Nr. M Erster Blaff 188. Zahrgang Mittwochs. Mai« krfthetm täg ltd), außer Sonntags und Feiertags Beilagen. Die Illustrierte Gießener Familienblatter Heimat im Bild Die Scholle Monafr-Bezugrpretr: Mil 4 Beilagen RM.k.95 Ohne Illustrierte e 1.80 Zustellgebühr , -.25 ^luch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer (Beto all rfernfprechanschlüffe unter Sammelnummer 225) Anschrift für Drahtnach» richten: Anzeiger Giehev Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11686 GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühlsche UniverfitStrdruckeret R. Lange in Stehen. Zchristlettvng und Geschaftrftelle: Schulftrahe 7 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis8'/,Uhr des Vormittags Grundpreise für l mm hohe für Anzeigen von 22 mm Brette 7 Rps.. für Text* anzeigen von 70mm Breite 50 Rps..Platzvorschrift nach vorh. Vereinbg. 25°/0 mehr. Ermäßigte Grundpreise: Stellen-., Vereins-, gemein* nützige Anzeigen sowie ein* fpaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf., Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts- il behördliche Anzeigen6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B Des Führers Einzug in Rom. Fubelstürme der ganzen iialienischen Nation begleiteten den Führer auf seiner Fahrt zur Ewigen Stadt.—Festlicher Empfang durch den König und Kaiser und den Duce am Bahnhof. Triumphzug zum Quirinal durch Mauern begeisterter Menschen. Vom Brenner nach Bologna. Die Lombarden umjubeln den Führer. 3m Sonderzug des Führers, 3. Mai. lDNB.) Nach dem Brenner folgen mir der grünlich schimmernden Eisack. Strahlender Sonnenschein überflutet die Landschaft. Rechts und links der Bahn erheben fich die Berge der Hauptkette der Alpen. Wieder und wieder bieten sich malerische Ausblicke schneebedeckter Gipfel und wuchtiger Berg- massive, die zu uns herübergrüßen. Plastisch heben sich die zackigen Gipfel gegen den stahlblauen Himmel ab. Bald treten Vie Berge zurück. Die ersten Boten des Südens grüßen uns: Pinien und Zypressen. Die gut bestellten Gärten, die großen Kraft- und Jndustriewerke zeugen für den Aufbauwillen des neuen Imperiums. Besonders festlich hat fich Bozen zum Empfang des Führers geschmückt. Tausende begeisterter Menschen jubeln dem Führer zu, als der Zug langsam durch den Bahnhof fährt. Die Sirenen der Fabriken heulen zum Gruß. Geschwader der italienischen Luftwaffe donnern dicht über den Zug hinweg. Den prächtigen Hintergrund bilden die steilen und wuchtigen Dolo- mitenzackett des Rosengartens. 3n Trient empfängt uns brausender Jubel einer vieltausendköpfigen Menge. Wie in allen Orten, durch die wir fahren, grüßen Ehrenabordnungen der 'italienischen Wehrmacht und der faschistischen Bewegung den Führer des Dritten Reiches. Ohne Halt geht die Fahrt im unteren Etschtal weiter über Rovereto, vorbei an der historischen Berner Klause der alten FesfuNgsstadt B e - rona entgegen. Empfangen von einem Orkan von Jubelrufen und Musikklängen, von einem Meer von Häkenkreuzbannern und italienischen Flaggen, fährt der Zug des Führers ein. Inmitten der faschistischen Abordnungen steht in brauner Uniform eine kleine Gruppe von Mitgliedern der Auslands- organifation Die ersten auslandsdeutschen Volksgenossen, die den Führer auf feiner Jtalien- reise grüßen. Der Führer steht am Fenster seines Wagens und dankt immer wieder bewegt nach allen Seiten für die stürmischen Huldigungen. Der Bürgermeister der Stadt übergab dem Führer als Geschenk eine kunstvolle Wiedergabe des Denkmals des Fürsten Can Grande della Scala. Dann ging die Fahrt weiter hinein in die fruchtbare sich in' unendlicher Weite ausbreitende lombardische Ebene, in ein lachendes Land mit lachenden Menschen. Wir fahren über das breite Bett des Po Mit viel Fleiß und Sorgfalt bewirtschaften die uns freudig zurufenden Bauern ihre Felder, aber groß ist der Ertrag ihrer Mühe. Das kleinste Fleckchen dieser gesegneten Erde lohnt überreich die aufgewandte Arbeit. Soweit; das Auge sieht, steht die Frucht in saftigem Grütt. Durch die Provinz Modena geht es bei leuchtendem Sonnenschein, vorbei an Doriern und Flecken mit fröhlich winkenden und rufenden Menschen weiter nach Bologna, wo der Sonderzug zehn Minuten Aufenthalt nehmen wird. Borne Balilla, dann Jungfaschisten, Schwarzhemden, in zwanzigfachen Gliedern gestaffelt. Alle Spitzen der Partei, der Wehrmacht und der Behörden unter Führung der Präfekten auf dem mit roten Teppichen bedeckten Bahnsteig harren des Zuges. Einen Ehrenplatz nimmt die deutsche Kolonie ein. Während des zehn Minuten dauernden Aufenthaltes verlaßt der Führer dem Zug, hegrüßt unter tosendem Beifall der unübersehbaren Massen den Präfekten und schreitet dann die Front der auf dem Bahnsteig stehenden Ehrenformationen ab. Unter immer neuem Jubel und den Gängen der Nationalhymnen verläßt der Zug des Führers langsam um 14.28 Uhr den Bahnhof. Durch die Toskana nach Rom. Die Fahrt geht dann weiter. Wieder fahren mir durch ein Meer von Fahnen, wieder begleitet den Führer der Jubel der italienischen Bevölkerung,, d:e teilweise in dichten Reihen den ®l5jen5I^!raU9 säumt, um den Schöpfer des neuen Deutschlands zu sehen. Bis Florenz verhindern viele Tunnels die Sicht, aber in den kurzen Zwischenräumen wirkt dann die Sinfonie von Sonnenlicht und Fahnen und Girlanden um so eindrucksvoller. Einige Tunnels sind innen, sogar beleuchtet und prangen gleichfalls im reichen Flaggenschmuck Kilometer- lang begleiten gleich einem unendlichen Filmstreifen Tausende und aber Tausende von Plakaten mit Inschriften wie „Heil Hitler!", „Evviva il Re ed Im- peratore!“, „Evviva il Duce!“ „Asse Roma—Ber- lino!“, sowie „Es lebe der Nationalsozialismus, es lebe der Faschismus!" die Strecke, ehe wir dann Florenz erreichen. Der Kopfbahnhbf Florenz wird umfahren, und ohne Halt geht es weiter. Die flachen Fabrikdächer tragen ein engmaschiges Netz von deutschen und italienischen Fahnen. Gleich riesigen Teppichen hängen lange Fahnentücher von den Häusergiebeln bis auf die Straße herab. Jetzt ist der Arno unser Begleiter, dessen breites Bett aber nur eine schmale Wasserrinne aufweist. Alte Burgen tauchen in . der jetzt ungemein - reizvollen Landschaft auf, gekrönt mit deutschen und italienischen Fahnen, und bann kommt nach Arezzo der Trijimener See. der im riesigen Halbkreis, von hohen Bergen umgeben, seine kriegerische Vergangenheit kaum ahnen läßt. C h i u s i ist fast nicht wiederzuerkennen in einem Wald von Fahnen und Girlanden. Jetzt haben wir den Tiber zum Geleit bis Rom. Viele Hunderte Meter lang spannen sich von Baum zu Baum Girlanden. Wir nähern uns Orcieto. Hoch in den obersten Zweigen der Bäume hat die Jugend die Fahnen angebracht, denn zeitweise versperrt ein hoher Bahndamm die Sicht, und keine Gemeinde will in diesem edlen Wettstreit der Dörfer und Städte hinter dem Nachbarn zurückstehen. Für eine kurze Strecke erfreut das blaffe Grün der Bäume und Sträucher das Auge, zeugt weicher Blütenschmuck von der Fruchtbarkeit Toskanas. Je mehr wir uns der Hauptstadt des Faschismus nähern, um so farbenprächtiger das Bild. Ein riesiges Transparent „L a Provincia di Roma saluta Hitler“ (Die Provinz Rom grüßt Hitler). In M o n t e Rotonda, 38 Kilometer vor der italienischen Hauptstadt, ist letzter Aufenthalt. Hier steigen vom zweiten Sonderzug der Stellvertreter des Führers und die anderen Reichsminister mit ihrer Beglei- HerzlicherÄnpsangamBahnhos. Monarch und Duce heißen den Führer willkommen. Rom,»3. Mai. (DNB.) Der stundenlange Aufmarsch zum Empfang des Führers und Reichs- kanzlers in der Hauptstadt des Faschismus ist mit jener Ordnung und Pünktlichkeit erfolgt, die das faschistische Italien feit langem auszeichnet. Schon eine Stunde vor der Ankunft des Führers ist die Ehrenformation, bestehend aus einem Gre- nadi e r b a t a i 11 o n , in der festlich erhellten Längshalle des Ostia-Bahichofes mit der Regimentsfahne angetreten. Ihr gegenüber stand die schwarze Front der Leibstandarte, als der Duce um 20 Uhr in der Uniform des Ehrenkorporals der Faschistischen Miliz in Begleitung des Außenministers Graf C i a n o erschien und unter den Klängen der Giovinezza die Front abschritt. Bereits vorher waren in der von einer mit Hakenkreuzen geschmückten Germania beherrschten Empfangshalle die Mitglieder der deutschen Botschaft in der neuen Diplomatenuniform erschienen. Ferner hatten sich vom Diplomatischen Korps der japanische Botschafter und die Gesandten von Ungarn, Jugoslawien, National- fpanien und Mandschukuo eingefunden. In rascher Folge waren auch sämtliche Mitglieder der Regierung, Vertreter des Großen Rates des Faschismus, des Parteidirektoriums und hohe Offiziere der Wehrmacht erschienen. 20.20 Uhr erschien Seine Majestät der König und Kaiser in der Uniform des vor wenigen Wochen für ihn und den Duce geschaffenen Ranges des Ersten Marschalls des fajchistr- tung in den Zug des Führers über, um mit ihm gemeinsam am Einzug in Rom teilzunehmen. Bereits vorher waren der deutsche Botschafter beim Quirinal, von Mackensen, der Landesgruppenleiter Italien der AO. der NSDAP., Ettel, und Generalkonsul Bene- Mailand zugestiegen. In der letzten halbe stunde der Fahrt ist bereits die Dunkelheit hereingebrochen. Freudenfeuer lodern jetzt von allen Hügeln, die von einer Unmenge von Fackelträgern Leben und Gestalt erhalten. Das dichte Spalier ist von einem magischen Schein zahlloser bengalischer Lichter und einem Kranz von Fackeln überzogen. Bäuerinnen in ihren malerischen Trachten führen während des kurzen Aufenthaltes in Monte Rotondo Volkstänze vor dem Wagen des Führers auf, werfen Blumen über Blumen in den Zug und verleihen in ihrer scharmanten Art dem buntbelebten Bild einen besonderen Reiz. Immer dichter werden die Reihen der längs der Schienenstränge stehenden Menschen, bis bann der Zug kurz vor 20.30 Uhr in die taghell erleuchtete Halle des neuen römischen Bahnhofes Ostiense einfährt. scheu Imperiums. In Begleitung der Staatssekretäre der Wehrmacht schreitet der König und Kaiser unter den Klängen des Königsmarsches die Ehrenformation ad. Kurz vor 20.30 Uhr, während die Kameraleute ihre Apparate bereits in Gang fetzen, tritt Seine Majestät Viktor Emanuel III., immer in angeregter Unterhaltung mit dem Duce und mit dem Grafen Ciano, unmittelbar an den Bahnsteig vor. Die letzten scharfen Kommandos werden gt- geben. Die Truppen präsentieren. Als der Wagen des Führers unmittelbar vor der Empfangshalle halt, entsteigt ihm A d o i ? hi11er, öer das Abxeichen des Ehrenkorporal z angelegt hatte und den Ehrendolch der Mw; trug. Der Führer wird sofort vom König und Kaiser in deutscher Sprache begrüßt. Dann heißt der Duce mit lebhaftem Gruß und Handschlag den Führer willkommen. Nach, dem auch der italienische Außenminister Graf Eiano den Führer begrüßt hat, stellt der König und Kaiser dem Führer in der Empfangshalle die Vertreter des Diplomatischen Korps vor. Unter den Klängen der deutsche Hymnen schreitet Adolf Hitler dann die Ehrenkompanie ab und grüßt die alte ehrwürdige Fahne des Grenadierregiments und die Fahne der Leibstandarte des Duce mit erhobener Rechten. Nach dem Abschreiten der Ehrenfront stellt der König und Kaiser dem Führer die Marschälle de Bono und B a d o g l i o vor. Dann fährt die offene königliche G a l a k a r o f f e vor, die der Führer und der König und Kaiser sofort besteigen, während in die Klänge des von dem Musikkorps Ifcer Carabinieri gespielten Marsches sich brausender Die Ankunst in Rom. IKi 'M 4 2,PAlAT(«sj 3 Ave. Nm *4 t* CEUO »3 E$aUlL°i Kerzenleuchter. Die Fahnen Italiens, I - fronten nach rechts ein und schwingt sich in wenigen Kurven zum Monte Quirinal hinauf. Der Sturm der Eoviva- und Heil-Rufe erfüllt die breite von hohen Häusern und Palästen umsäumte Straße. n'xs den Fenstern hängen die Menschen wie dichte rauben. Sie schwingen Hakenkreuz- und ltalie- schss Fahnen. Sie rufen immer wieder das ihnen igewohnte, aber von Herzen kommende „Heil m Führer und ihrem Monarchen entgegen, -sie »wenken Taschentücher, sie klatschen in die Hande. Ür hören Bruchstücke unserer Nationalhymnen rd scharfe. Kommandorufe für die spalierbildenden Der Quirinal und der Palazzo Consulta, heute der Sitz des Kolonialministeriums, sowie die umliegenden Bauten aus der Renaissance und dem italienischen Barock sind fast ohne Schmuck geblieben. Der Quirinal trägt allein vor den Fenstern Rechts und links der Straße sind auf niedrigen undamenten große Fahnenstangen ausgestellt, die Teatro San Carlo, einem der größten Theater Europas, in dem anschließend eine G a - lavorstellung zu Ehren des Führers statt- sinden soll. Manche berühmte Opern von Rossini, und die Parade abzunehmen. Die Flottenmanöver werden die größten sein, die has Mittelmeer bisher gesehen hat. Im November vor zwei Jahren sah der Golf von Neapel eine Flottenparade zu Ehren des ungarischen Reichsverwesers, Admirals von Horthy, an der 140 Schiffseinheiten teilnahmen. Die Parade zu Ehren des Führers wird hingegen rund 200 Schkfts- einheiten, darunter 90 U-Boote, vereinen. Das erste Geschwader, bestehend aus den Linienschiffen „Cavour" und „Cesare", den Kreuzern „Fiume", „Pola", „Zara" upd .Gorizia", den neuen Kreuzern „Duca degli Abruzzi" und „Garibaldi" sowie einer Anzahl Torpedobooten, wird nach den üblichen Ehrenbezeugungen in geschlossener Formation den Hafen von Neapel verlassen. Das zweite Geschwader wird aus dem Kriegshafen Gaeta auslaufen. Es umfaßt weitere zwölf Kreuzer und eine U-Bootflottille von 90 Einheiten, darunter die neuesten U-Boote mit Schlachtennamen aus dem abessinischen Krieg. Außerdem werden an den Uebungen zahlreiche Torpedoboot« und dreißig äußerst bewegliche Schnellboote teilnehmen, sowie die beiden Segler-Schulschiffe „Bespucci" und „Colombo" und das funkentelegraphisch gelenkte Zielschiff „San Die Aufnahme zeigt einen Teil der Stadt Neapel von dem Hügel aus gesehen, auf dem sich das Grab des römijcheu Dichters Virgil befindet. = LSchnl-KildexdiM'M # MM ' % A Der neue Bahnhos Roms und die ebenfalls neu geschaffene Straße Viale Adolf o Hitler im Flaggenschmuck. - (Scherl-Bilderd,enst-M.) Ordensverleihungen in Rom. Rom, 4. Mai. (DNB.) Seine Majestät der König von Italien und Kaiser von Aethwplen hat das Großkreuz vom Orden des Heiligen .Mauritius und Lazarus verliehen: Dem Reichsrnmister Dr. Lammers, dem Staatsminister Meißner und dem deutschen Botschafter in Rom, von Macke n - s e n ; ferner dem Reichsleiter Amann das Groß- kreuz des italienischen Kronenordens. Der Führer und Reichskanzler hat das Großkreuz vom deutschen Adlerorden verliehen: dem Hofmeister des königlichen Hauses, Mattioli Pasqu alini, dem Generaladjutanten des Königs und Kaisers, M ai r• chese Asinari di Bernezzo, dem Präfekten vom Rom, P r e st i, dem ehemaligen Parteisekretär und alten faschistischen Kämpfer Farr- nacci und dem ehemaligen Minister und Rektor der Universität Rom, de Fr an cis ci. Karten das Wachsen des römischen Weltreiches und das neue faschistische Imperium dargestellt. Nun tauchen auch schon die letzten noch einsam ragenden Säulen des Forum Romanum auf, die, von Scheinwerfern angestrahlt, weit und streng aus dein Dunkel der Nacht hervorgehoben sind. Dahinter der baumbestandene grün erleuchtete Palatin, vor uns zur Linken der Palazzo Venezia, der Sitz Mussolinis. Die einfache und klare Front ist mit fünf prachtvollen Gobelins geschmückt, während sich von Fenster zu Fenster leichte Girlanden in Grün, mit Rot bereichert, schwingen. Nach Süden erhebt sich das riesige 1911 eingeweihte Nationaldenkmal. Blendend weiß im Lichte der Scheinwerfer hebt sich der Bau mit seinen breiten Treppen gegen den nächtlichen Himmel ab. Sein oberster Teil ist geschickt hervorgehoben durch eine Lichterkette. Dahinter streben fünfarmige mächtige Scheinwerfer in den Nachthimmel. Vom Capitol sieht man nur noch einen in Licht getauchten Turm der später von Michelangelo neu gestalteten Anlage. säumen den Platz. Am Quirinal übrigen Bauten haben Tücher in Savoyer Blair mit in Gold aufgelegten Kronen und der Palazzo Consulta solche in den Farben der Stadt aufgelegt ■ Aus vielen Fenstern hängen kostbare Gobelins und ^A^di'e Glocke der Hofkirche San Andrea 20.30 anzeigt, künden Kanonenschlage, daß der Führer den Boden Roms betreten hat. Die großen Kandelaber vor dem Portal flammen auf. Die berittenen Karabinieri schultern die Säbel. Dann vernimmt man auch schon ein dumpfes Brausen, das alles in fieberhafte Spannung versetzt. Die Musikkorps spielen die deutschen Nationalhymnen die Truppen treten unter Gewehr. Da naht auch schon die Eskorte der Kürassiere und der Wagen mit dem König und dem Führer. Der Jubel schwillt zum Orkan. Nach allen Seiten dankt der Führer. Dann ist die Eskorte unter dem Hauptportal verschwunden. Sofort sprengt die Menge bis ans Quirinal. Don allen Seiten ertönen Hell-Hitler-Rufe. Die Scheinwerfer richten ihr Licht auf den prachtvollen Marmorbalkon über dem Hauptportal Immer eindringlicher werden die Rufe. Um 21.30 Uhr tri 11 de? Fuhrer auf den Balkon. Unmittelbar darauf folgt unter erneuten Heilrufen de r K oni g. Minutenlang dauern die Ovationen. Kaum haben sich der Führer und der König zurückgezogen, setzen erneute Huldigungen ein. „Hitler! Hlller. wird in immer schnellerem Takt und immer starker ansteigend gerufen, unterbrochen pon Händeklatschen und Heilrufen. Die Menae wankt und weicht E Aller Augen hängen an dem Balkon. UeberaU Jicbt man zwischen der Menge eingekeilt die rotblauen Federbüsche der Karabinieri. Es ist unmöglich, aus den Massen herauszukommen. Das Grinange ist beängstigend. Ein Bild von unbeschreiblichem Glanz. Marco", das mit seinen 8600 Tonnen das größte Schiff seiner Art ist. Auf der Höhe der Insel Ischia werden eine Reihe von Kampfhandlungen statt- inden: U-Boot- und Torpedo-An-griffe unter Einnebelung der Formationen und mit Einsatz von Bombengeschwadern, Scharfschießübungen auf- das Zielschiff, Durchbruchsmanöver einer Torpedobootsflottille u. a. 20 Flugzeugmutterschiffe werden gleichzeitig ihre Flugzeuge abschnellen, und ein interessantes neuartiges Schauspiel soll das gteich- zeitige Tauchen der U-Boote bilden, die beim Auf- tauchen gleichzeitig eine Salve abfeuern werden. Die Flottenparade zum Abschluß der Manöver wird ein großartiges Schauspiel .bilbm. Sämtliche Einheiten der beiden Geschwader werden sich fächerartig vom Fuß des Vesuvs bis hinüber zum Posilip über die Bucht perteilen und in einer Front von 10 Kilometer Länge vor Anker gehen. An dieser Front werden die U-Boot-Formationen vorbeifahren, die Schnellboote mit größter Geschwindigkeit ausschwärmen, und darüber werden die Flugzeuge kreisen. Die Kriegsschiffe werden über die Toppen' flaggen und abends festlich illuminiert werden, und ihre Scheinwerfer werden über die ganze Bucht spielen. Die Flottenmanöver werden von der ganzen neapolitanischen Küste aus gut sichtbar sein' und eine Menge Zuschauer anlocken, die auf den natürlichen Felsentribünen von Nisida, Ba- jae, Kap Miseno, Posilip, Ischia, Procida, Capri und Sorrent Platz nehmen können. Abends wird Neapel und die ganze Bucht in Festbeleuchtung und Feuerwerk erstrahlen. Es wird geplant, auch an den Hängen des Vesuvs kolossale leuchtende Darstellungen anzubringen, die über die ganze Bucht von Neapel sichtbar sein sotten. Abends wird ein Festessen im Palazzo i Reale, der Residenz des kronprinzlichen Paares, i stattfinden. Dieses ausgedehnte Schloß wurde 1600 : nach den Plänen des römischen Architekten Doimco i Fantana begonnen. Nach einem großen Brande i vor hundert Jahren wurde es. wieder neu hergestellt - und enthält zahlreiche Prunksäle und Kunstwerke. = Eine Galerie verbindet das Schloß mit dem Der Ausgang der Via dell Impero am Colosseum. (Scherl-Bilderdienst-M.) von ihnen rot erleuchtete Kollosseum auftaucht. Die prächtige Straße selbst ist abgeschlossen von dem mächtigen breitorigen K o n st a n 11 n b o g e n, der sich weit, grau und ernst von einem dunklen Hintergrund abhebt. , . ., m . Während der Zug jetzt zur Linken in die Va bei Impero einbiegt, klingen uns kräftige, dem deutschen Ohr vertraute „Heil-Hitler! -Rufe entgegen. Es sind die Italiendeutschen, die hier zur Linken auf einer Tribüne Platz gefunden haben und von denen viele zum ersten Male ihren Führer sehen. Ihre Begeisterung ist grenzenlos. Es geht die Dia del Impero entlang, die schnurgerade das Kolosseum mit der Piazza Venezia verbindet. Auf beiden Seiten säumen die Straßen mächtige Feuerschalen, aus denen flackernde Flammen emporschlagen. Gegen den schwarzen Nacht- Himmel leuchten'an der Einfahrt zur Dia del Im- pero die Feldzeichen der römischen Legionen auf, die am Ende und Anfang die Straße zu beiden Seiten flankieren. Sie tragen die Zeichen einer stolzen Vergangenheit, S.P.Q. R. = Senatus Popu- lusque Romanus — „Der Senat und das römische Volk". Zur Linken sieht man bald nach dem Kolosseum die mächtigen Ruinen der Konstantin- Basilika. In den Nischen ist in fünf großen Bellini, Donizetti u. a. haben hier ihre Erstausführung erlebt. Aus dem Opernplatz fand 1922 die große faschistische Zusammenkunft statt, die den Marsch auf Rom einleitete. Von hier wird her Festzug durch die prachtvoll illuminierte Stadt, Piazza Municipio, Via Depretis und Corso Umberto zum Zentralbahnhof begeben. Das neapolitanische Volk soll sich mit einem großartigen Fackelzug daran beteiligen. Während das Feuerwerk verpufft, wird sich der Sonderzug des Führers nieder m nördlicher Richtung in Bewegung setzen. lieber dem Golf von Neapel liegt Sonnenschein. Lautes, lärmendes Leben am Hafen. „Gelati!" schreien die Eisverkäufer und haben unter die,Son- nenfegel ihrer Eiswagen Hakenkreuzfähnchen mit den Imperiums-Farben zusammengehängt. Mando- lionenklänge aus den offenen Gewölben der Trattorien. „Barca — Barca!" rufen die Bootsvermieter. Es gibt jetzt wirklich kein Schaufenster mehr, in dem nicht die Bilder der Führer ausgestellt wären, es gibt kaum noch ein Auto und gewiß kein Taxi, das nicht Fähnchen aufgesteckt hätte. Die Vorbereitungen erstrecken sich vom großen Triumphbogen am Bahnhof mit der Aufschrift „Heil Hitler!" über die Ausschmückung der Straßen bis in die kleinsten Einzelheiten, bis auf den Putz und Glanz der Türen und Fensterrahmen. Ueberall wird mit Farbe und Pinsel gearbeitet, überall die Warnung: „Pittura fresca!" (Frisch gestrichen!). Die Straßen, durch die Führer und Duce m Neapel einziehen werden, wirken durch ihre Ausdehnung, der Corso Umberto ist etwa zwei Kilometer lang. Die Festdekorationen betonen die Länge der Straßen. Bald stehen zu den Seiten kulissenartige bunte Flächen, in denen die Farben grün, weiß und rot abwechseln, bald sind es weiße Pfeiler, die längs den Straßen Spalier bilden. So wird der Betrachter gezwungen, den ganzen Verlauf einer Straße bis zum Ende zu verfolgen, wo sich die Reihen Farben und Pfeiler perspektivisch zusammenschließen; dort steht dann ein wirkungsvolles Monument als Abschluß. Aber auch hier wird,' wie in Rom, mit Li cht w irkungen gearbeitet werden, wenn der Führer am Abend : aus dem Teatro San Carlo nach dem Bahnhof zurückkehrt. Die Farbenkulissen werden durch Licht- Neapel getragen wird. „O Bella Napoli, o suol beato! Neben den unvergleichlichen Schönheiten seiner Natur, den Fernblicken vom Vomero, Posilip und Capodimonto au das tiefblaue Meer und den rauchenden Vesuv, den eleganten Strandpromenaden mit ihren Luxushotels und blühenden Anlagen besitzt es seine lebhaften Hafenviertel, die auch heute noch nicht viel von ihrem vielgeschmähten und gepriesenen Lokalkolorit verloren haben, mit der Wäsche, die quer über hie engen Straßen hängt, mit dem Volksleben, das sich größtenteils unter freiem Himmel abspielt, mit dem harten Daseinskampf und den schmelzenden neapolitanischen Canzonen. Die Neapolitaner sind ein Völkchen von ausgesprochener Eigenart. Sie tragen die Spuren einer fast dreitausendjährigen wechsel- vollen Geschichte: lebhaft und begabt, leidenschaftlich und empfindsam, und doch wieder apathisch und schwermütig, resigniert und orientalisch fatalistisch. Die Schönheit lieben sie, die Klugheit, Schlauheit bewundern sie, und die Dummheit hauen sie übers Ohr. Das^ Feuer brennt unter der Oberfläche der Erde unh'ber Menschen. m Anläßlich des Führerbesuchs wird in der Bucht von Neapel eine große $1 o 11 e np a r ab e stattfinden. Der Führer mit seiner Begleitung soll vormittags auf dem Bahnhof Mergellina im Norden der Stadt» eintreffen und über den Viale Elena und die schönen Uferstraßen in den Hafen fahren, wo er sich am Quai Nazza an Bord des Admiral- schiffes „C a v o u r" begeben wird, um gemeinsam mit dem Duce den Flottenmanövern beizuwohnen Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten! Rom, Mai 1938. Wenn Florenz die Stadt der Blumen und her. fünfte ist, Rom — caput mundi — die Stadt er altrömischen Weltgeltung und des neurömischen Faschismus, so ist N e a p e l vor allem ein lebhaf- er und betriebsamer Mittelmeerhafen. Von ler gehen nicht nur die mächtigen Ueberseedampfer ib die nach Ostasien, nach Nord- und Südamerika n' See stechen, es ist auch der Brückenkopf für stalienisch-Ostafrika, von hier gingen die Knegs- ransporte nach Abessinien ab, hier schissen sich die Siebter der neuen Kolonie ein, von hier verkehren Schiffe mit allen erdenklichen Häfen bes Mittel- neers, nicht zu vergessen die hübschen Capri-Damp- er, die zahllose Reisende aus aller Herren Lander, wch der bezaubernden Sireneninsel bringen) die mch einstimmigem Urteil der Sachkenner die chönste Insel der Welt ist ... Man spürt auf Schritt und Tritt den Atem des länderverbinde-nden Meeres, man spürt die Nähe von Gibraltar. Suez mb Konstantinopel, ooü Marseille>unb Barcelona, :>on Tripolis, Haifa unb Alexanbrien. Und wenn Drüben in Nordafrika der heiße Gibli bläst, so kommt es vor, daß der Saharastaub bis nach mauer Aurelians und auf den Zinnen der mächtigen Türme der Porta San Paolo Fackeln in die Nacht. Auf dem weiten Platz über dem alten Stadttor waren Kolonialtruppen aus Afrika-ausgestellt, deren rote und weiße Burnusse dem Bild einen phantastischen Abschluß gaben. Vor dem Podium hielt die Karosse. Der Gouverneur begrüßt den Führer mit folgenden Worten in der Ewigen otabt. „3m erhabenen Namen Korns entbiete ich Ihnen, Führer der deutschen Nation, den begeiferten Gruß der Stabt Nom kann die tiefe Bewunderung, die die großen Geister Deutschlands für feine Kultur hatten, nicht vergessen. Eingedenk dieser hohen idealen Bande ist das römische Volk glücklich. Sie inmitten der Denkmäler seiner alten Macht und der Zeichen des erneuerten Imperiums zu empfangen. Seien Sie auf dem heiligen Boden Roms willkommen!" Dann fährt der Zug in den Viale Aventino mit dem märchenhaften Bild der libyschen puppen, die in roten Burnussen auf weißen Pferden mit gezogenem Säbel den Führer grüßen. Ungeheuer ist'der Sturm der Begrüßung, als der Zug . jetzt den ersten großen Platz erreicht, auf dem die Menge dichtgedrängt die deutschen Gäste erwartet. Von Scheinwerferlicht angestrahlt, steht hier weiß und hoch der Obelisk von A k s u m den die italienischen Truppen als Wahrzeichen des siegreichen ostasrikanischen Krieges im vergangenen Jahr aufstellten. Fahrt durch das antike Rom. Zwischen zeuqen einer großen Geschichte zum Palazzo Venezia. Nun bog der Zug in die Via dei Trionsi zwischen dem Palatin und dem Monte Cemo ein. Die breite Straße, auf her in den nächsten Tagen die großen Paraden stattfinden werden, ist von beiden Seiten von mächtigen Kandelabern erleuchtet. Rechts und links der Straße steht faschistische Jugend, die'Abteilungssührer grüßen nut gezücktem Dolch, und alls tausend Kinderkehlen braust dem Zuge Heller Jubel entgegen, in den sich dunkel und dumpf Böllerschüsse mischen. Die Baumgruppen auf den Höhen zu beiden Seiten der Straße und mit grünem Licht wirkungsvoll angestrahlt und hervorgehoben, während bereits im Hintergrund das 3m modernen Rom. , sAuch die Gebäude sind prächtig geschmückt. Groye Nun biegt die Straße zwischen großen Hauser- Eppiche in den verschiedensten Farben sind aus Ar.un nfl* rocht«; ein und ichwinat sich in wem- s. . Fenstern herausgehängt, mit schonen alten Wappen verziert. Nun ö'ffnet sich die herrliche Piazza bei Quirinale, in bereu Mitte em großer Obelisk emporragt, der früher einmal vor bem Grabmal bes Augustus stanb. Berittene Karabinieri mit roten Feberbüschen' auf ben Helmen ei für die Floiienparade vor dem Führer. Bon unseren Sünderberichterstaitern Adelheid Dehio und Gerhard Dohlmann. f M L ■ N-^k M ME ik W Z hellsten Schein die italienischen Farben Rot-Weiß- Grün. Die Straße gleicht einer schmalen, aber sehr tiefen' Bühne, in deren Hintergrund sich der Marmorbrunnen des Börsenplatzes erhebt. Das M a - rinearsenal trug am Tage die Worte REX — DUX in schwarzen Buchstaben, jetzt leuchtet die Schrift, und das Hakenkreuz, das über der Mitte der Fassade hängt, flimmert auf weiß-rotem Grunde, ein gewaltiges Transparent. Wenn der Führer von der Flottenparade zur Stadt zurückkehrt, wird er von einer Leuchtschrift begrüßt, die weithin über das Meer hinaüsstrahlt: „Heil Hitler!" Sie ist das Zeichen, unter bem. sich Neapel rüstet, Adolf Hitler mit den Ehren eines Herrschers zu empfangen. Zukunft 14 Schillinge wöchentlich, während sie für öie Offiziere auf 55 Schilling wöchentlich festgesetzt worden ist. Den mit dem 45. Lebensjahr aus dem Heeresdienst Ausgeschiedenen ist weiterhin die Möglichkeit einer Zivilbeschäftigung gegeben, wobei das Kriegsministerium für die Unterbringung ber ehemaligen Heeresangehörigen Sorge trägt. Keine Erweiterung der Bündniö- pflichten des Kleinen Verbandes. Belgrad, 3. Mai. (Europapreß.) Das Organ be$ jugoslawischen Innenministers Dr. Koroschetz, der Laibacher „Slovenec", weist alle Gerüchte zurück, die von einem beabsichtigten Vorschlag der Tschechoslowakei auf der am 4. Mai in Sinaia beginnenden Konferenz des Kleinen Verbandes wissen wollten, die B ü n d n i s p f l ich - ten des Klein-Verbandes, hie ausschließlich den Fall eines ungarischen Angriffs beträfen, auf andere Möglichkeiten auszudehnen. Die Konferenz von Sinaia könnte Vorschläge dieser Art nicht in Erwägung ziehen, weil die Bündnis- pflichten bis ins einzelne festgelegt seien und die internationale Lage eine Belastung mit weiteren Verp lichtungen nicht zulasse. Man erwarte vielmehr von en Besprechungen in Sinaia eine bedeutende E n t pannungder Lage und eine Verbesserung der Zusammenarbeit der Staaten des Kleinverban- des mit ihren Nachbarn. Oie Deutschen in Argentinien konnten amt. Mai nicht feiern. Paris, 3. Mai. (DNB.) Unter den neuen Erlassen befindet sich auch ein Gesetz, das außerordentliche Kredite .für die Landesverteidigung bis 4 712 500 000 Fr. vorsieht. Zn dem Bericht des Ministerpräsidenten heißt es: Es fei notwendige ine größere Anzahl von Reserveoffizieren in den aktiven Dien st einzustellen. Auch die Effektiv- bestände der Luftwaffe und der Kriegs- marine müßten angesichts der internationalen Lage wesentlich erhöht werden. Auch die " Verteidigung der französischen U e b e r f e « b e = sitzungen müßte verstärkt werden. Hinsichtlich des Flottenbauprogramms sieht der Erlaß vor, daß der Kriegsmarineminister ermächtigt ist, noch vor dem 31. Dezember 1939 außer den bereits im Finanzgesttz verabschiedeten Einheiten zwei Linienschiffe, einen Kreuzer und sieben Unterseeboote auf Kiel zu legen. Ferner sollen H i l f s - schiffe im Umfange von 24 000 Tonnen sowie drei Petroleum-Tankschiffe gebaut werden. Der Kriegsmarinemimster ist ferner ermächtigt, für das Flottenbauprogramm 1938 bis einschließlich 1942 eine Gesamtsumme von fünf Milliarden Franks außerhalb des gewöhnlichen Kriegsmarinehaushalts auszugeben. Alle diese Einheiten ebenso rote die im Finanzgesetz vom Dezember 1937 aufgeführten Schiffe müssen bis spätestens März 1942 in D i e n st g e ft e 111 sein Buenos Aires, 3. Mai. (DNB.) Seitens der deutschen Botschaft und ber Lanbesgruppenleitung mußte bie geplante Kunbgebung der deutschen Volksgenossen anläßlich des Nationalfeiertages des deutschen Volkes abgesagt werden, da die argentinische Regierung u. a. das Zeigen ber deutschen Symbole unterbunden hatte. In einem Erlaß war bestimmt worden, daß lediglich argentinische Flaggen gezeigt werden dürften. Darüber hinaus hat die Postverwaltung die Uebertragung amtlicher Feiern von Ausländern über argentinische Sender, ferner die Uebertragung ausländischer Hymnen. Märsche und Tänze, die als „Propaganda politischer ober sozialer Ideen" gelten könnten, untersagt. Eröffnung der Großen Empire-Ausstellung in Glasgow. Die Große Empire-Ausstellung in Glasgow würbe burch bas englische Königspaar feierlich eröffnet. An ber Eröffnungsfeier nahmen zahlreiche führende Männer des öffentlichen Ledens in England und mehrere Minister teil. Etwa 100 000 Manschen hatten sich eingefunden, die dem König und der Königin begeisterte Huldigungen darbrach- ten. Die Ausstellung gibt einen Abriß des Schaffens aller Weltreichsteile auf sämtlichen Gebieten des öffentlichen Lebens Die Vorarbeiten für diese Schau erstreckten sich über Jahre und waren noch 1937 durch Streiks bedroht. Man erwartet, daß die aus 100 Pavillons bestehende Schau, deren Zusammenstellung mehr als zehn Millionen Pfund (rund 125 Mill. RM.) gekostet hat, von 20 Millionen Menschen besucht werden wird. Voraussichtlich wird die Empire-Schau bis zum 20. Oktober geöffnet bleiben. . Bei der Eröffnung hielt König Georg bie Ein- weibungsrebe, in ber er auf bie Bedeutung ber Ausstellung für bas brit'sche Weltreich hinwies. Hunbert Pavillons, angefüllt mit Höchstleistungen englischer Hanbfertigkeit, seien errichtet worben, was um so bemerkenswerter sei, als über Schottland noch immer Wolken inbustriellen Tiefstandes schwebten. Die Ausstellung zeuge von dem Arbeitsfleiß der schottischen Bevölkerung. Jeder inländische und ausländische Besucher werde sicher beeindruckt sein von dem, was die Ausstellung biete. Jedenfalls werde Schottland alles tun. um die Besucher, in*» besondere diejenigen aus dem Ausland, auf das wärmste willkommen zu heißen. Paris, 4. Mai. (DNB. Funkspruch.) Die Spalten ber Pariser Frühpresse sind mit ausführlichen Berichten gefüllt über bie Ankunft Adolf Hitlers in Rom unb feinen Empfang. „Der triumphale , Einzug. bes Führers in Rom" — „Die enthusiastische Begrüßung des Führers durch das italienische Volk" — „Der prunkvolle Empfang des faschistischen Italiens für den deutschen Führer" — „Ein grandioses Lichtfest Roms für den Führer Adolf Hitler", fo lauten bie Ueberfchriften ber Pariser Blätter. Es fei feenhaft gewesen, schreibt der „Jour", man habe ben Eindruck gehabt, daß dieser Anblick bie grandioseste Ehrung für einen auswärtigen Staatsmann überhaupt fein könnte. Man könne hierin den Wert erkennen, den man ber Achse Berlin—Rom, ber Verbindung der beiden Nationen und ihre^c Regime beimeffe. Die italienische Presse unterftreidje einmütig diese Solidarität unb betone gleichzeitig, daß die Achse bem Frieben unb ber Zusammenarbeit diene. — „Petit Journal" sagt, niemals seit Menschengedenken'habe man in Rom dergleichen wie gestern erleben können. Tausende und aber Tausende von Arbeitern, Ingenieurep, Architekten und Handwerkern hätten Vorbereitungen für die Illumination, für die Ausschmückung Unb Beflaggung getroffen. Ein Meer von Hakenkreuzfahnen, von Trikoloren, von Standarten und Bannern mit dem Wappen bes Königs, dem Liktorenbündel ober.dem Hakenkreuz schmücke die Ewige Stadt. Dieser Dienstagabend fei e i n Tag von altrömischer Größe gewesen. Besonders imponierend hat dem Berichterstatter d i e Jugend, die wieder ein Ideal habe unb einen hohen Glauben an bie Stärke ihres Landes besitze. „Figaro" schreibt: Beifall ohne Ende habe die königliche Kalesche vom St. Pauls-Tor bis zum l Quirinal begleitet. Auf der Piazza Venezia habe dieser Beifall seinen Höhepunkt erreicht. Vor dem Victor-Emanuel-Denkmal hätten die Balilla unb I Der^orso Umberto in Neapel hat für den Führerbesuch ein befonbers festliches Gepräge erhalten. 90 Pylonen mit ben Emblemen des Dritten Reiches und des fafchistischen Italiens schmucken die Straßen und werden bei Dunkelheit durch 570 besondere Lampen anaeftrablt. — (Scherl-Bilderdienst-M.) „Ein Tag alirömischer Größe." Oie pariser preffe im Banne des Firhrerbesuches. Sie wird vielleicht ihre Haltung gegenüber General Franco revidieren, was ihr schon jetzt Angriffe der Linken einträgt. In ben mitteleuropäischen Fragen will Frankreich weiterhin seinen Einfluß geltend machen. Aber es ist zu bemerken, baß in dem vor- dringlichsten Problem biefes Teiles von Eurova, ber fubetenbeutfchen Frage, der fronzö- fische Stanbpunkt sich gegenüber ber Haltung Englands nicht hat durchsetzen können. Frankreich erregt sich über die „Ibbertreibung des Selbst, bestimmungsrechts der Völker" zugunsten der Sudetendeutschen, aber es hat — wenigstens nach ben bis jetzt befanntgeroorbenen Berichten — nicht ben englischen „Empirismus", Yen fühlen Wirklichkeits- finn der Engländer, erschüttern können, der in diesen Fragen objektiv siebt. Der franwsilche Nationalismus möchte diese Dinge am liebsten rein macht- politisch beurteilen und siebt in ber Tschechoslowakei fo etwas wie ben „strategischen Schlüssel Eurovas", " ohne baß man sich bis jetzt banon Rechenschaft ablegt, daß ein Einaeben auf öie Wünsche ber Sudetendeutschen gefährlichen Zündstoff aus der Welt schäften würbe. Daß die von Westen kommende Vermsttlunastätiakeit in Berlin non England allein ausgeübt wirb, ist unter diesen Umständen sicherlich ein aroßer Vorteil. In Prag gehen Frankreich und England gemeintem vor, und man braucht wohl fein großer Prophet zu fein, um anmnehmen baß die von Enaland ausgehenden Ratschläge zur Mäßi- gung in Prag nachhaltiger sein werden, als die von Paris kommenden. Immerhin bat man auch in Paris die Mitteilungen des englischen^ Arbpster- abgeorbneten Henderson verzeichnet: daß. die sudetendeutschen Forderungen viele vernünftige Punkte enthalten, fienberfon hebt auch hervor, daß auch die ungarische und die nolnische Minderheit auf ähnliche Berücksichtigung Anspruch erheben. Wenn gesagt worben ist, baß die tschechoslowakische Frage ein Prüfstein für bie deutsche Friedensliebe sein werbe, so läßt sich dasselbe mit noch viel größerer Berechtigung Aeue Kredite für die französische Aufrüstung Verstärkung der Luftflotte und Kriegsmarine. stattsinden. Schon an diesem Abend leuchten die haushohen gläsernen. Säulen an den Seiten des Platzes. Im Hintergründe der Rundbau von San Francesco di Paola, deren Kuppel angestrahlt ist, davor die Holzgerüste der Tribünen, an deren Verkleidung immer noch gearbeitet wird. Links und rechts der leuchtenden Kuppel eiye un- gemein schöne Farbenwirkung: die Hakenkreuzfahnen wechseln mit goldenen Liktorenbeilen auf schwarzem Grunde ab. Die V i a D e p r e t i s , die vom Hafen in den Mittelpunkt der Stadt führt, sieht märchenhaft aus. Die bunten Flächen, die kulissenartig die ganze Straßenflucht begleiten, sind jetzt von Lichtrampen, erleuchtet und zeigen im ländische Hilfe zurückgegriffen werden müssen. Seit Antritt feines Postens habe er von den ihm zur Verfügung stehenden drei Milliarden für 1,6 Milliarden Franken Flugzeug-Aufträge vergeben. Eine besondere Betreuung will der Minister noch 'dem .Volksflugzeugwesen dadurch schenken, daß die Werbung unter der französischen Bevölkerung verstärkt wird. Mit dem Aushebungsbüro für die JÖuftftreitfräfte fei ein Abkommen geschlossen worden, damit sämtliche Besitzer eines Volksflugscheines sofort eingegliedert werden könnten. Langftiflige Dienstpflicht im englischen Heere. London, 3. Mai. (Europapreß.) Im Zuge der von Kriegsminister Hore-Belisha vor einem Jahr eingeleiteten englischen H e e r e s r e f o r m. ist die faschistische Jugend ihre Banner geschwenkt unb die Soldaten ihr Gewehr präsentiert. — .^Journal" erklärt, bas römische Genie in ber Inszenierung habe sich voll unb ganz an biesem granbiofen Festabend entfaltet. Der Beifall für ben Führer sei gewaltig gewesen. Das römische Volk sei begeistert, diese größte Persönlichkeit ber Gegenwart persönlich vor sich zu sehen, ber Abenb bes 3. Mai 1938 werbe tief in das Gebächtnis ber Römer eingeprägt bleiben. Der bem Quay b'Orsay nahestehenbe „Petit P a r i s i e n" schreibt, daß bie Begegnung in Rom geeignet feiji werbe, bie Entspannung zu förbern. Der Duce habe gewünscht, baß Italien biese Tage als F e st t a g e verlebe, zugleich aber auch als ein Versprechen für ben Frieben erachte. Starker Eindruck in London. London, 4. Mai. (DNB. Funkspruch.) Die Triumphfahrt des Führers wird von der englischen Presse in größter Aufmachung geschildert. Die Berichte füllen ganze Spalten der Zeitungen. Der triumphale Empfang durch die gemalfigen Massen ber Bevölkerung hat bie Presse sichtlich beeindruckt. Die Blätter bringen bereits Bilder vön den großartigen Empfangsfeierlichkeiten. Die „Times" weist besonders auf die Herzlichkeit der Begrüßung durch den König unb Kaiser hin. Besonderen Eindruck hat auf den Berichterstatter bes Blattes bie pr-achtvolle Ausschmückung ber Einfahrtsstraßen gemacht. Die Festbeleuchtung habe einen gerabezu überwältigenden A n - blick geboten. Der Berichterstatter des „Daily Telegraph" schreibt, daß noch niemals in moderner Zeit Rom einen ausländischen Besucher fo großartig empfangen habe, wie ben Führer des Deutschen Reiches. Hunderttausende von Italienern hätten die Straßen umsäumt unb ben Führer mit Jubel begrüßt. Luftfahrtminister Guy la Chambre gab ber Presse seine Pläne für Neuorbnung ber Militär- unb Zivil-Luftfahrt 'bekannt. Er beabsichtige nicht, eine Schauluftflotte zu schaffen. Dor allem komme es ihm auf bie Qaulität ber Flugzeuge an. Es werbe deshalb ein Plan zur besseren Ausnützung ber Flugzeugfabriken ausgearbeitet. Wenn sich die an den Plan geknüpften Hoffnungen bis zum Früh- nun auch in ber Festsetzung ber langfristigen Dienstpflicht unb bes Berforgungsschemas eine Äenberung geschaffen worben. Ab 4. Mai 1938 können sich junge Englänber zwischen 18 und 24' Jahren für 21 Jahre für ben,Militärbien st verpflichten. Die bisherige Höchstgrenze betrug Zwölf Jahre. Das Alter, bis zu bem Verpflichtungen (bis zu zwölf Jahren) einge(fangen werden können, ist auf dreißig Jahre heraufgesetzt worden. Weiter wird den für jroölf Jahre verpflichteten Offizieren und Mannschaften die Möglichkeit gegeben, nach Ablauf der Dienstzeit weitere neun Jahre beim Militär zu bleiben, jedoch nur dann, wenn die Verpflichtung bis zum 24. Lebensjahr eingegangen worden ist. Um die soziale Stellung der englischen Heeresangehörigen zu heb^n, hat der Kriegsminister gleich- an den Plan geknüpften Hoffnungen bis zum Früh-1 zeitig eine Äenberung im Besoldungswesen jahr 1939 nicht erfüllen sollten, werde auf aus - > eingefuhrt. Die niedrigste Pension beträgt in Die Entente Eordiale. Von unserem G. F.-Kon espondenten. Pans, 1. Mai. ’ Die Neuschaffung der englisch- franzö. sischen (Entente Eordiale die das Ergebnis des zweitägigen Besuchs der französischen Minister in London ist, wird hier als ein persönlicher Ersola von Daladier und Bonnet betrachtet. Besonders die Volkstümlichkeit des Mmifterpräsi- denten und langjährigen Kriegsministers Daladier, des „Stiers von Camargue", ist in raschem Steifen begriffen. Die Verstärkung der außenpolitischen Stellung Frankreichs, die, wie man hofft, sich aus der Vereinbarung des militärischen und diplomatischen Aktionsprogramms mit England ergeben müsse, ist aber nach allgemeiner Ansicht nur ein Teilproblem der großen, umfassenden Aufgabe, bie dem Kabinett Daladier gestellt ist, des „Redesfement", der Wiedergutmachung vieler Sünden, die in den Zeiten ber Volksfrontregierun- gen auf politischem und finanziellen Gebiet begangen worden sind und die das politische Ansehen Frankreichs geschwächt hatten. Die Meinungen gehen höchstens darüber auseinander, ob die inner- politische Wiederaufrichtung, die Verstärkung ber Arbeitsdisziplin unb-bes Arbeitsertrages, befonbers in ben Rüstungsbetrieben, bie Wieberherstellung des finanziellen Gleichgewichts u. a. m., bie Voraussetzung bilben soll für «ine Kräftigung bes außenpolitischen Ansehens, für bie Bannung man- cher von außen brohenben Gefahrenmomente, ober ob bie Reihenfolge umgekehrt fein soll. Aus jeben Fall ist bie Entente Corbiale mit England jetzt eingeschaltet in den Kreis dieser Erwägungen und soll bereits in kurzem praktische Ergebnisse erzielen. Sicherlich hat England die jetzt einsetzende Entwicklung stark gefördert. Es ist ein offenes Geheimnis, daß Lloyd George und Winston Churchill, besonders der letztere, bei ihrer Anwesenheit in Paris Ende März den Ausgang der Dinge nachhaltig beeinflußt und an dem Zustandekommen ber Regierung Daladier einen starken Anteil gehabt haben. Der Gedanke der gemeinsamen Englisch-französischen Lustrüstun gen wurde damals von Churchill lanciert, denn nach feiner Auffassung braucht England einen starken militärischen Verbündeten auf dem Festland. „Auf welcher Seite der Barrikade man auch in London stehen mag, das eine weiß man, daß Frankreich die Geschicke und die Zukunft Großbritanniens in seinen Händen — in den Händen seiner Armee, wenn man so will — hält", fo drückte sich jetzt eine Pariser politische Veröffentlichung aus. Die englisch« Anregung fiel in Frankreich um so mehr auf fruchtbaren Boden, als sich der deutsch-österreichische Anschluß gerade während der Anwesenheit der englischen Politiker vollzogen hatte. Vom Standpunkt der alten Kabinettspolitik aus mußte diese Tatsache als eine Schwächung des französischen Prestiges aufgefaht werden. 75 Millionen gegen 40 Millionen — so lautete die jetzt immer häufiger aufgestellte Rechnung, die sich mit phantasievollen Ausblicken auf ein weiteres Vordringen des deutschen Einflusses in Mittel- und Osteuropa verbindet. Erst die Zukunft kann erweisen, ob die Ergebnisse die jetzt mögliche Analyse der Londoner Beschlüsse rechtfertigen werden. In England hat man unter» trichen, daß es sich bei den getroffenen Vereinbarungen nicht um ein militärisches Bündnis handle. Es gebe keinen Vertrag für eine gegenseitige Hilfeleistung. Ader — so argumentiert man anderseits in Frankreich — die praktische Bedeutung der Entente Eordiale unb ihr Geist erhebe sie über alle grunbsätzlichen Diskussionen und Erörterungen ber Terminologie. Die Tatsache ber gemeinfamen General st abs- befpred) ungen ist an sich schon ein Vorgang von weitreichender Bebeutung, man weiß, baß solche Besprechungen die Handlungen der Regierungen ebenso stark und noch mehr beeinflussen können, als politische Abkommen, besonders wenn solchen Besprechungen praktische Maßnahmen — wie gemeinsame Flugzeugbestellungen usw. — auf bem Fuß folgen. Ob die Entente Corbiale zu einem Friedensinstrument.werden wird, ob von der Achse London — Paris stabilisierende und beruhigende Wirkungen ausgehen werden, oder ob das Gegenteil der Fall sein wird, das wird zu einem großen Teil von dem Geist abhängen, mit dem man sich dieses Werkzeuges bedienen wird. In den Fragen, die Spanien, das Mittelmeer und alle im Verhältnis zu Italien in Betracht kommenden »me betreffen, hat Frankreich unter dem Ein- nglands eine Haltung eingenommen, die einer internationalen Beruhigung ohne weiteres zustatten kommen kann. Die französische Reaierung -7 fo wird versichert — wird noch innerhalb von vierzehn Tagen ihren Botschafter in Rom ernennen. rarnpen angestrahlt, an den Beleuchtungen der Pfeiler wird noch gearbeitet. (Es ist Feiertagsstimmung in Neapel. Die Hausbesitzer und Ladeninhaber stehen auf den Straßen unb beraten mit Malern unb Maurern, was noch zu bessern wäre. Die hohe Säule auf bem Bahnhofsvorplatz, bie etwa Größe unb Form ber römi- ichen Trajanssäule erhält, ist noch nicht fertig. Geiste beuten an, wie bie Fassabe bes Bahnhofs erhöht werben soll. Die Abler, bie auf etwa breifeig Meter hohen grauen Säulen am Hafen stehen, werben eben geweißt. Auf bem Corso Umberto werben Ballen von Fahnentüchern abgelaben. Was aber viel mehr bedeutet als ber offizielle Schmuck der Stabt, ist bie herzliche Freube ber Neapolitaner, ihre rege Anteilnahme an allen Dingen, bie sich auf bie Festlichkeiten beziehen, ihre Gastfreunbschaft unb stete Bereitheit. Wenn man feinen Stabtplan entfaltet, ist sofort jemanb ba unb will Auskunft geben. Wirb man als Deutscher erkannt, fragt sogleich jemand: „Was wollen Sie wissen? Kann ich Ihnen helfen?" Und sie verabschieden sich: „Auf Wiedersehen!" Immer wieder wird es spürbar: Zwischen bem Reich und bem Imperium flutet ein heißer Strom gegenseitiger herzlicher Freundschaft.Es ist gewiß kennzeichnenb, daß man jetzt überall jenes Plakat sieht, das den Kopf des Duce neben bem bes Führers zeigt, mit ben Worten Mussolinis als Unterschrift: „...ein gemeinsamer, unerschütterlicher Wille, die Güter der Zivilisation zu bewahren, zu verteibigen, zu vermehren..." * Gestern abenb war in einigen Straßen und auf den Plätzen Generalprobe für die Festbeleuchtung. Die Mütter heben ihre Bambini in die Höhe, sie nehmen die Knaben und Mädchen auf die Schultern und zeigen ihnen die weißstrahlenden Adler, die golden leuchtenden Liktorenbündel, bie silbern emporsteigenben Fontänen: „Sieh, sieh bir bas an!" So werben diese Kinder dereinst doch noch die Erinnerung an ein gleißendes, glitzerndes, flimmerndes Schauspiel mit sich tragen, sie werden noch oft daran denksn müssen, und sie werden erzählen: So ist es damals gewesen, als ber beutsche Führer Abolf Hitler zu uns nach Napoli kam! Nicht alle, bie Zehntaufende, bie an biesem Abenb die Straßen beleben, werben ben Führer sehen können, aber fie wollen sich wenigstens vorstellen können, wie sich die Akte des grandiosen politischen Schauspiels entwickeln werden. 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Motetten aus der Geistlichen Chormusik und andere Schützwerke sind in diesen Gottesdienst ausgenommen. In der.Kar- mebiterkirche ist eine Morgenfeier angesetzt, m der weltliche und geistliche Musik dargeboten wird. Rach der Mitgliederversammlung der Reuen Schütz-Gesellschaft findet in St. Katharinen eine Vesper statt. Außer Orgelwerken des Meisters werden hier Soli aus den „Kleinen geistlichen Konzerten" und aus den „Symphoniae Sacrae“ musiziert. Im Saalbau wird ein großes Konzert aufgeführt, in dem mehr- MmWiu WfiW sucht selbständig. Geschäftsmann. Schr.Angeb.unt. 02116 and.G.A. mit ir.a. arbeiten. Schr. Angeb. u. 02128 an den Gießener Aufbauarbeit übermitteln. In alter Kampfoerbun- denheit! Heil Hitler! Jhr^Dr. Frick. Der Reichswirtschaftsminister hat den bisherigen Leiter der Reichsgruppe Handel der Organisation der gewerblichen Wirtschaft, Professor Dr Carl Lüer, mit Rücksicht auf seinen Eintritt in die Leitung der Dresdner Bank von seinem Amt entbunden und Professor Lüer seine Anerkennung für die dem Reich insbesondere in den Zeiten des Aufbaues der Reichsgruppe Handel geleisteten hervorragenden Dienste ausgesprochen. Dr. Lüer wird die Leitung der Industrie- und Handelskammer Frankfurt a. M. und der Wirtschaftskammer Hessen weiterhin beibehalten. Zum Nachfolger hat der Reichswirtschaftsminister den Leiter der Wirtschasts- gruppe Einzelhandel, Dr. Franz H a y l e r (München) berufen. Stellenangebote! Keine Zeugnisse in ürschrlll 'onbern nm Zeugnis. ablchrifteu dem Be» werdungsichreiben beilegen ! — Lichtbilder unoBewerbunqsunter- tgen müHen zur Vermeidung von Verlusten auf der Rücheite Namen und Anschrift be» Bewerbers tragen l Vervielfältiger Niederhausen Gießen. Bahnhofstraße 49 Bersrod, den 3. Mai 1938. Die Beerdigung findet Freitag, den 6. Mai, nachmittags 2 Uhr statt die Vertretung d e s Vatikans in Ratiü- nalspanien zum Range einer Delegatur erhoben worden ist, das einer Anerkennung g l e i ch k o m m t. Kunst und Wissenschaft. Hundertjahrfeier des Deutschen Sängerfestes in Frankfurt. preiswert zu verkaufen. 02125 I visiulirM. 38 ul Wtöfiö gebraucht und gut erhalt., zu kauf, gesucht. Schriftliche Angebote u.3064D an d. G^eß. Anz. Ml. 20000 als 1. Hrwotbek auch geteilt, aus- zuleihen. Schr. Angebote unter 3073D an den Gießen. Anzeig. Aelterer, erfahr. Kaufmann übernimmt | Vermietungen] Geräumige 2-Zimnier-WohD. mitBad im Südviertel z. I.Juni zu vermieten. Sckr. Anfr. unt. 02120 a.d.G.A. Aushilfe. Vorzustell. [soeiD d' Walltorstr. 17. Von größererMehl- und Landesprodukten- Handlung inKreisstadtHessen-Nassaus wird per sofort od. später ein tüchtiger gewandter Keifender zum Besuche der Landkundschaft, vonKolo- nialwarengeschäften u. Bäckereien gesucht. 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Minister Miletitsch besuchte eine Aufführung des Olympiasilms, . über die er sich außerordentlich begeistert äußerte. Der jugoslawische Minister legte, begleitet von Stabsfuhrer Lauterbacher, am Ehrenmal Unter den Linden einen Kranz nieder. Am Abend begab er sich im Flugzeug nach Kiel. Reichskommissar B ü r ck e l hat bestimmt, daß der Präsident der Reichspressekammer und Reichsleiter für die Presse der NSDAP. Amann befugt ist, alle ihm zum AufbauderPresse imLonde Oe st erreich geeignet erscheinenden Maßnahmen und Anordnungen zu erlassen, soweit es nicht um Fragen geht, die im Schriftleitergesetz behandelt sind. Reichsleiter Amann hat daraufhin vier Anordnungen erlassen. Sie bilden die Grundlage für die sofortige Inangriffnahme einer umfassenden Neuordnung des Pressewesens in Oesterreich mit dem Endziel der völligen Angleichung an die Verhältnisse im alten Reichsgebiet unter Berücksichtigung der besonderen Lage des österreichischen Pressewesens. Unmittelbar nach der Befreiung Oesterreichs durch den Führer haben die evangelischen Synodalausschüsse einem vom Evangelischen Ober- kirchenrat beschlossenen Kirchengesetz einhellig zugestimmt, wonach die evangelischen Seelsorger in Oesterreich folgendes eidesstattliche Gelöbnis ablegen: „Ich werde dem Führer des Deutschen Reiches und Volkes, Adolf Hitler, treu und gehorsam sein, die Gesetze beachten und meine Amtspflichten gewissenhaft erfüllen, so wahr mir Gott helfe." Schritte zur Ablegung des Gelöbnisses wurden vom Evangelischen Oberkirchenrat bereits in die Wege geleitet. * Am Dienstag wurde in Athen die Ausstellung „Freude und Arbeit" von dem Vorsitzenden des Internationalen Zentralbüros, Reichsorganisationsleiter Dr. Ley, in Gegenwart des griechischen Ministerpräsidenten Metaxas sowie der Delegationen der auf der Ausstellung vertretenen Länder feierlich eröffnet. Der nationalspanische Ministerrat unter dem Vor- : sitz des Generals Franco nahm zur Kenntnis, daß Die Deutsche Sängerschaft begeht vom 7. 15. Mai die Hundertjahrfeier des ersten Deutschen Sängerfestes 1838 in Frankfurt mit einer Festwoche für deutsche Chormusik. Vorgesehen sind vier große Konzerte, davon zwei für Chorwerke mit Orchester und zwei für Männerchorwerke a cappella. Alle Chorwerke werden zum erstenmal in Frankfurt, teilweise überhaupt als Uraufführung gegeben. Unter den rund 60 Komponisten des Festes befinden sich die glanzvollsten Namen der deutschen Chorkomponisten, wie Ottmar G erst er, Bruno Stürmer, Joseph Haas, Hermann Z i l ch e r , Hermann E r p s, Karl ß i c mann, Hermann Erdlen , Otto S i e g l, Armin K n a b und Walter Rein. Den Auftakt der Festwoche gibt eine volkstümliche Feierstunde auf dem Römerberg, bei der ein Massenchor von über 4000 Sängern vorwiegend Handwerkerlieder singen wird, um damit auch die Sänger-Festwoche in das Zeichen des in Frankfurt stattfindenden „Tages des Deutschen Handwerks" zu stellen. Die in Frankfurt aus dem ganzen Reich anwesenden etwa 25 000 Handwerker werden an der Feier teilnehmen« Die Mozartstiftung, die aus dem Erträgnis des ersten Deutschen Sängerfestes 1838 hervorging, veranstaltet ebenfalls eine Hundertjahrfeier, in der -der Präsident der Reichsmusikkammer Professor Dr. Peter Raabe über die Bedeutung des Männer- chorgesanges sprechen wird. Die Frankfurter Sängerschaft hat eine sehenswerte Ausstellung zusammen-- getragen, die im Haus Lichtenstein eröffnet wird. Als besonderes Prunkstück wird auch die erste Fahne des „Frankfurter Liederkranz" gezeigt, die bei dem ersten Deutschen Sängerfest vorangetragen wurde. Auch sonst sind alle Erinnerungsstücke an das erste Deutsche Sängerfest zusammengebracht der Entente Cordiale und ihrem Partner Frankreich gegenüber im besonderen sagen. Das gilt auch von den unglücklichen Versuchen, wirtschaftliche Dinge in die Auseinandersetzungen über die Lage der Sudetendeutschen zu mengen und die überlebten Tardieu-Pläne für die Donaustaaten wieder aus der Schublade zu ziehen. Die wirtschaftlichen Grundtatsachen werden solche Pläne von selbst zum Scheitern bringen. Sie können auch nicht zur Stärkung der wirtschaftlichen Stellung Frankreichs führen, das jetzt mit allen Kräften um die Verbesserung seiner Zahlungsbilanz kämpfen muß und schwerlich in der Lage ist, Geschenke zu machen. Im übrigen könnte eine Ueberspitzung der macht- politischen Haltung Frankreichs gegenüber allen großdeutschen Belangen beim tschechoslowakischen Problem auch leicht zu einer Gefährdu n g der Entente Cordiale überhaupt führen. Entkleidet man so die jetzt in London getroffenen Vereinbarungen aller Ausschmückungen, mit denen sie die meisten französischen Blätter aus propagandistischen Gründen versehen hatten, so ergeben sich — wenigstens für eine absehbare Zukunft — keine nennenswerten Verschiebungen. Innenpolitisch können sie allerdings für Frankreich, das eine riesige Anstrengung zur Auffüllung der Lücken m feiner Rüstung zu machen hat, von großem Nutzen fern; das Ergebnis der 15-Milliarden-Anleihe für die Landesverteidigung, die in diesen Tagen aufgelegt werden soll, wird davon sicherlich Zeygnis ab geben. Kraft Starke Nerven, Irisches Aussehen, gesunden Appetit erreichen alt und jung durch Lebens - Elixir - nanermann Kleine politische Nachrichten. Reichsminister Dr. Goebbels sandte an Hauptamtsleiter Hilgenseldt folgendes Telegramm. „Lieber Parteigenosse Hilgenfeldt! Heute vor fünf Jahren hat der Führer die NSV. als Organisation innerhalb der Partei für das Reich anerkannt Dieser Tag gibt mir besondere Veranlassung, Ihnen und allen Ihren treuen Mitarbeitern meinen herzlich sten Zank und meine besondere Anerkennung zum Ausdruck zu bringen für die große und segensreiche Arbeit, die Sie seitdem für Führer, Volk und Reich auf einem her wichtigsten Gebiete des öffentlichen Lebens ge- llüstet Haden. Millionen deutscher Mensches sind m den Genuß der Früchte dieser Arbeit gekommen. Sie selbst können an diesem Ehrentage der NSV. mit Stolz und Befriedigung auf das Geleistete zurück- schauen und Ihren schönsten Lohn darin «ehen, im Dienste des/Führers dem Volke geholfen zu haben. In kameradschaftlicher Verbundenheit mit Hitler Heil Ihr Dr. Goebbels." Der Reichs- und preußische Minister des Innern, Dr. Frick, hat an den Reichsarbeüsfuhrer, Reichsleiter Hier!,.das nachstehende Telegramm gerichtet: Lieber Parteigenosse Hierl! Am 4. Mai sind es fünf Jahre, daß Sie vom Führer als Staatssekretär in den Reichsdienst berufen wurden. Ihrer unermüdlichen Arbeitskraft ist es zu danken, wenn in diesen fünf Jahren her Arbeitsdienst zu einem Instrument aufgebaut werden konnte, auf das der Führer sich verlassen kann und auf das das ganze deutsche Volk mit berechtigtem Stolz blickt. Jetzt, wo Ihr Aufgabengebiet durch die Eingliederung Oesterreichs eine Erweiterung erfährt, möchte ich Ihnen meinen aufrichtigen Dank für di e hervorragenden L e i ft u n g e n der letzten fünf Jahre und meine besten Wünsche für weitere segensreiche mittag 3 Stunden gesucht. Schr.Angeb.unt. 02123a. d. G.A. MeineArrzeigen im Gießener Anzeiger werden von Taulenden beachtet und aeleieu chörige Werke von Schütz und anderen Meistern der klassischen Kirchenmusik zu Gehör gebracht werden. Durch den Frankfurter Organisten Helmut W a l ch a wird die neue Barockorqel im großen Saal der staatlichen Musikhochschule vorgeführt. Daran chließt sich eine Aussprache über die Ergebnisse des Festes an. Ü ' Salzburger Festspiele 1938. Im Spielplan der Salzburger Festspiele die vom 23. Juli bis 31. August durch, geführt werden, sind folgende Werke vorgesehen: Mozart „Cosi fan tutte", „Don Giovanni"; B c e t h -> ° ° n , „Fidelio"; Wagner, Die Mei. stersinger" „Tannhäuser"; Verdi, „^alstasfel ; Strauß „Der Rosenkavalier" im Festspielhaus. Für die musikalische Leitung wurde Wilhelm Furtwängler gewonnen. Außerdem dirigieren Dittorio Guy, Hans K n a p p e r t s b u s ch und Karl Böhm. Goethes „Egmont" erscheint m der .Inszenierung von Heinz Hilpert tm Hose Des Festspielhauses (Fclsenreitschule), Kleists „Ampln- tryon" in der Jchzenierung von Erich Engel auf dem Doniplatz. Aus aller Wett. Mittwoch, 4. Mai, 20 Uhr in der (5fobffird)C zu Gießen. Das Dfarramt öet MlWusgememkre. Donnerstag, den 5. Mai, nachm. 2 Uhr, versteigere ich an Ort u. und Stelle (Bekanntgabe erfolgt im Bersteigerungslokal Neuenweg 28, dahier), zwangsweise gegen Barzahlung: 1 Personenwagen, 1 Motorrad, IDamensabrrad, Vertikos, Kommoden, Chaiselongues, Sofas, Stühle, Büfetts,'Sessel, Bücher-, Kaffen- und Aktenrollschränke, Schreibmaschinen, Diplomatenschreibtische, Schreibmaschinentische, 1 Ladentheke Klavier und Grammophon, 5 Särge, 30 Türschlösser, 1 Herd, 15 Milchtöpfe, 8 Kaffeekannen u. andere Haushaltungsgegenstände. 3o71D Bestimmt: Zwei Küchenschränke (weiß lackiert), einküchentisch, zwei Küchenstühle. Moll Gerichtsvollzieher in Gießen Ludwigstr. 33 I Tel. 3239 Schr.Ängeb.unt. Horst-Wessel- Vorzustell. lrosiv 02122a.d.G.A. Wallen. L^zD1 Walltorstr. 17. Vollstreckung eines Todesurteils. Arn 3. Mai ist del 1904 geborene Fritz Jahn aus Magdeburg hingerichtet worden, der von dem Schwurgericht in Magdeburg wegen Mordes in Tateinheit mit schwerem Raube mit Todesfolge zum Tode und zum dauernden Verlust der bürgen - lichen Ehrenrechte verurteilt worden ist. Jahn, ein häufig vorbestrafter, arbeitsscheuer und verkommener Mensch, hat 1936 die Kohlenhändlerin Else B e irrens in ihren Geschäftsräumen in Magdeburg überfallen, erschlagen und beraubt. Wetterbericht Unter weiterem Druckanstieg hat sich eine Beruhigung der Wetterlage eingestellt. Von Nordost bis Ost hält zwar die Zufuhr kühlerer, aber trockener Fest- landluft an, aber infolge der Einheitlichkeit der Luftmassen kann für die nächsten Tage mit freundlichem Wetter gerechnet werden. Die Tagestemperaturen liegen zwischen 10 und 15 Grad, nachts besteht in freien Lagen leichte Frostgefahr. Aussichten für Donnerstag: Heiter bis wolkig, trocken, meist öslliche Winde, Tagestemperaturen zwischen 10 und 15 Grad, nachts örtlich, leichter Frost möglich. Lufttemperaturen am 3. Mai: mittags 10,9 Grad Celsius, abends 10,1 Grad; am 4. Mai: morgens 6,5 Grad. Maximum 11,4 Grad, Minimum heute nacht 2,1 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 3. Mai: abends 9,8 Grad; am 4. Mai: mckrgens 6,5 Grad. — Niederschläge 3,8 mm._______________ Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blum- schein. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thynot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigen, [eiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. III./38: 10 355. Druck und Verlag: Brühlsche Universitätsdruckerei R. Lange, K-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugs, preis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufs. preis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vom 1. September 1937 gültig. 2 leere ineinandergehende Zimmer elektrisches Licht, Nähe Bahnboi, an alleinstehende Person gen. täglich 2 Stunden Arbeitsleistung zu vergeb. Schr. Angeb. u. 02114 an d. Gieß. Anz. | Mietgesuche"] Junges Ehepaar sucht ver I.Juni, Juli oder August schöne 2-3-3immet- BJonnung. Schr.Angeb.unt. 02126 a.d.G.A. 9ieWiii)e»n5Ttont-ll5.-(5eiiieinfii)Dft„fii8ftöunh3reuOi>“ SUMM WGW«MU in Frankfurt a. M. am 8. Mai 1938 Bei der großen Kundgebung*um 11 Uhr in der FeftbaNe sprechen Reichsleiter Pg. Dr. Ley und Reichswirtschaftsminister Pg. Funk. Fahrpreis ab Gießen 1.50 RM. Anschlußstrecken 15 v. H. Fahrpreisermäßigung Fahrzeiten: Ab Gießen 7.34 Uhr, ab Großen-Linden 7.44 Uhr, ab Lang-Göns 7.52 Uhr, ab Kirch-Göns 7.58 Uhr, ab Butzbach 8.15 Uhr. 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Sie äußert sich in einem Ueberschuß des Zuckers im Körper und beruht auf einer ungenügenden Bildung des bekannten Hormons der Bauchspeicheldrüse, des Insulins. Neuerdings hat die Wissenschaft festgestellt, daß es auch sozusagen düs Gegenteil der Zuckerkrankheit gibt — ein Leiden, bei dem nicht zuviel, sondern zu wenig Zucker im Körper vorhanden ist. Dem Zuckerkranken wird das fehlende Hormon Insulin künstlich zugeführt — umgekehrt ist bei der neu entdeckten Zuckermangelkrankheit zuviel Insulin in der Blutbahn, und daher wird der im Körper gebildete "Zucker dank der Tätigkeit des Insulins sofort wieder aus dem Sästestrom entfernt und als „Reserve" aufgespeichert. Auf diefe Weise entsteht im Blut ein mehr oder weniger starker Zuckermangel und damit die erwähnte Krankheit, deren Erforschung wir vor allem dem deutschen Gelehrten Prof. Wilder verdanken. Wie kommt es nun, daß diese merkwürdige Krapkheit erst in letzter Zeit „entdeckt" worden ist — hat es sie vielleicht früher noch gar nicht gegeben? Wir haben hier eine recht interessante Bestätigung der Tatsache vor uns, daß die moderne Heilkunde immer häufiger und in immer stärkerem Maße Zusammenhänge zwischen scheinbar nur geistig-seelischen Störungen und rein körperlichen Vorgängen findet. So hat man neuerdings Heuschnupfen oder Asthma durch Hypnose geheilt, man ist gegen die gefürchtete Schizophrenie erfolgreich mit gewissen Arzneimitteln vorgegangen y und beider Zuckermangelkrankheit hat es sich herausgestellt, daß wir hier eine ganz bestimmte Form „nervöser Ueberreizbarkeit" vor uns haben, die an sich schon lange bekannt ist, aber erst jetzt auf ihre rein körperlich bedingte Ursache zurückgeführt werden konnte. Menschen, die bei der geringsten Kleinigkeit „verärgert" sind, die an allem herumzunörgeln haben, ohne ersichtlichen Anlaß starke Schweißausbrüche zeigen und schließlich — das wichtigste Anzeichen! — öfters von einem ganz plötzlich einsetzenden Heißhunger nach Süßigkeiten förmlich überfallen werden, weisen häufig Zuckermangel im Blut auf. Natürlich ist das nicht so zu verstehen, daß sich nun gleich jeder etwas nervyse oder überarbeitete Mensch zu den „Zuckerarmen" rechnen darf. Aber es gibt ein recht einfaches Mittel, die Diagnose zu klären: wenn die nervösen und körperlichen Störungen (unbegründete Müdigkeit, Unruhe der Hände, Gereiztheit und ähnliches) nach dem Verzehren einiger Kuchenstückchen oder sonstiger Süßigkeiten sehr bald verschwinden, dann haben wir Grund zur Vermutung, daß hier ein Fall von Zuckermangelkrankheit vorliegt. Im übrigen gehören derartige Fälle zu den leichteren, denn es gibt auch weit bedenklichere Erscheinungen, die durch st arten Zuckermangel im Blut ausgelöst werden. Es können Lähmungen und Verlust des Bewußtseins ober zum mindesten des Denkvermögens austreten, ferner Krampf- «nfälle, Zuckungen und ähnliche ausgesprochen schwere Krankheitsbilder. Glücklicherweise ist diese ernsthafte Form der Zuckermangelkrankheit sehr selten, während die von uns beschriebenen leichteren Fälle nach den neuesten Feststellungen verschiedener Wissenschaftler weit häufiger sind, als man bisher annahm. Bei so manchem Fall, der früher aus „nervöse Störung", Hysterie oder ähnliche seelisch bedingte Leiden behandelt wurde, stellt sich jetzt heraus, daß eine leichte Form des Zuckermangels vorliegt. Das ist natürlich für die Kranken sehr günstig, denn mit dieser neuen Diagnose ist auch sofort eine fast vollkommene Behebung der für den Patienten und seine Umgebung oft außerordentlich quälenden Krankheitserscheinungen gesichert. Die Behandlung geht verhältnismäßig einfach vor sich: man führt dem Patienten genau so Zucker — etwa in Form von Traubenzucker — zu, wie man umgekehrt beim Zuckerkranken das fehlende Infulin in Spritzen oder sonstigen Formen gibt. Nur in schwereren Fällen von Zuckermangelkrankheit wird Zucker als Einspritzung gegeben. Meist genügt der Genuß von Traubenzucker oder — in allen leichteren Fällen — die Ausnahme zuckerhaltiger Nahrungsmittel in regelmäßigen vom Arzt festzulegenden Abständen. Auf diese einfache Weise wird jetzt vielen Menschen geholfen werden, deren eigentliches Leiden bisher nicht richtig erkannt und daher auch nicht zweckentsprechend behandelt werden konnte. Insofern ist also die „Entdeckung" der neuen Zuckermangelkrankheit als recht erfreulicher Fortschritt zu betrachten, der zahlreichen Menschen die Freude am Leben zurückbringen wird. Heilklima gegen Tuberkulose. Neuerdings versucht man, bei der Behandlung der Tuberkulose möglichst ohne chirurgische Eingriffe auszukommen und an ihre Stelle die beste natürliche Heilmethode anzuwenden, die wir kennen: die Einwirkung der Sonnenstrahlung. Allerdings ist es nun keineswegs damit getan, den Patienten nur einfach ins Hochgebirge zu schicken — dort ist die Sonnenstrahlung ja besonders wirksam. Das könnte seine Krankheit unter Umständen statt zu bessern ganj. erheblich verschlimmern. Es aibt heute einen eigenen Wissenschaftszweig, die sogenannte Heliotherapie, die sich ausschließlich damit beschäftigt, die jeweils günstigsten Anwendungsarten der Sonnenstrahlung bei den verschiedenen Leiden zu erforschen. In den letzten Jahren hat sich nun immer deutlicher gezeigt, daß die noch vor gar nicht langer. Zeit so häufig geäußerte Ansicht, man ^ürfe Tuberkulöse keinesfalls an die See schicken, falsch ist! Ganz im Gegenteil wurde auf der Tagung der Bäder- und Klimaforscher in Kiel nachgewiesen, daß namentlich das Klima unserer Nordseeküste bei vielen Tuberkulosefällen ganz ausgezeichnet wirkt. Besonders gute Erfolge sind bei der Tuberkulose der Knochen und Gelenke erzielt worden. Der Meerwind verhindert eine Ueberhitzung des Körpers bei den ausgedehnten Liegekuren, daher werden die langen Sonnenbäder gut vertragen. Die feuchte Seeluft entlastet die Schleimhäute, üherhaupt wirken die Bedingungen des Seeaufenthaltes als „Reizklima", das viele Fäll- von Tuberkulose ebensogut, manchmal auch günstiger beeinflußt als das Hochgebirgsklima. Man sollte also, das ist die Lehre dieser Tagung, bei jedem Fall von Tuberkulose sehr genau die Frage prüfen, welches Klima jeweils gerade das richtige ist. Ob im Einzelfcckl Mittelgebirge, Hochgebirge ober Norbfee am besten für die Heilung geeignet sind, das ist eine für den Patienten oft geradezu entscheidende Frage — und wir sind heute, wie die Tagung bewies, zweifellos so weit, daß der geschulte Arzt sie mit Sicherheit richtig beantworten kann. Vitamine gegen Krampfadern. Der Freiburger Arzt Dr. Krieg hat in 35 Fällen von Krampfadererkrankungen die Beobachtung gemacht, daß bei einer Behandlung mit Vitamin-B-Präparaten häufig eine erhebliche Besserung der bei Krampfadern ost vorhandenen neuralgieähnlichen Beschwerden eintritt. 11 e b er ei nf t [mm e nb gaben die Kranken an, 'daß sich ihre Krampfaderbeschwerden mehr oder weniger rasch, im Durchschnitt etwa vier bis acht Tage nach Beginn der Ditaminzufuhr, besserten ober ganz ver- schwanden. Der Druck unb die Schwere in den Beinen wichen einem wohltuenden Leichtigkeitsgefühl, bie lästigen, vom leichten Ziehen dis zu krampfartigen Attacken sich fteigernben Schmerzen im Krampfaberbein verschwanden. Die Patienten konnten besser und weitere Strecken ohne besonbere Ermübung gehen unb vor allem auch längere Zeit stehen. Selbst Witterungseinflüsse, unter denen Krampf- aberträger desonbers leiden, blieben ohne Einfluß. Neben dieser schmerzlindernden Wirkung konnte aber noch etwas anderes beobachtet werden, und zwar eine Zusammenziehung der Krampfadern während der Zufuhr des Vitamin-B- Präparates, das in bie Muskulatur gespritzt wirb. Dadurch nimmt nicht nur der Durchmesser der erkrankten Venen vorübergehend ab, sondern gleichzeitig auch der Umfang der Erkrankung. 'Leider ist die Dauer der Einwirkung des Vitamins B auf das Krampfaderleiben im großen und ganzen an bie. im Gefolge von Operationen burch vorbeugende Zufuhr bes Mtaminstoffes gebunben. In ber größe-1 Dttaminbehandlung bekämpfen kann. ren Zahl ber Fälle trat nämlich etwa sechs bis zwölf Tage nach Abbruch ber Kur ber frühere Zu- ftanb roieber ein, wenn auch nicht feiten in beutlich verringertem Maße. Befonbers lang anhaltend war bie linbernde Wirkung auf bie Schmerzen, bie sich bisweilen auf Wochen erstreckte. Es fragt sich also, inwieweit eine rechtzeitige Be- hanblung mit Vitamin B in gewissen Fällen die Krampfaberentstehung überhaupt verhinbern kann. Ganz befonbers würbe dies für die Monate der Schwangerschaft in Erwägung zu ziehen fein, in der bann längere Zeit hinburch eine Vitamin-Kur durchgeführt werden müßte. In erster Linie käme diese vorbeugende Maßnahme für solche Frauen in Betracht, die schon Anfänge von Krampfaderbildun- gen an sich gespürt haben. Darüber hinaus ist "die Frage zu prüfen, ob der Chirurg vielleicht mit diesem Vitamin auch die gefährliche Thrombose BDM.aufWochenendsahrtimOdenwald. Schulung der Zahrtführerinnen des BOM. Vor einiger Zest wurde von ber Sommerarbeit im BDM. gesprochen; Fahrten, Laaer unb Sport stehen im Mittelpunkt! Nun ist bie Zeit gekommen, wo bie Natur hinauslockt. Die Sonne, der Wind, bie Wolken rufen uns aus ben engen Zimmern. Unsere Mäbel im Untergau Gießen sollen sich in diesem Sommer ben Odenwald erwandern. Damit die Fahrten ein wirklicher Erfolg werden, sind die Fahrtenführerinnen unb auch bie Mäbel selbst auf bas Sorgfältigste vorbereitet worden. An einem ber letzten Sonntage fand nun eine Schulungsfahrt der Fahrtenführerinnen statt. Sie wurden mit dem Gebiet ihrer Wanderungen bekanntgemacht, lernten besondere Eigenschaften ber Menschen und der Landschaft kennen, so daß sie auf alle Fragen der Mädel Antwort geben unb ihnen wirklich die Gegend ihrer Fahrt nahebringen können. Lesen wir nun den Bericht einer Fahrtenteilnehmerin: Samstags waren pünktlich um 13 Uhr alle 30 Mädel am Bahnhof angetreten, und mit großen Erwartungen fuhren wir nach Darmstadt. Dort wartete schon der Omnibus, um uns durch die Stadt unb bann bie Bergstraße entlang nach Heppenheim zu fahrep. Es schien uns allen, als hätte sich bie Landschaft besonders geschmückt. Die blühenden Aprikosen-, Pfirsich- und Mandelbäume boten einen wunderschönen Anblick. Am Spätnachmittag trafen wir in Heppenheim ein, wo wir von den Herbergseltern herzlich begrüßt wurden. Die Jugend, herberge liegt in der alten bischöflichen Residenz, unb offene Türen des alten Gebäudes verlockten manches Mädel, das Haus, in dem ehemals Bischöfe ihre Sommerresidenz hatten, zu betreten. Aber es war nichts zu sehen! Der Bau wird gründlich überholt. Die Handwerker behaupteten bas Felb. Um einen schönen Ausblick über die Gegend zu erhalten, wurde noch ein Spaziergang auf die Starkenburg unternommen. Leider war die Aussicht so schlecht, daß' es sich gar nicht lohnte, aus den Turm zu klettern. Die Sonne schien aber noch so schön, daß wir uns oben um den alten Brunnen setzten und Frühlingslieder fangen. In bester Stimmung kehrten wir zur Jugendherberge zurück. Nach dem Abendbrot gingen wir noch durch die Gassen von Heppenheim. Am andern Morgen nahmen wir mit einem frohen Lied von den Herbergseltern Abschied und verließen' unter Gesang dje Stadt. Die Fahrt durch den schönen FrühlingsmorFen gab uns ein eindrucksvolles Bild von der Schönheit des Oben- waldes. lieber Waldmichelbach, Beerfelden,. durch das Mümlingtal fuhr unser Auto nach Erbach. Dort wurde Halt gemacht, um die Sammlungen des Grafen von Erbach zu besichttgen. Bei den alten Plastiken der römischen Feldherrn kramte manche ihre Geschichtskenntnisse aus und versuchte, sich die Taten der großen Männer ins Gedächtnis zurück- zurufen. Auch dem Rüstungssaal wurde ein Besuch abgestattet. Don Erbach ging es weiter nach Michelstadt. Dort machten wir zu einem kräftigen Eintopf ber Bauemschule einen Besuch. Dann konnten wir frisch gestärkt bas liebliche Städtchen besichttgen. Zunächst holten wir üns einen Gesamtblick über den breiten Talkessel, über bas Städtchen mit seinen alten, Dächern und Giebeln. Dann bewunderten wir alte, stolze Bürgerhäuser, Fachwerkbauten mit geschnitzten Erkern und schließlich den reizvollen Marktplatz. Dann zog es uns nach dem alten Wasserschloß Fürstenau, dgs in einem schönen Park liegt und uns den Eindruck eines Märchenschlosses machte. Von hier aus wurden wir nach der nahe gelegenen Einharts-Basilika geführt, einer der ältesten Kirchenbauten Deutschlands. Leider neigte sich die schöne Fahrt, die uns in so kurzer Zeit so viel Eindrücke gebracht hatte, ihrem Ende zu. In rascher Fahrt x ging es Darmstadt und weiter Gießen entgegen. Wir freuen uns nun natürlich alle, unsere Mädel auf der Hessen-Nassau-Fahrt über Pfingsten durch ein so schönes Gebiet unseres Gaues führen zu können. Die Fahrt wird für jedes Mädel das gleiche Erlebnis werden, wie sie es für die Fahrtenführerinnen schon wär. Diese herrliche Plakette hat das Deutsche Handwerk, in der Deutschen Arbeitsfront für die Reichssieger im Handwerkerwettkampf 1938 Herstellen lassen. Die Plakette ist eine Schmiedearbeit, die die sieben Hauptwettkampfgruppen symbolisch darstellt. Sie wird vom Reichsorganifationsleiter Dr. 5ey am „Tag des Deutschen Handwerks", den Reichssiegern persönlich überreicht. Zwanzig Jahre Gesellschasi Hessischer Bücherfreunde. ' Von der Gesellschaft Hessischer Bücherfreunde in Darmstadt wird uns geschrieben: In diesem Frühjahr find 20 Jahre verflossen feit der Gründung des Gesellschaft Hessischer Bücherfreunde. Im Gegensatz zu den anderen bibliophilen Gesellschaften Deutschlands stellte sie sich die Aufgabe, in den Veröffentlichungen nur heimatliche Buchkunst, Buchkultur und Literatur zu pflegen, mit einem Wort, ihr Veröffentlichungsbereich auf hessische, insbesondere barmst ab tische Kunst und Kultur zu beschränken. Das war ein weise gestelltes Programm, das im Laufe der vergangenen 20 Jahre viele wertvolle Veröffentlichungen, zumal auf dem Gebiete der hessischen Kunstgeschichte, gezeittgt hat. So konnten die so wichtigen Künstlermonographien über Joh. Ehr. Fiedler, L. Gläser, Aug. Fritz, F. I. Hill, I. L. Strecker, W. Merck, A. Lucas erscheinen. An literarischen Veröffentlichungen wurden wertvolle Beiträge zur Kenntnis N i e b e r g a l l s m Gestalt einer umfangreichen Biographie und einer schönen, mit Scherenschnitten gezierten Ausgabe des „Datterichs" geliefert. Die Darmstadter The ater - gefchichte fand Berücksichtigung in den anziehenden Erinnerungen F. A. Winters, ^e Stadtgeschichte in der Veröffentlichung „Darmstadter Allerlei" von A. Beck, die Umgebung in Wunzers Wandererinnerungen, in „Frankenstein in Wort und Bild" unb in bem Büchlein „Der Dichter bes Nibelungen-Liebes", bas ben Dichter in Lorsch vermuten läßt. Eine besonbere Kostbarkeit unter ben Veröffentlichungen ist die Faksimile-Wiedergabe des berühmten Niddaer Jagdbuches von Valentin Wagner, eines bedeutsamen Dokumentes in der Geschichte der Jägerei. Außer den Jahresgaben brachte die Gesellschaft mancherlei lustige und bibliophil leckere Kleinigkeiten heraus, die in geringer Auflage nur einem, engeren Kreis von Liebhabern zugänglich blieben. Alles in allem hat die Gesellschaft seit dem Tage ihres Bestehens in sehr fruchtbarer Weise aus das Buchgewerbe in Darmstadt gewirkt, den Druckereien schöne und erfreuliche Ausgaben gestellt und in weiten Kreisen das für die deutsche Kultur so wichtige Gebiet der B u ch p f l e g e heimisch gemacht Die letzte große Aufgabe, die sich die Gesellschaft gestellt hat, ist die Herausgabe einer Geschichte der Darmstädter Malerei, von ber bis jetzt die ersten beiden Bände erschienen sind. Dieses Werk wurde mit Unterstützung der Stabt Darmstadt ins Leben gerufen und bedeutet schon jetzt einen’ unentbehrlichen Baustein in der Geschichte unserer Kunst. In mancher Beziehung hat bie Gesellschaft Hessischer Bücherfreunde das, was mit ber Grünbung ber Ernst-Ludwig-Preste seinerzeit angestrebt wurde, weiter ausgebaut, und zwar in volkstümlicher Weise. Gewissermaßen hat bie Gesellschaft Hessischer Bücherfreunde die Tradition, die durch bie Ernst- Lubwig-Presse geschaffen war, übernommen und sich damit logisch eingereiht in das bekannte Darmstädter Kulturstreben. Möge es der Gesellschaft und ihrem unermüdlichen Vorstände gelingen, alle ihre Aufgaben auch noch fernerhin durchzuführen. Es gibt noch fo manches, was aus der Kulturgeschichte Darmstadts gesammelt und festgestellt werden müßte. Aepfel in Nachbars Garten. Von D. G. Schumacher. Des Nachbars junger Hund war heute wieder einmal über den Zaun gesprungen und hatte sich erfrecht, eine Tüte Blumenzwiebeln im Maule fortzutragen. Das ging nun doch nicht länger so! Wie aber sollte Netti es dem Nachbarn sagen? War er so in sein Rechtsstudium vertieft, daß er nie gemerkt hatte, wie sie feinen Hund wiederholt schon aus ihrem Garten gejagt hatte? Dann fiel ihr ein, ihm zu schreiben. Sie tat es auch sogleich: „Geehrter Herr Doktor! , . Darf ich bitten, Ihren Hund Jo kl fortan vom Besuch meines ©artens abzuhalten! Sie „schicken mir auch wohl die Blumenzwiebeln zurück die er hier „entliehen" hat. Das Hausmädchen steckte den Brief in Dr. Bert Lachners Postkasten. Schon nach zehn Minuten hatte sie feine Antwort: „Sehr geehrtes Fräulein! - Hier erhalten Sie die Blumenzwiebeln zurück, ich empfinde den Vorfall äußerst peinlich; Ioki werde ich bestrafen. — Indessen bitte auch ich, ben über meine Frühbeetkästen hangenden Ast Ihres Apfelbaumes absägen zu lasten, da er 1. die Sonne abhält, 2. die Glasschettien der Beete durch herunterfallende Aepfel zerschlägt. ßeiber muß ich auf dieser Bitte rechtlich bestehen und bleibe Ihr ergebenster Dr. - Bert Lachner. „Das ist doch die Höhe", rief Netti — „ben Ast abfägen unb daburch ben Baum ruinieren kümmert er sich sonst so um seine Beete? Dennoch — sie mußte es wohl tun. Am nächsten Morgen beobachtete Ioki, 'ber Hunb, wie Fräulein Netti, höchstselbst, mit ber Leiter am Zaun hochstieg ... als sie aber nach ihrer Säge zurückgreifen wollte, glitt sie aus und saß plötzlich völlig unverletzt, aber um so verblüffter, auf einem Sanbhau- fen, neben Dr. Lachners Frühbeetkästen — während eine sympathische Stimme sprach: „Sie haben sich doch nichts getan?" Er war herbeigelaufen, ftteckte ihr die Arme hin. „Danke, danke, ich brauche keine Hilfe, Herr Dok-tor!" und wollte auf und davon. Er legte seine Hand auf ihre Schulter. „Warten Sie doch!" „Was fällt Ihnen ein?" „Ja, das ist ein interessanter Rechtsfall. Sie gehören mir, Fräulein Blank! Was von Nachbars Baum in meinem Garten fällt, ist mein (Eigentum! Ich laste Sie nur los, falls Sie versprechen, nicht fortzulaufen? Ich kann jetzt tun, was mir beliebt, Sie behalten, küssen oder essen, verkaufen, einsperren und füttern — ja, das möcht' ich schon —" Ihr ward unerträglich warm. „Lassen Sie mich sofort los!" Es kam ganz ärgerlich heraus. „Ich bin aber im Recht! Fragen Sie nur die Polizei! Ich kann Ihnen ja auch den Paragraphen gedruckt zeigen!" „Wenn Sie ein Gentleman sind, so werden-Sie mich loslosten, verstehen Sie!" Er sah sie strahlend an: „Auch bei so naher Besichtigung bleiben Sie bie reizenbste Dame in ber ganzen Gegenb, Fräulein Netti! Hab' ich ein Glück! Wären Sie nur vom Zaun gefallen, so hätte ich nichts gesagt — aber vom Baum ..." r. v „Wenn Sie mit biefen üblen Scherzen fertig sind, so holen Sie die Leiter, damit ich wieder an meine Arbeit komme!" „Das werde ich schon! Aber zunächst hole ich einmal bas Bürgerliche Gesetzbuch unb sperre Sie inzwischen hier in diesen Schuppen ein ..." Er fühlte wohl, wie Netti zwischen Zorn unb Neigung kämpfte. Da riß er sie in den Arm unb trug sie in ben Schuppen, ben er rasch von außen verschloß. Als sie, halb lachenb, halb weinend, gegen die Tür schlug, rief er zurück: „Tut mir leid! Ich komme sofort wieder, hole nur das Buch!" Netti sah sich um. An ber Wand hing em Schlüssel, es war der zweite von diesem Schuppen, sie konnte also entwischen. Aber sie tat es nicht. „Das Ungeheuer!" stöhnte Netti — aber um ihren Mund zuckte die Lust an diesem Spiel. Schon war Bert wieder da. „Hier ist das Bürgerliche Gesetzbuch, aber auch ohne das könnten Sie mir, als einem Rechtsgelehr. ten, glauben!" „Freut mich — lasten Sie mich aber nun frei« willig gehen! Sonst brülle ich, bis Mama kommt, und dann fallen Sie mal sehen!" „Blech, Fräulein Netti! Ihre Frau Mama habe ich ja zur Stadt fahren fehen!" Er griff nach ber Leiter und führte Netti aus bem Schuppen. Noch ehe sie ganz an ihm vorbei konnte, hatte er sie roieber umschlungen: „Ha, zu spät! Sie hätten ja entkommen können» be,nn ber zweite Schlüssel, hing in bem Schuppen, sahen Sie ben nicht?" Mit gutgespielter Unschuld schüttelte sie den Kops und mußte ihm, festgehalten, gerade in die Augen sehen. „Ich finde, Herr Doktor, Sie betragen sich unerhört ..." „Ach wo, Sie finden es gar nicht. Denken Sie, ich merke es nicht?" Dann wurde es sttll unter bem Apfelbaum. * Nach Aussagen des Gärtners bem Hausmädchen gegenüber darf man annehmen, daß Fräulein Netti die Rechtslage zu Berts Gunsten hat zugeben müssen. Heiter ist die Kunst. Theodor Döring, ber als einer der einfalls reichsten Darsteller in der Theatergeschichte fortlebt beherrschte seine Rollen nicht immer sicher. So roai er häufig auf ben Einhelfer angewiesen. Einmal be= fanb er sich auf einer Gastspielreise. In einem Stäbtchen fanb er eine Frau als Einhelferin, mit ber er schon währenb ber Probe nichts anzufangen wußte. Immer roieber blieb er stecken. Döring begehrte sie, wie er gewöhnt fei, zu spielen. Nichts half. „Bei ber Frau bin ich verloren!", seufzte ber große Mime. „Ihr Anblick breht mir bas Herze um — wenn bas Elenb im Kasten sitzt, kann ich nicht spielen! — Schminken Sie sich rote Backen, stecken Sie sich eine Rose ins Haar — bann roirb’s gehen!" Unb so geschah es. Die übrigen' Schauspieler halfen bie Einhelferin schmücken, bevor sie sich in ihren Kasten setzte. Döring hatte am Abend einen Erfolg wie selten. Das Publikum jubelte chm zu. Da ließ er bie Einhelferin während ber Pause zu sich kommen. „Sehen Sie, so ift's gut!", fagte er anerkennend. „Merken Sie sich: Heiter ist die Kunst! Heiter!" Kür den Büchertisch , Faustischer Glaube — H. A. Kor Sonne, Wind und Weile. Aus fremden Literaturen. Allerlei Geschichten von Tieren —, Professor deburg al,s — Sepp Dobiasch: Sonn.e — Wind und Weite. Ein Buch von frohen Fahrten und Menschen. 170 Seiten. Wilhelm Limpert Verlag, Berlin. — (84.) — Sepp Dobiasch, durch seine Bücher „Kaiserjäger im Osten" und „Volk aus dem Amboß" bereits rühmlich begannt geworden, gibt hier aus eigener Anschauung und eigenem Miterleben in locker aneinandergereihten Kapiteln und in frischer, natürlicher Erzählung ein fesselndes Bild vom großen Gemeinschaftserlebnitz der Organisation „Kraft durch Freude": man spürt beim Lesen 'sofort, daß Dobiasch mit echter Begeisterung und mit dem Herzen bei der Sache ist, daß er die mit KdF.-Urlaubern und auf KdF.-Fahrten gewonnenen Eindrücke, Beobachtungen und Erlebnisse in diesem Buche hat loswerden müssen. Es ist ein undogmatisches und Unbefangenes Buch geworden, das nicht am Schreibtisch ausgeknobelt, sondern draußen auf großer Fahrt, im Urlauberzug, auf-dem Schiff, an der Nordsee, an der Ostsee, in Nürnberg oder auch im — Curt Strohmeyer: Mitten durch mein Tierreich. 40 bunte Tiergeschichten mit 36 Textzeichnungen von B. von Korff. Preis Ganzleinen 4,50 Mark. Deutscher Verlag, Berlin. — (68) — Schopenhauer, der alte verknurrte Knabe, sagt einmal, daß einer der liebenswürdigsten Züge des Menschen seine Tierliebe sei, und nicht selten wendet gerade der von den Mitmenschen enttäuschte ttrdensohn sein Interesse den Mitgeschöpfen zu, die Goethe unsere „Brüder im stillen Busch, in Luft und Wasser" nennt. Einen solchen Jäger und Durchstreifer von Wald und Feld, wie es Curt 'Strohmeyer ist, lobe ich mir! Ihm kommt es nie auf die Größe der „Strecke" an, sondern auf das Naturerleben, auf das Sich-einfühlen in all die sonderbaren Käuze, die das in tausendfacher Gestalt und mit den allerverschiedensten Anlagen ihr Leben führen nach dem Gesetz, das ihnen geworden, wie uns das unsere. Man lernt sie alle lieben, alle verstehen, die Tiere, die er uns in seinem neuen Buch nahe bringt, das frisch und 'frei mit einem liebenswürdigen Humor geschrieben ist, von einem, der vor Tau und Tag, und wenn der Mond still über schweigenden Heiden steht, durchs Revier wandert. Ein vortrefflicher Naturbeobachter, ein Tierfreund, einer, der in der Stille und Einsamkeit der vom Himmel überspannten Weite zu einem Philosophen wird und oft vergißt, daß er eine Flinte bei sich trägt. So wird sein Buch für jeden Freund der Natur ein doppelter Gewinn; Frische geht von ihm aus, Freude und so manche Erkenntnis. Was tut uns modernen Stadtmenschen vor allem mehr not als Naturnähe? Hier haben wie sie !n schönster Form. Bruno H. Bürgel. — Felix R i e m k asten: Ali — der Kater. Mit 16 Zeichnungen von Olaf Gulbransson. Gebunden 2,60 Mark. Verlag von Quelle 6- Meyer in Leipzig. — (147) — „Wenn du mir in. Latein eine Eins nach Hause bringst, barfft du dir etwas wünschen." Und was wünschte sich die Tochter? Eine Katze. „So", sagt Riemkasten, „entstand unser Herr Kater Ali. Denn daß er hier im Hause der Herr war, merkten mit bald. Er war ein ganz schattig eigensinniger Herr Ali, so richtig ein schleichender Katzenbursche, und nachher wurde er bei uns Ofengehilfe für den Winter und Gartenbauinspektor für t den Sommer. Er gehört ins Tierreich, aber er ist i aus dem Pflanzenreich einfach nicht herauszu- , bringen. Bei unserer Mutti steht er in Gunst, der , Schuft, aber bei mir steht er unabdingbar im Miß- i trauen, der Schuft. Wenn er nur nicht so süß und umfangreichen wissenschaftlichen Apparat versehen, ist mit Abbildungen gut ausgestattet. — Hans Gäfgen: Frundsberg. Mit Bildern von Fritz Kredel. Halbleinen 1,60 Mark. K. Thienemanns Verlag, Stuttgart. (79) — Unter Kaiser Maximilian wurde Georg von Frundsberg Obrist der Landsknechte. Er führt seine Leute, die dem Kaiser Treue gelobten, für des Reiches Herrlichkeit von Sieg zu Sieg. Frundsberg war ein Haudegen, ein derber, urwüchsiger Soldat, mit dem Herzen eines Kindes und dem Mut eines Löwen. Von ihm hat Luther einmal gesagt: „Frundsberg gehört zu den Wunderhelden, um welcher willen Gott ein ganzes Land segnet." Hans Gäfgen zeigt uns sein Leben und die Landsknechtzeit fesselnd und einprägsam, wozu auch die vielen interessanten Zeichnungen von Fritz Kredel beitragen. — Die Darstellung ist auch für Buben und Mädchen vom 10. Lebensjahre ab geeignet.' — D. W. Wassiljew: Der letzte Kommandant. Aufzeichnungen des letzten zaristischen Befehlshaber der Peter-Paul-Festung zu Petersburg. 125 Seiten.. Schwarzhäupter-Derlag, Leipzig». Berlin. — (81) — Dem letzten zaristischen Kommandanten des berüchtigten Staatsgefängnisses des Zaren hatte das Schicksal in dem blutigen Revolutionsjahr 19J7 eine besondere Aufgabe vorbehalten. Je schlimmer die Revolution sich entwickelte, um so mutiger war er bemüht, den Bolschewismus von feinem Vaterland fernzuhalten. Daß es ihm nicht gelang, lag an seiner Stellung und der sich überstürzenden Entwicklung der Verhältnisse. Oberst Wassiljews Aufzeichnungen sind ein bemerkenswerter Beitrag zur Geschichte der russischen Revolution. f: Faustischer Glaube, roblem humaner Lebensgestal- von ihrer .Eitelkeit und ihren Leidenschaften, von Leichtsinn und Ueberschwang und auch von verstehender Güte und tiefer Menschlichkeit. — Gustav Frenssen: Land an der Nordsee. Erzählungen. Mit einem Nachwort von Numme N u m \ e n. (Nr. 7389.) Kart. 35 Pf., Ganzleinen 1 RM. Philipp Reclam jun., Verlag, Leipzig. — (116,2) — Der Dichter hat einige seiner schönen Erzählungen zu einem Reclam-Bändchen vereinigt. Das „Land an der Nordsee" ist der Wurzelgrund seines Schaffens. Ein Hauch von Meeresduft der Marschenlandschaft durchdringt dieses Buch, das uns Menschen und Schicksale der Heimatküste in lebensvollen Bildern nahebringt. Der eigene Entwicklungsgang des Dichters wird in reizvollen Szenen lebendig, und eine Fülle echt dithmarsischer Gestalten ersteht rundum in köstlicher Eigenart. — Margarete Schiestl-Bentlage: Bernats Heimkehr und Ehe. Novelle. Mit . einem Nachwort der Verfasserin und Holzschnitten von Adolf Finsterer. (Nr. 7391 ) Kart. 35 Pf., Ganzleinen 1 RM. Philipp Reclam jun., Verlag, Leipzig. — (116,1) — In einer reizvoll illustrierten Versuch über das r tung 167 Seiten. Verlagsbuchhandlung von I. I. Weber in Leipzig, 1938. — (52.) — Der Leipziger Literarhistoriker Hermann August Korff, der früher- in Gießen und Frankfurt wirkte, kehrt mit der vorliegenden Schrift zu einem Problemkreise zurück, . der sich bereits in seinem zweibändigen Werke „Geist der Goethezeit" anzudeuien schien; die dort entwickelte geistesgeschichtliche Gesamtschau unseres klassischen Zeitalters mag als die allgemeine Grundlage gelten für eine Darstellung, die mit einer bestimmten Fragestellung an ein bestimmtes — und zwar das mächtigste — Dichtwerk jener Epoche her- antritt, an den „Faust", dem schon früher Korffs feinfühlig und scharfsinnig eindringende Forschungen zugewandt waren. Korff erkennt und formuliert sehr klar die Problematik des humanen Menschen im „Faust": sie „...besteht, aber sie bleibt nicht auch das letzte Wort der Dichtung. Und ihr letztes Wort ist nicht das Bestehenbleiben dieses Problems, sondern das Bestehenbleiben des humanen Menschen. In ihm und feiner Charakterfestigkeit triumphiert der humane Glaube. Er triumphiert gegen alle Anklagen der christlichen Kirche — durch die Tat..." Dies ist der Grundgedanke, der in der Darstellung des Problems im einzelnen entwickelt und erhärtet wird — auf eine geistreich aufspürende und das Ganze überschauende Weise, vom Dichterischen wie vom Philosophischen hek. Ueber die Schwierigkeiten, die in der Konzeption des Themas begründet sind, ist sich der Verfasser, wie das Nachwort ausweist, nicht im Unklaren gewesen; sie können weder den Reiz der Lektüre im allgemeinen' noch die Ergebnisse und Schlußfolgerungen der einzelnen Kapitel beeinträchtigen, von denen nament- lich die über den Teufelspakt, über die drei Tragödien, über die heroische Behauptung des Lebensglaubens und über humane Theologie an die Kernprobleme der Dichtung heranfü'hren und jedem, auch dem unwissenschaftlich ausnehmenden Leser des „Faust", vielfältige Bereicherung und Anregung geben werden. Hans Thyriot. Deutsche Meisterausnahmen. — Deutsche Meisteraufnahmen. Verlag F. Bruckmann, München. Preis des Heftes 85 Pf. — ' (76) — Diese Bildheftreihe ist durch vier neue Bändchen erweitert worden. Im Heft „Nordsee-Menschen" gestaltet Erna Lendvai-Dircksen die Monumentalität von Mensch und Landschaft der Nordsee : in groß gesehenen Bildern. Zu den hohen Deichen, den Halligen und dem natürlichen Herrentum des Bauern an der deutschen Nordsee bildet das Heft „Burgen i m B o z e n e r L a n d" von Kurt Hiel- scher ein Gegenstück, das uns von der Landschaft und von den ritterlichen Geschlechtern Tirols kündet. Hielscher hat zumeist Aufnahmen von weniger befanden Burgen und Ruinen aus der Bozner und Meraner Gegend ausgewählt. Walter Remmel hat sich ein originelles, photographisch nicht einfach zu erfassendes Thema gewählt:' „Freud und Leid in der Schul st ub e". Der Werkstoff ist hier der junge und meist unverbildete Mensch, dds Kind. So ipuß man Kinder geduldig belauschen — so muß man sie photographieren! In dem Heft „Hintter den Kulissen der Filmregie" von Luis Trenker finden wir Schauspieler, wie sie arbeiten, von der Themenwahl eines Films an- gefangen bis zu seiner Uraufführung. — Die Hefte enthalten neben den Bildtafeln eine Einführung des jeweiligen Lichtbildners in sein Thema, Besprechungen der einzelnen Bilder und Angaben über die Aufnahmetechnik. Deutsche Etzähler. — Lhm Welk: Die Lebensuhr des Gottlieo (srambauer. '-öeicgie eines einsaitigen Herzens. Roman. o30 Seiten. Mil 1z Texi- jeicynungun von Jilljreö Finsterer. Brosch. 4,öü Marl, ganzleinen a,8U Mart. Deutscher Benag, Berlin. — ^z) — Wir Haven vor einiger Zeit Weits „Heiven von Hummerom' mit Vergnügen an öiejer stelle angezeigt und wollen hosjen, oie|er herzhaften, heiteren tmo erbaulichen Geschichte manchen Le- jer zugefuhrt zu haben. Heute nennen wir ein neues Buch ues gleichen Verfassers, das aus der gleichen meliichlichen Haltung uno aus dem gleichen liebens» kreise erwuchs, nicht minder herzhaft uno nicht minder erbaulich, nicht ganz |o heiter wie jenes erste, dasür aber nachoentucher und aus weiterer Sicht und reicherem Dasemsgefuhl heraus gejdjrieben. Waren Oie „Heiden' im wesentlichen eine Laus- buoen- und Jugenogejchichte (m der sreilich auch die großen Beute igr angemessenes Teil abkriegen) — |o ist der neue Roman die Lebensgeschichte eines • alten Mannes, medergeschrieben nach den Aufzeichnungen und Berichten eines Neunzigjährigen: das giot dem Buche feinen eigentümlichen tnicht überall vorbildlichen) Stil, seine Lebensnahe, Lebenserfahrung uno Attersweisyett. Die Ereignisse, die hier berichtet werden, umspannen einen großen Abschnitt öes vergangenen Jahrhunderts; jie erstrecken. sich von der 48er Revolution vis in die nahe Gegenwart Geschichte. Albert Brackmann: Mag» Haupt st adt des deutschen O st e n s"i m frühen Mittelalter. H. Schmidt und C. Günther, Pantheon-Verlag für Kunstwissenschaft, Leipzig 1937. 88 Seiten, Leinen, 16 Bildtafeln, 1 Plan. Preis 3 Mark. — (2) — Der Verfasser ist als einer der besten Kenner der Ostfragen dazu berufen, Magdeburgs Stellung zum Osten zu deuten. Zum ersten Male ist hier erläutert, was Magdeburg einst für die Ostpolitik der deutschen Kaiser und Könige, was es als Stadt überhaupt für den Osten Mitteleuropas bedeutet hat. Brackmann schildert, wie die Pläne Ottos des Großen, seine Residenz Magdeburg für alle Zukunft zum Angelpunkt einer nach Osten gerichteten Reichspolitik zu machen, zur Ausführung gekommen find. Das Ringen um den Osten im 10., 11. und 12. Jahrhundert, in staatspolitischer und kirchenpolitischer Hinsicht ist, sy zeigt das Buch, für das Schicksal des Erzstiftes Magdeburg von ausschlaggebender Bedeutung gewesen, und hat auch das Schicksal der Stadt Magdeburg geformt. — Das Buch, mit einem Münchener Löwenbräu erlebt worden unb entstanden ist. Dobiasch gibt ein klares und ungeschminktes Bild des heutigen deutschen Menschen in seiner Freizeit, wie sie ihm die großzügige Schöpfung der „Kraft durch Freude" gewährt; er. hat die Leute in ihrem Tun und Treiben, in ihrem Denken und ihren Gesprächen belauscht, und man erfährt aus allerlei kleinen Unterhaltungen, ernsthaften und heiteren Episoden mancher Art mehr über die Sache selbst als aus einem langatmigen Wälzer. Was es mit „Kraft durch Freude", mit der Idee des neuen deutschen Sozialismus, mit Kameradschaft und Volksgemeinschaft auf sich hat, kann, wer es etwck noch nicht wissen sollte, aus diesem Buche lernen. Zumal die Begegnungen und Unterhaltungen unserer Leute mit Ausländern unterwegs find höchst aufschlußreich und erfreulich. Das große Kapitel „Nürnberg" gibt dem Buche einen festlichen Aus- flang. Hans Thyriot. Ganzleinen 1,— RM. Philipp Reclam jr., Verlag, Leipzig. — (116, 4.) — Der junge SA.-Dichter gestaltet in dieser Novelle das Geheimnis des Führer- tums in einer seiner leuchtendsten Erscheinungen: in Alexander dem Großen. Zu dramatisch bewegter Handlung verdichten sich die historischen Ereignisse, da mehrere Unterfeldherren eine Verschwörung gegen den Uebermächtigen anzetteln wollten, die. an dem Genie des Herrschers zuschanden wurde. Ein fein gesponnenes Netz von Intrigen wird durch die Gewalt der begnadeten Persönlichkeit zerstört. — Leopold Weber: Die Nachbarskinder. Eine Idylle. (Die kleine Bücherei.) Albert Langen / Georg Müller, München 1938. — (109.) — In dieser anmutigen Idylle ersteht das Bild geruhsam - behäbigen Lebens in einem stillen, von mächtigen Bergen umsäumten Gebirgstal. Die Freundschaft der Kützin Mummel zu des Nachbars würdigem Dackel Bello ist ein Spiegelbild der innigen Liebe, Unter deren glücklichem Stern Sabina und Peter, die beiden Nachbarskinder, nach mancherlei Umwegen für immer den Weg zueinander finden. nett aussähe, der alte Schuft." In dieser Art ist das Buch geschrieben, fröhlich, scharf in der Beobachtung, aber in keiner Zeile sachlich-fachlich, sondern durchweg mit Humor gesehen und am Prüfstein der Lebensweisheit kontrolliert. Mit vollendeter Anpassung an den Inhalt, zugleich aber in feiner bekannten eigenwüchsigen Art hat Gulb-ransson das Buch mit Zeichyungen geschmückt. — H e l g"e Bangsted: Rennkalb. Eine Tiergeschichte aus der Tundra. 115 Seiten. Aus dem Dänischen übersetzt won Hermann Kurtzweil. Mit 19 Zeichnungen von Willy Widmann. Leinen 3,80 Mark, Franckhsche Verlagshandlung, Stuttgart. — (130) — Die Rennkuh hat in einer lauen Frühlingsnacht auf grünem Mooskissen ihr großes Erlebnis: Rennkalb wird geboren. Wir erfahren in diesem schlichten Buch von Rennkalbs bewegtem Leben. Don seinem ersten Zusammentreffen mit den Menschen und vom aufschreckenden Knall der Schüsse, von seiner Begegnung mit Reineke Blaufuchs, dem Räuber, non seiner rührenden Liebe zu Rennkuh und seiner Sehnsucht in die Ferne, wo die dunklen Wälder und Wasser rauschen. Rennkalb wird stark und groß, lernt Kampf und Tod, Freude und Lebensdurst und das große Wirken der Mutter Erde kennen ... „und als das Frühjahr übers Land zog, stand Rennkalb wieder bereit, in die große unendliche Tundra hinauszuziehen. Das Leben konnte von vorn beginnen... bis eines Tages auch Rennkalb vom Schicksal ereilt werden würde". — DI ai Aslagsson: „Tom her Grisly- b ä r". Zwei Erzählungen. Aus dem Norwegischen übertragen von Ortrud Freye. Vexlag Scherl, Berlin. Broschiert 1,80 Mark, Seinen 2,80 Mark. — (59) — Es sind zwei sehr verschiedenartige Tiere, deren Leb^n Olai Aslagsson vor uns entrollt. In der ersten Geschichte erzählt er von einer kleinen Bergziege, einem friedlichen, scheuen Tier, das hoch oben in den unwegsamen Einöden des nördlichen Felsengebirges haust. Stets umdroht von Gefahren, hat sie keine anderen Waffen zu ihrer Verteidigung als ihre kleinen nadelscharfen Hörner, mjt denen sie sich jedoch auch gegen Tiere, die weit größer und wehrhafter siich als sie selbst, erfolgreich zu verteidigen weiß. Ein wegen seiner Größe, Stärke und Klugheit weit und breit berühmter und gefürchteter Grislybär ist der „Held" der zweiten Geschichte. Ein listiger, verschlagener Bursche, der im Vertrauen auf seine Kraft und Schlauheit auch den Menschen gegenüber immer ouifier wird, sich aber all ihren Nachstellungen entzieht---- - Ausgabe erscheint eine der schönsten Novellen der westfälischen Dichterin, die die bäuerlichen Menschen ihrer Heimat in urwüchsiger Lebensfülle erstehen läßt. Eine Prachtgestalt ist der seltsam aus Kindlichkeit, Einfalt und wuchtiger Männlichkeit gemischte Bernat. Von beglückendem Humor ist die kleine Liebes- und Ehegeschichte erfüllt und von zartem Gefühlt. — August Winnig: Im Kreis verbunden. Erzählungen. Mit einem autobiographischen Nachwort. (Nr. 7390.) Kart. 35 Pf., Ganzleinen 1,— RM. Philipp Reclam jr., Verlag, Leipzig. — (116,3) — Zu Winnigs 60. Geburtstage erscheint dies Bändchen, das die volkhafte Art seines Dichtertums aufs neue offenbart. Die Seele des Volkes, der einfachen Leute aus dem Harz, lebt in diesen Erzählungen. „Im Kreise verbunden" — die Worte der Titelnovelle sind Symbol echter Volks- und Arbeitsgemeinschaft, der ^Winnig mit seinem ganzen Lebenswerk gedient hat. — Herbert Böhme: Nacht der Verschwörung. Novelle. (Nr. 7394.) Kart. 35 Pf., hinein. Mehr tann man vom „Inhalt" kaum an» । geben: em alter Mann blickt auf sein einfaches, aber ( an Erfahrungen, Erlebnissen und Enttäuschungen । reiches Lehen zurück. Das ist, in aller Unmittelbar- ] teil oorgebrachi, um jo reizvoller zu lesen, als man j nebenbei em anjeynttches Stück deutscher Geschichte ■ miterlebt, wie sie »ich aus dem Gesichtskreise eines . schlichten, unverbildeten und ausgeichwifeben Mannes bäuerlicher Herkunft darstellt. Haffs Thyriot. — Georg von Oer ring; Der Gold- heim. Oder: das Vermächtnis von Grandcoeur. 312 Seiten. Kartoniert 3,80, Ganzleinen 4,80 RM. Gerhard Stalling, Verlagsbuchhandlung, Oldenburg i O, Berlin. — (86) — In den trüben Novembertagen des Jahres 1918, um die Zeit des Waffenstillstandes, führt der Zufall — oder das Schicksal — vier Frontsoldaten in einem Zimmer des ichweize- rischen Internierungslagers Grandcoeur zusammen:' zwed aus französficher Gefangenschaft geflüchtete Deutsche, einen aus deutscher Gefangenschaft heimkehrenden Franzosen und einen aus amerikanischer Gefangenschaft entlassenen Ungarn. Vier Offiziere aus drei Nationen, die miteinander im Kriege liegen; er ft hat es den Anschein, als ob auch miiifit durch die neutrale Baracke, auf engstem Raume, eine unsichtbare, aber unübersteigbare Frontlinie aufgerichtet werden solle: aber mit der Zeit, nach Ueberwindung mancher Hemmungen, Mißverständnisse und Bitterkeiten lernen die vier einander verstehen, finden den Weg zueinander und schließen eine echte, männliche Kameradschaft. Das ist das Erlebnis und die Lehre diefer Erzählung, welche den früljer erschienenen Kriegsbüchern von der Vrings, obwohl sie mit dem „Goldhelm" an sich nichts zu tun haben, gewissermaßen abschließend ihren tieferen Sinn gibt. Das Ganze ist in die Form einer Rahmenerzählung gefaßt: die vier Gefangenen erzählen reihum einander Erlebnisse und Geschichten ... vom Kriege, von der Heimat, von der Jugend und von der Liebe, von Freunden und Gefallenen und Geliebten. „Ihr Helm, der ward zu Golde", das ist das Motto zu allen diesen Erzählungen, und der Goldhelm wurde zum Namen und Sinnbild des nachdenklichen Buches. Zahlreiche Stücke aus dem hier vereinigten Geschich- tenkranz haben wir übrigens früher schon einzeln im Feuilleton und in der Unterhaltungsbeilage zum Abdruck gebracht; mancher wird sie im „Vermächtnis" gern noch einmal im beziehungsvollen Zusam- . menhang lesen. Hans Thyriot. — Paul Alverdes: Die Verwandelten. Erzählungen. 132 Seiten. Leinen 3,20 Mark. Verlag Albert Langen/Georg Müller in München. 1938. — (82) — Diese Sammlung der bisher nur 'verstreut erschienenen und zum größten Teil vergriffenen Erzählungen von Alverdes enthüllt die reife . Kunst des bekannte^ Erzählers, der auf knappstem Raum in einer sehr deutschen Form das Bild des Krieges erschließt. Der Geist, der aus diesem Buche . spricht, ist der Geist der Jugend und der Kkimerad- jchaft, die in den Stürmen der Kriegs- und Nachkriegsjahre der Prüfung ihres Menschentums stand- hielt und in Hingabe und Treue ihre frühe Vollendung fand. Alle diese Verwandelten, Menschen in der Blüte und Reinheit der Jugend, haben innerlich den Tod überwunden und sind mit ihrem Schicksal eins geworden im Glauben an die Auferstehung ihres Vaterlandes. Die in einem edlen, klaren Deutsch geschriebenen Novellen dürfen zum dauernden Bestand unserer Kriegsdichtung gezählt werden. — Einige von ihnen — „Degen und Fiedel", „Der Nebenmann" und „Allerlieben" — haben wir bereits in der Unterhaltungsbeilage veröffentlicht. — Paul Ern ft: Komödianten- und Spitzbubengeschichten. Eine Auswahl. 203 Seiten. Seinen 3,80 Mark. Verlag Albert Sangen» Georg Müller, München, 1938. — (118) — Die Welt der italienischen Komödie und die Abenteuer der in ihr beheimateten Schelme und Spitzbuben werden in diesen einfallsreichen Erzählungen von Paul Ernst zu neuem Sehen erweckt. Es ist em fröhliches und ausgelassenes Treiben, das hier an unseren Augen vorüberzieht, ein Wirbel vergnügter Streiche, scherzhafter Situationen und tragikomischer Geschehnisse, die uns erfreuen. All die unvergänglichen Gestalten jener Welt tollen, gaunern und lieben darin durcheinander. Wie im Theater, wenn echtes Komödiantentum auflebt, so gewahren wir ein buntes Bild vom Sehen und Tun der Menschen, Oehquist. Seinen 3,50 Mark. 166 Seiten. Verlag Albert Sangen/Georg Müller, München. 1938. — (77) — Koskenniemi ist ein bedeutender finnischer Syriker, dessen Name seit dem Erscheinen seines Gedichtbandes „Der junge Anssi" auch bei uns guten Klang hat. In einer Fülle anschaulicher Bilder entfaltet er hier vor uns das Buch feines Sehens, das uns in die Welt der unendlichen Wälder Finnlands versetzt, der winterlichen Einöden und der einsamen Hellen Sommernächte. Während des Spiels auf dem hei- mätlichen Hofe erwacht in ihm auch schon der Drang zum Abenteuer. Mit dem Sefen der alten Geistesgüter seines Volkes und der beunruhigenden Entdeckung der Zweisprachigkeit seines Vaterlandes drängt sich ihm die erste bestürzende Ahnung vom finnischen Freiheitskampf auf. Mit diesem Kampf erwächst schließlich sein eigenes Dichtertum. Das vorzüglich und nachdenklich stimmende Buch wird für das Verstehen der finnischen Dichtung nicht ohne Gewinn sein. — Conan Doyle: Späte Rache. 154S. Okt. — Der Bund der Rothaarigen. 186 S. Okt. Jeder Band kart. 2 Mark, in Seinen gebunden 3 Mark. Franckh'sche Verlagsbuchhandlung, Stuttgart. — (135) — In der Neuausgabe der Sherlock- Holmes-Serie find soeben erschienen der Roman „Späte Rache" und gesammelte Erzählungen in dem Band „Der Bund der Rothaari- g e n". Was auch diese neuen Bände wieder auszeichnet, ist die seltene Fähigkeit Conan Doyles, seine Detektivgeschichten inhaltlich so aufzubauen und erzählerisch st) durchzuführen, daß über den geheimnisvollen Reiz des spannenden Geschehens hinaus auch der verwöhnte Leser an der psychologischen Zeichnung des Menschen und an den glänzenden Schilderangen des. Milieus seine Helle Freude haben — Knut Hamsun: ' „Die Siebe ist hart". Ein Roman in zwei Erzählungen („Be- noni" und „Rosa"). In Seinen gebunden-4,80 Mk. Verlag Albert Sangen/Georg Müller, München. — (110) — Es ist das alte Sied von Huttger und Siebe, das große, ewig wandelbare und unerschöpfliche Thema, das in dieser Geschichte von Rosa und Benoni uns entgegenklingt, das nie, ersterbende Sied von Irrtum, Zweifel und Sehnsucht der menschlichen Herzens. Eine seltsame, beinahe rührend anmutende Komik geht von diesem Benoni aus, der mit einem Eifer sondergleichen sein Schicksal anpackt und sich aus seinem ärmlschen Dasein als Postträger zum Kompagnon des großen Kaufmanns Mack emporschwing(. Er ist unersättlich in seinem Streben, und alles fügt sich nach' seinem Willen: selbst Rosa, die einst mit einem andern davonging, findet sich schließlich in seinen Armen. Doch sie sucht noch immer den vom Sehen Ausge- stoßenen, der sich für ein Sumpengeld von ihr loskaufen ließ und elend zugrundeging. Die Siebe 'ist hart, picht minder für Edvarda, die Tochter Macks, die sich einst Leutnant Glahn droben in den Wäldern ergab, dem Verschollenen, den sie zeitlebens mit ihrem Haß und mit ihrer Sehnsucht verfolgt. Und hart ist die Liebe auch für die verdorrende Ehe des Leuchtturmwächters draußen in den Schären und für die leichtfertige Bramaputra, die ihre unbezähmbare Tollheit mit dem Tode bezahlen muß. Menschenherzen, sie alle, gequält und besessen von der Lust und der Not ihrer Triebe, Menschenseelen, sie alle, an denen das grausame Wort wahr wird: die Liebe ist hart. — V. A. Koskenniemi: Gaben des Glücks. Aus dem Buche meines Lebens. Berech- tigte Übersetzung aus dem Finnischen von Rita Nr. 103 Dritter Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheffen) Mittwoch, 4. Mai 1938 Rekioratsübergabe Sei der Universität Gießen. Gauleiter Reichsstatthalter Sprenger gibt den Studenten die Parole: Nur Leistung und Können führen zum Erfolg! Am gestrigen Dienstagmittag fand in der prächtig geschmückten Aula der Universität die., feierliche Uebergabe des Rektorats der Ludwigs-Universität Gießen von Professor Dr. Baader durch Gauleiter Reichsstatthalter Sprenger an den neuernannten Rektor Professor Dr. Seifer statt. Mit Gauleiter Reichsstatthalter Sprenger waren der stellv. Gauleiter Linder, Staatssekretär Reiner und weitere führende Persönlichkeiten der Gauleitung erschienen; aus dem Kreise Wetterau war als Vertreter der Partei Kreisleiter Backhaus mit einer Anzahl führender Männer der Bewegung und ihrer Gliederungen erschienen. Die Wehrmacht war durch den Standortältesten Generalleutnant Oßwald vertreten, der von zahlreichen Offizieren des Standortes begleitet war. Ferner hatten sich viele Vertreter von Behörden, weitere Gäste aus dem Kreise der Gießener Bevölkerung und'natürlich Angehörige der Universität in großer Zahl eingefunden. Gauleiter Reichsstatthalter Sprenger wurde von der großen Festgemeinde, die den weiten Raum der Aula bis zum letzten Platze füllte, herzlich begrüßt. Nach dem Einzug der Fahnengruppe mit den Fahnen der Partei und ihrer Gliederungen leitete ein Musikstück die Feierstunde ein. Danach folgte der Jahresbericht des scheidenden Aettors Pros. Dr. Baader. mefter. Im Sommersemester 1937 wurden 142 Studierende, im Wintersemester 1937/38 — 200 Studierende von der Grundausbildung erfaßt. Die Beteiligung am freiwilligen Sportbetrieb nach vollendeter Grundausbildung vom 4. Semester ab ließ auch in den beiden letzten Semestern zu wünschen übrig. Insgesamt wurden im pflichtmäßigen und freiwilligen Sportbetrieb etwa 30 v. $). der Studierenden erfaßt. Das Studentenwerk Gießen berichtet, daß die Beanspruchung des Studentenhauses in der abgelaufenen Zeit sehr rege war. An dieser Stelle sei allen herzlicher Dank gesagt, die ihre Anteilnahme an den Aufgaben des Studentenwerks durch eine Erhöhung ihrer laufenden Zuschüsse unter Beweis gestellt haben. Für Förderung stellte das Studentenwerk bereit im SS.'1937 = 11 599 Reichsmark, im WS. 1937/38 — 15 621 RM, für den Gesundheitsdienst waren es im SS. 1937 = 4417 RM., im WS. 1937/38 = 3747 RM. Die Ludwigs-Universität Gießen hat auch in diesem Jahre für viele wertvolle G es ch e n k e zu danken und über sie zu berichten. An erster Stelle soll hier nochmals die Robert- und Emmy Sommer-Stiftung erwähnt werden, die der am 2. Februar 1937 verstorbene Geheime Medizinalrat Professor Dr. Robert Sommer und seine am 28. August 1935 bereits dahingeschiedene Gattin Emmy, geb. Schäfer, zugunsten der Ludwigs-Universität errichtet haben. Das Stiftungsvermögen beläuft sich auf rund 14 000 RM. Auch im abgelaufenen Jahre sind der Universitäts-Bibliothek wieder viele wertvolle Geschenke zuteil geworden. Einer Anzahl Kliniken und anderer Universitäts- Institute wurden im verflossenen Jahre ebenfalls zahlreiche wertvolle Geschenke zur Förderung der Wissenschaft zugewandt. Nach dem Bericht des Rektors sind als Stifter insbesondere die Firma L e i tz in Wetzlar, die Gießener Hochschulgesellschaft und eine Reihe von Volksgenossen von Gießen in den Vordergrund getreten. Die Preisaufgaben. Am Schlüsse seines Berichtes gab der Rektor das Ergebnis der akademischen Preisaufgaben für das Jahr 1937/38 bekannt. Den vollen Preis für die von der Veterinärmedizinischen Fakultät gestellte Aufgabe erhielt cand. mea. vet. Fritz Willmes, Gießen, Am Steg 1. Den vollen Preis für die von der Philosophischen Fakultät I. Abt. gestellte Preisaufgabe erhielt Kurt Rudolf Jäger, Gießen, Asterweg 71. Den Diez-Preis für romanische Philologie erhielt der Studienassessor Heinrich G e s s e r in Seligenstadt. Damit beendete der Rektor seinen Bericht. Zum Schlüsse legte er die Amtskette des Rektors in die > Hand des Reichsstatthalters zu'ück. (Sauleiter Reichsstatthalter Sprenger Einleitend wies der Rektor darauf hin, daß das Winter-Semester 1937/38 in einem Kleindeutschen Reich beendet wurde, das Sommersemester 1938 aber mit Stolz und Dankbarkeit für den Führer eröffnet wird, der uns das Großdeutsche R^ i ch bescherte. Der aufrichtige Gruß der Universität gelte deshalb mit besonderer Verehrung dem Gauleiter Reichsstatthalter Sprenger als dem ersten Vertreter von Partei und Staat, dem treuen und tapferen Vorkämpfer einer Weltanschauung, unter deren Fahnen das deutsche Wunder sich vollzog. Weiter bewillkommnete der Rektor die Vertreter der Wehrmacht, insbesondere Generalleutnant Oßwald, und bei dieser Gelegenheit sprach er feinen Dank aus für die kameradschaftliche Haltung, die die Universität jederzeit beim Offizierkorps gefunden hat. Der Gruß des Rektors galt ferner den Vertretern der Schulen und Behörden sowie allen Freunden der Universität. Nach der Ehrung der Toten der Universität trug der Rektor die Einzelheiten des umfangreichen G e - schäftsberichts vor. Aus diesen Mitteilungen entnehmen wir u. a. folgende, bisher noch nicht bekannte Angaben: lieber den Besuch der Ludwigs-Universität ist zu berichten: Im Sommersemester 1937 ließen sich einschreiben 675 Studierende, 38 Gasthörer und Gasthörerinnen, zusammen 713; im Wintersemester 1937/38 betrug die Besucherziffer 659 Studierende, 47 Gasthörer und Gasthörerinnen, zusammen 706. Infolge Erreichung der Altersgrenze endeten mit dem Schluß des Sommersemesters 1937 Lehrberechtigung und Lehrauftrag des ordentlichen Honorarprofessors Dr. August Freiherr von Gall. Der Reichsstatthalter in Hessen sprach Professor von Gall im Namen des Reichserziehungsministers seinen Dank für die dem Reiche geleisteten Dienste aus. Infolge Erreichung der Altersgrenze wurde mit Ablauf des Monats März 1938 der ordentliche Professor für Physiologie Dr. Karl Bürk er von den amtlichen Verpflichtungen entbunden. Für das Sommersemester 1938 ist Professor Dr. Bürker mit der vertretungsweisen Wahrnehmung des bisher innegehabten Lehrstuhls beauftragt worden. Der ordentliche Professor für innere und gerichtliche Veterinärmedizin Dr. Heinrich Jakob von der Holländischen Gesellschaft für Tierheilkunde (Maatfchappij voor Diergeneeskunde) ist wegen seiner bedeutenden wissenschaftlichen Arbeiten zum korrespondierenden Mitglied ernannt worden. Der entpflichtete Professor Dr. Wilhelm Z w i S. ist zum Vizepräsidenten des 3. Internationalen Kongresses für Mikrobiologie in Neuyork ernannt worden. x Professor Dr. Bolz wurde in den Reichsfachbeirat des Schmiedehandwerks in der Reichsdienst- ftelle des deutschen Handwerks berufen. Der Präsident des Deutschen Auslandsinstitutes und Oberbürgermeister der Stadt Stuttgart hat den ordentlichen Professor für Psychologie und Pädagogik Dr. Gerhard Pfähler in den Wissenschaftlichen Rat des Deutschen Auslandsinstituts berufen. Professor Pfähler hat unsere Universität am 31. März 1938 verlassen, um einem Rufe an die Universität Göttingen zu folgen. Der ordentliche Professor für mittlere und neuere Kunstgeschichte Dr. Christian Rauch ist durch den Reichsstatthalter in Hessen im Juni 1937 zum Vorsitzenden des Denkmalrat-Ausschusses für die Baudenkmäler in Oberheffen bestellt worden Auf Grund des § 6 des Gesetzes zur Wiederher- stelluna des Berufsbeamtentums vom 7. Aprll 1933 wurde der ordentliche Profesor Dr. Karl Vietor durch Erlaß vom 10. Juli 1937 in den Ruhestand versetzt. Professor Dr. Walther Rehm von der Universität München erhielt den Auftrag, vom 1. November 1937, ab die durch das Ausscheiden des Professors Vietor freigewordene Professur für deutsche Philologie, insbesondere neuere Literaturgeschichte, vertretungsweise zu übernehmen Der ordentliche Professor für Botanik Dr. Ernst K ü st e r wurde von der Akademie der Wissenschaften in Wien zum korrespondierenden Mitglied^ der mathematisch-naturwissenschaftlichen Klasse gewählt. Für die Zeit vom 1. April 1937 bis 31. März 1938 wurde Professor Dr. Gustav Baader zum Rektor unserer Universität ernannt. Der Prorektor Professor Dr. Hummel ist auf feinen Wunsch mit Ende März 1937 aus feinem Amte, das er drei Jahre verwaltete, ausgeschieden. Ihm wurde der Dank für seine langjährige Amtsführung ausgesprochen. Zu seinem Nachfolger 'st ab 1 April 1937 der ordentliche Professor Dr. Fritz Hildebrandt bestellt worden. „ . lieber die Arbeit des Instituts für Leibesübungen ist folgendes zu berichten: Das Hauptgewicht der körperlichen Erziehung lag bei ber Grundausbildung der ersten bis dritten Se- nahm nunmehr aus der Hand des scheidenden Rektors die Amtskette in Empfang und dankte dem bisherigen Rektor, Prof. Dr. Baader, mit herzlichen Worten dafür, daß er während eines Jahres die Weiterentwicklung der Universität in seine für- sorgende Hand genommen habe. Es sei nicht leicht, einem solchen Amt in jeder Weise gerecht zu werden auf dem Wege aus der Vergangenheit über einen kurzen Zeitabschnitt der Gegenwart hin zur Zukunft. Er habe dem Wunsche des scheidenden Rektors dieses Amt nur für ein Jahr zu übernehmen Rechnung getragen. Dann sagte der Gauleiter u. a. weiter: Halten wir uns vor Augen, daß zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft eine tiefe Kluft liegt. Ehedem galt es an den deutschen Universitäten, Wissen zu.vermitteln. Den Ausschlag gab für den Studenten, daß er viel Wissen in sich auf- gespart hatte. Das mag für die damalige Zeit richtig gewesen sein. Mit der nationalsozialistischen Revolution wurden aber neue Maßstäbe angelegt. Wissen allein genügt jetzt nicht mehr! Gerade in Gießen ist in glänzender Weise erwiesen worden, daß wir ein Zeitalter abgeschlos- s e n haben und im Werden epi es neuen Zeitalters begriffen find. Hier haben die Dozenten und die. Studenten durch ihre eigenen Taten bewiesen, daß sie vorwärts drängen wollen und der neuen Zeit Verständnis entgegenbringen. So ist hier oft die kraftstrotzende jugendliche Art der Studentenschaft mit der mehr hinhaltenden Art der Dozentenschaft aufeinandergestoßen, aber immer wieder hat es sich gezeigt, daß die Erfahrungen des Alters und das Verständnis der Jugend in treuer Zusammenarbeit etwas hervorgebracht haben, das der Gegenwart Rechnung trägt. Daher kann ich auch Ihnen (zu dem scheidenden Rektor gewandt) herzlich danken für die treuen Dienste, die Sie für die Universität geleistet haben. Zu dem neuen Rektor Prof. Dr. S eis er gewandt sagte der (Bauleiter weiter: Sie übernehmen nun die Würde des Rektors, und auch Ihnen darf ich sagen, die Zeit ist nicht abgeschlossen und sie wird auch nicht abgeschlossen sein. Der Student, de/ heule auf die Universität kommt, hat andere Vorstellungen vom Leben. Ehedem kam er von der Schule her zur Universität. Heute kommt er über die HI., den Arbeitsdienst und das Heer, er ist zum Wanne herangereift, wenn er zur Universität kommt. Er ist sich der ungeheuren Opfer bewußt, die das ganze deutsche Volk für seinen Werdegang bringt, und er ist sich bewußt, daß er seine ganze Kraft in den Dienst dieses Volkes zu stellen hat. So wünsche und hoffe ich, daß Sie nach einem Jahr berichten können, daß auch das Institut für Leibesübungen einen hundertprozentigen Erfolg hat. Der Student soll nicht nur nach reinem Wissen streben, sondern er soll auf der Unterlage aufbauen, die er von der HI., dem Arbeitsdienst und der Wehrmacht erhalten hat, sie soll er vertiefen und erweitern. Der Führer hat einmal gesagt, daß e i n charakterfester gesunder deutscher Mensch mehr bedeutet, als hundert geistreiche Schwächlinge. Auf dieser Grundlage muß jeder Student sein Studium betreiben. Daß dies von der Universität Gießen gefördert wird, ist mir bewußt. Ich nehme daher heute Veranlassung, der gesamten Dozentenschaft der Universität Gießen meinen Dank auszusprechen für die gute Arbeit seit der nationalsozialistischen Revolution. Ich richte aber auch an d i e Studenten die Mahnung: Seid Euch Eurer Aufgabe stets voll und ganz bewußt! Ihr habt den Willen, durch Euer Studium eine Stellung zu erarbeiten, die Ihr im Interesse des deutschen Volkes nutzbringend und wertvoll ausfüllen sollt. Daß Ihr hierhergekommen seid, ist bereits ein positiver Crwlg. Berufen seid Ihr alle, ob Ihr auserwählt werdet, liegt nur an Euch. So wünsche ich, Magnifizenz, daß es Ihnen vergönnt sein möge, während einer langen Reihe von Jahren die nationalsozialistischen Grundsätze in der Studentenschaft zur Weiterbildung zu bringen, damit jeder einzelne Student weiß und es darauf anlegt, daß allein Leistung und Können ihm den Weg frei machen zu feiner Laufbahn. (Stürmischer Beifall.) Studentenführer Frank entbot nun zunächst dem (Bauleiter Reichsstatthalter Sprenger besonderen Gruß. Dann sagte er u. a. weiter: Heute ist es für die Universität eine Lebensnot- wendigkeit, wie auch eine selbstverständliche Pflicht, ihr gesamtes Wirken und Schassen nur unter einen Gesichtspunkt zu stellen, die völkische Ausbauar'beit mit allen Kräften zu fördern. Wird heute von dem deutschen Arbeiter ■ (Bauleiter Reicksstatthalt->r Sprenger legt dem neuen Rektor Professor Dr. Seifer die Amtskette uw Unser Bild zeigt: Im Vordergrund: in der Mitte der Gauleiter, rechts der bisherige Rektor Professor Dr. Baader, links mit der Amtskette der neue Rektor Professor Dr Seiler In der ersten Reihe sitzend von links nach rechts: ganz links an der Ecke der Adjutant des Gauleiters Dr. H i l d e b r a n d t (früher Kreisleiter in Gießen), Daneben nach dem Mittelgang zu, Staatssekretär Reiner, stellvertretender Gauleiter Linder. An der anderen Seite der ersten Sitzreihe neben dem Mittelgang Kreisleiter B a ck h aus, ganz rechts in der ersten Sitzreihe der Standortälteste Generalleutnant Oßwald. (Aufnahme: Neuner, Gießener Anzeiger.) ein erhöhtes Maß von Leistung verlangt, so gilt dies erst ^recht für die Stätte, die den deutschen Geistesarbeiter, Erfinder und Forscher ausbilden soll. Und in der Tat können wir von unserer kleinen Universität mit Stolz sagen, daß sie im Rahmen der Aufgaben, die an die Universitäten Deutschlands gestellt worden sind, ihren Mann gestanden hat^ (Erinnern wir uns an den dritten Reich sq berufswettkampf, wo eine Anzahl Gemeinschaftsarbeiten der Gießener Studenten ausgezeichnet wurden. Ganz besonders freue ich mich, daß die Arbeit der landwirtschaftlichen Fachschaft mit dem Thema „Bodenuntersuchungen und Düngungsversuche in Reinhardshain zum Zwecke der Ertragssteigerung", das uns in der Zeit des Dierjahres- planes als besonders wichtig erscheint, von der Reichsstudentenführung als Gausiegerarbeit erklärt worden ist. Weiterhin kann ich Ihnen heute schon mitteilen, daß, soweit jetzt feststeht, eine Arbeit der Veterinärmedizin-Studenten mit dem Prädikat „wertvoll" und als b e st e Arbeit der fünf in Deutschland bestehenden Veterinärmedizinischen Fakultäten bezeichnet worden ist. Wie ich soeben von der Reichsstudentenführung erfahre, ist die Arbeit der Volkswirte mit Dem Thema: „Untersuchungen über Die Ausbaumöglichkeiten der deutsch-österreichischen Wirtschaftsbeziehungen auf Grund einer Fachschaftsfahrt nach Oesterreich im Sommersemester 1937" Reichsbeste geworden. Ich möchte ali dieser Stelle den Kameraden sowie den Herren Professoren, die als wissenschaftliche Berater in uneigennütziger Weise ihre Arbeit zur Verfügung gestellt haben, für diese Leistungen danken. * Die Universität Gießen ist klein und in unserem Gau auf engem Raum mit vielen Hoch- und Fachschulen konzentriert. Um so größer ist die Leistung der Gausiegermannschaft und der Kameraden der veterinärmedizinischen Fachschaft zu bewerten. Diese Siege sollen zum neuen Reichsberufswettkampf, der demnächst vom Reichsstudentenführer feierlich verkündet wird, ein A n °> RUHL Seltersweg Nr. 67 I ad O Telephon Nr. 3170 I eparaturen ras sporn sein, und wir hoffen, daß unser Gauleiter im nächsten Jahr wiederum eine Gießener Mannschaft äls Sieget beglückwünschen kann. Die Themen, die in Zukunft wieder im Reichsberufswettkampf gestellt werden, dienen in ihrer letzten Auswertung der Volksgesamtheit, und die Erkenntnisse, die aus der freiwilligen, wissenschaftlichen Arbeit gezogen werden, dienen sämtlich der einen großen Zentralaufgabe, die uns Deutschen heute gestellt ist: TNitzuarbeiten an der Gestaltung der Lebensordnung des deutschen Volkes. Was kann es für deutsche Menschen der heutigen Zeit Schöneres geben, als einen kleinen Teil zum Aufbau unseres großen Vaterlandes beigetragen zu haben. Gewiß, nicht jede Arbeit kann eine Siegerarbeit werden, aber durch die intensive Beschäftigung mit der Wissenschaft werden Kräfte wach, die vielleicht bis dahin brach lagen, und es ist eine alte Erkenntnis, daß Menschen immer an ihrem Werk wachsen. Es werden Der Wissenschaft vom Staat im Reichs- berufswettkampf Aufgaben gestellt. Der Staat zeigt den Weg und deutscher Geist wird diese Ausgaben lösen, die jeweils im Brennpunkte unserer völkischen Aufbauarbeit liegen. Erfindungen werden zum großen Teil aus der Notwendigkeit heraus geboren, dadurch, daß Forscher an Aufgaben Herangehen, die sie zunächst für eine Unmöglichkeit gehalten haben. Der schönste Sinn aber des Reichsberufswettkampfes, wertvoller als der materielle Nutzen, den er bringt, ist für den deutschen Studenten das Bewußtsein, in einer kämpfenden Volksgemeinschaft einen Stoßtrupp zu bilden, dessen Einsatz, wie die gesamte studentische Arbeit, auf der Freiwilligkeit beruht. * Mögen sich für den nächsten Reichsberufswettkampf wieder eine große Anzahl freiwilliger Kameraden finden, denen das Bewußtsein, Aktivisten zu fein, mehr bedeutet als materieller Nutzen. Der Redner sprach sodann über den studentischen Einsatz bei der Volkstumsarbeik in den Grenzgebieten des deutschen Ostens, die dazu bestimmt ist, zwischen diesen Gebieten und dem Reich ein dauerndes Band herzustellen. Weiter beschäftigte er sich mit der Formung des Willens zur studentischen Einsatzbereitschaft durch die Kameradschaften und mit den Beziehungen zwischen den Studenten- kameradschaften und den Alt-Herren- Verbänden. In diesem Zusammenhang sagte er u. a.: Nachdem verschiedene Alt-Herren-Verbände ihre Häuser unseren Kameradschaften zur Verfügung gestellt haben, ist dieses Ziel leichter zu verwirklichen, und wir hoffen, daß bald alle Kameradschaften in der glücklichen Lage find, em Haus als Mittelpunkt zu haben, wo Alte Herren und junge Kameraden sich zu einer Lebensgemeinschaft zusammenschließen, und alle aufbauwilligen Kräfte zusammengefaßt werden. Bei dieser Gelegenheit möchte ich noch einmal darauf Hinweisen, daß nach einer Verordnung des Reichsstudentenführers vom 15. Mai ab die Verhandlungen mit den Alt-Herren- Verbänden, die bis zu diesem Zeitpunkt keine Erklärung ihrer Mitarbeit im NSDStB. abgegeben haben, abgebrochen werden. Ich glaube und hoffe, daß kein Alt-Herren-Verband in Gießen uns feine Mitarbeit versagen wird, denn wir kämpfen ja alle für ein Ziel, das über den persönlichen Interessen steht. Eine Zusammenfassung aller Kräfte in der heutigen Zeit ist notwendig. Der Nationalsozialismus führt feine großen Erfolge auf die Konzentration aller Kräfte zurück! Es erübrigt sich, nach dem 15. Mai weiterhin über dieses Thema zu sprechen. Im weiteren Verlaufe seiner Ansprache lenkte er die Aufmerksamkeit auf Fragen der Ausbildungsverkürzung und Verbesserung der sozialen Lage Der Jung-Aka, in das neue Antrittsrede des neuen Rektors Pros. Dr. Leiser >re Gesamtbetrieb und die Druckerei schildern oder die im Mittelschiff wie Geläut — beides wirkt mit» ÄN Ur5etfcn ftonien d» Machen demW-chs-l anTeSTS In bell und dünke. von Taa und Nacht staunend . X h o • e v» A 9 AA «* 11 t n m 07 einem mfl- rei- bekannt. das Raum, der Kuppel und die Weile der Campagna haben diesen Platz geschaffen. Die elliptischen Kolonnaden mit ihren 162 Heiligenstatuen nach den Plänen Berninis (1662) sind für den werten Platz wohl berechnet und von einzigartiger Wirkung-, sie um- grenzen chn. ohne ihn zu begrenzen. Die Abmessun- gen des Innern werden einem erst au Hand beson- denn es ist beerb] zu veranstalten. Gange. Raumerlebnis im Süden Zur Jtalienreise des Führers. Auch in Gießen befinden wir uns auf historischem Boden. Die Gießener Studentenschaft verfügte zu- nächst nur über fast rein hessische Werbebezirke. ~ - •— * --------eines Teils des bestimmend auf das Raumgefühl. Das Herz des alten Florenz war früher nicht der Domplatz, sondern der Platz der Signoria, wo die römischen Volkstribunen redeten und im Mittel- "" " " r Der mächtige Würfel des um 1300 erbauten Palazzo Dec» d)i o beherrscht den Raum, der wuchtige Eindruck wird gemildert durch den 94 Meter hohen Turm, der mit Condottierenkühnhett so weit in den Sorgen des Innern werden einem erst an Hand besonderer Maßstäbe deutlich: je länger man schreitet, je mehr dehnt sich der Raum, und es dauert geraume Weile, bis man unter ber Kuppel sicht. Man literarischen zum politischen Denken führte und die Begeisterungsfähigen für den Anschluß gewann. Neapel. Am unteren Ende der Hauptstraße Neapels soll die Piazza del Plebiscito mit der Kirche San Fran- Florenz. Hier, wo sich auf den Ruinen eines römischen Göttertempels ein mittelalterlicher Trutzbau erhob und nun sich über ihm eine Kirche erhebt, wird des deutschen Ausstieges an den Forschungsstätten der deutschen Wissenschaft erleben dürfen. Wir wissen, daß wir damit auch die höchste Verpslichttmg, die immer die deutschen Studenten hatten, übernehmen, nämlich Vorkämpfer des Geistes zu sein und, wenn es sein muß, Vorkämpfer mit der Waffe. Denn in uns lebendig wird immer der Geist der Kämpfer von Langemarck bleiben, deren Körper in fremder Erde untergegangen sind, deren Geist aber in uns lebt und uns auffordert, uns ihnen würdig zu erweisen! Das Gießener HI.-Heim - wie es werden soll. 420 Entwürfe vor dem Preisgericht. — Gauleiter Sprenger fordert die Generallösung. — Llm den Ldealtyp des Hitler-Iugend-Heimes. Bürger vor den durchziehenden Söldnerhorden: die Feste wurde zerstört, und auf ihren Resten errichteten die Gläubigen San Giovanni Satti ft a, die bis ins 12. Jahrhundert als Taufkirche diente und noch und nach zum Dom von Floren; ausgebaut wurde. Die Grundform ist ein Achteck, das selbst in der großen Kuppel des Brunelle- schi beibehalten ist. Die acht kleinen runden Fenster lassen die Fresken der Kuppelstächen nur ahnen, dafür wird aber in' dem spärlichen Licht die Kühn- hett der Konstruktton besonders sichbar. Griechisch- römischer Rundbau ist hier mit byzantinischen und gotischen Bauformen durchsetzt. Schauerlich hallen die Schritte und tönen an den Wänden und hinter den Pfeilern wieder, hier fielen Savonarolas Anklagen wie Geißelhiebe in den Florentiner Karneval: Kasteiung des Mittelatters. Unter der düsteren Kuppel aber bannt der Hochaltar in feinem reichen Kerzengefunkel den Blick und läßt ihn nicht mehr los; dunkel branden die Gebete unter den Gewölben, das Singen der Priester verliert sich d e m 11 e r hin, wobei er die befriedigende Lösung dieser Fragen als eine wichtige Voraussetzung für fruchtbare wissenschaftliche Arbeit bezeichnete, zugleich auch der Ueberzeugung Ausdruck gab, daß die Studentenschaft und die Jung-Akademiker bei der Verwirklichung der notwendigen Reformen die Unterstützung des Gauletters haben werden. Am Schlüsse seiner Rede sagte der otubenten- sichrer: Wir deutschen Studenten sind stolz darauf, die heutige Zeit mit wachen Augen erleben zu können. Wir find stolz darauf, daß wir die Jahre Gauletter Reichsstatthalter Sprenger, der gestern in unserer Stadt wellte, verband mit seiner Anwesenheit in Gießen zwei besondere Aufgaben. Er übergab das Rektorat unserer Universttät an den neuen Rektor Prof. Dr. Seifer (wir berichten an anderer Stelle ausführlich darüber) und besuchte außerdem eine Ausstellung in der Volkshalle, in der die Entwürfe für die Gestaltung des z u - künftigen HI.-Heimes in Gießen zur Schau gestellt waren. Wie wir schon zu früherer Zett berichteten, war für das Heim der Gießener Hiller-Jugend ein Preisausschreiben ergangen, das ein erfreulich starkes Echo auslöste und nicht nur die Architekten unserer engeren Heimat lebhaft beschäftigte. Das Ergebnis von 120 Entwürfen läßt erkennen, daß die Aufgabe eine fast unerwartet stattliche Zcchl von Archttekten auf den Plan rief. So gestaltete sich denn gestern die Schau, die dem Gauletter und seiner Begleitung gezeigt werden konnte, recht eindrucksvoll. Gauleiter Sprenger nahm in den Nachmtt- tagsstunden des gestrigen Tages die Befichttgung der interessanten Ausstellung vor. In seiner Begleitung befanden sich der stellvertretende Gauleiter Linder, der Adjutant des Gauleiters, Dr. Hildebrandt (früherer Kreisletter in Gießen) und Staatssekretär Reiner (Darmstadt). Für den Bann 116 der Hiller-Jugend war der Bann- beauftragte, Oberscharführer Müller anwesend. Gauletter S p r e n g er ließ im Verlaufe der Besichtigung der Modelle und Entwürfe wisien, chm sei daran gelegen, daß derjenige Architekt den ersten Preis be- cesco di Paola und ihren Kolonnaden den Peters- platz in Rom nachähmen, was natürlich unmöglich bleibt Spuren aus der griechischen und römischen Zett hat Neapel nicht mehr aufzuweisen. In " stillen Stadtteil steht das von Karl von Anjou 1283 erb aide Castello Nuovo, das in seiner seltsamen Die Preisträger. 1 .Preis (1500 Mark) Architekt Karl Müller (Oftenbach a.M.); 2 . Preis (800 Mark) Regierungsbaumeister Heinrich Ebert (Berlin-Charlottenburg); 3 .Preis (500 Mark) Architekt Georg Well- hausen (Altona). Ferner wurden 10 Ankäufe mit je 150 Mark bewertet und ausgezeichnet. Angekauft wurden die Entwürfe folgender Architekten: 1. Baurat Schwarz (Friedberg); 2. Diplom- Ingenieur Daut ermann (Darmstadt); 3. Architekt A. Weiß (Hildburghausen); 4. Prof. Grund (Düsseldorf); 5. Diplom-Ingenieur Hans B u s ch (Stuttgart); 6. Archttekt Johannes Schmidt (Frankfurt a. M.); 7. Diplom-Ingenieur Ernst Wagner (Bad-Nauheim)' 8. Archttekten Kamps und Koch (Hamburg); 9. Architekt D. Jourdan (Gießen); 10. Architekt E. P. Wundenberg (Königsberg i. £).). Die Entwürfe lagen durchweg, der Vorschrift des Ausschreibens entsprechend, in Planen und kleinen Modellen vor. Schaubilder wurden nicht verlangt, um jegliche Beeinflussung über Wirkungen zu vermeiden. Die Entwürfe und Modelle waren auf der Galerie der Volkshalle ausgestellt. Die Bevölkerung unserer Stadt wird in den nächsten Tagen Gele- Hochschulnachrichten. Der Dozent Dr. Hans Gremels in Marburg ist vom Führer und Reichskanzler zum ordenllichen Professor ernannt worden. Der Reichs- und Preußische Minister für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung hat Professor Dr. Gremels mit Wir- hmg vom 1. Februar ab an der Universität Marburg eine freie Planstelle verliehen mit der Verpflichtung, die Pharmakologie in Vorlesungen und Hebungen zu vertreten. Gleichzeitig wurde er zum Direktor des Pharmakologischen Instituts der Universität Marburg ernannt. Der Reichs- und Preußische Minister für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung falben Dr.habil. Gerhard Hesse von der Universität Marburg die Dozentur für das Fach der organischen Chemie verliehen und ihn der Philosophischen Fakultät (Mathematisch-Naturwissenschaftliche Abteilung) der Universttät Marburg zugewiesen. Der Führer und Reichskanzler hat dem Dozenten Dr. Rudolf Till an der Universität Berlin unter Berufung in das Betintenverhältnis auf Lebenszett zum außerordentlichen Professor ernannt. Professor Dr. Till wurde die Professur für klassische Philologie mit Wirkung vom 1. Mai 1938 an übertragen. Gleichzeitig wurde er zum Mitvorstand des Semi« dars für klassische Philologie an der Universität München ernannt. Zeitschriften. — Weftermanns Monatshefte widmen ihr Machest dem Jubiläum des Verlages Georg Westermann, der vor hundert Jahren gegründet wurde. Sämtliche Beiträge dieses besonders reich ausgestatteten Heftes sind von Buchautoren und Angehörigen des Verlages verfaßt oder auf Sachgebiete, Ereignisse und Erscheinungen bezogen, Cie zu dem festlichen Anlaß in Beziehung stehen. Den Beginn macht eine ,.Feier der Arbeit", die Hermann Schrader unter Verwendung von Dichter- Worten aus Büchern des Westermann-Derlages verfaßt hat und mit der SJhiftf Walter Schindlers im Branschweigischen Landestheaters zur Uraufführung kommen wird, lieber Leistung und Bedeutung des Hauses Westermann unterrichten Beiträge, die das kartographische Arbeitsgebiet, vor allem Allan- sten- und Wandkarten-Herftellung, behandeln, den Gefühl der wechselnden Zetten besonders erkennbar. Aus den Fundamenten eines altrömischen, dem Mars gewechten Heiligtums stehen die Quadern einer frühmittelalterlichen Feste, eine Zuflucht der erschrickt beinahe, wenn man hort, daß Berninis Hochaltar die-Höhe des Berliner Schlosses erreicht, oder wenn man von dem Bunbgang unter der Kuppel auf den wimmelnden Ameisenhaufen in der Tiefe blickt. Sowohl der Petersplatz als auch das Innere der Peterskirche können erst durch unabsehbare Scharen von Pilgerzügen ihre eigentliche Größe ganz entfalten, von hell und dunkel, von Tag und Nacht staunend gegenüber; dieses Staunen wurde in der Ebene jur Ehrfurcht, in den Wäldern zur Angst und- am Meere oder in den Bergen zur Bewunderung. Doch was die Menschen damals noch stärker ergriffen haben mag als Slngft und Ehrfurcht, dürste das Raumerlebnis gewesest fein, das sie später \ veranlaßte, Blöcke zü Mauerwerk, geglättete Steine zu Pfeilern zu schichten, aus denen bann weiträumige Hallen und hohe Türme wuchsen. Jetzt konnte der Mensch dem Raum Grenzen und den errichteten Grenzen sein Gepräge g^ben in der Bau- kunst. Und diese Grenzen, seien es nun Türme, Mauern, Säulenreihen oder ein geschlossener Raum, erneuern in dem aufmerksamen Betrachter bas Raumgefühl immer wieder, zumal in den südlichen Ländern, wo eine heißere Sonne hellere Farben unb schärfere Lichter und Schatten über die Zeugen alter und neuerer Zetten wirft. Düsternis dem finsteren Sinne seines Erbauers entspricht. Auch an Adelspaläste ^besitzt Neapel keine hervorragenden Bauten; die Stadt wirkt nur als Ganzes, als buntes Häusergewirr in der Landschaft am Golf. Dieser und der Vesuv geben der Stadt ihr Gesicht. Der Berg schließt im Süden den Horizont ab mit seinem hohen Kegel, über dem immer ein feines Wölklein weißen Dampfes steht; im Norden wird die wette, häuserbesäte Bucht begrenzt durch das Borgebirge des Posllipp mit seinem Bülenufer. Unten träumt bas fülle Meer unter einem Farbenhimmel, den selbst die anderen ttalienischen Landstriche kaum aufzuweisen haben. Bis nach Sorrent hin kann man die Ortschaften mit ihren weißen Häusern zählen, und über das beim Pizzifalcone vorspringende Staufer Castel dell’Ovo treibt Capris Fels tm Meer. Am Posilipp hat B i r g i I, ber alte römische Dichter, gelebt und das Baumerlebnis des Südens oft mtt herrlichen Versen geschildert in seiner „Sleneis" und in seiner „Georgien"; wenn er von Griechenland heimkam, pries er immer wieder seine süd italische Heimat als den „berauschenden Garten ber Erde unter Jovis blauem Gewölb". Hans Sturm. Ein fruchtbares Semester in Jena folgte dem BurscheMag. Die bedeutenden Vertreter der Bewegung hatten sich hier zusammengefunden, um die Einigung endgültig vorzubereiten, darunter Heinrich von Gagern, der auch dem führenden Dreier- ausschuß im Oktober angehörte. An alle deutschen Universitäten, mtt Ausnahme der österreichischen, erging die Einladung zum Burschentag des 10. Oktober. Dem Rufe zur Einigung folgten fast alle protestanttschen Universitäten und Würzburg. Lands- Hut hatte mit ber Begründung ab gelehnt, daß dort vom Geiste der Burschenschaft nichts zu spüren fei. Die Führer der Urburschenschaft kannten zwar keine konfessionellen Schranken, aber das Ideengut des Wartburgfestes stand dem kacholifchen Denken doch so fremb gegenüber, daß es nur langsam in solchen Kreisen Eingang zu finden vermochte. Mtt der Gründung der Allgemeinen Burschen- schäft fand eine tiefgreifende revolutionäre Umwälzung im Gemeinschaftsleben ihren vorläufigen Abschluß. Die Künder der Aufklärung und weltbür- gerlichen Philosophie, der nationalen Romanttkund schwärmender Religiösttät hatten den Boden be- rettet, die zeitgeschichtlichen Ereignisse fett 1789 ihre Schatten geworfen. Die engen Grenzen der landsmannschaftlichen Rekrutterungsbezirke waren gesprengt. Der Jahnsche Entwurs einer Ordnung und Einrichtung der Burschenschaften von 1812 erachtete die Ausrottung der Landsmannschaften als jeden Burschen Pflicht, da „sie das Vaterland gefährden und das Volk nach Erdschollen zersplittern." Aber auch im Innern der Landsmannschaften war der Geist der Erneuerung nicht ohne Widerhall geblieben. Theodor Körner, der ehemalige Chargierte der Berliner Guestsalen, berichtet in Erinnerung an seine Burschenzeit-. „Wien deutschen Sinn und un- ferer Väter Kraft wollten wir in uns aufziehen und treu bewahren und wie die alten Germanen nichts für höher erkennen, als das Vaterland und unsere Ehre und die Freiheit." Diese Haltung wurde jedoch nicht zum Allgemeinprinzip der Senioren- konoente erhoben. Eine neue revolutionäre Bewegung mußte erst jenen Sturm entfachen, ber vom die Verhandlungsgrundlage ber Dftertagung. Das Schreiben des Burschentags vom 19. April 1818 ist ein Dokument von erstaunlicher Klarheit unb politischem Weitblick der jungen Führer. Die Idee der Volkstümlichkeit und der Einhett des Vaterlandes erschien ihnen so selbstverständlich, daß sie sich wunderten, wie jemals das Bolksaefühl habe verschwinden können. Als Hindernisse der volkstümlichen Bildung wurden der Provinzialismus und der Kosmopolitismus beschuldigt. „Für unser Vaterland , so heißt es, „sollen wir leben, alle äußeren unb inneren Feinde desselben sollen wir bekämpfen und seine Ehre soll unsere Ehre, seine Schande unsere Schande jein." Die Stellung zur Hochschulfrage wurde eindeutig Umrissen. „... Was sind die Hochschulen anderes als die volkstümlichen Bildungsstätten, worin der Geist des Volkes sich klar und ungetrübt abspiegelt. Die Hochschulen sind ja her- vorgegangen aus dem Bedürfnis des Volkes und im Geiste desselben eingerichtet, ihnen bars daher nichts fremd bleiben, was zum Gedeihen des allgemeinen Wohles bient Daher sind wir es auch, die non Kanzeln und Kathedern, im staatlichen und geselligen Leben, bei Hohen unb Niedern die Be- geifterung für Vaterland, Freiheit und Volkstum lebendig erhalten müssen, damit äußere Gewalt und List nicht wieder so leicht das Spiel mit uns gewinne." Erst 1809, nach Einverleibung eine Kur-Kölnischen Herzogtums Weftfalen Herzogtum, erftanb auch eine westfälische Landsmannschaft. Die strenge Durchführung der Rheinbundbestimmungen hielt die Neugestattung Les Ber- bindungswesens durch Weidig und Welcker zunächst in engen Grenzen. Der geistige Führer der Reform- beftrebungen wurde Wilhelm Snell, dör ursprünglich einen politischen Studentenorden als Jnstru- • ment des Deutschen Bundes ins Leben rufen wollte unb die Studenten für den deutschen Einhettsge- danken unter preußischer Hegemonie gewann. Die Teilnahme an den Freiheitskriegen ward für bie Gießener Studenten zu einer Enttäuschung. Die Regierung hatte die Erlaubnis zur Aufstellung eines freiwilligen Jägerkorps nur widerwillig und erst fo spät erteilt, daß bei ihrem Einmarsch in Frankreich bereits der Friede geschlossen war. Noch der Rückkehr gründeten sie die deutsche Lesegesellschaft zur Erreichung vaterländisch-wissenschaftlicher Zwecke und trugen die altdeutsche Tracht. Die Spaltung im Jahre 1815 führte zwar zum Wiedererstarken der Landsmannschaft, aber auch zur Gründung des Germanenbundes, dessen Berfaffung unter dem Einfluß der Polittker Weidig unb Schulz zustande kam. Der ehemalige freiwillige Jäger Karl Fallen — von Snell dem Bunde zugeführt — trat nunmehr in den Mittelpunkt dieses Kreises. Als hinreißender Redner und Dichter, als gewandter Turner, Schwimmer und Fechter zog er die revolutionäre Jugend unwiderstehlich in seinen Bann. Bald waren die Germanen, allgemein als die Gießener Schwarzen bezeichnet, als politische Verschwörer denunziert. Sie wichen dem Urteilsspruch des Universitätsgerichtes aus durch Umwandlung ihres Bundes in einen Bildungs- und Leseverein. Nach dessen Wiederauflösung schlossen sie sich als christlich-deutsche Burschenschaft mtt dem Gießener t komme, dec eine (5 e n e r a l lö f u.n g für das Hikler-Jugend - Heim gefunden habe. Der Preis solle diesem Architekten auch dann zu- erfannt werden, wenn selbst einige kleine architektonische Mängel das Gesamtbild vielleicht beeinflußten. Es.gehe also darum, den Jbealtyp des H I. - H e i m e s herauszustellen. Im Anschluß an die Besichtigung trat der Berner» tungsausjchuß zusammen. Dem Preisrichterkollegium gehören der Gauleiter Sprenger selbst, ferner Oberbürgermeister Ritter, Büraer» meister Prof. Dr. Hamm, Gebietsführer Brandt, HJ.-Gebietsarchitekt Hans P e t e r, ber Beauftragte für HJ.-Heim-Beschaffung Unterbannführer Lü- nenschloß unb Stadtbaurat ©rauer! (Gießen) an. Als Fach-Preisrichter wirkten Stadtbaurat Gravert, Archttekt unb Dipl.-Ingenieur Dust- mann, Landeskulturverwalter Prof. Dr. Lieser (Frankfurt a. M.), Bürgermeister Pros. Dr. H a m m und Architekt Hans Peter (Offenbach). Im Anschluß an die Besichtigung beschäftigte sich ber Bewertungsausschuß mit ber endgültigen Bestimmung der Entwürfe, nachdem eine engere Auswahl bereits ftatigefunben hatte. 19 Entwürfe waren in den engeren Wettbewerb einbezogen worden. t Entsprechend der Ausschreibung war die Vergebung von drei Preisen vorgesehen. Der erste Preisträger wird mit 1500, ber zweite mit 800 unb Der dritte Preisträger mit 500 RM. bedacht. Außerdem wurden 10 Ankäufe mit je 150 RM. vorgesehen. bergrunb des Baues gerückt ist, daß ein Teil nur auf wenigen Kragsteinen (Konsolen) ruht; sein Schatten fällt gegen Abend über den Neptuns- brunnen und die Loggia dei Lanzi, deren wett- geöffneie Säulenhallen den Platz gewissermaßen einfangen. Bauwerk, Statue, Bild, Platz und Straße — alles wirkt zusammen in ber lebendigen Bewegung florenttnischer Art. Rom. Bielfättig ist bas Erlebnis des Raumes in ber ewigen Stadt; die Anttke formte es hn Colosseum ober in ber Konstantinsbafilika; in Santa Maria degli Angeli zwang Michelangelo uralte Thermen in den Dienst der Kirche. Humanistischer Geist, ber in Italien durch Petrarca herauf» beschworen wurde, weht durch die wetten Gewölbe der Vatikanischen Bibliothek. Ein Wunder der Raumkunst schuf Michelangelo in ber Sixtinischen Kapelle; dem in den Abmessungen unglücklichen, in ber Belichtung mangelhaften, im architektonischen Sinne sehr burftiaen Raum gab er durch gemalte Curtbögen mtt ourch Gestalten betonten Gelenken eine fast unbegreifliche Einhett her Wände und Decke. Bor ber Peterskirche denkt man, die Höhe werdenden Bücher in Selbstzeugnissen ihrer Ber« asser i ich ältlich umreifjen. Ein Aufsatz über Dichter» landschriften gibt Briefe und Manuskrivtsetten früherer und jetziger Berlagsauiofen wieder, so von Klaus Groth, Theodor Storm, Wichelm Raabe, Peter Rosegger, Timm Kröger, Adolf Bartels. Das Hundertjahrfest ist ferner zum Anlaß genommen worden, den Deutschen Uebersee-Preis in Höhe von 3000 RM. für einen Roman, eine Erzählung ober einen Tatsachenbericht aus Heber- see neu auszuschreiben unb drei junge Komponisten preiszukrönen, die Texte Georg Stammlers vertont haben. In einer Abhandlung „Goethefeinbsibast" setzt sich Adolf Bartels mtt zeitgenössischen stellem auseinander, Oberst a. D. Friedrich _ Herr von ber Goltz behandelt den „Schlieffenplan und die polttische Lage im August 1914". Von Edz. Schumann stammt ein Aufsatz über Caspar David Friedrich mit farbigen Wiedergaben. Der neue Roman ,Lamps um Münsterland", ber in Argentinien spiett, macht mtt dem jungen Fritz Krame Herr Reichsstatchalttr, deutsche Männer unb Frauen! ( Sie haben, Herr Re i ch s st a t th al t e r , mir 1 unb damit ber Universität bie hohe Ehre erwiesen, > die Rektoratsübergabe persönlich zu vollziehen. Die gesamte Universttät würdiat diese Handlung als \ den Ausdruck Jhre^ besonderen Bertrauens. Mtt \ der Versicherung des aufrichttgen Dankes verbinde : ich zugleich den heißen Wunsch, es möge meiner Amtsführung beschieden fein, ber Ludoviciana Ihr Wohlwollen auch wetterhin zu erhalten, der Wissenschaft zum Nutzen, unserer Universität zum Segen und der Stadt Gießen zuliebe, deren Bürger wir find. Die feierliche Rektoratsübergabe bietet mir ferner Gelegenheit, meinem Vorgänger im Amte, Herrn Professor Baader, öffenllich den Dank ber Uni- versttÄ zu übermitteln. Als Sie, verehrter Herr Baader, sich entschließen konnten, die Bürde des Rektorats auf die Dauer eines Jahres zu tragen, trat die Gefolgschaft der Ludoviciana geschlossen an Ihre Seite. Sie hatte die Beruhigung, das Steuer bei Wellengang in sicherer, fester Hand zu wissen. Die Sorgen ber Universttät waren Ihre Sorgen. Mtt dem Gefühl höchster Verantworttichkeit haben Sie Ihre Entscheidungen getroffen. Sie waren Führer der Universität, well Sie die Lebensinteressen Ihrer Hochschule mannhaft vertraten und zugleich Kamerad unter Kameraden waren. Mtt dem Bewußtsein tiefer Dankesschuld reicht heute die Urtinerftät dem scheidenden Rektor die Hand. Nun wende ich mich zu Ihnen, meine jungen Kameraden. Am 10. Oktober d.J. feiern wir zum 120. Male die Wiederkehr jenes denkwürdigen Tages, an dem die durch die Freiheitskriege geläuterte Jugend die Einigung ber studentischen Reformbewegung mit ber Gründung ber allgemeinen deutschen Burschenschaft vollzog. Die Verfassung von 1818 unb 22 bezeichnete bie Burschenschaft als die freie und natürliche Verbindung der gesamten auf den Hochschulen sich bilbenben Jugend, gegründet auf das Verhältnis dieser Jugend zur werdenden Einheit des deutschen Volkes. Das Ziel war die Einheit, Freihett unb Gleichheit aller Burschen, volkstümliches Leben und die Ausbildung des Leides und der Seele für den Dienst am Vaterland. Bereits 1815 war die erste örlliche Burschenschaft erstanden, als die Vandalen, die 1813 als Freiwillige ausgezogen waren, zu Jena auf der Tanne die landsmannMaftliche Fahne senkten. Der Zeitgeist der nationalen Erhebung hatte den glimmenden Funken im Herzen ber Jugend bald zu lodernder Flamme geschürt. Auf dem Wartburgfest 1817 trat sie mit den Geleitworten „Blücher unb Weimar" zum ersten Male geschlossen vor die Seffent- üchkett. In den Grundsätzen und Beschlüssen des 18. Oktober wurden unter Ludens Mitwirkung bie tonstututionelle Erbmonarchie, einheitliches Recht, Ministeroerantworllichkeit, die allgemeine Wehrpflicht und eine zielbewußte, machtvolle Außenpolitik gefordert. Die Wissenschaften der Moral, Polttik unb Geschichte sollten vornehmlich die Erziehungsgrundlage des Studenten bleiben. Trotz ber verschiedenen. Strömungen behielt der Einhettsgedanke, die bewußte Pflege ber sittlichen unb nationalen Werte, bei den Kämpfern des heiligen Krieges die Oberhand. Jena gab den Anstoß zum Zusammenschluß. Am 29. März 1918 versammelten sich hier die Vertreter von neun Hochschulen. Gießen mußte absagen, da der Senat die Studierenden im Falle der Teilnahme mit ber Strafe ber Relegation bebrohie. Jena war als Führerin der Bewegung anerkannt, 19 Punkte bildeten genhett bekommen, diese Entwürfe kennenzulernen, 'stchtigt, eine öffentliche Ausstellung Die Vorarbeiten dafür sind im Ehrenspiegel zusammen. Der zunehrneicke Radikalismus führte in der Folgezeit zur Trennung der rein studentischen von den politischen Reformern, die sich nunmehr die revolutionäre Erhebung zum Ziele setzten und von den Gymnasialturnplätzen in Darm- stoLt und Gießen ihren Nachwuchs bezogen. An der Wiege der Gießener Burschenschaft hatten von Anfang an praktische Politiker, insbesondere Mitglieder und Mitwisser Les sogenannten Hofs- mannsbundes Pate gestanden. 1816/17 wurde gegen die Schwarzen die Anklage erhoben, daß sie „Deutschland zu einem Staat vereinigen wollten. Deutschland als ihr eigentliches Vaterland betrachteten und auf Kommersen statt des hessischen Landesherrn den preußischen König hoch leben ließen". Die Entwicklung der Gießener Burschenschaft trug einen wettgehend selbständigen Charakter. Es gesellte sich zur Jenenser Richtung mit studentischem Kern und zur philosophischen Heidelbergs, die zunächst auf allgemeinen Menschheitsidealen fußte, die christlich-deutsche Burschenschaft, die den Gedanken der Volkheit am tiefsten erfaßte. In Gießen waren die Ausländer und Nichtchristen ausgeschlossen. Die Schwarzen wurden in der Folge zum völkischen Gewissen der allgemeinen Burschenschaft. Aus ihr Betreiben erhielten die Richtlinien der Verhandlungsgrundlagen des Jahres 1818' in den §§ 7 und 8 die folgende Fassung: „3m allgemeinen wird jeder ein Bursch genannt, der auf einer Hochschule immatrikuliert ist und dort studiert. Ein Deutscher aber heißt, der durch deutsche Sprache zum deut» scheu Volk gehört und sich zu den Deutschen be- kennt, ohne Rücksicht, ob seinen Stamm das Unglück unter ftemde Herrschaft gebracht hat oder nicht." 1819 setzte sich auf dem Heidelberger und 1820 auch auf dem Dresdener Burschentage die Forderung aus Ausschluß der Juden durch. Neben der Gleichheit der Abstammung und der Sprache verlangten die Schwarzen auch die Gleichheit des Glaubens. Sie spielten mit dem Gedanken einer Nationalkirche, der wohl dem Ideenkreis Arndts und der deutschen Gesellschaften entsprang. Ä)rem völkisch-politischen Tatendrang vermochten aber auch die christlichen Sittengesetze keine Schranken zusetzen. Fallen prägte im Jahre 1818 den Grmcksatz der ..Unbedingten", der „ von dem Pfarrer Weidig in Butzbach verteidigt wurde: Uüberall, wo eine sittliche Notwendigkeit vorliege, sollten den von dieser Notwendigkeit Ueberzeugten alle Mittel er- laubt sein, um aus dieser Ueberzeugung die Konsequenzen zu ziehen. Trotz der schweren inneren und äußeren Kämpfe hat die Urburschenschaft vor 120 Jahren die einigende Formel gefunden. Der Kampf um die Einheit des studentischen Gemeinschaftslebens war zunächst ideenmäßig und auch machtpolitisch gewonnen. Die Sammlung der gesamten Studierenden unter der einen Fahne ist der Urburschenschaft aber versagt geblieben. Die Metternichsche Reaktion hat den hoffnungsvollen jungen Baum in der ersten Blüte geknickt. Die Formen des studentischen Lebens sind wandelbar, entscheidend ist die Macht der Idee und die Haltung der Führer. 3n 3ena wie in Gießen waren diese Meister des Wortes und des Schwertes, die die Widerstände brachen, die der untergehende Provinzialismus entgegensetzte. In Jena vollzog sich die Gründung der Burschenschaft unter Beibehaltung des studentischen Brauchtums, in Gießen unter jähem Bruch mit den überlieferten Formen. „Niemals werden wir", fo betont der Burschenschaftsbericht 1818, „uns herousnehmen dürfen, für erwige Zeiten eine Schale verfertigen zu wollen, in welche der Geist eingeschlossen werden soll. Aber das Negative können wir für immer sagen, daß jenen Geist nie eine Form fesseln müsse, die chm nicht entspricht." Meine jungen Kameraden! Il)nen hat der Führer ein stolzes Banner anvertraut und zur Fahne einer Gliederung erhoben. Die Fahnen der Bewegung sind Sturmfahnen, und nur Kämpfer sind ihrer würdig. Die urburschenschafUiche Bewegung nahm nicht von großen Städten ihren Ausgang, sondern von Jena, und sie wurde entscheidend beeinflußt von Gießen. Vollenden Sie. die Sie das Vermächtnis der Ur- burfchenfchaft übernehmen, was der Burschenschaft nicht vergönnt war zu vollenden. Zu den heißesten Herzen, zu den Tapfersten und den Tüchtigsten steht der Führer. Unserm Führer ein dreifaches, begeistertes Sieg-Heil! Aus der Stadt Gießen. OefWaldschmücktfich mit neuemGrüu. I ilinier den blühenden Obstbäumen dehnt sich der i Wald. Tanney und Kiefern zeigen ihr dunkles I @riin, dazwischen stehen Buchen und Birken im j Schmuck der ersten Blättchen. Besonders die Birken mü den hängenden Zweigen sind bezaubernd. Der Frühling hat die jungen Blättchen wachgeküßt. Die _ Anemonen leuchten schon seü Wochen, und die ersten Maiblumen wollen ihre Glöckchen läuten lassen. Schwellende Moospolster laden, den Wan- derer zur Rast ein. — Wenn wir in diesen hellen Maitagen, durch Flur und Frid kommend, in den Wald eintreten, grüßen uns Tausende von Vögeln mit ihrem Liebeslied. Die kleinen Meisen hüpfen und zirpen, von der Spitze der hohen Tannen lockt die Amsel. Drosseln und Finken schmettern chre Lieder. Und mitten im Wald halten wir plötzlich inne mit unfern Schritten, denn von ferne ruft ein Kuckuck. Unwillkürlich fangen wir — wie in den Kindertagen — an zu zahlen. Eins, zwei, drei, vier usw.; denn so oft er ruft, fo lange sollen mir noch leben. Und wir greifen in die Tasche und sehen nach, ob mir noch Geld haben, denn dann geht es uns im ganzen Jahre nicht aus. Die Spechte hämmern vor Freude an den hohen Kiefern, und in den Zweigen gurren die Tauben. Vor dem hellen maigrünen, wie Seide glänzenden Laub der Buchen stehen trotzig und finster die Kiefern und Tannen mit chrem dunklen Kleid. Aber auch in chren Spitzen treibt neues Leben hervor. Wie Kerzen leuchten die jungen Zweiglein. Die Lärchen, die einzigen Nabelbäume, die auch :m Winter chre Nadeln abroerfen, waren die ersten im 3arten Grün. Dann folgten die Dirken, die schönsten der Früblingsbäume. Wie schön erst ist ein Birkenhain! Wir wandern darin wie in einem verzauberten Wald. Das ist ein Leuchten und Grüßen, wie wenn uns eine Schar junger blühender Mädchen begegnet. Die Birken begnügen sich mit dem ärmsten Boden. Sie wachsen rasch und leicht an Plätzen, an denen andere Bäume noch jahrelang am Boden Geben. Die Birken sind rechte Sonnenbäume. Das zarte Grün nimmt im Laufe des Sommers eine tiefdunkle Färbung an, um dann im Herbst einem reinen Goldgelb zu weichen. Und wie leuchtet der weiße, schlanke Stamm in der .Frühlingssonne! Die zarten, hängenden Aeste und Zweige geben jeder Windbewegung nach, drehen sich im Sturm nad) allen Seiten, und gerade diese Leichtigkeit, diese Heiterkeit machen die Birke zum Lieblingsbaum. — Wunder über Wunder, wohin dos Auge schaut. Leise bewegt der Frühlingswind das junge Laub. Man steht und staunt, und unwillkürlich kommen uns die alten, vertrauten Waldlieder in den Sinn: O Täler weit, o Höhen, o schöner, grüner Wald! H. vornotizen Tageskaleader für Mittwoch. Stadttheater: 20 bis 22.30 Uhr „Parkstrahe 13". — Gloria-Palast, Seltersweg: „Olympia, Fest der Schönheit". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Groß-Alarm". — Oberhefsischer Kunstoerein: 17 bis 18 Uhr Ausstellung im Turmhaus am Brand. — Maienblasen auf Dem Turm der Iohanneskirche 19 Uhr. — Matthäusgemeinde: 20 Uhr in der Stadt- kirche Abendandacht. Stadllhealer Gießen. Heute, um 19.30 Uhr, findet zum letzten l’iale eine Aufführung des spannenden Kriminalstückes „Partstraße 13" von Axel Ivers statt. Spielleitung Hans Geißler. Die Vorstellung findet gleichzeÜig als 30. Vorstellung der Mittwoch-Miete statt. Ende 21.30 Uhr. BDM.- u. ZM.-Untergau 116, Gießen. Bett. Tagung der IM.-Gruppenführerlnneu. Heute findet um 15.30 Uhr auf der Dienststelle des Untergaues die Tagung der IM.-Gruppenführerinnen des Untergaues statt. Turnzeug ist mit- zubringen. Detr. Tagung der M.-Gruppenführerinnen. Am Freitag, 6. 5., kommen alle M.-Gruppen- führerinnen um 1930 Uhr zu einer Besprechung auf die Dienststelle des Untergaues. Turnzeug ift mitzubingen. Heil Hiller! Die Führerin des IM.-Untergaues 116: Liefe! Gödel, Iungmädelgruppenführerin. Bett. Leistuagsadzeichen. Dienstag, 10. 5., werden ab 6.30 bis 7.30 Uhr mittags im Dolksbad die Schwimmprüfungen für das Leistungsabzeichen abgenommen. Samstag, 21. Mai, findet Zielwandem statt. Sonntag, 22. Mai, findet 25-l Hechne ubuche weÄZTi schneller lusidierec mH AST RA * ( Addieru. Buchungsmaschinen Die schwarze Hand Das Schreckgespenst früherer Vervielfältigungen I Vorbei! Denn mit dem Roto drucken Sie mühelos, und Ihre Hände bleiben sauber! Versuchen Sie's einmal, wir führen gern den Roto unverbindlich vor. GENERALVERTRETUNG: FRANZ VOGT& Co. Gießen - Vokohaus Seltersweg 44. Ruf 2464 Fisch-Spefcialgeschäft nur Gießen, Selters weg 18 / Ruf Nr. 2467 DaölrrsteGießenerBahnrennen verlegt Nachdem der bekannte Fahrer der deutschen Nationalmannschaft Jean Schorn seine bereits abgegebene Meldung zum Gießener Bahnradrennen auf Geheiß des Fachamtes Radfahren im Deutschen Reichsbund für Leibesübungen wieder zurückziehen mußte, haben nun noch drei Fahrer abgesagt. Schorn muß am gleichen Tage die deutschen Farben in Kopenhagen vertreten. Um nun bei dem ersten diesjährigen Bahnrennen keine Enttäuschung zu erleben, hak es der Veranstalter vorgezogen, das Rennen auf einen anderen Termin zu verlegen. Deutsche Fußball-Auswahl gegen Wiener Elf. Das fußballsportliche Geschehen des kommenden Sonntags ist um ein bedeutsames Ereignis bereichert worden: im Düsseldorfer Rheinstadion wird an diesem Tage eine Fußball-Auswahl des Altreichs gegen eine Wiener Elf antreten! Wieder also stehen sich Großdeutschlands beste Fußballspieler im Kampf gegenüber, um die beim Duisburger Lehrgang erfahrene Schulung im ernsten Wettstreit zu unterstreichen und sich einen Platz in der großdeutschen Mannschaft, die am 22. Mai zum ersten Male in Erscheinung tritt, zu erwerben. Amerikas Leichtathleten kommen! Die Auslands-Kommission der Amerikanischen Amateur-Athletic-Unioy hat die Reise einer amerikanischen Leichtathletik-Mannschaft im Monat August nach Europa genehmigt. Damit ist der Länderkampf Deutschland — USA., der am 13. und 14. August im Berliner OlympiwStadion stattfinden wird, zur Tat geworden. Dieser große Kampf muß, ungeachtet Vorschläge für die Umstellung Ihrer Finanz- oder Lohnbuchhaltung unterbreitet Ihnen unverbindl. gerne das bekannte Spezialhaus für Buchungseinrichtungen E. R. Niederhausen & Co., Gießen Umfassendes Wissen in allen Fragen der Buchungstechnik und der Organisation, reiche Erfahrungen und beste Referenzen bekannter Unternehmen unseres Wirtschaftsbezirks stehen zu Ihrer Verfügung 2909A Mehr Freude an der Natur durch Bermühler-Bücher! Ein Lastzug verunglückt. LPD. Marburg, 3. Mai. Bei dem Dorfe Gisselberg platzte plötzlich der vordere Reifen des Motorwagens eines mit 10 500 Kilogramm Dachpappe beladenen Lastzuges. Dadurch verlor der Fahrer die Gewalt über das Steuer. Der Lastzug geriet auf die linke Straßenseite und fuhr über den Straßengraben aus einen Acker, wobei er vier starke Obstbäume umbrach. Der Anhänger stürzte um. Personen kamen glücklicherweise nicht zu Schaden. , Tennis-Länderkampf Deutschland-Indien 2:1. Am Dienstag begann auf den Plätzen des Wiesbadener THE. der Tennis-Länderkampf Deutschland gegen Indien. Man sah diesem Ereignis deshalb mit besonderer Spannung entgegen, weil hier zum erstenmal Deutschlands Spitzenspieler eingesetzt wurden, die das Hakenkreuz in den Davispokalkämpfen des Jahres 1938 vertreten sollen. Der erste Länderkampf gegen Polen wurdS deutscherseits von Nachwuchskräften bestritten. In Wiesbaden nahmen neben Henner Henkel die beiden Wiener Georg von Metaxa und Hans Redl den Schläger in die Hand: dazu kam der Mainzer Dr. Heinz Tusch e r. Nun, de? erste Tag des auf vier (Einieb und zwei Doppelspiele berechneten Länderkampses brachte Deutschland eine 2:1-Führung. Nachdem Dr. Tüscher den Inder Mahmud Alam 6:3, 3:6, 6:2 geschlagen hatte, zogen die Gäste durch einen 9:7-, 3:6-, 6:1-Sieg von S. Ranbir über Redl gleich. Unser neues Doppel Nr. 1, Henkel-v. Metaxa, holte anschließend den zweiten Punkt für Deutschland. Mit 6:4, 10:8 wurden Ghaus Mohamed-Y. Singh bezwungen. Zweiter Kampftag der Handball-Äaugruppen. Am zweiten Mai-Sonntag gehen die Kämpfe um den Meistertitel im deutschen Handballsport weiter. Die Ergebnisse des ersten Spieltages ließen schon schließen auf die Stärke der einzelnen Mannschaften. Selbstverständlich lassen sich noch keine bestimmten Voraussagen geben, aber ein Bild von dem Kräfte- I Verhältnis in den vier Gaugruppen kann man sich schon machen. Weitere klare Siege sind in Gruppe 1 von MTSA. Leipzig und Oberalster Homburg zu erwarten, während in Gruppe 2 MSV. Weißenfels und Borussia Carlowitz erfolgreich sein dürften. Nicht ganz so klar ist die Lage in den übrigen beiden Gruppen. Hier wird man erst die Ergebnisse abwarten müssen, um in den kommenden Spielen genauer sehen zu können. Gaugruppe 1: Oberalster Hamburg — VfL. Königsberg; Flak Stettin — MTSA. Leipzig. Gaugruppe 2: MSV. Borussia Carlowitz gegen Tv. Al Wetzlar; Polizei SV. Berlin — MSV. Weißenfels. Gaugruppe 37 Post SV. Hannover — VfB 08 Aachen; Lintforter SV. — Hindenburg Minden. Gaugruppe 4: Post SV. München — VfL. Haßloch; SV. Waldhof — SV. Urach. 0.32 0.38 0.42 3056A WIHO-RoWrot sehr schmackhaft und bekömmlich, an grüner Marke erkenntlich, erhalten Sie in den Bäckereien von: Wilhelm Schomber, Walllorstr. 55, Tel. 2457 Fritz Wintterlin, Bruchstr. 32, Tel. 2136. m,«d Seefisch« frisch von der See Mnnlilöoon von3 bis 20v.H. erhalten Sie bei wieder» IluLlliuüUu holten Veröffentlichungen einer Anzeige! Nur die beste Drucksache neben der Zeitungsanzeige kann Ihre Werbung wirksam unterstützen. Geringwertige Drucksachen schaden mehr als sie nützen. Deshalb sparen Sie bei Herausgabe der besten Drucksache i eie Wanzen und jedes and. Ungeziefer bekämpft sachgemäß. Bebördl. Dankschreiben. Kammerjäger S c li o m b e r, Mrchstratze 20 Tel. 3083. Sach- verst. i. Gerichts- angelegenh. 02ns An-nnfillerM von Lumven, Eisen, Pavier, Flaschen il alle Metalle. Jede Bestellung wird abgeholt. 0209C H. Schneider Neuenweg 6 Televlwn 3187. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 3. Mai. Auftrieb: Kälber 784 (gegen 682 am 26. April), Härnrnel und Schafe 133 (112), Schweine 4200 (3673). Notiert wurden je 50 Kilogramm Lebendgewicht in RM.: Kälber a) 62 bis 65 (63 bis 65), b) 53 bis 59 (55 bis 59), c) 42 bis 50 (43 bis 50), d) 35 bis 40 (65 bis 40). Härnrnel b2) 46 bis 52 (46 bis 52), c) 41 bis 45 (41 bis 45), d) 34 bis 40 (35 bis 40). Schafe a) 36 bis 42 (34 bis 42). Schweine a) 56.50 (56.50), bl) 55.50 (55.50), b2) 54.50 (54.50), c) 52.50 (52.50), d) 49.50 (49.50). Sauen gl) 53.50 (53.50). Fleischgroßmarkt: Angebot: 938 (1016) Viertel Rindfleisch, 603 (781) halbe Schweine, 23 (12) ganze Kälber, 10 (5) ganze Hammel, 16 (17) Kleinvieh. Notiert wurden je 50 Kilogramm in RM.: Ochsenfleisch a) 80, b) 69. Bullenfleisch a) 77, b) 66. Kuhfleisch a) 77, b) 65, c) 54. Färsenfleffch a) 80, b) 69. Kalbfleisch I 81 bis 95, II 70 bis 80. Hammelfleisch b) 76 bis 90, c) 65 bis 75. Schwemefleilch b) 73. Fettwaren: Roher Speck unter 7 cm 78, Gießener Schlachtviehmarkt. Zum gestrigen Gießener Schlachtviehmarkt (Schlachtviehoerteilungsmarkt) in der Diehversteige- rungshalle Rhein-Main in Gießen wurden 8 Ochsen, 6 Bullen, 26 Kühe, 21 Färsen, 132 Kälber, 197 Schweine und 3 Schafe aufgetrieben. An Preisen wurden erzielt: Ochsen 37 bis 44 Pf., Bullen 39 bis 42 Pf., Kühe 24 bis 44 Pf., Färsen 34 bis 43 Pf., Kälber 34 bis 62 Pf., Schafe 40 Pf. je Pfund Lebendgewicht. Für Schweine wurden je Kilogramm Lebendgewicht folgende Preise bezahlt: Klasse a (150 kg und mehr) 1,11 RM., Klasse bl (135 bis 149,5 kg) 1,09 RM., Klasse b2 (120 bis 134,5 kg) 1,07 RM., Klasse c (100 bis 119,5 kg) 1,03 RM., Klasse d—f (unter 100 kg) 0,97 RM., Klasse gl und I (fette Specksauen und Altschneider) 1,05 RM., Klasse g2 und h (andere Sauen und Eber) 1,01 RM. Marktverkauf: Großvieh und Schweine zugeteilt, Kälber und Schafe flott; alles ausverkauft. Rhein-Mainische Börse. INittagsbörse uneinheitlich. Frankfurt a. M., 3. Mai. Die Börse brachte am Aktienmar 5t eine weitere Schrumpfung des Geschäftes, da Kaufaufträge der Kundschaft kaum Vorlagen. Andererseits setzten sich Verkäufe aus Abwickelungen und Liquidationen fort, die bei der beschränkten Aufnahmeneigung zu den ersten Kursen überwiegend Abschwächungen von 0,50 bis 1 v. H. auslöften. Nach deren Erledigung wurde die Haltung etwas widerstandsfähiger und teilweise traten Erholungen um Bruchteile eines Prozentes ein, die Umsatztätigkeit erfuhr aber keine Zunahme. Stärker ermäßigt waren IG. Farben mit 158,75 (159,90) und Siemens mit 211 (212,25). Montanwerte gingen durchweg bis 0,65 v. H. und Hoesth um 1 v. H. zurück. Maschinen- und Motorenwerte ermäßigten sich bis 1 0. H., nur Moenus zogen bei etwas größeren Umsätzen auf 134 bis 134,25 (133,25) an. Elektro- und Zellstoffpapiere schwankten nach beiden Seiten bis 0,75 v. H. Etwas fester lagen u. a. Holzmann mit 165 (164) und Reichsbank mit 198 (197,50), dagegen gaben Eonti Gummi auf 205,50 (206,50), Metallgesellschaft auf 139 (140) und Scheideanstalt auf 249,50 (250,50) nach. Am Rentenmarkt hatte die Altbesitzanleihe des Reiches lebhafteres Geschäft und feste Haltung mit 133,25 bis 133,50 (132,90), hingegen ermäßigten sich Reichsbahn-Vorzugsaktien um 0,40 v. H. auf 130,13. Goldpfandbriefe waren z. T. mit unverändert 100 repartiert und z. T. gestrichen. Liquidationspfandbriefe bröckelten überwiegend bis 0,25 v. H. ab. Stadtanleihen und Kommunal-Obli- gationen lagen unverändert, Industrie-Anleihen schwankten bis 0,25 v. H. nach beiden Seiten. Abendbörse behauptet. Der Auftragseingang hatte keinen besonderen Umfang, so daß auch die Umsätze begrenzt blieben. Die Haltung war aber nicht unfreundlich, und die Bekanntmachung. Betr.: Schafbockversteigerung in Alsfeld. Der Landesverband der Schafzüchter in Hessen- Nassau kann seine für den 5. Mai d. I. vorgesehene Zentralbock-Auktion in Gießen aus seuchenpolizeilichen Gründen nicht abhalten. Die Versteigerung gelangt daher in 30590 • Alsfeld Donnerstag, den 15.2Uai 1938, vormittags 10.30 Uhr in der Viehhalle zur Durchführung. Zum Auftrieb kommen zirka 100 Zuchtböcke aus anerkannten Stamm- und Herdbuchzuchten der Deutschen schwarzköpfigen Fleischschafrafse. Sonderkörung und Prämiierung erfolät am Tage vor der Versteigerung gegen 14 Uhr. Die in Hessen-Nassau ansässigen Schafhalter erhalten für Böcke, die auf dieser Versteigerung erworben werden, namhafte Ankaufsbeihilfen. Da genügend gutes Material zur Verfügung steht, ist allen oberhessischen Schafhaltern beste Ankaufsmöglichkeit geboten. Personen aus Sperr- und Beobachtungsgebieten der Maul- und Klauenseuche ist der Besuch der Veranstaltung untersagt. Frankfurt, den 2. Mai 1938. Landesverband der Schafzüchter in Hessen-Nassau. Gez.: S ch u st e r. .WW Kurse zeigten vielfach gegen die Mittagsnotierungen leichte Erhöhungen von 0,25 bis 0,50 0. H. Gut erholt waren Conti Gummi mit 206,75 (205,50). Etwas lebhafter waren erneut Moenus Maschinen mit 135,50 (135). Im einzelnen gewannen u. a. Rheinstahl 0,25 v. H. auf 147,50, Adlerwerke 0,25 v. H. auf 121,75, Bekula 0,50 v. H. auf 163,50, Licht und .Kraft 0,25 v. H. auf 143,50, IG. Farben 0,25 v. H. auf 159, Gesfürel 0,75 v. H. auf 149,75 und am Einheitsmarkt stiegen Lokomotiofabrik Krauß auf 140 (138,50). Etwas niedriger lagen Deutsche Erdöl mit 145 (145,50), Junghans mit 123 (123,50) und Demag mit 156 (156,25). Am Rentenmarkt erhielt sich weiteres Interesse für Reichsaltbesitz mit 133,75 (133,50), 6 v. H. IG. Farben wurden 0,13 v. H. höher mit 130,65 gefragt. Srt OTaumn'CS^mmu1nal^r^^,ulburngm,fteUtenCrfid) i Flom-N 8g"RM."'i- Kilogramm. Marktoerlaus: auf unverändert 96,20. j lebhaft. Bmmenthaier^-de...... VoUfe 2nthaler ohne .. 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