Rr.29 Erstes Blatt 188. Jahrgang Keitag, 4- Zebruar 1938 Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vruL und Verlag: vrühlsche Univerfitütrdruckerei R. Lange in Liehen. Schriftleitvng und SeschSftrftelle: Schulftrahe 7 tr|d)etnt tüg llch, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild • DieScholle monats*Be5ug$pret$: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte e 1.80 Zustellgebühr e -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt .^ernsprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnach» richten Anzeiger Siesten poftfchecttonto: Zrantfurt am Main 11688 Annahme von Anzeigen Mr die Mittagsnummer vis8'/,Uhr des Dormittags Grundpreise für I mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf.. für Text- anzeigen von 70mm Breite b0 Rpf..Platzvorschrift nach oorh.Dereinbg.25"/, mehr. Lrmätzigte Grundpreise: Stellen:, Vereins», gemein* nützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf., Familienanzeigen, Bäder», Unterrichts- u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B Wie siebtes in derWirtfchastaus? Die Frage des N u tz f a h r z e u g e i n s a tz e s stand verschiedentlich im Blickpunkt der Oeffentlich- feit da die neuzeitliche Wirtschaft ohne den Groß- kraftwagen nicht mehr auskommen kann. Es ist sogar mit der fortschreitenden Fertigstellung des Reichsautobahnnetzes nicht vermessen, zu behaupten, daß der Großkraftwagen ähnliche Umwälzungen der Wirtschaft zur Folge haben wird, wie um die Mitte des 19. Jahrhunderts die Ausbreitung der Eisenbahn. So veröffentlichte kürzlich das Institut für Konjunkturforschung eine vergleichende Untersuchung über die Verwendung von Lastkraftwagen i n Deutschland und Großbritannien, die im Auftrage des Reichesverkehrsministeriums bearbeitet wurde. Es ergibt sich dabei, daß England Deutschland im Einsatz der Nutzfahrtzeuge außer» ordentlich überlegen ist und daß in Deutschland dem Lastkraftwagen noch ein großer unausgenutzter Lebensraum zur Verfügung steht. Auf je 1000 Erwerbstätige waren 1937 in England fast 30, in Deutschland nur fast 17 Lastkraftwagen im Verkehr, allerdings muß hierbei berücksichtigt werden, daß die räumlichen Verhältnisse, d. h. die Dichte der Bevölkerung, die räumliche Konzentration der Wirtschaft ebenso wie die Jnsellage des Landes die Lastkraftwagenverwendung in Großbritannien begünstigen. Die Untersuchung kommt zu dem Ergebnis, daß in England mehr als doppelt soviel Lastkraftwagen transportgewerblich, d. h. gegen Entgelt für Dritte, eingesetzt sind wie in Deutschland, während die Zahl der im Werkverkehr stehenden Fahrzeuge dort um ein Drittel höher liegt als in Deutschland. Der Schluß liegt darin, daß in Deutschland eine Politik, die auf den verstärkten Einsatz von Lastkraftwagen gerichtet ist, dort ansetzen wird, wo die Entwicklung verhältnismäßig am meisten zurückgeblieben ist, also im Bereich des g e w e r b l i ch e n Lastkraftwagens. Der Reichsverkehrsminister hat daher auch schon Sondermaßnahmen zur Förderung des Güterfernverkehrs mit Lastkraftwagen getroffen. Dieses Sofort-Proaramm muß bis 3um 1. Juli 1938 durchgeführt sein. Weitere Maßnahmen zur vermehrten Verwendung von Lastkraftwagen im gewerblichen Nahverkehr und im Werkverkehr werden noch vorbereitet. Zweck des Sofort-Prograrnmes ist höchste Ausnutzung des verfügbaren Laderaumes von Last- fraftwa-gen und ferner eine kräftige Anregung zur Anschaffung neuer Lastkraftwagen. In diesem Sinne wird z. B. bestimmt, daß im Gegensatz zu den bisherigen Bestimmungen jedes beliebige Gewerbe von derselben Person betrieben werden kann, die sich auch im Güterfernverkehr betätigt. Sonderbestimmungen bestehen nur für den gleichzeitigen Betrieb eines Speditionsunternehmens und eines Güterfernbetriebes. Die näheren Bestimmungen veröffentlicht das Reichsverkehrsblatt. * Eine wichtige Aufgabe des Vierjahresplanes ist die Sicherstellung der Versorgung mit Mineralölen. Alle Zweige der deutschen Wirtschaft benötigen Kraft- und Schmierstoffe. Die Einfuhrmenge, die 1936 noch über 50 v. H. des Gesamtbedarfes betrug, muß nach den kürzlich gemachten Ausführungen von Oberst Löb, dem Chef des Amtes für Roh- und Werkstoffe, weiter verringert werden. Dabei ist auch die künftige Steigerung des Verbrauches zu berücksichtigen, die sich aus der voraussichtlichen Entwicklung des KrOftfahrzeug- bestandes, aus der Anzahl der Dieselfahrzeuge im Verhältnis zu den mit Vergasermotoren betriebenen Fahrzeugen und aus dem Wachsen der Reichsautobahnen ergibt. Es ist selbstverständlich, daß die Ansprüche, die der Verbraucher in bezug auf Qualität und Preisbildung stellt, auch in Zukunft befriedigt werden. Die deutsche Kraftstoffversorgung — so faßte Oberst Löb das Ergebnis der Planung zusammen — ist auf Grund der deutschen Bodenschätze und dank der von der deutschen chemischen Industrie gemeinsam mit der Bergbauindustrie geschaffenen und entwickelten Verfahren auf einheimi- jcher Grundlage sicherzustellen. Dies gilt auch für die steigende Bedarfsentwicklung kommender 3n den Weg zu legen. Goga fuhr fort, er habe die Ueberzeugung, daß die Volksgemeinschaft der Deutschen in Rumänien unter Führung von Fritz Fabritius mit Eifer und Hingabe über die nationalen wirtschaftlichen und kulturellen Belange der deutschen Mitbürger in Rumänien wache. Deshalb betrachte die Regierung die Volksgemeinschaft auch als die allein berechtigte Vertretung des deutschen Volkes in Rumänien, die ihre aufbauende Tätigkeit in aufrichtiger Zusammenarbeit mit der rumänischen Nation zum j Nutzen des gemeinsamen Vaterlandes weiterführe. Damit ist zum ersten Male im rumänischen Staat das Deutschtum als geschlossene Dolkskörp erschaff mit besonderen Eigen» rechten anerkannt worden. Rumänisch-orthovoxe Kirche schränkt die Zudentaufen e n. Bukarest, 3. Febr. (DNB.) Das Patriarchat der rumänisch-orthodoxen Kirche hat eine Anweisung erteilt, der „Taufbewegung" unter den Juden entgegenzuwirken. Den Priestern wird es zur Pflicht gemacht, die Täuflinge darauf zu prüfen, ob sie aus „Eigennutz" oder aus „Ueberzeugung" zum Christentum übertreten, und sie im ersten Falle nicht zu taufen. Es wirb weiter untersagt, Juden in die orthodoxe Kirche aufzunehmen, die nicht rumänische Staatsbürger sind. Priester, die hiergegen verstoßen, werden mit Amtsenthebung bestraft werden. Vorjahr 202 Mill, cbm) abgegeben wurden. Da die Thyssenschen Gas- und Wasserwerke G.m. b.H. im verflossenen Jahre ebenfalls erstmalig die Milliardengrenze ihres Absatzes überschritten haben, haben beide Gesellschaften zusammen im Jahre 1937 mehr als 3,4 Mrd. cbm (im Vorjahre 3 Mrd.) abgesetzt. * Der I n l a n b e i s e n m a r k t hatte auch im De» zsmber einen unvermindert starken Bedarf aufzuweisen. Trotz der großen Auslieferung der Werke hat sich die Marktlage nicht bei allen Erzeugnissen weiter entspannen können. Besonders bei Stabstahl, Grob- und Mittelblechen war die Lage infolge der starken Anforderungen im Rahmen des Vierjahres- planes unverändert. Der Erlaß des Generalbevollmächtigten für die Eisen- und Stahlbewirtschaftung über die bevorzugte Belieferung der Handlerlager brachte große Bestellungen des Handels. Aus dem Auslandeisenmarkt dauerte die Stockung des Auftragseingangs im großen und ganzen noch an Em weiterer Rückgang zur Mitte des Monats durfte wohl jahreszeitlich bedingt sein und mit den Weih- nachts eiertagyn zusammenhangen. Der Kohlen» ab atz mar weiterhin recht befriedigend, wenn auch im allgemeinen eine ruyigere Abwicklung der Aufträge erfolgte. Im allgemeinen zeigt es sich, daß die Vorratseindeckung der Händler und Derbraucherschaft ganz besonders reichlich mar, so daß mit einer ernstlichen Verknappung auch bet anhaltender Kälte vorläufig nicht gerechnet zuwerden braucht. Die Lage im Erzgeschäft blieb ruhig. Die Ablieferungen wurden nach Maßgabe der Vertrage durchgeführt. . Der Ertrag der Tabaksteuer hat sich von rund 660 Millionen Mark 'M Jahre 1936 aus 713 Millionen Mark im Jahre ^7 gehoben. Man schätzt, daß das Reich von dem Umsatz im Tabakhandel etwa die Hälfte in der Form von Tabakzoll und Tabaksteuer vereinnahmt. Raucher sind also erwünschte zusätzliche ©teuerfrager Die 3 ga • re'tten in der Preislage von 2V2 und 3 /.-» gsrennig beherrschen noch etwa 70 v. H. des Gesamtabsatzes. Infolge der Preissenkung für bessere Zigaretten von Ä SftfS S artikel für Herren gewählt zu werden. In der Zigarrenindustrie beherrscht die Kleinzigarre und die billige Preisklasse bis zu 10 Pfennig vier Fünftel des Gesamtabsatzes. ♦ In den letzten Jahren hat. sich unsere Landwirtschaft in verstärktem Maße wieder dem Anbau von Gespin st pflanzen zugewandt, um auch hier unsere Rohstoffgrundlage verbreitern zu helfen. Dieses Vorgehen hat außerordentliche Erfolge gezeitigt; denn während wir in den Jahren vor der Machtübernahme kaum Flachs oder Hanf anbauten, wirb unsere Flachsfasergewinnung nunmehr nur noch von Rußland und Polen, den Hauptanbauländern, übertroffen. Mit der Flachsernte des vergangenen Jahres konnte der Bedarf unserer Leinenindustrie beispielsweise zu 80 v. H. sichergestellt werden. Die Anbaufläche für Flachs ist — es klingt beinahe unglaublich — im Lande Braunschweig zum Beispiel in den Jahren von 1933 bis 1937 von 3 auf 515 Hektar angewachsen. Wo sich zudem der Anbau von Hanf betreiben ließ, wurde er aufgenommen. Und, obgleich die natürlichen Verhältnisse für diese Pflanze in diesem Gebiet nicht besonders günstig liegen, konnte sie eine Anbauerhöhung von einem Hektar auf 34 Hektar erfahren. Dor einem Jahre — die meisten Hausftauen werben es schon vergessen haben — ging der Ruf durch die 'deutschen Lande: „Eßt Sauerfrau t!" Die Ernte von 1936 war sehr gut gewesen, und so standen damals, Anfang 1937, 70 Millionen Kilogramm Sauerkraut zur Verfügung. Und: E^ wurde geschafft. Gegen Masse hilft nür Masse und Heer, Arbeitsdienst, WHW. und schließlich die vielen Betriebs-Speiseanstalten geben erstaunliche Möglichkeiten, reichliche Ernten zu verwerten. Im Herbst 1937 haben wir binnen knappen acht Wochen mit der fast überreichlichen württembergischen Koch- äpf elernte aufgeräumt. Jetzt geht es darum, ziemlich hohe Bestände von Daueräpfeln noch bem Verbrauch zuzuführen. Es hat natürlich auch seine Reize, möglichst. viele Früchte zur Auswahl zu haben, aber bei aller Würdigung des Wunsches nach Abwechslung wirb doch mancher Städter jetzt erst erkennen, daß unser deutsches Klima ganz ausgezeichnete und hochwertige Winteräpfel liefert und daß das Obst um diese Zeit nicht unbedingt aus bem Auslande bezogen werden muß. Die Handelsbilanzen der europäischen Länder des, Vorjahres lassen insofern gegenüber 1936 keinen Vergleich zu, als die ehemaligen Goldblockländer eine Währungsabwertung vorgenommen haben, die das ganze Zahlensystem in Verwirrung brachte. Auch die Mengenbeträge der Ein- und Ausfuhr ergeben kein einwandfreies Bild, da mit b^r. Aenderung der Währung auch Veränderungen in den einzelnen Warenoerhältnissen eingetreten sind. Es läßt sich nur soviel sagen, daß mit Ausnahme der Tschechoslowakei, die erhöhte Handelspassivität über die Abwertungssätze hinausgegangen ist. Dagegen haben im vergangenen Jahre die Länder mit stabil gebliebener Währung eine Ausweitung ihres Warenhandels zu verzeichnen. So hat Deutschland gegenüber 1936 seine Ausfuhr um 24, seine Einfuhr um 30 v. H. steigern können. England um 18 bzw. 21 v. H., Schweden um 33 bzw. 29 v. H. und Dänemark um 16 bzw. 14 v H. Der deutsche Ausfuhrüberschuß betrug im Jahre 1937 443 Millionen RM. gegen 550 Mill. RM. im Vorjahre. Es kommt aber nicht allein auf den Ueberschuß, sondern auch auf den tatsächlichen Umfang des Außenhandels an, und da ergibt sich die wichtige Tatsache, daß der Gesamtwert unserer Ausfuhr von etwa 4,8 auf 5,9 Milliarden RM. von 1936 bis 1937 gestiegen ist. Es ist also tüchtig gearbeitet worben. Diese Ausfuhrsteigerung erlaubte auch eine Erhöhung der Einfuhr von rund 4,2 auf 5,5 Milliarden RM.. Die meisten europäischen Industriestaaten haben dagegen einen zum Teil sehr erheblichen Ausfuhr unter schuß, z. B. England mit etwa 5 ober Frankreich mit 1,2 Milliarden RM. Sie bezahlen diesen Fehlbettag mit ihren lieber» schlissen aus Kapitalanlagen, Schiffsfrachten, aus dem Ertrage ihrer Börsenprovisionen, sofern sie über Weltmärkte verfügen, und ähnlichen Einkünften. Sogar Italien und Oesterreich führen weitaus mehr ein, als sie ausführen. Diese Länder bezahlen ihre Fehlbettäge im Außenhandel mit den Einnahmen aus dem Reiseverkehr und zum Teil auch mit Spargeldern ihrer Auswanderer. Für Deutschland war der W e ch s e l der Bezugsländer, zu dem wir zum Teil aus handelspolitischen und Devisengründen gezwungen waren, bezeichnend. Wir haben im vorigen Jahr gegenüber 1936 einen größeren Anteil von ernährungswirtschaftlicher Einfuhr zu verzeichnen, und die Ausfuhr Deutschlands würbe in verstärktem Maße in die Lieferantenländer gelenkt. Nach wie 3 inb nb en •f» n *n, en rb □ie on ich ?n, ib- im um r • its» des es» ü r eilt erg ien >ch- au» )cn er rbe ärz 933 ien. ier» hen irt \ Ar. : Ab» um ien. tigt, ben 1. «J* 1 eck» als» f be» Hen im ' llen sie ;*i An» s rach 1 ers, fest- fön« (iben : iber i eoße st. he r» en n, uf i» ich I. ölke- I- ittag nts si stabt iajor |)ber« will» ihre s-rzen Inter die iben, ;über der • renb n. ü n» orps die ein .Lau» den >ehr» n e r Es- vor stehen die Industrieländer in, lebhaftem Kampf um die Absatzgebiete. Neuraths Geburtstag. Auszeichnungen und Glückwünsche. Berlin. 3. Febr. (DNB.) Der Führer hat dem Reichsminister des Auswärtigen, Freiherrn von Neurath, am Mittwoch als E r ft e m das goldene Treudien ft - Ehrenabzeichen für vierzigjährige Dienstzeit verliehen, das am fünften Jahrestage der Machtübernahme gestiftet worden ist. Die Stadt Stuttgart hat dem Reichsaußenininister, einem Sohn der schwäbischen Heimat, das Ehrenbürgerrecht der Stadt der Ausländsdeutschen verliehen. Der König von Schweden hat bei seinem Berliner Aufenthalt dem Reichsminister des Auswärtigen persönlich seine Glückwünsche ausgesprochen und ihm sein Bild in silbernem Rahmen überreicht. Außerdem hat der Minister zahlreiche telegraphische Glückwünsche von fremden Staatsoberhäuptern, Regierungschefs und Außenministern erhalten, darunter von König Boris von Bulgarien, vom italienischen Regierungschef Mussolini, vom bulgarischen Ministerpräsidenten K j o s- s e i w a n o w , vom italienischen, polnischen, ungarischen, schwedischen, finnischen und dänischen Außenminister und dem österreichischen Staatssekretär des Auswärtigen. Ferner haben bei dem Empfang des Diplomatischen Korps zahlreiche Missionschefs die Glückwünsche ihrer Regierungen und ihrer Außenminister übermittelt. Schließlich sind viele Telegramme von Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens in Deutschland und des Auslandes sowie aus dem großen Freundes- und Bekanntenkreis des Reichsministers eingegangen. Vanzigs Iukunfisaufgaben. Danzig, 3. Febr. (DNB.) Auf einem Appell der Politischen Leiter sprach Gauleiter F o r st e r. Das veränderte Verhältnis Danzig-Polen, die bereinigten Beziehungen zwischen dem Reiche und Polen hätten für die Danziger Politik neue Bedingungen geschaffen. Der Einfluß der Liga auf die Danziger Innen- und Außenpolitik sei aus- geschaltet worden, an die Stelle Genfs sei die für die Danziger Belange ersprießlichere Aussprache zwischen Berlin und Warschau getreten. Die gegenwärtige Lage stellt uns vor zwei Aufgaben: 1. Wir müssen uns eine dauerhafte innere Ordnung schaffen, und zwar nach nationalsozialistischer Ueberlegung und Planung, und 2. die Freie Stadt Danzig muß nach außen hin ihren hundertprozentigen deutschen und nationalso- zialistischen Charakter unmißdeutig Herausstellen. Zur ersten Aufgabe gehört die Verpflichtung, daß wir uns darum sorgen, daß alle Brot und Arbeit haben. Wenn wir uns in Danzig so eingerichtet haben, daß die von uns geforderte innere Ordnung vorhanden ist, werden wir unserer Stadt auch das äußere städte- bauliche Gesicht geben, das dieser Zeit des Aufbaues würdig ist. Ebenso muß durch großzügige Veranstaltungen Danzigs kulturelle Bedeutung in Erscheinung treten. Im übrigen werden wir dafür sorgen, daß auch wir die Lebensformen unserer reichsdeutschen Volksgenossen übernehmen, d. h. wir werden die nationalsozialistische Gesetzgebung nach Maßgabe und Notwendigkeit auch hier in Anwendung bringen. Gowjetspionaqe in England. Konftruktiorrspläne, schwerer Schiffsgefchntze photoaravbiert. London, 3. Febr. (DNB.) Die Londoner Blätter berichten über einen Landesverratsprozeß gegen vier Engländer, die beschuldigt werden, geheime Papiere einer fremden Macht ausgeliefert zu haben. Die fremde Macht ist offenkundig Sowjetrußland, da die Beschuldigten Mitglieder der Vereinigung „Freunde der Sowjetunion" in England waren. Außerdem sind die Agenten der fremden Macht, die die Papiere übernommen hatten oder übernehmen wollten, nach Moskau zurückgekehrt. Die vier Beschuldigten waren in Nüstungssabriken beschäftigt und haben die Dokumente den ausländischen Agenten beschafft, damit sie photographiert werden. Ferner wurden geheime Anweisungen über den Gebrauch von Waffen sowie Pläne, die bei der Konstruktion des neuen englischen 35-Zenti- meter-Geschützes verwendet werden, photographiert. Die Entlarvung der Spione erfolgte durch eine englische Agentin, die im Einverständnis mit der Spionageabwehr des Kriegsministeriums die Stel- lktng einer Sekretärin in der Vereinigung „Freunde der Sowjetunion" übernommen und auf diese Weise das Vertrauen der Angeklagten erworben hotte. So soll es noch gelungen sein, die Photographien der geheimen Papiere sicherzustellen. Oie Hand der GM. Russische Emigranten in Sofia die Opfer einer Höllenmaschine. Sofia, 3. Febr. (DNB.) In der Sofioter Wohnung des aus Sowjetrußland geflüchteten Schriftstellers Iwan Solonewitsch wurde, in einem Paket verpackt, eine Höllenmaschine abgegeben. Beim Oeffnen des Paketes explodierte Die Höllenmaschine, zerriß einen zufällig in der Wohnung anwesenden russischen Emigranten und verwundete die Frau Solonewitschs; sie erlag nach kurzer Zeit ihren schweren Verletzungen. Iwan Solonewitsch selbst blieb unverletzt. Alles spricht dafür, daß Der Anschlag das Werk von GPU.- Agenten ist. Solonewitsch und seine Frau haben nämlich der kommunistischen Wühlarbeit im Ausland mit ihren Werken schweren Abbruch getan, da sie die grauenvollen Zustände in Sowjetrußland wie kaum ein Flüchtling zuvor enthüllen. Das Buch von Solonewitsch „Die Verlorenen — eine Chronik namenlosen Leidens in den Zwangsarbeitslagern Sowjetrußlands" und das Buch von Tamara Solonewitsch „Hinter den Kulissen der Sowjetpropaganda. — Erlebnisse einer sowjetischen Dolmetscherin" sind auch in Deutschland erschienen (Essener Verlagsanstalt in Essen). Sie sind auch im Gießener Anzeiger besprochen-worden. Auch „Dienst ohneWaffe" inOesterreich Wien, 3. Febr. (DNB.) In dem im Frühjahr 1936 erlassenen Bundesdienstpflichtgesetz, das die Wehrhoheit Oesterreichs wiederherstellte' wurde die Bestimmung getroffen, daß die ausge- musterten Männer zum Dienst mit ober ohne Waffen herangezogen werden können. Während bisher nur Einberufungen zum Waffendienst vorgenommen wurden, werden dieses Jahr die als mindertauglich Befundenen zum erstenmal zum Dienst ohne Waffe herangezogen. Sie werden als „W e r k f o l d a t e n" bezeichnet werden unh als technische Spezialisten bei der Truppe, als Schreiber bei den Kommandanturen und in geschlossenen Arbeitsabteilungen Verwendung finden. Die Einberufungen sind bereits erfolgt. Heid)6beamfenfül)rer Neef in Rom. Rom, 3. Febr. (DNB.) Der Presse gab Reichsbeamtenführer Neef, der zu einem offiziellen Besuch in Rom eingetroffen ist, seiner Freude Ausdruck über das große Interesse, das viele italienische Beamte der praktischen Arbeit der deutschen Verwaltungen wie der Organisation und den Selbsthilfeeinrichtungen 'der deutschen Beamtenschaft bereits entgegengebracht hätten. Die deutsche Beamtenschaft besitze in ihren Verwaltungsakademien eine ausgezeichnete Möglichkeit zur Freiwilligenfortbil- düng. Die Wichtigkeit der Verwaltungsakademien werde besonders dadurch verdeutlicht, daß der Führer einen seiner engsten Mitarbeiter, den Neichs- minister und Chef der Reichskanzlei Dr. Lammers, mit der Führung betraut habe. Die italienischen Beamten, die zum Besuch der Verwaltungsakademien eingeladen seien, würden daher dort am besten das Wesen der deutschen Verwaltung stubie- ren können. DiechinesischeFrontzurückverlegt Bor einer Entscheidungsschlacht um den Besitz der Eisenbahn Tientsin—Pu tau. Hankau, 3. Febr. (DNB.) Nach mehrtägigen Kämpfen, die in der Nacht zum 3. Februar in einem schweren Bombardement der chinesischen Stellungen bei Fengjang ihren Höhepunkt erreichten, ist die chinesische Front unter Aufgabe von Pengpu am Donnerstag früh auf die den Hwai- Fluß verbindende Seenkette zurückverlegt worden. Die Japaner sind damit vor den stark ausgebauten und durch natürliche Hindernisse verstärkten chinesischen Haupt ft ellungen angelangt. Von der Widerstandskraft dieser chinesischen Front hängt das Schicksal des noch in chinesischen Händen befindlichen Abschnittes der Eisenbahnverbindung Tientsin — Pukau sowie des Ostabschnittes der Lun gh a i-Bahn ab. Auf beiden Seiten sind neue Divisionen in den Kampf geworfen worden. Die „Daily Mail" meldet aus Hongkong, daß Tausende von Einwohnern Kantons panikartig aus der Stadt flüchteten, um einem japanischen Vorstoß auszuweichen. Für ein Lustknegsabkommen. England kommt auf den Vorschlag des Führers zurück. London, 3. Febr. (DNB.) Im Unterhaus beantragte der Labour-Abgeordnete George Jones, die Bombenabwürfe auf die Zivilbevölkerung zum Gegenstand eines internationalen Abkommens zu machen. Sir Henry Page- (Trofft (konservativ) lenkte die Aufmerksamkeit auf die Valencia-Leute. Er glaube, daß die Mehrzahl der auf sowjetspanischer Seite verwandten Bomber aus Sowjetrußland stammten. Es sei nicht gerecht, immer wieder die Luftbombarde- ments den bösen Italienern und Deutschen zuzuschieben. Es sei tief bedauerlich, daß eine große Anzahl Unterhausmitglieder sich neuerlich habe nach Sowjetspanien locken lassen, um dort ihre Sympathien für eine Seite an den Tag zu legen, während England sich zur Nichteinmifthung verpflichtet habe. Eden gab dann dem Unterhaus bekannt, daß die englische Regierung bereits eine Prüfung des Problems der Entwicklung des Luftkrieges, besonders im Zusammenhang mit der Bombardierung der Zivilbevölkerung, vornehme. Sie werde mit der Absicht durchgeführt, diese Frage bei anderen Mächten wieder anzuschneiden. Das Ziel der britischen Regierung sei dabei der Abschluß eines internationalen Abkommens auf diesem Gebiet. Der deutsche Reichskanzler habe sich g üvn st i g gegenüber derartigen Beschränkungen ausgesprochen. Auf feine Sympathie und Unterstützung werde man bei einer Kontrollmaßnahme rechnen können. Deutschland sei potentiell die größte Militärmacht, aber es liege inmitten von Europa, und daher sei für Deutschland auch die Luft außerordentlich wichtig. Die Schuld der spanischen Volschewisten. Rote Luftstreitkräfte bombardierten offene Städte. London, 4. Febr. (DNB. Funkspruch.) In einer Zuschrift an die „Times" weist der konservative Abgeordnete Sir Henry Page-Crofft auf die ungeheuere Schuld hin, die die spanischen Bolschewisten im Luftkrieg auf sich geladen haben. Franco sei rein militärisch berechtigt, Barcelona und Valencia mit Bomben belegen zu lassen, da Barcelona das größte Munitionsarsenal sowie Garnison- und Regierungsstadt sei, während über Valencia Munition, Kohlen und Lebensrnittel nach Südost- Spanien hineinkämen. „Den Valencia-Machthabern" — so sagt der konservative Abgeordnete — „werfe ich vor, daß ihre ßuftftreitfräfte zwischen dem 18. Juli und dem 23. September 1936 offene Städte nicht weniger als 57 mal angegriffen haben. Der Zweck kann dabei kein anderer gewesen fein, als Schrecken zu erregen. Ist es nach einer fo langen Periode der Beschießung und des Hinschlachtens von unschuldigen Zivilisten aus der Luft nicht etwas spät, wenn die rote Regierung jetzt die Einstellung der Bombardierung von Zivilisten vorschlägt, da es doch ständig ihre Taktik war, Zivilisten mit Bomben zu bewerfen ohne Rücksicht darauf, ob es einem militärischen Zwecke diente?" Oie Bolschewisten geben Bomben- angnffeaufwehrloseZivilbevölkerungzu Salamanca, 3. Febr. (DNB.) Das sog. bolschewistische „Verteidigungsministerium" veröffentlicht am Donnerstag eine Note, in der es heißt, daß den bolschewistischen Fliegern der Befehl erteilt worden fei, die „Bombenangriffe auf Die Zivil- bevölkerun g" e i n z u ft e l l e n. Der Befehl wird damit begründet, daß die englische und die französische Regierung bereit seien, wegen der Einstellung der Fliegerangriffe auf das Hinterland Schritte zu unternehmen. Damit wird von sowjetspanischer Seite zum erstenmal, wenn auch indirekt, zugegeben, daß die bolschewistischen Flieger Bombenangriffe auf das unbewehrte Hinterland durchführten, bei denen, wie wiederholt gemeldet wurde, Frauen, Kinder und Landarbei- t e r Opfer dieser verbrecherischen Anschläge wurden. DieLeberwachungimBittelmeer Frankreich zur Beteiligung an verschärften Maßnahmen bereit. Paris, 3. Febr. (DNB.) Das französische Außenministerium gab bekannt: Die französische Regierung hat im Anschluß an die englisch-französisch-italienischen Besprechungen in London über die Sicherheit der Handelsschiffahrt im Mittelmeer im Zusammenhang mit dem von der britischen Admiralität festgelegten Maßnahmen ihrerseits zu ergreifende Maßnahmen ins Auge gefaßt. Zu diesem Zweck ist sie bereit, folgende Verfügungen zu treffen: Die französischen Kriegsschiffe, die die durch das Abkommen von Nyon vorgesehenen Ueberwachungsmaßnahmen durchführen, werden den Befehl erhalten, in ihrem lieber» machungsgebiet jedes U-Boot anzugreifen und wenn möglich zu vernichten, das außerhalb der spanischen Hoheitsge- wässer unter Wasser fahrend westlich von La Ciotat zwischen Marseille und Toulon auf den Wasserstraßen angetroffen wird. Ein ganzer Artillerie-park nach Eowietspanien verschoben? Paris,, 4. Febr. (DNB. Funkspruch.) Die „Action Fran^aise" stellt fest, daß kürzlich der Artillerie-Park von Castres fast vollständig geräumt worden sei; Munition und Kanonen, einschließlich der 120er Langrohrgeschütze seien auf zwölf Zügen in Richtung Perpignan transportiert worden. Chautemps müßte der Letzte fein, der sich über die verstärkten Bombenangriffe gerade im Berich der französischen Pyrenäen-Grenze wundern dürfte. Ed fei fein Geheimnis, dgß der Durchgangsverkehr nach Sowjetspanien über französisches Gebiet in alter Frische wieder aufgelebt fei. Daß die nationalspanischen Piloten eines Tages auf die Idee kommen würden, diese Versorgung der Bolschewisten zu stoppen, sei unvermeidlich gewesen. 3m grünen Herzen Deutschlands. Bilder von einer Reichspreffefahrt der NSD. Dank der Reichsautobahn, auf ber wir mit unserem rotgelben Gesellschaftswagen dahinrollen, steigert sich die Geschwindigkeit unserer Fahrt, die uns mitten in das grüne Herz Deutschlands trägt. Zwar haben Reichsautobahn und Film unmittelbar nichts miteinander zu tun; dennoch erleben wir, indem der Zeiger des Tachometers noch höher hinaufklettert, von dem weißen, schwingenden Band der Reichsautobahn aus die uns umgebende Landschaft gleich einem Film. Wälder und Felder, Berge und Täler, Städte und Schlösser und — Schornsteine nähern sich uns, zunächst klein und unscheinbar, dann gleichsam bis zur Großaufnahme wachsend, um gleich darauf hinter uns zu versinken. Aber nicht nur die Landschaft Thüringens fliegt an unseren Augen vorüber Genau so ergeht es uns mit den tausendfältigen, stolzen Erinnerungen, die dieser Gau in sich birgt. Bald ist es das Mittel- alter, das uns von den Burgen und Burgruinen entgegengrüßt; bald ist es die Zeit des fürstlichen Absolutismus, die in- den vielen ehemaligen Residenzen wieder auswvchen will; bald ist es das Reich der Dichtkunst, der Musik und der Philosophie, des Klassizismus und ber Romantik, das in uns auftaucht, wenn wir an den Wirkungsstätten eines Goethe und Schiller, eines Johann Sebastian Bach, eines Fichte und Hegel vorüberfahren. Aber dann schieben sich doch auch schon die Bilder jüngerer Erinnerungen an uns heran: Haeckel und Ernst Abbe, der Schöpfer der weltumspannenden Zeiß- unb Schottwerke, werden in uns lebendig und runden die Erscheinung dieses Landstriches, dieses deutschen Gaues ab, dessen innerer und äußerer Reichtum von Stunde zu Stunde sichtbarer wird. * Aeußerer Reichtum? O, ja! Thüringen war einmal reich! Landwirtschaft, Gewerbefleiß, bann Industrie ernährten die Bewohner nicht nur zur Genüge. Selbst die Haus- und Spielzeugindustrie fand dank ausgedehnten Exportes Absatz in der ganzen Welt. Und die kleine Stadt Greiz zählte vor dem Kriege nicht weniger als 54 Millionäre! Dann aber kam dieser Krieg, und nach ihm kamen die Revolte von 1918, die Inflation, die Wirtschaftskrise, die wie ganz Deutschland so auch Thüringen in den Strudel des Verderbens und Sterbens rissen. So weit kam es in Thüringen, daß an dem Rathaus von Elgersburg Sichel und Hammer als Sinnbilder einer kommunistischen Hochburg prangten! Der Gau Thüringen stürzte fast ins Bodenlose, und sicher hätte das grüne Herz Deutschlands ganz aufgehört zu schlagen, hätte nicht der Nationalsozialismus unter der straffen Zucht des damaligen thüringischen Staatsministers, des heutigen Reichsinnenministers Frick, im letzten Augenblick dem Absturz Einhalt geboten. * Allein: der Nationalsozialismus begnügte sich nicht damit, wie vorher der Marxismus, neue Staatsformen zu ersinnen. Der Nationalsozialismus griff mit der Tat ein, packte zu und warf durch die NS.-Dolkswohlfahrt über ganz Thüringen ein Netz sozialer Einrichtungen, deren tägliche und stündliche Hilfsbereitschaft wir nun auf unserer Fahrt kreuz und quer durch Thüringen erleben und bewundern sollen. Und da es viel zu sehen und zu erkennen gibt, so hilft es nichts: wir müssen die einmal aufgenommene Geschwindigkeit bei* behalten und sehen so, indem wir mit dem Koloß unseres Gesellschaftswagens durch viele Städte und Dörfer rattern, zum dritten Mal einen Film vor uns abrollen, der uns — offen fei es ausgesprochen — tiefer ergreift als die uns umgebende, im Winterschlaf liegende Landschaft und die ehrwürdige Vergangenheit Thüringens. Hatte uns schon der Raum „Vier Jahre N S V. - A r b e i t" in der im Weimarer /Schloß, museum untergebrachten Leistungsschau „National, sozialistischer Rechenschaftsbericht" Einblick in die Vielfalt und Vielzahl der Kreisamtsleitungen, Orts, gruppen und Stützpunkten der thüringischen NSV. gegeben; hatten wir vor uns auf einer Riefenkarte des Gaues alle die unzähligen Orte aufleuchten sehen, in denen Müttererholungsheime, Jugend- erholungsheime, Kindertagesstätten, Hilfsstellen von „M utter und K i n d", NS.-Schwesternstationen, aber auch Lernschwester-Schulen und endlich Stät- ten des Ernährungshilfswerks (nämlich 29 Schweinemästereien!) in Betrieb gehalten werden, so wurde uns die Bedeutung dieser Fülle von Tatstätten des deutschen Sozialismus doch erst in der persönlichen Anschauung vollends klar. * Wir saßen zwischen den Müttern im „Haus Mutterliebe" in Elgersburg, waren Zeuge ihres Frohsinns.und ihres Lachens und ihrer spart- lichen Hebungen, die sie jeden Tag vornehmen, obwohl sie ihrer ungewohnt sind, und obwohl in dem großen, weiten Haus, das wenige Schritte vom Mütterheim sich erhebt, die Säuglinge und Kleinkinder, 32 an der Zahl, krähten und mit den Aerm- chen fuchtelten und nach ihren Müttern verlangten. Wir besuchten die größte NS.-Schwesternstation in Eisenberg, die mit drei NS.-Schwestern besetzt ist, von denen eine sich besonders der Lungenfürsorge annimmt. Wir erfuhren, daß es in Thüringen nicht weniger als 102 NS. -Schwesternstationen gibt. Woher diese große, überraschende Zahl? Nun, im Gau Thüringen sorgen zwei Lernschwestern- Heime, in Gera und itr Greiz, für den Nachwuchs. Diese Lernschwesternheime nehmen ihren Nachwuchs wieder aus den Reihen der Vorschülerinnen, deren fröhliches Lachen bei der Arbeit wir überall hören konnten, werden doch die Heime und Erholungs- ftätten des NSD.-Gau Thüringen ohne bezahltes Hauspersonal geführt und ausschließlich von den in schmucken, weiß-rot tarierten Arbeitskleidern ge« kleideten Dorschülerinnen in Stand gehalten. * Das schönste Erlebnis aber war wohl das „Haus der NSV.", das in Weida durch die Gemeinschaftsarbeit der Einwohner der Stadt und ber Bauern und Fuhrleute der Umgegend entstand. Das, was sich die Gemeinschaftsarbeit erbaut hat: den Kindergarten, die Hilfsstelle „Mutter und Kind", die NS.-Schwesternstation, den Spielplatz, den Kinderhort für die ersten Schulgänger samt Üllen notwendigen Nebeneinrichtungen, alles das ist nun auch Gemeinschaftsbesitz der Einwohner unter der Betreuung der NSV.-Leitung von Weida. Schon ist das Haus für die 120 Kinder zu eng geworden, und mitunter müssen die Mütter, die mit ihren Kindern auf dem Arm zur Beratungsstelle kommen, hraußen „Schlange stehen". Abex ist dieses „Schlange-stehen" nicht der beste Ausdruck des Vertrauens zu den Schwestern und ehrenamtlichen Helfern und Helferinnen der NSV. Thüringen, die insgesamt die Zahl von 50 000 weit übersteigen? * Bevor der Film abgeblendet wird, noch einen Blick in das Jugenderholungslager in Markersdorf; dann in die thüringische NSV.-Erho- lungspflege rm Winter und einen allerletzten Blick in die vorbildliche Schweinemästerei von Jena, die in Bälde 6000 Schweine auf den Markt bringen wird, und die sogar durch ein besonderes Verfahren aus dem Schweinedung einen viel begehrten — Edelmift liefert. Dann aber, während uns noch der Wohlgeruch des Edelmistes in der Nase und das Quieken der „grunzenden Rohstoffe" in den Ohren liegt, besteigen wir unfern Wagen, holpern kurze Zeit über Kopfpflaster, um wenig später wieder auf die Reichsautobahn zu rollen. Die Zeit der Rückfahrt vergeht im Nu, weil wir viel nachzudenken haben über das, was Gemeinschaftswille und Gemeinschaftsarbeit im Gau Thüringen geschaffen haben. —d— Ein Lustschuh-Ehrenzeichen. Der Führer und Reichskanzler hat für Verdienste im Luftschutz ein Luftschutz-Ehrenzeichen gestiftet. Die erste Stufe, ein Ehrenkreuz, wird für besondere Verdienste verliehen, während die zweite Stufe, eine Medaille, diejenigen erhalten, die sich nach dem 30. Ja- nuar 1933 auf dem Gebiete des Luftschutzes besondere Verdienste erwarben. Beide Stufen werden an einem hellila Band mit fchwarzweißrotem Saum getragen. — (Scherl-Bilderdienst-M.) Kleine politische Nachrichten. Die große politische Schau „D e r e w i g e I u d e" hat am 31. Januar 1938 ihre Pforten in München geschlossen. Seit ihrer Eröffnung am 8. November 1937 wurden insgesamt 4 12300 Besucher gezählt. Mehr noch als diese Besucherzahl beweist das Echo, das die Ausstellung in den Zeitungen fast aller Länder gefunden hat, ihren durchschlagenden Erfolg. ♦ Der Oberbürgermeister der Stadt Berlin, Stabt« Präsident Dr. Lippert, traf in London ein. Der Besuch dient dem Ausbau der Beziehungen zu der International Summer School und der Frage des Schüleraustausches, » d- g. E Wlenkungen <.L seit 3 iit StzS M I»*"1 I jyrhvänglK I TM an der II Äß Reichsmlkus I Serte D-u IE* w°hn < ■ ijBiiftem Ausdr lyter jungen Zuht ■ Ärmome bis | s immer wiedc ■ L umfaße du |W, Zwilch-nlpiel- Ki Jill Eulenjp« ■ 4 jr«nbio[en Stift ■ Führers Rudoy II v. Schira Dzntwängler f I Zchopenhauer-Aeiei I Jum 150. Geburt D-chopenhauer am Mchg, die Geburt- l urt, wo er nahezu l|;rad)fe, und starb, ffcnjig wird das ' Mi einer umfassen! ,|jjopfy kam 1831 Mchönen Aussicht l fc&e Kreis feiner »Mündeten Scho! Me 1929 in Fra Mündete, in dem Tunt) Werk bezügli Laben von Schop« laußerdem zahlrei, fast lückenlose <5ar, penhauer. | furt ferner Den. i Stf/openljauer ‘ Oejel Mrcchen. Auch Frank | Philosophen mit eine heidelbergei | Sie diesjährigen pl’tfpiele finden Meichsniinifter Dr. i W- August statt. C U.uft I, „Der Wi Meier" (Eichendorfs) Le Leitung liegt a M"t 2nfolg Kuntz Aus Das Hofpiz auf von einer ^."Mailand sind Mniie Hofpiz aL J .einer Lawine v scheint fefhuf; rii?le fld) Don de Aen und der it fe.^üttete. : W worden fe nan\$Uren wurden C1 JÄ mol ar««! Nung bes äS Nt Dom TN des innni ■ wÄj emgeti MU S^°""ersta Sä fe W Hochreit im Hach des Reich-Ministers Sr. Goebbels J) Furtwängler dirigiert für die HI. Neigungen erschließt, sich bewegen Schopenhauer-Feiern in Frankfurt und Danzig. ... Zum 150. Geburtstage des Philosophen Arthur 3 l"cn ö’c Mütter, M Schopenhauer am 22. Februar d. I. veranstalten •_* W wrotunflsi |l Danzig, die Geburtsstadt Schopenhauers, und Frank- f* ! 1 wo er nahezu ein Drittel seines Lebens ver- ic ?r beste Ausdrut »brachte, und starb, bedeutende Schopenhauer-Feiern. Z.' rn und ehrenamt' 11 Danzig wird das Andenken seines großen Sohnes l‘ lief) die Schaffung einer besonderen Organisation für die Mädel vom vollendeten 17. bis 21. Lebensjahr, bedeutet mehr als einen sich organisch voll- ,t organi- sind, die nzeichen. ats> < i be 'ssen preis für And'?* Jede Faser Qualität! Jeder Preis ein Bargewinn! Powl Cnrnmar Wie immer auch jetzt im I Winter-Schluß-Verkauf Gießen, Bahnhofstraße 14 Caso-Kleidung ist formvollendet und nicht teuer! Das Haus der zufriedenen Kundenl er WB. Thiim 50000 weit üben den; sie sott in seiner Vielfältigkeit von Betätt- gungsmöglichkeiten, die das neue BDM.-Wert den die heute bereits im BDM.-Werk Schönheit" stehenden Mädel — es find BDM. erfaßten Mädel vom vollende- 21. Lebensjahr — und die neuhinzu- künde die an individuellen können. So sollen „Gaube und dies die im ten 17. bis mb 'lle um r - its- des es» ü r eilt erg len 'ch' an- Ijert er rde ärz D33 ien. ier- hen irt j* Ar- ; Ab. um i! -ien. tiflt den l-arze .eck. nung ohne sollen Die ges, Danzig wird das Andenken seines großen Sohnes mit einer umfassenden Ausstellung ehren. Der Phi- wird, noch einen u n g s I a g e r ■ in gische WB.-Echo- n allerletzten Bliit rei von Jeno, die n Markt bringen 'oberes Verfahren iel beerten - nb uns nod) bet ■ Nase und bas >" 'm den vdren n, YfoVptxn tW üg fpater wieder en. Die Zeit der wir viel nachzu- Gemeinschaftswille iu Thüringen ge* Schirach, anläßlich der Führcrtagung der Hitler- Jugend in Berlin am 18. Januar verkündete, näm- boot „Samum" an Bord genommen und die Rückfahrt zu ihrem Liegeplatz angetreten. Großfeuer vernichte» ein Winlersporlholel. Das Alpenhotel „Bödele", das in einer Höhe von 1OOO Meter über Dornbirn (südlich vom Bodensee) liegt, brannte vollständig nieder. Das Feuer brach' im Heizungskeller aus. Nur die Garage und em kleines Wirtschaftsgebäude blieben unversehrt Einsturzunglück in einer italienischen Kirche. In einer aus dem Jahre 1070 stammenden Kirche von Ferrara ereignete sich ein Bau Unglück, bei welchem zwei T o d e s o p f e r und zwei S ch w e r - verletzte zu beklagen sind. Zu Luther auf seiner Jtalienreise eine Meße zelebrier haben soll, wird nicht mehr als Gotteshaus benutzt und sollte in eine städtische Autogarage umgewandelt werden. Während eine Gruppe von Arbeitern den Umbau vorbereitete, stürzte plötzlich der Dach- dem geeignet sind, sich im Rahmen der Auslandsarbeit der Hitler-Jugend einzusetzen. Selbstverständlich wird die Anzahl und Größe der Arbeits- gemeinschaften je nach der Aufgeschlossenheit, Größe und Lage des Standortes verschieden sein, ebenso werden z. B. die Sprachen nach geopolitischen Gesichtspunkten verschieden festgelegt; es werden also französische Kurse im Westen ebenso zweckmäßig sein wie englische im Norden des Reiches. Außer dem dreimal im Monat stattfindenden Dienst in der Arbeitsgemeinschaft — zu dem sich ein Mädel für die Dauer eines Jahres verpflichtet — veranstalten die Angehörigen des BDM.-Werkes „Glaube und Schönheit" monatlich einmal einen Heimabend, der vorwiegend der weltanschaulichen Schulung dient. Der Heimabend wird sowohl seinem Inhalt als seiner Gestaltung nach den in einer selbständigen Entwicklung stehenden Mädeln Rechnung tragen. So sollen denn die Arbeitsgemeinschaften im BDM.-Werk „Gaube und Schönheit" Zellen sein, in denen d i e letzte Formung der moder- n e n deutschen Mädelerziehung erfolgt. Mit nationalsozialistischem Elan wird diese Aufgabe nunmehr von der Hitler-Jugend aufgegriffen und mit zäher Tatkraft verwirklicht werden; in wenigen Wochen schon werden in allen Obergauen des Reiches die Mädel im BDM.-Werk „Glaube und Schönheit" sich neuen wahrhaft großzügigen Ausgaben widmen, deren letzte Sinngebung die Parole ist: ein gläubiges, schönes Ge- schlecht! mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufs- preis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Ps. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vom 1. September 1937 gültig. den iehr- n e r El- vieler Volksgenossen und vieler Eltern nicht weiteres selbstverständlich. An diese Kreise sich die nachfolgenden Ausführungen richten, junge Mädelgeneration foU ein gläubi - stolzes und schönes Geschlecht Im Hause des Reichsministers Dr. Goebbels auf Schwanenwerder bei Berlin fand am Mittwoch di eTrauungderSchwe ft erdes Ministers, Maria Goebbels, mit Herrn Max Kimm ich statt. Unser Bild zeigt in der Mitte das Brautpaar, links den Reichsminister mit seinen Kindern, hinter ihm seine Gattin mit Polizeipräsident Graf Helldorff. Ganz rechts in der ersten Reihe die Mutter von Dr. Goebbels. — (Scherl°Bilderdienst°M.) Kunst und Wissenschaft. 3Re0er Besuch der Münchener Architektur-Ausstellung sein. Gläubig, weil sie Trägerin und Erhal. terin deutscher Art und Sitte fein sott, stolz und schön, weil sie natürlich und anmutig, kurz, weil sie gesund ist. Gewiß hat die Frau und das Mädel auch in den Zeiten der Weimarer Republik ihren Körper gepflegt, der Anmut nachgestrebt; aber sie hat ihn wohl zumeist verzärtelt und mit einer für den ersten Augenblick frappierenden, scheinbaren Eleganz umhüllt, die keineswegs einer durch den Gleichklang von Körper, Seele und Geist abgestimmten Anmut gleichzukommen vermag. „Aber der BDM. verschreibt sich nicht", wie der Reichsjugendsübrer einmal sagte, „dem verlorenen Ideal einer geschminkten und äußerlichen Schönheit, sondern ringt um jene ehrliche Schönheit, die in der harmonischen Durchbildung des Körpers und im edlen Drei Hang von Körper, Seele und Geist beschlossen liegt. Schwächliche ,Damen' und solche Wesen, die ihren Körper vernachlässigen und in Faulheit verkommen lassen, gehören nicht in die kommende Zeit." Wir wollen aber auf der anderen Seite keineswegs die Behauptung ausstellen, daß ein durch Sport und Gesundheit anmutiges, schönes Geschlecht nur mit dem Tornister auf der Landstraße marschierend aufgezogen werden könnte. Die deutsche Mädelgeneration soll weder nach dem einen noch dem andern Extrem hin erzogen wer- erbaut bat: ben utier unb Kind" .. Spielplatz, bin - anger samt äiien »des Es das ist nun oer Einwoh, sB.-Leitung von ftuhl ein und begrub die im Innern der Kirche befindlichen Maurer unter feinen Trümmern, von denen zwei nur als Leichen geborgen werden konnten. Lawinenunglück im Oberengadin. Auf dem Muottas-Muraigl im Oberengadin ereignete sich ein La w i n e n u n g l ü ck. Zwei englische Skifahrer, die vom Wege abgekommen waren, traten ein Schneebrett ab, das sich ln eine Staublawine ver- wandelte und beide Touristen in die Tiefe riß. Einer der beiden wurde unversehrt gerettet, während sein Bruder, ein englischer Fliegeroffizier, getötet wurde. Die Leiche konnte geborgen werden. 3m Schneesturm vom Blitz getroffen. Bei Eschenbach (Kreis Siegen) lagerte ein Schäfer mit einer Wanderherde in der fog. Lelmbach, wo er vor einem heraufziehenden Schnee sturm Schutz unter einer Tanne suchte. Plötzlich fuhr ein Blitz kommenden Mädel dieser Jahrgänge in Arbeitsgemeinschaften zufammengefaht werden. An Arbeitsgemeinschaften, die von entsprechenden Fachkräften geleitet werden und mindestens zehn Angehörige umfassen sollen, werden vorerst solche für Leistungssport, Gymnastik, Tanz, Werkarbeit, Brauchtumsarbeit, Gesundheitsdienst, Spiel und Musik, Auslandskunde und Luftschutz errichtet. Um beispielsweise die Tätigkeit der Arbeitsgemeinschaft Tanz zu erläutern, wird es nicht nur ihre Aufgabe sein, den geselligen Tanz zu psle- i m j'llen ! sie i'l An- j 1 nach ers, 1 fest- fön- ; iben Niber ^coße gen, sondern sich auch mit dem K u n st t a n z zu befassen. Die Arbeitsgemeinschaft für Auslands- wiederum wird jene Mädel umschließen, der Auslandskunde besonders interessiert gehenden Aufbau der bislang noch nicht lierten Mädel; es ist ein Baustein zur Vollendung Forderung nach ehrlicher Schönheit Don Dr. Karl Lapper, (5hef des presse- und Propagandaamtes der 2^3$. i:> den Wunsch haben, ihre fremdsprachlichen Kenntnisse zu erweitern und außer- Druck und Verlag: Brühlsche Unioersitätsdruckerei R. Lange, K -G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugs- preis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, ’Jou CM 5,hblitf Stil, e*her j»j ('M, I Orte Tillie, 1 toe temi D°ü Dnb °erl° JÄ * d'eser ‘ös klar/ 11 ßtuk ei"' mC des""' WjÄrben 1yoiiii $s« Mit der Ernennung der in langer, erfolgreicher Mädelarbeit stehenden fränkischen Obergauführerin E l e m e n t i n e z u C a st e l l zur Beauftragten für das BDM. - Werk „Glaube und Schönheit" in der Reichsjugendführung wird ein weiterer wesentlicher Schritt für den organisatorischen Aufbau und die ideelle weltanschauliche Leistung des neuen BDM. Werkes getan. Die Aufgabe, die der Jugendführer des Deutschen Reichs, Baldur von 1 Dornehm ’Pot1, d obwohl jj\ob' F Schritt "ge unb S d mit ben ff*1' ‘ttern Oer(Q? ÄS hernieder unb schlug in einen Spanndraht, der an der Tanne endigte. Der Hund des Schäfers wurde mehrere Meter durch die Luft geworfen und blieb tot liegen. Der Schäfer wv-be im Gesicht verbrannt und erlitt eine Lähmung des linken Annes. Schwerer Unfall bei den amerikanischen Flottenmanövern. Während der amerikanischen Flottenmanöver an der Küste Südkaliforniens stießen zwei Manne- Bombenflugzeuge in heftigem Regen zusammen und stürzten Ins Meer. Die gesamte sieben Mann starke Besatzung des einen Flugzeuges kam ums Leben, vier Manu des anderen wurden durch ein Boot des Flaggschiffs „Pennsylvania" gerettet. Mehrere Schlachtschiffe und 20 Zerstörer haben die Suche nach den drei vermißten Besatzungsmitgliedern des zweiten Flugzeugs aufge- nominell. Zahlreiche brttifche Flieger suchen ein verlorengegangenes Geheimgerät. Mehrere hundert britische Flieger suchen ein weites Geländes nach einem wichtigen geheimen Gerät ab, das bei dem kürzlichen Absturz eines Kampfflugzeuges in der Nähe von Hillingdon verlorengegangen war und zwischen den Trümmern nicht aufgfsunden wurde. Der Geheimapparat wur^c nicht gefunden. Wahrscheinlich ist er weit wegge- schleudert tvorden, da die Maschine mit 400 Kilometer Geschwindigkeit abstürzte, so daß sich der Motor tief in die Erde bohrte. Es muß sich um ein militärisch wichtiges Gerät handeln, an dessen Geheimhaltung die britische Luftwaffe stark Interessiert ist. Deutscher und britischer Kriegsschisfvbesuch in Lissabon. Zu Ehren der im Lissaboner Hafen liegenden deutschen und britischen Kriegsschiffe gab der portugiesische^ Marlneminifter ein Staatsbankett, an dem der deutsche Gesandte Baron von Hoy- n i n g e n - H u e n e, der britische Botschafter Sir Walford S e l b y , der Oeberbesehlshaber der deutschen Seestreitkräfte in den spanischen Gewässern, Konteradmiral Marschall, der Flottenchef der britischen Heimatflotte Admiral B a ck h o u s e, der Marineattachöe der italienischen Gesandischast und der portugiesische Flottenchef teilnahmen. Der Marineminister sprach in einem Trinkspruch seine besten Wünsche für das Gedeihen der deutschen, Italienischen und britischen Flotte aus, worauf Admiral Backhouse im Namen aller Dank sagte. Geheimral Wilhelm Haas 3um Gedächtnis. NSG. Am 8. Februar 1913, also vor nunmehr 25 Jahren, verstarb in Darmstadt Geheimrat Wilhelm Haas. Er war der Organisator des hessischen landwirtschaftlichen Genossenschaftswesens. Bon 1879 bis zu seinem Tode war er Verbandsdirektor des Verbandes der hessischen landwirtschaftlichen Ge- nossenschaften und seit der Gründung im Jahre 1883 bis zu seinem Tode Vorsitzender dzw. Anwalt des Reichsverbandes der deutschen landwirtschaftlichen Genossenschaften. An seinem 25. Todestag gedenken die landwirtschaftlichen Genossenschaften dieses Mannes, der in wirtschaftlich schwierigen Zelten in den von ihm geführten Genossenschaften dem Bauerntum seine starke Stütze im Kampf um seine Existenz geschaffen hat. Der Ländliche Genossenschaftsverband Rhein-Main» Neckar und die Bezugsvereinigung der deutschen Landwirte, Berlin, deren Gründung gleichfalls der Initiative von Haas zu verdanken ist, cljren, den Jubilar durch eine Kranzniederlegung an' feinem Grabe und an feinem Denkmal in Darmstadt. Seit der feierlicher Eröffnung der 1. Deut- scheu Architektur, und K u n st h a n d - iv e r k s a u s st e l l u n g zu München durch den Führer ist das Haus der Deutschen Kunst Mittel- punkt breiter, am künstlerischen Leben interessierter Streife geworden. Trotz der vielen durch die ge- fettigen und faschingsfrohen Veranstaltungen gebotene» Ablenkungen ist der Besuch außergewöhn- lieh rege. Auch das Ausland zeigt lebhaftes Inter- esse an dieser seit Jahrzehnte» 1» so großem Stil nicht mehr gezeigte» Schau deutscher Baukunst und .... * d deutschen Kunsthandwerks. Als besonders erfreulich *' Karen V8 -darf vermerkt werden, daß es neben der Fachwelt 1 "mX “ die verschiedensten Schichten der Bevölkerung und vor allem die werktätigen Volksgenossen sind, bie den Hauptanteil der Besucherzahl 'ausmachen. Beim Nach der Bergung des verunglückten italienischen W^ekordsliegers Stoppani durch das Lufthansa- Mfflugboot „Samum" hat die deutsche Mannschaft Mzusammsn mit dem italienischen Kameraden die M^acht vom Mittwoch zum Donnerstag an Bord Wtes inzwischen eingetroffenen Avisos der Air France Wrerbracht. Donnerstagfrüh hat der Flugzeugstütz- W funkt „Schwabenland^ die Unfallstelle erreicht und ■ Stoppani, der schwere Verbrennungen er- jiltten hatte, an Bord genommen. Nach der Unter H sichung durch den Bordarzt und nach der ersten Hilfeleistung wurde der italienische Flieger von dem loiso wieder übernommen und mit dem Leichnam les am Nachmittag geborgenen Funkers »ach Natal gebracht. Die „Schwabenland" hat danach das Flug- lachrilhi^, des modernen deutschen Erziehungsideals. War die Verkündung des BDM. Werkes .Glaube und Schönheit" in unseren Augen die konsequente Fortentwicklung einer mit der Entstehung der Hitler-Jugend aufgenommenen Arbeit, die dkb völlige Erfassung der jungen Generation durch die in der nationalsozialistischen Ideenwelt verankerte Erziehung grundsätzlich beansprucht, so ist dies in der Mel- Das erste Meifterkon,zert der Berliner HI. gestaltete sich unter Leitung von Wilhelm Furtwängler zu einem hervorragenden fünft- lerifchen Ereignis. Zahlreiche Ehrengäste aus Partei und Staat, an der Spitze der Stellvertreter des Führers, Reichsminister Rudolf Heß, und der Iu- gendführer des Deutschen Reiches, Baldur von Schi rach, wohnten dem Konzert bei, das der Verbundenheit ber, jungen Generation mit den großen Meistern Ausdruck gab. Langanhaltender Beifall der jungen Zuhörer und Zuhörerinnen, die die Philharmonie bis auf den letzten Platz füllten, dankte immer wieder dem Dirigenten. Das Programm umfaßte die Ouvertüre zu „Alcefte" von Ruck, Zwischenspiele aus „Rosamunde" von Schubert, „Till Eulenspiegel" von Richard Strauß und ols arandiosen Abschluß die Fünfte Sinfonie von Beethoven. Am Schluß dankte der Stellvertreter i Führers Rudolf Heß unb Neichsjugendsührer Baldur v. Schirach dem Dirigenten Wilhelm Furtwcingser für das Erlebnis dieses Abends. Wetterbericht Mit dem fortgesetzten Luftdruckanstieg über dem europäischen Festland wurde die vom Atlantik ausgehende Wirbeltätigkeit auf nördlichere Bahne» verwiesen. Die Witterung nahm daher bei uns immer ruhigere Formen an, wenn auch noch keineswegs Beständigkeit erreicht ist. Vor allem besteht im Bereich des über dem Festland zur Ausbildung gekommenen Hochdruckgebietes für die Niederungen Neigung zu Nebel- ober Hochnebelbildung, die gelegentlich auch zu leichtem Sprühregen Anlaß geben kann, mindestens zeitweise wird sich jedoch auch Aufheiterung durchsetzen. Aussichten für Samstag: Besonders morgens vielfach dunstig ober neblig, sonst bewölkt bis aufheiternb unb im allgemeinen trocken. Temperaturen wenig geänbert, schwache Luftbewegung. Aussichten für Sonntag: Vielfach neblig, aber kein unfreunbliches Wetter. Wintersport-Wetterbericht. Schwarzwal b. Felbberg: Heiter, —2 Grad, 160 Zentimeter Gesamtschneehoye, Pulverschnee, Ski sehr gut. Alpen. Garmisch-Partenkirchen: Bewölkt, 0 Grad, 42 Zentimeter Gesamtschneehöhe, Pulver- schnee, Ski unb Rodel sehr gut. Neuschneefälle sind vorerst nicht zu erwarten. Die bestehenden Schneesportmöglichkeiten bleiben nur in Lagen über 800 Meter erhalten. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschrlstletters: Ernst Blum- chein. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: )r. Fr W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyrlot; ür den übrigen Teil: Ernst Blumscheln. Anzelgen- lelter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. I. 38: 11 000. I. fafe- /stabt lajor )ber- will- ; ihre rzen Unter ■ die «den, I (über der ! renb 'N. u n • orps die ein - Lau» wohl bas I ,öa durch bie Qe. I vtadt M der I F entstand. Das I ® * Ä gerinnen, deren I überall h Erholung JAbe«* I Much von den ff rbeitskleidsrn I 'd gehalten. I Ilosoph kam 1831 nach Frankfurt, wo er an der »Schönen Aussicht bis zu seinem Tode wohnte. Der | zroße Kreis seiner Anhänger schloß sich in der 1911 | tegrünbeten Schopenhauer - Gesellschaft zusammen, I bie 1929 in Frankfurt ein Schopenhauer-Archiv | gründete, in dem alle auf Schopenhauers Leben l’itnb Werk bezüglichen Dokumente sowie alle Ausleben von Schopenhauers Werken gesammelt sind, Mcußerdem zahlreiche Erinnerungsstücke und eine ■ oft lückenlose Sammlung der Bildnisse von Scho- Dvenhauer. Zum 150. Geburtstag werden in Frank- Kurt Werner Deubel und der Vorsitzende der t Schopenhauer-Gesellschaft, Arthur Hübscher, I frechen. Auch Frankfurt wird das Gedenken an den I Vhilosophen mit einer Ausstellung ehren. Heidelberger Relchsfeslspiele 1938. Die diesjährigen Heidelberger Reichs- Ise st s p i e l e finden unter ber Schirmherrschaft von I Heichsminister Dr. Goebbe'ls vom 17. Juli bis |N. August statt. Es kommen zur Aufführung I „Sauft V, „Der Widerspenstigen Zähmung", „Die I freier" (Eichendorff) und „Götz von Berlichingen". I Die Leitung liegt wieder in Hännden von Inten- I laut Jnfolg K u n tz e. Aus alter Welt. Das Hospiz auf dem Großen St. Bernhard von einer Lawine eingeschlossen. In Mailand sind Gerüchte im Umlauf, daß das ierühmte Hospiz auf dem Großen St. Bernhard ivn einer Lawine verschüttet worden sei. Tatsächlich scheint festzustehen, daß eine ungeheure Lavine, die sich von den Berghängen auf der schweizerischen und der italienischen Seite loslöste, das Hospiz verschüttete. Das Hospiz soll ziemlich arg leschädigt worden sein. Verschiedene Fenster und tinige Türen wurden vom Schnee eingedrückt. Als •Inan die Hunde zu ihrem' täglichen Erkundungs- Wcong ausschicken wollte, hätten sie sich geweigert, I las Hospiz zu .verlassen, was bisher noch niemals M ivrkam. Eine Stunde später ging dann die Lawine H lieber. Vie Bergung des verunglückten italienischen Rekordstiegers Sloppani. ♦ Durchschreiten ber Architekturabteiluna und der ©in- I zclsäle des Obergeschosses mit Edelschmuck, Zier- aegenständen und kompletten Zimmereinrichtungen : ist es interessant, festzustellen, wie eingehend sich die Besucher mit den Pläne» unb Modellen beschäftigen i Die Ausstellung ist täglich (auch an Sonn- und I Feiertagen) von 10 bis 18 Uhr durchgehend geöffnet , Ab 7. Februar finden täglich Amei Führungen statt. I Führungsbeginn 11 und 16 Uhr. Aus der engeren Heimat. Unfälle auf dem Lande. Lei der Arbeit an der Eisendahnstrecke mürbe der 38jährige Heinrich K u h l b a ch aus Garbenteich von der Tür eines Eisenbahnwagens am Kopf getroffen. Der bedauernswerte Mann mußte mit einer klaffenden Kopfwunde in ärztliche Behandlung gebracht werden. — Der 56 Jahre alte Arbeiter Ludwig Mehl aus Großen-Linden wurde, als er fein Fahrrad führte, von hinten durch einen Motorradfahrer angefahren und kam schwer zu Fall. Unter dem Verdacht auf innere Verletzungen mußte der Verunglückte nach Gießen in ärztliche Behandlung gebracht werden. — Bei seiner Arbeit an der Straße erlitt der 36jährige Asphaltarbeiter Erhard Mandler aus Heuchelheim durch flüssigen Teer schwere Verbrennungen der rechten Hand. — Als der etwa 36 Jahre alte Gärtner Wilhelm Lepper von D o r f g i l l damit beschäftigt war, von einem Baume einen Ast abzusägen, stürzte er von der Leiter. Lepper zog sich einen Unterschenkelbruch des rechten Beines zu. — Der bei der Reichsautobahn-Baustelle Bersrod beschäftigte Arbeiter Petri aus Saasen erlitt bei seiner Arbeit eiqen Unterschenkelbruch des rechten Beines. — Die 83jährige Witwe Maria List- m a n n aus Hungen kam in ihrer Wohnung unglücklich zu Fall und zog sich einen Oberschenkelbruch des rechten Beines zu. — Einen schweren Unfall erlitt der 19 Jahre alte Reinhold Stock von Ettingshausen. Er wurde von einem Pferd durch Hufschlag am Unterleib schwer getroffen und mußte mit erheblichen inneren Verletzungen in ernstem Zustande zur ärztlichen Behandlung nach Gießen gebracht werden. — Die 63jährige Landwirtsehefrau Katharina Erbes aus Saasen zog sich bei einem unglücklichen Sturz einen Oberarmbruch zu. — Mit einer schweren Kopfverletzung mußte der bei der R^ichsauto- bahn beschäftigte Arbeiter Heinrich Dick aus E h r in g s h a u s e n (Kreis Alsfeld) zum Arzt gebracht werden. Der Verunglückte zog sich die Verletzung bei der Arbeit an den Kippwagen zu. — Unter dem Verdacht auf schwere innere Verletzungen mußte der 45jährige Vorarbeiter Johann Häuser aus Salzböden (Kreis Wetzlar) nach Gießen gebracht werden. Häuser stürzte bei der Arbeit an einem Dache aus etwa 4 Meter Höhe ■ab. — Bei der Arbeit im Walde geriet der 38- jährige Landwirt Adolf Stroh aus Wißmar zwischen zwei Stämme und zog sich dabei einen Unterschenkelbruch des linken Beines zu. Sämtliche Verunglückte mußten zur ärztlichen Behandlung in die Chirurgische Klinik nach Gießen gebracht werden. Landkreis Gießen. 00 Klein-Linden, 2. Febr. Die Vorstände der Kleinkinderschule und der Kranken- st a t i o n hielten am Dienstagabend gemeinsam ihre Jahreshauptversammlung ab. Die beiden ehrenamtlichen Rechner der Stationen erstatteten die Rechnungsberichte. Rach Prüfung durch den Vorstand wurden die Rechnungen genehmigt und den Rechnern Entlastung erteilt. Der in den letzten Jahren gegründete Verein zur Förderung der Kleinkinderschule zählt heute 108 Mitglieder mit einem Jahresbeitrag von 1 Mark, die Krankenstation zählt gegenwärtig 365 Mitglieder. Es wurde in der Versammlung u. a. noch beschlossen, die Versicherung der Besucher der Kleinkinderschule gegen Unfall auch für die Zukunft beizubehalten. ch Heuchelheim, 3. Febr. Zu einer eindrucksvollen Kundgebung für den Reichsbund für Leibesübungen gestaltete sich das am Samstag abgehaltene Winterfest des Turnvereins Heuchelheim. Die Turnhalle war bis auf den letzten Platz besetzt, als Dereinsführer Otto Rinn die Teilnehmer begrüßte. Die Turn- und Sportgemeinde Rodheim a. d. Bieber war mit einer Anzahl Turner und Turnerinnen zu der Feier erschienen. Der Vereinsführer ging in feiner Ansprache besonders auf . die volksdeutsche Bedeutung der früheren Deutschen Turnfeste ein und warb in diesem Zusammenhang für den Besuch des Deutschen Tum- und Sportfestes in Breslau. Es haben sich bereits schon 20 Mann aus dem Verein für die Teilnahme in Breslau gemeldet. Die Vorführungen des Abends brachten einen Ausschnitt aus den verschiedenen Gebieten der Körperertüchtigung und zeigten, daß im Verein rege Arbeit auf allen turnerischen und sportlichen Gebieten geleistet wird. Den Anfang der Vorführungen machten die Jugendturner, die Freiübungen und Keulenstabübungen darboten. Die Turnerinnen führten dann einen sehr schönen Bauerntanz und anschließend gut ausgeführte Ballübungen vor. Die Leichtachleten des Vereins zeigten mit einer Vorführung, daß auch die Leichtathletik in der Halle ein dankbares Gebiet ist und fanden stürmischen Beifall. Turner führten am großen Ring schöne Uebungen vor und Turnerinnen zeigten am Barren, daß auch das Geräteturnen bei den Turnerinnen auf einer beachtlichen Höhe steht. Das Reckturnen der Turner der ersten Riege bewies sorgfältige Schulung. Ein von Turnern und Turnerinnen aufgeführter Schwank ließ auch den Humor zu seiner Geltung kommen und fand lebhaften Beifall. Den Abschluß der turnerischen Vorführungen bildeten zwei gefällige Volkstänze der Turnerinnen. Sodann gedachte der Vereinsführer in kurzen Worten der Bedeutung des 30. Januar und des Mannes, der vor 5 Jahren Deutschlands Geschicke in die Hände nahm. Die Vorführungen des Abends wurden von guter Musik der Kapelle Menges umrahmt T Lollar, 2. Febr. Am Montagabend fand hier eine unvermutete Verdunkelungsübung statt. Um 18.30 Uhr ertönte die Luftschutzsirene, und schon nach wenigen Minuten war Lollar in tiefste Finsternis gehüllt. Da auch das Buderus- sche Eisenwerk und die Eisenbahn mitübte, war tatsächlich von unserem Orte nichts mehr zu sehen. Die ganze Uebung nahm einen mustergültigen Verlauf, was auch in der Besprechung des Verdunkelungsstabes, die nach der Entwarnung um 20 Uhr stattfand, zum Ausdruck kam. Die Einwohnerschaft zeigte volles Verständnis für dkk zur Sicherheit unserer Heimat erforderlichen Maßnahmen des Luftschutzes. > Treis a. d. L d a., 2. Febr. Hier fand eine Verdunkelungsübung statt. Auf das Alarmzeichen hin waren in kurzer Zeit alle Wohnungen verdunkelt. Die Uebung nahm einen guten Verlauf und zeigte, daß die Einwohnerschaft den Maßnahmen des Luftschutzes Verständnis entgegenbringt. In einer der Uebung folgenden Besprechung brachte dies auch der Gemeindegruppenführer des Reichsluftschutzbundes, der der Uebung beigewohnt hatte, zum Ausdruck. <£ Bersrod, 2. Febr. In einer Versammlung des Obst- und Gartenbauvereins im Sadle des Gastwirts Ludwig Hofmann III. sprach Lehrer Debus von Ruppertsburg über die Pflanzung und Pflege der Obstbäume, über die Absatzmöglichkeiten des Obstes und andere einschlägige Fragen. Um den Anbau von Beerenobst zu fördern, fand eine Verlosung von Stachelbeer-, Himbeer- und Johannisbeersträuchern statt. ch Lauter, 2. Febr. Montag abend zeigte die Gemeindegruppe Grünberg des R e i ch s l u fisch u tz b u n d e s für die hiesige Untergruppe im Saale von Wirt Hock den Schmalfilm „Volk in Gefcchr". Die erläuternden Worte sprach Gemeindegruppenführer K o h l b a ch. Durch diesen Film wurden die Einwol ner mit der Arbeit des Reichs- luftschutzbundes bekanntgemacht. In der Schluß, ansprache forderte Bürgermeister P i tz alle biel jenigen, die der Arbeit des Reichsluftschutzbunde; noch fernstehen, zum Beitritt auf. — Am gestrigen Tage vollendete Anna Katharina Pfeffer in voller körperlicher und geistiger Frische ihr 81. Lebensjahr. (XD Langsdorf, 3. Febr. Die erste diesjährige Holzversteigerung fand unter sehr großer, Beteiligung von Kauflustigen aus Langsdorf unb* den umliegenden Ortschaften statt. Die Durchschnittspreise betrugen in Buchenholz: Scheiter je 2 Raummeter 21,50 Mark. Knüppel je 1 Raummeter 5,00 Mark. Wurzelholz je 1 Raummeter 3,50 Mark. Rundscheit je 2 Raummeter 18,00 Mark. Reisig je 1 Raummeter etwa 1,00 Mark. Das Stammholz wurde unter Zugrundelegung von festgesetzten Mindestpreisen an die Handwerker verkauft. Kreis Wetzlar. O Lützellinden, 2. Febr. In unserer Kirche wurde durch die Rheinische Missionsgesellschaft der Missionsfilm „Andrea, der Sohn des Zaude- rers" vorgeführt. Bei allen Besuchern hinterließen die Bilder und der Vortrag einen tiefen Eindruck von der Lebenskraft des Evangeliums in-Ostafrika. Die Feier wurde durch den Gesang einiger Kirchenlieder verschönt. Mit der Schlußansprache des Orts- geistlichen, dem gemeinsamen Gebet und Segen nahm die Feierstunde ihr Ende. Schaufenstereinbrüche in Frankfurt. F r a n t f ur t a. M., 3. Febr. (Lpd.) In der Nacht zum Donnerstag wurden in der Goethe- straße und in der Kaiserstraße zwei Schaufenster eingeschlagen und wertvolle Photo- apparate und Pelz suchen gestohlen. Zur Ausführung der Tat benutzten die Einbrecher einen Personenkraftwagen mit dem Kennzeichen VH 7 0 8 4 6, der wenige Stunden vorher von einer Straße in Mainz entwendet worden war. Nach den ersten Feststellungen der Polizei kommen drei jüngere Männer als Täter in Betracht. Die Einbrüche wurden unter dem schützenden Geräusch des laufenden Motors begangen. Einer der Täter faß am Steuer des Wagens, während die beiden andern die Scheiben einschlugen und die ausgestellten Sachen aus den Schaufenstern nahmen. Der Wert der gestohlenen Photoapparate und Pelzsachen beträgt zirka 6000 Mark. Dor Ankauf der gestohlenen Sachen wird gewarnt. Die Kriminalpolizei bittet diejenigen Personen, die die Tater mit dem Kraftwagen vor oder nach der Tat gesehen haben, oder die Angaben über die Fahrtrichtung machen können, sich zu melden. Willi im zarten Alter von 10 Jahren. mischung, die hilft! In tiefem Schmerz i 727Ä FERTIG UNDU LWHMASS 724D im Alter von 68 Jahren. 723D [Verschiedenes Mk. 9.00 bis 35.00 707 A nach Marktplatz Gleisen in allen Preislagen ml 715D K.2 Ott ftorpsführer vOMAAZAA. ettttoUcvtaont. ie 1938, bei uns zu erhalten. Die Angebote sind bis zum Gott Frau. Am Mittwoch, dem 2. Februar, nachmittags 48/4 Uhr, verschied nach kurzer schwerer Krankheit unser innigstgeliebter, herzensguter, unvergeßlicher Sohn, Bruder, Enkel, Neffe und Pate Die Beerdigung findet Samstag, den 5. Februar, nachmittags 2l/2 Uhr, vom Trauerhause. Alicestraße 53, aus statt das Nationalfozlalistlsthe Zlle§erkorps wird mit seinen Zührern und Männern in allen deutschen Gauen am 5. und 6. Zebruar 1938 zur 4. Neichsstraßen- sammlung des Winterhilfswerkes, dem willen unseres Führers freudig folgend, stch feines vertrauens auch in der Hilfsbereitschaft deutschen Volksgenossen gegenüber im nationalsozialistischen Geiste würdig erweisen. dem Allmächtigen hat es gefallen, meine liebe, herzensgute unsere liebe Mutter, Schwiegermutter, Schwägerin und Tante Frau Karoline Michel, geb.Volz langem, schwerem, mit großer Geduld ertragenem Leiden, im Freitag, dem 11. Februar 1938, vormittags 10 Uhr, auf dem Städtischen Hoch- und Tiefbauamt, Asterweg Nr. 9, abzugeben, wo die Oeffnung im Beisein der erschienenen Anbieter erfolgt. Gießen, den 3. Februar 1938. Städtisches Hoch- und Tiefbauamt: Oraoert Hohe Qualität Größte Auswahl Erlesener Geschmack Lehrling für sofort oder 1. April für Fm? berei und chemisches NeimgungS- Handwerk gesucht. Schriftliche Angebote unter 729D an den Gießener Anzeiger erbeten. Alter von 52 Jahren, zu sich zu nehmen. Im Namen der tieftrauernden Hinterbliebenen: Hilfsschrankenwärter Philipp Michel und Kinder nebst Angehörigen. Daubringen, den 3. Februar 1938. Die Beerdigung findet Sonntag, den 6. Februar, nachm. 3% Uhr statt. ©lefiges inöufrrlenes Unternehmen sucht für Registratur und Poft« abfertigung einen tüchtigen vertrauenswürdigen Herrn Es wollen sich nur solche Bewer her melden, die ähnliche Posten beretts bekleidet haben. Ausführliche Bewerbungen mit Zeugnisabschriften, Lebenslauf sowie Angaben über Gehaltsansprüche und frühesten Eintrittstermin erbeten unter 722D an den Gieß. Anzeig. Husten Sie? Warten Sie nicht bis Sie wirklich erkältet sind, sondern beugen Sie vor und trinken Sie täglich eine oder zwei Tassen Winterhoffs Brustund Husten-Tee in Paketen zu Mk. 1.—. Probe-Pakete zu Mk. 0.50. Eine wohlschmeckende Blüten- Bekanntmachung. Die Bauarbeiten für einen 380 m langen Regen- und Schmutzwasserkanal'in der verlängerten Schottstraße, Werrastraße und am Sandfeld sollen auf Grund der RVO. öfientlich vergeben werden. Die Unterlagen sind ab Sonnabend, den 5. Februar selbstverständlich von BORRMANN 5: Gießen, Neustadt 5, Ruf 4165 Drogerie Kreazplatz 10 Große Auswahl in: Münch. Lodenmänteln,Übergangsmänteln, Sportstutzer, Lodenjoppen, Hausjoppen, Herrenhosen, lange, Breeches-, Golf- und Skihosen. Allee«,im Preis stark ermäßigt I Sämtliche erforderlichen Änderungen in unserer Maß- Schneiderei, der größten und führenden am Platze Herrenbekleidongshaas Moll Höhl m. Kaufmann der Lebensmittel-, Zuckeo Warenbranche (Großhand' lung),mit eingeführterTouv sucht zum 15. Februar 193.8 Stellung für Büro u. Reise. Schriftliche Angebote unter 0476 an den Gießener Anzeiger erbeten. Keine Zeugnisse in Urschrift ivuvern nur Zeugnis- abichristen dem Be- werbungsichreiben beilegen — Lichtbilder undBewerbungsunte» Ngen müfien ,ur Vermeidung oon Verlusten auf der Rückseite Warnen und Änschriil des Bewerbers tragen l Fleißig., ehrlich. Mädchen tagsüber gesucht. Zu erfrag, in der Geschäftsstelle d. Gieß. Anz. 0473 [Stellengesuche] Verkäuferin sucht Stelle per 15. Februar. Branche gleich. Schriftliche Angebote unt. 0475 an d. Gieß. Anz. Dreifachen Vorteil ernten Sie im Winter-SdiluHerkaiii Versäumen Sie nicht, bevor Sie kaufen, sich unser großes Lager einmal unverbindlich anzusehen; denn es ist bestimmt auch für Sie etwas Passendes dabei. Wir bringen wirklich flotte und moderne Kleidung in den Verkauf und gerade jetzt besonders preiswert; Herren-u. Jünglings-Sakkoanzüge Mk. 25.00 bis 90.00 Modellstücke ... t . aus ersten Werkstätten. .Mk. 95.00 bis 120.00 Herren- u. Jünglings-Sportanzüge bewährte Qualitäten.....Mk.31.00 bis 65.00 Herren-u.Jünglings-Wintermäntel Mk. 25.00 bis 90.00 Modeümäntel.... ......Mk. 95.00 bis 135.00 Knabenanzüge und Knabenmäntel |stellenangebote| Tüchtiger Bäcker und Konditor für März u.April zur Aushilfe gesucht. 720D Bäckerei Bende, Gießen. Crednerstraße 34 Tüchtiges Halbtagsmädchen nicht unt. 17 I., in Arzthaushalt (keine Praxis) ab 1. März 1938 gesucht. Schriftl. Angeb. unt. 0471 an den Gießener Anzeiger erbet. Familie Wilhelm Schmidt Weißbinder nebst allen Angehörigen Wieseck, den 3 Februar 1938. Dissertationen bei Brühl, Gießen | Vermietungen"] Schöne Uiim-ttD. an ruhige Leute zum 1. März zu vermieten. Sckr. Ang. unter 0468 a.d. G.A. | Mietgesuche | mit 2 Betten und Küchenbe- nutzung zum 15. Februar gesucht. Schriftliche Angebote unt. 0467 an,den Gießener Anzeiger erbet". MorM am 5. Februar 20.15 Uhr. Lotooliflßiro Gesangverein Gießen Sonntag, den 6. Februar 193* um 16 Uhr General- versammln^ imBaprisch.Hlif Bahnhofstraße. Um 18 Uhr Kameradldiall! Abend mit Familie. DervecemssltM. Kleine Anzeige! richten sich an die Bevölkerung dec engeren Heimat! Darum: Kleinan» zeigen in die Hei* matzeitung, den BleßenerAnxelfl« Die tieftrauernden Hinterbliebenen: Maria Wagenbach, geb. Fuchs nebst Kindern und Angehörigen. Daubringen (Bergstr. 12), Gießen, Frankfurt, Alten-Buseck, 3. Febr. 1938. Die Beerdigung findet am Sonntag, dem 6. Februar, nachmittags 2l/a Uhr vom Trauerhause aus statt. Todes-Anzeige. Gestern Donnerstag, den 3. Februar 1938, nachmittags 4 Uhr, entschlief nach kurzem schweren Leiden mein innigstgeliebter Mann, unser treusorgender Vater und Großvater Herr Wilhelm Wagenbach, Werkmeister i. R. 041 Wehrhafte Dorfkirchen in Hessen. Dortrag im Oberhessischen Geschichtsverein. Aus 6er Stadt Gießen. „Betteln und Hausieren verboten." Heute ziert manche Haustür noch ein Schild, das grundsätzlich unangebracht erscheint. Das ist' der Hinweis „Betteln und Hausieren verboten!" Diese an der Haustür schwarz auf weiß angebrachte Mahnung ist nichts als ein Ueberbleibsel aus der Nachkriegszeit, das seinen Sinn längst verloren bat ?5, \V verständlich, daß in der Zeit größter 2Ir< beitslosigkeit, m der Zeit furchtbarster Wirtschaftsdepression manche unserer arbeitslosen Dolksae- nassen sich dem Hausierhandel in der Hoffnung 311= wandten, vielleicht hier für ihre notleidende Familie einiges verdienen zu können. Genau so verständlich erscheint es, daß manche Menschen, die in dieser Notzeit nicht mehr ein noch aus wußten, ihre letzte Rettung im Betteln suchten. Auf der anderen Seite haben wir auch Ver- standnis für den Hauswirt, der sich und seine vieleicht selbst nicht zu gut gestellten Mieter vor dem Ueberlaufenwerden durch Anbringung des Schildes ^Betteln und Hausieren verboten" zu schützen suchte Mag dem jedoch sein, wie es will; heute ist die Sachlage jedenfalls eine wesentlich andere. Das Heer der Arbeitslosen ist verschwunden. Arbeits- kraste werden schon lange gesucht. Alle Arbeitswilligen sind langst wieder dem Produktionsprozeß zugesuhrt. Die Bettelei ist beseitigt. Die wirklich Bedürftigen sind der Schmach der Bettelei enthoben; denn ihrer nimmt sich die NSV. an. Somit ist auch das Schild „Betteln und Hausieren verboten", was das Betteln anlangt, grundsätzlich sinnlos geworden. Die Verbindung aber zwischen Betteln und Hausieren ist und war für den ehrlichen Hausierer nichts anderes als eine Beleidigung. Denn der ehrliche Hausierer betreibt sein Wandergewerbe genau so achtsam wie jeder andere anständige Geschäftsmann. Und es geht nicht an, daß man in einem Wandergewerbetreibenden einen Strolch oder sonst etwas sieht, nur weil er seinen „Laden" gleich mit sich herumträgt. Für diesen anständigen Hausierer ist es eine Kränkung, wenn er sehen muß, daß sein ehrliches Tun mit der Bettelei in einem Atemzuge genannt wird. Doch auch das Schild, das nur das Hausieren verbietet, ist wegen der Ehrlichkeit des rechten Hausierhandels ein Unrecht. Der Einwand nämlich, daß sich unter den Hausierern zu viele arbeitsscheue Elemente befinden,^ zieht, wie bereits betont, nicht. Insbesondere greift hier eine neuere Verordnung des Beauftragten für den Vierjahresplan über Beschränkungen in der Ausübung des Stadthausiergewerbes durch. Durch sie wird es möglich, Arbeitskräfte, die in ihrem alten Beruf wertvoller erscheinen, diesem wieder zuzuführen, indem man ihnen keinen neuen Wandergewerbeschein ausstellt oder auf Antrag des Arbeitsamtes den bereits erteilten entzieht. Nun befinden sich unter den ambulanten Gewerbetreibenden, die, von Tür zu Tür, von Haus zu Haus gehen, etwa 20 v. H. Juden, und nach dem geltenden Recht, das im heutigen Staat mit größter Genauigkeit gehandhabt wird, besitzen wir kein Mittel, diese Juden vom Wandergewerbeschein auszuschließen. Die wirtschaftliche Betätigung ist ihnen auch in Form des Hausierhandels nun einmal gestattet. Wir haben auch volles Verständnis dafür, daß ein deutscher Hauswirt, wie auch seine Mieter nicht von Juden kaufen und deshalb jüdische Hausierer nicht im Hause sehen wollen. Das ist aber noch kein Grund, das alte sinnlose Schild „Betteln und Hausieren verboten" an der Tür hängen zu lassen. Sollte es da wirklich kein anderes Abwehrmittel geben, als eines, das einen anständigen Wandergewerbetreiben- dcn kränken muß? Es dürfte da doch wohl ein Schild ausreichen „Juden ist das Hausieren nicht gesichtet". Damit verbietet der Hauswirt Unerwünschten den Zutritt zum Haus, ohne den Hausierer, der ein ehrliches Gewerbe betreibt, grundlos zu kränken. Der Oberhessische Geschichtsverein hatte am gestrigen Donnerstagabend zu seinem vierten Vortrag emgeladen, den der Dozent am Kunstwissenschaftlichen Institut Dr. M e y e r - B a r k h a u s e n übernommen hatte. Der Führer des Vereins, Dr. G l ö ck- ner begrüßte zunächst die große Zuhörerschar, die beinahe den ganzen Saal des Instituts füllte. Dann sprach Dr. Meyer-Barkhausen, dessen Darlegungen folgendes zu entnehmen war: Von den rauhen Zeiten mittelalterlichen Faust- und Fehderechtes, in denen jedes Gemeinwesen wehrhaft selbst auf Schutz und Sicherheit bedacht sein mußte, künden in erster Linie die Reste von trutzigen Mauern, hochragenden Türmen und festen Toren, denen wir in unfern alten Städten begegnen. Aber nicht nur die Städte waren befestigt. Auch Dörfer waren durch Umwallungen und Tore geschützt, und oft bot eine hochgelegene Wehrkirche mit starkem Mauerring und mächtigem Wehrturm eine letzte Zuflucht. Reste solcher Wehrkirchen finden sich in ganz Deutschland und darüber hinaus in allen europäischen Ländern. Am besten erhalten sind die mächtigen vieltürmigen Kirchenburgen Siebenbürgens, die dort von mitteldeutschen Siedlern seit dem 13. Jahrhundert errichtet worden sind. Daneben wirkt das bei uns Erhaltene sehr bescheiden. Nur im westlichen Thüringen und in der Rhön finden sich noch einigermaßen, vollständige Anlagen, die zeigen, daß wir unsere Wehrkirchen ganz nach dem Vorbilde der siebenbürgischen zu ergänzen haben. Die Ummauerung von Kirchen des platten Landes scheint in älteste Zeiten zurückzuführen, sei es, daß bei der Einführung des Christentums die ersten Kirchen in bestehenden Befestigungen errichtet worden (Büraberg, Amöneburg, Christenberg), sei es, daß von den Grundherren in befestigten Königshöfen oder Edelsitzen Eigenkirchen errichtet wurden, deren Kirchhöfe heute noch von der ursprünglichen Anlage Kunde geben. Auch aus dem späteren Mittelalter sind in Thüringen Umwandlungen von Burgsitzen zu Wehrkirchen bekannt. Seit dem 13. Jahrhundert wurde die Anlage und Ausgestaltung von Wehrkirchen in größerem Umfange von den Territorialherren betrieben, die in ihnen wichtige Stützpunkte zum Schutz ihrer Dörfer und zur Sicherung ihres Gebietes sahen. Schon die erhöhte Lage inmitten des Dorfes auf einem Hügel oder über einem Steilhang kennzeichnet die Wehrkirche (Nieder-Walgern). Bisweilen sind noch Reste eines Wallgrabens zu erkennen (Fron- haufen-Lahn). Die Ummauerung des Kirchhofes ist dann an den hessischen Beispielen meist bis zur Höhe einer bloßen Einfr'..digungsmauer abgebrochen. Vereinzelt finden sich noch Schießscharten. Häufiger sind befestigte Tore mit inneren Wangen (Ebsdorf), Ueberwölbung (Langenstein), Wehrgang bzw. Wehrplattform (Balhorn), Zinnenabschluß (Seeheim an der Bergstraße). Ein regelrechter Torturm findet sich noch in Helsa bei Kassel, und in Geismar bei Fritzlar sind noch Reste einer Ummauerung mit Rundtürmen an den Ecken vorhanden. Wie diese kärglichen Reste zu ergänzen sind, zeigen thüringische Wehrkirchen, so vor allem die imposante, die Werrastraße hoch überragende Kirchenburg in Walldorf bei Meiningen mit ihren sechs Rundtürmen in der Ringmauer, ferner die Kirchen in Rohr, Dachdorf und Belrieth mit gut erhaltenen Tortürmen, hoher Mauer, die z. T. noch den Wehrgang erkennen läßt. Die thüringischen Beispiele müssen auch herangezogen werden, um zu zeigen, daß die zur Aufnahme der bäuerlichen Habe in Kriegszeiten dienenden Gaden an der Innenseite der Kirchhofswehrmauer bei uns in ganz ähnlicher Weife vorhanden waren, wie in den großartigen Anlagen Siebenbürgens. An den hessischen Wehrkirchen- sind diese Vorratshäuser und Keller der Kirchhöfe fast völlig verschwunden. Nur die Urkunden nehmen bisweilen auf sie Bezug. In Thüringen und in der Rhön umstehen sie jedoch heute noch in langen Reihen den Kirchhof, ja sie sind bis auf den heutigen Tag in Benutzung geblieben und dienen den einzelnen Höfen des Dorfes zur Aufbewahrung von Feld- früchcen. Das Kernwerk der Kirchenfestung ist das Kirchengebäude selbst, namentlich der mit ihm verbundene Kirchturm. Hier bietet unsere Gegend, insbesondere Oberhessen, eine Reihe hervorragender Beispiele, die besser vielleicht als anderswo die ursprüngliche wehrhafte Ausgestaltung des Kirchturms erkennen lassen. An ihnen ist festzustellen, daß die heute durchgängige Form des Helmabschlusses nur an wenigen dieser Wehrtürme ursprünglich ist, daß vielmehr eine regelrechte. Plattform mit Zinnenkranz oder ein Wehrgang mit kleinem Helm in der Mitte meist den Tuvmabschluß bildete, der durch Wasserspeier an den Ecken entwässert wurde (Ebsdorf, Heskem, Mardorf, Sterzhausen). Das ergibt eine überraschende Verwandtschaft dieser Kirchtürme in ihrem ursprünglichen Zustande mit städtischen Mauer- oder Tortürmen, denen sie auch in ihrer inneren Aufteilung völlig gleichen (Lich, Wieseck). Da wird man sich nicht wundern, auch einmal — in Crumbach bei Kassel — einem regelrechten runden Wartturm als Eingangsturm einer Wehrkirche zu begegnen. Etwas anderes ist es, wenn Kirchen mit schon bestehenden Wehr- oder Warttürmen nachträglich verbunden worden sind (Großenenglis, Lich). Schließlich gibt es auch Wehrkirchtürme von besonderer Mächtigkeit, die allem Anschein nach ursprünglich allein in der Kirchhofsumwehrung standen und für gottesdienstliche Zwecke nur eine Kapelle im Untergeschoß enthielten (Oberkleen). Aeußerlich wird man an solchen Anlagen nur noch wenig von ihrem eigentlichen kirchlichen Zweck gespürt haben. Oft ist auch das Kirchenschiff Wehrzwecken dienstbar gemacht. Zwar sind Wehrgänge als Abschluß der Wände, wie sie sich an Siebenbürger Kirchen und vereinzelt auch in Deutschland finden, bei uns nicht erhalten. Aber einmal kommt ein Gußerker über der Eingangstür vor (Bergheim), ein andermal eine Schießscharte in der Kirchenwand (Rothenkirchen), und eine alte Chronik meldet, daß in Arzell bei Fulda der Dachboden der Kirche 21 Zellen zur Aufnahme der 21 Familien des Orts in Kriegszeiten enthalten habe. Mit dem Aufkommen der Feuerwaffen verloren die Kirchenburgen naturgemäß an Bedeutung, wenngleich gerade am Ende des Mittelalters noch zahlreiche Kirchenumwehrungen und wehrhafte Kirchtürme entstanden sind. Lange noch haben die hochgelegenen und ummauerten. Kirchhöfe in den Kriegen eine Rolle gespielt, so im Siebenjährigen Kriege, und noch 1870 ist in manchem französischen Kirchhof heiß gerungen worden. Mehr und mehr mußten in den nachmittelalterlichen Jahrhunderten die alten Wehranlagen der Dorfkirche der friedlichen Bestimmung des Gotteshauses weichen. Der Kirchhof wurde zum Friedhof, der Wehrturm zum Glockenturm. Abgesehen von der burgartigen Lage und dem trutzigen Gemäuer künden heute nur noch geringe Reste von der ehemaligen Bedeutung unserer Wehrkirchen. Sie sind der Beachtung und liebevollen Pflege wert als Zeugen dessen, daß in alten Zeiten nicht nur die (Stabt wehrhaft war, sondern daß auch die Bewohner des Dorfes hinter starker Wehr sich und das Ihre mannhaft zu verteidigen wußten. Dr. Glöckner sprach dem Vortragenden den Dank des Vereins und der Zuhörer aus und betonte, wie anregend alles das gewesen sei, was Dr. Meyer-Barkhausen in Wort und Bild geboten habe. Zum Schluß gab er aus dem Vereinsleben bekannt, daß am 17. Februar der letzte Vortrag stattfinde. Land der landlosen Leute. Von Friedrich Schnack. Herrlich sind die Landkarten, die stummen Führer «und Verführer in ungeheure Weiten! Ihre Malereien drücken märchenhafte Wirklichkeiten aus: auf ihnen sind, reicher als unter irgendeinem Malerauge, gestaltet Berge, Täler, Meere, Küsten und Flüsse. Verliebt und bewundernd schweift der Blick über sie hin und erkennt auf ihnen die Zeichen eines unausdenkbaren Schicksals. Tief eingegraben hat es sich in das Antlitz der Erde durch Runzeln und Falten, Risse, Sprünge, Brüche und Abstürze: es find die Spuren gewaltiger Erlebnisse und steinerner Schmerzen. Doch daneben, wie zum Tröste, lächeln die Meere und die dunkelgrünen Täler. Schön sind jene Karten, auf denen die Berge braun gemalt sind, geschrägt und gestrichelt, wo die blauen Gletscher glänzen wie eingesprengte Opale und Amethystsplitter, wo die Täler im Sonnenschein liegen gleich blühenden Wiesen, in die du geradewegs hineinspringen möchtest, ohne behördliche Erlaubnis und Reisepaß. In einem alten Koffer, der meinem Großvater gehörte, habe ich eine verblichene Landkarte gefunden, die aussieht wie ein Biedermeierbild der Erde: sie ist blaß und fein, friedlich und klar — es ist eine leidenschaftslose und innige Karte, und doch hat sie 'Sehnsucht erregt und Wünsche beflügelt. Wie oft mag er die Karte Asiens betrachtet haben (Tm- tenspuren und Bleistiftstriche sind darauf), die vor seinen Augen einen Zauberteppich ausbreitete, m den Berge, Länder und Flüsse gewoben sind. Die Karte ist mir teuer, da sie getränkt ist mit Sehnsucht, mit dem Verlangen nach Erlebnissen und Abenteuern. ,, , Auf ihr schlängeln die Flüsse wie blaue Aederchen in verschollene Schlechten und Täler, verwunderte Hügel stehen darin, gelb wie Ton und bräunlich wie Rost, als hätte sie die ewige Sonne ausgeglüht und ausgebrannt; tief unten schimmern saphi- rene Teiche und Landmeere, klein wie winzige Muscheln; andere wieder leuchten azurn, gleich dem Aether, schlafend in der Unschuld ihrer Urwelt. Das Land, das die Karte meines Großvaters darstellt, ist längst nicht mehr wahr; es hat sich verändert mit allem, was darauf gezeichnet ist. Dennoch möchte das Auge den Schlängelflufsen folgen und den Straßen kreuz und quer, die irgendwo ankommen, in verwitterten Toren und staubigen Städten mit zerbrochenen Mauern und zerfallenen Türmen. Vielleicht wohnt dort, wo Die grüne Ebene braune Felsenberge spaltet, das Wunderbare, das jeder zu erleben glaubt, wenn er eine Reise tut, und das auch der alte Großvater vergeblich suchte ... Wie schön und anziehend ist in meinem Atlas die große Karte mit den fünf Erdteilen: wie ein hellgrüner und gelbgefleckter Becher wölbt sich Nordamerika in die Ozeane; Südamerika kommt mir vor wie ein halber Vogelkopf, dunkelgrün beftaumt, mit einem Albatrosschnabel von gelbem i)orn. Dort wälzt sich in den Atlantik das afrikanische Massiv mit breiter, harter Felsenstirn und gedrungenem Hals. Dahinter flattert aufgeregt, tausendfach zerrissen und angenagt, das unruhige Europa ... ubd das geheimnisvolle Asien, ein unbestimmbarer Leib mit einer unbestimmbaren Seele. Aber darüber strecken sich die gigantischen Tafelländer Rußlands und Sibiriens. Und aus der rechten Ecke meiner Erdkarte, die mich unterrichtet über Vegetationsgebiete, Getreidezonen und Meeresströme, treibt Australien heraus, plätschernd im Meer samt Neuseeland und Polynesien. Mein Auge wandert über diese prächtigen Kontinente' gelb wie Ocker sind die nördlichen Tundren sandfarben die südlichen Wüsten; dazwischen wogen die Gersten- und Weizenzonen, unendliche Ströme Goldes, und die schäumen hinein in die dunkler gefärbten Zonen des Maises und Hafers. In China grünt die saftige Reiszone, und ganz Mittelafrika wird überschäumt von der Sorghumslut, d-r ’Jleqerf)irfe. Di- Sorftellung daß es o m-l° und große Kornkammern auf Erben gibt, ift über« wäMqend. Wo aber das Getreidekorn fehlt, da wächst das Sandkorn, wie in der Sahara, in der Wüste Kalahari, in der Wust- Gobi und m d-r großen Sandwüste Viktoria in Australien. Wie gerne möchte ich einmal den Wind über diesen Getreidefluten sehen, d,e groß wie Meere sind! An den Kontinenten stoßen sich di- Meeresstro- mungen Aus meiner Erdkarte sind»sie als parat- "l- Linien in den großen Wannen der O.s-ane sichtbar Mus den Polarmeeren schießen die blauen, kalten Linien heraus, spitz wie Pl-ile von Eis, in den Aeauatorialaegenden kurven die roten, warmen Linien Ich "steile mir vor, daß ich mit einem alten Seaelkasten aus der südlichen Passattrist da- hink-ik- Mischen Afrika und Australien, Landern, die auch für mich gemacht stnd. Meine Landkarte erlaubt nur derartige Darstellungen. Wissen möchte ich, wie viele Menschen aus der Welt ebenso tun wie ich, wenn es «eifeaeit unb Meeresstille zu glücklicher Fahrt lockt äll flie die es sich nicht leisten können, muß die billige Landkarte^ die teuere Fahrt ersetzen. Genau so erging es auch dem alten Großvater in Franken, der seinen Koffer packte und nicht zum Tor hinauskam. Zwischen nördlichem und südlichem Wendekreis ist die Welt am schönsten auf meinem Atlas. Deshalb liebe ich ihn: es gibt keine bessere Unteehaltungslektüre als seine ungeschriebenen Reisebeschrei-' bungen, feine phantastischen Andeutungen. Ich liebe seine schlafenden Stürme, seine Landkolosse, seine wogenden Getreidezonen. In feinen Urwäldern stoßen mir Abenteuer zu, wie sie nur der empfindsame und phantastische Reisende erlebt. Selten vertieft Wechsel der Szenerie den Geist — wohl aber tun es Sehnsucht und Hoffnung. Auch sie gestalten das Dasein. Das währe Feld auf dem die Sehnsucht und die Hoffnung aufblühen, ist die Landkarte. Raum hat sie für alle, für alle Geheimnis und Trost! Sie ist das Land der landlosen Leute, der Seefahrer ohne Schiffe, der Reifenden ohne Reise.. Fliegeschule — für Vögel. Es gibt an den Ufern der Themse eine richtige Fliegeschule für Vögel. In einem riesigen Vogelhaus, das mit Leitern, Trapezen und allen möglichen anderen Geräten für Vogelgymnastik ausgestattet ist, befinden sich hier allerlei Arten von Vögeln, die, sei es durch äußere Verletzungen, sei es auf andere Weise ihr volles Flugvermögen eingebüßt haben. Hier werden die kleinen Insassen gepflegt und ihnen der volle Gebrauch ihrer Flügel wieder gelehrt, bis sie eines Tages so weit sind, daß sie in der Freiheit für sich selbst sorgen können. Da nimmt zum Beispiel, so erzählt ein Besucher, ein entzückender kleiner Buchfink, dessen gebrochener Flügel kürzlich erst geheilt ist, seine ersten vorsichtigen' Schritte eine kleine Leiter hinunter, und bei jeder Stufe hält er aufgeregt inne, nicht anders als ein kleines Kind, das zum ersten Male die Treppe hinabsteigt. Eine Goldammer, auch mit neugeheiltem Flügel versucht Hie ersten kurzen Flüge unter dem wachsamen Auge ihres Pflegers, und eine einäugige Eule, durch einen dargereichten Leckerbissen ermutigt übt sich im Landen. Hoch oben auf einem Trapez wiegen sich ein Rotkehlchen und ein Zeisig und erörtern in lebhaftem Gezwitscher ihre Fortschritte oder vielleicht auch Pläne, wie sie ihre bevorstehende Freilassung feiern wollen. Unten auf ber Erde hüpft eine einbeinige Drossel und lernt sich im Gleichgewicht zu halten, das kluge Auge auf den Boden gerichtet, wo sie vielleicht das Rascheln unterirdischer Würmer hört, lieber dem Dach der Schule kreist ein Taubenschwarm. Vor kurzem waren die Tauben selbst noch Insassen der Schule, Dornotizen. Tageskalender für Freilag. Stadttheater: 20 bis 22.30 Uhr „Enoch Arden". — Gloria-Palast, Seltersweg: „La Habanera", im Beiprogramm der „Boxkampf Schmeling — Foord". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Ritter ohne Furcht und Tadel". — Goethebund und Kaufmännischer Verein: „Auf den Spuren unbekannter Völker in Hinterindien". — Oberhessischer Kuystverein, Turmhaus am Brand: Frankfurter Künstler der Gegenwart: 17 bis 18 Uhr. Sladiihealer Gießen. Aus dem Stadttheaterbüro wird uns geschrieben: Heute abend zum letztenmal „Enoch Arden", Oper von Ottmar Gerster. Musikalische Leitung Paul Walter. Spielleitung Wolfgang Kühne. Leitung und Einstudierung der Chöre Heinz Markwardt. Choreographie Irmgard Zenner. Bühnenbilder Karl Löffler. Die Vorstellung findet als 18. Vorstellung der Freitag-Miete statt. Ende 22.30 Uhr. Gießener Konzert-Verein. Man schreibt uns: Maria Neuß, die Trägerin des Berliner Musikpreises von 1937, gibt am kommenden Sonntag in der Reuen Aula einen Violin- abenb. Die Künstlerin ist dem Gießener Konzertpublikum längst keine Unbekannte mehr, uyd jeder Freund echter Musik verspricht sich einen genußreichen Abend. Pressestimmen jüngster Zeit loben den hinreißenden Schwung und den berückenden Klangschmelz, die vollkommene Reinheit und Tonschönheit ihres Spiels. Das Programm enthält Werke von Schubert, Beethoven und Cesar Franck. Mit Rücksicht auf auswärtige Besucher muß das Konzert pünktlich beginnen. DMWWMWM 7l$(5. „Kraft durch Freude-, Kreis Gießen. Thealervorstellung. Sonntag, den 6. Februar, nachmittags 14.45 Uhr, auf vielfachen Wunsch Wiederholung der Operette: „Eine Rächt in Venedig". Preise —,60, 1,—, 1,20 RM. 677D WHW. Ortsgruppe Gießen-Süd. Kohtenabrechnung. Die Kohlenhändler werden aufgefordert, die in Zahlung genommenen Kohlengutscheine der Serie D am Freitag, 4. Februar, abends 19.30 Uhr, auf der Geschäftsstelle Crednerstraße 24 einzureichen. Später eingereichte Kohlengutscheine werden nicht mehr angenommen. WHW. Ortsgruppe Gießen-Mitte. Betr.: kohtenabrechnung am 4. Februar. Die Kohlenhändler werden ersucht, dieKohlen- scheinederSerievFreitag, 4. Februar, 2 0.3 0 Uhr, auf unserer Geschäftsstelle (Zigarrenhaus Möser), Eingang Löwengasse, einzureichen. Es wird hiermit darauf hingewiesen, daß die Rückseite der Kohlenscheine außer der Unterschrift der Kohlenhändler auch die Unterschrift des Empfängers, dessen Wohnung, Straße und Hausnummer und die genaue Bezeichnung der Kohlensorte tragen muß. Nach dem 4. Februar eingereichte Scheine sind wertlos. WHW., Ortsgruppe Gießen-Nord. Betr.: kohtenabrechnung. Die Kohlenhändler werden aufgefordert, die in Zahlung genommenen Kohlengutscheine (Serie D) bis spätestens Samstag, 5. Februar, abends 8.30 Uhr, auf der Geschäftsstelle, Walltorstraße 38, einzureichen. Später eingehende Gutscheine können nicht mehr angenommen werden. erst kürzlich wurden sie in Freiheit gesetzt, aber noch können sie sich nicht entschließen, die vertraute Gegend zu verlassen. Die Schule wurde hauptsächlich in der Absicht D gegründet, den wilden Vögeln zu Hilfe zu kommen, die ungesetzlich in Fallen gefangen und zum Verkauf gebracht worden sind. Ein Gesetz vom Jahre 1933 verbietet nämlich in England, bestimmte Arten von Vögeln auf dem Markt zu bringen, wenn es sich nicht um in der Gefangenschaft gezogene und mit einem Ring versehene Vögel handelt. Der Besitzer eines Vogelhauses, der solche Tiere züchtet^ muß die jungen Vögel ein paar Tage nach der Geburt mit einem Ring versehen, der sich dann, wenn die Tiere ausgewachsen sind, nicht mehr entfernen läßt. Manche Händler versuchen aber, das Gesetz zu umgehen, indem sie auch den wildgefangenen Vögeln einen Ring überstreifen. Wenn solche Vögel längere Zeit im engen Käsig zugebracht haben, müssen sie gewöhnlich das Fliegen erst wieder lernen, bevor man sie ohne Gefahr für sie selbst der Freiheit zurückgeben kann. Die Schule soll eigentlich keine dauernde Heimstätte für Vögel werden, dennoch beherbergt sie ein paar ausländische' Vögel, die in der Freiheit in Europa zugrunde gehen würden. Dieser Kategorie gehören drei kleine benaalische Finken an, die von ihrer Besitzerin, in dem Wunsch, ihnen so viel Freiheit wie möglich zu gewähren, der Schule übergeben wurden. Hochschulnachrichten. Professor Dr. Edmund Stengel, der namhafte Vertreter der mittleren und neueren Geschichte an der Universität Marburg, der zum Leiter des Berliner Reichsinstituts für ältere deutsche Geschichtskunde berufen worden ist, hat sich mit einem Vortrag über die Stellung der Hochmeister des deutschen Ordens zum Reich in Marburg verabschiedet. Dr. Uhlhorn übermittelte den Dank aller Schüler an den Scheidenden, welcher 31 Jahre lang in Marburg wirkte. Das wissenschaftliche Werk Stengels, das den Ruf der „Marburger Schule" verbreiten half, stellt auch für die Zukunft bedeutende Aufgaben. Der Rektor der Universität Marburg hat den bisherigen Dekan der Philosophischen Fakultät, Professor Dr. Wachtsmuth auf dessen Wunsch mit sofortiger Wirkung seines Amtes als Dekan enthoben und ihm für die geleisteten aufopfernden . Dienste im Namen des Ministers den Dank ausgesprochen. Der Rektor hat den Prodekan der Philosophischen Fakultät. Professor Dr. A l v e r d e s , beauftragt, die Geschäfte des Dekanats bis zur Ernennung eines neuen Dekans wahrzunehmen. Naimschutz-enkmäler Oberhessens. Ein interessanter Vortrag bei der NGKOV. In der Mitgliederversammlung der NS.'Kriegs- opferoersorgung am gestrigen Donnerstagabend im „Burghof"' gedachte Kameradschaftsfichrer Bon. Hard zunächst der im letzten Jahr verstorbenen sechs Kameraden und drei Kameradenfrauen. Er empfahl dann u. a. die Bücherei, für die er weitere Buchspenden erbat, und kündigte den Anschluß an die Vortragsreihe des Goethe-Bundes an. Weiter gab er Aufschluß über eine Reihe wichtiger Dersicherungs- und Bersorgungsfragen. So betonte er nochmals das sorgsame Markenkleben als Voraussetzung für die Versicherung, und gab die Einführung eines Sterbegeldes für die von 1934 bis 1938 beigetretenen Mitglieder und die Neuordnung der Dersorgungs- und Invalidenrente bekannt. Anschließend hielt Kamerad Kulturmspektor Vogt einen von ausgezeichneten Lichtbildern un- terstützten Vortrag über „Bilder aus der Heimatlicken Natur". Er ging auf die Veränderungen des Landschaftsbildes im Wandel der Zeiten ein, die. setzt zur Durchführung des Naturschutzgesetzes geführt haben, um wenigstens seltene Naturvorkommen der Tier- und Pflanzen- und Gesteinswelt zu erhalten. Erne große Anzahl unter Denkmalschutz stehende Pflanzen und Landschaftsgebilde aus der näheren oberhessischen Heimat wurde im Bild vorgeführt, so der lilienartige, schöne „Türkenbund", aus dem die Alchimisten Gold her- stellen wollten, die zu den Orchideen zählende.Knotenblume" oder „Großes Schneeglöckchen", das in der gebirgigen Gegend anzutreffen ist, das im niederen Vogelsberg zu findende „Waldblättlein", die vielerorts vorkommende giftige Frühlingsblume „Seidelbast", schließlich der schön blau blühende „Enzian", den man auch in der Umgebung von Gießen vorfindet und die ruhig fließende Gewässer, wie z. B. den Teich bei Londorf, zur Zeit der Heuernte schmückende „Seerose". Den giftigen „gelben Sturmhut" zeigte der Redner an den Hängen des Lollarer Kopfes und an dem Basaltstein, dem sog. „Hohnstein" bei Garbenteich, die sehr seltenen Reste pontischer Flora, ferner die zeitig im Frühjahr blühende, violett aussehende Küchenschelle, die auch auf Basalt bei Langsdorf anzutreffen ist, die Droll-Klotzblume, die im Vogelsberg bis «n die Wetterau nach Hungen, Inheiden, Weckesheim gedeiht und dann erst wieder im Taunus wächst. Von den Bäumen führte Inspektor Vogt zu- nächst die Eiche in einigen in der freien Natur schön gewachsenen Exemplaren an, u. a. die alte Eiche zwischen Reiskirchen und Hattenrod, dann auch die Linden, den eigentlichen Baum der Germanen. Solche Naturdenkmäler sind die Dorflinde in Grü- ningen, die Linden auf der Hardt bei Lich und eine Linoengruppe im Feld bei Lützellinden. Wo Schatten erwünscht ist, bevorzugt man die Pappel, die Napoleon wegen ihrer soldatischen Ausrichtung bei Strahenbauten verwenden ließ. Die am Bach der Horloff bei Villingen sich besonders schön ausnehmenden Pyramiden-Pappeln beleben das Land- schaftsbilü, in dem sie erhalten bleiben sollen. Wei- terhin zeigte der Vortragende eine der in Ober- Hessen sehr seltenen Wildbaum-Alleen aus dem Jagdgelände bei Romrod und ein merkwürdiges Gebilde, wie es die Feldgrauen in den Argonnen vorfanden, das eine Buche umschlängelnde _ Wald- geisblatt, besten Aeste die gedrehten Krückstöcke liefern. Von den Pflanzen ging der Vortragende zu den Schönheiten der unberührten Landschaft über, die in ihrer Ursprünglichkeit erhalten bleiben soll. So zeigte er u. a. den schönen Anblick des alten Tei- ches an der Ohm bei Nieder-Ofleiden, den von dem giftigen Wasserschierling bestandenen Londorfer Teich, Vogelsberger Gebirgslandschaften bei Stumpertenrod, Stornfels, Ulrichstein, oberhalb Kestrichs und schließlich von dem Hochmoor am Taufstein. Ausgezeichnete Aufnahmen vom Richthof bei Unter» Schwarz ließen die an schön gewachsenen Bäumen und schönen Baumalleen, aber auch 'Wasser- umspülten Baumgruppen reiche Landschaft, die durch ihre Natürlichkeit außerordentliche Reize auf» weist, erkennen. Der Vortragende zeigte auch Lär- chen aus dieser Gegend, die zu den-Seltenheiten Deutschlands gehören und brachte dann das Gieße- ner Manganbergwerk mit feinen geologischen Merkwürdigkeiten und andere Gesteinsvorkommen, wie am Hansteingraben bei Nieder-Ofleiden, das vorgeschichtliche Grab im Feld bei Staufenberg, die Grabhügel in der Lindener Mark usw. im Bild, um auch solche Seltenheiten der Heimat zu zeigen. Abschließend brachte er neben seltenen Tieren Kir» chen- und Ortsansichten, die durch Bäume oder Fachwerkbauten ausnehmend schön sind, wie z. B. Elpenrod und die Kirche von Ruhlkirchen. Den durch reichen Beifall bekundeten Dank der Zuhörer brachte Kamerad Bonhard in herzlichen Worten zum Ausdruck. BOM.. u. IM.-Untergau -116, Gießen. Befr.: Tagung der Großfahrtführerlnnen. • (Berichtigung.) Die am Samstag, 5. 2., stattfindende Tagung der Großfahrtführerinnen, an der alle Mädel- und Jung- mädel-Gruppen- und Scharführerinnen teilnehmen, findet ab 1 4 U h r in der Dienststelle des Untergaues statt und nicht, wie gestern veröffenllicht, um 13 Uhr. Befr.: Besprechung der Schulungsmadel im 321L-UntergaiL (Berichtigung.) Die Besprechung der JM.-Schulungsmädel findet anstatt am 6. d. M. am 5. d. M., anschließend an die Tagung der Großfahrtführerinnen statt. Elternabend und Ausstellung der Jungmadel, gruppe 3/116. Wir verbinden mit unserem Elternabend noch eine kleine Ausstellung, die von der in der Gruppe geleisteten Arbeit berichten soll. Deshalb wird die Turnhalle schon um 19.30 Uhr geöffnet. Volkstanz-Gruppe. Alle Mädel der Volkstanz-Gruppe treffen sich heute, 29 Uhr, in her Turnhalle der Oeffentlicyen Handelslehranstalt. An alle Vereinsführer im Kreis Wetterau. Der Kreisbeauftragte des WHW. Gießen (Wetterau) teilt folgendes mit: In diesen Wochen werden von der Mehrzahl aller Vereine im Kreis Wetterau Veranstaltungen durchgeführt, die dem Zwecke dienen, die kamerad- fchaftliche und familiäre Verbundenheit in den einzelnen Vereinen zu heben und zu fördern. Es wäre dabei ein gan* besonderes Zeichen der Verwurzelung des einzelnen Vereins innerhalb unsrer Volksgemeinschaft, wenn aus den Ueber- fchüssen dieser Veranstaltungen auch Mittel für das WHW. des deutschen Volkes freigemacht würden. Jeder verantwortungsvolle Vereinsführer wird erst bann seinem Verein die Abrechnung für die betreffende Festveranstaltung mit wahrer innerer Genugtuung vorlegen können, wenn ein Teil des Überschusses, der ja grundsätzlich und im Allge- motnen eigentlich restlos der besonderen Dereins- arbeit dienen soll, dem großen sozialen Hilfswerk zugeführt wird, das feine ganze Kraft dafür einsetzt, im Laufe der Zeit jeden deutschen Volks- gertoffen soweit zu fordern und zu helfen, daß er dann selbst froher Festteilnehmer werden kann. Der Kreisbeauftragte des WHW. bittet daher alle Vereinsführer, Spenden aus diesen Mitteln auf das Konto des WHW. Postscheckkonto Nr. 23 633 Bezirkssparkasse Gießen Nr. 6100 Bezirkssparkasse Mathildenstist, Friedberg Nr. 82 einzuzahlen. Jedem Verein wird bann eine entsprechende Spenbenquittung zugehen. NGKK.-Obergruppenführer Seydel in Gießen. Am Dienstag wellte der Führer der Obergruppe West des NSKK., Obergruppenführer Seybel, in Gießen, um einen Sturm der Standarte 147 im Dienstbetrieb kennenzulernen. Zu dieser Besichtigung hatte man einen der Gießener Motorstürme, den 4/M. 147 (Sturmführer Mohr), ausersehen. Nachdem der Obergruppenführer im Lause des Nachmittags auf der Dienststelle in die Geschäftsführung des Sturmes Einblick genommen hatte, wohnte er am Abend dem Sturmdienst bei. Die Behandlung der verschiedenen Sachgebiete, wie Gelände- künde, Fahrzeugkunde, Verkehrserziehung, Straßen- Verkehrsordnung u. a. vermittelten ein anschauliches Bild von der im Sturm geleisteten Arbeit. Der Obergruppenführer äußerte sich zum Schluß sehr anerkennend über Auffassung und Durchführung der behandelten Ausgaben und sprach dann vor dem Sturm in einem kurzen Abriß über Entstellung, Wesen und Ausgaben des Korps. Am Schluß seiner Ausführungen stand der Hinweis auf die Bedeutung, die dem geistigen und kameradschafllichen Zusammenhalt innerhalb der Einheit zukomme. Gesundes Leben im Sturm und damit Förderung des einzelnen und Hebung des Ausbildungsstandes der Gesamtheit erwachsen nur aus dem Gefühl unbedingter Zusammengehörigkeit und Verbundenheit mit der gemeinsamen Sache. Mit dem Gedenken des Führers endete der Sturmabend. Arbeiisführertaaung in Gießen. Wie mir schon berichteten, hält die Gruppe 22 3 des Reichsarbeitsdienstes in Gießen eine Führertagung ab. Am gestrigen Abend versammelten sich die Tagungsteilnehmer und einige Gäste im Saale des Hotel Schütz zu einem Begrü.hungs - und Kameradschaftsabend! Nach einem schneidigen Marsch des Musikzuges begrüßte der Gruppenführer, Arbeitsführer Zim- p e l, die Erschienenen und sprach von dem Zweck und den Aufgaben der Tagung. Er freue sich, daß es möglich geworden sei, diese Zusammenkunft in der schönen Stadt Gießen durchführen zu können, und dankte für die Mitarbeit und das große Entgegenkommen der Gießener Stadtverwaltung. Der Arbeitsdienst habe eine doppelte Aufgabe, nämlich die Arbeit an dem Menschen und an dem Boden. Der Arbeitsdienst sei eine der revolutionärsten Erscheinungen des neuen Reiches. An dem jungen Manne erfülle der Arbeitsdienst eine große Erziehungsaufgabe, und durch die Arbeit am Boden werde z. Z. an der Erfüllung des Vierjahresplanes mitgeholfen. Der Gruppenführer wünschte der Tagung einen guten Verlauf und brachte anschließend das Sieg-Heil auf den Führer aus. Nach einer kleinen Pause wurde ein Film des Rassepolitischen Amtes der NSDAP., betitelt „Erbkrank", vorgeführt. Interessant und gleichsam erschütternd war der Einblick in eine Welt Erbkranker, ferner erkannte man hier wieder eindringlich die Notwendigkeit des Gesetzes zur Verhütung erbkranken Nachwuchses. Im Verlaus des Abends überbrachte Bürgermeister Prof. Dr. Hamm die Grüße des Oberbürgermeisters und der Stadt Gießen. Das Verhältnis zwischen Arbeitsdienst und Stadt Gießen sei schon immer Ausgezeichnet gewesen. Er freue sich, daß die Arbeitsdienstführer die Möglichkeit hätten, auf einer Rundfahrt die Stadt Gießen und einen Teil ihrer Umgebung kennenzulernen. Auch was Gießen an Kulturellem leiste, könnten sie bei dem Besuch des Stadtcheaters feststellen. Der Bürgermeister wünschte der Tagung guten Erfolg. Kameradschaftlich blieben die Tagungsteilnehmer bei guter Musik und Unterhaltung beisammen. Besonders ein wirklicher Zauberkünstler verstand es meisterhaft, seine Kameraden zu unterhalten. Um Mitternacht wurde der Abend mit einem Spruch geschlossen. Neuer Oberspielleiter am Gtadttheater. Aus dem Stadttheaterbüro wird uns geschrieben: Für die Spielzeit 1938/39 wurde Dr. Hannes R a - zum vom Stadttheater Aachen als Oberspielleiter des Schauspiels verpflichtet. Dr. Hannes R a z u m ist in Aachen Spielleiter und Dramaturg, vorher war er an den Städtischen Bühnen in Frankfurt am Main tätig. Razurn ist einer unserer jüngsten Dramatiker. Sein Drama „Die Machthaber" wurde in der letzten Woche an den Städtischen Bühnen Gladbach-Rheydt uraufgeführt. „Quer durch (Südamerika." Schade, daß man diese herrliche Reise „Quer durch die Staaten Südamerikas" nicht an Ort und Stelle, sondern nur im Geiste an Hand des Vortrags von Dr. Rudolf Roch und feines Filmes am gestrigen Abend im Lichtspielhaus Bahnhof- ftrabe machen konnte. Wohl bei allen Besuchern wird sich durch den interessanten Vortrag und die prächtigen Bilder der Wunsch geregt haben, diese herrlichen Landschaften auch einmal selbst kennen- zulernen, und zwar nicht im Pflichtenkreis der täglichen Arbeit, sondern als Vergnügungsreisende, die aller Sorgen und Verpflichtungen los und ledig wären. Der Vortragende gab vor Beginn der Filmvorführung eine kurze Uebersicht über die wichtigsten Merkmale der sudamerikanischen Staaten. Dabei warnte er die deutschen Volksgenossen mit allem Nachdruck vor einer unbedachten Auswanderung dorthin, und er ließ keinen Zweifel darüber, daß dieser von der Natur so wunderbar gesegnete Kontinent in wirtschaftlicher Hinsicht insbesondere für den Ausländer, also auch für deutsche Auswanderer, wenig erfreuliche Perspektiven bietet. Jedenfalls machte er ganz eindeutig kla? daß der Lebenskampf dort Drüben für jedermann, abgesehen von den ganz reichen Leuten, ganz außerordentlich schwer ist. Dann berichtete er, daß Deutschland mit den südamerikanischen Staaten, insbesondere mit Brasilien und Argentinien, in guten Beziehungen lebt. Er gab dann noch vom politischen Standpunkt aus einen kurzen Ueberblick über die dortigen Verhältnisse und hatte damit in großen Strichen das geistig-politische Bild skizziert, das jene Länder dem Besucher barbieten. Nunmehr begann an Hand eines bildmäßig und technisch ausgezeichneten Filmes eine große Rundreise durch die Staaten Südamerikas, bis hinunter zum Kap Horn an der unwirtlichen Spitze von Feuerland. Brasilien, Argentinien, alle Nordstaaten, die Zentral- und die Südstaaten wurden in Stadt und Land durchstreift und mit interessanten Bll« öem aus Stadt und Land und Urwald vorgeführt. Da gab es Dinge zu schauen, bei denen den deutschen Betrachtern der Bilder alle bisherigen Begriffe über jene Länder hinsichtlich deren Größe und wirtschaftliche Möglichkeiten vollkommen über den Haufen geworfen wurden. Da lernte man landschaftliche Schönheiten kennen, die außerordentlich fesselnd und denkwürdig nach vielerlei Richtung hin sind. Man erhielt aber aucy einen Begriff davon, wie bitter ernst und schwer das Leben jener Menschen, insbesondere auf den ungeheuren Landflächen und im Urwald ist. Man bekam ferner einen eindrucksvollen Begriff von der ungeheuren Größe der Naturschätze und der wirtschaftllchen Produktion, die ein gewaltiges Uebermaß "don Vor- x röten zur Folge haben. Alles in allem: nicht nur ein interessanter, sondern auch ein sehr lehrreicher Film, bei dem die etwa VMtünbige Vorführungs- zeit zu einer Quelle wertvoller Erkenntnisse und guter Unterhaltung wurde. Dem Vortragenden wurde denn auch in gebührender Weise mit herzlichem Beifall gedankt. Unfall an der Bahnstrecke Gießen - Gelnhausen. Heute morgen ereignete sich bei Posten 3 an der Bahnstrecke Gießen—Gelnhausen, an jener Stelle, wo die Bahnlinie die Straße Gieße n—W aßen« born-Steinberg kreuzt, ein Vorfall, der unter Umständen schwere Folgen nach sich ziehen konnte. Von einem beladenen Güterwagen löste sich während der Fahrt m dem Augenblick, als der Zug jerabe die Straße passierte, ein schwer erDaum- tamm und fiel vom Wagen. Der Baum- tamm schlug dabei gegen das kleine Dienschäuschen des Bahnwärters an der rechten Straßenseite, schlug einen Teil der Backsteinvormauer ab, schob das Geländer mit den Blumenkasten zur Seite und durchschlug den Boden zwischen der Eingangstür des Häuschens und der niedrigen Vormauer, so daß der kleine Keller unter dem Häuschen sichtbar wurde. Glücklicherweise tarnen Personen nicht zu Schaden. * ** Kneipp-Ku r.babGießen. Am morgigen Samstag wirb bie Gruppe Gießen der Kneipp-Be- roegung im Katholischen Vereinshaus bie Feier ber Die Mädchen aus der Burgflraße. Roman von Hilde R.Lest. 8. Fortsetzung. (Nachbruck verboten.) Mutter Lenz sah Lisbeth mit prüfendem Blick an. „Abwarten, meine Liebe! Du wärest nicht deiner Mutter Kind, wenn du ewig wie eine Marmor-Amazone aus dem Museum herumliefest." „Vorläufig", beeilte sich Lisbeth zu sagen, „hoffe ich meinen klaren Kopf jedenfalls noch behalten und gebrauchen zu können. Das ist wichtig, wenn ich sehe, wie ber Assessor sich von Ursel bemuttern läßt und offenbar seine Freude daran hat. Er taut ordentlich auf, wenn er mit ihr spricht. Weiß man denn, was in solch ahnungslosem Gelehrtenherzen vorgeht? Ursel mag sich nichts dabei denken, wenn sie schön mit ihm tut, sich in seinen Arm hängt und seinen Schlips richtig bindet. Wahrscheinlich sind ihre Gedanken ganz wo anders. Aber ber Assessor! Er ist bas nicht gewöhnt. Carla hat ihn immer recht kühl behandelt. Gesetzt den Fall, er fängt Feuer — was wird bas für ein Palawatsch, wenn Carla zurückkehrt, unb er von Rechts wegen seine Werbung wieberholen muß ..." „Du benkst immer an bas Schlimmste!" „Ich versetze mich nur in feine Lage. Es fehlt nur noch, daß Herr Stelling bei uns erscheint, wir werben ihn vor dem Assessor schließlich nicht verstecken können. Bums! Dann sitzt unser Assessor zwischen zwei Stühlen. Bei jedem anderen Mann konnte man sagen: bas ist seine Sache. „Wir haben ihn nicht gerufen, und du hast ihm deine Töchter nicht zur Auswahl auf dem Präsentierteller bargeboten. Aber beim Assessor ist das etwas anderes. Er ist wie ein großes Kind. Wir tragen eine Verantwortung, die allmählich zu schwer für uns ist." „Man müßte ihn eben aufklären." „Das würbe nicht viel nützen. Wenn man verliebt ist, gibt es keine Dernunftsgründe..." „Als ob bu's aus eigener Erfahrung wüßtest!" neckte bie Mutter. „Vielleicht weiß ich es auch", sagte Lisbeth. „Was willst bu tun?" ,Zch will, daß seine Mutter ihn wieder unter ihre Fittiche nimmt. Ich werde morgen zu ihr gehen. Er ist schließlich ihr Sohn, nicht der deinige." Mutter Lenz durfte, als sie allein war, seltsamen Gedanken nachhängen. Was bewog Lisbeth, die Sache des Assessors zu der chrigen zu machen? Was verbarg sich hinter dieser plötzlichen Geschäftigkeit? Mutter Lenz kannte ihre Tochter nicht wieder. * Ms Lisbeth die Freitreppe zur Mansfeldschen Villa hinanstieg, pochte ihr doch ein wenig das Herz. Sie hatte richtige Angst, Angst nicht vor Dingen, die da kommen konnten, wohl aber vor sich selbst. Sie wußte, daß sie Hochmut nicht widerspruchslos ertragen konnte. Ein unbedachtes Wort konnte alles verderben. Als sie geschellt hatte, öffnete ein Mädchen mit weißem Spitzenhäubchen. Ob die gnädige In der Hauptverhandlung gab der Angeklagte an, er habe keine allzu große Geschwindigkeit gefahren, sondern der Unfall sei allein darauf zurückzuführen, daß chm der linke Dorderreifen geplatzt sei. Auf Grund eines eingehenden Sachverständigengutachtens konnte jedoch festgestellt werden, daß der Reifen erst durch den Anprall an die Chausseesteine geplatzt war, daher dies auch nicht Ursache des Unfalls gewesen sein konnte. Da das Unglück allein auf seine übermäßige Geschwindigkeit zurückzuführen war, kam das Gericht zur Bejahung der Schuldfrage, billigte ihm jedoch mit Rücksicht auf seine bisherige Unbescholtenheit mil- beruhe Umstände zu und erkannte auf eine Selb« 'strafe von 100 Mark. Brief 0.725 5,706 62,47 49,05 11,29 64,06 57,50 14,51 8,729 2,482 Zu einem Eisfest hohen sportlichen Wertes ge- stattete sich das Kunstlaus-Programm der Jungmadel im Olympischen Kunsteisstadion zu Garmisch- Partenkirchen. 31 Jungmädel zeigten ihre Kur. Da wurde mit einer Begeisterung gelaufen und so aus- gezeichnete Leistungen gezeigt, daß es uns um unseren Nachwuchs nicht bange zu sein braucht. Am erfolgreichsten machte sich dabei die Schule des schwedischen Weltmeister Ullr.ch Graf ström bemerkbar. Zwei seiner Schülerinnen, Inge Je ll und Gabi Koch belegten den ersten Platz. Die Begeisterung der 2000 Zuschauer kannte keine Grenzen, als ein luftiger Glockenwirbel em Gruppen, lauf und ein Paarlaufen der 13jährigen Dusold - Hoferer (Franken) gezeigt wurde. ^unbfunfprogramm Samstag, 5. Februar. 6 Uhr: Morgenspruch. Gymnastik 6.30: Fruhkon- zert 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik 8.30: Gaunachrichten. 10: Schulfunk: Preußen siegt über den Erzbischof. Eine Hörfolge um die Vertreibung der Salzburger. 10.30: Froher Klang zur Werkpause. 11 40- Deutsche Scholle: Haltet den Boden gesund. 12: Mittagskonzert. 13: Nachrichten. 13.15: Mittags- konzert 14' Nachrichten. 14.10: Schallplatt.en-Pre- miere 15 Das Allerneueste! Fischige am Main. Eine Hörfolge von Deutschlands altefter ^(^3111^. 15 30" (Eröffnung der Deutschen und Wehrmachts-Ski- SLffn f n 6 OTit Musik, da wollen wir luftig ^ Ä-i's7°h Stunden 18: Deutsch- und Wehr. ® i e n® Vasmufif Wunschkonzert zugunsten de? sm Ann Ausführung: Regimentsmusik des via unter Leitung von Musikmeister Wohl- fnhVÄ Jetzt geh'n mir los. Eine Attacke mit 22.15: Deutsche unb Wchrmncht--SkIm°ist°r,ch°ft-n 1938. gunt- bericht- oom l.Tog: Abfahrtslauf. 22.30. Tanzen. 143 bis 142, Mannesmann auf 115,25 bis 115 (115,50), und Verein. Stahl auf 113 (113,50). Don chemischen Werten gingen Farbenindustrie auf 160,75 (161,65) zurück und schwankten sväter zwischen 160,75 bis 161,25. Scheideanstalt mit 253 und Rütgerswerke mit 153 blieben behauptet. Am Elek- tromarkt bröckelten Licht & Kraft auf 144 (144,50) und Gesfürel auf 148 (148,75) ab. Motorenwerte blieben widerstandsfähig, Daimler 143, BMW- 152, Adlerwerke 118,75. Bankaktien lagen uneinheitlich, Reichsbank 211,25 (211,50), Braubank 133,75 (133,50). Für Buuaktien verblieb etwas Nachfrage, Holzmann 161 (160,50), dagegen nannte man Jul. Berger aber etwa 1,25 v. H. niedriger mit 154. Im Verlaufe kam das Geschäft fast völlig zum Erliegen. Die Kurse bröckelten zumeist leicht ab, in den Notierungen kam dies aber mangels Umsätze kaum zum Ausdruck. Berger Tiefbau notierten schließlich mit 154 bis 153,50 (155,13). Auch die erst später festgestellten Kurse lagen bis 1 v. H. schwächer, darüber hinaus gingen Deutsche Erdöl auf 142,50 (143,75), ferner Moenus Maschinen 1 v. H. auf 132 und Akkumulatoren nach Pause auf 224,50 (226) zurück. Der Freioerkehr war still. Kleines Geschäft hatten Dingler bei uno. 86,50, Elsäss. Badische Wolle bei 85,50 (86) und Katz & Klumpp mit 109 (110). Ufa stellten sich auf 70 nach anfangs 69,65 (69,75). Tagesgeld 0,25 v. H. leichter mit 2,50 v. H. ttbenbbörfe still. Die Abendbörse war nahezu geschäftslos. Es fehlte neben Aufträgen an geeigneten Anregungen. Die Zurückhaltung dauerte unvermindert fort. Am Aktienmarkt lagen die Kurse zumeist weiter leicht rückläufig, doch lauteten die meisten Notierungen nominell. Auf ermäßigter Basis bestand verschiedentlich kleine Nachfrage. In Anpassung an Berlin verloren Schuckert 1,50 v. H. auf 177. Um 1 o. H. niedriger notierten Bemberg mit 140 und - MAN. mit 129, Gesfürel gingen auf 147,25 (148) zurück. Von Montanwerten ließen Buderus auf 123 (123,50) Mannesmann auf 114,75 (115), Hoesch auf 114,50 (115) und Verein. Stahl auf 112,75 (113) nach. Knapp behauptet waren ferner IG. Farben mit 160,50 (160,75), Conti Gummi mit 194,25 (194,75), Demag mit 147,75 (148) und Feinmechanik Ietter mit 104,75 (105), während BMW. mit 152, Adlerwerke mit 118,75, Moenus mit 132, VDM. mit 174, Hapag mit 81, Scheideanstalt mit 253, Elektr. Lieferungen mit 129,50 und Holzmann mit 161 unveränderte Haltung zeigten, ebenso kamen Großbankaktien wie mittags zum Kurs. Der Rente n m a r f t lag ruhig. 6 o. H. IG. Farben blieben mit 130,25 unverändert, 6 o. H. Großkrast Mannheim RM.-Anleihe blieben unvermindert gesucht. Kommunal-Umschulduna lagen mit 95,25 behauptet, 4prozentige Rentenbank-Ablösung nannte man mit 94,25 (94,15) etwas höher. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 3. Febr. Auftrieb: Großvieh 768 (gegen 977 am 27. Jan.), darunter 203 (249) Ochsen, 99 (82) Bullen, 345 (475) Kühe, 121 (171) Färsen. Kälber 563 (390), Hämmel und Schafe 73 (93), Schweine 388 (450). Notiert wurden je 50 Kilogramm Lebendgewicht in Mark: Ochsen a) 43 bis 45 (43 bis 45), b) 39 bis 41 (40 bis 41), c) 36 (36). Bullen a) 41 bis 43 (41 bis 43), b) 35 bis 39 (36 bis 39), c) 34 (—). Kühe a) 41 bis 43 (40 bis 43), b) 36 bis 39 (35 bis 39), c) 28 bis 33 (26 bis 33), d) 18 bis 25 (15 bis 25). Färsen a) 43 bis 44 (41 bis 44), b) 39 bis 40 (40), c) 33 bis 35 (35). Kälber a) 60 bis 65 (60 bis 65), b) 53 bis 59 (54 bis 59), c) 43 bis 50 (45 bis 50), d) 30 bis 40 (33 bis 40). Hämmel b2) — (46), c) 41 bis 45 (40 bis 45). Schafe a) 40 bis 42 (38 bis 40). Schweine a) 56,50 (56,50), bl) 55,50 (55,50), b2) 54,50 (54,50), c) 52,50 (52,50), d) 49,50 (49,50). Sauen gl) 53,50 (53,50). Marktverkauf: Rinder und Schweine zugeteilt. Kälber mittelmäßig, Schafe langsam. Berlin Gruppensieger im Eishockey. - Bei den Eishockeykämpfen der HI. war in der Gruppe A ein Entscheidungsspiel zur Ermittlung des Gruppensiegers zwischen den Gebiets-Mannschaften von Berlin und Westfalen notwendig geworden. Die körverlich stärkere Berliner Mannschaft schlug die Westfalen sicher mit 3:0 (1:0, 1:0, 1:0) und sicherte sich damit den Gruppensieg mit 6:0 Punkten. Die vier Gruppensieger sind nun: Berlin, Bayr. Ostmark, Hochland und Ostlond. Prächtiger Abfahrtslauf. Hell leuchtete vom klarblauen Himmel die Wintersonne in das Werdenfelser Land, auf dessen Höhen einige Grad Kälte herrschten. Damit waren am Donnerstag geradezu ideale Bedingungen für den Abfahrtslauf der HI. und des BDM. gegeben, denn der Frost hatte den Schnee sehr schnell ge- macht. Mit prächtigen Leistungen wartete unser Nachwuchs auf. Ueberraschend kam der Vormarsch der Schlesier, Sachsen und Schwarzwälder, die zu- lammen mit den Hochländern in der gleichen Klasse starteten und ausgezeichnet abschmUen. Sieger wurde Ernst Lang (Gebiet Hochland) m 5:28 Minuten Die Hitlerjungen beider Klassen gingen über ein Tellstück der Kreuzeck-Standardstrecke, die übrigen Klassen benutzten die sogenannte Damenabsahrt. Abfahrtslauf für die Flachlandgebieke. Die Wintersportkämpfe der HI. in Garmisch- Partenkirchen brachten am Donnerstag auch hie Abfahrtsläufe her HI., des DJ. und des BDM. aus den Flachlandgebieten. Als Strecke war die Haus- berg-Abfahrt gewählt worden. Die Läufer und Läuferinnen aus Pommern, Berlin, Ostpreußen usw. gingen mit nicht weniger Schneid an ihre Ausgabe heran als ihre geübteren Kameraden aus dem Hoch- und Mittelgebirge. Entscheidungen im Eisschnellauf. Im Olympia-Eisstadion wurde der Dreikampf der Eisschnelläufer beider Klassen abgeschlossen. Im 3000-Meter-Lauf der Aelteren wurde der führende M o l t e r nur Vierter, aber in der Gesamtwertung war sein Vorsprung groß genug, um ihn dennoch zum Sieger des Dreikampfes werden zu lassen. Der Westfale Köhler behauptete sich in der Klasse 2 Eröffnung eines Kneipp-Kurbades begehen. Zu dieser Yeter wird heute eingeladen. ** "§0 Jahre — und doch jung." Man berichtet uns: Der Gießener Naturhellverein hatte für diesen Vortrag als Rednerin die Gymnastik- Werin Ma Mar aus Baden-Baden gewonnen Im gut besetzten Saale des Kathol. Dereinshauses erklärte sie, daß sie weder Geheimmittel verraten, noch anpreisen könne, da Zauberei nicht helfe. Wohl aber wäre es möglich, durch naturnahe, die Le- bensgesetze beachtende Lebensweise dahin zu gelangen, an dem Zeitpunkt, an dem man früher bereits als alt gelten mußte, noch jung und lebens- frisch -u sein, ja durch Abkehr von Irrwegen in der Lebensführung in dem kritischen Alter tmeber jung zu werden. Doch müsse der, desien Ziel es ist, ung zu bleiben oder zu werden, täglich sich üben und eine wohlüberlegte Lebensweise einhalten. Manche Bequemlichkeit müsse geopfert werden, denn ohne Arbeit fein Erfolg. Auf Einzelheiten eingehend zeigte die Vortragende Wege, die teils auf dem Gebiete der Ernährung, teils auf dem der Gesundheitspflege lagen. Man sei mäßig im Essen und Trinken und meide Genußgifte, sorge für gesunden Schlaf, pflege feinen Körper. In einem besonderen Teil des Vortrages ging Frau Mar auf ihr fpe- zielles Gebiet, die Gymnastik, ein. Sie zeigte das Tiefatmen, und fleißig atmeten die Zuhörer mit. Dann zeigte sie mancherlei Hebungen, die dem Altern vorbeugen. Zum Schluß führte die Rednerin einige musikalisch umrahmte Bewegungsstudien v'or, die mit lebhaftem Beifall aufgenommen wurden. Briefkasten der Redaktion. Haustochter. Ihre Anfrage ist zu verneinen, da kein Barlohn gezahlt wird. Nach § 1227 RVO. ist eine Beschäftigung auch dann noch versicherungsfrei in der Opel AG ,Mffelecheim,imIahre 1937 Fwd. Anläßlich des Betriebsappells aller Opel- Werksangehörigen gab her Betriebsführer Dr. Fleischer einen Rückblick über has Jahr 1937 unh einen Ausblick auf 1938 her Entwicklung bei her Aham Opel A G., Rüsselsheim. In Rüsselsheim und im neuen Werk Brandenburg waren über 23 000 Volksgenossen beschäftigt, hie in 44 Millionen Lohnstunoen 130 000 Fahr- zeuge bauten (in 1932 = 6000 Mann in runh 7»/2 Millionen Lohnstunhen knapp 21000 Wagen.) Gegenüber 1936 erhöhte sich hie Gefolgschaft in Rüsselsheim um 2369, in Brandenburg um 636 Werksangehörige. Die Beschäftigung war 1937 ziemlich gleichmäßig, her Automobilberufszweig habe seit hem Umschwung immer mehr hen Charakter des zeitbedingten Geschäfts verloren. Dies drückt sich auch in der Stundenarbeitszeit aus. So wurden 2268 gegenüber 2119 Stunden im Durchschnitt des Jahres 1936 und 1506 gegenüber 1932 gearbeitet. Der Lohnsatz erhöhte sich auf 1,11 Mark (1,11 Mark) gegenüber 1,07 Mark in 1932. Die unmittelbare Auswirkung war die erhöhte Sparkraft her Belegschaft. Der Werksausbau würbe, 1937 fortgesetzt. Neu in Betrieb genommen ist hie Schmiede, her Gesenkbau unb bas neue Kraftwerk in Rüsselsheim. Für Branhenburg ist u. a. 1938 ein neues Pretzwerk vorgesehen. Die Opel AG. erzeugte 1937 130 000 Wagen, davon 113 000 in Rüsselsheim und 17 300 in Brandenburg, also 5,9 bzw. 21,6 v. H. mehr als im Jahre zuvor. Der Jnlandsverkauf ging um 9 d. H. infolge der Kontingentierung von Stahl unh Eisen zurück, her Export hat sich dagegen mehr als verboppelt unh ermöglichte dadurch dem Werk die volle Beschäftigung und die Gummi-Selbstversorgung. Dies wird auch für das Jahr 1938 angestrebt. Neu ausgenommen wurde die Herstellung von Motoraggregaten für Kühlschränke der Konzernfirma Frigidaire in Berlin. Die Aussichten für den 1938er Jnlandsmarkt wurden dahingehend ge- kennzeichnet, daß stückzahlmäßig kaum eine Erhöhung des 1937er Absatzes eintreten werde, die Ausdehnung des Auslandsmarktes soll weiterhin ange- strebt werden. Schließlich wurde das neue Herstellungsprogramm von Opel, ebenso auch das große Siedlungswerk des Unternehmens für Gefolgschaftswohnungen und -Heime dargelegt. Bis Ende 1937 waren 220 Sied- lerstellen bezogen, 36 im Rohbau fertig und 54 angefangen. Der Vollendung gehen in diesem Jahre die restlichen 110 Stellen entgegen. Ein zweiter Abschnitt sieht für 1938 eine neue Siedlung zwischen 4 bis 500 Stellen vor. Schließlich hat die eigene Opel-Wohnungsbaugesettschaft ihre Tätigkeit mit einem Baublock von 66 Wohnungen ausgenommen. Boxkampf Gchmeling—Foord im Film. Aufführung im Gloria-Palast. Im Beiprogramm des Gloria-Palastes wird von heute ab her Film gezeigt, her vom Boxkampf Schmeling—Foord am vergangenen Sonntag ausgenommen würbe. Der Film wirb sicherlich von allen Freunden dieses männlichsten Kampftportes sehr begrüßt werden, um so mehr, als er bereits jo kurz nach dem Wettkampf erscheint. Am kommenden Sonntagvormittag wird her Film auch in einer Sondervorstellung gezeigt. Sport der Studenten. Fußball und Handball: Universität Gießen — hfL. Darmsiadl. Am morgigen Samstag treffen sick auf dem hiesigen Universitätssportplatz die Handball- unb Fußballmannschaften der Hochschule für Lehrerbildung Darmstadt und. der Universität Gießen zu Freundschaftsspielen. Der Handballelf unserer Studenten bient das Spiel vor allem als Training für das am Mittwoch ftattfinbenhe Entscheidungsspiel irm die Gaumeisterscyaft des Gaues Südwest gegen die Universität Frankfurt. Frankfurt qualifizierte sich für dieses Spiel durch einen 5.1-Sieg über die Technische Hochschule Darmstadt. Es spielen für Gießen: Mayer, Bork, Krausch, Sturm, Grünig, Ringk, Götzell, Rittershausen, Hüfner, Weyer, Seipp. Im Fußball dürfte es zu einem klaren Sieg für die Gießener Studenten kommen, wenn auch die Aufttellung Rühlmann, Becker, Delemann, Weyer, Pontani, Jüngst, Folger, Lenz, Hanfland, Jäger, Henkelmann nicht die stärkste ist. „Vom SkisLngling zum Meister". In Altenberg, dem Ziel des ersten Tages der Kraftfahrzeug-Winterprüfung 1938, herrschte Mittwochabend reger Betrieb. 2000 NSKK.-Männer sorgten für mustergültige Absperrung, wie überhaupt die Organisation der großen Langstrecken- fahrt vorbildlich war. Männer vom Arbeitsdienst schafften den Schnee von den Straßen, ja sogar Schneepflüge, waren eingesetzt, um Schneeverwehung auf den Zufahrtsstraßen zu beseitigen. 3oDan...... yudoilatotea Oslo ..... Dien....... L'liabon.... Studbolm .. Schweiz.... Spanien.... Drag....... Budapest... Neuyork.... 3. Februar ■im । dir>ifi ciung Gelb I Brief Buenos tüttee . Brüssel....... Rio be Janeiro Solen........ Kopenhagen... Danzig. ..... London ...... e-elffngfoti.... Paris........ Holland ...... gtaliea....... Frankfurt a. M. Berlm Frankfurt a. M. | Berlin Schtuß. kurs Schluß!. Abend- börse Schluß- kurs Schluß! Mittag börse Schlußkurs Schluß?. Abenb- börse Schlußkurs Schluß!. Mittag- börse . D.tiui» 2-2. 3.2. 22- 3.2. Da>um 22- 3-2- 2.2- 32. 5% Deutsche Reichsanleihe v. 1927 i% Deutsche Reichsanl. von 1934 4’4% Deutsche Neichsschatzanwei- sungen von 1935 ... ■ ■ y$% Noung Anleihe von 1930 .. ♦ Hessische BolkSstaal von 1929 ■ II ' ■a Tonti Gummi............. 12 194,75 194,25 194,75 194,25 107,75 108,4 107,5 108 Daimler Motoren.......... ey, 143 142,75 143 143 100,75 100,75 — 100,75 Dessauer GaS ............. .. 4 — — 122,13 122,13 a >i iii । 4) • । inifl Geld Brief Geld Bries 0,685 0,689 0,683 0,687 41,97 42,05 41,94 92,02 0,140 0,142 0.140 0,142 47,00 47,10 47,00 47,10 55,38 55,50 55.38 55,50 47,00 47,10 47,00 47,10 12,405 12,435 12,405 12,435 5,485 5.495 5,485 5.493 8,132 8.148 8,112 8,128 138,34 138,62 138,34 138,62 13,09 13,11 13,09 13,11 WM MM W UWW ¥ Aw ' - ' ■ ' M / ~ JH ■ $ . Ji M , - .^-''»-<<^,>^..'n,'-.*^W ■ / - / ,->. • ■ '/ ■ 1 ' j k J I J [Preise die aus dem Rahmen fallen CÄRLNOWAClfcsssrGlESSEN $ $ (:■ L' M W Morgen Abend Kappen-Sitzung Bis 4 Uhr nachts geöffnet. Es ladet ein 7osD Heinrich Bönsel, Hammstraße. Heute Freitag bis Sonntag elnschl.: Ein Triumph der Groteske! 2 Stunden Lachen!!! 713 A Nur eo können Sie Ihre Zeltungs- Straff Im Text anzeigen durch zeitgemäße, gepflegte Brühl'sche Druckerei. Schulstraße 7. Anruf 2251 gut unterstützen. Nur eo berät und beliefert Sie zu günstigen Preisen die Achtung! Sonntag 2 Uhr: Gr. Jugendvorstellung 6leBenerKoozerlferem|e6U792 Sonntag, 6. Februar 1938,17 Uhr, Universitäts-Aula Sechstes Konzert Maria Neuss (Violine) Trägerin des Musikpreises der Stadt Berlin Am Flügel: Graf Heinrich Wesdehlen Werke von Beethoven, Schubert, Veracini, Fiocco und Franck Der Konzertflügel ist vom Pianohaus Schönau Eintrittskarten Hk. 1-, 1.50, 2.25, 3- bei Challier und abends an der Kasse. Studentenkarten 80 Pf. im Kollegiengebäude und im Studentenwerk 535D Einladung ♦ Zu der am Samstag, dem 5. Februar 1938, nachmittags 16 Uhr, im Kathol. Vereinshaus stattfindenden Eröffnungsfeier des neuen kneippekur=Bades Gießen Redner: Dr. Rohrbach, Kassel-Wil- helmshöhe: lieber die Bedeutung d. Kneippschen Heilverfahrens Anschließend Besichtigung. Die Kneipp-Bewegung e.V. Gruppe Gießen Unkosten-Beitrag: 20 Pfennig. 714d Einprägsamin der Form Werbedrucksachen Wirksam In der Farbe | Verkäufe Bertaufe krank- hettShalb. einen 3 l/2-t-Benz- Lastwagen in erstklassigem Zustand. Schr. Anfragen unter 711D and. Gies?. Anzeiger erbet. Holz- Autohalle ohnelink.Seiten» wand, 2,75 rnbr., 4,45 m tief (liebte Mastels. 00 RM. sofort zu verkaufen. 721D W.Niihl, Lollar '.tltündttch können Sie es nur wenigen sagen, schriftlich mehreren, durch eine Kleinanzeige sagen Sie es allen Kaufgesuche| All-Golv auch Silbergeld kauft ständig Erich Beyer Juwelier M57 Bahnhofftrastel Telefon 4041. Genehm.-Besch. Nr. II 59393. Spez. Umarbeit. v.alt.Trauringen Laurel und Hardy in ihrem tollsten Lustspiel: Ritter ohne Furcht und Tadel Volkstümliche Naturwissenschaft in reichbebilderten, leichtverständlich geschriebenen Werken und in verschiedenen Preislagen bieten unsere Verlags- erzeugnisse. Sie vermitteln einen tiefen Einblick in die Geheimnisse des Naturgeschehens und damit durch erweitertes Wissen erhöhte Freude an den vielfältigen Schönheiten der Natur. - Verlangen Sie Prospekte und auch Probehefte der Zeitschrift „Der Naturforscher“ Hugo Bermühler Verlag • Berlin-Lichterfelde Musikwissenschaftliches Seminar der Universität Brahms-Feier Dienstag, den 8. Februar, 20.15 Uhr im Grosten Hörsaal der Universität. Eintritt frei ILIIfflTSPIIIEILHAWS Baue gut.... mit übermann GLeupin-Creme u. Seife seit25Jahren bewährt bei Pickel esichtsaiisschlag Hautjucken. Ekzem, Wundsein usw. In den Drogerien: VV. Kilbinger Nachf., Selters weg 79 a; Winter- hoff, Kreuzplatz 10; Bomemann, Bahnhofstr. 17; C. Seibel, Frankfurter Str. 39. In Laubach: Solms Laubacher Drog. K. Kleim C35iV r™— ——--- rcLORIti La Habanera . Giessen [ Des großen Erfolges wegen bis Sonntag einschließlich: 0 in dem neuen Ufa-Film: M Achtung! j ab heute im Beiprogramm der neue Boxkampffilm: W Schmeling-BsnFooid IEin gr. Sieger Ein tapferer Gegner Frühvorstellung I für groß und klein! Der neue große Boxkampffilm : Schmeling-BenFoord i Dazu ein ausgewähltes Sportprogramm 718A B Kleine Preise: Kinder 30, 50 - Erwachsene 70, 90, 1.10, 1.50 M EINE GROSSE GELEGENHEIT! zirka 150 fertige Stores einzeln und Restpaare | 1.95 2.45 2.95 3.50 | alles sehr wertvolle Stücke. Außerdem bieten wir Ihnen in unserem Winterschluß-Verkauf noch ganz gewaltige Vorteile Gebr. Seelbach Gießen, Seltersweg 20 • Das große Gardinenhaus Oberhessens Doppelte jelzl billiger V4FL1.75, V-Fl. 3.30, ViFl. 4.20 Doppelherz morgens, mittags und abends ein Gläschen stärkt Nerven und gibt gesundes Blut. Fabrikniederlage: DK Bormann. Gießen Bahnhofstraße 17 717a Probeflasche auf Wunsch gratis Stadttheater Heute | Samstag W 20.00—22.30 Zum letztenmal EnochÄrto Preise: 622D RM. 1.20-4.00. 20.00—22.30 Die Geisha Operette von Jones. Preise: RM 0*80-2.50.