Nr. 102 Erstes Blatt 188. Jahrgang Dienstag, 3. MaN0Z8 krfchelni tägltd), außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild • Die Schalle HlonatsiBesugsprets: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illusttierte e 1.80 Zustellgebühr , -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernsprechanschlüffe unter Sammelnummer 225) Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Stehen Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11688 Gietzemr Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühlsche Univerfitätrdruckerei ».Lange in Siehe«. Schristleitung und SeschSstrstele: Lchnlsttatze 7 Annahme von Anzeigen fttx die Mittagsnummer vis8'/,UhrdesDormittags Grundpreise für l mm höhe für Anzeigen von 22 mm Brette 7 Rps.. für Te^t- anzeigen von 70 m m Brette 50 Rps.,Platzvorschrift nach vorh. Dereinbg. 25°/e mehr. LrmShigte Grundpreise: Stellen-, Vereins», gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf.. Familienanzeigen, Bäder», Unterrichts» u. behördliche Anzeigen6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B Oer Führer auf italienischem Boden. Herzliche Begrüßung -es Führers auf -em Brenner -urch -en Herzog von Pistoja un- Minister Giarace. — Heute oben- Eintreffen -es Son-erzuges in ORom. Hörberichie von der Italienfahri des Führers. Don der Ankunft des Führers in Rom und der Triumphfahrt zum Quirinal am Dienstag, den 3. Mai, bringt der deutsche Rundfunk im Rahmen eines Unterhaltungskonzerts des D e u t s ch l a n d s e n d e r s von 20 bis 22 Uhr laufend Hörberichte. Am Mittwoch, den 4. Mai, 16 bis 19 Uhr, berichten alle Reichs- ; e n d e r im Rahmes eines Unterhaltungskonzertes vom Aufmarsch der Iungfaschisten sowie von der Kundgebung der Ausländsdeutschen in der Basiljka Sie Grenze überschritten. Am Brenner. 3. Mai (DRV. Funksprnch.) Der große Staatsbesuch des Führers und Reichskanzlers in Italien, mit dem Adolf Hitler den Ve- such Mussolinis im September 1937 in Deutschland erwidert, hat begonnen. Am Dienstagmorgen um 8.01 Uhr traf der Sonderzug des Führers auf der Italienischen Grenzstation des Brenner-Passes ein. Zwischen zwei mächtigen viereckigen Pfeilern, die gekrönt sind von dem Hoheitszeichen des faschistischen Italien und des nationalsozialistischen Deutschland fuhr der Zug unter den klängen der Rationalhymnen langsam in den erst kürzlich großzügig ausgebauten und erneuerten Bahnhof ein. Auf dem mit Blumen und den Fahnen der beiden Rationen prächtig geschmückten B a h n st e i g empfing die Sondermifsion des Königs von Italien und Kaisers von Aethi- o p i e n, geführt von Seiner Königlichen Hoheit, dem Herzog von Pistoja. und eine Abordnung der nationalen faschistischen Partei, geführt von seiner Exzellenz dem Parteisekretär Minister S t a r a c e, den Führer, um ihm den ersten herzlichen Willkomm auf italienischem Boden zu bereiten. Die Ehrenkompanie präsentierte, mäh- tenb der Führer die Front abfchritt. Dann setzte nach kurzem Aufenthalt der Zzig, der den Führer am heutigen Tage nach Rom bringen wird, seine Fahrt fort, DerAusenthatt aus dem Brenner Eine erste Ehrengabe wird dem Führer überreicht. Auf dem zu einer breiten Estrade ausgebauten und mit Teppichen überzogenen Bahnsteig, standen die zum Ehrendienst für den Führer angetretenen 5ormationen des italienischen Heeres und der faschistischen Partei. An die mit den Hoheitszeichen des faschistischen Italiens und des nationalsozialistischen Deutschlands gekrönten Pfeiler reihten sich in einer Ausdehnung von 400 Meter entlang des Bahnsteiges Hakenkreuzfahnen, Trikoloren und faschistische Banner, unterbrochen durch reichen Blumenschmuck. Wie der Bahnhof prangt auch der ganze Ort im Schmuck unzähliger Fahnen und Wimpel, diL im leisen Morgenwind dieses schönen, wenn auch kalten Tages flattern. Gestern abend war hier noch Schnee gefallen. Als der Führerzug, langsam den Berg her- aufkommend, in den Bahnhof einlief, präsentierten die Truppen und die Zeichen senkten sich zum Gruß. Die deutschen Rationalhymnen und jubelnde Vegrüßungsrufe erklangen. Der Führer empfing sogleich im Zuge die offiziellen 13er- freter Italiens. Der Herzog von Pistoja, der in großer Uniform erschienen war, entbot Adolf HMer in herzlichen Worten die Grüße des könig- lichen und kaiserlichen Hauses. Dann überbrachte der Parteisekretär, Minister 5 t a r a c e, dem Führer die Grüße des Duce und der Partei. Das Mitglied der Mission der faschistischen Partei, Major R a p i c a v o 1 i, überreichte dem Führer im Auftrage des italienischen Ministeriums für Volkskul- tur ass Dillkommensgruß in einem künstlerischen Ledereinband eine ausführliche Beschreibung der Städte und Landschaften, die der Führer auf feiner Fahrt durch Italien berührt. Rachdem der Führer mit dem Herzog von Pistoja, dem Parteisekretär Starace und dem Armeekommandanten von Bozen, General G u i d i, die Front der Truppen abgeschritten hatte, bestieg Adolf Hitler wieder den Zug. Bis zur Abfahrt unterhielt sich der Führer vom Wagenfenster aus angeregt mit dem Herzog von Pistoja. Um 8.20 Uhr setzte sich der von einer mit dem italienischen Hoheitszeichen und dem Hakenkreuz geschmückten Lokomotive gezogene Sonderzug unter den Freudenrufen der Menge: „Hitler, Hitler!" wieder in Bewegung. Als der Zug den Bahnhof verließ, erklangen Erneut die deutschen und die italienischen Hymnen. di Massenzio. Um 17.30 Uhr *wird die Veranstaltung vom Deutschlandsender übernommen. Die ersten deutschen Gäste mRom Rom, 2. Mas. (Europapreß.) Die ersten größeren Abordnungen deutscher Gäste im Zusammenhang mit dem Führerbesuch sind in Rom eingetroffen. 140 deutsche Schriftleiter unter der Führung von Ministerialrat Berndt waren am Montagmittag im Militärklub bei dem italienischen Minister A l f i e r i zu Gast. Bereits am Vormittag hatten die deutschen Pressevertreter Gelegenheit gehabt, sich auf einer Rundfahrt durch die italienische Hauptstadt ein Bild von der prachtvollen Ausschmückung der Straßen zu machen, wo man sie erkannte, wurden sie von der Bevölkerung herzlich begrüßt. Auch der M u s i k z u g der S A. - Standarte Feldherrnhalle hat sich bereits zahlreiche Freunde in Rom geschaffen, wozu zwei Konzerte im Pincio-Park und auf dem Na- vona-Platz nicht wenig beitrugen. Auch die Mut- t e r des Freiheitshelden Horst Wessel ist dank einer persönlichen Einladung des Duce in Ronn ein- getrofsen, um als Gast an den Festlichkeiten teilzunehmen. O O W B * , ' * .<<» <- Der Abschied von Berlin. Feldmarschall Göring übermittelt dem Führer die herzlichen Wünsche des deutschen Volkes. Unser Bild zeigt den Führer, wie er sich auf dem Anhalter Bahnhof von den Oberbefehlshabern der drei Wehrmachtsteile, Generalfeldmarschall Göring, Generaloberst von Brauchitsch und Generaladmiral R a e d e r, verabschiedet. — (Scherl-M.) Aus dem Walter Bahnhof. Berlin, 2. Mai. (DRB.) Der Führer und Reichskanzler ist mit seiner Begleitung am Montagnachmittag im Sonderzug vom Anhalter Bahnhof zu seinem Staatsbesuch nach Italien abgereist. Die Berliner Bevölkerung, die sich zu Zehntausenden an der festlich geschmückten Anfahrtsstrecke eingefunden hatte, gab dem Führer ein jubelndes Ein letzter Blumengruß für den Führer. — (Scherl.) Abschiedsgeleit. Während das Deutschlandlied erklang, geleitete Generalfeldmarschall Göring den Führer in den Bahnhof. Zn der festlich geschmückten Halle war fast das gesamte Führerkorps versammelt, darunter der Gauleiter von Berlin, Reichsminister-Dr. Goebbels, und Reichsaußenminister von Ribbentrop in der neuen Diplomatenuniform. Man sah ferner fast die gesamte Reichsregierung, Generale, Gauleiter, Staatssekretäre und viele Führer aus der Partei und" ihren Formationen, die gesamte italienische Botschaft unter Führung des Geschäftsträgers Botschaftsrat Graf Magi st rat i, und den Berliner Fafcio sowie die Militär- und Luftattaches Italiens. Tausendstimmiges Heil erfüllte die weite Bahnhofshalle, als um 16.20 Uhr der Führer in Begleitung von Generalfeldmarschall Göring die Halle betrat. Der Jubel und die Segenswünsche, die das Volk dem Führer mit auf die Reise nach Rom gaben, schlugen ihm auch entgegen, als Generalfeldmarschall Göring kurze Äbschiedsworte an den Führer richtete. „Dem Führer!", so sagte er, „in diesem Augenblick darf ich Ihnen die Abschiedsgrüße des ganzen deutschen Volkes übermitteln. Sie fahren jetzt als Staatsoberhaupt, als unser Führer, zu einer befreundeten Ration, um den Besuch zu erwidern, den der Duce im Herbst dem deutschen Volk und Ihnen abgestattet hat. Unsere aufrichtigsten und heißesten Dünsche begleiten Sie. Wir wissen, daß auch dieser Besuch dazu beitragen wird, die F e ft i g f e i t der Achse Berti n—R o m auss neue unter Beweis zu stellen, und wir wissen, daß diese Zusammenkunft wieder für den Frieden beider Völker und den Frieden der Welt von größter Bedeutung sein wird. D i e beiden größten männer dieses Jahrhunderts treffen sich, und diesem Treffen gelten heute, mein Führer, die herzlichsten wünsche Ihres Volkes. Gott segne Sie bis zu Ihrer Rückkehr." Während sich darauf der Führer mit feiner Begleitung nach dem vorderen Teil des Zuges begab, riefen die Berliner in Sprechchören: „Glückliche Reife!" und „Gruß an den Duce!" Etwa 10 Minuten unterhielt sich der Führer vor der Abfahrt mit Generalfeldmarschall Göring, dem Stellvertreter des Führers, Dr. Goebbels und Botschaftsrat Magistrati auf dem Bahnsteig. Dann setzte sich der Zug in Bewegung. Der Führer grüßte noch einmal zu seinen Mitarbeitern auf dem Bahnhof hin. Ähre Heilrufe und die der Bevölkerung jenseits der Bahnsteige begleiteten den Führer aus dem Bahnhof hinaus. Der Stellvertreter des Führers und die mitreisenden Minister nahmen darauf i m zweiten Sonderzug Platz und verließen, ebenfalls jubelnd begrüßt, zehn Minuten später Berlin. Sine Weltstadt im Fieber der Erwartung. Don unserem Sonderberichterstatter Gerhard Bohlmann Rom, 2. Mai 1938. Rom kam über Nacht in jene fiebernde Erwartung, die einem großen Erlebnis vorhergeht — einem Erlebnis, von dem man weiß: es wird zu einem unvergeßlichen, seelischen Eigentum werden. Als ich vor einigen Tagen in Florenz war, war es noch etwas erstaunlich, plötzlich die italienischen Farben mit dem Hakenkreuz auf einem Fahnentuch zusammen zu sehen — aber das ist hier nun alltäglich geworden. Die Farben des Reiches und die des Imperiums, sie sind überall: sie wehen an den kleinen, wendigen Fiats, die mit einer unwahrscheinlichen Behendigkeit dutch die römischen Straßen surren, sie liegen in allen Schaufenstern aus, sie wehen in großen Ausmaßen an den Rändern der Straßen, sie wiederholen sich im Kleinen durch die Fähnchen, die die faschistische Jugend sich in die Brusttaschen der Uniformen gesteckt hat — die Farben der beiden Nattonen wehen überall zusammen. Und die Männer: her Führer und der Diiee, auch sie sind überall gemeinsam zu finden im Bild. - Es gibt ein großes graphisches Blatt, bas die Köpfe Hitlers und Mussolinis im Profil nebeneinander zeigt — jetzt ist das Blatt auch schon im Ansichtskarttznformat vorhanden. In dem kleinen (Safe, in dem ich rasch einen Espresso trinke, wirb mit diesen Karten ein großer Handel betrieben. Die Ankunft Adolf Hitlers durchsetzt und durchzieht die ganze Stadt bis in ihre letzten Aederchen und Nerven — eine solche fiebernde Erwartung kann nicht auf Befehl entstehen, weil sie nicht befohlen werden kann... nein, hier fühlt und spürt eine befreundete Nation ein Ereignis, das vom Schicksal vorherbestimmt und von den beiden Fü^ rern heraufgeführt worden ist. Der Besuch Hitlers, er ist keine kalte, formelle, politische Höflichkeit — nein, hier werden die Wege der beiden Nationen von den Führern zusammengeschmiedet: das ist der gefühlsmäßige Eindruck, der die ganze Stadt Rom, das „Roma aeterna“, durch alle Nerven durchpulst. Gewiß, von diesen Empfindungen künden allenthalben die Fahnenmasten, die goldenen Symbole, die die Einzugsttaße des Führers umsäumen, davon reden die bronzen-patinierten Feuerschalen und die Lichthalter, die Kandelaber, das riesige Hakenkreuz über dem Hauptbahnhof, das mit einem goldenen Lorbeerkranz umfaßt wird — das alles find die offiziellen, großarttgen und monumentalen Vorbereitungen. Aber das Gefühl der Freude, die Empfindung einer fieberhaften Erwartung, sie sind allenthalben spürbar, wohin man kommt. Der Kellner des kleinen Lokals hat mich bald als Deutschen erkannt und zeigt mir tn einer Zeitung die Bilder der Männer, die den Führer begleiten werden. Fragen: „Haben Sie Hitler gesehen? Kennen Sie Goebbels — hier ist sein Bild! Hier ist die Photograpbie Ribbentrops — direttore tedesco — Haben Sie Mussolini in Berlin äe- sehen?" Während ich hier im Hot/lstmmer schreibe, kommt das Zimmermädchen. Sie ist eine Oesterreicherin. „Wie ist es nur möglich", fragt sie, „daß unser Volk so lanae getrennt war? Reden wir denn nicht die gleiche Sprache, haben wir denn nicht den gleichen Gedanken?" Ja. wir haben hier in Rom alle den aleichen Gedanken. Er wurde gestern durch die Schlagzeile einer Zeitung so ausgedrückt: „Un popolo, uno stato. un capo — ein Volk, ein Reich, ein Führe r" We>in der Führer nach Rom kommt, gebt das Licht dieser weltgeschichtlichen Tat mit ihm. Rom ist gerüstet. Rom, 2. Mai. (Europapreß und DNB.) Rom ist gerüstet! Die bewundernden Menschenmassen, die schon seit den letzten Tagen Abend für Abend die Stadt durchzogen haben,' stellen es am Vorabend des großen Ereignisses noch einmal fest. Die B e - leud)tunq 5 anlagen, die die Denkmäler des klassischen Roms wie die Bauwerke des jungen faschistischen Italiens in eine Flut von Licht tauchen werden, sind bis ins Letzte erprobt. Alle die unzähligen Fahnen, die eine wogende Flut von Farben zwischen die ernsten Linien der Gebäude tragen werden, sind bis auf die letzte auf ihrem Vlatz. In buntem Farbenspiel mischen sich die Wappenfarben der Ewigen Stadt, violett und gelb, mit dem goldenen Liktorenbündel auf schwarzem Grunde, wie es die faschistische Flagge zeigt, und neben den drei Farben der italienischen Trikolore flattern die roten Tücher der Hakenkreuzflagge. Auf dem eigens für den Empfang des Führers errichteten Bahnhof im Süden der Stadt, auf • dem Wege nach Ostia, hat die Faschistische Miliz die Absperrung übernommen. Der 300 Meter lange Bahnsteig und die 150 Meter lange, im Stil des neuen Italiens von Professor Nar- dncci errichtete Halle dürfen nicht mehr betreten werden. Es ist schade, daß dieser Prachtbau, der nach der Weltausstellung 1941 durch einen festen Bau ersetzt werden soll, nur' ein Provisorium ist. Er ist aus einem neuen italienischen Werkstoff errichtet, der täuschend dem Travertiner Stein ähnlich sieht. Aus dem gleichen Material sind im übrigen auch die Triumphbögen und die großen Fahnenblöcke in der Stadt hergestellt worden. Die Bahnhofshalle besteht aus 32 gewaltigen quadratischen Säulen mit zwei Seitenschiffen, der Boden ist mit roten Keramikplatten und einem dicken Velourteppich in dunklem Weinrot belegt. Am Ostende, wo der Führer die Halle vom Bahnsteig betreten wird, ist ein Kolossalgemälde Rufas in etwa 15 Meter Höhe angebracht, das das junge Deutschland, versinnbildlicht durch drei ideale Frauengestalten, zeigt; auf dem gegenüberliegenden Ende verkörpern ebenfalls drei Frauengestatten das junge Italien. Beim Betreten der Halle fällt der Blick sogleich auf eine überlebensgroße Plasttk der Göttin Roma von Pedrones. Vor der Ausgangshalle sind zwei Kolossalfiguren in rotem Marmor von Rossi aufgebaut, die den Vormarsch des Faschismus und des Nationalsozialismus versinnbildlichen. < ' Der Bahnhofsvorplatz selbst, der größer als der Petersplatz ist, ist ringsum mit gewaltigen Fahnenblöcken besetzt, von denen die Banner Deutschlands, Italiens, des Faschismus mit dem Liktorenbündel und die Fahne des alten und neuen Rom in gelb und dunkellila wehen. Ueberwälttgend ist die Ausschmückung der Via Aventtno zwischen dem Großen und Kleinen Aventin. Hier sind gewaltige Boskettwände errichtet, in deren Nischen riesige Leuchtbrunnen sprühen. Gewaltige Feuerschalen auf hohen Pylonen, pattnafarbene Kandelaber mit unzähligen Lichtquellen und Fahnen, immer wieder Fahnen, dazu Lorbeer- und Tannenschmuck, frisches Grün und Blumen in verschwenderischer Fülle. Von der Via Aventtno an ziehen sich die großen Tribünen die ganzen Sttaßen entlang, die der Führer kommen wird. Im Kolosseum werden ihn die Deutschem Italiens erwarten. Die deutsche Kolonie in Italien Don unserer Sonderberichterstatierin Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten! Rom, Mai 1938. An einem der kurzen Tage, die der Führer in Rom weilen wird, hofft die deutsche Kolonie Italiens ihn für eine Stunde in ihrer Mitte zu sehen. Der Rahmen für dieses bedeutsame Ereignis könnte nicht großartiger sein: in der Konstantins- basilita am Forum Romanum, deren mächtige antike.Tonnengewölbe sich auf die grünumsponnene Ruinenwelt des-Forums und des pa- latinischen Hügels öffnen, werden sich gegen 4 0 0 0 Deutsche aus allen Teilen Italiens versammeln, um den Führer Großdeutschlands in Treue und Dankbarkeit zu grüßen. Es ist eine sinnvolle Fügung, daß! gerade die deutsche Kolonie Italiens die e r st e auslandsdeutsche Kolonie ist, die der Führer besucht, denn in keinem anderen Lande der Welt sieht das Deutschtum auf eine so bedeutsame, ja stolze Vergangenheit zurück wie gerade in Italien. Wir wollen hier nicht von dem Jahrtausend sprechen, in dem germanisch-italienische Geschichte eine untrennbare Einheit bildete, 'von der noch zahlreiche Denkmäler auf italienischem Boden zeugen. Nur daran sei erinnert, daß vier deutsche Kaiser in Italien ihre letzte Ruhestätte gefunden fyabe'n: Otto II. gest. 983 (in den vatikanischen Grotten in Rom), Heinrich VI. gest. 1197 und Friedrich II. gest. 1250 , (beide im Dom zu Palermo) und Heinrich VII. gest. 1313 (im Dom zu Pisa). Dieser ganzen Epoche der deutsch-italienischen Geschichte gelten die klassischen Worte von Ferdinand Gregorovius, die in unseren Tagen einen neuen tiefen Sinn bekommen haben: „Deutschland und Italien, die reinsten Repräsentanten antiker und germanischer Kultur und die schönsten Provinzen im Reich menschlicher Gedankenmacht, sind durch eine geschichtliche Notwendigkeit in eine langdauernde Beziehung gebracht worden. Deshalb dürfen es die Enkel nicht beklagen, daß jenes römische Reich wie ein Schicksal auf unser Vaterland gelegt wurde und dasselbe zwang, jahrhundertelang fein Blut jenseits der Alpen zu verströmen, um die Grundlagen der allgemeinen europäischen Kultur zu schaffen, welche die moderne Menschheit wesentlich der Verbindung Deutschlands mit Italien zu danken hat." Seit den'Germanenzügen der Völkerwanderungszeit und den Romfahrten der deutschen Kaiser bis aus unsere Tage hat eine unabreißbare Kette deutscher Jtalienpilger die Alpen überstiegen. Sie alle wurden von der klassischen deutschen Jtaliensehnsucht getrieben, zu der sich Eroberungsdrang oder fromme Schwärmerei, Abenteuerlust oder Wissensdrang, Schönheitsdurst ober Sehnsucht nach Vergessen und Genesung gesellten. Aus Deutschland kamen Ritter, und Kriegsknechte, Kleriker und Pilger, Gelehrte und Künstler, Studenten und Handwerker. Es bildeten sich geschlossene deutsche Siedlungen auf italienischem Boden. Deutsche Humanisten führten die Buchdruckerkunft in Italien ein, um nur ein Beispiel für die Gegenseitigkeit des Gebens und Nehmens zu nennen. Es kamen Dürer und Goethe, Adelheid Oehio. Humboldt, Gregorovius und viele andere... War durch die Kämpfe des Reformationszeitalterz und Deutschlands Verarmung durch den Dreißigjährigen Krieg der deutsche Einfluß in Italien sehr zurückgegangen, so kam es Ende des 18. Jahrhunderts zu einer neuen Blüte. Es kam die Zeit der „deutschen Künstlerrepublik am Tiber", die zu Beginn des 19. Jahrhunderts nicht weniger als 1200 deutsche Künstler — Romantiker, Nazarener und Klassizisten — in Rom zählte. 1845 wurde der deutsche Künstlerverein in Rom gegründet, deutsche Schulen, deutsche wissenschaftliche Jnstttute entstanden, die befruchtende Wechselbeziehungen zwischen deutscher und italienischer Kunst und Kultur pflegten, bis der Ausbruch des Weltkrieges hiermit ein Ende machte. Nach Friedensschluß mußten die Fäden in mühsamer Arbeit wieder angeknüpft werden. Fast unbemerkt begann eine neue Epoche im Leben der deutschen Kolonie Italiens, als mehrere Jahre vor der Machtergreifung ein deutscher Journalist Dr. Willis den Keim zur Ortsgruppe der NSDAP, in Rom legte. Wie gern erinnern wir uns noch jener Frühzeiten, als im Keller des Deutschen Hauses in Nom kaum ein Dutzend deutsche Männer und Frauen sich an einem Abend in der Woche im Zeichen des Hakenkreuzes zusammenfandeN. Unter ihnen und einigen durchreisenden deutschen Wandervögeln saß auch der Gatte der italienischen Königstochter Mafalda, Prinz Philipp von Hes - s e n und erzählte von Hitler, den er persönlich kannte. Man glaubt zu träumen, wenn man sich vorstellt, daß das noch keine zehn Jahre her ist! Heute gibt es in allen größeren Städten Jta- ttens Ortsgruppen der Auslandsorganisation der NSDAP., im ganzen 16 an der Zahl sowie eine Anzahl Stützpunkte. Landesgruppenleiter Ettel, ihm zur Seite steht die Landesleiterin Prinzessin Schaumburg-Lippe, die die Arbeitsgemeinschaften der deutschen Frau in Italien aufgebaut hat. Die Früchte dieser mühevollen Arbeit zeigten sich besonders deutlich am Abstimmungstage des 10. April, an dem in ganz Italien fast 20 000 Deutsche ihr Ja für den Führer abgaben, eine Zahl, die alle früheren Abstimmungsergebnisse in Italien um ein Vielfaches übertraf. Ebenso haben sich auch die Erträge der Winterhilfsaktion in Italien von Jahr zu Jahr gesteigert, abgesehen von dem festen nationalen Zusammenhalt und der reichen geistigen Anregung, die die zahlreichen Veranstaltungen der Ortsgruppen der ^tSDAP. bieten. Wenn die Sorge für das Auslanddeutfchtum in aller Welt zu den großen Leistungen des Dritten Reiches gehört, so wird der Besuch des Führers bei den Jtaliendeutschen diesem ■ uralten Vorposten deutscher Kulturarbeit neue Impulse geben. An die endlose Reihe deutscher Gäste in Italien, an Ritter und Pilger, Gelehrte, Künstler und Reisende, schließen sich in den letzten Jahren Männer eines neuen Typus: es sind die Männer, die am Werk des Führers mitbauen, und die im gleichgesinnten faschistischen Italien Beziehungen anknüpfen und pflegen, die in die Zukunft weisen und hohe Menschheitsideale verwirklichen wollen. Das britische Unterhaus stimmt dem Abkommen mit Italien zu. Heftige Vorwürfe der marxistischen Opposition. London, 2. Mai. (Europapreß.) Die Unter- hausaussprache über das am 16. April unterzeichnete englisch - itali enische Abkommen wurde mit einem Abänderungsantrag der Opposition eingeleitet. — Für die Opposition sprach der erst kürzlich aus den Vereinigten Staaten zurückgekehrte Arbeiterabaeordnele Herbert M o r r i s o n , der sich in wüsten Ausfällen und Verdächtigungen gegen Italien erging. Hierauf erhob sich Ministerpräsident Chamberlain um in scharfen Worten gegen den neuen Störungsversuch der Opposition Stellung zu nehmen. In dem Antrag würden der Regierung Dinge vorgeworfen, die nichts mit dem englisch- italienischen Freundschaftsabkommen zu tun hätten. Um die Spannungen zwischen den beiden Ländern im Mittelmeer zu beseitigen, sei das am 22. Januar 1937 unterzeichnete Gentlements Agreement abgeschlossen worden. Unglücklicherweise, so sagte Chamberlain, hat das Genttemens Agreement wenig dazu beigetragen, um die gegenseitigen Mißverständnisse sowie das Mißtrauen auf beiden Seiten zu verhindern. Im Gegenteil, das Mißtrauen wuchs, und als ich die Nachfolge meines Freundes Lord Baldwin antrat, war das englisch-italienische Verhältnis in ein Stadium getreten, wie man es sich nicht schlechter vorstellen konnte. Wir haben öfters betont, daß unsere Außenpolitik die Aufrechterhaltung des Friedens und somit auch das hinarbeiten auf die Beendigung des Bürgerkrieges in Spanien bleiben wird, hierzu gehört das gegenseitige Vertrauen, und um dieses herzustellen, müssen wir die Mißverständnisse und die auf beiden Seiten bestehenden Ver- dachttgungen sowie alle anderen erschwerenden Umstände beseitigen, da sie, wenn wir sie unbeachtet lassen, zu einem Kriege führen können. Niemand wird bezweifeln, daß vor der Unterzeichnung unseres Abkommens mit Italien das Verhältnis Englands und auch Frankreichs zu Italien mit solchen Gefahrenmomenten ungefüllt war." Der Ministerpräsident entwickelte die in dem Pakt von Rom feftgelegten Vereinbarungen, wobei er den Austausch, v o rtt militärischen In- formationen als besonders bedeutsam bezeichnete, damit weitere gegenseitige Verdächttgungen ausgeschlossen feien. Die Palästinafrage habe eine wichtige Rolle gespielt. Der italienische Außenminister habe versichert, seine Regierung werde davon absehen, England in Palästina in Zukunft irgendwelche Schwierigkeiten zu bereitem Es fei seit Unterzeichnung des Abkommens bereits ein sichtbarer Wandel in dem englisch-italienischen Verhältnis eingetreten, die Wolken des gegen« fettigen' Mißtrauens seien verflogen und an Stelle der Feindschaft sei eine Freundschaft getreten. Die vollen Auswirkungen des Abkommens können erst dann eintreten, wenn di e Spanienfrage gelöst fei und England die Möglichkeit sehe, die italienische Eroberung in Ostafrika anzuerkennen. England werde Genf lediglich bitten, eine Entschließung abzuändern, die während des abessinischen Krieges gefaßt worden fei. Die Regierung beabsichtige aber nicht, von anderen Staaten einen Schritt zu verlangen, der mit ihren Verpflichtungen nicht zu vereinbaren fei. England werde durch den britischen Antrag in Genf nicht irgendwie gebunden werden. „Ich für meinen Teil", fo schloß Chamberlain, „weise den Gedanken zurück, daß es für Demokratien unmöglich sei, zu einem Abschluß und zur Verständigung mit Staaten zu gelangen, in denen autoritäre Ansichten vorherrschen. Das englisch-italienische Abkommen b e w e i st das Gegenteil. Es ermutigt zu der Hoffnung, daß wir den ersten Schritt auf dem Dege zu einem gesünderen Stand der Dinge in Europa getan haben. Ich glaube, daß man jetzt einer Freundschaft mit dem neuen Italien entgegengehen kann, die ebenso fest ist wie die Freundschaft mit dem allen Italien." Morrison von der Labour-Opposttlon behauptete, die Art, in der man jetzt mit Spanien verfahre und wie man Abessinien erledige, fei eine Schande für Englands Ehre und feinen Namen in der Welt. Das Abkommen fei kein Beitrag für den Frieden und die Sicherheit Englands, sondern ein Verrat an den Demokratien u nd an Englands Sicherheit. Die britische Regierung habe jetzt offen der Genfer Liga und der kollektiven Sicherheit den Rücken gekehrt. Lloyd George ritt bann die übliche scharfe Attacke gegen die Regierung. Das Abkommen habe die internationale Lage verschlechtert. Heute fahre Hitler nach Rom. Seit Anfang der Welt habe man noch nie für einen ausländischen Herrscher einen derartigen Empfang vorbereitet. Es sei eine gigantisch? Angelegenheit. Mussolinis Freundschaft mit Hitler habe im Falle Oesterreich die Feuerprobe bestanden. Unterstaatssekretär B u t- l e r erklärte, daß die Politik des Premierministers, konstruktive Lösungen zu finden, erfolgreich gewesen sei. Das englisch-italienische Abkommen falle zusammen mit der Beendigung des langen Konfliktes mit Irland, den Abmachungen mit Frankreich und einem Handelsabkommen mit den Vereinigten Staaten. Die Opposition scheine ein Abkommen mit dem Haupt eines Staates, mit dessen Innenpolitik sie nicht übereinftimme, für unmöglich zu halten. Sie scheine es für den besten Weg zum Frieden zu halten, Worten und Absichten fremder Staaten zu mifjtraiftn. Man fei keineswegs etwa hinter den Kulissen nicht schriftlich niedergelegte Verpflichtungen oder irgendwelche mysteriöse Ab- machungen eingegangen. Der marxistische Ablehnungsantrag wurde darauf mit 322 gegen 110 Stimmen verworfen, der Antrag der Regierung auf Zustimmung zum englisch-italienischen Abkommen mit 316 gegen 103 Stimmen angenommen. Der Skandal von Troppau. Prag verspricht Untersuchung und „kompromißlose Bestrafung". Die Prager Regierung hat sich beeilt, durch ihr Pressebüro eine Mitteilung' über die Vorgänge in Troppau zu veröffentlichen, der deutlich anzumerken ist, daß man sich lebhafteste Mühe gibt, die attak- kierte sudetendeutsche Bevölkerung mtt Strahenmob auf eine gleiche Stufe zu stellen, die Polizisten aber als rechtschaffene Beamte hinzustellen, die eben nichts anderes taten, als die Ordnung und Sicherheit wieder herzustellen. Wir könnten diese amtliche Mitteilung nach allen Richtungen hin zerpflücken und durch eine Gegenüberstellung der Tatsachen, so wie sie sich wirklich abgespielt haben, dem Prager Versuch, die tschechischen Gummiknüppelpolizisten reinzüwaschen, den Boden entziehen. Zunächst weiß ja alle Wett, was sich tatsächlich in Troppau ereignet hat. Und das genügt. Was interessiert, ist die Bestrafung der Schul- d i g e n und die Schaffung von Vorkehrungen, damit sich derartige Angriffe der Polizei auf sudeten- deutsche Bürger nicht wiederholen. Prag hat durch sein Pressebüro versichern lassen, daß eine „kompromißlose Bestrafung" erfolgen werde, wenn ein vom Ministerium des Innern entsandter höherer Beamter bei seiner Untersuchung irgendeine Schuld der Organe der Sichert; eitswach? oder eines anderen Organs der öffentlichen Verwaltung feststellen sollte. Wir wollen uns das Wort von tfer „kompromißlosen Bestrafung" merken. Wir haben oft genug gesagt, daß es richtiger wäre, die tschechische Polizei in den deutschen Gebieten durch deutsche Polizisten zu ersetzen. Dann wird es niemals „bedauernswerte" Zwischenfälle dieser Art geben. Und auch keine unliebsamen außenpolitischen Begleiterscheinungen, die Prag am meisten fürchtet. Gerade jetzt, wo Prag alles darauf anlegt, daß die Umwelt, vornehmlich die angelsächsische, die angenehmsten Eindrücke von den Tschechen erhält, muß es ihnen passieren, daß die Sicherheitsorgane in folgerichtiger Fortsetzung ihrer bisherigen Politik Sudetendeutsche fo mißhandeln, daß einer von den Ueberfallenen kaum mit dem Leben davonkommen wird. Warten wir also ab. was der entsandte höhere Beamte zutage fördert und wie die „kompromißlose Bestrafung" aussehen wird. D. S. Prags Aationalitäten-Statut. Informationen der „Times". London, 3. Mai. (DNB. Funkspruch.) Der tschechoslowakische Gesandte in London, Masa - ryk, hatte eine Unterredung mit Außenminister Lord Halifax über die sudetendeutsche Frage. Es sei wahrscheinlich, heißt es in der „Times", daß in den nächsten Tagen in Prag ein englischer Schritt unternommen werde. In London weise man darauf hin, daß es sich in erster Linie um Verhandlungen zwischen der tschechoslowakischen Regierung und dem deutschen Volks teil unter Konrad Henlein handeln würde. Der Prager Korrespondent der ;,Times" will die Hauptpunkte des Nationalitäten-Statuts kennen, das die Prager Regierung vorbereite. Dieses Statut sehe vor: . 1. Aenderung d e s S p ra ch e n g e s e tz e s , dahingehnd, daß im Amtsverkehr die deut- sche Sprache der tschechischen oder slowakischen gegenüber gleichberechtigt ist. 2. Zugestehung ein€r kulturellen Autonomie für alle Dolksteile mit gleichzeitigen eigenen Organen für kulturelle Aufgaben. 3. Eigene Verwaltung in kulturellen und erzieherischen Fragen für die Volkstette. 4. Einführung der Sprache der betreffenden Minderheit als Amtssprache in allen kulturellen und erzieherischen Verwaltungs- zweigen einschl. der Schule. 5. Proportionelle Einstellung von Beamten der Minderheiten. 6. Proportionelle Beteiligung der Minderheiten an öffentlichen Aufträgen. 7. Errichtung eines besonderen Kontrollamtes, in dem die Dolksteile proportionell oertreten sind, um die unparteiische A n - Wendung des Nationalitäten- Statuts zu überwachen. „Daily Expreß" meint, dem tschechoslowakischen Gesandten sei von Lord Halifax als Rat des britischen Kabinetts mifgeteilt worden, daß es besser sei, die tschechischen Pläne für eine Selbst- regierung der Minderheit „anziehender" zu gestalten. Italiens Willkomm. Von unserem E.S.-Äerjchiersiatter. Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten! R o m, Mai 1938. Nicht nur die Aehnlichkeit ^es historischen Schicksals, die vielfach bis ins Einzelne genaue Übereinstimmung des geschichtlichen Werdeganges, sondern auch eine instinktive Wahl- oder vielmehr Seelenoerwandtschaft heißt die Italiener der Gegenwart zutiefst die Freude empfinden, die die Ankündigung des Führerbesuches auslöste. Gewiß: der Italiener ist leicht begeistert. Er hat die runden Gesten, die schön klingenden Worte seiner harmonischen Sprache sehr leicht zur Verfügung und manchmal mag die Gentilezza wirklich nichts mit dem zu tun haben, was der Deutsche Herz nennt. Aber die seit Jahren erprobte Freundschaft des Führers zu Italien hat in jedem Einzelnen das Bewußtsein aufkommen lassen, daß hier mehr ist als die übliche internationale Höflichkeit. Ein selbstbewußtes, auf seine werdende Kraft stolzes Volk,^fand sich überall in der Welt zurück- gestoßen. Gerade die besitzenden Nationen England und Frankreich betrachteten den Italiener nur nach der Vergangenheit der letzten 100 Jahre mit dem westlerischen Parlamentarismus der avvocati und vergaßen darüber, daß Mussolini das Volk geeint und fähig gemacht hatte, sich selbst zu erneuern und nach dem Höchsten zu greifen. Nur einer erkannte die volle Bedeutung von Mussolinis Werk: Adolf Hitler und mit ihm das deutsche Volk. Und daher bricht die Freude des Italieners aus dem Herzen, sie sprengt selbst die schöne Sprache bei dem Gedanken, daß Adolf Hitler kommen wird, um die Stätten der italienischen Kultur, das neue Italien und seinen Duce, feine Streitmacht und seine Taten für den Frieden zu sehen. Es ist schon so, wie es ein Blatt darstellte: Nicht nur zwei Führer, auch zwei Völker treffen sich, weil sie sich verstehen. Im Jahre 1907 hatte ein italienischer Schriftsteller, Giooaüni Dioalleoi, ein sehr gescheites Buch veröffentlicht, das klar zu machen versuchte, was der Italiener van Deutschland und den Deutschen hält. Er bringt in den deutschen Kem, weil er von der Sprache ausgeht und sagt, daß der Deutsche des ausgesprochen romanischen Vermögens entbehre, die Worte das sagen zu lassen, was sie in Wirklichkeit nicht bedeuten, die eigene Psyche durch die sprachliche Beleuchtung mehr zu verbergen, als zu offenbaren. Die deutsche Sprache sei ganz anders. Fast könnte man sagen, der Deutsche, der seinen Bauten so gern die vielgewundenen Formen der Gotik verleihe, wette in seinem Charakter die regelmäßige, mit dem Winkelmaß geschaffene Architektur der romanischen Bauten auf. Das Werk war wie eine Prophetie: Deutschland werde binnen kurzem Frankreich, aber auch England, überflügeln. Das Buch schließt: „Und nun, o großes, erhabenes Deutschland, sage ich Lebewohl dem Buche, das ich gewidmet habe deinen zahlreichen positiven und idealen Fähigkeiten und der edlen, schlichten Aufrichtigkeit deines Charaktes, die nach wie vor den gefährlichen Anstürmen romanischer Dekadenz widersteht. Und endlich deiner ruhigen und zuversichtlichen Wirksamkeit in der Werkstätte der Welt, wo mit dem Hammer aller Energien,' auf dem Amboß der Geduld und Zähigkeit langsam und sicher die eisernen Geschicke der Welt geschmiedet und gestählt werden!" Dieser Hammer der Energien ist durch Hitler und Mussolini geschwungen worden. Beide haben ihre Völker zu einer Einheit geführt, die mit den alten Formen eines Volkes nichts gemein hat, und beide sind die Führer der ältesten Kultur- nationen Europas. Nicht Frankreich oder England, Nationen, die an der Peripherie des europäischen Geschehens lagen und auch heute noch liegen, sondern Deutschland und Italien gaben Europa Schicksal und Gestalt für Jahrhunderte. Hier wie dort Zersplitterung, Kämpfe'der Geschlechter, Gruppen, innerhalb des großen Kampfes zwischen Staat und Kirche. Ein Dante lehnte die weltlichen Ansprüche der Kirche ab, bannte Päpste in die Hölle und harrte sehnsüchtig des deutschen Kaisers, der Italien einen sollte. Die Deutschen befuhren mit ihren Handelsschiffen das Meer und. verbreiteten deutsche Kultur von Brügge und London bis in die fernsten Winkel der Ostsee. In Italien stützten sich die Stqdttepubliken auf die Seemacht Venedig, Amalfi, Pisa, Genua, und sie eigentlich, nicht die Franzosen, haben den Mittelmeernationen ihr Gesicht gegeben. Dann diesseits und jenseits der Alpen tiesstr Zersplitterung und Ohnmacht, aber zwei Bewegungen, nicht ähnlich, aber gestaltend, geben dem europäischen Geist neue Gewalt: das rinascimento in Italien, der Humanismus und die Reformation in Deutschland. Ein Schwarm von Genies taucht plötzlich auf. Leonardo da Vinci, Michelangelo, Raffael, Dürer, Holbein, dazu die Wegbereiter neuen Geistes. Das war Inhalt aller Bewegungen: Italien und Deutschland schufen die Menschwerdung, gaben der Einzelpersönlichkeit Daseinsrecht, lösten es von allen kirchlichen Bindungen, und währens beide Länder in Ohnmacht sanken wirkte der Geist fort und fort. Noch ein Dioallevi feiert den das Individuum befreienden Charakter der deutschen Reformation. Der ganze Reichtum der Gedankenprozesse wird über die Alpen hinweg ausgetauscht. Und als die Nacht der Gegenreformation auf Italien sank, einige Menschenalter später der Dreißigjährige Krieg Deutschlands Volk und Kultur vernichtet zu' haben schien, lebte doch in beiden Völkern das Gefühl und das Wissen um eine bessere Zukunft, um ihre Eigenwertigkeit. In Deutschland kam Preußen, in Italien Savoyen auf. Beide einten das Reich durch politische Genies, durch Bismarck und Cavour. Als die Deutschen Sedan geschlagen hatten, zog der italienische General Cadorna der Aettere, da Frankreich seine Truppen nicht mehr zum Schutz des Kirchenstaates stellen konnte, durch oie Mauerbresche Roms. Mit dem Verschwinden des Kirchenstaates war die äußere. Einigung Italiens vollendet. Ohne die Schläge des deutschen Schwertes ist diese Einigung Italiens gar nicht denkbar. Nachdem das Reich durch den Weltkrieg zerbrochen war, bedrohten zwei Gewalten Deutschland und Italien: Die Uebermacht der peripheren Mächte, Englands und vor allem Frankreichs, und im Innern der Bolschewismus. Als Mussolini den Drachen der Vernichtung nieder- wars und nach dem Marsch auf Rom Italien von Grund auf erneuerte, bewies er, daß er tatsächlich eine sekuläre Gestalt ist, wie der Führer rühmte. Die Schaffung eines neuen Italiens der Zucht und des Nationalwillens, die Ordnung der Wirtschaft und Kultur war um so notwendiger, als man gewohnt war, im Italiener den Südländer zu sehen, wie er sich in ausländischen Gehirnen malt, und darüber den starken Familiensinn, die Sparsamkeit und den Selbstbehauptungswillen vergaß, die jetzt mit ursprünglicher Gewalt durchbrachen, zusammengefaßt wurdM. und gegen eint; abgestorbene Welt der Unfriedensverträge und gegen ihren Widerstand das italienische Volk neu formten und seine Imperiumssehnsucht Wirklichkeit werden ließen. Ein Mann schuf das: Mussolini. Und ein Mann schuf das .gleiche mit dem deutschen Volke: Adolf Hitler. Beide haben ihre Völker zum erstenmal in der Geschichte wirklich geeint, gegen eine Welt des Hasses, Mr Verleumdung und der Lüge. Beide Männer haben Geschichte gemacht, das alte Europa begraben und führen eine neue Zeit herauf, die eines wirklichen Friedens der Gerechtigkeit und des Rechtes. Als Mussolini das Wort von der Achse Berlin—Rom schuf, war die Wende vollzogen. Die am spätesten ^geeinten großen europäischen Völker mit der ältesten Kultur Europas hatten sich zu einer, neu en Politik bekannt, und sie hatten vor allem die Macht gewonnen, diese Politik zu behaupten. Mussolinis Frieden^worte auf dem Berliner Maifeld bekundeten, daß Deutschland und Italien zusammen leben und wirken wollen gegen die zerstörenden Mächte des Bolschewismus, für das Ideal des Friedens. Zusammen wirken wollen wie eine echte und rechte Ehegemeinschaft, in der jfber Partner seine Individualität wahrt, aber sie gleichzeitig der des Erkorenen anpaßt und dafür von ihm wieder gleiche Gegengabe empfängt. So kommt Adolf Hitler nach Italien. Ein Mann, der Europas Politik änderte, trifft einen Volksführer, der die Mittelmeerpolitik wieder als Zentralnerv der italienischen ansieht und in allen europäisch^ und weltanschaulichen Fragen mit dem deutsches Führer sich eins weiß. Das empfindet auch das italienische Volk, und die herzlichen Gefühle der italienischen Nation werden sich beim Führerbesuch entladen wie der berühmte Vulkan über des schönen Napoli Weichbild. Daladiers erste Notverordnung. Zur Sanierung von Wirtschaft und Staatsfinanzen. Paris, 3. Mai. (Europapreß.) Die ersten Notverordnungen der Regierung Dala- d i e r auf Durchführung des Dreijahresplanes, der die Gesundung der Staatsfinanzen und die Wiederaufrichtung der französischen Wirtschaft vorsieht', sehen im wesentlichen vor: Eine achtprozentige Erhöhung aller direkten Steuern, von der der Staat eine Mehreinnahme von rund vier Milliarden Franken erwartet. Maßnahmen zur V e r - stärkung des Fremdenverkehrs durch Erleichterungen aller Art für Touristen. Die Bautätigkeit soll durch Steuerbegünstigungen gefördert werden. Don der 40-Stnnden-Woche ist die Möglichkeit von Abweichungen vorgesehen, jedoch muß die Erhöhung der Arbeitszeit durch außergewöhnlichen Auftragseingang begründet werden. Zahlreiche steuerliche Maßnahmen sind abgeändert worden, die auf eine Ausweitung des Kredits und damit auf eine Belebung der Wirtschaft hinauslaufen. Diese ersten Maßnahmen haben in politischen Kreisen etwas enttäuscht, da man mehr erwartet hatte. Man vermißt eine Erhöhung der Arbeitszeit und die Anleihe der nationalen Verteidigung sowie das Streikstatut. In Re- Nierungskreisen läßt man aber durchblicken, daß weitere Notverordnungen folgen werden. Die schweizerische Landesverteidigung. Bern, 2. Mai. (Europapreß.) In der Schlußsitzung der Tagung der Eidgenössischen Räte erklärte der Vorsteher des Militärdepartements, Bundesrat Min ger, die Verwendbarkeit und Schlagfertigkeit der eidgenössischen Armee sei in hohem Maße vom Verkehrswesen und insbesondere von den Motorfahrzeugen abhängig. Letztere müßten bei ernsthaften Störungen im Eisenbahnverkehr die Lücken ausfüllen. Ein Ausbau der erneuerungsbedürftigen schweizerischen Motorfahrzeugparks würde sich jedoch auf 200 Milionen Schweizer Franken (rund 115 Millionen Reichsmark) stellen. Die Schweiz sei daher in starkem Maße auf die Requirierung angewiesen. Eine eigene leistungsfähige Motorwagen- und Mo - t o r r ä d e r - I n d u st r i e sei die Voraussetzung für die Motorisierung der schweizerischen Armee in 'Kriegszeiten. Eine hohe Besteuerung der großen Wagen liege daher nicht im Interesse der Landesverteidigung. Wichtig wären Vundeszuschüsse an die Käufer inländischer Motorlastwagen, wodurch der Bund es in der Hand hätte, den Motorwagenbau auf verschiedene Typen zu beschränken. Es f e h l - ten leider die notwendigen Mittel hierfür. Bundesrat Minger kündigte dann weitere Kreditforderungen zur Beschaffung neuen Materials an; 'die verantwortlichen Kreise seien einstimmig auch der Ansicht, es müsse eine Vereinheitlichung in der Ausbildung der Schweizer Armee erfolgen. Die Re Organisation der ober st en Heeresleitung werde noch im Jahre 1938 zum Abschluß gelangen. In Bezug auf den Ausbau der Luftwaffe müsse vorerst das vorbereitete Programm verwirklicht werden, das erhebliche Kredite notwendig mache. Oie Forderungen der deutschen Volksgruppe in Polen. Posen, 2. Mai. (DNB.) In Posen fanden zwei stark besuchte Versammlungen des Deutschtums statt, die von der Jung deutschen Partei und der Deutschen Vereinigung veranstaltet waren. Senator Wiesner gab einen Ueberblick über die Lage der Volksgruppe, um dann ihre Forderungen auf dem Gebiet des deutschen S.chulwesens, der Arbeitsbeschaffung und des Bodenbesitzes noch einmal eindeutig zu präzisieren. Die Forderung nach deutschen Schulen, die nicht nur dem Namen nach, vielmehr auch ihrem Geiste nach deutsch sein müßten, fand die leidenschaftliche Zustimmung der Tausende. Schließlich forderte Senator Wiesner Einstellung der bis- herigon Handhabung des Grenzzonenge- f e tz e s, das den Bestand der Volksgruppe ernstlich gefährde. x Oie Kämpfe in Güdschantuna. Schanghai, 3. Mai. (Europapreß.) Die Kämpfe in Südschantung haben nach mehrmaligem Wechsel der strategischen Lage zur Einnahme von Tanschengs, 60 Kilometer östlich von Pihsien, durch die Japaner geführt. Die Stadt war vorher zweimal wieder in chinesischen Händen gewesen. Bei Taiertschwang wird nach wie vor schwer gekämpft; die Chinesen sollen an Böhen gewonnen haben. Ilebereinstimmend besagen die Meldungen von der Kampffront, daß die motorisierten Einheiten bei den Kämpfen eine bisher noch im ganzen chinesischen Krieg nicht erreichte Rolle spielen. Die neue Arbeitszettordnung. Berlin, 2. Mai. (DNB.) Das Reichsgesetzblatt veröffentlicht das neue Gesetz über die Arbeitszeitordnung. Die Arbeitszeitordnung findet künftig auf Jugendliche keine Anwendung mehr, da diese dem Iugend- schutzgesetz unterliegen. Die neue Arbeitszeitordnung soll den erhöhten Anforderungen, die heute an die Erwachsenen gestellt werden müssen, Rechnung tragen und auch ihnen genügende Freizeit nach nationalsozialistischen Gesichtspunkten sicherstellen. Die regelmäßige Arbeitszeit beträgt acht, Stunden täglich. Für alle männlichen Gefolgschaftsmitglieder ist eine einheitliche Mindestpause vorgeschrieben, eine halbe Stunde, die in zwei Viertelstunden aufgeteilt werden kann. Die Bestimmungen über eine ununterbrochene Ruhezeit von elf — in gewissen Fällen zehn — Stunden sind auf alle ausgedehnt morden. Der erhöhte Schutz für Frauen gilt künftig für alle weiblichen Gefolgschaftsmitglieder. Lediglich die Vorschriften über die Nachtruhe und den früheren Arbeitsschluß vor Sonn- und Feiertagen, der bei 17 Uhr liegt, sind nach wie vor auf Arbeiterinnen beschränkt geblieben, ihre Ausdehnung auf weibliche Angestellte muß einer weiteren Prüfung Vorbehalten bleiben. Die Arbeitszeitordnung tritt am 1. Januar 1939 in Kraft. Eine Förderungsgemeinschaft für die Landjugend. Berlin, 2. Mai. (DNB.) Der Reichsbauernführer Darre erläßt einen Aufruf, in dem es heißt: Die Hitler-Jugend hat sich erfolgreich dafür eingesetzt, die deutsche Jugend für die Land - arbeit zu gewinnen und dem Lande zu erhalten. In Erkenntnis, daß dieser Einsatz auch eine ausreichende wirtschaftliche Förderung erfahren muß, habe ich die „F ö r d e r u n g s g e- meinschaft für die Landjugend e. 23." mit dem Sitz in der Reichsbauernstadt Goslar ms Leben gerufen, um der förderungswürdigen Jugend im Nährstand Mittel zur Berufsausbildung und Existenzgründung zur Verfügung zu stellen. Ich rufe die Bauern und Landwirte und die der Landwirtschaft nahestehenden Unternehmen auf, durch ihre Mitgliedschaft und durch Förderungsmittel an der gestellten Aufgabe mitzuwirken. Ich erwarte von den Bauernführern und allen an der Erhaltung und Förderung eines tüchtigen Berufsnachwuchses des Nährstandes interessierten Stellen, daß sie mit' allem Nachdruck für die Bestrebungen der Förderungsgemem- schaft für die Landjugend eintreten." * Die Förderungsgemeinschaft wird den Besten aus dem Nachwuchs aller Nährstandsberufe die zur an- geniessenen Existenzgründung fehlenden Mittel zur Verfügung stellen: Auch die A u s st a t t u n g weichender Erben wird erleichtert werden. Die Förderungsanwärter müssen am Reichsberufswett- l'ampf mit mindestens genügendem Gesamterfolg teilgenommen, eine Lehrlingsausbildung mit bestandener Lehrlingsprüfung abgeschlossen und den Neubauernschein oder die Dorbescheinigung hierfür erworben haben. Sie müssen der NSDAP, oder einer ihrer Gliederungen angehören und sich'im aktiven Dien st der Bewegung bewährt haben. Sie sollen nach Möglichkeit eigene Ersparnisse nachweisen können. Zunächst berücksichtigt werden Söhne und Töchter kinderreicher Familien aus Nährstandsberufen sowie diejenigen, deren Eltern oder sie selbst'Verdienste um die nationalsozialistische Bewegung aufzuweisen haben. Besonders Berücksichtigung finden ferner Söhne und Töchter aus stark belasteten Erbhöfen und tüchtige landwillige Jugend. Oie Gattin des Gauleiters Jordan in Lauterbach beigeseht. In Lauterbach wurde die in Dessau verstorbene junge Gattin des Reichsstatthalters und Gauleiters des Gaues Magdeburg-Anhalt RudolfJor- d a n, die von Lauterbach stammte, feierlich beigesetzt. Im Jakob-Sprenger-Haus fand eine Trauerfeier statt. Mit Gauleiter Reichsstatthalter Jordan erschien auch Gauleiter Reichsstatthalter Spr enge r,‘öer am Sarge einen herrlichen Kranz d es Führers niederlegte. Gauschülungsleiter Brennecke (Dessau) hielt eine Ansprache. Durch ein Spalier, das die nationalsozialistische Jugend stellte, bewegte sich unter Vorantritt der Parteiformationen der Trauerzug zum Friedhof. An der letzten Ruhestätte der Toten sprach Gauschulungsleiter Brennecke (Dessau) von der Saat und Ernte im Menschenleben und würdigte die Heimgegangene als Lebensgefährtin des Gauleiters, an besten Seite sie für Deutschland kämpfte. Die Feier, die von Chören umrahmt wurde, schloß mit der Niederlegung zahlreicher Kränze. Oas Flugzeugunglück bei Formia. lieber den Hergang des Flugzeugunglücks bei Formia (zwischen Rom und Neapel), dem fünf Mann der Besatzung und 14 Fluggäste zum Opfer fielen, werden durch Europapreß noch folgende Einzelheiten bekannt: Das Verkehrsflugzeug war am Samstag bei verhältnismäßig günstigem Wetter in Brindisi abgeflogen. Ein orkanartiger Sturm auf den Höhen des Apennin.zwang aber dann den Piloten, von der normalen Flugroute abzuweichen. In dem Bergland in der Umgebung von Formiw geriet das Flugzeug plötzlich in dichten Nebel, der jede Sicht unmöglich machte. So geschah es, daß der Pilot schließlich jede Orientierung verlor und gegen den Nordostabhang des, Berges Teruto stieß, worauf das Flugzeug die steilen Hänge hinabstürzte und sofort in Flammen a u f g i n g. Den herbeigeeilten italienischen Behörden und Hilfsmaynschaften gelang es nur noch die verkohlten Leichen der Fluggäste zu bergen. Die Leichen wurden später auf 19 Bahren in das Haus des Faschio in der Gemeinde Formia gebracht und auf dem dortigen Friedhof provisorisch beigesetzt. Zu der Trauerfeier hatten sich der Kommandant der italienischen Zivilluftfahrt, General Pellegrini, der Präsident der italienischen Luftfahrt-' gesellschaft, Klinger, der Kommandant der äronautischen Schule von Caserta, sowie die lokalen Behörden und die Vertreter der faschistischen Organisationen eingefunden. — Unter den Opfern befindet sich auch der berühmte italienische Archäologe Professor Pirro M a r c o n i, der Leiter der Ausgrabungen in Albanien. Er hatte seinerzeit die Ausgrabungen in Selinunt und in Tarent geleitet, 1. Garantie: Ausgewogenes Vollformat EtlfleinS Sagten Sie sechs? Nein - ich sagte drei 5! W ;S6 HW ME W ZiSi'.'i Je besser eine Zigarette schmeckt, desto intensiver und länger möchte man sie genießen. Eine solche Zigarette ist Eckstein Nr. 5 - dick und rund - deshalb wird sie in ausgewogenem Vollformat geliefert DieTrägerdesAaüonalenVuch-undMmpreises. „Das Lied der Getreuen/' Vier Jahre lang litt* die Jugend h^r Ostmark unter der Verfolgung und Unterdrückung eines Systems, das in den Märztagen dieses stolzen Jahres in die Vergessenheit gesunken ist. Vier Jahre taten die'Hitlerjungen der Ostmark ihre stille und harte Pflicht. Es war ihnen verboten, sich offen zum großen Reich der Deutschen zu bekennen. Um so heißer aber schlugen ihre Herzen für den Führer, für Deutschland, das in wenigen Jahren aus einem armen, verzagten Volk ein stolzes Reich werden ließ. In diesen Jahren der Unterdrückung entstanden die „Lieder der Getreue n", die am 1. Mai, dem Festtag des Volkes, vor der ganzen Ration ausgezeichnet worden find. Diese „Lieder der Getreuen" wurden so zu einem der schönsten Zeugnisse des Glaubens und der liebenden Hingabe der Menschen unserer heimgekehrten Ostmark. Baldur von Schirach, der Jugendführer des Deutschen Reiches, hat dem schmalen Bändchen, das erst in diesen Tagen erschien, ein Geleitwort mit auf den Wea gegeben, in dem er schreibt, daß ihm diese „Lieder unbekannter Hitler-Jugend" zum Weihnachtsfest 1937 zugeschickt worden sind. Nie soll dieser Jugend vergessen werden, ,chaß sie in einer Zeit unsäglichen Leidens unbeirrbar an das kommende, größere Reich und an feinen Führer geglaubt hat". Wie im alten Reich hat auch die österreichische Jugend ihren Kamps um die Heimat mit großen Opfern bezahlt: „Viele Tausende meiner tapferen jungen Kameraden wurden um dieses Glaubens willen von ihren Schulen und Arbeits- ftätten verjagt, Hunderte verwundet, fünf treue Jungen allein im Juli 1935 ermordet". Wir wissen nicht, wer diese Verse, die mit einem Bekenntnis zum Führer beginnen, geschrieben hat. Wir wissen nur, daß sie aus vertrauenden, kämpf- und opferbereiten Herzen erwachsen sind. Der Führer, das war den Menschen, besonders der Jugend der deutschen Ostmark, die Kraft, die sie lange Jahre aushalten ließ. Wie eine Vorahnung klingen die Zeilen: „Wir hörten oftmals deiner Stimme Klang und lauschten stumm und falteten die Hände, da jedes Mort in unsre Seelen drang." Dieser Maube war nicht umsonst. Heute ist das, was in einzelnen dieser Lieder zum Ausdruck kommt, schönste Wirklichkeit, so das Lied „So wällen wir dich einst begrüßen", in dem wir die Worte finden:1 „Das ganze Land wird widerhallen von unsrem namenlosen Glück — Die meisten dieser Verse gehen um die Gestalt des Führers, Adolf Hitler ist der lebendige Mittelpunkt dieser jungen Menschen geworden, für ihn allein vermögen sie jede Not zu ertragen, für ihn kämpfen sie, um ihm dereinst ihre Heimat bringen zu können. So berichten die „Lieder der Getreuen" vom Kampf und vom Glauben, von der Gemeinschaft, in die der einzelne hineingestellt ist, sie rufen sich gegenseitig. Mut zu, treues Ausharren gibt ihnen neue Kraft. Da berichtet einer vom Erlebnis eines Abends am heimatlichen Berg, ein anderer wird zur Stimme der Nationalsozialisten, die ihre Heimat verlassen mußten, ein dritter ruft seinen Fahnenspruch, ein vierter ein Lied zur Sonnenwende. Das Bändchen der „Lieder der Getreuen" klingt aus in dem Sturmlied, mit einem Schwur, der heute Erfüllung gefunden hat: „Ballet die Fäuste und betet dann so: Brüder, wir werden euch rächen! Hunderte starben da irgendwo, Nun werden wir für euch sprechen." £eni Niefenflahl, die Schöpferin des Olympiafili^.s. Zum zweiten Male empfing jetzt Cent Riefen - st ah l die höchste Auszeichnung, die der Staat einem Film und seinem Schöpfer zu verleihen hat. Neben den Männern, die bisher den Nationalen Filmpreis für hervorragende Spielfilme erhielten, neben Uzicki, Frölich und Jannings, steht Ei (Scherl-Bilderdienst-M.) diele Frau mit Kilmfchöpfungen, die ebenso neuartig wie unerreicht sind, ßeni Riefenstahl war es Vorbehalten, aus den Ansätzen des dokumentarischen Films, aus der Bildreportage eine neue Form des Films zu schaffen und sie in die Höhe der Kunst zu erheben. Nach den Reichsparteitagfilmen „Sieg des Glaubens", „Triumph des Willens" und „Tag der Freiheit", von denen der zweite den Nationalen Filmpreis des Jahres 1935 erhielt, hat der zweiteilige Olympiafilm die Kunstform des eigengesetzlichen filmischen Zeitberichts ins Monumentale gesteigert. Abseits von Herkommen und Brauch, wie die großen Leistungen Cent R i e f e n st a h l s, ist der Weg dieser Künstlerin verlaufen. Dom Tanz ist gewiß schon manche Schauspielerin zum Film gekommen. ßeni Riefenstahls andere Neigung galt aber schon vor ihrer Entscheidung für den Tanz als Beruf der Malerei. Dieses bildnerische Talent kam jedoch erst zu seiner ungeahnten Entfaltung, als Frau Riefenstahl ein Jahrzehnt der Tanzkunst gedient und schließlich in den Bergfilmen bes 2r. Fanck auch als Schauspielerin den Weg zum Film gefunden hatte. (5d)on diese erste filmische Tätigkeit, zunächst als Darstellerin und auch hier im „Heiligen Berg" als Tänzerin Diotima, schloß mehr in sich, als von Filmschauspielerinnen gewöhnlich verlangt wird: „Der Heilige Berg", „Die weiße Holle vom Piz Palü", Stürme über dem Mont Blanc" und schließlich der Film von der Grönländexpedition „8 0 Z E i s b e r g" beanspruchten auch die Sportlerin in ßeni Riefenstahl, die als Skiläuferin und Alpinistin beachtliche ßeiftungen zu vollbringen hatte. So kam zu der bildnerischen Der- anlaguna die sportliche Erfahrung der klugen Frau, die vor den Olympischen Spielen ein systematisches Studium aller Sportarten aufnahm, um deren wesentlichste, auch filmisch spannendste Momente ausfindig zu machen. Dies alles hätte freilich nicht ausgereicht ohne die schöpferische Kraft zum eigenen Gestalten. Die Spielleiterin ßeni Riefenstahl erwies sie zuerst in ihrem eigenen Bergfilm „D as blaue Li cht". Die suggestive Bildhaftigkeit gerade dieses Films dürfte den Ausschlag gegeben haben, daß Adolf Hitler der Filmgestalterin ßeni Riefenstahl sein Vertrauen schenkte und ihr den Auftrag zur Herstellung des ersten Reichsparteitagsilms gab. Frau Riefenstahl ist an dieser Aufgabe über sich selbst hinaus gewachsen, und die höchste staatliche Auszeichnung bestätigt ihrer jüngsten Schöpfung, dem Olympiafilm, was seine Gestalterin sich selbst als Aufgabe setzte: „Kraft und Schönheit der Jugend der Welt mögen die filmische Form gefunden haben, die dem hohen Geist der Olympischen Spiele würdig ist." G. Aus alter Wett. Ein neuer Fall IHaref: wegen vierfachen Giftmordes vor Gericht. Vor dem Wiener Schwurgericht begann die Verhandlung über einen Straffall, wie ihn die österreichische Kriminalgeschichte bisher nicht gekannt hat. Angeklagt ist die 40jährige Halbjüdin Martha Marek wegen vierfachen Giftmordes und versuchten Giftmordes in einem Falls sowie wegen versuchten Betruges. Die Angeklagte wird beschuldigt, ihren Gatten Emil Marek, ihre sieben Monate alte Tochter Jngeborg, ihre 67jährige Großtante Susanne ß ö ro e n ft e i n , die sie zur Universalerbin eingesetzt hatte, sowie die 54jährige Schneiderin Felizitas Wittenberger, die von der Marek zum Abschluß eines Versicherungsvertrages auf 5000 Goldschillinge veranlaßt worden war, durch allmähliche Vergiftung mit Thallium getötet zu haben. Der dreijährige Sohn Alfons Marek, der ebenfalls unter Vergiftungserscheinungen erkrankt mar, konnte gerettet werden. Martha Marek stand schon 1925 im Mittelpunkt eines Versicherungsbetrugsprozesses, der gegen ihren Gatten Emil Marek geführt wurde. Marek war, wie erinnerlich, einen Tag nach Abschluß einer Versicherung über 400 000 Dollar mit furchtbar verstümmeltem linken .Unterschenkel aufgefunden .worden. Bei dem Strafverfahren, das die Oeffentlichkeit seinerzeit stark bewegte, wurden beide Ehegatten von der Anklage des Versicherungsbetruges freigesprochen. 21 Todesopfer eines Verkehrsunglücks in Portugal. Nach einer Havasmeldung aus ßissabon wurde ein vollbesetzter Autobus an. einem Bahnübergang in der Nähe der Hafenstadt Diana de Casteko im Norden Portugals vom'Zuge erfaßtund zertrümmert. 21 Personen, wurden dabei getötet und 19 verletzt. Wetterbericht An der Ostseite des nordischen Hochdruckgebietes ist ein neuer Kaltluftvorstoß im Gange, der bereits Nord- und Mitteldeutschland erfaßt hat. Während in diesen Gebieten sich bereits Aufheiterung durch- . gesetzt hat, befindet sich unser Bezirk am Dienstag- morgen im wesentlichen noch in einer Mischluft- zone, die meist trübes Weiter und zeitweise auch leichten Regen brachte. Mit dem'weiteren Vordringen der Kaltluft wird sich auch bei uns Bewölkungsabnahme einstellen. Aussichten für Mittwoch: Veränderlich, mit. häufiger Aufheiterung und nur vereinzelten Schauern, wieder größere Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht, im ganzen für die Jahreszeit zu kalt, lebhafte Winde aus Nord bis Ost. Lufttemperaturen am 2. Mai: mittags 8,9 Grad Celsius, abends 8,8 Grad; am 3. Mai: morgens 8,4 Grad. Maximum 9,3 Grad, Minimum heute nacht 7,7 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 2. Mai: abends 8,7 Grad; am 3. Mai: morgens Al Grad. — Niederschläge 1,6 mm. Haiiptschriftletter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Emst Blumschein. Verantwortlich für Polittk und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyrwt: für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. IH./38: 10 355. Druck und Verlag: Brühlsche Universitätsdruckerei R. Lange, K.-G./famtlich in Gießen. Manatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten <5 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vom 1. September 1937 gültig. Bei Herz- und Nervenbeschwerden Geschäfts-Verlegung werden schnell beseitigt durch ----------------------: 78 Jahre alt So totrtt Klosterfrau-Melissengeist! Mache 3051D 3044D öffentlich vergeben werden. 4 Verschiedenes bungskvsten berechnet werden. 3042A Ml. Ziimättn zum sofortigen Eintritt gesucht, f Einspaltige | werden zum ermäßigten Hotel Hopfeid, Gießen Kleinanzeigen Anmeldungen können durch Postkarte oder telefonischen Anruf bis zum Samstag der jeweiligen Woche erfolgen. An alle Bauern und Landwirte von Hungen und Umgegend!. Vermählungs-Anzeigen liefert BrühPsche Druckerei »jCfmmer- pressen Grundpreis von 5 Pf. für die Millimeterzelle veröffentlicht! Dringe hiermit zur allgemeinen Kenntnis, daß ich nicht bei der Mehverwertnng Hungen als Geschäftsführer tättg bin. 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Direktton der Städtischen Betriebe. an das Städtische Hoch- und Tiefbauamt, Asterweg Nr. 9, abzugeben, wo die Oeffnung derselben erfolgt. Zuschlags- und Bindefrist 4 Wochen. Gießen, den 2. Mai 1938. Städtisches Hoch- und Tiefbauamt. G r a v e r t. Apotheker oder Drogisten, roo er in v , , Melissengeist ist „nur echt in der blauen Packung mit ZurBeaufsichtig. derKinderl Mädchen im Alter von 1-3 Jahr.) suche ich für nachmitt, ein zuverläss. jg. Mädchen Schriftt. Angeb. unter 02106 an den Gießen. Anzeiger erbeten. Heinrich Walz 5m Installationsgeschäft / LICH (Oberhessen) Bekanntmachung. Die Strom- und Gasgelder im Stadt- und lieber« landgebiet sind nach den Lieferungsbedingungen grundsätzlich bei der Ablesung an den Erheber zu zahlen. Geschieht dies nicht, dann können die Stromgelder noch innerhalb der nächsten 8 Tage und die Gasgelder noch innerhalb 10 Tagen ohne Kosten an die Kasse der Städtischen Betriebe Gießen, Garten- straße 3, auf Postscheckkonto Frankfurt am Main Nr. 27707 oder auf die auf den Quittungskarten verzeichneten Bankkonten eingezahlt werden. Bei lieber» schreiten der Zahlungstermine müssen die Beitrei- Seltene Natururkunden von den Halligen und vom Wattenmeer enthalt die Neuerscheinung, di« all« Naturfreunde und DogeUiebhaber mit Begeisterung lesen und schauen werden: Unter Säbelschnäblern und Seeschwalben Beobachtungen und Natururkunden aus der Dogelwelt der deutschen Nordseebüst« Don (Eugen Schuhmacher Insgesamt 104 Seiten mit 92 Bildern nach wundervollen Naturaufnahmen. In Leinen gebunden RM. 3.90. Bestellungen nimmt jede Buchhandlung entgegen. Verlangen Sie bitt« das ausführlich« bebilderte Werbeblati. 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Die Erd-, Pflaster- und Chaussierungsarbeiten für den Ausbau der Straße Am Nahrungsberg zwischen Gartenstraße und Altenfeldsweg sollen auf Grund der Reichsoerdingungsordnung für Bauleiftungen 3046D Kann Aufträgen 9° feba d6L wollen doch denn haben, das „Ecnre Qlanl Durch s®m''9 Aussehen behagliches £ dankt es Ihr Gute, billige Pension für Schüler ge» sucht.Schriftliche Angeb.U.3047D an d. Gieß. Anz. Hilfe i. kaufmännisch. Rechnen für Schüler gesucht. Schr.Angeb.unt. 3048Da.d.G.A. Baumpfähle Rosenstäbe Latten Dachpappe Karbolineum Happel&Co. Kl.Mühlgasse 4 u.6 Ruf 3925 | Vermietungen"] 3-Zioim. Wohn. (Mansarde) mitZubehörzum 1. Juni zu vermieten. Schrift!. Angeb. u. 3052 D an d. Gieß. Anz. | Mietgesuche | '.ZMm.-Wn. m. Badezimmer von ält. Beamt.- Ehepaar! 2Pers.) für sofort o.svät. z.mictengesucht. Schr.Angeb.unt. 02099 and. G^A. [Stellenangebote! Keine Zeugnisse in Urschrift wudern nur Zeogntö- abschriften Dem Be- werbungSschreiben bei. >egen — Lichtbilder unvBewerbungsunter- ^gen müssen 3ui Ver. metbung von Verlusten aus der Rückseite Namen und Änschrisl bei Bewerbers trage« I Hr.102 Zweiter Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Dienstag, 3. Mai 1938 LtmfaffenderBebauungsplanfürMünchen Oie Hauptstadt der Bewegung erhält einen neuen Bahnhof, Untergrundbahnen/ neue Bauten für Partei, Behörden, Kunst und Wissenschaft. München, 2. Mai. (DNB.) Der Führer hat am 2. April in seiner Rede in München verkündet, daß die grundlegende Planung, die aus der Stadt München die Hauptstadt der Bewegung und die Hauptstadt der deutschen Kunst machen wird, nun zum Abschluß gekommen sei. Ausgangspunkt der neuen Planung ist die U m g e st a l t u n g der Bahnanlagen in und um München. Zwischen Hirschgarten und Landsberger Straße ermöglicht ein neuer Hauptbahnhof im Fernverkehr einen reibungslosen Durchgangsverkehr von Norden und Westen nach Osten und Süden. Die neue Lage des Hauptbahnhofes erfordert eine schnelle Verbindung mit der Stadtmitte und dem Bahnhof München-Ost für den Vorortverkehr. Hierfür wird die U - B a h n l i n i e West-Ost erbaut. Die Verbindung der Stadt von Süden nach Norden erfolgt durch die Süd-Nord-U-Bahnlinie. In städtebaulicher Beziehung ergibt sich für den Ausbau der Stadt die Möglichkeit, auf dem über 2>5 Kilometer langen freigewordenen Gelände des jetzigen Bahnkörpers einen monumentalen neuen Straßenzug zu schaffen, der alle Neubauten aufnehmen wird. Die neue große Oper wird hier Platz finden, ebenso ein neues Operettentheater, ein Variete mit Kabarett, ein Tonfilmhaus, ein städti- sches Sportbad mit allen Nebenanlagen, ein S a a l b a u, das Parteiverlagsgebäude, ein K d F. - H o t e l für den Durchgangsverkehr sowie andere Hotels neben Vergnügungsstätten aller Art. Als östlichen Abschluß der neuen Bahnhofstraße wird etwa in der Höhe des jetzigen Hauptbahnhofs ein Denkmal zur Erinnerung an die Gründung der NSDAP, errichtet. Am neuen Bahnhofsvorplatz liegen die Bauten der Eisenbahn- und der Postdirektton. Hier erfolgt die Einmündung der Reichsautobahn -Zubringerstraße von Karlsruhe—Stuttgart—München. Die Neuanlage des Südbahnhofes bei Pasing hat die Aufgabe-, dem südlich neu entstehenden Stadtteil und der dort geplanten neuen KdF.-Stadt zu dienen, wie auch dem Massenverkehr auf dem künftigen Ausstellungsgelände und seiner großen Halle auf dem südlichen Teil der Theresienwiese zu genügen. Das wohnungs politische Bauprogramm sieht vor: Volkswohnungen bis 1945 mit etwa 12 000 Wohneinheiten, Ersatzwohnungsbau bis 1945 mit mindestens 18 000 Wohneinheiten, Bau mittlerer und größerer Wohnungen an städtebaulich wichtigen Punkten mit im ganzen 12 000 Wohneinheiten sowie Deckung des Wohnungsbedarfes für den Arbeiter- und Beamtenzuzug. Im Zuge der Gabelsbergerstraße wird das K a nzleihaus der Partei enfttehen. Weiter die „Halle der Partei", das „Museum für Zeitgeschichte", das „Haus der Deutschen Arbeitsfront". Für die Gauleitung München-Oberbayern ist für das neue Gaugebäude der Platz am Gasteig ausgewählt worden. Außer dem neuen Opernhaus wird ein Deutsches Theatermuseum errichtet.- Der vergrößerte Odeonsplatz erhält im Osten das neue Odeon (Musikhalle) an Stelle des jetzigen Bazargebäudes und im Norden das neue Zentral- gebäude der Regierung. Die Alte Pinakothek erhält Flügelbauten nach der Arcis- und Barerstrahe hin. Das Künstlerhaus wird durch umfangreiche Neubauten zu einer wirklichen Heimstätte aller Münchener Künstler umgestaltet. Die neue Technische Hochschule wird in Nymphenburg aus dem Gelände nördlich des neuen Botanischen Gartens entstehen. Die Tierärztliche Hochschule muß vom Rande des Englischen Gartens wegverlegt werden. Die natur- wissenschastlichen Sammlungen des Staates erhalten einen Neubau. Im Zusammenhang mit dem Deutschen Museum entsteht ein Bau für die Technik der Neuzeit. An Reichsbauten werden errichtet das Landesfinanzamt an der Ecke Sophien-Arcisstraße, das fast fertiggestellte L u f t a m t in der Prinzregentenstraße, die Reichs- b a n k in der Ludwigstraße sowie das neue Funkhaus. Der neue Flughafen soll schon im Oktober dem Verkehr übergeben werden. 67 Reichsfieger im Handwerker-Wettkampf. Vor Eröffnung der Frankfurter Ausstellung. NSG. Die große Reichsausstellung „Handwerkerwettkampf 1938" in Frankfurt wird am 5. Mai durch Reichsorganisationsleiter Dr. Ley eröffnet, der die Reichssieger des Handwerkerwettkampfes durch Ueberreichung einer Reichssiegerplakette ehren wird. Der Handwerkerwettkampf haf als Sonderwettkampf im Rahmen des Berufswettkampfes aller Schaffenden stattgefunden. Während in den Leistungsklassen des Berufswettkampfes aller Schaffenden bei den fachlichen Aufgaben in erster Linie die technischen Fertigkeiten geprüft wurden, hatte das Handwerk in diesem Sonderwett- kampf schöpferisch-kulturelle oder überragende technische Leistungen unter Beweis zu stellen. Insgesamt waren 67 Berufsgruppen mit 141 Leistungsklassen zugelassen. Es ist ein Zufall, daß die Zahl der Reichssieger auch 67 beträgt. Bemerkenswert ist, daß drei Reichssieger aus dem vorjährigen Meisterwettkampf auch unter den diesjährigen Reichssiegern sind und daß ein Betrieb, dessen Meister im Vorjahr Reichssieger war, in diesem Jahr in der Leistungsklasse „Betriebe" Reichssieger geworden ist. Der Handwerkerwettkampf ist in drei L e i st u n gs k l a s s e n für Meister, Gesellen und für Betriebe durchgeführt worden. Wurde bei dem Meister neben der selbstverständlichen Fertigkeit auch eine schöpferische Initiative verlangt, so sollte der Geselle sein ausgereiftes Können unter Beweis stellen. Für den Einsatz von Betrieben war maßgebend, daß in vielen handwerklichen Berufen das Erzeugnis nur aus der Gemeinschaftsarbeit heraus erwächst. Wieder einmal erwies es sich, daß nicht nur die Großstädte mft ihrem pulsierenden Leben die Arbeit des Meisters in der Werkstatt beeinflußt, sondern daß draußen im Land — der großen Oeffentlichkeit unbekannt — Meister und Gesellen am Werk sind, die es mit jedem aufzunehmen vermögen, mag er in den Großstädten noch so gute Weiterbildungs- Möglichkeiten besitzen. Rund ein Drittel aller Reichssieger stammtaus kleinenOrten. Der Handwerkerwettkampf war es, der ihre Fähigkeiten ans Tageslicht brachte. Der unbekannte Meister, der unbekannte Geselle, sie haben durch den Handwerkerwettkampf die Möglichkeit, alle Förderung zu genießen, die der Nationalsozialismus nach dem Leistungsprinzip den Schaffenden zuteil werden läßt. Die Reichsausstellung „Handwerkerwettkampf 1938" wird so zur Krönung der Arbeit, die am „Tag des Deutschen Handwerks" in Frankfurt a. M. geleistet werden foll. * Glückwünsche zum nationalen Feiertag. Berlin, 2. Mai. (DNB.) Aus Anlaß des Nattonalen Feiertages des deutschen Volkes haben dem Führer und Reichskanzler folgende Staatsoberhäupter Glückwünsche für das „Olympia, Fest der Schönheit." Gloria-Palast. Der zweite Teil des riesigen Olympia-Films hätte bei uns zu keinem aktuelleren Zeitpunkt erscheinen können, nachdem wir gerade eben über die feierliche Verleihung des Nationalen Filmpreises für 1938 an Leni Riefenstahl ausführlich berichtet haben. Die Zuerkennung bezieht sich selbstverständlich auf das Gesamtwert, und es ist vielleicht nicht überflüssig, ehe wir auf Inhalt und Gestaltung dieses zweiten Teiles im besonderen eingehen, noch einmal die Einheit des Ganzen zu unterstreichen, dessen Teilung — „Fest der Völker" und „Fest der Schönheit" — ja rein äußerlich-zweckmäßig begründet ist. Es gehört also, das sollte man sich klarmachen, jenes großarttge Vorspiel, das wir zu Beginn des ersten Teiles in der vorigen Woche erlebten, nicht weniger auch zu diesem zweiten. Die künstlerisch hervorragend gelungene Ausformung einer Vision der alten griechischen Welt als des Mutterbodens der klassischen Spiele und der olympischen Idee muß in den wie hinter Schleiern vorüberwehenden, schnell überblendeten Bildern von Hellas jedermann eine Vorstellung solchen Ursprunges vermittelt haben — auch dem, der etwa nicht eine dieser Landschaften, Architekturen und Plastiken hätte erkennen und mit Namen nennen können. Und jeder wird auch angesichts der Bilder des Fackellaufes von Griechenland her bis ins Herz unserer Heimat die Schönheit und die völkerverbindende Kraft des Gedankens begriffen haben, welcher dieser unvergleichlichen Wanderung der olympischen Flamme zugrunde liegt. Man darf vielleicht auch, nachdem man nunmehr in beiden Teilen das Ganze hat überschauen können, noch einmal den Blick auf den außerordentlichen dokumentarischen Wert dieses Films lenken. Wir vermögen nicht anzugeben, wieviel Hunderttausende' vor zwei Jahren in Berlin das Schauspiel des Welt-Sportkampfes mit eignen Augen und Ohren, ja auch mit klopfendem Herzen und angehaltenem Atem persönlich haben miterleben können. Gewiß ist aber, daß ihre Zahl verschwindend ist gegen die unbegrenzte Zahl derer, denen nun der Film dieses Erlebnis vermitteln kann. Wahrscheinlich ist übrigens auch, daß, wer beide Teile des Films auf sich wirken laßt, ein geschlosseneres Gesamtbild von diesen Olympischen Spielen gewinnt als jemand, der etwa — wie es doch in den meisten Fällen gewesen sein wird — einen Tag lang einen verhältnismäßig kleinen Ausschnitt daraus hat in sich auf- aehmen und miterleben können und allenfalls den' Rest am Rundfunk gehört hat. Es ist auch wohl zu bedenken, wann wieder einmal Olympische Spiele in Deutschland abgehalten werden, und daß die wenigsten von uns dies werden erleben können. Der Film aber bewahrt das wunderbare Schauspiel auch den kommenden Generationen und für alle Zeiten. * Die Bilderfolge des zweiten Teiles beginnt mit einem friedlichen, fast lyrisch intonierten Vorspiel im Olympischen Dorf: man wirft gleichsam einen Blick hinter die Kulissen der Arena, man sieht das morgendliche Training der jungen Athleten, das charakteristische Dampfbad der Finnen, die Sauna, man erlebt die Vorbereitung, Lockerung und Sammlung zum Kampf. Dann wandelt sich das Idyll zur Dramatik, wie wir sie in den großen Gefechten des ersten Teiles unvergeßlich in uns ausgenommen haben. Von den leichtathletischen Disziplinen ist noch der Zehnkampf übrig; hier dominiert die herkulische Erscheinung des Amerikaners Glenn Morris, der überlegene Idealtyp des allrounck-Kämp- fers, den diese vielseitigste und darum vielleicht höchste Anforderungen stellende Sportart verlangt. Etwas abgewandelt wiederholt sich das Bild im Fünfkampf der Offiziere, in dem Deutschland hervorragend abschnitt. Vielleicht die schönsten Eindrücke von allen Kampfszenen des zweiten Teiles ergibt die Reiterkonkurrenz der Military: in diesen Aufnahmen verbindet sich der elementare Rhythmus des Kämpferischen mit der reinen Aesthettk edler Pferdeleiber in höchster Aktion des versammelten Laufes und Sprunges. Erft aus diesen Aufnahmen wird dem Beschauer klar, welche enormen Leistungen an Ausdauer und Schnelligkeit, an Springvermögen und reiterlicher Beherrschung hier von jedem Teilnehmer verlangt wurden. Die Bewältigung der zum Teil außerordentlich schweren und raffiniert angeordneten Hindernisse erzeugte nicht nur ungemeine Spannung, sondern entbehrte gelegentlich auch nicht heiterer Episoden und ließ dabei, ähnlich wie übrigens der Fünfkampf, reizvolle Streiflichter auf das persönlich und national begründete Temperament der Bewerber fallen. * Rassige Kampfszenen entwickeln sich weiter beim Fußball-Endkampf zwischen Italien und Oesterreich, im Hockey, das die Inder überlegen gewannen, und in der Polo-Entscheidung auf dem Maifeld. Eine ganz neue Note bringen die Wasserkämpfe ins Bild, die Segel-Olympiade auf der Kieler Förde, die Regatta in Grünau und die oielseittgen Kämpfe im Schwimmstadion. Daß der zweite Teil des Filmes, roie der Titel deutsche Volk telegraphisch übermittelt: Die Könige von Aegypten und Afghanistan, der König der Albaner, der Staatspräsident von Argentinien, der König der Belgier, der Staatspräsident von Bolivien, der König der Bulgaren, die Staatspräsidenten von Chile, Cuba, der Dominikanischen Republik und von El Salvador, der König von Griechenland, der Staatspräsident von Guatemala, der Schah von Iran, der Kaiser von Japan, der Prinzregent von Jugoslawien, die Staatspräsidenten von Mexiko und von Polen, der König von Rumänien, der tschechoslowakische und türkische Staatspräsident und der Reichsverweser des Königreichs Ungarn. Der Führer und Reichskanzler hat diese Glückwünsche im Namen des deutschen Volkes mit Danttelegrami men beantwortet. Kunst und Wissenschaft. Gründung einer deutsch-italienischen Sludienstiftung. Zum Zweck der Förderung des Studiums der Kulturbeziehungen zwischen dem nationalsozialistt- schen Deutschland und dem faschistischen Italien sowie des Studiums der Bedeutung dieser Beziehungen für diG europäische Kultur zum Wohle und Nutzen der beiden Völker ist am 27. April 1938 eine Deutsch-Italienische Studienstif- t u n g mit dem Sitz in Berlin errichtet worden. Nachdenkliches Duett am Abend. Kleine eheliche Szene von E. A. Greeven. Heino pflegte zu sagen: „Wenn ich mit meiner Frau ein vernünftiges Wort reden will, müssen wir im Bett liegen. Tagsüber haben wir beide keine Zeit oder keine Ruhe. Eheliche Gespräcke zu später Stunde und in waagerechter Lage haben außerdem den unschätzbaren Vorteil, nie bis zu Ende geführt zu werden. Einer von uns schläft regelmäßig ein, bevor die Unterhaltung kritisch wird." „Wieso? — Was heißt da: einer von uns?" fragte Lisa erstaunt. „Einer von uns heißt, ich!" — gestand Heino und sprach dann von andern, ungefährlicheren Dingen. *. Abendstille zwischen zehn und elf. Die holde Brut schläft seit zwei Stunden. Es gehört zu Heinos großen Lebensrätseln: Wer den engelhaften Frieden eines Kinderschlafes betrachtet, kann sich nicht vorstellen, wie rasch aus Engeln der Nacht in aller Herrgottsfrühe tobende Teufel werden. Heino hat die Ruhe des Hauses dazu ausersehen, die Wanderung durch die Abgründe und Wolfsfallen seiner Steuererklärung anzutreten. Lisa schreibt währenddessen verspätete Briefe an die liebe Familie. „Soll ich Tante Berta von dir grüßen?" „Immerzu — Papier ist geduldig." — Mit einem Fluch, der nur nach zehn Uhr gestattet ist, klappt Heino das Aktenbündel „Steuer" zusammen. „Gehen wir schlafen!" — Heino erhebt sich und reckt die Arme wie ein Turner; sein Übliches Nachtsignal, ein Rest von Gymnastik. Lisa räumt auf und brummelt im Selbstgespräch vor sich hin: „Gott ja — morgen kommt die Hausnäherin wegen der Hemden für Fritz und Inge." Heino hat begriffen. — „Ich werde in der Stadt essen." — „Wenn es dir lieber ist, Heino" — es klingt sanft und fast ehrlich. Heino steht schon im Badezimmer und gurgelt; rollt die Augen gen Himmel und hätte um ein Haar etwas gesagt. Als Lisa ihn mit Vehemenz rumoren härt, lächelt sie tief befriedigt. Elf Uhr dreißig Minuten. Auf Lisas Seite brennt ein Nachtlämpchen, und Heino meditiert: Wenn der Bürozuschuß, den die Fabrik ihm monatlich zahlt, zum Umsatz geschlagen werden muß, was er eigentlich gar nicht einsehen kann, aber der Mensch von der Finanz wird es sicherlich behaupten, so würde das seine Umsatzsteuer pro anno erhöhen um... um ungefähr... um wieviel Mark? Kopfrechnen schwach; ratsuchend dreht er den Kopf nach Lisas Seite und Überblinzelt ihr Territorium. Lisa hat eine fabelhafte Geschicklichkeit, im Bett ein Buch halten zu können, ohne daß es ihr im Ellbogen kribbelt. Heino kann das nicht. Aber er weiß: wenn Frauen auf einen Genuß erpicht sind, werden sie gegen Schmerzen immun. „Lisa!" — „Hm..." „Was lieft du da?" — „Eine Geschichte..." Stille. Heino wirft den Kopf wieder nach der anderen Seite. Natürlich eine Geschichte — Lisa wird nicht gerade mit Kant im Arm daliegen! „Lisa!" „Hm..." — „Was für eine Geschichte?" „Wenn du es wissen willst: eine Liebesgeschichte." Heino schüttelt den Kopf. — „Wie kann ein Mensch nur immer wieder Liebesgeschichten lesen?" „Eine Frau kann das, lieber Heino." „Versteh ich nicht." „Weil du gewissermaßen ein Mann bist." I „Wieso gewissermaßen?" „Kein Mann ist immer ein Mann." „Na, erlaube mal!" — Heino sitzt plötzlich aufrecht. „Schlaf lieber — die Geschichte ist gerade sehr spannend." Stille. Heino muß darüber nachgrübeln, warum — „Lisa — warum kann eine Frau —?" „Weil eine Liebesgeschichte uns immer interessiert." creme. 204 „So so — euch immer interessiert. Hm ... kannst du dafür einen stichhaltigen Grund anführen?" Es hört sich an, als ob Lisa gähnte. „Wenn es, fein muß .. .♦ — „Bitte!" — „Weil wir lieben können." Heino schlägt vor Empörung auf die Bettdecke? „Und wir Männer vielleicht nicht?" „Nur in Ausnahmefällen." Lange Sttlle. Heino wälzt eine-schwere Frage. —» „Lisa!" „Nja?" — „Sag mal, — bin ich ein Ausnahmefall?" Lisa schweigt. Es ist unerträglich, wie eine Frack schweigen kann, wenn sie will. Dann dreht sie ihm lächelnd ihr Gesicht zu. „Siehst du, Heino, ein Ausnahmefall bist du nicht. In puncto Liebe bist du ein anständiger Durchschnitt." „Danke! — Wütend rollt Heino sich in seine Ecke. Und so was sagt einem die eigene Frau! Im tiefsten Frieden um Mitternacht! „Aber" — fährt Lisa nach einer Pause fort, —< „dein Manko wird einigermaßen ausgeglichen —" „Ach, sieh mal an, also doch!" — Heino rückt etwas näher und spitzt die Ohren. „Und durch welche von meinen Tugenden, wenn ich fragen darf?" „Mit deinen vermeinttichen Tugenden hat das gar nichts zu tun, mein Junge — nur weil ich dich liebe." Heino denkt lange nach. So ganz einfach ist das mit Frauen doch nicht. Inzwischen hat Lisa die kleine Lampe ausgedreht und wartet auf ein Wart. Wartet eine gute Weile. Wenn Heino nicht einge- schlafen wäre, hätte er das Wort bestimmt gesagt. es andeutet, seine Aufgabe nicht so ausgeprägt wie der erste in der Reportage und bildhaften Spiegelung höchster kämpferischer Aktion und sportlicher Anspannung fand, sondern vor allem auch in der Erfassung und Wiedergabe des reinen und schlechthin schönen Bildes: das lassen besonders ausgeprägt und eindrucksvoll die Ausschnitte aus den Gymnastikwettbewerben, den turnerischen Disziplinen und aus dem Turmspringen im Schwimmstadion erkennen. Man spürt förmlich, wie die Kamera hier in Motiven schwelgte und immer neue Einzelheiten im gleichermaßen gelösten und beherrschten Spiel des vollkommen durchgebildeten menschlichen Körpers — in technisch glänzend behandelten, stellenweise verblüffend erfaßten und geschnittenen Aufnahmen — wiederzugeben bemüht war. Zumal bei. den Sprungwettbewerben im Schwimmstadion hat man des öfteren, wenn die Zeitlupe den geschmeidig versammelten Körperumriß zwischen der weiten Wasserfläche und dem hohen Wolkenhimmel abtaftet und liebevoll ausmodelliert, kaum noch den Eindruck von Springern, sondern eher von phantastisch schwerelos fliegenden Menschen, und gerade in solchen Szenen fühlt man sich am unmittelbarsten und sinnfälligsten an den vielleicht mittler» weile schon wieder vergessenen Ausgangspunkt im Vorspiel des ersten Teiles erinnert, an das klassische Schönheitsideal, an das die modernen Kämpfe wieder anknüpfen, . t. wenn aus der antiken Statue des Diskuswerfers im Zauberspiel der Filmkamera die atmend bewegte Figur des modernen Athleten zum Leben erwacht. In solchen Bildern ist die ganze Kunst und vollkommene Technik der Kameramänner vereinigt, die hier eine höchst imponierende Leistungs- probe abgelegt haben. Die geschmeidig begleitende und akzentuierende Musik schrieb auch für diesen Teil Herbert Windt, für Polo und Reiten (Fünfkampf) der inzwischen verstorbene Walter G r o n o st a y. Das Schlußbild des Lichterdomes lenkt noch einmal den Blick auf das Ganze dieses Werkes, dessen innere Geschlossenheit und Stilreinheit dem Gestaltungswillen Leni Riefen st ahls entsprang. Erst wenn man mit dem zweiten Teil die runde, in sich gefügte Einheit überschaut, vermag man die Konzentration und die künstlerische Disziplin zu würdigen, die aus einer fast nicht mehr zu bewältigenden Fülle motivischen und filmischen Rohstoffes jene Bilder- urtb Szenenfolgen herausschnitt und ineinanderfließen ließ, die einen wesentlichen Eindruck des gesamten grandiosen Schauspiels der sechzehn Tage bieten, ohne den Üblichen Umfang zweier großen Spielfilme nen- venswett du über schreiten. Hans Thyriot. . „Wasserfälle schöner Gefühle.^ Im Jahre 1802 erschien die Ankündigung eines Werkes, dessen Verfasser, ein Engländer, sich die Erforschung der Tränen zur Aufgabe gemacht hatte. Er hatte eine Geschichte des „Weinens von Evens Schöpfung bis auf unsere Zeiten" geschrieben. Er betonte, daß das Werk zusammengestellt sei aus den unverdächtigsten Quellen und unter den Augen einiger Damen von hohem Range, die das Weinen zu ihrem Studium gemacht hätten. Zehn Bände umfaßte das Werk, und mit welcher Gründlichkeit der Verfasser den Stoff bearbeitet hatte, ging aus der beigefügten Inhaltsangabe hervor. Der erste Band behandelte „Urfpruna und Altertum der Thränen" sowie „deren Beschaffenheit vor der Sündfluth". Es folgten im zweiten und dritten Bande Untersuchungen über „Fortschritte des Weinens unter den ältesten Nazionen", den „Ursprung des Wimmerns", „Thränenverpflanzung nach Europa, nebst biographischen Notizen von ausgezeichneten Erzpinslern", und im vierten Bande eine „Arithmetische Untersuchung weinerlicher Nachrichten". Der fünfte Band beschäftigt sich mit der Geschichte der (Equipagen und „deren Vermehrung durch Thränen". Und so ging es weiter. Der Verfasser hatte alles nur Erdenkliche in den Kreis seiner Betrachtung einbezogen. Er hatte die Tiefe einer Tränenflut bei einem Trauerspiel berechnet, berichtete von dem Gebrauch der Zwiebeln bei Leichenbegängnissen und der „Wirkung der Thränen auf die Werke der Natur". Ferner brachte er „Aechte Nachricht von einer Pachterstochter, die im Laufe ihrer Liebschaft mit ihren Thränen eine Mühle triejb". Abschließend folgte dann im zehnten Bande eine Einteilung der Tränen in Salztränen, bittere Tränen, süße Tränen, bitterlichsüße Tränen, empfindsame Tränen, Katarakte der Empfindsamkeit und „Wasserfälle schöner Gefühle". Soweit der Inhalt. Es wurde den Käufern aber weiter verraten, daß das ganze Werk mit Kupferstichen schwarzer, blauer und „Haselnußaugen", und zwar in allen „Stazionen des Weinens", von den „schimmernden bis zu den schluchzenden Portraiten berühmter Weiber" verschönert sei. Beigefügt waren ferner „Ansichten besonderer Wimmerer in Krankheit". Und schließlich versicherte der Verfasser, daß das Werk zu den glänzendsten gehören werde, die jemals dem Auge präsentiert worden seien. Es ist leider nicht bekannt, welches Schicksal dieses gewiß originelle Werk gehabt hat. Es muß aber zugegeben werden, daß der Verfasser seinem Stoff mit kaum zu über» bietender Gründlichkeit zu Leibe gegangen ist. UN- das SA -Sportabzeichen. I Wi-derholungsübung dieses Abzeichens ein Leichtes zu sein, denn ich hatte w Der (Nachdruck verboten!) 12. Fortsetzung. seine . aus- man über NSG. Die Wiederho lungs Übung für das SA.-Sportabzeichen, die wegen der Volksabstimmung verschoben worden war, fmdet nunmehr am Sonntag, ür mein Reichssportabzeichen schwerere Bedingungen zu bestehen. Dennoch sah ich bald ein, daß der Gemeinschaftssport unter weltanschaulich Gleichartigen etwas anders ist, als die Erkämpfung einiger Hochleistungen auf Gebieten, die mir sportlich be- sonders gut lagen. Nicht SA.-Sportabzeichen oder Reichssportobzeichen muß es daher heißen, sondern jedem Deutschen das SA.-Sportabzeichen und jedem Sportler dann das Reichssportabzeichen." mit Stolz zu den Trägern des SA.-Sportabzeichens. Sie wissen um die Bedeutung und die Notwendigkeit dieser Schule harten Einsatzes und kameradschaftlichen Kampfes. Sie kennen den inneren Wert dieser vom Führer geschaffenen Einrichtung. Sie ar- beiten mit an dem gemeinsamen Ziel. Jeder gesunde > Deuticbe erkämvft sich das SA."Sportabzeichen! „Beneidenswert, trotz allem", sagt Walter Lenzsch oufatmend, nachdem Marga geendet und sich ein bißchen verwirrt über sich selbst in ihren Stuhl zurückgelehnt hat. Und in seinen Augen steht geschrieben: Immer bist du mir beneidenswert erschienen, und am meisten damals, weiß du noch? „Aber hier müssen Sie sich jetzt gründlich ruhen und erholen", sagt. Tante Martha, und sieht ihr an, daß sie gern Marga Montwill die Hände striche oder über die Haare Und der Doktor lehnt sich zurück, und 8. M a i statt. Mit Stolz kann der Träger des SA.-Sportabzei- chens — ob er nun SA.- oder NSKK.-Mann ist, ob er der ff oder dem Reichsarbeitsdienst angehört, ob er es als Angehöriger der Polizei, oder einer anderen Formation erworben hat, oder ob er einer SA.-Sportgemeinschaft zugehört — sagen, daß er durch den Erwerb dieses Abzeichens seine körperliche Leistungsfähigkeit, seinen Einsatzwillen und seine charakterliche GrundhaUung bewiesen hat. Männer aller Altersstufen, Volksgenossen aller Berufe, haben sich den vorbereitenden Hebungen unterzogen und haben die Bedingungen erMt, die zum Erwerb des Abzeichens erforderlich sinh. Und das ist das Schöne an diesem Zeichen, das ist das Stolze für die, die es tragen. Eine schlichte Plakette ist das äußere Kennzeichen einer kämpferischen Gemeinschaft, die aus allen Formationen unserer Bewegung, aus allen Schichten unseres Volkes zusammengeschweißt wurde. Der Stolz, der diese Männer ihr Zeichen trogen läßt, läßt sie auch gerne der Mühen und Opfer gedenken, die sie — neben Beruf und laufendem Dienst in ihren Einheiten — zum (Erringen ihres SA.-Sportabzeichens aufwenden mußten. Anläßlich der ersten Wiederholungsubung haben wir mit einer Anzahl Sportabzeichenträger gesprö- chen, und geben aus den Reihen dieser Kameraden zuerst einem jungen Scharführer, von Beruf Dachdecker, das Wort: „Als Angehöriger des Bau- gewerbes SA.-Mann zu sein ist nicht sehr einfach. Unser Beruf, der uns zu einer sehr unregelmäßigen Arbeitszeit zwingt, erfordert unseren vollen körper- lichen Einsatz. Da uns nicht eine Werkstatt vor den Unbilden der Witterung schützt, sondern der Dachdeckerberuf uns unter freiem Himmel auf den Dächern der Häuser und auf den Firsten der Kirchtürme arbeiten läßt, sind uns Härte und Strapa- zen nicht fremd. Wenn unser Tagewerk vollendet ist, wäre dem Dachdecker die wohlverdiente Ruhe zu gönnen. Dennoch ziehe ich, wenn die anderen Feierabend machen, gern mein Braunhemd an und setze mich für den Führer und seine SA. ein. Als Scharführer sah ich es als meine Aufgabe an, meinen Männern im Erwerb des SA.-Sportabzeichens voranzugehen. Die Hebungen waren mir ein willkommener Ausgleich gegen die einseitige Berufsarbeit, und die gemeinschaftlich im Kameradenkreis überwundenen Strapazen führten uns noch enger zusammen, als es der allgemeine SA.-Dienst schon tat. Für meine Hebung bei der Wehrmacht war mir die Schule des SA.-Sportabzeichens eine wertvolle Ein Kriegsteilnehmer, Vater mehrerer Pimpfe, meint: „Hätten wir 1914 alle schon das SA.-Sportabzeichen gehabt, wir wären damals von • vornherein weit „geländegängiger" gewesen und hätten uns nicht erst nach und nach von dem Feind das geländemäßige Verhalten aneignen müssen, das uns im Graben sehr notwendig war. Wenn früher der Soldat nach seiner aktiven Dienstzeit, oder der Sportler etwa nach seinem 30. Lebensjahr keine Leibesübungen mehr trieb, sondern sich oft auf die aule Haut Legte und seinen Körper vernachlässigte, o ist es heute durch das SA.-Sportabzeichen anders geworden. Um mich nicht vor meinem ältesten Pimpf schämen zu müssen, der mit Stolz feiix HI ' Leistungsabzeichen trägt, hatte ich mich entschlossen, das SA.-Sportabzeichen zu erwerben. Ich bedaure diesen Entschluß nicht. Ich konnte zu meiner Heber» raschung feststellen, daß mein Körper, trotz vier Fahren Frontdienst, noch elastisch und zäh genug war. Mit Stolz trage ich das SA.-Sportabzeichen neben meinen Kriegsauszeichnungen, habe ich es doch, genau wie jertc, ehrlich errungen. Den Grundschein'der Lebensrettungsgesellschaft, den mein Sohn ebenfalls besitzt, werde ich mir im Lause dieses Sommers gleichfalls zu holen versuchen." Ein Politisch er Leiter, ein alter SA.- Mann aus der Kampfzeit, sieht im SA.-Sportad- ze'chen den Anlaß, wieder mit dem Kameraden der SA. gemeinsam die Strapazen zu teilen und kämpferischen Einsatz zu pflegen. Zum Schluß hören wir, daß eine sogenannte Sportkanone erzählt: „Da ich mich seit Fahren sportlich spezialisiert habe und den Boxsport wettkampfmäßig betreibe, sogar mehrfach repräsentativ herausgestellt wurde, blieb mir keine Zeit, neben meinem lausenden Training und meinen Wettkampsverpflichtungen SA.-Dienst zu tun. Dennoch wollte ich das SA.-Sportabzeichen erwerben. Ich schloß mich einer SAG. an und lernte den Kampfsport von einer ganz anderen Seite kennen. Nicht Spitzenleistungen, sondern Mannschaftssport aus breitester Grundlage in kameradschaftlicher' Gemeinschaft wurden hier gewertet und alle Organe des Körpers mußten hier mittun. Der mir völlig neue Geländesport, der Wehrsport, der kameradschaftliche Zusammenhalt haben mich eine ganz anders geartete Sportart iij ihrer Vielfältigkeit und Zweckmäßigkeit kennen lernen lasten. Ich freue mich auf die Wiederholungsübung im Kreise der Mitkämpfer." Aehnliche Aeußerungen hörten wir von Beamten der Polizei und vom B a h n s ch u tz , von Männern der Sanitätskolonnen und der F e u erlosch Polizei. Wir sprachen den Büromenschen und den Studienrat, den Fabrikarbeiter am laufenden Band und den Bauern: Sie alle bekennen sich Geprüfte Hausgehilfinnen. Was die Hausgehilfin in zweijähriger Hauswirt- schaftlicher Lehre lernt, bildet die Grundlage für viele weibliche Berufe, es bedeutet ein Wissen und Können, das für jede Lebenslage zu brauchen ist. Fn Gegenwart des Kreisschulrats N e b e l i n g und des Regierungsrats Repp aus Darmstadt fand in der Berufsschule die Prüfung der Haus- haltslehriinge statt. Die Abteilungsleiterin für Volkswirtschaft-Hauswirtschaft des Kreises Wetterau, Frau Mathy, leitete die Prüfung und stellte zunächst weltanschauliche'Fragen, die von den Mädchen gut beantwortet wurden. Das theoretische Wissen wurde von Fachlehrerinnen geprüft. Da gab es Fragen aus dem Wirtschaftsleben, die Chemie der Küche wurde durchgenommen, die Auslagen beim Einkauf berechnet und ein Haushaltsbuch angelegt. Mit großem Eifer gingen die Mädchen jann an ihre verschiedenen praktischen Aufgaben. Sie mußten selbständig ein Mittagessen für vier Personen Herstellen. Während die Speisefolge der einen Braten, Gemüse und Süßspeise verlangte, bereitete die andere einen Eintopf aus Fischfilet, Sauerkraut und Kartoffeln, hatte aber dabei noch die Zubereitung von Hefekuchen. So waren alle ausgiebig und abwechslungsreich beschäftigt und erfüllten ihre Aufgabe mit Fleiß und Geschick, wie die Kostproben beim Essen erwiesen. Der Nachmittag war der praktischen Hausarbeit gewidmet. Es wurde gewaschen und gebügelt. An. Fäden hin und her. Vornan von Hedda Westenberger. Copyright by Carl Duncker Verlag, Berlin W 35. Pfarrer Anthes f. Am 27. April starb hier nach langem, schweren Leiden der Seelsorger der Luthergemeinde, Psar- rer Ludwig Anthes. Er hat den Eintritt in den Ruhestand, der ihm wegen seiner geschwächten Ee- sundheit für den 1. Mai mit dem Ausdruck des Dankes für seine der Landeskirche geleiteten treuen Dienste bewilligt worden mar, nicht mehr erleben I Da senkt Marga Montwill ihren Blick: Doktor hat, wenn er einen so voll und mit einer leisen Nachdenklichkeit anschaut (wie schon ein paarmal, seit man beim Essen sitzt) verteufelt schöne, Vorstufe." Aehnlich äußerte sich ein Kamerad vom Schmiedehandwerk: „Für einen Handwerksmeister, der zugleich mit der Führung der Fnnungsgeschäfte betraut ist, scheint der SA.-Dienst und besonders der Erwerb des SA.-Sportabzeichens eine kaum tragbare zeitliche Belastung. Aber es heißt hier: ,Dennoch!' Das Seite-an-Seite-Stehen mit Kameraden aus anderen Berufen, das Angewiesensein auf den Nebenmann im Mannschaftskampf, das Herausholen der letzten Reserven aus dem Körper gab mir stets wieder einen neuen Austrieb. Die Verleihung des Abzeichens war mir eine Stunde, die alle Opfer und Strapazen vergessen machte." Ein sf- Sportreferent sagte: „Als ich zum ersten Male die Bedingungen des SA.-Sport- . - . - abzeichens kennen lernte, schien mir die Erringung' Deutsche erkämpft sich das SA.-Sportabzeichen! Oha, weiß sie was? Stehen die beiden am Ende so, daß Lenzsch gebeichtet hat? denkt Marga und prüft die beiden Gesichter. Aber da ist nichts zu sehen. Lenzsch sieht noch- immer nicht sehr gescheit aus, und Monika hat sich schon umgewandt und rückt die Stühle am Tisch zurecht. Jetzt kommt endlich auch der Doktor Hammerbacher und füllt das Zimmer mit seiner Stimme und klopft dem jungen Kollegen den Buckel,^daß es nur so scheppert, und stupft Monika in die Seite, daß sie ein bißchen auf* quietscht, und'führt schließlich mit scharf gewinkeltem Arm Marga Montwill zu Tisch. Dann werden die Löffelerbsen aufgetragen, und Tante Martha entschuldigt sich vielmals, was aber im Stühlerücken untergeht. „Also Mahlzeit, Kinder", sagt Onkel Hammerbacher, und alle beginnen stumm, mit gesenkten Augen, zu essen. Dazu tickt die große Hhr in der Ecke, und Tapsy umstreicht indianerhaft mit leise klingelndem Halsband den Tisch. Hagelbildung. Es wäre nicht richtig, den Mai nur von dieser gewitterhaften Seite zu bewerten. Er ist unter den Monaten tatsächlich der Wonnemonat, denn nicht nur der durchschnittliche Wetterverlauf mit, seiner Neigung zu viel Sonnenschein ist bei der jungen, grünen Pracht der Natur ein Hochgenuß, auch b;e icmpcratnrlage, die gemäßigt zwischen 17 bis 23 Grad Mittagswärme verläuft, entspricht den menschlichen Wünschen. Man schätzt eine derartige gemäßigte Temperatur weit mehr als die brennende Hiye und drückende Schwüle des Hochsommers. Der Bauer wünscht sich nach der alten Regel einen kühlen und feuchten Mai. Diese Regel ist im Durchschnitt zu Recht bestehend, doch wird m diesem Jahre, da der April soviel Wärme vermissen ließ, bezüglich der Kühle eine Korrektur nötig sein. Dagegen ist die Erwartung von Niederschlägen um so mehr begründet. Der April hat relativ kleine Feuchtigkeitsmengen gebracht, weil die Schauer — ob sie aus Regen oder Schnee bestanden — durchweg im Ergebnis geringfügig waren. Man stellt an den Mai große Ansprüche, die er wohl kaum restlos erfüllen wird. Immerhin hoffen ro r, daß er uns für den zu schlechten April etwas entschädigt. ______________________ Pfarrer Anthes wurde am 8. Funi 1883 in Caub als Sohn des dortigen Pfarrers geboren. Er studierte in Erlangen, Halle und Marburg und schloß sich dabei dem Verein Deutscher Studenten an. Die erste theologische Prüfung legte er 1906 in Herborn die zweite 1908 in Wiesbaden ab. Hierauf war er bis 1909 als selbständiger Vikar in Hachen- bürg tätig. Dom 1. Mai 1909 bis Anfang 1911 verwaltete er die dritte Pfarrei in Homburg vor der Höhe, dann die Pfarrstelle in Geisenheim, bis er am 1. Fuli 1911 als Pfarrer in Därstadt bei Bad-Schwalbach angestellt wurde. Hier entwickelte er eine besondere Tätigkeit auf dem Gebiet der Fugendarbeit, so daß er Landesleiter hcs Bundes Deutscher Fugendvereine wurde, den er für Nassau und Hessen begründet hat. Auch rief er das Jugendheim Schloß Westerburg ins Leben und begründete eine Schwesternstation in Bärstadt. Hier begann auch seine Mitarbeit an den Verhandlungen, die auf den Zusammenschluß der fünf Landeskirchen Hessen, Nassau, Frankfurt a. SQL, Kurhessen und Waldeck abzielten, aber ihn nur bezüglich der drei erstgenannten Kirchen erreichten. Fm Oktober 1927 wurde Pfarrer Anthes das Pfarramt der Bergkirche in Wiesbaden übertragen. Auch hier widmete er sich insbesondere der Jugendarbeit, d:e dann in stärkerem Maße auch in den anderen Wiesbadener Gemeinden betrieben wurde, und er begründete u. a. eine Theologisch-wissenschaftliche Arbeitsgemeinschaft für Laien. Am 1. August 1934 versetzte der Landesbischof Pfarrer Anthes an die Luthergemeinde zu Gießen. Auch hier entstand durch sein Wirken schon in kurzer Zeit eine feste Gemeinschaft zwischen Pfarrer und Gemeinde. Die Folge war ein starkes Aufblühen des Gemeindelebens. Aber schon nach etwa zweijähriger Tätigkeit war zu erkennen, daß seine Gesundheit den großen Anstrengungen des Dienstes nicht mehr gewachsen war. Wegen schwerer Erkrankung mußte er im Herbst 1936 einen Urlaub antreten, aus dem er zum Bedauern der Gemeinde nicht mehr in den Dienst zurückkehrte. Der Heimgegangene hat unter diesem, durch seinen geschwächten Gesundheitszustand erzwungenen, allzu ftühen Verzicht auf seine seelsorgerische Tätigkeit schwer gelitten, und noch auf seinem Sterbelager beschäftigte ihn der Gedanke, daß er der Gemeinde seine Dienste nicht so habe leisten können, wie cs seinem Herzenswünsche entsprochen hätte. Die Gemeinde wird ihn in treuer Dankbarkeit nicht vergessen. N. Rach dein , es triV. «■»%! IS« Wege zur P besserung ersr toaltung lst Jas früher« Büros öe5/ rebäubt bishei legt werden, l Le bände herbes M- ader cmk nach dem »b gieubtiu mit t Postgebäude ei Mrr Here A^ickei bestund cineu »stutni besitzt, findet Linderung vc fetten« und tupfen das i mildert und Neben dies als altijergeb Meerretich in Fisch- und F zu Dielen Sa Kewürze spat wirten und a meninyn Du La die deu in den Ham ist und die heute noch ül die hausfra Meerrettich i trägt dann i Mischer Erde G> * Gieße markt kostete 1,57 Mark, s, 155 bis 1,60 Stuck 5 bis li Klasse A W/2 »VMni Weißkraut 14 Karotten 121 10 bis 15, 6: rabi 8 Pf., % «bi-4^ ^chwarzwurzc ?»ln. «li “•w bis 3 gn b>s 40 Pf. ®«' Slumn 0 bis 28, Sc »y. M Ä in geiff 8-wä in?'“' »Ä dsK Z 60, 4 &T leit9 Dir rie’“®«S5 SÄ'i 'er b-- & Aus der Stadt Gießen. AZünsche um den Mai. Als der März endete, waren die deutschen Mittelgebirge, abgesehen von den Gipfelregionen des Harzes, des Riesengebirges, des Schwarzwaldes und der bayerischen Doralpen, bereits schneefrei. Fetzt, im Beginn des Wonnemonats, also vier Wochen weiter । in den Frühling hinein, leuchten die Höhenzüge und Nordseiten der' mittleren Gebirgslagen wieder tm Schnee und die Bergbäche führen in großen Mengen neues Schmelzwasser talwärts, das die außerordentlich starken und häufigen Schneefälle im ver- qangenen April in einer Neuschneedecke konzentrierten. Während am Ende des vorletzten Monats März die Vegetation unmittelbar vor dem Grün- ausbrud) bzw. vor der Blüte stand, zeigt sich jetzt am Maibeginn, daß bas junge Grün wahrend der vergangenen vier Wochen kaum vorwärts gekommen ist. Der geringe Grad der Weiterentwicklung der Vegetation im April ist teilweise sehr folgenschwer gewesen. Es kam zur Baumblüte, und die um die gleiche Zeit eintretenden anhaltenden Schneefälle und Fröste haben, wie jetzt feststeht, in den meisten Gegenden großen Schaden angerichtet. Wir schauen also betrübt auf den April zurück. Wenn auch dieser Monat sich immer durch eine gewisse Launenhaftigkeit auszeichnet, so hatte man mit einem derartigen Rückfall in winterliches Wetter nicht gerechnet. Hm so höher sind die Hoffnungen auf den Mac. Man sagt im Dolksmund, daß auf einen schlechten April ein schöner Mai folge, entsprechend der Erkenntnis, daß sich derNachwinter dann gründlich ausgetobt habe. Trotz dieser Regelsetzung wollen wir nicht zu optimistisch sein. Es scheint so, daß der diesjährige Frühling zwar kein ausgesprochener Schlechtwetter, frühling ist, aber doch sehr stark zu Extremen neigt. Unb bä im Mai noch bie bekannten und berüchtigten .Eishelligen" auf dem Kalender stehen, wollen wir 'in der Wetterkalkulation vorsichtig fein. Der Mai ist der Monat der ersten und der schwersten Gewitter. Die Maigewitter haben einen besonders schlechten Ruf, nicht nur wegen ihrer Starke unb relativ großen Häufigkeit, sondern auch wegen der sie begleitenden Hagelschläge. Im Mai ist die Atmosphäre der gemäßigten Zone in den mittleren und höheren Lagen noch verhältnismäßig kalt. Besonders in diesem Jahre, nach den überaus starken Frösten des April, dürfte die Anwärmung der Hochatmosphäre, insbesondere über dem Ozean, nur sehr langsam vor sich gehen. Dagegen pflegen sich die unteren Luftschichten, namentlich über dem Festland, sehr schnell zu erhitzen. So entstehen die großen Temperaturgegensätze zwischen Land unb Meer einerseits bzw. Erdboden und Hochatmosphäre anderseits. Die Folge ist eine gewisse Spannung m der Luft, bie zu Gewittern führt. Entsprechend der Größe dieser Spannung ergibt sich meistens ein erhebliches Maß von heftigen elektrischen -Entladungen; das Vorhandensein von kalter Luft in geringer Höhe aber bringt bie Voraussetzungen für Voniotizen. Tageskalender für Dienstag. Gloria-Palast (Seltersweg): „Olympia, Fest der Schönheit". — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „Groß-Alarm". — Oberhessischer Kunstverein: 17 bis 18 Hhr, Ausstellung rm Turmhaus am Brand. Stadtthealer Gießen. Die heutige Dienstag-Miete (29. Vorstellung) ist auf Donnerstag, 5. Mai, verschoben worben. zu, unb überhaupt, so draußen — sehr brauchbar, sehr brauchbar. Unb was ben Herrn Chefarzt in spe anlange, ber werbe wohl auch nicht ungehalten sein, wenn bie ehemalige Tanzstunbenliebe unter einem Dach mit ihm bas Wochenende verbringe, wie? Haha, ja, na, das verspreche ja wohl bann ganz lustig zu werden, unb eigentlich sei es gar keine Frage mehr: Fräulein Montwill müsse einfach ba- bleiben. „Nicht wahr, Marthchen, nicht wahr, Monika?" Walter Lenzsch lacht etwas gepreßt unb schielt zu Marga hinüber. Danzstundenliebe, bas sei gut, bas sei ein Witz! Nicht angeschaut habe ihn bas gnädige Fräulein in der Tanzstunde, obwohl er seinerseits bis über bie Ohren verliebt gewesen sei. „In dem Zustand befinden Sie sich wohl seitdem meistens?" sagt Monika spitz unb salzt verzweifelt bie zweite Portion Löffelerbsen, bis Tante Martha ihr mit Kopfschütteln bas Salzfäßchen entwindet. Walter Lenzsch zieht seine Augen von Marga zurück und schickt sie zu Monika hinüber. Na, meistens — das fei ein bißchen viel behauptet, aber gelegentlich fyabe er sich allerdings in diesem Zustand be» funden. Unb babei wird fein himmelblauer Blick bedeutsam, so daß Monika den ihren schleunigst auf ihren Teller senkt. Also wie dem auch sei, mischt sich bann der Doktor wieder ein, da Fräulein Montwill ber all- Knochen werden von der Schuljugend gesammelt. NSG. Alle Arten Knochen sind ein wertvoller Rohstoff, der für die Volkswirtschaft nicht verloren gehen darf, sondern in allen Haushaltungen gesammelt unb ber Weiterverarbeitung zugeführt wer- ben muß. Die oammlung von Knochen wird im Gau Hessen-Nassau von ber Schuljuaend durchgeführt, nicht von der Hitler-Jugend. neigt, unb ihre raschen Aeuglein sind noch winziger vor lauter Mftleid; Walter Lenzsch sieht ausgesprochen neidisch aus, und ber Doktor... Augen strahlen in ehrlicher Achtung: „Tüchtig, tüchtig. Wie freu ich mich, daß cs Paul Montwill- Tochter so weit gebracht hat!" Nur Monika -sagt nichts. Aber e^ ist plötzlich eine Weichheit in ihrem hübschen hochmütigen Gesicht, und wie sie nun auf steht und Marga eine Zigarette anbietet und Feuer bringt, bas heißt ganz deutlich: Zwar mag ich dich nicht, aber vor dem Kerl in dir ziehe ich trotzdem den Hut. Marga lächelt ganz fein, wie Monika ihr das Feuer hinhält, und sagt bann leise, mit einem vielleicht unbewußten Blick auf Lenzsch: „Was für hübsche Hände Sie haben, Fräulein Monika!" Aber Lenzsch hllft gerade Tante Martha, die Teller zusammenstellen. Nach Tisch pflegen die Hammerbachers „drei Schritte" durch den Garten zu tun. Das war schon damals so, als Marga Montwill mit ihren Eltern zu Besuch war. So tut man diese „drei Schritte" auch heute, obwohl der Garten noch kahl unb winterlich aussieht, und obwohl ein ganz ordentlicher Wind weht. Dabei ergibt sich's bann, daß Walter Lenzsch zu Marga hintreten kann, die etwas adsetts von ben anderen eine zärtliche Unterhaltung mit Tapfy hat. „(5ibt er auch Pfötchen?" fragt Lenzsch unb beugt sich zu Tapsy hinunter, der schief an der Hausmauer klebt und seinen breiten Kopf zärtlich und sentimental gegen Margas Knie gelegt hat. „Nein", sagt Marga, „Pfötchen gibt er nicht. Dazu sind wir zu groß, nicht wahr, Tapsy? Das haben wir mal gemacht, als wir kleiner waren. Aber das ist lange vorbei, nicht wahr, Tapsy? Daran erinnern wir uns schon gar nicht mehr, nicht wahr, Tapsy?" „Meinst du damit vielleicht mich?" fragt Lenzsch unb krault ben Hund. Marga hebt flüchtig den Blick. „Dich? Wieso dich? Und außerdem: Warum sagen mir auf einmal du? Es ging doch ganz gut mit dem Sie. Meinen Sie nicht, verehrter Herr Doktor?" (Fortsetzung folgt.) gemeinen Forderung auf Hierbleiben nicht widersprochen habe, so dürfe man annehmen, daß sie bleibe. Nun frage sich bloß, was man dem verwöhnten Großstadtkinb im kleinen Eigelstein bieten könne... „Aber, mein Gott", lächelt Marga unb legt unwillkürlich ihre Hanb auf bie bes Doktors, „mein Gott, lieber Onkel Hammerbacher, bieten... ? Wenn ich wirklich Ihre nette Einlabung annehme, so ist damit schon mehr Hübsches für mich getan, als ich auf dieser Fahrt erwarten konnte. Bitte, bieten Sie mir nichts weiter! Ich finde es hier so entzückend unb so himmlisch geruhsam! Mehr will ich gar nicht, ober vielmehr, J3as ist ja gerade bas, was ich brauche! Wollen Sie mir glauben, daß ich seit Fahren nicht mehr an so einem breiten Familientisch gesessen habe? Und daß ich seit Fahren nicht mehr Löffelerbsen mit Speck unb Würstchen an so einem Tisch gegessen habe? Unb sich vorzu- stellen, baß nun nichts Aufregendes und (Eiliges mehr geschieht bis zum Kaffee, womöglich bis zum Abendbrot — das ist für mich wie ein Märchen aus Niemandsland. Glauben oie es mir!" Sie schaut reihum unb sieht aller Augen auf sich gerichtet. Monika lächelt etwas ungläubig» befrembet; Tante Martha hat den Kopf leicht ge» kluge unb junge Augen. Eine kleine Stille entsteht. Ob sie benn so viel Arbeit in Berlin habe, fragt Tante Martha bann leise, unb ihre Stimme klingt, als frage sie nach einer Verstorbenen^ Sicherlich habe sie boch einen Beruf, nicht wahr? Ach, bitte, was für einen? Unb mit dem Spitzmausgesicht zu Monika hinüber, bie gerade dem jungen Doktor das letzte Würstchen aufdrängt: „Siehst du Monika, jetzt wirst du genau hören, wie das ist, in einem Beruf in Berlin. Du wolltest doch immer nach Berlin, weißt du noch? Noch vor einem Jahr hast du s-tändig davon geschwärmt." Monika errötet über und über, und der junge Doktor Lenzsch „geht los wie Blücher" — freilich nur auf sein Würstchen, dessen einer Zipfel denn auch lustig über den Tisch unb auf Margas Kompottlöffel hüpft. Marga verfrachtet freundlich das Wurftzipfelchen auf ihren Teller. Walter Lenzsch schlägt deshalb unter dem Tisch dankend die Hacken zusammen, unb bann beginnt Marga zu erzählen. Sie hat nur ganz obenhin erzählen wollen, wie eben ein Mensch, der sich im stillen denkt: Was wissen, was verstehen denn die da von dir und deinem Leben? Aber unter des Doktors lebendigem Blick, unter Tante Marthas herzlichen unb gescheiten Fragen, vor Matter Lenzschs freundschaftlicher Sach- lichkeit — ja, unb auch vor Monikas immer selbst- vergessener werdendem Blick geht ihr auf einmal das Her; auf. Sie schildert ihr Leben, wie es wirklich ist, mit allen Sorgen und Noten, mit allen Erfolgen und Enttäuschungen, und sogar den letzten Grund ihrer plötzlichen Urlaubsfahrt gesteht sie ein. Einmal, ganz kurz, ist ein kleines Erschrecken in ihr: Was tu ich denn, warum gebe ich mich so preis? Ader gleich hinterher schämt sie sich dessen: Pfui Marga Montwill, was 'für ein Gedanke! Sind bas Gesichter, benen man sich „preisgibt"? Sind bas Augen, in denen etwas anderes steht als selbstvergessenste Teilnahme für dich? Wann je hatten fremde Ohren so viel Zeit, so viel Geduld für dich? Wann je waren fremde Menschen dir so wenig fremd? dere Mädchen zeigten ihr Können in Nähen. Stop- fen und Flicken. Nach bestandener Prüfung erhält das Mädchen einen Lehrbrief und kann dann auf den gründlichen Kenntnissen der hauswirtschaftlichen Arbeit weiterbauen. Es kann sich weiterbilden zur Haus- haltspslegerin. NS.-Schwester, Kindergärtnerin oder Säuglingspflegerin. Daneben aber hat es unter der mütterlichen Obhut seiner Lehrfrau den erzieherischen und sittlichen Wert einer Hausgemeinschaft tennengelernt und Freude gewonnen an dem schönsten Beruf der Frau. F. K. Verkehrs und Arbeitserleichterung beim Postamt I. Nach dem käuflichen Erwerb des früheren Hotel Kühne am Bahnhof durch die Reichspostoerwaltung ist in den letzten Tagen der Durchbruch der Mauer zwischen dem Poslgrundstück und dem Grundstück des einstigen Hotel Kühne erfolgt. Nunmehr wird es möglich sein, den Kraftwagenbetrieb der Post zu einem großen Teile über das Grundstück des frühe- ren Hotelgartens und über den Weg zwischen dem früheren Hotel Kühne und dem Hotel Lenz zu leiten, so daß der Zugangsweg zu der Paketannahme- stelle beim Postamt I eine wesentliche Entlastung vom Postkraftwagenoerkehr ersahren wird. Damit wird die Verkehrssicherheit für Fußgänger auf dem Wege zur Paketannahmestelle eine erhebliche Verbesserung erfahren. Diese Maßnahme der Postverwaltung ist dankbar zu begrüßen. Das frühere Hotelgebäude wird einstweilen mit Büros des Hauptpostamtes, die in dem Amtsgebäude bisher ungünstig untergebracht waren, belegt werden, um auf diese Weise eine wünschenswerte Entlastung des Arbeitsganges im Postge- bäude herbeizufuhren, Oh das frühere Hotelgebäude um- oder ausgebaut wird, oder ob an dieser Stelle nach dem Abbruch des Hauses ein umfassender Neubau mit direktem Anschluß an die bisherigen Postgebäude erfolgt, ist bisher noch nicht entschieden. Meerrettich als Frühjahrskur und in der Küche. Um diese Jahreszeit ist es notwendig, den Körper von allen im Winter aufgespeicherten Schlacken zu reinigen. Schon in der alten Volksmedizin waren die rohen Pflanzensäfte, die sich heute wieder zunehmender Beliebtheit erfreuen, bekannt und ge- schätzt. Aus der Meerrettichwurzel, die ein uraltes deutsches Kulturgewächs ist, wird durch Destillation ätherisches Senföl gewonnen, das eine gesundheitsfördernde Wirkung hat. So gibt die Einnahme von Meerrettichsenföl den Magenschleimhäuten Anregung zur vermehrten Sastausscheidung, ein Vorgang, der zur Förderung von Appetit und Verdauung wesentlich beiträgt. Ferner übt das Meerrettichwasser auch für die Nieren und auf Stoffwechselstürungen, wie Rheumatismus und -Gicht, einen großen Einfluß aus. Da er außerdem hautanregendo Eigenschaften besitzt, findet es äußerlich zum Einreiben und zur Linderung von Frostbeulen Verwendung. Bei Insekten. und sogar Bienenstichen kann durch Auftupfen das schmerzhafte Jucken und Brennen gemildert und beseitigt werden. Neben dieser oiesseitigen Verwendungsmöglichkeit als althergebrachtes Haus- und Heilmittel dient der Meerretich in der Küche als angenehme Beigabe zu Fisch- und Fleischgerichten und als würzige Zutat zu vielen Salaten. Dadurch hilft er ausländische Gewürze sparen, die vielfach gesundheitsschädlich wirken und außerdem die für andere Zwecke not- wendigen Devisen beanspruchen. Da die deutsche Meerrettichernte im vorigen Jahr in den Hauptairbaugebieten sehr gut ausgefallen ist und die Etzeuger durch sachgemäße Lagerung heute noch über ansehnliche Vorräte verfügen, sollte die Hausfrau in -nächster Zeit pft und reichlich Meerrettich in ihrem Küchenzettel verweirden. Sie trägt dann dazu, bei, wertvolles Nahrungsgut heimischer Erde vor dem Verderb zu schützen. (Siebener wochenmorktpreile * Gieße n, 3. Mai. Auf dem heutigen Wochen- markt kosteten: Deutsche feine Molkereibutter, V> kg 1,57 Mark, feine Molkereibutter 1,52, Markenbutter 1,55 bis 1,60 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 5 bis 10, Eier, deutsche, vollfrisch, Klasse S 13, Klasse A 12N, Klasse B 12, Klasse C 11K, Klasse D 10%, Wirsing, % kg 15 bis 18 (gelb), 2 (grün), Weißkraut 14 bis 15, Rotkraut 18, gelbe Rüben und Karotten 12 bis 15, rote Rüben 10 bis 12, Spinat 10 bis 15, Spargel 50 Pf. bis 1 Mark, Unterkohlrabi 8 Pf., Feldsalat. Vio 8 bis 10, Tomaten, % kg 40 bis 45, Zwiebeln 20 bis 25, Meerrettich 40 bis 50, Schwarzwurzeln 20 bis 35, Rhabarber 18 bis 20, Kartoffeln, alte, % kg 5 Pf., 5 kg 44 Pf.. 50 kg 3,30 bis 3,90 Mark, neue. % kg 20 Pf., Aepfel 15 bis 40 Pf., Hähne 1 Mark. Suppenhühner 1,05 Mark, Blumenkohl, das Stück 30 bis 50 Pf., Salat 10 bis 28, Salotgurken 50 bis 70, Oberkohlrabi 20 bis 25, Lauch 5 bis 12, Sellerie 10 bis 30, Rettich 10 bis 20, das Bündel 30, Radieschen, das Bündel 10 bis 1'5 Pf. * ** 79 Jahre a l t. Am morgigen 4. Mai wird Herr C h r i ft i a n Staffel, Asterweg 63 wohn- häft, in geistiger und körperlicher Rüstigkeit 79 Jahre alt. Mehr als drei Jahrzehnte stand er in städtischen Diensten, bis er nach Erreichung der Altersgrenze in den wohlverdienten Ruhestand trat. Seit etwa 50 Jahren ist Herr Staffel treuer Bezieher des Gießener Anzeigers. Dem Jubilar gilt unser herzlicher Glückwunsch. ** Silberne Hochzeiten. Am heutigen Dienstag können der Dachdeckermeister Wilhelm Heck und Frau Marie, geb. Wagner, Kaiserallee 40, das Fest der Silbernen Hochzeit feiern. — Das gleiche Jubiläum können der Autoschlosser Louis Pfeil und Frau Lina, geb. Leschhorn, Seltersweg 60, begehen. Das Ehepaar Pfeil wohnt gleichzeitig seit 25 Jahren im Hause des Kaufmanns Waag. Wir beglückwünschen beide Jubelpaare. **4 0 Jahre treuer Mitarbeiter. Der Kellermeister und Küfer Wilhelm Seng, Großer Steinweg 5, kann in diesen Tagen auf eine 40jäh- rige Tätigkeit in der Weinhandlung Jnderthal zu- rückblicken. Der Jubilar ist seit dieser Zeit auch Leser des Gießener Anzeigers. Wir gratulieren! Mit dem Motorrad tödlich verunglückt. x Schotten, 2. Mai. " Gestern eignete sich auf der Reichsstraße Ulrichstein—Schotten in der Nähe der Abfahrt nach dem Petershainer Hof ein schweres Unglück. Der Motorradfahrer Iah. Fink aus Ulrichstein, 35 Jahre alt, der mit* einigen Kameraden einen Ausflug nach Schotten machen wollte, geriet mit seiner Maschine an einen Baum und wurde gegen einen anderen Baum geschleudert. Er erlitt hierbei einen schweren Schädel- bruch. Seine Kameraden verbrachten ihn sofort in das Städtische Krankenhaus Schotten, wo er kurz nach der Einlieferung verstarb. Brücke zwischen Stadt und Land. Gebt Freiplätze für die Kinderlandverschickung! R«G. Für viele tausende Kinder in unserem Gau rücken die Tage närjer, wo sie für ein paar Wochen Zur Erholung aufs Land geschickt werden. Der größte Teil der Kinder kommt in andere (Baue, um dort in einer ihnen fremden Umgebung und bei fremden Pflegeeltern Aufnahme zu "finden. Neben dem Zwecke der Erholung dient die Kinderlandoerschickung dazu, den Kleinen die Möglichkeit zu geben, sich an fremde Gewohnheiten und Gebräuche zu gewöhnen und sich diesen unterzuordnen. Der erzieherische Wert dieser Maßnahmen ist keineswegs zu unterschätzen. Für alle Kinder ist es natürlich ein großes Erlebnis. auf das Land hinauszufahren. Für Stadtkinder. die noch niemals in ihrem Leben mit größeren Haustieren in Berührung gekommen find ober sie aus eigener Anschauung noch nicht kennen, ist der Umgang mit diesen Tieren ein Erlebnis besonderer Art. Schon vor ihrer Abreise beschäftigen sich die Kinder häufig mit den Dingen, die sie in ihrem Erholungsaufenthalt kennenlernen dürfen. Die Wirklichkeit übertrifft aber in den meisten Fällen ihre Phantasie. Sie haben auf ihrer Ausweiskarte gelesen, daß ihr Pflegevater ein Bauer fein wird, und sie stellen sich vor, daß diese Menschen irgendwo in der Ferne auf dem Lande wohnen, daß sie Felder und Diesen besitzen und die verschiedenartigsten Tiere, «o hat es ja auch in ihren Lesebüchern in der Schule gestanden, so haben es ihnen andere Kinder und ihre Eltern erzählt. Was es aber eigentlich heißt, Bauer zu sein, das konnten sie sich doch noch nicht recht vorsttllen. Das wirkliche Erlebnis wird die Erwartungen in den meisten Fällen noch weit übertreffen. Was weiß ein Stadtkind schon von den Tieren des Landes? Das Erstaunen beim ersten Anblick eines Igels, eines Hamsters, eines Hasen oder gar eines Rehes ober Hirsches ist groß, denn nur ein kleiner Teil kennt diese Tiere und dann nur aus einer recht unnatürlichen Umgebung, wie z. B. aus den Zoologischen (Barten usw. Alle Volksgenossen, die in der Lage sind, einen Ferienplatz für Kinder oder auch vielleicht für einen Erwachsenen zur Verfügung zu stellen, werden gebeten, dies den Dienststellen oder Beauftragten der NSV. mitzuteilen. Durch Bereitstellung eines Freiplatzes können sie mithelfen, eine Brücke zu schlagen zwischen Stadt und Land und erzieherisch auf das Stadtkind einwirken, dessen Vorstellungen vom Land häufig noch unvollkommen sind. Aus der engeren Heimat. Landkreis Gießen. * Lollar, 3. Mai. Der Rotations-Maschinenmeister Friedrich Rohrbach von hier konnte kürzlich auf die 25. Wiederkehr des Tages zurückblicken, an dem er als Rotations-Maschinenmeister in den Betrieb der Brühlschen Druckerei in Gießen, Verlag des Gießener Anzeigers, eingetreten war. Anläßlich dieses Arbeitsjubiläums wurde dem Jubilar von dem Inhaber der Firma im Rahmen einer Kameradschaftsfeier am Nationalfeiertag des deutschen Volkes mit herzlichen Dantes- Worten für die langjährige treue Mitarbeit eine wohlverdiente Ehrung bereitet und dabei der Wunsch ausgesprochen, daß es dem Jubilar vergönnt sein möchte, noch lange Jahre in gleicher vorbildlicher Pflichttreue seinen Posten im Betriebe des Gießener Anzeigers ausfüllen zu können. 00 Klein-Linden, 2. Mai. Die Jahres- hauptversammluna des „Geflügelzuchtoer- eins Klein-Linden 1931" am -Samstagabend im Cafe Lutz war sehr gut besucht. Aus dem Geschäftsbericht des Vereinsführers war zu entnehmen, daß im verflossenen Jahre fünf Mitgliederversammlungen und eine Familienversamm- lung abgehalten wurden. Der Kassenbericht, von dem Dereinsrechner Otto Lippert oorgetragen, zeigte ein günstiges Bild der finanziellen Lage des Vereins. Die seither schon durchgeführte Berater- tätigkett, die die Vereinsmitglieder bei den ländlichen Geflügelhaltern übernommen haben, soll weiter ausgebaut werden. Die Mitgliederzahl nahm gegen bas letzte Jahr beträchtlich zu. Der Verein beabsichtigt, voraussichtlich im Januar 1939 eine örtliche Geflügelschau durchzuführen. Der Vereinsschriftführer sprach zum Schlüsse noch über das Thema „Die Aufgaben und Ziele ber Kleintierzucht, insbesondere ber Geflügelzucht, in der Erzeugungsschlacht". Dem Vortrag schloß sich eine rege Aussprache an. # Allendorf (L a h n), 3. Mai. Im Frühjahr 1923 hatte sich auf einem Eichenbaum am Judenberg ein Storchenpaar ein Nest erbaut und sich dort häuslich niedergelassen. Nach 10 Jahren Dein IflllelitDebtiftno jur NSv. Vien! Der Betreuung von Mutter und Kind und damit dem Leben unseres Volkes. wurde das Nest baufällig, und die Störche suchten nach einer neuen Nistgelegenheit. Handwerksmeister brachten nun ein Wagenrad von 1,40 Meter Durchmesser hinauf und nahmen bas alte Nest fort. Entgegen der Meinung mancher Tierfreunde nahmen die Störche im nächsten Frühjahr das Nest an, bewohnten es aber nur noch zwei Jahre. Dann stand es drei Jahre leer. Nun aber, vor wenigen Tagen, bat sich zur Freude ber ganzen Einwohnerschaft ein neues Storchenpaar cingefunben. - Steinbach, 1. Mai. Äm Samstagabend hielt die hiesige K r i c g e r f a m c r a b f rf) a f t eine außerordentliche Generalversammlung im „Einhorn" ab. Zu dem Abend waren die seither nicht ber Kameradschaft angehörenden früheren Soldaten eingelaben. Kameradschaftsführer Serth eröffnete die Versammlung und begrüßte die alten und die neuen Kameraden. In dem neugeschaffenen NS.-Kriegerbund werden nunmehr alle alten und jungen Soldaten vereinigt. Auch in Steinbach schließen sich die seither nicht erfaßten Kameraden an. Der Führer und ber Leiter des Kriegerbunbes wurden in üblicher Weife geehrll An die Kameraden Hch. Steller und Johannes Arnold wurde bie große Ehrennadel bzw. die silberne Ehrennadel für Schießleistungen überreicht. Der Schießsport wird in ber Kameradschaft unter Leitung des Kam. Hch. Steller gepflegt, zu dessen Stellvertreter Kam. Johs. Arnold ernannt wurde. Gegenwärtig ist ein Preisschießen mit dem Zimmerstutzen ber Kameradschaft im Gange. Im Sommer wird auf dem Schießstand im Walde geschossen. Der Kameradschaftsführer ward dann für das 116er-Fest in Gießen und teilte mit, daß die Kameradschaft sich am Kriegerfest in Lang-Göns am 3. Juli beteiligen werde. Durch den Neueintritt ber ehemaligen Soldaten ber Reichswehr und des neuen Heeres wird es möglich fein, unter Leitung von Kam. Christian Karl M a g e l wieder einen Spielmannszug ber Kameradschaft zu bilden. Im Kreise Gießen werden 20 Kameraden aus der Ostmark untergebracht, in Steinbach wird einer beim Kameradschaftsführer Aufnahme finden. Zu seinen Ehren wird ein Kame- radschaftsabend veranstaltet werden. Nach Schluß des offiziellen Teiles fand noch ein kameradschaftliches Beisammensein statt. < Holzheim, 3. Mai. Dem Gefolgschastsmit- glieb ber Backsteinbrennerei Georg und Heinrich Sam es Ernst Heinrich Engel wurde in Anbetracht seiner 25jährigen treuen Tätigkeit bei seiner Firma eine besondere Ehrung zuteil. Der Orts- obmann ber DAF., Sander, überreichte ihm das Ehrend i^lorn für 25 jährige treue G e- folgschafr. Der Jubilar ist 'Betriebsobmann. co E b e r st a d t, 2. Mai. Der Vorstand des Turnvereins hielt eine Besprechung ab, in ber Fragen des Turnbetriebs erörtert wurden. Auf Antrag des Dberturnmartes wirb der Turnplatz fü beh beginnenden Turnbetrieb im Freien ordnungsgemäß hergerichtet. Die Maiwanderung findet am kommenden Sonntag statt; ber Omnibusausflug des Jahres (an ben- Rhein) wurde auf den 3. Juli festgelegt. <£ Birklar, 2. Mai. Dem hiesigen (Bäriner Heinrich Müller, der seit 50 Jahren in der Fürstlich Solms-Lichschen Gärtnerei in Lich treu seine Arbeit verrichtet, wurde eine besondere Ehrung zuteil. Mit einem Fackelzug, an dem sich viele Orls- einwohner beteiligten, wurde seiner gedacht. Vor dem Hause des Jubilars eröffnete ein Musikstück die kleine Feier, Ortsgruppenleiter Balser (Bettenhausen) überbrachte dem Jubilar die Grüße ber Ortsgruppe, und ber Bürgermeister bie Wünsche ber Gemeinde. Der Gesangverein verschönte die Feier mit einigen Liedern. Der Vorsitzende des Gesangvereins widmete ihm als Sangesbruder herzliche Glückwünsche. Zahlreiche Ortseinwohner gedachten außerdem seiner. Kreis Schotten. )—( Ruppertsburg, 1. Mai. Einem Schlag- anfall erlag ber ehemalige Polizeidiener W. M e u e r von hier Von feiner Beliebtheit zeugte das Truauergeleitc, in dem man unter vielen and ren Teilnehmern bie hiesige Kriegerkarnerabschaft, ben Männergesangoerein „Sängerbund" und die Freiwillige Feuerwehr erblickte. Die Führer ber Vereine, die Herrn W. Seipp II. und W. Parr VI., widmeten dem Entschlafenen ehrenvolle' Nachrufe. M e u e r war 54 Jahre lang Mitglied im Kriegerverein, dem (Befangnerem, ben er gründen half, gehörte er 49 Jahre lang an. Ein Grabchor und eine Ehrensalve waren bie letzten Grüßx ber Vereine an den Heimgegangenen Kameraden. LehrlingswarieTagung in Gießen. Die Abteilung für Berufserziehung und Betriebsführung der Deutschen Arbeitsfront, Kreiswaltung Wetterau, hatte die kaufmännischen und gewerblichen Lehrlingswarte der Kreise Wetterau und Alsfeld-Lauterbach zum 27. April 1938 zur 2. Lehr- lingswarte-Tagung nach Gießen eingeladen. Die Lehrlingswarte waren anläßlich der 1. Tagung im November 1937 in zwei Gruppen eingeteilt, und so tagte diesmal die kaufmännische Gruppe und anschließend bie gewerbliche Gruppe. Während bie erste Tagung im Btooember beinahe ganz von dem Einführungsvortrag des Leiters der Abteilung Berufslehre bei der (Baumaltung in .Frankfurt a. M, Pg. Eilers, ausgefüllt war, hielt diesmal Pg. Eilers vor beiden Arbettsgruppen nur einen 30minutigen Vortrag über „Betriebliche Berufserziehung und -ausdilbung", dem jeweils eine längere Aussprache folgte. Der Referent wies darauf hin, daß.der prak- tischen Berufseignungsuntersuchung im letzten odjuljabr die richtige Berufslenkung und ber richtige Arbeitseinsatz folgen muß. Die nun sorgsam auf ihre Anlagen und Fähigketten untersuchten und gelenkten jungen Menschen, so führte er weiter aus, müssen bann im Betriebe nach wahrhaft national- sozialistischen Gesichtspunkten erzogen und ausgebildet werden, um die im jungen Menschen liegenden Eignungen zu entwickeln und zu fördern. Der Redner wies auf die große Anzahl wirklich guter Hilfsmittel hin, die den mit der Erziehung und Ausbildung Beauftragten heute bereits zur Verfügung stehen. Auf die Dauer werde nur ber Be- trien leistungs- und konkurrenzfähig bleiben, der seiner Lehrlingserziehung die größte Sorgfalt an- DieZagd im Mai. Der März dieses Jahres konnte dem Jäger gefallen, denn sein Wetter war gesund für bas Wild, und manch starker Junghase legt Zeugnis bavon ab. Weniger schön und erfreulich mar auch vom jagdlichen Standpunkte aus ber April mit starkem Frost und Schnee. Und nun wartet ber Weidmann auf Mai und Maienfonne, die über Wald und Fluren leuchtet und überall Grünen und Blühen weckt. Dann sind die Lärchen und Buchen, bie Birken und Eichen in ihrem jungen Grün noch einmal so schön, bann leuchtet die Schwarzbornhecke im Blütenschnee, bas Schaumkraut überzieht mit einem Schleier den Wie- sengrunb, im Walde duftet das Maiglöckchen und schimmern weiß ber Sauerklee und der Waldmeister. Der Tauber ruft im Frühlicht, der Kuckuck lockt und jagt sein Weibchen, Bussard und Milan ziehen im Aether ihre Kreise, und tausend Kehlen kleiner Sänger erfüllen mit ihrem Sang Forst und Flur. Das ist das große Wunder des Werdens, das ber Jäger Jahr für Jahr immer wieder miterlebt und mit« empfindet und i» sich aufnimmt, und das ihm die Jagd im Mai, obwohl es kaum etwas zu jagen gibt, zum großen Erlebnis werden läßt. So pirscht er auf leisen Sohlen vor Tau und Tag durch jein grünes Revier, so sitzt er um die Uhlen- flucht irgendwo am Waldesrande, aber nicht nur, um selbst teilzuhaben an all dem, was dort draußen auf seine Seele einwirkt. Denn die Büchse ruht in seinem Arm, ber treueste Weidgesell, sein Hund, ist ihm zur Seite. Gilt es doch mehr beim je, das Wild zu schützen. Nur noch kurze Zett, bann ist das ganze Revier eine große Kinderstube. Dann führt die Ricke wieder ihre Kitze und das Alttier fein Kalb, bann hoppelt die Häsin im Abenddämmern zu ihren durstigen Kleinen, die sie irgendwo in Kraut und Gras versteckte, dann führt bie Ente auf bem Teich ihre muntere Kinderfchar, brütet bie Rebhenne im Wiesengrund und die Fasanhenne in ber Hecke. Sie alle aber haben Feinbe, und well sie fein Wilb be- brohen, sind sie auch des Jägers Feinde. Kaum ist es wärmer geworden und schießt das Korn in den Halm, bann felbert wieder bie Katze und zehntel bas Jungwilb. Der jagende Hund findet in hochbeschlagenem Wild oder in dessen Jungen leichte Beute. Von eines Baumes hoher Warte sucht die Krähe, die wieder in der alten Kiefer ihren Horst bezog, die Umgebung ab. Wehe bem Junghasen, wehe bem (Belege, bas ihre Diebesaugen fanben! Die Elster ist als Nesträuber noch schlimmer als sie. Wer jetzt den Schuß spart, versündigt sich an seinem Wilde. Die Mengen von Wild, die alljährlich völlig ungenutzt zugrunde gehen, sind ungeheuer groß. Die Zahl der vermeidbaren Verluste herunterzubrücken, ist Verpflichtung für ben Jäger aus dem Geiste des Reichsjagdgesetzes. Eine besondere Gefahr droht dabei von feiten ber Menschen selbst. Zwei Gruppen kommen in Frage. Die einen handeln bewußt jagdschädigend, bie etwa auf Eierraub ausgehen, der im Sinne des Gesetzes übrigens Wilddiebstahl darftellt, die anderen unbewußt/ die beim Maiblumensuchen auf ein Kitz stoßen und das kleine, schlafende ober sich drückende Ding für eine mutterlose, dem Hungertode nahe Waise halten und es mitnehmen, um es großzuziehen. Auch sie begehen Wilddiebstahl. Aber allein das Anfassen und Streicheln eines Kitzes ober Kalbes gefährdet schon das Leben des Tierchens. Denn wenn es die menschliche Witterung an sich trägt, besteht die große Gefahr, daß bie Mutter es nicht mehr annimmt. Dann aber verhungert es wirklich. Drum ein für alle Male: Hände weg von Jungwild! gedeihen lasse und bereit sei, auch einen der Betriebsgröße entsprechenden Betrag baranzusetzen, um die Nachwuchserziehung planvoll zu gestalten. Es gelte dabei auch, die geeigneten Menschen für bie Leitung ber Lehrwerkstatt ober Lehrecke, bzw. für die Lehrlingserziehung in anderer Form zu finden. Nicht immer sei der beste Meister ober Facharbeiter der beste Erzieher. Aufgabe ber Lehrlingswarte sei es, in Stellvertretung des Betriebs- führers, bem Betrieb und der Deutschen Arbeitsfront verantworttich, sich als nationalsozialistische Menschen für bie Verwirklichung dieser Richtlinien tatkräftig und täglich wieder neu innerhalb des Betriebes einzusetzen. Die anschließenden lebhaften Aussprachen brachten allen Teilnehmern weitere Anregungen; zahlreiche Fragen und Wünsche für zu behandelnde Themen mußten den folgenden Lehrlingswarte- Tagungen vorbehalten bleiben. Die 2. Lehrlingswarie-Tagungen haben gezeigt, daß die Gruppe ber kaufmännischen Lehrlingswarte nochmals unterteilt werben muß, unb zwar nach Einzelhandel, Großhanbel und Industrie, während bie Gruppe gewerblicher Lehrlingswarte zusammengefaßt bleiben kann. Die Lehrlingswarte kommen in Zukunft monatlich innerhalb ber Arbeitsgruppen und zweimonatlich geschlossen zusammen. Kreisberufswalter Pg. Beckmann gab bekannt, daß Pg. Mertes, Gießen, die Leitung der Gesamtgruppe „Kaufmännische Lehrlingswarte" übernehmen werde, und stellte Pg. Koch (Wölfersheim), als den Leiter der Gruppe „Gewerbliche Lehrlingswarte" vor. Neben dem Jagdschutz zieht aber noch etwas ben Weidmann hinaus. Als er fein Wild zählte, da sah er zwar manchen Bock, aber ber Bast verheimlichte ihm noch diese und jene Einzelheit des Gehörnes, die chm für bie Beurteilung wichtig ist. Es ist ja als Grundsatz allmählich in alle Jagerkreise eingegangen, daß ber gute, starke Bock erst in ber zweiten Hälfte ber Schußzstt fallen soll, wenn er sich noch einmal vererbt hat, daß bagegen die schlechten, die „Art- oerberber", Hinwegmüssen so früh als möglich. Jeder erfahrene Jäger weiß, daß dafür der 1. Juni fast zu spät ist, weil bann schon mancher Bock ben Walb verläßt und im Felde untertaucht, um erst im Hochsommer wieder zum Vorschein zu kommen. Drum heißt es handeln, sobald es geht. Wer um diese Zeit viel draußen ist, -sollte nicht ohne Wildmarken ber Deutschen Jägerschaft sein. Das Wildmärkieren ist so außerorbentlich wichtig für die Klärung vieler Fragen aus bem Leben des Wildes, die für die Jagdaus Übung und Jagdpflege von größter Bedeutung sind, daß jeder Jäger berufen ist, dabei mitzuhelfen. Die Gelegenheit zum Zeichnen des Wildes bieten sich meist zufällig, unb dann — ist bie Wildmarke daheim oder im anderen Rock! Drum jetzt grundsätzlich die Wildmarke mit ins Revier! Aber nur wirkliche Wildmarken, nicht Patenthosenknöpfe unb solches Zeug. Der Leser ber Jagd- zeitungen merkt immer roieber, wie sinnlos solche Kennzeichen sind, weil man ja nicht verfolgen kann, wann unb wo bas Wild gezeichnet wurde, das zur Strecke kam. Ein ganz trauriges Kapitel war im vorigen Jahre das Vermähen von Wild. Die frühe Heuernte trug bie Schuld daran, baß bie Verluste noch viel höher waren als sonst. Manches (Belege könnte sicherlich noch gerettet werben, wenn ber Jäger immer von seinem Schicksal erführe. Drum sei immer wieder empfohlen, ben Bauer an ber Erhaltung auch zu interessieren unb ihm für besondere Sorgfalt unb Mühe — etwa durch Drumherummähen, stehen- lassen von Teilen des Klees ober des Grases, durch Anruf bei dem Jagdpächter u. ä. — eine Belohnung zu bewilligen. Wenn diese öffentlich ausgelobt und gern bezahlt wird, dann hat diese Maßnahme sich noch immer zugunsten von Jäger und Wild ausgewirkt. Eine solche Schutzmaßnahme für Wildhühner liegt aber darüber hinaus zugleich im allgemein bäuerlichen Interesse. Die Hauptnahrung ber Rebhühner, bei den jungen sogar ausschließlich, besteht in Insekten unb Insektenlarven. Heuschrecken, vor ollem aber ber Getreideschnellkäfer unb seine gefürchtete Larve, ber Drahtwurm, unb viele andere Insekten werden in Massen vertilgt- Genau so ist es mit dem Fasan, bei dem die Zahl der Larven von Kohlschnaken, der Drahtwürmer usw. in einem Kropf bis an die tausend Stück gehen! Bei bem Kampf, den der Mensch gegen die Jnsektenwelt führt, (erinnert fei nur an ben Maikäfer unb viele Forstschäblinge), ist es immer wieder nötig, auf d.e Bedeutung unserer Wildhühner in ber Schädlingsbekämpfung hinzuweisen. Am 8. Mai werden bie Jäger ber Kreise Gießen unb Friebderg in Gießen zu Trophäenschau und Appell versammelt fein, um neue Anregungen unb Richtlinien zu bekommen. An anberen Tagen finden bie gleichen Veranstaltungen in den übrigen oberhessischen Kreisen statt. Sie sollen den Aus- gangspunkt für die Arbeit im tommenben Jagdfahr und ein Bild ber Geschlossenheit ber deutschen Jägerschafi sein. Drum darf kein Jäger an diesem Tage fehlen! • Hubertus. Li kl Juch bei von ein^' insolY- Zerilsk unter 5^ Anichnst richte 2 psßs gtofllf1111 W Die Lor 3m So MB.) Na schimmernd« überflutet i Bahn erbe’ Alpen. W' Ausblicke' mchve, bi sich die za ntel ab. 5 Boten bt Zypressen Kraft- in bauwiüen hat sich l schmückt. I Führer 31 hos fährt. Gruß. G« nern dich! Htntergru! mftenzackei 3n Tr einer vielt ten, durch gen der II schen Bew Ohne halt ' ter über ’ Berner , rona enti Subeirufen non HÜteni fährt her Zi stischen Abo, Ueme Aup organifc Bolksgenoss reise grüße Wagens \ allen Seit« Bürgermei Geschenk e des Fürste Dann gj bare sich j bardisch lachenden Bett des $ fäaften -j, Felder, abe kleinste Fle^ zeich die c W- steht Provinz M schein, vorb winkenden S °J0 9 H a Aufenthalt »'«schifte Kedern qe Wehrmacht a ^«ynsteja h wnnnt die !“b« uni Weifet d» stehenden 1 neuem gub LB Durch I* Fahrt N em A Ntet der- iQumt llh?, Mfatsr’ ÄÜ Floren, y..»s Don h »ab de« e . ePpi iftÄ nur',’ Ö V. lÄ» < Sri.M krsch^' ßonnta^ Vellage"- Aienener Heimat im glonal» Bit 4'Be Obnen3D! Wirtschaft Neichssieger im Reichsberufswetikamps Tagesgeld nach dem Ultimo leichter mit 2,50 (3) v. H. Abendbörse still. der SJ.-fpori Nachtmusik. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse Berlin Frankfurt a. M. Berlin Frankfurt a. M. 2.5. 99,75 99,75 99,7 103,75 Im Beisein des Duce wurde am Montag beim I durch Deutschland und Italien. ^?Esächlich ver- Z. .. . . ... ichmanb auch während des zweiten Durchgangs die "13. Internationalen Reiturnier in Rom der Natio- Kokswerke und Chemische Fabrik 7 138,9 Berlin — Zranksurt a HL Devisenmarkt Schluß- kurs 101,9 99,3 100 132,65 100,6 100 132,6 100,6 99,9 132,9 100 . 100 103,75 101 100 101 100 100 99,75 103,75 101 100,5 100 132,9 100 101 100 100 99,75 138,75 100 100 101,13 101,4 111,35 138,5 78,65 130,5 197,5 116 120,75 113,5 99,7 99,75 104,13 138,9 100 101,2 111,5 139,5 79,5 80,25 130,75 198,13 129 115,9 120,5 113,25 101,75 111,5 138,75 131,5 78,75 80 130,4 197,5 128,75 116 120,75 113,5 . 10 . 10 .. 6 .. 0 .. 4 .. 7 0,65 100 100 101,13 101,2 111,35 139,25 80 80 130,5 198 128,65 115,9 120,5 113,25 Schluß! Mittag- börse nen-Preis um die „Coppa d'Oro Mussolini entschieden. Es gab eine Riesenüberraschung, denn nicht Deutschland, das die Trophäe 1931, 1932 und 1933 gewonnen hatte, und nicht Italien (Sieger von 1934 und 1937), kamen zum Sieg, sondern die i Mannschaft der Türkei, der man vorher keine Siegesaussichten eingeräumt hatte. Die Türken siegten mit 35% Punkten knapp vor Deutschland mit 36% Punkten, Italien mit 39% Punkten, Irland mit 42 und Rumänien mit 61% Punkten. Es war der erste bedeutende Sieg der türkischen Reiteroffiziere und ihres sranzösischen Lehrers. Nach vielen Fehlschlägen und Mißerfolgen in den letzten Jahren sand hier eine unermüdliche Arbeit ihren verdienten Lohn. Der Duce selbst überreichte den glückstrahlenden Siegern den Goldpokal und die Erinnerungsmedaillen. sicherstellte. Die Italiener mußten sich mit dem dritten Rang begnügen, stellten aber in Cpt. Lombards auf Serpe mit nur 5% Fehlern den b e st e n Einzelreiter. Die Iren hatten viel Pech: Limerick Lace ging schlecht, und Jreland's Own kam zu Fall. So reichte es diesmal für die in vielen Schlachten erprobte Mannschaft nur zum 4. Platz vor den klar abgeschlagenen Rumänen. Katharine Rawls, die bekannte amerikanische Meisterschwimmerin, stellte bei den USA.» Meisterschaften in Indianapolis im Lagenschwimmen über 300 Yards mit 4:02,2 Minuten einen neuen Landesrekord auf. Auch über 100 Yards Brust wurde Frl. Rawls in 1:18,5 Minuten Landes- %m Verlaufe schrumpfte die Umsatztätiakeit weiter ein so daß das Schlußgeschäft sehr früh zum Erliegen kam. Zweite Notierungen wurden kaum vorgenommen, soweit solche stattfanden, hielten sich die Veränderungen in engsten Grenzen. Elektrische Sieferungen... Elektrische Licht und Kraft I. 05. Farben-Jndustrie .. Felten & Guilleaume.... Gesfürel............... Th. Goldschmidt........ Gritzner Maschinen...... Harpener.............. Hoejch Eisen............ Philipp Holzmann...... Ilse Bergbau........... Ilse Genüsse........... Kali Aschersleben....... Klöcknerwerke .......... Gotthold Schönwandt (Nordeck). Zu den R e i ch s s i e g e r n i rn R e i ch s b e r u fs- wett k a rn p f aus unserer engeren Heimat gehört auch der junge Silberschmiedelehrling Gotthold Msen-ileberraschung beim Reitturnier in Rom Türkei gewinnt die „ßoppa Mussolini". — Deutschland auf dem r. Platz. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 3. Mai. (Dorberichh) Unt, 10 Uhr war folgende Marktlage: Vorauf trieb: 764 Kälber, 116 Härnmel, 17 Schafe, 4172 Schweine. Es kosteten: Kälber 35 bis 65 Mark, Härnmel 35 bis 50, Schafe 35 bis 42, Schweine 49,50 bis 56,50 Mark. — Marktverlauf: Kälber und Schweine zugeteut, Hammel und Schafe mittelmäßig. Rundfunkprogramni Mittwoch, 4. IHai. 5 Uhr: Frühmusik. 5.45: Ruf ins Land. 6: Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. 7: Nachrichten 8.10: Gymnastik. 8.30: Froher Klang zur Werkpause. Alte Operetten, Märsche und Tänze. 9.30: Gau- nachrichten. 9.40: Kleine Ratschläge für Küche und Haus. 10: Schulfunk. 11.40: Volk und Wirtschaft. Deutsche Schwermetalle. 11.55: Offene Stellen. 12: Werkskonzert. 13: Nachrichten. 13.15: Mittags- konzert. 14: Nachrichten. 14.10: Ein Stündchen nach Tisch... 15: Kleines Konzert am Mittag. 15.30: Glaubt ihr, daß Tiere sprechen können? Unsere Jungmädel haben sie belauscht. 16: Nachmittags- konzert. 18: Zeitgeschehen. 18.30: Der fröhliche Laut- sprecher. 18.45: Fliegendes Deutschland. 19: Nachrichten. 19.10: Unser singendes, klingendes Frankfurt. 21: Stunde der jungen Nation: Das Lieben bringt groß Freud. 21.30: Das Herz der Zeit. 22: Nachrichten. 22.30: Än Wiener Dialekt. 24 bis 1: Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 2. Mai Es notierten (Ge- treibe je Tonne, alles übrige je ^ Kilogramm) irr Mark: Weizen W13 210, W16 213, W19 217, W 20 219; Roggen R12 190 (am 27- April 192), R 15 193 (195), R18 197 (199), R 19 199 (201). Futtergerste —, Futterhafer —. Weizenmehl Type 812 W 13 29,50 W 16 29,60, W 19 29 60 W 20 29,95; Raggenmehl Type 1150 R 12 22,45, R15 22,80, R18 23,30, R19 23,50 plus 0,50 Mark Frachtausgleich. Weizenfuttermehl 13,60. Weizen- kleie W13 10,75, W 16 10,90, W19 11,10, W 20 11,20; Roqgenkleie R12 9,95, R15 10,15, 18 10 40, R19 10,50, Mühlenfestpreife ab Mühlen-- statton. Sojaschrot -, Palmkuchen —, Erdnuh- kuchen -, Treber getr. 14,00, Hoctztpreis ab Er- zeugerstation, Trockenschnitzel —, Heu lose 5 50 do. drahtgepreßt -, Weizen- und Roggenstroh drahtgepreßt 3,30, do. gebündelt 3,00, Erzeuger«. Höchstpreis frei Erzeugerverladestatton. Bon Freiverkehr swerten nannte man nur Dinqler mit Unverändert 97, Ufa-Film mit 71,25 (70,50) und Elsass. Bad. Wolle mit 88 (89). — Lahmeyer..................6 Älainkrafl * Älannesmann ü Mansselder Bergbau • Metallgefelischast.............® Drenftein & Koppel □ Rbeinische Braunkohle 1- Ryeinische Elektro............® Rheinstahlwerke , Rbetnisch-Westfättsche Elektro .. 6 Rütgerswerke ............... 7 Salzdetfurth Kalt 6 Schultert & Co........ Schultheis Patzenhofer. Siemens & Halske .... Süddeutsche Zucker... Vereinigte Stahlwerke Westdeutsche Kaufhof. Westeregeln Alkali.... Zellstoff Waldhof .... Ctaöi Minen In Ermangelung jeglicher Anregung nahm die Abendbörse auf allen Gebieten einen überaus ruhigen Verlauf. Sowohl die Kundschaft als auch der Berufshandel verblieben in Zuruckhaltung. Den meisten der zur Notiz gekommenen Papiereag kein Abschluß zugrunde und infolge der starken Geschäftssttlle ergaben sich überwiegend leichte Ab bröcfelungen. Etwas hoher lagen "Ur Licht und Kraft mit 144 (143), MAN. mit 138 (137,50), Deutsche Linoleum mit 177,75 (177,50) und IG. Farben mit 159,90 (159,-5). In teilweiser Anpassung an Berlin ermäßigten sich Conti-Gummi ander- eits auf 206,50 (207,50). Niedriger gesrag waren u a. Gesfürel mit 148,50 (149,25), ÄG- sur Ver- kehr mit 138,50 (139), Bemberg mit 150 (150,50), Berger Tiefbau mit 158,50 (159) Memstahl mit 148 25 1148 50), Mannesmann mit 115,75 (115,«U). D-At,che Erdöl mit 146 (146,25) „Moenusnu 133 25 (133 50) und Rhemmetall mit 148,40 (148,50) sowie Reichsbank mit 197,50 (198). Der Renten- markt war geschäststos, 6. n. q. JG.-Farb-N notierten mit unverändert 130,75, im Frewerkehr nannte man Kommunal-Umschuldung wie mittags mit 96,15. Deutsche Schilehrer nach Ueberlee verpflichtet. Ernst Skardarasy, ein Mitglied des frühe- ren Österreichischen Schiverbandes, der bereits vor Jahren längere Zeit in Australien als Schilehrer wirkte und dort den alpinen Schilauf einfuhrte, erhielt jetzt eine Einladung auf die Nordinsel Neuseelands nach Chateau Tongarivo, wo er jetzt Großdeutschland als Schilehrer vertreten soll Mit ihm fahren auch Friedl Pfeiffer, der berühmte Läufer und Trainer des SC. Arlberg, der Skar- darasys früheren Posten einnnimmt, sowie Anton Walch und Leopold Fiedler, die nach Mount Buffalo im Staate Victoria (Australien) als Schilehrer verpflichtet wurden. Kurze Sportnottzen. Josef Bradl (Salzburg), der sich beim Schispringen in Zell am See einen Beinbruch zuzog, wird in Kürze das Salzburger Krankenhaus verlassen und jns Sportsanatorium Hohenlychen übersiedeln, um dort feiner völligen Genesung entgegenzusehen. Frankfurt a. M., 2. Mai. Infolge schwachen Kundschaftsbeteiligung setzte die Börse zum Wochen- und Monatsbeginn in sehr stiller Haltung ein. An den Aktienmärkten war die Kursentwicklung uneinheitlich, wobei im allgemeinen nur kleinste Abweichungen eintraten, Veränderungen über 1 v. H. hatten zumeist zufälligen Charakter.Vorwiegend etwas schwächer lagen Elektropapiere, besonders Gesfürel mit 149,13 (150,50). Lahmeyer, Siemens und Maikraft gingen bis 1 v H., hingegen waren AEG. im Verlaufe leicht belebt und höher mit 125,25 nach 124,25 (124,13). Am Montanmarkt notierten Verein. Stahl mit 110,65 (111), Mannesmann mit 115,65 (115,90) und Hoesch mit unverändert 115,25. Von chemischen Werten stiegen Scheideanstalt auf 250,50 (248,50), IG. Farben auf 160 nach unverändert 159,75, dagegen Goldschmidt nach Pause 148,25 (149). Bei den Maschinen- und Autowerten betrugen die Abweichungen 0,25 bis 0,50 v. H., nur Moenus mit 133 (134,50), waren stärker verändert. Zellstoffaktien lagen gut behauptet, ebenso Reichsbank, Westdeutsche Kaufhof und Contt-Gummi. Am Rentenmarkt hat sich das Geschäft bisher noch nicht belebt. Kleine Umsätze fanden in der Gemeinde-Umschuldungsanleihe zu unverändert 96,15 statt. Reichsaltbesitz lagen mit 132,60 (132,65) und Reichst)ahn-DA. mit 130,50 behauptet. Goldpfandbriese wurden bei kleinen Umsätzen weiterhin repartiert Von Liquidationswerten erhöhten sich Rheinische auf 101,40 (101,20) und Frankfurter Pfandbriefmarkt auf 101,30 (101,15). Stadtanleihen und Kommunal - Obligationen lagen unverändert. Industrie-Obligationen zeigten nur kleine Abwei- Daium Accumulaioren-Fabrik 14 Aschaffenburg Zellstoff 6 Bemberg...................® Bekula 8 Buderus Eisen 6 Eement Heidelberg 8 Conti Gummi.............. 14 Daimler Motoren 6% Dessauer Gas ............... 6 Deutsche Erdöl 6 Deutsche Gold- und Silber .... 9 Deutsche Linoleum.......... 10 ------ '------- . 6 . 7 . 7 . 6 . 7 . 7 . 0 4Vi ,. 5 .. 8 .. 7 .. 7 .. 4 .. 5 Schönwandt aus dem stillen Dörfchen Nord eck, zu Füßen der alten Burg. Sein Vater, der Silber- chmied Schönwandt, unterhält in einem kleinen Häuschen unmittelbar an der Burg eine Werkstatte, in der der junge Reichssieger seine berufliche Aus- , bitbung erfährt. Er steht jetzt im zweiten Lehrjahr. Schon im Kreiswettbewerb konnte er sich nut einem hervorragenben Ergebnis auszeichnen, uno 'chon bamals hatte er eine schwierige Ausgabe erhalten. Er hatte im Kreiswettbewerb eine ovale Dose anzufertigen, unb gerabe eine solche aroeu ist nicht leicht zu bewerkstelligen, weil sie sehr genau gemacht werben muß. Fast, so Horen wir, war biete Arbeit für ihn schwieriger als,ene Aufgabe, bie ihm jetzt im Reichswettbewerb zugefallen w Im Gauwettbewerb, in bem er sich für ben Endkampf bewährte, hatte er einen ru nd e n T e u er aus Messing anzufertigen. Auch diese Arbeit gelang ihm gut, so daß es ihm möglich war m Verbindung mit der guten Losung der zahlreichen anderen theoretischen und weltanschaulichen Ausgaben in die Reihen der Besten im Reiche oor- ^Jn^Hamburg nun war ihm die Aufgabe gegeben worden, einen Becher anzufertigen, der auf einen Fuß zu löten war. Diese letzte prakttsche Arbeit im qroßen Wettkampf wurde ihm nicht leicht, unb zwar beshalb nicht, weil der junge Mann m einer fremden Werkstatt sich erst mit fremdem Material vertraut machen mußte, um bann sicher bamit umgehen zu können. Aber Gottholb Schonwanbt vermochte auch hier mit Geschicklichkeit ber Schwierigkeiten Herr zu werben und kann nun mit berechtigtem Stolz auf feine Leistung zuruckdlicken. Die Freube seines Vaters unb Lehrmeisters ist , natürlich besonders groß, und über ben schönen - Erfolg freut sich auch ganz Norbeck unb mit ihm t unsere engere Heimat. Zu biefer Gruppen-Veranstaltung, die am 22. Mai für Motorräber mit und ohne Seitenwagen burch- geführt wirb, sind alle Inhaber der internationalen Fahrerlizenz ober des Fahrerauscheises der ONS., soweit sie im Bereich der Motorgruppe Sudwest und der Nachbargruppen ihren Wohnsitz haben, startberechtigt. Die Nennung kann für Einzelfahrer ober Mannschaften abgegeben werben. Die Strecke führt von Freubenstabt aus rund 210 Kilometer über Wald- und Nebenwege des Schwarzwalbes unb enbet wieber in Freubenstabt. Dabei ist für Angehörige ber HI. und für Fahrer von Krafträdern bis zu 200 Kubikzentimeter eine verkürzte Strecke von rund 120 Kilometer vorgesehen. Nen- nungsschluh ist Dienstag, 17. Mai 1938. Reue Tarifordnung für Brauereien. LPD. Der Reichstreuhänber ber Arbeit für bas Wirtschaftsgebiet Hessen hat eine neue Tarifarbnung zur Regelung ber Arbeitsverhältnisse für gewerbliche Gefolgschaftsmitalieber in Brauereien des Wirtschaftsgebietes Hessen erlassen, bie am 1. Mai 1938 in Kraft tritt. Durch ben Erlaß ber neuen Tarifordnung wird eine Vereinheitlichung der allgemeinen Arbeitsbedingungen im gesamten Wiktschaftsgeblet erreicht. Bis jetzt war das Tarifrecht für Brauereien sehr zersplittert und verschiedenartig unb in zehn Tarifen niebergelegt, bie burch bie neue Tarifarbnung aufgehoben werben. Außerbem werben nunmehr auch bie«bislang tariflich nicht erfaßten Bezirke an ben neuen Brauereitarif gebunben. Die neue Tarifarbnung regelt bie ilrbeitsbebin* qungen für runb 3000 Gefolgschaftsmitglieber m etwa 80 Brauereien. Es wurden insbesonbere bezüglich Mehrarbeit, Sonn- unb Feiertags- sowie Nachtarbeit und deren Entlohnung sowie für Schmutzarbeit Besttmmungen ausgenommen, die ben Gefolgschaftsmitgliedern eine angemessene unb entsprechenbe Vergütung sichln. Die Urlaubsregelung sowie bie Bestimmung ber Weiterzahlung des Lohnes bei Arbeitsverhinderung sowie Lohnsort- zahlung beim Tode eines Gefolgschastsmitgliedes sind ein deutlicher Beweis für bie Fortentwicklung des Arbeitsrechts im nationalsozialistischen Staat. Auch bie Kündigungsschutzbestimmungen haben eine bedeutende Erweiterung erfahren. Rhein-Mainische Börse. INittagsbörfe uneinheitlich. Bahnstaffettag ■ und Guckte nach dem „unbekannten Gportsmann" im Gportkreis Gießen. Zur Eröffnung ber Leichkathletik-Wettkarnpfzeit wirb, wie überall im Reich, auch im Sportkreis Gießen ein Bahnstaffeltag verbunben mit Wettbewerben für ben „unbekannten Sportsmann veranstaltet. Die Kämpfe finben am fommenben Sonntagnachmittag auf bem 1900-Sportplatz statt Melbungen finb bis zum 6. Mai an Kreisfachwart Gg. Richtberg, Gießen, Am alten Friebhof 18, zu richten. Ausgeschrieben finb: Staffeln: 4X100 Meter, 4X400 Meter, unb . 4X1500 Meter für Aktive (vor bem 15. September 1919 geboren); 4X100 Meter für Frauen unb 4X100 Meter für Jugenbliche. Wettbewerbe für ben „unbekannten Sportmann": 200 Meter, 1000 Meter, 3000 Meter, Weitsprung unb Kugelstoßen. — Unbekannter Sportsmann ist, wer noch keinen Erfolg in einem öffentlichen Wettkampf errungen hat. Die Kämpfe finb offen für jeben Deutschen, ungeachtet feiner Vereins- ober Formattonszugehörigkeit. „Teutonia" Watzenborn - Steinberg — Groß-Auheim. Tschammer-Pokalspiele im Gau Hessen. Am fommenben Sonntag, 8. Mai, wirb auch im Gau Hessen bie erste Hauptrunbe im Ts charnrnerpokal-Wett bewerb durchgeführt, an der bie Mannschaften ber Gauliga beteiligt finb. Es kommt zu folgenden Begegnungen: Spv. Kassel — Tura Kassel; SC. 03 Kassel gegen Hermannia Kassel; MTV. Hersfeld — Sport Kassel; TSV. Steinborf — Hessen Hersfeld; VfY. Fried- berg — SV. Klein-Steinheim; Melitta Roth gegen Kewa Wachenbuchen; Germania Fulda — FD. Horas; TSV. Künzell — Borufsia Fulda; Teutonia Watzenborn-Steinberg — V f B. Groh«Auheim. Krastrad-Gchwarzwaldfahrt in Freudenstadt. schwand auch währenb bes zweiten Durchgangs bie Türkei von ber Spitze, als „Unal" 24% Fehler ^machte, aber burch eine überragenbe Leistung von „Tschako!" kamen bie Türken bann hoch wieber nach vorn unb zu bem sensationellen Sieg. Deutsch- lanb blieb mit einem Punkt Rückstanb unb Italien sogar mit fast vier Punkten im geschlagenen Feld. Deutschland verlor den Wettbewerb in erster Linie burch ben Ausfall ber Olympiasiegerin Tora (Rittmeister K. Hasse), bie einmal ben Weg verfehlte, bann aber auch burch bas schwache Abschnei- ben von „Alchimist" (Rittmeister M o m m) im Berliner Handelsgesellschaft . 6*/3 Commerz- und Privat-Banl ... 6 Deutsche Diskonto 6 Dresdner Bank.............. 6 zweiten Durchgang. Beim ersten Umlauf waren nur Alchimist unb Yilbiz (Cpt. Gürkan- Türkei) fehlerlos innerhalb ber vargeschriebenen Zeit von 1:45 Minuten über ben sehr schweren Kurs gekommen, ber 13 Hindernisse mit 16 Sprüngen aufwies. Serpe, Unal unb Duhallow blieben zwar ebenfalls fehlerlos, überschritten aber bie geforberte Zeit. Boron IV unb Olof mochten zusammen 12% Fehler, währenb Tora burch Derreiten ausfiel. Im zweiten Durchgang märe ein Aufholen nur möglich gewesen, wenn Alchimist, Olaf unb Baron IV ziemlich glatt über bie Bohn gekommen waren. Alchimist leistete sich aber 12 Fehler unb Olaf (4) unb Baron IV (8) zusammen ebenfalls 12, währenb bet ben Türken Tschokal nach bem Ausfall von Unal (24% Fehler) burch einen famosen Ritt ben Sieg 30-4- 102 99,3 Schluv- kurs 30-4. Schlutz- kurS 30-4 Schlußk. Abend- börse 2.5. Scklutz^ Mittag- börse 2.5. Die NSKK.-Motorgruppe Sübroeft gibt die Aus- u,-.— fdjreibung zur Kraftrad-Schwarzwolbfahrt bekannt, l-meifterin. Der ereignisreiche Tag war von herrlichstem Wetter begünstigt, unb die Tribünen des prächtigen Turnierplatzes wiesen eine beängstigende Fülle auf. Kurz vor Beginn des Hauptwettbewerbs erschien Benito Mussolini in Begleitung von Minister Starace und Marschall be Bono Unter atemloser Stille begann ber Kampf um bie „Coppa", zu bem die Mannschaften von Italien, Deutschland, RumÖE nien, Jrlanb und der Türkei angetreten waren. Nach bem ersten Durchgang lag überraschenb bie Türkei mit 6% Fehlern vor Deutschlonb (123/4), Italien (21), Jrlanb (28%) unb Rumänien (42%) in Front, aber noch buchte niemanb an einen türki- fdjen Sieg, man glaubte vielmehr an ein Aufholen Schiutzs. Abend- börse 2.5. 102 99,3 Schlub- kurs 30-4 iöT 99,3 Die hinter ben Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. Reichsbaukdiskont 4 v. H., Lombardzinsfuß 5 v. H. Iavan Iugoflawke» Oslo ..... Wien....... Lissabon.... Stockholm .. Sckwetz.... Spanien.... Prag...... Budapest.. Neuyork... Darum 5% Deutsche Retchsanlethe v. 1927 4% Deutsche Reichsanl. von 1934 4>/2% Deutsche Reichsschatzanwet- jungen von 1933 . 4%% Deutsche Reichsschatzanwei sungen von 1935, II. Rolge .. 4y2% Deutsche Reichsschatzanwei sungen von 1936, HI. Folge . 5y2% Yeung Anleihe von 1930 .. 4%% Hessische Volksstaat von 1929 4y2% Deutsche Reichspostichatz von 1934 I. .................... 4yz% Deutsche Reichsbahnschatz von 1936 I.................. Reichsanleihe-Mtbesitz.......... Lberhessen Provinz-Anleihe mii Auslos.-Rechten.............. 4yz% Hess. Landesbk. Darmstad Goldpfe. R. 12.............. 5yz% Hess. LandeS-Hhp'Bani Ligu. Goldpfe............... 4*4% Preuß. Landespfdbr.-Anst Goldpfe. R. 19.............. ♦%% Breutz. Gold-Komm. R. 20 4*/2% Darmstädter Komm.-Lan desbank R. 6............ ■ • Deutsche Komm.-Sammel-Anlethe Auslos.-Rechte I.............. 4V2% Franks. Hyp. Goldpfe. R. 15 4*/z% Franks. Hyp. Gold-Komm Obl. 2 3................. 5/2% Franks. HYP. Liquidation Goldpfe..................... 5yt% Rhotnische Hyp. Liquidation Goldpfe................. Steuergutichein-Verrechnungskur: A.G. für Verkehrswesen .... 6*4 Hamburg-Südam. Dampfschiff. 0 Hamburg-Amerika Paket......0 Norddeutscher Lloyd..........0 Deutsche Reichsbahn Borz.-Akt. ■ Reichsbank r- 136 — 136,25 136,25 149,75 150 150 150 164,5 163 164,75 163,5 122 —— 122,5 122,25 160 160,5 — — 207,75 206,5 207,5 208 152 152,5 152 152 — 126 125,5 146 146 146,5 145,75 248,5 250,5 — 177,75 177,75 178 178 124 124,25 124 124 144 144 144,5 143,5 159,75 159,9 159,25 159,75 141,5 141,75 141,75 141 150,5 148,5 151 148,75 — 148,25 148 149.25 — 49,5 49,5 50-25 _ 165 167 115,25 115,25 115,13 115 166,5 164 166 165 — 157,5 —■ —— 138 138,25 138,25 — — 110 109 >22 Jj 122 122,4 121,75 — 161,25 162,25 135,5 134.5 135,75 135 97,5 96,65 — — E 115,9 115,75 116 115,9 7 —— — 151,25 151 140 140 140,5 140,5 — — 117,25 116.25 — — 230 230,5 — 128,5 129,75 128,5 147,75 148,25 148,5 148,25 125 124,5 124,9 123,65 157 157 157,5 156,5 165 766 165,5 168 — 184,5 185,25 185,5 — — 103,13 103,13 213,25 212,25 213 213 218 218 218 218 111 110,65 110,5 110,65 109,25 109 109,25 108,5 109,5 109,5 109,5 109,5 146 146 146,65 146,5 25,75 25,9 25,75 25,9 30 April 2 .Mai Amtliche Notierung Geld | Briet Amtliche Notierung Geld | Brief Buenos Aires............. Brüssel................... Rio de Janeiro............ Polen.................... Kopenhagen............... 0,651 41,88 0,145 47,00 55,36 47.00 12,40 5,485 7,642 138,41 13,09 0,655 41,96 0,147 47,10 55,48 47,00 12,43 5,495 7,658 138,69 13,11 0,651 41.86 0,145 47-00 55,36 47,00 12,40 5,485 7,612 138,41 13,09 0,655 41,94 0,147 47,10 55,48 47,10 12,43 5,495 7,628 138,69 13,11 1 Danzig.7................. London .................. Paris.................... Holland.................. Italien................... 30 April 2 Mai Amtliche Notierung Amtliche Notierung Geld Brtei Geld Bries 0,723 0,725 0,723 0,725 5,694 5,706 5,694 5,706 62,32 62,44 62,32 62,44 — — 11,265 11,285 11,265 11,285 63,90 64,02 63,90 64,02 57,20 57,32 57,18 57,30 — —— 8,651 8,669 8,651 8,669 —— ■ -■ 2,487 2,491 2,487 2,491