Nr. 233 Erstes Blatt M.Zahrgang Mittwoch. 5.Oktober 1938 Br|d)etni täg Itd), außer Sonntag» und Feiertags Beilagen. Die Illustrierte (Biefienei Familienblättet Heimat tm Bild Die Scholle monats-Besugsprets: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte . 1.80 Zustellgebühr , -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt üenifprechanfchlüffr unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten Anzeiger Gieße« Poftfd)edfonto: granfturt am Main 11688 Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vruL und Verlag: vrühlsche Unwerfitätrdruckerei R. Lange in Sieben. Schristleitung und Geschäftsstelle: Schulsttatze 7 Annahme oon Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8*/,Uhr des Vormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen oon 22 mm Breite 7 Rps., für Iqtt* anzeigen oon 70mm Breite 50 Rpf.,Platzoorschrift nach oorl). Vereinbg. 25°/e mehr. Ermäßigte Grundpreise: Stellen-. Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rps., Familienanzei- gen, Bäder., Unterrichts- u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B Karlsbad bereitet dem Führer einen begeisterten Empfang. Unser schönes, altes Karlsbad hat dem Führer einen Empfang bereitet, wie ihn nur eine Stadt veranstalten konnte, deren Bevölkerung von jeher rein deutsch war, die sich immer danach sehnte, mit dem großen greifbar naheliegenden Reich vereint zu werden, und die nunmehr endgültig vom Schrecken des tschechischen Terrorismus befreit worden ist. Karlsbads Ruf und Ruhm ist im Laufe der Jahrzehnte und Jahrhunderte in alle Länder gedrungen. Seine zahlreichen heilkräftigen Sprudel sind es, die jährlich Tausende von Eryo- lungsbedürftigen hierher locken. Don weit her kommen die Fremden gereist, vielfach auch aus Uebersee. Diese starke Verflechtung der Stadt mit dem Ausland war es, die die Tschechen bewog, ihre Ent- nationalisierungspolitik anfänglich nicht allzu kraß in Erscheinung treten zu lassen und den Namen Karlsbad" nicht ganz von der Landkarte zu verbannen. Mit .Karlovy Vary", so wie sie es getauft hatten, hätte die Welt nichts anzufangen gewußt. Man hätte damit eine Geldquelle verstopft, die alljährlich viele Millionen Devisen brachte. Diese Erkenntnis hinderte allerdings die Tschechen nicht, sich der deutschen Bevölkerung gegenüber bei jeder Gelegenheit als Herren'im Hause aufzuspielen. Dabei waren sie in dieser Stadt von jeher eine hoffnungslose Minderheit. Seit dem 21. Mai brachte aber Karlsbad als Badeort nichts mehr ein. Die Ausländer mieden die Tfchechei, sie mieden auch das schöne Karlsbad, das. schon lange durch die tschechische Mißwirtschaft in Schwierigkeiten gestürzt, in eine verhängnisvolle Krise hineingeriet. Heute hat der Tscheche im deutschen Karlsbad nichts mehr zu bestimmen. Die Stadt ist wieder wie einst eine Zierde der deutschen Gaue und eine Heilstätte, die den Angehörigen aller Nationen offen steht, in der jeder, der Heilung sucht, sie auch findet. D. S. Alit den Truppen in die Zone III. Karlsbad, 4. DEL (DNB.) Auch am Dienstag hat der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht seinen in das Sudetenland einrückenden Truppen das Geleit gegeben. Von Hof aus, das Vogtland durchquerend, erreichte der Geländewagen des Führers bei der Musikstaüt Klingenthal zum zweiten Male die bisherige Reichsgrenze. Um 10.40 Uhr hob sich zwischen den aneinanderstoßenden Ortschaften Klingenthal und Markhausen unter dem tosenden Jubel der Bevölkerung der tannenumkränzte Schlagbaum, und ein zweites Mal hielt Adolf Hitler Einzug in ein jubelndes, einet schöneren und glücklicheren Zukunft entgegengehendes Land. Es regnet in Strömen. Ein kalter Wind peitscht über das offene Hügelland hinweg. Die schnell erreichte sudetendeutsche Grenzstadt Praslitz empfängt den Führer mit einem wahren Blumenregen. Der Führer läßt halten und wird unter Stürmen des Jubels zum Marktplatz geleitet. Hier begrüßt er die ältesten Vorkämpfer der Nationalsozialistischen Partei im Sudetenland, die mit ihren Fahnen aus dem Jahre 1922 Aufstellung genommen haben. Nicht zu schildernde Begeisterung begleitet diese für die Geschichte der deutschen Stadt Graslitz so denkwürdigen Minuten. ,.rr In Heinrichsgrün begleiten Böllerschüsse die triumphale Durchfahrt Adolf Hitlers. Glockengeläute empfängt den Führer in der Industriestadt Falkenau an der Eger, deren Bevölkerung zu Zehntausenden zwischen flaggengeschmückten Häusern die Straßen besetzt hält. Immer wieder unbeschreibliche Dankeskunügebungen des sudetendeutschen Volkes. Feuerwehr und Ortspolizei, Bürgerwehr und Schüt- zenoereine sind zur Stelle, um nur eines zu rufen: „Wir danken unferm Führer!" Auf den Landstraßen vor und hinter Falkenau haben in endlos langen Reihen Fahrzeuge der Wehrmacht mitten im Aufmarsch die Paradeaufstellung bezogen. Kein Wagen ist darunter, "den die Frauen und Mädchen nicht mit herrlichen bunten Herbstblumen geschmückt haben. Schnurgerade ausgerichtet stehen die Feldgrauen im Stahlhelm vor den Tanks und Geschützen und den Transportfahrzeugen. Im Wagen stehend grüßt der Führer. Ueber Höhen und durch Täler geht die Fahrt weiter. Ein einziges Brausen des Jubels und Winken und Tücherschwen- ken erfüllt auch das hübsche alte Städtchen Elba g e n, auf dessen Marktplatz der Führer wiederum kurz halten läßt. Grenzenlose Liebe schlägt ihm auch hier in den engen, mit Wimpeln überspannten Gassen entgegen. Um 13.40 Uhr hält Adolf Hitler unter dem Geläut sämtlicher Kirchenqlocken schließlich seinen Einzug in das tm Glücksgefühl schier überströmende weltberühmte Karlsbad. Karlsbads Gelöbnis. „Jederzeit alles für den Führer und das Reich." Auf dem Theaterplatz am Fuße des hoch aufragenden Hirschsprungfelsens hat sich ganz Karlsbad versammelt. Die Kompanien der Leibstandarte nd der Wehrmacht sind vor dem Theater aufmar- iert. Die flaggengeschmückten Häuser im Vorder- nd, die Waldberge im Hintergrund geben ein htiges Bild. Vieltausendfacher Jubel braust auf, )änbe fliegen in die Höhe: der Führer ist em Theaterplatz eingetroffen. Unter den feier- ; Klängen der Nationalhymnen fährt Adolf langsam an den Tanks vorbei, die in gerader ausgerichtet stehen. Die Menschen wissen sich M AL : HM K. Ein Schnappschuß unseres Bildberichterstatters beim Einzug der deutschen Truppen in Schluckenau in der II. Zone. Auch hier spielten sich rührende Freudenszenen ab. Frauen und Mädchen überschütteten förmlich die Soldaten mit Blumen. — (Scherl-Bilderdienst-M.) vor Freude und Begeisterung kaum zu fassen. Immer wieder braust es in Sprechchören auf: „Wir danken unserem Führer" und „Siegheil". Jetzt intoniert die Kapelle den Präsentiermarsch. Adolf Hitler schreitet die Front der Ehrenkompanien ab. Dann begibt er sich in Begleitung Konrad Henleins hinauf zum Balkon, der mit Flaggen und Kränzen geschmückt ist. In diesem Augenblick steigt die Führerstandarte hoch. Immer neu schallen die Ovationen zum Führer empor. Der Stellvertreter Konrad Henleins, Frank, erinnert an den Kampf des Grenzlanddeutfchtums und an das Ringen um die größere Heimat, er spricht davon, daß gerade die Menschen an der Grenze für die nationalsozialistische Idee und für den Kampf des Führers besonders empfänglich feien. Er schilderte den Kampf der letzten Zeit und gelobt, daß das Sudetendeutfch- tum jederzeit alles für den Führer und das Reich einsetzen werde. Tosend stimmt die Menge in das Heil ein. Der Führer dankt Frank mit einem langen Händedruck. Dann tritt er an die Brüstung. Worte fehlen, um die Ausbrüche der Freude, des Glückes, der Liebe und der Verehrung zu beschreiben, die ihn empfangen. Dann spricht der Führer. Treue um Treue. „Deutsche! Volksgenossen und Dolksgenossinnen! Karlsbader!", so beginnt der Führer, „Vor 20 Jahren hat euer Unglücksweg begonnen, der Weg in eine fast trostlos erscheinende Zukunft. Auch mein Weg begann damals: Ich glaubte an d i e deutsche Wiederauferstehung, an die Wiederherstellung meines Volkes und an die Größe eines kommenden Deutschen Reiches. Ihr seid in diesen 20 Jahren unserem deutschen Volkstum treu geblieben, und auch ich bin meinem Glauben treu geblieben! Heute befinden wir uns nun beide im Reich, das ich damals vor mir sah und an das ich glaube. Dieses Reich ist Wirklichkeit geworden und soll niemals mehr vergehen. So wie ihr euch nun sorgen müßt für dieses große gemeinsame Deutsche Reich, dessen Bürger und Bürgerinnen ihr von jetzt ab seid, so wird dieses Deutschland sich ebenso um euch sorgen! Eure Liebe und Anhänglichkeit, eure Treue und Opferbereitschaft werden erwidert oon dem gleichen Empfinden, der 75 Millionen anderen Deutschen. Es war ein harter Entschluß, der mich hierher geführt hat. Hinter diesem Entschluß stand der Wille, wenn nötig, auch die Gewalt zu Hilfe zu rufen, um euch frei zu machen. Um so glücklicher und dankbarer wollen wir fein, daß dieser letzte und schwerste Appell nicht notwen- d i g war, um uns zu unserem Rechte zu verhelfen. Wir find stolz, nun dieses Land in seiner ganzen Schönheit zu übernehmen, und sind entschlossen, sofort darayzugehen. auch hier zu bessern, was gebessert werden muß, aufzubauen, was aufgebaut werden kann, und alle Wunden der Vergangenheit zu heilen. Ich wußte nicht, wie und auf welchem Wege ich einmal hierher kommen würde. Aber daß ich einmal hier stehen wurde, das habe ich gewußt» Wenn ich nun hier vor euch stehe, dürft nicht nur ihr mir danken, sondern ich will auch euch danken für eure Treue, für eure Anhänglichkeit und eure Opferbereitschaft! Wie ihr stolz seid auf dieses große Deutsche Reich, dessen Führer ich bin, so ist dieses Deutschland auch stolz auf euch Sudetendeukfche! Wir können in dieser Stunde nichts anderes tun, als an unser ewiges deutsches Volk und unser großes Deutsches Reich denken! Deutschland Sieg-Heil!" Der Führer hat feine Rede beendet. Ein unbeschreiblicher Orkan des Jubels dankt ihm für seine Worte. Entblößten Hauptes und mit erhobener Rechten werden die deutschen Lieder gesungen. Aber noch lange muß der Führer die Huldigungen seiner Egerländer entgegennehmen. Konrad Henlein beschließt die unvergeßliche Kundgebung mit einem Sieg-Heil auf den Befreier der sudetendeutschen Lande. Dann erklingt der Badenweiler Marsch, und der Führer verläßt die Stadt, die heute ihren glücklichsten Tag in ihrer Geschichte erlebt hat. Karlsbad feierte s ein schönstes Fest Noch lange, nachdem der Führer Karlsbad verlassen hatte, standen unzählige Gruppen zusammen und sprachen mit vor Glück leuchtenden Augen von den erhebenden Stunden, in denen sie ihren Befreier unter sich haben durften. „Das war die schön st e Stunde unseres Lebens", so hört man oon allen Seiten. Singend zogen Gruppen durch die Stadt. Unaufhörlich brachten sie den durch die Straßen ziehenden Truppen Freudenkundgebungen dar. Jeder Wagen war mit Blumen umkränzt, jeder Soldat trug Blumen am Stahlhelm und am Gewehr. Tausende erklärten sich bereit, die Soldaten als Gäste bei sich aufzunehmen. Die Inhaber der großen Hotels stellten ihre Räume, die angesichts der tschechischen Greuel oft schon monatelang leergestanden haben, kostenlos zur Verfügung. In den Abendstunden waren alle Häuser reich illuminiert. Zu gleicher Zeit bewegte sich ein Fackel zug durch die Straßen dieser herrlichen urdeutschen Stadt. Arm in Arm marschierten Zivilisten und Soldaten nach den Klängen deutscher Militärmärsche. Hell klangen auch die Kampflieder der Bewegung, die solange nur heimlich gesungen wurden, zum Himmel empor. Karlsbad feierte fein schönstes Fest, das Fest der Befreiung. Nos Volkswagenwerk wächst. Besichtigung durch Dr. Ley. Braunschweig, 4. Okt. (DNB.) Reichsleiter Dr. Ley besuchte das im Bau befindliche Volks- wagenwerk bei Fallersleben und das Vorwerk für die Volkswagenfabrik in Braunschweig. Obwohl die Grundsteinlegung erst vor knapp sechs Monaten stattgefunden hat, stehen heute bereits vier mächtige Hallen. Viele tausend Arbeiter, darunter auch italienische Arbeitskameraden, arbeiten an dem gewaltigen Werk. In dem nahe gelegenen Arbeiterbarackenlager ist soeben eine riesige „Kraft-durch-Freu de" - Fest- h a l l e fertiggestellt worden. Auch die Hasen- a n l a g e nähert sich ihrer Vollendung. Zahlreiche Bagger sind hier eingesetzt Im Vorwerk für die Nolkswagenfabrik in Braunschweig arbeiten bereits die er st en 2 50 Lehrlinge an den neuaufgestellten Maschinen. Sie sind in besonders für sie errichteten Wohnhäusern untergebracht und haben ihre eigenen Sportlehrer. Dr. Ley besuchte noch die unter Leitung der Deutschen Arbeitsfront fertiggestellte Mustersiedlung Mascherode, die in ihrer vielfältigen Aufteilung und in ihrem von Professor Speer entworfenen Gemeinschaftshaus das Vorbild des Siedlungsschaffens der DAF. eindringlich vor Augen führt. Auftakt zum Winterhilfswerk 1938/39. Der Führer spricht heute abend über alle deutschen Sender. Berlin, 4.Okt. (DRV.) Der kommende Winter wird an den Opfergeist und die Hilfsbereitschaft des deutschen Volkes große Anforderungen stellen. Auch in diesem Jahr ruft'deshalb die Reichsregierung zum Winterhilfswerk des deutschen Volkes auf. heule ist der gemeinschaftliche Kampf aller Volksgenossen gegen hunger und Kälte notwendiger als in den letzten Jahren. Wohl ist es in den letzten Jahren gelungen, in den alten Gauen des Reiches die Rot des Winters erfolgreich zu bekämpfen. In diesem Jahre aber sind zu uns zehn Millionen Deutsche ins Reich heimgekehrt, die 20 Jahre lang in einer unvorstellbaren Weise Rot und Elend erdulden mußten. Ihnen gilt in diesem Winter unsere ganz besondere Sorge. Sie sollen erfahren, daß das ganze deutsche Volk bereit ist, mit ihnen den Kampf gegen hunger und Kälte zu führen. Als Auftakt zum Winterhilfswerk des deutschen Volkes 1938/39 findet am 5. Oktober, 20 Ahr, in der alten Kampfslatte der nationalsozialistischen Bewegung, dem Berliner Sportpalast, eine Kundgebung statt, auf der der Führer und Reichsminister Dr. Goebbels sprechen werden. Die Kundgebung wird von sämtlichen deutschen Rundfunksendern übertragen. Das Staatsbegräbnis für General Krauß. G o i s e r n , 4. Okt. (DNB.) In (Soifern fand das Staatsbegräbnis für General Krauß statt. Unter den Trauergäften sah man neben zahlreichen hohen Offizieren der deutschen Wehrmacht Reichsstatthal- ter Dr. Seyß-Jnquart sowie viele Vertreter von Partei und Staat. Unteroffiziere der Wehrmacht trugen den Sarg auf den Platz vor der Kirche. Die Truppen präsentierten und Flugzeuge der deutschen Luftwaffe donnerten über den Ort. Dann trat der Oberbefehlshaber des Armeegruppenkommandos V, General der Infanterie List, vor den Sarg, um im Namen des Führers und Obersten Befehlshabers der Wehrmacht von dem toten Feldherrn Abschied zu nehmen. Unzertrennlich, so sagte er, ist sein Name verknüpft mit dem siegreichen Durchbruch von Flitsch. Trotz aller Strenge erwarb er sich dank seiner unermüdlichen Fürsorge die Liebe seiner Soldaten. Nach dem Zusammenbruch des Jahres 1918 galt feine ganze Kraft dem Zusammenschluß aller Deutschen. In diesem Kampfe wurde der österreichische Armeeführer des Weltkrieges zum Gefolgsmann und Soldaten des Führers. Wir Soldaten Großdeutschlands senken in Ehrfurcht, Dankbarkeit und Treue den Degen zum letzten Gruß vor dem großen österreichischen Heerführer, vor dem aufrechten wahrhaft deutschen Mann und Soldaten! Im Auftrag des Führers legte General List dann einen Lorbeerkranz vor dem Sarg nieder. Im Auftrage des Generalfeldmarfchalls Göring überbrachte General der Flieger L o e h r einen Kranz. Dann würdigte Gauleiter Minister Klausner im Namen von Partei und Staat die Verdienste des Feldherrn. Auf dem Friedhof spielte das Musikkorps das Lied vom guten Kameraden, während der Sarg in die Gruft gesenkt wurde. Von den Bergwänden hallte der Donner der Geschütze, und die alten Fahnen senkten sich über das Grab. Die Ausrüstung der Britischen Legion. Der Vorsitzende der British Legion Sir Francis Fethe.rstone-Goodley. — (Scherl-M.) London, 4. Okt. (Europapreß.) Meldunaen englischer Blätter, wonach die tausend Mann der Britischen Legion den Ordnungsdienst im sudetendeutschen Abstimmungsgebiet in 3 i ü i I f t et b u n g ausüben sollten, wird von der Leitung der Legion richtiggestellt. Die Mannschaften sollen mit einer besonderen Uniform ausgerüstet werden, die allerdings keinen militärischen Charakter tra- gen werde. Die Uniform werde aus blauem Anzug im Zivilschnitt mit dunkelblauem Polizeimantel und einer blauen Schirmmütze bestehen. Außerdem werde die Legion Aumbinden und Schlips in den blau-goldenen Farben der Legion sowie die Abzeichen der Legion tragen. Ehemalige Offiziere und Mannschaften werden tn dieser Polizeitruppe Seite an Seite Dienst tun — Die Barlöhnung ist auf 3 Pfund 15 Schillinge für Verheiratete und 3 Pfund 5 Schillinge für Ledige wöchentlich bemessen (also, etwa 40 bis 46 Mark). Oie weitere Besetzung. Berlin, 4. Okt. (DNB.) Die militärische Besetzunader sudetendeutschen Gebiete wird auf Grund des Münchener Abkommens in folgenden weiteren Abschnitten erfolgen: 1. Gebietszone III. Am 5. Oktober der Rest der Gebietszone III, also das Gebiet bis zur Linie Haselbach (5 Kilometer nordostwärts Waldmünchen) — Luditz — Radonitz — Gebirgsneudorf (2 Kilometer ostwärts Katharinabera). 2. Gebietszone IV. Am 6. Oktober bis zur Linie Oberlindewiese — Niederlindewiese — Frei- waldau — Niederhillersdorf — Olbersdorf. Am 7. Oktober der Rest der Gebietszone IV, also das Gebiet bis zur Linie Niederlipka (1 Kilometer nördlich Grulich — Nicklesdorf — Reitendorf — Wild- qrub — Freudenthal — Wockendorf — Lobenstein). Alle angeführten Orte liegen innerhalb der vorher genannten Linien. 3. Bis zum 10. Oktober wird das restliche Gebiet, dessen sofortige Abtretung vorgesehen ist, militärisch besetzt werden. Die Grenzen dieses Gebietes werden noch bekanntgegeben. • * Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Die Truppen des Generals der Artillerie v. Reichenau haben im Laufe des 4. 10. den Gebietsabschnitt III bis zur Linie Eisendorf — Haid — Leskau — Tepl — Petschau —Karlsbad — Wiesenthal besetzt und sind am 5.10. um 8 Uhr eingetreten, um den Rest des Gebt e t s a b s ch n i t t e s III zu besetzen. Die Forderungen der Slowaken. Belgrad, 4. Okt. (DNB.) Wie „Politico" aus Prag berichtet, macht das tschecho-slowakische Problem der Prager Regierung größte Schwierigkeiten. Die Hlinka-Partei habe ein Ultimatum gestellt, in dem gefordert werde: Anerkennung der slowakischen nationalen Individualität. Slowakisch als einzige Amtssprache in dem slowakischen Staatsgebiet- Schaffung einer gesetzgebenden slowakischen Körperschaft und einer völlig autonomen slowakischen Regierung, von deren Geltungsbereich nur Fragen der Außenpolitik, der nationalen Verteidigung und der Landesfinanzen ausgenommen fein sollen. Sofortige Uebergabe der gesamten Regierungsgewalt in der Slowakei an die von der Slowakischen Volkspartei bestimmten Vertreter. Aus einem Artikel des Abgeordneten Sidor geht die Ursache der Differenzen hervor. In dem Aufsatz heißt es: „In der Anerkennung der Individualität des slowakischen Volkes und der ausschließlichen Verwendung des Slowakischen als Staatssprache in der Slowakei, und zwar in Schulen, Aemtem und Unternehmungen konnten wir uns einigen. Wir haben uns auch in der Angelegenheit des gesetzgebenden slowakischen Landtages geeinigt, aber wir konnten uns nicht einigen in den Fragen der Sicherung des ständigen Brotes und der ständigen Arbeit für die Slowaken in der Slowakei. Uns ging es um Brot und Arbeit, so daß wir darauf bestanden, in unsere slowakischen Hände die Entscheidungsgewalt dafür zu bekommen, daß nicht Prag, sondern wir Slowaken zu bestimmen haben, wer in der Slowakei in den Schulen und Aemtern, bei der Post, Eisenbahn, Polizei, Gendarmerie, Finanzbehörde usw. beschäftigt sein wird. Andere slowakische Blätter ergänzen den Bericht dahin, daß sich auch Schwierigkeiten ergaben, als es sich darum handelte, festzustellen, was unter d i°e Rechtsgewalt der slowakischen Landesregierung bzw. der Prager Zentralregierung fallen soll. Die Slowakische Volkspartei wollte die Rechtsgewalt der einzelnen Prager Ministerien vollkommen auf die Landesministerien übertragen. Dor Lösung her ungarischen Frage. Für Donnerstag Verhandlungen vorgeschlagen. Budapest, 4. Okt. (Europapreß.) Die ungarische « Regierung hat in ihrer am Montag in Prag überreichten Note folgende Maßnahmen gefordert als Garantie für die freundschaftliche Durchführung der geplanten ungarisch-tschecho-slowakischen Regelung: Sofortige Enthaftung aller ungarischen politischen Häftlinge, sofortige Entlassung aller im tschecho-slowakischen Heeresverband dienenden Soldaten ungarischer Nationalität, Aufstellung von Ordnungs- und Sicherheitsabteilungen in den rein ungarischen und in den gemischtsprachigen Gebieten, sofortige Besetzung zweier Grenzstädte in dem von Ungarn bewohnten Gebiet der Tschecho-Slowakei durch ungarische Truppen als Symbol der Bereitwilligkeit zur Uebergabe der von Ungarn geforderten Gebiete. Die ungarische Regierung schlägt nach Erfüllung dieser Forderungen als Termin für den Beginn der Verhandlungen den 6. Oktober in der teils auf ungarischem, teils auf tschechischem Gebiet liegenden Stadt K o m o r n vor. Führer der ungarischen Abordnung ist Außenminister K a n y a. Wie von der ungarisch-slowakischen Grenze gemeldet wird, haben die Tschechen bereits mit der Räumung des gesamten Ungarn zu überlassen- den Gebietes auf der ganzen 700 Kilometer langen Grenze von Preßburg bis Ungvar begonnen. Die in. den letzten Wochen errichteten Drahtverhaue und spanischen Reiter wurden a b g e b a u t und die in den vordersten Stellungen ausgestellten Maschinengewehre abtransportiert. Die Besatzungstruppen zogen sich in das Innere des Landes zurück. Es wurden nur einzelne Wachtposten ungari» scher Nationalität zurückgelassen, die Ruhe und Ordnung in dem geräumten Grenzgebiet aufrecht erhalten sollen. Die tschechischen Beamten und Ansiedler haben die rein ungarischen Grenzgebiete verlassen, ihre Besitztümer abtransportiert und den Grundbesitz verkauft. Die tschechischen Fabriken wurden abmontiert; in den tschechischen Läden wurde ausverkauft. Alle Ortschaften des etwa 12 000 Quadratkilometer großen ungarischen Oberlandes sind in den ungarischen Farben beflaggt und erwarten voll Freude den Einmarsch der ungarischen Truppen. „Ich habe „ja" gesagt und ich bedauere nichts." Oie französische Kammer billigt mit überwältigender Mehrheit die Außenpolitik Oaladiers. Paris, 4. Oktober. (Europapreß.) Die Kammer hatte am Dienstag ihren großen Tag, wie er seit Jahren nicht mehr erlebt worden war. Bereits lange vor Abgabe der Regierungserklärung, die gleichzeitig im Senat durch Staatsminister Ehau- temps verlesen wurde, waren die Pressetribünen Überfüllt. Fast alle 600 Abgeordneten waren anwesend. Dor dem Palais Bourbon drängten sich Hunderte von Menschen, die Zutritt zum Kammergebäude erhalten wollten. . In der überfüllten Diplomatenloge sah man den amerikanischen Botschafter Bullitt. Die Ministerbänke waren ,did)t besetzt. Der Führer öer Rechten, F la n d i n, wurde bei seinem Erscheinen von zahlreichen Abgeordneten mit Handschlag begrüßt. Als Ministerpräsident D a l a d i e r erschien und neben Außenminister Bonnet Platz nahm, wurde ihm eine minutenlange Huldigung bereitet. Kammerpräsident H e r r i o t gab von der Einbringung des Regierungsentwurfs für die Erteilung von finanziellen und wirtschaftlichen Vollmachten Kenntnis. Dann verlas D a l a d i e r die Regierungserklärung. Daladier stellte mit ^Befriedigung fest, daß nach Wochen, in denen man einen Krieg befürchten mußte, er heute sagen könne, der Friede sei gerettet worden. In diesen Wochen habe er wenig gesprochen, denn er habe viel handeln müssen. In der augenblicklichen Ppuse, die die Einleitung einer neuen Aktion sein müsse, wolle er über die Ereignisse der letzten Wochen ausführlich berichten. Der Ministerpräsident betonte, Frankreich habe in friedlichem Geiste der tschecho-slowakischen Regierung angeraten, den Sudetendeutschen durch rasche Zugeständnisse bedeutsame Rechte im Rahmen des Staates zu gewähren. Die Mission Lord Run- cimans habe ebenfalls zunächst zu Hoffnungen berechtigt. Adolf Hitler habe auf dem Nürnberger Kongreß das Selbstbestimmungsrecht der Völker angerufen. Durch die Schilderungen der deutschen Presse über den Terror in den sudetendeutschen Gebieten sei das Weltgewissen wachgerufen worden. Daladier zollte dann der Initiative Chamberlains Anerkennung, die zu dem Zusammentreffen von Berchtesgaden geführt habe. „Zum ersten Male vielleicht in der Geschichte", so führte Daladier aus, „ist in voller Oef- fenttichkeit gehandelt und unter den Augen der Völker diskutiert worden. Und ich glaube sagen zu können, daß, wenn der Frieden aufrechlerhalten und gewahrt worden ist, dies darum möglich war, weil wir nicht zu Kombinationen und zur Geheimdiplomatie griffen. Dir haben in vollem Lichte und unter der Kontrolle der Völker gehandelt, und ich will hier versichern, daß die Völker, und zwar alle Völker, den Frieden wolle n." Wir befanden uns vor folgender Alternative: Entweder nein zu den sudetendeutschen Forderungen zu agen und dadurch die tschechische Regierung zur Un- beugsarnkeit zu treiben und die deutsche Regierung zu zwingen, einen bewaffneten Konflikt heraufzubeschwören, der die Vernichtung der Tschecho-Slowakei zur schnellen Folge gehabt hätte, ober aber ein Kompromiß zu finden. Wenn ich die erste Hypothese bewahrheitet hätte, wer hätte glauben können, daß die Integrität der Tschecho- Slowakei nach einem schrecklichen Koalitionskriege, elbst nach einem siegreichen, hätte erhalten werden können? Wir haben daher den Frieden gewählt. Chamberlain schlug eine äußerste An- trengung für die Zusammenkunft der Regierungschefs der vier großen Westmächte vor. Mussolini unterstützte diesen Antrag mit Nachdruck und Erfolg. Ich habe diese Einladung angenommen. Es handelte sich nicht darum, Gegenvorschläge zu formulieren, sondern es handelte sich darum, den Frieden zu retten, den einige bereits für endgültig zerstört halten konnten. Ich habe „Ja" g e- agt, und i ch bedauere nichts. Ich hätte oorgezogen, daß alle die interessierten Mächte vertreten sein würden, aber man mußte sehr schnell machen, die geringste Frist konnte fatal werden. Eine freimütige Unterhaltung mit Herrn Hitler und Mussolini, war sie nicht mehr wert als alle Vorschläge oder alle schriftlichen Diskussionen? Wir haben — in dieser Hinsicht besteht kein Zweifel — in vier Ländern einen Vorentscheid fürden Frieden hervorgerufen. Auf Grund der spontanen Wärme des Empfanges, der durch die Völker der vier Haupte ftädte in Berlin, in Rom, in London und Paris allen Chefs der vier Regierungen zuteil wurde, und auf Grund der unzähligen Beweise, die allen Regierungschefs aus den Städten und Dörfern ihrer Länder zugingen, kann man keinen Augenblick an dem riesigen Vefreiungs- gefuhl der Menschen und an ihrer Anhänglichkeit an dem Frieden zweifeln. Ein tatsächlicher Sieg des Friedens! Nach einer Würdigung des Opfers, das die Tschecho-Slowakei im Interesse des Friedens gebracht habe, fuhr der Ministerpräsident fort: „Und nun, warum ist es uns gelungen, den Krieg zu vermeiden in einem Augenblick, wo er auszubrechen drohte? Warum haben wir in Anbetracht der ideellen Opfer, die wir zugestanden haben, auf der anderen Seite eine gewisse Zahl von Garantien und nicht weniger reellen Vorteilen auf. der Aktivseite buchen können? Weil wir in diesen schwierigen Verhandlungen stets unseren Willen nach Gerechtigkeit und Loyalität betont haben, weil wir wie Männer verhandelt haben, für die die Verhandlung nicht mehr eine unvermeidliche Phase dieses großen internationalen Dramas bedeutete, sondern der einzige wirkliche Weg zum Frieden. Man kann ebenso wenig daran denken, Deutschland einzuschüchtern, wie man etwa daran denken könnte, Frankreich einzuschüchtern. Wau kann nicht mit einem Mann oder mit einer Ration diskutieren, wenn man nicht vorher seine Achtung erworben hat. Die Achtung Deutschlands für Frankreich aber konnte ich schon bei meiner Ankunft in München fühlen. Die Achtung, die unser Vaterland während dieser Tage allen Völkern, die es umgeben, auferlegte, diese Achtung, die sich aufbaut auf der Erinnerung an die Kämpfe, die uns vereinte oder einander entgegensetzte, diese Achtung, die kein Frontkämpfer einem anderen Frontkämpfer absprechen kann, welches auch die Farbe oder die Uniform während des großen Krieges gewesen sein mag, diese Achtung, die stets eine männliche und zugleich friedfertige Ration gebietet, diese Achtung müssen wir auch für das große Volk empfinden, das u n f e r R a ch b a r ist und das unser Gegner war und mit dem wir hoffen, einen dauerhaften Frieden bauen zu können. Zweifellos ist unsere Weltanschauung von denjenigen, die das Deutschland und Italien von heute beseelen, sehr verschieden. Aber auch andere Länder, deren Weltanschauungen von den unseren verschieden sind, leben mit uns in, gutem Einvernehmen. Welch auch die Formen der Regierung sein mögen, die sich die Völker gegeben haben, siehabenalle für den Frieden die gleiche Liebe. Was zur augenblicklichen Stunde wichtig ist, das ist die Notwendigkeit, alle guten friedliebenden Willen zu vereinigen, die es, in der Welt gibt. Wenn ich an diese Gefühle erinnere, die das französische Volk für das deutsche Volk empfindet, und die von dieser Tribüne herab viele meiner Vorgänger bereits so oft prozediert haben, so bedeutet das nicht, daß wir auf schon bestehende Zusammenarbeit zu verzichten beabsichtigen. Für uns handelt es sich nicht darum, die alten Freundschaften durch neue zu ersetzen. Im Interesse des Friedens wollen wir diesen alten erprobten Freundschaften den B e i st a n d erneuerter und neuer Freundschaften hinzufügen." Zum Schluß rief Daladier alle Franzosen zur Einigkeit und zur Zusammenfassung aller moralischen und wirtschaftlichen Kräfte auf und betonte, daß die Erhaltung des Friedens keineswegs dazu verleiten dürfe, die notwendigen Rüstungen zu vernachlässigen. Nachdem er geendet hatte, sprach der Vorsitzende des Heeresausschusses der Kammer als Vertreter der Frontkämpfer Daladier den Dank für feine Friedensbemühungen aus. Der elsässische Abgeordnete Walter dankte im Namen seiner elsässischen und lothringischen Kollegen dem Ministerpräsidenten und dem Außenminister für ihre Friedensarbeit und betonte im übrigen unter Bezugnahme auf das deutsch-französische Verhältnis, daß beide Völker dazu da seien, sich zu verstehen und zusammenzuarbeiten. Der kommunistische Abgeordnete P 6 ri kündigte der Regierung das Vertrauen seiner Partei auf und bewerte sich bitter über das „Diktat von München". Der rechtsstehende Abgeordnete Marin und der sozialdemokratische Abgeordnete L6on Blum erklärten unter verschiedenen Vorbehalten, daß ihre Freunde für die Regierung stimmen würden. Dann hielt, von häufiaen Zwischenrufen unterbrochen, der berüchtigte Hetzjournalist. Abgeordneter de Kerillis eine Brandrede. Bezeichnender- Regierungsumbildung in Prag. Ein neuer Außenminister. — Beneschs Einstuß vermindert. Prag, 5. Okt. (DNB.) In dem am Dienstagabend ungebildeten Prager Kabinett hat General Syrovy wiederum den Vorsitz und zugleich die Leitung des Ministeriums für^ nationale Verteidigung. Außer Syrovy blieben Finanzminister Ka'lfus, Innenminister Cerny und Justizminister Fajnor auf ihren Posten. Ebenfalls wurden aus dem früheren Kabinett die Minister ohne Portefeuille übernommen. Der Oberbürgermeister von Prag, Zen kl, erhielt die Ministerien für soziale Fürsorge sowie für öffentliches Gesundheitswesen und Körpererziehung, der Sokvl- führer Bukofsky wurde mit der provisorischen Leitung des Ministeriums für Schulwesen und Volkskultur betraut. Der Minister ohne Portefeuille, Vavrecka, der Leiter des Agitationsausschusses der Regierung, wurde als Minister bestätigt. Neu eingetreten find in das Kabinett der Gesandte in Rom Dr. Franz Chvalkovsky als Außenminister, Universitätsprofessor Dr. Jmrich Warnas als Industrie-, Handels- und Gewerbeminister und der Divisionsgeneral Husarec als Minister für öffentliche Arbeiten. Der neueingetretene Eisenbahnminister Brigadegeneral Wladimir K a j d o s erhielt zugleich die Leitung des Ministeriums für Post und Telegraph, das Landwirtschafts- mini'fterium wurde mit dem Vorsitzenden der tschechoslowakischen Getreidegesellschaft, Dr. F e i e r a b e n d, neu besetzt. Dr. Iwan Parkanyi trat als Minister ohne Portefeuille ein. Bei der Regierungsumbildung wurde im letzten Augenblick von der Ernennung des Abgeordneten Sokol zum M i n i« ft e r für die Slowakei Abstand genommen, da keine Einigung mit den Slowaken erzielt werden konnte. Dadurch ist neuerdings bewiesen, daß die slowakische Frage sich in zunehmendem Maße zuspitzt. Am bedeutsamsten ist die Neubesetzung der' Außenmini st erium s. An die Stelle des persönlichen Exponenten Dr. Beneschs, des Professors Krofta, tritt der bisherige Gesandte in Rom, Dr. Chvalkovsky, der seinerzeit dem verstorben nen Vorsitzenden der Agrarpartei Schwehla nahe- gestanden hatte und von diesem in die Innenpolitik gebracht worden war. Nach Niederlegung feines Abgeordnetenmandats wurde er Gesandter in Berlin zu einer Zeit, als erstmalig deutsche Minister 1926 in eine Prager Regierung eintraten. Er ist als ausgesprochener Vertreter der Agrarier anzusehen. Seine Ernennung wird als Zeichen für die Verstärkung des Einflusses jener Kreise im tschechischen Lager angesehen, die eine Neuorientierung des Reststaates im Sinne einer Annäherung an Deutschland verlangen. In dem neuen Kabinett ist kein Sozialdemokrat vertreten und nur ein einziger Vertreter der Partei Dr. Beneschs, der Volkssozia- I i ft e n , der Prager Oberbürgermeister Zenkl. Da der Außenminister, der Innenminister, der Landwirtschafts- und Handelsminister Agrarier sind und die Generäle Husarek und Kajdos den Agrariern nahestehen sollen, ist damit ein eindeutiger Ruck nach rechts festzustellen. Von dieser (Ent- Wicklung könnte man eine Aenderung der tschechoslowakischen Haltung gegenüber dem Reich erwarten. Allerdings steht noch immer im Hintergründe die ungelöste Frage, ob sich die Gerüchte von einem in Aussicht genommenen Rücktritt Beneschs bestätigen werden, von dem das Verhältnis zwischen den beiden Staaten bestimmt werden wird. i . ■> Sih '■ '■ 'M .M M ch .M 7 DIW < ME E ML \ 'M H V/. ' Kv W \ L % MW Unser Bild links machte unser Bildberichterstatter an der Spitze der deutschen Vormarsch kolonnen in der Nähe von Schönau in der I.Zone: Eine tschechische Offizierspatrouille erklärt deutschen Offizieren den Weg zum nächsten Vormarschziel. — Unser rechtes Bild zeigt einen Vater, der vor Wochen vor der tschechischen Soldateska in die Wälder geflüchtet war, weil er nicht auf tschechischer Seite gegen seine deutschen Brüder kämpfen wollte. Nun, nach wochenlanger Trennung und Ungewißheit, konnte er endlich in Schönau fein Töchterchen begrüßen. — (Scherl-M.^ weise von dem Beifall der Kommunisten unterstützt, erklärte er, daß er der Regierung seine Stimme versagen müsse. Der ehemalige Minister F r o s - sard (Sozialrepublikanische Vereinigung) verlangte für die Zukunft ein Höchstmatz der französischen Einigkeit. Der rechtsstehende Abgeordnete V b a r . negaray als Sprecher der Sozialpartei de la Rocques befürwortete die Entsendung von Botschaftern nach Italien und Nationalspanien. Der Abgeordnete B e r g e r tj erweckte bei den Kommunisten höchst unangenehme Erinnerungen, als er unter allgemeinem Gelächter des Hauses daran erinnerte, daß der kommunistische Abgeordnete P6ri im Jahre 1933 in einer Kammerrede die „arbeitende Bevölkerung der Tschecho-Slowakei sowie der Slowakei und der ungarischen^Minderheiten der Sympathien seiner Partei versicherte,^ weil sie von der Zentralgewalt unterdrückt würden" Die Kammer stimmte mit 5 3 5 gegen 7 5 Stimmen bei 3 Enthaltungen dem Antrag der Regierung zu. Außer den 73 kommunistischen Abgeordneten haben nur 2 andere Abgeordnete, worunter sich auch der Deutschenhasser de Ke° rillis befindet, gegen die Regierung gestimmt. Auch die Amanzvollmacht für Daladier. Kammermehrheit nach rechts verlagert. Paris, 5. Okt. (DNB. Funkspruch.) Die Entscheidung über den Antrag der Regierung Dala- diers auf Erteilung von Vollmachten zur Wiederaufrichtung der wirtschaftlichen und finanziellen Lage ist nach einer ausgedehnten Nacht- sitzung der Kammer am Mittwochfrüh gefallen. 331 Stimmen ergaben sich für und 78 Stimmen gegen die Regierungsvorlage bei etwa 200 Stimmenthaltungen, davon rund 170 Sozialdemokraten. Das Endergebnis bedeutet eine Verlagerung der Mehrheit von links nach rechts. Nach Bekanntgabe des Abstimmungsergebnisses brachten die Abgeordneten der radikalsozialen Kammergruppe, der Mitte und der Rechten dem Ministerpräsidenten stürmische Beifallskundgebungen dar. Daladier hatte am Schluß der Sitzung erklärt, daß er an alle Energien und alle Kreise Frankreichs appelliere. Ohne Annahme des Ermächtigungsgesetzes könne er nicht eine Stunde mehr seine Aufgabe erfüllen. Keinesfalls plane er eine Devisenkontrolle oder eine Zwangskünoertierung der Renten. Er wolle eine Steigerung der E r - zeugung, aber nicht etwa zum Nachteil einer Klasse. Alle müßten dem allgemeinen Wohl Opfer bringen. Es sei keine Stunde mehr zu verlieren, andernfalls könne Frankreich der Zukunft nicht ruhig entgegensehen. Der Friede müsse Tag um Tag erneut errungen werden. Daladier schloß, daß er tage- und nächtelang gekämpft habe, um d e n Frieden zu sichern, und nun auch bereit sei, tage- und nächtelang zu kämpfen, um d i e Finanzlage zu bessern. Dazu brauche er aber die Ermächtigung. In den Wandelgängen der Kammer erklärt man, daß Daladier den rechtsgerichteten Abgeordneten erklärt haben soll, daß er mit jeder Kammermehrheit weiterregieren würde. Er werde sich auch weiterhin für den Grundsatz der 40-Stundenwoche einsetzen, doch glaube er, dieses Gesetz den Umständen anpassen zu müssen. Er sei bereit eine Begrenzung der Regie- rungsvollmacht anzunehmen und das Parlament zur Haushaltsaussprache in der zweiten Novemberhälfte einzuberufen. Darauf beschloß bann die rechtsgerichtete Minderheit, für die Regierungsvorlage zu stimmen. Daladier kündigt Ernennung eines französischen Notschalters in Hom an R o m , 4. Okt. (DNB.) Nach einer Pariser Stefani- Meldung hat Ministerpräsident Daladier dem ita« lienischen Geschäftsträger mitgeteilt, „daß der Ministerrat einstimmig beschlossen hat, dem Duce B e - nitoMussolinidenAusdruckdertiefen Dankbarkeit der Regierung und des französi- schen Volkes für das große, von tiefem Verständnis getragene Werk der Vermittlung und des Friedens, das er in München vollbracht hat, übermitteln zu lassen, sowie ihm von deck Willen Frankreichs Kenntnis zu geben, ohne Verzug die Normalisierung der diplomatischen Beziehungen zwischen den beiden Ländern vorzunehmen, indem sie ohne Umstände die Ernennung eines Botschafters bei Seiner Majestät, dem König und Kaiser Viktor Erna- nuel III. vornehmen wird". ©er 8. Doliakongreß in Kom eröffnet Im Iulius-Cäsar-Saal des Capitols wurde der 8. Volta-Kongreß eröffnet, der unter das Thema „Afrik a" gestellt ist. Auf dem Kongreß sind 48 Nationen vertreten. Der Gouverneur von Rom, Fürst Colonna, begrüßte die Teilnehmer im Namen der Hauptstadt. Der Präsident der Königlichen Akademie von Italien, F e de rzoni, erklärte, es gelte, das Problem Afrika unter Berücksichtigung des heutigen Standes der geschichtlichen, bevölkerungspolitischen, wirtschaftlichen, sozialen und geistigen Entwicklung, als Feld der zivilisatorischen Tätigkeit Europas und als Ergänzungskontinent für Europa zu klären. Die weihe Raffe stehe vor der Aufgabe, entweder ihre Fähigkeit zur Beherrschung und Hilfeleistung gegenüber der Bevölkerung Afrikas zu beweisen oder für immer auf ihre Zivili- sierungsmission zu verzichten. Italien sei durch die Eroberung seines Kolonialreiches in die Lage versetzt morden, bei der Aktion Europas in bedeutendem Maße mitzuwirken. Darauf eröffnete Unter» richtsminisier Bo11ai den Kongreß. Die Sitzung schloß mit einer Rede des Kongreßvorsitzenden Orestano, der die zivilisatorische Rolle Europas in Afrika näher behandelte. Europa, das in jahrhundertelanger Kolonisierungstätigkeit große Opfer, besonders auch an Menschenleben, für Afrika gebracht habe, habe Rechte auf dieseüi Kontinent und werde durch die Verpflanzung großer europäischer Massen nach Afrika dort einen neuen Mensch e n t y p schaffen und damit zugleich seine Vor- machtstellung auf dem schwarzen Kontinent zurückerobern. Der Führer im Gudetenland X" Der Führer und Reichskanzler unterbrach zwischen Franzensbad und Eger die Fahrt, um gemeinsam mit der Wehrmacht das Mittagessen einzunehmen. Unser Bild zeigt (von rechts) den Chef des Oberkommandos der Wehrmacht General der Artillerie Keitel, Konrad Henlein, den Führer, den Oberbefehlshaber der Heeresgruppe IV General von Reichenau und Reichsführer ff Himmler. — (Scherl-Bilderdienst-M.) Gudetendeutsche Industrie. Im alten Oe st erreich ohne Ungarn entfielen 1910 nach einer Darstellung O. Becks rund 65 v. H. aller Fabrikbetriebe auf die bisherige Tschecho- Slowakei. Im Jahre 1912 arbeiteten dort, d. h. hauptsächlich in Böhmen, 1 537 000 Dampf-P'erde- kräfte, in ganz Oesterreich 2312000, Also entfielen 66 v. H. aller Maschinen auf Böhmen. Diese böhmische Industrie war zu einem überwältigenden Teil auf der sudetendeutschen Arbeit aufgebaut. Die Tschechen hatten bis in die siebziger Jahre des vorigen Jahrhunderts nur wenige Betriebsleiter und Ingenieure, und auch in der tschecho-slowakischen Republik haben die Sudetendeutschen einen Prozentsatz zu diesen Berufen gestellt, der weitaus höher ist, als ihrem Anteil an der Gesamtbevölkerung des Staates entsprach. Die eigentlich tschechischen Gebiete sind vorwiegend landwirtschaftlich orientiert, mit Ausnahme der Industrie bei Prag und Pilsen, während die Sudetendeutschen den schlechten Gebirgsboden haben und sich deshalb seit alteraher auf die Berufe warfen, die Kunst- und Industriesertigkeit erfordern und einen intelligenten Mann wohl ernähren können. Die Schattenseiten zeigten sich während des Krieges, als die fanatisierten Tschechen sich ben Su- detendeutschen gegenüber absolut feindlich verhielten und in Getreide, Butter und Fleisch schwelgten, während der Hunger durch die Fabrikorte Sudetendeutschlands zog und zahlreiche deutsche Opfer forderte. Immerhin haben die Sudetendeutschen, 3’Zj Millionen gegenüber rund 7 Millionen Tschechen, im 15-Millionen°Staat der Tschecho-Slowakei auch in den letzten Jahren trotz ihrer weitgehenden Verelendung rund 60 v. H. aller Staatseinnahmen aufgebracht, ein geradezu groteskes Verhältnis, das zeigt, wo eigentlich die Arbeitsamkeit, die Treue zum Heimatboden und -gewerde, wo die REICH 9 E G DEUTSCHES > POLEN <523 Braunkohle dH® Steinkohle P Sloainduetrie 0* Tonwaren • 17leMltraren-lnd W Che/niechr Ind E tue ne re B Blei S Silber 6 Sold Z Zunh V JGjpfer a Sraphd O Papier-Ind * tdelmefall ■ Ina P Porzellan -Ind 2 • E 9 E ö \ SLOWAKEI ö TSCHECHO $8 । E ! o>«-_ । • degenthg größten Opfer für diesen Gemengsklstaat zu finden waren: in den sudetendeutschen Gebieten. Durch die Zerreißung des alten österreichisch- ungarischen Wirtschaftsgebietes wurde die I n d u • ft r i e des neuen Gemengselftaates zunächst stark betroffen, aber da das entstehende Oesterreich nach wie vor Hauptabnehmer fein mußte, machte die In- dustrie zunächst gute Geschäfte. Neben den weltbekannten Bädern wie Teplitz, Karlsbad, Io- hannisbad, die im sudetendeutsä^en Gebiet liegen, sind die Braunkohlenlager bei Karlsbad und Eger von besonderer Bedeutung. Auf ihnen er- wuchs eine bodenständige Industrie. Das Betriebskapital des Braunkohlenbergbaues war durchweg deutsch, der tschechische Anteil betrug etwa ein Zwanzigstel. Für die Entwicklung der sudetendeutschen t e r t i I i n b u ft r i c waren die weichen reinen Wässer der kristallinischen sudetendeutschen Randgebirge von besonderer Bedeutung, ebenso wie sie für die Glasindustrie die notwendigen Rohstoffe und für die Porzellanindustrie das erforderliche Kaolin — beim sudetendeutschen Karlsbad — boten. Ein Ueberblick über die Industrien ergibt, daß der Hauptteil in sudetendeutschen Händen lag. Im Erzgebirge blühte die Musik warenindu- ftrie, die Textil industrie besonders um Reichen- berg, Braunau, Strick, und Webwaren werden in Teplitz und Asch, Mollwaren in Brünn und im ’Reidjenberger Gebiet hergestellt. In der Wollweberei sind Iägerndorf und Asch führend, in der Fabrikation von Möbel st offen und Teppichen Rumburg und Reichenberg. Spitzen, Stickereien und Posamentierwaren liefert das sudetendeutsche Erzgebirge, vornehmlich in der Gegend von Gravlitz. Die deutsche Textilindustrie wurde durch den Allgemeinen Deutschen Textilverband in Reick)enberg vertreten. Die berühmte böhmische G l a s i n d u st r i e ist sudeten- deutsch. Sie hatte ihre vom Holz unabhängigen Standorte aus dem fubetenbeutfdyen Wald in die sudetendeutschen Braunkohlengebiete um Teplitz verschoben, bezog aber ihren Glassand zumeist aus Sachsen. Die berühmte Gablonzer Glasexportindu- ftrie liegt in den Händen der Sudetendeutschen Sie verfertigte Perlen, Knöpfe, Spangen, Steine, Franzen und ist eng verbunden mit der Gablonzer Bi- jouterieroareninbuftrie. Die Tschechisierung der sudetendeutschen Industrie wurde geradezu planmäßig von Prag aus betrieben, und zwar u. a. durch die Zivnostenska- Bank, die mit den Steuergeldern der Allgemeinheit, zu denen die Deutfdjen den Hauptanteil geben mußten, die sudetendeutschen Sd)assenden geradezu ab» würgte. Dieser Riesenkonzern hat mit staatlicher Stütze Immer mehr um sich gegriffen und die Gefahr war nahe, daß die schon sehr geschwächte sudetendeutsche Industrie bald vollkommen tschechisiert werden würde. Allein im Berg, und Hüttenwesen hatte die Bank von fünfzehn allein elf große beutfdje Gesellschaften in den letzten Jahren über- geschluckt. Es erzeugte in Millionen Zentnern im Jahresdurchschnitt Braun- Stein- Stahl Eisen kohle kohle die Tschecho-Slowakei 15 10 150 123 davon der Zivnokonzern 3,3 7,8 50 84 davon Anteil der ehemals deutschen Werke 3,3 7,5 29,5 74 Von diesem Tschechenkonzern wurden verschluckt: in der Maschinen-Jndustrie ehemals sudetendeutsche Werke 8, tschechische 2; in der chemischen Industrie 5 deutsche und 6 tschechische Werke; in der keramischen Industrie 3 deutsche und 2 tschechische Werke. Aus dem Gebiete der Zuckerindustrie waren die gleichen Erscheinungen ju beobachten. Der tschecho- slowakische Staat benutzte die Notlage der Sude- tenbeutschen, um mit ihren Steuergeldefn sich in 'ben Besitz ber nichttschechischen Inbustrie zu bringen. Der Verkauf ber fubetenbeutschen Braunkohlen- selber bes Petscheck-Konzern an die Zivnobank brachte die Tschechisierungstendezen aller Welt zum Bewußtsein. Aber darüber hinaus kontrollierte die Bank bzw. die. Prager Regierung die Spiritus-, die Textil», die Elektromaterialfabriken, die Flußschiffahrt, die großen Versicherungsanstalten. Was sudetendeutsche Energie und Kraft in jahrzehntelangem Aufbau geleistet hatte, das nahmen die Tsd)echen, und die Sudetendeutschen konnten betteln gehen ober verhungern. Das war bie Tragödie eines Volkes, bas im Namen bemokratischer Phrasen ausgerottet werden sollte. Kleine politische Nachrichten. Der Leiter ber Wirtschaftsgruppe Elektro- i n b u ft r i c hat dem Führer und Reichskanzler eine Stiftung von 300 000 Mark, unb ber Leiter ber Fach- gruppe Braunkohlenbergbau eine Spende in Höhe von 250 000 Mark zur Linderung ber Not ber Sudetenbeutschen zur Verfügung gestellt. * Der auf Einladung des Reichsjägermeisters Hermann Göring in Deutschland weilende Chef des italienischen Forstverbandes, General A g o st i n i, besuchte in Begleitung des Generalsorstmeisters Alpers die Hermann-Göring-Stiftung unb ben Reichsjägerhof in Braunschweig. An lichtvollen Arbeitsplätzen fühlt der Mensch sich wohler,- er wird mit mehr Lust und Liebe seine Arbeit vollbringen. Durum braucht der schaffende Mensch möglichst viel Licht. Neben guter Allgemeinbeleuchtung verwende man am Reißbrett eine schwenkbare Leuchte mit einer75'Watt'W>Lampe. Verlangen Sie immer die innenmattierten Stabsfeldwebel gehört zur Rangklaffe der Unter» I teL Die eine bestehe darin, daß der eine Teil das offiziere mit Portepee. Er ist der rangälteste Por» Münchener Abkommen gutheiße, während ein Hei- unterstützt die Politik Chamberlains lief). 04495 Regen-Mantel sucht. 04491 Marktstraße 4—8 6340D Margarete Alban, geb.Volz im Alter von 63 Jahren. Alten-Buseck, den 4. Oktober 1938» 6351 p Komödie von liehe Angebote „Zu unter 04467 an H. :1 ur Krone Rullmann, Nidda (Oberh. den Gieß. Anz. HAUS DER GUTEN j Stadttheater mit guten Kenntnissen in Buchführung, die einen verantwortlichen Posten voll und ganz ausfüllen kann. Bewerbungen mit Angabe des Alters und der Gehaltsansprüche unter Nr. 6331D an den Giefoener Anzeiger Heute vormittag %8 Uhr entschlief sanft meine liebe Frau, unsere gute Mutter, Schwiegermutter, Großmutter und Schwester Mädchen für sofort oder 15. Oktober ge- Die Beerdigung findet am Freitag, dem 7. Oktober, um 1 Uhr mittags, in Oberems bei Königstein im Taunus statt ner Teil es nicht billige. Die zweite Spaltung bestehe darin, daß von den Befürwortern des Münchener Abkommens ein Teil sofortige Neu« mahlen wünsche, um die Früchte der Verhandlungen Chamberlains in München einzuheimsen, 20.00—22.00 2. Freitage Miete Aimee oder Der Gesunde Menschenverstand. Heinz Coubier. tepee-Unteroffizier. Für den bisherigen Oberfeldwebel wird die Dienststellenbezeichnung und Anrede „Hauptfeldwebel oder „Hauptwachtwährend der andere Teil sich einer Wahl im Augenblick energisch widersetze. Dieser Teil sei in der Minderheit und werde wahrscheinlich nicht durchkommen. „News Chronicle" führt aus, daß im konservativen Lager ein starker Block unter Führung Edens, Duff Coopers sowie des Abgeordneten Amery bestehe, die die augenblickliche Regierungspolitik nicht billigten. Diejenigen, die die Wahl befürworteten, befürchteten, daß dieser Block größer werde. Sie gäben daher den Rat, sie so bald wie möglich durchzuführen, um das Vertrauen in die Regierung zu stärken und den guten Eindruck, den die Friedensbemühungen des Premierministers in der Öffentlichkeit hervorgerufen hätten, auszunutzen. „Daily Mail" schreibt, daß verschiedene einflußreiche Mitglieder des Kabinetts für eine baldige Neuwahl feien, so Sir Samuel Hoare, Sir Kingsley Wood, Sir John Simon und Arbeitsminister Brown. Alle Anzeichen ließen aber darauf schließen, daß Chamberlain es vorziehe, seine Friedenspolitik durch weitere Fühlungsnahmen mit europäischen Staatsmännern fortzusetzen, anstatt einen Wahlkampf durchzuführen. Beerdigung am Donnerstag, dem 6. Oktober, nachmittags 2 y2 Uhr. meister" eingeführt. Der Hauptfeldwebel ist Vorgesetzter der Stabsfeldwebel und so weiter seiner Kompanie. Die zuständigen Stellen haben dafür zu sorgen, daß die Stabsfeldwebel und so weiter nach Beendigung ihres aktiven Wehrdienstes in das Wehrmachts-Beamtenverhältnis bevorzugt übergeführt werden, soweit sie dazu bereit und geeignet sind. Vom Beginn des dreizehnten Dienstjahres an können auch Hauptfeldwebel und Hauptwachtmeister zum Stabsfeldwebel und Stabswachtmeister befördert werden. Der Erlaß des Oberkommandos des Heeres tritt mit dem 1. Oktober 1938 in Kraft. | Vermietungen | 2 Molto. mit Küche zu vermieten. Schrift!. Angeb. unter 6350 D an denGietzen.Anz. Tüchtige, jüngere Verkäuferin für bald oder später gesucht. Vorzustellen am liebst, zwischen 20 und 21 Uhr abends. Julius Schulze Strumpf- und Trikotagenhaus, Kreuzplatz. 6332D Englands ^älterer Staatsmann" -«Wau gesucht zwei- bis dreimal wöchent- Wissenschaftllche Werke Sondergebiet der Brühl'schen Druckerei Stabsfeldwebel. Durch Verfügung des Führers und Obersten Befehlshabers der Wehrmacht wird als n e u e D i e nst- gradbezeichnung und damit weitere Verbesserung der Beförderungsmöglichkeiten der UnterIm Namen der trauernden Hinterbliebenen: Jakob Alban II. offiziere des Heeres der „Stabsfeldwebel" oder „Stabswachtmeister" und so weiter eingeführt. Wie das Oberkommando des Heeres bekanntgibt, können zu diesem Dienstgrad Portepee-Unteroffizlere, die über die zwölfjährige Dien st Verpflichtung hinaus weiter verpflichtet werden, vom Beginn des dreizehnten Dienstjahres an befördert werden. Portepee-Unteroffiziere, die bereits über zwölf Jahre dienen, können ebenfalls zum Stabsfeldwebel und so weiter befördert werden. Die Stabsfeldwebel erhalten die Dienstbezüge, die bisher für Oberfeldwebel nach zwölfjähriger Dienstzeit vorgesehen sind. Sie tragen einen drittten Stern auf der Schulterklappe. Die Portepee-Unteroffiziere der Sonderlaufbahnen, die über zwölf Jahre dienen, führen bei der> entsprechenden Beförderung die Dienstgradbezeichnung „S t a b s f e u e r w e r k e r" und so weiter. Der Am 3. Oktober wurde meine liebe Frau, unsere gute Mutter und Schwester Frau Elisabeth Goldhagen geb. Hebell von ihrem langen, schweren Leiden erlöst Im Namen aller Angehörigen: Paul Goldhagen Hildegard Goldhagen Elly Goldhagen Erika Goldhagen Fritz Goldhagen. Frankfurt a. M. (Erlenstrafie 8), den 4. Oktober 1938. Erste Firma sucht eine tüchtige, intelligente Kontoristin 19.30—21.45 Flactismann als Erzieher Preise: HM. 0.60-3.00. Garage zu vermiet. 04501 hWenvmgiM Dr. 14. , in großer Auswahl vom Aus aller Wett. 11 Todesopfer eines Omnibusunglückes in Baden. Die Reichsbahvdireklion Karlsruhe feilt mH: Am Dienstag, dem 4. Oktober 1938, um 18.4^ Uhr, wurde aufdemfchienengteichenllebergangbei Wärterposten 89 der Strecke Heidelberg—Karlsruhe zwischen Wiesloch und Rot-INalsch ein Reichspostomnibus erfaßt, etwa 200 Meter geschleift und vollständig zertrümmert. Bisher find 11 Tote, 3 Schwer- und mehrere Leichtverletzte festgestellt. Die Schwerverletzten wurden in das Akademische Krankenhaus Heidelberg übergeführt. Die Schuldfrage ist noch nicht endgültig geklärt. Wildernde Hunde sprengen eine Schafherde. Nachts brachen wildernde Hunde in die 300 Tiere zählende, vor Andernach lagernde Schafherde der Andernacher Schafgenossenschaft ein und richteten unter den Schafen eine verheerende Panik an. Die Herde wurde völlig gesprengt. Die geängstigten Tiere stoben im Dunkeln nach allen Richtungen auseinander und verliefen sich zum Teil in benachbarte Gemarkungen. Mehrere Tiere wurden von den wildernden Hunden totgebissen oder so zugerichtet, daß sie notgeschlachtet werden mußten. Der Schaden ist groß. Schwerer herbststurm über Frankreich. In der Nacht zum Dienstag ging über Nordfrankreich ein schwerer Herbststurm hiywea. An verschiedenen Orten wurde erheblicher Sachschaden verursacht. Die Dampfer zwischen England und Bou- logne-sur-Mer hatten erhebliche Verspätungen. In Boulogne-sur-Mer liegt die Fischereiflotte seit zwei Tagen untätig im Hafen. In der Nähe von Lorient wurde ein Fischdampfer mit einer siebenköpfigen Besatzung vom Sturm auf die der Küste vorgelagerten Felsen geschleudert; er konnte nur unter den größten Anstrengungen gerettet werden. Im Departement Pas-de-Calais wurden Hunderte von Bäumen entwurzelt, zahlreiche Dächer abgedeckt und viele Ueberlandleitungen beschädigt, so daß die Stromversorgung und die Fernsprechverbindungen der ganzen Gegend gestört sind. Bei Lille wurde die 25 Meter hohe Mauer einer Fabrik, die von einem Brande noch stehen geblieben war, durch den Sturm umgerissen. Mehrere Häuser wurden beschädigt und fünf Personen verschüttet. Auch in England schwere Sturmschäden. Der schwere Sturm, der seit 24 Stunden über England wütet, hot im ganzen Lande ungeheuren Schaden angerichtet. Tausende von Licht- und Telephon-Leitungen, deren Wiederherstellung Tage in Anspruch nehmen wird, sind zerstört worden. In London wurde eine riesige Ulme vom Sturm entwurzelt und stürzte auf einen voll besetzten Autobus, dessen Oberdeck eingeschlagen wurde. Dabei wurden drei Fahrgäste getötet. Der vorübergehend erngestellte Flugverkehr zwischen London und Paris konnte teilweise wieder ausgenommen werden. Ein Krieg niemals unvermeidbar" Tüchtiger Werkmeister od. Hilfsmeister, zur weiteren Ausbildung, zum möglichst sofortigen Eintritt gesucht. Verlangt wird das An- und Umlernen von Arbeitern und Lehrlingen und die Beherrschung sämtlicher Fassons sowie Wickeltuchmaschinen bei sparsamst. Materialverbrauch. Angebote sind zu richten, unter Bekanntgabe der Gehaltsansprüche und Aufgabe von Referenzen mit Zeugnisabschriften und Lichtbild, unter 6336V an den Gieß. Anzeig. / Für z Wind und Regen den preiswerten Stollern und alles6335^ Sprachkrankheiten finden Heilbehandlung im Sprachbeilinstitut Klee Homberg. Bz. Kassel j Staat!. genehm. Sprechstunden am Freitag, dem 7. Oktober 1938 in Gießen: 9-13U6rimtiast- hof Piäl er tiof, in Bad-Nauheim: 3—6 Uhr nachm. im Hotel Gandes. Preise: RM. 0.60-8.00. 63>7D würden sich die Probleme der Welt lösen lassen. Was auch geschehen möge: auf jeden Fall werde das kommende Jahr viele Schwierigkeiten bieten, und von der Art, wie England ihnen ins Gesicht schaue, werde vielleicht die Befriedung der Welt abhängen. In Anbetracht dessen, daß es sich in erster Linie um die Schaffung der notwendigen Verteidigungsmittel der Bevölkerung handle, solle es in dieser Frage keine Parteiunterschiede geben. Die Liberale und die Arbeiter-Partei sollten mit der Regierung zusammen für ein und dasselbe Ziel arbeiten, so wie wir alle zusammen im Falle eines Krieges zu kämpfen haben. Die Erlebnisse der letzten Wochen werde man niemals vergessen. Er habe, sagte Baldwin, am vergangenen Mittwoch auf der Unterhausgalerie gesessen. Bis zu der Rede des Ministerpräsidenten habe es, wie er glaube, bei niemandem im Lande einen anderen Gedanken gegeben als denjenigen, daß ein Krieg unvermeidbar sei. „Meine Gedanken", fuhr Baldwin fort, „gingen zurück zu jenem Tage i m August 1914, und ich werde niemals Sir Edward Greys Gesicht vergessen, das Gesicht eines Mannes, der aussah, als sei er durch die Hölle gegangen! Und auch ich dachte in der letzten Woche, der Himmel habe sich vollkommen verdüstert. Die Gebete der Völker, die Tag und Nacht zum Himmel aufstiegen, nicht nur bei uns, sondern auch in den anderen Ländern, waren ohne Antwort geblieben. In der Mitte der Rede Chamberlains wurde dem Außenminister ein Telegramm überreicht. Lord Halifax zeigte mir eine Abschrift. Es war die Antwort, die lange r w a r - tete Antwort auf die Einladung des Ministerpräsidenten. Es war so, als ob der Finger Gottes wieder einmal einen Regenbogen über den Himmel gezogen und noch einmal seinen Bund mit. der Menschheit bestätigt hätte." AeuwahlM oder nidjf? London, 5. Oft. (DNB. Funkspruch.) „Times" hält Neuwahlen nicht für wahrscheinlich. Die gestrige Sitzung der Eden-Anhänger im Unterhaus habe gezeigt, daß ihre Anzahl noch nicht sehr gefährlich sei. „Daily Telegraph" ist der Ansicht, daß nur eine kleine Handvoll Regierungsanhänger für den Abänderungsantrag der Opposition stimmen werde. „Daily Herald" spricht von zwei Spaltungen innerhalb der konservativen Par- zum 1. Novemb. 2-3-3in»r- WWW Angeb. an [04494 Dr. Berghöfer Hitlerwall 33 pt. Ein leer., geräum,. Zimmer möglichst für sofort in besserem Hause zum Äb- stellen ein. Zim- Unser treuer Kamerad Karl Stieber Ehrenmitglied ist am 3. d. M. im 85. Lebensjahr verstorben. Ein ehrendes Andenken wollen wir ihm bewahren. — An der Donnerstag, 14 Uhr, , auf dem Neuen Friedhof stattfindenden Beerdigung, bitten wir unsere Kameraden um zahlreiche Beteiligung. Die Führerschaft. _________________________________________63490 3g. Gheocor slWTüchtiges, nicht 1 ~ zu mnges WWWW Franks. Straße 5 Jüngeres Tages- mäddien gesucht. 04497 j. Henkel Sonnenstratze 18 Geräumige 6-Zimmer-Milo, mit Bad,Balkon, Moltkestr. 27 I, desgleichen 5-Zimmer!-wohn, mit Bad, Kaiserallee 27 Erdgeschoß, alsbald zu vermieten. 0344° Näher. A. Becker Kevlerstraße 9 Telefon 3804. | Mietgesuclie~| Mnung gesucht. Schriftliche Angebote u.6343D an d. Gieß. Anz. PerAnfangl939 wird von! jungem Ehepaar mit Bad u. sonst. Zubehör gesucht. Schr.Angeb.unt. 6337Da.d.G.A. Schön möbliert. Zimmer möglichst Bahnhofsnähe. für so- fortgesucht.Zen- tralyeizung erwünscht. Schrift- Sawwins Jungfernrede im Hause der Lords. Erinnerung an das Verhängnis der Augusttage 1914. London, 4. Okt. (Europapreß.) Lord Baldwin, der frühere Ministerpräsident, hielt am Dienstagnachmittag seine erste Rede im Hause der Lords, seitdem er nach seinem Ausscheiden aus dem Amt des Ministerpräsidenten zur Carl-Würde erhoben wurde. Die Tribünen waren voll besetzt, um der Rede des „älteren Staatsmannes" über das Münchener Abkommen, die für die Stellungnahme weiter konservativer Kreise im ganzen Lande richtunggebend sein wird, zuzuhören. Baldwin begann, er bante Gott, daß Chamberlain nach Deutschland gefahren sei. Das ganze Land schulde ihm Dank für die Ergebnisse seiner Verhandlungen. Es sei nichts Unreines dabei, wenn man mit den autoritären Staaten verhandle. Man solle begreifen, daß es in den vergangenen, fünf Jahren eine der größten Schwierigkeiten gewesen sei, zu einer Fühlungnahme mit ihnen zu gelangen. Kein Ministerpräsident dürfe sein Land in einen Krieg verwickeln, solange er nicht fest davon überzeugt fei, daß das Land auch zu einem solchen Krieg bereit sei. Diese Bereitschaft beziehe sich nicht nur auf Heer und Flotte, sondern man müsse in erster Linie berücksichtigen, daß Zehntausende von Nichtkämpfern getötet würden, bevor auch nur ein einziger Soldat oder Matrose im Kampfe falle. Darum müsse man alles Menschenmögliche für den Schutz der Zivilbevölkerung tun. - 3m übrigen sei ein Krieg niemals un - vermeidbar. Und wenn sich selbst eine Chance von 95 v. h. für den Krieg in Zukunft ergeben sollte, sagte Baldwin, würde er bis zum letzten Augenblick sich an die fünf vom hundert Friedensaussicht halten. Baldwin beschwor dann die Erinnerung an die Tage des Jahres 1914 herauf, deren Geist in den letzten Wochen das englische Volk beseelt habe. Wenn dieser Geist aufrechterhalten werden könne, Beamter sucht für sofort Schriftliche Angebote unter 04460 an den Gießener Anzeiger erbeten. Weiterbericht Ein außerordentlicher mächtiger, mit seinem Zentrum vor Norwegen liegender Sturmwirbel beherrscht die Witterung fast gartß Europas. Auch bei uns kam es unter zeitweise stürmisch auffrischenden Westwinden am Dienstag zu anfänglich landregen-, dann schauerartigen Niederschlägen. Außerordentlich schwere Stürme traten im Nordseegebiet auf. Die Entwicklung neuer Randstörungen, sowie der sich verlagernde Sturmwirbel läßt noch keine Beständigkeit au'fkommen. Vorhersage für Donnerstag: Wechselnde Bevölkung und wiederholte, meist schauer- artige Niederschläge, bei zeitweise auffrischenden Winden aus Süd bis West. Temperaturen wenig geändert. Vorhersage für Freitag: Bei Luftzufuhr aus West wechselhaftes und unbeständiges Wetter. Lufttemperaturen am 4. Oktober: mittags 15 Grad Celsius, abends 10,6 Grad; am 5. Oktober: morgens 7,4 Grad. Maximum 15,4 Grad, Minimum heute nacht 6,5 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 4. Oktober: abends 11,3 Grad; am 5. Oktober: morgens 8,9 Grad. — Niederschläge 5,3 mm. — Sonnenscheindauer 2,2 Stunden. Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot (verreist), L D.: Dr. Fr. W. Lange; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: ' Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. IX. 38: 9143, Druck und Verlag: Brühlsche Universitätsdruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vom 1. September 1937 gültig. mer-Einrichtung gesucht. Schrift!. Angeb. m.Preis- ang. unt. 04500 an d. Gieß. Anz. [Stellenangebote) Keine Zeugnisse in ürschriit lonoeim nur Zeugnis, abjchryten Dem Bewerbungsschreiben bet» legen i — Lichtbilder undBewerbungsunter- ^gen müssen zur Bei- Meldung von Verlusten aus Der Rückseite tarnen und Anschriit des Bewerbers trauen 1 Tüchtiger Schmiedegeselle gesucht. 6334D Wilh. Loh Schmiedemeister Großen-Linden. Tüchtiges [6347D MW« für Küche und klein. Geschäftshaushalt sucht Ginn Boller Mäusburg 11. Tüchtiges 6287d MöM für Küche und Haus gesucht. Gasthaus Natur-Bienen- Honig la Auslese naturrein, 4-kg- Eimer Mk. 10.35 u.kleine Mengen Hagebultenmark vitaminhaltig Kräuterhaus Jung Gießen [“^D in derMäusburg Für erstklassige Speise- kartoffeln (Industrie), jede gewünschte Sortierung, Büueraöneömet gesucht. 04492 Alb. Brücket Lang-Göns. | Verschiedenes | An-und Verkauf von Lumven. Gis en, Bavier, Flaschen u. alle Metalle. Fede Bestellung wird abgeholt. O2090 H. Schneider Neuenweg 6 Televbvn 3187 AacdläsieoonZd«, 20 v. S. erhalten Sie bet wiederholten Aut« aabmen einer Anreise Parfüm eri e Seifen-Kerzen Sp ez/alqeschäft _____Wäüsbung 8 ' *J 6341 A Donnerstag, den 6.Oktober 1988, nachmittags 2 Nbr, versteigere ich an Ort und Stelle (Bekanntgabe erfolgt im Versteigerungslokal Neuenweg 28, dahier) zwangsweise gegen Barzahlung: 6345D 1 Personenwagen, 10 Autoreifen, 1 Motorrad,2Sveisezimm.,Rauchtische, Büfetts, Kredenzen, Chaise« longues, Kautsch, Diwan, Soras, Bücher- u. Warenschränke, Bürotische, Schreibmasch., 1 Registrierkasse, Grammophon, Nähmaschine, Staubsauger, 1 Gleichstrommotor, 1 Bohrmasch.,50 Bände Romane, Mantelkessel, Herde, Konservengläser, u. a. Haushaltungsgegenst. IttKfl Gerichtsvollzieherin Gießen IIIUII Ludwigstr.33I,Fernruf 3239 Gsell Friedrich str.57 II Stellengesuche| Staatlich gevr. SäugJngs-uJüein- kinderschwester auch bereits als Sprechstundenhilfe tätig, mit gut. Zeugnissen, sucht passende Stellung. Schriftl. Angeb. mit Gehaltsangabe unt. 04496 an d. Gieß. Anz. Werbe-Drucksachen bei Brühl. Schulstr.l | Verkäufe | Gut erhalt, größ. AmiMO ölen zu verkauf. 04499 Chai Her Neuenweg 10. | Empfehlungen] Wetterauer Sveisekartoffeln reine Industrie u. a. gelbfieisch. Sorten liefert Ernst Köhler Bettenhausen üb.Lich.Tel.383. Best.a.d.Woch.- Markt und Wetz- steinstraße 6 pt. HWnen- WeMlie können wieder abgeholt werden Emil 6. MH« Holzwarenfabrik Gießen. 633op Lr. 255Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Overheßen) Mittwoch, 5. Moder 1958 Volkswirtschaftliche Zeitsragen Was verdient der Landarbeiter? Auch von städtischer erwunden werden müssen i -erwunden werden müssen. 21uct) von Itaptqc feite ist bereits zum Ausdruck gekommen, daß es nd verdient hat, versäht und nun in 1939 - das Mr der JKeisterpriisung. RM. 114.— 84.— 36.— die Sxadt anfangen 600.— 20.— 15,— 280.— 130.— 288.— 60.— ut. Die Einnahmen ous dieser^ Eigenwirtschaft 31. Dezember 193-t immer näherrückt ist zu erwar- eichen, je nachdem Arbeitsauswand, der in diese j ten, Üasi im nächsten Jahre ein besonders starker > Handwerk untergebracht werden. 'Barlohn Treueprämie (10 bis 30 RM.) Deputat Jahren ebenfalls mit Frau und vier Kindern verdient. In Berlin wird im Baugewerbe ein Stundenlohn von 90 > Rpf. gezahlt, im Metallgewerbe von 85 Rpf., im Textilgewerbe von 76 Rpf. und im Druckgewerbe von 85 Rpf. (Immer unter Berücksichtigung des Familienstandes.) Im Durchschnitt ergibt das einen Stundenlohn von 82 Rpf., d. h. bei achtstündiger Arbeitszeit und 300 Arbeitstagen einen Jahresverdienst von RM. 1968.— Ein Blick genügt, um zu erkennen, daß von einer Minderentlohnung des Landarbeiters selbst dann nicht die Rede sein kann, wenn man seine Einkünfte aus Sonderleistungen und aus seiner eigenen Wirtschaft vollkommen unberücksichtigt läßt. Auch auf der Ostschau des Reichsnährstandes hat man das Einkommen eines Industriearbeiters mit dem eines Landarbeiters verglichen und dabei fest- gestellt, daß der Barlohn eines namentlich genannten Königsberger Arbeiters in Höhe von 1738.— RM. jährlich in voller Höhe für die Aufwendungen für Ernährung, Wohnung, Kleidung und dgl. wieder ausgegeben werden mußte, während der ebenfalls namentlich genannte ostpreußische Landarbeiter, der nur Bareinnahmen von 755.— RM. und daneben das übliche Devutat zur Verfügung hat, jährlich etwa 170.— RM. sparen konnte, da er für Wohnung keine Ausgaben hat und seine Auf- wendunaen für Ernährung und die übrigen lebensnotwendigen Bedürfnisse bedeutend geringer sind, ah die des Stadtarbeiters Die Behauptung von dem größeren Gesamtlebenserfolg des Landarbeiters ist somit begründet. Alle diejenigen geben sich einer Täuschung hin, die nur immer die Barentlohnung miteinander vergleichen. nicht aber die beträchtlichen Naturos'°n berücksichtigen, die den Lohn des Landarbeiters mindestens auf die gleiche Höhe des Lohnes bringen, den im allgemeinen der städtische Arbeiter erzielt. NM 2232.— noch nicht berück- RM. 580.— „ 25 — „ 1627.— ji hf. wo er als ungelernter Arbeiter Mß. Öen Handwerkskammern Dorgenommene Erhebung fjat ergeben, daß insgesamt noch 205 828 Handwer-, fer bis zum 31. Dezember 1939 die Meisterprüfung ablegen müssen. Das sind 13 v. H. der Gesamtzahl . V A. Die Dritte Verordnung über den vorläufigen Aufbau des deutschen Handwerks vom 18. Ian. 1935 bestimmt in den Uebergangs-- und Schlußbestimmungen, daß diejenigen Handwerker, die nach dem 31. Dezember 1931 in die Handwerksrolle eingetragen würden, einen Befähigungsnachweis aber nicht erbracht haben, eingetragen bleiben, sofern sie vor dem 1 Januar 1900 geboren sind, oder bis zum 31. Dezember 1939 den Nachweis erbringen, daß sie die Meisterprüfung für das von ihnen betriebene, oder für ein hiesem verwandtes Handwerk bestanden haben. Der Gesetzgeber wollte durch diese Ueber- gangsbeftimmunaen denjenigen Handwerkern, die ohne abgelegte Meisterprüfung bzw. ohne die Befugnis zur Ausbildung von Lehrlingen zu besitzen selbständig ein Handwerk betreiben, die Möglichkeit geben, bis zum Jahre 1940 durch die Meisterprüfung zu beweisen, daß sie den Voraussetzungen des großen Befähigungsnachweises im Handwerk genügen. Ein Teil dieser Handwerker hat inzwischen die Meisterprüfung nachgeholt. Feststellungen haben jedoch ergeben, daß der weitaus größte Teil dieser unter die Uebergangsbeftimmungen fallenden Handwerker bisher noch keine Anstalten getroffen hat, sich der Meisterprüfung zu unterziehen. Vielfach herrscht in diesen Kreisen des Handwerks die Auffassung, daß die Frist zur Ablegung der Meisterprüfung doch über den 31. Dezember 1939 hinaus verschoben würde. Weder der Neichsstand des Deutschen Handwerks, noch der Reichswirtschaitsminister denken daran, den unter die Uebergangsbestimmun- gen der Dritten Handwerksoerordnung fallenden selbständigen Handwerkern, die ihre Meisterprüfung bis zum 31. Dezember 1939 noch nicht bestanden haben, die Frist zur Ablegung der Prüfung zu verlängern. Eine mit Stichtag vom 31 Dezember 1937 bei NSG. Jetzt ist wieder die Zeit gekommen, in der sich die Eltern Sorgen machen um den zukünftigen Beruf ihrer Jungen, die Ostern aus der Schule entlassen werden. Diese Sorgen sind heute grundlos. Jeder Junge kann im nationalsozialistischen Reich einen Beruf erlernen. Da wir uns heute eine Fehlleitung der Arbeitskräfte nicht mehr leisten können, sind überall Berufsberatungsstellen eingerichtet, die den Jugendlichen mit Rat und Tat zur Seite stehen und sie zu den Berufen hinleiten, die ihnen Freude machen und in denen sie ihre besonderen Fähigkeiten entwickeln können. Der nationalsozialistische Staat hat die Forderung des „Rechts auf Arbeit" verwirklicht und stellt dem den Grundsatz der „Pflicht der Leistung" gegenüber. Es war ein entscheidender Fehler der Nachkriegszeit, daß sich der Staat nur wenig um seine Jugend kümmerte. Wir müssen nun dafür sorgen, daß die Jugendlichen, ganz gleich, an welchem Platz sie stehen, wieder ein inneres Verhältnis zur Arbeit finden. Jeder Schaffende soll den richtigen Arbeitsplatz finden, der ihm nicht nur den Lebensunterhalt sichert, sondern ihm auch Befriedigung in der Arbeit bringt. Der deutsche Arbeiter soll Freude an seiner Arbeit haben, die in der Hingabe an das gemeinsame Werk gipfelt. Die Verknappung des beruflichen Nachwuchses verbietet den verantwortlichen Stellen in erster Linie jede Fehlleitung von Arbeitskräften. Es muß ein planmäßiger Arbeitseinsatz herbeigeführt werden, wobei jedem Schulentlassenen der richtige Berufs- und Ausbildungsplatz zu verschaffen ist. Jeder übersteigerte Zudrang zu einzelnen Berufen muß verhindert werden. Selbstverständlich sind für den Arbeitseinsatz nur Volksgenossen zu berücksichtigen, die geeignet erscheinen. Tüchtiges zu leisten. Es wird nicht immer möglich sein, daß der Berufswunsch jedes Jugendlichen in den Berufsentschluß einmündet, denn es gibt jedes Jahr bestimmte Berufe, die, bedingt durch äußere Einflüsse verschiedenster Art, besonders beliebt sind. Außerdem herrschen oft ganz falsche Vorstellungen von bestimmten Berufen, die ausgesprochene Modeberufe sind. Anderseits gibt es Berufe, die von den Schulentlassenen möglichst gemieden werden; sogenannte Mangelberufe. An erster Stelle sind hier die landwirtschaftlichen Berufe zu nennen. Der Berufsstand der Landarbeiter war jahrzehntelang als minderwertig verschrien. Durch die Maßnahmen des Reichsbauernführers ist die Landarbeit wieder zum Lehrberuf geworden. Trotz Aufblühens der Bauwirtschaft ist auch hier merkwürdigerweise ein starker Mangel an Nachwuchskräften zu verzeichnen, obwohl die Lehre der Maurer, Zimmerer, Vetonfacharbeiter und Pflasterer im Gegensatz zu den meisten Berufen des Metallgewerbes nur drei Jahre beträgt. Auf dem Gebiet der Berufslenkung fetzt nun die Aufgabe der Berufsberatung und der Lehrstellen- vermittlung ein. Das Gesetz vom 5. November 1935 bestimmt, daß die Berufsberatung die ausschließliche Ausgabe der Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung ist. Die Berufswahl darf keinesfalls aus irgendwelchen Zufälligkeiten heraus geschehen, die zum Teil durch falsche Vorurteile der Erziehungsberechtigten bedingt sind. Der Berufsberater hat durch seine laufende Fortbildung die Möglichkeit, alle Arbeitsgebiete zu.überschauen und kann so den Jugendlichen ein wahrer Berater sein. Durch die Anordnung der Genehmigungspflicht sämtlicher Lehrstellen vom 4. April 1938 ist dem Berufsberater die Möglichkeit gegeben, eine richtige Berufsnachwuchslenkung vorzunehmen. Die Probezeit von mehreren Wochen schaltet berufliche Fehlleitungen von vornherein aus. Heute ist die Sorge der Eltern überflüssig, daß ihre Kinder, wenn sie die Schule verlassen, keine Lehrstelle erhalten können. Für diejenigen, die aus wirtschaftlichen Gründen glauben, keine Lehre durchführen zu können, besteht die Möglichkeit, in einen Anlernberuf einzutreten. Sa sind alle Voraussetzungen gegeben, daß jeder Jugendliche eine Berufsausbildung durch- tn zu dem Ergebnis, daß mindestens in dieser stehung auf dem Lande kaum schlechtere Ver- tniffe herrschen, als in der Stadt. Auch die fo- le Betreuung der Landarbeiter hat inzwischen so >ße Fortschritte gemacht, daß von einer wesent- en Benachteiligung heute nicht mehr die Rede i kann. Das Gleiche gilt für die Entlohnung. In der Cadt werden vielfach die Lohnverhältnisse des Endarbeiters verkannt. Gewiß erscheint fein Lohn a's unzulänglich, wenn man lediglich die Barlöbne ir Stadt und Land miteinander vergleicht. Ein solch r Vergleich muß aber notgedrungen zu falschen «Wissen führen, weil er die Naturalentlohnung dis Landarbeiters, die feinen Barlohn in den meiste Fällen weit überfteiat. unberücksicht'ß fnr-' oter in ihrem wirklichen Wert verkennt. Man ist g'zu leicht geneigt, den Gegenwert des Devutat- lenes eines Landarbeiters zu niedrig zu bemejfen. ($'ft wenn man sich vor Auaen hält, welche aeld- liren Aufwendungen der Arbeiten in der S^adt Wichen muß, wenn er die gleichen Menaen an Nah- i igsmitteln für sich und feine Familie erwerben ' '!(. ergibt sich ein einiaermaßen zutreffendes Bild :m den wirklichen Einkommensverbältniffen des ■ ndarbeiters. Und erst dann zeiat sich, daß der 1 nbarbeifer sich mit feinem Gesamteinkommen i.rrhaus nicht schlechter steht, als der Indultrie- । netter, vor allem dann nicht, wenn der Land- a leiter seine bhheriae Arbeitsstelle, auf der er als < erkannter Facharbeiter gewirkt und dementfvre- Buchführungspflicht für den Einzelhandel ah 1. Januar 1939. Fwd. Der Leiter der Wirtschaftsgruppe Einzelhandel, Dr. Hayner, hat durch eine Anordnung die allgemeine Buchführungspflicht für den Einzelhandel ab 1. Januar 1939 verfügt. Die Anordnung verlangt von jedem Kaufmann, daß er die von der Wirtschaftsgruppe Einzelhandel aufgestellten Mindestanforderungen an eine ordentliche Einzelhandels- buchführung einhält. Diese Mindestanforderungen besagen, daß alle Einzelhandelsbetriebe, sofern sie nicht bereits weitergehende Bücher im Sinne des § 38 HGB. bzw. des § 161 AO. führen, ein Gefchästs- tagebuch und ein Wareneingangsbuch zu halten und besondere Kassenberichte über den täglichen Kassenverkehr anzufertigen Haden. Darüber hinaus wird die laufende Aufzeichnung von Forderungen und Schulden sowie die Aufstellung einer jährlichen Inventur und eines Abschlusses verlangt. Die Mindestanforderungen sind auf die besonderen Verhältnisse mittlerer und kleinerer Fachgeschäfte abgestellt, um auch diesen eine ordentliche Buchführung zu ermöglichen. _ Die Tarifbezüae eines Devutanten in der Kur- Mrk. der ein- Familie mit vier K'ndern bat. sollen ri mol. oss Grundlage für eine G"aenüberstellung fr- ländlichen und her ftäötifrben Einkommensver- fr’Vnffe d'"N"n Ein Denutorst ist ein Arbeiter, der nit feiner Fawilie in einer Werkwobnung wohnt nrb feine Entlöbnung großenteils in Notu/oli-n ßseputat). zum aerinaeren Teil in Barlobn erhält, fte mit dem Deputanten aknuschließenden JahreS- prträge bestehen fi-h lediolich auf den Haushal- Himasoorftanb. D'"> Mitarbeit der Ehefrau des Lond- Mbeiters, her Kinder, sowie dritter Personen darf in diesen Verträgen nicht zur Pflicht aemacht werten. Mit ihnen wird vielmehr ein besonderer Ar- bk tsoertraa auf der Grundlage des Freiorbeiters fr:r>. des Frauenlohnes geschlossen. Ein Deputant in der Kurmark, dem verheiratet ist und vier Kin- ir hat. erhält an Tarifbezügen, ungeachtet etmai= or Zulagen, Aufbesserungen und außer der Entlehnung für die Mitarbeit feiner Ehefrau einen F rlohn von 580 RM. jährlich, und zwar bei 2900 Abeitsstunden zu je 20 Rvf. Außerdem erhält er ei e jährliche tarifmäßige Treueprämie, ie nach " ?r D uer her Betriebszugeböriakeit in Höhe von 10 bi 30 RM. Zu diesem Barlohn kommt das Nor- m ldeputat hinzu, das die nachstehenden Leistungen fr Betriebsführers umfaßt. Legt man für die Um= lefjnung des Deputates in Geldwert die Preise zu- flinde, die der städtische Arbeiter für den Erwerb ie- gleichen Mengen Naturalien bzw. als Mietzins ii- eine gleichwertige Wohnung aufwenden muß, nebendienstliche Betätigung gesteckt wird, oft eine beträchtliche Höhe und steigern sein Jahreseinkommen ^deutend. Auf jeden Fall sind die Erlöse aus dieser selbständigen landwirtschaftlichen Betätigung größer als die Ausfälle an Naturalien, die in den meisten Tarifbestimmungen bei eigener Viehhaltung und Ackerwirtschaft vorgesehen sind, und die im übrigen nod) zu einem großen Teile ausgeglichen werden durch die in diesem Falle in Kraft tretenden beträchtlichen Zuschüsse an Futtermitteln aller Art, die wieder der Eigenwirtschaft zugute kommen. Indirekt erhöhen sich die Einnahmen des Landarbeiters gegenüber denen des städtischen Arbeiters aber auch dadurch, daß diesen Einnahmen nicht die gleichen Aufwendungen für die Lebenshaltung ge- genüberftehen, als in der Stadt. Der städtische Arbeiter hat im allgemeinen eine ganze Reihe von festen Unkosten, die auf dem Lande fortfallen. Es sei hier nur einmal an die Ausgaben für Fahrgelder zur Arbeitsstätte, die seinen Lohn bei monatlich RM. 10.— bereits um 120.— RM. im Jahr schmälern. Diese jährliche Belastung fällt beim Landarbeiter von vornherein aus. Auch seine Ausgaben für Beleuchtung stehen in keinem Verhältnis zu denen des städtischen Arbeiters. Die Landarbeit zwingt dazu, daß mindestens während des größten Teiles des Jahres das Tageslicht ausgenutzt wird. Insofern entfallen auf dem Lande die Ausgaben für künstliche Beleuchtung, für die der Stadtarbeiter ebenfalls große Aufwendungen zu machen hat. Anderseits hat der Stadtarbeiter kaum die Möglichkeit zu Nebeneinnahmen, es sei denn, daß er Ueber- ftunben macht, ober baß feine Frau mitoerbient, eine Mehrleistung, bie im. wesentlichen aber burch die langen Wege von unb zur Arbeitsstätte stark beeinträchtigt wirb. Stellen wir nun einmal zusammen, wüs ber ungelernte Arbeiter in der Stadt im Alter von 30 Handwerker auf dem Londe. Der diesjährige reiche Erntesegen hat auch dem Städter, der die Ferien auf dem Lande verbracht hat, mehr noch als in den früheren Jahren einen Eindruck von der Arbeit des Landmannes vermittelt. Im technischen Zeitalter hatte man es in der Stadt vor einigen Jahren fast schon vergessen, wie wichtig die Arbeit des Landmannes für das Volks- ganze ist. Der Nationalsozialismus hat dafür gefolgt, daß zwischen Stadt und Land ein gerechter Ausgleich herbeigeführt wird, baß vor allen Dingen auch die Städter wieder die Arbeit des Bauern schätzen lernen und anerkennen können. Sicherlich ist es kein Zufall, daß das wichtigste ! Problem, bas heute auf dem platten Lanbe zu lösen ist, burch bas Wort „Landflucht" gekennzeichnet wird. Gerade in diesem Jahre hat es sich gezeigt, wie ernst die Arbeitsprobleme auf dem Lande zu beurteilen sind, kam es doch darauf an, mit den wenigen vorhandenen Arbeitskräften eine außerordentlich reiche Ernte an Halm und Aehre in wenigen Wochen unter Dach unb Fach zu bringen. Die Erntearbeiten finb vom Wetter abhängig, unb beshalb gilt es, jeden Tag, an dem die Sonne scheint, von der frühen Morgenstunde bis in den späten Abend voll mit vereinten Kräften auszunutzen, um das wertvolle Gut, das uns der deutsche Acker beschert, rechtzeitig zu bergen. Wer in jenen Wochen auf dem Lande geweilt hat und mit offenen Augen durch die Dörfer und kleinen Landstädte gewandert ist, hat . überall feststellen müssen, daß es an Arbeitskräften mangelt und deshalb die wenigen, die zur Verfügung stehen, mit dem ganzen (Ansatz an das Tagewerk Herangehen mußten. Fast im ganzen Reichsgebiet war das Wetter durch drei volle Wochen beständig und schön und wie selten für die Einbringung einer reichen Ernte geschaffen. Diese Zeit mußte ausgenutzt werden, so gut es überhaupt möglich war. Das Ergebnis kann dahin zusammengefaßt werden, daß selbst im Norden und Osten des Reiches die kleinen und mittleren Betriebe bis zum 15. August mit der Einbringung der Ernte fertig geworden find, wäh- rend die größeren Betriebe' es auf etwa bis zu 50 v. H. gebracht haben. Dies Ergebnis war nur möglich, weil die übrige Bevölkerung des platten Landes, also in erster Linie die ländlichen und kleinstädtischen Handwerker, in großem Umfange mit Hand angelegt haben, um den Bauern bei ber Einbringung der Ernte zu helfen. Die ländlichen Handwerker sind ja alle mit der Landarbeit von Iugenb auf vertraut, weil sie selbst über ein Stück Acker verfügen, ober in einer Bauernwirtschaft groß geworben finb. In biefem Jahr hat es sich gezeigt, baß bie dörfliche Arbeitsgemeinschaft fest geschmiedet ist und deshalb auch ber großen Schwierigkeiten Herr werben konnte. Die Verorbnung zur Förderung der Landbevölkerung vom 7. Juli 1938 hat deshalb auch die Stärkung des Handwerks auf dem Lande als besonders bedeutsam herausgestellt, eine Tatsache, die in der kleinstädtischen und dörflichen Bevölkerung besonders beachtet worden ist. Zur Sicherung der deutschen Nahrungsfreiheit ist es in der Tat äußerst wichtig, daß die Handwerksmeister, die auf dem Lande tätig sind, mehr Lehrlinge und Gesellen erhalten als bisher, daß überhaupt für größere Schichten der Bevölkerung ein Anreiz gegeben wird, sich in den Dörfern niederzulaffen. Deshalb soll die Gewährung tilgungsfreier Ehestandsdarlehen, zinsfreier Einrichtungsdarlehen und nicht rückzahlbarer Einrichtungszuschüsse dem ländlichen Handwerker zugute kommen, genau so wie den Volksgenossen, die direkt in der Land- unb Volkswirtschaft tätig finb. Das Gros der ländlichen Handwerker stellen die Schmiede, Stellmacher, Sattler, Müller, Böcker, Fleischer und neuerdings auch die Kraftfahrzeughandwerker, von denen sich mehr und mehr in kleinen Städten und in Dörfern nieöerlaffen. Alle diese Handwerker zeichnet ebenso wie den Bauern die Liebe zur eigenen Scholle aus; dies ist das Fundament, von dem ausgegangen werden muß und wird, wenn man die ländliche Wirtschaft festigen und ausbauen will. Schon heute wird von den zuständigen Stellen des Reichsnährstandes und Hes Reichsstandes des deutschen Handwerks dafür gesorgt, daß gesunde betriebswirtschaftliche Grundlagen in den Dörfern geschaffen werden. Die fachliche Leistungsfähigkeit wirb burch Schulungsmaßnahmen unb planmäßigen Ausbau bes gewerblichen Berufsschulwesens geförbert. Jeber, ber auf bem Lanbe Handwerker fein will, muß heute wissen, daß hier keine zweitrangigen Kräfte mehr gebraucht werden und vorwärtskommen können. Von ber Berufsberatung unb ber Berufslenkung bei den Arbeitsämtern kann man erwarten, baß Noch mehr als bisher für. die Sicherstellung bes Lehrlings- bebarfs auf bem Lanbe getan wirb. Zu ben be- fonberen Aufgaben bes Reichsstanbes gehört bie banbwerkliche Standortplanung im ländlichen Raum. Schon heute find die Handwerkskammern, Kreishandwerkerschaften und Innungen eifrig am Werk, um durch vraktische Standortforschung die Voraussetzungen für eine materielle Besserstellung des ländlichen Handwerkers zu schaffen. I Deputat insgef. RM. 1627.— Diese Bewertung des Deputates, die den Ein- aij.fspreifen in der Stadt bzw. den Aufwendungen le. städtischen Arbeiters entspricht, läßt die tatsäch- lö.e Entlohnung des Landarbeiters in einem ganz nßeren Licht erscheinen. Ohne alle Sonderzuwen- imgen, ohne den Lohn für die Frauenarbeit, ohne iissschläge für Sonntagsarbeit und besonders guali- z-erte Leistungen hat der Landarbeiter danach ein amljahreseinkommen von: Andrang von Mersterprüflingen zu erwarten ist. Um eine reibungslose Durchführung der Prüfungen ficherzustellen und um die Prüfungen auf einen grö= j feeren Zeitraum zu verteilen, hatte der Reichsstand des Deutschen Handwerks die Handwerkskammern angewiesen, alle diejenigen Handwerker, welche bisher keine Anstalten zur Ablegung der Meisterprüfung getroffen haben, schriftlich aufzufordern, sich zur Ablegung der Meisterprüfung bis zum 31. Juli 1938 zu melden. Der größte Teil der in Frage kommenden Handwerker hat auf diese Aufforderung nicht reagiert. Sie werden in diesen Wochen zum zweiten Male schriftlich an die Ablegung der Meisterprüfung erinnert und aufgefordert, sich bis spätestens zum 1. Januar 1939 zur Meisterprüfung zu melden. Gleichzeitig werden die Handwerker wiederum auf die in Frage kommenden gesetzlichen Vorschriften und die sich aus ihrer Nichtbeachtung ergebenden Folgerungen hingewiesen. Durch die Festsetzung dieser Fristen soll dafür gesorgt werden, daß eine rechtzeitige Ablegung der Meisterprüfungen bis zum 31. Dezember 1939 sicher- i gestellt werden kann. Die Uebergangsvorschriften der Dritten Handwerksverordnung haben denjenigen Handwerkern, welche den Vorschriften des großen Befähigungsnachweises nicht genügen konnten, eine Frist von fünf Jahren zur Ablegung der Meisterprüfung gewährt. Die Handwerker, die bis zum 31. Dezember 1939 die Meisterprüfung noch nicht abgelegt haben, können sich nicht darauf berufen, sie hätten keine Zeit zur Ablegung der Meisterprüfung gehabt, ober sie hätten nicht gewußt, daß sie sich ber Meisterprüfung hätten unterziehen müssen. Mit Rücksicht auf ben bestehenben Facharbeitermangel unb auf bie starke Uebersetzung in vielen Hanbwerkszweigen ist bamit zu rechnen, baß bie Hanbwerker, bie sich ber Meisterprüfung bis zum 31. Dezember 1939 nicht unterzogen haben, entspre- chenb ben gesetzlichen Bestimmungen von amts- roegen aus ber Hanbwerksrolle gelöscht unb ihre Betriebe geschlossen werben. Der Reichsstanb bes Bei dieser Aufstellung ist aber £ r-ir-e-i ^er Landarbeiter wesentlich größere t glichkeuen zu Nebeneinnahmen hat, als ber Jn- htriearbeiter. Dor allem ber Deputant hat meist umfangreiche eigene kleine Wirtschaft in ber h Geflügelzucht betreibt, sich Kühe, Schafe und kö weine hält unb auch seinen eigenen Acker bc= ZdR. Das Problem ber Lanbflucht ist in ber letzen Zeit auch in städtischen Kreisen eingehend er- iiiert worden. Dabei ist auch die irrige Auffassung ber die Bewertung der' Landarbeit und die hier dib da herrschende Ueberheblichkeit in der Gin» Satzung der Landarbeit berichtigt worden. Darüber hnaus haben sich schon Diele städtische Stimmen fr bin geäußert, daß die gegen tue L anbar beit be- lihenden Vorurteile durchaus unberechtigt finb und ablegen mugen. xm» guu ju u. uu vyciunufluyi, Deutschen Hanbwerks wirb sich bafür einsetzen, daß aller selbständigen Handwerker. Da ber Termin bes I biejenigen Hanbwerker, beren Betriebe aeschlossen ‘ “ ÄJ>1 :rx ------r- werben müssen, als Facharbeiter in Industrie und r> Handwerk unteraebracht werden. i lundlalsch ist, den Barlohn und die sonstigen „Vorige" des Stadtlebens zu überschätzen. Man braucht nr auf bie Tatsache zu verweisen, daß allein in Berlin nicht weniger als 150 000 Familien keine eigene Wohnung haben und 40 000 Familien das gnze Jahr hindurch in Lauben wohnen. Stellt man feien Wohnverhältnissen gegenüber, was in ben ltzten Jahren allein für den Bau bzw. Umbau von Endarbeiterwohnungen getan wurde, so kommt .o »ergeben sich etwa folgende Beträge: ficeie Wohnung mit Gartenland (für Gemüse) V4 Morgen monatlich »tM. 50.— . . ...... fartoffeUanb V« Morgen Pacht . . Ding für Garten und Kortoffellond ttZtr. Getreide in marktfähiger Be- chaffenheit, davon: 15 Ztr. Brotgetreide = 12 Ztr. Mehl .... i 5 Ztr. Futterkorn p Ztr. Sveisekartoffeln in markt- ’äbiger Beschaffenheit > S3tr. Milcki (IV? täglich L 24 Rpf.) 70 Zentner Braunkohlenbriketts (je ZM. 1.63) Nieder,zulagen: für jedes Kind unter _4 Jahren Liter Vollmilch täg= üch = 360 Liter jährlich .... Ja Ztr. Brotgetreide = 2 Ztr. Getreide = IV- Ztr. Mehl . . . SJ.Jpori Fußball der Gauliga Hessen. Die Kämpfe des Sonntags. Kewa Wachenbuchen — FC. Hanau 93 Kurhessen Kassel — VW. Groß-Auheim. Sport Kassel — Hessen Bad Hersfeld VfB Friedberg — SC. 03 Kassel. Auffallend war bei den hessischen Gauligakämpfen bisher das schwache Abschneiden der Kasseler Mannschaften und die gute Form der Hanauer Vereine. Am Sonntag sind die drei punktegleichen Spitzenreiter auswärts und da könnte schon der eine oder andere Punkt hängen bleiben. Hanau 93 ist bei der nach rote vor kampfkräftigen Keroa Wachenbuchen zu Gast, Groß-Auheim tritt bei den Kasseler Kurhessen an und Hersfeld muß zum BC. Sport Kassel Hersfeld lchemt die schwerste Aufgabe zu haben, aber auch der Meister Hanau 93 und Auheim müssen gut spielen, wenn sie erfolgreich bestehen wollen. Altmeister Kassel 03 ist noch ohne Punktgewinn, das gleiche ist von Friedberg zu sagen. So darf man einen erbitterten Kampf erwarten, dessen Ausgang als offen erscheint. Enka Zunghanns springt 6,07 Meter? Mit einer ganz hervorragenden Leistung wartete die Naumburgerin Erika Junghanns auf der Naumburger Friesenkampfbahn auf. Sie sprang 6,07 Meter weit und überbot damit den Weltrekord der Japanerin Hitomi mit 5,98 Meter und auch die noch nicht anerkannten Weiten der Polin Walasie- wicz von 6,05 Meter, und 6,04 Meter. Der Sprung von Erika Junghanns, die mit 5,68 Meter bisher an achter Stelle der deutschen Rangliste steht, war zwar völlig einwandfrei, doch war kein vollständiges Kampfgericht zur Stelle. Die Naumburgerin sprang am Dienstag nacheinander 5,69 Meter, 5,90 Meter und 6,07 Meter. Münchener Schützen in Front. Deutsche Meisterschaften mit Wehrmanngewehr und Stutzen. Auf dell Ständen des Münchener Oktoberfestes wurden die Deutschen Schießmeisterschaften mit Wehrmanngewehr und Zimmerstutzen entschieden. Die äußeren Bedingungen waren nicht die besten, herrschte doch trübes und regnerisches Wetter. In der Einzelmeisterschaft mit Wehrmanngewehr belegte Kainz (Kempten) mit 329 Ringen den ersten Platz vor Schölderle (München) und Oberhäuser (München). Sieger im Mannschaftskampf, bei dem jeder Schutze 30 Schuß, je 10 in den einzelnen Anschlagsarten, abzugeben hatte, wurde die Schützengesellschaft Heimat München mit 1286 Ringen vor der Schützengesellfchaft Kottern (Allg.) mit 1204 und der Schützengesellschaft Altenstadt (Württemberg) mit 1187 Ringen. Bei den Jungschützen holte sich Diana Zella-Mehlis mit 1190 Ringen den Titel. Mit Zimmerstutzen war gleichfalls die Schützengesellschaft Heimat mit der Mannschaft Sigl, Thaller, Oberhäuser und Schölderle und 444 Ringen erfolgreich. Die nächsten Plätze belegten die Schützengesellschaft Geislingen - Altstadt mit 378, Schützengesellschaft Gronsdorf München mit 377 und Schützengesellschaft Mannheim-Neuostheim mit 375 Ringen. Im Einzelkampf war Meister Steigel- m a n n (Nürnberg) nicht zu schlagen. Er sicherte sich den Titel erneut mit 119 Ringen vor Sigl (München) mit 116 und Thaller (München) 111 Ringen. Maiti Zärvinen in Hochform. In ausgezeichneter und beständiger Form befindet sich Finnlands Europameister im Speerwerfen, Matti I ä r o i n e n. Bei einem Sportfest in Viborg siegte er mit der großartigen Weite von 75,84 Meter vor Nikkanen mit 74,27 Meter und Daino mit 70,40 Meter. Der Olympiasieger Ilmari S a l m i n e n gewann ein Zehnmeilen-Rennen (16,09 km) in 51:18,0 vor Pentti in 51:20 und Tamila in 51:24. Kurki siegte über 1500 Meter in 3:56,2 Minuten. Tennismeister und Hockeyspieler. t 0 Der deutsche Tennismeister Heinrich Henkel ist auch ein guter Hockeyspieler. Hier sehen wir ihn (rechts) als Mitglied der Rot-Weiß-Elf im Punktspiel während eines Ansturms auf das „Wespennest" in Berlin. — (Schirner-M.) Nie Zugendabteilung der Epielvereinigung 1900 Gießen. Jugend wird von Jugend geführt. Diesen Grundsatz hat sich die Vereinsführung der Blau-Weißen wohl als eine der ersten zum Prinzip gemacht und in die Tat umgesetzt Zum Jugendleiter ernannte der Vereinsführer der Spvgg. 1900, Reining, den früheren Jugendspieler O. Theis, der aus der Hitlerjugend hervorgegangen ist. Der Jugendleiter gab dieser Tage in einer Versammlung einen kurzen Bericht über das vergangene Spieljahr. Noch während der letzten Verbandsspiele hatten die Blau-Weißen ihre Last, daß sie die 1. Jugend Zusammenhalten konnten. — Dann kamen die Bestimmungen, daß jeder Jugendspieler der Hitler-Jugend angehören muß. Es blieb nur noch ein Weg übrig: Eine vollständig neue Jugendabteilung aufzubauen. Es gelang! Schon Ostern 1938 hatten die Blau-Weißen wieder zwei Jugendmannschaften stehen. Düsseldorfs Meisterjugend kam nach Gießen und mußte eine ^-Niederlage hinnehmen. Die 2. Jugend der Blau-Weißen verlor 4:1. Das letzte Spiel vor der großen Sommerspere brachte noch einen großen Erfolg. VFL. Lauterbachs 1. Jugend mußte mit acht Toren „Pimvf-Achter" zeigt GWnM-tlebungen. * ; Im Rahmen der 2. Reichs-Jugendregatta, die in Berlin-Grünau ausgetragen wurde, kamen zum erstenmal die Meistertitel im Achter, Vierer und Doppelzweier zur Verteilung. Die wohl- aelungene Veranstaltung brachte aber auch noch verschiedene andere Vorführungen, wie diese Gymnastikübung, die von den zahlreichen Zuschauern mit großem Beifall aufgenommen wurden. — (Schirner-M.) Deutschlands Motorsportler beim Dreifaltigkeits-Vergrennen. Der scharfe Aufstieg des Albrandes bei Spaichingen reizte schon immer die süddeutschen Motorsportler, ihre Krafträder und Wagen am Berg bis „auf Herz und Nieren" auszuprobieren. So nimmt es nicht wunder, daß für das 5 Dreifaltigkeitsbergrennen am kommenden Sonntag sich über hundert Lizenz- und Ausweisfahrer aus dem Bereich der süddeutschen Motorgruppen anmeldeten. Die Strecke führt in einer Länge von 4,2 Kilometer in mehreren Spitzkehren von dem Stadtrand Spaichingens zu der berühmten Wallfahrtskirche'auf den Ostrand der Schwäbischen Alb hinauf, die zwar schmale, aber gut ausgebaute Straße gestattet es, die neuzeitlichen Rennmaschinen weitgehend auszufahren. Den Straßenrekord hält seit dem letzten Jahr der Westfale Walter Bäumer mit 70,7 km/st auf einem kleinen Austin, man darf gewiß sein, daß er nicht länger Bestand hat. Wie sehr das Rennen beliebt ist, beweist die große Anzahl der Nennungen auch in diesem Jahr. Mit Ausnahme von Bäumer und Hamelehle, die ja für die Rennställe von Daimler-Benz bzw. DKW verpflichtet wurden, sind die guten süddeutschen Privatfahrer vollzählig zur Stelle. Bei den Motorrad- sportlern haben sich neben rund 50 Ausweisfahrern 44 Lizenzinhaber angemeldet. In der Klaffe bis 2 5 0 ccm ist mit dem Karlsruher Gadlenz, der auch im Vorjahre siegte, der große Favorit unter insgesamt 12 Bewerbern gegeben. Mit seiner schnellen DKW. müßte er Häußler (Kottbus), Kohfink (Bietigheim), Amann (Jsny) und die Münchener Fai- stenhammer und Ander! auf die Plätze verweisen können. Mit 18 Fahrern ist die Klasse bis 350 ccm am stärksten beschickt. In dem ausgeglichen erscheinenden Feld ist vor allem mit Pokora (Freiburg), Schaible (Stuttgart), Ziegler (Hanau), Schnell (Karlsruhe) und Kohfink (Bietigheim) zu rechnen. Nitschky (Karlsruhe) fuhr im vergangenen Jahr in der 500er-Klasse die beste Zeit der Motorräder mit 68,6 km/st heraus. Er ist auch diesmal wieder dabei und wird sich insbesondere der beiden Mannheimer Nortonfahrer Meier und Boder Stuttgarter Schmid, Scheunig und Jörger, des Ulmers Münz und des Breslauers Lommel zu erwehren haben. 14 Nennungen wurden abgegeben. In den verschiedenen Klassen der Sportwagen starten 25 Fahrer, unter denen Dr. Werneck (Garmisch-Partenkirchen), Reichenwallner (München), Glöckler (Frankfurt a. M.), Assenheimer (Heilbronn) und Hummel (Freiburg) als die aussichtsreichsten Bewerber anzusprechen sind. Im Rennwagen versuchen sich Roth (München), Joa (Pirmasens), Brütsch und Dipper (Stuttgart). Der Pfälzer scheint mit seinem Bugatti in erster Linie fähig, dem Rekord Bäumers das Lebenslicht auszublasen. i ---- Unterschied den Heimweg antreten. Während der Sommersperre wurde ein regelmäßiges Training durchgeführt und die Jugendabteilung wurde weiter ausgebaut. So kam es, daß die Blau-Weißen nach der Sperre wieder mit drei Jugendmannschaften auf den Plan treten konnten. Leider verlor die Jugendabteilung manchen guten Spieler. Nach der Sperre war es besonders die 1. Jugend, die einen Sieg nach dem anderen erfechten konnte. Auch die 2. Jugend zeigte sich von der besten Seite. Bei der 3. Jugend war immer wieder der Kampfgeist zu bewundern, denn trotz meist hoher Niederlagen warfen sie nie die Flinte ins Korn. Nun steht man vor den kommenden Verbandsspielen. Wird es der 1. Jugend der Spielvereinigung 1900 diesmal gelingen, den Titel des Bannmeisters zu erringen? Auch die 2. Jugend wird in ihrer Klasse Punkte und Siege nicht so leicht verschenken Die 3. Jugend wird wohl in eine Nachwuchsklasse eingeteilt werden. Rune Eportnotizen. D i e Wienerin Rosl Kraus schlug in Brighton die Engländerin M. Harris 8t6, 6:0 und wurde damit Siegerin des Tennisturniers. Das Männereinzel fiel an den Chinesen Kho Sin Kie. * Frankreichs Radsport will eine Neuerung einführen, die auch rn Deutschland schon oft zur Debatte gestanden hat: das Ersetzen von festen' Tagesgagen der Fahrer bei Steherrennen durch Preise. Darunter würden natürlich die schwächeren Fahrer leiden und vor allem die Frage der Nach. wuchs-Förderung erheblich erschwert. ♦ Das Münchener Prinzregenten-Sta. d i o n führt vom 2. bis 4. November die ersten Eis. fport-Veranstaltungen des Winters 1938/39 durch. * Zehn Nationen haben bisher ihre Meldungen zu den Weltmeisterschaften im Gewichtheben, die vom 21. bis 23. Oktober in Wien stattfinden, abgegeben, und zwar: Deutschland, Estland, Holland, Italien, Lettland, Luxemburg, Schweden, die Schweiz, Ungarn und USA. Man rechnet außerdem noch mit den Zusagen von Frankreich und Aegypten. ♦ B e i einem B a s se t b a ll - T u r n i e r in Wiesbaden, das als Abschluß eines Lehn ganges in der Kurstadt durchgeführt wurde, erwies sich die SA.-Kampfspielgemeinschaft Frankfurt als stärkste Mannschaft, die alle Spiele klar gewann * A u s der Züricher Radrennbahn finden am kommenden Sonntag, 9. Oktober, die letzten Rennen der diesjährigen Wettkampfzeit statt. Weltmeister Metze, Lohmann, Severgnini, Wals und Heimann werden die Steherkämpfe bestreiten. Wirtschaft. Auü dem Gießener Handelsregister. In das Handelsregister des Amtsgerichts Gießen erfolgten die nachstehenden Eintragungen: In der Firma Willy Letsch-Gießen ist der Frau Katharina Letsch Einzelprokura erteilt worden. — Die Firma Julius Wellhöfer in Gießen wurde mit Wirkung vom 1. Januar 1938 in eine offene Handelsgesellschaft umgewandelt. Zur Vertretung ist Julius Wellhöfer sen. allein, die Gesellschafter Karl und Julius Wellhöfer jun. bei Geschäften bis zu 5000 Mark allein, im übrigen nur zusammen mit einem weiteren Gesellschafter ermächtigt. — Für die Firma Hessische Lack- und Farbenfabrik S. H. Sondheim- Gießen hat Rechtsanwalt Dr. Karl Kinzenbach- Gießen sein Amt als Liquidator am 29. Juni 1938 niedergelegt. Rechtsanwalt Dr.Karl Kinzenbach wurde nunmehr mit Wirkung vom 2. August von Amts wegen zum Liquidator bestellt. — Die Firma Gemeinnützige Wohnungsdau-G. m. b. H. hat das Stammkapital auf 120 000 Mark erhöht. — Die Firma Flugbetrieb-Oberhessen-Lahngau G. m. b. H. Gießen ist erloschen. Ferner ist die Firma Karl Walther, Gießen, erloschen. — Die Firma Karl Horst, Bettenhausen, erhält den Zusatz „Tabak- waren-Großhandlung". — Bei der Firma Christian Faber, Leihgestern, sind in die ab 1. Januar 1937 errichtete offene Handelsgesellschaft als neue Gesellschafter eingetreten: Sophie Liebermann, geb. Faber, und Therese Stumpf, geb. Faber, beide aus Leihgestern. Ziegeleibesitzer Christian Faber ist gleichzeitig aus der Firma ausgeschieden. — Bei der Firma Ludwig Rühl, Kommanditgesellschaft, Gießen, ist an Stelle des persönlich haftenden Gesellschafters Ludwig Rühl, Bäckermeister, Karl Katz in Gießen getreten. — Bei der Firma Fritz Leonhard! AG., Heuchelheim, ist die Satzung unter III geändert und die ganze Satzung neu gefaßt worden. Besteht der Vorstand aus mehreren Personen, so wird die Gesellschaft durch die Unterschrift zweier Vorstandsmitglieder oder eines Vorstandsmitgliedes in Gemeinschaft mit einem Prokuristen vertreten. — Eine gleiche Satzungsänderung und Neufassung ist für die Firma Rinn & Cloos AG. in Heuchelheim eingetragen worden. Die derzeitigen Vorstandsmitglieder sind berechtigt, die Gesellschaft allein zu vertreten. — Bei der Firma Wilhelm Gailsche Tonwerke AG. in Gießen ist die Satzung ebenfalls geändert und neu gefaßt worden: Der Vorstand besteht aus einer oder mehreren Personen, die durch den Aufsichtsrat bestellt werden. Besteht der Vorstand aus mehreren Personen, so wird die Gesellschaft wie folgt vertreten: Wenn ein Vorsitzender bestimmt ist, durch diesen allein, oder durch zwei andere Mitglieder des Vorstandes gemeinsam; oder, wenn auch Prokuristen bestellt sind, dann durch ein Vorstandsmitglied zusammen mit einem Prokuristen, oder durch zwei Prokuristen gemeinsam. Dr. jur. Georg Gail ist als Vorsitzender auch zur Alleinvertretung berechtigt. Gießener Echlachtviehmarkt. Am gestrigen Gießener Schlachtviehmarkt (Schlachtviehverteilungsmarkt) in der Viehversteigerungshalle Rhein-Main in Gießen wurden 5 Ochsen, 4 Bullen, 20 Kühe, 37 Färsen, 137 Kälber, 77 Schweine und 13 Schafe aufgetrieben. Preise: Ochsen 40 bis 44 Pf., Bullen 39 bis 42, Kühe 17 bis 42, Färsen 39 bis 43, Kälber 34 bis 65, Schafe 26 bis 43 Pf. je 7» kg Lebendgewicht. Für Schweine wurden je Kilogramm Lebendgewicht folgende Preise bezahlt: Klasse a (150 kg und mehr) 1,11 RM., bl (135 bis 149,5 kg) 1,09, b2 (120 bis 134,5 kg) 1,07, c (100 bis 119,5 kg) 1,03, d—f (unter 100 kg) 0,97, gl (fette Specksauen) und i (Altschneider) 1,05, g2 (andere Sauen) und h (Eber) 1,01 RM. Marktverlauf: Großvieh und Schweine zugeteilt; Kälber und Schafe rege. Rhein-Moimsche Börse. TNiltagsbörse: Aktien still, Renten eher gefragt. Frankfurt a. M., 4. Oft. An den Aktienmärkten blieb das Geschäft auch heute eng begrenzt. Das Anlageinteresse der Kundschaft wendet sich.naturgemäß hauptsächlich der neuen Reichsanleihe zu, und auch sonst sind Renten eher gefragt, als Aktien. Bei den Dividendenwerten war die Kursentwicklung zwar nicht ganz einheitlich, vorwiegend entwickelten sich die Kurse aber leicht nach unten, und zwar betrugen die durchschnittlichen Abweichungen 0,50 bis 1 v. H. Schwach lagen jedoch bei nur kleinem Angebot Reichsbank zum ersten Kurs mit 180,25 (186), während man später eine Erholung um etwa 2 v. H. vermerken konnte. Ferner gingen Scheideanstalt um 3 v. H. auf 217 und Deutsche Linoleum um 3,50 v. H. auf 153,50 sowie Siemens nach Pause um 2,75 v. H auf 198.75 zurück. Am Montanmarkt gaben Verein. Stahl auf 100,75 (101,75), Hoesch auf 110 (110,75) und Mannesmann auf 108 (108,25) nach. Maschinenaktien schwankten bis 0,75 v. H. nach beiden Seiten und ebensoviel wichen Elektrowerte ab, Lahmeyer allerdings 1,40 v. H. schwächer mit 127,13. Von Chemiemarkt gaben IG.-Farben und Metallgesellschaft je 1 v. H. nach auf 152,25 bzw. 127. An den übrigen Marktgebieten lagen Erstkurfe zunächst nicht vor.. Von Renten lagen die variablen Papiere, wie Reichsaltbesitz mit 130,65 (131) und ReichsbahnVA. mit 125,25 (125,50), nicht ganz behauptet, hingegen wurden Goldpfandbriefe und auch Liquida- tionspfandbriefe weiter gefragt, ferner fanben im Freiverkehr 4,50- und 5prozentige Industrie-Obligationen bei etwa 0,25 bis 0,50 o H. höheren dürfen Interesse. Die amtlich notierten Industrie-Anleihen lagen allerdings uneinheitlich und überwiegend 0,25 leichter. Stadtanleihen zogen vielfach 0,25 v. H. an, Mainzer nach Pause 98 (97,25). Li- quidationspfandbriefe lagen schließlich meist 0,25 vom Hundert höher und halten zumeist bei 101,25. Staatspapiere wiesen nur kleine Abweichungen auf. 3m Verlaufe herrschte am Aktienmarkt fast völlige Geschäftsstille. Weitere Notierungen erfolgten nur vereinzelt, wobei Rückgänge vorherrschten, die jedoch nur Bruchteile eines Prozentes betrugen. Daimler allerdings 1,25 v. H. niedriger mit 132,75. Reichsbank waren dagegen auf 182 nach 180,25 erholt. Bei den später notierten Papieren gingen die Veränderungen vielfach über den Durchschnitt von 0.50 bis 1 v H. hinaus. Harpener 148 (150,75), Deutsche Eisenhandel 142 (144), Goldschmidt 132 (134), Bekula 158 (159,50), Südd. Zucker 210 (212), anderseits Conti Gummi 208 (206,25). Im Freiverkehr nannte man etwas höhere Kurse. Dingler 90 bis 92 (89 bis 91), Verein. Fränk. Schuh 74 bis 76 (73 bis 75), Katz & Klumpp 94 bis 96 (93 bis 95), Ufa abbröckelnd auf 73,75 (74,25). Kommunal-Umschuldung lagen mit 94,05 unverändert. Tagesgeld unv. 2,25 v. H. Abendbörfe wenig verändert. Der Mangel an Aufträgen ließ auch die Abend- börfe in ruhiger Haltung verkehren. Im allgemei- nen ergaben sich nur geringe Veränderungen. In den meisten'Fällen war die Kursbildung nominell und weiterhin etwas uneinheitlich, wobei sich- die Abweichungen bei etwa 0,25 bis 0,50 v. H. bewegten. Schwächer lagen jedoch weiterhin Scheideanstalt mit 215,50 (217), ferner gaben Demag 1,25 v. ft nach auf 141,50 und Moenus gingen um 1 o H. zurück auf 123. Von Bergwerkswerten zogen V"r- einigte Stahl bei einigem Geschäft auf 101 (100 75) an, Hoesch erholten sich um 0,75 v. H. auf 110.75, । Buderus unv. 110, ebenso Mannesmann mit 107 75 ! und Deutsche Erdöl mit 127,50. dagegen Rheinstadl 10,50 v. H. leichter mit 139",25. JG.-Farben lagen mit 152,50 (152,65) behauptet und nominell, nur zum Cinheitskurs ging eine Kleinigkeit um. Sonst notierten u. a.: Reichsbank 182.50 (182), Gesfürel 136 50, Metallgesellschaft 126.50 (127k Rheinmetall 127,50, RWE. 120,50, Schuckert 177, Westdeutsche Kaufhos 96,50 (96,13), AG. für Verkehr 123 (122.50), Hopag 69, Daimler 132,50 (132,75), Adlerwerke 109, Bem- berg 132,75, Schöfferhof 186,25 (187), Wayß S Freytag 155. Am Rentenmarkt hatten Industrie- Obligationen weiter etwas Interesse, 4,5proz. 2)t Eisenwerke 97,25 (96,75), 4,5proz. Hüttenwerk Sie- gerland 97,25 (96,75), 4,5pro,z. Voigt & Häffner 97,65 (97,25), andererseits 6proz. Hartmann & Braun 105(105,50), 6proz. IG Farben uno. 123,25. Von Stadtanleihen zogen Baden-Baden 0,25 v. h. an auf 98,25, 4,5proz. Mainz uno. 98. Kommunal- Umschuldung stellten sich wie mittags auf 94,05. Sranffurte’- Sdjladnoiebmarft. Frankfurt a. M„ 4. Okt. Auftrieb: Kälber 390 (gegen 318 am 27. Sept.) Hämmel und Schafe 711 (347), Schweine 1142 (3200). Notiert wurden je 50 kg Lebendgewicht in RM.: Kälber a) 63 bis 65 (63 bis 65), b) 56 bis 59 (56 bis 59), c) 46 bis 50 (46 bis 50), d) 35 bis 40 (36 bis 40). Hämmel b2) 48 bis 52 (47 bis 52), c) 40 bis 45 (40 bis 46), c) 32 bis 38 (32 bis 38); Schafe a) 40 bis 42 (39 bis 42), b) 33 bis 38 (33 bis 38), c) 20 bis 32 (22 bis 31); Schweine a) 57 (59), bl) 56 (58), b2) 55 (57), c) 53 (55), d) 50 (52); Sauen gl) 54 (56). Marktverkauf: Kälber und Schweine zugeteilt, Schafe und Hämmel flott. Bekämpfung des Hroflspanners in Hessen. Anordnung der Hexischen Landesregierung. Lpd. Durch eine Verordnung des Reichsstatthalters in Hessen — Landesregierung — zur Bekämpfung des Frostspanners an Obstbäumen sind die Eigentümer oder Nutzbungsberechtigten von Obstbäumen verpflichtet, an allen Kern- und Steinobst- bä turnen, mit Ausnahme von Pfirsichen, bis zum 10. Oktober jedes Jahres Klebegürtel (Raupenleim- gürtel) sachgemäß anzubringen und sie wenigstens für drei Monate lang klebfähig zu halten, bann die Klebgürtel spätestens bis zum 15. März jeden Jahres zu entfernen und zu verbrennen, sowie die Baumstämme unterhalb der Stellen, an denen die Klebegürtel angebracht waren, mit lOprozevtiger Dbftbaumfarbolineumlöfung zu bestreichen. Bei der Durchführung sind die vorn Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft erlassenen Richtlinien zu beachten. Die Ueberwachung der angeordneten Maßnahmen obliegt der Ortsvolizeibehörde, dem Pflanzenschutz- aimt und dessen Beauftragten, ihren Weisunoen über die Art der Durchführung ist Folge zu leisten, andernfalls können diese die Bekämpsungsmaßnabme auf Kosten der Verpflichteten selbst vornehmen ober vornehmen lassen. Wer den Vorschriften dieser Verordnung zuwiderhandelt, wird noch 8 13 des Gesetzes zum Schutze der landwirtschaftlichen Kulturpflanzen beftraft Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) sonders schöner unb würdiger Weise gefeiert worden, indem der Dichter H an s Carossa mit dem Goethepreis der Stadt Frankfurt a. M. ausgezeichnet wurde. Es war eine „Dichterkrönung", in welcher sich das ganze deutsche Volk geehrt sehen durfte, denn Carossa steht unter uns als einer der Künder jenes ewigen deutschen Geistes, der nur mit diesem Volke selbst untergehen kann und damit alles Echte und Wahrhaftige, das in unserer Sprache je Gestalt gewonnen Hat, miteinander verbindet. Geräuschlos und nur seiner inneren Stimme gehorchend, ist Carossa, der als Arzt wie als Dichter in bewegter Zeit helfend wirkt, und der nie ein Wort geschrieben hat, von dem nicht heilende Kräfte ausgingen, seinen Weg geschritten, und es ist ein schönes und tröstliches Zeichen, wenn wir heute feststellen dürfen, daß die zuerst nur zögernde und kleine Gefolgschaft längst zu einer großen Carossa-Gemeinde angewachsen ist, die seine Worte in einem feinen und stillen Herzen trägt und aus ihnen Kraft für das Leben gewinnt. Mit welch zunehmender Ergriffenheit haben wir den Pfad des Dichters vom „Rumänischen Tagebuch" bis zu den „Bekenntnissen eines reifen Lebens" begleitet und mit jedem neuen Buche das Vertrauen zu ihm bestätigt gefunden! Goethe und Carossa — es könnte gewagt erscheinen, einem Dichter, dem die letzte Vollendung vielleicht noch bevorsteht, durch die Verknüpfung mit dem erlauchtesten Namen des deutschen Schrifttums eine Verantwortung auszubürden, die auch der Beste nicht ohne das beklemmende Gefühl der Unwürdigkeit zu tragen vermag. Aber nicht die Leistung allein, auch die Gesinnung, und diese vor allem begründet im Geistigen Verwandtschaft und Gefolgschaft. Und darum glauben wir, daß niemand mit größerer Verpflichtung und edlerer Bescheidenheit den Goethe-Preis entgegengenommen haben wird, als der Dichter von „Führung und Geleit". * Da bemühen wir uns nun um die treffe und wirkungsvollste Methode, unseren Mitmenschen zu unserem Vorteil das Geld aus der Tasche zu ziehen und sie gleichzeitig davon zu überzeugen, daß sie damit auch ihr eigenes Glück vermehren! Allein was will unsere hochentwickelte Werbetechnik besagen gegenüber der wahrhaft durchschlagenden Psychologie, mit deren Hilfe ein kleiner Kurort in der Schweiz um Fremdenbesuch wirbt. Man höre und staune! ,,Unser Pfarrdorf zählt fünfzig Häkkser, die ganz verstreut liegen — wegen der Lawinengefahr! Eine idyllische Kirche steht auf einer kleinen Anhöhe, und ringsherum befindet sich der Friedhof. Auf ihm sind bereits zweiundvierzig Touri st en begraben, die im nahen Gebirge abstürzten. — Allen, die idyllische Ruhe suchen, sei unser Ort demgemäß bestens empfohlen!" Oos gerechte Schwein. Eine moralische Geschichte von Otto Hofmann-Wellenhof. Manche Menschen behaupten, es sei „im Leben häßlich eingerichtet". Den Schlechten ginge es gut und den Guten schlecht. Das Böse würde belohnt und das Gute bestraft. Kurz: Es gäbe keine Gerechtigkeit. Darum sei es gestattet, die Geschichte vom gerechten Schwein zu erzählen, weil hier sehr sinnfällig-zufällig die Strafe der bösen Tat auf dem Fuße folgte. Der Mechaniker Karl und der Gärtner Anton waren Siedlungsnachbarn. Siedlungsnachbarn sind anders als gewöhnliche Nachbarn, die sich ins Gesicht „liebe Frau Doktor" und hinter dem Rücken „unverschämte Person" nennen — Siedlungsnachbarn sind häufig echte Nachbarn. Sie haben gemeinsame Geräte. Sie kennen den Garten des anderen bis in unfaßbare Einzelheiten. Die Zentimeterhöhe des Salats. Die Anzahl der Spalierfrüchte. Auch zwischen Anton und Karl war es so. Ja, sie hatten überdies noch einen gemeinsamen Regenwurm, den einzigen, der bisher auf den beiden Parzellen feststellbar war und der — freilich unregelmäßig, aber im Herzen völlig unparteiisch — bald auf Antons, bald auf Karls Grundstück seinem stillen und nutzbringenden Tagewerk nachging. Und auch dieser Regenwurm schlang gewissermaßen um die beiden ein einigendes Band. Die Feuerwehrlotterie in der sogenannten „Verandalokalität" des Postwirtes hätte jenes Band beinahe zerschnitten. Einer der Haupttreffer war ein Schwein und ein Schwein bedeutet für ein Siedlerherz etwa so viel wie ein Auto für die Wunschwelt des Städters. Anton und Karl beschlossen also, zwei Lose zu kaufen. Weil das Spalierobst (17 Stück bei Anton und 14 bei Karl) fast schon reif war, kamen sie überein, daß einer zur Wache daheimbleiben müsse. So strebte denn Anton allein zur Verandalokalität. Das erste Los, das er kaufte, sollte Karls Los sein. Es war Nr. 58, seines 60. Der weitere Ablauf der Geschehnisse ist nicht schwer zu erraten: Numero 58 war das Schwein. „Hier!" schrie Anton und schwang das Los Karls, von dem ja eigentlich niemand wußte, daß es Karls Los sei, und darum umringten ihn die Gratulanten. Und während Anton auf das Podium schritt, verspeiste bereits der „Böse Feind" Antons „guten Kern" mit bestem Appetit. „Wir alle", meint der schwedische Humcrrist Hasse Zetterström, „kämpfen zeitlebens einen mutigen und zähen Kampf gegen unser besseres Ick, aus dem wir zumeist als Sieger hervorgehen.So schlug auch Anton seine innere Stimme schon in der ersten Runde k. o. und war, als wenig später auf Nr. 60 eine Weckeruhr entfiel, bereits so weit, daß er rufen konnte: „Na also, hat dem Karl sein Los auch was g'wonnen!" Karl saß indessen auf einem strategisch wichtigen Punkt seines Grundstückes, von dem aus die beiden Spalierbäume einaesehen werden konnten. Bisher hatte sich an der Zahl der Früchte gar nichts und an ihrem Reifezustand vermutlich nicht sehr viel verändert. „Servus Karl!" rief eine Stimme über den Zaun, „denk da, da Tauni hat's Fadl g'wonnen und für die an Wecka!" „Das Fadl — an Wecka", konnte Karl, aus feinem Wachdienst aufgeschreckt, nur murmeln, da war her andere schon wieder weitergeradelt. Anton trieb währenddem — um mit Wilhelm Busch zu sprechen — „voll guter Ruh', sein fettes Schwein der Heimat zu". Fett war es zwar eigentlich nicht, im Gegenteil: jung und fröhlich: aber eben die Jugend des Schweines ließ Anton das Schönste für die Zukunft erhoffen. Schon sieht er sein Schwein als Haupt einer zahlreichen Nachkommenschaft, von der er zwei Stück an Karl gratis abzutreten beabsichtigt. Die kühnsten Selbstversorgungspläne betreffs seines eigenen Fleischverbrauches hegt er und überdies freut er sich schon, wie er den protzigen Fleischermeister durch konkurrenzlose Angebote in die Knie zwingen wird. Seine Schweine werden den Markt überschwemmen. Unbewußt strafft sich seine Haltung, und sein Gang wird markiger, als schritte er jetzt schon durch die unabsehbaren Stallungen, in denen tausende Schweine in respektvoller Aufmerksamkeit vor ihrem. Chef verharren. Indessen trabt das Schwein unbeschwert von den großen Erwartungen, die an seine zarten Schinken geknüpft werden, fröhlich des Weges. Aber Anton versinkt immer tiefer in seinen Schweinetraum. Sein Bildnis wird aus Millionen Fettdosen um den Erdball getragen werden. In den Illustrierten sieht er sich, eine Hand voll Brillantringen und die andere gestützt auf das historische Stammschwein, als den Urheber von Kiesler Antons bestbekannten Erzeugnissen. In diesem' Augenblick fühlt er einen Ruck. Er hört quieken, schreien, hupen. Er sieht: 1. das Schwein mit dem Strick in einem Gebüsch hängend und 2. einen Motorradfahrer, der augenblicklich zwar kein Fahrer, sondern ein Lieger ist, weil er nebst Maschine am Boden liegt. Das alles ging mit einer der modernen Verkehrsschnelligkeit entsprechen- Kr.233 Dritter Blatt Randglossen zur kleinen Zeitgeschichte Von Ernst von Aiebelschüh. In Großbritannien und Irland scheint sich ein B e v ö l k e r u n g s a u s t a u s ch^vorberei- ten zu wollen, der ein höchst interessantes Schlaglicht aus die sehr unterschiedliche Einschätzung der Groß- stadt-Zivilisation wirft. Immer wieder wußten englische Zeitungen in den beiden letzten Jahren von de-m ständigen Ansteigen der Nachfrage nach einem Artikel zu berichten, der auf dem Grundstucksmarkt bisher ganz unbekannt war. Es find die zahlreichen kleinen und kleinsten Inseln vor den Küsten Englands, Schottlands und Irlands, deren es nach einer allerdings nicht zuverlässigen Schätzung gegen 5000 geben soll — abgelegene, von der Gegenwartskultur völlig abgeschnittene Eilande, auf denen, soweit sie überhaupt noch von Menschen bewohnt werden, die Uhr gleichsam stille steht und so paradiesische Zustände herrschen, daß z. B. Geld, Polizei, Stimmrecht unbekannte Begriffe sind. Man lebt dort außerhalb der Welt und der Zeit, und eben das scheint der Grund für ihre zunehmende Anziehungskraft zu sein. Denn während die letzten Inselbewohner, angelockt von den Erwerbsmöglichkeiten und dem trügerischen Glanz der großen Industriestädte, auf das überfüllte Festland übersiedeln, machen es die zivilisationsmüden Großstädter genau umgekehrt: sie hoffen in der friedvollen Einsamkeit dieser Inseln die Ruhe zu finden, die ihnen der angebliche Fortschritt mit all seinen -materiellen Errungenschaften nicht zu geben vermochte. Mit einem Wechsel des Wohnsitzes und der bloß äußerlichen Veränderung der Lebensbedingungen ist es freilich nicht getan. Man wandelt auch auf Inseln nicht ungestraft, und wenn wir hören, daß ein Londoner Jndustriekönig sich auf seiner für einen Spottpreis erworbenen Insel eine Luxus-Villa mit allem „Komfort der Neuheit" erbauen läßt, so ist damit schon zur Genüge die ganze innere Unechtheit dieser Sehnsucht nach der Einsamkeit gekennzeichnet. Man kann dem gesuchten Frieden nicht sicherer entgehen, als wenn man schon im voraus Anstalten trifft, um sich gegen die Langeweile zu wappnen. .So dankenswert alle Bemühungen sind, die darauf -abzielen, unsere deutsche Muttersprache von unnötigen Freimdwörtern zu reinigen, so wenig Dank verdienen solche. Verdeutschungen, die gar keine sind, aber so tun, als ob sie es wären. Niemand, der nur ein wenig nachdenkt, wird z. B. das Wort „Frisör", auch wenn es heute von vielen Ladenschildern prangt, für eine Verbesserung halten wollen, aber es klingt nun einmal „feiner" als der simple Haarschneider, und das Feine ist eine Sache, um derentwillen es sich schon lohnt, eine Torheit zu begehen. Neuerdings gar sind Bestrebungen unter den unentwegten Sprachsäuberern im Gange, das längst eingebürgerte Wort Philosoph durch „Filosof" zu ersetzen. Ganz abgesehen davon, daß es unmöglich ist, ein Fremdwort durch bloße Lautvertauschung seines eigentümlichen Charakters zu entkleiden und damit zu einem deutschen zu machen, so ist es einfach eine Forderung der internationalen Höflichkeit und überdies die Anerkennung einer geschichtlichen Iah fache, wenn man dem Philosophen die Ehre erweist, die ih-m zukommt. Das Wort ist bekanntlich ein, griechisches, und feine Macht der Welt wird imstande fein, den Griechen das Verdienst zu nehmen, als erstes Volk der Geschichte so philosophiert zu haben, daß (flies spätere Streben nach Weisheit, soweit es sich als echt erweist, genötigt war, in ihren Bahnen zu wandeln. Wer heute den Namen „Philosoph" ausspricht oder schreibt, denkt unwillkürlich an Heraklit und Sokrates, an Plato und Aristoteles. Wer dagegen „Filosof" schreibt, denkt überhaupt nicht: er vergeht sich sogar in höchst lächerlicher Weise gegen die Gesetze der Logik. Er ist selber kein Philosoph, er ist höchstens ein „Filosof". ♦ Goethes Geburtstag ist diesmal in be- Gießener Stadttheater. Heinz Coubier: „Aimee oder der gesunde Menschenverstand". Gewiß nicht oft hat eine Frau mit mehr Geist, mehr Charme und — mehr Erfolg gegen die Torheit männlicher Logik gekämpft, als diese kleine Marquise des sterbenden Rokoko, in deren preziösen Louis-Seize-Salon der schwere Schritt der Revolution eine Situation trägt, aus der nur die Lebens- tlugheit einer liebenden Frau den Ausweg findet. Der Kommissar des Konvents, der den im Schloß verborgenen Aristokraten jucht, um ihn aufs Schafott zu bringen, bleibt nicht unempfindlich für die Reize der schonen Marquise, aber er ist ein zu stürmischer Liebhaber, um nicht ganz besitzen zu motten, was seiner Macht erreichbar dünkt, und der Graf ein zu eigensinniger und hochmütiger Edelmann, um sich auf ein Kompromiß einzulassen, das ihm wohl das Leben retten könnte, aber nur um den Preis seiner Ehre und des Verzichts auf die Geliebte. Beide finden Gründe, an der Aufrichtigkeit der Gefühle der Frau, die zwischen ihnen steht, zu zweifeln. Von dem Pflichtgefühl des Revolutionärs, dem Stolz des Aristokraten bleibt nichts als glühende Eifersucht, gegen die seit altersher männlicher Verstand kein anderes Mittel kennt als die Pistolen. Der drohenden Verwirrung der Gefühle sucht die Marquise sich durch eine kleine Täuschung zu entziehen. Aber ihr Spiel mißlingt. Die eifersüchtigen Kampfhähne schließen zwar Waffenstillstand, doch jeder nur in der Hoffnung, den andern überlisten zu werden. Auch das ist ein Trugschluß. Der gesunde Menschenverstand der Frau bringt das Spiel wieder an sich und siegt mit ein paar geschickten Zügen auf der ganzen Linie, sobald ihr eigenes Gefühl entschieden hat. Eine wirkliche Komödie au? dem Geist des Rokoko, mit einer Leichtigkeit des Dialogs, einet Anmut und Grazie, die ein Problem niemals zu einem Problem werden läßt, eine Spannung löst, kaum daß sie spürbar wird, einem Konflikt auswöicht ein» fach durch die überlegene Macht des — gesunden Menschenverstandes der Frau, die dort triumphiert, wo Konvention, Logik, Charakter den Mann in die Sackgasse geführt haben. Wolfgang Kühnes Regie hatte das launige Spiel mit feinstem Verständnis betreut, Karl Loff - I e r ein reizendes Bühnenbild geschaffen. Giesela Vollert beherrschte in jedem Wort und jeder Geste mit schwebender Anmut, die sich der ganzen Atmosphäre des Spiels wohltuend mitteilte,'den gefchliffe- nen Dialog, Erich Weiland machte in untadeliger Haltung den Aristokraten, kühl, witzig, boshaft, ironisch, der rechte (Segenpart zu der Humorlosigkeit des Revolutionärs Eduard Cosfovels, der die Unbeherrschtheit der Gefühle und die Verachtung der Konvention dieses Revolutionsmannes zu dem Milieu wirkungsvoll in Kontrast fetzte. Hans Schlick machte aus dem Diener Jean, dessen weise Sentenzen von tiefer Lebenserfahrung sprechen, ein kleines Kabmettstück. So wurde die Aufführung dem amüsanten Stück vollauf gerecht. Das gut besuchte Haus war höchst angeregt und dankte herzlich mit Blumen und viel Beifall. Fr. W. Lange. Nacht der Entscheidung. Von 3- Banömer. Nacht. Wie ein riesiger Silberschild schimmert das Frische Haff im Licht des steigenden Mondes. Frieden.liegt über den schweigenden Weiten, über die sich hoch und feierlich der Himmel spannt. Stern an Stern funkelt droben. Licht rinnt nieder und fließt auf die stillen Felder und dunklen Wälder, auf den einsamen Ufersaum und die spitzen' Dächer der kleinen Stadt. Frauenburg schläft. Auch Dom und Domhof sind still. Nur der Wind, der über die Weiten wandert, singt leise um Dach und Turm und Zinne. Frauenburg schläft. Doch einer findet keinen Schlaf. Grübelnd und sinnend, wie schon in tausend andern Sternennächten, wacht er: Nikolaus Kopernikus, den schon in Thorn die einen den „Träumer"^ die andern den „Heimlichen Ketzer" nannten. Irgendwo knarrt eine Tür. lieber den mond- weißen Hof schreitet der ernste Mann. Schreitet auf einen der wuchtigen Verteidigungstürme in der Domhofmauer zu. Sein Turm ist es! Der reckt sich wie die andern trutzig und massig empor; aber auf dem Haupte trägt er ein sonderbares Latten- und Balkengerüst, zu dem die Bürger mit Kopfschütteln, die Mönche mit stillem Ingrimm, die Kinder geheimnisvoll flüsternd aufschauen, wenn sie vqrüber- gehen. Und in seinem Innern birgt der Turm allersei Geräte, mit denen nur der umgehen kann, der sie baute, und hundert und mehr Pergamentblätter liegen dort, alle eng beschrieben mit Zahlen und seltsamen Zeichen und Formeln und mit Sätzen, hie kühn und umwälzend und unerhört sind. Aber diese Blätter liegen verschlossen, und Ejin fremdes Auge hat sie bisher gesehen. • Nikolaus Kopernikus steht auf seinem Turm. Doch seine Hand bewegt heute keinen der Hebel, keine der geraden und gebogenen und mit Merkzeichen versehenen Latten. Er sinnt und hält Einkehr, und sein Sinnen wird heißes Ringen, hier in der weltentiefen Einsamkeit, unter dem Heer der Sterne. Die Stunde der Entscheidung ist da.-- Seltsam war heute der Tag. Drei Botschaften brachte er, und jede griff tief ans Herz. Da war der Jugendfreund gekommen, der mehr als andere um alles Ringen und Suchen wußte, und hatte gedrängt, das Werk zu veröffentlichen. Die Welt warte auf neue Erkenntnis, und noch nie fei die Zeit ein so bereiteter Acker für neue und iühne Saat gewesen.-- Und fast zur gleichen Stunde war der Brief eines andern Freundes gekommen und hatte das. Urteil des Mannes gebracht, auf den die ganze Welt sah. Und Martin Luther sprach: „Der Narr will alles umkehren!" Ach, das schmerzt! Das ist eine Wunde, die sick nie ganz schließen wird! Was gelten Hohn unb Spott der Allzuvielen, der Kleinen unb Trägen, der Neider? Wind, der verweht! Aber der Feuergeist, der in schweren Stunden Mut und Kraft gegeben, der Große, dessen Zustimmung und Verständnis emporgerissen hätte wie mit Ädlerflügeln, er hat nur harte Worte! Und Nikolaus Kopernikus erschauert vor der Tiefe des Leides, das den Seher und Sucher immer umschatten wird, wenn seine Seele einem Ebenbürtigen im Reiche des Geistes entgegenfliegt und nur verschlossene Türen findet. / Höhnt es nicht auch im Wind? Flüstern nicht aus der Tiefe dunkle Stimmen: „Die Welt willst du verwandeln? Das Ewige umkehren? Narr! Narr! Narr!" Fester krampft sich die Hand um den Rand des Turmkranzes. Schmaler werden die Lippen.-- Ein Lickt fließt durch die Verdunkelung -feines Herzens: War es nicht immer so, daß alles Große nur aus tiefster Einsamkeit geboren wurde? Und blieben nicht alle, deren Namen unvergänglich in die Tafel der Geschichte gegraben wurden, zuletzt und zutiefst einsam und unverstanden? Alle heiligen und Propheten, alle großen Denker und Dichter, Staatengründer, Helden und Entdecker? Auch der, dessen. Wor^ ihn heute wie Keulenschläge getroffen haben, ist so einsam gewesen, daß ihm schier das Herz brechen wollte! Damals im Mittwoch, 5. Oktober 1938 den Geschwindigkeit vor sich, so daß Anton faunt noch völlig aus seinem Schweineluftschloß herabgestiegen war. Die „Verschuldungsfrage", um mich amtlich auszudrücken, war klar. Darum wetterte der Motorradfahrer ganz besonders und auch deshalb, weil das Motorrad, wie ja alle Motorräder, die durch fremdes Verschulden verunglücken, selbstverständlich vollkommen neu war. Einiges schien tatsächlich durch den Sturz verbogen, aber am meisten kränkte den Mann vermutlich, daß seinen etlichen Pferdekräften von einer einzigen Schweinekraft so übel mitgefpielt wurde. Das Schwein hatte in seinem fröhlichen Temperament den Schrecken schon wieder überwunden und machte auf den unbeteiligten Zuseher mit seinen luftig geschwungenen Mundwinkeln einen überaus sympathischen Eindruck. „Reparatur — Schadenersatz!" schrie der erzürnte Sportsmann. „Schweinerei!" schimpfte er, ohne daß Das ist besser, öfter Schuhe kaufen oder öfter Erdal? Kein Zweifel, öfter Erdal, zumal jetzt bei dem noch billigeren Preis! Die Schuhe halten länger und bleiben länger schon, denn Erdal pflegt das Leder, es erhält länger seine Geschmeidigkeit und feine Wasserdichtigkeit und hilft damit sparen. ihm freilich die buchstäbliche Berechtigung dieses Wortes zum Bewußtsein kam. „Ich weiß einen Mechaniker", sagte Anton kleinlaut, und so setzte sich die kümmerliche Karawane in Bewegung: das Schwein, zwei Männer und ein Motorrad. Ach, hält' ich nur nicht laut gerufen, daß mir tas Schwein und ihm der Wecker gehört. Wär' nur sein Schwein nicht mehr mein Schwein, sondern sein Schwein, jammert innerlich Anton bei sich, und während er früher als Schweinekönig sich sah, sieht er sich jetzt bis ans Lebensende gebeugt unter ein Ratenjoch für ein fremdes Motorrad, und er gelobt Sühne, wenn alle/ gut ging. Karl kommt ihnen entgegeugelaufen. Seine Glückwünsche fallen zwar vorerst nicht auf sehr empfänglichen Boden, aber da der Motorradfahrer durch sie gleichzeitig auch die Geschichte dieses unglückseligen Glücksschweines erfährt, muß er lächeln und versöhnlichere Stimmung beginnt sich allmählich breitzumachen. Karl fängt mit Feuereifer bie Untersuchung der Maschine an. Mit der Jnbrunst^des Motorradsüchtigen schraubt und klopft er weit mehr als nötig. Tatsächlich hat das Rad so gut wie keinen Schaden erlitten. Karl weiß so viel Außerordentliches am Fahrzeug feftzustellen, daß der Besitzer allmählich den unangenehmen Anlaß vergißt, der ihm einen solchen innigen Bewunderer seines Eigentums bescherte. Zuletzt schrauben, klopfen, schmieren und drehen die beiden, obschon es gar nichts mehr zu schrauben und zu drehen gibt, nur des Schraubens und Dübens willen. Währendessen steht Anton, dem die ReM-aturleidenschaft fremd ist, In banger Sorge, daß sich doch noch' irgendein Krebsschaden Herausstellen könne. Das Schwein unterhält sich während • dieser langen Zeit auf Schweineart mit Schnüffeln und Schoben. Dann braust der Motorradfahrer, von andächtigen Blicken Karls begleitet, davon. Nun zeigte es sich, daß der „Bose Feind" doch nicht den ganzen „guten Kern" Antons verspeist hatte. „I hab ka Geld", sagte Anton zu Karl, „da hast die Schwein!" „Du spinnst wohl? I hab ja gar nix g'machL Das bißl Schraufen!" „Na, nimm’s nur. I hält' eh ka Freud' mehr mit dem Luder." Er gab nicht noch. Karl war dieser unbegreiflichen Großmut gegenüber fassungslos. „Na, das geht net. Da hätt' i ja beide Los' g'wonnen und du gar nix. Nimm wenigstens den Wecka. I hab eh an." „Den Wecka?" meinte Anton. „Alsdann von mir aus, den Wecka nimm i." Und er nahm ihn und ging zu feiner Hütte, das Schwein keines Blickes würdigend, während soeben der Regenwurm bedächtig durch die Staketen von Karls Garten herüberkroch. — Kloster unb vor Kaiser und Reichstag und in hundert andern Stunden. „Es ist Schicksal, nicht Schuld, daß er mich nicht versteht", geht's durch die Seele des Sinnenden, „unb Schicksal muß man mannhaft tragen!"-- Der zweite Brief... Ein Gönner warnte. In Rom sei man hellhörig geworden, unb schon sei das Wort „Ketzer" dort gefallen. Vorsicht sei am Platze, vorläufiges Schweigen noch besser. Er wisse ja, was das „Geheime Gericht" bedeute! Ein bitteres Lächeln spielt um die Lippen des Frauenburger Domherrn. Oh, er kennt die Nächte der Kerker unb die Schrecken der Folter! — „Sie können nur den Leib töten!" Er denkt daran, wie er als Jüngling — fast ein Knabe noch — die wilde Weichsel zum erstenmal bezwungen hat. Als Einziger der Klosterschüler! Seit diesem Tage kann er dem Tod ins Auge sehen. — Ein Ruf schallt durch die Nacht. Der Wächter verkündet die zwölfte Stunde.' Nikolaus Kopernikus schaut empor. Da stehen sie alle, die strahlenden Sternbilder, in unermessenen Gottesfernen. Auch sie sind vertreten, die «ie Diener die Sonne umkreisen, die Brüder und Smwestern der Erde, die Planeten, deren Bahnen er ahnt und zu ergründen sucht, unb deren Wesen ihm zur beglückenden Gewißheit wurde. Die Erde wandert!' Wie klein wird sie! Und doch: wie wundersam ist sie hineingestellt in das ewige Kreisen unb Wandern! Die Seele des Schauenden saugt das hoheitsvolle Bild tief in ihre geheimsten Kammern, darin das Göttliche wirkt. Ein Dürstender trinkt Erquickung. Unterm Turm steht eine Linde. Welke Blätter fallen in die Tiefe. Nikolaus Kopernikus lauscht. Herbst... Die Tage des Jqhres gehen ihrem Ende zu. Auch seine Tage? ... Aber dann strafft sich feine Gestalt. Das Auge leuchtet. Das bleiche Antlitz ist Wille und Tat. Noch einmal umfaßt sein Blick die Herrlichkeit des stern- überfäten Himmelsdomes. „Der Wahrheit die Ehre!" Fest und feierlich fallen bie Worte in das Meer der nächtlichen Stille. Der Einsame lächelt. Es ist das Lächeln eines Freien und Begnadeten. Noch in dieser Nacht wird er die Blätter zu ordnen beginnen. Bald soll das Werk seines Geistes - durch Meister Gutenbergs Kunst hinausgehen in olle Welt. Voll unvergänglicher Schöne stehen über Stobt unb Dom die ewigen Sterne, Werklustschutzplan muß aufgestellt und erfüllt werden. Eine richtungweisende Gerichtsentscheidung. LPD. Die Justizpressestelle Darmstadt teilt folgendes mit: Der Betriebs- und Geschäftsführer eines Industrie- wertes ist für die Durchführung der vom Reichsluftfahrtministerium angeordneten Luftschutzmaßnahmen verantwortlich. Wird bei der Ueberwachung des zivilen Jndustrieluftschutzes festgestellt, daß die seit Jahren in zahlreichen Merkblättern enthaltenen Richtlinien trotz entsprechender Anordnungen" der Reichsgruppe Industrie der deutschen Wirtschaft unbeachtet bleiben, daß insbesondere die angeforderte Aufstellung eines Werkluftschutzplanes unterbleibt, oder unzureichend erfüllt wird, dann hat dies zunächst das zwangsweise Einschreiten der zuständigen Polizeibehörden zur Folge. Das Amtsgericht Darmstadt hat in einer kürzlich rechtskräftig gewordenen Entscheidung einen Fabrikbesitzer wegen Uebertretung nach §§ 2 und 9 des Luftschutzgesetzes vom 26. 6.1935 und §§ 7,17 Ziffer 1 der Durchführungsverordnung vom 4. 5. 4937 zu einer Geldstrafe und im Falle der Nichtbeibringung zu Haft verurteilt, weil der Angeklagte unter nicht stichhaltigen Hinweisen auf berufliche Arbeitsüberlastung und sonstige Betriebsverhältnisse der befristeten polizeilichen Aufforderung zur ordnungsgemäßen Vervollständigung des Werkluftschutzplanes nicht nachgekommen war. Diese mangelhafte Einsicht in staats- und volkspolitische Notwendigkeiten und die in dem Verhalten des Angeklagten im Sinne einer vorsätzlichen Versäumnis liegende erhebliche Nachlässigkeit gaben dem Gericht unter ausdrücklichem Hinweis auf die Wichtigkeit des Jndustrieluftschutzes Anlaß, bei Bemessung der Geldstrafe nahe an die zulässige Höchstgrenze heranzugehen, obwohl der Verurteilte anderen ihm neben der Aufstellung des Werkluftschutzplans zukommenden Verpflichtungen nachgekommen war. Der Strafzweck dient der Erziehung zur beschleunigten Befolgung der dem Betriebsführer obliegenden Gemeinschaftspflichten. Fremdsprachenpflege in den Arbeitsgemeinschaften -er DAI. Don der Kreiswaltung Wetterau der Deutschen Arbeitsfront wird uns geschrieben: Viele Volksgenossen haben während ihrer Schulzeit, durch Selbstunterricht, oder im Ausland eine fremde Sprache, sei es nun Englisch oder Französisch, oder eine andere Sprache erlernt. Den meisten Volksgenossen wird es aber nun so gehen, daß keine Gelegenheit besteht, die erworbenen Kenntnisse zu erhalten und darüber hinaus noch zu erweitern. Daß aber gerade bei Fremdsprachen die unbedingte Notwendigkeit besteht, durch dauerndes Neben und Sprechen die Geläufigkeit in der fremden Sprache zu erhalten und noch zu steigern, wird wohl ohne weiteres eingesehen, jedoch fehlt in den meisten Fällen die Gelegenheit hierzu. Diese Gelegenheit gibt die Deutsche Arbeitsfront in ihren fremdsprachlichen Arbeitsgemeinschaften. Aus der Erkenntnis heraus, daß eine Erhaltung und Steigerung der fremdsprachlichen Kenntnisse nur durch dauerndes und intensives Anwenden der Sprache erzielt werden kann, wird in den fremdsprachlichen Arbeitsgemeinschaften der DAF. nur die betreffende Fremdsprache angewendet, d. fr daß die Teilnehmer sich nur in Englisch oder Französisch unterhalten und während der Dauer der Zusammenkünfte die deutsche Sprache nur in Ausnahmefällen angewendet werden darf. Der Teilnehmer wird hierdurch vor allen Dingen dazu erzogen, in der fremden Sprache zu denken, denn dies ist eine Grundbedingung, soll ein Fortschritt erzielt werden. Während der Zusammenkünfte werden in arbeitsgemeinschaftlicher Form fremdsprachliche Zeitungen gelesen, es werden wirtschaftliche, kulturelle, handelspolitische und sonstige zeitgemäße Probleme behandelt, und ein Meinungs- und Gedankenaustausch der Teilnehmer untereinander, sowie Kurzvorträge in der fremden Sprache werden die freie Wort- und Satzbildung fördern. Weiter sind auch Diktate und lieber» setzungen als fördernd anzusehen und werden in entsprechender Form angewendet. Wer eine Fremdsprache erlernt hat und sich längere Zeit nicht mehr mit derselben beschäftigte, wird bestimmt bei näherer Prüfung betrübt feststellen müssen, daß nicht mehr allzuviel von den einstigen Herrlichkeiten vorhanden ist. Dies zu verhüten, ist der Sinn und Zweck der fremdsprachlichen Arbeitsgemeinschaften. Heute werden gute Fremdsprachler gesucht und bei entsprechender Leistung auch angemessen bezahlt. Wir richten daher an alle Volksgenossen, die gute Kenntnisse in irgendeiner Fremdsprache nachweisen können, den Appell, ihre Kenntnisse nicht einrosten zu lassen, sondern sich den fremdsprachlichen Arbeitsgemeinschaften der DAF. anzuschließen. Bei Angabe der Anschrift und der Fremdsprache an d'ie Deutsche Arbeitsfront, Abtlg. für Berufserziehung und Betriebsführung, Gießen, Schanzenstraße 18, werden wir die Interessenten Vorwerken und benachrichtigen. Fremdsprachler, erhalte dejne Kenntnisse und baue sie noch weiter aus! Du hast den Vorteil! Aus bet Gießen. Ieiertagsstimmung. Wenn nach einer schweren, arbeitsreichen Woche der Bauer am Sonntagmorgen fein Vieh gefüttert hat und in seinen guten Kleidern zur Kirche geht, dann erfüllt ihn ganz von selbst Feiertagsstimmung. Das Gefühl, in seiner Arbeit wieder einen Schritt vorwärts getan zu haben, die Freude an der reichen Ernte, der helle Sonnenschein, der nach einem kurzen Regen wieder über der Erde liegt, all das hilft mit, daß in dem Herzen des üandmannes stille und glückliche Zufriedenheit aufblüht, daß er dankbar und zuversichtlich in die Zukunft schaut. Der Bauer spricht nicht gern über solche Gefühle. Wer aber an einem Herbstsonntag die Dörfer und ihre Bewohner besucht, und wer gute Augen und Ohren hat, der merkt, ohne daß darüber Worte gewechselt werden, daß hier wohl kein Ueberschwang der Gefühle vorherrscht, daß aber ein Hauch von Freude und stillem Glück über allem liegt. Mit solcher Feiertagsstimmung beging der Bauer das Erntedankfest. Es war heuer ein gutes Jahr. Aber das war es nicht'allein, das diesen Tag zu einem so frohen machte. Es kam ja noch so viel gemeinsame Freude hinzu, die alle deutschen Menschen in diesen Tagen erfüllt. Die Unruhe der letzten Wochen und die ständige Aufregung sind glücklich überstanden. Es war wie in dem Märchen vom Froschkönig: Die eisernen Bande von unserm Herzen fielen klirrend ab, als die erlösende Kunde kam, daß unsere deutschen Brüder im Sudetenland nun ganz zu uns gehören, und daß sie zu uns kommen, ohne daß ein Krieg darüber entbrannte. Das Bewußtsein der Verbundenheit durch gemeinsame Geschichte und durch gemeinsames Schicksal lenkt den Blick nicht nur auf die Vergangenheit, sondern erst recht auf die Gegenwart und die Zukunft. In diesem Sinne feierten wir alle den Tag der deutschen Ernte. Ein Hauch von Größe umwehte uns. Solche Feiertagsstimmung erfüllt uns ganz, wenn wir jetzt hören, mit welchem Jubel unsere Soldaten im befreiten Sudetengebiete empfangen werden. Ja, es sind keine leeren, oberflächlichen Tage, sondern Wegweiser in die helle Zukunft. Der Weg war nicht immer leicht. Wer aber den Weg zum Licht gehen will, der muß auch den Mut haben, dunkle Strecken zu wandern. Es ist alles gut geworden. Das ist der große Zauberspruch, der diese Höhepunkte im menschlichen Leben begleitet und de^ auch in unferm Herzen bleibt, wenn wir ausharren können. .Beharrlichkeit zu zeigen, ist das Ergebnis einer guten Willenserziehung. Allen Neigungen des Augenblicks, allen Stimmungen zum Trotz siegt immer wieder die stete Beharrlichkeit. Aber auch der starke Glauben. Mit vollem Bewußtsein empfinden wir alle, daß wir eine große Mitverantwortung tragen, daß wir alle mitzuarbeiten und mitzuwirken haben, jeder an feiner Stelle. Das gibt gesammelte Kraft und Freude für die Zukunft. w Und diese Feiertagsstimmung soll bleiben, sie soll unsere Seelen befreien und in uns neue Kräfte schaffen. Jeder soll fühlen: Hier auf diesem Platze stehst du, hier hast du gläubig deine Aufgaben zu erfüllen. Im Bewußtsein treuer Arbeitserfüllung motten wir unserm Tagewerk nachgehen. Das gibt bie Grundlage zu der rechten Feiertagsstimmung. H. Achtum! SA.-Sportabzeichenträger! Am Sonntag, 9. Oktober, findet für alle diejenigen SA.-Sportabzeichen-Träger, welche nicht der SA. angehören, die Wiederholungsübu,ng für das SA - Sportabzeichen statt. Ausgenommen von der Teilnahme sind Angehörige der ff, des NSKK. und der Polizei. Antreten: 7.30 Uhr auf dem Hofe der SA.-Standarte 116 (Gießen, Senckenbergstraße). Leistungsbuch und Besitzzeugnis sind mitzubringen. Gefordert werden folgende Hebungen: 1. KK- Schießen, liegend aufgelegt, 50 m. 5 Schuß auf Einheitsscheibe. 2. Keulenzielwurf. 3. Keulenweitwurf. Es wird ausdrücklich darauf hingewiesen, • daß Sportabzeichenträger, die an dieser Wiederholungsübung nicht 'teilnehmen, ihres SA.-Sportabzeichens verlustig gehen. SA.-Standarte 116. Vornotizen Tageskalender für Mittwoch. Stadftheater: 19.10 bis 21.45 Uhr: „Flachsmann als Erzieher". — Gloria-Palast, Seltersweg: „Unter Mordverdacht". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: i,13 Stühle". — Herbstmesse auf Oswaldsgarten. Erste Wiederholung Flachsmann als Erzieher". Heute abend findet die erste Wiederholung des großen, Erfolges „Flachsmann als Erzieher"', Komödie in drei Akten von Otto Ernst, statt. Spielleitung Dr. Hannes Razum, Bühnenbild Karl Löffler. Es wirken mit: Margot Eickhoff, Hilde Kneip, Rose Stirl, Giesela Vollert; Eduard Cossovel, Walter Erler, Gert Geiger, Hans Geißler, Friedrich Gröndahl, Kurt Haars, Hans Schlick, Peter Schorn, Hans Seitz, Karl Volck, Erich Weiland. Die Vorstellung findet als 2. Vorstellung der Mittwoch-Miete statt. Anfang 19.30 Uhr, Ende 21.45 Uhr. Bühnenjubiläum des Intendanten Leutheiser. Der Intendant des Stadttheaters Plauen t. D., Wolf Leutheiser, begeht in diesen Tagen sein 30jähriges Bühnenjubiläum. Leutheiser, der in Metz geboren wurde, war als Schauspieler in Saarbrücken, Neuwied, Liebau und Guben tätig. Nach dem Kriege wurde er Spielleiter in Heidelberg, bann an unserem Stadttheater in Gießen. Als stellvertretender Direktor des Staatlichen Kurtheaters Bad Neuhausen führte er dort die großen Operngastspiele der Wiesbadener und Darmstädter Staatsoper und der Frankfurter Oper ein._ Fünf Jahre lang war er Intendant des Stadttheaters in Brandenburg (Havel), wo er den Kampf gegen die rote Stadtverwaltung führen mußte. Er wurde gezwungen, das Theater aufzugeben, da er eine Spielplan- und Perfonalpolitik durchzuführenffuchte, die kulturpolitisch den heutigen Anforderungen entsprach. 1929/30 war Intendant Leutheifer zur Führung des Alberttheaters in Dresden eingesetzt. 1931 war er Mitbegründer des Deutschen Nationaltheaters Berlin e. 23., wobei er sich für die nationalsozialistische Idee einsetzte. Nach der Machtübernahme wurde Intendant Leutheiser zum Leiter der Fachgruppe Theater im Kampfbund für Deutsche Kultur als Nachfolger des 1. Präsidenten Otto Laubinger eingesetzt. 1934 trat er in den Vorstand des Deutschen Bühnenvereins ein und wurde Leiter der Fachgruppe Intendanten in der Reichstheaterkammer. Im gleichen Jahre wurde er zum 2. Vorsitzenden der Deutschen Landesbühne Berlin und in den Vorstand der Volksbühne Berlin berufen. Vorträge in der Gesellschaft für Erd- und Völkerkunde. Für den kommenden Winter hat die Gesellschaft für Erd- und Völkerkunde in Gießen wiederum, wie auch in den bisherigen Jahren, ein interessantes Vortragsprogramm aufgestellt. Mitte Oktober wird der Teilnehmer an der Himalaja-Expedition Professor Dr. Carl Troll (Bonn) über „Nanga-Parbat — Himalaja" sprechen. Dieser Vortrag wird gemeinsam mit dem Goethe-Bund und Kaufmännischen Verein veranstaltet. Anfang November wird man einen Vortrag von Professor Dr. Hermann Saute nf ad), Greifswald (früher in Gießen) über „Raum und Volk in der politischen Entwicklung des Fernen Ostens" hören. Ende November berichtet Dr. Karl H e l b i g (Hamburg) über das Thema „Auf Fußpfaden quer durch Borneo". Mitte Dezember spricht Dozent Dr. Hans Bobek (Berlin-Spandau) über „Zentralkurdistan von heute — Forschungen in den Hochgebirgen zwischen Urmia- und Vansee". Den letzten Vortrag wird Mitte Januar Professor Dr. Fritz Klute (Gießen) über das Thema „Oesterreich, die deutsche Ostmark in Natur, Kultur und Wirtschaft" halten. ■* ** Eine Neunzigjährige. Am kommenden Freitag, 7. Oktober, kann Frau Elisabeth Diehl, geb. Gräser, Schützenstraße 62, ihren 90. Geburtstag feiern. Die hochbetagte Frau erfreut sich noch aller geistigen und körperlichen Frische. Seit Jahrzehnten gehört sie zum Stamm der treuen Leser des Gießener Anzeigers. Wir beglückwünschen die Jubilarin herzlich. ** GoldeneHochzeit. Am heutigen Mittwoch, 5. Oktober, begehen die Eheleute Zugführer L R. Heinrich Engelbach und Frau, geb. Deichmann, Vergessen Sie nicht kffiyihr Klassenlos! Weserstraße 27 wohnhaft, das Fest der goldenen Hochzeit. Das Jubelpaar gehört feit vielen Jahren zu den treuen Beziehern des Gießener Anzeigers. Zum heutigen Ehrentage auch unferen herzlichen Glückwunsch. ** Die Strom- und Gasgelder für den Monat Juli sind umgehend zu zahlen, falls säumige Zahlungspflichtige nicht riskieren wollen, daß ihnen die Strom- und Gaslieferung gesperrt wird. Lpd. Vorsicht Kraftfahrer! Laubfall ist gefährlich. Alljährlich, wenn das Laub $u fallen beginnt, mehren sich die Unfälle der Kraftfahrer. Auch jetzt werden schon die ersten Unfälle durch Laub auf den Straßen gemeldet. Das Laub, das in der Nacht vom Tau oder durch Regenfälle feucht wird, bringt durch feine Glätte Autos und Motorräder ins Schleudern, wenn sie rasch fahren, , oder durch plötzliches Bremsen zum Stehen gebracht werden sollen. Die Straßenmeistereien sorgen zwar auf den großen Durchgangsstraßen für Beseitigung des gefallenen Laubes, ebenso wie auf den Autobahnen Reinigungskolonnen tätig sind, aber reft« 1 los lassen sich die Straßen nicht von dem gefallenen Laub säubern, das Tag und Nacht von den Bäumen geweht wird. Die Kraftfahrer müssen, wenn sie Straßen benutzen, die durch Wald führen oder ' vom Laub verweht sind, mit besonderer Vorsicht fahren. Große Strafkammer Gießen. Gestern hatte sich der A. Sch. aus Alsfeld vor der Großen Strafkammer wegen Notzucht zu verantworten. Der erst 19 Jahre alte Angeklagte war im Nachsommer im Anschluß an ein Schützenfest in der Nähe von Alsfeld einem gleichaltrigen Mädchen nachgegangen und hatte mit Gewalt, trotz erheblichen Widerstandes, unzüchtige Handlungen an ihr vorgenommen. Der Angeklagte war in der gestrigen Hauptoerhandlung im wesentlichen geständig, er versuchte allerdings, seine verwerfliche Handlungsweise etwas abzuschwächen. Das Gericht billigte ihm mit Rücksicht auf fein Geständnis und seine Jugend mildernde Umstände ^zu, so daß er noch einmal vor dem Zuchthaus bewahrt blieb. Das Urteil lautete auf einJahrGefängnis. Zwei Monate der Untersuchungshaft gelten als verbüßt. kannst du Wiikk, Sore? Roman von Hedda Lindner. Copyright by Carl Duncker Verlag, Berlin W 35. 32 Fortsetzung. (Nachdruck verboten!) „Evers!" Es klang ruhig, beinahe leise, dieses „Evers" — und doch lag etwas in dem Ton, daß der Angerufene wie angewurzelt stehen blieb. Erft nach einer kurzen Pause fragte er: „Herr Doktor befehlen?" „Sie sind schon sehr lange im Hause, Evers, nicht wahr?" „Jawohl, Herr Doktor, sehr lange!" „Da wird es Sie sicher interagieren, daß Baron Gerald auf dem Wege hierher ifr" Mit jähem Ruck fuhr Evers' Kopf herum. „Herr Doktor belieben zu scherzen", stieß er hervor. „Baron Gerald ist — ist tot!" „Aber Evers!" Fiedlers Stimme war beinahe sanft. „Sie wissen doch selbst am besten, daß er lebt." i Mit übermenschlicher Kraftanstrengung riß Evers sich zusammen. ,^ch verstehe zwar nicht, was Herr Doktor meinen", sagte er steif, „aber jedenfalls wäre es für uns alle eine große Freude, wenn Baron Gerald tatsächlich noch lebte und zurückkäme; man hat ihn sehr vermißt." Der Mann ist ja viel gefährlicher, als ich glaubte, dachte Fiedler und ließ langsam die Hand in die Rocktasche gleiten. Dann entschloß er sich zum Angriff. „Man kann es schließlich Baron Gerald nicht verdenken, daß er fortging", sagte er in gleichmütigem Plauderton. „Die scheußliche Geschichte, die hier gerade vor zwei Jahren vorgefallen ist, so etwas kann einem die Heimat schon verleiden." „Das Gericht hat festgestellt, daß Baron Gerald als Täter nicht in Frage kommt." ' „Gewiß, gewiß! Ein Glück, daß der Förster gerade in diesem Augenblick erschien. Aber trotzdem — Sie wissen ja, wie es in solchem Falle ist: etwas bleibt immer hängen. Solange der wirkliche Täter nicht einwandfrei festgestellt ist, wird es doch Leute geben, die über Baron Gerald — nun, sagen wir — munkeln. Für einen Menschen von Ehre ein unerträglicher Gedanke!" „Baron Gerald scheint sich aber damit ab gesund en zu haben, da er — wie Herr Doktor sagen — zurückkommt." Jetzt lockerte sich die Maske des korrekten Dieners noch etwas. Fiedlers feines Ohr hörte deutlich den erbitterten Hohn' heraus. ,Lch sagte, er ist auf dem Wege hierher. Zurückkommen wird er erst, wenn ich dieses Hindernis aus dem Wege geräumt habe." „Also ooch! Ich hatte schon gestern den Eindruck, daß Herr Doktor unter falscher Flagge hier eingedrungen sind." „Nicht ganz", antwortete Fiedler, „Baron Clemens weiß, wer ich bin." Evers' Gestalt straffte sich. Wenn es so lag, war es ernst, bitter ernst. „Dann bitte ich gehorsamst für meine letzte Bemerkung um Entschuldigung." Seme Stimme war völlig korrekt, sein Gesicht blieb unbeweglich. Leicht würde diesem Mann nicht beizukommen sein. Jetzt ließ Fiedler den Plauderton fallen. „Ich bin Kriminalrat Dr. Fiedler vom Polizeipräsidium Berlin. Und in dieser Eigenschaft habe ich einige Fragen an Sie zu richten , sagte er in dienstlichem Ton. „Wo waren Sie, als der Schuß hier fiel?" „Unten — im Dienerzimmer." „Das haben Sie behauptet. Aber ich habe mit Sicherheit festgestellt, daß es nicht der Fall ist. Wo waren Sie also?" „So genau kann ich mich nicht besinnen. Ich glaube, im Dienerzimmer gewesen zu fein. Aber vielleicht war ich auch auf der Treppe unten oder im Anrichteraum." „Oder im Schlafzimmer des Barons — oder im Ankleidezimmer, das hier gerade gegenüberliegt." „Ich verstehe wohl, was Herr Kriminalrat damit sagen wollen, aber ich war nicht hier oben." „Man hat Sie gesehen", versuchte Fiedler zu bluffen. , „Man hat mich nicht gesehen", lautete die überlegene Antwort. „Denn man kann mich nicht gesehen haben, weil ich nicht hier oben war." Abgefatten, dachte Fiedler. Der Kerl weiß genau, auf wie schwachen Füßen meine Beweise stehen. Dann sagte er — nun wieder in dem liebenswürdig gemütlichen Ton, auf den schon mancher schwere Junge hereingefallen war. „Es ist die erstaunlichste Erfahrung meines Berufes, daß auch die tüchtigsten Leute — und Sie haben die Sache wirklich schlau angefangen — irgendeine Dummheit doch dabei machen müssen. Warum in Dreibeubelsnamen haben Sie die Marken nicht mit den Briefen vernichtet?" Evers Gesicht war eine glänzende Maske völligen Nichtverstehens. „Ich weiß nicht, was der Herr Kriminalrat damit sagen wollen." „Ich meine die afrikanischen Marken, die Sie aufbewahrt haben, während Sie die Briefe vernichteten", antwortete Fiedler gelassen. Er wußte genau*, daß Evers nur Zeit gewinnen wollte, um sich seine Antwort zurechtzülegen, war also nicht weiter überrascht, als im Tone tief gekränkter Unschuld erwidert wurde: „Ich habe mir wohl gelegentlich eine seltene Marke aus dem Papierkorb herausgesucht, aber Briefe vernichten? — wie sollte ich dazu kommen! Herr Baron kennt mich von klein an. Herr Baron weiß, daß ich ehrlich bin." „Im landläufigen Sinne — in bezug auf silberne Löffel und so weiter — sicher. Aber der Herr Baron weiß nichts von dem Nachschlüssel zur Postmappe, den Sie besitzen." Evers Hand zuckte unwillkürlich hoch. „Ja, ganz richtig, im Geheimfach Ihrer Brieftasche Diese kleine Bewegung eben, so rasch Sie sie auch abfingen, hat Sie schon verraten. Und der Herr Baron weiß auch nicht, daß er, wenn er morgen sein Testament macht, zu dem Sie Ihm so zureden, sein eigenes Todesurteil unterschreibt." „Herr Kriminalrat stellen hier die ungeheuerlichsten Behauptungen auf gegenüber einem Mann, der sich nie das geringste zuschulden kommen ließ. Verhaften Sie mich, wenn Sie mich für einen Verbrecher halten! Dann wird sich vor Gericht das weitere finden." Fiedler wußte, dieser Gegenangriff war die Verzweiflung des Wildes, das sich zum Kampfe stellt, wenn es nicht mehr entkommen kann. Er wußte aber auch, daß Nachschlüssel und Marken allein niemals ausreichten, um Evers seiner Tat zu über» führen.^ Darum änderte er seine Taktik. „Ich will Sie nicht verhaften, Evers", sagte er ernst. „Weil Sie es nicht können, weil Sie Dinge behaupten, für die Sie feine Beweise haben." „Darum nicht, Evers. Allein deshalb, weil ich den Heßlings diesen Prozeß ersparen möchte, den Heß- lings — und dem Sohne Veras!" Diesmal konnte Fiedler mit dem Erfolg zufrieden sein; der Schlag saß. Evers taumelte gegen den Schreibtisch, tödliches Entsetzen zerriß die korrekte Beherrschtheit seines Gesichtes. Dann begriff er: „Du Teufel, haft du es doch herausgescimüffelt!" brüllte er auf und faßte mit einer wilden Bewegung in die Tasche. Schon stand Fiedler auf den Füßen, die Pistole in der Hand. „Keine Torheiten, Evers!" warnte er. „Ich hübe Sie nicht unterschätzt, und ich schieße eben», so gut wie Sie." Evers starrte ihn mit dem Ausdruck eines Wahnsinnigen an und brach plötzlich wie gefällt auf dem nächsten Stuhl zusammen. Für eine ganze Weile hörte man nichts als feine schweren, keuchenden Atemzüge. Dann sprach er vor sich hin, abgerissen, kaum verständlich: „Dreißig Jahre — hat es niemand gewußt — und nun — Geschwätz für alle — nach dreißig Jahren — nach dreißig langen Jahren." „Niemand weiß es bis jetzt außer mir", sagte Fiedler ruhig. „Aber ich habe den Tatbestand in sicherer Stelle ausführlich niedergelegt", fügte er rasch hinzu, als er das gefährliche Aufflackern in den Augen des anderen sah. „Wenn mir bei dieser Unterredung etwas — zustoßen sollte, würde Die Oeffentlichkeit sehr bald wissen, warum. Und würde auch erfahren, wessen Bild das Medaillon enthält, das Sie auf der Brust tragen." „Auch das haben Sie herausbekommen", murmelte Evers. Fiedler fühlte fast Mitleid, so völlig gebrochen und erledigt war dieser Mann, der dreißig Jahre lang dieses Geheimnis wie ein Heiligtum gehütet hatte. Aber er dachte auch an den Freund, der ihm das Leben rettete, und der fast zugrunde ging an dem Verrat dieses Menschen vor ihm, und seine Stimme klang schneidend, als er fragte: „Glauben Sie, daß Vera Ihnen auf solchen Wegen auch gefolgt wäre?" Evers starrte vor sich hin. Als er wieder sprach, merkte man, er war weit fort, untergetaucht in einer Vergangenheit, deren kurzes Glück genügte, noch heute nach langen, einsamen Jahren einen verklärenden Schein auf das zerfallene Gesicht zu zaubern. (Schluß folgt.) Wichtige Zeitfragen der Orthopädie Bedeutsame Borträge auf der Gießener Tagung der deutschen Orthopäden Aus der engeren Heimat * Brand durch Fahrlässigkeit. Treis a. d. Lumda, 5. Okt. Der am Mon- Schornsteinfeger stürzt vom Dache. * Leihgestern, 5. Okt. Am gestrigen Diens- tagnachmittag stürzte der Schornsteinfeger Martin Marx aus Gießen, der hier auf dem Dache eines Wohnhauses mit der R e i n i g u n a desSchornsteines beschäftigt war, infolge Ausgleitens von dem Dache herunter. Der bedauernswerte Mann erlitt dabei Brüche beider Kniegelenke, Brüche beider Handgelenke und Kopfverletzungen. Die Sanitätsbereitschaft Gießen verbrachte den Verunglückten nach Gießen in die Klinik. Rektor i. R. Lung f. A Leihgestern, 4. Okt. Unter Anteilnahme der ganzen Gemeinde wurde heute nachmittag der am 1. Oktober in Bad-Nauheim verstorbene Lehrer und Rektor i. R. Jung auf dem hiesigen Friedhof zur letzten Ruhe gebracht. Der Beisetzung ging eine Trauerfeier in der hiesigen Kirche voraus. Die Trauerfeier war umrahmt von Orgelspiel und Chören des Kirchengesangvereins. Am Grabe wurden Kränze niedergelegt von dem Beigeordneten für die Gemeinde Leihgestern, ferner von je einem Vertreter des Kirchenvorstandes und des Kirchengesangvereins. Rektor i. R. Heinrich Martin Jung wurde am 6. Januar 1857 zu Holzheim, Kreis Gießen, geboren. Nach privater Vorbereitungszeit besuchte er von 1874 bis 1877 das Lehrerseminar zu Friedberg. Am 1. Mai 1877 wurde er als Lehrer an die Volksschule zu Lang-Göns berufen. Seiner Militärpflicht genügte er im Jahre 1877 bei der Leibkompanie des Jnf.-Regts. 116 in Gießön. Ab 1. Januar 1882 wurde er cm die Schule zu Leihgestern versetzt, deren neues Schulhaus bereits im Herbst 1880 fertiggestellt worden war. Volle 42 Jahre, bis zur Erreichung der Altersgrenze am 1. Februar 1924, hat er hier als erster Lehrer und später Rektor segensreich gewirkt. Zur Feier seines 25jährigen Lehrerjubiläums an der Schule zu Leihgestern am 3. Januar 1907 wurde ihm unter anderen Ehrungen von der Gemeinde als Zeichen der Anerkennung und der Dankbarkeit eine mit Widmung versehene goldene Taschenuhr überreicht. Rektor Jung ging ganz in seinem Beruf auf. lieber zwei Jahrzehnte hat er bis zu 120 Kinder in seiner Klasse unterrichtet. Ihm war es vergönnt, ganze Generationen, Großvater,. Vater und Sohn, bei sich auf der Schulbank zu sehen. Fünfzig Jahre lang hat er in der hiesigen Kirche den Organisten- und Lektorendienst versehen. Während dieser langen Zeit gehörte er der Kirchengemeindevertretung und später dem Kirchenvorstande an. Selten ist es wohl einem Menschen vergönnt gewesen, in solch geistiger Frische bis ins hohe Alter hinein seinen Lebensweg zu gehen, bis in letzter Zeit sich auch bei ihm die Beschwerden des Alters dadurch bemerkbar machten, daß er fast vollständig die Sehkraft seiner Augen verlor. Ein außerordentlich begabter Schulmann, ein Lehrer von altem Schrot und Korn ist mit ihm dahingegangen, der es verstanden hat, seinen Schülern ein Wissen mitzugeben, das weit über das gewöhnliche Maß hinausging. Nun ruht er, seinem Wunsche gemäß, in heimatlicher Erde gebettet. In der Gemeinde, die, wie er immer sagte, seine zweite, seine wirkliche Heimat geworden war, wird seine markante Persönlichkeit fortleben, wird das Andenken an den treuen Lehrer, zu dem seine ehemaligen Schüler in Ehrfurcht aufblickten, noch lange erhalten bleiben. In der Vormittagssitzung am gestrigen Dienstag wurden zwei Hauptthemen abgewickelt. Zum ersten Hauptthema — Orthopädie und Frauenheilkunde spracben Professor von Jaschke (Gießen) und Professor S p i tz y (Wien). Prof, von Laschke, ließen, konnte die Beantwortung der ihm zur Bearbeitung vorgelegten, den Orthopäden interessierenden Fragen in eindrucksvoller Weise fcerbringen. 1. Durch Röntgenstrahlen können sehr schwere Mißbildungen im Beginn der Schwangerschaft und erhebliche Wachstumsstörungen in der Mitte der Schwangerschaft hervorgerusen werden. Professor von Jaschke fordert strenge ärztliche Ueberwachung schwangerer Frauen nach Röntgenbestrahlung. Im allgemeinen sei der überlebende Schaden an der überlebenden Frucht verhältnismäßig gering. Wesentlich wichtiger ist die Feststellung, daß die für die Diagnose angewandten Röntgenbestrahlungen die männlichen und weiblichen Keimdrüsen erhebsofortige Schmerzfreiheit und die Vermeidung btr Bettruhe durch sie sind Vorzüge dieses einzigartigen Verbandes. Prof. Herzog, Gießen, sprach zu dem nächsten Hauptthema: Primäre Knochengeschwülste. An einem sehr um« fangreichen Material konnte er die Zuhörer in das schwierige Gebiet der Knochengeschwülste einführen. Er grenzte in seinem Vortrag die Gutartigkeit von der Bösartigkeit, die Entwicklungsgeschwindigkeit, das betroffene Alter der an diesen Knochengeschwülsten erkrankten Patienten ab. An Hand vieler Präparate wurde den Teilnehmern Gelegenheit geboten, diesen theoretisch gewonnenen Eindruck durch Demonsttation zg vertiefen. Dieser außerordentlich aufschlußreiche Vortrag des berühmten Geschwulstforschers, Prof. Herzog (Gießen), wurde in seiner klinischen Bedeutung von Prof. HeNner, Münster, weitergeführt. Sein Thema hieß „Zur Diagnose der Knochengeschwülste vom Standpunkt des Klinikers". An zahlreichen Röntgenbildern gelang ihm der Versuch, den Charakter für einige Knochengeschwülste zu erkennen. Er forderte zur Feststellung der Knochengeschwulst die Durchführung mannigfaltiaer Hntersuchungsmethoden und schließlich auch Die operative Probeentnahme, denn sie könne letzthin allein den besonderen Charakter der Knochengeschwulst und damit die endgültige.Behandlung in vielen Fällen bestimmen. Mehrere Ausspracheredner konnten an Hand ihrer Erfahrungen viel zu diesem interessierenden Thema beitragen. Dr. Leun, Gießen, sprach über Verhütung und konservative Behandlung von Thrombosen und Thrombophlebitiden. Er wies in seinem Vortrag Nach, daß in der hiesigen Universitäts-Frauenklinik auf Grund jahrelanger Erfahrung durch vorsorgliche Behandlung die drohende Venenentzündung und die Embolie zu einem erstaunlichen Mindestmaß zurückgedrängt werden konnte. Frühaufstehen nach Schwangerschaft und Operation, Hebungen, Medikamente, seien die Hilfsmittel dazu. Ausgezeichnete Erfolge habe ein großes Material nachweisen können, das mit elastischen Kompressionsverbänden (z. B. bei Krampfadern, abgelaufener Venenentzündung, Krampfadergeschwür und sonstige ZirkulationsstörunH) behandelt wurde. Seit in Gießen die Orthopädische Klinik besteht, wird grundsätzlich bei den vorerwähnten Störungen- der elastische Klebeverband in der Frauenklinik angelegt. Die Erfahrungen zeigen, daß diese Behandlungsart die Methode der Wahl für. uns geworden ist, denn keine einzige Venenentzündung wurde bei dieser Behandlung beobachtet. Derselbe Verband dient der schon bestehenden Venenentzündung, sofern sie unter dem Leistenband liegt. Ein Fortschreiten bzw. ein Aufsteigen dieser Venenerkrankung wurde unter Anwendung dieses Verbandes nie beobachtet. Die Wirtschaftlichkeit und Einfachheit dieser Behandlung, ihre fast tag von uns berichtete Brand in der Scheune des hiesigen Landwirts Heinrich Michel VI., bei dem die Scheune mit allen Erntevorräten den Flammen zum Opfer fiel, ist offenbar auf Fahrlässigkeit eines unbeteiligten Dritten zurückzu- führen. Die fragliche Person soll, wie man hört, in der Scheune geraucht haben. Die be- hördlichen Ermittlungen sind noch- im Gange. Wegen Einsturzgefahr mußten die Gebäudereste der Scheune gestern niedergelegt werden. Kreis Alsfeld. <£ Deckenbach, 5. Okt. Am kommenden Samstag, 8. Oktober, kann unser Mitbürger Wilhelm Friedrich im Kreise seiner sechs Kinder und elf Enkel seinen 7 5. Geburtstag feiern. Der hochbetagte Mann ist ein alter 116er, der seiner Militärpflicht in Gießen genügte. — Bei der Obst- oerfteigerung unserer Gemeinde wurden für gute Birnen, wie Gellerts Butterbirne, 8 bis 9 Mk. je Zentner, für Gräfin von Paris, Neue Poiteau 5 bis 7 Mk. und für Lokalsorten, Steinbirnen, 2 bis 3 Mark bezahlt. Aepfel waren kaum vorhanden. Der Gesamterlös der Versteigerung erbrachte 280 Mark. Amtsgericht Gießen. Der F. R. aus Klein-Linden hatte wegen Heber- tretung der Meldeordnung einen Strafbefehl über 3 0,— R M. erhalten, weil er von Juni bis August in feiner Wirtschaft insgesamt 17 Personen beherbergt hatte, ohne überhaupt ein Fremdenbuch zu führen oder die Fremdenzettel bei der Bürgermeisterei abzugeben. Der Angeklagte legte hiergegen Einspruch ein und begründete diesen damit, er habe die Erledigung dieser Formalitäten feiner Tochter aufgetragen, diese habe es aber vergessen. Er zog es aber vor, zur Hauptverhandlung nicht zu erscheinen, so daß fein Einspruch verworfen wurde. Ohne Erfolg blieb auch der Einspruch des E. B. aus Garbenteich. Dieser hatte einen Strafbefehl ü b e r 1 5,— R M. erhalten, weil er seine Schafherde trotz wiederholter Verwarnung auf der Böschung der Reichsautobahn hatte weiden lassen. Dabei hatten die Am Montagnachmittag wurde die wissenschaftliche Sitzung der 3 3. Tagung der Deutschen Orthopädischen Gesellschaft im Hörsaal der Hniversitäts-Frauenklinik fortgesetzt. Es tauschten namhafte Wissenschaftler ihre Erfahrungen in der orthopädischen Technik aus. Prof. Zur Verth, Hamburg, bekannte Autorität auf dem Gebiete des Kunstgliedbaues, trug noch nicht gelöste Probleme dieses seines Spezialgebietes vor. Heber die geschichtliche Entwicklung der Kunstglieder kam er auf die Forderungen zu sprechen, 'die insonderheit an das Oberschenkelbein gestellt werden müssen. Die Vereinigung der Forderungen von Arzt und Kunstbeinträger würde erst zu einem gut passenden und gut funktionierenden Kunstbein führen. Mit der Aufzahlung der noch Nicht gelösten Probleme im Kunstgliedbau trug er die Aufgabe zur weiteren Bearbeitung dieses wichtigen Gebietes an die jüngere Generation der Orthopäden heran. Die sinnvollen Ausführungen regten eine eifrige Aussprache an. Dr. Schrader, Kassel, behandelte die theoretisch-mechanischen Voraussetzungen für die Konstruktion orthopädischer Hilfsmittel mit Ausschluß der Kunstglieder. Er wies die Fehler auf, die sowohl im großen Gipsverband, als auch im Apparat häufiger beobachtet werden, wenn nicht das unbedingt notwendige Zusammenspiel zwischen orthopädischer Werkstatt und Facharzt für Orthopädie Dorliegt. Herr Thomsen, Frankfurt a. M. referierte über die Entwicklung der ärztlichen Hilfsberufe (Orthopädie-Mechaniker, Masseure, Krankengymnastinnen, orthopädische Schuhmacher und Fuß- pfleger) in den letzten Jahren. Mit allem Nachdruck wurde hier darauf verwiesen, wie gründlich die Ausbildung dieser orthopädischen Hilfsberufe fein müsse, damit sie zum Segen des Volkes genutzt werden kann. Die häufige Hnzulänglichkeit dieser Ausbildung wurde an Hand von vielen Beispielen belegt. Die innige und notwendige Zusammenarbeit dieser Hilfsberufe mit dem Facharzt für Orthopädie soll das erstrebenswerte Ziel für beide Seiten sein. Dies verlangt jedoch eine tiefschürfende und befruchtende Kenntnis der einzelnen Hilfsgebiete. Water mann (Frauenburg) brachte eigens konstruierte Apparate und technische Feinheiten zur Darstellung, die eine Verbesserung auf diesem Gebiete bedeuten. Weitere technische Einzelheiten und Verbesserungsoorschläge für die orthopädische Behandlung wurden vorgetragen von Becker (Altdorf), Schramm (Stettin), Stracker (Wien) und Marquardt (München); letzterer konnte einen neuen Kunststoff für einige orthopädische Apparäte empfehlen. Zum Schluß wurde durch einen anschaulichen Schmalfilm ein Fußkünstler unserer Tage gezeigt. Thomsen (Frankfurt) machte dazu sehr interessante Ausführungen und vermittelte den Zuhörern ein eindrucksvolles Bild von einem Mann, der eine großartige Fertigkeit feiner Füße als Ersatz für seine gelähmten Arme aufzuweisen hatte. Dieser Film brachte anschaulich die Forderung, ferne Füße möglichst frei, natürlich und viel zu gebrauchen, zum Ausdruck. Denn in ihnen liegen Fähigkeiten, die durch den Strumpf, den Schuh, die Härte und die Glätte der Straßen verkümmern. lich schädigen können. Deshalb ergeht an die Aerzte nochmals die bekannte Mahnung, durch Abschirmung der Keimdrüsen die Gefahr der Keimschädi- gung durch diagnostische und therapeutische Röntgenstrahlen zu vermeiden. • 2. Die Anwendung von Flüssigkeiten, Salben usw. zur Durchführung einer kriminellen Frühgeburt bedeute im allgemeinen feine Gefahr für die Frucht, öa diese entweder von dem Material nicht getroffen mirö, oder sie dadurch abstirbt. Schwere Mißbildungen können durch Raumbeengung im Mutterleib entstehen; sie sind dann nicht erblich. 3. Die Geburtshindernisse stellen keine Gefahr für die Bildung von Mißbildungen dar. Deshalb könne nie eine Schwangerschaftsunterbrechung wegen Geburtshindernis in Frage kommen, zumal durch die Schnittentbindung diese Geburtshindernisse zu umgehen sind. Frau und Leibesübungen. 4. Die Frage, ob und inwieweit Leibesübungen der Frau anzuraten sind, ist grund- । sätzlich an die weibliche Struktur mit ihren Unterschieden und Gegensätzlichkeiten zum Mann zu beantworten. Der Angelpunkt dieser* Fragestellung liegt in dem Einfluß der Leibesübungen auf die Fortpflanzung. Professor von Jaschke ging dabei von der Lebensaufgabe der Frau aus. Diese sei das Gebären. Das Wachstum der Frau sei, solange sie fein Kind geboren habe, noch nicht abgeschlossen. Erst durch die Geburt eines Kindes sei die förper- liche und psychische Vollendung der Frau gegeben. Für die Auswahl der Leibesübungen seien stets die Leibesübungen zu empfehlen, die feine Straffung der Beckenbodenmusfulatur zur Folge haben müssen, denn für den normalen Geburtsverlauf dürfe die dafür notwendige Quellbarfeit des Gewebes nicht im geringsten beeinträchtigt werden. Selbstverständlich find bei der Hebungsauswahl individuelle Empfindlichfeiten zu berücksichtigen. Dies trifft in Sonderheit für sogenannte Gemeinschafts- und Mas- fenübungen zu. Die besten und vom Frauenarzt, wie auch vom Orthopäden zu empfehlenden« Leibesübungen seien das Schwimmen, das nicht übertriebene Reiten, leichte R a \ e n f p i e I e und das Skiläufen. Sportliche Höchstleistungen sind für die Frau grundsätzlich falsch, da diese der Fortpflanzungsfähigkeit eindeuttg schaden können. Durch die unweibliche Straffheit der Beckenbodenmusfulatur mit ihren Rückwirkungen auf das knöcherne Becken entstünden Gefahren für Mutter und Kind. Zur Vermeidung von Störungen wird vor Heber- treibungen auf dem Gebiete des Sportes und in Sonderheit auf dem Gebiet des Schwimmens gewarnt. Im allgemeinen sollte die schwangere Frau für die ersten drei Monate ihrer Schwangerschaft den Sport, falls sie ihn nicht gewohnheitsmäßig vor der Schwangerschaft betrieben hat, meiden. Für schwangere Frauen werden leichte Zim- mergymnastik, Frischluft und Spaziergänge die gegebenen Hebungen sein. Diese letzte Forderung trifft auch für die Zeit nach der Schwangerschaft zu, in der die Organrückbildung stattfindet. Prof. Spihy, Wien zählte eine große Reihe angeborener Mißbildungen des Neugeborenen auf, die einer Sofortbehandlung zugeführt werden müssen. Allein die Sofortbehandlung würde den bestmöglichsten Erfolg garantieren. Dies trifft zu für die Geburtslähmung, "für den angeborenen Klumpfuß, für den angeborenen Platt- fuß, für die angeborene Hüftgelenks-Luxation, für den angeborenen Schiefhals und für die angeborene Krampfbereitschaft des Säuglings. Die Sofortbehandlung ist bei diesen angeborenen körperlichen Mißbildungen durch den Facharzt für Orthopädie auszuüben. Professor Spitzy brachte viele Vorschläge aus seinem umfangreichen Erfahrungsmaterial. Die Aussprache zu dem letzten Vortrag zeigte die Dringlichkeit der Sofortbehandlung dieser ange- , borenen Leiden. Man könne nie zu früh kommen, jedoch häufig, zu spät. Prof. Pape, Würzburg, ' sprach über Bedeutung und Diagnostik von Heber- ’ gangs- und Assimilationsformen der Lendenwirbel- l säule. An Hand von vielen Röntgenbildern brachte i er mannigfache knöcherne Veränderungen an dem ■ letzten Lendenwirbel, die als Hrsache für viele : Schmerzen verantwortlich seien. Zu der Aussprache meldete sich eine Reihe von : Rednern, die ihre Erfahrung gegenseitig aus- ' tauschten. kommt durch die JVelt kommt von selbst auf Das Infanterie-Regiment 116 versteigert am 8. Oktober 1938, vormittags 10 Uhr, in der Bergkaserne (Sicher Straße) ein Fohlen. Verkaussbedingungen und Nationale können beim Regiment eingesehen werden. Interessenten melden sich am Verkaufstage an der W-che »ergtaiernc. ,Regiment 116. __ __________________6327P MUÄ / Schuppen? dann nur das echte Birkenwasser „Maiengold“ tür blondes Haar. V. Liter RM 1und echt. Brennnessel - Haarwasser für fettiges Haar, Liter RM. 0.75 von Hofapoth. Schaefer. / Fein parfümiert / Keine teure Ver- Sackung I Flaschen mitbrlngen. Zu aben: Engel-Apotheke. 5936 v lur Bekamp Wes Frostsuanners jetzt LEIMRINGE anlegen! Raupenleim in den bewährten Fabrikaten von Hinsberg und Schacht, Unterlagepapier Drahtkordel sowie die neuen LEIMRINGE FIX-FERTIG und REKORD erhalten Sie im 6326A Samenhaus Heinr. Hahn Bahnhofstraße, Telephon 3403 Werbe-Drucksachen liefert Brühl'sche Druckerei Baugrundstück ca. 2-3000 qm, in Gießen ob. Umgebung sofort gesucht. Schriftliche Angebote unter 04498 an den Gießener Anzeiger erbeten. Bekanntmachung. Die Strom- und Gasgelder im Stadt- und Heberlandgebiet sind nach den Lieferungsbedingungen grundsätzlich bei der Ablesung an den Erheber zu zahlen. Geschieht dies nicht, dann können die Stromgelder noch innerhalb der nächsten 8 Tage und die Gasgelder noch innerhalb 10 Tagen ohne kosten an die Kasse der Städtischen Betriebe Gießen, Gartenstraße 3, auf Postscheckkonto Frankfurt am Main Nr. 27707 oder auf die auf den Quittungskarten verzeichneten Bankkonten eingezahlt werden. Bei Heberschreiten der Zahlungstermine müssen die Beitrei- bungskosten berechnet werden. 6333A Vom 17. Oktober 1938 ab wird die Strom- und Gaslieferung bei allen Abnehmern gesperrt, die die Strom- und Gasgelder für den Monat Juli 1938 einschließlich kosten noch nicht entrichtet haben. Gießen, den 3. Oktober 1938. Direktion der Städtischen Betriebe. Mahnung. Die Beiträge für dey Monat September 1938 derjenigen Arbeitgeber, die die Beiträge selbst nach dem wirklichen Arbeitsverdienst berechnen und die Bei- tragsnachweisungen einreichen, können noch bis zum 10. Oktober 1938 bezahlt werden. 6329V Nach Ablauf dieser Frist erfolgt Kostenberechnung und Zwangsbeitreibung. Allgemeine Ortskrankenkasse für Stadt und Landkreis Gießen in Gießen Verlangen Sie in Gaststätten KAFFEE HAG im Hag-Geschirr Tiere auch die Autobahn betreten und dort ihre Spuren hinterlassen, so dah sich hierdurch ein verkehrsgefährdender Zustand herausbildete. In der gestrigen Hauptverhandlung bestritt der Angeklagte, daß seine Tiere die Autobahn betreten hätten. Er wurde aber durch die Beweisaufnahme eindeutig überführt. Es blieb daher bei der im Strafbefehl erkannten Strafe von 15,— RM. Nur dem Umstand, daß er eine zahlreiche Familie hat und schwer um seine Existenz kämpfen muß, hatte es der Angeklagte zu verdanken, daß die Strafe nicht höher ausfiel. Einen tödlich Verunglückten beraubt. Lpd. Fulda, 4. DFL Der an der Reichsautobahn beschäftigte 27 Jahre alte Emil Helker aus Mi- chelsrombach, der am Wochenende mit seinem Motorrad nach Hause fahren wollte, verunglückte in der Nähe von Niederaula. Er wurde am anderen Morgen von Arbeitern mit einer fchweren Schädel- In der Woche vom 20. bis 27. September feierte Werner Krauß ein Jubiläum; es handelte sich nicht einmal um sein Jubiläum als Darsteller überhaupt, sondern nur um den Tag, an dem er vor 25 Jahren zum erstenmal in Berlin auftrat, dessen Bühnen er seitdem ununterbrochen angehört. Dennoch erachtete die Intendanz des Staatstheaters diese Tatsache für so entscheidend in der Geschichte des deutschen Theaters, daß sie in ihren Spielplan eine Festwoche für diesen großen und einzigartigen Schauspieler einfügte, und auch die Zuschauer empfanden die Bedeutsamkeit dieser Feier sehr wohl. Als Krauß am Beginn dieser Festwoche m der Maske des Gneisen au gleich zu Beginn der Neueinstudierung von Wolfgang Goetz' Schauspiel auf die Bühne trat, erhob sich ein Beifall, der wohl minutenlang anhielt, ein Dank an den Künstler für die zahlreichen unvergeßlichen Erlebnisse, die er uns während dieser Jahre geschenkt hat. ♦ Die Festwoche für Krauß enthielt in ihrem Spielplan einige jener Nollen, die er während der letzten Zeit in Berlin gespielt hat, den Kandaules in H e b - bels „Gyges" und den Higgins in Shaws Komödie „Pygmalio n", Hauptmanns „M ichael K r a ° m e r", Shakespeares „Richard III.", Schillers „Wallenstein". Diese Rollen deuten, wenigstens von ungefähr, die gewaltige Spannweite dieses großartigen Schauspielers an, dessen Kunst jede dramatische Gestaltung zugänglich ist, dessen Zugriff alle theatralischen Gebiete uüd Ausdrucksformen sich erschließen, dessen Nollen sich — um zwei Pole LU nennen — von „Charleys Tante" bis zum „König Lear" erstrecken: Könige und Narren, Spießbürger und Bettler haben durch Krauß ihre Sprachmelodie und eine Deutung erfahren, von der man sagen mußte: hier liegt das Charakteristikum einer einmaligen und endgültigen Leistung vor. Wenn er eine Rolle durch das Temperament seiner gestaltenden, umformenden Phantasie gehen läßt, hat er sich vollständig in einen anderen Menschen verwandelt, daß ihm alle kleinlichen Charakterisierungskünste entbehrlich und verächtlich erscheinen. Diese geheimnisvolle Macht der Verwandlung umgibt seine Gestalten wie ein Fluidum, daher Verletzung auf einer Wiese neben der Straße tot aufgefunden. Die polizeilichen Feststellungen ergaben, daß Heller, der seinen Wochenlohn bei sich trug, seiner Barschaft beraubt worden war; auch seine Uhr fehlte. Bon den gewissenlosen Dieben, die nicht davor zurückscheuten, einen Toten zu bestehlen, fehlt noc^ jede Spur. Jüdischer Rechtsanwalt wegen Steuerhinterziehung bestraft. Lpd. Gelnhausen, 4. DEL Das Finanzamt Gelnhausen verurteilte den bis vor kurzem in Gelnhausen wohnhaften jüdischen Rechtsanwalt Elkan Sondheimer wegen Hinterziehung von Umsatz-, Einkommen- und Vermögenssteuer in den Jahren 1927 bis 1937 zu einer Geldstrafe von insgesamt 3 4 0 0 0 Mark. ihre seelische Leuchtkraft, ihre suggestive Gewalt, ihre fesselnde magische Wirkung. * Die Festwoche begann mit der Neuaufführung des „G n e i \ e n a u" von Wolfgang Goetz, der durch Krapß der große Erfolg des Theaterwinters 1926 wurde. Die Jahre der Befreiungskriege erscheinen hier einmal nicht als eine prächtige Fassade siegreicher Märsche und gewonnener Schlachten, sondern als die Jahre, in denen Neidhart von Gneisenau sein Schicksal erlebt und erleidet. Gneisenau heimlicher Dichter und Träumer, Hamlet in preußischer Generalsuniform — trotzdem der geniale Kopf dieser Feldzüge, die treibende Kraft, der fortreißende Wille —, der immer im Schatten steht, immer verkannt wird, für dessen Taten andere den Ruhm ernten. Krauß stellt auch hier in Maske und Wesen sogleich den geistig Ueberragenben dar, der durch seine Bedeutung die bürokratische und militärische Umwelt übertrifft und daher überall anstößt; sein Gneisenau hat wieder den- phosphoreszierenden Schimmer des einsamen Großen, des führenden Genies. Und seine Leistung steht um so höher, als sich Krauß auf dem glänzendsten Theaterpodium Deutschlands befindet; um ihn sind die Kräfte des Staatstheaters versammelt, von denen nur wenige genannt werden können: Günther Hadank als König, Friedrich Kayßler alß Scharnhorst, Gustav K n u t h als Blücher, Paul Henckels als Müffling. Erich Ziegel leitete unauffällig das Spiel, Rochus ©liefe baute die szenische Umwelt des Dramas. Der Abend endete mit stürmischen Ovationen an Krauß. * Stefan Donal ist der Deckname für einen polnischen Schriftsteller und Spielleiter, der sich mit seinem Lustspiel „W e l. t k o n f e r e n z" zum ersten- mal den deutschen Zuschauern in der Komischen Oper vorstellt. Der Titel verspricht mehr, als das leicht und bisweilen ziemlich dünn geknüpfte Gefüge des Theaterstücks zu-halten vermag. Keineswegs geht es um politische oder wirtschaftliche Probleme, obwohl sich die Handlung während einer Weltwirtschaftskonserenz in Lugano zuträgt, sondern es handelt sich einfach um eine jener beliebten Liebes- und Jrrungs- komödien, die hier zur Abwechslung einmal vor den Hintergrund dieser Konferenz gestellt wird: ein unbekannter holländischer Journalist, der in Lugano die große Chance zu seinem Aufstieg wittert, und das Manikure-Fräulein eines Friseursalons sind die beiden Partner, die einander — man weiß es schon nach dem ersten Akt — am Ende des letzten in die Arme sinken werden, wobei ein ganz unwahrscheinlicher englischer Wirtschaftsminister segnend die Hände über sie hält. Die Zuschauer nahmen, ohne von der Naivität des Spiels enttäuscht zu sein, die Komödie als einen Theatereinfall und klatschten Friedl C z e p a , dem kosmetischen Fräulein, Hans Schott-Schö- b i n g e r, dem Journalisten, und Ekkehard Arendt, dem Minister, lebhaften Beifall für den von Axel I v e r s geleiteten Abend. Gerhard Bohlmann. Zeitschriften. — Die „I l l u st r i r t e Z e i t u n g" Leipzig macht uns in ihrem einleitenden Beitrag mit dem Studentenleben in USA. vertraut. Der nächste Aufsatz führt unter dem Titel „Frankreich in Nordafrika" nach Algier. Schließlich seien noch der vorgeschichtliche Artikel „Ein Denkmal unserer ältesten Kultur" sowie her Bildbeitrag „Siedler der Steinzeit" erwähnt. — Der aktuelle Teil enthält ausführliche Bildberichte von der Tauffahrt des „Graf Zeppelin", der Zusammenkunft des Führers mit Chamberlain in Godesberg, den Abschluß bildet ein erschütternder Bildbericht „Brüder in Not" über die sudetendeutschen Flüchtlingslager. — WeiblicheWirkungerwünscht! Diese Vorliebe zeigt sich jetzt auf der ganzen modischen Linie: Der weite, weich fallende Mantel hat den enganliegenden mit Gürtel abgelöst, die strengen Knopfreihen sind verschwunden hinter Pelz- und Pelzstoffstreifen, die „männlichen" Kragen und Revers werden bis zur Unkenntlichkeit ins Weibliche übersetzt. Vom Hut bis zum Schuh entstand ein neues, reizvolles Bild, das wir an den über 100 Modellen des großen Herbst- und Wintermodenheftes der „M o d e n w e l t" ausführlich studieren können. Das bunte Heft bringt außerdem schneidertechnische Tips und drei übersichtliche Schnittebogen. — „D i e Kun st", Monatshefte für Malerei, Plastik und Wohnkultur. (F. Bruckmann Verlag, München) eröffnet mit dem Oktoberheft den 40. Jahrgang ihres Erscheinens. Das Jubiläumsheft schmückt eine Abbildung der Arno Brekerschen Plastik „Männlicher Kopf". Weitere Werke dieses jungen Bildhauers, dessen Wirken Werner Hager eingehend würdigt, finden sich im Inneren des Heftes, so ein „Bronzelöwe am Maschsee" und die für die Wehrmachtsbauten in Dessau bestimmte Monumentalgruppe „Rossesührer". Ulrich Christof- fels Essay: „Erfindung und Wirklichkeit in der deutschen Landschaftsmalerei" stützt sich auf eine Reihe bekannte Meisterwerke: Pieter Brueghel d.. Ae. „Landschaft mit der Elster auf dem Galgen", Ludwig Richter „Im Riesengebirge", Caspar David Friedrich „Harzlandschaft", sowie eine originalgetreuen Farbdruck „Susanna im Bade" von Albrecht Altdorfer. Ganzflächig und in Ausschnitten veröffentlicht „Die Kunst" das Triptychon „Männliche Welt" des Münchner Malers Fritz Hülsmann. Die schönen Dorfbilder von Ernst. Huber umrahmt die Betrachtung „Unsachliches über den Maler Huber" von Karl Heinrich Waggerl. Zwei Briefe von Rainer Maria Rilke über „Die Frau im roten Fauteuil" und das „Selbstbildnis" von Paul Cezanne vertiefen das Verständnis für die Schöpfungen des großen Franzosen. Auf einem Textbogen, mit dem diese Zeitschrift eine begrüßenswerte Erweiterung erfährt, kommen Alfred Kubin („Der Zeichner"), A. E. Brinckmann („Deutsche Kunst und fremde Vorbilder"), sowie' der Dichter Josef Weinheber („Michelangelo") zu Wort. In dem Querschnitt wird anläßlich des 150. Todestages Gainsboroughs ein Beirag von R. A. Dietrich, einige Künstleranekdoten u. a. gebracht. Im zweiten, der Raumkultur gewidmeten Teil des Heftes sehen wir in Außenaufnahmen das „Haus H. in Bielefeld von Architekt Gerhard Langmaack, Hamburg" und das „Landhaus Leni Riefenstahl in Berlin-Dahlem" sowie die von Architekt W. v. Breunig, München-Köln, gestalteten Jnnenräume eines „Landhauses im Isartal". In weiteren Abbildungen: „Möbel der Architektin Tilly Prill-Schloemann, Berlin". Der Aufsatz „Türen oder Wandflächen" von Alfred Lichtwark ist ebenso beachtenswert wie der Bildartikel „Der Lichtträger im Wohnraum" von Bernhard Siepen. Das uneingeschränkte Entzücken der Frau aber werden die formreichen, edelstein- und perlenoerzierten „Goldschmiedearbeiten von Johann Michael Wilm, München" erregen! Aundfunkprogramm Donnerslag, 6. Oktober. 6 Uhr: Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. 7: Nach- richten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Froher Klang zur Werkpause. 9.40: Kleine Ratschläge für Küche und Haus. 10: Schulfunk: Volksliedsingen. 11.45: Ruf ins Land. 12: Mittagskonzert. 13: Nachrichten. 13.15: Mittagskonzert. 14: Nachrichten. 14.10: Das Stündchen nach Tisch ... 15: Für unsere Kinder: König Wichtel der Erste. Nach einem Märchen. 16: Nachmittagskonzert: Grüße der Westmark an die Ostmark. 18: Aus Arbeit und Beruf. 18.30: „Du bist beschlossen in meinem Herzen". Brautwerbebriefe von Friedrich von Schiller, Jean Paul, Friedrich Nietzsche, Robert Schumann und Max Reger. Hörfolge. 19.15: Tagesspiegel. 19.30: Der fröhliche Lautsprecher. 20: Nachrichten. 20.15: Unser singendes, klingendes Frankfurt. 22: Nachrichten. 22.20: Unsere Kolonien: Deutsche Erlebnisse in Südwest. 22.30: Unterhaltungsmusik. 24 bis 2: Nachtkonzert. Freitag, 7. Oktober. 6 Uhr: Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Froher Klang zur Werkpause. 9.40: Mutter turnt und spielt mit dem Kinde. 10: Schulfunk: Schiff ohne Hafen. 10.30: Der Zehnkämpfer. Hans Sievert erzählt. 11.45: Ruf ins Land. 12: Mittagskonzert. 13: Nachrichten. 13.15: Mittagskonzert. 14: Nachrichten. 14.10: Dem Opernfreund. 15: Kleines Klavierkonzert. 16: Nachmittags- konzert. 17 bis 17.10 Einlage: Marietta und Theresa. Heitere Plauderei aus Italien. 18: Sport der Woche und für den Sonntag. 18.15: Bücher, von denen man spricht. 18.30: Kleine Abendmusik. 19.15: Tagesspiegel. 19.30: Der fröhliche Lautsprecher. 20: Nach- richten. 20.15: Meister deutscher Unterhaltungsmusik: Friedrich Wilhelm Rust. 21.15: „Du bist, Orplid, mein Land ..." Lieder von Hugo Wolf und Max Reger. 22: Nachrichten. Briefkasten der Redaktion. R. Tr. Einkommensteuerpflicht evtl. auch Umsatz- steuerpflicht besteht, doch kann ohne Kenntnis der näheren Merkmale erschöpfende Auskunft nicht erteilt werden, da für die Höhe der Steuer der Familienstand maßgeblich ist. Wenden Sie sich an das Finanzamt in Gießen, das Ihnen Auskunft gibt. Berliner Theaterbrief. Werner Krauß-Woche - Ein Lustspiel: „Weltkonferenz". loffe die uns der Herbst beschert! 1 Marktstraße 4-8 6339 A Seefische 6328 A 6297 A Statt Karten -OPEL- NORDSEE Gießen, Schiffenberger Weg 15 Großen-Äuseck, Anger 34 04469 kurzfristig lieferbar \AJ EDD C DRUCKSACHEN WCKDC Brühl. OieBen TEXTILHAUS, Qualitäten HAU5 DER GUTEN; Fr. Levermann Gießen, Seltersweg 71 Familiendrucksachen Verlobungsanzelgen Vermfihlungsanzelgen Geburtsanzeigen bei Brühl. Schulstr.? Anfe rti g u n g nach Maß Einspaltige Kleinanzeigen werden zum ermäßigten Grundpreis von 5 Pf. für die Millimeterzeile veröffentlicht 2,5 Ltr. 6 Zylf »Super 6« v. RM 3350 - an a.W. Gießen, den 5. Oktober 1938 Trauung: 14.30 Uhr, Johanneskirche Aufnahme für das Winterhalbjahr in die 1-n. yzjähnOen Klassen Beginn 19. Oktober 1938. Anmeldungen u. Auskunft n Gießen, Goethestr. 82, jederzeit. Ruf 2486 688?A 1,5 Ltr. 4 Zyi. »Olympia« v. RM. 2675.— an a.W. Gieben, Seltersweg 18 Ruf 2467 Motorwagen* Verkaufsges. m. b.H. Gießen Frankfurter Str. 52 / Ruf 2847 »Gegen graue Haare« der bewährte 4374V Haarfarbe-Wiederhersteller Flasche 1.74 Jt, extra stark 2.40^ Drog. Winterhott, Kreuzplatz 10, Pari. Muhl. Bahnhofstraße 56. Ihre Vermählung geben bekannt Walter Wüstenhöfer prüft Zahnarzt und Frau (Lmmy, geb. Mannger KorsettengeschäftV^* Horötlll^ jetzt Liebigstr.19 gegenüber der Alten Klinik! REINIGEN 5605D REPARIEREN Vogtsche Piivat-Handelsschule Gießen, Goelhestr.32 frisch wie aus dem Netz aus der 6348 A Seltene Natururkunden vonßen Halligen und vom Wattenmeer enthält die Neuerscheinung, die alle Naturfreunde und Dogelliebhaber mit Begeisterung lesen und schauen werden: Unter Säbelschnäblern und Seeschwalben Beobachtungen und Natururkunden aus der Dogelwelt der deutschen Nordseeküste Don Eugen Schuhmacher Insgesamt 104 Seilen mit 92 Bildern noch wundervollen Naturaufnahmen. In Leinen gebunden Reichsmark 3.90 Der Verfasser, der als Ornithologe und Tierphotograph bekannt ist, hat mehrere Wochen auf zwei einsamen deutschen Nordseeinseln an der Eidermündung zusammen mit den eigenartigsten Vögeln unserer Heimat gelebt und die herrlichsten Naturaufnahmen von den Säbelschnäblern, Seeschwalben, Rotschenkeln, Austernfischern u. a. mitgebracht. Er erzählt irg Textteil unterhaltsam und spannend au- der Kraft eigenen Erlebens die sonderbarsten Begebenheiten, die er, im Zelt versteckt, aus nächster Nähe beobachten und im Bild festhalten konnte. Bestellungen nimmt jede Buchhandlung entgegen. Verlangen Sie bitte dos ausführliche bebilderte Werbeblati Hugo Bermühler Verlag Berlin-Lichterfelde llllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllll tfiwarei^ nur im „Spezialgeschäft .Dittmarj GIESSEN I tersweg Druckschriften Lrichl'sche Druckerei, Echulsiraße 7, Fernsprecher 2251 Seelachs ohneKop.f5oog32 KaDliauohn?Kopf 500 g 34 Goldbarsch“^ 40 SeelachsliletohneGX"42 Kabliauületohn?“ 48 Goldbarschfilet 58 Weitere Auswahl finden Sie in unserem Fenster! Mantel - Boucle, für elegante uni Mäntel und gediegene melierte C OK Frauenmantel, 140 cm br., Mtr. UeöU Kordel-Cottelti.modisch.Gewebe, in aparten Herbstfarben, f.eleg. Q EE Nachm.-Kleider, 96cmbr.,Mtr. UeUu Cloqnl Faconn6, neuartige Ausführung,in reichhaltigem Färb- Q 7E Sortiment, 96 cm breit. . Meter £■ I U Woll-Diagonal, neuartigeKleider- ware, in vielen schönen Herbst- 1 CO färben, 70 cm breit . . . .Meter leUU W.oll - Panama, für elegante uni Wollkleider, in großem Färb-H QE Sortiment, ca. 100 cm br., Meter J Sportmantelstoff, englisch gemustert.besonders strapazierfähige Q QE Qualität, 140 cm breit . .MeterUeüJ 6342 A e pp i ehe Läufer, Bettumrandungen, Polstermöbel, Mö- belbezugsstofte Dekoraflons- und Gardinenstoffe, Stepp- u. Daunendecken bis 10 Monatsraten. FordernSle unverbindlich Angebot Teppich - Schlüter, Bonn 86 Größtes und leistunge fähige les Teppich- Spezlal-Vereandhaue Westdeutschland. FSELTERSWEG 47