Nr. 54 Erstes Blatt M. Jahrgang Samstag, 5./$onntag,f>. März 1938 krlchetnr tügltch. außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Olluftrierte ©tefeenei Familienblätter Heimat im Bild - Die Scholle monatSiBe$ugsprets: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr , -.25 Auch bei" Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt 5ernsprechanfchlüste unter Sammelnummer 225) Anschrift für Drahtnach» richten: Anzeiger Sieben Postscheckkonto: Zrankfurt am Main 11686 Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühlsche UniverfitSKdruckerei R. Lange in Sieben. Schriftleitvng und Geschäftsstelle: Schulftratze 7 Annahme von »Anzeigen für öie Mittagsnummer bis8'/.UHrdesDormittags Grundpreise für 1 mm Höhe für Anzeigen von 22 mm Brette 7 Rps., für Text- anzeigen oon70mm Breite 50 Rps.,Platzvorschrift nach oorh Dereinbg.25"/^ mehr. 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Die beiden Balkankriege 1911 bis 1913 und der Weltkrieg haben'die Balkanstaaten mit Ausnahme Bulgariens, das die im ersten Balkankrieg gemachten Eroberungen in der Folgezeit fast restlos' wieder verloren hat, in ihrem Besitzstand erheblich vergrößert und in ihrem Selbstbewußtsein gestärkt. Rumänien und Griechenland haben seit 1911 ihren Besitzstand mehr als verdoppelt, ersteres von 7 Millionen Einwohnern auf 131000 qkm bis auf 18 Millionen auf 294 000 qkm, letzteres von 2,6 Millionen Einwohnern auf 64 600 qkm bis auf 6,2 Millionen auf 130 000 qkm, Jugoslawien sogar verfünffacht oon 3 Millionen Einwohnern auf 48 000 qkm bis auf 14 Millionen Einwohnern auf 249 000 qkm. Neben Ungarn haben im wesentlichen Bulgarien und die Türkei die Kosten getragen. Bulgarien, das 1911 4,3 Millionen Einwohner auf 96 000 qkm zählte und aus der Niederlage des zweiten Balkankrieges immerhin 4,8 Millionen Einwohner auf 113 000 qkm hatte retten können, wurde nach dem Weltkrieg auf 103 000 qkm beschnitten, auf denen infolge der starken Bevölkerungsvermehrung allerdings schon wieder 6 Millionen Menschen siedeln. Die Europäische Türkei — nur von dieser kann in diesem Zusammenhang die Rede sein, zählte 1911 noch 6,1 Millionen Einwohner auf 169 000 qkm, beute dagegen nur noch 1,05 Millionen auf 24 000 qkm, ihr europäischer Besitz beschränkt sich aHo im wesentlichen auf die Städte Istanbul (das alte Konstantinopel) und Adrianopel und die Küsten der Dardanellen, die auch heute noch weltpolitisch von eminenter Bedeutung sind, ihr innerpolitisches Schwergewicht aber hat die moderne, zu starkem nationalem Bewußtsein erwachte Türkei Kemal Atatürks ganz nach Kleinasien verlegt. Das erste Jahrzehnt nach dem Weltkrieg hatte die so erheblich vergrößerten Balkanstaaten vor die denkbar schwierigsten innerpolitischen Aufgaben gestellt. Ein Viertel der Bevölkerung des neuen Großrumäniens waren Angehörige fremder Nationalitäten. Jugoslawien suchte nach wechselnden Rezepten, die drei kulturell und konfessionell sehr verschiedenartigen Dolksteile des neu-n Reiches Serben, Kroaten und Slowenen unter einen Hut zu bringen. Griechenland mußte sich nach dem unglücklich verlaufenen zweiten Krieg gegen die Türkei mit dem Problem der Unterbringung von mehr als einer Million griechischer Flüchtlinge abfinden, die nach dem Frieden von Lausanne 1923 aus dem türkischen Thrazien und Kleinasien evakuiert wurden Zudem stand die mazedonische Frage als immer wieder blutende Wunde zwischen Griechenland, Bulgarien und Jugoslawien und die Gefahr von Verwicklungen mit Sowset- r u ß l a n d einerseits, das sich mit der rumänischen Besitzergreifung Bessarabiens nicht abfinden wollte, war ebenso gegeben wie mit Italien andererseits, das sich'durch die Pariser Vorortverträge um den ihm versprochenen Siegespreis betrogen fühlte und Jugoslawiens Machtstellung an der Adria als Demütigung und Bedrohung empfand. Das Bedürfnis nach Ruhe wie nach Sicherheit durch Anlehnung an andere Mächte war also vorhanden. Dem entsprachen die Kleine Entente zwischen der Tschechoslowakei, Jugoslawien und Rumänien ebenso wie die Bündnisse der drei Staaten m i t Frankreich 1920/21. Nach einem Jahrzehnt wachsender innerer Konsolidierung empfand man auf dem Balkan das Bedürfnis, gegenüber mannigfachen Einmischungsversuchen einzelner Großmächte in engere Verbindung miteinander zu treten, zumal sich auch in Genf die Tendenz der Gruppenbildung unter den kleineren Staaten immer stärker bemerkbar machte, um Majorisierungsversuche der die Genfer Entente beherrschenden Großmächte abzuwehren Auf türkische und griechische Anregung kam im Februar 1934 in Athen der Balkan- bund zustande, der vorerst nur die Türkei, Griechenland und die beiden in der Kleinen Entente verbleibenden Mächte Rumänien und Jugoslawien umfaßte. Diese Ueberschneidung und der nicht unberechtigte Verdacht, daß Frankreich auch bei diesem Bund Pate gestanden habe, ließen die Gründung in Rom als gegen Italien gerichteten Schachzug der französischen Politik erscheinen, den Mussolini mit der Veröffentlichung der römischen Protokolle zwischen Italien, Oesterreich und Ungarn im März 1934 parierte. Im Balkanbund blieb vom ersten Tage an em L>tuhl leer: Bulgarien blieb ihm fern, da es von feinem Beitritt die Verewigung des Diktats von Neuilly mit feinen demütigenden territorialen unö militärischen Bestimmungen befürchtete. Es hatte ein gutes Verhältnis zu Italien gefunden, das durch die Vermählung des Königs Boris nut der italienischen Königstochter Giovanna 1930 bestärkt worden war, und süchte im übrigen seine Unabhängigkeit nach allen Seiten hin zu wahren. Die Türkei behielt sich mit Rücksicht auf die damals noch engen Verbindungen zwischen Ankara und Moskau das Recht der Neutralität vor im Falle einer ruf- Wie Krestinski zum Geständnis gezwungen wurde. Grausame Kotierung durch die GpLl. in den Keltern des Moskauer Lubljanka-Gefängniffes während der Rächt vor dem Geständnis. 3n der Marlerkammer der GM. Der bolschewistische „Staatsanwalt" fordert die Folterung des widerspenstigen Angeklagten. Warschau, 4. März. (DNB.) Aus einem von zuverlässiger Seite aus Moskau eingetroffenen Bericht geht hervor, mit welchen Mitteln der ehemalige Sowjetbotschafter in Berlin und frühere Außenkommissar Krestinski zum Geständnis gezwungen worden ist. Krestinski kannte aus langjähriger Erfahrung die Foltern und Mittel der GPU., schon in der Voruntersuchung von den Beschuldigten jedes gewünschte Geständnis zu erpressen. Aus diesem Grunde glaubte er, in der Voruntersuchung jedes Geständnis oblegen zu sollen, um dann in der öffentlichen Hauptverhandlung den Versuch zu machen, seine Unschuld zu beweisen. Als in der Hauptverhandlung am 2. März Krestinski seine Geständnisse widerrief und feine Unschuld beteuerte, da rief dieser Regiefehler größte Bestürzung hervor. In der Verhandlungspause machte Staatsanwalt Wyschinski mit wutverzerrtem Gesicht dem GPU.-Kommissar Jeschow mit lauter Stimme die schwer st en Vorwürfe über völliges Versagen der GPU. Erst der hinzutretende Vorsitzende des Gerichts, Ullrich, konnte Wyschinski beruhigen und mit Hinweis auf die Zuhörer im Korridor veranlassen, die Auseinandersetzung im Beratungszimmer fortzusetzen. Kurze Zeit danach erschien Jeschow bleich und erregt wieder im Korridor und verlangte seinen Wagen. Er gab als Ziel seiner Fahrt das Lubjanka-Ge- sängnis an. Gegen Schluß der Verhandlung tauchte Jeschow wieder im Gerichtssaal auf und hatte mit Wyschinski uijfc Ullrich eine längere Konferenz. krestinfki wurde dann zum Lubjanka- Gefängnis gebracht. Dort wurde Krestinski in dem Keller der Sonderbrigade übergeben, ausgesuchten, besonders rohen, brutalen Kerlen. Er mußte sich entkleiden und wurde dann, wie der Gewährsmann, der bisher selbst in den Diensten der GPU. gestanden hat, aber nunmehr mit Abscheu sich von diesen Methoden abwendet und Rußland bei nächster Gelegenheit verlassen will, erfahren hat, bis nach Mitternacht unter Anwendung der grauenerregendsten Folterinstrumente gemartert. In dem Kellerraum, der für die Folterung benutzt werde, herrsche eine Temperatur von über 5 0 Grad Celsius. Vier große Scheinwer - f e r seien während der ganzen Nacht auf den Deli- quenten gerichtet, der während der ganzen Nacht st e h e n müsse. Alle halbe Stunde bekomme der Delinquent ein Glas Salzwasser zu trinken. Dem Delinquenten werden die grauenvollsten Martern immer wieder in allen Einzelheiten geschildert, denen er unterworfen werden würde, wenn er nicht gestehe. Es werden ihm auch Bilder von solchen Marterungen gezeigt, die so furchtbar sind, daß sie nur ein durch und durch krankes Gehirn ersinnen könnte. Viele Delinquenten werden auch viele Stunden lang mit hungri - gen Ratten zusammengesperrt. Die Folterknechte haben besonders darauf zu achten, daß die Beschuldigten unter keinen Umständen auch nur einen Augenblick schlafen oder Ruhe finden. Eine einzige Nacht im Folterkeller breche den stärk- ften Wider ft and, weil kein Mensch in der Lage sei, die unmenschlichen körperlichen und seelischen Torturen auszuhalten, denen er dort ausgesetzt werde. Kurz nach Mitternacht hätten sich der Staatsanwalt Wyschinski zusammen mit GPU- Kommissar Jeschow zu Krestinski in die Zelle begeben. Sie seien dort etwa eine Stunde verblieben. In dieser Zeit habe Krestinski immer wieder durchdringende, markerschütternde Schreie ausgestoßen. Dazwischen habe man das fast tierische Geröll Jeschows gehört. Kurz vor 2 Uhr nachts hätten Wyschinski und Jeschow die Zelle Krestinskis wieder verlassen. Krestinski sei dann in einen anderen Raum gebracht worden, und sei völlig apathisch und gebrochen gewesen. Er habe den Eindruck eines Irrsinnigen gemacht. Der Arzt des Lubjanka-Gefängnisses, der durch Anwendung besonderer Betäubungsgifte bereits viele Beschuldigte in den Zu - stand völliger Dillenslosigkeit verseht hat, gab Krestinski dann eine Einspritzung. Zwei Beamte der GPU. feien bis zum Morgen, dem Beginn der Verhandlung, bei ihm geblieben. Jeschow habe sich morgens davon überzeugt, daß Krestinski nunmehr bereit sei, zu gestehen. Der Presse und dem Publikum im Gerichtssaal sei am Donnerstagmorgen sofort aufgefallen, daß Krestinski um 20 Jahre gealtert schien. Er konnte sich nicht mehr auf den Beinen halten. Der Kopf fiel ihm immer wieder auf die Brust herunter. An der Stelle des Mannes, der noch am Tage vorher mutig und unerschrocken sich gegen die ungeheuerlichen Beschuldigungen wehrte, habe am Donnerstag ein menschliches Wrack gesessen. Die Foltermethoden der Sowjets. Ein entflohener Sowjetbeamter berichtet. Paris, 4. März. (DNB.) Der in einem Pariser Vorort lebende, 1934 aus der Sowjetunidn entflohene frühere Sowjetbeamte G. N. T. hat vor einem geschlossenen Kreis Ausführungen über d i e Foltermethoden der Sowjets in ihren Gefängnissen gemacht, die ein bezeichnendes Gegenstück zu den am früheren Berliner sowjetrussischen Botschafter Krestinski verübten Foltern bilden. Am furchtbarsten feien die in Sibirien geübten Methoden. Sie beständen in abgefeimten Quälereien. Ihre ' Folge fei immer zumindest Wahnsinn, wenn nicht der Tod. Die im westlichen Teil der Sowjetunion üblichen Folterungen ftien unmenschlich grob, aber nicht so phantasievoll ausgeklügelt. JmLubljanka-Gefängnis i n M 0 s k a u würden die Foltern zumeist von Tar- taren, Chinesen und Mongolen vollzogen, denen jedes menschliche Empfinden fremd sei. In Sibirien seien es mongolische und tartarifche Büttel, die in erster Linie als Folterer angestellt seien. Neben ihnen seien am erfindungsreichst en im Ausdenken an neuen Foltern „gewisse Genossen", die wegen ihrer Abstammung bet vielen unbeliebt seien. Sie hätten eine gründliche Kenntnis aller Funktionen des menschlichen Körpers, so daß sie in der Lage wären, durch deren Behinderung Störungen zu verursachen, die zu den gräßlichsten Qualen führen. Beliebt seien ferner die 2ßaf« f e r f 0 11 e r n verschiedenster Art. Die Gefangenen würden so angebunden, daß aus einer Deffnung über ihrem Kopf in bestimmten Zeitabständen Salzw -sser auf sie herabtropfe. Weiter gehöre dazu abwechselndes Begießen mit Eiswasser und kochendem Wasser und mit Säureflüssigketten, bis die Haut der Opfer in schwarzen Fetzen herunterhänge. Ferner gäbe es raffinierte Nagel-, Messer- und N>a del- Peinigungen, bei denen die Gefolterten unter entsetzlichen Schmerzen brüllend und halb wahnsinnig zu verbluten pflegten. Es kämen weiter hinzu die verschiedensten Feuerfolterungen, die nicht nur im Absengen der Haare, Durchbrennen der Ohren und Zufügung von Brandwunden am ganzen Körper bestehen, sondern auch im Einflüßen von brennendem Del. Die grauenhafteste Form der Folterung habe T. im Grenzgefängnis von Blagoweschtschensk an einem Japaner erlebt: Die sogenannte Rattenfolter. Zwei vor Hunger rasende Ratten wurden in Blumentöpfen dem Gefangenen auf den Leib gebunden und bann mit glühenden Nadeln durch das Loch des Blumen- topfes gepeinigt, so daß sie sich in die Därme des todgeweihten „Feindes der Arbeiter- und Bauernrepubliken" hineinfraßen. Reue Verhaftungen in Moskau. Angeblich Offiziersverschwörung gegen das Leben Stalins. London, 5. Wärz. (DRB. Funkspruch.) Wie der „Daily Expreß" berichlel, wurden gestern drei hohe Offiziere der Moskauer Garnt- f 0 n unter der Anklage, eine Verschwörung gegen Stalins Leben angezettelt zu haben, verhaftet. Es handelt sich um General ko- watfchenko, Hauptmann Vostuschow und Major Ri- kolajew. Am Freitagabend seien Agenten der GPU. mit aufgepflanztem Seitengewehr in die Wohnungen der Offiziere eingedrungen und hätten sie i m Panzerwagen in das L u b t j a n k a - Gefängnis eingellefert. Die Verhafteten sollen angeblich versucht haben, unter der Wache des Kremls eine Revolte anzuzetteln und schließlich Stalin bei Rächt in seinem Schlafzimmer zu tüten. Rach einer Erklärung der GPU. hätten die verhafteten Offiziere nach der Ermordung Stalins eine neue Regierung bilden wollen. sisch-rumänischeu Auseinandersetzung über Bessarabien. Seitdem hat sich vieles geändert. Die von dem nationalsozialistischen Deutschland dem Genfer Kollektivsystem entgegengestellte Methode zweiseittaer Verträge zur Bereinigung von Mißverständnissen und Herstellung einer brauchbaren und haltbaren Grundlage für nachbarliche Zusammenarbeit hat besonders unter den kleineren Mächten Schule gemacht. So hat Jugoslawien im Januar 1937 mit Bulgarien einen „ewigen Friedens» und Freundschaftsvertrag" geschlossen, der geeignet ist, die namentlich aus der mazedonischen Frage immer wieder auftauchenden Gegensätze zwischen den beiden volklich eng verwandten Staaten mit der Zeit ganz auszuräumen und damit hoffentlich ein Problem einmal ganz zu beseitigen, das oft genug Europa in ernste Spannungen versetzt hat. Und noch im März des gleichen Jahres kam auch z w i - scheu Italien und Jugoslawien em Vertrag zustande, der die Adriafrage, auch em heißes Eisen der europäischen Politik, das noch aus der Vorkriegszeit stammt, jeder Aktualität entrückte. Es ist auch kein Zweifel, daß die Enttäuschung über die Mißerfolge der Genfer Entente und die in Genf stets brutal in den Vordergrund geschobenen Interessen der dort tonangebenden drei Großmächte ebenso wie die infolge der verstärkten Hetze der Komintern überall notwendig gewordene Abwehr der kommunistischen Gefahr die Balkanmächte einander näher gebracht haben. Sowohl in Belgrad wie in Athen und Ankara sind autoritäre Regierungen am Ruder und die soeben verkündete rumänische Verfassung soll auch in Bukarest die Grundlage für ein starkes autoritäres Regime des Königs sein. Der überall hervortretenden entschieden antikommunistischen Tendenz hat sich auch die Türkei nicht entziehen können. Sowohl die Meerengenkonferenz von Montreux, auf die wir noch zu sprechen kommen werden, wie der vorderasiatische Bund, den die Türkei vor kurzem mit Iran, Afghanistan und dem Irak abgeschlossen hat, zeigten den Wunsch Kemal Atatürks, sich von Moskau zu distanzieren und die Außenpolitik seines Landes auf eine breitere Basis zu stellen, wie sie einst das Bündnis mit der Sowjetunion gewesen ist. Der Balkanbund hat nun soeben seine fünfte Ratstagung in Ankara mit einer Entschließung beendet, die die Bedeutung des Mittel- meerproblems für die Balkanstaaten ganz in den Vordergrund rückt. Die beteiligten Mächte haben mit einer bei solchen Gelegenheiten nicht alltäglichen Eindeutigkeit ihre Stellung zur Frage der Anerkennung des italienischen Imperiums in Ostafrika und zur spanischen Frage präzisiert. Wie bisher schon Jugoslawien und Rumänien werden nun auch Griechenland und die Türkei ihre Gesandten in Rom beim Kaiser von Äthiopien beglaubigen und damit die Anerkennung vollziehen. Ferner werden die vier Mächte offensichtlich unter dem Eindruck des vorsichtigen Einschwenkens der britischen Regierung die Aufnahme der Beziehungen zu General 'Franco und die Entsendung von Handelsagenten nach Salamanca erwägen, unbeschadet des beibehaltenen Prinzips der Nichteinmischung. Es sind Beschlüsse, die von klugem realpolitischem Sinn für die Wandlung der Dinge und die von wachsender Erkenntnis der Hohlheit der Genfer Ideologien zeugen. Noch während des Abessinienkonflikts war es England noch geglückt, zur Unterstützung des Genfer Sanktionsfeldzuges gegen Italien die Mächte des Balkanbundes zu veranlassen, ihre Mittelmeer» Häfen in gewissem Ausmaße der britischen Flotte zur Sicherung der Sanktionen zu überlassen. Daß man in Belgrad, Athen und Ankara die in diesen Jahren von England wie von Italien mit größtem Nachdruck betriebenen Rüstungen im östlichen Mittelmeer, die italienischen Befestigungen auf Rhodos und dem Dodekanes und die englischen auf Zypern, in Haifa und Alexandrien, nur mit größter Besorgnis vor kommenden Verwicklungen sah, ist begreiflich aus den Erfahrungen, die man im Weltkrieg gemacht hat. Griechenland hat damals gegen die brutale Vergewaltigung der Entente feine Neutralität nicht bewahren können. Das griechische Saloniki wurde Ansatzpunkt einer Ententeoffensive gegen die Mittelmächte. Die Türkei hat die Dardanellen gegen die Angriffe einer britischen Flotte und Landungsoersuche auf Galipoli verteidigen müssen. Jugoslawiens außerordentliche Bedeutung in einem italienisch-englischen Konflikt ist durch feine langgestreckte Adriaküste gegeben. Die Sicherung ihrer Unabhängigkeit und ihrer Neutralität im Kriegsfälle ist also für diese drei Balkanmächte eine Lebensfrage. So müssen alle drei die oon Chamberlain und Halifax auf der einen, Mussolini auf der andern Seite neuerdings wieder eingeleiteten Versuche zu einer Entspannung zwischen England und Italien in ihrem eigensten Interesse aufrichtig begrüßen, zumal dann auch Aussicht besteht, daß in die von London und Rom angestrebte Generalbereinigung auch das Meerengenabkommen von Montreux einbezogen werden könnte, dem Italien seinerzeit wegen seiner damaligen Kontroverse mit England nicht beigetreten war. Auf die Ergänzung des Abkommens durch den Beitritt Italiens legt natürlich die Türkei den allergrößten Wert, da es geeignet t auf d i e Tschecho- Kleine politische Nachrichten otoren-Jndustrie. TmhaischewW Umsturzpläne von Jagoda in von Professor Werner P e i n e r ausgestellt sind. schewski, Krestinski und Rosengolz beraten. Hierbei Der Reichsminister des Auswärtigen, von Ribbentrop, wird sich am 8. März zu kurzem Aufenthalt nach London begeben, um sich von seinem früheren Wirkungskreis zu verabschieden. Prag, 4. März. (DNB.) Der tschechoslowakische Ministerpräsident, Hodscha, legte im Abgeordnetenhaus die Auffassung der tschechoslowakischen Regierung zur internationalen Lage dar. Der Ministerpräsident betonte die traditionelle Zusammenarbeit mit Frankreich. Der Vertrag mit Sowjetrußland habe sich als I n st r u m e n t der Friedenspolitik bewährt. Der Ministerpräsident stellte weiter das gute Verhältnis des Staates zu den Ländern im Donauraum fest und kam dann auf das Verhältnis zum Deutschen Reich zu sprechen, dem der ganze übrige Teil seiner Rede gewidmet war. Dabei verwies Hodscha zunächst auf den diplomatischen Meinungsaustausch, der das Ziel habe, daß die Journalistik auf beiden Seiten Angriffe vermeide und Objektivität als höchsten ! Stolz der Presse bewahre. Mit gutem Erfolge seien auch Verhandlungen wirtschaftlicher Natur beendet worden, und wir zweifeln nicht, so sagte der Ministerpräsident, daß der Meinungsaustausch auch über weitere Fragen im Geiste gegenseitigen Verständnisses geführt werden Wiederum ging der Führer durch sämtliche Hallen und überzeugte sich überall von dem Fortschritt und dem Leistungsstand aller Zweige der deutschen Autosei folgender Plan von Tuchatschewski dargelegt worden: In der ersten Maihälfte wolle er losschlagen. Als Auftakt des Umsturzes wolle er mit dem ihm befreundeten Offizieren und deren Truppen den Kreml ft ü r m e n und die Regierungs- und Parteileitung beseitigen. Der Armeekommissar G a m a r n i k hatte den Auftrag, mit dem Stadtkommandanten von Moskau, Gorbatschow, die GPU.-Zentrale vom Lubljanka-Platz zu besetzen. Dann kommt nochmals Krestinski zn Dort. Er ist seht soweit, daß er der Reihe nach Schlechte Mderheiienpolitik gefährdet den Frieden. tschechoslowakischen Problems unter dem Gesichts- winkel der europäischen Zusammenwirkung Geschichte machen. Zwischen dem Deutschen Reich und der Tschechoslowakei bestehen mehr Barrieren psychologischen als politischen Charakters. Unser Volk, selbst von nationalem Fühlen erfüllt, hat Verständnis für das nationale Gefühl jedes anderen. Es ist erforderlich, daß auch die Bevölkerung des Deutschen Reiches Verständnis dafür habe, was nach langen Jahrzehnten und Jahrhunderten des alten Habsburgischen Regimes die Seele der Bevölkerung der Tschechoslowakei bestürmt. Wir haben uns tausend Jahre lang nicht gefürchtet, wir bekvmmen auch heute keine Angst, weil wir uns sicher sind der Einheit der Herzen und der Vernunft aller Tschechoslowaken sowie des Zusammenwirkens mit jenem Teil Europas, der, wie wir, keine gewaltsamen Eingriffe, sondern Ruhe und Frieden wünscht. Der Führer besichtigte am Freitagabend noch einmal eingehend die Internationale Automobil- und Motorrad-Aus st ellung. Oie Rationalitäten in der Sowjetunion rühren sich Oie verzweifelte Lage der unterdrückten Völker in Weißrußland und Mittelasien. wakischeStaat sollte auf dem Grundsatz der Gleichberechtigung allerNationalitäten aufgebaut werden. Wenn das tschechoslowakische Volk Verständnis für das eigene stark ausgeprägte Nationalgefühl forderte, so lag es in feinem eigensten Interesse, auch die feierlich übernommenen Verpflichtungen loyal zu erfüllen, die den sehr bedeutenden Volksgruppen fremder Nationalität im neuen Staat gemacht worden waren, um damit zu vermeiden, daß sich diese in ähnlicher Weise bedrückt fühlen mußten, wie seinerzeit die Tschechen im Reiche der Habsburger. Tschechen sind sehr stolz auf ihre demokratische Verfassung, die zwar jedem Staatsbürger das Stimmrecht sichert, aber auch jede Majorisierung legalisiert. Wenn man in Prag anscheinend alles in bester Ordnung glaubt, so haben die Tschechisierungsvereine und die mit Hilfe des Staats- verteidigungsgefetzes gegen das Sudetendeutschtum unternommenen wirtschaftlichen Schädigungen einen Zustand herbeigeführt, in dem sich das Sudetendeutschtum, wie Ministerpäsident Hodscha dies anscheinend annimmt, ober wenigstens wünscht, fei», n e 5 ro e g g heimatlich auf eigenem Grund und Boden fühlt. Hierauf ist ja auch von unbefangener und gänzlich vorurteilsloser Seite wie z. B. von englischen Journalisten und Politikern wiederholt und nachdrücklich hingewiesen worden. Das deutsche Volk wünscht von Herzen, daß der tschechoslowakische Staat von sich aus einen Weg finden möge, der im eigenen Staat den Frieden schafft, aber es muß es für selbstverständlich halten, daß die A ch t u n g ' vor den Rechten und Freiheiten, die das tschechoslowakische Volk für sich selbst beansprucht, in gleicher Weise auch der fudeten- deutschen Volksgruppe bezeugt wird, die das Pariser Friedensdiktat in den Rahmen des tschechischen Staates gespannt hat. Zur Rede Hodschas. Es ist begreiflich, daß der tschechoslowakische Ministerpräsident das Bedürfnis empfindet, die Stellung feines Landes innerhalb der weltpolitischen Entwicklung zu klären. Fällt doch gerade der Tschechoslowakei aus mancherlei Gründen im politischen Geschehen unserer Tage eine besonders bedeutsame Rolle zu. Es ist auch begreiflich, daß der tschechoslowakische Ministerpräsident bei dieser Gelegenheit von seinen Sorgen spricht. Er ist dabei auf das Interesse gekommen, daß maßgebende Stellen des Reiches an dem Schicksal der deutschen Volksgenossen jenseits der Reichsgrenzen nehmen. Gerade tschechische Politiker müßten hierfür das größte Verständnis zeigen, denn es ist Tatsache, daß die schlechte Behandlung gewisser nationaler Minderheiten vor dem Kriege eines der wesentlichsten Span- nungsmomente zwischen den Völkern gewesen ist, aus dem die Tschechen ihr Verlangen nach Unabhängigkeit und Freiheit abgeleitet haben. So wird ein tschechischer Staatsmann nicht leugnen können, daß auch heute eine leichtfertige Nichtbeachtung der primitivsten menschlichen und kulturellen Rechte der nationalen Minderheiten geeignet ist, das Verhältnis der Völker untereinander in erheblichem Maße zu trüben. Die deutsche Staatsführung bient also nur der Wahrung bes europäischen Fried es, wenn sie mit allem Nachdruck auf Gefahren hinweist, die sich aus einer unwürdigen Behandlung von Angehörigen des deutschen Volkstums außerhalb der Reichsgrenzen ergeben. Dies nachdrücklich festzustellen, hat mit „Ein- mifchun g", von der der tschechoslowakische Ministerpräsident sprach, nichts zu tun. Der tschechoslo- bie Thesen der Anklageschrift sogar mit Pathos vortragt. Er will seit 1921 als Sowjetbokschafler in Berlin und später als stellvertretender Außenkommissar im Auftrage Trotzkis systematisch Spionage für den Nachrichtendienst eines auswärtigen Staates betrieben haben, um die als Entgelt erhaltenen Sub- fibien für bie trohkiftifche Agitation zu verwen- ben. 1933 habe Trotzki neue Direktiven gegeben, bie auf Terror im Kampf um bie Dacht hinausliefen. Krestinski, ber noch vor 48 Stunden alle diese Anklagepunkte entschlossen bestritt, kann sich jetzt nicht genugtun in seinen „(0c- ständnissen". Bei seiner Zusammenkunft mit Trotzki in Meran habe Trotzki gesagt, die Trotzkisten in der Sowjetunion müßten mit ausländischen Mächten ein „Abkommen" erreichen. Da bie Trotzkisten, um zur Macht zu gelangen, bie bewaffnete Unterstützung des Auslandes brauchen, dürfe man auch mit Gegendiensten nicht knausern. Als solche nannte Trotzki angeblich territoriale Abtretungen. Auch müßten, so sei es Trotzkis Idee gewesen, bie Trotzkisten ber Sowjetunion mit M i - litärkreisen sich verbinden. Tuchat- schewski würbe sicherlich zu einer Verschwörung ohne weiteres bereit sein. — Er, Krestinski, habe baraufhin bie Verbindung mit Tuchatschewski ausgenommen. Eine gemeinsame Basis zwischen der Gruppe Tuchatschewski und dem Oppositionsblock sei hergestellt worden. 1935 und 1936 sei die Lage immer kritischer geworden. Tuchatschewski habe ihm schließlich im November 1936 erklärt, man könne nicht mehr länger mit dem Umsturz warten. Auf sein, Krestinskis, Ersuchen, habe Trotzki geantwortet: Sofort losschlagen! Der Staatsanwalt läßt erkennen, wie wertvoll ihm dieses „Geständnis" ist, wonach der Umsturzplan Tuchat- schewskis von Trotzki dirigiert wurde. Im April 1937 hätten die Verschwörer in der von Rosen- golz beschriebenen Weise ihre Vorbereitungen getroffen. Er selbst habe „P r o s k r i p t i o n s l i st e n" der Persönlichkeiten ausgearbeitet, die zuerst beseitigt oder verhaftet werden sollten. Im Mai feien bann Tuchatschewski und er verhaftet worden. Das Sowjet-Zrrenhaus. Popolo d'Jtalia zu dem Moskauer Schauprozetz. Mailand, 5. März. (DNB. Funkspruch.) Der „Popolo d'Jtalia" nimmt in einem offensichtlich von maßgebender Stelle inspirierten Leitaufsatz zu dem neuen Moskauer Schauprozeß Stellung. In diesen Prozessen, die mit einer gut gekonnten Regie in Szene gesetzt wurden, erscheinen niemals bie unbebeutenben, die mit einem Gnadenschuß erledigt würden, sondern die großen Leute des Regimes, jene Säulen des Bolschewismus, die Wegbereiter ber Revolution. Menschen aus der vordersten Reihe. Natürlich rolle Oie Tschechoslowakei und das Reich Erklärungen des Ministerpräsidenten Hodscha. reu, wehren, wehren wird bis in die letzten Folgen, gestützt auf ihr gesamte technische und sittliche Reife. Wir find uns heute alle gegenseitig Klarheit schuldig. Eine klare Sprache bedeutet guten Willen, Loyalität und Frieden. Die Heimat der seit altersher hier ansässigen deutschen Bevölkerung liegt im tschechoslowakischen Staat. Es ist daher die Aufgabe einzig und ausschließlich dieses Staates, vom ersten Tage feiner Erneuerung fein Verhältnis zu dieser Bevölkerung so zu regeln, daß diese selbst die ewige Wahrheit fühlt und erlebt, daß ihre ewige Heimat in der Tschechoslowakei ist. Der deutsche Reichskanzler hat erklärt, daß es bei gutem Willen möglich ist, einen Weg des Ausgleiches zur Beruhigung zu finden. Mit dieser Ansicht des Reichskanzlers, sagte Hodscha, stimme ich voll überein. Europa erwartet mit Recht von den Männern in Mitteleuropa, daß sie durch die Regelung des zwischenstaatlichen deutsch- bie den Namen „Einigung und Fortschritt" trug. Das erste Ziel sei gewesen, alle maßgeblichen Posten in der usbekischen Sowjetrepublik mit ihren Anhängern zu besetzen. 1928 bis 1932 hätten sich, im Gefolge der Zentralisierungspolitik des Fünfjahresplanes und ber Vernichtung des unabhängigen Bauernstandes in Mittelasien, die Kampfmethoden ber usbekischen nationalistischen Organisationen gegen die Sowjetunion verstärkt, seit 1930 hätten diese schließlich auch die Verbindung mitdem Moskauer Zentrum ber Rechtsopposition ausgenommen. Lhodschajew muß jetzt zur Schilderung der „Verbrechen" der usbekischen Gruppe übergehen, die wiederum in grotesken Sabotageakten, Schädtingsarbeit, Vorbereitung terroristischer Akte usw. bestanden haben sollen. Der schlaue Asiate Lhodschajew kommt der Aufforderung zwar nach, versteht es aber dabei mit großem Geschick, die groben Fehler der Moskauer Politik in Mittelasien zu kennzeichnen. Jedermann im Saale versteht ohne weiteres, wenn der Angeklagte z. V. bemerkt, durch die Aeberspihung der kollektivi- sierungspolitlk oder durch die Forcierung des Baumwollanbaues auf Kosten der Getreidekulturen hätten die Nationalisten (!) die Unzufriedenheit der usbekischen Bevölkerung erregen sollen und dergleichen. Bucharin habe ihm noch im Jahre 1936 die Weisung gegeben, den bewaffneten Aus - ftanb in Mittelasien vorzubereiten und über bie Grenze hinweg sich mit ben Vertretern Großbritanniens in Veroinbung zu setzen. Daß Großbritannien immer noch bie Basmatschi (bie in bie Berge bes Hindukusch geflüchteten Bauernräuber) unterstütze, zeige bas große „Interesse" Englands an Sowjetmittelasien. Die usbekischen Nattonalisten mußten ben Englänbem bas Protektorat über ein „unabhänaiges" Sowjetmittelasien in Aussicht stellen. Chobschajew bemerkt freilich, daß es ihm nicht mehr gelungen sei, diese Weisung Bucharins auszuführen. Seine Erklärungen beschließt Chobschajew vielsagend mit dem reumütigen Bekenntnis zu seinen „Verbrechen". ------ Der Angeklagte Scharangowitsch, der zuletzt den Posten des Generalsekretärs der weißrussischen HpinCjCn bolschewistischen Partei bekleidete, sagt aus, daß i n auch in der ProvinzSchansi zersprengt. I® .1932. emen^t,=.= Peking, 5. März. (DNB. Funkspruch). Nach alle führenden weißrussischen Politiker anHehörten. den letzten vom nördlichen Kriegsschauplatz ein- Das Ziel sei die nationale Unabhängig- getroffenen Nachrichten ist es den Javanern jetzt keit ihres Landes, die Lostrennung von der auch in der Provinz Schansi im Der- Sowjetunion gewesen. Schon seit Jahren habe diese laufe von knapp drei Wochen gelungen, eine große weißrussische Gruppe mit Bucharin und Rykow in Zähl zum Teil befestigter Plätze zu besetzen und Verbindung gestanden. Die weißrussische Gruppe die chinesischen Truppen überall zurückzudrängen habe in engster Fühlung mit dem pol- und auseinanberzutreiben. Die japanischen Truppen nischen Genera Ist ab gearbeitet, dessen Direk- sind jetzt im Besitz aller Hauptverkehrsstraßen der tiven sie in bezug auf Sabotage, Untergrabung ber Provinz. Die chinesischen Stteitkräfte, deren Zahl wirtschaftlichen und militärischen Macht bes Landes, ursprünglich 300 000 betragen haben soll, sind unter Spionage usw. peinlich erfüllt hätten. den Schlägen der Japaner in eine große Anzahl Der Staatsanwalt besteht jetzt darauf, daß kleine Abteilungen a u s e i n a n b e r g e s p r e n g t Scharangowitsch eine umfangreiche Liste von worden, die keine Verbindung mehr miteinander Sabotageakten aufzählt, Die in Weißrußland haben und zum größten Teil von allen Se i - durchae führt worden seien. Das entsetzliche Durch- t e n eingeschlossen sind. Nur einigen klei- einander in der Landwirtschaft, den Rückgang des neren Abteilungen ist es gelungen, über den Gelben Viehbestandes, die Verbreitung von Seuchen, die Fluß in die Provinz Scheust zu entfliehen. Unter Terrorisierung der Bevölkerung, falsche Planung ihnen soll sich der Gouverneur und Marschall und Rückstand in der Industrie — all das wird Penhzischan befinden. nunmehr als Resultat dieser Sabotage hingestellt. Der Angeklagte Faisulla Lhodschajew, bis 1937 Vorsitzender des Volkskommissaren- rates Usbekistans, bezeichnet sich mit unverkennbarem Stolz als usbekischer Nationalist. Er will bereits seit 1920 als Präsident der autonomen Republik Buchara auf die Begründung eines von der Sowjetunion unabhängigen mittelasiatischen Staates hingearbeitet haben, „eine Art Pufferstaat zwischen England und Rußland". Seit 1925 hätten die usbekischen Nationalisten unablässig daran gearbeitet, ihre Kräfte zur Abschüttelung der Sowjetherrschaft zu sammeln. Er habe eine antisowjetische Organisation geschaffen, König Carol von Rumänien trifft zu feinem angekündigten Besuch am 22. März inLon - d o n ein. ♦ Der polnische Außenminister Beck ist nachRom, „ ,e e abgereift. In seiner 'Begleitung befinden sich seine Freitagabend wurde der ftuhere Volkskommissar Frau, Kabinettschef Graf Lubienski sowie der Vize- sür Außenhandel, Rosengolz, vernommen, direktor der politischen Abteilung Potocki. Tuchatschewski habe ursprünglich seinen Umsturz- ----- plan nur i m Kriegsfälle verwirklichen wol- Der Führer und Gener-lscldmar,chaII Göring !°n. Bereits 1935 uni) 1936J)abe jeboef) Krestinski in der preufeifdjen Akademie ber Künste. ™ ^r°9° Trotzkis Tuchatschewski bedrängt, d e n . ' Umsturz zu beschleunigen. Infolge der Der Führer und Reichskanzler besuchte in Be-1 ersten Prozesse und der Fülle der Verhaftungen gleitung des Generalfeldmarschalls Goring die habe Tuchaschewski zugestimmt. Anfang April 1937 Kunstausstellung ber Preußischen Akademie der hätten kurz nach der Verhaftung von Jagoda in Künste, in der Werke der Malerin B e r e s k i n e und der Wohnung von Rosengolz in Moskau Tuchat- ist, durch das Verbot der unangemeldeten Durch-, fahrt von Kriegsschiffen durch die Dardanellen die unabhängige Stellung der Türkei zu stärken. Die Türkei ist zur Sicherung ihrer Unabhängigkeit noch weiter gegangen. Sie hat soeben auf der Balkantagung von Ankara mit Griechenland einen Zusatzvertrag geschlossen zu den bestehenden Freundschaftsabkommen der Jahre 1930 und 1933, in dem beide Mächte sich im Falle eines nicht herausgeforderten Angriffs auf das eine oder das andere Land gegenteilig volle Neutralität zusichern. Sie werden sich, nötigenfalls mit Waffengewalt, der Beförderung von Truppen oder Kriegsmaterial durch das eigene Gebiet widersetzen. Sollte ein Vermittlungsversuch zwischen dem angegriffenen Vertragspartner und der angreifenden Macht nicht zum Ziel führen, behalten sie sich einen ihren Interessen entsprechenden Beschluß vor, was also gegebenenfalls die bewaffnete Unterstützung des angegriffenen Vertragspartners bedeuten könnte. Dies Abkommen ist in mancher Hinsicht interessant. Es bedeutet nichts anderes als eine sehr klare Distanzierung von dem Statut der Genfer Entente, die sich die Bestimmung des Angreifers selbst vorbehält und in dem viel besprochenen Artikel 16 das Durchmarschrecht für „Sanktionstruppen" in Anspruch nimmt, das der griechisch-türkische Zusatzvertrag rundweg ausschließt. Auf der gleichen Ebene liegt ja auch die Bestimmung der neuen rumänischen Verfassung, wonach Rumänien den Durchmarsch ___ , fremder Heere von seinem eigenen Entschluß ab- wird. hängig macht. Wenn hier wohl auf die immer Sodann verwies Dr. Hodscha auf die Erklä- roieber zwischen Moskau und Prag (und früher I rung &Cg Führers und Reichskanzlers, daß zu auch einmal mit dem verflossenen Titulescu) disku- öcn Interessen des Deutschen Reiches auch der tierten Pläne über den Durchmarsch ballchew'stischer $$ der Bürger deutscher Natt«. anderer Staaten ^höre dte ans schen Zusatzabkommen gewiß die schon erwähnten eigener Kraft nicht imstande seien, sich inner- (Erinnerungen an den Weltkrieg mitgespielt, die den halb ihrer eigenen Grenzen das Recht auf all- Wunsch verständlich machen, das eigene Land nicht gemeine menschliche, politische und weltanschau- zurn Operationsgebiet fremder Armeen werden zu ticf)e Freiheit zu sichern. lassen. Auch in feiner Methode widerspricht dieser unserem Urteil, sagte Dr. Hodscha, braucht in unmittelbaren Verhandlungen ohne den ©egen man Erklärung nid) ' ' von Genf abgeschlossene zweiseitige Vertrag, den sjowakei zu beziehen, weil man von den ausschließlich das eigene Interesse zweier benach- deutschen Bürgern der Republik nicht sagen kann, harter Völker diktiert hat, dem ©enfer Kollektiv- fte CU5 eigener Kraft nicht imstande wären, sich gebauten, der jede Isolierung des Krieges, nne fie ^Q5 vorgenannte Recht zu sichern. Es könnte jedoch auch das Abkommen von Ankara vorsieht, unmog* Anschauung entstehen, daß der Reichskanzler an lich macht. Die Wahrung der Unabhängigkeit nad) b>en Schutz der Deutschen auch in der ■ allen Seiten, von der sich die Mächte des Balkan- Tschechoslowakei denke. Ein in diesem bundes mit wachsendem Erfolge leiten lassen, dient, Sinne formulierter Standpunkt wäre ein Ein - wie die Beschlüsse von Ankara zeigen, der Ent- griff in die inneren Angelegenheiten spannung im Mittelmeer und damit der Sicherung & e r Tschechoslowakei. Es wäre ein sehr des allgemeinen Friedens. Dr. Fr. W. Lange. schlechter Dienst an der weiteren Entwicklung der „Sin MW der Erleichterung." ÄS« Ä L ' , v. / • s Deutschen Reich, wenn wir hier nicht sehr klar Sir Samuel Hoare begrüßt Cyamverlams sagen würden, daß die Tschechoslowakei niemals Politik des Ausgleichs. und unter keinen Umstünden einen Ein- griff in ihre innerpolitischen Angelegenheiten zu- London, 5. März. (DNB. Funkspruch.) Der lassen kann. britische Innenminister, Sir Samuel Hoare, Die tschechoslowakische Regierung läßt daher sprach vor Konservativen. Man könne beobachten, niemanden im Zweifel darüber, daß die Bevöl- wie in weiten Kreisen geradezu ein Gefühl der Ferung dieses Staates sämtliche Attri- E.rleichterung herrsche darüber, daß der' Pre- bufc ihrer staatlichen Seldstän- miermlmster eine entschlossene und aktive di a keil mit allen ihren Kräften falls sie Politik der Versöhnung m Europa m An- o»greir mn auen lyren «rasten, saus ,ie Kiss genommen habe. Ein Versuch dieser Art sei berührt wurden uer eidigen würde, w.r NN Interesse bes Weltfriebens bringend not- suchen den Frieden. Die heutige Lage Europas wendig geworden. Ein großer Teil der Englän- Zwingt uns aber zu sagen, daß, sollte uns das ber sei bem Premierminister für seinen mutigen Schicksal einmal vor die Notwendigkeit der Ver- Versuch, große Völker Europas wieder zu teidigung stellen, die Tschechoslowakei sich weh- einer Gemeinschaft von Nationen zu- sammenzuschließen, dankbar. Chamberlain und die Regierung hätten nicht bie Absicht, irgenb einen Frieben in Europa zu fördern, der nicht ein Sieg der Ehre sei. Die Kreise, die sich um den Premierminister scharten, zeigten aber zur Genüge, daß seine Motive über jeden Verdacht erhaben seien, und daß seine Politik der Versöhnung Zustimmung finde. Die Gefahren eines Sichtrei- benlaffens sind so offensichtlich, die Gefahr eines I Mos kau, 4. März. (DNB.) Die Gerichtssitzung Krieges so schrecklich, daß es unsere Pflicht ist, einen vorn Freitagvormittag erbrachte mit dem Verhör Versuch zu machen, ehe es zu spät ist. Haben der Angeklagten Scharangowitsch und wir Erfolg, dann werden wir dazu beitragen, die Chobschajew bie Bestätigung für umfangreiche Welt von ber Besorgnis zu erlösen, baß alles in Oppositionsbewegungen in ben N a - einer unvermeidlichen Katastrophe enden muß. tionalitätenge bieten der Sowjetunion. der Prozeß wie alle vorhergegangenen ab. Die Angeklagten seien alle geständig. Die logische Annahme dafür sei, daß Sowjetrußland als nichts anderes als eine Art Irrenhaus betrachtet werden müsse, das von blutdürstigen Henkern beaufsichtigt werde. „Popolo d'Jtalia" stellt die berechtigte Frage, ob es unter diesen Umständen noch einen unheilbaren Schwachkopf geben könnte, der behaupten würde, „das Licht komme aus dem Osten". Stalin, eine Art Halbbarbar, greife nicht zum Rizinusöl, um seine Gegner zu bestrafen. Er mache vielmehr reinen Tisch unter Anwendung solcher Methoden, wie sie in den Reichen des Dschingis Khan entstanden feien. Stalin zeige Europa das wahre Gesicht des bolschewistischen Rußland. Oer Regiefehler. Die Veranstalter des Moskauer Prozeßtheaters hatten es sich so schön gedacht, das grausige Schauspiel mit verteilten Rollen spielen zu lassen, indem jeder der 21 Angeklagten in einer anderen Tonart und mit verschiedener Lautstärke sich des Verbrechens am Sowjetstaat schuldig bekennen sollte. Man wollte durch diesen sorgfältig einstudierten Szenenwechsel vor dem russischen Volk und vor dem Ausland den Eindruck erwecken, als ob es sich um echte G e st ä n d n i s s e und um ein richtiges Justizverfahren handelte. Aber es gab unter den Angeklagten einen Mann, der schlauer war als alle feine Peiniger: Krestinski, der frühere Sowjetbotschafter in Berlin. Sein Schicksal und feine Erlebnisse in den letzten Tagen sind uns bekannt. In einer einzigen Nacht ist er mit den bewährten Methoden der GPU. aus einem gesunden z u einem kranken Menschen gemacht worden, und als kranker Mann hat er seinen Widerruf widerrufen und sich „vorbehaltlos", wie er sagt, und damit dem Staatsanwalt alle Thesen von vornherein bestätigend, auf den Boden seiner „Verbrechen" gestellt. Damit wurde auch Krestinski in die Schar der reumütigen Sünder eingereiht. Die Gleichförmigkeit der Angeklagten im Stalin- stnne ist mit Torturgraden wiederhergestellt worden, die allzu barbarisch sind, als daß wir sie noch einmal näher schildern könnten. Interessant ist in den Moskauer Berichten der Hinweis, daß dem beschuldigten Krestinski in der Nacht vor seinem Geständnis auch Betäubungsgifte durch den Arzt des Lubljanka-Gefängnisses eingespritzt worden sind. Seitdem ein französischer Pharmakologe feststellte, daß das von mexikanischen Eingeborenen benutzte Gift einer Kakteenart, das Peyote, zu einer Spaltung des Bewußtseins führt, und seitdem klinische Versuche die Richtigkeit dieser Entdeckung ergaben, ist die Reihe wahnwitziger Selbstbezichtigungen im Sowjetparadies erklärlich. So erschien denn Krestinski am nächsten Tag vor den Augen der Presse und des Publikums als ein sichtbares Opfer der GPU.-Methoden und entlarvte durch seinen Zustand die ganze moralische Brüchigkeit des Sowjetregimes. Die Dheaterregie, die so raffiniert aufgebaut worden war, ift durch Krestinski bloßgelegt. Gerade die Ueberspitzung dieser Regie zeigte die Dummheit ihrer Urheber. Auch die Vernehmung der übrigen Angeklagten ist zu plump, als daß sie irgendeinen Zweifel an dem Wesen der roten Justizmaschine lassen könnte. Wenn der frühere Vorsitzende des Volkskommissariats, Rykow, der einzige, den Stalin aus der alten Garde noch übrig ließ und jetzt an das Messer liefert, von der Kreml-Verschwörung erzählt und sich melancholisch-philosophisch, da doch alles nichts nützt, der Verschwörung mit dem ehemaligen GPU.- Ches Jagoda bezichtigt, wenn dieser Rykow behauptet, seit 1932 gegen Stalins, Woroschilows und Molotows Leben düstere Mokdpläne gehegt zu haben, so mag diese Verschwörung der einzelnen Gruppen — vielleicht! — richtig sein, obgleich die zwei Ueberlebenden und der eigentliche Machthaber Stalin doch hier sicherlich ihre Wunschträume als Verbrechen „gestehen" lassen. Aber was sind das für Zustände, wo der frühere Freund Lenins und der Chef der GPU. sich in Mordverschwörungen gegen ihre Auftraggeber eingelassen haben sollen! Welche Einblicke läßt das in die seelischen Abgründe aller Mitbeteiligten, der Angeklagten wie der anklagenden Machthaber! Ein Wirrwarr von Unsinn, Verbrechen, Selbstzerfleischung, aus dem man die Perlen der Wahrheit un- möglich herausfischen kann, vorausgesetzt, daß sie überhaupt vorhanden sind. Auch die sogenannten außenpolitischen Verschwörungen gemahnen doch lebhaft an die Phantasieprodukte eines bolschewistischen Karlchen Miesnik, umsomehr, da sie in aller Breite „gestanden" werden. Die bolschewistischen Massen sind hermetisch durch einen Kordon des Grausens abgeschlossen. Aber die übrige Welt, selbst wenn sie demokratisch-marxistisch ist, muß gestehen, daß der Irrsinn Stalins und seine Methoden, wie das Blatt der schwedischen Regierungspartei, der marxistischen „Social-Demokraten" schreibt, in der ganzen Menschheit nur „Entsetzen, A b s ch e u und Gelächter" verbreiten. D. S. Budenkos Erinnerungen erscheinen in einem deutschen Verla g. Berlin, 4. März. (DNB.) Die neue furchtbare Terrorwelle in der Sowjetunion lenkt erneut die Aufmerksamkeit auf die Flucht des ehemaligen SowjetgeschäftsträgersinRumänien, B u d e n k o. Budenko wird seine Erinnerungen im Nibelungen-Verlag, Berlin, erscheinen lassen. Es ist zu erwarten, daß dieser Bericht eines erst ganz kürzlich dem roten „Paradies" entronnenen hohen bolschewistischen Beamten gerade im Hinblick auf die laufenden Moskauer Terrorprozesse über Hintergründe und Methoden der roten Zwangsherrschaft wichtige Aufschlüsse geben wird. Kunst und Wissenschaft. „Reichsmusiklage 1938“ in Düsseldorf. Die „R e i ch s m u s i k t a a e 1 9 3 8" finden vom 22. bis 29. Mai in Düsseldorf unter der Schirmherrschaft des Reichsministers für Volksausklärung und Propaganda, Dr. Goebbels, statt. „Ribelungen“.Festspielwoche in Worms. Im vorigen Jahre wurde im Wormser Spiel- und Festhaus Hebbels Trilogie „Die Riebe- I u n g e n" in Anwesenheit von Reichsminister Dr. Goebbels als Ausklang der Reichstheaterfestwoche vom Hessischen Landestheater Darmstadt in einer völlig neuen Inszenierung aufgeführt. In diesem Jahr wird die Trilogie in der Woche vom 26. Juni bis 3. Juli wieder in der Nibelungenstadt über die Bretter gehen, und zwar werden wie im Vorjahr bedeutende Schauspieler in den Hauptrollen auftreten. Auf dem Programm stehen fünf Aufführungen. Oer deutsche Film hat sich Weltgeltung erobert. Reichspropagandaminister Or. Goebbels bei der Grundsteinlegung zur Deutschen Filmakademie in Babelsberg. Dienst an der Kunst und am deutschen Volke. Der Festakt in Babelsberg. Berlin, 4. März. (DNB.) Der Schirmherr des deutschen Films, Reichsminister Dr. Goebbels, nahm die Grundsteinlegung zur Deutschen Filmakademie in der Ufastadt Babelsberg vor. Dem Akt wohnten zahlreiche hohe Vertreter von Partei und Staat und alle maßgebenden Persönlichkeiten des deutschen Films bei. Der Generaldirektor der Universum - Filmaktiengesellschast, Klitzsch, wandte sich mit Dankesworten an Reichsminister Dr. Goebbels. „Wir alle haben Ihnen, Herr Reichsminister, heute zu danken für den Entschluß, eine Deutsche Filmakademie und ein damit eng verbundenes Arbeitsinstitut für Kül- turfilmschaffen ins Leben zu rufen." Der Redner bezeichnete es als die vornehmste Zweckbestimmung der Deutschen Filmakademie, die Heranbildung eines befähigten Nachwuchses in lebendigster Verbindung mit der Praxis durchzu- ühren. Sie werde drei Fakultäten umfassen: die filmkünstlerische, die filmtechnische und endlich die filmwirtschaftliche Fakultät. Die Angliederung eines Arbeitsinstitutes für Kultur- ilmschaffen entspreche jener besonderen Stellung, die Deutschland auf dem Sondergebiet des Kulturfilms einnehme. Diesem Arbeitsinstttut soll eine Sammlung der bemerkenswertesten Lehr- und Kulturfilme der ganzen Welt angeschlossen werden. Der Präsident der Reichsfilmkammer, Prof. Dr. Leh ni ch, bezeichnete die Berufsschulung im Film als eine der schwierigsten Probleme des Films überhaupt. Die Filmakademie werde neben ihrer Lehrtätigkeit auch eine Forschungstätigkeit entwickeln müssen. Die wichtigste. Bedeutung jedoch, die Zusammenfassung zu einer großen Lehr- und Forschungseinheit sei die, daß erst auf solcher Grundlage die weltanschaulichen Ueberzeugun- gen vermittelt werden könnten, von denen Der deutsche Film auszugehen habe. „Ihrer Initiative und Ihrer persönlichen Einsatzberitschaft, Herr Reichsminister Dr. G o e b b e l s", so erklärte der Präsident, „ift es zu verdanken, daß die Voraussetzungen dafür geschaffen worden sind, daß der deutsche Film heute auf einer gesunden künstlerischen und wirtschaftlichen Grundlage stehen kann. Erst im letzten Jahre sind aus dem deutschen Film die immer wieder verheerend wirkenden Rückstände eines vergangenen Zeitalters beseitigt worden. Solange nicht diese Umstellung vollzogen und ein struktureller Neubau durchgeführt war, der den nationalsozialistischen Grundsätzen entsprach, konnte auch an die Schaffung einer Filmakademie nicht herangegangen werden. Die Gründung dieser Bildungsstätte unseres Berufsstandes stellt die Krönrkng des Umbaues des deutschen Filmwesens dar." Reichsminister Dr. Goebbels trat nun in Begleitung der Ehrengäste an den Grundstein heran, um mit den symbolischen drei Hammerschlägen die Grundsteinlegung der Deutschen Filmakademie vorzunehmen. „Ich vollziehe hiermit", erklärte Reichsminister Dr. Goebbels, „die Grundsteinlegung der Deutschen Filmakademie. Ich verbinde damit den Wunsch, daß in der nun entstehenden Deutschen Filmakademie immer drei Erkenntnisse zu Hause sein mögen, daß die Kunst mehr mit Können als mit Wollen zu tun hat, daß Wirtschaft und Technik der Kunst untertan find, und daß der Dienst a m V o l k die höchste Ehre und die höchste Pflicht unseres Lebens und unseres Arbeitens ist. Mit einem Sieg-Heil auf Führer und Volk und den Liedern der Nation schloß die Feier. Im Anschluß daran besichtigte Reichsminister Dr. Goebbels das Modell der neuen Filmakademie. Die Nlniakademie als hohe Schule des deutschen Nachwuchses. Dr. Goebbels stellt die programmatischen Forderungen für die künstlerische Entwicklung unseres Filmschaffens. Im Rahmen der Jahrestagung der Reichsfllm- tamrner sprach am Freitagabend Reichsminister Dr. Goebbels, der Schirmherr des deutschen Films, auf einer großen Kundgebung im Reichstagssitzungssaal der Krolloper. Der Minister ging von der Tatsache aus, daß der Film eine ganz junge, moderne und damit auch außerordentlich entwicklungsfähige Kunst sei. Ebenso, wie die Diskussion über die o o litt sch en Probleme der Nation früher meist haarscharf am eigentlichen Thema vorbeiging, so bleibe bisher auch die Auseinandersetzung über die Probleme des Films heute fast immer nur an der Oberfläche, ohne in die eigentlichen W es e n s p r o b l e m e des Films vorzustoßen. Aus den heute am meisten erörterten Problemen des deutschen Filmschaffens griff der Minister zuerst die Frage heraus, ob der Dialog- oder der Handlungsfilm bessere Gewähr für künstlerischen und geschäftlichen Erfolg biete. „Dieses Problem ist nicht eine Frage des „oder", sondern ein Problem des ,/u n d". Der gute Dialogfilm fordert die mitteißende Handlung, und der spannende und interessante Handlungsfilm fordert eine gute Dialogführung." Ausschlaggebend sei die Frage, ob der Film das Recht habe, abseits und losgelöst vom Leben eine Schein- und Jllusionskunst zu pflegen, oder ob er allen Schein und allen Illusionen zum Trotz nicht doch im Leben verhaftet bleiben muß. Diese Frage bejahte der Minister. Mit scharfen Worten geißelte der Minister die Versuche, schlechte Fllme dadurch wirkungsvoll machen zu wollen, daß gute Schauspieler ihre tragenden Rollen übernehmen. Man müsse sich ernsthaft darum bemühen, nicht das Leben dem Film, sondern den Film demLeben näher zu rücken. Die Menschen im Film müssen in verstärkter Form Tugenden und Leidenschaften des Lebens an sich tragen, aber es müssen echte Tugenden und wirkliche Leidenschasten sein. Immer wieder von stürmischer Zustimmung unterbrochen, rechnete der Minister mit jenen ab, die am deutschen Film ohne die geringste Sachkenntnis K r i t i f um d er Kritik willen üben. „3n einer Zeil“, die nach Persönlichkeiten verlangt, die Wut und Kraft zur Verantwortung besitzen, ist nicht der Augenblick zur Diskussion, sondern der Augenblick zum Handeln gekommen!“ Kritisieren darf nur der, der die Schwierigkeiten kennt. Jeder Kritiker muß bereit sein, zu jeder Stunde, da man ihn ruft, die Stelle zu besehen, die er kritisiert hat. Jede andere Art von Kritik ist nicht förderlich, sondern hindernd, frech und anmaßend!“ (Erneute stürmische Zu- stimmung^kundgebungen.) Weiter wandte sich der Minister der Frage des Star - oder des Ensemblefilms zu. „Auch hier gehe die Problemstellung am eigentlichen Kern der Frage vorbei. Denn es gibt keinen Ensemble- silm ohne gute Schauspieler und keinen guten Schauspieler ohne ein Ensemble. Dr. G o e b b e l s wandte sich auch gegen die Auffassung, daß ein guter Film unbedingt tragischen Charakter haben müsse, wahrend der heitere Unterhaltunassilm niemals ein Kunstwerk sein könne. Es bestehe Veranlassung, den heiteren Unterhaltungsfilm auch in seiner künstlerischen Bedeutsamkeit dem ernsten Film an die Seite zu stellen. _ Der Minister wandte sich dann dem Problem des Nachwuchses zu, wobei er betonte, daß er es für einen fundamentalen Denkfehler halte, den Nachwuchs des Filmes nur bei der Bühne zu suchen. Man könne aber wiederum auch nicht die Findung junger Talente dem Zufall überlassen. Darum habe man den Entschluß gefaßt, eine F i l m at a d e m i e zu gründen. Sie solle nicht eine wissenschaftliche Systematisierung der Lehre vom Film darstellen, sondern hier sollen die jungen Talente das deutsche Filmschaffen vonderPike auf lernen können. „TBenn wir die Filmakademie als die hohe Schule des deutschen Nachwuchses aufbauen und durchführen, fo werden wm das mit deutscher Gründlichkeit besorgen. Praktiker des Ateliers werden die Lehrer fein und der Unterricht wird sich nicht so sehr in den Hörsälen, als in den Ateliers selbst abspielen.“ Mit Stolz stellte der Minister unter stürmischer Zustimmung fest, daß der deutsche Film sich mit seinen Leistungen ruhig und kühn auf dem Weltmarkt zeigen könne. „Unsere Aufgabe und unser Programm für das jetzt beginnende neue Filmjahr", erklärte Dr. Goebbels mit Nachdruck, „ift nicht mehr organisatorischer Natur. Diesmal stehen programmatische Forderungen künstlerischer Art vor uns." Drei Forderungen stellte der Minister für die nächste Zukunft in den Vordergrund der filmischen Entwicklung: Die planmäßige Pflege der Menschen, die etwas können, die systematische Erziehung eines befähigten Nachwuchses in einet dazu geschaffenen Akademie von männern, die die Berufung dazu haben, und schließlich den schnellsten und orga- nifatorischen und künstlerischen Ausbau der Filmakademie selbst. Mit stürmischem Beifall dankten die Filmschaffenden dem Minister für die Mitteilung, daß das große Werk für die Filmakademie, zu dem heute der Grundstein gelegt wurde, bereits am 1.April des kommenden Jahres fertig dastehen werde und daß es bereits möglich fein wird, am 1. Oktober d. I. mit der praktischen Arbeit zu beginnen. Dr. Goebbels richtete einen Appell an die Männer, an die die Berufung ergehen wird, an dieser Filmakademie zu lehren. Weiter forderte der Minister höchste Vervollkommnung der Technik des Films „Wir haben uns zum Ziel zu setzen, auf keinem Gebiet eine Überlegenheit eines anderen Landes zu dulden. Ich wüßte nicht, was uns daran hindern sollte, auf dem Gebiet des Filmes in der Welt zu bestehen. „Allerdings", betonte der Minister, „müsse ein überflüssiger Salla ft d e r Bega- bungslosigkeit abgeschüttelt werden, damit nicht durch eine Schicht der Untalentierten dem wirklichen Könner der Weg versperrt werde." Dr. Goebbels sprach allen, die mit Leidenschaft dem Ziele, den deutschen Film in Führung zu bringen, gedient haben, seinen Dank aus. Der Minister gab seinem Stolz und seiner Freude darüber Ausdruck, daß zum erstenmal auf einer Tagung des deutschen Filmschaffens keine organisatorischen Fragen im Vordergrund standen, sondern daß ein Programm aufgestellt werden konnte, das sich auf die Kunst selbst bezieht. „Jetzt sollen die K ü n ft 1 e r a n ö i e Front! Die großen Dichter und Regisseure, Manuskriptoerfasser und Schauspieler sollen das Wort ergreifen und zu einem Volk reden, das auf sie wartet und das sie verstehen wird. Ich glaube", erklärte Dr. Goebbels, „es gibt für Sie alle für das kommende Jahr künstlerischen Schaffens keine bessere Parole als die, die der Dichter den Künstlern mit auf den Weg gegeben hat: Die Zukunft habt ihr, ihr habt das Vaterland, ihr habt der Jugend glühendes Herz in eurer Hand!" Mit minutenlangem Beifall dankten die Filmschaffenden dem Minister für feine Ausführungen, die dem deutschen Film neue Wege in die Zukunft zeigten. Präsident Dr. L e h n i ch schloß mit einem Dank an den Führer. VahMem. Mit der Grundsteinlegung zur Deutschen Filmakademie in Babelsberg beginnt eine neue Epoche in der Geschichte des deutschen künstlerischen Films. Mit keiner anderen Maßnahme, mit keiner Rede und keiner Verordnung hätte die kulturelle Führung in Deutschland deutlicher und sinnvoller bekunden können, welche Bedeutung sie dem deutschen Film, seiner Zukunft und seinen Aufgaben im eigenen Bolke wie in der weiten Welt beimißt. Mit dieser Grundsteinlegung und mit der programmatischen Rede von Dr. Goebbels auf der J?hrestagung der Reichsstlmk mmer muß jederm m klar geworden sein, daß der deutsche Film heute endgültig jener tatsächlichen oder vermeintlichen Aschenbrödel- Rolle entrückt ist, die ihm kurzsichtige oder gleichgültige Beurteiler haben zuteilen wollen. Die Begründung der Filmakademie in Babelsberg kann als die sinnfälligste Dokumentierung des Willens gelten, dem deutschen Film die Gleichberechtigung mit den anderen Künsten zu verschaffen: eine solche Gleichberechtigung fordern sowohl die außerordentliche Bedeutung des Films innerhalb der Nation, für deren künstlerische, weltanschauliche und politische Erziehung und Bildung, als auch feine Geltung bei den übrigen Kulturnationen. Es ist in der Rede von Dr. Goebbels mit Nachdruck und Stolz darauf hingewiesen worden, daß wir heute den Anschluß erreicht haben, daß der deutsche Film in der ganzen Welt sich sehen lassen und es mit der Produktion jedes anderen Landes aufnehmen kann. Das ist eine Tatsache, die jeden Deutschen mit Stolz erfüllen muß, uns aber auch außerordentliche Verpflichtungen auferlegt; daß diese Verpflichtungen von der Staatsführung erkannt und gewürdigt werden, kann durch nichts eindringlicher bewiesen werden als durch RUHL Seltersweg Nr. 67 ö adio Telephon Nr. 3170 M eparaturen 1897 U H die Grundsteinlegung, die soeben in Babelsberg vollzagen wurde. Es darf in diesem Zusammenhänge auf die in letzter Zeit mehrfach erfolgten Berufungen unserer hervorragendsten Filmregisseure und Filmschauspieler in die verantwortliche Oberleitung unserer großen Produktionsgesellschaften hingewiesen werden: auch hierin bekundet sich der vom Minister in seiner programmatischen Rede nachdrücklich unterstrichene Wille, dem künstlerischen Element im deutschen Film den Primat vor allen geschäftlichen Gesichtspunkten und auch vor sogenannten Publikumsinteressen einzuräumen. „Die Künstler an die Front!" — fo lautet die von Dr. Goebbels aus- gegebene Parole, die sich an Schauspieler und Regisseure wie an Produktionsleiter und Drehbuchverfasser richtet. Mit Freuden stellte der Minister fest, daß in diesem Jahre zum ersten Male nicht mehr organisatorische Fragen, sondern künstlerische Probleme im Vordergründe der Tagung stehen. Daß diese künstlerischen Probleme sehr schwerwiegender und sehr vielfälttger Natur sind, darüber wurde kein Zweifel gelassen; ein Generalproblem ist jedenfalls die Frage des Nachwuchses: auf dem Nachwuchs ruht unsere Hoffnung für die Zukunft des Films; feine Erziehung und Ausbildung von der Pike auf wird die vornehmste Aufgabe der Deutschen Filmakademie sein. Mit ihrer • Errichtung beginnt eine neue Entwicklung der jüngsten Kunst unseres Jahrhunderts, mit dieser Grundsteinlegung ist auch zugleich symbolisch der endgültige Trennungsstrich gezogen# der das heutige Filmschaffen von dem der Systemzeit scheidet. Ueberbliden wir die deutsche Produktion der letzten Jahre, so dürfen wir mit Zuversicht der kommenden Entwicklung entgegensehen. Der Aufstieg unserer Produktton innerhalb weniger Jahre ift außerordentlich. Der deutsche Film hat sich Weltgeltung geschaffen. hth. Aus aller Wett. Deutsche Trachtengruppe reift durch Südfrankreich. Walter Rentmeister vom internationalen Büro „Freude und Arbeit" traf mit einer deutschen Trachtengruppe, die eine Vorführungsreise durch Süd frankreich unternommen hat, in Bordeaux ein. Bei einem Empfang für die deutschen Gäste wurde von beiden Seiten der Wunsch nach einer Vertiefung der deutsch-französischen Beziehungen und besonders nach einer weiteren An- näherung der Jugend beider Länder ausgesprochen. Rentmeister dankte im Namen seiner Begleiter für den wie in anderen französischen Städten auch in Bordeaux überaus liebenswürdigen und herzlichen Empfang, der ihnen von zahlreichen französischen Persönlichkeiten zuteil geworden sei. — Am Gefallenendenkmal wurde ein Blumengewinde mit den deutschen und französischen Farben niedergelegt. Heinz Hilpert und Curt Götz bei der Tobis. Heinz Hilpert, der Intendant des Deutschen Theaters in Berlin, und Curt Götz, Luftspielleiter, Schauspieler und Spielleiter, wurden von der Tobis- Filmkunst als Mitarbeiter gewonnen. Wetterbericht Die Witterung unseres Gebietes steht völlig unter Hochdruckeinfluß. Bei meist heiterem Himmel und fräftigen Sonnenstrahlen stiegen am Freitag die Temperaturen vielerorts auf über 15 Grad im Schatten an. Auch im Gebirge liegen sie beträchtlich über 0 Grad. Das Hochdruckgebiet verlagert sich langsam ostwärts, doch ist damit keine nennenswerte Witterungsänderung verbunden. Aussichten für Sonntag: Morgens vielfach dunfttg oder neblig, sonst trocken und meist heiter, nachts frisch, mittags ziemlich warm. Schwache veränderliche Winde. Aussichten für Montag: Im wesentlichen noch freundliches Wetter. Lufttemperaturen am 4. März: mittags 14,7 Grad Celsius, abends 6,8 Grad; am 5. März: morgens — 0,6 Grad. Maximum 14,7 Grad, Minimum heute nacht —1,8 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 4. März: abends 5 Grad; am 5. März: morgens 2,4 Grad Celsius.. — Sonnenscheindauer 8,3 Stunden. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. II. 38: 10 788. Druck und Verlag: Brühlsche Unioerfitätsbrucferei R. Lange, K -G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzeloerkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vom 1. September 1937 gültig. Garten Etzrl., selbständ. ca. dratmet., z. ver- durch [0984 kaufen. Sleooiypislin g. unt. 01014 d. Gieh. Anz. Garten MMSacte Motorrad Laden Zwei sonnige 'I Zwei sonnige I Botöetitoiei ©rofee mit Küche und Jung Klein-Linden. mit Küche und 3 4 Mohn. MAINZERAKTE BIER Billig zu verk. 1 Kaufgesuche"] | Vereine"" Schriftl. Angeb. 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Es kam durch nach- irägliche Verhandlungen zu allerhand Abweichungen, aber solange die päpstliche Autorität durch den Aufstieg protestantischer Mächte noch nicht genügend erschüttert war, spielte die Demarkationslinie als Orientierungsmittel für die Verteilung über- eeifcher Länder eine große Rolle. Huge Gropius, der „Vater des Völkerrechts", legte nicht umsonst in seiner Schrift über das „freie Meer" fren Hauptnachdruck daraus, ihren Einfluß auf seine Zeitgenossen zu zerstören. Hugenottische Flibustier, niederländische Kaper und britische Freibeuter zogen aus der Lehre des Hugo Grotius die praktischen Folgerungen. Die Heiligkeit der Demarkationslinie konnte gegen die überlegene Gefechtskraft der Schiffe nordischer Seefahrer nicht aufkommen. Aus den Rückwirkungen des Kampfes um die Seeherrschaft auf die kontinentalen Machtveichältnisse diesseits und jenseits des Atlantik ergab sich nach den napoleonischen Kriegen der Widerspruch zwischen dem „Legitimismus" siner „Heiligen Allianz" und den Unavhängigkeits- bestrebungen europäischer Einwanderer in überseeischen Ländern. Dieser Widerspruch fand seine vorläufige Lösung in der Aufrichtung der Monroe-Doktrin" als einer Art ketzerisch-demokratischer „Demarkationslinie". Die Monroe-Doktrin machte den Atlantischen Ozean zur trennenden Schranke zwischen einer „östlichen" u^ld „west- kichen" Erdhälste. Die eine wurde ihrem Sinne nach dem seebeherrschenden Albion, die andere den Anglo-Amerikanern als Machtsphäre zuge- fprochen. Noch bildet diese Doktrin einen Glaubensartikel traditioneller „Demokratie", aber in Wirklichkeit bedeutete der Weltkrieg für sie den Anfang vom Ende. Daß sie "den Gesetzen eines sich in blu- tigen Kriegen mühsam durchringenden neuen Weltverkehrs widerspricht, läßt sich nachweisen. Präsident Monroe, der dabei in. Wirklichkeit nur das Mundstück seines fähigen Staatssekretärs Quincy Adams war/ ging, als er 1823 die nach ihm benannte Doktrin verkündete, von der Voraussetzung aus, daß die Vereinigten «Staaten sich nrem als in die Angelegenheiten der Alten Welt einmischen würden und auch niemals in ihre Händel verwickelt werden wollten. Damit begründete er sein Verlangen, daß die europäischen Nationen auf- 3) ö r e n sollten, ihr System auf irgendeinen Teil der amerikanischen Kontinente aus;u- Dehnen und darauf verzichten müßten, die neuen Negierungen auf amerikanischer Erde, die bereits ihre Unabhängigkeit erlangten, zu unterdrücken ober zu kontrollieren. Die nordamerikanische Union würde das, weil es ihren Frieden und ihre Sicherheit gefährde, als Aeußerunq unfreundlicher Gesinnung auffassen. Ferner sollten die amerikanischen Kontinente von neuen kolonialpolitischen Unternehmungen europäischer Regierungen verschont bleiben. _______u__ MiMW I I ■ ■ ■um' So selbstbewußt diese Erklärung klang, so verlieh ihr doch nur das Einverständnis Englands weltpolitische Kraft, das damit den Preis dafür zahlte, sich ziemlich ungestört der Aufgabe widmen zu können, die durch die napoleonischen Kriege aus aus den Fugen geratene kontinentaleuropäische Welt in seinem Sinne „ins Gleichgewicht zu setzen". Die Unfreiheit und Uneinheitlichkeit kontinentaleuropäischer polititischer Entwicklung war die Kehrseite der panamerikanischen Medaille. Das Volk der Vereinigten Staaten konnte getrost dem Atlantischen Ozean den Rücken zukehren und, durch immer größere Einwanderermassen aus Europa verstärkt, den Vormarsch zum Stillen Ozean antreten. Kanada wurde von England zugunsten der Ausbeutung farbiger Völker vernachlässigt und die iberoamerika Nischen Länder, von den Kraftquellen ihrer zu politischer Bedeutungslosigkeit herabgesunkenen ehemaligen „Mutterländer" abgeschnitten, vom transatlantischen Wechselverkehr gemieden, verfielen für Jahrzehnte in trostlose Anarchie. Da England seine in der Neuen Welt entwickelten Pflanzungsinteressen immer mehr nach den Randländern des Indischen Ozeans verlegte, wo es nach Aufhebung der Negersklaverei das „Kulisystem" als Ersatz einführte, so konnte es nicht ausbleiben, daß Mittelund Südamerika immer tiefer in den Schatten des „Kolosses des Nordens" gerieten und die Monroe- Doktrin immer mehr zu einem Instrument der Dienstbarmachung der natürlichen Hilfsquellen und Menschenkräfte der rückständigen „Schwesterrepubliken" entwickelt wurde. Die Störungen, die die britische Kontrolle mit sich brachte, wurden für kontinentaleuropäische Länder eine Zeitlang durch Vorteile ausgeglichen, die die größere Freiheit angloamerikanischer Entwicklung für sie mit sich brachte. Indem kontinentaleuropäische Auswanderer die jungfräulichen Böden der Neuen Welt dem Weltverkehr erschließen halfen, entstanden immer bessere Möglichkeiten, den Anteil kontinentaleuroj-äischer Länder am atlantischen Wechselverkehr zu steigern, während man sich gleichzeitig von übermäßigem Bevölkerungsdruck befreite. Die gleichzeitige Entfaltung kontinentaler produktiver Kräfte auf beiden Seiten des Atlantik wirkte darauf hin, die einseitige Begünstigung Englands durch den See- verkchr abzuschwächen, solange die Vereinigten Staaten im ursprünglichen Sinne der Monroedoktrin darf darauf verzichten, das britische Ueberge- wicht in Europa zu steigern. Durch ihr Eingreifen in den Weltkrieg legten die Anglo-Amerikaner aber selbst die Axt an die Wurzel der Monroedoktrin. So sehr sie sich nach dem Kriege krampfhaft bemühten, den Zustand der alten „glücklichen ^Isolierung" wiederherzustellen, so sehr sehen sie sich durch den Gang der Weltereignisse tatsächlich in immer größere Abhängigkeit von überseeischen Interessen geraten. Die britische Seemacht hat aufgehört, die angelsächsische Vormacht in der Neuen Welt verbürgen zu helfen, wenn nicht die nord- amerikanische Union in viel stärkerem Maße den Garanten für den Bestand des britischen Weltreiches abgeben will. Nicht lange nach dem Weltkrieg erklärte Senator B o r a h , man müsse, wenn die Bemühungen um eine Verständigung über allgemeine Abrüstung scheiterten, dem Volke der Vereinigten Staaten „i)ie letzte Wohltat der Neuen Welt rauben, jenes Gefühlder Geborgenheit, das die Fernhaltung*von den Händeln der Alten Welt verlieh"; es werde dann endgültig van der Krankheit Europas erfaßt werden, „vor der die Pilgrimväter flohen, um in der amerikanischen Wildnis eine neue gesunde Nation zu gründen". Diese Befürchtung ist inzwischen grausame Tatsache geworden. Von seinen panamerikanischen Bestrebungen südlich des Rio Grande del Norte wird die Union in immer stärkerem Maße dadurch abgelenkt, daß sie gegenüber der japanischen Bedrohung vor allem auf der Zugbrücke nach dem asiatischen Festlande, Alaska und den Aleuten, Wache stehen muß; man hat gleichsam Mexiko den Rücken zugedreht und blickt wie gebannt n a ch d e r öu feer ft en Nordwestecke Nordamerikas. Weil der Weg dorthin durch Kanada führt, fühlt man sich um so mehr in alle Sorgen um die Zukunft des britischen Imperiums verstrickt. Die Beanspruchung durch die Sicherung der gemeinsamen Lebenslinien der angelsächsischen Völker hat bereits einen Grad erreicht, daß man, weit entfernt, noch mit dem „großen Stock" drohen zu können, die iberoamerikanischen Länder durch eine „Politik guter Nachbarschaft" bei der Stange zu halten suchen muß. Diese ihrerseits haben längst angefangen, von der Beschützerrolle Onkel Sams für ihre eigene Sicherheit mehr zu fürchten, als von einem unbefangenen Gegenseitigkeitsverhältnis zu Ländern anderer Kontinente. Es liegt eine seltsame Ironie darin, daß das, was die südamerikanischen Länder noch am meisten mit der führenden nord- amerikanischen Macht verbindet, der Panamakanal, den Landzusammenhang zwischen den beiden Hälften Gesamtamerikas verneint, indem es ihn zugunsten eines Wasserweges durchsticht. Kontinentale Zusammenhänge können mehr trennen als verbinden. Was sich an panamerikanischem Zusammengehörigkeitsgefühl am meisten bewährte, rührte von einer Gemeinsamkeit geschichtlicher Entwicklung her, die gewissermaßen aus einer Art Rückgefühl des europäischen Auswanderers gegenüber Europa, dessen Stiefkind er war, hervorkeimte. Dazu kam die gemeinsame Nutznießung des Schutzes britischer Seeherrschaft vor möglichen überseeischen Angreifern. Ein neuer Weltverkehr bringt gerade in lateinamerikanischen Ländern die unterschiedlichen Standortverhältnisfe gegenüber den großen Hafenplätzen zu immer stärkerer Geltung. Es ist bezeichnend, daß ein in seiner Bewegungsfreiheit für den Verkehr mit überseeischen Ländern noch so stark gehemmtes Land wie Deutschland im Außenhandelsverkehr mit iberoamerikanischen Ländern immer besser, im Falle Chiles sogar am besten fahren kann. Argentinien fühlte sich von Jetzt Möbel billig kaufen im Total-Ausverkauf Möbelhaus KOOS Marktstraße 8,1. Stock 1398A Kein Laden jeher, und heute mehr als je, mit England stärker verbunden als mit der nordamerikanischen Union; es übertrifft darin sogar Kanada. Vor allem aber hat die große Wasserscheide zwischen Atlantik und Pazifik begonnen, an trennender Kraft beide Meers zu übertrumpfen, und es gibt nichts, was die Zukunft aller Völker der Neuen Welt schicksalhafter bestimmen müßte, als der Widerspruch zwischen einem atlantischen und einem pazifischen Kulturkreis, der „panamerikanische" Bindungen ausein- anderzureißen droht. Spanische Reise. Von unserem Sonderberichterstatter W. E. Freiherr von Medem. V. Schönes - armes Spanien. Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten! Arn Wege zur Front, Ende Februar 1938. In einem Restaurant in Burgos, wo es eine gute Fischsuppe gibt, aus der man herausschmeckt, wie nahe der Golf von Biskaya mit feinen Langusten, Muscheln und Seezungen ist, hängen noch die Werbeplakate einer ehemaligen Madrider Verkehrszentrale. „Spanien zu jeder Jahreszeit schön" und „K u n st und Natur" waren die Schlagzeilen unter den eindrucksvollen Reproduktionen spanischer Baudenkmäler, Landschaften und Städtebilder. Mit Fug und Recht machte Spanien vor dem Bürgerkrieg für sich Propaganda, und General Primo de Rivera hatte durch eine umfassende Anlage bester Straßen dafür gesorgt, daß Spanien auch für Automobilisten ein ideales Reiseland wurde. Sie kamen wirklich alle auf ihre Kosten: Der Snob raste im Kompressorwagen vom Grand- Hotel zum beinahe Grand-Hotel die glatten Asphaltbänder । herunter und konnte kurvenreichste Pässe ausschwingen, soviel er wollte; fast zuviel Blickpunkte rechts und links der Straßen waren für feine Kamera, um überall halten und knipsen zu können. Abends gab es in den Kabaretts und Dancings spanische Postkartentypen, Fandangos und feurige Blicke. Denn jeder, auch der ärmste Spanier, ist ein kleiner Künstler im Genießen spielerischer Freude. Und die schaffenden Künstler aller Länder fühlten sich heimisch in der Heiterkeit spanischen Volkstums. Auch sie kamen auf ihre Kosten. Der Architekt konnte in Jahrhunderte sich versenken und lernen, wie hier überall und zu allen Zeiten Baukunst mit den Baustoffen des Landes aus der Landschaft wuchs und mit ihr sich vermählte zur Geschlossenheit des Bildes. Der Maler stand vor einem Uebermaß an Farben, Formen, Weiten, vor Motiven, die das Land und seine Menschen in unerschöpflicher Fülle vor dem Auge ausbreitet. „Ganz Spanien", fagfe mir ein Deutscher, der in Madrid aufwuchs, „ist ein einziges Museum, die seiner Architektur und Malerei stehen verstreut in den vielen kleinsten und größten Städten, und wohin Sie auch kommen mögen, überall in den Rahmen und die Stimmung einer Umgebung hirt- eingestellt, die ihr Erleben unmittelbar vermittelt.^ Granada, Sevilla, Toledo, Salamanca oder Saragossa, alle sind Namen, die wie Glockenklänge die Empfindung von sonnenüberfluteter Schönheit der Form und Farbe im Bewußtsein kultivierter Menschen der ganzen Welt auslösen. Und so kamen die' bewußtesten Genießer der Schönheit, um das Land der Spanier „mit der Seele zu suchen". Denn es ist wohl immer so, daß künstlerische Menschen, wenn sie zu Stätten hoher alter Kultur auch fremder Völker reifen, das Ziel ihrer Pilgerfahrt mit der Seele suchen. Aber Spanien ist heute vom Bürgerkrieg heim gesucht, es soll schon eine Million Menschen, gemordete, an den Fronten gefallene, von Fliegerbomben in den Ortschaften erschlagene, eine Million spanischer Menschen verloren habens Mitten durch das Land Spanien zieht sich dis Front wie eine lange tiefe Wunde, aus der unaufhörlich Blut tropft. Und in die als Gift für den gesamten Volkskörper neuer Klassenhaß von den satanischen roten Urhebern dieses Bürgerkrieges geträufelt wird — und in der auch die Rache derer wirkt, denen der Bolschewismus Vater, Mutter, Kinder, Hab und Gut vernichtete. Spanien ist heute ein unglückliches Land, und die Seele gerade des Fremden scheut sich, Spaniens Schönheit zu empfangen, wo sie Spaniens ganzer Jammer anpackt. Herrlich in ihrer goldbraunen Tönung ist d i e Kathedrale von Salamanca, ihr breitgefügter Bau wie ein Ausdruck herrischer Macht, die Reliefs in dem weichen Sandstein ihrer Mauern wirken wie alte Teppiche. Hoch in den Himmel ragen die Türme des berühmten Domes von Burgos, dem ein deutscher Baumeister Hans von Köln im 12. Jahrhundert auch etwas von der Innigkeit des deutschen Gemütes mitgab für die Ewigkeit. Für die Ewigkeit? Sandsäcke schützen die unersetzbaren Glasmalereien der hohen Fenster, soweit es möglich ist. Denn wenn die roten Bomber aus 4000, 5000 Meter Höhe abladen! In Salamanca schlug solche rote Bombe nur hundert Meter von der Placa ein, zerstörte ein Fachwerkhaus und einige Menschen. Aber hundert Meter weiter und der in der Geschlossenheit seiner Gebäude schönste Platz Spaniens wäre nur noch eine Ruine Der Haudegen. Von Wolf Neumeister. Er war ein ungeheures Rauhbein, aber seine Leute gingen für ihn durchs Feuer. Und das ist schließlich die Hauptsache bei einem Führer. Er hatte drei Gegner, gegen die er dauernd in Fehde lag: den Franzmann' — höhere Vorgesetzte und — die eigene Artillerie! Ich lernte ihn 1914 kennen, als ich als junger Artillerie-Beobachter in der vordersten Jnsanterie- ftellung an einem eingebauten Maschinengewehr herumfingerte, das mich nichts anging, und brennend gern einer Gruppe von Franzmännern eins auf den Pelz geknallt hätte, die da auf der Deckung herumturnten. Da stand plötzlich der Major neben mir, sah den schwarzen Streifen meiner Artilleriemütze und grunzte mich wütend an'. Ich meldete mich zackig als Artilleriebeobachter im Graben, und daß ich dort drüben Franzosen ..., aber er sagte kurz: „Quatsch nicht, — schieß!" Und als meine Garbe wirklich wunderbar die Kerle drüben eindeckte, lief er schimpfend weg. Aber seitdem kannte er mich, und wenn er mich traf, sagte er: „Endlich mal ein Artillerist, der was trifft!" — was mich damals in meinem jungen Artilleriftenherzen tief beleidigte. Er war ein enorm schneidiger Soldat, immer im Graben, immer da, wo was los war. Das war 1914 auf der berüchtigten „Höhe 108", und der Kamps um den Besitz dieses wichtigen Punktes ging dauernd hin und her. Einmal stießen Senegal-Schützen bis an den Steinbruch vor, den Schlüssel zu unserer Stellung, da verteidigte der Major allein mit einem Unteroffizier den schmalen Paß dort, und da er keine andere Waffe hatte, schmiß er eigenhändig 18 dieser Nigger in den tiefen Steinbruch hinunter, bis der Gegenstoß von ein paar Kerlen mit einem MG. Lufs schaffte. Unter diesen Kerlen war ich, und seitdem mochte er mich leiden. Sonst hatte er ein Vorurteil gegen die Artillerie. Wie so viele Infanteristen behauptete er dauernd, man schösse in die eigenen Gräben, auch wenn wir mit Engelszungen erklärten, daß es feindliche Flankierungsbatterien seien. Allerdings hatte er wirklich ein geradezu groteskes Pech mit unserer Artillerie: Einmal hatte ihm hinten in der Reservestellung ein Frühkrepierer feine Gummibadewanne durchlöchert, gerade, als er das ersehnte heiße Bad nehmen wollte, und ein andermal zerschmetterte ein zurückwirbelnder Riesensplitter einer deutschen 21-Zentimeter-Granate die Kiefernstange, auf der der Herr Major eben in einer sehr menschlichen Situation Platz genommen hatte. Aber das alles war nichts gegen den großen Anschlag, den seiner Ueberzeugung nach die deutsche Artillerie auf das Leben ihres wackeren Gegners inszeniert hatte. Er hatte sich im Steinbruch dicht am Steilhang eine Bretterbude bauen lassen, die ihm wunderbar dünkte, denn sie lag im toten Winkel feindlicher Granaten — und Minen gab es in jenen seligen Zeiten noch nicht. Dort hauste er spartanisch aber zufrieden mit seinem Stabe, 300 Meter vom vorderen Graben entfernt. — Und in diese Idylle fuhr eines Morgens eine deutsche Granate! Alles, was an Artilleristen auf der Höhe 108 anwesend war, wurde von bewaffneten Schergen vor den Major geschleppt, und der tobte uns seine ganze Entrüstung ins Gesicht. Im Unterstand sah es allerdings toll aus, es stank scheußlich nach Explosionsgasen, die Einrichtung der Bude war völlig demoliert, und dex Major blutete wie ein gestochenes Schwein — mit Respekt zu vermelden. Aber nicht von der Granate, sondern weil er sich vor Schreck beim Rasieren geschnitten hatte. Der Adjutant sah aus wie der Lehrer Lämpel in „Max und Moritz", und die beiden Burschen räumten fluchend den zertrümmerten Frühstückstisch ab. Uns ging die Sache zwar nichts an, aber sie war leicht zu erklären. Eine Batterie der Nachbardivifion hatte flankierend auf einen feidlichen Sappenkopf geschossen, brach auf dauerndes Drängen der Infanterie immer mehr an Entfernung ab und blieb plötzlich — durch die gesenkte Flugbahn — hinter der Höhe „hängen". Schließlich gelang es auch, dieses ballistische Rätsel dem Major auf einem Stück Papier klarzumachen. Ein Leutnant wollte noch ein übriges tun und drückte seine Befriedigung darüber aus, daß alles so gut abgelaufen sei. Aber das war falsch! Der Major knallte die Faust auf den Tisch, daß auch die letzte Tasse noch in Scherben ging. „Das ist ja eben die Schweinerei!" brüllte er. — „Einen Volltreffer habt ihr in diese kleine Bruchbude gesetzt! Fünf Mann waren anwesend und kein einziger verletzt! — Tot mußten wir alle sein, verstanden! — Aber ihr könnt eben alle nischt! — Ich danke Ihnen, meine Herren!" Damit waren wir entlassen. Ich habe diese Geschichte noch jahrelang in den hanebüchensten Uebersteigerungen erzählen hören. Von Kameraden des Infanterieregimentes oder vom Major selbst. Bei ihm hörte sie sich am erschütterndsten an, denn der alte Haudegen log, daß sich die Balken der Unterstände bogen. Er hatte das wohl von alten Seebären gelernt, denn er war auf abenteuerlichen Kriegsfahrten weit in der Welt herumgekommen, hatte in China gekämpft, in Südweft- afrifa. Und mit jedem Kriegsjahr, das er mit uns verbrachte,' wuchs die Zahl der erlegten Chinesen in den Taku-Forts, der Löwen in Süd west und der angreifenden Witboys in der Kalahari-Steppe um 50 Prozent — zur großen Freude feiner Leutnants, die über die Zahlen Buch zu führen begannen. Aber der „Alte" schmetterte jeden Einwand mit derselben Kaltblütigkeit, mit demselben trockenen Humor nieder, mit dem er jeder Gefechtssituation gewachsen war. Eines der herrlichsten Beispiele für beides erlebte ich in der Sommeschlacht als Artillerie-Verbindungsoffizier bei seinem Stabe. Der Franzose war rechts und links durchgestoßen, aber der alte Haudegen hielt mit den Resten feines Bataillons voll Zähigkeit ein Grabennest mit einem zerschossenen Dorf. Hundert Mann waren vielleicht alles in allem, völlig abgeschnitten von unseren Linien, nichts zu essen — kein Wasser, wenig Munitton — eine verzweifelte Lage. Der Major ftiefelte von Keller zu Keller: „Daß ihr mir nicht schlapp macht, Jungs!" „Ausgeschlossen, Herr Major! — Wenn nur ein bißchen Wasser da wäre." — „Was? Wasser?" krächzte der Major, „der Mensch braucht kein Wasser. Als wir in der Kalahari die Witboys verfolgten, haben wir wochenlang kein Wasser gesehen." — „Na, da hat der Herr Major vielleicht genug Bier gehabt damals!" — Brüllendes Gelächter — die Stimmung war wieder da! In der zweiten Nacht trommelte der Franzose uns mit Minen zusammen, unverkennbar die Vorbereitung zum letzten Angriff. — Wir Offiziere hockten zusammen in einem Erdloch, hielten die Pistolen umklammert und warteten aus den Gegner. „Lebendig kriegen sie mich nicht", schimpfte der Major und kratzte den Lehm von seiner Parabellum-Pistole, „zehn Mann nehme ich mit, dafür garantiere ich!" Und er schwenkte drohend eine alte Waffe. — Der freche B., sein Adjutant, agte trocken: „Zehn Mann? Herr Major haben loch nur neun Schuß in der Pistole!" — Einen Augenblick stutzte der „Brotherr", dann knurrte er wegwerfend: „Da schieße ich eben eine Doublette!" Nun, wir haben uns am nächsten Tag bei einem Geaenstoß durchgeschlagen — sonst könnte ich diese Geschichte schwerlich erzählen — und ein paar Tage später trank der gute Major hinten im Ruhequartier mit uns unzählige Pullen Rotspohn und schilderte den andern unsere Episode in den blutigsten Farben. Als er bei den Zuhörern auf hohnvollen Zweifel stieß, rief er den netten Hauptmann v. T. als Kronzeugen auf: „Sie kennen mich nun feit 15 Jahren, T. — sagen Sie mal den, Grünschnäbeln hier, ob Sie jemals gehört haben, daß etwas nicht stimmt, was ich erzählt habe!" „Nee", sagte der Hauptmann grinsend, „das habe ich nicht gehört — aber eine andere Geschichte wird die Herren interessieren." Und er setzte sich zu uns und erzählte schmunzelnd, wie er im Frieden als Leutnant bei der Kompanie unseres Haudegens gestanden habe. Da sei einmal bei der Rekrutenbesichtigung beim Gefechtsschießen der General durch die Schützenlinie gegangen, die mit „Visier 800" auf „Kavallerie am Waldrand" ballerte. Plötzlich sei der hohe Herr stehen geblieben und habe entrüstet einen Rekruten gefragt: „Mit welchem Visier schießen Sie denn?" — „Visier 400, Herr General!" — „Aber Ihr Kompanieführer hat doch befohlen ,Visier 800‘! Haben Sie das nicht gehört?" — Da sei ein sonniges Grinsen, über das Gesicht des Rekruten geglitten, und er habe gesagt: „Zu Befehl, Herr General, das habe ich schon gehört. — Aber unserm Herrn Hauptmann darf man doch immer bloß die Hälfte glooben!" Das Kaninchen im Mond. ' In unseren Volkssagen werden die bekannten Mondflecken so gedeutet, daß ein Mann mit einem Reisigbündel auf dem Rücken darin zu sehen ist. Die Phantasie anderer Völker aber hat ganz andere Gestaltungen im Mond erblickt. Besonders weit verbreitet ist die Anschauung, daß ein Kaninchen im Monde sitzt. In den Sagen der nordamerikanischen Indianer, in denen Kaninchen und Hase überhaupt eine große Rolle spielen, tritt uns das Kaninchen als das „weiße Tier" im Monde entgegen. Ebenso vertritt dieses Tier >m alten Mexiko den Mond, aber nur den hellen, während der verdunkelte Mond von der Wildkatze symbolisiert wird. Auch in Indien wird behauptet, man könne in den Mondflecken deutlich ein Kaninchen sehen, und es wird erzählt, daß Hasen den Wagen des Mondgottes Tschambra ziehen. Bis auf die heutige Zeit hat sich die Vorstellung vom Kaninchen im Mond ferner bei den Chinesen erhalten, und bei ihren Mondfesten werden Kuchen angefertigt, auf denen ein Kaninchen abgebildet ist; ebenso gibt es in Japan Bilder, die das Kaninchen im Zusammenhang mit der ausgehenden Mondscheibe zeigen. Wenn man die Mondflecken mit unbewaffnetem Auge betrachtet, kann man bei einiger Phantasie einen dunklen Kaninchenkopf mit langen, deuc- lich sich abhebenden Ohren wahrnehmen. In unseren Breiten erscheint dieses Kaninchen allerdings so, daß es auf dem Rücken liegt, während in den näher am Aequator gelegenen Gebieten das Kaninchen mehr in normaler Lage zu sehen ist. gewesen. Das Auto führt von Burgos in Richtung Saragossa zur Front, über waldlose, goldbraune Felsenberge uijö durch Täler, in denen jetzt die Obstbäume blühen und einen weißen Brautschleier auf das weite Land breiten. An Hügeln, um die sich kleine Flüsse winden, liegen weißgetünchte Lehmhäuser stufenförmig zu Füßen ihrer Kirche. Immer sind diese oft ärmlichen spanischen Dörfer Blickpunkte, wie von einem Maler in öie Landschaft hineinkomponiert, Improvisationen der Schönheit. Auf schroffen Felsvorsprüngen, die die Täler sperren, stehen die Ruinen alter maurischer Burgen. Sie sind für die spanische Landschaft so charakteristisch wie die waldlosen Berge, der tiefblaue Himmel und die Weite der Sicht in der lieber« Helligkeit der Lichtfülle. Malerische Ruinen! Aber die Seele reagiert nur mit der Erinnerung an jene Ruinen, die rote Zerstörungswut, Granaten und Fliegerbomben geschaffen haben und an all den Jammer und das Leid, von denen diese Werke der Zerstörung sprechen. Wenn man von den kahlen Bergen, deren Waldbestände vor Jahrhunderten der bedenkenlosen Wirtschaft einer selbstsüchtigen Herrschaftsschicht verfielen, hinunter in das breite Ebrotal kommt, empfindet man d ie Fruchtbarkeit der Ebene besonders stark. Auf weiten Feldern wird Wein, Weizen, Zuckerrüben gebaut. Ochsengespanne pflügen die fette Erde yuf, starke Maultiere ziehen zweirädrige hohe Karren auf den Feldwegen. Viele Frauen arbeiten, aber auch noch mehr Männer, als einer erwartet, der von den schweren Kämpfen an der Front weiß. Selbst junge Männer sieht man. Alles in allem: ein schönes Bild des Fleißes, das die Ebroebene bietet. Aber man reagiert darauf nur mit einer Frage. Sie wird beantwortet. Die Zahl der eingezogenen Männer richte sich eben nach der Zahl der Waffen, über die Franco verfüge. Für jeden, der draußen fällt, sei der Ersatzmann da. Aber der müsse, solange es eben ginge, daheim das Feld bestellen. Richtig! Hier wird die andere Munition des Bürgerkriegs geschaffen, jene Nahrungsmittel, die die Lastwagen der Falange in die vom roten Terror befreiten Gebiete bringen, um Hunger zu stillen und in verhetzten Menschen Vertrauen zum nationalen Spanien zu schaffen. Don unbeschreiblicher Farbenpracht sind biejscn« nenuntergänge irt Spanien, silberdurchwirkt ist der südliche Sternenhimmel und die Berge im Mond- licht von einer unwirklichen Schönheit. Wir sind nun schon näher an der Front. Auf der Straße rattern mit abgeblendeten Lichtern die Kraftfahrkolonnen mit Munition und Verpflegung nach vorn. Sanitätsautos mit Verwundeten kommen uns entgegen. Wenn morgen früh die Sonne aufgehen wird in einer berauschenden Farbensymphonie, werden Francos Truppen nördlich Teruel eine Höhenlinie stürmen, um ihre Frontstellung zu verbessern. Das muß so fein. Auf den Opfern und auf den Waffen beruht der Sieg auch in einem Bürgerkriege. Ich hätte mir am nächsten Morgen die Kathedrale von Saragossa ansehen können. Sie steht im Bädeker. Aber an der Front schlagen die Soldaten Francos einen neuen Quaderstein zu einem neuen größeren Bau, zum Bau des jungen, freien nationalen Spanien. Es ist ein schweres Werk, und die Männer, die an ihm schaffen, sind bitter- arme Menschen. Aber sie werden reich sein, wenn einmal ihr Werk gelungen ist. Reich in der Kraft eines geeinten spanischen Volkstums.' Aus aller Wett. Die Hochwasferkataflrophe in Kalifornien. geflüchtet. Abends wurde er bei der Rückkehr in feine Wohnung festgenommen. Riesen-Bankskandal in Belgien. Das Brüsseler Gericht hat die Untersuchung eines aroßen Bankskandals ausgenommen, der in La Louviere aufgedeckt worden ist. In der dortigen Filiale der Banque de la Societe Generale sind Riesenbeträge, die vorläufig auf 11 Millionen Franken geschätzt werden, von den Angestellten der Bank unterschlag en worden. Der Direktor, mehrere Kassierer und andere Angestellte der Bank sowie der Direktor des „Credit Interprovincial" sind verhaftet worden. Sie sollen die unterschlagenen Summen zum großen Teil für betrügerische Spekulationen verwandt haben. Ferner wird mitgeteilt, daß eine weitere Filiale der Banque de la Socidte G£nörale in Bärin l'Alleud in den Skandal verwickelt sei Weitere Verhaftungen werden erwartet. Schwere Kohlenstaubexplosion in einer Reuyorker Brauerei. Eine Reihe von Kohlen st aubexplosionen, die in rascher Reihenfolge erfolgten, zerstörte eine Brauerei in Neuyork. Die Explosionen, die wie ein einziger Sprengschlag zu vernehmen waren, erschütterten und beschädigten in der Umgebung der Brauerei mehrere hundert Gebäude. Der Vorfall löste in den Straßen eine Panik aus. Vier Arbeiter wurden getötet und etwa 20 Verletzte ins Krankenhaus gebracht. Gastspiel der Frankfurter Oper in Bukarest. Generalintendant Meißner hat mit dem Generaldirektor der rumänischen Staatstheater S a - doveanu Gastspiele der Frankfurter Oper in der Opera Romana in fBufareft abgeschlossen. Bei dieser Gelegenheit wird der „Ring des Nibelungen" von Wagner zum ersten Male auf dem Balkan vollständig zu Gehör kommen. Außerdem sind ein Symphoniekonzert des Städtischen Orchesters und eine Aufführung des „Rosenkavalier" von Richard Strauß vorgesehen. Die Aufführungen werden vom Spielkörper der Städtischen Bühnen durchgeführt, die musikalische Leitung liegt in den Händen von Franz K 0 nwitschny und Bertil Wetzelsberger. Die Bühnenbilder für den „Ring" werden in den Werkstätten der Bukarester Oper nach Entwürfen von Walter Dinse angefertigt. Die Gastspielreise findet unter der Leitung des Generalintendanten statt. Schreckenstaten einer mexikanischen Räuberbande. Der berüchtigte mexikanische Bandenführer E l T a 11 a r i n , der vor einigen Jahren schon die Staaten Morelos und Pueblas heimgesucht hatte, ist jetzt wieder in Erscheinung getreten. Seine Bande überfiel das Dorf Cuautitla im Staate Puebla. Die Banditen nahmen mehrere Einwohner fest, von denen sie den Ortslehrer und die vier Gemeinderäte kurzerhand aufhängten. Ferner setzten sie das Schulgebäude und eine Anzahl Häuser in Brand. Der König als Pale bei einem deutschen Siedler in Bosnien. König Peter II. übernahm die Patenschaft bei dem neunten Sohne eines deutschen Siedlers namens Ludwig Ehrhardt, der in dem bosnischen Dorfe Schibowska wohnt. Für den König war der Fliegeroberst G r g i t ch erschienen und überreichte dem sehr armen Bauern ein namhaftes Geschenk. Ein anderer deutscher Siedler hatte zu Ehren dieses seltenen Ereignisses ein Festmahl gestiftet, an dem die gesamte deutsche Siedlung teilnahm. Riesige Lisschiebung an der kurischen Nehrung. Der schwere Südsturm hat in dem Fischerdorf Pillkoppen (Kurische Nehrung) schwere Verwüstungen angerichtet. Das Haffeis wurde vom Sturm auf den Strand gedrückt und stieg hier zu Eisbergen an, die eine Höhe bis zu 20 Meter erreichten. 14 Fischerkähne wurden von dieser Eiswalze vernichtet. Mit den Kähnen find die Netze unter den Eismafsen begraben. Auch Schlitten Und Gerate wurden vernichtet, so daß die Fifcherbevölkerung jetzt zu Beginn des Frühjahrs-Fischfangs ohne Kähne und Gerät dasteht. Das Modell der deutschen Filwakademie. »•< ■ Nach der Grundsteinlegung für die Deutsche Filmakademie nahm Reichsminister Dr. Goebbels eine Besichtigung des Modells der vorgesehenen Anlagen vor. Links von ihm Stabschef Lutze, Generaldirektor der Ufa Klihfch, Generalarbeitsführer von Lancelle, Professor L e h n i ch und Ministerialrat Dr. (3 ü 11 e r e r. -j- (Scherl-Bilderdienst-M.) Geschichten aus aller Welt. Das Hochwasser in Kalifornien ist im Laufe des Freitags abgeflossen. Los Angeles und die umliegenden Villenftädte mit ihren Strandbädern, sowie die fruchtbaren Orangenpflanzungen Südkaliforniens in einer Ausdehnung von 250 Kilometer find fast völlig verwüstet. Bisher hat man fünf« undachtzig Leichen geborgen. Die Zahl der Vermißten wird jetzt mit 117 angegeben. Der angerichtete Schaden beträgt über 25 Millionen Dollar, soweit sich die'Verheerungen bisher überblicken lassen. Zahlreiche Ortschaften find noch völlig von der Umwelt abgeschnitten. Der Santa-Anna- Fluß wurde zu einem reißenden Strom und schwemmte die Ortschaften Atwood und Lajolla, die beide je 600 Einwohner zählen, mit sich fort. Hierbei ertranken mehrfach ganze Familien. In zahlreichen Ortschaften herrscht Mangel an Nahrungsmitteln und Trinkwasser, zu dessen Bekämpfung zahlreiche Flugzeuge eingesetzt worden sind. Dammbruch und Ueberschwemmung in Belgien. Am Albertkanal hat sich in der Nähe von Viersel ein Dammbruch ereignet, bei dem 300 Hektar der umliegenden Gebiete unter Wasser gesetzt wurden. Der Damm ist in einer Länge von 50 Meter zerstört. Die Kanalschiffahrt zwischen Antwerpen und Lüttich mußte eingestellt werden. Mehrere Transportkähne wurden von den Fluten, die sich durch die Bresche ergossen, mitgeriffen und richteten schweren Schaden an Kulturen und Feldern an. Die Bewohner von Viersel und Umgebung ergriffen im ersten Schrecken die Flucht. Polizei und Militär sind eingesetzt worden, um den Dammbruch auszubessern. Der Schaden wird auf mehrere Millionen Franken geschätzt. Student Hildebrand aus den Händen chinesischer Räuber befreit. Der deutsche Student Hildebrand, der kürzlich in der Nähe von Peking bei geologischen Studien von Banditen entführt worden war, konnte von einer Abteilung des chinesischen Friedens- und Selbstschutzkorps befreit werden. Die etwa 30 Mann starke Abteilung griff westlich von Miaofeng- schan die Räuberbande, die 130 Mann zählte, überraschend an. Dabei wurden viele Banditen und auch ihr Anführer getötet. Die übrigen flüchteten unter Zurücklassung ihres Gefangenen. Hildebrand ist gesund und wohlauf und wird von seinen Rettern nach Peking zurückgeleitet werden. Aufklärung des Raubmordes bei Suhl. Der auf der Straße zwischen Mäbendorf und Albrechts bei Suhl (Thür.) an dem Fabrikanten Gustav Bachmann aus Albrechts begangene Mord konnte schnell aufgeklärt werden. Vor dem Amtsrichter in Suhl legte der schon wenige Stunden nach der Tat verhaftete Hermann Brohm aus Zella-Mehlis ein Geständnis ab. Er gab an, einen Einbruch vorgehabt zu Haven. Dabei fei er aäf der Landstraße dem Fabrikanten Bachmann begegnet. Da Bachmann gut angezogen gewesen sei, habe er geglaubt, daß dieser viel Geld bei sich trage. Mit einem Schraubenschlüssel habe er ihm mehrere Schläge versetzt, um ihn zu betäuben und zu berauben. Da Bachmann sich zur Wehr gesetzt habe, habe er so lange auf ihn eingeschlagen, bis er schließlich zusammenbrach. Als er dann sein Opfer berauben wollte, wurde er durch das Geräusch eines Autos gestört und sei in den Wald Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten! Merkwürdiger Fischzug. (oa) Peking. Wenn man in diesen Tagen, während noch kalte Stürme über Nord-China dahinfegen, über Land zieht und an die kleineren Seen in der Nähe der chinesischen Dörfer kommt, dann bietet sich häufig folgendes Bild: An einem Feuer steht ein junger Chinese, der seinen nackten Körper stark den Flammen aussetzt, so daß das Feuer beinahe auf seine Haut züngelt. Einen Augenblick später läßt er sich ein Seil um die Brust schlingen und steigt durch ein Eisloch in das kalte Wasser hinunter. Bis an den Hals taucht er in das Wasser ein und wartet dann mehrere Minuten. Wenn man ihn heraufholt, hält er in jeder Hand einen Fisch, hat unter den Armen zwei bis drei Fische geklemmt, hält sogar Fische zwischen den Beinen Die Losung des Rätsels: Die Fische lauern dauernd in der Nähe eines Eislochs und jagen auf jedes warme Objekt zu, das in die Tiefe hinuntertaucht Sie halten sich so eng an den warmen Körper, daß sie nur einfach festgeklemmt zu werden brauchen. Jedenfalls gibt es Seen in Nord-China, wo sich der Fischfang im Winter besser lohnt als im Sommer. Lotterie im Kaufladen. (th) Neuyork. In Wisconsin, und zwar im Städtchen Slinger, wollte ein Kaufmann die Hausfrauen an fein Geschäft fesseln und faßte folgenden Entschluß: Zu irgendeiner Tageszeit, die niemandem außer ihm bekannt ist, ertönt ein Klingelzeichen. Die Käufe, die in diesem Augenblick getätigt wurden, brauchen nicht bezahlt ßu werden. Die Folge ist, daß die Hausfrauen sich möglichst lange in dem Geschäft aufhalten: aber sie bleiben schließlich nicht nur im Laden, sondern sie müssen gemäß der Abmachung auch gerade etwas kaufen, wenn das Klingelzeichen ertönt. Man erzählt sich, daß das Geschäft floriert. Londoner Merkwürdigkeiten. C. K. London. Ein Arbeiter in einer Londoner Fabrik las in der Pause die Zeitung, in die er sein Frühstück eingewickelt hatte, als er plötzlich aufsah und zu seinem Kameraden neben ihm sagte: „Bill, bist du das nicht?" Bill war William Seddon, und es erwies sich, daß er tatsächlich der Mann war, den eine Anwaltsfirma in der Zeitung suchte. Ein Onkel in Neuseeland war gestorben und hatte seinem Neffen, der einen Wochenlohn von 43 Mark hatte, ein Vermögen von 250 000 Mark hinterlassen. * Der Psychologe an der Londoner Universität Professor Cyril B u r t hat umfassende Prüfungen von Londoner Kindern oorgenommen, bei denen erstaunliche Dinge zutage tarnen. Unter den 350 sieben Jahre alten Kindern fand er 16 v. H., die glaubten, daß ein Schaf viel großer fei als eine Kuh, 23 v. H. hatten niemals ein grünes Feld gesehen; 46 v. H. konnten sich nicht erinnern, je ein anderes Tier zu Gesicht bekommen zu haben als eine Katze, einen Hund und ein Pferd; 98 v. H. hatten das Meer noch nicht gesehen. „Frankreichs beste Hausfrau." (rg) Paris. Aus einem merkwürdigen Wettstreit ging in Paris Mme. Chailly, die Frau eines in Fontaineblau stationierten Offiziers, als Siegerin und als „beste Hausfrau Frankreichs" hervor. Der Wettbewerb bestand darin, daß 55 Frauen innerhalb von zwei Stunden bestimmte Gerichte zu kochen hatten. Die Wettbewerberinnen im Alter von 20 bis zu 50 Jahren kamen aus allen Teilen Frankreichs. Sie wurden nicht nur in der Kochkunst geprüft, sondern man stellte ihnen während des Kochens auch Fragen über Diät, Haushalts-Organisation, Kinderpflege usw. Mme. Chailly wurde .schließlich zur „besten Hausfrau Frankreichs" erkoren. Auch in Frankreich geht die Liebe durch den Magen. Das Festessen, das nie gegessen wurde. (bt) Nizza In Südfrankreich lebt still und vergessen einer der größten Küchenchefs, die Frankreich je heroor- brachte, der alte Prosper MontagnL Er arbeitet längst nicht mehr in einem Restaurant. Und für ihn macht seine alte Gattin die Pommes frites und das Escalope de Beau heute zurecht. Wenn man ihn nach seiner interessantesten Erinnerung fragt, dann erzählt MontagnS von einer Verhandlung, die er mit 40 Amerikanern hatte. Für 4500 Goldfrancs pro Person sollte er das hervorragendste Menü an- richten, bas jemals in der französischen Küche serviert worden war. Er hatte den Wein ausgesucht. Er wollte die Lende von wilden Bergziegen besorgen. Man sollte Filet vom Auerochsen essen. Er wollte eine Fritüre von ganz zarten Fischen Herstellen, die man nur an der Küste von Marseille fangen kann. Von der Wolga sollten frische Störe in einem Aquarium nach Frankreich gebracht werden. Alles war beschlossen. Alles war in den letzten Einzelheiten festgelegt, als der Krieg das Projekt der Amerikaner und den Traum des Prosper Montagne zerschlug. Ein Mann mit vierzehn Katzen. B. Liverpool. Von seinen Erfahrungen plaudert ein Mann, der 14 Katzen besitzt, Herr Gerald Bowman, in' der „Daily Mail". „Ich bin verrückt mit Katzen. Ich habe 14. Es war zwar nicht meine Absicht, als ich ein Paar von ihnen in meinem Haushalt zuließ__ aber so sind eben Katzen. Kein anderes Tier kann sich so mit Hingabe behaglich fühlen — oder unbehaglich — je nach den Umstanden. Keins kann mit so stummer unheimlicher Leidenschaft hassen, Feins so innigen dankbaren Beifall für Liebkosungen bezeugen — oder so unpersönliche Verachtung. Meine 14 Katzen sind — nun, eben richtige Katzen. Einfache nächtliche Jäger, gewöhnliche Geschöpfe, die gut über Feldmäuse und Heckennester und die dunkleren Winkel der Scheune Bescheid wissen. Im Durchschnitt ist eine Perserkatze ihre 660 Mark wert, im Winter, wenn das bessere Fell ins Gewicht fällt, 900 Mark. Aber die modischen Siamesen find sogar noch teurer. Für ein preisgekröntes Tier kann man heute bis zu 2500 Mark zahlen. Doch da wir gerade von Geld sprechen, einem schwarzen kurzhaarigen Kater wurde dieses Jahr von seinem amerikanischen Besitzer ein Legat von 12 000 Mark vermacht. Und erst vor ein paar Jahren „gewannen" zwei Katzen einen Prozeß, der ihnen ein Einkommen von 36 000 Mark sicherte, das ihre Herrin Lei-stungstahiy sein voran kommen, mehr verdienen, lazn braucht man gutes Sehen! Oder die tadellos angepaßte Brille von Optiker a.Bahnhoi Geller Lieferant auch Ihrer Krankenkasse, ihnen hinterlassen hatte. Ja, Katzen sind klug! Die Regierung erkennt „Pete", dem Katzenpräsioenten der Königlichen Marine, einen Schilling die Woche zu, und Pete bekleidet die Würde der einzigen Katze, die offiziell Lohn und Futter von der Marine bezieht. Pete hält sich sogar Joey für überlegen, dem schwarzen Kater von Downingstreet Nr. 10, der von einer dankbaren Regierung mit demselben Gehalt bedacht wird. Sonderbar ist diese Sache mit den Katzenfreunden und den Katzenfeinden. Niemals sind zwei Parteien so leidenschafttich gegensätzlich gewesen. Ich liebe Hunde und Pferde und Maultiere und Kamele und Bären. Aber weil ich Katzen liebe, bin ich jedem Hundeliebhaber verdächtig. Sie empfinden es als etwas Ungereimtes. Man kann es nicht näher erklären. Lord Roberts, der Feld- marschall, haßte Katzen so sehr, daß er eine krankhafte Feinfühligkeit in diesem Punkt hatte. Er wußte es, sobald eine Katze im Zimmer war, und fand keine Ruhe, bis sie hinausgebracht war. Viele Leute sind wie er. Und das Merkwürdige ist, daß keine Katze jemals einem Katzenfeind ihre Klugheit zeigt. Aber sie sind klug. Meine gewöhnliche dick- ohrige Mischrasse ist gerade so klug wie Hunde — gegenüber meiner Frau und mir. Auf ihre Art natürlich, das mochte ich betonen. Vielleicht ist der durchschnittliche Katzenfeind ein Mensch, der nie genug Interesse aufgebracht hat, um eine Katze zu verstehen. Es ist schade. Es entgeht ihm viel. Es entgeht ihm das unendliche Vergnügen, das das mutiafte, geduldigste, am schnellsten denkenden £ier auf Der Welt einem vermitteln kann. Aber es ist nun so — ich liebe Katzen ..." Auf der Alm, da war es kalt... (rt) Bem. Man behauptet zwar meist, daß die Kühe nur im jungen Frühling freudig auf die Alp hinaufziehen, wenn sie das Stallfutter satt haben und sich nach frischem Grün sehnen. Aber eine Kuh in Untervaz schien aus anderem Holz geschnitzt zu sein. Man hatte die Kuh mit den anderen Tieren aus dem Stall ein wenig an die frische Luft gebracht und zum Tränken an einen Brunnen geführt. Als sich der Hütejunge einen Augenblick umdrehte, ergriff die Kuh die günstige, Gelegenheit, verschwand und flieg ganz allein auf die drei Stunden entfernte Alm empor, auf der sie den ganzen Sommer geweidet hatte. Erst zwei Tage später wurde das Tier von einem Waldhüter in der Nähe der Alm unter einer Tanne mit erfrorenen Ohren und über. und über mit Eiszapfen bedeckt aufgefunden. Nur widerstrebend ließ sich die Kuh in den Stall zurückbringen. Nach 27 Jahren ... G. K. M a i l a n d. Wie ein Roman klingt die Geschichte einer Mutter in Mailand, die nach 27 Jahren ihren für immer verloren geglaubten Sohn wiedergefunden hat. Beim Ausbruch des italienisch-türkischen Krieges im Jahre 1911 hatte der Techniker Dino Bertoni, der beim Bau der Bagdad-Bahn beschäftigt war, seine Frau und sein dreijähriges Söhnchen, das in Siam geboren war, bei sich. Während der überstürzten Flucht verschwand der kleine Mario Bertoni, und alles verzweifelte Suchen der Eltern blieb erfolg« los, so daß sie ohne das Kind aus Kleinasien fliehen mußten. Das weinende Kind wurde von einem mitleidigen arabischen Kaufmann gefunden, der es an sich nahm, und es in langen Reifen in die Lybische Wüste brachte. So kam der kleine Mario nach Bengasi, das italienisch geworden war, unö hier übernahm ihn ein Unteroffizier des italienischen Heeres von dem arabischen Kaufmann. Der Soloat adoptierte das Kind und schickte es zu seiner Frau, die in Mailand lebte. Aber während es noch auf der Reise war, fiel der Unteroffizier, und seine Frau, die keine Kinder hatte, nahm das Kind als eigenes an, gab ihm ihren Namen und erzog es. Mario konnte studieren und sich eine gute Stellung schaffen. Während dieser Zeit waren die Eltern, als alle Nachforschungen erfolglos gebieben waren, nach China gegangen; hier gelang es dem Techniker, ein ansehnliches Vermögen zu erwerben; aber er starb kurz vor der Rückkehr in der Mandschurei. Die Witwe kehrte nach Italien zurück und ließ sich in Mailand nieder, wo sie sich in einem Dorort ein Landhaus bauen ließ. Der Zufall wollte, daß die elektrische Anlage der Firma übertragen wurde, in der ihr Sohn arbeitete. Eine merkwürdige Sympathie zog die fast 60jährige Frau zu dem jungen Mann, und auch in diesem sprach die Stimme des Blutes, so daß er der Frau, die viele Länder gesehen hatte und gut zu erzählen wußte, sehr zugetan war. Natürlich erzählte sie auch von dem Sohn, den sie verloren hatte, und erwähnte, daß er am Halse einen arabischen Talisman, eine Hand mit einer Koralle, getragen habe ... Weinen vor Freude, entblößte der junge Mann feine Brust: er trug noch immer den Talisman, durch den er die fo lange verlorene Mutter wiedergefunden hatte. Das geröstete Kamel. (rf) Jerusalem. Wenn die Beduinen Nordarabiens eine Hochzeit feiern, bann wird meist als Hauptgericht ein geröstetes Kamel aufgefahren. Dieses Kamel hat es im wahren Sinne des Wortes in sich. Denn in dem Kamel findet man zwei geröstete Schafe. In jedem gerösteten Schaf findet man mehrere gerostete Hühner. In jedem gerösteten Huhn sind kleine geröstete Fische untergebracht, die ihrerseits wieder in ihrem Innern geröstete Eier haben. So kann man sich denn langsam von außen nach innen durchefsen. Für die Herrichtung eines solchen Kamels brauchen die arabischen Köche eine ganze Anzahl von Tagen. Das Recht im täglichen Leben g erfolgt so, daß bie scheid festgesetzt, gegen den binnen zwei Wochen Land- und Forstwirt- die Klage beim Amtsgericht gegeben ist. wie dem bestätigten Jagdaufseher ausgeübt. Dcr Treurabat! an den Großhandel ist zuläisig Vernichtung von Bienenvölkern ist flrasbar i würzig mild - mit dem bekannten Schinkenbild! Der Jagdschutz umfaßt den Schutz des Wildes । vor Wilderern, Raubwild und Raubzeug sowie die Sorge für die Einhaltung der zum Schutze des den. Eigenjagdbezirke find zusammenhängende Grundstücke, auf denen ein und dieselbe Person oder Personengemeinschaft Eigentümer oder Nutznießer ist. Ausübungsberechtigt im Eigenjagdbezirk ist der Eigentümer, Nutznießer oder Pächter oder bei einer Personenmehrheit derjenige, der von dem Verfügungsberechtigten dem Kreisjägermeister be- Das Reichsgericht hat jetzt grundsätzlich eine Rechtsfrage geklärt, die lebhaft in den beteiligten Wirtschaftskreisen umstritten war. Es handelt sich um die Frage, ob der Hersteller dem Grossisten für den ausschließlichen Bezug einer Ware einen Sonderrabatt gewähren dürfe, um einen Anreiz dafür zu geben, ausschließlich die Erzeugnisse einer Firma zu vertreiben, also gleichzeitig einen Ausgleich dafür zu bieten, daß der Großabnehmer nicht daneben auch die gleiche Warenart einer Konkurrenzfirma vertreibt. Das Reichsgericht hat diese Frage bejaht und die darauf abzielende Unterlassungsklage, der beklagten Firma zu untersagen, im betreffenden Wirtschaftsgebiet ihren Großabnehmern einen „Treurabatt" zu gewähren, der davon abhängig gemacht wird, daß die Abnehmer nicht die Konkursenzfabrikate der Klägerin führen, zurückgewiesen. Der Großhändler ist nicht gebunden, so erklärt das Reichsgericht, Waren einer bestimmten Firma zu beziehen. Die Großhändler haben selbst darüber zu entscheiden, ob sie die Waren der Klägerin aufnehmen oder nur die Ware des Beklagten führen und sich damit die Gewährung eines Treurabatts sichern wollten. Für sie war es offenbar eine rein wirtschaftliche Ueberlegung, ob sie die Ware der Beklagten allein zu den dann günstigeren Bedingungen (mit Treurabatt) oder ob sie die Waren der beiden Parteien beziehen wollten mit weniger günstigen Bezugsbedingungen der Beklagten, aber mit einem Gewinn aus dem Vertrieb auch der Waren der Klägerin, daß die Beklagte auf die Entscheidung der Großhändler einen unzulässigen Druck ausgeübt hätte, könnte nur dann anerkannt werden, wenn sie die Lieferung ihrer Waren, nicht nur die durch den Treurabatt begründete Lieferung zu besonders günstigen Bedingungen, vom ausschließlichen Bezug ihrer Waren abhängig gemacht hätten. Es widerspräche dem Leistungsgrundsatz, wollte man dem Warenerzeuger verwehren, den Großhandel zu günstigeren Bedingungen zu beliefern, feiten Grundlagen der Ernährungswirtschaft der deutschen Volksgemeinschaft anzusehen, denn es sind nicht nur einzelne Bienen getötet, sondern 44 Völker zum Teil vernichtet, zum Teil stark geschwächt worden. Demgemäß ist schon aus diesem Grunde die Verurteilung des Angeklagten aus § 304 RStrGB. zu Recht erfolgt. Die Bienen haben aber noch eine weitere Aufgabe in der Ernährungswirtschaft, indem sie das deutsche Volk mit Wachs und Honig versorgen. Daß sie von der Reichsregierung und auch von den Eigentümern bestimmt sind, diesem Zweck zu dienen, bedarf keiner weiteren Begründung. Wenn die Bienen auch nicht unmittelbar, sondern erst durch die Vermittlung ihrer Eigentümer, die diese Erzeugnisse der Gesamtwirtschaft zur Verfügung stellen, dem öffentlichen Nutzen dienen, so sind immerhin die Bienen auch als Hersteller von Honig und Wachs für die deutsche Ernährungswirtschaft von größter Wichtigkeit. Eine Schädigung der Imkerei durch Vernichtung einer großen Anzahl von Bienenstöcken wirkt sich daher ahne weiteres zum Nachteil ber Volksgemeinschaft aus. Daß jene umfangreiche Vernichtung nach gefunbem Volksempfinden Bestrafung verdient, ist klar. Es liegt deshalb die Annahme nahe, daß für die Bestrafung hier der Grundgedanke des § 304 RStrGB. spricht. nur das Nachstellen des Wildes, sondern auch die Aneignung von verendetem Wild, von Abwurfstangen der Hirsche und Rehböcke sowie der E'er jagdbaren Federwildes. — Es gibt Eigenjagdbezirke und gemeinschaftliche Jagdbezirke. mengeschlossen. Sie hat die Aufgabe, ihre Mitglieder zu weidgerechten Jägern zu erziehen und bafür als die Mitbewerber. Die Allgemeinheit der Verbraucher wird davon nicht berührt, wenn der Kleinhandelspreis der Ware sich dadurch nicht ändert. Aus der Zulassung des Treurabatts im Geschäftsverkehr mit dem letzten Verbraucher ist zu entnehmen, daß die Gewährung einer Sondervergütung an die Großhändler nicht unbillig und unzulässig sein kann, die ihre besondere Treue durch den Alleinbezug der Ware der Beklagten bewährten. Von einer Sperre könnte nur dann gesprochen werden, wenn die Beklagte die Großhändler zur Unterlassung des Warenbezugs von der Klägerin ausdrücklich oder stillschweigend ausgefordert hätte. Eine solche Aufforderung könnte aber schwerlich in der Androhung des Entzugs des Treurabatts gefunden werden, wenn Hamit den Großhändlern der Warenbezug von der Klägerin an sich nicht verwehrt, sondern ihnen nur vorgehalten wurde, daß sie dann die Vergütung für besondere Treue nicht mehr zu erwarten hätten. Die Meinung, die Treurabattregelung wirke sich schließlich als „Boykott" gegen die Klägerin aus, weil die Großhändler auf die Verbindung mit ber Beklagten nicht verzichten und auch den Treurabatt sich nicht entgehen lassen wollten, ist schon deshalb unmöglich, weil der Begriff des Boykotts und der Sperre gleichermaßen eine Einwirkung des Verrufenen voraussetze, die dann nicht mehr vorläge, wenn der Großhändler aus einer eigenen Entschließung, weil sie die Verbindung- mit ber Beklagten für wirtschaftlicher halten, von ber Führung ber Waren ber Klägerin absehen. Das Reichsgericht kommt also zu dem Ergebnis, baß die Gewährung des Treurabatts eine den Geschäftsgepflogenheiten des anständigen Kaufmanns entsprechende und deshalb nicht zu beanstandende Werbemaßnahme sei, woraus sich ergibt, daß die beklagte Firma durch die Gewährung des Sonderrabatts an den Großhandel nicht gegen die Grundsätze des lauteren Wettbewerbs verstoßen haben. Polizeibehörde auf Grund der Schätzung eines Wildschadenschätzers in einem schriftlichen 23 o_r b e - von Schwarzwild darf nur auf Grund und im Rahmen eines vom Kreisjägermeister genehmigten Abschußplanes stattfinden. Außerdem gelten für die meisten jagdbaren Tiere Schonzeiten. Nur wilde Kaninchen, piännliches Schwarzwild, sowie männliche Füchse und Iltisse sowie einige Vogelarten dürfen jederzeit gejagt werden. 4. Jagdschutz. ehrengericht gestellt. 7. Strafvorschriften. Die Strafbestimmungen sisd in mehreren Paragraphen des Reichsjagdgesetzes und des Reichs- strafgesetzbuches enthalten. Insbesondere sind im Reichsstrafgesetzbuch die Fragen des Forstwiderstandes und des Jagdvergehens eingehend geregelt. Das neue Zagdrechi. Von Landgerichts!ai Or. Bergmann. Das Reichsjaadaesetz vom 3. Juli 1934 hat die hing der Ruhe und Sicherheit hat das Gesetz eine Wildes anordnen. Der Wildschaden ist von dem (an* erstrebte Vereinheitlichung des Jagdrechtes für Reche von Verboten erlassen. So verbietet es Jagbausübungsberechtigten zu ersetzen. Die Ersatz- das aante Reick aebracht In 12 Abschnitten wird 5- B. den Schrot- und Postenschuß und den Schuß pflicht tritt jedoch nicht em, wenn der Eigentümer das weite Gebiet des Jaadrechts behandelt. Dazu mit gehacktem Blei, auch als Fangschuß, auf Scha-, für die üblichen Schutzvorrichtungen nicht gesorgt treten die Ausführungsverordnung vom 27. März , lenwild und Robben; das Aufstellen von Schlingen hat, oder die 3ur Abwehr des Wildschadens gstrof- 1935 „nd zahlreiche weitere Ausführungsbestim- und Tellereisen jeder Art, in denen sich Wild fan- jenen Maßnahmen des Jagdausubungsberechtigten mungen" Im Folgenben sollen kurz die großen Ge- gen kann; die Vergiftung jagdbarer Tiere; die unwirksam gemacht hat. Zu ersetzen ist auch dcr sicktsvunkte des neuen Jaadrechts dargelegt werden. Ausübung der Jagd von Luftfahrzeugen aus, so- Schaden, der durch mißbräuchliche Ausübung der 6. Die Jagdbehörden. Verwaltungsmäßig ist das Reich in Jagdgaue und Jagdkreise eingeteilt. An der Spitze steht der Reichsjägermeister, dem als beratende Behörde der Reichsjägerrat zur Seite steht. Ihm unter» ! stehen die Landes-, Gau- und Kreisjägermeister. Die Inhaber der Jahresjagdscheine werden in dem Reichsbunde „Deutsche I ä g e r s ch a f t" zusam- Steinhäger- M -Urquell OM wie die Hetz- und Treibjagd an gesetzlichen Sonn- Jagd entsteht. Der Schaden wird von der Orts- und Feiertagen zur Kirchzeit, wenn der Gottesdienst -:r-—** -1— on:rk dadurch unmittelbar gestört wird. 1. Das Jagdausübungsrecht. Man unterscheidet Jagdrecht und Jagd- ausübungsrecht. Jagdberechtigt ist jeder Grundeigentümer. Die Ausübung der Jagd ist nur in Jagdbezirken zulässig, die eine bestimmte Min- destgröße haben. Darf der Jagdberechtigte nicht zugleich auch die Jagd ausüben, so steht ihm nur der Ertrag aus der Jagdausübung seines Bodens zu. Das j a g d b a re Wild ist im § 2 des Reichsjagdgesetzes (RJG) einzeln aufgezählt. Es gliedert sich "in Haarwild und Federwild (Vögel), Hochwild und Niederwild. Die Jagdausübung umfaßt nicht Jagdschutzberechtigte darf insbesondere bie। Wilberer anhalten, ihnen bas erlangte Wild und' die Schußwaffen abnehmen und ihre Person fcst- stellen. x 5. Wild- und Jagdschaden. Genaue Vorschriften regeln den Wild- und Jagdschaden. Der Jagdausübungsberechtigte und der von 500 Hektar und darüber muß vom Iagdaus- \ Grundstückseigentümer dürfen das Wild zur Verübungsberechtigten ein brauchbarer Jagdhund Hütung von Wildschäden von den Grundstücken ab- gehalten werden. i halten und vertreiben. Der Kreisjägermeister tarn Zum Schutz des Wildes und zur Aufrechterhal- unter Umständen eine bestimmte Verminderung des tung der Ruhe und Sicherheit hat das Gesetz eine Wildes anordnen. Der Wildschaden ist von dem Reihe von Verboten erlassen. So verbietet es1 Jagdausübungsberechtigten zu ersetzen. Die Ersatz- z. B. den Schrot- und Postenschuß und den Schuß pflicht tritt jedoch nicht ein, wenn der Eigentümer Die Absckußregelun berechtigten Ansprüche der . „,v schäft auf Schutz gegen Wildschaden gewahrt blei- Der Wildhandel ist durch die Wildverkehrs- den. Der Abschuß von Schalenwild mit Ausnahme ordnung vom 21. März 1936 geregelt. Diesen Grundsatz hat kürzlich das Reichsgericht aufgestellt (Urteil des 4. Strafsenats vom ^.November 1937; Juristische Wochenschrift, 67. Jahrgang, Heft 4, Seite 169). Von allgemeinem Interesse ist bie" Begründung dieses bemerkenswerten Urteils. Ihm lag folgender Tatbestand zugrunde: In dem Wohnort des Angeklagten wird bie Bienenzucht sowohl von ihm betrieben, als auch von anderen Personen. Früher war der Angeklagte der größte Bienenzüchter des Ortes, in letzter Zeit begann aber der hier als Hauptzeuge in Betracht kommende I, diesen Vorsprung einzuholen. Der Angeklagte hatte in seinem Bienenstände Bienen der anderen Bienenzüchter mit einer arsenhaltigen Zuckerlösung gefüttert und sie so vergiftet. Durch diese Vergiftung sind zahlreiche Bienenvölker anderer Besitzer vernichtet worden. Insgesamt sind 44 Bienenvölker entweder ganz vernichtet ober stark geschwächt worden. Der Grund für bie Tat des Angeklagten ist darin zu suchen, daß die fremden Bienen ihm lästig wurden, wenn er feine eigenen Bienen, weil damals das Futter in der Natur für diese knapp wurde, am Tage mit Zuckerlosung futtern wollte und dabei sah, wie die fremden Bienen auch an dieser Zuckerlösung fraßen. Das erstinstanzliche Gericht stellte fest, baß § 228 BGB. den Angeklagten zu seinem Tun nicht berechtigt habe, weil eine Vernichtung der fremden Bienen Mr Ab weh- rung nicht erforderlich gewesen sei. Auch 9 53 des Reichsstrafgesetzbuches komme nicht in Betracht, da es sich nicht um den Angriff eines Menschen handele. Die Räuberei durch die fremden Bienen hatte der Angeklagte dadurch vermeiden können, baß er seine Bienen nicht am Tage während der Flugzeit, sondern in den Stöcken mit Zuckerlosung futterte. Das erstinstanzliche Gericht verurteilte daher den Angeklagten wegen Sachbeschädigung nach § 304 RStrGB., d. h. wegen Beschädigung von Gegenstan- den, die dem öffentlichen Nutzen dienen. Die von dem Angeklagten gegen das Urteil eingelegte Revision wurde von dem Reichsgericht verworfen. Dieses pflichtete den Ausführungen des erstinstanzlichen Gerichts bei. Mit Recht hat, so führt das Reichsgericht aus, das erkennende Gericht angenommen, daß Bienen Gegenstände feien, die im Sinne des § 304 RStrGB. dem öffentlichen Nutzen dienten. Als Gegenstände, die dem öffentlichen Nutzen dienen, kommen nach Ansicht des Reichsge- mesfende Geschwindigkeit erforderlich machen. Natürlicherweise werden das besonders gefährdete Straßen sein, wo häufig Unfälle vorgekommen sind. Außerdem hat die.Polizei nach jener Vorschrift die Möglichkeit, für ganze Ortschaften die zulässige Höchstgeschwindigkeit auf 40 Stundenkilometer festzusetzen. Jedermann weiß, daß diese Geschwindigkeit heutzutage in vielen Ortschaften namentlich auf frei durchgehenden Straßen wesentlich überschritten wird. So unangenehm der Kraftfahrer durch solche Bestimmungen berührt sein mag, so richtig sind sie doch im Interesse der Unfallbekämpfung. In den Fällen, wo eine polizeiliche Geschwindigkeitsbegrenzung nicht vorhanden ist, taucht auch für das neue Recht ber StVO, bie alte Frage auf: welches ist bie zulässige Höchstgeschwinbigkeif? 1. Auf Autobahnen ist die Geschwindigkeit grundsätzlich unbeschränkt. Freilich gilt auch hier der § 1 Der StVO., der jedem Kraftfahrer gebietet, sich so zu verhalten, daß der Verkehr nicht gefährdet werden kann. Namentlich beim Ueberholen auf Auto« bahnen sind vielfach Fälle denkbar, bie den überholenden Kraftfahrer zu einer Geschwindigkeitsmäßigung veranlassen müssen. Bei Hindernissen irgendwelcher Art gilt das genau so. 2. Auf den Hauptstraßen — das sind bie Reichs« straßen und die Hauptverkehrsstraßen — darf ber Kraftfahrer selbstverstänblich eine größere Geschwindigkeit fahren als auf Nebenstraßen. Das Reichsgericht hat früher einmal ausgesprochen, derjenige bandele fahrlässig, der auf einer Hauptstraße in sonst freier Gegend 100 Stundenkilometer fahre. Auch dieser grundsätzliche Standpunkt gilt durchweg für das neue Straßenverkehrsrecht, denn dieses ist ja zu dem Zwecks geschaffen worden, eine nachhaltige Besserung der Derkehrsdisziplin vordringlich herzustellen. Aus diesem Grunde hat die StVO, „ohne Rücksicht auf den jeweils eingetretenen Erfolg die Verletzung einer Reihe von Tatbeständen unter Strafe gestellt, bie erfahrungsgemäß zu einer Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer führen können". Eine allzu hohe Stundengeschwindigkeit ist aber immer ein solcher Tatbestand. Die Erfahrung lehrt, daß Geschwindigkeiten um 100 Stundenkilometer herum und mehr geeignet sind, die Sicherheit und Leichtigkeit im allgemeinen Straßenverkehr erheblich zu gefährden. Deshalb darf der Satz gewagt werden: Aus den Hauptstraßen darf niemals höher als 100' Kilometer je Stunde gefahren werden. Oftmals ist es auch auf freier Straße angebracht, weit darunter zu bleiben. 3. Diese Gesichtspunkte gelten in entsprechender Anwendung verstärkt bei Nebenstraßen. Sie sind nur höchst selten in einer so guten Verfassung wie die Hauptstraßen. Durch ihren Zustand ist infolgedessen der Verkehr auf ihnen schon mehr gefährdet. Die Geschwindigkeit kann niemals so hoch gewählt werden wie auf den anderen besser gebauten Straßen. Die Kurven sind oftmals nicht überhöht. Die Straßen selber weisen Schlaglöcher auf, Rinnen und Rillen usw. Wenn ich auch hier keine bestimmte Geschwindigkeitsgrenze angeben möchte, weil die Verhältnisse zu vielgestaltig sind, so darf es doch als selbstverständlich gelten, daß auf Nebenstraßen die höchstzulässigen Geschwindigkeiten mindestens 10 v. H. unter der Höchstgeschwindigkeit für die Hauptstraßen bleiben müssen. Das ist nicht viel verlangt, kann aber wesentlich dazu beitragen, bie erschreckend hohe Verkehrsunfallziffer zu mindern. Die Geschwilidigkeitsgrerze. Von Rechtsanwalt Or. Cauer II, Köln. Auch die neue Straßenverkehrsordnung vom 13.11.1937 hat keine generelle Begrenzung der Geschwindigkeiten gebracht, wie sie verschiedentlich verlangt wurde. Gleichwohl ist das frühere Recht der Reichsstraßenverkehrsordnung im § 4 der StVO, mit Wirkung vorn 1. Januar 1938 geändert worden. Jener § 4 lautet: „Die Verkehrspolizeibehörden können die Benutzung bestimmter Straßen aus Gründen der Sicherheit ober Leichtigkeit des Verkehrs durch polizeiliche Anordnungen beschränken oder verbieten. Die Anordnung ist durch Aufstellung der amtlichen Verkehrszeichen zu treffen. Beschränkungen der Geschwindigkeit unter 40 Kilometer je Stunde dürfen nur für einzelne Straßen, nicht für ganze Ortschaften angeordnet werden." Hieraus ist also zunächst zu entnehmen, daß bie Verkehrspolizeibehörden für einzelne Straßen Geschwindigkeiten unter 40 Stundenkilometer vorschreiben können. Das war in dieser Form früher nicht möglich und bedeutet, wie bie Zukunft lehren wird, praktisch für bie Begrenzung ber Geschwinbigkeiten im Kraftfahrzeugverkehr allerhand. Der Verkehrspolizei obliegt bie Verpflichtung zu prüfen, welche einzelnen Straßen eine berart eingreifenbe Verkehrsbeschränkung im Hinblick auf bie gering zu be« richts bie Bienen in doppelter Hinsicht in Betracht, einerseits als Blütenbefruchter der Obst- und Del» faatertblüten, sodann als Erzeuger des Honigs und des Bienemvachses. Das erkennende Gericht hat den Nutzen, den die Bienen als Blütenbesruchter bringen, vorangestellt und bemerkt, daß die Bienen bei dieser Tätigkeit eine erhebliche Bedeutung hätten und dadurch der Gesamtheit ber Volksgenossen ganz erheblichen Nutzen brächten. Es ist auch ohne weiteres ersichtlich, daß dieser Nutzen ber Volksgemeinschaft u n mi 11 e I b a r zugute kommt, wie es .das Reichsgericht für die Anwendbarkeit des § 304 des RStrGB. verlangt. Es bedarf keiner weiteren Darlegung, daß schon früher die Bienenzucht von den Landwirten planmäßig auch zu dem Zweck gefördert worden ist, die Befruchtung der Obst- und Oelsaatenblüten überhaupt zu ermöglichen. Erst recht ist dies für die Zeit seit 1933 der Fall, da die Reichsregierung planmäßig darauf hinwirkt, Deutschland, von der Versorgung mit Obst und Oelsaaten durch das Ausland unabhängig zu machen. Als geeignetes Mittel dazu ist ihr auch die 23ermebrung der Bienenhaltung erschienen. Wegen ber Wichtigkeit der Imkerei ist sie durck § 5 ber ersten Verordnung über den vorläufigen Aufbau des Reichsnährstan- bes vom 8. Dezember 1933 als ein Teil ber Landwirtschaft bezeichnet worden. Die 'nähere Regelung brachte bie Verordnung über den Zusammenschluß ber deutschen Eierwirt- schast vom 22. November 1935. Nach ihrem § 4 haben bie durch diese Verordnung geregelten Zu- sammenschlüsse u. a. die Aufgabe, bie Versorgung ber Verbraucher mit Honig sicherzustellen. Danach hat die Tat des Angeklagten gegen Maßnahmen ber Reichsregierung zur Sicherstellung der Ernährung bes deutschen Volkes verstoßen. Diese Maßnahmen kommen der Ernährung der Gesamtheit des Volkes zugute, denn der Reichsnährstand hat bie Aufgabe, seine Angehörigen in Verantwortung für Volk und Reich zu einer lebenskräftigen Stütze für den Aufbau, bie Erhaltung und die Kräftigung des deutschen Volkes zusammenzuschließen. Demgemäß haben Ein» griffe in die Grundlagen der Ernährungswirtschaft, welche diese fühlbar beeinträchtigen, als Beeinträchtigung der Volksgemeinschaft zu gelten. Die Vernichtung einzelner Bienen genügt dazu nicht. Dagegen ist die Tat des Angeklagten als ein schwerer Eingriff in die von der Reichsregierung geschaf- nannt wird. Alle nicht zum Eiaenjagdbezirk gehörigen Grund- lächen einer Gemeinde bilden einen gemein- chaftlichen Jagdbezirk, wenn er gründ- ützlich eine Größe von wenigstens 150 Hektar beißt. Auch hier sind Ausnahmen zugelassen. Das Jagdrecht steht ber Jagbgenossenschaft als öffentlich-rechtlicher Körperschaft zu. An ihrer Spitze steht der Jagdoorsteher, der gewöhnlich der Gemeindevorsteher ist. Die Jagdgenossenschaft nutzt die Jagd in der Regel durch Verpachtung oder durch angefteUte Jäger für Rechnung ber Jagdgenossenschaft. Für die Jagd pacht enthält das Reichsjagdgesetz eingehende Bestimmungen. Der Pachtvertrag muß schriftlich sein und bedarf ber Genehmigung bes Kreisjägermeisters. Wohnt ber Pächter ständig im Auslände, so ist die Genehmigung des Reichsjägermeisters erforderlich. Die Dauer des Pachtvertrages beträgt 9 bis 12 Jahre. In Jagdbezirken bis zu 500 Hektar Größe können zwei Pächter nebeneinander, für weitere 250 Hektar je ein weiterer Pächter zugelassen werden. Mit Zustimmung des Kreisjägermeisters ist auch eine Weiter- und Unterverpachtung möglich. Auf sogenannten befriedeten Grundstücken ruht bie Jagd. Befriedete Grundstücke sind bewohnte Gebäude, damit zusammenhängende Hofräume und Hausgärten. Der Eigentümer dieser Flächen kann jedoch ohne Jagdschein mit schriftlicher Genehim- gung des Kreisjägermeisters, Raubwild, Kaninchen und Drosseln schießen und für sich behalten. Zum Raubwild gehört z. B. ber Fuchs, nicht aber ber Hase. An Orten, an benen bie Jagd bie öffentliche Ruhe, Drbnung ober Sicherheit stören ober das Leben von Menschen gefährden würbe, wie z. B. auf Friebhösen, Sportplätzen unb in öffentlichen Anlagen darf überhaupt nicht gejagt werden. In Befestigungsanlagen ist nur die Wehrmachtsverwaltung zur Jagbausübung behigt. Die Ausübung der Jagd in Naturschutz^, Baumschutz. unb Wildschutzgebieten, Wilbgärten unb Gatterrevieren wird besonders geregelt. 2. Der Iagdschein. Die Jagd darf nur nach den allgemein anerkannten Grundsätzen deutscher Weidgerechtigkeit ausgeübt werden. Für alle Zukunft sollen Wild und Jagd als wertvolle deutsche Volksgüter dem deutschen Volke erhalten bleiben, die Liebe des Deutschen zur heimatlichen Scholle vertiefen, seine Lebenskraft stärken unb ihm Erholung bringen von der Arbeit des Tages. Die Pflicht des deutschen Jägers ist es daher, das Wild nicht nur zu jagen, sondern auch zu hegen und zu' pflegen, damit ein artenreicher kräftiger und gesunder Wildbestand entstehen kann und erhalten bleibt. Wer bie Jagd ausüben will, muß deshalb, um diese schöne Aufgabe erfüllen zu können, die nötigen Charaktereigenschaften, Kenntnisse und Fähigkeiten besitzen. Er muß vor einem vorn Kreisjägermeister eingesetzten Prüfungsausschuß eine Prüfung ablegen und erhält erst nach bestandenem Examen den zur Ausübung der Jagd erforderlichen Jahresjagdschein. Das Jacchjahr reicht vom 1. April bis zum 31. März. Es gibt auch einen Tagesjagdschein für fünf aufeinanderfolgende Tage. Zu seiner Erteilung kann die Ablegung einer Prüfung verlangt werden, wenn der Antragsteller nicht nachweift, daß er bereits im Besitze eines Jahresjagdscheins gewesen ist. Der Jagdschein muß auf den Namen des Berechtigten lauten und mit einem Lichtbild versehen fein. Er ist den Beamten unb Jagdschutzberechtigten jederzeit auf Verlangen vorzuzeigen. In bestimmten Fällen kann die Erteilung des Jagdscheines versagt werden, z. B. Personen unter 14 Jahren und mit Zuchthaus Bestraften. Er kann auch nachträglich wieder entzogen werden. , Der Jagd ausübungsberechtigte kann einem Dritten (Jagd gast) eine schriftliche Jagderlaubnis erteilen. Der Jagdgast darf die Jagd ohne Begleitung bes Berechtigten nur ausüben, wenn er den Erlaubnisschein bei sich führt. 3. Besonbere Rechte unb Pflichten bei ber Jagdausübung. Hierher gehört zunächst der sogenannte Jäger- n 01 w e g (Weg zum Jagbrevier über einen fremden Jagdbezirk). Er darf nur mit ungeladener Schußwaffe begangen werden. Hunde müssen an der Leine geführt werden. Das Reichsjagdgesetz trifft ferner genaue Bestimmungen über die Verfolgung krankgeschossenen Schalenwildes (Hufenwild, insbesondere Hirsche und Rehe) über die Grenze des Jagdbezirkes hinaus. Die Verfolgung ist nur auf Grund besonderer schriftlicher Vereinbarung zulässig. Der Jagdausübungsberechtigte ist verpflichtet, in der Notzeit für angemessene Wildfütterung zu sorgen. Für jeden Jagdbezirk mit einer Gesamtgröhe Der Eigenjagdbezir k muß grundsätzlich min- Sorge für die des bafe ber DOn ben Vätern übernommene bestens 75 Hektar umfassen. Die Mindestgroße kann, W'ldes und der Jagd erlassenen Vorschriften. Er in feinen Arten unvermindert auch fünf» ausnahmsweise bis zu 150 Hektar und für das Ge-1 wirb von ben Polizei- und ^beamten, Geschlechtern erhalten bleibt. Wer sich gegen birg- und sein Vorland auf Svv Hektar'erWt wer. dem die Jagerehr- vergeht wird vor das Jäger. MÖBEL« DAS GROSSE LAGERGESCHÄFT MIT DEN NIEDEREN PREISEN GIESSEN WIESENSTRASSE 6 • VETTER ________7 31_A ----- WA Die Deutsche Arbeitsfront NSG.Krait durch Freude 6 Wochen lang ausverkauft in Frankfurt a.M. Montag, den 7.. u. Dienstag, den 8. März, abends 8 Uhr in der Volkshalle Gastspiel des Schumann-Theaters Frankfurt a.M. in 25 Bildern Orig.-Wiener-Dekorationen ca. 70 Mitwirkende Zum ersten Male in Gießen! Eintrittspreise: 0.40, 0.60, 1.- und 1.20 Mk. 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März 1938 tln der heutigen Vormittagsziehung wurden gezogen 2 Gewinne zu 20000 NM. 348396 4 Gewinne zu 10000 RM. 23739 126454 4 Gewinne zu 5000 RM. 21520 63064 6 Gewinne zu 3000 RM. 166467 185840 288923 18 Gewinne zu 2000 RM. 35116 76466 184367 226188 265664 297439 364810 386195 399420 40 Gewinne zu 1000 RM. 26025 55123 67831 70314 72526 75022 87795 102645 138737 158439 165915 168117 188725 223221 243635 256694 277207 328933 356570 384563 80 Gewinne zu 500 RM 20893 22127 27837 31744 40740 53861 64232 67255 71620 77730 83104 83279 90808 95629 98312 110600 137928 161547 168654 181745 188579 194501 222459 223273 235010 236589 267201 268159 311997 313197 327008 355385 356618 361065 361669 361688 363865 370033 381349 387159 220 Gewinne zu 300 RM 230 6077 6326 8297 9768 13522 18448 22166 24072 30107 30863 40319 46966 50624 53380 55942 64572 73416 74907 76882 83076 88905 92583 97318 97584 105187 110459 114937 119053 119167 123770 126431 127503 130680 132958 139484 139903 141911 142514 147341 159873 160932 164275 167771 178623 183746 188492 193467 193989 194172 194633 194738 194937 197449 206557 210260 214987 222426 226138 226853 231273 235808 245695 246161 246788 246977 255846 257406 264356 271581 272027 279868 280710 297324 298137 301777 303488 315196 321623 323493 325111 327467 327517 329044 330585 333244 335785 341434 342181 343008 347627 349787 351085 352517 354194 360050 363311 365655 365989 367820 368024 369255 382203 383158 383372 388103 391004 393024 393891 394404 vn der heutigen Nachmittagsziehung wurden gezogen 6 Gewinne zu 5000 RM. 107394 321589 365948 4 Gewinne zu 3000 RM. 42929 46282 8 Gewinne zu 2000 RM. 17959 204875 219907 252419 48 Gewinne zu 1000 RM. 8488 10980 88524 96696 99084 102985 153550 155597 176106 202533 243481 254440 259749 276769 279669 284579 287523 333431 339070 358274 380554 381723 382643 383159 66 Gewinne zu 500 RM. 3562 18358 19728 26468 27589 28395 42283 57448 66297 67272 75939 87365 98889 100404 101724 127461 153632 163439 184185 195601 217742 237572 238756 254849 274029 292321 310124 312713 324708 345588 351457 352998 361294 164 Gewinne zu 300 RM 6417 9241 12212 12928 20514 22347 24007 25514 27440 27563 30673 32293 62388 57368 60315 66701 81027 90508 94793 98748 100479 101801 106959 107660 111905 117524 119998 120669 137213 146985 164689 172508 172964 180059 180373 189807 191326 205726 207565 212363 213548 216181 218939 229621 230532 231843 234774 240462 246936 250398 260813 261097 261939 263476 264153 268241 276867 277960 280393 294179 304572 314997 322918 331261 332420 334481 336213 338573 340275 345627 352288 352555 355876 369245 369795 371117 372956 377907 379118 384250 384980 391350 Bm Gewinnrade verblieben: 2 Gewinne zu je 1000000, 2 zu se 500000, 4 zu je 20000, 26 zu je 10000, 38 zu se 5000, 90 zu je 3000, 310 zu se 2000, 668 zu je 1000, 1174 zu se 500. 2398 zu je 300, 56288 zu je 150 NM. 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Nach unseren Wahrnehmungen an der Brandstätte sind folgende Einzelheiten zu berichten: Wenige Minuten nach dem Ausbruch des Brandes war die Ortsfeuerwehr von Billin- g e n an der Unglücksstätte. Kurz darauf trafen auch die Feuerwehren von Nonnenroth und Hungen mit zahlreicher Mannschaft und Geräten zur Löschhilfe ein. Bei der raschen und gewaltigen Ausdehnung des Brandes erwies es sich aber sofort als notwendig, die Kreismotorspritze aus Gießen herbeizurufen, die schon nach sehr kurzer Zeit unter dem Kommando des Oberfeuerwehrmannes Happel eintraf. Gleichzeitig kamen als Vertreter des Kreisamtes Gießen der Dezernent für das Feuerwehrwesen im Kreise Gießen, Negierungsrat Dr. Fuhr, und der Gießener Brandinspektor Lenz auf der Brandstätte an. Da Kreisfeuerwehrführer Bouffier infolge Abwesenheit von Gießen nicht zur Stelle sein konnte, übernahm der Kreis-Feuerwehrdezernent, Regierungsrat Dr. Fuhr, die Oberleitung der Feuerwehren bei der Brandbekämpfungsarbeit; er fand bei der Erfüllung seiner schweren Aufgabe in Brandinspektor Lenz einen guten sachverständigen Berater und Mitarbeiter. Noch während die Wehren mit aller Tatkraft das gewaltige Flammenmeer bekämpften, begannen die Gendarmen der Gendarmeriestation Hungen unter Leitung ihres Gendarmevieober- meisters die Ermittlungen nach der Ursache des Brandes, die denn auch bis zu den Abendstunden volle Aufklärung ergaben. Die Feuerwehren gaben aus zehn Schlauchleitungen Wasser in die lichterloh brennenden Betriebsanlagen. Die Kreismotorspritze hatte ihre Schlauchleitungen an einen Brandweiher am Nordrande unmittelbar des Brandherdes angelegt, die Motorspritze der Hungener Feuerwehr mußte an die Wasserleitung beim Bahnhof jenseits des an der Brandstätte vorbeiführenden Schienenstranges der Strecke Laubach—Hungen anlegen, die Feuerwehr von Nonnenroth gab aus einer nähergelegenen Entnahmestelle Wasser. Die Brandbekämpfung im Sägewerk in gestaltete sich dadurch besonders schwierig, daß ziemlicher W e st w i n d die Flammen immer wieder kräftig entfachte und die Schlauchleitung von den Wasserstellen beim Bahnhof erst unter die Eisenbahnschienen hindurch gelegt werden mußte, da natürlich der Zugverkehr auf der Bahnstrecke nicht beeinträchtigt werden konnte. Eine weitere Schwierigkeit bestand darin, daß zeitweiig die große Gefahr einer Kesselexplosion der Lokomobile in der Maschinenhalle bestand. Der Kessel war mit Wasser gefüllt, das infolge der ungeheuren Hitze schnell zum Sieden kam und starken Ueberdruck an Dampf ergab, der erst dadurch Entspannung erfuhr, daß die Dichtungen an dem Kessel h-e rausflogen. Zu Beginn des Brandes, vor dem Eintreffen der Gendarmerie und der Oberleitung der Feuerwehren, machte sich auch der sehr st a r k e Z u st r o m von Neugierigen zur Brand st ätte erheblich störend bemerkbar, bis dann durch die Absperrmaßnahmen der Gendarmeriebeamten die große Menschenmenge, die nicht nur aus Billingcn selbst, sondern auch aus den Nachbarorten gekommen war, abgedrängt wurde. Trotz des opferfreudigsten und eifrigsten Einsatzes aller Feuerwehrmänner und trotz der umfassenden Bekämpfung^maßnahmen der Leitung war es bei dem ziemlich erheblichen Wind und bei der leichten Brennbarkeit der Anlagen und der Vorräte nicht möglich, die baulichen Einrichtungen des Betriebs zu erhalten. Die große Sägewerkshalle mit den darin aufgestellten Sägegattern, die Maschinenhalle mit der Lokomobile und eine Nebenwerk st ätte neben der Haupthalle, sowie der Aufenthaltsraum der Betriebsgefolgschaft fielen der Gewalt des riesigen Brandes zum Opfer. Ferner wurde ein Teil der Holzvorräte, der dicht bei den baulichen Anlagen aufgestapelt war, erheblich in Mitleidenschaft gezogen, zum Teil verbrannte dieses Holz auch. Wenige Stunden nach dem Ausbruch des Brandes war von den gesamten baulichen Anlagen nur noch ein großer wüster Trümmerhaufen vorhanden, in dem die ungeheure Glut der Flammen an den Haufen von Holzteilen, Sägemehl, Bestandteilen der Bauten usw. noch reiche Nahrung fand und bei ihrer weiteren Zerstörungsarbeit durch den anhaltenden Westwind immer wieder gestärkt wurde. Aus den flammenden und qualmenden Trümmerhaufen ragten am Abend geradezu gespenstisch nur noch die Umrisse der hohen Sägegatter, die vollständig verbogenen Schienen einer kleinen Werkbahn und im Hintergrund das zerstörte Mauerwerk der einstigen Maschinenhalle, sowie als einziger erhaltener Rest der hohe Schornstein 'n die Villingen. Landschaft. Es war ein grausiges Bild' der Vernichtung, das sich hier dem Auge darbot. Bis kurz nach 18 Uhr hatten die Feuerwehren den Brand soweit niedergekämpft, daß die Wehren als solche ihre Arbeit einstellen und die weitere Bekämpfung kleinen Löschkommandos und der Brandwache überlassen konnten. Vor dem Abrücken der Feuerwehren sprach der Kreisfeuerwehrdezernent, Regierungsrat Dr. Fuhr, den Feuerwehrmännern den wohlverdienten Dank und die volle Anerkennung des Kreisamtes Gießen für die vorbildliche Einsatzfreudigkeit und die ausgezeichnete Löscharbeit aller Feuerwehrmänner aus. Aber auch nach dem Abrücken der Wehren hatten die Löschkommandos der Dillinger Feuerwehr noch stundenlang zu tun, bis alle Brandherde gelöscht waren. Die Untersuchung der Gendarmerie ergab als Ursache des Brandes, daß in der Nebenwerkstatt neben der Haupthalle an einer Feuerstelle unter einem Kessel mit Teeröl der Brand ausgekommen war. Die Heizstelle unter dem Teerölkessel war durch Auflegen von Holz zu etwas größerer Flamme entfacht worden. Die Flamme, die durch einen plötzlichen Windstoß noch stärker wurde, schlug beim Herausnehmen des Teerölkübels in diesen hinein und entzündete das darin befindliche Teeröl. Begreiflicherweise konnten die jungen Männer den Teerölbehälter nun nicht mehr halten, er kippte zu Boden, und sein gesamter brennender Inhalt floß dahin, wodurch im Handumdrehen der große Brand entstand, zumal man infolge der starken Rauchentwicklung nicht sofort an den ursächlichen Brandherd herankommen konnte. Der Brandschaden wird nach vorläufigen Schätzungen auf 5 0 0 0 0 Mark beziffert. Während der Brandbekämpfung wurde der durch alzu große Neugier verursachte undisziplinierte Andrang der Menschenmenge zu der Brandstelle von den Feuerwehren und den leitenden Männern sehr unangenehm und störend für ihre Arbeit empfunden. Leider ereignete sich infolge dieser mangelnden Disziplin auch ein bedauerlicher Unfall. Als die große Menschenmenge durch die Absperrungsmaßnahmen von der Brandstätte ferngehalten wurde, strebten viele auf einem Umwege durch den Hof einer benachbarten Ga st wirtschaft nach dem an die Brandstätte angrenzenden freien Feld, um von dort aus ihre Schaulust befriedigen zu können. Bei dem Massensturm durch den Hof des Gasthauses wurde der an der rückwärtigen Hofseite an der Kette liegende Hofhund, m dessen Nachbarschaft normalerweise kein Fremder gelangt, sehr aufgeregt, und er schnappte in seiner Erregung nach ** i Das völlig zerstörte Maschinenhaus des Sägewerkes. Ein Blick über den Schauplatz des Brandunglücks. einem dicht an ihm vorbeistürmendin 12 Jahre alten Mädchen aus Langd. Er brachte dem Kinde eine schwere Bißwunde am Oberschenkel bei, die nach erster Hilfeleistung die Ueberführung des Kindes nach dem Krankenhaus Hungen erforderlich machte. Dieser bedauerliche Vorfall mag für andere Fälle vielen eine eindringliche Warnung sein. Außerdem wurden mehrere Personen, die zur Befriedigung ihrer Schaulust die Bahngleise bei der Station Villingen betraten, wegen dieses verbotswidrigen Benehmens zur Anzeige gebracht. (Aufnahmen |2J: Neuner, Gießener Anzeiger.) Aus der Stadt Gießen. Durch die Äorfrühlingslandschofr Pustend und zischend stößt der Zug aus der Halle hinaus in die straylende Weite, die an den blauen Himmel reicht. Wie klein wird vor ihm die Stadt, wie schrumpfen die Türme, Schlote und Giebel vor dem Aetherflug wandernden Gewölks. Die Lokomotive beginnt ihr Tempo zu steigern. Der Weg ist frei. Rasender rattern die Räder der gekuppelten Wagen. Die blanke Schiene dröhnt den hämmernden Rhythmus der Eile. Die schaukelnden Menschen auf ihren Sitzen schwingen sich willig ein. Bald machen sie instinktiv jede kleine Abbiegung bei einer Weiche oder Kurve mit gleichmäßig seitwärts pendelnden Oberkörpern mit. Dabei verlieren sie keine Zeile ihrer Zeitung oder ihres Buches. PROSPEKT 61 DURCH BALATUM-WERKE . NEUSS KOSTET EIN, IN DER GROSSE 2x3 METER Wenigstens tun sie so. Sie sind gewohnt, an der Welt vorbeizusausen: auf dem Motorrad, im Auto, wie in der Eisenbahn. Was kümmert sie der Weg! Ihr einziger Gedanke ist das Ziel. Andere blicken mit mir links und rechts in die Landschaft, denn die Natur ist niemals langweilig. Vorbei wie ein kreisendes Schachbrett, braun und grün, wirbeln die Felder, da und dort schon auf« aepfliigt mit schimmernden Schollen, oder im frischen Grün junger-Saat leuchtend, die noch wie spärliches Haar steht. Mit seinen Dächern grüßt ein Dorf aus winterlicher Verschlafenheit zaun- umfriedeter Gärten. Neidlos blinken blanke Fenster herüber. Eme Katze liegt wie ein schwarzes Seidenknäuel in oer Sonne. Die Fanfare eines Hahnenschreis raketete aus einem Hof. Eine zweite antwortet. Die Gänse eines Bahnwärters trompeten aus ihrem Pferch mit schlangengleich gereckten Hälsen den Zug feindselig an. Eine Bachbrücke wird donnernd überflogen. Weiden und Erlen, letztere schon mit wim- pelnden Kätzchen zwischen den alten, schwarzen Fruchtzäpfchen, betreuen die silbernen Wasser auf ihrem schlängelnden Lauf, der in den Horizont zu münden scheint. Eine Schafherde hat sich auf seiner einen Uferseite weitläufig verbreitet. Der schwarze zottelige Hund jagt die Außenseiter, daß sie wie dis Wellenrudel einer Brandung in die Flanke der Herde hetzen, um dort zur Ruhe zu kommen. Ein kleiner Fichtenforst schattet links und rechts über die Fenster. Es sind alte Stämme, braunrot und hoch wie Telegraphenstangen mit dunkeln Büscheln oben. Man glaubt die würzige Brise der Nadeln durch die geschlossenen Scheiben atmen zu können. Zwei Rehe, die mit starren Lauschern in einer Lichtung standen, setzen verscheucht mit leichten Sprüngen davon. Andere Dörfer werden schnell passiert. In einem Garten hängt eine junge Frau Kinderwäsche in die Sonne. Die Stücke leuchten blütenweiß, und der Wind bläst sie an und auf, als könnte er sie von den Seilen pusten. Der Kinderwagen mit dem Kleinen steht neben der Frau, und so oft sie sich nach (Siebener Stadttheater. Außer: „Fra Diavolo." Ueberschaut man Leben und Werk von Daniel Francois Esprit A u b e r (1782 bis 1871), so erscheint beides an Paris gebunden; abgesehen von einem Aufenthalte im Auslande in jüngeren fahren hat 21 über später kaum das Weichbild der 'Stadt verlassen. Diese Bindung an das gesellschaftliche Milieu von Paris, ein ständiges Sich-Bewegen in seiner Geisteshaltung, das Durchleben der vielfach wechselnden politischen Ereignisse und nicht zuletzt die Tatsache, daß 21 über sein geistiges Rüstzeug einzig in Paris empfangen hat und durch die Pariser Verhältnisse in seiner Entwicklung vom Dilettanten hin zum führenden französischen Musiker bestimmt wurde: alles das hat ihn zu einem ausgesprochenen Vertreter des Parisertums werden lassen. Denn seine musikalische Entwicklung vollzieht sich in starkem Einklang durch die Bindung an die geistige Einstellung seiner Hörer. Beispielsweise der deutsche Opernkomponist (Weber, Wagner) folgt einzig und allein dem Banne des Werkes bei feinem Schaffen und stößt durch das Gewicht feiner Persönlichkeit dabei zu stilistischen Neubildungen vor, denen das Publikum zunächst fremd gegenübersteht, und an die es sich erst allmählich „gewöhnen" muß. Der Schaffende erzieht so das Publikum und fördert es in den Kräften des Hörens Auber dagegen hat ein feines Empfinden dafür, was das Publikum liebt, und was seinem Wesen am treffendsten zusagt. Er weiß den Geschmack seiner Hörer, versteht ihre Lebensauffassung, und dem kommt er gern entgegen. Die genußfrohe Sinnensphäre der Hauptstadt mußte darum die Oper „Fra Diavolo" mit der typischen Freudigkeit aufnehmen, die das Publikum stets dem gegenüber empfindet, was bei ihm ein Echo weckt. Durch die Zusammenarbeit mit Augustine Eugene Scribe war von der textlichen Seite her durch diesen treffsicheren Theaterroutinier die Lebensfähigkeit des Werkes gewährleistet. Scribe kannte fein Publikum und spürte dessen Wünsche; Auber konnte von seiner Seite engstens darauf eingehen. Dcum man wollte fesseln, spannen und durfte um keinen.Preis die geringste Spur von Langeweile aufkommen lassen. Die schauervallen Reize, die schon von der Titelgestalt des Fra Diavolo aus- gehen, die einmal den Räuberhauptmann bezeichnet, zum andern ihn als Kavalier (Marquis von San Marco) in seiner bezwingenden Art den Frauen gegenüber zeigt, konnten ihre Wirkung nicht verfehlen; zudem wird der Hörer ständig in Spannung gehalten, ob es gelingt, dem Gerechtigkeitssinn Genüge zu tun. Dazu die beiden Liebespaare in ihrem inneren Kontrast, Mylord und Pamela, Zerline und Lorenzo, und die Typenkomik der beiden Banditen. Der Rahmen, in den diese Gestalten hineingespannt sind, chre Verbindung mit dem Empfinden des Volkes, entspricht dem Interesse des Hörers ebenso wie eine harmlose Gewagtheit der Szene im zweiten Akt, die eines pikanten Beigeschmacks . nicht entbehrt. Der ständige Fluß in der Folge der Ereianisse findet seine Belebung im Schwung der Musik. Alles Gefühlsmäßige, das zu ausgiebigem Verweilen verlocken könnte und in feiner Breite den Fortgang der Handlung hemmen würde, ist von Auber ganz diesen Rücksichten entsprechend bedacht; treffsicher gibt er solchem Empfinden Ausdruck im engen Kontakt mit dem Impuls des Geschehens. Da ist er prickelndpikant, schwungvoll-sprühend, aufgelockert, zierlich, graziös, mit einem Schuß Sentimentalität; aber nie aufdringlich, stets geistvoll, pointiert und griffsicher in der charakteristischen Kennzeichnung der Gestalten und Situationen. Die Gegenüberstellung der einzelnen Personen in ihrer konversierenden Art läßt namentlich die Ensemblesätze mit ihren nie versagenden Einzelzügen zu Höhepunkten besonderer stilistischer Ausgeglichenheit und Eigenart werden. Das bezeugte die Aufführung mit ihrem Drängen lebendiger Lebensfülle; ein einheitlicher Zug durchpulste das ganze, jeder Situation dabei ihr Recht gebend mit individueller Ausprägung. Und dennoch spielte sich die Oper mit einer Natürlichkeit und innerer Gelöstheit ab, wobei jeder sich dem Werke verpflichtet fühlte und sich an seiner Stelle dem Rahmen einfügte. (Spielleitung: Wolfgang Kühne.) Allen voran sei das Orchester gestellt, das mit der nervigen schwungvollen Art, wie es die Ouvertüre vom ersten Trommelwirbel an bis zum Presto der Coda in scharfer Rhythmik und kontrastreichster dynamischer Abstufung durchführte, zum Schlüssel der Sphäre dieser Oper werden ließ. (Paul Walter.) Die feinsinnige Instrumentierung Aubers, die sehr deutlich auf den Sänger Rücksicht nimmt, band sich engstens sowohl in den Streichern wie in den schmiegsamen Holzbläsern mit dem Geschehen auf der Bühne. Mit dem stellenweise recht ausgedehnten Dialog stellt Auber den Vertretern der einzelnen Rollen zugleich rein schauspielerische Aufgaben, und wenn sich, wie in dieser Aufführung, Konversation (selbst mit englischem Akzent) und Musik so organisch ab- lösen, dann ist der echte Geist der „koniischen Oper" französischer Richtung deutlich getroffen, Die Titelrolle, einst gern von unseren großen Sangeskünstlern des vorigen Jahrhunderts vertreten, gibt mit ihrer Doppelnatur besonderen Gestaltungsanreiz. Dem folgte Emst August Waltz, galant das Ritterliche betonend, den Edelmann vorgebend und doch berechnend in jedem Zuge als Bandit; sich seiner gesanglichen Künste voll bewußt und sie mit feiner stimmlicher Profilierung und musikalischer Linie in kecker Kühnheit so zur Schau stellend, daß er sich des Sieges über die Frauen sicher fühlen kann. So mußte ihm unbedingt Pamela (Hildegard I a ch n o w) verfallen und für Momente von der schon im gewohnheitsmäßigen Erkalten begriffenen Neigung zu ihrem angetrauten Gatten Lord Kook- burn (Gustav Bley) sich dem Marquis zuwenden. Die beiden gaben in ihrer Charakterisierung ein Engländerpaar voll innerer Gegensätze ab; er mit seiner unbezwinglichen Neigung zum Schlafen, sie von nicht ganz erfülltem Herzen, dem ein Rest jugendlich-fraulicher Empfindung noch nicht erstorben ist; die sich aber dann in der gemeinsamen Furcht beider wieder finden. Dem entsprach auch die gesangliche Ausdruckskunst mit feinen bestimmenden Nuancen in vornehmer wohlbedachter und doch ursprünglich natürlich scheinender Durchdringung. In gleicher Weise wie den lyrischen Tenor bevorzugt die französische komische Oper die Soubrette. In der Figur der Zerline mit einer Mischung von Gefühlsfrische und Innigkeit und einer gewissen Herzhaftigkeit war Friedel F o r n a l l a z darstellerisch echt und überzeugend; die Romanze im ersten Akt war mit sentimentalem Durchschauern gefüllt, gewinnende Natürlichkeit klang im Monolog des zweiten Aktes; nur gefährdete die maniriert-mar- fierte Aussprache bedenklich die Auswirkung des Rein-Gesanglichen. Ein Dragon.eroffizier mit Schneid, Frische und Haltung war Jupp Müller mit stimmlicher Farbe und schöner gesanglicher Entfaltung, gefühlswarm in der Resignation sich getäuscht glaubender Liebe Die beiden Banditen Wilhelm Greif und Karl- Ludwig Lindt sind schon in ihrer Komik vom Werk her reichlich bestimmt. Dennoch wußten beide noch durch originelle Züge die Aufmerksamkeit auf sich zu lenken, ohne aufdringlich zu erscheinen. Als väterlich besorgter, bieder denkender Gastwirt Ma- theo fügte sich Alfons Forstner rundend dem Ganzen darstellerisch und mit eigener musikalischer Qualität ein. Die Chöre (Heinz Markwardt) wuchsen in Lebensfrische und klanglicher Betontheit aus der szenischen Situation heraus; die Soldaten- chöre ebenso wie der Frühlingschor des letzten Aktes. Die Bühnenbilder Karl Löfflers waren dem Ganzen zufammenfasiender Hintergrund und bestimmender Reflex; mit dem Einsatz der Drehbühne im ersten und zweiten Akt wurde das räumliche Problem in außerordentlich anschaulicher Weise gelöst. Das Haus folgte dem Werk und feinen Mittlern mit ständig wachsendem Beifall, der sich zum Schluß besonders steigerte. Dr. Hermann Hering. Unerwarteter Erfolg. Eine englische Filmgesellschaft, die ihre Studios in der Nähe eines Flugplatzes hatte, wurde bei den Aufnahmen durch das Geräusch der darüberbrausenden Flieger sehr gestört. Um das abzustellen, schrieb sie mit Riesenbuchstaben auf die Dächer des Ateliers „Filmstudio — bitte Ruhe!" Aber was geschah zum Schrecken der Aufnahmeleiter? Sämtliche Flieger, die diese Zeichen erblickten, flogen noch niedriger, um sie besser lesen zu können! Hochschulnachnchien. Professor Dr. Max A p f fe lst a e d k, der seit 1930 von den amtlichen Verpflichtungen entbundene Ordinarius für Zahnheilkunde an der Universität Münster, beging am 4. März seinen 7 5. G e - burtstag. Professor Apffelstaedt ist die Errichtung des Zahnärztlichen Instituts in Münster zu verdanken; er hat sich auch um die Einführung der Schulzahnpflege sehr bemüht. Von seinen wissenschaftlichen Arbeiten sei der „Atlas und Grundriß der Mißbildungen der Kiefer und Zähne" erwähnt. Professor Dr. Christian Jensen, Ordinarius für klassische Philologie an der Universität Bonn, hat einen Ruf an die Universität Berlin erhalten und angenommen. Professor Jensen, 1883 auf Sylt geboren, habilitierte sich 1910 in Marburg, wurde 1912 Extraordinarius in Königsberg, 1913 Ordinarius in Jena, wirkte später nochmals in Königsberg, dann in Kiel und seit 1926 in Bonn. Der Gelehrte ist korrespondierendes Mitglied der Göttinger Gesellschaft der WisPnschaften. ' Der Führer und Reichskanzler hat den planmäßigen ao. Professor für Altes Testament an der Phil.-Theol. Hochschule Passau, Dr. Hubert Funker, auf feinen Antrag zum 31. März aus dem Beamtenverhältnis entlassen. Der o. Professor für Geburtshilfe und Gynäkologie und Direktor der Universitätsfrauenklinik Würzburg, Dr. Karl Josef Gaus, wurde zum Ehrenmitglied der Argentinischen Gesellschaft für Geburtshilfe und Gynäkologie ernannt einem neuen Wäschestück zum Korb bückt und es auseinanderschlägt, schäkert sie lachenden Gesichts mit ihrem Nesthäkchen. Aber der von unsichtbarer Hand gekurbelte Film rast weiter. Dann knirschen zum erstenmal die Bremsen, lieber einen nicht überdachten Bahnsteig hinweg kann man einem schmucken Städtchen ins Herz schauen. Es hat sich im Kranz seiner Berge an den Hängen des sanft anhügelnden Landes festgeklammert und sein Gottoertrauen in dem kräftigen Turm einer Bergkirche betont. Die Abteiltür wird aufge- rissen, ein Fahrgast steigt ziemlich abgehetzt ein. Der frischen Brise, die von draußen hereinweht, schlüpfen ein paar Helle Glockentöne nach, die den Mittag einläuten. Ihr Hall klingt noch eine Zeitlang in mir fort wie der gute Reisewunsch eines lieben Freundes. Und wieder fesselt mich, wie die Szenen einer Drehbühne, braun und grün, aufgelockert und hoffnungsfroh die wechselnde Dorfrühlingslandschaft. Vornotiren. Tageskalender für Samstag. Stadttheater, 20 bis 22.45 Uhr: „Der Troubadour". — Gloria-Palast (Seltersweg): „Der Tiger von Eschnapur". — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „Der Katzensteg". — Aliceschul-Verein: 10 bis 18 Uhr, Steinstraße 10, Handarbeits-Ausstellung. — Oberhessischer Kunstverein: 17 bis 18 Uhr Ausstellung im Turmhaus am Brand. Tageskalender für Sonntag. Weihestunde der SA. im Stadttheater, 11 Uhr: „Ewig lebt die SA.". — NS.-Kriegsopferversor- gung: 19 Uhr, Cafe Leib, Kameradschaftsabend. — Stadttheater, 19 bis 22.45 Uhr: „Clivia". — Gloria- Palast (Seltersweg), 11 Uhr: „Mit der Hamburg- Amerika-Linie rund um die Welt", Kapitän Rick- mers. Zu den bekannten Zeiten: „Der Tiger von Eschnapur".— Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „Der Katzensteg". — Aliceschul-Verein: 10 bis 18 Uhr, Steinstraße 10, Handarbeits-Ausstellung. — Ober- hessischer Kunstoerein: 11 bis 13 Uhr, Schlußtag der Kunstausstellung im Turmhaus am Brand. — Öffentlicher Vortrag im Hörsaal des Physiologischen Instituts, Friedrichstraße 24: 11.30 Uhr, Vortrag „Herz und Kreislauf", Professor Dr. Bürker. — Sportplatz 1900: 15 Uhr: Meisterschaftsspiel 1900 gegen Wetzlar. Sladllheater Gießen. Heute, 20 Uhr, findet eine Wiederholung des großen Erfolges „Der Toubadour", Oper in vier Akten von Verdi, statt. Musikalische Leitung: Joachim Popelka, Spielleitung: Wolfgang Kühne, Chöre: Heinz Markwardt, Bühnenbilder: Karl Löffler. Die Vorstellung findet gleichzeitig für die „KdF."-Miete, Gruppe I (11. Vorstellung), statt. Freier Kartenverkauf zu Tagespreisen. Ende 22.45 Uhr. Am Sonntag, 6. März, findet um 19 Uhr eine Wiederholung der Operette „Clivia" von Nico Dostal statt. Musikalische Leitung: Kapellmeister Heinz Markwardt, Spielleitung: Karl-Ludwig Lindt, Tänze: Irmgard Zenner, Bühnenbilder: Karl Löffler. Die Vorstellung findet außer Miete statt und endet 22.15 Uhr. Dienstag, 8. März, Anfang 20, Ende 22,30 Uhr: „Fra Diavolo", komische Oper von Auber. Musikalische Leitung: Paul Walter, Spielleitung: Wolfgang Kühne. Dienstag-Miete, 21. Vorstellung. Mittwoch, 9. März, Anfang 19.30, Ende 22.15 Uhr: „Der Troubadour", Oper von Verdi. Musikalische Leitung: Joachim Popelka, Spielleitung: Wolfgong Kühne. Mittwoch-Miete, 23. Vorstellung. Freitag, 11. März, Anfang 20, Ende 23 Uhr: Neueinstudierung „Wilhelm Teil", Schauspiel von Schiller. Spielleitung: Hermann Schultze-Griesheim. Freitag-Miete, 23. Vorstellung. Samstag, 12. März, Anfang 20, Ende 22.30 Uhr: zum letztenmal „Die Boheme", Oper von Pu^cini. Musikalische Leitung: Joachim Popelka, Spielleitung: Dr. Erich Schumacher. „KdF."-Miete, Gruppe II (11. Vorstellung). Freier Kartenverkauf zu Tagespreisen. Sonntag, 13. März, Anfang 20, Ende 22 Uhr: Viertes Orchesterkonzert. Leitung: Professor Stefan Temesvary. Solistin: Käthe Heidersbach, Staatsoper Berlin. Das Konzert findet gleichzeitig als 9. Platzmiete-Konzert des Konzertoereins statt. „Lachendes Wien." Die Deutsche Arbeitsfront, die NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" veranstaltet am kommenden Montag, 7. März, und am Dienstag, 8. März, in der Volkshalle eine Veranstaltung außerordentlicher Art. Die große Revue „Lachendes Wien" wird in unserer Stadt gastieren und ein Programm bieten, das nicht alltäglich ist. In 25 bunten Bildern wird die Revue all das zeigen, was man von einer Revue zu sehen und zu hören erwartet. 3X$(Ö. „Kraft durch Freude", Kreis Gießen. Theatervorstellung. Samstag, den 5. März 1938, Beginn 20 Uhr, KdF.- Miete Gruppe I (11. Vorstellung): 1359D „Der Troubadour" Oper in 4 Akten von Verdi. Karten zu 1,— RM. sind erhältlich in der Verkaufsstelle, Seltersweg 60. NS.-kriegsopferversorguug, Kameradschaft Gießen, veranstaltet am Sonntag, dem 6. März 1938, im Caf6 Leib einen Kameradschaftsabend. Beginn 19 Uhr. Eintrittskarten hierzu.sind auf der Geschäftsstelle, Bahnhofstraße 38, sowie an der Abendkasse zu haben. HZ., Unt-rboun V/116. Am Sonntag, 6. März, 9 Uhr, findet eine Führertagung sämtlicher Führer ab Kameradschaftsführer aufwärts statt. Nur ärztliches Attest entschuldigt. Tagungsort: HJ.-Heim Großen-Linden. WHW., Ortsgruppe Gießen-Nord Vekr.: Kohlenabrechnung. Die Kohlenhändler werden aufgefordert, die in Zahlung genommenen Kohlengutscheine (Serie E und S) bis spätestens Samstag, 5. März, 18 Uhr, auf der Geschäftsstelle, Walltorstraße 38, einzureichen. Später eingehende Gutscheine können nicht mehr angenommen werden. SA.-Sportabzeichen für politische Leiter. NSG. Der Gauausbildungsleiter gibt bekannt: Alle Politischen Leiter, die im Besitze des SA.-Sportabzeichens sind, melden sich zur Wiederholungsübung bei dem für ihre Ortsgruppe zuständigen SA.-Sturm „Ton in Töpfers Hand." Eine sehenswerte Ausstellung im Alten Schloß. Gegenwärtig wird im Oberhessischen Museum (im Alten Schloß am Brandplatz) eine Ausstellung gezeigt, die des Interesses eines breiten Kreises unserer Bevölkerung würdig ist. In einer sorgfältig aufgebauten Schau werden Töpferwaren gezeigt, die beste deutsche Handwerkskunst darstellen. Die Erzeugnisse eines kunstgewerblichen Fleißes, die in schlichtesten aber edlen Formen gehalten sind, und sich in ihrer Art der alten deutschen Töpferei angleichen, machen den denkbar besten Eindruck und dürften in manchem der Besucher den Wunsch des Besitzes Hervorrufen. Die ausgestellten Erzeugnisse führen in ihrer Formgebung, in ihrem schlichten farbigem Schmuck im Geiste wieder hin zu den besten Zeiten einer deutschen Vvlkskultur und lassen eine Bodenverbundenheit erkennen, die die Volkskultur von jeher kennzeichnete. Die Töpferwaren von der kleinsten Blumenvase zum großen Krug, vom einfachen Teller bis zur großartigen Schmuckschale, stammen aus verschiedenen deutschen Landschaften. Besonders reichhaltig ist die Abteilung der salzglasierten Steingutwaren aus dem Westerwald, aus Höhr-Grenzhausen, die in ihrem eigenartigen'Grauweiß und dem leuchtenden Kobaltblau wohl jedermann bekannt sind. Hier insbesondere sind es die Arbeiten von Frau Balzar-Kopp (Höhr-Grenzhausen), die diesem Teil der Schau das Gepräge geben. Außerdem sieht, man schöne Arbeiten ähnlicher Art von der „Mar-1 garetenhöhe" Essen-Ruhr, die auch mit Majolikaarbeiten in warmen Braun- und Rottönen vertreten ist. Mit besonderem Interesse wird man ferner die Schöpfungen aus Klinker betrachten, die aus Bockhorn in Oldenburg stammen (Kurt Großer) und sich ebenfalls durch ihre einfache und edle Formgebung auszeichnen. Allgemeine Beachtung verdient dabei ein Brunnen- und Wasserbecken aus Klinker geformt, das als plastischen Schmuck drei Frösche zeigt. Der Brunnen dürfte als eine wertvolle Anregung für Gestaltungsmöglichkeiten auf diesem Gebiet anzusehen sein. Neben der nord- und westdeutschen Töpferkunst ist auch unsere einheimische Töpferei in der Ausstellung vertreten. Der „Dippe- loui" von Wieseck hat eine ansehnliche Zahl seiner Arbeiten beigesteuert, die den Gießenern wohl schon bekannt sind, die aber immer wieder gern gesehen werden. Auch' die Marburger Töpferei ist mit einigen Stücken vertreten. So gibt die Ausstellung einen schönen Einblick in den' Stand des Kunstschaffens der deutschen Töpferei und jedermann, der die Ausstellung besucht, wird dankbar für all das gesehene Schöne, das Haus verlassen. Die Leitung der Ausstellung liegt in Händen von Herrn HInder aus Weidenhausen. Die Ausstellung ist für die NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" veranstaltet. bis spätestens 15. März. Für alle Politischen Leiter unter 40 Jahren ist die Wiederholungsübung zur Aufrechterhaltung des Besitzrechtes Pflicht. Nähere Bestimmungen sind bei den Ausbildungsleitern einzuholen. Unser neuer Roman. Nachdem wir in der gestrigen Ausgabe des Gießener Anzeigers die Veröffentlichung des Romans „Die Mädchen aus der Burgstraße" von Hilde R. Lest beendet haben, beginnen wir in der heute erscheinenden Nummer unseres Blattes mit dem Abdruck eines neuen, großen Romanwerkes, von dem wir uns wieder einen ganz ungewöhnlichen Erfolg bei allen unseren Leserinnen und Lesern in Stadt und Land versprechen dürfen. Der Roman heißt „Abenteuer in Paris" von Hans Hirthammer und ist das erst kürzlich vollendete, neueste Werk eines sehr begabten jungen Autors, den wir unseren Lesern vor einiger Zeit bereits mit dem Roman „Skandal um Doktor Vandergruen" vorgestellt haben. Viele werden sich gewiß noch mit Vergnügen erinnern, was das für eine unterhaltsame und spannende, mit Humor und Temperament erzählte Geschichte war. In dem neuen Roman, mit dem wir heute beginnen, wird man diese Eigenschaften womöglich noch gesteigert finden: hier haben mir einen höchst abenteuerlichen, handlungsreichen, glänzend geschriebenen Roman, der natürlich auch eine Liebesgeschichte enthält — mit allen Spannungen, Steigerungen und Überraschungen eines großen Abenteuers, so lebendig und farbig erzählt, daß man von der ersten bis zur letzten Fortsetzung in Atem gehalten wird. Wir sind gewiß, daß unsere Leser den Roman mit stetig wachsender Anteilnahme und mit wirklichem Genuß verfolgen werden. Mysteriöses Verschwinden einer $rau. Die Staatliche Kriminalpolizei in Gießen teilt in ihrem gestrigen Polizeibericht folgendes mit: Am vergangenen Freitag, 25. Februar, wurde bei Lollar, an der Straßenkreuzung Staufenberg— Odenhaufen, ein Zweisitzer-DKW.-Personenkraft- roagen, im Straßengraben stehend, aufgefunden. Bei der Zulassungsbehörde wurde festgestellt, daß der Personenkraftwagen auf den Namen der in Dreieichenhain, Kreis Offenbach a. M., wohnenden Frau Karoline Wilhelmine O ß w a l d-, geb. Schäfer, 53 Jahre alt, zugelassen ist. Die weiteren Erhebungen ergaben, daß Frau Oßwald, die sich auch Mellinghausen nennt, am 23. Februar Dreieichenhain mit ihrem Kraftwagen verlassen hat. Nachbarsleuten, die sie mit dem Füttern ihrer Hühner beauftragte, erklärte sie vor der Abfahrt, daß sie am Dienstag, 1. März, wieder zurückkehren würde. Es wurde nun zuerst angenommen, daß Frau O ß - wald den Wagen aus irgendeinem Grunde im Straßengraben stehen ließ, um ihn bei späterer Gelegenheit wieder abzuholen. Als nun am 28. Februar in den Nachmittagsstunden von einem Jungen am Bahndamm in der Nähe der Station Friedelhausen, etwa 1500 Meter von der Auffindungsstelle des Kraftwagens entfernt, in einem Wassergraben eine Akten- und Damenhandtasche mit Wertpapieren und Sparkassenbüchern, auf den Namen der Frau Oß- w a l d lautend, und sonstige Aufzeichnungen aufgefunden wurden, stand fest, daß die zunächst in Betracht gezogene Annahme irrig war. Aus einer vorgefundenen Postkarte war ersichtlich, daß Frau Oß- w a l d mit einer in Bad Homburg wohnhaften Dame in Beziehungen stand. Die dort angestellten Ermittelungen ergaben, daß Frau Oßwald am 23. und 24. Februar sich bei dieser Dame aufgehalten hat und in der Nacht zum 25. Februar heimlich ihre Gastgeberin verließ. Einen Schäferhund, den sie mitführte, gab sie in Frankfurt a. M. bei einer bekannten Familie in Verwahrung. Seit dieser Zeit fehlt von der Frau jegliche Spur. Es wurde weiter festgestellt, daß Frau Oßwald am 23. Februar von verschiedenen Sparkonten Beträge von zusammen 800 RM. abgehoben hat. Dieser Geldbetrag und ein brauner Handkoffer mittlerer Größe mit Kleidungsstücken konnten bisher ebenfalls nicht aufgefunden werden. Alle Nachforschungen und Absuchen der der Tatstelle nahegelegenen Waldungen unter Hinzuziehung der Arbeitsdienstabteilung „Justus von Liebig" waren erfolglos. Es ist anzunehmen, daß Frau O ß w a l d , die an Verfolgungswahnsinn litt, sich ein Leid zugefügt hat oder in der Umgebung umherirrt. Auch ist mit der Möglichkeit zu rechnen, daß die Vermißte irgendwo Unterkunft gefunden hat. Beschreibung der Vermißten: 1,69 m groß, schlanke, hagere Gestalt, helle Augen, blonde, in der Mitte gescheitelte Haare, kurze Oberlippe und Stupsnase. Sie trägt schwarzen Hut mit braunem Band, dunkelblaues Kleid mit weißem Kragen und weißen Aermelaufschlägen, weißes Halstuch, dunkelblauen Mantel ober dunkelblauen Gummimantel und vermutlich braune Wildlederschuhe. Beim Aussinden der Vermißten wird um sofortige Benachrichtigung der Kriminalpolizei Gießen ober der nächstgelegenen Polizeibienststelle gebeten. Meldepflicht für den SA.-Sportabzeichen-Träger. Der Führer hat in seiner Verfügung vom 18.3. 1937 bie Einführung der Wiedelcholungsübungen für das SA.-Sportabzeichen befohlen und das Lei- jtungsbuch zu einer „Urkund e" erhoben, bie Aufschluß gibt über die körperliche Leistungsfähigkeit und charakterliche weltanschauliche Haltung des Inhabers des SA.-Sportabzeichens. Für die Wiederholungsübungen und zur Erlangung dieser Urkunde melden sich alle SA.-Sportab- zeichenträger mit Ausnahme von Angehörigen der hh, Polizei, Wehrmacht und Stammpersonal des RAD, bis zum 15. März 1938 auf den zuständigen SA. -Sturmdienststellen ihres Wohnbezirkes. Für den Stadtbezirk Gießen ist die Meldestelle die SA.-Standarte 116. Dienststunden: 9 Bis 12 und 16 bis 18 Uhr, außer Mittwoch und Samstag. Wer bie Berechtigung zum Weitertragen des SA- Sportabzeichens erwerben will, muß sich der Wiederholungsübung unterziehen und sich in feinem Wohnbezirk bei der entsprechenden SA. - Sturm- Dienststelle pflichtgemäß melden. Bei Unterlassung der Meldung erfolgt Entzug des SA.-Sportabzeichens. Volksgenossen, bie das SA.-Sportabzeichen erwerben wollen, können sich auf der Dienststelle der Standarte 116 um die Aufnahme in eine ©21.= Sportabzeichengemeinschaft bewerben. Abbrennen von Grasflächen usw. verboten. Nach § 14 der Naturschutzverordnung vom 18. März 1936 ist in der freien Natur für die Zeit vom 15. März bis 3 0. September verboten: 1. Hecken, Gebüsche und lebende Zäune zu roden, abzuschneiden aber abzubrennen; 2. die Bobendecke auf Wiesen, Feldrainen, ungenutztem Gelänbe, an Hängen unb Hecken abzubrennen; 3. Rohr- und Schilfbestände zu beseitigen. Das Verbot gilt nicht für behördlich angeordnete oder zugelassene Kulturarbeiten oder Maßnahmen zur Unkraut- und Schädlingsbekämpfung. Verstöße unterliegen der Bestrafung nach § 30 der Naturschutzverordnung. Wer es unterläßt, Jugendliche unter 18 Jahren, die feiner Aussicht unterstehen, von einer Zuwiderhandlung abzuhalten, wird ebenfalls bestraft. Gießener Dochenmarktpreile. * Gießen, 5. März. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Deutsche feine Molkereibutter, % kg 1,57 Mark, seine Molkereibutter 1,52, Markenlmrter 1,55 bis 1,60 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, bas Stück 5 bis 10, Eier, beutsche, Klasse S 13, Klasse A 12%, Klasse B 12, Klasse C 11%, Klasse D 10%, ausländische, 12, Wirsing, % kg 12 bis 14, Weißkraut 10, Rotkraut, 12, gelbe Rüben unb Karotten 10 bis 12, rote Rüben 10 bis 12, Spinat 18 bis 20, Unterkohlrabi 8, Grünkohl 15, Rosenkohl 25 bis 28, Feld- salat, Vio 9 bis 10, Tomaten, % kg 40 bis 45, Zwiebeln 12 bis 14, Meerrettich 30 bis 60, Schwarzwurzeln 25 bis 35, Kartoffeln, % kg 5 Pf., 5 kg 45 Pf., 50 kg 3,30 bis 3,90 Mark, Aepfel, % kg 12 bis 25 Pf., Hähne 1,10 bis 1,20 Mark, Suppenhühner 90 Pf. bis 1,10 Mark, Tauben, das Stück 50 bis 60 Pf., Blumenkohl 40 bis 45, Salat 20 bis 30, Endivien 10 bis 25, Lauch 5 bis 8, Rettich 5 bis 10, Sellerie 10 bis 35 Pf. * ** Straßensperrung Wegen Ausführung von Brücken- unb Durchlaßarbeiten wird die Landstraße von A l b a ch bis zur Einmündung in die Landstraße S t e i n b a ch—L i ch vom 7. März ab für jeden Verkehr gesperrt. Die Umleitung erfolgt über Steinbach. ** Das Setzen von Gartenwasser- messern betrifft eine Bekanntmachung der Direktion unserer städtischen Betriebe. Interessenten mögen diese Mitteilung beachten. ** Städtische Brennholzverkäuse finden am kommenden Mittwoch, 9. März, unb am Freitag, 11. März, statt. ** D i e Allgemeine Ortskrankenkasse für ben Stabt- unb Lanbkreis Gießen mahnt bie Beiträge für ben Monat Februar zur Zahlung an. ** Eigentümer gesucht. Bei ber Kriminalabteilung Gießen sind folgende Fahrräber sicher- gestellt, deren Eigentümer bis heute nicht zu ermitteln waren: Herrenfahrräber: Marke . Miele" mit verchromten Felgen, Marke „Opel", Marke „Claes", zwei Marke „Adler", Marke „Presto", Marke „Star", Marke „Babenia", Marke „Kuxmann", Marke „Heßrab", Marke „Torpedo", Marke „Rota", Marke „Miele", Marke „Jndiar", Marke „Mafi", ferner mehrere Herrenfahrräber ohne Markenbezeichnung. Damenfahrräber: Marke „Efwe", Marke „Brennabor", Marke „Velo". Personen, bie sachbienliche Angaben ober Eigentumsansprüche geltend macken können, werben gebeten, sich bei der Kriminalabteilung Gießen, Zimmer 72, zu melden. Kundgebung derparte; inGießen Am Montag, 7. März, um 20.30 Uhr, spricht in Gießen im Cafe Leib der aus der Kampfzeit bekannte Redner Pg. H. Bartholomäus, Oberbürgermeister in Worms. Thema: „Unser Glaube, unser Sieg.“ Eintritt frei. Kreisleitung Welterau der NSDAP. NSDAP., Ortsgruppe Giehen-Nord. Am Montag, 7. März, spricht in Gießen in einer öffentlichen Versammlung im Cafe Leib der Pg. Bartholomäus, Oberbürgermeister in Worms. Alle Volksgenossen werden zu dieser Versammlung eingeladen, für die Parteigenossen und Parteianwärter ist der Besuch dieser Veranstaltung Pflicht. Sämtliche Politischen Leiter und Blockhelfer, soweit sie nicht schon schriftlich benachrichtigt sind, finden sich um 2 0.15 Uhr vor dem Cafe Leib ein. Das Erholungswerk des deutschen Volkes. ji$(5. Gauamtsleiter Haug, der Leiter des Amtes für Volkswohlfahrt im Gau Hessen-Rassau, wendet sich mit folgendem Aufruf an die gesamte Bevölkerung des Gaues: Nachdem das UUnterhilfswerk des deutschen Volkes durch die schon so oft bewiesene einmütige Opferbereitschaft der gesamten Bevölkerung unseres Gaues nunmehr erfolgreich zu Ende geht, muh die Sommerarbeit der NS.-Volkswohlfahrl in Angriff genommen werden. Das Erholungswerk des deutschen Volkes, das den bedürftigen SA.- und ff-Männem und Taufenden von Volksgenossen die Möglichkeit schaffen soll, in Freistellen Erholung und Kraft für die Mitarbeit am weiteren Auf- und Ausbau des bereits Geschaffenen zu geben, muh den Gau Hessen-Nassau wieder, wie im Vorjahr, an der Spitze des Reiches sehen. Männer und Frauen des Gaues Hessen-Nassau! Stellt euch wieder mit allen Kräften und im Be- wuhtsein der Dankbarkeit, die wir dem Führer schulden, in den Dienst dieses großen Werkes. Beweist eure Opferbereitschaft! Laßt immer wieder durch eure Hilfe den Gedanken der Volks- und Schicksalsgemeinschaft Tat werden! helft — stellt Freiplähe zur Verfügung! ** D i e Handels- und Gewerbebank Gießen veröffentlicht heute bie Bilanz vom 31. Dezember 1937 unb bie Gewinn- unb Verlustrechnung. Interessenten seien auf diese Veröffentlichung beson- bers aufmerksam gemacht. ** Festtagsrückfahrkarten z u Ostern. Zu Ostern gibt bie Reichsbahn auch in diesem Jahre Festtagsrückfahrkarten mit längerer Geltungsbauer aus. Sie gelten zur Hin- unb Rückfahrt an allen Tagen vorn Mittwoch vor Ostern, 13. April, bis zum Donnerslag nach bem Fest, 21. April, 24 Uhr (Abschluß ber Rückreise). Die Karten sinb — ebenso wie Dem Auge das Beste! Lassen Sie sich beraten von \1 ( Optiker JKa&nus dem Optiker Ihres Vertrauens / Seltersweg 33 ' Kassenlieferant. bie Platzkarten — bereits ab 4. April, also neun Tage vor Ostern, zu haben. Benutzt werben können alle Eil-, Schnell-, FD= unb bie in ben Fahrplänen mit L bezeichneten Züge unter Zahlung ber tarifmäßigen Zuschläge. Nur bie FOt-Schnelltrieb- magen sind ausgeschlossen. Die um 33% o. H. ermäßigten Festtagsrückfahrkarten werben für ben gesamten Bereich ber Reichsbahn ausgegeben. Bei Reisen nach unb von Ostpreußen hat ihre Benutzung nur für (Entfernungen unter 200 Kilometer Bedeu- tung, da über weitere Entfernungen bie Ostpreußen- Rückfahrkarten eine größere Ermäßigung bieten. Die Fahrpreisermäßigung für Gesellschaftsfahrten wirb zu Ostern gewährt, ebenso bie für kinderreiche Familien. ** Oesfentliche Bücherhalle. Im Februar sind 2235 Bände ausgeliehen worden. Davon kamen auf: Literaturgeschichte 1, Zeitschriften 24, Gedichte unb Dramen 22, Erzählende Literatur 1261, Jugendschriften 340, Länder- und Völkerkunde 172, Kulturgeschichte 7, Geschichte und Biographien 243,. Kunstgeschichte 7, Naturwissenschaft und Technologie 59, Heer- unb Seewesen 48, Haus- und Landwirtschaft 12, Gesundheitslehre 3, Religion unb Philosophie 7, Staatswifsenschaft 27, Sport 2 Bände. Nach auswärts kamen 27 Bände. 15 Jahre Freiwillige Feuerwehr Wieseck £ Wieseck, 5. März. Nachdem in den Nachkriegsjahren unsere Gemeinde von größeren Bränden in der Eichgasse unb in ber Kirchstraße heim- gesucht worben war, faßten einige verantwortungsbewußte Männer den Entschluß, eine Freiwillige Feuerwehr zu gründen. Im Saale der Bürgermeisterei fand eine Versammlung der P f l ich tfeuerwehr statt, in der die Gründung der Freiwilligen Feuerwehr vollzogen wurde. Der neu gegründeten Wehr traten sofort 64 aktive Mitglieder bei, von denen heute noch bie meisten aktiv in ber Wehr tätig sinb. Die Leitung und. Organisation der Wehr wurde damals in die Hände des Oberbrandmeisters Adolf Schäfer und einiger Mitarbeiter gelegt, die sie heute noch inne haben. Die Ausrüstung der Wehr übernahm die Gemeinde. Es wurde alles getan, um bie Wehr schlagfertig zu machen. So konnte bie junge Wehr bei einem großen Branb in ber oberen Kirchstraße (es brannten bamals 4 gefüllte Scheunen ab unb versckiebene weitere Gebäude waren in Gefahr) ihre Feuerprobe bestehen, und es gelang ihr, das Feuer auf seinen Herd zu beschränken. Auch ein Fabrikbrand konnte sich nicht ausdehnen, da die Wehr rechtzeitig zur Stelle war. Ferner wurde die Wehr bei verschiedenen kleinen Bränden unb bei Wassergefahr eingesetzt, wobei sie vollauf ihre Pflicht erfüllte. Die regelmäßigen Besichtigungen, oerbunben mit ben Jahressckluß- übungen, brachten ber Wehr immer eine gute Note ein. Sie hat stets bas in sie gesetzte Vertrauen gerechtfertigt unb ist für bie Heimatgemeinbe immer eine gute Stütze im Augenblick der Gefahr. Kleine (Strafkammer Gießen. Gestern wurde die Berufung des Friedrich Wirth aus Vilbel, der vom Amtsgericht Friedberg wegen Diebstahls im Rückfalle zu einer Zuchthaus ft rafe von 1 Va Jahren verurteilt worden war, vor der Kleinen Strafkammer verhandelt. Ein Freund des Angeklagten hatte Interesse an einem gebrauchten Motorrad, welches in einer Friedberger Autoreparaturwerkstätte untergestellt war. Er trat mit dem Inhaber in Kaufoerhandlungen, die jedoch daran scheiterten, daß er die geforderte Kaufpreissumme nicht aufbringen konnte. Da er anderseits auch nicht auf die Maschine verzichten wollte, heckte er im Dezember v. I. gemeinschaftlich mit dem Angeklagten den Plan aus, heimlich in die Werkstatt einzusteigen und dort einige wesentliche Teile, darunter die Lichtmaschine, abzumontieren, um so den Kaufpreis auf ein erträgliches Maß herunterzudrücken. Die beiden schritten auch zur Tat. Sie konnten ihre „Arbeit" aber nicht vollenden, da sie bei der Ausführung ihres verbrecherischen Planes ertappt und verhaftet wurden. In der gestrigen Hauptverhandlung brachte der Angeklagte vor, er habe nicht gewußt, daß er sich durch seine „Mitarbeit" einer strafbaren Handlung schuldig gemacht habe, sondern er sei immer der Auffassung gewesen, daß der andere Eigentümer der Maschine fei. Nit diesem Märchett fand er vor Gericht keinen Glauben,- da es doch geradezu absurd wäre, jpenn ein Eigentümer bei Nacht heimlich Teile seiner eignen Maschine entfernen wolle. Im übrigen wurde seine Darstellung von seinem damaligen Kumpan, der wegen der gleichen Tat bereits vor längerer Zeit abgeurteilt worden ist, widerlegt. Immerhin hielt die Kammer mit Rücksicht auf die Geringfügigkeit des Objekts eine mildere Strafe für angemessen und ermäßigte diese auf die gesetzliche Mindeststrafe von einem Jahr Zuchthaus. Besseren Erfolg mit seiner Berufung hatte der F. S. aus Lauterbach, der vom dortigen Amtsgericht wegen Betrugs sechs Wochen Gefängnis erhalten hatte. Der Angeklagte betreibt seit längerer Zeit in Lauterbach ein Geschäft. Im Laufe der Zeit verschlechterte sich seine geschäftliche Lage immer mehr, so daß er auch heute noch mit erheblichen finanziellen Schwierigkeiten zu kämpfen hat. Die Folge davon war, daß eine große Anzahl seiner Lieferfirmen absprangen, während es ihm auf der anderen Seite fast unmöglich war, mit anderen Firmen ins Geschäft zu kommen. Immerhin gelang es ihm, mit einer Firma eine Geschäftsverbindung anzuknüpfen. Einige Zeit später begab sich der Angeklagte nach Frankfurt, um einen größeren Posten anzukaufen. Im Laufe der Verhandlungen wurde ihm jedoch von der Firma bedeutet, daß eine neue Lieferung nur dann in Frage käme, wenn er die erste, von der noch 25.— RM. offen standen, bezahlt habe. Der Angeklagte gab für diese Außenstände einen Scheck über 25.— RM. in Zahlung, für den aber, wie sich alsbald herausftellte, keine Deckung vorhanden war. In der gestrigen Hauptverhandlung gab der Angeklagte an sich zu, gewußt zu haben, daß im Zeitpunkt der Uebergabe für den Scheck keine Deckung vorhanden war, er behauptete jedoch, er habe mit Rücksicht auf seine recht beträchtlichen Außenstände bestimmt damit gerechnet, daß dieser verhältnismäßig geringe Betrag inzwischen eingegangen sei. Er bestritt vor allem, in betrügerischer Absicht gehandelt zu haben. Obwohl das Gericht nicht restlos von seinen Argumenten überzeugt war, konnte dem Angeklagten nicht das Gegenteil nachgewiesen werden. Die Kammer sprach ihn daher mangels Beweises frei. Amtsgericht Gießen. Unter der Anklage des Mietwuchers hatte sich der A. W. aus Gießen vor dem Amtsgericht zu verantworten. Der Angeklagte ist Eigentümer eines Geschäftslokales, das er an einen Dritten für 160 RM. monatlich vermietet hat. Allerdings hatte er zunächst 18Q RM. verlangt. In der Hauptverhandlung behauptete der Angeklagte, daß die fragliche Summe zur Deckung der auf dem Hause ruhenden laufenden Unkosten und Lasten erforderlich gewesen sei. Im übrigen bezeichnete er den geforderten Preis als für ein Ladenlokal in dieser Lage angemessen. Auf Grund der Beweisaufnahme und eines Sachverständigengutachtens kam das Gericht zu dem Ergebnis, daß die Miete zwar als hoch, jedoch nicht als wucherisch anzusprechen sei. Insbesondere verneinte das Gericht das Vorliegen einer wucherischen Absicht bei dem Angeklagten, und es gelangte daher zu einem freisprechenden Urteil. Kreis Wetzlar. O Groß-Rechtenbach, 3. März. Ein voller Erfolg wurde der Dorfgemeinschaftsabend^ zu dem die Ortsbauernschaft Groß- Rechtenbach die gesamten Dorfbewohner in den Saal der Gastwirtschaft Bepler eingeladen batte. Der Saal war bis auf den letzten Platz besetzt. Ortsbauerntührer D r e u t h begrüßte die Teilnehmer. Der Gesangverein (Leitung Lehrer Spory) brachte ein Lied zum Vortrag. Nach einem Gedicht, vorgetragen von einem Hitlerjungen, hielt Direktor Trautmann von der Landwirtschaftsschule Wetzlar einen Vortrag über die Landarbeiterfrage. Geschäftsführer Fischer von der Molkereigenossenschaft Oberwetz sprach bann über die molkerei- mäßige Erfassung der Milch innerhalb der Marktordnung. Gemeinsames Kaffeetrinken schloß sich an. Von verschiedenen Seiten waren Mehl usw. gestiftet worden. Die NS.-Frauenschaft hatte sich in dankenswerter Weise zum Kuchenbacken zur Verfügung gestellt. Beigeordneter Müller sprach den Wunsch aus, daß künftig in jedem Jahre solche Dorfgemeinschaftsabende stattfänden. BDM.-Mädel und Hitlerjungen führten im weiteren Verlauf des Abends den Schwank „Frau Wahrheit" von Hans Sachs auf. Die NS.-Frauenschaft zeigte in einem gut gelungenen lebenden Bild, wie es früher in der Spinnstube war. Ein selbstoerfaßtes Gedicht von Frl. Lang über das „Wochenmarktgehen" früher und die Milchablieferung heute löste allgemeine Heiterkeit aus. Briefkasten der Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.) Mehrere Leserinnen. Das Bohnern einer Treppe ist zulässig, verpflichtet aber denjenigen, der gebohnert hat, zum Schadensersatz, falls jemand infolge der durch das Bohnern bedingten Glätte der Treppe zu Fall und zu Schaden kommt. Die Anbringung des Schildes „Vorsicht, frisch gebohnert" befreit nicht ohne weiteres von der Verpflichtung zum Schadensersatz und hat insbesondere Bedeutung für die Frage eines Mitverschuldens und da- mit für die Verpflichtung, einen Teil des erwachsenen Schadens selbst zu tragen. H. T. In einem Zwangsoersteigerungsoerfahren ist der Ersteher eines Grundstücks berechtigt, das Mietverhältnis unter Einhaltung der gesetzlichen Kündigungsfrist, die Jahr beträgt und spätestens am dritten Werktag des Kalenderoierteljahres zu dessen Schluß zu erfolgen hat, zu kündigen. Die Kündigung ist ausgeschlossen, wenn sie nicht zu dem ersten gesetzlich zulässigen Termin erfolgt. Aber auch das Kündigungsrecht des Erstehers ist durch die Bestimmung des Mieterschutzgesetzes zur Zeit beschränkt. Wird die fällige Miete jeweils pünktlich bezahlt, und machen sich weder der Mieter noch die zu seinem Hausstand gehörigen Personen einer erheblichen Belästigung des Vermieters oder übrigen Hausbewohner schuldig, so kann der Vermieter auf Aufhebung des Mietverhältnisses in der Regel nur dann klagen, wenn für ihn aus besonderen Gründen ein solch dringendes Interesse an der Erlangung des Mietraums besteht, daß auch bei Berücksichtigung der Verhältnisse des Mieters die Vorenthaltung der Räumlichkeiten eine schwere Unbilligkeit für den Vermieter darstellen würde. Eine Erhöhung der Miete ist nur mit Zustimmung des Mieteinigungsamtes möglich. 0959 1329V erhalten Sie preiswert im 1244A Mitglied der Elektro-Gemeinschaft EIN DZU CK 1440A waldes, Försterei hochwart: fr 1442A IL II Verkaufs stelle Ruf 2486. 41A Million DEUTSCHE I W\ WV /II 7 MÖBEL HANDELSMARKE SELTERSWEG 62 Anmeldungen für das neue Schuljahr und Auskünfte jederzeit irn Schulgebäude, Gießen, Goethestr. 32, Samenhaus Heinrich Hahn Bahnhofstraße — Fernsprecher Nr. 3403 Ein- u. halbjährige Handelsfachklasse Schulgeld RM. 19.. keine Nebengebühren. Dungkalk Düngemittel Torfmull Gartenkies Solnhofer Gartenwegplatten H.GIatthaar&Sohn Frank furt.Str.19 Mühlstraße 18 Telefon 3144/45. Scheiter: Buche 150 rm; Knüppel: Buche 50 rm; Vuchenreiser 2. Kl.: 450 Wellen; Buchenreifer 3. KL: 4592 Wellen; Buchenstöcke: 35 rm; Eiche-Werk- fcheiler: 6 rm. Zusammenkunft: Kreuzung 12. Schneise — Gru- benfchneife. B. Freitag, den 11. 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Zeichnungen und Ausschreibungsunterlagen, letztere gegen Erstattung der Selbstkosten, können bei Herrn Architekt Wilhelm Fink, Klein-Linden, An der Waldweide Nr. 6, eingesehen bzw. in Empfang genommen werden. Klein-Linden, den 3. März 1938. Bürgermeisterei Klein-Linden. __________Der Bürgermeister: Fischer._________ Brennholz-Verkäufe der Stadt Gießen: A. Mittwoch, den 9. März 1938, 9 Vi Uhr beginnend, aus den Abteilungen 80a und 85a des Stadt- <$> ZQ wurden bisher geliefert! sCE 51M 158795,78 938833,75 Mit 148912,45 198929,88 1405 A Für das schöne Seidenkleid: Flamenga, 95 cm breit, erprobte Qualität, in 4 CO vielen Kleiderfarben...................per m ■ •WU 1.95 360000,— Konturenkrepp-Faconn<5, 95 cm breit, in per m allen Farben 1,— 3977559,22 370000,— Passiva. Für Kleid und Compleü P. I # 'M SM •Ä* - r N x •v A *-**«£, -< LM LZW . 1 to-, / 1r' ' I ■ • 2 - r L :< - r W’ 2» .. >- ■'% Die Feuerwehr ist auch für erste Hilfeleistung eingerichtet. Feuerwehrmänner bei der Arbeit in der Schmiede. Leein- es auch nicht! Denn leider gibt es auch heute noch' Feuer- Einzel- Aus den Bereichen unserer städtischen wehr gäbe es noch eine Fälle interessanter nur Verluste, sondern, was wichtiger ist: trächtigung der Bereitschaft! Volksgenossen, die sich mutig gebärden, die Feuermeldescheibe mutwillig einschlagen, den Alarmkaopf drücken und dann das Weite suchen. Für die Feuerwehr bedeutet ein solches sträfliches Verhalten nicht Man findet eine kleine, aber gut eingerichtete Schlosser - Werkstatt mit Drehbank und Bohr- maschine oor. Eine Schmiede ist da, die mit allen notwendigen Ein- richtungen versehen ist, und schließlich eine Schreinerei, in der einige Holz- bearbeitungs - Maschinen stehen. Mit all diesen Werkstätten ist keineswegs beabsichtigt, dem einheimischen Handwerk Konkurrenz zu machen, vielmehr sind tue Feuerwehrmänner in erster Linie damit beschäftigt, für das eigene Depot an Arbeit auszuführen, was an Reparaturen und Erneuerungen anfällt, darüber hinaus gibt es hin und wieder für andere städtische Betriebe Arbeiten in kleinerem Umsange auszuführen. Ein ungewohntes Bild ist es dabei, zu sehen, daß die Feuerwehrmänner, soweit es möglich ist, in Uniform, zum mindesten aber in der Uniformhose arbeiten. Immer also bleibt die Bereitschaft gewahrt. In der gleichen Sekunde, in der die Alarmklingel ertönt, bleibt alle Arbeit liegen, stürzt man an die Wagen, in deren unmittelbarer Nähe und in peinlicher Ordnung Helm, Jacke, Koppel, Rauchmaske usw. hängen. Es verdient ferner erwähnt zu werden, daß auch die Motoren der heiten zu erzählen. Die Älarmzentrale ist ein Ka-. pitel für sich, ein komplizierter, oielverzweigter Or- gapismus, mit dessen Hilfe nicht nur die Kameraden der Berufsfeuerwehr jederzeit erreicht werden tonnen, sondern 50 v H der aktiven Feuerwehrmänner der Freiwilligen Feuerwehren können damit ebenfalls alarmiert werden. Die technischen Einrichtungen der städtischen Feuerwehr sind über alles Lob erhaben. Mit der Anschaffung des neuen Löschzugs im vergangenen Jahre wurde die Wehr auf den modernsten Stand ausgerüstet. Beide Wagen, die Motorspritze :nrooh( wie auch die Leiter, sind Wunderwerke der Technik, in denen sich alle aus praktischer Erfahrung -gewonnenen technischen Fortschritte vereinigen Vom universell eingerichteten Sanitätskasten für erste Hilfeleistung bis zu der 24 Meter langen stabilen und doch so empfindsamen mechanischen Leiter ist in beiden Wagen alles vereinigt, was der Feuerwehrmann für jeglichen Fall haben muß Bei einem Gang durch die Hallen und Räume unserer Gießener städtischen Feuerwehr, bei einer Besichtigung der Fülle der technischen Einrichtungen läßt sich unschwer der E'ndruck gewinnen, daß alles getan ist, was den Menschen stark macht 'ür den Kampf gegen wütende Naturkräite, für die Hilfe bei Unglücksfällen, für den Einsatz dann, wenn tückische Zufälle dem einzelnen Menschen oder aber der Gemeinschaft Schaden tun wollen oder Schaden getan haben. Die Feuerwehrmänner aber sehen in ihrer ständigen Bereitschaft eine Pflicht die ihnen >n Fleisch und Blut übergegangen ist und die ihnen das Gesetz des Handelns bestimmt. X'. Wagen ständig in Bereitschaft gehalten werden. Im Winter sind sie stets sorgfältig und warm verkleidet, die Motoren werden dreimal täglich in Betrieb gesetzt, laufen kurze Zeit, so daß sie immer warm gehalten sind und beim ersten Einschalten des Anlassers sofort losdonnern. Diese Maßnahme ist nicht zuletzt ausschlaggebend dafür, daß unsere städtiscye Feuerwehr in weniger denn einer Minute nach der eingegangenen Meldung das Depot verlassen kann. Dann pflegen wir da oder dort in den Straßen der Stadt das Klin- gelsignal oder das Martinshorn zu hören. Man stutzt. Die Feuerwehr! Wo brennt's? — Feuerwehr hat absolutes Vorfahrtsrecht! Jedes andere Fahrzeug hat der Feuerwehr Platz zu machen, — und im Falle der Notwendigkeit zu halten. — Manchmal aber, wenn die Feuerwehr fährt, brennt Feuerwehrmann 24 Stunden im Dienst. Gerätepflege sehr wichtig! Es läßt sich nicht behaupten, daß unsere Gießener städtische Feuerwehr sonderlich oft öffentlich in Erscheinung tritt. Und das ist auch ganz gut so! Denn wenn schon die Feuerwehr ausrücken muß mit ihren blanken, schmucken, modernen, schweren Wagen, dann ist in der Regel etwas Unerfreuliches los. Dann brennt es, dann ist etwas passiert, dann muß die Feuerwehr helfen, Schaden bekämpfen, weiteren Schaden verhüten, muß nicht nur Güter schützt, sondern vielleicht auch Menschen aus Gefahren retten. — Und eines muß die Feuerwehr noch: immer bereit (ein! Bereit zu jeglicher Stunde des Tages und der Nacht, an Werktagen und an höchsten Feiertagen, schlechtweg zu 365X24 Stunden im Laufe eines Jahres. Die Bereitschaft der Feuerwehr ist eine absolute! Dieses immerwährende Bereitsein könnte für die unmittelbar Beteiligten etwas Entnervendes, Zermürbendes an sich haben, tpenn nicht die Gewohnheit hülfe und — die Arbeit. Denn praktisch ist es doch so, daß oft tagelang einfach kein Alarmruf ertönt und die Feuerwehr doch auf den Bruchteil der Minute startfertig sein muß. Diese Bereitschaft, die für unsere städtische Feuerwehr nicht nur Notwendigkeit schlechthin, sondern ehernes Gesetz, ja, das Berufsethos ist, wäre nicht erfüllbar, wenn der.ganze Dienst nicht in eine klare feste Form gegossen, in ein System gebracht wäre. Ständig sind, jahraus, jahrein, 8 Mann im Dienst, und die Ablösung (ebenfalls 8 Mann) dienstfrei zu Hause. Der Dienst im Depot der Feuerwehr am Oswaldsgarten dauert für jede „Schicht" 24 Stunden. Während dieser 24 Stunden halten sich die Feuerwehrmänner immer im Depot auf, so daß sie zu jeder Minute auf die Wagen springen können. Selbstverständlich sind die 24 Stunden des Dienstes nicht ein ununterbrochenes Wachen. 8 Stunden des Tages sind mit praktischer Arbeit ausgefüllt, die übrige Zelt ist für Freizeit und Schlaf. Deshalb besteht das Depot nicht nur aus den Hallen für die Wagen, sondern es sind auch ein Gemeinschaftsraum, ein großer Schlafraum, ein Waschraum usw. vorhanden. Der Dienst-Tag des Feuerwehrmannes läuft also immer im Bannkreis der Alarmsirene ab! * * Taucht wohl bei dem oder jedem fernstehenden Volksgenossen die Frage auf, was denn nun eigentlich in den Stunden der praktischen Arbeit geschieht!? Es kann schließlich nicht dauernd an Wagen und an den Geräten herumgefummelt werden, nur daß sie blitzen und auf den wenigen Minuten der Fahrt durch die Stadt einen möglichst guten Eindruck machen! Selbstverständlich: nach jeder Brandbekämpfung oder nach jedem irgendwelchem anderen Einsatz werden sofort nach der Rückkehr alle gebrauchten Geräte überprüft, und wenn es Schäden oder Verschmutzungen gegeben hat, die peinliche Ordnung und Sauberkeit wiederhergestellt. Darüber hinaus aber gibt es noch manche andere Beschäftigungsmöglichkeit. Für die Mannschaft wäre Der Feuerwehrmann an der Drehbank. es seelisch kaum erträglich, nur dazusitzen und auf ein Aufflammen an der Alarmscheibe und auf das Ertönen der Alarmklingel zu warten. Da ist es nun interessant, zu wissen, daß die Kameraden der städtischen Feuerwehr fast ausschließlich gelernte Handwerker sind: Autoschlosser, Schlosser, Elektrotechniker, Schmiede, Schreiner, Kraftfahrer usw. Von jeder „Schicht" haben 3 bzw. 4 Kameraden den Führerschein,, der sie berechtigt, Kraftfahrzeuge über 5 Tonnen zu lenken! So gehören zum Depot also auch Werkstätten. Die Feuerwehr hat ihre eigenen Motorfachleute. Die große Leiter wird auf ihre Betriebssicherheit geprüft. (Aufnahmen |6|: Neuner, Gießener Anzeiger ) Abenteuer in Paris. Vornan von Hans Hirthammer. Copyright by Verlag Oskar Meister, Werdau i. Sa. 1. „Ich habe Angst!" sagte Gerda Bosch zu ihrem Verlobten. „Natürlich wirst du mich auslachen. Jede Nacht fährt dieser Schnellzug nach Paris und kommt dort jeden Morgen fahrplanmäßig an. Eisenbahnkatastrophen sind Gott sei Dank eine große Seltenheit — und trotzdem habe ich Angst, eine ganz unerklärliche, kindische Angst Wenn es nicht zu albern wäre, würde ich dich bitten, die Reise zu verschieben." Willy Ruland lachte übermütig auf und verstaute feine beiden Koffer im Gepäcknetz. „Selbst wenn ich für deinen sonderbaren Wunsch Verständnis hätte — du weißt doch, daß ich morgen pünktlich um zehn Uhr im Hotel .Esplanade' erwartet werde. Also beruhige dich schon! Ich werde ein übriges tun und dir gleich nach meiner Ankunft eine Depesche senden. — Zufrieden?" Gerda zwang sich zu einem unbekümmerten Gesicht. „Natürlich, Willy! Ist ja auch schon wieder vorüber! Wahrscheinlich waren es bloß die Nerven! Diese ganze geheimnisvolle Geschichte, deren Schleier nicht einmal vor der eigenen Braut gelüftet werden darf — wäre es ein Wunder, wenn man anfinge, Gespenster zu sehen?" In Willys Zügen zeigte sich ein Ausdruck von Unruhe. „Fange nicht wieder zu fragen an, Gerda! Wenn ich zurück bin, wirst du alles erfahren." „Ist es — nicht doch gefährlich?" „Nicht im geringsten, Liebling! Aber — ich glaube, es wird Zeit, daß du den Zug verläßt. Er muß jeden Augenblick abfahren." Gerda erblaßte und suchte eine sonderbare Erregung zu verbergen. „Dann also glückliche Reise, Willy! Und kehre wohlbehalten zurück!" Sie bot ihm den Mund, er küßte sie hastig — ein letztes Händeschütteln. , . „Und keine Sorge, Gerda! In spätestens drei Tagen bin ich wieder bei dir!" Als Gerda Bosch das Abteil verlassen hatte, trat Willy ans Fenster und öffnete es, um seiner Braut bei der Abfahrt noch ein letztes Lebewohl zuwinken zu können. Aber das junge Mädchen war nirgends zu sehen. Oder — hallo, war das nicht eben ihr sandfarbenes Cape und ihr weißer Strohhut gewesen? — Nein, nicht doch, er mußte sich getäuscht haben. Was sollte sie denn noch weiter vorn im Zug? Die Sperre lag ja am hinteren Ende des Bahnsteigs. Willy Ruland spähte noch eine Weile nach Gerda aus und beobachtete bann, als der Zug sich in Bewegung setzte, das lebhafte Treiben auf dem Bahnsteig. Da wurden Taschentücher geschwenkt, letzte Zurufe ertönten — und wurden verschluckt vom Zischen der Lokomotive^ und vom anschwellenden Lärm der Räder. Eine heranwogende Rauchwolke trieb den jungen Mann schließlich vom Fenster fort. Er zog es hoch, ließ sich an seinem Eckplatz nieder und begann sich in die Lektüre der Abendblätter zu vertiefen. Er schmökerte eine Seite durch. Dann kehrten seine Gedanken noch einmal zu Gerda zurück Warum hatte sie es plötzlich so eilig gehabt? Sie hatte doch, soviel er wußte, nichts vor und hätte also ruhig draußen noch warten können, bis der Zug abgefahren war. Hm, vielleicht ein bißchen verstimmt, weil er ihr keinerlei Andeutung über den Zweck seiner Reise gemacht hatte' Du lieber Himmel, er durste eben nicht! Er hatte sich verpflichtet, zu '-chweigen, und mußte diese Verpflichtung einhalten „Oh, vous excusez, rn’sieur! Sie wissen vielleicht, wann trifft ein der Ssugg in Paris?" Ein älterer Herr hatte eben das Abteil betreten und besetzte den gegenüberliegenden Platz. Er trug sich sehr gepflegt,'wenn auch nicht ganz zeitgemäß. Sein lilafarbener Anzug, der durch eine Pikeeweste seine letzte Vollendung erhielt, hätte einen Weltmann von heute vermutlich in gelinde Bestürzung versetzt, gar nicht zu reden von dem hohen Stehkragen mit der steifen Schmetterlingskrawatte. Aus diesem Stehkragen ragte ein runder Kopf mit kleinen, beim Sprechen behaglich zwinkernden Augen. Eine ansehnliche Glatze vervollständigte dieses Bild eines harmlosen, braven Mannes, den man mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit für einen Kaufmann aus der Provinz hatten konnte. Der Gute schien der deutschen Sprache nicht besonders mächtig zu sein. „Moraen früh sieben Uhr fünfunddreißig!" antwortete Willy Ruland auf französisch. „Ah, je suis heureux! Sie sprechen französisch?" „Ich war mehrere Jahre in Paris in Stellung. — Sie haben Deutschland besucht?" „Eine kleine Geschäftsreise zur Leipziger Herbstmesse! Ich bin nämlich Kaufmann. Spielwaren. Henry (Staube ist mein Name. In Toulouse kennt mich jedes Kind als den ,lieben Onkel (Slaube*. Sollte Sie Ihr Weg einmal dorthin führen, dann brauchen Sie bloß nach Onkel Claude zu fragen. Ich würde mich sehr freuen, Sie bei Gelegenheit als meinen Gast begrüßen und Ihnen unser liebes altes Toulouse einmal zeigen zu dürfen." „Dielen Dank, Monsieur! Leider wird sich kaum eine Gelegenheit finden, von Ihrer liebenswürdigen Einladung Gebrauch zu machen. Das Ziel meiner Reife führt mich nur nach Paris. Uebrigens — mein Name ist Willy Ruland." „Oh, Monsieur Ruland, darf man hören, welche Geschäfte--?" „Wirklich nicht von Bedeutung!" entgegnete Willy ausweichend. Er war nicht sehr angenehm berührt von der unverhohlenen Neugierde seines Reisebegleiters und bereute fast, seine französischen Sprachkenntnisse verraten und sich so der Ge-- jchwätziakeit des Franzosen ausgeliefert zu haben. „Werden Sie den Schlafwagen benützen?" fragte er vorsichtig und in der heimlichen Hoffnung, eine zustimmende Antwort zu erhalten. Er wurde jedoch enttäuscht. „Das wäre für mich ein überflüssiger Luxus, da. ich im fahrenden Zug doch nicht schlafen könnte. Ich vermute wohl richtig, daß es Ihnen ebenso ergeht." „Das könnte ich nicht behaupten!" lächelte Willy Ruland. „Wenn ich trotzdem auf das Bett verzichte, dann geschieht es — hm — aus Sparsamkeitsgründen." Der Herr in der Pikeeweste blinzelte verständnisvoll mit den Augen. „Dann werden Sie wohl später in Ihrer Ecke ein Nickerchen machen wollen. Lassen Sie sich durch meine Anw-'s-'vhptt jedenfalls nicht stören!" „In der Tat, Monpeur, wenn oie es nur nicht Übelnehmen — ich habe in den letzten Nächten nur wenig geschlafen." „Oh, ich bitte Sie! — Ich werde mir indessen die Zeit mit Kreuzworträtseln vertreiben — vorausgesetzt, daß Sie mir gestatten, das Licht brennen zu lassen." „Aber bitte, das stört mich nicht im geringsten." Tatsächlich zog Monsieur Claude ein dickes Heft aus der Tasche, das nichts weiter als Kreuzworträtsel zu enthalten schien. Als sich nach einigem Suchen ein Bleistiftstummel in der linken unteren Westentasche vorgefunden hatte, legte Herr Claude seine Stirn in nachdenkliche Falten, ein Zeichen, daß er seine anstrengende Tätigkeit zu beginnen die Absicht hatte. Willy Ruland machte es sich bequem, so gut es eben ging, und schloß die Augen. Da er sehr müde war, schlief er nach wenigen Minuten ein. Einem schärferen Beobachter, als es Willy Ruland war, würde vielleicht aufgefallien fein, daß Herr Henry Claude nicht das geringste Gepäck bei sich hatte. Selbst angenommen, daß Herrn Claudes Koffer im Packwagen mitgeführt wurden, so pflegt doch jemand, der von Berlin nach Paris fährt, gewisse Kleinigkeiten als Handgepäck bei sich zu hoben, Schokolade, Obst, vielleicht auch ein kleines Fläschchen Kognak oder sonst ein Getränk, falls er nicht für Alkohol schwärmt. Herr Claude aber trug nichts dergleichen mit sich — außer dem bereits erwähnten Kreuzworträtselheft nebst Bleistiftstummel. Immerhin — es sei vorläufig, nichts gegen Herrn Claude gesagt. Vielleicht war es eine Marotte von ihm, ohne Gepäck zu reisen. Vielleicht war er ein Mann, der die Bequemlichkeit über alles liebte. Aber selbst solche Leute haben zum mindesten einen Regenschirm bei sich, und sei es nur zu dem Zweck, um ihn beim Aussteigen liegen zu lassen. Herr Claude jedoch hatte nicht einmal einen Regenschirm. 2. Die junge Dame im sandfarbenen Cape, mit dem weißen Strohhut, die Willy Ruland bei seinem Blick aus dem Fenster flüchtig erspäht hatte, war wirklich Gerda Bosch gewesen. Sie eilte, so schnell es nur gehen wollte, zu den vorderen Wagen, wo ein verzweifelter Gepäckträger seit einer Viertelstunde auf sie wartete. Bei ihrem Anblick atmete er hörbar auf. (Fortsetzung folgt.) oji/fpoit MO-Wetzlar, der Kamps des Jahres Endlich vor der Entscheidung! Aus der engeren Heimat Wirtschaft Die anderen Kämpfe Kirchliche Nachrichten. wer- / 21119- ccni Rhein-Mainische Börse. Mttagsbärse gut behauptet. alten 2900-ccm-Modell entwickelt und durch bohrung auf ein Hubvolumen von 2999,44 gebracht worden. Die Bayerischen Motorenwerke Einen Drohbrief erhielt die Leitung des bekannten Londoner Fußballklubs Brentford, der am Samstag fein Pokalspiel gegen Preston North- end auszutragen hat. Darin bedroht der anonyme Briefschreibor alle Spieler Brentfords, denen etwa ein Torschuß gelingen sollte, mit dem Tode! Nachrichten. 19.10: Soldaten — Kameraden! Eine Geineinschaftssendung von HI. und Wehrmacht zum Tag des Einmarsches der deutschen Truppen tn das freie Rheinland. 20: Ein Abend sm Musikarchw des Fürsten von Fürstenberg. 20.45: 1. Bekenntnis zu Eichendorfs. Zu seinem 150. Geburtstag von Friedrich Bethge 2. Die Freier. Don Joseph von Eichendorfs. 22: Nachrichten. 22.30: Nachtmusik und Tanz. 24 bis 2: Nachtkonzert. bett. Das Bild am Pfandbriefmarkt blieb unverändert. Die Kaufaufträge können mangels Angebots nicht restlos erfüllt werden. Die 4,5proz. neue Bra- bag-Anleihe war bei 98,75 im freien Markte gesucht. Der Verlaus der Börse brachte zum Teil noch etwas freundlichere Kurse. Besonders auch Monlan- aktien, auf den letzten Eisenmarktbericht hin an-' geregt, etwas mehr gefragt, Bemberg bis 144 50 gesucht, IG.-Farben 160,25 bis 160,50. Renten blieben unverändert. Freitag, den 1K März. Gießen. 20 Uhr: Fastenandacht. Sonntagsdienst für Aerzle. Arzt: Dr. med. Ringshausen, An der Johannes« kirche 6. Zahnarzt (nur in dringenden Fällen): Dr. Breuning, Wilhelmstraße 1. könnt haben. r △ Lindenstruth, 3. März. Heute fand hier eine Verdunkelungsübung statt. Wenige Augenblicke nach dem Alarm lag unser Dorf in tiefem Dunkel. Die Uebung klappte gut. Leihgestern, 5. März. Seinen 80. G e - b u r t s t a g konnte am Donnerstag, 3. März, der Eisenbahnschaffner i. R. Johannes Ott in noch Gebetstunde. Vavtislen-Gemeinde, Gartenstraße 13 Sonntag, 6. März. 11 Uhr: Kindergottesdienst: 20.15: Predigt. — Mittwoch. 9. März. 20.15: Bibelstunde. Reuavoslolische G"meinden, Händelstraßel, Eder- strafte 13. Sonntag, 6. März. 9.30 Uhr: Gottesdienst: 16: Gottesdienst. — Mittwoch, 9. März. 20.30: Gottesdienst. Gemeinschaft innerhalb der Kirche (Landeskirchllche Gemeinschaft), Gutenbergstraße 9. Sonntag, 6. März. 20 30 Uhr. Evanaelisationsstunde. — Mittwoch, den 9. März. 20.30: Bibelllunde. — Donnerstag, den 10. März. 20.30: Jugendbundstunde. Katholische Gemeinden. Samstag, den 5. März. , Giften. 16.30 und 19 Uhr: Beichtgelegenheit. Sonntag, den 6. März. 1. Fastensonntag. Gießen. 6 30 Uhr: Beichtgeleqenheit; 7: hl. Messe; 8: Spendung der hl. Kommunion; 9: Hochamt mit Predigt: 10.15: Militärgottesdienst; 11.15: Singmesse mit Predigt; 20f Fastenvredigt und Andacht. — Lich. 7.30: Hochamt mit Predigt: 20: Dortraa und Andacht. — Grünberg. 9.45: Hochamt mit Predigt. — Laubach 10: Hochamt mit Predigt: 14.30: Christenlehre und Andacht. — Hungen. 17.30: Dortrag und Andacht. — TUdda. 8.15: Hochamt mit Predigt. — Schotten. 10.30- Hochamt mit Predigt. Dienstag, den 8. März. Gießen. 20 Uhr: Fastenandacht: 20.30: Bibelstunde. Mittwoch, den 9 März. Hungen. 7.30 Uhr: hl. Messe. Kassel stattfindende Gauspiel Hessen gegen Westfalen. Dieser Kampf, den vor allem der Gegner mit einer sehr spielstarken Mannschaft bestreiten wird, verspricht, wenn sich die in die Hessenmannschaft gesetzten Erwartungen erfüllen, einen ausgezeichneten Verlauf zu nehmen. Die Bezirksklasse sieht nur zwei Begegnungen vor Es stehen sich gegenüber Io. Lützellinden — Io. Roth luspo. Dehlar-Niederglrmes — Io. Hörnsheim. Wir glauben kaum, daß es in Lützellinden zu einer Uebekraschung kommt, vermuten vielmehr, daß sich Roth gegen das ausgezeichnete Spiel der Einheimischen nicht wehren kann. — Einen harten Kampf wird es in Niedergirmes geben. Oft und mit wechselndem Erfolg haben sich beide Mannschaften gegen- übergestanden. Diesmal hat keine eine wirkliche Gewinnaussicht. Freundschaftsspiel Io. Gcünlngen — Iv. Gambach. Hier gilt es zu zeigen, ob Grüningen in der Lage ist, den Vertreter der Bezirksklasse in der Staffel 5 zu besiegen. Nach den Leistungen der letzten Zeit zu urteilen, sollte das wohl möglich fein. Nurze Sportnotizen. Helfens Amateur-Boxmeifterfchaf- t e n werden am 13. März in Elz entschieden. Der neue Alfa-Romeo-Rennwagen ist keine absolute Neuschöpfung, sondern aus dem den drei ihrer 21-Sportwagen zum „1000-Meilen- rennen von Brescia" am 3. April entfenbcn. (Einen Wagen wird wahrscheinlich der bekannte Italiener Graf Lurani steuern. Evangelische Gemeinden. Sonntag, den 6. März. Gießen. Stadtkirche. 9.30 Uhr: Pfr. Becker; 11: Kinderkirche für die Markusgememde; 18: Pfr. Schmidt. — Fohanneskirche. 9.30: Pfr. Bechtolshei- mer; 11: Kinderkirche für die Lukasqemeinde; 18: Pfr. Ausfeld: 20: Bibelbesprechung: Pfr. Trapp. — Lukassaal, Liebigstroße 56 H. 14: Taubstummengottesdienst und hl. Abendmahl; Pfr. Bechtolsheimer. — Kapelle des Alten Friedhois. 9.30: Gottesdienst; 11: Kinderkirche für die Luthergemeinde. — Petrus- kavelle, Wetzlarer Weg 59. 9.30: Dir. Trapp. — Wieieck. 9.45: Kandidat Selzer; 11: Kinderkirche. — Kirchberg. 10: Gottesdienst; 11: Kinderqottesdienst.— Daubrinoen. 10: Gottesdienst: 11: Kinderqottesdienst. Lollar. 13: Kindergottesdienst. — Heuchelheim. 10: Hauptgottesdienst: 11: Kindergottesdienst (1. Abt.); 13: Kindergottesdienst (2. Abt.). — Klein-Linden. 9.30 Gottesdienst und hl. Abendmahl für das mittlere Alter; 11 45: Kinderqottesdienst. — Garbenleich. 12.30: Gottesdienst, anschließend hl. Abendmahl. — Haufen. 10: Gottesdienst, anschließend hl. Abendmahl. 2(fbnth. 12.30: Gottesdienst und Christenlehre. — Steinbach. 10: Gottesdienst. — L'ch. 9.45: Beichte; 10: Stiftspfarrer Naumann, Abendmahl; 1? <5: Kindercmttesdienst: 14: Stittsdechant Kahn. — Nie- der-Vestmgen. 13.30: Stiftspfarrer Naumann — Langsdorf. 11- Hauptgotte^hienÜ. — V-ttenbausen. 0 30: Hauptgottesdienst. — Hunaen. 10: Gottesdienst; 11: Kindergottesdienst — R-inhardsh^in. 10: Gottesdienst. — Veitsberg. 13: Gottesdienst. Montag, den 7. März. Lollar. 20.15 Uhr. Bibelstunde. — Mainzlar. 20.15: Bibelstunde. Mittwoch, den 9. März. Gießen. Stadtkirche. 20 Uhr: Passionsandacht; Pfr. Schmidt. — Kleln-Linden. 20: Passionsandacht. — Lich. 20: Passionsandacht; Stiftspfarrer Naumann. Rundfunkprogramm Sonntag, 6. März. 6 Uhr: Bremer Hafenkonzert an Bord des Schnelldampfers „Europa". 8.15: Gymnastik. 8.30: Christliche Morgenfeier. 9.10: Mittler zwischen Gott und Mensch. 9.30: Neue und alte Chormusik. 10: Morgenfeier des Gaues Koblenz-Trier der NSDAP. 10.30; Ewiges Deutschland. 11.15: Ob großes oder kleines Amt: gehorsam sind wir allesamt! Eine erbauliche Hörfolge. 11.50: Unser Kalenderbild: März. 12: Musik am Mittag. 14: Kinderstunde. Geschichten aus dem „Struwwcl-Peter" in Form einer lustigen Kantate von Fritz Dietrich. 14.30: Uns gehört der Sonntag! Ein Reigen sorgloser Melodien. 15.15: Im Märzen der Bauer sein Rößlein anspannt ... Frohe Lieder und Tänze. 16: Wunschkonzert zugunsten des WHW. Als Einlage 17 bis 17.15: Sportereiqnisse des Sonntags. 18: Abends in der Schihütte. 19: Nachrichten. 19.10: Heimat und Volkstum: Gehupst wie gesprungen. 19.40: Sportspiegel des Sonntags. 19.45: FlS-'JUnncn 1938: Deutschlands Spitzenklasse am Start um die Weltmeisterschaft im Torlaus. . Hol- menkollen 1938", der große Snrunglauf. 20: „Mona Lisa", Oper in zwei Akten. In der Pause, 21.45: Nachrichten. 22.30: Nachrichten. 22.45: Sportbericht. 23: Zu Unterhaltung und Tanz. 24 bis 2: Nachtmusik: Händel-Zyklus. Montag, 7. März. 6 Uhr: Notturno. Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Froher Klang zur Werkpause. 9.40: Kleine Ratschläge für Küche und Haus. 10: Schulfunk: Kinderlieber- fingen. Liederblatt 25 26. 11.40: Volk und Wirtschaft: Unentbehrliches Erdöl. 12: Schlohkonzert. 13: Nach- Am Freiverkehr gaben Ufa um 1 v. H., Rastatter Waggon in gleichem Ausmaße nach, auch Pokorny I d. H leichter. Die Börse schloß gut ge- | halten. Tagesgeld um 0,25 auf 2,50 v. H. ermäßigt. fationsoortrag: „Die Macht der Zukunft". — Mitt» woch, 9. März. 20.30: Bibelstunde. Christliche Gemeinde, Zu den Mühlen 2. Sonntag, 6. März. 9.45 Uhr: Erbauungsstunde: 11: Sonntags- schule; 20.30: Evangelisation. — Dienstag, 8. März. 20.30: Bibel- und Gebetstunde. Die Chrislenaemelnschafl (Bewegung für religiöse (Erneuerung), Marburger Straße 15. Sonntag, den 6. März. 16 Uhr: Menschenweihehandlung. Bund frettirchlicher Christen, Großer Steinweg 4. Sonntag, 6. März. 11.30 Uhr: Sonntagsschule; 20.15: Bibelstunde. — Mittwoch, 9. März. 20.15: Bibel- und Frankfurt a. M., 4. März. Die Börse eröffnete zwar auf sämtlichen Märkten noch immer sehr ruhig, doch war die Kursentwicklung sehr wider- standsfähig. Es war auch von Kundschaftsfeite her eher etwas Kaufneigung vorhanden, so daß die zu Geldbeschaffungszwecken herauskommenden Papiere leichter und überwiegend zu gut behaupteten Kursen ausgenommen wurden. Renten bleiben nach wie vor in größerem Ausmaße o lucht, die Kurse sehr gut gehalten. Am £ enmark lagen feine Sonderbewegungen vor, .. "^.-Farben setzten 0,13 v. H. fester ein und gewannen dazu weitere 0,25 v. H. Die übrigen Chemiewerte folgten im Verlaufe der freundlicheren Bewegung. Don Zellstoffwerten Waldhof weiterhin um 0,75 v. H. abbröckelnd. Ma- schinen- und Motorenwerte ruhig, Daimler 0,50, Moenus erneut 0,25 v. H. schwächer, da hier seit Tagen eine größere Abwicklungsorder vorliegt. Am Montanmarkt hörten die Verkäufe in Vereinigte Stahlwerke auf, die Kursbesserungen betrugen 0,13 bis 0,50 v. H., so für Verein. Stahlwerke, Rhein- stahl, Mannesmann und Hoesch. Elektroaktien still, Siemens unverändert, von Schiffahrtswerten Ha° pag 0,25 p. H. leichter. Im einzelnen Conti Gummi um 1, Reichsbank 0,50 v. H. befestigt. Am Rentenmarkt lagen Altbesitz um 0,13 v. Sy, Dekofama 0,50 o. H. höher. Kommunal-Umschuldung unverändert gefragt und bis 96,05 (96,05) gehan- richten. 13.15: Schloßkonzert. 14: Nachrichten. 14.10: Heut befiehlt bis 15 Uhr, ganz allein der Hörer nur! Wunschkonzert zugunsten des WHW. 15: Kleine Kammermusik: Kompositionen von Johann Friedrich Hoff. 15.30: Für unsere Kinder: Jetzt basteln wir ... 16. Nachmittagskonzert. Als Einlage 17 bis 17.10 vom Deutschlandsender: Mädel und Beruf. Es spricht Obergauführerin (Erna Pranz. 18: Zeitgeschehen. 18.30: Der fröhliche Lautsprecher. (Schallplatten.) 19: < Holzheim, 4. März. Dieser Tage stattete ein Mann, der einen blauen Monteuranzug trug, mehreren Häusern in unserem Orte einen Besuch ab. Er gab an, vom Ueberlandwerk Oberhessen zu kommen, um die elektrischen Leitung en nachzusehen. Er pflegte dabei in die Bodenräume zu gehen, und dann die ihn begleitende Person unter dem Dorwand, er habe seinen Maßstab vergessen, nach unten zu schicken Die Zeit, in der er allein war, benützte er dazu, aus der Räucherkammer Würste zu st e h l e n. Wie man hört, hat der Dieb auch in anderen Orten auf ähnliche Weise Würste gestohlen. In Ebers-Göns ist er f e ft« genommen worden. Utifälb auf dem taufte. Der 27jährige Schreiner Heinrich D e b u 5 von Garbenteich geriet mit der rechten Hand in die Kreissäge und zog sich schwere Verletzungen zu. — Der 35jährige Arbeiter Karl Stein aus Rödgen kam, als er sich mit dem Motorrad unterwegs nach Hause befand, zu Fall und zog sich schwere Prellungen an Kopf, Armen und Beinen zu. — Der Arbeiter Franz Kran aus O d e n h a u s e n , der im Mainzlarer Werk beschäftigt ist, erlitt bei seiner Arbeit an einer Preßmaschine eine schwere Unterarmverletzung. — Mit einem Unterschenkelbruch, den er sich bei der Arbeit im Walde zuzog, mußte der Holzhauer Georg Klöß aus Grünberg in ärztliche Behandlung gebracht werden. — Einen schweren Unfall erlitt auch der Holzhauer August Heßler von Burg-Gsmünden. Er wurde von einem stürzenden Stamm getroffen und erlitt dabei innere Verletzungen, sowie Verletzungen leichterer Art am Kopfe. Sein Befinden ist den Umständen, entsprechend gut, wenn auch nicht unbedenklich. Alle Abendbörse etwas freundlicher. Die Abendbörse zeigte auch für Aktien eine etwas freundlichere Haltung. Die Mittagsschluhkurfe waren durchweg gefragt. Montanwerte in Nachwirkung des letzten Eisenmarktberichtes noch etwas über Mittaqsschluß. So Verein. Stahlwerke 113.13 (112,90), Hoesch etwa 115. JG.-Farben lagen sehr gut gehalten. Etwa 0.50 v. H. unter Mittagshöhe notierten Deutscher Eisenhandel. Großbankaktien lagen unverändert. Am Rentenmarkt bestand unverminderte Nachfrage nach Kommunal-Umschuldung, die mit 96.10 umgingen. Die neue Brabag. Anleih« wurde mit 98,90 genannt. Die Abendborse schloß freundlich, da sich Anlagebedarf bemerkbar machte. Tödlicher Absturz vom Baum. * Nonnenroth (Kreis Gießen), 4. MärA. Der 69 Jahre alte Landwirt Friedrich Kiefer II. war auf einem Baumstück dicht vor unserem Orte b e i m Ausputzen eines Baumes damit beschäfttgt, einen dürren Ast adzusägen. Plötzlich brach der Ast, als er etwa zu dreiviertel durchgesägt war, ab und stürzte auf den oberen Teil der an den Baumstamm angelehnten Leiter, die auseinanberbr ad). Dadurch stürzte der alte Mann ab und fiel so unglücklich, daß ihm die Rippen brachen und die gesplitterten Knochen in die Lunge eindrangen. Der bedauerns- werte Mann lag eine Weile hilflos unter bem Baume, bis man ihn auffand und nach Hause schaffte. Dort oerftarb er leider infolge innerer Verblutung. Landkreis Gießen l Oppenrod, 3. März. (Eine Verdunkelungsübung, die heute hier stattfand, nahm einen guten Verlauf. gfs. Reiskirchen, 4. März. In dieser Woche begann hier der Reichsmütterdienst einen Lehrgang in Gesundheitsfürsorge und häuslicher Krankenpflege. Schwester Iosefine Englert leitet den Kursus. Es find 28 Teilnehmerinnen in dem Lehrgang vereinigt, ein Zeichen, daß die Frauen und Mädchen die Wichttgkeit dieser Schulung er» für die Blau-Weißen spielen dürften (das Fehlen der beiden in Lollar ließ es schon zur Tatsache werden), teilt uns die Spielvereinigung 1900 mit, daß Sack und Bergmann die Genehmigung ihres Truppenteils erhalten haben, bis zum Schluß der Der» bandsspiele 1937/38 für ihren alten Verein tätig zu fein. Im Falle der (Erringung der Meisterschaft verlängert sich die Erlaubnis bis zum Abschluß der Spielzeit. Eine gewiß erfreuliche Nachricht. Längere Ausführungen über das Spiel wollen wir uns ersparen. Der interessierte Kreis ist über die Einzelheiten der beiden Mannschaftsleistungen unterrichtet. Ledialich die Mannschaftsaufstellungen wollen wir kurz streifen. Während man bei 1900 mit der Wahl die Qual hat, aus der Anzahl der vorhandenen Spieler die richtige Auswahl zu treffen, sucht man in Wetzlar die durch die erneute Verletzung Timms entstandene Lücke zu schließen. Don beiden Vereinen ist deshalb bis jetzt noch keine endgültige Aufstellung genannt worden. Voraussichtlich kann man aber mit folgenden Vertretungen rechnen: 1 900: Rahn; Pankok (2/116), Lippert (2/116); Erhard, Quick (7/AR. 9), Lehrmund; Schellhaas, geiler, Hormel (2/116), Sack (2/0. 9), Löbfack. Weiterhin stehen zur Verfügung Bergmann, Krämer, Mank und Heuser. Wetzlar: Dormann; Benner, Zielberg; Teske, Diddlapp, Fischer; Kratz, Zehner, Trewing, Reuter, Blech II. Ersatz: Blech I., Zambedri, Kotlar. Lange dauert diese Ungewißheit aber nicht mehr, und wenn morgen Schiedsrichter Deutsch (Kassel) das Zeichen zum Beginn gibt, werden beide Vereine schon ihre richttge Auswahl getroffen haben. Die Reserve der Blau-Weißen wurde in letzter Minute noch zum Verbandsspiel in Steinbach an- gesetzt. Vor dem Großkampf 1900 Liga — Wetzlar Liga treffen sich zwei Iugenbinannschaften, die sich schon manche heiße Partie geliefert haben. 1900 1. Igd. und die gleiche von Leihgestern zeigten schon immer Kämpfe, die wirklich faszinierend waren. Vor dem Spiel der 1. Iugendmannschaft trägt die 2. Jugend der Blauweißen ein rückständiges Gesellschaftsspiel gegen die 1. Jugend Wetzlar-Niedergirmes aus. ^TeöeH b^. „fite-1 Sent^iWte« itartHri wt BWmg in di- Ehir. derkranz" brachte ihm, feinem Ehrenmitglied, aus | uvgische Klinik nach Gießen gebracht. diesem Anlaß am Abend ein Ständchen. Teutonia wahenbor^-Steinberg I — Butg I. Nach acht Wochen steigt morgen wieder der erste Kampf auf heimischem Gelände. Nach den Mißerfolgen in letzter Zeit sind die Aussichten für morgen nicht gerade rosig. Das Vorspiel in Burg ging feiner Zeit verloren. Die Mannschaft verstand es nicht, den 2:0-Vorsprung zu halten, so daß schließlich eine 3:2-Niederlaqe daraus wurde. Nun gilt es morgen, Revanche für diese Schlappe zu nehmen. Burg hat sich seit diesem Spiel nicht verbessert, sondern fast jedes Spiel verloren. Körperlich ist es den Steinbergern weit überlegen. Ob vieler Umstand entscheidend ist für den Spielausgang, das ist die Frage. Die Teutonen wissen, worum cs geht. (Eine abermalige Niederlage würde sich sehr nachteilig auswirken für die Mannschaft. Der Pa- pierform nach müßte man den Teutonen ja auch ein Plus zusprechen. In welcher Ausstellung die Teutonen das Spiel bestreiten, ist noch unbestimmt. Sollten sämtliche Spieler zur Verfügung stehen, bann ist mit einem harten und spannenden Kampf zu rechnen. (Einen großen Rückhalt dürften die Teutonen in ihren zahlreichen Anhängern haben. Schiedsrichter ist W i n g e n f e l ö • Fulda. Alle übrigen Mannschaften sind spielfrei. Sinn — Lollar. Das letzte auswärtige Spiel bestreitet die erste Elf des Sportvereins Lollar morgen in Sinn. Wenn auch der Gang für die Lollarer Mannschaft zweifellos ein schwerer ist, so kann man ihr doch nicht den letzten Hoffnungsschimmer absprechen, zumal sich die beiden Gegner schon immer gleichwertige Kämpfe lieferten. So zeigten sich die Lollarer auch im diesjährigen Vorspiel von ihrer besten Seite und konnten den Gästen in einem mitreißenden Kampf ein torloses Unentschieden abtrotzen. Ob es diesmal wieder zu einer Punkteteilung kommen wird, ist allerdings sehr fraglich. Es müßte denn höchstens fein, daß in den Reihen der Sinner, nachdem sie den Anschluß an die Spitzengruppe verloren haben, eine gewisse Gleichgültigkeit vorherrschen wird und der Lollarer Sturm sich dementsprechend besser durchsetzen kann. Die Lollarer werden sich schon zu einer großen Leistung aufschwingen müssen, wenn sie ein halbwegs achtbares Resultat erzielen wollen. Das Spiel dürfte wahrscheinlich in der gleichen Aufstellung wie gegen 1900 bestritten werden. Lollar II — Klein-Linden I. Wenn die Lollarer zweite Els auch Platzvorteil hat, so dürste cs ihr doch schwersallen, sick) wieder wie im Vorspiel zu einer Punkteteilung durchzu- kämpfen. Aufstiegspiel — VfN -Ist (ließen L Zum zweiten Aufstiegspiel fährt die 1. Mannschaft des VfB.-Reichsbayn nach Lich. Die Ra-fenspieler, die jahrelang in der 1. Kreisklasse spielen, konnten jetzt an zweiter Stelle stehend, in die Aufstiegspiele eintreten. Wenn nud) die Spielftärfe der Gruppe B der der Gruppe A in etwas nachsteht, so wissen die Licher doch, daß viel für sie auf dem Spiele steht. Die Mannschaft spielt den urwüchsigen ungekünstelten Fußball und braucht sich nicht vor dem großen Gegner zu verstecken. Dazu kommt noch her' kleine Platz, auf dem sick) die Gastgeber zu Hause fühlen, der für die Gäste schwer zu nehmen ist Die Licher haben großes Vertrauen auf ein gutes Abschneiden ihrer (Elf und die Grünweißen, die nicht in bester Besetzung antreten können, werden sich auf einen harten Kampf gefaßt machen müssen. DfB.-R. III — Io. Staufenberg I. Donnerstag, den 10. März. Gießen. Zohanneskircye. 20 Uhr: Bibelbesprechung, Pfr. Ausfeld. — Daubrlngen. 20.15: Bibelstunde. Freitag, den 11. März. Gießen. Kapelle des Allen Friedhofs. 20 Uhr: Passionsandacht. — petruskapelle, Wetzlarer Weg 59. 20: Passionsandacht, Pfr. Trapp. — Ruttershausen. 20.15: Bibelstunde. Evangelische Stabtmiffion, Löberstraße 14. Sonntag, 6. März. 8.30 Uhr: Morgenandacht; 13.30: Sonntagsschule; 15: Gemeinschaftsstunde (nur für Mitglieder); 16: Jungfrauenstunde; 20.15: Evangeli- Auf dem Waldsportplatz stehen sick; morgen VfB.- Reichsbahn III und Staufenberg I im Rückspiel gegenüber. Die Grünweißen, die im Vorspiel eine derbe Abfuhr einstecken mußten, haben sick) inzwischen wieder erholt und sollen stark genug fein, den Gästen bas Nachsehen zu geben. Handball im Kreis VIII Gießen Im Mittelpunkt der Veranstaltungen des Fach- amtes Handball steht am morgigen Sonntag das in 1900 — Wetzlar, Steinberg — Burg, Sinn — Lollar, Naunheim — Bissenberg, Steindorf — Butzbad). Wer wird Meister? Die große Frage, die heute noch mehr interessiert, als vor drei Wochen. Inzwischen ist nämlich die enbgültige Klärung erfolgt. Sinn, das noch wenig Hoffnuna besaß, ist durch die Niederlage in Butzbach aus dem engeren Wett- bewerb ausgeschieden. Die Entscheiduna liegt einzig und allein zwischen den beiden alten Lahnkreisoer- tretern. Steinberg empfängt Burg. Das Nachlassen der Burger darf die Teutonen nicht dazu verleiten, den Gegner zu unterschätzen. Lollar sucht den BC. Sinn auf. Wenn die Lollarer den Geist der letzten Viertelstunde wie tm Spiel gegen 1900 aufbringen, sollte sich ein achtbares Abschneiden ermöglichen lassen. Bei der Begegnung Naunheim — Bissenberg geht es um den vierten Platz. Gelingt es Naunheim, für die Vorsoielmederlage Revand)e zu nehmen, dann ist auch die Verbesserung in der Tabelle möglich. f r In Steindorf muß Butzbach beweisen, daß es auch auswärts zu siegen versteht. 1900 — Wetzlar. Nach Ueberroinbung bet ersten Enttäuschung, als der Schiebsrichter bei der ersten Spielansetzung die Spielunsähigkeit bes Platzes aussprach, hat sich bas Interesse für dieses Spiel noch vermehrt. Heute ist man sogar froh, daß bas Spiel damals nicht zum Austrag kam, denn man ist schließlich au der Einsicht gekommen, einen schönen Verlauf hätte es bei den damaligen Platzverhältnisfen doch nicht genommen. Und da bei der derzeitigen Wetterlage nicht wieder mit einem Ausfall zu rechnen ist, darf man die augenblickliche Stimmung in den Sport» kreisen wohl als Maßstab nehmen und bestimmt mit einer noch größeren Zuschauermenge rechnen. Bevor mir auf eine Betrachtung bes Spieles eingehen, wollen wir erst eine Feststellung treffen. Auf bas in letzter Zeit sich mehr unb mehr verbreitende Gerücht, wonach Sack und Bergmann nicht mehr