Hr.28 Erstes Blatt 188. Zahrgang Donnerstag. 3.5ebruar 1938 Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen DruÄ und Verlag: vrühlsche UniverfitStrdruckerei «.Lange in Ließen. Schriftleitung und SeschSstrftelle: Schulftratze 7 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer vis 8'/,Uhr des Dormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rps., für Textanzeigen von 70mm Breite 50 Rps..Platzvorschrist nach vorh.Dereinbg.25°/a mehr. Ermäßigte Grundpreise: Stellen-., Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf., Familienanzei- oen, Bäder-, Unterrichts- u, behördliche Anzeigen6Npf. Mengenabschlüsse Staffel B krschewt täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen. Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild - Die Scholle Monatr-Sezugrpreis: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte e 1.80 Zustellgebühr , -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernsprechanschlüsse unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen Postscheckkonto: Kranksurt am Main 11688 Oer neue Zwischenfall im Mittelmeer. Oer Ltntergang des britischen Dampfers „Cndymion" in der Nähe des sowjetspanischen Kriegshafens Cartagena. Die Versenkung des kleinen englischen Dampfers „E ndymion" in der Nähe des bolschewistischen Kriegshafens von Cartagena hat die britische Regierung veranlaßt, sofort eine Konferenz der drei Nyon-Mächte Großbritannien, Frankreich und Italien einzuberufen. Der Tatbestand ist völlig undurchsichtig. Der englische Dampfer hat, wie der britische Marineminister im Unterhaufe zugab, nicht die Route eingehalten, die den nach Spanien fahrenden Schiffen vorgeschrieben und durch die Ueberwachungsschiffe gesichert ist. Das ist schon merkwürdig. Noch eigentümlicher aber sind die Dinge, die sich nach dem Untergang des britischen Schiffes abspielten. Der englische Kriegsminister hat zugegeben, daß die „Endymion" kein Radiogerät an Bord hatte. Sonst wäre der nur 38 Seemeilen entfernte nächste britische Zerstörer sofort zur Hilfeleistung herbeigeeilt. Die Nationalspanier weisen noch auf folgendes hin: noch bevor die Schiffbrüchigen an der spanischen Küste gelandet seien, habe der bolschewistische Sender Valencia bereits von der Verse nkung gewußt und die Meldung in alle Welt hinausgefunkt, ein U-Boot, entweder ein nationalspanisches oder ein italienisches, habe die Versenkung vorgenommen. Im britischen Außenministerium wird demgegenüber erklärt, Valencia wolle den „Endymion"-Zwischenfall lediglich für Propagandazwecke ausnutzen. Das ist sehr bezeichnend. Denn die Frage, wer ein Interesse an der Zuspitzung der Verhältnisse im Mittelmeer hat, ist eindeutig zu beantworten, und die Antwort ist -bereits von den ausländischen Freunden der Valencia-Bolschewisten erteilt worden. Valencia und die internationalen Konsorten haben im Gegensatz zu Nationalspattien die Abgründe zwischen der Regierung von Salamanca und den westlichen Demokratien immer verbreitern wollen, und der „Endymion"-Zwischenfall soll neuerdings die Handgabe zu diesem Versuch bieten, Europas Frieden zu stören. Als im Vorjahre auf der Konferenz von Nyon ein Ueberwachungsdienft eingerichtet wurde, hatte Litwinow-Finkelstein, ohne Italien zu nennen, behauptet, jeder kenne die Nation, von der die Seeräuberei ausgehe. „Ein gewisser europäischer Staat", so sagte dieser Kriegsdiplomat wörtlich, habe die Seeräuberei im Mittelmeer organisiert. Dem englischen Außenminister Eden bliebt nichts anderes übrig, als gegenüber dieser Provokation festzustellen, daß England nicht willens sei, Nie Nyoner Konferenz in einen Gegensatz zu Italien und zu Deutschland bringen zu lassen. Das Ergebnis der Konferenz war zunächst unbefriedigend, England und Frankreich wurden beauftragt, die Schiffahrtswege nach Spanien unter den Schutz ihrer Flotten zu stellen. Aber Sowjetrußland blieb — und das war eine schwere Niederlage der bolschewistischen Kriegshetzer — von der Ueber- wachung ausgeschlossen, und Italien trat dem Abkommen von Nyon bei. Die drei Flotten übernahmen den Schutz der Seewege, und die Piraterie im Mittelmeer hörte bis zur Versenkung der „Endy- mion" auf. Wir haben die simple Feststellung zu machen, daß, ohne nachzuprüfen, wie der Sachverhalt liegt, die englische und die französische Presse nicht nur der äußersten Linken ohne weiteres die Propagandalügen Valencias übernahmen und die schärfsten Angriffe gegen Italien bzw. gegen die Nationalspanier richteten, die angeblich U-Boote von der italienischen Regierung erhalten hätten. Ohne die Frage zu untersuchen, ob nicht ein rotspanisches Unterseeboot oder eine Mine den Untergang veranlaßt haben könnte, wofür alles spricht, wird Italien bezichtigt, das Abkommen von Nyon gewissermaßen torpediert zu haben. Als Mittelmeermacht, die sich mit England und Frankreich in den Sicherheitsdienst im Mittelmeer teilte, soll Italien die Piraterie begangen haben und vertragsbrüchig geworden fein. Das ist ein derartig ungeheuerlicher Vorwurf, daß man sich nicht zu wundern braucht, wenn die Antwort aus Rom äußerst schroff ausfiel. Valencia und Moskau spielen das alte Spiel. Demgegenüber ist die Einberufung einer Konferenz der drei Mächte des Abkommens von Nyon der einzige Weg, um die roten Propagandalügen zu entlarven und Europa vom spanischen Kriegsbrand zu isolieren. D. S. Gegen Zwecklügen Valencias. Feststellungen Francos. Salamanca, 2. Febr. (DNB.) Von national- spanischer Seite wird mit Empörung darauf hmge- wicsen, daß, obwohl bis heute noch mcht einmal fest- aestellt sei, ob von der Besatzung des torpedierten Schiffes ein U-Boot gesehen worden sei oder das Schiff auf eine Mine gelaufen sei, schon wenige Stunden nach dem Untergang des Dampfers von Valencia eine Meldung m die gesamte Welt gegeben worden se,i, daß ein natio- n aispanisch es U-Boot, in einer weiteren Meldung hieß es sogar ein 11 a 11 e n t J d) e s U-Boot, den englischen Dampfer torpediert habe. Das fei wieder eines der üblichen rotspanischen Manöver, Zwischenfälle, an denen man auf national- spanischer Seite gar kein Interesse habe, herdeizu- sühren und Feindschaft zwischen den Mächten unb der nationalspanischen Regierung zu säen, die sich wenigstens Mühe gäben, auch der Regierung Francos objektiv gegenüberzutreten. Bedauerlicherweise hätte die englische Presse kritiklos und unkontrolliert die aus Valencia kommenden Meldungen zum Abdruck gebracht. Die nationalfpanischen Behörden stellen demgegenüber fest, daß die spanischen Bolschewisten in Cartagena eine U - Bootbasis haben, die von ausländischen K o m m un i st e n befehligt wird. Sie weisen ferner darauf hin, daß die Bolschewisten von der Versenkung des Schiffes noch vor der Landung der geretteten Matrosen wußten, obwohl das englische Schiff keine Radio st ation an Bord hatte. Die Bolschewisten haben daher die Nachricht von der Versenkung bereits verbreitet, als wahrscheinlich die Zeit abgelaufen war, die für die Torpedierung des Schiffes vorgesehen war. Konferenz her Ayon-Mchie. England wünscht Verstärkung der Mttelmeerpatrouillen. London, 2. Febr. (DNB.) Am Spätnachmittag des 31. Januar wurde, wie der britische Marineminister gestern im Unterhaus mitteilte, der englische Dampfer „E n d y m i o n" 16 Meilen südlich von Kap Captinoso durch ein Torpedo versenkt. Z e h n Mann der Besatzung, so erklärte der Minister, seien ertrunken, vier Ueberlebende hätten Cartagena erreicht. Die Stelle der Versenkung des Schiffes liege 20 Meilen von der Route entfernt, die im Abkommen von Nyon empfohlen worden fei. Er nehme an, daß das gesamte Haus ihm zustimme, wenn er diesen Akt der Piraterie verurteile. Die Vertreter der Mächte des Abkommens von Nyon find im englischen Außenamt zu einer halbstündigen Sitzung zusammengetreten. Wie verlautet, hat Eden den Botschaftern Italiens und Frankreichs Vorschläge auf eine Verstärkung der Mittelmeerpatrouillen vorgelegt. Die Vorschläge sind an die Regierungen Frankreichs und Italiens weitergeleitet worden. Wie Reuter meldet, haben vier britische Zerstörer, die auf der Höhe von Cartagena die Kontrolle ausüben, die Suche nach dem U- B o o t ausgenommen. Die Kreuzer „Southamp - t o n" und „N e w c a st 1 e" befinden sich auf b e m Wege nach Valencia. Die spanischen Bolschewisten lausen Kriegsmaterial in Paris. R o m , 2. Februar. (DNB.) Unter der Ueberschrift „Chautemps verfügt Ueberroeifung von Zehntausenden von Tonnen Benzin und Explosivstoffen nach Sowjetspanien" veröffentlicht „M e f f a g g e r o" eine Wiener Meldung, in der die Verhanlun - gen des rotspanischen „Botschafters" in Paris mit der französischen Regierung über Waffen- und Munitionslieferungen geschildert werden. So habe der sowjetspamsche „Botschafter" am 2. Januar direkt bei Chautemps um die Freigabe von 36 000 Hektolitern Benzin für Flugzeugmotore aus Bordeaux ersucht, deren Lieferung von Mini st er Cot bereits z u g e s i ch e r t, aber von seinem Nachfolger verweigert worden war. Chautemps habe nicht nur die Freigabe dieses Benzins angeordnet, sondern er habe den rotspanischen „Botschafter" darüber hinaus ermächtigt, zum Kauf von weiteren 250 00 0 Hektolitern Benzin unmittelbar Verhandlungen mit den Raffinerien aufzunehmen. Außerdem habe der rotspanische Botschafter mit Chautemps über die Lieferung von 1000 Tonnen Explosivstoffen aus den pyrotechnischen Laboratorien der französischen Marine verhandelt. Chautemps habe die 93erpflid)tung übernommen, die Lieferung beim zuständigen Minister anzuordnen. Am 2. Januar seien überdies von Hotchkiß der rotspanischen Botschaft 260 leichte und 50 schwere Maschinengewehre geliefert worden, in der Zeit vom 31. Januar bis 4. Februar werde von Schneider eine 15,2-Zentimeter- Flakbatterie neuester Bauart folgen. Am 10. Februar würden 10 der neuesten Bloch-Bomber mit großem Aktionsradius vom Flughafen Orly nach Barcelona abgehen. Im Februar werden Renault ein Dutzend schwerer Kampfwagen liefern, die ebenso wie weitere Waffen- und Munitionslieferungen für eine große sowjetspanische Offensive Ende Februar vorgesehen seien. Japan stellt Mißbrauch fremder Flaggen fest. Abwartende Haltung gegenüber den Mstungsplänen Englands und Amerikas. Tokio, 3. Febr. (DNB. Funkspruch.) Der Sprecher des Marineministeriums, Admiral Noda, erklärte der Presse, an der südchinesischen Küste hielten nun die japanischen Blockadeschiffe alle chinesischen Dampfer und Dschunken an, die Flaggens re m- ber Länder tragen, um die Nationalität fest- zustellen. Dabei beschränke sich die japanische Flotte lediglich auf diese Feststellung und benachrich - tige die Regierung der Länder, deren Flagge anscheinend mttßbraucht sei. Bisher wurde ein Mißbrauch der Flaggen Italiens, Amerikas, Norwegens, Griechenlands, Deutschlands und Englands festgestellt. Noda erklärte ausdrücklich, daß keine Verschärfung der Blockade beabsichtigt fei. * Auf die Frage, ob Japan beabsichtige, angesichts der geplanten'Aufrüstung der Vereinigten Staaten und Englands ebenfalls auszurüsten, erklärte Nado: 1. gebe der gegenwärtige chinesische Konflikt den anderen Staaten kein Recht der Aufrüstung, 2. warte Japan dieweitereEntwicklungdes 6 lot - tenbaues der anderen ab. Wenn aoer m der Nähe der japanischen Inseln die Flotten verstärkt ober militärische Einrichtungen geschaffen würben und Japan dadurch seine Landesverteidigung gefährdet sehe, werde es dies als eine Bedrohung der nationalen Sicherheit betrachten und gezwungen fein, entsprechende Rüstungsmaßnahmen zu treffen. Gegenwärtig jedoch fei Japan stark genug unb auf die künftige Entwicklung vorbereitet. Japan fordert Kennzeichnung ausländischen Eigentums. x Schanghai, 3. Febr. (DNB. Funkfpruch.) Die japanische Botschaft in Peking übersandte den dortigen ausländischen diplomatischen Vertretern eine Note. Sie fordert darin auf, im Hinblick auf bevorstehende japanische Operativ- n en in einem Gebiet, das im Süden vorn Jangtse und im Norden der Linie Tsingtau—Tarning— Paiyuan begrenzt wird, bas ausländische Eigentum deutlich zu machen. Auch wird die Fortschaffung der Ausländer aus diesem Gebiet empfohlen. Das ägyptische Abgeordnetenhaus aufgelöst. Neuwahlen verfassungsmäßig ausgeschrieben. Kairo, 2. Febr. (DNB.) Das ä g Y p ti,ch° Abgeordnetenhaus ist am Msttwochnachmit- tag — drei Stunden vor Sitzungsbeginn — durch königliches Dekret aufgelöst worden. Nach Bekanntwerden des Auflosungsdekrets zog Nahas Pascha mit sämtlichen Wafdabgeordneten vor das Varlamentsaebäude, fand jedoch verschlossene Türen. Er hielt sich in der Wandelhalle au, und weigerte sich zunächst der polizeilichen Aussorde- rung, das Gebäude zu Verlusten, nachzukommen. Nach einiger Zeit zogen die Wafd-Parlumentan-r iedock aeschlossen zum Saadi-Klub, um keineswegs d-n Anschein einer Murto,nung gegen den Beschluß des Königs zu erwecken. Das Parla- mentsoiertel hat starken P« Schutz erhalten. Trotzdem anden K u n d g e b u n - gen sür Nahas Pascha statt. Die N e u w a h l e n erfolgen innerhalb der ver- sasiungsmäßigen Frist von z-°°- Monaten. D.e erste Sitzung des neuen Hauses ist auf Den 12. April festgesetzt. * Die Auflösung der ägyptischen Kammer war täglich zu erwarten, seitdem am 30. Dezember 193 das Kabinett Nahas Pascha kurzerhand abgefe^t und die Kammer gleichzeitig vertagt worden war. Das letzte Parlament ging aus den Wahlen vom 2. Mai 1936 hervor, bei denen die später oppositionelle Wafd-Partei 163 Sitze von insgesamt 232, also eine starke Mehrheit, erhalten hatte. Nun hat zwar der König sich und seinem neuen Ministerpräsidenten Mohammed Mahmud Pascha mit der Beseitigung der Regierung Nahas bis zum Zusammentritt des Parlamentes freie Hand geschaffen. Da aber dieses Parlament in seiner großen Mehrheit die Regierung Nahas gestützt hatte, mußte es für den autoritären Kurs des jungen Königs als ungeeignet erscheinen, um so mehr, als das Parlament und die von ihm getragene Regierung Nahas ja auch den in Aegypten stark umstrittenen englisch-ägyptischen Vertrag durchgebracht hatten. Während England im Anschluß an die Unterzeichnung des Vertrages eine eifrige Werbung für die höchst an- zweifelbare These veranstaltete, daß Aegypten nunmehr völlig „unabhängig" sei, wuchs in Aegypten selbst die Erkenntnis darüber, welche Bindungen, vor allem militärpolitischer Art, die Engländer den Aegyptern in jenem Vertrage aufzuerlegen gewußt hatten. Der englisch-ägyptische Vertrag aber, der eben wegen jener Bindungen weite Kreise der nationalen Bevölkerung Aegyptens enttäuschen mußte, hängt mit der soeben erfolgten Auslösung der Kammer zusammen. Denn seit dem Abschluß des Vertrages, feit der zunehmenden Spannung in Palästina unb vor allem feit ber scharfen Zuspitzung der Lage in Fernost hat die Südostecke des Mittelmeerbeckens mit ihren Anliegergebieten für England einen noch wesentlich höheren strategischen Wert bekommen als vorher; eine Illustration zu dieser Tatsache liegt ja in der starken Vermehrung englischer Truppen in der Zone des Suez-Kanals sowie in der Anlage einer neuen Garnison- und eines Flugzeugstützpunktes. Wie' auf ägyptischer Seite, so betrachtete man nun auch von englischer jenes Abkommen mit zunehmend revisionistischem Blick. Daher schon bei der Vertagung der Kammer i.n Dezember die Mahnung in der englischen Presse, es müßten neue Wählerlisten angelegt werden, bei denen die Ergebnisse der Volkszählung von 1937 berücksichtigt werden sollten; der Sinn dieser Forderung besteht darin, die Bevölkerung des unteren Nilgebietes von etwa 6^/- Millionen, die teilweise englandfreundlich ist, für die britische Aegyp- tenvolitik nutzbringend als Wähler zu verwerten. Neben diesem außenpolitischen Thema beherrscht die Abgrenzung der Machtverhält- niffe zwischen dem König und der Wafd- Partei die Lage nach wie vor. Die Versuche des Führers der Wafd-Partei, Nahas Pascha, den jungen König Faruk in seinen verfassungsmäßigen Rechten zu beschränken, sind am Hofe auf unerwarteten Widerstand gestoßen, ber sich schließlich in ber Entlassung des Kabinetts Nahas Pascha im Dezember 1937 äußerte. Sein Nachfolger wurde Mohamed Mahmud Pascha, ein einflußreicher oberägyptischer Großgrundbesitzer. Während ber Krise hat sich gezeigt, daß die WJifd-Partei nicht in allen ihren Teilen bereit war, ihrem Führer Nahas Pascha in feiner Politik gegen den König zu folgen. Unter dem bisherigen Präsidenten der Kammer, Achmed Mäher, einem Bruder A l i Mäher Paschas, des sehr einflußreichen Hofministers König Faruks, hat sich ein Teil ber Wafd-Abgeordneten von Nahas Pascha gelöst. Diese neue Gruppe Achmed Mähers hofft nun, bei den Neuwahlen die parlamentarische Mehrheit zu erringen, was jedoch ohne die Unterstützung ber Regierung kaum möglich sein wird, da die Nahas-Truppe ber Wafd-Partei immer noch über einen sehr großen Anhang im Volke verfügt. B- R- parlamenfanscheSelbstversorßer Die Deputierten der französischen Kammer haben sich soeben eine „kleine" Freude bereitet: sie haben in der Form eines anonymen Kammerbeschlusses bie eigenen Tagegelder, die monatlich als Gehälter zur Auszahlung gelangen, um nicht weniger als 35 0. H. i n d i e Höhe gesetzt. Aus den 60000 Franken, bie sie bisher bezogen, find fomit 82 500 Franken aeroorben. Da strahlt der Deputierte, da freut sich feine Familie, wenn er aus Paris mit einer gut gefüllten Brief- lasche zurückkehrt. Nun ist man wieder etwas sorgloser, hat sich doch auch der Herr Deputierte den höheren Preisen und der allgemeinen Verteuerung der Lebenshaltung angepaßt. Immerhin auf Kosten der Allgemeinheit. Aber was will das schon angesichts der enormen Rüstungsausgaben, bie das französische Volk aufzubringen hat, befugen. Der Herr Deputierte hat aber mit feinen 35 v. H. gleich gründlich vorgesorgt und sich selbst versorgt. Schwer war es nicht: die Kammerfraktionen beschlossen, er selbst ist natürlich grundsätzlich gegen Einkommensaufbesserungen, die wieder wie ein Signal für andere wirken müssen, nun mit gleichen Forderungen zu kommen. Aber der Diatengötze gilt in der Kammer mehr als die Notwendigkeit, nun endlich einmal den Staatshaushalt in Ordnung zu bringen unb damit auf einen Schlag allen Erscheinungen inflationistischer Natur den Boden zu entziehen. An diese Notwendigkeit dürfte der französische Arbeiter beim Lesen des Diätenbeschlusses mit einiger Bitterkeit gedacht haben. Möglich, daß er sich bis dahin seine Abgeordneten noch als Menschen vorstellte, die nur an die Interessen von Volk und Staat denken, selbst um den Preis, einmal eine Mahlzeit im Restaurant der Kammer selbst bezahlen zu müssen. Nach ber 35prozentigen Gehaltserhöhung, die sich die Herren Abgeordneten gewährten, dürfte wohl nirgends mehr diese Vorstellung herrschen. D. S. Das Aufbauprogramm des Kabinetts Franco. Burgos, 3. Febr. (DNB. Funkspruch.) D>e spanische Nationalregierung wendet sich an alle Frontkämpfer, denen die größte Fürsorge ber Regierung gehöre, sowie an alle verwundeten und kriegshinterbliebenen Patrioten, die in R 0 tspanien leben müssen oder gar von den Bolschewisten gezwungen werden, in deren Reihen gegen bie Nationalen zu kämpfen. Die Regierung werde bie Gemeindeverwaltung neu regeln unb den Wieberaufbau ber von den Bolschewisten zerstörten Ortschaften durchführen. Das von den Bolschewisten gestohlene Gold werde durch doppelte Arbeitsleistung ersetzt. Das Kennzeichen der neuen Finanzwirtschaft fei ein fest- verankerter Sparsamkeitssinn. Die auswärtige Politik werde vom Friedenswillen eines Volkes diktiert, bas bie Schrecken bes Krieges fentien^ gelernt habe, aber vom Auslanb eine absolute Achtung feiner selbständigen Stellung 11 >. I ■gp IM 41 '1; Mg NSG Mrkers Eltern machen, jchen ei des So setzuog i Dtrftänbl national kommen. Deutsche in Kennte reichende 1 einer Si werden ji schen f)ai ' Die Irüi schenk. 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Nationalspanien werde niemals jene Völker vergessen, die dem spanischen Vaterlande in den schweren Stunden seines Kampfes gegen den Kommunismus ihre Freundschaft bewiesen hätten. Die Richtlinien für die Agrarpolitik sehen Verbesserungen der Lebensverhältnisse der Bauern und Landarbeiter vor und wollen durch eine gut- qeleitete Bodenkultur, durch bessere Vertei- hmg des landwirtschaftlich zu nützenden Bodens eine Ertragssteigerung bewerkstelligen. Die Botschaft kündigt dann die Aufhebung aller von früheren marxistischen Regierungen erlassenen glaubensfeindlichen Gesetzen an. Abschließend betont die nationale Regierung, daß sie keine von den Valencia-Bolschewisten vorgenommenen oder beabsichtigten Landabtretungen odep von den Bolschewisten getroffene internationale Verträge anerkenne. Der Führer bei Herrn von Neurach. Oie Glückwünsche des Diplomatischen Korps. „pflüg mit, Kamerad!" Die Hitler-Jugend wirbt für den Landarbeiternachwuchs. Der Ring der Autobahnen um Frankfurt Kreuzungspunkt der Nord-Süd- und der Ost-West-Autobahn. Die Zentralbauten der DAF. Ein nationalsozialistisches Gemeinschastshaus „Kraft durch Freude^ in Berlin. am heutigen Tage zeigt, bietet uns, den Häuptern der diplomatischen Missionen in Berlin, den erwünschten Anlaß, in feierlicher Weise d i e Gefühle herzlicher Anhänglichkeit und aufrichtiger Ergebenheit, die uns mit Ihrer hochgeschätzten Person verbinden, zum Ausdruck zu bringen. Wir alle wissen Ihnen aufrichtigen Dank für die erfreulicherweise so guten Beziehungen, die Euer Exzellenz stets zu den Mitgliedern des Diplomatischen Korps gepflegt hat. Das diplomatische Wirken, das von Eurer Exzellenz im Dienste Ihres Landes durch viele Jahre in verschiedenen Oer König von Schweden auf der Durchreise in Berlin. Berlin, 2. Febr. (DNB.) Seine Majestät der KönigvonSchweden traf auf der Durchreise nach der Riviera in Berlin ein. Zu seiner Begrüßung hatten sich der Kgl. schwedische Gesandte, Richert, sowie der Chef des Protokolls, Gesandter von Bülow-Schwante, auf dem Stettiner Bahnhof eingefunden. Vormittags stattete der Reichsminister des Auswärtigen, Freiherr von Neurath, dem König in der schwedischen Gesandtschaft einen Besuch ab. Auch der Führer und Reichskanzler stattete Seiner Majestät dem König in der Gesandtschaft einen Besuch ab. In Begleitung des Führes befanden sich Staats- Minister Dr M e i ß n e r und Obergruppenführer Brückner. Berlin, 2. Febr. (DNB.) Die Deutsche Arbeits- front hat in der Tiergartenstraße ein „Nattonal s o z i a l i st i sch e s Gemeinschaft sh aus .Kraft durch Freude^" errichtet, das in Anwesenheit sämtlicher Amtsleiter der DAF. seiner Bestimmung übergeben wurde. Reichsorganisattons- leiter Dr. L e y teilte dabei mit, daß an die Stelle der bisher zumeist von der DAF. benutzten früheren Gewerkschaftshäuser einige wenige große und monumentale Zentralbauten der DAF. treten sollen, von denen nach dem bereits fertiggestellten Schatzamt nunmehr auch dieses Gemeinschaftshaus in der Tiergartenstraße vollendet wurde. Das Haus, das von den Architekten Baurat Schulte-Frolinde und Nad olle gebaut wurde, steht den Mitarbeitern der NSDAP, und der DAF. aus Berlin und dem Reiche offen. In künstlerischer Hinsicht wird das Haus von „Kraft durch Freude", Amt für Feierabend, betreut. In der Art der Linienführung unb_ Innenausstattung entspricht es dem Stil, der in ähnlicher Form in den bereits fertiggestellten Großbauten der Partei und des Staates entwickelt ist. Reichsorganisationsleiter Dr. Ley gab weiter bekannt, daß in dem dem Gemeinschaftshaus später angegliederten Bürohaus vor allem die Dienststellen des Internationalen Zentralbüros „Freude und Arbeit" untergebracht Freiherr v. Neurath im Gespräch mit dem päpstlichen Nuntius Monsianore Drfenigo und dem französischen Botschafter Franxois-Poncet. — (Scherl-Bilderdienst-M.) Berlin, 2. Febr. (DNB.) Die Landarbeit braucht Nachwuchs, denn „ohne Landarbeit hungert das Volk". In dieser Erkenntnis haben Hitler- Jugend, Reichsnährstand und Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda gemeinsam eine Werbeaktion für Landarbeit der Jugend eingeleitet, die mit einer Kundgebung im „Atrium" in Anwesenheit zahlreicher Vertreter des Staates, der Partei, der Wehrmacht und des Reichsarbeitsdienstes eröffnet wurde, Der Chef des Presse- und Propagandaamtes der RIF., Oberbannführer Dr. Lapper, bezeichnete es als den Zweck dieser Aufklärungs- und Wer- bungsattion, die breiten Massen der deutschen Jugend über den Wert und die Bedeutung der Landarbeit aufzuklären. — Der Pressereferent des Reichs- Propagandaministeriums, Oberregierungsrat Dr. Clauß, betonte die Werbung für die Landarbeit unter der deutschen Jugend sei von überragender Bedeutung für den Kampf Deutschlands um seine Nahrungsfreiheit. Es gehe darum, der deutschen Landwirtschaft die nötigen Arbeitskräfte für ihre erhöhten Aufgaben im Dienste des Vierjahresplanes zu beschaffen. Daher komme es vor allem darauf an, daß die bäuerliche Jugend auf dem Lande bleibe, aber auch darauf, daß große Teile der städtischen Jugend wieder cher tüchtige Nationalsozialist, der tapfer auf sozialem und politischem Gebiet gegen den Marxismus gekämpft hatte, in der Bewertung vieler emem Kunst-Nihilismus zustrebender Künstler unsicher war. Umgekehrt hat mancher Künstler, dessen allgemeine Tätigkeit zweifellos als schönheitszersto- rend empfunden werden muß, auch Werke geschaffen, die als Einzelprodukte positiv bewertet werden können. Das Fundament, das für die bildende Kunst des Nationalsozialismus entscheidend ist, mag man folgendermaßen umschreiben: Für die Baukunst einfache monumentale Formen, die stets von den struktioen Notwendigkeiten aüsgehen und innere bauliche Logik entwickeln. Anerkennung, daß einige Formlinien, die Last und Stütze kennzeichnen, ewigen Charakter besitzen. Für Malerei und Skulptur wird das Schönheitsideal, das die Vorstellung des germanischen Menschen ausmacht, wieder zur Herrschaft aufrücken; nicht der Entartete, Kranke und Zerquälte wird im Zentrum nationalsozialistischer Gestaltung stehen, sondern der Starke, Gesunde, in dem sich schöpferischer Wille mit innerer Kraft und äußerer, charakterstarker Harmonie paart. Das deutsche Naturgefühl, wie es sich in der Liebe zu Tier und Landschaft immer wieder gezeigt hat, ist in den letzten Jahren stark hervorgetreten; nationalsozialistische Kunstpflege wird diese Entwicklung mit allen Mitteln fördern. Mit diesen Abgrenzungen und dem ehrlich fördernden Willen wird der Nationalsozialismus sich fernzuhalten haben von allen mißgebür- tigen Auswüchsen. Aber diese Haltung wird ihn auch bewahren müssen vor jedem Spießbürgertum, das vielleicht unter dem Vorwand der Bekämpfung des Kunstbolschewismus mühselige Erzeugnisse kleinlicher Pedanterie als Denkmäler großer Kunst em* l zuführen sich bemühen könnte. Berlin, 2. Febr. (DNB.) Der Führer hat aus Anlaß der Eröffnung des Hauses der Deutschen Kunst in München allen Bestrebungen auf dem Gebiete der bildenden Kunst eine einheitliche Grund- läge und Zielsetzung gegeben. Die Erfüllung der vom Führer gestellten großen Ausgaben erfordert die Zusammenfassung aller gleichgerichteten Kräfte. Im Dienste dieser Ziel- setzunq sind die Zeitschriften „Die Kunst im Dritten Reick/' und „Kunst und Volk" in der Zeitschrift „Die Kunst im Dritten Reich" vereinigt worden; sie erscheint unter der Herausgeberschaft des Beauftragten des Führers für die gesamte geistige und weltanschauliche Erziehung der NSDAP., Reichsleiter Alfred Rosenberg. Die bisherigen Herausgeber Professor Richard Klein, Direktor der Akademie für angewandte Kunst in München, und Professor Leonhard Gall stehen der Zeitschrift auch weiter zur Seite. Sie bilden mit Professor Speer, dem Generalbauinspektor für die Reichshauptstadt und Dr.-Jng. Todt für das deutsche Straßenbauwesen den ständigen künstlerischen Beirat. Als Hauptschriftleiter wurde Robert Scholz bestellt, dem Dr. Werner Ritt ich und Alexander Heilmeyer zur Sette, stehen. Reichsleiter Alfred Rosenberg schreibt im Januarheft über die Aufgaben deutscher Kun st Politik u. a.: Der Nationalsozialismus stand von Anbeginn an auch auf kulturellem Gebiete in eindeutiger Abwehr gegenüber der gesamten kunstbolschewistischen Bewegung, ebensosehr mußte er darauf bedacht sein, überlebte Formen geistloser Nachahmung der Vergangenheit nicht als für sich bindend anzuerkennen. Diese Auseinandersetzungen sind nach der politischen Seite in das Stadium unmittelbarer parteiamtlicher und staatlicher Betätigung getreten. Es zeigte sich, daß man- werden sollen, so daß das Gemeinschaftshaus dann gleichzeittg zum Empfang der ausländischen Gäste dient. „Es ist unser Wunsch und Wille", so erklärte Dr. Ley, „Deutschland zum sozialen Mittelpunkt der Welt zu machen. Den von der ganzen Welt anerkannten Vorsprung, den wir mit unserer sozialen Arbeit und insbesondere mit .Kraft durch Freude' haben, wollen wir behalten und immer weiter ausbauen." Dr. Ley teilte dann mit, daß in Uebereinftim* mung mit dem Generalbauinspektor für die Reichshauptstadt Prof. Speer folgende Neu- bzw. Derbesserungsbauten der DAF. in Berlin geplant sind: Zusammenfassung aller wirtschaftlichen Unternehmungen der DAF. und des DAF.« Verlages in einem Bau am Märkischen Ufer; Zusammenfassung derBetriebsgemeinschaf- ten und Fachämter der DAF. in einem Erweiterungsbau in der Potsdamer Straße, eine große „K d F." -Zentralstelle mit angegliederten, großzügigen „KdF."-Anlagen und einem ,LdF."-Hotel und schließlich im Rahmen der neuen Universitätsbauten ein arb eits wissen- schaftliches 3 n ft i t u t. Ein großer Zentralbau ~~~ *• r -1---1 "" o,e~- der Wege und Ziele der deutschen KunflpoM. Alfred Rosenberg Herausgeber der Zeitschrift »Oie Kunst im Okitten Reich". ----- FreiherrvonNeurat h dankte in bewegten Worten für die treue Mitarbeit der Gefolgschaft. Dann erschien der Staatssekretär und Chef der .. „ „ Auslandsorganisation im Auswärtigen Amt, Gau- Der Erfinder der G u 1 - f ch - K - n o n e Bohle, mit den Amtsleitern der 210. der wird am Samstag, 5. tfebruar, 8 0 Jahre a l t. y^DAP um dem Minister neben den Glück- ist der Ingenieur Otto Magirus dessen »nw,eYbcn Dank auszusprechen für die Unter- Vater die bekannten nach ihm benannten Leitern stützuna und das Verständnis, das er für die Arbeit erfand. Der Sohn, der jahrelang das väterliche Un= I ber Auslandsorganisation entgegenbrachte. Er über« ternehmen leitete, hatte vorzugswesie Feuerwehr- r^te cinc Erinnerungsgabe an die Stuttgarter gerate hergestellt und sie durch mancherlei^Verbesse- Tagung. Der Reichsminister erwiderte in herzlichen rungen modernisiert. Er ließ auch als erster Fabn- Porten kant Feuerwehrspritzen bauen, die den nötigen Was- • serdruck durch eine Dampfmaschine erzeugten, die Der Führer gralUNeN. oq Dampfspritzen Später begann Otto Magirus . ... dann auch die Herstellung von allerlei Geräten für Der Führer und R e ich s k an z le r erschien das Heer. Dabei kam er u. a. auch auf den Ge- in den Mittagsstunden im Haus des Relchsprasi- danken, eine Feldküche zu konstruieren, die mit benten, um feinem Außenminister zum 65. ©eburts- eigener Feuerung und unter Zuhilfenahme eines tag und 40. Dienstjubiläum seine heraltdjcn Glyzerinbades um den Kochkessel selbst während des G l Ü ck w ü n s ch e auszusprechen. Aus der Reihe der Marsches kochen konnte. So entstand die berühmte zahlreichen im Hause des Reichspräsidenten ferner „Gulasch-Kanone", die ja besonders im Weltkrieg erschienenen Gratulanten seien erwähnt die Reichs- ihre vielfachen Vorzüge bestens bewährt hat. Die mimfter Dr. Frick, Graf Schwerm-Kroftak Funk, moderne Feldküche führt für einen Tag Verpflegung Lammers, Seldte, Frank sowie Relchspressechef Dr. mit und ist auch so eingerichtet, daß sie neben einem Dietrich und Botschafter von Ribbenttop. Die Gluck- „Eintopfgericht" noch 'ein heißes Getränk liefern wünsche der Marine üb>rd im ,n9 Jfeben, b Ichopseri- re£ charok. Natur« .Tier unb JP m ben lwnalsozia, iQ mit ollen m unb bem ^^alsozia, ! mißgebür« i wirb ihn lburgertum. rerompsuna gnisse klein. ®unft em« beliefen sich 1937 auf rund 52 856 000 RM., aus aus arbeitet Und habet ift man zu her Erkenntnis gekommen, daß Europa den Krieg unb alles, was denen dem Berliner Stadtfackel ein Dergnügungs- steuersoll von rund 4 205 000 RM. zufloß. Aus aller Welt. Italienischer Rekordflieger Sloppani brennendem Flugzeug im Atlantik gerettet. riea und alles, was damit.zusammenhängt, in erster Linie mit europäischen Augen sieht und an die Probleme mit westlichem Denken herantritt. Das ist ein Ding her Unmöglichkeit, weil der Mensch des Westens anders als die Bewohner des Fernen Ostens zu -,23 -.45 -,9O Betrachtung unb Beurteilung des fernöstlichen Krie« §es auf die beiden, allein entscheidenden Faktoren: leit unb Ra um. Japan, das als Industriestaat empfindlicher ift, hat das größte Interesse daran, den Krieg schnell zu einem gewissen Ende zu bringen. Für China aber spielt die Zeit ebensowenig eine Rolle wie der Raum. Es hat Jahrtausende m einer freiwilligen Selbstblockabe gelebt unb leben können, weil es in einer Art ein Erdteil war, den heute noch der Ackerbau genau so ernährt wie vor 5000 Jahren. Das weiß heute jeder einzelne Chinese. Vielleicht erklärt sich auch daraus die Schicksalsergebenheit, mit der die Chinesen in diesem Kriege kämpfen und die sie bestimmt, trotz ihrer nach westeuropäischen Begriffen „verzweifelten" Lage alle Friedensvermittlungen abzulehnen. Kunst und Wissenschaft. Berlin, eine filmfreudige Stadl. Nach einer Statistik der Hauptsteuerverwaltung der Stadt Berlin haben die Lichtspieltheater in Groß-Berlin 1937 insgesamt rund 6 4593000 Besucher 3U verzeichnen gehabt. Der Rekord- monat war der März mit 6,654 Millionen Be- uchern, dem der Oktober mit rund 6 416 000 folgt. Naturgemäß zeigt sich im Sommer eine rückläufige Bewegung: hier hält her Juni mit 3 345 000 Be- uchern den Tiefenrekord. Juli und August zeigen mit 4 bzw. 4,5 Millionen bereits wieder eine steigende Tendenz. Im Durchschnitt waren 403 Lichtspieltheater mit zusammen 203 919 Plätzen ständig in Betrieb. Das bedeutet, daß die Berliner Filmtheater an 316 Tagen des Jahres ausverkaufte Zunghandwerker für Siedlungen NSG. Die Existenzgründung des Junghand- werkers nicht mehr allein vom Vermögen der Eltern ober von ererbtem Kapital abhängig zu machen, sondern die Tüchtigkeit des jungen Menschen entscheiden zu lassen, bedeutet Verwirklichung des Sozialismus im Handwerk. Bei der Übersetzung des Handwerks in den Städten ist es selbstverständlich, daß hierbei in erster Linie die großen nationalsozialistischen Siedlungen in Frage kommen. Die Gauheimstättenämter setzen bas Deutsche Handwerk von jedem Siedlungsvorhaben in Kenntnis, das für Junghandwerker eine ausreichende Existenzgrundlage bieten könnte. Die in einer Siedlung notwendigen Handwerksbetriebe werden sodann von der Reichsdienststelle des Deut- schen Handwerks in der DAF. schlüsselfertig erstellt. Die Träger der Siedlungen erhalten einen Zwisch e n k r e d i t in voller Höhe der nicht durch Hypotheken gedeckten Bausumme. Dieser Zwischenkredit wird auf ben Junghanbwerker, wenn er den Betrieb nach Fertigstellung übernimmt, übertragen. Nach einer gewissen Zeit wird der Handwerker Eigentümer des Grundstücks. Außerdem gibt das Deutsche Handwerk Betriebseinrich- iungsfrebite. Bedingung für die Darlehens- aewährung ist, daß der Junghandwerker an den Berufsausbildungslehrgängen der DAF. unb an den Reichsberufswettkämpfen für Gesellen teilgenommen hat. Er soll verheiratet, mindestens 28 Jahre alt und ,noch nicht in Konkurs gewesen fein. Ferner muß er feine Meisterprüfung mit einem guten Ergebnis abgeschlossen haben. Aus Zweckmäßigkeitsgründen hat sich die Reichsdienststelle des Deutschen Handwerks auch bereiterklärt, die Ansetzung von K l e i n h a n b e l s b e t r i e b e n in ben. Siedlungen zu übernehmen. Hier werden solche Bewerber bevorzugt, die neben der politischen und fachlichen Zuverlässigkeit auch genügendes Eigenkapital mitbnngen. einmal im Monat einen Kinobesuch leistet. Berlin Verband mit feinen Unteroerbänben unb her Deut- kann also als eine filmfreudige Stadt angefprocheN I sche Kolokiialkriegerbund an. Eine Reise nach Tokio. Don unserem H. Tr.-Lerichterstatter. Oer^BundOeutscherMarine-Dereine' im neuen Reich. Mit rund 32 000 Mitgliedern war her „Bund Deutscher Marine-Vereine" bereit und geeignet, im August 1933 die neu gestellte Aufgabe durchzuführen. Dem Neuaufbau des Bundes gehörte das Jahr 1934. So konnte im Frühjahr 1935 der Bund, gegliedert in Gaue und Kameradschaften, nach soldatischen Grundsätzen geführt, innerlich ausgerichtet, als erster der soldatischen Bünde Deutschlands unmittelbar der Kriegsmarine zugeführt werden. Unter dem Namen „Nationalsozialistischer Deutscher Marine-Bund" wurde er im März 1935 der Aufsicht bes Oberbefehlshabers der Kriegsmarine unterstellt als die Einheitsorganisation für alle ehemaligen Angehörigen (Offiziere, Beamte, Deckoffiziere, Unteroffiziere, Mannschaften) der Kriegsmarine Der alten und neuen Wehrmacht. Die Aufgabe war ihm damit gestellt, die mit der Wiedereinführung der Wehrpflicht in Deutschland Jahr für Jahr aus der Kriegsmarine ausscheibenden jungen Soldaten, die Reservisten der Kriegsmarine in seine Kameradschaften einzugliedern und so eine einheitliche, ganz Deutschland umfassende Marinegemeinschaft als Träger der großen Tradition der alten Kriegsmarine ' und der jungen Tradition der neuen Kriegsmarine und als lebendigen Träger der Verbreitung und Vertiefung des Willens zu deutscher Seemacht im ganzen deutschen Volkes zu schaffen. Am Mittwoch früh startete der italienische Rekordflieger Mario S10 ppani von Natal in Brasilien Aum Rückflug Nach Italien. Auf diesem Flug geriet Die Maschine über dem Atlantik in Brand. Auf die 808-Rufe des Flugzeuges starteten sofort zwei Dornier-Walflugboote vom Südatlantik-Flug- bienft der Deutschen Lufthansa, „Boreas" unter Führung von Flugkapitün Blume und „Samum" unter Führung von Flugkapitän Großschopf f. „Samum , zu deren Besatzung ferner Flugzeugführer Esau, Flugmaschinist Schmischke unb Flugzeugfunker Preusch 0 ff gehörten, konnte das brennend im Atlantik treibende Wrack auffin- ben. Obwohl außergewöhnlich schlechtes Wetter herrschte, führte Flugkapitän Großschopff in echter Fliegerkameradschaft die sehr schwierige Landung durch und brachte St 0 ppani an Bord des „Samum". Bedauerlicherweise konnten seine beiden Begleiter aus dem völlig zerstörten Flugzeug nicht mehr geborgen werden. Stoppani hatte am 29. Dezember 1937 durch einen Flug von Cadiz nach Brasilien einen neuen Streckenweltrekord für Wasserflugzeuge mit einer Leistung von 7000 Kilometer aufgestellt. Er t)at für Italien 19 internationale Flugrekorde errungen. Flieger versorgt eine einsame Insel mit Lebensmitteln. Die Bewohner der einsamen Insel Rathlin an der nordirischen Küste, biex seit Wochen infolge der Stürme vom Festlande abgeschnitten sind unb1 daher keine Lebensmittel mehr bekommen haben, sind jetzt von einem Flugzeug verproviantiert worden. Die meisten Bewohner der Insel hatten noch nie ein Flugzeug gesehen, unb als es dem Flieger gelang, auf einem Felde glücklich zu landen, wurde er von der gesamten Bewohnerschaft begeistert empfangen. Geistesgegenwärtiger Lokomotivführer verhindert ein Eisenbahnunglück. Die Geistesgegenwart eines Lokomotivführers verhinderte ein Eisenbahnunglück. Don her Lokomotive des Nachtschnellzuges Calais—Bafel hatte sich in voller Fahrt in der Nähe von Lille bas eine ihrer 1800 kg schweren Antriebsräder gelöst. Der Lokomotivführer bemerkte ben Unfall und brachte den Zug auf ganz kurzer Strecke zum Stehen, ohne daß die Lokomotive oder ein Wagen entgleiste. Wetterbericht Die vom Atlantik ausgehende Wirbeltätigkeit setzt sich fort, hat sich aber abgeschwächt unb weiter nordwärts verlagert. Wir verhleiben aber noch in ihrem äußeren Einflußbereich, so daß noch nicht mit Beständigkeit ober Besserung gerechnet werden kann. Aussichten für Freitag: Vielfach dunstig, sonst bewölkt bis apfheiterno, nur noch vereinzelte leichte Niederschlage bei westlichen Winden, tagsüber ziemlich mild. Aussichten für Samstag: Vielfach dunstig unb leicht unbeständig, aber nicht durchweg unfreundlich. Lufttemperaturen am 2. Februar: mittags 3,2 Grad, abends 1,6 Grab: am 3. Februar: morgens 1,7 Grad. Maximum 6,2 Grad, Minimum heute nacht 1 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 2. Februar: abends 2,2 Grad: am 3. Februar: morgens 1,4 Grab. — Niederschläge 4,5 mm. — Sonnenscheindauer 2,3 Stunden. Wintersport-Vetterbericht. Vogelsberg, Herchenhainer, Höhe: Starker Schneefall, —2 Grad, 8 Zentimeter Gesamtschneehöhe, 8 Zentimeter Neuschnee, Pulverschnee, Ski und Rodel gut. Rhön, Wasserkuppe: Nebel, —5 Grad, 7 Zentimeter Gesamtschneehöhe, 4 Zentimeter Neuschnee, Pulverschnee, Ski möglich. Schwarzwald, Feldberg: Heiter, —5 Grad, 1,60 Meter Gesamtschneehöhe, 7 Zentimeter Neuschnee, Pulverschnee, Ski sehr gut. Alpen, Garmisch-Partenkirchen: Bewölkt, —3 Grad, 45 Zentimeter Gesamtschneehöhe, 6 Zentimeter Neuschnee, Pulverschnee, Ski und Rodel sehr gut. In den Höhenlagen über 800 Meter werden voraussichtlich die bestehenden Schneesportmöglichkeiten erhalten bleiben. In Höhen bis zu 800 Meter muß mindestens zeitweilig mit Temperaturen über 0 Grad gerechnet werben. denken gewohnt ist. Infolgedessen kann man an die Ereignisse im Fernen Osten auch nicht die westlichen Maßstäbe anlegen. Das gilt sowohl für die wirt- chastspolitischen als auch für die militärischen Fragen. Weil man immer wieder das Allerwichtigste, nämlich gewisse Unwägbarkeiten nicht berücksichtigt, oll nun einmal anhand einiger Beispiele gezeigt werden, daß die im Westen allgemein gültige mathematische Regel „2X2 = 4" im Fernen Osten nicht unbedingt Geltung zu haben braucht. Zunächst einmal muß man sich bei allen Sage» detrachtungen unb «beurteilungen als Wichtigstes immer wieder bie Größe Chinas und die Größe des Kriegsschauplatzes vor Augen halten: China reicht — auf europäische Verhältnisse übertragen — sozusagen vom Nordkap bisAthen unb die Chinesen, die die einzelnen Provinzen bie» es Gebietes bewohnen, sind untereinander genau 0 verschiedenwiedie Völker Europas, bie in dem gleichen Riesenraum wohnen. Das apanische Inselreich — das man in diesem Vergleichsfalle geographisch etwa mit England gleichsetzen kann — hat aus Gründen, die nicht Hierher gehören, dieses China angegriffen und nach chweren Kämpfen „Hamburg" — sprich Schanghai — genommen und bann den Vormarsch auf Nanking — sprich „Berlin" — angetreten. Es hat schließlich bie Reichshauptstadt erobert, worauf die chinesische Regierung ihren Sitz etwa 2000 Kilometer weiter östlich — sagen wir mal in Moskau — aufgescklagen hat. Gleichzeitig ist eine andere japanische Armee in Nordchina eingerückt unb hat hier fünf Provinzen besetzt, bie etwa Litauen, Lettland, Estland und einem Teil von Polen entsprechen würden. Zur selben Zeit blockiert eine japanische Flotte die chinesische Küste, die sich — um das Beispiel fortzuführen — von Deutschland über Frankreich, Spanien bis Süditalien oder womöglich Griechenland hinzieht. Allein aus diesen Maßstäben geht schon hervor, daß man sich über die Tatsache nicht zu wundern braucht, wenn der Chinese bas bisher an bie Japaner verlorene Gebiet als genau so „unbedeutend" ansieht, wie unter ähnlichen Kriegsverhältnissen etwa ein Bewohner der „Vereinigten Staaten von Europa" den Verlust von Liechtenstein ober Andorra. Gibt es doch in China Provinzen, deren Bewohner vielleicht auch jetzt erst nur ganz dunkel von Hörensagen wissen, daß „irgendwo m diesem Riesenreich Krieg ist, und die das nut der gleichen Ruhe zur Kenntnis nehmen, rote etwa em bulgarischer Bauer die Nachricht von bem Krieg in Spanien. Aus dieser Sachlage ergibt sich aber bie logische Folgerung, daß — im Gegensatz zu Europa — bie chinesische Dolksmeinung ober -stim- mung niemals eine Regierung zwingen aber veranlassen kann, Frieden zu schließen. Ein europäisches Land kann z. B. durch eine effektive Blockade an ben Rand einer Hungersnot gebracht werden, unb bie jeweilige Regierung kann bann von ihren eigenen hungernden Burgern zum Friedensschluß gezwungen werden. Eine europäische Regierung wird also unter diesen Umstanden vielleicht Frieden schließen müssen, weil sonst eine oder Zwei oder vielleicht 10 Millionen Men chen verhungern Aber auch bie er Gesichtspunkt fallt in China ort: China hat 400 bis 500 MMionen Einwohner und ob nun - dafür kennt die Geschichte genugenb Beispiele - bei einer Rieftnuberschwern- mung, die ein Gebiet so wie Preußen unter Wasser setzt 10 Millionen Menschen durch diese Naturkatastrophe ober ebenso viele Fliegerbomben umkommen das ist in der Enbwirkung dasselbe! Denn genau so wie sich der Japaner an seine Er^ bebenkatastrophen gewohnt hat, genau so hat sich China der Wirkung großer Hungers- ober Wasserkatastrophen angepaßt, die mehr Opfer fordern als iemal« ein Krieg fordern kann. Hinzu kommt, daß d» Mn°1- seit s°st W Jahren an Bürgerkriege aröfcten Skiles gewohnt ist unb daß es in der Praxis für den Bauern auf das gleiche hmauslaust, ob seine Felder von eigenem oder fremdem Militär verwüstet werben. „Gewiß" — wirb man sagen — ,Has mag alles timmen, aber wie steht es denn mit ben materiellen Verlusten?" — Nun, auch darauf läßt sich eine Antwort geben: China ist e i n Bauernland, unb die gute Erde ernährt ben Chinesen immer. „Er ist wie ein Kornfeld", sagt bas Sprichwort, „der Winb geht darüber hinweg, die Aehren neigen sich, richten sich wieder auf und wachsen weiter? Wer einmal chinesische Siedler bei der Arbeit beobachtet hat, die ohne einen Pfennig Geld in bie Mandschurei tarnen — also genau so arm waren, wie die jetzt von Haus und Hof flüchtenden Bauern —, wo sie sich schon -nach drei bis vier Jahren wieder ein hübsches Anwesen geschaffen hatten, der weiß, daß auch alle bäuerlichen Kriegs- schäden, die jetzt im eigentlichen China zu verzeichnen sind, in drei ober vier Jahren wieder behoben sind. Aus Lehm klebt der Bauer sich sein Haus wieder zusammen, beginnt von neuem zu säen und zu ernten, wie er es seit 5000 Jahren tut, unempfindlich selbst gegen bie härtesten Entbehrungen... „Aber bie vernichteten Inbustrien?" — fragt der Westler verblüfft. „Wieso?" antwortet der Chinese. „Die meisten Anlagen sind ja doch mit eurem Gelbe erbaut und geschaffen, ihr könnt auf den chinesischen Markt nicht vernichten, unb ihr werdet froh sein, 'wenn ihr das alles wieder aufbauen dürft! Und in 100 Jahren, wenn ihr Europäer im Fernen Osten überhaupt nichts mehr zu sagen habt, bann gehören s i e uns!" — Und bann geht der reiche chinesische Kaufmann, der bisher am Tage spielend 1000 Dollar und mehr für feine persönlichen Bedürfnisse auszugeben pflegte, hin... setzt sich an seine Reisschüssel und wird zufrieden mit 10 Zents am Tage satt. Denn auch er ist wie bas Kornfeld, über bas der Sturm dahin- brauft... „Aber wenn die chinesische Armee geschlagen ist, dann kann doch China keinen Krieg mehr führen?" — „Oh!" sagt dann der Chinese — „man kann ja auch ohne eine Armee Krieg führen! Auch in der großen Politik braucht man feine Tanks und keine Flugzeuge und erringt doch große Siege! Denn es kommt ja nicht auf bas Gewinnen von Schlachten, sondern auf die Vernichtung bes Gegners an. Und bie läßt sich auch mit anberen Mitteln erreichen" — sagt der Chinese, geht hin und steckt sämtliche japanischen inbustriellen Anlagen in China in Brand. Vernichtet — siehe Tsingtau — in wenigen Stunden all das, was Japan im Laufe eines Menschenalters dort und anderswo aufgebaut hat. Setzt auch gleichzeitig die eigenen, chinesischen Anlagen mit in Brand, wie es Graf Rastopschin einst mit Moskau getan hat. Und dann wandert eine Gesamtbevölke- rung von 300 000 aber 500 000 Einwohnern „einfach" aus. Zu Fuß, zu Pferd, mit dem Fahrrad, in der Rikscha, wie es grabe kommt. Denn ob man vor Flutgefahr — wie so oft in her Vergangenheit — ober vor Kriegsgefahr feine Heimstätte aufgibt, bleibt sich in her Enbwirkung gleich: vor allem weil jeher Chinese auf Grunb seines ausgeprägten Familienkults, der bas ausschlaggebende Geheimnis der Widerstandskraft dieser Rasse ist, immer weiß: Irgendwo, unb wenn es 2000 Kilometer weit ist, habe ich einen „Verwandten", bei bem ich unterschlüpsen kann unb her mich vor allem nicht nur aufnehmen wirb, sonbern auch aufnehmen muß! Wie schwierig es für eine Truppe ist, in ein von allen Menschen verlassenes Gebiet zu kommen, hat bie beutsche Armee im Weltkrieg beim russischen Rückzug erfahren. Aber bas mar Damals nur ein ganz kleiner Rückzug im Vergleich zur heutigen chinesischen Völkerwanderung, bei her vielleicht schon mehr Menschen unterwegs finb, als in her geschichtlich so genannten Völkerwanderung. Gemessen am Weltkriege verhält sich her Kraftfaktor her japanischen Armee zum besetz- ten chinesischen Gebiet etwa so, wie bie brutschen Besatzungsiruppen zur Weite her Ukraine ... auch bieje Tatsache ist ein wichtiger Punkt in ben chinesischen Verlegungen. Eine englische Fernoft-Zei- tung schrieb soeben: „Die Gefahr besteht, baß her derzeitige Krieg zwischen zwei bewaffneten Heeren in einen Zerstörungswettlauf entartet, weil Japan nach bem an sich richtigen Grundsatz: „Der grauiamfte Krieg ist der beste, weil kürzeste: unter Einsatz aller militärischen Zerstörungsmittel die Chinesen so rasch wie möglich friedensbereit machen will, während die Chinesen durch Vernichtung aller für bie Kriegführung wichtigen Werte ben Japanern ben Boden unter den Füßen fortzuziehen versuchen ..." Hier liegt der Schlüssel zur richtigen Beurteilung der Kriegführung im Fernen Osten: Hier in Ferno t wird zum ersten Male jener totale Krieg geführt, für den die Kriegsgeschichte bisher noch kein Bei» piel kennt und der infolgedessen nicht mehr — wie Die vier irischen Sachverständigen, die nach Abschluß her Londoner Besprechungen deVale r a s in London geblieben waren, um mit bri- chen Sachverständigen Einzelfragen zu beraten, inb nach Dublin zurückgekehrt. In der nächsten Zeit soll eine neue Zusammenkunft zwischen der englischen und her irischen Regierung ftattfinben. es BDM. --Werks „Glaube und Schön- werden. Die Einnahmen aus ben Eintrittskarten eit ernannt. f-^r- r"' 1 -- — es bisher noch in den europäischen Lagebeurteilungen in Betrachtungen geschieht — mit ben bisher gültig gewesenen Maßstäben gemessen werben kann. Kampflose Aufgabe eines Riesengebietes, das im engen europäischen Raume gleichbebeutend mit bem Verlust bes Krieges fein muß, kann hier in Fernoft ür ben Räumenben eine gewonnene Schlacht bedeuten, weil her verfolgende Gegner zur weiteren Entfaltung von Kräften gezwungen wird, die ihm bann an anberer lebenswichtigen Stelle — sagen wir einmal,, in her Heimat — fehlen. Und anber= eits wieder kann ein Sieg, den man nach west- ichen Generalstabsgrundfätzen als einen „einwandfreien, allen Vorschriften unb Regeln her Kriegskunst gerecht roerbenben Sieg" wertet unb aus bem man bann im Westen bie entsprechenden taktischstrategischen Folgerungen ziehen kann, nichts weiter als ein Zeitverlust sein. Damit kommen wir bei dep V. Zmponderabilien... Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten! Tokio, Januar 1938. Also — da ift man nun glücklich in Tokio ein» getroffen, hat die üblichen Besuche gemacht, mit Oiesem unb jenem gesprochen, hat die allgemeine und besondere Kriegslage von jedem Gesichtswinkel aus betrachtet und sich durch Berge von in- und vor allem ausländischen Zeitungen hindurchgeWachsende Steuer- undZolleinnahmen des Reiches. Berlin, 2. Febr. (DNB.) Die E i n n a h m e n des Reiches an Steuern, Zöllen unb anderen Abgaben betrugen (in Millionen Mark) im Monat Dezember 1937 bei ben Besitz- unb Verkehrssteuern 1170,6 gegen 902,2 im Dezember 1936, bei ben Zöllen unb Verbrauchssteuern 351,3 (313,7), insgesamt also 1521,9 (1215,9). In her Zeit vom L April bis 31. Dezember 1937 betrug bas Aufkommen im Vergleich zum entsprechenben Dorjahrszeitraum bei den Besitz- und Verkehrssteuern 7411,9 (5874,7) und bei ben Zöllen- unb Verbrauchssteuern 3066,4 (2709,9), zusammen also 10 478,3 (8584,6). Im einzelnen überstieg das Auskommen an Lohnsteuer im Dezember 1937 dasjenige im gleichen Monat bes Vorjahres um 22,0 Millionen Mark. An veranlagter Einkommensteuer finb im Dezember 1937 126,9 Millionen Mark mehr als im gleichen Monat des Vorjahres aufgekommen. Insgesamt ergab sich also im Dezember 1937 bei her Einkommensteuer em Mehr von 149,4 Millionen Mark gegenüber bem Aufkommen tm Dezember 1936. Das Aufkommen an Körp e r» fchaftsfteuer im Dezember 1937 roar um 79,9 Millionen Mark höher als hn Dezember 1936. An Umsatzsteuer sind im Dezember 1937 28 Millionen Mark mehr aufgekommen als im Dezember 1936. Die Zölle und Verbrauchssteuern ergaben im Dezember 1937 zusammen 37,6 Mill. Mark mehr als im Dezember 1936. Kleine politische Nachrichten. Der Jugend sichrer des Deutschen Reiches hat die Führerin Des Obergaues Franken, Obergaufuhrerin Clementine zu Castell, in die Reichsjugend. führung berufen unb sie zur Beauftragten Nationen in ehrenvoller Weise ausgeübt mürbe, hat Ihnen jene Ruhe bes Urteils und jenes freundliche Entgegenkommen verliehen, bas wir im Laufe dieser Jahre immer unb immer wieher erfahren bürsten, so baß unsere Tätigkeit bei Ihnen stets im Zeichen Wohlwollen» der Verständigung erfolgen konnte. Dieser unserer Dankbarkeit unb unserer Wertschätzung wollten wir, bie Häupter her biplomatischen Missionen in dieser Hauptstadt, mit einem bescheidenen Andenken Ausdruck geben. Eure Exzellenz möge dasselbe mit Ihrer gewohnten Freundlichkeit annehmen und aus demselben zugleich unseren heißen Wunsch hevauslesen, daß es Ihnen vergönnt fein möge, noch viele Jahre zum Besten Ihres Volkes und zur Aufrechterhaltung friedlicher Beziehungen unter ben Nationen zu wirken." Hierauf überreichte her Nuntius Orfenigo brei prachtvolle Silberfchalen, gefüllt mit kostbaren O r ch i d e e n d l ü t e n , als Geschenk des Diplomatischen Korps. Der Reichsminister des Aeußeren gedachte in feiner Dankesrede mit warmen Worten her guten Zusammenarbeit, bie seit vielen Jahren zwischen hem Diplomatischen Korps unb ihm besteht. Er drückte seine besondere Genugtuung aus, daß bas Diplomatische Korps durch seinen Doyen ihm in so herzlichen Worten ben Dank für feine stete Bereitschaft ausgesvrochen habe, dem Diplomatischen Korps bie Erfüllung seiner Aufgaben zu erleichtern. Doppelzüngige Politik in Prag Die sudetendeutschen Tageszeitungen berichten über eine Tagung des Tfchechisierungsver- eins für No ro mähren, Narodni Jednota, in der in schärfster Weise das weitere Vordringen her Tschechisierung in Nordmähren gefordert wurde. Entgegen den zahlreichen Versicherungen der tschechischen Staatsmänner berichtete der Leiter des genannten Tschechisierungsvereins, daß insbesondere durch die Bodenreform zahlreiche Grundbesitze in die Hände her Tschechen gelangt finb. Aber diese Arbeit müsse fortgesetzt merben. Jnsbe- fonbere müsse der Hauptftutzpunkt in Nordmähren, bie deutsche Stadt Ste.rnberg, endlich vollkommen in bie Hänhe her Tschechen fallen. Alle dortigen Staatsämter, bie Tabatfabrik, ferner bie Ansiedlung tschechischer Handwerker unb Kaufleute unb bie systematische Ueberführung deutschen Haus- unb Grundbesitzes in tschechische Hände, werden unter Ausnützung der jetzigen schwierigen Wirtschaftslage dieses Ziel erreichbar machen. — Die sudetendeutschen Blätter verweisen darauf, daß gerade solche Kundgebungen eindeutig zeigen, wie doppelzüngig bie tschechische Politik sei. Während die Staatsmänner von Zusammenarbeit und Schutz der Minderheiten sprechen, wird planmäßig mit Hilfe der staatlichen Organisationen und Aemter die Tschechisierung des subetenbeutschen Gebietes durchgeführt. P r i n z Bernhard derNiLderlande hat, ! leichzeitig auch im Namen seiner Gemahlin, her Kronprinzessin Juliana, bem Führer seinen aufrichtigsten Dank für die Glückwünsche anläßlich der Geburt der Prinzessin Beatrix ausgesprochen. Häuser hatten. Aus den Zahlen ift ferner ersichtlich, . , „ . , „ . , baß sich jeder Berliner schätzungsweise mindestens I Korporativ schlossen sich ihm her Marine-Offizier- Wan Koll erzählt vom „Urlaub auf Ehrenwort". Ein Frontkämpfer und Dichter bei den Kameraden der Berliner HZ. Berlin, im Januar. In unseres Kindheit hatten wir selten Gelegenheit, einen richtigen Dichter zu Gesicht zu bekommen. Ein Dichter... darunter konnten wir uns wenig vorstellen und bei den meisten unserer herrlichen Kinderbücher war uns der Mann, der sie schrieb, ganz unwichtig, viel wichtiger waren uns die Männer, die das erlebten, was der Dichter da geschrieben hatte. Er hätte sich das ausgedacht? Ach was, das mußte alles wahr sein, das konnte nur erlebt sein, Lederstrumpf gab es wirklich, und die Helden von Karl May und den unheimlichen Sherlock Holmes! An das mußte ich denken, als ich im Schulsaal der Schulinsel Scharfenberg, einem wahren Jungen- paradies in einem der größten Berliner Seen, mit Hunderten von Hitlerjungen zusammen einem jungen Dichter zuhörte, der, selbst in HJ.-Uniform, den Jungen ein eben gestaltetes ostpreußisches Märchen erzählte. Die Jungen hatten ihm einen begeisterten Empfang bereit, schon zur Fähre hatte man ihm ein Ehrengeleit gestellt, und als der junge Dichter, der Verfasser der so rasch volkstümlich gewordenen Novelle „Urlaub auf Ehrenwor t", Kilian Koll, noch auf der Fähre erfuhr, daß ein Teil der Schüler der Insel im Sommer eine Ostpreußenfahrt gemacht hatte, kannte die Freude kaum Grenzen. Sie wurde gesteigert, als vor dem Vortrag der Jungenchor ein Marschlied zum Besten gab, „Nach Osten geht unser Schritt", vom Schulleiter auf der denkwürdigen Fahrt selbst gereimt. Nun paßte es doppelt gut, daß der Dichter, dem Ostpreußen Herzenssache wurde, seit er dort lebt, den Jungen das Märchen von dem Stinthengst von Nikolaiken erzählte, diesem riesigen Fisch mit dem goldenen Krönchen, der noch heute an der Brücke von Nikolaiken in Masuren angeschmiedet liegt. Hitlerjungen kann man keine Märchen erzählen? Das hätten Sie einmal sehen sollen, mit welch fröhlicher Spannung sie dieses Märchen aufnahmen, das da ein leibhaftiger Dichter vor ihnen improvisierte, denn das hatte er ausdrücklich vorher gesagt, ausgeschrieben gäbe es dieses Märchen nirgends bisher, es werde überliefert von Mund zu Mund. Aber das größere und für die Jungen besonders aufregende Ereignis sollte noch kommen. Denn nun erzählte Kilian Koll ihnen aus einem seiner Bücher die Novelle: „Urlaub auf Ehrenwort". Erzählte? Er tat weit mehr. Er ließ die Jungen die ganze Geschichte von vorn an miterleben, wie dies Häuschen Soldaten da ankommt auf dem Schlesischen Bahnhof, wie der Gefreite Hartmann die Bresche in die eiserne Disziplin schlägt, wie der Leutnant sich als ein schlechter Leutnant und als ein prächtiger Mensch erweist und wie zum Ende alles gut wird. Aber dann kam das Schönste. Dann sagte nämlich der Dichter: „Der Leutnant, den dies alles anging, war ich, ich habe diese Geschichte selb st erlebt! Und von den hundertzwanzig Mann, die einmal dabei gewesen sind, wird ja ein Bruchteil aus dem tobenden Kessel des Krieges entronnen feiiy Er mag es euch bezeugen!" Die hundert Jungen der Schulinsel Scharfenberg saßen einen Augenblick mucksmäuschenstill. Da hatten sie einen richtigen Dichter seine Geschichte erzählen hören, für deren Helden ihre Jungenherzen augenblicklich glühten. Und nun war der Dichter zugleich auch der Held! Wahrhaftig, da blinkte das EiserneKreuz 1. Klasse und das silberne Verwundetenabzeichen auf dem braunen Hemd, neben dem Abzeichen der Hitler-Jugend und der Segelfliegerei. Also wurden die alten Jungenträume wahr, die ihre Helden immer für echt gehalten hatten, für die zwischen ihnen und dem, der ihre Geschichte niederschrieb, eigentlich kein Unterschied war. Hier stand ja einer, der bewies es ihnen, er war der Leutnant, dem ihre jungen Herzen zugeflogen waren, konnte es auch anders fein? Und als sie nun gar hörten, daß die Entstehung des Films, von dem ganz Berlin seit einigen Tagen spricht, auf diesen früheren Leutnant und heutigen Dichterkameraden und auf seine packende Novelle zurückgeht, da kannte ihre Bewunderung keine Grenzen. Da stand er in ihrer Uniform, einer der ihren, und war doch schon in dem Großen Kriege gewesen, hatte mit ihren Vätern dieses wunderbare Erlebnis gehabt und war noch jung und spannkräftig und begeisterungsfähig wie sie. So wollten sie auch einmal sein, man las das Gelöbnis förmlich von ihren leuchtenden Augen ab. Nachher wurde der Dichter noch auf der Schulinsel herumgeführt. Ihm gefiel die verwilderte Ursprünglichkeit, die der größere Teil der Insel bewahrt hat, seit der Naturforscher Dolle einst seltene Bäume und südliche Pflanzen auf ihr ein- Wer an einem klaren, mondscheinlosen Februarabend etwa eine Stunde nach Sonnenuntergang den westlichen Horizont mustert, wird bei aufmerksamer Beobachtung wahrnehmen, daß der Himmel nicht gleichmäßig dunkel ist, sondern daß sich von der Gegend des'Sonnenuntergangspunktes ein matter Lichtkegel erhebt, der nach links geneigt ist und sich vom Sternbild der Fische über den Widder bis hinauf zu den Plejaden erstreckt. Das Leuchten ist freilich nur sehr schwach, aber gerade in der Zartheit der Erscheinung liegt der Reiz ihrer Beobachtung. Die Augen müssen wenigstens eine Viertelstunde lang sich an die Dunkelheit gewöhnt haben; kein Mondschein und selbstverständlich auch fein künstliches Licht darf die Beobachtung stören. Der Westhimmel muß bis zum Horizont hinab klar sein. Da der Mond am 8. Februar in das erste Viertel eintritt, am 14. Vollmond ist, wird man also an den ersten drei Februarabenden, im letzten Monatsdrittel und in der ersten Märzwoche nach dem Tierkreislicht Ausschau halten können. Der schräge Lichtkegel liegt stets in ober sehr nahe der Ebene des Tierkreises oder der Ekliptik, die sich im Februar besonders steil über den Horizont erhebt. Daher ist in diesem Monat und im März das Tierkreis- ober Zodiakallicht am besten zu erkennen. In ben Tropen und Subtropen ist das Zodiakallicht ein viel auffälligerer Schmuck der Nächte als bei uns. Die Astronomen scheu in ihm, besonders nach den eingehenden neuen Untersuchungen von C. Hoffmeister, einen kosmischen Staubring, der die Sonne in der Ebene der Ekliptik umgibt und ben Raum bis zur Jupiterbahn einnimmt. Die äußerst fein verteilten Staubmassen fügen sich ganz in den Bau des Planetensystems ein; sie leuchten im reflektierten Sonnenlicht. gebürgert hat. „Hätte ich mir's aussuchen können, ich hätte mir keinen schöneren Ort für meine Lesung wählen können", meint der Dichter, der im Rahmen der Erzählerwoche der HI. und des W i n - terhilfswerk^s in vielen Schulen Berlins solche Vorträge halt. Das hören die Jungen gern. Stolz führen sie die ganze Insel, ihr alleiniges Reich, vor. Im Wald verstreut liegen die Heime, in denen in spartanischer Einfachheit die Schüler wohnen. Bett, Truhe und schmales Spind, wie bei den Soldaten, sind die Einrichtungsgegenstände der Schlafsäle. Die Anforderungen sind hart und zugleich eine Auslese. Die Vorzüge und Schönheiten dieses Aufenthaltes müssen mit Leistung und Härte gegen sich selbst erkauft werden. Ein Teil der Insel wird bewirtschaftet, unter einem Diplomlandwirt wird ein Teil der Jungen in Landwirtschaft vor- gebilbet. Es gibt auch Schlosser, Schmiede und Tischler unter ihnen. Und alle sind sie tüchtige Sportsleute, im Sommer viel im und auf dem Wasser, im Winter Eisläufer. Daran findet der Dichter Gefallen. Er ist Sportsmann, Segelflieger und Naturfreund, kein blasser Stubenhocker, das sehen sie ihm an. Ihr Lied nimmt er mit nach Ostpreußen. Und er bietet ihnen eine Wette an, daß keine acht Tage nach seiner Heimkehr dieses Lied zu den Märschen der ostpreußischen Hitler-Jugend erklingen soll aus vielen hundert Jungenkehlen, wie nur eines! Niemand wettet dagegen, sie glauben ihm aufs Wort. Dr. Buresch. Wenden wir uns nun dem Fixsternhimmel zu, so finden wir gegen 21 Uhr die prächtigen Wintersternbilder in günstigster Stellung. Hoch im Süden strahlen die Sterne des Orion, unter ihnen Rigel, Beteigeuze und Bellatrix als die hellsten. Mit Ausnahme der links oben stehenden Beteigeuze, die ein roter Riesenstern von 300fachem Sonnen- durchmesser, aber nur äußerst geringer Dichte ist, handelt es sich bei den Drionfternen um eine Ansammlung von sehr heißen Heliumsternen im Abstand von 300 bis 600 Lichtjahren (ein Lichtjahr — 10 Billionen Kilometer). Viel näher steht uns Sirius im Großen Hund, der hellste aller Fixsterne. Sein blauweiß funkelndes Licht ist nur neun Jahre unterwegs, bis es die Erde erreicht. Der hell strahlende Sirius besitzt einen 10 OOOmal schwächer leuchtenden Begleiter, der den Hauptstern in einer stark elliptischen Bahn in 49 Jahren umwandert und nur in den besten Fernrohren sichtbar wird. Der Siriusbegleiter ist einer der merkwürdigsten Sterne; er gehört zu den sogenannten „weißen Zwergen". Obwohl nur von Planetengröße, hat er doch ungefähr die gleiche Masse wie die Sonne. Seine Dichte muß daher die 50 OOOfache des Wassers sein. Eine Streichholzschachtel seines Stoffes würde eine Tonne oder 20 Zentner wiegen! Man erklärt dies nach den Ergebnissen der Atomphysik damit, daß die Sternmaterie aus dicht gelagerten Atomkernen besteht, die ionisiert, das heißt ihres Elektronenmantels beraubt sind und daher einen viel kleineren Raum einnehmen, als dies bei den Atomen der gewöhnlichen Stoffe der Fall ist. Wenn gegen 21 Uhr der Orion seine höchste Stellung erreicht hat, erkennen wir unter ihm auch die kleinen Sternbilder Hase und Taube. Von besonderem Interesse sind die im Zuge der Milchstraße gelegenen und daher sehr sternreichen Bilder Zwillinge mit den beiden hellen Sternen Kastor und Pollux, Fuhrmann, dessen Hauptstern Kapella nahe dem Zenit steht, Perseus, Kassiopeia und Kepheus. Im Perseus suchen wir den berühmten, rüt freiem Auge sichtbaren Doppel st ernhaufen auf, der nahe der einem lateinischen W gleichenden Kassiopeia steht; sein Abstand von der Erde beträgt 3000 Lichtjahre. Unter dem Perseus "sehen wir im Westen die Sternreihe der Andromeda und rechts davon den bekannten Andromedanebel. Den Südwesthimmel nehmen Widder, Walfisch und Eridanus ein. Im Osten erblicken wir das schöne Sternbild des Großen Löwen mit dem Königsstern Regulus, zwischen Prokyon und Regulus die unscheinbare Figur des Krebses. Ein Fernglas läßt uns hier leicht den Sternhaufen der Krippe erkennen. Am südöstlichen Horizont taucht die Wasserschlange ober Hydra auf, das Haupt gegen Prokyon gerichtet. Im Norden sehen wir den Großen Bären mit dem Himmelswagen östlich vom Polarstern aufsteigen; die Deichsel des Wagens zeigt nach unten. Der Kleine Bär ist vom Polarstern nach rechts gerichtet, während der Drache auf dem Kopf steht und nach der am Horizont befindlichen Wega weist. Der optisch veränderliche Algol, dessen Licht durch den umlaufenden Begleiter alle 69 Stunden auf ein Drittel seiner normalen Helligkeit abgeblendet wird, hat günstig zu beobachtende Licht- minima am 6./7. Februar um Mitternacht, am 9. um 21.30 Uhr, am 12. um 18.30 Uhr. Der diesjährige Februar ist ein planetenarmer Monat. Nur Mars und Saturn sind in den ersten Abendstunden tief im Südwesten sichtbar. Am 4. Februar steht Mars dicht über Saturn und rechts von ihm die Sichel des jungen Mondes. Die Lichtgestalten des Mondes fallen auf folgende Tage: erstes Viertel am 8., Vollmond am 14., letztes Viertel am 22. Februar. Zeitschriften. — Die neue Nummer der „I l l u st r i r t e n Zeitung Leipzig" ist zum großen Teil Irland und seinem Wege zur Selbständigkeit gewidmet. In geschickter Bildauswahl wird dem Leser der eigenartige Charakter der irischen Landschaft vor Augen geführt, und auch dem irischen Menschen, der Wirtschaft und der Wehrmacht, dem Staatsmann de Valera werden eingehende Würdigungen zuteil. — Von kunstgeschichtlichem Interesse ist der bebilderte Beitrag „Neuentdeckte Jugendwerke des Giorgione?". In einem mehrseitigen Modebeitrag wird in Bild und Wort das Thema „Mode wird Stil" behandelt. Die Architektur- und Kunsthand- werk-Ausstellung in München gab den Anlaß zu einer bebilderten Veröffentlichung „Die Bauten des Dritten Reiches". Sprechstunden der Redaktion. 11.30 bis 12.30 Uhr, 16 bis 17 Uhr. Samstagnach« mittag geschlossen Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blum» schein. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. XII. 37: 11 OOO. Druck und Verlag: Brühlsche Universitätsdruckcrei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugs- preis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzeloerkaufs- preis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vom 1. September 1937 gültig. Tierkreislicht — kosmischer Glaubring. Oer Sternenhimmel im Februar. Don Or. Erwin Kossinna. Vermietungen | [Wohnungstausch] Lichtspielhaus Mehr Freude an der Natur durch Bermühler-Vücher! Weizenmehl, Type 812 500 g 20 Weizenmehl, Type 812, mit Auslandsweizen. .500 g 22 Die Zuckerpreise sind nur für das Stadtgebiet Gießen gültig Billiger Brotaufstrich 500 Apfelnachpresse-GeleemitHimu.-Beschmfi* 500 g 32 500 g 28 18 500 g M w Zachen, 695 A 125 125 125 125 g 75 tzsammelüM -i' V 6 ^•ReirnsrtcQßfnmmmiunq SfflADMMABE 'M 500 500 500 g 40 500 g 38 g g g g g g 42 42 32 55 60 65 Größeres Einzelhandels - Geschäft Gießens sucht eine tüchtige Schriftliche Angebote mit Zeugnisabschriften, Angabe der bisherigen Tätigkeit, frühestem Eintrittstermin und Gehaltsansprüchen unter 694D an den Gießener Anzeiger erbeten. 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(IG) Kompanie 3X446 itn Schulgefechtsschießen bei Hohensolms. r Dienstag erhielt das stille Dörfchen Hohen- 'Olms Einquartierung aus dem Standort Gießen. Die 13. (IG.) Kompanie des Infanterie- Regiments 116 war zu einem Schulgefechts- fchietzen ausgeruckt und bezog in Hohensolms Quartier. Bald darauf beherrschten die Soldaten den weiten Talgrund zwischen der Burg Hohen- folms und dem Dörfchen Erda. Der Dienstag brachte zunächst em Schulgefechtsschießen mit dem Gewehr. Der gestrige Mittwoch war dem Schulschießen mit dem leichten Infanteriegeschütz gewidmet Schon zu früher Morgenstunde rückten die Sol- va'ten in den nahen Talgrund und mit ihren leichten Geschützen mit Pferden und Munitionswaaen m die vorgesehenen Stellungen. Geraume Zeit vor- her waren schon die Absperrposten ausgestellt worden die sich auf großem Raume zwischen Erda, Hohensolms' Königsberg, Bieber und Frankenbach verteilten und das Gelände hinter dem Dünsberq gegen jeden Zutritt abriegelten. Die Pferde und Wagen waren westlich der Straße Hohensolms—Erde an den Wald zuruckgezogen worden. Das Wetter war den Soldaten nicht sonderlich günstig Am Dienstag pfiff beißend kalter Wind durch den Talgrund. Den Soldaten blieben kalte Hande und steife Glieder nicht erspart. Aber das Wetter konnte der Sache keinen Abtrag tun Auch der gestrige Mittwoch bot sich nicht sonderlich freund- lich dar. Tiefhängende Wolken zogen über die Land- schäft hin und beschränkten immer wieder die Sicht. In kurzen Abständen jagten über die Höhe der Burg Schneewolken herunter, die viel nassen Schnee brachten. Gegen die Mittagsstunde verhängte anhaltender Schneefall die Landschaft Für das Schulgefechtsschießen mit dem leichten Infanterie-Geschütz waren zwei Aufgaben gestellt: 1. Die jungen Rekruten, die im Oktober vorigen Jahres zur Wehrmacht kamen und bisher nur auf dem Kasernenhof mit ihrer Waffe zu tun hatten, sollten ihr Geschütz einmal im Einsatz für den Ernstfall kennenlernen; sie sollten praktisch mit scharfer Ladung umgehen lernen und sich vertraut machen mit der Bedienung des Geschützes, wie sie sich im Ernstfall ergeben müßte. So kam jeder Monn der Geschützbedienung an den Abzug, konnte sich an die Gewalt und den Donner des Abschusses gewöhnen und die notwendige Sicherheit in der Bedie- nung des Geschützes gewinnen. 2. Zweite Aufgabe war, den jungen Offizieren, den Feldwebeln und Unteroffizieren Gelegenheit zu geben, das Feuer zu leiten, eigene Initiative bei' der Bekämpfung des Feindes mit dem Geschütz zu entfalten und klare Entschlüsse zu fassen. Zu diesem Zwecke war — während die Geschütze in verdeckter Feuerstellung standen — die Beobachtungsstelle etwa 300 Meter voraus etwas seitlich vor die Geschütze auf eine* Anhöhe verlegt, von der aus das Tal zwischen Hohensolms und dem Dünsberg eingesehen werden konnte. Zu dieser Beobachtungsstelle waren auch zahlreiche Rekruten befohlen, die das Schießen mit beobachten sollten, während ihre Kameraden an den Geschützen weder die Ziele, noch die Feuerwirkung sehen konnten. Alle Kommandos wurden durch den Fernsprecher übermittelt. Major Lyncker, der Chef der 13. Kompanie, stellte seinen Offizieren, Feldwebeln und Unteroffizieren die mannigfachsten Aufgaben. Im Flach- und im Steilfeuer waren die markierten Gegner, die Widerstandsnester, feindliche MG.-Stellungen usw. anzugreifen und unschädlich zu machen Mit möglichst wenig Schüssen galt es, sich auf die Ziele einzuschießen und dann mit kurzem Wirkungsfeuer den Erfolg zu erreichen. Die Aufgaben waren um so schwerer zu lösen, als der böige Wind von erheblichem Einfluß war. Um so größer war die Freude bei allen Beteiligten, wenn es nach kurzer Zeit gelang, sich einzuschießen und dann mit dem Wir- kungsfeuer die gestellte Aufgabe zu lösen. In kurzen Abständen rollte immer wieder der Donner der Geschütze durch das weite Tal, pfiffen die Granaten über die L-Stelle hinweg, krachten sie beim Aufschlag 600, 1000 oder 2000 Meter voraus im Gelände und zeigten die Einschußstelle durch leuchtend blauen Rauch an. Gegen 15 Uhr wurde die Uebung des gestrigen Tages abgeschlossen und die Soldaten rückten zum wohlverdienten Mittagessen in die Quartiere zu den Bauern ein. Heute morgen zogen die Mannschaften zum zweiten Schulschießen aus. Schulgefechtsschießen der Gießener Truppen. Die Truppenteile des Standorts Gießen werden in der Zeit vom 7. Februar bis 31. März täglich, mit Ausnahme der Sonntage, von 8 bis 17 Uhr im Raume Kirchoers — Forsthaus Waldhaus — Wißmar — Salzböden Gefechtsschießen mit scharfer Munition abhalten. Während der Schußzeiten ist das Betreten des durch Poften äbgesperrten gefährdeten Gebietes verboten. Den Weisungen der Absperrposten ist unbedingt Folge zu leisten. Aus der Stadt Gießen. Verkehrte Welt. Wundem mir uns darüber, daß unsere Kinder keinen Mantel mehr anziehen wollen, daß sie ihre Kniestrümpfe hervorholen und behaupten, es sei doch sooo warm! Ein merkwürdiger Winter ist das Heuer. Nach den Feiertagen zeigte er für kurze Zeit seine Macht. Der Schnee knirschte unter unfern Schritten, aber nicht lange. Das Tauwetter kam, es folgten Stürme und Regen, Sonnenschein und ziehende Wolken. Milde Lust schlug uns entgegen, und auch in den Gebirgen schmolz der Schnee. Die Stürme der letzten Tage fegten die Luft rein. Klar und sonnenbeschienen lag die Landschaft am ersten Februar vor uns. Heller Sternenhimmel schien den Frost zu künden, aber am Morgen wehte wieder der Frühlingswind. Die Berge, die uns sonst mit ihren weißen Häuptern grüßten, haben nur noch einige schmutzige graue Flecken, weiter nichts. Die Wetterberichte schreiben: Ski und Rodel mäßig, Ski und Rodel ausgeschlossen! Das erste Gewitter kam im Januar Wir sahen am frühen Morgen einen Regenbogen am Himmel stehen, und wir dachten an das Sprichwort: Wenn die Katze im Februar in der Sonne hegt, im März sie wieder hinter den Ofen kriecht. Nun hat sie wirklich in der Sonne gelegen. - M 4- r- K — ; / ■ 5 •?. ■ Links: Leichtes Infanterie-Geschütz vor der alten Ziegelei in Feuerstellung. — Rechts: Im Augenblick des Abschusses. (Aufnahmen [2]: Neuner, Gießener Anzeiger.) Die Spatzen lärmen und zwitschern, sie fühlen sich wieder, wenn die Sonne so warm scheint. Auch die kleinen Meisen zirpen, als ob der Winter schon vergangen sei. Die Kätzchen der Haselnußsträucher leuchten in der Sonne Wenn ein leichter Wind weht, verschwenden sie eine Wolke ihres feinen Blütenstaubes Die kleinen unscheinbaren weiblichen Blüten sind schon da. Der Haselnußstrauch hält Hochzeit, ohne Bienensummen, ohne Schmetterlingsbesuch. Kalt und kahl sind noch die Zweige, aber die Blattknospen schwellen schon. Die Schneeglöckchen strecken die ersten grünen Spitzchen aus dem Erdreich, und den Wald durchzieht ein Duft von dem frischen Saft der Bäume, Auch am Tage die Haut gut pflegen. Das Gesicht mit Nivea-Creme leicht massieren, das kräftigt die Haut, regt sie an und erfrischt sie. Wied erfrisch durch Niv^ Die Kinder auf der Straße kommen mit Ball, Kreiseln und „Schießern" und spielen damit Sis fühlen, daß der Winter nicht mehr da ist. Schlitten und Schlittschuhe träumen auf dem Speicher. Verkehrte Welt! W'e war das vor neun Jahren im Februar 1929! Da herrschte sibirische Kälte, Es sind unruhige Tage für das menschliche Her;. Noch fühlt es, daß der Winter nicht vergangen ist, aber schon singt leise die Sehnsucht nach Vogelsang und blühenden Bäumen iy ihm Der Frühling ist in der Nähe. Wie gern läßt man sich täuschen, wenn die milden Lüfte wehen und die Sonne das Land überstrahlt! H. Vornotizen. Tageskalender für Donnerstag. Gloria-Palast (Seltersweg): „La Habanera". — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): Vortrag und FiliN „Sonniges Südamerika, quer durchs Land". — Oberhestischer Kunstverein Turmhaus am Brand: „Frankfurter Künstler der Gegenwart", 17 bis 18 Uhr. — Oberhessischer Geschichtsverein: 20.15 Uhr im Kunstwissenschaftlichen Institut (Ludwigstraße' 34) „Wehrhafte Dorfkirchen", von Dozent Dr. M e y e r- Barkhausen. Auf den Spuren unbekannter Völker in Hinterindien. Dr Hugo Adolf Bernatzki, Forschungsreisen^ der und Verfasser vielgelesener Reisewerke, hält, wie man uns mitteilt, am morgigen Freitag, 4 Februar, in der Neuen Aula auf Einladung des Goethe-Bundes und Kaufmännischen Vereins, in Verbindung mit der Volksbildungsstätte der NSG. „Kraft durch Freude" einen Lichtbildervortrag über seine Hinterindien-Expedition 1936/37, von der der Forscher erst vor kurzem zurückgekehrt ist. Auf dieser Reise hat Dr. Bernatzik die Reste eines uralten Nomadenstammes entdeckt. Zahlreiche Lichtbilder werden Zeugnis ablegen von der Existenz dieses seltsamen Volkes. , WHW. Ortsgruppe Gießen-Süd. Kohlenabrechnung. Die Kohlenhändler werden aufgefordert, die in Zahlung genommenen Kohlengutscheine der Serie D am Freitag, 4. Februar, abends 19.30 Uhr, auf der Geschäftsstelle Crednerstraße 24 einzureichen. Später eingereichte Kohlengutscheine werden nicht mehr angenommen. WHW. Ortsgruppe Gießeu-Mitte. Vetr.: Kohlenabrechnung am 4. Februar. Die Kohlenhändler werden ersucht, dieKohlen- scheinederSerieOFreitag, 4. Februar, 2 0.30 Uhr, auf unserer Geschäftsstelle (Zigarrenhaus Möser), Eingang Löwengasse, einzureichen. Es pept und Mark. Von Werner Schumann. Der Herr Vater, im Familienkreise Pepi gerufen, huldigt dem Grundsatz einer möglichst frühzeitigen Erziehung und Geschmacksbildung. Er möchte ein erlesenes Produkt von Söhnchen haben. Von Tag zu Tag entdeckt er immer neue Anzeichen einer Intelligenz, die beide, Pepi und Mammi, in einen wahren Strudel von Aengsten, Freudenausbrüchen und Spannungen stürzt. Indessen hält Mammi, die fröhliche und unbekümmerte, wenig von des stolzen Erzeugers pädagogischen Anschauungen. „Der geht ja doch feinen eigenen Weg", meint sie lächelnd, „laß ihn nur machen." Mark, um den sich feit reichlich einem Jahre der Haushalt dreht wie die Welt um den babylonischen Herrscher, Mark spielt am liebsten mit Wäscheklammern. Aber Pepi meint, daß auch das Spielzeug den Sinn des Kindes anregen und bilden müsse, weshalb man in der Wahl gar nicht vorsichtig und überlegt genug sein könne. Und also geht Pepi hin und ersteht einen ganzen Arm voll reizender Spielsachen, wohlgestalteter Stofftiere, unzerreißbarer Bilderbücher und kunstvoller Klappern, aus denen es, wenn man sie schüttelt, wie von Glocken tönt. Sobald Mark die Bescherung erblickt, läßt er sich mit einem dumpfen, Pepi und Mammi begeisternden Plumps auf den Teppich fallen. Und dann beginnt er, mit .seinen rosigen, wundervoll täppischen Patschhändchen sich Stück für Stuck heraus- zugreifen, gewissenhaft zu untersuchen und die blanken Aeuglein auf die Suche zu schicken, noch ehe dem gerade in der Faust ächzenden Tier der Hals völlig umgedreht ist. Pepis Clou ist der Teddy mit den Wackelohren. Wie eine Armbrust gespannt ist er auf den Augenblick, da Mark sich dem ,Bau-Bau" nähern und ihn an die zierliche Stupsnase drücken würde Dieser Augenblick jedoch verzögert sich, denn Mark ist gerade beharrlich dabei, einem wehrlosen Zelluloidhündchen die Pfoten abzubeißen. Pepi brummt selig vor Behagen. „Zähne hat der Junge, Zähne..." e ,, Aber schon fallen, nachdem das abgeknabberte Hündchen mit einem Ruck des Unwillens an die nagelneue Vitrine fliegt, Marks unermüdliche Hände über die Klapper mit dem schönen Glocken- qeläute her. Noch einmal, ein letztes Mal ertönt der melodische Klang. Denn jetzt brechen die appetitlichen Fingerchen räuberisch in das Innere der Klapper ein Drähte kommen zum Vorschein und eine freischwebende Metallkugel. „Da-da"! stammelt Mark verzückt. Wie ein Triumphator hält er die Kugel gepackt. Pepi läßt wehmütig den Kopf hängen, Mammi aber lächelt — überlegen. Doch schon in der nächsten Sekunde springt Pepi entsetzt auf. „Junge! Mark! Herrgott, jetzt schluckt er die Kugel!" „Was hab ich gesagt", holt Mammi strafend aus. „Hilf lieber jetzt das Kind retten!" schreit Pepi hochrot im Gesicht und bemüht sich vergeblich, mit seinem großen Zeigefinger in Marks kleinen Rachen vorzustoßen, noch ehe die böse Kugel durch die Speiseröhre in den Magen hinabtrudelt. Doch Mark hat krampfhaft die Lippen und ersten sieben Schneidezähne aufeinandergepreßt, macht ein verschmitztes, sich sichtlich an der komischen Aufregung weidendes Gesicht und rollt, den Schrecken noch zu erhöhen, die kastanienbraunen Augen. „Spucken! Pfui, Mark! Bä-bä!" faucht Pepi. Mark läßt sich nicht erweichen Seine Aeuglein funkeln und rollen Pepi will soeben die Kiefer gewaltsam auseinanderbiegen, als Mammi ihren Buben schon an beiden Füßen ergriffen hat und ihn kopfunten baumeln läßt Es gibt einen dumpfen Knall: die Kugel rollt über den Teppich. „Gottlob", seufzt Pepi, von einem ungeheuren Alb befreit. „Eine Wäscheklammer hätte er nicht verschlucken können", bemerkt die kluge Mammi. Ergrimmt verläßt Pepi das Zimmer, um sich für das Theater umzukleiden Als er frisch rasiert und im Glanz des Abendanzugs zurückkehrt, um bescheiden von Mammi das Abendbrot zu erbitten, sieht er staunend, daß von der ganzen Spielsachenherrlichkeit nichts mehr zu finden ist als das linke Ohrläppchen von Teddy und zwei Drähte der greulich demolierten Klapper mit dem Glockengeläute. „Alles schon weggeräumt?" erkundigt sich fra- gend Pepi. „Mark hat es selbst besorgt, Lieber", lächelt Mammi und nickt zur Chaiselongue hin, „da schau in die Ecke" Pepi schaut, er schaut die vielen scho- nen und wohlgestalteten Spielsachen, diese tiefdurch- dachten Erzeugnisie von Künstlerhand die sein Bub nacheinander an die Wand gepfeffert hat. Es sieht aus wie ein Friedhof Pepi brummt wehmütig Aber er hat sich doch wenigstens etwas zum Spielen mit in die Küche genommen", fragt fern trauriger Blick. „Komm", sagt Mammi, nichts als „Komm" und nimmt den Herrn Vater an der Hand, um ihn, lächelnd natürlich, an den Ort zu führen, wo Mark in seliger Selbstvergessenheit himmlisch-süßem Spiel obliegt. Er steht nämlich am Mülleimer und hat beide Arme einschließlich der blütenweißen Strickjacke in den fragwürdigen Inhalt gesenkt. Sodann holt er einen Kohlstrunk heraus, das elende Ueberbleibfel eines violettroten Kopfes, den es gestern zu Mittag gab, er hält den armseligen Strunk wie eine zarte Frühlingsblume glückselig hoch und stammelt glücklich: „ei-ei". Und streichelnd fährt sein rechtes Patsch- yändchen über den Strunk. „Erziehung...", meint die kluge Mammi und lächelt wieder ein wenig. „Mark bleibt Mark. Gibst du's auf?" „Er hat nun mal seinen eigenen Kopf", brummt Pepi, der um alles in der Welt seine Niederlage "in einen Scheinsieg verwandeln möchte, „und den, siehst du, den hat er von mir!" Kugeln, die dieWett bedeuten. Besuch in einer Gwben-Fabrik. Die Welt ist rund! Das wird heute nicht mehr bestritten, wie es früher einmal der Fall gewesen ist. Wer aber dennoch irgendwelche Zweifel hegen sollte, der sollte gleich an die richtige Stelle gehen, um sich zu überzeugen. Er gehe zu den Männern, die tgglich damit beschäftigt sind, viele, viele Welten sozusagen am lausenden Band zu erschaffen. In einem Hause der Berliner Innenstadt, hoch oben über den Dächern Berlins, wird er in hellen luftigen Räumen die Weltkugelfabrikanten antreffen. In großen Regalen stehen die fertigen ©loben im Lager und warten daraus, in jene Welten geschickt zu werden, die man auf ihnen finden kann. Zwischen einer Unzahl von Welten wandert man hindurch und bewundert ihre Pracht. Hier fällt das Auge auf die hellblaue Fläche der Weltmeere, dort fesselt den Blick das farbenprächtige Kartenbild Afrikas. Grotesk muten die Grenzlinien Europas an, und beruhigend wirkt die unendlich weite Fläche Asiens. Gleich einem feinen Netzwerk umspannen die roten Linien der Schiffahrtsgesellschaften und die schwarzen der Eisenbahnen den Erdball. Aber wie entstehen diese Kugeln, die die Welt bedeuten? Riesige Stapel besonders vorbereiteter Pappe werden von Maschinen in kürzester Zeit zu Halbkugeln verwandelt, die ein Höchstmaß an Genauigkeit aufweifen. Sie werden in Formen zu Kugeln vereinigt. Feile und Schmirgelpapier nehmen die letzten Unebenheiten, wieder eine andere Maschine entfernt auch die kleinsten Staubteilchen. Noch wissen die Hersteller nicht, wo Asien, Amerika und Afrika, wo Nord- und Südpol liegen werden. In eintönigem Grau türmen sich die untadeligen Kugeln zu Bergen unvollendeter Welten. Die eigentliche Erschaffung der Welt beginnt bei den besonders geschulten Kräften, die in überfeiner, komplizierter Arbeit das Weltbild auf die Erdoberfläche auftragen. Nach den Längengraden, die vom Nordpol bis zum Südpol reichen, wird die Weltkarte in einzelne Streifen geschnitten. Sie werden fein säuberlich auf die Erdoberfläche nebeneinander geklebt, und es darf beileibe nicht Vorkommen, daß irgendwo ein Stück Australien oder Europa keinen Platz mehr findet. Und man entdeckt auch keine Unregelmäßigkeit in dem bunten Gewirr unzähliger Linien. Wenn dann alle Erdteile den ihnen zu- kommenden Platz auf der Kugel erhalten haben, dann kommen die Gegenden an die Reihe, die ewig von Schnee und Eis bedeckt sind, in denen sich jo manches tragische Forscherschicksal erfüllte. Weiß wie der Schnee sind die beiden kreisrunden Flächen, die die Pole unserer Mutter Erde darstellen, lieber alles wird hauchdünner, durchsichtiger Lack gestrichen, der die Welt in Hochglanz erstrahlen laßt. Fehlt nur noch die Erdachse. Sie muß sein; denn: „Die Welt ist rund und muß sich drehn!" Hier tut sie es in einem eigens für sie konstruierten Ständer. In allen Größen und Ausführungen werden ©loben angefertigt, man kann sie mit Beschriftungen in allen erdenklichen Sprachen haben. Nach Arabien, Holland, Südamerika, Griechenland, England und vielen anderen Ländern werden die fertigen Welten geschickt, die hier erschaffen wurden, ideale Hilfsmittel, ein anschauliches Bild unseres Planeten zu vermitteln. Und dann werden Knaben und Mädchen mit brennenden Augen vor ihnen sitzen, werden versuchen, eine Vorstellung von der Größe unseres Erdballes zu gewinnen und ihre Gedanken werden in weite Fernen wandern, die geheimnisvollen Zauber für sie bergen. Oder was noch schöner ist — sie werden ein Stück weißer Kreide zur Hand nehmen, werden sich vor einen der schwarzen Schiefer- globen setzen, die nur die Längen- und Breitengrade zeigen, und sich ein Weltbild schaffen, wie es sich ihnen in schönsten Träumen zeigte. Auf diesen schwarzen Kugeln, auf denen es sich so schön zeichnen läßt, können sie auch eine Aufteilung der Erdoberfläche vornehmen, wie sie ihnen richtig erscheint« Adolf Ness. wird hiermit darauf hingewiesen, daß die Rückseite der Kohlenscheine außer der Unterschrift der Kohlen- Händler auch die Unterschrift des Empfängers, dessen Wohnung, Straße und Hausnummer und die genaue Bezeichnung der Kohlensorte tragen muß. Nach dem 4. Februar eingereichte Scheine sind wertlos. BOM- u. ZM.-Llniergau 116, Gießen. Dienstbefehl! B e t r.: Arbeitsgemeinschaft. Am Freitag, 4. Februar, findet um 20.15 Uhr im M.-HJ.-Gefolgschaftsheim in der Roonstraße eine Arbeitsgemeinschaft mit den Gefolgschaftsführern und Gruppenführerinnen, sowie Stabsmitgliedern statt. Es läuft ein Film vom Rassepolitischen Amt. Betr.: Tagung der Großfahrten- führerrnnen am 5. Februar. Am Samstag, 5. Februar, um 13 Uhr, findet eine Tagung der Großfahrtenführerinnen statt, die um 18 Uhr beendet ist. Es werden hiermit einberufen (auf die Dienststelle des Untergaues, Neuen Bäue 22): alle Mädel- und Jungmädel-Gruppen- und Scharführerinnen des Standortes Gießen. Es spricht hie W.-Abteilungsleiterin des Obergaues 13 und die Bezirksjugendwartin von Schneidemühl. Betr.: Besprechung der IM. - Schulungsmädel. Die Besprechung der DM.-Schulungsmädel findet anstatt am 5. d. M. am 4. d. M. anschließend an die Tagupg der Großfahrtenführerinnen statt. Betr. Freiwillige Sportdien st gruppe: Rollschuhlauf. Unsere Uebungsstunden finden jetzt in den Win- termonaten jeden Dienstag von 16 bis 17 Uhr in der Turnhalle des DfB.-Reichsbahn statt. Damit wir pünktlich anfangen können, sind alle Mädel schon um 15.45 Uhr dort. Natürlich kann niemand unentschuldigt fehlen. Am kommenden Dienstag, 8.2., treten alle Mädel, die der freiwilligen Sportdienstgruppe Rollschuhlauf angehören, dort an, auch die mit Eisenrollen an den Rollschuhen. Wem es unmöglich ist zu kommen wegen der Schule, meldet dies im Laufe dieser Woche noch bei der Untergau- sportwartin auf dem Untergau. HI., Bann und Zungbann 116. Betr.: Arbeitsgemeinschaft der h Z.-Führer und -Führerinnen des BD7N. 'Zur HI.-Arbeitsgemeinschaft am kommenden Freitag, 4. Februar, haben alle Unterbannführer, Stamm- führer, Gefolgschaftsführer, Fähnleinführer, Stellenleiter und Mitarbeiter des Bannes und Junabannes 116 anzutreten. Es läuft ein Film des Rassenpolitischen Amtes. Betr.: Uniformbeschaffung. Die Gefolgschaften und Fähnlein melden bis zum 5.2. die wirklich bedürftigen Jgg. bzw. Pimpfe, die Uniformteile benötigen. Letztere sind einzeln aufzuführen. Für die Gefolgschaften des Bannes 116 trifft dies nur zu, sofern sie in den letzten acht Wochen keine solche Meldung abgegeben haben. 7!S.-Lehrerbund,Kreis Wetterau. INadchenerziehung. Hauswirtschaft und Handarbeit. Samstag, 5. Februar, 15 Uhr, in der Mädchen-Berufsschule in Gießen: 1. Leistungsschau im Handarbeitsunterricht. 2. Lehrfilme. Verbesserte Kündigungsfristen für alte Kämpfer. NSG. Der Reichsfinanzminister hat sich damit einverstanden erklärt, daß vom 1. April 1937 ab für Angestellte im öffentlichen Dienst, die bis zum 14. September 1930 der NSDAP, beigetreten sind, oder Mitglied der NSDAP, oder ihrer Gliederungen oder des Stahlhelms bis zum 30. Januar 1933 geworden sind und nachweisbar vor der Machtübernahme aktiv tätig waren, bei der Bemessung der Krankenbezüge und der Kündigungsfristen die Zeiten dieser Mitgliedschaft bis zu fünf Jahren den auf Grund der Tarifordnung zu berücksichtigenden Dienstzeiten hinzugerechnet werden. Voraussetzung Die Mädchen aus der Burgstraße. JRomon von Hilde X Lest. 7. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) Lisbeth sah ihm das erstemal in all diesen Tagen ins Gesicht, aber er war so überrascht von der (Empörung, die aus ihren Blicken loderte, daß er betroffen den Kopf senken mußte. Nun hörte er ihre triumphierende Stimme: ,Lch bin allen Menschen, mit denen ich zu tun hatte, immer ein guter Ka- merad gewesen. Ihnen kann ich es nicht sein, und will es auch nicht sein!" Stelling war durch diesen Ausbruch aufs höchste überrascht. Das hatte er nicht verdient. Er stand auf und maß sie mit einem erstaunten Blick, und diesmal war sie es, die den Kopf senkte. Eine Blutwelle schoß in ihr Gesicht, sie drehte sich um, nahm Hut und Tasche und knallte die Tür hinter sich du-. Auf den Lärm hin kam Frau Macher ins Büro, sie übersah die Bescherung mit einem Blick. „Ich habe das kommen sehen", sagte sie, „und wenn Sie jetzt ein Mann sind, werden Sie ihr nachgehen müssen. Wir können unsere Lüge nicht mehr aufrechterhalten. Aerger allein bringt unsere Lisbech nicht aus der Ruhe. Da steckt mehr da- hmter..." Lisbeth war die Treppen hinabgelaufen und durch die verschachtelten Höfe. Im Haustor rannte sie beinahe die Portiersfrau Über den Haufen,'hörte auf der Straße noch lautes Schimpfen und wurde erst ruhiger, als sie in der Burgstraße am Geländer des Spreeufers stand. Unter ihr heulte die Sirene eines prustenden Schleppdampfers, dem ein Paddler in die Quere gekommen war, zwei Möven kamen dicht an sie herangeschossen und heischten Futter nut lauten Schreien. Sie mußte lächeln und kam darüber zur Besinnung. „Pfui Teufel!" sagte sie, „sich so gehen zu lassen!" Sie holte ihr Desperbrot aus der Handtasche und warf es in kleinen Stücken den Möven zu, die es geschickt im Fluge erhaschten. Der Paddler war indessen unter ihrem Standort angelanat, hielt sich an einem Pfahl fest und sah ihr zu. „Hallo!" rief er lachend, „mir auch ein Stück!" Lisbeth beugte sich über das Geländer, sah in das sonnengebräunte Gesicht des Fremden und warf fcherzhaft ein Stück Brot zu ihm hinab. Aber eine Möve haschte es sich, kaum daß es ihre Hand ver- lassen hatte. „Hat nicht sollen sein!" sagte der Paddler. „Wenn Sie aber nun selber kämen? So Oie politischen Soldaten des Führers sammeln für das WHW. Zur 4. Reichs st raßensammlung für das Winterhilfswerk werden am kommenden Sgmstag und Sonntag, 5. und 6. Februar, die politischen Soldaten des Führers, SA., fj, NSKK. und zum ersten Male auch das NSFK. (Nationalsozialistisches Fliegerkorps), antreten. Sie werden dabei den Spendern ein Abzeichen überreden, das diesmal wieder von besonderer Art sein wird: nämlich schöne Soldatenbilder aus aller Zeit, aus den Jahren vor dem Weltkrieg und aus den Kriegsjahren. Diese Soldatenbilder sind kunstvoll aus Seidenfäden gewebt, und sie zeigen Trachten und Uniformen deutscher Soldaten seit dem Beginn des 16. Jahrhunderts. Man darf wohl sagen, daß diese Sammel-Abzeichen des WHW. zu den schönsten und wertvollsten Stücken gehören werden, die vom WHW. den Volksgenossen bisher zugänglich gemacht wurden. Daher dürfte denn auch wohl kein Zweifel darüber bestehen, daß der^ Verkauf der Abzeichen sehr flott vor sich gehen wird, so daß die bei der Kreisamtsleitung der NSV. zum Absatz innerhalb der Stadt Gießen bereitliegenden 21 8 00 Abzeichen wohl verhältnismäßig schnell Käufer gefunden haben werden. Für die übrigen Orte des Kreises Wetterau hat die Kreisamtsleitung der NSV. 38 200 Stück dieser Abzeichen vorrätig, so daß also im gesamten Kreis Wetterau 60 000 Soldatenbilder-Abzeichen ihrer Käufer' har- ren. Unsere SA.-, NSKK.- und NSFK.-Männer werden es an der oft bewährten Einsotzfreudigkeit und an dem unermüdlichen Bereithalten der Perkaufsstücke wiederum nicht fehlen lassen, um dadurch der Sammlung am nächsten Samstag und Sonntag einen Erfolg zu sichern, der sich in seinem (Ertrag würdig den bisherigen hervorragenden Sammelergebnissen anreihen wird. Wehrmacht Hilst dem Winterhilfswerk. Seit Jahren hat unsere Gießener Garnison es immer als eine ihrer vornehmsten Aufgaben betrachtet, in dem winterlichen Kampf gegen Hunger und Kälte mit in der vordersten Front aller Helfer zu marschieren. In vielfältiger Weise haben unsere Soldaten dieser Aufgabe gedient. Sie traten mit eigenen großen Veranstaltungen hervor, deren Ertrag dem WHW. für seine dringlichen Aufgaben zufloß: oder sie standen mit vielen Fahrzeugen bei den Sammlungen für das Hilfswerk zur Verfügung: oder sie speisten aus dem Ertrag von Geld- sammlungen innerhalb der Truppeneinheiten solche hilfsbedürftige Kinder, die von der Kreisamtsleitung der NSV. namhaft gemacht worden waren. Kurzum: auf alle mögliche Weise halfen unsere Soldaten in vorbildlicher Art den wirtschaftlich schwer ringenden Volksgenossen. Nunmehr wird unsere Gießener Garnison wieder mit einer großen Hilfsaktion für das Winter- Hilfswerk an die Oeffentlichkeit treten. Hierfür find der 19. und der 2 0. Februar vorgesehen. Als Auftakt wird am Samstag, 19. F e - b r u a r, in der Volkshalle ein großes Wehrmachts- Konzert gegeben, bei dem mehrere Musikkorps und Spielmannszüge mitwirken werden. Zu der Hauptprobe am Nachmittag dieses Tages wird die in der HI. und im BDM., sowie im Jungvolk zusammengefaßte Jugend kostenfreien Zuttitt haben, damit auch die jungen Volksgenossen im Rahmen dieser Veranstaltung eine Freude erleben können. Der Nachmittag des 19. Februar wird weiterhin einen Werbemarsch eines Bataillons durch die Stadt bringen, um auch dadurch alle Volksgenossen für diesen Einsatz unserer Wehrmacht zu interessieren. Der folgende Sonntag, 2 0. Februar, wird den Gießener Volksgenossen und hoffentlich auch vielen Besuchern von auswärts mancherlei Veranstaltungen unserer Soldaten bringen. Selbstverständlich werden an diesem Tage die Kasernen in gewohnter Weise zur Besichtigung für jedermann offen stehen. Mittags wird man sowohl in den Kasernen, als auch durch eine große Reihe von Feldküchen, die in der Stadt an den verschiedensten Stellen mit gutem Eintopf-Mittagessen auffahren werden, Gelegenheit haben, sich einen oder auch zwei „Schläge" der guten Soldatenkost zu sichern. Unsere Hausfrauen werden dadurch wieder einmal von dem Mittagkochen befreit werden, eine Annehmlichkeit, die bei ihnen sicherlich Anklang finden wird. Nach den Erfahrungen vom Vorjahre wird bei der kommenden Veranstaltung, neben den festen Kochkesseln in den Kasernen, eine weit größere Zahl von Feldküchen als im vorigen Jahre eingesetzt werden, damit der voraussichtlich wieder sehr großen Nachfrage in vollem Ausmaß entsprochen werden kann. Allerdings ist es dringend erforderlich, daß unsere Hausfrauen die demnächst zur öffentlichen Kenntnis kommende Frist für die Anmeldung zum (Effenempfang genau einhalten. Die Nachmittags- ftunben des 20. Februar werden sportliche Wettkämpfe bringen. Den Beschluß des Tages wird am Abend frohgestimmtes Volksfest in der Volkshalle bilden. In diesem Rahmen wird sich der kommende Einsatz unserer Soldaten für das WHW. am 19. und 20. Februar abwickeln. Einzelheiten darüber werden in der nächsten Zeit den Volksgenossen noch zur Kenntnis gebracht werden hierfür ist, daß diese Zeiten auf Grund der tarif- lichen Bestimmungen nidjt angerechnet werden können und der Angestellte ein Jahr bei einer öffentlichen Verwaltung, oder in einem öffentlichen Betriebe beschäftigt und Mitglied der /Partei ober einer Gliederung ist. Der Erlaß ist grundsätzlich auf Angestellte beschränkt, die gegenwärtig noch Mit- gliet) der NSDAP., ober einer ihrer Gliederungen finb. Die früher, auch vor der Machtübernahme, bei ber NSBO. abgeleistete Zeit gilt als bei einer Glie- berung der NSDAP, zurückgelegt. Anträge für das Ehrenbuch für die kinderreiche Familie. NSG. Verschiebentlich besteben noch Unklarheiten barüber, wohin sich die Antragsteller für das „Ehrenbuch für die deutsche kinderreiche Familie" wenden können. Wir geben deshalb nochmals bekannt, daß Anträge für das Ehrenbuch bei den Kreiswarten des Reichsbundes ber Kinberreichen gestellt werden müssen. Die An- ein bißchen Spreebummel? Sie wissen gar nicht, wie schön Berlin von da unten ist! Remspaziert, meine Dame, das ist eine einmalige, nie wieder- kehrende Gelegenheit! Ich will Sie auch unversehrt wieder ausbooten, wo Sie wollen!" bettelte er. Lisbech hätte nicht übel Lust gehabt, aber sie bezwang sich und wies auf ihr Kostüm. „So — in diesem Aufzug — geht es nicht." Der Paddler schien das einzusehen. „Dann ein andermal", sagte er. „Ja, ein andermal." „Wirklich? Wann und wo?" drängte er. „Samstag", sagte Lisbeth aufs Geratewohl. »Das nenne ich schnell entschlossen. Also Sams- tag um zwei hier am Einstieg..." Lisbech sagte nichts, sie winkte ihm nur zu, als er jetzt abstieß und mit kräftigen Stößen auf die Flußmitte zuhielt. Sie sah ihm lächelnd nach. Plötzlich sagte ihr ein Gefühl, daß sie beobachtet würde. Sie» drehte sich um, Stelling lehnte neben ihr am Geländer und sah aufmerksam auf die glitzernde Wasserfläche ber Spree, aber fein kaum unterdrücktes Lächeln verriet, baß er bis Szene mitangehört hatte, die so gar nicht zu ihrem sonstigen Verhalten paßte. Ihre gute Laune war verflogen, auf ihrer Stirn ftanb eine Zornesfalte. »Es ist eine Unverschämtheit von Ihnen, mir nachzuschleichen!" sagte sie. „Doppelt unverschämt, weil Sie erst vorhin den Gekränkten spielten!" Sie wandte sich zum Gehen. Stellina packte sie seelenruhig am Arm und sagte: „Sie dürfen jetzt nicht davonlaufen, Ihre Nachbarn gucken allesamt aus den Fenstern, wir wollen ihnen keinen Auftritt vorspielen." „Lassen Sie los!" zischte Lisbech, vermied es aber, ihren Arm gewaltsam zu befreien, denn die Burgstraße sah wirklich aus einem Dutzend Augen- paaren herüber. „Sofort", sagte Stelling mit ernster Stimme, »ich muß Ihnen nur erst sagen, baß Frau Macher Sie angeschwindelt hat, als sie Ihnen erzählte, ich sei mit Ihrer Schwester Carla — bekannt. Ich kenne Ihre Schwester nur vom Ansehen." »Was geht bas — mich an!" wollte Lisbeth Jagen, aber er ließ sie nicht ausreben. »Sie haben mir andauernd unb vorhin besonders deutlich Ihren Unwillen gezeigt. Es wäre unrecht von Ihnen, wenn Sie mich hindern wollten, Sie aufzuklären." „Gut, ich nehme Ihre Erklärung zur Kenntnis." „Dann müssen Sie aber auch die volle Wahrheit zur Kenntnis nehmen, denn den Anlaß zum ganzen Mißverständnis gab schließlich der Stein, den ich schriften der Kreiswarte des RdK. in unserer engeren Heimat lauten: Kreis Alsfeld ° Lauterbach: Valentin Bully, Lauterbach, Obergaffe 9. Kreis Büdingen - Schotten: Wilhelm Zeschky, Schotten (Amtswart: Jakob Vierheller, Schotten). Kreis W e 11 e r a u: Heinrich Schrsitz, Friedberg, Augustinerstraße 14. Kreis Wetzlar: Heinrich Krauskopf, Lehrer, Wetzlar, Johanneshof 61. Festvortraq von Professor Or. Bechtel. Bei der Reichsgründungsfeier ber Münchener Hochschulen hielt der frühere Gießener Prof. Dr. Bechtel, der hier das Jnftttut für Wirtschaftswissenschaft ber Universität Gießen leitete unb jetzt an der Technischen Hochschule in München wirkt, bie großangelegte Festrede über das Thema „Die Forderung unserer Zeit an die Wirtschaftsgeschichte". Die Festansprache fand, wie wir in der Münchener Presse lesen, bei der großen Festversammlung lebhaften Beifall. an jenes Fenster geworfen habe. Wollen Sie mich jetzt endlich anhören?" „Gut, gehen wir weiter, aber lassen Sie endlich meinen Arm los!" Sie schritten zum Lustgarten hinab unb entzogen sich so den Blicken der Burgstraße. ,Hch mag dieses Theaterspielen nicht mehr. Ich will reinen Tisch haben. Wenn Sie bann immer noch böse finb, ist es wenigstens nicht meine Schulb." »Ich bin gar nicht mehr döse", sagte Lisbeth leise unb roanbte den Kopf zur Seite. lieber die Brücke kam eine Pferdebroschke angerollt. Stellina hielt sie an. „Das ist Vater Brandenburg", sagte er, „er weiß die schönsten Wege durch den Tiergarten, und Sie fahren, wie ich vorhin hörte, gerne spazieren. Darf ich bitten?" »Sie haben eine seltsame Art, Erklärungen abzugeben." „Für die rechte Erklärung braucht man die rechte Stimmung. Zu meiner paßt Frühling, Sonne und Vogelgezwitscher. Fahren Sie los, Vater Brandenburg!" Als die Sonne sank, setzte Vater Brandenburg sie im „Trompeterschlößchen" ab, einem beschaulichen Wirtshäuschen an den Zelten. (Er tat bas mit großer Selbstverständlichkeit unb schien es gewohnt zu sein. „Auch das noch?" fragte Lisbeth. »Vater Brandenburg weiß besser als mir, was nottut. Ich habe mir einen Durst angerebet, unb Sie müssen sich stärken für die Vorhaltungen, die Sie mir machen wollen. — Nun?" sagte er ermunternd, als sie im kleinen Vorgarten unter dem blühenden Flieder saßen. Lisbech hatte ihn auf ber Fahrt durch den Tiergarten reden lassen. Ihr Gesicht war unburchdring- sich, jetzt erwartete er den Ausbruch ihrer Entrüstung. Aber er hatte sich ganz vergeblich bie schönsten Einwänbe unb Bitten zurechtgeleat. Sie lehnte den Kopf zurück und sah geistesabwesend in bas Laubbach ber Sträucher, in dem noch bie letzten Bienen summten. Um ihren Mund spielte ein weicher Zua, ben er nie zuvor an ihr gesehen hatte, und es schien ihm, als stände in chren Augen ein feuchter Schimmer. Schließlich sprach sie, langsam unb leise, wie von fernen Dingen, bie sie nicht berührten. „Ursel ist achtzehn Jahre alt. Was Sie mir erzählten, überrascht mich nicht, es wäre sinnlos, bagegen anzukämpfen. Im übrigen" — sie sah ihn aus halb- geschlossenen Augenlibern an — „ist Ursels Wahl nicht bie schlechteste." „Wenn bas ein Kompliment ist", lachte Stelling, „darf ich auch annehmen, daß Sie mir endgültig verziehen haben?" Die Deutle JMWront NSG. „Kraft durch Freude", Kreis Gießen. Theatervorstellung. Sonntag, den 6. Februar, nachmittags 14.45 Uhr, auf vielfachen Wunsch Wiederholung der Operette: „(Eine Nacht in Venedig". Preise —,60, 1,—, 1,20 RM. 677V Oer Urlaub für Heimarbeiter in der Zigarrenindustrie. Fwd. Der Reichssondertreuhänder für die Zigarren industrie Dr. Kirn rnich (Karlsruhe) hat im Reichsarbeitsblatt Nr. 3 eine Tarifordnung betr. Urlaubsregelung für die in ber Heimarbeit beschäftigten Gefolaschaftsangehörigen in der Zigarrenherstellung erlassen. Währenb vorbem die Heimarbeiter in ber Zigarreninbustrie einen Urlaubsanspruch von 6 Tagen, gleich welche Beschäftiaunas- zeit in der Zigarreninoustrie, hatten, erhöht sich nach der Neuregelung ber Urlaub für bie Heimarbeiter bis auf 12 Tage. Der Urlaub ist genau so angesetzt wie für bie in ben Betrieben beschäftigten Arbeiter ber Zigarrenherstellung, und zwar ebenfalls gestaffelt nach Beschäfttgungsjahren. Die (Entgeltregelung geschieht nach den vor dem Urlaub unmittelbar vorangegangenen Durchschnittswochenverdiensten unb ist vor Dem Urlaubsantritt zu be< zahlen. Gesangverein „Heiterkeit- rüstet zur 60-Zahrfeier. In feiner ordentlichen Jahreshauptversammlung konnte der Gesangverein „Heiterkeit" — wie man uns berichtet — auf ein arbeits- unb erfolgreiches Geschäftsjahr zurückblicken. Unter bewährter Leitung von Musiklehrer Schüttler konnte u. a. die Stunde des Chorgesangs im Reichssender Frankfurt bestritten unb ein wohlgelunqenes Konzert in der Neuen; Aula der Lubwigs-Üniversität abgehalten werben. Die Zahl der aktiven sowohl als auch der passiven Mitglieder hat eine erfreuliche Steigerung erfahren. Die wirtschaftlichen Grundlagen des Vereins sind durchaus geordnet. So konnte denn auch dem Vereinsführer U h r h a n unb feinem Vorstand einmütig der Dank ber Versammlung ausgesprochen werben. Das im Sommer dieses Jahres in Gießen stattfindenbe große Gau-Sängerfest wirb seitens der „Heiterkeit" tatkräftige Unterstützung finden. Ein breiter Rahmen in der Beratung war der Ausgestaltung der Feier des 60jährigen Bestehens der „Heiterkeit" gewidmet. Alter Tradition gemäß soll im Herbst dieses Jahres ein großes Chorkonzert veranstaltet und eine würdige Jubiläumsfeier damit verbunden werden. Dem Vorstand bleibt die weitere Ausgestaltung und zeitliche Festlegung überlassen. Mit dem Treuegelöbnis zum Führer, der gelegentlich der großen Tage von Breslau ber völkischen Mission ber deutschen Sängerbewegung und ihrer volksverbunbenen Wurzeln Cyarakter und Bebeutung verliehen hat, würbe bie Tagung beendet. Arbeitstagung des Bezirksvereins Gießen-Land vom 7KSLB. Am gesttigen Mittwoch hielt ber Bezirks-Verein „Gießen-Land" feine erste Versammlung in biesem Jahre ^irn „Burghof" ab. Rektor Siegfried (Großen-Linben) begrüßte bie erschienenen Mitglieder unb gab ber Hoffnung Ausbruck, baß die Arbeiten im neuen Jahre zum Segen ber Lehrerschaft unb ber Schule sein möchten. In erster Linie hätten bie Bezirks-Vereine bie Kamerabschaft zu pflegen. Für die berufliche Weiterbilbung seien brei Arbeitsgemeinschaften innerhalb des Bezirkes gebilbet. Diese Arbeitsgemeinschaften tagen jeweils am zweiten Mittwoch im Monat, währenb ber Bezirksverein immer am letzten Mittwoch im Monat zu einer Versammlung Zusammentritt. Im übrigen wurden auf dieser Tagung nur noch geschäftliche Sachen erledigt. „Nicht ich habe Ihnen zu verzeihen, sondern Sie mir. Ich habe mich wie eine dumme ©ans benommen." Stelling faßte nach ihrer Hand. „Das ist Unsinn, was Sie da sagen!" „Unsinn?" erwiderte sie, „es ist mein voller Emst. Wäre es wirklich so schrecklich gewesen, wenn Ihr Stein damals meinem Fenster gegolten hätte? Sie haben es felbft erlebt, daß ich mich heute mit einem wildfremden Paddler verabreden wollte. Was dem recht war, hätte auch Ihnen billig sein können. Unb was hätte es mich angegangen, wenn Ihr Steinchen damals meiner Schwester Carla gegolten hätte? Nichts! Wie es mich nichts angeht, gar nichts angeht, daß es Ursel galt. Es bleibt dabei: ich bin eine unausstehliche Person. Sie müssen eine schöne Meinung von mir haben." „Meine Meinung, Lisbech", er stockte, unb sie bemerkte plötzlich, daß er immer noch ihre J)anb hielt. Sie zog sie schnell zurück unb wurde rot Stelling zündete sich taktvoll eine Zigarette an. »2ch glaube Sie zu verstehen", sagte er nach einer Weile, „Sie sind die Aelteste unter Den drei Mädels, die einzige, die im Beruf steht, Sie müssen an Strenge unb Lebensart ersetzen, was Ihrer guten, lieben Mutter vielleicht fehlen mag, man vergißt, baß Sie mit Ihren vierundzwanzig Jahren selbst ein junges Geschöpf finb ..." „Sie sind ein guter Kerl, Stelling", unterbrach sie ihn, unb ihre Stimme war seltsam heiser, „Sie brauchen mich aber nicht zu trösten. Sv schlimm steht es* nun boch nicht um mich, wenn man mich auch" — sie lachte gezwungen — „oft als moralische alte Jungfer einschätzt. Schweigen Sie, Sie haben es auch getan. Schwamm brüber. Und jetzt werben Sie mich wohl nach Hause bringen müssen. Mich friert..." VI. „Nun sieh mal einer ben Balg an!" sagte Mutter Lenz, als ihr Lisbech auseinandersetzte, baß Ursel offenbar nicht mehr bas „Kinb" fei, wofür sie bisher gegolten hatte. „Ich meine gar nicht ihre Heimlichkeit mit diesem Herrn Stelling, mein Gott, so ober so haben wir alle einmal angefangen. Aber mir vergnügten uns bann auch mit biesem einen, ber für uns ber Herrlichste ber Welt war. Wenn ich aber unsere Ursel nun sehe, wie sie mit unserem Assessor tut, wie sie sich um ihn kümmert...ich hätte schon beinahe gebacht, ba liege ber Hase im Pfeffer. Nein, nun macht sie dem auch noch was vor! Kinber, Kinder, ihr wachst mir über ben Kopf! Welch ein Durcheinander von Mannsqeschichten!" „Anwesende hoffentlich ausgeschlossen!" (Fortsetzung folgt) Qhartrlrtc । Xa«. CB - * j. _ < , 0 1 ft*Qg eines Lettwortes des Reichswalters W ä ch t l e r schloß der Vorsitzende die Versammlung in üblicher Weise. (Siebener lvochenmarktprette * 1 er? l n' $ßbr- ^uf dem heutigen Wochen« kosteten: Deutsche feine Molkereibutter. % kg 1,57 Mark, seine Molkereibutter 1,52, Markenbutter *.'6O Mark, Matte 20 bis 25 Ps., Käse dos Stuck 5 bis 10, Eier, ausländische Kühlhauseier, 12, Ptrftn9' kb 10 bis 12, Weißkraut 9 bis 10, Rot- “aut 12 b's 15, gelbe Rüben und Karotten 10 bis l5 bis 18' Unterkohlrabi 6 bis 8 Grünkohl 15, Rosenkohl 25 bis 28, Feldsalat, V10 9 bis 10, Tomaten, % kg 40 bis 45, Zwiebeln 9 bis 10, Meerrettich 30 bis 60, Schwarzwurzeln 25 bis 12 bl5 25, Suppenhühner 90 Pf. bis 1 Mark, Blumenkohl, das Stück 45 bis 55 Pf En- divten 10 bis 25, Lauch 5 bis 8, Sellerie 10 bis 40, Rettich 5 bis 15 Pf., Kartoffeln, 50 kg 3,25 bis 3,75 Mark. Briefkasten der Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Derbindlichkett der Schristleitung.) A. V. in L. Die Berufsberatungsstelle beim Ar« beitsamt in Gießen kann Ihnen auf alle mitgeteil- ten Fragen Auskunft geben. Wir empfehlen Ihnen, sich „ »-»unb Bä» äu|t“hJL“"' dlr tzrr'L ÄR SÄ' iufoJ.j'1" '"ftp! W Ole deutsche Einige . ^MrneWöts= u ÄtzxLii n9en ®eul4 W, ä&W A:ä? SÄ-Sie Sb der J? £bci