zrettag,5.AugufNY38 188. Jahrgang Nr. 181 Erstes Matt erschein« täglich, anher Sonntags und Feiertag» Beilagen: Die Illustrierte Lietzener Familienblätter Heimat im Bild - Die Scholle Monatr-Vezugspreis: Mil 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte e 1.80 Zustellgebühr , -L5 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernsprechanfchlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnach» richten: Anzeiger Gießen Postscheckkonto: A Krankfnrt am Main 11688 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis8*/.Uhr des Dormittag» Grundpreise für l mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf.. für Text, anzeigen von70mmBreit» 50Rpf.,Platzvorschrift nach vorh.Dereinbg.25°/<> mehr. 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In dem schon erwähnten Buch von Dr. Emanuel Radl heißt es in diesem Zusammenhang u. a.: „3m großen und ganzen bin ich wohl nicht weit von der Wahrheit entfernt, wenn ich sie (die tschechischen Schutzvereine) als Nebenregierung bezeichne, die im Einverständnis mit der verantwortllchen Regierung arbeitet." Mögen auch diese Worte bereits vor mehreren Jahren geschrieben worden sein, an Aktualität haben sie nicht das geringste eingebußt. Täglich sandlschaft in Prag hat gegen die erneute, offenkundig vorsätzliche Ueberfliegung deutschen Reichsgebietes bis zur Stadt G l a h durch tschecho-flowakische Militärflugzeuge schärfsten Einspruch bei der tschecho-slowakischen Regierung nehmen und unablässig zu ,, pH i er en, um zu erkennen, daß sie sich reichsdeutschem Gebiet befanden. Handwerk unter neuer Leitung. Berlin, 4. Aug. (DNB.) Wie die Tageszeitung der DAF., „Der Angriff", meldet, führte Reichs- weiten Sicht in strahlendem Sonnenschein mußten die Flieger bei der klaren und einwandfreien Gebietsformation des Glatzer Kessels erkennen, daß sie sich auf reichsdeutschem Gebiet befanden. Sie brauchten keinesfalls erst die deutsche Stadt G l a tz auf so niedrige Entfernung unter die Lupe zu nehmen und unablässig zu photogra- .... ... über Dank an den Führer. Schreiben des Evangelischen Oberkirchen- rats in Wien. Wien, 4. Aug. (DNB.) Im Namen der Eva n- qelische'n Kirche in der Ostmark hat der Evangelische O b e r k i r ch e n ra t in Wien an den Führer eine Dankadresse gerichtet, in der Adolf Hitler der Dank für d a s g r o ß e A u f - b a u w e r k, das seit dem 13. März d. I. in der Ostmark durchgeführt wird, und für die Schaffung des neuen deutschen Eherechts zum Ausdruck gebracht wird. Den Segen dieser Tat, so heißt es hierzu u. a. in diesem Schreiben an den Führer, wisse die Evangelische Kirche in der Ostmark besonders zu würdigen. Im ganzen Großdeutschen Reich werde durch dieses Gesetz die Einheit der sittlichen Anschauung des deutschen Volkes auf dem wichtigen Gebiet der Ehe hergestellt. Mskauer Torpedo in Sicht. Vorstoß der Kommunisten. - Angriffe gegen die Westmächte. organifationsleiter Dr. Robert Ley am Donnerstag auf der Tagung der Gauobmänner und Gau- handwerkswalter der DAF. in der Ordensburg Do- gelsang Hans S e h n e r t in fein neues Amt als Leiter des deutschen Handwerks in der Deutschen Arbeitsfront ein. Sehnert übernimmt damit das bisher von Paul Walter geleitete deutsche Handwerk, da dieser zur Erfüllung besonderer Aufgaben in den engeren Mitarbeiterstab des Reichsorganisationsleiters berufen wurde. Hans Sehnert, der Bürstenmachermeister ist, entstammt einer alten Hettstedter Bergmanns- und Handwerkerfamilie. Er ist Träger des Goldenen Ehrenzeichens der NSDAP, und feit langen Jahren in der Partei ehrenamtlich tätig. Zur Zeit ist er Ortsgruppenleiter der NSDAP, in Halle. Er steht an führender Stelle im deutschen Hadwerk und ist seit dem Umbruch Kammerpräsident, Gauhand- werkswalter und Landeshandwsrksmeister im Be- zirk Halle-Anhalt. Seit einem Jahr ist er stellver- tretender Leiter des deutschen Handwerks. Paul Walters Tätigkeit für das deutsche Handwerk fand ihre Krönung in der vor kurzem beendeten Internationalen Handwerksausstellung, durch deren Organisation er sich nicht nur in Deutschland, sondern darüber hinaus in der ganzen Welt einen Namen machte. weniger als die vollkommene Rechtlosmachung ja Ausrottung des Sudetendeutschtums innerhalb der tschecho-slowakischen Staatsgrenzen zum Ziele haben. Schon das Vorhandensein derartiger Bestrebungen muß in einem Vielvölkerstaat, wie ihn die Tschecho-Slowakei darstellt, zu ständigen nationalen Reibungen Anlaß geben. Bedrohlicher aber wird dieser Zustand, wenn die verantwortliche Regierung Go sehen die Tatsachen aus. Hierzu schreibt der Deutsche Dienst: Das amtliche Tschecho-Slowakische Preßbüro gibt eine Erklärung heraus, die mit den Tatsachen der deutschen Untersuchung schwer in Einklang zu bringen ist. Es ist völlig unerfindlich, wie am Mittwoch, als bei klarstem Wetter beste Sicht herrschte, drei tschecho-slowakische Flieger sich so verflogen haben sollen, daß sie über 20 Kilometer nach Deutschland hinein Prag, 5. Aug. (DNB.) Die Zentrale der K o m- munistischen Partei in der Tschecho- Slowakei veröffentlicht eine Erklärung, aus der mit aller Deutlichkeit hervorgeht, daß Moskau offen und unverhüllt die Vermittlungsbestrebungen Lord Runcimans zu torpedieren entschlossen ist. Die Erklärung enthält u. a. scharfe Angriffe gegen die Westmächte und zeigt auf diese Weise die ganze „Sorge" der Kommunisten vor einem eventuellen Gelingen der englischen Bestrebungen. m ... In der Erklärung heißt es u. a.: „Das Volk (!) der Tschecho-Slowakei ist durch die Bemühungen beunruhigt, die darauf abzielen, daß sich einige Großmächte in die inneren Angelegenheiten des Staates einmischen und auf Maßnahmen drängen, die die Souveränität der Republik schwer beeinträchtigen können. Die Tschecho-Slowakei ist ein selbständiger Staat, und nur das Volk der Tschecho-Slowakei hat das Recht, über das Schicksal seines Landes (!) zu entscheiden. Es ist weder gewillt, sich dem erpresserischen Druck des Angreifers, noch bereit, sich demütigenden Ratschlägen zu fügen, mögen sie von wem immer ausgehen." Die Erklärung versucht dann den ohnehin schon maßlos aufgepeitschten Chauvinismus neuerlich auf- 7ureizen, indem sie mit gutgespielter Wut „feststellt", daß die Tschecho-Slowakei keine Kolonie ober Dominion sei, wobei sie natürlich in diesem Falle die Haßgefühle der Tschechen gegen die Westmächte lenken will. Wie sich die Kommunisten eine Verständigung vorstellen, geht aus den nächsten Sätzen hervor, in und beinahe 40 Kilometer a u f deutschem Gebiet entlang aeflogen sind. Besonders erstaunlich ist es, daß selbst die Ueberfülle von Hakenkreuzfahnen, die gerade an diesem Tage in Glatz zu Ehren der Teilnehmer des Deutschen Turn- und Sportfestes wehten, den tschechischen Fliegern, die in nur 150 Meter Höhe über der Stadt kreuzten, nicht ausgefallen ist. Es scheint doch so zu sein, daß auch gewisse amtliche Stellen in Prag ein Interesse an der Schaffung von Zwischenfällen haben, deren Folgen nicht abzusehen sind. Eine Bestrafung, wie sie in der Meldung des Preßbüros erwähnt wird, ist auch schon in früheren Fällen zugesichert worden, ohne daß dann eine wirkliche Strafe verhängt wurde. Gerade in diesen Tagen werden Tschechen, die sudetendeutsches Blut vergossen haben, von tschechischen Richtern mit klein st en Strafen bei reichlich gewährten Bewährungsfristen in Gnaden entlassen. Man scheint sich an gewissen Prager Stellen darüber keine Rechenschaft zu geben, daß auch Deutschland zu solchen A b w e h r m a ß n a h - men gezwungen sein könnte, wie sie Frankreich an der Pyrenäengrenze 'gegenüber Rot- Spanien hat treffen müssen. Die Erregung der deutschen Bevölkerung in den überflogenen Grenzgebieten war und ist so groß, daß die Schuldigen an solchen Zwischenfällen mit der Möglichkeit einer Abwehr bei wiederholten Grenzverletzungen rechnen müssen. Hodzas Antwort befriedigt nicht. Prag, 4. Aug. (DNB.) Die Antwort des Ministerpräsidenten H o d z a auf die Anfragen des Abg Kundt bezeichnet das sudetendeutsche Tage- : blatt „Die Zeit" als fünf typische Erklärungen des - Ministerpräsidenten, die keine Befriedigung t Hervorrufen. denen sie erklären, daß Prag die Entsendung von Vermittlern nicht brauche, die mit den „Henleinschen Hochverrätern als gleichwertige Partner" der Regierung verhandeln sollen. Zum Schlüsse lassen die Kommunisten noch einmal das „Volk" der Tschecho-Slowakei auftreten, das nicht wünsche, daß die Regierung an die „faschistische Jrredenta" Zugeständnisse mache. Erste Besuche Lord Runcimans. Prag, 4. Aug. (Europapreß.) Lord R u n c i • man benutzte den ersten Tag seines Prager Aufenthalts, um bei den führenden Staatsmännern der tschecho-slowakischen Republik Antrittsbesuche zu machen. Zunächst erschien er bei Außenminister Dr. Krofta, eine halbe Stunde später besuchte er im Kolowrat-Palais den Ministerpräsidenten Dr. Hodza, um 12 Uhr wurde er vorn Staatspräsidenten Dr. B e n e s ch in Audienz empfangen. Lord Runcirnan stellte dabei dem Staatspräsidenten seine Mitarbeiter vor. Alle drei Besuche waren rein formeller Natur. Um 17 Uhr wurde Lord R u n c i m a n durch den britischen Konsul Henderson, der ihm als Dolmetscher beigegeben ist und der bereits seit längerem in der Tschecho-Slowakei als Beobachter fungiert, der von Konrad Henlein eingesetzten Abordnung für die Verhandlungen über die Nationalitätenfrage vorgestellt. Die Abordnung setzt sich aus dem Vorsitzenden des Parlamentarischen Klubs, dem Abgeordneten Kundt, den Abgeordneten Peters und Rosche sowie dem Rechtssachverständigen der Partei Dr. Schicketanz und Dr. S e b e k o w s k y zusammen. Die sudetendeutsche Die Prager Regierung hat auch in dieser Hinsicht ein gewaltiges Maß von Schuld auf sich geladen. Sollte sie auch in Zukunft dem Treiben der ^jed- notas" und deren Hintermänner keinen (mbalt gebieten, dann wird sie damit rechnen muffen, als Werkzeug chauvinistisch verhetzter Elemente gewertet zu werden, die seit langem zu den gefährlichsten Unruhestiftern Europas zählen. v- Scharfer deutscher Einspruch in Prag. Einwandfreie Berichte von Augenzeugen. - Prag nimmt seine Zuflucht zu Ausreden Prag, 4. Aug. (DNB.) Das Tschecho-Slo- wakische Preßbüro hat über den Grenzzwischenfall in der Nähe von Glatz eine Meldung veröffentlicht, die folgendermaßen lautet: „Bei einer Fliegerübung, die nm 2. August in Hstböhmen stattfand, verloren drei tschecho-slowakische Flugzeuge die Orientierung und gerieten über deutsches Gebiet in der Umgebung der Stadt Glatz. Die deutsche Gesandtschaft in Prag schritt am 4. August im Außenministerium gegen dieses lieber» fliegen ein. Das Außenministerium sprach sein B e - dauern über den Vorfall aus. Ueberdies werden die Flieger, die den Zwischenfall verschuldet haben, b e ft r a f t werden." Jedrr Beobachter der innerpolitischen Verhältnisse in der Tschecho-Slowakei — hoffentlich auch Lord Runcirnan — stößt auf die Hetz- und Wühlarbeit der tschechischen Grenzvereinigungen, der sogenannten „N a r o d n i I e d n o t a s", die seit jeher als das größte Hindernis einer deutsch-tschechischen Verständigung zu bezeichnen sind. Seit ihrer Gründung, die unter dem Motto eines Abwehrkampfes gegen die angeblich vorhandene deutsche Expansion im letzten Viertel des vergangenen Jahrhunderts erfolgte, haben diese „Schutzverbande ihre Haupt- .---------------- aumabe in einem planmäßigen Vermchtungskampf erhaben und Bestrafung der Schuldigen gegen das Sudetendeutschtum gesehen verlangt. b Während sie vor dem Kriege die deutsch-tschechi- scheu Sprachgrenzbezirke und die seit urdenkUchen $U0BI1$CU0CnvCnu)tC* Qiifpn im tschechischen Siedlungsraum liegenden ö u ö beutfehen Sprachinseln als ihr Tätigkeitsgebiet be- Glatz, 4. Aug. (DNB.) Die Zusammenfassung (raAteten und bereits damals zahlreich- deutsche der einzelnen Augenzeugen-Beobachtungen über die Crf7 eroberten d h tschechisierten, erklärten sie feit unerhörte Verletzung der deutschen Grenze durch der Kründung'des tschecho-slowakischen Staates das tschecho-slowakische Flieger am Mittwochoorrnittag sudetendeutsche Sprachgebiet zu ihrem Ar- ergibt folgendes Bild: * Der Einflug in reichsdeutsches Gebiet erfolgte bei nack Entstehung des Moldaustaates ent- R e i ch e n st e i n , etwa 20 Kilometer östlich von fal^eten^die" Funktionäre der einzelnen J-dnotas Matz, kurz vor 10.30 Uhr. Die Stadt Glatz wurde lir,» f »hprhnffe Tätigkeit. Die allerorts einsetzenden sodann in direktem Fluge angeflogen. tirbpAifdien Nationalausschüsse, die sogenannten Bei Ueberfliegen des Schaferberges bei Glatz, aus Nm°dni vvb°ry'?g°b°n ihnen vorübergehend so- dem sich ein Arbeitsdienstlager befindet, haben d,e am staatliche Machtmittel in di- Hand, so daß sie Flieger nur noch 3 0 Meter hohe emgehal- lanae^eit hindurch tatsächlich nach ihrem Belieben ten. Ueber Glatz teilten sich dann die Flugzeuge schalten und walten konnten. Die Auslösung unge- offensichtlich 'n ihren Aufgaben, indem -m-s eine sählter deutscher Schulen und Schulklassen, der Ber- Rechts urve und das andere eine Linkskurve zog, lüft xehntaulenbcr deutscher Arbeitsplätze im staat- worauf sie sich dann wieder vereinten, um m sud- Ucken und öffentlichen ° selbst im privaten Dienst, licher Richtung fortzu,liegen. di? Enteignung zahlreicher deutscher Kunst-, Kultur- Augenzeugenberichte aus O b e rh a n n s d o r s und Bildungsstätten, die Vorbereitung und Durch- teilen mit, daß die beiden Flugzeuge, die aus der lübruna de/ berüchtigten tschechischen Bodenreform, Richtung des Bogelsberges, der von Reichenstem We bem Sudetendeutfchtunr nahezu 750 000 chektar aus über Follmersdorf erreicht wurde, angeflogen Grund und Boden raubte, und viele andere das kamen, schon durch ihren eigenartigen Typ auffte= D utschtüm schwer Mdiqende Maßnahmen aus den len, und nun bei dem klar en W etter und ?r«->n^obren des Bestandes der tschecho-slowakiichen der weiten S' ch t m o q l i ch k e i t innerhalb RlvubM lind der direkten oder indirekten Tätigkeit des Glatzer Kessels gut verfolgt werden konnten. In ? -mnilckikeiben rasendem Tempo flogen di- Maschinen Glatz sud- Aber auch in ta späteren Zeit blieben die Ied- lich an. um sich dann in scharfen Kurven der I die einklußreichen ja entscheiden- Stadt zuzuwenden und nach einigen Runden über den Berater der tschechischen Behörden. Ueberall, in der Stadt in ebenso schnellem Tempo die Richtung allen A-mtern und AbLlungen, Ministerien und des oberen Ne.ßetale^ also d,e Lm,e Rengersdorf- Dienststellen haben die Tschechisierungs- chabelschwerdt «mzuschlagen. sonstigen Dwnststet Y änner sitzen. Nahezu Neben den zahllosen anderen bereits früher an- rtei«4. irhp Siaatsanaestellte im Sudeten- geführten Momenten, die die tschechischen Flieger samUiche «ch-chst-h- k.ich stchechisihe I iMi umständen vor einem „Versehen" hät- deutschen ^biet, zahlr ch ich chsich g bewahren können, soll noch ermahnt werden, und Senator^ hohe und höchste Regi^o^. daß den Fliegern schon von ferne die Beftag- (inb aktiv t°t,ge Mitgl Oer ,, * über g u ng der Stadt Glatz aufgesallen sein mußte, notas . Es ist öa^er 'hmen --übzeitig Glatz ist zu Ehren der in feinen Mauern weilenden alle geplanten Reglerungsmaßnahm hz^ g Turn- und Sportfestes festlich geschmückt, genauestens formiert sind und oemenispr .gneger mußten also schon von weitem das Auch die.lungsten Berhandlungen zgL Uhr in einer Höhe von etwa 600 Meter cho-Slowakei, die Besprechunge aninYft^präfit)en= angeflogen. Bei. dem klaren, wolkenlosen Himmel Sud^endeutschen Partei mit d m I p tsche- wurde die Bevölkerung sehr schnell auf die beiden ten Dr. H o d s ch a wurden besvn^rs der W l Merksam, und wie in Glatz, so bilde- ^ murb^in einer 00^^61)1: ben sich auch hier sofort Menschenansammlungen 8^ehnt. Erst. dieserJ^agezn“ n.r.rnrnnnifAf;onen un= auf den Straßen, wobei die tschechische Grenzver- als dreißig ®erklärt daß letzung mit größter Empörung diskutiert wurde, terferhgten Kundgebung ausdrücklich erfl , B Der Weg der Flieger steht dann durch weitere die Karlsbader Forderungen K h M;»- Augenzeugenberichte genauestens mit der Linie durchaus abzulehnen sind' weil die .'deutsche . Wolfelsdorf — Wölfelsgrund — Mittelwalde — Drei- derheit durch unfei: fest, wo Rechte genießt als t^r ^ier^^oh^ro^XebunQ bie beiden Doppeldecker überall in der Zeit zwischen faffung garantiert . Am Schluß ber « J 10.30 Uhr und 10.45 Uhr beobachtet wurden, wird zustimmend em Ausspruch des Franz f Ueber Mittelwalde wurden die Flieger um Denis stiert, der folgend lautet. „Die W { 10i49 Uhr in etwa 2000 Meter Höhe gesichtet, des tschechischen Stammes wird. nur dann gesich ^^durch die verhältnismäßig lange Flugzeit von fern, wenn er feine natürlichen Lenzen eroberi big Jur ^enze erklärlich wird. Offenbar hat- und das Gebiet längs der Grenzbergegewinn^ten es die Flieger doch mit der Angst zu tun be- der Zielsetzung der sog. tschechischen '.Schutz ^mmen und z'ogen es vor. die Grenze in einer verbände" hat sich also Uichts geandert. B^ größeren Höhe als die Stadt Glatz zu überfliegen. Jahre 1928 schrieb der tschechische Unwersttat P ^od) einmal muß darauf hingewiesen werden, fessor Emanuel Radl m feinem uufsehener g üon einem Verfliegen unter keinen den Buche: „Der Kampf Zwischen Tschechen u m[tänöen die Rede sein kann, denn bei der Deutschen" folgenden bezeichnenden Satz: „^as ---__ praktische Ziel der (tschechischen) Schutzverelne ist die Tschechlsierung der heute deutschen Teile der Republik, obwohl kein Schutzverem dieses Ziel m dieser klaren Weise formuliert. Und m der tsche chischen Grenzlerzeitschrist „Obrana Raro^noi war am 15. April 1936 u. a. zu lesen: Das Grenzlandproblem ist nicht nur eine soziale Frage das Grenzlandproblem ist die Rückgewinnung mehr als eines Drittels unseres Vaterlandes in die Hande bese denen Volkes. Das Grenzlerproblem ist die -Beneblung dieses Drittels mit Leuten aus unserem Volke, ist die Hinausschiebung der heutigen Sprachgrenze bis an die tatsächlichen Landesgrenz^ lst d^ ^. S^en^utschiüm' erleben, daß selbst die bauung ^ues vollkommen starken, unuberwlnoi ch maßlosesten Forderungen der Tschechisierungsver- L M°n^Ä^un1°r7^ G'-M-cht-s eine bei d-n Prager R-gierungost-llen ^1 g-n-ig^ ^Hier "haben wir drei v°-sch»d°n° Aeußerungen, die alle das gleiche s°S°.N- D'e „Narodm Jedn t ^1 Deutschtum und ,eine Führer ver- nilationen",'wie^üe"bei"chrer "Gründung^und^auch du-Rücksicht dmvuf, S'tfÄMÄ“* U» Entwicklung im eigenen Staate fchadet oder vmistischen Tschechenturns, die nicht wehr und nicht nicht. Regierung hat auch in dieser Hinsicht Abordnung erschien in den Abendstunden des Donnerstags nochmals bei Lord Runciman, um ihm ihre Unterlagen zu übergeben. Dabei wurden die schriftlichen Darlegungen durch mündliche Ausführungen ergänzt. Ob und mann es zu einer Zusammenkunft zwischen Konrad Henlein und Lord Runciman kommen wird, steht zur Zeit noch nicht fest. Eine solche könnte jedoch kaum vor Mitte kommender Woche stattfinden, da sich Konrad Henlein zur Zeit nicht in der Tschecho-Slowakei aufhält. Internationale Konferenz? London, 5. Aug. .(Europapreß.) Heber die erste Fühlungnahme zwischen Lord Runciman und den Vertretern der Sudetendeutschen Partei, sowie der tschecho-slowakischen Regierung veröffentlichen die englischen Blätter ausführliche Meldungen, enthalten sich jedoch jeder Stellungnahme. Augenscheinlich ist an die englische Presse die Weisung ergangen, keinerlei Komentare über den Fortgang der Verhandlungen zu veröffentlichen. Diese äußere Ruhe täuscht jedoch nicht hinweg über das Interesse, mit dem die Tätigkeit der englischen Mission verfolgt wird. In politischen Kreisen wird allgemein der Heberzeugung Ausdruck gegeben, daß Runciman einen guten Tag gehabt habe und die Ergebnisse seiner Mission, wie sie auch ausfallen mögen, auf jeden Fall die weitere Entwicklung entscheidend beeinflussen werden. Man denkt dabei anscheinend an die Möglichkeit, den Bericht Lord Runcimans zum Gegenstand einer Internationalen Konferenz zu machen, falls sich die tschecho-slowakische Regierung weigern sollte, die Empfehlungen des englischen Mittlers anzunehmen. Französische „Objektivität". P »ris, 5. Aua. (DNB. Funkspruch.) Die Ergebnisse der deutschen Untersuchungen über die Ueberjliegung deutschen Gebietes durch tschechische Flieger am 3. August werden am Freitagfrüh in der Pariser Presse ziemlich unterdrückt. Die Blätter veröffentlichen fast durchweg die Mitteilung der tschechischen Nachrichtenagentur CTK., wonach drei tschechische Flieger am 3. August sich im Laufe eines Hebungsfluges verflogen hätten und jenseits der Stadt Plad.kow (!) die Grenze überflogen hätten. Die deutsche Gesandtschaft habe interveniert und der Außenminister sein Bedauern zum Ausdruck gebracht. Die Flieger würden bestraft werden. Dieses Kommunique der tschechischen amtlichen Nachrichtenagentur wird von den Blättern eiligst zum Anlaß genommen, den Zwischenfall als bei gelegt zu betrachten. Das rumänische Minderheitenstatut B u k a r e st, 5. Aug. (Europapreß.) Das Amtsblatt veröffentlicht in seiner Freitagausgabe das vom Ministerrat am 1. August genehmigte Mintz er h e i t e n st a t u t, das 28 Punkte umfaßt. In diesem Minderheitenstatut wird den Minderheiten vor allem ihre Muttersprache auch den staatlichen Stellen gegenüber zugebilligt. Ferner wird den Minderheiten in diesem Statut das Recht zuerkannt, auf Antrag bei gewissen Gelegenheiten neben der rumänischen ihre eigene Fahne zu hissen. Das Minderheitenstatut tritt mit sofortiger Wirkung in Kraft. Englische Frontkämpfer besuchen Deutschland. Berlin, 5. Aug. (DNB.) Am Donnerstagabend traf die seit dem 21. Juli in Deutschland weilende Abordnung von britischen Frontkämpfern in Berlin ein. Die englischen Gäste, die während ihres Aufenthaltes in Deutschland u. a. in Koblenz und Köln weilten, wurden am Mittwoch auf dem Kyffhäuser von Reichskriegersiihrer ^-Gruppenführer Generalmajor a. D. Reinhard begrüßt. Während chres dreitägigen Aufenthaltes in Berlin werden sie die Sehenswürdigkeiten der Reichshauptstadt besichtigen, und am Freitag um 12.40 Uhr am Ehrenmal Hnter den Linden einen Kranz niederlegen. Am Samstag werden die englischen Frontkämpfer Berlin wieder verlassen. Oie unbegrenzte Lustfahrt. maßgebend sind. Unter dem Begriff Wirtschaftlichkeit versteht man auf der einen Seite die Größe der Z u l a d u n g, sei es in Form von Passagieren oder Fracht, auf der anderen Sette stellt aber auch die Reichweite einen wichtigen Punkt dar. Beide Punkte lassen sich nicht ohne weiteres verbinden. Eine Maschine mit großer Zuladung wird immer eine begrenzlere Reichweite als die leichte Maschine besitzen, und das Flugzeug mit großer Reichweite muß notgedrungen auf größere Zuladung verzichten. Man wird also bestrebt sein müssen, beide Begriffe entweder in der Konstruktion der Maschine oder in günstigeren Brennstoff- Verhältnissen zu vereinigen. Heber die Sicherheit des heutigen Flugverkehrs ist nur zu sagen, daß sie — soweit menschliches Können und Zuverlässigkeit in Betracht kommen — beinahe hundertprozentig erreicht worden ist. Eine weitere Festigung dieses Sicherungsgrades wird durch die ständig im Ausbau befindliche Bodenorganisation in die Wege geleitet. Wir sagten schon, daß mit den erreichten Höhenflugrekorden dieses Sommers eine grundsätzliche Frage der Sicherheit und Wirtschaftlichkeit des Flugverkehrs auf weite Sicht gelöst, zumindesten aber einer Lösung nahegebracht ist. Nachdem der Geschwindigkeit in troposphärischen Höhen (bis 7000 Meter über dem Meeresspiegel) gewisse Grenzen gesetzt worden sind, wird das Hauptinteresse des Flugzeugbaues und der Kabinen- und Motoren- konstruktion auf das Höhenverkehrsflugzeug sich lenken. Das wettermäßige Ideal des Luftverkehrs ist und bleibt die Substrato- f p h ä r e bzw. die Stratosphäre selbst. Man hat hierunter Lufthöhen von 8000 Meter aufwärts zu verstehen, die völlig frei von den atmosphärischen Hnruhen der erdnahen Luftschichten sind. Man nimmt an, daß sich in diesen Lufthöhen nicht nur die Geschwindigkeit der Flugzeuge — deren Profil natürlich eine entsprechende Neuformung erfahren muß — ohne besondere Motorenverstarkung erhöhen läßt, sondern daß auch die wettermäßig vor- handenen Gefahren vollkommen ausschalten. Mit dem Höhenluftoerkehr ergeben sich Fragen des Schnellverkehrs von Erdzone zur Erdzone, hier denkt man jenem phantastischen Vorstellungen näher zu kommen, die sich mit einem „Luftsprung nach Amerika", nach Afrika oder Australien in kürzester Zeitspanne verbinden. Zweifellos gehören diese Heberlegungen noch in das Reich der Theorie, aber diese Theorie ist nicht mehr phantastisch zu nennen, sondern bildet das nächste Entwicklungsstadium der Luftfahrt. Weliumfliegung Verwams mit planmäßigen Maschinen beendet. 39350 Kilometer um die Erde in 20 Tagen, 21 Stunden und 35 Minuten. Unter Benutzung fahrplanmäßiaer Verkehrsmaschinen hat der deutsche Weltflieger Bertram feinen Flug rund um die Erde erfolgreich beendet. Im Laufe dieses Sommers ist die Luftfahrt mit- einer Reihe Rekordunternehmen hervorgetreten, die sämtlich erfolgreich ausliefen und sich in den Kardinalpunkten — Geschwindigkeit, Höhe, Sicherheit — mit gleichzeitiger Wirtschaftlichkeit zusammenschlossen. Unter diesen Leistungen machten natürlich die Weitflug- und Schnelligkeitsrekorde den nachhaltigsten Eindruck, denn auf dem Gebiete der Geschwindigkeitserhöhung verlaufen alle Anstrengungen und Entwicklungstendenzen der modernen Verkehrseinrichtungen, vom Schnelldampfer und der Eisenbahn bis zum Kraftfahrzeug und dem Flugzeug. Man kann annehmen, daß die enormen Fortschritte, die die Luftfahrt in diesem Sommer auf den erwähnten Gebieten erreicht hat, zunächst einen gewissen Höhepunkt darstellen, indem man die Leistungen der einzelnen Versuchsmaschinen auf die gesamte Luftfahrt zur Anwendung bringt Es erhebt sich nun die Frage, inwieweit die gegenwärtigen Geschwindigkeitsrekorde der Luftfahrt, die sich zwischen 630 und 70 9 Kilometer stunden bewegen, in absehbarer Zeit noch gesteigert werden können. Man muß berücksichtigen, daß diese Geschwindigkeiten nicht nur der Motorenverbesserung und Motorenverstärkung zu verdanken, sondern auch auf die ständige aerodynamische Formbesserung im Flugzeugbau zurückzuführen sind. Eine weitere Geschwindigkeitssteigerung durch motorische Verbesserungen ist natürlich möglich, aber jeder zusätzliche Motor bedingt eine Gewichtszunahme des Flugzeugs und ba=' mit eine Abnahme der Nutzlast. Da wir nicht nur Flugzeuge wegen der Geschwindigkeitsrekorde bauen, sondern auch an die Wirtschaftlichkeit des Luftverkehrs denken müssen, ist die Frage der weiteren Geschwindigkeitserhöhung durch motorische Verbesserungen auch vom Standpunkt der Wirtschaftlichkeit zu betrachten. Bisher hat man die motorischen Belastungen zugunsten der Geschwindig- kcttserhöhung dadurch ausgleichen und zum Teil sogar überholen können, daß die Flugzeuge eine Formgebung erhielten, die den Luftwiderstand auf das Mindestmaß herabsetzte. Nach den Feststellungen der Versuchsanstalten der Luftfahrt, die sich mit den aerodynamischen Gesetzen näher befassen, ist eine weitere Einstellung der Formgebung auf den Luftwiderstand kaum möglich. Es sind also von dieser Seite aus keine Möglichkeiten zu erwarten, die die Geschwindigkeit der Flugzeuge noch nennenswert heraufsetzen. Wenn wir noch schneller fliegen wollen, etwa über 900 Kilometer in der Stunde hinaus, so wird diese Steigerung nur durch vermehrte Motorenkraft erreicht werden können, womit sich aber eine entsprechende Gewichtserhöhung und damit eine geringere Nutzlast und Wirtschaftlichkeit verbindet. Ferner hat sich in aerodynamischer Hin- sich ergeben, daß die gegenwärtige Gestalt der Flügelprofile der Flugzeuge Geschwindigkeiten über 900 Kilometerstunden nicht mehr standhält. Allerdings wird der Konstrukteur bald den Weg zu einer neuen Formgebung zu finden wissen. Immerhin find der Höchstgeschwindigkeit zur Zeit gewisse Grenzen gesetzt. Währenddessen wird die gesamte Luftfahrt, deren Durchschnittsgeschwindigkeit noch längst nicht die bisherigen Rekorde und die erwähnte theoretische Höchstgeschwindigkeit erreicht hat, einen gewissen Zeitraum beanspruchen, um diese Rekorde als Normalschnelligkeiten zu übernehmen. Große Bedeutung haben auch die erreichten Hochstflughöhen mit gleichzeitiger Nutzlast durch Großraumflugzeuge, unter denen die deutschen Versuche mit der Ju90, dem „Großen Dessauer", mit 9312 Meter Höhe richtunggebend sind. Es scheint so, daß mit diesem Erfolg auch die grundsätzliche Frage der Wirtschaftlichikeit und Sicherheit gelöst ist, wenigstens auf weite Sicht gesehen. Zunächst wird allerdings der alltägliche Kurs unserer Verkehrsmaschinen Taum über 5000 Meter Höhe hinausführen, wobei auch wirtschaftliche Heberlegungen Berlin, 4. Aug. (DBB.) Am Donnerstag um 22.05 Uhr landete der bekannte Australienflieger Hans Bertram mit der planmäßigen Maschine der Strecke Lissabon—Berlin nach der Rückkehr von seiner Dellumfliegung auf dem Flughafen Tempelhof. Bertram hatte diesen Flug nicht unternommen, um einen Rekord aufzustellen, sondern ihm lag lediglich daran, den Beweis zu erbringen, daß es heute möglich ist, mit den bestehenden internationalen Luftlinien an Hand des Kursbuches die Welt zu umfliegen. Bertram brauchte für feinen Flug, der ihn von Berlin über Bagdad, Karachi, Kalkutta, Bangkok, Manila, Honolulu, San Franzisko, Reu- york, Lissabon wieder nach Berlin über eine Strecke von 39 350 Kilometer führte, eine Reifezeit von genau 20 Jagen, 21 Stunden und 35 Minuten. Die reine Flugzeit hat 15 Tage betragen. Zum Empfang Bertvams hatten sich auf dem Tempelhofer Feld Vertreter des Luftfahrtministe- riums, der Deutschen Lufchansa, der Presse und Freunde des Flieders eingefunden. Nach der Landung berichtete Bertram einem Vertreter des DNB. über feine Eindrücke auf feinem großen Flug. Er hat fünf internationale Fluglinie n benutzt. In H o r t a auf den Azoren hatte sich bei der Wasserung ein kleiner Zwischenfall ereignet. Einige begeisterte Segelfportter waren so wüt in die Auslaufbahn des Atlantttflugzeuges „Nordsee" hineingefahren, daß die Maschine mit den Masten von zwei Booten in Berührung kam, ein Schelm, der jedoch in wenigen Stunden wieder gutgemc cht werden konnte. Zum Nordatlantikdienst der Deutschen Lufthansa stellte Bertram fest, daß er mit Stolz behaupten könne, daß dieser Dienst hundertprozentig fertig sei. Der Betrieb sei so weit durchorganisiert, daß diese 93er» suchsstrecke sofort in den Verkehr genommen werden könne, sobald durch die entsprechenden Verhandlungen die Voraussetzungen dafür geschaffen seien. Jubel um Carrigaue. Neuyork, 5. Aug. (DNB. Funkspruch.) Der Ozeanflieger Carrigane, der infolge eines „Kontaktverfagers" mit einer alten Maschine von Neuyork nach Irland statt nach Los Angelos flog, kehrte am Donnerstagabend an Bord des Dampfers „Manhattan" nach Neuyork zurück. Eine riesige Menschenmenge bereitete ihm einen jubelnden Empfang. Heber ein Dutzend großer Hafenfahrzeuge, vollbesetzt mit Irländern und Amerikanern irischer Abstammung, fuhr ihm bis zum Hafeneingang entgegen. Aber auch zahlreiche andere Amerikaner erwarteten in großen Hafenbooten den Dampfer am Hafeneingang, so daß das Schiff schließlich von 40 Fahrzeugen umgeben und von mehreren Fliegern begleitet in den Hafen einfuhr. Die Vertreter der städtischen Behörden bestiegen die „Manhattan" an der Quarantänestatton, um den Flieger zu begrüßen. Auf einem der Empfangsboote befand sich ein Ausschuß, dessen sämtliche Mitglieder den bekannten Familiennamen Carrigane führten. Die Hafenfahrt zum Pier, wo bereis fett mehreren Stunden eine große Menschenmenge wartete, erfolgte unter dem unablässigen Heulen der Sirenen sämtlicher im Hafen liegenden Fahrzeuge. Als der Dampfer angelegt hatte, stürmte die begeisterte Menge, unter der zahlreiche Mädchen mit großen Blumensträußen auffielen, die Landungsstege. Das Deck des Dampfers war im Augenblick so überfüllt, daß der Empfangsausschuß den Flieger in feine Kabine zurückgeleiten muhte. Erst nachdem der Ansturm abgeflaut war, konnte Carrigane das Schiff verlassen. Der offizielle Stadtempfang findet am Freitag statt. Er dürfte der größte werden, der feit der Rückkehr Lindberghs veranstaltet wurde. Oer Dichter Rudolf G. Sinhtng f. münchen, 4. Aug. (DRV.) 3n seinem Wohnsitz in Starnberg bei München ist am Donnerslagmittag nach kurzer Krankheit der Dichter Dr. h.c. Rudolf G. Rinding gestorben. Er wurde in Würdigung seiner Verdienste um das deutsche Schrifttum mit der Goethe-Medaille für Kunst und Wissenschaft bedacht. Rudolf G. Binding, ein Sohn des bedeutenden Strafrechtslehrers Karl Binding, wurde am 13. August 1867 in Basel geboren, verlebte dort seine früheste Kindheit und kam, da fein Vater als Hochschullehrer von Unroerfität zu Unioerfität gerufen wurde, über Freiburg i. Br. und Straßburg nach Leipzig, wo er seine Gymnasialzeit beendete. Der Sohn des großen Juristen trat zunächst in die Fußtapfen seines Vaters und studierte in Tübingen Iura, wurde dann Einjährig-Freiwilliger bet den 14. Husaren in Kassel und bildete sich habet zu einem Herrenreiter aus, der es später wagen konnte, selbst auf englischem Rasen in den Sattel zu steigen; 1892 gewann et die „Englische Meile von Lincoln". Er hat sich dann als Reserveoffizier zu den sächsischen Husaren in Grimma versetzen lassen und ist als Rittmeister d. R. im Feld gewesen. Nach seiner Militärdienstzeit nahm er sein Studium in Leipzig wieder auf, legte sein Referendarexamen ab und ging dann zur Medizin über, um auch in diesem Fach bis zur ersten Prüfung zu kommen. Eine schwere Erkrankung machte die Fortsetzung dieses Studiums vorerst unmöglich. Binding wurde zur Genesung nach Italien geschickt und wurde hier zum Dichter. Gleichzeitig mit dem Erscheinen seiner ersten Gedichte trat er als Hebersetzer d'Annunzios vor das deutsche Lesepublikum, das ihm immer treu geblieben ist. Binding hat übrigens später eine Reihe von Jahren als Bürgermeister im hessischen Buchschlag zwischen Frankfurt und Darmstadt gelebt ♦ Ein Dichter ist gestorben, ein vollkommener Gentleman, ein Mensch deutschen Wesens, auf den die Nation stolz fein darf. Das gesammelte Werk, das er hinterläßt, ist nicht besonders umfangreich^ aber es ist in allen Stücken vorbildlich und charak- terifttfch für den, der es schrieb. Man wird in diesem Werke nichts finden, was in irgendeinem Sinne als schwach oder schwächlich, als überholt oder unzeitgemäß anzusprechen wäre: alles nämlich, was Binding geschrieben hat, ist so beschaffen, daß es die Gewähr der Dauer, einer ganz bestimmten Zeitlosigkeit, gleichsam in sich trägt. Es mag jenes berühmte, entscheidende Erlebnis vor der Hermes- Statue des Praxiteles auf der griechischen Reise gewesen sein — Binding hat dieses Kapitel seiner Selbstbiographie vor Jahren hier in Gießen ge- Aufn.: Archiv. lesen —, das im klassischen Bilde und Lebenskreife der Antike Seelenverwandtschaft und jenes Maß aller Dinge fand, von dem jedes seiner Werke Zeuanis ablegt. Die unbeirrbare Vornehmheit des Denkens, die Ritterlichkeit und Sicherheit geistiger Haltung, die adlige Zucht einer ausgewogenen Sprache —: das sind Merkmale eines absoluten und reinen Dichtertums, welchem wir in all den schmalen Bänden Bindings immer aufs neue beglückt begegnen. Binding hat die schwierige, oft peinlich mißbrauchte und mißverstandene Kunst der Novelle in Deutschland um eine Reihe unvergänglicher Kostbarketten bereichert. Die Erzählung „Unsterblichkeit" beispielsweise wird für alle Zeiten zu den dichterischen Denkmälern des großen Krieges in Deutschland zu rechnen sein, und mit nicht geringerem Range stellen sich daneben Erzählungen wie „Opfergang" und ,^euschheitslegende". Welcher Anmut dieser so strengen Gesetzen gehorchende Dichter fähig war, beweisen etwa die entzückende kleine „Reitvorschrift für eine Geliebte" und die Weihnachtslegende „Das Peitfchchen", eine der lieblichsten Kindergeschichten in deutscher Sprache. Diel zu wenig bekannt und gelesen ist, wie uns scheint, Bindings Selbstbiographie „Erlebtes Leben", die nicht nur das persönlichste Bekenntnis des Künstters, sondern auch das sehr nachdenklich machende Bild einer versunkenen Epoche enthält. Wir können und wollen heute nicht alle Bücher Bindings im einzelnen aufzählen; sie sind im Laufe der letzten Jahre hier fast alle ausführlich gewürdigt worden. Dor nicht Tanger Zeit noch konnten wir die neuen Gedicht-Ausgaben anzeigen, und wir müssen heute daran erinnern, weil Binding auch ein bedeutender Lyriker war, in dessen Gedichten man jene Klarheit und Sammlung, die Zucht der Sprache und die gebändigte Leidenschaft des Herzens wiederfindet, welche seinen Erzählungen eigen ist. Heber dem bekanntesten Gedichtbande Bindings stehen die beiden Worte, mit denen es sich wohl geziemt, Abschied zu nehmen, die Worte: Stolz und Trauer. Hans Thyriot Richard-Wagner-Heflspiele in Zoppoi. Mit der zweiten Aufführung der „Götterdämmerung" fanden die Richard-Wagner-Fe st - spiele 1 93 8 an der Waldoper in Zovpot ihr Ende. Das begeisterte Publikum, das die Festspiel- stätte füllte, zollte den Künstlern und dem Leiter der Festspiele aufrichtigen Beifall und herzlichen Dank. — Acht Aufführungen unter der Leitung von Generalintendant Hermann Merz haben in diesem Jahre stattgefunden, annähernd 50 000 Besucher haben den Aufführungen beigewohnt. Das Erlebnis dieser Festspiele war die vollständige Aufführung des gesamten „Ringes der Nibelung e n", wobei „Rheingold" und „Götterdämmerung" eine Wiederholung erfuhren. Dazu tarn eine zweimalige Aufführung des „Lohengrin". Im kommenden Jahr soll der „Ring des Nibelungen" zweimal geschloffen, also an acht Abenden, aufgeführt werden. — Die Staatskapellmeister Professor Heger (Berlin) und Karl Tut ein (München) hatten abwechselnd die Aufführungen geleitet. Eine große Anzahl bekannter Solokräfte war verpflichtet worden. Neben vielen Sängern und Sängerinnen, die schon oft im Zoppoter Walde gesungen haben, traten besonders zwei große Künstler neu zu den bisherigen Kräften: Frau Majorie Lawrence von der Metropolitan Oper in Neuyork und Hans Hermann von der Staatsopfer in München. Der große Erfolg der diesjährigen Richard-Wagner- Festspiele steigert die Erwartungen, die auf das nächste Jahr gesetzt werden. Landsknechtstrommeln und Fanfaren. In einem Aufsatz, den Dr. Willi Fr. Könitzer im Augustheft von D e lh a g e n & Klasings Mo» natsheften veröffentlicht, finden wir beherzigenswerte Ausführungen über die Mufikarbeit der Hitler-Jugend. Könitzer schreibt u. a.: „Es wäre ein Leichtes gewesen, einige gute Chöre und einige gute Orchester zu gründen und zu schulen, um mit ihnen Musik zu machen. Musik ist aber mehr als jede andere eine Kunst der Gemeinschaft. Hnd wenn die Hitler-Jugend Mufikarbeit leistet, so geschieht das aus dem Bewußtsein, daß der Lebensstil des deutschen Volkes und damit der Lebensstil der deutschen Jugend von der Gemeinschaft her bestimmt ist. Das Erlebnis der Volksmusik ist die erste Grundlage, auf der für die Hitler-Jugend überhaupt erst eine Erneuerung unseres Musiklebens aufbauen kann. Sie will und kann darum das Musikleben nicht vom Konzertsaal her erneuern, sondern muß in der auf dem Gemeinschaftserleden fußenden Form der musikalischen Feier das Musikverständnis wecken und erziehen. Kurzsichtige haben über Landsknechts- trommeln und Fanfaren, Blockflöten und ein« stimmige Marsch- und Volkslieder gelacht: eine Erneuerung unseres Musiklebens sollte aus dem Kampf-, Fahrten- und Marscherlebnis möglich werden? Aber wer nun schon einmal ein offenes Singen ober einen Dorfabend oder ein Betriebssingen erlebt hat, weiß, daß sie zu früh und zu Unrecht g* lacht haben." Hochschulnachnchten. Professor Dr. Hermann G r a b n e r, Lehrer am Sächsischen Landeskuratorium, wurde von der Berliner Hochschule für Musik als planmäßiger Professor für Komposition berufen. Professor Grabner, ein Schüler und späterer Assistent von Max Reger in dessen Leipziger und Meininger Zett, hat als Komponist in der Musikwelt einen Namen. Er kom- • panierte zahlreiche Lieder und schuf neben Chor- und Orgelwerken mehrere größere Orchefterkomposittonen, Oratorienwerke und Opern. Unter den Opern sind „Die Richterin" und „Meister Reinhold" bekannt geworden. Professor Grabner ist gebürtiger Grazer. erneuten Das Echo in Tokio. Telrpvonvermittlung auch bei Aiegergesahr niaung zwischen den beiderseitigen totanüpunr= ten erzielt werden. Es ist jedoch anzunehmen, daß i Aus aller Well Unser Bild zeigt Abschluß. Wetterbericht PALMOLIVE-SEIFE, ■Mn! Nische Volk die deutschen Leichtathleten in aller- bester Erinnerung. * In Helsinki wird der Olympias tim mit be- soliderem Interesse erwartet. Die Uraufführung dieses einzigartigen Bilddokuments für Finnland fln» bet am S. August in Helsinki in Anwesenheit von Beni Ri-s-nstohl ftatt. Lent Riesenstahl wirb wahrscheinlich auch den finnischen Leichtathletik. Meisterschaften im Olympia-Stadion beiwohnen. große Aufgabe gerichtet, und wir werden unsere ganzen Kräfte aufs äußerste anspannen. In meiner Heimat hat man sich über die Sympathie, die Finnland nach Uebertragung der Olympischen Spiele aus aller Welt, u. a. im reichen Maße aus Deutschland, zuteil wurde, sehr gefreut, und wir hoffen, daß uns unsere deutschen Sportfreunde ihre große Erfahrung zur Verfügung stellen werden. Wir hoffen ferner, und sicherlich nicht vergeblich, auf eine starke Beteiligung Deutschlands; vom Länderkampf 1935 in Helsinki hat das ganze fin- Jn Rangsdorf bei Berlin startete der bekannte deutsche Flieger Gerd Achgelis mit seinem Bücker „Student" zu einem großen Nordland- s l u q, der ihn über Dänemark nach Schweden, Norwegen, Finnland, Estland und Lettland führt. Achgelis wurde vom Aeroklub der nordischen Lander eingeladen, auf verschiedenen Flugtagen sein peues deutsches Kleinflugzeug, das in der Weltöffentlichkeit starke Beachtung gefunden hat, vorzuführen. Gerade in den skandinavischen Ländern wird dem Bücker „Student", der in mehreren Exemplaren bereits im Ausland fliegt, großes Interesse entgegengebracht. Achgelis wird an einem Fluatag in Skörde (Schweden) an den Start gehen, um seine Maschine auch im Kunstflug zu zeigen. Anschließend ist ein großer Rundflug über Schweden, Norwegen und Finnland vorgesehen, wobei in allen größeren Städten Vorführungen stattfinden. Um die Schachmeisterschaft van Großdeutschland. beide Regierungen die Lage * einer Prüfung unterziehen werden. letzt Der Triebwagen wußte abgeschleppt werden, während die Lokomotive des Personenzuges wieder betriebsfähig gemacht wurde. Tokio, 5. Aug. (Europapreß.) Mit der Ablehnung der japanischen Vorschläge durch Moskau, ergänzt durch Forderungen des Kremls nach sofortiger und bedingungsloser Räumung des Tscheng-Ku-feng-Gebietes, find die Aussichten auf eine baldige Beilegung des Zwischenfalls an der mandschurisch-sowjetrussischen Grenze nach Ansicht maßgeblicher Stellen erheblich gemindert Der finnländische Minister Dr. Kekkonen hielt sich aus Anlaß der Eröffnung des deutsch- finnischen Luftverkehrs kurze Zeit in Berlin auf. DNB. - Sport nahm die Gelegenheit wahr, mit Dr. Kekkonen, der vor Jahren ein großer Leichtathlet war, über olympische Fragen zu sprechen. Verkleinerung der Wettkampfsolge Auf die Frage, wie Helsinki 1940 das Programm gestalten wolle, antwortete der Minister: Da Helsinki die Olympischen Spiele etwas spät erhalten hat, sind wir gezwungen, das Programm möglichst ohne die im letzten Jahrzehnt üblich gewordenen Rahmenwettbewerbe auszuschreiben. Da jedoch Fußball in Finnland sehr volkstümlich ist und sich Wasserball gleichfalls einer gewissen Beliebtheit erfreut, ist es nicht ausgeschlossen, daß auch diese Wettbewerbe mit auf das Programm gesetzt werden. Aber prinzipiell müssen wir uns aus dem bereits angeführten Grunde zu einer Verkleinerung der Wettkampffolge verstehen und sind der Meinung, datz trotzdem der olympischen Idee Genüge getan wird. Die amtliche Untersuchung ist im Gange. Der Leiter der Reichsunfallversicherung für den Bergbau (Knappschafts-Berufsgenossenschaft) hat Sofortmaß- nahmen zur Hilfeleistung für die Hinterbliebenen angeordnet. Drei Vahnarbeiter überfahren. Auf dem Bahnhof Leipzig-Connewitz wurden drei Bahnarbeiter von einem durchfahrenden Zug überfahren und auf der Stelle getötet. Sie hatten offenbar die Warnsinale des Sicherheitspostens überhört. _ , J Das kattegatt in 17 Stunden 20 Minuten durchschwommen. Der Rekord der dänischen Schwimmerin Jenny Kammergaards, die im Vorjahre das Katte- gatt in 28 Stunden durchschwommen hatte, wurde von der schwedischen Schwimmerin Bauer um nahezu 11 Stunden unterboten. Die Schwedin war von der Südwestspitze der Insel Seeland aus nach Jütland gestartet, wo sie bei Ramskov südlich von Grenaa an Land ging. Sie brauchte 17 Stunden und einen Teil des Olympia-Stadions in Helsinki nut dem Turm. — (Scherl-Bilderdienst-M.) 1 Stück 3(h .3 stück 85$ Moskau, 4. Aug. (DNB.) Im Auftrage der l Tokioter Regierung sprach der japanische Lofichaf- . ter in Mokau, Shigimitsu, am Donnerstag beim sowjetrussischen Außenkommissar Litwi - now-Finkelstein vor. Shigimitsu brachte den Standpunkt der japanischen Regierung zum Ausdruck, wonach der Konflikt um S ch a n g - seng auf friedlichem Wege gelöst werden könne. Falls sich die Sowjetregierung bereit erkläre, sämtliche mllitärischen Aktionen in der umstrittenen Zone einzustellen und der Lösung des Konflikts durch diplomatische Mittel zustimmen würde, wäre Japan seinerseits bereit, die Frage der jowjetrufiischen Grenzansprüche zu prüfen. Japan würde dann versuchen, konkrete Maßnahmen, insbesondere zur Demarkation der Grenze, vorzuschlagen, wozu alles Material, worüber die drei interessierten Staaten (Japan, Mandschukuo und die Sowjetunion) verfügten, einer gemischten Kommission unterbreitet werden solle. Litwinow-Finkelstein beharrte demgegenüber auf dem merkwürdigen Standpunkt, daß vor Aufnahme irgendwelcher Verhandlungen die japanischen Truppen hinter die Linie zurückgezogen werden müßten, wobei er die im Vertrag von Huntschun (1886) beigefügte Karte alsGrenze ansieht. Der japanische Botschafter erwiderte, daß diese Karte (die sich bekanntlich nur m einer einzigen Ausfertigung bei den Akten des Moskauer Außenkommissariats befindet) bisher schon deshalb nicht als Anhaltspunkt für die Festlegung der Grenzlinie hätten dienen können, da sie ja niemals veröffentlicht fei und den japanischen Stellen gar nicht bekannt war. Das Verlangen Moskaus stehe im übrigen im offenen Widerspruch zu den Behauptungen der bisherigen amtlichen fow- letrusischen Verlautbarungen, wonach die japam- chen Truppen in der gesamten umstrittenen Zone von den Sowjettruppen vertrieben worden seien. Im Verlaufe des Gesprächs konnte keine Einigung zwischen den beiderseitigen Standpunk- . " - <. , „s. ... t a ö i cni Bereits ziemlich fertig, und mit Lotigkeit können wir ohne große Unkosten das 5anung5Der g von 25 000 auf 60 000 Plätze vergrößern. W r find uns klar darüber, daß auch das noch zu wenig I wird, aber was sollten wir wohl spater nut e noch größeren Stadion? Gebaut werden wird cy ein Schwimm st adion und eine Rad re bahn, modernisieren werden wir die Hatte I Schwerathleten. Wenig Aenderungen brauchen____ worden. Die japanischen Bedingungen scheinen durchaus geeignet, eine diplomatische Regelung der 6treib frage in die Wege zu leiten. Sie liefen hinaus auf die Bildung einer neutralen Zone durch Zurücknahme der japanischen Truppen, verbunden mit sowjetrussischen Zusicherungen, das geräumte Gebiet nicht zu besetzen. Hierauf sollte ein gemischter Grenz-Ausschuß, bestehend aus Vertretern Japans, Mandschukuos und Sowjetrußlands, die endgültige Grenze festlegen. Die Antwort Sowjetrußlands war die Forderung nach Rückzug der japanischen Truppen sowie die eindeutige Weigerung, irgend welchen Grenzänderungen zuzustimmen. Angesichts dieser herausfordernden Haltung Moskaus ist für Freitag eine neue Sondersitzung d e s Kabinetts anberaumt worden. In einer vom japanischen Kriegsministerium ausgegebenen amtlichen Mitteilung wird betont, die japanische Geduw habe ihre Grenzen. Die japanische Presse hat bisher noch nicht zur Gesamtlage Stellung genommen, sie deutet lediglich an, daß Japan bereit sei, den Zwischenfall großzügig zu erledigen, und daß man infolgedessen warten könne, bis Moskau an einer ähnlichen Lösung bereit sei, sofern es einen ernstlichen Konflikt oder die Schaffung eines Unruheherdes im Fernen Osten vermeiden wolle. Während es am Donnerstag unter dem Einfluß einer flachen Tiefdruckstörung in ganz Frankreich zu verbreiteten Gewittern kam, beschränkt sich in Westdeutschland die Gewtttertättgkeit auf wiederum nur vereinzelte, in Mittelgebirgen auftretende Storungen. Eine wesentliche Aenderung der Wetterlage wird noch nicht eintreten. Vorhersage für Samstag: Meist hetter, gegen Abend Neiguna zu örtlicher Gewtttertättgkeit, warm und schwül, östliche Winde. Lufttemperaturen am 4. August: mittags 33,1 Grad Celsius, abends 21,6 Grad; am 5. August: morgens 19,8 Grad. Maximum 33,7 Grad, Minimum heute nacht 17,5 Grad. — Erdtemperaturen m 10 cm Tiefe am 4. August: abends 27,4 Grad; am 5. August: morgens 22,1 Grad. — Sonnenscheindauer 10,6 Stunden. Finnland ist für 4940 gerüstet! Minister Dr. Kekkonen über die Vorbereitungen zu den Olympischen Spielen in Helsinki. an den Schießständen vorzunehmen, die anläßlich der Weltmeisterschaften ihre Feuerprobe bestanden haben. Alles in allem wird Helsinki und mit ihm ganz Finnland bestrebt fein, mit der Durchführung der Spiele gleichzeitig den Sportanlagenbedarf für mindestens ein Jahrzehnt zu befriedigen. 2 ... O»e Winterspiele bereiten Finnland Sorge. Sehr skeptisch steht Minister Kekkonen zur Frage ber Winterspiele: 5inn,lan\.'E. auch ein großes Wintersporllanb, aber hinsichtlich der Winterspiele in meiner Heimat bin ich em „ungläubiger Thomas". Der Schilauf, der Wintersport Finnlands, ist vom Programm der Spiele g e - strichen worden, und ohne chn wünschen wir Die Spiele nicht. Zu beachten ist außerdem, daß w.r für Abfahrt-'und Torlauf fein geeignetes Gelände haben, und wir würden die Winteripiele gern Oslo überlassen. Allerdings ist dies alles nur meine persönliche Ansicht, die eines alten Leichtathleten. Don der Mitarbeit zur Gestaltung. Finnland freut sich, nach vielen fahren der Mitarbeit an der olympischen Idee auch einmal ihr Gestalter zu sein. Ich glaube fest daran, daß wir sehr wohl imstande sind, die Ausrichtung der Spiele ehrenvoll zu erledigen Schon letzt ist das ■ Interesse unseres sporttreibenden Volkes auf_bi^ In Bad Oeynhausen wurde das Turnier um die Schachmeisterschaft von Großdeutschland fortgesetzt. Der Stand nach der 12. Runde lautet: Eliskases 10 Punkte, Äiemnger 9,5 Punkte, K o ch 7,5 Punkte, Michel 7 Punkte und 2 Hängepartien, Kohler und Richter je 7 Punkte, Engels 6 Punkte und eine Hängepartie Herrmann 6 Punkte, B e ck e r 6 Punkte, Krankl 5,5 Punkte und eine Hängepartie, Rell - ft ab 5 Punkte und eine Hängepartie, Reinhardt 4,5 Punkte, Schmidt 4 Punkte, E l- finger 3,5 Punkte, Dr. Weil 3 Punkte und eine ^Hängepartie, Nowarra 1,5 Punkte. 17 verletzte bei einem Zugzufammenstoh. Am Donnerstag früh fuhr der fahrplanmäßige Personenzug KP 1603 kurz nach der Ausfahrt aus dem Bahnhof Ralingen, Regierungsbezirk Trier, auf der eingleisigen Strecke auf den vor dem Elw fahrtfignal stehenden Triebwagen 1600 auf. Durch den Zusammenstoß wurden ein Reisender und | mm Beamte schwer und 14 Personen leicht ve r - / . , er-.-.t_______ —rtfinafi+ifönnf tnprhpn Samstag, den 6. August, und Sonntag, den 7. August Gießener Ruder'Gesellschaft 1877 e.V. 5137D bei den 51450 iiEJli 147D fen. 03536 Im 5135 A Fliesenleger J Handtaschen Frankfurterstrasse NSIfr Werbe-Drucksachen bei Brühl. Schulstr.1 Staucht ein £ii, et ließet! ei! Ihre Vorräte und Getränke Kälter köstlich frisch. Einspaltige Kleinanzeigen werden zum ermäßigten Grundpreis von 5 Pf. für die Mllllmeterzelle veröffentlicht VORMALS: M-GGRODE GIESSEN Die Deutsche Arbeitsfront NSG. »Kraft durch Freude« Kreis Oberlahn-Usingen Ludwigsplatz-Drogerie, Photohaus 5151A Wagen- Waidien Lahostr./Hommstr. Fernsprecher 2278 West-Garagen Mehr Freude an der Natur durch Bermühler-Bücher! 1 DOPDELHEREwHWitH- preiswert von 5128A Leder-Röhrig, Gießen, Neustadl 43 Kriegerkamerads cbaft 1874/Gießen NS.Reichskriegerbund (Kyffhäuser e.V.) Zugoslawiens Mohammedaner. 23on unserem I. M.-Berichterstatter. Nachdruck verboten! Sarajevo, August 1938. Vor einiger Zeit ist in der Eareva Dschamija (Kaiser-Moschee) in Sarajevo das neue geistliche Oberhaupt aller Mohammedaner Jugoslawiens, der Reis-el-Ulema, feierlich in fein Amt eingewiesen worden. Er ist der Bruder des jugoslawischen Derkehrsministers im Kabinett Stojadino- witsch, Spaho, der seinerseits als Führer der bosnischen Muselmanen eine der drei Stützen der jugoslawischen Regierungspartei, der „Jugoslawischen Radikalen Gemeinschaft", ist: die beiden anderen Bestandteile dieser Bereinigung sind die serbischen Radikalen mit der Ueberlieferung aus den Zeiten des alten Pafchitfch, deren Haupt der Ministerpräsident Stojadinowitsch selbst darstellt, und die Slowenische Dolkspartei des Prälaten Koroschetz, des stellvertretenden Ministerpräsidenten und jugoslawischen Innenministers. Der neue Reis-el-Ulema ist nicht, wie sonst wohl üblich, aus dem mohammedanischen Priestergewand hervorgegangen — das ist wohl Sitte, aber nicht bindende Vorschrift —, sondern hat den Werdegang eines mohammedanischen Rechtsgelehrten. Es ist vielleicht nicht allgemein bekannt, einmal, daß in Jugoslawien eineinhalb Millionen Mohammedaner leben, womit dieser Staat eine Sonderstellung innerhalb Europas einnimmt, zweitens, daß Jugoslawien - auf diese 11 v. H. der Gesamtbevölkerung einige Rücksichten nimmt, die dem Charakter des Einheitsstaates, der sonst angestrebt wirt), nicht am Sonntag, dem 7. August Sonntag, dem 21. August Sonntag, dem 28. August (Schlußvorstellung) auf der Freilichtbühne an den Eschbacher Klippen Spielbeginn jeweils 15 Uhr EINTRITT 50 Pfennig, zuzüglich 5 Pfennig Kulturbeitrag 5136V bazar. In diesen Gebieten lebten sowohl moham- medanisierte Serben und Albaner, als auch Türken als Grundbesitzer, Bauern, Handwerker usw. Die Türken sind freilich heute im Rückgang begriffen, die Agrarreform hat die großen Ländereien aufgeteilt und südslawischen Kolonisten die Ansiedlung ermöglicht. Als 1918 der Zusammenschluß der Südslawen erfolgte, brachten wieder Slowenien, Kroatien-Slawonien und Dalmatien so gut wie keine Muselmanen mit, ebensowenig die Wojwodina (Banat und Batschka), um so mehr aber Bosnien und d i e Herzegowina, wo über 0,75 Millionen großenteils strenggläubig lebten. Sie sind aber, bemerkenswerterweise, keine Türken oder gar Araber und verstehen Arabisch nur, soweit es der Koran verlangt, sondern sind echte Südslawen, feit Jahrhunderten islamisiert, weil ihre Vorfahren als Sektierer (Bogomilen), den Manichäern und Albigensern verwandt, von Rom verfolgt, beim Einmarsch der Türken auf der Balkanhalbinsel freiwillig geschlossen zum Islam übergetreten sind und dadurch viele Vorrechte behielten, die sie eifersüchtig hüteten. Sie sprechen nur serbokratisch und teilen mit den orthodoxen und katholischen Südslawen viele alten Sitten und Heldenlieder. Sarajevo ist der Schwerpunkt des südslawischen Muselmanentums geblieben. Die Diktaturregierung des Königs Alexander hatte 1929 den Posten des Reis-el-Ulema neu geschaffen, um alle Muselmanen des Königreiches zusammenzufassen und seinen Amtssitz nach Belgrad gelegt, wo kaum noch Muselmanen wohnen. Diese Maßnahme ist aber schon 1931 wieder abgeändert worden. Heute amtiert der Reis-el-Ulema inmitten seiner Gläubigen, die seine feierliche Einsetzung als Fest echt mohammedanischer Art betrachtet haben. statt. Hierzu laden wir alle Kameraden nebst Angehörigen, alle Kameraden der angeschlossenen Kyffhäuser-Verbände, sowie alle ehern. Soldaten, die bisher noch keinem Kyffhäuser-Verband angeschlossen sind, herzlichst ein. DIE FÜHRERSCHAFT. 5143V mehrere tüchtige, für 2 bis 3 Monate Ar Heeresarbeiten in Gießen sofort gesucht, peier Doll, Köln Melden bei 51330 Chr. Oormbach/Sießen Beethovenstraße 6. Reisenecessaires Einrichtungskoiier von 5134A Leder - Becker Bahnhofstr.16 smafioon Bflameo liieren nad> der Naturschutzverordnung vom 18. März 1936 (RG»l.I Sette 181) und den ergänzenden Bestimmungen, ausführlich erläutert von Professor Dr. 20 Weder, o. ö. Prof, der Rechte und Referent im Reichs, und Preußischen Ministerium für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung, und Prof. Dr. Walther Schoenichen, Leiter der Reichsstelle für Naturschutz. Gebunden NM. 3,60. Bestellungen durch olle Buchhandlungen Slno verEer Verlag. öerlln-Mlecl. immer noch große Auswahl in: Hans- n. Slrahenkleider \ /Größe 42 50, Stück ii’ Große Auswahl in Seiden- Wäsche aller Art Damen-Garnitur: Hemdchen und SdilüDler, teils mit 1 , Spitzeusw.,Gr.42-48,Gam. 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So genießen diese Mohammedaner z. B. ein Vorrecht: in Familien-, Ehe- und Erbrecht sind sie nicht dem allgemeinen bürgerlichen Recht des Staates unterworfen, sondern bedienen sich ihres mohammedanischen Scheriatsrechtes, für das auch eigene Schulen bestehen. Ebenso ist der große Besitz der geistlichen Stiftungen des Islams einer besonderen Verwaltung unterstellt, dem Wakuf (diese Bezeichnung ist wohl aus anderen islamischen Ländern eher bekannt). Nach mohammedanischem Eherecht kann z. B. der Mann, ohne die staatlichen Scheidungsgesetze in Anspruch zu nehmen oder von diesen gegen seinen Willen erfaßt zu werden, seine Frau entlassen, indem er ihr seinen einseitigen Beschluß durch den Kadi ins Haus schicken läßt. Solche Fälle sind freilich heute nur noch selten und werden von der Volksmeinung auch keineswegs gebilligt. Da in ganz Jugoslawien die aus der Zeit vor 1918 stammenden verschiedenartigen Rechtssysteme, das alte serbische, das montenegrinische, das türkische, österreichische, ungarische, das besondere kroatisch-flawonische und besondere bosnisch-herzegowinische, nach und nach vereinheitlicht werden, eine Arbeit, die lange Zeit in Anspruch nimmt, fällt es nicht ins Gewicht, wenn ein Sonderrecht einstweilen weiterbesteht. Serbien vor 1912 hatte so gut wie keine mohammedanische Bevölkerung, Montenegro nur einen kleinen Anteil in dem 1878 und 1880 gewonnenen Küstenstrich, in dem mohammedanisierte Albaner wohnten. Der Balkankrieg brachte beiden Staaten einen Zuwachs an Muselmanen: für Serbien fast ganz Mazedonien, amtlich Südserbien genannt, für Montenegro einen angrenzenden Streifen und den größeren Teil des Sandschaks von Novi - Am Sonntag, dem 7. 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Oer Rekord des alten Postboten. Der 78jährige italienische Postbote Giuseppe Ca» ratozzolo aus der kleinen Stadt Scilla, in der Nähe der Straße von Messina, hat in einer ununterbrochenen Dienstzeit von 53 Jahren nicht weniger als 2 0 0 0 0 0 K i l o m eter z u Fuß zurückge« legt. Der alte Mann ist in seiner Vaterstadt eine außerordentlich volkstümliche Erscheinung. Seine Mitbürger erinnern sich besonders gern an seine unermüdlichen Dienste während des Weltkrieges, als er mit einem Lächeln, das feine persönliche Freude wiederspiegelte, den harrenden Eltern, Frauen und Bräuten die vielen Briefe ihrer Söhne und Männer aus dem Felde überbrachte, oder anderseits es niemals versäumte, ein tröstliches Wort zu sagen, wenn der ersehnte Brief ausblieb. Man kann sich in Scilla die Stadt kaum ohne Signor Guiseppe vorstellen, und alles hofft, noch viele Jahre den Ton seines Pfeifchens zu hören, womit er seine Freunde an die Türen lockt. Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange (in Urlaub), i. 93.: Ernst Blumschein; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck (in Urlaub). Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: i.V. Hans Thein. D A. VII. 38: 9034. Druck und Verlag: Brühlsche Universitätsdruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzeloerkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vom 1. September 1937 gültig. Merl Mus Göbelnrod. Kinder: 4-Moho. von mittlerem Beamten gesucht Schr.Angeb.unt. 03541 a.d.G.A. Berufstätige ige. Dame sucht leeres Zimmer (eo.schön.Mans.) in gutem Hause angen. auch Einfamilienh. Sehr. Ang. m. Pr. unt. 03558 a. d. G. A. WM und MM für Baustelle und Lager sofort gesucht. 3. 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Treis a. d. Lda., den 4. August 1938. Tu SÄ haft 1877 7 e.V. 5137D igsabend tsfront :hbach jter >55 rfsteM’ 1crKliPPen e'ianz 1 ;n frei g e.V. 5MV /Bieften ftnsere.V-) ""le $ilb„. Ä1* 'r für den Gleiter: hQns ^Naitber > ' Dru nl che »' F« unb ®a irfeitse”""« ®=ill ’Ä«, «Äft! • 'JÄ. für M E ,r.D',’PL, 8reitog,5.2teguin958 Eichene« Anzeiger iSeneral-Anzeiger für Kbechchen) M.I8I Zweite; Blatt £B®k3ä y_ hoc. ^ornfphbilbbefdiauers 1 * es leuchten vor dem Auge des Fernsehbildbeschauers Aus der Stadt Gießen Wirklichkeit geworden... D?e Arbeit hat an dem zweiten Wagen schon begonnen. Inzwischen ist der Uhrzeiger auf zwanzig den Kerl nicht leiden", gibt Karl Müller zur Ant- 1 .wenn er doch einmal richtig krank werden eine rotierende Scheibe, deren spiralförmig angeordneten Ausschnitte das zu übertragende Bild mit einer Geschwindigkeit „abtasten", d. h. in die notwendige Anzahl von Punkten zerlegen wie es für den gedachten Zweck erforderlich ist- Die Nipkorw Scheibe wird im Fernsehbetrieb z. T. heute noch in einer Sekunde rund eine Million Lichtpunkte auf, die die Netzhaut infolge ihrer „Trägheit nicht als Einzelpunkte wahrnehmen kann, sondern als ein geschlossenes und noch dazu bewegtes Bild aus- nimmt! — Für den Fernsehrundfunk aber ift m- zwischen bereits das 4 4 1 3 e i l i g e geschaffen worden, bei dem in einer Sekunde 25X150 000 Bildpunkte erzielt werden. Infolgedessen ist es nun möglich, durch sogenannte Motz- bildempfänqer Fernsehdarbietungen in einer Bildgröße von zunächst 100X125 Zentimeter einem Kreis von etwa 100 Personen auf einmal vorzuführen. Und so entrollt sich uns etwa das folgende, schon in allerkürzester Zeit mögliche Zukunftsbild: Sagen wir: in Berlin und in München sind gleichgestimmte Menschen versammelt — eine Bereinigung von Wissenschaftlern, eine Versammlung von Künstlern— und durch eine GroßbilbAernseh- Sprechanlage miteinander verbunden Die boU Kilometer Entfernung zwischen den beiden Versammlungen ist zusammengeschrumpft auf eine leuchtende Wand, auf der die Berliner ihre Münchener Freunde und die Münchener ihre Berliner Freunde sehen können. Eine Tonanlage sorgt dazu für alle akustischen Erfordernisse: und so sicht man sich nicht nur, sondern hört sich auch. Man winkt sich zu ... ___ 1 r. . r- r ... fc. . Hl Voraussichtlich im Herbst soll nach einer Bekanntgabe des Reichspostministeriums der Fernsehrund- unt — vorerst für die Reichshauptstudt — durch- qeqeben werden. Die Firmen, die sich mit dem Bau der Geräte für diesen kommenden Heim-Fernseh- rundsunk beschäftigen, stellen bereits auf der Großen Deutschen Rundfunkausstellung Heim-Fernsehempfänger aus. Hier zeigen wir einen solchen Projektionsempfänger, der ein sehr scharfes Bild erzeugt. (Scherl-Bilderdienst-M.) Problem zu lösen. Wie sollte man zeitlich nacheinander auftretende Bildpunkte so zusammen sitzen, daß sie ein vom Zeitablauf unabhängiges Bild ergaben, d. h. also gleichzeitig sichtbar wurden? Die e Frage ist es, die den grundsätzlichen Unterschied zwischen einer, dem normalen Zeltablauf folgenden Tonübertragung und einer, den Zeitablauf überwindenden Bildübertragung aufzeigt und die also auch das oben gekennzeichnete Unterschied- machen zwischen Fernhören und Fernsehen rechts verwendet. , , t Für die Wiedergabeseite dagegen brachte erst um vieles später die Elektronenoptik die Lösung des Problems, jenes Vordringen bis an die geheimnisvolle Grenze zwischen Kraft und Stoff, wie wir sie in dem Vorhandensein jener winzigsten Bausteine der Materie, in den Elektronen, vor uns haben. — Die mit Hilfe der Nipkow-Scheibe abgetasteten und in elektrische Energien umgewandelten einzelnen Lichtpunkte eines Bildes werden — entweder drahtlos oder durch besondere Kabel — auf einen Elektronenstrahl übertragen, der in einem luftleeren Raum, der sogenannten Brauns ch e nR 0 h r e so gesteuert wird, daß er auf der Bild flache des Fernsehempfängers zeilenweise Lichtpunktchen ausleuchten läßt, die in ihren verschiedenen Helligketts- araben einerseits und in ihrer Zusammensetzung andererseits genau den vom Abtastgerat aufgenommenen Bildpunkten entsprechen. Zeitschriften. __ Die neueste Nummer der „I l l u st r i r t e n Zeitung Leipzig" bringt als Einleitung den interessanten geopolitischen Artikel „Wan, ein Kraftfeld europäischer und asiatischer Weltpolit k mit Originalaufnahmen von Graf Castell. Es folgt der Beitrag „Segler der Lüfte im sicheren Port , der Bilder von Flughäfen in allen Teilen der Welt bringt. Dr. Rolf Hecker steuert einen^ aufschlußreichen Bildbericht „Aegyptische Polizei den Im Mittelpunkt der Nummer steht die Münchener Kunst- ausstellung 1938. „Meisterwerke deutscher Gegenwartskunst" sind auf den folgenden Seiten zu- sammengestellt: sie vermitteln ein Bild vom Reichtum der diesjährigen Großen Deutschen Kunsiaus- stellung. Naturkundlich interessant ist der Beitrag „Weihen über Moor und Bruch — „Etwas von Deutschlands unbekanntem Raubvogel". In der heutigen Ausgabe beginnen wir in den Familienblättern mit dem Abdruck einer neuen Erzählung von E h e r r y k e a r t 0 n. dem Verfasser des schönen Buches „Die In el der 5 Millionen Pinguine , das wir vor einiger Zeit in der Unterhaltungsbeilage abdruckten; sie ist die ausgereifte Frucht aus 32 Wanderjahren des berühmten englischen Naturforschers im schwarzen Erdteil: „Pall ah. Ein Tierleben in afrikam- cher Wildnis." Das ist kein Roman, aber auch kein trockener Reisebericht, fonbern em farbiges, spannendes und erregendes Erleb- nisbuch. Die weite und unberührte Schönheit tropischer Landschaft. Geheimnis. Abenteuer und Schicksal im unermeßlichen Tierparabies machen den eigentümlichen Reiz und die schlichte Größe dieser Erzählung aus. deren Zauber sich niemand entziehen kann. Das Wunder des Fernsehens. Zur IS.Großen Deutschen Rundfunkausstellung in Berlin vom 5. bis ri. August. Von Hans Knothe. ^°Di^ große Uhr zeigt VA Uhr an, als eine kleine Kolonne von Arbeitern auf den Bahnsteig heraustritt, die Nachtschicht. Fünf große Guterwagen stehen auf dem Paketbahnhof, bis an die Decke voll- geftapelt mit Kisten und Paketen. Bis zum Morgen müssen die Wagen leer sein. Helle starke Lampen flammen auf, Deichselwagen und Handkarren werden herangeführt. Der bienfthabende Beamte entfernt bie Verschlußplombe vom Wagen unb o fnet die Schiebetüren. Eine Lampe mit langem Kabel wird im Wagen aufgehängt, unb nun beginnt bie Arbeit. Peter Dechtel muß heute bie Pakete aufheben, eine verdammt unangenehme Arbeit, Immer wie- ber bückt er sich zu ben Paketen und Kisten herunter, dann reicht er sie bem Karl Muller der unter ber Tür steht unb „sortiert^ Denn letzt schon werben bie Pakete nach ihren Bestimmungsorten auf bie verschobenen Hanbkarren verteilt. Am frühen Morgen können bie Pakete bann im Postwagen ber Personenzüge ihre Fahrt weiter fort- f Zwar erscheint bie Lösung bes „Zeitproblems beim Fernsehen zunächst benkbar einfach. Ent- sprechenb ber in ber Kinematographie nutzbar gemachten Tatsache, baß ja bas menschliche Auge lene Trägheit besitzt, bie Lichteinbrücke nur m Zeiträumen über eine Zehntelsekunbe 3utrennen vermag, erschien es als eine selbstverstandl che Ge- qebenbeit, bie gesamten Punkte eines Fernsehbilds in weniger als einer Zehntelsekunbe zusammenzu- etzen und sie baburch wieber zu einem auch zeitlich geschlossenen Bilbeinbruck zu vereinigem Nun ist es aber boch ein großer Unterschied, ob man — wie das in ber Kinematographie geschieht — eine Reihe von Bilbern so schnell an dem Auge des Betrachters vorüberführt, baß einzeln bargestellte Bewegungsphasen als scheinbare Bewegung wahrgenommen werben, ober ob man eine ungeheure Vielzahl von Punkten so schnell von bem Betrachter zusammensetzt, baß sie als em g e - fcbloff enes Bilb wahrnehmbar sind! Und zwar ist es sowohl bie Aufnahme- als auch bie Wiebergabeseite, bie hier in Betracht gezogen wer- ^De^Deutsche Paul Nipkow war es, ber für bie Bildzerlegung, b. h. für bie Fernsehdilb-Auf- nahfne, bie erfte brauchbare Losung fanb. Hochschulnachnchten. In Frankfurt ist Professor Dr. Wilhelm Pfeiffer-Belli, ber von 1920 bis 1933 bie Theater- Wissenschaft an ber Universität Frankfurt vertrat gestorben. Pfeiffer-Belli hat sich m seinen Arbeiten vornehmlich mit ben Aufführungen ber Dramen Goethes unb Schillers auf bem Frankfurter Theater beschäftigt. Professor Dr. Hermann Kobolb in Kiel, ber Nestor ber beutschen Astronomen, wirb am 5. August 80 Jahre alt. 1886 begann Kobolb feine Lehrtätigkeit in Straßburg, wo er 1901 zum a_oW fessor ernannt würbe. 1902 folgte er als Professor für Astronomie einem Ruf an bie Universität Kiel. 1925, in feinem 67. Lebensjahr, wurde er von ben amtlichen Verpflichtungen entbunben. Seit 1907 gibt ber Gelehrte bie „Astronomischen Nachrichten heraus Kobolbs Arbeiten über bie Frage ber Eigenbewegung bes Sonnensystems würbe 1897 auf ber Brüsseler Weltausstellung preisgefront; auch erhielt er von ber Pariser Akabemie ber Wissenschaften ben Lalanbe-Preis. .. Professor Dr. Friebrich Henke, der ehemalige Direktor bes B r e s l a u e r Pathologischen Universitäts-Instituts, ber 1935 in ben Ruhestanb trat, feiert am 5. August seinen 7 0. ®eburtsta 9-1898^gtng er als Dozent nach Breslau unb würbe 1906 äL o. Professor ber Pathologie nach Königsberg unb 1913 in gleicher Eigenschaft wieber nach Breslau berufen. Als Mitherausgeber bes Hanbbuchs ber pathologischen Anatomie unb Histologie ist er befonbers be» 1 Eannt geworben. neben Hilde Kruger (Titelrolle) vor allem bie Koppenhöfer als eine ganz reale unb resolute Farmerfrau unb bie Körber, bie mit großer Einfühlung bie blinbe und dennoch merkwürdig hellsichtige Helene gibt, ein m schmerzlicher Resignation, wacher Sorge unb oufflackernber Hilfsbereitschaft sich verzehrenbes, empfinbliches Geschöpf Von ben Männergestalten zeigen neben Walbemar Leitgeb unb Volker von C o l lanb e Otto Wernicke unb Hans ßeibelt (dessen ym- pathischer Berliner Kommissur m ber „Morbsache Holm" uns noch in freundlicher Erinnerung ist) bas persönlichste Profil. Die Kameraleute Kurt Neubert und Carl Drews verdienen mit Anerkennung genannt zu werden. (Terra.) * Im Beiprogramm findet man außer einem Kulturfilm die Ufa-Wochenschau mit interessanten unb aktuellen Bilbberichten. Hans Thynot. Wiedersehen mit Salzburg. Von Paul Alverdes. Das August-Heft bes „Inneren Reiches bringt aus Anlaß ber biesjährigen Salzburger 'Festspiele einen Beitrag bes Herausgebers Paul Alverbes. Als ich bas letztemal in Salzburg war, ist ber Anblick eines Wagens mit bem Wimpel des neuen Reiches für die meisten dort ein seltsamer Anblick gewesen. Damals waren bie Grenzen noch gesperrt, unb es hatte einer beförderen Erlaubnis beburft, um hinüber zu kommen. Nicht jur alle mag e ein erfreuenber Anblick gewesen fein. In ben Gassen drängten sich bie Feskspielbesucher aus vielen Lam bern9ber Erbe. Sie sahen nach bem Wimpel unb was banach an Blicken für ben Fahrer übrig blieb das machte feiten Lust, sie zu ermibern. Emer ber Fremben trat sogar vom Burgersteig herab unb erhob mit blitzenden Augen bie Faust zu einer Art Grütze: Da- stille ben in ben Augen ber Jungens aus ber Stabt bas kurze, stumme Neigen bes Hauptes unb manchmal auch bas Aufblitzen eines Lächelns unb den sikun- hArrLfonoHcm Blick bes Einverstanbniffes unb Ber- «LiL sost wi° bei heimlich L.-bend-n. Ader boch wollie ein Gefühl von Gram nicht schweigen Es^konnte boch keiner von uns, seit bem Cnbe des ®r;eae5 »umal, biefe Stabt betreten, unb bie Angesichter ihrer Menschen sehen unb ihre Stimmen hören, und bie Gasfenfronten aus- unb meberblirfen Wenn man sich einmal fragt, weshalb eigentlich das Fernsehen in weit höherem Maße als Telephon, Rabiomusik unb sonstiges „Fernhören' für ein befonberes „Wunber ber Technik" gehalten wirb, so kommt man zu ber Uebergeugung, baß es «ch hier nicht bloß um jenes Staunen über bas Neueste", um bie ganz allgemeine unb übliche Be- munberung bes jüngsten Sieges menschlichen Er- finbergeistes allein yanbeln kann. — Was bem Nichtfachmann bie enblidje Erfüllung bes Fernfehtraumes fo befonbers anziehenb unb berounberungsmürbig macht, ist zu einem nicht geringen Teil jene gewiß laienhafte, barum aber nicht weniger berechtigte Erwägung, daß es eben boch ein großer, ja geradezu grunbfätzlicher Unterschieb sei, ob man Töne ober ob man 'Silber fernübertragt. Töne: wir empfinben sie als etwas „Unstoff- üches", als etwas ber geheimnisvollen Elektrizität, mit Hilfe beren sie ber Runbfunk ober bas Telephon an unser Ohr trägt, Derwanbtes. Unb barum haben wir uns verhältnismäßig schnell mit einer, gewiß ganz allgemeinen, Vorstellung von bem Zusammenwirken elektrischer unb akustischer Phänomene gufriebengegeben unb betätigen heute bie Wählscheibe bes automatischen Fernsprechers ober die Schaltvorrichtungen unseres Runbfunkempfangs- gerätes genau so wie, nun, sagen wir: wie wir ben Hahn an ber Wasserleitung auf- unb Zubrehen. Silber bagegen: wir oerbinben mit Bildern unwillkürlich bie Vorstellung von etwas „Stoff- • lichem", etwas Greifbar-Sichtbarem. — Wie kann man ein Bild genau fo wie eine Folge von Tonen auf die Funktionen elektrischer Wellen „emschrump- fen" lassen? So mag hier die laienhafte Fragestellung etwa lauten. Nicht ganz mit Unrecht. Ware bei der Fernübertragung bas optische Problem nicht ungleich schwieriger als bas akustische, bie Fernsehtechnik hätte, von ihren ersten grunbsatzlichen Erkenntnissen gerechnet, nicht ein halbes Jahrhunbert gebraucht, um zu einer praktischen Losung ber ihr gestellten Aufgabe, zu einem befnebtgenben Fernsehbild zu kommen. v ... . r. , , . Worin besteht nun b a s Grundsätzliche bei der elektrischen Fernübertragung von Bilbern? 2).iele Frage beantwortet am besten eine Betrachtung derjenigen Funktionen, wie sie im menschlichen Auge zur „Erzeugung" eines Bilbes ftattfinben, jenes Vorganges, ber gewissermaßen aus einem „ftof liehen" Bild ein unstoffliche Lichterscheinung macht: Durch die Pupillenlinse bes Augapfels fallt em Bild auf bie Netzhaut, deren Millionen feine Zäpfchen und Stäbchen es in Millionen allerkleinfte Lichtpunkte, Helle und weniger Helle, auflosen. Durch eine entsprechenbe Anzahl feinster Nervenstränge, die im Sehnerv wie in einem Kabel vereinigt find, werben biefe Lichtpünktchen wohlgeorbnet in bas Gehirn „übertragen", wo sie sich auf geheimnisvolle Weise wieber zu einem Bilb zusammensetzen unb als solches „zum Bewußtsein kommen". Hier haben wir, in einem „natu r I i ch e n Bartz i I d", bas Wesen des Fernsehens: Em Bild mutz, entsprechend seiner verschiedenen Helligkeitswerte, m eine möglichst große Anzahl von „Punkten ausi gelöst werben. Diese Punkte müssen fernubertragen werben. Unb ber „Empfänger' muß die.Punkte bann wieber zusammensetzen so baß sie m ihrer Gesamtheit jenes Bild ergeben, das zu übertragen Dieser Film, übrigens bie erste Regie arbeit des Berliner Intendanten und SchauspielersHar alb Paulsen, erscheint beipertenswert um Des Schauplatzes unb Lebensbezirkes willen m dem die Hanblung sich abspielt. Man befmbri sich auf einer beutschen Farm in Westafrika. Die Dmgesnb an Ort unb Stelle grünblich studiert unb sachlich wiedergegeben - das Drehbuch lieben Norbert Jacaues und Ph. L. Mayring — und man gewinnt ben Einbruch daß bas Leben m ben Tropen an und für sich merkwürdig sind interessant genug ist, um reichlich Stoff auch für den Film zu liefern ber obwohl bauernd auf der Suche nach neuen ' Möglichkeiten, sich, diesen Stoffkreis bisher nicht allzu häufig erschlossen hat. (Die enchlfche^ und amerikanischen Tropenfilme haUen f s motivisch einen Spezialakzen , der schon überdav eigentliche, stets und heute besonders aktuelle Them der Kolonien und Kolonisierung hnausfuhrie.^ Welch eine ^ülle von Problemen tut sich auf. man denk? etwa an bas Verhältnis ^on Erngeborenen und Europäern zueinander; an PH weißen Frau in ben Tropen; an ben SHfoboI an die Ernte und den Ausfuhrhandel (Stichworri Ko nentionalftrafe für nicht erngehaltene Liefern g fristen). Das alles wird hier anpebeutet ab r eben auch nur angebeutet, unb es ist schade« daß ausführlicher geschieht, baß alle b.ese Probleme mehr ober minber von einer Sp-elhanblung uver beckt werben, bie durchaus konventigne . und nach allerlei keineswegs zwanglosen Mot me rungen schließlich zum üblichen happy end whrri wir hätten auf bas zwischen Deutschlanb unb 4fr a^einanber vorbeigefahrene Brautpaar be fP weise gern verzichtet und sogar einen nicht 9 rosigen Ausgang glatt in Kauf 9enommen sich ber Film, ohne sich um „Handlung mHrabi, tionellen Sinne zu bemühen, auf das ^eoe , Arbeit und bie Aufgaben ba bruben beschranki hätte; bas ist an sich lehrreich genug unb heute vielleicht wichtiger als je zuvor. Harald P a u• 11 hat so sorgfältig unb ge chmackvoll Regie g f - wie man °s non ihm erwarten durftet der beste Gewinn seiner Inszenierung scheinen uns Die 9U und ungeschminkten Bilder vom Leben auf Farm unb mit ben Schwarzen zu sein; hier IP man etwas von ber Atmosphäre unb dem Dafem - rhythmus im bunflen Erbteil. Außerbem sieht man eine Reihe erfreulicher barstellerischer Leistungen. bist hier in ber Frembe. . m Unb boch sollte es eine Frembe sein; eine Grenze . war hinter einem Rücken, feit er alle bie unlieb- i samen Riten bei ihrer Ueberschreitung mit einem • störrischen Ingrimm hatte über sich ergehen lassen. Die Zollbeamten unb die Gendarmen vollends trugen eine frembe Uniform. SBerftörenberroeifc war sie zuweilen ben Uniformen nicht unähnlich, bie sich einstmals auf ber anberen Seite ber Front gezeigt hatten. Auch gab es unter bem Schirm ber Dienstmütze hervor hie unb ba ben unnahbar kühlen Amtsblick, ber bie Hanb, bie sich immer wieber heimlich ausstrecken wollte, befchämt wieber sinken machte. Freilich, für wen etwa Belgarb in Pommern ober Templin in ber Uckermark auch em Stuck Heimat bebeuteten, ber durfte sich noch einmal fragen ob sein Anspruch nicht zu dreist sei, sich auch m 1'^r Stabt zu Hause zu fühlen Wenn sein Bück sich an ben heiter-stolzen Fronten ber Haffnergasse gesättigt hatte, so schienen ihm in ber Erinnerung bie nüchternen unb kargen Häuserzeilen bort oben atterbmgs einer ganz anberen Welt anzugehoren Trat er voll- enbs in einen ber stillen Höfe, fo fiten oor bem festlichen und anmutigen Spiel ber Fensterre.hen, vor ben schwelgenb schön getriebenen Türen unb bem Schmiebewerk ber Gitter, reich und zart zugleich wie Rankenwuchs, ein großartiges Zeitalter ber Vergangenheit selbst versammelt, Sehnsucht er- weckenb unb unerreichlich, bas iemen Anspruch zurückwies. Unb boch mochte es gerabe hier geschehen daß noch ber Schwengel eines alten Brunnens unb bie schöne Flamme eines Türbeschlages unb bie heitere Orbnung selber enblich ber Hauswanbe unb ber ©iebeffirfte ben einen Namen ganz unuberbor bar ins Gebächtms riefen, auf ben sich nun wohl auch ber Zuwanbernbe aus kargeren Bezirken Des Reiches bei feinem Zuhausegefühl berufen durfte, ben Namen Mozarts Denn es ist ja nicht anders, als baß jedes große Leben mit feinem vollbringen auch fein ganz Volk um einen neuen Begriff von sich selber unb um eine neue Würbe bereichert. Wenn Mozart beutsche Musik gemacht hat, so kann sich feitbem kein Deutscher, er komme woher auch immer, jenseits seiner Grenzen ober außerhalb bes Reiches fühlen in ber Stabt, beren fteinernes 21m qeficht immer noch so vieles von bem Wesen auch feiner Musik wiebcrstrahlt. Inmitten ber vielen Fremben, bie wirklich welche waren, unbl angesichts der befremblichen Uniformen unb Hoheitszeichen war es bamals ein Trost, bas zu denken. Als ich nun miebertam, war es auch äußerlich zu einer Dell rrilllllUU/eil. XJJviiii et 1 . „ < mit ihm beutsch reben, so geht es nicht weiter. Karl Müller ist groß unb vierschrötig unb im Box- portoerein wirb sein Können sehr hoch eingeschatzt. Man sieht förmlich, wie sich bie Laune Peter Dech- tels beffert bei bem Gebauten, baß Karl Muller mit bem Welker beutsch reben will. Er pfeift einen alten Schlager, währenb er in rascher Folge em Paket nach dem anbern aufhebt. Bald ist ber erste Wagen geleert. Die vollen Hanbkarren werben weggefahren. Es bauert einen Augenblick, bis ber Beamte geholt ist, ber ben zweiten Wagen öffnen muß. Peter unb Karl lehnen sich an ben Güterwagen. Wer soll heute mit mir für ben Welker den Uebergang 32 machen? Karl Müller zuckt als An - wort mit den Achseln: „Mußt halt ben Neuen mit- nehmen, bie anbern brauche ich zum Auslaben, sonst werbe ich nicht rechtzeitig mit ben Wagen Uebergang 32. I roort/ „wenn er boch einmal richtig traut roetuui auf ben »eiten Weigen ^e,. er^ä^. uni, n>ie ferner- ^Vorsichtig greift Peter Dechtel zu. Eine schwere Kiste mit ber Aufschrift „Zerbrechlich wirb non Sari entgeqengenommen. Einen Moment unterbricht Peter seine Arbeit. „Der Welker ist heute zur Ab- wech lung wieber einmal nicht gekommen ich glaube, er will acht Tage ausfauleyzen. „Ich kann unb hinauf nach bem grünen Laub unter dem üd)> ten Grau ber Felsen, unb sollte sich bann sagen: Du Leer und still ist es ü-, — k , geworben. Die letzten Abeub-v-Zuge siub burch Wo noch vor wenigen Minuten lautes Leben herrschte, kehrt ein Bahnbeamter Papierfetzeu unb Zigaretteustummel zusammen. Trüb erscheinen bie Lampen auf bem verlassenen Bahnsteig. Mübe, mit kurzen, schweren Atemstößen schleicht vom letzten Bahnsteig eine Lokomotive nach dem Ranqierbahnhof. Viele hunbert Kilometer Fahrstrecke hat sie heute hinter sich gebracht, nun braucht auch sie einige Stuuben Ruhe unb Erholung. Aus ben Bahnsteigen werben jetzt bie Campen geloicpi. Nur einige brennen weiter, bamit ber Bahnhof nicht in vollstänbiges Dunkel verfällt. Denn noch ist bas Leben hier nicht vollstänbig erloschen. Zwischen 2 unb 3 Uhr kommen zwei Nacht-V-Züge burch, und um 5 Uhr v-rlätzt schon der erste P-rson-nzug tue durch fahles Dämmerlicht matt erleuchteten Bahn- " Die hier kurz formulierte Aufgabe enthält zunächst zwei Hauptprobleme: Einmal mußte es ^gelingen, ein Bilb in eine möglichst große An- zah? von Punkten auszulosen. Denn nur dann war 1/ beim Wieberzusammensetzen ber Punkte — em einigermaßen geschlossener Bilbeinbruck gewährleistet Da zum anderen bie Übertragung ber em= deinen Punkte nicht gleichzeitig, sonbern nur zestlich ^L'7u^dem"°LiLn^uch noch rin "-illich-'o „Eine Fran kommt in die Tropen" Gloria-Palast. VDN-Obergau richtet seine erste Werffchule ein »■ 1 ■rfj als r des » (Nachdruck verboten!) 17. Fortsetzung zu werfen". oeht nochmals du es weißt, solange ich •1bi: ■ Vtv'v festgelegten Erntebezirken verfügt. In geschlossenen Zügen und Trupps werden in diesem Jahre die Männer des Reichsarbeitsdienstes in den einzelnen Erntebezirken tätig sein. Zehn Stunden am Tag werden sie den Bauern draußen auf den Feldern helfen, die Ernte zu bergen. Die übrigen Stunden sind der Arbeit an ihrer Ausbildung gewidmet im Sinne des Wortes unseres Führers: „Der Reichsarbeitsdienst wirb die Erziehungsschule der Nation sein." Unterricht, Leibeserziehung, Ordnungsübungen werden auch während der Erntehilfe bei den Männern des Reichsarbeitsdienstes gepflegt werden; die bewußte Unterbringung in geschlossenen Zügen und Trupps wird den Gedanken des gemeinschaftlichen Lebens und Arbeitens in den Lagern auch draußen auf den Dörfern fortführen. Und wenn eines Abends alle Bewohner des Dorfes zu einer Feierstunde des Reichsarbeitsdienstes eingeladen werden, dann wollen die Männer .mit ihren Bauern zusammen nach harter Tagesarbeit frohe Stunden in freudiger Gemeinschaft erleben und ihnen etwas vermitteln von dem Geist, der in ihren Lagern herrscht. äugen mit einem spöttischen Lächeln zu erwidern und ihm „den Krempel vor die Füße < rasse aufhalten. Es ist selbstverständlich, daß die wohnliche Ausgestaltung der Schule von den Mädels selbst vorgenommen wird; diese Räume sollen einmal als schönster Beweis für ihre Arbeit und Sonntag, 7. August, treffen wir uns zum F ü h - rerinnen-Fünfkampf um 8.30 Uhr auf dem Universitätsportplatz. Wer dafür in Frage kommt, Dornotizen. Tageskalender für Freitag. Gloria-Palast (Seltersweg): „Eine Frau kommt in die Tropen"; Spätvorstellung, 22.45 Uhr: „Das Geheimnis der Marneschlacht" und „Volk an der Front". DOM.- u.ZM.-tlntergau 116 Gießen Aus der engeren Heimat. Aufbau und Deeschönerungsarbeiten in Lich. } Lich, 4. Aug. Unsere Stadt hat in diesen Wochen starken Fremdenverkehr aufzuweisen. Die Gäste sind meist aus größeren Städten. Daß unter diesen Umständen das W a l d sch w i m m- bad täglich Massenbesuch aufweisen kann, liegt auf der Hand. Allabendlich treffen auch aus unserer Nachbarstadt Gießen und aus den umliegenden Dörfern zahlreiche „Stammgäste" im Bad ein, so daß die Parkplätze für Kraftfahrzeuge und Fahrräder stark belegt sind. Der vom Verkehrsverein angeregte Blumenschmuckwettbewerb hat viele Blumenfreunde auf den Plan gerufen. In den Haupt- und den Nebenstraßen tragen viele Häuser, Fenster und Schauläden reichen Blumenschmuck und bieten da» , mit für Einheimische und Fremde ein schönes Bild. Am Stadteingang vom Bahnhof aus, direkt vor dem Wall, wurden in den letzten Tagen Verschönerungsarbeiten vorgenommen, die von den Einwohnern begrüßt werden. Der häßliche Schuttplatz ist verschwunden. Die jetzige neue Anlage, die mit einer Mauer und sauberem Holzspalier eingefriedigt wurde, macht einen freundlichen Eindruck und trägt wesentlich zur Hebung des Stadtbildes bei. Für die Pächter des jetzt st ä d t i s ch e n Hopfengartens, direkt hinter dem Wall, wurde die Möglichkeit geschaffen, ihre Gärten durch eine neue Eingangstür zu erreichen. Die Jahrhunderte alte Mauer — danach nennen die Einwohner den großen Garten auch „Mauerngarten" — blieb in ihrer Art erhalten, wie seither. Die alte eiserne Tür in der Mauer wurde nur von dem ehemaligen Wallaufgang nach den Gärten zu verschoben, so daß das alte Bild eigentlich kaum verändert hat. Im Schloßgarten wurden ebenfalls Verbesserungen vorgenommen. An Stelle der „runden Bank", die mit dem Sturz der alten Eiche verschwand, wurden auf dem wenige Meter entfernten Hügel, inmitten der reizenden Ziersträucher, neue Bänke aufgestellt. Auch sie seien dem Schutz der Schloßgartenbesucher empfohlen. Um jederzeit für Baulustige genügend Baugelände zur Verfügung zu haben, läßt die Stadtverwaltung gegenwärtig eine neue Straße für Bauzwecke erschließen: die Ringstraße zwier nur mit den Notariatsakten wollen? Hast du eine Ahnung?" Heli zuckte mit den Schultern. ,Ach kann es mir nicht denken!" „Und was will er mit diesem Satz hier sagen? Wieso ist es zu eurem Vorteil, wenn ich bei Fräulein Mertens Erfolg habe?" Da nahm Heli den Bruder an den Schultern, drehte ihn zu sich herum und sah ihm in die Augen. „Du bist schon wirklich ein Muster aller Tugenden! Man könnte wunder was anstellen, und du würdest es nicht merken. Weil ich nämlich geschworen habe, ihn nicht eher zu heiraten, als bis du versorgt bist. Toni weiß, daß ich solange bei dir bleibe, bis eine andere Frau an meine Stelle tritt." Peter wußte nicht gleich, was er antworten sollte, so sehr überwältigte ihn die überraschende Neuigkeit, so sehr ergriff ihn ihr schlichtes Bekenntnis, ihr Opfer. „Aber —" versuchte er es, kam jedoch nicht weiter, da griff er sich kurzerhand Helis Kopf und küßte sie einige Male nachdrücklich auf den Mund. „Verdammte kleine Kröte!" polterte er, um feine aufsteigende Rührung zu verbergen. „Du hast ihn also doch noch kleingekriegt. Na, mir soll es recht sein! Aber womit will er dich denn ernähren?" Heli beichtete ihm, welche Pläne Toni im Kopfe hatte. „Wenn es ihm mit dir ernst ist, wird er es schaffen." Heli reckte sich. „Ich würde ihm nicht raten, daß er sich mit mir einen Spaß erlaubt." 20. Man hätte meinen können, daß Gisela am Montag nichts Eiligeres zu tun hatte, als vor Herrn Hasfelschwert hinzutreten, den Blick seiner Frosch- Gruppensportwartinnen bringen Schleuderball, Bandmaß und Stoppuhr mit. Nach dem Wettkampf findet Besprechung niitber Untergousührerin statt. Erscheinen ist also für alle Pflicht, auch wer den Fünfkampf nicht ^mitmacht. ** Beförderungen bei der Justiz. Die Kanzlisten bei dem Amtsgericht Gießen Heinrich Blum, Ernst Felsing, Karl Fett, Ludwig Fett, Otto Mattern, Karl P i tz und Otto Wahl wurden mit Wirkung vom 1. Mai 1938 zu Ausrichtung sprechen. Wenn die Schule am 25. August ihren ersten Lehrgang eröffnet, dann ist dies nicht zuletzt die erfolgreiche Krönung jahrelanger Arbeit, die nun das Ziel erreicht hat: die systematische Schulung und Ausrichtung von Referentinnen und Führerinnen auf allen Gebieten der Werkarbeit zu gewährleisten. Fachkräfte, die alle Zweige kunstgewerblicher und einfacher Handarbeit beherrschen, führen die Mädel nicht nur an die verschiedenen Techniken heran, sondern werden sich auch bemühen, sie zu Materiolkenntnis, Stilsicherheit und eigenschöpferischem Arbeiten zu erziehen. Dabei wird der Jnteressenkreis möglichst weit gespannt. Gerade die Aufgaben, die dem BDM.-Werk „Glaube und Schönheit" gestellt sind, verlangen die Beschäftigung mit allen Fragen der Wohn- und Roumkultur, der Kleidung und häuslichen Werkarbeit. In enger Verbindung mit den Kunstgewerbeschulen, einschlägigen Firmen, durch Besichtigung und Vorträge wird den Teilnehmerinnen der Lehrgänge das nahegebracht, was sie zur Ausgestaltung ihrer persönlichen Umgebung, wie als künftige Hausfrauen interessieren muß. Von zentraler Stelle aus wird der Einsatz Reichsarbeitsdienstes gelenkt. Die Führung des Arbeitsgaues XXV, Hessen-Sud, hat rrtit den Kreis- und Bezirksbauernführern die Notwendigkeit des Einsatzes in den einzelnen Gemeinden besprochen. Don dieser Stelle aus wurde der Plan festgelegt, nach dem der Einsatz geschieht. Die Ortsbauernführer regeln mit ihren Kreisbauernführern die benötigten Einfaßstärken, und von der zentralen Stelle des Arbeitsgaues aus wird der Einsatz in den bereits Zwei hinier Gisela. Vornan von Hans Hirthamnier. Urheberrechtschutz Verlag Oskar Meister, Werdou/Sa. ... ! 4 ' Oie Partei Hilst bei her Ernte Anordnung des Stellvertreters des Führers. . N g 6« M « i 6lf > Sache?" Er griff zum zehnten Male nach dem Brief der Erdöl-AG. „Sehr geehrter Herr Stoll!" schrieb man ihm. „Wir haben die von Ihnen eingereichten Unterlagen von unserem wissenschaftlichen Laboratorium sorgfältig prüfen lassen und sind heute in der Lage, Sie von dem Ergebnis der Prüfung zu unterrichten. Nach der Ueberzeugung unserer Experten stellt Ihr „Petrolon" tatsächlich eine praktisch durchaus verwendbare Erfindung bar. Da mir uns voraussichtlich entschließen werben, uns bie alleinigen Herstellungsrechte Ihres „Petro- lons" zu sichern, wäre es wohl am besten, wenn wir in einer münblichen Besprechung alle einschlägigen Fragen zur Vorbereitung ber mit Ihnen ab- zuschließenden Verträge behandeln würden. Wir haben für morgen abend sechs Uhr eine Aufsichtsratssitzung festgelegt, in der Ihre Angelegenheit zur Sprache kommen wird. Wir möchten diese Gelegenheit benützen, Sie den Herren unseres Aufsichtsrats vorzustellen und rechnen deshalb bestimmt mit Ihrer Anwesenheit, zumal sich im Laufe der Diskussion wohl verschiedene technische Fragen ergeben werden, die Sie selbst den Heren am öeften beantworten können. Im Anschluß an Sie Sitzung würden wir Ihnen dann gern zur Erörterung der vertraglichen Angelegenheiten zur Verfügung stehen. In der Erwartung, Sie morgen um sechs Uhr bei uns begrüßen zu dürfen, zeichnen wir mit deutschem Gruß Erdöl - AG." „Eine seine Sache! Meinst du nicht auch?" „Es ist der Sieg deiner Arbeit, Peterle!" sagte Heli und drückte ihm glücklich die Hand. „Unserer Arbeit, Heli! Denn wie hätte lch es schaffen können, wenn du mir nicht geholfen hättest? Wenn du nicht immer wieder die größten Opfer für mich gebracht hättest?" „Mach doch fein solches Wesen darum!" lachte Heli, aber es war ihr anzumerken, daß sie auf feine Anerkennung stolz mar. „Vielleicht ist Fräulein Mertens noch da, wenn ich zurückkomme. Das märe schön. Versuche sie jedenfalls so lange wie möglich festzuhalten!" „Ich will es versuchen. Mache nur du deine Sache gut. Es geht um den Lohn deiner Arbeit, um deine Zukunft, Peterle!" „Hab keine Sorge! Ich werde mir einen Vertrag erkämpfen, der nicht von Pappe ist. — Hat Toni noch nichts hören lassen?" „Aber Peter, du weißt doch, mie schreibfaul er W steil £>t Ara C s-i" -tk l' s eine' ^rechten Aei^1 Ms sW MSl-ß-N . Großen' n,n Schmuck- Iran . 5?S Ä d-l°°r> d° W. uni epi ärer Dr. Ern Trieben auf o Mall unter c Anschließend linzeln vor. 1. Richard Mampf, Ge 11 Tieg mit Nasse; 3. Karl iMarnps. Mei mit 149 Punl! 5. Erich Jehntamps, s 44. Sieg mit Unterstufe; 7. Punkten, 3u( R. Sieg mit 9. Ana De Tmmmen' für Rodentu Se Spb. Sch wurde im ! schneiden ddi Zeit (teilten 50 in bi ta 7. Augi fCßmil ÜRi ^azenstich tön lurnnet m Turnei j ^Mst W genommen. 5 ZvMzr-R Durch seiner den schien folgen s elfte Siegt ®qu> und 7846 erring Ngen gw Turner fein den A. Sieg öes Vereins Meren Bk Dorturner u mersriege. Ehrenbriefe 'N ousgez 31 N (tajr 1 W & $5 & e für iM mißzuoerstehen. Welker hatte inzwischen feine Frechheit wiedergefunden. „Wieso, wenn ich krank bin, bin ich krank, das sind doch die Folgen von meinem Unfall. Der Doktor ist auch ber Meinung, daß die Schmerzen von dem früheren Unfall kommen." „Also hör mal zu, du Drückeberger, halte uns doch nicht für doof, wir kennen dich besser als ber Doktor, der weiß leider nicht, was für ein faules Stinktier du bist." „Was, ich doof, ihr seid doof, solange mir bie Kasse bezahlt, werbe ich krank. Wenn ihr es nicht auch jo macht, seib ihr selbst barem schuld." Das durfte nicht kämmen. Karl Müller steht in seiner ganzen Größe und Breite auf, greift den Welker beim Kragen und schüttelt ihn, daß ihm Hören und Sehen vergeht. „Was haft du gesagt, wir sollen es auch so machen wie du, für was hältst bu uns eigentlich, von wem kommt benn das Geld in den Krankenkassen, von uns, die wir arbeiten, ja, von uns allen, wenn wir also so denken würden wie bu, bu ..." Dor Erregung bringt Müller kein Wart mehr heraus. Noch immer hat er den Welker beim Kragen. Dieser wird langsam blau im Gesicht, da springen bie anbern auf und trennen bie beiden. Bleich taumelt der Welker gegen die Wand. Karl Müller hat sich wieder gefaßt und geht nochmals auf Welker zu. „Also, daß *" w hier bin, hört das mit dem Krankwerben auf, ver- Frau Dorothea mußte ihm recht geben. „Schön, lassen wir's." Sie rief bas Mäbchen. „Du trinkst doch eine Taffe Kaffee mit?" „Gern? Doch wir wollen vorher das Geschäftliche erledigen. Du wirst dir schon denken können, was mich zu so früher Stunde zu dir führt!" Frau Malicks Gesicht verzog sich zu einer säuerlichen Grimasse. „Wie denn? Brauchst bu etwa schon wieder Geld?" „Schon wieder ist gut! Soviel ich weiß, hast bu mir außer der * ersten Zahlung noch nichts gegeben. Der Wochenendausflug nach Frankfurt hat ein großes Loch in meine Brieftasche gerissen." „Mußte es benn gleich so weit sein? Nach Potsdam ober nach Strausberg wäre es billiger gewesen." „Ich verstehe bich nicht! — Man mußte doch dem Madel imponieren! Man muhte doch zeigen, was man sich leisten kann! Und ich denke, daß mir der Erfolg recht gegeben hat." „Nun ja! Wieviel brauchst du denn?" „Hm!" meinte Radegast und dachte angestrengt nach. Alles in allem — sagen wir tausend!" „Du bist wohl nicht recht gescheit?" „Wieso? Vergiß nicht, daß ich von jetzt ab auch für mein Fräulein Braut zu sorgen habe. Sie wird ihre Stellung kündigen, man muß ihr ein Wohnung einrichten, muß ihre Garderobe vervollständigen. Und dann ist da noch dieser Blödsinn, den sie sich in den Kopf gesetzt hat, dieses kunstgewerbliche Zeugs — auch das kostet Geld. Also rucke nur ruhig heraus mit den Moneten. Als künftige Herrin von Lautenbrunn wirst du es wohl riskieren können." 19. Peter Stoll tobte. Er hatte dem Dienstag mit ber freubigften Erwartung entgegengesehen, er hatte sich schon bie herrlichsten Pläne zurechtgelegt — und nun mußte ihm bas bazwischenkommen. „Du tust ja gerabe, als wenn es weiß Gott was für ein Unglück wäre!. Tröste dich boch! Fräulein Mertens wirb ja gewiß noch öfter zu uns kommen!" „Na ja!" stimmte Peter widerstrebend zu. — Aber sag mal, Heli, wie denkst du über diese standen, sonst ..." Welker hat sehr gut verstanden. Er ist jetzt im Bilde. Solche und viele ähnliche Geschichten erzählt uns das Leben, der Alltag selbst. Man soll nicht mit dem heiligen Besitz der Gesundheit spielen, um sich einen faulen Tag zu machen. Die Pflege der Gesundheit des einzelnen, die es zu schützen und zu hüten gibt, macht erst seinen Dienst für bie Gemeinschaft wertvoll, so wie es die Jugend in der Schule heute lernt durch den „Hilf mit!" — Wettbewerb „Volksgemeinschaft — Schicksalsgemeinfchaft", nämlich 23er- antwortung zu tragen durch gesittetes Leben und die Pflege ber Gefunbheit als heiligen Besitz unseres Volkes. T. F. NSG. Seit Wochen wird in einem geräumigen Landhaus unweit von Urberach gearbeitet. Im vergangenen Sommer war es noch ein Freizeitlager des Untergaues Offenbach, nun wird cs einer neuen Bestimmung zugeführt: der Obergau Hessen-Nassau richtet hier feine erste Werkschule ein. Schon ist die Außenfront überholt. Helle Mauern hat der stattliche, dunkel getäfelte Bau, den weite Garten- und Parkanlagen vom Lärm der Außenwelt abschließen. Ruhige Säulenbogen, von reichem Grün umrankt, offnen sich zum Eingang; eine sonnige Terrasse führt in den Park. Aber auch sonst ist viel Licht in den Räumen, die schon in wenigen Wochen bewohnt werden. Mit hohen Fenstern und Türen rückt der Web- und Nähraum fast in den Garten; ber kleine tamiliäre Aufenthaltsraum münbet auf bie Terrasse. Ein eingebauter Glas- schrank trennt ben kühlen Speise- und Gemein- schaftsraum vom Websaal. Für die Werkarbeit selbst steht ein heller Raum nach dem Garten zur 23 er- fügung, ein zweiter im Erdgeschoß, und für schöne Tage ein kleiner Vorplatz. Für die Schlafzimmer im ersten und zweiten Stockwerk werden eben freundliche Tapeten ausgesucht. Hier ist reichlich Platz für 30 Mädel und die Schulleitung, ein geräumiges Bad und ein Krankenzimmer. In Muse- ftunben wird man sich gerne auf ber oberen Ter- nach Eins vorgerückt. Karl Müller kann von seinem Platz aus die Uhr sehen. Er wendet sich zu dem im Wagen arbeitenden Peter. „Es ist Zeit, daß du zu deinem Uebergang gehst." Peter sieht, daß es wirklich höchste Zeit ist. Um 1.28 Uhr kommt der „Frankfurt—Basel" und vier Minuten später der „Orient". In diesen vier Minuten muß er bie Postsäcke aus dem „Frankfurt—Basel" ausgeladen, mit einem Karren vom Bahnsteig 2 auf Bahnsteig 5 gefahren und in ben „Orient" eingelaben haben, ber 1.36 Uhr mieber abfährt. Wenn ber „Frankfurt—Basel" Verspätung hat, wenn außergewöhnlich viel Post auszuladen ist, wenn ... Eine Menge „Wenns", die den Uebergang 32 beinahe jedesmal zu einer Hetzjaad machen. Peter Dechtel holt sich den Neuen und geht mit ihm nach Bahnsteig 2 ... Natürlich hat der „Frankfurt—Basel" Verspätung. Zwei kostbare Minuten. Es kann aber noch reichen. In höchster Eile werden die schweren Säcke auf ben Hanbkarren verlaben. Der Neue erhält ben Auftrag, ben Karren sofort nach Bahnsteig 5 zu fahren. Peter rast zum Aufsichtführenden, um dort bie Wertsachenpost zu holen. Rechtzeitig kommt er auf Bahnsteig 5 an, gerabe als der „Orient" einfährt. Aber wo ist ber Neue mit den Postsäcken? Nirgends ist er zu sehen. Schon ist der kurze Aufenthalt zu Ende, der „Orient" fährt an, da kommt der Neue endlich. Zu spät! Peter Dechtel schimpft und flucht, aber zu ändern ist nichts mehr. Der Neue hatte den Wagen auf den falschen Bahnsteig gefahren. Das gibt eine dicke Meldung und dies alles, weil ber Welker wieder einmal „krank" ist und sich einen Deubel darum kümmert, wie sein Arbeitskamerad mit dem Uebergang fertig wird ... Acht Tage später ist der „Welker wieder gesund. Es ist 4 Uhr morgens. Vier große Wagen sind schon ausgeladen. Nun geht es in die Kantine zur Vesperpause. Heute ist es unnatürlich still am Tisch. Da unterbricht Karl Müller die Stille. „Sag mal, Welker, wann wirst du wieder krank, das interessiert uns." Alle schauen gespannt zu den beiden herüber. „Krank, krank ..." Welker ist über bieje Frage verblüfft und stottert verlegen. „Also, ich möchte dir hiermit sagen, daß es so nicht weiter geht. Entweder du arbeitest hier, wie wir andern auch, oder ..." Die Handbewegung, die Karl Müller bei dem Wörtchen „ober" machte, war nicht ist. Ich bin selbst schon neugierig, was er in Breslau auskunbschaften wirb." Toni Kinblmann war nach Hause gefahren. Er wollte bort versuchen, gewisse Dinge, die Herrn Radegast betrafen, in Erfahrung zu bringen. Er wallte vor allem versuchen, bie Beweggründe zu erforschen, bie Herrn Radegast veranlaßten, sich mit solcher Hartnäckigkeit um Fräulein Mertens zu bemühen". Denn daß diese Beweggründe völlig Harm- loser Natur seien, daß sie lediglich der Sehnsucht eines in Liebe entflammten Herzens entspringen sollten, wollte den drei Verschworenen nicht recht in ben Sinn. Rabegasts ganzes Wesen, wie Toni Kinblmann es aus feiner Erinnerung geschildert hatte, sprach gegen eine solche Deutung. Dor allem bie unerquickliche Szene im russischen Restaurant! Im übrigen wurde der Dorwurf bezüglich Tonis Schreibweise schon am anderen Morgen durch einen Brief aus Breslau widerlegt. Er war zwar nicht überwältigend lang, aber es war immerhin ein Lebenszeichen. „Meine liebste Heli!" las Peter zu feiner Verblüffung. Er blickte feine Schwester verdächtig von der Seite an. „Wie kommt der Lausebengel dazu, dich .Liebste Heli* zu nennen?" „Dti kennst doch seine Art! Lies nur weiter!" Peter las weiter: „Bin wohlbehalten in Breslau angekommen unb von meinem alten Herrn mit einiger llebcrrafdjung, wenn auch nicht gerabe unfreundlich aufgenommen worden. Heber Radegast habe ich etwas ausgesprochen Nachteiliges bisher nicht erfahren können. Wir haben also vorerst noch keine Tatsachen, um ihm Fräulein Mertens abspenstig zu machen. Peter muß schon versuchen, durch seine leider nur spärlichen persönlichen Reize den Nebenbuhler aus dem Feld zu schlagen. Steh ihm doch ein bißchen bei, damit er ein wenig vorwärts kommt. Schließlich ist es ja auch zu unserem Vorteil. Leider verweigert mir mein Vater bie Einsicht in die Notariatsakten, und da ich ihm keinen Grund für meine Neugierde nennen kann, werde ich bei Gelegenheit eine List gebrauchen müssen. Genug für diesmal. Grüße an Peter! Unb einen lieben Kuß von Deinem Toni." „Ist ber Kerl verrückt geworden? Einen Kuß wagt er dir anzubieten?" „Das ist doch weiter nicht schlimm! Auf dem Papier, ich bitte dich!" „Na, na, na, mir scheint, ich werbe besser auf meine Schwester aufpaffen müssen!" „Mir scheint auch. Hoffentlich ist es nicht schon zu spät!" „Jage mir keine Angst ein, Heli! — Was mag fachschaft Deutscher Werbefachleute im „Auerhahn" ihre Monatsoersammlung ab. Nach Begrüßung durch den Ortsfachgruppenleiter hielt Pg. Kollege Kern einen Vortrag über die neuzubildenden Arbeitsgemeinschaften innerhalb ber einzelnen Ortsgruppen. Er betonte, daß Zweck und Ziel dieser Arbeitsgemeinschaften Berufsförderung und Lei- ftungssteigerung sein sollen. Die Werbefachleute müßten in allen Gebieten ber Werbung eingefchult fein, um den erhöhten Ansprüchen unserer Wirtschaft gewachsen zu sein. Die Richtlinien zu dieser Arbeitsgemeinschaft werden einheitlich von ber Reichsfachschaft festgelegt. Sie sollen zugleich eine Vorschulung sein für bie spätere Prüfung an ber Höheren Reichswerdefchule. Pg. Kern schloß, seine Ausführungen mit der Bitte um rege Beteiligung an ber Arbeitsgemeinschaft. Nach Erlebigung einiger organisatorischer Fragen schloß der Ortsfachgruppen- leiter Briola bie Versammlung in üblicher Weise. ** Mit b e m Auto gegen den Schran» fenbaum. Gestern ereignete sich am Eisenbahnübergang Licher Straße ein Unfall. Ein Auto fuhr gegen bie Schranke unb verbog babei einen der Schrankenbäume, so daß er nicht mehr zu bedienen war unb ausgewechselt werben mußte. Personen kamen glücklicherweise nicht zu Schaben. 3um Leiter der Mainzer Kinderklinik berufen. Wie wir hören, wirb ber Oberarzt an der Unioer« sitäts-Kinberklinik in Gießen, Professor Dr. Frick, vom 15. August 1938 ab die Leitung der Kinderklinik des Städtischen Krankenhauses in Mainz übernehmen. Damit tritt er das Amt an, das bisher der jetzige neue Leiter der Universitäts-Kinderklinik in Gießen, Professor Dr. Keller, innegehabt hat. Tausendmal hatte sie sich diesen Augenblick aus- gemalt, tausendmal hatte sie sich die Worte vorgesprochen, bie sie ihm sagen würde. Und nun kam sie ins Büro wie immer, legte die Zigarren auf den Schreibtisch, setzte sich an ihre Maschine und dachte nicht daran, die halbe Zusage zu verwirklichen, die sie Herrn Radegast, die sie — Walter gegeben hatte. Es war ihr, als sei mit dem Beginn des Alltags alles wieder anders geworden, als sei der bunte Schleier zerrissen, der ihren Blick und ihr Urteil getrübt hatte. War es nicht so, daß sie sich von dem Erlebnis dieser Reise hatte bestechen lassen? Daß sie diesen Mann mit einem Glorienschein umgeben hatte, den er nicht besaß? (Fortsetzung folgt.) D3tB. Der Stellvertreter des Führers weift, wie die ItSfi. meldet, in einem parteiinternen Erlaß darauf hin, daß die restlose Einbringung der Ernte nicht am Fehlen von Erntehelfern scheitern dürfe. Den Hoheitsträgern der JlSD21p. wird aufgegeben, erforderlichenfalls sofort in Verbindung mit den Bauernführern den freiwilligen Ernteeinsatz möglichst vieler Angehöriger der Partei und aller in Frage kommenden Verbände und Vereine zu organisieren. Die Führer der Parteigliederungen werden vom Stellvertreter des Führers angewiesen, bis zur restlichen Bergung der Ernte den Einsatz der ihnen unterstellten Einheiten im Rahmen des freiwilligen Ernteeinsatzes vorzunehmen. Reichsarbettsdienst einsatzbereit. NSG. Der Einsatz des Reichsarbeitsdienstes zur Erntezeit ist total unb umfaßt alle Gebiete des deutschen Landes. Nie wird seine weitgreifende helfende Hand dort fein, wo die Arbeit auf den Felbern nur persönlichen Zwecken bienen soll, aber Überall bort wirb seine ganze Organisation in ihrer vollen Reichweite zur Hilfeleistung da sein, wo in Zeiten bes Höchstbedarfs an Kräften der deutsche Bauer in Not ist, seine Ernte heimzubringen. Dort wird er fein, wo ein volkswirtschaftlicher Notstand rascheste Hilfe fordert, andernfalls bie Früchte des Bodens verderben würben. uniDeriuariporrpiag. Lver vasur m yruye lununt,. Justizassistenten ernannt. weiß schon durch feine Gruppenführerin Bescheib. **Versammlungder Werbefachleute. Es gilt für ben gesamten Untergau. Die Gießener I Man berichtet uns: Am Mittwoch hielt die Reichs- Straßemlieisierschafi vorbildlich vorbereiiet Wei Tage ZI. Gießener Mer-Regatta xv Gefährliche Horniffenstiche. Lpd. Schotten, 4. Aug. Ein junges Mädchen wurde im Walde bei Gonterskirchen beim Gras» schneiden von zwei Hornissen gestochen. Nach kurzer Zeit stellten sich Lähmungserscheinungen llnterkreisschießen in Homberg. Am Sonntag fand auf den Schießständen am „Hermannsberg" das Unterkreisschießen des Kreises Alsfeld statt. Dabei errang Hombergs 1. Mannschaft des Kleinkaliber-Schützenvereins mit Becker, Leininger, Goßfelder und Kuhl 555 Ringe und erwarb dadurch die Meisterschaft der Klasse^ v. Hombergs 2. Mannschaft (Seibert, Habicht, «choll und Wilhelm) errang nur 500 Ringe; damit fiel ihr die Meisterschaft der Klasse D zu. Vorbildliche Unterrichtung der Zuschauer. und Bewußtlosigkeit ein. In dör Nähe weilende Personen brachten die Ohnmächtige sofort zu einem Arzt, der durch Einspritzungen die schlimmste Gefahr abwandte. Die Wirkung der Stiche war aber so stark, daß das Mädchen mehrere Tage arbeitsunfähig war. Landkreis Gießen. scben Bahnhofstraße und Weidgraben. Nachdem vor Linderer Zeit dort die Wasserleitung gelegt wurde, erhalt die Straße jetzt Kanalisationsanschluß. Auf der linken Seite, der Stadt zu, wurde ein großes Lagerhaus einer Baumaterialienhandlung errichtet, auf der rechten Seite zwei Wohnhäuser. Am Kreuzweg ist die zweite NS.-Heimstättensiedlung geplant. Nachdem die linke Seite mit zehn Häuschen bebaut ist, soll nun die rechte Seite bebaut werden. Die Siedlerstellen werden durch die Stadt vergeben. Liebhaber sind aenua vorhanden. Ein Besuch bei den im vorigen Herbst dort eingezogenen Siedlern überzeugt davon, wie wohl sich die Leute in ihrem neuen Heim fühlen. Festlicher Empfang der Großen-Lindener Breslau-Fahrer. * Großen-Linden, 5. Aug. Am Samstagabend trafen die Wettkämpfer und Wettkämpferinnen des hiesigen Turnvereins, alle mit dem Eichen- trans geschmückt, in der Heimat ein. Zu >hrem Empfang hatten sich die Dereinsangehörigen, die Vertreter der Stadt und viele Turnfreunde am Bahnhof eingefunden. Nach herzlichen Begrüßungsworten durch den alten Kämpen der Turnsache, Georg Klingelhöfer, gruppierte sich ein stattlicher Zug, der sich mit Marschmusik durch die mit Fahnen geschmückten Straßen nach dem Festplatz bei der Turnhalle bewegte. Hier ergriff der Vertreter des Bürgermeisters, Beigeordneter Wilhelm Wenzel, das Wort. Er beglückwünschte die Sieger und Siegerinnen und hob hervor, daß es auch eine Ehre für die Gemeinde sei, wenn neun Siege auf dem Deutschen luyi- und Sportfest von Gemeindeangehörigen errungen werden konnten. Dann dankte der Vereins- sichrer Dr. Ernst R ö m e r für den herzlichen Emp- fang in der Heimat und sprach von dem gewaltigen Erleben auf dem Fest der Deutschen vom ganzen Erdball unter den Augen des Führers. Anschließend stellte er die Sieger und Siegerinnen Motorgruppe Kessen bei der Alpenfahrt erfolgreich. Fünf goldene und eine eiserne Plakette. Bei der „Deutschen Alpenfahrt 1938" beteiligten sich auch zwei Mannschaften der Motorgruppe Hessen, die sich bei dieser Hochgebirgsfahrt, die die höchten Ansprüche an Fahrer und Fahrzeuge stellte, Ml«.«... kommenden Sonntag wieder so heißes Wetter herrscht wie all die Tage bisher, ist die Einrichtung einer Verpflegungsstelle vorgesehen. Fliegender Start. Der Start für das bevorstehende große Meister- schaftsrennen ist ein besonders schwieriges Problem. Da 101 Fahrer beteiligt sind, die gleichzeitig starten müssen, liegt die eigentliche Startstelle etwa beim Schützenhaus, die Fahrer steigen aber schon etwa 100 Meter vorher auf. Bis zur eigentlichen Startlinie gilt das Rennen als neutralisiert. Man darf damit rechnen, daß sich am Start ein ungemein buntes Bild ergeben wird. Erstes Training. Ein internationaler Rekord im Höhenflug. Mit dem Segelflugzeug von der Wafferkuppe nach Rotterdam. der (NSFK.-Gruppe Hessen-Westmark) in der Hollands 21m Donnerstagoormlttag wurden f Der L n°Ortf$afJ Druiten landete. Wasserruppe zunächst die Barogramme der F eg 'Zahlreiche Flüge führten sammenzuführen. Die kennen des Samstags. Der erste Senior-Vierer sicht die Der- eine GRG., Wetzlarer RE. und Limburger RE. am Start. Wetzlar und Limburg errangen bereits in Ems schöne Siege. Die Gießener Mannschaft startet zum ersten Male. Der Vierer der GRG. hat aber im Training bisher sehr gut geruhert, so daß man mindestens mit einem guten Abschneiden rech- Gießen, Regatta.Platz fett 56 Jahren bat für die 31. Ruder-Regatta ferne alte Anziehungskraft erneut bewiesen. Für die Regatta die am rnorgi- qen Samstag und Sonntag stattfindet, wurden, wie wir schon meldeten, für 25 Rennen 86 Boote mit 471 Ruderern gemeldet. Trotz dreiiahriger Pause, in der aus verschiedenen Gründen keine Regatta stattfinden konnte, ein überaus erfreuliches Melde- Stadten. Ni e l a n d (NSFK.-Gruppe Westfalen) und F l i n s ch (Darmstadt) setzten bei Duisburg nach 250 Kilometer nieder. Nach Düsseldorf über 242 Kilometer flogen Treuter (NSFK.-Gruppe Mitte), von Husen (N^FK.-Gruppe Breslau) und Medicus (NSFK.-Gruppe Nürnberg). 3n Essen landete der Dresdner Bräutigam, «eyr beachtlich ist auch der Flug des Berliners H aas e der über 292 Kilometer Lingen an der Ems erreichte. Die beste Leistung im Doppelsitzer erzielten Der- gens-Trippke (Berlin) mit einem Flug bis tn die Nähe von Rheine (260 Kilometer), das im Em- liker Kurt Schmidt (NSFK.-Gruppe Sudwest mit 270 Kilometer erreichte. M u d i n - Ba r t fje I (Luftwaffe Adlershof) flogen im Doppelsitzer über 205 Kilometer nach Dortmund. , In der Gesamtwertung fuhrt bei den Einsitzern jetzt Wolfgang Spate (Darmstadt) mit 3008 2 Punkten vor Kurt Schmidt (NSFK.-Gruppe Sud- west) mit 2833 P-, Opitz (NSFK.-Gruppe Hessen- Westmark) mit 2686,6, Bräutigam (Dresden) mü 2577 und Treuter (NSFK.-Gruppe Mitte) mit 2422,6 Punkten. Bei den Doppelsitzern liegen Dergens- Trippke (Berlin) mit 1289,8 Punkten vor Romeis- SchMinger (NSFK.-Gruppe München) mit 1268,5 Punkten an der Spitze. geb. Langsdorf, , meifters Ludwig Jung X., in geistiger und körper« licher Frische ihren 7 5. Geburtstag feiern. <£ Allendorf a. d. Lda., 4. Aug. Das^ S.e gelflugzeug D Den Fahrern ist es unbenommen, die Strecke schon vor dem eigentlichen Rennen ein- oder mch- rere Male abzufahren- um sich mit ihr vertraut zu machen. Eine stattliche Anzahl Fahrer ist auch bereits eingetroffen, und vor allem die Frankfurter haben schon „einige Runden gedreht". Noch mancher andere Fahrer wird in den Tagen und stunden 'bis zum Start die Strecke hinter sich bringen und sich mit ihr vertraut machen, um sich darüber schlüssig zu werden, wie er mit seinen Kräften hauszuhalten hat. Selbstverständlich wird den Fahrern bei diesem entscheidenden Rennen alles ferngehalten werden, was störend wirken konnte. So werden nur ganz wenige Kraftwagen zugelassen, die dem Feld im Interesse der reibungslosen Durchführung folgen müssen. ^m Zusammenhang mit der Regatta sei m wem gen Sätzen ein kurzer Streifzug durch die Geschichte ünseres Gießener Rudersportes gegeben 1882 wurde in Gießen der Dritte Deutsche Rubertag ad- gehalten. Schönste Erfolge waren der Gießener Rudergesellschaft in den Jahren 1894 und 1900 de- chieden, in denen Albert Rübs amen in Hamburg bzw. in Berlin Deutscher Skullermeister wurde. 1910 errang die Gießener Rudergesellschaft wohl ihren schönsten Preis, den Preis von Straßburg durch den Junioren-Achter, der damals den starken Achter des Mainzer Ruderverems schlug. 1933 war die GRG. mit 30 errungenen Siegen bester deutscher Verein! Aus diesem Grunde wurde die GRG. 1934 zur Verbandszelle und 193a zur Olnmpia-Trainingszelle bestimmt. In den letzten drei Jahren blieben der GRG- Erfolge leider ver- aqt. Auch für die bevorstehende Regatta kämpfen die Gießener Ruderer nicht unter dem günstigsten Stern. Zwar stellt die GRG- einen Lichter, die Mannschaft ist übrigens der damaligen Olympia- Zelle sehr ähnlich, hatte aber bisher nur 14 Tage Gelegenheit zum Training, weil es nicht möglich war, die Kameraden für größeren Zeitraum zu- Rundfunkprogramm Samstag, 6. August. 5- Frühmusik. 5.45: Ruf ins Land. 6: Gymnastik. 6 30- Frühkonzert. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Bäderkonzert. 9.30} Gaunachrichten. 9 40: Deutschland — Kinderland. 11.45: Volk und Wirtschaft. Der Unfall auf dem Nachhauseweg. 12: Mittagskonzert l. 13: Nachrichten. 13.15: Mittags- konzert II. 14: Nachrichten. 14.10: Komponisten der Gegenwart unterhalten uns (X). Heute: Eduard Künneke. 15: Bilderbuch der Woche. 15.15: Nützliche Wasserspiele. 15.30: ßaterna magica... Em heileres Spiel mit unseren Pimpfen und Jungmadeln. 16: Frohe Spende zum Wochenende. 18: Zeitgeschehen. 18.30: Der fröhliche Lautsprecher.19: Sportschau des Tages und für den Sonntag. 19.10: Militärkonzert. 20: Nachrichten. 20.15: lieber- nähme 22; Nachrichten. 22.15: Internationales Reitturnier. 22.30: Echo von den Woercherseesport. festen. 22.40: Wir tanzen in den Sonntag. 24 bis 3: Nachtkonzert. Auiiuuir,*- -----u überprüft, die von ihren Zielstreckenflugen des Mittwochs zurückgekehrt waren. Hierbei ergab sich, daß Werner Fick (NSFK.-Grup^ Stettin) m einer Wolke über Fulda eineStartuberl^^^ 5500 Meter und eine Höhe über dem Meeresspiegel von 6500 Meter erreicht hatte. Das bedeutet einen neuen internationalen Rekord Die günstigen Windgeschwindigkeiten in den yoyeren Luftschichten veranlaßten die Teilnehmer an der 19. Rhön" am Donnerstag wieder zu zahlreichen großen Streckenflügen. Die Gesamttagesleistung er. reichte 7000 Kilometer. Wie überaus erfolgre ch der diesjährige Rhön-Wettbewerb ist, geht chon der bisherigen Gesamtflugleistung hervor, die 70 000 Kilometer als Rekordsumme das Ergebnis des Vorjahrs bereits um 22 000 Kilometer über« "*Jm°J u nior - Achter liegen Offenbacher Undine und Kitzinger RD. im Rennen. Die Offenbacher sollten dabei den Sieger stellen. Der zweite Se nior - Einer wird von fünf Ruderern bestritten. Die Kräfte sind einigermaßen gleichwertig. Godesberg und Steeler RD. haben die Siegeschancen. Im vierten Jungmann-Dierer treffen Limburger RE. und Frankfurter RE. Griesheim aufeinander. Die Limburger dürften einen schweren Stand haben. . Der Senior-Vierer ohne Steuermann sieht die zwei vorzüglichen Vierer vom RC. „Germania Köln und „Saar Saarbrücken im Kampf. Die Siegeschancen dürften den Kölnern zuzusprechen 'eigür den e r ft e n Jungmann-Dierer sind oier Boote gemeldet, von denen das Boot des Mainzer RD. den Sieger stellen müßte. Ein scharfes Rennen erwartet man im Prinz* Eitel-Friedrich-Dierer. Frankfurt - Ober- rad und „Saar" Saarbrücken sind die Konkurrenten. Die Oberräder sollten dabei ihrem Gegner um ein weniges überlegen fein. Für den vierten Senior-Achter starten vier Boote. Hier sind die beiden Gießener Rude^ vereine vertreten. Es wäre erfreulich, wenn sich hier unsere heimischen Ruderer durchsetzen konnten. In den Offenbachern liegt aber scharfe Konkurrenz im Rennen. Die Gießener Vereins haben hierzu i folgende Mannschaften gemeldet: Gießener Ruderklub „Hajjia"; Zirkler, Hartmetz, Weber, Lotz, Groetzsch, Eisenbach, Hüttenberger, Schmidt und Noll. - Gießener Ruberge- sellschaft: Jödt, Schöndorf, Meister, Georgi, Becker, Eutenauer, Duill und Loh. Im zweiten Senior-Vierer sollte der Vierer der GRG. einen Sieg landen können. Lim- burger RC. 1907 ist der Gegner. Im zweiten Senior-Achter dessenSieger die Berechtigung zum Start im Großen Achter am Sonntagabend erwirbt, darf man em anregendes Rennen erwarten. Kitzinger, Offenbacher und Kölner Ruderer sind im Wettbewerb. Die Kölner „Ger- manen" starten dabei mit den besten Aussichten. Vollkommen frisch geht für das letzte Rennen des Samstags, für den e r ft e n S e n i o r A ch t e r, die Renngemeinschaft Rüsselsheim in den Kampf gegen den Achter der GRG. Die Rüsselsheimer haben bisher bei verschiedenen Regatten vorzüglich abgeschnitten. Die Gießener werden das Letzte aus sich herausholen müssen. . trifft. An der Spitze der Streckenflüge des Donnerstags stehen drei Flüge in holländisches Gebiet. Wolfgang Späte (Darmstadt) erreichte mit seinem „Relye , einem Segelflugzeug, das das Forschungsinft für Segelflug, Darmstadt, konstruierte, den Flughafen Rotterdam und legte damit als Tagesb is leiftung 415 Kilometer zurück. Der Berliner Lu wia Hofmann kam über 412 Kilometer nach M - lasserdam im Kreise Rotterdam, während Peters Führer der 1. Mannschaft, die auf drei Adlerwagen (2,5 Liter) fuhr, errang eine Goldmedaille, ebenso der in seiner Mannschaft fahrende Scharführer Lind, 22/M 147, Wetzlar. Oberscharführer Jordan, der leider einen kleinen Motordefekt hatte, errang trotz alledem noch eine eiserne Medaille. Der Führer der K'radmannschaft, Oberscharführer Treutlein, Frankfurt a. M., die auf NSU. 250-ccm-K'rädern fuhr, sowie der in seiner Mannschaft fahrende Scharführer Förster, Frankfurt, erhielten wiederum je eine Goldmedaille, so daß insgesamt vier goldene Medaillen und eine eiserne Medaille an die beiden Mannschaften der Motorgruppe Hessen fielen. Außerdem errang Rotten- ührer Rohrmann, 23/M147, Herborn, auf eigener BMW.-Maschine (600 ccm) mit Seitenwagen, eine goldene Medaille. Wenn man bedenkt, daß die „Deutsche Alpenfahrt 1938" an diese beiden Mannschaften ganz besondere Anforderungen ae- stellt hat, da es die erste große Hochgebirgsfahrt über eine 1671,9-Kilorneter-Strecke war, die teil- weise auf der rechten und teilweise auf der linken Seite, auf nicht abgesperrten Straßen und Gebirgspässen gefahren wurde, so muß ihr Abschneiden als ein befonöerer sportlicher Erfolg für die Motorgruppe Hessen gebucht werden. Medaille und Rationaltrikot. Dem Sieger des Rennens — wer es sein wird, läßt sich im voraus auch nicht im entferntesten ahnen - winkt große Ehre. Er erhält für em Jahr das Nationaltrikot, das weiße Trikot mit dem roten Bruststreifen, der auf der Brustfelle durch das Zeichen des Adlers, das Zeichen des Reichsbundes für Leibesübungen, unterbrochen wird. Zugleich erhalt der neue deutsche Meister im Einer-Streckenfahren eine Medaille, die in feinem Besitz und als Erinnerung an einen großen Sieg verbleiben wird. Gießen durch Reumann vertreten. Bei dem schweren Rennen, das bei dem gegen- roärfiaen heißen Sommerwetter zu einer Harte- Prüfung erster Ordnung werden wird, ist die Gießener Radfahrer-Vereinigung nur durch Neumann vertreten, der aus vielen Kämpfen und Siegen für die Freunde des Radsportes in unserer Heimat zu einer bekannten Gestalt geworden ist. Ob ihm am kommenden Sonntag ein großer Wurf gelingen wird, steht noch dahin, um so mehr, als er sich bei seinem letzten Rennen umJBonn eine Beinverletzung zugezogen hat, die noch mcht ganz überwunden ist. 50 Jahre aktiver Turner in dem Turnverein 4846. Am 7. August kann das langjährige Ehrenmitglied jEmil Marx, Lokomotivführer, jetzt wohnhaft Schanzenstraße 6, auf eine 50jährige Mitgliedschaft beim Turnverein 1846 in Gießen als ständiger aktiver Turner zurückblicken. Emil Marx wurde am 7. August 1888 als Zögling in den Tumberem ausgenommen. Schon im nächsten Jahre konnte er beim Zöglings - Wetturnen als 4. Sieger hervorgehen. Durch seinen Fleiß und sein Talent brachte er es tn den Jahren von 1890 bis 1898 zu manchen schonen Erfolgen für seinen Verein. Mehrere Ehren- und erste Siege, sowie viele andere Siege auf Kreis-, Gau- und Bergfesten konnte er für den Turnverein 1846 erringen. Noch in dem Jahre 1925 bei dem hiesigen großen Kreisturnfest zeigte er als 53jähnger Turner fein Können und errang beim Altersturnen den 23. Sieg. In sämtlichen Musterriegen-Wetturnen des Vereins stellte er feinen Mann trotz feines schweren Berufes. Außerdem war er lange Jahre Vorturner und Riegenführer der Aktiven sowie der Altersriege. Als Anerkennung dafür wurde er durch Ehrenbriefe mit Ehrennadeln der Deutschen Turnerschaft ausgezeichnet. Wir beglückwünschen! einzeln vor. 1. Richard Seth, 51. Sieg mit 197,5 Punkten, 12-Kampf, Geräte; 2. Fritz Weiter sh aus, 14. Sieg mit 52 Punkten, Dreikampf, 1. Alters- klasse; 3. Karl Seivp, 79. Sieg mit 168,5 P-, 12°Kompf, Meisterklasse; 4. Heinrich Jung, 36. Sieg mit 149 Punkten, Zehnkampf, Klasse 1, Unterstufe; 5. Erich Velten, 36. Sieg mit 149 Punkten, Zehnkamps, Klasse 1, Unterstufe; 6. Otto Weiß, 44. Sieg mit 141 Punkten, Zehnkampf, Klasse 1, Unterstufe; 7. Herbert Fischer, 25. Sieg mit 501 Punkten, Jugend-Sechskampf; 8. Luise Weiß, 30. Sieg mit 124 Punkten, Turnerinnen-Achtkampf; 9. Anna Weinandt, 39. Sieg mit 115 Punkten, Turnerinnen-Achtkampf. Eine Dereinsriege erhielt für Bodenturnen die Bewertung „sehr gut". Schriftleiter Max Streese +• Lpd. Darmstadt, 4. Aug. Mitten in der Ar- beit verschied an einem Herzschlag einer der ältesten hessischen Schriftleiter, Max S t r e e s e der nach einer Tätigkeit in Landsberg, Leipzig Stade und Worms seit drei Jahrzehnten die Lokalschnstlellung des „Darmstädter Tagblattes" leitete. Der im Alter van 59 Jahren Verstorbene mar lange Jahre 45or- itzender des Vereins der hessischen Zellungsredak^ teure und des späteren Landesverbandes Rhein- Main der deutschen Presse. Schwerer Unfall auf der Reichsautobahn. Eine lote, fünf Verletzte. LPD. Frankfurt a. M., 4. Aug. Auf der Reichsautobahn in der Nähe von Lorsch platzte der Reifen eines vollbesetzten Autos aus Frankfurt am Main. Das Fahrzeug fuhr dadurch gegen das Bauwerk einer Brücke. Dabei wurde die neunjährige Tochter des Wagenlenkers Neubronner aus Frankfurt getötet. Die Ehefrau und eine Hausangestellte erlitten schwere Verletzungen und mutzten in das Stadtkrankenhaus in Darmstadt ein* geliefert werden. Der Fahrer und feine beiden Söhne tarnen mit leichteren Verletzungen davon. den Ablauf und Verlauf des Rennens hat sich zur ersten Aufgabe oemacht. Eine Fernleitung wird bis zur Ganseburg gelegt, so daß CO Klein-Linden, 5. Aug. Am morgigen Samstag, 6. August, kann Frau Marie I u n g, geb. Langsdorf, Ehefrau des verstorbenen Bäcker- Die Gießener Radfahrer-Vereinigung, die vom Reichsfachamt des Radsports den ehrenvollen Auftrag erhielt, die Deutsche Amateur-Straßenmeisterschaft im Einer-Streckenfahren auszurichten, hat sich der ihr gestellten Aufgabe mit aller Energie anae- nommen. Das Rennen soll nicht nur reibungslos ablaufen, einwandfrei den Meister ermitteln lassen, sondern darüber hinaus auch ein Werbeerfolg | für den deutschen Radsport werden. <£ ällenborf a d. Iba. 4. Kug. 2as fee- m" aUen'bcn Mündig?» Behörden landen wollte, mußte um 16.30 Uhr infolge eines »Zoiksaenossen in Stadt und Land m Bann schlagen Gewitters, das über Gießen stand, tn unserer (9e. ^59enDnen marfung landen. Das Flugzeug wurde sofort ab- wiro. montiert und wenig später wieder abgeholt. Der I Landungsplatz im Wiesengrund nahe Treis, war ständig von Neugierigen umlagert, denen der elegante Vogel sehr gut gefiel. — Die Technik findet in den landwirtschaftlichen Betrieben unserer Ge-I^ meinbe immer mehr Eingang. Von hiesigen Land- jprc£hfeitung wird bis zur Ganseburg gelegt, io oag wirten wurden in diesem Jahre zehn Mahmaschi- dorthin das Rennen unmittelbar verfolgt werden neu, drei Aufzüge zum Abladen von Heu und Stroh x^nn. Von Grünberg her wird über den Verlauf des und ein Getreidebinder angeschafft. Rennens durch das Posttelephon, jeweils nachdem + (Brünberg, 4. Aug. Der hiesige Buchhand- FPh^r Grünberg passiert haben, berichtet wer- ler Th raum, der sich heute nachmittag mit feinemUßn Verbindungen werden von Geilshausen Motorrad auf der Heimfahrt von Mücke nach Grün- unP DDn Ullendorf her unterhalten. Eine zweite berg befand, wurde kurz vor der Obersten Ziegel-1 unmitteTbare Telephonverbindung wird durch den Hütte das O p f e r e i n e s V e r k e h r s u n f a 11 e s. Nqchrichtenfturm der SA. zwischen Lollarer Kopf Thraum fuhr auf der rechten Straßenseite und wurde unb Wellersburg geleat, so daß also von den ver- von einem Personenwagen überholt. Zu gleicher 3elt I hiiebenften Punkten der Rennstrecke berichtet wer- überholte ein Wagen mit Anhänger für Segelflug- kann. Alle diese Nachrichten werden durch drei zeuge den Personenwagen. Dadurch streifte der Per- Lautsprecher übertragen. sonenwagen das Fahrzeug von Thraum, so daß Wruu kommt, daß der Rundfunk, der mit zwei dieser zu Fall kam und mit einer schweren Ge - |einer Wagen erscheinen wird, in zwei Sendungen Hirnerschütterung liegen blieb. Der Fahrer den Verlauf des Rennens für ben breiten des Personenwagens nahm sich des Verletzten an Ärei5 j^ner Zuhörer berichten wird. Die Auf- unb brachte ihn heim. Bis zum späten Abend mar na^men des Rundfunks sollen ebenfalls den Zu- er noch ohne Bewußtsein. schauem zu Gehör gebracht werden. Kreis Schotten. Organifation auf der Strecke. und 6portf‘ftei? stssS'emng Georg Ein wichtiges Kapitel ist die OrgamMon aus der Spanier im Zehnkamps den 38. Sieg mit 147 Strecke. Für r.e Sich r»ns der Stratzen Pmckten. Eine Fahnenabordnung, mehrere Turner einmundungen aus die Streck^ hat d und Turnerinnen nahmen am Feste teil. M - st ° "dar t 1 4 7 etwa M Kamera^n f Schotten, 4 Aug. Ein alter Schottener, der des Sturmes 3/147 zur Verfügung gefteui, oie w y GastE der .Linde" Hinrich M ii 17e r murde rend des tooneruna erfahren. — Die Stadtverwaltung hat Vereinigung hm dafür gesorgt sein, daß die wenig Wchtsluter anbringen lassen, um bei sestlichen Ge- Abschnitte der Strecke die * * J t TO legend eiten die Kirche im Scheinwer,erlicht zeigen .m Rahmen des !MoZüchenstaubst geWM &S. ".«1 (Ml. »(< Kl Km ««MM.» M M -«-»» S“ b" >“« •"» <™ einen schönen Verlauf nahm. I 4* Roßkastanie in schönster Blüte. 44 35 Letzt Heringe auf den Tisch! Der Hausschwamm, ein Mionen-SchMing Wirtschaft UN- be- am bis 65 50 sonderen Umfang. Non den variablen Werten schwächten sich Reichsbahn-VA. auf 122,50 (122,90) und Reichsaltbesitz auf 130,25 (130,30) ab. In den Konsolidierungsanleihen des Reiches hielten sich Angebot und Nachfrage etwa die Waage. Pfandbriefe lagen unverändert, Liquidationswerte zeigten die üblichen leichten Schwankungen, Franks. Hyp. Liquid. 101,25 (100,90). Industrie - Obligationen waren unregelmäßig, wobei Farben-Bonds auf 120,25 (119,65) anzogen, dagegen 5 v. S). Eisenbahn-Rentenbank 97,25 (98). Stadtanleihen blieben behauptet, 4,50 v. H. Mainzer 0,25 v. S). höher mit 98,25. Kommunal-Umschuldung bröckelten erneut um 5 Pf. ab auf 94,50. Der Verlauf war sehr ruhig, im Grundton aber etwas freundlicher, was teilweise auch in etwa Montanmarkt meist Besserungen um etwa 0,25 0,50 v. 5). ein. Am Rentenmarkt blieb die Entwicklung einheitlich, und die Umsätze erreichten keinen Dein mitglieöebelteofl für Die NSV. ein Opfer für Die Zukunft unseres Volkes. Stanleys Marsch durch Afrika im Sihn. Zu einem großen Film der Twentieh Century- Fox, der Stanleys Marsch durch Afrika, um Livingstone zu suchen, darstellen soll, ist eine große Expedition durch den Urwald mit einem Kostenaufwande von über 600 000 Mark durch- geführt worden. Sie wurde von Mrs. Martin Johnson geleitet, die mit ihrem Manne, dem vor einiger Zeit im Flugzeug verunglückten Afrika- forscher, schon eine Reihe von Afrikareiscn gemacht hat. Die Strecke, die Stanley zurückgelegt hat, wurde genau verfolgt; in monatelanger harter Arbeit wurden viele wertvolle Aufnahmen gemacht, deren Wiedergabe im Film allerdings nur eine Viertelstunde beanspruchen mirt). Der Film will Stanley als den „ersten Zeitungsmann, der den Urwald durchzogen hat", darstellrn. In den Anlagen am alten Friedhof blüht eben ein Zierbaum, eine den Roßkastanien verwandte P a v i e (aesculus macrostachya, laut Namensschildchen). Ein im Monat August ungewohnter Anblick: inmitten der hochsommerlichen Vegetation die schlanken Blütenkerzen der Roßkastanie. Der Baum steht ganz nahe dem zweiten Eingang zum alten Friedhof (Licher Straße). — (Aufnahme: Neuner, Gießener Anzeiger.) (33 bis 35), d) 28 (—). Kälber a) 60 bis (60 bis 65), b) 52 bis 59 (55 bis 59), c) 42 bis (44 bis 50), d) 35 bis 40 (36 bis 40). Hammel und Schafe nicht notiert. Schweine a) 60 (60), bl) 59 (59)), b2) 58 (58), c) 56 (56), d) 53 (53). Sauen gl) 57 (57). Marktverlauf: Rinder, Kälber und Schweine zugeteilt, Hämmel und Schafe mittel- Ochsen, 116 (169) Bullen, 339 (495) Kühe, 145 (240) Färsen. Kälber 487 (508), Hammel und Schafe 29 (46), Schweine 226 (383). Notiert wurden je 50 Kilogramm Lebendgewicht in RM.: Ochsen a) 43 bis 45 (43 bis 45), b) 40 bis 41 (38 bis 41). Bullen a) 41 bis 43 (41 bis 43), b) 39 (35 bis 39), c) 32 bis 34 (34). Kühe a) 41 bis 43 (40 bis 43), b) 35 bis 39 (34 bis 39), c) 27 bis 33 (28 bis 33), d) 20 bis 25 (19 bis 25). Färsen a) 42 bis AA (42 bis 44), b) 38 bis 40 (39 bis 40), c) meisten Elektropapiere. Etwas fester lagen Daimler mit 126,25 bis 126,50 (125,25) und Holzmann mit 141 (140). Nach den ersten Kursen stellten sich Mörder auf der Flucht ertrunken. Lpd. Worms, 4. Aug. In der Nähe des Trockenwerkes wurde aus dem Rhein eine männliche Leiche geländet. Es handelt sich um den Jakob Held aus Altrip, der vor einigen Tagen seine Frau mit einem Beil niedergeschlagen hatte. Um seiner Festnahme durch die Polizei zu entgehen, hat er sich im Rhein ertränkt. Mein-Mainisc-e Börse. TNillagsbörse widerstandsfähiger. Frankfurt a. M., 4. Aug. Die Börse verblieb in ihrer abwartenden Haltung und hatte an allen Gebieten vor wie nach nur kleine Umsätze. Wenn auch die Aktienmärkte keine einheitliche Richtung zeigten, so erwiesen sie sich heute als wesentlich widerstandsfähiger gegenüber dem weiterhin herauskommenden Angebot, das im ganzen aber eher eine Abnahme zeigte. Verschiedentlich erfolgten kleine Käufe offenbar in Ueberlegung der erreichten günstigen Rendite. Im allgemeinen betrugen die durchschnittlichen Schwankungen 0,50 bis 1 v. H. Einzelne Papiere gingen jedoch noch stärker zurück. So Rütgerswerke auf 138 (140,50), Lahmeyer auf 120 (123), Rhein. Braunkohlen auf 205 (207,75), Berger Tiefbau auf 137,50 (140), Aschaffenburger Zellstoff auf 110 (111,75), Junghans auf 106,50 (108) und nach Pause Mansfelder'auf 134,50 (136). Verhältnismäßig gut behauptet lagen Montanwerte, ferner IG. Farben mit 148,13 (148,25) und die Eine Lokomotive im Deutschen Museum ist eine Lokomotive und kein Klavier. Sie stammt aus dem Jahre 1852, das steht auf dem Schild, nun ja, warum nicht, haben Sie was dagegen? Damals waren eben die Lokomotiven so komisch, heute sehen sie ein bißchen anders aus, Entwicklung der Maschine, interessante Tatsache, aber durchaus und leicht begreifbar und weiter kein Problem. Oder z. B. das Miftinguette-Panoptikum in Paris. Unübertrefflich, einzigartig, „das G r o ß a r - tigste, was es auf diesem Gebiete gibt", jede Figur zum Sprechen und Greifen ähnlich und lebensecht. „Würden Sie es für möglich halten, Madame, daß das alles nur Wachs ist? Einfach phänomenal!" „Nein, mein Herr." Wieso denn? Und wozu eigentlich? Alles „wie lebend" und doch tot! Höchst künstlich und höchst kunstlos und unkünstlerisch zugleich! Kein Hintergrund, nichts als sklavisch nachmodellierte Wirklichkeit, bildgehaute und geschneiderte Photographie, weiter nichts! Und bei Valentin? Hier: Ein Blick ins Damenbad — der Blickwerfer erwartet selbstverständlich ein schönes, möglichst unbekleidetes Mägdelein, ja Kuchen —, dort: ein Apparat zur Hebung der Milchwirtschaft; Wasser zum Blumengießen; ein ungefärbtes Osterei; Hosenträger außer Betrieb; Adam und Evas Feigenblätter ... Toll, toll, weiter, weiter. Jetzt wird's Ernst. „Auf Scherz folgt Ern^t!" erklärt Valentin kraft seines Museumsbeamtenamtes. Zuerst glaube ich es ganz bieder. (Das ist ja auch der Zweck der Uebung.) Folterkammer, naturgetreue Nachbildung einer Hexe aus dem 16. Jahrhundert; finstere Gänge, wackeliger Henkerssteg über nachtschwarzem See, Burgverließ, Ahnfrau, heulender Sturmwind, Blitz, Donner, Sumpf und Morast, Abgrund, Schlucht und Leiche eines Abgestürzten, Brunnenungeheuer, feuerspeiender Drache, Grauen über Grauen — ich schreie auf, eine Fledermaus oder greuliche Spinne wabbelt mir auf dem Schädel, und da ich ausweiche, bammeln mir plötzlich ein Paar Beine ins Gesicht, hübsche Mädchenbeine zwar, an sich nichts Unangenehmes, aber es geschieht so überaschend, daß man entsetzt zusammenfährt — wie manchmal im Leben auch, und nun falle ich um vor Lachen: Valentin geht durch den furchtbar tiefen See, zu Fuß schreitet er durch den See — hat Wasser Balken? „Sehngs, der is nur zwei Zentimeter tiaf! Da könnas ruhig durchgeh!" Und ich war auf der baufällig schwankenden und krachenden Brücke vor Angst bald gestorben ... Der Ernst, der dem Scherz folgt, war noch spaßigerer, ein unheimlicher Scherz — ein unheimlich lustiger nämlich! Und noch immer weiter, es nimmt kern Ende, der Vortragssaal mit den „nie gesehenen Lichtbildern", verräterische Spiegel, das dröhnende Flugzeug, und, wie sonderbar: ohne Lift kommt man hinauf und ist doch, keine Treppe gestiegen — doch ich will nicht mehr'verraten. Nur dies: alles das und noch viel mehr ist der ernsteste Ulk, den man je irgendwo erlebt hat und erleben kann. Und ein lehrreicher, ein äußerst lehrreicher, und gänzlich ohne aufgehobenen Zeigefinger, ganz leicht und lustig hingespielt aus beflügelter Laune des Witzes. Dieses Original von einem Museum hebt den unlebendigen eindimensionalen Sinn des Museums, der mitunter Gefahr läuft, an unfreiwillige Komik zu grenzen (das prunkvolle Brautbett der Mätresse des Herzogs Ludewig des Dierunddreißigsten), durch gewollten „Unsinn" auf und wird tiefer sinnvoll — aber zu erklären ist das nicht, ebensowenig wie Valentins Spiel, das muß man selbst sehen und selbst verstehen. Das Museum wird nach Valentins eigenen statistischen Angaben allmonatlich von 15 0 0 0 bis 2 0 000 Fremden besucht und von 0 bis 100 Münchnern. Darum, wenn einer seinen Wagen । gen Bayern lenkt, sollte er nicht nur die Zugspitze : per Drahtseilbahn erklimmen,.sondern als ein noch 1 kühnerer Held auch in den Valentinischen Schreckens- I keller, fünfzehn Meter unter der Erde, hinabfahren. = Und nicht erschrecken, wenn ihm auf schwankem > Steg über höllischem Abgrund die Knie ins Wan- f ken geraten sollten... Karl Valentins kolossale Schreckenskammer Oer Besitzer führt einen Dichter durch sein Museum. Don Hains JReifer. Der Hausschwamm ist ein gefährlicher Gast. Er gehört zu den holzzerstörenden Pilzen, von denen es Hunderte von verschiedenen Arten gibt. Jeder Pilz hat zum Wachstum Feuchtigkeit notwendig. Damit sind die Grundbedingungen klar für die Lebenstätigkeit des Hausschwammes und der übrigen holzbewohnenden Pilze: Holz als Nahrung und dazu die notwendige Feuchtigkeit. Ohne Holz muß der Hausschwamm verhungern, ohne Wasser muß er verdursten. Hieraus ergeben sich die Grundforderungen beim Hausbau, beim Bewohnen der Häuser und erst recht bei der Durchführung von Schwammreparaturen: im Hause darf nur gesundes, trockenes Holz verwandt werden, das zeitlebens im Haus immer trocken zu erhalten ist. Wo Feuchtigkeit im Haus nicht zu vermeiden ist, z. B. in nicht unterkellerten Erdgeschoßräumen, in Kellern *), Küchen, Klosetten, Badezimmern usw. sollte entweder gar fein Holz verwandt werden oder nur solches Holz, das mit einem chemischen Mittel entsprechend geschützt ist. Ein Schwammschaden hat immer einen Ursprungsherd, nämlich Holz, das der Feuchtigkeit ausgesetzt ist. Dieses befallene Holz wird von Den weißlichen Pilzfäden des Hausschwammes durchzogen, ausgesaugt und bald vollständig zermürbt, daß es feine Tragfähigkeit völlig verliert. Von diesem befallenen Holz wachsen wurzelähnliche Hausschwamm st ränge durch das Mauerwerk nach den angrenzenden Räumen, daneben, darunter, darüber, selbst zum Nachbar hinüber und können immer wieder neues Holzwerk befallen. Bei kräftiger Entwicklung bildet der Hausschwamm genau wie jede andere Pflanze dann Früchte, Fruchtkörper, große, oft pfannkuchenähnliche Gebilde, in der Mitte goldbraun, mit weißlichem Rande. Der goldbraune Teil trägt feine, grübchenartige Löcher, die eigentliche Fruchtschicht. Hier werden die Samen des Hausschwammes, seine mikroskopisch kleinen Sporen gebildet. Diese werden durch den geringsten Luftzug verbreitet. Wo sie auf feuchtes Holz kommen, kann immer wieder ein neuer Schwammschaden beginnen. Bei der Beseitigung von Schwammschäden ist der Rat eines erfahrenen Sachverständigen wichtig. Sonst werden für dauernde Reparaturen mehr Mittel zum Fenster hinausgeworfen, als die einmalige richtige Beseitigung kosten würde. Denn bei Pfuschreparaturen kommt der Schwamm immer und immer wieder. Jeder Fall liegt anders. Gar leicht kann zuviel, aber auch zu wenig geschehen. Sehr oft bietet ein Schwammfall Anlaß zu einem Rechtsstreit, z. B. zwischen Hauskäufer und *) Kisten, Kartoffelverschläge usw. sind im Keller sehr ost vom Schwamm befallen und bilden dann für das Haus eine große Gefahr. mäßig. Kunst und Wissenschaft. Neuerscheinungen im Verlag Engelhorn. I. Engelhorns Nachf. Verlag, Stuttgart, kündigt folgende Sommer- und Herbstneuigkeiten an: Romane und Erzählungen: Stijn Streuvels: Die große Brücke. Uebersetzt von Karl Jacobs. — Carl von Bremen: Der deutsche Berg im Osten. Ein volksdeutscher Roman. — Johannes Kirsch- meng: Der harte Morgen. Erzählung. — Herbert von Hoerner: Der große Saum. — Kurt Kluge: Der Herr Kortüm. Roman. — „Lebendige Welt": Karl Götz: Brüder über dem Meer. — Einar Wallquist: Der Lappendoktor. Ueber- setzung aus dem Schwedischen von Pauline Gott- schau-Klaiber. — Jahrbuch der Stadt Freiburg, Band II. Herausgegeben von Oberbürgermeister Dr. Franz Kerber. In der deutschen Hochseefischerei hat die große Zeit des Heringsfanges ihren Anfang genommen. Standen bisher Kabeljau, Rotbarsch, Schellfisch und Seelachs in erster Linie auf dem Programm der Dampfhochseefischerei, so beansprucht in den kommenden Monaten der Hering den weitaus größten Platz für sich. Die Heringsschwärme ziehen nach naturgegebenen Gesetzen nun einmal so, daß sie Fangaründe, die den deutschen Fahrzeugen zugänglich sind, nur in einem kleinen Zeitraum des Jahres berühren. Wenn die ersten Vorboten bei den Orkney- oder Shetland-Inseln auftauchen, dann bedeutet dies für die deutschen Fischdampfer das Signal, nun mit dem Schleppnetz so viel wie möglich von diesem silbernen Segen zu bergen. Die jährlich wiederkehrende und kalendermäßig ziemlich feststehende Zeit der Heringsfischerei macht es notwendig, daß sich die eintaufenDen Hausfrauen hierauf zweckmäßig einstellen. Die kurze Zeit der „Saison" muß mit allen Kräften wahrgenommen werden. Das bedeutet gleichzeitig, daß nur die unbedingt notwendige Anzahl von Dampfern für den Fang der übrigen Konsumseefische eingesetzt wird. Die einkaufende Hausfrau tut daher gut daran, wenn sie in den kommenden Monaten den g r ü n e n Hering in erster Linie in ihrem Einkaufsbüchlein vormerkt. Dies sollte um so weniger schwer fallen, als ihr der Hering in reicher Auswahl geboten wird und zudem in einer Qualität, die sich bequem mit andern Leckereien des Meeres messen kann; rühmt man doch dem deutschen Schleppnetzhering nach, daß er im eigenen Fett gebraten werden kann. Da ferner von 1. Auaust ab für den Hering Festpreise bestehen, ist Der Einkauf auch Verkäufer, zwischen Hausherr und Mieter, zwischen Bauherr und Handwerker, zwischen den Nachbarn usw. Die Reparatur darf daher erst in Angriff genommen werden, wenn völlige Rechtsklarheit, am besten durch ein Beweissicherungsoerfahren geschaffen wurde. Der Schwammschaden muß in seiner gesamten Ausdehnung erfaßt werden, was sehr oft aar nicht einfach ist und sich zumeist erst aus der Deffnung der befallenen Stellen ergibt. Das schwammbefallene Holz wird auf ungefähr einen halben Meter über den Befall hinaus entfernt und verbrannt. Schwammdurchwachsene Mauerteile werden erhol- ten, wenn sie baulich gut sind, in den Fugen gründlich ausgekratzt, mit der Lötlampe ober besser mit dem Gebläse ausgebrannt und wiederholt mit einem chemischen Schutzmittel behandelt. Die ursächliche Feuchtigkeitsquelle muß abgestellt werden. Das neu einzubauende Holz ist einer chemischen Schutzbehandlung zu unterziehen. Das mindeste ist mehrmaliger Schutzanstrich, noch besser eine mehrtägige Tauchtränkung in einer chemischen Schutzlösung, am besten die Dollimprägnierung. Bei sehr schweren Fällen, zumal wenn die Feuchtigkeitsquelle gar nicht zu unterbinden ist, muß Holz unter Umständen sogar ganz vermieden werden. Dor Geheimmitteln und Geheimverfahren bei der Schwammreparatur wird dringend- gewarnt. nach dieser Richtung hin leicht gemacht. Die Parole für den Küchenzettel in den kommenden drei Monaten muß also lauten: „Grüne Heringe auf den Tisch". ' c , Der grüne Schleppnetzhering ist ein so großer Derwanolungskünstler, daß er nicht allein als „grüne Ware" den Markt überschwemmt, sondern sich auch noch in vielerlei verarbeiteten Formen bietet. Abgesehen von dem Salzhering, der von den Loggern bereits fix und fertig verarbeitet an Land gebracht wird und in diesem Stadium der Saison den Named „M a t j e s" trägt, gibt es vor allem jetzt in reichlichen Mengen Bückinge. Der Bücking kann gewissermaßen als der „verfeinerte Brüder' des grünen Herings bezeichnet werden. In den Räuchereien hat der grüne Hering den letzten Schliff erhalten und präsentiert sich in einer neuen Gestalt als goldgelber Bücking. Damit sind die Verwandlungskünste noch nicht erschöpft. Aus den Marinier- anftalten kommt der grüne Hering als Geleehering, Brathering ober Rollmops zum Vorschein, und die Konservenfabriken entlassen ihn — fest in Dosen verpackt — als Hering in den mannigfachsten Tunken. Die große Zeit der deutschen Heringsfischerei bauert nur runb brei Monate. Dann verschwindet ber Hering fast ebenso schnell, wie er gekommen ist. Was liegt daher näher, als daß sich bie Hausfrau auf biefe Saison bestens einstellt, um bie Gelegen- heit wahrzunehmen. Daß ber grüne Hering unb feine fischindustriellen Verarbeitungen bie Hausfrauen in keiner Hinsicht enttäuschen werben, bafür bürgt Der hohe Stand ber deutschen Hochseefischerei- flotte unb ber deutschen Fischindustrie. Sch. Ich gehe ungern ins Museum. Das ist zwar bei jedem Münchener so, aber bei mir hat es noch ! andere Gründe, denn ich bin fein richtiger Mün- i chener, ich bin nur in München geboren. Man i kann sagen, was man will, ein Museum hat im- i mer, und wenn es noch so fleißig abgestaubt wird, < etwas staubig Lehrhaftes. Man wird Schuljunge i und traut sich nicht laut aufzutreten ober feixt. । Hinterm Aufseher natürlich. Die. sind sehr ernst und streng! 1 Trotzbem, ober gerabe barum, bin ich in das : Valentin-Museum hineingegangen unb ich < hatte es gut babei, benn ber Meister ber Grotesk- 1 komik selbst geleitete mich höchst persönlich durch : seine gespenstisch luftigen unb komisch ernsten Kata- 1 komben. Was mich gleich von vornherein anheimelte, war, baß sie sich ganz in der Nähe, ja sogar in bem gleichen Haus, nämlich in seinem rückwärtigen Teil, befinden, in bem einst Hammers Panoptikum war. Stunbenlang stanb ich als Bub in magischer Traumverfassung vor dem geheimnis- : nishoüen elektrischen Klavier mit ben aufleuch- tenben farbigen Glühbirnen, ein wahrer Wollust- schauer von Entzücken hervorrufenbes Geklimper, unb bestaunte anbädjtig abwechselnd ben Portier unb den Orang-Utang, ber eine liebliche bleiche Jungfrau raubt und zähnefletschend mit der unteren Kinnpartie wackelt, sowie den Räuberhauptmann Matthias Kneißl unb andere uniformierte unb zivile zeitgenössische Berühmtheiten. Es war ein Wachsfigurenkabinett, ein Panoptikum wie alle anderen, und es gibt sie noch heute Empfanb man aber als Kind vor ben lebensgroßen, grausig echten Figuren ein eigentümliches Gruseln unb Zweifeln (ob Schneewittchen im Glassarg nicht vielleicht doch echt tot sei?), unb nor ber Abteilung „Nur für Erwachsene" eine unstillbar brennende Neugier, so verirrt man sich heute auf ber Reeperbahn unb auf der Oktoberwiese nur noch angesäuselter Weise in solche Buben, unb kein kindlicher Schauer pflegt sich mehr einzustellen, höchstens fatale Ernüchterung. Und nun habe ich im Valentin-Museum dieses prickelnbe Gruseln doch roieber erlebt! Unb auf eine ganz neue, erwachsene, sozusagen reifere Art unb Weise... Schon ber Eingang ist ein Rätsel: dunkel, stockfinster, man sieht nicht vorne unb nicht hinten unb weiß nicht aus noch ein. Was ist denn los, ist bas Absicht ober Zufall, ist bie 'Leitung kaputt, — ober? Da knipst Valentin eine Taschen- laterne an, unb wir finben unb betreten ben Auszug, ber fnatternb unb zitternb fünfzehn Meter tief in bie geheimnisvollen Katakomben hinabrassett. Unten umfängt uns Kühle, nun natürlich, wegen der Tiefe. Keller sind immer kühl. Aber wird es nicht sonst je näher dem Erdinneren, um so wärmer? Wenn schon, von Valentin kann man keine naturwissenschaftliche Logik verlangen. Dem ist zuzutrauen, daß dieser Keller sich auf dem Dachboden befindet. Ueberrascht bin ich von der kolossalischen Ausdehnung der unterirdischen Räumlichkeiten und den zahlreichen Abteilungen, es sind mindestens zwanzig, die ich langsam, schauend, sinnend, betrachtend, staunend, grübelnd, kopfschüttelnd, lachend und prustend durchwandle: ich falle aus einer Verblüffung in die andere und kenne mich überhaupt nicht mehr aus. Schaffot, Raritätenkabinett, „wertvolle archäologifcheAus- grabunge n", — eine Marmorstatue kippt um und will mich erschlagen —, Kerker, Hexenturm, der Motorradmeister Henne, eine Gefängniszelle, aus der der Sträfling geflüchtet ist, eine leere, ganz leere Zelle, kein Gefangener drin, denn er ist ja geflohen; die Loreley, dreitausend Jahre alt — wie Frauen im Alter von dreitausend Jahren aussehen werden, das sollten sie sich lieber nicht ansehen, ober vielleicht boch? Der Anblick der „hundertjährigen Frau in jungen Jahren" ist jedenfalls erfreulicher... Ich komme aus bem Lachen nicht heraus unb dabei wirb mir immer ernster zumute. Hunbert Fragen sausen mir burchs Hirn unb wollen auf bie Zunge, aber ich frage nichts, ich werde mich doch nicht blankeren, nur langsam, ich komm schon dahinter! Und da hab ich's: andere Museen sind sehenswert — dieses ist denkenswert! Nur nicht auf so einfache, bequeme Art. 0,50 bis 1 v. H. gebesserten Kursen zum Ausdruck kam. Mannesmann 105,75 nach 103,75, Hoesch 107 nach 106,25, Verein. Stahl 101,25 nach 100, Moenus 123,50 nach 123,25, IG. Farben 148,50 nach 148,13, AEG. 108,75 nach 107,65, Adlerwerke 104,50 nach 104,25. Nach Minus-Ankündigung notierten Scheideanstalt 8 v. H. niedriger mit 202, ferner nach Pause Goldschmidt mit 128 (130,75) und Hanfwerke Füssen mit 122,25 (125). Der Freiverkehr lag ruhia. Man nannte Dingler mit 87, Katz & Klumpp schwächer mit 97 (99) und Growag mit 74 bis 76 (zuletzt 78,50). Tagesgeld unverändert 2,25 v. H. Abendbörse erholt. In Anpassung an den teilweise wesentlich höheren Berliner Schluß brachte die Abendbörse bei etwas freundlicherer Grundstimmung überwiegend weitere Erholungen. Die Umsätze waren nicht groß, ebenso gestalteten sich die Kurse vielfach noch recht uneinheitlich. Auf bem höheren Stanb zeigte sich bereits roieber einiges Angebot. Stärkere Abweichungen als um Bruchteile eines Prozentes erfuhren zunächst nach oben Scheibeanstalt mit 204 (202), Rheinstahl mit 132,50 (131,25), Schuckert mit 161,75 (160), Junghans mit 108,50 (106,50), Deutsche Erdöl mit 120 (119), BMW. mit 140 (139), Demag mit 138 (137) unb Verein. Stahl mit 102 (101,25), anderer- seits gingen MAN. auf 118,75 (120) mehr zurück. Mannesmann bröckelten 0,25 v. H. ab auf 105,50 unb Farbenindustrie um 0,13 v. H. auf 148,40. Im übrigen notierten Ablerwerke unverändert 104,50, Metallgesellschaft unoeränbert 122, Mvenus unverändert 123,50, VDM. unoeränbert 160, AG. für Verkehr unoeränbert 117, Bemberg 125,25 (124,50), Licht & Kraft 132,25 (131,50), Gesfürel 130 (129,50) und Rheinmetall 125 (124,75). Am Einheitsmarkt ermäßigten sich Frankvna Versicherung auf 121 (123). Der Rentenmarkt lag still, Reichsbahn-VA. 0,13 v. H. niedriger mit 122,40, Farben-Bonds unverändert 120,25, 4,50 v. H. Heidelberg unverändert 98 und Kommunal-Umschuldung unverändert 94,50. Frankfurter Schlachtvlehmarkt. Frankfurt a. M., 4. Aug. Austrieb: Rinder 785 (gegen 1136 am 28. Juli), darunter 185 (232) 19 E O'-O 2-F t Hä 4> o E - 1 E-~ Z- o -■ x-Q E (ft k r, - . O e> t Sto4- z h-2 = c u ■In 3 u c-'g' m £ O E (Äioitener SamiUeubtätte