Montag, 4. Juli O38 188. Jahrgang Nr. 153 Erstes Blatt erschein, täglich. außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustriert. Gießener Familienblätter Heimat im Bild - Die Scholle Monats.vezugspreis: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte e 1-80 Zustellgebühr , --25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Fernsprechanschluffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gletzea Postscheckkonto: 5rantfurt am Main llb86 Annahme von Anzeigen Mr die Mittagsnummer vis8'/.Uhr des Dormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Brette 7 Rpf., für Te^t- anzeigen von 70mm Brette 50 Rpf.,Platzoorschrift nach vorh.Dereinbg.25°/<, mehr. Lrmätztgte Grundpreise: Stellen-, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf., Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühlsche UaiverfitStrdruSerei R. Lange in Gietzeu. Schristlettvng und Geschäftsstelle: Zchulstratze 7 K o m o t a u, 3. Juli. (DNB.) Unter der Leitung des Bundesführers Gottfried Wehrenpfennig fand am Samstag in Komotau, der Feststadt des diesjährigen „Festes aller Deutschen" eine Feierstunde zur Verleihung des sudetendeutschen Schrifttumspreises statt. Wehrenpfennig begrüßte den diesjährigen Preisträger des sudetendeutschen Schrifttumspreises, Karl Franz L e p p a, einen Sohn des Böhmer Waldes, und hob die Bedeutung des Tages für das Sudetendeutschtum in Zeiten schwerster Not hervor. Nach Ueberreichung der Urkunde sprach Leppa seinen Dank aus im Namen aller sudetendeutschen Dichter, die dazu beigetragen hätten, den Volksgedanken im Suüetendeutschtum zu stärken. Nach der Feierstunde begab sich der Bundesführer in Begleitung der sudetendeutschen Jugendführung zur Eröffnung des Jugendzeltlagers. In einer Ansprache sagte er u. a., es sei dies das erste Fest des Bundes der Deutschen, an dem die sudetendeutsche Jugend einig und geschlossen als einheitlicher Verband zur Teilnahme am Feste antrete. Die Jugend trage nun das Wesen der Gemeinschaft in ihrer Seele und werde es nie mehr herausgeben. Am Sonntag zog eine unübersehbare Menschenmenge in mustergültiger Ordnung und Disziplin durch die Straßen, die reichsten Fahnenschmuck zeigten. Es herrschte Jubel und Freude. Heilrufe und deutsche Lieder grüßten die ununterbrochen eintreffenden Kolonnen der sudetendeutschen Bewegung, die Spielmannszüge der Jungturnerschaft, die Formationen des sudetendeutschen Arbeitsdienstes und die Trachtengruppen. Aus allen Teilen des sudetendeutschen Siedlungsgebietes waren Abordnungen erschienen. Es zeigte sich, daß der „Bund der Deutschen" heute eine Bewegung darstellt, tue die ganze sudetendeutsche Bevölkerung erfaßt hat. Der Vormittag war der Arbeit gewidmet. In der Hauptversammlung des Bundes erstatteten die Amtswalter ihre Tätigkeitsberichte. Der Beauftragte Konrad Henleins für Volksorganisation, Abg. Ingenieur Franz Künzel, erklärte: Heute ist die gesamte Volksgruppe in allen ihren Bereichen den Angriffen der nationalen Gegner ausgesetzt. Deutsch-polnische Fronikämpfer-Kameradschafi Oie Frontkämpfer arbeiten für das gegenseitige Verstehenwollen ihrer Völker. dem Gouverneur Karpathorußlands beratend zur Seite sicht, und einigen anderen unwesentlichen Zugeständnissen bestand. Die bodenständige karpacho- rufsische Bevölkerung lehnte diese Scheinlösung ihrer wichtigsten Lebensfrage mit aller Entschiedenheit ab und erklärte in eindrucksvollen Kundgebungen, von ihrer ursprünglichen Forderung einer vollständigen Autonomie nicht abzugehen und diese bis zum Siege zu kämpfen. Die nunmehr restlos vollzogene politische Einigung des Sudetendeutschtums und dessen verschärfter Kampf um Lebensrecht und Selbstverwaltung haben auch dem politischen und nationalen Lebenswillen des ruthenifchen Volkes neuen Auftrieb gegeben. Es steht heute mit den Sudetendeutschen, Slowaken, Polen und Magyaren in einer Fro nt im Kampf gegen nationale Unduldsamkeit, Luge, Haß und Terror, es steht in einer Front im Kampf für eine bessere Zukunft der unterdrückten und ent- rechteten Völker« D. S. bildeten. £ Am Sonntagoormittag legte R-lchskri-gsopf-r- sichrer Oberlindober am Grabe des Unbekannten Soldaten im Belvedere-Schloß und vor dem Haus, das Pilsudski 1918 in Magdeburg bewohnte, Kranze nieder. Das Haus wurde in Magdeburg abgetragen und neben dem Belvedere-Schloß wieder auf- gebaut Der Vorsitzende des Verbandes polnischer Frontkämpfer, General Dr. Gorecki, gab am Sonntagmittag für die deutsche Frontkämpferabordnung einen Empfang, dem als Gäste auch der polnische Kriegsminister General K a s p r z y ck i, der stellvertretende Chef des polnischen Generalstabes Malinowski, der Berliner polnische Botschafter Lipski, der deutsche Botschafter von M o l t k e und der Vizepräsident der Stadt Warschau, Ol- zwanzigjährige Schulpolitik der Tschechen erbrachte den Nachweis, daß die Tschechen mit allen Mitteln bestrebt sind, die Heranbildung dieser bodenständigen Intelligenz zu verhindern. Hier genücsi der Hinweis,- daß die Buchenen weniger Mittelschulklassen besitzen als die Tschechen, obgleich diese Nicht einmal den zehnten Teil der ruthenifchen Volkszahl erreichen. Derarttge Beispiele planmäßiger Unterdrückung und Entrechtung ließen sich auf allen Gebieten des politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Lebens anführen. Trotzdem ist den Prager Machthabern nicht gelungen, die eigenen feierlichen Versprechungen noch die Forderungen des ruthenifchen Volkes aus der Welt zu schaffen. Sie sahen sich daher im vergangenen Jahre genötigt, eine Lösung der kar- pathorussrschen Autonomiefrage zu veranlassen, die von der tschechischen Presse als große Tat gefeiert wurdet in Wirklichkeit aber nur in der Gründung | eines ' sogenannten „G u b e r n i a l r a t e ß", der Die den Ruthenen gegebenen Zusicherungen wur- , den in der tschechoslowakischen Staatsverfassung und ; in den Mindecheiten-Schutzverträgen verankert. Der • 8 3 der Derfassungsurkunde der Tschechoslowakischen Republik sichert dem karpachorussischen Gebiet, das „auf Grund freiwilligen Anschlusses" ein unteilbarer Bestandteil des tschechoslowakischen Staates geworden ist, „weiteste Autonomie" zu. Ein eigener Landtag, mit selbstgewähltem Präsidium, ist „zur Beschlußfassung über Gesetze in Angelegenheiten der Sprache, des Unterrichts, der Religion, der örtlichen Verwaltung sowie auch in anderen Angelegenheiten zuständig". Der an der Spitze des Landes stehende Gouverneur ist neben der Prager Regierung auch dem tarpathorussischen Landtag verantwortlich. Schließlich sollen die Staatsbeamten und öffentlichen Funktionäre Karpathorußlands „nach Tunlichkeit aus dessen Bevölkerung entnommen werden . Von diesen und anderen feierlich übernommenen Verpflichtungen hat die tschechoslowakische Regierung bis zum heutigen Tage, also in einem Zeitraum von zwei Jahrzehnten, nichts erfüllt. Sie hat Ader einen eigenen karpachorussischen Landtag geschaffen, noch hat sie die bodenständige Bevölkerung bn der Besetzung der staatlichen und öffentlichen Ämter berücksichtigt. Alle Versprechungen blieben am Papier. Wortbruch und Luge auch hier. Genau Mbas sudet-nb-E- Glbj-t würbe auch Kar- ständige Methoden du entfremden ^chen dienen diesem Ziele. Sie beginneno « Volkszählung, bei der bieanschftge ye f. Qs völkerung in sage und schreibe / $arpö. nalitäten unterteilt werden:Ukra ner Mai cs* a™ “* sä»" Ss ,*<*" aus bem9 Bestreben heraus, das bodenständige P ll^cke Leben zu zerstören. Noch im Jahre 1930 stauben den 450 925 Rhenen nur 34 511 2W* und Slowaken gegenüber, neben 115 805 Ungarn, Warschau, 2. Juli. (DNB.) Am Samstagabend traf in Warschau die deutsche Frontkämpferabordnung ein, die den Besuch des Generals Gorecki, des Führers der polnischen Frontkämpferverbände, im vergangenen Herbst in Berlin erwidert. Die deutsche Abordnung wird von Reichs- kriegsopferführer Oberlindober geführt. In feiner Begleitung befinden sich auch Oberbürgermeister Dr. M a r k m a n n (Magdeburg), der Polen das ehemalige Wohnhaus Marschall Pilsudskis tn Magdeburg zum Geschenk gemacht hat, sowie Vertreter des Reichsarbeitsministeriums. Für die deutsche Frontkämpferabordnung fand Samstagabend im Warschauer Rathaus ein Em p f a n g statt. Stabtprästb-nt Starz Y n s k - dankt- für L--U-b-r- laffunq des ehemaligen P-Ifulbskl-Haufes in Mägde- bürg. Reichskriegsopserführer Oberlindober unterstrich, daß Deutschland und Polen einen gemeinsamen Wall gegen den asiatischen Bolschewismus in der Tschecho-Glowakei. Die Hof hat uns zu einer S chicksalsge- i meinschaft zusammengeführl. Wenn wir feststellen tönen, daß mehr als 300 000 Sudelen- deutfche in der SDP. vereinigt sind, dann dürfen wir schließlich behaupten, daß unsere Partei schlechthin die Volksorganisation und damit auch der Trager der gesamten völkischen Arbeit ist. Ihr Wirken gilt im Sinne der Schicksalsgemeinschaft dem notwendigerweise einheitlichen politischen Ziel. So ist die Partei auch Trager der völkischen Selbstverwaltung. Es ist folglich nur zu verständlich, daß sich die verschiedenen Verbände und Vereine, die das Sudetendeutschtum betreuen, der einheitlichen Führung unterordnen. Deshalb haben wir auch die wichtigsten völkischen Verbände n a ch A u s s i g geladen, wo wir die Gründung eines sudetendeutschen Verbandes vornehmen wollen. Für uns Sudetendeutfche muß jede Arbeit, die im Rahmen der Volksgemeinschaft geleistet wird, nach den politischen Erfordernissen unseres Landes ausgerüstet sein. Wir sind uns deshalb darüber klar geworden, daß als Träger unserer Volkstumsarbeit in Zukunft zwei Organisationsformen in Frage kommen: auf der einen Seite die Parteiorganisation mit ihren festen, die Gesamtheit unserer Volksgenossen umfassenden örtlichen Parteigemeinden und anderseits jene Organisationsformen, die uns d u r ch die S e l b st v e r w a l t u n g s - rechte gegeben sind, die uns Deutschen hierzulande eingeräumt wurden oder noch eingeräumt werden müssen. Wir werden die Gemeinden als solche anleiten, die völkischen Angelegenheiten, die bisher den Volkstumsverbänden vorbehalten waren, in ihrem- Bereich mitzugestalten. Unsere örtliche S e l b st v e r w a l t u n g soll ein Beispiel wirklicher völkischer Selbstverwaltung sein. Man kann uns in keinem Falle jene Selbstverwaltung pinski, beiwohnten, der gleichzeitig der Vorsitzende des polnischen Frontkämpferverbandes für die Wojewodschaft Warschau ist. General Gorecki erklärte: Mit aufrichtiger Genugtuung könne fest- gestellt werden, daß die deutsch-polnische Entspannung, die dem genialen Fernblick zweier Staatsmänner und zweier Frontkämpfer, des deutschen Führers Adolf Hitler und des polnischen Marschalls Pilsudski, zu verdanken ist, sich nicht nur als eine zeitweilige Zwischenlösung erwiesen, sondern bereits die Zeitprobe bestanden habe. Aus der Entspannung fet ein gegenseitiges vertrauensvolles Bestreben erwachsen, feste Grundlagen für eine auf weite Sicht berechnete politische Zusammenarbeit zu schaffen. Das Ziel dieser Zusammenarbeit sti der aufrichtige Wille, den europäischen Frieden nicht nur nicht zu gefährden, sondern ihn nach Menschenkräften in jenem politisch-geographischen Gebiet zu festigen, das noch vor wenigen Jahren als besonders bedroht und unh'eilschwanger gegolten hat. Das Ziel dieser Zusammenarbeit müsse den Frontkämpfern besonders am Herzen liegen. Sie hätten die Bereitschaft gezeigt, das höchste Opfer zu Ehren ihres Vaterlandes darzubringen. Die Frontkämpfer hatten das Erhebende und das Bedrückende, den Ruhm und - den Schrecken des Schützengrabens kennengelernt. Wenn die Regierungen ihren Friedens- aufgaben gerecht werden wollen, so müßten sie sich auf die Stimmung und das gegenseitige D e r - stehenwollen ihrer Völker verlassen können. Hierbei hätten die Frontkämpfer besondere Aufgaben zu erfüllen. nehmen, die wir schon heute in der Sudetendeutschen Partei praktisch verwirklicht haben. Mittags füllte eine nach Zehntausenden zählende Menge den Marktplatz und die Zufahrtsstraßen. Unbeschreiblicher Jubel begrüßte Konrad Hen- lein, der den Vorbeimarsch abnahm. Im Zuge schritten jung und alt. Auf dem Marktplatz überreichte Wehrenpfennig dem Führer der Sudetendeutschen, Konrad Henlein, das erste Goldene Ehrenz ei chen des Bundes der Deutsch e n. In seinen Ausführungen erklärte Wehrenpfennig unter tosendem Beifall: „Ich bekenne mich mit euch und für euch zur n a t i o n a l s o z i a l i- stischenWeltanschauung. Diese Bezeichnung könnte man ja vielleicht verbieten, aber eine Weltanschauung selbst läßt sich nicht verwehren, keine Macht der Welt ist imstande, sie aufzuhalten: denn Weltanschauung ist nicht ein Spiel der Gedanken, eine Lehre, die dieser oder jener Mensch ausgeklügelt hat, sondern Weltanschauung kommt aus der Kraft eines neuen inneren Lebe n s , ist die Kraft, die den ganzen Menschen packt und von der sich niemand wieder lösen kann." Mit nicht endenwollendem Beifall und Heil-Rufen begrüßt nahm dann Konrad Henlein das Wort: „Man kann uns knechten, aber nicht vernichten. Man kann uns drücken, kann uns bitter behandeln, aber man kann Unseren Geist und Willen nicht totmachen." ßmeufer Schritt Englands und Frankreichs in Prag. London. 4. Juli. (DNB. Funkspruch.) Die meisten Londoner Worgenblätter bringen eine Reuler-Weldung oder eine ähnliche Verlautbarung ihrer Prager Korrespondenten, daß England und Frankreich durch ihre Gesandten in Prag be Hodza wiederum vorstellig wurden, um die Lösung des Winderheitenproblems L in der Tschecho-Slowakei zu beschleunigen. Das Kost aller Deuischen in Komoiau. Oie Gudetendeuische Partei Träger der völkischen Selbstverwaltung der Deutschen Reichskriegsopserführer Oberlindober brachte den herzlichen Dank der deutschen Frontkämpferabordnung zum Ausdruck und überbrachte die Grüße des Präsidenten der Vereinigung deutscher Frontkämpferoerbände, des Herzogs von Koburg. Die Frontsoldaten seien dadurch besonders gekennzeichnet, daß sie ihrem Land und Volk ihren Tribut entrichtet haben. Deshalb schätzen gerade die Frontsoldaten die Leistungen der Kamercäen eines anderen Volkes. Der Reichsbriegsopferführer erinnerte daran, daß sowcchl Marschall Pilsudski als auch der Führer Adolf Hitler am 6. August 1914 zwei unbekannte Männer waren. Wenige Jahre später seien beide die anerkannten Führer ihrer Nation gerade durch ihre grenzenlose Hingabe an ihr Volk geworden. Die Sprache der Frontsoldaten sei keine diplomatische. Die Frontsoldaten sprächen frei heraus die Sprache des Schützengrabens. Jedoch wollten sie gerade als Frontkämpfer das Werk der Diplomatie unterstützen. Man sollte an die Leistungen der Frontsoldaten uNÄ ihre Opfer nicht nur am Heldengedenktag denken, sondern sich ihrer stets erinnern. Denn gerade die Frontsoldaten geben durch chre Kameradschaft den Beweis dafür, daß auch die verschiedenen Völker zu echter Kameradschaft und Zusammenarbeit fähig sind. Aus den zehn Millionen Gräbern des Weltkrieges müsse neues Leben für die Völker der Welt erwachsen. In dem Sinne kameradschaftlicher Zusammenarbeit seien die Frontsoldaten bestes Vorbild für die Jugend. Oie Ruthenen kämpfen um ihr Recht. Die sich überstürzenden Ereignisse der letzten Wochen und Monate lassen die Tschechoslowakei immer klarer als den gefährlichsten Unruheherd Europas erscheinen. Dieses Land, von seiner Regierung immer wieder als der konsolidierteste Staat Nachkriegseuropas. bezeichnet, erweist sich in Wahr- , heit als jener Staat, dem die geringste innere Festigkeit und Geschlossenheit zu eigen ist. Nicht nur die 3,5 Millionen Sudetendeutschen, sondern auch die Slowaken und Ungarn, die Ruthenen und Polen melden immer eindringlicher ihre grundsätzlichen Forderungen an, deren Erfüllung nichts anderes als eine völlige Abkehr von Prag bedeutet. Zu den von der tschechoslowakischen Staatsführung am stärksten benachteiligten Volksgruppen zählen unstreitig die Ruthenen, die den überwiegenden Teil Karpathorußlands, den ösllichsten Teil des tschechoslowakischen Vielvölkerstaates besiedeln. Sie haben sich nicht nur über die ständige Benachteiligung und Unterdrückung zu beklagen, die als hervorstechendstes Merkmal tschechischer Minderheitenpolitik bezeichnet werden muh, sie haben außerdem — gleich den Sudetendeutschen und Slowaken — das Recht, der Prager Regierung den schweren Vorwurf wiederholten Verfassungs- und Wortbruches zu machen. Als die tschechische Revolutionsbewegung während des Weltkrieges die Gründung des tschechoslowakischen Staates vorbereitete, vermochte sie ihren Anspruch auf das von Ruthenen besiedelte Gebiet Oberungarns weder mit historischen, geographischen noch mtt wirtschaftlichen Gründen nachzuweisen. Auch nationalpolitisch konnte ein Anspruch nicht begründet werden, da es bis 1918 im karpachorussischen Gebiet nicht einen einzigen Tschechen gab. Lediglich strategische Gründe sprachen für die Eingliederung dieses Gebietes in den neu zu schaffenden tschechischen Staat, denn es sicherte die direkte Verbindung zu Rumänien, diente damit der Einkreisung Ungarns und war als wichtigste Brücke zum weiteren „slawischen Osten", d. h. zu Sowjetrußland, zu werten. Im Sommer 1918 trat deshalb Professor Masaryk, der Führer der tschechischen Auslandsreoolution, mit dem Führer der amerikanischen Ruchenen, Dr. Zatkovtc, in Verbindung, um die Zustimmung der Vertreter der mehrere hunderttausend Seelen zählenden ruthe- mschen Volksgruppe in Amerika zu einer Vereinigung des ruthenifchen Gebietes Oberungarns mit dem tschechoslowakischen Staate zu erlangen. Die Verhandlungen führten zu einem Erfolg für Masaryk. Arn 3. Oktober 1918 beschloß der ruthenlsche Nationalrat in Amerika auf einer Tagung tn Scranton, dieses Gebiet als autonomes Gebiet der Tschechoslowakei anzugliedern. Dieser Beschluß wurde am 15. Mai 1919 auch von den ruthenischen Wortführern in der alten Heimat gebilligt, wobei neuerdings die v o l l st ä n d i g e Autonomie als Voraussetzung für den Anschluß bezeichnet wurde. So tarn es zur Eingliederung dieses Landes, das den Namen „Podkarpatska Rus" (d.h. das unter den Karpathen liegende Rußland) erhielt, an den tschechoslowakischen Staat. 95 008 Juden, 13 804 Deutschen und 12 777 Rumänen. Die tschechische Absicht tritt noch deutlicher zu Tage, wenn man berücksichtigt, daß die einzelnen tschechischen Parteien in Karpathorußland regelmäßig mit mehreren Kandidaten listen in den Wahlkampf gehen. So unterhalten die tschechischen Sozialisten allein drei ruchenische Parteien, während — um ein besonders drastisches Beispiel zu nennen — die tschechischen Agrarier bet Den letzten Gemeindewahlen in Chust mit nicht weniger als elf verschiedenen Kandidatenlisten (Unterparteien) in den Wahlkampf gingen. Besonders kennzeichnend ist die Lage auf dem Gebiete des Schulwesens. In den ersten^Nachkriegs- jähren beantworteten die Tschechen alle ruthenifchen Beschwerden, die die Einführung der zugesicherten Autonomie forderten, mit dem Hinweis, daß die einheimische karpathorussische Bevölkerung weder die Intelligenz noch die politische und moralische Reife besitze, um sich selbst verwalten zu können. Die Hütet Such vor Spionage-Agenten! Eine eindringliche Warnung. Berlin. 3. Juli. (DNB.) Im August des Vor- jahres warnte die gesamte deutsche presse vor ge- wissen Methoden der gegen Deutschland arbeitenden Spionage. (Eigens von der Leitung dieser Spionage gegründete sogenannte „ü r e d i t i n st i l u t c“ und „Pressekonzerne" versuchten durch ihre Beauftragten, in Not geratene oder ahnungslose deutsche Volksgenossen zum vorsätzlichen oder fahrlässigen Verrat von Staatsgeheimnissen zu verleiten. Neuerdings glauben gewisse Agenten-Derber der ausländischen Spionage, in Deutschland habe man diese Aufklärung und Warnung bereits wieder vergessen. In der letzten Zeit find in deutschen und ausländischen Zeitungen mehrfach wieder Inserate folgenden und ähnlichen Inhalls erschienen: „Tüchtige Mitarbeiter gesucht für verkehrstechnisches Beiblatt (auch Flugpost) einer neutralen Auslandzeitschrift. Ausführliche Angebote an Büro Graaf, Amsterdam (Holland)". Volksgenossen, die sich hierauf meldeten, wurden aus dem Auslande brieflich aufgefordert, O r i g i - nalmaterial über we h rt ech n i f ch e, wehrwirlfchaftliche und flugtechnische Fragen einzusenden. Unterzeichnet waren die zur Anbahnung von Spionagebeziehungen bestimmten Schreiben von Dr. Norbert Marti n g e r - L i n s und Dr. Philipp R. Malin, beide in Paris, hinter diesen Versuchen und Decknamen stehl einwandfrei die Spionagezentrale einer westeuropäischen Macht. Vor einer Verbindung mit den Spionageagen- (uten des Auslandes wird ein für allemal eindringlich gewarnt. Die deutsche Landes- verratsgesehgebung ahndet vorsätzlichen Verrat mit der Todesstrafe, fahrlässigen Verrat aus Leichtfertigkeit, Unachtsamkeit oder Geltungsbedürfnis mit hohen Gefängnisstrafen. Fugend im Kampf gegen die Landflucht. Klagenfurt, 8. Juli. (DNB.) Auf einer Tagung der Bauerntumsreferenten und -referentin- nen der HI. aus allen Gauen des Reiches bezeichnete der Reichsjugendfuhrer als die entscheidendste Aufgabe der deutschen Äugend die U e b e r w i n - düng der Landflucht. Alle Mittel der Propaganda sollen für die Ideale der bäuerlichen Äugend eingesetzt werden unter vollständigem Ber- zicH daraus, der Jugend des Landes ein Trugbild der Stadt vorzumalen. „Eine Kultur", so betonte der Reichsfugendsuhrer, „die nicht in der ursprünglichen Bedeutung des Wortes mit dem Boden verbunden ist, ist gar keine Kultur. Die Menschen, "die die Schöpfungen der Dildkunst und Architektur schufen, wirkten als aottbegnadete Künstler nur aus ihrer ewigen Sehnsucht zur Natur. Nur wenn sie naturverbunden waren, wurden ste unsterblich. Die Nakurnähe ist das Kriterium jeder wahrhaften Kunst. Wir müssen die Idee des Landdienstes, die Idee der Hingabe an die Scholle uni) damit an unser erdgebundenes Schicksal wie eine Fahne vor uns tragen. Die ältere Generation hat unter unsäglichen Opfern dieses Reich und unsere Volksgemeinschaft erkämpft, damit wir uns entwickeln können. Diese Generation kann nicht noch die Lösung auch dieser Frage uns abnchmen. Die Geschichte wird uns noch einmal danach beurteilen, ob wir diese Frage aus der Welt schafften." Förderung desOelsaalenanbaues Festpreis und Ausgleichsvergütung. Berlin, 2. Juli. (DNB.) Die planmäßige Förderung, die die Reichsregierung zur Sicherstellung der Fettversorgung des deutschen Volkes dem deutschen Oelsaatenanbau in den Vorjahren hat zuteil werden lassen, wird im gleichen Rahmen auch in diesem Erntejahr fortgesetzt. Dabei beträgt der den Anbauern von Raps- und Rübsen- sowie von Leinsaat zu zahlende Preis wie bisher 32 Mark je Doppelzentner. Dieser Preis ist ein Festpreis. Die Reichsstelle für Getreide, Futtermittel und sonstige landwirtschaftliche Erzeugnisse wird auch in dem Neuen Wirtschaftsjahr den Oelmühlen, die diese Waren zur Verarbeitung aufnehmen, eine Ausgleichsvergütung gewähren, auf Grund deren die Oelmühlen in der Lage fein werden, die genannten Festpreise zu zahlen. Den Anbauern von Raps-, Rübsen- und Leinsaat, die ihre Oelsaa- ten zur Verarbeitung auf Oel verkaufen, wird ebenso wie im vorigen Erntejahr, ein Verkaufs- r e ch t für die bei der Verarbeitung dieser Saaten anfallenden Oelkuchen zum jeweils geltenden Preise eingeräumt. Raps-, Rübsen-, Lein- und Mohnsaat deutscher Erzeugung, die im Lohnvertrag für den Eigenverbrauch des Anbauers geschlagen werden, werden wieder in die Vergünstigungsmaßnahmen einbewgen werden. Für das aus diesen Saaten im Lohnschlag angefallene Oel wird eine Ausgleichsvergütung gewährt, die die Oelmühle in die Lage versetzt, dem Anbauer das Oel, abgesehen vom reinen Schlaglohn, frei von allen übrigen Zuschlägen — einschl. der Umsatzsteuer — zu liefern. Darüber hinaus werden die bei der Verarbeitung dieser Saaten im Lohnoertrag angefallenen Oelkuchen von der Monopolabgabe fteige- Wie im vorigen Erntejahr, dürfen Raps-, Rübsen- und Leinsaat auch aus der diesjährigen Ernte für andere Zwecke als für die Oelgewinnung und für Saatzwecke nur in den Verkehr gebracht werden, wenn sie hierfür von der Reichsstelle für Getreide, Futtermittel und sonstige landwirtschaftliche Erzeugnisse ausdrücklich freigegeben worden sind. Die Anbauer von Leinsaat, die die Leinsaat für Saatzwecke abliefern, erhalten auf Wunsch auch in diesem Erntejahr die gleiche Menge 'Leinkuchen zum jeweils geltenden Preise. Ernennungen und Versetzungen im Heer. Berlin, 1. Juli. (DNB.) Mit dem 1. Juli 1938 werden ernannt: der Oberst Gümbel, Kdr. d. IIL Btls. Jnf.-Regt. 110, zum Kdr. d. Jnf.-Regts. 118; die Oberstärzte Dr. Zimmer b. d. Offz. zur Derf. d. Ob. d. 5). (Sonst. Offz.) zum Korpsarzt XVII, Dr. Amon, mit der Wahrnehmung d. Gesch. d. Korpsarztes XIII beauftragt, unter Aufhebung dieser Beauftragung zum Div.-Arzt d. 26. Div. und zum Kdr. d. San.-Abt. 26. Mit dem 1. Juli 1938 werden versetzt: die Obersten Scheller d. Gen.-St., Abt.- Ehes i. Oberkdo. d. Wehrmacht, zum St. d. Jnf.- Regts. 66; Müller, Kdr. d. Jnf.-Regts. 118, zu d. Offz. z. Vers. d. Ob. d. ch. (Sonst. Offz.) — (St. O. Kaiserslautern); Will, Kdr. d. Pi.-Lehr- Oie Ostmark bevo Wien, 2. Juli. (DNB.) Reichskommissar Bürckel erläßt folgenden Aufruf: Der Fremdenverkehr im Lande Oesterreich hat in den vergangenen Jahren einen unvergleichlichen Tiefstand erlitten. Dies ist um so bedauerlicher, als gerade in diesen wunderschönen Gebieten kerndeutsche Menschen verurteilt waren, die politische Mißwirtschaft am empfindlichsten zu tragen. Ich richte daher an alle Deutschen, die ihren Sommerurlaub im Gebirge verbringen wollen, den Appell, am Aufbau in Oesterreich selbst dadurch mitzuhelfen, daß sie auch in weitgehendem Maße die österreichischen Fremdenverkehrs- aaue aufsuchen. Ihre Mitarbeit am Aufbau soll dann in besonderer Weise dadurch zum Ausdruck kommen, daß sie den zuständigen Gauleitungen, bei denen für die Dauer eines Jahres eine eigene Fremdenverkehrsabteilung angegliedert ist, eine Mitteilung zugehen lassen, in welcher sie die folgenden Fragen beantworten mögen: 1. Wie sind Sie mit ihrer Wohnung zufrieden? Haben Sie sich heimisch gefühlt. 2. In welchem Verhältnis stehen die Preise zu dem Gebotenen? 3. Haben Sie schon einmal bessere Erfahrungen gemacht? Welche Vorschläge können Sie sonst machen, welche Erfahrungen, die geeignet sind, daß im Fremdenverkehrswesen verbessernd eingegriffen werden kann, können Sie uns übermitteln? Ich bitte, Ihre Meinung mit rückhaltloser Offenheit den zuständigen Gauleitungen mitzuteilen, damit die daraus notwendig werdenden Maßnahmen umgehend getroffen werden können. Keine Gefahr der llehervorteilung im Fremdenverkehr. Graz, 2. Juli. (DNB.) Reichskommissar Gauleiter Bürckel hielt vor den Politischen Leitern der Steiermark eine Rede, in der er sich vor allem mit der Auslandhetze über Oesterreich auseinandersetzte. Reichskommissar Bürckel ging dann auf die Grtzuellügen ein, daß in Oesterreich 20 000 Juden eingesperrt worden seien und gab bekannt, das zur Zeit im ganzen einschließlich der Juden in Oesterreich 3 7 8 0 politische Häftlinge fe st gehalten würden. Das Judenproblem werde kompromißlos gelöst werden, denn die Juden hätten als übernationale Raffe Eigenschaften, Das deutf Finanz- und Wirt London, 2. Juli. (DNB.) Die gestern in London abgeschlossenen deutsch-englischen Finanz- und Wirtschaftsverhandlungen haben zu einem für beide Teile zufriedenstellenden Ergebnis geführt. Die formellen Abmachungen, durch die neuen Vereinbarungen in Kraft gesetzt werden, sind bereits unterzeichnet worden und mit dem 1. Juli in Kraftgetreten. In dem Abkommen bezüglich der österreichischen Bundesanleihen ist der deut« sche Rechts standpunkt gewahrt worden. Deutschland hat sich jedoch bereit erklärt, der englischen Regierung die Devisenbeträge zur Verfügung zu stellen, die sie braucht, um ihrer Garantieverpflichtung für die österreichischen Anleihe^ nachzukommen. Durch den finanziellen Teil des neuen Abkommens ist ferner der Z i n - fendienst der deutschen Anleihen sowie der der nicht garantierten österreichischen Anleihe von 1930 neu geregelt worden, in dem w e - sentliche Ermäßigungen der Zinssätze mit Wirkung ab 1. Juli d. I. eintreten. Die Zinssätze für die Dawesanleihe und die österreichische Anleihe von 1930 werden von 7 auf 5 v. H. herabgesetzt, für die Pounganleihe von 5V- auf 4V2 v. H. Außerdem sind die kontraktlichen Zinssätze für alle deutsche Prioatschulden halbiert. Das neue Abkommen über den deutsch-englischen Warenverkehr stellt diesen auf eine breitere Grundlage und gibt die Möglichkeit, den gegenseitigen Warenaustausch auszuweiten und lebhafter zu gestalten als bisher. In den Abschluß dieses Abkommens zeigt sich mit aller Deutlichkeit die praktische Verflechtung der seit langem bestehenden deutsch-englischen Handelsbeziehungen, die zu* erhalten sowohl Deutschland als auch England das größte Interesse haben. Es bleibt dabei, daß Deutsch- anb weiterhin bestimmte Mengen engli- London, 2. Juli. (DNB.) In Kettering (Mittelengland) sprach der englische Premierminister Chamberlain. Chamberlain wandte sich scharf gegen die unverantwortlichen Krftse, die England in einen allgemeinen Krieg hineintreiben wollten, bei dem es heutzutage mehr denn je keine Gewinner, sondern nur noch Verlierer geben würde. Nach einem Rückblick auf die Millionenopfer des Weltkrieges fuhr der Ministerpräsident fort: „Diese Gedankengänge sind es, die mich empfinden lassen, daß meine erste Pflicht darin besteht, jede Faser anzu- spannen, damit eine Wiederholung des großen Krie- aes in Europa vermieden wird. (Lebhafter Beifall.) Und ich kann nicht glauben, daß jemand, der nicht durch parteiisches Vorurteil verblendet ist, nicht den Wunsch hegen kann, daß ich meine Anstrengungen fortsetzen soll. Seit Beginn des Krieges in Spanien haben meine Kollegen und ich die Gefahr erkannt, daß er zum Kriege in Europa führen kann und daher haben wir zusammen mit Frankreich beschlossen, den Bürgerkrieg auf ©paniert zu beschränken und es zu verhindern, daß er zu einem allgemeinen Kriege wird. Trotz aller Anfeindungen und allen Hohnes der Opposition haben wir dieses e r - reicht. Wir haben andere Länder aus dem Kriege herausgehalten, und heute endlich ist der britische Plan für die Zurückziehung der Freiwilligen aus Spanien angenommen worden. (Beifall.) Wir dürfen nunmehr hoffen, daß es nicht mehr lange dauert, bis sie das Land den Spaniern überlasten. Chamberlain behandelte darauf die letzten Bombenabwürfe auf britische Schiffe und die Angriffe, die die Opposition deshalb gegen ihn gerichtet hat. Er machte sich darüber lustig, daß ausgerechnet die britischen Marxisten das Privateigentum und Vers.-Btts. 2, i. d. Oberkdo. d. H.; der Oberstarzt Dr. Becker (Ernst II), Div.-Arzt d. 26. Div. und Kdr. d. San.-Abt. 26, z. d. Offz. z. Derf. d. Ob. d. H. (Sonst. Offz.) — (St. O. Berlin). t, die ungeeignet seien, im deutschen wirtschaftlichen und kulturellen Geschehen eingeschaltet zu werden. Gauleiter Bürckel setzte sich für eine größere Fahrpreisermäßigung für Reisen nach Oe st erreich ein und betonte, daß die Preise im Fremdenverkehr überwacht würden, so daß die Gefahr von Übervorteilungen gänzlich ausgeschaltet werde. Er habe die Absicht, im August der gesamten Bevölkerung einen Rechenschaftsbericht über das bis zu diesem Tage Erreichte zu geben. Auf sozialpolitischem Gebiete müssen eine organische Verbesserung des Lebensstandards der schaffenden Menschen 'der deutschen Ostmark durchgeführt werden. In dieser Hinsicht werde er nichts versäumen, er betrachte dies als seine vornehmste Aufgabe. Energischer Kampf gegen das Oennnziantentum. Wien, 2. Juli. (DNB.) Bei einer Besichtigung, die Gauleiter Bürckel durchführte, wurde u. a. fest- gestellt, daß sich ein ehemaliger Funktionär der „Vaterländischen Front" untergeordneten Ranges auf Grund einer Anzeige, die einer feiner früheren Amtswalter erstattet hatte, in Haft befand. Der Betreffende wird aus der Haft entlassen, während der Anzeiger für längere Zeit in Hast genommen wurde. Unter Hinweis auf diesen Fall hat Gauleiter Bürckel bestimmt, daß für alle Zukunft jeder, ganz gleich, ob Polizeibeamter oder Privatmann, eine Prämie von 50 Mark erhält, dem es gelingt, einen Denunzianten zu fassen. Für saubere Geschäftsführung der Kommissare. Wien, 2. Juli. (DNB.) Gauleiter Bürckel hat eine Überprüfung der Tätigkeit aller inberPri - vatwirtsckaft eingesetzten Kommissare an geordnet. Die Untersuchung ergab bei zwölf Kommissaren, daß sie die ihnen anvertrauten Geschäfte untreu geführt haben. Daraufhin wurde von Gauleiter Bürckel die F e st n a h m e dieser ungetreuen Kommissare und ihre Ueberführung in das Konzentrationslager Dachau angeordnet. In den nächsten Tagen wird Gauletter Bürckel eine Neirre gelung des Kommissarwesens verfügen. scher Kohle. Heringe und Spinnstoffe kauft. Auf den deutsch-englischen Warenverkehr wird in Zukunft das Prinzip einer gleitenden Skala an* gewendet, in dem 60 v.H. der Erlöse aus der deutschen Warenausfuhr nach England von Deutschland zum Ankauf britischer Waren zu verwenden sind, während die restlichen 40 v. H. für die Deckungder finanziellen Beruflich- tungen und als Bardevisen Deutschland zur Verfügung gestellt werden. Wenn die deutsche Ausfuhr nach England kleiner werden solle, dann braucht Deutschland nach dem neuen Abkommen eine entsprechend geringere Menge bestimmter Waren in Englund zu kaufen, so daß mithin der sich aus den 40 v. H. ergebende Ueberschuß an Sterlingdevisen zur Verfügung Deutschlands in unveränderter Höhe erhalten bleibt. Der englische Schatzkanzler Sir John Simon hat gestern im Unterhaus den erfolgreichen Abschluß der deutsch-englischen Finanz- und Wirtschaftsverhandlungen bekanntgegeben und dabei hinsichtlich des Warenverkehrs besonders darauf hingewiesen, daß man sich geeinigt hat, aus den Sterlingsüber* schüsten der deutschen Exporte nach England die Zuteilung für englische Exporte gleitend zu gestalten, um die Ausfuhr Englands nach Deutschland auf der bisherigen Höhe zu halten. Er betonte ferner, daß sich die beiden Regierungen verpflichtet hätten, weite re Verhandlungen zu führen, um den gegenseitigen Warenaustausch zu heben und die Handelsbeziehungen zu verbessern. -0er Abschluß des deutsch-englischen Finanz- und Wirtschaftsabkommens sowie die Ankündigung, daß weitere Verhandlungen zur Verbesserung der deutsch-englischen Handelsbeziehungen stattfinden, ist in der englischen Presse und besonders in politischen Kreisen allgemein begrüßt worden. verteidigen wollten und wies darauf hin, daß die britische Regierung wieder und wieder erklärt habe, daß Schiffe nur bis zur Grenze der Territorialgewässer geschützt werden könnten. Die Schiffe, die trotzdem dieses Risiko auf sich nehmen, e r - hielten ja auch das Vier- bis Fünffache der normalen Schiffahrtsraten bezahlt. Er müsse daher ftagen, ob es vernünftig sei, wenn man von ihm verlange, daß er Schritte ergreifen solle, um diese profitmachenden Schiffsreeder zu schützen, wenn das die Schrecken eines Krieges mit sich bringen würde. Chamberlain ging gegen Ende seiner Rede auf die großen Anstrengungen ein, die Großbritannien auf dem Gebiete der Aufrüstung macht. Er erklärte, daß Großbritannien die absolute Heber» legenheit an Großkampfschiffen behalte. Die letzten Vergrößerungen der Luftwaffe seien außerordentlich eindrucksvoll. Sowohl der Zahl wie der Qualität nach würden die britischen Kamps- und Bombenmaschinen jeden Tag kampfkräftiger. Die Formationen der britischen Luftabwehr würden auf einen Stand von 100000 Mann gebracht. Die Heimatarmee (Territorialarmee) sei um 20 000 Mann in den letzten drei Monaten verstärkt worden. Man dürfe hoffen, es werde eine glücklichere Zukunft geben, wenn die Völker ihre Schwierigkeiten durch Erörterungen beilegen würden, anstatt die fürchterlichen Folgen zu riskieren, die sich aus einem Kriege ergeben würden. Das fei das Ziel, das die britische Regierung anstrebe. Obwohl der Fortschritt langsam sei, und obwohl es von Zeit zu Zeit Rückschläge gebe, könne man doch feststellen, daß Fortschritte auf dieses Ziel hin gemacht wurden seien» 3m Geist der Verständigung. Deutsch-polnische Vereinbarung über Geschichtslehrbücher. Berlin, 2.Juli. (DNB.) Im April vorigen Jahres haben im Reichserziehungsministerium in der Frage der Angleichung der deutschen und polnischen Schulbücher Besprechungen begonrtyn, die im August 1937 in Warschau fortgesetzt und nunmehr im Reichserziehungsmimste- rium zu einem erfolgreichen Teilabschluß gebracht wurden. Die Besprechungen erstreckten sich zunächst auf die Geschichtslehrbücher. Die Abordnungen waren sich darüber einig, daß die Verhandlungen im Geiste der Verständigung und der Achtung vor der geschichtlichen und kulturellen Leistung des anderen Volkes vorgenommen werden müßten. Diejenigen Zeitabschnitte der Geschichte, in denen die beiden Völker im Gegensatz zueinander gestanden haben, sollen in den Schulbüchern sachlich und leidenschaftslos dargestellt werden. Dor allem sollen aus den Geschichtslehrbüchern alle Ausdrücke und Wendungen verschwinden, die auf den Vertragspartner beleidigend und herabsetzend wirken müssen und geeignet sind, das nationale Empfinden des anderen Volkes zu verletzen. Eine Niederschrift über die bisherigen Besprechungen soll bei der Neubearbeitung der deutschen und polnischen Geschichtslehrbücher Berücksichtigung finden. Es ist beabsichtigt, die Verhandlungen auch auf Lehrbücher anderer Fächer auszudehnen. Neues Industrialisierungsprogramm Iugosiawiens. B e l g r a b , 3. Juli. (DNB.) Ministerpräsident Dr. Stojadinowitsch verkündete bei der Einweihung der von einer deutschen Firma erstellten Kupferraffinerie in Bor ein neues nationales Jn- dustrialisierungsprogramm. Der Ministerpräsident betonte zunächst, daß sein vor zwei Jahren verkündeter Plan verwirklicht fei; die Eisen-, Kupfer- und Aluminiumerzeugun^g sei heute für Jugoslawien gesichert. Durch die Schaffung eigener Fabriken habe man Tausenden von jugoslawischen Arbeitern eine ständige Beschäftigung gesichert und ganzen Gebieten einen neuen Auftrieb gegeben. Jetzt müsse man auf die Blei- und Zinkerzeugung dieselben Grundsätze anwen- ben. Zu diesem Zweck würben in Kosooska Mttro- vicza (Altserbien) und in Schabatz an der Save große Hüttenwerke errichtet. Um auch bie Stahlerzeugung zu förbern, fjabe man am britten Jahrestag der Regierung eine staatliche Aktiengesellschaft mit 600 Millionen Dinar Kapital gegründet. Zur Kupferverarbeitung werbe eine große staatliche Kabelfabrik geschaffen. Um die für solche großen Werke nötigen Kapitalien zu erlangen, habe man sich zunächst erfolgreich an b e n inneren Markt geroenbet, wie bie jüngste Vier-Milliarben-Dinar-Anleihe beweise. Jugoslawien könne zwar bas ausländische Kapital noch nicht ganz entbehren, aber dieses Kapital dürfe nicht zum Ausbeuter werden. Das kapitalistische Interesse könne nicht mehr der einzige Zweck einet Investierung fein. Ziel und Ausgaben der kaptta- listischen Tätigkeit müßten vom Staat besttmmt werden, wie auch stets die Interessen des Volkes und des Staates allen anderen voranzugeheü hätten. England und der Balkan. Förderung derwirtschaftlichenBeziehuirgen London, 3. Juli. (Europapreß.) Die Frage einer wirtschaftlichen und finanziellen Unterstützung verschiedener Balkanstaaten durch England wirb erneut von ber „Sunday Times" aufgegriffen. Das Blatt teilt mit, von ber Regierung fei ein Ausschuß gebUbet worden aus Persönlichkeiten des Wirtschaftsministeriums, des Schatzamts und des Außenministeriums. Beim letzten französischen Ministerbesuche sei von den französischen Gästen eine Denkschrift vorgelegt worben, bie besondere Wege einer finanziellen und wirtschaftlichen Unterstützung ber Balta nstaaten vorgeschlagen hat. So bie Gewährung von Ausfuhrkrebiten für die Balkanstaaten nach dem Muster des englisch-türkischen Abkommens und eine Steigerung der englischen Einfuhr aus diesen Staaten. Letzteres sei allerdings schwierig, da England viele Waren in den Balkanstaaten teurer bezahlen müsse als auf anderen Märkten, so ungarisches Getreide und rumänisches Oel. Falls die englische Regierung von sich aus keine Vorräte ankaufen könne» da bie Stapelankäufe bereits abgeschlossen seien, be» stünben noch Möglichkeiten, englanbfreunblichen Staaten burch finanzielle Unterstützung ben Ankauf von Waren ber Balkanlänber zu ermöglichen. Leichter fei ber Ankauf griechischen Tabaks, da bie griechische Tabakernte nur 2 v. H. bes englischen Verbrauchs ausmache. Italiens Getreideverforgung. Rom, 2. Juli. (DNB.) Unter bem Vorsitz Mussolinis trat bie Korporation bes (Setreibebaues zusammen. Landwirtschaftsminister Rossoni betonte dabei, daß sich bisher das Wetter außerordentlich günstig ausgewirkt habe. Die diesjährige Ernte könne man nach Eingang ber Ernteberichte und -schätzungen auf ungefähr 47 Millionen dz Korn veranschlagen. Bei einttetendem Regenwetter würbe auch bie biesjährige Maisernte nicht hinter ber vorjährigen zurückstehen. Ebenso werbe bie Ernte von Saubohnen fast bis gleiche Höhe wie im Vorjahre erreichen. Der Reisertrag erweise sich ebenfalls als burchaus normal. Nach einer eingehenben Aussprache, bei ber auch ber Duce wieberyolt bas Wort ergriff, würbe beschlossen, in Zukunft nur zwei Weizenmehl- typen zur Herstellung von Brot bzw. Konditorei- waren zu gestatten, die beide einen Zusatz von 10 v. H. Maismehl erhalten, ferner für 'ganz Italien nur noch die Herstellung eines bekömmlichen und guten Einheitsbrotes zuzulasfen. Beschlüsse über Preisfragen, bie ebenfalls erörtert mürben, finb einer späteren Sitzung vorbehalten worben. Stabschef Luhe verabschiedet sich von Mussolini. Rom, 2. Juli. (DNB.) Stabschef Lutze hat am Samstagvormittag sich nach Neapel begeben. Von Neapel aus wirb er im Kraftwagen bie Rückreise über Venedig nach Deutschlanb antreten. Zum Ab- schieb würbe er mit seiner Begleitung vom italienischen Regierungschef empfangen. Die Aubienz betätigte von neuem, wie Mussolini bem Stabschef erklärte, baß bie deutsch-italienische Freundschaft nicht eine diplomatische Konstruktion An Bord „Wilhelm Gustloff", im Juni. „Gchwerarbeit" der Fahrgäste. Von Morgen bis Mitternacht auf einem Ozeanriesen. Von unserem am Weltkongreß in Zftom teilnehmenden Mitarbeiter Dr. Buresch. waren, Besitzer von Führerscheinen aus dem Jahre 1938 wie auch aus dem Jahre 1912 vertreten waren! Also auch hier: Alter schützt vor Torheit nicht! Den Unterricht erteilte ein NSKK.-Mann ehrenamtlich. Nach eingehender Belehrung wurden auch Fragen der Sonntagsschüler beantwortet, aus denen zu schließen war, daß noch manche „Lücke im Wissen" vorhanden war. Ja, ja: Gar mancher sitzt auf hohem Stuhle, und muß trotzdem zur Sonntagsschule! * Noch ist die große Internationale Handwerksausstellung Berlin 1938 im besten Gange und lockt Tag für Tag neue Zehntausende zum Besuch, da meldet sich bereits eine Schau, diesmal eine Reichsausstellung an: „Gesundes Schaffen — F rotz e s L e b e n." Vom 24. September bis zum o. November wird sie ihre Tore offen halten. Sie soll der Gesundheitsführung des deutschen Menschen dienen. Aus der Fülle dessen, was sich bereits ankündigte, sei hier etwas ganz Besonderes herausgegriffen. Um nämlich auch den einzelnen Besucher unmittelbar und individuell anzusprechen, wird eine Halle geschaffen werden, die den Namen „Halle der Selbsterkenntnis" trägt und über deren Eingangstoren deshalb auch die alte griechische Weisheit „Erkenne dich selbst" geschrieben steht. Beim Betreten dieser Halle wird dem Besuchereine Karte überreicht, mit der er durch zwölf Raume zu gehen hat. Auf dem Wege durch diese Raume wird seine Größe, sein Gewicht und sein Blutdruck gemessen; werden seine Augen, sein Gehör, sein Herz untersucht und Farbenblindheit sowie Ermüdungserscheinungen durch sinnreiche Geräte festgestellt und noch manche andere geheimnisvolle Versuche an dem Besucher vorgenommen. Alle Ergebnisse werden in die Karte eingetragen, die ihm somit klaren Aufschluß gibt über seinen körperlichen Zustand. Zum Schluß erhält der Besucher dieser „Erkenntnishalle" noch eine Röntgenaufnahme seiner Lunge als — hoffentlich! — freundliches An- denken. Nachdem der Besucher so die Antwort auf die Frage „Hast du gesund gelebt?" be- kommen hat, sieht er in den anderen Hallen, was Partei, Staat und Wehrmacht für die Gesundheit jedes Volksgenossen tun und daß es ihr Ziel ist, einen gesunden, leistungsfähigen Menschen heranzubilden, der froh zum Besten seines Volkes lchaf- fen kann. 151 Berliner Brief. Was will Berlin mit dem Heu? - Besuch in der „Sonntagsschule." - Oie Halle der Erkenntnis. tiven und die Frontisten dagegen aussprachen. Doch gab es innerhalb der eidgenössischen Parteien eine große Anzahl Splittergruppen, die eine dem Beschluß der Partei entgegengesetzte Parole ausgegeben hatten. Die Einrichtung der Strafgerichte und die Durchführung der Verfahren obliegt auch m Zukunft den Kantonen. Sie haben ihre Ausfuh- rungsaesetze zu dem neuen Bundesgesetz 3U erlassen, rD x9af>ti erst am 1. Januar 1942 das heute angenommene Gesetzeswerk in Kraft treten kann. Oer Vormarsch auf Sagunt. Salamanca, 4. Juli. (DNB. Funksvr.) Der nationalspanische Heeresbericht meldet: An der Castellon-Front wurde im Abschnitt Bechi nach Abweisung feindlicher Angriffe der Vormarsch fortgesetzt. Im Abschnitt Tales wurden die eroberten Stellungen befestigt. Im Espadan-Gebirge kamen die Truppen bis auf 15 Kilometer an Segorbe, den wichtigsten Knotenpunkt auf der Strecke nach Sagunt, heran. An der T e r u e l - Fr o n t im Abschnitt Puebla Valverde eroberten die Nationalen wichtige Stellungen und machten über 400 Gefangene. Den Operationen General Varelas kommt große Bedeutung zu, da es seinen Truppen im schwierigsten Gelände nicht nur gelang, den Feind aus seinen Stellungen zu vertreiben, sondern darüber hinaus 17 Kilometer südlich bis in di e Nähe vonCubla vorzustoßen, wodurch die Straße nach Cuenca, die zu den Hauptverbindungen der Roten zählt und außerordentlich befestigt ist, bedroht wird. Die nationalen Truppen rücken weiter in breiter Front in Richtung auf Sagunt vor. Kleine politische Nachrichten. In Berlin traf der Oberbefehlshaber und Chef des Generalstabes des italienischen Heeres, General P a r i a n i, ein, der auf Einladung des Oberbefehlshabers des Heeres, Generaloberst von Brauchitfch, verschiedene Heereseinrichtungen in der Umgebung von Berlin und Hannover sowie die Sehenswürdigkeiten Potsdams besichtigen wird. Zu seinem Empfang hatten sich Generaloberst von^ Brauchitfch und der Chef des Generalstabes, General der Artillerie Beck, eingefunden. Auch über diesen Akt geht man zur Tagesordnung über. Sie lautet für die Zeit nach dem Mittagessen: „Nur ein V i e r tte l st ii n d ch e n." In den erdenklichsten und malerischsten Stellungen bevölkert alles die Liegestühle und wenn das Rauschen der Bugwelle es nicht mitleidig verschlucken würde, bei Gott, man würde glauben, das Schiff selbst finge an zu schnarchen. Dies ist „die stillste Stunde" auf Deck. Auch wer den Schlaf verpönt, tritt leise auf, wenn er des Weges kommt. Und ich habe mir sagen lassen, daß die große Schiffsirene sich höflicherweise um diese Zeit erst räuspert, ehe sie ihren Ruf über das Meer dröhnt, wenn es denn sein muß. Nach dem Mittagsschlaf kommt die Stunde für die Zwischenakte und Einlagen. Da kann man die seltsamsten Dinge setzen. Tritt man durch eine Tür ahnungslos an Deck, dann steht man vlötz- lich in einem Mädchenhaufen, der wie befeffen schreit «nd herurnhopst. Sind sie alle verrückt geworden? Nein, weit gefehlt, sie üben Schuhplattler. Im Kreis, den sie bilden, steht ein Bayernbua und klatscht sich die Schenkel, daß es kracht. Und auf sein rauhes Kommando klatschen plötzlich zehn zierliche Mägdlein auf zwanzig runde nackte Schenkel und springen und singen dazu, daß es eine Freude ist. Die Schenkel sind krebsrot, den Mädchen tropft der Mühe Lohn von der Stirn, aber sie lassen nicht locker, hupf und klatsch und hoch das Bein und hupf und klatsch — es wird schon noch ein Schuhplattler werden... \ I Um die sechste Stunde beginnt d i e eigentliche Kurpromenade. Man hat sich für das Abendessen umgezogen, und nun nutzt man die Spanne Zeit zwischen Umziehen und Gongschlagen zu einer mehr oder weniger sachlichen Unterhaltung. Jetzt wird man zuverlässig jeden wiedertreffen, der einem im Laufe des Tages aus den Augen kam. Ihn etwa zu suchen auf dem großen Schiff, das versucht man nur am ersten Tage. Diese Erfahrung genügt, um es nie zu wiederholen, denn so ein Schiff ist komplizierter als der raffinierteste Irrgarten. Man kann einen Menschen stundenlang suchen, man mag ihm auf den Fersen fein, jeder sagt: „Ja, ja, den habe ich eben dort gesehen, er ging gerade zum oberen Promenadendeck." Stürzt man bann hinterher, dann wandelt der Gesuchte unfehlbar auf der anderen Deckfeite just im gleichen Augenblick hinunter; ich habe Leute stundenlang durch fünf Stockwerke ohne Erfolg suchen werden. Nach ein paar Tagen weiß man: Bor dem Abendessen ist Stelldichein auf dem Promenadendeck, man geht einmal in der Runde, und siehe da, der Gesuchte findet sich von selbst. Die schönste von allen Stunden auf Deck kommt um Mitternacht. Heißgetanzt und abgekämpft strömt alles aus den Tanzsälen ins Freie, em letzter Mal bevölkert sich die schwimmende Kurpromenade, man nimmt von allem etwas mit in die Kabine: von den Sternen, die unerhört hell und millionenfach schimmern, von der See, in die der Bug des Schiffes eine knisternde Schleppe schneidet, von der Salzluft, die den Lungen wohltut und vom nächtlichen Wind, der warm und wohlig um die Glieder streicht. Alles grüßt sich noch einmal, Hände werden geschüttelt, gute Träume beschworen. Der Vorhang fällt mit dem „letzten Mann", der zögernd und schweren Herzens die Bühne in Richtung seiner Kabine verläßt. nur 54 v. H. mit 356 931 gegen 309 311 Stimmen knapp angenommen. Die, westschweizerischen Kantone sowie die Zentralschweiz haben die Vorlage zum größten Teil verworfen. Der Kamvs zwischen Föderalismus und Zentralismus, der in dem vorangegangenen Wahlfeldzua besonders stark in Erscheinung getreten war, ist somit zugunsten des Zentralismus entschieden worden. Für das Gesetz stimmten vor allem die Freisinnigen, die Sozialisten und die Kommunisten, während sich die Katholisch-Konserva- Jn jedem Jahre, wenn der Sommer in Berlin seinen Einzug hält, erscheint ein kleines, unauffälliges Taschenbuch, das es aber gewaltig in sich hat: „Berlin in Zahlen." Es birgt wahre Köstlichkeiten. Denn wer möchte etwa nicht wissen, was alles in der deutschen Reichshauptstadt vor sich geht, so zum Beispiel, daß in ihr ständig über 100 000 Ausländer wohnen, an deren Spitze die Polen und die Tschechoslowaken (!) stehen? Oder daß in einer einzigen Straße Berlins, in der im Osten gelegenen Frankfurter Allee, 17 677 Personen wohnen, was der Einwohnerschaft einer deutschen Kleinstadt entspricht? Oder daß im Jahre 1937 nur 2600 „Alkoholfälle" polizeilich registriert wurden, was deshalb etwas verwunderlich ist, weil Berlin im letzten Jahre den zehnten Teil des gesamten deutschen Bierausstoßes braute, was auf den Maßstrich genau 400 Millionen Liter ausmachte. Aber nicht nur Bier braute die deutsche Reichshauptstadt in „rauhen Mengen", die einen Münchener neidisch machen können, sondern sie erntete auch 350000 Rentner Wiesenheu! Und das im Steinmeer Berlin! Jedoch so erfreulich diese Rohkosterzeugung auch sein mag, man fragt sich doch unwillkürlich: Was will Berlin mit einer solchen Unmenge Heu? Da niemand Antwort darauf zu geben vermag, bleibt nur die Hoffnung auf die nächstjährige Ausgabe des Taschenbuches des Statistischen Amtes der Reichshauptstadt, in der dann vielleicht eine Statistik darüber erscheint, wieviel — Ochsen* es in Berlin gibt. An einem der letzten Sonntage hat die Berliner Polizei endlich wahr gemacht, was sie seit langem angedroht hatte. Fast 100 Verkehrssünder hatten vom Polizeipräsidium, Abteilung 3, Kraftoerkehrs- amt, eine „Einladung" erhalten, an einer Ver - kehrsunterrichtsstunde am Sonntagmorgen, pünktlich 8 Uhr, teilzunehmen. Da halfen keine Ausreden und kein Zuspätkommen, was sich besonders jene Verkehrssünder merken werden, die 40 Minuten zu spät kamen und die nun noch einmal „antreten" müssen. Wer gehörte nun zu diesen Verkehrssündern? Kurz gesagt: jung und alte, reich und arm, hoch und niedrig und — Mann und Frau! Rechtsanwälte saßen neben Kutschern, Arbeiter neben Ingenieuren, Fuhrherren neben Angestellten, und auch eine erkleckliche Zahl Beruss- chaufseure hatte sich einfinben müssen. Für die Frage „alt und jung" ergab sich, daß unter denen, die zum Besuch der Sonntagsschule „verdonnert 3opan warnt vor einer Besetzung Hainans durch fremde Truppen. Tokio, 4. Juli. (DNB. Funkspruch. Ostasien- dienst.) Der Sprecher des Auswärtigen Amtes nahm heute zu Gerüchten Stellung, die von einer Besetzung der südlich von der Insel Hainan gelegenen Paracel-Gruppe durch franzo- ; fische und anamitische Truppen wissen wollten. Der Sprecher erklärte, daß die japanische 1 Regierung von einer Besetzung b i s h e r nicht . unterrichtet sei und auch keinerlei Nachrichten über eine solche Tatsache vorliegen habe. Aus alle Fälle werde aber die japanische Flotte Oie Dor- gängt im Bezirk von Hainan mit aller Aufmerksamkeit verfolgen und bereit fein, die au, den betreffenden Inseln ansässigen Japaner zu schützen. Japan werde nicht davor zurückschrecken, gegebenenfalls die fremden Truppen zu entwaffnen. Japan bestreite ganz entschieden dritten Staaten das Recht, die unter chinesischer Oberhoheit stehenden Inseln zu besetzen ober sonstwie in Anspruch zu nehmen. Oie amerikanische Lustrüstung. Neuyork, 2.Juli. (Europapreß.) Der amerikanische Kriegsminister hat mit einer Reihe amerikanischer Flugzeugfabriken VerträgezurLiefe- r un g von Flugzeugen abgeschlossen, die sich auf 14 443196 Dollar (rund 36 Millionen Mark) belaufen. Bei den Verträgen ist die Lieferung von 13 „fliegenden Festungen" vom Typ Boeing vorge- sehen. Flugzeuge dieses Typs, di- -in- Stundeng-- schwindiqkeit von 400 Kilometer entwickeln und mit sechs schweren Maschinengewehren ausgerüstet sind, hatten zu Beginn des Jahres tn 34 ^6stund en einen 6000-Kilometer-Flug bereinigte Staaten Buenos Aires und zurück ausgefuhrt. Mit diesen Bestellungen werden die Einheiten dieses Typs in ben Vereinigten Staaten auf 52 erhöht. Die zwett- wi ästigste Bestellung umfaßt 78 Douglas-Bomber, bie bie Einheiten dieses Typs m den Vereinigten Staaten auf 250 erhöhen. 5 Milliarden Hubel Zwangsanleihe für Sowjetrüstungen. Warschau, 2. Juli. (DNB.) . In Moskau wurde die alljährlich fällige S o w j et an leihe aufgelegt. Es ist die Staatsanleihe des ersten wahres des dritten Fünfjahresplanes. Der Betrag ist erneut erhöht worden, und zwar gegenüber demVorjahr von vier auf fünf Milliarden Rubel. In der Aus- bringung der Zeichnungsbeträge hat sich nichts geändert. Es ist also wieder eine Zwangs anleihe, bie die Bevölkerung wie eine Steuer belastet. Leitartikel der mafcgebenben Sowjetblatttr geben zm daß auch dies« Anleihe dem weiteren Wachstum Oer S o w j e t l a ri d e s v e r t e i d i g u n g ^ne. handelt sich also um neue Steuern für die Rüstungen Sowjetrußlands. Einheitliches Strafrecht in der Schweiz B-rn, Wuropapreß.) Das Sch«°iz-r- volk 5B°l’sab!ttmmung vom Sonntag d>- Vorlage Einführung p i d g e n o s 11 s ch en Strafgesetzbuches bei einer durchschnittlichen Abstimmungsbeteiligung von Schöner als alle Promenaden der Welt ist das Promenadendeck eines Ozeanriesen. Und erregender, als alle Vorgänge auf den „Brettern, bie die Welt bedeuten", ist das stündliche Geschehen auf den Decksplanken, das immer wechselt, wie die Szenerie auf einer Drehbühne. Frühmorgens, wenn die Planken noch feucht sind vom Frühnebel, erscheinen die ersten Akteure. Es sind die I m m e r f o r s ch e n , die das faule Leben auf See mit einem wackeren Dauerlauf bekämpfen, und es sind die unverbesserlichen Schwärmer, die keinen Sonnenaufgang verpassen wollen. Wenn die anderen ausstehen, haben sie schon den ersten Akt hinter sich. Nach dem ersten Frühstück kommen die Gewissenhaften. Sie machen mit Riesenschritten ihren unabdingbaren Verdauungsspaziergang, dreimal ums Schiff = ein Kilometer. Ob es stürmt oder weht, ob eine Hitze von 40 Grad schon am Vormittag alle anderen in die schattigsten Eckchen scheucht, sie wandern, wandern und niemand hält sie auf. Sv richt man sie an, so muß man entweder mit Riesenschritten neben ihnen herlaufen, ober sie wehren ab mit der lakonischen Erklärung: „Ich muß, sonst werde ich zu dick." Nach und nach kommen die Faulen. Sie haben den besten Teil erwählt, aufahnenb sinken sie in den nächsten freien Liegestuhl, und da liegen ie dann, stundenlang, angeregt ober apathisch, je nach Veranlagung, unb lassen das Völkchen an sich vorbeitreiben. Alles trifft sich hier, man flirtet, man lacht unb zeigt sich. Letzteres ist die Spezialität der Damenwelt, die es sich angelegen fein läßt, jeden Tag neue Reize zu entwickeln. Es ist eine Dauer - modenschau, die der Liegestuhlinhaber täglich geboten bekommt. Unb in dem Maße, wie das Schiff sich südlichen Gefilden nähert und in ihnen verweilt, wird die Mode immer freigebiger bis hart an die Grenze des Paradiesischen. Kein Wunder, daß für manchen Beschauer der Vormittag gar nicht lang genug sein kann. Das Promenadendeck ist die längste Läster- allee der Welt. Sie ist oval und hört deshalb gar nicht auf. Dabei ist es gleichgültig, wer über was lästert. Die Faulen lästern über die Vorüberwandelnden, und diese wiederum lästern über den Inhalt der Liegestühle. Dabei wirft man sich gegenseitig herzliche Blicke zu und versichert sich dadurch der aufrichtigen Zuneigung. Es wirb auch nicht etwa aus moralischen ober ähnlich gehässigen Gründen gelästert — sondern rein zum Zeitvertreib. Dann kommt eine Zeit für die Krachmacher. Pünktlich wie der Wagen mit den Brötchen und der Fleischbrühe erscheinen sie an Deck, und schon beginnt der Umgang mit Gesang. Zuerst sind es drei oder vier, die ein Lied anstimmen und sich in Marsch setzen. Wie sollte das nicht ansteckend wirken? Der Rattenfänger von Hameln ist ein Waisenknabe gegen diese Anstifter. Im Nu hat sich ein Kometenschweif von singenden unb marschierenden Anhängern gebildet — er schwillt und schwillt und nun erzittern die Planken unter der Woge von Marschtritten und Gesang. Sogar die Ewigfaulen kommen ins Schwanken, der eine oder andere erhebt sich, wenn auch schwerfällig, unb schließt sich . an: „Wohlauf, bie Luft geht frisch und rein... ist, sondern dem Willen der beiden Vol. f er entspreche. Der Duce überreichte dem Stabschef fein mit einer herzlichen Widmung versehenes Bild unb sprach ihm bie besten Wunsche für seine weitere Arbeit in der SA. unb für die Zusammenarbeit ber SA. unb der faschistischen Miliz aus. Stabschef Lutze hat sich am Samstag von Neapel aus an Bord des italienischen Zerstörers „Saetta" nach Capri begeben und am Nachmittag nach einer Rundfahrt im Golf von Neapel Pompeji besichtigt. Der Abordnung der SA. wurde überall ein außerordentlich herzlicher Empfang zuteil. Türkische Truppen im Sandschak eingerückt. Paris, 3. Juli. (Europapreß.) In Antiochia wurde am Sonntagmorgen die französisch-türkische Generalstabskonvention über die militärische Zusammenarbeit im Sandschak Alexandrette unterzeichnet für Frankreich durch den Dioisionsgene- ?al Huntzinger, Mitglied des Obersten Kriegsrats und Oberkommandierenden der Levantetruppen, für t>ie Türkei von General Haffim Gunduz, stellvertretenden Generalstabschef. Die beiderseitige Truppenstärke soll je 2500 Mann betragen. Die türkischen Truppen sollen in dem vorwiegend von Türken bewohnten nördlichen Teil des Sandschaks untergebracht werden, während die Stadt Antiochia je zur Hälfte von türkischen und französischen Truppen besetzt werden wird. Nach einer Meldung aus Istanbul sind die türkischen Truppen am Sonntagmittag im Sandschak Alexandrette einmarschiert. Die türkische Grenzbevölkerung des Sandschaks bereitete den einmarschierenden Truppen einen begeisterten Empfang; die Dörfer waren festlich geschmückt. Zu Ehren ber türkischen Soldaten wurden zahlreiche Schafe geschlachtet. Frankreich und Ostasien. Paris bestreitet Waffenlieferungen an China. Paris, 2. Juli. (Europapreß.) Der französische Botschafter in Tokio, Henry, hat dem japanischen Außenminister Ugaki mitgeteilt, die französische Regierung habe auf Grund der in der japanischen Presse aufgetauchten Behauptungen, über Jndochina seien Waffen an Tschicmgkaischek geliefert worden, eingehende Untersuchungen angestellt. Diese Untersuchungen hätten ergeben, daß von französischer Seite keine Waffen an die chinefifchen Armeen geliefert worden feien. Die Erörterungen des japanifch-französifchen Verhältnisses und die Befürchtungen, die Insel Hainan könne von den Japanern besetzt werden, hat in der französischen Presse erneut die Frage auftauchen lassen, ob für Jndochina ausreichende Derteidigungsmaßnahmen getroffen worden feien. Diese Frage wird von der Mehrzahl der Blätter verneint. Man verweist u. a. darauf, daß Frankreich zum Schutz seiner fernöstlichen Besitzungen weit geringere Seestreitkräfte unterhalte als beispielsweise Holland für feinen Kolonialbesitz. Frankreich als Großmacht dürfe sich im Fernen Osten aber nicht allein auf den Schutz Englands verlassen, sondern müsse auch hier England ein ebenbürtiger Partner sein. Wenn man die Entwicklung so weiter laufen lasse wie bisher, schreibt beispielsweise die „Republiguä", bann werbe Frankreich schon in wenigen Jahren zur Vertei- bigung des zweitgrößten Imperiums der Welt nur nob eine Flotte zur Verfügung haben, die an fünfter ober sechster Stelle stünde. Nach Meldungen aus Mährisch-Ostrau finb sämtliche polnischen Blätter, die in der Tschecho-Slowakei erscheinen, beschlagnahmt worden. Der Führer der polnischen Minderheit in der Tschecho-Slowakei, Dr. Wolf, hat während der letzten Unterredung mit Hodza auf die Notwendigkeit einer radikalen Aenderung der Haltung der lokalen tschechischen Stellen gegenüber der polnischen Bevölkerung und der polnischen Presse hingewiesen.. Das Ergebnis der Voruntersuchung des Ueberfalles auf den Palast des brasilianischen Staatspräsidenten in ber Nacht zum 11. Mai stellt fest, daß ein A 11 e n t a t auf den Staatspräsidenten geplant gewesen sei. Als Anführer wird gegen den Leutnant Fournier Anklage erhoben. 22 Personen wurden als Mittäter bezeichnet. Gegen den Prinzen von Orleans und Braganza, der am 11. Mai in der Nähe des Präsidentenpalastes verhaftet worden war, istnichts ermittelt worden, so daß ber Verdacht seiner Teilnahme fallen gelassen worden ist. Kunst und Wissenschaft. Reichsführer ff Himmler regt eine Reuausgabe ber Werke klopsiocks an. Im Zusammenhang mit ber Heinrich-Feier in Quedlinburg besuchte der Reichsführer ff Himmler, wie bereits gemeldet, das als Klopstock-Mu- feum eingerichtete Geburtshaus des Dichters. Nach einer eingehenden Besichtigung der Sammlungen und nach dem Vortrag einiger Werke des Dichters sprach ber Reichsführer ff den Wunsch nach einer Neuausgabe ber Werke Klopstocks aus. Der Anregung soll im Rahmen ber unter ber Schutzherrschaft des Reichserziehungsministers Rust stehen- ben Sammlung „Deutsche Literatur in Entwicklungsreihen" stattgegeben werben. Aerztetagung in Alt-Rehse. Vom 4. bis 11. Juli findet laut Melbung der NSK. in der Führerschule der Deutschen Aerzteschaft in Alt-Rehse eine Tagung der Reichsredner und der Sachbearbeiter für Biologische Medizin des Hauptamtes für Volksgesundheit statt. Auf ber Tagung werben ber Reichsärzseführer Dr. Wagner sowie Gauleiter Julius Streicher zu ben Fragen ber Gesunbheitsführung bes deutschen Volkes das Wort ergreifen. Weiter spricht der wissenschaftliche Leiter der Ausstellung „Gesundes Leben — Frohes Schaffen" Prof. Dr. P a k h e i f e r über die Durchführung der Reichsschau. Die Tagung vereint u. a. erstmalig die Aerzte des Hauptamtes für Volksgesundheit mit den Vertretern der Laienoerbände, die auf gesundheitlichem Gebiete tätig find und die vom Reichsärzteführer Dr. Wagner bei der Machtübernahme zur Mitarbeit im Sachverständigenbeirat für Volksgesundheit einberufen wurden. Ausstellung „Strahlen und Heilkunde" in München. In München wurde die unter der Schirmherrschaft von Gauleiter Staatsminister Adolf Wagner stehende Ausstellung „Strahlen und Heilkunde München 19 3 8" eröffnet. Die Ausstel- lung gibt erstmals einen umfassenden Ueberblick über die in ben letzten 50 Jahren durch Wissenschaft und Forschung erschlossene Welt der Strahlen und ihre Anwendung. Sie zeigt Wesen, Wirkung und Anwendung der Lichtstrahlen, der radioaktiven Strahlen, der elektrischen Wellen und der Röntgenstrahlen. Der Ausstellung ist eine Jndustrieschau technisch-wissenschaftlichen Charakters angegliedert. Die Deutsche Röntgengesellschast hält vom 2. bis 7. Juli in der großen Tagungshalle der Ausstellung ihre 29. Tagung ab. Tagung der Deutschen Gesellschaft für Psychologie in Bayreuth. Die 16. Tagung ber Deutschen Ge- sellschast für Psychologie wurde in Bayreuth eröffnet. Der Vorsitzende, Professor Dr. E. Jaensch (Marburg), dankte Gauleiter Wächt- ler für die Hebern ahme der Schirmherrschaft. Dann legte Professor Jaensch zu Ehren Hans S ch e m m s einen prächtigen Lorbeerkranz nieder. Der kommissarische Reichsgeschäftsführer bes NSLB., Friebmann, hieß bie Tagungsteilnehmer willkommen. Professor Dr. Jaensch hielt dann einen grundlegenden Vortrag über das Thema „Wozu Psychologie?" Professor H. Volkert (Leipzig) sprach über den Einsatz der Psychologie in der deutschen Erziehung und Bildung, Professor O. Kroh (Tübingen) über „Psychologie im Dienste völkischer Erziehung" unb Professor O. Tumlir (Graz) über das Generationsproblem und die Jugenderziehung. Weiter kamen mehrere Redner mit Bei- trägen zur Heerespsychologie zu Wort. Pirc siegle im Harzburger Schachturnier. Am Sonntag ließ der Großdeutsche Schachdund in Bad Harzburg bie Schlußrunde des interna- t i o n a I e n Schachturniers uusrragen. Das Endergebnis lautet: 1. Pirc (Jugoslawien) 6>5 Punkte, 2. Bogoljubow (Triberg) 6, 3. Kie- ninger (Köln) 5%, 4. und 5. Eliskases (Innsbruck) und Hein icke (Hamburg) je 5 P., 6. und 7. Lokoe np (Wien) und Petrow (Lett- Appell der kriegerkameradschast in Lang-Göns. 8. Lang-Göns, 3. Juli. Zur Feier des 65- jährigen B e st e h e n s des hiesigen K r i eg e r- Vereins (er wurde am 6. Juli 1873 gegründet) fand hier einAppellderKriegerkamerad- schäft (NS.-Deutscher Reichskriegerbund) statt. Die Feier wurde mit einem Kommers am Samstagabend in der Turnhalle, die überfüllt war, eingeleitet. Kameradschaftsführer K. Konr. N e r n betonte in seiner Begrüßungsansprache, daß dieser Abend zugleich ein Werbeabend sein soll und forderte die, die seither noch abseits gestanden hatten, zum Eintritt in den Reichskriegerbund auf. Der Abend brachte sodann ein abwechslungsreiches Programm, das in der Hauptsache von den Gesangvereinen „Germania", „Frohsinn" und dem Turnverein Lang- Göns bestritten wurde. Die eingelegten Märsche wurden von einer Militärkapelle des Infanterie- Regiments 116 (Gießen) gespielt. Heroorzuheben sind wiederum die Vorführungen unserer Turnerinnen, die in den Volkstänzen, Keulenübungen und zuletzt im Walzer „An der schönen blauen Donau" ihr Bestes gaben. (Leiter: Wilhelm Dem.) Zum Schluß des wohlgelungenen Abends dankte Vereinsführer N e r n den Vereinen für ihre Darbietungen. Am Sonntag fand Kirchgang der Kameraden mit anschließender Gefallenenehrung am Ehrenmal statt. Auch hier spielte eine Militärkapelle. Der Ortsgeistliche wies in seiner Ansprache darauf hin, daß wir bei allen Feiern uns auch derer erinnern müßten, die im großen Kriege ihr Leben gaben für das Vaterland. So sei jedes Ehrenmal ein Mahnmal. Nach einem Chor des Gesangvereins „Frohsinn" und dem Niederlegen eines Kranzes durch den Vereinsführer N e r n erklang das Lied vom guten Kameraden. Anschließend marschierte man zum Festplatz. Der Nachmittag brachte dann zahlreiche Gäste aus der näheren und weiteren Umgebung. 27 Vereine, die mit der Bahn, mit Autos oder Wagen ankamen, waren erschienen, wohl über 1000 Kameraden. Das Dorf hatte reichen Flaggenschmuck angelegt. Gegen 14 Uhr begannen dann Paradeaufstellung und Vorbeimarsch an dem Kreisführer Dr. Monnard (Gießen). Einsetzender starker Regen machte leider den Festzug unmöglich. Auf dem Festplatz begrüßte der stellvertretende Vereinsführer, Otto Rudolph, alle Gäste, besonders den Kreisführer Dr. Monnard und den Geschäftsführer des Kreises Wetterau, Pg. Wagner. Er gab dem Wunsche Ausdruck, daß alle Teilnehmer ein Fest in herzlicher Kameradschaft und froher Geselligkeit feiern möchten. Der Kreisführer Dr. Monnard überbrachte die Grüße des Reichskriegerbundes, im besonderen die des Kreisverbandes. Er beglückwünschte den hiesigen Kriegerverein zum 65. Stiftungsfest und ging auf die Entstehung des Vereins näher ein. Dor allem dankte er den alten Mitgliedern, die jetzt 5 0 Jahre dem Kriegerverein die Treue gehalten hätten, auch in den schlimmen Jahren nach dem Kriege. Im Anschluß an seine Ausführungen konnte er sechs Mitglieder für ihre 50jährige Zugehörigkeit zum Kriegerverein mit der goldenen Ehrennadel auszeichnen. Es sind dies: Ant. Conr. Artz, Konr. Joh. Frey, Ant. W. Müller, Konr. Rudolph, Job. Rudolph und Joh. Karl Weil. Dann sprach der Geschäftsführer des Kreises Wetterau, Pg. Wagner. Er überbrachte die Grüße des Kreisleiters, umriß sodann die Bedeutung solcher Feste, die nicht nur ein Bekenntnis zum deutschen Vaterland, sondern auch zur Wehrhaftigkeit darstellten. Es wäre aber nicht möglich, solche Feste froher Kameradschaft zu feiern, wenn nicht ein Mann in Deutschland den Glauben und den Willen gehabt habe, das deutsche Volk aus den zerrissenen Verhältnissen nach dem Kriege herauszuführen. Das fei der Führer gewesen. Er habe den Deutschen wieder den Glauben an sich selbst gegeben, er habe wieder eine starke Wehrmacht geschaffen, die deutschen Brüder in Oesterreich zum Deutschen Reich mrückgesührt. Er schloß mit einem Sieg-Heil auf den Führer. Der Gesang der Nationallieder folgte. Der Himmel hatte sich inzwischen doch noch aufgehellt, und schönster Sonnenschein lag auf dem großen Festplatz. Es entwickelte sich nun ein frohes Volksfest, das durch Musikstücke, Tanz und Vorträge der Gesangvereine unterbrochen wurde. land) 42 P., 8. Sämisch (Berlin) 4 P., 9. R i ch ter (Berlin) 3% P., 10. Preuße (Roßlau) A P. Aus aller Wett. Küstenflug des NS.-Iliegerkorps 1938 In Königsberg starteten 150 Sportflugzeuge zum Küstenflug des NS.-Fliegerkorps 1938. Die Flugstrecke des ersten Tages führte über Pillau — Danzig — Stolp — Kolberg — Anklam — Bug auf Rügen nach Rostock. Von Rostock führte der Flug am zweiten Tage bei ausgezeichnetem Wetter nach Wyk auf Föhr. Dort war der Küstenflug zu Ende. Der Korpsführer nahm die Siegerehrung und Preisverteilung vor und dankte allen Männern des Korps für ihre Leistungen. Die Preisträger find: 1. NSFK.-Hauptsturmführer Gotthold (Beobachter L a ch m a n n), NSFK.-Gr. 6; 2. NSFK.- Sturmführer Helmers (Beobachter NSFK.-Grup- penführer Dr. Erbacher), NSFK.-Gruppe 15; 3. Oberleutnant Plöhn (Leutnant Kolle), Fliegergruppe Gießen; 4. NSFK.-Standartenführer Schwarz (Beobachter Sturmführer Kuhn), NSFK.-^Standarte Danzig. — Gleichzeitig fand ein Wettbewerb für Prioatflugzeugbesitzer statt, an dem sich zwölf Flugzeugführer beteiligten. Sieger wurde Otto Junker mit Dr. Scherz er aus Lammersdorf. Ferner fand ein Zuverlässigkeilsflug für Sportfkiegerinnen statt. Siegerin wurde die Sportfliegerin Melttta Schiller mit Hildegati) AI t als Beobachterin. Commander Rosendahl in Frankfurt. In Frankfurt a. M. traf, von Berlin kommend, Commander Rosendahl ein. In Begleitung Rosendahls befand sich Kapitän von Schiller. Rosendahl erklärte, daß seine Deutschlandreise ausgesprochen privaten Charakter trage. Er sei nach Deutschland gekommen, um an den Zeppelin-Jubiläumsfeierlichkeiten in Friedrichshafen teilzunehmen und feine zahlreichen deutschen Freunde von der Luftschiffahrt wiederzusehen. Mit Begeisterung erzählte der amerikanische Gast von ftüheren Besuchen in Deutschland. Rosendahl wird in Frankfurt den Flug- und Lustschiffhafen Rhein^Main besichtigen. Dom neuen Deutschland ist Rosendahl, wie er erklärte, stark beeindruckt. Ueberwältigt, so sagte er, ist er vor allem von den Plänen für den Flughafen Berlin, die er hat einsehen dürfen. Neues Unwetter über Ostpreußen. Nachdem Ostpreußen erst in den letzten Tagen von einem schweren Sturm heimgesucht wurde, ging über der Provinz am Sonntag erneut ein furchtbares Unwetter nieder, das großen Schaden anrichtete. Besonders in Insterburg hat ein orkanartiger Gewittersturm von halbstündiger Dauer große Verheerungen verursacht. Binnen wenigen Minuten waren über 200 Bäume entwurzelt. Einige Personen wurden durch herabstürzende Aeste verletzt. Zwei Paddelboote, die auf der Angerapp mit je zwei Personen besetzt unterwegs waren, werden vermißt. In vielen Häusern wurden Fenster eingedrückt und ganze Wohnungen unter Wasser gesetzt. Eine Stunde später ging nochmals ein Wolkenbruch nieder, der ebenfalls erheblichen Schaden anrichtete. Aus allen Teilen der Provinz laufen Meldungen ein, daß Gebäude durch Blitzschlag eingeäschert wurden, wobei Futtervorräte und teilweise auch Vieh ein Opfer der Flammen wurden. In einem Falle schlug der Blitz dreimal hintereinander in dasselbe Gehöft. Verheerendes Großfeuer im Hunsrück. In Kludenbach im Hunsrück brach in einer mit Heu gefüllten Scheune Feuer aus, das bei starkem Wind rasch auf die Nachbarschaft Übergriff. Die Feuerwehren waren dem rasenden Element gegenüber fast machtlos. Arbeitsdienstmänner und zahlreiche andere Volksgenossen beteiligten sich am Rcttungswerk. Die Bewohner der umliegenden Häuser mußten fluchtartig ihre Wohnungen verlassen und konnten nur das Notdürftigste retten. Drei Häuser und vier Scheunen wurden vollständig vernichtet. Der Schaden ist groß. Schmeling nach Deutschland unterwegs. Max Schmeling ist am Samstag mit der „Bremen" von Neuyork a b g e r e i ft. Nach feiner Ankunft in Deutschland wird er sich in Berlin zur Ausheilung seiner Knochenverletzung in die Behandlung ärztlicher Spezialisten begeben. Trotz gebessertem Allgemeinbefinden ist Schmeling immer noch bettlägerig. Er klagt noch über Rückenschmerzen, ist sonst jedoch guter Stimmung. Wegen Raubmordes zum Tode verurteilt. Leipzig, 2. Juli. (DNB.) Das .Leipziger Schwurgericht verurteilte den Otto Gleißner aus Schafstädt, Kreis Magdeburg, zuletzt in Leipzig wohnhaft, wegen Mordes in Tateinheit mit einem Verbrechen schweren Raubes zum Tode. Am 10. Februar d. I. hatte Gleißner im benachbarten Städtchen Naunhof das Einfamilienhaus eines Einwohners, mit dem er wegen eines Autokaufes bekanntgeworden war, aufgesucht. Der Verbrecher hatte in der Absicht, sich Geld zu verschaffen, eine Zeit gewählt, in der die Ehefrau allein zu Hause war. Er würgte die Frau und schlug dann in brutaler Weise auf sie mit einem Stemmeisen ein. Den schweren Verletzungen ist die Frau am nächsten Morgen erlegen. Nach der Tat nahm Gleißner eine Geldbörse mit 9 bis 10 RM. an sich, ebenso einen Anzug und einen Mantel, die er m Leipzig zu Gelde machte. Schreckenstat eines Amokläufers im Antwerpener Hafen. Im Hafen von Antwerpen ereignete sich eine Schreckenstat, die allgemeines Entsetzen her- vorrief. Ein Matrose eines jugoslawischen Schiffes, das zur Zeit im Hafen von Antwerpen liegt, wurde plötzlich nra hnsinnig und stürzte sich mit einem großen Messer auf alle Personen, die in seiner Nähe waren. Er tötete drei Personen und verletzte drei weitere, darunter einen belgischen Hafenbeamten. Zunächst verfolgte der AmoNäufer den Kapitän des Schiffes bis auf den Hafendamm, tötete ihn durch mehrere Mesferfttche und warf ihn in den Hafen. Dann stürzte er sich auf einen anderen Matrosen, der ihn entwaffnen wollte und verletzte ihn schwer durch Messerstiche. In seiner Raserei überwältigte er hierauf einen Hafenbeamten und entriß ihm den Revolver. Darauf eilte er auf das Schiff zurück und tötete durch Reoolverschüsse zwei seiner Kameraden, auf der Stelle. Als die Polizei erschien, richtete er seinen Revolver auf die Schutzleute. Die Waffe war jedoch bereits entleert Der Amokläufer stürzte sich schließlich ins Wasser und konnte dort von Matrosen urtb Polizisten auf« gefischt und festgenommen werden. Schweres Explosionsunglück in einer rumänischen pionierkaferne. Im Hofe der Pionierkaserne in Krajova in Rumänien ereignete sich ein U n g l ü ck , das vier Menschenleben forderte. Unter Führung eines Leutnants legten Pioniere Minen, die in dem Augenblick explodieren soÄen, in dem Tankattrappen die Stelle passierten. Als eine der Minen nicht explodierte, begab sich der Leutnant mit mehreren Soldaten an die be- trefesnde Stelle. In diesem Augenblick erfolgte die Explosion. Der Leutnant, ein Feldwebel und zwei Reservisten wurden in Stücke gerissen. Zwei Soldaten erlitten schwere Verletzungen. Neun Tote bei einem Verkehrsunglück in Vlexiko Bei einem Bahnübergang bei Agujuila im mexikanischen Staate Goahuila wurde ein Lastwagen eines Wanderzirkus von einem Schnellzug erfaßt und zertrümmert. Alle neun Personen, die sich auf dem Lastwagen befanden, wurden getötet. Ein Wann und fünf Kinder ertrunken. Im Torno-Fluß an der finnisch-schwedischen Grenze e r t r a n f ein Gartenpächter mit fünf Kindern. Der Gartenpächter befand sich mit feinen vier Kindern und einem Neffen auf einer Kahnfahrt, von der niemand mehr zurückkehrte. Es wird angenommen, daß das Boot gekentert ist und der Pächter bei seinen Versuchen, die Kinder zu retten, mit ihnen zusammen ertrunken ist. Wetterbericht Die gegen Ende der Vorwoche aufgekommene unbeständige Westwetterlage bleibt erhalten. Die Temperaturen werden dabei meist etwas unter dem jahreszeitlichen Durchschnitt liegen. Neigung zu Regen verstärkt sich. Vorhersage für Dienstag: Unbeständig und zeitweilig Regen, bei lebhaften gelegentlichen böigen auffrischenden Winden ziemlich kühl. Lufttemperaturen am 3. Juli: mittags 16 Grad Celsius, abends 12,5 Grad; am 4. Juli: morgens 12,8 Grad. Maximum 19,2 Grad, Minimum heute nacht 8,8 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 3. Juli: abends 18,2 Grad; am 4. Juli: morgens 14,6 Grad. — Niederschläge 7,7 mm. — Sonnenscheindauer 2 Stunden. Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Dr. Hans Thy- riot Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot für den übrigen Teil: Ernst Blumschein (in Urlaub); in Vertretung: Heinrich Ludwig Neuner. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A V. 38: 9163. Druck und Verlag: Brühlfche Universitätsdruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, .mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufs' preis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vom 1. September 1937 gültig. Meine Hebe Mutter, unsere gute Großmutter, Schwester und Tante Am 1. d.M. ist unsere liebe, gute Mutter, Großmutter und Tante Luise Happel, geb. Herbert ist am Samstagabend sanft entschlafen. im 86. Lebensjahr für immer von uns gegangen. Gießen, den 4. Juli 1938. öle Beerdigung findet in der Stille statt. 4517D Gießen, den 4. Juli 1938. 4514D Hebamme im 74. Lebensjahre. Statt Karten! 451OD Im Namen aller Hinterbliebenen: Olga Bette, geb. Godosar. Gießen, den 4. Juli 1938. 45 5D 45160 Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem schweren Verlust, der uns betroffen hat, sowie für die vielen Kranz- und Blumenspenden sagen wir hiermit unseren besten Dank. In tiefer Trauen Hans Happel Gertrud Happel Christa Happel, -Die Beerdigung findet Dienstag, den 5. Juli, nachmittags 2 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt. In tiefer Trauer: Dipl.-Ing. Franz Reinhardt Ina Reinhardt, geb. Pfeil Margot Reinhardt. In tiefer Trauer: Karl Wenzel und Familie Richard Wissig und Familie Wilhelm Konrad Wenzel und Familie Anton Müller 33. und Familie. Lang-Göns, Kirch-Göns, Holzheim, den 3. Juli 1938. Die Beerdigung findet Dienstag, den 5. Juli, nachmittags IV, Uhr, vom Sterbehaus aus statt. Todes-Anzeige. Plötzlich und unerwartet verschied mitten aus arbeitsreichem Leben unsere gute, treusorgende Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Urgroßmutter und Tante Frau ElisabethaWenzel, geb. Görlach Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Heimgang unserer lieben Entschlafenen Katharine RömerWwe.,geb.Moos für die vielen Kranz- und Blumenspenden, sowie für die trostreichen Worte des Herrn Pfarrers sagen wir auf diesem Wege unseren herzlichsten Dank. Die trauernden Kinder. Lollar, Berlin. Bremen, den 4. JuU 1938. Frau Ernestine Reinhardt geb. Fricke llebei Naturschutz und AaturkunbeSäSSÄXX Sie noch Heute von Ihrem Gießener Buchhändler da» ausführlich bebilderte Werbeblatt „Freunde der Natur find Freunde guter Bücher" Neustadt 1, Ecke Bahnhofstr. 45190 Hausdiener gesucht möglichst mit Führerschein. Persönliche Vorstellung erbeten bei Zum BkcM grüne u. goldene Ranken, Meter 30,50,70 Pf.,bei Hermann Hesse, 449i D Dresden, Scheffelstraße 12 iiiiii Ihre Geschäfts- Drucksachen stellen dleVerblndung her zu Ihren Erzeugnissen.Man stellt Blei* .die Beschaffenheit Ihrer Waren so vor, wie man Briefbogen, Briefumschläge,Postkarten, Rechnungen, Geschäftskarten Ihre» Hauses beurteilt. Legen Sie deshalb Wert aut gepflegte Drucksachen I wir bieten sie Ihnen preiswert I Brühl’sche Druckerei Schulstr. 1. Ruf 2251 lllllllllllllllllllllllllllll! [Vermietungen] Kleine ÄlWoio. zu vermietenden Huhn, Rittergasse 23. Zwei leere Zimmer Teilwohnung m. separ. Eingang, kleinem Vorplatz u. Keller ab 1.8. zu vermieten. 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In diesen Spätnovellen, zumal dem „Schimmelreiter", wachsen die Gestalten über die Ordnungswelt des Bürgertums hinaus, sie werden zu dämonischen Naturmächten, sie gewinnen mythische Gröke. Auch die Natur dieser Novellen ist nicht mehr bloßer Stimmunqsträger, Begleitung und Widerklang der Menschenseele, sie weitet und härtet sich zu kosmischer, oft unheimlicher Eigenmacht. Natur und Mensch treten sich gegenüber, einer den anderen zu unterwerfen. Es ist von tieferer Bedeutuna. daß Storm 1880, da er sein Amt niederlegt, das Haus und die Stadt seiner Ahnen verläßt und in das waldumrauschte Hadernarschen zieht, in ein „neues Haus, um das die freien Lüfte spielen." Die naturhasten Weiten seiner Heimat überwinden ihre bürgerliche Enge. An einem schönen Sommertage steigt er in den noch unvollendeten Neubau seines Hauses: „Ich blieb lange in meiner Zukunftsstube und webte mir Zukunftsträume, indem ich in das sonnige, weithin unter mir ausgebreitete Land hinausfchaute. Wie köstlich ist es. zu leben, bloß zu leben! Wie schmerzlich, daß die Kräste rückwärts gehen!" Es ist ein tavferes, heiliges Ja zum Leben, zum Leben an der Wende zweier Zeitalter. Professor Dr. Philipp Witkop. der norddeutschen Landschafter, die ohne ihn undenkbar sind: Spielhagen, Fontane, Lilien- cr o n, Timm Kröger, Löns sind alle von ihm beeinflußt worden: Wald und See, Heide, Moor, Knicklandschaft, Küste und Marsch zeichnet er in fein» nerviger, farbiger Stimmungskunst. Endlich wird Schleswig-Holstein frei, er wird von seiner Vaterstadt als Landvogt nach Husum gerufen. 1867 bei der Einverleibung der Herzogtümer in Preußen wird er auf seinen ausdrücklichen Wunsch Amtsrichter der Vaterstadt. Die Heimat gibt ihm neue Kräfte. Immer neue, immer bedeutendere Novellen wachsen ihm zu. Mit erlesenen stimmungstiefen Gedichten hatte er begonnen, Eichendorff und Mörike verwandt, denen er auch persönlich nahekam. Innigkeit ist das edle Merkmal aller Stormschen Gedichte, sie sind schlicht, still und tief, von vollendeter Einfachheit, Klarheit und Wärme. Neben der Lyrik entstehen lyrisch-musikalische Novellen, die erste und vielleicht berühmteste: „Immense e." .. In ihnen ist die unmittelbare Gegenständlichkeit und Härte des Wirklichen geläutert in der Innerlichkeit des Gemütes. Das Leben ist der Schärfe der Gegensäße entrückt, ist in sonnenstille oder dämme- rungsmü^e Stunden und Stimmungen, in Sehnsucht und Erinnerungen gelöst. Kein Kamvf, kein Aufschrei, Wehmut und Entsagung, die gern in der Rückschau geschildert und verklärt werden. Die Müdiakeit alter Geschlechter liegt über den frühen Nonetten. Drinnen im altehrwürdigen Kreise der Familie, der bürgerlichen Lebensordnunq, der überkommenen Möbel und Ahnenbilder ist man geborgen und behütet. Das Draußen ist gefährlich und unberechenbar. Die überalterten bürgerlichen Lebensformen haben ihre Ur- und Kampfkraft verloren Es knistert und bröckelt im Gebälk dieser Patrizierhäuser Schön ist der wichtigste Rückhalt, ihr kirchlicher Glaube, gesunken. Protestantischer Individualismus und Intellektualismus mischen sich mit jener friesischen Diesseitiakeit und Lebensstirnmunq. d'e in Gustav Frenssens ..Glauben der Nordmark' zumDurchbruch kommt Aber die Ur- und Naturkraft in Storm ist nicht mehr stark aenua, daß er ohne die übernatürliche Sicherung fest und frei in der Natur wurzeln könnte. Immer wieder überkommt ihn wie seine Gestalten das Gefühl der Verlorenheit im All, die Schauer der Einsamkeit und Eiligkeit. Aus ihm flüchten sie zu einander: „Liebe ist nichts als die Angst des sterblichen Manschen vor dem Alleinsein." Und auch diese Zuflucht überschattet der Tod Die lyrischen Stimmungsnovellen der Frühzeit sind durchdrungen von dieser schmerzlich-süßen I Schwermut. Die Problem- und Konsliktnooellen der Am Samstagabend sand die Gefallenen-Ehrung statt. Oberbrandmeister S ch m a n d t legte am Ehrenmal einen Kranz nieder. Außerdem gedachte er zweier Gründer der Wehr, die 1927 starben. Kameradschastsabend in der Volkshalle. Der Abend in der Volkshalle war der Kameradschaft gewidmet. Die heimischen Gesangvereine und der Turnverein trugen zur Verschönerung bet. Ober- brandmeister Schmandt begrüßte die Anwesenden, und Bürgermeister Schäfer gab einen Rückblick über die Gründung und i^en Werdegang der Wehr. Hockschulnackrichien Der Reichsminister für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung hat den o. Professor für Geschichte (einschließlich Kunstgeschichte, Heimatgeschichte, Archiv- und Denkmalpflege) an der Phil.-theol. Hochschule Freising Dr. Anton Mayer mit Wirkung vom 1. Juli 1938 an in gleicher Dienst- eigenschaft an die Phil.-theol. Hochschule Passau berufen. > Professor Dr.-Ing. Rudolf Schenck, der bekannte Straßenbauer der Technischen Hochschule Berlin, Baufakultät, wird am 1. Oktober wegen Erreichung der Altersgrenze in den Ruhestand treten. In solchen Landschaftsbildern seiner Gedichte Novellen entdeckt Storm mit Annette von Dro ste — die Eigenart, die Lebenstiefe und -weite Ansprache betonte Landesfeuerwehrführer Müller, daß Feuerwehrdienst Ehrendienst am deutschen Volke sei und die Feuerwehren stets uneigennützig in den Dienst des Volkes getreten seien. Kreisteiter Backhaus erklärte, daß die NSDAP, stets ein Interesse daran habe, daß die Feuerwehren erhalten bleiben, weiter ausgebaut würden und mit den modernsten Geräten ausgestattet sein müßten, damit sie ihren Teil dazu beitragen könnten, dem Volk die Besitzwerte zu erhalten. Seine Anerkennung galt besonders den Feuerwehrmännern, die in Ausübung ihres Dienstes ihr Leben ließen, aber auch den anderen Wehr- männern, die sich stets ihrer Pflicht als Feuerwehrmänner bewußt waren. Mit dem Gedenken an den Führer schloß er seine Ausführungen. Landesfeuerwehrführer Müller dankte noch Regierungsrat Dr. Fuhr für seinen Einsatz bei der Motorisierung der Kreisfeuerwehr, dem Kreisfeuerwehrführer Bouffier für die geleistete Arbeit und den Kameraden für ihre Pflichterfüllung. Dem Vorbeimarsch der Feuerwehr folgte der kameradschaftliche Teil, der in schönster Harmonie verlief. Aus der Stadl Gießen. Frühmorgens, wenn die Hähne krähn... befreundete, „das Leben in der Heimat als Gluck, das Leben in der Fremde als Elend anzusehen. Seinem Vater, der ihm 1854 nach Potsdam schreibt, ihm die heimischen — dänischen — Zu- tände unerträglich und sein Heimweh daher unberechtigt schilt, antwortet er: „Du wunderst Dich, ' ' ich Heimweh haben könne, ich will es dir Oder: wenn der Wecker schellt! „Herrgott", denkt man, „ist es wirklich schon so weit?" Und jedesmal blinzelt man mißtrauisch auf die Uhr, ob der Wecker nicht doch versehentlich zu früh gestellt wurde. Was ist man noch so müde! Hach! Wie ist das Leben garstig! Und gar noch Montag! Das zweite Blinzeln gilt dem Fenster. Scheint die Sonne oder scheint sie nicht? Gott sei Dank, sie scheint zu scheinen! Etwas getröstet schwingt man sich aus dem Bette und überdenkt dabei blitzschnell. den Tageslauf. „Wieviel Milch nehmen wir heute? Was essen wir zu Mittag? Daß ich den Brief an Tante nur nicht vergesse! fiat das Kind eine frische Schürze? War wohl der Brötchenjunge schon da? Oder soll ich keine — nein, das Wirtschaftsgeld ist schon unangenehm zusammengeschrumpft!" Inzwischen ist das Anziehen bis zum Morgenrock gediehen. Schnell ins Kinderzimmer! Die Kleins schläft noch. Rosig liegt sie da, mit offenem Mäulchen, den blonden Wuschelkopf auf den dicken Aerm- chen. Das Wecken ist die schönste meiner Morgenarbeiten! Mit Küssen, Liebkosungen und Unsinnmachen werden nun fünf kostbare Minuten vergeudet. „Zieh mich doch an, Mutti!" Oh, i)h! Das große Kind, das schon ein paar Jahre in die Schule geht! Wenn das der gestrenge Vater sähe! „Nein, nein", sagt Mutti, obgleich sie es schrecklich gern täte, und sie läuft in die Küche. Nun schnell das Wasser für die Haferflocken aufgesetzt! Das Kind ruft mit verschlafenem Sümmchen: „Erster Wascher!" Da erscheint auch schon der Hausherr: „Zweiter Wascher!" Ja, die arme Hausfrau ist wieder Dritter und Letzter! Diese neumodischen Anschlußwaschtische! Ich frage mich, ist das ein Fortschritt? Früher hatte jeder sein „Waschlavor (wie unser Mädchen sagte) still und unangefochten auf seinem Waschtisch stehen, und nun diese Familienkämpfe! Außerdem leistet dieser angebliche Fortschritt nur der Faulheit Vorschub. Man denkt: ich stehe noch nicht auf, ich kann mich ja doch noch nicht waschen! Schließlich aber fitzen alle geschrubbt, gekämmt, gebürstet und rasiert am Kaffeetisch. Em Strauß Blumen steht in der Mitte. „Zeig mal deins Nägel!" Die Sonne sacht durchs Fenster. „Hast du auch dein Schulbrot eingepackt?" Draußen zwitschern die Vögel. Der Kaffee duftet herrlich, und die Erdbeermarmelade ist auch nicht zu verachten Oh! Wie ist das Leben schön! E. L. St. Hit«er-Jugend Dann 116 Bett.: Organifattonsmeldungen. 1 Bis zum 6. 7.1938 haben die Gefolgschaften und Sondereinheiten an die Adjutantur des Bannes 116 = Meldung zu erstatten, wieviel Jgg. in den Einheiten = Parteimitglieder, wieviel Parteianwärter und wieviel , Wchtparteigeliossen sind. Kreisfeuerwehr Gießen - modern und schlagkräftig! Kreisseuerwehriag mit 1600 Teilnehmern. — Großartige Hebungen. — Cm ereignisreicher Tag für Watzenborn-Steinberg. Watzenborn-Steinberg und den Kameraden von den Halblöschzügen seine Anerkennung und seinen Dank aus, ebenso auch den Kameraden vom Roten Kreuz Watzenborn-Steinberg, die, wie schon immer, ihrer Aufgabe vollkommen gewachsen waren. Regierungsrat Dr. Fuhr, der über die exakten Vorführungen sehr erfreut war, betonte, daß alles in bester Ordnung sei. Das Kreisamt begrüße besonders den Einsatz weiblicher Kräfte Mit dem Dank an alle Beteiligten schloß er seine Ausführungen. Kreisbereitschaftsführer Dr. Fabel sprach noch über den Einsatz der SanitätsUereitschaften. Nach der Mittagspause fand die A u f st e l l u n g sämtlicher Feuerwehren des Kreises Gießen statt. Kreisfeuerwehrführer Bouffier begrüßte hierbei den Kreisleiter, den Landesfeuerwehrführer, feinen Stellvertreter sowie den Luftschutzbezirks- führer und seinen Stellvertreter. Sodann meldete er dem Landesfeuerwehrführer Müller 48 Wehren mit 1650 Feuerwehrmännern und sieben Motorfahrzeugen angetreten. Der Landesfeuerwehrführer Müller begrüßte die Feuerwehrmänner und schritt mit Kreisleiter Backhaus die Front ab. In einer kurzen dem wir folgendes entnehmen: In 44 Gemeinden des Kreises fanden Besichtigungen der Feuerlöscheinrichtungen statt. Hieran wurden die Wehren und Einrichtungen von 30 Gemeinden mit sehr gut, in 10 Gemeinden mit gut und in den restlichen Gemeinden mit genügend be- wertet. Es ist dabei festzustellen, daß sich das Ergebnis gegenüber den Vorjahren gebessert hat, da in sämtlichen Gemeinden Verbesserungen, Neuanschaffungen der Gerätschaften usw. vorgenommen mürben. Neben Kleingerätfchaften und Schläuchen wurden vor allem Schiebeleitern und in drei Gemeinden sogar mechanische Schiebeleitern angeschafft. Londorf und Grvßen-Buseck erhielten zur Verstärkung des Feuerschutzes Motorspritzen, und Reiskirchen ist mit dem Bau eines Gerätehauses mit Steigerturm und Schulungsraum beschäftigt, der noch in diesem Jahr sertiggestellt wird, und der den Erfordernissen m eder Weise entspricht. An Bränden sind dem Kreisfeuerwehrfuhrer jms- gefamt im Berichtsjahr 24 gemeldet worden, ledoch glücklicherweise nur ein Großbrand ih WiU5 schenheim, bei dem die Kreismotorspritze mit Erfolg eingesetzt wurde Die Löschwasserversorgung wurde dau- Der Sonntagvormittag brachte die technischen Hebungen. Die Exerzierübungen der Freiwilligen Feuerwehr Watzenborn-Steinberg zeugten von einem fleißigen Heben und wurden sehr gut ausgeführt. Auch das Geräteexerzieren stand auf beachtlicher Höhe. Durch den nun emfetzenden starken Regen wurden die Schauübung und der B r a nö a n g r i f f um eine halte Stunde verschoben. Kurz nach 10 Hhr fuhren vier motorisierte Spritzen vor, die mit zwölf Strahlrohren Wasser gäben- ein hervorragendes Bild! Bei dem Brandangriff setzt man zuerst den von der Freiwilligen Feuerwehr gebildeten weiblichen Löschtrupp em. Dann griff die Freiwillige Feuerwehr Watzenborn-Steinberg ein, die mit der mechanischen Leiter Rettungs- Übungen zeigte und mit der Saug- und Druck- spritze den Brand angriff. Dann kamen in rascher Ausfahrt die motorisierten Halblöschzüge von Grünberg und Lollar mit je drei Schlauchleitungen. Das Bild, das den Wehren vorgeführt wurde, war nach jeder Hinsicht einwandfrei und zeugte von einer gut durchgebildeten Feuerwehr. Auch die Absperrung, die in den Händen von Gendarmerieobermeister Schupp lag, war vorzüglich. Kreisfeuerwehrinspektor Bouffier sprach in ferner anschließenden Krittk der Freiwilligen Feuerwehr Der vergangene Samstag und der gestrige Sonn- - tag stand für unsere Nachbargemeinde Watzenborn- Steinberg ganz im Zeichen der Feuerwehr. Schon am Mittwoch warfen die Ereignisse ihre Schatten voraus. Für das vergangene Wochenende nun war das Dorf für den Empfang der vielen Gäste aus dem ganzen Kreise gerüstet und prangte im Schmuck der Fahnen. Die Bevölkerung nahm an den Ereignissen lebhaftesten Anteil. Der Kreisfeuerwehrtag wurde für die edle Sache zu einem großen äußeren und ideellen Erfolg. Der Kreisseuerwehrlaa. Der Kreisfeuerwehrtag, der in der Volkshalle am Samstagnachmittag die Bürgermeister und Feuerwehrführer sowie zahlreiche Gäste vereinigte, wurde von Regierungsrat Dr. Fuhr eröffnet und von ihm als Leiter der Tagung Kreisfeuerwehrführer Bouffier bestimmt. Regierungsrat Dr. Fuhr teilte mit, daß Kreisdirektor Dr. Lotz leider verhindert fei, an der Tagung teilzunehmen. Dr. Lotz wünsche aber der Tagung einen guten Verlauf. Kreisfeuer- wehrführer Bouffier begrüßte die Bürgermeister und Feuerwehrführer des Kreises Gießen, besonders aber Regierungsrat Dr. Fuhr als den Vertreter des Keisamtes, Gendarmerieobermeister Schupp, den Ortsgruppenleiter von Watzenborn-Steinberg, Jung, sowie den Sachbearbeiter beim Kreis amt Gießen, Scheld. Er betonte u. a., daß die heutige Tagung unter dem Zeichen ernster Aufbauarbeit stehe. Sodann wurde der Männer gedacht, die im Dienste des Feuerlöschwesens ihr Leben gaben, und der Kameraden, die gestorben sind. Sodann hielt Regierungsrat Dr. Fuyr einen Vortrag über die Neuorganisation des Feuerlöschwesens im Kreise Gießen, über die wir bereits in unserer Samstagausgabe ausführlich berichteten. v „ . Kreisfeuerwehrführer Bouffier dankte Regierungsrat Dr. Fuhr für die Neuorganisation des Feuerlöschwesens im Kreise Gießen und sprach ihm Dank dafür aus, daß er nicht Mühe und Opfer gescheut habe, den im Februar gefaßten Beschluß Wirklichkeit werden zu lassen. Es ist nun Ehrenpflicht der Gemeinden, denen die Fahrzeuge anvertraut sind, sie so zu behandeln, daß sie jederzeit im Falle der Gefahr eingesetzt werden können. Hierauf gab Kreisfeuerwehrführer Bouffier den Jahresbericht für 1937, Dichter der Heimat. । Zu Theodor Storms 50. Todestage am 4. Juli. Wurzeltief ist Theodor Storm (1817—1888) feiner holstesnischen Heimat verwachsen. Seme va- terlichen Vorfahren waren Niedersachsen, bis ms 17. Jahrhundert (soweit man sie verfolgen kann) tm Holsteinischen ansässig; die mütterlichen Vorfahren, seit Jahrhunderten in Husum zu Hause, waren ftle- fischen Blutes. Der Vater — ein angesehener Rechtsanwalt — entstammte einer bäuerlichen Familie, die feit Generationen auf ihrem Erbhof saß, die Familie der Mutter hatte der Stadt seit alters Bur- aermeifter, Senatoren und Kaufherren geschenkt. So wuchs Theodor Storm auf, in Herkunft, Ansehen und Bildung gesichert, in einer Welt bürger- licher Ordnung, altehrwürdiger Lebensformen, umgeben von Meer und Marsch, von Heide und Wald. Früh hatte er sich ihnen eingeordnet. Mit 26 Iah- ren ließ er sich als Rechtsanwalt in seiner Vater- stabt nieder, vermählte sich 1847 mit seiner Coustne, die er von Kind aus kannte, und kaufte sich ein Aber gerade die Liebe zur Heimat machte ihn heimatlos. Die Erhebung Schleswig-Holsteins fand ihn selbstverständlich auf deutscher Seite. Als sie 1850 durch die Schlacht bei Idstedt niedergeworfen wurde, als»dänische Beamte das Land überschwemmten, die dänische Sprache mit Gewalt eingefuhrt wurde, legte er seine Advokatur nieder und ging nach Preußen, nach Potsdam und Heilgenstadt als Assessor und Kreisrichter. Beim Abschied schreibt er das schmerzenstreue, heiligtiefe Vermächtnis feiner Heimatliebe: Kein Wort, auch nicht das kleinste, kann ich sagen, wozu das Herz den vollen Schlag verwehrt. Die Stunde drängt, gerüstet steht der Wägern, es ist die Fahrt der Heimat abgekehrt ... Don meinem Arm in tiefer letzten Stunde Blickt einmal noch ins weite Land hinaus, und merkt es wohl: es steht auf diesem Grunde, wo wir auch weilen, unser Vaterhaus ... Unb du mein Kind, mein jüngstes, dessen Wiege auch noch auf diesem teuren Boden stand, Hör mich! Denn alles andere ist Lüge — Stein Mensch gedeihet ohne Vaterland! Theodor Storm, „seiner Heimat treuester Sohn" mußte über zehn Jahre, feine besten Mannesjahre in der Fremde verbringen. „Er hatte den attgerma- ernd überwacht. Don 78 Gemeinden haben 70 Gemeinden eine Wasserleitung, und von diesen wieder < 40 ausreichende Hochbehälter mit über 100 Kubik- i Meter Fassungsvermögen, in den 50 v. H. Wasser- i Vorrat als Brandreserve gehalten werden. ! In 30 Gemeinden ist die Wasserversorgung durch die Wasserleitung so beschaffen, daß sie gerade noch zur Löschwasserversorgung bei mittleren Bränden ; ausreicht. Diese Gemeinden haben zusätzlich noch eine Wasserreseroe in Bächen, Branoiveihern und Brunnen. Den Anlagen von S t a u o o r r i ch t u n - gen an in der Nähe der Ortschaften befindlichen Bachläufen nebst Anfahrtmöglichkeiten für Kraftspritzen wurde die größte Beachtung geschenkt besonders im Hinblick auf den Luftschutz. In zwei Gemeinden ist Vorsorge getroffen, zum Ausbau einer Wasserleitung mit entsprechender Brand- reseroe. Auf Anordnung des Kreisamtes fand in neun Gemeinden ein Nachtalarm für die Freiwilligen und Pflicht-Feuerwehren statt. Der Verlauf dieser Alarmübungen war zufriedenstellend. Die Zusammenarbeit mit dem Luftschutz war im Berichtsjahr außerordentlich rege. Die Wehrführer und Untererer einer größeren Anzahl Wehren aus den Gemeinden des Kreises waren zu ihrer weiteren Ausbildung zu Lehrgängen in der Landesfeuerwehrschule in Mainz. In Zukunft sollen aus allen Wehren befähigte Wehrleiter und Wehrleute an den Kursen teilnehmen Die Gründung von Freiwilligen Feuerwehren hat weitere Fortschritte gemacht. Zur Zeit verfügt der Kreis über 48 Freiwillige Feuerwehren mit 2615 Feuerwehrmännern. Wenn auch eine erfreuliche Entwicklung nach dieser Richtung festzustellen ist, so muß es doch Aufgabe der nächsten Zeit sein, den Gedanken der Freiwilligkeit in hen Gemeinden durchzusetzen, die bisher noch nicht das nötige Verständnis für eine Freiwillige Feuerwehr aufbrachten. Sodann berichtet Kreisfeuerwehrführer Bouffier noch über die 1937 stattgefundenen Sitzungest und Feuerwehrtage. Die Ehrung von 36 Wehrmännern, die 2 5 Jahre im Feuerwehrdienst stehen, konnte ebenfalls , vorgenommen werden. Mit dem Dank an die Mitarbeiter und an die Hessische Brandversicherungs^ ; fammer schloß er seine Ausführungen. Regierungsrat Dr. Fuhr sprach noch über die gesetzlichen Bestimmungen der Leitung bei Bränden und Waldbränden, sowie über die Verpflichtungen, die jedem Volksgenossen bei Waldbränden und ihrer Verhütung obliegen. Auch gab er noch einen Runderlaß über die Rangbezeichnungen und Beförderungen bekannt. Bei dieser Gelegenheit wurden durch ihn die Ernennungen und Beförderungen einiger Wehrführer vorgenommen. Auch wurden den sieben Wehrführern der motorisierten Wehren des Kreises ihre Dienstanweisungen überreicht. Kreisfeuerwehrführer , B o u f f i e r sprach noch über Entschädigung bei Brandschäden der Feuerwehrmänner, die Haftung bei Ünfäöen und über das Versicherungswesen usw. Jni Anschluß an diese Tagung wurden noch einige Verbandsangelegenheiten behandelt. Kassierer Kamerad Rohrbach (Lollar) erstattete den Kassenbericht, der durch die Kameraden Harbach (Gro- ßen-Buseck) und Schäfer (Wieseck) geprüft und in Ordnung befunden war. Ihm wurde Entlastung erteilt, ebenso wurde der Voranschlag für 1938 genehmigt. Kreisfeuerwehrführer Bouffier forderte nochmals auf, die verlangten Termine bei Meldungen pünktlich einzuhalten. Regierungsrat Dr. Fuhr, der über die Tagung und das von den Bürgermeistern und Wehrleitern gezeigte Interesse sehr erfreut war, grüßte den Führer, und mit den Nationalliedern fand die Tagung ihr Ende. Oie Gefallenen-Ehrunq. (Scherl-Bilderdienst-M.) sagen." Hnd bann schreibt er die Verse, die in 1 gegenwärtigen, liebend beseelten Einzelbildern Natur der Heimat zeichnen: Ans Haft nun fliegt die Möoe, Hnd Dämmrung bricht herein; lieber die feuchten Watten Flügelt der Abendschein. Graues Gefieder huschet Neben dem Wasser her; Wie Träume liegen die Inseln Im Nebel auf dem Meer. Ich gehöre des gärenden Schlammes Geheimnisvollen Ton, Einsames Dogelrufen — So war es immer schon. Deutsche Zoologische Gesellschaft lagt in Gießen. Begrüßungsabend In den Tagen vom 4. bis 6. Juli tagt in unserer Stadt die Deutsche Zoologische Gesellschaft. Sie hält hier ihre 4 0. Jahreshauptversammlung ob und damit eine große wissenschaftliche Tagung, die über 20 Referate aus den verschiedensten Spezialgebieten bringen wird. Im Lause des gestrigen Sonntags trafen nun hier die Teilnehmer an dieser Jahreshauptversammlung in Gießen ein und versammelten sich abenhs im Studentenhaus am Leih- gesterner Weg zu einer Begrüßungsfeier. Die Gaste aus dem Reich fanden die Tische im Saal des Studentenheimes in schönem Schmucke vieler Rosen vor und fühlten sich sicherlich rasch heimisch. Der Leiter der Deutschen Zoologischen Gesellschaft, Prof. Dr. Hase (Berlin-Dahlem) eröffnete den Wend mit herzlichen Grußworten, insbesondere an den Vertreter des Herrn Reichsstatthalters und den Vertreter der Stadt Gießen. Oberschulrat Dr. Leip (Darmstadt) übermittelte die Grüße des Herrn Reichsstatthalters und der Abteilung 7 der Landesregierung. Er gab der Hoffnung Ausdruck, daß die Tagung allen Teilnehmern das erbringen möchte, was sie sich erhoffen, wies aber auch hin, daß es für die Tagungsteilnehmer auch dankbar wäre, Fühlung zu gewinnen mit der schönen hessischen Land- scbaft. Bürgermeister Prof. Dr. Hamm überbrachte die Grüße der Stadt Gießen und gab den Kongreßteilnehmern in kurzen Stichworten eine Uebersicht über das, was für sie in Gießen sehenswert ist. Er erinnerte besonders an die reichen Sammlungen der Gießener Museen, kennzeichnete Gießen als die Gartenstadt, die aufbaufreudige Stadt und ließ in humorvoller Form den Gästen einen guten Eindruck gewinnen von unserem Gemeinwesen. im Studentenhaus. Für den am Erscheinen verhinderten Rektor unserer Universität überbrachte Prof. Dr. G e r t h - s e n die besten Wünsche für die Tagung der Zoologen. Er wies besonders darauf hin, welch bevorzugte Stellung gerade die Naturwissenschaften insbesondere die angewandten Naturwissenschaften an unserer Universität einnehmen. Er erinnerte daran, daß die Universität umfangreiche veterinäre Einrichtun- aen und Institute, ein bedeutendes landwirtschaftliches Institut und das älteste for st wissenschaftliche Institut der Welt habe. Der -Logen der Naturwissenschaften an unserer Universität sei weit gespannt und die Zoologie nehme den Platz ein, der ihr ihrer hohen Bedeutung entsprechend gebühre. In weiteren kurzen Darlegungen sprach der Redner über die naturwissenschaftliche Forschung als Pionierarbeit und zeigte deren mannigfache Ziele auf. Die Universität und die Naturwissenschaftliche Fakultät wünsche der Arbeit der Zoologischen Gesellschaft den besten Erfolg. Der Leiter der Gesellschaft dankte für freundliche Willkommengrüße und die guten Wünsche zur Tagung und stellte sie in feinen abschließenden Worten unter die großen'Linien eines gesunden und planmäßigen Aufbaues, wie ihn der Führer für unser Vaterland erstrebe, eines Aufbaues, dem auch die Arbeit der Wissenschaft gelte. Mit dem dreifachen „Sieg-Heil!" auf den Führer fand die Feier der Begrüßung ihren offiziellen Abschluß. In schöner Gemeinsamkeit und bei anregenden Gesprächen begann schon bei diesem Begrüßungsabend ein reger Gedankenaustausch. Die zahlreichen wissenschaftlichen Vorträge der nächsten Tage werden die Kongreßteilnehmer in ernster Arbeit vereinigen. Dornotizen.' Tageskalender für Montag. Gloria-Palast, Seltersweg: „Ballade". 7ISOAP. - Amt für Doltswohlfahrt. Ortsgruppe Giehen-Ost. Unsere Geschäftsräume befinden sich ab 1. Juli d. I. im Erdgeschoß des Hauses Kaiserallee 34. Gaststätten und Verdunkelung. Wenn vom 4. zum 5. Juli und vom 5. zum 6. Juli die die Stadt und den Kreis Gießen umfassende Verdunkelungsübung stattfindet, werden Gaststätteninhaber und Ladenbesitzer eine besondere Aufgabe zu erfüllen haben. Sie müssen mancherlei mehr bedenken als die Volksgenossen, die sich lediglich um die Verdunkelung chrer Wohnung zu bekümmern haben. Es ist nötig, den Publikumsverkehr mit den Bedürfnissen der Hebung in Einklang zu bringen. Es handelt sich nicht nur um die Abblendung von Lichtstrahlen in den Wirtschafts- und Nebenräumen, sowie auf Fluren und in Treppenhäusern, sondern ganz besonders auch um die Anlage einer Lichtschleuse, die den Zugang und Abgang von Gästen ermöglicht, ohne daß ein Lichtschein nach außen fallen kann. Auch die Ladenbesitzer dürfen an beiden Uebungsabenden ihre Schaufensterlichtreklame nicht einschalten. Gaststätteninhaber! Ladenbesitzer! Seid Euch der Verantwortung bewußt! Arbeitet am Selbstschutz der Zivilbevölkerung mit! Nehmt diese vaterländische Pflicht auf Euch! Ihr dient so mit dem ganzen deutschen Volke. Ein Radfahrerweg Gießen-Steinbacb wird gebaut. Dar Hessische Straßenbauamt schreibt in einer Bekanntmachung die Vergebung der Arbeiten für einen Radfahrerweg Gießen—Steinbach aus. Der Weg soll zwischen Kilometer 1,131 bis 6,181 verlaufen. Ein glücklicher Gewinner. Am Samstagabend wurde in einer Gaststätte am Riegelpfad aus dem Kasten eines der braunen Glücksmänner (Arbeitsbeschaffungslotterie) ein Los gezogen, das über einen Gewinn von 500 Mart lautete. Der glückliche Gewinner ist ein Frifeur- meifter aus unserer Stadt. Die Sommerschluhverkäuse 1938. Am 25. Juli beginnen die Sommerschlußverkäufe für 1938. Sie sind zur Räumung der Lager von modeempfindlichen Waren bestimmt. Die Liste derjenigen Waren des Textilfachgebietes, die Mode« fchwankunaen wenig oder gar nicht ausgesetzt und daher auch in diesem Halbjahr wieder von den Schlußverkäufen ausgenommen sind, wird in einer soeben im Deutschen Reichsanzeiger und Preußischen Staatsanzeiger veröffentlichten Anordnung des Reichswirtfchaftsministers bekanntgegeben. Pflichtabend der Frauenschast Siehen-Mitte. Ein inhaltsreicher Abend vereinte die Mitglieder des Deutschen Frauenwerks von Gießen-Mitte im Saal des Gasthauses „Hindenburg". Die stellvertretende Leiterin, Frau Lyncker, begrüßte die Frauen, dann sang Frau Casten einige Lieder, begleitet von Frau Fischer, die freudig ausgenommen wurden. Der Vortrag des Abends, gehalten von Pg. B u r g e l e i t, handelte vom Berus der NS.- Schwester und war besonders wertvoll für die Mütter, deren Töchter sich jetzt für einen Beruf entschließen wollen. Einleitend berührte der Redner kurz die früher vorhandenen Organisationen der Wohlfahrtspflege, sprach dann von der NSV. und ihren Abteilungen und begründete den Totalitätsanspruch der Partei auch auf diesem Gebiet. Der Redner gab dann einen HÜberblick auf die Ausbildungszeit, die zwei Jahre dauert. Die Schülerin erhalte ein monatliches Taschengeld von 10 Mark. Dienstkleidung, Logis und Verpflegung und bekomme MWeMemMWe Vornan von Hans von Hülsen. Copyright by Prometheus-Verlag, Dr. Eichacker, München-Gröbenzell. 18. Fortsetzung. (Nachdruck verboten!) „Das interessiert mich alles ungemein, wirklich unaemein, Herr Ottenrieth." Fritz Armbruster wurde wider Willen lebhaft, Renata sah es mit Vergnügen. „Ich bin Ihnen direkt dankbar für die Mitteilungen, die Sie mir so freimütig machen, um so mehr, als ich offenbar der erste bin; wenigstens der erste Mann", setzte er rasch hinzu, und für eine Sekunde verdunkelte sich fein Blick, „der davon etwas erfährt.. Darf man neugierig sein und nach dem Titel fragen?" Statt einer Antwort nahm Ottenrieth die Notenblätter vom Flügel, klappte sie zusammen und reichte sie Armbruster. „Liebesfuge vom Gardasee", lasen die unruhigen Augen. Alles verschwamm plötzlich vor seinem Blick, ihm war, als hätten Fäuste sein Herz gewalttätig gepackt und schüttelten es hin und her. Liebesfuge! Gardasee, dachte er, und da saß Renata — und hatte ihn verlassen und vergessen — und war zu diesem Kerl hinübergewechselt, der ihr seine Musik vorspielen durste. Woher nur sollte er die Kraft nehmen, feine kühle, höfliche Miene zu bewahren? Er mußte plötzlich an jenen Abend in Torbole denken, an dem sie mit Ottenrieth unter dem Haus- tor gestanden und ihn wie einen Schulbuben weg- geschickt hatte. „Ein ausgezeichneter Titel", sagte er, „ein Titel, der schon allein den halben Erfolg macht! Uebrigens Erfolg: Sie sind doch wohl über eine Aufführung noch keine Bindungen eingegangen?" „Warum?-Es ist ja noch gar nicht ganz trocken! Ich habe wirklich noch nicht darüber nachgedacht." „Um so besser. Um so besser, Herr Ottenrieth. Weil ick Sie in diesem Fall nämlich bitten möchte, keine Abreden zu treffen, bevor —" „Bevor?" „Nun, um es rund heraus zu sagen, bevor Sie die Vorschläge gehört haben, die Ihnen meine Firma zu machen bereit wäre. Sie werden das verstehen, Herr Ottenrieth, daß mir großes Interesse daran haben — bei Ihrem Namen, der heute in der Musikwelt — ich brauche das nicht weiter auszuführen. Wenn Sie heute mit einem ernsten. jährlich 14 Tage Ferien. Den Schluß der Lehrzeit bilde eine staatliche Prüfung in Krankenpflege, Säuglings- und Wochenpflege, Ernährung, Chemie und Leibesübung. Als Krankenschwester steigt ihr Gehalt nach und nach. Als Gemeindeschwester, zu der die NS.-Schwester besonders verwandt wird, erhalte sie noch Leistungszuschläge und eine kleine Wohnung. Auch ihrem natürlichen Beruf als Frau und Mutter brauche die NS.-Schwester nicht zu entsagen. Ihre vielseitige Ausbildung befähige sie befonoets zur Hausfrau, und sie könne mit Genehmigung auch als Verheiratete ihrem Schwestem- beruf treu bleiben. Für die Ausnahme als Schülerin werde eine einwandfreie politische Gesinnung verlangt, außerdem die Mitgliedschaft im BDM. und die Ableistung eines Landdienst- oder Haushaltjahres, eine höhere Schulbildung oder die abgeschlossene Volksschulbildung. Der Vortrag wurde mit großer Aufmerksamkeit auf genommen. Zum Abschluß wurden noch kurze Referate über die Außen-, Innen- und die Wirtschaftspolitik der letzten Zeit gegeben. Diese Ausführungen sollen von jetzt ab an jedem Pflichtabend gebracht werden, um den Hausstauen auch die wichtigsten politischen Tagesereignisse zu vermitteln. Gemeinsamer Gesang beendete den eindrucksvollen Abend. F. K. Ariitteristen-Kameradschast 1895 Gießen Am Samstag vereinigten sich die Mitglieder der Arttlleristen-Ka'meradschaft 1895 Gießen zu ihrem Juli-Kameradschaftsabend im „Hessischen Hof". Diese Zusammenkunft erhielt eine besondere Bedeutung dadurch, daß Kameradschaftsführer Mül- l e r den vielen Kameraden jetzt präzise Mitteilun- gen über den Neuaufbau der großen Organisation aller ehemaligen deutschen Soldaten machen fonnte. Nach der Bekanntgabe einiger Eingänge aus Gießen, aus denen die Kameraden u. a. hörten, daß jetzt auch die Arbeitsgemeinschaft der Gießener Soldatenkameradschaften in der Auflösung begriffen ist und die Artillerie-Kameradschaft des früheren Soldatenbundes sich bereits aufgelöst hat, gab der Kameradschaftsführer die von dem Waffen- ringführer Generalleutnant a. D. von Matter verfügte Auflösung des Waffenringes der ehemali- Werk — bitte, mißverstehen Sie mich nicht, es soll darin keinerlei Geringschätzung Ihrer sonstigen Arbeit liegen! —, also mit einem ernsten Werk auf den Plan treten, das doch ganz gewiß von der technischen Meisterschaft Ihrer Bühnenwerke profitiert haben wird. Das Interesse muß ja groß sein. Und dabei sozusagen den Geburtshelfer zu spielen, das ist für meine Firma eine Selbstverständlichkeit. Das Werk wird im Druck erscheinen?" „Auch darüber habe ich noch gar nicht nachge- dacht." „Um so besser! Eine Aufführung aus der Handschrift, das zieht, das zieht noch mehr! Kurzum, wenn Sie geneigt wären, mit uns in Verbindung zu treten, ich bin überzeugt, daß Frau Armbruster das Menschenmögliche aufbieten wird, um eine glänzende Ausführung zustande zu bringen. Was meinst du, Reh?" Renata merkte, wie Ottenrieth unter dieser plötzlichen Vertrautheit zusammenzuckte, wie er für eine Sekunde qualvoll die Augen schloß. Fritz, du bleibst ein Esel, dachte sie lächelnd, daß du deine Sache auf diese blöde Weise gefährdest. Aber sie sagte: „Ich bin natürlich auch überzeugt, daß Frau Armbruster sich mit allen Kräften einsetzen würde. Und daß, wenn Herr Ottenrieth überhaupt-an Wien denkt, jedenfalls niemand größere Möglichkeiten hat." ,^anz gewiß niemand!" rief Armbruster. „Das wissen Sie selber so gut wie irgendeiner!" Ottenrieth hatte sich wieder gefaßt. Er sah dem Eifer des anderen belustigt zu. Er genoß diesen Augenblick. Die Hunderte von Ablehnungsbriefen fielen ihm ein, die er in den langen Jahren seines Ringens bekommen und heute noch in seinem Schreibtisch verwahrte — wenn ihm damals jemand gesagt hätte, daß einmal der Prokurist des Hauses Armbruster sich persönlich zu ihm bemühen und ihn förmlich bitten würde, mit ihm in Verbindung zu treten! „Es ist wirklich unnötig, daß Sie mir den Ruf Ihrer Firma auseinanderfetzen, Herr Armbruster. Und ich danke Ihnen für Ihr Anerbieten, das ich überlegen will, wenn es soweit ist. Bitte, nehmen Sie doch noch eine Zigarette!" „Danke sehr", sagte Fritz Armbruster befriedigt und bediente sich aus der Dose auf dem Tisch. Aber zugleich ärgerte er sich über sich selbst. Denn hatte er sich nicht vorgenommen, sofort nach dem durch den Willen der Tante unvermeidlich gewordenen geschäftlichen Gespräch das Haus Ottenrieths zu verlassen? Und nun saß er hier, zusammen mit dem gen deutschen Feldartillerie bekannt, die mit dem 30. Juni 1938 wirksam geworden ist, während die Abwicklung der Geschäfte bis Ende September 1938 erfolgen soll. Ferner wurden die Kameraden mit einer Abschiedsbotschaft des schwerkranken bisherigen Waffenringführers, Generalleutnant v. Matter, bekanntgemacht, dem die Kameraden in dankbarer Verbundenheit eine herzliche Ehrung darbrachten. Sodann machte der Kameradschaftsführer aufschlußreiche Mitteilungen aus den jetzt übersandten Richtlinien für den Aufbau des NS.-Reichskrieaer- bundes unter Leitung des NS.-Reichskrieaerfüh- rers. Die endgültigen Entscheidungen und Anordnungen liegen zwar noch nicht vor, jedoch ist aus den jetzigen Mitteilungen der Reichskriegerführung der Aufbau dieser zukünftigen einzigen Organisation aller ehemaligen deutschen Soldaten bereits in großen Umriffen ersichtlich, ebenso geht daraus hervor, daß für alle Waffengattungen, mit Ausnahme der Infanterie, zur Pflege der Waffentradition, ein Reichsinspekteur eingesetzt wird. Die Auswirkungen dieser Neuordnung auf die einzelne Kameradschaft, auch in finanzieller Hinsicht, wurden berichtend dargelegt und von den Kameraden ad- wägend und prüfend betrachtet. Dabei stand bei allen Betrachtungen die soldatische Auflassung der Pflicht gegenüber Führer, Volk und Vaterland ebenso im Vordergrund wie die Bereitwilligkeit, in altgewohnter Soldatentreue freiwillig auch im Rahmen dieser neuen Organifaüo'n unserem Volk und Vaterland zu dienen im Geiste und nach dem Willen des Führers Adolf Hitler. Erfüllt von dieser Bereitschaft bekundeten die alten Artilleristen der Artilleristen-Kameradschaft 1895 Gießen nach Befürwortung durch den Kameradschaftsführer ihren Entschluß, geschlossen in die Kolonnen des NS.- Reichskriegerbundes einzurücken, in dessen Rahmen als soldatisch pflichtbewußte Kameradschaft weiterzuwirken und für die Aufrechterhaltung des bisherigen bewährten Kameradfchaftslebens in der Gemeinschaft der alten Artilleristen auch ein pekuniäres Opfer nicht zu scheuen. Nach Erledigung dieser wichtigen Angelegenheit des Kameradschaftsabends wurden noch einige kleine interne Angelegenheiten der Artilleristen-Ka- meradschast kurz besprochen. Dann folgte die ge- Mädchen, das der andere ihm gestohlen hatte, und rauchte feine Zigaretten und plauderte harmlos, als ob es so etwas wie Haß gar nicht gäbe. Plauderte vom Gardasee, den er nur ein paar Stunden gesehen, als Renata ihn ganz im Bann des anderen, auf der Straße stehen ließ. Plauderte von Konzerten und Theaterbesuchen, bei denen er sie in Ottenrieths Gesellschaft gesehen hatte. Und das alles, damit „Frau Armbruster" dieser Fisch nicht aus dem Netz schlüpfte, den sie in ihrer Verblendung für einen Goldfisch hielt. , * Um die Märzmitte fand die langerwartete Ur aufführung der „Liebesfuge vom Gardasee" im* großen Musikoereinssaal statt. Es war ein Ereignis, wie das musikalische Wien es seit langem nicht erlebt hatte. Unerhört war schon die Tatsache, daß ein Komponist, der bisher nur zwei erfolgreiche Operetten harmlosester Machart geschrieben, sich plötzlich der höheren Kunst zuwandte und an ein großes, ernstes, schweres Orchesterwerk wagte. Ottenrieth und Renata saßen zusammen in einer Loge. Er hatte sie darum gebeten, an ^diesem für ihn so dedeutunasoollen Abend, der über die ganze künftige Entwicklung seiner Musik entscheiden müsse, bei ihm zu fein, ynd sie mochte es ihm nicht a'b- schlagen. Insgeheim fürchtete sie wohl die Lästerzungen; auch war ihr bewußt, daß sie heute unter ihre Freundschaft mit Armbruster einen endgültigen Strich zog. Aber sie fragte heute nicht danach. Sie war - so fest verwachsen mit Ottenrieths neuem Werk, dessen Entstehen sie fast in allen Phasen miterlebt und an dessen endgültiger Gestaltung sie, ratend und urteilend, geradezu mitgearbeitet hatte; es übte eine solche Zauberkraft auf sie aus, daß sie alles andere darüber vergaß. Stunden gab es, viele, besinnliche Stunden, in denen sie sich die Frage vorlegte, ob diese Zauberkraft wohl nur von dem Werk auf sie strahlte, oder nicht auch von dem, der es geschaffen; und sie schalt sich bann feige, daß sie immer wieder der Antwort auswich, obwohl sie sie doch in allen Nerven fühlte. Wie wenig ihr der Gefährte einer versunkenen Zeit noch bedeutete, das ward ihr zum ersten Male ganz klar, als Ottenrieth ihr eines Tages erzählte, daß er wahrscheinlich doch nicht mit der Konzertdirektion Armbruster abschließen werde, sondern mit Leupelt & Woßmüth, der Konkurrenz, die ihm ein in einigen Punkten günstigeres Angebot gemacht habe. Sie hatte kein Wort bagegen gesagt unb kein Wort für Armbruster gesprochen, es war ihr gleichgültig. Wenn bie Konkurrenz bessere Bebingungen Rennen „Rundum Schotten". An die Bevölkerung des Kreises Wetterau! Am Sonntag, dem 10. Juli 1938, führt die Motorgruppe Hessen des JISfift. unter der Schirmherrschaft des Gauleiters das Rennen „Rund um Schotten" durch. Mährend seither an dieser motorsportlichen Veranstaltung nur Motorradfahrer beteiligt waren, wird in diesem Jahr erstmalig auch ein Spodroagenrenilen durchgeführt. Ich erwarte, daß die Bevölkerung des Kreises Detterau in großer Zahl als Zuschauer dieses im Gau Hessen-Nassau bedeutendste motorsportliche • Ereignis miterleben wird. Um möglichst vielen Volksgenossen die Gelegenheit hierzu zu geben, wird die RS.-Gemeinschaft „K.d.F." mehrere Omnibusse nach Schotten entsenden. Die Karten für diese Fahrten können auf den verschiedenen Dienststellen von „K.d.F." erworben werden. Kreisleitung Metterau der RSDAP. Backhaus, kreisleiter. wohnte soldatisch-frohe gesellige Unterhaltung, die allen Kameraden schöne Stunden brachte. Den erlittenen Verletzungen erlegen. Vor einigen Tagen verunglückte der bei der Firma Himmelsbach in Nidda beschäftigte Arbeiter Kurzmann so schwer, daß er sofort in die Klinik nach Gießen eingebracht und operiert werden mußte. Der Verunglückte hatte sich schwere innere Verletzungen zugezogen, deren Folgen er jetzt erlag. — Auch der an der Reichsautobahn beschäftigt gewesene Arbeiter I m m e r v o l l, der mit einer Schlagaderverletzung eingeliefert worden war, erlag der schweren Verletzung. Das Iahrestreffen der ÖHL. auf dem Schiffenberg. Zu Fuß und mit dem Omnibus tarnen am Samstagabend die Schüler und Schülerinnen mit den ehemaligen Angehörigen der Oeffentlichen Handelslehranstalt auf dem Schiffenberg, um das große Jahrestreffen zu feiern. In den letzten Jahren haben diese Zusammenkünfte zunehmendes Interesse gefunden. Der Direktor der Lehranstalt Dr. Kruse begrüßte die vielen Teilnehmer. Er erinnerte daran, wie schwer bie Anfänge waren und stellte nun mit Genugtuung fest, baß bas Interesse an diesen Zusammenkünften immer reger werde und so der Anstalt aus der Praxis für bie Praxis manche Anregung zuteil werbe. Dieser Verbundenheit der Ehemaligen mit ihrer Lehranstalt trete auch durch die Spenden in Erscheinung, durch bie nicht nur die Jahresveranstaltungen ausgebaut, sondern auch Lehrmaterialien und Sportgeräte angeschafft werden könnten. Dr. Kruse bankte für diese Anteilnahme an der Lehranstalt, die sich sehr gift entwickelt hat, so daß sie jetzt etwa 400 Schüler und Schülerinnen aus dem Bezirk der Handelskammer, also von der Lahn, au§ dem Vogelsberg unb der Wetterau zähle. Die Verbindung der Ehemaligen mit ihrer Schule werde in der nächsten Zeit gute Erfolge zeitigen; denn die Lehranstalt werde eine Vergrößerung auch in räumlicher Hinsicht erfahren. Der Lehrplan werde auf die Ausbildung von Spezialberusen ausgedehnt werben. Dementsprechend werde auch ein Saal mit modernen Büromaschinen eingerichtet. Die Verbesserungen unb Erweiterungen der Schule würden auch den Ehemaligen zum Vorteil gereichen, weil sie bann für ihre Praxis durch die Schule neue Anregungen empfangen würden. Der Direktor appellierte an bas Gemeinschaftsgefühl aller Ehemalige^ unb deren Eltern, bie der Anstalt nicht nur ihre Bekannten und Kinder zuführen, sondern ihr auch durch den Besuch der Jahresveranstaltungen die Treue halten. In den Räumen des Schiffenberges entwickelte sich bald ein buntes und reges Leben und Treiben, dem die Kapelle Krengel durch beschwingte Weisen die rechte Stimmung verlieh. bot, warum sollte Ottenrieth nicht zugreifen? Sie wußte und fühlte nicht, daß er nicht ganz aufrichtig gewesen war, als er ihr nur von den „besseren Be- ' bingungen" sprach unb nicht von bem tiefsten unb geheimsten Wunsch, der ihn veranlaßte, sein halb gegebenes Wort gleich zu Beginn ernsthafter Per- hanblungen zurückzunehmen. Wad ihn trieb, war Eifersucht — mochte Renata sich darüber täuschen, er selber täuschte sich nicht. Immer noch brannte auf seiner Haut der Rutenhieb, den er gespürt, als der junge Mensch es wagte, Renata in feiner Wohnung vor seinen Ohren „Reh" zu nennen und ihn dadurch zu erinnern, baß eine Verbindung zwischen ihnen beiden bestand, bie wenigstens in ben äußeren Formen vertraulicher war als feine Beziehungen zu ihr. Das konnte er nicht vergessen, unb bas wollte er nicht roieber erleben. Ader war eine solche Wiederholung nicht unvermeidlich, wenn er in enge Beziehungen zu der Firma Armbruster trat? Wenn es enblos persönliche Verhandlungen gab? Wenn biefes pausbäckige Mondgesicht immer unb immer roieber in fein Haus kam? Darum war ihm das Angebot von Leupelt & Waßmuth, bas auf die erste Pressenotiz erfolgte, als Vorwanb sehr willkommen; unb sein Herz schlug heftiger, als Renata nicht bas leiseste. Wort für bie Armbrusters einlegte. Fritz Armbruster, neben seiner Tante, sah wäh- renb ber ganzen Aufführung mit brennenben Blicken nach ber Loge hinüber, in ber Ottenrieth unb Renata faßen. In seinem Herzen war ein seltsames Durcheinander von Empfindungen. 6r gönnt* „Frau Armbruster" von Herzen diese Schlappe, die es unleugbar für die Firma bedeutete, daß die Konkurrenz Siegerin geblieben war — bas war schon klar gewesen, als man tagelang vor der Aufführung an allen Vorverkaufsstellen keine Karte mehr hatte bekommen können, unb bas mürbe noch klarer werben, wenn der heutige Abend, wie es den Anschein hatte, sich zu einem großen Erfolg gestalten würde. Aber andererseits war er ja doch der Prokurist und der einstige Erbe ber Firma, unb barum traf diese Schlappe natürlich auch ihp persönlich. Erfolg? Er gönnte diesem Ottenrieth keinen (Erfolg! Er haßte ihn! Immer gewaltiger erhob die Fuge ihre dunkel- tönenbe Stimme. Die Orgel schwebte über allem wie ein Tabernakel aus kostbar heiligen Geweben. Geige unb Cello waren ihr dienstbar, Sturmwind brauste aus dem Orchester, bie großen Pauken dröhnten und verhallten. Unb im Verklingen sang eine Stimme, aus Fernen heranschwebend, bie ewige Frage: Liebst bu mich? (Fortsetzung folgt!) 9JL-tfpoit besten Kampf um den Meistertitel des Reichsbundes, an der Sache der körperlichen Ertüchtigung unseres Voltes. Der weitere Verlauf des Abends brachte dann mancherlei unterhaltsame Darbietungen. Die drei Gesangvereine, die im Orte bestehen („Germania", „Teutonia" und „Liederkranz"), trugen durch schöne Volkslieder zur Ausgestaltung des Abends bei, Turner und Turnerinnen zeigten 'Hebungen am Barren, die erkennen ließen, daß mit außerordent« lichem Fleiß gearbeitet worden war; die Ball« Übungen der Turnerinnen gefielen allgemein durch die Sicherheit und die Eleganz, mit der sie vor. getragen wurden, bei der Bodengymnastik der Turner sah man einige sehr originelle Hebungen, in denen die. Beteiligten Mut und Kraft bewiesen. Der Festwalzer der Turnerinnen und das Reckturnen der Turner stellten weitere eindrucksvolle Beweise für die intensive Arbeit dar, die im DerelN ge- eistet wird. Zu einem besonderen Erfolg gestaltete sich das Tanzspiel „Radetzky-Marsch", das von den Turnerinnen unter Begleitung von Chor (Oefang. verein „Germania") und Orchester aufgeführt wurde. Stürmischer Beifall dankte den beteiligten, die sich entschließen mußten, ihre Vorführung zu geendet hatte. Unvergleichlicher Entscheidungskampf Eine zweimalige Verlängerung von je 15 Minuten wird notwendig. Sie bringt Hannover die Meisterschaft. Müde und überanstrengt sind alle Spieler. Aber unter den stürmischen 2Infeuerungsrufen der Massen reißt man sich auf beiden Seiten zum letzten Appell zusammen. Szepan hat mit zwei Schüssen Pech. Hannovers erster Vorstoß führt zu einer weiteren Ecke. Der Titelverteidiger besitzt offenbar noch Reserven, er hat ein leichtes Hebergewicht. Kalwitzki verschießt, wenig später Lay. Rach dem letzten Seitenwechsel sind noch immer die Schalter obenauf. Kalwitzki und Kuzorra schießen „Fahrkarten". Dann fällt in der 117. Minute nach einem unvergleichlichen Ringen d i e Entscheidung. Hannover ist durchgebrochen, R. Meng schießt; Klodt läßt das Leder abprallen. Malecki spurtet herbei, und im Handumdrehen sitzt der Ball im Netz. Der Schlußpfiff des Schiedsrichters wirkt wie eine Erlösung, beide Mannschaften haben bis zur letzten Erschöpfung ihrer Kräfte gekämpft. v f Der Reichssportführer überreicht auf dem Spielfeld der erstmals siegreichen Mannschaft von Hannover 96 den Meisterkranz und tröstet in herzlichen Worten die in Ehren unterlegene Elf des Titelverteidigers. t Ein unvergleichlicher Kampf, der insgesamt nicht weniger als 237 Minuten dauerte, ist zu Ende. Der nicht zu erschütternde Kampfesmut der Hannoveraner hat ihnen zum ersten Male den stolzesten Titel des deutschen Fußballsports eingebracht, den des deutschen Meisters! schalteten. henkel/INetaxa lieferten einen großen Kampf. Die wichtigste Entscheidung des letzten' Tages der Wimbledon-Meisterschaften fiel am Samstag tm Männer-Doppel, das die amerikanischen Titelverteidiger Budge/Mako und das deutsche Davispokalpaar H e n k e 1 / M e t a x a im Kampfe sah Die Zuschauer bekamen eines der besten Spiele zu sehen, die Wimbledon je im Männer-Doppel brachte. Der Kampf war außerordentlich schnell; lediglich Mako war dem Tempo nicht gewachsen und siel stark aus. Dafür befand sich Budge wieder in blendender Spiellaune und riß den Kampf für die Amerikaner aus dem Feuer. Bei den Deutschen war Henkel eine Kleinigkeit besser als Metaxa, doch zeigte sich der Wiener am Retz ganz groß in Fahrt und holte durch vorzügliches Schmettern manchen Gutpunkt. Budges 'Einsatz entschied das Gefecht zugunsten der Amerikaner, die 6:4, 3:6, 6:3, 8:6 siegten und ihren Titel damit erfolgreich verteidigten. henkel auch im „Mixed" unterlegen. Die zweite Begegnung Blldge—Henkel gab es im Gemischten Doppel zwischen den Titelverteidigern Marble/Budge und dem amerikanisch/deut- schen Paar Fabyan/Henkel. Der Deutsche war von dem vorangegangenen Kampf reichlich ermüdet und konnte die ganz ausgezeichnet spielende Amerikanerin wenig unterstützen. Auf der anderen Seite war Donald Budge wenig von den Anstrengungen des Männer-Doppels anzumerken. Mit 6:1, 6:4 siegten die Amerikaner verdient. Boxländerkampf Deutschland - England. 10:6-Sieg der Deutschen. OerFestsonntag. Der gestrige Sonntagvormittag brachte auf dem Sportplatz des Turnvereins Heuchelheim ein reges Leben. Die Turnerinnen und Turner traten zu einem internen Wettstreit an, in dem ausgezeichnete Leistungen erzielt wurden. Die Beteiligung an diesem Vereinswettkampf war außerordentlich 'stark und der Verein bewies erneut seine ziel- bewußte Arbeit in die Breite. Unter der Leitung des Oberturnwarts Fritz V o l k m a n n und des Frauen- turnwarts Otto Volk mann, wie unter der Mitarbeit des Fachworts für Leichtathletik, O. Rinn, wurden die Kämpfe in verhältnismäßig kurzer Zeit bestritten. . Rach der Mittagsstunde formierte sich em Fest- zug, an dem neben den Turnerinnen und Turnern in ihrem schmucken weißen Dreß auch die Vereine des Ortes mit ihren Fahnen teilnahmen. Leider vermißte man dabei die Gießener Turnvereine. Unter den Klängen der Musik zog man durch die Haupt- ftraßen des Dorfes und rief damit gleichzeitig die Einwohnerschaft der Gemeinde zum Festplatz Mit großer Begeisterung folgte man1 den Vorführungen' des Festnachmittags. Die Turner zeigten die großangelegten Freiübungen, die für das Breslauer Fest Pflichtübungen sind; die Turnerinnen führten in graziösen Keulenübungen ebenfalls die Aufgabe für Breslau vor. Mancher Freund durfte auch gestern der edlen Sache des Turnens und da- mit dem Reichsbund für Leibesübungen gewonnen worden sein. Im Anschluß an diese Vorführungen nahmen Vereinsführer und Oberturnwart die Siegerehrung für die internen Wettkämpfe des Vormittags vor und stolz nahmen die Siegerinnen und Sieger ihre Auszeichnungen, das goldene Eichenblatt des RfL., in Empfang. Nachdem noch ein Faustballspiel ausgetragen worden war, fand die Reihe der offiziellen Veranstaltungen ihren Abschluß. Die weiteren Stunden des Nachmittags und des Abends brachten bei Musik und Tanz und kameradschaftlicher Unter» Haltung noch manche anregende Stunde. Ein Fackel- reigen bildete den schönen Abschluß des Tages. Die Ergebnisse der Wettkämpfe. Leichtathletik. Männer: 1. Karl Stahlhut 3480,7 P.; 2. Franz Müller 2461,2; 3. Walter Hardt, 2079,7; 4. Ludwig Ulm 2068,2; 5. Hans Krämer 2005,3 P. — Jugend: 1. Walter Lang 4369,75 P.; 2. Artur Sack 4247,5; 3. Hermann Ludwig 4226,25; 4. Werner Schmidt 3717,5; 5. Walter Siegel 3620,25 Punkte. / Turner, Jugend-Ober stufe: 1. Erwin Kind 185 P.; 2. Äilli Hahn 182; 3. Albert Rinn 169; 4. Adolf Rinn 163; 5. Ludwig Franz 145 P. Turner, Jugend-Unter st ufe: 1. Werner : Kreiling, Richard Krieger 133 P.; 2. Alfred Henning t 124; 3. Otto Rinn 122; 4. Otto Hofmann 111; 5. Willi Groh 104 P. r , Ä . Turnerinnen-Ober st ufe: 1. Gretel Kreiling 145 P.; 2. Erna Sack 141; 3. Anna Sack 137; 4. Marie Trumpfheller 120; 5. Erna Hofmann 113 P. Turnerinnen-Mittel st ufe: 1. Gerda Volkmann 154 P.; 2. Erna Hahn 149; 3. Irmgard Neide! 139; 4. Elisabeth Ludwig 123; 5. Luise Henkelmann, Elli Hofmann 122 P. . Turnerinnen-Unterstufe: !. Emmi Krock 156 P.; 2. Martha Hofmann, Adelheid Rinn 124 P.; 3. Ann'i Kreiling 123; 4. Irmgard Wobker 122 P>t 5, Else Krock 121 P. Die Vorbereitungen für das Fest waren mit großer Sorgfalt betrieben worden. Seit Wochen stellten sich die Mitglieder in freien Stunden zur . Verfügung und legten mit Hand an« wo es zu'ücher noch Sü-Wrseier des Turnvereins Heuchelheim Ein Fest der Oorfgemeinschast. Fortuna hat den Sieg verdient errungen. Eine bessere Gesamtleistung in Gemeinschaft mit planmäßigerem Spiel gaben den Ausschlag. Der HSV. mar ein tapferer Verlierer. Hannover 96 Hais geschafft! Lleber 1OOOOO Zuschauer bei den Großkämpfen Gchalke-Hannover und Fortuna—HGV Der vergangene Samstag und der gestrige Sonntag brachte für Heuchelheim eine Veranstaltung, an der die gesamte Einwohnerschaft lebhaftesten Anteil nahm. Der Turnverein Heuchelheim konnte die Feier seines 50jährigen Bestehens begehen und damit gleichzeitig auf einen Abschnitt feiner Geschichte zurückblicken, die nicht nur Vereins- geschichte, sondern Dorfgeschichte darstellt. Die Feier wurde diesmal nicht in der Turnhalle, sondern, wie es einem Feste zu sommerlicher Zeit entspricht, unter einem riesigen Zelt gefeiert, das, als am Samstagabend die Reihe der Veranstaltungen mit einem Kommers begann, bis auf den letzten 'Platz besetzt war. 2500 Personen mögen an diesem Festabend teilgenommen haben. Vertreter der Partei, des Deutschen Reichsbundes für Leibesübungen, der Gemeinde, sämtlicher örtlicher Vereine, rote auch die Betriebsführer der einheimischen Werke nahmen daran teil und bekundeten ihre Verbundenheit mit der edlen Sache des Turnvereins. sich brachte. Großer Tennistriumpb für USA. Was nach feinem Lande bisher gelang, das brachten die Amerikaner in Wimbledon zuwege. Sie errangen sämtliche fünf Titel! Weder die Engländer noch die Australier oder tue Franzosen haben jemals eine derartig beherrschende Stellung im Welttennis eingenommen, wie USA. in diesem Jahre. Wohl fehlten die Australier diesmal, aber das kann den großartigen Triumph der Amerikaner nicht schmälern. Bester Mann von _ben Gästen aus Hebersee war wieder einmal der rothaarige Kalifornier Donald Budge, der seine überragende Leistung aus dem Vorjahre wiederholte urä) abermals drei Titel gewann. Wie groß die Klasse dieses Tennis-Giganten ist, kann man am besten daran ermessen,, daß er so gut wie keine Rückendeckung durch seine Landsleute hatte. Allein sein Doppelpartner Mako hatte noch im Einzel gemeldet, war aber doch zu schwach, um Budge größere Hindernisse aus dem Wege zu räumen. So stand der lange, hagere Kalifornier fast allein im Einzel und zusammen mit Mako auch allein im Doppel gegen die besten Spieler der alten Welt. Aber keiner von ihnen konnte Donald Budge ernstlich gefährden. Neben d.en beiden Titeln der Männer holte er sich zusammen mit der blonden Alice Marble wieder die Meisterschaft im Gemischten witzki verschossen hat. Schalke kommt zur dritten Ecke und dann ist Pause. Nach 90 Minuten wieder 3 3 Mitreißend verläuft auch die zweite Hälfte. Schalke erzwingt die vierte Ecke, die mit einem von Pritzer gehaltenen Schuß Kuzorras abschließt. Der kurz darauf gegebene fünfte Eckball für Schalke bringt gleichfalls nichts ein. Auf der Gegenseite rettet Klodt durch blitzschnelles Herauslaufen. Die Niedersachsen erreichen ihre zweite Ecke, die Kuzorra unschädlich macht. Die Hannoveraner drücken stark und der Meister spielt zeitweise nur mit drei Stürmern. Aber bald wechselt das Gesicht des Kampfes erneut. Die Schalter befreien sich. Sie kommen zur sechsten Ecke, die durch ein Mißverständnis zwischen Pritzer und Deike entstanden -st. Pörtgen wird in letzter Sekunde von Sievert ge= Der zweite Länderkampf zwischen den Amateurboxern Deutschlands und Englands sollte am Samstagabend auf der Dietrich-Eckart-Buhne des Reichssportfeldes in Berlin abgewickelt werden. Ein anhaltender Regen machte dem Fachamt Boxen aber am Samstag einen Strich durch die Rechnung, so daß die Begegnung erst am Sonntagvormittag gestartet werden konnte. Rund 16 000 Zuschauer hatten sich auf der herrlichen Anlage im Reichssportfeld eingefunden, unter ihnen der Reichssportfuhrer von Tschammer und Osten. Die deutsche Staffel, in her ebenso wie in der englischen in letzter Stunde eine Aenoerung vorgenommen werden mußte, siegte mit 10:6 Punkten und wetzte so vor einem neutralen Kampfgericht, das diesmal aus einem Holländer, einem Belgier und einem Polen bestand, die Scharte von London aus, wo es vor einigen Monaten in- stoppt. Der Meister spielt sich in große Form, Der« fällt aber in seinen alten Fehler: das Kreiselspiel reißt ein. Der krönende Torschuß bleibt aus. In der 26. Minute endlich schließt Mecke ein feines Zusammenspiel mit dem zweiten Schalter Treffer ab. Aber kaum hat sich der Jubel gelegt, da heißt es durch R. Meng 2:2. Unb zwei Minuten später ist wieder alles umgeworfen: Szepan steht plötzlich frei vor dem Tor der Hannoveraner und knallt unhaltbar ein. Aber die Niedersachsen geben sich nicht geschlagen. Sie kämpfen und kämpfen, und in Mr 43. Minute haben sie es, mit Unterftüßung von Göttin Fortuna, geschafft. Bei, einer neuen Ecke vor dem Schalke-Tor drängen sich Freund und Feind. Da ertönt der Pfiff des Schiedsrichters. Es ist Hand gemacht worden. Jakobs macht aus diesem Elfmeter das 3:3 für feinen Verein und stellt damit ein Ergebnis her, mit dem der gewaltige Kampf schon vor acht Tagen trotz verlängerter Spielzeit führungen. Einen festlichen Auftakt fand der Abend mit einem chorischen Spiel, das nach dem feierlichen Einmarsch der Turnerinnen und Turner und der Jugend aufgeführt wurde. Das einzeln oder im Chor gesprochene Wort und das Lied wechselten miteinander ab. Die Hinaabe an die deutsche Leibesübung, die Treue zu Volk, Führer und Vaterland, die Treue auch zum Vermächtnis Friedrich Ludwig Jahns sprach aus dem Wort und dem Lied. So fand der Abend seine richtige Einstimmung. Vereinsführer Otto Rinn hieß besonders die Gäste aus nah und fern herzlich willkommen, gab seiner Freude über die Anwesenheit sämtlicher noch lebender Gründer des Vereins Ausdruck wiederholen. t Im Verlaufe des Abends wurden dem Verein durch den Gaufachamtsleiter Ries (Kassel) die Glückwünsche des Gaufachamtes überbracht. In einer Ansprache würdigte er die hohen ethischen Ziele, die der Verein bisher verfolgte, sprach über die Treue, die dem Verein von seinen Mitgliedern unverbruch- lich gehalten wurde und von den großen Aufgaben für die deutsche Zukunft. Für vorzügliche Gesamtleistung des Vereins übergab der Gaufachamtsleiter dem Pereinsführer eine Ehrenurkunde des Gaues Hessen. Vereinsführer Otto Rinn nahm die Ehrung bewährter Mitarbeiter im Verein vor und ernannte unter Heberreichung der entsprechenden Hrkunde die Mitglieder Fritz D o l k m a n n, Otto Holtmann, Ernst Reuschling, Fritz Reuschling, Albert Rinn (Kassierer), Hermann Reuschling, Otto Hofmann, Fritz Sack, Ludwig Sack, Heinrich Weber, Karl Behling, August Engelhardt, Karl Engelhardt, Karl G e r n a n d t, Otto Henkelmann und Albert Schimmel zu Ehrenmitgliedern. — In launiger Weise sprach Kamerad Schneider (Butzbach) über gemeinsame Erlebnisse der Vergangenheit. Der Seniorchef der Firma Rinn & Cloß erinnerte in einer dankbar aufgenommenen Ansprache an die Zeiten der Gründung und der ersten Jahrzehnte der Arbeit des Turnvereins. Gleichzeitig gab er dem Verein von einer Zuwendung Kenntnis, die er über den Zeitraum von fünf Jahren mit dem jährlichen Betrag von 200 Mark festgesetzt hatte. Dieser Betrag solle dazu verwandt werden, den Turnern und Turnerinnen des Vereins erweiterte Möglichkeit zu geben, an auswärtigen Wettkämpfen teilzunehmen. Bürgermeister Rinn verband mit feinem Glückwunsch das Versprechen, daß sich der Verein als Jubiläumsgeschenk irgendein Turn- ober Sportgerät wünschen könne. Die Freiwillige Feuerwehr ließ — ebenfalls durch Bürgermeister Rinn — einen Satz Keulen für Turnerinnen übergeben. Der Der- einsführer konnte außerdem eine stattliche Reihe schriftlicher Glückwünsche verlesen. bauen, zu montieren, ju organisieren galt. So war dem Feste der gute Verlauf gesichert. Die Jubiläumsfeier. Das Programm, das der Festabend am Samstag brachte, war außerordentlich reichhalttg. Die Kapelle Schleuse bestritt den musikalischen Teil und wartete mit guter Konzertmusik auf, begleitete aber auch sinnentsprechend die zahlreichen turnerischen Vor- Bender, Zwolanowski; Albrecht, Heibach, Schubarth, Pickartz, Kobierski. Hamburger SV.: Warning; Dorfei I., Bohn; Weder, Reinhart, Kahl; Sikorski, Dörfel II., Hoffmann, Noack, Carstens. Der HSV. begann zusammenhängender und geschlossener, aber tm Ausnützen der Torgelegenheiten waren die Düsseldorfer ihrem Gegner voraus. Der erste gültige Treffer ist den Fortunen vorbehalten. In der 42. Minute fällt das zweite Tor der Düsseldorfer durch Albrecht. Nach Wiederbeginn setzt sich der HSV. stark ein und erzielt auch schon in der 9. Minute den ersten Gegentreffer. Auch in der Folge hat der HSV. etwas mehr vom Spiel. In der 15. Minute schon ist der Ausgleich heraestellt. Gleich darauf ist Fortuna erneut in Gefahr. Dann kommen die Düsseldorfer wieder auf und übernehmen mehr und mehr die Initiative. Es dauert auch nur 12 Minuten, da ist erneut die Führung geschaffen. Die jetzt einsetzenden neuen Angriffe des HSV. meistert die unerschütterlich stehende Fortuna-Abwehr. In der 37. Minute fällt die endgültige Entscheidung. Im Zweikampf um den Ball siegt Bender über Noack. Sofort wanderte das Leder zu Schubarth, von hier zu Albrecht und schon hatte der Düsseldorfer Alt- Nationale den Torhüter Warning zum vierten Male geschlagen. den Männern fiel in diesem Jahre ein mächtiges Anwachsen der Spielstärke der amerikanischen Frauen. Drei von ihnen standen in der Vorschlußrunde, und zwei Amerikanerinnen machten das Endspiel unter sich aus. Die hervorstechendste Tatsache ist hier das erfolgreiche „come back" der siebenfachen Weltmeisterin Helen W i l 1 s - M o o d y, die den Endkampf gegen die — allerdings im zwei- ten Satz verletzte — Landesschwester Helen Ja- c o b 5 gewann. Dor dem Weltkriege war es der Engländerin Lamberts-Chambers gelungen, siebenmal den höchsten Titel im Frauen-Tennis zu erobern. Die Amerikanerin übertraf 1938 diesen Re- kord; sie holte sich den stolzen Titel zum achten Mate! Schließlich fiel auch das Frauen-Doppel durch Fabyan/Marble noch an USA., die die Titelverteidiger Mathieu/Yorke glatt ausfolgt Aufstellung: ' Fortuna: Pesch; Janes, Bornefeld; Mehl, war em tapferer Das schöne Spiel zwischen Fortuna und dem HSV. hatte die Massen in richtige Endspiel-Stimmung versetzt und als beide Mannschaften mit dem Schiedsrichter Grabner (Regensburg) aufs Feld liefen, herrschte stürmische Begeisterung. Die Spielführer losten. Hnb in der Zwischenzeit konnte man feststellen, daß beide Mannschaften entgegen allen Ankündigungen wieder mit den gleichen Spielern, erschienen waren, die schon vor acht Tagen mit» kämpften. \ , Schalke 04: Klodt; Sontow, Bornemann; Gel- lesch, Tibulski, Berg; Kalwitzki, Szepan, Pörtgen, Kuzorra, Mecke. _ Hannover 96: Pritzer; Sievert, Petzoldt; Ja- köbs, Deike, Männer; Malecki, Pöhler, E. Meng, Lay, R. Meng. Saffiger Kampf her ersten Halbzeit. Wie schon vor acht Tagen, so entwickelt sich auch diesmal ein rassiger und schneller Kampf. Die Westfalen entzücken erneut mit ihrem wundervollen Zusammenspiel. Die Niedersachsen sind wieder energiegeladen und besitzen einen himmelstürmenden Tatendrang. Beide Mannschaften sind, wie man erkennt, sofort mit ganzem Ernst bei der Same. Immer größer wird das Format des Kampfes. Beiderseits wechseln die Angriffe vor den Toren. In der elften Minute kommt Hannover zur Führung. Malecki läßt zwei Gegner hinter sich und knallt wuchtig aufs Tor; Klodt kann nicht einwandfrei abwehren, Ti- bulski eilt herbei, trifft ober den Ball zu lasch. Da hat der Hannoveraner Lay die Gelegenheit gewittert und schnell ist das Werk vollendet. Zwei Minuten später stellt sich einem Schuß R. Mengs die Latte hindernd in den Weg. Klodt hat alle Hände voll zu tun, um die stürmischen Angriffe der Hannoveraner abzuwehren. Aber bald sind die Schalter wieder da. Ein blitzschnelles Durchspiel des rechten Flügels schließt Kuzorra mit einem Lattenschuß ab. Obwohl Die Niedersachsen kraftvoll verteidigen, können sie den Ausgleich nicht verhindern. In der 23. Minute verpaßt Hannovers Jnnensturm eine Flanke von rechts. Schalke setzt sofort zum Gegenstoß an. Kuzorra führt den Ball und knallt dann urplötzlich los: der verdutzt stehende Pritzer ist geschlagen! Hnangenehm wird die Lage für den Meister bet einer leichtsinnigen Rückgabe von Tibulski. Auf der Gegenseite bedroht eine zweite Ecke für Schalke die Niäersachsen, die erst aufatmen können, als Kal- folge einer nach englischen Regeln Dorgenommenen Wertung nur zu einem Hnentschieden reichte. Die Engländer gaben einen völlig gleichwertigen Gegner ab, wenn man von den beiden schwachen Punkten der Mannschaft, dem Halbschwergewichtler Brown und dem Ersatzmann Powell im Leichtgewicht, absieht. Nicht immer vermochten die dunkelbraun gebrannten deutschen Boxer, deren gesunde Farbe seltsam gegen das Weiß der Gäste abstach, durch ihren unerhörten Kampfgeist die famose Technik der fast durchweg mit einer ausgezeichneten Linken ausgestatteten Briten auszugleichen. Mit einem Siege tm Fliegengewicht hatten die Engländer begonnen, aber immer wieder konnte Deutschland den Ausgleich erzielen, bis dann die schweren Gewichtklassen endgültig den Sieg zugunsten Deutschlands entschieden. Großer deutscher Leichtathletik-Triumph Deutschland schlägt Frankreich mit 105:46 punkten. Den 12. Leichtathletik-Länderkarnpf bestritten am Sonntag die besten Achteten Deutschlands und Frankreichs in Paris. Rund 10 000 Zuschauer hatten sich Noch nie hat eine deutsche Fußball-Meisterschaft ein so gewaltiges und eindrucksvolles Finale erlebt wie in diesem Jahre. Eine Verkettung von Zufällen machte zwei Wiederholungsspiele, sowohl um den Meistertitel als auch um den dritten Platz, notwendig. Es war ein glücklicher Gedanke, beide Spiele am ersten Juli-Sonntag gemeinsam in der herrlichen Kampfstätte des Olympischen Stadions auf dem Reichssportfeld erneut zu veranstalten. Die Anziehungskraft und die Anteilnahme übertraf alle noch so hoch gespannten Erwartungen. Waren es am letzten Sonntag rund 95 000 Zuschauer, so kamen diesmal über 100 000 Menschen. Das flag- gengefchmückte, in hellstes Sonnenlicht getauchte Stadion bot mit seinen gewaltigen Menschenmassen ein imponierendes Bild. / Während Tausende mit betrübter Miene vor geschlossenen Pforten stehen, macht sich im Stadion selbst gleich eine frohe Stimmung breit. Muntere Lieder klingen auf. Das Eröffnungsspiel um die HJ.-Gebiets-Meister- schast gewinnt Blauweiß gegen Minerva Berlin glatt mit 6:3. ^Fortuna" Düsseldorf auf dem 3.Vlah. Dann ist es so weit. Unter Führung des Berliner Schiedsrichters Zacher laufen die Mannschaften von Fortuna Düsseldorf und des HSV., die sich noch einmal um den dritten Platz der „Deutschen" gegen- überstehen, in das Stadion ein und nehmen wie im Colombes-Stadion eingefunden, als die beiden Mannschaften — die Deutschen in braunen, die Franzosen in blauen Trainingsanzügen — einmarschierten und vor den Tribünen Aufstellung nahmen. Den Glanzpunkt der zum Teil neu ausgebauten Anlagen bildete die ausgezeichnete 4 X 100-m-Bahn. Der Länderkampf brachte den Franzosen die bisher größte Schlappe. Im Vorjahre hatten sie in München mit 48:103 Punkten verloren; diesmal blieben die Deutschen in Paris mit 105:46 Punkten siegreich. Von den 15 Wettbewerben gewann Deutschland nicht weniger als 14 und stellte dazu in 10 Konkurrenzen neben dem Sieger auch noch Den Zweiten. Nur einmal blieben die Gastgeber erfolgreich, und zwar genau wie im Vorjahre im Stabhochsprung, den diesmal aber nicht Vintoufky, sondern Ramadier an Doppel. Mit der Behauptung der Spitzenstellung bet ünd schilderte dann die Geschichte des Vereins und . * • ii.t.— die hervorragenden Leistungen, die durch den Opferwillen der Mitglieder erzielt wurden. Er sprach auch über die bedeutenden Erfolge in turnerischer Hinsicht, die der Verein gerade in den letzten Jahren erzielen konnte. Er gab abschließend der Heberzeugung Ausdruck, daß der Verein mit Ruhe und Zuversicht in die Zukunft sehen könne und immer weiter arbeiten werde an den großen Zielen GSD., 35,97 P. 1. Gießener Schwimmoerein 6:12,5; Wirtschaft und Kreiswettkämpse im Waldschwimmbad Lich die BgLORIr Heute Montag bis Mittwoch, 6. Juli Kür Militär und Arbeitsdienst am Samstag, Sonntag ieMnzeM > Regie Peter Hagen 4509 A Seelische 4511V frisch wie imWinter in der zum -guten Saftbeutel, NORDSEE- PALAST Giessen. .30 .30 2. 3. 4. 5. 6. 27:6 29:18 21 :35 9:27 Erprobte Helfer Gelingen sind Fruchtpresse, Mündlich können Sie e§ nur wenigen sagen, schriftlich mehreren, durch Kocht Marmelade für den Winter ein! Frühkartoffel-Erzeugerpreise für die Zeit vom 4. bis 9. Juli. Ein Herz, das sich selbst treu bleibt, geht seinen schick' salhaften Weg. Es beginnt ihn mit einer Schuld gegen das Vaterland und löst sie ein durch eine heroische Tat. Beiprogramm und Ufa-Ton-Woche • Tägl. 4, 6, 8.30 Uhr 1 — 2 — -.20 Hauptrollen: Jessie Vihrog, Herbert Wilk Das gestrige anfänglich so kühle und regnerische Wetter war der Veranstaltung des Kreisschwlm- mens im schönen Waldschwimmbad zu Lich nicht sonderlich günstig. Es fanden sich nicht allzuviele Zuschauer ein, aber auch die aktive Beteiligung war nicht so, wie man es gewünscht hätte. Allerdings war dabei zu berücksichtigen, daß die besten jugendlichen Schwimmer zu den Gebietsmeisterschaften der Hitler-Jugend abgestellt waren. Trotzdem brachte der Schwimmwettkampf des Kreises 8 (Lahn-Dill) eine stattliche Anzahl von Rennen, in denen sich die Konkurrenten spannende Kämpfe lieferten. Den Großteil der Wettkämpfer stellte der Gießener Schwimmoerein und der Turnverein 1846 Gießen. Ferner nahmen Jungmädel, BDM. und Jungvolk von Lich und Gießen teil. In einigen Rennen star- 10 500 qm Profilierungsarbeiten, 10 500 qm 10 und 20 cm hoher Stampfbeton, 8 Kanalschächte von 1,00—3,80 m Höhe. 40,0 lsd. m Durchlaßverlängerungen und 500 lfd. m Ton- und Zementrohrleitungen 4 X =100 Männer: BORRMANNt Gießen, Neustadt 5, Ruf 4165 von 15—50 cm 0. Angebotsvordrucke können ab 5. d. M. bei uns abgeholt werden und sind bis zum Verdingungstermin am Freitag, dem 15. Juli 1938, vormittags 10 Uhr, an uns einzureichen. Zeichnungen und Bedingungen liegen bei uns offen. Gießen, den 2. Juli 1938. i Hessisches SLraßenbauamt Gießen. ner, Klasse 3): 1. Werner Albold, GSV., 28:28,4 Minuten. rr n . Kun st spring en für Frauen, Klasse 3: 1. Roli Haus, 1846, 43,06 P.; 2. Elisabeth Blank, 3. Hessisches Gausängerfest Giehen 1938 Dom 8. bis 11. Juli Htavtenvovvevkauk: An folgenden Stellen finbet der Vorverkauf von Eintrittskarten zu allen Veranstaltungen statt: in der Geschäftsstelle der Festleitung, Bahnhofstraße 66, im Blumenhans Weber, Seltersweg 54, im Zigarrenhaus Moeser, Seltersweg 38, im Musikhaus Challier, Neuenweg 10, im Stahlwarengeschäft Bet;, Schulstraße. Ab Samstag auch im Wartesaal 1. Klasse des Bahnhofs. Q*- IqS LZro £§e L.L E: insgesamt 1,25 v. H. führten. Hier dürfte der Umsatz aut 50 000 RM. betragen haben. Hoesch zogen 0,25 v. H., Klöckner 0,65 v. H., Verein. Stahlwerke 0,40 o. H. an. Auch Kaliwerte bis 1 v. H. hoher. Der Farbenmarkt war gleichfalls lebhafter, der Kurs für IG. um 0,65 v. H. gebessert. Deutsche Erdöl zogen unter Berücksichtigung von 5,4 v. H. Dividende'nabgang 0,50 v. H., Metallgesellschaft 0,25 v. H. an. Maschinenwerte durchweg gebessert, wobei Eßlinger 0,50, Rheinmetall 0,50, Moenus 0,25, Junghans 1 v. H. gewannen. Von Automobilwerten lagen BMW. bis 1,75 v. H., Adlerwerke um 0,75 v. H höher. Am Zellstoffmarkt konnten auch die in jüngster Zeit besonders gedrückten Aschaffenbur- ger Zellstoff ihre Erholung, diesmal um 2,5 v. H. fortsetzen. Sehr still lagen nach wie vor Bau- und Zementwerte, wo die Erstnotierungen mangels Umsatzes ausfielen. Versorgungswerte entweder gut gehalten, überwiegend aber leicht gebessert, so Schlickert und Mainkraft um je 0,75 v. H. Im einzelnen erholten sich Reichsbahn-Anteile um 2 v. H., Conti Gummi um 1,25 v. H., AG. ^Verkehrswesen um 0,50 v. H., Hapag um 0,50 v. H. Der Rentenmarkt lag ebenfalls eher etwas freundlicher, wenn auch hier die Umsätze noch m engen Grenzen blieben. Altbesitz bis 132,40 v. H. (132) gebessert, Kommunal-Umschuldung etwa unverändert 95,925. Industrie-Obligationen zeigten ganz geringfügige Veränderungen, auch hier war der Grundton etwas fester. Der Pfandbriefmarkt^ blieb ziemlich ausgeglichen bei auch unveränderten Kursen. Ziemlich still lagen die im Freioerkehr gehandelten Aktien, hier gingen Dingler mit 94,25 (93,50), Rastatter Waggon 53 (53), Ufa 75,50* (75,25) v. H. um. Im Verlauf der Börse blieb für verschiedene Spezialwerte der Umsatz ziemlich lebhaft, es machte sich doch zum Anlagetermin stärkeres Kaufbedürfn's geltend. Zum Teil konnten die Spitzenwerte noch mäßig anziehen. Die Börse blieb bis zum Schlüsse ausgesprochen freundlich. • Schöneres Wetter wie am vergangenen Wochenende konnte dem Basketballehrgang nicht beschieden sein: dazu kam die herrliche Platzanlage an der Liebigshöhe, und so war es kein Wunder, daß in jeder Beziehung Ersprießliches geleistet wurde. Die beiden Reichsbundlehrer M u r e r o und Clausen nahmen sich die Teilnehmer tüchtig vor, denn in drei Tagen sollte viel gelernt und vertieft werden. In guter Kameradschaft und in gemeinsamer Arbeit vergingen die Lehrgangsstunden und schloßen am Samstagnachmittag mit einem Turnier der beteiligten Mannschaften. Hier war die beste Gelegenheit gegeben, das Erlernte im Kampf zu verwerten. • Das Turnier bestritten für den Gau Südwest des DRL. D a r m st a d t, für den Gau Mittelrhein Universität Bonn, für den Gau Niederrhein Betriebssportgemeinschaft „Henke l " D ü s s e l d o r s und für den heimischen Gau Hessen Männerturnoerein Gießen. Es spielle jeder gegen jeden. Hatte schon das Training einige Schlüsse ziehen lassen, so ergab der Wettkampf noch deutlicher die Ueberlegenheü der Bonner und Gießener, und hier waren es besonders wieder die MTV.er, die in Technik und Taktik ein e'ß. E . °E, 5$. Eintvittsvveise: Dauerkarten (einschl. Festbuch und Festplakette) Beikarten für die Ehefrau Schwimmoereins und des Turnvereins zur Seite. Als am Abend die Siegerehrung erfolgte, war die Gemeinde der Schwimmer unter den alten Bäumen am Albacher Teich vereinigt und die Sieger konnten mit berechtigtem Stolz die Eichenblätter des Reichsbundes für Leibesübungen entgegennehmen. Die Wettkämpfe im einzelnen zeitigten folgende Ergebnisse: 1 500 - Meter-Kraulschwimmen (Männer, Klasse 2): 1. Georg Herbert, GSV., 28.10 Min. 1500 - Meter - Kraulschwimmen (Män- MTV. Gießen - Sieger des VaskeibAGaugruppeniumiers. teten auch Wetzlarer Schwimmer. Dem Gaufchwimmwart Sauer, der für Leitung des Wettkampfes verantwortlich war, standen wieder die bewährten Helfer des Gießener Meter - Brust st affel für auch die beiden Auto-Union mit Rudolf Hasse und Christian Kautz am Steuer — mußten unterwegs den Kampf aufgeben. Rund 80 000 Zuschauer hatten sich an dem 7,862 Kilometer langen Straßendreieck eingefunden. Bereits in der ersten Runde fielen die ernsthaftesten Gegner der Mercedes-Benz-Wagen, die von Rudolf Hasse und Christian Kautz gesteuerten Auto-Union-Modelle aus, und die Mercedesfahrer hatten bis zum Schluß allein das Kommando, da die französischen Wagen gegen die deutschen Konstruktionen einfach nicht ankamen. Nach drei Runden waren nur noch fünf von den neun gestarteten Maschinen im Rennen. Hätte es nicht zwischen den haushoch überlegenen Mer- cedes-Benz-Fahrern von Brauchitsch, Caracciola und Lang bis zur Hälfte des über 64 Runden (500 Kilometer) führenden Rennens einen reizvollen Positionskampf gegeben, so wäre das an sich schon recht einseitige Rennen ganz langweilig geworden. Graue Haare verschwinden durch ■ Apotheker Walter Ulbrichts Haar-Regenerator Nia ßrail“ in wenigen Tagen'Natur- ■ „mc-UIdU färbe zurück. Einfache B Anwendung! Kein Färbemittel! Vollkom- I men unschädlich! 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Die stärkste Kraftprobe erwartet nun die Mannschaft auf dem Deutschen Turn- und Sportfest in Breslau, wo sie im Rahmen des großen Basketballturniers auf die besten deutschen Mannschaften trifft. 2. TV. Wetzlar 6:15,2 Min. 100 MeterRückenfürFrauen, Klasse 2: 1. Elisabeth Blank, GSV., 1:58,5; Klasse 3: 1. Lore Luft, To. 1846 Gießen, 2:17,4 Min. 50 - Meter - Br u st schwimmen für Junamädel: 1. Ilse Runk, IM. 3/116 Gießen, 45 4- 2. Gretel Kirstein, IM. 3/116 Gießen, 48; 3. Hannelore Beck, IM. 2/116 Gießen, 56,8; 4. Edith Andres, IM. 2/116 Gießen, 57; 5. Anni Faber, IM. 2/116 Gießen, 59 Sek. —'50-Meter- Brustschwimmenfür IM., V e r e i n e o h n e Winterbad: 1. Lieselotte Schäfer, IM. 12 116' Lich 58,2 Sek.; 2. Hanna Dörmer, IM. 12/116 Lich, 1,14 Min.; 3. Paula Uhrhan, IM. 12/116 Lich, 1,46 Minuten. .. 5 0 - Meter - Bru st schwimmen für JV.: 1. Gernot Funk, 3/116 Gießen, 47; 2. Hans Breit- bach, Tv. Wetzlar, 47,2 Sekunden. 100-Meter-Kraul für Männer (Kl. 2): 1 Georg Herbert, GSV., 1,15 Min. — 1 OO - Me - ter-Kraul für Männer (Kl. 3): 1. Ernst Schomber, GSV., 1:26,6 Min.; 2. Hans Dolp, Utffz. II. KG /254, 1:31,6 Minuten. — 1 OO - Meter- Kraulschwimmen (für männl. Jugend, Kl. 2): t. w Arbeiisvergebung. Für den Neubau eines Radweges Gießen—Steinbach km 1,131—6,181 sollen die nachstehenden Arbeiten öffentlich vergeben werden: 4512D 1. rd. 7000 cbm Erdarbeiten, g: * - s « 2 : & 0 *5 Fwd. Frankfurt a. M„ 1. Juli. Die Erzeugerpreise für deutsche Speise-Frühkartoffeln gelten in der Zeit vom 4. bis 9. Juli 0,50 Mark weniger je 50 Kilogramm wie in der vorangegangenen Woche vom 27. Juni bis 2. Juli. Danach kosten je 50 Kilogramm netto ausschließlich Verpackung frachtfrei Empfangsstation weiße, rote und blaue Sorten 5,20 Mark, runde, gelbe Sorten 5,60 Mark Einspaltige Kleinanzeigen werden zum ermäßigten Grundpreis von 5 Pf. für die Milllmeterzeiie veröffentlicht I wirtschaft b. gut. 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Tel. 3108 und Montag • ie Zum Begrüßungsabend am Freitag m der Volkshalle Zu den Sonder-Konzerten am Samstag und zu den Kirchen-Konzerten am Sonntag: Für Inhaber von Fest-, Dauer- und Beikarten Für alle übrigen Besucher Zur Gauseierstunüe am Samstag in der Volkshalle: Für Inhaber von Fest-, Dauer- und Beikarten Für alle übrigen Besucher.................. Für die Oratoriumsaufführung „Jahreszeiten" am Sonntagvormittag in der Volkshalle: Siir Inhaber von Fest-, Daueis^und Beikarten tir alle übrigen Besucher................ Zum Heimatsvrel von Georg Hetz am Sonytagnach- mittag in der Volkshalle............I Oie Festleitung / Finanzausschuß. Einzelpreis des Festbuches Einzelpreis der Festplakette. Tageskarten für Samstag, Sdnntag und Montag (berechtigen zum einmaligen Eintritth Für Kinder bis zu 14Iahren am Samstag u.Sonntag ie dieHalfte Für Kinder am Montag zum Kinderfest...........RM. -.20 lange, gelbe Sorten 6 Mark. Getreidepreisregelung im Wirtschaftsjahr 1938/39. Durch gemeinsame Verordnung des Reichskommissars für die Preisbildung des Reichsministers für Ernährung und Landwirtschaft werden im Reichsgesetzblatt Teil 1 vom 1. Juli die Erzeugerfestpreise und die Preisgebiete für Getreide im Erntejahr 1938/39 bekanntgegeben. Die Grundpreise bzw. Anfangspreise stimmen bei Roggen, Weizen und Futtergerste in den entsprechenden Preisgebieten mit denen des Vorjahres überein, dagegen liegen die Anfangspreise für Futterhafer in den entsprechenden Preisgebieten um 8 RM. je Tonne höher als die vorjährigen. Außerdem weichen die Aufschläge, die im Laufe des Erntejahres zu den Grundpreisen bzw. Anfangspreisen treten, von denen des Vorjahres in ihrer Staffelung ab. Die Verordnung betrifft nicht das Land Oesterreich. Mein-Mainifche Börse. Lebhafter und fester. Frankfurt a. M„ 2. Juli. Die Wochenschlußbörse war besonders für eine Sanlstagbörse bemerkenswert lebhafter und auf der ganzen Linie freundlich. Verschiedene Marktgebiete hatten bereits wieder beachtliche Umsätze, vor allem Montanwerte, wo z. B. Mannesmann mit einer Steigerung von Saftgewinner, Fruchtkessel, Geleegläser, Cellophan. Gut und preiswert von BJ.B. Häuser, BEI Gießen,a.Oswaldsgarten “ KTtf (Parkplatz) Fernruf Nr. 2145-2146 Der 32. Große Preis von Frankreich, der am Sonntag in Reims ausgefahren wurde, endete mit einem großartigen deutschen Triumph. Die drei gestarrten Mercedes-Benz-Wagen belegten die drei ersten Plätze in diesem klassischen und tradstwns- reichsten Autorennen der Welt. Das deutsche Werk wiederholte damit seine Triumphe aus den Jahren 1908 und 1914, wo ebenfalls Sieg und Plätze an Mercedes-Benz fielen. Den Sieg auf der 500 Kilometer langen Dreiecksstraße von Reims errang Manfred von Brauchitsch in 3:04:38,5 Stunden mit einem Durchschnitt von 162,758 km/st. Knapp zwei Minuten später brauste Europameister Rudolf Caracciola als Zweiter durchs Ziel, und mit einer Runde Abstand folgte der Sieger von Tripolis, Hermann San g. Um zehn Runden geschlagen wurde der Franzose Karriere, der in seinem blauen Talbot den vierten Platz belegte. Alle übrigen Teilnehmer des neun Wagen starken Feldes — darunter Endstand des Turniers: 1. Gießen 5 Punkte Korbverhältnis 2. Bonn 5 „ „ 3. Düsseldorf 2 „ „ 4. Darmstadt 0 „ „ 1 Werner Albold, GSD., 1,14 Min.; Kl. 3: 1. Hans Haibach, To. Wetzlar, 1,17 Min.; 2. Wilhelm Al- menröder, To. Wetzlar, 1:24,8 Min. — 100-Me- ter-Bru st schwimmen (männl. Jugend, Klasse 2): 1. Fritz Kling, Tv. Wetzlar, 1:32,5 Min. — Klasse 3: 1. Erich Mignon, Tv. Wetzlar, 1,45 Min.; 2 Hermann Baumgartner, Tv. Wetzlar, 1:47,2 Min • 3. Hans Kirstein, Tv. 1846 Gießen, 1:49,2 Minuten. —100-Meter-Bru st schwimmen (männl Jugend, Vereine ohne Winterbad): 1. Ernst Heinz Löhr, ID. 13/116 Lich, 1,46 Min. 200-Meter-Bru st schwimmen (für Männer, Kl. 2): 1. Ernst Niemann, GSV., 3,15 Min. — 100-Meter-Bru st (für Männer, Kl. 3): 1. Franz Spröer, Tv. Wetzlar, 1:35,1 Min.; 2. Fritz Schüler, GSV., 1:35,4 Min. 100 - Meter - B r u st s ch w i m m «:n (für weibl. Jugend, Kl. 2): 1. Gertrud Plank, GSV., 1:52,6 Min.; Klasse 3: 1. Lilo Pfeiffer, GSD., 1:52,8 Min. — 100-Meter-Bkustschwim- m e n (für weibl. Jugend, Vereine ohne Winter- bad): 1. Maria Maidhvf, BDM. 12/116 Lich, 2,34; 2. Elisabeth Schäfer, BDM. 12/116 Lich, 2,35 Mm. 4 X 50 - Meter - Bru st st affel für Jungvolk: 1. Jungvolk 13/116 Lich 4,20 Min 3 X 100 - Meter - Bru st st affel für Frauen (Kl. 3): 1. GSV. 5,40 Min. 100 - Meter - Kraulschwimmen (für Frauen, Kl. 3): 1. Herta Raffel, Tv. 1846 Gießen, 1,53; 2. Elisabeth Plank, GSV., 1,54 Min. ' Hausangestellte mit allen Hausarbeit. vertraut, ab 1. August1938 gesucht. 03089 Frau Schlich Hindenburgw.7. Ordentliches Tages» mäddien ,ur Ausbitte für sofort gesucht. Ludwigstr.61 v. . .RM. 2 — .. „ 1 — .. „ -.50 .. „ -.20 ie „ -.50 Keine Zeugnisse in Urschrift onvern nur Beugnt»« o6ld) ritten Dem B* werbungslchrelben beilegen - Lichtbilder unoBerverbungSunter. tgen müllen $ur -Vermeidung oon Verlusten auf Der >Nüd|eite ‘Jta> men und 'Anschrift D« Bewerbers trauen! Fleißiges Zweit, mäddien für Geschäftsbaushalt gesucht. Zu erfragen in d. Geschäftsstelle des Gieß. Anz. eeschansdrucksachen Rechnungen Brlefblätter Briefumschläge Postkarten GeschAftskarten bei BrUhl. Schulstr. 1 nur Gießen, Seltersweg 18 Ruf 2467 4508D Halbtags- ' mädchen zum 1. August gesucht. 45i8D Horst-Wessel- Wall 33 IL 1 Mit offenen Augen Drei Jungen und ein Mädel en'ticcften ihre Waldheimat. 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