Nr. 259 Lrftes Blatt 188. Jahrgang Keltag, 4-November 1958 Lrlchem» tögltd), autza 6onntaq» und Feiertag» Betlagen Die Illustriert» (Biefienei 3-amilitnblättei Heimat im Bild Die scholl» Monatr-Bezuysprets: Mit 4 ‘Beilagen NM 1.95 Dt)ne Illustrierte , 180 Zustellgebühr „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer (Bemalt Kernsprechanlchlüsie anter Sammelnummer 225) Anschrift für Drahtnach- richten rinzetger Gtetzev poftfchecktonto: Sronffurt am Main 11688 Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vruL und Verlag: vrühlsche UntverfttStsdruckerei R. Lange in Stehen. Schnftlettvng und SeschLstrstelle: Schulftrahe 7 Annahme von Anzeigen fih öie Mitlagsnummer vis8'/.Uhrdes Vormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Npf.. für Textanzeigen von 70mm Breite 50 Npf..Platzvorschrift nach _ oorh Dereinbg 25°/e mehr. LrmShtgte Grundpreise: Stellen-.. Vereins», gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheilsanzeigen 5 Npf.. Familienanzeigen. Bäder». Unterrichts» u. behördliche Anzeigen 6Npf. Mengenabschlüsse Staffel B Chamberlains Parade. Chamberlain bat im Unterhaus .Hurchgezogen" und den alten Leitspruch befolgt, daß d e r Hieb die beste Parade ist. Er halt an der Hoffnung fest, daß die Münchener Friedensabsprache zwischen ihm und dem Führer ein neues und glücklicheres Zeitmter deutsch-englischer Zusammenarbeit einleiten kann-, er anerkennt die natürliche deutsche SBirb schaftsbeziehung zum europäischen Südosten; er will sein Land gerüstet, aber nicht rüstungswahnsinnig; er hat jene Oppositionellen abgeschüttelt, die. wie Churchill, Eden und Duff Cooper, deswegen gefährlich sind, weil sie aus den Reihen der nationalen Regierungspartei kommen. Es sei auch gern vermerkt, daß nicht -nur der Ministerpräsident Chamberlain dieser Oppositton im Unterhaus den Absagebrief überreicht hat. sondern daß auch der Parteiführer Chamberlain diesen innerparteilichen Oppositionellen mit Hilfe der örtlichen Parteiinstanzen kräfttg auf die Hühneraugen tritt. In scharfem Gegensatz zu den deutschen Auffassungen bezeichnen die Engländer Eduard VII. als peace-maker, als Friedensmacher, indem sie von dem Gedanken ausgehen, daß sein bekanntes Gegenspiel gegen Wilhelm II. nur sichernde Schranken gegen Deutschland errichten, nicht aber willentlich und wissentlich auf einen „vorbeugenden" Vernichtungskrieg hinsteuern sollte, lieber die deutsche und englische Auffassung der Rolle Eduard VII. läßt sich ein unendlicher Streit führen; aber gesetzt, wir machten uns für einen Augenblick die englische Auffassung zu eigen, so bleibt doch die wesentliche und unterscheidende Tatsache bestehen, daß dieselben staatspolitischen Methoden ganz verschiedene Bedeutung haben können, je nach der Person, die sie anwendet und den Umständen, unter denen sie angewendet werden. Neville Chamberlain wird für diesen unterscheidenden Hinweis sicher Verständnis haben — aus den stärksten persönlichen Gründen, lieber die deutsch-englische Handelsrivalität vor dem Kriege ist viel geredet und noch mehr geschwätzt worden; fein Vater Joe Chamberlain sah in diesen Dingen sehr klar: Er wollte die grundsätzliche Einführung des Schutzzolls in England, sowohl um den staatlichen und wirtschaftlichen Großraum des „Empire" zu begründen. wie auch gewisse tatsächliche Auswüchse des Freihandels zu bekämpfen. Als die Liberalen 1906 auf Grund des Freihandelsprogramms einen großen Sieg über Joe Chamberlain erfochten^ blieben sie an den gepriesenen Freihandel gekettet und fanden keine Kraft und keinen Absprung, um die dringenden Probleme Englands selbst wie die des Empire zu lösen. Ihre Verlegenheit und Unfruchtbarkeit drängte zur Entladung nach außen. Ein 1904 mit Frankreich geschlossenes Abkommen über ziemlich ferne Kolonialgebiete wurde die Keimzelle einer ungeschriebenen englisch-französischen EKtente, die mehr als ein Militärbündnis war. Denn darum konnte der französische Botschafter in London 1914 — obwohl er kein geschriebenes Wort in den Händen hatte! — 'entrüstet ausrufen, daß England feine Ehre im Leibe fjabe, wenn es Frankreich im Stich lasse. In so unentschiedenen und darum so gefährlichen Zeiten sind die Intriganten und Kriegsspekulanten die große Gefahr. Noch vor der Jahrhundertwende, noch vor der Thronbesteigung Eduards VII. hatte eine damals viel gelesene englische Zeitschrift den zur traurigen Berühmtheit emporgeftiegenen Satz veröffentlicht, daß am Tage nach einem deutsch- englischen Kriege jeder Engländer reicher fein werde; die Engländer selbst mögen, nachdem sie die Probe auf das Exempel gemacht haben, sich ausrechnen, ob diese stramm kaufmännische .Kalkulation" ein Loch gehabt hat oder nicht. Wir glauben, daß sie ein sehr großes Loch gehabt hat und hoffen deshalb, daß die Bemühungen Neville Chamberlains zu einem guten Ende kommen. Aber am Mittwoch hat ein führender Arbeiterparteiler, der Abgeordnete Greenwöod, einen ganz ähnlichen Satz verbrochen, indem er sagte, er schäme sich nicht darum, daß er sehr gern öie Vernichtung der „2) i k - taturen" in Europa sehen möchte. Dieser Satz ist n o ch d ü m m e r als jene kaufmännische Kalkulation auf den größeren Reichtum jedes Engländers nach einem deutsch-englischen Krieg. Denn hinter jener Kalkulation stand ein zwar primitiver, aber doch handfester Raubinstinkt; hinter dem Satz von Greenwood steht nichts anderes als die Eitelkeit Der gekränkten Leberwurst. Denn schwer gekränkt ist dieser Greenwood. sintemalen die Diktaturen anders als die Arbeiterparteien mit Elendsguartieren aufräumen, Notstandsgebiete in blühende Siedlungen verwandeln und aus Sportwettern Sportsmanner machen. Aber dieses soziale Sündenregister sollen die englischen Arbeiter und Angestellten ihren Bonzen vorhalten. Uns interessiert hier nur, daß sich bei dem schwankenden malischen Regierungssvstem unter arbeiterparteilicher Maske dieselben Kräfte regen, die vor 30 Jahren unter liberaler Maske m schärfster Gegnerschaft zu Chamberlains Vater den Kriegsgeist in England groß werden ließen ... weil sie in' ihrer trägen Befitzsreude nichts besseres zu tun wußten. B R- Am Y.November Hlaaaeri Geraus' Berlin,! Nov. (DNB.) Der Reichsminister des Innern und der Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda geben folgendes bekannt: Am 9.November 1938 flaggen öie staatlichen und kommunalen Verwaltungen und Betriebe, die sonstigen Körperschaften, Anstalten und Stiftungen des öffentlichen Rechtes und die öffentlichen Schulen im ganzen Reich vollmasi. Die Bevölkerung wird gebeten, in gleicher Weise zu flaggen. Oer Beamte, Diener seines Volkes. Reichsinnenminister Or. Frick spricht vor der Bremer Verwaltungsakademie. Bremen, 4. Nov. (DNB.) Reichsminister Dr. Frick unternahm zusammen mit dem Oberpräsidenten der Provinz Hannover, Stabschef Lutze, den Gauleitern R o e v e r und Telschow und dem Regierenden Bürgermeister der Hansestadt Bremen, SA.-Gruppenführer Boehmcker, eine Besichtigungsfahrt durch das bremische Landgebiet bis in die Gegend von Vegesack und zurück über den Blocklander Deich. Dann nahm Reichsminister Frick am Abend auf der Semesterantrittsfund- gcbung der Derwaltungsakademie Bremen das Wort zu einer Rede über die Stellung und Aufgaben des Beamten im nationalsozialistischen Volk und Staat. Auf höchsten Touren lief in diesen Wochen die Heeresmaschine — aber auch der Staatsapparat zeigte keine Ermüdung, fein Stocken, obwohl auch ihm Kräfte entzogen worden waren und entzogen werden mußten. Auch der Beamte tat — wie das ganze Dolf — feine Arbeit und feine Pflicht bis zum letzten. Und er konnte sie tun und tat sie ganz selbstverständlich, weil er Nationalsozialist war — wie das deutsche Volk nationalsozialistisch geworden war. Auch für den Beamten waren in Den fünf Jahren nationalsozialistischer Herrschaft Schranken gefallen, die alte, heute längst überwundene Vorurteile, Mißgunst und Eigensucht aufgerichtet hatten. Heute ist der Beamte ein Teil und Glied seines deutschen Volkes und sein Ehrgeiz ist, nicht etwa mehr zu scheinen oder mehr zu sein als seine deutschen Volksgenossen, sondern mehr zu leisten als andere. Im Dritten Reich gehören Dolf und Beamte wieder zusammen und Dolf und Beamte wissen das auch. Es ist fein Zufall, wenn der Vorspruch zum Deutschen Beamtengesetz unter den besonderen Merkmalen des Berussbeamtentums an erster Stelle seine Volksverbundenheit nennt. Aus dem Fürstendiener von einst und dem Staats- diener von gestern ist er heute in der Tat ein D i e- ner seines Volkes geworden. Heute wurzelt er wieder, wie es im Vorspruch heißt, in seinem deutschen Volk. Die Bewegung ist das treibende Element des Staates, der Beamte Organ und Repräsentant eben dieses Staates. Daraus ergibt sich die enge Verbindung zwischen Volk, Bewegung, Staat und Beamten, wie sie überall im Deutschen Beamtengesetz zum Ausdruck kommt. Kein Beamter kann daher die Bewegung oder ihr Programm, sei es auch nur zum Teil, ablehnen. Denn sie trägt den Staat und damit den Beamten. Nie darf er vergessen, daß der Führer und Reichskanzler, dem er als Beamter seinen Treueid geschworen hat, zugleich der oberste Führer der Partei ist. Zu dieser Haltung der Partei gegenüber ist der Beamte verpflichtet, auch wenn er nicht Parteigenosse ist. Vielmehr hat der Beamte, der Parteigenosse ist, außer seinen allgemeinen und besonderen Amtspflichten noch besondere Pflichten gegenüber der Partei.. Heute führt und lenkt der Staat auch die Wirtschaft. Die Aufgaben des Beamten aber sind a n - ö e r e als die des Wirtschaftsführers. Jnitiattve und kühner Wagemut — ich spreche nur das Wort „Risiko" aus — sind der Wirtschaft eigentümlich und müssen ifor auch im nationalsozialistischen Staat eigen bleiben, wenn sie ihre Aufgaben erfüllen soll. Gesetzmäßigkeit und Stetigkeit sind die Merkmale der Staatsverwaltung. Der Minister wies dann daraus hin, daß die Besoldung der Beamten deshalb auch nach anderen Grundsätzen erfolgen müsse als die der in der Wirtschaft tätigen Volksgenossen. Die 32. Aenderung des Reichsbesoldungsgesetzes vom 27. 9. 1938 soll Bestimmungen des noch aus dem Jahre 1927 stammenden Besoldungsgesetzes, die mit den Grundsätzen eines nationalsozialistischen Staates nicht vereinbar seien, beseitigen, wäs uns auch ein gutes Stück weiter auf dem Weg einer allgemeinen Neuregelung des Reichsbesoldungsrechts gebracht habe. Hat uns das Deutsche Beamtengesetz von 1937 den Einheitstyp des „deutschen Beamten" gebracht, so ist heute der deutsche Beamte gleich, ob im Alt- reich, in der Ostmark oder im Sudetengebiet, zum großdeutschen Beamten geworden. Das darf heute bei seiner Arbeit kein Beamter mehr vergessen. Auch seine Aufgaben sind größer geworden, auch sein Blick muß sich weiten für neue Dinge, die an ihn herantreten. Aufzubauen, wiedergutzumachen und Neues schaffen gilt es überall! Daß dabei an so manche Beamten auch wirtschaftliche Fragen und Aufgaben herantreten, ist erklärlich. Er kann und muh sich auch mit ihnen befassen. Er darf sich nicht etwa beiseitestellen, weil es ihn nicht „betrifft", sondern er muß nach bestem Wissen und Können seinen Teil zu ihrer Lösung beitrogen. Aufgaben, ifie nicht gemeistert werden können, gibt es «im Zeichen des VierjahresplaiHes nicht! Wie alle deutschen Volksgenossen werden dabei die Beamten stets ihren' Mann stehen, das Höchste anstreben und das Beste leisten nach unserer Losung: „Ein Volk, ein Reich, ein Führer!" Der Reichsaußenminister verkündet den Wiener Schiedsspruch. W st EM- * Am Mittwochabend verkündete Reichsaußenminister von Ribbentrop Den von ihm und dem italienischen Autzenrnmister Gras (Manu gerauten Schiedsspruch, der die Grenze zwischen der Tschecho-Slowakei und Ungarn neu und endgültig regelt. Unsere Aufnahme zeigt Reichsaußenminister von Ribbentrop bei feiner Ansprache im Wiener Schloß Belvedere. Links von ü)nj Außenminister Graf Ciano. Zweiter von rechts der ungarische Außenminister vonKanya. — (Scherl-Bilderdienst-M.) Budapest feiert die ungarische Abordnung B.u d a p e ft, 3. Nov. (Europasireß.) Den von der Wiener Schiedgerichtstagung heimkehrenden ungarischen Ministern v. Kanya und Graf T e l e k i wurde in Budapest ein triumphaler Eckipsang bereitet. Nach den gegenseitigen Begrüßungen hielt Ministerpräsident I m r e d y eine kurze Ansprache, in Der er 'Darauf hinwies, daß Ungarn seit zwei Jahrzehnten keinen solch schönen Tag erlebt habe wie Den gestrigen. Im Namen Der ungarischen Abordnung dankte Außenminister v. K a n y a mit warmen Worten für Die Begrüßung, wobei er hinzufügte, daß die entscheidende Rolle an dem errungenen Erfolge nicht der ungarischen Abordnung, sondern den beiden beteiligten Großmächten Deutschland und Italien zukomme, die alles darangesetzt hätten, damit die gerechten ungarischen Forderungen erfüllt würden. Der Begriff des Schiedsgerichts schließe jedoch in sich, daß auch Ungaren habe Opfer bringen müssen. Dafür wolle er aber hoffen, daß durch diesen Schiedsspruch nun der Weg zu einem guten Verhältnis zwischen Ungarn und der Tschecho- Slowakei geebnet werde. Der Außenminister schloß mit Dem Ausruf: „Es lebe das vergrößerte Ungarn!" Unter den brausenden Hochrufen ber_auf dem Bahnhofsplatz versammelten vieltaul-ndköpfi- gen Menschenmenge bestiegen sodann die Mitglieder Der ungarischen Abordnung ihre Kraftwagen, Die, von einer Ehrenkompanie berittener Polizei begleitet, Durch Die Hauptstraßen Der StaDt in Das Regie- rungsoiertel fuhren. Auf Dem ganzen Weg stauten sich Tausende, Die den heimkehrenden Ministern brausende Ovationen darbrachten. Vor der Regierungspartei würdigte Ministerpräsident Jmredy die Bedeutung des Wiener Schiedsspruches. Er richtete besondere Dankesworte an Hitler und Mussolini. Hillers Energie und dynamischer Schwung brachten die versumpfte europäische Politik in eine neue Strömung, die auch das Ungarntum in der Slowakei Ungarn zurückbrachte. Auch der „P e ft e r Lloy d" schreibt, die geschichtliche Tatsache, daß ohne Die Macht und Den von Adolf Hitler zusamm^ngefaßten Willen des D e u t- schen Reiches feroft ein Anfang nie hätte gemacht werden können, darf nie vergessen werden und bleibt für Ungarn auch die Grunolage der Politik der kommenden Zeit." Durch den Reichsaußen- minifter von Ribbentrop und dessen zielbewußtes Wirken werde die Freundschaft Deutschlands zu Ungarn erneut unter Beweis gestestllt, die ungarische Nation werde dafür ihre Dankesschuld nie vergessen. Auch die Verdienste Mussolinis bei der Erreichung der ungarischen Ziele werden gewürdigt, ebenso die polnische U n t e r st ü tz u n g des von Ungarn geführten diplomatischen Kampfes. Prag zum Wiener Schiedsspruch. Prag, 3. Nov. (Europapreß.) Die Tschechoslowakei hat gezögert, ihrer Bevölkerung das Ergebnis des Wiener Schiedsspruchs mitzuteilen. Die ersten Ausgaben der Donnerstagsblätter enthielten noch keine "Mitteilung über den Umfang der territorialen Abtretungen, während das amtliche Kommunique des Tschecho-Slowakischen Pressebüros lediglich die Bemerkung enthielt, daß den Vertretern der ungarischen und der tschecho-slowakischen Abordnungen eine Karte mit der neuen Grenzziehung übergeben worden sei. Dagegen sagt es nichts Darüber aus, wie diese Grenzziehung verläuft. Erst gegen Mitternacht wurden Angaben über die Einzelheiten gemacht. Im Rundfunk hieß es, in ihren Gegenvorschlägen habe sich die tschecho-slowa- kische Regierung für eine klare ethnographische Lösung Ausgesprochen, da der Staat das ethnographische Prinzip als Grundlage seiner künftigen Politik angenommen habe. Das, was die Tschecho-Slowakei gewillt war, an Ungarn^ abzutreten, wären Gebiete gewesen, in denen die ungarische Bevölkerung in der Mehrheit sei. Der in Wien gefällte Schiedsspruch sei aber darüber hinausgegangen. Die Tschechen, Slowaken und Kar- patho-Ukrainer seien entschlossen, einen neuen, lebenskräftigen Bundes st aat aufzubauen. Die „Prager Presse" schreibt, die letzten Ent- scheidunYen über die Grenzen mit Polen und Ungarn würden mit einer allgemeinen Erleichterung ausgenommen werden, denn sie bedeuteten das Ende der bisherigen Unsicherheit auch in diesen Gebieten und gäben der Tschecho-Slowakei endlich die f e st e Grundlage für den Neuaufbau des Staates auf politischem und wirtschaftlichem" Gebiet. Die Schlagzeilen der Blätter geben der Enttäuschung Ausdruck, die der Schiedsspruch in Prag auslöste. Dabei versucht der „Derer" trotz der scharfen Zensuroorschriften, die solches eigentlich verbieten, die Schuldfrage an den Geschehnissen der letzten Wochen aufzurollen. Der Vorsitzende der slowakischen Landesregierung, Dr. Ti so, ist bereits nach Preßburg zurückgekehrt. Er erklärte, daß, wenn nicht München gewesen wäre, die ganze Slowakei zwischen den Nachbarstaaten aufgeteilt worden wäre. Trotz aller Verluste bedeute der Schiedsspruch also doch einen Erfolg. Dr. Tiso forderte die Bevölkerung der abzutretenden Kreise auf, auf ihren Posten zu verbleiben und die Ortschaften bis zur Erledigung der Optionsfrage nicht zu verlassen. Aufgabe der slowakischen Intelligenz sei es, nicht wegzulaufen, sondern dem übrigen slowakischen Volk nunmehr Führer zu sein. Vor Verhaftung eines weiteren karpatho-ukrainischen Ministers. Uzhorod, 3. Noo. (Europapreß.) Die erste innenpolitische Rückwirkung der Abtretung des Gebietes von Uzhorod und Munkatsch an Ungarn dürfte im Rücktritt des zum bevollmächtigten Ministers für die Grenzziehung zwischen der Slowakei und der Karpatho-Ukraine bestellten Mitgliedes der karpatho-ukrainischen Landesregierung, Abgeordneten F e n c i k, bestehen. Man nimmt an, daß ähnlich wie im Falle Brody die Regierung zu seiner Verhaftung schreiten wird. Man wirft ihm vor, daß er für die Abtretung der Karpatho-Ukraine gearbeitet und sich daher des Landesverrats schuldig gemacht habe. In der „Nova Svoboda", dem Organ des Vorsitzenden der karpatho-ukrainischen Landesregierung, Dolosin, wird Brody vorgeworfen, 20 Jahre lang vom Ausland Bestechungsgelder empfangen zu haben, um Mißtrauen und Zwietracht in die ukrainische Bevölkerung zu tragen. Brody sei jedoch nicht allein in dieser Richtung tätig gewesen. Brody gehört dem autonomen Landbund an, Fencik der russischen Nationalpartet, doch haben diese beiden politischen Gruppen melfach gleiche Ziele verfolgt und auf der Basis des von der Regierung Voiosin aufgelösten russischen Nationalrates eng zusammengearbeitet. Die in der Tschecho-Slowakei verbliebenen Deutschen. Prag, 3. Noo. (Europapreß.) Abgeordneter Kundt, der Führer der noch im Staatsverband der Tschecho-Slowakei verbliebenen Deutschen, hatte dieser Tage Aussprachen mit Ministerpräsident S i - r o v y , Außenminister Chvaltovsky, Innenminister Czerny und anderen Persönlichkeiten des politischen Lebens. Wie wir erfahren, steht die Frage eines Staatssekretariats nicht zur Erörterung. Abgeordneter Kundt hat auch nicht die Absicht, eine politische Pa.rtei zu gründen, sondern er überprüft die Möglichkeiten, um auf rascheste Weise in einer den Verhältnissen in Böhmen und Mähren entsprechenden Form dem im tschecho-slowakischen Staatsverband verbliebenen Deutschtum das Schicksal zu erleichtern und die Zukunft entsprechend gestalten zu helfen. 45000 Sudetenkinder fahren in« Altre'ch. Berlin, 3. Noo. (DNB.) Durch die NSV. wer- den jetzt im ersten Drittel des Monats November 17 000 Kinder aus dem sudetendeutschen Gebiet zur Erholung ins Altreich geschickt. Aus allen sudetendeutschen Gebieten fahren die Sonderzüge, die durchschnittlich etwa 800 Kinder mitführen. In den Gau Groß-Berlin kommen sechs Sonderzüge, nach Thüringen werden neun, in den Gau Sachsen vier und Nach Pommern ein Sonderzug eingesetzt. Die 17 000 Kinder werden sechs Wo chen im Altreich bleiben, um dann erholt und gekräftigt wieder zu ihren Eltern zurückzukehren. Sie werden abgelöst durch n e u e Transporte, die dann bis zum Weihnachtsfest wieder zurückfahren. Insgesamt werden im Rahmen dieser Aktion 4 5 000 Kinder aus dem Gau Sudetenland auf die 35 Gaue des Altreiches und auf die Heime der NSV. im Altreich verteilt werden Oiellebernahme-Heier in Neichenberg München, 3. Noo. (DNB.) Bei der am Sorns- tag stattfindenden Uebernahmekundgebung in Reichenberg werden die Fahnen der Sudeten- deutschen Partei durch Rudolf Heß in die Obhut der NSDAP, übernommen werden. Die Blutfahne d e s 9.Novemer 1923 wird zum Zeugnis dieses feierlichen Geschehens für den 5. November nach Reichenberg gebracht werden. Lustschuhdebatte im London, 4. Noo. (DNB.) Das Unterhaus befaßte sich mit dem Luftschutz bzw. der Labour-Abge- ordnete Morrison beantragte, das Unterhaus möge seine tiefe Besorgnis über die zugestandenen Lücken im Derteidigungssystem der britischen Zivilbevölkerung zum Ausdruck bringen. England befinde sich in einem „Zustande der völligen Unzulänglichkeit des Heimatverteidigungssy- stems". Innenminister Sir Samuel Hoare erklärte, daß kein Problem der britischen Verteidigung so schwierig sei wie das der Heimatverteidigung. Trotzdem könnten die bisher von der britischen Regierung getroffenen Maßnahmen zum Schutze der Heimat mit denen aller anderen Länder einen Vergleich aushalten, mit Ausnahme jener Länder, wo man bereits beträchtlich früher damit angefangen habe. Der britische Luftschutz benötige für den Kriegsfall eine halbe Million Freiwillige. Der neuernannte Lordsiegelbewahrer und Minister für die Heimatverteidigung Anderson erklärte, man dürfe nicht annehmen, daß alles in sechs Monaten, einem Jahr ober zwei Jahren fertig sei. Er werde mit seiner Arbeit.so schnell wie nur möglich oorangehen. Allerdings werde der Aufbau des britischen Heimatschutzes auch neue Kosten erforderlich machen. Kriegsminister Höre Belisha erklärte, daß man der Verteidigung gegen Luftangriffe dieselbe Aufmerksamkeit schenken müsse, wie man sie immer der Erhaltung der Flotte zugewandt habe. 1936 habe man* die erste Luftabwehrdivision in Stärke von 2500 Mann geschaffen. Ihre gegenwärtige Stärke belaufe sich auf 45 000 Mann. Die Regierung sei zu dem Entschluß gekommen, fünf Luftabwehrdivisionen der Territorialarmee in Stärke von 100 OOO Mann zu schaffen, die auf das ganze Land verteilt seien. Höre Belisha machte dann nähere Ausführungen über ver- Drei neue 35000-Tonnen-Kriegsschiffe für USA. Washington, 3. Nov. (Europapreß.) Das Kriegsministerium vergibt auf dem Wege der Ausschreibung den Bau von drei Panzerschrffen von je 35 000 Tonnen. Die Baukosten werden auf 165 Millionen Dollar (rund 410 Millionen Reichsmark) veranschlagt. Das Kriegsmarineministerium hat als Bedingung gestellt, daß die drei Kriegsschiffe in s p ä - testens 52 Monaten, also im Frühjahr 1943, fertiggestellt sein müssen. britischen Unterhaus schiedene Flugabwehrgeschütze, die in der englischen Armee eingeführt werden sollen und fuhr bann fort: Der Zustarrb der Rückständigkeit werde nicht andauern. Jeden Monat werde die Nation stärker werden. Das Unterhaus lehnte darauf den Antrag der Opposition mit 355 gegen 130 Stimmen ab. „Times" schreibt, die Haltung des Hauses habe nicht darauf hingedeutet, daß man mit dem Stand der Luftabwehr voll zufrieden fei. Die kurzen Ausführungen Sir John Andersons, des Ministers für die Heimatverteidigung, hätten einen höchst günstigen Eindruck von feiner Energie und feinen Ansichten gemacht. Trotzdem hoffe man, daß er in Kürze der Oeffentlichkeit noch ein klares Bild sowohl von seinen Plänen wie auch von seinen Vollmachten geben werde. Die Oeffentlichkeit, so habe der Labour-Abgeordnete Morrison sehr richtig gesagt, werde sich niemals mit einer zivilen Ausgabe des Verteidigungsministers zufrieden geben. Anderson sei nicht allein für den Luftschutz zuständig. Seine wirklich wichtige Aufgabe liege in der Organisierung des vorhandenen Menschenmaterials, damit im Notfälle die richtigen Leute auch am richtigen Platz zur Verfügung stünden. — „Daily Telegraph" ist der Ansicht, daß im Hintergrund der gestrigen Debatte wahrscheinlich das Zögern stehe, ein N a t i o n a l r e g i st e r für den Nationaldienst anzunehmen oder abzulehnen. Ohne dieses Hilfsmittel könne man sich kaum vorstellen, wie derartig weitreichende schwierige Vorbereitungen wirksam werden sollen. — „Daily Mail" begrüßt es vor allem, daß bombensichereUnterständefür die Zivilbevölkerung angelegt werden sollten. Das Blatt unterstützt nachdrücklich den Appell Morrisons, den Minister für die zivile Verteidigung auch mit den notwendigen Vollmachten auszurüsten. Englands „Minister für die zivile Verteidigung" Von unserem IX Ts.-Korrespoudenten. London, 3. Poyember 1938. Diele englische Propheten sind am 31. Oktober von Chamberlain widerlegt worden. Es hat k e i n e K a - binettserweiterung gegeben, von ber man so lange gesprochen hatte, sondern der Premier bescherte England eine Kabinetts-,.Verengung", von ber niemand „gewußt" hat. Zwei Männer sind ins neue Kabinett eingetreten: Lord Runciman, ber ehemalige Berater ber Prager Regierung während ber sudetenbeutschen Krisis, unb S i r John Anberson, — für die meisten Engländer heute ber geheimnisvolle Mann im, unb vor der Kabinettsumbildung ber „starke Mann" hinter bcm Kabinett. Am 31. Oktober gegen 19.20 Uhr wurde Sir John Anderson nur als Lordgeheimsiegelbewahrer bezeichnet. Am Nachmittag des 1. November nannte ihn ber Kabi'nettschef zusätzlich „M t - nifter für zivile Verteibigung". Sir John ist in ber Tat das, was er nach außen hin zuerst nur zusätzlich fein sollte. Lorbgeheimsiegelbe- wahrer würbe er, weil Chamberlein kein zusätzliches Ministerium schaffen wollte. aber in ber Tat wirb dieser Minister ber Minister f ü r bie zivile Derteibigung fein." Mit biefen Worten hat Chamberlain Sir John Anberson vor bem englischen Volk den Auftrag gegeben, eine Maschinerie ins Laufen zu bringen, bie nach Ansicht nicht weniger Engländer trotz monatelangem, ja fast jahrelangem Hin unb Her noch nicht in Gang gebracht werben konnte. Anderson soll gleichzeitig mit dem Innen-, Gesundheits-, Erziehungs- Wirtschafts-, Verkehrs-, Post, unb Arbeitsministerium zusammenarbeiten, um bie notwendigen Schritte zur Organisierung eines „freiwilligen nationalen Dienste s" zu ergreifen. Anderson wird Vorsitzender zweier Ausschüsse fein, bie aus den Leitern bzw. höheren Beamten dieser verschiedenen Ministerien zusammengesetzt sind. Die beiden Komitees werden eingeglis- bert in ben Empire-Verteibigungsaus- schuß. Anberson wirb ein bauernbes Mitglied dieses Ausschusses. Dadurch soll bie Ausrichtung bes zivilen Dienstes auf bie aktiven Derteidigungsdienste gewährleistet werben. Es gibt in Enaland Leute, bie behaupten, mit der Ernennung Andersons zum verantwortlichen Minister für Luftschutz unb bie sonstigen Gebiete ber zivilen Verteidigung habe Chamberlain der Ovposition schon von vornherein den Wind aus den Segeln ihrer Kritik an ber Luftschutzorganisation genommen. Man begrünbet bas mit bem Hinweis, auch bie Opposition würde die Person Andersons nicht anzutasten roaaen. Diese Einstellung ist bezeichnend für die WMschätzung, die Anberson heute in weiten Kreisen ber englischen Bevölkerung genießt. Er ist für nicht wenige ein „toller Kerl", Draufgänger, Alleswisser und Alleskönner. Kurz, er ist heute ber Stern am politischen Himmel. Die Propaganda ber sensationslustigen englischen Presse hat ein gutes Teil battir gesorgt, baß er bas geworden ist. Anfang 1932 wurde er zum Gouverneur von Bengalen ernannt. Dieser Posten war ein Posten der Ehre und der Gefahr. KavM war er. da, machte man ihn zum „meist beschissenen Mann ber Welt", bichtete ihm bie gefährlichsten Räuberpistolen an unb machte ihn so langsam, aber sicher zum kleinen Nationalhelden, der dem Attentat eines Inders genau so ruhig und gelassen ins Auge schaut wie ein gewöhnlicher Sterblicher dem Servieren eines guten Abendessens. Immerhin, f t eben Attentate soll Anderson erlebt unb überlebt haben. Als er Bengalen verließ, war^-bort bas Pflaster zwar noch immer heiß, aber nicht mehr so heiß wie zuvor. Als Anderson, gelobt unb gerühmt von Presse unb öffentlicher Propaganda, nach England zurück- kam, fing man an, ihm unheimliche Kräfte zuzu- schreiben. Ein Mann, der mit dem indischen Terrorismus fertig geworden war, mußte unbedingt auch mit der englischen Parteipolitik fertig werden. Er wurde Nachfolger des Ende 1937 verstorbenen früheren Ministerpräsidenten Ramfay M a c d o n a l d als Parlamentsabgeordneter der schottischen Universitäten. Bis zu seiner Ernennung zum Kabinettsmitglied ist er somit kaum ein Jahr Unterhaus^abgeordneter gewesen — für englische Verhältnisse auch eine Leistung. Der heute 56jäh- rige hat aber schon vorher hinter bie Kulissen ber Regierung geschaut. Zielbewußt und strebsam wie nun einmal bie Schotten sind, scheute sich auch Sir John nicht, die Staatslaufbahn von „unten" anzufangen. Als erster wichtigerer Posten ist seine Beschäftigung als ständiger Unterstaatssekretär im Innenministerium zu nennen. Ständige Unterstaatssekretäre sind bie Männer, die nicht nur länger im Amt bleiben als ihre Chefs, die von der parlamentarischen Maschine abhängigen Minister, sie sind auch Männer, die alles wissen, alles gesehen, alles gehört, alles geahnt unb nichts verraten haben müssen. Anderson soll diese Vorzüge wie selten ein Mensch in sich vereinigt haben. Er muß ein guter Beamter gewesen fein, der auf ber einen Seite genau war, auf ber anderen jedoch mit allen verknöcherten ebenso fertig würbe wie mit bem indischen Terrorismus Er wurde so gut damit fertig, baß aus bem Beamten ein Parlamentarier wurde. Hätte er bas nicht gefchaf't, wäre er heute nicht Minister Anberson ist noch ein junger Mann Im englischen Kabinett ist man mit 56 Jahren noch jung, unb er soll sich auch noch als junger Mann fühlen und dementsprechend leben. Zu seinem Lode schrieb ber „Eoening Stanbard" am 1. November: „Das Kabinett gewinnt in Sir John Anberson einen deutschen Scholare n." Anderson hat in Leip- va Philosophie studiert. Außerdem besuchte er die > Universität in Edinburgh. Er ist nicht in ben Büchern steckengeblieben. Man ho'st heute, er werbe auch nicht in den Stammrollen steckenbleiben, sondern M'ttel unb Wege finden, an Stelle ber ab gelehnten Anlagepflicht einer nationalen Stammrolle etwas anderes, nicht aber wirkungsloseres auf die Beine zu stellen, um alle Kräfte ber Nation zusammenzubringen. Chamberlain hat ihm bie-fes Ziel aefteckt unb betont, es könne auf freiwilliger • Basis erreicht werben, „vorausgesetzt, baß bieses Unternehmen richtig geleitet unb organisiert wird". England erwartet, daß der ehemalige Gouverneur von Bengalen Schneid unb Geschick genug hat, biefe Aufgabe zu lösen. Gleichzeitig aber wartet man darauf, baß Anderson in Zukuntt als verantwortlicher „Minister für bie . zivile Derleidiaung" im Unterhaus alle Angriffe gegen bie Politik ber Re- aierung auf diesem Gebiet wird abschlagen können. Dieses Feld des Zweikampfes ist das einzige, das ber „meistbeschossene Mann ber Welt" bisher noch nicht betreten hat. 3opdnjfd>e ßr^ofae am Zonale London, 4. Nov. (Europapreß.) Japanisch-n Streitkräften gelang es, bie am Jangtse gelegene (Stabt Kiayu einzunehmen, ohne daß bie Chinesen namhaften Wiberstattb geleistet hätten. Die Stabt liegt 73 Kilometer sübwestlich von Wutschang. Eine anbere japanische Abteilung konnte bis in bie Dor- stcibt von P^tschi am Ostufer des Jangtse bei Sinti Vorbringen. Don chinesischer Seite wird behauptet, baß bie japanischen Truppen zwischen Tun- feng unb Putschi beträchtliche Verluste erlitten hätten, ba sie von starken chinesischen Streitkräften mit Unterstützung ber Luftwaffe hätten einaefreift werben können. In S ü b ch i n a sind bie Kamvf- hanblungen zum Stehen gekommen. Nur bie am West-Fluß gelegene Stabt S ch i u h i n g würbe von japanischen Bombenflugzeugen beworfen. Die japanischen Flotteneinheiten befinden sich auf ber Eisbärkamps. 23 on Olav Sölrmmd. Das feit Tagen bauernde Schneetreiben hatte aufgehört. Selbst das Kartenspiel in bem burch Tran- lampen erhellten unb erwärmten Iglu (Schnee- Haus ber Eskimos) vermochte bie töbliche Langeweile nicht mehr zu bannen. Alle Nerven waren gereizt, jedes Wort drang spürbar wie ein Peitschenhieb in den Schädel. Endlich war dies zu Ende. Soeben kehrt Sergeant Hopkins, von der „Royal Canadian Mounted Police“, die hier im äußersten Norden um Kap Bathurst die Ordnung unter den Radiumsuchern aufrecht erhalten sollte, vom Eingang der Eishütte zurück und sagte: „Meshures, dieser blutig verdammte Schneesturm hat ein Einsehen gehabt und sich verzogen. Wollen doch mal sehen, was dies Lüftchen mit unseren Brocken gemacht hatl" Don draußen klang nun auch das Heulen der Hunde, bie sich hinter ber Eisschutzmauer aus bem Schnee gekrabbelt hatten. Wir zogen unsere Pelze über, reckten unsere halbsteifen ©lieber unb schlüften einer nach bem anderen zum Eingang. Durch den Höllenlärm ber Hunde waren auch die Eskimos in den benachbarten Iglus lebendig geworden. Ueberall sah man Schneebrocken fliegen unb Köpfe aus ben verwehten Eingängen zum Vorschein kommen. Die Wahinis, bie Eskimofrauen und Mädchen tanzten ausgelassen umher und freuten sich auf ein neues „Kau-Kau", denn alle Vorräte waren in den letzten Tagen aufgezehrt worden, und nun würde wohl wieder Seehundfleisch ober gar saftiges Eisbärfleisch in die leeren Kessel kommen. Ich hatte bie Schneeschuhe angeschnallt unb eilte hinter Hopkins her. Etwa eine Meile vom Lager entfernt türmte sich ein mächtiger Hügel über ber weißen Ebene. Durch zusammendrängende Eismas- fen war er im Laufe der Zeit emporgewuchtet. Schroff standen feine Grate gegen den noch grau- verhängten Winterhimmel. Der Sturm hatte allen Schnee abgefegt und damit die Schrunden unb Risse ausgefüllt. Von Nörben, aus dem ber Sturm geweht hatte, war biefer Hügel leicht zu ersteigen, Da gewaltige Schneemassen sich davor gestaut hatten. Seitwärts in der Tiefe sahen mir unsere Iglus und bk der Eskimos aus der Grellheit bes Schnees aufragen. Ameisenklein unb fast unbeweglich sahen 1 wir unsere Kameraben an ber Wiederherstellung I ber Wohnhütten arbeiten, bie ber Sturm fast ganz vergraben hatte. Dieser fürchterliche Sturm, ber so । mutlos macht. Aber ber Lebenswille ist stärker als alles, und ein strahlenber Tag, der erste nach langer, langer Zeit, ermutigt auch den Müdesten. Gegen Norden zu erstreckte sich weißglänzend, hin und wieder unterbrochen durch stahlblaue, aufragende Eiswände, die See. Hopkins schaute angestrengt hinüber. Plötzlich knurrte er ein „Damned!“ Aufmerksam geworden folgte ich seinem Blick. Da sah ich nahe am Rande det Bucht zwei gewaltige Klumpen sich bewegen. Schon faßte Hopkins seine Büchse fester. Auch ich nahm die meinige fest unter den Arm unb heidi ginge den Hang hinab. Das wäre ja ein wirklich „gefundenes Fressen", zwei Eisbären so nahe und schußbereit vor uns. Der Schnee stob in Wolken" hinter uns her. Die Bären mußten uns bemerken. Aber nichts zeigte, daß sie Notiz von uns nahmen. Lautlos umkreiste das größere Tier seinen Artgenossen, der nur immer mit dem Kopfe dem Weg seines Gefährten folgte. Wir waren mittlerweile auf etwa hundert Meter nahe gekommen. Da sahen wir plötzlich, wie der kreisende Bär sich mit einem gewaltigen Satz auf den anderen stürzte Ein gewaltiger Kampf entspann sich. Uns stockte der Atem. Zuweilen hatten uns Tramps und Fallensucher von Eifersuchtsszenen unter dem Großwild berichtet. Wir hatten es nicht glauben wollen. Nun waren wir selbst Zeugen eines solchen Dramas. Hopkins wollte seine Büchse anlegen. Ich bedeutete ihm, es sein zu lassen. Ich erinnerte mich der gewaltigen Kämpfe forkelnder Hirsche zur Brunstzeit. Hier aber mußte etwas anderes bie Tiere gereizt haben Es waren Männchen unb Weibchen. Das zur Raserei getriebene Männchen hatte bas Weibchen im ersten Ansprung geworfen Aus einer Nähe von fast fünf Meter sahen wir bem Kampfe zu. Wir hörten bie Knochen der armen Bärin krachen. Ihr Widerstand war erlahmt. Wieder unb wieder sauste die Tatze des Bären auf sein Opfer, grub sich sein Maul In ben Körper ber Bärin, in dem kaum noch Leben war. Schließlich schleppte ber Bär sein Opfer zum Wasser und tauchte es hier solange unter, bis es fein Lebenszeichen mehr gab. Dann zog er bie Bärin wieder hervor unb schleppte sie, bie ihre fünf Zentner wiegen mochte, eine Zeitlang am Strande hin unb her. Im Banne dieses. gewaltigen Geschehens hatten wir uns nicht von ber Stelle gerührt. Auch der Bär hatte sich von unserer Anwesenheit nicht beeinflussen lassen. Jetzt erst, als er sich müde getobt hatte, ließ er sein Opfer fallen unb witterte zu uns hinüber. Währenb des ganzen Kampfes war kein Laut außer bem Krachen ber Knochen hörbar geworben Nun erzitterte bie Luft von einem gewaltigen Gebrüll. Hoch reckte sich bas riesenhafte Tier auf bie Hinterpranken. Da krachten, fast zu gleicher Zeit unsere Büchsen. Der Pär brehte sich kurz um sich selbst, bann sank er langsam auf die Seite. Ein letztes, heiseres Brüllen, unb leblos streckte er sich neben bie Bärin ... Die getötete Bärin überließen wir als „Kau-Kau" ben Eskimos, bas Fell bes Bären-Mörbers aber ziert heute bie gute Stube bes Sergeanten Hopkins in Ottawa. ($ufer Rat und starke Worte. Wenn sich in früherer Zeit ein arabisches Mäbchen verheiratete, erhielt es beim Verlassen bes elterlichen Hauses folgende Ratschläge für bie Ehe: „Du verläßt jetzt biejefltgen, von benen du ausgegangen bist; bu entfernst bich aus bem Neste, bas bich solange beschützt hat, von welchem bu bich aufgeschwungen hast, um gehen zu lernen, unb bu tust es, um bich zu einem Manne zu verfingen, ben bu nicht kennst, an besten Gesellschaft bu nicht gewohnt bist. Ich rate btr, ihm eine Sklavin zu sein, wenn bu willst, daß er bir ein Diener sei. Begnüge dich mit wenigem. Achte beständig auf das, was feine Augen sehen konnten, unb sorge, daß seine Augen niemals schlimme Handlungen sehen. Wache über seine Nahrung, wache über seinen Schlaf: ber Hunger ver- ursacht Aufwallung, bie Schlaflosigkeit erzeugt böse Laune. Sorge für sein Eigentum, behanble seine Angehörigen mit Güte Sei stumm für seine Geheimnisse: wenn er fröhlich ist, zeige bich nicht verbrieh- lich, wenn er verbrießlich ist, zeige bich nicht fröhlich — bann wird Allah dich segnen." * Der Mann, ber vor rund sechzig Jahren als Bürgermeister einer kleinen französischen Stadt Vorstand, liebte bie starken Worte. Als einmal zwei, die sich ehelich zu verbinden gedachten, mit ergebenen Mienen vor ihm saßen, hielt er es für seine Pflicht, ihnen ejnige gute Worte auf den gemeinsamen Lebensweg mitzugeben. Er wandte sich zunächst an den Bräutigam: „Aus tiefstem Herzen wünsche ich bir, Joseph, Glück, baß du diesen großen Entschluß gefaßt hast. Es war wahrlich betrübend, dich deine Jugend in so liederlicher Weise verschlemmen unb bich bem Säuferwahnsinn mit Riesenschritten nähern zu sehen. Je- boch, Enbe gut, alles gut, unb ich hoffe, baß bu jetzt bem Wirtshausleben auf immer Lebewohl gesagt hast." „Was dich betrifft, Katharina", sprach er zu ber Braut, „so mußt bu bem Himmel auf ben Knien danken, so häßlich wie du bist, einen Mann gesunden zu haben. Vergiß nie, daß du durch unabläffiqe Sanftmut unb grenzenlose Ergebenheit bich bewährst, benn ich wieberhole bir, — ein häßlicheres Frauenzimmer als dich habe ich in meinem ganzen Leben nicht gesehen." Das Stadtoberhaupt machte eine kleine Pause, um seine guten Worte wirken zu lassen. Dann schloß er: „Unb hiermit, meine Kinder, lege ich eure Hände ineinander zu einem schöneren Bunde." Es war eine Frau von Humor, die 1885 allen ihren Geschlechtsgenossinnen ben folgenden guten Rat gab, wie man bie Männer bei guter Laune erhalten könne: „Rechne 3 Pfunb Oebulb, 2 Pfund Nachsicht und 1 Pfund Vorsicht. Mische bas unter Aufschüttung von 1 Liter kaltem Wasser wohl unter- einanber unb lasse es so lange gehen, bis es zu einem Teig geworden ist. Sodann mische unter fleißigem Schaffen als Gewürz so viel gute Laune bei, baß ber Teig ganz davon durchdrungen wird: backe ihn im Backofen ber Liebe gut unb bauerhaft unb gib bem Mann von Zeit zu Zeit ein Stückchen bavon, mit Feinheit bestreut, zu genießen." A. N. Hochschulnachrichten. Der nichtbeamtete außerordentliche Professor Dr. Hans Gabamar von der Universität Marburg wurde beauftragt, vorn Wintersemester 1938/39 ab bie durch bas Ausscheiden des Professors Gehlen in der Philosophischen Fakultät der Universität Leipzig freigewordene Professur für Philosophie vertretungsweise zu übernehmen. Wen} Sagten Sie sechs? Nein - Idi sagte 3 3 ! U PMi y.\'3-£-’*'v-y; WWW WW ßW AM , einmal die w nicht, die 1 Als erster !£ °!s stän- f 1-“S,«« ö bie Mön- !n. nls ihre aichine ab. r> l>ie alles und " M diese H vneiniat 'wesen sein, 'f der (mbe* 'enso fertig rismyg. gr w Beamten stte er dos mister m englischen |Unq, uni) er Wen und e schrieb der „Tas Ka- Ion einen bat in Scheuchte er die t in den Bü- ' le, er werde bleiben, son- lle der abqe- Stammrolle - eres auf die Nation zu- m dich? Ziel iwilliyer, it, bah dieses miliert wird", e Gouverneur nug hat, diese wartet man 5 verantwort- teibiauhq" ’m iolitif der Ne- llagen tonnen, s einzige, da; " bisher noch mkM , Iapanisck-n nqtse gelegen? ß die Chinesen -n. Die Stabt utschang. Eine is in die M- 5 Jangtse bei Zeile wird ve- zwifchen Tun« [e erlitten hab i Streitträfien [,en einaetrei t ,d die Komps- men. Nur H »hin« wuM beroorfen. $'= , sich nuf _oec tph Sluck, daß Va(t L-°7 ,be«of)l je|a«t TZS s'K ganzen Dann ich eure he* 'i-' ti/39" ahr. ÄZ '-L 811g > sL x’'leben \ Wertet Äy? 3ä ei/;nti,t 1 ^de 1937 2 >ia Kneter j* ytiennunq J ein W lr englische ^ute IS. Menber • 4® e»Ä 2 1>l“i Au!' d-- unter- f»r ®°h es S“ eben. b ( 0i- Äb- gute L;,h. bocke igen ® Lft u"d d i>°K dooa". StückS^ N- Höhe von Futschau, ohne daß bisher ein Landungsversuch unternommen wurde. Japan und die Neuordnung in Ostasien. Tokio, 4. Nov? (DNB. Funkspr.) Die japanische Presse vermißt in der Erklärung der Regierung zum Chinakonflikt eine Aufklärung über die von Japan in Ostasien einzuschlagende Politik nicht nur gegenüber China, sondern auch gegenüber den Dritten Staaten. Das „Tokio Asahi Shimbun" bemängelt, daß der Begriff „Neuordnung Ostasiens nicht naher erläutert wurde. Die Dringlichkeit des Aufbaues eines wirtschaftlichen Blocksystems ei doch zum Beispiel vom Standpunkt wirtschaftlicher und der Interessen der Landesverteidigung ebenso wichtig zu betonen und zu erläutern wie Investierungen, Wirtschaftspläne und auswärtige Handelsbeziehungen aufzubauen seien. Diese mit internationalen Beziehungen zusammenhängenden Fragen sollten nachdrücklicher, betont werden als die immer wiederkehrenden Versicherungen über die Wahrung fremder Rechte und Interessen. Auf diese/Velse könnte Japan sich auch gegenüber Deutschland und Italien erkenntlich zeigen, die im Interesse der gemeinsamen Sache gegen die Komintern wirtschaftliche Opfer gebracht haben. Ferner könnten so England und Frankreich gezwungen werden, der Neuordnung in China Rechnung au tragen. Weder Japan noch fremden Mächten sei mit der Wiederholung abgedroschener Grundsätze über die japanische Politik gedient. Es sei zu hoffen, daß die japanische Regierung nun wenigstens mit verdoppelter Energie ihre Politik durchführen werde. Die Wirtschaftskreisen nahestehende Chugai Sho- gio Shimpo betont, daß die japanische Regierungserklärung sich auf die eindrucksvolle Tatsache stütze, daß Japan durch den gegenwärtigen Krieg ein absolutes politisches Ueberge- w i ch t in Ostasien errungen hat und daß ferner die ganze Welt ihre Einstellung zu Ostasien ändern müsse. Insbesondere würde England nochmals aufgefordert werden, anzuerkennen, daß der Schutz seiner Rechte und Interessen in China ganz von dem politischen Einfluß Japans abhängig sei. Zur amerikanischen Note, die die Politik der „offenen Tür" und den Schutz der Rechte und Interessen Amerikas in China zum Gegenstand hatte, erklärt die Zeitung, daß Japan gegen die Betätigung der freien Wirtschaft in China nichts einzuwenden habe. Dagegen müsse die japanische Regierung jede Forderung energisch zurückweisen, sofern sich politische Motive hinter einer solchen Politik der offenen Tür verbergen. Falls sich dritte Staaten absolut unzugänglich zeigten, so sei Japan fest entschlossen.d enNeun- m a ch t e v e r t r a g zur Befreiung Ostasiens und „zur Einrichtung der Neuordnung in Fernost außer Kraft zu setzen. Sowjelspanischer Dampfer an der englischen Ostküste zum Sinken gebracht. London, 3. Nov. (DNB.) Im Unterhaus wurden Anfragen über ein Seegefecht eingebracht, das sich am Mittwoch in unmittelbarer Nähe der englischen Ostküste bei Cro- mer (Norfolk), hart außerhalb des britischen Ho- heitsaebietes, ereignet hat. lieber die Einzelheiten des Vorfalles waren zunächst sehr widersprechende Gerüchte verbreitet. Nach den jetzt vorliegenden Nachrichten wurde das sowjetspanische Frachtschiff „Cantabria" das sich auf der Reise von London nach Leningrad befand, von einem bewaffneten nationalspanischen Hilfskreuzer, dessen Name mit „Nadi r" angegeben wird, nach kurzem Feuergefecht zum Sinken gebracht. Die gesamte 45köpsige Besatzung der „Cantabria" soll gerettet fein. . Der Kapitän und seine Familie wurden von einem Rettungsboot aus Cromer an Bord genommen, während 29 Mann von dem nationalspanischen Schiff und die übrigen von einem britischen Dampfer ausgenommen wurden. Das. britische Fischereischutzfahrzeug „Penzance" hielt sich einige Zeit in der Nähe auf, um sich zu vergewissern, daß keine britischen Interessen oer, letzt würden. Nationalspanische Erfolge im Ebrc-Dog n. Burgos, 4. Nov. (DNB. Funkspruch.) Der nationale Heeresbericht bestätigt das Fortschreiten des Vormarsches der Truppen trotz heftigen Widerstandes des Feindes. Die Linien der Roten wurden an verschiedenen Stellen durchbrochen, wobei die Ortschaft Pinell erobert wurde. Das Pandols-Ge- birge und das Caballos-Gebirge befinden sich völlig in nationalspanischem Besitz, ebenso die zwischen beiden Höhenzügen führende Paß-Straße. Das eroberte Dorf Pinell war vollständig ausgeplündert, kein einziger Bewohner war zurückgeblieben. Pinell, das von Roten hartnäckig verteidigt wurde, war eine Stunde lang das Ziel eines 1 energischen nationalen Angriffes. Die Straßen 1 waren voll von Leichen der roten Milizen. Die nationalen Kolonnen rückten von Pinell nach Mora del Ebro vor, wo der Feind allem An- fdjein nach seine Hauptkräfte zusammengezogen hatte zum letzten Widerstand vor einem endgültigen Verlust des Ebro-Bogens. Weitere Sowjet-Kommandanten beseitigt. Moskau, 3. Nov. (DNB.) „Prawda" und „Iswestija" veröffentlichen einen Nekrolog, aus dem hervorgeht, daß der Schwager Stalins, der Divisionskommandeur Pawel Sergejewitsch Allilujew, eines plötzlichen Todes gestorben ist. Allilujew ist ein Bruder der letzten Frau Sta- lins, die im Jahre 1934 in Moskau verstorben ist. Allilujew war zuletzt Militärkommissar der Verwaltung für Panzer- und Tanktruppen. Den Nekrolog Allilujews unterzeichnen 27 hervorragende Persönlichkeiten des Kriegskommissariats, darunter Woroschilow, der politische Kommissar Mech - l i s, Marschall Budjonny und andere. Natür- lich f e h l t d e r Name Blücher, wie nach der Entfernung der den Marschall Blücher betreffenden Dokumente und Bilder aus den Moskauer Museen nicht anders zu erwarten war. Ferner vermißt man den Namen des stellvertretenden Kriegskommissars, Armeekommandant Ersten Ranges Fedko, worin eine erste Bestätigung der seit einiger Zeit umlaufenden Gerüchte über dessen Beseitigung zu sehen sein dürfte. Fedko hatte lange Zeit als Befehlshaber des an der Küste des Stillen Ozeans bei Wladiwostok stationierten Armeekorps unter Blücher gearbeitet und soll ihm persönlich nahegestanden haben. Nach der Tuchatschewski-Krise im Juni 1937 mar Fedko zum Oberbefehlshaber des Kiewer Militärbezirks und vor etwa einem Jahre zum Stellvertreter Woroschilows ernannt worden. Sein Schicksal dürfte, wie dasjenige Blüchers, heute schon endgültig entschieden fein. Kleine politische Nachrichten. Der Reichsminister des Auswärtiaen v. Ribbentrop hatte den italienischen Außenminister Graf Ciano zu einer vom Bürgermeister der Stadt Wien veranstalteten Fasanenjagd in der Lobau eingeladen. — Geleitet von Reichsminister o. Ribbentrop begab sich Graf Ciano kurz vor 22 Uhr zum Südbahnhof, um in seine Heimat zurückzukehren. * Der Führer u n d R e i ch s k a n zl e r hat dem Kronprinzen und der Kronprinzessin von Griechenland anläßlich der Geburt ihrer Tochter drahtlich seine Glückwünsche übermittelt. Präsident Lebrun hat dem ehemaligen französischen Botschafter in Berlin und jetzigen diplomatischen Vertreter Frankreichs in Nom, Francois- Poncet, dasGroßkreuz der Ehrenlegion verliehen. Prinzregent Paul von Jugoslawien ist nach Bukarest abgereist zu einem Privatbesuch bei König Carol, der den Prinzregenten schon,vor längerer Zeit zu einer Jagd, eingeladen hatte. In Reval haben Vertreter der Außenministerien Lettlands, Litauens und Estlands einen Gesetzentwurf über die Regelung der Neutralität ausgearbeitet, der nun den Regierungen unterbreitet werden wird. Kunst und Wissenschaft, hessische Landesregierung fördert heimische Künstler. NSG. Aus der im Nassauischen Landesmuseum in Wiesbaden bis einschließlich 6. November statt- findenden G a u a usftellung für bildende Künste hat die Hessische Landesregierung An- k ä u f e in einem namhaften Betrag getätigt und damit zur Förderung der Künstler im Rhein-Main- Gebiet einen bemerkenswerten Beitrag geleistet. Die Werke folgender Künstler wurden angefauft: Friedrich Fauldraht: „Kakteen" (Stilleben), Del; Friedrich Kaltwasser, „Tannenwald", Oel; Alexander Posch: „Stillachtal im Allgäu", Oel; Ernst T o e p f e r : „Autobahnbrücke bei Limburg", Del; Helene von Beckerath: „Friedrich der Große", Bronze. Der Dichter Francis Iammes f. Der französisch? Dichter Francis I a m m e 3 ist in Bayonne kurz vor der Vollendung seines 70. Lebensjahres gestorben. Iammes, der noch vor kurzem mit einem großen Preise der französischen Akademie ausgezeichnet wurde, ist in Deutschland besonders durch die Uebersetzung seines ,j)afen= romans" bekanntgeworden. Schon vor dem Kriege übertrug der wenig später gefallene Ernst Stadler die „Gebete der Demut", Iammes religiöse Gedichte, die an Rilkes „Stundenbuch" erinnern. Von seinen Romanen sind „Almaide", „Clara" und „Marie, oder d.ie Geschichte eines jungen Mädchens vom Lande" auch bei uns bekannt geworden. Wetterbericht Die vom Atlantik ausgehende Wirbeltätigkeit hat sich weiter verstärkt und bringt zunächst eine Ueber= slutung des europäischen Festlandes mit milder Meeresluft. Das Wetter bleibt dabei auch für die Folge wechselhaft und unbeständig, doch kommt vorübergehend auch freundlicherer Witterungscharakter zum Durchbruch. Vorhersage für Samstag: Wechselhaft mit zeitweiliger Aufheiterung, doch auch Neigung zu einzelnen Niederschlägen. Für die Jahreszeit zu mild, lebhafte Winde aus Süd bis West. Vorhersage für Sonntag: Unbeständig und Neigung zu einzelnen Niederschlägen, doch nicht durchweg unfreundlich. Lufttemperaturen am 3. November: mittags 10,2 Grad Celsius, abends 6,4 Grad; am 4. November: morgens 7,6 Grad. Maximum 10,5 Grad, Minimum heute nacht 3,8 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 3. November: abends 7,3 Grad; am 4. November: morgens 6,6 Grad. Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blum* schein. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigenleil: ErnstBlumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantworllich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. IX. 38: 9143, Druck und Verlag: Brühlsche Unioerfitätsdruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Ps. mehr. Einzeloerkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vom 1. September 1937 gültig. Eihltein'5 Garantie-Punkt 2: „Tabak edelster Orfent- auslesel" Die verwöhntesten Raucher finden in der Eckstein Nr. 5 ausschließlich Orient- tabake aus Anbaugebieten von Weltruf« Gegeo Gdppe, Husten u.Re serkeit sind Formamint-, Panflavin- und Chinosoltabletten beste Vorbeugungsmittel. Von hartnäckigem Husten befreit Sie sicher und sch nell Ünsta- ßlyciü Fl. 1.— RM. und 1.65. 7075A Oqn Inoiii Bahnhofstr. 17 Ruf 2185 Eichene Schlafzimmer vonRM. 86ß— an Wohn- und Eßzimmer von RM. 250.— an Küchen in naturlasiert, weiblackiert und Kirickbaum von Rillt. 98. an Gavl GsüBvaih Alterweg 47. nsuD Auch Frauen-MÄ in reicher Auswahl aus gut. Stoffen, ganz gefüttert, gute Verarbeitung gute Paßform i. viel. Farben 44.90 17.90 19.75 25.- 29.75 35.- 89.75 45.— 48.- Bekanntmachung. Die Strom- und Gasaelder im Stadt- und Ueber- landgebiet sind nach den Lieferungsbedingungen grundsätzlich bei der Ablesung an den Erheber zu zahlen. Geschieht dies nicht, dann können die Strom- gelber noch innerhalb der nächsten 8 Tage und die Gasgelder noch innerhalb 10 Tagen ohne kosten an die Kasse «her Städtischen Betriebe Gießen, Garten- straße 3, auf Postscheckkonto Frankfurt am Main Nr. 27707 oder auf die auf den Quittungskarten verzeichneten Bankkonten eingezahlt werden. Bei Ueber- schreiten der Zahlungstermine müssen die -öeitret’ bungskosten berechnet werden. Vom 17. November 1938 ab wird die Strom- und Gaslieferung bei allen Abnehmern gesperrt, die die Strom- und Gasgelder für den IHonat August 1938 einschließlich kosten noch nicht entrichtet haben. Gießen, den 2. November 1938. Direktion der Städtischen Betriebs fßetr.: Gewerbesteuer für 1938. Bekanntmachung. Mit den Gewerbesteuerbefcheiden für das Rechnungsjahr 1937 sind auch entsprechende Vorauszahlungen für 1938 angefordert worden. Die Veranlagung zur Gewerbesteuer 1938 wird zur Zeit durch- qefübrt. Mit der Ausgabe der neuen Gewerbesteuerbescheide kann noch im Lause dieses Monats gerechnet werden. Bis dahin sind die fälligen Vorauszahlun- gen — auch diejenigen zum 15. November 1938 noch auf Grund der alten Steuerbescheide zu entrichten. 7073C Gießen, den 2. November 1938. Der Oberbürgermeister. I. D.: Dr. Hamm. r&MU 3 AV&yV^AVW t Das Angenehme mit dem Nützlichen zu verbinden, ist immer richtig gewesen. Gibt es nun etwas Angenehmeres, als mit einem gut schmeckenden Bonbon zugleich krankt eitsab- wehrend oder lindernd auf die oberen Atmungsorgane (Nase, Rachen) einzuwirken? Sicher nicht. Dieses erfreuliche Ergebnis haben Sie mit dem Gebrauch der echten „mit den 3 Tannen" und noch dazu die herrlichen Vogelbilderl ManfedVoh GIESSEN Maiktstt2? 7067 A Verlaufe Samstag auf d. MniMtit (an der Uhr) größeren poften lafel- i 0. fioWel Viktoria Nies. Werbe-Drucksachen bei Brühl, Schulstr. 7 ,derfüchmann fürüleider Giessen, Neustadt 10. Herren- und Knabenbekleidung Auswahl lind Qiialitäft sind unsere besondere Starke? 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Musikalische Abendfeier i X :uj 'S ■u 5 Damen-Hemden, gewebt 1.75 1.50 115 Damen-Hemden, gewebt 340 2.75 195 Damen Hemden u. Schlüpfer 2.45 1.95 1.45 Damen-Schlüpfer, Wolle gewebt 4.90 3.50 295 Damen-Schlüpfer, warm gefüttert 1.95 1.75 1.50 Kinder-Hemdchen, gewebt 095 0.75 0.60 Kinder-Schlüpfer, warm gefüttert 0.95 0.75 0.60 Kinder-Röckchen, warm gefüttert 225 1.75 1.50 Große Auswahl! SPEZIALHAUS Frdr, Teigei 16 MARKT 16 7064A Orgelwerke von J. S. Bach An der Orgel: Johannes Nebeling. v. sofort gesucht. Schrift!. Angeb. unter 7074D an den Gieß Anz. -M R-KZ ÄU IWr, '• WtzÄ- ? - •‘■7///ff. 'NNNiNN' „j: Worauf es bei dem Mantelkauf ankommen muß, ist die Mode von erlesenem Gesch mack. Solange Si e den Mantel tragen, müssen Sie sich darin gefallen. — So soll es sein. . 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Fürwahr er ist ein Fertigschneider wie er im Buche steht, ein Meister in seinem Fachl Erprobt und bewährt, werden seine preiswerten Qualitäten von allen gelobt, von allen begehrt Gießen, Neustadt - Ecke Bahnhofstr. f 078A unD mens! Dies mit sich, M die USA., die -ößentlii haben, hiv Wehrhoheit und bei un machte. 9lii der Drgani stcllung, di tonnen D wachungssti Preisstop 1 Brinkmann auch bärge setzt in al Es ist Sc voll zu ei rung des hier liege zu ziehen Der S nen un gelungen, werden, 1 Er hat al ioldien Ut lleberflulj 1 werde nicht war Der, jeden „Per vor, die w gen nach, ständigen Der iytaa geschnitter Antwort, A.h oberster > wenn oer Problem; AröeitsaUs DeutW^ gaben M Sots. 1913 W Steuer Mark: 1913 23,79. . 6°J<« mensi 191 Unbestreit Staates liche Hand aller * tat 1937/38 ift mehr c kommens (einschließlict jährlich A u Das M Sin«1 di- L-iftw aehenr^l sondern ° daraus b Geschasts ^erroal" dehnuug' Unterneh dieser darMt' rung lu A. Es ist fd oaß das A ters Josef gen Qal)re: Mw DÖl tung unsei einnimmt Kim n si IeuW Dich un Dom Ktlich-Gel "Mn sie 1 Sel -vor! Dren, bQu ?°hrha fc- °r.L un» Sin » ssS i^Piert 1 jNta j b fej kreise S Nr. 259 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhejfen) Zreitag, 4. November M8 Wie sieht es in derWirtschüst aus? Das Verhältnis des nationalsozialistischen Staates zur Wirtschaft ist in Düsseldorf von Staatssekretär Brinkmann untersucht worden. Die Anerkennung des Prinzips der Auslese durch die Leistung des einzelnen wird aber in der Praxis gehemmt nicht nur durch die beamtete Bürokratie, sondern auch durch die Betriebsbürokratie, die sich darauf beschränkt, den vorhandenen Umfang des Geschäfts nicht zu erweitern, sondern lediglich zu „verwalten". Dadurch wird der W-lle zur Ausdehnung lahmgelegt, der Wagemut der selbstandmen Unternehmer langsam getötet. Die Schädlichkeit dieser Faktoren hat Staatssekretär Brinkmann dargelegt, er hat die Zunahme der Kartellie- r u n g als Zunahme der Verwaltungsbürokratie gekennzeichnet und gemeint daß der Staat als oberster Wirtschaftsleiter hier einfchreiten werde, wenn der Drang zur Kartellierung anhält. Das Problem der Ueberfchußminderung bei erhöhtem Arbeitsaufwand beschränkt sich nicht allein auf Deutschland In Deutschland betrugen nach Angaben des Staatssekretärs Brinkmann: Volkseinkommen in Milliarden Mark: 1913 45,69? 1925 59,98; 1932 45,18; 1937 70,97 Steuern Zolleinnahmen in Milliarden Mark: 1913 5,14; 1925 13,31; 1932 13,81; 1937 23,79. Sozialbeiträge in v. H. des Volkseinkommens: 1913 11,3; 1925 22,2; 1932 30,6; 1937 33,5. Unbestreitbar wächst also der Anteil des Staates an der Wirtschaft selbst. Die öffentliche Hand (irrt weitesten Sinne, also einschließlich aller sozialen und sonstigen Pflichtleistungen) fordert 1937/38 etwa 35 bis 40 Milliarden RM., das ist mehr als die Hälfte des Volkseinkommens. Anderseits erteilt die öffentliche Hand (einschließlich der staatlichen Bauten und Betriebe) jährlich Aufträge in Höhe von etwa 45 Milliarden RM., das sind zwei Drittel des Volkseinkommens? Diese Entwicklung bringt gewisse Gefahren mit sich, wenn wir auch noch nicht so weit sind wie die USA., wo sich, gemessen am Volkseinkommen, die 'öffentlichen Abgaben seit 1913 vervierfacht haben. Hinzu kam, daß die Wiederherstellung der Wehrhoheit sich auf wenige Jahre zusammendrängte und bei uns auf einmal große Ausgaben notwendig machte. Niemand ist blind gegen die Schattenseiten der Organisation und die Gefahren einer Monopolstellung, die sich an manchen Stellen herausbilden können Der Unternehmer klagt über die lieber» roachungsstellen, über Bürokratie ober über den Preisstop oder über die Steuern. Staatssekretär Brinkmann hat das genau erkannt. Er hat aber auch dargetan, daß die staatliche Wirtschaftslenkung jetzt in allen großen Ländern an Boden gewinnt. Es ist Sache der privaten Wirtschaft ihren Anteil voll zu erfüllen und den Tendenzen der Verbreiterung des staatlichen Wirtschaftssektors zu begegnen. Hier liegen die Grenzen, die, wohl nicht immer leicht zu ziehen sind. Der Staatssekretär hat das Hohelied der kleinen und mittleren Selbständigkeiten gesungen, weil es die Männer und Könner sein rocrben, die der Wirtschaft eigene Impulse geben. Er hat aber gleichzeitig darauf hingewiesen, daß an solchen Unfernehmernaturetj in der Industrie kein Ueberfluß ist. Das Erbgut des selbständigen Fühlens werde nicht mehr so gepflegt wie es bei den Vätern war Der „weibliche Teil" des Volkes ziehe zudem jeden „Pensionsberechtigten" dem frei Schaffenden vor, die männliche Jugend saae beamteten Stellungen nach. Man flieht das Risiko, das in der selb- ständiaen Wirtschaftung nun einmal zu Hause ist. Der Staatssekretär hat hier eine ernste Frage angeschnitten. In ihr liegt eigentlich schon ein Teil der Antwort, ob. sich der Privatbetrieb neben der staat- Göring besichtigt das „Amt für Berufs- erziehung und Betriebsführung" - i » 111 ifc Berlin, 3. Nov. (DNB.) Ministerpräsident Generalfeldmarschall Göring stattete in Begleitung von Staatssekretär Körner dem „Amt für Berufserziehung und Betriebsführung" in der Deutschen Arbeitsfront einen mehrstündigen Besuch ab. Der Generalfeldmarschall wurde zunächst von Reichsleiter D r. Ley und Amtsleiter Prof. Dr Arnold über Aufbau, Gliederung, Zielsetzung und bisherige Erfolge dieser Dienststelle der Deutschen Arbeitsfront unterrichtet, und besichtigte anschließend sämtliche Abteilungen des Amtes. Er sprach Dr Ley und dessen Mitarbei- lichen Wirtschaft auf die Dauer voll behaupten kann. Zwischen dem Staat und der Wirtschaft steht eben als dritter Faktor d e r M e n s ch. Es soll keineswegs gesagt werden, daß in dem staatlichen oder kommunalen Großbetrieb für die Persönlichkeit kein Platz sei es ist auch hier Großes geleistet worden, man denke etwa an unsere Reichsbahn. Die private Wirtschaft aber steht und fällt mit dem Vorhandensein von unternehmungsmutigen Männern, die ein echtes Führertum in die Wirtschaft hineintragen. Am 27. Oktober ist die Wiener Börse wieder eröffnet worden und damit das äußere Zeichen gegeben, daß der wirtschaftliche Anschluß Oesterreichs an das Reich vollzogen ist, nachdem bereits am 1 Oktober die Zollschranken fielen und nur für besonders schutzbedürftige österreichische Erzeugnisse eine Uebergangsfrist vorgesehen ist. Nach 7'/- Monaten Börsenpause wird die Wiener Börse nunmehr den Regeln folgen, die für alle deutschen Börsen bestehen. Die Börse wird durch den Ausschluß aller tern seinen Dank und seine Anerkennung über die auf diesem wichtigen Gebiet geleistete wertvolle Arbeit aus, die in Zukunft noch mehr als bisher dem Vierjahresplan dienstbar gemacht werden soll. Auf unserem Bild erläutert Prof. A r - nold dem Generalfeldmarschall das Modell der Dr. - Ley-Mu st erberufsschule und -Gemeinschaftslehrwerke in Frankenthal (Rheinpfalz). Rechts Dr. Ley, ganz links der Konstrukteur des KdF.-Wagens, Prof. Porsche. — (Scherl- Bilderdienst-M.) Nichtarier kleiner im Umfang sein, dafür aber an Gehalt gewinnen, zumal die österreichische Wirtschaft wieder blüht und natürlich durch neuss,Aktien usw. ihre Finanzierung finden wird. Bisher waren an der Wiener Börse etwa 245 Werte zugelassen, aber es war bezeichnend, daß z. B., der Pfandbriefumlauf von 221 Millionen Mark Ende 1936 auf 192 Millionen Mark Ende 1937 zurückgegangen war. Die Zahl der notierten Aktien belief sich Ende 1937 auf 216, davon waren 75 ausländische, vor allem südosteuropäische, Aktien. Die Schrumpfung hatte in den letzten Icchren auch die Wiener Börse ergriffen - * . Auf Veranlassung des Reichswirtschaftsministers ist ein Gesetz zur Kredit Versorgung der sudetendeutschen Gebiete erlassen worden, das zur Förderung der borkigen gewerblichen Wirtschaft Garantien dis zur Höchstgrenze von 150 Millionen RM bereitstellt. In den 20 Jahren der tschechischen Unterdrückung hat gerade die sudetendeutsche Industrie schwer gelitten, zahllose Werke wurden stillgelegt, die Arbeitslosigkeit der Sudetendeutschen wuchs und die finanziellen Reserven der sudetendeutschen Industrie sind längst dahingeschwunden. Selbst wo die Werke noch teilweise beschäftigt waren, sind keine Mittel mehr vorhanden, um die Produktion auf den Stand des Wirtschaftsganges im Altreich zu bringen. Die Verarmung der sudetendeutsche Industrie und der ehemals durch sie Beschäftigten machte eine sofortige Hilfe notwendig, die naturgemäß bei dem Grad dieser Verarmung ebenso groß sein mußte wie die Hilfe für Oesterreich, das im April einen garantierten Kreditbetrag ebenfalls von 150 Millionen RM erhalten hatte und dessen Wirkung in einem Aufblühen der österreichischen Wirtschaft und einer geradezu reißenden Abnahme der Arbeitslosigkeit schon sehr bald zu verspüren war. Mit der Prager Regierung wurden alle Eisenbahn- und Po st fragen erledigt. Die Rückerstattung des rollenden Materials und der Posteinrichtungen aus dem sudetendeutschen Gebiet verläuft zur Zufriedenheit. Am 1. November wurden die Eilzüge von Breslau über Gl atz bis Mittelwalde und von dort bis Mährisch-Schönberg durchgeführt, gleichzeitig wurden andere Verbindungen wieder aufgenommen und ebenso die ^-Zug-Verbindungen von Eger bis Reichenberg über Karlsbad, Aussig, Bodenbach. Von Bodenbach aus hoben die Züge Anschluß nach Berkin Der Personen-Omnibusverkehr ist ebenso wie der Güterverkehr auf Lastwagen bereits Mitte Oktober von der Reichsbahn im sudetendeutschen Gebiet eingerichtet worden, so daß also das Sudetenland 'jetzt dem Strom des deutschen , Verkehrswesens eiygeglie- dert ist. Ein Treffen der ersten BDM -Mädel. NSG. So rasch lebt unsere Zeit und so vielerlei und immer neue Aufgaben stellt sie uns/ daß es manchmal scheinen mag, wir seien sehr weit schon vom Beginn unserer jungen Revolutipn entfernt und ihre ersten Träger vergessen. Und *boch haben gerade sie den größten und persönlichsten Anteil an unserem Schaffen Aus diesen Gedanken heraus hat der BDM.-Obergau für das kommende Wochenende die Besten der alten Führerinnen und Mädel, die das Goldene Ehrenzeichen der HI. tragen, zu einem Treffen n ad) Wiesbaden geladen. Sie sollen einmal im Mittelpunkt unseres Interesses stehen und von hier aus sehen, was in all den Jahren aus den kleinen Anfängen der Kampfzeit aus unserem Mädelbund geworden «ist. Sie sollen sich auch freuen im Kreis der Kameradinnen und alte Erinnerungen mit bem Stolz auf das Erreichte verbinden können. Rund 150 Mädel werden am Freitagabend in der Jugendherberge Wiesbaden von Obergauführe- Zwischen Göttern und Oämonen der Mensch. Weinhebers neues Gedichtbuch. Es ist schon des öfteren davon die Rede gewesen, daß das Werk des nicht mehr jungen Wiener Dichters Josef W e t n h e b e r , welches noch vor wenigen Jahren erstaunlicher und beschämender Weste nahezu völlig unbekannt war, in der deutschen Dichtung unserer Zeit eine außerordentliche _ Stellung einnimmt Dieses Außerordentliche begründet sich zunächst im sehr hohen Range der künstlerischen Leistung an sich. Weinheber ist ein Repräsentant der reinen Dichtung, ein Meister des lyrischen Kunstwerkes und er hat dieser dichterischen Gattung etwas vom Glanz des Priesterlichen Heiligen und Göttlich-Geheimnisvollen wiederzugeben vermocht, dessen sie freilich oft und leichtfertig genug ent- kleidet worden ist. (Das konnte am Ende dahin führen, daß etliche Ahnungslose und Betriebsame den wahrhaft unsinnigen Begriff „Gebrauchslyrik glaubten erfinden und anpreisen zu können, der leider oft genug gedankenlos nachgebetet wurde.) Das ist gottlob', vorüber. Aber noch immer selten geschieht es, daß das Gedicht mit Jo hohem und reinem Anspruch auftritt wie bei Welmieber, d ß es aus solchen Gründen des Denkens, Empfindens und Anschauens, emportaucht und Gestalt annimmt wie bei ihm. Davon legt sein vor kurzem erschienenes neues Werk Zeugnis ab.* Zur Entstehungsweste dieses schmalen Buches >st zunächst zu bemerken: Wemheber schreibt nicht, im landläufigen Sinne und nach der Üblichen Vorstellung vom Wesen uno Wirken des Lyrikers, ein Gedicht.—-er denkt, konzipiert und gestaltet vielmehr m Zyklen, m. lyrischen Büchern gewissermaßen. Er hat . schon ein in sich ruhendes, innerlich Zusammengehörigem, organisches Ganzes vor sich, wenn er die ente Strophe niederschreibt Auf diese Welse ist die Z fälligkeit einer mehr oder weniger äußerlich oe- grünbeten, vielfach erzwungenen Auswahl oder £u- sammenstellung von vornherein ausgeschaltet. JteDen früher erschienenen Dichtungen wie dem Sonettenkreise „Don der Kunst und dem Künstler in dem auch von uns besprochenen Buche ,^Spate Krone bilden das einleuchtendste Beispiels für diese Form lyrischen Schaffens die zehnmal vier großen üoen des Bandes „Zwischen Göttern und Dämonen Man hat sich seither mit jedem neuen Buche staunend und bewundernd, davon Überzeugen konn , über welche unerhörte Reichweite Wembebers o - beqabung verfügt. Er „kann", rein technisch ge| Y - alles; es scheint für ihn keine Schwierigkeiten Z * Josef Weinheber: Z»w i f ch en Göttern und Dämonen. Vierzig Odem 68 Seiten In Leinen gebunden 3 RM Verlag A bert Langen/ Georg Müller, München 1938. — (303) geben. Diese vierzig Gedichte nun, ./geschrieben in Kirchstetten in der Zeit von Juni 1937 bis Juli 1938", fügen sich neben und ineinander wie eine nach großen Gesetzen empfundene und ausgewogene Architektur. Zwar: „... streng verbarg sich hinter dem Werke des Werkers Antlitz. Doch, fei erlaubt, von Grundsatz und Griff der Hand zu reden: Zehn Mal hob sich die Säulenflucht, vier Quadern hoch; mit vieren Schritten maß ihren Abstand der Schuh, und jeder der Schritte währt' vier Herzschläge lang: Genug, um Rechenschaft zu geben ..." So sieht Wemheber, im letzten der vierzig, es selber. Solche sehr bewußte und sehr geschmeidige Beherrschung der Form ist natürlich und stillschweigend vorauszusetzender Besitz eines Menschen, dem die Antike mehr bedeutet als einen farblos-abgegriffenen und humanistisch verstaubten Begriff: nämlich lebendiges Wesenselement feines Weltgefühls. Eine Bindung an die Antike in solcher Strenge, so aus innerer Notwendigkeit und Verwandtschaft, wie sie sich in diesen und manchen früheren Gedichten Weinhebers erkennen läßt, hat es wohl nur im Jahrhundert der deutschen Klassik gegeben; seit Hölderlin, wenn man etwa von George absehen will, sind im Deutschen Gedichte von solcher Härte und Zucht, von solcher Leidenschaft der Empfindung und solcher Unbedingtheit des (Zedankens nicht mehr geschrieben worden. Es hat seinen tiefen Sinn, daß das Leitwort zu Weinhebers Buche dem „Hyperion" entnommen ist, und mehr als einmal weht dem Leser aus seinen Strophen ein Hauch jener großartig-unerbittlichen Rhythmen des „Schicksalsliedes" entgegen. Vom „Inhalt" zu sprechen, erscheint bei Gedichten noch weit fragwürdiger als bei den meisten anderen Formen künstlerischer Aeußerung; dies führt zu ähnlichen Schwierigkeiten oder völliger Hilf- und Ratlosigkeit, wie wenn man genötigt würde, den „Inhalt" einer Symphonie oder einer Sonate anzugeben. Während man, sicher mit Recht, gesagt hat, es sei das Merkmal jeder guten Erzählung, daß man sie nacherzählen könne-, wird man sich in der Lyrik, wie in der Musik, je weniger sie an der Oberfläche des rein Gegenständlichen hastet, der Schwierigkeit ober gänzlichen Unmöglichkeit gegenüberfinden, das Eigentliche und Wesentliche ihrer Wirkung auf Hörer oder Leser zu umschreiben. Es ist auch eine verhältnismäßig bekannte Erscheinung, daß Gedichte, die dem Hörer oder selbst dem Leser bei der ersten. Begegnung einen unmittelbar empfundenen, tiefen Eindruck machen, keineswegs von ihm sogleich verstandesmäßig völlig erkannt, durc^ schaut und „begriffen" zu sein brauchen. Freilich wird sich dann beim wiederholten Hören und vor / allem bei nochmaligem aufmerksamen und genauen Lesen unweigerlich Herausstellen, daß das dunkel, melodisch und geheimnisvoll Flutende einer kunstvoll nach altem Gesetz sich aufbauenden Wortfolge, die zunächst nur als sinnlich bestrickender, verführerischer Klang das Ohr erreichte oder der Empfindung durch das Auge vermittelt wurde, einen syntaktisch greifbaren Zusammenhang, einen gedanklich faßbaren Sinn aufweist, der im ersten Eindruck nicht zu bewältigen war Dies im voraus und grundsätzlich zu bemerken, scheint nicht überflüssig angesichts eines Werkes, das kaum je so volkstümlich werden wird wie manches andere von Weinheber, beispielsweise die Kalendergedichte aus dem Buche ,£) Mensch, gib acht" oder die mundartlichen Idyllen aus dem Bande „Wien wörtlich" Die vierzig Oden „Zwischen Göttern und Dämonen" kommen dem Leser auf keine Weise entgegen, sie sind alles andere als eine leichte und bequeme Lektüre, sie erfordern gesammelte Konzentration, Aufnahmebereitschaft und Hingabe an die große Vision des reinen Gedichtes, das man, wie Rudolf G. Binding es pflegte, langsam und laut und wiederholt lesen muß: dann blitzt aus der strengen, maßvollen Musikalität der ebenmäßigen Wortfolgen der schöpferische Gedanke auf. Diese Oden sind weder Naturgedichte noch Liebesgedichte — ihr Thema unb, Leitmotiv ist so ungewöhnlich wie unerschöpflich: am Anfang unb am Enbe der wortgewaltigen Vision steht ber Mensch, .. „schöner, schrecklicher Mensch" auf ber schmalen Grenze zwischen bem oberen unb dem unteren Reich, zwischen Göttern unb Dämonen, anheimgegeben seinem Schicksal, aber „mit bem Mut Zu sich selber" unb immer „bas Maß der Dinge" „ ... Einen Augenblick nur sehn die Götter weg: Und wir fallen schon hinab und an die Untern heim. Da fühln wir die Schuld, aber schmähn das Leiden. Die Obern freilich gehen uns nach und ziehn uns leise wieder, liebender noch, an sich. Von unsrer Schmach gespornt, erhöhn sie einen der Unfern. Der folgt und führt uns" Mit Strophen wie diesen umkreist Weinhebers gestaltende Phantasie die Erscheinung des Menschen, der seiner alten Bestimmung überantwortet ist. sich zu bewahren und zu behaupten im Ansturm der außer- und übermenschlichen Gewalten. In den vierzig Oden wird der ganze Umkreis des ewig gefährdeten, ewig bedrohten, von Tag zu Tag aufs neue zu innerster Bewährung aufgerufenen Lebens abgeschritten, werden, aus tiefer Einsicht unb schmerzlicher Erfahrung, die Kräfte unb Binbungen sichtbar gemacht, welche ben Menschen zwischen der obern unb der untern Welt mit sich selber im Einklang halten. Weinheber weiß um bie von Anbeginn zwischen Mann unb Weib, zwischen Geist unb Seele gesetzten Grenzen und Spannungen, um die Verpflichtung der Lebenden gegen die Toten, die Hingabe an die Gemeinschaft des Volkes und die unsterbliche Größe und- Würde der Mütter. Wer die Mütter sind? Aus geheimem Schoße sprießt ihr Baum nach unten und oben: Dies ist sicher; und ein Glück, wie die Erde feine dem Menschen gesetzt hat." Hans Thyriot. Gloria-Palast: ,,Ou und ich." Nichts ist, was dich bewegt. Du selber bist das Rad, Das aus sich selbsten läuft Und keine Ruhe hat." Die zweite Zeile aus dem Spruchgedicht des alten Angelus Silesius wurde zum Titel und Leitmotiv eines Romans oon Eberhard Frowein. Dieser Roman, die Vorlage für ben Film „Du und ich", schilbert das merkwürdige und bewegte Leben eines kleinen sächsischen Strumpfwirkers, der es am Ende zum Fabrikbesitzer bringt: ein Leben, angefüllt mit Mühe und Arbeit, Sorgen und Schulden, Plänen und Hoffnungen, Widerwärtigkeiten und Erfolgen; das beginnt in den neunziger Jahren und endet mit dem Weltkriege, ziemlich genau da, wo Fro- weins zweiter Roman „Mein eigenes propres Geld" einsetzt, der das Drehbuch für den Film „Am seidenen Faden" lieferte: hier werden die technischen und menschlichen Probleme weitergesponnen, die fick) mit der Strumpfwirkergeschichte entwickeln- Das Thema ist reizvoll und ernsthaft, aber kaum ein Filmstoff, man merkt das dem Film guch an, dessen Durchformung Wolfgang Liebeneiner mit spürbarer Liebe, Sorgfalt und Wirklichkeitstreue unternommen hat. Ein reiner Gewinn ist die Darstellung der Strumpfwirkersfrau Anna Uhlig durch Brigitte Harney: in ihr wird, auf eine ganz von innen kommende Weise, gewissermaßen bie leise, seelische Begleitmusik ber technisch-kapitalistischen Entwicklung vernehmbar; ihre gute, halblaute Stimme und ihr feines, stilles, belebtes Gesicht strahlen so viel frauliche Wärme und innige Hingabe aus, daß ein paar heftige Ausbrüche leidenschaftlichen Temperaments fast betroffen machen. Um ihretwillen sollte man den Film gesehen haben. Die Darstellung der Horney wird durch Joachim Gottschalk. der den Johann Uhlig gibt, sympathisch und einfühlend aufgefangen und ergänzt. Aus dem riesigen Aufgebot um diele beiden herum seien einige der lebendigsten Charaenfiguren hervorgehoben: Paul Bildt als Bankier, Andre St. G e r m a i n (Forescu), Carl Hannemann (Merkner), Heinz Welzel (Otz Uhlig) und Cordula Grün (Friedel Schütz); bie Gießener werben in einer kleinen Szene auch unfern früheren Jntenbanten Dr. P r a s ch bemerken — Das Drehbuch schrieb Eberhard F r o • wein zusammen mit Curt I. Braun für die Terra. Hans Thyriot. --------- versonnenen Madonnenbilder und -ftatuen, in der weih man bereits, dah wir mit einem gut en eint ein Tilmann Riemenschneider und Balthasar Mittelwein recynen burfen, ber nach Qua »tat Neumann gewirkt haben, ruhen in riesigen Gewöl- soyar etwas besser ausfallen durfte als nach Quan- ben weltbekannter Weinspitule die Fässer, Flaschen tität. Bücher für den phoiofrevnd entsprechende Hilfe zu bringen. Wie werden die 38er Weine? Aus aller Welt deren Auslesen zu. Doch sind auch in diesem Jahr Weine gewachsen, die sich als Naturweine gut verwenden lassen und sehr gesucht werden. Freilich kann das verhältnismäßig kleine Angebot der großen Nachfrage nicht genügen. Das- meiste wird von den Winzern, Vereinen und Genossenschaften eingelagert. Als Höchstpreise für Konsumweine, das sind solche, die nach bisheriger Erfahrung und Handelsüblichkeit keine besondere Güte und Eigenart aufzuweisen haben, gelten die für das Jahr 1937 genehmigten Preise. Doch kann, wenn nach Lage und besserer Qualität ein höherer Preis gerechtfertigt erscheint, ein Zuschlag von 30 v. H. gefordert und gewährt werden. Mainfranken — Weinfranken. Von unserem G -Korrespondenten. Würzburg, Ende Oktober. war. ----------- —,----, .... t befanden, einen Arzt an Bord hatte, erklärten wir uns bereit, umzukehren, um dem Verunglückten die zwei Tagen erkrankt; anfänglich plötzliche Schüttelfröste, unausgesetztes Fieber 39 Grad, Puls 120, schwierige Atmung 36, rechte Brustseite Schmerzen, rostfarbiger Auswurf... Nach diesen Angaben ist ein Arzt, selbst wenn er sich Tausende von Kilometern vom Krankheitslager entfernt befindet, in der Lage, eine Lungenentzündung festznstellen und die entsprechende Behänd- lungsweise oorzuschreiben. Aerrtlicbe Sitte in einer Stunde. Es ist heute so gut wie ausgeschlossen, daß Hilferufe um medizinische Unterstützung ihr Ziel nicht er- reichen. Ob sie nun direkt an eine der Stationen gelangen oder von Schiff zu Schiff weitergeleitet werden — es kann im Höchstfälle kaum eine Stunde vergehen, ehe ein Arzt erreicht ist. Die Behandlung der Kranken geschieht tojten« los, und nur einige wenige Länder lassen sich die Übermittelten Telegramme nach gewöhnlichem Satz bezahlen. Immerhin trägt der behandelnde Arzt keinerlei Verantwortung für den gutartigen Verlauf der Krankheit, was bei solchen Kuren auf Entfernung ja nur verständlich ist. 150 offizielle medizinische K ü st e n st a t i o - n e n gibt es in der Welt, von welchen sich einige selbst auf abgelegenen Südseeinseln befinden. Die ; Gefahren für auf hoher See Erkrankte oder Verunglückte sind durch diese immer weiter ausgebauten Hilfszentren zweifellos auf ein Minimum beschränkt worden. Denn, mag auch der Arzt weit sein, eine richtige und vor allen Dingen rasche Hilfe wird in den meisten Fällen Besserung bringen oder doch die Krankheit so weit zurückdämmen, bis ein Hasen und damit die sofortige Aufnahme des Leidenden in ein Krankenhaus erreicht ist. P. S. Würzburg und Kitzingen find die Hauptplätze des fränkischen Weinhandels. In der Stadt der vielen tar Rebfläche. Der Säuregehalt scheint normal zu sein. Um Königswinter rechnet man mit einem in der Güte mehr als mittleren Wein. An der Ahr ist man mit der Menge sehr zufrieden. Man schätzt die Ahr-Gesamternte auf rund 3 Millionen Liter. Die Qualität des 38er Ahr-Weins eröffnet die besten Hoffnungen, aber insgesamt darf der Rheinwein von 1938 von den Naturweinliebhabern nicht mit allzu überschwänglichen Hoffnungen erwartet werden. Die neue Ernte ist der Menge nach über Er- warten gut ausgefallen, der Qualität nach indes sehr unterschiedlich. Pfälzer Spihenweine fehlen. Von unterem p. B -Korrespondenten. Worms, Ende Oktober. Hilferufe auf dem Ozean. XXX-Teiegramm: Sendet Diagnose und Therapie! - Ein Bund der Nächstenliebe. - 150 medizinische Küstenstationen betreuen dce Seefahrt. und Bocksbeutel, in denen die Sonne MainfraN» kens eingefangen ist. Das sog. Main-Dreieck zwischen Schweinfurt und Gemünden umschließt nicht nur zur Zeit der Weinlese — alle Pracht und Herrlichkeit, allen Reiz und Zauber der lieblichen Main- und Weinlandschaft. Wo sich bei Iphofen ber Schwanberg mächtig Nus der Fluhebene heraushebt und wo der Main bei V o l k a ch in einer riesigen Schleife um die Vogelsburg wendet, dort wachsen der Escherndorfer Lump, das Nordheimer Vögele ober der Sylvaner Tropfen. Begonnen hat die Ernte mit der Lese der frühreifen Müller-Thur- aau-Trauben heuer später als sonst, weil man jeden sonnigen Herbsttag gewinnen wollte, den das Spätjahr schenkte. Tagtäglich nahmen die Trauben an Güte zu, und so konnte das Wunder ge- schehen, daß der Herbst noch gutmachte, was em allzu feuchter Sommer versäumt hat. Die Mostgewichte sind in fast allen Lagen weit besser ausge- I fallen, als man glaubte, erhoffen zu dürfen. Heute 1 . r . •. _ L.r. ma:« .mI f ninnni guten rin Else Riese begrüßt. Der Morgen des Samstag bringt ihnen einen Bericht der Obergaufühe- rin über die bisher geleistete Arbeit. Der Nachmittag ist für gelockerte Unterhaltung, Singen und Erzählen frei. Abends werden die Gäste mit den Kameradinnen des Obergaues das Theater besuchen und im „Bettelstudent" viel Freude finden. Am Sonntagmorgen findet im Ufa-Palast Wiesbaden die Eröffnung der Jugendfilmstunden im Obergau Hessen-Nassau mit dem „Volksfeind" statt. — Paul Sch ultze-Naum bürg: Bildmäßige Photographie". Mit 60 Bildbeispielen. Verlag F. Bruckmann, München. In Seinen gebunden Preis 4,80, kart. 3,80 Mark. — (205) — Der Verfasser des außerordentlich aufschlußreichen Buches schildert an Hand vieler eigener Erfahrungen die universellen Möglichkeiten der Bildgestaltung, die in der Gegenwart dem ernsten Lichtbildner durch die Ausnützung der Mittel der modernen Phototechnik gegeben sind. In beweiskräftigen Vergleichen stellt er vor allem di« Fortschritte vor Augen, die durch die stürmische Entwicklung der Kleinbildphotographie gegenüber der Photographie mit großen Plattenformaten erzielt worden sind. Und hier widmete er sich wiederum besonders den Möglichkeiten, die im Dienste der besseren Bildwirkung durch die bequeme Verwendung der Objekte verschiedener Brennweiten erschlossen wurden. Die gründlichen Darlegungen erfahren eine Ergänzung durch die zahlreichen Bildbeilagen, die dem gedruckten Worte zu restloser Ueberzm- gungsfraft verhelfen. Wer ernstlich um die Licht- bildnerei bemüht ist, wird sich mit diesem Büchlein beschäftigen müssen. . , T , . .. Heinrich Ludwig Neuner. — Mit der Leica in aller Welt. Herausgegeben von Kurt Peter Karfeld. Verlag Knorr & Hirth, München. Mit 132 großen Bild- tafeln. In Seinen gebunden, Preis 7,80 Mmtt — (204) — Der Herausgeber hat sich mit der Zusammenstellung dieses Buches keine leichte Aufgabe ausgesucht. Er hat sich die Sösuna auch nicht leicht gemacht. Aus Tausenden von Bildern, die ihm zugegangen fein mochten, hat er eine Auswahl getroffen, die so glücklich und geschickt geschah, daß das Buch in feiner Gesamtheit weit über jeden Durchschnitt zu stehen kam. Seine Absicht war dabei, Seicabilber aus aller Welt zusammenzutragen, und zwar so, daß nicht etwa ein willkürliches Sammelsurium entstand, sondern klar zu erfeitnen gegeben wurde, wie die Photographen eines jeden Landes, entsprechend ihrer völkischen Eigenart, anders sehen, im Rhythmus der Sinien anders aufbauen, mit Licht und Schatten unterschiedlich umgehen, ja, auch das zur Verfügung steheiide Material (Film, Papier usw.) ganz verschiedenartig einsehen. Bei liebevoller Betrachtung, die man dem Buche nicht versagen kann, fällt auf, daß in den deutschen Bildern, bei allen in ihnen enthaltenen Das herannahende Ende der Weinlese in den großen westdeutschen Weinbaugebieten hat unsere Mitarbeiter an Rhein, Main und Mosel veranlaßt, uns einen Ueberblick und eine Vorschau über die 38er Weine zu geben. Gute Trauben an ber Mosel. Von unserem W -Korrespondenten. Trier, Ende Oktober. An der Mosel hat die Weinlese später als in den anderen Weingebieten begonnen. Das gilt vor allem für das ausgedehnte Gebiet der Mitte l m o \ e l, die sogenannte Herzkammer der Mosel. Die verspätete Lese erklärt sich daraus, daß man das Ausreisen der Trauben möglichst aus» nützen"will und auch den letzten Sonnenstrahl einfangen möchte. Vor acht Tagen erst begann man hier mit der Dorlese, d. h. der Lese derjenigen Trauben, die abzufallen drohten. Anders ist es an ber Saar, wo die allgemeine Lese bereits einsetzte und an der Obermosel, wo sie so gut wie beendet ist. Ein Frosteinbruch beschleunigte die Hauptlese, die aber doch erst in der ersten Hälfte des November beendet fein wird. Inzwischen hat man aus den Vorlesen schon Schlüsse auf die Beschaffenheit des „Neuen" gezogen. An der Mittelmosel wurden hohe Mostgewichte festgestellt. Der Behang ist im allgemeinen gut oder zufriedenstellend. Das schöne Herbstwetter hat erheblich dazu beigetragen, die Reife zu fördern und die Qualität des zu erwartenden Weines zu heben. Nachtfrosteinbrüche dürften kaum noch Einfluß auf die Trauben haben. Anhaltender Frost dagegen würde Schäden Hervorrufen. Die 1938er Weinernte wird in den Gebieten der Mosel, der Saar und der Ruwer zufriedenstellend sein, aber der Wein wird wahrscheinlich mit d-m guten 1937er (ber sehr selten geworden ist) mcht Schritt halten, sondern einem guten Mitteljahr entsprechen. Ein Ourchschnittsherbst am Rhein. Von unserem rea-Korrespondenten. Köln, Ende Oktober 1938. „Wat der Anguß nit koch, kann der September nit broode (braten)." Diese altkölnische Weinwetter- Schweres Verkehrsunglück auf der Reichsautobahn. Am Donnerstag nach 19 Uhr fuhr auf der Reichsautobahn Berlin—Hannover unweit Lehnin der Kraft- wagen des Oberreichsanwaltes beim Volksgerichtshof Parey (Berlin) auf einen parkenden Lastzug, ber unbeleuchtet war, auf. Dabei würben Parey und ber Erste Staatsanwalt beim Volksgerichtshof Geibel getötet. Der Staatsanwalt P ari - {ins und ber Fahrer Keller wurden mehr ober weniger schwer verletzt. Unmittelbar barauf fuhr in ben völlig zertrümmerten Personenkraftwagen, besten Licht durch ben Unfall erlosch, ein anderer Kraftwagen, dessen Insassin ebenfalls schwer verletzt wurde. Der Fahrer dieses Wagens trug nur geringfügige Verletzungen davon. Staatsanwalt Parisius und die Insassin des zweiten verunglückten Personenwagens wurden in schwerverletztem Zustand in ein Krankenhaus bei Potsdam geschafft. Die Ermittlungen ergaben, daß der Lastzug infolge des verheerenden Zustandes feiner Bereifung bereits über 24 Stunden auf ber Autobahn fest laa. In ungemein gro» ber Fahrlässigkeit hatten sowohl sein Fahrer wie auch sein Begleiter das Fahrzeug verlassen, ohne es in ber Dunkelheit kenntlich zu machen. Beide wurden verhaftet. Inseklenbörse in Frankfurt. Die 41. Jnsektentauf chbörse in Frankfurt a. M., veranstaltet vom Entomologischen Verein „Apollo", Frankfurt a. M., findet unter Mitwirkung des Internationalen Entomologischen Vereins sowie des Vereins für Insektenkunde am 6. November statt. Die Jnsektenbörse ist die älteste und besuchteste ber Welt. Die diesjährige Börse bürste mit besonbers interessantem Material beschickt werben. Alljährlich wird sie von mehreren hundert Entomologen, Jnsektensammlern und Händlern aus dem Reich und den anschließenden Ländern besucht. Einige hunderttausend Insekten ge- langen zur Ausstellung. Am 5. Nsvember findet ein Begrühungsabend statt, an dem Herr Gustav Lederer einen Lichtbildervortrag über „Hochzeitsflüge und Paarung von Tagfaltern" halten wird. Herr Dr. P. Schindler, Wetzlar, wird intereffante, insektenkundliche Farbenaufnahmen zeigen. Kesselexplosion auf dem Dampfer „Vancouver". Wie aus Oakland in Kalifornien gemeldet wirb, ereignete sich auf dem deutschen Frachtdampser „Vancouver" eine Kesselexplosion, durch die ein Loch in die Schissswand gerissen wurde. Der Dampfer befand sich in ber San-Fran^isko-Bucht, und in seiner Nähe waren mehrere Küstenwachschiffe. Durch bas einbringenbe Wasser würbe der Kesselraum überschwemmt, und bas Schiff begann zu sinken. Wie ergänzenb gemeldet wird, ist es dem Kapitän gelungen, das Schiff auf Strand zu setzen, so daß keine Gefahr mehr besteht. Vier Mann ber Besatzung sollen leichtere Verletzungen erlitten haben. Der „Lskimo-Doklor" mit der großen Landpraxis. In Ottawa (Kanada) traf zu einem kurzen Besuch Dr. Urquhart ein, den man als den nördlichsten Arzt der Welt bezeichnen kann. Urquhart war zehn Jahre lang „Eskimo-Doktor", nämlich Bezirksarzt von Aklavik, welches 150 Kilometer nördlich vom Polarkreis liegt. Er tritt jetzt eine neue Stelle in Fort Smith an, welches 1350 Kilometer südlicher als sein bisheriger Amtssitz liegt. Dr. Urquhart hat einen riesigen Bezirk ärztlich zu betreuen und schätzt, daß er in ben zehn Jahren feiner Tätigkeit 60 000 Kilometer zum Besuch seiner weitverstreuten Pattenten reifen mußte. Ungefähr 15 000 Kilometer hat er im Hunbeschlitten im Winter zurückgelegt, 30 000 Kilometer im Sommer im Boot und für die übrigen 15 000 Kilometer ijat er das Flugzeug benützt. Er ist also ein sehr weit gereifter Landarzt. tommnet hat. Hier handelt es sich um einen wahrhaften Bund ber Nächstenliebe, ber still und bescheiden seine Pflicht tut, ohne durch große Diskussionen ober Erörterungen an die Oeffentlichkeit zu treten. Konsultation übers Meer hinweg. Wie schwer war es vor einigen zwanzig Jahren noch für em Schiff auf großer Fahrt, das keinen eigenen Arzt besaß, plötzlich Erkrankte ober Verunglückte ohne Schaben bis zum nächsten Hafen zu bringen. Heute ist man so weit, baß alle Länder und selbst kleinere Plätze Sanitätsstationen besitzen, von welchen aus Aerzte die Kranken drahtlos behandeln und nach Möglichkeit heilen können. Voraussetzung ist einzig, daß jedes Schiff eine eigene Sende st ation besitzt und dies dürfte — kleine Küstenfahrer und Fischer vielleicht ausgenommen — heute wohl überall ber Fall sein. Die Stärke des Senbers spielt hierbei keine Rolle; es genügt, baß das medizinische SOS „an alle Stationen und Schiffe" ausgesandt wird. Sollte eine Landstation nicht erreicht werden, so wird die Sendung unzweifelhaft von Schiffen aufgefangen, Die dann als Mittler dienen ober aber, falls sie über einen Arzt verfügen, selbst ben Notruf beantworten. Dieser Notruf wird in jebem Falle bureb bas Zeichen XXX eingeleitet unb diese drei X genießen, ebenso wie das Signal SOS, einen Vorrang vor allen anderen Mitteilungen. Um eine erfolgreiche Behandlung auf Distanz zu ermöglichen, ist allerdings notwendig, daß die welche ber Untergau Wiesbaden mit einer Morgenfeier umrahmen wird. Nach einem gemeinsamen Mittagessen bringen Omnibusse die Mädel zur Führerinnenschule des Obergaues, Schloß Hei- ligenberg an ber Bergstraße, wo bie Haushaltungsschule sie besonbers bewirten will. Von hier aus treten die Möbel roieber ihre Heimfahrt an. Die etwa 500 Frankfurter Mäbel haben chr eigenes Treffen und wollen es ebenfalls festlich ausgeftalten. fcheibenben September- und Oktoberwochen hat wieder sehr viel wettgemacht, was der Regen- sornmer verdarb. Die Spätfröste, unter denen die westdeutschen Weinbaugebiete in diesem Frühjahr wiederholt zu leiden hatten, ließen die Befürchtun- gen für ein ausgesprochen schlechtes Weinjahr aufkommen, und der regenreiche Sommer verstärkte diesen Eindruck noch erheblich. Dennoch ist ein mengenmäßig oefriebtgenber Wein- t) erb ft, soweit es aus den bisherigen Lese-Ergeb- nissen geschlossen werden kann, zustandegekommen. Der 1938er wird ein mittelmäßiger Jahrgang werden, wobei allerdings die Qualitäten ber Rhe'ingau-Spätlese noch nicht berücksichtigt sind. Am Mittelrhein hat die Lese etwas früher als sonst üblich begonnen, weil bie Trauben bereits reif waren unb schon aufplatzten. Im Bacha- racher Weingebiet der vier Täler ist ein guter D urch fchnittsh erb st erzielt worben. Der Ertrag entspricht im allgemeinen ber vorjährigen Ernte. Man rechnet mit etwa 3000 Liter pro Hek° Stimmungswerten, boch eine gefunbe Sachlichkeit ben Grundton angibt. Bei ben aus ber beutschen Ostmark ausgewählten Bilbern bestechen klare Linien und feine Kontraste, bei ben Ergebnissen der Ungarn würben mit Hilfe ber dort anscheinend sehr gern verwandten Weichzeichnerlinse fast unnachahmliche malerische Wirkungen erreicht, lieber den wenigen Bildern aus Holland liegen die Schimmer ganz intimer Reize. Bei ben italienischen Bildern herrschte fast ausschließlich der dekorative Wille vor. Den Bildern französischer Autoren ist ein spiele- rischer, liebenswürdiger Charakter eigen. Aus England bringt das Buch Aufnahmen in einer Auffassung, die unserer deutschen Art zu photographieren sichtlich verwandt ist, während aus den amerikanischen Blättern ein unverkennbarer Hang zum Sensattonellen, sowohl im Bildaufbau, wie aud), in der Beleuchtung zu erkennen ist. Bilder vonfafzmie- render Schönheit, von stärkster Eigenart, übrigens von Traditionen der Malerei stark beeinflußt, Tiegen aus Japan und China vor. Was die Bildthematik anbetrifft, so erscheint das Buch schlechterdings unübertrefflich. Die Technik, das Kunstwerk, die Architektur, die Landschaft, das reine Stimmungs- bild, die wissenschaftliche Aufnahme, bie Porträt- , ftubie, die Pflanze, bas Tier, Naturerscheinungen, bas Alltägliche, das Festliche, die tote Materie, bas pulsierende Leben, bas alles ist festgehatten und stellt in diesen geläuterten Darstellungen, in den , drucktechnisch hervorragenden Wiedergaben eine stete Quelle der Freude für den Besitzer des Buches dar. Das Buch bringt außer den 132 künstlerischen Ausnahmen auch noch einige Aufsätze, Grundsätzliches . über die Kleinbildphotographie, über Farbenphotographie, über den Stand ber Photographie in verschiedenen Ländern u. v. a. m. aus berufenen Fe- bem. Von jeglicher Erläuterung der Bilder selbst ist (abgesehen von ben technischen Aufnahmedaten) abgesehen. Die Bilder sprechen ja auch für fick; selbst! Daß sämtliche Ausnahmen mit einer deutschen Kleinbildkamera gemacht worden sind, darf mit besonderer Befriedigung festgestellt werden. Das Buch gehört übrigens auf den Tisch eines jeden Lichtbllb- ners, ber heute noch der Auffassung ist, daß es nur mit ber großformatigen Kamera möglich sei, gute Bilder zu erreichen. Aus einem Saulus würde ein Paulus werden! Heinrich Ludwig Neuner. neu Punkte der Krankheit richtig zu schildern. Perlangt werden in solchen Fällen eine ganze Reihe von Angaben: Beruf und Alter des Erkrank- । ten, Atmung, Puls und Temperatur, Dauer der Doch ein deutscher Ueberseedampfer, der sich i ^ranfuejt 0^er Ursache des Unfalls und endlich die unmittelbarer Nahe befand, erreichte jenen zuerst, besonders charakteristischer Symptome, so baß ber Kapitän bes Dampfers auf unsere sieht dann etwa sol- mjungen dankend üe^ete... genbermafeen aus: Heizer, 45 Jahre alt, kräftig seit Es ist der Rabio-Offizter I. H a e cr von oer oei-1»___. . AHfönntiA nfnbfifh» (‘nff'illtiri» gischen Staatsmarine, der dieses schrieb und auf seine Anregung hin entwickelte sich vor etwa einem Jahrzehnt eine internationale Hilfsbewegung, die sich heute zu einer mächtigen Organisation vervoll- Don den pfälzischen Weinbaugebieten haben die Lagen ber Norbpfcllz, bas Alsenztal unb bie Nahe- Bezirke mengenmäßig am besten abgeschnitten. Wahrenb in ben Haarbtgebieten ber Ertrag nur Mit 10 v. H. einer Normalernte beziffert wirb, kann die Norbpfalz mit etwa 60 v. H. noch einigermaßen zufrieden sein. Dagegen ist die Güte der Weine allenthalben recht schön, da das guteWetter ber letzten Wochen den Reifegrad der Beeren sehr gefordert hat. regel hat In diesem Jahr einmal nicht gestimmt,! Allerdings fallen die Spitzenweine flau 3 denn die Sonnenperiode in den für die Traube ent-1 a u s. Der abnorm geringe Ertrag ließ feine beson- Mchdtuck, auch mit Quellenangabe, verbaten.) 1 Kran,h«t^chreibunq^peinttch^ „es war im Jahre 1926, als wir oon einem in ' . un^ Behandlungsvorschrift zu ermöglichen, der Nordsee befindlichen Dampfer einen Hüferuf an besitzt jeder Schiffskapitän eine Art alle Schiffe auffingen. Man bat um ar3tl’j«> ÄHf<^internationalen Code, der ihn in der Beobachtung für einen Heizer, ber durch Dampf schwer verbrannt (Frfranften unterstützt und ihm hilft, die einzel- -. Da das Schiff, auf welchem wir uns m Dienst Ge ber Sfbeit richtig zu schildern. tÄ deutsche St nicht 5Ur ® PÄ SÄ* yS ftic -Ä sä ÄS' u IV habe", sich ab‘ DM M n B den UM Beztlgen,t»e fönen «W bie DoeausM vockM M öiwti auf bech man aus W zuk Wehrsteuei Halts- und St U Auch für jur Untermau erhaltenen D Ausbildung bl steuer befreit, leit sechs Mc Befreit vor die vor dem Ableistung/il werden. Eme nen, die bei d M infolge für den Wehr gebend für d ist die Enisch gleiche gilt fii Übung ber 9 sind. Für D denstes (vor die gleichen in Kraft, n die Meist zeit umnög scheides bin Falle genü leidens ein des befr. Sri ten IßerfoM pilityiae, bk tnmfl Lellchll W» über d nationale Er' rechtigt sind, eine Rente sehung ist f leßungen ol Ableistung gemacht ya im Dienste an einem ' dagegen vv Wehrsteu 9tn, die nu Sen werden ber (Erfaße wer überhoi Rnigen, d Wehrwürdiai wn Dienst uer ßanbesr toppe. 3ebo e'der.Lani ^rfügunc «orben sein." !c.n Dienstlejs ble$!tQWe h?le Wehrst ^gültig SS Sur. M Und 31 f» Stichtags V5, Hes v Arganq in 5riieUt »em I Ä Sormtag eine IMrefflwdiung Dr. Oetker- Teiq: 150 g LDeijenmehl MeM unb „BatJün“ werden gemacht und auf ein Bachbrett (tifdiplaUe) gesiebt. In die Mitte wird 1 geflc. Ted (3 g) Dc. Oether’s „Ba*lne. eine Vertiefung gemacht. Zucker. OanillinjuAec und 6i werden hineingegeben und mit etwas oon 65 g Zucker. dem Mehl zu einem Brei oetrührt. Dann gibt man die in Stücke geschnittene halte Butter (Schmal)) 1 Päckchen Dr. Oelher's Daniliinzucker, darauf, bestreut sie mit Mehl und oethnctct oon der Mitte aus alle Zutaten scknell zu einem glatten 1 Ei. 65 g Butter oder Sckmal> Teig. Man rollt 2/3 des Teiges auf dem Boden einer Springform uus; oon dem Reft formt man eine Belag- 1 gehäufter Eßl Marmelade ^lleund legt sie als Rand auf den Tortenboden. Backzeit: 15-20 Minuten bei guter Mittelhitze. 250-300 g Bananen. Den ausgekühlten Boden bestreicht man mit der Marmelade und legt die abgezogenen, in Scheiben 1/2 päckcken Dl Oelher's Götterfpeife geschnittenen Bananen daraus. Das halbe Päckchen Götterspeise wird nach Vorschrift in 1/4l IDasser mit Zucker, psirsick - Geschmack, ausgelöst und hall gestellt. IDenn die Speise anfängt steif zu ucröen, wird sie auf den Tortenboden 1/4 l IDasser. gegeben. Damit der Gust scknitlfest wird, muß die Torte recht halt gestellt werden. Zur Deqierung Denieruna: Rafelnußheme oder streut man die in Scheiden gefchnittenen fiafelnußhetne töer Mandeln auf den Rand der Torte, abgezogene Mandeln. Bitte au8fchnoibcn! er ist wehrsteuerpflichtlg? Wenn man die Lebensarbeit des dereinsi ßen Chemikers unserer hiesigen Universität Zur Kenntnis der Galle seit Liebigs Zeiten Vortrag von Professor Or. K. Bürker in der Gesellschast Liebig-Museum. ro= ig betrachtet, so fällt immer wieder auf die erstaun« liche Vielseitigkeit seiner chemischen Taten und der Mut, mit dem er auch die schwierigsten chemischen Probleme angeht. Er scheut auch nicht davor zurück, Einblick in den so außerordentlich verwickelten Chemismus der lebenden Substanz zu gewinnen. Uns sollen heute seine Untersuchungen über die Galle beschäftigen und das, was im Anschluß daran Die neuere Zeit an Erkenntnissen hat hinzu fügen können. Die ersten Arbeiten Liebigs und seiner Schüler über die Galle erschienen in Wöhlers und Liebigs „An« nalen der Chemie und Pharmacie" im Jahre 1838, also gerade vor 100 Jahren. Am eingehendsten hat sich in Liebigs Laboratorium A. Strecker mit der Galle, und zwar den Gallensäuren, besaßt. Er stammte aus Darmstadt"und habilitierte sich in Gießen im Jahre 1848, wurde später nach Christiania, Tübingen und Würzburg berufen, in welch letzterer Stadt er im Jahr 1871 als sehr geschätzter Lehrer und Forscher der Chemie starb. Von weiteren Forschern auf diesem Gebiet find Hüfner und S) am - marsten zu nennen, und in neuester Zeit Hans Fischer, Windaus und Wieland. Es soll sich aber heute nicht nur um die Chemie, sondern auch um die Physiologie der Galle han- oeln. Das setzt die Kenntnis des Aufbaus der Leber voraus, der an einer Tierleber gezeigt wird. Mikroskopische Projektionen erläutern den feineren Aufbau dieser größten und .vielseitigsten Drüse des Körpers und das wunderbare Blut- und Gallengefäßsystem in ihr. Die Leber ist einer großen chemischen Fabrik zu vergleichen, deren Arbeiter, Die Leberzellen und auch die Sternzellen, neben anderem die Galle bereiten. Die Sekretion der Galle erfolgt derart, daß nicht immer stur dasselbe Sekret gebildet wird, sondern unter nervösem, hormonalem und unter dem Einfluß von Verdauungsprodukten wird gerade das Sekret erzeugt, das unter den gegebenen Verhältnissen sich am zweckmäßigsten erweist. Ein Teil des Sekrets wird in der Gallenblafe gestapelt und dort für den nächsten Bedarf eingedickt. Der Druck, unter dem die Galle aus der Leber in den Darm einfließt, ist nur gering, beträgt maximal nur 200 Millimeter Galle, während die viel kleineren Speicheldrüsen einen zehnmal größeren Druck hervorbringen können. Daher kommt es auch, daß relativ kleine Hindernisse in den Gallenwegen nicht überwunden werden können und so die Galle in das Lyrnph- und Dlutgefäßsystem zurückgestaut wird, was zur Gelbsucht führt. Die Zusammensetzung der Leber« und Blasengalle wurde bann im einzelnen geschildert, nachdem dargelegt war, wie man auch beim Menschen mit Hilfe der Duodenalsonde Galle heut- mtage gewinnen kann. Die Farbe der beim Menschen gelbbraunen, bei vielen Tieren mehr grünen Galle ist durch die Gallenfarbstoffe, das Bilirubin und Biliverdin, bedingt, es sind eisenfreie Abkömmlinge des Blutfarbstoffs, die unter dem Einfluß oxydierender Stoffe prachtvolle Farbenerscheinungen zeigen. Gallenfarbstoff kann sogar außerhalb der Leber bei Blutungen in die Gewebe, z. B. die Haut, entstehen, wobei es dann auch nach Eisenherausnahme zur Oxydation und damit zu einem ganzen Farbenspiel in der Haut kommt. Ein Teil des mit der Galle in den Darm gelangten Farbstoffs wird dort in Fäzesfarbstofs verwandelt, ein anderer Teil gelangt in den Harn, ein dritter wird der Leber wieder zugeführt und weiter verwendet. Es wird angegeben, daß dieser die Bildung des roten Blutfarbstoffs, von' dem er selber stammt, anregt. In allen Fällen von starkem Blutzerfall, physiologisch bei Neugeborenen und patholo- dienst anzusehen. , Die Wehrsteuerpflicht hängt grundsätzlich ab von der endgültigen Entscheidung über die -^^^beran- ziehung zur Erfüllung der zweijährigen Dienstpflicht, und zwar muß die endgültige Entscheidung am Stichtag der Personenstandsaufnahme (10.10.) des Jahres vorliegen, das für den wehrpflichtigen Jahrgang in Frage kommt. Wird die Entscheidung über die Nichtheranziehung zum zweijährigen Dienst erst nach dem 11.10. des betr. Jahres getroffen, so ist die Wehrsteuer grundsätzlich erst vom Anfang d e 5 Kalenderjahres ab zu zahlen, Das auf Den Stichtag der Personenstandsaufnahme folgt an Dem die endgültige Entscheidung über die Nichtheranziehung erstmalig vorliegt. Neu ist, daß bei Wehrpflichtigen, die vorzeitig aus dem aktiven Wehrdienst ausgeschieden sind, ohne daß eine anerkannte Dienstbeschädigung oorliegt, da sie dadurch wehrsteuerpflichtig werden, auf Antrag aus Billigkeitsgründen die abaeleiftete Dienstzeit zu berücksichtigen ist. Bei der Beurteilung und Behandlung der Wehrsteuerpflicht sprechen in diesen Fällen zwei Momente mit: 1. die Fälle, Die als nichtwehrsteuerpflichtig cmzusekstn, und 2. solche, Die als verkürzt wehrsteuerpflichtig zu behandeln sind. Zur ersten Gruppe gehören alle Wehrpflichtigen, die auf Grund freiwilliger Verpflichtung vor dem 16. März 1935 bei der Wehrmacht eingestellt wur- ben und bei dem Heer, bei der Landespolizei, ff« Derfügungstruppe ober der Luftwaffe minDeftens 9 Monate, bei der Kriegsmarine mindestens 7 Monate aktiven Wehrdienst abgeleistet haben: ferner bie Wehrpflichtigen, bie nach bem 16. März 1935 bei dem Heer, Lanbespolizei, ff-Verfügungstruppe ober bei ber Luftwaffe, sowie bei ber Kriegsmarine eingestellt unb spätestens am 31. Dezember 1936 entlassen worden sind unb bei dem Heer, Lanbespolizei, ff-Ver- fügungstruppe ober ber Luftwaffe minbestens 18 Monate, bei der Kriegsmarine mindestens 9 Monate aktiven Wehrdienst abgeleistet haben. Die zweite Gruppe umfaßt bie Wehrpflichtigen, die nach Ableistung einer aktiven Wehrdienstzeit bei ber Lanbespolizei, ^f-Verfügungstruppe von minbestens 9 Monaten vorzeitig aus bem aktiven Wehrdienst entlassen worben sind, ohne baß sie freiwillig vor dem 16. März 1935 gebient haben und ohne daß eine anerkannte, im aktiven Wehrdienst erlittene Dienstbeschädigung vorliegt. Diese Wehrsteuerpflichtigen Ijaben auf Antrag nur für so viele Monate die Wehrsteuer nach den erhöhten Sätzen zu entrichten, als zur vollen Dienstzeit von 24 Monaten fehlen. Eine Wehrsteuerpflicht nach den einfachen Sätzen ist nicht mehr gegeben. Beispiel: Ein Wehrsteuerpflichtiger, der am 12. Oktober 1937 zur Erfüllung ber zweijährigen aktiven Dienstpflicht in bie Wehrmacht eingetreten war, wirb aus wirtschaftlichen Grünben am 2. Dezember 1938 aus bem aktiven Wehrbienst entlassen. Die abgeleistete Dienstzeit beträgt, bei voller Berücksichtigung der angefangenen Monate, fünfzehn Monate. Er hat somit noch für neun Monate die Wehrsteuer nach ben erhöhten Steuersätzen zu entrichten. Die Wehrsteuer nach diesen Sätzen ist für die Zeit vom 1. Januar 1940 (Stichtag der Personenstanbsauf- nahme 10. Oktober 1939) bis 30. September 1940 zu entrichten. Mit dem 30. September 1940 endet seine Wehrsteuerpflicht endgültig. Bei Wehrsteuer- pslichtigen, die nach Ableistung einer aktiven Wehr« Aus der engeren Heimat. Hessens Schafzucht stark vermehrt. ZdR. Der Aufruf zur Vermehrung der Schafhal« tung fand auch in Hessen-Nassau ein williges Ohr und wurde über Erwarten schnell befolgt. Die letzte statistische Erhebung gibt hiervon ein überzeugendes Bild. Nach dem Zählungsergebnis vom 3. Juni d. I. betrug die Gesamtzahl der in Hessen-Nassau gehaltenen Schafe 144 964 Stück. Der Bestand ist somit gegenüber der gleichen Zählung im Vorjahr um weitere 21692 Schafe angewachsen. Damit steht Hessen-Nassau mit 17,6 v. H. Schafvermehrung in diesem Jahre an führender Stelle im ganzen Reichsgebiet. Im einzelnen betrug die Vermehrung in Hessen 14 248 Stück oder 22,37 v. H. und im Regierungsbezirk Wiesbaden 7444 Stück oder 12,49 v. H. Geralde in den scha stickten Kreisen ist die absolute Zunahme auch in diesem Jahr wieder am stärksten. Dor allem hat O b e r h e s s e n eine ganz beachtliche Vermehrung aufzuweisen. Schwerer Verkehrsunsatt in Utphe. * Utphe, 4. Nov. Der Einwohner Willy B e I t • 3 e r, der mit seinem Motorrad unterwegs war, verunglückte, als er von Hungen her die Straße am Ortseingang passierte, so schwer, daß er sofort in die Chirurgische Klinik nach Gießen eingeliefert werden mußte. Beltzer wollte mit seinem Kraftrad zwischen einigen Fahrzeugen hindurch, anscheinend ein Fuhrwerk Überholen, streifte dabei aber einen Bulldogg unb ein hinter biesem ankommendes Auto. Er kam zu Fall unb schlug so hart mit bem Kopf auf das Pflaster auf, baß er einen hoppelten Schädelbruch erlitt unb bewußtlos liegen blieb. Außerdem erlitt der Verunglückte noch Arm - und Beinbrüche. Der Motorrabfahrer liegt in bedenklichem Zustande darnieder. Er hat bis jetzt, von einigen Augenblicken abgesehen, das Bewußtsein noch nicht wieder erlangt. Männlikke Le cke oufqefun?kn. * L u m d a, 5. Nov. Gestern vormittag wurde am Waldrande unweit von Lumda von einem Jagdpächter ein Mann an eine m^ Baume lehnend aufgefunden. Da ber Frembe auf Anruf fein Zeichen gab, begab sich der Jagdpächter naher und mußte feststellen, bah ber Mann tot war. Er hatte sich erhängt. Da bei ihm keinerlei Papiere zu finden waren, konnte bisher nicht fest- gestellt werden, um wen es sich bei dem Toten handelt. Nach allen Merkmalen handelt es sich um einen Landstreicher. Landkreis Gießen * Langd, 3.Nov. Die Kriegerkamerab- schäft hielt im Saale des Gastwirts Becker eine Versammlung ab. KameradschastsführerDöll be- grüßte die Kameraden und ihre Frauen, insbesondere bie Kameraden von der Kreiskriegerführung aus Gießen. Der Adjutant des Kreiskriegerführers, Kamerad Weber, wies in kurzer Ansprache darauf hin, baß alle ehemaligen Soldaten, die im NS.« Reichskriegerbunb zusammengeschlossen sind, als wehrhafte Männer geschlossen unb einsatzbereit hinter dem Führer stehen. Im Mittelpunkt des Abends stand ein Vortrag von Fräulein Anni Diedrich (Gießen). Die Rednerin sprach in zweistündigen Ausführungen über ihre Erlebnisse in Spanien, das sie als Flüchtling verlassen mußte. Eindrucksvoll berichtete sie über das Land vor der Revolution und kam dann auf die kriegerische Auseinandersetzung zu sprechen, wobei sie eindeutig auf die eigentlichen Drahtzieher jenes Brudermordens hinwies, auf bie Juden unb ayberes verbrecherisches bolschewistisches Gesindel, die bie Bevölkerung aufpeitschten. Die Vortragende berichtete von den furchtbaren bolschewistischen Greueln, bie nur von einem vertierten Untermenschentum unter dem Antrieb der jüdisch-sabisti- schen Elemente begangen werden konnten. Frl. Diedrich schloß mit Worten des unerschütterlichen Glaubens an den Sieg der nationalspanischen Truppen, als 'ben Kräften einer neuen Ordnung. Kamerad Weber sprach der Rednerin den Dank ber Kameradschaft und der Kreiskriegerführung aus und sprach bann kurz von den Mischen Hetzereien und dem bolschewistischen Terror, die auch unsere sube- tendeutfchen Brüder über sich ergehen lassen mußten. Dabei betonte er, daß das Weltiudentum ber ewige Feind aller Nichtjuden sei. Die jübische Hetze und der Terror seien aber zusammengebrochen vor der Friedensliebe unseres Führers Abolf Hitler. Er schloß seine Ausführungen mit bem Appell an alle alten Soldaten, jederzeit wehrhaft und einsatzbereit für Führer und Reich zu sein. Oie Diebstähle im Frankfurter Gchlacht^of. SPD. Frankfurt a. Tl„ 3. Nov. Der im Sep- tember nach Ablehnung eines Sachverständigen wegen Besorgnis der Befangenheit abgesetzte _ Schlachthof-Prozeß erlebt nunmehr eine Neuauflage. Vor der Dritten Strafkammer sind wiederum 13 Angeklagte erschienen, von denen sich nur der Hauptbeschuldigte, Arnold Schöne- wolf, in Haft befindet. Die Zahl der Angeschul- digten war ursprünglich höher. Das Verfahren gegen vier Beschuldigte wurde abgetrennt, sie. sind inzwischen gesondert abgeurteilt worden. Der jetzt begonnene Prozeß wird mehrere Tage dauern. Die Angeklagten sind teils des Diebstahls, teils der gewerbs- mäßigen Hehlerei und verschiedene auch des Vergehens gegen das Lebensmittelgesetz beschuldigt. Der erste Verhandlungstag beschränkte sich auf die Vernehmung der Angeklagten. Landsmannschaft der Hessen in Berlin. NSG. In Berlin feierte die Landsmannschaft der > Hessen mit ihren Gästen aus den Kreisen ber be- freunbeten sübbeutschen Lanbsmannschaften aus ber näheren Umgebung der hessischen Heimat ihr 12. Stiftungsfest Reichsbankbirektor Ludwig Rehs, der Leiter des Vereins, konnte babei feststellen, daß ber Landsmannschaft in ben letzten Monaten eine große Zahl neuer Mitglieder beigetreten sei. gisch bei einer Reihe von Krankheiten, führt Ueber- produktion von Gallenfarbstoff zu Gelbsucht. Weitere unb in größerer Menge vorkommenbe Bestanbteile ber Galle sind die Gallensäuren, sie haben Liebig und seine Schule besonders beschäftigt. Die Darstellung nach Hüfner wird gezeigt. Wie die Konstitution des Gallenfarbstoffs durch Fischer, so konnte die der Gallensäuren durch Windaus und Wieland aufgebeckt werben. Es sind kompliziert zusammengesetzte Stoffe, die die Oberflächenspannung von Flüssigkeiten herabsetzen, daher an bie Oberfläche der Fetttröpfchen im Darm herandrängen und das dort angreifende fettspaltende Ferment aktivieren. Sie gehen ferner Verbindungen mit den durch das Ferment freiwerdenden Fettsäuren ein, die so wasserlöslich gemacht werden, was für ihre Mme durch den Darm nötig ist. Durch Reizung ?rvus vagus wirken sie hemmend auf bas Herz, bie Schlagzahl nimmt baher bei Gelbsucht ab. Der größte Teil der Gallensäuren wirb im Darm rückresorbiert, gelangt wieber in die Leber und regt diese zur Gallenbildung an. Weitere Bestandteile der Galle sind Fette und fettähnliche Stoffe, wie Cholesterin und L e - zithin, die aus der Hülle ber in Milz unb Leber verarbeiteten roten Blutkörperchen stammen. Was schon Liebig und seine Schule weit vorausblickend angenommen hat, wurde erfüllt, Cholesterin unb Gallensäuren sind chemisch sehr nah miteinander verwandt. Es gibt leichte Gallensteine, die fast ganz aus Cholesterin bestehen, bie schweren enthalten vor allem Kalk. Schließlich sind in der Galle noch Schleim und anorganische Salze enthalten; ber Schleim wirb aber nicht von den Leberzellen, sonbern von Drüsen in ben Ausführwegen der Galle gebildet, er hält schwer lösliche Stoffe in Lösung. Der Uebertritt der durch Bewegungen ber glatten Muskulatur wellenförmig in ben Darm verschobenen Galle wird von dem dort gelegenen Oddi schen Ringmuskel geregelt. Die Gallenwege und Gallensteine kann man heutzutage durch Kontrastmittel mit Hilfe von Röntgenstrahlen zur Darstellung bringen. Besonders mit Eigelb und Bittersalz, bas im Karlsbaber unb Mergentheirner Wasser enthalten ist, kann die Gallenblase zur Entleerung gebracht werden. Vor allem ist die Galle für die Aufnahme der Fette im Darm verantwortlich, geht doch ein großer Teil dieser Stosse unausgenutzt ab, wenn bie Galle nicht in den Darm gelangt. Sie regt weiterhin bie Darmbewegung an und wirkt hemmend auf Fäulnis im Darm. Rundfunkprogramm Samstag, 5. November. 6 Uhr: Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Froher Klang zur Werkpause. 9.30: Gaunachrichten. 9.40: Deutschland — Kinderlanb. „Wir erwarten noch ein Kleines." 10: Schulfunk. Die Lügenmühle. 11.45: Ruf ins Lanb. 12: Mittagskonzert I. 13: Nachrichten. 13,15: Mittagskonzert (Fortsetzung). 14: Nachrichten. 14.10: Fertig! Los! Neue Schallplatten am Start. 15: Leere Stuben, teere Kasernen. 15.15: Neue politische Bücher. 15.30: Körperlich blind, aber geistig sehend, seib ihr noch zu großen Leistungen fähig. Eine Sendung aus der Arbeit und bem Leben unserer blin- ben Kameraden in der Hitler-Jugend. 16: Der frohe Samstagnachmittag des Reichsfenders Köln, in Ver- binbung mit der NS.-Gemeinschaft „Kraft burch Freude". 18: Bühne und Film im Rundfunk. 18.30: Blasmusik. „Weidmannsheil". 19.15: Tagesspiegel. 19.30: Der fröhliche Lautsprecher. 20: Nachrichten. 20.15: Abenteuer der Liebe. Operette. 22: Nachrichten. 22.30: Wir tanzen in den Sonntag. 24 bis 2: Musik zur Unterhaltung. Dienstzeit — in Frage kommt hierbei außer dem Heer noch bie Lanbespolizei unb Die ff-Derfügungs- truppe — von weniger als neun Monaten vorzeitig aus dem aktiven Wehrdienst entlassen werben, ohne daß eine anerkannte, im Wehrbienst erlittene Dienstbeschäbigung ober eine sonstige Voraussetzung oorliegt, wird die abgeleistete Dienstzeit auf bie Dauer ber Wehrsteuerpflicht angerechnet in der Weise, daß sie auf das erste Jahr der Wehrsteuerpflicht angerechnet wird. Beispiel: Ein Wehrsteuerpflichtiger, der am 12. Oktober 1937 zur Erfüllung ber zweijährigen Dienstzeit in bie Wehrmacht eingetreten ist, wirb in ber Landwirtschaft ober im Geschäft der Mutter bringenb benötigt. Aus diesem Gründe erfolgt seine Entlassung am 15. Mai 1938 aus bem aktiven Wehrdienst. Die abgeleistete Dienstzeit beträgt, bei voller Berücksichtigung ber angefangenen Monate, acht Monate. Für ihn beginnt bie We.hrsteuerpflicht am 1. Januar 1939 (Stichtag ber Persvnenstanbsauf- nahme 10. Oktober 1938). Infolge Anrechnung ber im aktiven Wehrbienst abgeleisteten Zeit von acht Monaten auf bas erste Jahr ber Steuerpflicht (Kalenderjahr 1939) ist die erhöhte Wehrsteuer ab 1. September 1939 bis 31. Dezember 1940 (insgesamt 16 Monate) und die einfache Wehrsteuer ab 1. Januar 1941 $u zahlen. Reserveoffizieranwärter, bie sich verpflichten, nock ein volles Jahr aktiven Wehrdienst zu leisten, sind vom Beginn des Kalenbermonats an, ber auf bie Beendigung des einjährigen aktiven Wehrdienstes folgt, von ber Entrichtung ber Wehrsteuer befreit. Neu unb interessant ist es für ben Wehrpflichtigen zu erfahren, daß die Wehrsteuerpflicht ganz in Wegfall kommen kann in ben Fällen, in benen ein bei ber Musterung bebingt tauglich befundener Wehrpflichtiger auf Grund des Aushebungsbescheides nicht zur kurzfristigen Ausbilbung, sonbern zum zweijährigen aktiven Wehrbienst herangezogen wird. In diesen Fällen kommt Die Wehrsteuerpflicht mit Wirkung von ihrem Beginn an in Wegfall. Bereits einbehaltene Wehrsteuerbettäge sind auf Antrag bei dem zuständigen Finanzamt von diesem zu erstatten. In ben wehrsteuerlich interessierten Kreisen herrscht ! leider heute immer noch eine gewisse Unkenntnis in Der Beurteilung ber Frage: Wer t ft wehr- ! steuerpflichtig unb wer nicht? Daher i sollen diese Zeilen dazu beitragen, im Rahmen des begrenzten Raumes Klarheit über die grundlegenden . Bestimmungen des Wehrsteuergesetzes zu übermit- i fein. , . ' Allgemein sei zunächst gesagt: Wehrsteuerpflichtlg 1 ist jeder deutsche Staatsangehörige, der nach dem I 31.12.1913 geboren ift, feinen Wohnsitz oder seinen gewöhnlichen Aufenthalt im Inland hat und nicht । zur Erfüllung ber zweijährigen aktiven Dienstzeit einberufen wirb. Die Wthrsteuerpflicht endet mit ber । Vollendung Des 45. Lebensjahres. Die Feststellung ber Geburt wirb im allgemeinen keine großen Schwierigkeiten machen. Ausschlag- gebend ist, daß bie Geburt nach Ablauf der Mitter- nachtsstunde (24 Uhr) erfolgt ist. Don grundsätzlicher Bebeutung ift Der Besitz der deutschen Staatsangebörigkeit. Ausländer, die die deutsche Staatsangehörigkeit nicht besitzen, können nicht zur Wehrsteuer herangezogen werden. Ohne Bedeutung bei ber Beurteilung ber Frage, ob Wehr- steuerpflicht gegeben ist ober nicht, ist Der Nichtbesitz ber Reichsburgerschaft. Aus diesem Grunde unterliegen Nichtarier, insbesondere Juden, die die deutsche Staatsangehörigkeit, aber nicht die Reichsbür- gerschast besitzen, der Wehrsteuer. Auch Ausländsdeutsche, ü. h. deutsche Staatsangehörige, die einen Wohnsitz oder dauernden Aufenthalt im Ausland haben, sich aber zu Studienzwecken ober ihrer Ausbildung wegen in Deutschland aufhalten, unterliegen mit ben Unterhalts- und Stubiengelbern, sowie allen Bezügen, die sie von im Ausland ansässigen Personen erhalten, grundsätzlich ber Wehrsteuer, wenn Die Voraussetzungen bes § 1 des Wehrsteuergesetzes vorliegen. Um aber den Ausländsdeutschen ein Studium auf deutschen Universitäten zu erleichtern, hat man aus Villigkeitsgründen von einer Heranziehung zur Wehrsteuer abgesehen, wenn sie auf die Unterhalts- und Studiengelber überwiegend angewiesen sind. Auch für die Zeit ihrer praktischen Tätigkeit zur Untermauerung des auf deutschen Hochschulen erhaltenen Wissens und bis zur Vollendung ihrer Ausbildung bleiben sie vorerst noch von der Wehrsteuer befreit, wenn die Zeit ihrer praktischen Tätigkeit sechs Monate nicht übersteigt. Befreit von ber Wehrsteuer sind alle Personen, die vor dem 31.12.1913 geboren sind und die zur Ableistung einer zweijährigen Dienstzeit einberufen werden. Eine Befreiung tritt ferner ein bei Personen, die bei der Ausübung der zweijährigen Dienstpflicht infolge einer Verletzung ober eines Leidens für den Wehrdienst untauglich geworden sind. Maßgebend für das Vorliegen einer Dienstbeschädigung ist Die Entscheidung Der Versorgungsbehörden. Das gleiche gilt für Wehrsteuerpflichtige, die bei der Ausübung Der Arbeitsdienstpflicht untauglich geworden sind. Für Wehrpflichttge des Freiwilligen Arbeits- denstes (vor dem 30.6.1934) tteten gegebenenfalls Die gleichen Vergünstigungen aus Billigkeitsgründen in Kraft, wenn ihnen durch Unfall ober Krankheit Die Ableistung Der zweijährigen aktiven Dienstzeit unmöglich gemoroen ist. An Stelle des Entscheides durch die Dersvraungsbehörben im ersteren Falle genügt hier zur Bestätigung ihres Dienst- leidens eine Anerkenntnis durch eine Dienststelle Des betr. Arbeitsdienstes. In den vorstehend angeführten Personenkreis eingeschlossen sind noch Wehrpflichtige, Die im Kampfe für Die nationale Erhebung Verletzungen erlitten und auf Grund des Gesetzes über die Versorgung Der Kämpfer für die nationale Erhebung vom 27. 2.1934 versorgungsberechtigt sind. Es kommt Dabei nicht Darauf an, ob eine Rente auch tatsächlich gewährt wird. Voraussetzung ist selbstverständlich, daß die erhaltenen Verletzungen oder das zugezogene Dienstleiden sie zur Ableistung Der zweijährigen Dienstzeit un'auglich gemacht hat. Personen, die sich körperliche Schäden im Dienste Der SA. oder ff ober durch Teilnahme an einem Wehrsportkurs zugezogen haben, werden Dagegen von diesen Vergünstigungen nicht erfaßt. Wehrsteuerpflichtig sind ferner alle Wehrpflichtigen, die nur zu kurzfristigen Hebungen herangez^ gen werden, sowie Diejenigen, Die bedingt tauglich Der Ersatzreserve II und tl F überwiesen werben, ober überhaupt nicht zu Dienen brauchen, und alle Diejenigen, denen auf Grund ihres Vorlebens die Wehrwürdigkeit abgesprochen wurde. Gleichgestellt Dem Dienst bei Der Wehrmacht ist ber Dienst bei Der Landespolizei ober bei ber ff-Veriugungs- truppe. Jedoch muß Die vorgeschriebene Dienstzeit bei Der Lanbespolizei nach dem 1.1.'1933, bei der ff-Derfügungstruppe nach Dem 1.1.1934 abgeleitet worben fein. Andere als bie vorstehend bezeichneten Dienstleistungen sind nicht als aktiver Wehr- und Die irr- yer uonojen jiugeuuuaci In jedem l sahrers im Verkehr nicht mehr nnsreichen^ Aus über- Marktstraße 4-8 statt. 7068D Gießen 'TEXTILHAUSj GEISSLER Timt rtwuw* modisch, elegant preiswert und in bekannt guten Qualitäten zeigen unsere Schattfenster-Aus lagen Marktstraße 4-8 und Mäusburg 13. kaufs-Abteilungen wirkt unbedingt zeugend.— Seiden- u. Kleiderstoffe Mantel- u. Besatzstoffe Deutsche Sienohralenschall, Orlsierein Dieken. Gut gewaschen... West-Garagen Lahnstraße 21 / Lammstraße 13, Kerar. 2278 Ihre Geschäftsdrucksachen Stellen die Verbindung her zu Ihren Erzeugnissen Man stellt eloh die Beschaffenheit Ihrer Waren so vor. wie mall Briefbogen. Briefumschläge. Postkarten, Rechnungen.Geschäftskarten ihres Hause* beurteilt. Legen Sie deshalb Wert eu* gepflegte Drucksachen I Wir bieten sie Ihnen Brühl'sche Druckerei. Schulstr. 7. Ruf 2251 Dorf ist der Gedanke einer vorbildlichen Freizeit- ftätte voranzutreiben. Das Interesse für den Leistungskampf des schonen Dorfes ist im Gau Hessen-Nassau sehr groß. Das zeigt die große Zahl der Anmeldungen von Dörfern, die bisher bei der Dorfverschönerungsarbeit der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" nicht mitgearbeitet haben. Wollum uno öemuslräiMl aller Art sind eingetroffen Gießener Baumschulen und Staudengärtnerei Eberh. Schwarz Alter Steinbach. Weg, gegenüber Cafe Nizza. Plockstraße 14-16 7065 A hohem Blutdruck, Magen-, Darmstörungen. Alterserscheinungen. Stoffwechselbeschwerden. Geschmack- u. geruchfrei. Monatspackung L- M. Zu haben) Drog. Winter hoff, Kreuzplatz 10; Drog C. Seibel, Frankf Straße39; Drog. E Karn, Schulstraße. 5773 V Achten Sie auf die grün-weiße Packung! ausgerüstet sein. Eingehende Versuche haben ergeben, daß die bisher üblichen Katzenaugen zur Sicherung des Rad- Knoblauch-Beeren „Immer Jünger" machen froh und frisch! 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I. müssen alle neu in den Verkehr kommenden Fahrräder mit Tretstrahler Kachelofen (Transportabler sogen. Berliner) 47/55 cm, 120 cm hoch. Grüne Kacheln. Zimmer- fchmuck.Borzügl u.billig.Brenner inbesLErhaltung billig zu verkauf. Bismarckstr. 1 (Töpelmann). Carl Sommer GIESSEN, Bahnhofstraße 14 ist alles mit der Heizung zufrieden. Ich sage immer: „Die Hauptsache ist der Brennstoff" — wenn man sich auf den verlassen kann, dann klappt es schon. Ruhr-Zechenkoks hat mich noch nie enttäuscht u.. ich heize schon 2 Jahrzehnte. dann eine Versammlung statt, in der die Teilnahme be< Dorfes am Leistungskampf bekanntgegeben wird und an alle Dorfbewohner die Aufforderung zur Mitarbeit ergeht. Gleichzeitig wird em Dors- ausschuß eingesetzt, der nach einem bestimmten Plan, dem Dorfbearbeitungsplan, sofort mit der Arbeit beginnen muß. Erste Aufgabe ist überall die Säuberung des Dorfes, hierzu gehört Aufräumen, Hauserputzen, Freilegen von gutem Fachwerk, Entfernung verschandelnder und häßlicher Reklame Pflege des Dorfangers und des Friedhofs, Säuberung von Feuerlöschteichen, Anlegen von Schwimmbecken und Sportfreistätten, Errichtung von Kindergarten, Ueberprüfunq der Betriebe auf Schönheit der Arbeit usw Eine weitere Aufgabe ist der Bau von Wohnungen für kinderreiche Familien und die Erstellung guter Landarbeiterwohnungen ,ohotT Audi für Sie MANIE L UND ANZUG* IN NEUER HERBSTMODE GROSSZÜGIG UND PREISWERT VON Gesunden T| Haarwuchs durch das nicht fettende Köhlmeiers Naturhaaröl Schuvven verschwüiden sofort. Haarausfall hört auf Künstl. Wellen bleiben erhalten. fettes Haar wird trocken, sprödes geschmeidig. Kl.M.2.20 M., gr.Fl.3.90 M. Löwen-Drogerie Wilhelm Kilbinger Nachf., Seltersweg 69. f69«D Morgen (Samstag) iindet unser Unlerhallungs- n. 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Thealerrrng der Hiller-Jugend. Es wird empfohlen, die Morgenoeranstaltung einer Vorstadtwirtsstube auszuruhen. Bornotizen. schon hat man das gewünschte Buch. Der Zettelkasten leistet aber noch andere Dienste. Die Bücher werden manchmal verliehen. Daß das Buchverleihen ein Kapitel für sich ist, weiß jeder. kommt man nicht ohne genaues Verzeichnis aus. hier hilft in guter Weise ein Z et t e l k a st e n. Eine gewöhnliche Zigarrenkiste genügt, um bis zu 2000 Zettel aufzunehmen. Freilich gibt es auch schöne und feste Vordrucke. Aber wer die Ausgabe scheut, stellt sich die Zettel selbst her. Sie müssen aus festem Papier sein, etwa 8X8 cm im Quadrat. Außerdem braucht man noch Zwischenstecker aus festem Karton, die etwas überragen und jeweils einen Buchstaben tragen. Zuerst kommt der Stecker mit dem Buchstaben A, dahinter alle Buchzettel, deren Verfasser mit diesem Buchstaben beginnen, dann Stecker B usw. Auf diese Art kann man rasch Ordnung im Bücherbestand schaffen. Wer mehrere Bücherschränke Hat, der schreibt auf jeden Zettel, in welchem Fach das betreffende Buch zu finden ist. Auf jedem Zettel soll stehen: Der Name des Verfassers, der Titel des Buches. Mehr ist für den Hausgebrauch nicht nötig. Unten in der Ecke steht noch die Bemerkung- Zweites Fach, links, oder so ähnlich. Ein Blick in den Zettelkasten, und Ein Bücherschrank, gefüllt mit guten Büchern, ist nicht nur ein schöner Zimmerschmuck, sondern für viele Menschen ein Lebensbedürfnis. Wer viele Bücher hat, muß auch für Ordnung in seinem Schranke sorgen. Er darf nicht nur auf die äußere Reihe schauen, sondern muß die Bücher so stellen, daß innerhalb der Reihe ein gewisser Zusammenhang besteht. Geheftete Bücher, Zeitschriften usw. gehören in ein besonderes Fach. Die Klassiker, die schöne Literatur, stehen zusammen, ebenso die wissenschaftlichen Werke, halten die Bücher der Kinder ihren Einzug in den Bücherschrank, dann bekommen auch diese ihren besonderen Platz. Solche Ordnung im Bücherschrank muß schon sein, wenn die Zahl der Bücher hundert übersteigt. Sind es noch mehr, bann Standartenführer. Hessische Läger spenden dem Winterhilfswerk. NSG. Seit einigen Jahren bringen auch die Jäger ihr Opfer für'das Winterhilfswerk. Nicht aber nur mit Geld wollen sie die bedürftigen Volksgenossen unterstützen, sondern auch mit Wildspendem Musikalische Abendfeier in der Johanneskirche. Am Sonntag, 6. November, 17 Uhr, beginnen in der Johanneskirche wieder die „Musikalischen Abendfeiern". Die Dortragssolge dieser ersten Feierstunde bringt Orgelwerke von I. S. Bach, Orgel- choräle, die Toccata und Fuge in C-dur und or- Deutsche Männer und Frauen! Wiederum rufen die Kampfformationen der Bewegung aus zur Abwehr gegen hunger und Kälte. Den Brüdern der Ostmark und den heimgekehrten Sudetendeutschen soll besonders geholfen werden. Dankt dem Führer für seine große Tat durch Euer Opfer! Nicht spenden, sondern opfern müht Ihr! Wer sein Volk liebt, beweist es einzig durch die Opfer, die er für dieses zu bringen bereif ist. Wir sind stolz, am großen Aufbauwerk des Führers milarbeiten zu dürfen. heil Hitler! Der SA.-Slandorlführer. I. V.: Fällen sieht man es nie wieder, man vergißt wohl auch, wem man es verliehen hat. Was tut man also? Man nimmt den Bücherzettelkasten, sucht den entsprechenden Zettel heraus, schreibt den Namen des Entleihers auf die Rückseite, stellt diesen Zettel aber nicht wieder an seinen Platz, sondern legt ihn vor den Buchstaben A. Dann weiß man jederzeit, welche Bücher man ausgeliehen hat und an wen. Wer so verfährt, der kommt nie zu Schaden. Drbnqng ist bas ljalbe Leben, sagt ein Sprichwort. Beim Bücherschrank trifft es Ebenfalls zu. Unb wenn alle Bücherliebhaber jetzt in der Woche bes Buches ihren Schrank nachsehen unb für Ordnung sorgen wollten, bann wären biete Zeilen nicht vergeblich geschrieben worden! H. Großkundgebung der NSDAP. Am Mttwoch, 9. November 1938, gedenkt Großdeutschland der Gefallenen des Jahres 1923. In Gießen veranstaltet die NSDAP, an diesem Tag eine Feierstunde für die Toten der Bewegung um 20.30 Uhr in der Volkshatle. Es spricht: der Kreisleiier. Die Bevölkerung Gießens und die Volksgenossen aus Wieseck und Klein-Linden sind hierzu herzlich eingeladen. Eintritt frei! Saalöffnung 19.35 Uhr. Kreisleitung 2Ve11erau der NSDAP. Stadttheaters am Sonntag, 6. November, zu suchen. Es gelangt zur Uraufführung „Der Narr mit der hacke", ein Spiel von Eduard Reinacher. Karten zu 0,25 Mark, nur gegen Ausweis, für Mitglieder des Theaterringes an der Theaterkasse. d)oraie, uie -luccluu uhu duuc "l C-dur unb bas louujumnycu m» ।««- । große a-moll-Präludium mit Fuge. Die Orgel wird Der Freund versichert, daß er das Buch ganz be= von Johannes Nebelin g gespielt.I stimmt (!) in drei Tagen zurückbringt. In vielen Aus der Stadt Gießen. Insel im Alltag. Es war schon weit nach Mittag. Ich ging durch eine etwas abseitige Vorstadtstraße, eine (Straße, wie es sie zu Tausenden gibt, in allen Stabten, und ich hatte eigentlich vor, zum Essen m das Innere der Stadt zu fahren. Da sah ich das Schild eines unscheinbaren Gasthauses, und kurzerhand trat ich ein. r r „ . In der einfachen Stube saß ganz allem em Mann Er hatte eine braune Wollweste an und las in einer Zeitung. Es war der Wirt. Mit gemessener Freundlichkeit erwiderte er meinen Gruß. Dann erhob er sich und sah mich fragend an. Ich verlangte ein Glas Bier und setzte mich an einen Tisch, so, daß ich vor mir das Fenster hatte und den Blick auf die Straße. Der Wirt stellte das Glas mit dem schäumenden Bier vor mich hin und sagte kurz: „Wohl be- komms!" Und ganz im selben, beinahe militärischen Ton fügte er hinzu: „Es wird kälter." Ich suchte nach einer üblichen Erwiderung, aber daran war ihm offenbar nichts gelegen, denn er setzte sich sofort wieder an seinen Platz und las in der Zeitung weiter. Ich nahm einen Schluck von dem vorzüglichen frischen Bier. Dann wollte ich etwas zu essen. Warmes war nicht mehr zu haben, also begnügte ich mich mit Wurst und einem Stück Schwarzbrot. Sachlich kurz wünschte mir der Wirt guten Appetit unb setzte sich roieber an seinen Tisch. Die große runbe Uhr überm Schanktisch durch- tickte geschäftig die Stille. Ein Bild an ber Wanb zeigte die Mitglieber eines Wanbervereins. Ein Radioapparat ftanbt.ftumm in ber Ecke. Der Wirt las hingegeben in ber Zeitung. Draußen vor ben Fenstern zog bas Alltagsleben der Straße vorüber, wie in einem stummen Film. Es hatte nichts Beschwingendes an sich, aber auch nichts Bebrückendes, unb in feiner scheinbaren Regellosigkeit lag boch eine bestimmte Orbnung. In der erholsamen Stille ber schlichten Gaststube saß ich wie auf einer Insel. Zuweilen, wenn draußen ein schwerer Lastwagen vorüberfuhr, erzitterten ein wenig bie Fensterscheiben. Ick) rauchte noch eine Zigarette unb sammelte die Gedanken für den Rest meiner Tagesarbeit. Dann mußte ich den eifrig lesenden Wirt noch einmal stören, um zu zahlen. Während er dankend das Geld einstrich, sagte er wieder: „Es wird kält,r!" Ueberm Zeitunglesen hatte er wohl vergessen, daß er das schon bei meinem Kommen bemerkt hatte. Als ich die Stube verließ, saß er schon Ordnung tm Bücherschrank Oer Zettelkasten als guter Helfer. Tageskalender für Freitag. StadUheater: 20 bis 23 Uhr „Wiener Blut". — Glona-Palast (Seltersweg): 14 Uhr Märchentonfilm „Tischlein deck dich" unb „Struwwelpeter"; zu den bekannten Zeiten „Du und ich". Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „Liebelei und Liebe". — Ober- hessischer Kunstverein: 17 bis 18 Uhr Ausstellung im Turmhaus am Brand. Der große Erfolg „Wiener Blut“. Heute abend Wiederholung des großen Erfolges „Wiener Blut", Operette in drei Akten von Johann Strauß. Musikalische Leitung: Joachim Popelka. Spielleitung: Gert Buchheim. Tänze: Thea Maaß. Die Vorstellung findet gleichzeitig als 6. Vorstellung der Freitag-Miete statt. Anfang 20 Uhr, Ende 23 Uhr. wieder in seine Zeitung vertieft. Sehr erfrischt ging ich wieder an die Arbeit. Und ich nahm mir vor, öfter einmal in der stillen Oase ~ ......' JB. QUALITÄTS-ERZEUGNIS DER SIDOL-WERKE In den Kreisen ber WHW.-Betreuten wird alljährlich oft Wildbraten gegessen. Die Jägerschaft stellt einen Teil ihrer Wildstrecke dem Beauftragten für das Winterhilfswerk zur Verfügung, der von sich aus dann eine Verteilung an bie Betreuten oor- nimmt. Der Land e sj ä g e vm e i st er, Gauleiter Reichsstatthalter S p r e n g'e r, hat für dieses Jahr anläßlich der Hubertusfeier in den Städten Mainz, Darmstadt und Gießen Appelle ber Jägerschaft angeordnet, bei benen bas bis zum 12. November gespendete Wild und die Geldspenden der Jäger in feierlicher Weise dem WHW. übergeben werden. Am Samstag, 12. November, wirb also bie hessische Jägerschaft unter Beweis stellen, baß sie die geschichtliche Größe dieses Jahres erkannt hat und aus vollem Herzen ihre Spenden für die Betreuten des Winterhilfswerkes darbringt. Jedem Volksgenossen eine plahmiete im Siadttheater! Aus dem Stadttheaterbüro wird uns geschrieben? Die Winterspielzeit 1938/39 des Stadttheaters Gießen wurde in der schwierigen außenpolitischen Krisenzeit begonnen, in der es manchem schwer fiel, sich eine Platzmiete für bas Theater zu wählen. Die ersten großen Erfolge der neuen Spielzeit („Fidelio", „Rigoletto", „Wiener Blut", „Sommernachtstraum", „Flachsmann als Erzieher", „Dantons Tod") haben bewiesen daß das Theater in diesem Jahr ein hervorragendes Ensemble besitzt und einen glänzenden Spielplan durchführen kann. Es wird jedem Volksgenossen auch jetzt noch die Möglichkeit zu einem ständigen Theaterbesuch geboten, ohne daß er für die bisherigen Vorstellungen nachzahlen muß. Wer sich die außerordentlichen Vergünstigungen einer Platzmiete einmal ernsthaft überlegt, wird nicht zögern, sich sofort anzumelden. (Nachdruck verboten!/ 24 Fortsetzung. „Halten Sie mich für einen so miserablen Menschenkenner? Dann säße ich doch nicht feit dreißig Jahren hier inmitten dieser gebündelten Menschenschicksale. Kein Wort habe ich ihm gesagt. 3m Gegenteil! Ich habe ihn aufgepulvert, soweit ich das überhaupt konnte. Der Mann muß erst einmal wieder felsenfest an sich glauben lernen. 2Iber Das ändert nichts an der Tatsache, daß der endgültige Erfolg der Erfindung wesentlich von den Produktionsmaschinen und von den Modellen abhangt. Da gibt’s keine Vorbilder. Wenn die ersten Modelle das nicht halten, was man sich von ihnen verspricht ... ist das Kapital zu Ende... und dann .. .t Sie sehen, es ist doch eine recht gewagte Sache, sich gänzlich auf den Preßstoff Karajans sestzulegen. Im stillen habe ich schon gestern meine Bedenken gehabt, wie man das Kapital beschaffen könne... gesagt habe ich natürlich nichts, sondern einen lauten und selbstverständlichen Optimismus zur Schau getragen. Karajan ist,Ja in diesen Dingen ahnungslos wie ein Lamm." .. „Ich gla'jbe nicht, daß Fräulein Westner ihren Entschluß irgendwie ändert, Herr Justizrat , entgegnet Günther lächelnd, „ich halte es sogar für ausgeschlossen." „Nanu? ... Und warum?" , , . . „Weil sie Karajan liebt. Es geht ihr bei Der ganzen Sache gar nicht um das Geschäft, sondern um den Mann. Das müssen Sie in Rechnung setzen." Der Justizrat schweigt, blickt eine Weile vor sich hin. Dann schüttelt er den Kopf. „Herrschaften, daß es das noch gibt... ein Mädchen, das so alles für einen Mann hmgiot, oder nein, daß es so was schon wieder gibt... Gott sei Dank! Eine tolle Sache!" Und dann reckt er sich. ,, _. . „Aber eine Sache, die mich stolz macht. Dieser Karajan hat mehr Glück als er es mit seinem verrückten Schädel verdient. Kommen Sie, meine Herren, Sie sind meine Gäste. Und inzwischen ruft meine Sekretärin diese junge Dame herbei Soviel ich weiß, gibt’s ja Flugzeuge. Soll sie sich mal eins leisten. Auf dieses Mädchen freue ich mich von ganzem Herzen. Und wenn sie mordshäßlich wäre. WllMWMMM Roman von Kurt Riemann Copyright by Verlag Oskar Meister, Werdau i. Sa „Sie irren sich, Herr Justizrat", lächelt Schorsch, und ein klein wenig Wehmut liegt in feiner Stimme. „Fräulein Karola ist sogar sehr hübsch." „So. Um so besser." Der Justizrat wirft einen schnellen Seitenblick auf den Sprecher. Dann informiert er noch die Sekretärin. „Scheckchen, Sie sind ein vernünftiger Mensch. Telephonieren Sie nach Dresden, Plattleite 6. Lassen Sie sich ein Fräulein Westner geben. Sagen Sie, hier bei mir wären zwei Herren aus Magdeburg, sie müsse sofort kommen. Dann rufen Sie die "Lufthansa in Dresden an und belegen einen Platz für die Dame. Bitte, ihr das mitzuteilen." „Müßte ich nicht erst die Lufthansa und dann..." „Sie sind ein Engel und dazu ein Wunder an Intelligenz, Scheckchen; natürlich müssen Sie erst die Lufthansa und dann... also machen Sie's gut! Wenn's nicht klappt, können Sie morgen in Urlaub gehen. Wann kann das Flugzeug übrigens hier sein?" „Gegen sechs Uhr, Herr Justizrat. Wir haben es ja auch öfters benutzt... früher." „Stimmt, Sie kleiner Fahrplan. Ist sie nicht unbezahlbar, mein Scheckchen? Und nun kommen Sie, meine Herren, wir wollen zunächst einmal Mittagbrot essen!" Als man gegen drei Uhr meint, nun sei wohl die Zeit da, daß Karola in Dresden hinausfährt nach dem Flugplatz, da hupt es unten durchdringend, und Günther, der schon etwas ahnt, erkennt vom Fenster aus, daß es ein Mädchen in einem Sportwagen ist. „Fräulein Karola ist bereits hier!" stellt er zufrieden fest, und ehe sich die Ueberraschung bei den .andern gelegt hat, ist sie — Karola — auch schon da. „Ich habe Ihnen das Flugzeug erspart, Herr Justizrat", lacht sie, „warum sollte ich solange warten, wenn mein kleiner Sportwagen mich in gut zwei Stunden herbringt?" „Man unterschätzt die Jugend immer ein wenig", meint er und zuckt die Achseln. „Bitte, denken S'.e nicht, daß ich Ihnen Vorschriften machen wollte, das Flugzeug war nämlich mein Einfall. Aber ich hätte mir denken können, daß Sie einen Wagen haben, mit dem Sie schneller hier sind. Dars ich Ihnen in meiner bescheidenen Junggesellenwohnung eine Erfrischung anbieten?" „Mehr, Herr Justizrat, vielleicht läßt sich „aud) ein Stück Kuchen oder zwei dazu auftreiben?" „Ich habe Sie wieder unterschätzt, Fräulein Westner." , _ Karola ißt mit gutem Appetit, was ihr Wangen- hcims Wirtschafterin autträgt. Der Ii'itizrat steht ihr mit einem stillen Lachen zu. Welche Gesundheit steckt in diesem Menschenkind! Welch sauberes klares Gesicht! Ohne Falsch und ohne die kleinen Hilfsmittel, die manche Frauen glauben nicht entbehren zu können. Kein Puder, keine Schminke, nichts... nur die lachende gesunde ,Jugend. O ja, er kann Schorsch Hausmann schon verstehen, daß er leise aufseufzt, wenn er gestehen muß, daß Karola ein schönes Mädchen sei. „Haben Sie verbrecherische Anlagen in meinem Gesicht entdeckt?" neckt Karola den Justizrat, so daß er ein wenig zusammenfährt und sich entschuldigt. AberKarola ist nicht im geringsten verstimmt. „Sie brauchen sich gar nicht zu entschuldigen, Herr Justizrat", entgegnet sie, „ich habe Sie nämlich auch besehen; Denn wir haben doch scheinbar einige Sachen gemeinsam zu erledigen, die weniger Geschäftsgeist als vielmehr ganze, anständige Menschen verlangen. Da schaut man sich den Partner ein wenig an. Stimmt's?" „Sie haben den Nagel auf den Kopf getroffen. Und darf man fragen, wie Sie mit Ihrer Musterung zufrieden sind?" „Ich habe den gleichen Eindruck von Ihnen, Herr Justizrat, den Sie von mir haben." „Aber Sie können doch gar nicht wissen..." „Doch!" lacht Karola. „Ich weiß. Man konnte in Ihrem Gesicht lesen wie in einem offenen Buch." „Da haben Sie's, meine Herren!" Wangenheim wendet sich achselzuckend zu den beiden Freunden. „Ein junges Mädchen kommt herein, es vergehen keine zwanzig Minuten, da hat sie den alten Justizrat entlarvt und behauptet, man könne in seinem Gesicht lesen wie in einem offenen Buch. Wenn das meine Prozeßgegner wüßten, ach, die würden vor Wonne ein Bankett geben, daß der Wangenheim nun endlich zum alten Eisen gehört." „Habe ich Sie gekränkt?" Karola ist ganz erschrocken. Denn diesen vornehmen alten Herrn hat sie bereits liebgewonnen. Der Justizrat lacht. Er schnippt sich die Brille auf die Stirn und zwinkert vergnügt zu Karola hin. Die weiß nicht, was das bedeuten soll. ,,'Reingefallen, Fräulein Karola, 'reingefallen!" „Wieso?" „Ich wollte nur mal sehen, ob Sie drauf 'reinfallen und den ollen Wangenheim so ein wenig trösten!" „Das ist doch..." „Immer noch der alte Fuchs, bei dem die andern nie wissen, woran sie sind. Und Sie, Fräulein Westner, sollten sich selbst davon überzeugen, daß man dem alten Wangenheim wohl mal in einem unbewachten Augenblick ins Herz sehen kann; — aber wenn er nicht will, Dann können Sie machen was Sie wollen. Sie werden nicht schlau aus ihm. Wenn mir jeder Anfänger in die Karten sehen konnte und meine Trümpfe wüßte, ehe ich sie ausspielen will, dann würde ich Ihnen selber geraten haben: Gehen Sie zu einem andern. Ich kann nicht mehr. Vorläufig aber... geht's noch gut!" „Nun bin ich vollkommen durcheinander, Herr, Justizrat", schüttelt Karola den Kopf. „Was ist nun Wahrheit? Was ist Erfindung? Was echtes Gefühl und was falsches? Bei Ihnen muß man ja auf der Hut sein vor jedem unbedachten Wort!" Da legt er ganz einfach seine Hand über die ihre. „Ehrlich ist mein Neid auf Karajan, der bet allem Pech, das er hatte, jetzt das Glück genießen kann, Sie zur Frau zu bekommen, Fräulein Karola. Wäre ich zwanzig Jahre jünger... ich ließe es drauf ankommen und jagte Sie dem Burschen ab. Ehrlich ist meine Liebe, meine stumme Neigung für diesen unglaublich starrköpfigen, eigensinnigen Menschen, den Sie heiraten wollen. Und dann ist mein Glaube ehrlich, daß dieser Kerl es schaffen wird, was wir von ihm erwarten. Genügt Ihnen das? — Daß ich den Bäcker nicht um seine Brötchen betrüge und auch sonst ein ruhiges Gewissen habe, brauche ich Ihnen nicht zu sagen, oder doch?" Karola ist über und über rot geworden. Sie sieht entzückend aus in ihrer Verlegenheit. „Auf gute Kameradschaft also, Herr Justizrat!" Der Handschlag, der Druck ihrer schmalen kleinen Hand ist fest und warm. Schade! denkt der Justizrat. Wirst es nicht ganz leicht haben, aber wir werden dir helfen! Dann beginnen sie die geschäftlichen Besprechungen. Hoch oben an den Hängen des Elbufers liegt eins der schönsten Gasthäuser Dresdens, mit weiten Terrassen, herrlichen Aussichtsplätzen. Man sieht weit über den Elbstrom, erkennt in der dämmernden Ferne Lilienstein und Königstein, die beiden mächtigen Blöcke des Elbsandsteingebirges, und über die Höhen des Erzgebirges ziehen die Wolken. Zu Füßen aber breitet sich das Häusermeer Dresdens aus, zum Teil schon im blauen Dunst verschwindend, aus dem nur der schöne Schattenriß von Hofkirche und Opernhaus hervorragt. Hier haben Karola und Herbert Karajan an schönen Tagen ihren abendlichen Treffpunkt. Er ist seit vier Tagen in Dresden, antwortet auf keine Frage, was er hier zu arbeiten habe, umgibt sich mit Geheimnis und sagt nur: „Bald! Bald!" Fast icben Ab->nd trifft er sich mit Karola auf den Höhen Des elbufers. (Fortsetzung folgt.) :O LH"; V S e B E (JE S J? S.e «® iS .a i _ E * !’• kä r?v> \ = 35.2 C Et» !fcs*e »'■^3 ** e e c.-*' ukS u87 e. fehl' «?«&*&{ OO® £,8 1 tifig3--! ieM5 5^'5^'E) ?IOe e^ ■h^S; vd. iS.; c £ EL^V, SM 5:s^ i?°^k QU! aber ist bekannt, daß man den Kampf in Wirtschaft 125,50 (125). Maschinenaktien blieben gehalten, weiter fest Rheinmetall mit 140 (138,75), ferner Fein- mech. Jetter mit 96,50 (95). Für Westdeutsche Kausi dationswerte etwas schwankend. Auch Stadtanleihen von 26 98,50 Staatsanleihen lagen ruhig. Im Verlaufe hatten gänzten die ausgezeichneten Ausführungen, die mit falls uneinheitlich. Dingler Maschinen 100,50 bis lebhaftem Beifall bedankt wurden. 102,50 (101 bis 103), Katz & Klurnpp 101 bis 104 (103 bis 105), Ufa 84 (85), Elsass. Bad. Wolle 93,50 232 Verkehrsübertretungen im Oktober. Bezeichnende Zahl aus dem Kreise Gießen. - In Zukunft schärfere Strafen. Raum und Volk im Kernen Osten. Zweiter Vortragsabend der Gesellschaft für Erd- und Völkerkunde. | Am Rentenmarkt hatten Reichsaltbesitz bei 130,90 (130,90) mehr Umsatz, im übrigen war das Geschäft still. Pfandbriefe still und behauptet, Liqui- rungen hatten nur kleines Ausmaß. Zunächst überwogen jedoch auf Glattstellungen der Kulisse wieder Rückgänge, während im Verlaufe auf Teilgebie- Reichsaltbesitz weiter lebhaftes Geschäft mit 131,25 nach 130,90, auch Reichsbahn-VA. mehr beachtet bis 0,50 v. H., wobei Montanwerte bevorzugt rour« den und etwas lebhafter lagen. Verein. Stahl 113.25 nach 112.65, Mannesmann 114,25 bis 114,50 nach 114, Hoesch 120 bis 120,50 nach 119,50. Westdeutsche Zachamt Handball im Dienste des Winlerhilsslverkes Asiens ergeben würde, wie sie die Welt noch nicht gesehen hat. Einige Aufnahmen von den Reisen des Vortragenden durch Asien, vor allem durch Korea, er- hofen geben. Die Gäste sind spielstark und haben diese Stärke zur Genüge bewiesen. Auf der anderen Seite Kaufhof bewegten sich zwischen 108,50 bis 108,75, IG-Farben wieder auf dem Doräbendstand von 153,50 nach 153. Bankaktien lagen ruhiger. Im Freiverkehr war die Entwicklung eben- Äießener Schulkinder sammeln j Bucheckern. Heute morgen sind die Kinder aus mehreren ; Schulen unserer Stadt zu einem Herbstausflug aus- ■ gezogen, der diesmal einem praktischen Zweck die- '• n-en soll. Die Kinder sammeln Bucheckern! Da viele ; Kinder unterwegs sind, darf mit einem erfteu- lichen Ergebnis gerechnet werden. Soviel wir horten, waren die Ziele der Kinder, die die Sammlung unter der Leitung ihrer Lehrer durchführen, der Hangelstein, Bergwerkswald und die Buchenwälder bei Annerod. Vertretungen bei „hohem Verdienste. Fwd. Richt selten sind in Tageszeitungen Anzeigen zu lesen, in denen in verlockenden Versprechungen Vertreter gesucht werden. Wenn sich dann solche melden, so werden sie veranlaßt, Haushalts- apvarate und ähnliche Gegenstände auf feste Rechnung zu übernehmen. Da Die Erzeugnisse nicht oder Rhein-Mainifche Börse. VUttagsbörse weiter uneinheitlich. Frankfurt a. M., 3. Rov. Bei weiterhin freundlicher Grundtendenz lag die Börse am Aktie n m a r k t erneut uneinheitlich. Die Umsätze blieben dabei wieder recht klein, auch die Kursverände- und 126 (125,90), dagegen Kommunal-Umschuldung 10 Pf. schwächer mit 92,85. Zn der zweiten Börsenstunde überwogen am Aktienmarkt kleine Besserungen um etwa 0,25 Mit dem Greifswalder Universitätsprofessor Dr. ■ Laut ensach brachte die Gesellschaft für Erd- und 1 Völkerkunde am gestrigen Donnerstagabend einen Wissenschaftler an das Vortragspult, der nicht nur persönliche Bindungen zu Gießen als Ort seines : früheren Wirkens besitzt, wo er vor zehn Jahren Privatdozent war, sondern der auch, wie der Vorsitzende Professor Dr. K l u t e einleüend sagte, einer der besten Kenner des Fernen Ostens, ist. * Aus dem Gesichtskreis des Geopolitikers, als der Professor Dr. L a u t e n s a ch den Fernen Osten bereist und studiert hatte, schüderte er in fesselnder Weise die geographischen Verhältnisse, Klima und Rassen des Fernen Ostens, um aus diesen Verhältnissen die politische Entwicklung aufzuzeigen, die in diesen Tagen in ein entscheidendes Stadium einge» treten ist. Er betonte einleitend, daß das, was rm Fernen Osten vor sich geht, dem Europäer nicht gleichgültig fein darf, auch wenn die Entfernung von Peking nach Berlin in der Luftlinie 9000 Kilometer beträgt und das politische Gebilde des Sowjetstaates den Fernen Osten von Europa trennt. Die größten Bevölkerungsballungen der Well, die der Ferne Osten mit feinen 600 Millionen und Mittel- und Westeuropa mit 300 Millionen Bewohnern darstellen, deuten gleichgelagerte politische Zusammenhänge an. Die Verkehrsoerbindungen können schnell geändert werden, wie das Japan durch den Erwerb der 1000 Kilometer langen Ostsibirischen Bohn bewiesen hat. Mit einigen Ausblicken nach dem Interesse Frankreichs und Englands im Fernen Osten unterstrich der Vortragende den Ausspruch des bekannten Geopolitikers Karl Haushofer, daß die ganze Welt ein einziges geopolitisches Spannungsfeld geworden ist. Sowohl nach den geologischen, als auch nach den klimatischen Verhältnissen bezeichnete Professor Dr. L a u t e n s a ch Ostasien als einen Uebergangsraum. Er schilderte Ostasien als einen Raum der Landstaffeln und zeigte an Hand der Landkarte die tibetanische, die mongolische, die mandschurische und die japanische Staffel, deren Entstehung u. a. auch auf vulkanische Ereignisse zurückzuführen sind. Die klimatischen Derhällnisse weisen im Winter hochgradige Abkühlung auf, die, im Norden zu einer kulturschädigenden Kälte führen, während der Sommer tropische Wärme bringt, so daß Ostasien im Sommer wärmer als Europa und selbst als Afrika ist. Die große Mauer bildet zugleich die Grenze für den Feldanbau. So haben Lage, Bodengestalt und Klima zu einem Abschluß Ostasiens von der übrigen Welt geführt, so daß nur aus dem Süden ein Eindringen möglich wurde, das aber nie starken Einfluß auf die Entwicklung der Kultur brachte. Unter solchen Umständen konnte sich aus eigenen Kräften eine Kultur entwickeln, deren Kern in China war, das nicht nur zahlreiche Erfinder aufzuweisen hatte, sondern in dem auch der Buddhismus entstand und das einen Konfuzius fein eigen nannte. Der Unterschied zwischen dem Norden bestand darin, daß dieser den Lehren Konfuzius folgte, während der Süden der Lehre Laotse anhing. Aber über diese Unterschiede blieb eine Masse von Eigenschaften, die dem Norden und dem Süden gemeinsam sind, u. a. Arbeitsamkeit, Genügsamkeit bis zur Entsagung, Einfühlungsvermögen in die Natur, Anpassungsfähigkeit an Kultur und Klima. Erst in letzter Zeit haben sich andere Eigenschaften unter den Chinesen breitgemacht, wie Bestechung, Individualismus. Aber in Zeiten der Not hat sich erwiesen, daß die besieren Charaktereigenschaften der Chinesen in Erscheinung treten, die auch die Ursache dafür sind, daß bis jetzt keine chinesische Provinz offiziell von Tschiangkaischek ab gefallen ist. Die kontinentale Einstellung Chinas ist jetzt für dieses Volk eine Gefahr geworden. 1900 hatte am letzten Sonntag keinen guten Start. Trotzdem die Mannschaft eine ganze Reihe ihrer alten Spieler zur Stelle hatte, mußte sie sich hoch geschlagen bekennen. Es wird auch diesmal nicht anders werden, wenn man nicht versucht, die aufgetauchten Mängel auszugleichen. Heuchelheim ist eine Mannschaft, mit der man rechnen muß und die sicherlich noch für Überraschungen sorgen wird. Auch Marburg hat bei seinem ersten Spiel nicht gefallen können. Die dabei verratene Spielstärke reicht jedenfalls nicht aus, um die Elf des Mto. auch auf eigenem Platz zu schlagen. lieber die Aussichten der Flieger braucht kein Wort verloren zu werden. Die Mannschaft hat chre derzeitige Form in den letzten Spielen mehr als deullich unter Beweis gestellt. Zu einem dramatischen und vor allen Dingen aufschlußreichen Kampf sollte es in Lützellinden kommen. Es fragt sich, ob die Gäste ihre unverhoffte Siegesserie fortsetzen können, oder ob es gelingt, sie zu unterbrechen. Lützellinden hat in keinem der bisher ausgetragenen Spiele (mit Ausnahme gegen Hörnsheim) überzeugen können und wird auch diesmal vielleicht eine Ueberrafchung erleben, wenn man das Spiel etwa auf die leichte zum Teil schwer absetzbar sind, find geldliche Einbußen unausbleiblich. Bei der Uebernahme solcher „Vertretungen" handelt es sich nicht um Handelsvertretungen, sondern um Händlerverträge, bei denen eine käufliche Uebernahme der Waren statt- finbet Da ein Rücktritt vom Kaufvertrag nicht möglich ist, ist beim Abschluß solcher getarnten Han- delsvertreteroerträge größte Vorsicht geboten. Firmen, die Männer und Frauen bei ,Hohen Verdienst" zur Uebernahme einer „erstklassigen Vertretung" suchen, in Wirklichkeit aber allein ein Ber- kaufsrecht vergeben, verstoßen gegen die Grundsätze von Klarheit und Wahrheit. Die Dienststellen der DAF. werden gegen derartige Firmen mit allen ihnen zu Gebote stehenden Mitteln vorgehen. * * Ein Neunundsiebzigjähriger. Am morgigen Samstag, 5. November, kann der im Ruhestand lebende Hausmeister Wilhelm Dechert, Horst-Wessel-Wall 46, seinen 79. Geburtstag feiern. Wir beglückwünschen den alten Herrn. Schulter nimmt. Vielleicht sorgt Garbenheim für eine lieber» raschung. Denn es liegt durchaus im Bereich des MögliHn, daß der letztjährige Gaumeister von dem Neuling auf eigenem Platz geschlagen wird. Niedergirmes kann auch zuhause sicherlich nichts gegen die ungestümen Angriffe der jungen Gäste- mannschast machen. 1. Kreisklafse: Die Holzheimer müssen vorsichtig zu Werke gehen, nachdem Dillenburg erst am letzten Sonntag seine wirkliche Spielstärke unter Beweis gestellt hat. Ein Sieg wird allerdings gelingen, wenn man sich zu den Leistungen der beiden letzten Spiele aufraffen kann. Grüningen kann man ohne Bedenken als Sieger ansprechen. Es wäre allerdings zu wünschen, wenn man sich in Anbetracht der Ueberlegenheit dazu entschließen mürbe, einen ruhigen und fairen Kamps zu liefern, um zu verhindern, daß nicht eines Tages die Kreisspielleitung einschreiten muß. Ein vollkommen offenes Spiel wird es in Duten- Es dürfte noch in guter Erinnerung sein, daß das Ergebnis des vorjährigen Einsatzes des Fachamtes Handball ein recht gutes Ergebnis zeitigte. Es ist selbstverständlich, daß es das allseitige Bestreben ist, dieses Ergebnis diesmal noch zu überbieten. Alle Anzeichen dafür find vorhanden. Einmal steht ein recht umfangreiches Programm auf der Tagesordnung und zum anderen werden die einzelnen Spiele — vorausgesetzt daß das Wetter keinen Strich durch die Rechnung macht — chre Anziehungskraft nicht verfehlen. Es kommt noch hinzu, daß überall mit dem nötigen Ernst die erforderlichen Vorbereitungen getroffen worden sind. Vezlrksklafse: ______ (98), 4Hproz. Heidelberg 97,40 (97). Industrie-Anleihen wichen bei teilweise regerem Umsatz etwa 0 25 bis 0,40 v. H. ab. Trotz aller Aufklärungen und Belehrungen wird auf dem Gebiete der Derkehrsdisziplin immer noch viel gesündigt. Die wiederhollen Warnungen der Behörden durch die Presse haben gleichfalls noch keine entscheidende Wendung zum Besseren in der Beachtung der neuen Verkehrsregeln, vor allem durch die Radfahrer gebracht. Damit soll nicht gesagt sein, daß die Radfahrer allein schuDig wären. Andere Verkehrsteilnehmer haben auch mancherlei auf dem Kerbholz, und sie fügen in dieser Hinsicht täglich neue Lasten den allen Sünden hinzu. Bezeichnend, aber auch bedauerlich ist es, daß allein im Monat Oktober im kreise Gießen 232 verkehrs ü b ertrelu n - gen von den zuständiger» Stellen der Verkehrspolizei registriert werden mußten. Von diesen 232 Verkehrssündern kamen 150 mit gebührenpflichtigen Verwarnungen davon, gegen 36 muhte Strafanzeige erstattet werden, 46 Verkehrssünder, meist Jugendliche, wurden uoch einmal eindringlich über die Pflichten der Verkehrsordnung belehrt. Auch die Zahl der Verkehrsunfälle hat im Oktober zugenommeu; es waren 26 Verkehrsunfälle zu verzeichnen. In Zukunft wird nicht mehr so nachsichtig wie bisher verfahren werden, denn die Gendarmerie- uud Polizeibeamten haben bei Zuwiderhandlungen in der Regel Strafanzeige zu erstatten. Es ist bedauerlich, auch hier wieder sagen zu müssen, daß die meisten Verstöße gegen die Verkehrsregeln von den Radfahrern begangen Dutenhofen ernst nimmt und unter allen Umständen gewinnen will. 2. kreisklaffe: Die Reservemannschaft des Mtv. sollte stark genug sein, um die neue Einheit der SA. zu schlagen. — Auch Lich wird es nicht schwer fallen, Krofdorf zu besiegen. — Offen ist die Begegnung auf dem Wald- 1PDrtpI< Steu^Wdt: In Allendorf haben sich die allen Spieler zu- fammengetan und eine Mannschaft gebildet, die sich im Interesse des WHW. gegen eine starke Einheit des To. Lützellinden stellen wird. Diese Art des Mitwirkens kann zur Nachahmung empfohlen werden. Zu einem Großkampf sollte es in Hörnsheim kommen, wo die Artilleristen auf einen starken Gegner stoßen, der sich wahrscheinlich kaum schlagen lasten wird. Der Tv. Londorf wird einen schweren Stand haben, um zu einem einigermaßen günstigen Ergebnis zu kommen. Großes Wurftaubenschießen in W-nnsee. Das letzte Wurftaubenschießen des Jahres findet am Wochenende in Berlin-Wannsee statt. Durch das Kartell für sportliches Wurftaubenschießen ließ das Reichsluftfahrtministerium zu einem Schießen auf 200 Wurftauben einlaben, besten Sieger ben vom Generalfeldmarschall Hermann Göring gestifteten Wanderpreis erhält. Dieser Preis wird erst nach dreimaligem Gewinn enbgültig erworben. 60 der besten deutschen Schützen nehmen ben Kampf unt diesen begehrten Preis auf. Einen zweiten Ehrenpreis, der vom Inspekteur der Jagdflieger, Generalmajor Lärzer, gegeben wurde, winkt dem Sieger, wenn er Offizier der Luftwaffe tft Für den besten ^-Schützen stellte Staatssekretär Generaloberst Milch einen weiteren Preis zur Verfügung und stiftete außerdem 20 Preise für die je zehn besten Schützen der beiden Kampftage. Am Samstag sind 100 Wurftauben auf dem Hermann-Göring-Stand der Dutschen Versuchsanstalt . für Handfeuerwaffen zu beschießen, am Sonntag je 50 auf dem Flugwildstand der Luftwaffe und bet Hermann-Göring-Änlage. Es nehmen 25 Offiziers der Luftwaffe, ferner eine Reche von ^Flintenschüßen ber -Sportschützengruppe des DS.-Haupt» amtes und alle aussichtsreichen Zioilfchützen teil. Neuer Ravwe'tteford über 100 km. Erft vor wenigen Tagen holte sich der Italiener Piubello auf der Mailänder Vigorellibahn den Wellrekord ohne Schrittmacher über 100 Kilometer mit einer Zeit von 2:26:21,4 Stunden, wobei die Bestleistung des Franzosen Malaval noch nicht einmal um eine ganze Minute verbessert wurde. Um fast drei Minuten schneller war am Donnerstag ber Italiener Sanponetti, der bie 100 Kilometer in ber fabelhaften Zeit von 2:23:38 ©tunben durchfuhr und damit den Weltrekord an sich brachte. Sanponetti erreichte auf feiner Rekorbsahrt eine Durchschnittsgefchwindigkett von nahezu 42 km/st werden. Immer wieder wird die Wahrnehmung gemacht, daß Radfahrer nicht — wie die Verkehrsregelung es vorschreibt — hintereinander fahren, sondern nebeneinander herradeln. Daß sie dadurch ihre eigene, aber auch anderer Leute Sicherheit gefährden, kommt diesen Verkehrssündern anscheinend nicht zum Bewußtsein, das Schwätzchen beim Nebeneinanderfahren scheint ihnen bie Hauptsache zu sein. Ebenso unstatthaft wie bas Nebeneinanderradeln ist es, wenn der Lenker eines Bull- bogg, der sich allein auf seinem Führersitz befinden soll, irgendwie behelfsmäßig sitzend noch andere Personen auf dieser Zugmaschine mitfahren läßt. Die Vorschrift besagt hier, daß auf einem solchen Fahrzeug nur dessen Lenker sitzen darf, sonst aber niemand darauf mllzufahren hat, falls für andere keine besonderen Sitze eingerichtet sind. Die Beamten ber Verkehrspolizei werden künftighin neben ber Beobachtung ber Kraftfahrer ihr besonderes Augenmerk auch Den Radlern und ben Zugmaschinen zuwenben. Wer sich also nicht Strafanzeigen aussetzen will, ber Halle sich streng an bie Vorschriften! Nach einem neuen Erlaß bes Chefs ber deutschen Polizei und Reichsführers ff Himmler sind bie Gendarmerie- und Polizeibehörden angewiesen, von jetzt ab zur Hebung und Sicherung ber Verkehrsdisziplin auf den Straßep gegen Verkehrssünder, mit aller Strenge vorzugehen. Jeder Verkehrsteilnehmer hat sich im Verkehr so zu verhalten, baß er die Sicherheit und Flüssigkett des Verkehrs nicht beeinträchtigt. Wer sich so verhält, dient damit in guter Weise der Volksgemeinschaft! bis 94,50 (94 bis 95,50), höher Growag mit 80 bis 82 (79 bis 81). Tagesgeld unverändert 2,25 v. H. Abeudborse fest. Ohne daß fid) bas Geschäft sonderlich belebte, war auch bie Abendbörse auf einen festen Grund« t o n gestimmt, wobei bie bprozentige Dividenden- erklärung bei Hoesch allgemein und bei Montan- werten im besonderen anregte. Hoesch selbst befestigten sich um 1 v. H. auf 121, ferner waren Buderus um 1 v. H. erholt auf 115,50, Mannesmann zogen 0,40 v. H. auf 115 und Verein. Stahl gewannen 0,25 v. H. auf 113,40 bis 113,50. Dis Umsätze waren in diesen Werten etwas reger. Weiteres Interesse fanden schließlich Maschinenaktien, hauptsächlich Rheinmetall mit 141 (140) und Eßlinger mit 113 (112,50), Demag uno. 153,75, ebenso Moenus mtt 127. Sonst lagen noch Deutsche Linoleum und Holzmann je 0,75 v. H. fester mit 161,50 bzw. 154, Gesfürel plus 0,50 v. H. auf 139,75 und u. a. blieben Westdeutsche Kaufhof voll behauptet mit 108,75 (108,65). Bankaktien hatten bei ruhigem Geschäft unveränderte Kurse. Schwächer lagen weiterhin am Schiffahrtsaktienmarkt Nordd. Lloyd mit 76,90 (gegen 79 am 2. Nov.). Am Rentenmarkt gingen Reichsaltbesitz mit uno. 131,25 lebhafter aus dem Markt, ferner hatten 4,50 v. H. Franks. Hyp. Gold R. 1 bis 4 zu uno. 100 und Reichsbahn-VA. zu uno. 126 etwas Geschäft. Im Freiverkehr blieben Kommunal-Umschuldung mit 93,90 voll behauptet. Sranffurter Schlochloiehmartt. Frankfurt a. M., 3. Nov. Austrieb: RiiÄer 1244 (gegen 1327 am 27. Okt.), darunter 282 (345) Ochsen, 89 (81) Bullen, 563 (593) Kühe, 310 (308) Färsen. Kälber 231 (175), Hämmel und Schafe 221 (384), Schweine 149 (214). Notiert wurden je 50 Kilogramm Lebendgewicht in Mark: Ochsen a) 44 bis 46,50 (44 bis 46,50), b) 40 dis 42,50 (40 bis 42,50), c) 36 bis 37,50 (35 bis 37,50), d) 29 (28 bis 29). Bullen a) 43,50 bis 44,50 (42 bis 44,50), b) 40 bis 40,50 (40 bis 40,50), c) 35 (35,50). Kühe a) 42,50 bis 44,50 (42,50 bis 44,50), b) 37 bis 40,50 (37 bis 40,50), c) 27 bis 34,50 (27 bis 34,50), d) 20 bis 25 (18 bis 25). Färsen a) 42,50 bis 45,50 (42,50 bis 45,50), b) 40 bis 41,50 (40 bis 41,50), c) 35 bis 36,50 (36,50), d) 28 (—). Kälber a) 62 bis 65 (63 bis 65), b) 56 bis 59 (57 bis 59), c) 41 bis 50 (48 bis 50), d) 35 bis 38 (36 bis 40). Hämmel b2) 46 bis 51 (46 bis 52), c) 42 bis 45 (42 bis 45), d) 34 bis 40 (33 bis 41). Schafe a) 38 dis 42 (38 bis 42), b) 33 bis 37 (34 bis 37), c) 26 bis 32 (22 bis 32). Schweine a) 59 (59), bl) 58 (58), b2) 57 (57), c) 53 (53), d) 50 (50). Sauen gl) 58 (58), g2) 52 (—). Marktverlauf: Rinder, Kälber und Schweine zugeteill, Hämmel und Schafe । lebhaft. Der !Bortragenbe VWrte bann Das , herein. Stahl 112,65 (112,75), matt lagen Buderus d-r Europäer unb Mmentan r n ben oftafia tf^en . mif m50 Zis,75). Kleines Angebot herrschte auch SMrenb ber eigentliche Dorstoß erst nach in IG.Farben, die aus 153 (153,50) zurücksielen, 1840 imr* den Dpiumtneg ber Engländer gegen Scheideanstalt aus 208 (208,50) und Metall- bte Chinesen begann, ist erst im Lause der Jahr-, ^Mlchast nach erhöhtem Beginn aus 125,25 nach zehnte das Vordringen der Fremden gegluckt. Die, «■- -- - - -■ zwar den Raum mit einer hohen Kultur nicht auf- 1 • ä“ vermochten,^ wie etwa bei bie mea). oener mu yo,uu \«o). yur xvcfLueuiicye jtaup fuf) aber an den fRanbern des Rtesenreiches festzu f)of ^stand wieder mehr Interesse der Kulisse bei ^en vermochten. Eurona durch ^8,40 bi5 108/75 ^08,25). Elektropapiere gaben Europa schlagen, indem es frühzeitig sich d e eu o öbertoiegcnö etwas nach. Sonst setzten noch Berger pa.schen Errungenschaften zu . Tiefbau l.50 v. H. schwächer mit 153,25, Reichsbank Dadurch seine etgene Kultur auyugeben lieber mit ig4 (193 75) ylllg. Lokal & Kraft mit 144,25 Korea und nach dem Kneye über' Ma^schukiw hat ^ÜDb. A^r mit uno. 212 ein. es feine Expansion oorgetrieben. Während es Korea - - - - - - - zu seinem Wirtschaftsland machte, das jetzt das1 zweitstärkste Reis-Exportland der Welt ist, geht es NUN daran, MandschUkuo wirtschaftlich zu °r- Enswerie--was ,a,w°nr°n°. -uw schließen. unregelmäßig; 4^proz. Darmstadt Der Vortragende beleuchtete dann d'.e jetzige poli-1 (98,25), dieselben von 28 97,65 (98), tische Lage und hob dabei hervor, daß für Japan — - •— - " ' jetzt kein Grund vorliegt, Sowjetrußland anzugrei-1 fen, wie es auch gegenüber USA. eine stärker defensive und zurückhaltende Politik verfolgt. Im Kampf zwischen Japan und China um die chinesischen Absatzmärkte und Rohstoffquellen wird die militärische j Ueberlegenheit Japans den Ausschlag geben. Der Erfolg Japans wird die kommerzielle Vormacht Englands in China brechen. Abschließend zeigte der Vortragende die Perspektiven für ein Zusammengehen Chinas mit Japan! auf, durch das sich in kultureller, wirtschaftlicher I und machtpolitischer Hinsicht eine Vormachtstellung Ganz anders geartet ist der Japaner, der durch seine rassische Zusammensetzung, die der Vortragende erläuterte, und nicht zuletzt durch die Erd- beben, die das Land vielfach heimsuchen, zur Ge- - - - - , • . m l,, m-insämk°it als Volk zusamm-ng-schweitzt wurde, !tenb„ leichter Zunahme des Geschäftes mäßige Er. Kaisertreue, Vaterlandsliebe und Ehrlichkeit sind hohungen emtraten, Im ganzen war die Haltung die markantesten Charaktereigenschasten dieses Vol- schwankend und oom Zusall der Aus rage abhängig, ke- das nur in der Verchnung der Ahnen, ber.™ übrigens wieder nur spärlich flössen. Am Mon- Ehning der Familie und in seiner religiösen Aus- tanmarkt erwartet man mit großem Interesse das sa suna gleiche Cig-nschasten wie di- Chinesen aus- Ergebnis der heutigen Bilanzsitzung bei H°esch, weist. aus ber man 6 v. H. erhofft. Die Montankurse Komm’ kauf’ auch Du Erdal. Millionen sind seit Jahren so zufrieden damit. Pfleg’ i i auch Du die Schuhe richtig,nimm