. Wenn man die Blütenlese solcher mundartlichen Wörter und Redensarten bei der Traubenlese und Weinbereitung durchsieht, die Heinrich Mathes aus feiner Heimat, der Südwestecke der Provinz Rheinhessen, in der Zeitschrift des Deutschen Sprachvereins „Muttersprache" mitteilt, so sieht man, wie reichhaltig die Sprache der Weinbauern ist und wie schwer es oft wird, die verschlungenen Wege zu verfolgen, auf denen es zu diesen Wortbildungen gekommen ist. Um ein Beispiel herauszuheben, so gehörte zu den Keltern der alten Bauart eine senkrecht stehende Holzwelle mit Querhölzern zum Drehen, die den sonderbaren Namen Tummler oder Tummelbaum hatte. An dem Tummelbaum war ein starkes Seil befestigt, das den Kelterhebel mit dem Tummler verband. Wurde nun die Welle bewegt, so wickelte-sich das Seil darum, zog den Kelterhebel an, somit auch die Schraube Den Tummelbaum zu drehen, war nicht jedermanns Sache, man wurde leicht schwindlig oder, wie man dort sagt, tummelig, und daher ist der Name entstanden. In den Wirtschaften trinkt man einen Halben oder auch mehr, in Kreuznach aber und Münster am Stein ein Remische. Man hat dieses Fremdwort mit feiner deutschen Endung verschieden gedeutet. Man hat es von dem „Römer", dem bekannten bauchigen Weinglas, ableiten wollen, das von „roemen", rühmen, stammt und ursprünglich das Prunkglas meint, mit dem man einen Trinkspruch zu jemandes Ruhm ajisbringt In Rheinhessen kennt man den „Römer" aber gar nicht, sondern nur das „Weinglas", und so ist die andere Deutung wohl zutreffender, die auf. bas französische „remettre, remis“, sich erholen, sich wiederherstellen, zurückgeht. Remis'che wäre danach etwas, was uns zur Erholung gereicht wird Es hat sich in dem Kampfe gegen die Fremdwörter behauptet, wohl weil das Wort bei dem Weintrinker besonders angenehme Gefühle auslöst. Hinter manchem mundartlichen Wort steht auch eine lustige Geschichte. So wird eine alte Mär erzählt, die zu der Bezeichnung 7,-Binger Bleistift" ge- geführt hat. Die Binger Ratsherren pflegten nach angestrengter Sitzung einen kräftigen Trunk aus dem Stadtkeller zu tun. Als nun eines Abends der Kellermeister alles darauf vorbereitet hatte, wollte der Herr Bürgermeister noch etwas aufschreiben. Das Schreibzeug war schon weggeräumt; so erbat er sich von dem Hm zunächst Sitzenden einen Blei, stift. Der hatte keinen — keiner von den Zwölfen hatte einen Bleistift. Mit dem Schreiben war es nichts. Und als nun die Flaschen entkorkt werden sollten, da fehlte dem Herrn Bürgermeister der Korkzieher. Sollte nun auch aus dem fröhlichen Trunks nichts werden? „Hat einer vielleicht einen Stobbe- zieher?", fragte er. Und siehe, ein jeder streckte ihm dieses für sie so unentbehrliche Ding, einen Kork- zieh er entgegen, und „Das ist unser Bleistift!" schrie alles voll Begeisterung. Ja, das war der Binger Bleistift. Unerschöpflich scheint der Wortvorrat zu sein, der sich mit den verschiedenen Graden des Weinrausches beschäftigt. Hat sich einer beim Trinken etwas übernommen, so heißt es: „Er hot." So unbestimmt das Sätzchen ist, so viel kann es bedeuten. Weiter aber sagt man: „Was hot er dann? En Hieb, en Strich, e Stormche, en Storm, e Hormel, er hot's im Ohr, Hot sich befebelt, sich zugericht't, die Schnitt getunkt, die Gorjel geschwenkt, die Nos voll, schief gelaarn, über die Schnur gehae, zu tief ins Glas geguckt, Babbelwasser getrunke, Staab unner de Kapp, Hofs im Dach." Darum geht er „übers Kreuz, er torkelt, lallt, macht lange Aadeckel; er ist angeraacht, berußt, schwarz, blo, mole, schicker, nicht mehr recht bei sich, nicht mehr klar, nicht mehr allaa (allein), benewelt, voll, vollgesoss. B. Zeitschriften. — Zum 9. November 1938 veröffentlicht die l - lustrirte Zeitung Leipzig" den bebilderten Beitrag „Ehrenmale der Bewegung" von Dr. Siegfried Scharfe. Es folgt eine Betrachtung „Die deutsche Kunst im Böhmen". Besondere Erwähnung verdienen die bebilderte Abhandlung über „Das Haus in den Bergen" und „Russischer Totentanz" von Edwin Erich Dwinger, in dem an Hand von wenig bekanntem Jllustrationsmaterial die Führer des weißrussischen Widerstandes gegen den Bolschewismus und ihre Schicksale gewürdigt werden Dis Kunstbeilage zeigt in Tiefdruck ein Motiv vom Chiemsee und eine ostpreußische Fischerfrau. Aus der Stadi Gießen Das Winterprogramm Das P* ,Ä bei sei Wette als 0,5 Hektar Betriebsfläche mit 5646 angegeben. B. Radfahrer totgefahren und geflüchtet. Lpd. Worms, 4. Nov. Nachts wurde auf der Frankenlbaler Straße vor der Stadt der 50jährige Wilhelm Klag von hinten von einem Laft' kraftw agen angefahren und so schwer verletzt, daß der Tod bald darauf eintrat. Klag war in Begleitung seiner Frau auf dem Nachhause- weg und schob sein Fahrrad neben sich her, als er von dem Wagen erfaßt wurde. Der Lastwagen und sein Fahrer sind unerkannt entkommen. ___Deutsche Volksbildungswerk in der NSG. „Kraft durch Freude" umfaßt Volksbildungs- st ä 11 e und Kreisvortragsdienst. Das Volksbildungswerk tritt nunmehr zum dritten Male UHL Seilersweg Nr. 67 adiO Telephon Nr. 3170 eparaturen । «97 L) Tageskalender für Samstag. Stadttheater: 20 bis 22.30 Uhr Gastspiel Hermine Körner „Frau Warrens Gewerbe". — Gloria-Palast (Seltersweg): 14 Uhr „Tischlein deck dich" und „Struwwelpeter"; zu den bekannten Zeiten „Du und ich". — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „Liebelei und Liebe". — Reichskolonialbund: 20 Uhr im „Club" Kolonialfest. — Deutsche Stenogrophen- schaft, Gießen: .Karlsruhe" Unterhaltungsabend. — Gießener Radfahr-Vereinigung: 20.30 Uhr „Burghof" Hauptversammlung. — Artilleristen-Karnerad- schaft: 20.30 Uhr .Hessischer Hof" Kameradschafts- abend. — Oberhessischer Kunstverein: 17 (bis 18 Uhr Ausstellung im Turmhaus am Brand. Tageskalender für Sonntag. Stadttheater: 11.30 bis 12.30 Uhr „Der Narr mit der Hacke"; 19 bis 22 Uhr „Der süßeste Schwindel der Welt". — Gloria-Palast (Sellersweg): 14 Uhr „Tischlein deck dich" und „Struwwelpeter"; zu den bekannten Zeiten „Du und ich". — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): .Liebelei und Liebe". — Joban- neskirche: 29. Musikalische Abendseier um 17 Uhr. — Oberhefsischer Kunstvtzrein: 11 bis 13 Uhr Ausstellung im Turmhaus am Brand. — Kaninchen- Ausstellung im „Burghof". Gastspiel der Staatsschauspielerin Hermine Körner. Heute abend findet im Stadttheater ein einmaliges Gastspiel der Staatsschau'spielerin Hermine Körne r in „Frau Warrens Gewerbe", Drama in vier Akten von Bernard Shaw, statt. Spielleitung Helmut Kollek, Bühnenbild: Karl Löffler. Das Gastspiel findet außer Mete statt. Anfang 20 Uhr, Ende 22.30 Uhr. Spielplan des Sladlthealers „ vom 6. bis 13. November. -er NSG. „Kraft durch Freude" Vorausgesehen für November und Dezember. Die Großzügigkeit der Programmgestaltung für ! das Feierabendwert läßt sich schon daran erkennen, daß für die kommenden Monate 50 Gastspiele des Rhein-Mainischen KünsUercheaters Wiesbaden und des Darmstädter Dolkstheaters vorgesehen sind. Die Theatergruppen warten mit einem reichen Spielplan auf. Aufführungen sind vorgesehen in etwa 50 Orten des Kreises Gießen und des Kreises Friedberg. Selbstverständlich wird auch diesmal im Rahmen des Feierabendringes, der die ausgesprochenen Theaterringe abgelöst hat, der Tonfilmwagen in vielen Orten zu sehen sein. Der Landbevölkerung wird-Gelegenheit gegeben sein, die besten Werke deutscher Filmkunst kennenzulernen. Verhandlungen sind noch mit dem Musikkorps des Infanterie-Regiments 116 im Gange, das eine Anzahl Militärkonzerte geben wird. In Heuchelheim und in Watzenborn-Steinberg wird das (Sauna rißte „Lache mit uns" gastieren. Für die S t a d t G i e ß e n ist eine große Veranstaltung im Gloria-Palast vorgesehen. Unter dem Titel „Wiener Spielzeugschachtel" wird eine Revue für einige Stunden gut unterhalten. Im Gloria- Palast wird ferner das Gauvariete „Lache mit uns" ein Gastspiel geben. Für die Ortsgruppe Nord ist ein Bunter Abend vorgesehen, für den Künstler vom Reichssender Köln verpflichtet wurden. Im Mittelpunkt der Winterarbeit der NSG. „Kraft durch Freude" in unserer Stadt wird die Festaufführung „Rigoletto" stehen, die aus Anlaß des Jahrestages der NSG. „Kraft durch Freude" im Stadttheater gegeben wird. Kreiswalter Dop- heide wird vor der Aufführung den Bericht über die Jahresarbeit von „Kraft durch Freude" im Kreis Wetterau erstatten. Das Programm des Feierabend-Ringes bringt außerdem Werkskonzerte, die in Gemeinschaft mit dem Reichssender Frankfurt a. M. durchgeführt werden. Kammermusik-Konzerte finden in Butzbach und in Bad-Naubeim statt, außerdem "ürd • das Münchener Romantische Ballett in Bad,.au- ; heim ein Gastspiel geben. Im Laufe dieses Winters Iubiläumskonzerl der „Heiterkeit". Der Männergesangverein „Heiterkeit", über dessen Werden und Wirken wir in unserer Ausgabe vom 28. Oktober berichteten, begeht — wie man uns schreibt —, sein 60jähriges Bestehen mit einem Jubiläumskonzert unter Leitung seines Chormeisters, Musiklehrer Wilhelm Schüttler, am Sonntag, 13. November, um 16 Uhr, in der Neuen Aula der Ludwigs-Universität zu Gießen. Es werden eine Reihe Chorwerke älterer, aber auch neuzeitlicher . Komponisten zum Vortrag kommen. Der Gesangverein „Heiterkeit" vermittelt auch mit diesem Konzert wieder Darbietungen eines Instrumental-Solisten. Der junge, begabte Pianist Hans W. Guth, jetzt Frankfurt a. M., der durch Konzerte, Rundfunk und Pressestimmen schon rühmlich bekannt ist, wird mit der Wanderer-Fantasie von Franz Schubert il a. mehr aufwarten. Kaninchenschau in Gießen. Der Kaninchenzuchtverein Gießen veranstaltet am morgigen Sonntag seine Lokal-Kaninchenschau im „Burghof". Es sind diesmal alle Tiere der vom Reichsnährstand anerkannten Kaninchenrassen in noch nie gezeigter Zahl ausgestellt. Ein Besuch dieser Schau lohnt sich, zumal auch Pelzsachen und Angorawolle ausgestellt sind. kunterbunt, eine Stunde deutschen Humors. Der Goethe-Bund und Kaufmännische Verein veranstaltet, wie man uns schreibt, am kommenden Montag einen heiteren Vortragsabend, zu dem der Münchner Vortragsmeister Ernst Kreuztrager verpflichtet wurde. der Hauptstraße vor einem öffentlichen Bauwerk» das sie gebührend bewunderten. Durch diese Auf» stellung machten sie sich allerdings, eines Verstoßes gegen die Derkehrsordnung schuldig, die derartige Ansammlungen auf den Fahrbahnen untersagt. Uni diesen Verstoß zu sühnen, machte Kreisdirektor Dr. Lotz den Vorschlag, durch eine Spendensammlung zu Gunsten der Sudetendeutschen das verkehrswidrige Verhallen wieder gutzumachen. Gesagt, getan» der Vorschlag fand allenthalben Beifall. Die Sammlung, die von einem ®en'barmeriebeamten vorgenommen wurde, ergab den Betrag von 9 Mark, der dem Konto für das sudetettdeutsche Hllfswerk zugeführt wurde. Bei einem Konzert, das von dem Handharmonira- Mub Gießen-Lollar-Marburg am 23. Oktober gegeben wurde, kam ein Reinertrag von 249 Mark zustande, der ebenfalls für die hilfsbedürftigen su- detendeutschen Volksgenossen Verwendung fand. Gießener lvochenmarktprette * Gießen, 5.Nov. Auf dem heutigen Wochen- markt kosteten: Deutsche feine Molkereibutter, % kg 1,52 Mark, Markenbutter 1,55 bis 1,60 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 9, Eier, deutsche, Klasse A 12^, Klasse B 12, Klasse C 11%, ausländische Kühlhauseier 11, Wirsing, % kg 8 bis 9 Pf.» 50 kg 5 bis 6 Mark, Weißkraut, % kg 4 bis 6 Pf., 50 kg 4 Mark, Rotkraut, % kg 7 bis 8 Pf., 50 kg 5 bis 7 Mark, gelbe Rüben und Karotten, % kg 7 bis 9 Pf., rote Rüben 10, Spinat 15, Römischkohl 10, Unterkohlrabi 6 bis 8, Rosenkohl 15 bis 40, Feldsalat, */io 8 dis 10, Tomaten, % kg 28 bis 30, Zwiebeln 10 bis 12, Meerettich 30 bis 60, Schwarz- wurzeln 25 bis 40, Kürbis 8 bis 9, Pilze 25, Kartoffeln, % kg 4 Pf., 5 kg 35 bis 40 Pf., 50 kg 3 dis 3,45 Mark, Aepfel, % kg 28 bis 45 Pf., Birnen 25 bis 40 Pf., junge Hähne 1 bis 1,20 Mark, Suppenhühner 90 Pf. bis 1,05 Mark, Gänse 1,10 bis 1,20 Mark, Enten 1*20 Mark, Tauben, das Stück 50 bis 60 Pf., Nüsse, % kg 45 bis 50, Blumenkohl, das Stück 10 bis 45, Salat 8 bis 10, Salatgurken 45 bis 50, Endivien 5 bis 10, Oberkohlrabi 5 bis 10, Lauch 5 bis 10, Sellerie 10 bis 35, Rettich 5 bis 20, Radieschen, das Bündel 8 bis 12 Pf. Volksgasmasken auch für Minderbemittelte durch Bereitstellung von Reichszuschüssen. *7* Die NSV. ist in der Lage, die Zuweisungsscheine für Volksgasmasken an bedürftige Volksgenossen zu einem niedrigeren Preise als 5,— RM. abzugeben. Man wende sich deshalb sofort an die zuständige Ortsgruppe der NSV. Zur Abgabe gelangen selbstverständlich auch bei verbilligter Abgabe nur unbedingt einwandfreie Volksgasmasken. Jedes dieser hochwertigen Gas- schutzgeräte trägt den amtlichen Prüfftempel des Reiches. Dadurch ist gewährleistet, daß jeder den gleichen zuverlässigen Gasschutz erhält, ohne Rücksicht auf seinen Geldbeutel. । cs- »i«». Betriebsfläche 4385 ermittelt. Kreis Friedberg. Don der Neuordnung der Kreise in Oberheffen wurde der Kreis Friedberg nicht berührt. Der Vollständigkeit halber seien auch für diesen Kreis die wichtigsten Zahlen angegeben. Die Fläche des Kreises Friedberg umfaßt 573,66 Quadratkilometer. Die Einwohnerzahl belief sich, nach der Volkszählung am 16. Juni 1933, in 71 Gemeinden auf 93 481 (davon 46173 männliche und 47 308 weibliche). Noch der Berufsgliederung gehören zur Land- und Forstwirtschaft 22 400 — 24 v. H.; Industrie und Handwerk 34 178 — 36,5 v. H.; Handel und Verkehr 15 638 = 16,7 o. H.; öffentliche Dienste und private Dienstleistungen 7689 — 8,2 v. H.; häusliche Dienste 1743 — 1,9 v. H.; ohne Beruf 11833 = 12,7 o. H. Dir Familien- und Haushaltungsstatistik weist 23255 Einzel- unb Familienhaushaltungen, davon 1270 Einzelhaushaltungen und 21985 Familienhaushaltungen, ferner 159 Anstaltshaushaltungen, mithin eine Gesamtzahl von 23 414 Haushaltungen auf. Die Statistik überv bie Religionszugehörigkeit nach dem Staub vom 16. Juni 1933 enthält fvlgenbe Angaben: 69 639 Evangelische (Lanbeskirche), 1 Alt- lutheraner, 252 Evangelische (Sekten), 20 989 Römisch-Katholische, 11 Orthodoxe, 4 Altkatholische, 1433 Israeliten (auch biefe Zahl hat sich stark ver- minbert), 166 andere Nichtchristen, 869 Gemein- schaftslose, 117 ohne Angabe. An Gewerbebetrieben weist die Statistik für den Kreis Friedberg 6001 auf. Die Zahl der land- und forstwirtschaftlichen Betriebe bis 0,5 Hektar Betriebsfläche wirb in ber Statistik vom 16. Juni 1933 mit 12118, bie Zahl der Betriebe mit mehr am 16. Juni 1933, wird mit 60 707 angegeben (davon 30 646 männliche und 30 061 weibliche). Die Berufsgliederung zeigt folgendes Bild: Land- und Forstwirtschaft 26 694 — 44 v. H.; Industrie und Handwerk 18 955 — 31,2 v. H.; Handel und Verkehr 5005 = 8,2 v. H.; öffentliche Dienste und private Dienstleistungen 2915 = 4,8 v. H.; häusliche Dienste 796 = 1,3 v. H.; ohne Beruf 6342 = 10,5 v. H. Die Familien- und Haushaltung s st a t i st i k gibt für den Kreis Büdingen folgendes an: 13 980 Einzel- und Familienhaushaltungen, davon 684 Einzelhaushaltungen und 13 296 Familienhaushattungen, hinzu kommen 24 Anstaltshaushaltungen, so daß sich die Gesamtzahl der Haushaltungen auf 14 004 beläuft, lieber die R e -- ligionszugehörigkeit bringt die Statistik folgende Angaben: 57 621 Evangelische (Landeskirche), 224 Altlutheraner, 200 Evangelische (Sekten), 1387 Römisch-Katholische, 4 Orthodoxe, 1123 Israeliten (hier ist's auch weniger geworden), 11 andere Nichtchristen, 72 Gemeinschaftslose, 65 ohne Angaben. Die Gewerbebetriebeim Kreis- gebiet gibt die Statistik mit 3933 an. Die Zahl der land- und for st wirtschaftlichen Betriebe bis 0,5 Hektar Betriebsfläche wird mit 5402, die Zahl der Betriebe mit mehr als 0,5 Hektar Betriebsfläche mit 7223 genannt. Kreis Alsfeld. Mit 693,94 Quadratkilometer Fläche nach dem Gebietsstand am 1. Oktober 1938 ist der Kreis Alsfeld flächenmäßig der zweitgrößte Kreis Ober- Hessens. Die Einwohnerzahl nach der Volkszählung am 16. Juni 1933 beläuft sich in 97 Gemeinden auf 44140 Personen (davon 21 810 männliche und 22 330 weibliche). Die Berufsgliederung dieser 44 140 Einwohner zeigt die Zugehörigkeit wie folgt: Land- und Forstwirtschaft 22 520 = 51,0 v. H.; Industrie und Handwerk 11 447 = 25,9 vom Hundert; Handel und Verkehr 2997 = 6,8 v. H -. öffentliche Dienste und private Dienstleistungen 1538 = 3,5 v H.; häusliche Dienste 393 = 0,9 v. H.; ohne Beruf 5245 = 11,9 v. H. Nach der Familien- und Haushaltungsstatistik ergibt sich für den Kreis Alsfeld, nach dem Gebietsstand am 1. Oktober 1938, ein Bestand von 9667 Einzel- und Familienhaushaltungen, davon 466 Einzelhaushaltungen und 9201 Familienhaushaltungen. Hinzu kommen noch 7 Anstaltshaushaltungen, so daß sich im Kreis Alsfeld die Gesamtzahl aller Haushaltungen auf 9674 beläuft. Die Religionszugehörigkeit nach der Zählung vom 16. Juni 1933 wird für die 44 140 Einwohner des Kreisgebietes wie folgt angegeben: 41188 Evangelische (Landeskirche), 236 Evangelische (Sekten), 2003 Römisch-Katholische, 2 Orthodoxe, 1 Altkatholischer, 617 Israeliten (auch hier wird der Abbau mittlerweile erheblich gewesen sein), 11 andere Nichtchristen, 58 Gemeinschaftslose, 24 ohne An- gaben. Die Zahl der Gewerbebetriebe im Kreise ist mit 2729 angegeben. Die Zahl derland - und forstwirtschaftlichen Betriebe bis 0,5 Hektar Betriebsfläche belief sich am 16. Juni 1933 auf 2920, die Zahl der Betriebe mit mehr als 0,5 Hektar Betriebsfläche auf 5717. Kreis Lauterbach. Durch den Zuwachs aus dem aufgelösten Kreis Schotten ist der Kreis Lauterbach auf eine Fläche von 594,06 qkm angewachfen. In 74 Gemeinden wurden bei der Zählung am 16. Juni 1933 insgesamt 33 959 E i n w o h n e r gezählt (davon 16 786 männliche und 17173 weibliche). Die Berufsgliederung sieht wie folgt aus: Land- und Forstwirtschaft 17 725 = 22,2 v.H.; Industrie und Handwerk 8876 = 26,1 v.H.; Handel und Verkehr 2131 = 6,3 v. H.; öffentliche Dtenste und private Dienstleistungen 1501 = 4,4 v.H.; häusliche Dienste 409 = 1,2 v.H.; ohne Beruf 3317 = 9,8 v.H. In der Familien- und Haushaltungsstatistik ist folgendes zu lesen: 7441 Einzel- und Familien- Haushaltungen, davon 365 Einzelhaushaltungen und 7076 Familienhaushaltungen, ferner 11 Anstalts- Haushaltungen, insgesamt also 7452 Haushaltungen des ganzen Kreises, lieber die Religionszugehörigkeit berichtet die Statistik: 31756 Evangelische (Landeskirche), 1 Altlutheraner, 58 Evangelische (Sekte), 1808 Römisch-Katholische, 1 Orthodoxer, 1 Altkatholischer, 294 Israeliten (heute aber viel weniger), 6 andere Nichtchristen, 33 Gemeinschaftslose, 1 ohne Angabe. Die Zahl der Gewerbebetriebe beläuft sich auf der Statistik auf 2188. An land- und forstwirtschaftlichen Betri e b e n bis zu 0,5 ha Betriebsfläche wurden nach der Statistik 2398, an Betrieben mit mehr als 0,5 ha darf auch mit einem Konzert der Kuban-Kosaken gerechnet werden. Volksbildungswerk und Kreisvortragsdienst. Am Sonntag, 6. November, findet die 4. Morgenveranstaltung des Stadttheaters statt. Es gelangt zur Uraufführung „Der Narr mit der Hacke", ein Spiel von Eduard Reinacher. Eduard Reinacher, der besonders durch seine beiden Stücke „Der Bauern- zorn" und „Lapp im Schnakenloch bekannt wurde, ist der diesjährige J.-P.-Hebel-Preisttäger. Die Spielleitung des Stückes hat Hermann Schultze- Griesheim. Musikalische Leitung: Heinz Markwardt. Bühnenbild: Karl Löffler. Die Intendanz macht darauf aufmerksam, daß die Morgenveranstaltung pünktlich um 11.30 Uhr beginnt. Ende 12.30 Uhr. — Am Abend findet die letzte Aufführung des großen Erfolges „Der süßeste Schwindel der Welt". Lustspieloperette in drei Akten von Rudolf Weys, Musik von Robert Stolz, statt. Spielleitung Gert Buchheim, musikalische Leitung: Joachim Popelka, Tanze: Thea Maaß, Bühnenbild: Karl Löffler. Die Dor- stellung findet außer Mete statt. Anfang 19 Uhr, Ende 22 Uhr. < Dienstag, 8. November, Anfang 20 Uhr, Ende 23 Uhr, zum letzten Mal: „Ein Svmmernachts- träum" von Shakespeare. Spielleitung: Hermann Schultze-Griesheim, musikalische Leitung: Heinz Markwardt. Dienstag-Miete, 6. Vorstellung. Mittwoch, 9. November, Anfang 19.30 Uhr, Ende 22 Uhr: Zum 9. November: „Fidelio", Oper von Ludwig van Beethoven, musikalische Leitung: Paul Walter, Spielleitung: Hermann Schultze-Griesheim. Mittwoch-Miete, 7. Vorstellung. Freitag, 11. November, Anfang 20 Uhr, Ende 23 Uhr, zum letzten Mal: „Dantons Tod", Drama von Georg Büchner. Spielleitung: Dr. Hannes Razum. Freitag-Miete, 7. Vorstellung. Samstag, 12. November, Anfang 20 Uhr, Ende 22 Uhr, 3um letzten Mal: „Der Frontgockel", Lustspiel von Hans Fitz, Spielleitung: Hans Geißler. Die Vorstellung findet gleichzeittg für den KdF.-Feier- abendring, 3. Vorstellung, statt. Sonntag, 13. November, Anfang 19 Uhr, Ende i 22 Uhr, Erstaufführung: „Dichter und Bauer", ■ Operette von Franz Suppö Musikalische Leitung: . Joachim Popelka, Spielleitung: Gert Buchheim, Tänze: Thea Maaß. Außer Mete. Nachdem das Amt Reisen und Wandern der NSG. „Kraft durch Freude" nach starker Beanspruchung während der Sommer- und Herbstmonate jetzt seine Tätigkeit etwas eingeschränkt hat und sich für die Wintermonate damit begnügen wird, Sonderfahrten für die Schiläufer durchzusühren, wird nunmehr alle Aufmerksamkeit der Feierabend- geftaltung zugewandt. Die Vorarbeiten sind nunmehr abgeschlossen, so daß es jetzt möglich ist, vorausschauend darüber zu berichten, was im Laufe der Monate November und Dezember an Veranstaltungen geplant ist. Bei der Gestaltung des Pro- gramms wurde besonderer Wert darauf gelegt, daß auch die Landbevölkerung zu ihrem Rechte kommt und allen Anteil an deutscher Kunst und Kultur, an Musik und guter Unterhaltung nehmen kann. Diele Künstler von gutem und bestem Namen sind verpflichtet worden. Oos Heftpflaster. ,Lch muß jetzt endlich heimgehen, es ist schon spät geworden", fagt Frau Müller und erhebt sich. „Aber warum denn? Bleiben Sie doch noch em wenig!" wird ihr höflich erwidert, und Frau Muller setzt sich wirklich wieder und bleibt noch. Ihr kurzer Besuch, sie wollte „nur einmal herem- fdiauen", dauerte bis spät in die Nacht. Sie konnte kein Ende finden. All die kleinen „Geschichten", die sich in der Familie, in der Verwandtschaft und bei den Nachbarn zutrugen, sie mußten doch alle besprochen werden! Da war es wirklich schwer, ein Ende zu finden. Frau Müller wußte alles und hatte über alles ein sicheres Urteil. Sie sah überall die Splitter in des Nachbars Auge, nur ihre eigenen Balken bemerkte sie nicht. Als sie endlich gegangen mar, atmeten alle erleichtert auf. „Gott sei Dank, daß das Heftpflaster fort ist!" sagte der Hausherr. „Mir war schon bange, als sie zur Tür hereinkam." — Wir kennen ja unsere lieben Nächsten, die nur „für einen Sprung" zu uns kommen und dann vielleicht in aller Gemütsruhe mit zu Nacht effen und oft bis Mitternacht bleiben. Selbst wenn wir mit dem Zaunpfahl winken, merken sie nichts. Jede leise Andeutung prallt bei ihnen ab. Sie wollen vielleicht gar nicht so lange bleiben, aber wenn sie einmal ins Erzählen geraten sind, bann gibt es keinen Halt mehr. Sie kommen vom Hundertsten ins Tausendste. Schlimm wird es, wenn bekannte Personen in ihren Erzählungen Vorkommen. Dann wird der ganze Lebenslauf aufgerollt, alle „Sünden" werden herausgestellt usw. Es gibt kein Ende. Die Zuhörer langweilen sich entsetzlich. Aber der Erzähler merkt nichts ... Das sind die „Heftpflaster", Männer und Frauen, die kein Ende finden können. Mögen sie au Beginn noch so unterhaltsam sein, nach und nach versickert das Interesse, mit einem Wort: diese Menschen werden langweilig. Jede Unterhaltung, die über das erträgliche Maß hinausgeht, wird öde und fade. Wir sollen deshalb jedem .Heftpflaster" aus dem Wege gehen, wenn es auch manchmal schwer ist. Schlimmstenfalls dürfen wir auch einmal die Höflichkeit außer acht lassen und deutlich erklären, daß wir für eine nichtssagende Unterhaltung keine Zeit übrig haben. H. Dornoiizen. NS.-Genieinschaft „Kraft durch Areude". Feierabendring Gießen. Die 3. Theaterveranstaltuna für unsere Feierabendringmitglieder findet nicht am Sonntag, dem 13. November 1938, sondern am Samstag, dem 12. November, im Stadttheater Gießen statt. Wir machen unsere Feierabendringmitglieder darauf aufmerksam, daß die zweite Rate fällig ist und bitten um baldige Einlösung. 7122V Die Feier am 9. November in Gießen. An der Feierstunde für die Toten der Bewegung am 9. November, abends in der Volkshalle nimmt biß gesamte SA. des Standorts Gießen teil. Die Fahnengruppe mit sämtlichen Sturmfahnen wird von einem Ehrensturm in Stärke von 100 Mann begleitet; beide treten um 19.30 Uhr am Mittwoch im Hofe der Standarte an. Der Verlauf der Feier ist wie folgt vorgesehen: Nach dem Fahneneinmarsch wird der Kreispropagandaleiter die Feier eröffnen. Dann folgt ein Musikstück. Hierauf wird, während sich die Fahnen senken, Standartenführer Lutter die Namen der Toten der Bewegung verlesen. Nach diesem Gedenken folgt die Ansprache des Kreisleiters Backhaus. Ein Musikstück schließt sich an. Mit dem Gruß an den Führer und dem Fahnenausmarsch schließt die Hierauf marschiert die SA., mit den Fahnen und dem Ehrensturm an der Spitze, durch die Kaiserallee, Moltkestraße und Senckenbergstraße zum <5tanbartengebäube, wo die Fahnen feierlich eingebracht werden. Spenden für unsere Gudetendeutschen. Im Anschluß an die feierliche Eingliederung der „Laubacher Ecke" in den Kreis Gießen am Dienstag in Saubach besichtigten die Teilnehmer auch das reizende Städtchen. Dabei standen sie u. a. auf an die Öffentlichkeit. Für das Winterhalbjahr 1938/39 ist ein umfangreiches Programm vorgesehen, das bereits mit einem Dichterabend (Bruno Brehm) und mit der Eröffnung durch den Kreisleiter feinen würdigen Auftakt erfahren hat. Die nächste Dorttagsveran- ftaltung steht unter dem Thema „Weltfreimaurer' tum". Eine Vortragsreihe steht unter dem Thema „Wissenschaft im Dienste des Volkes". Diese Vortragsreihe wird in Gemeinschaft mit dem NS.- Dozentenbund durchgeführt, der schon im vergangenen Jahre der Sache der Dolksbildungsstätte alle Unterstützung lieh. Der erste dieser Dorttäge wird am kommenden Dienstag, 8. November, stattftnden.- Prof. Dr. Schultze spricht über das Thema: „Die Sonne als Heilmittel." Weitere Vortrag» reihen werden Gebiete der Naturwissenschaft, dek Landwirtschaft, der Rechtslehre, der Kunst und der Literatur behandeln. Neben den Dorttagsreihen werden auch Arbeitskreise eingerichtet, in denen die Möglichkeit besteht, das Zeichnen und Malen, das Photographieren und Musizieren (Handharmonika) zu erlernen. Im Laufe des Winters soll auch eine Musik-I schule eingerichtet werden. Fahrten zu Kulturstätten und Wanderungen sind ebenfalls vorgesehen. Es sollen die Goethestätten in Wetzlar, das Goethehaus und das Senckenberg-Museum in Frankfurt a. M., die Badeanlagen und das Kerkhoff-Jnstitut in Bad' Nauheim besucht werden. Eine Wanderung soll ent1 lang dem Pfahlgraben nach Kloster Arnsburg führen Auch innerhalb unserer Stadt sind Führungen und Besichtigungen geplant. Das Oberhessische Mu- seum, das Völkerkundemuseum, das Liebig-Museum, die heimatkundliche Schausammlung des Geolog!' sehen Instituts, der Botanische ©arten usw. soll"» unter fachmännischer Führung besucht werden. Die Landorte sollen durch einen umfangreiche" Kreisvortragsdienst am Volksbildungswerl teilhaben In 23 Orten des Kreises Wetterau werden im Winter je zwei Vorträge im Rahmen von Dorfgemeinschaftsabenden stattfinden. Der Kreisvor« tragsbienft bringt Lichtbildervorträge über Reisen, Forschungsexpeditionen, Spezialaufgaben des Vitt' . jahresplans, über Kolonien, über Erbgesundheus- • lehre und manche arrdere-Gwissenschastliche Sonder- i gebiete. . i Es ist also jedem Volksgenossen hinreichend ö« : legenheit gegeben, sein Wissen auf mancherlei > bieten zu bereichern- iSS KW fegenbli-166. iit il B*:? Sa»®» Ei’* x-SS hniif HK V SÄfe 'S»* 1 8 W »M, ■ t aber 3*1' Ipiter H-M- (tonten M- t lle an ten 3« 'N ien,a em er nannte z. 3n ter Fch Jf Uese an d für tes inzwif Strafoerfolgui 5 Jahres erste ien i). Strasa i Ehesrau ga Umgang mit i sich an nid ihren gegen seinerseits ge Saufe der sta «rte die The! Der niemals ft en. Später mi der hauptverh IM fein intimer Mte. Der Zeuge «unter seinem Eid Wer Ehefrau B. iDer Vertreter Wr überführt ir Wer Unschuldig toter Erpressu J ■ einem Jahre. Die Verteidig IM der angeflc Mutten freizich M keinen red Neffen jwffen,' imnöes galten W wifaulbig ftaann V. ben WemutungAusb' Mrau durch irge bestand der falschen Anschuldigung sei nicht gegeben. 1 IahrGef Was die Ehefrau V. beträfe, so stellte der Verteidiger seinem Einst: die Entscheidung in das Ermessen des Gerichtes. Er Aus her engeren Heimat >89/ü im Saale des Der Jubilar. (Aufn.: Privat.) das goldene Treudien renzeichen verständlich auch bei >n Prüfstempel te Erfolgreich bei Erkältungen, Grippegefahr t der isverk GARANTIERT CQFFElNFREI wieder vollständig gesund.' s psö UUllUroiUUUU «haus, herrliche IRüde), sehr Lage am Nah» luter Hofbund, rungsberg, zu u verk. [05019 verkaufen. Zu (Rüde), NOHD-weST guter Hofhun! zu verk. 2 Verkäufe gasse. Blesse, ein- 05009 7125 A । Lllöthges fl ieei Llch. Lollar, Bleichstr. 2. KAFFEE HAG die Weltmarke, das Paket 73 Pfff. SANKA KAFFEE (das billige Hag-Erzeugnls) 50 Pfg. ist die Schau worden und 13. November Ve9 Nr. 67 n Nr. 3170 Ein Schuh, der bei schlechtem Wetter seinen Mann steht. erfrag, i. d. Geschäftsstelle des Gieß.Zlnz. 0*002 Ulittelschwere Fuchsstute abgehalten werden konnte. Nunmehr vom Kreisveterinäramt freigegeben wird in der Zeit vom 11. bis zum stattfinden. X Münster, 4. Ndv. Hier fand bat aber zu bedenken, daß die Ehefrau Mutter von fünf kleinen Kindern ist. Das Gericht verurteilte den Ehemann B. zu seine Ehefrau, die unter ft»rz. In der Folgezeit schrieben die Eheleute noch ei ige Briefe an den. Zeugen, in denen teils Unter- jy t für das inzwischen geborene Kind verlangt, teils ptr Strafverfolgung gedroht wurde. Anfang Mai lifes Jahres erstattete der Ehemann B. gegen den Augen H. Strafantrag wegen Notzucht. Die ange- Higte Ehefrau gab vor der Polizei einen ehewidri- ütL Umgang mit dem H. zu, behauptete aber, sie ti ne sich an nichts Genaues mehr erinnern. Das Drfahren gegen H. wurde eingestellt. H. erstattete nn seinerseits gegen die Eheleute B. Strafanzeige. Qr Laufe der staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen sällderte die Ehefrau B. den intimen Verkehr mit L) der niemals stattgefunden hatte, in allen Einzel- |tten. Später mußte sie sich aber berichtigen. Auch in1 her Hauptoerhandlung gab die Ehefrau B. an, Lc, kein intimer Verkehr mit dem H. stattgefunden hc-e. Der Zeuge H. verneinte ebenfalls, und zwar ur er seinem Eid, den ehebrecherischen Umgang mit le: Ehefrau B. | 3er Vertreter der Anklage hielt die Eheleute B. lü: überführt und beantragte gegen sie wegen fakst'fr. Alles, ir-Hörgern. Zustand versetzt habe. Er habe aber in seiner Anzeige ausdrücklich betont, daß er keinen Beweis für die Richtigkeit seiner Vermutung habe. Der innere Tat- Frau, die ihm in 33jähriger Ehe eine treue Lebenskameradin war. Neun Kinder schenkte sie ihm, von denen noch stchs leben. Der älteste Sohn war Direktor einer Brauerei-AG., die anderen sind Forstbeamte,x Landwirt und Lehrer geworden. 13 Enkel und 1 Urenkel erfreuen den 80jährigen. 33 Jahre lang diente er seinem Dorf als Ortsdiener in treuer Pflichterfüllung (feit 5. Oktober 1905). Ebenfalls feit fast 30 Jahren bringt er den Dorfbewohnern den „Gießener Anzeiger" ins Haus. Große Freude war es dem alten Herrn, miterleben zu können, wie aus dem schmählich geknechteten Vaterland unter der Führung Adolf Hitlers wieder ein neues starkes Reich wurde. Herzlich gratulieren auch wir dem geschätzten greifen Geburtstagskind und wünschen ihm alles Gute und Gottes Segen für feinen Lebensabend. K«,?y feinem Einfluß stand, zu 5 Monaten G e s ä n g n i s. WilM- Overland Lim. 12/60 ?8, steuerfrei, in gepflegtem, gut erhaltenem Zustand preiswert gegen barzuoerk. 7oo8D Geibentelch, Horst-Wessel-Str. 1. Tel. Sich 241. ß jeder den glck' ohne Rücksicht Weiter Frau Emmy Karrer, Hausfrau. Tübingen, 2 28. 5. 37: „Ich nahm Klosterfrau-Melissengeist erstmalig Grippe. Nach kurzer Zeit wurde mir bedeuten vom Fachmann sind von bleibendem Wert. Geben Sie Ihre Aufträge für Weihnachten schon jetzt auf, damit diese mit gewohnter Sorgfalt erledigt werden können. Rudolf Leisler Tapeziermeister Gießen - Neuenweg 23 Hitler-Jugend Iungbann 146. Stamm 11/116, III/116. Die laut Bannbefehl 4/38 stattfindende Stamm- schulung für Geff., Gofolgschaftsmitarbeiter und Scharführer wird am 6.November in Lich durchgeführt. Antreten 9 Uhr HJ.-Heim. Verpflegung ist mitzubringen. Ausrüstung wie Stammbesehl 11/38 sowie Sportzeug. 80 Jahre alt. △ Odenhausen (Lumda), 5. Nov. Am morgigen Sonntag, 6. November, feiert Herr Peter Peter III. in voller Frische seinen 8 0. Geburtstag. Der alte Herr hat ein Leben voll harter Arbeit mit viel Entbehrung und Sorge hinter sich. Aber er blieb allezeit fest und aufrecht und beseelt von starkem Gottoertrauen. Früh starb seine GWEEE HAG Getragener 05005 Mer-Wtl f. schlank. Herrn zu verkaufen. Fröbelstr. .16 pl. | Kaufgesuche | Mittelschweres, kräftiges 04978 Vkevd fehlerfrei, für Landwirtsch.mm liebsten Fuchs oder Rotschimmel, Stute, zu kaufen gesucht. Gg. Engel, Klein-Linden. Ueber Naturschutz und Naturkunde mit den allgemeinverständlichen Büchern des Hugo Bermühler Verlages, Berlin» Lichterfelde. Ditte verlangen Sie noch heute von Ihrem (Siebener Buchhändler das ausführliche bebilderte Werbeblatt „ffreunbe der Natur sind I-reunde guter Bücher^ iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiijiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiimi verliehen, das ihm durch Bürgermeister H ö g y in würdiger Form ausgehändigt wurde, der auch gleichzeitig den Dank des Kreisamts übermittelte. Orts- gruppenleiterB r a u n sowie der Gefolgschaftsführer des Ausgezeichneten, Graf Georg Friedrich zu Solms-Laubach, beglückwünschten ebenfalls den Jubilgr mit herzlichen Worten. * Rüddingshausen, 5. Nov. Im nahen H a i n e r h 0 f ereignete sich gestern ein schwerer Unfall. Der Landwirt Wilhelm Scherer stürzte von einer Leiter ab und fiel so unglücklich, daß er einen Halswirbelbruch erlitt. Er wurde von der Sanitätsbereitschaft Gießen in die Chirurgische Klinik nach Gießen gebracht. 1 ar. Geschäftsund Mietwohn- hausu.l Wohnhaus im Südv. unt. günst. Beding. zu verkauf. Gute Kapttal- anl. 1 Grundstück, 1800 qm, m. Wochenend- hausch. i. Fohn- vachtal zu verk. Näh. Hch.Muth, Kaiserallee 7, Tel.3116. 7128V Gastwirts Dahmer eine Zusammenkunft der Orts- bauernschaft statt. Der Beauftragte für Gartenbau, Hch. Dörr, gab in längeren Ausführungen die Maßnahmen zur Schädlingsbekämpfung im Obstbau bekannt. Soweit die Maßnahmen noch nicht durchgeführt waren, wurden geeignete Wege vorgeschlagen und die Beschaffung der Mittel durch die Gemeinde beschlossen. In der anschließenden Aussprache wurden Unklarheiten auch in Fragen der Viehpreise, der Saatautbeschaffung, des Absatzes von Früchten und Kartoffeln durch den Ortsbauernführer Heß und den Bürgermeister Heß beseitigt. In Aussicht gestellt wurde füt eine der nächsten Zusammenkünfte ein umfassender Vortrag über Schädlinge und deren Bekämpfung in der Landwirtschaft durch Lehrer C r ö n i g e r, Münster. A Laubach, 4. Nov. Dem Wiesenwärter Friedrich Rudolf S i l ß wurde vom Führer und Reichskanzler als Anerkennung für 50jährige treue Dienste 8 Pf., 50 kg ,!Ä K kg ti bis 40, ? kg 2B bis 30, bis 60, Schwarz, 9- Pilze 25, K°?. 15 40 Pf, 50 kg ! 28 bis 45 Pi, bis 1,20 Mark, Mark, Gänse l,lj Xauben, das 6tüd ib 50, Blumenkohl, is 10, Salatgurten ettohlrabi 5 bis 10, >5, Rettich 5 bis 20. -P!. sten emittelie ^chsillfchüssea. e, die Zuweisung;- bedürftige Shits- (reife als 5,— RR -halb sofort an dir edinat einwanbfreit „ ..... bodiroertiqen fc:r Anschuldigung (§ 164 I, III StGB.) und ver- 9 $ 9 Runter Erpressung eine Gesamtgesangnisstrafe von Landkreis Gießen. DWatzenborn-Steinberg,5.Nov. Morgen, Sonntag, kann unser Mitbürger Johann Georg Pfaff, Hindenburgstraße, seinen 80. Geburts- t a g feiern. Unfern herzlichen Glückwunsch. # A11 end 0 rf (Lahn), 5. Nov. Am morgigen Sonntag, 6. November, kann unser Einwohner Ludwig Binz II. in außerordentlicher geistiger und körperlicher Frische seinen 7 3. Geburtstag feiern. Der hochbetagte Mann erfreut sich in der Gemeinde allgemeiner Beliebtheit. Viele Jahre seines Lebens widmete er als Gemeinderat, als Beigeordneter, während des Weltkrieges auch als stellvertretender Bürgermeister, feine Arbeitskraft dem Wohl der Gemeinde. Die hiesige Spar- und Darlehenskasse wurde durch ihn mitbegründet, ferner war er in der Feldbereinigung und im Kirchen- vorstand tätta. Zwei Söhne, drei Töchter und neun Enkelkinder feiern mit dem alten Herrn den Geburtstag. (Auch wir beglückwünschen!) * Lang-Göns, 5. Nov. Der Geflügel- zuchtoerein Lang-Göns begeht in diesem Jahre das Jubiläum seines 25jährigen Bestehens. Damit soll eine Jubiläumsschau verbunden fein, die allerdings bisher auf Grund der Seuchengefahr nicht kreis Bübingen. y Ortenberg, 4. Nov. Das Ereignis für den südlichen Vogelsberg, der Drtenberger „Kalte Markt" ist zu Ende gegangen. Die vielen Schausteller und zahlreichen Verkäufer haben ihre Stände abgebrochen und zeigen zufriedene Gesichter zu dem flotten Marktgeschäft. Ein einzigartiges Erlebnis bot der Marktdienstag, an dem nachmittags das neue Luftschiff „Gras Zeppelin" über dem Städtchen erschien und einige Schleifen zog. Alle Geschäftigkeit stand augenblicklich still vor dieser Schöpfung deutschen Geistes. Langsam verschwand der Luftriese in der Richtung seines Hafens. Zeitschriften. — Schon 1937 wurde jenseits der Ostsee der zivile Luftschutz organisiert und ein Luftschutzgesetz erlassen. Bald darauf veranstaltete man die erste Luftschutzübung, eine Art Vorstudium zu der großen Hebung, die im September d. I. in Stockholm und anderen Teilen Schwedens stattfand. Einen interessanten Bildbericht hierüber bringt das neue Heft der „S i - r e n e". Die Luftschutz-Illustrierte enthält außerdem aufschlußreiche Bilder-Artikel über Luftschutz und Luftwaffen; Bilder aus dem spanischen Krieg und ein Preisausschreiben um die Volksgasmaske., — Einen Volker-PZettbewerb in der Wohnkultur bedeutete die Internationale Handwerks-Ausstellung in Berlin, über welche die Kunstzeitschrift ,;3 n n e n- Dekoration" (Verlagsanstalt Alexander Koch G. m. b. H„ Stuttgart-O) in ihrem Oktoberheft mit zahlreichen Bildern berichtet. Für uns Deutsche ist es immer ein schönes Erlebnis, bei solchen Gelegenheiten zu sehen, wie das vorkämpferische Schaffen deutscher Raumkünstler für llie Wohnungsgestaltung der aesamten Kulturwelt maßgebend geworden ist. Es hat ihm die Wege gebahnt, es hat ihm die heute noch gültigen Beispiele und Anregungen gegeben. Zugleich ist es höchst fesselnd, die nationalen Abwandlungen, dieser von Deutschland ausgehenden Wohnform zu verfolgen. Einem Kasseler Eigen- hause, welches der Architekt Bernhard Pfau geschaffen hat, ist ein weiterer Teil des Heftes gewidmet. Namentlich die Wohnräume werden bei, edler Schlichtheit der gehaltvollen Formen jedem, der Wohnfragen nach ihrer vollen Bedeutung zu würdigen weiß, etwas zu sagen haben. Oie Narrenkappe. Klare Sache. Ein sehr bekannter englischer Rennstallbesitzer traf zufällig den Tierarzt, Der die Gesundheitsaufsicht in seinen Ställen führte, und fragte: „Sagen Sie, habe ich nicht noch eine Rechnung bei Ihnen zu bezahlen?" Der Tierarzt nickte. „Ja, warum mahnen Sie mich dann nicht?" „Oh", sagte der Tierarzt, „ich bitte einen Gentleman doch nicht um Geld." „Ausgezeichnet. Wie leben Sie denn aber, wenn ich fragen darf?" „Ausgezeichnet. Denn nach einer Weile, wenn meine Rechnung nicht bezahlt wurde, sehe ich, daß ich es nicht mit einem Gentleman zu tun habe, und dann schicke ich den Gerichtsvollzieher." Hieronymus Zimt. Der Maler Hans Thoma erzählte: „Neulich schrieb mir ein Kunsthändler, er besitze ein altes Bild von mir, eine Gesellschaft im Garten darstellend. Dafür habe er einen Käufer, der verlange aber durchaus, genau zu wissen, wen das Bild darstelle. Es fei zu fürchten, daß ihm der Käufer davonginge, wenn ich ihm nicht den Gefallen täte und Auskunft gäbe. Ich schrieb dem Kunsthändler: Das Bild stellt meinen Vetter Hieronymus Zimt mit seiner Familie dar. Flugs bekam der Kunsthändler sein Geld und ich einen neuen Verwandten." E. L. Ein-undMehr- hiuilienhäuser zu kaufen ges. Näh. Hch.Muth, Kaiserallee 7, Tel.3116. 7127D u. l-weispännjg ’B'^ren (gutes eiirelöferb) mit Große Strafkammer Gießen. . Die unvorbestrafte A. K. aus Friedberg hatte sich tri der Großen Strafkammer wegen zweier Ver- gchen gegen § 49a StGB. (Aufforderung zur Be- giE)ung eines Verbrechens) zu verantworten. Gegen die Angeklagte wurde in nichtöffentlicher Sitzung ver- h ndelt. Gemäß den Ausführungen des Sachver- nnbigen hielt die Kammer den § 51II StGB, für im Augenblick des Begehens ihrer strafbaren Handlungen gegeben und verurteilte die Angeklagte, die jiy damals in ihrer Not nicht mehr anders helfen ii können glaubte, zu einer Gesamtgefäng- n s ft r a f e von drei Monaten. Diese Strafe fct durch die Untersuchungshaft als verbüßt; die Angeklagte kam sofort zur Entlassung. Da die An- gllagte das Urteil annahm und die Staatsanwalt- scioft auf die Einlegung von Rechtsmitteln verzichtete, turbe der Richterspruch sogleich rechtskräftig. Weiterhin hatten sich die Eheleute B. aus Ober- Wsbach wegen falscher Anschuldigung und versuch- c Erpressung zu verantworten. Die angeklagte Ehe- nu hatte im Februar 1937 auf einem Kuchaus- irnsfenball in Bad-Nauheim den Zeugen H. fern ^gelernt. Als es diesem nach dem genossenen Al- (jol im Verlaufe des Maskenballs einmal schleckt narbe, begleitete ihn bie Angeklagte hinaus an bie rffdje Luft. Dort ist es aber, nach einer Bernerin g des Vorsitzenden der Kammer, dem Zeugen alb wieder recht wohl geworden, denn er tauschte nut der Ehefrau B. Zärtlichkeiten aus. Der Ehe- ninn B. schöpfte Verdacht, und zwar glaubte er, lene Frau habe mit dem Zeugen H Ehebruch geloben. Auf dem Nachhausewege gestand die Ange- 1. gte ihrem Mann einen angeblichen Ehebruch ein. ,Hause widerrief sie ihr Geständnis. Der^Ehemann . iqte aber Zweifel, die noch vergrößert wurden, als 'i, später herausstellte, daß seine Frau in anderen Inständen war. Am 16.8.1937 schrieb der Ange- kl qte an den Zeugen H. Dieser ging aber nicht ensthast auf den anständig geschriebenen Brief ein, federn er nannte ihn einen verspäteten Faschings- 1 Regal für Stoffe zu kaufen gesucht. Schr. Ang. unt. 04995 a. d.G.A. Einwandfrei erhaltene gafleamotiflBe aus nur gutem Hause zu kaufen gesucht. Schriftl. Angebote unter 7086V a.d.G.A. Gebr. weißer Sevd zu kaüfen ges. Schr. Ang. unt. 04988 a. d.G.A. 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[ Die Verteidigung stellte sich auf den Standpunkt, fea der an geklagte Ehemann B. aus allen Gesichts- ®mitten freizusprechen fei. Durch die Briefe habe er id keinen rechtswidrigen Vermögensoorteil ver- ch ffen ^vollen, da er sich nicht für den Vater des iiides gehalten habe; desgleichen fei auch keine siche Anschuldigung gegeben.. Als der angeklagte mann B. den H. anzeigte, habe er nur seiner Brmutung Ausdruck gegeben, daß dieser Zeuge seine tfr.iu durch irgendein Mittel in einen willenlosen 0D61P4 Limousine, 8000 km gelaufen, zu verkauf. Sckr. Anfr. unt. 7101V a.d.G.A. Saba MklOM'SUM Baus. 1937/38, abzugeben. 05001 Marburger Straße 23 L tvohtt- ,immer besteh, aus Büfett, 4 Lederskühle, Ausziehtisch billig zu verkauf. Hammstr. 16p« i7- fl&Ä -Srh KrSx *. fc m * l. affen »Ja** . J&O# _____ ltätten M M^aufe eine r r a2aiW; Sts |T”Pringe 7098v r-tzAMM 0^ ir Garantie, wS’Xl ^ipÄjt — ’S 1 ftl3eren Alters, D/l Win 1 u. zugfest, und zwei- da über- •'J über - t Wm. 04997 Möll IV. 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In den «Tillen Hoi» hernieder, Liebchen, komm w mir . . . Es soll der Frühling mit künden *•- sembe«* w« Sah ein «nab’ ein Röslein stehn .. Röslein wehrt, sich unv stach .... Und eine überwältigende Offenbarung is* Martha Eggerthssong Ave Maria Urau"L°/ ► Unterzeuge für Damen, Herren und Kinder k C.Röhr&Co Qualitäten in allen Preislagen und dabei immer einen gepflegten Geschmack und eine liebenswürdige, fachgemäße Bedienung, die es ermöglichen, kleine und große Ansprüche zu erfüllen — Herren Hemdstoffe Fr. Levermann Seltersweg 71 Fachgeschäft für Bielefelder Herrenwäsche POPELIN — ZEFIR — OXFORD besonders schöne Streifen-u. Karomuster 1.60 1.95 2.10 Meter 2.50 He.l- und dunkelgrün PANAMA für Jagdhemden, Farbe nach Vorschrift 1.60 Meter 1.95 SYlodenaus Carl Kowack i s Ur. 260 viertes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) 5./6. November (958 Landschaft um Laubach terskirchen dagegen liegt wieder ganz anders: es liegt im Schatten eines stattlichen Hügels, der das Dorf vor Nord- und Ostwinden schützt. Wehr- - ch'M - L N & > - * W 4„„> . I T- "D «"» .. " M« ' '.'.W ' 7/’ ’ MW 1 . M ML M-M. M ■ I I * *' ■IM Wendel-Treppe, Flure, Ein Blick auf Ruppertsburg. Zimmerfluchten; Marktplatz, Schloß und Engelsbrunnen in Laubach. manche lange Säle, schöne Ausgezeichnete Straßen erschließen das ganze Gebiet auch für denjenigen, dem die Stunden der Erholung knapp zugemessen sind. Im Kraftfahrzeug ist man rasch dort, wo man sein will. Das Gasthaus und Erholungsheim „Laubacher Wald" verlockt zur Rast in gemütlicher Stube. Eine Straße, die das Entzücken eines jeden Kraftfahrers bildet, führt in schwungvollen Linien über eine Anhöhe hinweg nach Freienseen. Hohe Tannen und stattliche Buchenschläge säumen die Straße. Und überall zur linken und zur rechten Hand führen schmale Schneisen in die Tiefen der Wälder, in denen noch viel Wild steht und manchmal noch das Wildschwein Wesen und Unwesen treibt. haft und etwas erhöht, mit gedrungenem, kantigem Turm steht die Kirche über dem Dorf. In Freien- s e e n fallen stattliche Fachwerkhäuser auf. Biele dieser'Häuser sind schön hergerichtet, in feinen Farben gehalten. Man ist versucht, auf Wohlstand zu schließen. Die langschiffige Kirche steht wuchtig im Dorf Auffällig ist die elegante Front in klassizistischen Linien. L a r d e n b a ch liegt lieblich da. Unweit trifft der Wanderer schöne alte Mühlen und den Stockhäuser Hof an. Klein- Eichen ist noch zu nennen im Kranze -ieser Dörfer und schließlich auch noch Wetterfeld an der Hauptverkehrsstraße zwischen Gießen und dem Vogelsberg. Und jedes dieser Dörfer hat seine Geschichte! Der Geschichte der neuen Dörfer im Kreise Gießen nachzuforschen, sei aber im Augenblick nicht unsere Aufgabe. Tal von Wald und Wiesen das Forsthaus Rut- hartshausen. Das alte Forsthaus ist kein Forsthaus mehr. Das Haus steht leer und scheint dem Verfall Fenster und Türen geöffnet zu haben. Aber kaum 100 Meter davon entfernt ist ein neues Haus entstanden: das „Jägerhaus". Dort wohnt ein junger Förster. Das Jägerhaus ist auch Gaststätte. Auf dem Aushängeschild röhrt ein Hirsch gegen den Wald. Das Haus ist in fast alpenländischer Art erbaut. Da es für sich allein steht, gefällt es gut, auch wenn es nicht oberhessischen Charakter hat, wie mancher vielleicht wünschen möchte. — . Unweit vom Forsthaus Rutharts- hausen (also nahe beim „Jägerhaus") gab es ehemals ein Dorf Rutharts- Ruine der Kapelle Ruthartshausen an der Straße Laubach—Schotten. Schränke stehen da und dort, aus kostbaren Hölzern, eingelegt mit wunderhübschen Ornamenten und Figurinen aus Elfenbein. Das Schloß hat eine Bibliothek von 40 000 Bänden. In den Gassen der Stadt geht es beschaulich zu. Die Einwohner — 1838 zählt das Städtchen nach der letzten Volkszählung vom 16. Juni 1933 — gehen einem Gewerbe oder der Landwirtschaft nach. Wenn man nicht wüßte, daß jedes Dorf und jede Stadt in unserem Vaterlande stärksten Anteil hat am Leben und Schaffen unseres Volkes, so Zwischen Laubach und Schotten, an der modern ausgebauten Straße, liegt eingebettet in ein schmales Hausen. Kaum ein paar Steine sind noch davon da. Rur der Name ist noch lebendig. Gelegentlich sprechen alte Leute noch von diesem Dorfe, das sie aber auch nur aus mündlicher Ueberlieferung kennen. Doch ein Plätzchen gibt es noch, das deutlichere und greifbare Kunde gibt! Die Kapelle, die einst die Einwohner von Ruthartshausen unter ihren gotb schen Bogen vereinigte, steht noch mit mächtigen Mauerresten. Die Ruine ist leicht zu finden, lieber dem alten Forsthaus, auf einem Hügel, kaum 20 Meter über der breiten Straße und auch kaum weiter seitlich von ihr entfernt, stehen die alten Mauern inmitten und unter mächtigen Buchen. Noch steht eine Giebelwand des Kirchenschiffs, und in einem großen Viereck ragen Mauern auf, die einmal einem Turm die Fundamente gewesen sein mögen. Ein noch leidlich erhaltener gotischer Spitzbogen zeugt davon, daß die Kapelle in edlen Formen gebaut gewesen sein mag. Das Schiff der Kapelle ist wohl schon vor Jahrhunderten in sich zusammengestürzt. Da, wo einst die schlichten Bänke gestanden haben, wachsen nun starkstämmige Buchen, die schon weit über hundert Jahre alt sein dürften. Zweige und Blätter der Buchen umlohen wie ein Abglanz unbesiegbaren Lebens mit Nach der feierlichen Eingliederung der „Laubacher, Ecke" in den Kreis Gießen lag der Gedanke nahe, das Gebiet, das nun zum Kreise Gießen gehört, I auch einmal aus einer anderen als der verwaltungstechnischen Warte zu betrachten. Das Wetter der letzten beiden Tage war zwar nicht verlockend zu § roher Fahrt. Der Himmel hing grau über der Landschaft, als wir uns aufmachten — aber es lag doch ein fast festlicher Glanz über Wald und Feld, den auch ein feiner Sprühregen nicht ernstlich zu trüben vermochte. Es ist die Pracht des Herbstes, die jetzt die Natur verschönt und in ein Farbenspiel vom zarten Gelb bjs zum dunklen Rostrot verstrickt. Zu solcher Zeit prangt die Landschaft um Laubach. im schönsten Schmuck. Die ausgedehnten Laubwälder sind reizvoller, als zu anderer Jahreszeit, denn fast überall stehen zwischen den leuchtenden Buchen die dunklen und immergrünen Tannen und Fichten in einem feinen und doch so harmonischen Gegensatz, daß wir wünschten, wir könnten unseren Lesern, all denen, die jetzt keine Möglichkeit zu größeren Ausflügen haben, die Symphonie der Farben im farbigen Lichtbild widergeben. Doch bis es dazu kommt, wird noch etliches Wasser die Lahn hinabfließen. Indessen ist es nicht nur die herbstliche Farbenpracht der waldreichen Laubacher Ecke, die den Ausflug lohnt. Das neue Kreisgebiet,- auf guten Etreifzug durch das neue Siebener Kreisgebiet. Straßen und schönen Wegen leicht zu durchstreifen (wenn auch nicht zu erwandern an nur einem Tage), bietet vielerlei Schönheit. * Laubach. das traute Städtchen mit seinen Gäßchen und Winkeln, mit Schloß und Park, läßt die Stunden, die man ihm widmet, nicht vergebens sein. Ein Spaziergang durch denSchloß- park (der jedermann zugänglich ist) hat etwas Weltentrückendes an sich. Im Schloß weiß man möchte man fast glauben, die Zeit fei hier still- gestanden. Wer Ruhe und Erholung sucht, dem wird sie in Laubach nicht versagt sein. Viele schöne Fachwerkhäuser sind der Stadt eine Zierde. Ein Kabinettstückchen ist das Haus „Zur Eule", Wirtschaft und Bäckerei, das durch die mit glücklicher Hand durchgeführte Erneuerung zu einem Schmuckstück der Stadt geworden ist. Ein vielgestaltiges originelles Aushängeschild vervollständigt den Gesamteindruck im besten Sinne. Auf dem Marktplatz plätschert das Wasser aus vier Röhren des Engelsbrunnens in das große Becken. Ein Engel auf hoher Säule hält das Wappen der Stadt, den springenden Löwen im blaugelben Felde. Unweit findet man den Grünemannsbrunnen. Interessant und schön ist die Stadtkirche. Dann das Haus mit dem „wilden Mann" und der „wilden Frau".. * Steil führt die Straße von Laubach her in Richtung nach Ruppertsburg, dann fällt sie langsam ab, steil ist aber wieder der Anstieg dicht vor und in Ruppertsburg, das wie eine Burg auf einem Bergrücken liegt und weithin zu sehen ist. Zierlich überragt der Kirchturm die Häuser. Gon- Der Laubacher Bürgerturm, erbaut um 1475. 4 N - Z WT'Z ihrem Gelb und Gold die alten Mauern. Dem Zauber im Zusammenhang von längst Vergangenem und der Herrlichkeit im Gegenwärtigen gibt man sich hier willig hin. Und es paßt gut dazu, wenn man an einem Stamme eine von Rost fast zerstörte eiserne Tafel findet, auf der Worte des Dichters Nikolaus Lenau feftgehalten sind, die fo ganz dem Zauber um diese alten Mauern Ausdruck geben: Wo find sie, deren Lied aus Deinem Schoß O, Kirchlein, einst zu Gott emporgeflogen, Vergessend all ihr trübes Erbenlos!? Wo sind sie? Ihren Liedern nachgezogen? — Noch viel wäre nach dem Besuch in der „Laubacher Ecke" aus den Dörfern, aus den Wäldern, aus stillen Tälern und Wiesengründen, von Kirchen, Mühlen, von Menschen und ihrem Tagewerk zu erzählen —, für diesmal mag es dessen genug sein. Hier findet der Wanderer und Heimatfreund Schönheit der Landschaft und das Wissen um die unlösbare Schicksalsgemeinschaft der deutschen Menschen, wie um ihre Verwurzelung im Boden der Heimat. N. U * Schöne Eingangspforte der Kirche zu Gonterskirchen. (Aufnahmen: [1J Werner Krause, Frankfurt a. M., |4| Neuner, Gießener Anzeigers AM M nut rttm üiui Roman von Kurl Riemann Copyright by Verlag Oskar Meister, Werdau l. Sa 25 Fortsetzung (Nachdruck verboten!- Der Kellner kennt die beiden schon. Er freut sich, wenn sie kommen, und hält ihnen den schönen Eckplatz am Fenster so lange frei, als es sich machen laßt. Meist ist Karola zuerst da, denn Karajan hat in diesen Tagen viel zu tun. „Es ist etwas im Werden, Karola!" sagt er Tag für Tag mit geheimnisvoller Miene und macht höchst dunkle Andeutungen. Dann muß Karola so tun, als sei sie neugierig und wisse doch nichts, obwohl sie natürlich genau im Bilde ist. Heute taucht er erst auf, als es bereits dunkel ist. Karola ist schon ein wenig unruhig geworden. Aber endlich sieht sie ihn durch das Lokal kommen. In feinem Gesicht leuchtet die Freude. „Karola!... Wir haben es geschafft! Geschafft! Er hat gar nicht erst Hut und Mantel abgelegt. „Weißt du, was ich hier drin habe?" Er schlägt gegen seinen Mantel. „Etwa... die Patentschrift?" „Mehr. Viel mehr!" „Mehr? Was denn noch, Herbert?" „Den Geldgeber! Und der Bauplatz liegt hier in Dresden! In Dresden! Ist das nicht herrlich für uns beide? Karola, kannst du das fassen? Kannst du das begreifen? Hier... lies mal, was mir der Justizrat schreibt!" Er legt einen Brief vor sie hin. Karola weiß schon längst, was darin stehen muß. Sie nimmt sich sehr zusammen, daß sie sich jetzt nicht verrät. Die Buchstaben verschwimmen ihr vor den Augen, sie erkennt nur wenige Worte... aber die genügen chr. Es ist ihr eigener Plan, den da der Justizrat erläutert und in die Form eines Vertrages gebracht ?ut. Er merkt gar nicht, daß sie ein wenig zu still ist, daß sie eigentlich viel mehr helle Freude zeigen mußte. Er lebt wie in einem Rausch. o-"Sf < das doch nur einmal richtig aus, Liebstel Das Patent ist erteilt. Das ist der erste Schritt. Niemand kann nun noch versuchen, mir das zu entreißen, was ich mir geschaffen habe. Ich habe es sicher in der Hand. Allein diese Tatsache.., ;en. Jein!" nickt Ka- fo sie hätte mich gefreut wie wenig im Leben. Kannst du das begreifen, Karola? Kannst du dich mit mir freuen?" Sie drückt seine Hand unterm Tisch und beugt sich still darüber. „Ach, Herbert!" Da fühlt er, daß es heiß auf ihn niedertropft. „Kind ... Kind, du weinst ja! Ist das etwa ein Grund zum Weinen, wenn ich komme und dir sage, wie gut es voran geht? Denk doch einmal nach, was nun alles geschehen wird! Wir werden ganz dicht beieinander sein können. Das Werk soll hier in Dresden gebaut werden. Ist das nicht ein unerhörter Glücksfall? Jeden Abend können wir uns sehen. Wir werden heiraten können! Wir werden ein Heim haben!" „Ich meine ja nicht, weil ich traurig bin, ich meine ja nur, weil- ich mich so freuen muß ... für dich, Herbert, für dich!" Er küßte ihr dankbar die Hand. „Liebe, kleine Karola! Du denkst immer nur an mich. Wann wirst du einmal an dich denken?" Da lachte sie ihn an, und in ihrem Blick liegt alle Hingabe, alle Zuneigung. „Wenn ich tot bin Herbert. Früher Hobe ich keine Zeit dazu. Ich muß doch für dich sorgen, daß du keine Dummheiten machst! Aber erzähle weiter! Was soll nun werden? „Sie sind immer bei dir." „Karola ... ich wollte eigentlich erst an dem Tage, an dem zum erstenmal die Maschinen laufen, zu dir kommen und dir einen Ring bringen ... den Derlobungsring. Ich habe mir's anders überlegt. Du sollst mich auch jetzt schon immer bei dir haben. Sieh einmal her! Dieser schmale, feine Ring ... er ist das einzige, was ich von meiner Mutter noch besitze. Er ist in ihrer Familie durch Generationen gegangen und hat ihnen Glück gebracht. So sagt man. Siehst du. wie die Blätter und Ranken schon beinahe glattgewetzt sind? Mutter sagte, es käme daher, daß die Frauen, die ihn von ihren Männern aufgesetzt bekamen, ibn nur ablegten, wenn sie fühlten, daß es in den Tod ging. Mutter hat's auch sä' getan. Aber sonst blieb er immer an feinem Platz. Da haben ihn taufend Griffe, Wasser und Seife mitaenommen und haben heruntergeputzt, was man einst so schön erkennen konnte. Aber wenn du hin- oa finh fFirfcpnhfnHt'r Keller haben." „Aber Herbert ...! Ist das nicht Verschwendung?" fragt Karola erschrocken. Doch Karajan lacht nur. „Heute ist nichts auf der Welt zu teuer für dich und mich!" Der Kellner gießt mit großer Behutsamkeit ein, rückt die Gläser zurecht und entfernt sich. Es sind nur wenige Menschen in diesem Raum, die Mehrzahl hat sich in der Nähe der Kapelle niedergelassen, deren Klänge bis hierher nur gedämpft klingen. „Auf unser Glück. Karola!" sagt Herbert und sieht ihr in die Augen. „Auf dein Werk!" antwortet sie, aber ihre Augen wissen davon nichts, sondern sehen nur ihn, den geliebten Mann. „Justizrat Wangenheim schreibt mir, daß er das Geld schon fast beisammen hat. Der Geldgeber ist gefunden", meint Herbert nach einer stillen Pause. „Ist das nicht wunderbar, daß es noch einen Menschen gibt, der soviel Vertrauen zu dem Werk eines Unbekannten hat, daß er mir ein großes Kapital anvertraut? Wenn ich es so in Ruhe überlege ... ich kann's noch gar nicht fassen. Jedenfalls brenne ich darauf, den Mann kennenzulernen, ihm zu sagen, wie sehr ich ihm zu Dank verpflichtet bin." O weh! denkt Karola. Ich werde es nicht leicht haben, mich zu verstecken. Aber es wird nicht mehr lange dauern . -. bald werde ich sprechen können! Bald ... wenn alles fertig ist! „Worüber grübelst du?" „Ich werde dem Justizrat natürlich die ganze Geldgeschichte übertragen. Davon verstehe ich doch nichts, und er ist ein Meister in diesen verzwickten Dingen. Mir ist nur eins wichtig: Ich kann eine Fabrik aufbauen nach meinen Ideen, ich werde meine Erfindung endlich in der Wirklichkeit erproben können. Karola ... kannst du das überhaupt begreifen, was das für einen Mann bedeutet, sein Werk so schaffen zu können nach seinem Geiste, nach seinem Willen? Herr zu fein über das alles nach seinen Plänen? Ach, Karola, das ist em Stuck Schöpferfreude, das ist ein Stück von Gottes Freude, als er die Welt schuf und den Himmel und die Sterne, ein bescheidener Abglanz, den er uns Menschen geschenkt hat/ Und ich darf es erleben. „Du wirst dein Werk aufbauen, du wirst es aufbauen, daß ich stolz auf dich sein kann. Sie legt ihre schmale Hand über die ferne. „Weißt du, daß ich sehr, sehr glücklich bin? Da wird er ganz still. „Wirklich?" . .... Sie nickt nur. Wenn sie jetzt spricht, wird sie weinen müssen. Die Tränen glitzern schon am Rande ihrer Augen. Sie kann sich nicht dagegen wehren. „Kleines dummes Mädel! Das sind deine Sorgen? Weißt du, von Geld wollen wir hier nie wieder miteinander reden. Wenn du mir einen sehr, sehr großen Gefallen tun willst ... denk nicht dran und sprich nicht davon! Sieh, ich habe dich niemals gefragt, ob du reich bist oder arm. Ich weiß nur, daß du ein kleines Kapital hast, das dir ein bescheidenes Leben ermöglicht. Ich weiß, daß du eine Tante hast, die für dich sorgt, die dir ihr Haus zur Verfügung stellt. Gut. Es freut mich, wenn es dir an nichts fehlt. Es wäre mir aber fast noch lieber, wenn du arm wärst wie eine Kirchenmaus. Denn dann wüßte ich ganz gewiß, daß dein Herz nur mir gehört ... daß das andere ... Geld, Geschäfte, Ruhm, gesellschaftliche Stellung ... daß das alles keine Macht über dich hätte." „Weißt du das jetzt nicht, Herbert? Fühlst du es nicht, daß es nichts in meinem Leben gibt, das dich auch nur um eines Gedankens Länge aus meinem Sinn verdrängen könnte?" Angst liegt in ihrer Stimme, und Karajan streicht ihr halb verwundert, halb beruhigend über den Arm. „Säße ich sonst neben dir? Du müßtest doch nun den alten Dickkopf Karajan kennen. Alles ... oder nichts. Ich glaube, ich könnte niemals teilen. Auch nicht mit einem Gedanken ...!" „Das ist schön", meint er nachdenklich nach einer ganzen Weile. „Ich kann mir keinen schöneren Augenblick im Leben eines Mannes denken, als diesen — wenn die Frau, die man über alles liebt, sagt: Ich bin glücklich." Der Kellner ist ein älterer Mann, der Menschen kennt. Er hat es sofort gemerkt, daß bei seinen beiden Gästen irgend etwas Ungewöhnliches geschehen fein muß. Darum kommt er jetzt erst vorsichtig heran, nach ihren Wünschen zu fraget „Bringen Sie uns eine Flasche Wi rajan. „Suchen Sie das Beste heraus, das Sie im Sie schreckt zusammen. „Oh ... ich lasse meine Gedanken ein wenig spa- Iw. w» SJ-fpori Wball-Vezirksklaffe vor spannenden Kämpfen ge- strichen werden. Wehlar — 1900. cusge- Obwohl in diesem Jahre bei den Meisterschasts- Ja, kämpfen wieder die Lokalkämpfe zu verzeichnen DMälS ge- r Rundfunkprogramm Wirtschaft Die Fußball-Kreisklafsen am Sonntag Rad ... Radfahrer, haltet Disziplin, seid Kameraden, denkt an eure zehn Pflichten und handelt nach ihnen! Ihre Befolgung ist für euch der beste Schutz. Außerdem aber haben die Radfahrer fetzt auch noch einen anderen äußeren Schutz erhalten: die Tretstrahler. Da sie nur an Fahrrädern zu inden find, wird in Zukunft eine Verwechslung mit anderen Fahrzeugen unmöglich sein. Wer sich heute ein neues Rad kauft, bekommt diesen Schutz mitgeliefert. Für alte Räder, ist die Anschaffung noch nicht Pflicht. Aber jeder Radler ollte sich Tretstrahler anschaffen zu feinem und einer Volksgenossen Schutz. L A. (RAS) Sonntag, 6. November. 6 Uhr: Hafenkonzert. 8.10: Evangelische Morgenfeier. 8.45: Serenade für Orchester, von Eugen Bodart. 9: Morgenfeier der Hitler-Jugend: Das Schicksal ruht in dir, du sollst es entfalten. 9.30: Deutsche Meister. 10.30: Held und Heiliger. 10.45: Chorgesang. 11.15: Wir tragen ein Licht. Aus der Notzeit unserer sudetendeutschen Brüder und Schwestern. Hörfolge. 12: Musik am Mittag. 13: Das Mikrophon unterwegs. 13.15: Musik am Mittag. 14: Für unsere Kinder: Die Wunderlampe. 14.30: Uns gehört der Sonntag! Ein Reigen sorg- loser Melodien. 15.15: Winzerarbeit — Winz errege. Eine frohe Stunde im schönen Land des Ahrburgunders. 16: Unterhaltung und Sport. 18: Hohenfels und fein Minnesänger. Hörfolge. 18.30: Humor regiert die Stunde! 19.30: Sportspiegel des Sonntags. 20: Nachrichten. 20.15: Großes Volks- konzert für die Betreuten des WHW. Deutsche Romantik!. 22: Nachrichten. 22.30: Unterhaltung und Tanz. 24 bis 2: Nachtkonzert. Schöne Melo- dien. Montag, 7. November. 6 Uhr: Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. In der Pause, 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Froher Klang zur Werkpause. 9.30: Nachrichten. 9.40: Kleine Ratschläge für den Garten und die Zimmerpflanzen. 10: Schulfunk. Jungmichel verdient sich ein Schwert. 11.45: Ruf ins Land. 12: Schloßkon- WA Weimar, Samstag geW 10. Sautages Mer, der n einen unbeschr nab sich der F jähriger phant" am er an dem a auf einem Sc übernommen- Prof. Gießle nrer geleitet, mit Liebe fü zusammengest aufmerksam Räume mit h Wichtheit u Aufmerksam! aus Stein a djes, in dem historischen ' gewonnen rc Noch Best des aus bei Epoche aus deutschen T tigten Mob ders den । Gartensaal Prof. Gie Erstellung, fyiujes ben Sie tflürin ^mittag b Empfang na! Staates teil. Zentrum Wei eingefunden. Neichspresse! Minister Do Adolf Wac Meyer, We Krebs sowi Der Verlauf der seitherigen Spiele der Bezirksstaffel Gießen hat bewiesen, daß es einen ausr-*- sprochenen Meisterschafts-Favoriten nicht gibt. . man muß sogar feststellen, daß der Kreis der Anwärter, im Vergleich zu früheren Jahren, großer geworden ist. Denn neben Teutonia Steinberg, Sportverein Wetzlar und 1900 Gießen, die am wenigsten mit Minuspunkten belastet sind, machen Naunheim, Frohnhausen, Bissenberg und VfB.-R. Gießen ebenfalls noch berechtigte Ansprüche, xu den Kandidaten gezählt zu werden. Dies verlacht den Spielen einen ganz besonders reizvollen Charakter und je mehr sie fortschreiten, gewinnen sie noch an ' Bedeutung. Hauptsächlich ist dies aber der Fall, wenn Mannschaften Zusammentreffen, die zu den engeren Bewerbern gehören. Und ein solcher Tag ist morgen, wo die Spielansetzung verschiedene aussichtsreiche Mannschaften zusammenbringt. Die drei Weltrekorde, die der norwegische Geher Edgar Bruun im September vorigen Jahres über 3000 Meter, 5000 Meter und 10 000 Meter in Oslo aufstellte, sollen jetzt auf Grund eines Schrei- bens der Internationalen Geherkommission durch die IAAF, geprüft werden. Es ist nicht ausgeschlossen, daß die Bestleistungen des Norwegers wieder — Metrft iKS **£ potW<< Zeder Volksgenosse soll den Wochenspruch besitzen. NSG. „Was heißt ,Wochenspruch' der Bewegung? Immer wieder was Neues. Man kommt ja überhaupt nicht mehr zur Ruhe!" So etwa würde Herr Meckermaiin sprechen, wenn man ihm von der neuartigen Maßnahme der Gaupropagandalei- tunq Hessen-Nassau erzählte Jeder Volksgenosse aber, der mit aufgeschlossenem Herz unsere große Zeit erlebt und an Höhepunkten, wie die Rückkehr Oesterreichs zum Reich, Verkündung bei? Wehrhoheit und bei unzähligen anderen Gelegenheiten der letzten Jahre, die unerhörte Freude mit- fühlte, von der das ganze Volk erfüllt war, wird an dem „Wochenspruch" der NSDAP, auf keinen Fall nichtachtend vorübergehen können. In einem geschmackvollen Wechselrahmen wird jede Woche ein von Künstlerhand gestaltetes Blatt ausgehängt, auf dem in kurzer prägnanter Form der Führer oder führende Männer der Bewemmg besonders wichtige Tagesereignis kurz und treffend skizzieren. Es wird damit erreicht, daß rlchtung- weisende Sätze unserer Weltanschauung sich jedem Volksgenossen einprägen, so daß er durch den „Wochenspruch" ohne große Belastung nationalsozialistisches Gedankengut in sich auf nimmt In allen Kreisen des Gaues hat die. Werbung für den „Wochenspruch" eingesetzt. Sie soll nicht nur die Behörden und Dienststellen erfassen, sondern den Wochenspruch in alle Schichten der Bevölkerung eindringen lassen. Jeder Kaufmann, Betriebsführer, Handwerker, Gastwirt, Arzt, Rechtsanwalt, Hausbesitzer, alle Volksgenossen überhaupt sollen durch Aushang des „Wochenspruchs nationalsozialistisches Gedankengut einem weiteren Kreis der Bevölkerung zugängig machen und so selbst Aktivpropagandist für den Führer sein. Die Entscheidung der Frage, ob und in welches Höhe die Bestellung auf den „Wochenspruch" zu erfolgen hat, muß nur von der vorgeschilderten ideellen Seite her gesehen werden. Jäier Volks« genösse hat Teil an den Segnungen, die der Führer mit seinem Werk bis heute dem deutschen Volks gebrächt hat. Nur der eingangs erwähnte Herr Meckermann kann die gewaltigen Erfolge auf allen Gebieten ignorieren und eine vorübergehende Butterknappheit oder ähnliches für wichtig halten. Alle deutschen Volksgenossen aber, die dem Führer ihr freudiges ,La" bei anderer Gelegenheit gegeben haben, werden auch hier die Bestrebungen der Gaupropagandaleitung unterstützen und die Verbreitung des „Wochenspruches" zu ihrer eigenen Angelegenheit machen. scheiden. Saasen spielt in Grünberg und trifft dort einen starken Gegner an. Wir glauben nicht, daß die Gäste dort zu einem Siege kommen. — Nieder- Ohmen erwartet Ettingshausen und wird Mühe haben, sich des starken Gegners zu erwehren. — Flensungen hat auf eigenem Platz Harbach zu Gast und dürfte nach den bisher gezeigten Leistungen .Der Uhr. '"der thürii Als der Fü! ^unterbrech f5 wir hani *«ufen [ein r“en vier, nj “"gen beg ™ .?r dis guur Me.Erei iyS, Ubeit! ? Nn|e Mr litt L* sÄ wir JJS N feit Kr SfS n b "'n k 1 Ultil Nachdem die Leute vom Walüsportplatz Tritt „ faßt haben, ist nicht anzunehmen, daß die Burger irgendeine Erfolgchance besitzen, selbst wenn ihre Leistung so lobenswert ist, wie vor kurzem auf dem Trieb, wo sie gegen 1900 ein Unentschieden erzielten. Die Begegnung der beiden vorjährigen Rivalen, Wetzlar — 1Ö00, dürfte, auch wenn der Ausgang noch nicht für die endgültige Entscheidung maßgebend ist, die Hauptan^iehungskraft besitzen. Eine Voraussage über den Ausgang wäre bei der der- Neue Länderkämpfe der Ringer. Nach den Kämpfen gegen Estland und Lettland stehen die deutschen Ringer vor weiteren größeren Aufgaben. In der Zeit vom 2. bis 4. Dezember sind gleich drei Begegnungen festgesetzt. So werden Polens Ringer in der ersten Dezemberwoche in Oppeln und in Berlin antreten. Gegen Dänemark wird in Köln gerungen und die Italiener, von denen noch die Zusage erwartet wird, sind in Stuttgart zu Gast. In der ersten Februarhälfte steht in Stockholm der große Kampf mit Schweden bevor. Beide Länder werden hier in doppelter Besetzung aller sieben Ge- Frohnhausen I — Teutonia Steinberg I. Einen schweren Gang haben morgen die Teuto- neu vor sich. Jede Mannschaft weiß, was es heißt, im Hinterland Punkte zu erobern. Auch die Steinberger haben dort schon manche böse Erfahrung machen müssen. Bis jetzt wurden sie jedesmal in Frohnhau- jen klar geschlagen. Gerade auf eigenem Platz ist diese Mannschaft äußerst gefährlich. Die Elf pflegt an sich eine ziemlich harte Spielweise, die vollkommen auf Erfolg eingestellt ist. Nach der vorsonntäg- lichen Niederlage in Gießen werden die Platzbesitzer alles aufbieten, um diese Schlappe wettzumachen. Ob ihnen das bei den Teutonen gelingt, ist jedoch fraglich. In den bisherigen Spielen spielte die Mannschaft schönen Fußball, so daß bann auch schließlich die Erfolge nicht ausblieben. Wenn die Steinberger den morgigen Kampf mit Eifer und Einsatz bestreiten, sollten die Punkte sicher fein. Jrn übrigen ist Däublin auch wieder dabei. Mer Voraussicht tritt die Mannschaft in stärkster Aufstellung an. Jedenfalls darf man gespannt sein, ob der jetzige Spitzenreiter es versteht, seine Stellung auch weiterhin auszubauen. VsB.R. n — Lollar II. Da die zweite Mannschaft von Burg nicht mehr spielen kann, hat sich der Verein entschlossen, einen Gegner zu einem Freundschaftsspiel zu verpflichten. Lollars Reserve hat zwar bisher noch nicht in die Pflichtspiele eingegriffen, man weiß aber, daß die Mannschaft sehr stark ist. Den Ausgang des Spieles kann man als offen bezeichnen. SA. ii - Vfv.-rr. m. Im Pflichtspiel stehen sich beide Mannschaften gegenüber. Da beide Mannschaften wenig gespielt haben und sich nicht kennen, darf man auf den Ausgang des Spiels gespannt sein. Wehlar IL — 1900 II. Die Reserve der Blau-Weißen, die mit Koch I., Krämer und Bergmann verstärkt antritt, hat ebenfalls eine harte Nuß zu knacken, wenn sie ihr Vorhaben durchführen will, denn die Reserve des Sportvereins Wetzlar verfügt ebenfalls über Kräfte, die achtbares Können besitzen. Frohnhausen II — Steinberg II. Die zweite Elf der Teutonen trifft wiederum auf einen unbekannten Gegner, so daß eine Vorhersage nicht möglich ist. läge einstecken. Die Mannschaft reift nach Heuchelheim und wird, vorausgesetzt, daß die Platzherren nur mit ihrer zweiten Mannschaft spielen, einen Sieg landen können. — Staufenberg wird in Londorf erwartet und hat dort wenig Aussichten auf Punktgewinn. Klein-Linden I — Wißmar I. Daß die dauernden Aenderungen in der Mannschaftsaufstellung Klein-Lindens sich ungünstig auswirken mußten, war vorauszusehen. Drei 'verlorenen steht ein gewonnenes Spiel gegenüber. Für die kommenden Spiele steht aber eine ständige Mannschaft zur Verfügung, so daß in Zukunft mit Erfolgen gerechnet werden kann. Am kommenden Sonntag ist Wißmar in Klein- Linden zu Gast und wird sicher alle Register seines Könnens ziehen, um die Punkte mitzunehmen. Hoffentlich bewährt sich die neue Umstellung Klein- Lindens, so daß es seinen Tabellenstand verbessern kann. Der Klein-Lindener Anhang rechnet aber mit einem bestimmten, wenn auch knappen Sieg. 1. FL. 1926 GroßenBuseck — 1. Spv. Rodheim an der Bieber. Die 1. Elf des FC. 1926 empfängt morgen die gleiche des Spv. Rodheim zum fälligen Derbands- fpiel. Die Gäste, die über eine spielstarke Mannschaft verfügen, werden alles daransetzen, ihren Platz in der Tabelle zu halten, während Großen- Buseck die Spitze weiter behalten will. Aber es traten einige Bedenken auf, da Grohen-Buseck auf einige gute Spieler» verzichten muß: da auch noch Dambmann fehlt, muß man im Busecker Lager auf der Hut sein. Die Jugend empfängt die spielstarke Jugend von Saasen. Garbenleich I — Steinbach I. In diesem Spiel stehen sich zwei gleichwertige Mannschaften gegenüber, die sich schon oft in Der- bandsspielen begegneten. Man darf auch morgen wieder einen anregenden Kampf erwarten, der erst 1. kreisklasse: Großen-Duseck — Rodheim Klein-Linden — Wißmar Hungen — Muschenheim Garbenteich — Steinbach Leihgestern — Großen-Linden SA. — Lich 2. Lreisklasse: Grünberg — Saasen Nieder-Ohmen — Ettings-Hausen Flensungen — Harbach Queckborn — Göbelnrod (Gesellschaftsspiel) Heuchelheim II — Großen-Linden II Londorf — Staufenberg SA. II — DfB.-R. III Der Sonntag steht im Zeichen der Lokalkämpfe, allein in der ersten Kreisklasse stehen drei Lokalspiele auf dem Programm, so daß mit spannenden und harten Kämpfen zu rechnen ist. Rodheim reift zum Tabellenersten Großen-Buseck. — Die Wißmarer fahren nach Klein-Linden. — Erstmals wirkt Muschenheim in den Pflichtspielen mit. Da die Spieler lange nicht gespielt haben, außerdem der Gastgeber durch gutes Abschneiden von sich reden machte, kann man den Gästen wenig Aussicht auf Erfolg geben. — Der Tabellenführer Leih- gestern empfängt seinen Lokalgegner Großen- Linden. Wenn auch beide Mannschaften in veränderter Ausstellung antreten, so sollten doch die Platzherren schon allein auf Grund des Platzvorteils zu einem Siege kommen. — Die SA. tritt auf eigenem Platze dem vorjährigen Tabellenzweiten Lich gegenüber. Wir halten die SA.-Männer doch für stark genug, dies Spiel knapp für sich zu ent- Zwanzig Millionen 3lät>cr auf Deutschlands Straßen. Zwanzig Millionen Radfahrer gibt es m Deutsch- land — zwanzig Millionen Männer und Frauen, Aeltere, und vor allem auch Jugendliche, benutzen ihr „Stahlroß" als Beförderungsmittel zu Beruf und Schule, für frohe Ferien und Sonntagsfahrten. Wer von diesen zwanzig Millionen aber hctt ein ganz reines Gewissen, wenn von Verkehrssünden die Rede ist? Wohl kaum einer, denn die meisten schlagen den Verkehrsregeln gelegentlich ein Schnippchen. Der eine fährt gegen alle Verkehrsregeln Seite an Seite mit dem Nebenmann, um ein kleines Schwätzchen zu machen, ein anderer kann als guter Freund nicht sehen, daß die anderen laufen und ladet mindestens einen noch hinten mit auf sein iu11 ipIc11 ujnuii vit. --•-------r I - u— , - u ' sind, hat die Begegnung mit Wetzlar mchts an Bedeutung verloren. Der vorjährige langanhaltende Bord-an-Bord-Kampf über die Entscheidung der Meisterschaft steht noch in bester Erinnerung. Und so tritt auch heute wieder die Frage in den Vordergrund, wer diesmal das bessere Ende für sich behalten wird. Um so mehr, da beide Mannschaften auch Heuer wieder berechtigte Aussichten besitzen, irn wetteren Verlauf noch ein gewichtiges Wort mitreden zu dürfen. Daß hierbei auf beiden Setten nichts unversucht gelassen wurde, um das Beste auf die Beine zu bringen, ist verständlich. Die Mannschaft der Blau-Weißen, die mit Herbst, Zeiler, Lippert, Pankok, Quick, Rensing, Schellhaas, Lobsack, Hormel, Sack, Heuser antritt, ist denn auch tatsächlich die zur Zeit stärkste Vertretung. Jllusio- nen darf man sich jedoch nicht hingeben, denn in Wetzlar zu bestehen bedarf einer Leistung, rote sie nicht jeden Tag gelingt. zert. 13: Nachrichten. 13.15: Schloßkonzert. 141 Nachrichten. 14.10: Das Stündchen nach Tisch..< 15: Für unsere Kinder: ,Hetzt basteln wir..." 16t Nachmittaaskonzert. 18: Das Gut in der Stadt. 18.20: Roß und Reiter. 18.30: Don der braven Infanterie laß ich all mein Lebtag nie. 19.15t Tagesspiegel. 19.30: Abend wird es wieder. Alte schöne Chöre mit verbindender Musik. 20: Nachrichten. 20.15: Buntes Unterhaltungskonzert. Don Mühlen und Müllersleuten. 21: Der junge Goethe. Erste Ausfahrt. — Leipzig 1765 dis 1768. Dienstag, 8. November. 6 Uhr: Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. 7: Nach- richten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Froher Klang zur Werkpause. 9.30: Nachrichten. 9.40: Was können wir Frauen noch besser machen? 10: Schulfunk. Sudetendeutsche Heimat. Eine Hörfolge. 11.45: Ruf ins Land. 12: Mittagskonzert. 13: Nachrichten. 13.15: Mittagskonzert (Fortsetzung). 14: Nachrichten. 14.10: O holde Frau mufica! Schubert — Schumann — Brahms. 15: Kleines Konzert. 16: Nachmittagskonzert. 18: Volk und Wirtschaft. 18.15: Neues für den Bücherfreund. Die Dichter der Deutschen. 18.30: Meisterwerke der ChormUsik. 19.15: Tagesspiegel. 19.30: Der fröhliche Lautsprecher. 20: Nachrichten. 20.15: (Stuttgart spielt auf! Heitere Feierabendmusik. 22: Nachrichten. 22.20f Politische Zeitungsschau. 22.35: Musik zur Unterhaltung. 24 bis 2: Nachtkonzert. wichtsklassen antreten. Zuvor werden im Lause des Januars die Rückkämpfe gegen Estland und Lett- land in noch zu bestimmenden Orten ausgetragen. Rekordversuche auf der Heichsautobahn verschoben. Wie die Motorgruvpe Hessen mitteilt, sind die Rekordversuche auf Der Reichsautobahn zwischen Frankfurt und Heidelberg, die der englische Major Gardner am Samstag unternehmen wollte, wegen des schlechten Wetters abgesagt worden. Der neue Termin steht noch nicht fest. Rhein-Mairusche Börse. lUiftagsbörfe meist knapp gehalten. Frankfurt a. M., 4. Nov. Die anhaltend schwache Kundschaftsbeteiligung trotz fortlaufend bekanntwerdender anregender Nachrichten aus der Industrie, wie z. B. die Erhöhung der Hoesch-Divi- dende um 1 v. H. auf 6 v. H., führte in Berufskreisen zu ebenfalls nur geringer Unternehmungslust. Aus übrigbehaltenen Beständen erfolgten bei Börsenbeginn am Aktienmarkt wieder mäßige Abgaben, so daß die meisten der zunächst nur wenig notierten Papiere um Bruchteile eines Prozentes abbröckelten und auf einzelnen Marktgebieten sogar eine recht schwache Tendenz bestand. Angeboten waren besonders Zellstoffaktien. Aschaffenburger waren zwar nach dem 4prozentigen Rückgang von gestern um 1 v. H. erholt auf 116, dagegen wurden Waldhof mit 133,50 (135,50) angeboten. Am Montanmarkt setzten Hoesch mit 120,75 (121), Verein. Stahl mit 113,25 (113,50), Mannesmann mit 114,50 (115), etwas höher aber Rheinstahl mit 140 (139,65) ein. JG.-Farben gaben bei kleinem Angebot auf 153,13 (153,50), AEG. auf 124,75 (124,25)'nach und von Maschinenwerten gingen Demag auf 153 (153,75) und Eßlinger auf 112,75 (113) zurück. Leicht befestigt lagen Westdeutsche Kaufhof /mit 109 bis 109,40 (108,75), dement Heidelberg mit 158 (157), Allg. Lokal und Kraft mit 145 (144,25) und 2 v. H. höher kamen Verein. Deutsche Metall mit 175 (173) an. Am Rentenmarkt standen Reichsaltbesitz bei lebhaften Käufen auf die bevorstehende Dezember- Ziehung mit 131,20 bis 131,65 (131,25) im Mittelpunkt. Am Pfandbriefmarkt bestand Angebot in Kommunal-Obligationen, Meininger weitere 0,50 vorn Hundert ermäßigt auf 99, die übrigen blieben auf dem letzten Stand. Liquidationswerte schwankten bis 0,25 v. H., Pfälzische bei 101,25 (101) erneut rationiert. Don Industrie-Obligationen, die zumeist etwas nachgaben, waren Farben-Bonds auf 121,90 (122,75) ermäßigt. Don Stadtanleihen lagen Mainzer 0,25 v. H. höher mit 98, Mannheimer Altbesitz 136 (135). Schwächer Dekosama I mit 135,13 (136). Reichsaltbesitz fliegen im Verlaufe auf 131,75 und blieben so gefragt, Kommunal-Urnschuldung knapp gehalten mit 93,85 (93,90), zeitigen Verfassung beider Mannschaften gewagt. Eine schwere Aufgabe erwartet die Teutonen in Frohnhausen, denn nach der Leistung der Dränier vom Dorsonntag haben es die Steinberger diesmal mit einem weit stärkeren Gegner zu tun als seither, und es wäre feine Ueberraschung, wenn der Spitzenreiter einen Punktverlust erleidet. Naunheim erwartet Ehringshausen. Die Frage nach dem Sieger ist nicht schwer, denn auf eigenem Gelände werden sich die „Wetzlarer Vorstädter" von dem- Neuling nicht gefährden lassen. Sinn muß abermals ein Heimspiel auf des Gegners Platz austragen. Bissenberg, das den Vorteil hiervon hat, wird sich diese günstige Gelegenheit nicht entgehen lassen und seine Tabellenstellung durch einen Sieg weiter ausbauen. vfB.-R. I — Burg I. Im zweiten Heimspiel erwartet der VfB.-R. die Mannschaft von Burg auf dem Waldsvortplatz. Die Gäste, die im Vorjahre der Schrecken Der Stadtvereine waren, haben in diesem Jahre stark nachgelassen und konnten nicht immer mit bester Mannschaft antreten. Daß die Mannschaft in stärkster Aufstellung einen achtbaren Gegner abgibt, mußte der Lokalgegner erfahren, dem die Burger auf dem Trieb einen Punkt abknöpften. Die Grünweißen, die durch chren Sieg in Ehringshausen ihr Selbstvertrauen wiedergefunden haben, da die Mannschaft wieder in stärkster Besetzung antreten kann, hat vor, die Pechsträhne abzureißen. Der Spielausfchuß hat folgende Elf aufgesteltt: Gottschalk; Leutheuser I, Leutheufer II; Krämer, Thron, Berlenbach; Fischer, Bach, Heß, Kramer, Szponick. Mit diesem Spieler» material, das der DsB.-R. stellen kann, sollte es nicht schwer fallen, einen deutlichen Sieg davonzu- tragen, jedoch muß sich die Mannschaft voll einsetzen, denn ein angeschlagener Gegner ist unberechenbar. Die Leitung des Spieles liegt in Händen von Miller, Wetzlar. einem Rückspiel. Das Vorspiel endete mtt 5:0 Toren für Garbenteich. Man sollte auch diesmal wieder mit einem Siege der Platzbesitzer rechnen können. Kurze Sportnotizen. Auf dem Zugspitzplatt liegt schon soviel Schnee, daß die Schiläufer, unter ihnen Meister Heli Lantschner, bereits das Training aufnehmen konnten. * Reidar Andersen (Norwegen), einer der besten Schispringer der Welt, wird wahrschem- lich dem Amateursport verloren gehen, denn er beabsichtigt, ein Film-Angebot einer nordischen Ge- ellschaft anzunehmen. Im Verlaufe herrschte ausgesprochene Geschäfts« stille und zweite Notierungen tarnen nur ganz wenig zustande, Westdeutsche Kaufhof 109 nach 109,40, Deutsche Erdöl 131 bis 130,50 nach 130,90. Bei den später notierten Werfen betrugen die Abweichungen 0,50 bis 1 v. H., fest nach Geldstreichung Feinmehl. Setter mit 98 (95) bei 50 v. H. Zuteilung, anderseits Bank für Brauindustrie 125,50 (127). Das Freiverkehrs geschäft war ruhig. Man nannte: Dingler 100,50 bis 102,50, Katz & Klumpp 0,50 v. H. höher mit 102,50 bis 104,50, Rastatter plus 1 v. H. mit 49,50 bis 50,50, anderseits Ufa knapp gehalten mit 83,75 (84). Tagesgeld sehr leicht und unv. 2,25 v. H. Abendbörje schwach. An der Abendbörse bröckelten die Aktienkurse in teilweiser Anpassung an Berlin überwiegend weiter ab, da seitens der Kulisse offenbar weiteres Bedürfnis zu Glattstellungen bestand, zumal die Kundschaft weiterhin nahezu völlig fehlte. Erneut günstige Nachrichten aus der Industrie, wie der lebhafte Geschäftsgang bei Mannesmann auch im 3. Quartal und die unv. öprozentige Dividendenerklärung bei Lahmeyer blieben ohne Einfluß. Die Umsätze waren allgemein äußerst klein. Am Montanmarkt gingen Hoesch noch 0,25 v. H. unter den schon merklich ermäßigten Berliner Stand auf 119,25 (120,75), Verein. Stahl auf 112,75 bis 112,50 (113) und Buderus auf 116 (116,40, aber 115,25 in Berlin) zurück, während Mannesmann mit 114,50 und Rheinstahl mit 139,90 (140) behauptet blieben. Sonst ließen Rhein- metall auf 141 (141,50), Gesfürel auf 139 (139,50), Westdeutsche Kaufhof auf 108,50 (109). Deutsche Linoleum etwas stärker auf 160,25 (161.50) und Deutsche Erdöl auf 130,50 (130,75) nach. Adlerroerke mit 113,50 und Bekula mit 164 kamen je 0,25 v. H. höher an. Behauptet notierten u. a. JG.-Farben mit 153, Scheideanstalt mit 208,50, Moenus mit 127, Bemberg mit 142, Licht und Kraft mit 142,75 und RWE. mit 123,90, ferner zeigten Großbankwerte die Mittagskurse. Von Renten fanden notierte und un- notierte Altbesitzanleihen erneut lebhafte Nachfrage; Reichsaltbesitz 131,90 (131,75), Dekosama I erholten sich um 0,50 v. H. auf 135,65. Industrie-Obligationen notierten behauptet, Farben-Bonds 121,90, 6prozentigs NSU. 104,50. Im Freivertehr nannte man Kommunal-Umschuldung mit 93,85 unoere ändert. BfB.-R. — Burg. Wehlar — 1900. Frohnhausen — Steinberg. Raunhelm — Lkringehausen. Sinn — Bissenberg. ,ch den bisher gezeigten Leistungen mit dem Schlußpfiff entschieden werden dürfte. Die nicht um eine knappe Niederlage herumkommen.— Jugend von Garbenteich empfängt die spielstarke Großen-Linden mußte am Sonntag eine Nieder- t Jugend von „Teutonia" Watzenborn-Steinberg zu