188. Jahrgang Dienstags. Januar 1938 Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhefsen oru» und Verlag: SrLHIsche Untversitättdrusehr gut. Taunus. Fuchstanz: Bewölkt, —9 Grad, 18 Zentimeter Gesamtschneehöhe, Pulverschnee, Ski und Rodel gu. — Kleiner Feldberg: Nebel, —11 Grad, 21 Zentimeter ' Gesamtschneehöhe, 1 Zentimeter Neuschnee, Pulverschnee; Ski und Rodel gut. — Großer Feldberg: Nebel, —11 Grad, 25 Zentimeter Gesamtschneehöhe, 2 Zentimeter Neuschnee, Pulverschnee; Ski und Rodel sehr gut. Schwarzwal i). Feldberg: Heiter, —16 Grad, 35 Zentimeter Gesamtschneehöhe, Pulverschnee; Ski gut, Rodel sehr gut. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschristleiters: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politik und für die Bilder^ Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Tyyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. 21. XI. 37: 10 780. Druck und Verlag: Brühlsche Universitätsdruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugs- preis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufs- preis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vom 1. September 1937 gültig. Gestern Sonntagabend 91/? Uhr entschliet nach kurzem schweren Leiden mein tre er Mann, unser herzensguter Vater, mein lieber Sohn, Schwiegersohn, Bruder, Schwager und Onkel Ernst Schmidt, Schneidermeister im 45 Lebensjahre. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Emma Schmidt, geb. Kröck und Kinder Heuchelheim, Strebendorf (Kr. Alsfeld), 3. Januar 1938. Die Beerdigung findet Mittwoch, den 5. Januar, nachm. 2 Uhr vom Trauerhause Ludwig-Rinn-Strafee 3 aus statt. ______________34D . Mit offenen Augen Drei Jungen und ein Mädel en decken ihre Waldheimat. Von Werner Siebold 135 , Seiten Text und 8 Kunstdrucktafeln Leinen RM. 2,85 Hugo Dermühler Verlag Berlin - Lichterfelde stündlich können Sieesnurventgeo sagen, schriftlich mehreren, durch eine Kleinanzeige sagen Sie es allen Dr. Schäffer Johannesstrahe 15 Tel. 2606 Wieder da 15D Denken Sie an das Edelweiß -rad. Es ist gut und billig und es wird Sie viele Jahre zufrieden stellen — — Katalog, auch über Nähmaschinen senden an Jeden kostenlos. über ’/j Million Edelweißräder haben wir schon seit 40 Jahren überallhin versandt Das konnten wir wohl nimmermehr. wenn unser Edelweißrad nicht gut und billig wär. Edelweiß-Decker 70s Deutsch ■ Wartenberg HLeupin-Creme u. Seife seit 25Jahren bewährt bei Pickel autjucken - Ekzem Gesichtsausschlag, Wundsein usw. In den Drogerien: W. Kilbinger Nachf., .Seltersweg 79a; Winter- hoff, Kreuzplatz; 10; Bornemann» Bahnhofstr. 17; C. Seibel, Frankfurter Str. 39. 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Nur dann, wenn sich der Silberglanz mit Grau vermählt, entsteigt diese Farbe ihrem Verruf, und dann trifft auch sie zuweilen der bewundernde Blick. Und doch ist etwas Graues populär geworden. In den Straßen und in den Lokalen erscheinen von Zeit zu Zeit die „Grauen Männer". Graue Männer würden in Theaterstücken, Romanen und Berichten gewiß Erscheinungen aus der Unterwelt sein, aus dem Geisterreich: Gnomen, Trolls, Kobolde oder gar Dämonen-Erscheinungen, die peinlich sind und bedrückend, vielleicht' sogar Furcht oder Grauen erregen. Unsere grauen Männer aber haben nichts zu tun mit der Finsternis — ganz im Gegenteil, sie sind die Sendboten des Glücks, die Soldaten Fortunas. Diese grauen Männer gehen von Straße zu Straße, von Lokal zu Lokal, bis tief in die Stunden der Nacht hinein. Ihr Gang ist langsam. Man soll sie sehen. An langem Lederriemen, um den Hals gelegt, tragen sie ihren Kasten vor sich her, in dem die Lose stehen, Brief neben Brief, anonyme Briefe, die ihrn Empfänger erwarten, Briefe, unter denen schöpferische sind, die ein Menschenleben vollkommen wandeln. Diejenigen der Losverkäufer, die „Stimme haben", rufen die Passanten an, aufmunternd, lockend, oft humoristisch, bewundernswert unverdrossen. Allerdings haben sie auch keinen Grund zur Klage. Zeitungsnotizen über glückliche Gewinner machen Hand und Börse der' Zögernden leicht. Fünf Groschen sind noch lange keine Mark, und die Chance der Tausendmarkscheine glitzert unsichtbar in jedem Kasten. Das besondere aber ist, wie die Käufer verlieren, mit welcher Ruhe sie die peinlichen Worte lesen: Dieses Los gewinnt: Nichts. Das Pech wird mit Humor verlacht. Hier schleicht niemand, der eine Niete gezogen hat, mit grimmiger Miene davon. Zwei Tatsachen machen diesen Gleichmut verständlich: einmal der Umstand, daß der Verlierer bei der späteren Ziehung noch eine Chance hat, zweitens die soziale Tendenz der Lotterie. Wenn auch viele der Käufer zu keiner Bereicherung kommen, so gehen sie doch mit Zufriedenheit ihres Weges und fühlen sich als kleine Mäzene des Staates, als bescheidene Helfer am großen Werke zur Linderung der Not. Die .Straßen sind voller Gruppen. Einer zieht ein Los und sofort scharen sich die Vorübergehenden Zusammen. Voller Lust und Spannung verfolgen die Augen die Finger des Käufers, die den Umschlag aufbrechen. Die Miene und das Verhalten eines Gewinners ist die Sensation, der alle einmal beiwohnen wollen. Einen Fünftausend-Mark-Gewin- ner möchte die Menge sehen. Einige von den grauen Männern brauchen keine Straßen entlang zu gehen. Auch bilden sich oft kleine Firmen: Gewinnfirmen mit Groscheneinlagen. Mehrere kaufen zusammen Lose. Fremde Menschen vereinigen sich, um Fortuna zu bannen, aber Fortuna hat unergründliche Launen, der kein System beizukommen vermag — Grau ist der Winter und grau ist die Not. Rot ist das Blut, rot ist die Freude am Leben. Darum haben sie graue Mäntel an, die Losoerkäufer, und Kragen und Mützenrand sind dunkelrot. Die flatternden kleinen Mäntel begegnen dem Blick, wohin er sich wendet, und mahnend leuchten die Kragen.L- Die neue Straßenverkehrs-Ordnung in Kraft! 24 wichtige Hinweise der Polizei. Ein Merkblatt für dein Verhalten auf der Straße. Ein neues Jahr pflegt jeder mit den besten Vorsätzen und Absichten für sein Leben zu beginnen. Nicht ohne Grund sind deshalb die Verordnungen über das Verhalten auf der Straße und über die Zulassung zum Verkehr am ersten Tage im neuen Jahr in Kraft getreten. Wir haben so die beste Gelegenheit erhalten, aus unseren Vorsätzen auf dem wichtigsten Gebiet unseres täglichen Lebens, im Straßenverkehr, ernst zu machen Die Polizei will uns in der Verwirklichung unserer Absichten mit Rat und Tat entgegenkommen. Mit dem ersten Arbeitstag im neuen Jahr bringen die Polizeibehörden ein im Auftrage des Reichsführers jj und Chefs der Deutschen Polizei geschaffenes Merkblatt, das in einer Riesenauflage erschienen ist, im ganzen Deutschen Reich, in jeder Stadt, in jedem Flecken und in jedem Bauerndorf, zur Verteilung. Dieses Merkblatt mit dem Titel „Du und die Straße" enthält ;n Wort und Bild 24 wichtige Hinweise, die jeder, der sich irgendwie auf den deutschen Straßen bewegt, ob Kraftfahrer oder Fußgänger, ob Radfahrer oder Fuhrwerkslenker, zu beachten hat. Eine sehr lehrreiche und besinnliche Rundfahrt über die wichtigsten Punkte der neuen Verordnung hat ein geschickter Zeichenstift auf das Papier gezaubert. Dazu gibt ein knapper und allgemein verständlicher Text mit Ernst und Humor die nötigen Erklärungen. Wir können nur jeden deutschen Volksgenossen dringend zu dieser Rundfahrt einladen und ihm wärmstens empfehlen, das Merkblatt nicht nur einmal, sondern mehrmals eingehend zu studieren, bis ihm die Hinweise der Polizei in Fleisch und Blut übergegangen sind. Wer sich nach diesen Hinweisen im Verkehrsleben richtet, erspart sich Aerger und Verdruß und vor allem Schaden an Leib und Leben! Mehr v Züge auf der Main-Weser-Bahn Erfreuliche Verbesserungen im Zugverkehr vom Sommer ab. Mit dem Beginn des neuen Fahrplanes der Reichsbahn zu Anfang Mai wird auf der Main- Weser-Bahn Frankfurt — Gießen — Kassel eine Reihe neuer Schnellzugverbindungen in Betrieb gesetzt. Dabei wird auch auf dem Bahnhof Gießen eine erhöhte Zahl von Schnellzug-Halten eintreten. Von besonderer Bedeutung für den Reiseverkehr auf der Strecke Frankfurt—Kassel wird der Einsatz der schon seit langem für unsere Strecke vorgesehenen Schnelltriebwagen (mit 1. und 2. Klasse) Hamburg—Kassel—Frankfurt a. M.—Karlsruhe und umgekehrt sein. Diese Schnelltriebwagen werden auf dem Bahnhof Gießen allerdings nicht halten, sondern ihn bei ihren täglichen Fahrten um 8.53 Uhr in Richtung Kassel und um 22.57 Uhr in Richtung Frankfurt a. M. passieren. Neben diesen Schnelltriebwagen und unter Beibehaltung der bisherigen v-Züge werden als neue Verbindung für den Bahnhof Gießen in Richtung Frankfurt bzw. Kassel noch drei D = Zugpaare im Sommerfahrplan erscheinen, und zwar je ein O-Zugpaar der Strecke Hamburg—Basel, der Strecke Berlin—Kassel—Basel, schließlich noch auf der Strecke Hamburg/Berlin—Frankfurt a. M., wobei die Zugteile von Hamburg bzw. Berlin in Kreiensen vereinigt bzw. auf der Fahrt nach Norden getrennt werden. Ferner wird der Sommerfahrplan für den Militär- Urlauberverkehr zwischen Gießen und Frankfurt und umgekehrt an jedem Samstagnachmittag einen Personenzug bringen, der ausschließlich für hie Benutzung durch die Militär-Urlauber von Gießen nach Frankfurt und zurück vorgesehen ist. Diese Verbesserungen des Fahrplanes auf der Main-Weser-Bahn werden sicherlich allenthalben mit Dank begrüßt werden, denn die Reichsbahn wird mit diesen neuen Zugverbindungen den Wünschen weiter Bevölkerungsschichten nach weiteren schnellen Verbindungen im Fernverkehr entsprechen. Starker Feiertagsverkehr der Reichsbahn 3m Bahnhof Gießen herrschte einige Wochen lang gewaltiger Hochbetrieb. Der gestrige Montagabend brachte den termin- mäßigen Abschluß des durch ansehnliche Fahrpreisermäßigungen begünstigten starken Feiertags-Verkehrs auf der Reichsbahn. Rückschauend ist über diesen Einsatz im Zugverkehr des Bahnhofs Gießen folgendes zu sagen: Am 23., 24., 27. und 31. Dezember, sowie am 2. und 3. Januar war der Zugverkehr im Bahnhof Gießen um rund 20 v. H. ftärfer als im Vorjahre. Hauptsächlich handelte es sich bei dem Weihnachts-Reiseverkehr durch den Bahnhof Gießen um Reisende, die vor dem Feste von Mitteldeutschland nach der Mosel und der Saar fuhren und nach den Feiertagen wieder zu ihren Arbeitsstätten in Mitteldeutschland zurückkehrten. Ein großer Teil dieser Reisenden bestand aus beurlaubten Arbeitern von den Baustrecken der Reichsautobahn. Vor Weihnachten mußten an vier Tagen bei verschiedenen Zugverbindungen neben dem Hauptzug noch ein Vor- und ein Nachzug gefahren werden; insbesondere handelte es sich um Züge, die in Richtung Frankfurt bzw. in Richtung Kassel unseren Bahnhof passierten. Die Nachtschnellzüge von Hamburg und Berlin über Kassel—Gießen nach Frankfurt und umgekehrt verkehren schon seit dem 18. Dezember und noch bis zum 7. Januar als Vor- und Hauptzüge, also jede Zugverbindung in doppelter Folge. Sehr starke Benutzung hatten auch der O-Zug ab Gießen 14.42 Uhr in Richtung Frankfurt und 15.46 Uhr in Richtung Kassel aufzuweisen, die teilweise in Gießen noch verstärkt werden mußten. Bei allen Fernzügen war es am 2. und 3. Januar erforderlich, verstärkte Wagengestellung einzusetzen, um dem gewaltigen Andrang der Reisenden auf der Rückfahrt vor dem Ablauf der Gültigkeit der Feiertags-Rückfahrkarten gerecht zu roerben. An den übrigen Tagen war der Verkehr natürlich schwächer, als während der Spitzenleistungen der Hauptverkehrstage, jedoch wurden auch an den verkehrsschwächeren Tagen Vor- und Nachzüge gefahren. Am 24. Dezember mittags erwies es sich als notwendig, von Gießen nach -Alsfeld einen außerplanmäßigen Sonderzug zur Beförderung bet von allen Richtungen in Gießen angekommenen Reifenden einzulegen. Ferner mußten an diesem Tage, ebenso am 22. Dezember, zwischen Gießen und Kassel zwei Personenzüge doppelt gefahren werden. Erfreulicherweise wickelte sich der gesamte Reiseverkehr trotz des gewaltigen Andranges reibungslos und ohne Unfall ab. Dazu trug der verstärkte Einsatz aller Verkehrsmittel der Reichsbahn sowohl auf den Hauptstrecken, als auch auf den Linien der oberhessischen Bahnen erheblich bei. Vornoiizen. Tageskalender für Dienstag. Stadttheater: 20 bis 23 Uhr „Demetrius". — Gloria-Palast (Seltersweg): „Tango Notturno". — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „Gasparone". — Oberhessischer Kunstverein: 17 bis 18 Uhr Kunstausstellung im Turmhaus am Brand. Stadttheater Gießen. Heute abend zum letzten Mal „Demetrius", Trauerspiel von Hebbel, Neubearbeitung Friedrich Forster. Spielleitung Dr. Erich Schumacher, Büh- s |tle i ft® ** nenbilder Karl Löffler. Die Vorstellung findet als 14. Vorstellung der Dienstag-Miete statt. Anfang 20 Uhr, Ende 23 Uhr. Sportamt TIS©. „Kraft durch Freude". Heute beginnen wieder die Schwimmkurse int Volksbad, Seltersweg. 220 Theatervorstellung. Samstag, den 8. Januar 1938, 20 Uhr: Große KdF.-Miete, Gruppe I, 7. Vorstellung: ,Lch liebe Dich", Lustspiel von Niewiarowicz. Karten zu —,90 und 1,— RM. in der Karten-Vorverkaufsstelle, Seh tersweg 60, erhältlich. Omnibusfahrt zum Skilaufen auf dem hoherodskopf. Arn Sonntag, dem 9.1. 38, führen wir unsere erftd diesjährige Winterfahrt auf den Hoherodskopf durch. Der Teilnehmerpreis beträgt 2,40 RM. Abfahrt um 7 Uhr am Gießener Stadttheater. Anmeldungen nimmt die Kartenverkaufsstelle Gießen, Seltersweg Nr. 60, entgegen. WHW. Ortsgruppe Gießeu-Süd. Velr.: Kohlenabrechnung. Die Kohlenhändler werden aufgefordert, die in Zahlung genommenen Kohlengutscheine der Serie C am Mittwoch, 5. Januar, 19.30 Uhr, auf der Geschäftsstelle, Crednerstraße 24, einzureichen. Später eingereichte Gutscheine werden nicht mehr angei nommen. NSV., Ortsgruppe Mitte. Vetr. kohlenabrechnung am 5. Januar. Die Kohlenhändler werden ersucht, die Kohlenscheine der Serie C Mittwoch, 5. Januar, 20.30 Uhr, auf unserer Geschäftsstelle (Zigarrenhaus Moeser), Eingang Löwengasse), einzureichen. Es wird darauf hingewiesen, daß die Rückseite dec Kohlenscheine außer der Unterschrift des Händlers auch die Unterschrift des Empfängers, dessen Woh- Gießener Stadttheater. Gastspiel Dorothea Wieck: „Liebe in Dur und Moll." Viele waren gekommen, Dorothea Wieck ein* mal persönlich, leibhaftig, in der Unmittelbarkeit des Spieles auf der Bühne — nicht durch das immer ein wenig verwandelnde und entfernende Medium der Photographie auf der Leinwand — kennenzulernen; nur wenige werden gewußt haben, daß sie dabei zu einem festlichen Anlaß zurecht tarnen, aber alle haben mit ihrem herzlichen Beifall dem berühmten Gast gewiß eine rechte Geburtstagsfreude bereitet: am 3. Januar kam Dorothea Wieck in Davos zur Welt. Zu ihren Vorfahren gehört der Wiener Musikpädagoge Friedrich Wieck, dessen Tochter Clara die Gattin Robert Schumanns wurde; auch sonst findet man in der väterlichen wie in der mütterlichen Linie Musiker, Maler und Schauspieler. Dorothea kam schon mit zwölf Jahren auf die Dalcroze-Tanzschule in Hellerau, mit fünfzehn als Schauspielschülerin nach München. Dort, in Wien, Berlin und Frankfurt spielte sie Theater; bald fand sie von der Bühne den Uebergang zum Film: Carl Fröhlich entdeckte fie für die Rolle des Fräuleins von Bernburg in „Mädchen in Uniform"; der Film wurde ein Welterfolg, machte sie mit einem Male überall bekannt und brachte sie 1933 nach Hollywood. Von ihren weiteren Filmen seien „Der stählerne Strahl", „Liselotte von der Pfalz", „Der Student von Prag", „Die gelbe Flagge" und „Liebe kann lügen" erwähnt. * Nun erscheint sie mit eigenem Ensemble und spielt, zum Theater zurückkehrend, die Hauptrolle ber „Liebe in Dur und Moll". Das ist em Lustspiel in drei Akten von Teichs-Johnson, geschrieben in dem unverbindlich-amüsanten Konversationsstil eines modernen englischen Unterhaltungsstückes, das überdies den Vorzug hat, ein richtiges Rollenstück zu sein; das heißt also, daß auch oas Ensemble um den berühmten Gast herum etwas Angenehmes und Dankbares zu spielen hat. Frau Helen ist mit einem Afrikaforscher verheiratet, der nach wenig glücklicher Ehe eines bösen Tages davonläuft und erst vom Suezkanal eine Ansichtskarte schreibt. Helen liebt Robert trotzdem noch immer. Und eines Tages kommt Robert zurück, aber nur um sich scheiden zu lassen: er yat „im Busch" drüben eine Frau gefunden, die zwar keineswegs so bezaubernd ist wie Helen, aber eine richtige Kameradin m mit bedeutenden wissenschaftlichen Neigungen und Verdiensten. Robert erscheint im unglücklichsten Moment, denn gleichzeitig ist Helens jüngere Schwester Monika bei ihr zu Besuch gekommen, um das „Problem Monika und Philipp" zu'lösen. Philipp ist ein junger Sportsmann, die beiden lieben sich, sind sogar bereit, zu heiraten, aber das, böse Beispiel der verunglückten Dorothea Wieck. (Aufnahme: Euphono Film.) Ehe von Robert und Helen macht sie bedenklich. Helen, in schwesterlicher Liebe und Sorge, besteht darauf, daß der brutale Robert wenigstens so lange mit der Scheidung wartet, bis die jungen Leute durch Augenschein und verlockendes Beispiel zur Ehe bekehrt sind. Erst geht alles gut, bann 'chief, zuletzt endlich nach Wunsch, so sehr, daß Robert sich entschließt, daheim zu bleiben und es noch einmal zu versuchen. * Man kann das nicht in Einzelheiten wiederholen und ausmalen, aber das Stück ist für eine Gastspielreise in der Tat geschickt gewählt, denn es. enthält eine Menge theatermäßig brauchbarer Szenen und Situationen, die insbesondere die Rolle der Helen zu einer rechten Paraderolle machen Dorothea Wieck verstand es, die selbstgewählte Chance bezwingend auszuschöpfen. Sie sah reizend aus, jugendlich, weiblich, so damenhaft, wie wir sie aus dem Film kennen, apart angezogen, durch drei Akte hindurch alle Register angeborener weiblicher Schauspielerei ziehend: die Rolle gibt das alles ganz zwanalos her, sie verlangtes sogar, und das Publikum folgte allen Verwandlungen und Schattierungen weiblicher Gefühlsregungen und Gefühlsäußerungen mit ungetrübtem Vergnügen und lächelnder Spannung, wie das enden werde * Es endet happy, wir sagten es schon, aber bis es soweit ist, hat die Wieck auf eine scharmante Weise Gelegenheit, zu zeigen, was sie kann und vermag: erwartungsvoll fein, entrüstet fein, überlegen sein, zärtlich sein, ironisch sein, verstört und geängstigt, weil ein Gewitter aufzieht mit Donner und Blitz ... große Dame, große Schwester, kleines Mädchen, lachen, lächeln, hemmungslos Tränen vergießen und wieder getröstet werden: das gehört alles zu dieser wunderschönen Rolle in Dur und Moll dazu. Es war ein Vergnügen. * Wir bemerkten ferner bereits, daß auch die andern bei diesem Gastspiel durchaus nicht zu kurz kommen, Kira Berg gibt die Monika, die kleine Schwester, die erst so burschikos, kühl und selbstgewiß daherkommt und zuletzt auch nicht mehr aus und ein weiß; sie macht das sehr hübsch, frisch, munter und appetitlich, wie es im Lustspiel fein soll Carl Heinz Klub'ertanz, aus manchem früheren Gastspiel hier nicht unbekannt, gibt den Philipp mit einer reizend-sportsmännischen Verlegenheit und Biederkeit, und die große Schwipsszene im dritten Akt hat er sogar zu einem richtigen kleinen Sondererfolg ausgebaut. Rudolf Essek ist der Robert aus dem Busch: was Philipp an Männlichkeit zu roertig hat, hat er zuviel, aber er macht es lustspielmäßig-erträglich, nicht grob, fonbern trocken, mit Ironie und einem biegsamen Humor, der die Schwankungen und Schwenkungen legitimiert, welche die Rolle verlangt. — * Herr Kludertanz führte auch Regie — fo sauber, glatt, unmerklich und wohlpointtert, wie man es auf einer Tournee erwarten darf: es war nicht nur ein Gastspiel, sondern auch ein Ensemble- Spiel; wie freundlich und herzlich dies vom stark besetzten Hause gewürdigt wurde, haben wir bereits vermerkt. Hans Thyriot. Die Stadt der schönen Krauen. Unter den chinesischen Städten, die von dem! Krieg in Mitleidenschaft gezogen sind, befindet sich auch Sutschau, die Stadt, von der ein altes chinesisches Sprichwort sagt, um auf Erden glücklich zu sein, muß man in Sutschau geboren sein. Sutschau war schon eine alte Stadt, bevor Schanghai entstand, und hat seit vielen Jahrhunderten den Ruhm seiner landschaftlichen Schönheit, seiner Kultur, seines soliden Reichtums, vor allem aber seiner schönen Frauen gewahrt. Zu der Zeit, da es für den jungen Chinesen nicht üblich war, selber seine Braut zu wählen, sondern er dies seinen Eltern überließ, ohne vor der Hochzeit das Gesicht seiner Braut zu erblicken, schätzte er sich glücklich, wenn er erfuhr, daß die Erwählte aus Sutschau stammte. Das galt als nahezu sichere Gewähr dafür, daß er nach vollzogener Hochzeitsfeierlichkeit, wenn der Schleier fiel, ein schönes Gesicht zu sehen bekommen würde. Die Mädchen von Sutschau pflegen nie lange ledig zu bleiben, manchmal finden Massenhochzeiten statt, 20 oder 30 Paare auf einmal. Noch immer genießt Sutschau den Ruhm, die schönsten Mädchen und Frauen Chinas zu besitzen, und aus dem ganzen Riesenland kommen Männer, um Mädchen aus dieser Stadt heimzuführen. Sie sind klein und zart, die Frauen von Sutschau, mit einem eigentümlich sanften Zauber. Der Reichtum von Sutschau hängt an einem Faden — dem Faden, den der Seidenwurm spinnt. Und das Leben des Seidenwurms wiederum hängt an den Hamen von Maulbeerbäumen, deren reiches dunkelgrünes Laubwerk einen Teil von Sutschaus- landschaftlicher Schönheit ausmacht. Die Stadt selbst liegt auf Inseln inmitten eines großen hügelumsäumten Sees. Die Lage hat ihr den Namen das Venedig des Ostens eingetragen« Hochschulnachrichten. Dem ao. Professor Dr. Theodor Schmücket an der Universität Göttingen wurde unter Ernennung zum Ordinarius der Lehrstuhl für Botanik an der Forstlichen Hochschule Hann- Münden übertragen. Dem Professor Dr. Rudolf Geiger in München wurde unter Ernennung zum Ordinarius der Lehrstuhl für Mathematik, Meteorologie und Phy- sik an der Forstlichen Hochschule Eberswalde übertragen. Der Dozent Dr. Julius Wagenmann, dec früher in Gießen, Göttingen und Heidelberg tätig war, wurde zum ao. Professor für Kirchen- und Dogmengeschichte an der Universität Kiel ernannt. Erster Gießener Schlachtvr'ehmarkt. Ein guter Auftakt. - Gerechte Viehverteilung. — Gutes Material am Markt. Heute morgen fand in den Ställen der Gießener Viehoersteigerungshalle Rhein-Main der erste Gießener Schlachtviehmarkt statt, der für die Zukunft in regelmäßigen Abständen in Gießen stattfinden soll und voraussichtlich für das Wirtschaftsleben in unserer Stadt von wesentlicher Bedeutung sein wird. Der erste Gießener Schlachtviehmarkt, der unter den gegenwärtigen Verhältnissen zwar nicht die Kennzeichen eines reinen Marktes, sondern zunächst die Merkmale einer Verteilungsstelle trägt, sichert den Metzgern von Gießen, Wieseck, Klein-Linden und Heuchelheim die gerechte Zuteilung von Vieh und hat hier eine wichtige Aufgabe. Der Auftrieb zu diesem ersten Schlachtoiehmarkt entsprach im Wesentlichen dem Bedarf, wenngleich manchem Metzger eine reichlichere Zuteilung von Vieh erwünscht gewesen wäre. Großvieh und Schweine wurden nach einem bestimmten System verteilt. Die Kälber wurden frei gehandelt. Der Träger des Schlachtoiehmarktes ist die Stadt Gießen. Die Durchführung obliegt dem Diehwirt- schaftsoerband Hessen. Die Leitung des ersten Schlachtviehmarktes lag in Händen des Außenbeamten des Viehwirtschaftsverbandes, Herdt (Friedberg). Das aufgetriebene Vieh stammte zu 50 v. H. aus den Beständen der Zentralgenossenschaft Hannover, in der die Viehverwertungsgenossenschaften zusammengefaht sind, die übrigen 50 v. H. der aufgetriebenen Tiere wurden vom freien Handel gestellt. Zu dem ersten Gießener Schlachtviehmarkt waren 8 Ochsen, 5 Bullen, 18 Kühe, 40 Färsen, 144 Schweine und 118 Kälber aufgetrieben. Die Tiere wurden zunächst von einer Preisbewertungskom- mission, die sich aus Vertretern der interessierten Gruppen zusammensetzte (Bauernschaft, Verteiler, Metzger und Genossenschaft), bewertet und für jedes Tier ein Richtpreis festgesetzt, der sowohl dem Verkäufer wie auch dem Käufer gerecht werden soll. Nach dieser Preisfestsetzung begann der eigentliche Handel. Die Handelspreise lagen bei Redaktionsschluß allerdings noch nicht vor. Die Viehmarkthalle bot heute morgen ein Bild lebhaften Betriebes. Eingehend betrachteten sich die Metzger die Viehbestände, eingehend wurden Preise besprochen, die Tiere wurden zur Wage geführt und schließlich die Handelspreise bezahlt. Zum Markt selbst hatten sich außer den unmittelbaren Interessenten auch zahlreiche Besucher aus dem Kreise der Bauernschaft, der Behörden, des Tierzuchtamtes usw. eingefunden, lieber den Marktoerlauf und über die erzielten Preise werden wir noch berichten. nung, Straße und Hausnummer und die genaue- Bezeichnung der Kohlensorte tragen muß. Nach dem 5. Januar eingereichte Scheine sind wertlos. Hitler-Jugend Sonn 116 Gießen. INarine-Gef. 116. Der Dienst beginnt nicht, wie irrtümlich angesagt, am 16. Januar 1938, sondern am Dienstag, 4.1. 38, und zwar: SH.: Turnhalle Gymnasium, Schar 1: Viehversteigerungshalle, Schar 2: Heimabend. * Heil Hitler! Der Führer der Marine-Gef. 116. Ruppel, Gefolgschaftsführer. Das Großseuer in Holzheim. Leuchtpatronen... Nach unserem gestrigen Bericht über das G r o ß - feuer in Holzheim ist heute weiter zu melden, daß der Brand aller Wahrscheinlichkeit nach durch die Verwendung vorn Leuchtpatronen beim Neujahrsschießen durch mehrere Personen entstanden ist. Es haben sich nach dieser Richtung hin mancherlei Anhaltspunkte ergeben, die nunmehr weiter verfolgt werden. Dem großen Brandunalück war auch von Anfang an die ganze Aufmerksamkeit an der leitenden Stelle des Gießener Feuerwehrdienstes zugewandt, um erforderlichenfalls zur Hilfeleistung sofort mit allen Kräften bereit zu sein. Der Leiter der Gießener Feuerwehren, Brandinspektor Lenz, hatte sich sofort nach dem Eintreffen der Meldung von dem Brandunglück unmittelbar nach der Kreismotorspritze gegen 0.30 Uhr im Kraftwagen nach Holzheim begeben, um sich dort selbst einen lieber« blick zu verschaffen. Er übernahm an der Brandstätte bis zum Eintreffen des Kreisfeuerwehrführers Bouffier die Leitung der Löscharbeiten, die dadurch mit einheitlicher Stoßrichtung eingesetzt wurden, rief zur Sicherheit auch noch die städtische Motorspritze der Gießener Feuerwache herbei, die jedoch nicht mehr in Tätigkeit zu treten brauchte, und konnte schließlich dem Kreisfeuerwehrführer Bouffier nach dessen Ankunft die weitere Oberleitung der Feuerwehrarbeit übergeben. Erfreulicherweise zeigte sich der ^Einsatz der Gießener Feuerwehrkräfte bei der Bekämpfung des Brandes aber Nicht mehr als notwendig. Neichszufchüffe für Neubauten von Wohnungen. Lpd. Zum 6. Male seit der Machtübernahme hat die' Reichsregierung soeben wieder bedeutende Mittel zur Verfügung gestellt zur Förderung der Wohnungsbeschaffung durch Umbauten oder Aufstockungen bestehender Baulichkeiten. Diese sechste Reichszuschußaktion wird freudig begrüßt werden von allen, die zur Schaffung von Wohnungen burrh Umbauten Gelegenheit haben, ebenso wird sie auch den Wohnungsuchenden insbesondere auf dem Lande die Verbesserung ihrer Wohnungsverhältnisse er- möglichen. Der Zuschuß, den der Staat den Bauherren gibt, beträgt 50 v. H. der Kosten für jede bis 31. März 1938 neu erstellte Wohnung, jedoch im Höchstfälle 600 RM. Die Auszahlung geschieht in derselben Weise wie bei den oorangegangenen Aktionen, wie überhaupt die Grundsätze für die Bezuschussung die gleichen geblieben sind. Lediglich eine Aenderung ist diesmal zu beachten, nämlich, daß Wohnungsauf- töilungen größerer Wohnungen in mehrere kleinere nicht mehr unter die Förderungsfähigkeit fallen. Die Interessenten, müssen sich nun beschleunigt an die zuständigen Stellen — Landräte, bzw. Oberbürger« meister der Städte — wenden, damit sie in den Genuß dieses schönen Weihnachtsgeschenkes des Staates gelangen. Neuregelung der ©täten der verheirateten Stäajsdienstanwärler in Hessen. LPD. Das Hessische Regierungsblatt Nr. 22 vom 30. Dezember 1937 bringt ein Gesetz des Reichsstatthalters in Hessen als Führer der Landesregierung, in dem mit Zustimmung der Reichsregierung und rückwirkend ab 1. April 1937 festgelegt wird, daß für die Festsetzung-der Diäten der verheirateten Staatsdienstanwärter in Hessen die reichsgesetzlichen Vorschriften, nebst allen dazu erlassenen Durchführungsbestimmungen, mit der Maßgabe gelten, daß für die Höhe der Grundgehalte die Eingangsgruppe der Hessischen Besoldungsordnung vom 30. März Diamantm-Komödie Vornan von Horst Biernath. 21. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) „O bitte, Kapitän Zanten!" rief die Lenox herüber. Sie saß durch drei Stühle von Carola getrennt an der Tafel. Ihre dunkle Altstimme klirrte leicht, wie ein angesprungenes Glas: es war eine sehr schöne Stimme, eine verhaltene Trauer klang aus ihr. ,Eine Stimme, die an die innersten Saiten rührt', behauptete Herr Tupper, der Engel mit der goldenen Uhrkette. „Gnädige Frau —?" fragte Zanten höflich. „Ist es wirklich wahr, oaß sich ein kostbarer Diamantenschatz an Bord befindet?" Carola war es, als setze sekundenlang ihr Herzschlag aus. Sie sah, daß Zanten seine Serviette unterm Tisch heftig zusammenpreßte, und sie wußte: Wenn ein Gesicht stumm bleiben kann wie eine Maske — die Hände verraten sich stets. Sie bemerkte gleichzeitig, daß Humphrey und der Herr von der Minerva-Mine an seinem Seitentischchen sich halb von ihren Stühlen erhoben. Auch die anderen Fahrgäste wurden aufmerksam. Sogar das junge Ehepaar Ternple, Hochzeitsreisende, zärtlich wie Turteltauben, hörte zu turteln auf. Zanten schüttelte belustigt den Kop7: „Wie kommen Sie nur zu dieser seltsamen Frage? Ein Diamantenschatz auf meinem Schiff —? Das erstemal, daß ich davon höre!" Carola sah fevpe gekrümmten Finger und fühlte mit einer pressenden Beklemmung, daß er die Unwahrheit sprach. Die Diva wandte sich, leicht verärgert, an Konsul Barrett: „Sie waren es doch, der mir davon erzählt hat?" Der kleine, dicke Herr, der, trotz seiner Bemühungen um die Gunst der Lenox, die Tafelfreuden durchaus nicht vernachlässigt hatte, erwiderte unter leisem Schnaufen, er hätte diese Nachricht im guten Glauben wiedergegeben, daß sie richtig sei. War Tupper es nicht, der sie erzählt hatte? Oder Scrub? Die beiden aufgerufenen Herren hatten sie jedenfalls ebenfalls gehört. Von wem? Sie sahen sich 1928 bestimmend ist, und daß kein verheirateter Anwärter in günstigere Gehaltssätze einrücken darf, als sie nach dem Reichsbesoldungsrecht für gleichzubewertende Reichsbeamte zugelassen find. Alle entgegenstehenden Anordnungen werden hinsichtlich der verheirateten Staatsdienstanwärter von dem genannten Zeitpunkt an aufgehoben. KameradkchastSabend in der Kaserne. Bei der Gefolgschaft des I. Bataillons 32L 116 und zugeteilten Regiments Einheiten. Man berichtet uns: Die Gefolgschaft der Berg- kaserne hatte zum ersten Tag im neuen Jahr zu einem Kameradschaftsabend — dem ersten seit Bc- stehen des Regiments — eingeladen. Fast restlos waren alle Arbeitskameraden mit ihren nächsten Angehörigen dieser Einladung gefolgt. Dank dem Entgegenkommen des Bataillons-Kommandeurs I./116, Major Wiese, stand der große Wirtschaftsraum im Wirtschaftsgebäude II der Bergkaserne für die Feier zur Verfügung. Arbeitskameraden hatten keine Mühe gescheut, den Raum würdig auszugestalten. Mit militärischer Pünktlichkeit eröffnete schneidige Musik, ausgeführt von Angehörigen des Musikkorps des JR- 116, den Abend. Der Betriebsobmann, Pg. Otto Volz, begrüßte den Betriebsführer, Major Wiese, und dessen Stellvertreter, Stabszahlmeister Roth, sowie die zahlreichen Gäste und Arbeitskameraden und -kameradinnen herzlich. Zugleich dankte er allen, die in uneigennütziger Weise zur Verschönerung und Ausgestaltung des Abends beigetragen haben. Sein Gruß galt dem Schöpfer der neuen Wehrmacht, dem Führer. Nach dem Gesang der Nationallieder sprach der Betriebsführer, Major und Bataillons-Kommandeur Wiese. Er überbrachte zunächst die Grüße bes dienstlich verhinderten Regimentskommandeurs, und sprach bann in zu Herzen gehenden Worten zur Gefolgschaft. Obwohl das Regiment erst knapp ein Jahr bestehe und obwohl sich alle, vorher unbekannt, erst kennen lernen mußten, bestehe heute schon zwischen Truppe und Gefolgschaft ein Vertrauensverhältnis, so wie es zur Erhaltung der Schlagfertigkeit der Truppe dringend erforderlich ist. Major Wiese gedachte dann der großen Leistun- gen des Führers. Das begonnene Jahr verlange wiederum von Truppe und Gefolgschaft Leistung und Arbeit ,fum Segen für das Vaterland. Mit den besten Wünschen für das neue Jahr beendete er seine Ausführungen. Dann sprach der stellvertretende Betriebsführer, Stabszahlmeister Roth, allen Mitarbeitern seinen Dank aus für die im Aufbaujahr 1936/37 zur vollsten Zufriedenheit geleistete Arbeit. Daß das anqe» bahnte- Vertrauensverhältnis auch im Jahre 1938 das gleiche bleibe, ist sein Wunsch. Für den unterhaltenden Teil hatten sich einige Gefolgschaftsmitglieder zur Verfügung gestellt. Erwähnung verdient der erst kürzlich zusammen- suchend an der Tafel um, und Scrubs Blick blieb bei Humphrey hängen: „Waren Sie es nicht, Sir?" „Oder der Herr, mit dem Sie sich unterhalten haben?" fragte Tupper. Humphrey bekam runde Augen. „Jedenfalls sind Sie auf eine Fehlnachricht her- eingefallen!" erklärte Zanten mit Entschiedenheit. „Falls nicht einer von Ihnen unvorsichtig genug ist, einen Koffer voll Diamanten in seinen Kleiderschrank gestellt zu haben .. „Also wir sind es bestimmt nicht!" ließ sich Frau Reverend Smith mit ihrer schrillen Stimme vernehmen. „Wir besitzen keine Schätze, die der Rost und die Motten fressen — nicht wahr, lieber William?" „Diamanten sind zwar, soviel ich davon verstehe, rost- und mottensicher", erwiderte scherzend der Reverend, „dennoch--" „William!" rief seine Gattin streng. „Du als Geistlicher müßtest es eigentlich wissen, daß es Worte gibt, die für einen profanen Scherz zu hoch stehen!" „Eine reizende Frau!" seufzte einer der drei betrunkenen Rüpel und war Frau Smith verliebte Blicke zu. Am unteren Ende der Mitteltafel erzählte Dr. Wilkens, der Schiffsarzt, einen Witz. Ob er als Arzt fo gut war wie als Anekdotenerzähler, ist eine andere Sache. Zanten behauptete, er kuriere oberhalb des Nabels ausschließlich mit Jod und unterhalb des Körpermittelpunktes ausschließlich mit Rizinus. Außerdem hielt er ihn für den faulsten Menschen unter der Sonne und beschwor, Wilkens fei so faul, daß er noch im Schlafe gähne. Ob das zutraf, ist schwer zu entscheiden. Auf jeden Fall hatte der Doktor einen Vorzug: Er forgfe für gute Laune, und seine Scherze waren — für einen Mediziner immerhin bemerkenswert — zum größten Teil stubenrein. Worüber man auch reden mochte, Hühnerfarmen oder Tapetenleim — Dr. Wilkens betrachtete jedes Gespräv) als Stichwort für einen Witz. Carola entging es nicht, daß Zanten nur mit Mühe eine Innere Unruhe verbarg und froh war, als er sich von der Tafel erheben konnte. Er bot ihr den Arm. .Bridge oder Dar — was ziehen Sie vor?" fragte er. „Einen halbstündigen Spaziergang." gestellte Gefangschor, der unter Leitung feines Dirigenten, Musikunteroffizier R o n g e, schon recht Ersprießliches leistete. Zum Vortrag kam der „Sängergruß", „Hymne an die Nacht" und „Schön ist die Jugend". Betriebsobmann V o l z trug durch die Wiedergabe zweier Lieder für Tenor sehr zum guten ©einigen des Abends bei. Mit einem Schwank, der in die unvergessene Vorkriegsmilitärdienstzeit zurückführte, setzten die Gefolgschaftsmitglieder Hofmann, Krebs, Möller und Syn o f zi k die Lachmuskeln der Zuschauer in Bewegung. Groß war die Freude, als in der Pause jedem Gefolgschaftsmitglied ein wertvolles Geschenk überreicht wurde, nachdem bereits zu Beginn eine Verzehrkarte vorausgegangen war. Gießener Wochenmorktprelse. * Gießen, 4. Jan. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Deutsche feine Molkereibutter, V» kg 1,57 Mark, feine Molkereibutter 1,52, Markenbutter 1,55 bis 1,60 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stuck 5 bis 10, Wirsing, Vi kg 10 bis 12, Weißkraut 7 bis 8, Rotkraut 10 bis 12, gelbe Rüben und Karotten 10 bis 12, rote Rüben 10 bis 12, Spinat 18 bis 20, Unterkohlrabi 6 bis 8, Grünkohl 15, Rosenkohl 28 bis 35, Tomaten 40 bis 50, Zwiebeln 8 bis 9, Meerrettich 30 bis 70, Aepfel 10 bis 20, Birnen 15 bis 18, Blumenkohl, das Stück 35 bis 60, Endivien 10 bis 15, Lauch 5 bis 8, Sellerie 10 bis 30, Rettich 5 bis 10 Pf. ** Militärperfonalie. Oberstleutnant D ö - ring, Kommandeur der III. Abteilung Artillerie- Regiment 9 in Gießen, wurde gemäß Verfügung des OdH. mit Wirkung vom 1. Januar 1938 zum Standort Küstrm zur Verfügung des Oberbefehlshabers des Heeres versetzt. Zum Kommandeur der III. Abt. Art.-Rgt. 9 wurde Major Süden aus Küstrin ernannt. ** Fettverbilligungsscheine und Bezugsscheine für Konsummargarine sind Gegenstand einer Bekanntmachung des Oberbürgermeisters (Wohlfahrtsamt). Die Zeiten der Ausgabe dieser Scheine find unbedingt einzuhalten. ErpresseraufderIluchtniedergeschossen Lpd. Frankfurt a. M., 3. Jan. Bei einem Hauswirt in Frankfurt-Griesheim versuchte ein 24jähriger junger Mann unter Drohungen einen Geldbetrag zu erpressen. Als er am Silvesterabend das Geld abholte, wurde er von Kriminalbeamten beobachtet. Seiner Festnahme wollte er sich durch die Flucht entziehen. Trotz wiederholter Anrufe, stehen zu bleiben, wobei auch Schreckschüsse abgegeben wurden, versuchte er durch die nahe- liegenden Gärten zu entkommen. Auf der Flucht wurde er durch zwei Schüsse verletzt und mußte ins Krankenhaus gebracht werden. Der Täter hatte bereits früher bei dem Hausbesitzer einen Einbruch begangen, konnte aber damals nicht ermittelt werden, da er eine Gesichtsmaske trug. „Sie werden die Güte haben, mich zu entschuldigen, wenn ich an diesem gesunden Vergnügen nicht teilnehmen kann ..." Er sah sich suchend um und bemerkte Humphrey, der sich durch die kleinen Gruppen, die sich nach dem Dinner zur Beratung des Abenprogramms zusammengefunden hatten, zu Charola hmdurchschlängelte und Engelsmusik zu hören vermeinte, als er Zanten sich verabschieden sah. Leider wurden seine schönen Hoffnungen auf einen Spaziergang unterm Sternenzelt grausam zerstört. „Sie kommen wie gerufen, Humphrey!" rief der alte Herr und ergriff ihn am Rockaufschlag. „Gerade wollt' ich Sie holen. Hab' nämlich mit Ihnen noch einiges zu besprechen, mein lieber Junge. Kommen Sie doch mal mit! Und daß Sie bei mir nicht trocken sitzen, verspreche ich Ihnen feierlich." „Muß es gleich fein, Onkel Paul?" „Die Bar läuft Ihnen nicht weg, Humphrey, und an irgendeinem Spieltisch wird ein vierter Mann auch noch nach der Viertelstunde gesucht werden, die ich Sie in Beschlag nehmen muß." Er hakte sich bei Humphrey ein und zog ihn einfach mit sich fort. Es sah nicht anders aus, als führe der Hausherr einen besonders geschätzten Gast zu den edelsten Gewächsen seines Kellers. Kaum jedoch hatte Zanten die Tür seiner Kabine hinter Humphrey geschlossen, als seine wohlwollende Haltung auch schon wie eine Maske von seinem Gesicht fiel, und seine buschigen Brauen standen drohend wie zwei Gewitterwolken. „Was fällt Ihnen eigentlich ein", grollte er, „mein Vertrauen so niederträchtig zu mißbrauchen? Wie, in Teufels Namen, kommen Sie dazu, den Leuten zu verraten, daß sich die Minerpa-Diamanlen an Bord befinden?" „Keine Silbe haben Sie mir gesagt!" widersprach Humphrey empört. „Sie haben mir lediglich erzählt, der überfallene Transport habe aus Kieselsteinen bestanden, und die richtigen Steine hätten Kapstadt auf einem anderen Wege verlassen. Und ich schwöre Ihnen, Onkel Paul, daß ich über diese Geschichte selbstverständlich den Mund gehalten habe! Nur die Tatsache, daß man die Diamanten« räuber gefaßt hat, habe ich roeiterqegeben. Ich sehe auch jetzt noch keinen Grund dafür, daß ich diese Tatsache hätte verschweigen sollen, da sie ja bereits Aus der engeren Heiniai. Landkreis Gießen. £ Wieseck, 4. Jan. Der Landwirt Heinrich Weller XL, Kirchstraße 36, wird heute 7 9 I a h r e alt. Herr Weller befindet sich körperlich und geistig wohlauf. Er ist Vater von 7 Kindern, von denen noch 6 am Leben sind. 23 Enkel und 8 Urenkel können ihn am Geburtstag beglückwünschen. Seit über 50 Jahren ist er Bezieher seines Heimatblattes. Wir gratulieren. ♦ Wieseck, 3. Jan. Der Turnverein W i e- s e ck veranstaltete, wie in allen Jahren bisher, in der Neujahrsnacht im Saale von Braun eine S i l- d e ft e r f e i e r, die zunächst nach musikalischen Darbietungen die Aufführung eines Theaterstückes brachte. Die Gesangsabteilung des Vereins brachte unter Stabführung von Chormeister Meyer einige Lieder zu Gehör. Kurz vor der Jahreswende hielt Dereinsführer Daupert eine Ansprache, bezeichnete die Silvesterfeier als einen Auftakt für das neue Jahr und gab bann einen Rückblick auf die Arbeit des Vereins im vergangenen Jahre. Die Feier des 75jährigen Bestehens rief er in die Erinnerung zurück und gab der Hoffnung Ausdruck, > daß auch im kommenden Jahre mit gleichem Eifer meitergearbeitet werde. Anschließend wurden verdiente langjährige Mitglieder ausgezeichnet. Für 50jährige Mitgliedschaft erhielten August Roden- hausen, Philipp Strack und Philipp Völ° z e l je eine Ehrenurkunde; mit Ehrenurkunden für 25jährige Mitgliedschaft wurden Otto Jung, Adolf Schäfer und Robert Eisenhut bedacht. Der- einsführer Daupert erinnerte zum Schluß an die Winterhilfe-Veranstaltung am 22. Januar und entbot dann die besten Grüße für bas neue Jahr. # Mainzlar, 3. San. Zu Beginn bes neuen Jahres erhielt ber Lanbwirt Wilh. Bingel von hier ein Dankschreiben bes Lanbesbauernführers für 40jähr'ige vorbilbliche Berichterstattung über Anbau und Ernteflächenerhebung. — Der G e = fangverein Mainzlar hielt bei Gastwirt Müller seine Generalversammlung ab. Der Rechner Wilh. Sommer konnte nach ber Begrüßung durch Vereinsführer Fuchs von einer günstigen Kassenlage des Vereins berichten. Den'Bericht über die Jahresarbeit erstattete August Kern. Der Mitglie- berftanb bes Vereins hat sich erfreulicherweise um 17 junge Sänger gehoben. Der Vorstand blieb in seiner bisherigen Zusammensetzung bestehen. Lediglich der Sänger D e r n wurde als Schriftführer in den Vorstand gerufen. * Garbenteich, 3. San.. Der Gesangver- ein „Frohsinn" hielt bei sehr gutem Besuch im Dereinslokal seine Generalversammlung ab. Vereinsführer Wahl gab einen Ueberblick über die Vereinsarbeit, erinnerte vor allem an das erfolgreiche Singen des Chores im Reichssender Frankfurt unter Leitung von Chormeister Harnisch (Watzenborn-Steinberg) und an die schöne Weihnachtsfeier. Der Kaffenbestand wies einen angemessenen Ueberschuß auf. Den Sängern Karl Schöck und Karl Stumpf wurde für regelmäßigen Besuch der Gesangstunden im verflossenen Jahre die silberne Ehrennadel überreicht. Für das neue Jahr sind bas Stiftungsfest am 5. Februar und ein größerer Ausflug im Juni vorgesehen. <£ Leihgestern, 3. Jan. Nach ber im Neu- jahrsgottesbienst bekanntgegebenen kirchlichen Statistik wurden im Jahre 1937 insgesamt 37 Kinber getauft, bavon 17 in ben Gießener Kliniken. Kirchlich getraut wurden 18 Paare, beerdigt wurden 17 Personen. Die kirchlichen Kollekten und sonstigen freiwilligen Zuwendungen, einschl. ber Beiträge zum Kirchengesangverein, der Frauenhilfe und Kleinkinderschule, erbrachten die stattliche Summe von 2200 RM. D Watzenborn-Steinberg, 3. Jan. Der seitherige Lagerhalter der Lagerstelle I der Bäuerlichen Bezugs- und Absatzgenossenschaft Ludwig S ch ä f e r hat die Lagerstelle gekündigt. Zum neuen Lagerhalter wurde Ernst Harnisch ernannt. — Der Führerrat der hiesigen Freiwilligen Feuerwehr beschloß als Termin für den diesjährigen Verbandstag und das Feuerwehrfest den 19. Juni. 4= Li ch, 3. San. Sn Steins Saalbau hielt am Neujahrsabend die Sängervereinigung „Cäcilie" ihre Winterveranstaltung ab. Nach einem Musikvortrag der Kapelle Sommer eröffneten die Sänger mit einem Chorvortrag, geleitet von Chormeister Ernst SI g e, die Feier. Mitglieder, Freunde und Familienangehörige hatten Theodor Körners „Nachtwächter" eingeübt und ernteten damit starken Beifall. Ein Quartett, aus Mitgliedern über den Rundfunk gegangen und allgemein bekanntgeworden ist." Zanten ließ sich in einen Sessel fallen. Er paukte mit der Faust auf die gepolsterte Lehne. „Dann hab' ich Ihnen also unrecht getan, Humphrey", sagte er verwirrt und ratlos. „Bitte, verzeihen Sie mir! Aber dieses geschminkte Frauenzimmer hat mich mit ihrer verdammten Frage völlig aus dem Kurs geworfen. Sch bin wie vor den Kopf geschlagen. Wie ist das nur möglich, daß es sich an Bord herumgesprochen hat? Sa, ja — natürlich sind die Minerva-Diamanten auf der .Catharina*. Aber außer mir und ben beiden -Detektiven weiß kein Mensch was davon. Und daß von diesen beiden Leuten einer nicht dichtgehalten haben sollte, ist ausgeschlossen!" „Martini..sagte Humphrey lakonisch. „Martini! Martini! Smmer Martini!" knurrte Zanten. „Wie soll ausgerechnet Martini es wissen?" Humphrey nahm auf der Schreibtischkante Platz und sah auf seine baumelnden Füße herab. „Im Vertrauen gesagt, Onkel Paul: Sch zum Beispiel habe es ebenfalls — auch ohne Ihre Bestätigung — gewußt, daß sich die echten Diamanten hier an Bord der ,Catharina* befinden." „Was, zum Teufel!" „Eine kleine Portion Verstand und ein wenig Kombinationsgabe braucht man natürlich", meinte Humphrey bescheiden, „aber bann ist die Sache eigentlich sonnenklar. Vorausgesetzt allerdings, daß man die Vorgeschichte des falschen Transports auf irgendeine Weise tennengelernt hat. Sch erfuhr sie zufällig von Shnen. Aber ich könnte mir denken, daß es auch noch andere Leute an Bord gibt, die erfahren haben, baß ber überfallene Transport nur ein Scheintransport war; sie erhielten vollenbs Gewißheit, baß sich die echten Steine hier auf der »Catharina* befinden müßten, als sie die beiden Herren von ber Minerva-Mine ihren ,Urlaub* auf ber ,Catharina* antreten sahen." „Sie sind ein gescheiter Kerl, Humphrey!" ächzte ber alte Herr entsetzt. „Ein verteufelt gescheiter Bursche sind Sie!" ^,Es hört sich nur so an", wehrt/ Humphrey großzügig ab. „Wie gesagt: Nur ein wenig gesunder Menschenverstand ..." (Fortsetzung folgt.) 12 Uhr: Mittagskonzert. 13: Nachrichten. 13.15: Gedenket der hungernden Vögel! Dis Zagd im Januar Das Jahr des Jägers ist in sein letztes Viertel getreten. Seinen Höhepunkt hat es überschritten. Die Erntezsit ist vorüber, die fiege und Pflege des Dildes treten wieder in den Vordergrund. schein in kalter Schneenai imen wir noch »i Von unseren Wildhühnern endet des Fall n e s Schußzeit zusammen mit der des Hasen. Ringeltauben, Schnepfen, Bekassinen und wilde Papierwaren- Langgasse, in verkauft wur- geschehen. 19: Nachrichten. 19.10: Walzerseligkeit. 20.15: Konzert mit Werken von Max Bruch (Zur 100. Wiederkehr seines Geburtstages am 6.1.). 21.15: Klänge der Heimat: Der Bodensee. 22: Nachrichten. 22.15: Sportbericht. 22.30: Unterhaltung und Tanz. 24 bis 1: Nachtkonzert: Wagner — Schumann — Brahms. klären. „Tote Zeit" sagt da der Mann, der seit Wochen schon Tag um Tag zur Treibjagd geht und nun betrübt feststellt, daß der Hase Schonzeit hat, und stellt die Flinte in den Schrank. Ihm fehlt das Beste am deutschen Jäger, er ist nicht „Heger". Mancherlei schöne Weidsprüche schmücken Iagdstube und Jagdhütte. Der schönsten einen aber hat Hermann Löns dem Heger geweiht: „Das Schießen allein macht den Jäger nicht aus; Wer weiter nichts kann, bleibe lieber zu Haus. Doch wer sich ergötzet an Wild und an Wald, Auch wenn es nicht blitzet und wenn es nicht knallt, Und wer noch hinauszieht zur jagdlosen Zeit, Wenn Heide und Holz sind vereist und verschneit, Wenn mager die Aesung und bitter die Not Und hinter dem Wilde einherschleicht der Tod; Und wer ihm dann wehret, ist Weidmann allein, Der Heger, der Pfleger kann Jäger nur sein. Wer bloß um das Schießen hinaus ging zur Jagd, Zum Weidmanne hat er es niemals gebracht. Hubertus. Rundfunkprogramm Dienstag, 4. Januar. aittlungen auf. Kreis Wehlar. > Wetzlar, 3. Jan. In dem reschäft von E. Dietrich in der .n auch Feuerwerkskörper wird, sondern mit guten Aussichten auf Erfolg unter Tags ebenso anwenden kann, zumal wenn der Schnee Reineckes Tisch spärlicher gedeckt sein läßt. Sei es nun des Hafen Todesklage, das Anast- gezeter eines Vogels, das Fiepen eines Kitzes oder das dünne Pfeifen der Mäuse: alle diese Töne versteht der erfahrene Fuchsjäger nachzuahmen und den roten Schelm heranzuholen. Von ganz besonderem Reiz allerdings ist dieses Jagen beim Mond- Mittaaskonzert (Fortsetzung). 14: Nachrichten. 14.10: 0 holde Frau Musika! 15: Volk und Wirtschaft: Rohstoff Stroh. 15.15: Clara Schumann als Künstlerin, Frau und Mutter. Eine Hörfolge. 16: Nachmittagskonzert. 17.30: Kleines Konzert. 18: Zeit- Nur wenige Nutzwildarten haben während des .anzen Monats noch Schußzeit. Dazu gehört vor llem das Rotwild beiderlei Geschlechts, dessen lbsckuß im Hartung zu Ende zu führen ist. Gleiches ilt für das Damwild. Der Dezemberschnee hat früher und besser als in en Vorjahren die Jagd auf die Sauen gestattet, '.echt stattlich ist bereits die Strecke, die in Ober« essen erzielt werden konnte. Sie wird sich zur rcube des Bauern im Laufe des Januar noch i höhen. Die schwere Zeit des Hasen geht ihrem Ende (itaegen. Am 16. Januar heißt es wieder „Hahn i Ruh'!". Die Hasenjagd war in vielen Revieren < ne rechte Enttäuschung. Waren die vorjährigen i suchen, die bis weit in das Frühjahr hinein an- ! eiten, die Ursache, so sind die meisten jetzt vor- mdenen Hasen als seuchenfest zu betrachten, nach« m sie die Krankheit überstanden haben. Um so I ertvoller sind sie als Eltern der Hasengeneratio- i m, die das neue Jagdjahr bringen soll. Ihnen allen möglichen Schutz und Pflege angedeihen zu lassen, ist der sicherste Weg, um in von der Witte- ung begünstigten Jahren wieder zu guten Strecken u kommen. Immerhin hatte der Knabe erhebliche Brand- uerletzungen am Kopf und an den Armen ersten und liegt nun in ernstem Zustande im Kran- nhaus darnieder. Das Feuer wurde von der her- eiaerufenen Feuerwehr rasch bekämpft. <£ Salzböden, 3. Jan. Der hiesige Ium» /herein veranstaltete in der Gastwirtschaft von Weisdrod einen Theaterabend, der mit einem Grußwort des Dereinsführsrs- Hermann Wagner , eröffnet wurde. Zunächst gelangte ein Theaterstück M Aufführung, das in die Zeit des Weltkrieges [lurütfführte und ausgezeichnet wiedergegeben wurde, anschließend sah man noch ein Lustspiel, das von Sen zahlreichen Zuschauern ebenfalls dankbar aufgenommen wurde. § Bieber, 3. Jan. Der hiesige Gesangoer- ein „Liederhain" veranstaltete einen Gemeinr „Cäcilie" zufammenaesrellt, erfreute mit heiteren horvorträgen. Mitalieo Karl A l b a ch schilderte icht- und Schattenseiten aus dem Stadterleben, weitere Chorvorträae und Tanz füllten den sehr irf besuchten Abend aus. rjähriger in derLahn totaufgefunden. * Wißmar, 4. Jan. Dieser Tage ereignete sich n bedauerlicher Vorfall. Der 17jährige Otto Uster von hier fetzte seinem Leben freiwillig n Ende, indem er sich in der Nacht vom 2. zum Januar in die eiskalten Fluten der Lahn stürzte id dort den Tod fand. Am gestrigen Montagnach- lttag barg man den Unglücklichen unweit der Zißmarer Schrebergärten (gegenüber der Baden- arg) aus dem Fluß. Was den jungen Mann,, der ei seinem Großvater als Lehrling in der Wag- erei tätig war, in den Tod getrieben hat, konnte isher nicht endgültig ermittelt werden. Die Gen- armerie nahm heute morgen die notwendigen Erdas Jagen in den Lappen, Die Pirsch und den Ansitz hinzu und tuen auch noch der Luderhütte Erwähnung, so ist die Mannigfaltigkeit wahrlich so groß, daß die Fuchsjagd allein dem Monat ihren Stempel aufdrücken kann. Die Ranzzeit unserer Edelpelzträger, des Baum- und des Steinmarders, liegt allerdings wie die des Dachses auch im Juli-August. Aber im Januar- Februar setzt noch einmal eine zweite, die sogenannte „falsche" Ranz ein. Das Jagen und Keckem, das damit verbunden ist, verrät die Liebesleute oft dem Jäger. Sonst ist es die Spur, die im Schnee steht oder die meist mit Beerenresten durchsetzte Losung, die den Jäger darauf Hinweisen, daß es Marder in seinem Reviere gibt. Dem großen Wiesel aber, dem geschätzten Hermelin, diesem gefährlichsten Feinde unserer Niedersagd, stellen wir jetzt am besten in Stein-, Holz- oder Strohhaufen ober in Durchlässen mit Kastenfallen nach. Das Raubwild kurz halten, heißt aber zugleich das Nutzwild hegen. Von zwei Seiten droht diesem, vor allem dem Niederwild, Gefahr. Gehen wir nur einmal bei Schnee hinaus in unsere „heckenlosen" Felder. Wie Maulwurfshaufen liegen weithin jedem Feinde sichtbar die armen Hühner huf dem Schnee. Auch Mümmelmann findet kaum einmal wirkliche Deckung. Und bas andere ist der Hunger, menn'ber Schnee hoch liegt. Dankbar ist das Wild, wenn der Mensch ihm bann eine Bahn vom Einstand zur Aesung tritt, wenn er das^ Heidekraut frei scharrt oder den Schnee vom Brombeerlaube klopft. Hier und dort schlägt der Standhauer Proßholz, und das ausgeastete Holz der Obstbäume wird an geeigneten Stellen ausgelegt. Rüben und Möhren helfen weiter Meister Lampe über die Zeit der Not. Hinterkorn und Heublumen schütten wir für Fasan und Huhn. Dazu erzählt uns der Schnee, wo nachts die Katze pirscht, und verrät uns des hetzenden Hundes Wechsel, damit wir wissen, wo wir ihm das Handwerk legen können. Auch jede einsame Menschenspur, die draußen im Winterwalde steht, soll der Jäger mit Argwohn betrachten. Leicht ist es meist, die Gründe herauszufinden, die den Mann in den Wald führten. Sie sind dem schaftsabend. Darbietungen des Männerchores, unterhaltsame Duette, der Gesang gemeinschaftlicher Lieder und Tanz wechselten in bunter Folge mit» besucht a&‘ Veranstaltung war sehr gut * Dutenhofen, 3. Jan. Die 23 Jahre alte $au5.a.n9Gfte^ Klara Best.zog sich durch einen unglücklichen Sturz einen Unterschenke lbruch 3U. Die Verunglückte mußte in die Chirurgische Klinik nach Gießen gebracht werden. Jäger oft nicht gleichgültig. Und.auch die Gartenzäune wollen wir in u geffen! Mancher Biedermann Schlingensteller in höchsteigener Person entlarvt. Wenn sich die Jäger nur einmal mehr die Mühe machten, die Dorfränder und Einzelgärten abzugehen, es würde sich lohnen und ihnen manches er- Mklwoch 5. Januar. 6 Uhr: Morgenlied. Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Musik am Morgen. 9.45: Hausfrau, hör zu! 11.40: Gaunachrichten. 11.45: Deutsche Scholle: Für die Bäuerin: Gold auf dem Schweinerücken. 12: Werkskonzert. 13: Nachrichten. 13.15: Mittaaskon- zert. 14: Nachrichten. 14.10: Dem Opernfreuno. 15: Volk und Wirtschaft: Worüber man heute spricht. 15.15: Zwölf im Schlitten. Manuskript: Jenny Wiegand. 16: Balladen von Carl Loewe. 16.30: Nachmittagskonzert. 18: Zeitgeschehen. 19: Nachrichten. 19.10: Unser singendes, klingendes Frankfurt. 21.15: Wie ... Sie können nicht einschlafen? Ein Gute- Nacht-Kabarett. 22: Nachrichten. 22.20: Kamerad, wo bist du? 22.30: Unterhaltung und Tanz. 24 bis 1: Nachtmusik. -n, brach am Nachmittag des Silvestertages Feuer aus. Feuerwerkskörper entzündeten sich, ^-plädierten unter großem Getöse und setzten den ganzen Laden in Brand. Einige Jungen standen dabet tm Laden. Einer der Knaben sprang durch den Feuerherd auf die Straße. Seine Kleider hatten Dabei Feuer gefangen, und nur einem rasch yinzu- fprinqenben Metzgergesellen war es zu danken, daß der Knabe nicht in seinen Kleidern verbrannte. der harten .Reit nicht Hermann wurde oabel schon als Gänse, die alle Schußzeit haben, kommen allgemein als W-ild nicht in Frage, sondern können nur in dem einen oder anderen Revier gelegentlich einmal ' eine Rolle spielen. So ist die Auswahl für den Jäger recht klein geworden. Der Abschuß des Rehwildes ist beendigt. Enten liegen zwar zusammen mit Sägern und anderem Wasserwild zur Zeit zahlreich und in den verschiedensten Arten auf unseren Flüssen und Bächen, aber sie haben Ruhe vor dem Jäger. Sie gehören zu demjenigen Wild, dessen Lebens, raum durch die Neulandgewinnung in Sumpf und Moor fortgesetzt eingeengt wird. Dazu hat kein Wild in dem letzten strengen Winter solche Verluste gehabt wie das Wasserwild, wobei der Ab- gang an Enten auf etwa drei Viertel des Gesamtbestandes zu schätzen ist. Freue sich der Jäger drum, wenn er der Breitschnäbel starke Schafe jetzt beobachten kann, auch wenn ihm das Gesetz als Schützer des Wildes den Schuß verbietet. Es acht wieder aufwärts nach dem katastrophalen Rückschlag. । So tritt die Nutzwildjagd immer mehr zurück. ,Dafür schiebt sich im Hartung das Weidwerk auf unser Staub mit b in den Vordergrund. Eine Ausnahme davon macht nur der Dachs, der bereits im Juli bzw. Auaust ranzte, und in dessen altem Mutterbau wir oft schon im Januar Jungdächse .finden. Drum ist er wieder geschützt, während zum Bejagen von Fuchs, Marder, Iltis und Hermelin die beste Zeit gekommen ist. Die Bälge sind auf 8 der Höhe ihres Wertes. Welche Weidmannsfreude | aber ist gerade mit der Jagd auf Reinecke Rotooß | verbunden! Man konnte schon im letzten Jahre fest- stellen, wie das Verständnis dafür nach dem ' Wegfällen des mühelosen Fanges im Tellereisen wieder im Wachsen begriffen ist. Die Rollzeit des Fuchses beginnt. Mit viel Gekecker, Gekreisch Iimb Geraus treibt sich oft schon untertags die Hochzeitsgesellschaft im Walde herum. Im tiefen Bau sucht sich die Fähe der zudringlichen Freier zu erwehren. Wessen Nase darauf eingestellt ist, der „wittert" nun schon von weitem den Fuchspaß ober den befahrenen Bau, auf dem überall die Trittfiegel im Schnee stehen. Zwei, drei und mehr I Füchse stecken dann oft in einem Bau und lassen J sich verhängnismäßig leicht zum Springen bringen. J Drum ist nun die rechte Zeit für den schneidigen IDckel oder Terrier gekommen. Wer einmal einen ganz großen Tag^beim Sprengen im Hartung mit- gemacht hat, der ist für alle Zeiten „genossen" gemacht Und wie schön ist das Fuchsdrücken mit wenigen, tauberen Flinten! Voraussetzung für den Erfolg ist die Kenntnis der Pässe. Wie rasch sind bann die paar Fuchstreiben einmal durchgedrückt. Und wenn ,1 überhaupt Füchse da sind, wird es schon knallen. l 3u Ehren gekommen jst auch wieder die Hasen- j quäke, die man nicht nur nachts, wie oft geglaubt Mordversuch am Neujahrstag. Zwei Menschen niedergeslochen. — Der Täler verhaftet. Lpd. Mainz, 3. Jan. In einem Hause in"der Altstadt drang am Neujahrstag der Johann B e n • d e r in die Wohnung des Johann H. und stach ihn nach kurzem Wortwechsel nieder. Auch seine Stiefschwester, die Braut des H., die sich schützend vor ihren Bräutigam gestellt hatte, verletzte er schwer. Während der Zustand des H. bedenklich ist, dürfte feine Braut, sofern keine Komplikationen eintreten, sich außer Lebensgefahr befinden. Bender flüchtete nach der Tat, konnte aber noch am gleichen Abend fe ft genommen werden. Jahreshauptversammlung des Vereins für Leibesübungen Lollar. Am Sonntagnachmittag hielt der Verein für Leibesübungen Lollar 1883 im Vereinsheim „Germania" seine Jahreshauptversammlung ab. Nach Eröffnung und Begrüßung durch den Vereinsführer Kamerad Karl Brück sprach zunächst der Dereins- dietwart Kamerad Eb. Schmidt über die Diel« arbeit in den Vereinen des Deutschen Reichsbundes für Leibesübungen. Die Geschäftsberichte des Vereinsführers und seiner Mitarbeiter ergaben, daß die Tätigkeit rege und vielseitig war. An auswärtigen größeren Veranstaltungen, die beschickt wurden, seien erwähnt: das Feldbergturnfest, das Kreisfest in Dillenburg, das Unterfreisturnen in Grünberg und das Hoherodskopf-Bergfest, bei denen wertvolle Sieae errungen wurden. Der Kassenbericht des Kassenwarts war befriedigend. Die Neuwahl ded Dereinsführers ergab die einstimmige Wiederwahl des Kameraden Brück. Der vom Kassenwart Dorgetragene Voranschlag für 1938 wurde genehmigt. Die Aufgaben des Jahres 1938 wurden erörtert, in dessen Mittelpunkt das Deutsche Turn- und Sportfest in Breslau steht. Der Verein wird sich mit einer Abordnung beteiligen. Eine Reisekasse für Breslau ist eingerichtet. Nach Erledigung einiger weiterer Vereinsangelegenheiten wurde die Versammlung mit einem „Sieg-Heil" auf Führer und Vaterland geschlossen. Wirtschaft. Nhein-Mainische Börse. Millagsbörse: Still, aber fest. Frankfurt a. M., 3. Jan. Der Jahresanfang brachte der Börse am Aktienmarkt nur wenig Geschäft, da der Auftragseingang nach den Feier- taaen noch gering war. Aus dem Zinstermin erfolgten Neuerwerbungen hauptsächlich in Rentenwerten, insbesondere ließ sich der heutige Zeichnungsbeginn auf die neue Reichsanleihe nach Mitteilungen der Zeichnungsstellen sehr gut an. Für die Aktienmärkte waren daher nur wenig Mitte! frei, doch waren weiterhin kleine Anlagekäufe zu beobachten, während Abgaben kaum vorgenommen wurden. Die Haltung blieb infolgedessen fest und die meisten Kurse zogen weiter um durchschnittlich 0,50 bis 1 v. H. an. Das Interesse konzentrierte sich auf einige Spezialwerte. Im Vordergrund standen AEG. auf die günstigen Mitteilungen mit 120,25 bis 120,75 (118,75), ferner am Montanmarkt Rheinstahl mit 145,65 (143,50), Deutsche Erdöl mit 144,50 (142,75) und am Chemiemarkt Nütgerswerke mit etwa 150 (148). Auch in IG,-Farben erfolgten weitere Käufe bei 159 (158,50). Im einzelnen kamen Jul. Berger 1,25 v. H., Daimler 1,25 v. H., Siemens 1 v. H., Reichsbank 0,40 v. H. und Felten 0,25 o. H. höher an, während Hoefch 0,25 v. H. und Bem- berg 0,50 v. H. abbröckelten. Unverändert fetzten Moenus Maschinen mit 125, Demag mit 144,25, Westdeutsche Kaufhof mit 58,50 und Metallgefell- fchaft mit 144,75 ein. Am Rentenmarkt war das Geschäft vorläufig sehr klein. Fest lagen Kommunal-Umschul- bung mit 94,80 bis 94,90 (94,75). Ferner stiegen Reichsbahn-DA. ex Dividende um 0,75 v. H. auf 128,75 (131,50). Reichsaltbesitz lagen mit 129,30 (129,25) voll behauptet. Erhöhte Nachfrage zeigte sich nach Liguidationspfandbriefen, die vorwiegend 0,25 o. H. anzogen, auch Pfandbriefe waren gefragt bet unveränderten Kursen. Teilweise laicht gebessert waren auch Stadt- und Staatsanleihen, dagegen notierten Industrie-Obligationen uneinheitlich bei Abweichungen bis 0,40 v. H. In der zweiten Börsenstunde blieb die Tendenz fest und verschiedentlich stellten sich weitere Erhöhungen ein, das Geschäft konnte sich aber kaum beleben. IG.-Farben 159,50 bis 159,75 nach 159, Rheinstahl 146,25 nach 145,65, Verein. Stahl 113,50 nach 112,75, AEG. 121 nach 120,25, Hoesch 115,75 nach 115,25, Rheinmetall 145 nach. 144. Die erst später notierten Werte kamen zumeist bis 1 v. H. höher zum Kurs, niedriger lagen aber Schuckert mit 177,50 (178,75), Akkumulatoren mit 227,50 (229) und Mainkraft mit 96 (97), ferner bröckelten. Salzdetfurth Kali, Th. Goldschmidt je 0,50 v. H. ab. Abendbörse fest. Die Abendbörse war weiter fest und brachte auf weitere Kundschaftskäufe erneut durchschnittliche Erhöhungen von 0,50 bis 0,75 o. H. Das Geschäft hatte allerdings infolge des mangelnden Angebots keinen größeren Umfang. Einen weiterhin guten Eindruck hinterließ die lebhafte Zeichnung auf die Reichsanleihe; man rechnet schon jetzt mit einer wesentlichen Ueberzeichnung. Stärker erhöht waren in Anpassung an Berlin Deutscher Eisenhandel mit 150,25 (148,50). Etwas lebhafter waren IG. Farben mit 159,90 (159,75), AEG. mit 121,75 (121), Verein. Stahl mit 113,90 (113,50). Ferner stiegen Adlerwerke Kleyer auf 108,75 (108), Bemberg auf 139 (138,25), Bekula auf 164,50 (164), Gesfürel auf 146,50 (145,75), Goldschmidt auf 138,25 (137,50), Junghans auf 123 (122,40), Mannesmann auf 115,25 (114,75), Buderus auf 122,25 (122), Conti Gummi auf 192,25 (191,75) und Demag auf 145 (144,75), während Deutsche Linoleum nicht ganz behauptet lagen mit 163,50 (164). Unverändert zur Notiz gelangten u. a. Metallgesellschaft mit 144,75, VDM. mit 170, Rheinmetall mit 145, Moenus mit 125 und Hapag mit 80 sowie Rheinstahl mit 146,25. Arn Einheitsmarkt blieben Bankaktien unverändert, von Jndustriewerten gewannen Faber 6- Schleicher 0,75 v. H. auf 116,75. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 3. Jan. Es notierten (Getreide je Tonne, alles übrige je 100 Kilogramm) in Mark: Weizen W 13 211, W 16 214, W 19 218, W20 220, Roggen R 12 193, R15 196, R 18 200, R19 202 Großhandelspreise der Mühlen der genannten Preisgebiete. Futtergerste —, Futterhafer —. Weizenmehl Type 812 W 13 29,30, W 16 29,40, W 19 29,40, W20 29,75, Roggenmehl Type 1150 R 12 22,45, R15 22,80, R 18 23,30, R19 23,50 plus 50 Pf. Frachtausgleich. Weizenfuttermehl 13,60. Weizenkleie W13 10,75, W16 10,90, W19 11,10, W20 11,20, Roggenkleie R12 9,95, R 15 10,15, R 18 10,40, R19 10,50 Mühlenfestpreise ab Mühlenstätion. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 4. Jan. (Vorbericht.) Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Dorauftrieb: 929 Kälber, 250 Hämmel, 135 Schafe, 3360 Schweine. Es kosteten: Kälber 35 bis 65 Mark, Hämmel 20 bis 45, Schafe 15 bis 38, Schweine 51,50 bis 56,50 Mark. — Marktverlauf: Kälber und Schweine zu- geteilt, Hämmel und Schafe mittelmäßig. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. Reichsbankdiskont 4 v. H., Lombardzinsfuß 5 v. H. Frankfurt a. M. Berlin Schluß- kurs Schluß!. Abendbörse Schluß- kurs Schluß! Mittagbörse Dumm 31.12. 3.1. 31 12. 3.1. 5% Deutsche Reichsanlethe v. 1927 4% Deutsche Reichsanl. von 1934 — 101,85 101,6 101,6 99,8 99,8 99,8 99,8 ty»% Deutsche Retchsschatzanwei- 100,25 jungen von 1935 . .......... —— •— •— Obl. 2 3 ... .............. 99 99 *— 5ya% Franks Hyp. Liquidation Goldpse..................... 6y2% Rheinische Hyp. Liquidation 101,9 102 — — Goldpse..................... 102 102 102 102 Steuergutschein-Verrechnungskurs 111,35 111,35 111,4 — A.G. für Verl hrswesen .... 6ft 131,25 131,75 131,65 133 Hamburg-Südam. Dampfschisf. 0 —- — 130 — Ha>nburg-Am< riko Palet......0 Norddeutscher Lloyd..........0 78,75 80 78,75 80,25 81 — 80,5 81,5 Deutsche üReid sbahn Borz.-Akt. 7 131,5 128,75 131,75 128,65 Retchrbank................. 12 208,9 209,25 208,5 209 Berliner Handelsgesellschaft . 6% 134,5 — 135 135 Commerz, und Privat-Bank ... 6 118,75 118,9 118,75 118,9 Deutsche Diskonto............ 6 124,5 113,4 125 124,5 125 Dresdner Bank........ 4 113,5 113,4 113,5 Frankfurt a. M. Berlin Schluß« kurs Schluß?. Wend, börse Schlußkurs Schluß!. Mittag- börse Damm 31.12. 3.1. 31-12 3.1- Accumulatoren-Fabrik...... . 14 229 227,5 228 225 Aschaffenburg Zellstoff...... .. 6 144 144 143,5 144,5 Bemberg................. .. O 137,5 139 136,5 137,7b Bekula................... .. 8 164 164,5 164,5 164,5 BuberuS Eisen............. .. & 119,75 122,25 119,75 120,75 Gement Heidelberg......... .. 7 169,75 169,75 —— —— Gement Karlstadt.......... .. 6 —— •— —— Conti Gummi............. . 12 190,5 192,25 190,25 191,5 Daimler Motoren.......... sy, 136,75 138,5 136,25 138,5 Dessauer Gas............. .. 4 —— —— 118,65 119,13 Deutsche Gib öl'............ .. 5 142,75 144,5 144 145 Deutsche Gold« und Silber.. .. 9 252 252 — Deutsche Linoleum......... Elektrische Lieferungen...... . 10 163,5 163,5 163,5 163 .. 6 132 132 132,5 132 Elektrische Licht und Kraft... .. 7 143,4 143,5 143 143,5 I. G. Farben-Jndustrie ..... .. 7 158,5 159,9 158,25 159,65 Felten & Guill-oume....... .. 6 133 133,25 132,75 133.5 Gesfürel.................. .. 7 145,13 146,5 144,75 146 Th. Goldschmidt........... .. 6 138 138,25 137,25 137,65 Gritzner Maschinen......... .. 0 46,5 46 46,65 47 Harvener................. 8'/, 174 175,75 174 175,25 Hoesch Eisen............... 3'/, 115,5 115,75 115 116 Philipp Holzmann......... .. 8 157 157,75 157 157,75 Ilse Bergbau.............. .. 6 164 — 162,75 160 Ilse Genüsse.............. .. 6 134,5 136,5 136 136 Kali Aschersleben.......... .. 4 115 116 115 116 Klöcknerwerke............. 4yt 118,5 120 118,25 120,25 Kokswerke und Chemische Fabrik 7 157,5 158,75 Lahmeyer................ Mainkraft................. .. 6 120,5 121,65 — 122 .. 4 97 96 — — Mannesmann......... ... 4y, 114,5 115,25 114,25 115 Mansfelder Bergbau....... .. 7 160 159,75 160 — Metallgelellschaft........... .. 6 144,75 144,75 145 145 Orenstein L Koppel ........ .. 0 — 108,75 110 Rheinische Braunkohle...... . 12 232,5 232,5 232,4 232,5 Rheinische Elektro.......... .. 6 128 128 129 — Rheinstahlwerke............ .. 6 143,5 146,25 144 146 Rheinisch-Westfälische Elektro .. 6 130,4 130,25 129,9 130 Nütgerswerke ............. .. 7 148 150 147,5 150,5 Salzdetfurth Kali.......... .. 6 177,5 177 178 177 Schuckert L Co............. .. 7 178,75 .177,5 178 177,5 Schultheis Payenhofer...... .. 4 96,5 96,9 Siemens & Halske......... .. 9 206 207 205 208,25 Süddeutsche Zucker......... 10 214 215 218 Bereinigte Stahlwerke...... V/t 112,75 113,9 112 113,65 Westdeutsche Kaufhof ....... .. 0 58,5 58,5 58,13 58,75 Westeregeln Alkali.......... .. 4 115 116 115 116 Zellstoff Walbhof.......... Ltavi Minen.............. 0,6 152 29 151,5 152 28,75 151,75 29,25 Deoi enmarfl Berlin — Frankfurt a. M. 31 .Dezember z. Januar Amtliche Neuerung Amp-che Notierung Geir tfleir «nei Buenos Aires............. Brüssel................... Rio de Janeiro............ Polen.................... Kopenhagen............... Danzig................... London.. .,............... HelsingforS................ Paris.................... 0,728 42,12 0,133 47,00 55,40 47,00 12,41 5,49 8,432 138.17 13,09 0,732 42,20 0,135 47,10 55,52 47,10 12.44 5,50 8.448 138.45 13,11 0,728 42,14 0,133 47,00 55,45 47,00 12,42 5,49 8,432 138,21 13,09 0,732 42,22 0,135 47,10 55,57 47,10 12,45 5,50 8.448 138,49 13,11 Italien................... 31 .Dezember 3-Iaunar Amtliche Notierung Anultche Dotierung weio Bries Geld Bries Japan.................... 0,723 0,725 0,724 0.796 Jugoslawien .............. 5,694 5,706 5,694 5 706 Oslo ..................... 62,37 62,49 62,42 Wien..................... 48,88 49 05 Lissabon.................. 11,97 11 Stockholm................ Schweiz.................. 874^ Spanien.................. 14-49 Praa................... Budapest................. Neuholl.................. 2,484 2,488 2,483 2,487 fl d. d' 9 e I Oie Kämpfe der Iußball-Kreisklaffen 1. Kreisklasse. Rodheim I,— SA.-Kampfgemeinfchaft Gießen I 3:2. Wider Erwarten verlor die SA.- Mannschaft in Rodheim. Klein-Linden — Alten - Buseck 3:3. Die Platzmannsihaf führte bis zur Halbzeit 3:0, nach der Halbzeit holte Alten-Buseck auf. Großen-Buseck I — Lollar II 5:3. Ein sehr verteiltes Spiel. Zu Anfang führte Großen- Buseck 2:0, dann holte Lollar 3 Tore auf, denen Großen-Buseck noch 3 weitere Tore entgegensetzte. Leihgestern I — 1 9 0 0 Gießen II 7:0. Leihgestern zeigte sich von der besten Seite, es ist unverständlich, daß die Zweite von 1900 Gießen sich in dieser Höhe schlagen ließ. Garbenteich — Steinbach 3:1. Die Gar- benteicher waren dieses Mal besser und gewannen verdient; auch in dieser Höhe. 2. Kreisklasse. Oppenrod — Lehnheim. Die Oppenröder machen in den letzten Spielen von sich reden, auch der eindeutige Sieg gegen Lehnheim beweist, daß die Mannschaft von Oppenrod im Kommen ist. Grünberg — Queckborn 3:3. Die Queck- börner scheinen sich gut einzuspielen. Göbelnrod — Treis 3:4. Hier konnten die Trciser dem Platzverein beide Punkte abringen. Muschenheim — Geilshausen 3:4. Man hatte mit einem Sieg der Platzbesitzer gerechnet, aber Geilshausen schoß ein Tor mehr. Daubringen — Staufenberg 4:3. Ein gleichwertiges Spiel, aus dem Daubringen als Sieger hervorging. Leihgestern I — 1900 Gießen II 7:0 (2:0). Während die Gäste komplett antreten konnten, mußten die Einheimischen ihren rechten Verteidiger ersetzen und traten wie folgt an: Dutenhöfer; Velten I., Laux II.; Wedemann II., Väth, Textor; Sauber, Arnold, Krick, Funk, Laux I. Leihgestern begann das Spiel mit neun Mann, konnte es aber doch überlegen gestalten. Etwa eine Viertelstunde war bereits gespielt, biß sie sich ergänzen konnten. Aber dann hatte der Gast nichts mehr zu bestellen. Einen Strafstoß von Arnold wehrte ein Gästeverteidiger mit der Hand ab. Den fälligen Elfmeter verwandelte Arnold sicher zum Führungstor. Nachdem Laux I. das zweite Tor erzielt hatte, ging es in die Pause. Nach der Pause fielen in regelmäßigen Abständen noch fünf weitere Treffer, für die sich Funk, Laux I., Arnold, Funk und Krick einsetzten. Der Sieg Leihgesterns war auch in dieser Höhe verdient. Heimische Skiläufer in TilMmpsen. Großer Skisporttag im Hohen Vogelsberg. Zn diesem Winter finden, gegenüber dem Vorjahre, sehr frühzeitig auf dem Hoherodskopf die Kreismeisterschaften des Kreises 8 (Gießen) im Gau 12 statt. Bei diesen Meisterschaften sind insbe- -sondere "der Skiklub Gießen und der Skiklub Wetzlar stark vertreten. Aus den bereits vorliegenden Meldungen kann man schon ersehen, daß eine große Anzahl der besten Läufer an den Start geht. Bereits am Samstag, 8. Januar, wird der größte Teil der Wettläufer auf dem Hoherodskopf ein- treffen, da am Samstagabend die Bekanntgabe der Strecke, sowie die Startoerlosung erfolgt. Unter den vielen Meldungen finden wir die Besten wieder von den vorjährigen Kreiswettkämpfen, und zwar im L a n g l a u s den letzten Kreismeister Georg M ü l - I e r (Skiklub' Gießen), im Abfahrtslauf Karl A l t h a u 5 (Skiklub Gießen), Karl Burgsteiner (Skiklub Gießen). Ebenso sieht man Gg. Müller und Karl Burgsteiner beim Sprunglauf vertreten. Eine sehr starke Teilnahme mit guten Läufern stellt auch der Skiklub Wetzlar. Die Gesamtmeldungen betragen schon heute das doppelte gegenüber dem letzten Winter. Man kann mit rund 60 Meldungen rechnen. Außer diesen Läufern ist für dieses Jahr neu, daß der Kreis 11 (Friedberg) in Verbindung mit dem Kreis 8 (Gießen) die Kreismeisterschaften zusammen durchführt. Die Wertungen der Läufer geschieht gesondert nach den Kreisen. Der Kreis 11 ist ja ebenfalls gut bekannt durch seine Läufer, vom Taunusgebiet und der Kreis 8 wird auf einen starken Gegner stoßen. Die Wettkämpfe beginnen am Sonntag um 8.25 Uhr mit der Flaggenhiffung vor dem Klubhaus. Der Start zum Langlauf erfolgt 8.30 Uhr pünktlich. Die Autobusse des Skiklubs Gießen werden am Sonntag so rechtzeitig abfahren, damit die Wettläufer zeitig am Start sein können. Ebenso ist somit den Zuschauern Gelegenheit gegeben, diese Wettkämpfe genau zu verfolgen. Die Gesamtleitung der Kreiswettkämpfe liegt in den Händen des Kreisfachwartes (Fachamt Skilauf) Fritz D ö r f n e r, dem eine große Anzahl Mitarbeiter zur Verfügung steht. Für die Kreiswettkämpfe gibt es erhebliche Vorarbeit zu leisten. Die Langlaufstrecke über mehrere Kilometer, zum Teil schwieriges Gelände, muß sorgfältig abgesteckt werden und diese Arbeit nimmt mehrere Stunden in Anspruch. Aber der Skiklub Gießen, der an der Ausrichtung maßgeblich beteiligt ist, hat ja immer zuverlässige Helfer an der Hand. Bei gutem Wetter und günstigen Schneeverhältnissen ist damit zu rechnen, daß sich die Skiwettkämpfe zu einem großen sportlichen Erfolg gestalten. lleberraschungen im Handball-Lager. DsL. 1860 Marburg verlier! gegen To. Hörnsheim 9:6. Was vielleicht mancher gehofft, aber feiner offen ausgesprochen hatte, ist eingetreten. Hörnsheim hat für eine der größten Überraschungen der Vorspiele der Bezirksklasse gesorgt. Marburg, das noch bis vor kurzer Zeit ungeschlagen mit an der Spitze lag, hat damit bereits sein zweites Spiel verloren und ist damit weiterhin zurückgefallen, so daß nunmehr der Tv. Lützellinden unangefochten mit 4 Punkten Vorsprung in die Rückrunde geht. Das Spiel sah die einheimische Mannschaft in ausgezeichneter Form. Sie spielte nicht nur einen hervorragenden Handball, sie wußte sich vor allen Dingen immer und in der richtigen Weise einzu- setze'n, so daß der Gegner tatsächlich nichts machen konnte. Es mag Marburg zugute gehalten werden, daß es einen kleinen und ungewohnten Platz vorfand. Diesmal hätte, nach dem Spielgeschehen zu urteilen, auch ein großes Spielfeld nichts genützt. Trat auch in der ersten Halbzeit die Ueberlegen- heit rein zahlenmäßig noch nicht so sehr zutage, so merkte man dann doch nach der Pause, wie sich das Blatt wendete und wie die Gäste ein Tor nach dem anderen passieren lassen mußten. — Mit dieser Mannschaft und ihrer Leistung wird noch mancher Gegner in Hörnsheim verlieren. In der 1. Kreisklasse gab es gleich zwei lieber« Husten, Frösteln, rauher Hals Mischung mit Wasser und Zucker eingenommen und war von dem guten Erfolg überrascht. Binnen 2 Tagen war die Erkältung beseitigt, und ich fühle mich seitdem wieder frisch tinb munter. Klosterfrau-Melissengeist wird in meiner Hausapthoke nie mehr ausgehen." hei Ihrem t------ . Hauen Packung mit den drei Weiter Herr Josef Pospich (Bild nebenstehend), Angestellter, Köln-Zollstock, Nauheimerstr. 24, am 30. 4. 37: „Ich, meine Frau sowie meine vier Kinder waren diesen Winter stark erkältet. Da hörte ich von Klosterfrau-Melissengeist. Durch den Gebrauch von 3 Flaschen haben wir uns alle ausgeheilt." Nehmen Sie deshalb bei jedem Anflug von Erkältung sofort Klosterfrau-Melissengeist. Sie erhalten ihn Apotheker oder Drogisten in Originalflaschen zu RM 2.80, 1.65 und —.90. Nur echt in der lung mit den drei Nonnen; niemals lose. Heiserkeit, Schnupfen, Kopfschmerzen sind meist die Anzeichen beginnender Erkältung, die bei Vernachlässigung leicht zur Grippe führen kann. Um ernsthafte Erkrankungen vorbeugend abzuwehren, verfährt man wie folgt: Je einen Eßlöffel Klosterfrau-Melissengeist und Zucker in einer Tasse gut umrühren, kochendes Wasser hinzugießen und möglichst beiß zwei dieser Portionen vor dem Schlafengehen trinken (Kinder nehmen die Hälfte). Zur Nachkur und zur Vermeidung von Rückfällen trinkt man noch einige Tage dreimal täglich einen Teelöffel Klosterfrau-Melissengeist in einem Eßlöffel Wasser oder in einer Tasse Tee. Viele haben sich schon auf diese Weise geholfen. So schreibt z. B. Herr Gerhard Wagner, Verlagsinhaber, Leipzig N 22, Noßlauerstr. 8, am 6. 11. 37: „Seit Wochen wurde ich eine in Den Gliedern liegende Erkältung mit Husten und heißem Kops nicht los. Da besorgte ich mir auf Grund Ihrer Anzeige »Schnellkur« vor einigen Tagen eine Flasche Klosterfrau- Melissengeist. Am Abend vor dem Schlafengehen habe ich nun zweimal hintereinander einen Eßlöffel Klosterfrau-Melissengeist in der empfohlenen 36K37 Zwangsversteigerung. Am Donnerstag, dem 13. Januar 1938, vormittags 9% Uhr, werden im Amtsgerichtsgebäude zu Gießen, Zimmer 204, die den 17D zu A a) kratz, Louis, zu Vi, b) kratz, Margarete, geb. Neu, dessen (inzwischen geschiedene) Ehefrau, zu %, c) kratz, Anneliese, Tochter der zu a und b Genannten, zu XA\ zu B auf den Namen der a) kratz, Louis, Heilgehilfe, zu b) kratz, Margarete, geb. Neu, dessen (inzwischen geschiedene) Ehefrau, zu % in Gießen zugeschriebenen Grundstücke versteigert: A Grundbuch für Gießen, Band 11, Blatt 532: 1 Flur I, Nr. 301, hofreile in den Betrag neuen Bauen (Diezstrahe Nr. 11), der Schätzung 438 qm, 25 500,— RM. Einheitswert (1.1.1935) = 26 100 RM. B Grundbuch für Gießen, Band 23, Blatt 1051: 1 Flur II, Nr. 108, Grabgarten auf Betrag dem Zand in der Schwarzlach, der Schätzung 586 qm, 1 500,— RM. Einheitswert (1.1.1935) = 1 170 RM. Die Versteigerung erfolgt zwecks Aufhebung der Gemeinschaft als Miteigentümer nach Bruchteilen. Gießen, den 13. November 1937. Im Auftrage be-5 Amtsgerichts Gießen: Karle, Ortsgerichtsoorsteher. 71/36 Zwangsversteigerung. Am Donnerstag, dem 13. Januar 1938, vormittags 9 Uhr, werden im Amtsgerichtsgebäude zu Gießen, Zimmer 204, die den 18D zu A a) kratz, Louis, zu Yt, b) krag, Margarete, geb. Neu, dessen (inzwischen geschiedene) Ehefrau, zu X, c) kratz, Anneliese, Tochter der zu a und b Genannten, zu XA; zu B auf den Namen der a) kratz, Louis, Heilgehilfe, zu Vi, b) kratz, Margarete, geb. Neu, dessen (inzwischen geschiedene) Ehefrau, zu XA, in Gießen zugeschriebenen Grundstücke versteigert: A Grundbuch für Gießen, Band 11, Blatt 532: 1 Flur I, Nr. 301, hosreite in den Betrag neuen Bauen (Diezstraße 11), der Schätzung 438 qm, 25 500,— RM. Einheitswert (1.1.35) = 26 100 RM. hiervon das der geschiedenen Ehefrau kratz zustehende Viertel. B Grundbuch für Gießen, Band 23, Blatt 1051: 1 Flur II, Nr. 108, Grabgarten aus Betrag dem Zand in der Schwarzlach, der Schätzung 586 qm, 1 500,— RM. Einheitswert (1.1.35) = 1 170 RM. hiervon die der geschiedenen Ehefrau kratz zustehende hälfte. Gießen, den 13. November 1937. Im Auftrage des Am'-sgerichts Gießen: Karle, Ortsgerichtsvorsteher. raschungen. Einmal ist es die ungewöhnliche hohe Niederlage des Tv. Lang-Göns m Gröningen (16:2) und zum anderen der einwandfreie Sieg des Tv. Dutenhofen über den Tufpo Groß-Rechtenbach (5:3). Lang-Göns konnte diesmal wiederum nicht gefallen. Die Mannschaft erscheint vollkommen außer Takt. Eine kurze Ruhepause wäre am Platze und auch verschiedene Umstellungen scheinen unbedingt notwendig zu sein. — Dutenhofen hat in seinem letzten Spiel eine hervorragende Leistung gezeigt Die Mannschaft war nicht wiederzuerkennen. Sie> spielte wie aus einem Guß und konnte, wenn audn nicht rein zahlenmäßig, einen überlegenen Sie» feiern. Die Niederlage, die die Gäste bezogen, hos die Frage der Staffelmeisterschaft wieder undurchj sichtig gemacht, denn nun stehen Garbenheim unH Groh-Rechtenbach punktgleich nebeneinander. Schöne Dörfer—stolze Bauern Ginn und Aufgaben der OorfverschönerungSaklion. Die meisten Bauern verbringen ihr ganzes Leben im engen Umkreis des Dorfes und der nächsten Kleinstadt. Bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts waren sie deshalb stolz darauf, Haus und Hof mit den besten Schöpfungen einer bodenständigen und stammesverwachsenen Gebrauchskunst auszufüllen. Das zeigt sich noch heute in der Bauweise, Ausschmückung und einfachen, naturhaften Symbolik der Einrichtungen ebenso wie in den Holzschnitzereien oder Malereien vieler Dörfer. Als aber beim Vormarsch der Technik das Land immer mehr verstädterte und die Bauernjungen und -mädel in die neuen Industriestädte wanderten, da verfielen diese volkskünstlerischen Regungen und lieferten das Dorf und seine landschaftlichen Eigenarten einer einförmigen, bürgerlichen Tischler- und Malerkunst aus. Rückkehr zur bäuerlichen Kultur. Erst in den letzten Jahren bemerkten wir auf unseren Fahrten durch das deutsche Land wieder eine Wandlung des Dorfbildes zum Besseren; denn durch den Unermüdlichen Aufruf der nationalsozialistischen Führung und durch die Reinigung der bäuerlichen Standesehre von volksschädlichen Vorurteilen wurden im Bauern wieder die überlieferten und heimatgebundenen Formen und Vorstellungen wach. Indem das uralte Brauchtum und die Lebensweise.von der nationalsozialistischen Weltanschauung durchdrungen wird und so die bäuerliche Arbeit einen neuen Sinn erhält, erneuert sich auch der geistige Blutstrom der ererbten bäuerlichen Kultur wieder. Das wird um so schneller zu erreichen sein, je besser die Umwandlung des ganzen Dorfbildes in ein landschaftgebunde- nes-Aussehen gelingt. Der Bauer soll durch seine Umgebung ständig daran erinnert werden, daß er eine eigene Kultur, eine bäuerliche Kultur besitzt. Deshalb hat die Aktion zur Verschönerung des deutschen Dorfes" in' jedem Gau ein Musterdorf eingerichtet, dem bald eines in jedem Kreis folgen wird. Damit wird den 47 000 deutschen Dörfern die Richtung angegeben. Geme.nschastsaktion zur Oorfverschönerung. In vielen Dörfern haben sich die Führer der nationalsozialistischen Organisationen bereits zu A r - beitsgemein schäften zusammengeschlossen, die sich die Dorfverschönerung nach einem einheitlichen Plan zur Aufgabe gemacht haben. Die wichtigsten Arbeiten bleiben natürlich den Fachleuten Vorbehalten. Jede geplante Aktion wird vorher den zuständigen Stellen angezeigt, damit die Richtlinien eingehakten werden und im Eifer des Gefechtes z. B. keine Kulturdenkmäler, wie alte Brunnen, Backhäuser oder Grabsteine, vernichtet werden. Nach der Festlegung der Aktion im Frühjahr 1936 hatte sogleich auch die HI. auf dem Lande damit begonnen, die Straßen, Plätze, Gräben, Bäche und Höfe von Unkraut und Schutt zu säubern. Dann wurden die Wohnungen entrümpelt, die Häuserfronten ab- gewaschen und vielfach neu gestrichen, Abflußgräben gezogen ober verfallene Zäune erneuert. Dies alles sind jedoch negative Maßnahmen, die erst die Voraussetzungen zur eigentlichen Verschönerung des Dorfbildes schaffen. Durch Wettbewerbe und Auszeichnungen muß in jedem Bauern der Ehrgeiz geweckt werden, fein Haus, seine Straße uni) sein Dorf zu einem Musterbeispiel ländlicher Kultur 31t j machen. Schon der Dorfeingang soll sauber und gepflegt sein; denn er. ist die Visitenkarte des Dorfes^ Bei einem Gang über die Dorfstraße sott man nicht gerade über Schlaglöcher stolpern oder in Abwässern waten. Links und rechts zieren vielleicht Baum- zeilen das Straßenbild, und die Fronten der Häuser sollen in Material, Form und Farbe das Typische der Landschaft ausdrücken. Deshalb muß jeher Bauer, der einen Anstrich plant, auch auf die Fas-! jaden der Nachbarhäuser achten. Hat er ein Fach-, werkhaus, dann wird er es nicht verputzen lasses sondern die einfache Balkenkonstruktion in Farbe und' Ausschmückung nach der Gebrauchskunst feinet Vorfahren erneuern. Wenn er selbst nicht zurecht- kommt, dann stehen ihm die Aemter der NS.-Ge- meinschaft „Kraft durch Freude" oder die Kreis- Vertreter des Bundes Deutscher Heimatschutz beratend zur Seite. Besonders die Heime der Landarbeiter sollen durch eine sachkundige Beratung ein ebenso schönes Aussehen bekommen wie bit Häuser der Erbhofbauern. 1 Aufgaben der Oorfbetreuung. Hat jeder Bauer für feinen Teil mitgeholfen, die Dorfstraße zu verschönerns dann wird die Aktion! zweckmäßig mit der Anlage des Dorfangers fortgesiihrt, der wieder Mittelpunkt des dörflichen Lebens werden und den Rahmen für Feste up.b Feiern abgeben muß. Man wird dem Boden eine widerstandsfähige feste Grasdecke geben und Baum- gruppen in sinnvoller Aufgliederung ansetzen, wobei durchaus nicht immer eine Linde den Reichen anzu- führen braucht. Besondere Sorgfalt verlangt hie Ausgestaltung der Schule, des Gasthauses und des Gemeinschaftshauses. Gerade hier sucht man hie bäuerliche Eigenart zuerst, hier muß sie deshalb am besten ausgeprägt sein. Jede Schule sollte auch einen Lehrgarten besitzen, in dem die Jugend die Blumenpflege und die Anpflanzung von Gewürz- und Heilkräutern praktisch erlernt. Im D o r f g a ft- h o f erwartet man richtige Bauernmöbel und her; Stoßtrupp der Musterdörfer eingereiht zu werden, dann hat auch die Landflucht ihr natürliches Jahreszeit entsprechenden Blumenschmuck, aber keine Reklameschilder oder städtische Einrichtungsgegenstände. Am wichtigsten aber ist das Dorfgemeinschaftshaus. Es soll aus heimischem Baumöles rial hergestellt sein und in die Landschaft hinein- passen. Schließlich wird jedes Dorf seinen Stolz dareinsetzen, sich einen Sportplatz, ein S ch w immbad und ein eigenes HI. - Heinr zu erwerben oder zu erarbeiten. Wie weit diese Pläne zu verwirklichen sind, bas hängt von der Haltung des Dorfes ab. Denn mit; großen staatlichen Unterstützungen kann es nicht! rechnen. Doch der Gemeinschaftssinn, beiu das Landleben von jedem einzelnen verlangt, ist her Grundstein, auf dem die neuen Aufgaben am besten erfüllt werden können. Wenn jeder Bauer sich fo eigenständisch und behaglich einrichtet, daß er sich! auf seinem Hof am wohlsten fühlt, wenn jedes Dorf nach den staatlichen Richtlinien danach strebt, in den im Landdienst, im Landjahr, im Ernteeinsatz schöne Äorfer und stolze nengelernt haben, werden einen Beruf wählen, he ihnen das Leben auf dem Lande ermöglicht, hab. Ende gefunden. Und auch viele junge Städter, die, l Arbeitsdienst obei tolze Bauern ken Berns mähfpn hc> 33/37 Zwangsversteigerung. Am Montag, dem 24. Januar 1938, vormittags 9 Uhr, wird im Amtsgerichtsgebäude zu Gießen, Zimmer 204, die den 16D Schuhmachermeister Christian Weeg II. und dessen Ehefrau Johanna Weeg, geb. Noll, in Gießen zugeschriebenen Grundstücke versteigert: Grundbuch für Gießen, Band XVI, Blatt 754? 1* Flur I, Nr. 251, hofreite auf Betrag dem neuen Weg (Neuenweg der Schätzung Nr. 11), 85 qm 11000,— RM. Einheitswert (1.1.1935) = 12 000,— RM. Gießen, den 6. Dezember 1937. Im Auftrage des Amtsgerichts Gießen: _________ K arle, Ortsgerichtsvorfteher.____________ Empfehlungen VkliiW! BglSmtce 85 Pfennig wirksam, mild, unschädlich Kräuterhaus Juni; Gießen. nD Kohlen Koks 53mD Briketts Eiform Happel&Co. Kl.Mühlgasse 4 u.6 Puf 3925 Druckschriften In gefalzten Bogen In Heftform und gebunden klar In der Schrift, übersichtlich angeordnet und sorgfältig gedruckt, d'enen den Belangen von Handel und Verkehr,Industrie und Gewerbe, Behörden. Landwirtschaft und Vereinigungen. Lieferung schnell,gut und preiswert durch Brllhl’sche Druckerei Schulstr. 7. Ruf 2251 Zur gefl. Kenntnisnahme! Ab heute habe ich meinem langjährigen Herr.-Friseurgeschäft einen I Damen-Salon mit den modernsten Einrichtungen angeschlossen und bitte hiermit um geneigten Zuspruch. Hugo Möhl, Friseurmeister Gießen / Löwengasse 6 ._______________________020 Mehr Freude an der Natur durch Bermühler-Bücher Bekanntmachung. | Betr.: Ausgabe der Fettverbilligungsscheine und berl Bezugsscheine für Konsum-Margarine (ohne Verbilligung) für die Monate Januar bis März 1938. I. Fettverbilligungsscheine für Volksgenossen, die nicht in taufender Fürsorge des Wohlfahrtsamtes stehen: A — G: Mittwoch, 5. Januar, 3% bis 12 und 15 bis 17 Uhr; H — M: Donnerstag, 6. Januar, 8% bis 12 und 15 bis 17 Uhr; N —S: Freitag, 7. Januar, 8% bis 12 und 15 bis 17 Uhr: T —Z: Samstag, 8. Januar, nur BVi bis 12 Uhr. 21D II. Bezugsscheine für Konsum-Margarine (ohne Verbilligung): A — K: Montag, 10. Januar, 8XA bis 12 und. 15 bis 17 Uhr: L —S: Dienstag, 11. Januar, 8% bis 12 und 15 bis 17 Uhr: T —Z: Mittwoch, 12. Januar: 8% bis 12 und 15 bis 17 Uhr: Die Ausgabe erfolgt im Stadthaus, Gartenstraße 2, Zimmer 13. An Kinder werden Fettscheine nicht abgegeben. Die festgesetzten Zeiten sind unbedingt einzuhaltent Gießen, 3. Januar 1938. Der Oberbürgermeister (Wohlfahrtsamt.) 00" S’tf «w'1 dE, unter**"1 « kickt-" » pofll jtcnll»'1 ["flerl),: "i Me S SS* Anilin, A Die J»1' Mon o‘rl11! feiner es®'*., ben, deutel. ®u S bolschait kanzlers ©tfinbe oy nuten au den: Deuts« niemandem Schaden zu Deutschland« lichen Mill« ganze Mlt Waagschale Wicklung de Nun slnd Well. Hebe« der Wünsch' halb die F außenpolitisl nur, dah l abhängt ui Linie bei d- die in der zu wirken, und klar i Noch kürzt, gewichtige einen jieml bereit Lösu Fann man sitiver Ziel jpielern, d ausMen? 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