4r. 127 Erstes Blatt 188. Jahrgang Donnerstag, 2. Juni 1958 Lrlcherm rüg ltch, außer Sonntags und Feiertags Beilagen. Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild - Die Scholle Monalr-Vezugspreis: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte e 1.80 Zustellgebühr , -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernsprechanfchlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnach» richten: Anzeiger Gieße« Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11688 Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühlsche UniversttütsdruSerei R. Lange In Sieben. 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Und sein Staunen wird nur wachsen, wenn er die erbitterten Klagen über die Eingriffe der unerwünschten Fremden in die französische Politik liest, denen'zum ersten Mal eine französische Regierung in einer Regierungserklärung Ausdruck 'gegeben hat. Manchmal find diese Auslassungen dem „etranger“ gegenüber so unfreundlich, daß' er das bisher Gehörte und Gelesene über das gastfreie Frankreich, das jedem Verfolgten feine Arme öffnet, ernstlich anzuzweifeln beginnt. Wobei gleich ein Irrtum richtiggestellt werden muß. Frankreich hat seine Grenzen den politischen Flüchtlingen seit langem geöffnet. Es handelt sich da um eine Tradition, die auf die große Revolution und -ihre Ideologie zurückgeht. Der Franzose selbst ist aber seiner ganzen Natur nach ganz und gar nicht gastfrei und nicht fremdenfreundlich. Im Gegenteil, für den französischen Bauern ist schon oft der Einwohner des Nach- liardorfes ein Fremder, und der geringste Streit im Wirtshaus genügt, um aus diesem Nachbar einen „sale etranger“ zu machen. Es ist eine Ironie des Schicksals, daß dieses Frankreich, das in feiner Eigenart so gerne ungestört bleibt, ein Sammelpunkt der Fremden aus aller Welt und ein Einwanderungsland wurde. Die Schwierigkeit des Problems, das sich daraus ergibt, wird man erst erkennen, wenn man bedenkt, daß ungefähr ein Zehntel der Bevölkerung Frankreichs aus Fremden besteht. Diese ^Zahl ist keineswegs übertrieben, auch wenn manche Statistiken, die nicht alle Faktoren berücksichtigen, die Lage weniger kraß erscheinen lassen. Die eigentliche Ursache dieser Fremdeninvasion besteht in der schwachen Geburtenzahl Frankreichs. Das dünn bevölkerte, reiche Land zieht die Fremden an, und ohne ihre Arbeit könnten weder Felder bestellt, noch Bergwerke in Betrieb erhalten, noch Sttaßen gebaut werden. Man kann in Frankreich geschlossene Siedlungen, ganze Dörfer finden, wo etwa nur polnisch ober nur italienisch gesprochen wird und wo selbst die Schilder der Geschäfte fremdsprachig sind. Frankreich war seit jeher ein Schmelztiegel für verschiedene Völker. Und die Be- völkerungs'politiker rechnen mit dem Zuzug aus dem Ausland als der einzig möglichen Ergänzung des Geburtenausfalles. Allerdings müssen sie jetzt die Feststellung machen, daß die Einschmelzung der Fremdkörper nicht mehr gelingt ober wenigstens nicht mehr in solchem Maße wie es früher ber Fall war. Daran ist zum Teil das stänbig wckch- same Mißtrauen der urfranzösischen Bevölkerung den Fremden gegenüber schuld. Man muß es aussprechen, daß die an sich schon sehr zweifelhafte Ein- wanderungspolitik nach dem Kriege auf eine sehr leichtsinnige und unbedachte Weise geführt wurde. Hygienische, eugenische, geschweige denn rassenpvllti- sche Gesichtspunkte wurden ganz außer Acht gelöst en Man überließ alles dem Zufall und mehr noch den augenblicklichen Bedürfnissen der Industrie und der Landwirtschaft. Mit ber Heimschlckung der angesiedelten Ausländer in ber Zeit der Arbeitslosigkeit verfuhr man ebenso, die augenblickliche Opportunität unb sehr oft die Demagogie — man machte damals die Einwanderung für die Arbettslosttlkett verantwortlich — waren allem entscheidend. Dementsprechend hatte man auch viel Widerwärtigkeiten mit den Einwanderern, wobei man allerdings oft übertrieb. Infolge der Einführung der Dlerzigstun- den-Arbeitszeit braucht Frankreich wieder fremde Arbeiter. Unb bie Lage ist insofern befonbers schlimm, als Italien, Belgien unb Polen als Menschenlieferanten immer mehr ausfallen uno nur der Zuzug aus Nordafrika möglich ist. Algerier unb Marokkaner finb bei der Bevölkerung besonders verhaßt, eine Assimilierung ist ausgeschlossen, dafür werden sie manchmal von den extremen politischen Parteien als Prätorianergarden benutzt. Unter Leon Blum hat'die Volksfrontregierung massenweise die marxistischen fremden Arbeiter natura- ^Die Gefühle der Fremden sind für Frankreich nicht immer freundschaftlich. Und dleienigen bie auf der gesellschaftlichen Leiter hoher steigen, finden den Anschluß in die französische Gesell chast ast recht schwer. Die Frage wird trotzdem erst d u r * das politische Emigrantentum^giftet Die politischen Flüchtlinge aus a en mogWri ßanüern mischen sich in die französische Außenpoli k und immer in einem sehr schädlichen Sinne S.e sind die Ursache zahlreicher Konflikte, außerdem zeige I auch die Tendenz, sich denjenigen teien, welche ihnen weltanschaulich n p f 0 ©amof zuschließen unb dadurch Öen mnenpo i r. in Frankreich selbst zu verschärfen, Unti politischen Beziehungen bilden em Haupth noern für eine gesunde Lösung der stanzosischen Fremoen Sie sind fremdenfeindlichen Kundgehungen geg n mub man auf fie unbedingt Rücksicht Nchm-N. Ungarn und die tschechische Krisis. Außenminister von Kanya präzisiert Ungarns Forderungen in der Nationalitätenfrage. - Ungarn steht unverändert zur Achse Berlin—Nom. B u d a p e st, 1. Juni. (Europapr.) Außenminister Kanya legte im Abgeordnetenhaus den Standpunkt Ungarns zu allen aktuellem Ereignissen ber letzten Zeit bar. Nach einer Schilderung der bedeutsamen Festigung der internationalen Stellung Deutschlands und Italiens stellte der' Minister fest, daß Ungarn bezüglich der Genfer Liga schon lange keine Hoffnungen mehr hege. Auch der Er- olg der Reformpläne sei zweifelhaft. Hand in Hand mit der Schwächung der sowjetrussischen Aktivität und der Rolle Frankreichs in der internationalen Politik seien auch die Beziehungen der Kleinen Entente zu Frankreich geschwächt oder geändert worden. Dagegen habe die Achse Rom — Berlin fast ganz die Initiative in ber europäischen Politik an sich gerissen. Der Minister geißelte die unverantwortliche Pressehetze,.die eine beutsche Gefahr an bie Wand male, um Ungarn in Richtung auf eine Annäherung an Prag zu beeinflussen. Dazu müsse er aber feststellen, daß Ungarn nicht geneigt sei, sich mit dem Staat zu verfeinden, der der einzige war, der im Weltkrieg bis zum letzten Augenblick Schulter an Schulter mit Ungarn gekämpft fjabe und mit dem sich Ungarn auch heute noch durch gemeinsame Interessen verbunden fühle. (Lebhafte Hochrufe auf Deutschland.) Die aufrichtige Pflege der Freundschaft z u Deutschland sei daher eine naturgegebene Notwendigkeit für Ungarn. Ungarn wünsche zwar ebenso aufrichtig eine Normalisierung feiner Beziehungen zu der Kleinen Entente, müsse aber daran verschiedene Bedingungen knüpfen. Dazu gehöre auch, daß es die berechtigten Interessen seines deutschen Freundes nicht außer acht lassen könne. Ungarn habe allen Grund, den deutschen Versprechungen hinsichtlich ber Unversehrtheit der ungarischen Grenze vollen Glauben zu schenken. Außenminister Kanya ging bann ausführlich auf das Verhältnis zur Tschechoslowakei ein. Die An- näherungsverhanblungen bezweckten 1. die Regelung ber Minberheitensrage; 2. bie Anerkennung der ungarischen Gleichberechtigung und 3. die gemeinsame Abgabe von Erklärungen im Geiste des Kellogg- schen Antikriegspaktes. Das langsame Tempo der Verhandlungen sei vor allem darauf zurückzuführen, daß Ungarn nicht geneigt sei, mit der Kleinen Entente als Staatenblock zu verhandeln, weil bie internationale Stellung ber einzelnen Staaten dieses Verbandes verschieden sei, wie dies durch bas Fehlen korrekter Beziehungen zwischen ber Tschechoslowakei und ihren Nachbarstaaten auf der einen Seite unb die friedliche Atmosphäre zwischen Jugoslawien und seinen Nachbarn auf der anderen Seite bewiesen werde. Es müsse auch hinzugefügt werden, daß es Rumänien gelungen sei, durch seine Abkehr von der sowjetrussischen Freundschaft seine internationale Stellung zu befestigen. Die sog. Minderheit en inderTschecho- sl o w a t e i stellten dort die M e h rh ei t dar. Es sei nicht berechtigt, wenn man die Minderheitenfrage als ein ausschließlich innerpolitisches Problem betrachten möchte. Der deutsch-polnische Minderheitenpakt und andere derartige Verträge hätten die Möglichkeit einer zwischen staatlichen Lösung ber Minberheitensrage klar ergeben. Die Verantwortung für bie durch die Minderheitenfrage hervorgerufene Unruhe in Mitteleuropa werde von allen maßgebenden Faktoren Europas immer mehr ber Kleinen Entente zugeschoben, nicht zuletzt unter bem Eindruck der Erkenntnis ber wahren Lage in ber Tschechoslowakei. Die Tschechoslowakei habe Jahre hindurch Ungarn gegenüber eine wenig freundschaftliche Haltung an den Tag gelegt und Ungarn sogar offensichtlich mit dem Kriege bedroht. Ungarn hätte daher heute allen Grund, sich Zurückhaltung im Verhältnis zur Tschechoslowakei aufzuerlegen. Dennoch sei es bereit, sich in aufrichtiger Absicht an den Verhandlungstisch zu setzen. Allerdings seien Maßnahmen der Prager Regierung, wie die jüngste Teilmobilisierung, nicht geeignet, die Lage zu bessern. Eine Annäherung könne nicht ausschließlich durch den guten Willen Ungarns gefördert wer- Eger. 1. Juni. (DRV.) In der Gastwirtschaft „krämlingsbaslei" in Eger saß eine größere Anzahl von Mitgliedern der Sudetendeulschen Partei. Später kam in Begleitung von Sozialdemokraten ein tschechischer Feldwebel. Als die Musik den Egerländer Marsch spielte, sprang der Feldwebel auf und schlug dem Geiger sein Instrument aus der Hand. Der Gastwirt machte den Feldwebel daraus aufmerksam, daß er sich anständig verhalten oder das Lokal verlassen möge. Der Feldwebel und die Sozialdemokraten sprangen daraufhin mit erhobener Faust auf j)en Gastwirt zu, so daß die anwesenden Gäste Gewalttätigkeiten verhindern mußten. Als kurze Zeit darauf der 28jährige verheiratete Kellner Josef Kraus und der 20jährige ledige Schlosser Bayer die deutsche Gesellschaft verliehen und beim Verabschieden mit erhobener Hand und dem Gruße „heil" grüßten, zog der Feldwebel feinen Revolver und gab gegen die beiden Fortgehenden Schüsse ab, die diese in der Knie- gegend trafen, so daß die Männer zusammenbrachen. Der übrigen Gäste bemächtigte sich eine begreifliche Erregung. Staatspolizisten deutscher Rationalität gelang es, die erregte Menge zu beruhigen. Der Feldwebel wurde verhaflel. Die beiden Verletzten — Bayer wurde die Kniescheibe zertrümmert und Kraus hat einen Steckschuß in der Kniegegend — wurden in das Egerer Krankenhaus eingeliefert. Der von dem amtlichen tschechoslowakischen Preßbüro ausgegebene Bericht gibt den Sachverhalt, wenn auch in abgeschwächter Form, im wesentlichen zu. Der Bericht betont, es sei sofort gegen bie, Schuldigen eine Untersuchung eingeleitet worden, wobei vor allem auch jene Kommandostellen zur Verantwortung gezogen werden sollen, die es verschuldet hätten, daß zu einer derart späten Stunde sich ein Feldwebel der Armee mit einem geladenen Revolver in einem Gasthaus befunden habe. Es verlautet, daß nicht nur der Feldwebel schwer bestraft werden würde, sondern auch der Kommandant des Bataillons, dem der Feldwebel angehört, sofort strafweise aus Eger verseht worden sei. * Die Blumen auf den Gr äh em ber beiden sude- tenbeutfchen Bauern, die von tschechischer Soldateska den. Die Prager Regierung müsse sich nunmehr zu Zugeständnissen für alle Volksgrup p e n in ber Tschechoslowakei bereit finden, um die Erhaltung des Friedens zu sichern. Ungarn wolle auch in der gegenwärtigen gespannten Lage alle Fragen auf friedlichem Wege regeln. Es gebe keine ungarische Frage, die nicht in bem Rahmen einer Friedenspolitik eingefügt werben könne. Wenn im Donauraum alle eine Friedenspolitik führen würben wie Ungarn, so schloß Kanya unter erneuten stürmischen Beifallskundgebungen, dann würde ein Krieg in diesem Teil der Welt nicht ausbrechen. hinterrücks vom Piotorrad geschossen wurden, sind kaum verwelkt und dieser Doppelmord hat noch nicht bie geringste Sühne durch die tschechischen Behörden gefunden, da werden neue blutige Ausschreitungen tschechischer Uniformträger gemeldet. In einer Gastwirtschaft in Eger benimmt sich ein tschechischer Feldwebel — bezeichnenderweise in Ge- sellschaft von Marxisten — wie ein Rowdy, indem er bem Geiger das Instrument zerschlägt, geht auf den Wirt los unb schießt schließlich zwei friedliche Sudetendeutsche mit der Dienstpistole zum Krüppel, weil diesem Verbrecher in Uniform ber allgemeine slldetenbeutsche Gruß mit „Heil!" nicht in den Kram paßt, der selbst von den Prager Zentralbehörden zugelassen ist. Diese empörenden Vorfälle beweisen zunächst einmal, daß sämtliche Versicherungen ber tschechischen Regierung wertlos und unaufrichtig sind, bie behaupten, In ber Tschechei herrsche Ruhe unb Ordnung und die Zentralbehörden hätten überdies wiederholt im mäßigenden Sinne auf alle nachgeordneten Stellen eingewirkt. Es liegen aktenmäßig zahlreiche Fälle vor, in denen tschechische Lokalbehörden oder einzelne militärische und nichtmili- tärische Funktionäre genau bas Gegenteil ber Prager Anweisungen getan haben. Dieses Vorgehen ber untergeordneten Instanzen aller Grabe ist natürlich nur bann denkbar, wenn man „unten" auf Grund langjähriger und vielseitiger Erfahrungen weiß, baß man von „oben" her in jebem Fall gedeckt wird. So also benimmt sich jenes tschechische Militär, dem gerade in diesen Tagen einige Barster Blätter eine „sprichwörtliche Ruhe unb Duldsamkeit" nachrühmten! Es erhebt sich nicht etwa nur die Frage, ob und wieweit die Prager Regierung ihre Soldateska noch in ber Hand hat. Es erhebt sich noch viel dringender die Frage, ob bie tschechische Regierung überhaupt den'Willen hat, gegen bas Banditenunwesen uniformierter Sorte vorzugehen. Außenminister Dr. Krofta spricht ständig vom Nachlassen ber Spannung. Sollte er den Ernst ber Lage noch immer nicht erfaßt haben? B. R. Gutes Vorzeichen für den nächsten Wahlgang. 839 Gemeinden geschlossen für Henlein. Prag, 1. Juni (DRB.) Bei der dritten Etappe ber Gemeinbewahlen tn ber Tschechoslowakei, die für b en 12. Juni ausgeschrieben finb, werben. Heue Bluttat tschechischer Soldateska. Zwei Sudetendeutsche von tschechischem Feldwebel im Wirtshaus durch Pistolenschüsse schwer verletzt. Die Zahl ber unerwünschten Ausländer wird von amtlichen Stellen auf dreihundertundfüns- zigtausend geschätzt. Unter den eigentlichen Unerwünschten, den „indesirables“, finden sich zum Teil äußerst gefährliche Elemente. Sie überfüllen Gefängnisse,' Irrenanstalten, Krankenhäuser und wohltätige Einrichtungen, geführten die öffentliche Sicherheit' und bedeuten für die kommunistische Agitation eine sichere Vortruppe. Ihrer Landesverweisung stehen aber bie größten Schwierigkeiten entgegen. Die Erfassung biefer Elemente ist schon an unb für sich ein Problem. Die Industrie der falschen Ausweispapiere gehört zu den wenigen Industrien m Frankreich, bie von der Krise nicht.ersaßt wurden. Es ist auch vorgekommen, daß lokale Behörden oder einzelne, pflichtvergessene Beamte an solchen Machenschaften sich beteiligten. Schlimmer ist noch, daß durch die Allmacht von einzelnen Deputierten ober lokalen Politikern jede Ausweisung hmter- trieben werden kann. Die Kommunisten zeichnen sich in diesen Praktiken besonders aus; ihre politische G-svlqfchast - unb fie ist f-hr zahlreich - suhlt sich al o stets sicher. Aber auch andere Parteien haben schon mehr als einmal ihren Einfluß in dieser Richtunq mißbraucht. Der Palizeibeam e, ber einen aesährlichen Verbrecher sestmmmt erhalt also manchmal — falls der Betreffende über politische Ber- biniunaen verfügt - statt des erwarteten Lobes einen Verweis wegen Ueberetfer ... Ist es einmal tatsächlich gelungen den fraglichen Unerwünschten zu faffen. bann erweist sich die Maßnahme meist als undurchführbar. Die Nachbarlander Frankreichs verschließen meistens ihre Grenzen vor solchen ausqewiesenen Elementen. Und so bedeutet die Ausweisung in den meisten Fallen die Komodie eines Spazierganges zwischen zwei Gendarmen — bis zu der Grenze und zurück. In den anderen Füllen kehren aber die Unerwünschten mit oder ohne falsche Papiere nach Frankreich zurück. Es ist kein Wunder, daß vorgeschlagen worden ist, für bie Ausgewiesenen, bie doch zurückkehren, Internierungslager zu schaffen. Solange die Kommunisten ihren Einfluß behalten, bleibt jede noch so scharfsinnig erdachte Maßnahme nur auf bem Papier. Man spielt auch mit ber Absicht, in bie Identitätskarte eines jeden Fremden neben das Lichtbild auch die Fingerabdrücke aufzunehmen. Chautemps hat dies seinerzeit bei den Bombenanschlägen gegen die Unternehmerorganisationen in Paris — daß sie tatsächlich von Fremden verübt worden finb, ist noch nicht erwiesen — in Aussicht gestellt. Die Anordnung dieser Maßnahme stößt aber auf Widerspruch, und ihre Durchführung würde eine Riesenarbeit bedeuten, ^u der die Polizei gar nicht gerüstet ist. Schon mit den einfachen Identitätskarten klappt es nicht, oft muß der Ausländer auf ihre Ausstellung ein Jahr oder noch länger warten. Bei der außerordentlich großen Anzahl der Fremden ist bas verständlich. Eine weitere Komplikation ist der Krieg in Spanien. Die spanischen Flüchtlinge überschwemmen Frankreich, ihre Erhaltung oder ihr Heimttansport kostet sehr viel Geld, von den Gefahren, welche bie vor Franco flüchtenden Anarchisten und Kommunisten bedeuten, gar nicht zu sprechen. Wenn man die verschiedenen Versuche, die man seit Kriegsende zur Regelung der Fremdenfrage unternahm, betrachtet, so muß man feststellen,' daß ihnen der Erfolg versagt blieb. Solange man sich in Frankreich nicht entschließt, bas sozialpolitische Problem ber Landesfremden grundsätzlich zu lösen, werden bie Schwierigkeiten und Reibungen nicht aufhören. Aber selbst dann werden gewisse Fehler der Vergangenheit — man denke nur an die Einwanderung aus Afrika — nicht mehr gut zu machen sein. Und bie eigentliche' Wurzel des Hebels, die Entvölkerung, ist überhaupt nicht zu beseitigen. Paris wird für den Königsbesuch „gesäubert". Razzien der Kriminalpolizei. Paris, 1. Juni. (DNB.) Die Pariser Kriminalpolizei führt im Hinblick auf den für Ende Juni vorgesehenen Besuch des englischen Königspaares in Paris eine großangelegte Säuberung der französischen Hauptstadt von verdächtigen Elementen durch. In der vergangenen Nacht wurden in acht Stadtbezirken in 30 übel beleumdeten Hotels und Vergnügungsstätten Razzien durchgeführt. Bei diesem „Fischzug" blieben in den Netzen der Polizei 1300 Personen hängen, von denen 140 in das Gebäude der Sicherheitspolizei gebracht wurden. 41 Verhaftungen wurden aufrechterhaltern darunter befanden sich 3 3 Ausländer, die ohne Einreiseerlaubnis bzw. ohne gültige Pässe nach Frankreich gekommen waren, ferner drei bereits Ausgewiesene, ein Ausbrecher aus einer französischen Strafkolonie sowie drei Vagabunden. Die Polizei wird im Zusammenhang mit den vorbereitenden Sicherheitsmaß» nahmen für den englischen Besuch weitere derartige Razzien durchführen. wie seht bekannt wird, In 839 sudekendeuk- schen Gemeinden die Dahlen entfallen, nachdem dort nur eine Kandidaten- tlste, die der Sudetendeutschen Partei. eingebracht wurde. Dabei flehen noch aus 32 sudetendeutschen Bezirken, in denen 442 Gemeinden wählen, Berichte aus. Skandalöse Behandlung einer Engländerin. Das Studium des Nationalitätenproblems ein Staatsverbrechen. London, 1. Juni. (DNB.) Wie der „Daily Expreß" aus Karlsbad berichtet, ist die Engländerin Miß Mitford auf einer Autofahrt von Prag nach Karlsbad in Begleitung von zwei Journalisten bei einer militärischen Straßensperrung a n gehalten worden. Ein Gendarm befahl nach kurzer Untersuchung, daß sich der Kraftwagen nach der nächsten Polizeistation zu begeben habe. Dort wurden die Insassen 5 Stunden lang durchsucht. Miß Mitford wurde gezwungen, sich in Anwesenheit eines weiblichen Polizisten vollständig auszuziehen. Briefe und Tagebuch wurden beschlagnahmt. Ferner wurden die Autoreifen abgenommen und die Polster des Wagens aufge» schnitten. Miß Mitford hat gegen die skandalöse Behandlung beim nächsten englischen Konsulat Protest eingelegt. Das Tschechoslowakische Preßbüro gibt die Durchsuchung des Kraftwagens zu, in dem Wagen feien ein mit einer Inschrift versehenes Messer — offenbar ein Geschenk — ferner Photoapparate sowie politische Schriften und Bilder, die sich vor allem mit den Nationalitätenverhältnissen in der Tschechoslowakei befassen, gefunden worden. Dieser Fund wird dabei» so dargestellt, als ob es ein Verbrechen ist, wenn ein Ausländer, der sich über die Verhältnisse in der Tschechoslowakei unterrichten will, derartiges Schriftenmaterial mit sich führt. Es ist in letzter Zeit viel von der Entsendung englischer Beobachter nach der Tschechoslowakei gesprochen worden. Sollte es dazu kommen, so wird man sich in London darüber klar sein müssen, daß diese Beobachter bei den augenblicklich in der Tschechoslowakei herrschenden Zuständen jederzeit mit ähnlichen Belästigungen werden .rechnen müssen. Der englische Geheimdienst im Hintergrund. Berlin, 1. Juni. (DNB.) Das große Rätselraten über die Urheber jenes irrsinnigen Gerüchtes, das von deutschen Truppenbewegungen an der tschechischen Grenze wissen wollte und damit Europa in eine regelrechte Kriegspsychose versetzte, ist noch nicht beendet. War man zuerst der naheliegenden Ansicht, daß Prag der Erfinder jenes Gerüchtes fei und daß diese dann von dort nach London gelangten, so zeigt es sich jetzt, daß die Gerüchte genau d en umgekehrt en Weg nahmen. Dem Hamburger Fremdenblatt gingen aus der tschechischen Hauptstadt Informationen zu, die sich auf das Zeugnis des französischen Journalisten Jules Sauer wein berufen dürfen. Wie diesem von maßgebender tschechischer Stelle erklärt wurde, ist die tschechoslowakische Regierung am Abend des 20. Mas aus London angerufen worden. Es wurde ihr mitgeteilt, der englische Geheimdien st (Intelligence Secret Service) besitze b e - stimmte Informationen darüber, daß reichsdeutsche Truppen sich aus die tschechische Grenze zu bewegten. Daraufhin wurde die tschechische Teilmobilisierung angeordnet. Es habe sich um Minuten gehandelt, und es sei keine Zeit mehr verfügbar gewesen, sich in Berlin über den Charakter der Truppenbewegungen zu erkundigen. Der Sandschak Alexandrette. Türkische Vorstellungen in Paris. Paris, 1. Juni. (Europapreß.) Die türkische Regierung hat die französische Regierung wissen lassen,, daß sie eine schnelle Regelung der Streitfrage über den Sandschak Alexandre t t e dringend wünsche. In französischen Kreisen bemerkt man, dieser neue Schritt stelle in keiner Weise ein Ultimatum dar. Der Türkei wird im „Journal" vorgeworfen, sie wolle Frankreich im Sandschak von Alexandrette vor vollendete Tatsachen stellen. — Die Vorbereitungen zu den Wahlen, die in diesem Gebiet am 15. Juli abgehalten werden sollten, sind infolge von blutigen Zwischenfällen eingestellt worden. — Die ^Türkei wirft Frankreich vor, es sabotiere die Befragung der Bevölkerung des Sandschaks von Alexandrette. Oie Kämpfe an der Lunghai-Bahn. Schanghai, 2. Juni. (Europapreß.) Der Oberbefehlshaber der chinesischen Streitkräfte, Marschall T s ch ia n g k a i s ch e k, hat sich an die Lunghai- Front begeben. Wie von chinesischer Seite behauptet wird, soll die japattische Division unter dem Be» ehl des Generals Dvihara fast vollkommen auf- je rieb en worden fein; für die Reste der Divi-> ivn, so behaupten die chinesischen Meldungen, be- tehe keine Aussicht zur Flucht. Einem japanischen Heeresbericht ist zu entnehmen, daß die hinzugezo- aenen Verstärkungen sich noch nicht der abge- schnittenen Division nähern konnten, da die Chinesen in diesem Kampfabschnitt überlegen zu sein scheinen. Weiter wurde von japanischer Seite bekanntgegeben, eine japanische Heeressäule bereits sich zur Zeit, von Kweiteh kommend, auf die Einnahme von Suehsien vor, nachdem am Mittwoch die Stadt Ringling habe eingenommen werden können. Auch fei Kaifeng von einer im Südosten stehenden Heressäule stark bedroht. Die schon in Genf auf den Spuren von Konovalez. Genf, 1. Juni. (DNB.) Der in Rotterdam von einem GPU.-Agenten ermordete ukrainische Natianalistenführer Konovalez wohnte mehrere Jahre in Genf und wurde schon damals v o-n GPU.-Agenten verfolgt, so daß die kan- tonale Sicherheitspolizei ihn unter besondere Bewachung stellen mußte. Es wurde auch ein junger Waadtländer verhaftet, der den Auftrag hatte, das Kommen und Gehen des Ukrainers zu überwachen. Seine Auftraggeber waren zwei Sowjetagenten. Sie waren im Besitz falscher Pässe. Sie wurden gegen eine Kaution von je 10 000 F^ran - f e n auf freien Fuß gesetzt. Diese Summe wurde von dem Rechtsbeistand der Verhafteten beim Bol- jcheMeMuMug Dicke; jpjtzLt diöteclegt. England als Fn'edensvermittter im spanischen Krieg. Angeblichepläne des britischen Kabinetts zur Entspannung der europäischen Lage Cönbon, 1. Juni. (DNB.) Das britische Sabinen beschloß, während der Pfingstferien des Parlaments bis zum 14. Juni keine Vorkehrungen für Sonderkabinettssihungen zu treffen, weil der internationale Horizont gegenwärtig nicht unmittelbar mit drohenden Dolken verhangen ist. Weiter wird von unterrichteter Seite erklärt, daß die Lage in Spanien noch immer ein ernstliches Hindernis für eine allgemeine Befriedung fei. Der spanische Stieg verhindere eine Zusammenarbeit zwischen Frankreich und Italien und zögere die Inkraftsetzung des englischitalienischen Abkommens hinaus. Falls Großbritannien dazu helfen könnte, daß der Friede wieder hergeflellt werde, so würde es keine Anstrengungen scheuen, wenn auch nur ein Waffen st illsk and herbeigeführt werden könnte, werde Großbritannien sofort bereit sein, einzugreifen. Offensichtlich sei es jedoch besser, wenn jeder« Vermittlungsversuch zusammen mit anderen Brächten gemacht werde, da ohne eine solche Mithilfe es unwahrscheinlich sei, daß die Feindseligkeiten eingestellt würden. Auch aus der Morgenpresse geht hervor, daß sich die Hoffnungen auf das Inkrafttreten des englischen Plans zum Abtransport der Freiwilligen verstärken, zumal man in London den Entschluß gefaßt haben soll, die Verwirklichung des Plans durch weitere Obstruktion Sowjetruhlands nicht aufhalten zu lassen, sondern ihn unbekümmert von der Moskauer Sabotage in Sraft zu sehem Dos Echo in Paris. Paris, 2. Juni. (DNB. Funkspruch.) Auch in der französischen Presse finden sich Meldungen über englische Absichten, im spanischen Konflikt zu vermitteln. Der antibolschewistische „Matin" meldet, Chamberlain scheine entschlossen zu sein, in Spanien Versuche zum Friedenstiften zu unternehmen. Auch im Falle einer Regelung der sudetendeutschen Frage in der Tschechoslowakei halte Chamberlain eine W'i ederaufnahme direkter Besprechungen mit Berlin für möglich. — „Oeuvre" behauptet, daß^die britische Regierung zusammen mit der französischen Regierung ei ne Demarche in Burgos und Barcelona vorhabe, um die Beendigung des Bürgerkrieges zu erreichen. Der Abschluß eines Waffenstillstandes würde es London gestatten, seinen Plan zur Zurückziehung der -Freiwilligen in Angriff zu nehmen. Bolschewistische Greuel. 91 Leichen Ermordeter in asturischen Minenschächten gefunden. Oviedo, 1. Juni. (DNB.) Bei der Wiederinbetriebnahme der von 'ben Nationalen eroberten Bergwerke in Asturien fand' man auf dem Grund der Minen zahlreiche zerschmetterte Leichen. Bolschewistische Verbrecher hatten die Unglücklichen — Kinder und Frauen, Männer und Greise — in die Tiefe der Minenschächte hinuntergeschleudert, nachdem sie den meisten vorher die Hände auf dem Rücken zusammengebunden, in nie der trächti aste r und grausamster Weise gequält und gemartert hatten. So wies einer der Hingemordeten eine Unzahl von 'Stichen und Schnitten auf. Der Militärgouverneur von Asturien teilt mit, daß bisher 91 Leichen von Hinabgeschleuderten gesunden wurden. Es sei zu befürchten, daß noch weit mehr Opfer auf dem Grund der Minen lägen. nationale Fortschritte. Salamanca, 2. Juni. (Europapreß.) Das nationalspanifche Hauptquartier teilt mit, daß i m Kampfabschnitt von Sort an der Ostfront neue feindliche Angriffe unter blutigen, Verlusten für den Feind abgeschlagen worden sind. Auch an der Castellon-Front sind svwietspanische Angriffe abgewiesen worden.,Die nationalen Trup- Celafäs 'orbalon A r a» ^05 0 5 10 15 Auf der wichtigen Straße von Teruel nach Valencia drangen die Nationalspanier bis nach Puebla be Valverde vor. — (Scherl-Bilderdienst-M.) pen sind auf einer Frontbreite von 16 Kilometer um 3 Kilometer vorgedrungen. An der Front von Teruel haben die nationalen Truppen ebenfalls feindliche Angriffe zurückgewiesen und bedeutende Stellungen eingenommen, u^ a. den Cerro Eris al, und sind bis zum Cerro Montero und dem Berg- massiv von Cillarejo vorgedrungen. Die nationalen Truppen haben' Mittwoch die Befestigungsanlagen von Linares (rund 70 Kilometer von Sagunto entfernt), die sich auf einer Länge von 15 Kilometern hinziehen und durch Blockhäuser und Maschinengewehrnester befestigt waren, eingenommen. Damit ist eines der größten Hindernisse für den Vormarsch nach Sagunto und Valencia genommen worden. Oie Wehrpflicht-Debatte in England. Genaue Pläne werden erst nach der Mobilmachung ^ekanntgegeben. — Umfassende Lustschuhvorbereitungen eingeleitet. London, 1. Juni. (Europapreß.) Zu den Plänen der englischen Regierung für die Einstig rung der allgemeinen Wehrpflicht im Falle einer Mobilmachung äußerte sich Ministerpräsident Chamberlain am Mittwoch erneut im Unterhaus. Er ging dabei nicht wesentlich über das hinaus, was bisher allgemein bekannt war. Der Ministerpräsident machte einen Unterschied zwischen der militärischen Wehrpflicht und der n i ch t m i l i t ä r i s ch e n D i e n st p f l i ch t. — Für die Wehrpflicht seien Pläne schon seit 1922 von verschiedenen Regierungen erwogen worden. Die Arbeiten an dem Gesetzentwurf seien nunmehr nahezu abgeschlossen. Dieser Gesetzentwurf werde dem Parlament unmittelbar nach einem etwaigen Kriegsausbruch zugehen. — Dagegen entspreche es nicht den Tatsachen, daß die Regierung bereits auch bestimmte Pläne für die zwangsweise Erfassung aller nicht für den Heeresdienst benötigten E n g .° l ä n d e r für nichtmilitärische Zwecke habe. Naturgemäß Habe die Regierung schon wiederholt die Frage erörtert, in .welcher Weise in einem Kriegsfall der gesamte mäkmliche Teil der Bevölkerung am zweckmäßigsten eingesetzt werden könne. Es sei jedoch nicht möglich, schon jetzt genau festzulegen, welche Anforderungen die Regierung im Kriegsfälle an jeden einzelnen stellen werde. Auf jeden Fall unterlägen auch alle solche Maßnahmen der Zustimmung des Parlaments. Heber die vorgesehene Altersgrenze für die allgemeine, Wehrpflicht könne er sich im Augenblick nicht äußern. — Abgeordnete der Linken, die die Ausführungen Chamberlains als unzureichend bezeichneten, kündigten an, sie seien entschlossen, eine Aussprache über den gesamten Fragenkreis zu erzwingen und dabei die Frage der Militarisierung der Jndustr i e i m Kriegsfälle in den Vordergrund zu stellen. Bei der Beratung des Haushalts für das Innenministerium berichtete der Innenminister, Sir Samuel Hoare, über die in den letzten Monaten gemachten Fortschritte bei der Durchführung der Luftschutzmaßnahmen. Seit seinem Aufruf vor etwa zwei Monaten zur Meldung von einer Million Freiwilligen für den Luftschutz hätten sich rund eine halbe Million Freiwilliger gemeldet, darunter 11 000 Aerzte und 22 000 Krankenpflegerinnen. Als Reserve für die Freiwilligen sei die Zusammenfassung sämtlicher Frauenorganisationen auf unparteiischer und nicht konfessioneller Grundlage geplant, um sie für die Zwecke des Luftschutzes zu gewinnen, Im Falle eines Luftangriffs seien alle Menschenansammlungen zu vermeiden. Am besten wäre es, wenn jeder Einwohner in seiner Wohnung bleiben würde. Für die unterwegs Befindlichen würden besondere Vorsichtsmaßnahmen getroffen. Dabei denke man vor allem an die Auswertung von Parks und öffentlichen Plätzen. Diese Pläne seien in rascher Durchführung begriffen. In der nächsten Zeit sei auch mit Anweisungen für den Wau von Luftschutzkellern und für die zweckmäßigste Ausgestaltung von Gebäuden zu rechnen. Es sei eine enge Zusammenarbeit zwischen den Arbeitgebern und Arbeitnehmern geplant Auch für die persönliche Sicherheit der Abaeordneten werde durch Anlage von Luftschutzkellern unter dem Parlamentsgebäude, verbunden mit einer eigenen Löschanlage, Sorge getragen. Unterstaatssekretär Geoffrey Lloyd erklärte, da^ W a r n s y st e m sei genügend ausgebaut. England sei in 100 Bezirke aufgeteilt, die bei einem Luftangriff sofort telephonisch verständigt würden. Die Lokalbehörden seien zur Anlage von Sirenen aufgefordert worden. Die Regierung habe einen Räumungs- Slan für London ausgearbeitet, der den btransport von 3,5 Millionen Menschen aus London in weit entfernte Gegenden innerhalb von 72 Stunden vorsehe. Auch die Lebensmittelbeschaffung in diesem Falle sei bereits geregelt. Man beginne jetzt mit der Herstellung von Gasmasken fü» Kinder. Die Regierung beschäftige sich weiter mit der Frage der Verwendung der Londoner Untergrundbahn als Luftschutzkeller. Soweit Wohnhäuser keinen Schutz bieten könnten, würden die Lokalbehörden die erforderlichen Luftschutzkeller aus öffentlichen Mitteln bauen. Die Seeriistung. Bor dem Abschluß der englischamerikanischen Flottenverhandlungen. London, 1. Juni. (Europapreß.) Die englisch- amerikanischen Verhandlungen über die Festlegung neuer Tonnage- und Kaliberbeschränkungen im Rahmen des Flottenvertrages vom Jahre 1936 nähern sich ihrem Ende. Anscheinend ist es den Engländern gelungen, die amerikanischen Wünsche nach völliger Handlungsfreiheit für ihre neuen Großkampfschiffbauten abzubiegen und die Vereinigten Staaten für neue Beschränkungen zu gewinnen. Dab.ei nennt man als künftige Kaliber- Höchstgrenze 18 Zoll (45,7 cm) und als Höchst- tonnage 45 0 0 0 Tonnen, wobei voraussichtlich die Möglichkeit besteht, daß sich diese Zahl um einige Tausend Tonnen verringert. Frankreich wird als dritter Unterzeichner des Flottenvertrages über den Gang der Verhandlungen auf dem Laufenden gehalten und hat sich bereits mit dem Ergebnis einverstanden erklärt. Frankreich hat die beteiligten Mächte davon in Kenntnis gesetzt, daß es nicht die Absicht habe, über die durch Einführung der Gleitklausel aufgehobene Höchstgrenze h in a u s z ug^e h e n , solange nicht an- d e r e europäische Mächte bei ihren Kriegsschiff- bauten diese Grenze überschreiten. Nach dem Abschluß der Verhandlungen wird England auch Deutschland, Italien und Sowjetrußland von dem Ergebnis unterrichten und die mit den drei Mächten abgeschlossenen Parallelverträge (bzw. im Falle Italiens die entsprechende Klausel! in dem englisch-italienischen Vertrag) durch gleich-! laufende Verhandlungen dem neuen Status quo o M u p a U e a lucheru 1 „Nordische Zusammenarbeit? In Deutschland ist man immer wieder geneigt, den Norden (also Dänemark, Norwegen, Schwede^ und Finnland) als eine Einheit zu betrach, ten, wobei man vielfach von ideologischen Vor,. Stellungen oder gar von — Wunschbildern ausgeht^ die jedoch der rauhen Wirklichkeit kaum entsprechen. Tatsächlich bemühen sich zwar schon seit.etma hun. bert Jahren manche -Kreise in diesen Ländern, auf gesellschaftlichem, wirtschaftlichem, kulturellem -oder auch politischem Gebiet eine solche Einheit herzu, stellen, die es aber vorläufig jedenfalls noch nicht' gibt. Gerade neuerdings erlebt diese Bewegung, dis sich heute nicht Skandinavismus, sondern „nordische Zusammenarbeit" nennt, eine Hochkonjunktur. Sie findet ihren Ausdruck in Vereinheitlichungsbestre. bungen auf allen Lebensgebieten. Besonders bekannt geworden sind in den letzten Jahren die Bemühun- gen um ein gesamtnordlsches Verteidigungs« b ü n d n i s, das vor allem seit dem Versagen Genfs mit großem Eifer und unter Aufwendung erheb, kicher Geldmittel propagiert wird, wobei der Hinweis auf die angeblich von Süden her drohende Gefahr eine nicht unbedeutende Rolle, und zwar nicht nur in grundsätzlich deutschfeindlichen Kreisen,' spielt. Da ist es nun ganz besonders bemerkenswert, daß sich jetzt in Norwegen Stimmen, erheben, die auf das Gefährliche einer solchen Blockbildung aufmerksam machen. In der Besprechung eines vor kurzem in Norwegen erschienenen Buches von Dr. Smedal, „Die nordische Zusammenarbeit und Dänemarks Südgrenze", weist die Zeitung des norwegischen Bauernbundes, „Nationen", bar« auf> hin, daß die Bewegung gerade durch die Unklarheit, mit der man ihr Ziel mehr oder weniger bewußt umgebe, für alle Völker des Nordens sehr gefährlich werden könne. Das eine Mal handele es sich bloß um die Revision von Schulbüchern im skandinavischen Gemeinschaftsgeist, ein andermal dagegen schon um die wirtschaftliche Zu< fammenarbeit aller nordischen Länder, ein drittes Mal vollends um einen militärischen 23 er«. teidigungspakt. Das Blatt verweist in diesem Zusammenhang u. a. auf die Rede des auch in Deutschland bekannten isländischen Dichters Gunnar Gunnarson, der schon vor zehn Jahren den „Volksstaat Norden" als das Ziel erklärte^ und der in logischer Fortsetzung dieser Ideen im Jahre 1934 die Schaffung einer „nordischen Grenzwacht" an der „Südgrenze des Nordens", nämlich in Nordschleswig, forderte. Angesichts derartiger Entwicklungen verlangt *basf norwegische Blatt eine Begrenzung und klarS Definition der sog. „nordischen Zusammenarbeit". Es stellt vor allem die Frage, ob eine solche Zusammenarbeit überhaupt die Sicherheit Norwegens erhöhen würde oder nicht eine Chance für das Land bedeute, eines Tages in eine Katastrophe hineinaezogen zu werden, und zwar auf Grund von Interessen, die Norwegen überhaupt nicht berührten. So habe' gerade Dänemark es schon immer verstanden, den Skandinavismus für eigene Zwecke, für feine eigenen außenpolitischen Interessen nutzbar zu machen imb die anderen Völkckr des Nordens vor feinen Wagen zu spannen. Norwegen habe aber keinerlei Interesse daran, beispielsweise die Süd« grenze Dänemarks zu garantieren, zumal diese Grenze durch Unrecht zustande gekommen sei. Im übrigen fordert das Blatt des norwegischen Bauernbundes vor dem Eintritt in irgendeine Diskussion über eine „nordische Zusammenarbeit", daß Dänemark vorher seine eigenen Konflikte mit den anderen nordischen Völkern aus der Welt schaffe. Hierbei verweist es ausdrücklich auf den Streit zwischen Norwegen.und Dänemark, um Grönland, der zwar seinerzeit formell durch den Haager Schieds- gerichtshof zugunsten Dänemarks entschieden worden ist, eine Entscheidung, die aber von den nationalen Kreisen Norwegens nicht anerkannt wird. Solange die „nordische Zusammenarbeit" darauf hinauslaufe, daß Dänemark nur bekomme und dis anderen nur gäben, werde keinerlei Vertrauen entstehen. Ohne ein solches Vertrauen werde die Zusammenarbeit nur Enttäuschungen bringen und im entscheidenden Augenblick zusammenbrechen. In Norwegen sei jedenfalls das Mißtrauen zu Dänemark und zum „dänischen Spiel unter nordischer Maske" sehr verbreitet, so daß viele.Norweger überhaupt einen nordischen Verteidigungspakt mit Dänemark als Teilnehmer ab lehn en müßten. Diese norwegische Stimme, die durchaus nicht etwa aus einem nationalistisch gefärbten Lager stammt, ist deswegen so besonders bemerkenswert, weil hipr eine Absage an diejenigen Kreise erteilt wird, die aus irgendwelchen egoistischen Gründen immer wieder versuchen, den Norden als Einheit gegen den südlichen Nachbarn zu mobilisieren. Daß die Gefahren einer solchen Blockbildung aber nicht nur in norwegischen Rechtskreisen erkannt werden, zeigt eine kürzlich in be r orohende Unb zwar en Kreisen, ^rkensrvert, JJ erheben, 9» Sind. ^e'Prcd)unn en«n Mes ^menarbeit Leitung heg n*n", dar. rch die Un. E weniger ordens sehr eine Ma! t>on Schul, Wfc ein Mche ju< ein drittes i)tn Per. ' in die. de des auch en Dichters >r zehn Iah, erklärte, ?r Ädeen im ischen Grenz, ms", nämlich öie Wiener Hofburg, die Kapuzinergruft und die ehemaligen Kaiferfchlöffer Schönbrunn und Belvedere. Die Beratungen über die Verwaltung und Organisation der Ostmark wurden fortgesetzt. Großzügiger Plan zur Erweiterung Wiens. Reichsminister Dr. Frick besuchte auch das Wiener Rathaus. Er erklärte, Wien fei als Hauptstadt für das kleine Land Oesterreich viel zu groß gewesen. Es sei in jeder Beziehung, vor allem aber in wirtschaftlicher, ein ungeheurer Rückgang eingetreten. Man brauche- nur an die Zahl der Geburten 3U erinnern. Es aebe keine Großstadt, die einen solchen Rückgang Der Geburten aufzuweifen habe. Es werde eine der Hauptaufgaben des Dritten Reiches fein, hier grundlegenden Wandel zu schaffen. Er habe einen Plan erwogen, der dazu führen werde, daß Wien eine neue Blütezeit erleben und das deutsche Tor zum Osten werde. Es fei der Beschluß gefaßt worden, den Umfang der Stadt von 2 7 0 auf 7 0 0 Quadratkilometer zu vergrößern, um Siedlungsräume und anständige Wohnverhältnisse zu schaffen, gerade auf diesem Gebiet sei in Wien Schreckliches zu beobachten. Entsprechend den nationalsozialistischen Grundsätzen, daß das Bauerntum als Urgrund und Kraftquell des deutschen Volkes anzusehen sei, werde man bemüht sein, der bevölkerungspolitischen Gefahr der Verstädterung durch die künftige Wohnungs- und Siedlungspolitik, Schaffung von Eigenheimen und gefunden Wohnungen möglichst entgegenzutreten. OieHZ. im Kampf gegen die Landflucht Am Dienstagvormittag sprach Obergebietsführer Cer ff, der Chef des Kulturamtes der Reichs- jugenoführung, im Reichsführerlager der HI/ über die Kulturarbeit der Hitler-Jugend. Bemerkenswert war die Ankündigung einer Aktion zur Förderung der Kulturarbeit auf dem Lande. Es ist daran gedacht, der Stadtjugend Paten- d ö r f e r zu übertragen. Der Jugend auf dem Lande sollen Bücher, Sportgeräte und andere Dinge mehr zur Verfügung gestellt und so der Kampf gegen die Landflucht unterstützt werden. Weiter teilte Obergebietsführer Cerff mit, daß in nächster Zeit die schulische Musikerziehung der Jugend in die Hand der Hitler-Jugend gelegt wird. In den Musikschulen lernen die Jungen nicht nuf ordentlich spielen, sie werden auch durch ein- bis zweijährigen JnstrumSntalunterricht musikalisch erzogen. Finanziell werde die schulische Musikerziehung von den Ge m e in b e n getragen. Endlich machte Cerff auf das HJ.-Ausbildungswerk „Kultur und Technik" aufmerksam, das nach einer Anregung von Generalinspektor Dr. Todt voraussichtlich Ende Juni in Berlin verkündet wird. Hierbei gehe es vor allem um den technischen Nachwuchs. Kleine politische Nachrichten. Am Mittwoch begrüßte dasFührerkorpsder HI. in Weimar den Reichsorganisationsleiter Dr. Ley und Den Korpsführer des NSKK. Hühnlein in feiner Mitte. Dr. Ley schilderte den Aufstieg auf allen Gebieten des Lebens feit der Machtübernahme. Korpsführer Hühnlein würdigte die Zusammenarbeit zwischen NSKK. und Hitler-Jugend, insbesondere der Motor-HI., und zeigte neue Wege zur Vertiefung dieser gemeinsamen Arbeit. ♦ In den in Berlin geführten Verhandlungen sind der deutsch-englische Warenverkehr (unter Einbeziehung Oe st erreich s) und die Frage finanzieller Verpflichtungen erörtert worden. Es ist noch nicht möglich gewesen, die Auffassungen der beiden Delegationen über die Behandlung der ö st e r r e i ch i s ch e n Anleihe in Einklang zu 0estemiA»MWeS>iedrrimg ^Wien, I.JuM. (DNB.) Der Reichskommissar Gaulerter Burckel und Reichsinnenminister Dr. F r l ck haben in gemeinsamer Beratung sowohl die politische als auch die staatliche Ein- teUung Oesterreichs in ihren Einzelheiten sestaelegt. Nach der neuen Gaueinteilunq umfaßt: ö 1. der Gau Oberdonau das Gebiet des bisherigen Landes Oberösterreich und dazu den Gerichtsbezirk Bad Aussee, der.früher zur Steiermark gehörte; 2. der Gau Niederdonau deckt sich mit dem Gebiet des bisherigen Landes Niederösterreich; er gibt Teile an den Gau Wien ab, hinzu kommen vier Verwaltungsbezirke des Burgenlandes; 3. der Gau Wien umfaßt den bisherigen Stadtbezirk Wien und dazu Teile der Bezirke Hitzing, Mödling, Bruck an der Leitha, Floridsdorf und Umgebung, Korneuburg und Tulln; 4. der Gau Steiermark umfaßt das bisherige Land Steiermark ohne den Gerichtsbezirk Bad Auffee und dazu drei Verwaltungsbezirke des südlichen Burgenlandes; 5. der Gau Kärnten umfaßt das bisherige Land Kärnten und dazu den Verwaltungsbezirk Lienz (Osttirol); 6. der Gau Salzburg umfaßt das bisherige Land Salzburg; 7. der Gau Tirol umfaßt die Länder Tirol und Vorarlberg. Der Reichsinnenminister hat erklärt, daß die staatliche Einteilung in Landeshauptmannschaften, Bezirkshauptmannschaften und Stadtkreise entsprechend dieser Einteilung der NSDAP, in allernächster Zeit durch R e i ch s gesetz geregelt wird. Jedoch bleibt Vorarlberg !als Landeshauptmannschaft bis auf weiteres bestehen. Einige Parteikreise werden zu- aleich einen Stadtkreis und eine Bezirkshauptmannschaft umfasten. Dr. Frick besichtigte am Mittwoch Die Romantik der Postkutsche. Vor einiger Zeit hatte Reichspostminister Dr.-Jng. e. h. O h n e s o r g e die Absicht geäußert, daß er die Romantik der Postkutsche nicht aus st erben lassen wolle, um die Erinnerung an die historische Entwicklung und die Blütezeit der Personenbeförderung über Land durch die Post vor der Einfüh- rung oer Eisenbahn und des Kraftwagens wach zu halten. Durch landschaftlich schöne Gegenden sollen daher auch in Zukunft wieder Personenposten mit Pferdebespannung fahren. Hierfür sind folgende Gegenden im alten Reichsgebiet in Aussicht genommen: das Glotzer Bergland, der Thüringer Wald, die Lüneburger Heide, der Schwarzwald, das Bayerische Alpengebiet, das Ruppiner Land in der Mark^ Die Fahrtgebühren werden sich für jeden Benutzer in erschwinglichen Grenzen halten. Voraussichtlich im August werden die beiden ersten Pfesdepersonen- posten in Bettieb genommen, 13 weitere Personenposten sind für später vorgesehen. Die Postkutschen, die voraussichtlich vierspännig gefahren wer- den, bieten 9 Reisenden Platz. Form, Einrichtung und Ausstattung werden den heutigen Bequemlichkeitsforderungen entsprechen. Die Postillione erhalten eine besondere Uniform. Der letzte Offizier von IHars-la-Iour gestorben. Der letzte Offizier von Mars-la-Tour und älteste Offizier der alten Armee, Generalmajor a. D. von K u t s ch e n b a ch , ist am Mittwoch in Ko lb er g gestorben. Kutschenbach war an seinem 100. Geburtstag am 26. Januar 1938 vom Führer durch die Verleihung des Charakters als Generalmajor geehrt worden. Lin Rentnererholungsheim. Am 29. Mai wurde in Krummhübel im Rie- sengebirge das erste Rentnererholungsheim 'des Reichsbundes der deutschen Kapital- und Kleinrentner durch den Bundesführer Pg. Dr. Ballarin ein- geweiht, wobei Partei, Regierung und Gemeinde vertreten waren. Das Heim liegt in schöner Lage des Kurortes und bietet alle Bequemlichkeiten, die sich die erholungsbedürfttgen Rentner nur wünschen können. Ein Postbeutel mit 40 000 Mark gestohlen. Aus dem Bahnhof in Stuttgart-Zuffenhausen wurde ein Postbeutel gestohlen, der mit dem Personenzug Stuttgart-Heilbronn nachmittags im Bahnpostwagen dort eingetroffen war. Der Beutel war ordnungsgemäß ausgeladen und einem Angehörigen des Postamtes Zuffenhausen übergeben worden. Der Postbeutel enthielt 40 000 Mark Bargeld, und zwar 7000 Mark Silbergeld und 33 000 Mark in Banknoten. Er wurde aus dem zweirädrigen, mit Deckel versehenen Po st karren, der sick; auf Bahnsteig 3 befand, entwendet. Die Ermittlungen führten zur Festnahme des mit der Beförderung betrauten Postangehörigen. Der Fall hat aber seine Aufklärung noch nicht gefunden. Für Mitteilungen aus der Bevölkerung, die zur Ermittlung Des oder der Tater führen, ist eine Belohnung von 1000 Mark ausgesetzt worden. Riesensturmschäden In England. Der Sturm, der seit Mittwochabend gan^ England und den Kanal heimgesucht hat, verursachte riesige Schäden. So sind auf der großen landwirtschaftlichen Ausstellung in Bournemouth Zelte und Pa- villons, Gerüste und Ausstellungsstände Opfer des Sturmes geworden. Es wird tagelanger Aufräu- mung^arbeiten bedürfen, bis die Ausstellung der Oeffentlichkeit übergeben werden kann. Zahlreiche Fischerboote werden vermißt. Aus Hastings wird bereits von den ersten Ertrunkenen berichtet. Sämtliche Rettungsstationen an der Küste befinden sich in Alarmbereitschaft. Skurmwlnh über Paris fordert zwei Todesopfer. lieber Paris wehte am Mittwoch kurz vor 20 Uhr während einer Viertelstunde ein Sturmwind von besonderer Heftigkeit, der zwei Todesopfer forderte. *• Auf den Champs Elyfees wurde einer der dort stehenden großen Kastanienbäume wie ein Streichholz umgefnicft. Ein Vorübergehender wurde dabei getötet. Ein zweiter tödlicher Unfall ereignete sich im Bois de Vincennes, wo eine 39jäh- rige Frau ebenfalls durch einen umstürze n d e n Baum getroffen wurde. Sie erlag nach wenigen Minuten ihren schweren Verletzungen. Lhinesische Piraten Überfällen amerikanischen Pasfagierdampfer. Noch immer treiben Piraten und Wegelagerer in, dem Gebiet, das bis vor kurzem die Auseinandersetzungen zwischen den chinesischen und japa- nischen Armeen erlebte, ihr Unwesen. Ein mit beispielloser Frechheit durchgeführter Piratenüberfall, der größte feit einer Reihe von Jahren, spielte sich auf dem Jangtfefluß unmittelbqr in der Nähe von Schanghai ab. Zwölf chinesische Piraten hatten sich unter die Passagiere eines Dampfers ben Dollar Steamship Company ae» schmuggelt. Bei ihrem mit überraschender Schnelligkeit ausgeführten Angriff zerschlugen sie die Funkanlage, überwältigten den Kapitän und hielten die Mannschaften sowie die Passagiere durch Schreckschüsse im Schach. Dann steuerten sie den Dampfer in Richtung auf Blockhouse Island, wo 15 Piratendschunken bereitlagen. 300 Piraten, mit Mausergewehren, Pistolen und Handgranaten bewaffnet, enterten das Schiff und raubten planmäßig in ungestörter Ruhe die 300 Passagiere aus. Darauf est tluden f i e d i e Ladung — 1200 Sack Reis — auf die Dschunken. Da der Ueberfaü nicht bemerkt worden war, konnten die Piratendschunken in unbekannter Richtung davonsegeln. Außer der Verwundung eines indischen verlangt das ig und klars mmenarbeit", ie solche Zu« t Norwegens nee für das Katastrophe if Grund von nicht berühr« schon immer igene Zwecke, teressen nutz« des Nordens |en habe aber ife die Süd- zumal diese men sei. 9m schen Bauern«' ie Diskussion , daß Däne» it den anbe- \* Kr« itreü zwischen nland, de! ager Schieds« schieden war« on den natio« irfannt wirb, tieit" darauf mme und di« Vertrauen ent« oerde die Zu- ingen und im nbrechen. 3n ien zu Jfig ter nordischer efe Norweger junflspatt mu mußten. urchaus W -färbten Läget yemertensmert. Kreise erteiU schen ; n als W Mieren. mq ober nutzt -kannt werden. Natt.Tiden , in der eben- wiesen wF einseitiges D.91 ifirW ’nija jätte f e.'N ierbenL;rW - um helei, t>; y ? \ und >m f.- >i< " E e. . nofitl . Dionen Genfs und tn keine U a„f ? in ein gezogen §u werden wün° hnrdifiil l °ne»" feien rm übrigen kaum ®ef^“e6nau5löknnn,en flr°6c FrankreichsFlugzeugbestellungen in WA. VoX 9u,li- (®uropapre6.) Im Luftfahrt- loflPen $ammer wurde von oer- fchiedenen Abgeordneten heftige Krittk an der bei 100 ffnrti^m>Crr-6/raaten crfoISten Bestellung von q00«^ h ^•I?arIIu93eu?en für die französische nnh^nifnii9^ Abgeordneten Robbe v f unterstrichen besonders die «ÄÄ b,x d^ferung erst zwischen dem November 1938 und dem April 1939 erfolge. Sie er- 2?äC1Jr Frankreich unter diesen Umständen die Herstellung der 100 Flugzeuge selbst- hätte vornehmen können, wenn man mit dem nötigen Nach- brurf an die Verbesserung der französischen Her- steuungsmethoden herangegangen wäre. Der Vorsitzende des Ausschusses, Bossoutrot, suchte die Abgeordneten mit dem Hinweis zu beruhigen, daß zwischen der Herstellung einer Type und der serien- waßlgen Fabrikation ein Zeitraum von mindestens sechs Monaten liege. Frankreich sei also zu diesen Bestellungen im Ausland gezwungen gewesen. Die Regierung habe einen- zusätzlichen Kredit von 3,5 Milliarden Franken (rund 500 Millionen Reichsmark) für den Bau von 2600 Flug- : Seugen zur Verfügung gestellt. Diese Flugzeuge muffen bis spätestens April 1940 geliefert werden 900 von diesen Flugzeugen sind Jagdflugzeuge. V^^eter^mi^SchmalbBierg roBhandlung, GieBen, Frankfurter StraBe 7, Telefon Nr. 3883 'Stadttfteatei? Gießen und 20 - 22.30 Uhr Dienstag, 7. Juni 1938 *<50^7^. (mit Lichtbildern) 3800D Anzeiger 3806V 3776A I. Ring 5.-, III. Ring 1 ;Reihe und Balkon II. Reihe 5.- 3795V Solms. Prof. Dr. Hummel. lucht. Größte und modernste Werkstatt Besteingerichtete Schmierdienst-Station und Sie? Groß -Tankanlage mit allen Bequemlichkeiten 3799A Geschmackvoll Prüfen Sie dodi bitte nachfolgende Angebote Sakko-Anzüge 29.50 35.- Sport-Anzüge 26.50 35.- Sport-Sakkos 24.- 18.75 nicht unter 20 I. 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Vorhersage für Samstag: Voraussichtliche Beruhigung und wieder etwas wärmer, doch noch immer unbeständig. Lufttemperaturen am l.Juni: mittags 25,9 Grad Celsius, abends 17,9 Grad; am 2. Juni: morgens 15,5 Grad. Maximum 26,2 Grad, Minimum heute nacht 14,7 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 1. Juni: abends 20,3 Grad; am 2. Juni: morgens Beiprogramm und Tonwoche! Täglich 4, 6, 8.30 Uhr Sonn- u. Feiertags 3, 5.30, 8.30 Uhr begrüßen von jeher ihre Freunde und Äekannten durch eine Anzeige in der pfingstnummer ihrer Heimatzeitung, im Suche für mein, frauenlos. Haushalt (3 erwachs. Vers.) aur dem Lande i.d.Nähe Nauheims ein tüchtig, in allen Hausarbeiten erfahr. selbständig. Mädchen ohcmnlerbrau ffe Einwände haben doch nie das ^' Lebendige und Nsturbafte auszulo chen oder zu ersticken ver- w°cht da- di° °m Stück seine Ursprünglichkeit bewahrt hat über Jahrzehnt- D,° M liche Atmosphäre der ehemals westxreuß>jchen Grenzproolnz ist noch heute ebenso Aurbar wider Hauch und Glanz einer großen.^ ersten Le^en- jchast. die zwei blutjunge, unerfahren- Mensch n kinder in den Himmel der Seligkeit hebt und als, bald in Tod und Verzweigung stürzt, gnd unn-r wischt bleibt auch im Hintergründe d - »S-E An Liebes-Dramas die Auselnanderletzung starrem kirchlichem Doamati-mus,-tf°rnd°m Z° °t«^ tum und einer im Leben gereisten n°rM°n°°n Menschlichkeit. Betrachtet man neben dem Mbild^ bas' Drehbuch schrieb und den Veit Ha Hm» Gewehr aus den Studenten S Annchen, di- sich schützend o°r d°n Geliebten w rft, niederschießt. Man wird auch . Aktions- Film dem Psarrer Hopp- -m-n . äußere radius gegeben hat, beL6 rfie» unö erwärmt. Bild dieses Mannes noch vert'°st un Und endlich ist unverkennbar daß ^m anschauliche Auseinandersetzung Z gnöe hin rerund dem Kaplan sich Ä&'KjW-ää.-afi Ä»™» *'&ä S l a ns Spielführung wir t im ubn«n m ^^in- feinen Witterung für D k^ncinnunaen, welche Zungen wie für d.e s«M«^p°n"ung°n Oie Stadt der perlen. Von Heinrich Hauser. Die merkwürdigste, ganz sicher aber die internationalste Stadt Australiens ist Broome — an der Küste des Nordwestens. Broomes viertausend Einwohner sprechen zwanzig verschiedene Sprachen: Japaner, Chinesen, Philippiner, Griechen, Franzosen, Spanier, Inder, Malaien leben dort. Sogar zwei Eskimos — und einige Australier. Broome hat den übelsten Geruch uyd das schönste und kostbarste Pflaster auf der ganzen Welt. Der Geruch stammt vom Fleisch der Perlaustern, die zu Millionen dort am Strand verwesen. Das Pflaster stammt ebenfalls von den Austern und ist Perlmutt. Das Meer an dieser Küste hat ein besonder- schönes Farbenspiel; bei ruhigem Wetter ein fahles Grünblau, bei Wind ein lichtes Jadegrün oder die Farbe des Türkis. Man behauptet, die starkleuchtenden Farben dieses Wassers hätten einen Einfluß auf den seltenen Glanz der Perlen und des Perlmutts, die hier gewonnen werden. Der Hafen von Broome beherbergt etwa neunzig Perlfischerboote, stark gebaute Schiffe, die Tropenstürme abwettern können. Die Besatzung besteht hauptsächlich aus Indern und Malaien, die Taucher sind fast durchweg Japaner. Das Tauchen war früher überaus anstrengend, weil der Taucher auf dem Meeresgrund laufen oder kriechen mußte (in größeren Wassertiefen erfordert jede Körperbewegung enorme Anstrengung). Heute hängt der Taucher an Seilen in einer Art Stuhl und wird vom Schiff langsam über den felsigen Grund geschleppt. Findet er Austernbänke, so gibt er Haltesignal. Trotz dieser technischen Verbesserungen ist der Beruf gefährlich genug, denn die Gewässer von Broome sind berüchtigt wegen ihrer Wasserwirbel und grade solche Wirbelstellen bevorzugen die Austern für ihre Ansiedlungen. Jede Austernbank ist zugleich ein Tauchergr'ab. Broome besitzt seinen eigenen japanischen Taucherfriedhof, dessen Gräber aber selten Leichen enthalten, sondern meist nur irgendwelche Besitzstücke des Ertrunkenen, den die Strömung weggespült hat. Alljährlich läßt die japanische Kolonie zur Totenfeier ein kleines Boot mit Nahrungsmitteln auf die See hinaustreiben. Perlfischerei unterliegt der Regierungslizenz, ebenso wi? der Verkauf, und sie wird eigentlich nur als Kleingewerbe ausgeübt. Denn nur, wenn der Fischereibesitzer selbst die Austern öffnet, kann er sicher, sein, nicht bestohlen zu werden. Trotzdem bleiben große Ptzrlenmengen unbekannt; man schätzt, daß ungefähr die Hälfte von allen den rechtmäßigen Besitzer nicht erreichen. Aber auch der rechtmäßige Besitzer bewahrt oft Stillschweigen über seine Funde, um der Steuer zu entgehen. Perlhändler aus Paris, aus Holland, aus Belgien kommen nach Broome mit Tausenden von Pfunden Bargeld in der Tasche; sie stellen keine neugierigen Fragen nach der Herkunft der Ware; der Schleichhandel blüht. Es sind auch gar, nicht so sehr die Perlen, die Broome reich machen, sondern das Perlmutt, mit dem man dort zu Land selbst Autokarosserien ein- lcgt. An Perlen hat Broome bisher für fünfzig Millionen Mark gefischt, an Perlmutt für hundertfünfzig Millionen. In neuerer Zeit leidet das Perlfischereigeschäft sehr unter der japanischen Zucht- perlen-Konkurrenz. Japanische Perlenzüchter führen, wie man weiß, kleine Fremdkörper in die lebende Auster ein, die dann von dem Tier mit der Perlschicht überzogen werden. So ärgerlich ist Broome gegen diese Konkurrenz, daß nicht nur die Einfuhr von Zuchtperlen nach Westaustralien verboten ist, — es ist sogar untersagt, eine Zuchtperle zu besitze^. Die berühmteste australische Perle ist das „Kreuz des Südens", eine genau in Kreuzform verwachsene Perlenreihe. Ein Eingeborener fand sie 1888 und verkaufte sie für eine Stange Tabak. Heute wird ihr Wert auf eine Million Mark geschätzt. Mißbildungen, wenn auch nicht von schöner Form, sind häufig, es kommt zum Beispiel oft vor, daß die Perle mit ihrer Schale verwächst. Ein Einwohner von Broome benutzte jahrelang eine Austernschale zum Festklemmen seiner Haustür. Eines Tages schlug er die Tür etwas heftig zu, die Schale zerbrach — eine große Perle rollte ihm vor die Füße. Zeitschriften. — Eine Streitfrage von weltpolitischer Bedeutung bildet den Gegenstand des Leitartikels in der neuesten Ausgabe der „I l l u ft r i r t e n Zeitung Leipzi g".. Dr. Dr. Heinz Schmalz schildert hier in fesselnder Weise die Auseinandersetzungen um die Korallen-Jnseln im Stillen Ozean. Volkskundlich interessant ist der Beitrag „Volkstypen aus dem Norden", in der eine hervorragende Zusammenstellung nordischer Köpfe geböten wird. „Das Schwimmbad im Garten" betitelt sich ein reich illustrierter Aufsatz, der beachtenswerte Anregungen für die Ausgestaltung des Gartens enthält. Ein Bildbericht von einer Tonfilm-Expedition an den Meeresstrand wird ergänzt durch das farbige Kunstblatt „Strandflora". Das Geheimnis des Kupferstichs erklärt eine Bilderfolge, die durch geschickte Auswahl und Zusammenstellung den Vorgang der Herstellung eines Kupferstichs verdeutlicht, Nr.l27 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Donnerstag, 2. Zum 1938 Deutschland auf der 21. Biennale. ©ie 21. Internationale Kunstausstellung in Venedig eröffnet. Venedig 1. Juni. (Europapreß.) Die 21. Internationale Kunstausstellung Biennale ist am Mitt- wochvormittag im Park von Venedig von Unterrichtsminister B o t t a i in Gegenwart des Herzogs von Genua eröffnet worden. Bottai bezeichnete die Biennale als ein Fest der Kunst, an dem sich die Kulturnationen in edelstem Wettstreit beteiligen Sem besonderer Gruß galt dem nationalen Spanien, das auf dem Boden feiner Heimat noch einen blutigen Kampf gegen die Kräfte der Zerstörung führen müsse. Sodann skizzierte der Minister die engen Wechselbeziehungen zwischen Politik Die Gründung des italienischen Imperiums. Im Hof desSenatsgebäudesinRom wurde in diesen Tagen in Gegenwart des Duce dieses Relief enthüllt, das die Gründung des Zweiten Imperiums durch Mussolini versinnbildlicht. Die Plastik zeigt den Duce selbst, wie er nach dem erfolgreichen abessinischen Kriege dem König Viktor Emanuel die Kaiserkrone überreicht. — (Scherl-M.) und Kunst. Der Staat habe die Aufgabe, das Volk zum Bewußtsein seiner künstlerischen Fähigkeiten zu erziehen und die künstlerischen Kräfte zur Verteidigung der Zivilisation zu fördern. Die Kunst sei kein Luxusprodukt, sondern ein wichtiges au f - bauendes Element im Leben der Völker. Der Präsident der Ausstellung,- Senator V o l p i, hob den Erfolg der Bestrebungen der Ausstellungsleitung hervor, aus vielen Ländern eine möglichst reichhaltige Sammlung repräsentativer Kun st werke zu zeigen. Die Ausstellung dieses Jahres ist von achtzehn Staaten^beschickt,'die bei der Eröffnungsfeier durch ihre. Botschafter und Gesandten vertreten waren. U. a. bemerkte man den deutschen Botschafter v. Macken- s e n und den britischen Botschafter Lord Perth. Mit eigenen Pavillons sind an der Ausstellung Italien, Deutschland, England, Frankreich, Belgien, die Tschechoslowakei, Dänemark, Griechenland, Holland, Polen, Nationalspanien, die Vereinigten Staaten, Ungarn, Rumänien und die Schweiz, sowie in diesem Jahre neu Jugoslawien vertreten. In zwei Sälen des Hauptgebäudes haben auch Aegypten und Schweden ausgestellt. Dagegen blieb der Pavillon Sowjetrußlands, wie vor zwei Jahren, geschlossen. Nationalspanien ist trotz des Bürgerkrieges stark vertreten. Den Eingang des spanischen Pavillons schmückt ein lebensgroßes Gemälde General Francos von Jof6 Aquiar. In einem Säal des nationalspanischen Pavillons sind auch Werke aus Uruguay ausgestellt. Die Biennale umfaßt außerdem im Hauptgebäude eine internationale Ausstellung von Land-' schaftsmalereien des 19. Jahrhunderts mit 300 berühmten Werken aus fünfzehn verschiedenen Ländern. Der deutsche Pavillon ist gänzlich umgebaut worden, wie es Reichsminister Dr. Goebbels nach seinem Besuch der 20. Biennale im Geiste der engen deutsch-italienischen Zusammenarbeit gewünscht hatte. Dieser Umbau wurde in äußerst zweckmäßiger Weise vom Architekten Prof. Ernst Haiger durchgeführt, der die Außenfront mit einer Säulenhalle ausftattete, die dem Pavillon ein eindrucksvolles Gepräge gibt. Der Eingang ist mit einem goldenen Hoheitszeichen geschmückt. Vorteilhaft unterscheidet sich der deutsche Ausstellungs- bau auch in Der inneren Anordnung von anderen, da er in streng einfachem Stil nach raumkünslleri- fchen Gesichtspunkten gestaltet wurde. Im Auftrage des Präsidenten der Reichskammer der bildenden Künste und des Ausstellungskömmissars Prof. Adolf Ziegler ist die umsichtige Ordnung des Pavillons durch Prof. Georg L e b r e ch t durchgeführt worden. Der deutsche Pavillon enthält insgesamt 68 Gemälde, 21 Plastiken, 18 Graphiken und 77 Medaillen. Die österreichischen Künstler sind gemeinsam mit den anderen reichsdeutschen Künstlern auf allen Gebieten gut vertreten. In einem halbrunden Dorraum ist die von Josef Thorak fchaffene Büste des. Führers in Urgestein zusammen mit den Büsten von Mussolini, Hindenburg, Atatürk und Pilsudski aufgestellt. Die deutsche Ausstellung zeigt, daß mit der politischen und wirtschaftlichen Erstarkung Deutschlands sich auch das Gesicht der deutschen Kunst geklärt hat, und die nationalsozialistische Bewegung die- deutsche Kunst wieder zur Selbstbesinnung brachte. Von der entarteten Kunst der Zeit des Liberalismus und des Bolschewismus ist, in vorteilhaftem Unterschied zu anderen Ausstellungen, im deutschen Pavillon nichts mehr zu spüren. „Wiedergeburt der Klassiker." Staatsrat Gründgens bereitet Gastspiele in Dänemark vor. Kopenhagen, 1. Juni. (DNB.) Zur Vorbereitung des „Hamlet"- Gastspiels des Berliner Staatlichen Schauspielhauses in Schloß Kronborg bei K o p e n h a g e n , das zwischen dem 30. Juni und dem 11. Juli stattfinden soll, weilte am 31. Mai Generalintendant Gustas Gründgens in Kopenhagen, wo er in Begleitung des technischen und des szenischen Leiters der Staatstheater Schloß Kronborg besichtigte. Bei dieser Gelegenheit sprach Staatsrat Gründgens bei einem Empfang, den ihm der Bürgermeister von Helsinoer gab, über seine Auffassung des Sha- kespeareschen „Hamlet". Er wies besonders auf die Wiedergeburt der Klassiker im heutigen deutschen Theater hin und betonte Dings mit Betonung des alten Begriffes der Erb- Sünde) wurde naturgemäß stärker betont, als es im Stück zutage tritt. Ein großer Gewinn war die Entdeckung der jungen Kristina Söderba u m für Die Rolle Des Annchens: man kann sich, auch wenn man diese Rolle des öfteren und überzeugend auf Dem Theater sah, kaum eine glücklichere Verkörperung Denken; ein süßes Mädchengeschöpf, aber ohne Sentimentalität, heiter von Natur, weich, zärtlich, bedingungslos hingegeben an das große Erlebnis einer überwältigenden frühen Leidenschaft, dabei in aller Anast und verzweifelten Hilflosigkeit mit einer ganz leisen Ahnung von Mütterlichkeit und fraulichem Wissen begabt. Wundervoll stark und füllig-gesund gibt Staatsschauspieler Eugen Klöp - f e r mit einer warmen, sonoren Stimme den Pfarrer Hoppe, voller Güte und Reife und einem in Lebenserfahrung bewährten Verständnis für die verirrte und gequälte Jugend. Werner Hinz spielt den Kaplan mit einer geradezu penetranten Starrheit des Gefühls, ßinem erkältenden Fanatismus und einer eifernden'und eifersüchtigen Selbstgerechtigkeit, Die auch Durch die Schilderung seiner sreud- losen unD entsagungsreichen Jugend menschlich kaum gemildert erscheint. Der polnische Tanz mit seinem jäh ausbrechenden Temperament war übrigens mitreißend rhythmisiert, während die zarte Volksliedweise des „Lang, lang ist's her" den stilleren Szenen zwischen Hans und Annchen eine lyrisch-schwermütige Begleitung gab. Den Studenten spielte Hermann Braun, den wir kürzlich neben Der Negri zum erstenmal sahen, folgerichtig und überzeugend in seinem jungen Ueberschwang, seinem Trotz, seiner Ratlosigkeit und seiner Angst. Elisabeth Flickenschildt machte aus Der polnischen Magd Maruschka eine sehr belebte Chargenfigur. — (Tobis.) Ein Kulturfilm und Die Wochenschau runden das Programm ab. Hans Thyriot. Hochschulnachrichten. Professor Dr. med. Gerhard Buhtz, Ordinarius der gerichtlichen Medizin und naturwissenschaftlichen Kriminalistik an der Unversität Jena, wurde als Nachfolger des em. Professors Dr. Karl Reuter an die Universität Breslau berufen.' Dem Dozenten Dr. Karl Dietzel ist der Lehrstuhl für Kolonialgeographie und Kolonialpolitik in Der philosophischen Fakultät der Universität Leip- z i g übertragen worden. Dr. Dietzel wurde aleich- zeitig zum ao. Professor erno^ besonders Den Zustrom, Den Das klassische Schauspiel aus allen Schichten der deutschen Bevölkerung erfahre, ein Zustrom, der weit über Das Fassungsvermögen Der deutschen Theater hin- ausgehe. Auf Dänischer Seite wurde mit besonderer Freude die Ankündigung von Staatsrat Gründens aufgenommen, daß das Preußische Staatstheater in Der tommenDen Spielzeit Oelenschlägers Schauspiel „Aladin" aufführen werde. Kunst und Wissenschast. Lauge-Koch-Expedition bestätigt Pearys Forschungsergebnisse. Der Leiter Der jetzt nach Kopenhagen zurückgekehrten dänischen Grönland-Expedition, Dr. Lauge- Koch hat in einer Unterredung gewisse Forschungsergebnisse des nordamerikanischen Polarforschers P e a r y , die dieser um Die Jahrhundertwende ausgestellt hatte, bestätigt. „Das wichtigste Ergebnis unserer Expedition war", so erklärte Dr. Lauge- Koch, „daß Peary nicht ganz Unrecht gehabt hat, als er sein Kanalsystem in Die Polarkarte einzeichnete. Nicht weniger als drei dänische Expeditionen haben die Behauptung gestützt, daß der Peary- Kanal nicht existiere. Daraufhin hat der amerikanische Senat Die Polarkarte Pearys abgelehnt. Jedoch schon 1921 sand ich Anzeichen dafür, daß Peary doch auf der richtigen Spur gewesen ist, und bei unserem jetzigen Flug haben wir festgestellt, daß Peary im großen und ganzen Recht gehabt hat. Ich freue mich, daß ich seiner Tochter und seinen vielen Freunden' in Amerika diese Richtigstellung übermitteln kann. — Unsere Expedition ist voll und ganz programmäßig verlausen." Das 9ßetter war ausgezeichnet, und der Dornier-Wal „Persuak" hat alle Erwartungen übertroffen. Die ausgezeichnete Zusammenarbeit mit Den Deutschen Fliegern fei seiner Forschungsarbeit sehr zugute gekommen. ' Furtwänglers Konzert in Salzburg. In Dem am 28. August in Salzburg stattfindenden Konzert wird Wilhelm, Furtwängler picht Die IX. Sinfonie, sondern Die UnvollenDete von Schubert unD Die VII. Sinfonie von Bruckner zur Aufführung bringen. Neues für den Büchertisch. — Richard Wilhelm: Die Günder - rode. .Dichtung und Schicksal- 168 Seiten mit 8 Bildseiten. Preis 3,80 RM. Societäts-Verlag, Frankfurt am Main. — (137) — In Winkel am Rhein ist in die Kirchhofsmauer eine Grabplatte eingelassen. Sie ist dem Andenken an das unglückliche Stiftsfräulein Karoline von Günderrode gewidmet, das sich hier an den Ufern des Rheins 1806 aus verschmähter Liebe den Tod gab. Die Günderrode war eine Dichterin, die an der Antike geschulte Verse schrieb, eine Freundin der Bettina, von Clemens Brentano vergeblich umworben, mit Goethes Dichtung, Schellings Philosophie und der Heidelberger romantischen Wissenschaft durchsättigt, hochgebildet, stark und sicher. Und doch ist dieses Mädchen mit 25 Jahren in den Tod gegangen, als der Mann, den sie liebte, versagte. Behutsam hat' Rich. Wilhelm in seinem hübsch ausgestatteten Buche das Bild der Günderrode vom Staube gereinigt und ihm seine eigentümliche Leuchtkraft und organische Wärme wiedergegeben. — — Gerhard Schumann: Sie heilige Stunde. Kantate. Kart. 50 Pf. Verlag Albert Langen/Geora Müller, München, 1938. — (71) — Zu den bisher erschienenen Kantaten, die Gerhard Schumann aus dem Erlebnis des Nationalsozialistischen Kampfes heraus geschaffen hat, tritt mit dieser chorischen Dichtung eine weitere; in einer neuen und würdigen Form gibt sie Der standesamtlichen Trauung eine sittliche und weltanschauliche Vertiefung, wie sie einer Feier dieser Art, die zugleich eine Feier der Bewegung ist, entsprechen soll. Der Bund zweier Menschen, den sie, umschart von ihren Kameraden, einander fürs Leben schworen, wird unter das verpflichtende Gesetz der Zukunft gestellt, dessen Ziel die Entfaltung und Erneuerung des Lebens ist. — Professor D r. Ern st Schultze: Das Meer in Geschichte und Wirtschaft. In Halbleder. Volksverband der Bücherfreunde, Wegweiser-Verlag G. m. b. H., Berlin-Charlottenburg 2. — (62) — Zauber und Gewalt des Meeres, feine Wunder und Schrecken haben den Menschen schon immer zu kühnen Unternehmungen gelockt. Ein großer Teil seiner unvorstellbaren Reichtümer an Tieren, Pflanzen und Mineralien, an organischen und anorganischen Stoffen harrt noch der Enträtselung und Nutzbarmachung. Die Bedeutung der Weltmeere liegt vor allem in dem durch sie gegebenen Verkehrsraum, dessen Beherrschung die großen Seevölker zu den ersten Handelsvölkern werden ließ. Des Meeres natürliche und wirtschaftliche Möglichkeiten hat der Autor in dieser von weiter, weltpolitischer Sicht getragenen und dennoch von dem Reiz des Romantischen erfüllten Darstellung ausgezeichnet behandell.. Ausgehend von der Größe und Verbreitung der Meere, erörtert er das Weltmeer als Nahrungsquelle der Menschheit, als Rohstoffquelle, als Energiequelle, gibt uns einen interessanten Einblick in die Tier- und Pflanzenwelt der „Meeresftockwerke", belehrt uns über die vielfachen Wasser- und Windstrckmungen des Meeres und feinen Kampf mit der Küste: Sturmfluten, Versandung, Landgewinnung, Küstenverschiebung. An den Augen des Lesers zieht dann die Kette der geschichtlich berühmten Seevölker vorüber. Lebendig wird die Entwicklung des Seehändels, der Seeschiffahrt und der Erschließung und Besiedlung fremder Küsten aufgerollt. — Karl Haushofer: Alt-Japan. Werdegang von der Urzeit bis zur Großmacht Schwelle (1868 — Meist). Mit 8 Karten. 1938. Sammlung Goschen Band 1120. Verlag Walter de Gruyter & Co., Berlin. Geb. 1,62 RM. — (102) — Japans Werdegang von den Urzeiten bis an Die Großmachtschwelle blieb von außen her im wesentlichen ungetrübt; die Rassenoerschmelzung und Angleichung von Blut und Boden in einem wesensverwandten Lebensraum hat sich ungestört abgespielt, bis das Jneinander» Teben beider so stark war, daß es im Wesen durch fremde Gewalt nicht mehr verändert werden konnte. In der Form vergleichender, zugleich erdkundlicher wie geschichtlicher, echt geopolitischer Darstellung schildert der Verfasser, Professor Dr. Haushofer, General a. D. — einer Der besten Kenner des Fernen Ostens —, diesen Werdegang. — Edgar Kirsch: Hans Grimm und der nordische Mensch. 116 Seiten. Gebunden 1,80 Mark. Verlag Albert Langen-Georg Müller, München, *1938. — (100) — Kirsch entwickelt Die in Hans Grimms Werke zutage tretenden Grundsätze und Erkenntnisse, auf Denen sich feine Lehren aufbauen. Ob es sich Däbei um Die Frage Der deutschen Raumnot, das Verhältnis von Herrentum und Masse, Die Sendung des nordischen Menschentums oder um Die Zusammenarbeit Der großen nordischen Volker handelt: aus allen Diesen lieber» legungen spricht der von heißer Liebe und ernster Verantwortung geleitete Wille eines Mannes, der sich dem Schicksal unseres Volkes zutiefit verpflichtet weiß. Wer den Weg zu Den Werken Dieses leidenschaftlichen Deutschen sucht und sich mit ihnen aus» einandersetzen will. Dem wird diese Schrift gute Dienste leisten. — Carl Ostar Iatho: Melodische U f e r. Mit vier Federzeichnungen. (Die kleine Bücherei.) Albert Langen / Georg Müller, München- 1938. —(109.)— Wie in seinen beiden früher erschienenen Bändchen „Wanderer Gottes Strom" und „Sterne über kleinen Flüssen" erzählt Jatho auch in diesem neuen Büchlein wieder von sommerlichen Flußfahrten. Mit feinem Boot ist er Diesmal auf Fulda, Werra und Weser zuhcmse, deren Landschaft er in'allen Stimmungen,-in ihrer Geschichte, ihrer Kultur und ihrer Volksart ausgeschlossenen Herzens erlebt. Iir.12 en vom Wirtschaft A5.-C 4 Ein Blitz aus heiterem Himmel. nutzen? Lösung 8 7 . 6 6 als 6 6 4 S 3 2 2 E. Gloria- spielhaus, Oie Narrenkappe Das haar in der Suppe. Die ersteigerten Mengen werden sofort auf dem kürzesten Wege ihrer Bestimmung zugeführt. Em Versandbahnhof mit 18 Anschlußgleisen steht zur Verfügung, von dem die lange Kette der Kühlwagen mit den Fängen ins Land hinausrollt. 1937sgingen 4,3 Millionen Zentner per Achse von Wesermünde fort. Der höchste Tagesversand betrug 41000 Zentner. Ader nicht alle Fische geh^---- Dampfer in den Kühlwagen. 40 Prozent aller Anladungen dieses Hafens werden zu Räucherwaren, Feinkonfernen und Marinaden verarbeitet. Sie kommen von der- Halle in die sich anschließenden Industriebetriebe. Wieder ein Beispiel: Fischfilets vom Kabeljau sind eine begehrte Konsumware. Aber wie entstehen sie? Hier kreischt eine Kreissäge, die einem Kabeljau nach dem anderen den Kopf abschneidet. Dort arbeiten Männer, die mit geschickten und raschen Schnitten die Flossen beseitigen, den Fisch gänzlich ausnehmen, die Haut abzichen (alle Fischhäute werden wieder industriell verwertet), die großen Fleischscheiben herunterschneiden, in Pergamentpapier verpacken, verschnüren und versand fertig machen. In dieser Form geht das Met in den Kühlwagen hinein und wandert zum Hering, aus dem die schönsten Leckerbissen gemacht werden. Bevor er sich aber in einen Roll, mops verwandelt, kommt er auf eine Maschine, die ihm den Kopf abhackt, den Bauch aufschneidet- die Eingeweide herausnimmt, den Schwanz weg- schneidet, die Gräten herausholt, so daß dann nur das reine, schon vorher durch eine andere Maschine von den Schuppen befreite Fleisch übrigbleibt. Es folgt ein besonderes Säuberungsverfahren, dann das Füllen mit Gurken und Zwiebeln, das Zusammenrollen. Fertig ist der Rollmops. Jetzt die Büchsen her, Frauen packen eine dieser Delikatessen an die andere, eine Maschine drückt den Deckel auf, und etwas später steht diese Büchse beim Kaufmann auf dem Ladentisch. Nicht anders ist die Herstellung sonstiger Konserven. Das Konservieren ermöglicht übrigens Vorratswirtschaft in den Monaten des reichen Fischanfalls. In einer Räucherei ist es wieder anders. Da werden die Heringe oder andere Mche auf die Spieße gezogen. Zu Tausenden hängen sie, mit dem Schwanz nach unten, nebeneinander in den Räucherkammern, um dann goldgelb und saftig wieder ans Tügeslicht zu kommen. Hier ist es die schwarze Majestät, die unglücklich postiert ist. Wie kann Weiß diesen Umstand aus- Wir sah ter Reichst Zug nach < preis einsct stück betrag heil gegebe Preis eint hafenrundj unternehm« kaufsftelle, Schach-Ccke. Gearbeitet von K. Helling. Verbraucher. Oder eine andere Fischverwertung, wie sie ein Großbetrieb in Hamburg zeigte. Hier ist es der nicht das Geringste versteht. Da sitzt der Auktionator auf einer fahrbaren Kanzel. Er läßt sich in die zwischen den Fischkästen offengelassenen Gassen schieben, während die Kauflustigen auf den Rändern der Kisten stehen. Er gibt den Grundpreis an, dann wird geboten. Das alles geschieht unter entsetzlichem Krach, denn rechts und links geht es genau so zu, außerdem rasen Autos durch die Hallen, Kisten werden verladen, Menschen schreien durcheinander. Aber der Auktionator auf seinem Thron läßt sich nicht aus der Ruhe bringen und seine kleine Gemeinde auch nicht. Er kennt jeden Käufer beim Namen, er schlägt mit, dem Hammer zu, wenn ihm der gebotene Preis gerecht erscheint und niemand mehr überbietet. Ein Zettel wird auf die Fische gelegt, die Kanzel wird um mehrere Meter verschoben, das Spiel beginnt von neuem. Rund 50 000 Zentner Fisch können an einem Vormittag in den Hallen von Wesermünde umgesetzt werden. - * Ja. Fk roürdig- - lich me-n' Küche ett ton, nr-t j Kätzchen; Kopf, ett solches C aschung! Ich nn Auch N Erlebnisse kleine Ae Ich jeden Aber n die W mit begc wurde g auch M wir noc kommen, dachte ic Da ho lein und Den M- fid), rock Küche. W Doch als scharfen ! elnpolzuku böse gerne bekam ein fahren m Ob es unterste § soll ja eu meine Frc aber schon her fünf f ist es viel! das Bett! erwählt? Katze. Das all spielt unei Stück Pa; sucht am , lann ihm ich könnte Leben stet chen Fleis ins haus. Und so die Kinder lassen, dai halten. Der bekannte schwedische Studienkomponist Holm hat ein kleines Büchlein mit 55 seiner oesten Arbeiten erscheinen lassen, dem wir nebenstehende Aufgabe entnehmen. Die kleine Komposition zeigt in sehr lehrreicher Weise, daß gleiches Material selbst in Turmendspielen durchaus nicht sicher das Unentschieden verbürgt, wenn bet eine König schlecht steht. An Bord des Fangschiffes „Nürnberg" im Mai. Wie ein Spiegel liegt die Deutsche Bucht vor uns. Kaum daß sich die Oberfläche des Wassers unter dem Druck des leichten Westwindes, der am liebsten einschlafen möchte, kräuselt. Dazu etwas Sonne. Mehr kann sich also der Pressemann mcht wünschen, der hier an Bord eines der neuesten deutschen Fangschiffe sitzt und bte letzte Probefahrt in die Nordsee mitmacht. Alles auf dieser schmucken „Nürnberg" ist noch so schrecklich neu. Die Planken sehen aus, als ob sie eben erst aus der Tischlerwerstatt gekommen wären. In den Kajüten blitzt und blinkt es. Die Mannschaft ist ganz ausgezeichnet untergebracht. Sie genießt alle nur möglichen Bequemlichkeiten bis zum Unterhaltungsrundfunk. Wände, Aufbauten und Gerät- des Schiffes riechen noch nach frischer Farbe. Aber das wird bald anders werden. Die erste große Fahrt wird in die Regionen des nördlichen Eismeeres gehen, dort wo die reichen und unerschöpflichen Fischgründe sind, die immer wieder die Fangflotten aller Staaten der nördlichen Hälfte unseres Erdballs anziehen. Wind und Wetter werden die Farbe schon herunterschlagen ckund Rost auf die Außenhaut des Schiffes setzen. Und dann wird es von den gerade aus dem Südatlantik zurückgekehrten, ebenfalls nagelneuen, aber rostrot gewordenen Schiffen der Walfangflotte Nau nicht mehr zu unterscheiden sein, die in der Pause bis zur nächsten Reise einen neuen Schutzanstrich erhalten. „Wir wollen in der Nähe von Helgoland", erklärt der Kapitän, „das Grundnetz auswerfen und es eine halbe Stunde schleppen. Es muß einmal gründlich durchgefeuchtet werden. Versprechen Sre sich aber keinen reichen Fang. Die Nordsee ist in der Deutschen Bucht, ziemlich ausgefischt." Ein mächtiges Maschengeflecht mit riesigen Buchenholzrollen ist auf der Steuerbordseite von einem Schiffsende bis zum anderen verstaut. Es dauert einige Zeit,' bis es klar gemacht und soweit hochgewunden ist, daß es nun von zehn kräftigen Männern über Bord geworfen werden kann. Einen Augenblick schwimmen die Holzrollen, dann versinken sie. Und mit ihnen das Netz. Die Stahltrossen straffen sich, das inzwischen zum Stillstand gekommene Fangschiff setzt sich langsam wieder in Bewegung. Auf dem Meeresgrund hat sich das Netz entfaltet, das hinter der „Nürnberg" hergezogen wird und etwa einem gewaltigen, oben aufgebogenen Schlauch gleicht. Auch dis beiden Fischereischutzschiffe der Kriegsmarine, die „Wese r" und die „E l b e", die uns begleiten und das Manöver der „Nürnberg" genau verfolgen, durchfurchen wieder mit ihrem scharfen Bug die Fluten der Nordsee. Sie spielten so etwas wie eine Polizei, die „Schaulustige" in angemessener Entfernung zu halten hat. Aber wo wir standen, da ist nicht allzu oft ein Frachtdanipfer ober ein anderes Schiff zu sehen. Infolgedessen ist auch hier der Meeresboden von Wracks, die es auf dem Grunde der Nordsee zu Tausenden gibt, völlig frei. Man brauchte keine Angst zu haben, mit dem Netz hängenzubleiben. Die halbe Stunde ist herum, die „Nürnberg schlägt einen großen Bogen. Und nun holt die Motorwinde das Netz heran. Es ttaucht auf und wird über die Brüstung gezogen. Kräftige Fäuste greifen in die Maschen und ziehen-herein, was leer ist. Doch dann kommt das Ende, d e r S a ck mit d e m F a n g. Ein Tau mit Ring wird herum- der Schachaufgabe „Unerwarteter Königszug". Paul Farago. Weiß zieht und hält unentschieden. Weiß: Kg8, Bc5, f5, g3 (4). Schwarz^Kgö, Bd7, e6, g4, H6 (5). 1. f5Xe6, Kg5—s6. 2. e6Xd7, 8f6—e7. 3. c5—c6, H6—H5. (Die ersten Züge sind ganz naheliegend. Jetzt aber steht Weiß vor der schwierigen Frage, was gegen das Vorgehen der schwarzen Bauern zu tun ist.) 4. Kg8—H8! H5—H4. (Nach 4.....Ke7—d8. 5. Kg8—g7 muß der schwarze König schnell wieder nach e7 zurückkehren, sonst gewinnt Weiß sogar noch durch Kg7 — f6 — e6 — b6.) 5. g3 X H4, g4 — g3. 6. H4—H5, g3—g2. 7. H5—H6, g2—glD. 8. d7—d8D-s-. (Auf 8. H6—H7? gewinnt 8.....Ke7—f7.) 8. ..., Ke7 Xd8. 9. c6—c7+, Kd8Xc7. (Auch Kd8—c8 nützt nichts.) 10. H6—H7, ..., und Weiß kann nicht gewinnen. Lösung der Schachaufgabe „Eigenartiger Figurengewinn". Weiß: Kg2, Tf7, Sd6, Bf2, g4, H2 (6). — Schwarz: Kg6, Td3, Sb4, Be6, g5, H7 (6). 1. (Ts7—b7.) Sb4—d5! Ein Zug von erstaunlicher Kraft. Es droht Sf4-s- nebst Tdl matt, so daß Weiß keine Zeit findet, den Sd6 zu retten.-Wie er auch spielt: die Figur geht verloren. Z. B. 2. Kg2—fl, Sd5—f4. .3. Tb7—bl (um das Matt zu decken), Td3Xd6 oder 2. f2—f3, Sd5—f4-s- nebst Td3Xd6. Eine merkwürdige Stellung! „Ich kann mir nichts Schlimmeres denken ein Haar in der Suppe!" „Na, ich finde, Suppe im Auf Fischfang in her Nordsee. 50000 Zentner in den Auktionshallen.— Kabeljaus unter der Kreissäge. Vom Hering bis zum Rollmops. Don unterem W. S.-Sonderberichterstatier. 8a! Hoi Copyright Fortsetz Armer 1 Ä* ^ngsweise Sr '*n An unt) «in Plenen, Tonnen" tftyrt bas 4Benn M eine Aenürvie konnte!" DU2" 2° ?°"n ^ch bas * Um Us iri Ä?'i! S8fu «„h rät5 nen L?-tr bs,u*u ' Um vi. 75 Zähre im Dienste der Allgemeinheit. Die Jubelfeier des Spar- und Vorschußvereins Wieseck. * Wieseck, 31. Mai. 75 Jahre sind im Ge- nossenschaftsleben eine lange Ze st, umfaßt sie doch fast die ganze Entwicklungsgeschichte dieses Zweiges unseres Wirtschaftslebens. Deshalb ist ein solches. Jubiläum auch ein besonderer Anlaß zu besinnlicher Rückschau und zukunftsfrohem Ausblick. Die Wellersburg konnte die festlich gestimmten Besucher kaum fassen, die van dem Vorsitzenden August Lotz herzlich begrüßt wurden. Besondere Grüße entbot er dem Direktor Eid mann von der Landes- bauernkasse in Frankfurt, dem Oberrevisor Hartmann als Vertreter der ländlichen Kreditgenossen- chaften, Bürgermeister und Ortsgruppenleiter Euler, Rektor Petri. In seiner Festansprache ging er iii interessanten Ausführungen auf die Geschichte der Kasse ein. Sie wurde am 1. April 1863 in der Gastwirtschaft „Zum Schwanen" an der Pforte gegründet. Die Gründer waren Werkmeister Heinrich B i e r a u (Ecke), Landwirt Balthasar Becker, gen. Siers (Pforte), Zigarrenfabrikant Philipp Hildebrand (Rabenauer Straße), Gast- und Landwirt Johannes Schneider (Pforte), Wagner und Landwirt Johannes Jung (Rabenauer Straße) . und Landwirt Heinrich Erb (in der Fahrt). Der Gründung lagen hohe sittliche und vor allem soziale' Gesichtspunkte zugrunde, denn in dem noch vorhandenen Gründungsstatut wurde als wesentlichster Zweck des Vereins angegeben, „seinen Mitgliedern bare Darlehen zu verschaffen, damit sie in Notfällen gewissenlosen (jüdischen) Wucherern nicht preisgegeben sind". Diese, einige Jahre vorher zugereisten Juden hatten es verstanden, die damalige Notlage auf dem Geldmärkte in gewissenloser Weise auszunutzen, und selbst vor Betrug und Fälschungen schreckten sie nicht zurück. Einzelfälle in dieser Art gaben die Veranlassung zur Gründung der Kasse, die neben der Kasse in Heuchelheim als die älteste in Hessen anzusprechen ist. Das Eintrittsgeld betrug damals 36 Kreuzer, der Geschäfts- anteil 20 Gulden, die Höchstgrenze der Darlehen 300 Gulden. Leider fehlen über die ersten Jahre bis 1876 die schriftlichen Unterlagen. 1881 erfolgte der Eintritt in den Genossenfchaftsverband, drei Jahre später der Austritt, die Gründe lassen sich nicht mehr feststellen. Um diese Zeit betrug die Kaution des Rechners bereits 9000 Mark, die Einzahlungen erfolgten so reichlich, daß Staatspapiere angekauft wurden. Auch konnte der Kreis der Darlehensnehmer auf Auswärtige ausgedehnt werden. Die Kaffe nahm in der Folge einen sehr starken Aufschwung, sie durchlebte drei Kriege und eine Inflation unseligen Angedenkens, die die Spargelder restlos vernichtete. Daß die Kasse auch diese schweren Jahre überstand, ist ein Verdienst der heute noch im Vorstand und Aufsichtsrat tätigen Mitglieder Werkmeister Philipp V ö l z e l, Rentner Phil. Heinr. Keller, Weißbindermeister Hch. Vogel- Höfer, Schlosfermeister Aug. Schmitt und Hch. Euler, ferner von Wagner und Landwirt Wily. Schäfer und V Polizeidiener Friedrich Vogel. Unter schwierigen Umständen erfolgte der Neuaufbau der Kasse, um dann sofort wieder beispielgebend voranzugehen. So wurde die Brechung der Zinsknechtschaft seit mehreren Jahren durch Senkung der Zinsen auf 5 v. H. verwirklicht, die Umschreibung der Aufwertungsguthaben ist restlos durchgeführt. Feftgestellt wurde, daß die fast reine Arbeiterbevölkerung Wiefecks einen ausgeprägten Sparsinn hat, der es der Kasse ermöglichte, in den 75 Jahren ihres Bestehens der heimischen Wirtschaft viele Tausende Mark zuzuführen. Ausgezeichnete Erfahrungen hat man mit der Schulsparkasse gemacht, die im letzten Jahre ansehnliche Beträge aufbrachte. Durch verschiedene Stiftungen stellte sich die Kasse auch in den Dienst der sozialen Fürsorge, heute ist sie aus dem heimischen Wirtschaftsleben nicht mehr wegzudenken. In ihren Glückwunschansprachen gingen Direktor gib mann, Revisor Hartmann, Bürgermeister Euler und Rektor Petri auf den Sinn des Sparens im Interesse der gesamten Wirtschaft und das heutige neuartige Verhältnis der Geldwirt- schäft zu den Staatsnotwendigkeiten ein. Für die Unterhaltung der Gäste sorgten die bekannte Solistenkapelle Karl Zerbe mit ihren ausgezeichneten Musikdarbietungen und ein Ansager mit .ein^eßtfuten heiteren Prosaerzählungen. We im Es ist interessant, das Schicksal eines Fisches rückwärts zu verfolgen, ehe er auf dem Tisch des Haushalts erscheint. Mel Arbeit und 1 Mühe macht es, diesen Segen des Meeres zu bergen und ihn ■für den Verzehr herzurichten. Mühe und Arbeit werden nicht gescheut. Unsere Fangflotten werden stets leistungsfähiger, die Verarbeitungsindustrien ebenfalls. Denn Fisch ist ein Nahrungsmittel, das immer begehrter wird, aber doch noch nicht überall die Zahl von Freunden gefunden hat, die er schon wegen feiner unersetzlichen Nährstoffe haben müßte. Zwar ist der Verbrauch pro Kopf gegenüber 1928 im Jahre 1937 um 3,6 Kilogramm gestiegen, wenn man aber hört, daß in England das Dop« pelte dieser Menge verzehrt wird, dann sollte es wohl möglich sein, durch eine leichte Steigerung die schwere Arbeit des Hochseestschers zu belohnen. Denn wenn auch ein Teil des Fanges iji die Fisch« mehlfgbriken wandert und hier wieder in ein hock- wertiges Futtermittel um gewandelt wird, so ist es natürlich wichtiger, daß der menschliche Kon« sum ebenfalls diese überschüssigen Mchmengen aufnimmt. . geschlungen, hier hat nun wieder der Kran seine Schuldigkeit zu tun. Einen Augenblick später schwebt der Rest des Netzes mit einer zappelnden Masse über dem Deck. Die Schlaufe wird geöffnet, und heraus purzeln viele hundert Schollen, Hechte und sonstige Meeresbewohner, darunter alles mögliche Getier bis zu den träge sich bewegenden Seesternen. Rasch wird dieser Fang auseinandersortiert und in den mit Eismassen reich ausgestatteten unteren Räumen des Schiffes verstaut, während zur gleichen Zeit von der übrigen Mannschaft das gewaltige Netz zusammen gelegt und festgemacht wird. Es dauert nicht lange und an Deck herrscht' wieder die alte Ordnung. , Zurück geht es nach Cuxhaven. Hinter uns schnurgerade ausgerichtet die „Weser" und die „Elbe . Rasch nähert sich das erste Feuerschiff, wir passieren die nächsten. Immer reger wird der Verkehr im Mündungsgebiet des Eldstromes. Ausrerfende Schiffe grüßen mit der Flagge zu uns herüber. Die Sirenen heulen aber auf beiden Schiffen auf, wenn ein Fischfänger vorbeieilt, um sich für die nächsten drei Wochen irgendwo in der Barent-See, in den Lofoten ober an der isländischen Küste herumzutreiben und Jagd auf Fische zu machen. Mit der untergehenden Sonne legen wir in Cuxhaven wieder an. * Cuxhaven, Wesermünde und Hamburg sind die größten Fischereihäfen unseres V a - terlandes, Wesermünde sogar der größte des europäischen Festlandes. Hier laufen Tag und Nacht Fifchfangdampfer in großer Zahl ein. Sie. bringen die Beute härtester Arbeit für Mensch und Schiff. Und hart ist es für den Fischer, von der Umwelt abgeschlossen wochenlang am Rande des nördlichen Eismeeres seinem Gewerbe nachzugehen, bei dem es nicht immer Sonne und glatte Wasserflächen gibt. Zumeist müssen die Netze bei grober See aus- geroorfen und wieder eingeholt werden. Doch damit nicht genug. Die Fische des einen Fangs müssen an Bord geschlachtet und in den Speicherräumen gut in Eis verpackt werden, während bereits der nächste Fang vom Netz umklammert wird. Männer, die sich aus der Einsamkeit nichts machen, die aber dann in den zwei Tagen zwischen den Reifen dafür um so luftiger sein können, sind diese Fischer. Wer im Binnenland zu Mittag seinen Fisch auf dem Teller hat, der möge auch einmal daran denken, in welchen Gefahren der Fischer täglich schwebt und wieviel Entbehrung und Entsagung mit dem Einbringen dieses wichtigen und wertvollen Volksnahrunasmittels verbunden ist. Meist laufen die Fischdampfer in die Nordsee- Häfen so ein, daß in der der täglichen Auktton voraufgehenden Nacht die Ladung innerhalb von Stunden gelöscht werden kann. Wesermünde — um nur ein Beispiel zu nennen — verfügt über Auktionshallen von. ungeheurem Ausmaß. Auf der einen Seite der Hallen liegen die Dampfer, aus denen ein Korb nach dem anderen mit Kabeljau, Heringen, Rotbarsch, Rotzungen, Kattfischen und wie sie alle heißen, heraufgewunden wird. Mit raschem und sicheren Griff wird der Fang auf Kisten verteilt, die immer einen Zentner Mche fassen. Die Kisten werden abgerollt und aneinandergereiht, so daß sich schließlich eine weite Fläche dieser fischgefüllten Kisten bildet. Morgens finden ^sich dcknn die Händler ein, die die Ware besichtigen. Etwas später beginnt die Auktion, ein Geschäft, von dem der Laie Fluge vergingen die Stunden — als die ersten agf- brachen, kündigte sich schon der anbrechende Sonntagmorgen an —; die in größter Harmonie verlaufene Jubiläumsfeier kann sich die unter tüchtiger Leitung stehende Kasse als einen Gewinn buchen. Rhein-Mainische Börse. x Mllagsdörse: Wenig veränderlich. Frankfurt a. M., 1. Juni. Im Hinblick auf die am heutigen Monatsersten vielfach noch fehlende Limiterneuerung setzte die Börse nach der gestrigen Belebung in sehr ruhiger Haltung ein. Kaufaufträge lagen ebenso wie Abgaben kaum vor, so daß bei freundlicher Grundstimmung die Aktienkurse nur ganz geringe Veränderungen aufwiesen. Am Montanmarkt lagen die wenigen Erstnotierungen 0,13 v. H. niedriger. Buderus waren zu unv. 113 gefragt. JG.-Faroen eröffneten mit 160,90 um 0,40 d. H. leichter, hingegen erholten sich Metallgesell- chaft im gleichen Ausmaß auf 134,50. Von Müschl- nenaktien erhöhten sich Demag auf 147,25 (146,25), Moenus auf 136,50 (135,75), Adlerwerke auf 116,25 (116), dagegen bröckelten Daimler 0,25 v. H. ab auf 148, ebenso Eßlinger Maschinen abzüglich 4,5 v. H. Haar ist noch schlimmer!" Die Katze. Bühnenleute sind oft abergläubisch; sie glauben, es bringe Glück, eine Katze zu berühren. Eine Ausnahme war her verstorbene englische Schauspieler Sir Herbert Beerbom T r e e. Er saß einmal im letzten Akt eines Stückes in.einem Armstuhl, gerade im Begriff, einen Monolog zu beginnen. Plötzlich störte ihn ein klägliches Miauen. „Wo ist sie", flüsterte der erschreckte Schauspieler dem in der Kulisse stehenden Inspizienten zu, „wo ist die verdammte Katze?" Als der Inspizient nur hilflose Zeichen des Entsetzens machte, raunte er: „Zum Teufel, so suchen Sie sie doch, können Sie sie denn nicht finden?" „Ich habe sie schon gefunden", flüsterte der Inspizient, „Sie sitzen draus." Die abgebildete Stellung ereignete sich in einer Partie zwischen Jaxtheimer (Weiß) und Stöber (Schwarz) bei den Mannschaftskämpfen Ravensberg — Lippe. Schwarz hatte zuletzt unbesorgt Le7—f6 gezogen und hielt feine Stellung für gesichert. Weiß koynte jedoch auf überraschende Weise einen entscheidenden Vorteil erringen. Auf welche Weise? Unglückliche Königsstellung. r g h Dividende auf 108,75 (113,50). Sonst kamen zunächst noch Zellstoff Waldhof mit 147,50 (147), Reichsbank mit 193 (192,50) und Schuckert mit 181,90 (181,75) zur Notiz. Am Rentenmarkt stellten sich Reichsaltbesitz ex Ziehung auf 132 (132,75). Kommunal-Umschul- dung hatten bei unv. 96,30 einiges Geschäft, ferner 4,50 v. H. Landeskultur-Pfandbriefe Ausgabe II mit 94,50. Angeboten waren Reichsbahn-VA., die auf 125,25* (125,65) zurückfielen. Der Pfandbriefmarkt lag bei kleinsten Umsätzen völlig unverändert. Stcrdt- anlerhen wichen nur unwesentlich ab, auch Industrie-Obligationen lagen zumeist unverändert, Far« ben-Bonds 0,13 v. H. niedriger mit 129,90. Im Freiverkehr lagen Ufa fest mit 73,50 (71,50), sonst nannte man Dingler mit 95,50, Rastatter Waggon mit 52 (51) und Verein. Fränk. Schuh mit 82 (81,50). Tagesgeld wieder leichter mit 2,75 (3) v. H. , Abendbörse sehr still. Die Abendbörse war nahezu geschäftslos, da Aufträge nur ganz vereinzelt eingelaufen waren, während die Kulisse keine Unternehmungslust zeigte. Die Nähe der Feiertage macht schon weitgehend ihren Einfluß geltend. Die wenigen notierten Papiere lagen wenig verändert, IG.-Färben zogen gegen Schluß des Verkehrs um 0,50 v. H. auf 161,25 (160,75) an. Etwas hoher lagen ferner Moenus Maschinen bei weiterer Nachfrage mit 137 (136,50), außerdem gewannen Rheinstahl 0,50 v. H. auf 143>50 und Junghans 0,75 v. H. auf 117 sowie Gssssürel 0,25 v. H. auf 144,75. Nicht ganz behauptet waren Mannesmann mit 112,75 (112,90). Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 1. Juni. Es notierten (Ge- treibe je Tonne, alles übrige je 100 kg) in RM.: Weizen W 13 210, W 16 213, W 19 217, W 20 219; Roggen R12 187, R15 190, R18 194, R19 196 Großhandelspreise der Mühlen der genannten Preisgebiete. Futtergerste, Futterhafer nicht no° tiert. Weizenmehl, Type 812, W13 29,50, W16 29,60, W 19 29,60, W 20 29,95; Roggenmehl, Type 1150, R12 22,45, R15 22,80, R18 23,30, R19 23,50 plus 0,50 RM. Frachtausgleich. Weizenfutter« mehl 13,60. Weizenkleie W13 10,75, W16 10,90. W19 11,10, W20 11,20; Raggenkleie R12 9,95, R 15 10,15, R 18 10,40, R 19 10,50 Mühlenfestpreise ab Mühlenstation. Sojaschrot, Palmkuchen, Erdnußkuchen nicht notiert, Treber getr., 14 Höchstpreis ab Erzeugerstation, Trockenschnitzel nicht notiert, Heu, lose 5,50, drahtgepreßt nicht notiert; Weizen- und Roggenstroh, drahtgepreßt 3,30, gebündelt 3, Er- zeUgerhöchstpreis frei Erzeugerverladestation. Tendenz: ruhig. * . Frankfurter Schtachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 2. Juni. (Vorbericht.) Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Vorauftrieb: 774 Rinder (213 Ochsen, 147 Bullen, 260 Kühe, 154 : Färsen), 531 ^Kälber, 15 Hämmel, 29 Schafe, 306 Schweine. Es kosteten: Rinder: Ochsen 30 bis 45 Mark, Bullen 30 bis 43, Kühe 18 bis 43, Färsen (Kalbinnen) 28 bis 44, Kälber 35 bis 65, Hümmel 36-bis 48, Schafe 30 bis 42, Schweine 50 bis 57. ■ Mark. — Marktoerlauf: Rinder, Kälber und ; Schweine zugeteilt. Hümmel und Schafe mittelmäßig« 8 7 6 5 4 8 1 2 b d d 8 7 6 6 4 8 2 1 6 h a b f g h Nr.M Drittes Blatt Donnerstag, 2.Zuni 1938 Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Dornotizen. Aus der Stad« Gießen. Die neue Katze. gegenüber war so liebens- würdig. Nach einem längeren Besuch, den sie neu= hd» meiner Frau machte, sah ich am Abend in der Küche etwas Weihes m der Ecke stehen. Ein Kar- w??.'P11* Holzwolle gefüllt, und darin lag das neue" Kätzchen. Ganz weih, bis auf einen Flecken am Kopf, em schwarzes Schnäuzchen und ein ebensolches Schwänzlein. Also das war die Ueber- raschung! Ich wußte, daß meine Frau die Katzen liebt Auch Frau Müller wußte es. Ich dachte aber die Erlebnisse mit der letzten Katze hätten genügt,'eine kleine Aenderung in der Katzenliebe hervorzurufen. Ich jedenfalls kann auf Katzen verzichten. Aber nun war das Geschenk da, und mir wurden die Vorzüge und die Schönheiten des kleinen Dinges mit begeisterten Worten auseinandergesetzt. Dabei wurde ganz vergessen, daß das neue Kätzchen doch auch Mäuse fangen wird. Aber vorläufig haben wir noch keine. Was nicht ist, kanü aber noch kommen. Also, in Gottes Namen, mag es bleiben, Lachte ich. Da hob es auf einmal sein schwarzes Schnäuzlein und schaute mit seinen dunklen Aeuglein über den Rand des Kartons, dann gähnte es streckte sich, wälzte sich um sich selbst und sprang in die Küche. Meine Frau war außer sich vor Entzücken. Doch als das kleine Ding versuchte, mit seinen scharfen Krallen an ihren dünnen Strümpfen emporzuklettern, schrie sie auf. Aber es war nicht böse gemeint. Das Kätzchen, Peter soll es heißen, bekam einen kleinen Ball, da ließ es alles andere fahren und begann nun, damit zu spielen... Ob es uns seine Jungen auch einmal in die unterste Schrankschublade legen wird? Ach so, es soll ja ein Kater sein. So behauptet wenigstens meine Frau. Ich verstehe nichts davon. Wir haben aber schon einmal einen „Kater" gehabt, der nachher fünf junge Kätzchen zur Welt brachte! Diesmal ist es vielleicht aber doch ein „richtiger". Ob er auch Las Bett der Hausfrau zu seinem Lieblingsplätzchen erwählt? So machte es wenigstens die frühere Katze. Das alles scheint Peter nicht zu interessieren. Er spielt unentwegt mit seinem Ball, beißt an einem Stück Papier herum, rollt sich um sich selbst, versucht am Tischbein hochzuklimmen usw.... Man - farm ihm stundenlang Zuschauern Ich wünschte auch, ich könnte noch so sorglos und so wohlgeborgen im Leben stehen! Er bekommt seine Milch, ein Stückchen Fleisch und vieles andere. Er bringt Leben ins Haus. Und so mag denn das Kätzchen bleiben. Wenn die Kinder größer werden und das Elternhaus verlassen, darf schon eine junge Katze ihren Einzug halten. —U— WMMWeMWoi» Tageskalender für Donnerstag. Gloria-Palast, Seltersweg: „Jugend". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Der nackte Spatz". AS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude". Sonderzug nach Hamburg. Wir fahren vom 9. bis 13. Juni 1938 anläßlich der Reichstagung Kraft durch Freude einen Sonderzug nach Hamburg. Die Teilnehmergebühr, Fahrpreis einschließlich zwei Uebernachtungen mit Frühstück beträgt 19 RM. Den Teilnehmern ist Gelegenheit gegeben, in Hamburg zum verbilligten KdF.- Preis eine Dampferfahrt nach Helgoland, sowie Hafenrundfahrt, Stadtrundfahrt, Fletenfahrt usw. zu unternehmen. Anmeldungen nimmt die Kartenverkaufsstelle, Gießen, Seltersweg 60, entgegen. (3805D 3m Dienste der Volksgesundheit. Jahresbericht des Hessischen Chemischen Untersuchungsamts. Das Hessische Chemische Untersuchungsamt in Gießen erstattet jetzt seinen Bericht über die Tätigkeit des Amtes im Jahre 1937. Aus dem Bericht ist folgendes von allgemeinem Interesse hervorzuheben: Die Tätigkeit des Untersuchungsamtes erstreckte sich auf die amtliche Lebensmittelkontrolle in den Städten Gießen, Friedberg und Bad-Nauheim sowie in den Landkreisen Alsfeld, Büdingen, Friedberg, Gießen, Lauterbach und Schotten; auf die Untersuchungen von Auslandswaren und Der- gällungsmitteln für die Zollämter; auf Untersuchungen für sonstige Behörden und auf Untersuchungen für Private. • Im Berichtsjahre wurden 4 015 Untersuchungen ausgeführt. Davon entfallen auf Lebens- und Genußmittel und Gebrauchsgegenstände 3692 Proben mit 445 Beanstandungen, auf hygienische, physiologisch-chemische und gerichtliche Untersuchungen 271 Proben, auf technische Untersuchungen 53 Proben. Gegenüber dem Vorjahre ist eine wesentliche Erhöhung in der Zahl der untersuchten Proben eingetreten. Dies ist zum Teil auf die stärkere Inanspruchnahme des Amtes von privater Seite, zum Teil auf die Durchführung der zur Sicherung der Volksernährung und des Vierjahresplanes erlassenen Bestimmungen zurückzuführen. Auch hatten die Blutalkoholbestimmungen ganz erheblich zugenommen. Die Untersuchung an Nahrungs- und Genußmitteln und Gebrauchsgegenständen erstreckte sich im einzelnen auf folaendes: Mehle, Back- und Teigwaren 307 untersuchte Proben (72 Beanstandungen); Konditoreiwaren, Fruchtsäfte, Obst und Obstkonserven 108 (34); , Zucker, Sirup, Honig 9 (2); Wurst- und Fleischwaren, Fische, Eier 184 (17); Milch und Milchkonserven 2070 (151); Butter und Käse 105 (15); Margarine und sonstige Fette und Oele 19 (4); Wein und Obstwein 43 (3); Bier und Branntwein 94 (16); Kaffee, Tee, Kakao, Schokolade 32 (8); Wasser und Mineralwasser 542 (84); Essig, Gewürze Spezereien, Tabak 170 (38); Gebrauchsgegenstände 9 (1). Den hygienischen, physiologisch-chemischen und gerichtlichen Untersuchungen waren folgende Proben gewidmet: Abtreibungsmittel 1, Arzneimittel 3, Badesalze 26, Badewässer 9, Blut a u f Alkohol 185, Därme 2, Fische 2, Flußwasser 7, Flüssigkeit auf Gifte 1, Harn auf Morphium 1, Kleidungsstücke auf Blut 1, Kleidungsstücke auf Säuren 1, Lebensmittel auf Gifte 3, Leichenteile auf Gifte 3, Mageninhalt auf Gifte 1, Mineralwosser- apparate auf gesundheitsschädliche Metalle 13, Pflanzen 1, Sägemehl 1, Tiermagen auf Gifte 3, Schlammproben 7. Die technischen Untersuchungen betrafen folgende Proben: Ausscheidungen aus Rohren 4, Beton 2, Düngemittel 1, Erdproben 8, Futtermittel 6, Imprägnierungsmittel 3, Kalkwasser 1, Kohlensäure, 1, Lacke 3, Melasse 2, Metalle 3, Mineralöle 10, Reinigungsmittel 1, Seifenpuloer 5, Spiritus 1, Flaschenverschlüsse aus Kunstharz 1. In Verbindung mit allen diesen Untersuchungen wurden zahlreiche kleinere Gutachten und 78 ausführliche Gutachten erstattet. Besonders interessant ist noch die Mitteilung des Amtes, daß die Bestimmungen von Alkohol im Blut gegenüber dem Vorjahre f a st um das Doppelte gestiegen sind. Nach dem Bericht mußten im Berichtsjahre 445 Beanstandungen, d. h. 12 v. H. der im Verkehr erhobenen Lebens- und Genußmittelproben ausgesprochen werden. Gegenüber dem Vorjahre mit einer Beanstandungsziffer von 13,1 v. H. ist zwar eine Besserung im Lebensmittelverkehr eingetteten, doch ist — wie in dem Bericht betont wird — die Beanstandungsziffer immer noch sehr hoch und eine scharfe Konttolle des Lebensmittelverkehrs dringend geboten. besitzen. Ihr Abstand von der Erde beträgt 80 Lichtjahre oder 750 Billionen Kilometer. Die Deichsel des Himmelswagens weist auf Arktur, den gelben Riesenstern im Bootes. Die umgekehrte Stellung hat der Kleine Wagen, dessen Deichsel nach unten zum Polarstern gerichtet ist. lieber, dem Kleinen Wagen zieht die gewundene Sternreihe des Drachen und leitet zur hell funkelnden Wega in der Leier, unter der wir den Schwan, das Kreuz des Nordens, erblicken. Aus dem hellen Dämmerungsschein am Nordhorizont hebt sich nur die Kapella im Fuhrmann heraus, sowie die schon etwas höher stehende W=förmige Kassiopeia. Im Osten ist das schöne Sternbild des Adlers heraufgekommen. Sein Hauptstern Atair bildet mit Wega und D e n e b im Schwan ein großes, gleichschenkliges Dreieck, das bekannte Sommerdreieck, welches bis in den Herbst hinein den Süd- himmel beherrscht und ein leichtes Zurechtfinden er* möglicht. Zwischen Wega und Arkturus sehen wir das ausgedehnte Sternbild des Herkules und den Halbkreis der Nördlichen Krone, in der Gemma als hellster Stern leuchtet. Man muß schon ein Fernglas zu Hilfe nehmen, um auch die zahlreichen schwächeren Sterne dieser Bilder wie auch die des Schlangeir- trägere (Ophiuchus) und der Schlange zu erkennen. Der Große Löwe mit Regulus ist bereits stark nach Westen gerückt. Im Südsüdwesten strahlt die bläulich weiße Spika in der Jungfrau; links davon be- warum kam Gcete so blaß von öec See? D-ii vergaß, ihre Haut mit Nivea ein- zureiben. Nivea mindert die Ge- [OwfflpO fahr des Sonnenbrandes und fördert die natürliche Äräunung. vÖSSHsSy c,» zeichnen die beiden benachbarten Hellen Sterne die Waage. Spika bedeutet Aehre; im Altertum wurde die Jungfrau mit einer Aehre in der Hand abgebildet. Tief am südlichen Horizont flimmert der rötliche Antares im Skorpion. Dieses schon weit tm Süden befindliche Sternbild kommt bei uns nie- Nächtliche Dämmerung Trotz der kurzen Nächte und des erhellten Himmelsgrundes bietet auch der Juni dem Sternfreund reiche Beobachtungsmöglichkeiten. Bald nach Sonnenuntergang erstrahlt am Westhimmel die Venus, deren Sichtbarkeitsdauer jetzt 2V< Stunden beträgt. Ein Blick durchs Fernrohr zeigt, daß etwa vier Fünftel der Scheibe des Planeten erleuchtet find. Im Laufe des Sommers wird bei starker Annäherung und wachsender scheinbarer Größe und Helligkeit die Scheibe zur Sichel werden. Gegen 1 Uhr steigt im Osten der Riesenplanet Jupiter auf und beherrscht den Südosthimmel während der zweiten Hälfte der Nacht. Saturn, im Stkrnbild der Fische, folgt ihm nur eine Stunde später. Am 22. Juni, eine Stunde vor Sonnenauf- S, bietet sich bei klarem Wetter eine hübsche tellation: die Sichel des abnehmenden Mondes über dem Saturn. Bemerkenswert ist das Entfer- nungsverhältnis beider Himmelskörper. Der Mond hat einen Abstand von 360 000 km, Saturn einen solchen von 1450 Millionen km; Saturn ist also 4000mal so weit entfernt wie der Mond. Am abendlichen Fixsternhimmel zeigen sich wegen der Aufhellung des Himmelsgrundes nur die helleren Fixsterne. Der Himmelswagen im Sternbild des Großen Bären chat den Zenit überschritten; er steht um 23 Uhr links vom Polarstern. Unmittelbar neben dem mittleren Deichselstern, Mizar genannt, erkennt ein normales Auge ein kleines Sternchen: Alkor oder das Reiterlein. Beide Sterne gehören mals hoch über den Horizont, ist aber im Juli nach der Zeit der hellen Nächte besser zu erkennen. Die Milchstraße zieht von der Kassiopeia über den Schwan zum Adler. Ihr zarter Glanz hebt sich nur wenig von dem hellen Himmelsgrund ab; doch sehen wir in einem guten Fernglas besonders in der Gegend des Schwans auffallend viele schwache Sterne, Der Mond zeigt im Juni folgende Lichtgestalten: erstes Viertel am 5., Vollmond am 13., letztes Viertel am 21., Neumond am 27. Juni. Glücksmänner! 5000 Kameraden sind wieder im ganzen Reich angetreten, um im Dienst der vom Reichsschatzmeister der NSDAP, angeordneten 11. Reichslotterie für Arbeitsbeschaffung zu wirken. Die Arbeit, zu der sie sich heute verpflichtet haben, ist keineswegs leicht. Der volle Einsatz ihrer ganzen Arbeitskraft und unermüdlicher Fleiß, allein schon der Idee wegen, der wir alle dienen, muß verlangt -werden. Deutschland, als einzigem Staat der Welt, ist es gelungen, die Arbeitslosigkeit in kürzester Zeit zu beseitigen. Die gewalttgen Werke des national» sozialistischen Deutschlands beschäftigen heute die Millionen Volksgenossen, die früher untätig beiseite stehen mußten. Dieses Aufbauprogramm war und ist aber nur durch die Konzentration aller Kräfte durchführbar. Immer wieder gilt es daher, neue Mittel zu schaffen, um die begonnenen Arbeiten zu vollenden und neue Projekte aufzugreifen. Losverkäufer! Auch euere Arbeit trägt zur Erfüllung unserer Aufgaben bei. Keiner von euch soll darum der Auffassung sein, daß es bei den ungeheuren Ausmaßen unseres Arbeitsbeschaffungs- Programms gar nicht so darauf antomnrt, wie er seine Pflicht erfüllt. Gerade die Gewaltigen Auf- Oer gestirnte Himmel imZnni. Von Or. Erwin Kossinna. Am 21. Juni, dem längsten Tag des Jahres, erreicht die Sonne um 3 Uhr 4 Minuten MEZ. den nördlichsten Punkt ihrer scheinbaren Bahn, womit astronomisch der Sommer beginnt. An diesem Tage beträgt die Mittagshöhe der Sonne in der geographische Breite von Flensburg und Königsberg 58V2 Grad, in Frankfurt a. M. 63V- und in Klagenfurt, an der Südgrenze des Deutschen Reiches 67 Grad. In Kärnten bleibt die Sonne um diese Zeit 153/4 Stunden über dem Horizont, an der deutschen Nordsee- und Ostseeküste reichlich 17 Stunden. Die Tageslänge nimmt also im Hochsommer nach Norden zu, und da von der Dauer der Dämmerung das gleiche gilt, so tritt nördlich vom 50. Parallelkreis, der Breite von Frankfurt a. M. und Oberschlesien, die Erscheinung der hellen Nächte oder der immerwährenden Dämmerung auf. Die Sonne steht dann selbst um Mitternacht weniger als 16 Grad unter dem Horizont. Ihre Strahlen erleuchten noch den oberen Teil der bis etwa 70 km Höhe reichenden lichtreflektierenden Schicht der Lufthülle. Ein heller Dämmerungsbogen im Norden zeigt uns während der Nacht den jeweiligen Stand der unter dem Horizont dahinziehenden Sonne an. Die Zeit der hellen Nächte dauert in Norddeutschland von Ende Mai bis Mitte Juli, in Schleswig und Ostpreußen von Mitte Mai bis Ende Juli. Im südlichen Deutschland dagegen gibt es auch am längsten Tage keine nächtliche Dämmerung. Abend- und Morgendämmerung werden dort durch eine wenn auch kurze Zeit völliger Dunkelheit getrennt. gaben verlangen den restlosen Einsatz jeder einzel- zusamrüen, da sie die gleiche Bewegung im Raum! nen Arbeitskraft. les eigenen sein Leben Marga schüttelt ungläubig den Kopf. „Es gibt keine Möglichkeit, das alles abzustellen " Der Doktor ist gerade an der Tür angelangt. Er bleibt bart stehen und lehnt sich gegen das dunkle Holz. Er sieht lange vor sich hin und nagt an seiner Unterlippe. Dann hebt er plötzlich den Kopf, schaut Marga an, schaut wieder weg, tut einen Schritt auf sie zu und lehnt sich dann doch wieder gegen die Tür. Fäden hin und her. Vornan von Hedda Westenberger. Copyright by Carl Duncker Verlag, Berlin W 35. 37. Fortsetzung. (Nachdruck verboten!) Armer Doktor! denkt Marga. Inzwischen haben sich die drei Kampfhahnetze- Luckt an dem Doktor vorbei in die Küche, beziehungsweise nach oben verzogen. Als dre Tur hinter der letzten zufällt, nimmt der Doktor Marga beim Arm und führt sie in sein Studio. ^Kommen Sie, schnell einen Schnaps! Herrgott ich konnte doch wahrhaftig dieses ganze Weiberpack mit dem Stock verbleuen, bis sie nicht mehr sitzen und gehen Hastig gießt er ein Glas Kognak hinunter. Marga rührt das ihre nicht an. „Wenn man Ihnen nur helfen könnte", sagt sie nach einer Weile herzlich. „Wenn man Ihnen nur irgendwie aus Ihrer Vielweiberei heraushelfen Eö^er Doktor gibt keine Antwort. Er ist bei Margas Worten nur kurz stehengeblieben, um aufzuhorchen; dann hat er feinen verärgerten, nervösen Gang durch das Zimmer wieder aufgenommen. Maraa sitzt auf der Lehne eines Klubsessels und schaut ihm zu, wie er da auf und ab geht. Wirklich, er tut ihr leid. Aber warum nimmt er denn solche Lchenrevvlten nicht mit Humor? Warum laßt er *"U° cinmÄmt »er Doktor direkt °us sie zu und legt seine beiden Hande auf ihre Schultern. euu weiß was Sie denken", sagt erReifer. „Sie wunbern sich, daß ich mich über solchen Stiwm im Wa serglas so maßlos errege, aber wissen wie a^ch wie das weiterqeht nach 1° einem Krach? Noch acht läge lang wird jetzt mem- Schwägerin über die Dienstboten lamentieren und über die neu wnhifrhen Sitten, mit denen sie sich mct)t einoer siandeNrZrem [ann Seher Mitani.rt Jeimti« eben Das Mäbchen die Tan e, die Tante me Putzfrau, die Putzfrau das Mäbchen. Selbst Monika beteiligt sich an b?m Spiel. Ironisch zwar und mehr aus Spaß und Schabenfreude - aber immerhin Glauben Sie nicht selbst, daß man dabei auf die Trauer verrückt wird? Noch dazu, wenn man tonen einzigen Menschen hat mit dem man zwischen- >» —«« tos, UM wieder auf und ab zu gehen. Margas Herz beginnt, ohne daß sie weiß, warum, plötzlich zu klopfen. • „Doch", sagt der Doktor bann plötzlich mit gänzlich veränderter Stimme, „doch, es gibt eine Möglichkeit, alles, überhaupt alles, abzustellen. Wenn Sie meine Frau werden, Marga. Nein, still, sagen Sie jetzt nichts. Hören Sie mich erst an! Don meinen Gefühlen will ich nicht reden. Heber die sind Sie wohl ziemlich orientiert. Sondern nur über mein Dasein und über das Ihre. Sie suchen, nach Ihrem wahrscheinlich ziemlich bewegten Leben, Ruhe und Geborgenheit und einen friedlichen Hafen. Sie brauchen einen Menschen, der Ihnen das Steuer des Lebens endlich aus der Hand nimmt. Und ich — ich brauche einen Menschen, eine Frau, die mir etwas Licht und Luft und Beweglichkeit in mein eingerostetes Dasein bringt. Die aus ganz anderer, lebendigerer Atmosphäre kommt. Und die das nötige Quantum an gesundem Menschenverstand, an geistiger Überlegenheit, an Klar- heit und innerer Haltung besitzt, das einem Mann in meinen Jahren zur Vollendung seines eigenen Jchs unbedingt notwendig ist, wenn sein Leben überhaupt noch irgendeine Farbe haben soll. Darum, Marga, wenn Sie mich vielleicht heute auch noch nicht lieben und ich vielleicht auch niemals in Ihrem Leben das sein werde, was man eine ganz große Liebe nennt — vielleicht können Sie mich so gern haben, so... liebhaben, wie es für eine Ehe zwischen zwei nicht mehr ganz jungen Menschen notwendig ist. Vielleicht können wir uns eine wunderbare Kameradschaftsehe aufbauen. Eine Gemeinschaft, in der Achtung und Sympathie füreinander eine bessere Grundlage gibt als em Strohfeuer von Liebe. Obwohl ich mich nicht scheue. Ihnen zu sagen, Marga, daß ich, für meine Person, Sie aufrichtig liebe. — Nein, reden Sie noch nichts. Sagen Sie, bitte, weder'jetzt noch in einer Stunde noch überhaupt heute etwas, was als Antwort auf meine Frage angesehen werden konnte Denken Sie, bitte, erst sehr gründlich nach über das, was ich vorgebracht habe. Und überlegen Sie .lange. So lange Sie wollen. Denn Sie sollen m keiner Weise bedrängt handeln. Ich kann warten Ich kmm wenn es sein muß, sogar über Jahr und Tag warten. Und machen Sie, bitte, nicht so ein maßlos verwirrtes Gesicht. Dachten Sie nicht, daß es um mich so ernst stehen könnte? Ja, sehen Sie, vor ein paar Tagen habe ich das auch noch nicht gedacht. Vielleicht sogar habe ich noch gestern das Gefühl gehabt, es wäre besser, über dies alles hinwegzukommen, Sie gehen zu lassen, wie Sie gekommen sind, und der Vernunft zu gehorchen, die mir zuflüstert: Was fällt dir ein, du oller Datier» greis, so ein junges Geschöpf an dich fesseln zu wollen! Aber nun haben wir zusammen diesen Unglücksmorgen erlebt, dieses widerwärtige Alt- jungferngezänke im Haus, und Sie haben mich zu dem Arbeiter hinausgefahren und sich in die Situation hineingepaßt, als führen Sie mich seit Jahr und Tag zu Patienten, und als wäre Ihr Wägelchen ausschließlich dazu bestimmt, Verunglückte zu transportieren; und Ihre ganze Art, zu handeln, einzugreifen ober auch nur dabeizusein, hat auf mich so wohltuend gewirkt, daß nun auch meine letzte Vernunft über den Haufen geworfen worben ist. Ich weiß jetzt ganz positiv, daß wir prachtvoll miteinander leben könnten, daß Sie die geborene Frau für mich, für meinen Beruf, für meine ganze Lebenssphäre sind. Und darum habe ich mich doch noch entschlossen, zu reden. — Könnten Sie sich nun entschließen, über alles das einmal nachzudenken, es zu erwägen?" Er atmet tief und erregt, unb seine Hand gleitet mit einem kleinen Zittern durch das Haar. Marga Monttvill hat das Kinn in der Hand, den Ellenbogen auf ihr Knie gestützt, und schaut mit halbgeschlossenen Augen vor sich hin. Ein sonderbares Gefühl ist in ihr: Ein ganz leises strömendes Glück. Und daneben eine große, beklemmende, dunkle Angst. Eigelstein. Ein Leben lang Eigelstein. Das Haus, der Garten, die Nachbarn. Ein Faktotum von Hausgehilfin. Ein Faktotum von einer Tante... Ein Leben lang ein Idyll. Das Leben hier sei ohne alle Tiefe, hat der Doktor einmal gesagt. Aber der Mann? Der Mensch Doktor Gottfried Hammerbacher? Ist ihr nicht jede Minute, die sie mit ihm zusammen war, ein Gewinn gewesen? Ja. Aber galt das dem Mann? Galt es nicht vielleicht nur dem Menschen? Und jetzt soll der Mensch Gottfried Hammerbacher ihr Mann fein, ihr ganzes weites, ihr selbst vielleicht in feinen letzten Ausmaßen noch unbekanntes weibliches Gefühl soll sich auf diesen Mann konzentrieren? Der sein halbes Leben schon hinter sich hat? Der zwei- undfünfzig Jahre alt ist? Sie schaut unwillkürlich auf, unter dem Eindruck: zweiundfünfzig Jahre. Aber der Doktor ist nicht mehr im Zimmer. Sie ist allein. 24. Auch der anständigste Mensch unterliegt manchmal der Versuchung^ zu lauschen. Der Doktor hat recht gehabt. Die schwarze Wolke über dem Hammerbacherschen Hause verzieht sich nicht wieder so schnell. Zwar ist Tante Martha schon beim Mittagessen wieder von fließender Liebenswürdigkeit, aber man kann ja auch in aller Liebenswürdigkeit über nichtsnutzige Dienstboten, klatschsüchtige Putzfrauen und herrschsüchtige Männer, die sich immer in alles hineinmischen müssen, reden, nicht wahr? Und man kann dabei unter dem Schleier lächelnder Höflichkeit zuweilen mehr Gift verströmen lassen als bei der gröbsten Auseinandersetzung. So kommt's, daß alles plötzlich Hintergründe hat: jedes Wort, jede Anweisung an das Mädchen, jede Frage an den Doktor, sogar jede Unterhaltung mit Marga. Es ist plötzlich ungemütlich. Es zeiA sich plötzlich, daß die Weltabgesondertheit dieses Hauses nicht nur Frieden, sondern unter der friedlichen Decke auch eine verblüffende Fülle an kleinlich-menschlichen Regungen produziert. Kurzum, Monika hat nicht unrecht, wenn sie boshaft Marga erklärt, daß sich alle paar Monate einmal dieses Haus in ein Untersuchungsgefängnis verwandle. „Und warum verbittet sich Ihr Vater dies alles nicht ganz energisch?" Monika zuckt die Achseln. „Glauben Sie, daß irgendein Mensch gegen Tante Martha etwas ausrichten könnte? Was sie nicht offen tun darf, tut sie heimlich. Sie ist heilig überzeugt von ihren Rechten, und eher geht die Welt unter, als daß sie etwa das Mädchenzimmer, wenn es ihr notwendig erscheint, nicht untersucht. Und außerdem ist Papa viel zu müde, den Kampf gegen Tante Martha ernsthaft aufzunehmen. Er brüllt mal, dann läßt er die Dinge wieder laufen. Wie er ja überhaupt von Jahr zu Jahr alles immer mehr laufen läßt, wie es läuft. Gott, er wird eben auch langsam alt." Marga beißt sich auf die Sippen. Monika sitzt am Flügel und phantasiert über ein paar Brahms-Melodien. Von Zeit zu Zeit schaut sie zu Marga hinüber, die drüben am Fenster sitzt und nachdenklich eine Zigarette raucht. (Fortsetzung folgt) Turnvereins-Jubiläen im Kreise Gießen ** Zehn-Tage-Wettervoraussage. In unserer heutigen Ausgabe beginnen wir, wie in den Vorjahren, wieder mit der Veröffentlichung der Wettervoraussagen für jeweils zehn Tage, die bis Ende September einschließlich von der Forschungsstelle für langfristige Witterungsoorhersagen des Rerchswetter- dienstes in Bad Homburg herausgegeben werden. Unsere Leser seien auf die heutige und auf die folgenden Veröffentlichungen besonders hingewiesen. **AnmeldungzuPrüfungen. Die Industrie- und Handelskammer Gießen teilt mit, daß die Anmeldungen zu den Kaufmannsgehilfenprüfungen und zu den industriellen Facharbeiter- und Lehr- abschlußprüfungen Herbst 1938 in der Zeit vom 13. bis spätestens zum 30. Juni zu erfolgen haben. Für die Anmeldung sind vorgeschriebene Vordrucks zu 50 Lahre in Heuchelheim. A Heuchelheim, 31. Mai. Der Turnverein Heuchelheim, der im Jahre 1888 gegründet wurde, feiert dieses Jahr sein 5 0. Stiftung s f e st. Die Feiet: soll, der Größe und Bedeutung des Vereins entsprechend, im würdigen Rahmen abgehalten werden. Die Vorbereitungen ür die am 2. und 3. Juli stattfindende Jubelfeier ind schon vor einiger Zeit begonnen worden. Die Feier wird mit einem großen Festkommers eröffnet werden. Am Sonnlagmorgen werden alle Abteilungen des Vereins zu einem Jubiläums-Wettkampf antreten. Rach dem Festzuge werden die allgemeinen Vorführungen des diesjährigen Turn- und Sport- eftes in Breslau, allgemeine Freiübungen, Keulen- gymnaftik und Ballübungen der Turnerinnen sowie Kugelgymnastik der Turner gezeigt. Der Ablauf des Festes wird von abwechslungsreichen Vorführungen der verschiedenen Abteilungen des Turnvereins belebt sein. Auch die drei hiesigen Gesangvereine werden zur Verschönerung der Jubelfeier mitwirken. Da in Heuchelheim schon fünf Jahre kein größeres Fest stattgefunden hat, werden die Heuchelheimer, ihrer alten Tradition entsprechend, das Fest in echter Dorfgemeinschaft würdig feiern. 40 Jahre in Lang-Göns. * Lang-Göns, 1. Juni. Am 1. Juni 1898, also vor vierzig Jahre n, wurde der Turnverein Lang-Göns von 26 jungen Männern gegründet. Die Feier des vierzigjährigen Be- stehens soll an Pfingsten festlich begangen werden. Am ersten Feiertag findet ein Kommers statt, am zweiten Feiertag soll ein Festzug durch unser Dorf gehen, ein Volksfest wird die Feier beschließen. Von den 26 Gründern, die während der vierzig Jahre dem Turnverein die Treue gehalten haben, leben noch sieben in Lang-Göns, sechs sind nach auswärts verzogen und sechs sind gestorben. Die hiesigen Gründer sind: Wilhelm Brück, Wilhelm Dern I., K. August Faber, Adolf Heller, Hermann Voß, Heinrich Z e i ß und Heinrich Zimmer. Die auswärtigen: Wilhelm Brücke! (Darmstadt), Heinrich D a tz (Gießen), Wilhelm Faber (Leihgestern), Ernst Heller (Schotten), Heinrich Höhn (Gießen) und Adolf Wieczorek (Gambach). In der ersten Zeit wurden die Turnstunden in dem Gasthaus „Zur Post", später im „Schwanen" und zuletzt bei Gastwirt Hüsch abgehalten. Die Satzungen waren ziemlich streng. Wer beim Turnen fehlte, wurde bestraft. So sorgte man für Disziplin und Ordnung. Nach und nach wurden die ersten Geräte aus eigenen Mitteln angeschafft. Nach zehnjährigem Bestehen wurde die Fahne des Vereins geweiht (4./6. Juli 1908). Das Ziel aber blieb immer: eine eigene Turnhalle. Schon 1907 wurde ein kleiner Betrag, der bei einem Feste eingegangen war, einem Turnhallenbaufonds überwiesen. Die Summe wuchs mit den Jahren, wurde aber leider ein Opfer der Inflation. Kurz nach dem Kriege (1921) beschloß man dann, eine Baracke in Gießen, die als Gefangenenlager gedient hatte, zu kaufen, um daraus eine Turnhalle zu bauen. In uneigennütziger Weise stellten sich alle Mitglieder bei den Berenbeckehof vor den Toren von Hattingen (nachweislich feit 1451) sitzt. In Gießen scheint der erste im ersten Viertel des 17. Jahrhunderts eingervcm- dert zu sein. Die Bernbecke besaßen eine Hofraite auf dem reichen Sand, und ihre Mitgliedschaft im XlVer Rat der Stadt Gießen zeigt, daß sie in hohem Ansehen standen. Das „Correspondenzblatt der Familie Bernbeck", das seit 1876 in monatlicher Ausgabe erscheint, ist wohl eines der ältesten Familienblätter einer bürgerlichen Familie. Es ist eine reiche Fundgrube für die Familiengeschichte und auch kulturgeschichtlich nicht ohne Wert. Geheime Mächte und ihreGnträtselung ? Die Neigung der Menschen zu der Annahme, daß irgendwelche geheimen oder okkulten Mächte das Schicksal beeinflussen können, ist so stark verbreitet, daß jede Gelegenheit, darüber einmal eingehend und von berufener Seite einen Einblick in dieses Wissensgebiet zu erhalten, begrüßt wird. So fand auch der Experimentalvortrag am gestrigen Mittwochabend im Caf6 Leib mit dem hier schon aus seinem Vortrag im Goethe-Bund bekannten Experimentator Wilhelm Gubisch aus Dresden, eine große Zuhörerschaft. Kubisch gab aus der Fülle seiner praktischen Erfahrungen eine gründliche und anschauliche Einführung in dieses umfangreiche Wissensgebiet und ließ seinen Theorien die praktische Durchführung folgen. In kritischer Weise ging er auf die Probleme ein und hob auf Grund zweier Forschungsergebnisse die Notwendigkeit einer Auseinandersetzung mit diesen Dingen hervor. Seine Experimente, die den größten Teil des Abends füllten, wandten sich in erster Linie der Lösung der ihm aus der Zuhörerschaft gestellten Aufgaben auf den Gebieten der Telepathie, oder des Gedankenlesens zu, wobei er seine Aufgaben mit und ohne Berührung mit erstaunlicher Geschicklichkeit und Schnelligkeit ausführte. Er verblüffte dann mit einigen Aufgaben aus dem Gebiete des Hellsehens und erwies sich auch auf dem Gebiete der Psychometrie, der Bestimmung von Charakter und Schicksal, als ausgezeichneter Experimentator. Das Wertvolle d-es Abends bestand aber in der Verbindung von Theorie und praktischer Veranschaulichung, wodurch der Abend bis zum letzten Augenblick spannend und interessant gestaltet wurde. Abschließend befaßte er sich mit einer kritischen Betrachtung dieser Dinge und ging namentlich auf die Gebiete der Suggestion, der Erdstrahlung und der Wünschelrute ein, wobei er alle Besucher in seinen Bann zu ziehen verstand und für seine belehrenden Ausführungen starken Beifall erntete. Kolonialvortrag in Gießen. Vom Amt Presse und Propaganda der Studentenführung der Universität Gießen wird uns ge- schrieben: Am Donnerstag, 9. Juni, veranstaltet der Kreisverband Gießen des Reichstolonialbundes in Verbindung mit der Kolonialabteilung im Außenamt der Studentenführung in der Aula der Universität einen Kolonialvortrag mit Lichtbildern, bei dem die Gießener Bevölkerung mit dem Dorstandsmit- olied der Deutschen Kolonialgesellschaft, Pg. Pfeiffer (Berlin), als Vortragendem bekannt werden wird. Pg. Pfeiffer ist eine kolonialpolitische Persönlichkeit ersten Ranges. Bis August 1906 war er für Woermann in Portugiesisch-Westaftika und im Kongoftaat. Am 4. März 1907 ging Pg. Pfeiffer nach Deutsch-Ostafrika, wo er als Sisal- und Baumwollpflanzer auf der Musterpflanzung der Kolonie tätig war. Ab Mitte des Jahres 1909 war er Fachbearbeiter für die Arbeiter-Anwerbeangelegenheiten, das Lohnwesen der 46 000 Abbeiter beim Bau der Deutsch-Ostafrikanischen Zentralbahn. Der Krieg sah ihn 1916 als Leutnant im Kaiser-Franz- Garde-Grenadier-Regiment Nr. 2. Im Stabe des Herzogs Adolf Friedrich von Mecklenburg nahm er an einer Sonderkommission in Persien teil. 1925 unternahm Pg. Pfeiffer auf eigene Kosten eine tropenlandwirtschaftliche Studienreise nach Mexiko, Mittelamerika und Kuba. 1926 ging er als erster nach der Wiederzulassung Deutscher in das Mandatsgebiet von Deutsch-Ostafrika in die südwestlichen Hochländer der Jrvinga-Prvvinz, war Kaffee- und Teepflanzer auf eigene Rechnung, gründete die erfolgreiche Mbozi-Siedlung (Kaffee) im Mbeya-Be- zirk, wurde zum Pionier bei der Erschließung der Goldfelder am Lupa. Ab 1933 war Pg. Pfeiffer als Hauptstellenleiter im Propagandaamt des Gaues Berlin der NSDAP., Gauredner für koloniale Belange, daneben anerkannter Redner der Deutschen Kolonialgesellschaft, der er schon vor dem Kriege angehörte und zu deren Vorstandsmitglied er 1933 wurde. Seit Ende 1936 hat Pg. Pfeiffer schon Hunderte von Vorträgen als Redner des Reichs- kolonialbundes gehalten. Als Kolonialschriftsteller ist er seit Bestehen der Reichsschrifttumskammer deren Mitglied als Kolonialschriftstellenleiter. Siebener Wochenmarktpreife. * G i e ß e n, 2. Juni. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Deutsche feine Molkereibutter, % kg 1,57 Mark, feine Molkereibutter 1,52, Markenbutter 1,55 bis 1,60 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Eier, deutsche, Klasse S 13, Klasse A 12^, Klasse B 12, Klasse C 11)4, Klasse D 10)4, Enteneier 11)4 bis 12)4, Wirsing, Vi kg 10 bis 14, gelbe Rüben, neue, das Bündel 15 bis 20, Karotten, Vt kg 10 bis 12, rote Rüben 10, Spinat 8 bis 15, Römischkohl 8 bis 12,.Bohnen, grün, 45 bis 60, Spargel, 1. Sorte 60, 2. Sorte 55, 3. Sorte 50, 4. Sorte 35, Unterkohlrabi 10, Erbsen 15 bis 20, Tomaten 40 bis 60, Meerrettich 40 bis 50, Schwarzwurzeln 25 bis 30, Rhabarber 10 bis 15, Kartoffeln, alte, kg 5 Pf., 5 kg 44 Pf., 50 kg 3,30 bis 3,90 Mark, neue, Vi kg 15 bis 18 Pf., Aepfel 30 bis 35, ausländische Aepfel 50 bis 55, Kirschen 60 Pf., Hähne 1,10 bis 1,20 Mark, Suppenhühner 1,05 Mark, Blumenkohl, das Stück 50 Pf. bis 1 Mark, Salat 5 bis 15 Pf., Salatgurken 20 bis 65, Oberkohlrabi 18 bis 22, Lauch 5 bis 10, Sellerie 10 bis 30, Rettich 10 bis 15, neue, das Bündel 15 bis 20, Radieschen, das Bündel 5 bis 10 Pf. Arbeiten zur Verfügung, ebenso wurden die Fuhren unentgelllich besorgt. Die Kaufsumme (18 000 Mark) wurde durch Anteilscheine der Mitglieder aufgebracht. Am 8. bis 10. Juli 1922 wurde die neue Turnhalle eingeweiht. Damit war das große Ziel, das sich der Verein schon vor dem Kriege gesteckt hatte, erreicht. Wenn die Turnhalle auch den heutigen Ansprüchen nicht mehr voll und ganz genügt, so hat sie doch in den vergangenen Jahren den vielfältigsten Zwecken gedient und ist vor allem den Turnern zur Heimstätte geworden. Die turnerischen Leistungen des jungen Vereins wurden bald bekannt. Auf dem großen Deutschen Turnfest in Frankfurt a. M. (1908) stellte Lang- Göns eine Musterriege, die mit „Sehr gut" als die gaubeste anerkannt wurde. (Leitung: Albert Schmidt.) I Oberturnwart Wilhelm Lang vom Lang-Gonser Turnverein wurde Bezirksturnwart des fünften Bezirkes. Er ist in Turnerkreisen sehr bekannt und hat sich um das Turnwesen große Verdienste erworben. Seme besondere Liebe gilt natürlich dem hiesigen Verein, und er hat mit allen Kräften und aufopfernder Liebe für ihn gesorgt. Auf den Turnfesten in München (1923), Köln (1928) und Stuttgart (1933) war der Lang-Gönser Verein vertreten, und auch in diesem Jahre werden Lang-Gönser Turner in Breslau aktiv mitwirken. Erwähnt seien auch noch die Kreisfeste in Aschaffenburg, Gießen, Hanau und Trier, bei denen die Mitglieder Willi Keßler, Richard Kaiser, Wilhelm Dreier und Wilhelm Dern Kreisfestsieger wurden. Den Höhepunkt der turnerischen Leistungen des Lang-Gönser Vereins bildete wohl der Mannschaftskampf im Geräteturnen (Februar 1932). Im Bericht des „Gießener Anzeigers" hieß es damals: „Nahezu 600 Zuschauer füllten die Turnhalle und nahmen begeisterten Anteil an dem Ablauf der turnerischen Geschehnisse. Der Nachmittag trug über den reinen Wettkampf hinaus den Charakter einer Werbeveranstaltung für deutsches Turnen und Volkstum." An den Wettkämpfen beteiligten sich die Mann- schäften aus Butzbach, Friedberg und Lang-Göns. „Mit 457,5 Punkten wurde Lang-Göns, das unstreitig über die ausgeglichendste Mannschaft verfügte, verdient Sieger ... Dem Bezirksturnwart Wilhelm Lang als Führer der Lang-Gönser Mannschaft wurde der Siegerpreis und die von der Gemeinde gestiftete Plakette vom Gauoberturn- wart Will überreicht." Am 12.November 1928 wurde die Frauenabteilung gegründet. Ihre Vorführungen fanden immer besonderen Beifall. Die Frauengruppe trat auch später bei Volksfesten und nationalen Feiern mit prächtigen Leistungen hervor. Dor einigen Jahren wurden zwei Handballmannschaften aufgestellt. Die Jugendmannschaft war 1936 Kreismeister. Der erste Vorsitzende war lange Jahre Wilhelm Heller, dann Wilhelm Dern I., der heute den Ehrenvorsitz hat. Seit 1929 leitet Karl MüllerIV. den Verein. Die beiden ersten Vorsitzenden sowie Albert Schmidt und Bezirksturnwart Wilhelm Lana erhielten besondere Ehrenbriefe vom Gau (des alten Verbandes) bzw. Kreis. Don der Universität Gießen. Von der Pressestelle der Ludwigs-Universität Gießen wird uns mitgeteilt: Durch Erlaß des Reichs- und Preußischen Ministers für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung vom 10. Mai 1938 ist Professor Dr. Eduard W i l l e k e in Gießen zum Mitdirektor des Jnstt- 1 tute für Wirtschaftswissenschaft an der Universität ■ Gießen ernannt worden. Neuer Gebietsreferent für Oberheffen im Landesfremdenverkehrsverband Rhein-Main. Der bisherige Gebietsreferent für Oberhessen im Landesfremdenverkehrsverband Rhein-Main, Bür- : germeister Professor Dr. Hamm (Gießen), hat 1 wegen Arbeitsüberlastung den Vorsitzenden des । Landesfremdenverkehrsverbandes Rhein-Main, Ober- , bürgermeister Ritter (Gießen) gebeten, ihn von dieser Tätigkeit zu entbinden. Mit dem Ausdruck < des aufrichtigen Dankes für die unermüdliche und , erfolgreiche Arbeit im Dienste des Landesfremden- ; verkehrsverbandes Rhein-Main hat Oberbürger, i meister Ritter dieser Bitte mit Wirkung vom : 31. Mai 1938 stattgegeben. An Stelle des Professors Dr. Hamm hat der Vorsitzende des LFV. Rhein-Main mit Wirkung vom 1.Juni 1938 Herrn Hans Fritz Schuster in Gießen, Frankfurter Straße 31, mit der Führung der Geschäfte beauftragt und ihn zum Ge- bietsreferenten des LFV. Rhein-Main für Ob ex- Hessen berufen. Herr Schuster ist bereits durch seine bisherige Tätigkeit mit den Verhältnissen in ; • der Provinz Oberhessen verttaut. Oberreallehrer Appel +. Am Dienstagmorgen ist der Oberreallehrer Richard Appel in Gießen im 56. Lebensjahre plötzlich verstorben. Mit ihm ist ein Mann ab- berufen worden, der durch sein langjähriges und vielseitiges Wirken in Gießen weithin bekannt ge- , worden ist. Oberreallehrer Appel war Oberhesse. Er war . am 27. März 1883 in Wölfersheim (Wetterau) geboren. Dort besuchte er bis Ostern 1897 die Volksschule, dann von Ostern 1898 bis Ostern 1900 die Präparandenanstalt in Lich, weiter bis Ostern 1903 das Lehrerseminar in Friedberg. Dann war er bis Ostern 1907 als Schulverwalter an der Volksschule in Altenstadt tätig. Hierauf kam er nach Gießen, wo er von Ostern 1907 bis Ostern 1909 als Schul- verwalter an der Höheren und Erweiterten Mädchenschule wirkte. Don dort wurde er als Reallehrer an die Studienanstalt in Gießen versetzt, der er, später zum Oberreallehrer ernannt, als hochgeschätzter Erzieher der Jugend und guter Kamerad seiner Amtsgenossen ununterbrochen bis zu seinem Tode angehörte. Im Schuldienst versah er auch die Geschäfte eines Bibliothekars für die Lehrer- und Schülerinnenbüchsrei, ferner wirkte er jahrelang bei der Erledigung der Verwaltungsgeschäfte der Direktion mit. Bei seinem beruflichen Wirken hat er sich als Schulmann der besten Art erwiesen, so daß die Schulleitung und seine jetzigen und früheren Schülerinnen mit herzlicher Anteilnahme und in dankbarer Gesinnung des Entschlafenen gedenken. Im öffentlichen Leben unserer Stadt ist Oberreallehrer Appel während einer Reihe von Jahren als Mitglied der früheren Deutschen Volkspartei im Gießener Stadtrat hervorgetreten, wo er in einer Reihe von Ausschüssen nntarbeitete und auch hier sein Wissen und seine Arbeitskraft vor allem in den Ausschüssen und Kuratorien für das Schulwesen in selbstlosem ehrenamtlichem Dienst zur Verfügung stellte. Ferner galt seine Mitarbeit den ideellen und volksoerbundenen Bestrebungen der Fünfziger-Vereinigungen in Gießen, für deren Pflege der Kameradschaft und der Hilfsbereitschaft über alle Stände hinweg er fick stets einsetzte. So wird das Andenken an diesen Schulmann und guten Oberhessen bei allen, die ihn kannten, in guter Erinnerung bleiben. BOM.-!lntergau 416. Sporlabend der Mädelgruppe 2/116 Gletzen-Rord verbunden mit Siegerehrung. Heute, Donnerstag, 2. Juni, pünktlich um 20.15 Uhr, findet in der Schillerschule der Sportabend der MLdelgruppe 2/116 Gießen-Rord statt. Da wir heute abend Siegerehrung der Siegerinnen des Reichssportwettkampfes 1938 haben, müssen alle Mädels spätestens um 20.20 Uhr im Sportzeug stehen. Die Sportwartin der Mädelgruppe 2/116 Gießen-Nord. ZM.-Untergau 116, Gießen. Diensibefehl! Achtung, Jungmädel der Hessen- Nassaufahrt! Alle Jungmädel der Hessen-Nassaufahrt treten Donnerstag, 12.45 Uhr, am Liebigmuseum. Ecke Liebigstraße-Bahnhofsttaße, fahrtengruppenweise an. (Sippentag der Bernbecke. Im zweijährigen Wechsel feiern die Glieder der Familie Bernbeck ihre Familientage, die im Unterschied von anderen Familientagen Sippentage sind, weil alle diejenigen, die von dem Pfarrer Johann Daniel Bernbeck auf dem Mrberg ab- stammen, ohne Rücksicht auf ihre Namen dabei zusammenkommen. Johann Daniel B. war geboren zu Gießen am 12. November 1757 und starb als Pfarrer zu Heuchelheim bei Gießen am 1. Juli 1825. Ausgangsort der Familie ist also Gießen, und die größte Zahl der Sippentage ist deshalb auch seit dem Jahre 1876 in Gießen gehalten worden. Das starke Sippengefühl zeigt sich schon darin, daß bereits vor 92 Jahren in Bad Salzhausen ein Fa- milientag stattfand, ehe die Organisation der Familie bestand. Diese hat der kgl. Provinzialschulrat. zuletzt in Hannover, Lic. Dr. Karl Leimbach im Jahre 1876 geschaffen, dessen Nachkommen auf diesem Sippentag am 8. Juni in größerer Zahl erwartet werden. Die Familie, die bis auf den heutigen Tag noch die Theologenttadition fortgeführt hat, weist zahlreiche hessische Pfarrer innerhalb der fast 200 Jahre auf. Auch sonst ist der Theologenstand stark in ihr vertreten. Daß daneben auch zahlreiche andere Berufsarten sich finden, ist bei der großen Ausdehnung der Familie nicht verwunder- lich. — Dor wenigen Wochen ist der seitherige Senior der Familie Geh. Justizrat Franz Wohl (Schlitz) im Alter von 88V3 Jahren gestorben, der sich große Verdienste um die Familie durch die Schaffung eines Stammbaumes, wie überhaupt um den Ausbau der Familienorganisation erworben hat. Die Bernbecke waren in Gießen nicht einheimisch. Sie sind von Hattingen an der Ruhr eingewandert, wo der Name heute noch in der Form Berenbeck vor kommt und ein Träger dieses. Ramens auf dem verwenden, die bet der Kammer anzufordern sind. An den Prüfungen nehmen sämtliche Lehrlinge der Kreise Gießen, Alsfeld und Lauterbach teil, die bis zum 31.12.1938 ihre Lehre beenden. Die industrielle Facharbeiterprüfung erfaßt alle die Lehrlinge, die einen anerkannten Lehrberuf erlernen, während für Lehrlinge zur Zeit nicht anerkannter Lehrberufe die Lehrabschlußprüfungen abgehallen werden. ** Di e Gießener Geldinstitute geben heute bekannt, daß ihre Geschäftsräume am Pfingst- amstag bis zum Mittag geöffnet sind, während sie am Pfingstdienstag geschloffen bleiben. Große (Straffammer Gießen. Gestern hattensich der 68jährige Ehr. Ehrle, owie vier jüngere Männer aus Lich vor der Gro- ;en Strafkammer wegen fortgesetzten Verbrechens gegen § 175 zu verantworten. Die Verhandlung, die unter Ausschluß der Oeffentlichkeit stattsand, bot ein recht trübes Bild. Der schon einschlägig vorbestrafte Hauptangeklagte ist fein Lebtag einer geregelten Arbeit aus dem Weg gegangen und hat sich in fast allen Gegenden Deutschlands herum- ^trieben. Schließlich kam er vor einer Reihe von Jahren nach Lich, wo er Beschäftigung fand. Hier lernte er die vier Angeklagten kennen und verstand es bald, sie durch kleine Geld- und Zigaretten- geschenke in feine Wohnung zu locken, wo er sich cm ihnen verging. In der Hauptverhandlung war der Angeklagte restlos geständig. Allerdings ist er nach Ansicht des ärztlichen Sachverständigen vermindert zurechnungsfähig. Mit Rücksicht auf die Schwere der Tat erkannte die Kammer auf die exemplarische Strafe von drei Jahren Zuchthaus uni) ordnete gleichzeitig Sicherungsverwahrung an. Die übrigen Angeklagten erhielten Gefängnisstrafen von neun, sechs und zwei Monaten, während einer, der die Tat bestritt, mangels Beweises frei gesprochen werden mußte. Aus der engeren Heimat. Kreistag des Kreises Büdingen-Gchotten. NSG. Der Kreistag des Kreises Büdingen-Schotten der NSDAP, findet am 18. und 19. Juni in Nidda statt. Im Rahmen eines großen Volksfestes der NS.°Gemeinschaft „Kraft durch Freude" finden dabei Konzerte der SA. und der Werkscharkapellen, Sportwettkämpfe der SA., ff, des Reichsarbeitsdienstes und der Werkscharen und Tänze und Reigen der Arbeitemaiden und der BDM.-Mädel statt. Außerdem wird durch KdF. ein Rummelplatz errichtet. Wechsel in hessischen Kreisämtern. Lpd. Darmstadt, 1. Juni. Kreisdirektor Meifel in Bensheim wurde in gleicher Dienst- eigenfchaft mit Wirkung vom 1. Juni an das Kreisamt Dieburg und Kreisdirektor Stammler in Dieburg in der gleichen Diensteigenschaft mit TKir- kung vom l.Juni an das Kreisamt Erbach versetzt. Uebertragen wurden dem Kreisdirektor Nanz in Heppenheim neben seinem Amte als Kreisdirektor des Kreises Heppenheim die Dienstgeschäfte des Kreisdirektors des Kreises Bensheim mit Wirkung vorn 1. Juni an. Neuer Nektar an der Volksschule Grünberg. r+ Grünberg, 2. Juni. Am Mittwoch wurde durch Kreisschulrat N e b e I i n g der Lehrer Friedrich Häusel, seither in Friedberg, als Rektor an der hiesigen Volks- und Berufsschule eingeführt. Der seitherige Rektor Adolf Weisel, der fünf Jahre dieses Amt innehatte, übernahm eine Lehrerstelle an der Volksschule zu Gießen. Noch einige Veränderungen im Lehrkörper sind seit Beginn des Schuljahres eingetreten. Neu traten ein Lehrer Reibert aus Bergheim, Kreis Büdingen und Schulamtsanwärterin Schneider aus Offenbach, welche mit der Vertretung des we- gen Krankheit beurlaubten Lehrers Wenzel beauftragt wurde. Auch bei den technischen Lehre- rinnen an der Berufsschule trat ein Wechsel ein. Hier kam an die Stelle von Fräulein Köhler, die jetzt an den Berufsschulen in Watzenborn-Steinberg, Garbenteich und Steinbach tätig ist, Fräulein Olt, früher in Londorf. Znternationales Tanzturnier in Bad-Nauheim. * Bad-Nauheim, 2. Juni. Am nächsten Samstag, 4. Juni, findet im Kurhaus das Inter- nationaleTanzturnierumdie Meisterschaft von Europa 1938 und um die Deutsche Senioren- Meisterschaft 1938 statt. Die Bad-Nauheimer Turniere haben bekanntlich seit langem eine Tradition und einen hervorragenden Ruf. Hundertjahrfeier der Gänger-Vereinigung „Gäntio', Lich * Li ch, 2. Ium. Während alle Vorarbeiten als abgeschlossen gelten dürfen, geht man nunmehr ^an die letzten Arbeiten he^an, und amar Aufstellung der 2000 Personen fassenden geschlossenen Festhalle; Ausgestaltung des Festgeländes, Ausschmückung der Stadt usw. Die große, mit bunten elektrischen Birnen versehene Ehrenpforte ist auch schon errichtet und wartet nur noch auf den Anstrich. £He neu hergerichtete Bahnhofstraße wird sich durch die Aufstellung von 60 Fahnenmasten in einem Fahnenmeer zeigen, wie es in einer Großstadt nicht besser gestaltet werden könnte, während die Innenstadt ein ganz besonderes Gepräge durch Grünfchmuck, Girlanden usw. erfährt. Lich wird sich also auch diesesmal in einem Festkleids zeigen, das allen Gästen noch Jahrzehnte in Erinnerung bleiben wird. Während die am ersten Pfingftseiertag stattfindende Enthüllung des Neeb-Gedenksteines schon viele Fremde anziehen wird, dürfte besonders das nachmittags angesetzte Jubiläumskonzert in der großen Fefthalle seine Anziehungskraft nicht verfehlen, wirken doch hier folgende Vereine mit: Neebscher Männerchor Frankfurt (130 Sänger), „Frohsinn" Nachrodt-Obstfeld (Westfalen), „Liedertafel" Marburg, „Sängerkranz" Nidda, „Heiterkeit" Gießen, Bauerscher Gesangverein Gießen und „Cäcilia" Lich. Abends folgt schließlich der offizielle Kommers (Festhalle). Der Höhepunkt des zwellen Pfingstfeiertages dürfte der historische Festzug mit zehn Festwagen werden, dem sich auf dem Festplatz die Kundgebung» das Singen der Gastvereine und das Volksfest an« schließen. Der dritte Feiertag bringt dann nm Kinderfest und Volksbelustigung den Abschluß der Festtage. Die Musik wird von dem Mustktorxs Il/JR, 36 Butzbach ausgeführt. Landkreis Glehen. werden. Kreis Wehlar. Verden. Tage hielt der bereitschaft - J18: ^uchelheim, L 3uni. Unser Werbe. Ed m der Frauen schäft für die Jugend- ^n-Z,P DOya^Irei^ß11 kästen besucht. Ein frKMs* ?te bQtJBtirfen und Schaffen und das puppen ^nieradschaftllche Treiben in den Jugend- m)9?,^l^iU'Linden, 2. Juni. Am gestrigen Mittwoch, 1. Juli, feierte unser Ortsbürger Johan- M fPin.nS1^ Listiger und körperlicher Frische seinen 75. Geburtstag. Don vielen Seiten wurden ihm Glückwünsche übermittelt. Trotz seines hohen Alters ist Herr G e r m e r, der nahezu drei Jahrzehnte das Amt eines Gemeinderech. ners in unserer Gemeinde versah, noch eifrig im Dienst der N-vV., namentlich auf dem Gebiet der rtinderlandverschickung, in den letzten Jahren tätig gewesen. Er war auch viele Jahre lang Vorsitzender des Mannergesangvereins „Arion" und wurde für seine Verdienste um den Verein zum Ehren- vorsttzenden ernannt. Der Kriegerkameradschaft Klein-Linden gehört er seit mehr als 50 Jahren an. . L a n g. G ä n s, 30. Mai. Am Samstag hielt ver G e f l u g e l z u ch t v e r e i n eine Versammlung ab, m der Rechner Stoll den Jahresabschluß verlas. Die Rechnung wurde geprüft und für richtig befunden. Die wegen der Maul- und Klauenseuche ausgefallene Jubiläumsschau soll am 11. bis 13. November nachgeholt werden. Der Vereinsoorsitzende gab sodann einen Ueberblick über das verflossene Vereinsjahr, erinnerte an die Erfolge der Vereins- Mitglieder auf der Kreisschau in Großen-Buseck und an den schon verlaufenen Jubiläumsabend. Am Hrmmelfahrtstag war der Geflügelzuchtoerein Butzbach hier in Lang-Göns zu Besuch. Bei einem Rundgang wurden die verschiedenen Anlagen und Zucht- ^ere besichtigt. Daran schloß sich ein gemütliches ^lsammensem, bei dem sich Zuchtwart Ester (Butzbach) lobend über das Geschaute aussprach. Z" 2 ich, 2. Juni. Fräulein Marie Heß trat am ö. Juni 1928 bei der Familie des Rektors Erb als Hausangestellte ein. Sie ist also am morgigen Tage zehn Jahre in diesem Hause tätig. Das ehrt m gleicher Weise beide Teile und ist ein schönes Zeug- Ms für die gewissenhafte Treue des Mädchens. Frl. Marie Heß gehört als Samariterin bzw. Helferin bereits mehrere Jahre der weiblichen Bereitschaft des Deutschen Roten Kreuzes in Lich an. gfs. Inheiden, 31. Mai. Die Frauenschaft lud, wie jedes Jahr, die alten, über 70jährigen Leute einer Feier im Parteiheim ein. Die alten Leute kamen sehr gern und verlebten im Kreise der Frauen einige frohe Stunden. Auch die kranken Leute wurden mit Kaffee und Kuchen bedacht. gfs. Rodheim a. d. Horloff, 1. Juni. Für die Mütter des Dorfes veranstaltete die Frauenschaft eine schlichte Feier. Lieder und Gedichte schufen eine festliche Stimmung. Bei Kaffee und Kuchen folgte ein fröhliches Beisammensein. gfs. Pieder-Bessingen, 1. Juni. Im schön geschmückten Heim fand die Verpflichtung der neuen Mitglieder des Frauenwerks statt. Die Leiterin der Fr^iensckaft eröffnete den Abend und sprach über me Pflichten der Frau. Anschließend wurden die Frauen verpflichtet und bekamen ihre Nadeln überreicht. Gemeinsame Lieder umrahmten -die Feierstunde. gts. Weitershain, 31. Mai. Die Frauen- schäft hatte alle alten Mütterchen eingeladen. Vor- träae von Gedichten wechselten ab mit gemeinsamen Lieoern. Dem ernsten leil der Feier folgte ein frohes Beisammensein. gts. Londorf, 31. Mai. Hier fand in der Frauen schäft ein hauswirtschaftlicher Abend statt, an dem sich 62 Frauen beteiligten. Es wurden zeitgemäße Gerichte hergestellt und Kostproben verteilt, die großen Beifall fanden. Kreis Schotten. } Ulfa, 31. Mai. Am Samstag waren es L 5 I a h r e , daß Bürgermeister Georg Hofmann hier in sein Amt als B ü r g e r m e i st e r, Standes- beamter und Ortsgerichtsvorsteher eingeführt wurde. Aus diesem Anlaß fand eine Feier zu Ehren des Jubilars auf dem Amtszimmer der Bürgermeisterei statt. Der Ortsgruppenleiter, der Vertreter des Kreisamts, Regierunasrat Schwan, der Bauernführer, Beigeordneter, Bürgermeister Menge! (Schotten) namens der Bürgermeister des Kreises und der Be- zirkssparkasse Schotten, sie alle fanden ehrende Worte für den Jubilar. Bürgermeister Hofmann hat durch die Durchführung der Feldbereinigung, Kanalisation, Wasserleitung u. a. m. sich um seine Gemeinde größte Verdienste erworben. Kreis Alsfeld. (h Atzenhain, 31. Mai. Ein durchgehendes Gespann von zwei Pferden geriet hier in ein Hofgrundstück hinein, in dem gegenwärtig Aus- schachtungsarbeiten zum Bau einer Jauchegrube im Gange sind. Beide Pferde stürzten m die etwa drei Meter tiefe Baugrube hinein, zum Gluck ohne ernstliche Verletzungen dabei zu erleiden Die beiden schweren Tiere konnten nur mit großer Muhe aus ihrer unfreiwilligen Gefangenschaft befreit > Rodheim a. d. Bieber, 31. Mai. Dieser Zug Krofdorf der S a n i t a t s - Wetzlar hier eine Uebung ab, bei der plötzlicher' Einsatz der Sanitätsmannschaften durch Alarm als Ausgangspunkt der Uebung in Betracht kam. Die Uebung, die eine Fülle von Teil- aufaaben aufwies, nahm unter Leitung des Zugführers Schmidt einen befriedigenden Verlauf. Die „Verletzten" wurden von den eingesetzten Sa- nitätsmännern und den Helferinnen unter Aufsicht von Sanitätsrat Dr. Serpp (Krofdorf) und der Kreisführerin der Helferinnen - Gruppe Frau Enaelmann aut betreut, wobei man die vortreffliche Ausbildung der Helfer und Helferinnen feststellen konnte. ... ch Groß-Rechtenbach, 30. Mai. In der iung- sten Gemeinderatssitzung wurde der H a u s h alt s - plan für das Rechnungsjahr 1938 beraten, der m Einnahme und Ausgabe mit 47 175 Mark ordentlichen und in Einnahme und Ausgabe mit 18.000 Mk. im außerordentlichen Voranschlag festgestellt wurde. Die Grundsteuer I wurde auf 210 o. H. die Gru^ steuer II auf 260 v.H. des Steuermeßbetrages be timmt Der Bau des Schwimmbades, der in diesem Lb™ ausgeführt werden sollte, wurde bis zum nächsten Jahre zurückgestellt, ebenso die Vergrobe- runa des Brandweihers. Im nächsten Jahr sollen diese beiden Bauprojekte miteinander verbunden wer- Don 12 000 Mark bewilligt, die erforderlichen restlichen 10 000 Mark bringt die Gemeinde aus eigenen Ein auf. Mit den Arbeiten soll josort begonnen Weltmeisterschaft der Fußballer. POST1S In den nächsten Wochen werden in Frankreich die Endspiele für die Fußball-Weltmeisterschaft ausgetragen. Die französische Post gab aus diesem Anlaß diese Sonderbriefmarke heraus. (Scherl-M.) Handball. Die erste Mannschaft des Tv. Holzheim nahm am Sonntag an dem Blitzturnier des To. Kirch- Göns teil. Da die Jugendmannschaft ein Spiel gegen Hausen auszutragen hatte, konnten einige Spieler nicht mitwirken. Die Spielleitung mußte auf einige alte Spieler, die zum Teil jahrelang nicht gespielt hatten zurückgreifen. Die Mannschaft spielte aber sehr schön zusammen, so daß sie Sieger der Gruppe B werden konnte. Nachstehend die Tabelle: Tv. Holzheim — Tv. Dornholzhausen 5:4 Tv. Holzheim — Tv. Lang-Göns 6:4 Tv. Holzheim — Tv. Hochelheim 6:5 Tv. Holzheim — Tv. Grüningen 3:2 Im Entscheidungsspiel trafen die Holzheimer au den Sieger der Gruppe A, die Soldaten aus Butzbach. Nach ausgeglichenem Spiel, das sehr unter dem Regenwetter litt, blieben die Soldaten mit 2:1 Toren glücklicher Sieger. Schießsport in Allendorf a. d. Lda. Auf dem Schießstand des Schützenoereins Allen- darf a. d. Lumda fand am Himmelfahrtstag ein Mannschafts-Vergleichsschießen zwischen den Vereinen Dreihausen, Winnen, Nordeck und Allenüor statt. Aus hartem Kampfe ging die Mannschaft Allendorf 1321 Ringen als Sieger hervor. Als Zweiter folgte Dreihausen mit 1226 und als Dritter Nordeck mit 1202 Ringen. Wenn man die bereits stattgefundenen drei Treffen berücksichtigt, so ergeben sich folgende Leistungen: Allendorf a. d. Lumda 3664, Dreihausen 3325 und Nordeck-PZinnen 3181 Ringe. Geschossen wurde liegend, kniend und stehend. Anschließend wurden noch einige humoristische Preis-, sowie drei Ehrenscheiben ausgeschossen. Den 1. Preis, erhielt Lin- gelb ach (Dreihausen), der außerdem noch zwei Ehrenscheiben schoß, ein Schütze aus Nordeck erhielt den zweiten Preis. Der Schütze W allo n vom Schützenverein Allendorf schoß die dritte Ehrenscheibe. Iechttämpfe Mliz-SA.-Gruppe Hessen ständige Einrichtung. NSG. Zum ersten ^.tcn bx'"- 2. Hallensportkampftag der SA.-Gruppe Hessen Fechter der faschistischen Miliz und der SA. an, um im Wettkampf ihre Kräfte zu messen. Dieses Treffen wird in Zukunft zu einer ständigen Einrichtung. In Frankfurt und in Rom werden in jedem Jahr die Fechter ihre Klingen kreuzen. Die Entscheidung ist nicht nur für die SA.-Gruppe Hessen von großer Bedeutung, sondern für die gesamte SA. Die SA.-Gruppe Hessen steht damit in vorderster Front in den Bestrebungen, die Verbundenheit der beiden Kampfformationen zu vertiefen. Die Fechtkämpfe in der Frankfurter Festhalle zwischen Miliz und SA. waren ein Anfang, der als vollkommen gelungen betrachtet werden muß. Aus dem Erleben dieser Tage gab SA.-Gruppen- sührer Prinz,von Hessen den Kämpfen insofern einen würdigen Abschluß, als er einen Wanderpreis stiftete, um den nun jährlich Miliz und SA. abwechselnd in Frankfurt und in Rom die Klingen kreuzen werden. Diejenige Mannschaft, der dieser Wanderpreis im Laufe der Jahre fünfmal zufällt, behält ihn für immer in ihrem Besitz als bleibendes Andenken an kameradschaft- liche Kämpfe. Generalleutnant Tarabini stiftete daraufhin in spontaner Freude und Dankbarkeit über diesen glücklichen Gedanken ebenfalls einen Wanderpreis, um Begegnungen zwischen Miliz und SA. auch auf anderen sportlichen we- bieten zu einer ständiaen Einrichtung werden zu lassen, die die kameradschaftlichen Beziehungen beider Kampforganisationen festigen und ausbauen sollen. Generalleutnant Tarabini sandte am Montag an Stabschef Lutze ein Grußtelegramm, in dem er die kameradschaftliche Verbundenheit zwischen Miliz und SA. und seinen Dank für die herrlichen Tage der Kameradschaft zum Ausdruck brachte. Obergruppenführer Beck er le sandte ein Grußtelegramm an den Stabschef der faschistischen Miliz, Herrn General Rasso Capo Di Stato Miggiore, in dem er seine Freude und Dank- barkeit über das vorbildliche Verhalten beim Kamp und die liebenswürdige Kameradschaft der faschistischen Milizoffiziere bekundete. An die Auslands- organifation'der faschistischen Partei in Rom, deren Vertreter für das Gebiet Hessen, Baden, Kurpfalz und Saar Gauleiter der faschistischen Auslanüs- organisation Herr Jviglia ist, richtete Ober- gruppenführeE B e ck e r l e ein weiteres Telegamm, in dem die dankbarsten Grüße für die erfolgreiche Dermittlungsarbeit ausgesprochen wurden. Am Montagabend haben die italienischen Fechter Frankfurt wieder verlassen. Beim Abschiedessen, das Obergruppenführer Beckerle seinen Gästen gab, würdigte er noch einmal in einer Ansprache die enge kameradschaftliche Verbundenheit zwischen Miliz und SA., die in den wenigen Tagen des Beisammenseins erneut zum Ausdruck gekommen ist. Generalleutnant Tarabini dankte im Namen der Kameraden und der gesamten faschistischen Miliz für die Gastfreundschaft, die sie erleoen durften und die sie sich alle in so überaus herzlicher Form nicht vorgestellt hätten. Er brachte weiterhin zum Ausdruck, daß die freundschaftlichen Beziehungen zwischen Deutschland und Italien sich nicht nur in friedlichen, sondern darüber hinaus auch in schweren Zeiten bewähren werden. Im Anschluß an die Ansprachen überreichte Obergruppenführer Beckerle den faschistischen Gästen im Auftrage des Stabschefs den Siegespreis für die Säbelkämpfe, eine Führerbüste, und im Auftrage der Stadt Frankfurt einen Pokal für die gewonnenen Florettkämpfe. Um die Fußball-Westnieisterschast Deutschland gegen Schweiz. - Sieben Vorrundenspiele an den Pfingsttagen. Nun sich en die Großkämpfe der III. Fußball- Weltmeisterschaft dicht bevor. Von den sieben Vorrundenspielen steigen sechs am Pfinastsonntag, während der uns am meisten interessierende Kampf zwischen Deutschland und der Schweiz schon am Samstag ausgetragen wird. Der Vorrunden-Spiel- plan lautet wie folgt: in Paris: Deutschland—Schweiz; m Paris: Frankreich—Belgien; in Marseille: Italien—Norwegen; in Straßburg: Brasilien—Polen; in Le Havre: Tschechei—Holland; in Toulouse: Rumänien—Kuba; in Reims: Ungarn—Niederländisch-Jndien. Die große deutsche Fußballgemeinde sieht mit einigem Bangen dem Auftreten unserer Elf .in die-' fern Weltturnier entgegen. Ja, wäre die Weltmeisterschaft ein Jahr früher vom Stapel gelassen worden, als wir eine Mannschaft höchster Klasse hatten, die in einem Dutzend Kämpfe ungeschlagen blieb und durch ihre Erfolge die Fußballwelt in Erstaunen versetzte. Diese großartige Mannschaft hat in diesem Jahre bei den verschiedenen Kämpfen, die als Vorbereitung und Generalprobe zur Weltmeisterschaft gedacht waren, an ihre Vorjahrssorm leider nicht anknüpfen können und verschiedene Spieler mußten zwangsläufig in die „zweite Reihe" versetzt werden. Trotzdem: es ist kein Platz für Pessimismus. Unser Weltmeisterschafts-Aufgebot, das aus insgesamt 22 Spielern besteht, hat als sehr stark zu gelten und man darf sich von der Mitwirkung der besten Wiener Spieler sehr viel Der-, sprechen. An Spielerpersönlichkeiten, an guten Einzelspielern, fehlt es uns nicht. Es fragt sich nur, ob btt guten Spieler auch eine gute Mannschaft bilden und mit einer so geschlossenen Leistung aufwarten, wie es bei diesem Weltturnier notwendig ist, wenn man siegen will. Diese Frage beschäftigt die deutsche Fußballgemeinde, und sie hofft, daß die deutsche Elf, wie sie auch stehen möge, zur rechten Zeit doch noch ihre Form findet. Deutschland gilt heute im Treffen gegen die Schweiz keineswegs als Favorit, denn die Eidgenossen schlugen ja jene englische Elf, der wir mit 3:6 unterlagen, mit 2:1. Aber das ist vielleicht gut so. Wir wollen uns gern damit abfinden, daß die Schweiz als Favorit gilt, um so größer wird unsere Freude sein, wenn allen Voraussagen zum Trotz der Sieger doch Deutschland heißen wird. Daß der Kampf gegen die Eidgenossen am Samstagabend im Pariser Prinzen- park-Stadion ein sehr, sehr schwerer sein wird, unterliegt keinem Zweifel. Die Schweizer haben nach dem Erfolg über England an Selbstvertrauen gewonnen und sie hoffen, gegen Deutschland mit einer ähnlich guten Leistung auszuwarten, wie gegen die Briten. Ob ihnen das gelingt, bleibt abzuwarten. Auch die sechs Kämpfe des Sonntags wenden heiß umstritten fein. In Marseille gilt Italien gegen Norwegen als Favorit, in Straßburg wird Südamerikas einziger Vertreter, Brasilien, gegen Polen beweisen müssen, was er zu leisten vermag, in Le Havre wird das kampfkräftige Holland den Zweiten der 34er-Weltmeisterschaft, Tschechoslowakei, auf eine ernste Probe stellen, in Toulouse erwarten mir Rumänien gegen Kuba in Front und in Reims wird Ungarn gegen Niederländisch-Jndien die Oberhand behalten und sich als Zwischenrundengegner Deutschlands oder der Schweiz qualifizieren. Nundfunkprogramm Freilag, 3. Juni. 5 Uhr: Frühmusik. 5.45: Ruf ins Land. 6: Apassio- nata von W. Geißler. Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Bäderkonzert. 9.40: Mutter turnt und spielt mit dem Kind. 10: Schulfunk. 10.30: Breslau ruft. 12: Mittagskonzert. 13: Nachrichten. 13.15: Mittagskonzert. 14: Nachrichten. 14.10: Komponisten der Gegenwart, unterhalten uns (IV). 15: Kleines Konzert. 16: Nach- mittagskonzert. 18: Zeitgeschehen. 18.30: Der sröh- liche Lautsprecher. 19: Nachrichten. 19.10: Soraen- brecher. Ein Stelldichein unerschütterlicher Optimisten. 20: Stunde der jungen Nation: „Nanga Parbat". 20.30: Kleine Abendmusik. 21.10: Unter der Normaluhr, Szenen aus dem Alltag. 22: Nachrichten. 22.30: Unterhaltung und Tanz. 24 bis 3: Nachtmusik. Samstag, 4. Juni. 5 Uhr: Frühmusik. 5.45: Ruf ins Land. 6: Morgenlied. Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Frühkon- zert. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Bäder- konzert. 9.30: Gaunachrichten. 9.40: Deutschland — Kinderland. 11.40: Volk und Wirtschaft. 12: Mittagskonzert. 13: Nachrichten. 13.15: Mittagskonzert. 14; Nachrichten. 14.10: Ablösung vor! 15: Bilderbuch der Woche. 15.15: Reichsmodellwettbewerb in der Rhön. Die neuen Eigenkonstruktionen im Wettkampf. 15.30. Nun geht ein frohes Wandern an. 16: Hallo, wir sind auf froher Fahrt. 18: U-Boote an die Front! 18.30: Der fröhliche Lautsprecher. 18.50: Sportschau des Tages und für den Sonntag. 19:' Nachrichten. 19.10: Blasmusik. 20: Der Vogelhändler, Operette von C. Zeller. 22: Nachrichten. 22.15: Modellfliegen in der Rhön. 22.30: Wix tanzen in den Sonntag. 24 bis 3i Nachtmusik, — - "---- C&A6K Sl£ "KfiZüte : Die Frau am Steuer! Wieviel ist hierüber schon geschrieben worden. Wie oft hat man versucht, die weibliche Befähigung zum Autolenken in Zweifel zu stellen. Aber Recht muß Recht bleiben. Es muß hier einmal ehrlich zugegeben werden, daß das schwache Geschlecht sich am Steuer meist glänzend bewährt. Aber ebenso ehrlich muß — Hand aufs Herz, gnädige Frau - zugegeben werden, daß die meisten Damen hilflos sind, sobald der Motor streikt. Dann schaut »SIE« verzweifelt unter die Haube, beschmiert sich ihre zarten Finger und hofft im verzagten Herzen, daß doch möglichst bald ein männliches Autowesen vorbeikommen möge. GffrRGoj Der Fachmann hat den Schaden schnell festgestellt: wie so oft — lag es an schlechtem Oel. Oel entscheidet über die Zuverlässigkeit und Betriebssicherheit Ihres Wagens. Gerade Sie, gnädige Frau, die Sie sonst den Männern im gewissenhaften Einkauf überlegen sind, sollten daher bei der Wahl des Oels keinen Zweifel haben. Nur reiner Schmierstoff auf den Sie sich unbedingt verlassen können, kann in Frage kommen: MOBILOEL. Sie,: unsere 40jährige Pionierarbeit — mit dem alleinigen Ziel, beste Schmiermittel fierzustellen *• kommt Ihnen zugute! 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Juni 1938 geschlossen sind, während sie am Pfingstsamstag wie üblich (von 8 bis 13 Uhr) geöffnet bleiben. Bezirkssparkasse Gießen Commerz- und Privat-Bank Aktiengesellschaft, Filiale Gießen Deutsche Bank, Zweigstelle Gießen Dresdner Bank, Filiale Gießen Handels- und Gewerbebank e.G.m.b.H., Gießen Volksbank Gießen e G.m.b.H. 3787D | Empfehlungen"! Alters-Vereinigung 1883—1933 Am 31. Mai starb unerwartet unser treuer Alterskamerad und Vorsitzender Der Vorstand. 3790D Zirka 70 Kinderwagen Einspaltige nmiARte Moden p Kleinanzeigen neueste Modelle und Platten vertrauensvoll zu Kraft Beerdigung, Freitag, den 3. Juni, 14 Uhr, Neuer Friedhof. Die Alterskameraden werden gebeten, recht zahlreich zu erscheinen. werden znm er» mäßigten Grund» preis von 5 Pf. ttirdlelUMimeter» idle veröffentlicht Unser labor -unser Stolz allelästrg.Haare, Leberflecken Pickel, Sommer- svross. usw entf. u. Gar. für immer Frau B. Gulden seit 1935 Fr. W. 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Glas 1.15 1937er Dürkheimer Rotwein (Pfalz)...........per Liter o. Glas 1.10 Prima Apfelsaft, alkoholfr., p.Ltr. o. Gl. -.75 Auf alle diese Artikel gewähren wir 3°/0 Rückvergütung! Verhraather^enossenscliah Gießen e.G.m.b.H. 3780A heimgerufen. Gießen, den 2. Juni 1938. 3781D In tiefem Schmerz: Emma Appel, geb. Alles Annemarie Appel. Direktion und Lehrerschaft der Oberschule für Mädchen, Gießen. Am 31. Mai wurde unser Amtsgenosse Oberreallehrer Richard Appel durch einen unerwarteten Tod aus unserer Mitte gerissen. Wir betrauern tief den Verlust eines von hohem Pflichtbewußtfein getragenen Erziehers und guten Kameraden. Seine Liebe zur Jugend und sein allzeit heiteres Wesen sicherten ihm die Achtung und Verehrung seiner Schülerinnen und seiner Amtsgenossen. Wir werden dem aufrechten Manne die Treue über das Grab hinaus halten. Christus der ist mein Leben und Sterben mein Gewinn. Am Dienstagmorgen hat der Herr über Leben und Tod meinen geliebten Mann, meinen herzensguten Vater, unseren lieben Bruder, Schwager und Onkel Herrn Richard Appel Oberreallehrer Gießen, Moers, den 2. Juni 1938. ( Die Beerdigung findet am Freitag, dem 3. Juni, nachmittags 2 Uhr, von der Kapelle des Neuen Friedhofs aus statt. Von Beileidsbesuchen bitten wir absehen zu wollen, ______________________________________________________________________3786V | Feinste FiscMilels | von Seelachs ... V, kg 38 Pf. von Kabeljau .. V2 kg 40 Pf. Kochflsche, Vjkg v. 30 Pf. an Schollen, Bratschellfisch Dose RM 0.?5 Dose RM 1.40 3um$ohnem|öllcs Seif ix Marktstr. 23 3796a Tel. 2417 An derSpitze marschieren heißt hervorragendes leisten! TORPEDO 18 erfüllt all.Wünsche Günst.T.Z.Bed. Gießen, Bahnhofstr. 49, Bnf 3941 Das präg Dir immer wieder ein TisC-H HAUs IX bohnert wunderbarqlän-- zend leicht u. spiegel klar!