Nr. 53 Erstes Blatt 188. Jahrgang §reitag,4-MärzM8 tri (Demi «äq Md), autzer Lonniaqs und ^eteriags Beilagen Dir Jlluftrierte (Biesenei ^amthenbldttei Heimai mBild Dieödjofl» Monat» Vezugrpretr: Mtt 4 'Beilagen NM I 95 Ohne .Uluftrierte . I 80 Zustellgebühr , -25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höhere» (Bemalt jierntvrechanschlüste anter Sammelnummer 2251 Anlchrifi tüt Drahinach» richten Hnjetger Steste» postschedtonlo: KrenNurt am Main 11688 Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Oberheffen Druck und Verlag: vrühlsche Untverfitdlsörucferei R. Lange in Gießen. Schristle inng und Geschäftsstelle: Schulstraste 7 Annahme oon Anzetaen für Oie 'Dhttagsnummer bis8‘ ,,Uhr öes ‘Bormittaqs (Brunöpretle für i mm höhe für Anzeigen oon 22 mm Breite 7 Npf., für Iextanzeigen oon 70mm Breite 5ONps.,'DlatzoorichriN nach oorb Dereinbg 25" n mehr. Ermäßigte Srundpretfe: Stellen-., Bereins», gemeinnützige Anzeigen lomie einspaltige Gelegenheltsonzei- gen 5 Npf., Familienanzet» gen,Bäder-, Unterricht-.» u. behördliche AnzeigenbNpf. Blengenabschlüsse Staffel B „Das entscheidende Filmjahr 4937." vrüfideni Giaaisminister profeffor Lehnich eröffnet die Lahrestagung der Reichsfilmkammer. Berlin, 3. März. (DNB.) In der Krolloper wurde die Jahrestagung der Reichsfilrn- k a m m e r in Gegenwart von Vertretern der Ministerien und der Partei sowie Angehörigen aller Gruppen des Filmschaffens durch den Präsidenten der Kammer, Siaaisminister a. D. Prof. Lehnich eröffnet. Vor einem Jahr, auf der ersten Jahrestagung wurde von Reichsminister Dr. Goebbels der Filmziroduktion, der Filmw'rtschaft und allen Filmschaffenden ein umfangreiches grundsätzliches Programm vorgetragen. Nach diesen Grundsätzen hat der deutsche Film im vergangenen Jahr gearbeitet. und der Erfolg des letztjährigen Schaffens hat bewiesen, daß er auf dem richtigen Wege ist. So konnte Präsident Lehnich das vergangene Jahr als das bedeutungsvollste des deutschen Films bezeichnen. Er zeigte die Wege auf, die zur Gesundung des deutschen Filmes gegangen werden mußten. Eine der vornehmsten. Aufgaben der Reichsfilm- kammer fei eine positive Betreuung der Kammermitglieder. Ein bedeutungsvolles Gebiet im deutschen Film sei die Urheber- re ch t s f o r m , wozu die Vorarbeiten im wesentlichen abgeschlossen seien. Auf filmtechnischem Gebiet werde mit Nachdruck gearbeitet. Mit dem strukturellen Umbau des deutschen Filmes sei auch die Möglichkeit gegeben, eine wirksame Planung der deutschen Filmproduktton durchzu- te. Weiter konnte ein schwieriges Problem in f genommen werden: die Planung des K u l- turfilmschaffens. Präsident Lehnich gab dann einige Zahlen über die Entwicklung und die Erfolge des deutschen Filmes im Jahre 1 9 3 7 bekannt: Seit der erften Zabrestagung der Reichsfilmkammer im März 1937 kamen insgesamt 91 deutsche Filme zur Uraufführung, davon wurden 24 mit Prädikaten ausgezeichnet, zwei erhielten das Prädikat „Staatspolitifch und künstlerisch besonders wertvoll" („Der Herrscher" und „Urlaub auf Ehrenwort"), sechs das Prädikat „Staatspolitisch und künstlerisch wertvoll" und sechzehn Filme das Prädikat „künstlerisch wertvoll". Die qualitative höhe des deutschen Kultur- und Werbefilms finde allgemein die höchste Anerkennung im In- und Auslande Eine ganze Reihe dieser Filme wurde mit Prädikaten ausgezeichnet. Der Umsatz betrug im Jahre 1937 über 300 Millionen Mark gegen rund 17.6 Millionen Mark im Jahre 1932. Die Zahl der Filmtheaterbesucher beläuft sich auf über 400 Millionen gegenüber 237 Millionen im Jahre 1932. Wenn das Ausland sich in den ersten Jahren nach der Machtergreifung durch den Nationalsozialismus noch gestatten konnte, auf den deutschen Film zu verzichten, so liegt das heute anders Fassen wir die Regelung unserer Auslandsbeziehungen im Zusammenhang ins Auge, dann sehen wir, daß die Beziehungen sich ständig erweitern und daß dadurch die Stellung des deutschen Films auf dem Weltmarkt immer fester wird. Die Summe aus dem Export deutscher Filme hat im Jahre 1937 die höhe von 7,6 Millionen erreicht und weist gegenüber den Vorjahren eine Steigerung von etwa einer Million auf. Präsident Lehnich schloß mit den Worten: Mit tiefer Befriedigung sehen wir, in wie starkem Maße der deutsche Film'zu Deutschlands Weltgeltung beiträgt Ueberblitfen wir noch emmal die Ereignisse des vergangenen Jahres, so ist festzustellen, daß mir mit Recht von dem entscheidenden Filmjahr 1937 sprechen können. Zum Schluß hielt (Sp.eUeifor Karl Ziffer einen Vortrag „Vom Wesen echter Filmkunst", in dem er u a. darauf hinwies, daß sich die Filmkunst heute nicht mehr nach den Richtlinien der Wirtschaftler, nicht nach dem vermuteten Geschmack eines vermuteten Publikums, sondern einzig und allein nach den Erwartungen des Staates zu richten habe Der Film im neuen Deutschland müsse von F'lrn- künstlern und nicht oon Geschäftsmännern gemacht werden, das erwarte der Staat und mit ihm das immer feinfühliger werdende Volk Der Film fei zwar ein echtes Kind unseres technischen Zeitalters, aber das Primäre rnüsie immer das Künstlerische : bleiben. Die größte Verpflichtung aber liege in dem außerordentlichen Interesse, das der F ü hr e r dem Film entgegenbringe. Das A u ste aus der Filmtechnik. Im Rahmen der Jahrestagung der Reichsfilmkammer findet in der Krolloper eine filmtechnische Schau statt, die über die neuesten Erzeugnisse auf dem Gebiet der Filmtechnik unterrichtet. Im Mittelpunkt der Ausstellung steht eine Mndellfchau der Fachgruppe Filmtheater. Zahlreiche Modelle zeigen das Streben, schon in der äußeren Gestaltung des modernen Lichtspieltheaters die kulturelle Bedeutung des Films zu unterstreichen. In der kinotechnischen Schau führen maßgebende Firmen ihre neuesten Apparaturen vor, deren technische Vollkommenheit durch die Verleidung zahlreicher Grands Prix auf der Pariser Weltausstellung internationale Anerkennung gefunden hat. hier wird auf allen Gebieten der neueste Stand der Entwicklung gezeigt. Lieber raschen der Umfall Krestinskis. weiter herauszuholen ist, muß der reumütige Krestinski jetzt mit neuen „Geständnissen" herhalten. Krestinski erklärt auf Drängen des Staatsanwalts, daß ihm Trotzki bei der Zusammenkunft in Meran (die er nun plötzlich zugibt) bereits im Jahre 1933 auf Tuchatschewski aufmerksam gemacht und ihn auf die Notwendigkeit hingewiesen habe, eine militärische Gruppe in die „Verschwörung" einzubeziehen. Krestinski will daraufhin mit Tuchatschewski Fühlung genommen haben, der sich ganz positiv zu den Anregunaen Trotzkis eingestellt hätte. Noch in den Jahren 1936 und 1937 will Krestinski mit Tuchatschewski mehrfach verhandelt haben. Seit Ende 1936 habe jedoch Tuchatschewski auf eine Beschleunigung des Umsturzes hingearbeitet, ohne mehr den Fall ein-s Krieges gegen die Sowjetunion abwarten zu wollen. da die Verschwörer, durch die ersten Vroz"sse gewarnt, ihre Entlarvung fürchteten. — Mit diesen Aussagen Krestinskis erklärt sich der Staatsanwalt und der Gerichtsvarsitzende befriedigt. politische'- ^o6i»mu«. DD Berlin, 3. Mörz 1938. Eine grundsätzliche Feststellung als Ausgangspunkt einiger Betrachtungen zu dem Moskauer „Prozeß". Es gibt nur zwei Möalichkeiten: entweder diese Angeklagten wie ihre Vorgänger aus allen bisherigen Schaaprozesien und Derfabrenslofm Erschießungen haben diese Verbrechen der kindisch dummen Anklage begangen — dann folgt daraus, daß das gesamte Sowietsystem bis in seine obersten Spitzen hinein ein Pfuhl beispielloser Korruption und Verbrechermentalität ist: oder die Angeklagten haben die Verbrechen n i ch t begangen — dann sind die (augenblicklichen!!) Machthaber zum 100 000. Male als gemeingefährliche Verbrecher entlarvt und es ergibt sich für den gesamten S->w- jetrummel genau die gleiche Schlußfolgerung wie oben In jedem Fall also stellt sich das jüdischmarxistische Sowjetsristem einschließlich feiner Träger als eine internationale Gangster-Organisation größten Ausmaßes in der Maskerade eines , Staates" dar. Geoen internationale Schwerverbrecher von gemeingefährlicher Wirksamkeit gibt es zwischenstaatliche Abmachungen, auf Grund derer die Polizeibehörden der angeschlossenen Kulturländer zur Unschädlichmachung solcher Verbrecher mit nachweisbarem Erfolg Zusammenarbeiten Von einer solchen Zusammenarbeit der Kulturstaaten hat * ,, - veln, sondern vielmehr als Politiker zu erscheinen, der zwar zu illegalen Methoden greifen Staatsangehörigkeit zu erwerben und in die sozicr offenbar das gramm der gab nicht der Sowjetregierung vorbereitet. Rykow jedoch nicht an, weshalb dieser Plan sich verwirklichen ließe. Im zweiten Teil seiner Aussagen sollte Rykow Pro - besten mußte, ein bestimmtes Programm befolgte. Wenn Rykow, vom Staatsanwalt bedrängt, sich als „Verbrecher" bezeichnen muß, so tut er es mit geradezu verblüffendem Galgenhumor. Die Tätigkeit der Rechtsoppofition habe er, ferner Bucharin, Tomski (der bereits 1936 durch Selbstmord endete) und andere geleitet. Sie hätten „Oppositionsgruppen" an zahlreichen Orten des Landes gebildet. In Verbindung mit der Rechtsopposition hätte auch der frühere stellvertretende Vorsitzende des Volkskommissarenrates, Antipow, gestanden. bann will man natürlich dort solche Erklärungen und Selbstbezichtigungen nicht gerne haben, wie sie der politische Sadismus dort in Moskau bet befehl. Sein zweiter Nachfolger, der Botschafter Genosse Sturitz, ließ sich in der Pariser Sowjetbotschaft mit Zeitmangel entschuldigen, als der ehren« diesem sog. Prozeß wieder einmal oorträgt. Wie lästig! Wie störend? Denn schließlich werden duich diese gebündelten Sowjetskandale nicht nur die Bundesgenossen und Freunde im Kreml als Abschaum der Menschheit erneut bloßgestellt, sondern solche Affären können natürlich nicht ohne Rückwirkung auf das eigene Prestige der mit den man außerhalb der Dreimächtegruppe des Anti- komintern-Paktes noch nichts gehört. Im Gegenteil. Große Kulturstaaten, in Westeuropa vor allem, arbeiten mit der internationalen Verbrecherorganisation im Osten zusammen und bescheinigen sich setzt gegenseitig ihre gutbürgerliche Entrüstung über die Moskauer Justiztragikomödie. Als wenn diese Moskauer Methoden mit ihren drei bis fünf Millionen Ermordeter und Verhungerter nicht schon feit zwanzig Jahren jedem älteren Schuljungen bekannt wären. Die bolschewistische Inquisition ist von einer mitleiderregenden Dummheit und Geistesarmut. Nicht einmal ihre westeuropäischen Freunde werden den Sowjets groteske Albernheiten glauben wie die. daß „nationalsozialistische Politiker" sich mit politischen und kriminellen Schwerverbrechern bolschewistischer Sorte in irgendwelche Verhandlungen einlassen. Oder daß ein Krestinski die Ehre gehabt haben sollte, von deutschen Generälen zu höchst vertraulichen Verhandlungen empfangen zu werden. Niemand könnte sich nach solchen Albernheiten noch wundern, wenn der Verbrecherhäuptling Stalin sich eines Tages selbst beschuldigen wollte, er sei zur Anzettelung einer Attentatsverschwörung gegen — Stalin bestächen worden... Spaß muß sein. Und so haben alle möglichen marxistischen Verbände aus Westeuropa, darunter auch die übel bekannte Organisation zur Befreiung von Mördern, Sittlichkeitsverbrechern usw. aus den Händen der Justiz, die „Liga für Menschenrechte", Telegramme und Protestresoluionen an die Moskauern Adresse zu leiten versucht. Diese Narren spotten ihrer selbst und wissen nicht wie. Sie haben seit zwanzig Jahren dem Bolschewismus direkt oder indirekt Hilfsstellung gegeben, haben nie einen Finger für die Millionen der Gemordeten gerührt, haben nicht das geringste gegen die viehischen Greuel des Sowjetkrieges in Spanien zu tun gewußt und bilden sich anscheinend ernstlich ein, ihre lächerlichen Papierproteste kämen überhaupt bis in die Büros des Kreml! Keine Hoffnung mehr für den intimen Freund des französischen Senators und Deutschlandhassers de Monzie, den Angeklagten K r e st i n s k i. — (Scherl-M.) Bereits feit 1929 sei ferner Jagoda als Ehef der GPU. in Beziehung zu der Rechtsopposition getreten und habe feine schützende Hand über sie gehalten, ja ihr sogar wertvolle Informationen geliefert. Jagoda bestätigt die Erklärungen Rykows. Der Staatsanwalt befragt Jagoda weiter, ob er sich darüber klar fei, daß damit bereits ein hochverräterischer A k t von ihm als dem damaligen Leiter der GPU. begangen worden fei, wozu sich Jagoda mit einem nackten „3a“ bekennt. 1930 bis 1933 sei, so fährt darauf Rykow fort, die Rechtsopposition allmählich zu schärferen Methoden des Kampfes gegen die Regierungspolitik übergegangen durch Gewaltmaßnahmen wie Terror und Äusstandsbewegungen, ferner durch die Konzentration aller dem Regime feindlich gesinnter Kräfte wie z. B. der Trotzkisten, der Smowjewisten, der Ueberrefte der Sozialrevolutionäre und nationaler Elemente in den verschiedensten Nationalität e n g e b i e t e n der Sowjetunion. In diesen Jahren der durch die Koll-ktivisierungsvolitik Stalins heroorgerufenen furchtbaren Erschütterungen „außenpolitische" Verschwörer" zum Oie GPLl Hai ihr Opfer gefiändnisbereit gemacht. — Rykow über Üte Verbindung der „RechtsOpposition" mit den militärischen „Verschwörern". der Sowjetunion habe die Rechtsopposition im Nordkaukasus und in Sibirien Bauern- aufftänöe angefacht, um mit offenem Aufruhr die Regierung niederzuwerfen. Damals habe die Opposition auch zum industriellen Terror gegriffen. 3m 3ahre 1932 seien bereits von der Rechtsopposition, „gesteht" Rykow weiter, Attentate auf Statin und kaganowitsch versucht worden. 1934 jedoch sei die größte Verschwörung gegen die Regierung unternommen worden, welche die Geschichte der Rechtsopposition zu verzeichnen habe, von den Leitern der Opposition dirigiert, vom G P U. - Ehef 3 a g o b a unterstützt und mit Wissen der Armeeführer Tuchalschew- s k i, Uberewitsch und anderen hatte der damalige Kommandant des Kremls, Peterson, der Stadtkommandant von Moskau, ©erbat- fchow, und der Ehef der im Kremt stationierten Kriegsschule einen Gewalt st reich gegen Stalin und die übrigen Mitglieder der Staatsanwalt nunmehr Krestinski auffordert, sich zu den Erklärungen Rakowskis zu äußern. Leichenblaß und wankend tritt Krestinski — ein anderer Krestinski als der von Mittwoch — ans Mikrophon und erklärt mit zitternder Stimme, daß seine gestrigen Aussagen fatsch gewesen seien! Das Gefühl einer falschen Scham, die furchtbare Erregung, fid/ plötzlich im öffentlichen Prozeß auf der Anklagebank zu befinden und schließlich fein schwer angegriffener Gesundheitszustand hätten ihn angeblich dazu veranlaßt, vor Gericht feine Zugehörigkeit zu der „Verfchwörung" zu leugnen. „3ch konnte es gestern nicht über mich bringen“, fo erklärt Krestinski jetzt, „es ging über meine Kräfte, vor der Weltöffentlichkeit die Wahrheit zu sagen. Nunmehr bekenne ich mich jedoch alter meiner Verbrechen voll und ganz schuldig und bestätige vorbehaltlos meine während der Voruntersuchung abgegebenen Aussagen." Triumphierend nehmen Staatsanwalt und Gerichtshof oon den Erklärungen Krestinskis Kenntnis. Der Staatsanwalt, der wohl einen Rückfall des reuigen Sünders befürchten mag, verzichtet gern darauf weitere Fragen an Kreftinsti zu richten. Krestinski, dessen letzte Widerstandskraft gebrochen zu sein scheint, nimmt erschöpfe wieder feinen Platz aus der Anklagebank ein Aus welche Weise und mit welchen Methoden Krestinski im Lause der letzten Nacht zu einer so völligen Sinnesänderung gebracht worden ist, wird wohl für immer eines der Rätsel dieses Prozesses bleiben. Im übrigen vermag freilich der heutige Umfall des völlig zermürbten Krestinski an der Bedeutung seiner gestrigen Erklärungen nichts zu ändern, die für die Beurteilung des gegenwärtigen Prozesses in vollem Umfange aufrecht erhalten bleiben. Als nächster der Hauptangeklagten kommt der frühere Vorsitzende des Volkskommissarenrates der Sowjetunion und nachmalige Postkommissar R y - kow zu Wort Er ist ergeben in fein Schicksal und offensichtlich bestrebt, sich durch seine Aussagen, der Stange zu halten, um ihm feine in der Vor- listische Partei Frankreichs einzutreten! Hätte er Untersuchung abgelegten „Geständnisse" des doch ... aber da kam der ominöse Abberufungs- Landesverrats, der Spionage usw. in Erinnerung l ~ Moskau, 3. März. (DNB) Die Donnerstag-1 nicht — wie ein Teil der bisher verhörten Ange- nachmitagsfitzung des Moskauer Theaterprozeffes j klagten — selbst zum gemeinen Verbrecher zu stem- foll mit der Vernehmung des früheren stellvertre- •*"'** “ “ ' ' m ~ : 4:6......— Lenden Außenkommissars K r e st i n s k i beginnen, der am Mittwoch durch feinen sensationellen Widerruf die ganze Prozeßinszenierung durcheinander zu bringen drohte Bevor Krestinski jedoch ins Verhör genommen wird, läßt der Staatsanwalt durch den Angeklagten Rakowski, ..einen notorischen Trotzki-Anhänger", noch einmal bestätigen, daß Krestinski trotz seiner im Jahre 1927 erfolgten formellen Absage an Trotzki im Herzen immer ein Anhänger der trotzkiftischen Richtung geblieben sei. Rakowski sagt, er könne nicht glauben, daß Krestinski mit seinem Widerruf am Mittwoch die Wahrheit gesprochen habe. Die Spannung erreicht ihren Höhepunkt, als zu bringen. Der eigentliche Sinn der völlig Zusammenhang-...... ...................... losen Aussagen Rykows sollte offenbar darin be- • werte Genosse Leon Blum und 'der Herr Präsident stehen, einen bedeutsamen Nachtrag zur Affäre der französischen Kammer, Monsieur Herriot, in der Tuchatschewski zu liefern. Die Verschwörung Botschaft erschienen, um für den Genossen Rader Trotzkisten und Rechtsoppositionellen habe den kowski ein gutes Wort, einzulegen. Wenn man sich Zweck gehabt, eine bewaffnete Interven - mit den Sowjets politisch soweit eingelassen hat, wie tion ausländischer Staaten gegen die die beiden „großen Demokratien" in Westeuropa, Sowjetunion zu beschleunigen, um dadurch1 *" den Sturz der gegenwärtigen bolsche- wistischen Regierung herbeizuführen. Seit Jahren habe der Trotzkistenblock in enger Beziehung mit der militärischen Verschwörergruppe Tuchatschewski gestanden Zwar hätten die Politiker dabei immer die Befürchtung gehabt, daß Tuchatschewski bei seinem Umschwung die ganze Macht an sich reißen könnte: sie hätten sich trotzdem zur Aufrechterhaltung bet Verbindung entschlossen. ..... ___ wv_ Da auch aus Rykow in dieser Richtung nichtsSowjets befreundeten Staaten bleiben.. geben. Während er sich bis dahin immerhin zum Teil an konkrete Vorgänge gehalten hatte, die auf die Machtkämpfe unter den bolschewistischen Gewalthabern in den früheren Jahren ein überaus bezeichnendes Licht warfen, geriet er im Zuge seiner „außenpolitischen" Erklärungen völlig aus dem Konzept. Offenbar wollte Rykow diese Aussagen nicht ernsthaft aufgefaßt wissen, denn wieder-, holt unterbrach er seine „Geständnisse" mit ironi-j Genossen Rakowski, der seinerzeit als Botschafter in schen Bemerkungen. Immer wieder mußte der. Paris bereits fest entschlossen war, die französische Staatsanwalt eingreifen, um den Angeklagten bei Staatsangehörigkeit zu erwerben und in die sozia- 60 Jahre unabhängiges Bulgarien Äon unterem L.-Serichiersiatier Nachdruck, auch Mit Quellenangabe, verboten! Sofia, 1. März 1938. (Durch Luftpost.) In diesen Tagen wurden es 60 Jahre, daß zu der europäischen Staatenfamilie eine neue Nation hinzutrat: Am 3. März 1878 wurde im Frieden von San Stefano, der dem russisch- türkischen Krieg nach der Entscheidungsschlacht am Schipka-Paß ein Ende bereitete, das bisher unter türkischer Herrschaft stehende Bulgarien als selbständiges Fürstentum anerkannt. Jener 3. März war der Geburtstag des heutigen Königreichs Bulgarien, das in rascher Folge der geschichtlichen Eregnisse aus einem von Rußlands Gnaden abhängigen Fürstentum zu einem der aktivsten und stärksten Staaten des europäischen Südostens werden sollte. Obgleich die verschiedenen Kriege, die die junge Nation um die staatliche und völkische Einigung führte, teilweise unglücklich ausliefen, liegt doch bei mancher Tragik der geschichtlichen Entwicklung Bulgariens soviel heroische Lebensauffassung in diesem kurzen Zeitraum von sechs Jahrzehnten, daß die Bulgaren diesen Jubi- läumstag ihrer staatlichen Unabhängigkeit mit Stolz feiern. Fast ein halbes Jahrtausend schlummerte das bulgarische Volkstum unter Halbmond und Sultansherrschaft. Das bulgarische Zarenreich, das einst an drei Meere — die Äegäis, die Adria und das Schwarze Meer — grenzte und denen sich zeitweise die Herrscher von Byzanz unterordnen mußten, war von den aus Asien eingedrungenen Türken von der Karte hinweggewischt worden, seine Bevölkerung als Rajah — als Herde — im weiten Reich des türkischen Herrenvolks untergetaucht. Die türkische Herrschaftsform einerseits und das zähe Festhalten des bulgarischen Bauernvolkes an seinem Eigenen andererseits brachten es mit sich, daß sich das bulgarische Volkstum 483 Jahre hindurch erhielt, wenn auch nur unter der Oberfläche wuchernd. Es war immer wieder zur Wiederaufrichtung seines eigenen staatlichen Jchs bereit, doch jahrhundertelang erstanden ihm keine Führer und Erwecker, die dem geknechteten Volk seinen alten Willen und Glauben zur staatlichen und völkischen Selbständigkeit Wiedergaben. Europas Interesse wurde erst wieder auf diesen Raum gerichtet, als die Aufstände und Revolten der Bulgaren nach 1870 die kriselnden Zustände in der Türkei aller Welt offenbarten. Der Panslawismus setzte sich für die unterdrückten bulgari-. schen Brüder ein und nahm erstmalig aktive Formen an. Gleichzeitig begann auch das Intrigenspiel der Großmächte. Der Frieden von San Stefano brachte Bulgarien neben der nationalen Wiedergeburt zugleich das Danaergeschenk der russischen Vormundschaft, das sich in dem Augenblicke verhängnisvoll bemerkbar machte, al<5 sich Bulgarien anschickte, sich von dem russischen Einfluß freizumachen. Den Preis mußte Alexander von Battenberg, der erste Fürst Bulgariens, mit seiner Herrschaft bezahlen; außerdem setzte Rußland in Verfolg seiner panslawistischen Ziele von nun an auf die Karte Serbiens. Der Exponent der selbständigen Politik Bulgariens war der Koburger Ferdinand, zunächst Fürst und später König von Bulganen. In unerhörter Kraftanstrengung wurde das Versäumte nachgeholt, wurden Schulen und sonstige Bildungs- anstalten errichtet, um die Bevölkerung an die westliche Kultur und Zivilisation heranzuführen. Bald zeigten sich bei diesem aufnahmefähigen und bereiten Volke die günstigsten Ergebnisse. Die Epoche der friedlichen Aufbauarbeit wurde erst durch den glücklich ausgehenden e r st e n Balkankrieg unterbrochen, dem bald der zweite Balkankrieg mit einer Niederlage und drei Jahre später der Weltkrieg folgte. Dieser sah Bulgarien an der Seite der Mittelmächte. Schulter an Schulter kämpften deutsche und bulgarische Soldaten auf der Balkanhalbinsel. Der unglückliche Ausgang des Weltkrieges mit seinem Diktat von Neuilly stellte die Selbständigkeit des jungen Staates fast in Frage, riß ihm wertvolle Landes- und Volksteile ab und verpflichtete es zu unerhörten Tributzahlungen. Nur das gesunde und willensstarke Element des bulgarischen Volkes bewahrten das Land, das auch innenpolitisch und wirtschaftlich mehrmals vor der Katastrophe stand, vor dem Zusammenbruch. Als nach der Abdankung seines Vaters ausgangs des Weltkrieges König Boris den Thron bestieg, sah er sich vor schwierigste Aufgaben gestellt. Mit umsichtiger politischer Klarheit und erstaunlicher Energie hat es jedoch der junge Monarch verstanden, das Staatsschiff seines Landes sicher durch alle Stürme zu lenken. Allen Lockungen der Kleinen Entente und der großen Siegermächte ge- genüber hat sich Bulgarien die Selbständigkeit seiner Außenpolitik stets bewahrt. Auch in den schwierigsten Nachkriegsjahren hat Bulgarien eine Außenpolitik verfolgt, die der Ehre der Nation, ihrer Vergangenheit und ihren Lebensinteressen entsprach. Die Bulgaren hielten sich daher auch vom Balkanpakt fern, weil dieses Gebilde und Instrument des Status quo den fundamentalen Forderungen ihrer Außenpolitik nicht entsprach. Die im Jahre 1933 von den Herrschern Bulgariens und Jugoslawiens eingeleitete Verständigungspolitik Zwischen beiden Brüdervölkern hat die zwischenstaatliche' Lage im Südosten entspannt und in den letzten Jahren immer mehr gefestigt. Auch in wirtschaftlicher Hinsicht hat Bulgarien, das unter der Weltkrise stark zu leiden hatte, seit 1935 unverkennbar große Fortschritte gemacht. Bulgarien hielt sich allen wirtschaftlichen Donauraumspekulationen gewisser Großmächte fern, stellte aber dagegen seine Landwirtschaft auf die neuen Gegebenheiten und Absatzmärkte der bulgarischen Ausfuhr ein. Die Agrarerzeugung und die Ausfuhrmengen wuchsen von Jahr zu Jahr an und fanden ihrenHauptab nehmer in Deutsch- land, das mehr als die Hälfte der gesamten bul- garischen Ausfuhr seit Jahren aufnimmt. Gerade Deutschland ist es, das für die wirtschaftlichen Schwierigkeiten Bulgariens stets ein offenes Ohr hatte und zu seiner fortschreiterü)en wirtschaftlichen Konsolidierung den größten Beitrag geliefert hat. Der bulgarische Staat und das bulgarische Volk rüsten sich für eine würdige Feier der 60. Wiederkehr des Jahrestages ihrer Unabhängigkeit. Heber- all im Lande werden am 3. März militärische, kirchliche und Dolksfeiern stattfinden. Die Feiern sollen an Gepränge das vor zehn Jahren beaan- gene goldene Staatsjübiläum weitaus übertreffen. Das verflossene Jahrzehnt stand für die Entwicklung dex bulgarischen Nation unter einem gün- Ein deutscher Protest in Moskau. Oie Reichsregierung fordert Schließung der Sowjetkonsulate in Königsberg und Hamburg. Begründete Vergeltung. Berlin, 3. März. (DNB.) Der deutsche Geschäftsträger in Moskau, Botschaftsrat von Tippe l s k i r ch, hat heute im Auftrage der Reichsregierung dem Außenkommissariat in Moskau mitgeteilt, daß wir infolge fortgesetzter Schikanierungen unserer Konsulate in Kiew und Nowosibirsk, die trotz wiederholter Vorstellungen bisher nicht abgestellt wurden, und die wir infolgedessen nur als bewußte Störungen unserer Konsulartätigkeit ansehen können, bis zum 15. Mai dieses Jahres die Schließung der Sowjet- konsulate in Königsberg und Hamburg verlangen. Unsere Konsulate in Kiew und Nowosibirsk werden bis zum gleichen Termin liquidiert werden. Die gesamte Konsulartätigkeit für die Sowjetunion wird fortan auf die Konsularabteilung der Botschaft in Moskau übergehen. * Wir haben hier schon im Januar darauf hinge- wiesen, daß Moskau die Schließung fremder Konsulate im Bereich der Sowjetunion aus ganz bestimmten Gründen verfolgt. Die Sowjetmachthaber, eie ihr eigenes System und seine Methoden bis zum völligen Wahnwitz übersteigert haben, können angesichts der furchtbaren Auswirkungen dieses Systems und angesichts der zunehmend turbulenten Zustände im Inneren Rußlands ausländische Beobachter weniger denn je gebrauchen, ganz gleich, ob es sich um Konsuln, Journalisten oder „Reisende zu Studienzwecken" handelt. Diese bezeichnende Scheu der Sowjets vor der Weltöffentlichkeit gilt naturgemäß ganz besonders für solche Bezirke, in denen entweder eine selbst für Sowjetbegriffe außergewöhnliche Verelendung infolge der 20jährigen Greuel auftritt, oder in denen militärische Bauten und Maßnahmen von unverkennbarem Offensivcharakter durchgeführt werden. Nach Moskauer Manier erreichte man die Schließung der fremdländischen Konsulate vor allem aus dem Wege fortgesetzter Schikanierungen. Wenn jetzt Deutschland die Schließung der Sowjetkonsulate in Königsberg und Hamburg verlangt und dabei eine bestimmte Frist zur Liquidierung ihrer Geschäfte ansetzt, so ist das lediglich ein Akt der ausgleichenden Gerechtigkeit. Deutschland hat in Sowjetrußland früher außer der Moskauer Botschaft noch Generalkonsulate in Tiflis, Charkow und Leningrad sowie Konsulate in Kiew, Nowosibirsk, Odessa und Wladiwostok unterhalten. Das Generalkonsulat in Leningrad wurde bereits Mitte Januar ebenso wie andere Konsulate geschlossen. Die Konsulate in Kiew und Nowosibirsk werden jetzt geschlossen. Deutschland hatte mithin keinerlei Anlaß mehr, die obengenannten sowjetrussischen Konsulate noch länger auf deutschem Boden zu dulden. Nachdem nunmehr fast sämtliche fremden Konsulate aus Sowjetruhland verschwunden sind, und nachdem die militärische Evakuierung in den westlichen Grenzgebieten Sowjetrußlands mit Hochdruck betrieben wird, werden die Sowjets in Zukunst sowohl bei der militärischen Vorbereitung der „Weltrevolution" als auch bei der weiteren blutigen Austragung ihrer inneren Kämpfe so gut wie ganz unter sich sein. B. D. Frankreich am Scheidewege. »Wir müssen wissen, mit wem wir gehen wollend Em Appell Flandms an die Vernunft der Franzosen. Paris, 4. VJlätd. (DNB.) Der ehemalige Ministerpräsident Flandin hielt einen Vortrag über das Thema „Weder Krieg noch Demüti- g u n g". Er stellte fest, daß die dynamische Entwicklung in Deutschland und Italien diese Staaten nicht mit Frankreich zu einem Konflikt drängen müsse, Ministerpräsident Chamberlain werde diese Meinung teilen. Als ich in den Kammerreden der Re- gierungsvertreter die Lobgesänge und die Ergebenheitserklärungen an die Genfer Liga, die kollektive Sicherheit und die Beistandspakte vernahm, hatte ich den Eindruck einer Totenwache in einem Sterbezimmer. Wir müssen wissen, was wir wollen und mit wem wir gehen sollen. Eine Politik, die die Demokratie gegen die ai^oritativen Staaten ausspielen und den Eintritt der Kommunisten in die französische Regierung predigen will, i st nur Sowjetpolitik und führt zum Kriege. Sie steht zur Politik Chamberlains im Gegensatz, der erklärt, daß die Genfer Liga in ihrer heutigen Form für niemanden kollektive Sicherheit gewährt. Diejenigen, die nicht wahrnehmen, daß die ganze Aktion der Komintern auf die Schaffung eines europäischen Krieges gerichtet sei, müssen blind sein. Wer repräsentiert heute in Frankreich die wahre französische Tradition? Sind es diejenigen, die das Land in den Krieg führen wollen oder sind es diejenigen, die ein starkes Frankreich erstreben, das seine Interessen ohne Großsprecherei vertritt, die Arbeiter und Dauern dem Einfluß der Agenten des Bürgerkrieges entreißt und das nationale Erbgut verteidigt, indem es sich weigert, blutige Abenteuer einzugehen. Die Größe und die Zukunft der französischen Nation sind heute mehr denn je an sein Weltreich geknüpft. Es würde verbrecherisch und verrückt sein, dieses Reich dadurch in Gefahr zu bringen, daß man die Kräfte Frankreichs i n d e n Dien st von Interessen stellt, die nicht die s e i n i g e n sind. Wo bleibt Moskaus VündmsMgkeit? Paris, 4. März. (DNB. Funkspruch.) Die „JournSe Industrielle" wirst im Zusammenhang mit der innerpolitischen Lage in Sowjetrußland die Frage auf, welchen Wert die sowjetrussische Unterstützung im Kriegsfälle für Frankreich noch haben könne. Es sei unmöglich, die Frage der Landesverteidigung mit hohen Offizieren und Diplomaten zu besprechen, die sich später, wie man in Moskau mitteilt, als Agenten des Auslandes entpuppten. Man könne nicht auf ein Land rechnen, dessen polittsche und militärische Organisation zusammenzubrechen drohe, weil sie vorher durch Verrat untergraben worden sei. Die Untersuchung dieser Frage durch die französische Regierung könne natürlich nicht vor aller Öffentlichkeit geschehen, sei aber dringend notwendig. stigen Stern, im Zeichen eines neuen nationalen und völkischen Aufbruchs. So wie König Boris durch die Taufe des Thronfolgers im vergangenen Jahre auf den stolzesten Namen altbulgarischer Geschichte, des Zaren Simeon, bewußt an eine glorreiche und heldische Vergangenheit anknüpft, so ist diese Tradition auch dem ganzen Volke heut mehr denn je Vorbild und Ansporn zu einer neuen glücklicheren Zukunft. Bulgariens Unabhängigkeitsfeier. Sofia, 3. März. (DNB.) Der 60. Jahrestag des Friedens von San Stefano, der den russisch-türkischen Krieg 1878 beendete und Bulgarien die Selbständigkeit als Fürstentum brachte, wurde im ganzen Lande festlich begangen. Dem Te Deurn in Sofia wohnten ein Beauftragter des Königs, die Regierung und obersten Behörden bei. Teilnehmer an dem bulgarischen Aufstand gegen die Türkenherrschaft, der den russisch-türkischen Krieg eingeleitet hatte, wurden bei den Feierlichkeiten als Veteranen des Freiheitskrieges geehrt. O.e Totenfeier für d'Annunz'o. Rom, 3. März. (DNB.) Ganz Italien, geführt vom Duce, hat in Gardone von Gabriele d'Annunzio Abschied genommen. Alle politischen und kulturellen Gliederungen der Faschisti- schen Partei waren bei dem Staatsbegräbnis vertreten. Der König hat sich durch den Herzog von Bergamo vertreten lassen. Die Mitglieder der Regierung waren fast vollzählig zur Feier erschienen, ebenso sämtliche Mitglieder der Königlichen Italienischen Akademie. Senat und Kammer haben ihre Abordnungen unter Führung des Präsidenten Federzoni und Graf Ciano entsandt. Eine Abordnung von Pescara, der Geburtsstadt des Dichters, gab dem Dichter den Lorbeer und eine Urne voll Erde vom Grabe seiner Mutter mit in den Sarg. Danach wurde in Anwesenheit des Duce der Sarg geschlossen und nach der Einsegnung in der Pfarrkirche auf einer Geschützlafette auf die Höhe Colle Maschio übergeführt, wo Mussolini zu Ehren seines toten Kameraden den faschistischen Appell vornahm. Tausende antworteten bei dem Namensaufruf des Toten mit ,J)ier". Bolschewistische Milizen meutern. Burgos, 4. März. (DNB. Funkspruch.) Die durch di« Niederlage von Teruel ausgeloste schwere Krise in den Rechen der Bolschewisten macht sich immer stärker bemerkbar. Die Zahl der roten Heb'erlaufet steigt weiter an allen Fronten, "klein an der Aragon-Front liefen während der letzten 24 Stunden wieder über 100 Milizen zu den Nationalen über. Sie machten interessante Aussagen über die zunehmenden Meutereien unter den bolschewistischen Heerhaufen. Sogar die Brigaden „Dimitrvff" und „Lister", die zu 50 v. H. aus Ausländern zusammengesetzt sind, hätten sich geweigert, an die Front zu gehen. Zwei „Offiziere" seien erschossen worden, weil sie sich geweigert hätten, ihre Leute sinnlos als Kanonenfutter zu vergeuden. Eine Division sei wegen ihrer aufsässigen Haltung neu organisiert worden, eine große Anzahl von Anarchosyndikalisten seien durch Sowjetrussen, Tschechen und Franzosen ersetzt worden. Aussprache des Führers und Reichskanzlers mit dem britischen Botschafter Berlin, 3. März. (DNB.) Der Iührer und Reichskanzler empfing heule den britischen Botschafter Sir Neville Henderson zu einer allgemeinen Aussprache über die beide Länder betreffenden Fragen. Der amerilanische Votschaster überreichtseinVeglaubigungffchreiben „Wahrung und Ausbau der freundschaftlichen Beziehungen." Berlin, 3. März. (DNB.) Der Führer und Reichskanzler empfing den neuernannten Botschafter der Bereinigten Staaten von Amerika, Hugh R. Wilson, zur Entgegennahme seines Beglaubigungsschreibens. Der Boffchafter wurde unter dem üblichen Zeremoniell zum „Sjaus des Reichspräsidenten" geleitet. Er überreichte die Handschreiben des Präsidenten Roosevett dem Führer und Reichskanzler mit einer Rede in englischer Sprache, in der er erklärte: Ich freue mich darauf, nun ein drittes M a l in diesem Lande zu leben, und es ist mein ernstlicher Wunsch, daß die Wahrung und der Ausbau der freundschaftlichen Beziehungen und der Bande, die zwischen unseren beiden Ländern bestehen, während meines Aufenthaltes in Deutschland vertieft und gestärkt werden mögen. Der Führer und Reichskanzler erwiderte: Mit lebhafter Genugtuung begrüße ich es, daß Sie, Herr Botschafter, den ernstlichen Wunsch zum Ausdruck brachten, die freundschaftlichen Beziehungen, die zwischen unseren beiden Ländern bestehen, während Ihres Aufenthclltes in Deutsch- land zu verttefen und zu stärken. Der Umstand, daß Sie nicht zum ersten Male nach Deutschland kommen, und daß Sie das deutsche Volk aus Ihrer früheren diplomatischen Tätigkeit kennen, wird Ihnen Ihr Bestreben, dem gegenseitigen Verständ- nis der beiden Völker zu dienen, wesentlich erleichtern. — Hieran schloß sich eine längere Unterhaltung. Nach dem Empfang schritt der Führer und Reichskanzler die Front der im Ehrenhof ausgestellten Ehrenkompanie ab, wobei er von der in der Wilhelmstraße versammelten Menge herzlich begrüßt wurde. Roosevelts Flottenvorlage imMrineausschußangenommen Washington, 3. März. (DNB.) Nach wochen- langen Beratungen nahm der Marineausschuß des Abgeordnetenhauses die F l o 11 e n v o r l a g e der Regierung mit 20 gegen 3 Stimmen an. Ein Zusatzantrag legt die Regierung auf die Unterhaltung einer genügend starken Flotte zum Schutz der atlantischen wie der pazifischen Küste fest, um gegen einen gleichzeitigen Angriff auf beide Küsten gerüstet zu sein. Eine weitere Bestimmung fordert den Ausbau der Werftanlagen an der pazifischen Küste. Die Vorlage ermächtigt die Bundesregierung zum Bau von insgesamt 46 Kriegsschiffen über die im ordentlichen Haushalt bereits bewilligten Fahrzeuge hinaus. Vorgesehen sind drei Schlachtschiffe, zwei Flugzeugträger, neun Kreuzer, 23 Zerstörer, neun U-Boote, 22 Hilfsfahrzeuge und 950 Seeflugzeuge. Mit diesem Bauprogramm erfährt die amerikanische Flotte eine 20prozentige Erhöhung ihrer Kampf- stä r ke. Englands Nüstnngssorgen. Die finanzielle Seite. — Der fehlende Rekrutennachwuchs. London, 4. März. (DNB.-Funkspruch.) Die „Times" stellt fest, daß die ursprünglich angesetzten Kosten des gesamten Rüstungspro- gramms von 1,5 Milliarden Pfund (18 Milliarden Reichsmark) sicher überschritten werden müßten, falls die Lage sich nicht ändere. Freunde von Sicherheit und Frieden würden das als Beruhigung empfinden. Aber sei es unter finanziellen Gesichtspunkten nicht beängstigend? 1938/39 würden sich d i e gesamten Staatskosten ohne Berücksichtigung des Postministeriums auf rund 1,02 Milliarden Pfund belaufen, die sich durch Anleihen auf rund 930 Pfund ermäßigten. Es bliebe somit ein Fehlbetrag von 40 bis 50 Millionen Pfund (480 bis 600 Millionen Reichsmark). Der Fehlbetrag dürfe nicht auf Kosten der industriellen Betätigung gedeckt werden. Von ihr leite die Nation die Hoffnung ab, die finanzielle Bürde weiter leicht tragen zu können. Der „Daily Telegraph" drückt seine Sorge über den Rekrutennachwuchs für die Armee aus. Die Zahl neuer Rekruten für die reguläre Armee für 1936/37 dürfte sich auf nur 22 800 Mann belaufen. Die voraussichtliche Rekrutenziffer für 1937/38 auch nur auf 28 500. Die Zahl der ausscheidenden Soldaten werde jedoch 32 000 betragen. Das Defizit von 1200 Offizieren und 22 000 Mann nehme hiermit ständig zu. Man brauche etwa 60 000 Mann, während man zur Zeit noch nicht einmal 30 000 Mann für die reguläre Armee bekomme. Ausländische Greuelmärchen schnell widerlegt. Wie Ossietzky von seinem Vertrauensmann begaunert wurde. Berlin, 3. März. (DNB.) Arn Donnerstag- Dormittag wurde vor dem Berliner Schöffengericht die Verhandlung gegen den 51jährigen Dr. Kurt Wannow fortgesetzt, den der salonbolschewistische Schreiberling Karl von Ossietzky als Vertrauensmann für den ihm als Demonstration gegen das nationalsozialistische Deutschland zuerkannten Friedens-Nobelpreis eingesetzt hatte. Wannow hatte den größten Teil dieses Preises in Höhe von mehr als 100 000 Mark unterschlagen. Ossietzky als Zeuge erklärte, den Angeklagten Dr. Wannow zuerst für einen Rechtsanwalt gehalten zu haben. Nachdem er erkannt habe, daß sein Vertrauensmann ein Schwindler war, habe er seinen Arzt Dr. D. um Rat gebeten. Dr. D. sei es dann gewesen, der die Geheime Staatspolizei in Kenntnis gesetzt habe. Die Polizei habe dann sofort den noch vorhandenen Rest von 16 500 Mark sichergestellt und sich um die Wiederbeschaffung der von Wannow veruntreuten Gelder bemüht. So seien von 40 000 Mark, die der Angeklagte seiner 17jährigen Geliebten zugesteckt hatte, 30 000 Mark durch die Geheime Staatspolizei ü r Ossietzky gerettet worden. Bemerkenswert fft die Tatsache, daß dem Preisttäger seitens der deutschen Finanzbehörde sogar die Schen- fungsfteuer erlassen worden fft, obgleich dazu eigentlich gar keine Veranlassung vorlag. Gegenüber Greuelnachrichten in der Auslandspresse, in denen behauptet worden war, daß der Angeklagte Wannow im Auftrage der Poli- z e i dem Preisträger Ossietzky das Geld vorenthalten habe, stellte ein Beamter der Geheimen Staatspolizei fest, daß die Staatspolizei erst durch diese Auslandshetze auf Wannow aufmerksam geworden sei und daß sie ihn sofort in Haft genommen habe, als sich herausstellte, daß der Angeklagte sich fälschlich als Rechtsanwalt ausgab. In dem Karlsbader Sudelblättchen emigrierter Juden „Neuer Vorwärts" fand sich zur gleichen Zeit, in der sich die deutsche Polizei darum bemühte, dem begaunerten Ossietzky zu helfen, folgender Beicht: „Ossietzky wird zu Schanden gemartert und von seinen Peinigern mit kriminellen Mitteln um seinen Preis gebracht, weil er Menschheitsideale nicht verraten will. Der ihm Auge teilte Preis verschwindet in den Kassen der Geheimen Staatspolizei." Dieses Pamphlet war bezeichnenderweise am nächsten Tage auch in anderen ausländischen Blättern zu finden — eine Tat- fache, die lebhaftes Kopfschütteln bei den im Oe» nichtssaal anwesenden Auslandsjournalfften auslöste. Ho< Verräter hingerichtet. B e r I i n , 4. März. (DNB. Funkspruch.) Der vom Volksgerichtshof am 16. August 1937 wegen Dorbereitungeineshochverräterischen Unternehmens zum Tode und zu dauerndem Ehrverlust verurteilte 32 Jahre aüe Ewald Funke aus Wuppertal-Elberfeld ist am Frettagmorgen h i n- gerichtet worden. Der Verurteilte hatte Im 21 uf« trage ausländischer Stellen der Komintern versucht, in einer Großstadt Süddeuffch- lanbs eine kommunistische Organisation aufzurichten. Seine Verhaftung im Mai 1936 hat (einem Treiben ein Ziel gesetzt. Die Lebensgesetze der deutschen Nation. Alfred Rosenberg auf einer Kundgebung der Berliner Iustizbeamten. 13 Adolf-Hitler-Gchitter des Gaues Heffen-Raffau. NSG. Am 20. April entsendet der Gau Hessen- Nassau die er st en Pimpfe auf die Adolf- Hitler-Schule. Dreizehn zwölfjährige Jungen werden zunächst einberufen. Sie gehören, solange unser Gau noch keine eigene Adolf-Hitler-Schule besitzt. der Adolf-Hitler-Schule Sa ar Pfalz an. die jetzt auf der Ordensburg Sonthofen im Allgau untergebracht wurde, da sie noch im Bau ist. Die künftigen Adolf-Hitler-Schüler werden aus 43 Pimpfenausunserem Gau ausgesucht, die in einem Auslese-Lehrgang in der Gebietsführerschule Christian Crößmann bei Nieder-Walluff am Rhein zusammengezogen sind. Diese 43 Pimpfe wurden bereits aus 150 ausgemustert, die aus den Orten des Gaues Hessen-Nassau von den Ortsgruppenleitern in Zusammenarbeit mit den zuständigen Jungvolkfuhrern als Adolf-Hitler-Schüler oorgeschlagen waren, dann von den Kreisleitungen und später von der Gauleitung und der Gebietsführung der HI. gesichtet wurden. In der Gebietsführerschule bleiben sie zehn Tage. Am Schluß des Lehrganges wird Gauleiter Sprenger auf Vorschlag der Gebietsführung die 13 Pimpfe für die Adolf-Hitler-Schule auswählen. Um die wirklich besten und fähigsten jungen Menschen herauszusuchen, wurden die fünf besten Jungbannführer des Gaues eingesetzt, die die Jungen in Gruppen betreuen. Der Schulleiter ist ein Pädagoge: Ziel des Ausleselehraanges ist, die Jungen herauszusinüen, die neben Mut, Entschlossenheit und Anlage zur Führereigenschaft die Fähigkeit zur geistigen Hochleistung besitzen. Der Dienst verläuft so, wie er im Jungvolk getan wird. Die Jungen treiben Sport, Geländespiele werden durchgeführt und zwischendurch findet gruppenweise Unterricht statt, oder es wird schnell eine Nachschrift geschrieben. In diesem Dienstverlauf werden die Jungen nach allen Gebieten hin scharf beobachtet, um sich ein genaues Urteil machen zu können. Als Vertreter der Presse die Gebiets- sührerschule besuchten, bauten die Jungen gerade Zelte auf. Der Führer ließ den Pimpfen freie Hand und beobachtete, wer aus sich heraus das .Kommando" übernimmt, mit Umsicht an die Kameraden Anweisungen gibt und dadurch Führereigen- schasten zeigt. Der Unterricht gestaltet sich meist als Frage- und Antwortspiel. Im Wechseln der Gebiete zeigt sich die geisttge Beweglichkeit und das Mitdenken. Die 43 Jungen des Auslese-Lehrganges setzen sich aus allen Bevölkerungsschichten zusammen. Da die Ausbildung auf den Schulen des Führers keinen Pfennig kostet, hat der Nationalsozialismus verwirklicht, daß auch dem begabten Kind nicht mit irdischen Gütern gesegneter Eltern der Besuch hoher Schulen möglich ist. Fast alle Pimvfe stammen aus kinderreichen Familien. Ein Bewerber für die Adolf-Hitler-Schule zählt noch neun Geschwister. Ein neuer Beweis dafür, daß aus kinderreichen Familien die meisten geisttg hochwertigen Menschen hervorgehen. Kundgebungen in Graz. Ein englischer Angenzeugenbericht. London, 3. März. (DNB.) In diesen Tagen weilte, wie bereits gemeldet, der Bundesminister für Inneres und Sicherheitswesen, Dr. Seyß-Jn- quart, in Graz, wo er Besprechungen mit Vertretern des Volkspolitischen Referats und führenden Mitgliedern der nationalsozialisttschen Bewegung hatte. Die Anwesenheit von Dr. Seyh-Jnquart hatte sich schnell in Graz herumgesprochen, und bald strömten in größeren Zügen aus der Stadt die Menschen vor das Haus von Professor Dardieu, wo der Bundesminister als Gast weilte. Wie sich der „Daily Telegraph" von seinem Wiener Korrespondenten berichten läßt, kam es dabei zu großen spontanen Kundgebungen. Fackeln und Hackenkreuzbanner seien von der Menge getragen worden, während junge Männer die Aufrechterhaltung der Ordnung übernommen hätten. Dor dem Hause von Professor Dardieu hätten die Tausende Heilrufe auf Adolf Hitler ausgebracht, und unter Rusen wie „Heil Seyß-Jnquart! Ein Volk, ein Reich! Heil Deutschland!" sei die Menge an dem Hause vorbeigezogen. Nach dem Bericht des englischen Blattes erklang immer wieder das Deutschlandlied und das Horst-Wessel-Lied. Schließlich zeigte sich Seyß-Jn- quart am Fenster, von der Menge mit jubelnden Zurufen begrüßt. Wieder sei das Horst-Wessel-Lied angestimmt worden. Bei dem Schlußvers sei der Jubel der Menge diesmal zu einer leidenschaftlichen Freudenkundgebung geworden. Weiter hebt das englische Blatt in' seinem Augenzeugenbericht vor allem die glänzende Disziplin hervor und betont, daß die Kundgebungen der Freude bei den älteren Männern und bei den Bauern nicht weniger leid-n- schaftlich gewesen seien als bei der Jugend. Sie seien glücklich gewesen, einer Idee zujubeln zu können. Or. Jury (eife( den Verein „Deutsche Nühne". Wien, 3. März. (DNB.) Der Stellvertreter des Bundesleiters des Dolkspolitischen Referats, Staatsrat Dr. Jury, hat den Vorsitz des Vereins „Deutsche Bühne" übernommen. Der Verein bemühte sich bisher vergeblich, eine Konzession für ein auf völkischer Grundlage stehendes Theater zu erhalten. In den „Wiener Neuesten Nachrichten" erklärt Dr. Jury, daß der Gründung eines repräsentattven Theaters in Wien hohe Bedeutung zukomme, sei doch tue Pflege volksdeutscher Kultur im Sinne des Programms von Berchtesgaden. Deutsch-nordische Derkebrsbespreckmngen. Berlin, z. März. ($31$.) Korprsührer Hühn- lein eröffnete im Deutschen Auslandsklub in Anwesenheit von Vertretern der Kraftfahroerbände Dänemarks, Schwedens, Norwegens, Finnlands und Hollands die deutsch-nordischen Der- kehrsbesprechungen. Dieser Gedankenaustausch zwischen Fachleuten auf dem Gebiete des Verkehrs von Ländern, die unmittelbar aneinander grenzen, könne nur dazu beitragen, die im internationalen Gremium zur Debatte stehenden Probleme rascher voranzutreiben; die Motorisierung schreite in raschem Tempo vorwärts, mit diesem Tempo gelte es Schritt zu hatten. Die Formalitäten des Grenzübertritts müßten beseitigt werden. Weiter werde das Ziel angesttebt, daß t n allen Ländern nach denselben Regeln gefahren wird, die Beschilderung und Markierung der Straßen nach den gleichen Grundsätzen durchgesührt wird und die Richt' Berlin, 3. März. (DNB.) Die gesamte Berliner Justizbeamtenschaft vereinte sich im Sportpalast zu einer Kundgebung, bei der man neben dem Reichsjustizminister Dr. Gärtner den Staatssekretär im Reichsjustizministerium Staatsrat Dr. Freister, den Präsidenten des Volksgerichtshofes, Dr. T h i e r a ck , den Präsidenten des Kammergerichtes, Hölscher, Oberreichsanwalt P a r e y , sowie zahlreiche Berliner Rechtsanwälte und Handelsrichter sah. Reichsleiter Rosenberg hielt eine Ansprache, in der er auf den Versuch einging, das Kirchenrecht über das Staats- und Dolksrecht zu setzen. Das Mittelalter habe einmal eine zentrale Lebensgcstal- tung besessen, die zwar zerbrochen sei, jedoch in vielen Punkten noch als Tradition und Anspruch weiterwirke. Erst heute sei nach dem Auseinanderreißen des Lebens in viele Sondergebiete wieder ein zentrales Lebensgefühl entstanden, das die auseinanderstrebenden Tendenzen zusammenführe. Aus diesem zenttalen Lebensgefühl ein Volksrecht zu gestalten, gehöre mit zu den größten Aufgaben, die unserer Epoche gestellt seien. Grundsätzlich könne hier nur folgendes erklärt werden: „Wer die Interessen einer Volksgesamtheit nicht anerkennt, kann auch den Schutz dieser Gesamtheit nicht in Anspruch nehmen." Das müsse aelten gegenüber Einzelpersonen, gegenüber Klassen, gegenüber Konfessionen. Reichsleiter Rosenberg führte dann eine große Anzahl von Stimmen Kirchenrechtler an, welches die Konkordate nur als päpstliche Privilegien kennzeichnen und ausdrücklich und amtlich erklären, daß solche Privilegien auch stets der Verfügungsgewalt des Papstes unterworfen blieben, der allein die autoritative Jnterpretton darüber besitze. Ohne je das persönliche metaphysische Bekenntnis des einzelnen beschränken zu wollen, müsse gefordert werden, daß hier die Lebensgesetze der In den nächsten Tagen werden in allen Lichtspieltheatern Deutschlands Bilder von den großen R o - senmontagszügen zu sehen sein, die in den karnevalistischen Gauen Deutschlands, insbesondere in Süd- und Westdeutschland, während der vergangenen Fastnachtszeit sorgsam vorbereitet murren, um in einem prunkvollen Umzug den Höhepunkt des Faschings zu bringen. Es ist begreiflich, daß die Teile Deutschlands, die den Karneval als Volksfest nicht kennen oder höchstens ein vereinsmäßig geschlossenes Maskenfest im Laufe des Winters feiern, dem großartigen karnevalistischen Pomp und seinem Trubel ziemlich verständnislos gegenüber stehen. Karnevalsfeste sind zu sehr mit der Wesensart der Bevölkerung und mit Traditionen verbunden, als daß man sie morgen oder übermorgen nachahmen könnte. Der nüchterne und sachliche Norddeutsche mag den Karneval als „gewollte Un- innmacherei" bezeichnen; es sei aber demgegenüber festgestellt, daß der Karneval durchaus nicht „gemacht" ist, sondern in den Landesteilen, wo er beheimatet ist, aus der Volksseele schöpft und insofern durchaus echt und urwüchsig wirkt. Ein Karnevalsprogramm kann man nicht zusammensuchen, sondern es muß sich von selbst aus dem Humor, Dem Einfallsreichtum seiner Gestalter ergeben. Nachdem der süd- und westdeutsche Karneval in den unruhigen Zeitläuften des Weltkrieges und der nachfolgenden Periode sehr viel von seiner Originalität und Urwüchsigkeit eingebüßt hatte, bemüht man sich heute mehr denn je darum, dem Karneval in den Gauen unseres Vaterlandes, in denen er von alters her zu Hause ist, alle Förderung an- aedeihen zu lassen. Es ist der „Bund Deutscher Karneval" gegründet worden, und erfreulicherweise geben sich die bekannten Hochburgen des deutschen Karnevals wie München, Mainz, Düsseldorf, Köln, Münster (Wests.) sowie die vielen kleineren und größeren Städte in diesem weiten Landschaftsraum alle Mühe, den Karneval dem deutschen Empfinden entsprechend zu gestalten und chm gleichzeitig eine gewisse künstlerische Note zu geben, so daß sich damit schon eine große Zugkraft für den Fremdenverkehr eingestellt hat. In diesem Jahre war die Besucherziffer in den bekannten Karnevalsstädten teilweise doppelt so groß wie 1932. Namentlich das angrenzende Ausland hat sich sehr stark beteiligt. Aus Holland und Belgien kamen viele Tausende von Gästen nach Köln, Düsseldorf und Münster. Aber auch in karnevalsfremden deutschen Gauen erweist sich der Fasching immer mehr als ein Magnet ersten Ranges, was daraus hervorgeht, daß aus den Reicbsbahn- direktionen von Bremen, Hamburg und Kassel eine Knien für den Anruf der Polizei, des Arztes oder der technischen Hilfe und vor allen Dingen alle gesetzlichen Bestimmungen und Fahrvorschriften international an geglichen werden, wie dies heute für die Seefahrt eine Selbstverständlichkeit bedeutet. Kleine politische Nachrichten Der Führer und Reichskanzler empfing den auf Heimaturlaub befindlichen deutschen Gesandten in La Paz (Bolivien) Dr. Wendler zur Abmeldung vor seiner Wiederausreise. Reichsminister Rust besichtigte am 2. März das Staatliche Friedrich-Wilhelm-Gymnasium m A l t e n- burg i. Th. Nach der Besichtigung versammelte er das Lehrerkollegium und gab ihm Richtlinien für die Arbeit in der neuen Schule. Reichsstatthalter R i t t e r v o n E p p, der auf Einladung des Luftmarschalls B a l b o wahrend seines Aufenthaltes in L i b y e n neben den Sehenswurdlg- teilen der Hauptstadt auch landwirtschaftliche und archäologische Zentren Westlibyens besichtigte, hat mit dem italienischen Dampfer „©artbalbi Tripolis wieder verlassen. Am Hafen hatten sich führende Persönlichkeiten von Partei, Staat und Wehrmach eingefunden sowie deutsche Touristen, die General von Epp einen herzlichen Abschied bereiteten. An der Wiener Technische »Hoch sch u l e fand die Promotton des ehemaligen Präsidenten der Vereinigten Staaten Herbert H o o v e r zum Ehren- doktor der technischen Wissenschaften hatt. deutschen Nation von allen Deutschen über jedes Sonderinteresse gestellt würden. Diese notwendige Forderung des Nationalsozialist mus sei nicht etwa Böswilligkeit oder Religions- feindlichkeit, sondern nur die Anerkennung der ®c> setze des Lebens. Wer sich diesen Gesetzen aber entziehen wolle, den müsse einmal die Rache der Natur treffen in Form von Bastardierung, damit verbunden Charakterlosigkeit, das Hervortreten weltfremder Systeme, schließlich die Revolte des Verbrechertums und der Untergang der ganzen Kultur selbst. Diese Diagnose habe der Nationalsozialismus bereits 1919 gestellt. Sie habe sich heute angesichts der offenkundigen Moskauer Herausforderung schon für die ganze Welt richtig erwiesen. Deutschland marschiere heute an der Spitze in der Selbstbesinnung der Völker auf das Recht einer neuen, ihrer Art gemäßen politischen Willensbildung und damit auf ein ihrer Art entsprechendes Rechtswesen. Reichsminister Dr. Gärtner dankte Reichsleiter Rosenbera. In einer Zeit, in der es dem nationalsozialistischen Staat gelungen sei, nicht nur die Arbeitslosigkeit zu beseitigen, sondern in der bereits ein Mangel an Arbeitskräften fühlbar werde, fei es notwendig, die Intensität und die Qualität der Leistung zu steigern. Darum müsse unser Nachwuchs erzogen werden zu verantwortungsbewußter Arbeit und zum Können Aber nicht nur zu einem Können um seiner selbst willen, sondern zu Könnern, die die großen Gedanken von Ehre und Treue, von Sauberkeit und Reinheit als D i e n st am Recht und an der Gemeinschaft zu wahren fähig feien, um sich des deutschen Volkes und feiner Vergangenheit würdig zu zeigen; des deutschen Volkes, dem das Selbstbewußtsein wieder- gegeben zu haben der Führer in feiner großen Reichstagsrede mit Stolz als sein Werk habe bezeichnen können. aroße Anzahl vollbesetzter Sonderzüge in die westfälischen Lande nach Münster fuhr. Ebenso registriert man in den Rheinlanden und in den süddeutschen Gauen einen auffallend großen Zuzug aus solchen Landgebieten, in denen der Karneval keine l^sonders große Form besitzt. Abgesehen von dieser verkehrswirtschaftlichen Bedeutung sind die zahlreichen karnevalistischen Veranstaltungen, die am 11. November beginnen und unter ständiger Steigerung bis zum Aschermittwoch dauern, eine Wirtschaftsankurbelung größten Ausmaßes. In den beiden letzten Karnevalswochen ist es so, daß zumindestens jeden zweiten Abend in den einzelnen Städten große Fesllichkeiten unter dem Motto des Karnevals stehen. Die Rosenmontagszüge, die Humor und Witz verkörpern und alle öffentlichen Fragen zum Gegenstand besonderer Ausmachung nehmen, verbinden sich mit einem erheblichen Kostenaufwand. Daraus ergibt sich für weite Geschäftskreise eine Haupteinnahmequelle des Winters. Es sei nur beiläufig erwähnt, daß für den karnevalistischen Schmuck, für die Kleidung und insbesondere für die vielerlei Scherzartikel eine Industrie tätig ist, die Hunderttausenden von Volksgenossen Arbeit und Brot besorgt, gar nicht zu reden, von der großen Fachgruppe des Gaststättengewerbes, dessen Angestellte in dieser Zeit einen wesentlichen Prozentsatz ihres Jahreseinkommens finden. Die überfchäumende und mitreißende Lebensfreude der Fastnacht bringt es aber auch mit sich, daß in diesen Wochen selbst der sparsame und zurückgezogen lebende Bürger aus sich heraus geht und mit vollen Händen Geld ausgibt. Der Karneval ist somit ein Fest, das das Geld buchstäblich unter die Leute bringt, das jenen Rhythmus im Wirtschaftsgeschehen entstehen läßt, der zur Heben brücfung ruhiger Geschäftsperioden vorteilhaft beiträgt. Man mag vom Gesichtspunkt des karnevalsfremden Nord- und Ostdeutschen den Sinn des karnevalistischen Treibens als Volksbrauch vielleicht nicht verstehen, man wird aber doch anerkennen müssen, daß sich mit dem Fasching die Ankurbelung einzelner wirtschaftlicher Gruppen und eine gewisse Belebung und Anfeuerung der geistigen Elastizität verbindet. Jedenfalls wäre es ganz unangebracht, bei Karneoalsfesten nur mit warnend erhobenem Finger auf die angeblich gefährdete Moral hinzuweisen und die realen Werte zu vergessen. Wenn in den vergangenen Faschingstagen die Lebensfreude Triumphe feierte, so sehen wir darin den begründeten Optimismus eines Volkes, das althergebrachtem Brauch entsprechend für einige Wochen ein Meer der Freude und des gefunden Humors schuf. König G e o r g VI. gab den in jedem Frühjahr üblichen Empfang der am Hof von St. James beglaubigten ausländischen Diplomaten. Gleichzeitig wird angekündigt, daß der König de r F l o 11 e am 21. und 22. Juni einen Besuch abftatten wird. ♦ Mit dem Schlachtschiff „Warspite" an der Spitze verließ die englische M i 11 e l m e e r f 1 o 11 e in Stärke von 30 Schiffen M a l t a , um an den M a - növernderHeimatflottebei Gibraltar teilzunehmen. Das Flugzeugmutterschiff „Courageous" begleitet die Flotte. * Die französische Kammer hat nach längerer Aussprache die Schaffung einer „autonomen Kasse zur Landesverteidigung mit 583 gegen 0 Stimmen angenommen. ♦ Schweden soll Besprechungen über ein Han- delsab kommen mit Mandschukuo angeregt haben auf der Grundlage eines Austausches von schwedischem Stahl gegen Sojabohnen. Schweden soll die Entsendung emer Handelskommission nach Hsinking vorgeschlagen haben, die ein Abkommen nach dem Muster des deutsch-mandschurischen Abkommens anstreben soll. * Der Präsident der japanischen Sozialen Massenpartei, Shahaitaishuto, wurde in seiner Wohnung von vier bisher unbekannten Perso- nen, vermutlich aus politischen Hintergründen, überfallen und schwer verletzt. Prinz Karneval als Wirtschastsmotor. Ein Rückblick auf die deutsche Faschingszeit. Vieh und Fleisch. Ein Ueberblicf über die Großviehhaltung ergibt für das Jahr 1937 gegenüber 1936 eine b e • trächtliche Zunahme des Rindviehs, besonders der Milchkühe. Bei Schweinen und Kleinvieh ist ein kleiner Rückgang zu verzeichnen. Rindvieh gab es 20,47 Millionen Stück, davon waren 10,20 Millionen Milchkühe = 80 000 mehr als im Vorjahre. Die Zahl der Schweine beträgt 23,81 Millionen Stück, der Pferde 3,43 Millionen (um 20 000 mehr als im Vorjahr), die der Schafe 4,68 Millionen, der Ziegen 2,62 Millionen, der Hühner 85,50 Millionen, der Gänse 5,46 Millionen und der Enten 2,41 Millionen Stück. Damit hat der Rindoiehbestand den größten Umfang in der Nachkriegszeit erreicht. Bedeutsam ist auch der weitere Aufbau der deutschen Schafzucht, wo ein Mehrbestand von 343 000 Stück festgestellt werden konnte. Es ist ausgerechnet worden, daß der Nahrungsbedarf der deutschen Bevölkerung rund 68 Billionen Kalorien beträgt; davon fallen % auf pflanzliche und Va auf tierische Erzeugnisse. Dem Wert nach kommen auf die Viehwirtschaft 60 v. H. der landwirtschaftlichen Erzeugung in Deutschland. Der F l e i s ch v e r z e h r ist in den letzten Jahren beträchtlich gestiegen. 1932 hat der Verbrauch von Fleisch 2,7 Millionen Tonnen betragen (auch 1929 war er nur geringfügig höher), 1937 dagegen 3,1 Mill. Tonnen. Je Kopf macht das 46,3 Kilogramm aus, wobei auch die höchsten Ziffern der Vorkriegszeit übertroffen find. Beim Fleischverbrauch steht )as Schweinefleisch mit rund 1,8 Millionen Tonnen an der Spitze, dann folgen Rind- und Kalbfleisch und schließlich Schaffleisch. Zum Vergleich sei darauf hingewiesen, daß im vorigen Jahr 3 970 000 Tonnen Weizenmehl und 3,8 Millionen Tonnen Roggenmehl verbraucht worden sind. Der Verzehr an Kartoffeln hat 11,5 Millionen Tonnen betragen. Aus dem verstärkten Fleischgenuß kann man auf die- gestiegene Lebenshaltung des deutschen Volkes schließen. Bei dieser Sachlage wird es klar, wie ungeheuer groß die Werte sind, die die deutsche Viehwirtschaft zu betreuen hat. Der Einbruch der Maul- und Klauenseuche aus Westeuropa in die westlichen Randgebiete des Reiches unterstreicht die Notwendigkeit eines verstärkten Seuchenschutzes. Gerade auf diesem Gebiet hat die deutsche Wissenschaft bedeutende Erfolge aufzuweisen. Wenn es trotzdem noch nicht gelungen ist, die Seuche zu ersticken, so wird das von sachverständiger Seite z. T. darauf zurückgeführt, daß die Seuche hauptsächlich Tierbestände befallen hat, die infolge der Seuchenfreiheit der letzten Jahre noch niemals mit dem Krankheitserreger in Berührung gekommen sind und darum als hochemp- findttch gelten. Im allgemeinen kann jedoch festge- stellt werden, daß die Seuche in Deutschland bisher keinen ausgesprochen bösartigen Verlauf genommen hat, so daß ein verhältnismäßig geringfügiger Ausfall an Tieren eingetreten ist. Aus aller Wett. Irauerfder für Reichsamtsleiter Dr. Adolf Wagner. Mit einer schlichten Trauerfeier nahm die Deutsche Arbeitsfront von dem aus erfolgreichem Schaffen gerissenen Reichsamtsleiter Dr. Adolf Wagner Abschied. Der Rektor der Wirtschaftshochschule Berlin, Prof. Dr. Wiskemann, widmete zugleich im Namen des Rektors der Friedrich-Wilhelm-Universität dem entschlafenen Dozenten Worte des Gedenkens. In herzlichen Worten verabschiedete sich auch Reichsorganisationsleiter Dr. Ley von dem selbstlosen Kämpfer, dem treuen, schlichten und uneigennützigen Kameraden und dem unermüdlichen Arbeiter am Aufbau des neuen Deutschlands. Die Beisetzung erfolgt in Marburg. 30 Gespräche auf einer Fernleitung. In dem Fernsehkabel Berlin—Leipzig wurde eine Einrichtung in Dienst gestellt, die es ermöglicht, auf der gleichen Leitung, die für den Fernseh - sprechdienst zwischen Berlin und Leipzig benutzt wird, zusätzlich noch 30 Ferngespräche au führen. Damit ist erstmalig in der Welt ein Verfahren dem öffentlichen Dienst zugeführt worden, an dem in den Fernmeldelaboratorien aller Länder seit längerer Zeit gearbeitet wird. Der Vorsprung, den die deutsche Fernmeldetechnik damit errungen hat, ist der Arbeit der Deutschen Reichspost und der Siemens und Halske AG. zu verdanken. 30 Gespräche auf der gleichen Leitung stellen nur den Anfang einer Entwicklung dar, da sich das System bis zu 200 Gesprächen ausbauen läßt. Die Vermehrung der Fernsprechwege zwischen Berlin und Leipzig kommt bereits den Besuchern der diesjährigen Leipziger Frühjahrsmesse zugute. Das Verfahren der Dielfachausnutzung der Leitungen setzt den Bedarf an devisenzehrenden Rohstoffen (Kupfer, Blei usw.), der sonst für neue Fernsprechleitungen aufzuwenden wäre, ganz wesentlich herab. Das ist eine der Aufgaben, die sich die Deutsche Reichspost im Rahmen des Dierjahresplanes gestellt hat. 5rod Bauernhöfe eingeäfchert. Im Kreise Hadersleben brachen zwei Großfeuer aus, die großen Schaden anrichteten. Im Westen des Kreises brannte der umfangreiche Besitz des Bauern Lund in Geeftrup bis auf das Wohngebäude völlig nieder. Den Flammen fielen 40 Rinder, 50 Schweine und 7 Pferde zum Opfer, während es gelang, 45 Rinder und einige Pferde zu retten. Außerdem wurden sämtliche Getreidevor- räte und landwirtschaftliche Maschinen vernichtet. Fast zur gleichen Zeit brach auf dem Besitz des Bauern Kroog in Hoirupp Feuer aus. das den Hof zum größten Teil einäscherte. Der Brand soll durch Kinder entstanden sein, die mit Streichhölzern spielten. Spielende Kinder verursachten einen Riesenbrand. Spielende Kinder haben in der Nähe der österreichischen Stadt St. Pötten einen Riesenbrand verursacht. Mehrere Bauerngehöfte, zahlreiche Wirtschaftsgebäude, große Mengen von Vieh wurden ein Opfer der Flammen. Ein vierjähriges Kind, das nicht mehr rechtzeittg aus einem brennenden Gebäude gebracht werden konnte, fand den Tod. Verhängnisvolles Spiel mit dem Spirituskocher. In Jdar-Oberstein spielte ein sechsjähriges Mädchen mit einem Spirituskocher. Als es ohne Aufsicht war, gelang es ihm, den Kocher anzuzünden. Dabei gerieten feine Kleider in Brand; es erlitt so schwere Brandwunden, daß es ins Krankenhaus gebracht werden mußte. Wenige Stunden nach der Einlieferung ist das Kind an den Folgen der schweren Verbrennungen gestorben. Brandunglück In Obedtolletu Die Hansverarbeitungsfabrik in Tresigallo bei Ferrara ist durch einen Brand völlig zerstört worden. Das Feuer brach während des Schichtwechsels der Belegschaft aus und griff mit ungeheuerer Geschwindigkeit auf das ganze Gebäudg über. In kaum mehr als einer halben Stunde war von den sechs Arbeitshallen nur noch ein rauchender Trümmerhaufen übrig. Sämtliche Vorräte und Maschinenanlagen sowie die chemischen Abteilungen wurden ein Raub der Flammen. Der Schaden wird auf über sieben Millionen Lire geschätzt. Die Fabrik war erst vor kurzem mit einem Kostenaufwand von drei Millionen Lire errichtet worden. Durch das Brandunglück sind über 200 Familien arbeitslos geworden. Der „reizende junge Mann“ Im Luxuszug. Ein Verbrechen, wie es manchmal in schlechten Romanen geschildert wird, ereignete sich in dem Luxuszug, der zwischen Galatz und Bukarest verkehrt. In einem Abteil 1. Klasse saß die Frau eines reichen rumänischen Industriellen, ihr gegenüber ein junger Mann. Mit gewinnenden Umgangsformen, wie sich nach einem kurzen Gespräch ergab. Der gewinnende junge Mann bot der Dame eine Zigarette aus dem silbernen Etui an. Sie nahm sich eine, um kurze Zeit danach in tiefen Schlaf zu versinken. Als sie auf dem Bukarester Haupibahnhof aufwachte, war der junge Mann weg, mit ihm leider auch die Handtasche der Dame, in der sich Schmucksachen im Werte von 4 Millionen Sei (100 000 Mark) befanden. Zahlreiche Todesopfer der Ueberschwemmungskalasfrophe in Kalifornien. Infolge der anhaltenden Wolkenbrüche sind zahlreiche Flüsse in Südkali'ornien weiter gestiegen. Der von der H o ch w a s s e r k a t a st r o p h e an- gerichtete Sachschaden wird bereits auf fünf Millionen Dollar geschätzt. Zahlreiche Städte, darunter Los Angeles, sind nur durch Flugzeuge und Boote zu erreichen. Stündlich wächst die Zahl der Obdachlosen. Es gelang, zahlreiche dem Ertrinken nahe Flüchtlinge von Hausdächern und Bäumen zu retten. Die Zahl der Toten und Vermißten des überfluteten Gebietes wird mit 124 angegeben. Bisher wurden 57 Leichen geborgen. Infolge eines Brückeneinsturzes m der Nähe des Badeortes Long Beach wurden 45 Personen in den Pazifischen Ozean gespült. In der Nähe von Los Angeles , gelang es 15' Automobilisten nicht mehr, sich zu retten; sie ertranken. Zeppelinhalle mit 800000 Eisenteilen. Das Neueste vom Weltflughafen „Mein Main". — Auch LZ 130 vor der Vollendung. - D:e verbesserte Innenausstattung. Wer die Autobahn Frankfurt—Darmstadt befährt, der sieht in weiter Ferne am Horizont filigranartig wie eine Strichzeichnung das Eisenskelett der neuen Zeppelinhalle in den Himmel ragen. Sie geht langsam chrer Vollendung entgegen. Von den 25 Bindern, aus denen sie besteht, sind bereits 23 aufgerichtet, die beiden noch fehlenden werden schon montiert und bald den Rohbau der Hallenkonstruktion vollenden. Die neue Halle wird mit ihren 300 Meter 25 Meter länger als die alte werden. Die Höhe, bleibt mit 60 Meter die gleiche. Während die alte Halle mit Eternitplatten ausgelegt war, wird die neue Halle ein reiner Backsteinbau. Das Stahlgerippe wird bis zur Dachtraufe in einer Höhe von 37,5 Meter mit Ziegelsteinen aus- gemauert. Das Dach wird mit Holz und Dachpappe belegt, für den begehbaren Teil des Daches wird Bimsbeton verwandt. Ziegelsteine und Holz wurden vor allem deshalb gewählt, um das Halleninnere im Winter gegen Kälte zu schützen und eine gleichbleibende Temperatur zu gewährleisten. Aus dem gleichen Grunde wird auch der Betonfußboden zum großen Teil mit Holz abgedeckt. Das nach der alten Halle gerichtete Tor wird seitlich wie ein Flügel geöffnet, während das andere Tor wie bisher zu beiden Seiten ausgefahren wird. Das Ziegelsteinmauerwerk erhält einen grauweißen Verputz. Die neue Halle liegt etwa 500 m südlich von der alten entfernt in einem Winkel von 60 Grad zu ihr. Aus dem Schnittpunkt der Achsen der beiden Hallen wird die drehbare Halle errichtet werden, die in der Hauptsache als Schleuse Verwendung finden soll. Außer dieser drehbaren Halle sind noch zwei weitere Hallen geplant. Die oberste Bauleitung liegt in den Händen von Ministerialrat Prof. Knapp von der Technischen Hochschule in Darmstadt. Die riesengroßen Wandflächen der neuen Halle werden durch 24 Fenster auf jeder Seite zergliedert, von denen jedes Fenster 3 Meter breit und 18 Meter hoch ist. Für das Eisenskelett der neuen Halle werden insgesamt 3200 Tonnen Eisen verarbeitet. Für die Heranbringung dieser Eisenmengen wurde ein besonderes Anschlußgleis von 4,5 Kilometer Länge gelegt. Zum Bau der Halle wurden insgesamt 8000 verschiedene Eisen-Dispositionen benötigt. Rechnet man Die Disposition mit 100 Einzelteilen, so dürfte die neue Halle aus 800 000 Eisenteilen bestehen. Das erste Eisenstück wurde am 8. Oktober 1937 aufgerichtet, am 15. April soll, sofern ungünstige Witterung nicht eine Verzögerung der Arbeiten herbeiführt, die neue Halle nach siebenmonatiger Bauzeit fertiggestellt sein. Die Bauführung an der Baustelle liegt in den Händen der Firma Seibert, Saarbrücken, die mit dieser neuen Halle ihre 21. Luftschiffhalle baut. Südlich des Hallenneubaues wird die H e l i u m - R e H e n e- rierungsanlaqe Platz finden. Außerdem wird noch ein Helium Gasbehälter und ein Hochdrucklager für Helium auf dem Flughafen erbaut werden. Der Flughafen selbst wird bedeutend erweitert und umfaßt jetzt 500 Hektar. Große Flächen Wald mußten für die Erweiterung abgeholzt werden. Der Zeppelin-Weltslughafen „Rhein-Main" hat nach dem neuen Streckenplan Der Lufthansa nach Berlin-Tempelhof die meisten planmäßigen Flugverbindungen aller deutschen Flugplätze. * Während über 200 Arbeiter die letzten Eisentelle der Hallenkonstruktion hämmern und nieten, Das Mauerwerk Der Hallenwände aufführen oDer Das Dach mit Holz bedecken, geht in Friedrichshafen LZ 130 ebenfalls feiner Vollendung entgegen. Schon ist das erste Helium eingetroffen, die ersten Versuche werden bereits in Der Ballon- Abteilung in Tempelhof gemacht, und in Friedrichshafen hat Die Innenausstattung Des Schiffes begonnen. Es ist Das 119. bisher erbaute Luftschiff (11 Entwürfe wurden nicht ausgeführt). Der Schiffskörper, Der nach Den gleichen Plänen wie LZ 129 ausgeführt wird, hat eine Länge von 245 Meter und einen größten Durchmesser von 41,2 Meter. Das Gerippe besteht nach der bewährten Bauweise aus Längsträgern und Ringen, die besonders fest vernietet find. Die Außenhaut des Schiffes besteht wieder aus einem festen Stvffgewebe, Das Durch einen Cellvn-Anstrich wetterfest gemacht ist. Wegen Der etwas geringeren Tragkraft Des Heliums wurden an manchen Stellen des Schiffskörpers konstruktiv unwesentliche Erleichterungen porgenommen und die Fahrgasträume in anderer Weise ausgebaut. Das neue Luftschiff erhält 20 Kabinen für 4 0 Passagiere. Die Schlafkabinen sind mit warmem und kaltem fließenden Wasser ausgestattet. Neuartig ist, daß ein großer Teil der Kabinen zum erstenmal durch Außenfenster direktes Tageslicht erhält. Einige Luxuskabinen haben außerdem noch große Aussichtsfenster. Nach einem Plan der Zepvelin-Reederei sollen Die Kabinen nach Deutschen Städten benannt werden. Auf der Tür der einzelnen Kabine wird dann eine Ber- kehrsspinne angebracht, in Deren Mittelpunkt Die betreffende Stadt liegt, nach Der Die Kabine benannt ist. Der Speisesaal hat eine hübsche kleine Balustrade erhalten, Der Rauchsalon rourDe mit Der Bar vereinigt und hat kleine bewegliche Tische bekommen/ Da das ganze Schiff stufenförmig gebaut ist, liegt der Speisesaal etwas erhöht in Der Mitte zwischen Den anderen Tagesräumen. Die Schiffsbesatzung wohnt in Kabinen, die längs des Kiellaufganges angeorDnet sind. Hier stehen Der Besatzung auch zwei behaglich eingerichtete Messeräume zur Verfügung. Im Kiellaufgang befinDen sich auch Die Post- und Frachträume. Im Laufgang sind ferner Die Behälter für Betriebsstoff, Oel, Nutz- und Ballastwasser, Vorräte, Ersatzteile und Werkzeuge untergebracht. 3um Antrieb des Schiffes werden 4 Daimler- Benz-Dieselmotoren von je 800 PS Dauer» leifiung Dienen. Die Motoren werden in vier paarweise an den Schiffssetten aufgehängten Gondeln so angeordnet, daß sie gut gelüstet und leicht über» wacht werden können. Kleinere Störungen können jederzeit während der Fahrt behoben werden. Für die Erzeugung des für Beleuchtung, Telegraphie usw. notwendigen Stromes sind Zwei kleinere Diesel» motoren im Schiffskörper untergebracht. Die Auspuffwärme dieser Motoren wird zur Beheizung des Kochherdes und der Fahrgasträume benutzt. Mit dem F a h r t b e g i n n ist im Sommer 1938 zu rechnen. Geplant sind 10 bis 15 Fahrten während des Sommers von Frankfurt nach Lakehurst. Das neue Schiff wird an Ausstattung der Kabinen und Fahrgasträume hinter dem alten nicht zurückstehen, sondern es vielmehr übertreffen. Die Entwürfe, von Künstlerhand an gefertigt, sind eine Arbeit der Frankfurter Städelschule. Adolph Meuer. Weiierb^ki^i Das westeuropäische Hochdruckgebiet hat sich oft- und nordwärts entwickelt und damit seinen Einfluß auf unser Wetter noch verstärkt. Vor allem hat sich Dabei in der Höhe starke Erwärmung eingestellt, so daß der Wetterflieger am Freitag die Null-Grad-- Grenze erst in 2900 Meter Höhe erreichte und Zwischen 500 und 1200 Meter Temperaturen von plus 10 Grad antraf. Ein nennenswertes Eingreifen von Tiefdruckftörungen auf unser Wetter ist vorerst unwahrscheinlich, trotzdem außerordentlich lebhafte Wirbeltätigkeit über Nordeuropa hinwegführt. Aussichten für Samstag: Morgens vielfach dunstia, sonst heiter und bewölkt, trocken, mittags ziemlich mild, nachts leichte Frostgefahr, Winde uni West. Aussichten für Sonntag: 2m wesentlichen noch freundliches Wetter. Lufttemperaturen am 3. März: mittags 11,9 Grad, abends 7,2 Grad; am 4. März: morgens —1,6 Grad. Maximum 13,7 Grad, Minimum heute nacht —2 Grad. Hauptschriftletter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschristleiters: Ernst Blum» schein. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr Fr W. Lange: für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigen» (eiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt Der Anzeigen: TheoDor Kümmel. D. A. I. 38: 11000. Druck und Verlag: Brühlsche Universitätsdruckerei R. Lange, K-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugs» preis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufs, preis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. ' Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vom 1. September 1937 gültig. Treibriemen. Haben Sie schon mein grobes Lager in O Ein Besuch lohnt sich bestimmt! vorm. Frensdorf 1388 A Gießen, den 4. Marz 1938. 0958 |Vermietungen! MiWNl)ID. . n, Nähe Gießens z-äiiDiiet Reich geschnitzte Renaissance-Herren- u. Speisezimmer w Schatz! Ich benötige so Möbel-Koos 1. Stock 1382 A Das grobe deutsche Fachgeschäft für Herren- und Knabenkleidung Kautsche, Sessel, Ledersessel. Klubgaroiiuren, Bücherschränke, Flurgarderoben, Auszugtische. Stühle, Klubtische. 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