Donnerstag, 5. März 1958 Nr. 52 Erstes Matt 188. Jahrgang 13 elementare AustnloungsanMiren jur tfiieger. Seit April 1935 feien 4500 Flugzeugführer und | b e - London, 3. Mürz. (DNB. Funkspruch.) Die gesamte Londoner Presse steht unter dem Eindruck der Rüstungs^Denkschrift. „Times" kommt zu dem Ergebnis, daß die Endsumme des kommenden englischen Haushaltes etwa 11172 Millionen betragen werde. Dazu kämen dann noch 1080 Millionerr Mark für Verteidigungszwecke, die aus der Anleihe gedeckt werden. Gegenüber dem Vorjahre bedeute das eine Zunahme um mehr als 823 Millionen Mark. Die „Times" erklärt, mit der beschleunigten Fertigstellung neuer Flugzeugträger, Kreuzer und kleinerer Fahrzeuge weise die englische Flotte bei ihrem heutigen Stande bereits eine e i n- drucksvolle Ueberlegenheit auf. Die Luftflotte habe schon ein Niveau erreicht, auf dem sie sich mit jeder anderen vergleich e n könne. Die am wenigsten befriedigenden Maßnahmen seien die der Luftabwehr, von der die Sicherheit des gesamten Verteidigungsplanes in feinen Grundlagen abhänge. „Daily Telegraph" spricht die Vermutung aus, lich „nach Maßgabe seiner späteren Erklärun- gen". Der frühere stellvertretende Auhenkom- missar Krestinski erklärt jedoch als einziger mit leichenblassem Gesicht, aber entschieden: „Ich bin kein Trotzkist, ich bin kein Verbrecher, ich habe niemals etwas mit den N a ch- xichtendiensten auswärtiger Mächte Heue Steuern unvermeidlich Oie britische presse zur Aufrüstungsdenkschrift 40 000 Mann zur Ausbildung angeworben worden. Auch die Ausbildung der Reserve sei befriedigend. Tankbataillone: Von den vorgesehenen vier neuen Jnfanteriebataillonen und zwei neuen Tankbataillonen seien bereits zwei neue Jnfanterie- bataillone und ein Tankbataillon ausgestellt. U e b e r s e'e g arnisv n e n: Gewisse Uebersee- Garnisonen seien verstärkt worden. Andere Verstärkungen seien beabsichtigt, und die" Verteidigungsanlagen der britischen Ueberseestützpunkte seien Der» Tlad) Verlesung dieses ungeheuerlichen Do- kuments befragt der Verhandlungsleiter die Angeklagten einzeln, ob sie sich entsprechend dem Material der Voruntersuchung ats schuldig bekennen. 19 der Angeklagten antworten darauf bejahend; Bucharin erklärt sich gleichfalls für schuldig, jedoch ledig- Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer Kis8'/,UhrdesVormittags Grundpreise für l mm höhe für Anzeigen von 22 mm «Breite 7 Rps., für Textanzeigen von 70 mm Breite 50Rpf.,Platzvorschrift nach Dort) Vereinbg.25°/» mehr» Ermäßigte Grundpreise: Stellen--, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf., Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts- u» behördliche AnzeigenbRpf. Mengenabschlüsse Staffel B Macht der Sowjetunion, Niederlage und Zerstückelung der Sowjetunion durchzuführen. Der „Block der Trotzkisten und Rechtsoppositionellen" habe mit diesen Staaten ein „Abkommen" geschlossen, demzufolge die Mitglieder des Blocks einstweilen Spionage, Terror und Sabotage betreiben sollten, um gegebenenfalls durch d i e bewaffnete Intervention dieser Staaten zur Macht zu gelangen, wobei die „Angreifer" mit Teilen des sowjetischen Territoriums entschädigt werden hollten. (!) Trotzki habe seit 1921 mit der deutschen Geheimpolizei als deren Agent m Verbindung gestanden und seit 1926 mit dem englische^ Nachrichtendien st. Rykow und Bucharin hätten, gemäß den Weisungen Trotzkis, die Radek ihnen übermittelt haben soll, eine „bewaffnete In v a f i o n auswärtiger Mächte" vorbereitet in der Absicht, diesen a l s K a u f p r e i s W e i ß r u ß- land und die Ukraine, ferner tue kaukasischen und mittelasiatischen Sowjetrepubliken (letztere unter dem Protektorat Englands) auszuliefern. Zu dem Zweck, die militärische Macht der Sowjetunion zu untergraben, hatten die Leiter des „Blocks" mit Tuchatschweskl und den übrigen bereits erschossenen Generalen z u - sammengearbeitet. Wiederum auf Anweisung Trotzkis und des bereits vor einem Jahre erschossenen Piatakow hatte sich der „Block" die Aufgabe gestellt, die führenden Sowjetpolitiker, vor allem Stalin, Molo- daß der Schatzkanzler Sir John Simon wohl eine neue Steuer einführen müsse, um die im Haushalt noch fehlenden 600 Millionen Mark zu decken. Die Tonnagezahl der im Bau befindlichen Kriegsschiffe sei jetzt viermal so groß wie bei Beginn des Rüstungsprogramms. Auch von der Luftflotte könne man sagen, haß die unvermeidlichen Schwierigkeiten größtenteils überwunden feien und die Produktion schnell zunehme. „Daily Mail" bemängelt ein Zurückbleiben bei der Anlage von S ch at t e n f a b r i ke n für die Luftwaffe und bei der Aufstellung der zweiten Luftabwehr-Division. Den Luftschutz nennt sie eine „Fata Morgana". Es sei Zeit, daß er endlich praktisch aus den Straßen und in den Häusern durchgeführt werde. Die Lebensmittelversorgung in Krisenzeiten nehme einen hervorragenden Platz unter den in Vorbereitung befindlichen Plänen ein. Das Blatt erklärt, daß bis zum Jahre 1939 die Rüstungsausgaben mehr als 18 Milliarden Mark ausmachen würden. Luftwaffe: Neue Flugzeugtypen werden den Geschwadern jetzt schneller geliefert als bisher. Die Lieferungen erfolgen in zufriedenstellender Weife und die Anzahl verschiedener Modelle werden ständig vermindert. Sechs Schattenwerke für Flugzeugmotvren hätten die Herstellung auf- genommen, zwei weitere würden in wenigen Wochen die Arbeit aufnehmen und ein drittes im Laufe des Jahres eröffnet werden. Außerdem fei die Arbeit in anderen Schattenwerken für Propeller und Vergaser aüfgenommen worden. Neunundfünfzig neue Flugplatzgelände eien seit Beginn des Aufrüstungsprogramms auf» gekauft worden, von denen 30 bereits besetzt eien, während bereits bestehende Flugplätze ausge- Oer erste Tag -es Moskauer Gchreckeusprozeffes Oie Angeklagten bereits in -er Voruntersuchung völlig zermürbt. — Ungeheuerliche Anschuldigungen gegen auswärtige Mächte. — Oie GPLl. selbst ermordete Kirow. Englands gewaltiges Aufrüstungsprogramm. Erhebliche (Steigerung -er Rüsiungsausgaben.—Denkschrift über den Stand der Aufrüstung baut worden feien. Rekruteneinstellungen: Die Anwerbungen in der Flotte stiegen ständig. Jrn Jahre 1937 seien 10 000 Mann angeworben worden, was die vorgesehenen Ziffern um 25 v. H. übersteige. Für 1938 erwarte man ein Anwachsen um 7000. Bei den Anwerbungen f ilr das Landheer sei 1937 ein Bestjahr für die Territorialarmee gewesen. 45 320 Rekruten seien angeworben, die Territorialarmee sei um 17 690 verstärkt worden. Das gleiche gelte für die Luftflotte. Fliegerschulen seien von vier auf 11 erhöht worden, außerdem gebe es 13 elementare Ausbildungsanstalten für Flieger. bessert worden. Luftschutz: Die Heimatluftflotte fei wahrend des vergangenen Jahres auf 123 Geschwader gegen 53 im Jahre 1934 erhöht word'en, die zwei Flak- divisionen seien verstärkt und neue Flakgeschütze würden in Kürze eingesetzt werden. Auch die Ballonsperre sei erfolgreich begonnen worden. Auf dem Gebiete des Luftschutzes - für die Zivilbevölkerung seien neue Schulen errichtet worden und Bezirksinspektoren eingesetzt. Gasmasken für die Zivilbe- oölkerung seien bereits in großem Ausmaß vorhanden; man hoffe bis Ende -dieses Jahres Gasmasken für die gesamte Bevölkerung zur Verfügung zu haben. 2500 Luftschutzfeuerspritzen seien in Auftrag gegeben. Alle Vorkehrungen seien getroffen, um die Leb ensmittelzu fuhr und Lebensmittelverteilung im Notfälle sicherzustellen. Das gleiche gelte für die O e l v e r s o r g u n g im Notfälle. fort. Krestinski habe ihm 1934 die Direktive gegeben, „die normalen diplomatischen Beziehungen zwischen Deutschland und der Sowjetunion zu sabotieren", dagegen geheime Beziehungen mit den nationalsozialistischen Partei- 1 stellen aufzunehmen (!!). Auch das b e ft reitet Krestinski ganz energisch. Er erklärt: „meine Geständnisse während der Voruntersuchung habe ich unfreiwillig gemacht. Ich habe unrichtige Aussagen abgegeben, um überhaupt auf diese Anklagebank zu kommen und um dann die Wahrheit sagen zu können!" Jetzt müssen Rosengoltz und Grinko auf Drängen des Staatsanwalts bestätigen, daß Krestinski Trotzkist und Landesverräter sei. Krestinski be- treitet beharrlich alles weiter, und als Bessonow Einzelheiten der angeblichen Be- gung Krestinskis mit Trotzki in Meran zum besten gibt, erklärt Krestinski bissig, Bessonow gebe da nur seine, Krestinskis, falschen Geständnisse wieder! Bessonow behauptet, bereits im Jahre 1933 auf Verlangen des trotzkistischen Blockes mit nationalsozialistischen Polittkern (!!) in Fühlung getreten zu sein, denen er als Gegenmaßnahme für die Unterstützung der trotzkisttschen Opposition in der Sowjetunion di e Sowjetukraine angeboten haben will! Ein „Abkommen" der trotzkistischen Opposition mit Deutschland zwecks Beschleunigung des Krieges gegen die Sowjetunion müsse, so hätten Trotzki und Krestinski immer wieder erklärt, „forciert" werden. Dieselbe Ansicht hätten die militärischen Hochverräter um Tuchatschewski vertreten. Damit ist Bessonow mit seinen phantastischen „Geständnissen" am Ende. Krestinski erklärt noch einmal mit allem Nachdruck die Erklärungen Bessonows für falsch. Noch weitere „Schädlinge" in Reserve. Die GPU. hält noch fünf ehemalige Volkskommissare für neuen Schauprozetz bereit. Der frühere Finanzkommissar Grinko zeigt sich fo willfährig, daß der Staatsanwalt dem Strom feiner „Geständnisse" während zweier Stunden freien Lauf lassen kann. Lr ist so unerschöpflich in seinen Selbstbezichtigungen, daß ihn bald der Staatsanwalt, bald der Gerichts- vorsihende zur kürze mahnen muh! Alle die notorischen , Mißstände der fowjetrussifchen Finanzwirtschast nimmt Grinko bereitwillig auf sein Schuldkonto. Sogar die Hungerlöhne der Landarbeiter in den Kolchosen, die überall herrschende Knappheit an Waren und Bedarfsgegenständen wird von Grinko als Folge der Wirtschaftssabotage des „Blockes der Trotzkisten" erklärt. Weiter bleibt es Grinko überlassen, den Zusammenhang des trotzkistischen Verschwörerblocks mit der militärischen Hochverrätergruppe Tuchatschewski, Gamarnik usw. näher zu schildern. Er behauptet, daß Rykow, Bucharin, Rosengolz und Jagoda über die „Verschwörung" der Generale informiert gewesen seien, mit denen sie sich einig gewußt hatten. Besonders erheiternd wirkt die Tatsache, daß die Prozeßregie es für notwendig erachtet, dem Hochverräter und Spion Grinko auch eine außenpolitische Erklärung in den Mund zu legen. Auf ein Stichwort des Staatsanwaltes hin hat Grinko mit lauter Stimme zu erklären, daß der trotzkistifche „Block" sich feit 1934 scharf ablehnend z u dem sowjetischen Pakt mit Frankreich verhalten habe. Die Trotzkisten hätten mit Enttäuschung erkannt, daß Moskau, 2, März. (DNB.) Der Prozeß gegen die 21 Mitglieder >en es sagen- haften re cht s o p p o sitl° n elle n trotzkist,. fche »Blocke s" begann im „-Blauen Saal des Moskauer GewerkschaftshaUses, das W°" Dolitifdien Schauprozessen als „Gerichtsstatte ge dient hat. Der Saal war fast angefullt mit Agen- ien und Funktionären der GPU. Jrn übrigen woh- neu bet Verhandlung nur ungefähr 20 Vertreter der Auslandspreise und emrge auswärtige Diplo- muten bei. Hinter grünen Vorhängen, die die art dn r Snatoanb befindlichen Logen verdecken, vermutet man di- maßgeblichen Sowie gewaltigen, die sich wohl das bevorstehend- Schau,p.el mcht en - neben lassen wollen. Unter Bedeckung von bemaff. neten GPU.-Soldaten werden die 21 Angeklagten -ten -pal geführt. Die Anklagebanke sind durch ^- Lckranke abgesperrt, vor der GPU.-Soldaten mll gezogenem 'Bajonett Wache halten Die Ange- Nagten - selbst ehemals so oft im Vordergrund ftehenSe Figuren wie Bucharin, Rykow, Jagoda und Stettin,ti- sind kaum w i - d e r z u e r k e n n e n. Buchar n und Rykow machen einen v o l l t g n i e« berg ebrochenen Eindruck. Der Gestchlsaus- druck der Angeklagten zeigt Spuren lurchlbarer Zer- ^!>",rbuna Die Schrecken der monatelangen Hast sich nicht verleugnen. Die Jammergestalten, die au den Anklagebänken Platz nehmen, zeigen dasselbe Bild völliger Willenlosigkeit und'-; e r m ü r b u n g. Auch Jagoda der frühere ütrmn*fiae GPU.-Chef ist ergraut und völlig nie- £ ä ta Su“ J nach 12 Uhr erscheint der Oberste RHnkanroait Wyschenski. Der Armee,urlst Zlrch«örtet als Vorsitzender des Militär,r.bu- U i 2. Ktano Darauf wird die umfangreiche L°n k? g k'Vesen, beLn Lektüre zwei volle Stunden in Anspruch nimmt. Sie Anklageschrift. ornfrnrtttiririft beginnt mit der Feststellung, dak ämMche'AL-lagl-n -inen » -, ch w o r e r ; ». halten W, 'm ^^ “^®ironage ju betreiben, ferner Ltag-, Ärar Untergrabung der militärischen Z u t u N g e h a d t." Die Erklärungen Krestin- ! ski wirkten auf Staatsanwalt und Gericht er- j sichtlich wie eine Bombe, um fo mehr als ein erheblicher Teil der soeben verlesenen Anklage- ! schrift auf angeblichen „Geständnissen" Krestin- । skis aufgebaut ist. Rach dem Wert dieser „Ge- I ständnisse" befragt, erklärte Krestinski weiter mit fester Stimme: „Ich widerrufe meine sämtlichen während der Voruntersuchung protokollierten Angaben." Krestinski erklärte, er habe seine Geständnisse „unfreiwillig" abgelegt. Der frühere Botschaftsrat der Sowjetbotschaft in Berlin, Bessonow, beginnt dann mit einer ausführlichen Darlegung feiner „Verbrechen". Bessonow hat sich selbst als der hauptsächlichste Verbindungsmann zwischen Trotzki und dessen Anhänger in der Sowjetunion, Pjatakow und Krestinski hingestellt. Besonders will er von dem scho/r vor Jahresfrist Hingerichteten Pjatakow bereits seit 1932 beträchtliche, als sowjetischen Staatsmitteln entwendete Geldsummen erhalten haben, die er an Trotzki und dessen Sohn Sedow zu Agitationszwecken übergeben habe. Ferner behauptet Bessonow im Herbst 1933 eine Zusammenkunft zwischen Krestinski und Trotzki in Meran vermittelt zu haben. Kr e ft i n f f i erklärt mit fester Stimme: „Bessonows Behauptungen sind falsch!" Auf die Frage des Staatsanwalts, warum Krestinski denn während der Voruntersuchung „Geständnisse" gemacht habe, die mit den Erklärungen Bessonows übereinstimmten, schweigt Krestinski bedeutungsvoll, so daß der Staatsanwalt Wyschinski rot vor Zorn und Verlegenheit nur noch bemerken kann: „Da ich keine Antwort höre, habe ich auch keine Frage mehr an den Angeklagten Krestinski zu richten." Bessonow fährt darauf mit seinem Redeschwall Die erste Sensation. - Krestinski pariert nicht. Oer ehemalige Berliner Sowjethotschafter zerreißt das Konzept der Anklage. $r1d)etni täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte (Lietzener Famllienblätter Heimat im Bild - Die Scholle Momtts Bezugspreis: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte 9 1.80 Zustellgebühr , -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt üerilsprechanfchlüfle unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Sieben Postscheckkonto: ßranlfurt am Main 11688 London, 3. März. (DNB.) In London wurde der Vorschlag für den Rü st u n g s h a u s h a l t des 1 kommenden Finanzjahres veröffentlicht. Er wird mit ' 343,25 Millionen Pfund (etwa 4,3 Milliarden RM.) I für alle drei Wehrmachtsteile angegeben und übersteigt fomit denjenigen des abschließenden Finanzjahres von 278,25 Millionen Pfund beträchtlich. Gleichzeitig wird mitgeteilt, daß mit einer E r - Höhung der Rüstungshaushalte für das Finanzjahr 19 3 9/40 zu rechnen fei. Die Ausgaben in den kommenden Jahren hingen von Umständen ab, die man nicht voraus- sehen könne, insbefonbere von dem Erfolg, den Die britische Regierung in ihren Bemühungen um eine Entspannung der internationalen Lage haben werde. Man müsse somit erwarten, daß die Rüstungsausgaben in den fünf Finanzjahren 1937 bis 1941 die ursprünglich vorgesehene Grenze von 1,5 Milliarden Pfund (etwa 18,75 Milliarden RM.) Überschreiten werden. In dem Bericht über den Stand der britischen Aufrüstung wird angeführt: R ü-ft ungenierte: Eine Anzahl neuer Werke seien ins Leben gerufen worden, andere würben gebaut, bereits bestehende ausgebaut. Es habe Schwierigkeiten und Rückstände in gewissen Lieferungen gegeben. Im großen und ganzen sei der Fortschritt zufriedenstellend und die Rüstungsherstellung steige schnell. F'l o 11 e : Wie schnell die Stärke der britischen Flotte erhöht werde, gehe aus folgenden Angaben über die Tonnageziffern hervor: 1. Januar 1935 rund 139 000 Tonnen auf Kiel, 1. Januar 1936 — 282 000 Tonnen auf Kiel, 1. Januar 1937 = 376 000 Tonnen auf Kiel, 1. Jan. 1938 = 547 000 Tonnen auf Kiel. Für das kommende Finanzjahr 1938/$) erwarte man, daß 60 neue Einheiten der verschiedenen Klassen in Dienst gestellt werden könnten, was eine (3 efamtton nage von über 130000 Tonnen ausmache. Das Flottenbauprogramm 19 3 8 sehe folgende Kiellegungen vor: zwei Großkampfschiffe, ein Flugzeugmutterschiff, vier Großer Kreuzer, drei Kleine Kreuzer, drei U-Boote, drei Minenleger, zwei Fluß- fanonenboote, ein Zerstörerbepotboot, ein U-Boots- Depotschisf, ein Repciraturschisf für Flugzeuge, ein weiteres Reparaturschiff, Deckboote, Motortorpebo- boote unb weitere kleine Einzelheiten Die Mober- nifierung ber bestehenben Einheiten werbe gründlich fortgesetzt. Ein Großkampfschiff fei beenbet unb brei weitere befänben sich gegenwärtig im Umbau. Lanbheer: Die notmenbige Kriegsmaterialreserven würben im großen Ausmuß auf- aestapelt. Die Pläne für moberne Herstellungs- metijoben fast aller hauptsächlichen Rüstungs- unb Ausrüstungsgegenstänbe seien bereits vollenbet bzw. stäuben vor der Vollenbung. tarn, Woroschilow u. a., durch Terrorakte zu fettigen. Das erste Opfer des Terrors sei der im Jahre 1934 in Leningrad dem bekannten Attentat zum Opfer gefallene Kirow gewesen. Bei dem Attentat gegen Kirow sei kein anderer als I a - goda als Organisator beteiligt gewesen. Jagoda habe „gestanden": „Ich wußte bereits zuvor von dem Attentat gegen Kirow, und zwar durch Jenu- kidse." Dieser, der im Dezember des Vorjahres nach einem Geheimprozeß erschossen wurde, habe, wse die Anklageschrift behauptet, ein gleichlautendes „Geständnis" abgelegt. In diesem Punkt durfte die Anklage übrigens dem Sachverhalt nphekommey. Seit langer Zeit bestand bereits der Verdacht, daß die GPU. selbst den Kirow-Mord in Szene gesetzt habe, eine Vermutung, die übrigens auch Trotzki schon vor Jahren in seinen Schriften ausfprach. Jagoda habe ferner die Ermordung des Schriftstellers Gorki mit Hilfe der in dem gegenwärtigen Prozeß angeklagten Aerzte organisiert. Mit Unterstützung des Privatsekretars Gorkis, des Angeklagten Krjutschkow, sei Gorki von seinen Aerzten veranlaßt worden, „s i ch z u erkälte n", was bei der akuten Lungenkrankheit des Schriftstellers dessen Tob zur Folge gehabt habe. Jagoda habe Kuibyschew, seinen Vorgänger in ber GPU., Menschinski, sowie ben Sohn (Sortis, Peschkow, aus dem Wege geräumt, indem er die behandelnden Aerzte zur Anwendung falscher Heilmethoden veranlaßt habe. Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vru» und Verlag: vrühlsche Univerfitätrdruckerei «.Lange in Siehrn. Schrislleitvng «nd Geschäftsstelle: Schulftrah« 7 :r * ■ n* u I - Das ganze Volk zum Schuh der Heimat bereit. Grundsteinlegung der Reichslustschuhschule Berlin-Wannsee. Das Modell der neuen Reichsluftschutzschule. — (Scherl-Bilderdienst-M.) dieser Pakt eine nichtige Etappe in der „Friedens- Politik" der Sowjetunion bedeute und daß ihre Pläne der Beschleunigung der Intervention auswärtiger^ Mächte gegen die Sowjetunion beeinträchtigt werden könnten. Als nächster Angeklagter kommt noch ein weiterer mustergültiger „Verbrecher" zu Wort: der frühere Volkskommissar für Landwirtschaft, Tschernow, der den Eindruck eines völlig willenlosen Opfers macht. Er „gesteht" mit derselben Bereitwilligkeit die ungeheuren „Sabotageakte" und weiß über seine Spionagetätigkeit förmliche Kriminalromane zu erzählen. Aus den „Geständnissen" Grinkos und Tschernows ist im übrigen zu entnehmen, daß noch zahlreiche weitere frühere führende Sowjethäuptlinge, die sich im gegenwärtigen Prozeß noch nicht unter den Angeklagten befinden, einem ähnlichenSchick- fal wie diese entgegensetzen. Grinko nannte so die seit einigen Monaten verschwundenen Volkskommissare Antipow (Volkskommissar für Sowjetkontrolle), R u d s u t a k (ehemals stellvertretender Vorsitzender des Volkskommis- sarenrates) sowie den Leiter des Komitees für Landwirlschaftsfragen beim Zentralausschuß der bolschewistischen Partei, Jakowlew, als Mitglieder der „Verschwörung", während Tschernow den ukrainischen Volkskommissar S a t o n s k i sowie den ehemaligen Volkskommissar für Leichtindustrie, Ljubimow, erwähnte und in diesem Zusammenhang sogar von einem „R e s e r v e z e n k r u m“ der Verschwörung sprach. Daraus kann man schließen, daß auch der gegenwärtige Prozeß nicht der letzte seiner Art sein wird. Auch eine'.Gnllaslungsoffensive" Die erbärmliche Gerichtskomödie, die zur Vorbereitung der neuen Morde in Moskau dienen soll, hat selbst im moskaufrommen Westen mehr Staub aufgewirbelt, als den Sowjets zur Zeit lieb ist. Also drückt man einfach auf den Knopf Thorez und sofort bricht der berüchtigte T h ä l m a n n - Ausschuß in Paris eine Agitation für einen Menschen vom Zaun, der seit fünf Jahren in guter deutscher Hut Gelegenheit hat, über seine bolschewistische Vergangenheit nachzudenken und sich zugleich etwas nützlicher als früher zu betätigen. Wie ge- ring müssen die Sowjets selbst ihr Prestige sogar bei den „großen Demokratien" einschätzen, wenn sie zu so albernen Mitteln als einer Entlastungs- offensioe für die bevorstehenden Moskauer Morde greifen! Noch alberner, wenn sich jene Agitation gegen ein Land richtet, dessen Strafvollzug in der Welt als mustergültig angesehen wird. Im übrigen erscheint die indirekte Unterstützung der Hetze um Thälmann durch die zuständigen französischen Aufsichtsbehörden bemerkenswert, nachdem diese eben erst haben helfen müssen, den Fortbestand der Regierung durch die so plötzliche Wiedergenehmigung der Hetzausstellung des Thälmann-Ausschusses zu erkaufen. Das pariser Scho. Die abscheuliche Komödie eines wahnsinnigen Sadisten. Parks, 3. März. (DNB. Funkspruch.) Stalins Vorbereitungen für ein neues Blutbad stößt in der Pariser Presse auf entrüstete Ablehnung. Die Blätter halten Stalin entweder für einen Wahnsinnigen oder für einen blutdürstigen Verbrecher. Man steht sprachlos vor einem solchen Massenmorden. Man müsse Jahrhunderte zurückgreifen, um etwas Aehnliches wie diese lange Serie von Dramen zu finden. Man sei versucht, die Fra- acn, ob Stalin nicht einen Anfall sadistischen Wahnsinns oder Delirium erlitten habe. Auf internationalem Gebiet «müßten die sowjetrussischen Ereignisse die schwer st en Rückwirkungen haben. Sie entrüsteten das Weltgewissen und würden mit Recht als ein Zeichen der Zerrüttung und Zersplitterung des Kommunismus angesehen. Das „Echo de Paris" schreibt u. a., die abscheuliche Komödie zeige, daß die Angeklagten im voraus zum Tode verurteilt seien. Man habe verstanden, daß Sow- ietrußland sich unter dem Joch eines Wahnsinnigen beuge, dem eine schauerliche Vasallenbande helfe, die zu den abscheulichsten Diensten bereit sei. Wyschinski, der heute noch Ankläger sei, werde morgen vielleicht ebenfalls auf der Anklagebank sitzen und auch sein Leichnam werde von Vögel gefressen oder in ungelöschten Kalt geworfen werden und eines Tages werde dann auch d i e Reihe an Stalin selbst kommen. „Populaire" erinnert daran, daß in jedem Moskauer Prozeß die Angeklagten Geständnisse abgelegt hätten, die unwiderleglich falsch waren. Das gleiche gelte diesmal von den Geständnissen des Angeklagten Tschernow, der angeblich durch den als Verbindungsmann in Paris lebenden Emigranten Dan mit ausländischen Spionagediensten Fühlung ausgenommen haben soll. Da es keinem Zweifel unterliege, daß die Anklageschrift in diesem Punkte eine bewußte Lüge enthalte, habe man das Recht und die Pflicht, die Anklageschrift ebenso wie die Geständnisse der Angeklagten zurückzuweisen. Vielleicht sei in der Fülle der Anklagepunkte der eine oder der andere Punkt wahr. Solange aber die Untersuchung mit den bekannten sowjetrussischen Polizei- und Gerichts-Methoden durchgeführt werden, könne man nicht daran glauben. Berlin, 2. März. (DNB.) Heute Vormittag wurde der Grundstein zu der neuen R e i ch s l u f t - chutzschule gelegt. Zwischen Havel und großem Wannsee sind die Vorbereitungen für die großzügige Anlage, die nach Planungen des Architekten Professor Dr.-Jng. Siedler nach modernen luft- chutztechnischen Prinzipien errichtet wird, bereits in vollem Gange. Der Präsident des RLB., Generalleutnant von Roques, führte bei der Feier u. a. aus: Es ist mir hier an dieser Stelle ein Bedürfnis, des ersten Präsidenten des RLB., des Generals der Artillerie Grimme, unseres Ehrenpräsidenten, zu gedenken, der den RLB. und seine erste RL.-Schule aus einem Nichts hervorgerufen bat und unter des- en sachkundiger Führung der RLB. als Volksbewegung mit zwölf Millionen Mitgliedern und 60000 0 Amtsträgern er- tand. In zahlreichen Sonderlehrgängen sind Tauende von Mitgliedern nationalsozialistischer Organi- ationen wie der SA., ff, HI., des BDM., der NS- Frauenschaft, des NS.-Lehrerbundes usw., sowie Regierungspräsidenten, Landräte und Bürgermeister ausgebildet worden. Nachdem jetzt jede unserer 15 Landesgruppen über eine eigene Landesgruppenluft- chutzschule verfügt, nachdem weiterhin die Ortsmd Orts-Kreisgruppen über Luftschutz-Hauptschulen, )ie Revier- uno Gemeindegruppen über Luftschutz- chulen verfügen, kann der Lehrbetrieb der RLS. mdlich von der einfacheren Ausbildungsarbeit entlastet und auf höherwertige Aufgaben umgestellt werden. * Die RLS. soll e i n e H o ch s ch u l e d e s S e l b st- schutzes mit ausgewählten Lehrkräf- t e n werden, von der aus sich ein Strom ständiger Anregungen über den gesamten RLB. ergießt. Dabei sollen hier soldatische Zucht, nationalsozialistischer Geist und Sinn für Kameradschaft eine Pflege- tätte bester Art finden. Die mit diesem geistigen Rüstzeug der RLS. ausgestatteten Männer sollen durch ihre Arbeit dazu beitragen helfen, daß die Welt erfährt, daß nicht nur die Waffenträger der Wehrmacht bereitstehen, um die Freiheit der Nation zu sichern, sondern daß vielmehr auch die Zivilbevölkerung, daß Frauen und Kinder entschlossen sind, durch Selb st schütz im Luftschutz den Terror eines Luftkrieges zu brechen. Jeder soll wissen, daß in einem Zukunftskriege diese waffenlose Millionenarmee zum Appell an Partei und Staat. Berlin, 2.März (DNB.) Der Führer und Reichskanzler richtet aus Anlaß der neuen Aktion zur weiteren Beschaffung von Heimen für die nationalsozialistische Jugendbewegung einen Appell an^larlei und Staat Es heißt darin: „Die Heime der Hitler-Jugend sind E r z i e - hungsstälten einer Generation, die dazu ausersehen ist, die Zukunft des Reiches zu sichern. Staat und Partei sind darum verpflichtet, unsere Jugend beim Bau ihrer Heime tatkräftig zu unterstützen. (gez.) Adolf Hitler." Hierzu erläßt der Jugendführer des Deutschen Reiches folgenden Tagesbefehl: „Pimpfe! BDM.-Mävel und Jungmädel! Hitlerjungen! Der Führer hat soeben einen Aufruf erlassen, der die neue große Werbeaktion für die Heimbeschaffung seiner Jugendbewegung esnleitet. Wieder gibt Adolf Hitler feinen Jungen und Mädeln ein Zeichen seiner ständigen tiefen Anteilnahme an ihren Freuden und Sorgen. Tiefbewegt danken wir ihm, daß er immer Zeit für uns hat, wenn wir seiner Hilfe bedürfen. Daß wir unter feiner unmittelbaren Führung t e h e n dürfen, ist unser höchster Stolz und unsere größte Verantwortung, daß er aber die Arbeit einer HI. das Jahr hindurch mahnend und anspornend, helfend und immer begeisternd verfolgt und miterlebt, das würde ihm unser aller Herzen gewinnen, wenn er sie nicht längst schon hätte. So bedeutet seine liebende Sorge für die Jugend eine stets wachsende Verpflichtung für uns. Und so will ich unserem Führer immer wieder in eurem Namen, meine Kameraden und Kameradinnen, sagen: Wir wollen Dir Freude machend Halte Deine Hand auch in Zukunft über Deiner Jugend, denn so und nicht anders fühlen wir uns gesegnet. Gez.: Baldur von Schirach. Der Aeichsjugendsührer eröffnet die neue Werbeaktion. Schutze der Heimat steht. Ist diese Heimatarmee aber wirklich waffenlos? Ist nicht auch der Schild eine Waffe? Der unbeugsame Wille, sich nicht unterkriegen zu lassen, die seelische Bereitschaft, zu opfern und sich einzusetzen für die Gemeinschaft, all diese Eigenschaften sind auch Waffen im Kampfe um Freiheit und Ehre der Nation. Staatssekretär der Lustfahrt, General der Flieger, Milch, überbrachte die Grüßendes Oberbefehlshabers der Luftwaffe. Es handelt sich heute nicht nur darum, den Soldaten zum vorübergehenden Ertragen aller Anforderungen des Krieges zu gewöhnen, heute heißt es, ein ganzes Volk immer mehr und ziehevrfchen Aufgaben der HJ.-Heime in architektonischer Hinsicht vertraut gemacht. Die großen Architekten unserer Zeit hätten dem Gedanken des Führers monumentalen Ausdruck verliehen. „Unsere der Jugend gestellte Aufgabe war es und bleibt es, in einem ganz anderen Rahmen, aber im selben Geist zu bauen. Baldur von Schirach kündigte eine besondere Maßnahme an, um entsprechend den kommenden großen Aufgaben auf architektonischem und technischem Gebiet den Nachwuchs verstärkt in diese Berufe zu lenken. „Wir werden unter den 15 - und 16jä hrigen Umschau hal- t e n und technisch und architektonisch Begabte aus allen Schichten unteres Volkes in diese Berufe lenken, damit unser Führer auch noch in 10 bis 20 Jahren die Mitarbeiter zur Verfügung hat, die er für seine Straßen und Bauten braucht." Als weitere Aufgaben im Zusammenhang mit der Heimbeschaffung erwähnte Baldur von Schirach die Errichtung .von Schwimmbädern, insbesondere auf dem Lande, sowie von sportlichen Anlagen um das HJ.-Heim, damit dieses zugleich auch der Mittelpunkt eines, Jugendgeländes werde. „Der Führer hat aus jenem großen Ber- frauen heraus, das uns die Kraft und den Mut zur Arbeit gibt, uns auch in bezug auf die Bautätigkeit der Jugend gewähren lassen. Es waren für uns alle wohl die schönsten Stunden, wenn wir mit unseren Pläqen und Modellen beim Führer waren. Auch kleine und kleinste Heime, die heute irgendwo im Reich in den Dörfern stehen, hat er tm Modell betrachtet. Mit seiner klaren Kritik Hal er das Bauen der Jugend ein ganzes Jahr hindurch verfolgt und uns kostbaren Rat und wertvolle Richtlinien gegeben. In welchem Lande der Weit hat die Jugend eine solche direkte Verbindung zum Oberhaupt der Ration? Wir Jugendführer. Architekten oder Lehrlinge am Bau, wir sind glücklich darüber. Wir bauen für den Führer, wir formen feine Gedanken in Holz und Stein. Jedes Haus fein Denkmal!" mehr zur Abwehrbereitschaft zu erziehen. Dazu fei zweierlei notwendig: fachliches Können, das auf dieser Schule gelehrt werden solle, und gleichzeitig die Erziehung im richtigen Geist und d e r r i ch t i g e n G e s i n n u n g, die erst die Kraft gibt, alle Prüfungen zu bestehen. Diese Kraft kann in unserem Volke nur kommen aus der hun» dertprozentigen inneren Einstellung zum Nationalsozialismus. Wer in seinem Herren dieser Idee und dem Führer treu ist, wird auch seine Pflicht tun, wenn einmal feindliche Fliegerbomben die Heimat bedrohen sollten. Mit symbolischen drei Hammerschlägen vollzog Staatssekretär Milch dann die Legung des Grundsteines, in den von Handwerkern die Urkunde eingemauert wurde. Rer Reichsjugendführer bezeichnete den vorbildlichen Raum als einen wesentlicheren Bildungsfaktor als alle theoretischen Kunstbetrachtun- gen. Es sei ein pädagogischer Gedanke von unerhörter Tragweite, arundsätzlich jedem Bauwerk eine kunsterzieherische Aufgabe zu ftetten. „Mit diesem günstigen Anfang unserer Bautätigkeit leiten wir eine Epoche der musischen Bildung aller kommenden Generationen durch die erzieherische Macht des Raumes ein. In unserer Jugend besonders lebt ein verlangen nach seelischen Erlebnis- s e n. Das wird jedem spürbar, der die inbrünstigen Hymnen vernimmt, die diese Jugend singt. Daß man uns bis in diese jüngste Zeit hinein Ketzer nennen konnte, ist eine kaum faßbare Verleumdung, da wir doch von uns wissen, daß wir Deutsche alle von unserer Geburt bis zu unserem Tode dem Höheren zu dienen versuchen — man nenne dieses Höhere nun, wie man mag. Für uns Deutsche ist alles Religion. Gerade die technisch orientierte Jugend von heute möge rechtzeitig das hohle Geschwätz von der Notwendigkeit einer durch die Technik bestimmten Weiterentwicklung der Zivilisation zurückweisen. Die menschliche Seele muß jede Gegebenheit ihres irdischen Daseins zum Werkzeug ihres Strebens»nach der Ewigkeit benutzen. Eine Generation, in der jeder einzelne bis zum Grunde seines Wesens erfüllt ist von der Ehrfurchtvor der schöpferischen Leistung. Möge der stolze Name „Hitler-Jugend", der zum erstenmal symbolisch das unzertrennliche Bündnis aller Jugend mit dem größten Genius der Deutschen in Worte prägt, in diesem Sinne ein Richtwort sein für alle Zeit. Eines bleibt, ewig und unvergänglich! Adolf Hitler, der Führer, und die Steine, denen er seine Seele gab!" Die Gäste besichtigten dann den P r o p a g a n h a- zug der Reichsjugendführung „Schafft Heime!", der als Wanderausstellung im ganzen Reich für die Heimbeschaffung werben soll. Im Filmraum des Propagandazuges fand die Uraufführung des Films „Ein Volk baut in die Zukunft" statt. „Tag der deutschen Kunst." Dom 8. bis 10. Juli in München. Die Heimbauten der Hitler-Jugend sind die LrziehungsWen der kommenden Generation. Oer Führer fordert unterstützende Anteilnahme an der Heimbeschaffnngsaktion der HL. Oie Nichteinmischung. Verhandlungen über die Zurückziehung der Freiwilligen. London, 3. März. (DNB.-Funkspruch.) „Ti- mes schreibt, daß noch kein Zeitpunkt für die naajfte Sitzung des Nichteinmischungsausschusses festgesetzt sei. Die fünf Großmächte des Ausschusses stimmten im Grundsatz dem englischen Plan für Zurückziehung von Freiwilligen zu. Augenblicklich bemühe man sich, die grundsätzliche Einigung in die Praxis zu übertragen. Hauptpunkt fei die Meinungsverschiedenheit über d i e Zahl der zurückzuziehenden Freiwilligen, die die Vorbedmoung für die Zuerkennung von Kriegsrechten darstellt. Die Sowjetregierung habe die Zurückziehung von 20000 Mann auf jeder Seite angeregt. Diese Zahl habe einige Ueberraschung bei denen ausgelöst, die die frühere Erklärung Maiskis gehört hätten, daß auf der Sowjetseite nicht mehr als 14 000 Ausländer kämpften, auf Francos Seite hingegen Hunderttausende von Ausländern. Andere Mächte würden wahrscheinlich mit einer anfänglichen Zurückziehung von etwa 10000 Mann zufrieden fein. Im Römersaal bei Kroll fand die Eröffnung der Propagandaaktion für die HJ.-Heimbeschaffung 1938 statt. Im Auftrage des verhinderten Reichsinnenministers Dr. Frick erklärte Ministerialdirektor Dr. Suren, es sei für Partei, Staat und Gemeinden eine Selbstverständlichkeit, die Errichtung der HJ.- Heime als der Stötten zur Pflege des Gemeinschaftsgeistes und der Kameradschaft nach Kräften zu fördern. Reichsminister Dr. Frick werde der Reichsregierung einen Gesetzentwurf vorlegen, der für das ganze Reichsgebiet einheitlich die Errichtung und Unterhaltung der HJ.-Heime grundsätzlich den Gemeinden zuweise. Ferner sollen auch die Landkreise in die Finanzierung der HJ.-Heimbauten eingeschaltet werden, da den HI.-Heimen vor allem in den kleineren Gemeinden auf dem Lande eine besondere Bedeutung zu komme. Der Jugendführer des Deutschen Reiches teilte mit, daß als das Ergebnis der Tätigkeit des Heimbeschaffungsausschusses der Reichsjugendführung des letzten Jahres heute 1400 Helme Im Bau und viele h un- derte lp der Planung begriffen seien. Der Ausschuß habe 850 Architekten mit den er- Wünchen, 2. Wär;. (DRB.) Zum dritten Wale schickt sich das junge Deutschland an, den „Tag der deutschen Kunst" zu begehen. 1933 legte der Führer den Grundstein für die neue Heimstätte des deutschen Kunstschaffens. Unvergeßliche Festtage umrahmten den Beginn einer neuen Kulturepoche. 1937 weihte Adolf Hitler das Haus der deutschen Kunst. Deutsche Künstler hielten ihren Einzug und legten Zeugnis von der wiedererwachten Kraft unseres Kunstschaffens ab. Was Jahrhunderte verschüttet war, offenbarte sich in dem wunderbaren Erleben unserer 20l)üjährigen Kultur. Wünchen, die Stadt der deutschen Kunst, wird nun alle Jahre Stätte schönster Offenbarung sein, unsere Künstler werden ihrem Fest das Gesicht der neuerweckten Kunst geben. Edelste Kunstgesinnung, erhabenstes Können und der unbeirrbare Glaube an die nationalsozialistische Weltanschauung werden ihre Kraftquellen fein. Mit der Durchführung des „Tages der deutschen Kunst 1938" (8. bis 10. Juli) ist wieder der Gauleiter des Traditionsgaues München-Oberbayern, Staatsminister Adolf Wagner, beauftragt. Im Einvernehmen mit dem Reichsminister für Dolks- aufHüning und Propaganda ist bereits eine Reihe deutscher Künstler mit der Gestaltung dieses Tages beschäftigt. Am Sonntag, 10. Juli, wird eine neue Großschau deutscher Kunst, die diesmal wieder den zeitgenössischen Malern, der Graphik und Plastik gewidmet ist, eröffnet. An alle innerhalb und außerhalb der Reichsgrenzen schaffenden deutschen Maler, Bildhauer und Graphiker, die die klare und eindeutige Zielsetzung des Führers erkannt haben, ergeht der Ruf, sich aufs neue zu rüsten. Alle Unterlagen können die Künstler ab 6. März von der Ausstellungsleitung im Haus der deutschen Kunst, München, Prinzregentenstraße 1, gegen eine Unkostengebühr von 50 Pf. beziehen. Kreislaufforschertagung in Bad-Rauheim. Die Deutsche Gesellschaft für Kreislaufforschung veranstaltet am 26. und 27. März im Kerckhoff.Jnstitut zu D ad -N auh e i m ihre Jahrestagung Auf dieser für sämtliche Zwe:ge der Medizin wichtigen Tagung wird zwei Tage lang über den Kreislaufkollaps verhandelt. Namhafte Forscher und Aerzte des In- und Auslandes werden zu Worte kommen. Weltfinanz und Politik. In einem Neuyorker Krankenhaus ist vor einigen Tagen ein Mann gestorben, der fünf Jahre lang in Der deutschen Politik eine verhängnisvolle Rolle gespielt Hot, der TeUhaber der Morgan-Bank, Parker Gilbert. Als dieser Mann im Herbst 1924 zum Generalagent für öie Reparationszahlungen ernannt wurde, konnte er auf eine mehrjährige Tätigkeit im Schatzamt der Vereinigten Staaten zurückbllcken. Der Mann bedeutete ein System. Fünf Jahre lang hatte die Politik der Erpressungen und der Gewalttaten geaen Deutschland ihre Orgien gefeiert Weitere Teile des . Reiches, zunächst die Ruhrhäfen und dann das gesamte Ruhrgebiet waren besetzt worden. Die deutsche Währung war auf einen kleinen Bruchteil ihres ursprünglichen Standes entwertet und die neuge« fdjaffene Rentenmarkwährung konnte nur dann von Bestand sein, wenn neue Gewalttaten von außen aufhörten. Gegen den Unverstand der Politiker wurde „die ruhige, nüchterne Sachlichkeit der Wirtschaftler^ auf den Plan gerufen. Zwar hatten die Vereinigten Staaten von Amerika den Versailler Vertrag nicht unterzeichnet; wohl aber hatte die Regierung in Washington zuge- stimmt, daß ein amerikanischer Bürger, der General Dawes, den Vorsitz in jenem Ausschuß übernahm, dem die Neuordnung der deutschen Reparationsverpflichtungen übertragen wurde. Es erschien folgerichtig, daß auch ein Amerikaner, und zwar ein amerikanischer Finanzmann, mit der Durchführung des Reparationsplanes betraut wurde. Eine schwächliche deutsche Regierung und eine nachgiebige deutsche Volksvertretung hatten den Re- parattonsplan gebilligt, von dem alle Einsichttgen überzeugt waren, daß er sich innerhalb weniger Jahre als undurchführbar erweisen werde. Parker Gilbert war der Mann, der den Anschein erwecken sollte, als ob es möglich fei, zwei Generationen hindurch wachsende Reparattonsraten aus dem verarmten deutschen Volk herauszupressen. Als Parker Gilbert im Jahre 1930 seinen Posten niederlegte, well ein neuer Reparattonsplan, der Poung - Plan-, in Kraft treten sollte, war der Nimbus, den die internationalen Wirtschaftsführer und die Weltfinanz als Krisenärzte gehabt hatten, völlig verblaßt. Die führenden Staatsmänner der Verbandmächte haben sich nicht von ihren Haßvorstellungen der Kriegszeit freimachen können und verfolgten ähnliche Methoden, wie sie im Krieg angewandt worden waren. Aber auch die Weltfinanz konnte nicht aus ihrer Haut heraus. Sie ist auch in den fünf Jahren, in denen einer ihrer Vertreter die Schuldeneintreibung in Deutschland besorgen sollte, ihrem Grundsatz treu geblieben, aus allem, was es gibt, Profit herauszuschlagen, aus dem Aufstieg sowohl wie aus dem Abstieg der Völker. Man hatte geglaubt, daß Parker Gilbert die genaue Kalkulation, die Gewisfenhastigkeit und Die Voraussicht eines tüchtigen Bankiers in fein Amt einbringen werde. Statt dessen hat er in das verarmte Deutschland ungeheure Milliardenbeträge von Kredit hineingepumpt und es ruhig mit angesehen, daß ein großer Teil der Deoisenbeträge nicht für den Aufbau und die Stärkung der deutschen Zahlungsfähigkeit, sondern für die Durchführung der Reparationszahlungen in fremder Währung benutzt wurde. Die deutsche Wirtschaft und zahlreiche öffentliche Organe, insbesondere Gemeinden, verschal- beten sich gegenüber dem Ausland in fremder Währung und verschlossen die Augen vor der immer dringender aufsteigenden Gefahr, daß ihnen die Rückzahlung dieser Beträge unmöglich werden würde. Parker Gilbert hat seine fünfjährige Amtsführung als Generalagent dazu benutzt, um zu der ersten Reparattonsanleihe, der Dawes-Anleihe von 1924, eine zweite Reparattonsanleihe, die Young-Anleihe von 1930, vorzubereiten, deren Unterbringung im Sparerpublikum ein großes Geschäft der Weltfinanz werden sollte. Die Schnelligkeit, mit der sich die amerikanischen Banken bemühten, die deutschen Schuldverschreibungen an das kleine Sparerpublikum weiter zu geben, beweist, wie wenig diese Bankführer von der Güte dieser Schuldpapiere überzeugt waren, und wie skrupellos sie das von ihnen eingegangene Risiko auf andere abzuwälzen bereit waren. Der Nationalsozialismus hat den Reparationsverpflichtungen, die dem im Weltkrieg unterlegenen Reich ohne Rücksicht auf feine Leistungsfähigkeit auferlegt waren, von Anfang an in kompromiß- loser Gegnerschaft gegenübergestanden. Die Zeit der Amtsführung Parker Gilberts war reich an erniedrigenden Situationen für Reichsregierung und Volk. Unter dem Vorgeben, die Reparationsrechte der Derbandmächte zu schützen, richtete Parker Gilbert in seinen Halbjahresberichten scharfe Krittk nicht nur gegen einzelne Finanzmaßnahmen der deutschen Regierung, sondern gegen die Einrichtung der Steuerüberweisungen überhaupt. Er verdächtigte diese in der Verfassung festgelegten und durch den Reichsaufbau bedingten Ueberroeifungen aus der Einkommen-, Körperschafts- und Umsatzsteuer als entbehrliche „Geschenke" des Reichsfiskus an andere öffentliche Organe. Es.wird für alle Zeiten einer der dunkelsten Punkte in der deutschen Geschichte bleiben, daß wir uns länger als ein halbes Jahrzehnt die Diktatur eines Vertreters der internationalen Finanz gefallen lassen mußten. Das Experiment, die Wirtschaft zur Leiterin der Politik zu machen, einem internationalen Bankier die Neuordnung der Welt anaunertrauen und damit auf die Bahn eines gefunden Aufstiegs zurück- augelangen, ist v'öllig f e h l g e s ch l a g e n. Der deutsche Nattonalsozialismus hat die Befugnisse in Staat und Volk wieder zurechtgerückt. Nicht einmal die Wirtschaft und die Finanz des eigenen Landes sind befähigt und berufen, eine führende Rolle in der Polittk zu spielen. Der Vertreter einer internationalen Finanzgruppe als politischer Reformer ist nichts anderes als die Berufung des Bocks zum Gärtner. Immerhin haben die Jahre 1925 bis 1930 das eine Gute gehabt, daß sich fein vernünftiger und anständiger Mensch mehr etwas von der Berufung internationaler Finanzgrößen zu Weltverbesserern versprechen kann. Cr. Reicksaussckuh für dasgemeinnühiaeWobuungswesen. Berlin, 2. Mörz. (DNB.) Zu Mitgliedern des bei dem Reichsarbeitsmini st erium gebildeten Reichsausschusses für das gemeinnützige Wohnungspiesen hat der Reichsarbeitsminister berufen: Staatssekretär Däuser in München (Vorsitzender). Verbandsführer W a ll n e r, Derbantis- führer des Verbandes Bayer. Wohnungsunternehmen und Geschäftsführer der Bayerischen Heimstätte GmbH. München, Geschäftsführer der Ostpreußifchen Heimstätte Riepe in Königsberg i. Pr., Stadtrat a. D. Pfeil in Berlin, Professor Knipping in Darmstadt, Geschäftsführer einer Baugenossenschaft Ritterbufch in Harburg-Wilhelmsburg, Ge« Das Modell der Deutschen Blmakademie. Am 4. März wird Reichsminister Dr. Goebbels in Babelsberg bei Berlin den Grundstein für die Deutsche.Filmakademie legen. Unser Bild zeigt das Modell. Der Entwurf stammt von dem Architekten Otto K o h tz. — (Scherl-Bilderdienst-M.) WW Des Führers Besuch in Rom. Der Quirinal In Rom, die Residenz des Königs, in der auch der Führer bei feinem Besuch Wohnung nehmen wird. — (Scherl-Bilderdienst-M.) £ schäftssührer einer Baugenossenschaft D i ttrich in Schweidnitz, Stadtrat Harbers in München. Das Studium der Pharmazie. Berlin, 2. März. (DNB.) Die neue Prüfungsordnung für Apotheker hat eine Reihe neuer Ausbildungsfächer vorgeschrieben. Die Vertiefung der Ausbildung hat eine Erweiterung der Studienzeit für das Pharmazie- Studium von vier auf sechs Halbjahre zur ffölge. Da die Verhältnisse an den pharmazeutischen 3nftituten der Universitäten und Hochschulen augenblicklich zum Teil so sind, daß sie den gesteigerten Anforderungen des pharmazeutischen Studiums auf der Grundlage der neuen Prüfungsordnung nicht gewachsen sinv, machte es sich notwendig, vorhandene pharmazeutische Universitätsinstitute auszubauen und die zur Zeit anderen Jnsti- tuten lediglich angegliederten pharmazeutischen Abteilungen zu selbständigen Instituten au erheben. Die erforderliche Konzentration Der vorhandenen Mittel läßt die Schließung einiger Institute nicht umgehen. Der Reichserziehungsminister hat daher angeordnet, daß vom 1. April 1938 ab die pharmazeutischen Institute bzw. Abteilungen an den folgenden Universitäten und Hochschulen, soweit erforDer« lich, auszubauen und zu verselbständigen sind: Universität Berlin, Breslau, Frankfurt, Kiel, Königsberg, Marburg, Münster, Erlangen, München, Freiburg, Tübingen, Leipzig, Jena, Technische Hochschule Braunschweig. In Fortfall kommen daher am 1. Oktober 1938 die pharmazeutischen Institute bzw. Abteilungen: an den Universitäten Bonn, (Böttingen, Greifswald, Halle, Würzburg, Heidelberg, an der Universität Gießen und der Technischen Hochschule Darmstadt, an den Universitäten Rostock und Hamburg. Das pharmazeutische Studium ist also vom 1. Oktober 1938 ab nur noch an den oben aufgeführten Hochschulen möglich, an denen ein pharmazeutisches Institut bestehen bleibt. Pfarrer Niemöller zu sieben Monaten Festungshaft verurteilt. Berlin, 2. März. (DNB.) Am 7. Februar be- gann vor dem Berliner Sondergericht ein Prozeß gegen den Pfarrer Martin Niemöller aus Berlin- Dahlem wegen Gefährdung des öffentlichen Friedens, Kanzelmißbrauchs und Anreiz und Aufforderung zu Zuwiderhandlungen gegen Anordnungen der Reichsregierung. Der Angeklagte wurde am 2. März wegen fortgesetzten Vergehens gegen § 31a Absatz 1 StGB, z u sieben Monaten Fe- st u n g s h a f t und wegen eines Vergehens gegen § 4 der Verordnung vorn 28. Februar 1933 zu einer Geldstrafe von 500 Mark sowie wegen eines weiteren gleichen Vergehens, teilweise in Tateinheit mit Vergehen gegen § 130a Absatz 2 StGB, zu einer Geldstrafe von 1500 Mark, im Nichtbei- treibungsfaüe zu einer Gefängnisstrafe von drei Monaten, verurteilt. Oer Altherrenbund der deutschen Studenten. M ü n d) e n , 2. März. (DPB) Die NSK. meldet: Die Einigung des gesamten Altherrentums im Altherrenbund der deutschen Studenten (NS.-Studentenkampfhilfe) hat in der letzten Zeit erfreuliche Fortschritte gemacht. Im ganzen Reich Haden, sich die Altherrenvereinigunaen mit we- ntgen Ausnahmen zu neuen Altherrenschasten zu- sammengeschlossen Um nun die Neubildung von Altherrenschasten einem Abschluß zu bringen, hat der Reichsstudentenführer Dr. Scheel folgende Bekanntgabe veröffentlicht: „Nachdem durch den Erlaß des Stellvertreters des Führers vom 14. Mai 1937, durch Aufrufe der Gliederungen und der Berufsverbände, durch Kundgebungen und Ausführungen in der Presse die Oeffentlichkeit über die Ziele des Altherrenbundes der deutschen Studenten eingehend unterrichtet Gesunde Kinder mit gutem Appetit und frischem Aussehen find der Stolz der Mutter. Bei Müdigkeit und Schwäche geben Sie Ihrem Kinde zur Stärkung und zur Förderung von Wachstum und Entwicklung das blutbildende Kräftigungsmittel 23 i o f e r r I n, welches in jeder Apotheke zu haben ist. (BAYER) k e y \r/ wurde, bestimme ich: Altherrenvereinigungen ehemaliger Korporationen, die bis zum 15. Mai d. I. über ihre Bereitwilligkeit zur Mitarbeit im Rahmen einer Altherrenschaft des Altherrenbundes der deutschen Studenten keine bindende schriftliche Erklärung an den zuständigen Gaustudentenführer abgegeben haben, werden nach diesem Zeitpunkt zur Mitarbeit im Altherrenbund der deutschen Studenten nicht mehr herangezogen werden. Verhandlungen mit diesen Altherrenvereinigungen finden ab 15. Mai nicht mehr statt." Der Tarnowitzer Wanderdnnd-prozefi DasApPellationsgericht bestätigt die harten Strafen der ersten Instanz. K a 11 o m i tj, 2. März. (DNB.) Vor dem Apella- tionsgericht in Kattowitz kam der Tarnowitzer Wanderbundprozeß zur Verhandlung, in dem 41 jugendliche Deutsche aus Kattowitz, Tarnowitz und Umgegend wegen angeblicher Geheim- bündelet angeklagt waren. Die Angeklagten waren Mitglieder inzwischen verbotener deutscher Jugendoereine. Der Staatsanwalt erblickte das Dorliegen der „Geheimbündelei" darin, daß die Vereine untereinander organisatorische Verbindungen sowie Untergliederungen^ gehabt hätten, die vor den Behörden geheimgehalten worden seien. Ebenso sei politische Erziehungsarbeit gleichfalls im Geheimen geleistet worden. Das Tarnowitzer Burggericht hatte die beiden Hauptangeklagten Horn und Freier zu je zweieinhalb Jahren Gefängnis verurteilt. 25 Angeklagte erhielten geringere Gefängnisstrafen, während sieben Angeklagte zur Unterbringung in einer Erziehungsanstalt verurteilt wurden. Keinem wurde eine Bewährungsfrist zugebilligt, obwohl alle noch unbestraft sind und in jugendlichem Alter stehen. Das Kattowitzer Appellationsgericht hat nun die in erster Instanz ergangenen Urteile in oollem Um. fange betätigt, da sich die Angeklagten eines schweren Verbrechens schuldig gemacht hätten und dementsprechend hart bestraft werden müßten. Mit Rücksicht darauf, daß ein Teil der An- geklagten außer Landes gegangen sei, habe das Ge- richt keinerlei Anhaltspunkte für die Bewilligung einer Bewährungsfrist gefunden. Ge en dieses strenge Urteil wird Revision eingelegt werden. Italien trauert um d'Annunzio Gabriele d'Annunzio. — (Scherl-M.) Mailand, 2. März. (DNB.) Mussolini traf in Begleitung der Minister Graf Ciany, Starace, Alfieri und Benni in dem 23ib tonale in Gardone ein, wo d'Annunzio in einem mit den ruhmreichen Zeichen seiner kriegerischen Taten ausgeschmückten Raum aufgebahrt liegt. Mussolini verweilte eine Zeitlang an der Bahre des Dichters. Ganz Italien steht im Zeichen des Todes von d'Annunzio, den der Akademische Rat der Königlich Italienischen Akademie in einer Botschaft als den „Seher der imperialen Größe-^Jta- liens" und als „einen Meister der revolutionären Tat auf allen Gebieten" verherrlicht. Die Sitzung der Kammer wurde vom Präsidenten Graf C i a n o zum Zeichen der nationalen Trauer vertagt. In Rom tragen die öffentlichen Gebäude und viele Privathäuser die Fahnen agf Hcklbmast. Die italienische Presse verherrlicht den verstorbenen Dichter als Wegbereiter des Faschismus. D'Annunzio habe als erster Dichter dem Volk wieder den Traum seiner Berufung zu neuer nationaler Größe erweckt und damit seine alten Tugenden wachgerufen, damit es wieder zu dem Ruhm des antiken Rom emporsteige. Für d'Annunzio wurde ein Staatsbegräbnis angeordnet. An ihm wird der König von Italien und Kaiser von Aethioffien durch den Herzog von Bergamo vertreten sein. * Der Führer und Reichskanzler hat anläßlich des Todes Gabriele d'Annunzios dem italieni- Id)en Regierungschef Mussolini telegraphisch sein Beileid ausgesprochen. Der deutsche Friede. Staatsrat Dr. Zury im österreichischen Rundfunk. Wien,' 3. März. (DNB.) Der stellvertretende Bundesleiter des Volkspolitischen Referats im Amt des Frontführers, Staatsrat Dr. Hugo Jury, sprach im österreichischen Rundfunk. Er führte aus: Wenn ich heute als Nationalsozialist über die Sentier Oestereichs spreche, so geschieht dies im Sinne des ti e u t f ch e n F r ie d e n s vonBerchtes- gatien. Uns österreichischen Nationalsozialisten steht nun die volle Mitarbeit in Oesterreich frei. Wir werden in allen verfassungsmäßigen Einrichtungen Gelegenheit zu friedlicher Aufbauarbeit finden im Bewußtsein der vom Bundeskanzler und Frontführer verkündeten deutschen Sendung unserer Heimat und des gesamtdeutschen Weges unseres felbftäntiigen Vaterlandes bekennen wir uns feierlich zu einem deutschen Oesterreich, das feine deutsche Sendung als Ostmark des deutschen Gesamtvolkes erfüllt; zu einem christlichen Oesterreich, das nicht im alten Sinne parteigebunden oder einer Konfession ausschließlich verpflichtet ist, sondern zu einem Ehn- ftentum der Tat, Gesinnung und Haltung verpflichtet, zu einem ständisch' gegliederten unter autoritärer Führung stehenden Oesterreich. Entscheidend ist zähe und nimmermüde Arbeit, die Disziplin, die Haltung und der Einsatz im grauen Kamps der Alltagsarbeit. Anstelle geheimer Zusammenkünfte trete nun das volle offene mannhafte Bekenntnis zu unserer Idee und das politische Wirken im Rahmen des verfassungsmäßigen staatlichen Willensträgers, der Vaterländischen Front. Minister Seytz-Jnquart in Graz. Wien, 2. März. (DNB.) Buntiesminister für Inneres und SicherheitswefeN, Dr. Seyß-Jn- q u a r t, weilte in Graz. In einem Kommunique heißt es: In Besprechungen mit Vertretern des Volkspolitifchen Referates und führenden Mitgliedern der nationalsozialistischen Bewegung wurde der Weg für die nächste Zukunft klar, eindeutig und zufriedenstellend festgesetzt. Besonders wurde das Gebiet des freien weltanschaulichen B e - kenntnisses besprochen. Es wurde festgesetzt, daß das Tragen von Hakenkreuzabzeichen und der Gruß „Heil Hitler^ im privaten Leben jedem einzelnen freigegeben ist. Neichsamtsleiter Dr Adolf Staflnerf Berlin, 2. März. (DNB.) Nach kurzer Krankheit ist der Reichsamtsleiter der NSDAP, und Leiter des Schulungsamtes der DA F., Pg. Dr. Adolf Wagner, im Alter von 45 Jahren gestorben. Reichsorganisationsleiter Dr. Lcy würdigt ihn als einen Mitarbeiter, „der mit glühendem Herzen unserem Führer und unserem Volk gehörte und die ihm übertragenen Aufgaben mit kämpferischer Entschlossenheit tiurchtührte". Als Sohn eines alten Bauerngeschlechtes wurde Reichsamtsleiter Dr. Wagner 1892 in Wiesbaden geboren. Das Studium erkämpfte er sich als Werkstudent. Am Weltkrieg nahm er als Kriegsfreiwilliger teil. 1931 wurde er Gausachbearbeiter für Handwerk und Handel i in Gau H e stfe n - N a s s a u, 1932 Gauredner und Schulungsleiter der Gaue Hessen-Nassau und Kurhessen. Dom Dezember 1932 bis Februar 1934 war er Kreisamtsleiter in Marburg a. ti. Lahn. Hier promovierte er zum Dr. phil. Im März 1934 wird ihm die Leitung der Schulungsburg Wannfee übertragen und im September 1934 die Haupt st eile Schulung im Hauvtamt Handwerk und Handel. Das Reichsschulungs- a m t der DAF. leitete er feit Mai 1936. Nebenamtlich war er Dozent an der Universität und später auch an der Wirtschaftshochschule in Berlin. Seine Ernennung zum Amtsleiter der NSDAP, crfolgtq 193Z Hermann M mein sner Ps-rd,f knallte Aechze" Der einem ■ mals r zioilchel vergaie waren Benzin! einem geMM zeugen. Heute herrlich die che-k mit schc ölig oerl inußte r vor auü Heute pionier I und Tär er mad)f Kam ihm die fort an SiM Man Mßte die An^ Pannei lag sch> Getrieb Er rut| Die Pferde! tausend Die zu sein Seud Ehausf« in der Die schauer, Fahrer Cowe übersehe orten stk Pferd, d Kamel regional oller Hi ^ogdgen !od) nid bas Ps, «er, Ei und Fc In ( ?QS m rannte, höherem Steren Geltung *5: M bie1 bedeutet viel Sp"lt«i allen j starke. s hat ? toai ?wand &•* O'enen, Derlei Ä anbe^ QlIS ir’n "ach V Kleine politische Nachrichten. In der Reichstheaterkammer fand unter Vorsitz des Präsidenten der Bayerischen Versicherungskammer, Staatsrat Dr. K oll mann, eine Sitzung des Verwaltungsrates der „V e r s o r g u n g s a n st a l t d e r DeutschenBühnen" statt. Der Verwaltungsrat, aus Vertretern der theaterbetreibenden Länder, Städte und der Bühnenkünstler bestehend, verabschiedete die neue Satzung für die Altersversorgung der Bühnenschaffenden, die die Grundlage für die Durchführung der Tarifordnung über Einführung der Pflichtversicherung und der Anordnung über die Altersoerforgungsabgabe sein soll- Der bisherige Chef des österreichischen Generalstabs Feldmarschall-Leutnant Jansa, ist in den R u h e st a n d getreten. Mit seinem Aufgabenkreis wurde Generalmajor Böhme betraut. Der frühere Präsident der Vereinigten Staaten, Hoover, der von der Technischen Hochschule i n Wien zum Ehrendoktor ernannt werden wird, stattete in Wien dem Bundespräsidenten Miklas, dem Bundeskanzler Dr. Schuschnigg, dem Außenminister Dr. Schmidt und dem Unterrichtsminister Dr. Pernter Besuche ab. * D e Valeraund die an den englisch-irischen Besprechungen beteiligten irischen Minister haben sich zur Beendigung der Besprechungen nach London begeben. In Dublin verlautet, daß die irische Einigungsfrage nicht mehr berührt werde. Man werde sich auf den Abschluß eines Handelsabkommens beschränken. „Deutsches Wohnen 4938." Eine Ausstellung des Tischler-Handwerkes in Leipzig. In Leipzig wurde die Schau „Deutsches Wohnen 1938" eköffnet. Mit ihr tritt das deutsche Tischlerhandwerk an die Oesfentlichkeit, um in der Wohnkultur aufklärend und erzieherisch zu wirken und durch das Herausstellen des Schönen und Guten zu erreichen, daß der Kitsch im Heim einmal der Vergangenheit angehören wird. Reichsinnungsmeister Ka'iser erklärte: Die Wohnung müsse die Lebensauffassung des Menschen widerspiegeln, sie müsse also wahrhaft das Heim der deutschen Fa- mili'e als der kleinsten Zelle der Volksgemeinschaft darstellen. Der einheitliche Wille in der Baukultur wirke sich auf dem Gebiet der allgemeinen Wohnkultur noch nicht in gleichem Maße aus; es seien erst Anfänge vorhanden, die auszugestalten das Handwerk sich zmn Ziel gesetzt habe. Richt denkbar sei die Neugestaltung der Wohnkultur ohne ein leistungsfähiges und leistungswilliges Tischlerhandwerk. Ministerialrat P o e v e r l e i n (München) sprach 1)0m Sinn und Wert der schöpferischen handwerklichen Arbeit. Richt ein verlogener Reichtum und Wohlstand vortäuschende Pracht, sondern eine gediegene, die stoffliche Eigenart berücksichtigende, von der deutschen Seele ersonnene und von der werkenden Hand geformte Schöpfikig könne unser Heim wirklich schmücken. — Die Schau zeigt 22 Zimmer und viele Einzelstücke. Jedes Möbelstück entspricht den Vorschriften des Gütezeichens des Tischlerhandwerks. Die Ausstellung -zeigt, daß man auf dem richtigen Wege zu einem neuen deutschen Möbelstil ist, der sich würdig an die vollendeten Formen vergangener Zeiten anschließt. Kunst und Wissenschaft. Errichtung einer Kopernikus-Iugendburg. Auf einer Zusammenkunft, zu der die Deutsche Gesellschaft für die Geschichte der Medizin, Naturwissenschaften und Technik, und der Reichsverband für deutsche Jugendherbergen eingeladen hatten, ist von Männern der deutschen Wissenschaft ein „Kuratorium zur Errichtung einer Kopernikus- Jugendburg" gegründet worden. Das Kuratorium hat sich zum Ziel gesetzt, die Mittel für eine Jugendburg zu beschaffen, die zum Gedenken an den großen deutschen Naturforscher auf dem Steinberg südlich des oberschlesischen Dorfes Köpperning errichtet werden soll, wo die Vorfahren des Koper- nikus beheimatet waren. Präsident des Kuratoriums ist der Nationalpreisträger Geh. Rat Prof. Dr. August Bier. Deutsch-österreichischer Kulturaustausch. Demnächst wird in Durchführung des zwischen Deutschland und Oesterreich abgeschlossenen Kulturabkommens in Linz eine Aufführung der „K a m e l i e n d a m e" durch das Bayerische Staatstheater stattsinden. Die Titelrolle wird Käthe Dorsch vom Preußischen Staatstheater in Berlin spielen. Auch eine Aufführung der „Meistersinger" durch das Bayerische Staatstheater ist in Linz geplant. Während dieses Gastspiels wird das Linzer Landestheater in Passau den „Zigeuner, b a r o n" geben. Aus aller Wett. Die neue Frankfurter Luftschiff-Halle im Rohbau fertig. Nach knapp fünfmonatiger Bauzeit ist die neue Luftschiff-Halle auf dem Zeppelin-Weltflughafen „Rhein-Main" in diesen Tagen im Rohbau fertiggestellt worden. Die neue Halle ist 300 Meter lang, 60 Meter hoch und 52 Meter breit; sie ist 25 Meter länger als die alte Halle, die jetzt den „Graf Zeppelin" beherbergt. In dem Mauerwerk sind die 18 Meter hohen und drei Meter breiten Fenster ausgespart, so daß man bereits einen guten Eindruck erhält, wie das Halleninnere aussehen wird. Tag für Tag wächst die Ziegelstein-Umkleidung des mächtigen Hallenraumes, und es wird nicht mehr lange.dauern, bis das neue Haus des Luftschiffs fertig beziehbar ist. Schon sind die Bahnen, in denen die Heckwagen laufen werden, gemauert, auch die Zementbahn für den fahrbaren Ankermast ist schon ausgehoben. Die Arbeiten werden überall in beschleunigtem Tempo vonangetrie- ben. Deutsche Rettungstat. Dem Rettungsboot der Station Schwarzort (Kurische Nehrung) der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger gelang es, sechs Mann der Besatzung des in der Nähe von Schwarzort gestrandeten litauischen Dampfers „Neringa" bei stürmischem Nordwest zu bergen. Acht Mann der Besatzung des Dampfers konnten mit dem Schiffsboot die Küste erreichen. Drei Mann ertranken. Dampfer „Neringa" hatte in Bremen Kali geladen und war auf der Reise nach Memel. Aus dem Zuge gefallen und tödlich verletzt. Eine Frau aus Eckelsheim wollte mit dem Zug von Wendelsheim nach Mainz fahren. Beim Umsteigen in Armsheim fiel sie durch einen Fehltritt so unglücklich aus dem Zug, daß sie eine Gehirnerschütterung, Rippenbrüche und innere Verletzungen davontrug. Bewußtlos wurde sie in einKreuz- nacher Krankenhaus gebracht, wo sie bald nach der Einlieferung st a r b. Verhängnisvolles Spiel mit Streichhölzern. In einem zu dem Rittergut Alsfeld an der Leine gehörigen Wohnhaus spielten in Abwesenheit der Eltern die Kinder im Schlafzimmer mit Streichhölzern. Dabei fingen die Betten Feuer. Während die beiden jüngsten Kinder noch im Schlafe lagen, konnten die älteren Geschwister hinauslaufen. Als die Feuerwehr eintraf, fand sie ein 2'/2jähriges Mädchen t o t auf. Das 1'/,>jährtge Schwesterchen st a r b im Krankenhaus an den Folgen einer Rauchvergiftung. Unfall des SimptoN'Expreß bei Agram. Der Simplon-Expreß ist einige Stationen hinter Agram auf den Nachtschnellzug Laibach—Agram— Belgrad a u s g e fahren. Personen kamen dabei nicht ums Leben. Durch den Zusammenstoß wurden die beiden letzten Personen- und der Postwagen des Schnellzuges aus den Geleisen gehoben. Zahlreiche Personen wurden durch herabstürzende Gepäckstücke und zersprungene Fensterscheiben leicht verletzt. Amerikanisches Verkehrsflugzeug überfällig. Ein ' Verkehrsflugzeug der Transcontinental Western Air Lines, das mit neun Personen an. Bord von San Franzisko nach Los Angeles unterwegs war und wegen schlechten Wetters umkehren mußte, ist überfällig. Die Befürchtung wächst, daß das Flugzeug abgestürzt ift. Von San Franzisko und Los Angeles wurden Flugzeuge auf die Suche geschickt. Große Überschwemmungen in Sübfalifo'mien. . Wolkenbrüche, die über weite Teile von Südkalifornien niedergegangen sind, haben große Ueberschwemmungen angerichtet. In den überfluteten Gebieten sind Tausende von Einwohnern von der Außenwelt abgeschnitten;'viele haben ihre Wohnhäuser räumen müssen. Bisher wurden sieben Leichen geborgen. Die Zahl der Vermißtes ist erheblich. Der Sachschaden ist enorm. Groß- Teile von Los Angeles selbst sowie mehrere Kolo« nien in Hollywood sowie in Malibu-Beach wurden überflutet; Betriebsbehinderungen in den Filmateliers waren die Folge. Britische Polizei auf der Jagd nach zwei Deserteuren. Die englische Polizei war dieser Tage in eine aufsehenerregende Verbrechers agd verwickelt, die durch ganz Südengland bis nach London ging. Zwei Deserteure der englischen Armee hatten einen Flie« gerofsizier mit vorgehaltener Pistole gezwungen, sie in seinem Auto nach London zu fahren. Als Poli- beibeamte die Verfolgung aufnahmen und ganze Stadtteile von London durchsuchten, kam es zu einem regelrechten Feuergefecht, wobei zwei Polizeibeamte verletzt wurden. Schließlich konnten die beiden Deserteure überwältigt und verhaftet werden. Hierbei wurde ein dritter Polizist schwer verletzt. Insgesamt 4000 Pokizeibecvmte beteiligten sich an der Verfolgung. Wetterbericht Die vom Atlantik ausgehende und über Nordeuropa führende Wirbeltätigkeit hat äußerst lebhafte Formen angenommen und ist im Wesentlichen für die Wettergestaltung Deutschlands maßgebend. Während dabei in Nord- und Mitteldeutschland sehr unbeständiges Wetter mit Regenfällen herrscht und auch am Nordrand der Alpen starke Niederschläge fallen, liegt der Westen und Südwesten nur im äußersten Einflußbereich der Wirbel. Die Witterung verläuft daher auch bei uns wechselhaft, aber doch im allgemeinen trocken. Zunächst ist eine durchgreifende Verschlechterung noch nicht wahrscheinlich. Aussichten für Freitag: Veränderlich mit zeitweiser Aufheiterung und nur geringe Niederschlagsneigung, tagsüber wieder milder, lebhafte Winde um West. Lufttemperaturen am 2. März: mittags 6,6 Grab Celsius, abends 5,9 Grad; am 3. März: morgens 5,6 Grad. Maximum 7,8 Grad, Minimum heute nacht 5,3 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 2. März: abends 4,1 Grad; am 3. März: morgens 3,7 Grad. — Sonnenscheindauer 3,3 Stunden. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blum« schein. Verantwortlich für Politik und für die Bildert Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriotx für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt dec Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. I. 38: 11 000t Druck und Verlag: Brühlsche Universitätsdruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugs« preis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufs- preis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vom 1. September 1937 gültig. Montag, 7., und Dienstag, 8. März 1938, 20 Uhr Gastspiel des Frankfurter Schumann-Theaters in der Gießener Volkshalle 1371D |Stellenangebote| bungskosten berechnet werden. 1360A Eintrittspreise: 40 Pf., 60 Pf., 1— RM. und 1.20 RM. Vorverkauf NSG. Kraft durch Freude, Gießen, Seltersweg 60 5-6-3lmmer- Mnuiig mit Bad, Balkon und Heizung für l.Juli ob. früher gesucht. Schriftl. Angeb.unt.0930 an b. Gieß. Anz. Jucke z.l5.März ober später 4. Hausangestellte 2.Kraf1vorhanb. Lohn unb Antrittstermin nach Uebereinkunft. Habrich Engel-Apotheke Gießen, osea tieschattsdrucksachen Rechnungen Briefbiatter Briefumschläge Postkarten Geschäfts karten bei Brühl. Schulstr. 7 2Zimmer und Kücke von jung. Kauf- mann(2Person.) zum 1. Avril ober später gesucht. Schr.Angeb.unt. 1372D an ben Gieß. Anz. erbet. LZimmer und Stürbe von jung. Ehepaar (2 Person.) zum 1.April 1938 gesucht. Schriftliche Angeb. unt. 1373D an ben Gieß.Anz. erbet. Tücht., ehrlicher unbescholtener Arbeiter (Hilfskraft) für Außenarb. (evtl. Dauerstellung) sofort gesucht Rabfahren Be- bingung. Alter 22 bis 30 Jahre. Schriftl.Bewerb. mit nab. Angab. unter 136.1D an b. Gieß. Anzeig. Keine Zeugnisse in Urschrift lonbern nur Zeugnis, abichristen Dem Be- werbungSichreiden beilegen i — Lichtbilder unoBewerbungsunter. Vflen müssen zur Vermeidung von Verlusten aus der Vückseite Warnen und Anschrift Dee Bewerbers tragen I „JEadiendes Wien* Vom 15. März 1938 ab wird die Strom- und Gas- lieferung bei allen Abnehmern gesperrt, die die Strom- und Gasgelder für Monat Januar 1938 einschließlich kosten noch nicht entrichtet haben. Gießen, den 1. März 1938. Direktion der Städtischen Betriebe. Die Deutsche Arbeitsfront NSG. Kraft durch Freude Junger AM alsbald gesucht. Architekt Nicoiaus Gießen An d.Johannes- kirche 5. tmsD 2- 3-Zimm.- Wohnung gesucht. Schriftl. Angebote unter ■, 0941 an b. Gieß. ^Anzeiger erbet. 2 leere Zimmer in ber Blockstraße ober in ber Nähe von e. Ehepaar, welches tagsüber nicht in ber Wohnung ist, zum 1.4. ob. 1. 5. gesucht. Keine Kiichen- benutz. Schriftl. Angeb. unt. 0934 an o. Gieß. Anz. herrlichen Revue Zuverlässiger, fleißiger WslmWe im Alter von 18 bis 21 Jahren gesucht. 1374P SetnMSeliler Konbit. u. CafS. MihalMiii) f. einfache Buchhaltung sofort gesucht. Schriftl. Angebote unter 1375 D an ben Gieß. Anzeiger. Suche für sofort tüchtige Zimmermädchen Or.med.Weyl Liebigstr. 32. oeae Aell.,ruh.Elievaur (1 erwachs.Sohn) pünktl.Mietzahl, sucht 34Mohn. in ruhig. Hause. Schriftl. Angeb. unt. 0829 an ben Gießen. Anzeig. Tüchtig., ehrlich, im Haushalt erfahrenes 1377D Mädchen bei gutem Lohn unbBebanblung zum 1. Avril gesucht. Wo, sagt berGieb.Anzeig. ßr.4-Zimm.-Wohn. üeu hergerichtet, mit eiliger. Bad, sofort beziehbar, zu vermiet, oeas Haas Schubertstraße 2 | Mietgesuche | 3-l-Zimmerw. von ein. jungen Ehepaar z. 1. 4. ob. 1. 5. gesucht. Schriftl. Angeb. mit. 0935 an ben Gießen. Anzeig. Bekanntmachung. Die Strom- und Gasgelder im Stadt- und Ueber- landgebict sind nach den Lieferungsbedingungen grundsätzlich bei ber Ablesung' an ben Erheber zu zahlen. Geschieht dies nicht, dann können die Stromgelder noch innerhalb der nächsten 8 Tage und die Gasgelder noch innerhalb 10 Tagen ohne Kosten an die Kasse der Städtischen Betriebe Gießen, Gartenstraße 3, auf Postscheckkonto Frankfurt am Main Nr. 27707 oder auf die auf den Quittungskarten verzeichneten Bankkonten eingezahlt werden. Bei Ueber- schrciten der Zahlungstermine müssen die Beitrei- Begeistert Salz-Heringen NORDSEE- sind auch Sie von unseren deutschen Seltersweg 18 Ruf Nr. 2467 __________________________________________1366A Mit Pellkartoffeln ein delikates Essen Stück 9, 7 und 5 Pf. 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Pa uU-München Unkostenbeitrag jeweils 50 Pf. und ______________1369P | Kaufgesuche"] Bomnfliid zu kauf, gesucht. Schriftliche Angebote u.1370D an ben Gießener Anzeiger erbet. Gebr.Wageoplane (Zeltplane) ca. 4x5 Mtr. zu kaufen gesucht. Schriftliche An- gebote in. Größe unb Preis unter 1367 D an ben Gieß. Anzeiger. Nr.52 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheffen) Donnerstag, Z. März IYZ8 Aus -er Stadt Stehen. Pioniere. Man kauft sich ein Auto. Das erste ist immer ein Abenteuer. Aber was will diese kleine Erregung heißen gegen das, was die Auto-Pioniere einst bewegte? Ich unterhielt mich in diesen Tagen mit einem. Ein paar Kleinigkeiten aus seiner Erzählung. Die ersten Wagen wurden wie toll gerüttelt. Die Reifen trugen Bollgummi. Als aber die Pneumatiks aufkamen, war die Qual noch größer. Das Pferd beherrschte die Landstraße. Nägel lagen überall. Es knallte alle halbe Stunde. Flicken, Flicken unter Aechzen... Der Vergaser von heute ist aus Spritzguß mit einem Präzisionseingeweide. Der Vergaser von damals war ein zylindrischer Blechtopf mit Blechzwischenwänden. chatte ein sogenannter Oberflächenvergaser eine Zeitlang unbenutzt gestanden, so waren inzwischen die leicht flüchtigen Teile des Benzins teilweise vergast. Dann rührte man mit einem Stift, der stets bereit war, den Brennstoff gewaltsam durcheinander, um Gasluftgemisch zu erzeugen. cheute drückt man auf den Anlasser, sacht, schnell, herrlich saust der Wagen davon. Damals hob man die Heckhaube hoch, da lag offen das Schwungrad mit schönen Speichen, aber die Speichen waren ölig verdreckt, und in sie hineinzugreifen (das aber mußte man) war nicht nur nicht angenehm, es war auch gefährlich. Heute hat man eine schöne Hupe. Der Autopionier hatte eine Peitsche. Damit jagte er Gickel und Gänse und Hunde von der Gasse. Was wollte er machen? Kam ihm ein Fuhrwerk entgegen, dann befahl ihm die Polizeioorschrist, bei scheuenden Tieren sofort anzuhalten und die Pferde oder Kühe zu besänftigen und am Auto-Teuselswerk vorbeizuführen. Man wußte damals, daß man abfuhr. Weiter wußte man nichts. Weder wann man ankam, noch die Anzahl der Pannen. Halt, noch etwas: daß man Pannen hatte, wußte man ebenfalls bestimmt. Das lag schon an jenem Riemen, der vom Motor zum Getriebe führte und das ganze Ding in Gang hielt. Er rutschte mit teuflischer Sicherheit. Die Pferdekraft kostete tausend Mark. Zwanzig Pferdekräfte hatten die meisten Wagen. Zwanzigtausend Mark! Die Benzinrohre pflegten alle Stunde verstopft zu sein. Keuchend, schwitzend, stundenlang lagen die Chauffeure unter den Wagen — im weißen Staub, in der Nässe der Landstraßen. Die Wagen waren offen. Für Sonne, Regenschauer, Landregen — weshalb denn auch die Fahrer so phantastisch vermummt waren. * Die Autofahrer waren damals wirklich Pioniere. Denn ffe ließen nie nach. r. k. Dornotizen. Tageskalender für Donnerstag. Gloria-Palast (Seltersweg): „Der Tiger von Efchnapur". — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „Der Katzensteg". — Oberhessischer Kunstoerein: 17 bis 18 Uhr Ausstellung im Turmhaus am Brand. 3X$®. „Kraft durch Freude", Kreis Gießen. Theatervorstellung. Samstag, den 5. März 1938, Beginn 20 Uhr, KdF.- Miete Gruppe I (11. Vorstellung): 1359D „Der Troubadour- Oper in 4 Akten von Verdi. Karten zu 1,— RM. sind erhältlich in der Verkaufsstelle, Seltersweg 60. Arbeit am deutschen Boden! Aufruf des Neichsbauernführers Darre. NSG. Zur Werbung der Jugendlichen für die Landarbeit erläßt der Reichsbauernführer R. Walther Darr 6 nachstehenden Aufruf: Der Führer hat in seiner großen Rede vor dem Reichstag am 20. Februar 1938 eindeutig die Notwendigkeit herausgestellt, dafür zu sorgen, daß das flache Land, also die Landwirtschaft, nicht von Arbeitskräften entblößt wird. Wenn auch, wie der Führer sagte, das Abstoppen der Landflucht ein Programm darstellt, das nicht in wenigen Jahren verwirklicht werden könne, so hat doch die nationalsozialistische Regierung unverzüglich damit begonnen, diese Aufgabe anzufassen. Bereits am nächsten Tage wurde die Anordnung des Beauftragten für den Vierjahresplan, Generalfeldmarschall Göring, über die Einführung des weiblichen Pflichtjahres veröffentlicht. Das Landvolk möge dies als Zeichen dafür nehmen, wie aus klarer Erkenntnis über die Nöte der Landbevölkerung und mit letzter Energie von höchster Stelle des Reiches Öarangegange'n wird, d:e notwendige Entlastung im landwirtschaftlichen Arbeitseinsatz herbeizufüyren. Unter dem Leitwort „Pflüg mit, Kamerad!" hat der Reichsjugendführer HI. und BDM. zu einer großzügigen Werbung für die Rückführung Jugendlicher auf das Land angesetzt. Dieser Schritt des Reichsjugendführers wird dereinst einmal als Wendepunkt und Markstein in der Entwicklungsgeschichte des deutschen Volkes vermerkt werden. Dankbar erkennt das deutsche Landvolk an, daß es in seinem Ringen und Schaffen, dem deutschem Volk das tägliche Brot bereitzustellen, nicht alleingelassen wird, sondern der Führer und Reichskanzler, die Reichsregierung und die gesamte Nation bereit sind, ihm zu helfen. An euch, deutsche Bauern und Landwirte, ist es nun, durch Abschluß von Lehrverträgen den Jugendlichen aus den Städten, die den Willen zur Arbeit an der deutschen Scholle, zur Landarbeit haben, die Möglichkeit zu einer gründlichen, ordnungsgemäßen Ausbildung im landwirtschaftlichen Beruf zu geben. An euch, ihr Eltern auf dem Lande, wende ich mich: nehmt die jungen Menschen, die tu euch kommen, mit offenen Armen, aber auch in Dem Gefühl der großen Verantwortung auf, daß euch das Wertvollste, was Deutschland besitzt, deutsche Jugend, anvertraut wird. Zum Schluß noch ein ernstes Wort an dich, deutsche Landjugend. Du siehst, daß Jungen und Mädel aus der Stadt, deren Vorfahren vor Generationen das Land verließen und in die Stadt abwanderten, beute wieder den Weg zur Scholle zurückfinden. Willst du da dem Pflug der Väter untreu werden? Deine Ahnen kannten seit undenklichen Zeiten nur eines: Dienst am Hof, Arbeit an der Scholle! Dir erwächst daraus die sittliche Verpflichtung, in dem gewaltigen Ringen um Deutschlands Größe, Ehre und Freiheit dort deine Pflicht voll und ganz zu tun, wohin die Vorsehung dich gestellt hat: auf den deutschen Boden im deutschen Dorf! Deutsche Landjugend! Deutschland erwartet, daß ihr der deutschen Scholle die Treue haltet und im Ringen um Deutschlands Nahrungsfreiheit eure Pflicht tut! NSG. Die Einführung des weiblichen Pflichtjahres hat die Mädel der betroffenen Jahrgänge und mit ihnen die Eltern vor die große Frage gestellt: Wo und wie leiste ich mein Pflichtjahr am besten ab? Der Arbeitsdienst für die weibliche Jugend ist bereits ein so klarer und selbstverständlicher Begriff geworden, daß sich Erläuterungen und Hinweise erübrigen. Von den weiteren Möglichkeiten möchten wir heute eine^herausgreifen, die stärkste Beachtung Dertnent: den Landdienst des BDM. Er erfaßt Mädel vom 14. bis 25. Lebensjahr, die bis zu 20 Mädel in Lagergemein schäften in einem Dorf eingesetzt werden. Tagsüber arbeitet das Mädel in einem bäuerlichen Haushalt, in dem es auch verpflegt wird. Der Abend gehört dem Lager, das unter Leitung einer bewährten und besonders ausgebildeten BDM.-Führerin steht und in dem für Helle, freundliche Schlafgelegenheit, Gemein- fchaftsräume u. dgl. gesorgt ist. Stellt die Arbeit des Tages des jungen Menschen mitten hinein in die harten Forderungen des bäuerlichen Lebens, läßt sie ihn die Aufgaben der Bäuerin verstehen, den Kreislauf des Jahres erleben und sich ihm einfügen, so bringt ihm der Feierabend im Lager die Geborgenheit der Gemeinschaft. Hier werden alle Fragen und Schwierigkeiten des noch ungewöhnten Lebens besprochen und geklärt; hier hilft einer dem andern sich zurechtzufinden. Froh fein und tapfer sein, Verbindung haben zum Zeitgeschehen und den kulturellen Gütern der Nation, das ist der Geist, der das Leben im Lager bestimmt. Der tägliche Zeitungsbericht, der Lese- und Heimabend, Werkstunden und heitere Abende dienen diesem Ziel. Für ein Jahr verpflichtet sich das Mädel, seine Arbeitskraft dem Lande zur Verfügung zu stellen. Was dies — in großem Umfange durchgeführt — für die Landwirtschaft und besonders die überlastete Anmeldungen nur noch für 1. 3uli. DNB. Die Reichsleitung des Reichsarbeitsdienstes teilt mit: Auf Grund der Bekanntmachung, daß die Ableistung des weiblichen Arbeitsdienstes auf das Pflichtjahr angerechnet wird, find in diesen Tagen überaus zahlreiche Meldungen bei den Meldestellen der Bezirksleitungen eingelaufen. Da die vorhandenen Plätze zum 1. April bis auf wenige, für Führeranwärterinnen freigehaltene schon besetzt sind, mußten diese Meldungen zum l.Juli zurück- gestellt werden. Alle weiteren Meldungen sind daher nur noch zmn 1. Juli zu beantragen. Bäuerin bedeutet, wird sich bald und fruchtbar auswirken. Das Erziehungsideal des BDM. im Land- dienst aber ist noch höher gesteckt: in vielen jungen Menschen aus der Stadt sollen das Verständnis und die Liebe für das Land aufgehen, damit sich manches Mädel aus diesem Erleben heraus bereit- findet, draußen zu bleiben oder sich einem pflegerischen Beruf zuzuwenden. Das abgeleistete Landdienstjahr berechtigt zur Weiterbildung in allen hauswirtschaftlichen und pflegerischen Berufen (NS.-Schwester, Kindergärtid nachher N/VEA Dann wird man Ihren Händen die Tagesarbeit nicht ansehen. Mit Nivea-Creme gepflegte Haut wird widerstandsfähig u. geschmeidig. nerin, usw.). Das Mädel erhält außer der tariflichen Vergütung (zirka 16 bis 26 Mark je nach Alter und Leistung) auch Arbeitskleidung und Schuhe gestellt. Die Bewährung im Landdienst öffnet ihm die Führerinnenlaufbahn und sichert dem Mädel die Unterstützung des BDM. in späteren Berufsfragen. Der Obergau Hessen-Nassau hat im vergangenen Jahr erstmals zwei Landdienstlager durchgeführt: in Schlitz und in Hartershausen. Drei weitere Lager werden in den nächsten Wochen eröffnet: Bernsburg, Fraurombach und R i m« b a ch. Weitere fünf Lager in Rheinhessen sind in Vorbereitung. Anmeldungen sind zu richten an den BDM.-Obergau 13, Wiesbaden, Herbert-Norkus- Straße 39. __ Der Landdienst des VDM. gilt als pflichtiahr. NSB. Ortsgruppe Gießen-Mitte. Befr. Kohlenabrechnung am 4. März. Die Kohlenhändler werden ersucht, die Kohlenscheine der Serien E und S Freitag, 4. März, 20.30 Uhr, auf unserer Geschäftsstelle (Zigarrenhaus Moeser), Eingang Löwengasse, einzureichen. Beide Serien werden bei den Rechnungen unter E aufgeführt. Es wird hiermit darauf hingewiesen, daß die Rückseite der Kohlenscheine außer der Unterschrift des Händlers auch die Unterschrift des Empfängers, dessen Wohnung, Straße und Hausnummer und die genaue Bezeichnung der Kohlensorte tragen muß. Nach dem 4. März 1938 eingereichte Scheine sind wertlos. BOM.-Llnteroau 116. Dienstbefehl für den BDM.-Standort Grohen-Linden! Am Donnerstag, 3. März, finbet ein Standortappell statt, zu dem um 20.30 Uhr am Turnhallenplatz an getreten wird. 12 Kinderheime für die 7!SB. NSG. Für>die diesjährige Kinderheimverschickung der NSV. stehen 12 Heime zur Verfügung, die zum Teil außerhalb unseres Gaues liegen. Es sind dies die Heime: Steinmühle, Ingelheimer Wald, Bran- dau, Wildsachsen, Dinger Wald, Nieder-Seelbach, Rimdidim, Gießen, Schloß Waidburg, Wörthersee, Rügen (Göhren) und das Heim des Wiesbadener Ferienvereins, Heringsdorf, Ostsee. Wechsel in derLandeshauptabteilungin der Landesbauernschaft Hessen-Nassau. NSG. Ans Gründen eines bei der Landeshauptabteilung III der Landesbauernschaft Hessen-Nassau notwendig gewordenen Wechsels in der Leitung wurde der seicherige Landeshauptabteilungs- leiter III, Karl Moses (Michelbach), von feinem Amt als Landeshauptabteilungsleiter III und seinen sämtlichen weiteren Tätigkeiten im Reichsnährstand beurlaubt. Mit der vertretungsweisen Wahrnehmung der Geschäfte der Landeshauptabteilungsleitung III wurde bis auf weiteres der Bauer Weyrauch (Oder-Mossau), beauftragt. SA.-Sportabzeichen. Durch Erlaß des Führers vom 18. März 1937 ist das Leistunasbuch des SA.-Sportabzeichens zu einer Urkunde erhoben worden, die Aufschluß gibt über die körperliche Leistungsfähigkeit und charakterlich weltanschauliche Haltung des Inhabers • des (521.= Sportabzeichens. Träger der Ausbildung, Prüfung und Antragstellung sowie der Wiederholungsübungen sind die SA.-Stürme. Die Ausbildung erfolgt gemeinsam in SA.-Gemeinschaften, einerlei, ob der Volksgenosse der Partei, der SA. oder einem sonstigen Verband angehört ober nicht. Die SA.-Spörtabzeichengemeinschaft beim Marine- sturm 11/34 beginnt im März) spätestens im April, die Hebungen und führt sie in ununterbrochener Reihenfolge zu Ende. Volksgenossen, die an den Hebungen teilnehmen wollen, melden sich im Sturmgeschäftszimmer, Ludwigstraße 56 part., das Diene« Pferd und Motor. Don Or. Roderich von Lingern-Sternberg. Soweit wir die Kulturgeschichte der Menschheit übersehen können, haben dem Menschen vier Tierarten stets besonders nahegestanden: der Hund, das Pferd, das Kamel und das Renntier. Während dem Kamel und dem Renntier nur eine beschränkte regionale Bedeutung zukommt, ist bet Hund bei aller Hilfe, die er dem Menschen hauptsächlich als Jagdgenosse und Wächter bietet, kulturgeschichtlich doch nicht von sä großer Bedeutung geworden, wie das Pferd. Das Pferd und feine Abarten (Maultier, Esel) diente und dient vor allem als Träger und Fortbeweger des Menschen und seiner Habe. In einem Entwicklungsstadium des Menschen, das noch nicht die Domestikation des Pferdes kannte, waren unsere Jahnen in unvergleichlich höherem Maß erd- und ortsgebunden, wie in späteren Zeitläuften, als das Pferd feine volle Geltung im Leben unserer Vorfahren erlangt hatte. Ohne die Benutzung des Pferdes kann man sich die Durchführung der großen weltgeschichtlichen Kriegs- und Wanderzüge gar nicht vorstellen. Das bedeutet u. a., daß der Mensch in grauer Vorzeit in viel höherem Gtad an den Nahrungsmittel- Spielraum eines bestimmten Gebiets oebunden und allen Fährlichkeiten feiner Erschöpfung, infolge starker Bevölkerungsvermehrung ober nachteiliger klimatischer Vorgänge, preisgegeben war, wie zu einer Zeit, als bie Ortsveränderung mit Hilfe des Pferbes unvergleichlich leichter unb schneller vor sich gehen konnte. Die sogenannte Dölkerwanberung, die sich Ende des vierten.Jahrhunderts n. Ehr. aus Asien und Osteuropa in das Abendland vollzogen hat, wäre ohne das Pferd wohl niemals zuftande- gefommen, denn es handelte sich in bezug auf die Zuwandernden größtenteils um ausgesprochene Reite^völker, bie aus ben mittelasiatischen Steppen sich zu Pferbe fortbewegten, unb nur dank der Fähigkeit dieser Tiere nicht nur als Fortbeweger, sondern auch als Ernährer (Milch unb Fleisch) zu bienen, konnten sich biefe Menschenmassen, die keinerlei Landwirtschaft, sondern nur Viehzucht sozusagen auf dem Marsch betrieben, am Leben erhalten und siegreich Dorbringen. Die große arabische Wanderungsbewegung im siebten und achten Jahrhundert, die hauptsächlich unter religiösen Impulsen aus Arabien nach Afrika unb über Spanien bis nach Mittelfrankreich einerseits, unb über Syrien, Vvrderasien, Persien bis nach Indien andererseits, hingeflutet ist, wäre gleichfalls ohne bas Pferd unmöglich gewesen. Als Streitroß, als Lasttträger unb als Zugtier hat es biefe mächtigen Eroberungszüge tatsächlich durchführbar gemacht. Heberall, wo Stämme, die sich des Pferdes zu bedienen verstanden, auf Völker stießen, die dieses Tier nicht kannten, hatten die ersteren von vornherein eine große Heberlegenheit. Das trifft z. B. in besonders hohem Grade auf die Spanier zu, die im Laufe des 16. Jahrhunderts, von Mittelamerika ausgehend, sich große Teile dieses Kontinents unterwarfen. So merkwürdig es scheint: die Indianer, die wir als ein Reitervolk anzusehen geneigt sind, kannten vor Ankunft der Spanier bas Pferb überhaupt nicht, unb bie ganze nomabifierenbe Lebensweise der Prärie-Jnbianer hat sich verhältnismäßig spät herausgebilbet, und zwar nur dank der Bekanntschaft mit dem Pferde und — um die Mitte bes vorigen Jahrhunderts — mit der Feuerwaffe. Auf den europäischen Ursprung bes Reitens der Jnbianer deutet u. a. das Sattelzeug hin, das spanisch-maurischen Ursprungs ist. Welche Bedeutung im europäischen Mittelalter -er Besitz eines Rosses als Zeichen sozialer Heberlegenheit gehabt hat, unb wie sich aus ber Fähigkeit, „beritten" seine Dienste bem Lehnsherrn zur Verfügung zu stellen, ein befonberer Ritterstanb entwickelt hat, braucht nicht auseinandergefetzt $u werden, hat doch die Kavallerie bis in bie unmittelbare Zeit vor bem Weltkrieg zwar nicht mehr ihre allgemein-militärische, aber boch eine gewisse gesellschaftliche Vorzugsstellung sich aus ber Ritterzeit bewahrt. Hebrigens haben im siebziger Krieg bie großen Kavallerie-Attacken (Gravelotte, Mars- la-Tour, Seban u. a.) noch eine bebeutenbe unb z. T. entscheibenbe Rolle gespielt. Unb wir alle, bie wir etwa 50 Lebensjahre zählen, entsinnen uns noch genau der Zeit, als alle „Lokomotion" auf Erben, sofern sie nicht zu Fuß erfolgte, burch die Eisenbahn unb ipit Hilfe bes Pferbes vor sich ging. Das ist erst um bie Wenbe dieses Jahrhunberts anders geworben, als ber Motor in Westeuropa chnell im gesamten Verkehrswesen Eingang zu inben begann, wobei gegenüber bem Pferbe haupt- ächlich bie unvergleichlich größere Schnelligkeit bie Fortbewegung unb bie größere Leistungsfähigkeit in bezug auf den Lastentransport ins Gewicht fielen. Dieser Vorgang ist im Grunde nur eine Teilerscheinung des großen Mechanisierungsprozesses, bem unzählige Verrichtungen, die ehedem mit Hilfe menschlicher ober tierischer Muskeln burchgeführt würben, verfallen finb. Ganz ebenso wie z. B. bas Nähen mit der Nadel in zunehmendem Maße durch bas Nähen ber Maschine mit elektrischem Antrieb ersetzt wirb, so schafft man sich heutzutage nicht mehr eine Kalesche unb ein Fahrpferb an, sondern einen „Kraftwagen". Es entsteht nun bie kulturgeschichtlich belangreiche Frage, ob durch diesen Mechanisierungsprozeß das Pferd auf den Aussterbeetat gefetzt worden ist. Die Statistik belehrt, daß bas einstweilen jedenfalls nicht der Fall ist, denn wir hatten im Deutschen Reich 1936 noch 3 410 327 (ohne Militärpferbe) unb 1913 im gegenwärtigen Reichsgebiet 3 806 705 Pferde, und Die Zahl ber Fohlen unter einem Jahr betrug 1936 225 477, 1934 aber nur 182 892. Für 1913 ist bie Zahl der Fohlen leider nicht bekannt, aber bie Tatsache, baß ihre Zahl zunimmt, läßt darauf schließen, daß man bemüht ist, bie Zahl ber Pf erbe nicht sinken zu lassen, sonbern zu st e i g e r n. Heberblickt man bie Statistiken anberer Länder, so zeigt sich ein recht uneinheitliches Bild: Es gibt eine Reihe von ßänbern, in denen ber Pferdebestanb in ber Lanbwirtschaft (allgemeine Zahlen finb nicht zu beschaffen) heute großer ist als in ber Vorkriegszeit, so z. B. in Dänemark, Schweben unb Norwegen. In anberen ßänbern hat sich bie Zahl der Pferde ungefähr behauptet, in weiteren ist sie dagegen stark zurückgegangen, so z. B. in ben Vereinigten Staaten von runb 21 Millionen auf 11,5 Millionen. Das hängt hauptsächlich bamit zusammen, baß die Beschaffenheit des Bodens unb die Agrarverhältnisse in ben Vereinigten Staaten bie Verwenbung von Traktoren, motorisierten Pflügen usw. rationellerweise geboten erscheinen lassen, roäbrenb die Bodenbeschaffenheit unb bie Besitz- großen z. B. in Norwegen vielfach dazu zwingen, die Beackerung mit Pferben zu bewerkstelligen. ^ebenfalls kann von einem Verschwinben bes Pferbes gar keine Rebe fein, unb aus der Beobachtung, daß in den Großstädten im Straßen- bilb bas Pferd im Verschwinben begriffen ist, barf man nicht ben Schluß ziehen, baß ber Gebrauch des Pferdes „überholt" fei. In der ßanbwirtfchaft werben in Westeuropa auch heute bie meisten Arbeiten noch burch die Kräfte des Pferdes bewältigt, weil es sich besser hierzu eignet, als der Kraftwagen bzw. der motorisierte Schlepper. In ber bäuerlichen ßanbwirtschaft ist bie Verwenbung des Pferbes in ber Regel wesentlich billiger unb auch insofern praktischer, als keine Abhängigkeit von dem Treibstoff besteht, dessen mangelnde Zufuhr eine motorisierte Wirtschaft unter Umftänben völlig lahm- legen kann. , _ x - Wiege, Tisch und Stuhl. Mit der Wiege ist allerlei Volksbrauch verbunden, was bei der Bedeutung des Kindes für bie Ehe erklärlich genug ist. So gab es ganz befonbere Anweisungen, wie man bie Wiege zu bewegen habe, baß nur einer auf einmal das Kind wiegen dürfe, baß man nichts über bie Wiege reichen ober nicht unter der Wiege kehren dürfe, solange bas Kind barinnen liegt, um allerlei Nachteile für bas Kleins zu vermeiden. Hierbei mag erwähnt fein, daß insonderheit der ländliche Schreiner ober Tischler häufig bie Bemalung unb Beschriftung selbst übernahm. Manch bunter Bauernschrank, manche geschnitzte Truhe weist heute noch Inschriften, Bilber, Namen unb Jahreszahlen auf, die für bie Volks- funbe wie für bie Familienforschung gleich wichtige Quellen geworben finb. Der Tisch nimmt eine besabbere Stellung hn Hause ein. Er ist Mittelpunkt ber Hausgemeinschaft; um bieses Stück Hausrat sammeln sich bie Familienangehörigen, die Gäste unb bas zum Hause gehörige Gesinbe. In manchen Gegenden bringt man ben Tisch — mit Brot unb Salzfaß bestellt — als erstes Möbelstück ins Haus. In bäuerlichen Gegen- ben betrachtete man nicht selten ben Tisch als untrennbaren Bestanbteil bes Hauses, der bei Besitzveräußerung in bas Eigentum bes Käufers überging, also bort heimisch blieb. Von ähnlicher Wichtigkeit ist ber Stuhl bei uns zu ßanbe. Es würbe zu weit führen, auf die bemerkenswerte völkerkunbliche Theorie einzugehen, baß bie Benutzung ober Nichtbenutzung des Stuhles einen grundlegenden charakteristischen Hnterschied der Völker unb Nassen ausbrücke. Gewiß aber ist es, daß ber Stuhl — als Einzelsitz — im Gegensatz zur Bank — als Sitz mehrerer — ein Sinnbild ber Sonderstellung ber Persönlichkeit würbe. Der Richterstuhl, ber Thronsessel, bas Kirchengestühl ber Ratsherren ober Zunftmeister finb Abbilber bes bem Germanen eigenen Empfinbens für bie soziale Schichtung, erwachsen aus dem alten treu innege» haltenen Gefolgschaftsverhältnis zwischen Führer und Mannen. So wurde der Stuhl, der Sitz des Herrn und Ehrenplatz bes Gastes war, Wahrzeichen ber Hausgewalt und des Hofrechtes. Diese Auffassung spiegelt sich heute noch in bem Sprichwort nüber: „Man setzt ihm ben Stuhl vor bie Tür!" Diese Hanblungsweise bebeutet „enteignen" und würbe ehebem auch sinnbikblich ausgeführt, ebenso wie es Sitte war, burch S'chnieberlassen auf einen Stuhl „Besitz" von einem Grundstück zu ergreifen^ Aur ein wehrhaftes Volk meistert seine Zukunst. NSG. Noch liegt die Zeit papierener Proteste als ungehörte Notschreie eines geknechteten Volkes nicht allzu weit zurück, und warnend erinnert uns die Geschichte an alle dunklen, unrühmlichen Abschnitte deutscher Vergangenheit. Sie rütteln als eindringliche Mahner am deutschen Gewissen. Ein Volk, das unerbittliche Gegner in seiner Ohnmacht mit solch unerhörter Gewalttätigkeit in den Abgrund trieben, hat Grund genug, für seinen Bestand alles einzusetzen Wenn wir heute unter dem Schutze einer starken Wehrmacht friedlich unserer Arbeit nachgehen können, so dürfen wir nie vergessen, daß die Erringung unserer Freiheit einzig und allein das Ergebnis eines jahrelangen, übermenschlichen und blutgezeichneten Opferganges bester deutscher Männer war. In Deutschlands dunkelsten Tagen, als der Bolschewismus und seine Handlanger unser Volk zerrissen, lehrte der Führer uns glauben. Ohne diesen Glauben hätten wir heute kein freies Deutschland, das wie eine friedliche Insel inmitten des brodelnden Völtermeeres liegt, gewappnet nach innen durch die NSDAP., nach außen durch eine starke Wehrmacht. Ohne die gewaltige Tat des Führers und seiner Kämpfer wäre Deutschland nur noch ein. rauchender Trümmerhaufen, zerstört durch den völkeroernichtenden Bolschewismus. Auch der übelste Meckerer muß die glückliche Wendung des deutschen Schicksals als eine einmalige überragende Leistung anerkennen. Zn der Erkenntnis, daß nur ein wehrhaftes Volk FWD. Die für Rinder nachgewiesene fortlaufend günstige Auftriebsentwicklung im Januar und Februar 1938 gilt nicht nur für diese, sondern auch für Kälber und Schafe und darüber hinaus noch für Schweine. Für diese werden auch noch in den nächten Wochen verhältnismäßig hohe Zahlen erwartet werden können. Erst im Sommer wird eine starke Rückläufigkeit der Schweinezufuhr in Erscheinung treten. Dann kann und wird zur Entlastung des Schweinefleischmarktes " zum vollen Einsatz von Rind-, Kalb- und Hammelfleisch geschritten werden müssen. Es wird jedoch außerdem der Mithilfe aller Kreise bedürfen, wenigstens vorübergehend die notwendige gewisse Aenderung der Fleischkonsumgewohnheiten eintreten zu lassen. Praktisch bedeutet dies, wie es im Zeitungsdienst des Reichsnährstandes heißt, daß in dieser Zeit das Schweinefleisch weniger verlangt werden muß und stattdessen in dem gesamtwirtschaftlich angemessenen Ausmaß ein Ausweichen auf die übrigen reichlich vorhandenen ^leischsorten als erwünscht zu gelten hat. Schon jetzt geht jeder Einsichtige daran, statt des Schweinefleisches bei der Fleischkost Rindfleisch oder Hammelfleisch, welches seit dem 3. Januar 1938 übrigens bedeutend verbilligt worden ist, einzuschalten, um den marktordnen- seine Zukunft meistern kann, hat der Führer das SA.-Sportabzeichen gestiftet und damit der körperlichen und geistigen Schulung unseres Volkes die Richtung gewiesen. Damit verpflichtet er uns zu den höchsten staatsnotwendigen Aufgaben. Mächtige Völker sind mangels besserer Einsicht durch inneren Zerfall und fehlende Selbstbehauptung zusammengebrochen oder durch fremdrassige Eindringlinge in ihrer geistigen und schöpferischen Kraft gelähmt worden. Deutschlands Lage im Herzen Europas zwingt uns zur vollen Entfaltung der gesamten Volkskraft. Der Führer hat seinen Glaubensträgern die große Aufgabe gestellt, einen neuen deutschen Menschen zu formen, der frei von den Schlacken einer hinweggefegten Weltanschauung den Belangen eines großen Volkes gerecht wird. Durch den Erwerb des SA.-Sportabzeichens haben fast ein und eine halbe Million Deutscher ihre Einsatzbereitschaft unter Beweis gestellt. Der große Kreis wird sich erst schießen, wenn sich auch der Letzte eingereiht hat. Als eine Schicksalsgemeinschaft, die aus fanatischem Glauben, Kampf und Opfer geboren, schaffen wir «in hartes, wehrhaftes, an Körper und Geist gesundes Geschlecht, wie es der Führer will. In den Wiederholungsübungen zum SA.- Sportabzeichen, deren erste am 27. März dieses Jahres stattfindet, führen wir unsere Aufgabe fort. Sie sind der sichtbare Ausdruck eines wachen, stählernen Willens und der steten Bereit- I schäft zum Opfer und Einsatz für unser Volk. Unsere Fleischversorgung. Kalb- und Hammelfleisch bevorzugen. den Stellen die Herausnahme von Schweinen aus den derzeitig noch reichlich fließenden Schweine- zufuh^en zu erleichtern. Diese jetzt aus dem Markt genommenen Schlachtschweine werden der Vorratsbewirtschaftung zügewiesen und in den Monaten mit schwachen Schweineauftrieben, und zwar dank der fortgeschrittenen Einkühlungstechnik ohne jede Quafttätsschmälerung, wieder ausgegeben. Jn-,gesamt kann angenommen werden, daß der Ausfall größerer inländischer Schweinemengen im laufenden Jahre von sehr viel geringerem Einfluß auft die Gesamtfleischversorgung sein wird, als es im Herbst vorigen Jahres auf Grund der damaligen Bestände noch angenommen werden mußte. Jeder einzelne wird sich aber beim Fleischeinkauf vergegenwärtigen müssen, daß eine Mahlzeit mehr inderWochemitRin'd - odevKalb - oder Hammelfleisch — statt wie gewohnt mit Schweinefleisch — schon den notwendigen Ausgleich innerhalb des Gesamtfleischverbrauchs schaffen kann. Niemand wird in den Monaten mit knappen Schweinezufuhren sein gewohntes Quantum Fleisch einzuschränken brauchen, wohl aber wird jeder die anderen Fleischarten zu bevorzugen haben. Dann werden Spannungen nirgends fühlbar werden können. Zusammenarbeit der Justiz mit der HL. Im Oberlandesgerichtsbezirk Darmstadt ausgenommen. tags und Freitags von 20 bis 22 Uhr geöffnet ist. Die Meldung verpflichtet lediglich zur Teilnahme an den Hebungen, die Aufnahme in die SA. ist damit nicht verbunden. Schützt unsere letzten Fischreiher! Es gab Zeiten, in denen der Fischreiher sorgloser an den Seen und Flüssen leben konnte als heute. Es war die Zeit der Reiherbeize. Damals jagte man den edlen Vogel mit dem Jagdfalken, nahm dem zu Boden gejagten und festgehaltenen Reiher die Kopffedern als Jagdtrophäe, versah ihn am Fuß mit einem Ring, der das Datum und die Jahreszahl des Jagdtages enthielt, und gab ihm dann die Freiheit wieder. Es kam mitunter vor, daß ein und derselbe Vogel mehrmals in die Hände des Falkners gelangte und schließlich mehrere Ringe am Ständer trug. Die Reiherbeize des Mittelalters gehört längst der Vergangenheit an und mit ihr auch die Zeit, in der der Fischreiher als edles Flugwild gejagt und gehegt wurde. Seit der Mensch alles nach dem Nützlichketts- prinzip bewertet und die Natur immer mehr entstellt und arm macht, ist für ihn auch der Fischreiher zum „schädlichen Feind" geworden! Eins wird dabei immer wieder vergessen: Der Fischreiher fine Deinen Spenden schaffen wie Die Ooroue- (ehungen für dos,€®ige Deutschland" Zi/Z/HW Ein .Sesundes Dolk!" ernährt sich nicht allein von Fischen, sondern er vertilgt eine Unmenge Mäuse, Frösche, Käferlarven und anderes mehr und nützt somit dem Landwirt ganz erheblich. Sollten diese Tatsachen, die auf Grund vieler Magenuntersuchungen einwandftei feststehen, nicht zu denken geben? Aber ganz abgesehen von Nützlichkeit und Schädlichkeit müßte es Pflicht eines jeden denkenden Menschen sein, für den Schutz eines Geschöpfes, das in unserer hessischen Heimat immer seltener wird, rechtzeitig einzutreten. Alle Naturfreunde der hessischen Heimat und besonders auch alle Weidmänner sollten endlich einmal mithelfen, aufklärenü zu wirken, um in letzter Stunde zu retten, was zu retten ist. Noch rudern vereinzelt mit schwerem Flügelschlag und rauhem Ruf Fischreiher abends von den Ufern der Lahn ihren Schlafbäumen zu. Doch wie lange noch? Harald Graf von Schwerin, Friedelhausen. 6ine 90jährige Ururgroßmutter geworden. Die Pensionärin im Landes-Allers- und Pflegeheim in der Licher Straße Frau Marie E o r - vinus erhielt vor einigen Tagen eine sehr erfreuliche telegraphische Nachricht. Aus Bremen, von ihrer Urenkelin, ging ihr, der jetzt 90jährigen alten Frau, die Nachricht zu, daß sie Ururgroßmutter geworden sei. Die Freude darüber war sehr groß und mit ihr freuten sich viele alte Damen, die im Pavillon des Altersheimes zu Haufe sind. Frau Cor- vinus, die Witwe eines Lehrers, der in Bindsachsen im Amte war, heiratete sehr früh, schon mit 18 Jahren, mußte aber erleben, daß ihr Mann verstarb, als sie erst 31 Jahre alt war. Aus der Ehe waren zwei Kinder, ein Sohn und eine Tochter hervorgegangen, die aber beide nicht mehr unter den Lebenden weilen. Aus deren Nachkommenschaft nun, die zum Teil in Nürnberg, in Bremen, in Königsstätten usw. lebt, erreichte sie nun die er- wähnte freudige Nachricht. Frau Corvinus selbst, — wir suchten sie in ihrem schönen Heim im Pavillon des Landes-Alters- und Pflegeheimes auf — ist noch außerordentlich rüstig, trotz ihrer 90 Jahre, und nimmt noch regsten Anteil an den Ereignissen unserer Tage. Sie versäumt keine Nachrichtenmeldung des Rundfunks und gerne läßt sie sich auch aus der Zeitung do riefen. Man kann sich übrigens ausgezeichnet mit ihr unterhalten, denn sie erinnert sich noch lebhaft und sehr genau mancher Ereignisse deutscher Geschichte, die sie bewußt miterlebt hat. Mit großer Dankbarkelt spricht sie von der freundlichen Pflege, die sie zu jeder Zeit im Landes-Alters- und Pflegeheim erfahren hat. Lpd. Darmstadt, 2. März. Die vom Reichs- justizminister Dr. ©ürtner im Einvernehmen mit der Reichsjugendführung vorgesehene Zusammenarbeit der Iust iz b eh ö r d e n mit der HI. ist nunmehr /luch im Oberlandesgerichtsbe- zirk Darmstadt aufgenommen worben. Der Einladung zur Teilnahme an diesem Werk waren Bannsührer Heim vom HJ.-Bann 115, der Gebietsbeauftragte des Gebiets 13 der HI., Gerichtsassessor Bischoff, Stadtamtmann Löschhorn vom Stadtjugendamt Darmstadt, der Kreisstellenleiter für Jugendhilfe der NSV. Kreisamtsleitung Darmstadt, 'Welker, sowie zahlreiche auf den Sondergebieten des Jugendrechts tätige Richter, Staatsanwälte und Rechtspfleger gefolgt. Oberlandesgerichtspräsident Dr. Scriba eröffnete die erste Tagung der Arbeitsgemeinschaft mit einer Begrüßungsansprache, in der er aus die Wichtigkeit eines vertrauensvollen Zusammenwirkens der Justiz mit der HI. hinwies und alle Behördenstellen der Rechtspflege und der Jugendwohlfahrt aufforderte, den der HI. vom Führer erteilten Erziehungs- auftrag zu fördern und zu unterstützen. Das gemeinsame Ziel sei die Erziehung der Jugend zu nationalsozialistischen Männern. Landesgerichtspräsident B o h l m a n n übernahm den Vorsitz der Tagung mit der Erklärung, daß Reichsjustizminister Dr. Gärtner und Reichs- rechtsführer Dr. Frank den Gedanken dieser Arbeitsgemeinschaften in gleicher Weise förderten und daß durch die Anwesenheit des Oberlandesgerichtspräsidenten die besondere Bedeutung des Beginns der Zusammenarbeit auch für den Oberlandesge« richtsbezirk Darmstadt betont werde. Sinn der Jugendarbeit fei für die Jungen, an sich selbst zu arbeiten, und für die Aelteren, die Jugend in der Durchführung der ihr zugewiesenen Aufgabenge« biete zu unterstützen. Sodann wurden Ausbau, Ziel und Zweck der künftig regelmäßig wiederkehrenden Arbeitstagungen und die Möglichkeiten einer engeren Zusam« menarbeit der Justizbehörden mit der HI. auf den einzelnen, die Jugenderziehung un\ Jugendwohl- fahrt berührenden Rechtsgebieten erörtert. Landgerichtspräsident Bohlmann bestimmte zum Abschluß dieser grundsätzlichen Erörterungen die großen Rechtsgruppen des Strafrechts und des Familienrechts als nächstliegenden und dringlichen Ausgangspunkt der nunmehr lebendigen, praktischen Einzelarbeit. Der Anregung, zu den weiteren Tagungen als Vertreter der Schule den zuständigen Sachbearbeiter des NS.-Lehrerbundes zuzuziehen, wurde statt- gegeben. Nach einer eingehenden Stellungnahme zu den einzelnen Fragen wurde die nächste Arbeitstagung für Ende Marz einberufen. Giehener lvocheamorktprelie. * Gießen, 3. März. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Deutsche feine Molkereibutter, Vi kg 1,57 Mark, feine Molkereibutter 1,52, Markenbutter 1,55 bis 1,60 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 5 bis 10, Eier, ausländische, 12, Wirsing, % kg 12, Weißkraut 10, Rotkraut 12, gelbe Rüben und Karotten 10 bis 12, rote Rüben 10 bis 12, Spinat 18 bis 20, Unterkohlrabi 8, Grünkohl 15, Rosenkohl 25 bis 28, Feldsalat, Vio 9 bis 10, Tomaten, kg 40 bis 45, Zwiebeln 12 bis 14, Meerrettich 30 bis 60, Schwarzwurzeln 25 bis 35, Kartoffeln, Yi kg 5 Pf., 5 kg 45, 50 kg 3,25 bis 3,75 Mark, Aepfel, XA kg 12 bis 25 Pf., Blumenkohl, das Stück 50 bis 60, Salat 20 bis 30, Endivien 10 bis 25, Lauch 5 bis 8, Sellerie 10 bis 35, Rettich 5 bis 10 Pf. * ** Arbeitsjubiläum. Am gestrigen 2. März konnte Herr Heinrich Weiß aus Großen-Linden als Vorarbeiter der Hofabteilung bei der Firma Bänninger G. m. b. H., Gießen, auf eine 25jährige Tätigkeit zurückblicken. Um 11 Uhr vormittags versammelten sich die Leiter der Firma und die Ar- beitstameraben an dem festlich geschmückten Arbeitsplatz des Jubilars zu einer schlichten Feier. Es wurden hierbei Herrn Weiß durch den Betriebsführer, Herrn Karl Bänninger, besonderer Dank und Anerkennung für die in 25 Jahren dbr Firma geleisteten Dienste ausgesprochen. Ferner mürben noch von sechs Vertretern der Gefolgschaft in schönen und herzlichen Worten Glückwünsche dargebracht. Dem Jubilar wurden sowohl von der Firma, als auch von der Gefolgschaft wertvolle Geschenke überreicht. ** Die Bezahlung der Strom- und Gasgelder ist Gegenstand einer Bekanntmachung der Direktion der städtischen Betriebe. Die wichtige Mitteilung sei zur allgemeinen Beachtung dringend empfohlen. *♦ Städtischer Brenn Holzverkauf. Bei der jüngsten Zuweisung von Brennholz aus den Waldungen der Stadt Gießen ergaben sich folgende Preise: Buchenscheiter A 11.— RM., B 9.— RM., Eichenscheiter A 7.— RM., Buchenknüppel A 8.— bis 9.— RM., B 6.— RM, Eichenknüppel A 6.— RM, je Raummeter: Buchenreiser 2. Klasse 18.— RM, 3. Klasse 14 — RM. je 100 Wellen. Das Holz wurde restlos zugewiesen. *♦ Ausstellung des Handarbeits- Seminars. Der Alicefchulverein Gießen veranstaltet vom 5. bis 7. März im Schulgebäude an der Steinstraße eine Ausstellung der Arbeiten des Handarbeits-Seminars. ** Die Bismarckfeier auf dem Hohe- rodskopf, di« vom DHC. alljährlich veranstaltet wird, findet in diesem Jahre am Samstag, 2 April, statt. Redner des Abends ist Veterinärrat Dr. Ohly, Lauterbach. Der DHC. hat zu dieser Feier aller Wanderfteunde, auch Nichtmitglieder, eingeladen. Oie Mädchen aus der Burgfiraße. JRoman von Hilde K Lest. 31. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) 18. Die Mansfeldsche Villa strahlte in einem ungewöhnlichen Lichterglanz. Vor dem Eingang stand ein livrierter Lohndiener/ der die Türen der Automobile öffnen sollte. Er hatte allerdings nicht viel zu tun, denn die Mehrzahl der Gäste kam mit der Elektrischen. Hatten sie die Haustür durchschritten, so nahm ihnen das Stubenmädchen die Heberkleider ab. Sodann bot ein zweiter Lohndiener dem Gast das silberne Tablett an, worauf dieser seine Besuchskarte legen sollte. Auf dieser Station geschahen freilid) schon die ersten Malheurs, denn Herr Macher besaß beispielsweise keine solche Karte und bediente sich in seiner Not einer Geschäftskarte, worauf bann zu lesen stand: Gunter Macher, Maschinenfabrik Dampfkessel Turbogebläse, und Frau. Dann wurden die Gäste in den Salon komplimentiert, wo Herr Assessor Dr. Mansfeld sie begrüßte. Er unterzog sich dieser Aufgabe mit Anstand und Würde. 2In der Schmalseite des Salons stand ein lebensgroßer Gipsengel, auf dessen Schulter ein Schmetterling saß.' Darunter stand ein längliches Tischchen, und auf diesem Tischchen lagen Blumensträuße. Dor jedem Blumenstrauß lag eine Karte. Auf dieser Karte war zu lesen: Herr... führt Frl.... zu Tisch. Das las sich wie ein Kommando und war auch eines. Man las also, daß Herr Justizrat Mansfeld Frau Lenz zu Tisch führen sollte, und das war recht und billig. Professor Hauschild sollte Frau Justbzrat Mansfeld zu Tisch führen und das erschütterte ihn sehr, war aber gleichfalls recht und billig. Herr Stelling führte Frau Macher zu Tisch, Herr Macher Fräulein Lisbeth, Herr Viereck Fräulein Hrsel, Herr Assessor Dr. Mansfeld Fräulein Carla. Blieb Herr Professor Mollwitz. Aber auch für ihn war gesorgt. Er führte das ältliche Fräulein zu Tisch, das durch seine rege Anteilnahme an den Geschehnissen im Hause Lenz sich ein Anrecht au diesen Abend gewissermaßen erkauft hatte. Die Gesichter der Herren, die diese Verteilung studierten, sahen aus, als müßten sie ein Kreuzworträtsel lösen. Sie begaben sich kopfschüttelnd zur Hausbar, an der Professor Hauschild sich Hausherrenrechte angemaßt hatte. Als alle Gäste versammelt waren, erschien Justizrat Mansfeld. Sein Sohn geleitete ihn zu Mutter Lenz, die der alte Herr mit Artigkeiten überhäufte. Dann sah er sich um, ging geradenwegs auf Hrsel zu und schloß sie in die Arme. Das war wider das Zeremoniell, aber erstens sah es ja die Justizrätin nicht, zweitens entschuldigte er sich mit den Worten: „Es geschieht ja nicht das erstemal, erinnerst du dich, mein Kind?" Jetzt erinnerte sich Hrsel des alten Herrn, dem sie im „König von Spanien" in die Arme gefallen war. Sie lachte und sagte: „Dann war also Ihr Blumenstrauß für mich bestimmt?" „Natürlich! Aber wenn ich gewußt hätte, daß du zwei so schöne Schwestern hast —" Er wpllte sich gerade mit strahlendem Gesicht Lisbeth und Carla nähern, als die Justizrätin in der Tür erschien. Da hielt er plötzlich inne und beschränkte sich auf artige Verbeugungen. Die Justizrätin überblickte mit königlicher Würde den Raum, und nur Carla entging es nicht, daß ihr Auge suchend und unruhig herumblickte. Sie näherte sich ihr unauffällig, während die Herren sich verneigten und die Mädchen knixten, und flüsterte: „Die kleine Blonde neben dem Herrn Justizrat!" Nun begrüßte die Justizrätin der Reihe nach die Anwesenden, und während ihr Gesicht den Schein der Hnnohbarkeit vor sich hertrug, ftrgften ihre Worte sie Lügen. Mutter Lenz flüsterte sie zu: „Wir hätten uns früher verbünden müssen, aber ich bin ein alter Drachen." „Oh —" stotterte Mutter Lenz und wurde rot. „Psst!" kommandierte die alte Dame. „Das bleibt unter uns!" Zu Hrsel sagte sie: „Du brauchst keine Angst vor mir zu haben! Meines Sohnes Glück wird auch mein Glück sein." Zu Lisbeth: „Am liebsten hätte ich euch beide zu Schwiegertöchtern!" Dann zu der danebenstehenden Carla: „Was sage ich — euch drei!" „Viel hat ja nicht gefehlt!" wollte Carla lachend sagen, aber sie schluckte es gerade noch hinunter. Sie zog, während die Vorstellung weiterging, den alten Justizrat ins Gespräch, lachte und scherzte mit ihm, machte ihm Komplimente ob feines jugendlichen Aussehens und bewirkte es bald, daß der alte Herr einen richtigen roten Kopf bekam. Er stand bewundernd vor ihrer strahlenden Schönheit. „Potztausend, da muß ich meinem Sohn gratulieren, daß er sich für eine bestimmte unter euch entschließen konnte. Ich wäre nie damit fertig geworden." „Bitte zu Tisch!" erklang die (Stimme der Justizrätin. Die Herren ergriffen ihre Blumensträuße und begaben sich mit den ihnen zugedachten Damen in langem Zuge ins Speisezimmer. Da saß bann Herr Macker an der prunkvollen Tafel und dankte Gott dafür, daß Lisbeth neben ihm saß, die er ohne Scheu fragen konnte, was er denn um Himmels willen mit drei verschiedenen Bestecken und drei verschiedenen Tellern und Gläsern anfangen sollte. Nur Carlas silberhelles Lachen klang über die Tafel, sie scherzte mit dem Assessor, dem sie vorwarf, bereits unter einem gewissen Pantoffel zu stehen, sie warnte die Justizrätin vor Mollwitz, der ihr gewiß den Alabasterengel aus dem Salon entführen würde, und Mollwitz vor dem ältlichen Fräulein, die, wie Carla sagte, ein stilles Wasser sei... Das ließ sich das ältliche Fräulein nicht zweimal sagen, und man hörte fortan ihre alles bewundernde, stets in Verzückung schwebende Stimme, während Mutter Lenz, Hrsel, Lisbeth und Biereck einander ängstliche Blicke zuwarfen, weil sie sich Carlas frohe Laune nicht erklären konnten. Als der Braten aufgetragen worben war, klopfte die Justtzrätin an ihr Glas, und im Augenblick herrschte jene Ruhe, in der die berühmte Steck- nabel hörbar zu Boden fallen kann. Sie fiel denn auch tatsächlich aus dem Hosenträger des Herrn Macher, aber Lisbeth packte seine Hand, die das Unglück korrigieren wollte, und zwang ihn zum Stillsitzen. „Meine lieben Gäste", begann die Justtzrätin ihre Rede, „ich bin glücklich, daß Sie mir durch Ihre frohgemute Anwesenheit den Schmerz erleichtern wollen, den eine Mutter empfindet, wenn sie sich von ihrem Kinde trennen soll. Diese Trennung ist gewiß keine räumliche Trennung, aber das macht den Schmerz nicht geringer. Ich.* " da aber traten ihr die Tränen in die Augen und erzwangen eine Pause. Sie suchte vergebens nach würdigen Worten, die sie sich zurechtgelegt hatte. Sie machte eine ftanbbewegung' als werfe sie ein Konzept ihrer Rede von sich, und sagte plötzlich in ergreifender Schlichtheit: „Ich bitte Sie alle, es zu verstehen, daß ich die Liebe meines Kindes mit niemand teilen wollte. Ich bitte alle um Verzeihung, denen ich wehe getan habe. Es geschah nur aus übergroßer Liebe, und es geschah auch, weil wir in unserem Alter einsame Menschen geworden sind, die die Jugend nicht mehr verstehen. Jetzt aber will ich bas zweite Kind, das mir das Schicksal trotz meines sinnlosen Sträubens zugeführt hat, mit der nämlichen Liebe aufnehmen, die bisher meinem Sohne galt. Liebe Hrsel, ich sehe dich heute das erstemal, aber mir ist, als wärest du immer mein Kind gewesen. Ich bin glücklich, überaus glücklich, die Verlobung meines Sohnes mit dir verkünden zu können!" Die Justtzrätin hatte bisher tapfer durchgehalten. Jetzt flössen ihre Tränen ungehemmt, und sie sank auf ihren Sessel, während alle sie umdrängten, Hrsel ihre Hand küßte und Mutter Lenz sie umarmte. Der Justtzrat aber wußte, was zu tun war, er bat Viereck, neben Carla Platz zu nehmen und seinen Platz neben Hrsel mit dem Assessor zu vertauschen. Dann hob er sein Glas, und man trank auf das Glück des Brautpaares. Da klopfte die Justtzrätin von neuem an ihr Glas, sie hatte sich gefaßt, und in ihrem Gesicht stand ein beinahe pfiffiges Lächeln. Verwundert horchten die Gäste. „Ich bin noch nicht am Ende", sagte sie, „denn dieser Tag hat uns zweifaches Glück beschert, bas verkündet werden will. Sie wissen alle, daß mein Bemühen um das Glück meines Sohnes uns veranlaßte, in einem bescheidenen Rahmen mitzuhelfen an der genialen Arbeit unseres lieben Gastes, des Herrn Macher. Mein Mann und ich freuen uns sehr über seinen Erfolg. Aber mir verstehen wenig von Dampfkesseln und werden auch wohl nicht mehr in dieses Geheimnis einbringen können. Dafür hast du, meine liebe Lisbeth, wie ich dich jetzt wohl so nennen darf, selbstlos an dieser Arbeit mitgewirkt, und ich selbst habe eine Dankesschuld an dich abzutragen, für eine Sache, die uns nur beide allein angeht. Deshalb haben mein Mann und ich uns entschlossen, das Kapital, mit dem wir uns an dem Unternehmen unseres lieben Herrn Macher beteiligten, auf deinen Namen zu überschreiben und als Mitgift auszusetzen für den Mann, der dich zum Traualter führen wird." „Ich bitte Sie, meine lieben Gäste" — die Justtzrätin hob beschwörend die Hand — „ich bin ja noch gar nicht fertig! Man gibt eine Mitgift nur bann, wenn der Mann bereits vorhanden ist. Ich kenne aber einen solchen Mann, wir haben uns von seiner Tüchtigkeit überzeugt, er liebt Lisbeth und Lisbeth liebt ihn. Und deshalb darf ich das Wort an Sie richten, meine liebe Frau Lenz: Im Namen unseres lieben Karl Viereck bitte ich Sie um die Hand Ihrer Tochter Lisbeth!" Nach diesen Worten brach ein Stimmengewirr aus, das zum Orkan anschwoll. Die Justtzrätin war auf Mutter Lenz zugegangen und hatte sie umarmt Ursel und Carla umarmten und küßten Lisbeth, und Viereck durfte seine Schwägerinnen 1 auf die Wangen küssen. . _ _ (Schluß folgt) Wirtschaft Aus der engeren Heimat Mitnach Italien. mit Die ver- und auf Mein-Mainische Börse. Aktien sehr ruhig und schwächer. Frankfurt a. M., 2. März. Die Börse Mit den außerordentlichen Vollmachten, die Pro-s durch das Land, unaufhaltsam eilen sie über Täler, sessor Albert Speer durch die beiden Erlässe des sie schneiden sich durch Berge hindurch, es gibt für Führers erhalten hat, ist dem Generalbauin- ihren Schwung keine Hemmung und kein Hinüer- spektor eine Macht zuerteilt worden, wie sie einem nis mehr. Die einzelne Stadt erstreckt sich in die Städtebauer bisher noch niemals zuteil geworden Landschaft, die S t a d t - L a n d s ch a f t ist da. ist. Zum ersten Male in der Geschichte städtebau-1 Wie ungeheuer sich eine Stadt in die Landschaft licher Entwickelung geschieht es, daß einem Ein-1 erweitern kann, erkennen wir wieder am Beispiel zelnen auch Befugnisse außerhalb der Stadtgrenze Berlins. Dort, wo heute nur noch die Namen “ ------- :rx *'r-----1 an ein Oranienburger, Hallesches oder Potsdamer Tör erinnern, befinden sich heute die Brennpunkte des Verkehrs, die ehemaligen Tore gehören zum Mittelpunkt der Stadt, und es ist dem Menjchen von heute unvorstellbar, daß hier Berlin einmal auf« der Rechner gab den Kassenbericht bekannt. Die Kasse wies einen kleinen Ueberschuß aus. Dem Rechner wurde Entlastung erteilt. Im Verlauf des Abends wurde eine Obstdaumspritzung in der ganzen Gemarkung beschlossen. Eine Verlosung von Hochstämmchen und Beerensträuchern und die Aufforderung des Dereinsführers, intensive Baumpflege zu betreiben, beschlossen die Versammlung. unverändert. Die Börse schloß außerordentlich und nicht erholt am Aktienmarkt. Tagesgeld 2,75 (3) v. H. etwas leichter. Abendbörse ffilL Das gesprengte Weichbild. Ein neues Zeitalter der Städtebaukunfl hat begonnen. Äon Gerhard Bohlmann Lpd. Frankfurt a. M., 2. März. Etwa 1000 Urlauber aus dem ganzen Gaugebiet ^Hefsen- Nafsgu fuhren am Dienstagabend mit zwei Sonderzügen der NSG. „Kraft durch Freude" nach Italien. Der Jubel, der bei der Abfahrt herrschte, konnte kaum Überboten werden. Zahl- läreig Wehlar. — tag, 6. März, wird bie zweitälteste Einwohnerin unseres Ortes, Frau Katharine Grölz Wwe., geb. Roth, bei voller Rüstigkeit 8 4 Jahre alt. Wir Frankfurt a. M. Berlin Frankfurt a. M. Berlin Schlußkurs Schluß!. Abend- börie Schluß- fürs Schluß! Mittag- börse Schluß fürs Schlußk. Abend börse Schiub- kürs Lchlußk. Mittag« börse Darum 13. 2-3. 1.3. 2.3. Darum 1.3. 2-3. 1-3. 2 3- 5% Deutsche Reichsanleihe v. 1927 4% Deutsche Reichsanl. von 1934 *y.% Deutsche Reichsschatzanwei- 101,8 99.4 101,8 99,4 101,8 99,4 101,8 99,4 Aceumulatoren-Fabrik....... Aschaffenburg Zellstoff........ Bemberg................... 14 6 Deutsche Reichspostschatz von 1934 |..................... 99,75 99,8 99,8 99,8 BuderuS Eilen............... Gement Heidelberg........... 5 7 166,5 121,5 166,75 122,25 — 121,25 108 101 100,7 108 101 100,7 99,8 108 100,75 100,7 Gement Karlstadt............6 Conti (Mummt.............. 12 Daimler Motoren..........6% Dessauer GaS ............... 4 Deutsche Erdöl..............5 Deutsche Gold- und Silber .... 9 202 144 144,4- 252 208 142,5 143,25 251,5 203 144 121,25 144 209,25 143,5 120,75 143,5 170 OlDPfe. öt. 14 ............ sv.% Hess. Landes-Hyp.-Bank Geigner Maschinen........... O 50,25 49,9 50 49,75 102,5 102,65 — —— Harvener............. o'/2 — 172,5 172 4’4% Preuß. Landespsdhr.-Anst. iSn.i* ffiien. ____________- - 114,75 114,9 115 114,75 _ _ 100 100 Philipp Holzmann........... 8 163 162,5 3,87 63,99 63,84 63,96 12,425 Schweiz.................. 57,40 57,52 57,34 57,46 HelsingfoB.....• •......... ......................... 5,495 8,063 138,53 Spanien................. —— — 1 Prag..................... Budapest................. 8,681 8,699 8,681 8,699 13,09 13,11 Reuend.................. 2,471 2,475 2,471 2.475 OJi.-’fport Spielvereimgung isov-Sporiverein Wetzlar. Stehend (von links nach rechts): Löbsack, Pankok, Sack, Rahn, Quick, Erhardt, Lehrmund. — Kniend: Lippert, Schellhas, Bergmann, Hormel. (Aufnahme: Neuner, Gießener Anzeiger.) OSSk' Der kommende Sonntag bringt nun, rascher als man sicherlich erwartet hatte, die Austragung des Spieles, das 14 Tage vorher vom Schiedsrichter wegen des Platzes, der sich in schlechter Verfassung befand, abgesagt wurde, während bereits 2000 'Zuschauer auf die Begegnung mit gespanntem Interesse warteten. Durch die Verlegung des Kampfes ging nun aber nichts an Reiz verloren. Eher das Gegenteil! Die Wetzlarer hatten aus einem lppiel gegen Butzbach zwei Punkte gutgeschrieben erhalten, gewannen inzwischen (wie auch dieSpielvereinigung) wieder ein Spiel, so daß jetzt die Mannschaften mit knappstem Punktunterschied an der Spitze der Kreisklasse marschieren. Die Spieloereinigung hat einen Pluspunkt mehr auf dem Konto, wie die Elf des Sportvereins Wetzlar. Unschwer zu erraten, daß am kommenden Sonntag heftig gekämpft werden wird? Die Wetzlarer werden die Führung an sich reißen und die Mannschaft der Spielevereinigung wird sie nicht abgeben wollen. Wie der Kampf des Sonntags ausgehen wird ist unmöglich zu erraten. Unser Bild zeigt die Mannschaft der Spielvereinigung 1900, in jener Aufstellung, in der sie an jenem Sonntag antrat, an dem das Spiel abgesagt worden war. Die Mannschaft wird am kommenden Sonntag das Spiel in folgender Aufstellung bestreiten: Rahn; Pankok, Lippert; Erhardt, Quick, Lehrmund (Mank); Schellhas, Krämer (Zeiler), Hormel, Sack, Löbsack (Heuser). Bür Bergmann, der zur ersten Spielansetzung in der Mannschaft stand, wird also Krämer Halbrechts spielen. Vasketball im Vormarsch. Reichsbundlehrer Murero in Gießen. Kein anderes Spiel hat durch die Olympischen Spiele diese nachdrückliche und erfolgreiche Fortentwicklung in Deutschland erfahren, wie gerade Basketball. Bis zum Sommer 1936 bei uns fast unbekannt, hat es sich nach den Weltspielen überraschend schnell in allen Gauen des Deutschen Reichsbundes eingebürgert und begeisterte Anhänger gefunden. Führend sind bis jetzt Berlin, Breslau und Kreuznach. In 15 Gauen werden schon Rundenspiele durchgeführt. Aber nicht nur zahlen-, sondern auch leistungsmäßig ist ein großartiger Aufschwung zu verzeichnet. In nicht ganz zwei Jahren die Spielstärke unserer schon Jahrzehnte spielenden Auslandsgegner zu erreichen und gegen sie Erfolge zu erzielen, ist bestimmt eine einzig dastehende Leistung. Genannt seien hier nur das schöne Abschneiden der deutschen Mannschaft auf dem Pariser Weltausstellungsturnier, der Sieg des Turnvereins Kreuznach über den französischen Meister TC. Mülhausen, die knappe Niederlage der Heeressportschule Wünsdorf gegen eine, starke französische Militärmannschaft. Ueberall im Reichsbund wird eifrig gearbeitet, und auf dem großen Deutschen Turn- und Sportfest in Breslau werden aus allen Gauen 36 Mannschaften das bis jetzt größte und wohl auch spannendste Basketballturnier bestreiten. Auch der Gau Hessen nimmt voraussichtlich mit zwei Mannschaften an diesem Turnier teil. Dem Kreis Gießen gebührt das Verdienst, dem Basketballspiel die Wege geebnet zu haben. In laufenden vom Gauobmann eingerichteten Lehrgängen hat eine intensive Schulung eingesetzt und eine beachtliche Spielstärke ist erreicht worden. Getragen wird die Arbeit bis jetzt im wesentlichen vom VfB.-Reichsbahn und vom Männerturnverein. Hoffentlich beteiligen sich auch bald die anderen Vereine aus Gießen und Umgebung. Starken Anklang findet Basketball auch bei den Schülern. Bodenständig ist das Spiel schon in der Höheren Privatschule und in der Pestalozzischule. Der am Freitag, Samstag und Sonntag in der VfB.-Turnhalle am Aulweg unter Leitung von Reichsbundlehrer Murero stattfindende Lehrgang bietet jedem Gelegenheit, Basketball kennenzulernen. Der Gauobmann hat alle in Frage kommenden Gemeinschaften eingeladen. Handball-Kämpfe um den Adler-Preis. Hessen kämpft in Kassel. Die Hessen haben mit der Auslosung nicht viel Glück. Trafen sie im vergangenen Jahr in der Vorrunde auf Niederrhein, so müssen sie jetzt gegen Westfalen antreten. Allerdings hat Hessen diesmal den Vorteil des eigenen Platzes, da das Spiel nach Kassel gelegt wurde. Rein spielerisch, technisch und taktisch, sind die Gäste sicher besser. Was Hessen in die Waagschale werfen kann, ist die Kampfkraft und die völlige Unbekümmertheit der gegen einen Favoriten antretenden Mannschaft. Ob das zum Siege uusreicht, ist schwer zu sagen. Der Kampfplan sieht ferner folgende Spiele vor: Südwest — Mittelrhein in Darmstadt; Bayern — Baden in Bamberg, Niederrhein — Württemberg in Wuppertal, Niedersachsen — Mitte in Göttingen; Brandenburg — Ostpreußen in Forst; Pommern — Nordmark in Stettin und Schlesien — Sachsen in Breslau. Verteidiger ist der Gau Mitte. Fußball der Gauliaa Hessen. Am kommenden Sonntag treffen in der Gauliga Hessen folgende Mannschaften aufeinander: FC. Hanau 93 — Spielverein Kassel; BC. Sport Kassel — SC. Kassel 03; VfB. Groß-Auheim — Hessen Hersfeld; Germania Fulda — VfB. Friedberg. Der wichtigste Kampf des Sonntags steigt in Haunau, wo die 93er den Meister Spv. Kassel zum Rückspiel empfangen. Wenn die Kasseler im engeren Wettbewerb bleiben wollen, müssen sie gewinnen. Verlieren sie, dann liegt die Entscheidung allein zwischen Hanau und Kassel 03. Die 03er haben zu gleicher Zeit den gewiß nicht leichten Lokalkampf gegen den BC. Sport zu bestreiten, aber nach Kampf sollte sich doch der Meisterschaftsfavorit durchsetzen. Nach den Spielen des Sonntags dürfte man jedenfalls in der Spitzengruppe etwas klarer sehen, zumal wenn Hanau und 03 gewinnen sollten. Der VfB. Groß-Auheim braucht zur Sicherung noch einige Punkte, das gleiche gilt für Germania Fulda. Hersfeld und Friedberg werden unter diesen Umständen wohl kaum Lorbeeren ernten können. Gramm und Henkel kehren heim. Gottfried von Cramm und Henner Henkel, die uns so ehrenvoll in USA., Japan und Australien vertreten haben, treffen dieser Tage wieder in Heimat ein. Als einer ihrer größten Erfolge überhaupt istt wohl die Erringung der USA.-Meister- schäft im Männerdoppel anzusehen, zumal die Deutschen die ersten Ausländer sind, die diesen wertvollen Titel an sich reißen konnten. —: Während sich Henner Henkel sofort nach seiner Ankunft in Deutschland nach Berlin begibt, wird Gottfried von Cramm sich noch eine kurze Zeit in den bayerischen Bergen erholen. Wehrmacht-Schimeisterschasten beendet. Mit dem Riesentorlauf vom Kreuzeck-Gebiet zum Hausberg wurden am Mittwoch bei föhnigem Wetter, das den Schnee naß, aber doch kaum langsamer als am Vortage gemacht hatte, die Wehrmacht-Schimeisterschaften beendet. Den Titel eines Heeres- meifters im Riesentorlauf errang Feldwebel Niederberger vom IV./Geb. JR. 98 Lenggries vor Gefr. Hoffmann (HI./Geb. JR. 100 Reichenhall) und Gefr. Kaiser (10. Komp./Geb. JR. 99 Sonthofen). In der Mittelgebirgs- und Flachlandklasse erwies sich Unteroffizier Wiedeck (II./JR. 38 Glatz) als der Schnellste. Jetzt Gchi-Wettkärnpfe in Sapporo. Der geschäftsführende Ausschuß des Organisations-Komitees für die V. Winter-Olympiade 1940 in Sapporo beschloß am Montag, mit Rücksicht auf die FIS-Entscheidung in Helsinki, für 1940 internationale Schi-Wettkämpfe durch den Japanischen Schi-Verband auszuschreiben. Wie das Organisations-Komitee mitteilt, haben zehn Nationen bereits ihr Einverständnis gegeben, an diesen Wettkämpfen in Sapporo teilzunehmen. Voraussetzung für die Ausschreibung dieser Veranstaltung ist allerdings, daß in Kairo keine Einigung zwischen IOK und FIS erfolgt. Rundfunkprogramm Freitag, 4.7Närz. 6 Uhr: Morgenlied, Morgenspruch, Gymnastik 6.30: Frühkonz'ert. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Froher Klang zur Werkpause. 9.40? Kleine Ratschläge für Küche und Haus. 10: Schulfunk. Hörszenen von einem verantwortungsvollen Frauenberuf. 10.30: Die Dorfschule zu Pferd. 11.555 . Offene Stellen. 12: Werkskonzert. 13: Nachrichten« 13.15: Mittagskonzert. 14: Nachrichten, offene Stellen, Nachrichten aus dem Sondebezirk. 14.10: Das Stündchen nach Tisch ... (Schallplatten). 15: Deutsche zeitgenössische Lieder. 15.30: Mutter turnt und , spielt mit dem Kind: Schnipp, schnapp, Schneider.« 15.45: Weltbürgertum und völkischer Gedanke. 16? Nachmittaaskonzert. 18: Zeitgeschehen. 18.30: Der fröhliche Lautsprecher (Schallplatten). 18.50; Vor; A Leipzig: Soldaten sind ein strammer Stand ..« Hörbericht vom Märzabzeichen des WHW. 19: Nachrichten. 19.10: Volk singt, spielt und plaudert. 20: Dem Opernfreund (Schallplatten). 21.10: Wiener Stunde. 22: Nachrichten. 22.20: Kurt G. Sell: Worüber man in Amerika spricht. 22.30: Unterhaltungsmusik. 24 bis 2: Nachtmusik. 2 Herr Dr. Wilhelm Müller Direktor der Sociedad Electroquimica de Flix, in Flix (Spanien) aus einem arbeitsreichen Leben im 60. Lebensjahre von uns gerissen. In tiefer Trauer, im Namen aller Hinterbliebenen: Claire Müller, geb. Benedix, München (Franz-Josef-Straße 11 H), den 2. März 1938. 13G3D Das rostfreie Tischbesteck Am 28. Februar 1938 wurde plötzlich, durch Herzschlag, mein mnigstgehebter Mann, unser treusorgender Vater, Bruder, Schwager und Onkel Die Beerdigung findet in Gießen (Lahn) am Freitag, dem 4. März, um 14 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt. InQWBIfDrula Bleichwachs heiß* das Mittel, das nach Ihre harlräckiaen 11 l/n