Rr.79 Erstes Blatt 188. Zahrgang Montag, 4. April 1938 tr)d)etm ifigltdj, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat tm Bild Die Scholle OlonatsiBeiugsprets: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte e 1.80 Zustellgebühr „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Herusprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnach» richten: Anzeiger Sieben Postscheckkonto: firanffurt am Main 11688 Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühlsche Univerfitätrdruckerei R. Lange in Giehen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Schulftratze 7 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnurnrner bis8'/,Uhr des Dormittags Grundpreise für 1 mm Höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rps., für Textanzeigen von 70mm Breite 50 Rpf.,Platzvorschrift nach Dort). Dereinbg.25°/O mehr. Ermäßigte Grundpreise: Stellen-, Vereins», gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf., Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B Der Führer in der Güdostmark des Reiches. Die Gieierer grüßen ihren Befreier in Kundgebungen von beispielloser Begeisterung. Ein beispielloser Empfang. Graz, 3. April. (DNB.) Ueber acht Tage ist der Führer nun durch alle deutschen Gaue gezogen in einer einzigartigen Fahrt des Jubels' und der Freude. Auf seiner ersten Fahrt durch die Ostmark, nach Graz, der steierischen Landeshauptstadt, bereiteten die Volksgenossen der Ostmark auf der ganzen Strecke dem Führer geradezu unbe)chreib- liche Kundgebungen. Aus ihrer Begeisterung und ihren Heilrufen sprach der Erlösungsruf der Freiheit, sprach der Jubelschrei des Glückes, dessen diese deutschen Menschen seit nunmehr drei Wochen teilhaft geworden sind und wofür sie dem Schöpfer Großdeutschlands aus übervollem Herzen danken wollen. Um 15.20 Uhr ist die steierische Landeshauptstadt erreicht? Ein Jubel ohne Ende, ein Orkan der Begeisterung, ein Meer der Freude empfängt den Führer, als er als erster aus dem Zuge steigt und den Reichsstatthalter Dr. Seyß- Jnquart, Gauleiter Bürckel und die anderen Männer mit Handschlag begrüßt. Drei Mädchen in Steierer Tracht überreichen dem Führer Blumen aus der Heimat, Sprechchöre der SA.-Stürme auf dem Bahnsteig bitten den Führer, zu ihnen zu kommen, und er macht ihnen auch die Freude. Er schreitet ihre Front entlang, um dann weiter durch die Halle an den Ehrenformationen vorbei auf den Vorplatz zu treten. Man hört nur einen einzigen Schrei der Freude, der sich fortpflanzt durch die Menschenmauer, an der der Wagen des Führers langsam entlangfährt hin zur Maschinenhalle, wo 20 000 Volksgenossen feit Stunden aufjfyn warten. Die riesige Halle der Weitzer Waggonfabrik hat rund zehn Jahre leer gestanden. Als die Systern- regierung stürzte, machte sie einen trostlosen Eindruck, während sie einst die größte Waggonfabrik Oesterreichs beherbergte. Ein Teil der Maschinen war zuletzt schon an einen jüdischen Althändler zur Verschrottung abgegeben worden. Nun ist plötzlich seit dem 11. März wieder frisches Leben eingezogen in die eben noch so trostlose Halle. Ringsum hat man die Wände mit Hakenkreuzfahnen verkleidet. Der Mittelraum ist mit Bänken besetzt, die dazwischen liegenden Gänge sind dicht gedrängt von Volksgenossen, die sich das Erlebnis nicht nehmen lassen wollen, den Führer nicht nur zu hören, sondern ihn während der Ansprache auch zu sehen. Jetzt rauscht am Eingang drüben am anderen Ende ein Jubelsturm auf. Der Führer ist da! Langsam schreitet er den Gang entlang. Die Halle dröhnt von den Sieg-Heil-Rufen, die sich zu begeistertem Jubel steigern, ein betäubender Orkan der Freude und des Jubels. Alles steht in feierlicher, freudiger Haltung mit ausgestrecktem Arm. Es dauert wohl zehn Minuten, bis der Landeshauptmann, Ingenieur Helfrich, sich verständlich machen kann. Immer wieder werden feine Grußworte von Sprechchören unterbrochen, als er feststem, daß der Führer jeden Steierer unendlich glücklich und stolz gemacht hat. Nicht anders ist es bei Gauleiter Bürckel. Er kann nicht mehr weitersprechen, als er die Feststellung trifft, daß wir Deutsche sind und unseren Adolf Hitler haben, dem wir Treue halten. Am Schluß gibt es einen spontanen Sprechchor der über 20 000 Menschen, die den Schwur „Ein Volk, ein Reich, ein Führer" mitsprechen und immer aufs neue wiederholen. noch einmal in der gleichen Weise in den abendlichen Straßen auf dem Wege zum Landeshaus, der mit Leuchtbändern von vielen, vielen Hunderten und Tausenden von Glühlampen gezeichnet war. 3m Landhaus. Steierische Jugend umjubelt den Führer. Das steirische Landhaus, der herrliche alte Bau, einer der schönsten dieser wunderschönen Stadt Graz, ist angestrahlt, so daß er dadurch in seiner ganzen Pracht erst recht zur Geltung kommt. Der Führer geht durch den herrlichen barocknen Hof des Landhauses, vorbei an den Abordnungen von HI. und BDM., die hier in ihrer schmucken Landestracht aufgestellt sind. Und über die Treppe hin zum Rittersaal, dessen edle Ornamentik durch den Glanz der festlich leuchtenden alten Kristallglaslüster noch gewinnt. Hier stehen wieder Steirer Jungen und Mädchen in der Tracht des Landes. Lautlose Stille herrscht, als der Führer, den Kindern freundlich zulächelnd, den großen Festsaal betritt. Hier begrüßt ihn der Landeshauptmann Helfrich mit ehrfurchtsvollen und herzlichen Worten. Der Führer dankt in einer kurzen Ansprache, in der er der Hoffnung Ausdruck gibt, nun öfter nach Graz kommen zu können. Es sei sein Wunsch, daß die deutschösterreichischen Lande sich immer enger und fester mit dem großen deutschen Vaterlande zusammenschließen. Dann stellt der Landeshauptmann dem Führer die leitenden Männer der Wehrmacht und der Behörden vor, dazu eine Anzahl von alten verdienten Kämpfern der Steiermark, unter denen der Führer manch bekanntes Gesicht gesehen haben mag. Jedem einzelnen drückt er die Hand und spricht mit dem einen oder anderen herzliche Worte. Dann trägt er sich als erster in das Goldene Buch der Stadt Graz ein, darunter das Datum dieses denkwürdigen Tages. So hat dieses Goldene Buch die schönste Weihe erhalten, und die Grazer sind stolz darauf. Der Landeshauptmann zeigt dem Führer dann einen Band mit Aufnahmen aus der Kampfzeit des Nationalsozialismus in Graz und der Steiermark. Eingehend und aufmerksam besichtigt der Führer diese Bilder und unterhält sich eine Zeitlang mit dem Landeshauptmann darüber. Dann begibt sich der Führer zurück in den Rittersaal zu den Buben und Mädeln, frische, hübsche Gesichter, von denen die Freude leuchtet, dem Führer so nahe zu sein. Er spricht zu ihnen freundliche Worte, dann fingen die Mädchen ein Lied ihrer Heimat in mehrstimmigen Chor. Auch die Jungen und Mädel im Hof des Landhauses begrüßt der Führer jetzt kurz. Es ist ein wunderbares, unvergeßliches Bild, diese prächtige deutsche Jugend in der malerischen Tracht zu sehen, und auch der Führer ist sichtlich erfreut über diese kurzen Minuten einer besonderen Kundgebung der Verehrung, die ihm von seiner steirischen Jugend bereitet wird. Als dann der Führer aus dem Landhaus wieder auf die Herrengaffe tritt, braust noch einmal ein Sturm der Begeisterung aus den wartenden Menschenmassen. Wir müssen staunend erleben, daß es ipimer noch und immer wieder Steigerungen gibt. Während der Führer langsam an der'ganzen Front der Herrengasse entlangschreitet, umbrandet ihn brausender Jubel. Und dann wiederholt sich die Triumphfahrt noch ein drittesmal auf dem Rückgang zum Hotel. Dort harren die Menschen Stunden um Stunden aus, ihre Sprechchöre hallen durch die Nacht, und wieder und immer wieder muß der Führer sich zeigen. In dieser Nacht kommt Graz nicht zur Ruhe, es ist genau wie vor zwei Wochen in Wien, als sich damals die erste Spannung eines gequälten Volkes in der Freude über diese Rettung aus Leid und Not gelöst hatte. Hier aber in Graz gibt es nur noch Freude und Gelöbnis. Leidenschaftliches Vekennlnis zu Adolf Hiller. Die erste große Jteöe des Führers in der befreiten Ostmark. Und nun spricht der Führer. Er steht ruhig und gelassen mit strahlenden Augen und freudig bewegtem Gesicht auf dem Podium. Kristallklar und mit vor Freude leicht schwingender Stimme spricht er zu seinen steierischen Volksgenossen. Der Führer, hat kaum ausgesprochen, da dankt ihm der Jubel- schrei dieser Menschen, die nun so glücklich und stolz geworden sind. Die Kundgebungen erhoben sich zu einem Ueberschwang der Begeisterung, als der Führer erklärte: „Ich bin so glücklich, in diesen Tagen hier zu sein, da sich ein Traum meiner Jugend und die Sehnsucht meines Lebens erfüllt hat." Inmitten dieser unbeschreiblichen Stimmung der Steirer zeichnet der Führer ein Bild der neuen deuts ch^e n Volksgemeinnschaft, kündet er von dem Aufstieg, den das Deutsche Reich auf der Grundlage der nationalsozialistischen Volksgemeinschaft in knappen fünf Jahren genommen hat, und angesichts dieser gigantischen Leistung prägt er das Wort: „Wie trägt das deutsche Volk wieder den Kopf hoch, mit welchem Stolz blickt dieses Volk heute wieder auf seine Wehrmacht, wie ist es überzeugt, daß keine Macht der Welt es jetzt mehr bezwingen kann!" Da bricht es aus den Steirern, die am Munde des Führers hängen, hervor mit Urgewalt, und die riesige Halle erschüttert und erdröhnt unter den donnernden Heil!-Rufen derer, die nun wissen, daß auch sie mit Recht sagen können, daß sie diesem stolzen Volk angehören. Und aufs neue wiederholen sich diese Stürme bei der Feststellung des Führers, daß Deutschland auch wieder eine wirtschaftliche Macht ersten Ranges geworden sei, und zwar ohne jede 'Hilfe des Auslandes, nur aus eigener Kraft. Lr findet tiefstes Verständnis und begeisterte Zustimmung, als er sich mit dem so oft mißbrauchten Begriff der Selbständigkeit auseinanderseht und dabei klarmacht, daß es eine Selbständigkeit unter fremdem Schuh oder auf fremden Wunsch niemals geben könne: „Ich kenne nur eine Selbständigkeit der deutschen Nation, die Selbständigkeit aller Deutschen. Line Selb- ständigkeit, die vom Ausland geschühl werden muß, gibt es nicht und kann es nicht geben. Lieber wollte ich mit meinem Volke zugrunde gehen als eine solche Selbständigkeit entgegen- nehmen!" Dann spricht der Führer von den Leiden und der Not des deutschen Volkes in Oesterreich, als fremdem Willen gehorsame Fronvögte diese aufgezwungene „Selbständigkeit" gegen den Willen des Volkes mit Gewalt und mit Terror aufrecht z u e r h a l t e n versuchten, den Freiheitsdrang des Volkes immer schärfer und furdjtbarer unterdrückten und dadurch stärkeren Widerstand hervorriefen, den sie durch noch grausameren Terror zu brechen sich nun anschickten. Der Führer läßt die Ereignisse jener drei Tage, m denen Wem geschichte gemacht wurde, vor den Massen noch einmal lebendig werden und schließt: „2>er 9Jlann, der glaubte, sich dem Lauf des deutschen Schicksals entgegenstellen zu können, ist in drei Tagen mit seinem ganzen Anhang zerbrochen. Tosende Heil!-Rufe erschüttern die Halle. „Das Lied, das ich in meiner Jugend oft selber gläubigen Herzens gesungen habe, wurde Wirklichkeit: Ser Sturm'brach.los, das Volk stand auf! Und an diesem Tage hat Deutsch-Oesterreich feine wahre Mission nun bekommen: Bollwerk und Stützpunkt des Deutschen Reiches zu sein, O ft - mark der Germanen!" Die Massen springen von ihren Plätzen empor. Minutenlange Ruse „Sieg-Heil!", „Ein Volk — ein Reich — ein Führer!" tosen durch die Halle. Bei der Schilderung dieser großen geschichtlichen Wende erwähnte der Führer aber auch jene eiserne Begrenzung unseres Willens und unserer Ziele, die wir vornehmen, weil sie im Interesse unseres Reiches und seiner Zukunft notwendig ist. Ein Staat habe sich mit seinem genialen Reorganisator, einem Manne von säkularem Ausmaß der Erhebung, freundlich, sympathisch gegenüber verhalten. „Ich habe schon betont", so rief der Führer aus, „wir werden das nie vergessen, und ein solches Wort gilt bedingungslo s." Jugoslawien habe dieselbe Haltung eingenommen, und ebenso Ungarn. Wir seien glücklich, vier Grenzen zu besitzen, die uns der Sorge entheben, sie militärisch beschützen zu müssen. Wenn man glaubte, daß die Huldigungen und der Enthusiasmus der Menge, die die Rede Satz für Satz begleiteten, sich nicht mehr steigern könnten, so zeigte der überwältigende Jubelsturm, der am Schluß der Rede losbrach, welcher Tiefe des Gefühls die grenzdeutschen Steierer fähig^sind. Dieser Orkan der Begeisterung schlägt dem Führer entgegen, als er feine Rede mit den Worten schließt: „Der Herrgott hat die Völker geschaffen! Was aber der Herrgott einigt, sollen die Menschen niemals mehr trennen! Und zum heiligen Zeichen dessen soll am 10. April nun d i e ganze Nation antreten! Ich habe sie aufgerufen, nicht nur hier, sondern i m ganzen Reich. Und sie i ft a n g e t r e t e n ! Ich ziehe heute wieder voran wie in der ganzen Zeit meines kämpfens und Ringens um den deutschen Menschen. Am 10. April wollen wir gemeinsam unser Volum abgeben. Zum ersten Male in der Geschichte unseres Volkes wird ein Reich gebaut nach dem Willen des Volkes selbst. Ich will dabei in Zukunft nichts anderes fein, als was ich in der Vergangenheit war: Warner meines Volkes, Lehrer meines Volkes, Führer meines Volkes! Ich will auch in aller Zukunft nur ein Gebot kennen, das mich feit meiner Geburt verpflichtet hat: Deutschland!" Eine noch nie erlebte Triumphfahrt wurde dann die Fahrt des Führers zum Hotel. Seit vielen, vielen Stunden standen die Menschen an der 5 Kilometer langen Straßenführung von der Weitzer Waggonhalle bis zum Parkhotel. Auf Tischen und Bänken, mit Kisten und Kasten, ja mit Leitern hatten sie auf den Bürgersteigen Galerien entstehen lassen, die sich in den Häusern fortsetzten bis zu den Dächern. Es gab kein Fenster, dlis nicht in der ganzen Fläche von Köpfen besetzt war und mit Armen, die mit Fähnchen winkten. Am Schloßberg klebten die Menschen an den Hängen, in den Bäumen, und ganz oben auf der Höhe, wo die Brüstung von einer weit ins Land leuchtenden Hakenkreuzfahne verkleidet war, standen sie dichtgedrängt, auch wenn sie von der Höhe nicht mehr erkennen konnten als eine Kolonne von Autos unten in der Straße. Es war eine einzige, eine nie erlebte Triumphfahrt. Kurz vor 19 Uhr bestieg der Führer dann wieder den Wagen, und die Triumphfahrt wiederhotte sich * W # ■ ff X. '> $-• ■ * _ • X - •• . < Xx. Ri SM Frohe Jugend in stolzem Reich. Daß es so bleibe, dazu hilfst auch Du am 10. April mit Deinem Ja! Lager Wollersdorf in Flammen. Freiheitsfeuer des erwachten Oesterreich. Wollersdorf, 2. April. (DNB) Nun ist auch der letzte Wunsch der Nationalsozialisten in Oesterreich in Erfüllung gegangen und der letzte Schandfleck, den das verschwundene System hinterlassen hat, ausgelöscht. Das Lager Wollersdorf, jenes berüchtigte Anhaltelager, das über Tausende und aber Tausende..von treuen Nationalsozialisten Not, Leid und Elend gebracht hat, ist heute nacht in Flammen aufgegangen. Damit ist eine Einrichtung hinweggefegt, die nicht nur in Oesterreich, sondern weit darüber hinaus mit Schimpf und Schande genannt wurde. Wir stehen hier auf wüstem, ödem Steinboden, das Ganze ein Bild nieder- drückender Trostlosigkeit. Heute aber liegt frohes Lachen über dem Lager des Leides. Menschen sind hier versammelt, Nationalsozialisten, Kämpfer und Streiter Adolf Hitlers, die hier in diesem Lager gesessen haben, die gemartert wurden und Not und Pein erdulden mußten, weil sie dem Führer folgten in ihrem Glauben und ihm die Treue hielten. Der Landesleiter der Partei, Major Klausner, erinnert daran, daß im Verlaufe von viereinhalb Jahren 4 5 0 0 0 der besten Deutschen der Ostmark hier an dieser Stätte eingekerkert waren und teilte mit, daß der Name Wöllersdorf, der in der ganzen Welt eine traurige Berühmheit erlangt hat, als Ehrenname von nun an Wöllersdorf- Trutzburg heißen soll. Gauleiter Bürckel sagt dann: Die Flamme, die jetzt zum Himmel emporlodert, sie möge aller Welt verkünden: Die innere Kraft unseres Reiches hat ihren Verteidiger im deutschen Herzen gefunden! Die Wahrheit unseres Glaubens braucht weder Schrecken noch Haß zu ihrem Schutze, noch lebt sie von menschlichen Konstruktionen und Paragraphen. Sie ist uns vom Schöpfer in die Seele gebrannt. Das i ft unjere Freiheit! Sie lebt nicht hinter Stacheldraht und in dumpfen Zellen, sie wird nicht gezwungen mit der Peitsche, sie krönt viel» mehr das vergangene Martyrium durch die Bruderhand. Um mich sind die Männer versammelt, die hier gelitten haben um ihr Volk. Im Namen aller Deutschen danke ich allen! Ich weiß es, Ihr Braven, Tausende und aber Tausende, die Ihr Eure Pflicht getan habt, daß Ihr überglücklich seid, endlich gesiegt zu haben. Unser Glaube, unser Reich, unser Führer brauchen zu ihrem Schutze nicht die Folterkammer. Euch ist es ja zu danken, daß der Liebe zu Volk und Führer in diesem Lande eine Bresche geschlagen wurde. So war doch Euer Kampf am Ende ein" Eroberungskampf um alle. Erobern tut man aber nicht, um zu vernichten, sondern um zu besitzen. Und wenn alle in diesem Lande den Führer lieben und ihre Hand zum Gruß erheben, so heißt das zugleich, daß alle sagen: Euch danken wir, daß Ihr uns befreit habt von falschem Glauben. Diesem Sinn von Opfer und Sieg soll an dieser Stelle ein Denkmal Ausdruck geben. Es soll erstehen inmitten einer herrlichen Anlage und soll die Aufschrift tragen: „Ihr habt Treue gesät und Sieg geerntet. Eure Ernte aber ist unser Deutschland!" Donnernder Beifall dankt dem Gauleiter. — In« Oer „Tag der Legion" in Wien Männer in den alten Kampfruf, in das Sieg-Heil Grenze gekommen, um hier nach meiner Anordnung QU| öcn eine Lehrtruppe der zukünftigen SA. h^n Appell. Oesterreichs zu bilden. Trotz grötzter Sehnsucht1 auf den Führer ein. Die nationalen Lieder beenden besonders große Mew E t n Er die Zu in leuchtet im Glanz der Tiefstrahler, ihre großen goldenen Adler breiten weithin ihre stolzen Schwingen. Der Führer verläßt den Wagen. Unablässig braust immer wieder der Jubel der Hunderttausende zum Volk, ein Reich, ein Führer! Oie Stadtgemeinde Braunau ehrte ihren größten Sohn. gestellt. Hiervon sind bestimmt für Kleinsiedlung und Kleingärten8 Millionen RM., zum Bau von Volkswohnungen (billigen Mietwohnungen) zunächst 10 Millionen RM. und für Instandsetzung vorhandener Wohnräume drei Millionen RM. Darüber hinaus wird der Minister auch den Bau von Wohnungen für Beamte, für Land- und Forstarbeiter und für ländliche Handwerker durch Reichsbeihilfen fördern. Schließlich wird durch Reichsbürgschaften der Wohnungs- und Siedlungsbau wie im alten Reich ermöglicht werden. ten mehrere hundert Gefangene. Im Abschnitt Jaca rückten die Kolonnen auf der Straße Biesca—Broto vor und besetzten mehrere Dörfer. Der Vormarsch war jedoch in diesem Abschnitt insofern behindert, als es den' Bolschewisten gelungen war, sämtliche Brücken zu spreng en. Auch ein Eisenbahntunnel war durch Sprengungen zerstört worden. Im Süden der erwähnten Straße eroberten Führer hinan. Dann steht der Führer vor seinen Bayern, wendet sich in anderer PZeise als sonst an Massen im Vaterland. Der Führer sprach wie einer Familie. Unbändige Freude drückt sich Berlin, 2. April. (DNB.) Der britische Botschafter Sir Neville Henderson hat dem Reichsminister des Auswärtigen, von Ribbentrop, heute zwei Noten überreicht, in denen die Wiedervereinigung Oesterreichs mit dem Deutschen Reich anerkannt und das Exequatur für das in Wien zu errichtende Generalkonsulat erbeten wird. Die Noten haben folgenden Wortlaut: „Eller Exzellenz, ich habe die Ehre, Euer Exzellenz auf Weisung Seiner Majestät Staatssekretärs für auswärtige Angelegenheiten davon zu benachrichtigen, daß S. M. Regierung im Vereinigten Königreich beschlossen hat, S. M. Gesandtschaft in Wien zurückzuziehen und durch ein Generalkonsulat zu ersetzen. Es ist beabsichtigt, diesen Wechsel etwa am 15. April durchzuführen, Herr D- St. G a i n e r , C. M. G., O. P. E-, zur Zeit S. M. Generalkonsul in München, ist für den Posten S. M. Generalkonsul in Wien ausersehen. Unter diesen Umständen habe ich die Ehre zu bitten, daß Herrn Gainer in seiner neuen Eigenschaft als Exequatur bewilligt werden möge; zwisck>en hat das Feuer die letzten Reste der Baracke zerstört. Bis auf Grund und Boden muß die Anlage vernichtet werden. Ein letzter schmählicher Zeuge eines vergangenen schimpflichen Systems. Göring sprach in Salzburg. Salzburg, 2. April. (DNB.) Generalfeldmarschall Göring traf gegen Mittag, voll, tosenden Jubel der Salzburger begrüßt, auf der Stadtbrücke ein, wo ihn Reichsstatthalter Seyß-Jnquart und Gauleiter Wintersteiger willkommen hießen. Wieder schlug die ganze Liebe, die tiefe Dankbarkeit der Volksgenossen dem Manne entgegen, der sein Wort Führer befreite Land Maffenschauübung der italienischen Luftwaffe zu Ehren des Führers. Rom, 2. April. (DNB.) Von den drei großen militärischen Kundgebungen, die von der italienischen Wehrmacht zu Ehren des Führers und Reichskanzlers veranstaltet werden, wird zweifellos das von der Luftwaffe längs der thyrrenifchen Küste bei Civita Vecchia durchgeführte große Luftmanöver zu einer besonders eindrucksvollen Demonstration werden. Zu dieser Hebung, die den Charakter einer möglichst naturgetreuen Kriegshandlung erhalten soll, werden zehn Fliegerstürme mit in-gesamt 300 Flugzeugen modernster Bauart eingesetzt werden. dem Residenzplatz spricht Göring das letztemal vor der Wahl auf österreichischem Boden. Auch hier betont Hermann Göring mit aller Kraft: „Wir werden Arbeit schaffen, wir werden die reichen Schätze dieses Landes heben, den Bauern helfen, wir werden dafür sorgen, daß Oesterreich genau so festgefügt, wirtschaftlich genau so stark dasteht, wie Linz, 1. April. (DNB.) Die Stadtgemeinde Braunau hat dem Führer das Heimatrecht der Stadt Braunau verliehen. Der Gemeinde- tag hat namens der Bevölkerung der Stadt Braunau in einem Telegramm gebeten, das Heimatrecht der Stadt annehmen zu wollen. Am Samstag fand in Gegenwart des Jugendführers des Deutschen Reichs, Baldur von Schirach, in Braunau eine machtvolle Wa hl- kundgebung statt, die ganz im Zeichen der Jugend stand. Sie wurde besonders eindrucksvoll durch den Einmarsch sämtlicher Bannfahnen aus dem bisherigen Reichsgebiet, die über die Jnnbrücke von Simbach her nach Braunau getragen wurden. Im lodernden Licht der Fackeln bekundete dieser Einmarsch nach Braunau symbolisch die ewige Verbundenheit der Jugend im Großdeutschen Reich. Den Fahnen folgten ein Fan- farenzug und die Gliederungen der HJ.-Abordnun- dafür verbürgte, daß das vom _ , nun auch wirtschaftlich wieder aufleben kann. Auf München, 2. April. (DNB.) Um 18 Uhr haben die drei großen Ausstellungshallen, die Stätten der Führerrede in der Geburtsstadt der Bewegung sein werden, die Tore geöffnet, und schon eine Stunde später ist kaum ein Platz mehr in den weiten Räumen der 20 000 verfügbar. Imposant ist der Festschmuck, den die große Halle angelegt hat. Ihr gibt das Rot der Bühnen- und Wandverkleidung, an der Bühne mit einem Flor leuchtender Frühlingsblumen, an den Wänden mit Goldgirlanden eingefaßt, zusammen mit den frei von der Deckenfläche herabwallenden Bannern der Bewegung die bestimmende Note. Die Riesenfläche der Stirnwand an der Bühne nimmt zur Hälfte ein mächtiger Hoheitsadler von gleißendem Gold ein. Von der gegenüberliegenden Wand ruft in mächtigen Buchstaben in Goldschrift die Parole für den 10. April: Führer, mir folgen Sir! Noch zwei Minuten erwartungsvoller Stille: Dann eröffnet der stellvertretende Gauleiter Otto Nipp old die Kundgebung mit einem Gruß an die 20 000 Volksgenossen, die in den drei Hallen versammelt sind, an die Hunderttausende, die den Führer auf der Theresienwiese erwarten, und an die weiteren Hunderttausende, die aus dem ganzen Lande herbeigeeilt sind. Dann spricht der Gauleiter des Traditionsgaues, Adolf Wagner. In lapidaren Sätzen stellt Adolf Wagner heraus, wie das Land Bayern 1933 die Eigenstaatlichkeit opferte, um das Reich zu gewinnen, die weißblaue Fahne einzog, um die Hakenkreuzfahne Adolf Hitlers aufzuziehen. Großdeutschland ist geboren, und am 10. April wird es aus der Taufe gehoben werden. Alle großen Deutschen aller Zeiten werden Paten an diesem von einem ganzen Volke vollzogenen Akt sein. Keiner darf und keiner wird fehlen, alle werden kommen. Nun donnern von der Höhe des Ausstellungsparks her die Salutschüsse. Der Führer hat auf seiner Fahrt durch München die Theresienwiese erreicht. Blutrot leuchtet die Phalanx der Pylonen auf einer Front von vielen hundert Metern. Ein phantastisches Bild, die hell beleuchtete, mit rotem Tuch bespannte Pforte, mit der die via triumphalis quer über die Theresienwiese ihren Anfang nimmt. 120 Musiker von drei SA.-Musikzügen setzen auf ihren Zinnen zum Badenweiler Marsch an. Langsam geht die Fahrt des Führers über die Triumphstraße. Aufrecht steht der Führer im Wagen, und freudigen Auges schaut er auf das schöne Bild, das sich ihm bietet. Rechts und links von der breiten Triumphstraße haben 800 Fahnen der Bewegung sich zum Gruß gesenkt. Hinter ihnen sind Angehörige der Formationen angetreten. In ihre Mauer aber brandet unaufhörlich das Jauchzen der Massen, die die Hakenkreuzfähnchen in ihren Händen schwenken und nicht müde werden, immer wieder in Sprechchören: „Wir danken unserm Führer! Ein Volk, ein Reich, ein Führer!" ihrem Glück Luft zu machen. Nun .setzen Fanfaren der HI. ein. Wie ein Gelöbnis der Jugend, alle Kraft einzusetzen für die Erhaltung und Fortführung des großen Werkes Adolf Hitlers. Die imposante, von Künstlerhand erbaute riesige Freitreppe am westlichen Hang der Theresienwiese ihren Gesichtern aus, als der Führer mit liebevoller Anerkennung hervorhebt, daß der Aufstieg durch das aufflammende Reichsgefühl der Besten dieses Bayerngaues gewährleistet wurde. Mit heißer Liebe jubeln Männer und Frauen dieses kernigen Stammes Adolf Hitler zu, als er zurückführt aus den Punkt, an dem er vor 20 Jahren in dieser Stadt anfing, als er den „Kreuzzug gegen Trägheit, Unvernunft, Lügenhaftigkeit" zu predigen begann. Das Angesicht des Führers ist hart und gespannt geworden, als er nach dem Verweilen in der Urzeit der Partei nun einen Aufriß seiner Arbeit der letzten fünf Jahre als Reichskanzler gibt. „Dieses Wunder aber hat das deutsche Volk selbst vollbracht dadurch, daß es mir treuen Herzens Jahr für Jahr folgte." Der Appell zum 10. April bringt herab in offene Herzen. Einmütiges Vertrauen steigt hoch. Adolf Hitler hört es, hinreißend endet er. Nach der Kundgebung in der Ausstellungshalle besteigt der Führer feinen Wagen, um über die Theresienwiese in die Stadt zurückzufahren. Während noch die Pylone ihre roten Fackeln in die Höhe senden, ist die Häuserfront des Bavariaringes in orangefarbenes Licht getaucht, und von ihr wachsen 10 Meter hoch die gewaltigen Buchstaben empor, die 600 Meter weit die ganze Länge des Bavariaringes beherrschen. Wie eine Vision steht das Flammenband am nächtlichen Himmel, um zu künden, was all die Millionen im alten Reich und in der freien Ostmark aus innerstem Herzen fühlen: Englands Anerkennung der Wiedervereinigung Oesterreichs mit dem Deutschen Reich. Die Hauptstadt der Bewegung bereitet dem Führer eine denkwürdige Huldigung gen aus dem übrigen Reich. Wie die alljährlich rvie- derkehrende Aufnahme eines neuen Jungoolk-Jahr- ganges in Marienburg, wie das Reichsführerlager in Weimar, wie der Sternmarsch der HI. nach Nürnberg zum Reichsparteitag, so soll auch diese Kundgebung in Braunau durch eine immer wiederkehrende Veranstaltung für die Jugend des Großdeutschen Reiches besondere Bedeutung erhalten. 21 Millionen Reichsmark für den Wohnungsbau in Oesterreich. Berlin, 2. April. (DNB.) Zum großzügigen Ausbau der Wohnungs- und Siedlungsverhältnisse in Oesterreich hat der Neichsarbeitsminister sofort außer den für die Beseitigung und den Ersatz von Elendswohnungen bestimmten 5 Millionen RM. aus seinen Haushaltsmitteln weitere 21 Millionen R M., d. h. fast 32 Millionen Schilling, bereit- Oie Einnahme Leridas. Großer strategischer Erfolg der nationalspanischen Gruppen. noch Eurer fieimal habt Ihr meinen Befehl jahrelang treu « nd gehorsam befolgt. Nun ist die Stunde der Befreiung und damit die Rückkehr gekommen. Ihr werdet Euer Dissen und können von jetzt an In den Dienst der Wiederaufrichtung der österreichischen S A. stellen. Den Erfolg dieser Eurer Arbeit will ich zum erstenmal am Parteitag zu Nürnberg überprüfen. Ich weih schon jetzt: Ihr werdet ein Vorbild sein in Gehorsam, Disziplin und Hingabe im Dienst der Nationalsozialistischen Partei und damit Großdeutschlands. Ihr werdet vor allem aber einen unlösbaren Bund bilden mit jenen Tausenden braver SA.-TNänner, die nicht wie Ihr das Glück hatten, in diesen Jahren ihrer Gesinnung offen Ausdruck geben zu können, die aber trotz Verfolgungen und Terror der Bewegung eben- falls in Treue ergeben geblieben waren. Ich spreche damit Euch und allen anderen österreichischen SA.- 2Uännern meinen Dank aus. Von jetzt ab aber sollt Ihr wieder sein: Deutsche SA.-Wänner der Nationalsozialistischen Parlei. Adolf Hitler." Der Stabschef spricht bann von der Verpflichtung der lebenden gegenüber den toten Kameraden. Er feiert den Glauben, die Treue und den Einsatz der Mäner der Legion. Er ruft ihnen zu, nun wieder gemeinsam mit den SA.-Kameraden aus her illegalen Zeit in der deutschen Ostmark weiter zu marschieren mit dem gleichen Glauben, der gleichen Treue und der gleichen Opferbereitschaft. Vor uns steht, so rief der Stabschef, die SA., die in der Standarte Horst Wessels als leuchtendes Beispiel den SA.-Männern in Deutschland vorausmarschiert. Und vor uns steht unser erster SA.-Mann in Deutschland, unser Führer Adolf Hitler. Mit dem Gelöbnis, daß die SA. für den Führer ihr Letztes einsetzen werde, schließt der Stabschef seine Ansprache. Wie aus einem Munde stimmen die SA.- Pyrenäen und ihren Ausläufern keine West-Ost- Derbindungen, weder Straßen noch Bahnen, gibt. Direkte Bahnverbindungen bestehen von Lerida nach Saragossa, Barcelona, Tarragona. Die Entfernung bis Tarragona beträgt 70 Kilometer, bis zur Grenze der Provinz Barcelona 60 Kilometer. Die Htraße nach Andorra bildete bisher einen wichtigen Transportweg für fr anzöfif che Kriegsmaterallieferungen. Durch den Fall Leridas ist dieser Transportweg nun unterbunden. Die nördlich von Lerida im Pyrenäengebiet Nordaragons sichenden sowjetspanischen Abteilungen sind durch den Verlust der Stadt von ihren Verbindungen abgescknitten, da sie von Lerida aus mit Lebensmitteln und Material versorgt wurden. Ihre Lage ist nunmehr unhaltbar geworden. Lerida ist eine Stadt, die im Laufe ihrer Geschichte schon mehrmals heiß umtämpft war. Sie wurde von Cäsar, von den Arabern und schließlich auch einmal von den Franzosen erobert. Die Operationen in diesem Abschnitt leitete General Page, der sich bereits einmal als Oberstleutnant einen Namen gemacht hatte, als er im Jahre 1936 die nationalspanischen Truppen in schnellstem Tempo bis an die Tore Madrids her- angeführt hatte. Nach der Einnahme Leridas stehen von 50 spanischen Provinzen 36 unter nationaler Verwaltung, während die Bolschewisten nur noch in 14 Provinzen hausen. Aber auch von diesen befinden sich bedeutende Teile, wie von den Provinzen Madrid, Guadalajara, Castellon, Jaen und Tarragona, bereits im Besitz der nationalen Truppen. zu diesem Zwecke füge ich seine Bestallungsurkunde bei. Ich benutze diesen Anlaß ... usw." „Euer Exzellenz, mit Beziehung auf meine Note vom heutigen Tage, mit der ich die deutsche Regierung von dem Beschluß S. M. Negierung im Vereinigten Königreich, S. M. Gesandtschaft in Wien durch ein Generalkonsulat zu ersetzen, Kenntnis gegeben habe, habe ich die Ehre, Sie auf Weisung S. M. Staatssekretärs für auswärtige Angelegenheiten in diesem Zusammenhang davon zu benachrichtigen, daß S. M. Regierung im Vereinigten Königreich sich naturgemäß ihre Stellungnahme zu den Fragenvorbehalten muß, die sich auf Verträge und andere Angelegenheiten beziehen, die sich daraus ergeben, daß Oesterreich auf gehört hat, als souveräner, unabhängiger Staat zu bestehen. Ich werde deshalb zu gegebener Zeit die Ehre haben, Euer Exzellenz eine weitere Mitteilung über oiese Anaelegenheit zugehen zu lassen. Ich benutze diesen Anlaß ... usw." Wien, 2. April. (DNB.) Ganz Wien steht im Zeichen des „Tages der Legion". Das 'Große Wecken von ftinf Spielmanns- und Musikzügen der Legion und der SA.-Siandarte „Feldhermhalle" ruft am frühen Morgen die in einem Fahnenmeer wogende Stadt wach. Der Tag beginnt mit der Ehrung der Gefallenen am Heldendenkmal durch den Stabschef der SA. Begleitet von dem Führer der Oesterreichischen Legion, SA.- Obergruppenführer Reschny, begibt sich der Stabschef in die Gruft. Zwei SA.-Männer tragen den Lorbeerkranz. Inzwischen aber beginnt bereits der Anmarsch der Legion. Menschen über Menschen fluten nach, dem Heldenplatz. Standarte auf Standarte nehmen zu beiden Seiten des Prinz-Eugen-Denk- mals Aufstellung. Die andere Hälfte des Platzes füllen die Gliederungen der Partei. Pünktlich um 14 Uhr fliegen die Fahnen und Standarten hoch. Der Stabschef der SA., Viktor Lutze, steht auf dem Balkon der Burg, auf dem sich schon vorher führende Männer aus Partei, Staat und Wehrmacht eingefunden hatten. Der Appell der ^Legion beginnt. Ein Lied aus der Kampfzeit leitet ihn ein. Dann senken sich die Fahnen und Standarten, die SA.-Kameraden nehmen die Mütze ab. Ein SA.- Führer meldet: „Wir gedenken der Toten der Bewegung und geloben, das Erbe ihres Sieges mit unserem Leben zu wahren. Sie alle stehen mitten in unseren Reihen, voran die Helden, die unter Henkershand ihr Leben lassen mußten." Und dann verliest der Sprecher die Namen der Toten: Hans Domes, Franz Holzweber, Otto Planetta ... „Sie starben", so schließt der Sprecher, „damit Deutschland lebe." Gauleiter B ü r ck e l überbringt dann den Männern der Legion im Auftrage des Führers folaende Kundgebung: „ZHänner der Oesterreichischen Legion! Nach einem schweren, aber durch die Umstände bedingten aussichtslosen Kampf seid Ihr einst über die deutsche Ein aller guter Freund und Waffengefahrte Ungarns. Der ungarische Reichsverweser begrüßt den Anschluß. Budapest, 4. April. (DNB.) Reichsverweser von Hort Hy richtete am Sonntagabend im Rundfunk eine Botschaft an d i e ungarische Nation, in der er betonte, daß die Wiedervereinigung Oesterreichs mit Deutschland nichts anderes bedeute, als daß ein durch die Friedensverträge in eine unmögliche Lage gebrachter alter guter Freund sich mit dem anderen alten guten Freund und getreuen Waffengefährten Ungarns vereinigt habe, der allezeit auf Leben und Tod ein verläßlicher und worth alte nd er Verbündeter gewesen sei. Die Vereinigung komme bloß scheinbar unerwartet, da sie ein jahrhundertealter Wunsch des Deutschtums war. Leute, die gern im Trüben fischten, versuchten mit Schauemachrichten eine Erregung hervvrzurufen. Er könne jedoch jedermann versichern, daß hier niemand die Ordnung und Ruhe ungestraft stören dürfe. Der ungarischen Jugend rief der Reichsverweser zu, sie möge stets fleißig arbeiten, dann könne der Erfolg nicht ausbleiben. Zu den wirkungsvollsten Mitteln des Gedeihens der Völker gehöre der Handel. Der Schlüssel für den Ausstieg liege in rechtschaffener ernfter 21 r b ei t, nicht aber in demagogischen Phrasen, Diese Einsicht sei besonders wichtig heute, wo die Lage sich auch außenpolitisch langsam zu klären beginne. Die Genfer Liga habe in der Europapolitik ihre frühere Wichtigkeit verloren. Die Aufgabe eines wirklichen Völkerbundes wäre die Ausmerzung der Kriegsursachen durch eine völlige Neuregelung der Verhältnisse. Auf dem Boden der Ungerechtigkeit könne ein Frieden nicht gedeihen. Da die Genfer Institution ihre Aufgabe nicht erfüllt habe, werde der Regelungsprozeß auch ohne sie in Fluß kommen. Die Lage könne nur der richtig übersehen, der über alles orientiert sei. Deshalb solle der verantwortlichen Regierung vop der Oeffentlichkeit das gleiche Vertrauen entgegengebracht werden, wie sie es von Seiten des Reichsverwesers genieße. Er kenne nur ungarische Zielsetzungen und nur gesetzliche Mittel zu ihrer Erreichung. Er vertraue auf die Nüchternheit und die Vaterlandsliebe des ungarischen Volkes und darauf, daß, wenn Ungarn eins sei, auch Gottes Hilfe sicher fei. Burgos, 3. April. (DNB.) Nach amtlicher Mitteilung haben die Truppen des General Vague am Sonntagnachmittag nach glanzendem Kampf Lerida genommen. Sie stürmten zuerst den Schloßberg auf dem rechten Ufer des Segre-Fluffes, nahmen dann die Bahnstation und besetzten darauf in Zusammenarbeit mit Tankabteilungen den Rest der Stadt. Die versprengten bolschewistischen Horden, welche in der Stadt noch Widerstand leisteten, wurden gefangen genommen. Die natHmal- spanischen Truppen eroberten im Norden Leridas acht Ortschaften; erbeuteten in diesen Abschnitten igen Kriegsmaterial und mach- Gefangene. Im Abschnitt Jaca Sie luchen eine Ursache / für Ihr blasses Aussehen, für Ihre Appetitlosigkeit? Bei vielen Menschen, besonders bei schulpflichtigen Kindern wirkt sich die sitzende Lebensweise und der Mangel an Bewegung in frischer Luft ungünstig auf das Allgemeinbefinden aus. Sie fühlen sich abgespannt und müde wie nach einer überstandenen Krankheit. In diesen Fällen leistet das blutbildende Kräftigungsmittel Bioferrin vorzügliche Dienste. Bioferrin enthält sämtliche Nährstoffe des Blutes. Es ist in allen Apotheken erhältlich. /^bX / A \ (BAYER) VE/ die nationalspanischen Truppen 50 Ortschaften. Im Süden der Provinz Aragon besetzten die Legionäre südlich von Gandesa an der Straße nach Tortosa den Ort P i n e 11 und drangen weiter in das Gebirge vor. Sie machten über 300 Gefangene, unter denen sich 200 Mitglieder einer internationalen Brigade vefanden. In diesem Abschnitt wurden 10 sowjetrussische Tanks erbeutet. Im Abschnitt Merella wurden die gegnerischen Verteidigungslinien durchbrochen und wichtige Bergstellungen erstürmt. An der Guadalajara- Front und im Abschnitt von Teruel griffen die Bolschewisten vergeblich die nationalen Stellungen an. In der Nähe der Insel Ibiza wurde ein feindlicher Martinbomber abgeschossen. ' * Mit dem Fall von Lerida ist die Hauptstadt der gleichnamigen katalanischen Provinz, eine Stadt von 30 000 Einwohnern mit Textilindustrie, Verarbeitungsindustrie für landwirtschaftliche Erzeugnisse, ferner mit mehreren bedeutenden Kriegsmaterialfabriken, die trilweise erst von den Bolschewisten angelegt worden sind, in den Besitz der Nationalen gekommen. Die Provinz Lerida ist die landwirtschaftlich wichtigste Kataloniens. Lerida ist auch der Mittelpunkt wichtigster Eisenbahn- und Straßenverbindungen nach allen Himmelsrichtungen. Durch die Einnahme Leridas bricht notwendigerweise das gesamte noch unter der Herrschaft der Roten befindliche westlich der senkrechten Linie Lerida— Pyrenäen liegende Gebiet zusammen, da es in den das übrige Reich. Wir werden derStadtSalz- burg ihren deutschen Charakter wieder geben. Festspiele werden hier abgehalten werden, nicht von Juden, nicht von Emigranten, sondern deutsche Menschen sollen sich freuen an deutschen Festspielen. Oesterreich hat Tage stürmischer Freude hinter sich, und noch einmal, wenn am 10. April das einstimmige Ja gefallen ist, wird der Jubel von neuem angehen. Aber bann, am 11., wollen wir den Helm fester binden, wollen wir in die Hand spucken, mit ihr anpacken, so kräftig und so inbrünstig, wie ihr euch jetzt gefreut habt. Wenn eine Stadt in Oesterreich am 10. April lOOprozentig sich zum Führer bekennt, dann muß es Salzburg sein! Wie ein Orkan brauste der Jubel über den Platz. Die Soldaten der österreichischen Ehrenformationen sind von dieser Stunde so mitgerissen, daß sie begeistert mit in die stürmischen Heilrufe einstimmen. Langsam verklingt die Welle der Abschiedsrufe, die den Generalfeldmarschall begleiten. Der Sonderzug trägt ihn ins Reich zurück. Zwei neue Rheinbrücken dem Verkehr übergeben. Speyer, 3. April. (DNB.) Die Gaue Saar- Pfalz und Baden haben am Sonntag durch die 'm feierlichen Staatsakten vollzogene Einweihung der neuen Rheinbrücken bei Speyer und Karlsruhe zwei geschichtlich und verkehrspolitisch bedeutsame Ereignisse begehen können. Der Bau dieser Rheinbrücken, seit Jahrzehnten eine bittere Notwendigkeit, durch die kleinstaatliche Zersplitterung und Uneinigkeit aber nie über das Stadium der Erörterungen und Berhand- lungen hinausgekommen, konnte erst nach der Machtübernahme durch den Nationalsozialismus tatkräftig in Angriff genommen werden. Zur Feier in der Speyerer Festhalle waren u. a. unter den zahlreichen Ehrengästen Reichsverkehrsminister Dr. Dorpmüller, die Ministerpräsidenten von Bayern und Baden, Siebert und Köhler erschienen. Der Reichsverkehrsminister durchschnitt das die Fahrbahn der neuen Brücke überspannende breite Band, worauf die Eröffnungssahrt erfolgte. Am Nachmittag gegen 16 Uhr trafen, von Speyer kommend die zu der Weihe der neuen Karlsruher Brücke geladenen Festteilnehmer am alten Bahnhof Maxau ein. Eine Ehrenkompanie der Wehrmacht und Ehrenformationen der Partei waren aufmarschiert. Reichsverkehrsminister Dr. Dorpmüller schritt mit den Ministerpräsidenten Siebert und Köhler die Fronten der Ehrenkompanie und der Ehrenformationen sowie des Bahnschutzes ab worauf der Präsident der Reichsbahndirektion Karlsruhe, Dr. Roser, dem Reichsverkehrsminister die Fertigstellung der neuen Brücke meldete. Nach einem von einem Arbeiter' vorgetragenen Kernspruch übermittelte Ministerpräsident ' Köhler namens der badischen Regierung herzliche Grüße. Reichsverkehrsminister Dr. D o r p m ü l l e r teilte mit, daß nunmehr eine weitere Rheinbrücke, die Autobahnbrücke, nördlich von Mannheim in Angriff genommen werde. Die Festteilnehmer begaben sich dann zu den beiden mit geschmückten Lokomotiven bespannten Zügen zur Fahrt über die alte Schiffs- b r ü d e. Um 16.52 Uhr setzte sich der letzte Zug über die alte Brücke in Fahrt. Böllerschüsse wurden von den vor der Brücke haltenden reich beflaggten Schiffen abgegeben, Sirenen heulten und sandten damit diesem letzten „Zügle" einen Abschiedsgruß zu. Dann wurde die Schiffsbrücke abgefahren. Bon Wörch, der ersten Station am pfälzischen Ufer aus fuhr hierauf der Sonderzug in langsamer Fahrt 3 u r neuen Brücke. Die Lokomotive zerriß hier ein über den Schienenstrang gespanntes weißes Band. Die Brücke war frei zur Fahrt, die an den neuen Bahnhöfen der Karlsruher Vororte vorbei wieder zur Gauhauptstadt zurückführte. V Frankreichs Präsident fordert Selbstdisziplin derpreffe. Nicht persönliche Interessen, sondern Dienst am Vaterland. Paris, 4. April. (DNB. Funkspruch.) Der Präsident der Republik sprach auf einem Bankett über die Pflichten des Journalisten für eine wahrheitsgetreue Berichterstattung. „Seien Sie gewissenhaft um die Wahrheit besorgt, vermeiden Sie peinlich st die lieber« treibung, die unbedeutende Ereignisse entstellt und Erregung in eine schon zu sehr zu Angst und Unruhe neigende Öffentlichkeit trägt, hüten Sie sich vor Skandalmacherei und Dilettantismus, der den gesunden Menschenverstand und die Vernunft der Leser verwirrt. Beweisen Sie, daß einzig die Arbeit die Quelle allen Reichtums und Glückes ist. Der redliche Journalist müsse sich, so fährt Lebrun dann fort, eine freiwillige Disziplin auferlegen und Ungerechtigkeit und Haß meiden, lieber seine persönlichen Interessen, über die Interessen seiner Zeitung und seiner Partei, wie über seine Leidenschaft müße der Journalist immer den Dien st am Vaterland stellen. Frauen-HmrichlimgenmMoskau Streng geheim und ohne Gerichtsverfahren. Riga, 2. April. (DNB.) Wie man hier aus zuverlässiger Quelle erfährt, sind in Moskau vor kurzem die Frauen von elf früherenSow- j e t g e w a l t i g e n wegen Spionageverdachtes hingerichtet worden. Darunter befinden sich die Frau des vor wenigen Wochen „verschwundenen" Sowjetmarschalls und stellvertretenden Kriegskommissars Jegorow, die Frau des Marschalls B u d j o n n y , die Frau des ehemaligen Volkskommissars für Volksbildung Bubnow, die Frau des im letzten Moskauer Prozeß erschossenen früheren Volkskommissars für Außenhandel R o - s e n g o l z, die Frau des seit mehreren Monaten verhafteten Volksmissars für Handel Weizer, die Frau des bereits im Juni v. I. erschossenen Armeekommandanten Kork und andere. Die Frauen Jegorows, Budjonnys und Rosengolz> stammten aus bekannten Familien des früheren russischen Adels. Die Einzelheiten dieser furchtbaren Affäre werden streng geheimgchalten- Es heißt, daß die elf genannten Frauen nicht einmal vor ein Gericht gestellt worden seien, sondern auf Grund eijier S o n d e r o e r f ü g u n g der GPU. hingerichtet wurden. Marschall Jegorow sei sofort entfernt worden, nachdem seine Frau — die man übrigens früher bei offiziellen Anlässen häufig zu Gesicht bekam — als Spionin verhaftet wurde Nur der bekannte bolschewistische Marschall Budjonny, seit der Bürgerkriegszeit wohl die populärste Figur der Roten Armee, der gegenwärtige Oberbefehlshaber des Moskauer Militärbezirks ist, ist vorläufig trotz der Erschießung seiner Frau in seinem Amt belassen worden. Russischer Geheimsender wird in polen gehört. Warschau. 3. April. ' 5 ■ TVvJ X\W .. b°. Es ist Lurch da; wissen, d Diese sch und Stäi die Berg land. Es mo: Menschen Kampf, d ehe der - lichkeit v mit einer Fenster 1 bitteren wären s Er führt Landesge über eine feite Met „Dort b zweiten R Monat ge Konzen bruch qi zusammer meraden in den § nichts ge nach Wi worden." Keiner sprach, h Berfolgu unter bei Um die viel die Z ihm wohl als halb- töürben si Das roüri Am nä seinen Tk Dutzend j Ufers. Ai herausger darüber 1 let wüter bog Aleu Grenzen, er verlo denn not weil ihn hatte. Lutra, gongen z verband Pgte eint unb ließ amen Br Vanben. 1 toQ^, und Ut denn »Zage lem Don N merbei ajon niel ^erhalb Det.b°rqen au|N?t5 tlnem qer h Dar rv SS S Sä 6l^ab w1** faiibt* Prima Speisezimmer (komplett, mit Tisch und Stühlen) Mahagoni - Rollpult, Sofa mit la Bezug. Ausstell-Vitrine, schöner Salon, Sekretär, großer Auszugtiscb, welkes Bett, Lederstühle, diverse Lampen, Meyers Lexikon, 1 Staubsauger billig abzugeben. KO O S Marktstrabe 8 1. Stock Kein Laden 2234 A VSS.-StifliWSsefi als 2233V Die trauernden Hinterbliebenen. Burkhardsfelden, den 3. April 1938. Die Beerdigung findet Dienstag, den 5. April, nachmittags 2 Uhr statt. 2241D An seiger erbet. Der Ev. Kirchenchor Burkhardsfelden. 01614 lnelzfrei Rjeljfrei M fahnig K nuß-süß HAFERFLOCKEN 2231A Ab heute Montag »SS Ehr Jnderthal Weingroßbandl Gießen per sofort oder später gesucht. Ludwigshafen, 2. April 1935 z. Z. Gießen, Evangelisches Schwesternhaus Geschäftsdrucksachen Rechnungen Briefblätter Briefumschläge Postkarten Geschäftskarten die wohlschmeckende Frühjahrs- Blutreinigungskur fr .1,25,2,30, Knrtl.llOM. Kneipp-Kräuleriiaus Jung Mhusburg 9 Heute Montag Premiere zu einer 1, mann gerne hingab. . . Der Leiter des Zweigverems, Oberiustrzrn|pektor ftaröt, hielt, nachdem Burschen und Mädchen mit bem bäu-^rgeschmückten Kirmeskranz die Bauernkapelle voran, Einzug gehalten hatten, eine kurze Ansprache, in der er auf den tieferen Sinn der Arbeit der Wandervereine hinwies, die er als Pflegestätten des Heimatgedankens kennzeichnete. Die Wandervereine seien, so sagte er u. a., ein Sammelbecken für jene die aus Liebe zur Heimat manches Opfer auf sich' nehmen, das der Allgemeinheit zugute kommt. In weiteren Darlegungen umriß er die Arbeit des VhC. Er erinnerte daran, wie für den Bau des „Bater-Bender-Heimes" auf der herchen- hainer Höhe allein 75 000 Mark aufgebracht wurden er sprach von den Klubhäusern auf dem hohe- rodskopf, die der VHC. ständig zu unterhalten habe, fierungen über eine Strecke von 450 Kilometer. Das entspricht etwa der Entfernung Gießen—Berlin. Mit einem Gedenken des Führers, der den Heimatgedanken in vielen Volksgenossen erweckt bat, schloß der Leiter des Zweigoereins seine Worte. Im Mittelpunkt des Abends stand dann die Auszeichnung derjenigen Wanderkameraden und -ka- meraöinnen, die im Laufe der Äahre an einer größeren Anzahl von Wanderungen teilnahmen. Eine einzigartige Auszeichnung erhielt Wander- (Lerhgestern) und Wanderkamerad August $am = m e r warteten mit vorzüglichen Mundartvortragen auf, der Bauersche Gesangverein brachte unter lebhaftem Beifall einige Volkslieder zu Gehör, Burschen und Mädchen, in bunten Trachten, zeigten Volkstänze und ernteten dafür ebenfalls lebhaften Beifall. Gemeinsam gesungene Lieder ließen ferner die herzliche Verbundenheit aller Wanderkameraden im Zweigverein Gießen des VHC. bewußt werden. Abenteuerlich und spannend ist diese Kriminalhandlung, die von einer kräftigen Dosis Humor durchsetzt ist. Gates Beiprogramm a.Ton Woche. IW. 4,6.8.30 Uhr. Gegenstände n. Theke H i tz würdigte die Verdienste der Jubilarin um die Wandersache und sprach anschließend in grundsätzlichen Darlegungen über die hohen ethischen Werte des Heimat-Wanderns. Carl Faber dankte anschließend im Namen der mit den Wander-Auszeich- nungen bedachten Mitglieder und brachte außerdem ein kurzes Gedicht ansprechend zum Vortrag. Der weitere Verlauf des Abends brachte eine Reihe unterhaltsamer Darbietungen. Georg Heß BORRMANNo Gießen - Neustadt 5 - Ruf 4165 2246A MU Deine Stimme dem Führer, denn er Hal die Organisation des Reichsarbetts- diensies ins Leben gerufen, der er den ehrenvollen und verpflichtenden Namen „Schule der Nation gab. Durch diese Schule sind bislang zwei Millionen junge deutsche Männer und Mädchen gegangen, die zu Pflichtbewußtsein, Einsatzbereitschaft und Hingabe an die Nation erzogen wurden. Die Arbeitsmänner haben ihrem Volke mit dem Spaten in friedlicher Arbeit eine ganze Provinz erobert, wahrend die Arbeitsmaiden der Bauersfrau und der kinderreichen Familie wertvolle Hilfe leisteten. Willy Birgel Ein Tourjansky-Film Drehbuch: E. Burri / Musik: Marta Linz Herstellungsgruppe: Ulrich Mohrbutter / Ein Ufa-Film Das ist kein Unterhaltungs-Film im üblichen Sinn. Diese Geschichte einer Liebe ergreift und bewegt uns, dringt in die Tiefe unseres Empfindens, wie nur selten ein Film Man braucht nur die Wärme des eigenen Herzens, um sich an diesem wunderbaren Erlebnis zu bereichern. 2232A UFA-KULTURFILM ■ UFA-WOCHENSCHAU Täglich 4, C und 8.30 Uhr — Sonntags 3, B.30 und 8.30 Uhr SIWdelken zugiinst.Preisen a. eig.Ansert. m. klein. Fehlerchen aber garant la Gänsedaunenfüllung. 2 Stück 98RM.( dio.Farben). Besichtig, sofort in Gießen. Anfragen bei Heinwald B.- Baden iStefanienstr. 4. Bekanntmachung. Am Mittwoch, dem 6. April 1938, 15 Uhr, werden in Hungen auf dem neuen Marktplatz zwei dienst- unbrauchbare Gendarmeriepferde öffentlich meistbietend, und gegen sofortige Bezahlung versteigert. Kreisamt Gießen. 2224D Gebrauchtes Damenrad zu verkauf. 01622 Asterweg 3. „obeche'sisch Kirmes". er erinnerte aber auch besonders an die Arbeit der Wegemarkierung, die unmittelbar im Dienste oller derjenigen Volksgenossen geschieht, die sich zu Fuß die Heimat erwandern wollen. Der Zweigverein betreut und ergänzt seit Jahrzehnten Wegemar- hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blum» schein. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr Hans Thyrwt; für den übrigen Teil: Ernst Blumschem. Anzeigen, leiten Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. IL 38: 10 788. Druck und Verlag: Brühlsche Umoersitatsdruckerei R. Lang-, K -S„ sämtlich in Gießen, Monatsbezugs, preis RM, 2,05 einschließlich 25 Ps, Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Ps, mehr, Einzeloerkauss- preis 10 Pf. und Samstags 15 Pf-, mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vom 1. September 1937 gültig. eichnung „25": Heinz Baues (28), Hermann Heuser (25), P. Schirmbeck (33). — „5 0': Aenne Hardt (60), hch. Schneider (OPA-) (53).— „7 5": Paula Langlotz (76). — „10 0": hch. Förster (114), Wilh. Hardt (115). — „12 5": Anna Malkomesius (130), Karl Reuß (131), Dina Stahlhacke (129), Andr. Wagner (134). — „17 5": hch. Kraft (176), Rudolf Richter (179), hch. Schneider (192). „2 0 0": Anton Betz (208). — „2 2 5": Alfred Betz (227). — „2 5 0": Karl Stroh (265). — „3 7 5": Christian Georg (376). — „4 0 0": Carl Faber (405). Eine besondere Ehrung wurde ferner Frl. Anna Margarete Haas zuteil. Sie ist feit 25 Jahren treue Kameradin im VHC. Ihr wurde sowohl die entsprechende Ehrennadel des Zweigvereins, wie auch des Gesamt-VHC. überreicht. Wanderfreund Wetterbericht Im Verlauf des Sonntags erfolgte von Norden her ein kräftiger Vorstoß arktischer Kaltluftmassen, der ganz Mitteleuropa überschwemmte. Damit kam es vielfach unter Schneeschauern zu einem kräftigen Temperatursturz bis nahe an die Frostgrenze. Die nachfolgende Beruhigung mit vielfach helterem Wet- ter dürfte überwiegend sein. Von dem nördlichen Atlantik künden sich neue Schauer an. Aussichten für Dienstag: Nach überwiegender Beruhigung und Aufheiterung wieder erneute Bewölkungszunahme mit einzelnen Regenfällen. Wieder etwas milder, zunächst noch Nachtfrost, Winde um West. Lufttemperaturen am 3. April: mittags 6 Grad Celsius, abends 3,7 Grad; am 4. April: morgens 2,5 Grad. Maximum 11,2 Grad, Minimum heute nacht 1 4 Grad — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 3' April: abends 7,7 Grad; am 4. April: morgens 4,7 Grad. — Niederschläge 2 mm. — Sonnenschem- dauer 2 Stunden. Zwangsversteigerung. Dienstag, den 5. Avril, nachm. 2 Uhr, sollen im Versteigerungslokal Neuenweg 28 bzw. an Ort und Stelle (Bekanntgabe in ob. Lokal) zwangsw. gegen sofortige Barzahlung versteigert werden: Haus-, Laden- u. Büromöbel all. Art,l Vervielfältigungsapparat, 2 Eisschränke, 2 Registrierkassen, 1 Chaiselongue, 1 Klavier, eine Schaufensterausstell.-Einrichtg., 1 Warenschränkchen, 1 Spiey?l, 1 Schaubeck-Album mit Brief- . marken, 1 Grammophon. 2245V Bestimmt werd, verst.: 1 Warenschrank, 1 kompl.Schnelder-Nab- masch.,1 Ladentheke m.Glasaufi. Qphapmann Gerichtsvollz.in Gießen, Oblldlllldllll Wiesenstr. 2, Tel. 3108. Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, ganz plötzlich meinen lieben Mann, unsern treuen Vater, Bruder und Onkel Herrn Johannes Albach X. Bürgermeister a. D. im Alter von 58 Jahren in die Ewigkeit abzurufen. wtpnen Frau Hans Noll Seltersweg 55. Roonstr. 2. 2243V Oie Geburt ihres Zungen Wolfgang Michael zeigen an Or.-Zng. Gert Lauermeister und Frau Erika, geb. Szubinski f. Lebensmittelgeschäft zu kauf, gesucht. Schrrstl. Eilangebote unt. । 2235D a.d.Gieß. bei Brühl, Schulstr.7 Der Zweigverein Gießen im DhC. beging am vergangenen Samstagabend in einer nicht alltäglichen Form sein 30. Stiftungsfest. Der Saal im hause des Gesellschaftsvereins wurde dabei gewissermaßen zum Saal in einem Bauerngastyaus, in dem gerade Kirmes gefeiert wird. Deshalb erschienen auch die Wanderfreunde und viele Gäste im Wanderanzug, die Frauen und Mädchen im Wanderkleid, im Dirndl. Der Saal war mit frischgrünen Girlanden und Bändern geschmückt, jedermann trug das „Kirmessträußche", und an einem Zuckerstand konnte man seiner Liebsten ein in feuerrotes Stanniol verpacktes Lebkuchenherz kaufen. DieMusikkapelle bot sich, dem Charakter des Abends entsprechend, musikuN,che?Durbi°tun7°n imE , k7^r°b" Carl'F ° b eV (Marktplatz», der die Nadel lidjen und volkstümlichen Stil. So wurde schon rein | für über 400 W a nd - Zungen erhielt Im ein- äutzerlick das Stiftungsfest des DHC.-Zweigverems zelnen wurden ausgezeichnet (Die m, Kammer ge- 6 ’ $ harmonischen Festlichkeit, der sich jeder- setzten Zahlen kennzeichnen tue Anzahl der Wande- Getigert. D. D. ZUWad (Rüden)abhand. gekomm.,m.Hals- bandinschrftt K. Roth 3, Langsdorf. Abzugeben bei Kaiser Lang-Göns. 224«v Suche für meine 18jähr. Tochter, die zur Berufsausbildung lang. Zeit in Gießen bleibt,WsW. Wenn möglich Familienanfchl. Schriftliche Angebote m. Preis unter 01612 an den Gieß. Anz. oder spater G-ZimiD.-Wolinüng od. Einiamil.-Baus zu miet, gesucht. Schrift!. Angeb. | unter 2236D an denGieß.Angeb. Geräumige 4- evt. 5-Zim.- Wolinung mit Mansardenzimmer in nur ruhig. Hause von alt. Ehepaar ges. Ausführl.Angeb. unt. 01615 an d. Gießen Anzeig. (Stellenangebote) Keine Zeugnisse in Urschrift wndern nur Zeugnisabschriften dem Bewerbungsschreiben beilegen I — Lichtbilder unoBewerbungsunter- 'tgen müssen zur Vermeidung von Verlusten auf der Rückseite Ra- men und Anschrift oeS Bewerbers tragen! Wegen Verheiratung meines , seitb. Mädchens, Am 2. April 1938 ist unser Dirigent und Chorleiter Herr Johannes Albach X. plötzlich und unerwartet aus diesem Leben abgerufen worden. Der Verstorbene -hat 28 Jahre den Ev. Kirchenchor unter seiner Stabführung geleitet. Wir werden sein Andenken stets in Ehren halten. Ehrliches Mädchen für Haushalt u. Mithilfe im Ge- l schaftf.sofortges.. Bahnhofswirtschaft Lollar bei Gießen. 223»v | Verkäufe ]; Ein hochtragend. Ziegenlamm zu verkauf. 01021 Wartweg 23 v. Zündapp K 8. 500 i. einwandfreiem Zustande loieio BMW 200er gut erhalt.preiswert zu verkauf. W. Appel 1 Kaiserallee 49 Telefon 4067. Ein 98 ccry Sadisrad mit Tachometer preiswert zu verkaufen. Schriftl. I Angebote unter I 01619and.Gieß. I Anzeiger erbet. Ein ErtoateWF=F zu verkauf. «\c.y,orcnL: j Mäusburg 3 l Em Silberarmband Nachlässe mim! mit Brillant 20 v. S. erhalten Sie Arettagabend a. bei wiederholten Aus. dem Weg Wetzl, nahmen einer Ameise Weg, Frankfurt. ----- Straße, Hmden- Kaiifnpsiirhp burgwall,Stadt- Ixauigesucne tBeater verloren Gut erhaltene Abzugeben geg. «t,den- Belohnung a. d. @inri<6tuitg8« s Fundbüro. ein neuer Kriminalfilm mit Gertrude Michael.Iuee Bowman Larry Grabbe. 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Es ist ein eigentümliches^ beglückendes Gefühl durch das schöne Land Tirol zu fahren und zu wissen, das ist jetzt deutsches Reichsgebiet. Diese schneebedeckten Berge, diese sauberen Dörfer und Städtchen, die sich zu beiden Seiten des Tales die Berghänge hinaufziehen, das alles ist Deutschland. Es war eine harte Zeit, die dieses Land und seine Menschen hinter sich haben. Es war ein erbitterter Kampf, den die Bevölkerung hier hat führen müssen, ehe der Traum von dem großen Deutschland Wirklichkeit wurde. Heute morgen stand ich zusammen mit einem Parteigenossen der Gauleitung Tirol am Fenster seines Dienstzimmers. Er erzählte von den bitteren Jahren, die jetzt soweit zurückliegen, als wären sie im vergangenen Jahrhundert gewesen. Er führte mich zum Fenster und zeigte hinüber zum Landesgefangenenhaus, dessen vergitterte Fenster über eine graue Mauer auf der anderen Straßenseite sahen. „Dort drüben, hinter dem dritten Fenster in der zweiten Reihe, da habe ich drei und einen halben Monat gesessen, dann schaffte man mich in bas K o n z e n t r a t i o n s - Lager K a i s e r st e i n- b r u ch an der ungarischen Grenze. Dort habe ich zusammen mit mehr als sechshundert meiner Kameraden lange Monate gesessen, bis wir in den Hungerstreik traten. Zehn Tage haben wir nichts gegessen, dann hat man uns in ein Spital nach Wien überführt. Es ist uns nichts geschenkt worden." Keiner von den Parteigenossen, mit denen ich sprach, hatte weniger durchgemacht. Gefängnks und Verfolgung, Hunger und Rot, das war das Zeichen, unter dem der Kampf der letzten Jahre stand. Dann kam der 12. März, dann kam die Befreiung. Ohne jeden Zwischenfall übernahmen die Nationalsozialisten die' Macht. Es ist fast unbegreiflich, daß nach alledem, was diese Männer hier durchgemacht haben, der Umschwung so reibungslos vor sich ging. Ein SA.-Führer, mit dem ich durch die Straßen von Jnnbruck ging, diese Straßen einer zu neuem Leben erwachten Stadt, aus die von allen Seiten die schneebedeckten Berggipfel majestätisch herabschauen, erklärte mir, wie eine so völlig disziplinierte Revolution möglich wurde. „Die letzten fünf Jahre der illegalen Parteiarbeit haben ein so ungeheures Maß an Disziplin gefordert, daß es auch jetzt am Ziel nicht schwer war, die Zügel in der Hand zu behalten. Unsere Kameraden sind es gewohnt, den Befehlen blind zu gehorchen. Es gibt keine wilden Aktionen persönlicher Rache. Obwohl manche unserer Gegner, die jetzt frei herumlaufen, ohne daß ihnen ein Haar gekrümmt würde, es wohl verdient hätten, daß wir den Spieß umgedreht hätten, geschah nichts dergleichen. Das Glück, das fehnlichst herbeigewünschte Ziel endlich erreicht zu haben, hat alle Gefühle persönlicher Rache verschwinden lassen. Wir sind stolz darauf, treue Gefolgsmänner des Führers sein zu dürfen. Unser Führer ist aber zu groß, als daß in feinem Namen Rache geübt werden dürste. Wir sind uns bewußt, daß alles, was wir tun, schließlich im Namen des Führers getan wird." Mit wem ich auch immer spreche, überall begegnet mir die gleiche Einstellung. Niemand denkt mehr daran, was war, alle Gedanken sind auf das gerichtet, was jetzt fein wird. Es sind schon Tage her, daß der Feldmarschall Göring in Wien das Aufbauprogramm für Oesterreich verkündete. Jeder Tiroler Bauer, jeder Geschäftsmann und Arbeiter ist erfüllt von diesem Ereignis. Man kann sich im Reich jetzt nach fünfjährigem Aufbau keinen Begriff davon machen, wie ich die Verkündung dieses Arbeitsprogramms hier ausgewirkt hat. In einem Land, in dem Jahre hindurch nur geredet wurde von der Hilfe, die eigentlich nötig sei, und wo bann am Ende jeder dieser Hilfsaktionen nichts übrig blieb als irgendein Skandal und eine bittere Enttäuschung, haben die Worte Hermann Görings Wunder gewirkt. Denn obwohl man bisher immer wieder enttäuscht worden ist, kommt jetzt auch nicht für eine Stunde der Gedanke auf, daß das angekündigte Programm etwa nicht erfüllt werden könnte. Man hat trotz aller Hetze gegen das Dritte Reich in den vergangenen Jahren sehen können, daß es im national* ozialiftischen Deutschland keine leeren Versprechunzen gibt, sondern daß den Worten die Tat o l g t. In St. Anton sitze ich mit drei alten Bauern zusammen beim Tiroler Landwein. Die Köpfe dieser Männer sind wie aus Holz geschnitzt, hart und kantig. Es ist kein eigentliches Gespräch, das wir miteinander führen. Diese Männer sind das Reden nicht gewöhnt. Sie fragen nur nach den Dingen, die sie am meisten bewegen. Sie wollen wissen, wie der Bauer im Dritten Reich lebt, was mit dem drückenden Zinswucher, dem sie bisher ausgesetzt waren, werden wird, wie es mit dem Vieh- absatz sein wird, wie das mit dem Erbhof- gesetz sei, ob die Bauern, die durch wucherische Forderungen jüdischer Darlehensgeber von Haus und Hof vertrieben wurden, damit rechnen können, ihre Höfer wieder zu bekommen und vieles andere mehr. Es sind ernste Dinge, drückende Fragen, die hier erörtert werden. Aber aus all den Worten klingt immer wieder das bedingungslose Vertrauen zum Führer, „der schon alles zur Zufriedenheit regeln wird." Ein ganz Alter, der oberhalb von St. Anton einen kleinen Hof hat, meint in seinem für uns Norddeutsche schwer verständlichen Dialekt, man solle ruhig abwarten, der Adolf wird das schon machen. Es wäre solange gegangen, ohne Hoffnung auf ein Besserwerden, da soll man jetzt nicht mit zuviel Fragen kommen, die nachher eine nach der anderen schon in Ordnung gebracht würden. Der Bauer im Reich, der auf fruchtbarer Erde sein Korn baut, kann sich kaum vorstellen, wie hart die Lebensbedingungen dieser Tiroler Bauern sind. Die gewaltige Landschaft, die Felsenberge mit ihren Schneegipfeln, die steinigen Aecker haben durch Jahrhunderte diese Menschen geformt. Noch heute lebt in ihnen der ©ei ft eines Andreas Hofer, der Geist des freien Mannes, der stolz ist auf fein Deutschtum, der bereit ist, Gut und Blut für fein Land und Volk zu opfern. Als ich mich von den Alten in St. Anton verabschiedete, da drücken mir die schwieligen Fäuste, die sie mir zum Abschied reichen und die meine Hände umschlossen "halten, viel mehr von dem Glück über die Wiedervereinigung ihrer Heimat mit dem großen Reich aus, als viele Worte es je zu sagen vermöchten. „Wann wird denn der Führer zu uns kommen, daß wir ihm danken können?" Wenige Stunden später sitze ich in einem andren Bauerngasthof mit einem Mann zusammen. Es dauert lange, ehe ich mit ihm in ein Gespräch komme. Etwas scheint ihn zu bedrücken. Schließlich löst sich seine Zunge. In unbeholfenen, knappen Worten spricht er von seinem Kummer. „Vor einem halben Jahr habe ich meinen Buben davongejagt. Ich wollte nichts zu tun haben mit den Nationalsozialisten, und der Junge war in der SA. Es ging uns eh' schon schlecht, und ich wollte den Hof nicht verlieren, denn das war so, daß jeder Bauer, der zu den Nationalsozialisten hielt, Furcht haben mußte, am Ende von seinem Hof vertrieben zu werden. Aber nicht nur deswegen. Ich habe damals auch nicht daran geglaubt, und nun ist das alles so anders gekommen, und nun hat der Bub doch recht behalten. Ich weiß nicht, wie ich meinem Jungen unter die Augen treten soll?" Es ist still in der kleinen Gaststube geworden. Dom Ofen her knistern die Holzscheite. Wie ein schwerer Eichenklotz sitzt der Bauer mir gegenüber am Tisch. Es war ein erschütterndes Bekenntnis, das er ablegte, und es ist schwer, diesem Manne klarzumachen, daß die Vergangenheit jetzt vergessen sein soll, und daß sein Sohn der erste sein wird, der ihm die Hand zur Versöhnung entgegenstrecken wird. „Ich will es glauben, und ich will m11 - helfen und arbeiten, um das wieder gutzumachen, was ich an meinem Buden gesündigt habe!" Schwerfällig erhebt sich der Mann und geht tumm hinaus. Ich bleibe allein m dem niederen Gastzimmer mit meinen Gedanken. Wie groß ist die nationalsozialistische Idee und ihr Führer, daß sie o harte Menschen, wie diese Tiroler Bauern, umzuformen vermag. Kleine politische Nachrichten. Der Duce hat auf das ihm zu seiner Ernennung zum Ersten Marschall des Imperiums gesandte Telegramm des Führers wie folgt geantwortet: „Hitler, Berlin. — Ich danke Ihnen herzlichst für Ihr Telegramm und die Wünsche, die Sie für das faschistische Italien aussprechcn. Ich sende Ihnen meine freundschaftlichsten Grüße. Mussolini." * Der tschechoslowakische Gesandte in Berlin hat im Auswärtigen Amt eine Note überreicht, in der der Beschluß der tschechoslowakischen Regierung mit» Es ist nicht alles Gold was glänzt^WW^ geteilt wird, ihre diplomatische Vertretung in Wien mit dem 2.April 1938 aufzu- lösen. Das tschechoslowakische Generalkonsul lat verbleibt in Wien. * Die Frauenführerin des nationalen Spaniens, Fräulein Pilar Primo de Rivera, die mit der „Cap Arcvna" in Hamburg eingetroffen und von der stellvertretenden Reichsfrauenführerin Frl. Else Paul und vor Frl. von Wedel als Vertreterin der Reichsjugendführung empfangen worden war, reifte nach Berlin weiter, wo sie, einer Einladung der Reichsfrauenführerin Frau Scholtz-Klink folgend, das Schulungswesen der Frauen- und Mädelführerinnen und den Aufbau des BDM. studieren wird. ♦ Der Führer und Reichskanzler hat dem langjährigen Präsidenten des Rechnungshofes des Deutschen Reiches und Chefpräsidenten der Preußischen Oberrechnungskammer, Staatsminister a. D. Dr. med. h. c. Friedrich S/i misch, anläßlich seines Uebertritts in den Ruhestand seinen Dank und seine Anerkennung für die in langjähriger Arbeit dem deutschen Volk geleisteten hervorragenden Dienste ausgesprochen. Zwischen dem- italienischen Außenminister Graf C i a n o und dem englischen Botschafter Lord Perth hat im Außenministerium am Samstagnachmittag eine neue Unterredung stattgefunden. Der Räuber aus der Masserburg. Von 3R Zacoby. Um die Jahreswende überschlug der Müller, wieviel die Karpfen in feinen Teichen in diesem Jahr ihm wohl bringen könnten. Im März hatte er sie ols halb- und dreiviertelpfündige eingesetzt, und nun würden sie etwa drei Pfund im Durchschnitt wiegen. Das würde eine ansehnliche Summe ergeben. Am nächsten Morgen aber stand der Müller an feinen Teichen und fluchte lästerlich. Ein halbes Dutzend fetter Karpfen lag da in der Nähe des Ufers. Aus dem Rücken waren die besten Stucke herausgerifsen, und dann hatten sich die Krähen darüber hergemacht. Ein Otter, brummte der Müller wütend, und als sich ihm in den nächsten Tagen das gleiche Bild bot, da kannte seine Wut keine Grenzen. Einige Dutzend der besten Karpfen hatte er verloren und kam dach noch glimpflich davon, denn nach einer Wache war der Otter verschwunden, weil ihn die Fährte des Menschen am Ufer gestört hatte. Lutra, der starke Otterrüde, war über Land gegangen zu dem Fluß, der sich wie ein breites Silberband durch die Wiesen zog. Dort stieg er ein, jagte einen alten Hecht und die flinke Bachforelle und ließ sich dann stromabwärts bis zu der einsamen Brücke treiben, an der ein paar alte Weiden standen. Unterhalb der Brücke begann der Bruch- rvald, und diese Gegend suchte Lutra besonders gern auf, denn hier war er ungestört und konnte auch am Tage an Land steigen, ohne befürchten zu müssen, von den Hunden des Jagdpächters aufgespurt zu werden. Hier hatte er auch einen Bau, den er schon mehrere Jahre benutzte. Der Eingang lag unterhalb einer der beiden Kopfweiden im Wasser verborgen und führte dann etwa zwei Meter sm^og auswärts in das Ufer hinein, wo der Gang fid) flu einem geräumigen Kessel erweiterte, der mit trockenem Gras ausgepolstert war. Es war Nachmittag geworden, als Lutra in seinem Kessel erwachte. Er glitt durch die Rohre ms Wasser und schwamm stromaufwärts. Weiter oben, wo der Fluß den Schmalsee durchfloß, gab es Enten. Der Otter schwamm am Ufer entlang, tauchte nur dann und wann so weit auf, daß gerade oie Nasenspitze aus dem Wasser ragte, und war wieder verschwunden. Nur eine feine Perlenkette dünner Lustbläschen, die aus feinem Balg aufftieg, bezeichnete den Weg, den Lutra nahm. Diesen feinen Strich aber sahen die Enten nicht: sie gründelten und schnatterten und schienen sich vollkommen sicher zu fühlen. Lutra hielt über dem überhängenden, verdorrten Schilf an und blickte nach den Enten hinüber, die nur wenige Schwimmstäße von ihm entfernt waren, ihren Feind aber nicht bemerkten. I Da sah er, wie eine der Enten abermals den Hals ins Wasser senkte und den Schnabel in den moorigen Grund bohrte. Wie der Blitz schoß Lutra unter Wasser heran, durchbiß der Ente den Hals und zog sie, die mit den Flügeln verzweifelt um sich schlug, in die Tiefe. Erschrocken stoben die Enten auseinander, während der Otter ein Stück abwärts schwamm und dann am Lande die Beute verzehrte. Der Frost hatte dem schnell fließenden Wasser bisher noch nichts anzuhaben vermocht, während alle Seen in der Umgegend schon mit einer starken Eisdecke überzogen waren und das Land eine weiße Schneedecke trug. Nachts hörte man am Ufer das leise Kichern des Otters, der sich behaglich von den Wellen treiben ließ oder am Ufer spielte. In solchen Nächten wanderte Lutra auch gelegentlich über Land zu den Seen, in deren Eisdecke die Fischer Löcher geschlagen hatten, um die Fische vor dem Ersticken zu bewahren. Diese Löcher suchte er auf, jagte schlangengleich durch das Wasser, fing den gestreiften Barsch und fette Brachsen, den glatten Aal und den Zander, tauchte aus dem nächsten Eisloch wieder auf und glitt auf der Eisfläche dähin, um bei einem anderen Eisloch wieder einzusteigen. Dreimal war schon das Gelächter des Waldkauzes durch den Tannenwald geklungen, als der Otter in seinem Kessel erwachte. Durch die Röhre fuhr er ins Wasser und tauchte auf. Ein gellendes Girrrk klang über die Wasserfläche hin und zeigte an, daß Lutra Hunger hatte. Er tauchte und erwischte eine Wasserratte als sie gerade ihren Bau am Ufer verließ. Dann stieß der Otter aus. Hell schien der Mond auf die weiße Schneedecke, daß sie glitzerte und funkelte. Da stutzte er. Ein helles Pfeifen ließ ihn aufhorchen. Wieder pfiff es und nochmals horte er den wohlklingenden Laut, der sein Blut in Erregung versetzte. Lutra fuhr ins Wasser und schwamm dem Bruchwald zu und ließ nun selbst ein helles Pfeifen ertönen bis vom anderen Ufer Antwort kam. Es war die Fähe, mit der Lutra schon im vergangenen Februar sich im Liebesspiel gejagt hatte. Nacht für Nacht waren nun die beiden Ottern zusammen, jagten und spielten, bis schließlich die Fähe ßutras überdrüssig ward und verschwand. Da kehrte auch der Otterrüde nach seiner Wasserburg zuruck. Langsam wurden die Tage wieder langer, die Sonne schien wärmer, und Lutra brachte oft ganze Stunden im Bruchwald zu, wälzte sich in wohligem Behagen auf den jungen Grasflachen, spielte mit einem Hasenlauf, den der Fuchs dort im Winter hatte liegen lassen, und besuchte gelegentlich auch wieder die Karpfenteiche des Müllers. Um diese Jahreszeit war ihm der Tisch Überreich gedeckt. Wo er jetzt auftauchte, verbreitete er unter dem Wassergeflügel Angst und Schrecken. Der Fischereipächter schwor ihm Rache, aber Lutra war auf der Hut. Alle Hinterhalte an seinem Aus- und Einstieg, mochten sie noch so verwittert sein, umging er sorgfältig. Eines Tages aber war er verschwunden. Der Fischereipachter und auch der Müller atmeten auf. Aber der Fischer merkte bald, daß es noch andere Fischdiebe gab. In einer von Wasserpest und Froschlöffel verfilzten Bucht des Schamlsees fand er eine Reuse, die einer gelegt, der dort nichts zu suchen hatte, und als- er sie hob, da entdeckte er zu seiner größten Ueberraschung im Reusensack einen toten Otter. Es war Lutra. Er hatte einen Karpfen verfolgt und war dabei in den Reusensack geraten, aus dem er sich nicht wieder hatte befreien können. So war Lutra erstickt. Als es aber Winter wurde und der Müller um die Jahreswende wieder den Gewinn aus seinen Karpfen überschlug, da fand er eines Morgens wieder die Trittsiegel eines alten Otters und meh- rerere junger am Ufer feiner Teiche, und Reste feiner besten Karpfen zeigten an, daß das Geschlecht der Otter mit Lutra noch nicht ausgestorben war. Es war die Fähe mit ihren und ßutras Kindern, die hier gefischt hatten, und wenn es auch dem Müller in den folgenden Nächten gelang, einen der jungen Ottern zu fangen, so hat er doch noch manchen Karpfen den Wassermardern lassen müssen, bis sie wieder zum Fluß wanderten und ein Sohn ßutras die Wasserburg bezog, die solange von seinem Vater bewohnt worden war. Oie halbe Flasche. Bismarck, für dessen Kunst, feine Gegenspieler diplomatisch matt zu setzen, berühmt war, erlog doch auch einmal einer ßist, die feine Familie gegen ihn anwandte. In feinem Alter nämlich hatte der Arzt ihm zu feiner Stärkung täglich ein Glas Sekt verordnet. Um dieser Verordnung Nachkommen zu können, schaffte Bismarck sich einen Vorrat von Halden Flaschen Sekt an. Am ersten Tage trank er die Hälfte einer Flasche und wollte die zweite Hälfte davon für den nächsten Tag aufheben. Vergeblich versuchten die Seinen ihm klar zu machen, daß sich Sekt nicht unbeschadet aufheben ließe, und daß er sich schon jeden Tag eine neue Flasche leisten müsse. Der alte Herr beharrte darauf, am zweiten Tag den Rest der angebrauchten Flasche auszutrinken, und er triumphierte, als dieser Rest genau so frisch schmeckte, als sei die Flasche eben erst aufgemacht. Das war sie aber tatsächlich. Heimlich hatte man ihm eine frische Flasche hingestellt, von der die Hälfte schon abgegossen war. So ging es einen Tag um den anderen: Bismarck triumphierte, daß er seinen Willen durchgesetzt hatte und feine Familie triumphierte heimlich über die gelungene List. Prinz Eugen als Bücherfreund. Prinz Eugen von Savoyen, der geniale Feldherr, wird durch den Abdruck eines alten Berichts 'M „Börsenblatt für den Deutschen Buchhandel" von einer Seite gekennzeichnet, von der man ihn kaum kennt: als der feine Kulturmensch, dessen ßeiden- schaft die Bücher waren. Im Jahre 1740 erschien ein Buch „Neueste Reisen durch Teutschland, Böhmen, Ungarn, die Schweiz, Italien und ßothringen" von dem vielgewanderten I. G. Keyßler, und dieser widmet bei feiner Beschreibung Wiens dem Palast des Prinzen Eugen eine ausführliche Schilderung, in der ein interessanter Abschnitt der Bibliothek gewidmet ist: „Die allhier befindliche Bibliothek ist sehr kostbar. Es ist bekannt, was für große Summen Geldes der Prinz auf rare Bücher gewandt und wie öfters kleine Duodezschriften von ihm mit dreyßig, vierzig und mehr Dukaten sind bezahlet worden, die vermutlich nebst anderen Curiositäten, welche dieser Herr von langen Jahren her sammlet, in einem besonderen Orte aufgehoben werden. Dis meisten Bücher, woraus die itztgedachte Staatsbibliothek besteht, sind Folianten, und hat man in der ganzen Sammlung vierzehntausend Volumina, die mit ihren roth-safian- oder französischen Bänden gut in die Augen fallen. Eine sonderbare Zierde gibt ihr die Sammlung von solchen Kupferstichen, welche Portraite berühmter Kriegshelden, Potentaten, Damen, Gelehrten usw. vorstellen und in Portefeuilles ober Kästchen, die als große, in rothen Saffian gebundene Folianten mit vergoldetem Rücken und Titeln anzusehen sind, verwahret liegen. Ihre Anzahl nimmt täglich zu und sind wirklich schon von Frankreich achtundvierzig, von Teutschland einundsechzig, von vereinigten Niederlanden zehne, von spanischen Niederlanden neune, von ßothringen zwey, von Groß-Brittanien drey- zehn etc. und insbesondere von geistlichen Orden dreyzehn Volumina vorhanden ..." Bei dem Bücherschatz des großen Soldaten handelte es sich nicht etwa nur um eine Art Schau- und Prunkbibliothek, wie aus folgenden Worten Keyßlers hervorgeht: „Er liest gern: und als im Jahre 1719 die spanische Partey am kaiserlichen Hofe Oberhand gewann, auch verschiedene Dinge vorfielen, die dem Prinzen so empfindlich waren, daß er auf eine Niederlegung aller seiner Bedienungen bedacht war, sagte er unter anderem zu einem auswärtigen Minister, dem er sich in diesem Stücke vertraute: ,Jch kann mit zehntausend-Gulden jährlicher Einkünfte ruhig und ohne Verdruß leben. Ich bin auch mit einem solchen Vorrathe von Bü* chern versehen, daß mir die Zeit nicht lang' roer* den kann? Gießen 70Zähre Garnison der 116er. irsJahre Infanterie regiment 116! Aus der Stadt Giehen. Oer April macht, was er will. Die gewisse Popularität, die der April unb sein Wetter genießen, verbindet sich zwar nicht mit einer großen Sympathie, andernteils ist die Charakteristik des Aprils auch wieder nicht so schlecht, daß man ihn geradezu.fürchten müfcte. 'Zins ber Tatsache vielmehr, daß die Dichtung sich dieses Monats mit der gleichen Liebe angenommen hat wie seines Nachfolgers Mai, ist schon zu entnehmen, daß der April Eigenarten und Beigaben besitzt, die trotz aller Unerfreulichkeiten doch etwas Ungewöhnliches barstellen, über das der Mensch seine Scherze und Glossen macht. Wir sagten in der Ueberschrift: „Der April macht, was er will". Es ist auch schon wahr, daß sein Fimmel uns gerade so an der Nase herumführt wie die bekannten Aprilscherze, die am ersten Tage des Monats gestartet werden. Der April ist der Komiker unter den Monaten des Jahres, er ist launig, unberechenbar und dabei voller Witz. Ein Naturwissenschaftler hat einmal gesagt, daß man bei den Untersuchungen der Aprilwetterlarmen unwillkürlich lachen müßte, denn genau wie es Menschen gibt, deren tolle Einfälle man einesteils peinlich empfindet, andernteils notgedrungen belachen muß, so sind auch die Streiche, die sich der April- Himmel leistet, ebenso peinlich wie amüsant. Beispielsweise haben wir in der Physitstunde gelernt, daß bei Temperatur von 2 Grad Wärme abwärts die Niederschläge in Schnee überzugehen pflegen. Im April ist es anders: da kann es bei 8 Grad, ja sogar bei 10 Grad Wärme schneien. Wer würde im Januar bei 5 Grad Wärme auf den Gedanken kommen, daß es schneien könnte? Nie- mand! Im April ist es ganz selbstverständlich! Ein anderer Fall: Wir wissen, daß es regelrechte Gewitter nur an warmen Sommertagen mit mehr als 15 Grad Wärme gibt und im Winter in Ausnahmefällen dann, wenn schwere Winterstürme als „Schneegewitter" über das Land brausen. Der April kümmert sich nicht um diese Regeln, im April donnert es bei allen Temperaturen. Woher rührt diese Launenhaftigkeit? Sie ist die Folge der eigenartigen atmosphärischen Konstellation, die der west- und mitteleuropäische Frühling aufweisen. Genau Genommen ist das Aprilwetter nicht nur auf den April begrenzt, sondern es beginnt oft schon im März, wie z. B. in diesem Jahre am 25. März, und es geniert sich auch gar mcht, im Wonnemonat Mai noch auszutreten. Wenn im Frühling die Sonne die unteren Luftschichten — bis zu einigen hundert Meter Höhe über den Meeresspiegel — so weit erwärmt hat, daß man 15 bis 20 Grad Wärme im Schatten mißt, dann stnd dem Aprilwetter alle Tore und Türen geöffnet. Es haben sich nämlich nur die unteren Luftschichten über dem Festland so angenehm erwärmt, während die höheren Luftschichten und ins- besondere die Luftmassen über den angrenzenden Meeresgebieten der Ostsee, Nordsee und insbefonbere des Nordostatlantik eisig kalt geblieben sind- Die Luft über dem Meer wie auch die Luft höherer Atmosphärenschichten nimmt die Sonnenstrahlungswärme nicht so schnell an, wie die unmittelbar über dem festen Erdboden schwebende Atmosphäre. Diese Temperaturgegensätze sind die auslösenden Ursachen für das Aprilwetter. Das ungleiche Wärmeverhältnis nach oben, wie nach den an bas Festland angrenzenden Seegebieten schafft eine Spannung, diese führt Barometerfall herbei, der Barometerfall löst atmosphärische Störungen aus unb die Störungen besorgen eine explosionsartige Durchmischung der beiden verschiedenartigen Luftmassen, die sehr oft elektrische Entladungen mit sich verbinden. Die sichtbaren Folgen dieser Durchmischung sind zunächst dis unangenehmen radikalen Wetter- stürze — heute vorsommerlich, morgen nachwinterlich kalt und naß — bzw. im weiteren Gefolge der Wetterstürze die „Einzelaktionen" im Luftmassenbereich, die bekannten Aprilschauer. TI. Vornotizen Tageskalender für INonlag. Gloria-Palast (Seltersweg): „Verklungene Melodie". — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): Juwelen im West-Expreß". Seit 70 Jahren steht das Infanterie-Regiment 116 in diesem Jahre in enger Verbundenheit mit der Gießener Bevölkerung. Viele Jahrgänge wehrfähige Männer erfüllten in den Reihen des Regiments ihre Ehrenpflicht, den W a f- endienst. So wurde die Stabt Gießen ein, zwei unb mehr Jahre zur zweiten Heimat ber 116er. Der Gründungstag des Regiments liegt noch 55 Jahre weiter zurück. Die vor nunmehr 125 Jahren in Darmstadt, am 17. Juni 1813, datierte Ordre lautet: „Des Herrn Großherzogs Königliche Hoheit haben, um dem im vorigen Feldzug zu einem provisorischen leichten Infanterie-Regiment unter dem Kommando des Obristen von Schönberg vereinigen Garde - Füsilier-Bataillon unb Leib- Füsilier-Bataillon hochbero Zufriedenheit dezeu- gen, diese beiden Bataillone zu einem wirk- 1 ichen leichten Regiment, unter dem Namen: „G a r b e - F ü s i l i e r - R e g i m e n t" Allergnadigst erhoben unb besten Commanbo seinem bisherigen braven Commandeur, Obristen von Schönberg, übertragen. (gez.) von Weyhers (Generaladjutant)." Prinz Emil fügte eigenhändig hinzu: „Dor- stehende Ordre wird den Großherzoglichen Truppen- Corps bekannt gemacht. Es wird in der Gnade, die Se. Königliche Hoheit dem betreffenden Regiment bezeigen, einen neuen Beweis finden, wie sehr Hochstsie geneigt sind, jede Gelegenheit zu ergreifen, um Bravour und Verdienste zu belohnen. (gez.) Emil, Prinz zu Hessen. G. Lieut." „Bravour" hat das Regiment dann auch bei allen Kampfhandlungen des Jahrhunderts, bis zur Beendigung des größten aller Kriege gezeigt: 1815, 1866, 1870/71 unb 1914/18. Namen wie: An- loy, Mouzon (Res.-JR. 116), Dombrowa (Res.-JR. 222), Kemmel (JR. 186), Wiczayny (Res.-JR. 254) unb viele, viele andere sind unver- gänglich in der Kriegsgeschichte des Regiments und seiner Kriegsformationen. Einundeinviertel Jahrhundert In- fanterie-Regiment 116! Dies ist Anlaß genug, zur Veranstaltung von soldatischen Feiern ganz großen Stiles. Der Aufruf des Regimentskommandeurs, Oberst Herrlein, an die ehemaligen Angehörigen des alten Regiments und der ebenso kampferprobten Kriegs-Regimenter: Res.-JR. 116, Landw.-JR. 116, JR. 186, Res.-JR. 222 und 254, JR. 390 unb 480 zum R e g i m e n t s - A p p e l l am 1 8. / 2 0. Juni in Gießen hat überall freu- bige Aufnahme gefunben. Aus den entferntesten Winkeln bes Reiches laufen täglich beim JR. 116 Anmeldungen zur Teilnahme an diesen Tagen ein. Eine umfangreiche Veranstaltungsfolge ist vom Regiment vorgesehen. Samstag, 18.Juni: Empfang der Teilnehmer am Bahnhof durch Angehörige des Regiments und die Regimentsmusik. Beziehen der Standquartiere. Großer Kameradschaftsabend in der Volks- Halle unter Mitwirkung der Regimentsmusik und Einlagen der Kompanien. Kurze Begrüßungsan- prachen. Sonntag, 19. Juni: Großes Wecken. Einholung der aiten und neuen Regimentsfahnen. Ge- fallenen-Gedenkfeier am 116er-Ehrenmal mit Fahnenkompanie und den ehemaligen 116ern. Anschließend gemeinsamer Marsch zum Trieb. Paradeaufstellung des Regiments unb der ehemaligen Angehörigen des Regiments auf dem Trieb. Anschließend Vorbeimarsch. An diesem nehmen auch alle marsch- fähigen ehern. 116er teil. Essenausgabe bei den Feldküchen. Besichtigungsmöglichkeit sämtlicher Unterkünfte des Regiments unb Kaffeetafeln in ben Kasernen. Wehrsportfest auf dem Trieb. Sportliche und militärische Vorführungen. Anschließend Preisverteilung durch den Regimentskommandeur Oberst Herrlein. Aufführung von „Wallensteins Lager" durch Angehörige des Regiments. Tanz in der Volkshalle unb "in anberen Sälen der Stabt. Montag, 2 0. Juni: Frühschoppen in den Gaststätten Gießens und Stadtbesichtigung. Billige Möglichkeit zu Kraftwagengesellschaftsfahrten zum Gleiberg und Schiffenberg nach vorheriger Anmeldung beim Regiment. Derpflegungsausgabe an den Feldküchen (Bergkaserne). Wiederholung von „Wallensteins Lager" auf dem Trieb. Anfragen sind an das Infanterie-Regiment 116 Gießen zu richten. Um eine reibungslose Durchführung der Großveranstaltung zu gewährleisten, bittet das Regiment, Anmeldungen zu ben Regimentstagen baldmöglichst dem Infanterie-Regiment 116 Gießen (Bergkaserne) einzusenden. 116er-Regimentsappell in Gießen! Am Kameradschaftsabend unb aus den Marschkolonnen werden die alten Soldatenlieder unb Marschweisen erklingen, Erinnerungen aus frohen Friebens- unb harten Kriegstagen werden wach werden. Heber allem aber, was war, wird die Fahne des Führers stehen. Unb heute, morgen und so lange alte unb junge 116er leben, wird stets, in guten und in schweren Zeiten, ihr Wahlspruch sein: „Immoto fides“ — Treue bis zum letzten Atemzuge! Adolf Hitler — demSchöp- fer G r o ß d e u t s ch l a n d s ! tion und für die Größe des Vaterlandes, kurzum alle die hohen ideellen Werte, die von den alten Soldaten in dem Begriff „Frontkameradfchaft" zu-- sammengefaßt werden. Mit diesem reichen ideellen Schatz, so betonte Kam. Müller, wolle und werde die große Gemeinschaft ber alten Frontkämpfer immer ber fruchtbare Sauerteig innerhalb ber Sol- batenkamerabschaften sein, ber zum Wohle der Gemeinschaftsarbeit und zum Segen für Volk unb Vaterland wirken werde. Und diese Gemeinschaft solle und werde allzeit ein brauchbares und zuverlässiges Instrument des Führers und Obersten Be- fehlshabers Adolf Hitler fein, auf das er sich jederzeit verlassen könne. In alter Soldatentreue grüßte die Kameradschaft ihren großen Führer und getreuesten Frontkameraden Adolf Hitler. Weiterhin machte Kam. Müller noch einige Mitteilungen über den Waffenring der ehern, deutschen Feld- artitterie unb über dessen bevorstehende Tagung :n Berlin, in deren Mittelpunkt natürlich der künftige Zusammenschluß aller alten Soldaten in dem neuen Bund und damit auch das Aufgehen des Waffenrings in dieser Gemeinschaft stehen wird. Kam. Leutnant d. R. S u n d h e i m als Sprecher seiner Kameradschaft A.-R. 9 im Gießener Soldaten- bunb gab feiner Freude darüber Ausdruck, daß er zum ersten Male im Kreise ber alten Kameraden der Artilleristen-Kameradschaft 1895 weilen könne. Er knüpfte bann an eine Anregung an, die Kam. Müller bei dem jüngsten Appell der Kameradschaft A.-R. 9 gegeben und die das Ziel hatte, die Kameradschaft der beiden Vereinigungen durch gemeinsame Arbeit in gemeinsamen Kameradschaftsabenden noch enger als bisher zu gestatten. Diese Anregung fand in ben Worten des Kam. Sund- h e i m guten Widerhall, wobei natürlich zunächst die Entscheidung der vorgesetzten Dienststelle der Kameradschaft A.-R. 9 abzuwarten ist. Daß bei dieser gemeinsamen Arbeit der Angehörigen beider Kameradschaften auch die gemeinsame Sache — nämlich Dienst an der Waffe und dadurch Dienst für Führer, Volk und Vaterland — nur gewinnen wird, zugleich die Bande ber Kameradschaft zwischen Alten unb Jungen eine weitere Vertiefung erfahren werden, wurde auch von Kam. Sundheim nut treffenden Worten bestätigt. Als unmittelbare und jetzt schon feststehende Tatsache stellte er aber klar heraus, daß die Bande ber Kameradschaft zwischen den Angehörigen der beiden Vereinigungen ehemaliger Soldaten bereits geknüpft find und unvergänglich fein werden. Im weiteren Verlause des Kameradschafts-Appells konnte Kam. Huber, der einst in der österreichischen Artillerie diente und schon seit Jahren als einziger ehemaliger österreichischer Artillerist ber Gießener Artilleristen-Kameradschaft angehört, auf Grund von Mitteilungen seiner Verwandten in Oesterreich mancherlei Interessantes und Erhebendes aus den Tagen der Wiedervereinigung Oesterreichs mit dem Reiche berichten. Auch aus diesen Mitteilungen des persönlichen Erlebens konnten die Kameraden wieder entnehmen, mit welcher großen und dankbaren Freude die deutschen Brüder in Oesterreich die Tat des Führers und damit die Heimkehr ins große Deutsche Reich aufgenommen haben. Im Anschluß an den dienstlichen Teil des Kameradschafts-Appells verbrachten die alten und die jungen Artilleristen in bester Kameradschaft noch einige frohgestimmte Stunden. 7!SD. Ortsgruppe Gießen-Mitte. Bett.: Kahlenabrechnung am 5. April. Die Kohlenhändler werden ersucht, die Kohlen* scheine ber Serie F Dienstag, 5. April, 2 0.30 Uhr, auf unserer Geschäftsstelle (Zigarrenhaus Moeser), Eingang Löwengasse, einzureichen. Es wird hiermit darauf hingewiesen, daß die Rückseite der Kohlenscheine außer der Unterschrift des Händlers auch die Unterschrift des Empfängers, dessen Wohnung, Straße und Hausnummer und die genaue Bezeichnung der Kohlensorte tragen muß. Nach dem 5. April eingereichte Scheine sind wertlos. WHW., Ortsgruppe Gießen-Nord. Bett. Kohlenabrechnung. Die Kohlenhändler werden aufgeforüert,^ die in Zahlung genommenen Kohlengutscheine, Serie F, bis spätestens Dienstag. 5. April, 18 Uhr, auf der Mnatsappell der Gießener alten AMeristen. Die in ber Artilleristen-Kameradschaft 1895 Gießen vereinigten ehemaligen Artilleristen trafen sich am Samstagabend im Kameradschaftsheim „Hessischer Hof" zu ihrem gewohnten monattichen Appell unter Leitung ihres Kameradschaftsführers M ü l - l e r. Zum ersten Male nahm an dem kameradschaftlichen Treffen als Gast auch der Kameradschasts- führer der Kameradschaft AR. 9 im Gießener Soldatenbunde, Kam. Leutnant d. R. Sundheim, als Vertreter seiner Kameradschaft teil. Ferner hatten die alten Artilleristen die Freude, wiederum Kameraden der HI. Abt. AR. 9 mit dem Leiter der Unteroffizier-Vereinigung dieser Abteilung, Wachtmeister Niedenthal, an der Spitze, in ihrer Mitte begrüßen zu können. Kameradschaftsführer Müller stellte zu Beginn des Appells die großen Ereignisse der jüngsten Wochen, die Wiedervereinigung der deutschen Brüder in Oesterreich mit dem großen Deutschen Reich, dieses Ereignis aus dem Gesetz des Blutes, in ben Vordergrund, und er brachte dabei mit der selbstverständlichen Treue des alten Soldaten auch deren unauslöschlichen Dank an ben Führer unb Reichskanzler Adolf Hitler für feine entschlossene, von allen deutschen Volksgenossen mit dankbarer Zustimmung begrüßte Tat zum Ausdruck. Er betonte ferner, daß gerade die alten Soldaten, die einst draußen vor dem Feinde standen, und aus ihrem Erleben heraus ganz besonders die Not eines Volkes ermessen können, diese welthistorische Wiedervereinigung der österreichischen Brüder mit uns im alten Reich vor allem tief empfinden und daß dieser Tag der deutschen Größe unvergeßlich in ihren Herzen fortleben wird. Ihrem Dank an den Führe'' würden die alten Soldaten am 10. April mit ihrem I a Ausdruck geben. Als weitere wichtige Angelegenheit der alten unb der jungen Soldaten in diesen Tagen brachte Kam. Müller die künftige Zufammenfasfüng aller allen unb jungen ehemaligen Solbaten in einem einzigen großen Bund, dem NS.-Soldatenbund als allumfassende soldatische Gemeinschaft, zur Sprache. Er brachte in treffenden Worten zum Ausdruck, daß die alten Frontsoldaten bei diesem Zusammenschluß, wie überhaupt schon immer ihren jungen Kameraden aus ber Nachkriegszeit unb ben aus der neuen Wehrmacht nach treuer Dienstzeit zur Entlassung kommenden Kameraden viel Wertvolles zu übermitteln haben, nämlich das große Erlebnis der Front, die in diesen Sturm- und Notjahren vor dem Feinde erwachsene Frontkameradschaft, die segensreichen Auswirkungen des alten Soldatengeistes auch in den Zeiten, in denen es gilt, mannhaft unter Einsatz des ganzen eigenen Ich einzustehen für die Gesamtheit ber Na- Abenteuerin Paris. Roman von Hans Hirthammer. Copyright by Verlag Oskar Meister, Werdau i. Sa. 25. Fortsetzung. (Nachdruck verboten!) Paul Sacher, der ben Wortführer machte, räusperte sich. „Wir haben Sie zu uns gebeten", erklärte er feierlich, „erstens um Ihnen ein sehr gewinnbringendes Geschäft vorzuschlagen, unb zweitens, um Sie für eine befonbere lpache, die heute nacht in Szene gehen soll, um Ihre Unterstützung zu bitten." Fred Peggs nahm eine kleine silberne Tab allere aus der Westentasche, öffnete sie vorsichtig, entnahm ihr mit spitzen Fingern eine kleine Prise, sog sie genießerisch in die Nase und lehnte sich bann erwartungsvoll in den Sessel zurück. ,Lassen Sie hören!" Es muß noch erwähnt werden, daß Herr Peggs in einer hohen Fistelstimme zu sprechen pflegte. Das klang genau so, als bemühe er sich bei jedem Wort, ein belustigtes Kichern zu unterdrücken. Nun berichtete Paul Sacher in aller Offenheit, wie sich die Dinge seit dem Raub in ber Berliner Friedrichstraße bis zum heutigen Tage entwickelt hatten. Er verhehlte nicht die Schwierigkeiten, in die man bezüglich des Absatzes der Ware durch bas Fernbleiben Loondes geraten war, und gab schließlich der Erwartung Ausdruck, daß Herr Peggs sich als kulanter Vermittler unter Zusicherung einer noch zu vereinbarenden Beteiligungsquote gern zur Verfügung stellen würde. „Hm!" meinte Peggs. „Ich werde cs mir überlegen. Wie hoch beläuft sich der tatsächlich realisierbare Wert?" „Sechshundert Mille! Teils Goldwaren, teils Juwelen!" „Ich werde es mir überlegen!" wiederholte Peggs, ohne über die Höhe ber Summe im geringsten erschüttert zu sein. „Unb worauf bezieht sich Ihre zweite Angabe?" „Ist Ihnen ber Name Maquinot geläufig?" Auf Peggs Zügen malte sich ein undurchbring- liches Lächeln. „Was soll bie Frage?" „Wir hatten heute vormittag eine Besprechung im Hotel .Esplanade* und wurden dort von einem Kellner bedient, den einer von uns — er ist im Augenblick nicht anwesend — als einen Berliner Polizeibeamten zu erkennen glaubte. In die Enge getrieben, erklärte der Mann, daß er mit dem berüchtigten Hochstapler Maquinot identisch sei. Wir ließen uns verleiten, dieser Angabe Glauben zu schenken unb wurden in dieser Meinung noch bestärkt, als einige Zeit später die Polizei erschien, um den Mann zu verhaften, allerdings ohne (Erfolg, denn es gelang Maquinot zu entfliehen. Wir kamen schließlich zu der Vermutung, daß der Mann es auf unsere Schätze abgesehen hatte." „Lächerlich! Maquinot wird sich niemals einen von der Zunft zum Opfer ausersehen!" „Sie kennen ihn also?" , „Sehr gut! Er war mein Schüler, unb ich kann sagen: mein bester Schüler. Ich bin stolz aus ihn." „Großartig! Sie werden uns also, wenn wir Ihnen den Mann zeigen, ohne weiteres sagen können, ob er Maquinot ist ober nicht." Er erzählte, wie es zu der Verabredung im „Blauen Kater" gekommen war. Peggs legte sein rechtes Bein auf das Knie bes linken und bewilligte sieb eine zweite Prise. „Ich kann Ihnen schon jetzt sagen, meine Herren, daß Sie einem Schwindler zum Opfer fielen. Maquinot befindet sich seit vierzehn Tagen auf einer Geschäftsreise durch bie Balkanstaaten. Erst gestern schrieb er mir eine Ansichtskarte aus Bukarest." „Ah!" machten alle drei wie aus einem Munde, während ihre fassungslose Verblüffung deutlich auf ihren Gesichtern zu lesen stand. „Sieh einer an", staunte Czibulka, „da hatte Claudius mit seinem Verdacht doch recht! Das wird uns dieser Bursche büßen!" „Ich bin an dieser Sache interessiert!" Peggs strich mit der Rechten mehrere Male über seinen Schädel, auf dessen Politur sich die Umrisse des Fensters spiegelten. „Ich kann nicht dulden, daß der nächstbeste Halunke sich widerrechtlich den Namen meines Freundes aneignet und ihn zu betrügerischen Manövern mißbraucht. Der Mann ist unschädlich zu machen. Ich stehe Ihnen mit meinen Leuten zur Verfügung." Töne ßarrings runzelte die Stirn. „Unschädlich machen? — Wollen Sie ihm etwa ans Leben?" „Warum nicht!" lächelte Peggs. „Notwehr, mein Lieber! Wir sind Freiwild und da gilt nur: Auge um Auge, Zahn um Zahn!" „Nee, Herr Peggs, Sie mögen sonst ein recht netter alter Herr sein, aber da können wir nicht mitmachen. — Laß mich jetzt reden, Paule, es geschieht sowieso selten genug. — Also, der Mann hat uns zwar ordentlich auf den Leim geführt, das ist schließlich sein Beruf, aber er hat uns weiter nichts getan. Er hätte es sich leicht machen können-, was wir uns da im Hotel erzählten, hätte ausgereicht, um uns hoppzunehmen. Er hat das nicht getan, er wollte erst endgültige Beweife^haben — bas ist anständig, sagt, was ihr wollt! Spielen wir ihm einen Streich, schön, burchaus einverstanben! Aber mit einem Mord wollen wir nichts zu tun haben, was, Jungs? Wollt ihr etwa als gemeine Mörder Herumlaufen unb eines Tages auf dem Schafott enden? Nee, kommt nicht in Frage, wie?" Er las aus den Mienen der beiden anderen, daß feine Worte Eindruck gemacht hatten. „Hast nicht ganz unrecht! So als Mörder —!" Peggs lachte häßlich auf. „Ich stehe natürlich nicht an, Ihren zarter besaiteten Seelen Rechnung zu tragen. Wir werden uns auf der Basis Ihres Standpunktes einigen. Kommen wir also zu den Einzelheiten. Es ist jetzt halb neun Uhr, wir haben noch zweieinhalb Stunden Zeit." 26. Als das Auto sich in Bewegung setzte, überfiel Gerda Bosch plötzlich ein Mißtrauen. „Aber — hören Sie mal — mein Verlobter weiß doch gar nicht, daß ich in Paris bin. Ich kann mir nicht denken, wie er es erfahren haben sollte!" „Sehr einfach, mein Fräulein!" entgegnete Claudius gefaßt. Er hatte die beiden gestern am Berliner Bahnhof gesehen, wie sie sich verabschiedet hatten, er hatte Hann beim Betreten des Abteils den jungen Mann suchend und mißtrauffch am Fenster stehen sehen — und konnte sich das übrige ungefähr zusammenreimen, aus dem einfachen Grunde, weil nur eine einzige Losung als naheliegend übrigblieb. „Ihr Verlobter hat Sie gesehen, als Sie den Zug bestiegen, anstatt sich der Sperre zuzuwenden. Er hat Sie bann während der Fahrt in allen Wagen gesucht, aber leider nicht gefunden. Dann kam der Zwischenfall an der Grenze, ber ihn zur Unterbrechung der Reise zwang, und der erst heute früh nach Rückfrage in Berlin aus der Welt geschafft werden konnte." Gerda glaubte den Schwindel, obwohl sie sich hätte sagen müssen, daß man einen im Zuge reisenden Bekannten ohne Schwierigkeit fand, wenn man ihn suchte. „Aber meine Hoteladresse?" fraate sie hartnäckig weiter. „Ich wußte ja selber nicht, daß ich ausgerechnet in ben ,Drei Milchfrauen* absteigen würde." „Auch da fft keine Hexerei im Spiele — dank der ausgezeichneten Organisation des Pariser Meldewesens. Eine halbe Stunde, nachdem Sie sich ins Hotelbuch eingetragen hatten, war Ihre Adresse bereits auf dem Zetttralmeldeamt. Herr Ruland brauchte nur nachzufragen, um die gewünschte Auskunft zu erhalten." Gerda aab sich geschlagen, denn wie hätte sie wissen sollen, daß* die Angaben ihres Begleiters auf feiner Erfindung beruhten. „Nun aber muß ich auch Sie ein wenig examinieren!" fuhr Claudius fort und hob scherzhaft drohend seinen Finger. „Dieser junge Mann da, in dessen Begleitung ich Sie angetroffen habe — und der andere Herr, mit dem Sie im Hotel abgestiegen inb — ich weiß nicht, ob ich es verantworten kann, liefe bedenklichen Dinge Ihrem Verlobten zu unter- chlagen?" Gerda lachte so unbefümmert auf, daß Clmckius eine Schlußfolgerungen in biejer Richtung als abwegig verwerfen mußte. „Ich werde ihm selber alles erzählen." Aber dann verschwand ihr Lachen und machte einer bestürzten Miene Platz. „Er ist in Gefahr, sagten Sie? Wie ist das zu verstehen? — Willy sprach zwar davon, daß er eine besondere Aufgabe zu erledigen habe — es sollte heute vormittag irgendeine Zusammenkunft im Hotel »Esplanade* sein, die mir nicht recht geheuer erschien; aber dazu ist es doch gar nicht gekommen! Wollen Sie mir nicht sagen —?" „Es handelt sich um ein Verbrechen, um einen großen Juwelenraub, durch den Rulands Firma beträchtlich geschädigt wurde. Nun hatte man in Berlin die Spur der Missetäter gefunden, und Dtutanb sollte versuchen, durch vorsichtige Fühlungnahme mit den Leuten in der Maske eines Hehlers die Sicherstellung der Beute und die Festnahme der Diebe zu bewerkstelligen. Davon hat die Bande Wind bekommen, und nun sind sie hinter ihm her." „Das fft ja schrecklich." „In meiner Wohnung ist er jedenfalls in Sicherheit. Wir kennen uns nämlich von früher her, unb Willy hatte den klugen Einfall, bei mir Zullucht zu suchen, um von hier alles Weitere in die Wege zu leiten. Er hofft, daß Sie ihm dabei behilflich sein werden."" „Deswegen bin ich ja nach Paris gekommen. — Haben wir noch lange zu fahren?" „Ja. Es ist ein ziemliches Ende bis zur Rue Faubourg. — Sagen Sie, wer fft eigentlich der Herr, der mit Ihnen in den „Drei Milchfrauen" ab- stieg? Ich ließ mir erzählen, daß er von ber Polizei verfolgt worden fei." „Ich weiß wirklich nicht. Ich lernte den Herrn im Zuge kennen und — er machte eigentlich einen guten Eindruck. Ich kann es nicht glauben, daß er ein Verbrecher fein soll." (Fortsetzung folgt.) Geschäftsstelle, Walltorstraße 38, einzureichen. Spa» ter eingehende Kohlengutscheine können nicht mehr berücksichtigt werden. 3um Gendarmene-Maior befördert. Der Leiter der Gendarmerie in Oberhessen, Gen- darmerie-Hauptmann G o e d e, ist mit sofortiger Wirkung zum Gendarmerie-Major befördert worden. NS.-Gemeinschast „Kraft durch Freude". handharmonlka-Kurs. Wir beginnen demnächst neue Kurse für diatonische und chromatische Handharmonika. Hieran können sich Anfänger sowie Spieler mit Vorkenntnissen Beteiligen. 2237D Anmeldungen werden in unserer Kartenverkaufsstelle, Seltersweg 60, entgegengenommen. Hitler-Jugend Bann 116 Gießen. Befr.: Führerausweise für die Reichsbahn. Ab 30. 4.1938 verlieren die alten Führerausweise für die Reichsbahn ihre Gültigkeit. Sie sind daher sofort zwecks Umschreibung an die Sozialstelle zu schicken. Hierzu und ebenso bei künftigen Neuanträgen sind die —,50 RM. nicht mehr beizufügen. Don der Universität Gießen. Von der Pressestelle der LudMgs-Hniversität Gießen wird mitgeteilt: Der Reichs- und Preußische Minister für Wissen- schäft, Erziehung und Volksbildung hat den nicht beamteten ao. Professor Dr. Keller in Mainz beauftragt, vom 1. April 1938 ab die Vertretung der ordentlichen Professur für Kinderheilkunde und die Leitung der Universitäts-Kinderklinik in Gießen zu übernehmen. Oie Abstimmungsbezirke und Abstimmungsräume am 10. April. Der Oberbürgermeister (Wahlamt) gibt die Einteilung der Stimmbezirke und die Abstimmungsräume für die Volksabstimmung und Wahl' zum Großdeutschen Reichstag am 10. April für den Bereich der Stadt Gießen mit Gemarkung Schiffenberg und Herrnwald bekannt. Auf diese wichtige Bekanntmachung seien unsere Leser besonders hingewiesen. Sturm über Gießen. Rach der Reihe von schönen Tagen der Domen Woche und dem guten Wochenende brachte der frühe Morgen des gestrigen Sonntags einen starken Wetterumschlag, der einen regnerischen und vor allem sehr stürmischen Sonntag zur Folge hatte. Bei den heftigen Stürmen, die sowohl am Sonntag- vormittag, als auch am Nachmittag über unsere Stadt dahinbrausten, wurde in den Gärten und Wäldern, zum Teil auch in den Straßen der Stadt mancherlei Unheil angerichtet. Stellenweise riß der Sturm Gartenzäune ganz oder zum Teil um. In den Straßen beschädigte er teilweise die zum 10. April über die Fahrbahnen gespannten Spruchbänder, oder er riß in den Anlagen dürres Holz und kleine Aeste von den Bäumen. Erheblich ernstereft Schaden richtete der Sturm an dem Bau der Heilstätte Seltersberg an. Dort fegte er von dem Aufbau auf dem Flachdach der Heilstätte, der mehrere Räume zur Unterbringung von Sachen birgt, das Dach herunter, das zum Teil mehrere Stockwerke tief in den Hof der Heilstätte geworfen wurde, zum Teil auf dem Flachdach liegen blieb. Da ein etwa 5 Zentner schwerer Stützpfeiler aus Kunststein von der Gewalt des Sturmes nahezu völlig umgedrückt wurde und die Gefahr des Absturzes dieses Pfeilers mit voraussichtlich ernsten Folgen^für mehrere Krankenräume bestand, wurde sofort die Feuerwache zur Hilfe herbeige- rufen, die denn auch in mustergültiger Arbeit innerhalb kurzer Zeit diese Gefahrenquelle beseitigte. Ein weiterer ernster Unfall durch die Gewalt des Sturmes ereignete sich in der Nähe der Waldkaserne. Dort drückte ein mächtiger Stoß des Sturmes einen in Fahrt befindlichen Personenkraftwagen von der Landstraße herab in den Straßengraben, wobei der Kraftwagen so stark beschädigt wurde, daß er abgeschleppt werden mußte. Die Insassen kamen zum Glück mit leichten Verletzungen davon. Am heutigen Montag früh mar die Temperatur reichlich kühl, so daß der Wettersturz ziemlich empfindlich war. Bis gegen 8.30 Uhr wirbelten sogar mehrfach Schneeflocken durch die Luft. Tragische Todesfälle. Der 23 Jahre alte Rudolf F r i s ch h o l z aus Rüddingshausen (Kreis Gießen) hatte sich vor etwa 14 Tagen einen Zahn ziehen lassen. Nach einigen Tagen stellte sich Blutvergiftung ein, durch welche die Heberführung des jungen Mannes in die Chirurgische Klinik zu Gießen erforderlich wurde. Hier ist der Bedauernswerte in der Nacht zum Sonntag verstorben. In Bad-Nauheim entstand in der Nacht zum Sonntag in einer Ga st wirtschaft zwischen zwei Männern ein ©tret t. Im Verlaufe der Auseinandersetzung krachte plötzlich ein Schuß, durch den einer der Streitenden so unglücklich getroffen wurde, daß er auf der Stelle tot zusammen- brach. Der andere am Streit beteiligte Mann ft eilte sich der Polizei und wurde von dieser in .Haft genommen. Die polizeilichen Ermittlungen, insbesondere auch über den Schuß und den Stützen, sind im Gange. ♦* Nachsendung von Postsendungen. Das Postamt Gießen teilt mit: Zu Anträgen auf Nachsendung von Postsendungen sind möglichst die amtlichen Formblätter zu benutzen, die an den Post- schaltern und von den Postzustellern zür Abgabe bereitgehalten werden. Die Verwendung dieser amtlichen Formblätter gewährleistet die pünktliche Nachsendung der Post und ist daher zum Vortell der Empfänger. ** Oef fentliche Bücherhalle. Im Marz sind 2205 Bänd« aus geliehen worden. Davon kamen auf: Literaturgeschichte 2, Zeitschriften 26, Gedichte und Dramen 14, Erzählende Literatur 1267, Jugendschriften 361, Länder- und Völkerkunde 150, Kulturgeschichte 3, Geschichte und Biographien 229, Kunstgeschichte 2, Naturwissenschaft und Technologie 48, Heer- und Seewesen 47, Haus- und Landwirtschaft 4, Gesundheitslehre 9, Religion und Philosophie 13, Staatswissenschaft 28, Sport 2 Bände. Nach auswärts kamen 29 Bände. Begeisterung um BMW. Dle „Tausend Bleiten“ von Brescia. Gespenstisches Leben und Treiben herrschte auf bem Startplatz zu den 12. „Tausend Mellen" in Brefcia 140 Wagen wurden zwischen 2 und 5.30 Uhr früh auf die 1621 Kilometer lange Reise geschickt. Heber Bologna und Florenz führt die Strecke zum südlichsten Kontrollpunkt nach Rom. Zum ersten Male wieder waren deutsche Wagen vertreten. Die vier BMW. hielten sich ganz hervorragend und übernahmen in ihrer Klasse sofort die Spitze. Bis Bologna war Graf von der Mühle- Eckart mit 138,5 km/st der Schnellste. Jeweils eine Minute später trafen Prinz zu Schaumburg, Fane und Richter ein. Infolge der Kurven des Apennin sank das Tempo bis Florenz auf 113,34 km/st. Fane führte seine Kameraden an. Unter großer Anteilnahme der Bevölkerung trafen die Fahrer in Rom ein. In der großen Klasse ist der Zweikampf Alsa Romeo - Delahaye oorererft zugunsten des italienischen Wagens entschieden. Pintacuda, der Vorjahressieger, hatte seinen Alfa Romeo in der absolut schnellsten Zeit zur Kontrolle gebracht und mit 141,27 km/st wiederum den Preis des Duce gewonnen. Seine Markengefährten Biondetti und Dufio folgten, bann erst kam der dunkelblaue Delahaye von Dreyfus. In der internationalen kompressorlosen Zweiliter-Sportwagenklasse waren die vier BMW. mit der Regelmäßigkeit eines Uhrwerks gefahren. Im Startabstand von je einer Minute trafen sie ein. Prinz zu Schaumburg führte das Quartett mit 119,7 km/st an. Dann folgten Richter, Fane und von der Mühle. Von den acht Bewerbern dieser Klasse war außer den vier BMW. nur noch ein Fiat im Wettbewerb. 48 Minuten trennten ihn in Rom von den Deutschen. Neuartiger Wettbewerb beim Berliner Reitturnier. Den Berliner Turnierfreunden wurde am Samstag im Rahmen der leider wieder nur schwach besuchten Nachmittagskämpfe in der Deutschlandhalle etwas Erstmaliges geboten. Im Mittelpunkt stand die Vielseitigkeitsprüfung um den Preis des Inspekteurs der Kavallerie, die unter den Bedingungen des neu geschaffenen Caprilli-Preises der FEI. zum erstenmal bei einem deutschen Turnier zum Aus- traa kam. Während für die Dressur eine besondere Aufgabe vorzubereiten ist, wird das dazugehörige leichte Springen nach der reinen Springleistung und dem Springstil bewertet. Für den Stil und die Haltung werden Noten vergeben, die für die Placierung ebenso mit ausschlaggebend sind wie die Zahl der gemachten Fehler. Unter 38 Bewerbern biteben bei den nicht allzu hohen Anforderungen zehn fel)lerlos. Im Still wurden Amneris unter A-Sturmhauptführer Temme und Catilina unter DblL Huck mit der Note 11 am höchsten bewertet und liegen somit gemeinsam in Front. Die nachfolgende Dressurprüfung wird die Entscheidung bringen. Im Preis von Potsdam, einer mittleren Dressur, gab es einen Sieg des Vollblüters Melissas unter Oberstlt. Walzer vor Quartierwirt und Preußenstolz. Gute Springleifhingen. Das Berliner Reitturnier erreichte am Sonntag mit dem Doppel-Jagdspringen um den „Preis der nationalsozialistischen Erhebung" feinen ersten sportlichen Höhepunkt. Die Pferde hatten zunächst ihr Können auf einem Kurs der Klasse rb zu zeigen. Nur sechs Hindernisse waren zu springen, darunter aber die 1,60 Meter hohe Mauer und ein Oxer von 1,40 Meter Höhe und fogar 1,70 Meter Breite. Trotzdem gab es zahlreiche fehlerlose Ritte. 19 von 59 Gestarteten gingen ohne Fehler und sind damit aussichtsreiche Bewerber um den Endsieg. Gleich zwei Eisen im Feuer haben Hauptmann Nelke und ^-Standartenführer Tegelein von der ff» Hauptreitschule München, die mit Moulott und Neudeck bzw. Galgenstrick und Schorsch alle Klippen meisterhaft umschifften. Die Vollblüter beherrschen gegenwärtig die Dressurprüfungen. Im „Preis von Potsdam" wurde der Aberglaube-Sohn Eilbote unter Major Bürkner mit der Goldenen Schleife ausgezeichnet. Vier ^-Reiter in Front. Am Sonntagabend fiel in der Berliner Deutschlandhalle die Entscheidung im wertvollsten Spring- Wettbewerb des Berliner Turniers, dem Preis der Nationalsozialistischen Erhebung. Das Doppelspringen wurde ein großer Erfolg für die ff-Reiterei, deren Vertreter gleich auf die vier ersten Plätze Be- schlag legten. -Hauptsturmführer Temme siegte auf der elfjährigen „Nordland" im Stichkampf gegen seine beiden Kameraden Unterscharführer W. H. Schmidt auf Nora und ff-Bewerb er von Jena auf Jäger. Die drei Pferde waren schon am Nachmittag ohne jeden Fehler durch das 8b-Springen gekommen und wiederholten ihre Leistung am Abend auf dem ziemlich schweren 8a-Kurs über die doppelte Zahl von Hindernissen. Stürmischer Beifall belohnte den Sieger für die großartige Leistung, die ihm den Ehrenpreis des Reichs- und preußischen Ministers für Ernährung und Landwirtschaft, R. Walther Sarree, eintrug. Wiener Zußballschnle in Front. Deutsche Fußball-Nationalelf unterliegt der deutsch-österreichischen Auswahl 0:2 Der Fußballkampf zwischen der deutschen Natio- nalelf und einer Auswahl Deuftch-Oesterreichs, einer der denkwürdigsten Länderkämpfe des deutschen Sports, gehört der Vergangenheit an. 60 000 begeisterte Menschen erlebten im Wiener Stadion die Begegnung zwischen der alten deutschen Mannschaft und der Eli, die nun nie mehr als selbständige „österreichische Nationalmannschaft" auftreten wird, weil die deutsche Ostmark mit all ihrer großen sportlichen Geschichte in die große Volksgemeinschaft aller Deutschen, in das Geschehen unseres Sportlebens eingeschaltet ist, eingeschaltet für alle Zeit! Fast während der ganzen Begegnung, der 11. seit dem Jahre 1908, waren die Deutsch-Oester- reicher überlegen, und ihr 2:0= (0:0-) Sieg war durchaus verdient. Das deutsche Stürmerspiel zeigte nicht die erwartete Schlagkraft, das Fehlen von Szepan, Siffling und Urban machte sich doch stark bemerkbar. Reichssportführer von Tschammer und Osten, der dem Kampf aufmerksam folgte, ergriff in der Pause das Wort, um auf die Bedeutung des Ereignisses hinzuweisen. Die Wiener Fußballer statteten im prächtig mit Fahnen geschmückten Wiener Praterstadion ihren Dank ab für die gewaltigen Ereignisse der letzten Wochen. Sie taten es auf ihre Weise, indem sie ein ganz großes, technisch mustergültiges Spiel vorführten. 60 000 Menschen freuten sich wieder einmal an der so oft gefeierten Wiener Fußballkunst. Der deutsche Sturm zu schwach. Wieder waren es Abwehr und Läuferreihe in der deutschen Nationalelf, die ihr Bestes taten, aber der Ueberbelaftung nicht mehr gewachsen waren. Jakob, der riesige Regensburger, leistete erbitterten Widerstand. Mit Sekundenschnelle reagierte er bei den Wiener Angriffen, immer wieder dankten ihm die Tausende für seine prächtigen Leistungen. Einen von Sesta aus 55 Meter Entfernung geschossenen Freistoß berechnete er falsch. Unerklärlicherweise verließ der Regensburger das Tor, um dem Ball entgegenzueilen. Zur großen Ueberraschung aller aber senkte sich das Leder über seine Hände ins völlig ungedeckte Tor. Das war sein einziger Fehler. Ausschlaggebend für die Niederlage wurde das zusammenhanglose Spiel des deutschen Sturmes. Mit Ausnahme von Gellefch, der sich alle Mühe gab, hielt keiner einen Vergleich mit den Wienern aus. Die Wiener in großer Form. Seit Jahren hatte man die früheren österreichischen Nationalspieler nicht mehr in einer derartigen Form gesehen. Vor allem aber waren alle Spieler mit Eifer bei der Sache. Platzer und die Verteidiger begingen keinen Fehler und beherrschten ihren Strafraum meisterlich. Mock spielte im Gegensatz zu Goldbrunner, der die Aufgabe der Bewachung Sindelars zu lösen hatte, ausschließlich offensiver Mittel- läufer, während die beiden Außenläufer sich mehr der Abwehr widmeten. Der Angriff ließ alle feine technischen Künste spielen und kombinierte zeitweise derart planvoll, daß kein Spieler der Nattonalelf die Kreise zu stören vermochte. Mit einem auf den Zentimeter genauen Abspiel zwang er unsere Läuferreihe zu einer ungeheuren Laufarbeit, der auf die Dauer selbst so unverwüstliche Kämpfer wie Kitzinger und Kupfer zum Opfer fallen muhten. Der große Dirigent dieses Fünfstürmerspiels war Stroh, der in Hahnemann und Sindelar blitzschnell reagierende Nebenspieler hatte. Der Kampf. Dem Berliner Schiedsrichter Birlem stellten sich die beiden Mannschaften in der vorgesehenen Aufstellung. Die deutsche Elf hat Anstoß, kämpft aber gegen Wind und Sonne. Ungenaues Zuspiel auf beiden Seiten verrät zunächst die Nervosität der Spieler. Nach wenigen Minuten aber haben sich die Wiener bereits gefunden. Mit einem Male kommt ihre Kombinationsmaschine, von dem technisch hervorragenden Mittelläufer Mock angetrieben, in Gang. Angriff auf Angriff rollt vor das deutsche Tor. Münzenberg und Janes sind aber ihrer Aufgabe gewachsen. Wenn auch sie machtlos sind, setzt sich Jakob prächtig ein. Die Wiener geben dem Kampf das Gepräge, sie beherrschen das Feld in ihrer wundervollen Zusammenarbeit. In der- 37. Minute sind sie einem Tor nahe, aber Strohs Schuß prallt von der Latte zurück. Jakob klärt alle noch so brenzligen Situationen. So kommt es, daß der Kampf trotz eines 5:1-Eckenverhältnisses der Wiener Berufsspieler bis zur Pause torlos bleibt. Torschützen: Sindelar und Sesta. Pech der Nationalelf ist es, daß sich in der Pause der Wind gedreht hat und sie nun erneut gegen diesen launischen Gegner anzukämpfen hat. Weiterhin bleibt die Ueberlegenheit der Berufsspieler bestehen. Die deutsche Länderelf muß sich auf Durchbrüche beschränken, wird hierbei aber von Platzer und Sesta gestoppt. In der 62. Minute fällt endlich das längst fällige erste Tor. Dom linken Flügel wandert der Ball von Mann zu Mann, kommt von Stroh zu Sindelar, der mit mächtigem Schuß die Latte trifft. Geistesgegenwärtig springt Sindelar erneut herbei, um den abgeprallten Bali enbgültig über die Linie zu befördern. Die Wiener werden mächtig angefeuert und kommen noch wirkungsvoller ins Spiel, bis in der 70. Minute schließlich durch Jakobs Fehler der zweite Treffer durch Sesta fällt. Noch einmal hat die Länderelf eine große Chance. Fath steht in der 89. Minute völlig frei vor Platzer, ihm fehlt aber die Ruhe; sein Schuß streicht über die Latte ins Aus. Ein schöner, packender Kampf ist beendet. Die IBerbefpiele in Innsbruck, Salzburg, Klagenfurt und Linz. Rund um den großen Kampf in Wien gruppierten sich weitere Werbespiele zwischen deutsch-österreichischen Mannschaften und Vertretern des bisherigen Reichsgebietes. Ueberall gab es gute Spiele, denen auch der Publikumserfolg nicht versagt blieb. Die Ergebnisse. Salzburg — München 1:3 (0:2). Linz — Dresden 3:6 (1:5). Innsbruck — Berlin 0:3 (0:0). Klagenfurt — Breslau 1:5 (1:3). Eyston soll geschlagen werden. Ein geheimnisvoller Wagen hat eben die Werkstätten von Brooklands verlassen. Er wurde von Reid Railton, dem Schöpfer des Campbellschen „Blue Bird", entwickelt und wird von John Cobb gesteuert, der sich als Langstrecken-Weltrekordfahrer einen großen Namen gemacht hat. Der berühmte Konstrukteur hat einen ähnlichen Weg beschritten wie die deutschen Werke bei ihren Rekordwagen. Er geht, wenn auch nicht in so ausgesprochenem Maße, zum „Leichtbau" über. Der neue Wagen wiegt etwa 40 Zentner, also nicht mehr als ein großer Personenwagen, während Eystons „Blitzstrahl" bei seiner erfolgreichen Weltrekordfahrt ein Gewicht von 150 Zentnern aufwies. Die Antriebskraft wird von zwei Napiermotoren mit Kompressor erzeugt, die 3000 PS leisten. Der Sitz des Fahrers ist ähnlich wie der des Flugzeugpiloten weit vorne. Die Stromlinienoerkleidung ist aus einem Stück, muß also bei jedem Radwechsel vollkommen abgehoben werden. Man traut dem Wagen eine Geschwindigkeit von 560 km/st zu. Zur Zeit steht Eystons absoluter Weltrekord auf 505 km/st Oer 1.50. geschlagen. Deutsche Fußball-Meisterschaft 1938. Bei den Endrundenspielen um die deutsche Fuß« dall-Meisterschaft ging es am erffcn April-Sonntag nicht ohne Ueberraschungen ab. Die größte Heber» raschung kam in der Gaugruppe 4 zustande, wo der heiß favorisierte 1. FC. Nürnberg gegen Hannover 96 auf dem Platz des Gegners knapp mit 1:2 (0:0) unterlag. 22 000 Zuschauer erlebten die Niederlage des Clubs, die allerdings vorläufig noch nicht allzu viel besagen will, da ja die 9(?er auch noch zum Rückspiel nach Nürnberg müssen. Vorläufig hat sich aber der Niedersachsenmeister an die Spitze der Tabelle gesetzt. Im einzigen Spiel der ©augruppe 3 gab es zwar den erwarteten Sieg des VfB. Stuttgart über Vorwärts-Rasensport Gleiwitz, aber mit einem 7:1 (2:1) konnte man natürlich nicht rechnen. Tatsächlich ist der Schlesienmeister auch normalerweise keine sechs Tore schlechter als der VfB. Er entwickelte lediglich reichlich viel Pech (Torhüterverletzung!) und stellte auch ungünstig um, wodurch die hohe Schlappe zustande kam. In der Gaugruppe 2 lieferte der VfR. Mannheim in Berlin gegen den BSV. 92 kein schlechtes Spiel, aber die Berliner Stürmer waren geschickter im Ausnutzen der Torgelegenheiten und siegten mit 3:1 (1:0) Toren. In Gaugruppe 1 war man auf das erste Auftreten der beiden Favoriten aus Hamburg und Frankfurt gespannt. Die Frankfurter Eintracht gefiel in Insterburg gegen Porck sehr gut und gewann auch glatt mit 5:1 (2:1) Toren. Viel schwerer hatte cs der HSV., der zu Hause gegen den Stettiner SC. nur zwei Treffer schaffte und mit 2:0 (1:0) gewann. Fulda scheidet aus der Gauliga aus. Fußball der Gauliga-Mannschaflen. Am ersten April-Sonntag hat Hessen die Gau- liga-Meisterschaftskämpfe abgeschlossen. Im Gau Hessen siegte BC. Sport Kassel über Germania Fulda mit 3:1 und sicherte sich damit den Gauliga- Verbleib, während Germania absteigen muß. Da auch der Altmeister Borussia Fulda zum Abstieg verurteilt ist, scheiden also beide Fuldaer Mannschaften aus der Gauliga aus. Im Gau Südwest steht nun der Abstieg von Opel Rüsselsheim endgültig fest, da den Opel-Leuten in Saarbrücken gegen den FDS. nur ein Unent» schieden (1:1) gelang. Wer Rüsselsheim begleitet, ist weiterhin ungewiß. Saarbrücken muß aus brei^ Spielen noch mindestens zwei Punkte holen, um den 1. FC. Kaiserslautern zu überflügeln. Freundschaftsspiele. In Hessen schaffte der Meister Hanau 93 gegen die der Bezirksklasse angehörende Union Frankfurt- Niederrad nur ein 1:1, während VfB. Groß-Auheim gegen die Spog. Fechenheim 03, ebenfalls ein Vertreter der Bezirksklasse, nur 3:2 gewann. Der VfL. 1860 Marburg (Meister der Bezirksklasfe) hatte gegen den SÄ. Wiesbaden nicht viel zu bestellen und verlor glatt mit 0:4. Handball um den Adler-Schild. Milte und Schlesien im Endspiel. Der erste April-Sonntag brachte die Entscheidung der Frage, wer in diesem Jahre den Endkampf um den Adlerpreis, den Wettbewerb der Handball- Gaumannschaften, bestreitet. Dorauszusehen war, daß der Sieger des Dorjahres, Gau Mitte, sich in Köln gegen Mittelrhein durchsetzen würde. Das Ergebnis mit 12:3 (8:2) fiel auch deutlich genug für die Gäste aus. Eine Ueberrafchung aber brachte das Münchener Spiel. Wenn hier auch ein Sieg der Schlesier gegen Bayern durchaus im Bereiche der Möglichkeit lag, so hatte doch niemand mit einer derartigen Niederlage der Einheimischen gerechnet. Mit 11:3 (6:2) Toren setzten sich auch hier die Gäste ganz überlegen durch. Die Gaue Mitte iind Schlesien werden also am Ostersonntag in Danzig den Endkampf austragen. Handball-Sieg derSA.-Gruppe Hess en Die SA.-Gruppe Hessen konnte mit ihrer Handball-Auswahlelf das Freundschaftsspiel gegen «den MSV. Darmstadt mit 9:8 (5:5) Toren siegreich gestalten und damit einen schönen Erfolg erzielen. Kein Gegner für Schlauch, Heina und Ordorf. Eine recht gute Besetzung hatte am Samstagabend das Nationale Schwimmfest im Kölner Hohen- staufenbad aufzuweisen. Die meiste Beachtung fanden die Rennen mit den deutschen Spitzenschwimmern Schlauch, Heina und Ordorf. Europarekord- mann Schlauch gewann die 100-m-Rücken in 1:09,1 Minuten überlegen vor Simon. Der Gladbecker H e i n a hatte nur auf den ersten 100 Meter im 200-m-Brustschwimmen mit Ohligschläger zu kämpfen, um dann klar in Front zu ziehen und in 2:41,8 Minuten zu siegen. Heber 200-m-Kraul hatte der Dortmunder Bachmann überraschenderweise nichts gegen den Magdeburger Ordorfzu bestellen, der sein Rennen sicher in 2:19,6 nach Hause brachte. Bei den Frauen trat die Heberlegenheit der Vertreterinnen von Düsseldorf 98 klar heraus. Das abschließende Wasserballspiel gewann Poseidon Köln mit 8:7 (5:2) Toren ganz knapp gegen die ohne ihre Schußkanone Schneider antretende Mannschaft von Duisburg 98. Sepp Manger in Hochform. Bei einer Kraftsport-Veranstaltung in Chemnitz wartete unser Olympiasieger im Gewichtheben, Sepp Manger (Freising), mit einer ganz vorzüglichen Leistung auf. Im Olympischen Dreikampf brachte er die gewaltige Last von 420 Kilogramm zur Hochstrecke, womit er seine olympische Bestleistung um 10 Kilogramm übertraf. Die Einzelleistungen Mangers waren folgende: Beidarmig Drücken 180 Kilogramm, Reißen 125 Kilogramm, Stoßen 155 Kilogramm. Berlin - Kotibus — Berlin. Das neue Rennjahr unserer Straßenfahrer wurde am Sonntag mit der klassischen Spreewaldfährt Berlin—Kottbus—Berlin über 260,5 Kilometer eingeleitet. Fritz Diederichs (Dortmund) siegte bei den Berufsfahrern in 8:06,35, bei den Amateuren war der Berliner Bartofkiewicz in einer nur um fünf Minuten schlechteren Zeit siegreich. Zugend-Wettkampfgruppen in den Betrieben. Die Reichsjugendführung, das Amt für Leibesübungen und das Sportamt der NS.-Gemeinfchaft ..Kraft durch Freude" haben an ihre Dienststellen eine Verlautbarung herausgegeben, nach der bereits bestehende Iugendgruppen in den Wettkampf-Gemeinschaften der Betriebe vorläufig bestehen bleiben. Neugründungen dürfen dagegen vorläufig nicht! vorgenommen werden. w E UM M. ' -V- / ; / 4,<;% /-. - c; ^3: «r> 3 Billard-Gtädtekampf Giehen - Kassel geringerer den in Sturm 4 M/147 auf der Wahlpropagandafahrt in Beuern. Orten die Signale. Kassel erzielte I Unerwartete Ergebnisse in der Vezirksktasse 1900 erreicht nur ein Unentschieden. fallen. Fußboll-Aufstiegspiel in Sturm und Regen. Behandlung des wohnt sind. Die Ergebnisse. Gruppe I. mobUiftSt"Ätadl unt>um« vollzog sich I tat in' fünftem ConnenhMn ba. Klar in bet reinen die Auffahrt. Schon an der Dorfeinfahrt schmetter- Luft ragte drüben der Totenberg auf, sah man im Zusammen mit dem Fußball-Pokalendspiel gilt der Ruderkampf der Studenten als das größte sportliche Ereignis auf dem Inselreiche, an dem die Oeffentlichkeit alljährlich begeisterten Anteil nimmt. Die User und Brücken der Themse waren schon in den frühen Morgenstunden von einer nach Hunderttausenden zählenden Menge dicht belagert. Das Rennen wurde bei sonnigem, aber, kühlem Wetter ausgetragen. Gin scharfer Gegenwind erschwerte beiden Mannschaften die Arbeit sehr, und von'vornherein war es klar, daß die Sieger nur eine mittelmäßige Zeit erreichen würden. Angesichts des rauhen Wassers wählte Cambridge als Losgewinner bei der Wahl die windgeschützte Surrey- Seite. Aber virrn Start weg übernahmen die sich Die Unterstreichung der Meisterschaft durch einen Sieg ist den Blauweißen nicht geglückt. Die Butzbacher, die sich als eine Mannschaft von beachtlichem Können entpuppten, ließen die Gastgeber nicht zur Entfaltung kommen und errangen ein Unentschieden, das dem Spielverlauf nicht ganz entsprach. Trotzdem sich die Gäste den starken Wind zum Bundesgenossen erwählten, wurde das Geschehen von den Blauweißen diktiert. Zählbare Erfolge wurden vorerst aber nicht erzielt, da die bewußt auf Abwehr spielenden Butzbacher mit Geschick zu vereiteln wußten. Nachdem sich die Gäste ebenfalls einigemale als recht gcsährlich erwiesen hatten, gelang 1900 in der 20. Minute der Führungstreffer. Eine gute Kombination, die von Sack über Schell- haas zu Löbsack wanderte, wurde von Krämer placiert verwandelt. Durch diesen Erfolg ange- spornt, wurde der Druck noch stärker. Ueberraschend sofort mit Vollkraft in die Riemen legenden Dunkelblauen die Führung. Die körperlich schwächere Cambridge-Mannschaft holte durch technisch sauberes Rudern langsam den Rückstand wieder auf, und nach halbem Wege lagen beide Boote wieder aus gleicher Höhe. Gegen die urwüchsige Kraft der Oxford-Ruderer konnten jedoch die Hellblauen auf die Dauer nicht mithalten. Dank ihrer prächtigen Zusammenarbeit zwangen sie zwar immer wieder den Gegner zu einem erbitterten Kampf, der als einer der schönsten in die über hundertjährige Geschichte dieses großen Rennens eingehen wird. kamen die Gäste zum Ausgleich. Der auf die Reise geschickte Linksaußen konnte von dem stürzenden Knauß nicht aufgehalten werden. Seine Flanke erfaßte der Halblinke blitzschnell und schoß unhaltbar em. Nach dem Wechsel hoffte man auf Seiten der Blauweißen, daß mit dem Wind die Sache sich besser gestalten ließe. Anfänglich sah es auch danach aus, doch die Schüsse von Hormel und Löbsack verfehlten ihr Ziel. Um so überraschender war es dann, daß die Butzbacher in der 65. Minute mit 2:1 führten. Lange dauerte diese Freude aber nicht. Bei einem Angriff der Platzbesitzer wehrte ein Butzbacher im Strafraum mit der Hand ab. Der Strafstoß und nicht den Elfmeter, wie gar viele erwarteten, wurde von Sack zum Ausgleich verwandelt. Wenig später hatte Löbsack die große Chance zum Siegestreffer. Sein überhasteter Schuß ging jedoch knapp neben den Pfosten. Die letzten fünf Minuten, in denen die Blauweißen alles nach vorne warfen, wußten die Butzbacher mit vereinten Kräften zu Brehm, Kassel Kruse, Kassel Dr. Roloff, Gießen Balken, Gießen Richter, Gießen ging die Fahrt. _ In Großen-Buseck wurde die Bevölkerung zuerst Die Lollarer brachten, mit dem Wind, auch gleich das gegnerische Tor in Gefahr. Dies Gäste hatten aber gleich die Hintermannschaft verstärkt und konnten vorerst noch klären. Das Spiel wurde in der Folge nur noch in des Gegners Hälfte abgewickelt. Jedoch der Torschuß fehlte. In der 10. Minute glaubte man ein Tor fällig. Doch Rudolf köpfte den Ball dem Tormann direkt in die Hände. Wenig später sah man dasselbe Bild. Aber die Platzbesitzer ließen nicht lotter. Es gelang dann Löhr aus bedrängter Lage ein Schuß auf das Tor. Der Gäste- tormann konnte den Ball aber nicht gut fangen, und das Leder entwischte ihm Über die Schulter ins Tor. Alle Anstrengungen der Gäste auf Ausgleich konnten aber von der Hintermannschaft zunichte gemacht werden. Das Spiel wurde jetzt härter. Zweimal wurde Löhr im Strafraum unsanft gelegt. Die Strafe blieb obendrein noch aus. Nach dem Seitenwechsel wurde das Tempo noch flotter. Lollar hatte jetzt gegen den Wind zu spielen. Die Gäste .wurden gefährlicher. Wiederum wurde Löhr Hari angegangen, daß er zu s)all kam und endgültig aufgeben mußte. Ohne vom Leiter des Spiels bemerkt zu werden, konnte fogar noch ein Spieler der Gäste im Strafraum mit der Hand ab» wehren. So wurden weitere Erfolge der Gastgeber verhindert. Obwohl die Lollarer sich Mühe gaben, die entstandene Lücke auszugleichen, tonnteh fie doch nicht verhindern, daß die Gäste durch ein Mißverständnis in der Verteidigung zu einem Treffer kamen. Lollar II — Großen-Buseck 3:3 (2:2). Tapfer schlug sich die zweite Elf gegen ihren starken Gegner aus Großen-Buseck. Erst in den letzten Spielminuten, gelang es den Gästen, sich einen Punkt zu sichern. Teutonia Steinberg I — Frohnhausen I 5:0 (1:0). VfV. Aßlar — VfV.-Reichsbahn 7:0 (2:0). Mit einer großen Ueberraschung endete dieses Spiel. Mit dem gleichen Ergebnis, das die Grün- weißen in Dillenburg herausholen konnten, mußten sie sich in Aßlar geschlagen bekennen. Die Grün- weißen enttäuschten diesmal stark, fast alle Spieler waren weit von ihrer sonst gezeigten Form entfernt, lediglich Berlebach konnte befriedigen. Bet den Gastgebern, die das Spiel verdient, aber zu hoch gewinnen konnten, war der beste Spieler Otto Keul, der ak Mittelläufer eine gute Partie bot. Wie vorauszusehen war, fanden sich die Grün- weißen nicht auf dem kleinen Platz zurecht, dazu kam ein starker Wind, der sich nach Halbzeit zu einem Sturm verstärkte. Die Niederlage hätte nicht so hoch auszufallen "brauchen. Die Grünweißen hatten Platzwahl und entschieden sich für den starken Wind. Schon nach fünf Minuten fiel der erste Treffer im Anschluß an einen Strafstoß. Die Grünweißen hatten fast in der ganzen Halbzeit mehr vom Spiel, doch fanden die Stürmer das Tor nicht. Die wenigen Schüsse meisterte der gute Torwart, auch halfen Pfosten und Latte jeden Erfolg der Grünweißen zu vereiteln. Im Sturm fehlte der Dirigent und Durchreißer, nur einige Ecken waren die Ausbeute der Ueberlegenheit. Kurz vor dem Wechsel fiel überraschend das zweite Tor für die Platzherren. Nach Halbzeit mußten die Grünweißen "gegen den stärker aufkommenden Wind spielen, und "die Abstöße der Verteidigung kamen nicht weit. Schon nach weiteren fünf Minuten stand die Partie durch klare Abseitstore auf 4:0. Dunkel 30g eine Wetterwand auf, die ein einwandfreies Spielen unmöglich machte. Der Wind schwoll zum Sturm an, und die Zuschauer verließen fluchtartig den Platz. Frei- und Abstöße konnte man kaum noch machen, da der Ball wieder zurückflog. Beim Stande von 6:0 fiel sogar das Tor um, so stark war der Sturm. Kurz vor Schluß fiel der 7. Treffer. Aßlar II — DfB.-R. III 5:1. Di? Dritte lieferte der Reserve ein Freundschaftsspiel und mußte eine hohe Niederlage trotz besseren Spieles einstecken. 1692, Gießen 1 Gruppe II. Punkte 450 450 392 363 342 286 Zum dritten Pokalspiel empfingen die Teutonen gestern Frohnhausen. Wie in den vorhergegangenen Begegnungen im Pokalwettbewerb setzten fid)' a’JC0 diesmal die Platzbesitzer durch. Das Spielgeschehen wurde durch den starken Wind erheblich beeinflußt, so daß das gewohnt flüssige Spiel nur selten aufkam. Das Ergebnis ist etwas zu hoch ausgefallen, denn Frohnhausen war keine fünf Tore schlechter. In der ersten Halbzeit schufen die Gäste, unterstützt durch den Wind, immer wieder brenzliche Situationen vor dem Teutonen-Tor, während nach dem Wechsel meist Steinberg tonangebend war. Steinberg trat wie am vergangenen Sonntag mit zwei Mann Ersatz an, der jedoch vollauf seine Pflicht erfüllte. Frohnhausen mußte ebenfalls mit zwei Mann aus der zweiten Garnitur spielen. Schiedsrichter war P 0 st (Wieseck). Steinberg hatte Anstoß, doch der gegnerische Mittelläufer fing ihn ab und sofort mußte Sternbergs Hintermannschaft eingreifen. Frohnhausen drehte mächtig auf. Allmählich kam auch Steinberg ins Spiel. Die Aktionen wurden geschlossener. Haas stand einmal völlig frei vor dem Tor, doch der Ball ging über die Latte. Kurze Zeit danach erwischte Buß das Leder, gegen dessen 16-Meter-Schuß der Frohnhausener Tormann machtlos war. Steinberg führte 1:0. Bis zur Halbzeit änderte sich nichts mehr an diesem Stande. Tal Kesselbach liegen, auf der anderen Bergeshöhe gegenüber Nordeck und Winnen, im Talgrund merte der Lauf der Lumda wie ein blaues Band und Wolkenschatten zogen rasch über die schon frühlingsgrüne Landschaft. Eine Minute dös Aufenthaltes wurde reichlich belohnt. In Allertshausen fand die Wahlpropaganda eine besonders stattliche Zuschauerzahl, die sich erstaunlich rasch in wenigen Minuten eingefunden hatte. Die Zuschauer bekamen insofern noch ein interessantes Schauspiel, als die ganze Kolonne in einer engen Gassen wenden und nach einer Anfahrt von nur wenigen Metern aus einer Kurve eine ganz steile Straße bergauf nehmen mußte. Auch diese Aufgabe wurde in einer'guten Manier gelöst. Bald war man dann wieder im Lumdatal, noch einmal stieg in Lollar der Sprechchor und bald war man dann wieder in Gießen. Mit anerkennenden Worten für seine Mannschaft schloß der Sturmführer die eindrucksvolle Propagandafahrt. Der Sturm 1 M/147 trat in ähnlicher Weise im südlichen Kreis Gießen und in der Wetterau auf, während der Sturm 3 M/147 eine Reihe Orte in der näheren Umgebung von Gießen aufzusuchen hatte. Insgesamt waren 10 Stürme der Motorstandarte 147 unterwegs. Motorsturm 5/M147 im Wahlkampf. Arn Sonntag, punkt 9 Uhr, war der Sturm 5/M147 zur Propagandafahrt durch sein Sturm-' gebiet angetreten. Mit einem Lastwagen, acht Personenwagen und sechzehn Krafträdern ging die Fahrt über Birklar, Bettenhausen, Langsdorf, Hungen nach Nonnenroth, wo bei Sturmführer. Rinker eine kurze Rast gemacht wurde. In den einzelnen Orten wurde durch Sprechchöre auf die bevorstehende Wahl am 10. April hingewiesen, lieber Röthges, Münster, Ober- und Nieder-Bessin- gen ging es dann zurück nach Lich, wo der Sturm um die Mittagsstunde eintraf. Zufällig hatte auch auf dem Adlerplatz gerade der Sturm 1/M 147, der sich ebenfalls auf einer Propagandafahrt befand, Aufstellung genommen, wodurch die Wahlpropagandafahrt einen eindrucksvollen Abschluß fand. der einzelnen Spieler ergibt. Die Mannschaften setzten sich aus nachstehenden Spielern zusammen: 1. Gruppe. Kassel: Rickes (5,35)/Kramer (6,50), Erk (5,5). Gießen: Rudolph (4,5), Nicolaus (4,4), ©immer (3,7). 2. Gruppe. Kassel: Brehm (3,5), Kruse (3,25), Spohr (1,5). Gießen: Richter (2,9), Balken (2,8), Nach dem Wechsel nahm Steinberg das Spiel in die Hand. Nun mußten die Frohnhausener schwere Abwehrarbeit verrichten. Sie konnten aber nicht verhindern, daß Haas in der 55. Minute zum 2:0 einsandte. Von nun an stand der Sieg sicher.- Wohl versuchte Frohnhausen, das Resultat zu verbessern, aber vergebens. Ein Weitschuß aus der Steinberger Läuferreihe stellte das Resultat auf 3:0. Kurze Zeit danach verschoß Fett einen Elfmeterball. In der 70. Minute erzielte Däublin ein Prachttor. Die gesamte gegnerische Deckung umspielte er und schoß dann ein. Kurz vor Schluß stellte Lang das Endergebnis her. Teutonia Steinberg II — 1900 II 1:2 (0:1). Die Blauweißen gewannen verdient. Steinberg trat nur mit zehn Mann an und vergab damit im voraus schon den Sieg. Die Gießener konnten ge- Dr. Roloff (2,3). Nach dem Austausch der Begrüßungen durch die beiden Vereinsführer Fetisch (Kassel) und Dr. Roloff (Gießen) begann der Kampf. Gießen hatte das erste Spiel in Gießen mit 512 Mehrpunkten gewonnen. In Kassel konnten die Gegner 400 Mehrpunkte herausholen, so daß als Endergebnis der Gewinn des Städtekampfes für Gießen mit 112 Punkten zu buchen ist. Als Wunsch bleibt, daß unsere Spieler bei allen Wettspielen das vorzügliche Material antreffen möchten, wie sie es im Cafe Amend unter der pfleglichen Billardmeisters Sommer ge» Pimpfe vom Fähnlein 21/116 gaben in allen Sehr unfreundlich pfiff gestern Vormittag der Wind durch die Gassen und Straßen unserer etaöt und über das ganze Land, als die Kameraden der Stürme M 1/, M 3/ und M 4/147 der Motorstandarte Gießen zum Zwecke einer Wahlpropagandafahrt antraten und die Mannschaften von ihren Sturm- ührern die letzten Anordnungen für die Durchführung der Propagandafahrt entgegennahmen. Un- reundlich fuhr den Kameraden der Wind und der Regen ins Gesicht. Die Straßen der ßtaöt waren kaum belebt — niemand der nicht mußte, ging bei dem Wetter, das gestern herrschte, vor die Ture. Für die NSKK.-Kameraden aber war Dienst eben Dienst! Ohne Murren nahm man die Unbilden der Witterung auf sich. Bald waren die Fensterscheiben der Kraftwagen mit Wahlpropagandazetteln beklebt, die Hakenkreuzflaggen über die Motorhauben gespannt, Flugblätter verstaut, die Kameraden, die auf den Lastwagen oder in den Personenkraftwagen zu fahren hatten, eingeteilt und schließlich gestartet. Wir nahmen Gelegenheit, den Sturm 4 147 (Sturmführer Mohr) auf seiner Propagandafahrt zu begleiten, um einen Eindruck von der Wahlpropagandaarbeit zu gewinnen, wie sie hier vom RSKK. geleistet wurde. Die Stunden der Fahrt verliefen anregend und abwechslungsreich genug. lieber die Kaiserallee und die ©rünberger Straße verließ die Wagenkolonne des Sturmes 4 die Stadt. Dicht hinter dem Flughafen, kurz vor Rödgen, wurde aber noch einmal gehalten. Es galt, den vorgesehenen Sprechchor zu üben: „Wer gab uns Arbeit und Brot'?" rief der Sturmführer: — „Adolf Hitler! rief die Mannschaft im Chor. „Wer machte Deutschland mächtig und groß?" — Wieder: „Adolf Hitler! Der Sturmführer: „Das danken wir dem Führer am 10. April!" und zur Bekräftigung klang es im Chor- „Unser ,Ja' dem Führer! — Großdeutschland ist erstanden! Ein Volk! Ein Reich! Ein Führer!" Der Sprechchor klappte auf Anhieb! Rasch waren die Kameraden an und in den Wagen weiter Gesamkergebnis am 3. 4.38: Kassel 2278, Gießen 2478 Punkte am 20. 3. 38: Kassel 2503, Gießen 3015 Punkte Zusammen Kassel 5381, Gießen 5493 Punkte Oxford schlägt Cambridge. Das 90. Achter-Rennen auf der Themse. Arn Samstag wurde das große Bootsrennen, das ' seit dem Jahre 1829 in ständiger Wiederholung zwischen den Ruder-Mannschaften der Universitäten Oxford und Cambridge ausgetragen wird, zum 90. Male entschieden. Die auf den Tag in beste Form gebrachte Oxford-Mannschaft gewann das über 4'/< Meilen (6800 Meter führende Rennen in 20:32 verhältnismäßig leicht mit 2V2 Längen vor Cambridge. In dieser klassischen Prüfung hat Cambridge nun 47, Oxford 42 Siege zu verzeichnen. Im Jahre 1877 endete der Kampf mit einem toten Rennen beider Boote. Volksfest zwischen Pntney und INortlake. überstehen. Butzbach hatte in seiner Vertretung eine ausgeglichene Elf. Neben einigem technischen Können verfügt die Mannschaft über eine gewisse Harte, um sich erfolgreich durchzusetzen. Die Blauweißen, in der Aufstellung Fischer; Pan- kok (2/116), Lippert (2/116); Knauß, Sack (2 AR. 9), Lehrmund; Schellhaas, Krämer (III./AR. 9), Lobsack, Hormel (2/116), Heuser, hatten durch die Wiedermitwirkung von Sack an Kampfkraft gewonnen. Daß es trotzdem nicht zum Siege reichte, ist die Schuld des Sturmes. Collar I — Raunheim I 1:1 (1:0). Die Zuschauer, die sich trotz des unfreundlichen Wetters eingefunden hatten, um dem letzten Punktekampf der Verbandsrunde beizuwohnen, kamen nicht ganz auf ihre Rechnung. Beide Mannschaften lieferten sich kein besonders überzeugendes Spiel. Die Lollarer waren wohl darauf aus, die Entscheidung zu ihren Gunsten herbeizuführen. Die Gelegenheiten zu zwei bis drei weiteren Toren waren auch gegeben, aber im Sturm haperte es wieder einmal "sehr. Auch die Gästemannschaft kam nicht richtig zum Zug. Lollar trat mit K. Ziegler; Wiß- ner, Geißler; Will, A. Ziegler, Naumann; Hörstel, Rudolf, Löhr, Gerlach und W. Ziegler an. ten vier Pimpfe vom Fähnlein 21/116 ein schneidiges Signal in die Ruhe des sonntäglichen und dörflichen Morgens, sie taten es noch einmal als die Kolonne „Halt" gemacht hatte und zum Sprechchor zusammentrat. Ueberall in der Straße, in der Halt gemacht worden war, lag die Einwohnerschaft in den Fenstern, stand unter den Türen, war. die Jugend herbeigeeilt, um Zeuge des kurzen Auftritts zu fein, der in feiner Geschlossenheit den guten Eindruck nicht verfehlte. Wieder ein Signal der Pimpfe (die im Laufe des Morgens dieser Fahrt ein erfreulich umfangreiches Repertoir von Fanfarenrufen bewiesen) schloß den Werbeauftritt. So war es in Großen-Buseck, so war es dann in Bersrod — noch immer pfiff der Wind häßlich durch die Gaffen, schütteten immer wieder die Wolken ihr kaltes Naß über die Mannschaft, aber der Stimmung und dem freudigen Einsatz für die große Sache des 10. April wurde kein Abtrag getan. Während eines jeden dieser Sprechchor-Auftritte, der kaum drei Minuten in Anspruch nahm, hatten einige der Kameraden die Ausgabe, im Geschwindschritt von Hoftor zu Hoftor zu eilen und die Flugblätter zu verteilen. Alles ging wie am Schnürchen. „Halt", Aussteigen, Antreten zum Chor, Signal, Sprechchor, an die Fahrzeuge, ernste i gen — Weiterfahrt, das alles ging nach klarem Kommando und vollzog sich so rasch und reibungslos, daß das Auftreten der Kameraden überall in den besuchten Dörfern den bäuerlichen Volksgenossen größte Hochachtung abnötigte. Mehrmals ging es in den Dörfern enge zu, einige Male mußte in engen Straßen gewendet werden, waren kurze scharfe Steigungen und gleichzeitig scharfe Kurven zu bewältigen, aber auch hierbei bewiesen die Kameraden ihre gute Ausbildung und sichere Fahrtechnik. Don Bersrod führte die Fahrt nach Beuern zurück, dann nach Geilshausen, nach Odenhausen, nach Londorf. Das Wetter erfuhr nun für kurze Zeit eine Wandlung zum Angenehmeren, und als die Wagenkolonne die steile Höhe nach Allertshausen hinaufzog, lag die herrliche Rabenau, das Lumda- AGKK.-Siiirme zur Wahlpropaganda unterwegs Rundfahrten im Kreise Gießen. - Oer Sprechchor im Dorf. Der Gießener Billardklub trug am gestrigen Sonntag gegen den Kasseler Bstlardsportverein in Kassel das Rückspiel aus zu dem am 20. März in Gießen stattgefundenen ersten Spiel des Billard» Stüdtekampfes Gießen—Kassel. Hatten beim ersten Spiel die Gießener den Vorteil der gewohnten Umgebung, so war von vornherein zu erwarten, daß beim Rückspiel für die Kasseler dieser Vorteil ge- gegeben war und sich entsprechend auswirkte. Die Gießener Mannschaften traten zudem mit Spielern er Spielstärke als Kassel an, wie sich aus Klammern angegebenen Spieldurchschnitten Spohr, Kassel Kassel erzielte 1186, Gießen 1097 Punkte. Der vorletzte Sonntag der Verbandsrunde 1937/38 wartete nochmal mit Überraschungen auf. In den drei Spielen gab es fast unerwartete Ergebnisse. 1900 —. Butzbach 2:2 Lollar — Naunheim 1:1 Burg — Steindorf 1:3. 1900 kam in seinem letzten Spiel nur zu einem Unentschieden, da die mit einigem Pech operierende Fünferreihe die Butzbacher Hintermannschaft nur zweimal bezwingen konnte. Lollar kam gegen Naunheim ebenfalls nur zu einem Unentschieden. Da Steindorf in Burg gewann, konnte eine Verbesserung des Tabellenplatzes nicht erfolgen, wodurch die Lollarer die diesjährige Runde als Tabellenletzter beenden. Steindorf sorgte in seinem vorletzten Spiel nochmals für eine große Ueberraschung. Burg, dem der einzige Erfolg "über den Meister gelang, ließ sich von "dem Neuling auf eigenem Platze mit 1:3 her- einlegen. ., Das einzige Tschammer-Pokalspiel zwischen Teutonia Steinberg und Dramen Frohnhausen sah die Steinberger mit 5:0 erfolgreich. Damit haben sich die Teutonen die Berechtigung für die Hauptrunde erkämpft, die unter Beteiligung der Gauligamannschaften im Mai durchgeführt wird. 1900 — Duhbach. Punkte Höchstserie Durchschnitt Rickes, Kassel 600 46 7,22 Kramer, Kassel 583 39 8,00 ©immer, Gießen 566 33 6,50 Erk, Kassel 509 41 5,41 Nicolaus, Gießen 423 28 5,64 Rudolph, Gießen 392 28 4,45 Höchstserie Durchschnitt 30 3,16 17 2,58 16 1,95 13 1,93 15 2,63 14 1,40