ltt. 282 Erstes Blati 188. Jahrgang Freitag, 2. Dezember 1958 Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Giestener Familienblätter Heimat im Bild - Die Scholle Monatr-Bezugspreir: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte „ 1.80 Zustellgebühr. . „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt zernsprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen postschecktonto: Zranisurt am Main 11686 Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühlsche UniverfitStrdruckerei ».Lange in Sichen. Schriftleitung und Geschäftrstelle: Schulstrahe 7 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8'/,Uhr des Dormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rps.. für Textanzeigen von 70 m m Breite 50Rpf.,Platzvorschrift nach vorh.Vereinbg.250/o mehr. Ermäßigte Grundpreise: Stellen-, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf., Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B Veran bildet das neue Kabinett der Tschecho-Slowakei. Prag, 1. Dez. (DNB.) Der Präsident der Republik hat durch Handschreiben den Abgeordneten Beran zum Vorsitzenden der Regierung der Tschecho-Slowakischen Republik ernannt. Gleichzeitig werden zu Mitgliedern der Regierung ernannt: Gesandter Dr. Francisek Chvalkovsky, Auswärtige Angelegenheiten; Sektionschef Dr. Ottokar Fischer, Inneres; Sektionschef Dr. Josef Kal- f u s, Finanzen; Universitätsprofessor Dr. Jan K a p r a s , Schulwesen und Volkskultur; Universitätsprofessor Dr. K r e j c i, Justiz; Generalsekretär des Verbandes der tschecho-slowakifchen Industriellen Dr. Schadet, Industrie, Handel und Gewerbe; Divisionsgeneral E l i a s ch, Eisenbahnen, Post- und Telegraphenwesen; Bürgermeister Dominik Ci- pera, Oesfentliche Arbeiten; der Vorsitzende der tschecho-slowakischen Getreidegesellschaft, Dr. Ladislav Feierabend, Landwirtschaft; Armeegeneral S i r o v y , Nationalverteidigung; Direktor der Zentralen Sozialversicherungsanstalt Dr. Wladislav Klump ar, Soziale Fürsorge, Oefsentliches Gesundheitswesen und Körpererziehung. Weiter wurden Abg. Karl S i d o r und Dr. Georg Havelka zu.Mitgliedern der Regierung ernannt. Zum Vorsitzenden der Regierung des Landes Slowakei wurde Monsignore Dr. Die neuen Männer in Prag. Wie uns unser Prager E. ?. -Korrespondent berichtet, handelt es sich bei der neuen tschecho-slowakischen Regierung um ein Kabinett von Fachmännern, da die Abgeordneten der Landesregierungen ausschließlich aus Fachleuten bestehen. Seit dem Rücktritt Hodzas ist es die dritte nichtparlamentarische Regierung der Tschecho-Slowakei. Die gegenwärtige Regierung ähnelt der ersten insofern, als es sich hier um eine Präsiüialregierung handelt. Sie unterscheidet sich von ihr einerseits dadurch, daß die Nichtparlamentarier zwar vielfach Vertrauensleute des neuen Staatspräsidenten üarstellen, aber von ihm in ihrer Funktion nicht lediglich als durch- fiihrende Organe einer vom Staatspräsidenten selbst konzipierten Politik gedacht sind. Der neue Ministerpräsident, Rudolf Beran, wird am 28. Dezember 51 Jahre alt. Er kann neben Außenminister Chvalkovsky als engster Mitarbeiter des verstorbenen tschechischen Staatsmannes Svehla angesehen werden. Von frühester Jugend an arbeitete Beran für die tschechische Agrarpartei, zuerst als Landjugendführer, dann als Sekretär des Mini- 60 Tage nationalsozialistischer Aufbau imGudeiengau Großzügige Hilfsaktionen auf allen wirtschaftlichen und kulturellen Gebieten. Erfolgreicher Angriff auf die Arbeitslosigkeit. Josef T i s o ernannt und mit der Leitung der Angelegenheiten betraut, die in der Slowakei in das Ressort des Ministeriums des Innern, für soziale Fürsorge und öffenlliches Gesundheitswesen fallen. Zu Mitgliedern der Regierung des Landes Slowakei wurden Abg. Paul T e p l a n s k y , Rechtsanwalt Dr. Ferdinand B u r c a n s k y , Prof. Matusch C e r n a k und Abg. Dr. Milosch V a n c o ernannt. Zum Vorsitzenden der Regierung der Kar p a t h o- Ukraine wurde Monsignore Augustin Woloschin und Abg. Julian R e v a y zum Mitglied dieser Regierung ernannt. Der tschechische Staatspräsident Dr. H a ch a empfing am Donnerstag den Abg. Kundt, der die deutschen nationalsozialistischen Abgeordneten und Senatoren in der neuen Tschecho-Slowakei vertritt. Kundt versicherte dem Präsidenten, daß sich die Wahlenthaltung seiner Freunde nicht gegen ihn als das neue Staatsoberhaupt richte. Die in der Tschecho-Slowakei verbliebenen Deutschen wollen die 1000jährige Ueberlieferung ihres Wirkens im böhmischen Raum fortführen. Das deutsche Arbeitsamt wird die Volksdeutschen im tschechischen Gebiet betreuen. Ein Einheitsverband für Leibesübungen nimmt die bisherigen 55 deutschen Turnvereine auf. sterpräsidenten Svehla, als General-Sekretär, als Obmann-Stellvertreter und schließlich seit dem Herbst 1935 als Vorsitzender dieser größten tschechischen Partei. Er stand oft im Gegensatz zu der von Benefch gepflegten Demokratie. Sehr groß sind Berans Verdienste als Obmann der parlamentarischen Sparkommission. Im Jahre 1938 kritisierte er in einer allgemein beachteten Rede freimütig die bisherige tschechische Außenpolitik und wies besonders darauf hin, daß dep Handelsvertrag mit Deutschland weit bedeutsamer sei als der mit Frankreich oder Sowjetrußland. Er sagte u. a.: „Wir werden uns niemals als Instrument gegen unsere Nachbarn hergeben lassen." Von den andern neuen Männern der Regierung lenkte Innenminister Dr. Fischer seit Jahren als Präsidialchef und später als Stellvertreter des Innenministers den Derwaltungsapparat der Republik. Auch hat er, ähnlich wie der Staatspräsident selbst als Oberster Richter, den Ruf eines objektiven Verwaltungsjuristen. Staatsminister Sidor ist der Vertreter des radikalen autonomistischen Flügels in Reichenberg, 1. Dez. (DNB.) Am 1. Oktober kehrten die ersten Teilgebiete des Sudetenlandes zum Deutschen Reich zurück. Zwei Monate sind seit diesem Tag verflossen. Mit den deutschen Truppen tarnen die Männer der NSV. und des WHW., kamen die deutschen Verwaltungsbehörden, kamen die Parteidienststellen, zog Ruhe und Ordnung ein. Von dem Tag an, an dem deutsche Truppen eine befreite Stadt, ein befreites Dorf betraten, begann auch der Wiederaufbau, und die Bilanz von sechzig Tagen, die wir heute mit stolzer Freude ziehen können, ist das Ergebnis des geschlossenen Einsatzes des ganzen deutschen Volkes für das befreite Sudetenland. Gleichzeitig mit der Befreiung des fudetendeut- fchen Gebietes fetzte auf Anordnung von Dr. Goebbels die Arbeit des WHW. ein. Insgesamt wurden bis zum heutigen Tag im fudetendeutfchen Gebiet 34 Millionen Mark ausgegeben und damit die ärgste Not gelindert. Weitere 11 Millionen sind für die nächsten Monate vorgesehen. Dazu kommen die Aufwendungen des WHW. 1938/39, die für das sudetendeutsche Gebiet noch einmal 35 Millionen Mark vorfehen. Auch die NSV. hatte sofort eine großzügige Aktion eingeleitet, und heute gibt es kein Dorf im Sudetengau mehr, in dem die NSV. nicht tätig ist. Allein 14,5 Millionen Mark stehen für diese Aktion zur Verfügung. 15 000 Volksgenossen werden durch die Hitlerfreiplatzspende verschickt, 1500 Mütter durch die Mütterverschickung und 70 000 Sudeten- ttnber durch die Kinderverschickung. Um den Gesundheitszustand der Sudetenkinder, die unter den tschechischen Maßnahmen ganz besonders gelitten haben, sogleich zu verbessern, wurden auf Wunsch des Führers sogleich 50 000 Flaschen Vigantol herangeschafft, um die Rachitis zu bekämpfen. Zur Förderung der gewerblichen W tzr t - schäft wurden sogleich 150 Millionen zur Verfügung gestellt. Durch die Einführung der Reichsmark-Währung im Verhältnis von 1 CS.-Krone = 12 Reichspfennig wurden die in Den Händen der Sudetendeutschen befindlichen CS.-Kronen um 38 v. H. gegenüber dem normalen Kurswert höher bewertet. Vom Treuhänder der Arbeit wurde die sofortige Erhöhung der Löhne und Gehälter um 15 v. H. angeordnet. Die Luxussteuer wurde sofort beseitigt und die Um» fatzsteuer nach tschechischem Recht auf 2 v. H. ermäßigt. Der sofortige Angriff auf d i e Arbeitslosigkeit hat in diesen 60 Tagen für 50000 Volksgenossen wieder Arbeit und Brot gebracht. Allen schaffenden Volksgenossen wurde sogleich das Recht der Reichsversicherung gegeben. Denen, die noch nicht von Der Arbeitslosigkeit befreit werden konnten, wird eine Arbeitslosenhilfe gegeben, die bis zum heutigen Tage weit über 10 Millionen Reichsmark ausgezahlt hat. Die Reichspost hat sogleich über 100 Kraftpostlinien zur Verbesserung der Verkehrsbeziehungen zwischen Stadt und Land eingerichtet und zur Unterstützung notleidender Gefolgschaftsmitglieder eine Million Reichsmark zur Verfügung gestellt. Das Fernsprechnetz ist bereits wesentlich ausgebaut worden. Auf dem Gebiete der Kvmmunalverwal-- t u n g wurde sogleich die Deutsche Gemeindeordnung eingeführt. Ein großes kommunales Geldinstitut wurde für den ganzen Sudetengau geschaffen und 17 1 Sparkassen des Gaues in Gang gesetzt. Die bisher völlig unzulängliche Fürsorge l e i st u n g der Gemeinden wurde sofort wesentlich erhöht. 60 Röntgenapparate werden in Kürze dem Sudetengau zur Verfügung stehen, staatliche Gesundheitsämter werden errichtet und 30 Verwaltungsstellen des Gauamtes für Volksgesundheit zur Durchführung der Gesundheitsführung in den Betrieben eingerichtet. Zahlreiche Krankenhäuser werden neu errichtet werden. Die Existenz der sudetendeutschen Land- und For st wirtschaft wurde durch die Einführung des Reichsnährstandgesetzes gesichert. Für etwa 5 Millionen Lebensrnittel sind aus dem Altreich in die sudetendeutschen Gebiete geliefert worden. Ein Millionenbetrag ist für Betriebsaufbaudarlehen vorgesehen, die zur Ablösung untragbarer Verschuldung, zur Beschaffung des notwendigen Inventars und zur Durchführung notwendiger Umstellung in der Wirtschaftsweise der bäuerlichen Betriebe verwendet werden. Die landwirtschaftliche Marktordnung wird in kürzester Frist eine weitere Sicherung für den Bestand her sudetendeutschen Landwirtschaft bringen. Die für das Altreich gültigen Preise und Lieferverhält- nisse für Stickstoff und Kali-Handelsdüngemittel sind bereits auf das sudetendeutsche Gebiet ausgedehnt worden. Damit sind die Düngemittel für das Sudetenland ganz erheblich der Slowakischen Volkspartei und Führer der Hlinka- Garden. Staatsminister Hawelka war her engste Mitarbeiter des Staatspräsidenten Dr. Hacha als Präsident des Obersten Verwaltungsgerichtshofes und ist wohl der eigentliche Vertrauensmann des Staatspräsidenten in der Regierung. Er war ursprünglich als Kanzler ausersehen, doch wurde dieses Amt nunmehr aus Ersparnisgründen aufgelöst. Juftizminister Dr. K r e j c i ist feit eingen Monaten Präsident des Obersten Verfafsungsge- richtshofes, mithin der zweite obere Richter der Tschecho-Slowakei. Sein Bestreben war, das in der Benesch-Aera entstandene Auseinanderklaffen zwischen Verfassungsurkunde und Verfassungszustand zu beseitigen. Sozialminister Dr. Klump ar ist seit langem Direktor der Zentral-Sozial-Dersicherungs- anstalt. Arbeitsminister C i p e r a ist als langjähriger leitender Direktor der Batawerke die Seele dieses Betriebes. Unterrichtsminister Dr. K a p r a ist Vorsitzender des tschecho-slowakischen Nationalrates, der Spitzenorganisation der ehemaligen tschechischen Parteien und gilt als Repräsentant des überparteilichen tschechischen Nationalismus. Handelsminister Sadech ist feit langen Jahren Generalsekretär der tschecho-slowakischen Industrie und gilt als Fachmann auf dem Gebiete der Wirtschastsfragen. Der slowakische Justizminister V a n c o ist nach dem Tode Hlinkas dessen Nachfolger im Abgeordnetenmandat. Er gehörte allerdings der Slowakischen N a t i o n a l p a r t e i an, deren Tätigkeit kürzlich von der slowakischen Landesregierung eingestellt wurde. Wenn er nunmehr zum Mitglied der slowakischen Landesregierung ernannt wurde, beweist dies, daß die im übrigen von der Katholischen Slowakischen Volkspartei Hlinkas gebildete slowakische Landesregierung die in der Nationalpartei vereinigten Reformierten, allerdings feit jeher autonomiftifd) eingestellten Slowaken heran- ziehen will. . . Eine Ueberrafchung bildet die Tatsache, daß entgegen den Bestimmungen des karpathv-ukrai- nischen Autonomiegesetzes die Landesregierung dieses Staatsteiles nur aus zwei und nicht aus drei Ministern besteht. Dies ist wohl darauf zurück- zuführen, daß in der letzten Zeit zwischen den ukrainischen und den großrussisch eingestellten Elementen in der Karpatho-Ukraine Gegensätze auftraten, welche den Widerstand der Ukrainer gegen die Besetzung des karpatho-ukrainischen Innenministeriums mit einem Vertreter der großrussischen Richtung verhindern wollten. Die Gegensätze konnten bis zur Stunde noch nicht überbrückt werden, doch sollte die Regierungsbildung durch diese Differenzen nicht überflüssig hinausgeschoben werden. billiger geworden, als sie zur tschechischen Zeit waren. Die weiteren Hilfsmaßnahmen zum Bau von Dungstätten und Jauchegruben haben im Sudetenland ebenfalls sogleich eingesetzt. Dazu werden künftig Reichsbeihilfen zur Förderung der Ertragssteigerung von Grünlandflächen und zur Umstellung von Grünland auf Ackerbau gegeben werden. Der Hopfenabsatz wird gesichert, so daß der gesamte Hopfen der diesjährigen Ernte restlos abgesetzt werden wird. Auf dem Gebiete der Tierzucht find bedeutende Reichsmittel zur Beschaffung und Zuchterhaltung hochwertiger Zuchttiere bereits zur Verfügung gestellt, ebenso zur Verbesserung der Pferde-, Rindvieh- und Schweineställe. E. P. Paris , 2. Dez. Am Tage nach dem Zusammenbruch des Generalstreiks in Frankreich versuchten die politischen Gruppen hieraus die Rückschlüsse für ihre eigene künftige Haltung zu ziehen. Der Tag stand vor allem im Zeichen der neuen Mehrheitsbildung in der Kammer und somit der Verlagerung der parlamentarischen Grundlage des Kabinetts Dala- dier nach rechts. Die sogenannte „Gruppe der Minderheit", eine lose Arbeitsgemeinschaft der verschiedenen Rechtsparteien in der Kammer, entschied sich dahin, auf keinen Fall dem Ruf des Sozialistenführers Leon Blum zum Zusammentritt eines sog. Rumpfparlaments am Freitag Folge zu leisten. Ferner wurde zwischen den Abgeordneten der Rechten ein Uebereinfommen darüber ausgearbeitet, daß die Frage einer künftigen Wahlreform in der Richtung auf Einführung des Verhältniswahl- f y ft e m s noch vor Erörterung des Haushalts durch das Parlament behandelt werden müsse. Damit haben die Rechtsgruppen dem Ministerpräsidenten de n Preis genannt, für den sie bereit sind, ihm in Zukunft in der Kammer Ge>lgschast zu leisten, nachdem er bei der Verkündung der Notverordnun- Zur Steigerung der Schafhaltung und damit bet deutschen Wollerzeugung sind zinsoerbilligte Kredite bereitgestellt worden. Auf dem Gebiet der Wasserwirtschaft, auf dem die tschechische Verwaltung kaum irgendwelche Betreuung vornahm, sind sogleich die notwendigem Aemter eingerichtet worden und Regulierungsarbeiten an den Nebenflüssen der Eger, an der Gör- litzer Neiße, an der March, an der Theß und an dec Mohra begonnen worden. Talsperren im Gebiet der Eger, des Goldbaches, der nördlichen Zuflüsse der Biela, der Polzen und der oberen Oder werden zur Zeit vorbereitet. Auch in der Forst- wirtschaft sind sogleich alle notwendigen Maßnahmen eingeleitet. Heute ist kein Waldarbeiter im Sudetenland mehr arbeitslos, ja an manchen Stellen fehlt es sogar schon an den notwendigen Arbeitskräften. Durch die sofortige Einführung des im Altreich gültigen Arbeitstages wurde schlagartig eine soziale Verbesserung der Lage der Waldarbeiter erreicht. Der Holzeinschlag in den Wäldern wird in dem gleichen Umfang wie im Altreich durchgeführt, damit ist der fudetendeutfchen Wirtschaft der so wichtige Rohstoff Holz für ihren Wiederaufbau in genügendem Maße zur Verfügung gestellt. Der Reichsarbeitsdienst richtet in vielen Waldgebieten Arbeitsdienstlager ein, um die notwendigen forstwirtschaftlichen Maßnahmen beschleunigt einzuleiten. Auf kulturellem Gebiet wurde sogleich das Schulwesen, das unter tschechischer Herrschaft fo fchwer vernachlässigt wurde, in Ordnung gebracht. Neue Lehrpläne und Richtlinien für die Volks- und Bürgerschulen sind bereits verkündet, zahlreiche neue Volks- und Bürgerschulen neu eingerichtet und Parallelklassen eröffnet worden. Jtt wenigen Wochen wird es im Sudetenland feinem einzigen stellungslosen Lehrer mehr geben. Eins Bücherspende für die vollkommen entleerten Schülerbüchereien der deutschen Volks- und Bürgerschulen im Betrag von 50 000 Mark wird zur Zeit zusammengestellt. Eine Notaushilfe für die durch die bisherige schlechte Bezahlung in Not geratene Lehrerschaft des Sudetenlandes steht gleichfalls bevor. Die kommenden Monate werden dis Schaffung von zwei nationalpolitischen Erziehungsanstalten und zahlreichen Schullandheimen bringen. Die Errichtung von Höheren Schulen in Staab, Bischofsteinitz und in Wiesengrund ist eingeleitet worden. Ein Plan, der sich über mehrere Jahre erstreckt, sieht eine vollkommene Erneuerung sämtlicher bestehenden Schulgebäude im Sudetenland vor. Ferner wurden vier Handelsakademien, vier Handelsschulen, eine Staatliche Gewerbeschule für Maschinenbau und eine Anstalt zur Heranbildung von Lehrerinnen an Fachschulen für Frauenberufe neu gegründet. Die Eröffnung von landwirtschaftlichen Fachschulen und der Ausbau des Berufsschulwesens erfolgt in kürzester Zeit. Eine Buchspende des Deutschen Reiches an die sudetendeutschen Büchereien ist angebahnt. Die Rückführung sämtlicher aus dem Sudetenland entführten Kunst- und Musealgüter ist im Gang. Eine tatkräftige Förderung zur Wiederherstellung von Kunst- und Kulturdenkmälexn ist vom Reich eingeleitet worden. Für die Theater des Sudetengaues find 750 000 Mark vom Reich zugebilligt worden. Das Prager Symphonie-Orchester ist zu einem Sudetendeutschen Philharmonischen Orchester in Stärke von 64 Mann umgeformt worden. Die Städtischen Musikschulen sind zum größten Teil schon als „Schulen für Jugend und Volk" organisiert. 5 0 0 0 Rundfunkempfänger sind an die Bevölkerung des Sudetengaues verteilt worden. Frei und ungehindert kann sich nun das deutsche Pressewesen des Sudetenlandes, das so lange geknebelt und geknechtet wurde, entfalten. — Schlagartig hat der Aufschwung des Sudetenlandes eingesetzt, er wird sich von Woche zu Woche, von Monat zu Monat trt immer schnellerem Tempo fortsetzen, denn an die Seite der Sudetendeutschen ist das ganze deutsche Volk .getreten. Ein 80-Millionenvolk arbeitet an dem Wiederaufbau des Sudetengaues mit. gen feines Finanzministers Paul Reynaud die sozialistischen Stimmen verloren hat. Die Beschlüsse, die auf einer interminifte* rieten Konferenz unter Leitung Data- hi er s gefaßt wurden, find naturgemäß unbekannt geblieben. Die äußerst». Rechte fordert jedoch von der Regierung, sie müsse nunmehr entschlossene Maßnah in en gegen den Kommunismus ergreifen, von dem sich das Land am Mittwoch fo deutlich abgewandt habe. „Die Pflicht der Regierung und auch ihr Interesse", fo erklärt dis „Liberte", „besteht darin, die Kommunistische Partei a u f z u l ö s e n." Als Sofortmaßnahmen verlangen die Rechtskreise, daß die Monopolstellung des Allgemeinen G e w e r k s ch a f t s b u n d e s, der es bisher verstanden habe, sich gegenüber der Regierung als die maßgebende Vertretung der Arbeiter durchzusetzen, nunmehr gebrochen werde. Die Christlichen Gewerkschaften ebenso wie die Anhänger der Volkspartei Doriots und der Sozialpartei des Obersten de la Rocque hätten der Regierung geholfen, ihre großen Erfolge gegen den Allgemeinen GewerkschaUsbund zu erringen Diese Arbeiter hätten aber dadurch gleichzeitig das Recht gewonnen. Frankreich sucht nach einer neuen Plattform Oaladiers neue Mehrheit im Parlament. — Oie Rechte fordert Wahlreform, Auflösung der Kommunistischen Partei und Beseitigung des Monopols der marxistischen Gewerkschaften. daß ihre Organisationen die Förderung der Regierung erhielten und gleichberechtigt neben dem Allgemeinen Gewerkschaftsbund gehört würden. Ob sich in Zukunft eine große nationale Gewerkschaft, die die kleinen Einzelgewerkschaften in sich aufnehmen würde, neben dem marxistisch orientierten Allgemeinen Gewerkschaftsbund zu bilden ver- mag, ist eine noch unentschiedene Frage. Der Mitglieder des Allgemeinen Gewerkschaftsou n d e s hat sich teils eine tiefe Entmutigung, teils ein heftiger Unwille gegen die Gewerkschaftsführung bemächtigt. Wie die „Liberte" berichtet, sind bei der Führung des Allgemeinen Gewerkschaftsbundes im Laufe des Tages Tausende von Austritt s - erklärungen eingelaufen. Hunderte von Gewerkschaftlern haben in der Unterffrundbahn, in den Autobussen und in den Pariser Straßen öffentlich ihre Mitgliedskarten zerrissen. Der Allgemeine Gewerkschaftsbund und sein Generalsekretär I o u h a u x haben durch ziemlich flaue Verlautbarungen den niederschmetternden Eindruck, den die Streikbewegung auf die Anhänger gemacht hat, nicht verwischen können. Sie haben für den 5. Dezember eine außerordentliche Sitzung des Landesrats des Gewerkschaftsbundes angekündigt. In dieser Sitzung werden die rein gewerkschaftlichen Kreise von den Kommuni st en Rechenschaft über die Verantwortung an dem Mißerfolg der Streikbewegung fordern. Man rechnet bereits mit heftigen Auseinandersetzungen und vielleicht sogar mit dem Austritt hochstehender Persönlichkeiten aus dem Gewerkschaftsbund. Das könnte das Zeichen zu einer neuen Spaltung fein. Unter den Arbeitern ist jedenfalls die Enttäuschung über die Haltung der leiten- ten Persönlichkeiten des Gewerkschaftsbundes, die die Massen zu dieser Kundgebung aufhetzten, sehr groß. Sehr viele Arbeiter haben am Mittwoch gan^ offen erklärt: „W ir sind verkauft worden! Gegen die Anführer der Generalstreikbewegung werden von der Regierung energische Strafmaßnahmen ergriffen werden. Sie werden sich vor allem gegen die im Hintergründe stehenden Hetzer richten.. Diejenigen Personen, die an der Vorbereitung des Streiks oder seiner Durchführung beteiligt waren und die Sitze in den Verwaltungsräten der großen staatlichen und halbstaatlichen Einrichtungen, wie der Bank von Frankreich, in der Nationalen Eisenbahngesellschaft, der Arnortt- sationskasse usw., haben, werden aus diesen Aemtern entfernt werden. Diese Maßnahme dürfte u. a. auch den Gewerkschaftsführer I o u - haux treffen, der Mitglied des Vorstandes der Bank von Frankreich und mehrerer anderen staatlichen Einrichtungen ist. Die wenigen Arbeiter und Beamten der zentralen Verwaltungen, gegen die disziplinarisch vorgegangen werden muh, werden aus dem Dienst entfernt werden. Soweit es sich nur um eine einfache Dienstenthebung handelt, muß die Entscheidung des zuständigen Ministers innerhalb drei Tagen erfolgen. Gegen diejenigen Angestellten der öffentlichen Dienste und Konzessionsgesellschaften, die den Requisitionsbefehlen nicht nachgekommen sind, werden die gesetzlichen Bestimmungen Anwendung finden. Durch die Niederlage, die der Allgemeine Gewerkschaftsbund mit dem Zusammenbruch des Generalstreiks erlitten hat, ist das persönliche Ansehen des französischen Ministerpräsidenten innerhalb der breiten Masse des französischen Volkes erneut gestiegen, so daß das Parlament ihm in der kommenden Woche wohl auch kaum die Gefolgschaft versagen kann. Oie Organisation freiwilliger Hilfskräste in England. Nationale Stammrolle für den Kriegsfall. EP. London, 1. Dezember. Die englische Regierung hat die zwangsweise Einführung einer nationalen Stammrolle in Friedenszeiten endgültig fallen lassen. Dagegen soll im Kriegsfälle die Zwangs st ammrolle e i n g e f ü h r t werden. Der Minister für die zivile Verteidigung, Sir John Anderson, setzte im Unterhaus seine Pläne zur Freiwilligen-Rekrutierung aller zur Verfügung stehenden Menschenkräfte für die verschiedenen nationalen Hilfsorganisationen auseinander. An Stelle der zwangsweisen Einreihung vorhandener Menschenkräfte werd^ die freiwillige Organisierung durchgeführt werden, mittels einer das ganze Land erfassenden Propagandawelle, die bereits Mitte Januar nächsten Jahres einsetzen soll. Es wird damit ein freiwilliges nationales Register eingerichtet werden, aus verschiedenen, nach Kategorien geordneten Ne- benregistern. Zur Unterstützung der Propaganda wird Sir John Anderson schon in kurzer Zeit ein Handbuch veröffentlichen, in dem genaue Angaben über alle Hilfsorganisationen und die für sie gewünschten Kräfte angeführt werden. Jeder Engländer soll an Hand dieser Angaben in der Lage sein, zu überprüfen, welche Pflichten er übernehmen kann und soll sich bereits in Friedenszeiten zur Schulung in diese Organisationen einreihen. Zu den Blättern, die sich für die Regierungs- maßnahmen einsetzen, gehört bezeichnenderweise die oppositionelle „News Chronicle", die meint, daß die Regierung recht daran tue, wenn sie in Friedenszetten am Prinzip der Freiwilligkeit festhalte. Allerdings müsse die nationale Politik auch so sein, daß sie junge Männer und Frauen veranlasse, ihre Bereitschaft, dem Lande zu dienen, zu zeigen. Auch die „Daily Mail" ist mit dem Plan der Regierung einverstanden. Unzufrieden ist dagegen der konservative „Daily Telegraph . Der Grundsatz der Freiwilligkeit sei unvereinbar mit der Erkenntnis, daß man eine Stammrolle brauche. Wenn die Zeit dafür gekommen sei, das gesamte Menschenmaterial wirksam zu organisieren und einzusetzen, dann könne eine Maßnahme, die nur einen Teil erfasse und noch dazu einen unsicheren Teil, nicht genügen. Eine Freiwilligen-Stammrolle gebe zwar die Zahl der zum Dienst bereiten Männer und Frauen an, aber keinen Anhaltspunkt dafür, ob sie fähig seien, Dienste zu leisten. Es sei unmöglich, die Welt davon zu überzeugen, daß England sich für eine volle nationale Anstrengung vorbereite, so lange man die grundlegenden und notwendigen Maßnahmen für deren Organisierung sorgfältig vermeide. Auch „Daily Expreß" ist enttäuscht darüber, daß man an dem Grundsatz der Freiwilligkeit festgehalten hat. Es sei eine Methode, die dem Drückeberger alle Möglichkeiten gebe. Die Verteidigung Englands bleibe weiter dem Zufall ausgesetzt. Die meisten Parlamentarier erklärten sich nach dem Bekanntwerden der Pläne zufriedengestellt und begrüßten die Erklärung als einen Schritt vorwärts in der Organisierung der englischen Verteidigung. Sowohl auf der Regierungsfeite als auch bei der Opposition findet sich Erleichterung darüber, daß der Dienst freiwillig und nicht zwangsweise fein soll. Die englischen Sozialisten hätten einen Zwang zur Dienstpflicht leicht agitatorisch auswerten können, während die Regierungsa/ihänger Mühe gehabt hätten, ihn in Einklang mit Chamberlains Befriedungspolitik zu bringen. Der erste Spatenstich an derNeichsautobahn im Sudetenland Eger, I.Dez. (DNB.) An der Straßenkreuzung Eger—Liebenstein, in der Nähe der Einmündung von Franzensbad, vollzog der Stellvertreter des Führers, Reichsminister Rudolf Heß, den ersten Spatenstich zur Reichsautobahn im Sudetengau, die diesen jüngsten Gau Deutschlands bald durch die starken Klammern der Reichsautobahnlinien mit dem Altteich verbinden wird. Um die Mittagsstunde hatte sich auf dem Marktplatz die Bevölkerung in Hellen Scharen ein» gefunden. Vor der Tribüne, hatte die 200 Mann starke neue Gefolgschaft der Reichsautobahn, Ge- folgschastsmitglieder der Obersten Bauleitungen der RAD. aus dem Reich und die Ehreneinheiten der Partei und ihrer Gliederungen Aufstellung genommen. Hier überreichten der Generalinspektor Dr. Todt und Gauleiter Henlein den neuen Gefolgschaftsmitgliedern der Reichsautobahnen persönlich die Arbeitsgeräte, die ihnen, wie Dr. Todt hervorhob, später eine Erinnerung an das Jahr der Befreiung des Sudetenlandes, an den Tag des ersten Spatenstiches im Sudetenland und an den Wiederaufbau des neuen Großdeutschen Reiches sein sollen. Am Nachmittag hatten sich auf der Feststätte des ersten Spatenstiches, einer sich weithin ziehenden Wiese am Rande des Kammerwaldes, wohl an 60 000 Volksgenossen aus dem ganzen Egerlande eingefunden. Den Gruß des Egerlandes entbot Kreisleiter Wollner (Karlsbad). Dann sprach Generalinspektor Dr. T o d t: Wenn heute erst 200 Arbeiter an dieser Stelle die Arbeit begännen, so würden es bald, wenn erst alle Strecken der Reichsautobahn im Sudetenland in Angriff genomm.m seien, wohl an die 20 000 Arbeiter sein, die hier wieder Brot und Arbeit fänden. Ein Arbeiter aus der neuen Gefolgschaft der Reichsautobahn versicherte, daß die sudetendeutfchen Arbeiter wüßten, was chre Pflicht fei, nämlich dem Führer treu zur Seite zu stehen. Der Führer habe das Seine für die Sudetendeutschen getan, die nun wissen, was sie für ihn zu tun haben. Nun machte sich Gauleiter Henlein zum Dolmetsch der Sudetendeutfchen. Wenn einst der Zustand der Straßen in Deutschland Ausdruck der inneren und äußeren Zerrissenheit und Uneinigkeit des Volkes gewesen seien, so seien die Reichsautobahnen der sichtbare Ausdruck der politischen Einheit, der Stärke und Größe des nationalsozialistischen Staates und seiner Führung und Ausdruck einer Idee. „Das Sudetenland, das wir mit tiefinnerstem Heimatstolz zu den schönsten Gauen unseres großen Vaterlandes zählen dürfen, wird das Ziel Tausender und aber Tausender sein, die ihre Reise in den jüngsten (Bau des Reiches lenken. Unsere Weltbäder, durch viele Jahre Mißwirtschaft geschädigt, werden aufblühen, und unsere Industrie wird den Wirtschaftszentren des Reiches nahegebracht, unsere landwirtschaften Gebiete werden ganz neue Absatzmöglichkeiten finden. Das größte Geschenk aber fei, daß Tausende und aber Tausende der Arbeitslosen wieder Arbeit und Brot finden würden. Generaldirektor Dr. Todt bat dann den Stellvertreter des Führers, den ersten Spctt»n- stich zu vollziehen. Rudolf Heß führte dann in einer oft von stärkstem Beifall unterbrochenen Ansprache unter anderem aus: Die Reichsautobahn ist ein großes sozialistisches Werk, geweiht im Auftrage des Führers durch die Gesamtheit und für die Gesamtheit. Auf ihr rollen auch wenn es fein muß d i e Machtmittel der deutschen Nation. Auf ihr rollen unsere Divisionen, unsere Geschütze, unsere Panzerwagen zum Schutze der Gemeinschaft, nicht zuletzt zu euerem Schutze, Sudetendeutsche. Eueren Schutz hat das ganze deutsche Volk übernommen! Und wir wissen, daß ihr nie wieder von uns gerissen werdet (stürmische Zustimmungskundgebungen). Ihr schafft an einem Werk mit, das einst Zeugnis ablegen wird von dem durch den Nationalsozialismus neu beseelten germanischen Schaffensdrang. Diese Straßen sind in ihrer technischen Vollendung, in der Schönheit ihrer Linienführung, in der geschmackvollen Sauberkeit ihrer Ucbergänge und Brücken, in ihrer zusammenhängenden Planung einmalig auf der Welt. Sie sind Zeugnisse der Schöpferkraft eines ganz Großen der deutschen Geschichte. Sie sind zu Stein und Beton gewordener Wille eines Mannes. Ohne Adolf Hitler lebte heute in Deutschland kein gesundes, glückliches und aufstrebendes Volk. Es hätte diese strahlende Jugend nicht und nicht jene frohen Mütter die dem Volke freudig ihre Kinder schenken, weil sie deren glücklicher Zukunft gewiß sind. Es gäbe keine gesunde Landwirtschaft mit ihrem starken Bauerntum, keine aufblühende Wirtschaft brächte Stunde um Stunde produktive Werte hervor, Güter, an denen wir alle teilhaben. Keine wahre Volksvertretung, wie die NSDAP., würde das Volk betreuen. Es würde kein deutsches Heer in modernsten Waffen mit bester Ausbildung marschieren in vorbildlicher Disziplin. Deutschland hätte keine hervorragende Luftwaffe und keine zivile Luftfahrt von überragender Güte. Wir hätten keine neue starke Kriegsflotte, ferne Handelsschiffahrt, die sich ihren Rang im Weltverkehr wieder eroberte. Keine Oie Neuordnung des Feuerlöschwesens. Oie Freiwillige Feuerwehr als Silfspolizeiiruppe. Berlin, I.Dez. (DNB.) Der Chef der Ordnungspolizei, General Daluege, sprach vor Pressevertretern über das neue Feuerlösch- g e s e tz. Das Feuerlöschwesen hat im Rahmen seiner bisherigen Organisation die ihm gestellten gemeinnützigen Aufgaben bei einer ständigen Steigerung der Leistungen erfolgreich gelöst. Aber auch für die allgemeine Landesverteidigung sind auf diesem Gebiete Aufgaben und Pflichten erwachsen, die bei dem Grundsatz sparsamster Menschen- vcrteilung nur gelöst werden können, wenn die Organe des Feuerlöschwesens mit den anderen für Sicherheit und Ordnung zuständigen staatlichen Stellen klar zusammengefaßt werden. Entsprechend dem nationalsozialistischen Führerprinzip werden die bisherigen Berufsfeuerwehren als ordentliche Gemeindepolizei in die F e u e r f ch u tz p o l i z e i übergeleitet. Aus den freiwilligen Feuerwehren wird unter Beibehaltung ihrer Bezeichnung eine Hilfspolizeitruppe geschaffen. Denn zur Bewältigung aller im Feuerlöschwesen erwachsenen Aufgaben ist ein Millionenheer von Kräften notwendig, die aus freiem Willen jederzeit einsatzbereit sind. Als Kilfspolizeitruppe werden die freiwilligen Feuerwehren in das Polizeikorps des Reiches eingegliedert und damit dem Reichsführer ff unterstellt. Das Aufsichtsrecht und alle übrigen Aufgaben und Pflichten der Länder und Gemeinden in bezug auf die freiwilligen Feuerwehren sind daneben erhalten geblieben. Die Feuerschutzpolizei tritt als vierte Sparte der Ordnungspolizei neben die Schutzpolizei des Reiches, die Schutzpolizei der Gemeinden und die Gendarmerie. Die Beamten der Feuerschutz- polizei sind Polizeivollzugsbeamte. Die bisherigen, von den freiwilligen Feuerwehren gebildeten Vereine und Verbände werden zu einem Zeitpunkt, den der Reichsminister des Innern bestimmt, aufgelöst, da es bei der wachsenden Bedeutung des Feuerlöschwesens nicht weiter tragbar ist, das Schicksal einer so wichtigen Formation wie die Feuerwehren von den Mehrheitsbeschlüssen einer Mitgliederversammlung abhängig zu machen. An die Stelle der Vereine tritt als Organ des Ortspolizeiverwalters die freiwillige Feuerwehr als Hilfspolizei- truppe. Die Führer der Wehren werden von dem Ortspolizeiverwalter ernannt und abberufen. Die Beschaffung und Erhaltung der Löschgeräte und sonstigen Anlagen, ihre Uniformierung und Ausrüstung, ist Aufgabe der Gemeinden. Den Mitgliedern der Feuerwehren ist der Loh naus fall bei der Brand- und Katastrophenbekämpfung zu er ft alten, soweit ihnen die unentgeltliche Hilfeleistung billigerweise nicht zugemutet werden kann. In der Tatsache, daß für die Organisation der Feuerwehren als Hilfspolizeitrupven an dem Grundsatz einer aus freiem Willen kommenden Leistung festgehalten werden soll, liegt zugleich eine Anerkennung für die großen Verdien st e, die sich die bisherigen Feuerwehren um die Erhaltung deutschen Volksgutes und deutschen Lebens erworben haben. Unzählige sind auf dem Felde dieser freiwillig übernommenen Pflicht gefallen. Ihnen allen läßt jetzt der nationalsozialistische Staat durch das neue Gesetz die verdiente Anerkennung zuteil werden. Oer Neichsführer ff an die Feuerwehren. Der Reichsführer ff und Chef der deutschen Polizei, Heinrich H i m m l e r , hat an die Formationen der deutschen Feuerwehren folgenden Aufruf gerichtet: „Mit dem von der Reichsregierung beschlossenen und nunmehr verkündeten Gesetz über das deutsche Feuerlöschwesen ist ein neuer Stein auf dem Wege zum Gesamtaufbau des deutschen Polizeikorps gesetzt worden. Ihr seid nunmehr Angehörige der deutschen Polizei als Feuerschutzpolizei oder freiwillige Hilfspolizei mit allen gesetzlichen Vollmachten und Pflichten. Eure selbstlose durch Zahlen der Leistungen bewiesene, stets aufs neue in der Stille geleistete Arbeit feit lieber« nähme der Macht im Dritten Reich durch unseren Führer Adolf Hitler, die Toten und Schwerverletzten unter Euch, zeugen von dem nationalsozialistischen Geiste in Euren Reihen, zeugen von der Erfüllung des Gelöbnisses: Freund und Helfer jedes Volksgenossen zu sein! Ich begrüße Euch in den Reihen der Polizei. Ich erwarte von Euch, daß Ihr nunmehr die Organisation in allen Teilen und die Leistungen der deutschen Feuerwehren auf allen Gebieten zur höchsten Stufe bringt" großen Bauten von unsterblicher Schönheit, wie am Königlichen Platz in München und wie die Parteitagbauten in Nürnberg, legten Be-weise ab von Deutschlands künstlerischer Kraft. Unsere großen Städte würden nicht umgebaut zu stolzen Mittelpunkten ihrer Landschaften und nicht ein Kilometer Autobahn führte durch Deutschland wie heute 3000. Ohne Adolf Hitler hätte Deutschland keine große Zukunft vor sich. Jedes Jahr des nationalsozialistischen Reiches, 'jeder Monat, jeder Tag ist ein erneuter Beweis, daß Männer die. Geschichte machen. Die großen Persönlichkeiten sind Meilensteine am Wege der menschlichen Entwicklung. Adolf Hitler, den wir getrost zu den ganz großen Persönlichkeiten rechnen können, kennzeichnet eine Entwicklung von Tausenden von Meilen. Seine Autobahn ist der stärkste Ausdruck der Schöpferkraft einer markanten Persönlichkeit mit den Mitteln unserer Zeit. Es ist unser Gebet, es möge der Allmächtige dem deutschen Volke nie wieder nehmen seine Arbeit, seine Arbeitsfreude und seine Schaffenskraft. Und er lasse uns Lebenden den Mann erhalten, der in feiner Arbeitskraft und feinem Fleiß, in feiner vorbildlichen Hingabe an fein Werk der größte deutsche Arbeiter ist. Er möge uns den Mann erhalten, zu dem wir in Bewunderung aufschauen und dem wir in leidenschaftlicher Liebe angehören: Er möge uns Adolf Hitler erholten! In die Beifallskundgebungen, die die Worte von Rudolf Heß auslösten, tönten die Pfiffe der Lokomotiven der Bahnen. Die Loren rollten, umjubelt, vor die Tribünen. Unter stürmischen Kundgebungen der Menge vollzog bann Rudolf Heß den ersten Spatenstich. Dann ertönten Hornsignale, und auf der Höhe des Kammerwaldes fielen die letzten Tannen und gaben den Blick ins Altreich frei. Auftreten der Juden in der Oeffentl'chkeit. Berlin, 1. Dez. (DNB.) Nachdem bereite f ü t den Tag der nationalen Solidarität eine reichseinheitliche Regelung für ein Ausgehverbot der Juden verfügt worden ist, hat der Reichsinnenminister durch eine Polizeiverordnung die Regierungspräsidenten in Preußen, Bayern und in den sudetendeutschen Gebieten und die ihnen gleich- stehenden Behörden in den übrigen Landern allgemein ermächtigt, Juden deutscher Staatsangehörigkeit und staatenlosen Juden räumliche und zeitliche Beschränkungen des Inhalts aufzuerlegen, daß sie bestimmte Bezirke nicht betreten ober sich z u bestimmten Zeiten in der Oeffentlichkeit nicht zeigen dürfen. Zuwiderhandlungen werden mit Geldstrafe bis zu 150 Reichsmark oder mit haft bis zu sechs Wochen bestraft. Australien will 15000 Juden ousnehmen. Sibney, 2. Dez. (DNB. Funkspr.) Die australische Bunbesregierung setzte am Donnerstag die Einwanderungsquote für Juden auf 15 000 für bie nächsten drei Jahre fest. In Anbetracht bes überaus bünn besiebelten australischen Erbteils ist diese Zahl wirklich nicht erschütternb, dennoch könnte bie Tatsache an sich anbereu britischen Kolonien unb Dominien als nachahmenswert tc3 Beispiel ans Herz gelegt werben. So ganz traut man aber auch in Australien bem Emigrantenfrie- ben nicht, denn im Senat zu Canberra wurde ein Gesetzentwurf eingebracht, der bie zwangsläufige Registrierung aller Ausländer, deren Aufenthalt in Australien länger als 60 Tage beträgt, vorsieht. Nur die Konsuln und sonstigen offiziellen Vertreter ausländischer Regierungen sind von der Registrierungspflicht befreit. Oer Mörder des Klausenburger Nektars verhafiei Bukarest, 1. Dez. (Suropaprefc.) In Staufen- bürg find die beiden Urheber des Attentats auf den Rektor der Klausenburger Universität festgenommen worden. Es handelt sich um die beiden Handels- a k a d e m i k e r Nicolae F r a n c u aus Kronstadt und Trajan Pocuraru aus Lugos. Francn gestand, sich an dem Anschlag beteiligt zu hahsn. Er und Pocuraru seien durch Los zur Verübung des Revolverattentats bestimmt worden. Die Begleitumstände bei der Der- chaftung Francus ergaben, daß er sich mit dem Gedanken trug, Selbstmord zu begehen. Italien tritt dem Londoner Hlottenvertrag bei. London, 1. Dez. (Europapreß.) Am Freitag wird im Londoner Auswärtigen Amt die italienische Beitrittserklärung zum Londoner Flottenvertrag vom Jahre 1936 (zwilchen England, Frankreich unb den Vereinigten Staaten) unterzeichnet werden in Uebereinftimmung mit hem englisch-italienischen Abkommen, das den Beitritt Italiens zu den Flottenabmachungen des Jahres HimillllHIll — ■— Oie Rationale Solidarität fordert Deine Opfer. 1936 vorsieht. Bei den Vorverhandlungen zu diesem Flottenvertrag war Italien als Beobachter zugegen verzichtete jedoch nach Verhängung von Sanktionen im Zusammenhang mit dem abessinischen Feldzug aus eine aktive Teilnahme. Durch den nunmehrigen Beitritt bindet sich die italienische Regierung an 'bie Gleitklausel, bie im Sommer biefes Jahres zustande- gekommen war. England hatte wiederholt zu verstehen gegeben, es beabsichtige nicht, die neugeschaffene Höchstgrenze von 45 000 Tonnen ausrunutzen, sondern sich vorerst eine Grenze von 40 000 Toiz- nen zu setzen, unter der Voraussetzung, daß diese Grenze von anderen europäischen Mächten nicht überschritten werde. Amerikas wdusirielle Mobilmachung. Washington, 1. Dez. (Europapreß.) Der stellvertretende amerikanische Kriegsminister Louis Johnson bezeichnete es als bie Aufaabe der Vereinigten Staaten, eine inbuftrieüe Mobilmachung der Hilfskräfte für jeden Fall vorzubereiten. „Ich wünsche nicht, wieder 14 Monate verstreichen zu sehen zwischen der Kriegserklärung und dem Tage, an dem unsere erste, zum Angrift befähigte Division an bie Front gebracht werben kann. Ich möchte bie Erfahrungen von 1917/18 nicht wiederholt sehen." Johnson gab bekannt, baß 10000 Jn- buftrieunternebmungen ihre Erzeugung auf b e n kriegsmäßigen Umfang eingestellt haben. Als unmittelbares Ziel bes Kriegsministeriums kündigte Johnson an: Standardisierung aller wichtigen Kriegsmaterialien; Veraroßerung ber Kapazität der Rüstungsindustrie; Vorbereitung einer raschen Umstellung der Rüstunasindusttie auf öie erhöhte (Erzeugung im Kriegsfälle mit Hilke von laufenden „erzieherischen Aufträgen" und Erzeugungsplänen. Tschianykaischek baut Eisenbahnen. Schanghai, 1. Dez. (Europapreß.) Nach Meldungen von chinesischer Seite ist ber Bau Zweier neuer Eisenbahnlinien im Gang, bie eine bessere Verbindung zwischen Sowjetrußland und China herbeiführen sollen. Auf chinesischer Seite arbeitet man beschleunigt am Bau einer Linie von Paoki an der Westgrenze ber Schensi-Prvvinz nach L a n ch a u, ber Hauptstadt von Kansu. Auf sowjetrussischer Seite würbe bie Umwanblung einer A u t ost r a ß e in eine Eisenbahnlinie in Angriff genommen, bie bie Turksib-Bahn (die Turkestan-sibirische Bahn von Taschkent nach Novo- Sibirsk) mit der chinesischen Grenze verbinden soll. Das Material für den Bau ber Paoki—Lanchau- Bahn wirb, wie es heißt, durch Abbau ber Bahnen an der Grenze des von den Japanern besetzten Gebietes gewonnen. So liegen Nachrichten darüber vor, daß große Mengen von Schienen von dem China verbliebenen Teil der Peking—Hanküu- und der Lunghai-Bahn fortgeschafft wurden. Oer japanische Vorstoß nach Echensi Peiping, 2. Dez. (Europapreß.) Der japanische Versuch, in die Provinz Schensi nordwestlich von Hankau einzudringen, stößt auf unerwartete Schwierigkeiten. 10 000 Mann regulärer chinesischer Truppen aus dem südwestlichen Teil der Provinz Schansi sind weiter nördlich aufgetaucht unt) entfalten einen Bandenkrieg. Die Stärke der chinesischen Streitkräfte im Norden der Provinz H o n a n wurde von einem japanischen Snrecher mit ungefähr 250 000 Mann angegeben. Gowjetrußland baut eine »chinesische Mauer". Warschau, 1. Dez. (Europapreß.) Wie aus Erzählungen von aus Sowjetrußland nach Polen geflüchteten Bauern hervorgeht, haben die Sowjets in den letzten Tagen die Bevölkerung der Grenz- dyrfer zwischen Annapol und Slawuts in der Nähe der polnischen Stadt Zdolbunow (Wolhynien) massenweise ausgesiedelt und auf Sonderzügen ins Landesinnere transportiert. Diese Maßnahmen stehen im Zusammenhang mit den Bauernunruhen, die in der Gegend von Szepietowka vor einiger Zeit durch Strafexpeditionen blutig unterdrückt werden mußten. Um eine Beobachtung des Landes von polnischer Seite aus unmöglich zu machen, wird von den sowjetrussischen Militärbehörden längs der Grenze ein dreieinhalb Meter hoher Bretterzaun errichtet, der mit Drahtverhauen versehen ist. Zn Abständen von mehreren hundert Metern befinden sich Tore, die durch Pasten bewacht werden. Ein solcher Zaun wurde bisher im Grenzabschnitt Zdolbunow erbaut. Diese rote „chinesische Mauer" soll entlang der ganzen polnisch - sowjetrussischen Grenze gezogen werden. Kleine politische Nachrichten. 3m Sudetendeutschen Wahlkampf sprachen am Donnerstag Rudolf Heß in Eger, Alfred Rosenberg in Karlsbad, die Reichsmmi- fter Dr. Goebbels und Dr. F r i ck in Aussig bzw. Troppau und Gauleiter B ü r ck e l in Eger. Die 14 000 Sudetendeutschen der Reichshauptstadt wurden in einer Kundgebung im Berliner Sportpalast erfaßt- Herr vom R a t h , der Vater des ermordeten Gesandtschaftsrates, hat dem Untersuchungsrichter mit« geteilt, daß er in den Verhandlungen gegen den jüdischen Mörder Herschel Grünspan alsZivilklä- g e r auftreten werde. Der französische Rechtsanwalt Maurice G a r c o n wird die Interessen der Eltern des ermordeten Gesandtschaftsrates vertreten. * Die belgische Regierung beschloß die sofortige Abberufung des belgischen Geschäftsträgers und des belgischen Konsuls in Barcelona, nachdem der Barcelona-Ausschuß seine ,Diplomatische Vertretung" in Belgien abberufen hat, als Protest gegen die Entscheidung der belgischen Regierung, in diplomatische Beziehungen zu der spanischen Nationalregierung zu treten. Aus aller Welt. Oie Autoräuber Reif und Horn hingerichtet. Berlin, 1. Dez. (DNB.) Am 1. Dezember sind, nachdem der Führer und Reichskanzler es abgelehnt hat, von feinem Gnadenrecht Gebrauch zu machen, der 1920 geborene Herbert Reif und der 1^19 geborene Johannes Horn hingerichtet worden, die vom Sondergericht Mannheim am 29. November zum Tode verurteilt worden find. Es handelt sich um die beiden Verbrecher, die am 13. November auf der Reichsautobahn bei Heidelberg in der Absicht eines Raubüberfalls den Bäckermeister Müller in feinem Wagen in derselben Weise, wie sie Wir bitten Die Führerschaft. 7747D ElMulimW Ser MtenSkiilWli zum ön [7771 C 9 Kleidern von [Vermietungen 7740 A Oebr* Intheufer |V> IW Die Beerdigung findet Samstag, den 3. Dezember vormittags 10% Uhr auf dem Neuen Friedhof statt Aus einem arbeitsreichen Leben verschied nach kurzem schweren Leiden unsere liebe Großmutter, Urgroßmutter, Schwester, Schwägerin und Tante 3ütbId|fCtnm3M» 20 v. S. erhalten Sie bei wiederholten Auf« nahmen einer Anzeige 2 Zimmer Küche u. Sveise- kamm., z. verm. Heuchelheim Horst Wesselstr. 1 sind schöne Weihnachts- Geschenke! 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Die Ausgabe der amtlichen Stimmzettel und Wahlumschläge erfolgt im Abstimmungsraum. Die Abstimmung ist so vorzunehmen, daß der Wille des Stimmberechtigten unzweideutig zum Ausdruck kommt (durch ein Kreuz im Kreis). Für dringende Fälle der Abwesenheit werden Stimmscheine, mit denen an einem beliebigen größeren Orte abgestimmt werden kann, noch bis einschließlich Samstag, den 3. Dezember 1938, mittags 12 Uhr durch das Städt. Wahlamt im Stadthaus Bergstraße 20, Zimmer Nr. 17 ausgestellt. Voraussetzung hierfür ist, daß dieser Ort (Reiseziel) für die Abstimmung zugelassen ist und einen Abstimmungsraum eingerichtet hat. Gut gewaschen... r West-Garagen Lahnstrohe 21/Hammstroße 13, Hernr. 3516 lilUUUi c Fahrzeuge Jugendräder kaufen Sie vorteilhaft im Fachgeschäft FahrraHlIwi] Neustadt 20 Ausstellung: Walltorstr. 4. Hellere Dome für die felbständ. Führung eines Haushaltes geeignet und in Krankenpflege bewandert, für älter. Benmteu- ehevaar gesucht. Schriftl. 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In dieser Schule ist der Deutsche seit Generationen herangewachsen, und wird er auch zukünftig heranwachsen. Wir wissen ganz 'genau, daß nur der Höch st e Stand der deutschen Ar- beitsleistung — im wörtlichen Sinne und auf allen Gebieten des Lebens — uns die führende Stellung unter den Völkern der Welt zu erhalten vermag, die uns zukommt. Würde die deutsche Nation jemals hierin nachlassen, so müßten die Folgen außerordentlich rasch eintreten. Sehr bald müßte sich dann zeigen, was es bedeutet, daß so viele der übrigen Völker auf günstigeren natürlichen Lebens- bedinaungen aufbauen, also vor uns einen gewaltigen Vorsprung haben an der Weite ihres Raumes, an den natürlichen Schätzen ihres Landes. Für uns Deutsche kann deshalb die Schlußfolgerung nur immer darin bestehen, daß H o ch st l e i st u n g in den deutschen Landen erforderlich ist. Wie diese Höchstleistung erreichen? Ihre wichtigste Voraussetzung ist erst durch den Nationalsozialismus wieder geschaffen worden. Sie heißt: Beseitigung der Arbeitslosigkeit. Solange Millionen Hände zur unfreiwilligen Untätigkeit verdammt waren, konnten wir als Nation'ja gar nicht die Höchstleistung vollbringen, zu der wir fähig sind. Erst durch die Verwirklichung des Rechtes auf Arbeit ist die Grundvoraussetzung für eine Erfüllung des deutschen Gesetzes der Höchstleistung gegeben. Auf Lieser Grundvoraussetzung muß weiter auf- gebaut werden. Die Betätigung jeder Arbeitskraft sichert eine allgemeine Teilnahme aller Volksgenossen an der Gesamtleistung der Nation, aber an sich noch nicht unbedingt die Höchstleistung. Denn jetzt muß weiterhin jede einzelne Arbeitskraft an den richtigen Platz gestellt werden, wo sie das Höchstmaß an Leistung zu vollbringen vermag, und es muß jede Arbeitskraft durch dauernde Schulung zur Höch ft en Form befähigt werden. Sehr treffend sagte kürzlich Reichsorganisationsleiter Dr. Ley auf der Kundgebung des Reichsc-usschufses für den Berufswettkampf aller schaffenden Deutschen, daß niemand zum Lernen zu alt ist. Jeder, der in der Wirtschaft an irgendeinem Platze steht, muß das Streben haben, darüber nachzusinnen, wie eine noch höhere Leistung seiner Arbeit erzielt werden kann. Bei cer gegenwärtigen Erörterung der Leistungsfrage stctzt die Lehrlingsausbildung besonders' im Vordergrund. Das ist natürlich. Der Lehrling von heute ist der Geselle von morgen und, falls er den Durchschnitt überragt, später der Meister. Was er in der Lehrzeit sich an Kenntnissen und Fähigkeiten aneignet, bildet die Grundlage für sein gesamtes späteres Arbeitsleben. Es ist entscheidend für die Leistung eines ganzen Lebens und, auf die Allgemeinheit einer Lehrlingsgeneration übertragen, für die Leistung des Volksganzen in Jahrzehnten. -Wer diö Lehrlingsfrage leicht nehmen würde, wer der Auffassung wäre, daß wir bei der Lehrlingsausbildung Experimente von fragwürdigem Ausgang leisten könnten, der würde sich an der zukünftigen Leistungsfähigkeit des deutschen Volks versündigen. Auch die Lehrlingsfrage kann naturgemäß nicht allein für sich gesehen werden. Ihre Beurteilung lnuß ebenso wie die aller anderen Fragen der Nation vom Blickpunkt der Erfordernisse für die Volksgesamtheit aus erfolgen. Wer dies aber im gegenwärtigen Zeitpunkt tut, der darf unmöglich die Tatsache übersehen, daß ein möglichst baldiger Ausgleich des Facharbeitermangels ein dringendes Erfordernis ist, um die so entscheidungsool- len Aufgaben der Gegenwart meistern zu können. Um hier zu dem richtigen Bild zu gelangen, muß zunächst die Beurteilung der Lehrlingsfrage an sich untersucht werden. Wenn auch die gewaltigen Anstrengungen der Industrie auf zahlenmäßige Erhöhung ihrer Ausbildungsziffern und auf fachliche Vertiefung der Ausbildung selbst keineswegs verkleinert werden soll, so wißen wir doch, daß das Schwergewicht der gewerblichen Lehrlingsausbildung beim Handwerk liegt. Für das Handwerk hat im November 1936 der Generalsekretär des Reichsstandes Dr. Schüler grundlegende Ausführungen über die Lehrlingsfrage gemacht. Dr. Schüler ging davon aus, daß um die Jahrhundertwende die Lehrzeit im Handwerk 3 bis 4 Jahre betragen habe. Bei gleicher Lehrzeit wie um 1900, erklärte der Generalsekretär des Reichsstandes dann, gehen von der praktischen Ausbildungszeit folgende Zeitspannen ab: 1. Herabsetzung Der täglichen Arbeitszeit von 10 auf 8 Stunden; 2. in der Regel 1 Tag je Woche für Besuch der Berufsschule; 3. jährlicher Urlaub von 2 bis 3 Wochen; 4. Inanspruchnahme ür körperliche und staatspolitische Ausbildung. Durch alle diese Einflüsse zusammen, deren Berechtigung außer jedem Zweifel steht, wird gegenüber früher die zur Verfügung stehende praktische Arbeitszeit um etwa ein Drittel vermindert. Ohne Zweifel ist es gelungen, diese Verminderung der für die praktische Ausbildung zur Verfügung stehenden Zeit durch Verbesserung der Ausbildungsmethoden auszugleichen. Ja man kann betonen, daß — so widersprechend es vielleicht auf den ersten Augenblick zu sein scheint — gerade die Verminderung der Ausbildungszeit die Verbesserung der Ausbildungsmethoden in vielen Punkten überhaupt erst ermöglichte. Dies ist ganz ohne Zweifel bei der Gewährung genügender Frei- und Urlaubszeit für den Lehrling der Fall und ebenso bei dem Besuch der Berufsschule. Denn übermüdete Jungen sind niemals hundertprozentig aufnahmefähig, und die praktische Ausbildung bedarf unter allen Umständen ihrer schulmäßigen, d. h. theoretischen Untermauerung, um das höchste Ausbildungsziel zu erreichen. Auf der anderen Seite darf man aber auch nicht übersehen, daß heute an den Lehrling ganz andere Anforderungen gestellt werden müssen, als es um die Jahrhundertwende der Fall war. Die Verbesserungen und Verfeinerungen unserer Produktionsmethoden stellen früher überhaupt nicht gekannte Ansprüche ^n das Können des schaffenden Menschen. Damit aber ist zum Ausdruck gebracht, daß der Verkürzung der Lehrzeit Grenzen gesetzt sind, die nicht überschritten werden können, es sei denn, daß bei Beginn der Lehrzeit ein ungleich höherer Grundstock an Wissen und Fertigkeiten gegeben wäre als früher. Ob und wann dies der Fall ist, kann heute einwandfrei festgestellt werden durch die A n f a n g s p r ü f u n g e n , die in den Berufsschulen von jedem neu eingetretenen Berufsschuljahrgang gefordert werden. Diese grundsätzlichen Ausführungen über die Lehrlingsfrage waren erforderlich, um von ihnen aus die Beurteilung der gegenwärtigen Notwendigkeit einer möglichst raschen Ueberwindung des Facharbeitermangels richtig finden zu können. Es müssen also die Erfordernisse der Gegenwart abgewogen werden gegenüber den Notwendigkeiten für die weitere Zukunft. Dies hat der Reichswirtschaftsminister mit seiner Anweisung vom 22. Oktober getan. Der Minister hat, um die Grundzüge darzulegen, eine Vorverlegung der Lehrabschlußprüfung angeordnet und die znständi- gen Stellen ersucht, die erforderlichen Maßnahmen zu treffen, daß vom 1. April 1939 an keine Lehrver- hältnisse über eine mehr als dreijährige Dauer begründet werden. „Nur wenn sich das Lehrziel", heißt es dann wörllich, „auch bei intensiver Ausbildung in drei Jahren nicht erreichen läßt, kann für einzelne Berufe einer Verlängerung von drei bis sechs Monaten zugestimmt werden." Der Minister hat aber vor allem bestimmt, daß auch bei den vorverlegten Prüfungsterminen die Prüfungen unbedingt nach den vorgeschriebenen Prü- hingsanforberungen abzuhalten sind. Deshalb sagt der Minister in seiner Anweisung, daß sich die erfolgreiche Vorverlegung der Prüfungstermine nur ermöglichen läßt „durch eine außerordentliche Verschärfung des Ausbil- bildungsganges unter Zurückstellung aller Anforderungen an die Jugendlichen und an die mit ihrer Ausbildung betrauten Personen, die nicht unmittelbar der Erreichung des Ausbildungszieles dienen". Sichern wir so durch die pflegliche Behandlung der Lehrlingsfrage die höchste Leistungsfähigkeit des deutschen Menschen für die Zukunft, dann werden auch alle anderen für die Höchstleistung notwendigen Voraussetzungen erfüllt werden können. Denn noch immer ist es der Mensch, der die' Probleme zu lösen hat und löst. Noch immer wird wirkliches Können allein auch die Möglichkeiten weiterer arbeitsparender Produktionsmethoden erschließen, um der menschlichen Arbeitskraft ohne zeitliche Ueberbeanspruchung eine Steigerung der Leistung zu ermöglichen. Die Gliederung der deutschen Wehrmacht. Das Heer. Die am 24. November erfolgte Ernennung des bisherigen Kommandierenden Generals des VI. Armeekorps, General der Artillerie von Kluge, zum Oberbefehlshaber der Heeresgruppe 6 lenkt die Aufmerksamkeit auf Gen weiteren Ausbau der Gliederung des deutschen Heeres, wie er durch die Eingliederung der yftmark und des Sudetenlandes erforderlich geworden ist. Nach Angaben, die Major von Wehe von der Pressestelle des Oberkommandos des Heeres in einem Vortrag in der Berliner Hochschule für Politik gemacht hat, ist das Heer jetzt folgendermaßen gegliedert: Oberbefehlshaber des Heeres: Generaloberst von Brauchitsch. Chef des Generalstabes des Heeres: General der Artillerie Halder. Die Heeresgruppen: Gruppe 1 (Berlin): Oberbefehlshaber: Generaloberst von Bock; Gruppe 2 (Frankfurt a. M.): General der Infanterie von Witzleben; Gruppe 3 (Dresden): General der Infanterie Blaskowitz; Gruppe 4 (Leipzig): General der Artillerie von Reichenau; Gruppe 5 (Wien): General der Infanterie List; Gruppe 6 (Hannover): General der Artillerie von Kluge. Jede dieser Gruppen umfaßt einige Armeekorps. Die Armeekorps. I. Armeekorps, Königsberg. Befehlshaber: General der Infanterie von Kücyler. 1. Dioi= sion, Insterburg; 11. Division, Allenstein; 21. Division, Elbing; 1. Kavalleriebrigade, Insterburg. II. Armeekorps, Stettin. General der Infanterie Strauß. 2. Dioison, Stettin; 12. Division, Schwerin; 32. Division, Köslin. III. Armeekorps, Berlin. General der Artillerie Haase. 3. Division, Frankfurt a. d. Oder; 23. Division, Potsdam; 3. leichte Division, Kottbus; 3. Panzerdivision, Berlin. IV. Armeekorps, Dresden. General der Infanterie von Sck)wedler. 4. Divison, Dresden; 14. Division, Leipzig; 24. Division, Chemnitz. V. Armeekorps, Stuttgart. General der Infanterie Geyer. 5. Dioison, Ulm; 25. Division Ludwigsburg; 35. Division, Karlsruhe. VI. Armeekorps, Ni ü n ft e r. General der Pioniere F o e r st e r. 6. Division, Bielefeld; 26. Division, Köln; 1. leichte Division Wuppertal. VII. Armeekorps, München. General der Infanterie Ritter von Schober. 7. Division München; 27. Division, Augsburg; 1. Gebirgsdivision, Garmisch-Partenkirchen. VIII. Armeekorps, Breslau. General der Infanterie Busch. 8. Division Neiße; 18. Division Liegnitz; 28. Division Breslau; 5. Panzerdivision Oppeln. IX. Armeekorps, Kassel. General der Artillerie D o l l m a n n. 9. Division Gießen; 15. Division Frankfurt a. M.; 29. Division, Erfurt; 2. leichte Division, Gera; 1. Panzerdivison Weimar. X. Armeekorps, Hamburg. General der Kavallerie Knochenhauer. 20. Division, Hamburg; 22. Division, Bremen; 30. Division, Lübeck. XI. Armeekorps, Hannover. General der Artillerie Ul ex. 13. Division, Magdeburg; 19. Division, Hannover; 31. Division, Braunschweig. XII. Armeekorps, Wiesbaden. General her* Infanterie Schrokh. 33. Division, Mannheim; 34. Division, Koblenz; 36. Division, Kaiserslautern. XIII. Armeekorps, Nürnberg. General der Kavallerie Freiherr von Weich s. 10. Division, Regensburg; 17. Division, Nürnberg; 46. Division, Karlsbad; 4.'Panzerdivision Würzburg. Generalkommando XIV Magdeburg, General der Infanterie von Wietersheim. Generalkommando XV Jena, General der Infanterie H o t h. Generalkommando XVI Berlin, Generalleutnant H o e p p ne r. XVII. Armeekorps Wien, General der Infanterie Kienitz. 44. Division Wien; 25. Division Linz; 4. leichte Division Wien; 2. Panzerdivision Wien. XVIII. Armeekorps Salzburg, General der Erinnerung an Beaie. Von Hermann J. Theisten. Sie war noch ein Kind, als ich sie vor fünf Jahren kennenlernte, eine jener freudebringenden Menschenkinder, die zwar um die beglückenden Eigenschaften wissen, mit denen die Natur sie gesegnet hat, die aber zu bescheiden find, sich ihrer zu bedienen. Auf der Suche nach einer kleinen Wohnung nahm ihre Mutter sie mit in unser Haus, in dem ein paar Räume leerstanden. Unsere erste Begegnung geschah im Hausgang, ich stand lesend am Treppenpfosten, als ich Beate in den oberen Stockwerken fingen und turnen hörte. Sie teilte das Lied in lauter Silben auf, und bei jeder ließ sie sich ein Stück tiefer das Geländer her- untergleiten. Als sie mich gewahrte, hielt sie verschämt mit Singen ein, dafür ließ sie sich um so unbekümmerter, anscheinend einem plötzlichen Einfall nachgebend, das meterlange Stück rutschen, das sie noch vsn mir trennte. In der Besorgnis, sie könnte das Gleichgewicht verlieren, auch bereit, durch ein verweisendes Wort ihren Leichtsinn zu strafen, hob ich die Arme, in die sie sich, ohne sich weiter am Geländer festzuhalten, mit einem Kichern fallen ließ. Es blieb mir nichts anderes übrig, als sie hochzuheben und abzusetzen, und ich tat das mit einer Behutsamkeit, daß ich über mich selbst unwillig wurde, weil nun aus der beabsichtigten Zurechtweisung so etwas wie eine Gutheißung geworden war. Und als sie erst vor mir stand, die Stirn gesenkt und die großen Augen nach oben gerichtet, gleichzeitig auf Strafe und Liebkosung gefaßt, da konnte ich ihr weder einen strengen Blick, noch ein rauhes Wort geben. Vielmehr fühlte ich mich versucht, zu lachen und, um sie damit zu necken, nach einem Namen zu suchen, der diesem Häufchen anmutiger Frechheit gerecht wurde. „Krabbe", schalt ich sie. „Ich heiße Beate", war ihre rasche Antwort, die wohl erklärend, aber auch verbittend gemeint sein konnte. ,3a", erwiderte ich, „so heißt du, und du bist eine kleine Krabbe." Eine Krabbe, so belehrte sie mich, sei ein häßliches Tier, das immerzu herumkrabbele und sich, wenn man es an fasse, mit seinen Scheren festbeiße, so daß man es nicht mehr loslösen könne. So gerieten mir durch den Widerstreit unserer Ansichten in ein spaßiges Wechselgespräch, dessen letztes Wort die kleine Dame behielt; bevor sie, ein neues Lied anstimmend und zwei Stufen auf einmal nehmend, die Treppe hinaushopste, sagte sie mit einer selbstoewußten Gebärde, die jedes Gegenwart wirkungslos machte: „Beate heißt: Die Glückselige." Im Laufe der Zeit hatte ich denn auch des öfteren Gelegenheit, zu sehen, wie ihr Name in einer bejahenden Beziehung zu ihrem Wesen stand. Aber eines Tages lag ein Briefchen unter der Tür, ein Stück hellblaues Seidenpapier, dessen Ränder mit der Schere eingezackt waren. Ich las: „Ich komme in ein Pensionat, ich möchte aber viel lieber hier bei Ihnen bleiben. Wenn ich etwas älter wäre, würde ich Sie heiraten, dann brauchte ich nicht weg. Mit vielen Grüßen bleibe ich ewig Deine Beate." Bevor sie abreiste, kam sie zu mir. „Ich komme, um Abschied zu nehmen", sagte sie, mit Mühe jenes entsagende Lächeln festhaltend, aas Erwachsene in den Minuten der Trennung aufzusehen pflegen. Ich sah ihr an, daß sie ganz die Heitere geblieben und daß das bevorstehende Fremde nicht etwa wie ein dunkles Tor, sondern wie ein Vergnügungspark vor ihr lag. Denn während sie traurig zu sein vorgad, konnte sie sich nicht enthalten, ein keckes Liedchen zu summen in einer putzig wirkenden Emsigkeit den. Staub von den Möbeln zu wischen und ohne zu fragen — die Stunde rechtfertigte diesmal ein vertrautes Benehmen — ein Plätzchen von meinem Obstteller zu greifen. Dann sagte sie: „So, nun muß ich aber wirklich Abschied nehmen!" Und wartete. Sie blieb auch noch wartend vor mir stehen, als ich ihr die Hand gegeben und ein paar gutgemeinte Mahnworte ausgekramt hatte. „Werden Sie ...?" Sie lächelte zweifelnd. „Werden Sie ... werden Sie mich auch ...?" Nun mußte ich lachen, denn nun wußte ich das Wörtchen, das auszusprechen sie sich nicht getraute. Wie sie so vor mir stand, blond und blau, ein wenig verschämt und doch ganz Lieblichkeit, ein Hauch von Hoffnung und Zweifel um den Mund, sand ich sie zum Küssen anmutig. Ich hob sie hoch und gab ihr einen Kuß. Und half ihr aus der Verlegenheit. „Gewiß werde ich dich heiraten. Wenn du erst etwas älter bist, sagen wir, wenn du das Pensionat hinter dir hast." Da schwand auch der letzte Rest von Enttäuschung aus ihrem Gesicht. Dos sind nun Jahre her, in denen ich Beate nicht ein einziges Mal sah, denn Weihnachten, die einzigen Tage im Jahre, an denen sie nach Hause durste, verbrachte ich regelmäßig auswärts bei meinen Eltern. Wenn ihre Mutter mir nicht ab und zu einen Gruß übermittelt hätte, würde ich sie ganz und gar vergessen haben, wie ja Erlebnisse schließlich ' Nebelhafte sinken, wenn die Umwelt uns nicht ständig an sie erinnert. So mußte ich mich erst auf sie besinnen, als sie eines schönen Vorfrühlingstages wie hereingeschneit in meinem Zimmer stand, nachdem ich ein leises Klopfen unbeantwortet gelassen, we 1 .1) es für ein Geräusch im Kamin gehalten hatte. Vor mir stand eine junge Dame, sie mochte zwischen sechzehn und siebzehn sein, ihre Gesichtszüge kamen mir zwar bekannt vor, jedoch wußte ich, sie nicht in die Reihe meiner Bekannten einzuordnen. Sie nannte meinen Namen, sah sich im Zimmer um, ob sich in der Anordnung der Möbel nichts geändert habe, und als ich vor lauter Unsicherheit überhöflich wissen wollte, was sie zu mir führen, lachte sie frei heraus, wobei ihre Augen blitzten und ihr hellroter Mund sich kreisrund öffnete. „Ich bin doch Beate!" sprudelte sie endlich los. „Kennen Sie mich denn nicht mehr? Oh, ich habe Sie aber gleich erkannt. Wissen Sie noch, damals, vor vier, nein vor fünf Jahren, als sie mir an meinen Schularbeiten halfen? Jetzt brauch ich nicht mehr zur Schule, jetzt werde ich in Stellung gehen. Haben Sie auch Ihren Kater noch?" „Ja", sagte ich nach einer halben Ewigkeit des Staunens, „das ist schon lange her. Und zum Treppenrutschen bist du nun wohl zu groß geworden. Ist es nicht so?" Und als sie lachend bejahte, drängte sich mir plötzlich eine längst versunkene Frage der Erinnerung auf. „Weißt du denn auch noch, daß du — daß ich dir damals versprechen mußte--?" Sie sah mich neugierig an und schien von nichts mehr zu wissen. „Eigentlich wäre es jetzt an der Zeit, mein Versprechen einzulösen", lachte ich vieldeutig. „Was haben Sie mir denn versprochen?" „Dich zu heiraten. Erinnere dich nur!" Natürlich erinnerte sie sich wieder. Und das geschah mit einem Lächeln über sich selbst, die Beate von sechzehn lachte über die Beate von elf Jahren. Darauf sah sie mich an und errötete. Und ich ahnte, daß die Zeit nicht nur ihre Gestalt, sondern auch ihre Wünsche gewandelt hatte, und daß vielleicht schon einer gekommen war, der die gleiche Frage, die sie mir vor Jahren kindlich stellte, mit mehr Berechtigung und mehr Hoffnung an sie gerichtet hatte. Hochschulnachrichten. Professor Dr. Georg August Wagner, Ordinarius für Geburtshilfe und Gynäkologie an der Universität Berlin, wurde wegen Erreichung der Altersgrenze von feinen amtlichen Verpflichtungen entbunden. Der Dozent Dr. med. Hanns Russin an der Universität Freiburg wird im Winterhalbjahr die an der Universität Köln durch die Wegberufung von Professor de Crinis freigewordene Professur für Psychiatrie wahrnehmen. Uraufführung der „Zirkuskomödie" von Bernhard Graf Golms. Der im vorigen Jahre jung verstorbene Berliner Intendant Bernhard Graf Solms, dem nach der Machtübernahme die Leitung der Berliner Volksbühne übertragen worden war, hat eine (erste und einzige) Theater-Arbeit hinterlassen, in der er die bürgerliche Welt und die des Zirkus-Zigeuners gegeneinanderstellt. Ein junger Arzt, mit Der unüberwindbaren Sehnsucht in die Weite, geht aus der Bürgerlichkeit unter die Zirkus-Leute, das Mädchen der Gesellschaft bleibt zurück und wird die Frau eines Rechtsanwaltes, ohne Die alte Liebe ganz zu überwinden, und als der Arzt, nun als Artist Carlo O'Carli, mit Dem Zirkus in seine Heimatstadt zurückkommt, gibt es große Verwirrungen, sein schäbiger'Bruder bangt um die ihm allein zugefallene Erbschaft, der Anwalt um seine Frau und O'Carlis Partnerin und Geliebte um ihre ganze innere Welt; als sie vom Trapez stürzt, weil O'Carli feine ehemalige Braut in der Loge sieht und nicht aufpaßt, droht ein schlimmes Ende; aber in Der Bürgersfrau siegt, nach Der Zeit Der Halbheit, das Gefühl für das Glück Der Geborgenheit und in Den Zirkus- Leuten Die tiefe Verbundenheit: „Eng find unsere Wagen, doch sie rollen durch Die Welt, — eng ist unser Magen, aber weit ist unser Zelt." Es ist bekannt, Daß Graf Solms in großer Liebe zum Zirkus als Junge selbst sich im Zirkus produziert hat. Mit Diesem Stück schreibt sich offenbar der Sproß des alten hessischen Geschlechtes seine tiefe Hingabe an die Welt Des KomöDiantentums vom Herzen, nicht ohne Bitterkeit gegen Das Leben und seine gesellschaftliche Verlogenheit und mit aller Bewunderung vor Den Berufs-Notwendigkeiten Des lachenden Bajazzo. Gerade weil Das Stück noch mannigfach Die tastende Hand eines frühen Versuches verrät, muß und kann von Der Musik vieles überbrückt werben. Kurt Heuser von Der Berliner Volksbühne hat, noch in enger Zusammenarbeit mit Solms, LieD unD Sprechgesang musikalisch gestaltet und findet ebenso die' feine, lyrische Melodie („... bist du einmal im Himmel gewesen und hast Den Herrgott gesehen") wie Die rhythmisch erregenDc oDer ironisierende, am stärksten wohl in Dem Lied vom Zirkuswagen. Die Inszenierung am Stadttheater in Frankfurt an Der Oder leitete Bruno Karl, Der auch Den O'Carli spielte, mit gewissenhafter Vorbereitung; es gab lange anhaltenden Beifall. Der Aufführung wohnten u. a. Prinz August Wilhelm in alter SA- Kamer ad schäft zu Graf Solms, Prinz Schaumburg- Lippe, Sigmund Graff vom Propaganda-Ministerium und Bernhard Herrmann, der Leiter Der Fachschaft Bühne, bei. Hans Knudsen. Infanterie Beyer. 2. Gebirgsdivision Innsbruck: 3. Gebirgsdivision Graz. So besteht das deutsche Heer in seiner heutigen Gliederung aus 18 Armeekorps mit 39 Divisionen. 4 motorisierten leichten Divisionen. 3 Gebirgsdivisionen, 5 Panzerdivisionen und einer Reiterbrigade. Die Kommandierenden Generale der Armeekorps I bis XIII und XVII bis XVIII sind gleichzeitig Befehlshaber in den entsprechenden Wehrkreisen. Die Luftwaffe Das Reichsluftfahrtmini st erium ist die oberste Verwaltungsbehörde der Lustfahrt und oberste Kommandobehörde der Luftwaffe. An seiner Spitze steht der Reichsminister der Luftfahrt und Oberbefehlshaber der Luftwaffe, Generalfeldmarschall Göring. Chef des Ministeramtes ist der letzte Adjutant des Feldmarschalls aus der Kriegszeit beim „Jagdgeschwader Freiherr v. Richthofen", Generalmajor Bodenschatz. Vertreter des Reichsministers der Luftfahrt und Oberbefehlshaber der Luftwaffe ist der Staatssekretär der Luftfahrt, Generaloberst Milch. An der Spitze des General st abs der Luftwaffe steht der Chef des Generalstabs, General der Flieger Stump ff, Chef der Luftwehr ist General der Flakartillerie Rüdel, Generalinspekteur der Luftwaffe ist Generalleutnant Kühl. Dem Generalinspekteur sind zehn Luftwaffeninspektionen unterstellt, und zwar die Inspektion der Aufklärungsflieger und des Luftbildwesens, der Kampfflieger, der Jagdflieger, der Flakartillerie, für Flugsicherheit und Gerät, des Kraftfahrwesens, des Nachrichtenverbindungswesens, der । Seeflieger, der Flugzeugführerschulen und des Er-1 ziehungs- und Bildungswesens. Die Inspektion 10 ( (Erziehungs- und Bildungswesen) ist gleichzeitig Kommando der Luftkriegsschulen. Im Reich ist die Luftwaffe in drei Luftwaffengruppen und drei Luftwaffenkommandos gegliedert. An der Spitze der Luftwaffengruppe steht der Kommandierende General und Befehlshaber der Luftwaffengruppe, so in Berlin, Luflwaffengruppe I (Ost): General der Flieger Kesselring: in Braunschweig, Luft- wasfengruppe II (West): General der Flieger Felmy: in München, Luftwaffengruppe III (Süd): General der Flieger Sperrle. An der Spitze der drei Luftwaffenkom- m andos stehen Kommandierende Generale: in Königsberg der Kommandierende General der Luftwaffe in Ostpreußen, Generalleutnant Keller: in Kiel der Kommandierende General der Luftwaffe See, General der Flieger Zander: in W i e n der Kommandierende General der Luftwaffe in Oesterreich, Generalleutnant Löhr. Luftgaukommandos bestehen entsprechend den Wehrkreisen des Heeres als territoriale Dienststellen der Luftwaffe im Reichsgebiet. Die Stand- orte der Luftgaukommandos sind Königsberg, Berlin-Dahlem, Dresden, Münster, München, Breslau, Hannover, Wiesbaden, Nürnberg und Wien. Die Kriegsmarine. Oberkommando der Kriegsmarine (Berlin); Oberbefehlshaber: Generaladmiral Raed er. 1. Marinegruppenbefehlshaber Ost: Admiral Albrecht. 2. Flottenchef, Flottenkommando (Kiel): Admiral Boehm. 3. Der Kommandierende Admiral der Marinestation der Ostsee (Kiel): Admiral Carls. 4. Der Kommandierende Admiral der Marinestation der Nordsee (Wilhelmshaven): Admiral Saalwächter. 5. Sonstige Dienststellen: Marinewerft Wilhelmshaven, Marinearsenal Kiel, Erprobungskommando für Kriegsschiffneubauten Kiel, Admiral der Kriegsmarine-Dienststelle Hamburg. Kriegsmarine-Dienststellen Bremen, Stettin. Königsberg, Seezeichen- und Lotsenamt der Jade. Marine-Intendantur Kiel, Marine-Intendantur Wilhelmshaven. Gauleiter in seinem Schlußwort darauf hinwies, daß das Sudetendeutschtum am kommenden Sonntag nicht zu einer Wahl schreite, sondern sich zu dem Führer und der großdeutschen Volksgemeinschaft bekennen werde. Entlassunge-Appell auf dem Trieb. Die. Mannschaften des E.-Batls. Inf.-Regts. 116, die am 6. September zu ihrem Ausbildungskursus einrückten, werden am kommenden Montag unter Führung ihres Bataillonskommandeurs, Major Freiherr von Kittlitz, auf dem Trieb zu einem Entlassungs-Appell vor dem Regimentskommandeur, Oberst H e r r l e i n , antreten. Dieser letzte Appell der Männer des E.-Batls. wird um 11 Uhr beginnen. Für unsere Gudetendeutschen. Der Appell an die Opferbereitschaft für unsere Sudetendeutschen hat auch in der Gefolgschaft des Modehauses Carl N o w a ck starken Widerhall gefunden. In wochenlanger stiller Arbeit entstanden aus Stoffen, die die Geschäftsleitung zur Verfügung gestellt ljatte, alle möglichen Kleidungsstücke. Abends nach Geschäftsschluß opferten die Mädels gerne ein paar Stunden, um die große Not unserer sudetendeutschen Brüder und Schwestern lindern zu helfen. In diesen Tagen nun können sie die Kleidchen, Schlafanzüge, Höschen, Schürzen usw. der NSV. zur Verfügung stellen Auch der männliche Teil der Gefolgschaft beteiligte sich durch geldliche Beiträge an der Hilfsaktion. So bringt eine Gießener Firma in manches sudetendeutsche Haus Glück und Freude, entstanden aus dem Werke der Volksgemeinschaft' Schotten erhält ein Arbeitsdienstlager. LPD. Schotten, 1. Dez. Der Errichtung eines Arbeitsdienstlagers in Schotten galt der Besuch des Gauarbeitsführers Neuerburg in Schotten am Mittwoch. Die Arbeiten zur Errichtung des Lagers sind mittlerweile so gefördert worden, daß der Zuschlag auf die eingereichten Angebote in den nächsten Tagen erfolgen und dann in Kürze mit dem Bau des Lagers begonnen wird. — Ein Feldbereinigungsamt wird in nächster Zeit ebenfalls seine Arbeit in Schotten aufnehmen. Dieses Amt wird seinen Sitz im bisherigen Kreisamtsgebäude erhalten. Landkreis Gießen. Gfs. Hattenrod, 1. Dez. Bei dem Gemeinschaftsabend der NS.-Frauenschaft sprach die Ortsfrauenschaftsleiterin Frau D r a u t mit packenden Worten über die letzten polittschen Ereignisse und nahm Bezug auf die große Rede des Führers vom 8. November mit der Ermahnung, nun doppelt freudig an die neugestellten Ausgaben zu gehen. Es wurden auch noch die schönen Arbeiten für den Gießener Weihnachtsmarkt der NS- Frauenschaft gezeigt. Die Referentin für Volkswirtschaft-Hauswirtschaft probierte noch einige Backrezepte aus. <£ Holzheim, 2. Dez. Der langjährige Polizei- biener und Landwirt Georg Konrad Reitz kann am heutigen Freitag in körperlicher und geistiger Frische seinen 7 1. Geburtstag feiern Bis zu seinem 63. Lebensjahr war der hochbetagte Mann als Polizeidiener tätig. Unseren herzlichen Glückwunsch. * Ober-Hörgern, 2. Dez. Bei bester Gesundheit kann am heutigen Freitag der hiesige Landwirt Wilhelm L o tz I. seinen 8 3. Geburtstag feiern. Vor 60 Jahren diente er in Gießen bei den 116ern. Der hochbetagte Mann erfreut sich noch aller Rüstigkeit und ist noch täglich in der Landwirtschaft tätig. Wir gratulieren dem alten Herrn herzlich zum Geburtstag. Der 11.30 bis 12.30 Uhr, 16 bis 17 Uhr. Samstagnachmittag geschlossen. Flaschenpost in aller und neuer Zeil. Einst llnglücksbolen, heule Forkchungsmittel -Weile Reisen durch alle Meere. Jahraus, jahrein tanzen auf den Wogen | der Weltmeere zahlreiche Flaschen, die in | ihrem Innern Nachrichten verschiedenster Art bergen. Viele davon sind Zeugen gedankenloser und unangebrachter Scherze, die meisten jedoch geben Kunde von einem Unglück, enthalten die letzten Worte eines dem Untergang geweihten Seemannes an die Familie, oder sie. rufen um Hilfe. Der Funk hat heute die Flaschenposten entbehrlich gemacht. Dor hundert Jahren waren sie oft die, einzigen Künder tragischer Geschehnisse auf See. Am 1. März 1825 brannte der Jndienfahrer „Kent" im Golf von Biscaya. An Bord befand sich Major D. W. W. Mac Gregor vom 31. Regiment, der folgende Botschaft schrieb und sie in einer Flasche barg: „Unser Schiff, die „Kent", Ostindienfahrer, steht in Flammen. Elisabeth, Johanna und ich empfehlen unseren Geist dem barmherzigen Erlöser, dessen Gnade uns standhaft macht angesichts des Todes und Eintritts in die Ewigkeit." Sie wurden jedoch im letzten Augenblick gerettet, und als sie bereits anderthalb Jahre die Katastrophe hinter sich hatten, fand man die Flasche mit obiger Botschaft an der Küste von Barbados. Diese einfache Botschaftsübermittlung hielt sich durch lange Jahre. Im August 1933 sank der Schoner „Augustus G. Hilton" nach einer Feuersbrunst in der Nähe der Azoren. John Perry, ein zwanzigjähriger Portugiese von den Bermudas, der angesichts des Unglücks fürchtete, nie wieder feine Heimat sehen zu können, schrieb letzte Grüße an seine Eltern, verschloß sie in einer Flasche und warf diese ins Meer. Die Ueberlebenben wurden gerettet, darunter auch John Perry, der am Ende des Jahres nach Bermuda zurückkehrte. Seine Flaschenpost wurde am 5. Januar 1937 in Bermuda aufgefischt! In einem Bericht aus London vom April 1936 heißt es, daß ein Fischer an der Südküste von Wales eine Blechbüchse auffischte, in der die Nachricht enthalten war: „Damvfer Sarilby irgendwo an der irischen Küste im Sinken begriffen. Innige Grüße an Brüder, Schwestern und Dinah. Joe Okane." Dieser Joe Okane gehörte zur Besatzung des britischen Dampfers Saxilby, der im November 1933, etwa vierhundert Seemeilen von der irischen Küste entfernt, gesunken war. 3m Dienste der Forschung. Abgesehen von diesen, meist Dramen auf hoher See kündenden Flaschenposten, hat man diese Flaschen auch dazu benutzt/ sich ein Bild von den Meeres st römungen zu machen. Leutnant Seecfter, ein englischer Seeoffizier, soll als erster mit Hilfe von Flaschenposten die Meeresströmungen genauer festgestellt und in Karten eingezeichnet haben. Im Jahre 1843 zeichnete er eine Karte der Flaschenreisen im Atlantik. Diese Karte wurde im „Nautical Magazine“ veröffentlicht und von Zeit zu Zeit überprüft. Seit dieser Zeit benutzte man mehr und mehr Flaschen, um sich ein Bild von den Meeresströmungen zu verschaffen. Damals fpietten sie eine große Rolle bei den verschiedensten Seeämtern der Welt. Im Hydrographischen Institut des amerikanischen Sceamtes, wo wö-bentlich ungefähr dreißig Flaschenposten aus aller Welt einlaufen, wird alles genauestens registriert, und dies Amt versieht Schiffer aller Gattungen mit Vordrucken sogenannter „bottle pa- pers“, Flaschenpapiere, auf denen in acht verschiedenen Sprachen zu lesen ist, wie man eine Flaschenpost aufgibt und was man beim Finden einer solchen zu tun hat. Eine solche Flaschenpost, die Kapitän R. A. Bar- lett vom Schoner „Effie M. Morrissey" am 24. August 1937 an der Ostküste Labradors den Wogen übergab, wurde am 15. Mai 1938 auf der Insel Copinshay, einer der schottischen Orkney-Inseln, aufgefischt und dem Hydrographischen Institut der USA.Marine zurückgebracht. Ebenso fand man vom nämlichen Schoner noch andere Flaschenposten auf. Die Flaschen legen zuweilen sehr große Rei- s e n zurück. So wurde einmal eine von Kap Horn bis Neuseeland, ungefähr 10 000 Seemeilen weit, durch die Wogen getragen, eine andere, die man südöstlich von Kap Horn den Wellen übergab, wurde in Chile, 8000 Seemeilen entfernt, aufgefunden, wiederum eine andere machte die Reise von der Westküste Mexikos bis nach Leyte, auf den Philippinen, und brauchte dazu ein Jahr und fünf Monate. Auch gab es Leute, die mit Hilfe der Flaschenposten ihre Wünsche äußerten. Als bei einem Orkan auf Turks Island dem dortigen Prediger fast alles vernichtet wurde, bat er in einer Flaschenpost um Zusendung von Bibeln — und sein Wunsch wurde erfüllt. Bon 100 kamen 13 an ... Als im Juli 1936 einige amerikanische Naturforscher auf der Funkinsel bei Neufundland nach Skeletten und sonstigen Ueberbleibseln früherer Zeiten suchten, kamen sie auch auf den Gedanken, den Verlauf der Meeressttömung durch Flaschenposten festzustellen. Etwa hundert Flaschen warfen sie ins Meer. Die Flaschen enthielten jede eine Karte, und die Finder wurden darauf gebeten, Zeit und Ort des Auffindens anzugeben und dann die Karte dem Naturgeschichtlichen Museum zu Baltimore zuzusenden. Die erste Antwort kam von der Küste Irlands, wo man am 14. Februar 1937, sieben Monate nach der Absendung, eine dieser Flaschen auffand. Andere Karten kamen dann von Irland, England und schließlich von Spanien und Frankreich. Im ganzen fand man dreizehn Flaschen an europäischen Küsten innerhalb weniger als einem Jahre nach ihrer Aufgabe. Allein sechs Flaschen fand man an der Küste Irlands, und man nahm an, daß sie von hier längs der englischen Küste nach Frankreich und Spanien weitergetrieben wurden. Die gerade (Entfernung von Neufundland zur irischen Küste beträgt etwa 1800 Seemeilen; die Flaschen mußten südwärts abgetrieben worden fein in die Labradorströmung, von Bier wiederum in die Nordost-Drift, wobei sie einen Weg von rund 2500 Seemeilen bewältigten. O. S Gauleiter Sprenger im Sudetenland. NSG. Am Mittwochabend sprach Gauleiter und Reichsstatthalter Sprenger im Städtchen E l - bogen im Egerland. Rund 4000 sudetendeutsche Männer und Frauen füllten die Halle. In einem stillstehenden Sägewerk drängten sich die Volksgenossen vor dem Lautsprecher. Heller Jubel der Egerländer schlug dem Gauleiter entgegen, der durch das Spalier der neugegründeten Kampfformationen der Rednertribüne zuschritt. In eineinhalbstündigen Ausführungen, die immer durch Beifallsstürme unterbrochen waren, gab der Gauleiter ein Bild vom Kampf der nationalsozialistischen Bewegung im Alt- reich um die Macht, dem darauf folgenden wirtschaftlichen Aufbauwerk und der außenpolitischen Arbeit des Führers, die im Schicksalsjahr 1938 zur Befreiung der Ostmark und des Sudetenlandes führte. Wie ein Mann erhoben sich die Taufenden, als der Benus wird wieder Morgenstern. Oer gestirnte Himmel im Dezember. Don Or. Erwin Koffinna Jrn letzten Monat des Jahres erfolgt der Sonnenaufgang io spät, daß wohl die meisten Berufstätigen ihre Wohnung noch während der Dunkelheit verlassen müssen, um rechtzeitig an ihrer Arbeitsstätte zu sein. Dem Sternfreund bietet im Dezember aber gerade der Morgenhimmel einen besonders schönen Anblick. Venus, der Schwesterplanet der Erde, den wir im Oktober noch als Abendstern am Weft- himmel sahen, ist inzwischen Morgenstern geworden und erscheint Anfang Dezember gegen 6.30, Ende des Monats bereits gegen 4.30 Uhr am Osthimmel. Der unwahrscheinlich hell leuchtende Planet erreicht am 26. Dezember den Gipfel seines Glanzes. Venus übertrifft bann den gleichzeitig sichtbaren Arktur im Bootes um das 45fache an Lichtfülle, die rechts oberhalb von ihr stehende Spika sogar um das 170fache. Zwischen Venus und der blauweiß funkelnden Spika sehen wir den Planeten Mars als rötlichen Stern zweiter Größe. Mars ist« im Durchmesser nur halb so groß wie Venus, dazu sechsmal so weit entfernt, er muß also viel schwächer erscheinen als der Morgenstern. Am 17. und 18. Dezember wandert die schmale Sichel des abnehmenden Mondes an den drei genannten Sternen vorbei. Diese reizvolle Konstellation läßt sich am besten zwischen 6 und 7 Uhr beobachten. Interessant ist dabei das Entfernungsverhältnis der scheinbar benachbarten vier Himmelskörper, das wir in Lichtzeit angeben. Vom Mond ist der Lichtstrahl etwas über eine Sekunde unterwegs, von der Venus (Abstand 54 Millionen Kilometer) 3 Minuten, vom Mars 17 Minuten, dagegen von der Spika drei Jahrhunderte! So wird es auch verständlich, daß Spika 2000fache Sonnenhelligkeit besitzen muß, um aus der enormen (Entfernung von 300 Lichtjahren noch als Stern erster Größe zu strahlen. Ende Dezember erscheint auch der meist schwer zu beobachtende Merkur am Morgenhimmel. Dieser sonnennahe Planet, der immer nur in der Dämmerung dem freien Auge sichtbar wird, geht in der letzten Dezemberwoche eindreiviertel Stunden vor der Sonne auf. Bei klarer Luft wird man ihn etwa eine Stunde vor Sonnenaufgang über dem südöstlichen Horizont entdecken. Beim Aufsuchen leistet ein Fernglas gute Dienste. Merkur ist sogar heller als Arkturus und wäre am dunklen Nachthimmel ein sehr auffallendes Gestirn; aber vom hellen Dämmerungsbogen hebt er sich nur wenig Die übrigen Planeten können wir am Abendhimmel beobachten. Der strahlende Jupiter bewegt sich langsam im Sternbild des Wassermanns im Südwesten: er geht Anfang Dezember um 22 Uhr, Ende des Monats um 20.30 Uhr unter. Saturn in den Fischen bleibt bis 1 Uhr über dem Horizont. Wer über ein kleines Fernrohr verfügt, kann den Planeten Uranus am Ostrand des Sternbildes Widder aufsuchen: er steht zu Beginn der Dunkelheit sehr günstig hoch im Süd- often und geht erst um 5 Uhr unter, fyat man Uranus gefunden, erkennt man den Planeten als -Stern 6. Größe auch mit freiem Auge. Am abendlichen Fixsternhimmel sind gegen 22 Uhr im Osten die glanzvollen Winter st ern- bilder heraufgekommen. Während der ganzen Nacht beherrscht das großartige Sternbild des Orion, in dem die Griechen des Altertums einen wilden Jäger sahen, den Südhimmel. Der Orion besitzt zwei Sterne 1. Größe, die sich auf Grund ber neueren Forschungen als Riesensterne erwiesen haben. Beteigeuze, in der oberen linken Ecke des Vierecks, ift eine rote Riesensonne von der 200- bis ZOOfachen Größe unserer Sonne und de- findet sich mit einer Außentemperatur von 3200 Grad noch im aufsteigenden Ast ihrer Entwicklung. Dagegen hat der bläulich weiße Rigel (rechts unten) vielleicht schon den Höhepunkt überschritten; er gehört, wie auch die drei Gürtelsterne des Orion, zu den weißen Lichtriesen und besitzt bet einer Oberflächentemperatur von 15 000 Grad die 18 000- fache Sonnenhelligkeit: sein Abstand beträgt 540 Lichtjahre. Unter den drei in einer Lime stehenden Gürtelsternen erkennen wir in klaren mondlosen Nächten einen milchigen Lichtfleck, den Orion- nebel. Es handelt sich dabei um eine leuchtende Gaswolke von enormer Ausdehnung, in die zahlreiche Sterne eingebettet sind. Gegen 22 Uhr erscheint im Südosten Sirius, der hellste aller Fixsterne, der durch sein stark unkelndes blauweißes Licht auffällt. Als Haupt- tern des Großen Hundes auch Hundstern genannt, olgt er dem Jäger Orion auf seiner Himmelsbahn, leber ihm erblicken wir Prokyon im Kleinen Hund und das langgestreckte Sternbild der Zwillinge mit den beiden hellen Sternen Kastor und Pollux. Zwischen Sirius und Prokyon steigt steil die Milchstraße empor. Wir verfolgen das schimmernde Lichtband durch die Sternbilder Stier, Fuhrmann, Perseus, Kassiopeia und Kepheus bis zum Schwan und der schon tief am Nordwesthorizont funkelnden Wega. Um den rötlichen Aldebaran im Stier scharen sich die weißen H y a d e n , ein lockerer Sternhaufen in 130 Lichtjahren Abstand. Wenigstens viermal so weit entfernt stehen die Plejaden oder das Sie beuge ft irn, im Volksmund auch „Henne mit Küchlein^ genannt, weil um den Hauptstern Alkyone sich zahlreiche schwächere Sterne gruppieren. Es ist von hohem Reiz, diese beiden Sternhaufen durch ein Feldglas zu betrachten, des- gleichen den Doppelhaufen im Perseus. Die ganze Umgebung des Perseus, Fuhrmanns und Stiers ist durch einen großen Reichtum nicht nur an hellen, sondern auch art schwächeren Sternen ausgezeichnet, wie schon ein lichtstarkes Fernglas erkennen läßt. Der bedeckungsveränderliche Doppelstern Algol im Perseus, dessen Licht alle 69 Stunden durch den umlaufenden Begleiter teilweise abgebfenbet wird, zeigt Lichtminima an folgenden Abenden: 7. Dezember 23.30 Uhr, 10. Dezember 20.15 Uhr, 13. Dezember 17 Uhr, 31. Dezember 22 Uhr. An den Perseus schließt sich nach rechts die Sternreihe der Andromeda und die Pegasusfigur an. Im Süden und Südwesten sehen wir die vorwiegend aus schwächeren Sternen bestehenden Bilder Eridanus, Walfisch und Fische; in letzteren leuchtet der Saturn als Stern 1. Größe nahe dem Frühlingspunkt, d. h. dem Vunkt, der Ekliptik, an dem sich die Sonne am 21. März (Frühlingsanfang) befindet. Wenden wir unfern Blick nach Norden, so sehen wir den Himmelswagen im Großen Bären mit nach unten gerichteter Deichsel wieder aufwärts fahren. Zwischen ihm und dem vom Polarstern gleichsam herabhängenden Kleinen Wagen zieht die gewundene Sternlinie des Drachen hindurch. Am 22. Dezember, 13 Uhr 14 Minuten, erreicht die Sonne den südlichsten Punkt ihrer scheinbaren Bahn und wendet sich dann wieder nach Norden: Wintersonnenwende. Der Mond zeigt folgende Lichtgestalten: Vollmond am 7. Dezember, letztes Viertel am 14., Vollmond am 21., erstes Viertel am 29. Dezember. Dicker Pfefferkuchen (ohne e.« unt> mit wenig Fett) 500 g LDeijenmehl, 3-4 tropfen Dl Oetker'« Bachöl Bitterm anbei, 1/2 fläfdichen Dl Oetker'» Backöl Zitrone, 375 g Kunsthonig, 100-125 g Zucker. 2 efll Schmal), 2 TeeL gemahlener Zimt, 1 TecL gemahlene [leihen 1 niefferfp. Kardamom. 1 ITIeßerfp. Ingwer, 1 Itlefferfp. weister Pfeffer, Honig» Zucker unb Schmalz werden zerlassen. Ist die Masse fast erhallet rührt man die Bewürze und danack bas mit „Bathtn" gemischte und gesiebte Mehl abmechfelnb mit der Milch hinzu: das in kleine Würfel ge- -- - - ----- -- Orangeat kommt zuletzt in den Teig. Man streicht ihn mit dem in Milch getauchten Teigschaber 1 Päckchen Dl Oethef» .Bachln*', (kfiloffel) 1cm deck auf ein gefettetes Bachblech und teilt ihn durch tinritzen mit dem Messer in gleichmäßige 6 Eßl Milch. Rechtecke ein. die man mit halbierten abgezogenen Mandeln ober Zitronat verziert. 60 g Orangeat ober 3itronat Nack dem Bachen zerschneidet man den Pfefferhuchen in die vorgezeichneten Stücke, sie können mit einem iDanbeln ob. Zitronat z. verzieren. Zuckerguß überzogen werden Backzeit: 20-25 Minuten bei guter Mittelhitze. Bitte aussckneiden! Prospekt 1938 mit vielen gutenkezepter^von Dftduugust Oztkßs-, Ifi&lefeld, ten Die ie Lokalkampf aus dem Waldsponplah Wieder einmal BfB.-R — 1900. Wirtschaft SJl.-'SpOTt Wilhelm-^rick-Schihütte. Ireistilringer-Länderkampf Deutschland — Belgien. des seit den Nach langer Zeit stehen sich nun am kommenden Sonntag auf dem Waldsportplatz des VfB.-Reichs- bahn wieder einmal die beiden Lokalgegner, die Mannschaften der Spieloereinigung 1900 und des Platzbesitzers in einem Punktekampf gegenüber, nachdem das vor wenigen Wochen angesetzte Spiel als Punktekampf abgesetzt worden war und als Gesellschaftsspiel durchgeführt wurde. Dieses Gesellschaftsspiel verlor damals die Spielvereinigung 1900 ziemlich eindeutig. Dem Spiel des Sonntags kann man mit größtem Interesse entgegensetzen, um so mehr, als es nun doch eine ernste Kraftprobe werden muß. Die Grünweißen haben es nötig, weiterhin ihren Tabellenstand zu verbessern, denn sie stehen mit 7 Plus- und 9 Minuspunkten auf dem viertletzten Platz nicht sonderlich glücklich da, während die Spielvereinigungsleute mit 9 Plus- und 5 Minuspunkten wenigstens einen guten Mittelplatz halten (zudem sie noch ein Spiel weniger haben als die anderes * Mannschaften). Nun ist aber die gegenwärtige Situation auf eine besondere Art gegenläufig. Die Grünweißen haben in ihren jüngsten Spielen, insbesondere gegen Wetzlar, eine bestechende Form gezeigt und sie scheinen sich zu einer Einheit gefunden zu haben, mit der sich etwas ausrichten läßt. Die Blauweißen dagegen waren in einigen der letzten Spiele weniger glücklich, und sie werden am kommenden Sonntag alles auszubieten haben, wenn dem Gegner kein leichter Sieg beschieden sein soll. Der Papierform nach könnte man geneigt sein, den DfB.ern die Chancen auf Sieg einzuräumen. Aber für den Ausgang eines Lokalkampfes ist in Gießen keine Hand ins Feuer zu legen. Zudem die Mannschaften noch nicht bekannt sind und vielleicht wieder erst in letzter Minute vor dem Spiel endgültig genannt werden können. Der Club alpiner Schiläufer München feiert am kommenoen Sonntag die Einweihung seiner neuen Schihütte im Spertental der Kitzbüheler Alpen. Den Bau dieser Hütte ermöglichte eine Spende Reichsinnenministers Dr. Frick, der dem Klub Britische Soldaten bei der Sechstagefahrt. An der Internationalen Sechstagefahrt für Mo» torräder, die vom 20. bis 27. August in Oberbayern und in der Ostmark durchgeführt wird, nehmen auch Vertreter des britischen Heeres teil. Wie die in den letzten Taaen durchgeführte britische Heeresmeisterschaft im Kraftfahrgeländesport zeigte, verfügt die motorisierte Truppe über sehr gute Fahrer. Uebrigens hinterließen ja auch in der deutschen Mannschaft, die 1938 in Wales startete, die drei deutschen Wehrmachtsvertreter Maier, Seltsam und Fvrstner den besten Eindruck, da sie als einzige Mannschaft strafpunktfrei blieben und die Silberoase erkämpften. 1906 angehört. Ihm zum Dank erhält die Hütte Namen „Wilhelm-Frick-Hütte". Um die Schiwettbewerbe bei den Olympischen Spielen. Schweden und Deutschland endgülttg vom 5. bis 7. Januar in Stockholm ausgetragen, lieber die Aufstellung der Mannschaften verlautet noch nichts. Man hört lediglich, daß Roderich Menzel in Berlin scharf trainiert, und man geht wohl nicht fehl in der Annahme, daß er zusammen mit v o n M e - taxa die deutschen Farben in Stockholm vertre- wird. In Helsinki stellte Deutschland beim letzten Schikongreß den Antrag, den Amateurparagraphen der internationalen Wettlaufordnung durch einen Zusatz zu ergänzen. Dieser Antrag sollte erreichen, daß bei den V. Olympischen Winterspielen wieder wie bisher Schiwettbewerbe durchgeführt werden können. Der Antrag wurde abgelehnt, und unter seinen Gegnern befand sich damals auch die Schweiz. Es handelte sich damals um die Winterspiele in Sappore. Inzwischen hat Japan auf die Durchführung der Winterspiele verzichtet, und in seine Rechte trat die Schweiz. Jetzt möchte die Schweiz den Beschluß von Helsinki gern ungeschehen machen, denn nun werden die Winterspiele ja im eigenen Land durchgeführt. Und was wären die Spiele wohl ohne Schiwettbewerbe?! Hierzu nimmt das Reichsfachamt Schilauf wie folgt Stellung: In der Zeit vom 12. bis 18. Februar tagt in Zakopane anläßlich der Schiwettmeisterschaften der Vorstand der | Verjährung von Forderungen Von Dr. jur. ei rer. pol. K. Wuth, Berlin W. behaupten und vielfach auch noch etwas erhöhen, wobei es sich allerdings im wesentlichen um nominelle Anpassungen an Berlin handelte. Kundschaftsaufträge lagen indessen wieder kaum vor, dagegen bestand seitens der Berufskreise eher etwas Interesse in Erwartung einer Besserung des Geschäfts in den folgenden Tagen. Schwächer lagen Deutsche Linoleum, die 1,75 v. H. niedriger gefragt wurden mit 147,25. Höher notierten hingegen Buderus mit 107,50 (107,25), Mannesmann mit 107 (106,75), Hoesch mit 109,25 (108,75), Rheinstahl mit 130,13 (129,50), Bemberg mit 133,75 (133,50), Conti Gummi mit 208,25 (208), Demag mit 146,25 (145,50), Deutsche Erdöl mit 121,50 (121), Licht und Kraft mit 134,25 (133,50), IG. Farben mit 147,25 (147), Gesfürel mit 128 (127) und Kaufhof mit 103,65 (103,50). Unverändert lagen u. a. Verein. Stahl mit 105, Adlerwerke mit 102,75, Scheide- anstatt mit 198, Metallgesellschaft mit 116, DDM. mit 172,50 und Eßlinger Maschinen mit 106,75. Von Renten gelangten 5 v. H. AEG. Serie 5 bis 8 nach Pause mit.99,75 (99,50) zur Notiz, ferner 5 v. H. Daimler mit unverändert 101,50 und Reichsanleihe-Altbesitz letztmals vor der Ziehung mit 129,80 (129,90). Kommunal-Umschuldung wurden halbamtlich mit 92,15 bewertet. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 1. Dez. Auftrieb: 1345 Rinder (gegen 1341 am 24. 11.), darunter 216 (198) Ochsen, 83 (108) Bullen, 755 (767) Kühe, 291 (268) Färsen; 304 (253) Kälber, 196 (278) Hämmel und Schafe, 260 (292) Schweine. Notiert wurden pe 50 kg Lebendgewicht in Mark: Ochsen a) 44 bis 46,50 (44 bis 46.50), b) 40,50 bis 42.50 (40,50 bis 42,50), c) 37,50 (36,50 bis 37,50); Bullen a) 43 bis 44,50 (42 bis 44,50), b) 40 bis 40,50 (40 bis 40,50), c) 35,50 (—); Kühe a) 41,50 bis 44,50 (42 bis 44.50), b) 37 bis 40,50 (36,50 bis 40,50), c) 29 bis 34,50 (27 bis 34,50), d) 19 bis 25 (18 bis 25); Färsen a) 43 bis 45,50 (43 bis 45,50), b) 39 bis 41,50 (40 bis 41,50), c) 35 bis 35,50 (34,50 bis 36,50); Kälber a) 63 bis 65 (63 bis 65), b) 56 bis 59 (54 Am 31. Dezember 1938 verjähren: 1. die im Jahre 1934 entstandenen Ansprüche der Kaufleute, Fabrikanten, Handwerker und Kunst- gewerbetreibenden für Lieferung von Waren, Ausführung von Arbeiten usw., sofern die Leistung für den Gewerbebetrieb des Schuldners erfolgt ist, der Landwirte für Lieferung ihrer Erzeugnisse, wenn die Lieferung nicht zur Verwendung im Haushalt des Schuldners erfolgte, die Ansprüche auf Rückstände von Zinsen und Tilgungsbeträgen aus 1934, von Miet- und Pachtzinsen aus 1934 für unbewegliche Sachen, wie Grundstücke, Gebäude, Wohn- räurne usw., schließlich die Ansprüche auf Rückstände von Renten, Auszugsleistungen, Besoldungen, Wartegeldern, Ruhegehältern, Unterhaltsbeiträgen und anderen regelmäßig wiederkehrenden Leistungen aus 1934; 2. die nn Jahre 1936 entstandenen Ansprüche der Kaufleute, Fabrikanten, Handwerker und Kunst- aewerb et reibenden für Lieferung von Waren, Aus- fuhrung von Arbeiten und Besorgung fremder Geschäfte mit Einschluß der Auslagen, sofern die Leistung nicht für den Gewerbebetrieb des Schuldners erfolgte, der Landwirte für die Lieferung ihrer Erzeugnisse, wenn die Lieferung zur Verwendung im Haushalt des Schuldners erfolgt ist, der Eisenbahn und sonstigen Fuhrunternehmungen wegen i des Fahrgeldes, der Fracht usw. mit Einschluß der Auslagen, die Ansprüche von Aerzten, Rechtsanwälten, Gerichtsvollziehern, Sachverständigen, Zeugen, Rechtskonsulenten Stellenvermittlern usw. und sonstiger Personen, die die Besorgung fremder I Am 31. Dezember 1938 laufen wieder manche Verjährungsfristen ab. Vor allem der Gläubiger hat den Fristablauf zu beachten, um durch rechtzeitige Unterbrechung der Verjährungsfrist dem Schuldner die Möglichkeit zu nehmen, mit der Verjährungseinrede die Zahlung zu verweigern. Allerdings sehen die Ehrengerichte der gewerblichen Wirtschaft unter Umständen in der Erhebung der Verjährungseinrede ein unlauteres Verhalten des Schuldners. Auf dem Rechts- lvege kann der Gläubiger auch den Einwand der Arglist erheben, sofern der Schuldner, wenn auch unabsichtlich, dem Gläubiger nach verständigem Ermessen Anlaß gab, von einer Klageerhebung oder sonstiger Unterbrechung der Verjährung abzusehen (RG. v. 29.1. 37 II 173/36). Freistilringer von Deutschland und Belgien tragen am Samstag im Eintrachthaus zu Dortmunds einen Länderkampf aus. In zweifacher Hinsicht ist dieses Treffen überaus reizvoll. Die Belgier haben in den letzten Jahren gewaltige Fortschritte gemacht und sind heute zur europäischen Spitzenklasse zu zählen. Ihre Kampfstärke erhellt daraus, daß der Leichtgewichtler Lallemand beispielsweise einen Sieg über Nettesheim davvntragen konnte, und auch der Mittelgewichtler van der Deeken führt in seinem Rekord einen Erfolg über unseren Europameister Schäfer, der allerdings seinerzeit nicht FIS. Er ist, da es sich nur um eine Vorstandssitzung handelt, nicht in der Lage, die Durchführung der offiziellen Schiwettbewerbe in St, Moritz zu genehmigen oder irgend ein Kompromiß abzuschließen, da vorerst die internationale Wettkampfordnung geändert werden muß. Die Aenderung kann nur auf einem offiziellen Kongreß erfolgen. Um dies noch zu ermöglichen, müßte ein außerordentlicher Kongreß einberufen werden, da der nächste Kongreß erst im Frühjahr 1940, also nach den Spielen in St. Moritz, in Budapest zusammenkommt. Um wiederum einen solchen Außerordentlichen Kongreß anzuberaumen, müßte unter den Landesverbänden der FIS. abgestimmt werden, und dann wäre noch eine Zweidrittelmehrheit notwendig. Berlin — Kamerun in 49 Stunden. Der deutsche Sportflieger Theo Blaich hat eine feine Flugleistung vollbracht. Er startete vor einigen Tagen in aller Stille vom Flughafen Berlin-Tempelhof mit einer Messerschmitt „Taifun" nach Kamerun, wo er eine große Bananenplantage besitzt. In 49 Flugstunden wurden die 13 000 Kilometer zurückgelegt und dabei eine 1100 Kilometer lange Urwaldstrecke erstmals überflogen. Königspokalkampf Schweden - Deutschland. Deutsche Vertreter: Menzel und Metaxa? Nach einer Mitteilung des Schwedischen Tennis- verbandes wird der Königspokalkampf zwischen ganz einwandfrei war. Im Mittelgewicht kommt es zu einer Revanche, dagegen treffen Nettesheim und Lallemand nicht wieder zusammen, da der Kölner in die nächsthöhere Gewichtsklasse aufgerückt ist» Die Belgier bringen ihre fämtlithen Landesmeister auf die Matte, treten also in stärkster Besetzung an. Geschäfte und die Leistung von Diensten gewerbsmäßig betreiben, wegen ihrer Vergütungen nebst Auslagen, der Angestellten und sonstiger Personen, die im Privatdienste stehen, sowie der gewerblichen Arbeiter (Gesellen, Gehilfen, Lehrlinge, Fabrikarbeiter) wegen Gehalts-, Lohn- oder sonstiger Bezüge einschließlich der Auslagen, der Arbeitgeber wegen Rückforderung von Vorschüssen, der Lehrherren und Lehrmeister wegen des Lehrgeldes und sonstigen Leistungen aus dem Lehrvertrage sowie weitere in § 196 des Bürgerlichen Gesetzbuches aufgeführten Ansprüche ähnlicher Art, die im täglichen Leben entstehen. Nach dem 31. Dezember 1938 kann der Schuldner die Begleichung der Forderung einschließlich der davon abhängenden Nebenleistungen, wie Zinsen, Nutzungen und Kosten, verweigern. Pfandrechte und Hypotheken haften weiter; einem Bürgen steht jedoch die Verjährungseinrede ebenfalls zu. Aufrechnen kann der Gläubiger gegen eine Forderung des Schuldners, soweit sie nicht erst nach dem 31. Dezember 1938 entstanden ist. Während dem Schuldner Stundung gewährt ist oder er sonst die Leistung, z. B. wegen Zulässigkeit der Aufrechnung, verweigern kann, ist der Lauf der Verjährungsfrist in der Weise gehemmt, daß der Zeitraum der Stundung usw. nicht-mitgerechnet wird und die vorher begonnene Verjährungsfrist erst nachher weiterläuft. Verhindert wird die Verjährung seitens des Gläubigers durch Maßnahmen, die den Lauf der Verjährungsfrist unterbrechen. Dies wird zunächst erreicht, wenn der Schuldner durch Abschlagszahlung, Zinszahlung, Sicherheitsleistung, Anerkennungserklärung, Stundungsgesuch oder dal. die Schuld anerkennt. Geschieht dies wiegt, so ist Klage zu erheben oder dem Schuldner zunächst ein Zahlungsbefehl zuzustellen. Nicht ausreichend ist eine bloße Aufforderung zur Zahlung oder eine außergerichtliche Mahnung. Auch durch Güteantrag, Anmeldung zum Konkurs, Vollstreckungshandlungen tritt jedoch eine Unterbrechung ein. Das durch Zustellung des Zahlungsbefehls eingeleitete Mahnverfahren muß sich auf die volle Forderung erstrecken und weiter betrieben werden, da andernfalls die Unterbrechung der Verjährung als nicht erfolgt gilt. Wenn fein Widerspruch erhoben wird, muß also um Erlaß des Voll- streckungsbefehls nachgesucht werden; wird der Antrag zurückgewiesen, so gilt die Unterbrechung nicht als erfolgt. Auch die Erhebung der Klage bleibt unwirksam, wenn sie zurückgenommen oder durch ein nicht in der Sache selbst entscheidendes Urteil rechtskräftig abgewiesen wird, sofern der Gläubiger nicht innerhalb von sechs Monaten erneut Klage erhebt. Entsprechendes gilt für Güteanträge, Anmeldungen im Konkurs und Anträge auf Zwangsvollstreckung. Rhein-Mainische Börse. TNiltagsbörse sttll und uneinheitlich. Frankfurt a. M., 1. Dez. Die Börse verharrte weiterhin in starker Zurückhaltung. Zum Monatsbeginn machte sich die fehlende Limiterneuerung in noch größerer Geschäftsstille als an den Vortagen bemerkbar, jo daß sich die Feststellung der variablen Aktienkurse wieder äußerst schwierig gestaltete, die außerdem erneut größtenteils auf zufälligen Aufträgen beruhte. Es zeigte sich kaum Abgabeneigung, wie aber auch anderseits die Unternehmungslust sehr gering war, zumal eine endgültige Klarheit hinsichtlich des jüdischen Effek- tenbesitzes noch nicht besteht. Bei den vorläufig notierten Papieren betrugen die Abweichungen nur Bruchteile eines Prozentes. Heber den Durchschnitt oon 0,25 bis 0,75 v. H. hinaus verändert waren Reichsbank mit 192 (191), Conti Gummi mit 208,25 (207), anderseits Zement Heidelberg mit 148 (150). Am Montanmarkt gingen Hoesch unter Berücksichtigung des Dividendenabschlags von netto 5,4 v. H. um fast 1 v. H. auf 108,25 zurück, Rheinstahl brök- kelten auf 129,50 (130,25), Verein. Stahl auf 104,40 (104,75) ab, Mannesmann 0,25 v. H. höher mit 106,25. Sonst kamen noch IG. Farben mit 146,40 (146,50), Westdeutsche Kaufhof mit 102,50 (102,75), Feldmühle Papier mit 117 (116,50) und Junghans mit unverändert 98,50 zur Notiz. Elektropapiere lagen völlig geschäftslos. Die allgemeine Verjährungsfrist beträgt 30 Jahre; hiervon bestehen jedoch zahlreiche Ausnahmen. Die 30jährige Verjährung gilt insbesondere für Ansprüche aus Rückzahlung oon Darlehn, Zahlung von Grundstückskaufpreisen, auf Herausgabe einer ungerechtfertigten Bereicherung usw.; sie ist aber auch maßgebend, wenn eine sonstige Forderung in ein Darlehn umgewandelt oder die Schuld ohne Rücksicht auf den Schuldgrund vom Schuldner anerkannt worden ist (sog. abstraktes Schuldanerkenntnis). Auch am R e n t e n m a r f t dauerte die Geschäftsstille unverändert an, vielfach kam weiterhin etwas Angebot heraus. Am Pfandbriefmarkt gaben Bad. Kommunal v. 30 und 26 je 0,25 v. H. nach auf 99,50. Liquidationspfandbriefe gaben vorwiegend 0,13 bis 0,25 v. H. nach. Stadtanleihen konnten sich mangels Geschäft behaupten, ebenso die meisten Jndustrie-Oligationen und fast alle anderen Rentenpapiere. 5 v. H. Hoesch jedoch 0,50 v. H. niedriger mit 101. Von den variablen Werten stellten sich Reichsaltbesitz auf 129,80 (129,75), Reichsbahn-VA. auf 124 (124,13); im Freiverkehr Kom- munal-Umschuldung werter gedrückt auf 92,17,501 <• ,nx x y. -- --- (92 25) - bis 59), c) 45 bis 50 (45 bis 50), d) 37 bis 40 (38 bis 40); Hämmel b2) 46 bis 52 (47 bis 50), c) 40 9r 5. arr betupfet bis 45 (40 bis 45), d) 26 bis 36 (32 bis 38); Schafe An der Abendborfe konnten sich die Aktien- a) 38 bis 42 (38 bis 42), b) 33 bis 37 (33 bis 37), kurfe auf dem teilweise etwas erholten Mittags- c) 25 bis 32 (25 bis 32); Schweine a) 59 (59), bl) schlußstcmd trotz der anhaltenden Geschäftsstille gutI 58 (58), b2) 57 (57), c) 53 (53), d) 50 (50). 4 ts ift keine Geldfrage mehr sich gut und richtig %u Meiden! Sie sehen das recht deutlich, wenn Sie einmal zu uns kommen. Unser fachlich gut geschultes Personal wird Ihnen bei der Anschaffung Ihrer Winter- Bekleidung mit gewissenhaftem Rat zur Seite stehen. 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Sie wird von den Politischen Leitern der Ortsgruppe Gießen-Süd durchgeführt. am Kreuzplatz: die SA.-Kapelle der Standarte 116 von 16 bis 17 Uhr am Kreuzplatz und von 17 bis 18 Uhr am Selterstor. I. Bahnhofssammlung. O^eriunazeuoführ-'r; Feulaen, Kreishaurststellenleiter: Römer. Kreisha"vtstplsenlei- f-'r: nnn Spankeren, Amtsgerichtsrat; Dr. Wendel, JÜroFfor 15. Bismarck st raße, Stephan st raße : finge ^onfen. Mä^->laruvppnführeriv; Süß, Kreis- bauvtst"llenleiter; Elfriede Scbaver, Kreisfrauenwal- Es wird in diesem Jahre nicht nur auf Straße, sondern auch in den Däusern .. sammelt Bon den in den verschiedenen Straßenzügen eingeteilten Sammlern sammelt jeweils die eine Hälfte auf der Straß-, während die andere die Haussammlung übernimmt. WHW. des deutschen Volkes. Auf den größeren Plätzen unserer Staudt werden Standkonzerte durchgeführt. Es spielen: ' Die Kreiskapelle der Kreisleitung Metterau von 16 bis 17 Uhr auf dem Bahnhofsplatz; das Mufikkorps des JR. 116 von 18 bis 19 Uhr Aus der Stadt Gießen. Dank und Bekenntnis! Ein einig Volk von Brüdern" — so sehen wir alle und so erblickt auch die Welt heute die Front des deutschen Volkes. Und für diese Front gilt auch das Gelöbnis: „in keiner Not uns trennen und Gefahr"! Unter dieses Bekenntnis ist unser aller Arbeit gestellt. Als „ein einig Volk von Brüdern" wollen wir auch am morgigen Samstag wieder eine Tat des Hebens unb der ideellen Gesinnung des deutschen . Sozialismus vollbringen. Der Tag der nationalen Solidarität ruft uns alle auch in Gießen dazu auf. Wie schon in den früheren Jahren, so werden auch morgen wieder führende Männer der Partei und des Staates, der Wirtschaft und des öffentlichen Lebens die Sammelbüchsen zur Hand nehmen, um auf den Straßen und in den Häusern die Opferspenden aller Volksgenossen entgegenzunehmen. Bei diesen Sammlungen in den früheren Jahren haben unsere Gießener Volksgenossen stets mit großer Bereitwilligkeit ihre Beisteuer zur Linderung von Not und Elend gegeben. Wer als Sammler in jenen Stunden dabei' war, der kann bezeugen, daß mit frohem Gesicht immer und immer wieder ein Groschen, ein Fünfziger, oder auch ein Markstück in die unermüdlich herumgereichten Sammelbüchsen gegeben wurde. Das Ergebnis war stets so erfreulich, daß Gießen sich damit sehen lassen konnte. Am morgigen Tage der nationalen Solidarität soll und muß es aber etwas anders sein. Dieses „anders" sprechen wir aus in dem Sinne, daß das Ergebnis der morgigen Sammlung noch größer sein muß als die Erträge der bisherigen und vor allem der vorjährigen Sammlung. Denn das morgige Sammelergebnis hat eine doppelte Bedeutung: einmal soll es ein wesentlicher Baustein sein zu dem großen Hilfswerk für die nach jahrelangem Elend von volksfremder Gewaltherrschaft befreiten deutschen Brüder und Schwestern im Sudetenland und in der Ostmark, zum anderen wollen wir mit dieser Spende sichtbar einen Teil terin; Nottmann, San.-Sturmführer. 16. S ch i f f e n b e r g e r Weg, Bahnüber« gang: Leithäuser, Obersturmführer; Frey, Stvrm- führer; Göres, Obertruppführer; Dr. Wämser, Rechtsanwalt. 17. Goethe st raße, L u d w i g st r : Schnei' der, Rechtsanwalt, Horst-Wessel-Wall; Pitzen, Univ.- Professor; Frau Dr Pitzen, Oberqauärztin; Bönning, Univ.-Pros.; Keller, Unin.-Prof.; Hofmann. Kreish-anytstellenleiter; Adam, Rektor. 18. Bismarck st raße, Ludwig st raße f Kuhlmann, Reg.-Baurat: Wrede, Direktor des Chem. Untersuchungsamtes; Grünewald, Oberbaurot; Leonhardt, Oberstudiendirektor; Dieter, Vermefsung^rat: Neubauer, Reichsbankdirektor; Jensen, Oberzollrat. 19. Ludwiasplatz: Dr. Oßwald. Med.-Rat: Klieme, Univ.-Prof.; Heymann. Kreisamtsleiter; Janson, Zollamtmann: Remane. Reichsbankrat: Lei- nert, Baurat; Jakob, Univ.-Prof.; Käst, Univ.-Bros.: Zulauf, Gefolaicbaftsführer; Dr. Schneider, Rechtsanwalt, Bahnhofstraße; Pabst. LS.-Führer; Ber-- oener, LS.-Führer; O. Christoph Stein, Kreishauptstellenleiter. 20. Hindenburawall. B i s m o r ck st r a ß e: Bend->r, Sturmhauvtführer; Heinrich Müller, K>eis- hauptstellenleiter; Groß, Kreishauvtstellenlester: Kümmel, Rechtsanwalt; Rhein, Gefolaschaftsführer; Kraule, Universitäts-Professor- Standlus. Universitäts-Professor; Bolz, Universitäts-Professor. 21. Hindenburqwall, G o*e tb e st r a sie: Gilbert, Baurat; Enders. Reaierimgs-Bauasstf'or: Kreutzbura. Re'chsbankkolsierer: Böller. UniverOläts-- Vrofessor: Dr. Rauch, Unmersitöts-Prokessor: Fischer, Universitäts-Professor; Süß, Universitäts-Professor. 22. Seltersweg. Goethe st raße: S"'h 'r, Rektor; Ritt->r, Oberbüraermeist-'r; Kräh. DRK.- ^pfbführer: Poppe. LS.-Hauptführer: Sckmchardt, LS.-OberfüHr"r; Th ierfel'M. Gefolnkchaftsfüh^er; Schwender. SturmfüHr"r: Waamr, Krei-inssch^sts- führer: Schliemann, Krcisamfsleiter: T->llenbach, Univ"rsitäts-Proleslor; von Bl"m"nthal Un'verli- lät^-Profeslov- Rehm, Universitäts-Professor: Herta Brsjnina, Mäd''Grunnenführer'n.- foln^ndc Mitalieder des Stadttheat"^s: Pi"l Walcher. H^inz Markwardt. Ross Stirl, Fritz Böhlig, Marie Karden. K"rl Löffler. 23. Kreuz vlatz: Fron Wr"de, Kreistran-'n- schaftsl"'terin; Gertrud Hübner. Mäd^lsrnnpentüh- rerin: Stade. Univerfitgts-P''ofessor: G"rher, Uni- II. Straßen« und Haussammlung. Dauer: 16 bis 19.30 Uhr. Richtlinien für die «Sammler: Univ.-Professor: Münker, Obersturmbannführer und Altgardist- Elze. Univ.-Professor, Brüggemann, Univ.-Professor; Hildebrandt. Univ.-Professor; Kreu- der, Ortsgruppenlüter; Thüre, Londaerichtsvräsi- hent; Trümnert, Londgericht-^'-at: Schad, 2lrbeits- führer- Dr. Franz Gros, DRK.-Feldführor; Man- aold, Reaierunasba'irat: Dr. Meyer. Gewerberat; Märner, Lehrer; Thielmann, Gewerbelehrer: Dr. List, Oberregiemngsrot; ferner folgende Mitglieder dss Stadttheaters: Thea Maaß; Ilse Winhold; Ha^-; M"ik»sor: Gustav B^"v: Fried-'l Fonnglla». 12. L i e b i g st r a ß e, Ludwig st raße : Hermann. Sturmführer: Kransch, R"ktor: Gräf. Kreis- hauvtst-llenleiter; Vr.sk, Kreishauptstell-nleiter- Fischer, Leutnant der S^"tzvolir»i; von Donop, Ober- flunnführet; C^nnert. Altagrdist. 13. Bleich straße. L. udwiostraße: (9er« früh Samver. J"namödelniterovuführerin; Locher, Landgerirt't«rvt: M^aold LS.-Führer; Röde, Sturm- führer; Schäfer, Sturmführer; Schneider, Sturmführer. 1A. Go"thestraßs, Stephan L raße: G-r- tr'ch Hochstätter, J"namädelarunnevführerin; Ev. M-vderntd. Junarnädeloruvvenf'"'hrer'n: Dr. Kalb- slossch, Lr-ndaerichtsra^: Jünast. Gefolo^chaftsfNsirpr; Am Samstag. 3. Dezember 1938, dem Tag der Nationalen Solidarität, sammeln wie in den vergangenen Jahren olle führenden Männer der Partei, des Staates und der Wirtschaft für das und O.G -Vwt«leiter' Reitz, vPrlitöts-Profefsr»r: Lahr, Kreisamtsleiter: cand. phil. Otterbein, Amtslerter in her Studentenführung. 24. Johannes st raße. Blockstraße: Friedel Kreuder, Mödelgr"nvenführ^rin: Banvarh, K>eis- r»mtsleit"r; Otto Stein, Kreiaha"itstellenleiter; Bour, .Kre'si'w-,sidwr,ster; G"rlach, Baurat. 25. Sch ii Istmaße, Johannes stzraße, Neuenwea; Mtiller ^-Str-ndart^vf'ihr^r: W-itz, l1niversitäts-Prof"ssor: Klute. Umr"'rsllät«-Rro-f''.stor; Schmidt. Uninprsitäts--Prokpssor: Winterhoff, Kauf- mr>nn; Ph'm'chein, Schriftleiter. 26. Lichtspielhaus. B a h,n H o f st r a ß e: Sessmis, Unive''sitäts-Professor' L-hmann. Un'","rsi- täts-Profpslo-r. Ferner fuWnhp Mitasieh"r des S^"dt- theate'-s: W'lll Endrich, Emil Kraft, Remigius Konen. K"rt Richter. 27. Bahnhofstraße, Neustadt- Qorm.-rf, Uniw-rsstäts-^rotessor; And^eeie. Univ'"'l'kät-:-P'-e>fps- fnr: F"nnk, Studentenschaftsführer; Schmidt, Ober- fturmführer. 28. N e u st a d t, Wernermall: H^fuener, ^lrntsaer'cht-i'-it- Schudt. 2lm^«aerichtsrat: Bert'-'M. lln'vprs'täts-P^ofessor: Dr. Fuhr, Regierungs-Rat; (^irhhnFt, OberiunvZUgführpr. 29 Marktnlatz' Ppchprt. Unive'-s'tä^s-P''0'es- üii'; G^pr>"rt, Univ^rsffrits-Prot-'ssor; Fischer, Sttirm- Kimrr»"r. R"ch^^r>nwat^ 30. Turnhalle. O-woldsaorten : p n ; Pfeil. Ki-eis- haun^stellerisoiter; Gl>tz. LS.-Oberführer; Emrich, Obenst,i^mf'"'b»-er- Geilt. (5hirmführer; 32. Schiller ft raße. Wernermall : Hesga Gtraßenkreuzunaen: 1. FrankfurterStraße, K l i n i k st r a ß e: Martin, Sturmführer; Hübner, Verw.-Sturmfuh- rer; Cordier, Univ.-Professor; Rudolph, Univ.-Professor; Becker, Rechtsanwalt; Engisch. Rechtsanwalt; Zollfrank, Postrat; Grünewald, Kreisamtsleiter: Loth, Kreishauptstellenleiter; Jungnickel, ^-Untersturmführer; cand. med. H. K. Koch, Amtsleiter in der Studentenführung. 2. Frankfurter Straße, Friedrich- st r a ß e, W i l h e l m st r a ß e: Folgende Mitglieder des Stadttheaters: Anni Assiom Gert Buchheim; Erwin Bugge. Ferner Gisela Schäfer, Jungmädelscharführerin; Wiegand, Oberfähnleinführer; Seibert. Ortsgruppen - Propagandaleiter; Wende- roch, Altgardist und Presseamtsleiter; Dr. Seid, Landgerichtsrat; Hofmann. OG.-Amtsleiter; Nackat, -Hauptsturmführer; Rühlmann. Gerichtsref^eren- dar, 9lmlsleiter i. d. Studentenführung. 3. Friedrichstraße, Wetzlarer Weg: Nebeling, Kreisamtsleiter und Kreisschulrat; Dop- Heide, Kreisamtsleiter; Grahlmann. Ortsgruvven- leiter; Dr. Breunina. Vresseamtsleiter;^ Ratbcke, San.-Sturmlührer; Breidenbach. San.-Sturmsüh- rer; Jäckel, Amtsgerichtsrat: Brückel. Amtsqerichts- rat; Pauli, Sturmführer, Bach, ^-Untersturmführer; cand. phil. E. Mahr, Amtsleiter i. d. Studentenführung. 4. Leihgesterner Weg, Ludwig st raße: Marianne Eger, Mädelgru'pvenführerin; Marg. Seim, Mädelgriwne.nführerin: Dr. Müller, Studien- rat; Hain^, Studienrot; Vogt, Obprsturmführer; Schmidt, Amtsgerichtsrat; Bittner, Kreishauptstellenleiter, Banke, ^-Untprsturmiührer. 5 Hamm ft raße, Gabelsberaerstraße, Hör st-Wessel-Wall: Wendel, OrfsvT-uppen- amtsleiter; Bischoff, OG.-Am^sleitör; Müller-Pe- heide, Altaardift; Dr. Wilhelm Greuer, AUgardist. 6. Bahn Hof st raße, Liebig st raße : Nagel, Standartenführer: Dr. Brill, Landgerichts- bireftnr; Biehenkopf, O. G'-Amtst-Ler- D,-. Schneider. Stommführer; Berghöfer. Gefolgschaftsführer; Geilfus, Ober'ungzuqführer; Dr. .Krämer. Rechtsanwalt: Dr. Kinz-nbach, R"chtsanw"lt: Voa-lsana. Univ.-Professor; Gm"lin. Univ.-^rofeslor; Hamm, Sturmführer: Hamme'-mann. San.-Sturmführer; Dr. Kruse. Direktor: Dr. Wolkewitz. ^berstudipn- h*reFtor- Scharschmiht, ^-Haup^Lurmführ-"-: Dr. Fritz Müller. Amtsleiter in her Studentenführung. 7. Frank furter Straße, Liebig st raße: Delp, K-'eiskasspnleit-er; Klos, Krp'«o7-aanisations- l»itpr: Emma Weitzel. Rektorin' Müller. Rektor; Niederhauspn. Kaufmann: Dr. Adolf N»ll Prokurist; Dr. Lich, Schriftleiter: Sußner. Forstm"ister. 8. Am H a u pt vo st a m t: He in acker. Hauvt- mann der Schußvol'rei; Dr. Monna'-h, Obe^vete- rinärrnf; Schmidt, Ohereichmeilter; Frölich, Univ.- Professor; Blen. Univ.-Professor; Hall, Univ.- des tiefen Dankes zum. Ausdruck bringen, den wir alle dem Führer für feine weife und geniale Staats- ' und Volksführunq und vor allem für fein Werk der Schaffung Großdeutschlands schuldig sind. Gemessen an diesen beiden Verpflichtungen jedes deutschen Mannes und jeder deutschen Frau wollen wir nicht nur spenden, sondern wirklich opfern. Gewiß werden in diesen Tagen die Gedanken und Pläne in allen Familien wieder aus das bevorstehende Weihnachtsfest gerichtet sein. Erfreulicherweise werden sich infolge'des weiteren starken wirtschaftlichen Auftriebs noch mehr Familien als früher in her Lage befinden, sich aus eigener Kraft ein freudvolles Weihnachtsfest gestalten zu können. Aber es werden daneben noch viele Tausende von Familien, Alte und Einsame stehen, denen diele Weib- nachtsfreude aus eigenem Können nicht möalich ist. Auch hier wieder richten sich unsere Gedanken vor allem auf unsere Volksgenossen im Sudetenland und in der Ostmark. Und wenn wir an all das denken, was von dort in d"n letzten Wochen zu uns her- iihprflana, was z. B. auch unsere Reservisten aus Gießen und Umgegend an Eindrücken und Beobachtungen aus dem Sudetenle'nde m'tbracht^n, so wird sich sicherlich bei allen Volks^enofsen 'N Gießen und im Kreise Wetterau der löbliche Vorsatz geltend machen, in diesem Jahre am Tage der nationalen Solidarität die Ovferspende noch mehr als früher bewußt auf das Wort „Opfer" ausmrichten. Damit wollen wir erreich"n. daß auch b,°n deutschen Männern, Flauen und Kindern im S"detenland und in der Ostmark ein freudvolles Weihnachtsfest du^ch das WHW. bereitet werden kann. Voll Hoffnuna und voll zuversichtlicher Erwartung blicken diese Volksgenassen auch auf uns in Gießen. Werden wir alle dieser HoUnuna und Erwartung in vollem Ausmaß gerecht! Unser A"lmarsch in der Froirk des Kampfes cieaen Not und Elend fei daher am morgiann Tage noch wuchtiaer als früher. Und unsere Opfergabe wachse in gleichem A " s m a ß ! S o wollen wir alle miteinander den mormgen Taa der nationalen Solidarität beaehen. B. Professor; Krüger, Rechtsanwalt; Toesler, Jung- bonnführer; Völzing, stellv. Bannführer; Irmgard Schäfer, Ortsfrauenschaftsleiterin; Schaeg, Land- aerichtsrak;. Mohr, Sturmführer; Stasny-Hein, Altgardist und ^-Untersturmführer; Dr. Krüger, Negierungsrat; Wilhelmi, ^--Untersturmführer. 9. Am Hotel Schütz: Dr. Lotz, Kreisdirektor; Götz, Kreishauptstellenleiter; Kirchner, Ortsqruppenpropaaandaleiter; Dr. Mickel, Amts- aerichtsdirektor: Wießmann, San.-Obersturmführer; Lydia Bär, Mädelgruppenführerin; Luise Fleischmann, Mädelgruppenführerin; ferner folgende Mitalieder des Stadttheaters: Heinrich Durst: Eva Eckert; Margot Eickhoff; Kurt Haars; Herbert Hirche; Hilde Kneip. 10. Am Cafe Am end: Theo Klöß, Kreishauptstellenleiter; Pipper, Kreishauptstellenleiter; Thomas, Ortsgruppenleiter; Schneider Altaardift; Walter. Altgardist und Obersturmführer; Schäfer, Staffelführer des NSKK.; Götz. Ortsgruppenamtsleiter; Robweder, Ortsgruppenfchulunqsleiter; Körner, Gefolgschaftsführer; cand. med. vet. Linde- meier, Amtsleiter in der Studentenfübrung. 11. Selterstor, Cafe Hettler: Kranz, Gauamtsleiter; S«hwarz, Brigadefübrer; v. Jaschke, MKMKWWN! Roman von Kurt Riemann Copyright dy Verlag Oskar Meister, Werdau i. Sa 46 Fortsetzung. (Nachdruck verboten!, „Wissen Sie, daß Sie Ihren Kopf riskieren, Karola? Es könnte sein, daß er die Sache durchschaut, daß er die Fehler in den Aufstellungen findet — Und dann wird er mit der Mltwstserm, die chn an der Nase herumführen wollte, nicht gerade freundlich umgehen." „Wie es mir geht, steht hier nicht zur Verhandlung. Es geht um Karajan und seine Arbeit." Lange sieht Wernicke das Mädchen an. Dann nimmt er ihre schmale Hand zwischen seine Pranken und quetscht sie, soviel er kann. „Verdammt anständiger Kerl sind Sie, kleine Karola! Verdammt anständig!" Und dann ganz ruhig und geschäftlich: „Holen Sie mich morgen gegen halb neun ab. Wir werden die Sache in Ordnung bringen. Und noch etwas: Zu keinem Menschen ein Wort! Auch wenn Karajan kommt: keine Andeutung." Ein schwaches Lächeln geht über Karolas Gesicht. „Er wird mich nicht aufsuchen. Es gibt also kaum eine Gelegenheit zum Schwatzen." „Dieser ausgemachte Dummkopf! Das ist er nämlich! Aber das bringen wir später ins reine — erst — diese Sache! Glückauf, Karola! Auf morgen abend!" Sie reichen sich die Hände. Zwei tapfere Verbündete. „Ich werde pünkllich sein." Noch am gleichen Abend ruft Karola Herrn Dr. Meßdorff an und teilt ihm mit, daß er sie am Samstag gegen zehn Uhr vormittags erwarten soll. Ohne seine Antwort abzuwarten, hängt sie den Hörer auf. Der End kämpf hat begonnen. * Meßdorff war nie ein Ehemann tm landläufigen Sinne. Schon immer hat er sich stillschweigend die Freiheit seines Handelns und seines persönlichen Lebens gewahrt. Geschäftsreisen, Konferenzen, Studienfahrten — oft sah er seine Frau wochenlang nicht, an vielen Tagen trafen sie sich nur bei den Mahlzeiten. Das hat Irene als etwas Selbstverständliches hingenommen, solange sie fest und unbeirrbar an seine Liebe glaubte. Ein Mann wie Meßdorff kann seiner Frau nicht am Schürzenzipfel hängen. Man muß sich eben damit abfinden, muß sich für ihn jung und schön erhalten, muß auf ihn warten, bereit sein unb alle Liebe in den wenigen Stunden verschwenden, die ihnen gemeinsam gehören. So war es bis 311 jener Stunde, da Charlotte Hartmann die Tür des Hotelzimmers leise hinter sich schloß. Irene war eine liebende Frau gewesen, die zufrieden in ihrem Glück lebte. Seit jenem Moment ist sie hellhörig und mißtrauisch, unheilbar verwundet im Tiefsten, Heiligsten: in ihrer Ehre als Frau, in ihrer Sehnsucht, Mutter eines Kindes zu sein. Stunden wilder Verzweisluna wechseln mit Stunden völliger Gleichgültigkeit. Die rasende Fahrt durch die Nacht, der'Wind in den flatternden Haaren, die durchtanzte Nacht in der Hotelbar, in der sie unter ausgelassenen Frauen die tollste war — alles hat nichts genutzt. Der Schmerz, die brennende Scham, das Gefühl des Ekels — das bleibt. Sie beginnt den Morgen mit ruhiger Ueber- legung. Natürlich wird man dis nötigen Folgerungen ziehen. Scheidung. Daran wird nichts zu ändern sein. Aber damit ist die Zukunft geordnet, nickst jedoch die Vergangenheit Sie beginnt zu wrschen, zu grübeln.'Wo ist Meßdorfs gewesen? Wo bleibt er ictzt in diesen Dresdner Tagen? Hier hat er keine Geschäfte zu erledigen, aber nie hat fie ihn so selten aefeben wie diesmal, fiat er etwa eine neue Bekanntschaft? Es ist nicht ausgeschlossen. Es wäre sogar das Einleuchtendste für seine Niedertracht der kleinen Charlotte gegenüber, die so tapfer für das Kind kämpft. Vielleicht hat er sich deshalb auch so oft den Wagen geholt. Sehr oft. Obwohl er es sonst vor- zjccht, einen Wagen zu mieten und sich fahren 311 lassen. Er ist. viel zu nervös, um sicher und ruhig m fahren. Aber wenn man eine neue Bekanntschaft gefügig machen will, kann istan schließlich nicht mit einem Chauffeur ins Grüne fahren — Irene gel)t mit langen Schritten ans Fenster. Ah — die Schläfen brennen, der ganze Schädel dröhnt — das ist der Alkohol,von gestern abend — und das andere, das Ekelhafte — bas noch Diel, viel mehr. Gestern abend hat sie die Ouittung einer Tankstelle im Stau am Armaturenbrett gefunden. Hotel .Zur Vost^, Neugersdorf." Wo mag das frhon liegen? Sicher irgendein deiner Ort in der Umgegend. in dem man sich leichter einquarh‘»ren kann aT-s Herr und Trau — ab. es ist zum S^au- d-rn. Man wird stch'dieses Stück Napier sorgfältig verwahren. Soweit kennt fie ihrpn Monn, dost man ihm mit Bewststn. mit bnnbfeften Beweisen kommen muß. Vielleicht ist das einer — viell"'ckL. „30 Liter Aral. Hotel ,3ur Postt, Neugersdorf. Hg"s der Gesckwftsreisenden " M'chav-'scki gebt sie ’"m Teleohou. „Der Pförtner? — Würden Sie mir eine Auskunft geb"v? — '21 rf) b'tte, tnh hegt N""gers- dgrr*) — Direkt an der Grrnr"^ Ah — sehr interessant! Da« Hot-l ,Kur Post^ ist Ihnen nicht Wnnnt? Doch? Ein gutes Hon--^ Kleinstodtver- böltnissen "nUvrechend, saoen ^e9 in, ich ner= ft"he —’ Nein, danke, jch hntte nicht die Absicht. Ich wollte nur Bescheid wissen." Langsam teat sie den Hörer zurück. Komisch. Direkt an her (Breme, lieber 80 Kilometer. Etwas weit für eine zärtliche Fahrt mit der Geliebten — Irene weiß nicht, was sie davon halten soll. Vielleicht tut sie ihm doch Unrecht. Vielleicht ist er geschäftlich unterwegs? Aber noch nie bat er seine Verband luv gen in einer Kleinstadt geführt. Hi"r stimmt etwas nicht — Da klonst es an die Tür. Auf ihr leises „Herein" meldet sich der Etagenkellner. „Ein Brief — ich muß ihn der gnädigen Frau persönlich überbringen. Wenn Sie hier unterschreiben wollen, Frau Direktor? Der Postbote wartet unten auf die Ouittung." Die Handschrist kennt fie nicht. Ein Absender ist nicht angegeben. Und eingeschrieben? — Als sie den Umschlag aufreißt, flattert ihr ein längliches Stück Papier zur Erde. Das ist doch —? Ja, es ist ihr Scheck. 20 000 Mark whlen Sie aus meinem Guthaben an Fräulein Charlotte Hartmann oder lieber« bringer — Dann ihre Unterschrift: Irene Meßdorfs. Der Zettel, der im Umschlag steckenblieb, löst bas Räfsei. „Ihr Scheck war ohne Deckung. Ich verzichte aus jede weitere Auseinandersetzung. Charlotte Hartmann." Das ist doch — lächerlich, einfach lächerlich! 5lhr Scheck — ohne Deckuna? Kleine Charlotte, da haft du dich schön ins Bockahorn ja "en lassen! Ein Kavital von beinahe 500 000 Mark in barem G"lde — ohne di" Paniere, die sie in die Fabrik gesteckt hat — lachhaft! Aber dann taucht ein Gedanke auf pjn furchtbarer, entsetzlicher Gedanke — Mestdorff — diö Gr-mze — Hotel zur Post — Nengersdorf — Herrgott! Wenn das wäre! Wie spät ist es fetzt? Mittag vorüber? Also um drei Uhr? Um drei Uhr ist die Bank geöffnet! Um drei Uhr! — Um drei Uhr zwanzig erfährt Irene die volle Wahrheit. Wie ste ins Hotel zurückgekommen ist. weiß sie nicht. Sie sieht nur b’e entsetzten Gesichter des Personals unb lacht leise auf. Sie weiß auch n'cht, wie sie die entsetzlichen Stunden bis nnn Abend verbracht hat Vlö^lich hört fie i-denfalls eine Uhr schlagen. Nenn Uhr. In ihrer Tasche knittert der Bankauszug. Das Ergebnis eines ntrrhfbaren Nachmittags. Saldo- 1500 M"rk. Den R"st hat Meßdorfs abgehoben. Neun Uhr abends. Irene ist eine arme Frau. Neun Uhr abends. Da reinf plötzlich '"wand die Tür auf unb auf der Schwölle steht — Karajan —- Neun Uhr abends. Vor dem Werk hält Karolas schmaler schneller Sportwagen, der getreue Till. „Ekelhafte Kiste!" knurrt Wernicke, als er stch mühsam aus der Enge des Sitzes zwängt. „Man kann kaum heraus, ohne sich die Knochen zu brechen. Vergessen Sie die Tasche nicht!" 21 her die hot Karola schon unt-r denn Arm. In der Tür steht Westerhausen, der Pförtner. „Herr Wernicke? Und das ist doch Fräulein Westner?" „Richtig geraten’" knurrt W"rnicke mißmutig. „Und in den nächsten Zwei Stunden können Sie. sich den Rundgavg durch das Labor sparen. Jch habe da zu arbeiten." (Fortsetzung folgt!) men und Herren, wir zählen alle Freuden des späten Weihnachtseinkaufs auf: 1. Geringe Auswahl und nur solche Dinge, die die Früheinkäufer nicht haben wollten. 2. Aus den Geschenken für Kurt und Fritz kann überhaupt nichts werden, da sie ausverkauft sind. 3. Gekauft wird in Aufregung, wahllos und falsch. Resultat: Vater total pleite. 4. Aerger, Verdruß, im Gedränge beschädigte Schuhe und Kleider, Gesundheitsschäden und hierdurch „stimmungsvolle" Feiertage. Haben wir nicht nötig? Diese Frage tft eigentlich sehr dumm, denn: „Bedenke vorden Fe st en, wer früh kauft, schenkt am besten!" Die blaue Kerze. Rach be-r Heimkehr der Ostmark und der Sudeten- lande ins Reich können wir erst ermessen, wie viel Rot und Elend Deutsche für chr Bekenntnis zur großen Kulturgemeinschaft aller Deutschen erleiden mußten. Wir hören aus den Erzählungen dieser Heimgekehrten von den Entbehrungen, die sich nicht nur in wirtschaftlicher, sondern auch in geistiger Hinsicht ertrugen. Oftmals hat nur ein Zeichen: ein Buch oder em Lied, ihnen den Mut zum Aushalten gegeben. Zu Weihnachten soll die blaue Kerze das Zeichen sein, das den Deutschen, die im fremden Staat leben müssen und dort ihre Heimat gefunden haben, von uns aus dem Rüche dargebracht wird. Diese Kerze, deren Farbe schon davon kündet, daß sie ein Sinn- bild der Treue sein will, bedeutet auch wirklich eine Reumann'Spengel, Iungmädel-Gruvpensührerin; Bauer, Kreishauptstellenleiter und SA.-Sturmfüh» rcr; Gerbig, Gefolgschaftsführer; Riehm, Univ.- Professor. 33. Walltor st raße, Asterweg: Finkel, Sturmführer; Schneider, Landgerichtsrat; Moos, Oberfähnleinführer; Scharrer, Univ.-Prof. 34. Kirchenplatz, Lindenplatz: Sack, Kreishauptstellerlleiter; Seiler, Oberstudienrat; Beate, Polizeioberinspektor. 35. Reuen Bäue , Sonnen st raße: Hummel, Univ.-Prof., Sturmführer; Horn, Sturmführer; Köhler, Rechtsanwalt; Schneider, Ortsgruppen- kasienleiter. 36. An der ^-Standarte: Burgeleit, Orts» gruppenamtsleitsr; Knorr, OG«Amtsletter; Dr. Trieb, Staatsanwalt, Eger, Univ.-Prof. 37. Hitlerwall, Moltkestraße: Heep, Rechtsanwall; Schaffner, Kreisamtsleiter; Nickel, Stammführer; Goebbels. Sturmführer. 38. Kaiserallee, Moltkestraße: Weber, Regierungsrat; Heydt, Kreishauptstellenlsiter; Weber, Ortsgruppenleiter; Dr. Breuning, Preffeamts- lotter. 39. Licher Straße, StadtLich: Schömbs, Obertruppführer; Weber, Ortsgruppenamtsleiter; Krollpfeiffer, Univ.-Prof.; Ullrich, Univ.-Prof. 40. Walltor st raße, Marburger Str.: Emma Weitzel, Rektorin; Stroh, Rektor; Lenz, Sturmführer; Schönefeld, Krim.-Kommissar. 41. Marburger Straße, Wiese ck e r Weg: Eifert, Altgardist; Schmidt, LS.-Führer; Freund. Obertruppfuhrer; Haas, Univ.-Prof. 42. Krofdorfer Straße, Rodheimer Straße: Dr. E. Wagner, Landwirtschaftsrat; Schauder, Univ.-Prof.; K. H. Schmidt, Kreishauptstellenleiter; Braun, Sturmführer; Bahs, Kreishauptstellenleiter. 43. Bahnhof st raße, Löwengasse: Ullrich, Kreisamtsleiter; Luch, DRK.-Haupt- und -Be- reitschastsführer; Glaser, Univ.-Prof.; Glöckner, Univ.-Prof. 44. F r a n k i u r t e r S t r a ß e, A l i c e n lt r a ß e: Katzenmeier, Kreisamtsleiter; Dr. Gläser, Ortsgruppenschulungsleiter: Käthe Pfeffer, Untergauführerin; Dr. Laupert, Amtsgerichtsrat; Dr. Speckhardt, Landgerichtsdirektor. III Gaststättensamrnluug: Dauer: 20 bis 22.30 Uhr. Es sammeln nur die Politischen Leller, die Führer und Männer der SA., des RSKK. und der ff. Und zwar: 1. Die Politischen Leiter im Bereich der OG. Gie- ßen-Ost. (Für diese Sammlung sind nur die Politischen Leiter der Ortsgruppe Gisßen-Ost eingesetzt.) 2. Die SA. in der Ortsgruppe Gießen-Mitte. 3. Das RSKK. in der Ortsgruppe Gießen-Nord. 4. Die ff in der OG. Gießen-Süd. Die Sammelbüchsen für die Gaststättensammlung sind um 20 Uhr auf der Dienststelle der NSD., Gießen, Goethestraße 34, abzuholen, und um 22.30 Uhr auf der Bezirkssparkasse wieder abzuliefern. Kreisleitung Wetterau der NSDAP. KMWWMMM Die It Kreisrundschreiben Nr. 9/38 angesetzte Be- zirksbesprechung der Kreiswaltung der DAF. für Ortsobmänner und Betriebsobmänner, die am 3.12.1938 stattfinden sollte, fällt aus. Neuer Termin wird bekanntgegeben. WAW./ Orte «truppe