f°Mn. Ars- Ms *8ii &: rr°s Nr. 258 Erstes Blatt Donnerstag, 3. November 1938 188. Jahrgang Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühische Univerfttätsdruckerei R. Lange in Sieben. Zchriftlettvng und Geschäftsstelle: Schulftratze 7 Annahme von Anzeigen für öte ‘JJhttagsnummer bis8'/,Uhr des Vormittags SrundpreNe für 1 mm Höhe für Anzeigen von 22 mm Brette 7 Rpf., für Text« anzeigen von70mm Breite 50Rps.,Platzoorschrift nach vorh Dereinbg 25°/e mehr. Ermäßigte Grundpreise: Stellen-., Vereins», gemein« nützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf., Familienanzeigen, Bäder», Unterrichts- u. behördliche AnzeigenöRpf. Mengenabschlüsse Staffel B Lrlchein» rügltch, außer Sonntags und Feiertags Beilagen. Tie Illustrierte (Bteßener Familienblätter Heimat rm Bild Die Scholle Monotr-Bezngspreir: Mit 4 ‘Beilagen NM. 1.95 Ohne Illustrierte . 180 Zustellgebühr e -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Hernsprechanschlüsse unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnach« richten Anzeiger Sießea Postscheckkonto: jiranifuri am Main 11688 Der Schiedsspruch von Wien. Der ungarisch-tschecho-slowakische Streitfall hat in Wien durch den Schiedsspruch Deutschlands und Italiens eine schnelle Erledigung gesunden. Nachdem die beiden interessierten Staaten sich auf direktem Wege nicht zu einigen vermochten und beiderseits territoriale Ansprüche gestellt wurden, die sich in erheblichem Maße überschnitten, blieb ihnen kein anderer Weg übrig, als die Entscheidung der Frage in fremde Hände zu legen. Daß Ungarn ebenso wie die Tschecho-Slowakei in dem Zusammenwirken von Deutschland und Italien die Lösung sähen und diesen beiden Mächten die Fällung des Schiedsspruchs zuwiesen, beweist in hinreichendem Maße, wieweit bereits auf Grund der Münchener Abmachungen eine Atmosphäre des Vertrauens sich auszubreiten vermocht hat. Auch die Beschränkung derSchiedsrichter- rolle auf die beiden Großmächte der Achse D e r - 1 i n—R o m macht deutlich, daß die Staaten Mitteleuropas nur bei ihnen ein unmittelbares Interesse am Donauraum voraussetzen, während das gleiche Interesse bei Frankreich und England nicht angenommen wurde. Die Promptheit, mit der die beiden Schiedsrichter gearbeitt haben, wird nun geeignet sein, das Vertrauen in ihren Gerechtigkeitssinn und in chren Willen zur Befriedung Gesamt» europas zu verstärken. Die Entscheidung selbst ist nach ft r en gen. ethnographischen Gesichtspunkten gefällt worden. Naturgemäß ließ es sich nicht vermeiden, daß auf beiden Seiten der neugezogenen Grenze Minderheiten in zum Teil nicht unbeträchtlicher Anzahl verblieben. Bei der starken Verzahnung der beiden in Frage kommenden Nationalitäten in diesem Gebiet war eine andere Lösung nicht möglich. Um diesen unvermeidlichen Mangel auszugleichen, sieht der Schiedsspruch jedoch bereits einen verstärkten Schutz der Minderheiten auf beiden Seiten vor, so daß man hoffen darf, daß die Mißhelligkeiten der Vergangenheit auf diesem Gebiet sich nicht wiederholen werden. Es lag in der Natur der Sache, daß keiner der erhobenen Ansprüche in vollem Umfange befriedigt werden konnte. So werden Preßburg und Neutra ebenso wie die ukrainische Stadt Sevljusch in dem bisherigen tschecho-slowakischen Staatsgebiet verbleiben, während die umstrittenen Städte Kascha u , Ungoar (Uzhorod) und Munkatsch an Ungarn zurückgegeben werden. Aus dieser neuen Grenzziehung werden sich zunächst gewisse wirtschaftliche und verkehrstechnische Unebenheiten ergeben müssen, aber es ist im Schiedsspruch bereits vorgesehen, daß alle etwa auftretenden Schwierigkeiten in direkten Besprechungen zwischen Ungarn und der Tschecho-Slowakei ausgeglichen werden. Der Schiedsspruch hat sich in vielen 'Teilen gerade in dieser Beziehung an das Muster des Münchener Abkommens gehalten, das ja in feiner Ausführung im Falle der sudetendeutschen Frage sich außerordentlich bewährt hat. Bereits am 10. November wird die Besetzung der abzutretenden Gebiete durch Ungarn durchgeführt fein, wonach mit der Neueinrichtung und dem Aufbau der Verwaltungen in den neugestalteten Gebieten begonnen werden kann. Nachdem am Tage vor dem Wiener Schiedsspruch auch die endgültige Grenzfestsetzung zwischen Polen und der Tschecho-Slowa- kei im direkten Einvernehmen erfolgt war, sind nunmehr durch diese letzte Entscheidung die neuen Grenzen der Tschecho-Slowakei definitiv festgelegt worden. Damit dürfte die Aera der Unsicherheit und der Ungewißheit ihr Ende gefunden haben und man darf erwarten, daß die Tschecho- Slowakei jetzt Gelegenheit haben wird, mit all ihren Nachbarn zu friedlichen und normalen Verhältnissen zu gelangen. Gerade in dem verkleinerten Raume kann die Tschecho-Slowakei vom national-politischen Gesichtspunkt aus jetzt als ein konsolidiertes und lebensfähiges Staatsgebilde betrachtet werden. Die verschiedenen Proklamationen der Prager Regierung in den Wochen nach der Münchener Entscheidung und ihre außenvolitische Haltung deuten daraus hin, daß sie sich ihrer Aufgabe und der ihr gegebenen Möglichkeiten voll bewußt ist. Auf der anderen Seite darf man mit Genugtuung feststellen, daß ein zwanzigjähriges schweres Unrecht an Ungarn wieder gutgemacht wurde und daß endlich dem tapferen und schwergeprüften Volk der Magyaren jener ihm zukommende Lebensraum angewiesen wurde, auf den es nach seinen geschichtlichen und kulturellen Leistungen Anspruch erbeben durste. Kr. **" Anz«. Der Mener Schiedsspruch legt Ungarns neue Grenzlinie fest I TSCHECHO SLOWAKEI WIEN RUMÄNIEN 15 Preßburg als eine Stadt mit gemischter B e anderer Gebiete an Ungarn ausgeglichen. Burg kam es Menge. und vor dem Ministerpräsidium zu Kundgebungen der freudig erregten ginnend, den gesamten ©ebietsftreifen von der alten Grenze bis zur Eisenbahnlinie Preß- Budapest, 2. Nov. (Europapreß.) Ministerpräsident Jmredy erklärte am Mittwochabend in einer Rundfunkrede, in einigen Tagen werde überall an der neuen Grenze die stolze Fahne der Hon- veds wehen. Wir begrüßen mit festlicher Seele die nach 20jährigem harten Kampf zu uns zurückkehrenden Brüder, mit denen wir von nun an gemeinsam am Werk eines glücklicheren und stärkeren Un- Sarns arbeiten wollen. Der Ministerpräsident drückte ann den Dank der gesamten ungarischen Nation an die befreundeten Großmächte aus, die der Verantwortung nicht ausgew.chen seien und sich bei der Neugestaltung der Tschecho-Slowakei das höchste Ziel vor Augen gehalten hätten: die Sicherung des friedlichen Zusammenlebens der mitteleuropäischen Völker. Sie hätten zwar nicht alles zurückgeben können, was Ungarn gefordert habe. Wenn aber diese rischer S laalszugehörigkeit zu vereinbaren. Dieser Ausschuß wird insbesondere bafür Sorge fragen, daß die magyarische Volksgruppe in Prehburg die gleiche Stellung wie die anderen dortigen Volksgruppen erhält. 6. Soweit sich aus der Abtretung der Gebiete an Ungarn Rach teile und Schwierigkeiten wirtschaftlicher oder v e r k e h r s t e ch n i- scher Art für das der Tschecho-Slowakei verbleibende Gebiet ergeben, wird die Königlich-Ungarische Regierung ihr Möglichstes tun. um solche Rachteile und Schwierigkeiten im Einvernehmen mit der tschecho-slowakischen Regierung» zu beseitigen. 7. Falls sich bei der Durchführung dieses Schiedsspruches Schwierigkeiten oder Zweifel ergeben, werden die Königlich-Ungarische und die tschecho-slo- wakische Regierung sich darüber unmittelbar verständigen. Sollten sie sich dabei über eine Frage nicht einigen können, so werben sie biefe Frage ber deutschen und der Königlich-Italienischen Regierung zur endgültigen Entscheidung unterbreiten. Wien, den 2. Rovember 1938. sgez.) Joachim v. Ribbentrop, (gez.) Galeazzo Eiano. In dem Protokoll zum Schiedsspruch heißt es: Dieser Schiedsspruch nebst der in seiner Ziffer 1 erwähnten Karte ist dem Königlich-Ungarischen Minister für die Auswärtigen Angelegenheiten und dem tschecho-slowakischen Minister für die Auswärtigen Angelegenheiten ausgehändigt worden. Diese haben ihrerseits davon Kenntnis genommen und namens ihrer Regierungen nochmals die von ihnen am 30. Oktober 1938 abgegebene Erklärung bestätigt, daß sie den Schiedsspruch als endgül- 5. Ebenso sind von einem ungarisch-lfchecho-slowa- kischen Ausschuß nähere Bestimmungen zum Schuhe ber im Gebiet ber Tschecho-Slowakei üerbleibenbeu Personen magyarischer Volkszugehörigkeit urb der in ben abgetretenen Unsere Karte zeigt die bisherige Grenze zwischen Ungarn und der Tschecho-Slowakei als punktierte Linie. — (Scherl-Bilderdienst-M.) Grenzlinie wiederum in einer Tiefe von etwa 30 Kilometer in östlicher Richtung weiter und breitet sich dann bei Ungoar, einschließlich dieser Stadt selbst, bis zu einer Tiefe von 45 Kilometer aus. In einem nach Süden ziehenden Bogen wird die Eisenbahnlinie Kaschau — Munkacs erreicht, wobei die Stadt M u n k a c s selbst Ungarn zufällt. Unmittelbar im Osten von Mun- tacs biegt dann die Grenze nach Süden ab und geht in direkter südlicher Linie bis zu der im un- garisch-rumänisch-tschecho-slowakischen Grenzdreieck liegenden Ortschaft Halm ei, die bisher die mmä- nifch-tschecho-slowakische Grenzstation der Eisenbahnlinie Satumare—Hust war. Das an Ungarn abgetretene Gebiet umfaßt nach den ersten Schätzungen ungefähr 12 400 Quadratkilometer mit einer Bevölkerung von etwa 1.064 Millionen, so daß die Einwohnerzahl des Landes 10 Millionen, der Flächeninhalt 100 000 Quadratkilometer überschreiten werden. Don den umstrittenen Städten verbleiben also die Hauptstadt der Slowakei Preßburg selbst, ferner die alte Bischofsstadt Neutra sowie in der Karpatho-Ukraine die Stadt Sevljusch mit den lius gewann nach harten! und den guten* s konnte keine wert gpezialhaus. iswahk uft zwingen tigen Uotbe- Seschassi euch tsroaltem der Üif r-4,40 p.m ” ^•4.40 ,p. ff* sarne. H p, m ”, 1.51 lode 161 $1.61 1.15 i.m •••■ :hen fl Qj p.m M 9 10 p. m 1 §,15 p.m *•' .'^hren. Namen der Karl Mül, Julius ' Keßler, 3m Na- Srurf dem Wie, daß nft alle e der Leiber- Ichen Dorsüh, ■r der Leitung oute die Zu- gen. Für die ard Boller, liege am Reck n Leistungen, den offiziellen sür die Kreis- n Führer. Die Darbietungen Größte Vesnedigimg in Ungarn. (Sine Rundfunkansprache Imrsdys. — Begeisterte Kundgebungen tige Regelung annehmen, und daß sie sich verpflichten, ihn vorbehaltlos und unverzüglich durchzuführen. „Sine gerechte Lösung." Die Schlutzansprachen der Schiedsrichter. Nach ber Verkündung des Schiedsspruches und der Unterzeichnung des Protokolls wies Reichsaußenminister vonRibbentrop in seinem Schlußwort darauf hin, daß von ihm und dem italienischen Außenminister nach reiflicher Ueberlegung aller für die Streitfrage wichtigen Grundlinien jene Grenze festgelegt wurde, die nach Ansicht der Schiedsrichter eine gerechte Lösung des Problems darstellt. Er hoffe, daß die Verhältnisse in diesem Gebiet sich nunmehr im Sinne einer restlosen Befriedung entwickeln würden, in der beide Länder in einem Geist wahrer Freundschaft und friedlicher nachbarlicher Beziehungen miteinander leben können. Der italienische Außenminister Graf Eiano gab seiner Befriedigung darüber Ausdruck, daß auch bei dieser Gelegenheit die Achse Berlin — Rom erneut im Sinne derStabilisierungundBefriedungder Verhältnisse ihren Wert gezeigt habe. Nach reiflicher Ueberlegung hätten die beiden Schiedsrichter eine Lösung gefunden, von deren Objektivität und Gerechtigkeit sie überzeugt seien. Es liege nun an Ungarn und der Tschecho-Slowakei, daraus die praktischen Folgerungen im Sinne einer Stabilisierung und Zusammenarbeit zu ziehen, um auf diese Weise dem Frieden Europas zu dienen, für den die Achse Rom—Berlin wie schon bei anderen Gelegenheiten, auch diesmal wieder einen wesentlichen Beitrag geleistet habe. Darauf schloß Reichsminister von Ribbentrop die Tagung. 3m Wiener Belvedere. Wien, 2. Nov. (DNB.) Das deutsch-italienische Schiedsgericht trat um 12.15 Uhr im Schloß Belvedere zusammen. Den vier Außenministern stand je ein Herr zur Seite, und zwar dem Reichsaußenminister Unterstaatssekretär Woermann, dem italienischen Außenminister Botschafter A11 o l i c o, dem ungarischen Außenminister Kultusminister Teleki und dem tschecho-slowakischen Außenminister Gesandter K n o. Zu Begin der Sitzung ergriff Reichsaußenminister von Ribbentrop das Wort, um die Minister namens der Reichsregierung in Wien willkommen zu heißen. Es ist unsere Aufgabe, so sagte er, heute auf ethnographischer Grundlage die endgültige Grenze zwischen Ungarn und der Tschecho-Slowakei und eine Lösung ber damit zusammenhängenden Fragen zu finden. Der von uns gefäUte Schiedsspruch ist bindend und endgültig und wird von Ungarn ustd der Tschecho-Slowakei im voraus als endgültige Regelung anerkannt. Der Standpunkt der beiden Regierungen ist uns aus den vorangegangenen Verhandlungen in den wesentlichen Punkten bereits bekannt. Ich halte es trotzdem für zweckmäßig, wenn die Vertreter der beiden Regierungen ihre Einstellung zu der Frage kurz zusammenfassend uns begründen, damit vor dem zu fällenden Schiedsspruch nochmals alle Argumente sorgfältig abgewogen werden können. Der italienische Außenminister Graf Eiano erklärte bann: Die Achse Rom — Berlin hat sich, als sie auf Wunsch ber ungarischen und tschechoslowakischen Regierung das Schiedsrichteramt übernahm, das Ziel gesetzt, den vielen bereits geleisteten Bemühungen um den Frieden und Wiederaufbau Europas einen weiteren wichtigen Beitrag folgen zu lassen. Ich bin sicher, das unsere Bemühungen von Erfolg gekrönt sein werden, und daß aus ber Zusammenkunft von Wien eine neue Ordnung und eine neue Aera in Mitteleuropa hervorgehen werden auf der Grundlage jener internationalen Gerechtigkeit, die wir stets angestrebt und gewollt haben. Die Vormittagsberatung der Vertreter der vier Mächte war nach 14 Uhr zu Ende gegangen. Sie war in ber Hauptsache ausgefüllt von den Darlegungen des ungarischen und des ftchecho-slowaki- schen Außenministers. Nach der Sitzung fand im großen Marmorsaal des Schlosses Belvedere ein Frühstück statt, an dem teilnahmen die vier Außenminister, die Ministerpräsidenten der Slowakei und Karpatho-Ukraine mit sämtlichen Mitgliedern der Delegationen, ferner die Botschafter Attolico und von Mackensen sowie die Gesandten von Erdmanns- borff, von Villani und Sztojay, weiter die Spitzen von Partei, Staat, Wehrmacht und Verwaltung aus Wien. Der Schiedsspruch. Um 19 Uhr erfolgte der Schiedsspruch. Er hat folgenden Wortlaut: Auf Gründ des von der Königlich-Ungarischen und der lschecho-slowakischen Regierung an die deutsche und die Königlich-Italienische Regierung gerichteten Ersuchens, die zwischen ihnen schwebende Frage der au Ungarn abzutretenden Gebiete durch einen Schiedsspruch zu regeln, sowie auf Grund der daraufhin zwischen den beteiligten Regierungen gewechselten Roten vom 30. Oktober 1938 sind der deutsche Reichsminister des Auswärtigen. Herr Joachim v. Ribbentrop, und der Minister des Auswärtigen Seiner IHajeftät des Königs von Italien und Kaisers von Aethiopien. Graf Galeazzo Eiano heute in Wien zusammengekommen und haben im Hamen ihrer Regierungen nach nochmaliger Aussprache mit dem Königlich-Ungarischen Winister für die Auswärtigen Angelegenhei- len. Herrn Koloman v. K a n y a, und dem tschechoslowakischen Winister für die Auswärtigen Ange- legenheiten, Herrn Dr. Franz Ehvalkovski. folgenden Schiedsspruch gefällt: 1. Die von der Tschecho-Slowakei an Ungarn abzutretenden Gebiete sind in der anliegenden Karte bezeichnet. Die Festlegung der Grenze an Ort und Stelle bleibt einem ungarisch-lschecho-slowa- kischen Ausschuß überlassen. 2. Die Räumung der abzutretenden Gebiete durch die Tschecho-Slowakei und ihre Besetzung durch Ungarn beginnt am 5. Rovember 1938 und istbiszum 10. Rovember 1938 durchaus ü h r e n. Die einzelnen Etappen der Räumung und Besetzung sowie sonstige Wodatitäten sind unverzüglich durch einen ungarisch-tschecho-flowakischen Ausschuß festzusehen. 3. Die tschecho-slowakische Regierung wird dafür Sorge tragen, daß die abzutretenden Gebiete bei der Räumung in ordnungsmäßigem Z u- siand belassen werden. 4. Die sich aus der Gebietsabtretung ergebenden Einzelfragen, insbesondere die Slaalsange- hörigkeits- und Optionsfragen find von einem ungarisch-tschecho slowakischen Ausschuß Zu regeln. ausbrach. Der Hauptmitarbeiter des nationalen Regierungsorgans „Uj Magyarsag", Abgeordneter Rajniß, hielt vom Balkon des Zeitungsgebäudes eine Ansprache an die freudig erregte Menge. Die ersten Sonderausgaben der Budapester Zeitungen waren im Nu vergriffen. -- In den späten Abendstunden zog eine vieltausendköpfige Menge, insbesondere studentische Verbindungen, nationale Verbände und Frontkämpfer-Organisationen vor die Gesandtschaften Deutschlands, Italiens und Polens und veranstalteten Freudenkundgebungen. Auch vor der königlichen ^NEUTRA UVA L050NC NEUHÄUSL A.-"' ^K0M0RNunG^ BUDAPEST# Ul tn. ) brachte bei; stark besetzten uptprüfung bes in--!Rennen, ge« i gegen Spar- beiden Großmächte die große Verantwortung des Schiedsspruches übernommen hätten, dann müßte auch Ungarn ein Opfer auf sich nehmen und den Schiedsspruch anerkennen. Der Ministerpräsident stellte dann fest, daß Ungarn diesen Erfolg ausschließlich mit den Waffen der Argumente erreicht habe. So sei das. ungarische Vaterland wieder größer geworden, und nach 20 traurigen Jahren scheine wieder die Sonne über Ungarn. Mit besonderer Genugtuung ist in Budapest zur Kenntnis genommen worden, daß die ungarischen ,-----o. _ . _ v - . - .,-----........ ...„ Wünsche mit Bezug auf die Karpatho-burg — Neuhäusel in einer durchschnittlichen Ukraine erfüllt worden sind, indem sämtliche Tiefe von etwa 40 bis 50 Kilometer einschließlich der großen Städte dieses Gebietes mit ihrer überwie- gesamten Großen-Schütt-Jnsel. Die Grenze gend ungarischen Bevölkerung Ungarn zugeteilt I verläuft hier unmittelbar nördlich der erwähnten worden find. Von den von Ungarn verlangten grö- Eisenbahnlinie bis Neuhäusel, wo sie nach Nord- ßeren Städten in der Westslowakei sind Preß- osten abbiegt und bei Levenz die Eisenbahn- b u r g und Neutra Ungarn nicht zuerkannt 1 inie nach Altsohl erreicht. Teilweise erreicht worden. In ungarischen Kreisen bezeichnet man hier das neugewonnene Gebiet eine Tiefe bis zu Preßburg als eine Stadt mit gemischter Be- 65 Kilometer Von Levenz verläuft dann die Grenze völkerung. Nachdem der Schiedsspruch eine Ga- nordnordöstlich in einer Tiefe von etwa 30 Kilo- rantie der Minderheitenrechte der ungarischen Beoöl-' meter von der alten Grenze gerechnet über die kerung dieser Stadt enthalte, werde diese Regelung Städte Loschonz, Groß-Stefselsdorf, Iolsva und zur Kenntnis genommen. Das Verbleiben der Stadt Rosenau, wobei alle diese Städte und ein Gebiets- Neutra bei der Slowakei werde durch die Zuteilung streifen nördlich von ihnen Ungarn z u f a 11 e n. anderer Gebiete an Ungarn ausgeglichen. j Zwischen Rosenau und Kaschau wird in das neu- In der ungarischen Hauptstadt und im ganzen gewonnene Gebiet auch der südliche Teil der von auf den Reichsverwefer von Horthy, die ungarische Regierung, auf Deutschland und Italien wurden laut. Vor dem Nationaltheater, wo die Wiener Berichte auf großen Plakaten bekanntgegeben wurden, hatte sich eine vieltausendköpfige Menge eingefunden, die immer wieder in Freudenkundgebungen KASCHAU * UZ.HOROD MUNKACS Zugehörigkeit urb der in ben vbaelrelenen Lande war eten H"ndert>ausende "n den Rundfunk- Deutschen bewohnten Zips in em-r Tiefe bis zu umliegenden Gemeinden innerhalb dertsche- Gebielen verbleibenden Personen nicht magyn-j geraten auf ben Schiedsspruch. Spontane Hochrufe-40 Kilometer eingeschlossen. Don Kaschau geht die chifch-slow arischen Republik. Dem Kö« Die reue Grenze. Budapest, 2. Nov. (Europapreß.) Das rückzugliedernde Gebildes ungarischen Oberlandes umfaßt zunächst im Westen, südlich von Preßburg be- nigreich Ungarn wurden die Städte Neubau- fei, Üewenz, Lutschenetz Kaschau, UzhoreD und M u n k a c s zugesprochen. Die neue Regelung bringt bas gesamte geschlossene ungarische Sied- lunasgebiet wiederum an bas Königreich Ungarn zurück. Dort, wo bie Verhältnisse eine genaue volks- mäßige Grenzziehung nicht ^uließen, hat eine sorgfältige Abwägung ber beiderseitigen Interessen statt- gesunden. \ Vie Achse Serlm-'Kom. „EmFaktordesFriedensund derOrdmmg." Der Presse gaben beibe Minister folgende Erklärung: Die Achse Rom —Berlin hat sich heute in einem internationalen Streifall von großer Bedeutung und außerordentlicher Kompliziertheit als erfolgreicher Schiedsrichter betätigt Sie hat damit erneut den Beweis geliefert, daß sie in der europäischen Politik ein Faktor des Friedens und ber Drbnung ist In diesem sübost- europäischen Raum war durch bas Unrecht der Verträge von 1919 ein dauernder U n - ruheherd entstanden. Diesem Zustand ist durch den nach eingehender Anhörung beiber Parteien und Beratung zwischen den beiden Außenministern Deutschlands und Italiens gefällten unparteiischen Schiedsspruch nunmehr ein Ende bereitet worden. Der Schiedsspruch ist aus dem Geiste beiderseitiger Freundschaft zwischen Italien und Deutschland und dem Derantwortungsbewußtsein gegenüber dem Frieden Europas entstanden. Wir hoffen, daß sich nunmehr die Beziehungen zwischen Ungarn und der Tschecho-Slowakei im Geiste friedlicher und guter nachbarlicher Zusammenarbeit neu gestalten werden, was um so eher möglich sein wird, als bie neue Epoche in den Beziehungen zwischen den beiden Ländern sich auf dem Grundsatz voller Gerechtigkeit aufbaut. Das Echo in Aalten. „Die Achse Hai voll und ganz funktioniert." Mailand, 3. Rov. (DNB. Funkspruch.) „Po- polo b'Jtalia" spricht von einer wesentlichen Revision des unheilvollen Vertrages von Trianon. Die deutsch-italienische Zusammenarbeit habe wieder dem Donauraum Gerechtigkeit und Frieden gebracht. Die Irrtümer von Versailles und Trianon, die infolge einer ungeheuren Unwissenheit über die geschichtlichen, geographischen und volksmäßigen Verhältnisse entstanden seien, seien nach den besten echnischen Grundsätzen berichtigt worden. Auch gegenüber der Tschecho-Slo- wakei sei die Handlungsweise Italiens von tiefem Verständnis getragen. Die Wiederangliederung bedeutender ungarischer Gebiete an das Mutterland werde jetzt ohne die Beschwernisse und Risiken eines Krieges erfolgen. Die Wiener Zusammenkunft festige bie Politik ber Achse bebeutenb. Italien und Deutschland stellten in enger Zusammenarbeit den Frieben auf ber Grundlage der Ordnung und der Gerechtigkeit wieder her. „Cornere della Sera" erklärt, die Ungarn seien zusriebengestellt und begeistert/ da von ihren Forderungen, was chnen vom Schiedsgericht habe zu- gestanoen werden können, gegeben worden fei. Die Tschecho-Slowakei könne nicht unzufrieden sein, da ein äußerst schweres Problem des Zusammenlebens mit ihren Nachbarn im Süden mit für sie erträglichen Opfern feine Lösung gefunden habe. Die Achse habe mit einem Wort voll und ganz funktioniert. Während kein europäisches Problem gegen den Willen ber Doppelmacht Deutschland-Italien gelöst werden könne, gebe es im Gegenteil keine auch noch so schwierige Frage, die nicht bank bes einträchtigen Willens dieser beiden Staaten angemessen geregelt werden könne. Die Grenzregeluug mit polen und der Tschecho-Slowakei. Warschau, 3. Noo. (DNB.) Der regierungsfreundliche „Dobry Wieczor" weist darauf hin, daß Das Unterhaus beschließt Ratifizierung des Osterabkommens mit Rom. Anerkennung des italienischen Imperiums in Osiafrika.- OieL'olierug der spanischen Frage. London, 2. Nov. (DNB.) Ministerpräsident Chamberlain brachte im Unterhaus den Antrag über bie Inkraftsetzung bes englisch-italienischen Abkommens ein. Er glaube, jo fuhr Chamberlain fort, daß es feit bem Abschluß bes Abkommens am 16. April zwischen England unb Italien keinerlei Differenzen mehr gebe.Der Inhalt des Abkommens fei im Mai mit großer Mehrheit angenommen worben. Man habe jetzt bie Lage zu prüfen, ob bie Zeit gekommen fei, bas Abkommen in Kraft zu setzen. Wenn ber britische Plan für die Zurückziehuna ber Frei- willigen jetzt noch nicht in Kraft sei, so fei das nicht die Schuld Italiens. In München habe Mussolini chm mitgeteilt, daß er 10 000 Mann ober die Hälfte der italienischen Infanterie-Legionäre aus Spanien zurückziehen werbe, das sei inzwischen tatsächlich erfolgt. Er habe weiter von Mussolini folgende Zusicherung erhallen, daß der R e ft der italienischen Legionäre aller Kategorien zurückgezogen würben, sobald ber Nichtein ° mifchungsplan i n Kraft trete; daß keine weiteren italienischen Legionäre nach Spanien gehen würben unb daß die italienische Regierung niemals daran gedacht habe, die zurückgezogenen Legionäre durch Luftstreitkräfte zu ersetzen. Diese Zusicherungen feien ein Beweis für die gute Absicht ber italienischen Regierung, unb ein beträchtlicher Beitrag zur Befriedung. Die Ansichten der Opposition, daß Deutschland unb Italien sich ständig in Spanien fest setzen wollten, seien gänzlich unbegründet. In München hätten sowohl Hiller wie Mussolini chm auf das bestimmteste versichert, daß sie keinerlei territorialen Ehrgeiz in Spanien hätten. Chamberlain betonte, daß die Anerkennung der italienischen Souveränität über Abessinien nach bem letzten Beschluß des Völkerbundes für jeden einzelnen Dölkerbunbs- ftaat zulässig fei. Hiervon hätten lediglich bisher Großbrttannien unb bie Sowjets keinen Gebrauch gemacht. Zuletzt habe Frankreich das italienische Kaiserreich anerkannt. Er beabsichtige, das gleiche Verjähren wie Frankreich einzuschlagen. Der britische Botschafter in Rom werbe daher ein Beglaubigungsschreiben erhalten, in bem England bie italienische Souveränität über Abessinien anerkennt. Chamberlain verlas hierauj zustimmende Telegramme Australiens und Südafrikas und schloß, er hoffe, daß bie von chm geforderte Maßnahme zur Förderung des Friedens beitragen werde. Der stellvertretende Vorsitzende der Arbeiterfrau tion. Greenwood, polemisierte gegen Chamberlain, ohne sachliche Einwände machen zu können. Er sagte: Er schäme sich nicht, zu sagen, daß er gern die Vernichtung der „Diktaturen" in Europa sehen mochte. Der frühere Außenminister Eben glaubte im Zusammenhang mit ber Aussprache über bas Sparnenproblem nochmals eine Rechtfertigung ür seinen Rücktritt im Februar dieses Jahres geben zu müssen. Im übrigen waren seine Ausführungen eine vollkommen abwegige Betrachtung zu ber Entwicklung ber Ereignisse. Der konservative Abgeorb- nete Sir Henry Page-Croft erklärte, Edens Rede beweise lediglich, baß er in keiner Weise mit ber Masse bes britischen Volkes fühle. Der Antrag auf Ratifizierung bes englisch-italienischen Abkommens rourb£ bann mit 345 gegen 138 Stimmen a n - genommen. Zustimmung in der komervaliven presse. London, 3. Nov. (DNB. Funkspruch.) Der überwiegende Tell der Presse begrüßt den Beschluß des Unterhauses, das englisch-italienische Abkommen in Kraft setzen zu lassen. „Ti m es" meint, daß das Kapitel „Spanien" nur ein kleiner Teil des enAifch-italienischen Abkommens sei. Dieses Abkom- men werde, wenn es erst in Kraft sei, ber Diplomatie beider Länder die Möglichkett geben, kleine, aber heftige Differenzen in verschiedenen Teilen Arabiens und Afrikas zu beheben. Außerdem eröffne es bie Aussicht auf engere Zusammenarbeit in allen kolonialen Sphären. Der Teil bes Abkommens, ber das Mittel- m e e r betrifft, fei von besonderer Bedeutung für bie Dominions, für bie das Mittellneer eine große und unersetzliche Verkehrs st raße bilde. „Daily Mail" meint, daß nach mehr als zwei Jahren gefährlicher Einmischung zugunsten beider Parteien in Spanien jetzt wemgstens Aussicht für bie Isolierung bes spanischen Krieges bestehe. Das fei etwas, was alle Vernünftigen begrüßen würden. Noch mehr aber werde man bie Ratifizierung eines Abkommens begrüßen, das dazu diene, eine neue Brücke zwischen Italien unb England zu schlagen. „Daily Expreß" erklärt, baß England selbst einst die Unruhe mit Italien geschaffen habe. England habe den Sturm über bie Invasion in Abessinien entfacht, unb all bas habe unter ber Führung von Baldwin stattgefunden, so weit man bas Führung nennen könne. Jetzt bringe Chamberlain etwas in Ordnung, was längst in Ordnung hätte fein sollen. Japans Endziel im China. Krieg. Eine neue Ordnung in Ostafien. Tokio, 2. Nov. (DNB.) Die japanische Regierung veröffenllichte eine Erklärung zur Besetzung Kantons und Hankaus. Es heißt in chr, wenn die chinesische Regierung, die schon jetzt nur noch eine Provinziattegierung ist, noch weiter auf ihrer kom- intemfreunbfid)en und antijapanischen Polillk besteht, bann wirb Japan s o lange seinen Kampf gegen China fortführen, bis der Wiber- stand gänzlich zusammengebrochen ist. Das Enbziel der jetzigen Strafexpebl» t i o n ist, baß Japan, Mandschukuo unb China Hanb in Hand auf allen Gebieten, in Politik, Wirtschaft unb Kultur, einen geschlossenen Block bilden. Dabei ist die Aufrechterhaltung ber internationalen Gerechtigkeit im Fernen Osten unb bie Durchführung ber gemeinsamen Abwehr gegen bie Komintern, bie Schaffung einer neuen Kultur unb bie Verwirklichung einer wirtschaftlichen Gemeinschaft beabsichtigt. Japan wünscht, daß China an ber Schaffung dieser neuen Ordnung im Fernen Osten teilnimmt und erwartet, daß das chinesische Volk bie wirklichen Absichten Japans versteht unb mit Japan zusammenwirkt. Sollte die chinesische Nationalregierung von chrer bisherigen Politik ablassen unb eine personelle Umgestaltung durch führen, um dadurch ihren Willen zu beweisen, am Aufbau der neuen Ordnung teilzunehmen, dann ist Japan bereit, dies nicht abzulehnen. Japan ist fest davon überzeugt, daß auch die anderen Staaten seine Absichten klar erkennen unb ber neuen Lage im Fernen Osten zweifellos Rechnung tragen werden. Anderseits ist Japan von tiefem Dank gegen bie ihm befreundeten Mächte erfüllt Das große Werk ber Schaffung einer neuen Ordnung in Ost- asien ist die ehrenvollste Mission des japanischen Volkes. Japan wirb allen Schwierigkeiten zum Trotz an bie Erfüllung dieser Mission gehen, indem es im Lande Reformen durchführt und dadurch die nationalen Kräfte bes Landes stärkt. • Finanzminister Jkeda erklärte der Presse, gleichzeitig mit den militärischen Operationen in China sei die Hebung ber Produktion erforderlich, zu der Japan große Kapitalien und beträchtliche Mengen von Rohstoffen benötige. Die Wirtschaftskontrolle müsse Angebot und Nachftage nach Kapttal und Rohstoffen regeln. Ferner werde eine Kontrolle bes Warenverbrauchs sowie die Aufrechterhattung des Preisniveaus für Lebensmittel und des Pen-Standes burchaeführt werden. Die Regierung erwarte, daß bas Volk alle Lasten willig tragen werde, da Erfolg ober Nichterfolg der japanischen Politik im Chinakonflikt von der Mitarbeit des Volkes abhänge. Gegen den „Wettsemd Komintern". Ministerpräsident Fürst Konoe betonte in einer Rundfunkrebe, daß Japan nicht den Ruin Chinas, sondern seinen Aufbau wünsche, um in gemeinsamer Front mit dem chinesischen Volk, das zum Bewußtsein feiner Selbstbestimmung erwacht sei, zusammenzustehen. Japans Kampf im Fernen Osten richte sich gegen den „W elt - feind Komintern", dessen Ziel bie Bolsche- roifierung Asiens sei. Japan werde im Kampf gegen Tschiangkaischek nicht nachlassen, hin» ter dessen Widerstand sich der Bolschewismus verberge. Glücklicherweise Hätten die befreundeten Nationen Deutschland und Italien Japans Mission verstanden unb dem japanischen Volk uneingeschränkte moralische Hilfe erwiesen. Dafür schulde die japanische Nation beiden Ländern tief- sten Dank. Die Geschichte Habe gelehrt, daß China das Opfer des imperialistischen Machtstrebens der Großmächte geworden fei, bie den Frieben unb die Unabhängigkeit Chinas bedroht hätten. Demgegenüber habe die japanische Nation die Notwendigkeit einer grundlegenden Klärung ber Lage im Fernen Osten unb die Schaffung eines auf Gerechtigkeit fußenden o ft« asiatischen Friebenssystems erkannt. Fürst Konoe warnte davor, den Fall Hankaus als Endpunkt des Fernost-Konfliktes anzusehen. Der Kampf habe er st begonnen, unb bie Lage erfordere, baß das Volk unb bie Regierung „von einem Willen unb einem Glauben beseelt , ulle Kräfte für bie Erreichung bes Endzieles einsetzen. Zum „vierten Ufer" Italiens. Mit den italienischen Siedlern an Bord der „Dulcania^. Don unserem X G -Korrespondenten. die von gewissen polnischen vaterländischen Kreisen gestellten Ansprüche auf Gebiete ber Tscheche Slowakei erheblich weiter gegangen seien, als das tschechisch-polnische Grenz Übereinkommen vorsehe. Aber der polnischen Regierung fei es in ber Hauptsache darum gegangen, kein Faktum zu schaffen, bas die polnische Nation von der slowakischen, mit ber man in aufrichtiger unb dauerhafter Freundschaft leben möchte, trennen könnte. — Der rechtseingestellte „Wieczor War- cszawski" schreibt: Zu den Gefühlen ber Befriedigung komme auch ein gewisses Bedauern, denn viele polnische Gemeinden der Zips und des Arva- gebietes blieben in ber Slowakei. Dies fei der Preis, den Polen für gute Beziehungen mit dem slowakischen Staat zahle. Die Höhe dieses Preises werde zweifelsohne verringert werden, wenn der polnischen Bevölkerung in der Zips und im Arvagebiet geeignete Rechte für ihre kulturelle Entwicklung zuge- dilligt würden. Die Freundschaft für den jungen slowakischen Staat sei aber Opfer wert. — „Go- nice" weist darauf hin, daß jetzt Verhandlungen über Wiederaufnahme bes Eisenbahn- kehrs über Oderberg beginnen würden. Es gehe dabei um bie V e rb i n d u n g m i t Wien und Prag, an ber Deutschland, Polen und bie Tschecho-Slowakei interessiert seien. Dor der Wahl des neuen tschechoslowakischen Staatspräsidenten. Prag, 2. Nov. (Europapreh.) Die Wahl bes neuen ötaatspräfibenten wirb von der „Narodny Lisch" für bie kommende Woche oorausgesagt. Von ber Regierung sei bie Festlegung ber endgültigen Grenzen als Hauptvoraussetzung für bie Ausschreibung ber Präsibentenwahl bezeichnet worden, diese Voraussetzung sei nunmehr nach dem tschechoslowakisch-polnischen Gren^übereinkommen unb bem deutsch-italienischen Schiedsspruch vom Mittwoch hinsichtlich ber tschecho-slowakisch-ungarischen Grenze geschaffen worben. Ein Hinbernis, bas sich der Präsidentenwahl entgegenstellen könne, sei allerdings die Tatsache, daß sich die politischen Parteien auf einen Präsidentschaftskandidaten bisher nicht hätten einigen können. Die Tschecho-Slowakei braucht Kohlen aus Deutschland. Prag, 2. Nov. (Europapreh.) Infolge des drin- genben Kohlenbebarfes in ber Tschecho-Slowakei wurde die Ausfuhr von Kohlen aus bem Brüxer Re- vier noch vor Abschluß der schwebenden deutsch- tschecho-slowakischen Verhandlungen freigegeben. Don deutscher Seite wurde lediglich gefordert, daß die tschecho-slowakischen Staatsbahnen die erforderlichen Wagen und Lokomotiven zur Verfügung stellen. Die Einfuhr von Kohle aus bem Brürer Revier erfolgt zollftei und ohne besondere Ausfuhrbewilligung. Vor Gaeta, 1. November. Die „Siedlerflotte" dampft in lang auseinanber- gezogener Kiellinie dicht an der italienischen Küste entlang gen Süden. Die blauarüne See ist nur leicht beroeat, unb bas „Flaggschiff , die prächtige „Dul- rania", liegt so ruhig, daß man glauben könnte, auf bem Lande zu fein, wenn nicht bas leise Zittern ber Maschinen wäre. Alle nehmen bas wie ein willkommenes, aber unverhofftes Geschenk hin. Denn als bie Schiffe ben Hafen von Genua verließen, stauben bie Wetteraussichten nicht allzu günstig. Die Sonne hatte sich hinter bicken Wolken verkrochen, ein feiner, hartnäckiger Regen ging nieber, während Luftmarschall Bolbo von ber Mole aus der Ausfahrt ber Dampfer beiwohnte. Die „Dulcania" lief als letztes Schift des Geschwaders aus, fuhr dann aber, da sie mit ihren 22 Knoten bas schnellste Fahrzeug der Flotte ist, rasch zwischen den in zwei Kiellinien formierten übrigen acht Dampfern hindurch und setzte sich, flanhert von ben beiden Torpedcyägern ber Eskorte, an bie Spitze des Zuges. Oben auf bem Beraub a- deck ber „Dulcania" stand während dieses Manövers Marschall Balbo. THt fröhlichem Lachen, mit blitzenden Augen wies er auf die Siedlerschiffe: „Meine Flotte? Ist sie nicht schön? Bello come poesia!" Unb dann plauderte ber Marschall in seiner ungezwungenen Weise mtt den Journalisten. Er erzählte, baß sich bie Passagiere „seiner" Flotte in der letzten Nacht wieder um fünf Köpje vermehrt haben. Eine ber Siedlerinnen hat sogar Zwillingen bas Leben geschenkt. Lachend meint der Marschall: „Wenn das so wettergeht, werden sich die 20 000 Siedler in fünf Jahren verdoppeln." 3m gleichen Augenblick werden ihm von einem Offizier zwei Telegramme gebracht. Wieder lacht Balbo vergnügt auf. „Mr haben fünf Familien 3 u oi e I an Bord! Wo diese ,blinben Passagiers Herkommen, weiß ich noch nicht. Aber ich werde sie schon in Libyen unterbringen. Zum Glück habe ich noch 35 ober 36 Bauernhöfe in Reserve." Es gibt unter den ausländischen Presseleuten, ganz gleich, ob sie Deutsche, Engländer, Amerikaner ober Franzosen find, nur ein Urteil über Marschall Balbo: Er ilt e i n g a n z e r K e r l! Auf unserer „Dulcania" fahren etwa 60 Siedler- familien, rund 500 Menschen, mit. Sie sind in den Kabinen ber Touristen- unb der dritten Klasse untergebracht und fühlen sich äußerst wohl. Ä)re Mahl- zetten nehmen sie in zwei luftigen Speiseräumen an wcißgebeckten Tischen ein. So gut haben es nicht olle Siedler; auf ben übrigen Schiffen, besonders *auf denjenigen, die, wie die .Sardegna" und die „Sicllia", als Truppentransportschifte gedient haben, mußten die Fahrgäste in Schlafsälen, nach Männern, Frauen unb Kindern getrennt, untergebracht werden. Aber die Verpflegung ist auf allen Schiffen gleich gut Die Vorratsräume ber Flotte bergen 90 000 kg Fleisch, 90 000 kg Gemüse, 80 000 kg Mehl, 80 000 kg Obst, 40 000 kg Teigwaren, 12 000 kg Reis, 90 000 kg Kartoffeln, 10 000 kg Olivenöl, 50 000 Liter Milch, 200 000 Eier, 100000 Liter Wein, 70000 Zitronen, 8000 Büchsen Fleisch, 5000 kg Schinken, 10 000 kg Käse, 8000 kg Fische unb größere Vorräte an Kaffee, Zucker, Butter, Marmelade usw. Auch das Sanitatswesen ist auf allen Schiffen glänzend organisiert. Jeder Dampfer hat einen Krankensaal, einen aber mehrere Aerzte, Sanitäter, Pflegerinnen und Hebammen. So ist für das leibliche Wohl der Siedler in jeder Hinsicht aufs Beste oorgesorgt Die Navigation mit dieser Flotte, deren Schifte ganz verschiedene Geschwindigketten entwickeln, ist nicht immer leicht. Am schwersten hat es bie brave „Tembien", bie sich, wieble staubig ihrem Schornstein entfteigenbe schwarze Rauchwolke beweist, an» fttengt, mit ben anderen Dampfern Schritt zu hol- ten. Die „Dulcania", deren untere Geschwindigkeitsgrenze immer noch beträchtlich über der Höchstgrenze der anderen Schiffe liegt, muß hin unb wieder kehrtmachen unb bie ganze Flotte passieren lassen, um bann wieder bis zur Spitze aufzuholen. Am Sonntag nahm Marschall Balbo die dadurch gebotene Gelegenhett wahr, eine Generalprobe für bie Flottenschau vor dem Duce abzuhal- ten. Zweimal fuhr die „Dulcanica" an ber langen Kette ber acht Dampfer entlang, auf deren Decks bie Besatzungen angetreten unb Die Siebter versam- melt waren. Die Borbkapellen spielten unb die Menschen brachen immer wieder in Hochrufe aus, bie biesmal noch bem auf ber Kommanbobrücke der „Dul- canica" stehenden Marschall Balbo, bem Vater ber Siedler" gatten. Am Montagmorgen ist bann endlich ber von allen, besonders aber von den Siedlern mtt Ungeduld erwartete Augenblick gekommen: Mussolini nimmt die Parade ber „F r i e d e n s f l o 11e" ab. Schon in ber Nacht sinb die sechs Schiffe aus Neapel, die etwa 250 aus Südttatten stammende Familien an Bord haben, zu unseren neun Dampfern gestoßen. Ms wir kurz nach sieben Uhr das Frühstück einnehmen, liegen fünfzehn Schifte in langer Kiellinie hinter ber „Dulcania" unter ber Küste von Gaeta. Im Norden "rbl'cken wir, scharf sich abhebend. das schroffe Massiv des Kaps Cir- ceo. In weitem Halbkreis ziehen sich bie Berge, deren höchste Kuppen mit Schnee bedeckt find, nach Westen und Süden. Weiter rechts ragen mehrere Inseln, Ischia und bie Ponzagruppe, aus den heute bleigrau schimmernden Fluten. Nur hin und wieder bricht die Sonne durch die Wolken und malt blaugrüne Flächen in das düster-stimmungsvolle Bild. Gegen neun Uhr kündet ein tief über die Schiffe weitreichender Flieger das Heran nah en des Geschwaders der Kriegsflotte. Wenige Minuten später donnert eine Bomben st affel vorüber. Dann wachsen im Westen Rauchfahnen über dem Meer empor, und bald unterscheiden wir einen Kreuzer, ber, gefolgt von vier Torpedojägern, in einiger Entfernung an unserem Geschwader vor- beizieht. Auf der Höhe ber „Dulcania" menben die Kriegsschiffe. An Borb unserer Dampfer ist es mittlerweile lebendig geworben; die Besatzungen beziehen chre Posten auf den verschiebenen Decks, und Die Siedler, von Denen bie meisten bie Uniformen ber Partei, ber Frauen- unb Jugendorganisationen tragen, nehmen an der Reeling Aufstellung. Halbrechts vor uns preschen jetzt die Kriegsschiffe heran, die Salutschüsse dröhnen über bas Wasser. An ber Spitze liegt immer noch ber Kreuzer. Es ist, wie wir jetzt erkennen, bie „Trie st e". Auf ber Kommandobrücke steht der Duce. Mtt bem römischen Gruß dankt er für die Hochrufe, die von unseren Schiffen zu ihm hinüberbringen. „Jl Re!", so rufen traditionsgemäß die Besatzungen, „A Noil", so hallt der Kampfruf der Faschisten aus vielen hundert Kehlen der Siedler. Wenige Minuten nur dauert das Schauspiel, bann sind die Kriegsschiffe vorüber. Alles stürzt zum Heck, um Urnen nachzublicken, wie sie, eine smaragdgrün leuchtende Schaumspur hinter sich lassend, an ben uns folgenben Dampfern ber Siedlerflotte Darüber* fahren. Bald verschwinden sie am Horizont, und nur bie langsam abziehenben Rauchschwaden erinnern noch an bas denkwürdige Ereignis, bas sich hier abgespielt hat, an die Parade von 20 000 Menschen, bie, bevor sie hinausziehen zur Besiedlung ber nordafrikanischen Küste, ihrem Duce noch einmal Treue unb Pflichterfüllung geloben. Die Siedlerflotte beschreibt einen wetten Bogen in ber Bucht von Gaeta; sie nimmt den alten Kurs nach Süden wieder auf: bas Ziel ist Tripolis. Die Siedle, flotteim Safenvon Tripolis. Rom, 2. Nov. (DNB.) Die Siedlerflotte ist a m Mittwoch im Hafen von Tripolis ein getroffen, wo den Siedlern von ber italienischen wie ber eingeborenen Bevölkerung eine außerordentlich freundliche Aufnahme bereitet wurde. Am Donnerstagvormittag findet in Gegenwart des Generalgouverneurs Luftmarschall Balbo vor bem Regierungsgebäude eine Kundgebung statt. Dann werden die 1800 Bauernfamilien in ihre neue Heimat Weiterreisen und schon in den nächsten l Tagen ihre Pioniertätigkett aufnehmen. Oie Westbefestigung. Wiesbaden Verdun u» 2 Ul Ä • ,o* “Dortmund E *3iagen Ä /Z «V Lir-v aO1 cJ Im neuesten #eft der vom Oberkommando der Wehr« macht herausgegebenen Zeitschrift „Die Wehrmacht" ist ein Aufsatz des Leiters der Pressegruppe im Oberkommando der Wehrmacht, Major v. Wedel, über die deutschen Westbefestiaungen erschienen, von dem wir am Mittwoch einen Auszug veröffentlichten. Unsere Kartenskizze zeigt den Verlauf der Grenze, an der entlang sich der bis 50 Kilometer tiefe Befestigungsgürtel hinzieht. — (Scherl-Bilderdienst-M.) Oer Führer in Nürnberg. Nürnberg, 2. Nov. (DNB.) Der Führer weilte am Mittwoch auf der Durchreise in Nürn- b e r g , wo er sich vom AortschrittderBau- arbeiten auf dem Martfeld und an der Kongreßhalle überzeugte. Der Führer besichtigte ferner die in der Meistersingerkirche aufbewahrten Reichs- k l e i n o d i e n unb die auf der Burg eingerichtete Reichsjuaendherberge ,Lug ins Land". Auf der Fahrt nach Nürnberg benutzte der Führer erstmals die nunmehr vollstamng fertiggestellte Teilstrecke Müncben — Nürnberg der Reichsautobahnlinie München—Berlin, die in Kürze dem Verkehr übergeben wird. Trauerfeier in Genthin. Genthin, 2. Nov. (DNB.) Die zwölfSA.- Männer, die am Sonntag auf dem Wege zur Einweihungsfeier des Mittellandkanals den Tod fanden, wurden am Mittwoch zur letzten Ruhe ge- leitet. Die Särge, auf denen die Fahne der Bewegung, die SA.-Mütze und der Dolch lagen, waren in der Genthiner Turnhalle aufgestellt. Reichsminister Dr. Goebbels, der Reichsverkehrsminister, der Reichsorganisationsleiter, der Oberbefehlshaber des Heeres und der Reichssportführer hatten Kränze nieüerlegen lassen. Kranzspenden der ff, der HI. und des Arbeitsdienstes reihten sich an. Stabschef Lutze legte an jedem Sarg einen Lorbeerkranz mit dem Hoheitszeichen und dem Namen „Adolf Hitler" nieder. ,Lch habe euch", so sagte er, „bie* Kränze und Grüße des Führers und die der SA. überbracht. Es sind nicht die letzten Grüße von uns. Wenn ihr auch körperlich nicht mehr in Reih und Glied mit uns marschiert, so seid chr doch nicht tot Euer Geist wird ewig mit uns leben und ewig mit uns marschieren. Ihr seid nur versetzt zur Standarte Horst Wessel dort oben." Die Särge wurden dann von Stabschef Lutze und zahlreichen Männern der Bewegung bis zur Stadtgrenze geleitet. Don hier wurden die SA.-Kameraden in ihre Heimatorte gefahren, wo sie ihre letzte Ruhestätte finden werden. Kreditaktion für die sudetendeutsche Wirtschaft. Serif n, 2. N-w. (DNB.) In einem Gesetz zur Kr^ditversorgung der sudetendeutschen Gebiete wer- den zur Förderung der gewerblichen Wirtschaft in den sudetendeutjchen Gebieten Garantien bis zum Höchstbetrage von 150 Millionen Mark bereitgestellt. Damit wird eine großzügige Hilss- aftipn des Reiches eingeleitet, welche dem sudetendeutschen Einzelhandel, dem Handwerk und der Industrie sofort ausreichende Kreditmöglichkeiten eröffnen wird. Hand in Hand damit muffen die Arbeiten beginnen, die den Anschluß der Gewerbebetriebe an die Wirtschaft des Altreiches vorbereiten, die Betriebe unter Wahrung chrer Exportmöglichkeiten auf den neuen Markt umstellen, sttllgelegte Betriebe wieder aufbauen, um die Auswirkungen einer 20jährigen Verelendung wieder gutzumachen. Auf Veranlassung des Reichswirt- ichaftsministers haben die deutschen Banken sich tn den Dienst der großzügigen Hilfsaktton des Reiches gestellt. Ein Bankenkonsorttum unter Fuh- rung der fudetendeutschen Kredittnstitute ist bereits gebildet worden. Der Brand von Marseille. Marseille, 2.Nov. (Europapreß.) Die Auf- räumungsarbeiten in dem großen Warenhaus „Nouvelles Galenes" gehen weiter. Am Mittwochmorgen wurden sechs weltere Leichen gefunden, bie völlig verkohlt waren und noch nicht identifiziert werden konnten. Man befürchtet, daß unter den noch nicht aufgeräumten Trümmern sich noch weitere Leichen befinden. Man hat bisher auch vergeblich versucht, zu einem Geldschrank vorzudringen, in dem sich 650000 Franken befinden. Auch die Ermittlungen über die Ursache des Unglücks werden fortgesetzt. — Die Selbstbeschuldigung eines Griechen, den Brand angelegt zu haben, erwies sich als falsch. Es wurde festgestellt, daß der Grieche nicht zurechnungsfähig ist. Araber protestieren gegen die Balfour-Deklaration. Kairo, 2. Nov. (Europapreß.) Am Jahrestage der Balfour-Deklaratton, die im Jahre 1917 den Juden das Heimatrecht in Palästina zuerkannte, fanden in allen Städten Palästinas, aber auch in Syrien, im Libanongebiet, in Da- maskus, Aleppo, Beirut und Tripolis große arabische Protestkundgebungen statt. In Haifa und Jaffa kam es zu schweren Z u - sammenftößen mit der Polizei. In Kairo demonstrierten die Studenten der Universität gegen die Auswirkungen der Deklaration von 1917. Die Demonstrationen wurden von der Polizei unterdrückt und die Kundgeber zerstreut. In Beirut, der Hauptstadt Syriens, hatten sich Umzüge gebildet, die unter Führung von arabischen Studenten und Scheichs unter Dorantragung von Schildern und Spruchbändern die Straßen durchzogen. In den größten Moscheen wurden die Gläubigen zur Teilnahme am General st reif aufge- fordert. Kundgeber und Agitatoren zwangen die Ge- schäftsinhaber, sich der Protestbewegung anzuschlie- ßen. Eine Gruppe von Kundgebern stieß mit einem Begräbniszug zusammen. Der Leichenwagen trug Kränze «mit Inschriften, die die engliscl)-arabische Freundschaft verherrlichten. Die Kundgeber haben sich des Sarges bemächtigt und ihn auf offener Straße verbrannt. Australien bestellt so Bombenflugzeuge in den Dereiniaten Staaten. Canberra, 2.Nov. (Europapreß.) Die austra- lische Bundesregierung hat beschlossen, 50 Bomben- flugzeuge, zweimotorige Lockhead-Maschinen, in den Vereinigten Staaten zu bestellen, da es zweifelhaft erscheint, ob die englische Flugzeugindustrie angesichts der gesteigerten Anforderungen der englischen Luftwaffe in der Lage fein wird, die von Australien bestellten Flugzeuge termingemäß zu liefern. Eine Medaille zur Erinnerung an den r Oktober-1938 I Nr *• . W Be rlin, 2. Nov. (DNB.) Der Führer und Reichskanzler hat als Ausdruck feiner Anerkennung und seines Dankes für Verdien st e um d l e Wiedervereinigung der sudetendeutschen Gebiete mit dem Deutschen Reich die „Medaille zur Erinnerung an ben 1. Oktober 1938" gestiftet. Die Medaille gleicht der für Verdienste um die Wiedervereinigung Oesterreichs mit dem Reich geschaffenen. Die Medaille ist in Bronze ausgeführt und wird an einem Bande in den srLetendeutschen Farben Schwarz- Rot-Schwarz getragen. Die Verleihung erfolgt durch den Führer auf Grund von Vorschläaen des Reichsministers des Innern oder des Chefs des Oberkommandos der Wehrmacht. (Scherl-Bilderdienst-M.) Reisepläne werden im Winter geschmiedet Reues Raumgefühl. Berlin, im Herbst 1938. Unsere Kinder wachsen mit einem anderen und wetteren Raumgefühl auf, als die Generation, die vor oder nach dem Kriege den so bestimmenden Stempel starker jugendlicher Eindrücke empfing. Die Deutschen sind ein reiselustiges Volk, aber es ist nun einmal so, daß die politischen Grenzen doch immer auch der Reiselust gewisse Schranken setzen, mindestens in dem Sinne, daß ein Entschluß notwendig ist, diese Schranken auch zu überspringen. Das gilt weniger für die begüterten Kreise des Dol- kes, für die der Plan und die Ausführung einer Reise keine Sensation sind; wohl aber gilt es für die breiten Volksschichten, die jede Reise erst ersparen müssen und deren starke Bindung an die Arbeitsstätte einen Husch-Husch-Ausflug ausschließt. Die Erweiterung des reichseigenen deutschen Raumes wird, noch für uns selbst, aber ganz besonders für unsere Jungen und Mädel, xum tatsäch- lichen Erlebnis dank KdF. und Hitler-Jugeird werden; nur eben mit dem Unterschied, daß in den Werdejahren der Jugend die Augen scharfsichtiger, die Ohren hellhöriger sind als bei den Jahrgängen, die ben ersten starken Appetit auf die Schlagsahne vom Kaffee des Ledens schon einmal gestillt haben. Um in diesem Wortbild zu bleiben: An hastig und reichlich gegessener Schlagsahne kann man sich vortrefflich den Magen verderben! Aber nun hat es keinen Sinn, weil man sich einmal den Magen verdorben hat, sein ganzes Leben lang an diesen verdorbenen Magen zu denken, alle äußere und innere Fröhlichkeit an den Nagel zu hängen und für das erquicklich Schöne unserer Tage nach so vielen leidvollen Jahren keinen Sinn zu haben! Jetzt kommen die langen Winterabende, die für den schlimmsten Miesepeter die rechte Zeit sind, die schönsten Reisepläne zu machen und mit den Vorbereitungen auch praktisch zu beginnen, indem Groschen auf Groschen in eine Sondersparkasse gelegt wird. In sechs oder neun Monaten addieren sich die Groschen, und ist der erste schwere Anfang glücklich und wahrhaftig gemacht, so geschieht es wohl, daß der Rest „von alleine kommt". Dor dem Krieg haben wirklich nur wenig Deutsche gewußt, wo die Karpathen liegen; im Kriege hat dieser weite, mächtige Gebirgszug um Ungarn herum eine schmerzliche Berühmtheit gewonnen. Don Oppeln aus war es immer nur ein Katzensprung bis zu den Karpathen. Aber wer fuhr nun schon nach Oberschlesien, dem Lande der Bergwerke, der Hütten und — der weiten,' stillen Wälder, der verschwiegenen Gebirgsbäche? Heute wird das anders! Denn an der nahen mährisch-schlesischen Senke berühren sich die Sudetenberge und die Karpathen. In der Nähe liegt das alte, schöne Krakau, die polnische Krönungsstadt. Es sind dieselben Flüsse, dieselben Berge, dieselben Wälder, dieselben Hütten und Bergwerke wie vordem. Und doch ist die Landschaft anders geworden, weil sie größer und wetter geworden ist, weil der Westdeutsche oder der Mann von der Waterkante Oberschlesien „mitnimntt", unter Umständen auch einen Abstecher nach Krakau riskiert, um dann einmal die Sudetengebirge abzu- wandern, bis er zu den gesegneten schlesischen Bädern und zum Riesengebirge kommt. Oder ein anderes Beispiel: Aus Sachsen als Reiseland ist noch lange nicht alles herausgeholt, was in Sachsen liegt. Das Erzgebirge liegt verkehrsmäßig auch für Mitteldeutschland günstig. Aber trotzdem sind wohl manche Deutsche am Erzgebirge vorbeigerutscht, weil an seinem Kamm die Grenze entlangläuft. Das wird jetzt anders. Wie das Rresengebirge steil nach Schlesien abbricht, so das Erzgebirge mit einer imposanten Mauer gegen Böhmen. Sein Doppelgesicht ist doppelt reizvoll und an seinem böhmischen Fuß liegen die altberühmten Weltbäder und jenseits dieser Senke erheben sich aus dem Flachlande die spitzen Kegel des Mittelgebirges, die zum Oberlauf der Elbe hinführen, an deren Ufern ein vortrefflicher Wein gedeiht. Der Strom aber reizt xur Talfahrt, etwa von Leitmeritz an am Schreckenstein vorbei durch bas Elbfand- fteingebirge, bis Dresden, mit feiner großartigen Architektur und feinen herrlichen Sammlungen zum Abschluß einlädt. Weil wir gerade von Sachsen sprechen: Das entzückende Zittauer Bergland mit feinen alten durch Geschichte und rührigen Gewerbefleiß gleich deutlich abgezeichneten Anliegerstädten ist als Reiseland noch nicht Gemeingut Deutschlands; KdF. und Hitler-Jugend, die sich schon bis jetzt um diese leider allzu heimlichen Schönhetten des Oybins, der Lausche und des Hocywalds bemüht haben, werden hier den Absprung in unendlich reizvolle Gebiete des Sudetenlandes finden Gut gehaltene, sorgfältig markierte Wege führen von hier in das Iefchken - und Jsergebirge auf der einen Seite und vermitteln den Anschluß an das Riefengebirge; auf der anderen Seite locken bis hart an die neue Grenze hin herrliche Landschaften mit den Bösingen und den Hirschberger Teichen als Wahrzeichen und weiterhin bas Dauboer Hopfenland, bessen bizarre Sanbfelsen um die Pfingstzeit in einen ganzen Blütenbusch von blauem Flieder gehüllt sind. Die bayerische O st m a r f war bis jetzt ein pflegebedürftiges Notstandsgebiet; drüben auf der böhmischen Seite im Böhmer Wald bis zu Stifters Heimat hin sah es nicht besser aus, weil die politische Grenze ein einheitliches Wirtschaftsgebiet zerriß. Hier sind die echten böhmischen Wälder, so weit das Auge schweift. Bon der wirtschatt- lichen Enttvicklungsmoglichkeit dieses armen Wald« lanbes wird man hoffentlich bald sägen können: Doppelt genäht, hält vierfach. Will sagen: Die Verdoppelung eines einheitlichen, wenn auch heute noch armen Wirtschaftsgebietes unter gleichgerichteter Verwaltung und Wirtschaftsführung gibt hellere Ausblicke in die Zukunft. Dem.Wanderer aber wird in naher Zukunft Böhmer Wald und Bayerischer Wald ein einziges Ganzes sein, wo jeder Bedarf an Waldeinsamkeit und Tannenduft gestillt wird, wo an hellen Tagen von den Kuppen über das prangende niederbayerische Land hinweg in hauchdünnen Umrissen die Alpen auftauchen. Nach einsamen Tagen ist Regensburg oder Passau eine verlockende Abwechslung; wie Schlesien und Sachsen, so werden auch weite Teile Bayerns in naher Zukunft viel mehr besucht werden wie bisher, weil die Schlagbäume an den Grenzen mit den lästigen Fragen nach Zigaretten und anderen verfänglichen Gütern verschwinden oder größere Weite und vervielfachte Mannigfalttgkeit für Ausflügler zu Fuße, zu Rod ober im Wagen sich bieten. Parole für 1939: Sparen und reifen! Und vor der Hand: Pläne schmieden und Vorfteude genießen. Kunst und Wissenschaft. Goethe-Medaille für Geheimrat Theodor ftilf. Der Führer unb Reichskanzler hat dem Geheimen Veterinärrat Professor Dr. med. h.c. Dr.med. vet h. c. Theodor Kitt in München zu seinem 80. Geburtstage in Anerkennung seiner Verdienste um. die tierärztliche Wissenschaft die Goethe-Medaille für Kunst und Wissenschaft verliehen. Geh. Rat Kitt, der von 1884 bis zu seiner Emeritierung (1907) an der Tierärztlichen Hochschule in München lehrte, hat sich vor allem mit Pathologie, pathologischer Anatomie und Seuchenlehre befaßt. Don seinen Arbeiten nennen wir das Lehrbuch der Bak- terienkunde und bas Lehrbuch der allgemeinen Pa- thologie der Haustiere. Wakkhäuspassion unter Professor Straube in Paris. Wie die DKK^ meldet, führt der Leipziger Thomanerchor, der seit seinen Konzerten 1935 • und 1936 auch bei den Pariser Musikfreunden Berühmtheit erworben hat, unter der Leitung des Thomas- kantors Professor Dr. Karl Straube die „M a t th ä u s p a ss i o n" von Bach in der ungekürzten Originalfassung in der Kirche St. Eustache auf. Die französischen Bach-Anhänqer haben sich diese Gelegenheit nicht entgehen lassen, das Werk so zu hören, wie Bach selbst es empfunden hat. Die vielschiffige Kirche St. Eustache war bis auf den letzten Platz besetzt. Unter der meisterhaften Stabführung Straubes boten Chöre und Solisten, Orchester und Orgel die „Matthäuspassion" den ergriffenen Zuhörern in eindrucksvollster Weise dar. Der Leipziger Thomanerchor zeigte sich al« Träger lebendiger Bach-Tradition. Aus aller Well. Dem griechischen Thronfolgerpaar eine Prinzessin geboren. Athen, 2.Nov. (Europapreß.) Am Mittwochabend schenkte die Gattin des griechischen Thronfolgers, Prinzessin Friderike von Braunschweig- Lüneburg, einem Mädchen das Leben. 21 Kanonenschüsse verkündeten das Ereignis der Bevölkerung. Die junge Prinzessin wird den Namen ihrer Großmutter, der Königin S o p hi e, erhalten, die eine Schwester des ehemaligen deutschen Kaisers war. Aus Anlaß der Geburt wird eine allgemeine Amnestie erwartet. Ellsworlhs neue Antarktis-Expedition. Der amerikanische Antarktisforscher Lincoln Ellsworth wird sich in diesen Tagen auf eine neue Forschungsfahrt i n die Antarktis begeben. Die Expedition wird mit dem Dampfer „Myatt Earp", ausgeführt werden, dem ein Aufklärungsflugzeug sowie eine große breimofprige Mqschine beigegeben finb. Das größere Flugzeug soll von dem Standort des Dampfers aus Flüge bis zu 3500 Kilometer ausführen und mit einem Proviant für mindestens drei Monate ausgerüstet fein. Schreckenstat eines Wahnsinnigen in Budapest. In Budapest kam es zu einer schweren Bluttat, bie brei Tobesopfer forderte. Ein plötzlich wahnsinnig gewordener Kesselflicker zog nach seiner Heimkehr tn die Wohnung einen Revolver und schoß zum Fenster hinaus. Ein Nachbar rief die Polizei zu Hilfe. Als die Polizisten in die Wohnung einbringen wollten, richtete ber Wahnsinnige die Waffe auf sie unb erschoß zwei Beamte. Dann verübte er Selbstmord. 3n der Badewanne ertrunken. In Kassel wurde eine 49jährige Einwohnerin t o t in der Badewanne ihrer Wohnung aufgefunden. Es wird vermutet, daß die Frau beim Baden von einer Ohnmacht befallen worden ist und dabei ertrank. lieber tausend Wale gefangen. Im südlichen Teil ber Färöer finb nach einer Meldung aus Helsinki Grinbwale in großen Mengen aufgetaucht, so baß die Fischer Rekorb- fänge zu verzeichnen haben. Allein in ben letzten Tagen sind in der Umgebung von Kvalbo unb Tveraa über 1000 Wale gefangen worden. IO Pfg-, M 'M MAGGI8 Immer reichlich Soße - was Sie auch kochen und braten! Auch zum Verlängern, Verbessern, Abbinden, Kräftigen und Bräunen vorhandener Soßen. im Alter von 33 Jahren. 7046 A neue, schöne Muster C. Röhr L Co halten Preiswert KAFFEE Schrift!. Angeb. unter 04965 an den Gieß. Anz. Beamter sucht zum I.Dez. Die trauernden Hinterbliebenen: Karl Faber und Familie Familie Schäfer. rbrand Anmeldung zu den industriellen Zacharbeiter-, Lehrabschlutz- und Aausmannsgehilsenprüsungen 1959. Die Anmeldungen haben zu erfolgen: Krone, Zepter, Wappen und Waffen, die hier gezeigt und gedeutet werden, veranschaulichen den wechselvollen Gang der deutschen Geschichte von der Frühzeit bis zur Wiedergeburt der Reichsidee in der jüngsten Zeit. — „Sinnbilder des Lebens in der deutschen Kun st", 48 Bilder ausgewählt und beschrieben von Hubert Schrade. Wie die alten deutschen Volksmärchen und Sagen offenbaren auch die Zeugnisse der bildlichen Kunst früherer Zeiten die tiefen Sinnbilder unseres Daseins, die im Lebensbaum, im Lebensbrunnen oder in Arbeit und Kampf als den unmittelbaren Erscheinungen des Lebens ihren sichtbaren Ausdruck gefunden haben. — „W ort und Der an t w o r - tung in deutschem Schrifttu m", eine Auswahl von Ernst Bertram. Betram hat Worte und Gedanken bedeutender Deutscher aller Jahrhunderte derart zusammengefügt, daß dieser Chor von Stimmen über die Sprache, ihre Geheimnis und ihre Ski- und Sport- Flanelle viel Einleben in den Stoff des Erzählten. Das Laienspiel dann verlangt viel Ernst und Sorgfalt, soll es wirklich künstlerisch sein. Eine Menge technischer Fertigkeiten und viel Geduld fordern das Puppen- und Schattenspiel — eine ganz dankbare Angelegenheit für Kinderfeste und Familienfeiern. Nicht Spielerei ist uns dies Spielen, sondern es bringt di e Vertiefung in den Stoff mit sich, die Beschäftigung mit Raum- und Bühnengestaltung, Anfertigen der Kostüme, Herstellen von Schattenspielfiguren und Bekleiden der Puppen. Ganz lebendig fügt sich der Plan dieser Arbeitsge- meinschaften in den Jahreslauf mit seinen Festen — öffentlicher oder familiärer Art — ein. Denn nicht nur der Großveranstaltung soll diese Arbeit dienen, sondern ebenso dem Dorfabend und dem Familienfest; zuletzt aber auch den Dingen um ihrer selbst willen, zum besseren Verstehen und damit unserer persönlichen Bereicherung. Oer Gauleiter zum BOM.-Werk „Glaube und Schönheit". NSG. Das VDIN..werk ..Glaube und Schönheit- der Reichsjugendführung hat der weiblichen Jugend ein Ziel gesteckt. das in seiner praktischen Auswirkung das Gesicht einer neuen INädelgeneration nach unseren höchsten Ansprüchen formen wird. Die Partei begrüßt dieses Werk als neuen weg im Werden der deutschen Jugend und ruft alle 17- bis 21jährigen Mädel auf. sich der Organisation von ..Glaube und Schönheil- anzuschlietzen. gez. Sprenger. Gauleiter und Reichsstatthatter. Die weltbekannten Blütentropfen ohne Alkohol MAIGLÖCKCHEN - VEILCHEN - ROSE Parfüm RM 1.— und RM 3 — Seife RM -.60 Oeffenttiche Mahnung. Das 3. Ziel Kanal-, Müllabfuhr- und Straßenreinigungsgebühr 1938 wird hierdurch zur umgehenden Zahlung aemahnt, andernfalls die Beitreibung eingeleitet werden muß. 7029C Gießen, den 1. November 1938. Stadtkasse Gießen.________________ Zchreiner- geselle UNd [ 04971 Lehrling gesucht. LAlMlNlem Ludwigstratze 57 Ordentliches Mäddien oder Frau für tagsüber sofort oder bis 15, 9tOO. ges. 04970 Bahnhofstraße Nr. 39 vart. Es ist bestimmt in Gottes Rat, daß man vom Liebsten was man hat, muß scheiden. TODESANZEIGE Am Dienstag, dem 1. November, entschlief sanft nach kurzer Krankheit meine geliebte Frau, meine gute Tochter, Schwiegertochter, Schwester, Schwägerin und Enkelin Maria Faber, geb. Schäfer Prtkte Mjpislin mit englichen und französischen Svrachkenntnisien gesucht. Schriftliche Bewerbungen unter 7047 D an die Geschäftsstelle des Gießener Anzeigers erbeten. Büchertisch. — Aus dem ewigen Schatz deutscher Lyrik. Verlag Rütten & Loening in Potsdam. Jeder Band geb. 1,20 Mark. — (322) — In dieser schönen Sammlung sind eine Reihe neuer Bändchen erschienen, die vor allem die Romantik berücksichtigen. Mit besonderer Liebe wurde Clemens Brentano bedacht. „Sterne und Blumen" und „Geist und Kleid" heißen die beiden Bändchen, die seine Gedichte uns wieder nahebringen wollen. In einem Sammelband „Wandeln und Frauen" finden wir Gedichte Bettinas, der Karoline von Sünde r o d e, der Sophie Mereau und der Luise Hensel. Ein weiteres Bändchen: „Der dunkle Strom" ist Nikolaus Lenau gewidmet. — Charles Alexander Fastman (Ohiy- e s a): D i e Seele des Indianers. Ueber- traqen von A. Dohm. Nr. 536 der Insel-Bücherei, Leipzig. — (359) — Der Verfasser, selbst ein Indianer vom Stamme der Dakota, zeigt uns den Indianer, befreit vom Vorurteil und von all den Legenden, die beim weißen Mann gegenüber dem roten vorherrschen. Was er uns zeigt, ist das Paradies des Indianers vor seiner Berührung mit der Welt des Weißen. Die Anschauungen, die er dabei entwickelt, fesseln wie die sagen- und märchenhaften Einzelzüge der indianischen Schöpfungsgeschichte, die dem Buch auch einen poetischen Reiz geben. — Charlotte Lier: Das Haus auf der Insel. Roman. In Leinen gebunden 6,80 Mark. Volkschaft-Verlag Dortmund. — (286) — Der Zauber des Südens erfüllt dieses Buch. Abseits von den Wegen flüchtiger Reisender erschließt sich uns eine urwüchsige Landschaft, ein verwurzeltes Volkstum, das in jahrhundertealten Formen dahinlebt. Menschen aus vielen Ländern kommen und gehen, verbinden ihr Geschick mit ihm, setzen sich, jeder auf seine Art, mit dem Gesetz der südlichen Erde auseinander. Dor dem harten Anspruch der weltabgeschiedenen Inselwelt entscheiden sich die Schicksale der Landeskinder wie der Fremden. Wie dies im einzelnen, in den verschiedenen Generationen geschieht, hat eine über das Zufällige und Individuelle hinausgehende Bedeutung: zwei Engländerinnen gehen dort, in ergebenem Frieden, dem Ende ihrer Tage entgegen; ein rückgewandter, an die Antike verlorener Deutscher wird an ihm zum schweifenden Almosengänger, während der junge Engländer Richard sich verschließt, die junge Deutsche Maria aber in der innigen Berührung, der Ergänzung durch das gegensätzliche Land immer klarer, gestärkter zu sich selbst und den Lebensgesetzen ihrer Heimat findet. Im Mittelpunkt steht Marias Begegnung nut der Fremde: dem fremden Lande und dem fremden Mann, Giuliano. In der Begegnung dieser beiden Menschen ist der Dichterin die ergreifende Geschichte einer Liebe gelungen, die noch lange im Leser nach- tlingt. — In der Sammlung „Die Kleine Bücherei", 2. Folge: „Herkunft und Gestalt", sind bei Albert Langen-Georg Müller, München 1938, eine Reihe neuer Bändchen erschienen — (331) —: „Sinnbilder d e s Reiches", 48 Bilder ausgewahlt und beschrieben von Hubert Schrade. Adler und 1. für die Facharbeiter - Lehrlinge, die ihre Lehre bis znm 30. Juni 1939 beenden, ab sofort bis spätestens zum 12. November 1938: 2. für die Kaufmannslehrlrnge, die ihre Lehre bis zum 30. Juni 1939 beenden, ab sofort bis spätestens zum 12. November 1938; 3. für die Facharbeiter - LehrUnge, die ihre Lehre bis zum 30. November 1939 beenden, in der Zeit vom 1.—10. Dezember 1938. Großen-Linden, Lützellinden, den 3. November 1938. Die Beerdigung findet am Freitag, dem 4 November, nachmittags 2 Uhr vom Trauerhause Großen-Linden Falltorstraße, aus statt 7049D Um/das ziZyerhindern, wird SeifiX nur in Dosen verkauft. Darin bleibt es frisch und leicht auftragbar vom ersten bis zum letzten Gramm, und darum ist es wohl auch so beliebt. Millionen Frauen bohnern ständig mit dem Dosenwachs 01 WM. MUI für Haushalt gesucht. RM. 28.— monatlicher freier Lohn, Fanul.- Anschlutz. Sowie einen 7o«D Beifahrer zum Verkauf von Mineralwasser. MV MUMM. V. Börne ll. Bad Vilbel, Lohstratze Nr. 1. Gesellige Kultur im BOM -Werk „Glaube und Schönheit". Die Anmeldung der Lehrlinge aus den Kreisen Gießen, Alsfeld u. Lauterbach hat bei der Industrie- und Handelskammer Gießen, Lonystratze 7, unter Verwendung der hierfür bestimmten Vordrucke zu erfolgen. Die Vordrucke sind bei der vorgenannten Industrie- und Handelskammer erhältlich. Die Prüfungsgebühr beträgt für Teilnehmer an der Kaufmannsgehilfenprüfung NM. 3.— ie Lehrling, für Teilnehmer an der Facharbeiter- und Lehrabschlußprüfung RM. 6 - ie Lehrling. Die Prüfungsgebühr ist mit der Anmeldung durch Ueberweisung auf das Postscheckkonto der Kammer: Frankfurt a.M 61599 zu entrichten. ?045D Industrie- und Handelskammer Gießen. tegeliii 22 Fahre an selbständ. Arbeiten gewöhnt, mitKochkenntn., sucht Stelle. Schriftl. Angeb. unter 7052D an den Gieß. Anz. Kl en,eAnzeigen im kV -ener Anzeiger ®rrt>ni non Tarnenden beschiel um» aeleieu. magische Kraft wie ein geschlossenes Ganzes wirkt. — Goethe: Sanct Rochus-Fest zu Bingen. Nachwort von Wilhelm Schäfer. Es gibt in Goethes ganzem Werk kaum ein Zeugnis, in dem deutsche Landschaft und deutsches Dolkserleben so rein zum Ausdruck kommen, wie in dieser Erzählung, die, mit einer Reihe zeitgenössischer Bilder geschmückt, in einer würdigen Neuausgabe vorgelegt wird. — Der Berg ist Trumpf. Leben und Taten des Stabeler-Hans. Don Fritz Schmitt. 240 S. Mit einem Porträt und 12 Textzeichnungen. 1938. Franckh'fche Derlagshandlung, Stuttgart. Leinen 4,80 RM. (346) — Der Tiroler Bergführer Johann Niederwieser ist als der Stabeler-Hans schon fast zur Legende geworden. Hier ist nun seine wirkliche Lebensgeschichte erzählt. Sein Name ist mit der Erschließung der Ostalpen, vor allem zunächst der Zillertaler- und Tauern-Berge unauflöslich ver- drum ein Versuch: Beliebte Sorte »u950pf Marke Kaffeekanne izsg 59 KaHeekame extra 1253 70 p». aal teilen ronftUdu Mlsdungti 3 % latin ü Mait* NSG. Wer hat ihn nicht schon gehört, den lustigen, lebensprühenden Kanon „Froh zu sei n, b e - darf es roeni g", mit dem der BDM. schon manchen Abend seine Gäste in seinen fröhlichen Kreis gezogen hat? Es ist drum auch nichts Neues, wenn der BDM. sich damit befaßt, die etwas leer und wacklig gewordene Geselligkeit mit einem jungen Impuls zu versehen und ruhig einmal ganz vorn anzufangen. Neu aber ist, daß diese Aufgabe innerhalb des BDM.-Werkes „Glaube und Schönheit" nun jedem Mädel zugänglich ist, das Lust und Freude am Fabulieren, Musizieren, an Spiel und Tanz hat. Und wer hätte das eigentlich nicht? . Natürlich mußte zuerst eine gemeinsam eBa- s i s gefunden werden, um ein enges Zusammenarbeiten zu ermöglichen, und dies ist immer und überall: das Lied. Hier wird es nicht nur heruntergeschmettert, sondern systematisch erarbeitet, stimmlich und chorisch durchgebildet. Der Sprung zum „Laich", einer uralten Form des dramatischen Strophenliedes, das in Chor und Dialog meist mythische Stoffe gestaltet, ist dann schnell ge-, tan. Selbstverständlich beschäftigen wir uns auch mit dem Volkstanz und versuchen, das vorhandene Volksgut unserer Gegend wieder lebendig zu machen. Wenn wir dany so richtig gelockert und frei von falschen Hemmungen sind, geht es ans E r - zählen: Erlebtes, Erdachtes, Märchen und Sagen. Sprecherziehung und Sprachgestaltung sind die Voraussetzung zum wirklich guten Erzählen — sein Studium ist hier mit einbegriffen. Es ist klar, daß wir nicht nur beim Nacherzählen stehenbleiben wollen, sondern selbst gestalten — und so kommen wir langsam schon zur S p i e l g e st a l t u n g. Scharade und Stegreifspiel sind die ersten Stufen dazu — es gehört viel Unmittelbarkeit und Phantasie dazu, sehr schön möbliert. Wohn- u. lloppichlaizM. und sehr schön möbliertes Einzezimmer beide mit Badbenutzung. l01162 Pia ebner Frankfurter Straße 27 111. Neu hergericht./ gut möbliertes Zimmer zu verm., mögl. Dauermiet.vosoO Wo, sagt die Ge- schäftsst.d.G.A. | Mietgesuche | Beamter sucht schöne UiW.M. mitBad u.Küche Schriftliche Angebote n. 04961 an den Gießener Anzeiger erbet. Sie werden es auch immer wieder hören, daß die Dauerbrand* fähigkeit der RUHRANTHRAZIT-EIERBRIKETTS nicht hoch genug cingeschätzt werden kann. Und dazu nach die hohe Heizkraft, kurz und gute Sparsam und bequem sind j Vermietungen | zu vermieten knüpft. Seine Umsicht und seine Treue, seine Sicherheit in Fels und Eis und, nicht zuletzt, sein Humor machten ihn zu einem der begehrtesten Bergführer seiner Zeit, von dem zahlreiche Geschichten noch heute erzählt werden. 1902 fand er, den die Engländer gar für eine Himalaja-Expedition gewinnen wollten, den Bergsteigertod an dem heimatlichen Schaflahnernok. Mit dem Eifer echter Liebe zu den Bergen und ihren Menschen Hut Fritz Schmitt, der bekannte Münchener Alpinist und Schriftsteller, alles zusammengetragen, was in der Erinnerung an Sta- beler wahr und lebendig ist. — OctaveAubry:Josephine. Traum und Erwachen Napoleons. Roman. Franckh'sche Verlags- Handlung, Stuttgart. Preis in Leinen gebunden 4,80 Mark — (342) — In der frivolen Sphäre des nachjakobinischen Paris sehen sich Napoleon und Josephine zum erstenmal. Er, der kleine, noch fast unbekannte General, bewundert in ihr die damenhafte Geste, die reife Schönheit und den lebhaften Geist, sie ahnt in ihm mit fraulichem Instinkt die außergewöhnliche Begabung, fördert seinen Aufstieg, aber ihr Herz ist der großen Leidenschaft nicht fähig, die er ihr bringt und von ihr erwartet. Sie vertändelt auch nach'der von ihm geforderten Heirat ihr Leben, wie sie es vordem getan hat. Lange wehrt sich Napoleon gegen diese Erkenntnis, bis doch die Tatsachen lauter reden als die Stimme seiner Leidenschaft. Aubrys Darstellung fyat Leichtigkeit und Eleganz und ist, ohne oberflächlich zu sein, von einer Anschaulichkeit, die man selten findet. Wetterbericht Mit der vom Atlantik ausgehenden und über Nordeuropa hinwegführenden Wirbeltätigkeit setzt sich auch bei uns das wechselhafte und unbeständige Wetter fort- Die Witterung wird aber auch weiterhin keinesweg durchweg unfreundlich sein. Vorhersage für Freitag: Veränderlich mit zeitweiser Aufheiterung, doch auch Neigung zu einzelnen Niederschlägen. Bei Winden um West Temperaturen wenig geändert. Lufttemperaturen am 2. November: mittags 10,5 Grad Celsius, abends 6,8 Grad; am 3. November: morgens 6,7 Grad Maximum 11,2 Grad, Minimum heute nacht 4,5 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 2. November: abends 6,8 Grad; am 3. November: morgens 6,6 Grad. — Sonnenscheindauer 2,4 Stunden. Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blum, schein. Verantwortlich für Politik und für die Bilder? Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Zeil: Ernst Blumschein. Anzeigenteilen Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. IX. 38: 9143, Druck und Verlag: Brühlsche Universitätsdruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM.- 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzeloerkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vom 1. September 1937 gültig. TBdilißer ta! eor für Diesel-Lastwagen bei gutem LOHN ges. 04972 LudwigSack Pflastergeschäft Straßenbau Heuchelheim | Stellengesuche} Zuverläss. Frau ücht Beschäftig. 2-3 Std. vorm. i.Gesch. o. Haushalt. Schr. Ang. u.04969a.d.G.A. Suche für meine beiden Töchter vom Lande, die denArbeitsdienst und die Haushaltungsschule besucht haben, u. gute Nähkenntnisse besitzen, z. 15. November Stelle in gut. flaute n. Gießen. Auch frauenlos. Haushalt oder Caf6 bevorzugt. Schr. Ang.unt.7053D an o. Gieß. Anz. SeifiX y2 Dose -.75 RM--Yi Dose 1.40 RM | Stellenangebote Keine Zeugnisse in Urschrift lonDern nur Heuflnt«- abithtifien dem Br- werbungsichr-iben bet- «egen - Lichtbilder unoBewerbun iSunrer- >»üen müflen tut Her« Meldung oon yerluiten au| der iNüdielte Jia- men und Anichrtil bei Bewerbers craaenl Bau- schlosier bei gut. Bezahlung ges. I 04975 H. Möller Schlosfermeister Franks. Sir. 23. Ehrliches, fleiß. »MWÄ8P f. sofort gesucht. Zu erfrag, i. der Geschäftsstelle d. Gieß. Anz. 04973 Edgar BORRMANN 5: Oleßen, Neustadt 5-7, Ruf 4?56 Schaufenster 2 Vor dem Einseifen die Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Nr. 258 Zweites Blatt Donnerstag, Z. November 1938 E. L. St genossen in der Ostmark und im Sudetenland helfen wird. Haut mit NIVEA geschmeidig machen, dann Ist das Rasieren ebenso schmerzlos wie ein Haarschnitt . NSG. Bei der zweiten Reichsstraßensammlung dieses Winterhilfswerkes treten die Männer der Kampfformationen SA., ff, NSKK. und NSFK. mit der Sammelbüchse an uns heran und bringen chöne gewebte Trachtenbilder aus der O st m a r k. Der Gau Tirol ist mit fünf Bildern, der Gau Kärnten mit vier Bildern, der Gau Salzburg mit drei Bildern, der Gau Steiermark mit einem Bild, der Gau Oberdonau mit vier Bildern und der Gau Niederdonau mit drei Bildern vertreten. Es war nicht einfach, aus der Fülle der schönen österreichischen Trachten diese kleine Auswahl zu treffen, denn fast jedes Tal dieses landschaftlich einzigartigen Gebirgslandes hat eine eigene Tracht. Wieder wird das ganze deutsche Volk am 5. und 6. November seine Verbundenheit mit den heimgekehrten Volksgenossen aus Oesterreich zum Ausdruck bringen und durch den Kauf der WHW.- Abzeichen den' Dank für die Mehrung des Reiches ab statten. Das Abzeichen besteht aus deutschen Werkstoffen, und zwar das Gewebe aus Kunstseide und der kleine Rahmen aus einer Aluminiumlegierung. Kein Grundstoff würde sich für die Wiedergabe der kleinen Trachtenbilder so geeignet haben, wie der textile Faden, denn selbst bei maschineller Herstellung auf dem Webstuhl ist es noch möglich, kleine Einheiten und Einzelheiten wiederzugeben. Der Gesamtauftrag des Winterhilfswerkes betrug 23V2 Millionen Abzeichen, mit deren Herstellung Schlesien, das Bergische Land und ein Teil der Ostmark (Wien) bedacht wurden. Hunderte von fleißigen Händen waren lange Zeit für diese schmuckvollen Abzeichen tätig, nicht nur in der Industrie, sondern auch zu Hause, denn die Heimarbeiter wurden überall berücksichtigt. Wenn nun diese Abzeichen am 5. und 6. November durch die Männer der SA., ff, NSKK. und des NSFK. zum Kauf angeboten werden, dann erfüllen sie drei Aufgaben. Sie haben zahlreichen Volksgenossen, die mit der Herstellung beschäftigt waren, einen zusätzlichen Verdienst gebracht. Das ganze deutsche Volk wird an diesen beiden Tagen erneut mit der für das Reich wiedergewonnenen Ostmark auf das stärkste verbunden sein, und schließlich hat jeder zu Gunsten des WHW. gern ein kleines Opfer gebracht, das besonders unseren Volks- Goethe-Bund und Kaufmännische Verein den Münchener Dortragsmeister Ernst Kreuzträger zu einem heiteren Vortragsabend verpflichtet. Im bunten Wechsel wird Heiteres und Besinnliches von Walter von der Vogelweide, Hans Sachs, Peter Hebel, Busch, Ludwig Thoma, Ludwig Ganghofer zum Vortrag kommen und auch in unserer Stadt, wie überall, begeisterten Beifall finden. Staatsschauspielerin Hermine Körner im Stadttheater Gießen. Die Intendanz des Stadttheaters Gießen hat die Staatsschauspielerin Hermine Körner für ein einmaliges Gastspiel am Samstag, 5. November, verpflichtet. Die Staatsschauspielerin gastiert mit eigenem Berliner Ensemble in „Frau Warrens Gewerbe", Drama in 4 Akten von Bernard Shaw. Anfang des Gastspiels 20 Uhr, Ende 22.30 Uhr. Es wäre unverantwortlich, wenn . . . *7* ... wenn man sich im Winter nicht durch warme Kleidung vor einer Erkältung schützen würde. Es wäre überhaupt unverantwortlich, wenn man sich nicht vor allen Gefahren des Lebens schützen wollte. Wir alle sind auch bestrebt, es zu tun. Man lebt nur einmal und lernt das Leben schätzen. Zum Schutz des einzelnen und damit der Gesamtheit bei Luftangriffen wurde die Volksgasmaske geschaffen. Sie gewährt sicheren Schutz gegen alle md über b^tanbrge H writn« in. eränbetlid) tcigung 5u West Tein- 'ersuch: > Taqeskalender für Donnerstag. Gloria-Palast (Seltersweg): „Du und ich". — Lichtsvielhaus (Bahnhofstraße): „Liebelei und Liebe". — Oberhessischer Kunstverein: 17 bis 18 Uhr Ausstellung im Turmhaus am Brand. — Gesellschaft für Erd- und Völkerkunde: 20.15 Uhr Unioersitats- -Aula Lichtbilder-Vortrag Professor Lautensach „Raum und Volk in der politischen Entwicklung des Fernen Ostens". Dichtung. Das kleine Buch aber, von dem im Besonderen die Rede ist, waren die ..Blumen-, Frucht- und Dornenstücke, oder Ehestand, Tod und Hochzeit des Armenadvokaten Siebenkäs" von Jean Paul Friedrich Richter aus Wunsiedel. Die Geschichte dieses sehr alten und zerflederten Reclambändchens ist mit persönlichen Erinnerungen und familiären Beziehungen auf eine wunderliche und ans Herz greifende Weise verknüpft: als gehütetes Besitztum des Vaters gelangt es an dessen Sterbetage aus den Händen eines Buchbinderoriginals in die der Dichterin zurück, die nun wohl reif geworden ist, sich mit dem Inhalt vertraut zu machen. Hiernach las Agnes M i e g e l eine Reihe großer, überwiegend balladesker Gedichte: als einen Gruß an die Deutschen im Memelland zuerst die sehr bekannt gewordenen „Frauen von Nidden" „— und die Düne kam und deckte sie zu". Dann ein schönes, feierliches Gedicht „Hindenburg", in dem der Siegesjubel von Tannenberg zusammenklingt mit der Ehrfurcht vor dem großen Namen, „den unsre Not aus der Vergessenheit rief". Dann die Schluß- Strophen einer Hymne an Königsberg, die heimatliche, „ehrwürdige Ahnin junger Städte". Die Spielschar des Untergaues 116 des BDM. bereicherte die Veranstaltung durch zwei Orchesterstücke für Streichinstrumente und Blockflöten und sang, als Gruß an die Dichterin, „Ostpreußen, Land der Wälder und der blauen Seen". Frau Annes M i e g e l dankte dafür mit einem Gedicht „Mutter Ostpreußen", das vielleicht die dichterisch be- glückendste Gabe des Abends war: aus tiefer Liebe besingen diese sehr schlichten Verse die heimatliche Landschaft, die ganz menschlich-persönlich empfunden und angeredet wird, — „rundlich und warm, wie sich's für Mütter gehört" — und kindlich verehrt in ihrer Schönheit und stillen Würde. Dann hörten wir die fast männlich herben, breit hinslu- tenden Strophen der „Nibelungen" und die von Lady Gwen und Sir Robert Landseer, worin man einen Nachklang des klassischen Balladentones von Strachwitz und Fontane her zu vernehmen meint, endlich als sinnvollen Abaesanq das „.Bekenntnis meines Lebens zum Buch", das die Lehr- und Wanderjahre begleitete, ein großes, aus der Fülle bes Daseins schöpfendes, figuren- und bilderreiches Gedicht. Als der Beifall verrauscht war. schloß Professor Hamm mit D^nkesworten nn Annes Miegel und mit dem Gruß an den Führer die Kundgebung. Hans Thyriot. n Range. rnst PlUW die Bilder: ins Thyriot; . zeigenleiter: ilt der An- 3143, W ii R. Lange, .preis NM lit der W , 10 Pf. und 5 Pf. mehr, tember 1937 ' lttags 10,5 November: Minimum t in 10 an , am 3. No- ischeindauer Oer Tank. Ein Geschichtchen von Bater und Sohn/ Der kleine Peter möchte einen Tank. Vater stellt sich zunächst unwissend: Was das sei, ein Tank? Nun, das fei so ein kleines Brumm-Auto, das über alles drüberklettern kann. Ein solches brauche er, wenn er mit seinen Soldaten spiele. Peters Wunsch wurde erfüllt. Die Freude ist groß. Der rasselnde Tank mit Laufbändern aus gezacktem Gummi klettert ganz wirklichkeitsgetreu über alle Hindernisse. Unermüdlich erobert Peter damit neues Gelände. Selbst die beträchtlichen Unebenheiten der dem Nachmittagsschläfchen hingegebenen „Oma" bieten dem kleinen Brummkasten keinerlei Schwierigkeiten. Nur vor ganz schroffen Wänden muß er kapitulieren: doch selbst da vollführt er noch, unter Peters Freudengeheul, eigensinnige Purzelbäume, bis ihm die Puste ausgegangen ist. Als Peter den Tank gar über den Gemüseberg auf feinen Teller kriechen läßt, gibt es allerdings eine ernste Auseinandersetzung mit Mutti. Eines Tages nun geschieht, was Vater schon lange befürchtet hat: Peter meldet ganz ruhig, der Tank lasse sich beim Aufziehen immer weiter drehen und wolle einfach nicht mehr laufen. Vater macht ein strenges Gesicht. Auf Peters treuherzige Frage, ob der Tank nicht wieder zu machen sei, erwidert er unbesonnen: „Vielleicht. Ich müßte einmal nachsehen." Er bereut sofort, eine Hoffnung erweckt zu haben, deren Nichterfüllung seinem Ansehen als Alleskönner ziemlich schaden würde. Aber Peter läßt nicht mehr locker, und Vater entschließt sich zur Reparatur. Hochinteressiert schaut ihm Peter dabei zu. Er ist entzückt: Endlich darf er sehen, was innen „drin" ist. Der Schaden läßt sich, wie es scheint, leicht beheben. Vater kommt in beste Laune, und Peter lauscht voll Verwunderung den vielen zuversichtlichen Worten, mit denen er sein Tun verbrämt. Da schnellt plötzlich heimtückisch die Feder heraus, und sämtliche Zahnrädchen kollern durcheinander. Sogleich verfinstert sich Vaters heitere Miene. Peter dagegen findet es äußerst unterhaltsam, mit den Zahnrädchen Kreifel zu spielen. Er kann gar nicht verstehen, warum Vater ihm das brummig verwehrt. Rasch ist die Feder wieder befestigt: aber nun er- meift es sich als schwierig, sie zusammen *mt den Rädchen einzubauen. Immer wieder gelingt ihr der <&änfeauffauf. Von der Landesbauernschaft Hessen-Nassau wird uns mitgeteilt: Die Gänsemästereien in Hessen-Nassau, die beauftragt sind, die Mast der Gänse zur Versorgung der Bevölkerung für die Weihnachtsfeiertage durchzuführen, haben mit dem Aufkauf der Magergänse beim Erzeuger begonnen. Der Eierwirtschaftsoerband als marktordnende Stelle für die Geflugelwirtschaft nimmt Veranlassung, darauf hinzuweisen, daß die Preise laut Stoppverordnung des Reichspreiskommissars den früheren Stand nicht überschreiten dürfen. Ein Aufkaufspreis von 0,70 RM. ie Halbkilo ab Hof des Erzeugers gilt als angemessen und wird auch in dem Gebiet der übrigen Landesbauernschaften bezahlt. Um evtl. Strafen wegen Höchstpreisüberschreitungen zu vermeiden, wird nochmals auf die Preisstoppoerordnung hingewiefen. Aus der Stadt Gießen. Katzen ... „Es ist doch alles nur für die Katz'", ist ein unhöfliches Wort. Diese schmalen, geschmeidigen Tiere mit den grünlichen Augen, wie schön sind sie doch! Wenn eine Katze durchs Gras schleicht, sich duckt, lauert, dann sieht man unwillkürlich den größeren Bruder Panther, der im Dschungel eine Beute wittert. Einmal kannte ich eine schwarze Angorakatze, die sprang wie ein kleiner Teufel durch sämtliche Räume des Hauses, der verwöhnte Liebling aller. M Sprung in die Freiheit. Vater wird nervös. Trotz geduldigster Versuche will ihm keine Lösung des mechanischen Problems gelingen. Er ist nahe daran, den Kampf aufzugeben. Nur die pädagogische Erwägung, welch üblen Eindruck dies auf Peter machen müsse, läßt ihn verbissen weiterprobieren. Dazwischen ruft Peter freudig aus: „Au, Vatt, deine Stirn steht aus wie vollgeregnet!" Seine Schaulust hat sich also, bereits Vaters Gesicht und Mienenspiel zugewandt. Dann kommt eine Frage: „Vatt, warum wachsen dir auf der Stirn keine Stacheln?" Gemeint find Bartstoppeln. Unwirsche Antwort: „Dummes Gerede! Das ist ja, als ob ich fragen wollte, warum dir nicht auch aus dem Kopf Beine wachsen!" Bübchen, nach einer Weile nachdenklichen Schweigens: „Vatt. warum wachsen denn keine Beine aus dem Kopf?" Vater kann gerade nichts sagen, denn der aroße Augenblick des Gelingens seiner Bemühung scheint gekommen. Tatsächlich, das Werk ist beisammen. Rasch wird es eingebaut, aufgezogen, und wirklich: der Tank läuft! Vater freut sich wie eit) Kind. Peter jedoch nimmt den Erfolg merkwürdig gelassen hin. Vater bemerkt mahnend: „Beinahe hätte man ihn nicht mehr machen können!" Darauf Peter: „Dann hätte ich halt mit den Zahnrädchen gespielt." Joseph Baur. Unverantwortlich und leichtfertig gehandelt wäre es auch, wenn man sich die Volksgasmaske erst dann beschaffen wollte, wenn sie gebraucht wird. Dann-ist vielleicht dazu keine Zeit mehr. Aber dann ist es auch für die Reue und Einficht zu spät. An alle Volksgenossen, die noch nicht im Besitz einer Volksgasmaske sind, ergeht die dringende Mahnung: Es wäre unverantwortlich, wenn du keine Volksgasmaske erwirbst! „Ein gelber Kater, ganz betroffen, ist immer hinterher geloffen, denn solche Anmut sah er nie, bei irgendeinem Katzenvieh!" Oh, Kitty hat schon viel erlebt! Es gab nun Ich au erliche Duette im Mondschein und Gemeinsame nächtliche Raubzüae. Das Ende vom Lieder war, daß Kittn in die Klinik mußte. Kaiserschnitt. Ja. so Diesmal SA., ff, NSKK und NSFK Trachtenbilder aus der Ostmark für die WHW.-Straßensammlung. Treue um Treue! Der Führer der Standarte 116, Standartenführer L u 11 e r, hat an die SA. seiner Standarte zu dieser Straßensammlung folgenden Appell gerichtet: Für die SA. ist der Leitsatz: „Treue um Treue — w i r grüßen die O st mark und Sudelendeutfch land". Der Führer hat in diesem Zahre 10 Millionen deutsche Volksgenossen ins Reich zurückgeführl. Das )ahr 1938 wird als das ruhmreichste in die nationalsozialistische Geschichte eingehen. Auf Grund dieser Tatsache hat der Führer bei der Eröffnung des Winterhilfswerkes feine Erwartung ausgesprochen, daß das Opfer den diesjährigen unvergleichlichen außenpolitischen Erfolgen Deutschlands entspricht. SA.-Männer! Ihr wißt, was das bedeutet. Mir haben hier wieder die beste Gelegenheit, unsere Einsatzbereitschaft für den Führer und das deutsche Volk unter Beweis zu stellen. Ich erwarte von Euch, daß Ihr alles daransetzt und der Sammlung zu einem noch nie dagewesenen großen Erfolg verhelft! Der Sammeldienst in (ließen. An dem Sammeldienst sind beteiligt: SA.-Stan- darte 116, SA.-Reiter-Standarte 147, 83. ff-Standarte, Marine-Sturmbann 11/34, NSKK. und NS.- Fliegerkorps mit ihren im Standort Gießen liegenden Einheiten. Der Stadtbezirk wird in vier Sammelbezirke zerlegt, die sich mit den Ortsgruppenbezirken decken. Es sammeln in Gießen-Mitte: Stab der Brigade 147, Stab der Standarte 116, Sturm 11/116 und 14/116, sowie NSKK. und 83. ff-Standarte: in Gieß en-Nord: Reiterstandarte 147, Pi. 2/116, Pi. 3/116, Nachr. 116 und NS.-Fliegerkorps: in Gießen - Ost: R. 41/116, 42/116 und 43/116; in Gießen - Süd: Sanitäts-Sturm 116, Marine-Sturmbann 11/34. Für die Sammlung ist folgende Zeit festgesetzt: Samstag von 15 bis 22 Uhr, Sonntag von 11 bis 22 Uhr. Rinnen c .Zu ben ’M b^ ! °n Sta. rSm,unb ■ ^erlang, j*« <8o b,5 '■ iaft bamtn. "stinkt bie 'Ausstieg ucht fähig,' ' :'e vertan- Wat ihr J» »ehrt 5N bie feiner Lei- W unb von einer dozent und Assistent in Freiburg i. Br., von 1900 bis 1903 außerordentlicher Professor der klassischen Philologie in Rostock, von 1903 bis 1904 außerordentlicher Professor der klassischen Philologie in Marburg, wo er 1904 Ordinarius wurde und dort bis 1913 wirkte. Don Marburg kam er am 1. Oktober 1913 als Ordinarius der klassischen Philologie an die Universität Gießen, wo er vom 1. Januar bis 31. Dezember 1916 Dekan der Philosophischen Fakultät und im Umversitätsjahr 1919/20 Rektor unserer Ludoviciana war. Von der Medizinischen Fakultät der Universität Rostock wurde er 1919 in Anerkennung seiner Verdienste zum Dr. med. h. c. ernannt. Im Jahre 1934 trat er in Gießen in den wohlverdienten Ruhestand. Die wissenschaftlichen Arbeiten und Erfolge Kglb- fleischs liegen vor allem auf zwei Gebieten, der griechischen Medizin und der Papyrologie Seine Fähigkeit und Neigung, selbst hinter der behandelten Sache zurückzutreten, mit aller eigenen Leistung nichts zu erstreben als ein reines Bild und ein völliges Verständnis eines antiken Werkes wies ihn auf das entsagungsvolle Amt der Herausgabe griechischer Schriften und Papyri. Kalbfleisch ist Mitarbeiter an der Akademieausgabe der griechischen Aerzte, er schenkte der Wissenschaft eine Reihe ausgezeichneter Ausgaben von medizinischen und philosophischen Schriften /besonders Galens), die jedem Fachmann bekannt sind. Man würde jedoch die Wirksamkeit Kalbfleischs nicht richtig einschätzen, wenn man nur seine eigenen Arbeiten im engeren Sinne betrachtete und nicht all das in Rechnung stellte, was er als akademischer Lehrer gewirkt, angeregt, gefördert, organisiert hat.So sind seiner Anregung z. B eine Reihe tüchtiger Dissertationen zu Galen zu verdanken. Noch deutlicher wird die Wirksamkeit Kalbfleischs auf seine Schüler und sein wissenschaftliches Organisationstalent auf dem andern erwähnten Spezialgebiet, der Papyrologie. Seinem Interesse und seinen Bemühungen verdankt es Gießen zum großen Teil, daß es außer der Papyrussammlung des Mu- (?tiMenbeuffcfoe Buckvrodukiion. Auf Grund der „Deutschen Bibliographie. Veröffentlichungen in den Sudetenlanden", die in Reichenberg erscheint, werden im „Börsenblatt für den deutschen Buchhandel" einige bemerkenswerte Zahlen mitgeteilt. Während im Jahre 1931 1336 Bücher von 520 Firmen und Stellen in 124 Ver- laasorten herausgeaeben wurden, erschienen im Jähre 1937 nur 994 bei 339 Firmen in 87 Verlagsorten. 305 Firmen in den Sudetenlanden waren dem deutschen Buchhandel angeschlossen: von diesen Verlagen wurden die meisten Bücher, 96, in Reichenberg veröffentlicht, dann folate Praa mit 59, Karlsbad mit 44 und Böbmisch-Leipa mit 15. Es gab außerdem Veröffentlichunaen rein tschechischer Verlage, die das Sudetendeutschtum angingen und die in diesen Zahlen mitenthalten sind: vor allem erschienen zahlreiche Schul- und Lehrbücher in tschechischen Verlagen. Bis vor kurzem, beoor die zahlreiche Belchlaanohm-'n einsetzttn, gab es rnnd zwei Duh-nd Zeitschriften im Dienste des Sudetendeutschtums. In einem anderen Hause gab es gleich drei Katzen. Oder waren es vier? Zur Zeit der Geldentwertung ging es den Hausbewohnern nicht zum besten, aber täglich wurde besonderes Futter für die Katzen gekauft. Wollte man sich setzen, lag natürlich eine Katze auf dem Sessel, beim Bücherbetrachten strich eine über das Buchgestell. Na ja, die Freundschaft ging eines Tages in die Brüche. Wer war schuld? Die Katzen! Da fällt mir ein anderes Erlebnis ein: Wir sitzen eines schönen Sommertages im Garten und beobachten ein Eichhörnchen, das sich merkwürdig aufgeregt gebärdet. Plötzlich ... ein zorniges Gebell! Husch, ist das Eichhörnchen weg! Im Nachbargarten aber sehen wir den Hund wütend einen Baum anspringen, auf dem eine dickköpfige, braungraue Katze ängstlich sitzt. O Himmel, es ist die siamesische Hauskatze vom Nachbarn, die einen eigenmächtigen Ausflug unternommen hat. Nur mit Gewalt kann der Hund entfernt werden, und die Katze ist gerettet! Ein altes Märchen weiß von der Entstehung der Feindschaft zwischen Hund und Katze zu berichten: Es war einmal eine Tierversammlung einberufen. Aber das Kamel fehlte. Der Hund wurde ausge- schickt, es zu holen. „Wie erkenne ich es?" fragte er. „An seinem Buckel!" war die Antwort. Da traf der Hund eine Katze, die gerade buckelte, und nahm sie mit. Als sie zu den anderen Tieren kamen, sagte er: „Hier bringe ich das Kamel!" Da lachten sie alle sehr und seitdem ... In unserem Hause lebt eine graue, schön gezeichnete Katzendame, Kitty benannt. Eines Tages, als wir morgens die Türe öffneten, stand sie davor, ein süßes, kleines Katzenbaby, hob ein Pfötchen und stolzierte unaufgefordert in die Küche, allwo sie sehr richtig etwas Genießbares vermutete. Als sie sittsam ihre Milch ausgeschleckt hatte, wollte das Kind, das natürlich hell begeistert war, das Kätzchen spazieren- ftchren. Zu diesem Zwecke bekam es ein Halsband, an dem eine Leine befestigt war. Aber — Kätzchen wollte nicht, wie Brigitte wollte. Es gab viel Bit- -ten, Locken, Zerrereien. ja sogar Tränen. Schließlich erbarmte sich die Nachbarin und nahm das Kätzchen als eigen an. Kätzchen ist nun eine Katze! Mit der Schäferhündin im Erdgeschoß verbindet sie eine -erbitterte Feindschaft, wie das unter Frauen zuweilen Vorkommen soll, wobei Britta, die Hündin, «den kürzeren zieht. Kitty nämlich springt ihr, wenn irgend möglich, auf den Rücken und gibt ihr von -dort aus wahlgezielte Ohrfeigen. Eines Frühjahres aber: lleiOch- i= unö gen 1959. ien: ie ihre Lebre b Mort biä v, re Lehre sofort bis ie ihre Lehre minder Zeit § ben Kreisen ;er Industrie« träfe 7, unter Vordrucke zu vorgenannten sich. Die Pr«' an der Kaust Lehrling, nrt LebrabsM' lifungsgebuhr 7045U ; GieKeu»__ Kundgebung zur Woche des deutschen Buches. Agnes Miegel liest aus eigenen Werken. Der Oberbürgermeister der Stadt Gießen, Goeche- Bund und Kaufmännischer Verein, sowie der örtliche Arbeitsausschuß zur Buchwoche hatten für gestern abend zu einer Kundgebung aus Anlaß der Woche des deutschen Buches aufgerufen und die Dichterin Agnes M i e g e l zu einer Borlesung aus eigenen Werken zu Gast gebeten. Die Aula war, soweit wir sehen konnten, bis auf den letzten Platz besetzt. Bürgermeister Professor Dr. 3u Beginn im Namen der Veranstalter die Erschie- nenen willkommen und richtete Worte herzlichen Dankes an die Dichterin, deren Besuch uns zu hoher Ehre gereiche: sie, die Künderin des deutschen Ostens, werde hier von einer treu ergebenen Gemeinde empfangen. Auf den eigentlichen Anlaß der Kundgebung eingehend, kennzeichnete Prof. Ha m m Las deutsche Buch als unersetzlichen, treuen Begleiter, Freund und Helfer im verzehrenden Alltag un- lerer gewaltig bewegten Zeit. Er sprach von der hohen Verantwortung dem Buche gegenüber unö von der brennenden Notwendigkeit, Zeit und Mutze zu schaffen für die Vertiefung in die ewigen Werte Les Buches, auf daß es ein Kraftguell werde im Leben der Nation. Dann betrat Agnes Miegel, vom herzlichen Beifall der großen Zuhörerschaft empfangen, das Podium. Sie begann ihre Vorlesung mit drei Ge- Lichten: „ O ihr, aus deren Blut ich kam", „Cranz' unb „Gedenktag". Dies sind stille, klare, empfun- Lene Verse, der heimatlichen Landschaft, her „heilig vertrauten", und den menschlichen Kraftströmen tief verpflichtet, die das Wesen der Dichterin bilden und sich entfalten halfen. An diese Gedichte schloß sich am die kleine Geschichte eines Buches, das einzige Prosastück des Abends, dem Sinn und Ziel der Kundgebung innerlich zugewandt, eine Jugender- iinnerung von sehr persönlicher Haltung, im Svrach- Blang ganz leise ostpreußisch getönt. Frau M i e - V e l erzählt hier von ihrer ersten Bekanntschaft mit Lern elterlichen Bücherschrank daheim, dessen Schatze mach und nach zu treuen Begleitern durchs ganze Geben wurden, von der frühen Begegnung mit .Spiegel dem Kätzchen", Mörike-- schöner L-m 'm Bloutopf und manchen andern, längst unvergeßlich und tief vertraut gewordenen Gestalten deutscher ist das Leben! Vsrnoinen. heiterer Vorkraasabend. Der Goethe-Bund und Kaufmännische Verein , , schreibt uns: Am Montag, 7. November, hat der Kampfstoffe. Der Führer an General Mohr. Anläßlich des Tages ihrer Goldenen Hochzeit am vorigen Montag erhielten Generalmajor a. D. Rudolf Mohr und Frau in Gießen folgendes Telegramm des Führers: „Der Führer und Reichskanzler. Berlin, 30. Oktober 1938. Sehr geehrter Herr General! Zu dem seltenen Fest der Goldenen Hochzeit sende ich Ihnen und Ihrer Gattin meine herzlichsten Glückwünsche. Ich hoffe und wünsche, daß Ihnen noch ein recht langer und ungetrübter Lebensabend im Kreise Ihrer Familie beschieden sein möge. Mit deutschem Gruß! Adolf Hitler." Prof. Dr. Karl Kalbfleisch 70 Zahre alt. Der langjährige ordentliche Professor der klassischen Philologie an der Universität Gießen, Prof. Dr. phil. et Dr. med. h. c. Karl Kalbfleisch, kann am heutigen 3. November in aller Frische seinen 70. Geburtstag feiern. In Gelnhausen am 3. November 1868 geboren, besuchte Karl Kalbfleisch zunächst die Mittelschule und Privatunterricht in seiner Vaterstadt, dann von 1883 bis 1887 das humanistische Gymnasium in Hanau. Hierauf studierte er von 1887 bis 1889 in Leipzig klassische Philologie und Germanistik, von 1889 bis 1893 in Berlin klassische Philologie, Archäologie und Philosophie, von 1893 bis 1895 in Berlin Medizin. Er promovierte 1892 in Berlin zum Dr. phil. und habilitierte sich 1896 in Freiburg im Breisgau als Prioatdozent der klassischen Philologie. Dann war er von 1896 bis 1900 Privat- Gesellschaft Liebig-Museum Gießen. Umbildung des Vorstands. Die Gesellschaft Liebig-Museum hielt am gestrigen Mittwochabend un Physiologischen Institut Der Universität eine außerordentliche Jahreshauptversammlung ab, deren wichtigster Punkt die Neuwahl des Vorstandes war. Der Vorsitzende der Gesellschaft, Dr. Fritz Merck (Darmstadt), begründete die Notwendigkeit der Neuwahl, für die u. a. auch Las Ausscheiden zweier verdienter Vorstandsmitglieder, des verstorbenen Ehrenvorsitzenden Geheimrat Professor Dr. Sommer und des gleichfalls verstorbenen Geheimerats Profesior Dr. Behaghel, maßgeblich war. Weiterhin hatten die Professoren Dr. Brand (Marburg) und Dr. Schaum (Gießen) um Entlassung aus dem Vorstand gebeten. Der neue Vorstand setzt sich nun zusammen aus Dr. Fritz Merck als 1. Vorsitzenden und dem Direktor des Chemischen Instituts der Universität Professor Dr. Weitz als Stellvertreter, Apotheker Adolph als Schriftführer, Bürgermeister Profesior Dr. Harn m, der für die Unterhaltung des Liebig-Museums großes Interesse bekundet, als Vertreter der Stadt, ferner aus Landgerichtsrat Jockel, Amtsgerichts- rat i. R. Gros, Universitätsprofesior Dr. Bür - ker, Karl Liebig aus Valparaiso, Regierungsbaurat Kuhlmann als Vertreter des Staates, Universitätsprofesior Dr. Otto B e h a g h e l, ferner aus dem Profesior der Technischen Hochschule in Darmstadt Dr. Schöpf, der die Verbindung zu Darmstadt aufrechterhalten soll, unD aus dem Bruder des 1. Vorsitzenden, Georg Merck (Darmstadt). Dr. Fritz Merck dankte dem bisherigen Vorstand und auch den Professoren Dr. Brand und Dr. Schaum für ihre langjährigen Dienste. Unter „Verschiedenes" gab Dr. Merck oekannt, daß in diesem Winter die Briefsammlung Liebigs eingehend durchgearbeitet werden wird, um diese kostbaren Schätze in einer ähnlichen Sammlung zu veröffentlichen, wie es Profesior Berl mit den Briefen an Karl Liebig (Valparaiso) bereits getan hat. Die Bauarbeiten im Museum sind bereits durchgeführt bis auf eine Ausbesserung im Hör- saal, die in nächster Zeit vorgenommen werden wird. Das Museum hat von dem früheren Schriftführer der Gesellschaft, dem Arzt Dr. Werner in Bad Mergentheim, zwei weitere Briese Liebigs als Geschenk erhalten, wofür dem Spender öffentlicher Dank ausgesprochen wurde. Anschließend hielt Profesior Dr. Bürter einen Vortrag über das Thema: Zur Kenntnis der Galle seit Liebigs Zeiten." Tierschutz aus -em Transport. ZdR. Nach § 1 des Tierschutzgesetzes vom 24. No- vember 1933 ist es verboten, ein Tier unnötig zu quälen oder roh zu mißhandeln. Weiter verbietet dieses Gesetz u. a., ein Tier in der Unterbringung oder Beförderung derart zu vernachlässigen, daß es dadurch erhebliche Schmerzen oder gar erheblichen Schaden erleidet. Jede andere Unterbringung und Beförderung eines Tieres als die nachfolgend beschriebene wird als Vernachlässigung gegenüber der Volkswirtschaft und im Sinne des Tierschutzgesetzes angesehen. 1. Die Wagenböden find zur Vermeidung von Unglücksfällen mit Einstreu (Sand, Sand und Stroh, Torfmull und bergt) zu versehen. 2. Die Tiere find in schonender, sie nicht beunruhigender Weise zu verladen. 3. Die Tiere dürfen nicht zu eng oerlaDen werden. 4. Großvieh muß bei Zusammenverladung in einem Wagen von Kleinvieh (Kälber unter drei Monaten, Schafe und Ziegen) und Jungvieh (Rinder bis ein Jahr) durch Bretter- oder Lattenver- schläge (Vorsatzgitter) getrennt werden. 5. Großvieh und Schweine müssen auch nach Geschlechtern getrennt werden, Großvieh durch Anbinden, Schweine durch Bretter- oder Lattenver- schläge( (Dorsatzgitter). 6. Jede Krch mit dem zu ihr gehörenden saugenden Kalb mutz von anderen Tieren abgegittert werden. Unterwegs geborene Kalber sind mit dem Muttertier bei nächster Gelegenheit von anderen Tieren abzygittern. 7. Rinder, bei denen das Abkalben in den nächsten Tagen zu erwarten ist, sollen nach Möglichkeit nicht befördert werden. 8. Frischmilchende Kühe sollen nicht früher als drei Tage nach dem Abkalben verladen werden. 9. Frischmilchende Kühe sind in jedem Falle kurz vor Beginn der Beförderung und während der Beförderung spätestens nach achtzehn Stunden zu melken. 10. Bei der Beförderung von hochtragenden und frischmilchenden Rindern soll ein Begleiter für einen Lastzug gestellt werden. 1 11. Lose verladenen Pferden, z. B. Schlachtpfer- den, sind zur Vermeidung von gefährlichen Schlagverletzungen die Hintereisen abzunehmen. 12. Die Beförderung altersschwacher ober gebrechlicher Pferde (z. B. Schlachtpferde) ist eine tierquälerische Handlung und deshalb zu Unterlasten. 13. Bei einer Transportdauer bis zu zwei Stunden können die Bestimmungen unter Nr. 7, 8, 10 und 12 außer Betracht bleiben. Jeder am Tierversand Beteiligte hat die Pflicht, mit dafür zu sorgen, daß die Tiere ihren Bestimmungsort in bester Verfassung erreichen. Wer von den Tierversendern diese Richtlinien nicht beachtet, kann wegen Uebertretung der Bestimmungen des Tierschutzgesetzes bestraft werden. Bei Zuwiderhandlungen kann nach § 11 des Tierschutzgesetzes die berufsmäßige Beschäftigung oder der Handel mit Tieren untersagt werden. seums über zwei ansehnliche Sammlungen verfügt, die der Universitätsbibliothek und die Janda-Pa- pyri. Diese Sammlung hat Kalbfleisch im Jahre 1906 begründet und nach dem Gelnhauser Buchdruckergeschlecht, dem seine Mutter entstammte, benannt. Die Janda-Papyri wurden von Kalbfleisch unter Mitwirkung seiner Schüler herausgegeben. Als Gelehrter und Forscher, als Lehrender und als Förderer junger Talente, als Mensch und als Gießener Bürger hat sich der Jubilar Durch fein Wirken und durch sein allezeit liebenswürdiges und gewinnendes Wesen in weiten Bevölkerungskreisen große Sympathie erworben. Daher werden ihm an Seinem heutigen 70. Geburtstage sicherlich zahlreiche Ehrungen zuteil werden. Dem Jubilar bringen auch wir unsere herzlichen Glückwünsche bar. 7!ur an den Gtanoortültesten. Der Standortälteste Gießen bittet sämtliche Dienst, stellen, Gliederungen der Partei, Behörden, Körperschaften, Organisationen, Verbände und Vereine etwaige Anträge und Aufforderungen auf Gestellung von Abordnungen der Wehrmacht des Standorts Gießen (Offizierabordnungen oder Truppen- abordnungen ober „Vertreter der Wehrmacht^ bei wichtigen ober feierlichen Anlässen aller Art, einschließlich größeren geselligen Veranstaltungen: „An den Standortällesten, Gießen, Zeughauskaserne" zu richten. Der Standortälteste wird fobann nach Maßgabe der dienstlichen Inanspruchnahme der Truppe über die etwaige Vertretung der Wehrmacht bes Stanb- orts Gießen entscheiben. Gemäß Erlaß des Reichskriegsmimsters und Oberbefehlshabers der Wehrmacht kommt Gestellung von Ehrenformationen (also geschlossenen Truppenver- bänben) im allgemeinen nur bei ganz besonderen Anlässen in Frage. Von obiger Regelung werben an Truppen-Kom- manbeure im Standort persönlich gerichtete Einzel- Einladungen nicht berührt. Die Stäbe, Truppenteile und Dienststellen des Standorts find angewiesen worden, Einladungen und Aufforderungen zur Gestellung von Abordnungen ober Vertretern unbeantwortet dem Standortältesten oorzulegen. »Kriegerälteste*' im ND.-Neichskriegerbund. Lpd. An allen Orten mit mehreren Kriegerkameradschaften, mit Ausnahme jener, wo ein Kreiskriegerführer ober höherer ©lieberungsfübrer seinen Sitz yat, werden hurch den Landeskriegerführer, im Landesverband Fulda-Werra, also durch ^-Oberführer, Generalleutnant a. D. Fett, ,K ri e g e r ä l te ste" bestimmt. Sie haben die Verbindung mit den Partei- und Wehrmachtsdienststellen aufrechtzuerhalten und sind dafür verantwortlich, daß außergewöhnliche wichtige Anordnungen schnell burchgesagt werben. Ihre weiteren Aufgaben bestehen in der Regelung gemeinsamer Veranstaltungen aller Kriegerkamerabschaften am Ort in enger Verbindung mit den örtlichen Partei- und Wehrmachtsdienststellen sowie mit den Ortsbehör- den, Gestellung von Abordnungen des NS.-Reichs- kriegerbundes bei feierlichen Anlässen, Sorge für die Unterbringung von auswärtigen Kameraden, Regelung eines einheillichen Auftretens der Krie- gerkamerabschasten, Vertretung des NS-Reichs- kriegerbundes bei örtlichen Veranstaltungen u. a. m. Jrgenbwelche Führerbefugnisse stehen ben Krieger- ältesten eines Standortes nicht zu. Ihre Anordnungen hn Rahmen ihrer Sonderausgaben sind jedoch siir alle Kriegerkamerabschaften am Ort und deren ÜRifglieDer bindend. Odenwälder Heimatvereinigung. Zur November-Tagung der Odenwälder Heimat- nereirrigung fand sich eine stattliche Anzahl gebürtiger Odenwälder aus unserer Stabt im Hotel Köhler zusammen. Der Dorsitzenbe Hch. Vetter gedachte in seinen Begrüßungsworten der gemeinsamen Heimat, ging auf Freud und Leid in einzelnen Familien der Heimatoereinigung ein und beglückwünschte Steuerinspektor A m e n d , ein besonders rühriges Mitglied der Heimatvereinigung, zur Verleihung des Treudienstehrenzeichens in GoQ. Unteroffizier Grünewald, gebürtig aus Bad König, gab darauf einen anschaulichen Bericht über seine Erlebnisse bei der Besetzung des sudetendeutschen Gebiets. Er verstand es, seinen Landsleuten ein treffendes Bill» von den larLschaftlichen und kulturellen Verhältnissen in der Ostmark und Sudetendeutsch- lanb zu vermitteln. Ergänzend sprach Dr. M i ch e l über seine Eindrücke aus dem Waldviertel und würdigte besonders eingehend die Stätten, wo der Führer, seine Eltern und Vorfahren lebten und z. T. heute noch Verwandte Adolf Hitlers wohnen. Mit dem Dank an den Mann, der Sudetendeutschlanb heim ins Reich geführt hat, klang der Abend aus. Gießener Dochenmarktpreise. * Gießen, 3.Nov. Auf dem heutigen Wocken- markt kosteten: Deutsche feine Molkereibutter, 54 kg 1,52 Mark, Markenbutter 1,55 bis 1,60 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 9, Eier, ausländische Kühlhauseier, 11, Wirsing, % kg 8 bis 9 Pf., 50 kg 5 bis 8 Mark, Weißkraut, 54 kg 4 bis 5 Pf., 50 kg 4 Mark, Rotkraut, 54 kg 7 bis 8 Pf., 50 kg 5 bis 7 Mark, gelbe Rüben und Karotten, 54 kg 7 bis 9 Pf., rote Rüben 10, Spinat 15, Römifchkohl 10, Bohnen, grün 30, Rosenkohl 15 bis 40, Feldsalat, 1/io 8 bis 10, Tomaten 20 bis 30, Zwiebeln 10 bis 12, Meerrettich 35 bis 60, Schwarzwurzeln 25 bis 40, Kürbis 8 bis 9, Kartoffeln, % kg 4 Pf., 5 kg 35 bis 40' Pf., 50 kg 3 bis 3,45 Mark, Aepfel, 54 kg 30 bis 45 Pf., Birnen 25 dis 40 Pf., Hähne 1 bis 1,20 Mark, Suppenhühner 90 Pf. bis 1,05 Mark, Gänse 1,10 bis 1,25 Mark, Tauben, das Stück 50 bis 60 Pf., Nüsse, 54 kg 50, Blumenkohl, das Stück 10 bis 45, Salat 8 bis 10, Salatgurken 45 bis 50, Endivien 5 bis 10, Oberkohlrabi 5 bis 10, Lauch 5 bis 10, Sellerie 10 bis 35, Rettich 5 bis 20, Radieschen, das Bündel 8*bis 12 Pf. ** Arb eitsjub iläum. Am heutigen 3. November kann der Lagerarbeiter Jean Meurer auf eine ununterbrochene Dienstzeit von 30 Jahren Mm AM« MW M Roman von Kurt Riemann Copyright by Verlag Oskar Meister, Werdau L 6a 23 Fortsetzung (Nachdruck verboten!, ,^ch danke Ihnen, Schorsch ... wir wollen doch ruhig bei dieser Anrede bleiben! Wenn Sie wollen. Sie auch, Güncher. Und nun helfen Sie mir! Sie sind beide Fachleute, der eine ist Techniker, Maschinenbauer, der andere Werbeleiter und Kaufmann ... kommen Sie zu uns und helfen Sie mit, gemeinsam ein neues Werk zu schaffen, ein Werk, das die Lebensarbeit eines Mannes verwirklichen soll, den mir alle miteinander gern haben. Ist das keine Ausgabe, die Sie reizen könnte?" ,Zst das Wahrheit? Ist es Ernst?" „Mein voller Ernst. Hier gibt's doch nichts zu scherzen." „Günther, du Frosch, wo ist deine rechte Hand eigentlich? Reich Sie 'rüber! So ... hier ist meine! Wir sind Ihre Leute! Und daß der Doktor Ihnen vorschriftsmäßig aus den Leim geht, dafür lassen Sie mich nur sorgen! Jetzt könnt Ihr mal erleben, wie Schorsch eine Sache organisiert!" Hägebarth muß lachen. „Ähre Zuversicht, mein Herr, möchte ich auch haben! Aber das soll mich nicht hindern, Ihnen alles Gute zu wünschen! Glück auf!" „Glück auf!" Dann reichen sie sich die Hände. „Es muß sckön sein, so jung wieder anfangen zu können. Als ich damals mit dem alten Herrn Batten- feldt seligen Angedenkens die „Vereinigten" aufbaute ... seufzte Hägebarch, und bann beginnt er von den Gründerjahren zu erzählen. — Au diesem Abend kommt niemand mehr nach Hause. Sie sitzen und erzählen und dann, als das Gespräch zu versiegen beginnt, als Hägebarth längst schlafen gegangen ist, setzt sich Karola an Den Flügel. Und nun hören Jic mit Erstaunen, daß in diesem Menschenkind mehr steckt als eine kühle kluge Rech- nerin, sie entdecken plötzlich, daß sie eine Künstlerin ist ... eine Frau, die liebt. „Darum also", knurrt Schorsch vor sich hin, und es hört chn niemand, „darum also war sie die einzige, die wußte, wie sie den Doktor einfinq!" Und nun ist ihm auch auf einmal klar, weshalb Der Dok- tor gar nicht anDer$ konnte, als dieses Mädchen liebzugewinnen. Die zwei gehörten zusammen wie durch Die Vorsehung bestimmt. In Dieser Stunde, in Der er weiterhin entdeckt, Daß auch in seinem Herzen eine kleine zarte Flamme für Karola zu flackern beginnt — und wer kann oorübergehn an ihr, ohne sie zu lieben? — Da nimmt er sich vor, mit allen seinen Kräften Darüber xu wachen, daß dieses Glück dem Freunde nicht zerbricht, wie es ihm schon einmal geschehen ift Dafür will er Die Augen offen halten. Daß Diese zwei von Gott füreinander bestimmten Menschen ihr Glück finden und daß es Urnen unversehrt bleibe. Ehe sie schlafen gehen, faßt Karola noch einmal das Ergebnis der Besprechung zusammen. „Wir haben hier so etwas wie eine Verschwörung angezettelt", meint sie lächelnd, „eine Verschwörung, die uns allen zum Besten dienen soll und ganz besonders Dem Mann, Dem wir alle zugetan sind. Es hängt von unserer Geschicklichkeit und Verschwiegenheit ab, ob wir den rechten Erfolg für unsere Mühe haben. Ich brauche wohl nicht zu sagen, daß es sehr böse wäre, wenn einer von uns zur Unzeit den Mund auf tun wollte. — Schorsch, Sie können das Probestück Ihrer Begabung ablegen, indem Sie zwischen Karajan und Der Firma Die erste Verbindung Herstellen. Und Damit Sie auch wissen, daß ich Sie alle nicht nur als meine Mitarbeiter Der Form nach schätze, will ich Ihnen sagen, daß ich beschlosien habe, Sie alle als Gesellschafter in Die Firma aufzunehmen ... wenn Ihnen Das recht ist. Bitte ... lassen Sie mich zunächst noch einmal ausreden! Es ist auch ein klein wenig Selbstsucht dabei. Wenn ich verkaufe, ist es natürlich für mich ausgeschlossen, Die Firma unter anderm Namen wieder zu eröffnen. Das geht nicht. Darum halte ich das für die günstigste Lösung." „Das ist unmöglich, Fräulein Karola! Wir können doch keine Geschenke von Ihnen annehmen!" protestiert Günther. Er hat ganze zwanzig Mark in der Tasche unb soll so mir nichts, dir nichts kurz vor zwölf Uhr Gesellschafter einer Firma werden, die noch nicht gegründet ist. Ulkig. Aber Karola läßt das nicht gelten. „Dieses Geschenk ist zunächst gar nichts wert. Sie können sich ein Paar Handschuhe Dafür kaufen. Wir müssen erst arbeiten, daß es seinen Wert erhält. Und weil ich in Ihnen allen ganze Arbeitskamera- den gewinnen möchte, darum'möchte ich, daß Sie mir auch helfen, einen Teil der Verantwortung zu tragen. Wollen Sie mir das abschlagen?" „Nein, nein, das nicht ... aber ... .Kein Aber. Sie sagen also ja! Einverstanden?" „Dann wird wohl nichts anderes übrig bleiben ... wir sind also Ihre Gesellschafter, Fräulein Karola!" seufzt Schorsch und macht ein Gesicht, als müßte er Essig trinken. Aber dann bricht die Freude durch bei ihm: „Wie heißt unsere Firma eigentlich? Man muß doch wenigstens den Namen wissen!" „Wofür sitzt Du in Der Anzeigenabteilung einer Großstadtzeitung?" entgegnet Günther. „Das ist Deine Sache!" „Er ist gefunden! Wir* werden gemeinsam Die ,Konkordia-Preßstoff Gmb H/ gründen", verkündet Schorsch feierlich. „Konkordia? Wie kommst Du Denn Darauf?" .Konkordia heißt Eintracht. Ich finde, das ist ein sehr schöner, passender Name. Oder meinst du nicht, Günther?" ,^)m. Du bist eben doch ein Dichter. Aber nun ist es wohl Zeit, schlafen zu gehen. Wir haben allerlei vor!" schließt Günther das Gespräch ab. Schorsch reckt sich empor und lacht auf seine verschmitzte Weise. „Der gute Doktor hat von seinem Glück noch keine Ahnung! Kinder, was ist das eine ulkige Welt! Aber schön, Fräulein Karola ... wunderschön! Sie Dürfen mir glauben ... Das haben mir alle beide nicht hinter Dem Mädchen vermutet. Das Da vor uns ftanD, als wir aus dem Autobus stiegen!" Als sich die Herren verabschiedet haben, geht Ka- rola noch einmal in ihr Arbeitszimmer. Schwer lagert der Qualm Der Zigarren und Zigaretten darin. Sie öffnet Die Fenster weit. Draußen funkeln Die Sterne über dem Erzgebirge. Es ist ganz klar. Aus der Stabt, die sich wie ein dunkles, nur von seltenen Lichtpunkten unterbrochenes Meer unter ihr dehnt, tont der Warnruf eines Automobils. Dumpf poltert die Straßenbahn über Die Schillerbrücke. „5)abe ich's gut gemacht?" fragt Karola in Die Nacht hinaus. „Wirst du mir nicht böse sein, Herbert, daß ich dich immer noch ein wenig belüge? ... Sieh, ich habe doch nur einen Gedanken bei allem, was ich tue: es ist für dich ... für uns zwei. Wir müssen doch zusammenwachsen zu einem Ganzen, das fest steht für ein ganzes Leben. Du bist Stamm und Gezweig... Du breitest dich weit aus in das Dunkel und in Das Helle, Den Strom des Lebens einzufangen. Ich aber bin ein Mädchen ... und durch dich ein Weib geworden. Ich will halten, will Wurzelwerk fein, das sich anklammert an die heilige Erde und Kraft und Sicherbeit gibt und Ausruhen, wenn her Sturm vorüber ist ... ach, Herbert, wieviel leichter wäre es, wenn ich schon bei dir fein könnte!" Unfälle auf dem Lande. Der 45jährige Heizer Karl Lind aus jungen erlitt bei einem unglücklichen Sturz von der Maschine einen Wirbelsäulenbruch, der feine sofortige Ueberführung m die Klinik nach Gießen notwendig machte. — Der Landwirt Willi B e l tz e r von Utphe, der mit seinem Motorrad unterwegs war, wurde von einem Bulldogg ungefähren und stürzte so unglücklich zu Boden, daß er dabei einen Schädelbasisbruch und einen Armbruch erlitt. Die Verunglückten wurden in die Chirurgische Klinik in Gießen aufgenommen. irenen ausprobiert. Beim Ertönen dieses Alarm- ignals handelt es sich also nur um eine Probe, o daß kein Grund zur Beunruhigung gegeben ist. ** Geschäfts st enographenprüfung Herbst 19 3 8. Wie die Industrie, und Handelskammer Gießen nritteilt, fand am vorigen Sonntag Die Diesjährige Herbst-Geschäftsstenographenprüfung statt, Die in Der Abteilung 150 Süden von Fräulein Hilde Siebert, Fräulnn Ilse Wurm und Herrn Konr. Georg Emmerich, sämtlich aus Gießen, bestanden wurde. Ferner bestanden die 23orprühing in Der Geschwindigkeit von 120 Silben Herr Willi Arnold, Gießen, und Herr Karl Bender, Gießen. ** D i e Anmeldungen zu den indu« striellen Facharbeiter-, Lehrabschluß- und Kauf mannsgehilf enpruf ungen 1939 müssen jetzt erfolgen. An den Prüfungen nehmen sämtliche in Frage kommenden Lehrlinge der Kreise Gießen, Alsfeld und Lauterbach teil. Die industrielle Facharbeiterprüfung erfaßt alle LehrUnge, die einen anerkannten Lehrberuf erlernen, während für Lehrlinge zur Zeit nicht anerkannter Lehrberufe die Lehrabschlußprüfungen abgehalten werden. bei dem städtischen Gas- und Wafferwerk zurück- blicken. Aus diesem Anlaß wurde der Jubilar im Kreise seiner Arbeitskameraden geehrt und ihm ein Glückwunschschreiben des Oberbürgermeisters überreicht. ** Das silberne Treudienst-Ehrenzeichen verliehen. Dem Derwaltungsinspektor Peter Jockel vom Versorgungsamt Gießen wurde vom Führer und Reichskanzler als Anerkennung für 25jährige treue Dienste das silberne Treudienst- Ehrenzeichen verli-ehen. Das ihm durch den Leiter der Behörde in würdiger Form am 1. November ausgebänDigt wurde. ** Probealarm Der Feuersirenen. Am morgigen Freitag, 4. November, von 12 Uhr ab werden Die in der Marburger Straße und in Der Liebig st raße errichteten neuen Feuer- eS" n burd) L<7^si " um siebente WWJL alte VU eljü aaliterb G Utz iS* ja«** t»s * baü ein NS-v.- d«l ßfihN ®ur M tonn IW Mgeiummen, a und der liebevol sich der Kinder; lickheit. Zur Zk i garten, und sie größeren Sälen 4- bis 6jährige Zpielsachen, dir Mlchen für t ; leg*t zur Ur sie Lieder, Spru ‘ Spiele, lieber all Verschönerung, i befindliche Spie . garten soll na der NSD-, h Mustergar • den. Möchten Eltern van de allem van de NSD.-Kinder; Rundfunkprogramm Frelkag, 4. November. 6 Uhr: Fuga „Alla Handel", op. 49, von A. Gull« mant — Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Froher Klang zur Werkpause. 9.40: Mutter turnt und spielt mit dem Kind: 10: Schulfunk: Schwester sein, heißt mitten im Leben stehen. 10.30: Wir sind das Volk der Flieger. Aus Der Arbeit Der Flieger-HI. 11.45: Ruf ins Land. 12: Werkskonzert. 13: Nachrichten. 13.15: Mittagskonzert. 14: Nachrichten. 14.10: Dem Opernfreund. 15: Kleines Konzert. 16: Nachmittagskonzert. 18: Sport Der Woche und für Den Sonntag. 18.15: Bucher, von Denen man spricht. 18.30: Mit JagDgesang unD Hörnerschall. Hörfolge. 19.15: Tagesspiegel. 19.30: Der fröhliche Lautsprecher. 20: Nachrichten. 20.15: Der Garnmacher Crompton. Erzählung. 20.30: Die Winterreise. Ein Liederkreis nach Gedichten. 22: Nachrichten. 22.30: Unterhaltungskonzert. 24 bis 2: Nachtkonzert. Frau Kölzow liegt in ihrem Bett noch wach. Ihr Schlafzimmer im Kellergeschoß liegt gerade unter dem Musiksalon. Da hört sie, wie oben der Flügel zu klingen beginnt Karola spielt. Was das ist, weiß sie nicht, aber sie hört es aern. „Hörst bus? Sie spielt Klavier!" flüstert sie chrem Mann zu. Wenn sie Klavier spielt, so ganz für sich allein, Dann bars immer was gegeben. Vielleicht heiratet sie bald. Aber Herr Kölzow hat für so etwas wenig Sinn. Er wendet sich unwillig auf Die andere Seite und brummelt verdrießlich: „Und deswegen weckst Du mich mitten in der Nacht?" * Am andern Tag sitzen Wernicke und Schorsch in Wangenheims Kanzlei. Der Justizrat hört ihren Bericht von Anfang bis zu Ende, ohne eine Zwischen frage, an. Er macht sich nur manchmal kurze Notizen. Endlich ist Schorsch fertig, Günther faßt alles noch einmal zusammen. „Sie werden begreifen, Herr Justizrat, daß unsere Lage nicht ganz einfach ist. Wenn Doktor Karajar- aufmerksam wird unD erfährt, daß diese Dame, Der er so unendlich viel verdankt, seine eigentliche Geld geberin ist, daß eigentlich seine ganze Arbeit stehl uriD fällt mit dem bedingungslosen Vertrauen, Das dieses Mädchen in sein Wissen und Können setzt, Dann wird er nicht zögern, alles stehen- und liegen* zulasten und zu verschwinden. Er ist von einem ... ich möchte sagen, krankhaften Stolz. Es gibt Da gewisse Ereignisse in seinem Leben, Die chn empfindlich gemacht haben, wie es selten ein Mensch ist Wir kennen iyn gut" ,Hch auch", sagt der Justizrat und schnippt feine Brille auf die Stirn. „Ich muß aber vor allem das kleine Fräulein fennenlemen. Wissen Sie, warum?' „3d) kann mir's denken. Sie wollen von ihr bestätigt haben, daß unsere Angaben stimmen." „Unsinn. Ich glaube Ihnen. Nein, ich muß chre Bekanntschaft machen, well ein solches Mädchen st etwas Seltenes ist, daß mir's ganz unglaublich er- | scheint. Denn es ist keinesfalls sicher, daß Die i finbung Das hält, was sie verspricht. Theoretisch ist alles in OrDnung. Ob sich das aber vraktisch nut Dem Erfolg durch führen läßt, den Der Doktor Karajan erwartet, Das kann ich nicht sagen." ,^)aben Sie Das Dem Doktor auch gesagt?" Der Justizrat winkt ab, fast ärgerlich Darüber daß man ihm soviel Torheit zutraue. (Fortsetzung folgt!) de« 6dt (Söbeh mitten fuf) biet ses Ohm-Lu iug, tat mit KreisjührnDi willkommen, Wendler Sch e p p (So belnrob). Die nahmen sämü Ortsgruppe relle Ausbaua Teil übertrag um Dolksgan rneinde und d Bürgermeister fcrffieni irrige Qaufe[ fom Jahre- lGrunberg) tot Kleisoereine m Even MM Wangen. Die E M18Z auf ^nggfinqer W Oben KSeiMer !,e>er ihres Aktien Mllng der 3% ' tzr-r 8i W W SlÄSn der«. ÖpSt ALL 100 Mit S i sä'; W SeAw ’Orc Aus der engeren Heimat en. — Unter dem Vorsitz des Orts- 9 Jl.-Sport MTV. SA. im am die Tv. Tv. Tv. Tv. tanbe. id aus jungen urz von der Mader seine sofortige i) Gehen notwen- M Leltzer vor cab unterwegs war. efcchren und stürzte dabei einen Schä> ch erlitt Die Ser rurgische Klinik ir Hochelheim SA.-Kampfspielgemeinschaft Niederscheld — Kampfspielgemeinschaft III/J. 33 Tv Katzenfurt II — To. Emersbach. Freundschaftsspiele: Gewissenloser Schwarzfahrer. Lpd. D a r m st a d t, 2. Nov Die Juftizpresseftelle teilt mit: Das Urteil des Bezirksschöffengerichts Darmstadt vom 21. Oktober d. I. gegen den ^jährigen, zuletzt in Darmstadt, Ballonstraße 10, wohnhaften Friedrich Busalt ist nunmehr rechtskräftig geworden. Busalt hatte am 11. September bei einer nächtlichen Schwarzfahrt mit dem Kraftwagen seines Arbeitgebers in rücksichtslosester Fahrweise in der Karlstraße nahe der Hevmannstraße einen schweren Verkehrsunfall verschuldet, bei dem der Tod eines Menschen und schwere Verletzungen eines zweiten zu beklagen waren. Der Verurteilte, der nicht im Besitze eines Führerscheines war, suchte sich in wilder Flucht durch die Straßen der Stadt der (Ermittlung zu entziehen. Durch das Höchstmaß der Strafe wegen fahrlässiger Tötung und Körperver- Hausen — Tv. Hvchelheim Londorf — Luftwaffe Gießen II. Altmeister Rütt lehrt den Radsport-Nachwuchs. Einer der berühmtesten deutschen Altmeister Radsport, Walter Rütt, wurde vom Fachamt zum rennsportlichen Betreuer der Amateure ernannt. Rütt wird noch bis Ende dieses Monats in Berlin wirken, um dann seine Tätigkeit in der Dortmunder Westfalenhalle auszuüben, wo ihm in der Riesenschar westdeutscher Talente geeignetes Fahrermaterial zur Verfügung steht. Schon in seiner Kölner Rennfahrerschule hat Rütt zahlreichen Spitzenfahrern den Weg nach oben suchen helfen. ner Entlastung erteilt. , . , Im weiteren Verlauf der Versammlung spraci-en Kreisführer Dönges und Kreischorletter D a u ° pert über die neuen Richtlinien für die nawmah' rigen Wertunqssingen. Zu Ehren des Volksliedkomponisten Friedrich Silcher, dessen Todestag un nächsten Jahre sich zum 150. Male iährt, soll zum nächsiiahrigen Wertungssingen jeder.Verein als frei- gewählten Chor einen Silcher-Chor vortragen. Der 'Pflichtchor wird noch bekanntgegeben. Dem Sängerverein „Teutonia" Nordeck wurde nachträalich, aus Anlaß seines 75iähriaen Bestehens, der Ehrenbnef des Deutschen Sängerbundes überreicht. Mit dem Gruß an den Führer fand die Versammlung ihren Abschluß. Canbfrdfl (Stetten 8 Alten-Buseck, 2. Nov. Durch Verfügung des Ministeriums wurde Lehrer Becker, der seit dem 1. März d. I. vertretungsweise die Schulstelle der Lehrerin Frau Sarg versah, mit Wirkung vom 1. November nach Beuern versetzt. Herr Bäcker erfreute sich trotz der kurzen Zeit seines Hierseins allgemeiner Beliebtheit, und nur ungern seben wir ihn von hier scheiden. — Anläßlich des Nationalen Spartags des deutschen Volkes wurden von den Schulkindern der hiesigen Volksschule annährenb 100 R M in d i e S ch u l s p a r k a s s e einge- .zahlt. Erfreulich ist die Tatsache, daß sich die Spareinlagen der Kinder in den letzten Jahren bedeutend erhobt haben und daß das gesamte Spargut der Schulsvarkasse zur Zeit etwa 400 RM betröat. -2- Lollar, 2. Nov. Im hiesigen Lichtspielhaus irourbe durch die K r e i s f i l m st e l l e des M S L B für die Schulen vvn Lollar, Rutters- lhaufen, Daubringen, Staufenberg und Mainzlar der Olnmpiafilm gezeigt, der bei Lehrern und Schülern Beaeistexuna auslösie. Der Rilm wird in den nächsten- Tagen für die Bevölkerung, die Partei mnd ihre Gliederungen und angeschlossenen Der- Roth (Reiskirchen) übertragen. Kreis Alsteld § Alsfeld, 2. Nov. Nachdem in der Stadt Alsfeld neuerdings zwei weitere Diphtheriefälle festgestellt wurden und die s p i n a l e K i n - oerlähmung in einem weiteren Kreisorte aufgetreten ist, wurden die für den vergangenen Sonntag in Alsfeld vorgesehene Großkundgebung des BDM., sowie das Landdiensttreffen für die ländlichen Orte des Gaues Hessen-Nassau vom 2. bis 6. November abgesagt^ Aus dem gleichen Grunde wurde auch die für den 1. November in Aussicht genommene Bürgermeifterversammlung des Kreises Alsfeld vorerst nicht abgehalten. ch Mücke, 2. Nov. Im Bahnhof Mücke wurde einigen Mitarbeitern, die über 25 Jahre im Dienste der Deutschen Reichsbahn stehen, das ihnen vom Führer verliehene Treudien st ehre nz eichen überreicht. Oberbahnhofsvorsteher Bloh überreichte die Auszeichnung im Rahmen einer kleinen Feier an Reichsbahnsekretär Nickel, Reichsbahnassistent Spornhauer, Weichenwärter H ö n i g und HilfsbetriebsasMent Kratz. Kreis Vehlar. ch Frankenbach, 1. Nov. In unserer Gemeinde wurden bei der Vorerhebung der Naturalspenden für das Winterhilfswerk 80 Zent- ner Kartoffeln, 20 Zentner Roggen und 6 Mark Bargeld gespendet. Als erstes der Fachämter des DRL. eröffnet kommenden Sonntag das Fachamt Handball lange Reihe der vorgesehenen Veranstaltungen. Erstmals ist in diesem Jahre ein Programm aufgestellt worden, das schon rein äußerlich von den seitherigen Folgen abweicht. Die Spielleitung hat sich nämlich entschlossen, die Pflichtspiele ansiehen zu lasien, um so das Interesse zu wecken und zu erreichen, daß neben der rein materiellen Seite auch die sportliche zu Ehren kommt. Menn also am kommenden Sonntag die Dereinsspielwarte werben, Tv. Allendorf — Tv. Lützellinden komb. ~ Hörnsheim — MSV. „Barbara" Gießen Dornholzhausen — To. Lang-Göns werk mit Bucheckernsammlung zur Verfü- guna. Es konnten von ihnen nahezu zwei Zentner an die NSV. ab geliefert werden. 0 Li ch, 2. Nov. In diesen Tagen trat die Handarbeitslehrerin Fräulein Lina Mulch nach ! über 30jähriger Dienstzeit an der hiesigen Dolks- Gießen II Tv. Lich — Tv. Krofdorf VfB.-R Gießen — SA.-Kampfspielgemeinschaft Gießen A SA.-Kampfspielgemeinschaft I. 33 Wetzlar — To. n Seif noch ' M-h 6‘9* S™e, nne °b-" ic miß ß- * *1 „r (filtert I Mi, i» «“i E Ä"”»‘ '* »’S t Str.ff <-b NSV.-Kindergartens überzeugen. Sangertag des Gängerkreises Ohm-tumdatal. Göbelnrod, 1. Nov. Am Sonntag versammelten sich hier die Vertreter des S ä n g e r k r e i - les Ohm-Lumdatal zum Krelssanger- tag, der mit dem Sängergruß eröffnet wurde. Kreisführer Dönges (Merlau) hieß die Teilnehmer willkommen, insbesondere den Provinzfichrer Wendler (Bad-Nauheim), den Ortsgruppenleiter S ch e p p (Saasen) und Bürgermeister Kern (Göbelnrod). Die 34 Kreisvereine waren mit zwei Ausnahmen sämtlich vertreten. Ortsqruppenleiter Sch e p p sprach über die kulturelle Aufbauarbeit, die den Gesangvereinen zu ihrem Teil übertragen sei, und betonte, daß sie stets Diener am Volksganzen sein müßten. Im Namen der Gemeinde und des Gesangvereins „Eintracht begrüßte Bürgermeister Kern die Versammlung. Provinzführer Wendler sprach ausführlich über das diesjährige Gaufest in Gießen. „ Dem Jahresbericht des Schriftführers Becker (Grünberg) war zu entnehmen, daß die Zahl der Kreisvereine mit 34 unverändert blieb Die Zahl der aktiven Mitglieder ist von 1058 auf 1044 zuruck- aegangen. Die Zahl der unterstützenden Mitglieder ist um 183 auf 734 gestiegen. Zur Uebemahme der Wertungssingen 1939 meldeten sich die Vereine „Germania" Ober-Ohmen und ,Liederkranz Wetters- Hain Beide Vereine wollen mit dem Wertungsstngen die Feier chres 75jährigen Bestehens begehem Den beiden Vereinen wurde nach längerer Aussprame Die Abhaltung der Wertungssingen Übertragern Kreis- rechner Weber (Kesselbach) trug die Jahresrech- nung vor, die einen kleinen Ueberschuß austvies Entsprechend dem Bericht der Kassenvrufer Doll und Schwarz (beide Allendorf) wurde dem Rech- Sierfe Schlußrunde um den Tschammer-Pokal. Bor vier Wochen wurden im Tschammer-Pokal- Wettbewerb, der drauf und dran ist, sich zu einem der volkstümlichsten Wettbewerbe im deutschen Fuß- ballsport zu entwickeln, die „letzten Acht" ermittelt, die nun am kommenden Sonntag zur vierten Schlußrunde anzutreten haben. Gleichzeitig bestreiten die acht zu einer Ausscheidungsrunde zugelasse- neu Ostmark-Mannschaften chre Ausscheidungen, so daß also die vier Sieger der Altreich-Spiele und die vier Gewinner der Ostmark-Ausscheidung erst die richtigen „letzten Acht" ergeben, die dann am 27. November in der fünften Schlußrunde um den Eintritt in die Vorschlußrunde (11. Dezember) kämpfen werden. Schon vier Wochen nach der Vorschlußrunde, am 8. Januar, steigt bann das Endspiel! Bei den vier Kämpfen im Altreich kommt es zu folgenden Paarungen: Frankfurt: FSV. Frankfurt — VfB. Mühlburg; Mannheim: SV. Waldhof — Rotweiß Essen; Berlin: Blauweiß Berlin — 1860 München; Gleiwitz: Vorw. Ras. Gleiwitz — 1. FC. Nürnberg. Fußball bet Gauliqa Hessen. Pflichtspiele: Spvgg. 1900 Gießen — Tv. Heuchelheim VfL. 1860 Marburg — MTV. Gießen Luftwaffe Gießen — Tuspie. Ockershausen Tv, Wetzlar — Tv. Garbenheim Tv. Lützellinden — Tv. Katzenfurt Wetzlar-Niedergirmes — Münchholzhausen Tv. Grüningen — Tv. Nauborn Tv. Dutenhofen — To. Atzdach Tv. Holzheim — Tv. Dillenburg SA.-Kampfspielgemeinschaft Gießen B — Es kam eine Einigung dahingehend zustande, daß der letztere sich dem ersteren anschließt und die „Sängervereinigung" nunmehr ihrem Namen das Gründungsjahr des „Turn- und Gesangvereins" Wirtschaft. Rhein-Mainische Börse. Mitlagsbörse uneinheitlich. Frankfurt a. M., 2. Nov. Offenbar in Ent- täufdjung über die weiterhin nur schwache Kund- chaftsbeteiligung nahmen die Berufskreise bei Börsenbeginn einige Glattstellungen vor, so daß am Aktienmarkt die Kurse vielfach um Bruchteile eines Prozentes niedriger einsetzten, teilweise aber auch Rückgänge bis zu 1 v. H. und darüber vorlagen. Später setzte sich jedoch die freundliche und zuversichtliche Grundstimmung wieder stärker durch, zumal auch kleine Käufe eintrafen, und zum größten Teil wurden die Anfangsrückgänge nahezu aufgeholt. Die weiter feste Haltung einiger Spezialpapiere dürfte ebenfalls angeregt haben. Im allgemeinen hielten sich die Umsätze wieder in bescheidenen Grenzen. Montanwerte zogen trotz uneinheitlicher Entwicklung wieder größeres Interesse auf ich, offenbar in Erwartung der als dicht bevor-- tehend bezeichneten Bilanzsitzung bei Hoesch. Mannesmann 113,65 bis 114,13 (114,65), Buderus 115/50 (114,75), Klöckner 125,75 bis 126,25 (125,50), Hoesch und Verein. Stahl unv. 120 bzw. 113,25, letztere bei etwas größerem Geschäft. Weiter fest lagen Westdeutsche Kaufhof mit 108,75 bis 109,13 (108), ferner am Maschinenmarkt Rheinmetall mit 138,40 (137,25), auch die übrigen Maschinenwerte mäßig gebessert. Don Elektrowerten, bei denen die Schwankungen etwa 0,50 bis 0,75 v. H. betrugen, lagen RWE. matt mit 123 (124,40). Farbenindustrie gaben bei kleinstem Umsatz auf 153 (153,75) nach, erner setzten Reichsbank 1 v. H., Conti Gummi 1 v. H. und Deutsche Erdöl 0,75 v. H. schwächer ein, andererseits Südd. Zucker 212 (210), Deutsche Linoleum 161,50 (160,50), Zement Heidelberg 157 (156,50). Das Renten geschüst blieb ohne Bedeutung. Nachfrage und Angebot waren etwa gleich groß. Nicht ganz behauptet Reichsaltbesitz und wesentlich stiller mit 130,75 (131), später aber belebter und auf 130,85 erholt. Kommunal-Umschuldung weiter etwas gebessert auf 93,85 bis 93,95 (93,82V2). Don Länderanleihen 29er Hessen 100,50 (100,05). Von kommunalen Werten Mannheimer Altbesitz 135 (134), 4,50 v. H. 28er Darmstadt 98,25 (98,50). Industrie-Obligationen wurden beachtet und lagen vielfach 0,13 bis 0,25 v. H. höher. Am Pfandbriefmarkt ließen Liquidationswerte meist 0,13 bis 0,25 v. H. nach, Nassauische weiter erhöht auf 101,50 (101,40). Im Freiverkehr wurden bei ruhigem Geschäft genannt: Dingler 101 bis 103 (—0,50 v. H ), Elsass. Bad. Wolle- 94,50 bis 95,50 (unv.), Katz & Klumpp weiter fest mit 103 bis 105 (103), Ufa Film 84,50 bis 85 (85,50), Verein. Pinsel Nürnberg 71 (69) Geld. — Tagesgeld wieder sehr leicht mit 2,25 (2,50) v. H. Slbenbbörfe ruhig. Im Nachgang zu dem stillen Mittagsschlußverkehr war auch die Abendbörse sehr ruhig, da die Kundschaft sich kaum beteiligte. Am Aktienmarkt war die Kursblldung weiterhin leicht schwankend, da ver-- schiedentlich Glattstellungen erfolgten. Die Verättde- rungen betrugen aber wieder nur Bruchteile eines Prozentes. Von Montanwerten waren Buderus weiter erhöht auf 116,75 (116,25), hingegen ließen Verein. Stahl auf 112,75 (113), Hoesch auf 119,75 (120) und Mannesmann auf 114 (114,13) nach. Don Maschinenaktien zogen Demag 0,50 v. H. an auf 153,25 und Rheinmetall gewannen 0,40 v. H. auf 138,75, anderseits Adlerwerke 114,25 (114,40), Moe- nus unv. 127, ebenso Junghans mit 103,75. Die Farben-Aktie lag bei ruhigem Geschäft mit 153,50 behauptet, ferner Scheideanstalt mit 208,50, Metallgesellschaft mit 125, Bemberg mit 141,50. Don Elektropapieren gingen AEG. mit unv. 124,75 um, Licht und Kraft 0,25 v. H. leichter mit 143,50. Westdeutsche Kaufhof waren auf dem ermäßigten Mittagsschlußstand von 108.25 gefragt. Bankaktien notierten bei kleinen Umsätzen wie mittags. Don Jn- buftriewerten lagen Sinner, Grünwinkel nach Pause niedriger mit 92,25 (96,50), 1 v. H. gewannen Stoll - werf auf 131 und 0,50 v. H. Konserven Braun auf 90,50. Arn Rentenmarkt hatten Reichsaltbesitz erneut lebhafteres Geschäft mit 130,85 bis 130,90 (130,80). 1 Bon Industrie-Obligationen notierten 5proz. Gellen 1 Berg unv. 101,50, ebenso 6proz. NSU. mit 104,50, • dagegen Farben-Bonds 0,13 v.H. leichter mit 122,65. 1 4Lproz. Kasseler Landeskredit Gold mußten an der ° Mittagsbörse richtig lauten mit 100,25 anftatt 100,13. Frankfurter Getreidebörse. jramm ibet p. 49, non 21. M tif. 6.30: firtyton istik. 8.30: Froher \$x toftk wrifc spielt HMn sein, heißt M sind des M t Flieger-hJ. M >rt. 13: Na-M jrübten. 14.10: M rt 16: Nnchmillac) nb für den SonM । spricht. 18N W irfolge. 19.15:Xages utsprecher. 20: M r Crampton. Erzah fjn Liederkreis naß )• Unterhaltmigsko" Olympisches Dorf für 1940 im Entstehen. Aus Helsinki wird gemeldet, daß dort die Pläne für den Bau des Olympischen Dorfes allmählich greifbare Formen annehmen. Die Baubehörde der Stadt Helsinki hat nunmehr einen Bauplan gutgeheißen, der die Schaffung von 26 bis 30 kleineren Häusern mit 860 bh 1000 Zimmern vo-sieht. Die Häuser sollen drei Stockwerke hoch, 11 Meter breit und 30 Meter lang fein. Für jeden Sportler sind 5 bis 7 Quadratmeter Bodenfläche vorgesehen. Demnach können 2600 bis 3000 Mann im Olympischen Dorf untergebracht werden. Die Baugesellschaft, die die Häuser noch den Spielen vermietet, will die Gebäude bis zum 1. April 1940 fertigstellen. Es steht lediglich die Zustimmung der Stadtverordneten von Helsinki noch aus. »arm. “m eine $rDb(| gegeben ift ? Prüfung ' unö Handür ort9en Sonntag Uraphenprüfung nm faulem ■ V ^^en, ^orprühino Een Herr ZW Karl Bender u den indu. ehrabschluß, ^Prüfungen n Prüfungen neh. den Lehrlinge der bah teil Die indu- 1 alle Lehrlinge, die irnen, während für füer Lehrberufe die i werden. Generalseldmarschall Göring Ehrenpate. LPD. Nidda, 2. Nov. In dem Nachbardorse | Wallernhausen wurde der Einwohner Otto Luft II. durch die Geburt eines neunten K in - des, feines siebenten Sohnes, erfreut (»e- neralfeldmarschall G ö r i n g hat die Patenschaft bei , diesem siebenten Jungen übernommen 2nte restant ist, daß die älteste Tochter Lufts ebenfalls schon ver- ' heiratet und Mutter eines Kindes ift Dadurch liegt . hier ixr leiten« Fall vor, datz der n-ugeborene Babe als Onkel jünger ist als fern schon vor einiger Zeit geborener Neffe. Die spinale Kinderlähmung. * Lauterbach. 2. Nao. Der Kreisdirek. t o r des Kreisamts Lauterbach hat nut sofortiger Wirkung wegen der aufgetretenen Falle von spl- naler Kinderlähmung sämtliche os- fentlichen Veranstaltungen in der Stadt Lauterbach und in den Gemeinden Angersbach, Landenhausen, Frisckborn und Blitzenrod bis ein« schließlich 9. November verboten. * Alsfeld, 2. Nov. Das Kretsamt Alsfeld gibt amtlich bekannt, daß in dem Dorfe Dannenrod ein Fall von Kinderlähmung aufgetreten ift Die Bevölkerung von Dannenrod und der umliegenden Orte wird Aur genauen Beachtung der vom Staatlichen Gesundheitsamt angeordneten Maßnahmen und der erteilten Ratschläge aufgesordert. NSS.-Kindergarten in Lich. 5) Lich, 2. Nov. Nachdem etwa um die Mitte dieses Jahres die bisherige Kleinkinderschule aufgehoben worden war, wurde an ihrer Stelle alsbald ein NSV. -Kindergarten eröffnet. Mit der Leitung wurde Frl. Penk beauftragt, der tn Frl. Hamel eine tüchtige Helferin zur Seite steht. Mit kaum 100 Kindern wurde der „Unterricht" aufgenommen, aber dank der umsichtigen Leitung unb der liebevollen Behandlung der Kinder erfreut sich der Kindergarten schon jetzt allgemeiner Beliebtheit. Zur Zeit sind über 120 Kinder im Kindergarten, und sie fühlen sich dort sehr wohl. In zwei größeren Sälen (für die 2- bis 4jährigen, für die 4= bis 6jährigen) stehen die Schränke mit vielen Spielsachen, die Tische mit den Stühlchen und Bänkchen für die Kleinen, die hier reichlich Gelegenheit zur Unterhaltung haben. Außerdem lernen sie Lieder, Sprüche und mancherlei gemeinschaftliche Spiele. Ueberall herrscht peinlichste Sauberkeit. Eine Verschönerung wird noch der auf dem Wallgelände befindliche Spielgarten erfahren. Der hiesige Kindergarten soll nach dem Willen des Gauamtsletters der NSV., Haug, eines gebürtigen Lichers, ein Mustergarten für den ganzen Gau werben. Möchten sich deshalb auch weiterhin viele Eltern von den neuzettlichen Einrichtungen und vor allem von der erzieherischen Aufgabe des hiesigen Durch ihre Gewissenhaftigkeit und chre treue Pflichterfüllung konnte sich Frl. Mulch in den langen Jahren ihres Wirkens in unserer Stadt, aber auch an den Volksschulen in Nieder-Bessingen und in Eberstadt, an denen sie ebenfalls in den letzten Jahren Dienst versah, ein hohes Maß von Wertschätzung bei allen Kindern und Eltern erwerben. Möge der verdienstvollen Lehrerin noch ein langer unb schöner Lebensabend beschieden sein. Als äußeres Zeichen des Dankes der ßanbesregie« * konnte Fräulein Mulch eine von Gauleiter »tun ■|S*® i» >n mtf) W «i ‘Ä? * 1861 anfügt. * Steinbach, 2. Nov. Der hiesige Sportverein hielt im Vereinslokal Deuker eine gut besuchte Versammlung ab. Vereinsführer Schmidt dankte in feiner Begrüßungsansprache insbesondere der Ortsgruppenleitung dafür, daß sie der Einladung Folge geleistet hatte. Herzliche Worte der Begrüßung widmete der Dereinsführer den zurück- gekehrten Soldaten und den Arbeitsdienstmännem, beste Wünsche gab er jenen Kameraden mit, die jetzt zum Arbeitsdienst und zum Militär einrücken. Ortsgruppenleiter Rink hob die hohe Bedeutung des Sports für die Wehrhaftmachung unseres Volkes hervor, er schilderte die günstigen Einflüsse sportlicher Betätigung auf die Bildung von Einheit und Kameradschaft. Pg. Gerhard, ein alter Frontsoldat, rief die Jugend auf, in ihrer Freizeit Sport zu treiben, damit sie hart werde und allen zukünftigen Anforderungen gewachsen sein könne. Er rief weiterhin zur Dankbarkeit für, den Ortsgruppenleiter auf, der es ermöglicht habe, einen schönen Sportplatz erstehen zu lassen. Mit dem Treuegelöbms zu Führer, Volk und Vaterland klang der offizielle Teil der Versammlung aus. öp Watzenborn-Steinberg, 2. Nov. Wie in verschiedenen Gemeinden unseres Kreises, stellten sich auch unsere Schulkinder dem Winterhilfs- Franksurt a. M., 2. Nov. Es notierten (Getreide je Tonne, alles übrige je 100 kg) in RM.: ® ei’en W 9 202 (am 31.10.200), W 11 204 (202), W 12 205 (203), W 13 206 (204), W 16 209 (207), W 18 211 (209), W 19 213 (211), W 20 215 (213). Roggen R 11 187 (185), R 12 188 (186), R 14 190 (188), R15 191 (189), R16 193 (191), R 17 194 (192), R 18 195 (193), R 19 197 (195) Großhandels- preise der Mühlen der genannten Preisgebiete. Futtergerste —, Futterhafer —. Weizenmehl Type 812 W 13 29,35 (29,25), W 16 29,35 (29,25), W 18 29,35 (29,25), W 19 29,35 (29,25), W 20 (Kreis Alzey) 29,35 (29 25), W 20 (Kreis Worms) 29,70 (29.60) plus 0 50 RM. Fracht-Ausgleich. Für Weizenmehl Type 812 mit Beimischung von Maisbackmehl liegen die Preise 30 Pf. unter den Notierungen. Roq- genmehl Type 997 R 12 22,45, R15 22 80, R 16 22,95, R 18 23,30, R 19 23,50 plus 0.50 RM. Fracht- Ausgleich. Weizenfuttermehl 13,60. Weizenkleie W 13 10,75, W 16 10,90, W 18 11,00, W 19 11,10, W 20 11.20. Roggenfuttermehl R 19 12.50, Roggenvollkleie R 19 11.00. Roqgenkleie R 12 9,95. R 15 10,15, R 16 10,25, R18 10,40, R19 10.50 Mühlenfestpreis ab Mühlenstation. Treber —. Wiesenheu, handelsüblich, gesund, trocken 5.00, Wiesenheu, gut, gesund, trocken 5,80 bis 6,00, Kleeheu, aut, gesund, trocken 7,00 bis 7,50, Weizenstroh, bindfadengepreßt und gebündelt 2,80, Roggenstroh, do. 2,90 bis 3,00, Hafet- und Gerstenstroh, do. 2,40 bis 2.50 Erzeugerpreis ab 'Erzeuger-Verladestation. Tendenz: ruhig. Fronkfurle- Schlachtviehmarkl. Frankfurt a. M„ 3. Nov. (Vorbericht.) Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Dorauftrieb: 1244 Rinder (282 Ochsen, 89 Bullen, 563 Kühe, 310 Färsen), 231 Kälber, 103 Hämmel, 118 Schafe, 149 Schweine. Es kosteten: Ochsen 35 bis 46,50 Mark, Bullen 35,50 bis 44,50, Kühe 18 bis 44,50, Färsen 36,50 bis 45,50, Kälber 35 bis 65, Hämmel 34 bis 52, Schafe 20 bis 42, Schweine ,3? -9 O1larf. — Marktverkauf: Rinder, ü- r ■■ :d Schweine zuge- teilt; Hammel und Schafe lebhaft. , bände laufen. — Die hiesige Schule sammelte bis jetzt schon über einen Zentner Bucheckern. —,---- , v . Am Montagabend fand tn der ,Linde im Rahmen schule aus Gesundheitsgründen in den wohlverdten- einer Kursausbildung der Bevölkerung im Luft- ten Ruhestand. Am 1. Mai 1907 übernahm Frl. schütz ein Vortrag des Gemeindegruppenführers, Mulch, nachdem sie bis dahin als Privatlehrerin Lehrer Eberle, über luftschutzmäßiges Verhalten j tätig gewesen war, die Stelle von Frl. Junker tatt Der Abend wurde durch den Untergruppen- ~ ührer des Reichsluftschutzbutches, Lehrer Fenchel, eingeleitet unb geschlossen. — Stellwerksmei- ter Friedrich Kaiser und Reichsbahnassistent Wilhelm Fuchs erhielten für 25jährige treue Pflichterfüllung bei der Reichsbahn das silberne Treue- bann hat man die Gewißheit, überall spannende Spiele zu sehen, die sicherlich auch das nötige Interesse erwecken. Es gilt eben nur, die in Frage kommenden Kreise zu mobilisieren, damit der Sache auch in bezug auf die Zuschauerzahlen gedient wird. Das Programm hat folgendes Aussehen: letzung und durch die weitere Verurteilung wegen Fahrerflucht zu insgesamt d r ei' Jahren und ieben Wochen Gefängnis hat das Gericht las Verhalten des verantwortungslosen Menschen gesühnt. gruppenleiters Petra sch fand eine gemeinsame Sitzung der Vorstände der beiden hiesigen Gesangvereine sängervereinigung" und „Turn- und Gesangverein" statt, bet der über den Zusam- rung konnte v menschluß der beiden Vereine verhandelt wurde. Sprenger eigenhändig unterschriebene Urkunde Es kam eine Einigung dahingehend zustande, daß überreicht werden. 2)ie_ Lehrerstelle wurde Fräulein FC. Hanau 93 — BC. Sport Kassel; VfB. Friedberg —- SD. Dunlop Hanau; DsB. Groß-Auheim — SpV. Kassel; Kuchessen Kassel — SC. 03 Kassel. Der Gaumeister hat seine Anhänger im letzten Heimspiel gegen den SpV. Kassel schwer enttäuscht und hat etwas gutzumachen. Gegen den BC. Sport Kassel wird es ja wohl für die Hanauer zu einem Erfolg reichen, obwohl das solide Können der Kasseler bekannt ist. Der Neuling Dunlop Hanau hat bisher so erfolgreich gekämpft (auch auswärts!), daß man ihm auch in Friedberg zumindest einen Teilerfolg zutrauen kann. Andererseits hat Friedberg den Ehrgeiz, endlich zum ersten Sieg zu lammen und dazu bietet sich ia gewöhnlich zuhause die beste Gelegenheit! Der VfB. Groß-Aubeim wird wohl auch im Kampf gegen den SpV Kassel seinem Ruf als typische Platzmannschaft gerecht werden, aber der erfahrene Spielverein wird bestimmt seinen Mann stehen Im Kasseler Lokglkampf müßte form- gemäß der SC. 03 die Oberhand behalten! Hailenseste ofme (^pikenkönner Das Reichsamt Leichtachletik gibt in der Teilnahme unserer Spitzenkönner an den dieswinterlichen Hallenwettkämpfen folgendes bekannt: Die Beanspruchung unserer Spitzenkönner in der verflossenen Wettkampfzeit hat außerordentliche Kräfte erfordert, um die gestellten Ausgaben so gut zu lösen, wie es geschah. Es liegt daher im eigensten Interesse der Aktiven, wenn einer Anordnung des Reichssportführers zufolge Spitzenkönner sich bis zum 31. Dezember des Jahres nicht an H a l - lensportfesten beteiligen Mit Rücksicht auf hie großen Ausgaben und Pläne für das kommende Jahr und im Interesse des zeitgemäßen richtigen Einsatzes unserer Besten ist diese Wettkampfpause bis Ende des Jahres unerläßlich. Der richtige Aufbau der Saison 1939 ist entscheidend für den Erfolg bei den Olympischen Spielen 1940 in Helsinki. Winterbilfespiele des Hochamtes Handboll. Allendörfer „Rikelsmart". * AIlendorf a. d. Lda.. 3. Nov. Der gestrige Mittwoch, der in althergebrachter Weise dem weithin bekannten „Allendörfer N'kels- markt galt, war so hell und freundlich, daß es schwer fiel zu glauben, es sei schon November. Bei diesem prächtigen Wetter strebte die Bevölkerung aus der Umgebung unserem Städtchen zu. Bon Climbach und von Nordeck kamen sie den Berg herab: zu Fuß und auf dem Fahrrad strebten Burschen und Mädchen, Männer und Frauen von Londorf, von Kesselbach, von Treis her auf glatter Straße dem Städtchen zu; andere benützten die Eisenbahn. Biele junge Mädchen in ihrer schönen heimatlichen Tracht kamen aus dem Ebsdorfer Grund und gaben damit dem Markt ein besonderes Gepräge. In der Hauptstraße, von der Kirche bis zur Stadthalle, reihte sich Bude an Bude. Es gab all das zu kaufen, was Bäuerin und Bauer auf einem solchen Krämermarkt erwarten konnten. So sah man denn auch insbesondere die Frauen überall überlegend an den Ständen stehen, prüfend, wählend, zögernd und schließlich doch entschlossen das Geldtäschchen ziehend. Für die Männer war der Nikelsmarkt diesmal weniger dankbar. Der Viehmarkt mußte wegey der Maul- und Klauenseuche auch in Mendorf aus- fallen. Und der Krämermarkt interessiert nun einmal die Männer weniger. Immerhin ging mancher Vater mit, schon um der Mutter eine Freude zu machen, und nicht zuletzt der Kinder wegen, die in großen Scharen zum Markte mitgebracht wurden. Da wurde bei den oftmals stumm, aber um so nachhaltiger bittenden Kinderaugen mancher Groschen locker gemacht, und war es auch nur Tand, der um weniges Geld erstanden wurde, die Kinder hatten doch ihre Freude daran, sei es auch nur für 4 z/ n Stunden. Außerdem gab es auch Lebkuchen und die bunten Pfefferkuchenherzen, deren fast jedes Kind eines umzuhängen bekam. So war der Tag für die ländliche Bevölkerung der Rabenau wieder ein nicht alltägliches Ereignis, das erst zu später abendlicher Stunde beschlossen wurde, sofern nicht die Kinder dabei waren, die bei guter Zeit im Bett sein mußten. Am späten Nachmittag füllte sich allmählich die Stadthalle, die für den Abend des Nikelsmarktes eigens nur für die tanzlustige Jugend da zu sein schien. Unser nebenstehendes Bild zeigt einen Blick auf das Markttreiben. — Aufn.: Neuner, Gieß. Anz. Leistungsprüfung für Schäferhunde in Srohen-Dufeck. wg. Großen-Buseck, 1. Nov. Die Fachgruppe für deutsche Schäferhunde, Großen-Buseck, hielt ihre diesjährige P r ü - f u n g ab Als Richter war Polizeioberleutnant A. Heyne aus Mainz gewonnen, der sich über das vorgeführte Hundematerial sehr lobend aussprach Insbesondere gefiel ihm die den Hunden angeborene Veranlagung, die sich bei der gestellten Leistungsprüfung zur größten Zufriedenheit auswirkte. War doch bei den Nasenarbeiten in schwierigem Gelände, sowie bei Schärfe, Unerschrockenheit und Gehorsam nicht ein einziger Versager zu verzeichnen. Die Prüfung wurde in drei Leistungsklassen durchgeführt. Beteiligt waren sechs Hunde, den sämtlichen die höchste zu vergebende Bewertung „sehr gut" zugesprochen wurde. Die Auszeichnung „Schutzhund III" mit der Note „Sehr gut" erhielten: Otwin v. Busecker Schloß mit 268 Punkten (Besitzer Ludwig Schmidt, Großen- Buseck): Olly v. Busecker Schloß mit 276 Punkten (Besitzer Johannes Rahn, Trohe): „Schutzhund II" mit der Note „Sehr gut": Dux v. Uferhof mit 284 Punkten (Besitzer H. Noll, Gießen, Bahnhofstraße): ,.Schutzhund P mit der Note „Sehr gut": Beno v. Die Gefahren aus der Luft zwingen alle Volksgenossen zur rechtzeitigen Vorbereitung der Abwehr. Deshalb: Beschafft euch die Volksgasmaske bei den Amtswaltern der nsv.r Haus Krell mit 293 Punkten (Besitzer H. Mehl, Hochelheim, Kr. Wetzlar): Alex v. Busecker Schloß mit 284 Punkten (Besitzer Alfred Hahn, Großen- Buseck): Wally v. Busecker Schloß mit 278 Punk- ten (Besitzer Heinr. Wagner, Großen-Buseck) Ferner wurde noch eine Iunghündin zur Iu- gendoeranlagungsprüfung vorgeführt, welche die Bewertung „vorzüglich" erhielt. Besitzer: I. Becker, Rödgen. Bei dieser Prüfung wurde der Wanderpreis der Fachgruppe für deutsche Schäferhunde „Großen-Buseck" ausgetragen. Sieger wurde Ioh. Rahn, Trohe für die beste Gesamtleistung seiner Hündin ,T)lly v. Busecker Schloß", die nun schon zum dritten Male ausgezeichnet wurde. Der Richter gab zum Schluß seiner Zufriedenheit über die gezeigten Leistungen Ausdruck und schilderte noch die vielseifige Verwendung der deutschen Schäferhunde in der Landwirtschaft, im Wach-, Bahn-, Grenzschutz-. Polizeidienst und in der Wehrmacht. 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