•mPhy. -hstr.24. Zeiten** rstand. -kssparkasse Windhausen S, Gießen toen, Sur!* ließen Gießen ^we., Gießen Wiesbaden ?ßen khardt Erben, - ließen :n ^en-Trardach , Gießen e., Gießen nheim Garbenteich Saarburg Erb., Gießen VindhukM.) Eiben, Hausen 7OO3P (I den, Harbach Gießen ilein-Linden , Sarmftabt ^eißeiw. i, LaMvns m, Sich ?roe., Butzbach :ßen 1 )., Eschwege dors Zrantsuü a.M. ießen r, Walters- a, Wiesel! , Frankfurt M. ienborn#i5tctn* , Wieseck Wißmar ! Stausenverg übt, Gießen ich, Butzbach utherstadt- [iz Heuchelheim 'Wieser! 1 Severm, Darmstadt Klein-Lmdett 'Gießen L, Holzhenn Erben, , §rben, u®* ch,®'°k" i*Ä« Wreber," ) S»B* «* W Serben, Nr. 257 Erstes Blatt 188. Jahrgang Mittwoch, 2. November 1938 Br|d)etm tflg ltd), auh« Sonntags and feiertags Beilagen Dte Jüuftrterte (Btefienei Familienblatter Heimat im Bild Die Scholl» Monatr.vezllgrpretr: Mir 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne nnuUrterte e 1.80 Zustellgebühr . -.25 Auch bei Nichterscheinen von «mzelnen Nummern infolge höherer (Beroali Hernsprechanschlüste unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten Anzeiger Sieben postfcheckfonto: Sronffnrt am Main 11688 Sietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vruhlsche Univerfitatrdruckerei R. Lange in Gießen. Schristlettung und Geschäftsstelle: Schulftratze 7 Annahme von Anzeigen ffii die Mittagsnummer bis 8'/,Uhr des Vormittags Srundpretle für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Brette 7 Npf.. für legt* anzetgen von 70 mm Breite 50 Rpf..Platzvorschnst nach vorh. Vereinbg.25°/. mehr. Lrmähtgte Grundpreise: Stellen». Vereins*. gemein- nütztge Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf., Familienanzeigen. Bäder», Unterrichts* u. behördliche Anzetgen 6 Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B „Gras Zeppelin" in seinem Heimathafen. Das Bekenntnis von Marseille Von unserem E.J -Korrespondenten Frankfurt a. M., 1. Nov. (LPD.) Nach seiner 24-Stundenfahrt ist das Luftschiff „Gras Zeppelin" am Dienstag 15.11 Uhr auf dem Luftschiffhafen Rhein-Main glatt gelandet. Das Luftschiff war bereits um 13 Uhr über Frankfurt gesichtet und von der Bevölkerung mit Jubel begrüßt worden. Es kreuzte dann noch einige Zeit über der Gauhaupt- ftadt und dem Rhein-Main-Gebiet. Kurz nach 14 Uhr wurde der Ankermast ausgefahren und die Haltemannschaften aufgestellt. Um 15.03 Uhr erschien das stolze Schiff in Geringer Höhe über dem Wald und steuerte in langsamer Fahrt, von Nord- Osten kommend, seinen Üandeplatz an. 15.08 Uhr wurden die ersten Haltetaue ausaeworfen, und um 15.11 Uhr setzte die Gondel auf den Baden auf. Die Haltemannschaft zoa das Schiff nach dem Haltemast, wo es festgemacht und um 15.4Q Uhr in Halle I gezogen wurde. In der Halle begrüßte Gauleiter Sprenger mit herzlichen Worten die Besatzung. Er sprach von den Erfolgen der deutschen Luftfahrt, deren stolzen Luftschiffe Zeugnis von deutscher Schaffenskraft und Weltgeltung ablegten. Auch durch die Katastrophe des „Hindenburg" in Lakehurst hätten wir den Glauben an das Werk des genialen Grafen Zeppelin nicht verloren. Der Gauleiter würdigte dann die Verdienste Dr. Eckeners, den er den getreuen Ekkehard der Luftschiffahrt nannte und betonte, daß alle, die sich in den Dienst der Lustschiffahrt gestellt hätten, auch weiterhin ihre ganze Kraft diesem großen Werk widmen würden. Kapitän Samt, der das Kommando über das Luftschiff während seiner Fahrt von Friedrichshafen nach Frankfurt hatte, dankte für den Empfang. Die Zeppelin-Männer freuten sich, daß mit LZ 130 die deutsche Luftschiffahrt wieder in Gang gekommen sei, sie hofften, daß recht bald wieder die Luftschiffe wie früher durch den Aether ziehen würden. Dann besichtigte der Gauleiter das neue Luftschiff und nahm später an dem Kameradschafts- abend der Besatzung teil, bei dem er über den Sinn der Kameradschaft sprach, die sich darin zeige, daß man Freude und Leid miteinander teilt Des Führers höchstes Wollen fei, daß alle Deutschen Kameraden werden. An der Verwirklichung mitzu- arbeiten, sei uns eine Verpflichtung. Zum Schluß überreichte der Gauleiter allen Mitgliedern der Besatzung das Buch des Führers „Mein Kampf" als Erinnerung an den denkwürdigen Tag. Der Direktor der Zeppelin-Reederei, Issel, dankte dem Gauleiter für die Förderung, die er der Luftschifffahrt zuteil werden ließ. Nach einem Rückblick auf die Entstehung des Flug- und Luftschiffhafens versicherte er dem Gauleiter, daß alle Männer mit starkem Willen und festen Glauben sich dafür ein- setzen werden, wieder einen Ozean umspannenden Weltverkehr zu schaffen. Als „Graf Zeppelin" seinen neuen Heimathafen, aus der Richtung Friedberg kommend, ansteuerte, überflog er in mäßiger Fahrt die Gräber der sieben Desatzungsmitglieder des in Lakehurst zerstörten Luftschiffes „Hindenburg" auf dem Fran.kfur - ter Hauptfriedhof, die zum Allerheiligentag mit Weißtannen und Blumen geschmückt waren. Augenblicklich wird das Erinnerungsmal errichtet, ein hoher, mächtiger, viereckiger, aufstrebender Stein auf einem breiten Sockel, der die Namen der Besatzungsmitglieder tragen wird. Ein Bildtelegramm von der Einfahrt des „Graf Zeppelin" in die Halle. — (Scherl-M.) i I L x. ; * i «. s Mittelländisches Bekenntnis zum deutschen Volkstum. Oer Memel-Landtag gegen die Beto-Politik des litauischen Gouvetneurs. — Oas Memelstatut muß Recht bleiben. , . Memel, 11. Nov. (DNB.) Am Dienstagnachmittag trat unter größter Beteiligung der memeldeutschen Bevölkerung und in Anwesenheit zahlreicher deutscher und ausländischer Pressevertreter der memelländisckse Landtag zur Schlußsitzung der laufenden Landtagsperiode zusammen. Auf der Tagesordnung stand die Stellungnahme zur Detopolitik des Gouverneurs. Abgeordneter B i n g a u erklärte, der Landtag habe während seiner dreijährigen Legislaturperiode dem Gouverneur 72 Gesetze vorgelegt. Davon sei gegen 18 Ge setze Einspruch erhoben, gerade gegen diejenigen, die für das wirtschaftliche und soziale Leben des Memelgebietes am wichtigsten gewesen seien. Das Vetorecht sei dazu verwendet worden, das Memelstatut in feinen wesentlichen Punkten aufzuheben und aus diesem Statut ein Instrument für die allmähliche völlige Assimilierung des Memelgebietes an Großlitauen zu machen. Das sei jedoch das gerade Gegentell dessen, was das Statut den Memelländern zugesichert habe. Das Memeldeutschtum sei nicht gewillt, sich den bisherigen Methoden der Litauer noch weiterhin zu unterwerfen. Nach dem Sinn des Statuts hätten die 2He- melländer das Recht, sich zum deutschen Volkstum zu bekennen, hierzu gehöre auch das Recht des freien Bekennt- nlsses zum Nationalsozialismus. Abgeordneter Bingau schloß seine Rede mit den Worten: Wir Wemeldeutschen verlangen das Recht und nehmen uns das Recht, uns zur Weltanschauung unseres Volkstums zu bekennen, und wir wiederholen es heute noch einmal: Recht muh Recht bleiben, auch wenn es sich um Deutsche handelt! Zum Schluß der Sitzung wurde das Direktorium des Memelgebietes ersucht, für die Abscha ff u n g der Disageb »ihren nach dem Ausland e sowie für umgehende Freilassung der von den Kriegskommandanten bestraften Personen Sorge zu tragen. Memel feiert die Aushebung des Kriegszustandes. Memel, l.Nov. (DNB.) Anläßlich der Aushebung des Kriegszustandes, der fett zwölf Jahren auf den Memelländern lastete, versammelten sich Dienstagabend auf dem Neuen Markt in Memel rund 25 000 memeldeutfche Männer und Frauen, um in einem Fackelzug durch die Straßen der Stadt zum neuen Stadion zu marschieren. Um 20.30 Uhr setzte sich der Zug in Bewegung, gleichzeitig begannen d i e Glocken der Stadt zu läuten. Die. Häuser hatten reichen Flaggenschmuck angelegt, und der größte Teil der Fenster war s e st l i ch erleuchtet. Dem Zuge marschierte ein Spielmannszug und eine Musikkapelle voraus; die vielen Fahnen, Banner und Wimpel der Turner, Gesangvereine, der Innungen usw. boten ein schönes Bild. Die Angehörigen der Innungen trugen ihre schmucken Trachten. Unter Heilrufen und mit dem Gesang von Heimat- und Volkslieder marschierten die Teilnehmer der Kundgebung in das große Oval des Stadions ein. Hier ergriff Dr. Neumann das Wort. Er sprach von den zwölf Jahren des Kriegszustandes, der wie eine drückende Last auf allen Memeldeutschen gelegen habe. Aber schließlich mußte Recht doch Recht bleiben. Dr. Neumann forderte die Memeldeutschen auf, auch weiterhin zusam - menzu stehen im Kampfe um ihr Volks- t u m. „Wir alle", so schloß Dr. Neumann, „können stolz darauf sein, einem ftarfen Volke mit einem großen Führer ander Spitze anzugehören." Immer wieder wurden die Ausführungen des Redners von der großen Masse der Zuhörer durch Beifallskundgebungen unterbrochen. Mit dem Gesang der Heimatlieder fand die eindrucksvolle Veranstaltung ihren Abschluß. Der Führer der Memeler Sportbewegung, Wal gähn, richtete an die Teilnehmer der Kundgebung einen Appell, diszipliniert nach Hause zu gehen und sich nicht provozieren zu lassen. Dem improvisierten memeldeutschen Ordnungsdienst war es zu verdanken, daß sich die Massen ohne jede Stockung wieder auflösten. Zu Tausenden strömten die Volksgenossen auch nach Heydekrug. Ueberall begrüßten sich freudig aeftiinmte Menschen mit dem deutschen Gruß, der bis dahin im Memelland schwer bestraft wurde und formierten sich kurz vor Mitternacht zu einem Fackelzug durch die Stadt. Deutsche Marschmusik begleitete den Zug, oft von Sieg-Heil-Rufen unterbrochen. Auf dem Marktplatz stimmten die Memel- deutschen entblößten Hauptes das Niederländische Dankgebet an. Der Kreisleiter des Memeldeutschen Kulturverbandes, Grau, sagte dann: Es habe unermeßliche Opfer gekostet, diese Stunde zu erreichen. Der Dank gebühre dem ganzen deutschen Volk und dem Lenker des Schicksals aller Deutschen. Abschließend erklangen die Heimatlieder des Memelvolkes. Völlig diszipliniert und ohne Mißklang ging die Feier mit dem Verlöschen des Freudenfeuers zu Ende. Die Bauern vom Moor und die Fischer vom Haff und von der See fuhren in ihre Dörfer zurück. Beginn der Wiener Konferenz. Heute nachmittag Verkündung des Schiedsspruchs. Wien, 2. Nov. (DNB.) Heute werden um 11 Uhr im Schloß Belvedere zunächst die Beratungen der vier Außenniinister, die von je einem zweiten Delegierten, für das Deutsche Reich Unterstaatssekretär Woerrnann, unterstützt werden, beginnen. Bei den Beratungen der vier Außenminister wird besonders dem ungarischen und dem tschechischen Delegierten Gelegenheit zur Darlegung ihres Standpunktes gegeben fein. Nach einem Frühstück um 14 Uhr werden von 16 bis etwa 18 Uhr die Beratungen der Schiedsrichter dauern. Mit der Verkündung des Schiedsspruches ist gegen 18 Uhr zu rechnen. An die Verkündung des Schiedsspruches wird sich die Unterzeichnung eines Zusatzprotokolls schließen. Oie tschecko-slowakisch-polnische Grenzziehung. Prag, l.Nov. (Europapreß.) Zwischen dem tschecho-slowakischen Außenminister Choalkoosky und dem polnischen Gesandten in Prag, Papee, wurden Noten ausgetauscht, die endgültig die Grenzziehung zwischen Polen und der Tschecho-Slowakei regeln. Ein aus Fachleuten bestehender Ausschuß wird die Grenze in ihren Einzelheiten festsetzen. Dieser Ausschuß muß die Arbeiten .an der schlesischen Grenze bis zum 15. November und in der Slowakei bis spätestens zum 30. Noveinber beendet haben. Die neuen Grenzen werden dann sosort von den Truppen der beiden Staaten besetzt werden. In Schlesien wird die Okkupationslinie Grenzlinie. Schlesisch-Ostrau bleibt tschechisch. In der Slowakei werden an Polen abgetreten: 1. Das Gebiet nördlich von (Tabea, welches Dorf selbst noch der Tschecho-Slowakei verbleibt. Damit fällt die direkte Bahnlinie von Teschen nach Zwardon an Polen; 2. den nördlichen Teil der Hohen Tatra und den westlichen der Jaworin. Die neue Grenzlinie läuft von Rysy ostwärts über die Gerlsdorfer Spitze zur Jaworin, wobei die Lomnitzspitze noch der Slowakei derbleibt. Paris, 31. Oktober 1938. Niemand wird den tragischen Begleitumständen des Marseiller radikalsozialistischen Parteitages sein tiefes menschliches Mitgefühl versagen. Im Augenblick rechnet man damit, daß die Brandkatastrophe auf der Cannebiere mehr als 70 Todesopfer gefordert haben kann. Mag es sich um einen verbrecherischen Anschlag oder nur um sträflichen Leichtsinn gehandelt haben — auf jeden Fall erhebt fick im Unglück die Stimme des Mitgefühls über die Grenzen hinaus. Sache der verantwortlichen Behörde»» wird es fein, aus dem furchtbaren Unglück, bei dem Hunderte von Menschen verzweifelt um ihr Leben kämpften, die Lehren für die Zukunft zu ziehen und dort Abhilfe zu schaffen, wo sie sich als dringend notwendig erwiesen hat. Der Gang der Politik war durch die Katastrophe auf Stunden unterbrochen, aber er hat sich nicht aufhalten lassen. Der Zwang zur inneren Einkehr hat sich unter dem Eindruck dieser Dinge eher noch verstärkt. Ministerpräsident D a l a d i e r geht als der unbestrittene Sieger aus der Marseiller Tagung hervor; er kehrt, mit dem Vertrauen feiner Partei ausgestattet, nach Paris zurück, um nunmehr die gesetzgeberische Arbeit für die Wiederaufrichtung Frankreichs auf finanziellem und wirtschaftlichem Gebiet in Angriff zu nehmen. Die Vollmachten hierfür hat er bereits seit der Kammerabstimmung vom 5. Okto- ber in der Tasche. Die Kammer wird im Laufe des Novembers oder Dezembers zu diesem Wiederaufrichtungswerk Stellung zu nehmen haben, und dann werden sich die praktischen Konsequenzen des Frontwechsels ergeben, der jetzt in Marseille beschlossen worden ist. Denn den schwachen Widerständen der Reste der Volkssrontanhänger innerhalb der Partei zum Trotz hat die Marseiller Schlußresolution die klare Bescheinigung dafür ausgestellt, daß die Volksfront durch die Schuld der Kommunisten zerbrochen ist. Die Kommunisten mit ihren 73 Abgeordnete,» in der Kammer werden al'o in unversöhnlicher Opposition zur Regierung Daladier stehen. Die Sozia* l i st e n mit ihren rund 140 Abgeordneten werden sich vor schwerwiegende Entschlüsse gestellt sehen. Alle Brücken zu ihnen sind nicht abgebrochen. Aber es ergibt sich trotzdem die Möglichkeit, daß ein geschlossener oppositioneller Block der marxistischen Parteien entsteht. Den Parteien der Mitte und der Rechten, vor allem der starken Grupve der Republikanischen Vereinigung unter Louis Marin, würde dann die verantwortungsvolle Aufaabe erwachsen, Daladier die Fortführung seines Werkes zu ermöglichen, das nichts anderes ist als die Aufräumung der Schutthaufen, die die Herrschaft der Volksfront in zwei Jahren in Frankreich hinterlassen hat. „Die Zeit der Ministerkrisen muß vorbei sein!", hat Daladier in seinem Marseiller Schlußwort ausgerufen, die Delegierten haben ihm mit stürmischen „Ia?-Ia!"-Rufen geantwortet, der Gesang der Marseillaise und eine riesige Kundgebung für Daladier hat dieses Bekenntnis bekräftigt. Der Weg ist also ziemlich genau vorgezeichnet. Sollte sich im Parlament eine Mehrheit aegen Daladier ergeben, so würde es zu der seit Wochen erörterten Kammerauflösung, zu Neuwahlen, dem „Appell an das Land", kommen, nicht ohne daß vorher noch die Wahlreform verabschiedet wäre, die mit der Einführung des Verhältniswahl- f n ft e m 5 dem Kubhandel unter den Parteien ein Ende gemacht hätte. Neuwahlen nach einer Kammerauflösung — ein für Frankreich gänzlich neues Ereignis — wären sicherlich ein Experiment, ober es besteht begründete Aussicht dafür, daß die Mehrheit des Volkes, so wie die Senatswahlen es gezeiat haben, Daladier folgen würde. Daladier bat „alle Republikaner. alle Patrioten, alle Franzosen" zur Mitarbeit aufaerufer», und er hat von der Verteidiaung her Demokratie aesprochen. Aber es gebt ein starker autoritärer Zug durch, alles das. was letzt gedacht und ausgesvrochen wird. Frankreich ftebf an einem Wendepunkt feiner Entwicklung Der Bruch mit der Venaanaenbeit erstreckt sich nicht nur auf die Innenvolitck. sondern, aenau so auf die Außenpolitik. D'" Rede Herri o t s, des Mannes de« Genfer Protokolls, war nichts anderes als ein Schwanenaefang auf eine ^“roangenheit hör Irrtümer, .fierriot hat zwar hen Rusiennakt in S^utz genommen, aber Daladier hat ihn mit feinom Wort ermähnt, ebensowenig wie die Mfpffine Sicherheit. S^att dessen eröffnet sich der Au-chlick auf eine ..Prllitik de-; französi'chen Imve- riums". deren Blick>ichtuna über die Meere, nach d"n Kolonien, aeht. Frankreich wendet sich zwar nicht nöllig ab nm» hem Osten Europa-; und von der ^innamif Mitteleurovas. hie hem Lande ungeheure Risiken auforleaen, ohne ihm besonderen Nutzen ein- lubrinaen. Der gonntor Berthod hat es in seinem Bericht über die Russenpolitik aan< klar ausaosvro- chen: „Frankreich will nicht mehr der Gendarm und der Bankier Europas sein", daladier "nd Außenmin'ster Bonnet haben im Grunde nichts anderes aefaat. aber st-» haben h:nau- aefügt. daß diese Politik eine V e r st g n d i c» u n g mit Deutschland zur Boraussetzuna hat. Und has ist für hie Nachhrwn Frankreichs das wichtigste Ergebnis von Marseille. Der Führer an K-neraloberst Keitel. Berlin, 1. Nov. (DNB.) Der Führer sandte a n de n Chef des Oberkommandos der Wehrmacht Generaloberst Keitel anläßlich seiner Beförderung folgendes Glückwunschschreiben- „Mit hem 1.November befördere ich Sie zum Generaloberst und verbinde dainit meine besten Glückwünsche und meinen Dank für ihre allzeitige wertvolle Mitarbeit. Adolf H i 11 e r." Chamberlain weist die Angriffe -er Opposition zurück Das Echo der presse wechsel im französischen Finanzministerium <1 Marchandeaus Pläne einer Oevisentontrolle abgelehnt. icht; in ihm sang es von der kommenden Zeit: er war nicht der, den er sich als Schiffsjungen gedacht Segeln unter den weißen Türmen, vom Wachen! hatte; er war noch nicht bereit, seinem Munde fehlte vom London, 2. Noo. (DNB. Funkspruch.) Zur Debatte im Unterhaus stellt die Times fest, daß sie klar gemacht habe, wie fruchtlos es fei, tue ganze Geschichte des Münchener Abkommens nochmals durchzukauen. Wenn die von dem Führer und Chamberlain unterzeichnete Erklärung zu einem allgemeinen Abkommen über die noch offenen Fragen einschließlich der Kolonien und der Rüstungsbegrenzung ausgebaut -werden könnte, dann werde niemand mehr auch nur den geringsten Grund daiür haben, das Münchener Abkommen als eine „Niederlage" für England hinzustellen. Man könne nicht oft genug wideicholen, daß kein innerer Wider spruch zwischen der Hoffnung bestehe, daß die Münchener Erklärung der erste Schritt zu einem dauerhaften Frieden sein möge, und dem Entschluß Englands, seine nationale Verteidigung wirksam zu gestalten. Außerdem sei es höchste Zeit, den Gedanken abzulehnen, der anscheinend im Ausland an Boden gewonnen habe, daß nämlich England während der jüngsten Krise das Opfer einer völligen Verwirrung gewesen sei. Das sei gänzlich irreführend. Die Daily Mail meint, daß nach der Rattst- zierung des englisch-italienischen Pak- t e s Chamberlain einen Plan für weitere Gespräche mit Deutschland entwerfen werde. Chamberlain wolle folgende Punkte in diesen Ge- Das war der Anfang. So ging er an Bord, wie er war, nicht in den neuen Sachen. Er wußte jetzt, worauf es ankam und was ihn erwartete. Er sah noch einmal hinüber zu den Lichtern der breiten Straße, dann nahm er den Sack auf und ging weiter über die Brücke am Zollhaus vorbei nach dem Anleger; die Fähre kam, sie machte fest, er stieg ein. dahin, an den Läden vorüber. Er sang, man hörte es nicht; in ihm sang es von der kommenden Zeit Das Aufrüstungsprogramm sei auf f ü n f I a h r e bemessen, man stehe erst im dritten Jahre. Es habe sich die besondere Dringlichkeit gewisser Teile dieses Programms herausgestellt. Englands Aufruftung liege die Sorge zugrunde, darauf zu sehen, daß das Mutterland und seine Verbindungen innerhalb des Weltreiches sicher seien und daß England im Verhältnis zu anderen Ländern nicht zu schwach fei, daß seine Diplomatie nicht auf gleichberechtigter Grundlage in diplomatische Verhandlungen eintreten könne. In der in München zwischen ihm und dem Führer unterzeichneten Erklärung liege, wenn sie richtig weiterverfolgt würde, die Möglich- keit einer neuen Aera des Friedens in Europa. „Ich glaube", so sagte der Premier, „ja ich bin überzeugt, daß Hitler dies meinte, als er die Erklärung unterschrieb, und ich bin ebenso überzeugt, daß die darin zum Ausdruck gebrachte Ueberzeugung von der Mehrheit der Völker sowohl in Deutschland wie in England geteilt wird." Chamberlain fügte hinzu, er sei fest entschlossen, nicht stlllzusihen und auf das kommen des Friedens zu warten. sprächen erörtern: Einen offenen Ueberblick über die Probleme in Eeuropa, die wahrscheinlich zu einer Spannung führen könnten, Behandlung des Kolonialproblems mit dem Ziel ein« B e f r i e - digungdesdeutschenAnspruches, einen Waffenstillstand in den gegenwärtigen Rüstungen, gefolgt von einer Rüstungsbegrenzung und schließlich Handelsgespräche. Des Premierministers heißer Wunsch sei, das Vertrauen wiederherzustellen. Daily Expreß meint, daß Chamberlains Worte die Hoffnung auf eine Befriedung in der Welt verstärkt haben. Bei seinen außenpolitischen Absichten zeige er sich als ein Staatsmann mit Phantasie und innerem Gleichgewicht, der mit Entschlußkraft Ziele verfolge, die jeder Friedliebende begrüße. Chamberlain glaube, daß autoritäre Staaten und Demokratien freundschaftlich nebeneinander leben können. Das sage auch der gesunde Menschenverstand. Die inneren Regierungsformen fremder Staaten seien kein Gegenstand für englische Kritik, noch weniger aber für Feindseligkeiten. Bei Entwicklung seiner europäischen Märkte kreuze Deutschland nicht den Weg britischer Entwicklung, die zu Gebieten führe, die weit von Europa entfernt liegen. Bei gutem Willen, Vertrauen und kluger Führung könne also eine Regelung zwischen Deutschland und England erreicht werden. Die Regierung wolle versuchen, den guten Willen der vier Mächte, der in München zutage getreten sei, zu befestigen und nach der Wiederherstellung des europäischen Friedens durch die Beseitigung von Furcht und Argwohn zu streben. Man könne aber nicht weit kommen, wenn man sich in den Kopf sehe, daß Demokratien und totalitäre Staaten in feindlichen Lagern sich gegenüberstehen müßten. Man müsse vielmehr den Gedanken haben, daß sie, wenn sie wollten, Zusammenwirken könnten für die Beseitigung bestehender Schwierigkeiten und für die Aufstellung konstruktiver Programme, die den internationalen Handelsaustausch und die internationalen Beziehungen auf mannigfaltige weise verbessern würden. „Dies ist", so schloß Chamberlain unter langanhalten- dem Beifall auf den Regierungsbänken, „was man wohl als eine Politik der Befriedung bezeichnet hat. Das ist die Politik, der die englische Regierung sich von ganzem Herzen zu widmen beabsichtigt." Die „Epoque" meldet, die von dem zuruckgettete- nen Finanzminister vertretenen Zwangsmaßnahmen seien auch von Außenminister Bonnet besonders heftig bekämpft worden; er habe erklärt, durch derartige Maßnahmen würde das Drei-Mächte-Abkom- men Gefahr laufen, aufgekündigt zu werden, was wiederum eine Lockerung der politischen Zusammenarbeit mit Großbritannien zur Folge haben würde. Ein so geschwächtes Frankreich würde aber die angestrebte loyale Zusammenarbeit mit Deutschland und Italien nicht anbahnen können. Das Blatt glaubt, Paul Reynaud ziehe bereits zwei Maßnahmen in Erwägung, nämlich die Neubewertung des Goldbestandes der Bank von Frankreich auf der Grundlage des gegenwärtigen Kurses von rund 179 Franken, was dem Schatzamt ungefähr 35 Milliarden Franken verschaffen mürbe, eine Rentenkonvertierung und - die Auflegung einer großen Anleihe mit Währungsgarantie. Frankreich gedenkt der Gefallenen. Paris, l.Noo. (Europapreß.)^Allerheiligen bestimmte am Dienstag das Gesicht Frankreichs. Tausende und aber Tausende zogen -hinaus auf die Friedhöfe, um die Gräber der Angehörigen zu schmücken. In den Vormittagsstunden erschien Ministerpräsident . D a I a ö i e r gemeinsam mit dem Kriegsmarineminicher Campinchi und dem Luftfahrtminister Guy La Chambre am Grabmal des Unbekannten Soldaten unter dem Triumphbogen, um einen Blumenstrauß niederzulegen. Kurz danach traf auch Präsident Lebrun am Triumphbogen ein. Ueberall in Frankreich wurden am Allerheiligentag die Ge'ollenengräber geschmückt. Besonders eindrucksvoll gestaltete sich die Feier auf dem Kriegerfriedhof in Versailles, wo in diesem Jahre auch zum erstenmal die Gräber der deutschen Gefallenen in die Ehrung einbezogen wurden. Im Beisein des Bürgermeisters von Versailles, des Senators Henry haye, des Präfekten, des Kommandierenden Generals, des Vorstandsmitgliedes des Comits France-Allemagne, Weiland, und des Stadtrates wurden die Gräber der französischen, der alliierten und der deutschen Gefallenen mit Blumen geschmückt. Ein Vertreter der deutschen * Botschaft legte einen Kranz mit der Hakenkreuzschleife nieder, während die Fahnen der Frontkämpferverbände sich über die Gräber senkten. Die „Ligue Internationale des Meres et des Educatrices pour la Paix" hatte jedes deutsche Grab mit Blumensträußen geschmückt, die auf weißer Schleife die Inschrift „Pax" trugen. Die Vorsitzende des Frauenverbandes, die die Ortsgruppe Paris der Arbeitsgemeinschaft der deutschen Frauen im Auslande zu dieser Ehrung eingeladen hatte, hielt an den deutschen Gräbern eine herzliche Ansprache. Die Vorsitzende der Pariser Ortsgruppe der Arbeitsgemeinschaft der deutschen Frauen im Auslande, Frau Gesandtschaftsrat Bräutigam, legte an den Gräbern der französischen Gefallmen einen Blumenstrauß nieder. Reynaud, der neue Rann. Paris, 1. Nov. (Europapreß.) Der Kabinettsrat am Dienstag hat eine große Überraschung gebracht. Finanzminister Marchandeau hat sein Amt mit dem bisherigen Justizminister Paul Reynaud getauscht. Das bedeutet, daß Marchandeau mit den von ihm vorgeschlagenen, Finanz- maßnahmen nichtdurchgedrungen ist. Marchandeau soll dem Ministerpräsidenten erklärt haben, daß er die großen Richtlinien seines Finanz- und Wirtschaftsprogramms aufrechterhalten wolle. Da- ladier habe darauf auf die Unannehmlichkeiten eines solchen Planes hingewiesen, da eine Devisenkontrolle sehr langwierig durchzuführen und nur dann von Wirkung wäre, wenn sie in den Rahmen einer Organisation zur Bekämpfung der Kapitalflucht gipfeln würde. Der neue Finanzminister Reynaud soll nicht die Absicht haben, von der bisherigen liberalen Finanzpolitik abzugehen. Er trete entschlossen für eine Erhaltung des Währungsdreierabkommens ein und fei ein Gegner jeder währungspolitischen Manipulationen. Reynaud stehe jeder Devisenkontrolle ablehnend gegenüber. Paul Reynaud wegen seiner früher geäußerten die Festigkeit, was alles würde ihm sonst noch fehlen ... Er schüttelte den Kopf. Er begann noch einmal von vorn. Entsagung? fragte er sich, und in ihm antwortete es mit einem Frösteln: Ja. Strenge? fragte er. Ja. Zähigkeit, Härte? Ja. Dann, so schoß es durch ihn hin, dann fang jetzt gleich damit an und geh an Bord! Aber darauf freue ich mich doch! war die zögernde Antwort. Wieder blieb der Junge stehen. Gut, dachte er, einerlei. Jetzt soll es eben anfangen. Als er über die Bohlen der Brücke ging, immer tiefer hinein in die winddurchflogene Finsternis, entsann er sich seines Messe'rs. Er zog es hervor. Er sah den Hellen Griff aus Birkenholz und die blanke, an der Spitze gebogene Klinge. Ein finnischer Dolch, ein Puukko, so hatte der Mann im Laden dazu gesagt. Das sollte nun sein Seemesser werden. Er würde es immer an seiner Seite haben, bei allem, was kommen mochte. Bei allem ... und plötzlich dachte er: Dunkel wie jetzt und Wind wie jetzt und See ... und oben im Mast und arbeiten sollen, vielleicht alleine ... wenn man alles noch nicht richtig kennt, denn richtig kennt man es doch erst, wenn man lange ... Und dann wirft es einen nach allen Seiten raus und schwankt und stampft, und die Füße wissen nicht wohin, und die Hände kalt, kalt, die steifen Hände im Segel, im harten Tuch, auswehend im Sturm auf und ab, donnernde Knalle des schlagenden Segels, und die Rah fällt ... und fliegt hinauf, fliegt durch die heulende Finsternis voll von Frost ... Der Junge klammerte sich an das Geländer der Brücke und hörte und sah. Er hielt sich fest und sah es und wußte, daß es das war, worauf er sich vorbereiten mußte. Er fetzte den Seesack ab. Er überlegte noch eine kurze Weile, dann schnürte er ihn auf. Er zog den neuen Isländer über den Kopf und die Schisferhose von den Beinen, packte beides rasch ein und fuhr wieder in den alten Anzug, den er in seiner Lehrjungenzeit getragen, und den Mantel, den sein Vater aus einem größeren für ihn zurechtgeschneidert hatte. Dom ersten Tage an war er sich darin verächtlich und elend vorgekommen. Jetzt nicht mehr. Er knöpfte ihn zu und steckte die geballten Hände tief in die Taschen. Neue japanische Truppenlandung in Güdchina. Schanghai, 1. Nov. (Europapreß.) Ein neuer japanischer Vorstoß in Südchina hat mit der Landung von Truppen im Hafen von Futsien begonnen, das ungefähr auf halbem Wege zwischen Schanghai und Hongkong liegt. An der Landung waren 32 japanische Kriegsschiffe beteiligt. Die Landung rief eine Panik unter der Bevölkerung hervor. Von keiner Seite wurde den japanischen Truppen Widerstand entgegengesetzt, die Japaner konnten die wichtigsten Teile des Hafenviertels in kurzer Zeit besetzen. Banken und Regierungsstellen haben geschlossen. Der gesamte Geschäftsverkehr ruht. Sofort nach dem Bekanntwerden der Nachricht vom Nahen der japanischen Flotte setzte eine regellose Flucht der Bevölkerung in das Landesinnere ein. Futsin ist der Hafen der 50 Kilometer von der Küste entfernt liegenden Hauptstadt der Provinz Fukien, Futsch au, die mit 320 000 Einwohnern das Einfallstor der Provinz Fukien bildet. Man rechnet damit, daß die japanischen Truppen Futschau in ein bis zwei Tagen erreichen werden. Futschau stellt mit seinen Verbindungen nach dem Innern längs des Flusses Minkiang den wichtigsten strategischen Punkt der Provinz Fukien dar. Außerdem befindet sich auf einer Insel bei der Stadt eins der größten chinesischen Munitionsdepots. Napoleon und der Hase. Die historisch und menschlich höchst bedeutenden Denkwürdigkeiten des Großstallmeisters Napoleons, des Generals von Caulaincourt, haben im vorigen Jahre Aufsehen erregt, als sie im Verlag von Delhagen & Klasing erschienen. Jetzt ist ein zweiter Band in Vorbereitung, und die Monatshefte bringen einige Stellen daraus in, ihrem Novemberheft. Als Napoleon nach Rußland zog, ereignete sich ein böses Omen vor dem Uebergang über die Memel. Während der Kaiser über die Felder galoppierte, sprang zwischen den Beinen seines Pferdes ein Hase auf und veranlaßte es zu einem leichten Sprung zur Seite. Der Kaiser, der sehr schlecht zu Pferde saß, fiel zu Boden, erhob sich aber schnell. Er stieg, ohne eine Wort zu sagen, wieder zu Pferde. Ich stellte, so schreibt Caulaincourt, sogleich die Betrachtung an, daß der Vorfall von böser Vorbedeutung sei, und ich war sicher, damit nicht der einzige, denn der Fürst von Neuchätel faßte mich unmittelbar darauf an der Hand Und meinte: „Wir täten besser barem, nicht über den Njemen zu gehen. Dieser Sturz ist ein schlimmes Omen!" Der Kaiser hatte in den ersten Augenblicken das tiefste Schweigen beobachtet. Seine Bettachtungen waren zweifellos nicht heiterer als die unseren. Er scherzte bann in einer gezwungenen Weise mit dem Fürsten von Neuchatel und mir über feinen Sturz, vermochte aber seine Verstimmung und seine düste- ren Gedanken nicht zu verbergen. Jedermann war innerlich mit diesem Sturz beschäftigt, und der Gesichtsausdruck der meisten Offiziere des Hauptquartiers schien deutlich zu sagen: wären wir Römer, die an Orakel glaubten, wir würden den Njemen nicht überschreiten! Der Kaiser, der sonst in Augenblicken, wo seine Truppen vor der Ausführung großer Operationen standen, so heiter, so voller Tatendrang war, zeigte sich den ganzen Tag über sehr ernst und versonnen ... in den Passatnächten, vom Arbeiten bei Sturm hoch im fliegenden, taumelnden Rigg. Er ging mit langen, raschen Schritten, so sehr trieb es ihn dahin. Er trug den Seesack über der linken Schulter, das neue Segeltuch roch gut. Er spürte das Messer am Gürtel und an den Beinen Fall und Schlag-der weiten Schifferhosen; ihr Stofs war fest und dick und weich. Der Wind wehte durch seine Haare und strich sie ihm in die Stirn, um den Wirbel herum zuckten und flatterten sie. Er spürte das alles in der Wachheit seiner bewegten Glieder und wiegte sich im Gehen zu dem großen Gesang. Diese Straße hieß Vorfetzen, dort drüben in der sausenden Dunkelheit lag der Hafen, ein Teil des Hafens; in ihm, eingedockt noch, sein Schiss. Viermastbark „Wahrhaftigkeit". Heute abend an Bord — aber noch nicht, noch nicht — und morgen früh auslaufen. Vor ein paar Stunden schrieb im Seemannsamt die Feder des Beamten auf den Deckel eines Seefahrtsbuches feinen Namen, und ein paar Seiten weiter füllte sie die leeren Stellen des Vordruckes aus: Inhaber ist angemustert als Schiffsjunge auf dem Segelschiff „Wahrhaftigkeit", Heimathafen Hamburg, und zwei Zeilen weiter: für unbestimmte Zeit. Der Bestimmungsort war unbekannt, die Order wurde unterwegs erwartet. Angemustert für unbestimmte Zeit — nun kam es nur noch auf eines an: War die Welt groß genug, und verging die Zeit nicht zu schnell? Ausgerüstet und versehen für alle Meere und Himmel und Winde ... und angenommen als Schiffsjunge. Nun erst sollte sein Leden beginnen, und er war des festen Willens, sich als zäh, schnell und hart zu erweisen und sich unter alle Entsagung und Strenge zu stellen. Entsagung, dachte er, Strenge. Er blieb stehen. Er preßte seine Zähne zusammen und machte die Lippen schmal; jedoch um den Mund herum blieb ein Mangel an Straffheit, dem er nicht beitommen konnte, so sehr er es auch versuchte. Nachdenklich und langsam ging der Junge weiter. Was er sich [eit je gewünscht hatte, das war er jetzt i geworden, ein Schiffsjunge. Seine Vorstellungen, i feine Träume, sie waren nun eins mit der Wirklich- : keit. Er aber hatte sich nicht mit ihnen verwandelt, Abwertungsideen, wegen seiner politischen Haltung in der letzten europäischen Krise, eine vielumstrittene Persönlichkeit, erklärte, wenn er früher unter ganz anderen Umständen die Abwertung des Franken für unerläßlich gehalten habe, so sei dies heute nicht mehr der Fall. Die Wiederaufrichtung der französischen Finanzen und der Wirtschaft sei kein Währungsproblem, sondern eine rein wirtschaftliche und finanzielle Frage. Der „Matin" schreibt: Seit Bildung der Regierung Daladier seien 19 Milliarden nach Frankreich zurückgekehrt. Das Problem sei ausschließlich wirtschaftlicher Natur. Man müsse mehr arbeit ten und besser erzeugen. Das Nationaleinkommen Frankreichs, das auf 220 Milliarden Franken gesunken sei,' müsse auf 350 Milliarden Franken hinaufgeschraubt werden, dann wstrde die Frage des Gleichgewichts im Staatshaushalt von selbst gelöst sein. Ohne Zweifel sei dies das Ziel Dala- diers und Paul Reynauds. Es sei aus jeden Fall nicht zweifelhaft, daß Ministerpräsident Daladier sein Programm mit Hartnäckigkeit verfolge. Es laufe: Weder Abwertung noch Devisenkontrolle, finanzielle Wiederaufrichtüng, wirtschaftliche Aufrichtung des Landes._______________________________. EinGchiffsjmige geht anBord. Von Görge Spervogel. Die Frau sagte: „Deine Fähre hat eine rote Blechflagge vorne dran. Diese Brücke runter, Kehrwiederbrücke heißt das hier, am Zollhaus vorbei, rechts, da muht du abfahren. Ach, ich sollte schon längst zu Hause sein. Aber du findest es wohl alleine." „Ja", sagte der Junge und hob mit der Schulter den Seesack an. „Was ich noch sagen wollte ... Sei immer vorsichtig. Schone deine Sachen. Wer wäscht die eigentlich?" „Ich weih nicht. Ich." Ein Zug der Hochbahn rauschte hallend oben durch die Dunkelheit. Er hielt mit einem langen, scharfen Atemstoß der Druckluftbremsey an. „Ach, daß du auf so ein altes Segelschiff gehen magst, wo es so schöne Dampfer gibt!" Der Junge schwieg. Es hatte keinen Zweck. Dies war die Schwester seiner Mutter. Sie wohnte hier in Hamburg. Die Mutter lebte nicht mehr. Sein Vater hatte ihn heute morgen an die Bahn gebracht. Er sagte beim Abschied: „Nun mußt du selbst zusehen. Auf See kann ich dir nicht mehr helfen." „Und so einfach aus der Lehre weglaufen! Die Zeit hättest du doch noch abroarten können. Nicht mal sechzehn bist du. Wer dir das erlaubt hat, der muß wissen, was er getan hat." „Vater weiß das wohl." Der Wind schauerte über sie hin. Die Fähre kam, aber der Junge stieg nicht ein. Er sah sich um: die Frau war fort, niemand au der Brücke. Er ging beiseite in das tiefe Dunkel Jetzt endlich konnte er tun, was er wollte. Er holte das neue Zeug aus dem Seesack, die Schisferhose und den dicken handgestrickten Isländer. Er zog sick eilig um und ging zurück an Land, um nun doch noch das schöne finnische Messer und die Postkarte mit dem Bild seines Schiffes zu kaufen. Vorhin hatte er es nicht gedurft. Als er das Messer bekommen hatte, ging er noch einmal die breite Straße entlang unter den Lichtern London, 1. Nov. (Europapreß.) Im Unterhaus wiederholte der Führer der Arbeiterpartei, Att- । lee, die Angriffe der Sozialisten gegen die Regie- I rung, wie sie bereits seit Wochen bekannt sind. Attlee verlangte Rechenschaft darüber, was seit München zugunsten der Tschecho-Slowakei unternommen worden sei und ersuchte um Auskunft, wie es um die Garantie stehe, die England der Tschecho- Slowakei zugesagt habe. Ministerpräsident Chamberlain antwortete, Attlee habe das Münchener Abkommen als eine große Niederlage für England und Frankreich und für die Sache des Rechtes und der Ordnung bezeichnet. Selbst wenn Attlee dies wirklich glaube, fei es bedauerlich, daß er es öffentlich aus- jpreche. „Es ist wenigstens keiner der Charakterzüge eines totalitären Staates, daß man dort das eigene Nest beschmutz t!" Starker Beifall auf den Regierungsbänken begrüßte diese Feststellung. Chamberlain fuhr fort, indem er sich gegen Churchill wandte, er verdamme nachdrücklich alle Erklärungen, die von Personen in verantwortlicher ober selbst unverantwortlicher Stellung gemacht und sogar durch Rundfunk im Ausland verbreitet würden, daß ihr eigenes Land sich in einem Zustand der Dekadenz befinde. Das Abkommen von München fe> ein Schritt, um auf dem Wege der Aussprache zwischen zwei demokratischen Mächten und zwei totalitären Staaten die vereinbarte Lösung eines Problems durchzuführen, als deren Alternative sich die Anwendung von Gewalt ergeben hätte. Man habe zwischen harten Alternativen wählen müssen. Das Münchener Abkommen sei in wenigen Stunden erreicht worden, deshalb habe man es der internationalen Kommission überlassen müssen, die Einzelheiten zu regeln. Die Frage der Garantie für die Tschecho-Slowakei könne erst aufgeklärt werden, sobald das Gesamtproblem der Volksgruppen in der Tschecho-Slowakei geregelt sei. Attlee habe erklärt, daß hinter der wirtschaftlichen Tätigkeit des Reichswirtschaftsministers finstere politische Motive lauerten. Deutschland komme die geographisch beherrschende Stellung, die es jetzt habe, durchaus zu. Da die Staaten Südost- curopas in ihrem Charakter vorwiegend landwirtschaftlich sind, sind die Handelsbeziehungen zwischen ihnen und Deutschland ganz natürlich. Sie können Deutschland mit Rohstoffen und Nahrungsmitteln im Austausch für Jndustrieerzeügnisse versorgen, für deren Lieferung Deutschland (o, gut ausgerüstet ist. Der Ministerpräsident erklärte, daß England nicht den Wunsch habe, etwas gegen Deutschlands wirtschaftliche Stellung in diesen Ländern zu unternehmen. England habe selbst dort gewisse Handelsinteressen und beabsichtige diese aufrechtzuerhalten. Ein Wirtschaftskrieg zwischen Deutschland und England sei nicht nötig. Wenn durch den Handel zwischen Deutschland und den Staaten Ost- und Südosteuropas deren wirtschaftliche Stellung sich verbessere, so würde auch der englische Handel Vorteil davon haben. Chamberlain ging dann auf die Derteidigungs- fragen ein. Die Regierung sei zu dem Schluß gekommen, daß die ganze Frage des Luftschutzes jo gewaltigen Umfang angenommen habe, daß sie nicht länger dem Innenministerium überlassen bleiben könne. Deshalb habe er Sir John Ander- j o n mit dieser Aufgabe betraut. Dieser werde das Amt des Lordsiegelbewahrers innehaben, aber er werde in der Tat als Minister für zivile Verteidigung für den Luftschutz verantwortlich sein. Er werde gleichfalls in Meinungsaustausch mit den zuständigen Regierungsämtern über einen freiwilligen Nationaldienst treten. Chamberlain wiederholte die Versicherung, daß die Regierung nicht die Absicht habe, in irgendeiner Form einen Dien st zwang einzuführen. Sie sei überzeugt, daß die Bedürfnisse der zivilen Verteidigung durch Freiwillige zu befriedigen seien, vorausgesetzt, daß eine geeignete Organisation geschaffen werde. Die Schaffung eines Munitions - oder Beschaffungsministeriums sei von der Regierung erneut geprüft worden. Es würde keinen Zweck haben, die Vollmachten des Ministers für die Zusammenarbeit der Wehrministekien einem neuen Ministerium zu übertragen, wenn man diesem nicht zusätzliche Vollmachten zu geben bereit sei. Man würde sogar Gefahr laufen, die Erzeugung von Kriegsmaterial zu verlangsamen, anftatt sie zu beschleunigen. Oie Westbefestigungen. Berlin, 1 November. (DNB.) Generalmajor Speich, der Inspekteur der Westbefestiaungen, schreibt in der vom Oberkommando der Wehrmacht herausgegebenen Zeitschrift „Die Wehrmacht": Zum Verständnis der Linienführung unserer weit an die Reichsgrenze vorgeschobenen Westbefestigungen müssen wir uns vor Augen halten, daß sich, verglichen mit dem Vorkriegsanschauungen, in allen Militärstaaten aus Grund der Erfahrungen des Weltkrieges ein vollkommener Wandel vollzogen hat. Verfolgen mir nun auf der Karte von Norden nach Süden, welche Gebiete unsere neuen Befestigungen an der Westgrenze berühren. Zunächst erstrecken sie sich gegenüberb er ho l- ländischen Grenze in der Ebene des Niederrheins die teilweise bewaldet und von zahlreichen Bächen durchzogen wird. Allmählich geht bann bas Gclänbe in flach gewelltes Hügelland über. Von ber Gegenb Aachen ab zeichnen sich immer bestimmter Höhen und Höhenzüge ab. Wald wechselt mit offenem Gelände. Die Befestigungen benutzen bann bie waldreiche Schnee-Eifel. Weiter nach Süden ziehen sie sich entlang den steil abfallenden Tälern der Our und Sauer, dicht an der luxemburgischen Grenze beginnend. Das Festungskampffeld überschreitet nun die breite Niederung der Mosel und umfaßt dann besonders das Gebiet beiderseits der vielfach schroff abfallenden Saarhöhen und das Bergland des Osburger und Schwarzwälder Hochwal d e s Im weiteren gibt das Höhengelände beiderseits der Saar den Befestigungen günstigste Möglichkeiten. Ostwärts Saarbrückens bis zum Pfälzer Wald krönen unsere in großer Tiefe angeordneten Kampfanlagen weitbeherrschende Höhen. Ferner bieten tief eingeschnittene Bachtäler günstige Verteidigungsabschnitte. Dann aber ziehen sich die Befestigungen durch den ausgedehnten Pfälzer Wald, der eine Fortsetzung der französischen Nord-Vogesen ist. Mit seinen vielfach schroff abfallenden Höhen und seiner urwaldmäßigen Be- wachsung bildet dieses Waldgebirge eine natürliche Festung stärkster Prägung, dem AestungSbauer überraschende Möglichkeiten gebend. Die ostwärtigen Ausläufer des Pfälzer Waldes gehen nun allmählich in die Rheinniederung über. Hier finden wir den im deutsch-französischen Kriege 1870/71 bekanntgewordenen Bienwald. Damit erreichen wir das Gebiet der Oberrheinbefestigungen. Dieses erstreckt sich bis zur neutralen Schweiz. Es wird beherrscht von dem Rheinstrom, ber in etwa 250 bis 300 Meter Breite zwischen ben deutschen und französischen Befestigungen entlang fließt und, in diesem Ausmaß eine wohl kaum wiederkehrende Merkwürdigkeit, beiden Seiten als starkes Hindernis dient. Die Rheinebene selbst bietet der Befestigung und damit der Verteidigung mit ihren schwer überschreitbaren Altwässern, ihren Bach- und Schilfabschnit- tcn, ihren Waldstücken und Wäldern, ihren zahlreichen Ortschaften vielfache Anklammerungspunkte und »Unten. In der südlichen Hälfte der Rheinebene erhebt-sich festungsartig der K a i s e r st u h l. Verlieft wird das Festungskampffeld im Oberrheinab- schnitt durch den Schwarzwald. Seine bis nach Osten immer stärker überhöhenden, vielfach dicht bewaldeten Bergzüge geben den Befestigungen eine natürliche Stärke. Ein Feind, der glaubt, überraschend die deutsche Reichsgrenze, vielleicht mit schnell beweglichen Kräften und Kampfwagen überschreiten zu können, wird selbst sehr bald aufs unangenehm sie überrascht werden. Tief gegliederte und verteidigte Sperren aller Art werden sein Dorwärtskommen in jeder Hinsicht aufhalten und ihm blutige Verluste beibringen. Frühzeitig wird der Angreifer unter dem Feuer zahlreicher, wohl geschützter Batterien liegen. Die weittragende deutsche Fernartillerie wird, unterstützt durch die mächtige deutsche Luftwaffe, planmäßig alle roid :qen militärischen Objekte eines feindlichen Hinterlandes zerstören. Ist es dem Angreifer vielleicht gelungen, sich ten deutschen Befestigungen zu nähern, so befindet er sich einem unsichtbaren Verteidiger gegenüber, der ihm, geschützt durch Panzer und Beton, geschützt gegen Kampfwagen und Gas, unter stärksten Hindernissen verschiedenster Art blutige Verluste beibringt. Hierbei wirken die leichten und schweren Waffen der deutschen Infanterie in frontalem und flankierendem Feuer zusammen mit den Batterien aller Kaliber. Demgegenüber zersplittern die zahlreich und vielfach kleinen Kampfbauten der Befestigungen, die weit verstreut nach Breite und Tiefe ange- ordnet sind, das feindliche Punkt- und Massen- feuer. v , Die gewaltige Zahl von Panzer- und Betonanlagen ist verbunden durch ein bombensicher verlegtes Kabelnetz, das von anderen Nachrichtenmitteln überlagert wird. Das Kabelnetz hat eine Länge von vielen Tausend Kilometer. In sinnvoller Weise erfolgt die Bevorratung der Befestigungen und der Nachschub mit Munition aller Art und mit Lebensmitteln. Großzügige Einrichtungen für bie Wasserversorgung stellen ben Bedarf sicher. Der Leiter der Pressegruppe im Oberkommando der Wehrmacht, Major von Wedel, schreibt zum gleichen Thema: Trotz aller Drohungen der Westmächte hat Adolf Hitler schon im April 1936 den Befehl erteilt, die notwendigen Vorbereitungen zur Befestigung der deutschen West^renze zu treffen. Tatsächlich wurden bereits im Jahre 1936 an den wichtigsten Stellen die er st en 118 betonierten Kampfanlagen und Hindernisse fertiggestellt. Ende 1936 fiel dann die Entscheidung zum Bau der durchlaufenden Befesti- g u n g zwischen Mosel und Rhein und am Oberrhein. Im Jahre 1937 wurden bereits über 500 betonierte Kampfanlagen fertiggestellt. Das vom Oberbefehlshaber der Wehrmacht genehmigte Baupro- aramm für 1938 sah jedoch ein Vielfaches dieser bisherigen Bauten vor. Das Programm lief planmäßig an. Die technischen Vorarbeiten waren zum Teil fertig, als im Mai 1938 die Hebe Krise den Führer vor die Notwendigkeit stellte, die sudetendeutsche Frage in kurzer Zeit endgültig zu lösen. Die Erkenntnis, daß ein Eingreifen der Westmächte gegen Deutschland möglich sei, veranlaßte den Führer, die deutschen Westbefestigungen i n kürzester F r i st und in einem Umfange fertig- zustellen, der die absolute Sicherheit gegen ein Ein- brmgen jeglichen Feindes in Deutschland gewährleiste. Der Führer setzte den Bauinspektor für das deutsche Slraßenwesen. Dr. Todt, mit seiner ganzen Organisation ein. Darüber hinaus wurde der Reichsarbeitsdienst mit etwa 100 000 Mann eingesetzt, um in erster Linie Hindernisse zu bauen, während etwa 85 000 Arbeiter der militärischen Festungsbaubehörden auch weiterhin die schon im Bau befindlichen Werke, in erster Linie größere Panzerwerke, fertigzustellen hatten. Zusätzli'-- wurden außerdem noch stärkere Verbände des Heeres, Infanteriedivisionen und besonders Pionierbataillone eingesetzt, um feldmäßige A n - lagen und weitere Hindernisse fertigzustellen. Verbände der Luftwaffe bauten eine Luftverteidigungszone aus, die in e rfter Linie als Zone für die gesicherte Aufstellung von Flakartillerie bestimmt ist. Alles in allem wird durch diesen wirklich gigantischen Einsatz von Willens- und Arbeitskraft das Riesenwerk der deutschen Westbefestigungen noch vor Einbruch des Winters vollkommen fertia fein. Oer Wechsel im Generalstab. Der bisherige Ehef des Generalstabes des Heeres, Generaloberst Beck, entstammt einer alten Darmstädter Soldatenfamilie. Er wurde 1880 in Bibrich geboren, trat 1898 in das Feldartillerie- % \ W / - m; Regiment in Straßburg im Elsaß ein und wurde nach Besuch der Kriegsakademie 1913 Hauptmann im Großen Generalstab. Im Kriege war er beim Stab des 4. Reservekorps, der 117. und 13. Division und der Heeresgruppe Kronprinz. Nach dem Kriege war er zunächst im Generalstab des 14. Armeekorps und im Reichswehrministerium, dann Abteilungskommandeur im 6. Artillerie-Regiment und im Generalstab der 4. Division in Dresden, dessen Chef er 1927 wurde. 1929 wurde er Kommandeur des 5. Artillerie-Regiments in Fulda. 1931 kam er als Generalmajor zum Stabe des Gruppenkommandos I, wurde 1932 Artillerieführer IV, dann als Generalleutnant Kommandeur der 1. Kavallerie-Division. Am 1. Oktober 1933 roitrbd er Chef des Truppenamtes und am gleichen Tage 1935 unter Beförderung zum General der Artillerie Chef des Ge- neralftabes. Sein Nachfolger, General der Artillerie Halder, ist aus der früheren bayerischen Armee hervorgegangen. Er wurde 1884 geboren und 1904 Leutnant im bayrischen 3. Artillerie-Regt. in München. Im Kriege war er im bayrischen Generalstab zuletzt beim Oberkommando der Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht. Nach dem Kriege stand er im Generalstab der 7. (bayrischen) Division, wurde 1923 Major und 1929 Oberstleutnant. Er war in der Heeresausbildungsabteilung des Reichswehrministeriums, dann als Oberst Chef des Stabes der 6. Division. als Generalmajor Artillerie-Führer VII und als Generalleutnant Kommandeur der 7. Division. Am 12. Februar 1938 wurde er als Oberquartiermeister I im Generalstab des Heeres zum General der Artillerie befördert. Oer Reichsberusswettkamps 1939. Or. Ley über Wege zu weiterer Leistungssteigerung der deutschen Wirtschaft Berlin, 1. Noo. (DNB.) Der Reichsausschuß für den Berufs-wettkarnpf aller schaffenden Deutschen trat fteute in Anwesenheit des Reichsorganisationsleiters der NSDAP, und des Reichsjugendführers zusammen. Obergebietsführer A x m a n n stellte fest, daß 43 v. H. aller Reichssieger an der Berufserziehung der DAF. teilnah-men, und daß auch viele Erwachsene, die zeitweise ihren Beruf aufgeb-en mußten, dennoch sehr gut abgeschnitten haben, ein Beweis, welche Kräfte im deutschen Volke lange Zeit brach liegen mußten. 18 v. H. waren über ein Jahr arbeitslos, 48 o. H. besaßen zu ihrer beruflichen Fortbildung keine eigenen Mittel und 38 o. H. der Reichssieger bei den Erwachsenen sind Führer nationalsozialistischer Formationen. 'Gerade aussen wirtschaftlich am schlechtesten gestellten Kreisen kommen die leistungsfähigsten Männer und Frauen. Der Jugendführer des Deutschen Reiches verwies vor allem darauf, das die berufliche Leistungsüberlegenheit der Hitler-Jugend gegenüber der Nichtorganisierten Jugend ebenso einwandfrei feststehe, wie ' die Richtigkeit und Zweckmäßigkeit des im Reichsberufswettkampf angewandten Äuslesesystems. Es solle nie wieder eine reaktionäre Schranke den Aufstieg der Jugend hemmen können. Er zollte zwei mehrfachen Reichssiegern, Ludwig Rothenbücher und Walter P a s e k a , öffentliche Anerkennung dafür, daß sie in vorbildlicher Weise ihre Arbeit in der Partei und der Hitler-Jugend mit der beruflichen Fortbildung vereinigt haben. Der Reichsberufswettkampf sei das lebendige Denkmal der schöpferischen Kraft, der Treue zum Führer, der Pflichterfüllung und der Tüchtigkeit unseres deutschen Volkes. Reichsorgariisationsleiier Or. Ley betonte, daß im Interesse der Gesamtheit unseres Volkes die Leistung auch über das heute schon vorhandene Maß hinaus noch erheblich gesteigert werden müsse. Es müsse unser Ziel sein, daß jeder Mensch zu einem Meister in seinem Beruf wird und daß die 80 Millionen Deutschen in ihrer Gesamtheit eine Höchstleistung in der Welt vollbringen. Zum Lernen sei niemand zu alt. Die althergebrachte Lehrzeit von vier Jahren sei unter den heutigen Umständen nicht mehr vertretbar. Es könne schon das achte Schuljahr benutzt werden, um diese Lehrzeit anlaufen zu lassen, und es müsse gelingen, im Verein mit dem Handwerk in Angliederung an die Volksschulen Anlern st ätten für Lehrlinge aufzubauen. Es sei anzunehmen, daß man auch mit einer dem Schulbesuch sich anschließenden zweijährigen Lehrzeit zu dem gleichen Ergebnis komme. Die Lehrzeit müsse für den Lehrling foftenfrei fein, die Ausgaben dafür müßten von der Allgemeinheit und vom Staat getragen werden. Außerdem müsse die Hitler-Jugend in die Lage versetzt werden, L e h r h e i m e zur Betreung der Jugend zu schaffen. Es müsse verlangt werden, daß alle deutschen Menschen irgendwie eine z u.s ä tz l i ch e B e r u f s - er ziehung im Interesse einer Steigerung der Leistung der Gesamtheit bekämen. Zur Frage der Umschulung erklärte Dr. Ley, daß es zunächst möglich sein werde, IV» Millionen Menschen an den Arbeitsplatz zu stellen, der ihnen mehr Freude an der Arbeit gibt und damit auch ihre Leistung steigert. Die durchgehende achtstündige Arbeitszeit, die seinerzeit die Vereinigten Staaten durchgesetzt hatten, sei kein Segen für die Menschen Eine Mittagspause sei im Interesse der Gesundheit unumgänglich erforderlich, selbst auf die Gefahr hin, daß dann für die Freizeit an Wochentagen weniger Stunden übrig blieben. Dafür solle eih freier Samstagnachmittag ein erholsames Wochenende garantieren. Vernünftige R a - tionalisierungsmethoden würden, obwohl heute schon die Wirtschaft auf vollen Touren laufe, eine gewaltige Produktionssteigerung ermöglichen. Vehebung des Facharbeitermangels. Eine Anordnung des Reichswirtschaftsministers. Berlin, 1. Nov. (DNB.) Die der deutschen Wirtschaft durch den Vierjahresplan gestellten Aufgaben zwingen zu außerordentlichen Maßnahmen, um die nötige Zahl von Fachkräften sicherzustellen. Dis bisherigen Maßnahmen zur verstärkten Ausbildung Jugendlicher in Handel und Gewerbe wirken sich im Augenblick wegen der bestehenden drei- bis vierjährigen Lehrzeiten noch nicht aus. Eine frühere Auswirkung dieser Maß- nahmed läßt sich nur ermöglichen durch eine außerordentliche Verschärfung des Ausbildungsganges unter Zurückstellung aller Anforderungen an die Jugendlichen und an die mit ihrer Ausbildung betrauten Personen, die nicht unmittelbar der Erreichung de s Ausbildungszieles dienen. Es ist weiter dringend erforderlich, daß alle Arbeitskräfte nur a u f dem ihr er Ausbildung entjpre- chenden Arbeitsplatz beschäftigt werden. Auf Anweisung des Beauftragten für den Vierjahresplan, Ministerpräsident Generalfeldmarschall Göring, sind auf jede mögliche Weise Facharbeiter beschleunigt heranzubilden. Aus diesem Grunde ordnet der Reichswirtschaftsminister an: 1. Alle mit der Berufsausbildung in der Organisation der gewerblichen Wirtschaft beauftragten Stellen haben sofort Sondermaßnahmen zu ergreifen, um Lehrlinge des dritten und vierten Lehrjahres beschleunigt auf einen Ausbildunasgang zu bringen, der sie zur Ablegung der Lehrabschlußprüfung zu folgenden Terminen befähigt: a) Januar bis Februar 1939 diejenigen, die nor- malerweise Ostern 1939 ihre Lehrzeit beenden: b) März bis April 1939 diejenigen, die normalerweise im Herbst 1939 ihre Lehrzeit beenden, dazu ein Teil derjenigen, die Ostern 1940 ihre normale Lehrzeit beenden: c) September bis Oktober 1939 der Nest derjenigen, die- bis Ostern 1940 ihre Lehrzeit beenden. 2. Die Betriebe, namentlich Großbetriebe, beschäftigten vielfach noch Facharbeiter an solchen Stellen der Produktion, die S p e z i a l a r b e i t sind und ohne Leistungsminderung von Spezialarbeitern wieder eingenommen werden können. Die Spezialarbeiterstellen sind nur1 mit Spezialarbeitern zu besetzen und die dadurch frei werdenden Facharbeiter (Gesellen und Gehilfen) für ihr eigentliches Arbeitsgebiet freizustellen. Es ist auch erwünscht, daß die Spezialarbeiter, die nach den Ausbildungsrichtlini^n eine ein- bis zweijährige Ausbildung durchzumachen haben, in einer früheren Zeit zum Abschluß dieser Ausbildung gebracht werden können. Es sind ferner Maßnahmen zu treffen, daß ab 1. April 1939 keine Lehrverhältnisse über eine mehr als dreijährige Dauer begründet werden. Nur wenn sich das Lehrziel auch bei guter Ausbildung in drei Jahren nicht erreichen läßt, kann für einzelne Berufe einer Verlängerung von drei bis sechs Monaten zugestimmt werden. * Der Beauftragte für den Vierjahresplan hat den Leiter der Geschäftsgruppe Ernährung, Staatssekretär Backe, beauftragt, das Programm für den Bau von Getreidelagerraum unter Einschaltung der Reichsstelle.für Wirtschaftsausbau als besonders vordringliche Arbeit in den nächsten Monaten durchzuführen. ........................................................................................... un'd auch Probehefte der Zeitschrift „Au. der Natur“ Hugo Bermühler Verlag Berlin-Lichterfelde Volkstümliche Naturwissenschaft m reichbebilderten, .efchtverständlich geschriebenen Werken und m verschiedenen Preislagen bieten unsere Verla^- erzeugmsse. 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IIULUI eil. -O'1 IU LU UL U c I l IV ULUU C L . «k- । das Ausgehoerbot übertreten hatten. - Bei einer Bombe die große Verheerungen annchtete Zu Wohnunasdurchsuchuna wurden vier Bomben ge- einem lebhaften Feuergefecht kam es m der Naye funden und die Wohnungsinhaber festgenommen, des Dorfes-Migdal Sadek m Sudpalastma zwischen Arabische Freiheitskämpfer setzten bei Kalunya Truppen. Polizei und Freischärlern Heber die Ver- . ! . ’ ’ . _ „ . — . IV.aUa»- Fni«A 5TT>n\hitnnar» nnr luste liegen bisher noch keine Meldungen vor. unweit Jerusalems eine jüdische Lederwaren wurde voll- Aus aller Welt Städt. Betriebe Gießen der kraftvolle Telefon 2058 Gartenstraße 3 7026 A Mietgesuche Rosiefsky, Bonn. ■onV [Stellengesuche! । | Fraulein (P-telsaiisschhßlben kommt durch die Welt II eizkraft kommt von selbst auf Feinkrümelig und säurefrei sparsam und bequem anwendbar KlerneÄnzeigerr nn Giestener Anzeiger werden von lomenhen 6eachtet mu> aeteiea. Triumph- Motorrad 350 ccm, 10000 km, zu verkauf. 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In einer Wilhelm-Raabe-Feier, die von der Stadt Braunschweig gemeinsam mit der Raabe-Stiftung (München) und der Volksbildungsstätte Braunschweig veranstaltet wurde, ist der „D 0 l k s p r e i s für deutsche Dichtung 1938 (Raabe-Preis)" durch den Vorsitzenden der Raabe-Stiftung, Dr. Th. A b i tz - S ch u l tz e (München) an den ostpreußischen Dichter Otfried Grafen von Finck en - st e i n für seinen Roman „Die Mutter" verliehen worden. Dem Preisträger wurde gleichzeitig der „Dichterpreis der Stadt Braunschweig" durch Oberbürgermeister Dr. Hesse verliehen. Vorher legte der Vorsitzende der Raabe-Stiftung an bent Denkmal Wilhelm Raabes einen Kranz nieder. aber die Eisenbahnwerkstätten in Haifa sind geschlossen. In Jaffa wurden 70 Araber verhaftet, die Aufnahme für das VVintee, halbjahr in die 1-n. ^jährigen Klassen Beginn 19 Oktober 1938 Anmeldungen u. Auskunft n Gießenx Goethestr. 32, iederze-t. Rui 2486 S8s7A Wetterbericht Der vom Nordmeer vorgestoßene Wer mitmachen will, verlange die Druckschrift „Deutsche Heilpflan. Zen. die jeder kennen muß'1 mit den genauen Bedingungen des Preisausschreibens kostenlos von der Deutschen Drogistenschaft. Berlin W 35. Magdeburger Platz 1. oder unverbindlich und ohne jeden Kaufzwang in einer Fachdrogerie mit dem Mörserzeichen Sch. it öhl. Zimmer mit fließendem Wasser u. Zentralheizung für. sofort gesucht. Schr. Ang. unter 04956 a.d.G.A. Kleine politische Nachrichten. Wie die Nationalsozialistische Parteikorrespondenz erfährt, wird der Stellvertreter des Führers a m ko menenden Samstag in der neuen Gau- hauprstadt R e i ch e n b e r g die vom Führer angeordnete Ueberführung der SDP. in die NSDAP, vornehmen. Der Kommandierende Admiral der Marinestation der Nordsee, Admiral B o e h m, übernimmt mit dem diesjährigen Herbststellungswechsel am 1. November die Dienstgeschäfte des Flottenchefs. Admiral Carls, der das Kommando des Kommandierenden Admirals der Marinestation d^r Ostsee als Nachfolger von Admiral Albrecht übernimmt, verabschiedete sich am Montag auf dem Flottenslaggschiff „Admiral Graf Spee" von den Offizieren und Mannschaften der Flotte. Kronprinz Umberto von Italien, der sich aus einem privaten Anlaß mehrere Tage in München aufhielt, besichtigte in Begleitung des Prinzen Philipp von Hessen den Führerbau und trat dann die Rückreise nach Rom an. Der südafrikanische Verteidigungsminister P i r o w ist in London eingetroffen, um seine in Lissabon begonnenen Besprechungen über Fragen der Verteidigung und der Kolonialpolitik in London fortzusetzen. * Im Alter von 72 Jahren starb in Charnay (Rhone) General' D e g o u t t e, der in der Nachkriegszeit als Befehlshaber der französischen Besatzungstruppen im Rheinland bekannt geworden ist. Abordnung des arabischen Weltkongresses in London. London, 1. Nov. (DNB.) In London traf eine vierköpfige .Abordnung des arabi-fchen Weltkongresses in Kairo unter der Führung von Alloubi Pascha, eines früheren ägyptischen Ministers, ein. Der Preß Association erklärte Alloubi Pascha, sie seien nach London gekommen, um folgende Forderungen zu übermitteln: die sofortige E i n st e l l u n g der j ü d i s ch e n E i n- wanderung nachPalästi na , die Einrichtung einer verfassungsmäßigen Nationalregierung in Palästina mit vollen Garantien für die Minderheiten und ein Bündnisvertrag mit England, wonach ipso facto dem britischen Mandat in Palästina ein Ende gesetzt werde. Die arabische Abordnung wurde am Babnhof von Vertretern der ägyptischen Botschaft in London, dem irakischen Gesandten und dem Gesandten von Saudi-Arabien empfangen. Palästina im Zeichen des Derkehrsstreiks. Jerusalem, 1. Nov. (Europapreß.) Der am Dienstag begonnene Verkehrsstreik hat eine weiter anwachsende Spannung in ganz Palästina hervor- gerufen. Sämtliche arabischen Verkehrsmittel zwischen den Städten sind st i l l g e l e g t worden. Die Leitung der arabischen Freischärler soll alle Araber mit Todes st rafe bedroht haben, die gegen die Streikparole verstoßen. Die Araber haben als Zeichen des Protestes die Läden im ganzen Lande geschlossen. Die Anweisungen der national- arabischen Befehlsstellen werden von der arabischen Bevölkerung peinlich beachtet. 400 Arbeiter der Jrak-Petroleum-Company in Haifa erschienen nicht zur Arbeit. Dagegen verrichten die Hafenarbeiter ihren Dienst in normaler Weise. Der Eisenbahnverkehr wird notdürftig aufrechterhalten, „Glaube und Schönheit". Der Reichsiugendführer zur Werbewoche des BOM-Werkes. 23 Jahre alt, sucht Stelle zur Führung eines klein. Haushalts zum 1.Dezember m Gießen. Sehr. Angeb. u. 04957 an d. Gieß. Anz. NaturHumusdünger -------------- - Verkaufslager: Biohumwerk und Gaswerk sowie durch alle örtlichen VerteilungssteUen. 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Alle diese verschiedenen Arbeitsgebiete sind jedoch von dem großen Gedanken beherrscht, an den Mädeln jenen Teil von Erziehungsarbeit zu verwirklichen, die die Bewegung und ihre Gliederungen täglich im ganzen Volk erfüllen. Deshalb leistet das BDM.-Werk wahrhaft nationalsozialistische Erziehungsarbeit, indem es bereits in den entscheidenden Jahren der Entwicklung in den Herzen der Mädel nationalsozialistische Tugenden verankert, sie durch Förderung ihrer beruflichen Fähigkeiten weiterbringt und durch die Unterstützung ihrer Begabungen überdurchschnittliche Leistungen fördert, um durch sie die Gemeinschaft zu ertüchtigen. „Jede kann auf ihre eigene Weise in unseren Arbeitsgemeinschaften mitwirken", sagt der Reichs- jugendführer in seinem Aufruf. Die Tatsache, daß durch die Vielzahl der Themenstellungen der A r - beitsgemeinschaften des BDM.-Werkes jedes Mädel auf feine Weife freudig schaffen und Mitarbeiten kann, kommt dieser Erziehungsform der werdenden jungen Persönlichkeit helfend entgegen. Und durch die Tatsache, daß sich die Arbeit des Mädels nach seinen eigenen Wünschen in Arbeitsgemeinschaften vollzieht, nützt jede Arbeitsstunde und jedes erreichte Teilziel der Gemeinschaft, der die ganze Jugend dient. Wann und wo die Mädel zusammenkommen, immer steht vor ihnen das Gesicht des Führers, dem sie mit ihrer besten Kraft bei seinem Wert helfen wollen. Sturmwirbel verlagert sich nur langsam vorwärts. Der Durchzug einer mit ihm in Verbindung stehenden Störungsfront brachte unserm Gebiet, hauptsächlich in der Nacht zum Mittwoch, verbreitete Regenfälle. Apr Südrande des Wirbels kann auch für unser Gebiet wieder mit Fortdauer unbeständigen, aber nicht, durchweg unfreundlichen Wetters gerechnet werden. Vorhersage für Donnerstag: Stellenweise Frühnebel, sonst veränderlich mit zeitweiliger Aufheiterung und nur vereinzelten Niederschlägen. Tagestemperaturen 5 bis 10 Grad. Winde um West. Lufttemperaturen am 1. November: mittags 6,6 Grad Celsius, abends 7,1 Grad; am 2. November: morgens 7 Grad. Maximum 7,2 Grad, Minimum heute nacht 5,5 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm • Tiefe am 1. November: abends 6,8 Grad; am 2. November: morgens 6,9 Grad. — Sonnenscheindauer Berlin, 31. Okt. (DNB.) Am Samstag begann eine Werbewoche für das BDM. - Werk „Glaube und Schönheit". Die Arbeit des BDM.-Werkes, die bereits in allen Orten und Städten des Großdeutschen Reiches seit einem Hal- ben Jahr eingesetzt hat, ruft nun all die hunderttausend Mädel in ihren Kreis. Zu dieser Werbewoche erläßt Reichsjugendführer v. S ch i r a ch folgenden Aufruf: Das BDM.-Werk „Glaube und Schönheit wendet sich an alle deutschen Mädel zwischen 17 und 21 Jahren, die bereit sind, mit uns zusammen neue Wege der Gemeinschaftserziehung zu gehen. Ziel unserer Arbeit ist die körperlich vollendet durchgebildete jugendliche Trägerin des national sozialistischen Glaubens. Jede von euch ist uns als Kameradin willkommen, jede kann auf ihre eigene Weise in unserer Arbeitsgemeinschaft mitwirken, um in einer großen Bewegung schöner, stolzer und' tapferer Mädel dem Führer zu dienen, dem unser aller Herzen gehören. In einer seiner ersten Reden zum BDM.-Werk gab der Reichsjugendführer das Ziel für die Arbeit, als er sagte, die Mädel zwischen 17 und 21 Jahren müßten zu „g e m e i n s ch a f t s gebundenen Persönlichkeiten" erzogen werden. Es ist das gleiche Ziel, das er in seinem heute veröffentlichten Ausruf anweist: die Mädel zu körperlich vollendet durchaebildeten jugendlichen Trägerinnen des nationalsozialistischen Glaubens zu erziehen. Dieser Satz ist zugleich eine kurze und prägnante Deutung der Symbole des BDM.- Werkes „Glaube und Schönhei t". Das BDM.-Werk bietet in feiner Einrichtung der Arbeitsgemeinschaften allen Mädeln zwischen 17 und 21 Jahren die Möglichkeit, neue Wege der Gemeinschaftserziehung zu gehen. Die Richtung dieses Weges ist durch eine Summe von Erfahrungen, die die seit Jahren bewährte Erziehung im BDM. er- | Verschiedenes) nm. 15 000 auf erttstellige Hypotheken) zu verlechen. 7022° Näheres durch Adolf Schmidt, Licher Straße 5 Immobilien und Hypotheken. Fräulein, 36 Jahre, gelernte Krankenpfleger., wünscht einen Herrn in guter Position zwecks heirat kennen zu lernen. Witwer m. Kind nicht ausgeschl. Schr.Angeb.unt. 70190 a.d.G.A. Vogtsche Piivat-Handelsschule Gießen, Goe1he$tr,32 Zur Herbstdüngung: für Obstbäume und Beerensträucher Gemüse — Wiesen — Blumen frühere und größere Ernten bei gleichzeitiger Boden Verbesserung Ein berühmter Chopin-Spieler gestorben. In Warschau starb im Alter von 87 Jahren der Nestor der polnischen Pianisten und bekannte Musikpädagoge Alexander Michalowski, der auf ein fast 70jähriges Musikschaffen zurückblicken konnte. Michalowskii war Professor an der Musikhochschule und Chopinakademie in Warschau; er wird als der beste Chopininterpret der Welt bezeichnet. Er studierte in Leipzig und Berlin und kam 1878 als damals noch völlig unbekannter Pianist nach Weimar, wo Liszt ihn ziemlich zurückhaltend empfing. Als bei dem Vortrag eines Cho- pinschen Konzertstückes eine Schülerin Liszts vollkommen versagte, war der junge Michalowski sofort bereit, den Meister, der das Stück noch einmal spielen wollte, zu begleiten. Schon nach den ersten Takten überließ Liszt dem jungen Polen den Hauptpart und übernahm selbst die Begleitung. Zum Schluß ries er begeistert, an das Auditorium ge- LNttavbettev auch nebenberuflich tätig, für den Platz Gießen und andere £rte der Umgebung als Vevtvetev einer alten Lebensversicherungs- Gesellschaft ges. Gut beleumundete Herren oder Damen, die über gute Beziehungen verfügen, wollen nm melden unt. 69610 and.Greß. Anz. In dem Pariser Vorort *(Zlessis-Robinson ist ein Bombenflugzeug des Typs Bloch 140 infolge Motorschwierigkeiten in eine Straße gestürzt. Von der vierköpfigen Besatzung wurden zwei Personen verletzt, während die beiden anderen Insassen mit dem Schrecken davonkamcn. Weitere Personen kamen nicht zu Schaden. Das Flugzeug flog in vier bis fünf Meter Höhe, und man hatte den Eindruck, daß es auf der Straße landen wollte. Es blieb dann mit einem Flügel an einem Haus hängen, flog noch etwa fünfzig Meter weiter, riß den Balkon eines Hauses vollkommen ab und stieß gegen das dritte Stockwerk eines anderen Hauses. Das Flugzeug überschlug sich und kommen zerstört. &0J0 f-fr hält viele Jahre! Gerade beim Braten muß das Geschirr besonders viel aushalten. Dieses Stahlgeschirr ist wirklich unverwüstlich im Gebrauch. Lassen Sie sich die Pfannen, Bräter und auch Töpfe davon mal zeigen bei fflälJ.B.Häuser j-B Gießen, Oswaldsgarten xH/' (Parkplatz) Fernruf Nr. 2145-2148 Polizeiskcmdal tn USÄ. Ein neuer Polizei skandal, der diesmal diö Polizeiverwaltung von Brooklyn schwer belastet, beschäftigt ganz Neuyork. Bereits seit einiger Zeit waren zahlreiche bekanntgewordene Fälle von Unregelmäßigkeiten und Korruptionen in Brooklyner Polizeirevieren untersucht worden. Als nun der Neuyorker Polizeipräsident Valentine und andere hohe Polizeibeamte überraschend dem Revier einen Besuch abstatteten, stellte sich heraus, daß ein großer Teil der Polizeiakten, darunter Protokollaufnahmen vvn 7200 Gefangenen, verschwunden waren. Der Gouverneur des Staates Neuyork ordnete sofort eine eingehende gerichtliche Untersuchung an und fetzte zu diesem Zweck einen neuen Staatsanwalt ein, da die Brooklyner Staatsanwaltschaft ebenfalls durch und durch korrupt fern soll. Zwei rumänische Militärflugzeuge abgeftürzt. Ueber einer Bukarester Vorstadt kam ein Militärflugzeug zum 21 b ft u r 5 und fiel auf ein unbewohntes Haus, das einstürzte. Der Flugzeugführer erlitt.schwere Verletzungen. — Aus Galatz wird gemeldet, daß bei den dortigen Manövern ein Militärflugzeug mit drei Insassen abstürzte. Alle drei, der Pilot und zwei Mechaniker, fanden den Tod. Französischer Bomber in einer Pariser Straße abgeftürzt. 0,2 Stunden._______________ Hauptschriftleiter 0r. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blum- schein. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigenTeil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der An- zeigen: Theodor Kümmel. D. A. IX. 38: 9143, Druck und Verlag: Brühlsche Universitätsdruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM.- 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Jllu- ftrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vom 1. September 1937 gültig Stellenangebote| Tüchtige Verireterinnen für neuartigen Gemulvs-Mikei gesucht bei gut. Verdienst und wöchtl. Svesen- zuschuß. Bei Eignung Jestanstell. Schriftliche Angebote u. 04960 an den Gießener Anzeiger erbet. 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Außerdem sei auch nicht derEntstehung des V^ersicherunasfalles nicht viel- sofort der Geschäftsführer in Kenn- nis gesetzt wor- leickt ein Verschulden des Radmhrers selbst mitqe- den. der sich dann mit bemüht hatte, bie betreffen^ mirtt hat. chatte der Kläger sich vorschriftsmäßig, den Gäste ausfindig zu machen. Las Arbeitsgericht NSG. Der Gauobmann der DAF. nimmt Veranlassung, bei der Frage der Patentanmeldungen durch die Gefolgschaftsmitglieder auf folgende wesentliche Punkte hinzuweisen: Das neue Patentgesetz bringt den Uebergang vom Anmelderprinzip zum Erfinderprinzip. Danach steht das Recht auf das Patent dem Erfinder oder feinem Rechtsnachfolger zu und nicht mehr dem ersten Anmelder. Diese wichtige Neuerung zwingt zu einer grundsätzlich anderen Betrachtungsweise der Rechtsbeziehungen zwischen dem Angestelltenerfinder und dem Unternehmer. Das Erfinderprinzip bejaht das auf dem geistigen Schöpfungsakt der erfinderischen Leistung beruhende Persönlichkeitsrecht des Erfinders, das als Ausdruck der Ehre des Erfinders innerhalb der Gemeinschaft des gesamten Volkskörpers hinter keiner anderen Rechtsverpflichtung, es sei denn gerade hinter der Verpflichtung gegenüber der Volksgemeinschaft, zurücktreten kann. Allein dem Erfinder als geistigem Urheber der neuen technischen Erkenntnisse kann in erster Linie die hohe Ehre und die damit der Gemeinschaft gegenüber verpflichtende, vermögensrechtliche Erfindungsverfügung zufallen. bo h. er allein hat vor jeder anderen chm auferlegten Bindung zunächst das Entscheidungsrecht darüber, die Erfin- V.A. Ein Landesarbeitsgsricht hatte kürzlich einen Fall zu entscheiden, ber. wichtig genug ist, allgemein bekannt zu werden. Es handelte sich um folgendes: In.einer Tarifordnung war ausdrücklich nieder- gelegt, daß eine Kündigung nur schriftlich und unter Ancfabe ber Gründe erfolgen dürfe. Eine ganz klare Bestimmung also. Und doch gab es, wie die Praxis zeigte, einen Fall, ber bie Möglichkeit eines Rechtsstreites zuließ. % Ein Betriebsführer nämlich, für dessen Betrieb bie erwähnte Tariforbnung Gültigkeit hatte, sah sich genötigt, eines seiner Gefolgschaftsmitglieder fristlos zu entlassen. Er sprach bem Gefolgschafts- mitglieb gegenüber die fristlose Entlassung aus und ließ es babei beroenben. Das Gefolgschaftsmitglied wandte sich jedoch an das Arbeitsgericht und klagte auf Fortzahlung des Lohnes. Als Begründung führte der Entlassene an, seine fristlose Entlassung hätte, da es sich auch bei einer fristlosen Entlassung um eine Kündigung handele, schriftlich und unter Angabe der Gründe erfolgen müssen. Dies sei nicht geschehen. Infolgedessen sei die ihm gegenüberliegende ausgesprochene fristlose Entlassung rechts- nung darstellt. Die Fahrerflucht hat aber nicht nur strafrechtliche Folgen, sondern, wie ein soeben veröffentlichtes Urteil des Oberlandesgerichts Dresden vom 29. Juli 1938 (7. U. 72/38) zeigt, auch finanzielle Auswirkungen gegenüber dem Fahrzeugbesitzer. Ein Kraftfahrer hatte im März 1934 einen Radfahrer anfahren, diesen dann aber hilflos zurückgelassen, um sich der Feststellung zu entziehen. 3m, Januar 1937 wurde der Täter ermittelt und daraus zu einer Ge- Aber auch ber Fabrikbirektor, besten Berufsfahrereigenschaft soeben noch verneint würbe, wirb bann zum Berufsfahrer, wenn er mit seinem Wagen z. B. Geschäftsfilialen besucht. Tut er dies, dann ist er für alle Fahrten Berufsfahrer. Dieser erhöhten Haftung kann er sich aber bann entziehen, wenn er sich pensionieren läßt unb nur noch Auto fährt (RG. 65/98). Um in Zukunft solche gekünstelte unb ungerechtfertigte Ergebnisse zu verhindern, betrachte man nur den als Berufsfahrer, ber mit feinem Fahren einen Beruf ausübt unb einem Erwerb nachgeht, nicht aber schon den, ber irgenbeinen Beruf hat und sich hierbei eines Fahrzeuges als Verkehrsmittels bedient (Bruniecki, Berufsfahrer oder Herrenfahrer, IW. 1938/298). Diese Ausführungen sollen nicht einer laxeren Ahndung der durch 'Verkehrsunfälle hervorgerufenen fahrlässigen Körperverletzungen das Wort reden. Die Strafrahmen des § 230 StGB, find so weit gespannt, daß durch ihre Ausschöpfung diese gesetzliche Bestimmung ein wirksames Mittel gegen die überhandgenommenen Verkehrsunfälle darstellt. vor einer übereilten Maßnahme zu bewahren. Er sollte vielmehr auf Grund dieser Bestimmung dazu gezwungen werden, die Maßnahme ber Kündigung erst nach genauer Ueberlegung zur Anwendung zu bringen. Das Landesarbeitsgericht betonte sodann weiter, daß, wenn man diesen Gedanken über Sinn und Zweck der genannten Tarifbestimmung bei ber einfachen Kündigung unterschiebe, so müsse man dies um so mehr bei der besonders harten Maß- ncchme ber fristlosen Kündigung tun. Auch in diesem Falle muß also die Kündigung schriftlich unb unter Angabe ber Grünbe erfolgen, um den Betriebsführer vor einer übereilten Maßnahme zu bewahren. Dieser Entscheidung des Landesarbeitsgerichts kann man wohl zustimmen. Jedoch könnte man sich bei einer Überprüfung ber Entscheidungsgründe vorstellen, daß eine einfachere Begründung ausreichend gewesen wäre. Wenn die Tarifordnung bei der Kündiaung ausdrücklich Schristsorm und Angabe der Gründe vorschreibt, so ist damit jede andere Art der Kündigung rechtsunwirksam. Wir brauchen gar nicht nach bem Sinn und Zweck der genannten Bestimmung zu fragen. Führt aber eine derartige Entlassung bie Rechtsunwirksamkeit ber Künbigung herbei, bann güt ein gleiches für den ermöglicht, dann hätte die Witwe ihre^ Schadenersatzansprüche im unmittelbaren Anschluß an den Unfall erheben müssen. Dadurch hätte aber die Versicherungsgesellschaft schon im Jahre 1934 und nicht erst Mitte 1937 Gelegenheit gehabt, sich ebenfalls rechtzeitig mit den Unfallsursachen zu beschäftigen. Der Kläger hat infolgedessen durch sein Verhalten „die besondere Treupflicht, die ihm durch bas Vertragsverhältnis mit der Beklagten auferlegt war, 3um Nachteil ber Beklagten aufs schwerste verletzt. Bei dieser Sachlage kann er nach Treu und Glauben keinerlei Versicherungsschutz verlangen." Diese Entscheidung deckt sich mit der Einschätzung, die das gesunde Volksempfinden für den der Fahrer- LPD. Das Kölner Arbeitsgericht fällte jetzt eine Entscheidung, die die in Frage kommenden Fachkreise sehr interessieren wird. Infolge eines plötzlich niedergehenden Platzregens nahmen zahlreiche Gäste, die im Garten eines größeren Restaurants faßen, Zuflucht in den Reftaurationsfaal. Ein im Garten tätig gewesener Aushilfskellner meldete nun abends bei der Abrechnung, daß verschiedene Gäste, bie zusammen für 6 Mark verzehrt hatten, bei bem plötzlichen Aufbruch bie Zeche schuldig geblieben seien. Der Kellner verlangte nun am Kölner Arbeitsgericht von bem Inhaber des» Restaurants bie 6 Mark als Schadenersatz. Der Beklagte wandte ein, der Kläger habe den Verlust selbst verschuldet, denn er sei, wie es auch durch Aushang eines Plakates im Betrieb Schadenersatzpflicht bei verspäteter Aushändigung der Arbeitspapiere. NSG. Grundsätzlich müssen die Arbeitspapiere eines Gefolgschaftsmitgliedes diesem ,bei Beendigung des Arbeitsoerhältnisses ausgehändigt werden, sofern nicht etwa — wie dies beim Arbeitsbuch ber Fall ist — der Gesetzgeber für ganz bestimmte Ausnahmefälle eine abweichende Regelung vorgesehen hat. Bei verspäteter Auslieferung hat der Betriebsführer für den Zwischenlohn, ber infolge des Fehlens ber Arbeitspapiere nicht verdient werden konnte, aufzukommen. Aus diesem Grund hatten Arbeitsgericht und Landesarbeitsgericht auch einen Bauunternehmer zur Bezahlung eines solchen zweitägigen Zwischenlohnes verurteilt, weil die Arbeits- papiexe eines Gefolgsmannes, der ordnungsgemäß drei Tage zuvor gekündigt hatte, im Augenblick ber Entlassung nicht zur Hand waren, sondern erst zwei Tage später ausgefolgt wurden. Der Unternehmer aber war der Auffassung, daß eine' Verurteilung nicht erfolgen dürfe, wenn ber Gefolgsmann den Eintritt des Schadens nicht beweisen könne. Er legte darum Revision beim Reichsarbeitsgericht ein. Dieses wies die Revision jedoch als unbegründet zurück, weil die Reichstarifordnung für das Baugewerbe eine schlechthin gültige Verpflichtung zur Fortzahlung des Lohnes ausspricht, wenn die Arbeitspapiere durch das Verschulden des Betriebsführers nicht rechtzeitig ausgehändigt werden können. Angesichts einer so eindeutigen Tarifbestimmung könne die Schadenersatzpflicht nicht an den Nachweis eines tatsächlich eingetretenen Schadens aeknüpst werden. (Urteil vom 13. April 1938 — RAG. 265/37.) nis bestraft, weil das Zurücklassen eines Verletzten "in hilfloser Lage einen Ausfluß unsozialster Gesin- Jm Straßenverkehr wird keine Handlung vom! nach begangener Fahrerflucht noch innerhalb ber - • - - ---------- * "r ' nächsten 24 Stunden bei der Polizeibehörde gemek- Jm Straßenverkehr wird keine Handlung vom! Staat und auch von der Öffentlichkeit so stark mifc i—-- -----. ..... - < ~ ,, . billigt, als die Fahrerflucht. Sie wird mit Gefäng- det und dadurch eine Aufklärung des Tatbestandes •_ 1 »rmnnlirhf hnnn hatte hiß Witwe ihre Sckadenersatz- entschied, daß nach § 10 des Gaststättentarifs bas Bedienungspersonal das Möglichste zu tun hatte, um Zechprellereien zu verhüten. Sei dagegen das sofortige Kassieren untersagt, so hafte der Unternehmer für evtl. Zechprellereien. Das Gefolgschaftvmii- glieb hafte im übrigen nur bei Vorsatz ober Fahrlässigkeit. Im oorliegenben Falle habe der Kläger die Pflicht gehabt, sofort zu kassieren: er könne sich auch nicht damit entschuldigen, er habe den betreffenden Aushang nicht gesehen. Der Kläger habe demnach fahrlässig den Verlust verschuldet und könne keinen Schadenersatz verlangen. Die Klage wurde daher kostenpflichtig abgewiesen. Der Mieterschutz. Durch die Zweite Verordnung zur Ausführung der Verordnung über Kündigungsschutz für Miei- und Pachträume vom 31. August d. I. sind auf bem Gebiete bes Mieterschutzes zahlreiche Aenderungen eingetreten. An dem Grundsatz einer möglichst allgemeinen Geltung der Mieterschutzbestimmungen wurde zwar festgehalten. Wieweit aber bie Ausnahmen Platz greifen, darüber herrscht in ber Praxis noch vielfach Unklarheit. Es erscheint deshalb angebracht, den gegenwärtigen Stand des Mieterschutzes im einzelnen kurz darzulegen. Zunächst ist der Mieterschutz für die vom Reich geförderten Kleinsiedlungen ausgeschlossen 'worden. Diese Kleinsiedlungen werden den Siedlern erst nach einer Probezeit von drei Jahren zu Eigentum übertragen. Die Ausschließung des Mieterschutzes bedeutet, daß während der Probezeit Siedler,' bie sich nicht bewähren, wieder entfernt werden können. Aehnlich liegen die Verhältnisse bei den gemeinnützigen Wohnungsunterneh- m ungen. Soweit sie Genossenschaften sind, müssen sie die Möglichkeit haben, Mitglieder, die ihre Pflichten gegen die Genossenschaft nicht erfüllen ober aus ihr ausscheiden, aus den ihnen mietweise überlassenen Wohnungen zu entfernen. Insoweit ist deshalb der Mieterschutz ausgeschlossen worden. Dies gilt auch für von gemeinnützigen Wohnungsunter- nehmen errichtete und an Kaufanwärter für einige Jahre probeweise ■ vermietete Einfamilienhäuser. Muß das Unternehmen vom Kaufanwartschaftsvertrag zurücktreten, um sich einen zuverlässigen Kauf an wärter zu suchen, so ist ein Kündigungsschutz nicht gegeben. Für Werkwohnungen bestanden schon bisher wesentliche Ausnahmen vom Mieterschutz, die sich aber nur auf die vom Werk selbst vermieteten Wohnun- gen erstreckten. Da neuerdings die Werkwohnungen meist von Wohnungsunternehmen unter finanzieller Hilfe ber Werke errichtet unb an Werkangehörige vermietet werben, sind die Sondervorschriften auch auf diese Art Werkwohnungen ausgedehnt worden, um sie von Betriebsfremden freimachen zu können. Schon bisher galt der Mieterschutz nicht für Wohnungen in Gebäuden, die in Eigentum oder Verwaltung des Reiches oder eines Landes stehen und für Wohnzwecke des Reiches oder der Länder benötigt werden. Die Zweite Verordnung hat nun bie Kündigung bei Gebäuden erleichtert, deren Errichtung von ber Wehrmacht gefördert wurde, falls die Räume von ber Wehrmacht benötigt werben. Das gilt auch für Gebäude, die zur Unterbringung von Angehörigen solcher Betriebe gebraucht werden, die nicht nur vorübergehend Zwecken ber Wehrmacht bienen. Sofern das Reich den Bau von Beamtenwohnungen durch Darlehen aeförbert hat, ist bem Vermieter ein besonderes Kündigungsrecht gegeben, falls die an Angehörige anderer Personenkreise vermieteten Wohnungen wieder für Beamte benötigt werden. In den zuletzt genannten Fällen kann jedoch ber ge= fünbigte Mieter unter Umständen Ersatz ber Unkosten verlangen. Zum Schluß muß noch bie für Umbauwohnungen erfolgte Klarstellung erwähnt werben. Sie besagt, daß ber Kündigungsschutz bei durch Umbau ober Teilung gewonnenen Wohnungen nur bann gilt, wenn es sich sowohl räumlich wie wirtschaftlich um selbständige Wohnungen handelt. Außer den genannten, durch bie Zweite Verordnung geschaffenen Sonderbestimmungen bestehen Ausnahmen vom Mieterschutz nur noch für besonders teure Wohnungen mit einer Jahresfriedens- miete mit 2400. Mark oder mehr in Berlin, von 1800 Mark oder mehr in den Orten ber Sonderklasse unb von 1200 Mark oder mehr in ber Ortsklasse A sowie für alle Wohnungen, die nach bem 30. November 1937 bezugsfertig geworben sind ober noch werden. Das Verbot der Kündigung zum Zwecke der Mietsteigerung auf Grund ber Anordnungen des 'Reichskommissars für bie Preisbildung gilt dagegen selbstverständlich für alle gemieteten Räume. düng durch eine Patentanmeldung zur Offenbarung zu bringen und die Priorität zu sichern. Man muß zu ber Schlußfolgerung gelangen, baß ber Uebergang vom Anmelber- zum Erfinderprinzip bem Gefolgsmann bas Selbstanmelderecht grundsätzlich verschafft hat, und es nur einem Verharren in den bem Anmelderprinzip entsprechenden Auffassungen zuzuschreiben ist, wenn sich die Auswirkung des Erfinderprinzips in dieser Richtung nur allmählich ergeben. Ich weise darauf hin, daß verschiedene Fälle der letzten Zeit eroeben Haden, daß der neue Geist des Nationalsozialistischen Patentgesetzes vom Mai 1936 noch nicht überall Platz ergriffen hat und baß wertvolle Pionierarbeit ber Gefolgschaftsmitglieder in selbstsüchtiger Weise nicht nur nicht anerkannt, sondern geradezu faustrechtmäßig dem mittellosen Erfinder das Leistungsergebnis entzogen wird ohne entsprechende gerechte Vergütung. Ich mache es deshalb allen Betriebsführern zur Pflicht, hier das zu tun, was dem Erfinderprinzip entspricht. Daß das Gefolgschaftsmitglled die Erfindung dem Betrieb gegen angemessene Vergütung zur Verfügung zu stellen hat, ist eine Selbstverständlichkeit, die sich aus bem Treueverhältnis zwischen Betriebsführer und Gefolgschaftsmitglied ergibt. Aber noch aus einem anderen Gesichtspunkt sind die „Berufsfahrer" des Reichsgerichts den berufslosen Fahrern gegenüber, die oft über. bebeufenöe Mittel verfügen, benachteiligt. Diesen i)t es leicht, durch entsprechende Gelbaufwendungen den verletzten von der Stellung eines Strafantrages abzubringen und sich selbst vor einer Freiheitsstrafe z bewahren. Die Strafverfolgung ber , hingegen finbet, wie erwähnt, ohne Rücksicht a f einen Strafantrag bes Verletzten statt. Nur in einigen Entscheidungen wich bas Reichsgericht in gewissem Sinne von der strengen Urne seiner ständigen Rechtsprechung ab. In RG. 36/406 entschied es, daß ein Arbeiter, der mit feinem t^br» rod zu seiner Arbeitsstätte fährt, nicht Berufsfahrer ist, da er durch das Radfahren seine Berufsausübung, bie überhaupt erst in ber Fabrik beginnt, „ermöglicht". Auch der Fabrikbirektor ist, wie ber Arzt, der mit seinem Wagen lediglich zu seiner Privatklinik fährt, bann nicht als 'Berufsfahrer anzusprechen, wenn er sein Auto nur zum Aufsuchen seines Büros benutzt. Die Begründung ist die gleiche wie die in RG. 36/406. Anders ergeht es aber dem kleinen Landwirt, der seit dem frühen Morgen fleißig in seinem Hofe arbeitete und nun ahnungslos mit seinem Rad wie gewöhnlich nach seinen Aeckern fährt. Da er sich durch sein Radfahren seinen Beruf „erleichtert" und nicht erst „ermöglicht", ist er Berufsradfahrer. Es ist einfach unverständlich, was die Tatsachen „Berufserleichterung" und „Berufs- ermöglichung" mit einer besseren Einsicht und gesteigerten Sachkunde zur Führung eines Fahrzeuges zu tun haben! Besser als der radfahrende Landwirt hat es der bekannte Amateur-Straßenrennfahrer. Er, von Beruf kaufmännischer Angestellter, ist trotz seiner täglichen ausgedehnten Trainingsfahrten, trotz seiner genauen Mechanikerkenntnisse nie Berufsfahrer. fängnisstrase von einem Jahr und fünf Monaten verurteilt. Als nunmehr die zivilrechtlichen Schadensersatzansprüche der Witwe gegen ihn geltend gemacht wurden, teilte er seiner Versicherungsgesellschaft vorschriftsmäßig und rechtzeitig den Schadensfall mit. Diese lehnte aber die Gewährung von Versicherungsschutz ab. . Das Oberlandesgericht hat ihr in ber von dem Fabrzeugbesitzer eingeleiteten Klage rechtgegeben. Es geht hierbei von ber richtigen Ueberlegung aus, daß der Kläger, der den Radfahrer in hilfloser Lage liegengelassen hatte, dadurch die beklagte Versicherungsgesellschaft der Gefahr ausgesetzt hat, daß die Verletzungen des Radfahrers schlimmere folgen nach sich ziehen und dadurch die Deckungspflicht der Beklagten einen größeren Umfang annahm, als dies der Fall gewesen märe, wenn der Autofahrer sich sofort um den Verletzten gekümmert hätte. Er hat aber durch das Weiterfahren nicht nur die etwaige Rettung des Verletzten verhindert, er hat vielmehr "gleichzeitig auch eine rechtzeitige Feststellung des Tatbestandes vereitelt und dadurch seiner Verstche- Wer ist Berufsfahrer? Liefe Frage befchäftigt seit Jahren die juristische Theorie und vor allen Dingen die Praxis. Sell ber Motorisierung Deutschlands, insbesondere seit dem Umbruch, ist es für den Richter eine der Hauptfragen, ob er bei Körperverletzungen durch Vtzr- kehrsunfälle den Täter gemäß § 230 Absatz I ober 8 230 Absatz II des Strafgesetzbuches behandeln soll. Diese gesetzliche Vorschrift hat folgenden Wortlaut: I. „Wer durch Fahrlässigkeit bie Körperverletzung eines anderen verursacht, wird mit Geldstrafe ober mit Gefängnis bis zu zwei Jahren bestraft." II. „War der Täter zu der Aufmerksamkeit, welche er aus den Augen setzte, vermöge seines Amtes, Berufes oder Gewerbes besonders. verpflichtet, so kann die Strafe auf drei Jahre Gefängnis erhöht werden." Nach Absatz I dieser Bestimmung wird der Täter mit einer Geldstrafe oder einer Gefängnisstrafe bis zu zwei Jahren bestraft. Voraussetzung ber Strafbarkeit ist aber gemäß § 232 StGB., daß ber Verletzte ober sein Vorgesetzter (§§ 232 Absatz III, 196 StGB.; bei Ehefrauen auch der Ehemann, §§^232 Absatz III, 196 StGB.) Strafantrag stellt. Fehlt es an biefein Strafantrag, bann kann der an bem Verkehrsunfall Schuldige" nie wegen fahrlässiger Körperverletzung, sondern nur wegen Übertretung ber Reichsstraßenverkehrsordnung bestraft werden. Ist das Gericht aber ber Auffassung, daß ber Täter vermöge seines Amtes, Berufes ober Gewerbes zu ber Aufmerksamkeit, bie er aus den Augen setzte, besonders verpflichtet war, so kann es ihn nach § 232 Absatz I, 2. Halbsatz, ohne Strafantrag verurteilen. Gemäß § 230 Absatz II kann es außerdem die Strafe auf drei Jahre Gefängnis erhöhen. / Der Gesetzgeber sagt aber trotz dieser verschiedenartigen Regelung nicht, wer — was hier interessiert — als Berufsfahrer anzusprechen ist. Die Ausarbeitung dieses Begriffes blieb deshalb ber Rechtsprechung, in erster Linie also bem Reichsgericht vorbehalten. Das Reichsgericht hat aber durch seine ständige Rechtsprechung einen so weit gespannten Berufsfahrerbegriff geprägt, daß es sich in immer steigendem Maße Angriffen von allen Seiten ausgesetzt sieht und sogar bemerken muß, daß zahlreiche untere Gerichte ihm offen die Gefolgschaft aufsagen. Erst in jüngster Zeit haben das Oberlandesgericht Hamm (Juristische Wochenschrift fJW.j 1938/580) und bas Landgericht Kottbus in einem Sinne entschieden, der einen Bruch mit der reichsgerichtlichen Rechtsprechung darstellt. Trotz aller Angriffe unb ungeachtet des Gesetzes vom 28. Mai 1935, bas es von seiner Bindung an frühere Entscheidungen befreite, hält das Reichsgericht, wie es seine Entscheidung vom 2. April 1936 (IW. 1936/1910) beweist, an seiner überholten Rechtsprechung fest. unwirksam. Das Landesarbeitsgericht trat ber Auffassung bes Gefolgschaftsmitgliebes bei unb begründete feine ~ s. Entscheibung damit, daß die Bestimmung im Tarn, Fall der fristlosen Kündiaung. Die mittofe Kundl- nach der Schriftform unb Angabe ber Gründe Dtp gung ist unb bleibt nämlich nichts anderes, als eine langt würden, den Grund habe, den Betriebsführer Kündigung. Wie entscheidet nun unser höchstes Gericht die Frage des Berufsfahrers? Nach seiner Ansicht ist nicht nur z. B. d e r Berufsfahrer, für den das Autofahren eine Haupttätigkeit feines Berufes dar- stellt, also ber Fernlastfahrer, ber Taxichauffeur usw., sondern auch der, für den Fahren eines Kraftwagens nur eine Hilfs- ober Nebenverrich- tung zu feiner Berufsausübung ist. (So z. B. Reichsgerichtsentscheidung in Strafsachen 64. Band, Seite 430 sRG. 64/430]). Einige Beispiele mögen dies verdeutlichen: Der Landarzt fährt einen Kraftwagen, damit er seinen Patienten auf >n Dörfern und Höfen schneller Hilfe bringen kann. Er ist, wie die Krankenschwester, die zum gleichen Zwecke em Leichtmotorrad benutzt, Berufsfahrer. Der Pfarrer, ber üblicherweise mit seinem Rad in eine Fmal- gemeinbe eilt, um bort Sterbenden beizustehen, er ist Berufsradfahrer. Genau so ergeht es dem Ingenieur, der mit seinem Kraftwagen stwe /Baustellen abfährt, bem Kaufmann, der aus Höflichkeit des öfteren seinen Kunden die Waren nach Hause fährt. Diese Beispiele lassen sich bis ins Unendliche vermehren. Fast jeder Volksgenosse hat einen Beruf unb wirb gelegentlich seinen Kraftwagen benutzen, um sich seinen Beruf etwas zu erleichtern. Obwohl alle biese Kraftwageneigentumer mit Ausnahme ber obengenannten wirklichen Berufsfahrer, bei benen das Autofahren zur Ausübung ihres Chauffeurberufes unbedingt erforderlich ist, einen, völlig anders gearteten Beruf ausuben, so unterstellt das Reichsgericht bei 'hnen, lediglich auf Grund ber Tatsache, daß sie zur Erlelchtepung ihres Berufes ein Fahrzeug benutzen, eine bessere Sachkenntnis und größere Einsicht und behandelt s e, wenn sie jemanden mit ihrem Fahrzeug verletz haben, als Berufsfahrer. Ja, diese sind auch dann Berufsfahrer, wenn sie sich nicht auf einer „Berufsfahrt" befinden, sondern z. B. Sonntags, um sich etwas zu erholen, mit Aren Angehor^n einen Ausflug unternehmen (RG. 59/269). Bester ihre berufstätigen Volksgenossen haben ev aber z. B. ber Sohn eines schwerreichen Vaters bie Tochter eines Fabrikanten. Obwohl vielleicht nichts anderes treiben, als mit ihrem schnittigen Sportwagen burch bie ©egenb zu rasen, obwohl sie ihren Wagen bestimmt besser kennen als der Arzt, ber Architekt, die Gemeindeschwester usw., für die ost bas Fahrzeug ein kostspieliges Hebel ift, f können sie boch nicht als Berufsfahrer betrachte werben. Die reichsgerichtlichen .'Berufsfahrer können sich den strengen Folgen ber §§ 230 II, ■ StGB, auch bann kaum entziehtzi, wenn sie nicht mehr ihren Kraftwagen benutzet, da ihnen öies zu gefährlich erscheint, sondern zu Fuß geben. Wir z. B. ber Arzt auf einem nächtlichen Marsch ZU einem Patienten in ber Eile auf der Strotze einen anberen Passanten um, ber sich verletzt, oann I ber geplagte Arzt nun als „Berufsaeher 3U D ' hanbeln unb gemäß § 230 Absatz II S GB. wegen fahrlässiger Körperverletzung zu bestrafen. Zur Woche des deutschen Buches Ser Hal mir bloß denMnen Heinrich'geliehen? <1 Nachdenkliche Stunde am Bücherschrank. - G. Die Nollen im Weltkrieg. Natursreude in Büchern! Die Parole der 1. Großdeutschen Buchwoche: Jeder Leinenband mit mehrkarb. Schuhumschlag RM. 3.-. Zu beziehen durch jede Buchhandlung Hugo Bermühler Verlag - Berlin-Lichterfelde Hugo Bermühler Verlag . Berlin-Lichterfelde 70170 -ft verdient auch im den nun und Die unterzeichneten Gießener Buchhandlungen beraten Sie jederzeit gern und unverbindlich In jedes Dehn eine Bibliothek Oft baten eure Abonnenten, Ob sie nicht mal erhalten könnten Von mir einen Sammelband, In dem bißchen mehr noch stand, Als ich schon in Kurzgeschichten In euerm Blatte tat berichten. „Zwischen allen ernsten Sachen Will der Mensch auch einmal lachen, Das macht immer Freude — und Ist auch nebenbei gesund. Für die Schriftleitung nichts böser Ist, als wenn ein Zeitungsleser Für sein Abonnentengeld Wünsche nicht erfüllt erhält. Weshalb mir gar nichts übrig blieb, Als -aß ich dieses Buch schnell schrieb. Buchhandlung Keissner &, Co. • Seltersweg 21 Buchhandlung der Pilgermission, Plockstraße 4 Ferber’sche Univ.-Buchhandlung, Seltersweg 83 Goethe-Buchhandlung, Neuen Bäue 3 Kurt Holderer, Univ-Buchhandl., Seltersweg 75 Pfeiffer'sche Univ.-Buchhandlung.Walltorstr.21 Ricker'sche Univ - Buchhandlung, Selters Weg 58 Erseh ich, daß „Der Seemann lacht" Euch ein bißchen Spaß gemacht Aus der Kritik in dem Belege, Dann steht weiter nichts im Wege, Daß ich biete dann und wann Euch wieder etwas Heitres an. Leider steht der Seemann ja Oft in ganz falschem Lichte da, Weil man glaubt, mit „Seemanns-Garn" Hält das Landvolk er zum Narrn. Das würd' ich mir nie erlauben, Was i ch schreibe, könnt ihr glauben!" Fr. W. Lange. „Humboldts Briefe — ach, die wollte ich ja schon immer einmal lesen!" Mit dieser Feststellung wird Iranische Reise Eine Forschungsfahrt durch das heutige Persien von Walther Hinz. Insgesamt 223 Seiten mit zwei Plänen und 93 eigenen Ausnahmen des Verfassers. Welthandelsbilanz und unseres nationalen Stolzes! Haben doch gerade deutsche Wirtschaftslehrer die Bedeutung des deutschen Ueberseehandels immer wieder besonders beweiskräftig herausgestellt. Das Vorgenannte, als Standardwerk über den Seekrieg 1914 bis 1918 bezeichnete Buch, das ein amerikanischer Fachmann ersten Ranges in 18jähriger Arbeit schuf und das jetzt eine neue Auflage erlebt, gibt vollkommene Gelegenheit, sich mit all den vorgenannten Fragen eingehend vertraut zu machen. Der Verfasser packt sie alle mutig an: die kleinen, die großen und die ganz großen Fragen. Er hält bei keiner mit seiner persönlichen fachmännischen Kritik zurück. Und darin liegt ein besonderer Wert des Buches. Wer mit seinem Urteil nicht übereinstimmt, wird dadurch unwillkürlich zu eigener Urteilsbildung angeregt. Die Schilderung der einzelnen Unternehmungen ist äußerst lebendig, oft geradezu spannend. Dabei ist der schon nach seiner Nationalität unbedingt unparteiische Verfasser bestrebt, beiden Parteien objektiv gerecht zu werden. Der Wert seiner Darstellung gewinnt in hohem Maße dadurch, daß er — ganz abgesehen von sorgfältigstem Studium aller erreichbaren amtlichen und sonstigen Quellen — mit vielen Führern und Unterführern auf beiden Seiten persönlich in Verbindung trat, um von ihren Eindrücken und Entschlüssen ein anschauliches überzeugendes Bild zu erhalten. Den Höhepunkt des Buches bildet die bis ins einzelne kritisch durchgearbeitete Geschichte der Skagerrakschlacht. Die Frostsche Schilderung dieser größten Seeschlacht der Weltgeschichte bezeugt in sinnfälliger Weise die Wahrheit des bekannten Satzes unseres großen und er schreibt in einer schönen, einfachen und bildstarken Sprache. Da ist die unendlich traurige Geschichte „Schottische Weihnacht" von dem armen Jungen, der niemanden auf der Welt hat, da ist die unheimlich spukhafte Erzählung vom „Uhrenmännchen", die heitere und liebenswürdiae von dem kleinen „Pagen Manuel" und die Legende vom „Dicken Tönnes", die mit einfacher Frömmigkeit erzählt ist. Die „Gelben Schuhe" machen weite Reisen wie Andersens „Fliegender Koffer", und die „Gilde vom blauen Boot" schildert den elenden Untergang der hochmütigen Tuchmachergilde einer Stadt vom Niederrhein. Der Text erfährt eine glückliche Ergänzung durch die Illustrationen von Fritz Fischer, die auch den echten Märchenstil haben. Das Buch ist ein prächtiges Geschenk für große und kleine Märchenfreunde. Zur Wildnis ferner Wälder Eine Ferienfahrt nach Kanada von Gerd Düesberg. Insgesamt 180 Seiten mit einer Karte und 59 eigenen Aufnahmen des Verfassers. Seemann lacht. Lustiges aus Häfen und Meeren' mit Zeichnungen von Gerhard Brinkmann. Verlag Gustav Weife, Berlin SW 68. Preis 2,40 RM. — (332) — Wer von unseren Lesern hätte nicht immer seinen hellen Spaß gehabt an den lustigen Seemannsgeschichten, die ihnen der alte U-Bootskommandant Korvettenkapitän Freiherr von Forstner dann und wann aufgetischt hat, und wer wird sich nicht freuen, die schönsten von ihnen nuji in einem hübsch, ausgestatteten und mit viel Humor illustrierten Bändchen vereinigt zu finden? Für die, die Forst- ners Geschichten nicht kennen sollten: es sind nicht die altbekannten Schifferwitze, mehr oder weniger abgedroschene Läuschen und Rimels von der Waterkant, sondern Selbsterlebtes aus dem Alltagsleben an Bord unserer Kriegsschiffe, das beste Zeugnis dafür, daß auch bei unseren blauen Jungens in Kriegs- und Friedenszeiten neben dem Ernst des strammen Dienstes auch der Humor seine Stätte hat. Die beste Empfehlung, die wir dem liebenswürdig heiteren Büchlein mit auf den Weg geben können, sind die lustigen Reime, mit denen unser Freund Forstner seine Neuerscheinung uns ankündigt, sie sollen hier folgen: Jeder Leinenband mit mehrfarbigem Schutzumschlag NM. 4.80. Durch jede Buchhandlung zu beziehen. Deutsche sehen die Welt! Unter diesem Leitgedanken gellen wir eineReihe von Werken über fremde Länder und fremde Völker heraus. In vielseitiger Darstellung und mit lebensvollen Bildern werden Eigenart, Landschaft, Volksleben und Kulturdenkmäler fremder Länder anschaulichwon Deutschen geschildert, die diese Länderund Völker erst in den letzten Jahren unmittelbar erlebten und unsere auslanddeutschen Volksgenossen mitbesuchten. Keine gewöhnlichen Reisebeschreibungen, sondern neuzeitliche, lebensnahe Wort- und Bildberichte. Drei reizende Tiergeschichten, die den Vorzug haben, daß sie nicht nur unterhaltsam und angenehm zu lesen sind, sondern sie sind auch wirklich wahr! Nicht Märchengestalten, sondern natürliche Geschöpfe sind dargestellt, wie sie unsere Heimat in bunter Vielfalt beleben. Und das Schöne ist dabei: Sie stammen aus der Feder deutscher, wissenschaftlich geschulter, dichterisch begabter Schriftsteller und sind mit künstlerischem Buchschmuck ausgestattet. Eine Nuchbesprechung. — Holloway H. Frost, Korvettenkapitän, der amerikanischen Kriegsmarine: Grand Fleet und Hochseeflotte im Weltkrieg. 568 S. mit 70 ganzseitigen Plänen. Preis kart. 8,50, Lein. 10,50 RM. Vorhut-Verlag, Otto Schlegel, Berlin SW. 68. Wesen und Bedeutung, ja selbst der Verlauf des Seekriegs 1914 bis 1918 find bis heute, 20 Jahre nach Kriegsende, noch immer weiteren Kreisen des deutschen Volkes fremd geblieben. Man stimmt wohl ftimmungsgemüß mit ein in das hohe Lied auf die vielen unvergleichlichen Heldentaten der eigenen und gegnerischen Seeleute, man kennt wohl auch oberflächlich einige besonders markante Seekriögshandlungen. Die Beschäftigung mit den großen Zusammenhängen, mit der einschneidenden Einwirkung des Seekriegs auf den gesamten Kriegsverlauf, mit den grundsätzlichen Lehren, die aus richtigen und unrichtigen Entschlüssen der Seekriegsführung auf beiden Seiten abzuleiten sind, und mit ihrer Auswertung für unser gesamtes militärisches, politisches und wirtschaftliches Denken blieb indes bisher wohl auf einige wenige Fachleute beschränkt. Man sollte andererseits meinen, die Geschichte des Seekriegs müßte gerade den deutschen Menschen besonders reizen. Galt doch die Tirpitzsche Flottenschöpfung weiten Kreisen unseres Volkes als besonderes Lieblingskind, als der an einer Stelle kraftvoll zufammengefaßte Ausdruck der Reichseinheit! War doch unsere unvergleichliche Handelsflotte eines der wertvollsten Aktiven unserer Verständnis der Geschichte des großen Krieges und nicht nur in militärischen Kreisen, sondern großen Publikum weite Verbreitung. W. Wilke, Kontre-Admiral. Der Seemann lacht. G. Freiherr von Forstner: Der — Numme Numsen: Hermann Claudius. 97 Seiten. Kart. 2 Mark. Verlag Albert Langen-Georg Müller, München. 1938. — (297) — Der Lyriker Hermann Claudius kann zu seinem 60. Geburtstag nicht würdiger geehrt werden als durch die wirklichkeitsgetreue Darstellung seines Lebens und Wirkens, die Numme Numsen, einem der besten Kenner seines Werkes, zu danken ist. Mit liebevollem Verständnis zeichnet er ein lebendiges Bild des Menschen und Künstlers Claudius, dessen Herkunft und Lebensgang an Hand zahlreicher Anekdoten mit treffender Anschaulichkeit geschildert wird. Rumsens Darstellung bringt uns auf gewinnende Weise Leben und Werk eines Dichters nahe, in dem ein gut Teil deutschen Wesens lebendig ist, wie es ihm, dem Urenkel des Wandsbecker Boten, Heimat und Ahnen bestimmt haben. lleue Sucher. — Dr. Ruth Altmann: Landgraf Wilhelm V. von Hessen-Kassel im Kampf gegen Kaiser und Katholizismus 1 6 33 b i s 16 3 7. Ein Beitrag zur Geschichte des Dreißigjährigen Krieges. 203 Seiten. 7,50 RM. N. G. Elwertsche Verlagsbuchhandlung, G. Braun, Marburg 1938. — (339) — Die Arbeit ist aus dem historischen Seminar der Universität Marburg unter Leitung von Professor Dr. Wilhelm Mommsen hervorgegangen und stützt sich außer einer umfänglichen gedruckten Literatur vornehmlich auf Aktenmaterial des Preußischen Staatsarchivs in Marburg; sie will einen Beitrag zur Geschichte einiger bedeutungsvoller Jahre des Dreißigjährigen Krieges liefern und geht von der Frage aus, welche Rolle die Landgrafschaft Hessen-Kassel während dieser Zeit gespielt hat. Die sehr fleißige, überaus gründlich belegte Untersuchung kommt zu dem Ergebnis, daß Landgraf Wilhelm V., „eine der interessantesten Fürstengestalten seiner Zeit", im Dreißigjährigen Kriege eine verhältnismäßig bedeutende Rolle gespielt hat: Er erscheint neben dem Herzog Bernhard von Weimar, dessen Verdienste von der Nachwelt früher und eingehender gewürdigt worden sind, als Verteidiger des Protestantismus und Vorkämpfer für Recht und Glauben. Er verdient es. der Vergessenheit entrückt zu werden. „Er kann", so schließt die Arbeit, „dis Protestant und Deutscher vor dem Urteil der Nachwelt bestehen". hth. — Sturm 1918. Sieben Tage deutsches Schicksal. Von P. C. E t t i g h o f f e r. (Verlag C. Bertelsmann, Gütersloh. Gebd. 4,40 Mark.) — (245) — Der Autor läßt vor den Lesern dieses Buches in außerordentlich packender Schilderung die Größe und die Tragik der deutschen Angriffsschlachten an der Westfront 1918 erstehen. Es ist ein erhabenes Bild von der unerschütterlichen Treue und der selbstlosen Hingabe an die soldatische Pflicht bis zum Letzten, das Ettighoffer hier dem deutschen Volke und der Welt zur Ehre des ungebrochenen Kampfgeistes des deutschen Frontsoldaten in eindrucksvoller Erzählung vermittelt. Die Tatsache, daß der Verfasser selbst Frontkämpfer war, macht seine Sprache namentlich für den alten Frontsoldaten noch packender. Wer bei diesen Kampfhandlungen oder auch nur bei einem Teil von ihnen selbst dabei war, wer es selbst miterlebt hat, was i«m Jahre 1918 das Wort „Vormarsch" an der Westfront für „die ganz vorne" bedeutete, dem wird beim Lesen dieses prächtigen Buches warm ums Herz. Hier werden im Geiste wieder sehr schwere, aber auch große Wochen und Monate lebendig, hier gewinnt wieder die herrliche Größe des deutschen Soldatentums in Freud und Leid, im Glück und im Unglück vor den gronen Augen des „Frontschweins" von 1918 plastische Gestalt und unvergänglichen 'Wert. Es ist eine wertvolle und dankenswerte Gabe, die der Verfasser und der Verlag mit diesem trefflichen Buche dem deutschen Volke darbringen. Möchte es bei jung und alt viele Leser, insbesondere bei unseren jungen Soldaten und der Heranwachsenden Jugend mit größter Bereitschaft zum geistigen Miterleben und seelischem Richtungnehmen die verdiente herzliche Aufnabme finden. Ernst Blumschein. — Vater Gottfried und die Seinen. Roman von Florentine Gebhardt. (Verlag Otto Janke, Leipzig. Kart. 3,-25, Gebd. 4,50 RM.) — (228) — Ein lebendig und fcsselüd geschriebener Sivpen-Roman, dessen Schauplatz die Mark Brandenburg, genauer gesagt, die Gegend von Frankfurt a. d. Oder um die Zeit von 1800 und folgende Jahre ist. Im Mittelpunkt stehen Vater Gottfried Gebhardt, der Landwirt, der sich aus kleinen Anfängen zum wohlhabenden und angesehenen Manne emporarbeitet, und seine Frau, die gute und schlichte Mutter Finken; um sie herum scharen sich die Kinder und Enkelkinder, stehen und vergehen Generationen: spielen sich weltbewegende Ereignisse ab, deren Auswirkungen auch bis in den Lebenskreis von Vater Gottfried und den Seinen verspürbar werden. Prächtige Gestalten ziehen an dem geistigen Auge des Lesers vorüber; die starke Kraft der Familiengemeinschaft, der ganzen Sippe als Grundlage für Volk und Staat tritt hier eindrucksvoll und überzeugend in den Vordergrund. Es ist eine vortreffliche Erzählung, die dem Leser gute Unterhaltungsstunden bereitet. Ernst Blumschein. — Armin Renker: Das Uhrenmännchen und andere Märchen. Mit 35 Zeichnungen von Fritz Fischer. Im Propyläen-Verlag, Berlin. Preis in Pappe 4 Mark. — (294) — Der Doktor Hoffmann aus Frankfurt beschloß eines Tages, seinen Kindern gewisse Unarten abzugewöhnen. Er setzte sich hin, schrieb ein paar Verse, machte bunte Bildchen dazu und es entstand der unsterbliche „Struwelpeter". Achnlich verhält es sich mit dem Märchenbuch von Renker. Auch er hat seine Märchen zuerst nur für seine beiden Söhne geschrieben. Er hat die Phantasie des wirklichen Dichters, die reiche Empfindungswelt, die Luft und Trauer, Besinnlichkeit und Fröhlichkeit umschließt, räumen in die Tat umsetzen? Darum ein mutiger Entschluß! Bei dieser Gelegenheit stellen wir auch ruhig Andersens Märchen, wenn wir sie besonders lieben, griffbereit nach vorn. Es ist nämlich durchaus nicht lächerlich, auch nicht für Erwachsene, sich zu diesen herrlichen Lebensweisheiten zu bekennen. Und auch unser guter Wilhelm Busch bekommt endlich den ihm gebührenden Ehrenplatz in der ersten Reihe, dem billigen Pappeinband zum Trotz. Und dann die geliehenen Bücher! Sie sind ein besonders leidvolles Kapitel in der Geschichte „Liebe zu schönen Büchern". Wer hat nicht schon einmal verzweifelt vor einem Buch gestanden und sich den Kops zermartet, wem es nur gehören mag. Und wer hat nicht beim Aufräumen ein Buch gesunden, das er eigentlich längst hätte zurückgeben müssen. Es soll Menschen geben, die lieber das geliehene Buch ganz unterschlagen, bevor sie eingestehen, daß sie den Termin der Rückgabe verbummelt haben. Mögen sie dabei immer eingedenk bleiben, daß sie damit den schönen Brauch unter Freunden, sich ein wertvolles Buch zu leihen, unmöglich machen. Nicht weniger quälend und verärgernd ist der Zustand, ein Buch zu suchen, das man irgendwem irgendwann einmal geliehen hat. Es ist erstaunlich, daß noch niemand eine Statistik gemacht hat, wieviel Bücher ein Bücherfreund auf diese Weise jährlich einbüßt. Es ist gewiß keine Pedanterie, seine Bücher mit einem Namen zu versehe^ oder eine Liste über Ein- und Ausgänge von Büchern anzulegen. Eine Arbeit, die alljährlich einmal mit besonderer Sorgfalt durchgeführt werden sollte. Ordnungsliebe im Bücherschrank erspart viel Kummer. Uebrigens ist das Großreinemachen auch eine gute Gelegenheit, alle verbeulten, eingerissenen und auseinander gegangenen Bücher wieder in Ordnung zu bringen. Aber bitte: herausnehmen und gleich erledigen, und nicht nach hinten schieben mit dem üblichen „später". Nach solcher Arbeit hat man es sich auch verdient, die langersehnten Briese Humboldts zu lesen. Lisa Peck. bestimmte Zeit verschoben wird, so vergißt man auch, geliehene Bücher zurückzugeben und schiebt den Weg zum Buchbinder immer aufs neue hinaus, der das Lieblingsbuch, Fontanes Esst Briest", vor der vollständigen Auflösung bewahren soll. Lange schon hatten wir uns alle diese Dinge für eine ruhige Stunde vorgenommen, aber bisher hatten wir wirklich keine Zeit, einen Nachmittag unseren Büchern zu widmen. Gibt es eine bessere Gelegenheit, die Woche des deutschen B u - ch e s zu feiern als mit solchen stillen besinnlichen Stunden? Schließlich haben doch gerade unsere Bücher einen Anspruch auf Zeit und Pflege — sie, die besten Freunde der Einsamkeit und Leere. Wer erst einmal den Großreinmachetag im Bücherschrank eingeführt hat, wird ihn ganz von selbst wie eine liebgewonnene und zugleich notwendige Gewohnheit alljährlich wiederholen. Ja, es bürgert sich dann ein, daß man diesen Tag schon mit Freude und Spannung erwartet. Als sehr notwendig erweist sich in großen Abständen ein gründliches Umräumen des Bücherschrankes. Vielleicht ist die Zahl der hinzugekommenen Bücyer derart .angewachsen, daß ein Anbau notwendig geworden ist, der immer eine Umstellung der Bücher zur Folge hat. Vielleicht aber ist auch die Absicht, den Bücherschrank so zu ordnen, wie man sich das erträumt, immer wieder unterblieben. So müssen wir uns stets ärgern, daß gerade die Bücher, die wir oft benutzen, und die wir wirklich lieben, hinten stehen und jedesmal neuen Anlaß zum Aerger geben. Wie wäre es, wenn wir am Tag des deutschen Buches dies gründliche Um- Kriegsphilosophen Clausewitz: ... „Im Kriege ist nur sicher, was der Feldherr an Mut und Tatkraft in sich trägt" ... In all den blitzschnell wechselnden, hochdramatischen Situationen der Schlacht wurden die Führer auf beiden Seiten fast von Minute zu Minute vor neue schwerwiegende Entschlüsse, die Besatzungen vor neue gewaltige seelische und körperliche Anforderungen gestellt. Es eröffnete sich ein weites Feld für die Entschlußkraft, Geistesgegenwart, Kaltblütigkeit, Kühnheit und Energie sowohl der obersten Flottenführung wie derjenigen der Unterverbände und für die Betätigung wahrhaft kriegerischen Geistes bei den Schiffsbesatzungen durch unübertroffene Mannzucht, Tapferkeit und vaterländischen Enthusiasmus. Diesen unablässigen Szenenwechsel verstand der Verfasser meisterhaft und mit unvergleichlicher Lebendigkeit zu schildern. Man legt das Buch nicht aus der Hand ohne die Erkenntnis, daß bei diesem gewaltigen Zusammenstoß der beiden stärksten Flotten der Vorkriegszeit — bei aller gerechter Anerkennung der militärischen und seemännischen Qualität der britischen Grand Fleet und ihrer klugen bedachten Rührung — die deutsche Hochseeflotte ihre erste große Kraftprobe personell und materiell rühmlich bestanden und daß sie zudem Führer hervorgebracht hat, die mit dem Weltkrieg 1914 bis 1918 ein für allemal in die Geschichte eingegangen sind und die uns durch das Frostsche Buch auch persönlich nähergebracht werden. Die Uebertragung ins Deutsche durch einen deutschen Seeoffizier von anerkannter Friedens- und Kriegserfahrung, der zugleich über eine gründliche Kenntnis der englischen Kriegsmarine verfügt, wird gllen an eine Ueberfetzung zu stellende Anforderung voll gerecht. Zahlreiche Pläne und Skizzen ermöglichen es auch dem Laien, der Darstellung mühelos zu folgen. Das Buch ist alles in allem ein äußerst wertvoller Beittag für das das schöne ledergebundene Buch vom Schreibtisch auf das untere Fach im Lesetischchen gepackt, um halbjährigen Dauerschlaf des Vergessenseins in einer anderen Zimmerecke ebenso ungestört geruhsam wie bisher fortzusetzen. Und so wie der gute Vorsatz, diesmal aber bestimmt Humboldts Briefe zu lesen, wieder auf un- Erp Agrion Ti-it Die Geschichte Die Geschichte Die Geschichte einer Wildente einer Libelle eines Eisvogels von von von Werner Hagen Werner Heinen Kurt Knaak 158 Seiten 154 Seiten 157 Seiten Kr.257 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für OberWen) Mittwoch, 2. November 1938 Oer größere Kreis Gießen Feuerlöschdienstes des Kreises Gießen einbezogen I herzlichen worden. Die Bevölkerung des bisherigen Kreis-1 für die ji Der Gruß der „Laubacher Elke" OUALITÄTS-ERZEUGNIS DER SIDOL-WERKE werde, damit die Beziehungen zu den Orten der Laubacher Ecke die herzlichsten und besten würden. Er wolle und könne den Gemeinden der Laubacher Ecke keine Versprechungen machen. Daß diese Gemeinden aufs beste betreut werden würden, sei dustriellen Betriebe fast zu gleichen Teilen vertreten. Hierzu gehören eine Eisengießerei, eine Zigar- renfabrik, ein Sägewerk, eine Dampfziegelei, ein Jmprägnieri-erk (in diesem werden Baum- und Rebpfahle hergestellt, kyanisiert und kreosotiert), eine Weberei und ein Basaltwerk, dessen Betrieb zwar in der benachbarten Gemarkung Gonterskirchen liegt, aber dessen Verwaltungssitz in Laubach sich befindet. An Ae-mtern, .Behörden und wirtschaftlichen Einrichtungen sind zur Zeit vorhanden: das Amtsgericht, das staatliche Forstamt, Pest- und Bahnverwaltung, Oberschule für Jungen, die Bezirkssparkasse, die gesamte Graf-zu-Solms-Laubachsche-Ver- in Kürze sagen könnten: Wir freuen uns, zum Kreis Gießen gekommen zu fein. Wenn einmal von einem Historiker von Format die Geschichte unserer Zeit vom nationalsozialistischen Standpunkt aus geschrieben werde, so würden neben den ganz großen Epochen von 962 (Gründung des Ersten Deutschen Reiches) an über 1806, 1866, 1870/71, 1914/18 und 1933 als Jahr der Machtübernahme durch den Nationalsozialismus auch das Jahr 1934 als Jahr der Beseitigung der Bundesstaaten und der Herstellung des von. allen Deutschen jahrhundertelang ersehnten deutschen Einheitsstaates sowie das Jahr 1938 als Jahr der Schöpfung Gpoßdeutschlands durch den Führer ganz besondere Bedeutung haben. Wir freuen uns alle, daß in dieses große Jahr auch die Schaffung des größeren Kreises Gießen fällt. Zwar könne dieses Ereignis im' Kreise Gießen nicht mit dem gewaltigen Geschehen der Schaffung Großdeutschlands durch den Führer verglichen werden, aber einst werde es ebenso wie auch heute als bedeutsam vermerkt werden, daß diese Neugliederung im Kreise Gießen in das Jahr der Schaffung Großdeutschlands falle. Wir alle wüßten, daß wir dafür nur dem Führer zu danken hätten und nie aufhören dürften, ihm diesen Dank avzüstatten. Das könnten wir am besten dadurch tun, daß jeder an der Stelle, auf die er vom Schicksal gestellt sei, eifrig mithelfe an dem Auf- und Ausbau des Großdeutschen Reiches, damit es nach der nationalsozialistischen Weltanschauung die Form erhalte, um auf die Dauer bestehen zu können. Bei dieser Arbeit stehe der Bürgermeister mit an erster Stelle,-weil er durch sein Wirken dem Herzen des Volkes am nächsten sei. Es gäbe kaum- einen schöneren Berus als den des Bürgermeisters, denn sein Amt sei groß und seine Verantwortung sei schwer, dafür habe er aber auch große Aufgaben im Sinne der nationalsozialistischen Weltanschauung zu erfüllen. Wie wichtig dieses Amt sei, gehe schon aus dem Vorspruch zur Deutschen Gemeindeordnung, ferner auch daraus hervor, daß der Führer den deutschen Bürgermeister zum Führer der Gemeinde als Selbstverwaltungs-Körperschaft gemacht habe. Früher habe man unter Selbstverwaltung die Mitbestimmung der Masse durch ihre gewählten Vertreter verstanden. Heute sei die Selbstverwaltung im nationalsozialistischen Sinne etwas ganz anderes, ncjmlich die verantwortliche Führung der Gemeinde durch ihren Leiter. Jeder Bürgermeister, der im Geiste dieser Auffassung seine Pflicht tue, werde seine Aufgaben im rechten Sinne erfüllen. Eine fundamentale Aufgabe des Bürgermeisters bestehe vor allem darin, eine gesunde Grundlage der Gemeindefinanzen zu schaffen, zu erhalten und zu sichern. Er (Redner) könne zu seiner Freude sagen, daß die Bürgermeister des Kreises Gießen von diesem Geist erfüllt seien und im besten Einvernehmen mit dem Kreisamt sich bemühten, die Geschicke ihrer Gemeinden so zu führen, daß es heute wohl kaum eine Gemeinde im Kreise. Gießen gäbe, die noch eine finanzielle Schwäche kenne. Fast alle Gemeinden seien bisher in der Lage gewesen, die erforderlichen Rücklagen sicherzustellen. Kreisdirektor Dr. Lotz stattete hierauf dem Kreisdirektor und allen Beamten des Kreises Schotten waltung, der sog. Rentkammer, der die Generalkasse, das gräfliche Forstamt und die Verwaltung des Pol. Kom. L. angeschlossen sind (übrigens wohl der größte Verwaltungsapparat im seitherigen Kreise Schotten), ferner das Krankenhaus mit Altersheim und die Laubacher Bank. Zu erwähnen ist noch, daß Laubach schon seit langem auf Grund seiner milden Lage und seiner herrlichen Umgebung als Sommerfrische bekannt ist. Nach neuen Methoden findet in den letzten Jahren eine intensive Verkehrswerbung statt, die sich schon auf das hiesige Wirtschaftsleben günstig ausgewirkt hat. Die Zahl der Fremden hat sich seit 1933 um mehr als das doppelte vermehrt und die Zahl der Uebernachtungen sich noch bedeutend mehr gesteigert. Sommerhalbjahr: von 1094 auf 3562 (ohne 4768 JH.). Erstmalig ist in diesem Jahre unser Städtchen auch Aufnahmegebiet für KdF.- Urlauber gewesen, die uns von dem politischen Kreise Büdingen-Schotten zugewiesen worden sind (rund 1800 UÜbernachtungen, insgesamt 10 100). Mit diesen kurzen Umrissen habe ich Sie auf die wirtschaftliche Stuktur Laubachs und seiner Umgebung hingewiesen, das mit dem heutigen Tage der Verwaltung des Kreises Gießen untersteht und somit auch dem politischen Großkreis Wetterau zugeteilt ist. Für uns ist es ein beruhigendes Gefühl (der Kreisdirektor) hoffe, daß diese Probe bestanden würde. Sodann machte der Kreisdirektor davon Mitteilung, daß er gestern Vormittag eine Verfügung des Reichsstatthalters über die Berufung der neuen Kreisausschußmitglieder erhalten habe. In dem neuen Kreisausschuß seien auch bereits Vertreter der Laubacher Ecke als Mitglied bzw. als Stellvertreter berufen worden. Der Kreisdirektor begüßte die neuen Kreisausschußmitglieder mit dem Wunsche, daß mit ihnen eine ebenso harmonische Zusammenarbeit zustande kommen möchte, wie mir dem bisherigen Kreisausschuß. . Die neuen Kreisousschuhmitglieder sind: Landwirt Heinrich Berghöfe-r (Treis a. d. Lumda): Bürgermeister und Landwirt Hch. Erb II. (Beltershain)', Svarkassenrechner Karl Naumann (Laubach): Landwirt und Bürgermeister Heinrich Rink (Steinbach): Landwirt und Bürgermeister Heinrich Rudel (Rodheim a. d. Horloff); Obermeister Hermann W o b k e r (Heuchelheim). Der Kreisdirektor schloß mit den Worten: Der Herzlicher Empfang der „Laubacher Ecke" durch den Kreisdirekior und die Bürgermeister Nunmehr gehören 86 Gemeinden mit 74420 Einwohnern zum Kreis Gießen. selbstverständlich. Aber eines wolle er besonders hervorheben:: daß eine nationalsozialistische Tat besser sei,als hundertRe- d e n. Der bisherige Kreis Gießen habe durch sein ,i Dank ab für alles das, was sie bisher , . . jetzt zum Kreise Gießen gekommenen Gemeinden getan haben. Er gab sodann der Hoffnung Ausdruck,' daß die schöne Gemeinschaft, die bisher zwischen den Bürgermeistern der neuen Kreis- gemeinden und dem Kreisamt Schotten bestanden hätte, sich ebenso auch im Kreise Gießen gestalten Zuc Sckukpftege,. dock nue cm4lauck dem £eder tut’s gut, dem Qctd&eutel auck ! Bürgermeister Högy, Laubach, als Sprecher der Bürgermeister der neuen Kreisgemeinden richtete .hierauf eine Ansprache an die Versammlung, in der er u. a. sagte: Als Leiter der Stadt Laubach gereicht es mir zur ganz besonderen Freude und Ehre, Ihnen allen die herzlichsten Willkommensgrüße zu entbieten. Ich nehme hierbei Veranlassung, Ihnen, sehr verehrter Herr Kreisdirektor, meinen verbindlichsten Donk dafür auszusprechen, daß Sie die heutige Tagung hierher verlegt haben, um die infolge der Auflösung des Kreises Schotten dem Kreisverband Gießen zugeteilten Gemeinden in feierlicher Weise zu übernehmen. Mein ganz besonderer Gruß gilt dem Vertreter des Kreisleiters des Kreises Wetterau, Pg. Dr. H o p f e n m ü l l e r. Bei Ihrem Hiersein werden Sie Gelegenheit haben, sich bei den Gemeindeleitern der „Laubacher Ecke" davon überzeugen zu können, daß der Anschluß an den wirtschaftlich stärkeren Kreis Gießen von der gesamten, fast 5000 Einwohner zählenden Bevölkerung der übernommenen 7 Orte und der 4 selbständigen Gemarkungen lebhaft begrüßt worden ist. Diese Freude ist eine echte und aufrichtige, zumal es sich um die Erfüllung eines langgehegten Wunsches handelt, die wir dem Leiter der nationalsozialistischen Regierung in Hessen, unserem Reichsstatthalter und Gauleiter Pg. Sprenger in erster Linie zu verdanken haben. Mit dem heutigen Tage wird — was die Frage der Krei^zugehörigkeit des Laubacher Bezirkes anlangt — ein für allemal ein Schlußstrich gezogen. Große Reichtümer besitzt das im mittleren Ober- Hessen gelegene 'Gebiet zwar nicht, aber dafür dürfen die zu ihm gehörenden Gemeinden, von einem treudeutschen Menschenschlag bewohnt, doch als wirtschaftlich gesund betrachtet werden, die einen bedeutenden Waldbesitz ihr Eigentum nennen können. Vorherrschend sind hie die landwirtschaftlichen Kleinbetriebe, die in manchen Orten fast 90 v. H. der gesamten Bevölkerung ausmachen, während der Rest sich aus Arbeitern und wenigen Kleingewerbetreibenden zusammenfetzt, die meistens auch noch nebenbei etwas Grundbesitz bewirtschaften. Nur ein Bergwerksbetrieb befindet sich zwischen Freienseen und Lardenbach. Anders gelagert ist die berufliche Zusammensetzung der Laubacher Bevölkerung. In der seit 1405 Stadtrechte besitzenden Gemeinde mit rund 530 Haushaltungen und knapp 2000 Einwohnern sind die Arbeiter, Bauern, Beamte und Gewerbe- treibe einschließlich der Besitzer einiger kleinen in- gebiets bringe aber auch ein Herz mit, das sich über diesen Zuwachs freue, außerdem habe sie den festen Willen, nun auch dieser Ec§e des Kreises mit Hingabe zu dienen. Der Kreis Gießen sei sich seiner Verpflichtung bewußt, diesen neuen Teil des Kreises so zu betreuen, daß die Bewohner dieser Orte schon In dem schönen Städtchen Laub ach, das seit dem gestrigen 1. November zum Kreis Gießen gehört, sand am gestrigen Dienstag eine Verso m m - lunq der Bürgermeister des Kreises Gießen statt. Der Anlaß zu dieser Laubacher Bürgermeister-Tagung war ein einzigartiger und lotalhistorischer, nämlich: die feierliche Eingliederung der sog. „Laubacher Ecke' in den Kreis Gießen. Zu dieser Tagung im Saale des „Solmser Hof" 'hatten sich die Bürgermeister der Kreisgemcinden, ein Vertreter der Kreisleitung und zahlreiche Vertreter von Behörden, ferner die früheren und die neuen Kreisausschußmitglieder versammelt. An der Tagung nahmen zum ersten Male auch die Bürgermeister* der nach der Auflösung des Kreises Schotten zum Kreise Gießen hinzugekommenen Gemeinden der Laubacher Ecke (Freienseen, Gonterskirchen, Klein-Eichen, Lardenbach, Laubach, Ruppertsburg und Wetterfeld) teil. Kreisdirektor Dr. Lotz leitete die Tagung mit herzlichen Worten der Begrüßung ein. Sein erster Gruß galt dem Vertreter der Partei und des Kreisleiters, dem Pg. Direktor Dr. H o p f e n m ü l l e r, der an Stelle des verreisten Krelsleiters gekommen war. Der Kreisdirektor betonte dabei, daß Dr. Hopfenmüller in der Kreisleitung die Verbindung mit dem Kreis und den Gemeinden des Kreises Gießen aufrechterhält, die Zusammenarbeit mit ihm bisher schon immer sehr erfreulich war und sicherlich auch in Zukunft so verlaufen wird; sein Erscheinen als Vertreter des Kreisleiters werde daher besonders begrüßt. Weiter galt der besondere Gruß des Kreisdirektors den zahlreichen Vertretern der Behörden, die durch den Gebietszuwachs des Kreises Gießen in der Laubacher Ecke auch eine Erweiterung ihres Arbeitsbereichs erfahren haben. Die übrigen Ehrengäste wurden von dem Kreisdirektor ebenfalls mit herzlichen Worten willkommen geheißen, wobei er insbesondere die bisherige gute Zusammenarbeit mit den früheren Kreisausschußmitgliedern. ebenso mit der Presse hervorhob. Schließlich richtete der Redner noch herzliche Grußworte an die Bürgermeister selbst, vor allem an die Bürgermeister aus der Laubacher Ecke mit dem Wunsche, daß sie sich schon bald in der Gemeinschaft des Kreises Gießen heimisch und.wohlfühlen möchten. Aus dieser Tagung habe der Kreis Gießen ein Geschenk entgegenzunehmen, das ihm von dem Reichsstatthalter in Hessen — Landesregierung — mit dem Gesetz vom 7. April 1938 gemacht wurde. Der Kreis Gießen freue sich dieses Geschenks, denn er wisse, daß er mit der Eingliederung der Laubacher Ecke in den Kreis Gießen eine wertvolle Verschönerung erfahren habe. Der Kreis Gießen habe bisher nicht zu den Kreisen gehört, die über landschaftlich besonders schöne und markante Gegenden verfügen. Gewiß, auch der Kreis Gießen in seinem bisherigen Ausmaß fei schön, aber er habe sich an Naturschönheiten doch nicht mit den anderen Kreisen messen können. Das sei jetzt durch die Eingliederung der Orte der Laubacher Ecke anders geworden, und deshalb freue man sich über dieses Geschenk. Die Freude sei aber auch dadurch begründet, daß man wisse, die Bevölkerung dieser Orte des Laubacher Bezirks begrüße diesen Anschluß an den Kreis Gießen. Ein B"weis dafür fei der Zeitungsartikel von Bürgermeister H ö g y , Laubach („Gießener Anzeiger" Nr. 254 vom 29./30. Oktober. D. Schriftltg.). Der Kreis Gießen komme aber nicht mit leeren Händen. Schon feit einiger Zejt fei z. B. die Laubacher Ecke in den Bereich des ncDcii yuuc uulu; jom Sache zu dienen und nicht der Person, das ist unser Handeln zu beweisen, daß er würdig sei, diese schöne Weg. Wenn wir ihn gehen, wird auch das Ziel der Laubacher Ecke zum Kreis bekommen zu haben. Er > Verwaltung erreicht werden Gießener Stadttheater. Verdi: „Rigoletto." „Wenn ich Dilettant wäre, würde ich ,Traviata' lieben, als Künstler erkläre ich mich für Rigoletto." So bekennt sich Verdi selbst zu der ersten der drei aufeinanderfolgenden Opern „Rigoletto" (1851), „Troubadour" (1853) und „Traviata" (1853). die seinen Weltruhm begründeten. Wenn auch die 16 vorangegangenen Opern des damals 38jährigen vereinzelt schon typische Derdische Züge aufweisen, so sind sie immer noch stark an die italienische Tradition gebunden durch Stoffwahl und musikalische Form. Den von harten Schicksalsschlägen Betroffenen führte erst das erfahrene Leid zur Reife seines Menschentums. Bedenkt inan, daß er 1840 innerhalb weniger Monate feirie beiden Kinder und seine Frau an tückischer Krankheit verliert und tn dieser „gräßlichen Seelenqual" vertragsgemäß eine komische Oper schreiben muß, so rpird man ermessen, daß jetzt bei ihm die Basis gegeben war, die erschütternde Tragik des „Rigoletto"-Schicksals m aller Tiefe zu begreifen. Er betont selbst, daß er zehn Jahre früher den „Rigoletto" ßicht gewagt haben ' würde; erst zuletzt war er menschlich und künstlerisch dazu befcchigt, die Gestalt des Narren in ihrem inneren Zwiespalt zu durchleben. Daß gerade die menschlichen Probleme im Opernstoff zu der Höhe von Verdis Schaffen führen, das bestätigen die Hauptfiguren der oben benannten Werke; es find Grenzfälle, die außerhalb des alltäglichen Erlebens liegen: Der Narr („Rigoletto ), die Hexe („Troubadour"), die Dirne („La Traviata ): „Rigoletto", von Natur aus mißgestaltet und dadurch in die Stellung als Hofnarr hineingetrieben, ein Spötter, ein Gelegenheitsmacher für die galanten Abenteuer des Herzogs, feines Gebieters, verfallt dem Fluche der beleidigten Vaterehre Monterones, die er höhnend in den Staub zu ziehen versucht. Das Verhängnis verfolgt ihn: anderen vermeintlich einen Streich spielen wollend, liefert er feine so sorgsam gehütet^ Tochter in die Hände seiner Widersacher. Der erwachende Mensch in ihm will im Hochgefühl väterlicher Liebe für seine Tochter zum Rächer werden an dem Herzog und trifft mit seiner Rache das Leben seiner eigenen Tochter, lieber- steigerte Leidenschaft treibt die eigene Tochter^ dazu, sich für den Mann zu opfern, dessen Falschheit sie kurze Zeit vorher mit eigenen Augen erkennen mußte. Im menschlichen Nachfühlen stößt Verdi im „Rigoletto" zu einer, einzig dastehenden musikalisch- dramatischen Durchdringung des Stoffes vor, und so werden die Szenen zwischen Vater und Tochter mit zu den ergreifendsten, die er geschrieben, hat. Verdis Stil erreicht eine überzeugende, bis dahin noch nicht zu beobachtende' szenische Geschlossenheit. Das erste Bild mit seinem gesellschaftlichen Treiben, das vom Orchester musikalisch eingefangen wird, dazu die Konversation der einzelnen Gestalten, alles fügt sich zu einem einheitlichen Ganzen. Schaurig die Szene zwischen Rigoletto und dem Bravo Sparasucile, wo das Orchester in eigenartiger Klangführmig die Unterhaltung der beiden sich abheben läßt. Don besonderem Reiz sind die selbständigen Nebenstimmen, die sich immer wieder in den verschiedensten Szenen zu dem melodischen Bogen finden. Das Eigenartigste und Unvergleichlichste aber gibt er in dem Quartett des letzten Aktes, wo er die größten persönlichen Gegensätze und die unterschiedlichsten Seelenftimmungen zu musikalischer Einheit bindet; ein einzig dastehender Gipfel in der gesamten Opernliteratur. Wir wissen, daß gerade beim „Rigoletto" Verdi starken Anteil hatte an der Durchgestaltung der einzelnen Szenen, an der Echtheit und menschlichen Wahrheit des Bühnengeschehens. Es ist auch bekannt, daß Verdi dem stimmlich vielleicht nicht so glücklich bedachten, denkenden Darsteller den Vorzug vor dem „Nur-Sänger" gabr So verlangt der „Rigoletto" eine starke psychologisch orientierte Eindringungsfähigkeit der beteiligten Kräfte mit weitgehender Einfühlungsgabe in die musikalischen Bedingungen, zumal Verdi hier kaum solche „dankbaren Nummern" für die Sänger bietet wie etwa im „Troubadour". Wegen der in der Titelfigur gebundenen Problematik wird diese Rolle zum Prüfstein des Darstellers und Sängers. In dem Wechsel der Situationen, die jedesmal eine neue seelische Haltung erfordern, von der Oberflächlichkeit des stotternden Narren bis zum tiefsten Erschüttern des vom Schicksal geprellten Daterherzens, wurde Gustav Bley zum Künder stärksten inneren Erlebens, reich in der Reihe der Abstufungen seelischer Aeußerung, stets aber dabei von innerer Echtheit und menschlich warmem Erfühlen überzeugend, unter der Narrenmaske den hart geprüften Menschen erahnen lassend; in stetiger Einheit des Darstellers mit dem Sänger, mit prächtig klingendem, weitgespanntem melodischen Bogen die lyrischen Szenen ausschöpfend, nachgiebig im Stimmklang, jeder Charakterisierung in ihrer dramatischen Bedingtheit fähig. So wuchs er mit Wucht über das bloße Bühnenspiel hinaus im Kampf zwischen Schicksal und Väterlichkeit zu dämonischer Größe des von Rache 'genährten Triumphgefühls (ein hohes „As“ am Schluß des Duetts!) und dem stärksten Gegensatz dazu im Hereinbrechen der Katastrophe. Lotte Grimm vom Opernhaus Köln als Gast erscheint durch den vorherrschend lyrischen Einschlag ihrer Stimme für die Gilda besonders bestimmt. Ihre Töne sind weich, äußerst modulationsfähig, mit der Entfaltungsmöglichkeit vom flötengleich schwebenden Piano bis zum tragenden Forte-, musikalisch dabei die melodische Linie mit den Gefühlswerten füllend. Ihre große Arie im zweiten Bild ließ sie als eine Sängerin von besonderer Kultur erkennen, getragen von Gefühlsweichheit und Innigkeit. In vollster Entfaltung zeigte sie sich im Quartett des letzten Aktes. Der Herzog soll nach Verdis Worten ein „Wüstling" sein; skrupellos im Verfolg seines sinnlichen Begehrens und dennoch im zweiten Akt nicht frei vom Durchbrechen eines echten, ehrlichen Fühlens. Ernst August Waltz war im Eingangsbild mit seiner „Ballata" Standesperson von Haltung und schöner, ausgeprägter Gesangslinie, in den Szenen mit Gilda voll werbender Liebe mit Zartheit und Anschmiegsamkeit des Klanges. Im letzten Akt gab er sich mit frivoler Leichtfertigkeit, ganz in feinem „O wie so trügerisch" ausgehend. Die Leichtigkeit seiner Stimme kam der Durchführung der Partie besonders entgegen; die Bindungen in der oberen Mittellage würden durch größere Plastik noch mehr gewinnen. Dem schicksalshaften Fluch wurde Erwin B u g g e zum betonten Träger als Monterone; den Spara- fucile zeichnete Herbert Hirche mit scharfen Zügen und stimmlicher Farbe. Max Schneider-Oe |t und Gert Buch heim (Marullo und Borsa) gaben ihrem Part ein eignes Gepräge. Ilse Winhold fügte sich als Maddalena mit Sicherheit und individueller Färbung dem Quartett ein. Das gesamte Geschehen auf der Bühne war durch die Spielleitung Wolfgang Kühnes klar gegliedert und van dramatischem Zugs erfüllt; besonders sei die tänzerische Ausdeutung der Eingangsszene hervorgehoben. j Die Chöre unter Heinz Markwardt gaben der Szene Verstärkung des dramatischen Akzentes. Die Bühnenbilder Karl Löfflers fingen das Milieu in fein durchgearbeiteter Anpassung ein und wurden unterstützt durch die stimmungsgebundene Beleuchtung (Remigius Konen). Das Ganze aber erhielt unter Joachim Popelka temperamentvoll durchglühten musikalischen Impuls, mit besonderem Eingehen auf die zahlreichen Feinheiten der an Schönheiten so reichen Partitur, gefolgt von den trefflich mitgehenden Kräften des Orchesters. In ihrer Gesamthaltung und Durchführung wurde die Aufführung ein würdiger Auftakt des weiteren Verdi-Gedenkens in dieser Spielzeit. Das vollbesetzte Haus war sichtlich mitgerissen. Dr. Hermann Hering. Oie Sache mit dem Wasserhahn. Das ist etwas für die Hausfrauen: Die Geschichte mit dem offenen Wasserhahn! Zwei Gerichte Berlins haben sich vor kurzem mit ihm beschäftigen müssen. Einer Zivilklage lag folgender Vorgang zugrunde. In einem Berliner Miethaus war wegen einer Jn- ftandsetzungsarbeit die Wasserleitung abgestellt worden. Während die Leitung noch abgestellt war, drehte die bei einer Familie im zweiten Stockwerk beschäftigte Aufwartefrau die Leitung auf, um zu sehen, ob das Wasser wieder laufe. Sie vergaß jedoch, den Hahn wieder zuzudrehen. Nachdem die Leitung wieder in Betrieb gesetzt war, strömte das Wasser durch den Fußboden. Dem unterwohnenden Mieter wurde erheblicher Schaden zugefügt, weshalb er nacheinander vom Hauswirt, vom Hauswart und von der im zweiten Stock wohnenden Mieterin Schadenersatz verlangte. Das Landgericht wie das Kammergerichk wiesen aber den Kläger ab. Den Hauswirt und den Hauswart treffe keine Schuld, weil das Abstellen der Wasserleitung den Mietern nicht angezeigt zu werden brauche. Die Mieterin treffe keine Schuld, weil nicht sie, sondern ihre Aufwartefrau den Hahn geöffnet und ihn offen habe stehen lassen. Die Mieterin habe auch ihrer Aufsichtspflicht der Aufwartefrau gegenüber genügt, da bei der Auswahl und Beaufsichtigung einer Aufwartefrau nur ein bescheidener Maßstab anzulegen fei. Da die Aufwartefrau der Mieterin empfohlen worden sei und bisher auch zur Zufriedenheit der Mieterin gearbeitet habe, könne die Mieterin nicht für die Vergeßlichkeit der Aufwartefrau in Anspruch genommen werden. Eine fatale Angelegenheit für den Mieter im ersten Stock! Außerdem aber eine Lehre für alle Berliner und für alle Volksgenossen im Reich, Wasserhähne auch dann wieder zuzudrehen, wenn ihnen einmal fein Wasser entströmt. Dem Chronisten bleibt nur übrig zu bemerken: Gefährlich ift's den Leu zu wecken. Verderblich ist des Tigers Zahn! Jedoch das Schrecklichste der Schrecken — Das ist ein offner Wasserhahn! ' H. D. Hochschulnachrichten. Dem nb.ao. Professor Dr. Max Richter ist unter Ernennung zum Ordinarius der Bergakademie Clausthal der Lehrstuhl für Geologie und Paläontologie übertragen worden. Dr. Horst I e ch t, Extraordinarius in der rechts- unb staatswissenschaftlichen Fakultät der Universität Berlin, ist zum Ordinarius in der gleichen Fakul- tat ernannt worden. Aus der Stadt Gießen fest. rente i und Sachbearbeiter des Kreisamts Gießen Sta vor. Anschließend wurde von den Referenten kurz! Tod". (Nachdruck verboten!/ 22. Fortsetzung. boi Reportage, die sich gewcrichen hat'." seufzt Schorsch. Hitler-Jugend Bann 116. Stamm 1/116 Gießen. Wenn Karajan erfährt, daß das Geld von der Frau koiyrnt, die damals hinter Meßdorf stand, rückt er , ab. Du kennst ihn doch genügend. Er ist viel zu stolz, um das anzunehmen." „Hm." Wernicke überlegt. „Wir spielen ein ge- Stadttheater: 19.30 bis 22.30 Uhr „Dantens . — Gloria-Palast (Seltersweg): „Fracht von voller Motorenkraft, so daß es lange und gut beobachtet werden konnte. „Graf Zeppelin" befand sich, wie aus einer gestrigen Notiz im „Gießener Anzeiger" hervorging, von Friedrichshafen her aus der Fahrt nach Frankfurt a. M., wo es gegen 15 Uhr im Welt-Luftschiffhafen Rhein-Main erwartet wurde. Hubertus-Zagd des Standorts Gießen Hierauf stellte Kreisdirektor Dr. Lotz den Bürgermeistern der neuen Kreisgemeinden die Refe- jetzt zu wissen, daß die von uns (, den als vollberechtigte Mitglieder in die Kreis- die Regierungsrate „Gut! Fangen wir an!" ... Na, und wenn der beginnt zu arbeiten, wenn er so richtig warm dabei wird, dann vergißt er sein Geburtsdatum und lebt auf einem andern Stern." „Gebe Gott, daß alles so geht, wie Sie sich's denken, Fräulein Westner!" Hägebarth ist aus seiner Ecke hervorgekommen und drückt ihr die Hand. „Ich wünsche es Ihnen von ganzem Herzen. Aber ... was Sie da vorhaben, ist eine Sache, die junge Kraft erfordert. Dafür bin ich zu alt. Sind Sie mtr sehr böse, wenn ich nach dem Verkauf der „Vereinigten" zu meiner Tochter nach München ziehe?" Karola sieht ihn lange an. „Hägebarth, guter, alter Hägebarth! Sie haben sich die Ruhe ihres hohen Alters reichlich verdient!" „Und Sie halten mich nicht für fahnenflüchtig?" „Aber alter Freund! Wie kann ich so undankbar sein! Nein, im Gegenteil! Nur eine Bedingung stelle ich, ehe ich Sie gehen lasse: Ich darf einmal bei Ihnen da unten zu Gast sein. Ich werde mich sehr bescheiden und still verholten!" „Sie werden immer bei Ihrem alten Freund Hägebarth eine Stätte finden, wo man Sie versteht und ... liebt, Fräulein Karola! Es kann ja einmal der Tag kommen, wo Sie so etwas brauchen. Denn ich habe Sorge, ob das mit Karajan gut geht. Wollen Sie nicht doch gleich die volle Wahrheit sagen?" „Nein. Er hat seine Arbeit und sein Lebensziel durch mich verloren. Und er brauchte ein Ziel, nicht in den Wolken, sondern auf der Erde. Das will ich ihm geben in doppeltem Sinn: seine Arbeit ... und dann ... er arbeitet für unser Heim, für unser neues gemeinsames Leben. Das wird ihm den stärksten Austrieb geben. Erfährt er, daß ich ... mm, daß ich an seinem Unglück und an seinem Glück schuld bin, ist das alles sinnlos ... für ihn. Er wird sich eher die Hand abhacken, als von mir auch nur die geringste Unterstützung dulden. Oder sind seine beiden Freunde, die ihn am genauesten kennen, anderer Meinung?" Günther schüttelt den Kopf. „Nein, das stimmt. Sie sind klüger, als ich es bei einer Frau für mög- lieh gehalten habe." „Darum laß ich ihn schaffen, darum soll er das Gefühl haben, daß er allein aus seiner Kraft den Grund legen muß, auf dem unsere Ehe stehen wird." Die beiden Freunde nicken schweigend. Sie begreifen, daß dieses Mädchen in ahnendem Gefühl den Urgrund männlichen Strebens erkannt hat: das Leben aus eigener Kraft zu zwingen. Dieses Mädchen hat es mit liebendem Sinn erspürt, es bnt nicht gegrübelt, sondern sein Herz geftaqt und gebandelt. Das konnten sie mit all ihrer Freundschaft nicht Am kommenden Sonntag, 6. November, findet die erste Wochenendschulung des Stammes 1/116 in Gießen statt. Es nehmen daran teil: Die Führer der Gefolgschaften, Scharen, sowie Kameradschaften. Außerdem die Mitarbeiter der Gefolgschaften. Dienstanzug: Winteruniform ohne Mantel. Am Mittwochabend, 2.11., um 20.15 Uhr, ist eine Besprechung der Gefolgschaftsführer und Sonder- einheitsführer des Stammes 1/116 (Gießen) auf der Dienststelle des Stammes (Seltersweg). Theaterring der Hitler-Jugend. Die Mitglieder des Theaterringes, deren Mitgliedskarte den Vermerk „Mjttwoch-Miete" trägt, besuchen die heutige Vorstellung von„ „Danton5 Tod", Revolutionsdrama von Georg Büchner. Beginn der Vorstellung um 19.30, Ende 22.30 Uhr. £3.130 „Graf Zeppelin"' über Gießen Gestern gegen 11.30 Uhr erhielt unsere Stadt unvermutet den schon langerwünschten Besuch des neuen Luftschiffes LZ 130 „Graf Zeppelin". Nachdem das Luftschiff auf seiner großen Deutschlandfahrt vor etwas über Monatsfrist einmal zu nächtlicher Stunde über unserer Stadt erschienen und damals nur von wenigen beobachtet worden war, hatten gestern viele Volksgenossen die Möglichkeit, das stolze Luftschiff zu bewundern. Nichtsdesto- weniger mag vielen der Anblick entgangen sein, denn es war kaum ein Motorengeräusch zu hören, das die Aufmerksamkeit hätte herausfordern können. Biele Volksgenossen sind sicherlich erst auf den Ruf von der Straße her: „Der Zeppelin!" an die Fenster geeilt, um dann noch am trüben November- Himmel zu suchen, wo. sich das Luftschiff wohl befinden mochte. Schließlich war es aber, trotz des geringen Motorengeräusches und trotzdem es wie eingehüllt in Wolkenschleiern erschien, doch nicht zu übersehen, und so freute sich jedermann darüber, nun auch dieses Luftschiff gesehen zu haben. Das Luftschiff flog sehr langsam und sichtlich nicht mit aufwiegen, bas vermochte alle Kameradschaft nicht. Das konnte nur eine Fran, die liebt. „Ich danke Ihnen! Und Sie, Herr Hausmann?" „Bin ganz Ihr Sklave!" Die Augen, denkt Schorsch, was hat das Mädchen für helle Augen! Sie können einem beinahe wehe tun. Hat dieser Karajan ein Schwein! „Ich will den Kaufpreis, den ich von der „Union'* erhalte, zum Aufbau eines neuen Werkes benutzen. Das Gelände dazu ist im Besitz meiner Tante. Es liegt hier bei Dresden, drüben auf der Blasewitzer Seite. Tante Therese hat es geerbt. Sie wird es mir ohne weiteres zur Verfügung stellen. Wir spa- ren also schon die Summe für das Grundstück. Die Leitung des Aufbaus soll mit einem Architekten zusammen Doktor Karajan übernehmen. Er soll vollkommen freie Hand haben. Ich habe außerdem einen tüchtigen Ingenieur, von dem ich allerlei erhoffe ... jener kluge junge Mann, Herr Hägebarth, der neulich den Einwurf machte, man müßte auf Karajans Arbeiten zurückgreifen. Der Mann hat nicht nur technisches Können, er ist auch Künstler. Er wird die ersten Entwürfe liefern." „Weiß denn Karajan schon Bescheid?" fragt Gün« ther nun dazwischen. Karola schüttelt den Kopf. „Natürlich nicht. Deshalb habe ick Sie ja rufen lassen. Sie sollen ihm mitteilen, daß Sie eine Firma ausfindig gemacht haben, die an seiner Erfindung sehr interessiert ist. Den Neuaufbau soll er vollständig leiten, wenn er den Mut hat, seine Pläne in die Praxis umzusetzen. Es stehen ihm fast eine Million Mark zur Verfügung." „Donnerwetter!" Schorsch reibt sich das Kinn. „Das ist doch allerhand! Und das wollen Sie so ohne weiteres in eine Sache hineinstecken, die auch schief gehen kann?" „Ich würde das Geld lächelnd irgendeiner Stiftung schenken und mit Karajan mein Leben lang trockenes Brot essen, Herr Hausmann", lächelte Karola. „Sollte ich da nicht soviel Zuversicht haben, es für die Erfindung eines Mannes zur Verfügung zu stellen ... an den ich glaube, an den ich auch als Erfinder glaube? Oder soll ich ibn der Gefahr aus» setzen ... wieder irgendwo Schiffbruch zu leiden?" „Fräulein Karola?" Schorsch meldet sich. „Darf ich Ihnen etwas ... etwas Abschließendes fagtzn?" „Bitte!" „Entschuldigen Sie ... aber Sie sind das, was man unter Mannsleuten einen anständigen, feinen Kerl nennt. Sie können immer auf mich zählen. Entschuldigen Sie die etwas ulkige Form ... ober es ist ehrlich gemeint." (Fortsetzung folgt!) „Lieber, alter Freund", sagt sie und legt ihm die Hand auf die seine, „Sie meinen es ja gut, aber lassen Sie nur — Trost brauche ich nicht. Nein, die Karola Westner ist noch aus dem gleichen Holz geschnitzt wie ihr Großvater. Sie kann entschlossen sein. Und das ist sie jetzt. Also flipp und klar: Ich habe mich entschlossen, das Angebot der ,Union AG? anzunehmen. Ich verkaufe." „Mein Gott", flüstert Hägebarth, „und was soll aus den Leuten werden? Die ,Union' legt doch still. Das ift so gut wie sicher." „Darüber zu beraten, habe ich Sie und die beiden Herren hergebeten. Wir alle haben bisher nicht weiterfinden können, wußten nichts was wir tun sollten. Ich glaube ich habe eine Lösung gefunden. Ich werde einen neuen Werkstoff Herstellen." „Um Himmels willen!" Hägebarth ist vor Entsetzen aufgesprungen. „Dann werfen Sie Ähr Geld ich lieber gleich zum Fenster hinaus!" Ganz leise weist ihn Karola zurecht. „Abwarten!" lächelt sie. „Ich war nämlich noch nicht ganz fertig. Äch werde Preßsioff Herstellen nach dem Verfahren gemeinlchast Ausnahme smoen uno uns oie gieiajt Betreuung zuteil wird, wie den disheriaen Gemeinden des Kreises Gießen. Diesem Kreise schließen wir uns nun freudigen Herzens an und sehen hoffnungsvoll in die Zukunft; dies um so mehr, als wir durch die zielbewußte Staatsführung unseres genialen Führers immer wieder von neuem die nötige Kraft und Stärkung erhalten. Anläßlich ies heutigen, für die Laubacher Ecke so bedeutungsvollen Ereignisses spreche ich gleichzeitig irn Namen der übrigen Berufskameraden der umliegenden Orte, daß wir jederzett von dem guten Willen der gedechlichen Zusammenarbeit beseett sind und in dieser Stunde erneut geloben, uns bei unserer weiteren verantwortungsvollen Amtsführung wie seither stets unermüdlich einzusetzen zum Wohle der Einen schönen reitsportlichen Höhepunkt im Ablauf des Jahres bedeutet nun schon seit Jahren die traditionelle Hubertus-Jagd. In diesem Jahre wird ie wieder von der III. Abt. Art.-Regt. 9 angelegt, und sie findet am kommenden Freitag, 4; November, tatt Unter Voranritt des Trompeterkorps des Art.-Regts. 9 reiten sämtliche Teilnehmer um 13 Uhr von der Artilleriekaserne ab durch die Stadt zum Platz des Stelldicheins. Die Kavalkade nimmt )abci folgenden Weg: Artilleriekaserne, Kaiserallee, üudwigsplatz Neue Bäue, Neuenweg, Seltersweg, Frankfurter Straße, Klein-Linden. Um 14 Uhr ist Stelldichein am Lahnknie, einen Kilometer südlich von Heuchelheim. Das „Halali" wird im Wiesengrund, in der Nähe eines einzeln stehenden Baumes, etwa 500 Meter südwestlich von Heuchelheim, geblasen. Nach dem Abschluß der Jagd findet dort auch das Fuchsschwanzreiten statt. Für die Zuschauer ist der Erdwall, 300 Meter nördlich der Lahnbrücke und etwa 400 Meter südlich von Heuchelheim, günstig. Um 15.30 Uhr wird zum gemeinsamen Rückmarsch aller Jagdteilnehmer zur Artilleriekaserne aufgebrochen. Kinderreiche und Reichsmütterdienst. Der Reichbund der Kinderreichen hatte vor einigen Tagen seine Mitglieder im „Burghof" versammelt. Es waren nicht nur viele aus Gießen, sondern auch aus den umliegenden Orffchaften erschienen. Abschnittswart Pg. Prof. K l i e w e wies zunächst auf die Ereignisse der letzten Monate und Wochen hin und ermahnte die Mitglieder, dem Führer dadurch den schuldigen Dank abzustatten, daß sie sich in Zukunft mit noch größerer Begeisterung und Kraft an der friedlichen Aufbauarbeit des Dritten Reiches beteiligen. Der RDK. beginne seine Arbeiten, die er in den kommenden Wintermonaten durchführen wolle, mit der Schulung der Mütter. Schwester Emmely G o b b e r 5 , Kreisabteilungsleiterin vom Reichsmütterdienst, hatte die Gelegenheit wahrgenommen, in längeren Ausführungen zu den Kinderreichen zu sprechen. Sie sagte u. a.: „Es ist eine große Ehre für die Kinderreichen, dem Reichsbund angehören zu dürfen. Da sie d i e deut« schen Mütter und Väter sind, tragen sie die größte Verantwortung für den Aufbau des Volkes in sich. Es war nicht leicht für unsere Mütter, immer deutsche Mütter zu bleiben. Früher galt vielfach die Frau - nur dann etwas, wenn sie im öffentlichen Leben stand. Kinder wollte man nicht mehr haben. Die Liebe zum Kind wurde erstickt. Mann und Frau wollte man auseinanderreißen. Fremdes Gift und • artfremde Blutoermischung führten zur inneren Zersetzung und Entartung des Volkes. Zu der Zeit aber, als die Parteikämpfe tobten, als Neid, Haß und Mißgunst herrschten, als die Achtung vor der Familie immer mehr schwand, waren es die deut-, scheu Mütter, die dem Führer die Treue hielten. Der Führer wußte das, er hatte immer an den Bestand unseres Volkes aus seinen gesunden Kräften geglaubt Deshalb hat er für die deutsche Mutter das Wort geprägt: ,^n meinem Staat ist d i e Mutter d i e wichtig st e Staatsbürge- rin!" Mit Recht! Denn die Mutter ist der Quell unseres Lebens und einer nie endenden Liede, sie ist der Mittel- und Lichtpunkt des Heimes, sie hält die Familie zusammen. Sie sorgt von früh bis spät für ihren Mann und ihre Kinder. Das Leben der Frau bedeutet Opfer und Entbehrung, Mut und Entschlossenheit. Um die gewaltigen Aufgaben als Frau und Mutter aufs beste erfüllen zu können, hat sich der Reichsmütterdienst helfend eingeschaltet. Er ; will den erbgesunden Frauen und Müttern nicht nur fachliche Kenntnisse vermitteln, sondern darüber hin» aus die Maßnahmen des Staates verstehen und bejahen lernen. Ihr Wissen soll gefördert, ihre Liebe i vermehrt und ihr Kameradschaftsgeist gestärkt wer- , den, damit sie in allen Lebenslagen und allen Le- i benstagen ihren Aufgaben gerecht werden können, t In Schulungskursen werden die Frauen zu körperkleine IM mil großem Ml Roman von Kurt Riemann Copyright by Verlag Oskar Meister, Werdau i. Sa Gesamthett. In diesem Sinne begrüße ich Sie alle nochmals herzlichst im altehrwürdigen Städtchen Laubach. / Bürgermeister Euler, Wieseck, / als Vorsitzender der Kreisabteilung Gießen des Deut * schen Gemeindetages überbrachte den neuen Kreisgemeinden die herzlichen Grüße dieser Körperlchast und ihres Landesdienststellenleiters. Er betonte dann, daß die Arbeit der Kreisabteilung Gießen keinem Selbstzweck diene, sondern in engster Zusammenarbeit mit der Aufsichtsbehörde nur dem Wohle der Gemeinden und damit dem Wohle des gesamten Vaterlandes gewidmet sei. In unserem Kreisdirektor / Dr. Lotz habe der Kreis Gießen einen Mann an / der Spitze, der den Aufgaben und der Arbeit der Bürgermeiste vollstes Verständnis entgegenbringe, und dem dafür herzlicher Dank gebühre. Diese Feier sei nur einem kleinen Abschnitt des großen Geschehens in der Neuordnung unseres deutschen Vaterlandes gewidmet, aber dieser Abschnitt habe für unsere Heimat doch besondere Bedeutung. Wir alle könnten und wollten froh sein, daß wir mitarbeiten dürften an dem großen Aufbauwerk unseres Führers. Kein anderer Zeitabschnitt der deutschen Geschichte sei mit unserer großen Zeit vergleichbar. Jeder von-uns habe die Verpflichtung, an diesem großen Werke so mitzuarbetten, daß jeder vor sich selbst und vor seinem Volke bestehen könne. „Wir werden weiter- marschieren" für Führer, Volk und Vaterland. Direktor Dr. Hopfenmüller als Vertreter des Kreisleiters, entbot den neuen Kreisgemeinden den herzlichen Gruß des Kreisleiters, der Politischen Führung des Kreises Wetterau und damit den Gruß der gesamten Partei schlechthin. Er betonte, es sei ihm eine besondere Freude, auf dieser Tagung in Laubach zu den Bürgermeistern sprechen zu können,'da von jeher zwischen der Kreisleitung und der Laubacher Ecke die engsten Bindungen bestünden. Diese Bindungen erstreckten sich über die verwaltungsmäßigen Vorgänge hinaus auch auf die rein persönlichen Beziehungen. Der Redner erinnerte in diesem Zusammenhang an den früheren Kreislester und Standartenführer Graf Bernhard zu Solms-Laubach, der mittlerweile verstorben und zur letzten Ruhe in Laubach gebettet ist. Diese Zusammengehörigkeit zwischen der Kreisleitung und der Laubacher Ecke sei organisch gewachsen, sie sei für beide Teile eine Selbstverständlichkeit, die auch vom Volke erstrebt werde. Die Kreisleitung habe daher diesen Anschluß der Laubacher Ecke an den Kreis Gießen warm begrüßt. Ihre besondere Fürsorge und ihre Aufmerksamkeit werde sich immer auch auf diese Gemeinden erstrecken, denn sie habe dabei das schöne Bewußtsein, daß sie dadurch nicht allzu viel i Mehrarbeit erfahren. Jedoch brauche die Kreisleitung die Mitarbeit dieser Gemeinden, damit das Zusammenwirken immer fruchtbar sei zum Wohle des Ganzen, getragen von dem alten nationalsozialistischen Kameradschaftsgeist für alle Zukunft. Die Tagungsarbeit. wagtes Spiel. Ob es nicht doch besser wäre, ihm | „Uebrigens ... wie ich Karajan kenne, macht sich einfach reinen Wein einzuschenken? Mir ist bei all der einen Dreck daraus, wer ihm das Kapital gibt, diesem Versteckspielen unbehaglich. Schließlich kann Wenn mir kommen und erklären: „Die Sache ist er ja das Kapital an jeder andern Stelle erhalten!"! sauber und in Ordnung", dann nickt er und sagt: geleiteten Gemein- T über ihre Aufgabengebiete berichtet. Dabei gaben ien ais vouverecyngre lutugueuer in die Kreis- die Regierungsräte Weber, Dr. Krüger und Gemeinschaft Aufnahme finden und uns die gleiche ’ Dr. Fuhr wichtigen Aufschluß über die Gebiete, - ■ v . :— m. die sie als Referenten zu betreuen haben, und sie stellten sich den Bürgermeistern als Helfer, Ratgeber und Mitarbeiter jederzeit gerne zur Verfügung. Baltimore." — Lichtspielhaus (Bahnhofftrahe): „Steputat & Co." — Goethe-Bund und Kaufmännischer Verein: 20 Uhr in der Neuen Aula der Landesuniversität: Großkundgebung zur Woche des Deutschen Buches 1938; Agnes Miegel lieft aus eignen Werken. — Gesellschaft Liebig-Museum: 19.45 Uhr im Physiologischen Institut, Friedrich- traße 24, geschäftlicher Teil außerordentliche Jahresversammlung; 20.15 Uhr Vortrag Professor Dr. Bürker „Zur Kenntnis der Galle seit Liebigs Zeiten". Gäste willkommen. — Oberhessischer Kunstverein: 17 bis 18 Uhr Ausstellung im Turmhaus am Brand. Erste Wiederholung „Danlons Tod". Heute abend erste Wiederholung von „Dantons Tod", Drama von Georg Büchner. Spielleitung: Dr. Hannes Razurn, Bühnenbilder: Karl Löffler. Mittwoch-Miete, 6. Vorstellung. Anfang 19.30 Uhr, Ende 22.30 Uhr. fiolonialabenb des Reichskolonialbnndes. Arn kommenden Samstag, 5. November, veranstaltet der Reichskolonialbund in sämtlichen Räumen des Gesellschaftsvereins (Club) ein Kolonial- des Doktor Karajan." Das schlägt ein wie ein Bombe. Die beiden Freunde springen auf. „Hat Ihnen der Doktor die Sache übergeben?" „Bis jetzt hat er noch keine Ahnung, wer ich bin; er darf es aych nicht eher wissen, bevor das neue Werk steht." „Also gewissermaßen .. hinter seinem Rücken sollen wir arbeiten?" fragt Wernicke. „Das ist eigentlich reichlich sonderbar." Doch Schorsch, der fixe, wendige, hat bereits begriffen. „Gar nicht sonderbar!" zerstreut er seines Freundes Mißtrauen. „Verstehe ich sogar vollkommen. Der Schnupfen. Es ist ein Kreuz mit dem Schnupfen. Kaum, daß es auf den Winter zugeht, stellt er sich ein. Nicht etwa nach entsprechender Anmeldung! Bewahre! Plötzlich ist er einfach da und fällt mit List und Tücke den Menschen an. Und der Ahnungslose, der eben noch frisch und kregel seine Straße wanderte, wird sofort von einem heftigen Prickeln in der Nase gepeinigt, das sich unter gewaltigen Erschütterungen löst, um kurz darauf aufs neue wieder zu be-- ginnen. Ein reizendes Spiel! Gestern saß ich in einem Omnibus, in dem der Schnupfen wahre Orgien feierte. Ein dicker Herr war bereits unter vernehmlichem Niesen eingestiegen, als ihm eine Dame folgte, die chr Taschentüch- lein fest an die gerötete Nase- preßte. Während der dicke Herr mein Nachbar wurde, nahm die Dame gegenüber Platz. Und als bann der Omnibus seinen Weg durch die Straßen nahm, konnte ich einen regelrechten Schnupfenwettstreit erleben. „Hatschi!" trompetete der dicke Herr mit dumpfem Schall, und ,^Hatschi" antwortete regelmäßig die Dame um eine Oktave höher. Dazu kam aus dem Hintergrund des Wagens in längeren Abständen ein „Hatschi", das etwa die Mittellage hielt. Es war geradezu ein ideal abgestimmtes Nieskonzert, das sogar einen gewisien Rhythmus einhielt. Wer den Schaden hat, braucht bekannllich für den Spott nicht zu sorgen, und so machten die nicht vom Schnupfen befallenen Fahrgäste durchaus fröhliche Gesichter. Hätten sie angesichts dieser der Komik nicht entbehrenden geräuschvollen Darbietung etwa Leichenbittermienen aufsetzen sollen? Vielleicht wäre das dem dicken Herrn mit dem dumpfen „Hatschi" passender erschienen, so aber fand er Grund, sich aufzuregen. Ob es den Leuten etwa Spaß mache — Hatschi! — wenn er — Hatschi! — vom Schnupfen geplagt sei, brummte er zwischen seinen prustenden Erschütterungen. Dazu blitzte er mich drohend von der Seite an, während die Dame gegenüber gewissermaßen beipflichtend ihr höher gestimmtes hatschi" ertönen ließ. Hinter mir ließ sich ein unterdrücktes Kichern vernehmen, und ich war gerade dabei, dem dicken Herrn ein sorglos freundliches Gesicht zuzuwenden, als meine Nase plötzlich meine ganze Aufmerksamkeit beanspruchte. Ich spürte ein Jucken und Kribbeln, ein merkwürdiges Ziehen — und schon bornierte meine Nase ihr herausforderndes „Hatschi" in den Omnibus. Jetzt wurde aus dem Kichern hinter mir ein lautes Lachen, was mir keineswegs mehr wohl in den Ohren klang. Aber der dicke Herr schien dieses Lachen gar nicht so unpassend zu finden. Offenbar sagte ihm meine Stimmlage zu, die sich ganz gut in das Nieskonzert einfügte und es au diese Weise zu einer vollendeten Quartettbarirtetung erweiterte. So bin ich mitgefahren, so habe ich mit» geniest. Wohl oder übel. Doch heute sitze ich nicht mehr im Omnibus. Und wo der dicke Herr geblieben ist, weiß ich wahrhaftig nicht. Aber daß ich einen erstklassigen Schnupfen habe, bas weiß ich. H. W. Sch. Bornotizen. Tageskalender für IMttrvoch. Kreisdirektor Dr. Lotz sprach sodann ein kurzes Schlußwort, bas mit dem freudig aufgenommenen Gruß an den Führer ausklang. Oer weitere Verlauf des Tages. Nach dem gemeinsamen Mittagesien vereinigten noch mancherlei Besichtigungen der Stadt Laubach und ihre Sehenswürdigkeiten, sowie reger Gedankenaustausch die Bürgermeister und die Vertreter des Kreisamtes, sowie die Ghste. Im Laufe dieses „Meinst du? Aber da täuscht du dich leider", entgegnet Schorsch. „Ich habe schon an viele Türen geklopft und bisher ..." er zuckt die Achseln, „na, sie haben mich fast alle mit schönen Redensarten abgespeist. Man ist mißtrauisch, w-nn man den Namen Karajan hört." Hägebarth blickt Karola bedeutungsvoll an. „Ob es nicht auch^ für Sie besser wäre, zunächst einmal den Erfolg des Herrn Karajan abzuwarten? Wir haben ja schon einmal ..." „Ueberflüffig, mich daran zu erinnern", winkt Karola ab „Ich bin fest entschlossen." ,Za, kennen Sie denn Karajans Erfindung überhaupt?" „Ich weiß nur, daß es sich um einen Preßftoff handelt. Weiter nichts. Es genügt mir, baß Karajan sagt: Die Sache ist fertig." „So, das genügt Ihnen?" sagt Hägebarth. „Na, mir würde das Doppelte nicht genügen." Kopfschüttelnd zieht er sich in den Hintergrund zurück. Er versteht Karola nicht. Begreift einfach nicht, was in sie gefahren ist. Wie kann man einen Menschen so blindlihgs vertrauen? Und als hatte sie seine Gedanken erraten, wendet sich Karola jetzt lächelnd zu ihm „Ich habe Doktor Karajan etwas viel Wichtigeres anvertraut, lieber alter Freund", begütigte sie. „Mein ganzes Leben nämlich. Was bedeutet da schon Geld? Es ist gering im Vergleich dazu." Wernicke, der sich bisher sehr zurückgehalten hat, steht langsam auf. Er hat dieses sonderbare Mädchen scharf beobachtet und weiß nun, woran er ist. In ihrem Gesicht ist fein falscher Zug, in ihren Worten klingt kein falscher Ton auf. Er ist entschlossen, zu handeln. „Sie haben mein Wart, Fräulein Westner", sagt er in seiner bedächtigen Art. „Ich werde schweigen und Ihnen helfen. Es ist tatsächlich das beste, wenn man chm gar nichts sagt, woher das Geld kommt. Es würde ihn doch tüchtig burcheinanber- bringen, und er braucht alle Kraft für seine Arbeit" Er drückt Karola kräftig die Hand und blickt ihr frei ins Gesicht. Ihr fester Gegendruck verrät, daß sie sich verstanden haben. „Na, denn ... in Dreibeibelsnamen auf zur großen Komöbie! Tolle Sache! Großherzige Frau finanziert Erfinbung ihres Todfeindes! Schabe, baß ich nur bei der Reklameabteilung bin, das gäbe eine Beisammenseins konnte noch mancher wertvolle Gewinn des Tages verzeichnet werden. Die historische Tagung wird allen Teilnehmern in bester Erinnerung bleiben. B. Richtiqstellung. In dem Artikel „13 Gemeinden zum Kreise Alsfeld" von Kreisdirektor Dr. Schönhals (Alsfeld) in der gestrigen Ausgabe des „Gießener Anzeigers" ist in der vorletzten Zeile des vorletzten Absatzes ein sinnentstellender Setzfehler enthalten. Es muß an dieser Stelle selbstverständlich richtig wie folgt heißen: ... „Ideen gewöhnlich nicht über den Ausschuß" usw. Unsere Leser wollen an dieser Stelle des Artikels das entscheidende Wort „nicht" einfügen. lich uni) seelisch tüchtigen Müttern herangebildet, sie erhalten Anleitung in der Haushaltsführung, und zwar im Kochen, Näharbeiten und Waschen. Sie werden unterrichtet in der Säuglingspflege, in der ersten Hilfe, allgemeinen Gesundheits- und häus- liehen Krankenpflege. Dabei sollen insbesondere die Pflege der Schwangeren, die Unterleibserkrankun- gen, Krebs, Wechseljahre usw. besprochen werden. Kerner wird die so wichtige Frage: „Wie sage ich es meinem Kinde", der Aberglaube in der Schway- gerschaft und Aufziehung des Kindes behandelt. In der Erziehungslehre und Heimgestaltung erhält sie Anleitung zum Basteln, zur Pflege des Familienlebens, zur Gestaltung des Heimes usw. Alle diese Fragen können die Frauen am besten unter sich besprechen, deshalb erfolgt die Unterrichtung auch nur durch Frauen. Mütterschulung ist für alle Frauen notwendig." Pa. Prof. Kliewe dankte Schwester Emmely Gobbers für die lehrreichen Worte, die sie an die Kinderreichen gerichtet hatte. Auf welch' fruchtbaren Boden ihre Ausführungen gefallen waren, bewiesen die zahlreichen Anmeldungen für den ersten Kurs, der bereits in den nächsten Tagen beginnt Nach Bekanntgabe einiger wichtiger Mitteilungen an die Mitglieder wurde die Versammlung in üblicher Weise geschlossen. Sportausbildung im Deutschen Roten Kreuz. DNB. Die wehrpolitische Bedeutung und die Besonderheit des sanitären Rettungsdienstes des Deutschen Roten Kreuzes erfordern neben fachlicher Ausbildung der männlichen und weiblichen Bereitschaftskräfte sowie der DRK.-Schwestern deren körperliche Ertüchtigung durch regelmäßig betriebene Leibesübungen. Gemäß der DRK.-Dienstvorschrift, die die Ausübung des Sportes für die aktiven DRK.-An- gehörigen bestimmt, wird nunmehr in enger Zusammenarbeit mit der Reichssportführung der erste Kursus in der Reichsakademie für Leibesübungen durchgeführt. Der Referent in der Reichssportführung, Dr. Hayn, ist als Sportberater im Präsidium des Deutschen Roten Kreuzes tätig. Unter seiner Leitung standen die vom 24. bis 29. Oktober für die Sportreferenten und -referentinnen der DRK.-Lan- desstellen und deren Stellvertreter und Stellvertreterinnen durchgeführten Lehrgänge, die die Grundlage bilden für die weitere Organisation des Sportes im Deutschen Roten Kreuz. Die Lehrgänge umfassen theoretische Unterweisungen und praktische Uebungen wie Boden- und Geräteturnen, Schwimmen, Leichtathletik, Gymnastik und Spiele. Ebenso ist eine sportliche Ausbildung der DRK.-Schwestern beabsichtigt. * ** Silberne Hochzeit. Am gestrigen Dienstag konnten Postsekretär Gustav Bindingshaus und Frau Elise, geb. Stelz, Riegelpfad 74, das Fest der Silbernen Hochzeit feiern. Herzlichen Glückwunsch. Rundfunkprogramm Donnerstag, 3. November. 6 Uhr: Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Froher Klang zur Werkpause. 9.40: Kleine Ratschläge für Küche und Haus. 10: Schulfunk: Volksliedsingen. 11.45: Rufe ins Land. 12: Aus der Firma Collet & Engelhardt, Offenbach am Main: Werkskonzert. 13: Nachrichten. 13.15: Mittagskonzert. 14: Nachrichten. 14.10: Immer lustig — immer froh! 15: Für unsere Kinder: Dom Taunusberggeist Riebe und dem redenden Wald. 16: Kaffee verkehrt. 18: Aus Arbeit und Beruf: Die Arbeitspapiere und ihre Bedeutung. 18.30: Meister der deutschen Unterhaltungsmusik: Marc Roland. 19.15: Tagesspiegel. 19.30:. Der fröhliche Lautsprecher. 20: Nachrichten. 20.15: Unser singendes, klingendes Frankfurt. 22: Nachrichten. 22.15: Unsere Kolonien: Wie sieht der Farbige aus? 22.30: Volks- und Unterhaltungsmusik. 24 bis 2: Nachtkonzert: „Der Wildschütz". Nebel stand 42 Jahre im SanÜätsdienst und entfaltete als Vorsitzender des Roten Kreuzes in langen Jahren eine segensreiche Tätigkeit. Dr. Nebel ist weiten Kreisen als Freund und Förderer der Musik -bekannt. (Sin Derfehrsschädlinp. * Klein-Linden, 1. Nov. Am vergangenen Sonntag kam es in unserem Orte zu einem Vorfall, der einesteils von einem gesteigerten Derantwor- tungsbewußtsein der Bevölketung zeugt, anderseits aber bewies, daß es in Dingen der Verkehrsdisziplin immer noch und immer wieder Unbelehrbare gibt. Ein Motorradfahrer, der in einer Wirtschaft gezecht hatte, wollte sich in betrunkenem Zustande auf sein Motorrad setzen und nach Hause fahren. Sein Vorhaben wurde aber bemerkt, und er wurde von einigen Einwohnern daran gehindert, do zu befürchten stand, daß er ohne weiteres entweder selbst das Opfer eines Unfalles, oder aber andere Verkehrsteilnehmer erheblich gefährden würde. Der Motorradfahrer zeigte sich dem anfänglichen Zureden nicht zugänglich, so daß man sich gezwungen sah, die Gendarmerie herbeizurufen, die das Motorrad beschlagnahmte und den Fahrer zur Entnahme einer Blutprobe festnahm, Es ist damit zu rechnen, daß der leichtfertige Motorrad- fabrer für sein Verhalten und sein verantwortungsloses Vorhaben zur Rechenschaft gezogen werden wird. Landkreis Gießen. ch Mainzlar, 1. Nov. Die Bucheckern- sammlung der Schulkinder unseres Ortes hatte ein erfreuliches Ergebnis. Es wurden 84 Kilogramm der Oelfrüchte gesammelt. # Daubringen, 1. Nov. Die hiesige Kriegerkameradschaft beendete ein Wanderpokal- und Ehrenplakettenschießen. Den Wanderpreis errang mit 9 Schuß und 84 Ringen Ludwig Mohr II. Der seitherige Inhaber war Heinrich B i e r a u. Karl Klös errang die Ehrenplakette. Ludwig Reif wurde Vereinsmeister. z 00 Beuern, 1. Nov. Der Landwirt Philipp Sommerlad konnte dieser Tage in geistiger und körperlicher Frische seinen 8 0. Geburtstag feiern. Von 1897 bis 1901 diente er beim Jnf.-Rgt. 116 in Gießen. In den Beuerner und in den Ra- benauschen Wäldern war er als Rottenführer bei den Holzhauerarbeiten allgemein geschätzt. Der hochbetagte Mann kann sich heute noch an mancher Arbeit in Haus und Feld beteiligen. — Die hiesige H I. veranstaltete im Saale von Sommerlad einen Kameraüschaftsabend, bei dem herzliche Worte des Abschieds dem scheidenden Scharführer Bello ff gewidmet wurden. Gefolgschaftsführer N e e b dankte ihm für die aufopfernde Tätigkeit beim Aufbau der HI. in Beuern. Der Verlauf des Abends brachte Gedichtsvorträge, Lieder der Bewegung, Aufführungen von kurzen Spielen und Reigenvorführungen des BDM. lD Allendorf (Lahn), 1. Nov. Der hiesige Turnverein hielt in seinem Vereinslokal ein Schauturnen ab. Vereinsführer Albert Luh hieß die zahlreichen Mitglieder und Gäste willkommen, insbesondere die aus beim Militärdienst zurückgekehrten Kameraden. Herzliche Worte des Geleits widmete er jenen, die jetzt den Zivilrock mit dem Waffenrock vertauschen. In eindringlichen Worten warb er dann für die edle Turnsache. Der weitere Verlauf des Abends brachte Uebungen der Frauen- und Männerriege an Barren und Pferd, Keulenübungen der Turnerinnen: Ballspiele und andere Uebun- qen gefielen außerordentlich und fanden reichen Beifall.'Gute Musik verschönte den Abend. Gießener Schlachiviehmarkt. Zum gestrigen Gießener Schlachtviehmarkt (Schlachtviehoerteilungsmarkt) in der Viehoersteige- rungshalle Rhein-Main in Gießen wurden 2 Ochsen, 2 Dullen, 49 Kühe, 30 Färsen, 122 Kälber, 89 Schweine, 50 Schafe aufgetrieben. Preise: Ochsen 42 bis 45, Bullen 43,5, Kühe 16 bis 43,5, Färsen 29 bis 44,5. Kälber 38 bis 65, Schafe 25 bis 45 Pf. je lh Kilogramm Lebendgewicht. Für Schweine wurden je Kilogramm Lebendgewicht folgende Preise bezahlt: Klasse a (150 kg und mehr) 1,16, bl (135 bis 149,5 kg) 1,14, b2 (120 bis 134,5 kg) 1,12, c (100 bis 119,5 kg) 1,04, d—f (unter 100 kg) 0,98. gl (fette Soecksauen) und i (Altschneider) 1,14, g2 (andere Sauen) und h (Eber) 1,02 Mark. Marktverlaui: Großvieh und Schweine ,xn geteilt, Kälber und Schafe ausverkauft. Mein-Mamische Z^Srse. Mttagebörse: uneinheitlich. Frankfurt a. M., 1. Nov. Das Kundschaftsinteresse richtete sich auch heute im wesentlichen auf einzelne Spezialpayiere des Aktienmarktes, an dem die freundliche und zuversichtliche Tendenz fortbestapd, so daß im allaemeinen bei nicht einheitlicher Entwicklung leichte Kurssteiaerunaen von meist unter 1 v. H. überwogen. Die Umsätze erreichten ober keinen größeren Umfang. Der katholische Feiertag in weiten Teilen des Reiches wirkte sich in geringeren Aufträgen aus. ebenso fehlten zum heutigen Monatsbeginn ßimitemeiierungen. In den bevorzugten Papieren, wie AEG. mit 124 bis 124 50 (124), Westdeutsche Kaufhof mit 105 90 bis 106,50 (105,40). Hoesch mit 120 (119,75) und Verein. Stahl mit 112.90 (112,40), war das Geschäft zeitweise be- le''ter, wobei Abschlnßerwartunqen mitsvielen. Die gestern im Mittelpunkt' stehenden Motorenwerte lagen schwacher, wobei Daimler 1,50 v. H. nachqoben auf 140 und Adlerwerke 0,40 v. H. auf 114.13. Die übrigen Maschinenwerte blieben gut geholten, Eß- linger 1,13 v. H. fester mit 11? 65. IG -Farben waren nach 0.40 o. H. höherem Beginn später wieder auf den Vorabendstand von 154 und schließlich bis auf 153,50 ermäßigt ferner bröckelten Mannesmann nach 114 50 auf 114.25 (114) ob. V-^wienend 0.50 bis 1 v. H. höher notierten noch Elektrizitäts- naniere, jedoch RWE. 0,65 v. H. niedriger mit 124.40. Am Rentenmarkt war es weiterhin still und die .Marktlage ziemlich ausoeolichen. Reichsaltbesitz 0,13 v. H. fester mit 130.75. Rei^bahn-VA. 0.25 v. H. höher mit 125 90. In Goldpfandbriefen herrschte zu unveränderten Kursen eher etwas Nachfrage, und in Kommnnal-Obligationen laa im Geaensatz zum Berliner Platz so gut wie kein Angebot vor, so daß die vor wenigen Tagen herabgesetzten Kurse a"s- rechterhalten blieben. Liquidation-Pfandbriefe meist unverändert, Franks. Hpp. —0.25 n. SS auf 101.25. Don Stadtanleihen 1928er Darm0->tck 98 (97,50), 1928er Mainz 97,75 (97,50). ^"^'-e-Anleihen bröckelten teilweise 0,25 v. H. ob. Kamm"nol-Um- schuldung halbamtlich unv. 93,80. Reichsaltbesitz im D Lich, 1. Nov. In Steins Saalbau fand ein unterhaltsamer Abend statt, der, von einer ober- bayerischen Theatergruppe ausgestaltet war und für drei Stunden die zahlreichen Besucher in Atem hielt. Der Abend brachte so ungefähr alles, was man von einer oberbayerischen Unterhaltungstruppe erwarten durste: Schrammelmusik, heitere Szenen, Jodler, Volkslieder, Schuhplattler, Duette, Zithervorträge usw. Die Zuhörer dankten mit lebhaftem Beifall. — Am kommenden Samstag und Sonntag werden Sänger des Gesangvereins „Cäci- l i a" aus Anlaß der 75-Iahrfeier des Männergesangvereins „Liedertafel"-Marburg in Marburg zu Gast fein, um dort eine schon über 40 Jahre bestehende Freundschaft erneut zu bekräftigen. )—( Ruppertsburg, 1. Nov. Nach der Personen st andsaufnahme vom 10 Oktober d. I. zählt unser Dorf 678 Einwohner. Davon sind 334 männlich und 344 veiblich. Nach Altersklassen geordnet ergibt sich folgendes Bild: im Alter von 1 bis 20 Jahren = 229, von 20 bis 40 Jahren = 193, von 40 bis 60 Jahren = 154, von 60 bis 80 Jahren = 93, über 80 Jahre = 9 Personen. Der älteste männliche Einwohner, Förster Reeg, ist 88, die älteste Frau, Luise Scheel, ist 85 Jahre alt. — Der hiesige Invalide Johannes Dietz wurde am Samstag 77 Jahre alt. Da er langjähriges, treues Mitglied unserer Kriegerkameradschaft ist, brachte ihm Kameradschaftsführer W. Seipp II. die Glückwünsche des Vereins dar und überreichte ihm ein ansehnliches Geschenk vom Kreisverband Schotten des Reichskrieger- dundes. Kreis Büdingen. k. Schotten, 31. Oft. Das Gesundheitsamt Schotten bleibt auch weiterhin der Stadt erhalten. Es sind ihm eine Reihe weiterer Gemeinden aus dem Niddatal und der Wetterau zu- geteilt worden. — Das Haus des Juden Sally Kahn in der Gederner Straße wurde von Gerichtsvollzieher Wagner käuflich erworben. Hinsichtlich der übrigen hier noch vorhandenen Wohnhäuser in jüdischem Besitz schweben ebenfalls Verkaufsverhandlungen. Z Steinberg, 30. Oft. Die hiesige Handarbeitslehrerin, Frau Karoline Jost, kann auf eine 3 0jährige Dienstzeit an unserer Volksschule zurückblicken. Wegen der Herbstferien mußte die Schulfeier aus diesem Anlaß auf den jüngsten Sonntag verlegt werden. Die Jubilarin wurde für ihre treuen Dienste durch Schule und Gemeinde geehrt. Ihre jetzigen und früheren Schülerinnen erfreuten sie mit einem Stegreifspiel, mit Gedichten, Gesängen und Geschenken Z Gedern. 31. Oft. In das neu hergerichtete [©eherner Schloß ist kürzlich ein neuer Jahr- gan-g Arbeitsmaiden eingerückt. Um gleich mit der Einwohnerschaft in Verdiiidung zu treten, veranstalteten die Maiden am Samstagabend in ihrem schmucken Heim eine Volksgemeinschaftsfeier. In frischen, frohen Szenen wurde das Lagerleben mit seinen Werten der Kameradschaft und des Volksdienstes geschildert. Nach solch gutem Auftakt geht es um so eifriger an die Arbeiten der nächsten Wochen. Denn da sollen die Maiden in den bäuerlichen und kinderreichen Familien Gederns und der Umgegend eingesetzt werden. Z Ober-Seemen, 31. Okt. Schon lange Zeit herrscht in unserem Dorfe starke Wohnungsnot. Sie soll durch den Bau von zehn Siedl ungs- Häusern beseitigt werden. Das erste Haus ist nun fertiggestellt und eröffnet die Baureihe. Einfach und doch schmuck und geräumig entsteht hier eine «Siedlung, die unser ganzes Dorf verschönt. Verlaufe bei lebhaften Umsätzen 131 nach 130,75 und so weiter gefraaf. In der zweiten Börsenstunde war die Kursentwicklung weiter etwas schwankend, Spezialwerte waren weiter f e st. Im Vordergrund blieben Verein. Stahl mit 113,25 nach 112.90 und vorübergehend 112.65 sowie Westdeutsche Kaufhof mit 107,50 und so Geld nach 106,50. Auch auf den anderen Märkten mar überwiegend eine leichte Befestigung zu verzeichnen, ohne daß sondersiche Umsätze vorlagen. Bei"' den später notierten Werten betrugen die Abweichungen 0,50 bis 1 v. H., Schiffahrtsaktien weiter rückläufig, und zwar bis zu 1,50 v. H., Hapag 76,50 (78). Am Einheitsmarkt war die Haltung ebenfalls vorwiegend fester, insbesondere Bank- und Hypothekenbankaktien blieben gesucht. Der Freiverkehr hatte ruhiges Geschäft, weiter fest Ufa-Aktien mit 85,50 (84,-50). Sonst nannte man: Dingler 101.50 bis 103,50, Katz & Klumvp 101 bis 104. Eliäss. Bad. Wolle 93,50 bis 95,50, Verein. Fränk. Schuh 78,50 bis 80,50. Tagesgeld wieder leichter mit 2,50 (2,75) v. H. Abendbörse zuversichtlich. Bei ruhigem Geschäft war auch die Abendbörfe zuversichtlich und auf vielen Gebieten des Aktienmarktes zogen die Kurse durchschnittlich 0,2-5 v. H. an. Die Beteiligung der Kundschaft war freilich klein, auch der Berufshandel betätigte sich nur wenig. Auf Käufe aus diesen Kreisen blieben ober Westdeutsche Kaufhof fest mit 108 (107,50) bei verhältnismäßig lebhaftem Umsatz. Ebenso hotten Verein. Stahl mit unv. 113,25 einiges Geschäft. Buderus zogen 0,50 v. H. an auf 114,75, Hoesch Eisen 0,25 v. H. auf 120, dagegen Ilse Genuß 138 (138,-50). JG.-Farben lagen zwar 0.25 v. H. gebessert auf 153,75, fedoch sehr ruhig. Auch an den übrigen Märkten war das Geschäft klein und die Kurse vorwiegend nominell. Von Bankaktien Effektenbank weiter fest mit 91,75 (91,25), ebenso erhöhten sich die mittags nicht gefolgten Dresdner Bonk um 0,13 v. H. auf 114,13. Don Schiffahrtsaktien erfuhren Hapag einen weiteren leichten Abstrich auf 76 (76,50). Im Freiverkehr wurden Katz 9- Klumpp zu 103 (101) gesucht. Am Anleihemarkt gingen Reichsaltbesitz Mit unv. 131- verhältnismäßig lebhaft aus dem Verkehr, 5proz. AEG. von 1936 gewannen gegenüber der Notiz vom 31.10. 0.25 n. H. auf 102.25. Kornmunal-Umschuldung lagen 2V8 Pf. besser mit 93,825. Aranksurke- Schlachtviehmarkt. Fränkfurt a. M., 1. Nov. Auftrieb: Kälber 332 (gegen 349 am 25. Okt.), Hämmel und Schafe 624 (591), Schweine 1800 (2088). Notiert wurden je 50 kg Lebendgewicht in Mark: Kälber, andere, a) 62 bis 65 (63 bis 65), b) 55 bis 59 (55 bis 59), c) 45 bis 50 (48 bis 50), d) 35 bis 40 (35 bis 40). Hämmel b2) 46 bis 52 (47 bis 52), c) 40 bis 45 (40 bis 45), d) 34 bis 38 (32 bis 38). Schafe! a) 38 bis 42 (39 bis 42), b) 33 bis 37 (33 bis 38), c) 20 bis 32 (20 bis 32). Schweine a) 59 (59), bl) 58 (58), b2) 57 (57), c) 53 (53). d) 50 (50). Sauen gl) 58 (58), g2) 52 (-). Mrn-k'rcrtauf: Kali her und Schweine gnigriciit, Hümmel und Schafg lebhaft. Aus -en Gießener Gerichtssälev. Amtsgericht Gießen. Gestern hatten sich vor dem Amtsgericht die Eheleute R. aus Gießen, und zwar die Ehefrau wegen Diebstahls in mehreren Fällen und Verleumdung, der Ehemann wegen Verleumdung, zu verantworten. Der Angeklagten wurde zur Last gelegt, jahrelang bei verschiedenen hiesigen Geschäftsinhabern, wo'sie als Aufwartefrau tätig war, Gegenstände, in der Hauptsache Wäschestücke, im Werte von mehreren hundert Reichsmark nach und nach entwendet zu haben. Sie konnte dieses Treiben eine Reihe von Jahren hindurch unbemerkt fortsetzen, weil man ihr überall das größte Vertrauen schenkte und ihr kein Mensch etwas derartiges zutraute. Im Laufe der Ermittlungen verleumdeten beidtz Angeklagten den Beamten der -Polizei, der die Ermittlungen leitete, indem sie behaupteten, dieser stehe mit der Haupt- belastungszeugin in einem vertraulichen Verhältnis und sei auch auf einem Geburtstag in deren Familie eingeladen gewesen, obwohl nachweislich hieran kein wahres Wort war. Beide Angeklagten beftritten die ihnen zur Last gelegten Verfehlungen. Besonders die angeklagte Ehefrau verwickelte sich in groteske Widerspruche, indem sie im gleichen Atemzuge einen Teil der Wäschestücke, die sich auf dem Verhandlungstisch auftürmten, als ihr Eigentum anerkannte, dies aber sofort widerrief. Im übrigen behauptete sie, die Gegenstände rechtmäßig erworben zu haben. Sie konnte jedoch des Diebstahls in sechs Fällen eindeutig üb erführt werden. Das Gericht erkannte gegen sie wegen Diebstahls in sechs Fällen, sowie Verleumdung auf eine Gesamtstrafe von zehn Monaten Gefängnis, während der Ehe- mann wegen Verleumdung mit drei Monaten davonkam. Große- Strafkammer Gießen. Der Fr. Pf. aus Bad Vilbel war noch nie mit dem Gesetz in Konflikt gekommen. Das änderte sich aber bald, als er die Bekanntschaft der Frau St. machte und in ein Abhänaigkeitsverhältnis zu ihr geriet. Da feine Mittel nicht ausreichten, um seiner Freundin Geschenke zu machen und um mit ihr auszugehen, reifte in dem Angeklagten ein verhängnisvoller Plan. Er fertigte sich eine Sammelliste an, versah sie mit einem Stempel und machte sich nun ans Sammeln. Da er oorgab, für die Ostmark zu sammeln, gaben viele Volksgenossen nach besten Kräften ihre Spenden. Um möglichst viel Geld zu ergattern, erhöhte der Angeklagte noch verschiedene eingezeichnete Beträge. Er glaubte, daß er auf diese Weise die späteren Spender veranlassen könnte, mehr zu geben. Der Angeklagte erbeutete auf diese Art mehrere hundert Mark, die er für und teilweise auch mit seiner Freundin ausgab. Der seither noch nicht vorbestrafte Angeklagte erhielt wegen schwerer Urkundenfälschung, Betrugs und Vergehen gegen das Saxnmelgefetz eine © e fäng= nisftrafe von 1 Jahre. Die Untersuchungshaft wurde dem Pf., der geständig war und den Schaden ersetzt hatte, angerechnet. Die Ehefrau H. Sch. aus Gießen hatte wegen Gebrauchmachens einer verfälschten Urkunde und Betrugsversuchs durch das Bezirksschöffengericht eine Gefängnisstrafe von 2 Monaten erhalten. Gegen dieses Urteil hatte die Angeklagte Berufung eingelegt. Die gestrige Hauptverhandlung vor der Großen Strafkammer ergab im wesentlichen das gleiche Bild, wie in der ersten Instanz. Das Gericht verwarf ihre Berufung und verurteilte sie, unter Zubilligung mildernder Umstände im allgemeinen, zu einer ©efängnisftrafe von drei Monaten. Ein Mann aus Wieseck erhielt wegen Abtreibung eine Gefängnisstrafe von-7 Monaten. Ein Monat und 27 Tage Untersuchungshaft werden dem bisher nicht vorbestraften Angeklagten auf feine Strafe angerechnet. Schöffengericht Gießen. Gestern hatte sich vor dem Schöffengericht die K. W. aus Frankfurt wegen schwerer Urkundenfälschung und Bettugs zu verantworten. Die Angeklagte war bei einer auswärtigen Firma als Propagandistin und Werbeleiterin für den Verkauf von Bohnerwachs tätig und bezog neben einem Fixum von 7 Mark täglich Provision. Sie hatte ihrer Firma über die Anzahl der von ihr befuchten Drogerien und Einzelhändler sowie über die Höhe der erteilten Aufträge Rechenschaft abzulegen. In diesen Berichten fingierte die Angeklagte in zwei Fällen Besuche und Bestellungen, obwohl sie diese nicht vorgenommen hatte, bzw. sie übersetzte einen ihr erteilten kleineren Auftrag ganz enorm, um sich die entsprechende Provision auszahlen zu lassen. Die Angeklagte war restlos geständig und behauptete, in Not gehandelt zu haben. Das Gericht erkannte unter Zubilligung mildernder Umstände auf eine Gefängnisstrafe von drei Monaten. Sodann wurde unter Ausschluß der Öffentlichkeit gegen die M. Sch. und die A. H., beide aus Groß-Karben, wegen Abtreibung verhandelt. Die Angeklagten, von denen die letztere bereits wegen gewerbsmäßiger Abtreibung mit Zuchthaus vorbestraft ist, hatten im Vorverfahren ein umfaffen- des Geständnis abgelegt, so daß das Gericht für die Hauptverhandlung von der Ladung der Zeugen 'abgesehen hatte. Überraschenderweise widerriefen beide Angeklagten in der gestrigen Hauptoerhandlung ihr Geständnis und stellten die Tat aufs entschiedenste in Abrede. Da das Gericht nunmehr ohne die Zeugen nicht weiterkommen konnte, mußte die Verhandlung vertagt werden. Gegen beide Angeklagte erging jedoch wegen Devdunklungsgefahr Haftbefehl. Eine weitere Sache gegen zwei Einwohner aus Nieder-Florstadt wegen widernatürlicher Unzucht konnte ebenfalls nicht zum Abschluß gebracht werden, da der eine Angeklagte zum Termin nicht erschienen war. Gegen ihn erging gleichfalls Haftbefehl. Aus -er engeren Heimat. Oirigentenjubiläum in Wieseck. 25 Jahre sind es am vergangenen donntag gewesen, daß Ndusiklehrer Philipp Groß (Wieseck) seinen ersten Gesangverein übernahm. Er ist geborener Anneröder. Als junger Mensch schloß. sich schon vor dem großen Kriege dem durch ferne Leistungen bekannten Gesangverein „Heiterkeit seines Heimatortes an. Hier lernte er das „Chor- letterhandwerk" zuerst kennen. Viele hielten es jur ein großes Wagnis, daß sich 1913 der üßieferfer Gesangverein „Eintracht" den noch nicht bewahrten jungen Mann zum Dirigenten erwählte. Bald jeigte es sich, daß man einen guten Griff getan hatte. Weitere Vereine folgten dem Wiefecker Beispiel. Nach dem Kriege nahm Groß seine Tätigkeit wieder auf, und seiner gewissenhaften und sachkundigen Arbeit ist es mit zu verdanken, daß die Män- nerchorsache in unserem Kreis in verhältnismäßig kurzer Zeit wieder auf eine beachtliche Höhe kam. Bei Wettstreiten und Wertungssingen wurde dann auch feine Arbeit stets von Fachleuten als hervorragend anerkannt. Am Sonntag hatten sich die sieben von ihm geleiteten Vereine in Wieseck zu einer schlichten und doch eindringlichen Feier zusammengefunden, um am Ehrentag ihres Chormeifters ihre Dankbarkeit und Verbundenheit öffentlich zu zeigen. Jeder der Vereine aus Wieseck Gießen, Rodheim (Bieber). Niedergirmes, Waldgirmes, Krofdorf und Annerod zeigte in feinen Vorträgen die gediegene Schule eines Mannes, der sein „Handwerk" aus dem Fundament versteht. Reicher Beifall der Zuhörer war wohlverdienter Lohn. Führende Persönlichkeiten der Sänger aus der Provinz und dem Kreis ehrten den Jubilar durch ihr Erscheinen. Seine großen Verdienste und Fähigkeiten wurden hervorgehoben durch Ansprachen von Provinzführer Wendler (Bad-Nauheim), Sängerkreisführer Müller (Gießen), Kreischorleiter Blaß (Gießen). Der -Vorsitzende der Wie- secker Sängervereinigung sprach in herzlichen Worten für all die Sänger und überreichte ein Geschenk. Durch den Gau wurde Dirigent ©roß zum Ehrenchormeister ernannt. In volksgemeinschaftlicher Verbundenheit trug die ©efangsabteihing des Turnvereins Wieseck im Verein mit Lollar, unter Chorleiter Meier, durch Darbietungen zur Hebung der Veranstaltung bei. Der Jubilar dankte in bewegten Worten für alle Anerkennung zu seinem Ehrentag und versprach, auch weiterhin gern seinen Dienst am deutschen Lied weiter zu tun. Zum Schluß dankte Bürgermeister Euler allen Erschienenen und schloß seine Ausführungen mit dem Sieg-Heil auf Führer und Vaterland. Frohe Geselligkeit hielt die Feiernden dann noch lange beisammen. Goldenes Dokioriuöiläum. ! Lpd. Friedberg, 31. Okt. An diesen Tagen feierte der frühere Kreisarzt, Obermedizinalrat Dr. Nebel, fein Goldenes Doktorjubilä u m. i Der Jubilar promovierte 1888 in Würzburg. Dr. Wirtschaff. Kabellenstand der Bezirksklasse. 9J.Jpor< 6b98D Preise: 0.60—3 RM. 1.68 1.75 2.05 Mustern p. m 2.70 2.75 und Blusen gleich gut geeignet p. m z- Für Schwerhörige 1.922° 4M gehört di W / 5. 6. 7. 1. 2. 3. 4. 5. 6. 7. 4:0 2:0 2:0 2:2 0:2 0:2 0:4 7:1 6:0 6:2 2:4 2:4 1:7 0:6 die Sie neben Kleider- und Seidenstoffen, Spitzen und Samten in schönster Auswahl und so preiswert finden im 1900 Gießen 1860 Marburg Ockershausen Staffel V. Lützellinden Katzenfurt Hörnsheim Münchholzhausen Wetzlar-Niedergirmes Wetzlar Garbenheim Der Schlenderhaner Trellius gewann in Wien den Herbstmoden-Preis nach harten! Kampf gegen den Ungarn Cabala und den guten Dreijährigen Wunderhorn. Blasius konnte keine Rolle spielen. Immer gut, Immer preiswert nach wie vor erster Grundsatz im Stoffspezialhaus. 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Deshalb: Beschafft euch die Volksgasmaske bei den Amtswaltern der NSV.! Schwedens Sieg im Modernen Fünfkampf. Die Meisterschaft von Schweden im Modernen ' Fünfkampf, mit dem ein Ländertrefsen zwischen Deutschland und Schweden verbunden war, endete in Stockholm mit einem großen schwedischen Er- ; ' folg. Sowohl in der Einzelwertung als auch im Länderkampf belegten die Nordländer den ersten Platz. Die Entscheidung brachte am Dienstag das 4000-Meter-Laufen. Die Schweden vergrößerten dabei ihren Vorsprung mit 13:22 Punkten auf 71:101 Punkte und hatten neben diesem Sieg im Ländertreffen auch in der Einzelwertung den ersten Platz. Lt. William Grut triumphierte hier mit 14 Punkten weit vor Oblt Lemp mit 36 Punkten. Lt. Grut, der in Dresden noch nicht dabei war, erzielte die besten Ergebnisse im Reiten und Schießen, wurde Zweiter im Schwimmen und Laufen, und war nun einmal, im Fechten, als Vierter hinter Oblt. Lemp placiert, soweit die am Länderkampf beteiligten Offiziere in Frage kommen. In Dresden waren seinerzeit die Schweden durch bessere Laufzeiten der Deutschen geschlagen worden, diesmal belegten sie aber gleich die ersten drei Plätze. Wieder Rekordfahrten auf der Frankfurter Autobahn. Der bekannte englische Rennfahrer Major Gardner, der im Vorjahr bei der 1. Internationalen Rekordwoche auf der Reichsautobahn zwilchen Frankfurt a. M. und Darmstadt mit seinem MG- Stromlinienwagen einige internationale Klassenrekorde aufstellte, wird auf Einladung des Führers des deutschen Kraftfahrsports, Korpsführer Hühnlein, in diesen Tagen wieder nach Deutschland kommen, um hier einige Versuchsfahrten zu unternehmen. Diese Versuchsfahrten sollen schon am kommenden Samstag auf der gleichen Strecke wie im Vorjahr, also auf der Reichsautobahn in der Nähe des Frankfurter Weltflughafens, stattfinden. - Major Gardner beabsichtigt, seine eigenen Bestleistungen zu verbessern. Sollte das Wetter am Samstag ungünstig sein oder die ersten Rekordfal;rten mißglücken, dann wird Major Gardner am Sonntag und Montag erneut starten. Wie DNB.-Sport erfährt, sind Versuchsfahrten deutscher Wagen oder Krafträder an diesen Tagen nicht vorgesehen. Erfolge des Schiklubs Gießen. Abschluß im Sommerfport Am Sonntag beteiligte sich der Schi-Klub Gießen (wir berichteten bereits kurz darüber) am Herbstwaldlauf der Schiläufer am Feldberg im Taunus. Es starteten Erwin Neide!, Zörns ch.und P e - ter 5. Da bei dichtem Nebel gelaufen werden mußte, wurden die Zeiten des Vorjahres nicht ganz erreicht. Trotzdem kann der Schiklub Gießen einen weiteren Erfolg m diesem Jahr buchen. Die beste Zeit des Tages lief E. Reidel in der Hauptklasse über acht Kilometer, den vierten Platz erreichte Peters. Hierbei ist zu bemerken, daß die Strecke eine Steigung von 300 Meter hatte. In der Klasse Jungmannen (vier Kilometer mit 100 Meter Steigung) belegte Zbrnsch (Horstkompanie Gießen) den sehr beachtlichen zweiten Platz. Krepp Granit, ca. 90 cm breit, einfarbige, solide Kleiderware in außerodentl. günst. Preisstell., p.m Flamlsol-Rellef, 94 cm breit, mit entzückenden Fa^onne-Effekten, ein Gewebe zum Herbst, in den schönsten Farben p. m Mattlassö, 80 cm breit, mit gerauhter Abseite, der eleg. Morgenrockstoff, in lebendig, frischen Abturnen im Turnverein „Frischauf 1893" Leihgestern. Der Turnverein „Frischauf — 1893" Leihgestern veranstaltete vor zahlreichen Zuschauern im Saale seines Dereinslokals „Zum Löwen" sein Abturnen. Der Vereinsleiter begrüßte die Gäste und brachte zum Ausdruck, daß der Turnverein „Frischauf — 1893" auch im abgelaufenen Jahr wieder eine Pflegestätte der Förderung der deutschen Leibesübungen gewesen sei. Geräteübungen der Turner am Pferd, am Barren und am Reck legten Zeugnis davon ab, daß die Turner auch im abgelaufenen Jahr ihre seitherigen Leistungen nicht nur auf der alten Hohe gehalten, sondern zum Teil noch gesteigert hatten. Zwei bewährte Turnfreunde, Hch. Winter und Gg. Brück, die dem Verein bereits 40 Jahre als Mitglied angehörten, wurden zu Ehrenmitgliedern ernannt. Der Dereinsleiter, Wilhelm Will, der bereits 14 Jahre den Verein in vorbildlicher Weise geführt hat, schloß mit einem Dank an die Jubilare, ebenso an die Turner und ermahnte sie, in gleichem Geiste auch weiterhin zur Turnsache zu stehen. Er forderte die noch fernstehende Leihgesterner Jugend auf, sich ebenfalls mehr an der Pflege der Leibesübungen zu beteiligen und an den Turnstunden teilzunehmen. Eine Abteilung der Kreiskapelle unterhielt mit guter Musik. Fahnenweihe im Turnv-rein Lang-Göns. Der vergangene Samstagabend bedeutete einen Höhepunkt im Leben des Turnvereins Lang-Göns. Zur feierlichen Fahnenweihe waren viele Freunde der Turnsache gekommen, und als Ver- einsführer Karl Müller die Veranstaltung eröffnete, war die Turnhalle bis auf den letzten Platz besetzt Der Vereinsführer begrüßte die erschienenen Gäste, insbesondere den Reichsbund-Kreisttihrer Dr. Schäfer. Dann begannen die turnerischen Vorführungen. Die Mädchenriege des Vereins zeigte einen wohlgelungenen Reigen und eine Freiübungenfolge. Dann turnte die Kreisriege am Barren und am Pferd. Darauf folgte die feierliche Fahnenweihe, die Kreisführer Dr. Schäfer vornahm. Er wies in feiner Ansprache auf die Bedeutung der Fahne hin und forderte alle Anwesenden auf, mitzuhelfen an dem großen Werk, an dem der RfL. arbeitet, unser Volk zu einem Volk der Leibesübungen zu machen. Er übergab bann die Fahne dem Fahnenträger des Vereins. Im Anschluß an die Weihe folgte eine Ehrung für die ältesten und bewährtesten Mitglieder des Turnvereins. Neun alten Vorkämpfern für die Turnsache Tanzunterricht ' Unser diesjähriger Studentenkursus beginnt am 16. Nov. Gefl. Anmeldungen, auch von Dämen, erbeten. Tanzschule Bäulke Walt Straße 31, Fernsprecher 3835 Bemberg-Lavabel, 95 cm br.,weich u.elegant O 7K fließ. Gewebe in vielen apart. Druckmust., .p. m £• I U Mantelstoff, 155 cm br., in engl. Charakter, für O QE den strapazierfähigen Wintermantel p. m. 4.UM Sportmantelstoff, 155cmbr.,m.mod.Noppen- A Äfj Effekten, eine solide, haltbare Mantel wäre. .p. m Mantelvelour, 155 cm breit, eine besonders weiche Mantelqualitat für den soliden Frauen- A Af| mantel, in schwarz und marine p. m “• “U Angora, 130 cm breit, von der Mode ganz besonders bevorzugtes Gewebe, eine schmiegsame, A OE elegante Kleiderware : p. m TUU konnte der Kreisführer den Kreis-Ehrenbrief des RfL. überreichen. Die Namen der Ausgezeichneten sind: Wilhelm Lang, Karl Müller, Wilhelm Brück, Wilhelm Stoll, Julius Keßler, Albert Schmidt, Willi Keßler, Heinrich Zimmer und Wilhelm Merz. Im Namen der Geehrten dankte Wilhelm Brück dem Kreisführer für die Auszeichnung und gelobte, daß die alten Mitglieder auch in Zukunft alle ihre Kräfte einsetzen würden für die Sache der Leibeserziehung. Danach gingen die turnerischen Vorführungen weiter. Die Mädchenriege unter der Leitung ihres Turnwartes Willi Dem erfreute die Zuschauer durch einen turnerischen Reigen. Für die wirkungsvolle Begleitung sorgte Richard Boller. Zum Abschluß turnte dann die Kreisriege am Reck unb* zeigte hier die eindrucksvollsten Leistungen. Dereinsführer K. Müller beschloß den offiziellen Teil des Abends mit Dankesworten für die Kreisriege und mit dem Gruß an unseren Führer. Dis Lang-Gönser Kapelle umrahmte die Darbietungen mit 'Musik. Kurze Sportnotizen In Frankfurt-Niederrad brachte bei; letzte Renntag in diesem Jahr bei stark besetzten Feldern spannende Rennen. Die Hauptprüfung des Tages, das Frankfurter Querfeldein-Rennen, gewann Nachtfalter unter Oblt. Rojahn gegen Spartan Lad und Makalle. (Reithskolonialbund nfrCS Am 5. November 1938: ö<° Jfolonialfeft in sämtlichen Räumen des Clubs Beginn 20 Uhr Vorverkauf, auch für Mitglieder: Musikhaus Challier, Neuenweg 7005D jetzt schöne Manteb und Jackenstoffe Kleiderschotten, 68 cm breit, genoppte, mo- n QO dische Ware f.dassportl. Kleid in gr. Auswahl,p. m U.UÜ Flamlsol-Druck, 94 cm br., für solide Frauen- 4 CO kleid.schw.-weiß,marine-weißa.gut.Grundw. p. m LUU Relief-Krepp, 93 cm. br., ein von der Mode besonders bevorzugtes Kunstseidengewebe, in 4 0 0 interessanter Bindung und vielen Farben .. p. m LUU Dieser Laus ist als Austakt für die kommende Schi- saison zu werten. Neben den aus Frankfurt kommenden guten Langstreckenläufern waren es vor allen Dingen die aus den Hochtaunusorten stammenden Schisportler, die unseren einheimischen Läufern zu schaffen machten. Mit der Teilnahme an dieser leichtathletischen Veranstaltung beschloß der Schiklub Gießen seine sommersportliche Tätigkeit. Spielvereinigung 1900 Gießen. 1900 1. Jugend — Lollar 1. Jugend 0:0. Durch ein Mißverständnis trat die 1. Jugend der Spielvereinigung 1900 mit nur 9 Mann den Weg nach Lollar an. Trotzdem hielt sich die 1. Jugend der Blau-Weißen tapfer und trotzte dem Gegner auf eigenem Gelände ein Unentschieden ab. Obwohl die Jugendmannschaft des Altmeisters mit 3 Mann im Sturm operieren mußte, hatte es Lollar in erster Linie Fortuna zu verdanken, daß die Stürmerreihe der Blau-Weißen keinen Erfolg erzwingen konnte. Das Spiel wurde als Freundschaftsspiel ausgetragen. Handboll-Ergebniffe im Gau Hessen Tuspo Bettenhausen — SpV. Kassel 6:5; Kurhessen Kassel — Tuspo 86/09 Kassel 9:10; ---Arolsen — CT./Hessen-Pr. Kassel 6:5; Jahn Gensungen gegen MSV. Hanau 4:10. Stand der Handballspiele in der Bezirksklasse. Zu den Spielergebnissen des letzten Sonntags ist noch nachzutragen: Luflwaffensporlverem — 1900 Gießen 14:3. Die wirkliche Stärke der Flieger offenbarte sich in diesem Spielergebnis. Wenn auch die Gäste noch mit mancherlei Schwierigkeiten zu kämpfen hatten — es mußte reichlich Ersatz eingestellt werden —, so hätte sicherlich auch eine komplette Mannschaft nichts gegen das gediegene Können der Platzbefitzer ausrichten können. Die Mannschaft wies tatsächlich keinen schwachen Punkt auf und spielte, daß es eine Lust war. Gegen dieses Können ist kein Kraut gewachsen. Das werden auch die übrigen Mannschaften noch zu spüren bekommen. I. Kreisklasse. Luftwaffe II — Llch II 5:3 (2:1). Auch die Licher mußten die Ueberlegenheit der Soldaten anerfenneji. Die Mannschaft der Luftwaffe war im Sturm glücklicher, während sich der gegnerische Sturm nicht zu finden schien. Das Ergebnis entspricht dem Spielverlauf. Io. Kauborn — Tv. Holzheim 3:11 (2:2), Die Holzheimer scheinen sich tatsächlich allmählich gefunden zu haben. Denn obwohl Nauborn eine — wenigstens in der ersten Halbzeit — recht spielstarke Elf zur Stelle hatte, gelang es den Gästen immer mehr, die Oberhand zu bekommen und schließlich auch einen sicheren Sieg zu erringen. Tv. Ahbach — Tv. Grüningen 6:5. Zu einem dramatischen Kampf, der oftmals die Grenzen des Erlaubten überschritt, kam es in Atzbach. Das Spiel war vollkommen ausgeglichen und hätte ein Unentschieden verdient gehabt. Nur dem Umstand, daß die Gäste etwas Pech hatten, ist der knappe Sieg . der Platzbesitzer zuzuschreiben._______________________ Unfälle aus der Neichsauiobahn. Heute vormittag ereigneten sich auf der Reichsautobahn bei Reiskirchen zwei Verkehrsunfälle. Auf dem Zubringer zur Reichsautobahn kam irt der scharfen Kurve bei einem Lastzug mit zwei Anhängern die Ladung des ersten Anhängers ins Rutschen. Dadurch verschob sich das Gleichgewicht des Anhängers so erheblich, daß dieser Wagen umkippte. Zum Glück kamen Menschen nicht zu Schaden, und es hatte nur beim Sachschaden fein Bewenden. ' "Ebenfalls auf der Auffahrt zur Reichsautobahn ereignete sich ein Unfall eines Personenautos aus Alsfeld, bei dem die Insassen des Wagens wie durch ein Wunder unverletzt blieben, obwohl der Vorgang außerordentlich gefahrvoll war. Das Auto fuhr nämlich gegen eine Feldbahnschiene, die von vorn durch die Windschutzscheibe hindurchging und das Verdeck des Wagens durchstieß. Dabei ging die Schiene, die von einem Lastzug herausragte, zum Glück zwischen den Insassen des Autos hindurch, sonst hätte es ein unabsehbares Unglück gegeben. Die behördlichen Ermittlungen in beiden Angelegenheiten sind im Gange. ftadttfteater hießen Heute 19.30—22.80 Uhr, Mittwoch-Miete, 6. Vorstellung! Versttumen Sie nicht die erfolgreiche Aufführung von Santons Jod Revolutionsdrama von Georg Büchner. So urteilt die Presse: „Eine Aufführungvbesonderer Bedeutung“ Völk. Beobachter. „Eine Leistung, die auch an einer größeren Bühne mit allen Ehren hätte bestehen können“ Gießener Anzeiger. Die Gießener Aufführung ist eine der stärksten Leistungen dieses Theaters“ Der Mitian. Düsseldorf. Die Aufführung fand wohlverdienten und starken Beifall“ Oberhessische Tageszeitung. MODEHAUS I Carl Nonack Gießen, Seltersweg 81 7016 A STOFFSPEZIALHAUS Bernard&Sohn Gießen, Plockstraße 14-16 7027 A Nur Siemen$=Phonophore Vieltausendfach bewährt. Elektrische Hörapparate mit reinster Sprachwiedergabe, für jeden Grad von Schwerhörigkeit. Unauffälligem Tragen. Neu: Knochenleitungshörer Fordern Sie Probelieferung und Druckschriften Auf. IduMch, lützaldanty ! 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