Nr.rri Erstes ölatt 188. Jahrgang Samstag, 2./§onntag,3. April 1038 krschewr rüg Nch, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die 3IIuftriert» Gießener Familienblätter Heimat im Bild - Die Scholl» Monatr-Vezugspreis: Mit 4 Beilagen RM.L.95 Ohne Illustrierte e 1.80 Zustellgebühr , -25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Hernsprechanfchlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnach» richten: Anzeiger Giehev Postscheckkonto: Krantfurt am Main 11686 Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühlsche Univerfitatrdruckerei R. Lange in Stehen. Zchriftleitvng und Geschäftsstelle: Zchulftrahe 7 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer vis8'/,Uhr des Dormittags Grundpreise für l mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rps., für Text» anzeigen von 70mm Breite 50Rpf.,Platzoorschrift nach vorh.Dereinbg.250/o mehr. 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Hellauf jubeln die Schwaben, als der Führer erklärt, daß g e - rade der schwäbische Stamm sich immer dann ausgezeichnet habe, wenn es galt, für eine größere Einheit der Deutschen einzutreten, für diese Einheit zu werben und — wenn nötig — dafür zu kämpfen und zu sterben, und daß es keinen solchen Versuch in der deutschen Geschichte gegeben habe, bei dem nicht die Schwaben an er st er Stelle gestanden hätten. Herzliche Zustimmung und Dank findet die Feststellung des Führers, daß im Nationalsozialismus eine Lebensform für das deutsche Volk gefunden worden ist, die tragfähig genug ist. Mit harter Ironie rief der Führer unter dem dröhnenden Beifall aus: „Wir leben ja in einer Zeit, in der derjenige, der ein ganzes Volk hinter sich hat, „Diktator" genannt wird, und der, der ein ganzes Volk gegen sich hat, als Demokrat auftreten kann". Der Führer erbittet vom deutschen Volk die Bestätigung seines geschichtlichen Auftrages. Das deutsche Volk solle Mann für Mann, Frau für Frau bekennen und vor der Nachwelt festlegen, daß hinter dem einen Mann das ganze Volk, die ganze Nation steht, daß sie die Handlung während der geschichtlichen Märztage billigt. „Ich, der sogenannte Diktator, bitte das deutsche Volk um sein Votum." Die Massen springen auf die Sitze und immer aufs neue branden Freuden- und Dankesrufe zum Führer empor. „Ich weih", fo erklärt der Führer, „ich werde am 10. April abends der reichste Mann der Welt sein. Ich werde das höchste besitzen, das einem Mann auf dieser Erde geschenkt werden kann: ein ganzes Volk." Ein unsagbarer Begeisterungssturm dankt dem Führer für diese Worte. Machtvoll klingen die nationalen Weihelieder auf. Dem Führer wird beim Verlassen der Halle in Sprechchören immer erneut der begeisterte Dank für seine Rede dargebracht. Die Hauptstadt der Bewegung erwartet den Führer. Riesenkundgebung auf der Theresienwiese- München, 2. April. (DNB.) Die Hauptstadt der Bewegung, die als Ausgangspunkt des Kampfes und Sieges Adolf Hitlers so eng mit seinem großen Werk verbunden ist, wird heute das Glück haben, den Schöpfer des neuen großen Reiches in ihren Mauern begrüßen zu können. Auf der fast im Herzen der Stadt gelegenen Theresien- wiese, auf der die größte, jemals in München veranstaltete Kundgebung erfolgen wird, wird die letzte Hand an die prachtvolle Ausschmückung gelegt. Durch den von 350 Pylonen eingesäumten Platz wird sich eine breite mit einer Triumphpforte geschmückte, fahnenbesetzte „Straße des Führers" ziehen, die am andern Ende der Theresienwiese über eine mächtige Freitreppe zum Städtischen Ausstel- lungspark hinausführt. In der prächtig geschmückten größten Halle dieses Geländes werden 9000 Volksgenossen das große Erlebnis einer Rede des Führers haben. Weitere 11 000 finden in den beiden Nachbarhallen Platz. Hinunter aber auf die Theresienwiese wird die größte Lautsprecheranlage, die in der Hauptstadt der Bewegung je gebaut wurde, die Worte des Führers zu Hunderttausenden tragen. Der Führer hat gehandelt! Reichsminister Frick sprach in Koblenz zur Volksabstimmung. Koblenz, 2. April. (DNB.) Mit Begeisterung wurde am Freitag Reichsinnenminister Dr. F r i ck in allen Orten am Rhein begrüßt, durch die ihn feine Fahrt von Hangelar bei Bonn nach Koblenz führte, wo er in der Rheinhalle sprach. Eindrucksvoll schilderte Dr. Frick den Leidensweg des deutschen Volkes vom Zusammenbruch, durch die Besatzungszeit und separatistischen Wirren hindurch bis zum einzigartigen Aufstieg unter Adolf Hitlers Führung. Tosender Beifall folgte seinen Worten, als er sagte: „Zwei Jahre sind es jetzt her, seitdem der Führer die W e st m a r k endgültig b e freit hat, indem er wieder die volle Souveränität des Reiches über dieses Grenzland in Anspruch nahm und deutsche Truppen wieder über den Rhein schickte. Und heute sind wir nach der Befreiung Oesterreichs und seiner Wiedervereinigung mit dem Deutschen Reichem i e d e r zum Großoeutsch- l a n d geworden, zu einem Block, den keine Macht der Erde mehr trennen wird. In unwahrscheinlich kurzer Zeit sind wir nach diesem unerhörten Zusammenbuch von 1918 so das stärkste Volk und Die größte Macht Europas geworden. Die Sehnsucht eines Jahrtausends hat der Führer durch die Schaffung Großdeutschlands erfüllt." Noch einmal brandmarkte der Redner die heuchlerische Politik der Demokratien, die allen Völkern das Selbstbestimmungsrecht zugeständen, den Deutschen es aber verweigerten, die von der Genfer Liga rechtlos und ehrlos gemacht wurden, bis sie sich selber ihr Recht nahmen. Aber Blut ist stärker als blutleere Paragraphen. Immer wieder brauste tosender Beifall auf, als Dr. Frick weiter sagte: „Das Geniale an der Führung Adolf Hitlers ist gerade das, daß er immer das Rechte zur rechten Zeit tut. Der Führer hat gehandelt, und ganz Deutschland darf dankbar sein, daß er diese Entschlußkraft aufgebracht hat." Dr. Frick erinnerte an die früheren kühnen Entschlüsse des Führers am 14. Oktober 1933, als er den Austritt aus der verlogenen Abrüstungskonferenz und aus dem Genfer Bund erklärte, als er weiter nach Rückgliederung des Saarlandes anfangs März 1935 die deutsche Wehrfreiheit proklamierte, und endlich, als er am 7. März 1936 im Reichstag verkündete, daß unsere Truppen den Rhein überschritten. Alle diese kühnen und schweren Entschlüsse seien die Dor- bebingung gewesen für die Rettung und Befreiung unserer österreichischen Volksgenossen. Mit dieser Befreiung habe der Führer auch einen ganz außer- odentlichen Beitrag zum Weltfrieden geleistet; denn er habe hier einen Brandherd ausgelöscht, der leicht den Zündstoff hätte abgeben können für einen Weltbrand. Das große Heimweh eines Volkes. m •/.t / * i M - Eine erschütternde Szene aus dem Sommer 1937 aufdemObersalzberg. Mädchen und Frauen aus Wels in Oberösterreich besuchen den Führer. Das Mädchen, auf dessen Schulter der Führer seine Hände legt, klagt ihm, daß sein Bruder im Kampf für die Bewegung erschossen worden fei. Don den Umstehenden hgtte fast jede einen Bruder oder Gatten im Zuchthaus. Ihre Mienen spiegeln das tiefe Heimweh des geknechteten deutschen Volkes in Oesterreich. Der Führer tröstet sie mit den Worten: „Das Volk, das den Kampf oder das Blut scheut, wird nie den Sieg erringen. Habt Geduld, es wird nicht mehr lange dauern!" — Sorgt dafür, daß am 10. April auf ewig dieses Leid gestillt und dieses Heimweh erfüllt wird! Alle sagen „Ja"! Berlin, 1. April (DNB.) Der Führer und Reichskanzler hat folgende Ernennungen ausgesprochen: Der Slaalssekrelär des Auswärtigen Amtes von Mackensen wird zum Botschafter in Rom ernannt Zum Staatssekretär des Auswärtigen Amtes wird der Ministerialdirektor und bisherige Leiter der politischen Abteilung im Auswärtigen Amt Freiherr von Weizsäcker berufen. Zum Botschafter in London wird der bisherige Botschafter in Tokio von «Oirksen und zum Botschafter in Tokio der bisherige Militärattache in Tokio Generalmajor 0 11 ernannt. Zum Ministerialdirektor und Leiter der politischen Abteilung des Auswärtigen Amtes mit der Amtsbezeichnung Unter st aalssekrelär wird der bisherige Botschaftsrat an der Botschaft in London Gesandter Woermann ernannt. Zu seinem Nachfolger als Botschaftsrat in London ist Gefandtschaftsrat Theo o r b t ernannt worden. Ferner hat der Führer und Reichskanzler dem Abteilungsleiter in der Dienststelle des Beauftragten für außenpolitische Fragen der NSDAP, im Stabe des Stellvertreters des Führers Dr. von Raumer den Charakter als Gesandten verliehen. * Der als Nachfolger des Reichsaußenrninisters von Ribbentrop nach London versetzte Botschafter von D i r k s e n ist 1882 als Sohn eines früheren Gesandten geboren. Er war im preußischen Verwaltungsdienst, unternahm 1907 eine Weltreise und besuchte 1912 die deutsche Kolonien in Ost- und Südwestafrika. Den Weltkrieg machte er bei dem 3. Garde-Ulanen-Regiment mit, wurde dann in der Zivilverwaltung Belgiens verwendet und war seit 1917 an der deutschen Gesandtschaft im Haag. 1918 ging er als diplomatischer Vertreter nach Kiew, 1920 nach Warschau als Geschäftsträger während der Zeit des Aufstandes in Oberschlesien, war bann Generalkonsul in Danzig unb würbe 1925 Dirigent ber Ostabteilung bes Auswärtigen Amtes. 1928 würbe er Ministerialdirektor und im gleichen Jahr als Nachfolger Brockdorff-Rantzaus Botschafter in Moskau. Im September 1933 wurde er nach Tokio versetzt. Hier hat er bei ber Ausgestaltung ber besonbers freunbschaftlichen Beziehungen zu Japan hervorragenbe Dienste geleistet, wegen einer schweren Erkrankung war er zeitweise zur Disposition gestellt worben Der neuerannte Botschafter in Rom, Hans Georg von Mackensen, ist 1883 in Berlin als Sohn bes späteren Generalfelbmarschalls geboren. Er würbe 1902 Leutnant im Ersten Garberegiment zu Fuß unb 1906 Abjutant bes Prinzen August Wilhelm. 1911 trat er zur Reserve über, um Jura zu ftubieren. Nach bem Kriege würbe er in ben auswärtigen Dienst übernommen. 1919 war er bei der Gesandtschaft in Kopenhagen, 1923 bei der Botschaft in Rom, 1926 in Brüssel und 1931 in Madrid. 1933 wurde er Gesandter in 23 u b a p e ft, 1937 als Nachfolger bes verstorbenen Herrn von Bülow, Staatssekretär im Auswärtigen Amt. Der neue Botschafter ist seit 1926 mit Winifrieb Freiin von Neurath, ber Tochter bes früheren Reichs- außenministers, verheiratet. ♦ Der zum Staatssekretär im Auswärtigen Amt berufene bisherige Ministerialbirektor Freiherr von Weizsäcker ist 1882 in Stuttgart geboren. Er war ursprünglich Seeoffizier unb zuletzt Marine- Attache im Haag. 1921 würbe er Konsul in Basel, 1924 Gesanbtschaftsrat in Kopenhagen, 1927 vor- tragenber Legationsrat im Auswartiaen Amt, 1931 Gesanbter in Oslo unb 1933 Gesanbter in Bern. 1936 würbe er, nach Berlin zurückberufen. Gesundes Volk im starken Staat. Noch steht ber Gau Hessen-Nassau ganz im Banne bes starken Einbrucks, ben bie große Treue- funbgebung in Frankfurt mit ber Rebe bes Führers unb bem jubelnben Bekenntnis ber Tausenbe zu Adolf Hitler und seinem Werk hinterlassen hat. Eine Welle grenzenloser Liebe und Dankbarkeit, gläubigen Vertrauens und vorbehaltloser Hingabe schlägt dem Führer überall entgegen, wo er auf seinem Triumphzug durch bie beutschen Lande seinen Fuß hinsetzt. Und er erwidert dies in begeisterten Huldigungen immer wieder an ihn herangetra- gene Gefühl inniger Verbundenheit stets mit dem Hinweis, daß wie in den schweren Jahren des Kampfes so auch heute ihm die beste Kraft zu seinen verantwortungsvollen Entschlüssen unb bie Zuversicht zu seiner Senbung immer mieber zuwächst aus bem Glauben an sein Volk, bem Vertrauen auf die grunbanftänbige Gesinnung, bie aufrechte Haltung, ben Arbeitswillen unb bie Leistungsfähigkeit biefes Volkes. Gegenseitiger Glaube, gegenseitiges Vertrauen haben Führer unb Volk zu einer unlöslichen Einheit zusammengeschweißt. Das ist bie unumstößliche Gewißheit, bie in solchen Kunbgedungen, wie sie Hessen-Nassau in bieten Tagen mieber erlebt hat, ihre erneute Bestätigung gefunben hat. Daß dies beutsche Volk sich seine Fähigkeit, an ein Jbeal zu glauben, sich für ein Jbeal zu begeistern, bewahrt hat, ist ein Zeichen bafür, daß es im Kern gesund geblieben war auch in den Zeiten bes Verrats, ber moralischen Verlumpung, der Not unb Verzweiflung. Diesen Kern zu finben und auf ihm aufzubauen, wie es ber Führer in seiner Frankfurter Rede geschilbert hat, als er vom Werben der nationalsozialistischen Bewegung sprach, konnte nur einem so zutiefst oolksverbundenen Manne wie Aböls Hitler gelingen. Der Appell an bie gefunben Instinkte bes deutschen Volkes, wie sie sich im Parteiprogramm spiegeln, machte bie beispiellose Werbekraft bes Nationalsozialismus aus. Er stellte vor bas in bumpfer Resignation bahinvegetierenbe deutsche Volk ein neues Ideal hin und lehrte das Volk, daran zu glauben. Er zerbrach die Fesseln fremder Gewalthaber, vernichtete die Mindermer- tigkeitsgefühle in der eigenen Brust des Deutschen und lehrte ihn wieder. Den Kopf höher tragen in berechtigtem Bewußtsein ber eigenen Kraft unb berechtigtem Stolz auf bie eigene Leistung. Daraus wuchs bas Vertrauen zu sich selbst, das Vertrauen ^ur Staatsführung, das Vertrauen in eine Zukunft, Die zwar für niemanden ein Paradies mühelosen Genießens sein wird, aber allen deutschen Volksgenossen die Früchte ihrer harten Lebensarbeit verheißt. Darauf gründet sich die Tatsache, daß wir aus einem sterbenden Volk wieder ein wachsendes Volk geworden sind, das zu dem Wissen zurückgefunden hat, nur ein Glied in der Kette von Geschlechtern zu sein, und das auch wieder bereit ist, bie bieser Erkenntnis entfpringenben Pflichten zur Reinerhaltung ber Rasse wie zur Sicherung bes Volkes in seinem Fundament der erbgeiunben kinderreichen Familie zu übernehmen bereit ist. Der Wille z u m K i n b e, ber im beutschen Volk sichtbar wirb, hat seine Ursache nicht in erster Linie in ber Steigerung bes Wohlstandes, nicht allein in der großzügigen materiellen Förderung, die die nationalsozialistische Staatsführung der Familie und ihrem Gedeihen zukommen läßt — fo wenig auch diese zielbewußten und planmäßig ausgebauten Maßnahmen unterschätzt werden dürfen —, sondern vor allem in ber neuen Gesinnung, die ber Nationalsozialismus unserem Volke eingepflanzt hat unb bie bas Wunber fertig gebracht hat, baß zum erstenmal in ber Geschichte ein im Absinken begriffenes weißes Volk auf bem Wege bes Geburtenrückganges unb bes lanafamen Volkstodes umgekehrt ist. „Das Glück eines Volkes drückt sich immer in seiner Kinderzahl aus", so hat es Dr. Goebbels in seiner ersten Wahlrede im Berliner Sportpalast formuliert, was wir damit zum Ausdruck bringen wollen, wenn wir sagen, daß wie schon im ganzen letzten halben Jahrhundert Ichsucht und die ebenso sehr mangelndem Selbstvertrauen wie falschem Ehrgeiz entsprungene Auffassung, einem Kinde den Weg die soziale Stufenleiter hinauf besser ebnen ,zu können, als mehrere in den gesunden Lebenskampf zu stellen, uns auf die schiefe Bahn des Volkssterbens gebracht hatten, bevor das wirtschaftliche Elend und die trübe Hoffnungslosigkeit der Nachkriegsjahre den Mut zur Familie und den Willen zum Kinde lähmten, so heute nicht allein das Geld die Triebkraft zur Familiengrünbuna ist, fonbern weit mehr bas Gefühl, in einer Volksgemeinschaft zu stehen, bie in ber Familie bie Aufbauzelle von Volk unb Staat unb bie Erfüllung bes höchsten persönlichen Lebensglücks sieht. Das beutsche Volk hat zur wahren Freube am Leben, zum echten unb bleiben» ben Lebensinhalt zurückgefunben, ber sich im stolzen Bekenntnis zur Familie unb zum Kinbe ausbrückt. Das mußte vorangestellt unb verbient festgehalten zu werben, tvenn wir nun baran erinnern, baß bem beutschen Volke innerhalb ber alten Reichsgrenzen seit ber nationalsozialistischen Machtübernahme rund 1 160000 Kinder mehr geschenkt worden sinb, als es die Geburtenzahl des Jahres 1932 erwarten ließ. Daß hiervon nur ein Drittel aus Ehen stammen, die mit Ehestandsdarlehen ermöglicht wurden, zwei Drittel jedoch aus 1933 bereits bestandenen Ehen, erhärtet unsere vorhin aufgestellte These. Und was dabei noch als ein besonderes Plus zu buchen ist, ist bie Zunahme ber Geburten britter, vierter unb fünfter Kinber um ein Drittel bis ein Fünftel gegenüber bem Jahre 1932, ein weiterer schlagenber Beweis für die Be- MA r ■ ■ ' ' Ä :?< , ' -. ch' \ '~#vV'z^v ■Ä»Ä '. ;./ '5-< Ora FfihreraTat- lflrMU« fer Nifan! ■ rw WWW Oie Führer-Kundgebung in Frankfurt Ein Blick in die Frankfurter Festhalle mit dem Führer auf der Rednertribüne. — (Scherl-M.) _ tLMcht ertMüL , M LaL, Dein Dank: Dein La! wie Liebe zum Nach st en durch die Tat verwirklicht wird. Auch eine christliche Kirche, die unverrückt auf ihren geistlichen Grundlagen verharrt, wie sie des deutschen Volkes Reformation wieder aufgeweckt haben, muß dies anerkennen. Wir stehen vorbehaltlos zum Werk des Führers und danken Gott dafür, daß er dem deutschen Volke in schwerster Stunde Rettung brachte." ist ihrem Wesen nach die christliche Tat getragen von aufrichtiger Ueberzeugung, maßgebender als bloß lehrhafte Worte. Im Führer und in seiner Bewegung wie in den Leistungen des deutschen Volkes erkennen wir solches Christentum. Denn der Führer hat dem durch Materialismus versetzten deutschen Volk vorgelebt und daher auch die-wirksamste Art gelehrt, „Eisen ist das edelste Metall der Welt", so sagte Ministerpräsident Generalfeldmarschall Göring in der Stadt E i s e n e r z in der Steiermark. Das Bild zeigt ihn bei der Betrachtung eines Erzstückes während der Besichtigung des Erzberges. (Associated-Preß-M.) Ich befehle hiermit für das DRK.: 1. Alle Gliederungen des DRK. haben sich mit sofortiger Wirkung bis einschl. 10. April 1938 für die Vorbereitung und Durchführung der Wahl re st los einzusetzen. 2. Ville Gliederungen des DRK. stellen sich den örtlichen für die Wahl zuständigen Dienst stellen zu diesem Zweck zur Verfügung. 3. Am Tage der Wahl selbst setzen alle DRK.- Kreis- und Landesstellen die ihnen unterstellten Glie. derungen des DRK. mit allen vorhandenen Fahrzeugen und Geräten für die Beförderung von Kranken und Gebrechlichen zur Wahl entsprechend den Anforderungen der für die Wahl zuständigen Dienststellen ein. Ich erwarte von den Männern und Frauen des DRK., daß sie ihre Wir stehen zur rettenden Tat des Führers. Das vorbehaltlose „Ja" der Evangelischen Oesterreichs als die dem Führer schuldige Antwort des Volkes ist für uns nur selbstverständliche völkische Pflicht, an die wir niemanden zu erinnern brauchen. Dieses „3a“ ist aufrichtiger Dank an den gnädigen Gott für Rettung und Befreiung unserer Heimat aus einer Unterdrückung, die uns die Zeiten der Gegenreformation wieder heraufzuführen schien. Evangelischer Kirchenrat A. h. V. gez.: Dr. Kaue r.“ hierzu erklärt der Präsident des evangeli- chen Oberkirchenrates: „Unserer evangelischen Kirche Ein Vries an Gauleiter Viirüel. Wien, 1. April. (DNB.) Der Erzbischof von Wien, Kardinal I n n i tz e r, hat an Gauleiter Bürckel folgenden Brief gerichtet: Der Erzbischof von Wien. Wien, am 31. März 1938. Sehr geehrter Herr Gauleiter! Ich fühle mich bewogen, Ihnen zu einem Bericht, von dem ich Kenntnis bekam und den der Berliner havasv ex» treter zu dein Aufruf der österreichischen Bischöfe unter dem 28. März ^verbreitet hat, einige auf- klärende und richtig stellende Bemerkungen zu geben. Der havasvertreter schreibt: Man könne diese Kundgebung mit dem Besuch in Verbindung bringen, den der päpstliche Nuntius i n B e r l,i n vor zwei Tagen Herrn Reichsaußenminister von Ribbentrop gemacht habe. Dazu stelle ich fest: Die feierliche Erklärung der Bischöfe sieht mit dem Besuch des päpstlichen Nuntius in Berlin in keinerlei Beziehung. Vielmehr ist sie angesichts der bedeutsamen geschichtlichen Stunde der Wiedervereinigung Oesterreichs mit dem Deutschen Reich erfolgt. Dies erhellt das Vorwort, das die Bischöfe ihrer Erklärung vorausgeschickt haben. Auch die Behauptung des havasvertreters in dem gleichen Bericht, die besagt, daß der Aufruf als eine entspannende G e st e der B i f ch ö f e zu betrachten sei, muh ich zurückweisen, denn ich halte es unter meiner Würde, in einer so wichtigen geschichtlichen Situation Gesten zu machen. Ich betone nochmals, die Erklärung der Bischöfe, wie überhaupt unsere Stellungnahme zur Dahl ist grundsätzlich zu werten als e i n allein der Stimme unseres gemeinsamen deutschen Blutes entspringendes Bekenntnis. Ich möchte darüber hinaus Ihnen ganz offen meinen innigsten Wunsch in diesen geschichtlichen Tagen bekanntgeben, nämlich, dah mit der Erklärung der Bischöfe ein Wendepunkt im religiös-kulturellen Leben unseres Gesamt - Volkes eingetreten sein möge, der eine Zeit größter innerer Befriedung und Aussöhnung zwischen Kirche, Staat und Partei einleitHs. Ich darf hoffen, daß dieser mein Brief auch geeignet ist, in Zukunft etwa noch auftretenden irrigen und unrichtigen Behauptungen in Wort und Schrift, woher sie auch kommen mögen, von vornherein die Spitze abzubrechen. Mit dem Ausdruck vollkommener Hochschätzung und heil Hitler! -Th. Kardinal Innitzer, Erzbischof. Einsatz des Deutschen flöten Kreuzes zur Wahl. Berlin, 1.April. (DNB.) Der Geschäftsfüh- renüe Präsident des Deutschen Rotem Kreuzes erläßt folgenden Aufruf: Auch die Evangelische Kirche Oesterreichs steht vorbehaltlos zum Werk -es Führers. Eine Erklärung -es Wiener Oberkirchenrats zur Volksabstimmung. kardinal Znnitzer gegen Auslandslögen. Das Bekenntnis der österreichischen Bischöfe zur Tat des Führers entsprang allein der Stimme des gemeinsamen deutschen Blutes. gar sehr gut ausgestattet, denn der Erzberg, der hier in Frage kommt, führt nicht nur Erzschichten von großer Mächtigkeit und Tiefe, er reicht buch für unabsehbare Zeit. Das Aktienkapital der Alpine Montan betrug schon vor dem Kriege 50 bis 60 Millionen Kronen, denn außer Erzvorkommen und Hüttenwerke verfügte sie über Kohlengruben. So ging es. in den Krieg hinein, in dem die Alpine Montan zu überragender wirtschaftlicher Bedeutung für die Doppelmonarchie heranwuchs. Das änderte sich auch nicht nach dem Kriege, denn die Alpine Montan trug eigentlich die Industrie Oesterreichs, allerdings gehemmt und gefesselt durch die Bestimmungen von St. Germain. Eine gewisse Berühmtheit, die allerdings nicht immer erfreulicher Natur war, erlangte die Alpine Montan nach dem Kriege dadurch, daß sie in der Inflationszeit als Beuteobjekt hin- und hergeschoben wurde. Vorübergehend war der Jnflationsgewinnler Castiglioni Herr über die Alpine Montan, um sich dann mit dem Stinnes-Konzern der Rhein-Elbe- Union in die Herrschaft zu teilen. Geschäftlich ging es der Alpinen Montan dabei nicht allzu gut, aber Me GiuMüAL ML LLsjM duch üchtüL MÜ wu gehen wird, immer in Verbindung mit der Alpinen Montan. Der industrielle Wiederaufbau Oesterreichs trägt durch diese Maßnahmen in sich die Gewähr einer Entwicklung, die weit über die der Vorkriegszeit hinausgeht. Innsbruck wird Sitz des Deutschen Alpenvereins. Innsbruck, 1. April. (DNB.) Ein machtvolles Bekenntnis der Turner und Sportler Tirols für das Großdeutsche Reich und seinen Führer war die am Donnerstagabend im Stadtsaal veranstaltete Kundgebung, auf der Reichssportführer von Tscham - mer und O st en, mit stürmischem Jubel empfangen, sprach und die Deutschland-Riege ihr hervorragendes Können zeigte. Der Reichssportführer kam in seiner Rede auch auf die Neuordnung des österreichischen Sportwesens zu sprechen. Ein besonders starkes Echo fand seine Mitteilung, daß er sich entschlossen habe, von nun an den S i tz des neuen Deutschen Alpenvereins nach Innsbruck zu verlegen. Häuptling, daß der wieder erwachte Mut zum Leben die Hauptverantwortung für diese erfreuliche Aufwärtsentwicklung trägt. Die Zahl der Eheschließungen, die bis 1933 stündig zurückging, ist von 517 000 im Jahre 1932 auf 620 000 im Jahre 1937 gestiegen, insgesamt haben seit der nationalsozialistischen Machtübernahme 460 000 Paare mehr geheiratet, als in den letzten 5 Jahren vorher, der Geburtenüberschuß wuchs von 233 297 im Jahre 1933 auf 482 054 im Jahre 1936, die Zahl der Ge- bürten von 971000 im Jahre 1933 auf 1279 000 im Jahre 1936, das ist nur noch 11 v. h. weniger, als zur Erhaltung des Volksbestandes erforderlich ist, während sich der Fehlbetrag 1932 auf 29 v. h. belief, nahezu zwei Drittel sind also schon aufgeholt worden. Betrachten wir die Verhältnisse in unserer engeren Heimat, so kann festgestellt werden, daß die Zahl der L e b e n d g e b o r e n e n auf tausend Einwohner in Mainz von 15,2 im Jahre 1933 auf 15,8 im Jahre 1937, in Wiesbaden von 11,2 auf 13,9 und in Frankfurt von 9 6 auf 12,5 gestiegen ist, in den Mittelstädten Hessen-Nassaus ist in der gleichen Zeitspanne eine Steigerung von 2,7 auf 5,6, in den Städten bis 50 000 Einwohner von 4,2 auf 8,9 zu verzeichnen. Der nationalsozialistische Staat hat durch wirt- fchafts- und finanzpolitische Maßnahmen alles getan, diese erfreuliche, aber auch notwendige Entwicklung zu fördern. Seit August 1933 bis gegen Ende 1937 sind an mehr als 800 000 junge Paare insgesamt mehr als 500 Millionen RM. Ehestandsdarlehen bewilligt worden, von denen bei der Geburt eines jeden Kindes je ein Viertel erlasen wird. Der fortschreitende wirtschaftliche Aufstieg bewirkte aber, daß schon im Jahre 1934 nur noch ein Fünftel aller Eheschließenden die Hilfe der Ehestandsdarlehen in Anspruch zu nehmen brauchte, so daß die Mittel, die aus der höheren Besteuerung der Ledigen stammen, zum Teil schon frei Der Führer hat das deutsche Volk zur heiligen Wahl am 10. April aufgerufen! Alle wahlberechtigten Volksgenossen und Dolksgenossinnen werden an diesem Tage dem Führer einmütig und geschlossen ihren Dank abstatten und ihr unerschütter- liches Vertrauen beweisen. Am 10. April 1938 wird die Welt erleben: Das ganze deutsche Volk in allen deutschen Gauen ist erfüllt von einem Geist und fanatisiert von einem Willen. Wir alle stimmen geworden sind für die Gewährung von Kinderbeihilfen, die außerdem aus den Ueberschüssen der Arbeitslosenversicherung gespeist werden. Diese Herkunft rechtfertigt es, daß vorerst noch die der Arbeitslosenversicherungspflicht unterliegenden Arbeiter und Angestellten bei der Gewährung der Kinderbeihilfen bevorzugt werden, sie erhalten bis zu einem jährlichen Einkommen von 8000 RM. vom 1. April ab Beihilfen von je zehn RM. für das dritte und vierte Kind, je 20 RM. für das fünfte und jedes folgende Kind, so daß ein arbeitslosenversicherungspflichtiger Angestellter oder Arbeiter mit fünf Kindern vom Reich einen monatlichen Zuschuß von 40 RM. erhält. Alle Volksgenossen mit einem Einkommen bis 8000 RM., gleichgültig ob oersicherungspflichtig oder nicht, erhalten für das fünfte und jedes folgende Kind eine Beihilfe von je 10 RM. Außerdem werden noch Ausbildungsbeihilfen für kinderreiche Familien gewährt. Alle diese Maßnahmen für die heute alljährlich mehr als eine halbe Milliarde auf- gewendet werden, werden eines Tages — das Jahr 1943 ist dafür vorgesehen — in eine Reichs- . familienkasse einmünden, die den Zweck hat, ; unabhängig von der sozialen Stellung und wirtschaftlichen Lage der Eltern einen umfassenden Ausgleich zwischen kinderreichen Familien und kinderarmen, bzw. Ledigen zu schaffen. Gewiß wird man es als sozial gerechtfertigt, bevölkerungspoli- lisch förderlich und wirtschaftlich als den Verbrauch anregend nützlich ansehen, wenn mit Hilfe dieser Reichsfamilienkasse der Versuch gemacht wird, die vermehrten finanziellen Lasten, die den kinderreichen Familien aus der Erfüllung ihrer Pflicht gegenüber der Volksgemeinschaft erwachsen, auf breitere Schultern zu verteilen und damit ein weiteres Stück praktischen Sozialismus zu verwirklichen. Bevölkerungspolitisch gleich wichtig ist die Sorge «um die Gesunderhaltung unseres Dolles, die sich Staat wie Partei gleichermaßen angelegen sein lassen. Die NS. - Volkswohlfahrt hat mit dem hilfswerk „Mutter und Kind" eine vorbildliche Einrichtung ge« -schaffen, die in der ganzen Welt nicht ihresgleichen hat und in der kurzen Zeit ihres Bestehens schon auf außerordentliche Leistungen Hinweisen kann, denen der bevölkerungspolitische Erfolg gewiß nicht versagt bleiben wird. 12 000 Kindergärtnerinnen, Säuglingspflegerinnen und Schwestern betreuten bereits mehr als eine halbe Million werdender Mütter und Wöchnerinnen, mehr als 400 000 Kinder fanden bis Ende des Jahres 1937 in den landschaftlich schön gelegenen, zweckmäßig eingerichteten Heimen der NS.-Dolkswohlfahrt Aufnahme, fast anderthalb Millionen erholungsbedürftigen Großstadtkindern wurde ein Landaufenthalt vermittelt mit feiner kräftigenden Luftveränderung und den für das empfängliche Kindergemüt so wichtigen Berührungen mit der Natur, die das Landleben nun einmal der Großstadt voraus hat. Im Gau Hessen-Nassau bestehen ferner 300 Kindergärten der NSV., die dem Zweck dienen, der in der Arbeit stehenden Mutter für einige Stunden des Tages die Sorge für ihre Kleinen abzunehmen. Acht Kindererholungsheime, fünf Mütterheime, 1088 Hilfsstellen unterhält die NS-Volkswohlfahrt in Hessen-Nassau und immer weitere Pläne werden verwirklicht, die alle dem gleichen Ziel der Gesundheitsförderung des deutschen Volkes und namentlich der Fürsorge für die kinderreiche Familie dienen. Aus der richtigen Erkenntnis, daß Mütter die Trägerinnen der Zukunft unseres Volkes sind, greift auch das- Deutsche Frauenwerk mit seinem „Mütterdienst" ein, der heute bereits viele Tausende von deutschen Frauen in den praktischen Fragen der Säuglingspflege, der Kindererziehung, des Kochens und Nähens sowie .der Haushalts- führung im allgemeinen unterrichtet hat. Im vergangenen Jahr wurden allein im Gau Hessen- Nassau 981 solcher Kurse ab geh alten, an denen 21059 Frauen und Mädchen teilnahmen. Besonders wichtig ist die Mütterschulung. In Heimmütterschulen, wie eine für unseren Gau demnächst in 5ß ei Iburg eröffnet werden wird, und Bräuteschulen können junge Frauen und Mütter in Kursen von vier bis sechs Wochen die Grundbegriffe der Säuglingspflege und der Haushaltsführung lernen. So wird im nationalsozialistischen Staat auch von dieser Seite her dafür gesorgt, daß auch in der deutschen Frau der Wille zum Kind seelische Bereitschaft ebenso findet wie ihr das Rüstzeug geboten wird, ihren Pflichten als Frau und Ddutter zu entsprechen. Mit der wachsenden Freude am Glück der Familie und mit der wachsenden Empfindung für den inneren Segen der Kinderreichtums werden auch Hemmungen und Schwierigkeiten immer leichter überwunden werden, die heute hier und dort bestehen mögen. Der unbeirrbare Glaube an eine deutsche Zukunft, das tiefe Vertrauen zum Führer und seinem Werk schufen die seelischen Voraussetzungen für ein gesundes Volk Im jtarta Lange, Wien, 1.April (DNB.) Der Evangelische Oberkirchenrat hat anläßlich der Volksabstimmung am 10. April 1938 folgende Erklärung beschlossen, die am Sonntag, dem 3. April 1938, i n allen evangelischen Kirchen verlesen werden wird. „Für den 10. April ist das deutsche Volk Oesterreichs aufgerufen, in einer ehrlichen und freien Ab- timmung vor aller Welt zu bekunden, daß die Rückkehr ins Reich und damit die politische Neugestaltung unserer Heimat dem t i e f ft e n Verlangen und Wünschen des Volkes entspricht. In diesem Herzenswunsch hat sich unsere evangelische Kirche in Oesterreich stets, ohne Rücksicht auf Gunst oder Mißgunst ftüherer Machthaber, einig gewußt. Wenn daher der evange- li che Oberkirchenrat sich heute an das evangelische Kirchenvolk wendet, so geschieht dies nicht aus der Sorge heraus, daß irgendjemand nicht wüßte, was er an diesem entscheidenden Tage zu tun habe. Die evangelische Kirche in Oesterreich hat schon am 12. März, und seither wiederholt ihrer un- aeheuchelten Freude über d i e g e = chichtliche Wende Ausdruck gegeben. Als Trösterin und Helferin, die unsere Kirche in den letzten Jahren vielen kämpfenden Deutschen in Oesterreich war, — weit über den Kreis ihrer Glaubensgenossen hinaus — empfindet sie die ganze große Freude dieser Tage mit und nimmt sie dankbar aus Gottes Händen als fein Geschenk. Oie Alpine Montan Generalfeldmarschall Göring hat als Beauftragter für den Vierjahresplan die Eingliederung der Alpine Montan-Gesellschaft in die Reichswerke angekündigt. Die Alpine Montan war chon vor dem Kriege das größte industrielle Unternehmen Oesterreichs, sie war überhaupt das größte wirtschaftliche Unternehmen der Doppelmonarchie. Das Kernstück der Firma bildet das Steierische Hüttenwerk, das sich auf reiche Erzvorkommen stützen kann. In dieser Hinsicht ist die Alpine Montan so- zerstörbar. Nachdem sie 1926 den Vereinigten Stahlwerken mittelbar angegliedert wurde, gab es in den sogenannten Konjunkturjahren einen Auftrieb, der an die besten Jahre der Vorkriegszeit heranreichte. Dann kam mit dem Einbruch der internationalen Wirtschaftskrise, ausgelöft durch die Versailler Gewaltpolitik, »der Rückschlag, den die Alpine Montan in Hinsicht auf ihre unverwüstliche Grundlage immerhin leidlich durchhalten konnte. Sie verfügt heute über ein Aktienkapital von 60 Millionen Schilling, das sich in der Hauptsache im Besitz der Vereinigten Stahlwerke befindet, wobei daraus hin- gemiefen werden muß, daß beide Gruppen im regen Austausch ihrer Erzeugnisse stehen. Die Alpine Montan stellt den Vereinigten Stahlwerken bestimmte Mengen ihrer hochwertigen Erze zur Verfügung, während umgekehrt die Stahlwerke Koks und Kohlen liefern. Die Zahl der Arbeiter bei der Alpinen Montan beträgt heute 10 000, die aber gesteigert werden kann, sofern es sich darum handelt, alle Anlagen auszunutzen. Das wird nach der Eingliederung bestimmt geschehen, zumal als erste Maßnahme dieser Eingliederung der Ausbau der Reichswerke Hermann Göring bei Linz vor sich Deutsches Bekenntnis zum Kteingarten Die Liebe zum Kleingarten ist ein typischer Charakterzug des Deutschen. Diese Tatsache Ist dem Fremden ebenso unbegreiflich wie öc'm volksdeutschen Menschen selbstverständlich. In dem Urteil über den Kleingarten scheiden sich ganze Welten! Ein Vertreter des liberalistisch-marxistischen Systems erblickt in der Tätigkeit des Kleingärtners nur einen bloßen Zeitvertreib oder bestenfalls eine Arbeit wie jede ander auch. Wer sich zu der nationalsozialistischen Weltanschauung bekennt, der weiß, daß der Kleingärtner nicht aus einem platten Materialismus heraus sein Gärtchen bestellt, sondern daß er dies tut, weil er sich als Deutscher seinem innersten Wesen nach mit dem Boden verbunden fühlt. Dieser einem Nicht-Deutschen unerklärlichen Liebe zum Kleingarten bleibt der Deutsche, wie unzählige Auslandsberichte unterstreichen, sogar außerhalb seiner Heimat treu. Als Gewährsmann sei nur der amerikanische Ingenieur Taylor genannt, der als Erfinder der nach ihm bezeichneten „wissenschaftlichen" Betri^bsführung bekannt ift Dieser Mr. Taylor sah einen deutschen Einwanderer in den USA. nach Feierabend in seinem Gärtchen arbeiten. Der Amerikaner folgerte hieraus, daß dieser Deutsche nicht richtig ausgelastet sei, weil er noch über die Kraft verfüge, nach seiner beruflichen Tätigkeit in seinem Garten zu arbeiten. Dieser Deutsche entziehe einen Teil seiner Arbeitskraft seinem Unternehmer. Wenn das Gegenteil der Fall wäre, dann würde nämlich — so kalkulierte Mr. Taylor — dieser Deutsche zu erschöpft und zu ausgepumpt sein, um noch einen Handschlag zu verrichten. Mit dieser Einstellung wird der Mensch als ein technisches Arbeitsmittel gewertet, das man durch ein anderes ersetzt, wenn es seinen Dienst getan hat und verbraucht ist. Selten hat sich der bolschewistische Wahnsinn so ^deutlich offenbart wie in dieser Geisteshaltung. Sie kennzeichnet auch den eigentlichen Inhalt einer Wirtschaftslehre, die behauptet, daß das private Erwerbsstreben des einzelnen die Triebfeder alles menschlichen Handelns sei. Es ist das Verdienst Adolf Hitlers, hier aufgez'eigt zu haben, daß nicht der Eigennutz, sonder der Gemeinnutz der Maßstab dessen ist, was unserem Volk frommt und ihm schadet. Das Gesamtwohl verlangt eine Förderung der Kleingärten. Diesem Zwecke dienen die Bestimmungen über die Gewährung unverzinslicher Reichsdarlehen zur Förderung des Kleingartenbaues, die jetzt vom Reichs- und Preußischen Arbeitsminister erlassen wurden. Diese Bestimmungen gehen von dem Gedanken aus, daß nächst der Kleinsiedlung das Kleingartenwesen das wirksamste Mittel ist, der Verstädterung des deutschen Volkes entgegenzuarbeiten. Der Kleingartey ist eine n o t - wendigeLebensgrundlagefürdie in einer Mietwohnung lebenden, erbgesunden, schaffenden deutschen Menschen. Er bietet Entspannung von der Berufsarbeit, läßt die Kinder in Licht und Sonne gesund heranwachsen und liefert in dem Wirtschaftsertrag einen nicht unwichtigen Teil zur Eigenversorgung der Familien und damit zur Ergänzung ihres Einkommens. Hiernach ist also der Sinn der Förderung der Kleingärten im wesentlichen die Hebung der Volksgesundheit und die Sicherung eines erbgesunden Nachwuchses, ein« Zielsetzung, die ebenso vernünftig wie für den Nationalso.zialismus kennzeichnend ist. Folgen der Franco-Offensive.* Daß rotspanische Flüchtlinge, darunter eine ganze rotspanische Division, die französische Pyrenäengrenze bei Bagnie de Luchon, Pnigcherds und Cauterets überschritten haben und entwaffnet wurden, zeigt, daß vielleicht der letzte Akt des spanischen Dramas begonnen hat. Frankreich gerät in eine schwierige Lage, denn die Flüchtlingsströme sind so gewaltig, daß die füd- sranmsische Bevölkerung diese Emigranten nicht zu oeyerbergen vermag und die administrative Organisation Frankreichs nicht ein geregeltes Strombett von heute auf morgen schaffen kann. Es wächst die Gefahr für Frankreich, in den spanischen Strudel hineingezogen zu werden. Die Sitzung des Londoner Nichteinmischungsausschusses am Donnerstag zeigte keinen Weg, der aus dieser Gefahr herausführte. Man beschloß dort nur, die einzelnen Regierungen über die Ziffer der zurückzuziehenden Freiwilligen zu befragen, man sprach französischerseits von der Seekontrolle und vergaß darüber vollständig, daß die Kontrolle der Pyrenäengrenze doch zunächst erfolgen müßte. Denn ob Frankreich seine Nichteinmischungsverpflichtung tatsächlich einhält, ist bei der Gesinnung der Volksfrontregierung und den Enthüllun- gen der französischen Rechtspresse billig zu bezweifeln. Der Stoß, der das Moskowitertum in Barcelona demoralisiert, ist überraschend gekommen, nachdem der Winter einen Stellungskrieg der Nationalspanier erzwang. Rückblickend kann man feststellen, daß die Einnahme von Teruel vor einem Vierteljahr nicht den Anfang eines Triumphzuges der .moskowittfchen Waffen, sondern den Beginn des Endes der roten Herrlichkeit bedeutete. Teruel wurde wiedergenommen, und die Roten, die hier ihre besten Divisionen und eine Unmenge Krieas- materiai aüfgehäust hatten, verbluteten. Durch die Kämpfe zwischen Teruel und Montalban sind die roten Horden systematisch zermürbt roorden. Als das geschehen war, begann die eigentliche Offensive des Generals Franco. Am 10. März stieß er gegen Belchite vor, nahm A l k a n i z, darauf (t a s p e und Valdeogorso. Während hier die Roten Truppen auf Truppen massierten, um einen Durchbruch zum Meer zu verhüten, führte General Franco den zweiten Schlag. Um den Vorstoß bei Belchite abzufangen, batte nämlich der Generalstab von Barcelona die Truppen, die er nördlich des Ebro gegen eine erwartete Offensive Francos aufgebaut hatte, nach Belchite geworfen. Dadurch war dort die Front geschwächt. So gelang es nach hefttgen Kämpfen, am 22. März die roten Linien bei Huesca aufzurollen. Am Mittwoch durchstieß die Valino-Divi- sion die rote Linie östlich Caspe, und nach den letzten Meldungen stehen die Nationalspanier bereits vor L e r i d a , das von zwei Seiten umschlossen wurde. Zwischen den Städten Fraga und Bartz astro, die von den Truppen Francos genommen wurden, befand sich die Oeffnung eines Sackes, der sich westlich bis Tardienta zurückftulpte. In diesem gebirgigen Gebiet waren noch rote Truppen, die abgeschnürt wurden und sich wohl ergeben haben dürften, soweit sie nicht durch die Sacköffnung bei Lerida entschlüpften. Die Offensive Francos ist noch nicht beendet, aber die rote Flucht nach Frankreich zeigt bereits, wie diese strategische Planung wirkt. Lerida umklammert. Franco will die Stadt schonen. Saragossa, 2. April. (DNB. Fünkspr.) Nach dem nationalspanischen Heeresbericht von der Ara- gon-Front besetzten die südlich des Ebro operierenden nationalen Truppen die Orte M o n r o y o und Torrearcas an der Hauptstraße Alcaniz— Morella und zwei wichtige Bergstellungen. Ein feindlicher Gegenangriff wurde mit starken Verlusten für die Gegner abgesch la gen. Etwas weiter nördlich besetzten die Legionäre Valder- robes und weiter auf Tortosa zu Lledo und Arnes im Algastal. Um Lerida herum nahmen die Nationalen alle Positionen, die die Stadt von Süden jmb Osten beherrschen. Der Frontberichterstatter des nationalen Hauptquartiers weiß mitzuteilen, daß General Franco den Befehl gegeben habe, die Stadt unbedingt zu schonen. Der Berichterstatter unterhielt sich in Alcaniz mit 10 0 Gefangen en der internationalen Brigade, die einen ausgehungerten und heruntergekommenen Eindruck machten. Die Gefangenen, sämtlich Engländer, sagten übereinstimmend aus, daß sie von der Volksfront Arbeitsverträge nach Spanien erhalten hätten, wo sie, kaum angefommen, an b i e Front geschickt wurden. Als Löhnung hätten sie täglich 10 Peseten erhalten. Für 100 Peseten -erhalte man aber bei der Einwechslung erst einen halben Schilling. — Im Abschnitt Valderrabres (Südaragon) liefen 480 Angehörige der 15. internationalen „Brigade", die aus Engländern, Franzosen und Tschechen besteht, zu den Nationalen über. Sie erklärten, sie könnten den verlorenen Krieg nicht mehr, länger aushalten. Die bolschewistische Kriegsführung fei völlig plan- und ziellos. Jegliche Organisation ober Disziplin fehle und die Behandlung und Verpflegung der Mannschaften sei denkbar schlecht. Sämtliche Ueberläufer wurden in Saragossa in Säuberungsquartieren untergebracht und ordentlich verpflegt, sie äußerten ihr Erstaunen über den Uebersluß an Lebensmitteln und die Ordnung im nationalen Hinterland. Was wird mit den rotspanischen Mchtüngen? Paris, 2. April. (DNB. Funkspruch.) Die Pariser Morgenblätter stellten Betrachtungen darüber an, was aus den auf französisches Gebiet übertretenden rotspanischen Flücht- linaen werden soll. Die Presse ist fast einig in der Ansicht, daß Frankreich mit Ausländern übersättigt sei und einen neuen Zuwachs von vielleicht 100 000 Sowjetspaniern unmöglich vertragen könne. „Journal" will wissen, daß der rotspanische Vertreter in Paris den sofortigen Rücktransport der übergetretenen Milizen nach Rotspanien verlangt habe und sich bereiterklärte, die entstehenden Kosten zu tragen. Im französischen Außenministerium habe man allerdings erklärt, von dieser Forderung noch keine Kenntnis zu haben, doch habe Havas kurz darauf die begonnene Rückbeförderung gemeldet. Das Blatt fragt, ob es sich hierbei vielleicht'um eine Folge der vom Internationalen Ausschuß am Freitag gefaßten Beschlüsse handelte. Die radikalsoziale „Ere Nouvelle^ fordert die unverzügliche Abschiebung der unerwünschten Ausländer, da sie in ihrer großen Mehrheit feine produktiven Elemente seien. Sie pflegten gewöhnlich „nur an der Oberfläche ,zu leben" und würden so zu einer erheblichen Erschwerung her innerfranzösischen Lage beitragen. Die Sudetendeuischen fordern volle Seibffverwallung. Sudetendeutsche Abgeordnete von Hodza empfangen. Prag, 1. April. (DNB.) Ministerpräsident Hodza empfing den Klub-Vorsitzenden, Abgeordneten Ernst -Kundt, sowie die stellvertretenden Vorsitzenden, Abgeordneten Wolfgang Richter und Senator Anton P f r o g n e r, von der Sudeten- deutschen Partei und der Karpathobeutschen Partei. Am Donnerstag/ dem 31. März, wurde in Leitmeritz d i e letzte grpße Kundgebung der Su^detendeutschen Partei vor dem allgemeinen behördlichen Dersamm - lungsoerbot abgehalten, auf der der Stellvertreter Konrad Henleins, Abgeordneter Frank, an Stelle des angekündigten Minderheitenrechts das dem Sudetendeutschtum vorenthaltene Volks - gruppen - und Nationalitätenrecht forderte. Nur durch die Gewährung der vollen Selbstverwaltung an alle schwer benachteiligten Nationalitäten könne der Friede in Europa gerettet werden. Weiter protestierte Frank schar ; gegen das Dersammlungsverbot, das wiederum beweise, zu welch undemokratischen Maßnahmen man auf tschechischer Seite schreite, um dem Deutschtum im Staate das freie Wort zu nehmen. Abänderungsbesiininiungen für den Verkauf von Heliumgas. Washington, 1. April. (DNB.) Der amerikanische Innenminister hat mit Zustimmung Roosevelts die vom 10. März datierten Abänderungen zu den Bestimmungen veröffentlicht, die a u : Grund d e s Helium-Gesetzes für den Ver- kauf von Heliumgas an inländische oder ausländische Käufer am 14. Januar 1938 erlassen worden waren. Erstens muß bei Stellung eines Antrages eine Kaution zur Sicherung der Innehaltung aller Bestimmungen hinterlegt werden. Zweitens muß sich der Käufer zu jeder Zeit eine Unter- suchung seiner L u f t s ch i f f a n l a g e n und feiner Luftschiffe gefallen lassen. Drittens hat der Innenminister das Recht, jede weitere Lieferung von Helium ein zustellen und die in Amerika in Dollar hinterlegte Kaution für veralten zu erklären, falls er die Ueberzeugung gern innt, daß das amerikanische Helium zu militärischen Zwecken benutzt wird oder die Verkaufsbedingungen in sonst irgendeinem Punkt nicht genau innegehalten worden sind. — Die praktische Auswirkung dieser Ausführungs- beftimmungen auf den zwischenstaatlichen Lustschiffverkehr bleibt abzuwarten. Oie neuen Großkampfschiffe. Anwendung der Gleitklausel. — Frankreich hält an der Beschränkung fest. London, I.Apkil. (DNB.) Am Freitagabend wurde in London, Washington und Paris ein Notenaustausch zwischen Großbritannien, den Vereinigten Staaten von Nordamerika und Frankreich veröffentlicht, in dem diese Regierungen einander von der Anwendung der Gleitklau- e l des Londoner Flottenoertrages von 1936, soweit die Großkampfschiffe betroffen sind, Mitteilung machen. England und die Bereinigten Staaten heben hiernach die ein- chlägigen Bestimmungen über die Beschränkungen ür die Tonnage und die Bestückung der Schlachtschiffe auf, während Frankreich erklärt, daß es sich weiter an die qualitativen Bo- chränkungen halten wird, solange diese Beschrän- Widerstand leisten! Appetitlosigkeit, Blutarmut, Schwäche und Müdigkeit lähmen die Widerstandskraft und machen empfänglich für Krankheiten. Schaffen Sie sich Spannkraft und frisches Aussehen durch das blutbildende Kräftigungsmittel B i o f e r r i n. Erhältlich in jeder Apotheke. Bioferrin leistet besonders Kindern vorzügliche Dienste. ZeX r a ) BAYER < E > \Ry kungen von allen europäischen Mächten innegehalten werden. In der Note der englischen Regierung heißt es: Die Gründe für die oben vorgeschlagene Abweichung bestehen in den Berichten, welche die britische Regierung erhalten hat, und die dahin gehen, daß Japan den Bau von Großkampfschiffen einer Tonnage unternimmt oder genehmigt hat, die sich nicht in Uebereinftimmung mit den Begrenzungen und Einschränkungen des Vertrages befindet. Die Note der Vereinigten Staaten stimmt mit der Note der britischen Regierung fast wörtlich überein. Die Note der franzö fischen Regierung bestätigt den Eingang der britischen bzw. amerikanischen Note und fährt dann u. a. fort: Die französische Regierung wünscht festzustellen, daß trotz der Aufkündigungen, zu denen die britische unb amerikanische Regierung schreiten werden, sie fort fahren wird, insoweit, als sie selbst betroffen ist, in ihren Flottenbauten d i e qualitativen Beschränkungen einzu- tz a l t e n, die der Londoner Vertrag festgesetzt hat, solange, als keine andere kontinentale Macht ihrerseits von ihnen abweicht. Zu dem Notenaustausch schreibt der Marinekorrespondent von Preß Association, der Bau von größeren Schlachtschiffen könne jetzt nicht mehr länger aufgeschoben werden. Es sei ziemlich sicher, daß die Größe der neuen Schlachtschiffe 40 0 00 Tonnen überschreiten werde. Bei den jetzt folgenden Besprechungen über die Tonnagehöhe feien die Regierungen durch den Flottenoertrag gehalten, möglichst ein Abkommen zu erzielen, durch das das Maß der Erhöhung auf ein Minimum beschränkt werde. Auch Reuter weist auf die im Flottenoertrag von London enthaltene Verpflichtung hin, wonach die Tonnage nicht stärker erhöht werden darf, als es die neuen Umstände gerechtfertigt erscheinen lassen würden. Ein wichtiger Unterschied zwischen der britischen und der amerikanischen Note bestehe darin, daß Großbritannien sich darauf beschränke, die Gleitklausel nur auf bie Tonnage anzuwenden, während die Vereinigten Staaten sich das Recht oorbehielten, größere Kaliber zu verwenden. Die japanische Regierung hat ihr Befremden darüber ausgedrückt, daß die Maßnahmen Englands und Amerikas mit Gerüchten über angeblich geheime Baupläne Japans zu begründen versucht würden. Es wird erklärt, Japan werde auch künftig alle Rüstungsmaßnahmen mit Rücksicht auf die Sicherheit des Landes treffen und deshalb zu Gegenmaßnahmen gezwungen fein, falls Amerika feine Tonnage in einem Ausmaß vergrößere, das über die rein d e - fenfiuen Bedürfnisse hinausginge. Japan behalte sich ausdrücklich volle Rüstungsfreiheit im Rahmen seiner Sicherheit vor. Die japanischen Truppen haben den Großen Kanal überschritten. Peking, 2. April. (DNB. Funkspruch.) Der japanische militärische Sprecher teilte der Presse zur Erläuterung der militärischen Lage in der Provinz S ch a n t u n g mit, daß die japanischen Truppen am Donnerstag ihre Stützpunkte auf das ganze Nordufer des Großen Kanals von han- schuang bis östlich von Taierschuang ausgedehnt und den Kanal überschritten hätten. SO jähriges Mlitärjubiläum des Generals von der Schulenburg. Berlin, 2. April. (DNB.) Der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht hat dem Generalmajor a. D. G r a f v. d. Sch ulen bürg, anläßlich des 50jährigen Gedenktages feines D i e n ft e i n t r i 11 s in das alte Heer den Charakter als General der Kavallerie verliehen. Der so geehrte höchst verdienstvolle General ist. 1865 auf einem mecklenburgischen Gut feiner Familie geboren. Er wurde 1890 Offizier im Regiment Gardes du Korps, 1899 in das 2. Garde-Dragoner- Regiment versetzt und 1901 Militärattache in London. Dort hat er sich durch außerordentlich diplomatischen Takt eine ungewöhnlich starke Stellung geschaffen und gehörte zu den wenigen, die die große Weltkatastrophe jahrelang vorausgesehen haben. Er wurde dailn Kommandeur des Regiments Gardes dy Koipp uyh Flügeladjutkmt des Kaisers. Im Kriege war er Chef des Stabes des Gardekorps und der sechsten Armee und seit November 1916 bis zum Zusammenbruch Chef des Stabes der Heeresgruppe Deutscher Kronprinz. Als solcher hat er bei der denkwürdigen Beratung im Kaiserlichen Hauptquartier zu Spa am 9. November 1918 die Ansicht vertreten, daß der Kaiser sich noch auf das Heer verlassen könne. Oer Führer ehttausscheideudeGenerale der Lustwaffe. Berlin, 31. Mürz. (DNB.) Im Zuge der Neu- Organisation der Luftwaffe schieden mit dem 31. März 1938, wie schon berichtet, außer dem Kommandierenden General und Befehlshaber im Luftkreis 2, General der Flieger Kaupisch, fünf Generale der Luftwaffe aus dem aktiven Wehrdienst aus. Der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht hat den scheidenden Generalen Dankschreiben und sein Bild mit Unterschrift zukommen lassen. Den Kommandierenden Generalen wurde die Uniform von Kampfgeschwadern ihres Befehlsbereichs verliehen. Dem General der Flieger Halm, bisher Kommandierender General im Luftkreis 4, die Uniform des Kampfgeschwaders Nr. 254, dem General der Flieger W a ch e n f e l d, bisher General der Luftwaffe beim Oberbefehlshaber des Heeres und vordem Kommandierender General und Befehlshaber im Luftkreis 3, die Uniform des Kampfgeschwaders General Wever Nr. 253. Generalleutnant Karle wski, bisher Kommandeur der Lufttechnischen Akademie, und Generalleutnant Wilberg, bisher Kommandeur der höheren Luftwaffenschule, erhielten den ^Charakter als General der Flieger. Oie Reichspost im Zeichen der Volksabstimmung. Die Reichspost stellt vom 1. April ab ihre ganze Stempelwerbung in den Dienst der Volksabstimmung. Die Millionen Postsendungen, die täglich ausgehen, werden diesen Ausruf tragen. — (Scherl-M.) Aus aller Welt. Erste Grohdeuliche Sludenlenführerlagung in Stuttgart. In Stuttgart eröffnete Reichsstudentenführer Dr. Scheel die erste Großdeutsche Stuben» tenführertaguna. Mit Stolz konnte der Reichsstudentenführer feststellen, Üaß die Studen.en in Deutsch-Oesterreich all die schweren Jahre hindurch in der vordersten Front des Nationalsozialismus gestanden hätten, und daß das österreichische Stubententum als Kreis 8 ber beutschen Stubenten- schaft trotz ber von bem Dollfuß-System 1933 erzwungenen Trennung in Wirklichkeit immer mit bem Stubententum im Reich vereint gewesen sei. Sodann berief der Reichsstubentenführer den Pg. Dr. Freisleben zum Bereichsführer für Oesterreich unb acht weitere Stubentenbunbmänner zu Studentenführern beutsch-österreichischer Hochschulen. Prämienziehung der Reichswinlerhilselotterie. In München fanb bie öffentliche Prämien» Ziehung der 5. Reichswinterhilfelotterie statt, deren Lose bereits in 58 Tagen, vorgesehen waren 90 Tage, verkauft waren. Als erste Prämie wurde auf die Prämienscheine sämtlicher Serien eine Sonderprämie zu 20 000 Mark ausgc» lost. Sie fiel auf die Nummer 310 556 ber Serie 16. Anschließenb würben für jebe der 16 Serien je eine Prämie von 1000 Mark, je eine zu 250 Mark unb je 40 Prämien zu je 100 Mark, zusammen also 673 Prämien im Gesamtwert von 104 000 Mark verlost. Die Ziehungsliste erscheint am 4. April. Sie ist bei ben Losoerkaufsstellen, Lotterie- einnahmen usw. zum Preis von 5 Pf. zu haben. Vierfacher Frauenmörder zum Tode verurteilt. Das Schwurgericht in Stabe verurteilte ben, Frauenmörder Körnig wegen Morbes in vier Fällen unb brei Fällen ber Notzucht zum Tode. Die bürgerlichen Ehrenrechte wurden ihm auf Lebenszeit aberkannt. Wetterbericht Die erneut auflebende Störungstätigkeit, die vom nördlichen Atlantik ausgeht, verursacht über ganz Nordeuropa starken Druckfall. Dadurch wird das westliche Hochbrnckgebiet, unter dessen Einfluß wir in den letzten Tagen heiteres und trockenes Wetter hatten, nach Süden zurückgedrängt. Von Nordwesten her wird wieder stärkere Unbeständigkeit mit Niederschlägen Platz greifen. Doch werden die maritimen Luftmassen uns noch weiterhin milde Temperaturen bringen. Aussichten für Sonntag: Wieder starke Bewölkungszunahme und zeitweise Regenfälle, besonders im Norden des Gebirges, bei lebhaften westlichen Winden mild. Aussichten für Montag: Zunehmende Uebeständigkeit, zeitweise etwas kühler. Lufttemperaturen am 1. April: mittags 14,6 Grad Celsius, abends 10,7 Grad; am 2. April: morgens 9,6 Grad. Maximum 14,9 Grad, Minimum heute nacht 9,4 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 1. Avril: abends 10,5 Grad; am 2. April: morgens 9,2 Grad. — Sonnenscheindauer 3,4 Stunden. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blum- schein. Verantwortlich für Politik unb für bie Biiber: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für ben übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für ben Inhalt ber Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. II. 38: 10 788. Druck und Verlag: Brühlsche Universitätsdruckerei R. Lange, K-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugs- preis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vom 1. September 1937 gültig. Vogtsche Privat-Handelsschule Gießen, Goethestr.32 [Stellengesuche] »All Zentrifuge, Erntewagen I Verkäufe T zh verhien Teppich 2 Za-B Za m, best. Moderner, grün aLgestimmter neuer 2Kanarien bahne das schon in Stellung war, sucht Stelle bei älterem Ehepaar Schr. Ang. unt. 01590 a. d.G.A. Gebrauchter MkllWeu mod., gut erhalt., billig zu verkauf. Schwarzlach- 01592 weg 28 p r. Gut erhaltenen fiioöenofloea bat billig zu verkaufen s 2144 D Klein-Linden, Bergstraße 12. Oualit. (Velour) preiswert abzugeben. [01609 Selterswea 2211 zu verkauf. oi548 Wolkengassel7I Junges Mädel sucht Stellung i. Haushalt zum 15.April o. spät. Schr. Ang. unt. 01567 a. d.G.A. 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I3nn uniCTpm tba ^mchterffntfei England stand im Zeichen des „Grand National", des großen Hindernisrennens über sieben Kilometer bei Aintree unweit von Liverpool. Wieder hat eine Frau, die Amerikanerin Mrs. Scott mit ihrem Pferde „Battleship" das schwerste Rennen der Welt, an dem sich dieses Jahr 38 Pferde beteiligten, gewonnen. Daß einer Amerikanerin der Sieg zufiel, ist für die Briten natürlich schmerzlich. Denn das „Grand National" ist wie die „Times" eine „nationale Institutio n". Seine Entscheidung darum nicht minder eine nationale. Und wie sich in Deutschland an den großen Feiertagen der Nation ein ganzes Bolk vor den Lautsprechern zum Gemeinschaftsempfang versammelt, so Ende März das gesamte britische Bolk, um dem Verlauf des Rennens zu folgen. An diesem Tage ruhten alle Gegensätze der Parteien, schweigt aller politischer Streit, und es ist fast als ein Zeichen nationaler Disziplinlosigkeit zu bewerten, daß das Londoner liberale Abendblatt „Star" zur Schlagzeile nicht den Sieger von Aintree, sondern die ebenso kriegerische wie sinnlose Protesterklärung der Opposition gegen Chamberlains große außenpolitische Erklärung erhob. Sport pflegte bisher in Großbritannien ernst genommen zu werden, nicht aber in allen und jeden Fällen die Politik. Sollte hierin eine Aenderung eingetreten fein? Diese Frage stellen heißt, sich mit der Haltung Großbri- tanniens zu den vollzogenen und sich vollziehenden Ereignissen selbst befassen. Auf die Entscheidung in Oesterreich hat die öffentliche Meinung Großbritanniens mit tödlichem Ernst reagiert, die gleiche öffentliche Meinung, die tagelang nur Interesse für das „Grand National" hatte. Ja, die Aufregung über den naturgegebenen Zusammenschluß der Deutschen im Reich und in Oesterreich grenzte geradezu an Hysterie. Diese Aufregung ist trotz den Bemühungen der Arbeiterpartei und der Kommunisten, die Volksseele weiter kochen zu lassen und an diesem Feuer das eigene Parteisüppchen mitzuwärmen, so gut wie vollständig abgeflaut. Man kann natürlich einen guten Teil der Erregung auf das Konto der Presse buchen. Wenn selbst die „Times" von einem „Ueberfaü des organisierten Apachentums auf Oesterreich" sprach, so kann man vom „New Chro- nicle" nicht erwarten, daß er sich gebildeter ausdrückt. Nun nimmt aber jede Zeitung hierzulande Rücksicht auf ihre Leser und Abonnenten. Sie wird also nicht dauernd an einer politischen Linie festhalten, die ihr nur protestierende Zuschriften einbringt, wie das ja bei der „Times" zum Teil der Fall war. Um der britischen Presse indessen etwas gerecht zu werden, — ob sie das verdient, ist eine andere Frage — muß man feststellen, daß die Wiedervereinigung Oesterreichs mit dem Reich auf eine Ueberlagerung und Vermischung von Interessen, Wünschen, Absichten, Abneigungen und Zustimmungen stieß, die zu ordnen und zu klären schwer war und auf jeden Fall Zeit erforderte. Der gesamte Interessen- und Gefühlskomplex war ja nicht nur nach außen-, sondern auch nach inner- und parteipolitischen Gesichtspunkten zu betrachten und auszuwerten. Und gerade die Entwicklung der letzten Tage hat erneut bewiesen, daß Oesterreich der neue Sturmbock der Opposition gegen die Regierung sein sollte, nachdem sich die offene Einmischung für das rote Spanien immer mehr als ein Fehlschlag herausstellte. Ob die Opposition, die ja über feine Führer verfügt und deren außenpolitische Interessen kein geringerer als Winston Churchill vertritt, mit ihrer Politik Erfolg hat, steht auf einem andern Blatt. Herr Attlee hält jedenfalls an ihr mit einer Verbissenheit, die einer besseren Sache würdig wäre, fest. Jeder Wahlkampf — und im Hinblick auf ihn demonstrieren ja Arbeiterpartei und Kommunisten auf der Straße, in der Presse und >m Parlament — braucht seine Vorbereitungsund Anlaufzeit. Die parlamentarische Erfahrung, man denke nur an den Sinowjewbrief, an die Parole „Hängt den Kaiser", aber auch an die Volks-! abstimmung über den Völkerbund im Jahre 1936, j hat die Opposition anscheinend gelehrt, daß nicht alle möglichen schönen Versprechungen auf wirtschaftlichem und sozialem Gebiet die Wähler locken, sondern eine handfeste außenpolitische Parole, hinter der das Kriegsgespenst drohend steht. Der Mini st e rpräsident hat jetzt der Opposition geantwortet. Natürlich nicht ihr allein; aber auch feine außenpolitische Erklärung im Unterhaus muß im Lichte des späteren Wahlkampfes gelesen und verstanden werden. Im Mittelpunkt der groß- angelegten und in ihren Formulierungen zweifellos geschickten Rede des Ministerpräsidenten stand die genaue Definierung der Verpflichtungen, die Großbritannien unter seiner gegenwärtigen Regierung bis zum militärischen Einsatz einzuhalten gewillt ist. Als Staaten, denen gegenüber solche Verpflichtungen bestehen, nannte Chamberlain Frankreich, Belgien, Portugal, Aegypten und den Irak. Abgelehnt wurde eine gleichgeartete Verpflichtung gegenüber der Tschechoslowakei. Chamberlain hat sich auch nicht klar darüber geäußert, ob die Verpflichtungen, die Großbritannien aus seiner Zugehörigkeit zur Genfer Liga erwachsen, in jedem Falle bindend sind. Er hat lediglich erklärt, daß die Probe auf die Politik der kollektiven Sicherheit fehlgeschlagen sei. Auch die Beantwortung der Frage, ob eine kleinere, aber mächtigere Staatengruppe die Probleme besser meistern könne, wurde offengelassen, vor allem mit dem Hinweis darauf, daß nur ein stark bewaffnetes England einer solchen Gruppe beitreten könne. Trotz der Ablehnung einer direkten britischen Garantie für die Tschechoslowakei ist Chamberlain einen Schritt weitergegangen. Mit der Feststellung, daß rechtliche Bindungen allein nicht maßgebend seien, wo es um Krieg und Frieden gehe, und mit dem Hinweis darauf, „daß der unvermeidliche Druck der Tatsachen sich vielleicht als stärker erweisen würde als formale Erklärungen", ist Chamberlain den französischen Wünschen erheblich entgegengekommen. Seine Ausführungen zu diesem Punkte können ja nur so verstanden werden, daß in einem Konflikt, bei dem Frankreich aus seinen Bündnisverpflichtungen heraus der Tschechoslowakei zu Hilfe eilt, England nicht automatisch, wohl aber mit großer Wahrscheinlichkeit auf Seiten Frankreichs stehen würde. In der Tschechoslowakei und in Frankreich sind diese Ausführungen Chamberlains auch so verstanden worden. Ob diese britische Eventualgarantie dem Wunsche dienlich ist, die guten Dienste der britischen Regierung bei einer Vermittlung zwischen der Prager Regierung und her deutschen Volksgruppe anzubieten, möchten wir bezweifeln. Wir wissen diese guten Dienste zu schätzen; die Erfahrung hat uns "aber gelehrt, daß jede außenpolitische Rückenstärkung Prags — und eine solche stellt Chamberlains Erklärung ja zweifellos dar — in Prag nur allzu oft die Wirkung hatte, daß über die Wünsche der Minderheiten mit Achselzucken hinweggeschritten wurde. Nicht Deutsch-, land hat ja — um dieses zum Abschluß zu sagen — die tschechoslowakische Frage zu einem Problem gemacht, dessen Lösung die Staatsmänner unablässig beschäftigt, sondern umgekehrt die Staatsmänner der Demokratien und ihre Presse haben sie künstlich konstruiert, um mit ihrer Hilfe den natürlichen Ordnungs- und Klärungsprozeß in Mitteleuropa aufzuhalten. Menschast im Dienst der Wirtschaft. H I Der Vierjahresplan des Führers sichert dem deutschen Volk die Wirtschaftsfreiheit. — Er macht Deutschland unabhängig von jenen Stoffen des Auslandes, die durch unsere Fähigkeit, durch unsere Chemie und Maschinenindustrie sowie unseren Bergbau beschafft werden können. Gib auch Du dem Führer neue Kraft, indem Du Dich zu ihm bekennst: Am 10. April Dein Ja dem Führer. Randglossen zur kleinen Zeitgeschichte Don Ernst von Aiebelschüh. Wieder einmal macht der Maschinenmensch seine Runde, der „Roboter", der seit dem Metro- polis-Film nicht aufgehört hat, auf die Nerven der Menschen einen merkwürdigen Kitzel auszuüben, ihre Einbildungskraft mit Bildern ferner Möglichkeiten zu erfüllen und ihren Erfindungsgeist dazu anzuspornen, ein Wesen auf die Beine zu stellen, das ihnen selbst ähnlich sei, auch wenn es nur eine Atrappe aus Stahl und Leder ist. Diese unheimliche Aussicht ließ drei junge böhmische Artisten nicht ruhen; sie begannen Geld xu sparen, denn ihr Roboter sollte an Präzision alle seine Vorgänger übertreffen, nach Möglichkeit sogar sein lebendiges Ebenbild, den Menschen selber. Das ist ihnen denn auch gelungen, sofern man nämlich zugibt, daß keineswegs alle Menschen imstande sind, größere Zahlenwerte zu dividieren oder zu sagen, welche Minute die Uhr gerade anzeigt. Der Ma- schinenmensch kann das alles, fein Ohr ist ein Mikrophon, fein Auge eine lichtempfindliche Seelenzelle, Tausende von Drähten laufen durch feinen Körper würzig mild - mit dem bekannten Schinkenbild! und bilden eine Art Nervenapparat, der auf jeden Anruf von außen so reagiert, daß man meinen könnte, der Roboter handele aus eigenem Antrieb. Einer dieser Drähte steht sogar mit einer elektrischen Säugpumpe in Verbindung, die es ermöglicht, den künstlichen Menschen rauchen zu lassen, andere wie- der lösen einen Phonographen dergestalt aus, daß in den staunenden Zuhörern die Vorstellung des selbsttätigen Sprechens entsteht. Das alles wird voll Augenzeugen bestätigt, so daß kein Grund oorliegt, an dem Roboter als einem technischen Wunderwerk zu zweifeln. Woran man allein irre werden kann, daß er in dem Maße, wie es hier geschieht, die Phantasie des homo sapiens beschäftigt und einen solchen Grad von Aktualität, sa sogar Popularität zu erlangen vermag. Das erst macht den Fall psychologisch interessant. Alle Erfindungen der Menschheit gehen doch auf eine Sehnsucht der Vernunft nach besseren, vollkommeneren Zuständen zurück; man erfindet nichts, was nicht als das Wunschziel einer künftigen Entwicklung vor dem geistigen Auge steht. Der nur von außen an- gefurbeite Mensch, die Marionette, der Mensch ohne Seele — sollte er wirklich das Ideal einer Zeit sein, die auf weiten Strecken unserer Erde im Begriff ist, aus Ueberbüröung mit Technik den Menschen selber zu verlieren? * Die vorstehende Betrachtung schließt freilich nicht aus, daß wir unter besonderen Umständen durchaus geneigt sind, den toten Dingen so etwas wie ein Herz zuzutrauen. Nicht immer sind sie so „sachlich", wie sie scheinen; es können Verhältnisse eintreten, die Beziehungen können sich so vermenschlichen, daß ein Teil der Schicksale, die sich an ihnen, um sie herum abgespielt haben, auf sie übergeht. Alle Andenken an liebe Menschen, sie mögen an sich noch so wertlos sein, haben etwas von dieser ganz persönlichen Färbung, sie vertreten gleichsam das Lebendige, in dessen Besitz sie einst waren. Da rostet in einer Schlucht dicht bei der transjordanischen Stadt Es-Salt, halb überdeckt vom Sande der Wüste, eine alte, jetzt wieder aufgefundene Kanone. Sie gehörte vor zwan- Freundschaft mit Büchern. Don Karl Heinrich Waggerl. Aus meinem Kindesalter sind mir zwei Bücher in dauernder Erinnerung geblieben, ein geistliches und ein weltliches. Das eine war das Gebetbuch meiner Mutter. An Sonntagen, wenn ich neben ihr im Kirchehstuhl hockte und nach und nach alles versuchte, was sich mit bloßen Händen und Füßen gegen die Langewelle erfinden läßt, dann sah die Mutter plötzlich zürnend auf mich nieder und gab mir das heilige Buch. Sie hätte sichtlich gern ein Kopfstück voraus- geschickt, aber das durfte sie hier nicht tun, die Kirchenbank war eine Freistatt aller Sünder. So saß ich also beglückt und warm zwischen weiten Frauenröcken eingebettet, hielt das Buch auf meinem Schoß und blätterte darin. Schon der Druck war wunderlich genug, groß und verschnörkelt, Gottes oder Christi Namen standen immer rot dazwischen und füllten eine ganze Zeile aus. Ich buchstabierte die seltsamen Anrufungen und Litaneien, darin die Mutter Gottes ein elfenbeinerner Turm genannt wird, ein goldenes Haus oder eine Arche, und sie nimmt es nicht übel. Vor allem aber betrachtete ich immer wieder die vielen losen Bilder zwischen den Blättern. Da gab es Andenken an Wallfahrten, die sich meine gute Mutter für das Heil der Ihren auferlegt hatte, manche kostbar bemalt oder mit Goldstaub bestreut, und andere, die man auseinanderfalten konnte, und dann kam Unsere Liebe Frau zum Vorschein, schwarz von Angesicht und ein wenig einer gesprenkelten Motte ähnlich. Auf etlichen Blättern sah man Heilige abgebildet, die wurden einem nach der Beichte mitgegeben, damit der Büßende nicht ganz ohne Trost und Beistand blieb. « Am zahlreichsten aber waren die Sterbebllder. Ich fand unsere ganze jenseitige Verwandtschaft im Gebetbuch der Mutter versammelt. Einige habe ich selber bei Lebzeiten gekannt, dann waren sie plötzlich verschwunden, und eine Weile später tauchten sie in diesem Buche wieder auf. Diele aber waren mir ganz fremd, die Mutter nannte mir ihre Namen, wenn ich sie auf dem Heimweg danach fragte, und manchmal knüpfte sie auch ein mahnendes Wort daran. Der war liederlich, sagte sie, und deswegen ließ ihn Gott in den Wildbach fallen, merk dir das! Noch schlimmer stand es mit anderen, ettva wie unserem Großvater, von dem die Sage ging, daß er als Bergführer eine Goldader entdeckt hatte, aber vorzeitig krank wurde und als der düstere Mensch, der er war, mit seinem Geheimnis zu Grabe ging! Manchmal, wenn ich sommers um Beeren geschickt wurde, nahm ich heimlich sein Bild mit mir, des Glaubens, er werbe es sich doch nicht versagen können, ein bißchen das Gesicht zu verziehen, wenn ich zufällig seinem Schatz auf die Spur käme. Aber das tat er nicht, er blieb verschlossen, ein unheimlicher Mann mit seinem schwarzen Wangenbart, Gott verzeihe ihm! Wir könnten alle in Frieden leben, wenn er nur rechtzeitig den Mund aufgetan hätte. Das andere, das weltliche Buch, aber war der Kalender. Den kaufte der Vater im Spätherbst auf dem großen Jahrmarkt, und wenn der dicke Band endlich erstanden war und sicher in meinen Armen Ipg, dann hatten die Buden mit ihren Knallbüchsen und Rollschlangen, mit Lebkuchen und türkischem Honig keinen Reiz mehr für mich. Denn der Kalender barg unerschöpfliche Schätze an Kurzweil und Erbauung für ein ganzes Jahr. Die eigentlichen Kalenderseiten blieben freilich der Mutter Vorbehalten. Sie merkte dort an, wenn nach der Gestatt des Mondes und nach den Tierkreiszeichen unsere Haare geschnitten oder die Bohnen im Garten gelegt werden mußten. Das war eine geheime und weitläufige Wissenschaft, in der nur die Mutter Bescheid wußte, und selbst der Vater zweifelte offenbar nicht daran, daß sie es gewissermaßen in ihrer Macht hatte, uns alle mit krausem Haar vom Widder ober mit glattem vom Wassermann zu versehen. Aber der übrige Teil des Kalenders gehörte mir. Wochen brachte ich allein damit zu, die Bilder alle farbig auszumalen ober nach meinem Gefallen zu ergänzen, unb bann waren noch immer bie Geschichten noch nicht gelesen, bie Merkwürdigkeiten der Wett nicht bestaunt, kein RMel war gelöst und fein Spaß verstanden. Beiläufig gesagt, ich konnte mich an Scherzen überhaupt nicht belustigen, ich wollte jeden ergründen. War etwa von dem Gast bie Rebe, dem der Kellner die Fliege in der Suppe als Fleischgericht anrechnete, so plagte ich den Vater tagelang mit dieser Fliegengeschichte, sie war für mich kein Scherz, sondern eine bitter ernste Rechts> frage. Bitter ernst nahm ich auch alle anderen Erzählungen. Der Kalendermann hatte einen seherischen Blick für alles Rätselhafte und Künftige, und wenngleich die Mutter meinte, ein Mensch werde niemals fliegen lernen, es holte ihn denn der Teufel durch die Lüfte, wie es zuweilen vorgekommen sei, so glaubte ich doch an das Wunder, und mein Glaube hat recht behalten. Ich las die Berichte von den Abenteuern frommbeherzter Missionare, die ergreifenden Beispiele vom Kampf der Tugend gegen die Mächte der Finsternis — ach, nie wieder im Leben ist mir das Gute so liebenswert, das Böse so verächtlich erschienen! Manche dieser Geschichten könnte ich heute noch nacherzählen, heute freilich nicht ohne ein Lächeln. Aber vielleicht macht es gar nicht sehr viel aus, daß ich zuallererst bei einem einfältigen Kalendermacher statt bei einem größeren Licht des Geistes in die Lehre ging. Und heimlich hole ich mir ja noch immer Rat'aus der Erinnerung, wein mein eigener Witz versagt unb alle Weisheit, die auf Stelzen geht. Um jene Zeit kamen auch andere Bücher in meine Hand, aber die meisten waren mir viel weniger lieb. Denn zwischen der ersten Fibel und dem Leitfaden der Naturgeschichte für die Oberstufe senkte sich immerfort Schulstaub unb Mühsal auf meine Kinber- helt herab. Die Mutter hätte es für sündhaft gehalten, ein Buch zu kaufen, das nicht zum Lernen oder sonst für einen nützlichen Zweck taugte. Ich aber war um so eifriger hinter allem Gedruckten her, und besonders die Ruhebänke auf den Promenaden hielt ich im Auge, weil vergeßliche Kurgäste dort manchmal ihre Bücher liegen ließen. Brachte ich fo einen Fund nach Hause, so verschloß ihn die Mutter gleich in der Nählade, damit ich nicht daran verdürbe. Aber ich hatte das Buch schon längst gelesen, weit schneller, als meine gute Mutter es für möglich hielt, und sie wunderte sich nicht wenig, daß ich ihr Fortgang unb Enbe gleichsam weissagen konnte, wenn ihre eigene Neugier noch kaum über die ersten Seiten hinaus war. Eine dieser Geschichten ist mir schon damals vor allen lieb gewesen, nämlich bie des schiffbrüchigen Robinson. Das Buch gehörte dem Sohne des Doktors in der Nachbarschaft, unb weil es ihm streng verboten war, mit uns Gassenkinbern umzugehen, mußte ich meinen ganzen Scharfsinn baran wenden, bis ich diese Kostbarkeit endlich durch einen recht anrüchigen Kunstgriff beim Kugelspiel an mich bringen konnte. Ich besaß den Band noch, als ich längst den Kinderstrümpfen entwachsen war und meine Jugend in den Schützenlöchern und Kavernen der Gebirgsfront begraben mußte. Irgendwo verlor ich dann bas Buch auf ben endlosen Märschen ober in ber traurigen Dämmerung ber Gefangenschaft, ich weiß es nicht mehr, damals verlor ich viel. Es gesellte sich auch in diesen Jahren manches andere Buch zu mir und wurde nicht eben wert gehalten, aber einige blieben mir doch dauernd, aus Zufall ober weil sie mir wahrhaft teuer waren. Später, als ich in die Stille geriet unb mein Leben im Dorf einzurichten begann, fügte es sich bei meinem Hang zum Handwerk ganz von selbst, daß ich mich mehr und mehr auch mit dem Aeußeren des Buches befaßte, mit feiner dinglichen Gestalt. Viele vergilbte Schwarten habe ich mühsam zerlegt, um ben alten Meistern hinter ihre Schliche zu kommen. Ich sah mit Bewunberung, wie sie den Vorsatz falzten ober bas Kapital umstachen unb noch den Heftfaden kunstvoll über die Bände schlangen, obwohl bas doch nie jemand zu Gesicht bekam. Schließlich lernte ich es auch, unb baran habe ich noch immer meine Freube. Stehe am Schrank vor den schön gewandeten Büchern, befühle bas köstliche Leder, schlage eins unb bas andere auf und suche darin nach dem Wort, das mir lieb ist. Unb so wird es wohl auch bleiben: am liebsten binde ich Bücher, weniger gern lese ich sie, unb am wenigsten mag ist sie selber schreiben. An einem Haar ... Vor fünf Jahren würbe in Sofia der Rechtsanwalt Dr. Gavrilow ermordet. Passanten entdeckten ben Toten in einer Seitengasse der Stabt. Vergebens suchte die Polizei nach Spuren, die den Täter hätten verraten können. Nur ein einziges Haar fanden die Beamten in der Faust des Ermordeten. Gavrilow hatte es wahrscheinlich im Kampf mit dem Mörder dem Unbekannten entrissen. Ader was sollte man mit diesem Fundstück beginnen? Es schien gänzlich wertlos. Die Kriminalpolizei bewahrte es dennoch sorgfältig auf und untersuchte es in ihrem Laboratorium. Nur wenige wissen, daß auch bas Kopfhaar bei verschiedenen Menschen eine verschiedene Struktur besitzt. Diese Abweichungen, bie natürlich nur mikroskopisch erkannt werben können, sind zwar sehr geringfügig,. aber sie genügen boch, um bas Haar eines Menschen von bem eines anderen sicher zu unterscheiben. Auf biefe Tatsache baute die Kriminalpolizei ihre weitere Arbeit. Da man keine anderen Anhaltspunkte für bie Verfolgung bes Mörbers befaß, so wurden die bulgarischen Polizeibehörden angewiesen, künftig bei allen neuen Verhaftungen nicht nur bie' Fingerabbrücke ber Verhafteten, son- bern auch eine Haarprobe nach Sofia zu senden. Unzählige Leute mußten in ber Folgezeit Haare lassen, viele Proben gingen nach Sofia, aber bas gesuchte Haar war nicht barunter. Spottlustige Beamte machten sich über diese seltsame unb um- stänbliche Methode, einen Verbrecher zu verfolgen, lustig. Die Jahre vergingen, ohne daß die Kriminalpolizei ben Täter entdeckte. Aber fast genau fünf Jahre nach jener Bluttat gab es eine große lieber» raschung im Laboratorium bes Präsibiums zu Sofia: ber Beamte, ber seit 1933 die eingefanbten Haarproben untersuchte, melbete, er habe soeben bas richtige Haar gefunben. Es weise eine genaue Uebereinftimmung mit dem Funbstück von damals auf. Nachforschungen ergaben, baß bas verbächtige Haar einem gewissen Wlabimir Wilkow gehöre, ber wegen Urkundenfälschung verhaftet war. Obschon die beiden Haare verdächtig genug waren, genügten sie doch nicht für einen schlüssigen Beweis. Man entschloß sich daher, Wilkow, der zweifellos die Tat leugnen würde, zu überrumpeln. Als er in tiefem Schlaf in feiner Zelle lag, weckte ihn ein Beamter und fragte ihn: „Was haben Sie denn mit dem Revolver gemacht, nachdem Sie Gavrilow erschossen hatten?" Der schlaftrunkene Häftling rieb sich verwirrt die Augen und erwiderte: „Wegge* warfen habe ich ihn!" Damit hatte er ein unfreiwilliges Geständnis abgelegt, das die Feststellung der Haaruntersuchung bestätigte unb Wilkow auf bie Anklagebank bringen wird. MW. zig Jahren einer deutschen B a t t e r i e, die hier in der Nähe des Toten Meeres in Stellung gegangen war, um den Rückzug einer türkischen Kolonne 'gegen die heftig nachdröngende englisch-arabische Uebermacht zu sichern. Sie hat die Aufgabe unter großen Verlusten gelöst, die Mehrzahl der Bedienungsmannschaften war gefallen, das Material konnte zum Teil gerettet werden Nur das eine Geschütz war. bis zur Unbrauchbarkeit ausgeschossen. Deine Stimme dem Führer, denn er hat den d e u t s ch en Bauern wieder auf den ihm gebührenden Platz gestellt und es durch eine gründliche Bodenreform erreicht, dah deutsches Land nicht mehr ein Handelsgegenstand ist. mit dem man Wucher treiben kann. Der deutsche Bauer hat diese Tat seinem Führer gedankt, indem er im Rahmen der Erzeugungsschlacht von Jahr zu Jahr größere Erträge erzielt, damit das Ziel, uns in der Einfuhr von Lebensmitteln so unabhängig als nur möglich vom Ausland zu machen, erreicht wird. zurückgelassen worden. Niemand kümmerte sich darum, und als der Krieg zu Ende war, bildeten wuchernde Tamarisken und fahles Steppengras den spärlichen Blumenschmuck um die tote Kanone, die längst vergessene. Vor kurzem erst kamen Reiter an der Stelle vorbei, denen der ungewöhnliche Gegenstand auffiel. Man grub und fand außer Mm Geschütz selber, das freilich nur noch ein Skelett war. einige Kisten mit alter Munition, ein paar verrostete Gewehre und einen Behälter mit seit langem entwerteten türkischem Geld, anscheinend die Kriegskasse der deutschen Batterie. Allein, was bedeutet der materielle Fund gegenüber der ruhmvollen Erinnerung, die da in Gestalt der alten Kanone aus dem Steppensande gestiegen ist und deren Wert sich nicht in Zahlen bemessen und nicht einmal mit dürren Worten aus- sprechen läßt? Man kann nur hoffen, daß man dem toten Helden, der so viel von täpferem Sterben auf verlorenem Posten zu erzählen wüßte, in einem Zeughause, sei es in Deutschland, sei es sonst wo in der weiten Welt, die unser Schlachtfeld war. einen Platz anweist, welcher der bewiesenen Treue bis in den Tod angemessen ist. Der Unfug der Schönheitskonkurrenzen beginnt erfreulicherweise etwas von seiner An« uehungskraft zu verlieren. Man merkt allmählich, daß es keineswegs nur das angeblich „interesselose" Wohlgefallen am weiblichen Körper ist, das dahintersteckt. Es ist aber gut. wenn einmal ans Licht kommt, welche üblen Spekulationen sich häufig mit diesen Wettbewerben verbinden. So ist jetzt die Pariser Polizeidirektion einer Mädchenhändlerbande auf die Spur gekommen, deren Mitglieder sich, wie berichtet wird, bei allen Schönheitskonkurrenzen in Frankreich einzufinden pflegten, um dort ihre schmutzigen Geschäfte zu machen. Ihre Methode war raffiniert genug, und mehr als eine weibliche Drossel ist der Bande denn auch ins Garn gegangen. Das geschah in der Weise, daß die Händler sich an diejenigen Mädchen heranmachten, die nicht preisgekrönt wurden, und ihnen erklärten, daß ihre Schönheit in Korsika ganz anders bewertet werden würde. Mit einer kleinen Summe versehen und einem glänzenden Vertrag als „Vorführdame" in der Tasche, langte das Opfer auf der Insel an. mußte dort aber zu seinem Schrecken feststellen. daß die Firma gar nicht existierte. In diesem Augenblick der Verzweiflung warf ein genau informiertes zweites Mitglied der Bande den Angelhaken aus. Man kann sich vorstellen, was für ein Köder daran befestigt war, denn die in Aussicht gestellte Chance in Südamerika entpuppte sich natürlich als ein öffentliches Haus. Und man kann sich ausmalen, welches Schicksal die betrogene Schönheitskönigin erwartete. Mit Recht heißt es in dem Polizeibericht: „Gäbe es in Frankreich nicht die Schönheitswettbewerbe, so würden die Geschäfte der internationalen Mädchenhändler nicht so blühen wie bisher." unter -er bayrischen Ostmark. Fahrt der Erlebnisse — Freude im Werk — Triumph des Aufbaus. Von unserem auf eine Oeuischlandreise entsandten Sonderberichterstatter Heinz Otto. Regensburg, im März 1938. Hell klingen die Trompeten der Regimentskapelle des Infanterie-Regiments 42 durch die Straßen von Bayreuth. Am frühen Morgen sind große Teile des Infanterie-Regiments aus Oesterreich zurückgekehrt. herzlich werden die braungebrannten Soldaten von der Bevölkerung ihrer Garnisonstadt begrüßt. Ich stehe zusammen mit dem Stellvertretenden Gauleiter Ruckdeschel am Fenster seines Dienstzimmers und schaue auf die einziehenden Soldaten herunter. „Unsere Kameraden im grauen Rock", so meint Pg. Ruckdeschel, „haben die alte Aufgabe unseres Gaues Bayerische Ostmark, Brücke zum Lande Oe st erreich zu sein, mit erfüllen helfen." In der Kaserne gelingt es mir, einen der Soldaten zu fassen, um mir von ihm von seinen Erlebnissen in Oe st erreich erzählen zu lassen. „Das kann man eigentlich gar nicht erzählen, das ist ein Erlebnis gewesen, das uns unser Leben lang begleiten wird. Erzählen kann man nur von den vielen kleinen Dingen, die so nebenbei passierten: Wir haben schon bevor wir einmarschierten gewußt, daß man uns herzlich aufnehmen würde, denn wir kannten ja die Stimmung in Oesterreich schon vorher. Aber wir waren doch gerührt, als alle unsere Erwartungen noch übertroffen wurden. Die armen Leute dort drüben hatten ja so entsetzlich viel durchgemacht, daß jeder von uns ihnen als Befreier galt." Am Vormittag fahre ich mit dem Kraftwagen hinein in dieses unbeschreiblich schöne Land der Bayerischen O st mark. Ueberall in den kleinen Städten und Dörfern herrscht reges Leben. Man merkt überall, daß in den letzten Jahren Geld in diese Ortschaften geflossen ist. Die Häuser sind neu verputzt, es ist viel gebaut worden, die Straßen sind im Gegensatz zu früheren Zeiten in tadellosem Zustand. Wenn man durch diese unvergleichlich schöne Landschaft fährt, muß man zurückoenken an eine Zeit, da die Bevölkerung dieses Gebietes durch die damalige Bayerische Landesregierung und deren Parteigänger im Lande bewußt ferngehalten wurde von allem Geschehen in Deutschland, indem man diese Menschen geradezu verdummen ließ, um sie bequemer im Sinne dieser unverantwortlichen Regierung lenken zu können. Fünf Jahre ist es her, daß ein Dr. Held in München sagen konnte, er würde jeden Reichskommissar Adolf Hitlers an der Bayerischen Grenze verhaften lassen. Mit Recht wurde die Politik jener engstirnigen Männer als die Politik des „Weißwürstl-Aequators" geschmäht. Welch eine Wendung hat seit 1933, seit der Machtübernahme Adolf Hitlers, seit dem kläglichen Verschwinden der vergangenen Regierung Deutschland durchgemacht. Es gibt nicht mehr Eifersüchteleien zwischen den Ländern, es gibt nur ein großes Deutsches Reich, in das jetzt auch das Land Oesterreich eingegliedert wurde. Die Landschaften des Reiches, die aus eigener Kraft die Folgen der Verfallszeit nicht überwinden konnten, werden unterstützt durch hie Provinzen, in denen durch ihre natürliche Lage, durch ihre wirtschaftlichen Verhältnisse, ein schneller Aufbau möglich war. Die Bayerische Ostmark war besonders schlimm daran. Die Politik der vergangenen Regierungen hatte im Interesse des verfolgten Zieles der Abriegelung der Bevölkerung vom übrigen Reich, bewußt die katastrophalen Verkehrsverhältnisse nicht verbessert! Die Straßen der Bayerischen Ostmark waren berüchtigt, durchgehende Eisenbahnlinien gab es kaum. Infolgedessen waren die wirtschafttichen und sozialen und nicht zuletzt auch die gesundheitlichen Verhältnisse dieses Gaues so schlecht, wie kaum in einem anderen Gebiet des Reiches. Die Arbeit der Partei hat hier grundlegend Wandel geschaffen. Bei unserer Fahrt durch das Land treffen wir überall die Gesundheits- stationen der NSV. Das sind Häuser, von denen aus Aerzte und NSV.-Schwestern mit allen nötigen Instrumenten und Medikamenten ausgerüstet, die Bevölkerung betreuen. Es sind dies gleichsam die Zenttalpunkte, von denen aus Schwe- ftern und Pflegerinnen der NSV. mit Motorrädern in die entferntesten Waldhütten des Fichtelgebirges und des Bayerischen Waldes fahren, um zu helfen. Wir treffen an der Landstraße eine der wackeren Schwestern, die mit ihrem kleinen Motorrad gegen den Schneesturm ankämpft, der auf der höhe des Fichtelgebirges tobt. Wir halten bei ihr, und sie erzählt uns von ihrer harten, aber schönen Arbeit. In der letzten Nacht hat sie einem kleinen Erdenbürger zur Welt geholfen und jetzt fährt sie hinauf in ein hoch oben im Fichtelgebirge gelegenes kleines Dorf, um eine kranke Mutter, die ihre sechs Kinder nicht betreuen kann, zu pflegen und dort für die Kleinen zu sorgen. Sie kann sich nicht lange aufhalten bei uns. Mit lachendem Gesicht steigt sie wieder auf ihre kleine Maschine und knattert über einen Feldweg dem Walde entgegen. Ein paar Kilometer weiter kommen wir in einem Dorf gerade dazu, wie ein Bücherwagen, der alle acht Tage hierher kommt, neue Leihbücher heranbringt. Mitten auf dem Dorfplatz hat der Wagen gehalten. Die Frauen umbrängen die Buchausgabe; sie bringen ihre Bücher, die sie in der vergangenen Woche entliehen haben, zurück, um sie gegen andere Werke einzutauschen. Wer hätte in früheren Zeiten daran gedacht, den Bauern in den Grenzdörfern der Bayerischen Ostmark die deutschen Kulturgüter zu vermitteln, ihnen Bücher zu bringen und gute Filme vorzuspielen, wie es heute geschieht. Es genügt schließlich nicht, einem Volk Arbeit und Brot zu geben, um es glücklich zu machen, jeder Deutsche hat ein begründetes Anrecht darauf, auch an den Kulturgütern unserer Nation teilzuhaben. In den Großstädten ist es nicht schwierig, Volksbibliotheken aufzuziehen. Welche Umsicht und welche Liebe zum Volk gehört aber dazu, auch in dem letzten Hinterwalddorf Sinn für die deutsche Kultur zu erwecken. Unser Wagen rollt weiter, wir kommen nach Selb, der Stadt der großen, weltbekannten Porzellanfabriken. Hier sind die Hutschenreuther- werke und die Fabriken von Rosenthal. Diese Namen haben Weltgeltung. Wir sitzen im Büro des Betriebsleiters der Firma Rosenthal und lassen uns berichten über den Aufschwung, den das Werk in den letzten Jahren genommen hat. Wir haben uns bewußt dieses Werk ausgesucht, denn gerade an der Fabrikation" von Luxus-Artikeln, wie es die künstlerischen Arbeiten der Rosenthalwerke sind, läßt sich am deutlichsten die wachsende Gesundung eines Volkes demonstrieren. „Im Jahre 1932", so berichtet uns der Betriebsführer, „arbeitete unsere Belegschaft nur drei Tage in der Woche. Wir haben damals diese Kurzarbeit durchgeführt, um unsere hochqualifizierten Facharbeiter überhaupt halten zu können; denn die Männer, bie hier in unserem Werk arbeiten, sind zum großen Teil Künstler ihres Faches, die einfach nicht zu ersetzen sind. Heute können wir sechs Tage, also voll arbeiten, ja in der Weihnachstzeit, die für uns besondere Konjunktur bedeutet, arbeiten wir meist noch mit vielen Ueberftunben. Das Inlandsgeschäft hat sich in den letzten Jahren gegenüber dem Jahre 1932 um 45 v. H. gesteigert, das Auslandsgeschäft ist sogar über 80 v. H. angewachsen. Wenn wir nachher zusammen durchs Werk gehen werden, dann werden Sie auch sehen, mit welcher Freude unsere Männer hier arbeiten. Seitdem der Betrieb im Jahre 1933 zu einer rein deutschen Firma gemacht wurde, haben wir darauf gesehen, alle nur möglichen Arbeits- n erb eifer ungen für unsere Gefolgschaft durchzuführen." „Wir haben ein eigenes Büro für die NS.- Gemeinschaft „Kraft durch Freude" eingerichtet, in dem einer unserer Angestellten weiter nichts macht, als Reisen, Gemeinschaftsfeiern, Betriebssport unserer Belegschaft vorzubreiten und zu organisieren. Der steigende Arbeitserttag unserer Firma, den unsere Arbeiter und Angestellten durch ihre Leistung möglich machen, kommt auch der Gefolgschaft zugute. Jedes Jahr am 1. Mai bekommen die Gefolgschaftsmit'glieder unseres Werkes ihren Anteil am Arbeitsertrag; sie erhalten also gleich Tantiemen, eine Gelbausschüttung, die in früheren Jahren lediglich den Herren Auf- sichtsräten zugute kam, die häufig während eines Jahres kaum einmal in den Betrieb hineingesehen hatten." Man könnte die Aufzählung der sozialen Einrichtungen dieser Firma, die keineswegs eine Sonderstellung einnimmt, sondern lediglich die Forderungen der nationalsozialistischen Weltanschauung in die Praxis umsetzt, noch beliebig sortsetzen, man könnte von den Siedlungen, von besonderen Ur- Gesunde Klein-Siedlungen im Drillen Reich. Der Führer gab dem deutschen Arbeiter nicht nur Arbeit, er schuf ihm auch eine gesunde Lebensgrundlage. — Dein Gang am 10. April: Dein Ja dem Führer. laubsleistungen, von den Gefolgschaftsversicherungen und laufenden Unterstützungen und Pensionen und vielem anderen mehr berichten. Aber all diese Angaben würden weniger sagen als uns die Gesichter dieser hier schaffenden Menschen zeigen, die wir bei der Arbeit beobachten konnten. Man sieht, m i t welcher Freude und welcher Liebe hier gearbeitet wird. Unter den Händen der Former und Maler entstehen Kunstwerke, die der deutschen Wertarbeit in aller Welt zum Ruhme gereichen. Aber nicht nur dies, hier sind auch Männer am Werk, die unermüdlich weiterdenken und Versuche anstellen, wie man den Werkstoff „Porzellan" noch weiter verwenden kann. In einer ganz neu aufgezogenen Abteilung werden aus Porzellan Geräte hergestellt, von denen man vor wenigen fahren noch glaubte, daß man sie nur aus Metallen anfertigen könnte. Nur ein Fachmann kann die Erfolge dieser Arbeit wirksich würdigen. Wir Laien stehen vor dem Ausstellungstisch und befühlen die Proben und Geräte, die hier von genialen Konstrukteuren erdacht, unter den kunstfertigen Händen der Former entstanden sind und heute schon an vielen Stellen Bleirohre und Kupfergefäße voll ersetzen können. Keines dieser neuen Geräte verläßt das Werk ohne sorgfältig geprüft zu sein. Insbesondere die sehr stark beanspruchten Isolatoren aus Porzellan werden in einem eigens dafür gebauten Versuchslaboratorium einer eingehenden Prüfung unterzogen. In dieser turmhohen, fensterlosen Halle werden Ströme von zwei Millionen Volt zur Entladung gebracht, um die Festigkeit der Isolatoren zu prüfen. In dieser Abteilung „E" des Rosenthalwerkes sind im Rahmen des Vierjahresplanes große Erfolge erzielt worden. Aus rein deutschen Rohstoffen konnte ein neues Hart- Porzellan entwickelt werden, das geeignet ist. bei Wasserleitungen, Säureleitungen, Brunnen- filtern usw. die bisher verwendeten Metalle, insbesondere Zinn, Blei, Kupfer und verzinktes Eisen zu ersetzen. Die Erfolge sind so verblüffend, daß selbst bei einer Aenderung der Rohstofflage die Verwendung dieses neuen Werkstoffes beibehalten werden wird. Als kürzlich für Hamburg die gewaltige ($[&, brücke projenert wurde, da erklärte der Führer: „Hamburg kann diese Brücke allein nicht bauen, aber Deutschland kann fie bauen" Dieser Gedanke der bedingungslosen Gemeinschafts- arbeit des deutschen Volkes hat es mögl-ch gemacht, auch die völlig darniederliegende Bayerische Ostmark wieder aufzubauen und zu erschließen. Wenn man in einem der kleinen Gasthöfe des Bayerischen Waldes zusammensitzt mit den Bauern und Arbeitern, die hier nebeneinander und miteinander leben, so hört man aus ihren spärlichen Worten immer nur eines: den Dank an den Führer, der ihnen allen neue Lebensmöglichkeiten schuf. Es ist unvorstellbar, daß es eine Zeit gegeben hat, die aus kleinlichen Erwägungen heraus es zuließ, daß ein so schönes deutsches Land, das so aufrechte Menschen, wie sie hier leben, dem völligen Niedergang preisgegeben wurde. Es ist selbstverständlich, daß in fünf Jahren nicht etwas aufgebaut werden kann, was Jahrhunderte hindurch darniederlag. Aber jeder einzelne sieht hier, daß bpr Wille zum Aufbau befteht und daß nicht nur geredet sondern gearbeitet wird. Der Bauer braucht nur wenige Kilometer mit seinem Ackerwagen über Land zu fahren und er wird überall auf die Zeichen dieser Arbeit stoßen. Sei es nun, daß er auf' eine ber Baustellen der Ostmarkenstraße trifft, die an mehreren Stellen gleichzeitig begonnen wurde, ober ob er an den vielen Fabriken dieses Geb etes beobachtet, wie neue Häuser errichtet werden, wie Siedlungen entstehen. Ganz gleichviel, wo immer er hin- blickt, überall wird gearbeitet. All'm die Ostmarkenstraße ist ein Projekt von über 100 Millionen. Ein hoher Prozentsatz dieser gemalhaen Summe wird unmittelbar in Form von Arbeitslöhnen diesem verarmten Volke zufließen Unser Wagen rollt in den Abendstunden nach Regensburg hinein, hinweg über die fast fertige Donaubrücke, die im Jahre 1936 begonnen wurde und Mitte dieses Jahres vollendet fein wird. Man kann tatsächlich nicht 10 Kilometer fahren, ohne auf Zeichen des Aufbaues zu stoßen, die fchlechchin bas Gesicht des neuen Deutschland sind. Kreuz und quer durch den Schwarzen Erdteil. Briefe von einer Afrika-Reise. Äon Or. Paul Rohrbach. m. Ein afrikanisches Pompeji. Constantine, März 1938. In Constantine gab es eine kurze Verhandlung mit Ben Saadi Arnar, Ritter der I. Klasse des Nicham-Jftikkahr-Ordens, „Attache" des Hotels Cirta, in dem wir abgeftiegen waren. Hinter diesem pompösen Titel, dem auf der uns eingehän- bigfen Photographie noch ein „Guide-courrier^ (b. h. ein Reisebegleiter von besonderen Qualitäten) angefügt war, steckte niemand anders als der Concierge, d. h. ber Portier bes Hauses, eine imponierende Persönlichkeit in roten Pluderhosen, roter gestickter Jacke und rotem Fes. Ben Saadi Arnar erklärte uns, es fei eine Kleinigkeit, mit einem so vortrefflichen Auto, wie er es uns verschaffen wollte, vom Dejeuner bis zum Diner, b. h. von 13 bis 19 Uhr, nach Dschemila zu fahren unb bie Ruinen dort zu besichtigen. Dschemila ist der heutige arabische Name für die alte römische Stadt Cuicul, ma seit etwa 25 Jahren eine große Ausgrabung im Gange ist. Die Entfernung von Constanttne beträgt etwa 140 Kilometer, und wir waren erst etwas zweifelhaft, ob die Fahrt bei der kurzen verfügbaren Zeit lohnen würde. Eine Vorfrage galt noch dem Preis für den Wagen. .500 Franks mit dem Trinkgeld für den Chauffeur. Etwas über 40 Mark für eine solche Fahrt schien uns nicht teuer, und als Ben Saadi das Auto vorfahren ließ, stieg unsere Zuversicht. Es war ein großer, starker unb sehr bequemer Wagen, ber auf ber ausgezeichneten Straße — bie Franzosen haben im Straßenbau in Algerien Großes geleistet — auch gleich ein 80-Kilometer-Tempo vorlegte. Wir sahen, bie Sache würbe sich schaffen lassen. Der erste Teil ber Fahrt ging burch eine Lanb- schaft, bie bemerkenswert war burch bie Menge fruchtbaren unb gut bestellten Ackerlanbes. Die französische Verwaltung hat in Nordalgerien nicht nur mit Erfolg kolonisiert, wozu elsässische Einwanderer nach 1870 viel geholfen haben, sondern sie hat auch bie einheimischen Grundbesitzer dazu an- gehalten, ihre Produktton zu verbessern und zu vergrößern. Allmählich wurde bie Gegend großzügiger, die Straße überstieg eine ber vielen Längsketten des algerischen Atlas, unb wir kamen jo hoch, daß jetzt, zu Beginn bes norbaftikanischen Frühlings, noch etwas Schnee auf dem Wege lag. Die Hinabfahrt durch rasch aufeinanderfolgende Kurven war ein Genuß. Die Sicherheit des Fahrers erlaubte, sich ganz der immer großartiger werdenden Landschaft zu widmen. Programmäßig wies zwei Stunden nach der Abfahrt unser arabischer Führer, den wir von Constantine mitgenommen hatten, auf einen Hellen Fleck hin, der plötzlich nach einer Kurve in der Tiefe sichtbar wurde. „Voila Dschemila!". Man betritt bas Ruinenfelb durch einen Museumsbau, dessen Inhalt, namentlich prachtvolle große Mosaiken und Marmorbildwerke, unsere Erwartungen schon hoch spannte. In dem kleinen Handbuch, das wir von der vortrefflichen Reiseagentur Atwater 8z Cie. in Algier mitbekommen hatten, stand zu lesen, daß die Ruinen von Dschemila zu den am besten erhaltenen Ueberbleibseln des Römerreiches in Afrika gehörten. Tatsächlich sind sie die schönsten und, wenn man von Pompeji absieht, auch die lehrreichsten, die ich nur irgendwo zwischen Euphrat und Tiger gesehen habe. Die alte Stadt Cuicul wurde auf einem Hügelrücken zwischen zwei Tälern inmitten eines weiten Gebirgskessels angelegt, unb bie um biefe Jahreszeit noch im weißen Schnee- kleib leuchtenbe Hauptkette bes Küstenatlas gab zu ben braunen unb roten Gesteinstönen bes Vorbkr- grunbes ben wirkungsvollsten Kontrast. Vom Museum aus übernahm ein alter Araber, ber hei den Ausgrabungen von Anfang an gedient hat, in einigermaßen verständlichem Französisch die Führung und Erklärung. Cuicul bat etwa zweihundert Jahre, vom Ende des 2. bis zum Ende des 4. Jahrhunderts n. Chr. geblüht. Dann reichte bie Kraft bes Imperiums nicht mehr aus, um bie Gebirgsstämme im süblichen Atlas, bie Rom nie ganz unterworfen hatte, in Schranken zu halten. Ein eigentümliches Schicksal müssen diese Römerstädte außerdem gehabt haben, als das Christentum sich ausbreitete und die großartigen Tempelanlagen, um die das öffentliche Leben pulsiert hatte, inhaltlos wurden. Wie bet anderen nord- afrikanischen Städten 1 haben auch tn Cuicul die Christen sich ein eigenes Quartier neben ber rörnisch- heibnischen Stabt gebaut unb bazu vielleicht schon Material von ben Tempeln verwenbet. Unser alter Araber führte uns zuerst in bie ville chretienne, bie Christen stabt auf dem höchsteq Teil des Hügels. Am bemerkenswertesten ist hier ein noch ganz erhaltenes Baptisterium, eine Tauf, kapelle. Unter einer gewölbten Kuppeldecke befindet sich in der Mitte, vor einem Altar mit Säulen- baldachin, das fast mannestiefe Taufbecken. Rings- herum läuft ein allseitig geschlossener Gang, in dem nebeneinander zahlreiche Nischen liegen, än ihnen faßen die Neubekehrten und warteten, bis einer nach dem anderen zu dem Weiheakt aufgerufen wurde, mit dem er sein neues Leben beginnen sollte. Von der Christenstadt steigt man hinunter zu der ville paienne, der Heiden st ad t. Wir waren erstaunt über die Großartigkeit der Anlage, mit mehreren Märkten, einem pompösen Forum, einer langen Säulenstraße und selbstverständlich auch einem stattlichen Theater. Vor den in den Fels gehauenen, übereinander aufsteigenden Sitzreihen ragen noch bedeutende Reste des Bühnenhauses Wir alle gehören dem Führer. empor. Die römischen Städte sind möglichst auf geneigtem Boden angelegt, damit die hinter dem Straßenpflaster geführte Kanalisation selbstfunktio- niert. Sie ist überall zu verfolgen, und in den großen breiten Platten der Pflasterung darüber sind noch die Rillen sichtbar, die von den römischen Wagen ausgefahren wurden. Mit ein wenig Geschichtskenntnis und Phantasie kann man sich das Leben im alten Cuicul gut vorstellen. Hier sieht man.den Markt mit den steinernen Verkaufsständen. In eine breite Platte sind die Normalmaße für Korn, Del und Wein eingemeißelt; daneben liegt, aus dem Stein herausgearbeitet, die Elle, an der Länge sich der Kaufmann haluten mußte, der die Stoffe feilbot. Neben dem Markt eine für unser Gefühl seltsame Anlage: ein öffentlicher Abort in Form eines oben offenen Pavillons mit einer rundum laufenden Marmorbank, in die sich die passenden runden Löcher einge- fchnitten zeigen, so als ob diese Angelegenheit in Gesellschaft erledigt worden wäre. Reiche Patri- z i e r h ä u s e r sind an ihrem Atrium mit den Resten des Peristyls, ihrem Privatbad mit Schwimmbassin und Heizung und nicht zuletzt an ihrem umfangreichen, gewölbten Weinkeller zu erkennen. Auf dem Platz vor dem stark zerstörten Kapitol steht noch der aus einem Stein gehauene Altar. Ein Relief daran zeigt den Dpferritus, das Niederhauen^des Stiers durch den Priester, ferner die Dpfergeräte: Axt, Messer und Spendeschale. Am schönsten erhalten sind der Triumphbogen zu Ehren des Kaisers Caracalla und ein Tempel, den die Bürger von Cuicul dem Genius der kaiserlichen Familie der Severer im Jahre 229 n. Ehr. errichteten. Der erste Herrscher dieser Dynastie, Septimus Severus, stammt aus Leptis Magna, nicht weit vom heutigen Tripolis und bestieg im Jahre 193 den Thron. Er war Afrikaner von einfacher Herkunft, und als er, zur Macht gelangt, seine Schwester nach Rom kommen ließ, zeigte sich, daß sie wegen ihres schlechten Lateins in der vornehmen römischen Gesellschaft unmöglich war und in ihre Heimat zurückkehren mußte. Als es dunkelte, hatten wir alles Wichtige gesehen. Wir gaben unferm Führer und dem Chauffeur noch einen kleinen Abschiedskaffee im „Hotel Dschemila", der anscheinend nicht wenig zur Popularität der deutschen Besucher beitrug, und stiegen befriedigt wieder in unser Auto, das uns pünktlich zum Diner wieder ins Hotel Cirta zurückbrachte. Ben Saadi Amar hatte sein Wort gehalten und wir mußten ihm dankbar sein, denn Cuicul bleibt eine Erinnerung fürs Leben. Wein kann sich heute jeder leisten. WPD. Vor dem Kriege trank nach der Statistik jeder Deutsche 3,4 Liter Wein; 1933 waren es 3,6 Liter, 1936 dagegen 6,7 Liter, also das Doppelte von dem Vorkriegsoerbrauch. Während aber 1913 das Weintrinken als Luxus galt, den sich nur eine kleine Schicht erlauben konnte, ttinkt dank der Patenweinaktionen heute wirklich das ganze Volk Wein und hilft so den rund 200 000 Winzerfamilien, die auf nur 0,3 v. H. der gesamten landwirtschaftlich genutzten Fläche ein so hochwertiges Produkt für das ganze Volk in mühseliger Arbeit erzeugen. Das Volk ist der beste Verbraucher. Wie beim Volksempfänger und in der Automobilindustrie hat sich dieser Grundsatz auch hier bewahrheitet. Blick vom Bauernberg aus Linz. M VK :\'Vj rM> . HL Herrlich an der Donau liegt Oberösterreichs Haupt st a d t Linz, wo einst Adalbert Stifter starb. Auch diese Stadt ist reich an schönen Bauwerken, die Zeugen einer großen Vergangenheit. Man sieht hier auf die Bauten des Kapuzineroiertels. — (Zeichnung Reimesch. Scherl-M.) Geschichten aus aller Welt. (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.) \ UeberraschenderFund in einer alten Zeitung C. K. $ a r t s. Im Ministerium der öffentlichen Arbeiten in Paris erhielt die Angestellte Scanne Montblanc den Auftrag, in einem alten Jahrgang des „Journal Officiel“ eine bestimmte kleine Notiz zu juchen. Sie machte sich auch mit Eifer an diese undankbare Aufgabe. Plötzlich sah sie zwischen zwei Seiten des Bandes etwas Buntes liegen, und als sie es genauer ins Auge faßte, war es eine, 1000- Franks-Note. Freudig überrascht blätterte sie weiter, und ihr Erstaunen wuchs, als sie zwischen den folgenden Blättern acht weitere 1000-Franks-Noten und zehn Noten zu je 100 Franks fand. Im ganzen waren es 10 000 Franks. Der Vorgesetzte wurde von dieser überraschenden Entdeckung benachrichtigt, und die Angestellte wartet nun mit ängstlicher Spannung auf das Ergebnis einer Nachforschung, woher dieser unerwartete Schatz gekommen sein kann. Wenn er innerlich eines Jahres nicht beansprucht wird, wird Mlle. Montblanc ihn als Eigentum erhalten. Der Schatz im Mantelfutter. B. 21 m ft e r b am. In Amsterdam ist jetzt ein Prozeß beendet worden, bei dem es sich um einen merkwürdigen Schatzfund handelte. Vor Gericht stand ein gewisser Car- rel de Jong, der bis vor einem Jahr bescheidener Angestellter in einer Exportgesellschaft in Batavia war. Da seine Mittel nicht zu einem neuen Mantel reichten, war er zu einem Altkleiderhändler gegangen und hatte sich dort einen erstanden. Er bat dann zu Hause seine Frau, da der Mantel nicht recht paßte, einige Aenderungen vorzunehmen. Die Frau machte sich mit der Schere darüber her, um ihn aufzutrennen, als sie plötzlich beim Schneiden auf ein Hindernis stieß. Sie sah nach und entdeckte im Mantelfutter eine schöne Banknote von 1000 holländischen Gulden. Sofort erwachte die Hoffnung in ihr, daß noch andere solche Scheine im Mantelfutter steckten, sie schnitt also vorsichtig alles auf, und tatsächlich kam ein Schein nach dem anderen zum Vorschein, bis sie schließlich 29 000 Gulden zusammenhatte. Man kann sich die Ueberraschung de Jongs vorstellen, als er nach Hause zurückkam und die stattliche Reihe von Banknoten auf dem Tisch । liegen sah. Der Mann ließ sich von seiner Frau überreden, den Schatzfund nicht anzuzeigen, und einen Monat später verließ er Batavia, um nach Amsterdam zu gehen und dort ein Geschäft zu eröffnen. Nun aber begann der Verdruß. In der Zwischenzeit hatte man in Batavia bei der Gesellschaft, bei der de Jong angestellt war, erhebliche Unterschlagungen entdeckt. Sofort lenkte sich der Verdacht auf de Jong, der unvermutet abgereist war, und in Amsterdam ein Geschäft eröffnen konnte. Die holländische Polizei wurde benachrichtigt; sie verhaftete de Jong und unterwarf ihn langen Verhören. Der arme Teufel beteuerte seine Unschuld und hielt schließlich auch nicht mit der Geschichte hinter dem Berge, wie seine Frau in dem bei dem Altkleiderhändler Ries in Batavia gekauften Mantel den Guldenschatz gefunden hatte. Niemand glaubte ihm, bis einige Tage später ein Kabel aus Batavia eintraf und der Polizei von Amsterdam meldete, daß de Jong unschuldig sei, da der wahre Schuldige ertappt sei und auch bereits gestanden habe. Damit war de Jongs Kummer jedoch nicht zu Ende. Die Zeitungen hatten die Geschichte von dem Schatzfund tm Mantelfutter veröffentlicht und dabei den Namen des Händlers Ries erwähnt. Es dauerte nicht lange, jo erhielt de Jong einen Brief, in dem die Familie eines gewissen von Nemen erklärte, daß sie die rechtmäßige Besitzerin des Geldes sei, da das im Mantelfutter verborgene Vermögen ihr gehörte; bnr Mantel habe einem Familienmitglied gehört, das gestorben sei, ohne einen Heller zu hin- lasfen, obwohl bekannt war, daß er ein kleines Vermögen besaß. Es regnete eine ganze Anzahl Klagen auf das Haupt des unglücklichen de Jong. Die Richter aber haben eine salomonische Entscheidung gefunden: die Familie des von Nemen erhielt 10 000 Gulden zugesprochen, der Altkleiderhändler, der sich natürlich auch gemeldet hatte, 5000, und mit dem Rest, also mit 14 000 Gulden, kann de Jong glücklich werden. Der Jagdfrevel. C.K. Nizza. An der Riviera ist In seiner Besitzung am Cape d'Ail der Engländer Francis Prideaux aestorben, ein ehemaliger hoher Beamter in Indien, Der einen Ruf als großer Jäger hatte. Er hatte in seiner Jägerlaufbahn viele Panther und Tiger erlegt. Einmal hat dieser erprobte Weidmann aber einen „Jagdfrevel" begangen. Dor zwei Jahren wurde er in der Nacht von Einbrechern geweckt, die sich in Dem Auge das Beste? vSTV®y Lassen Sie sich beraten von I k —> Optiker Jfiagnus dem Optiker Ihres Vertrauens / Seltersweg 33 / Kassenlieferant. den Garten seiner Villa eingeschlichen hatten. Er ging ans Fenster und als er unter den Bäumen die Schatten dahinschleichen sah, holte er fein Gewehr und schoß in die Luft. Diese Warnung genügte, daß die Eindringlinge schleunigst Reißaus nahmen, und Prideaux ging ruhig wieder zu Bett. Am nächsten Morgen wurde er jedoch in aller Frühe von dem Feldhüter geweckt, der ihn fragte, warum er geschossen habe. Prideaux erzählte dem Mann das Abenteuer der Nacht, das ihn veranlaßt hatte, den Einbrechern einen kleinen Schreck einzujaaen. „So, und das hier, was sagen Sie dazu?" sagte der Wächter und zeigte auf eine Krähe, die mit aus- gebreiteten Flügeln tot auf einem Gartenweg hin- gestreckt lag. „Sie wissen doch sehr gut", fuhr der Vertreter des Gesetzes fort, „daß die Jagd noch nicht eröffnet ist." Prideaux konnte reden, so viel er wollte, um die Notwendigkeit seines Schusses zu beweisen, er wurde tatsächlich zu einer Geldstrafe verurteilt. „Da gehe ich doch lieber auf die Tigerjagd", pflegte er zu sagen, wenn er lachend dieses Erlebnis erzählte. Der Tod im Geldschrank. B. Washington. In Amerika wie in Griechenland erregt die Nachricht von dem Tode des Griechen Apostolos Kusku- las, der nach den Vereinigten Staaten ausgewandert war und dort in zwanzig Jahren durch kühne Spekulationen vielfacher Millionär wurde, das größte Aufsehen. Eines Tages wurde die Polizei von Galveston in Texas, wo er wohnte, benachrichtigt, daß Kuskulas auf geheimnisvolle Weife verschwunden sei. Man nahm zunächst an, daß er das Opfer einer Entführung zum Zwecke der Erpressung geworden wäre. Als jedoch nach einem Monat umfassender Nachforschungen nicht die geringste Spur gefunden war, entschloß sich der Richter, das ganze Haus sorgfältig durchsuchen zu lassen, um hier vielleicht einen Anhaltspunkt zu finden. Jeder Raum wurde genau durchsucht, und schließlich wurde auch der große Geldschrank, der im Arbeitszimmer des Verstorbenen stand, geöffnet. Mit Entsetzen sah man darin den Leichnam des Millionärs liegen, der in seinem eigenen Geldschrank als' Gefangener eingsschlossen worden war, nachdem sich, wie man annimmt, die schwere Eisentür durch ein Versehen von ihm geschlossen hatte... Kuskulas hatte mit feiner Familie, die in Athen lebt, nicht in guten Beziehungen gestanden. Da jedoch ein Testament fehlt, fällt fein aanzes Vermögen, das auf über 13 Millionen Dollar geschätzt roiro, an seine Frau und seine vier Sohne. Das kleine Fräulein und der freche Kerl. (Sine ansprechende Geschichte von 6 A Greeven. Gerda war emvort. — Wie kam dieser freche Mensch dazu, sie schlankweg auf der Straße anzureden und sich einzubilden, daß sie mit einem Wildfremden so mir nichts dir nichts eine Unterhaltung anfinge und sich womöglich noch in eine Konditorei schleppen ließe! Natürlich hatte sie ihm ein verächtliches „Danke" hingeworfen, wie es sich für eine strebsame und anständig gekleidete Laborantin der Phana-Werke schickt und ihren Schirm fester gepackt, um dem Unverschämten notfalls einen Denkzettel auf den Hut geben zu können. Schade, daß er einen weichen Filzhut getragen hatte; auf eine steife Melone zu trommeln, würde sie noch viel mehr gereizt haben. Aber dieser Feigling war mit einem infamen Lächeln und den unerhörten Worten: „Wie traurig, daß Sie eine Gans sind!" plötzlich wie vom Erdboden verschwunden gewesen. Irgendwie mußte Gerda ihrer Wut Luft machen, bevor sie nach Hause ging, und stteg deshalb mit bebenden Knien die fünf Treppen hinauf, die zu dem photographischen Atelier ihrer Freundin Hanni führten. Seitdem Hanni das teure Atelier besaß, war ihr Glaube an die sprichwörtliche Eitelkeit aller Menschen bedeutend zusammengeschrumpft. Zu fünf Zigaretten und drei Tassen Tee mit Gerda hatte sie stets reichlich Zeit. Gerda platzte los mit ihrer Empörung — und Hanni lachte. „Ich bitte dich, wozu regst du dich auf? — Was ist schon -dabei? — Ich finde es eigentlich reizend, wenn ein Mann uns lediglich um unserer selbst willen huldigt." „Na,'hör mal! Um meiner selbst willen und dann noch ,Gans' sagen!" Gerda zerquetschte ihre Zigarette, als habe sie den Herrn mit dem Filzhut unter ihren Fingern. „Zugegeben", sagte Hanni, „die Gans hätte er sich sparen dürfen, aber sie läßt immerhin auf Temperament schließen. Und im übrigen: Der Mann weiß nicht, ob du einen Onkel mit Einfluß im Ministerium hast oder nicht, ob dein Vater drei Häuser hat oder einen Schrebergarten, ob du für Hans Alder? schwärmst oder für Mörike — er weiß nur, daß du ihm gefällst und daß er dich, so wie du bist, begehrenswert findet. Ist das wirklich ein so abscheulicher Gedanke?" Gerda machte ein etwas erstauntes, nachdenkliches Gesicht. Aber so leicht wollte sie sich nicht geschlagen geben. — „Es gibt andere und bessere Wege, ein junges Mädchen kennenzulernen", meinte sie eigensinnig und goß sich die zweite Tasse ein. Hanni lächelte. „Einigermaßen schwierig für einen Unbekannten, in der großen Stadt. Soll er fünfunddreißig Jahre warten, bis er dich zufällig mal in der Vorortbahn wiedersieht? Auf die Gefahr hin^ daß er dich dann weniger begehrenswert findet?" Der Blick, mit dem Gerda ihre Freundin streifte, war nicht ganz liebenswürdig. „Du kannst sagen was du willst — jedenfalls lasse ich mich nicht auf der Straße so anreden. Ich hätte doch auch verheiratet sein können!" Hanni nickte und bohrte ihre kleinen Fäuste in die Taschen des weißen Atelierkittels. „Ein fürtrefflicher Gedanke, mein Kind! Das nächstemal sagst du einfach: bitte schön, kommen Sie mit, mein Mann wird sich sehr freuen, Ihre werte Bekanntschaft zu machen. —. Wenn er dann nicht Reißaus nimmt ..." „Ja, was denn?" — Gerde saß gespannt da. „Dann ist der Fall ernst und bedarf individueller Behandlung", schloß Hanni achselzuckend die weltmännische Belehrung und zündete sich eine neue Zigarette an. Gerda war begeistert. — „Großartig, das mache ich!" — Und nach einer Pause fügte sie stirnrunzelnd hinzu: „Vorausgesetzt, daß er wiederkommt." Hannis Mund, von Natur schon nicht winzig, verzog sich zu einem vergnügten Grinsen. Und dann kletterte Gerda, in Gedanken versunken, die fünf Treppen wieder hinab.. Auf der Straße war weit und breit fein auch nur flüchtig bekanntes Gesicht zu sehen. Der freche Mensch hat es aufgegeben, dachte sie, aber es war ein kleines Bedauern dabei. * Eigentlich bedeutete es für Gerda einen Umweg, wenn sie auf der Heimkehr vom Laboratorium durch die Straßen ging, in der Hannis Atelier lag, doch das schien ihr plötzlich nicht so wichtig. Wichtiger war, daß sie an dem Unbekannten die „Gans" rächte. Und der Unbekannte war ihr just hier zum erstenmal begegnet. Ein Tag verstrich nach dem andern; zwei Wochen vergingen. Die „Gans" verblaßte ein wenig in Gerdas Gemüt, und es blieb die Erinnerung an einen jungen Mann, der zwar unverschämt, aber nicht gerade unausstehlich gewesen war. Im Gegenteil — unter andern Umständen hätte sie ihn vielleicht gar nicht so übel gefunden. Zuweilen ertappte sie sich dabei, daß sie an seine lustigen Augen dachte, in die man sich — ganz objektiv betrachtet— bei näherer Bekanntschaft verlieben konnte. Gerda war sehr stolz darauf, solche Äußerlichkeiten ganz objektiv zu betrachten. Ein junges Mädchen von heute läßt sich nicht von ihren Gefühlen überrumpeln — das war einmal das Schicksal ihrer armen Großmütter gewesen! Gottlob — diesen Schwächezustand hatte man in Gerdas Generation überwunden. — „Gestatten Sie, kleines Fräulein...!" Gerda fuhr mit einem Ruck herum. Das war die Stimme des Unbekannten, des — wie es ihr blitzschnell bewußt wurde — lang Erwarteten. Und sogar „kleines" Fräulein hgtte er diesmal gesagt! Das setzte seiner überheblichen Frechheit die Krone auf. Und gerade heute hatte sie wegen des schonen Wetters den Schirm zu Hause gelassen! Sie blieb stehen und blitzte ihn an. Nun wollte sie es ihm geben! Wenn er nur nicht so verteufelt übermütige Augen gehabt hätte. Sie bekam einen roten Kopf und sammelte in Windeseile die oft geprobten Worte: „Bitte schon", stotterte sie hastig — „kommen Sie nur ruhig mit. Mein ... mein Mann ... wird riesig erfreut sein ... Ihre Bekanntschaft zu machen!" Gott sei Dank, der Zauberspruch war heraus! — Gerda schickte einen tiefen Seufzer hinterher. Aber warum floh er denn nicht, dieser schreckliche, nette Kerl, wieso nahm er nicht Reißaus, wie es im Programm stand? Was stand er noch da und machte sogar eine leichte Verbeugung? „Das ist ja reizend, gnädige Frau — zu liebenswürdig von Ihnen. Sehen Sie, das habe ich mir immer gewünscht, angenehmen Verkehr in einer bezaubernden Familie. Das ist so selten für uns Junggesellen. Ich nehme Ihre Einladung mit herzlichem Dank an-" Gerda wurde blaß vor Schreck und schnappte nach Luft. Das war ja ein furchtbarer Mensch und obendrein auch noch gefährlich gut aussehend. Nun saß sie schön in der Patsche. Wie hatte Hanni gesagt? — Dann ist es ein ernster Fall ... Gerda fühlte, daß es ein ernster Fall werden würde. „Gut — kommen Sie in Gottes Namest mit", preßte sie verzweifelt aus sich heraus untr machte ein paar Schritte. Sie hatte ein Gefühl, als ob ihre Beine hölzerne Stöckchen wären. Und dieses männliche Ungeheuer mit der Sehnsucht nach Familienanschluß setzte sich ganz gemächlich und vergnügt neben ihr in Bewegung und redete, wie wenn sie alte, gute Freunde wären. Daß er vor vierzehn Tagen einmal „Gans" zu ihr gesagt hatte, schien er gar nicht mehr zu wissen. Aber wie sollte es enden? Wo nahm sie einen „Mann" her, dem es ein Vergnügen wäre, feinen Rivalen kennenzulernen? Noch eine Straßenecke weiter und das elterliche Haus kam bedrohlich in Sicht. Sie beschloß, ihm die Haustür vor der Nase zuzuschlagen, über den dunklen Hof zu rennen und die Hintertreppe hinaufzuflüchten. Dann sollte er sie, wenn er wollte, dreimal eine Gans schelten! Dann würde alles aus fein. Endgültig. Schade, denn was er sagte, war weder töricht noch klang es eingebildet. Wenn sie ihn vorsichtig von der Seite 'ansah, fand sie ihn sogar fympathisch. Er machte ihr den Eindruck eines zuverlässigen, ehrlichen Menschen. Nur sie — sie hatte ihn gleich mit dem ersten Wort belogen! Gerda bekam eine plötzliche Wut auf Hanni und Hannis Ratjchläge. „Hier wohne ich", sagte Gerda traurig und streckte ihm zum Abschied die Hand hin. Wenn es zwei Minuten länger dauert, heule ich — dachte sie. z Der sympathische junge Mann tat sehr erstaunt. „Und Ihr Herr Gemahl? — darf ich den nicht kennenlernen? Ich bestehe darauf!" Gerda richtet sich kerzengerade auf und sah ihn fest an: „Verzeihen Sie — ich habe geschwindelt!" — und sprang flüchtend in den dunklen Hausflur. Ck aber war ebenso rasch wie sie und hielt mit kräftigem Griff ihren Arm. „Wer schwindelt, muß Strafe zahlen — wozu gibt es eine Gerechtigkeit auf der Welt?" — Und Gerd» zahlte, Kuß auf Kuß, zuerst wegen der Gerechtigkeit und bann aus sonstigen Gründen. Es war eben ein ernster Fall, und der müßig individuell behandelt werden, MÖBEL* DAS GROSSE LAGERGESCHÄFT MIT DEN NIEDEREN PREISEN GIESSEN WIESENSTRASSE 6 * VETTER 731A -------- Die Deutsche Arbeitsfront Wir geben unsere Verlobung bekannt Gonderfchau Gießen Siegen im April 1938 01557 2154D Ihre Vermählung geben bekannt W 0114 5W Kleiderstoffe glücklichsten seid Ihr, wenn Am 2147D Zhre Vermählung geben bekannt Düngemittel 2186A Gießen (Liebigstraße 31), den 2. April 1938 01585 empfiehlt 2194A Gießen (Fröbelstr. 26, z. Z. Ep- Schwesternhaus), 30. 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April ltzZ8 Gietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Hr.78 Drittes Blatt Huckepack im Moor. Don Karl Lerbs. Neben ihm in der feuchten Wärme des Kissengebirges war ein deutliches Stöhnen, unterbrochen von leisen Klageworten. Mühsam kletterte der Bauer aus dem Alkoven, suchte brummend - seme Pantoffeln und tastete sich zum Herde, um'das Feuer aufzustökern; dann zündete er die kleine Lampe an und schlurrte zum Bett. So stand er, den riesenhaften Körper etwas verkrümmt, nut der Linken nachdenklich die grauen Kinnborsten kratzend, mit der Rechten die blakende Lampe emporhaltend-, und wenn sich auch in seinem braunen, von Wetter und Alter verhärteten Gesicht kein Muskel regte, so dämmerten doch in seinen hellen Augen Unbehagen und Verwunderung auf: das da in den rotgewürfelten Kissen war nicht das gewohnte Gesicht seines Weibes, verrunzelt, rotbackig, gleichmütig: das war ein verfallenes, kleines, gelbliches Gesicht, mit ängstlich flackernden Augen und einem schiefgezogenen Munde, der abgerissene Klagen über -schmerzen im Leibe mummelte. Der Bauer, ein bis zu tagelanger Stummheit wortkarger Mann, wußte nichts von Angst und .weichherziger Besorgnis; er wußte auch nichts von Krankheit. Hart und einsam, kinderlos und ohne Wunsch an die Zukunft stand er im Gleichklang seiner Tage, die ihn unabänderlich an starre Gewöhnung ketteten — an das tödliche Schweigen der Mooreinöde, an das Geracker auf kärglichem Ackerland und am Torfstich, an das Kommen und Gehen der Taglöhner, an die langen stillen Fahrten au, schwarzen Moorgräben, wenn er seine Ladungen zum Torfwerk vor der Stadt stakte und ohne Neugier zu den fern ragenden Türmen hinübersah, die er niemals in der Nähe erblickt hatte. In dieser Morgenstunde aber witterte er mißtrauisch eine Gefahr für dieses mit scheinbar unerschütterlicher Zuverlässigkeit ablaufende Leben. Wenn die Frau krank wurde, so gab es einen Riß, den er nicht zu flicken wußte. Indessen der Kessel mit dem Wasser für den Kamillentee am Haken über dem Feuer summte und der Bauer ächzend in die Kleider kletterte; dann, als er im Stall die Ziege, das Schwein und die Hühner versorgte, kaute er an einem schweren Entschluß. Auf dem Rückwege zur Kate aber zwang die Besorgnis den harten Brocken hinunter. Während er aus einem Kasten, der unterm Brennholz verborgen stand, eine Handvoll Silberstücke heroor- holte, durchzählte, zögernd und seufzend ein paar. davon im Taschentuchzipfel verknotete und den Rest sorgsam wieder verbarg, überlegte er. Drei Wegstunden entfernt war eine Haltestelle der Kleinbahn, die das Moor durchquerte; von dort war es eine halbe Stunde Fahrt bis zu dem großen Dorf, wo der Doktor wohnte. Ein Gespann hatte er nicht, der Kahn war undicht, und bis zum Nachbar war es weit, auch mit dem Schubkarren war im Morast der Wege kein Durchkommen. Bedachtsam packte der Bauer Holzpantoffeln und Reiserbesen, das Ergebnis der Winterarbeit, in einen Tragkorb; das ließ sich wohl im Dorf verkaufen. Dann fuhr er in seine langschaftigen Stiefel, holte die Frau aus dem Bett hervor, kleidete sie an, so gut es gehen wollte, und packte sie in Decken und Tücher. Als er auf ihre ängstlichen Fragen etwas wie „Doktor" knurrte, erschrak sie- und versicherte, hastig plappernd, es ginge ihr schon besser. Er aber hörte kaum hin, langte nach Wolltuch und Kappe und trug erst den Korb, dann die Frau hinaus. Dann versperrte er die Tür, nahm die Frau auf, trug sie eine Strecke weit, setzte sie am Rande des schmalen Pfades an einer einigermaßen trockenen Stelle ab, kehrte um und holte den Tragkorb. So schleppte er, zuweilen ein wenig schwankend, unter den Stößen des Windes, immer abwechselnd die Frau und den Korb durch Schlamm, nasses Heidekraut und zähe Ginsterstrünke; den Gehöften ging er aus dem Wege; mit überflüssigen Fragen wollte er nichts zu schaffen haben. Er wußte, was er wollte, und er setzte es durch. Gegen Mittag erreichte er die Haltestelle und betrat den Raum, in dem ein mürrischer Beamter gelangweilt hinterm Kaffeetopf hockte und überrascht aufblickte, als bei solchem Wetter Fahrgaste erschienen. Der Bauer setzte die Frau neben den Ofen und fragte, ob der Mittagszug schon „durchwäre"? Nein, er war noch nicht durch. Nun wollte der Bauer den Fahrpreis wissen: für eine Person und zwei Traglasten. Der Beamte wunderte sich: „Zwei Traglasten? ..." Jawohl, bekräftigte der Bauer gelassen, die Frau hätte er tragen müssen, weil sie nicht gehen könnte, und so etwas wäre für ihn Traglast. Aber das wollte der Beamte nicht gelten lassen. Für ihn war in solchem Falle Mensch — Mensch, ob gehfähig oder nicht; und er nannte den Fahrpreis. Hier ließ der Bauer den Taschentuchzipfel mit den Silberstücken, den er schon hervorgezogen hatte, in die Tasche zurückgleiten. Er hatte eine glatte Rechnung gemacht; der Doktor sollte sozusagen mit Holzschuhen und Reiserbesen ausgewogen werden; und nun sollte schon die Bahnfahrt mehr kosten, als er überhaupt mitgenommen hatte. Die schöne glatte Rechnung war hm. Er sackte ein wenig zusammen, nahm mit einex hilflosen Aus der Stadt Gießen. Schulentlassung. Wenn der Frühling seinen Einzug hält, wenn die Knospen schwellen und überall neues Leben hervorquillt, verlassen Tausende und aber Tausende von Kindern die Schule, um zum ersten Male einen Schritt allein ins Leben zu tun. Ist diese Zeit des Erwachens nicht ein gutes und schönes Wahrzeichen für diesen ersten Schritt ins Leben? Die Kinder haben sich alle auf diesen Tag gefreut; denn er öffnet ihnen das goldne Tor des Lebens. Sie sind nun „erwachsen". Die Zeit des Lernens ist vorbei. Lange Jahre hat es gedauert. Nun sind sie frei. So denken unsere Mädchen und Buben. Gewiß war das Lernen nicht immer leicht. Schöner waren schon die Stunden, in denen erzählt wurde von fernen Ländern, von längst vergangenen Zeiten, und am schönsten war es sicher, als damals die Kleinen zur Schule kamen und ihnen die schönen deutschen Märchen erzählt wurden ... Der Tag der Schulentlassung ist ein Tag der Freude, wenn auch hier und da einige Tränen fließen. Der Abschied von den vertrauten Räumen, vom Schulhof, in dem sie oft tollten, all dies erweckt doch eine gewisse Wehmut, auch im kindlichen Herzen. Sicher ahnen sie, daß die schönsten, unschuldigsten Tage der gemeinsamen Freuden nun vorüber sind. Die Schulfreundschaften halten ja oft während des ganzen Lebens. Nicht so leicht ist der Tag für die Eltern. Schweren Herzens schicken sie ihre Kinder hinaus ins Leben, in die Werkstatt, in die Fabrik, in den Laden oder in ein Geschäft, und viele Wünsche und Hoffnungen umgeben die jungen Menschenkinder auf ihrem neuen Wege... Nun sind die Jahre der Schulzeit dahingegangen, aus den Kindern wurden junge Mädchen und Burschen, die an der Schwelle des Lebens stehen und sehnsüchtig in ein neues Land schauen. Sie wollen sich nun ihr eigenes Leben' zickimern, wollen die ersten Grundsteine legen für eine glückliche Zu? fünft. Wahl ihnen, wenn sie auf den Rat der Eltern hören, wenn sie' nicht leichtfertig ihre eigenen Wege gehen. Aber auch die Eltern müssen den Kindern vertrauen und nicht immer nörgeln und etwas ausfetzen. Nur eins sollen sie immer wieder tun: den jungen Menschen ein Ziel zeigen! Wenn die jungen Menschenkinder müde werden, dann sollen die Eltern helfen und stützen, neue Hoffnungen geben, damit das junge Geschlecht zielbewußt seine Arbeit tut. Das soll nicht heißen, daß wir unsere Kinder beständig ermahnen und führen. Das nicht. Sie sollen schon ihre eigenen Wege gehen, aber nicht den Rat und die Meinung der Eltern zurückweisen ... So sollen Elternhaus und Lehrherren mithelfen, der Jugend die Wege zu zeigen und sie auch zu den Schönheiten des Lebens führen. Aber sie haben ja heute noch andere Helfer. In der HI., im BDM., in der SA. finden die jungen Menschen die Kameradschaftlichkeit, die sie davor behütet, abseits zu wandern. Der Weg führt heute zur großen Volksgemeinschaft. Und deshalb fahren unsere Jungen und Mädchen mit Freude unter dem starken Schutz der Regierung hinein ins Leben. H. Erweiterung des städtischen Krasiomnibusbetnebs. Im Hinblick auf die großen Anforderungen an die städtischen Verkehrsbetriebe hat sich der Oberbürgermeister entschlossen, die seit Mitte Februar 1937 bestehende Kraftomnibus-Abteilung des städtischen Straßenbahnbetriebs durch zwei weitere große Omnibusse zu verstärken. Die beiden neuen Kraftomnibusse sind bereits bestellt, sie werden voraussichtlich in einigen Wochen in Dienst gestellt werden können. Die neuen Omnibusse werden noch etwas größer sein als die bisherigen, natürlich werden sie auch alle Annehmlichkeiten des modernen Omnibusbaues aufweisen. _______ Fünf Jahre Aufbau in Gießen. Oie Entwicklung unserer Stadt im Spiegel der Haushaltspläne. II*. Sehr erfreulich ist ein Blick auf die Entwicklung des Steueraufkommens in den Jahren von 1933 bis 1937. Hier hat man die erfreuliche Tatsache zu verzeichnen, daß im Finanzamtsbezirk Gießen, dessen Hauptpunkt ja die Stadt Gießen ist, das Lohnsteueraufkommen von 1933 bis 1937 eine Steigerung um 75 v. H. erfahren hat, die Steigerung der Einkommen- st e u e r von 1933 bis 1937 sich sogar auf 7 0 0 v. H. des Aufkommens von 19 33 belief. Schließlich ist noch bemerkenswert, daß das Aufkommen an Körperschafts st euer von 231 000 Mark im Jahre 1933 sich auf 1V2 Millionen Mark im Jahre 1937 gesteigert hat. Im städtischen S ch u l d e n d i e n st sind in den fünf Jahren von 1933 bis 1937 rund 1 783 000 Mark städtischer Schulden getilgt worden. Allerdings sind in den letzten Jahren für die großen Aufbauwerke der Stadt, durch die neue Vermögenswerte im Betrage von rund 3'/- Millionen geschaffen wurden, rund 836 000 Mark neue Anleihen ausgenommen worden. Trotz dieser Neuaufnahme hat sich der Gesamt-Schulde n st a n d der Stadt im Laufe der letzten Jahre um rund 1 Million Mark verringert. Das ist angesichts der großartigen Aufbauarbeit der Stadt während der letzten Jahre auf den verschiedensten Gebieten ein weiterer rühmenswerter Beitrag zur gedeihlichen Entwicklung unserer Stadt. Die' Höhe der Schulden der Stadt steht in einem sehr günstigen Verhältnis zu dem Stand des städti- jchen Vermögens. Werfen wir nun einen Blick auf die Entwicklung Der städtischen Betriebe von 1933 bis 1937. Hier können wir in den Voranschlägen folgende Abschlußzahlen feststellen: * Teil I in Nr. 77 vom 1. 4. Elektrizitätswerk Straßenbahn 1933: RM. 2 090 657,44 293 537,04 1934: „ 2 332 917,32 281 608,77 1935: „ 2 328 819,16 287 556,16 1936: „ 2 633 584,— 349,380,— 1937: „ 3 041 145,60 359 155,— Gaswerk Wasserwerk 1933: RM. 950 980,— 532 420,— 1934: „ 854 290,— 486 200,— 1935: „ 857 598,— 491 300,— 1936: „ 856 706,— 543 143,— 1937: „ 924 800,— 577 640,— Volksbad 53 119,— 50 320,— 53 086,— 54 330,— 51 590,— Im Rechnungsjahre 1937 ist zum erstenMale das städtische Biohumwerk mit einem Haushaltsplan in Höhe von 13 000 Mark hinzugekommen. Besonderes Interesse gebührt in diesem Zusammenhänge den B e t r i e b s ü b e r s ch ü s s e n , die von den Werken aus ihrem Ertrag alljährlich an die allgemeine städtische Finanzverwaltung abzuführen find. Als Betriebsüberschüsse lieferten an die Stadtkasse ab das Elektrizitätswerk Gaswerk Wasserwerk 1933: RM. 350 340,37 200 451,— 214 833,— 1934: „ 302 691,41 168 500,— 196,700,— 1935: „ 302 569,50 166 500,— 196,800,— 1936: „ 305 370,— 157 100,— 200 000,— 1937: „ 350 930,— 15.7 100,— 218 000,— Die Straßenbahn war auch in diesen Jahren, wie schon seit ihrem Bestehen, ein Zuschußbetrieb, für den die Stadt alljährlich eine Beihilfe aus allgemeinen Mitteln zu leisten hat, die aber im Hinblick auf die Gemeinnützigkeit und Wichtigkeit dieses Verkehrsbetriebes durchaus vertretbar ist. Einige weitere Angaben über den wirtschaftlichen Aufschwung im Bereiche unserer städtischen Betriebe dürsten in diesem Zusammenhänge besonderes Interesse finden. Beim Elektrizitätswerk ist die Stromlieferung seit 1932 um 95 v. H. gestiegen. Die Errichtung von Transfor- matorenstationen im Schiffenberger Weg, in der Marburger Straße und in der Schwarzlach erwies sich als dringend notwendig. Mit einem Kostenaufwand von 210 000 RM. wurde eine Erweiterung des Stromnetzes vorgenommen. Weitere 100 000 Mark wurden für die Umstellung verschiedener Stromleitungen von Gleichstrom auf Wechselstrom aufgewandt. Für Verbesserungen und Neueinrichtungen im Werk selbst wurden rund 150 000 Mark ausgegeben. Beim Gaswerk wurden für den Ausbau von Straßenleitungen, sowie für den Anschluß neuer großer Gebäude an das Leitungsnetz, ferner für die Neuanschaffung von Gasmessern rund 180 000 Mark verausgabt, also für die Arbeitsbeschaffung an zahlreichen anderen Stellen eingesetzt. Das Wasserwerk verzeichnet aus den gleichen Notwendigkeiten und Erwägungen einen besonderen Kostenaufwand von rund 130 000 Mark. Der Wasserverbrauch ist seit 1932 um rund 500 000 cbm jährlich gestiegen. Zur Abrundung des Bildes der wirtschaftlichen Belebungs- und Aufbaumaßnahmen unserer Stadt sei noch vermerkt, daß seit 1933 für Straßenbauzwecke insgesamt rund 750 000 Mark und für Kanalbau- zwecke rund 330000 Mark aufgewandt wurden. Die Errichtung des Arbeitsdienstlagers wurde mit einem Kostenaufwand von rund 66 000 Mark durchgeführt und damit für die Wirtschaft unserer Stadt ein wertvoller Faktor geschaffen. Schließlich fei noch erwähnt, daß für Neubauten im Schlachth 0 f rund 160 000 Mark und für den Ausbau der Pestalozzischule rund 190 000 Mark von der Stadt ausgegeben und damit dem wirtschaftlichen Leben als neue Antriebskraft zugeleitet wurden. B. Monate EHW. in Gießen=550 Zentner Schweinefleisch. Ein gleicher Betrieb in Bad-Nauheim.-Grünberg und Lollar sotten ebenfalls erfaßt werden. Seit Juni 1937 hat die Kreisamtsleitung Wet-' terau der NSV. das Ernährungs-.Hilfs- w e r f (EHW.) in Gießen im Gange. Zunächst wurde der Betrieb provisorisch auf dem Hofgut Heibertshausen bei Daubringen durchgeführt, seit November vorigen Jahres ist er in eigenen Gebäuden beim Unteren Hardthof untergebracht. Zum Bau dieser Gebäude hat unsere Stadtverwaltung in wirksamer Weise beigetragen. Seif Juni vorigen Jahres sind in der Schweine- Mästerei des EHW. insgesamt 329 Schweine eingelegt worden. Die Ernährung der Tiere, vom Läuferschwein bis zum vollausgemästeten Schlachtschwein, erfolgt durch die Verwendung der in den Gießener Haushaltungen gesammelten Küchenäbfällen unter Hinzusetzung Kraftfuttermitteln, die das EHW. sich selbst beschafft. Erfreulicherweise mar das Aufkommen an Küchenabfällen bisher stets so ausreichend, daß die zur Mast eingelegten Schweine von dieser Futtergrundlage aus nicht nur genügend versehen werden konnten, sondern es auch möglich war, eine gewisse Futterreserve in Silos jederzeit griffbereit für die Zeit besonderer Anforderungen vorrätig zu halten. Hinzu kommt eine Ergänzung der täglichen Futtermengen durch das Kraftfutter und durch Molke, die von der Molkerei Grieb in Gießen des EHW. kostenlos zur Verfügung gestellt wird. Im Durchschnitt werden alle vier Monate schlachtreif ausgemästete Schweine aus der Mästerei des EHW. Gießen auf dem Wege über die Diehver- wertungsgenossenschaft den Gießenern Metzgereien zur Verfügung gestellt.'Aus dem Erlös der verkauften Schweine werden dann wieder Läuferschweine zur Mästung angeschafft, ebenso die Kosten des Kraftfuriereinkaufes gedeckt. Die bisher verkauften ausgemästeten Schweine hatten insgesamt ein Gewicht von 328 Zentner, die zusätzlich für die Fleischversorgung der Gietzener Bevölkerung geliefert wurden. Die jetzt noch in der Mästerei des EHW. stehenden 182 Schweine stellen, nach Abzug ihres Anfangsgewichtes als Läuferfchweine, gegenwärtig ein Gesamtgewicht von 226 Zentnern dar. Diese Schweine werden im Laufe der nächsten Wochen vorn EHW. über die Viehverwertungsgenossenschaft den Gießener Metzgereibetrieben und damit der Fleischversorgung der Gießener Bevölkerung zugänglich gemacht werden. Rechnet man die Gewichtsmengen der bisher verwerteten und der jetzt noch zur Mast stehenden Schweine zusammen, so kann man als Ergebnis dieses Schweinemästereibetriebs während des bisher verflossenen dreiviertel Jahres seines Bestehens die sehr ansehnliche Menge von 554 Zentnern Schweinefleisch als zusätzliche Versorgung der Gietzener Bevölkerung feststellen. Das ist ein Arbeitserfolg, auf den die Kreisamtsleitung Wetterau der NSV. mit gutem Grund stolz fein kann. Aber auch die Gießener Hausfrauen, die bisher in dankenswerter Weife die zur Schweinefütterung geeigneten Küchenabfälle dem Schweinemästereibetrieb des EHW. fortlaufend zur Verfügung stellen, können der Anerkennung der, Allgemeinheit gewiß fein, weil sie durch ihre verständnisvolle Mithilfe ein gutes Werk im Dienste der Volksgemeinschaft unterstützen. In aller kürze wird die Stadt Gießen ihre anerkennenswerte Förderung des EHW. durch eine neue gute Tat bekunden. Sie wird die Errichtung eines zweiten Stalles für den Schweinemästereibetrieb in Angriff nehmen. Die Mittel für diesen Bau sind schon vor einiger Zeit vom Oberbürgermeister nach Be- Der Zollstock beweist es! Messen Sie einmal Ihre Fußböden aus und multiplizieren Sie die Quadraimeterzahl mit RM. 1.25. Sie werden staunen, wie wenig es kostet, Ihre Räume mit dem dauerhaften, farbschönen und Arbeit sparenden Fußbodenbelag BALATUM ganz auslegen zu lassen. PROSPEKT 61 DURCH BALATUM-WERKE • NEUSS Bewegung die Kappe ab und wischte sich mit dem Handrücken die feuchten grauen Haarsträhnen aus der Stirn und das tropfende Waffer aus den Augenbrauen: denn er wußte, was jetzt kam. Und richtig: Die Frau, die feit Stunden vor Schmerz und Angst stumm gewesen war, wickelte ihr Gesicht aus den Tüchern, holte Atem und sprudelte mit verwunderlicher- Geläufigkeit einen Strom von höhnischen Vorwürfen, wimmernden Klagen und Gekeif hervor. Als sie erschöpft schwieg, richtete sich der Mann aus geduckter Haltung zu voller Größe auf und reckte seine mächtigen Glieder, daß die Gelenke knackten. Wortlos, mit dröhnenden Schritten, ging er zur Tür, stieß sie auf, trug erst den Korb, dann die Frau hinaus und warf die Tür mit grobem Knall hinter sich zu. Draußen nahm er die Frau auf, trug sie eine Strecke weit, setzte sie am Rand des schmalen Pfades an einer einigermaßen trockenen Stelle ab, kehrte um und holte den Tragkorb. So trat er ohne einen Augenblick des Verweilens den Heimweg an, immer abwechselnd die Frau und den Tragkorb schleppend, mit stumpfer Unbeirrbar; feit, wie ein breiter Gaul dahinstampfend durch Schlamm und nasses Heidekraut und zähe Ginster- ftrünfe. Der Beamte stand am Fenster und sah in starrem Staunen dem seltsamen Erlebnis nach, bis die fablqraue Mooreinfamkeit die Gestalt des riesigen Wanderers verschlang. Rechtlicher Appetit. Von Christian Vock. In einer Frühlingsnacht geschieht es, mitten in der Nacht. Da wachst du auf und liegst so eine Weile, in das Dunkel schauend — kein Geräusch hat dich geweckt, du weißt im Grunde gar nicht, was da war, du wurdest wach, als wäre es schon Morgen. Du greifft zum Wecker, der rechts oben steht, und siehst ihn an, er tickt so mitternächtig laut, und du begreifst kaum, wie das möglich ist: es ist halb vier. Du bist so sonderbar morgenfrisch und ausgeschlafen, als wäre es schon acht Uhr durch. Und da ist es dann. Da stehst du auf, du schlurfst in weichen Schuhen durch die Zimmer, du machst ein Fenster auf und siehst hinaus und endlich weißt du, was das alles ist: die Luft da draußen ist so töricht milde, so betäubend samt, du lehnst 3um Fenster hinaus in die nächtliche stille Straße, nun weißt du, was es war. Es war der Frühling. So stehst du eine Viertelstunde oder länger noch. Dann schlurfst du wieder etwas durch die Zimmer, du weißt nicht recht, was du beginnen sollst. Du könntest schlafen? Aber schlafen kannst du nicht. Du hast so ein Gefühl, als wolltest du noch etwas ganz Bestimmtes. Du weißt nicht, was. Da fitzt du, mitten in der Nacht, an deinem Schreibtisch wie dein eigenes Gespenst und weißt nicht, was du willst. Du sitzt und klirrst etwas mit den Federhaltern, du läßt den Löscher schaukeln, auf — ab, auf — ab, und alle Tintenkleckse schaukeln mit, auf — ab. Im offnen Fenster hängt der Mond, und manchmal scheint es dir, als schaukelte er mit: auf — ab, auf — ab. Du wolltest irgend etwas ganz Bestimmtes, was war das wohl?. Dann stehst du wieder auf. Bist du müde? Nein, müde btst du nicht, das ist es eben, du bist so sonderbar hellwach. Und wieder schlurfst du durch die Zimmer, du machst kein Licht, du taperst so herum, du willst kein Licht. Und da geschieht es dann. Es geschieht, daß du wie unversehens vor der Küchentüre stehen bleibst. Ach, denkst du, ja, das war es, was ich wollte: Du machst die Küchentüre auf und gehst hinein. Du läßt auch hier keine Lampe brennen, du weißt Bescheid. Du steuerst geradeswegs zum Speiseschrank und klickst ihn auf. Da liegt auf einem Teller ein Stück Wurst — zwei Scheiben sind noch abgeschnitten,, du langst dir eine her und ziehst die Pelle mit den Fingern ab. Rundherum. Du ißt die Scheibe Wurst, du hast einen ungeheuren Hunger in dieser ^ühlingsnacht. Und während du die zweite Scheibe in den Fingern hältst, da siehst du, daß der Mond mit dir gegangen ist: da oben hängt er mayonnaisengelb im 'Küchenfenster und schaut dir zu. Du grüßt den Mond mit leisem Nicken und ißt. Ach, wie du ißt! Dein Hunger ist brunnentief, es sind noch Käsescheiben da, es ist noch Brot und Butter da, in einer Schüssel findest du einen Rest von Bohnen, die herrlich sauer schmecken, es nimmt fein Ende mit deinem Appetit. Dann endlich tappst du wieder in dein Bett. Noch eine Weile liegst du wach, und in den Fenstern ist es hell geworden. Dann drehst du dich nach rechts und schläfst zufrieden ein. Jedes Jahr einmal in irgendeiner Frühlingsnacht wachst du so auf und gehst so in die Speisekammer und ißt unterm Frühlingsmond, als wäre dein Appetit in solcher Nacht ein Naturereignis, das jedes Frühjahr einmal sich ereignet, ehe es richtig Frühling werden kann. Ein Gang durch das Biohumwerk der Stadt Gießen Mffenbeteiligung am llüer-Tag in Gießen! wurden (Nachdruck verboten!) 24. Fortsetzung. es hätte feinen das Auto. In zwanzig Minuten omoien: wji neu« öu, uD iuu 0« Köln fein. Alles Weitere erzähle ich! kommen? Wir werden alp diesem falschen ^Usszlger müssen wir in fragte sie nach Stimme klang „Na. endlich scheint der Groschen gefallen zu sein! Nun aber hurtig, Kinder! Hinten auf der Strotze wartet das Auto. In zwanzig Minuten Oie Hausfrau schafft Rohstoffe. Die sieben Dinge, welche die Hausfrau braucht, werden keineswegs aus dem „Nichts" geschaffen, sondern erfordern immer wieder Rohstoffe, mit denen wir nicht beliebig schalten und walten können. Man denke nur an die Stoffe, die sie zur Kleidung und im Haushalt braucht, an die vielen Metallgegenstände, mit denen sie in der Küche umzugehen hat, an das Papier, das sie vom Einkauf mit nach Hause bringt oder sich vom täglichen Zeitunglesen anhäuft. Die überlegt wirtschaftende Hausfrau verbraucht darum nicht nur Rohstoffe, sondern stellt der Industrie einen Teil auch wieder zur Verfügung. Papier wird nicht verbrannt, sondern gesammelt, Lumpen werden nicht in den Mülleimer geworfen, sondern kommen gleich in den Lumpenbeutel. Alle Metallgegenstände, auch die kleinsten, wie Tuben und kleine Dosen, werden aufbewahrt, da sie wichtige Rohstoffe liefern. Daß Altpapier nicht wertlos ist, geht allein schon daraus hervor, daß jährlich für 1,6 Millionen RM. Altpapier aus dem Ausland bezogen werden muß. Leider wird bisher erst ein Viertel als Altpapier der Wiederverarbeitung zur Verfügung gestellt. Dreiviertel gehen jährlich vollkommen verloren. Würde alles Altpapier gesammelt werden, könnten wir auf die Einfuhr von etwa 500 000 Tonnen Holzschliff und Zellstoff im Werte von rund 15 Kiste gesessen hast." „Fangt nicht schon wieder zu streiten an, tt)r Idioten! Seht lieber zu, daß wir zu einem Ergebnis Zweck!" Ruland schwieg. „Warum muß es so sein ...?" einer Weile hilflos, und in ihrer blieb Willy Ruland plötzlich aufhorchend stehen und bedeutete der Vorangehenden, das gleiche zu tun. „Haben Sie nichts gehört?" In der Tat, da waren knackende Geräusche, ferne Stimmen, ab und zu ein hallender Ruf. „Es kommt von hinten!" flüsterte Lissy. „Wir werden verfolgt." „Los! Laufen wir! Wir müssen gleich an der Grenze sein! Es wäre der Gipfel der Niederträchtigkeit, wenn unser Vorhaben im letzten Augenblick vereitelt würbe." Sorgfältig jedes laute Geräusch vermeidend, glitten sie vorwärts, aber da — was war das eben? „Ru-u-land!" scholl es deutlicher aus dem Dunkel hinter ihnen. Gleich darauf blitzte fern der Schein einer Taschenlampe auf. „Was soll das bedeuten?" Ruland blieb stehen, wie in einem Bann befangen. „Das sind feine Grenzwächter, Fräulein Lissy. Wir müssen warten, es scheint etwas Besonderes geschehen zu sein." Und bald tauchte Christian HerÄegen und hinter ihm Vater Bargent zwischen den Bäumen auf. Beide waren vollkommen außer Atem, Bargent hatte fast überhaupt keine Luft mehr, er jappte zum Gotterbarmen. „Noch besser haben Sie nicht laufen können, verdammt noch mal! Da soll man sich nicht die Schwindsucht holen! Wenn mein Hausarzt das er. fährt, der dreht Ihnen glattweg den Hals um." „Wollen Sie uns nicht erklären--" stotterte Willy Ruland. „Warum verfolgen Sie uns?" „Warum rennen Sie mitten in der Nacht mit einem jungen Mädchen durch den Wald? Vermutlich wollten Sie Blaubeeren für den Frühstückstisch sammeln, he?" „Jeder kann machen, was er will!" „So, glauben Sie? — Eine schöne Antwort! Und dafür rennt man sich die müden Beine aus dem Leib." ,^Ich habe Sie nicht darum gebeten!" „Himmelbombenelement! Da könnte einem beinahe das Fluchen ankommen. Wenn Sie uns jetzt nicht sofort folgen, fliege ich allein nach Paris! Verstanden?! Wir werden ja bann sehen, wer zuerst drüben ist?" Willy Ruland nß vor Erstaunen den Mund auf. „Was? Wie? Ich soll mit Ihnen--?" von Maquinot ordentlich den Mund nach unseren Schätzen wässerig machen. Wenn er dann--" Der Schauplatz dieser Unterhaltung zwischen „ehrenwerten" Männern war ein dunkles Hinter- zimmer in einer Wohnung am Boulevard Made- leine und glich in seiner halb eleganten und halb chäbigen Einrichtung dem Büro eines Winkeladvokaten. t ...... ni/1 . Ein einziges Fenster, desien spärliches Licht den Raum auch an den hellsten Tagen nur in ein düsteres Zwielicht tauchte, mündete in einen engen, trostlosen Hinterhof. Ein schmaler Torweg führte durch das Hinterhaus auf einen verlassenen Bauplatz, der schon seit Jahren auf einen unternehmungslustigen Liebhaber wartete. Mitten in ihrer hitzigen, aber gleichwohl nur halblaut geführten Unterhaltung wurde die Versammlung durch ein schrilles Klingelzeichen auf» geschreckt. „Das wird Claudius fein!" sagte Töne Larrings. „Weiß der Teufel, wo er sich so lange herumgetrieben hat!" . . „Keine Spur! Claudius wendet immer sein besonderes Signal an, zweimal kurz, einmal lang, bann wieder kurz! — Das ist Peggs! Mach auf, Paule, Mademoiselle Noiret ist nicht zu Hause! Die genannte Dame war die Wohnungsinhaberin, eine harmlose alte Jungfer mit einer Warze am Kinn. Uebrigens hatte sie nicht die geringste Ahnung, womit ihre drei Untermieter sich ihr Brot verdienten. Das Wesentliche war ihr, daß sie punkt- lich bezahlten, und das taten sie. Paul Sacher kam mit einem lebhaften kleinen Mann zurück, dessen besonderes Merkmal eine stark nach hinten fliehende Stirn und eine schöne, spiegel- blanke Glatze war. _ . Ja, es war Fred Peggs, der ,große Peggs, wie ihn seine Zunftgenossen trotz seiner Heinen Gestalt zu nennen pflegten. Peggs suchte zunächst nach einem Platz, auf dem er seinen steifen runden Hut ohne Bedenken niederlegen konnte. Dann zog er seine cremefarbenen Waschhandschuhe aus, eine feierliche und langwierige Zeremonie, an der die drei Ehrenmänner mit geziemender Bewunderung teilnahmen. „Nun, meine Herren, wo druckt der Schuh?" begann Fred Peggs endlich zu sprechen, nachdem er Platz genommen hatte, nicht ohne zuvor seine Hosenbeine zwecks Schonung der Bügelfalte hochgezogen zu haben, was aber auch vielleicht dazu die» nen mochte, den Anblick seiner grauseidenen, sehr eleganten Socken der Umwelt nicht vorzuenthalten. (Fortsetzung folgt.) Abenteuer in Paris. Vornan von Hans Hirchammer. Copyright by Verlag Oskar Meister, Werdau i. Sa. in Kauf nehmen." „Und wenn er es täte ... er will Richter werden. lieber kurz oder lang würde die Ernüchterung und die Reue kommen. Rein, nein, c **/“■* * Ihnen während der Fahrt. — Was ist mit Fräulein Bargent? Wollten Sie die etwa auch nutneh- men?" Willy klärte den Kommissar mit em paar Worten auf. „Sie würden Fräulein Bargent und mir eine große Gefälligkeit erweisen, wenn Sie eine Möglichkeit fänden--" Herdegen überlegte einen Augenblick. „Ra, meinetwegen! Es ist zwar eine Eigenmächtigkeit, die ich kaum verantworten kann, aber wenn es ihr gelingt, als blinder Passagier mitzukommen — ich will nichts gesehen haben." „Wunderbar! Ader wie kommt Herr Bargent — ich dachte, er sei verhaftet worden?" „Bin ich auch!" bekannte Bargent freimütig, während er nach seiner Tochter schielte. „Man hat mir nur einen kleinen Urlaub bewilligt. Nun komm schon, Lissy! Die paar Stunden, die wir noch beisammen sind, werden wir uns hoffentlich vertragen!" Da der Chauffeur des Wagens ein wahres Hollentempo vorlegte, erreichten sie den Flugplatz in Köln schon einige Minuten vor der gemutmaßten Zeit Das Flugzeug aus Berlin war bereits angekommen und stand wartend auf dem Rollfeld. Der Pilot,, in dicht schließender Ledermütze, begrüßte seinen Kollegen mit einem kräftigen Händedruck. Dann schaute er bestürzt auf die übrigen. „Was denn, diese Leute hier wollen alle mit? „Aber gewiß! Das werden wir alles schön verstauen! Das Mädel fliegt schwarz. Also weggucken, wenn sie einsteigt!" „Ach du mein heiliges Schwabenland! stöhnte der Pilot. „Na, da wolle mer'sch halt rischkiere!" 25. Paul Sacher hab bedeutsam seinen etwas dicken Zeigefinger. „Er weiß nicht, daß wir ihn durchschaut haben. Darin liegt unser großer Vorteil. -Während er glaubt, uns eine „Falle zu stellen, machen wir es gerade umgekehrt." „Sag, was du willst, Mensch!" meinte Töne Larrings und kratzte sich bedenklich am Hals. „Mir gefällt die Geschichte nicht. Ich habe so ein mulmiges Gefühl, und das ist ein schlechtes Zeichen." Selbstverständlich war auch Otto Czibulka anwesend und ließ seine Meinung hören. „Du bist em ewiger Miesmacher, Töne! Mich wundert, daß du damals nicht vor Angst das Knieschlottern bekamst, als du in der Friedrichstraße mit Paule aus der Kopfschmerzen, Druck über den Augen und andere Beschwerden. Vielleicht liegt ein Sehfehler vor ? Eine Brille hilft! Augenärztl. Verordnungen finden meine ganz besond. Beachtung. »ssD a.Bahnhof Geller Lieferant auch Ihrer Krankenkasse. reite an anderer Stelle („Die Scholle" des Gießener Anzeigers Nr. 3 vom 18. Ian. 1938) berichtet. Für Hausgärten benötigt man zur Düngung mit Bio- hum für 1 Ar (d. f. 100 qm) 75 Kilogramm, welche sich auf nicht viel weniger als 1 Raummeter stellen. Das Biohumwerk der Stadt Gießen hat eine Tagesleistung von 250 Doppelzentner. Der vielfach von den Verbrauchern als zu hoch beanstandete Preis des Bio Hurns bildete bisher den „Stein des Anstoßes". Es ist in dieser Beziehung das Möglichste getan worden, und es ist zur Zeit unmöglich, den Preis herabzusetzen, da die Herstellungskosten, insbesondere der Preis für Torf und für die anderen Zusätze, eine weitere Herabsetzung augenblicklich nicht zulassen. eine schmerzliche Erregung. * „Eines Tages wird Ihnen das Leben auf diese Frage eine Antwort geben!" entgegnete er, so daß man meinen mochte, er habe schon weiß Gott welche Erfahrungen gesammelt. Und aus einer plötzlichen Eingebung heraus setzte er hinzu: „Kommen Sie mit nach Paris!" Es stand kein Plan, fein nützlicher Zweck hinter dieser unvermittelten Einladung, aber es deuchte ihm, als würde ihre Begleitung ihm eine Hilfe fein. Zu seiner Ueberrafthung blieb der erwartete Widerspruch aus — im Gegenteil, sie schien dieses Angebot erwartet zu haben. „Wenn es Ihnen recht ist?" sagte sie oufftehend. „Aber dann wollen wir feine Zeit mehr verlieren." Willy folgte ihrem Beispiel. Er hatte sie verstanden: sie wollte durch den Einsatz ihrer Kräfte für den Makel sühnen, mit dem sie sich durch die Schuld des Vaters behaftet fühlte. Sie setzten ihre Wanderung fort-, aber als sis vielleicht eine knappe Viertelstunde gegangen waren, Weit außerhalb der Stadt Gießen, hinter dem Güterbahnhof, bei der sogenannten „Margareten« Hütte", münden die Hauptkanäle der Stadt Gießen in sechs große Klärbottiche. Jeder dieser Klärbottiche umfaßt etwa 650 Kubikmeter Abwässer. Diese Bottiche können durch Schützen geschlossen und geöffnet werden, so daß man in der Lage ist, die Klarbehälter ganz nach Bedarf zu füllen. Vor der Einmündung der Hauptkanäle in diese Klärbottiche müssen die Abwässer durch große eiserne Gitterroste, wodurch dort bereits feste, oben schwimmende Reste aufgefangen werden, da sie für die weitere Verarbeitung unbrauchbar sind. Der sich absetzende Schlamm bildet am Boden der Bottiche den .Klärschlamm", während das darüber stehende Wasser, zu 98 bis 99 v. H. gereinigt, ab gelassen werden kann. Der Klärschlamm wird durch ein Pumpwerk aus den einzelnen Klärbottichen in einen großen, luftdicht abgeschlossenen Detonsilo gepumpt, der etwa 1600 Kubikmeter Schlamm saßt. Dort findet unter Luftabschluß eine starke Zersetzung des Schlammes statt. Der Schlamm bleibt etwa acht Wochen in diesem Silo lagern, ehe er zur Verarbeitung in die Schlammgrube abgelassen wird. In diesem Silo erfährt der Schlamm eine Art „Verrottung". Durch zahlreiche chemische und bio« logische Prozesse findet unter Luftabschluß die Bildung von Gasen, in der Hauptsache des Methans, Sumpfgas, statt. Wie energisch die Zersetzung des Schlammes geht, geht allein schon aus der Tatsache hervor, daß das sich gebildete Gas für Behei- zungs- und Wärmezwecke des Biohumwerk e s Verwendung findet. Der Schlamm wird nach der Verrottung durch eine Förderschnecke in den Mischraum gehoben. Dort erfolgt der Zusatz von Torf, welcher durch das Schneckengetriebe innig und schnell gemischt wird. Desgleichen erfolgen dort die Zufätze. Das so innig gemischte Produkt, Schlamm—Tors—Zusätze, läßt ein schwarzes, gleich- mäßiges Produkt, das „Bi oh um", entstehen, das vollkommen geruchlos ist. Die Förderschnecke lagert das „Biohum" auf dem Depotplatz ab, wo es eine Art Nachgärung durchmacht, worauf das fertige Produkt zur Verfügung steht. Der Gehalt ber für die Düngung fo wichtigen Hauptnährstoffe an Stickstoff, Kali und Phosphor- säure ist zwar nicht allzu hoch, allein die Zusammensetzung entspricht ungefähr der eines guten ; Stallmistes. Leider geht ein Teil der Stickstoffver- binbungen unroiberbringlid) verloren, benn es wird der anfänglich in gebundener Form vorliegende Stickstoff in leicht löslichen Stickstoff überführt. Dieser betrübliche Umstand muß leider mit in Kauf ge- i nommen werden, da es unmöglich ist, den gelösten • Stickstoff zu binden. Der Hauptwert des Bio - ! h u m s liegt jedoch nicht allein im Nährstoffgehalt, - sondern hauptsächlich im hohen Gehalt an Humus- ftoffen, benn ber Kohlenstoff ber zahlreichen orga- Die in vielen Städten Deutschlands noch ungenutzten Abfälle verschiedenster Art der städtischen Kanäle werden in ber Stabt Gießen in vorbildlicher und neuzeitlicher Weise verwertet. In früheren Zeiten — und in vielen Städten auch heute noch — mußten und müssen große Flächen Landes außerhalb ber Städte zur Verfügung stehen, um die Abwässer abzulagern. Für die meisten Städte ist die Abwasferfrage noch ein Problem, und doch ist sie heute schon kein Problem mehr, jo im Gegenteil, die Verwertung der städtischen Abwässer sollte jeder Stadt zur unbedingten Pflicht gemacht werden, um alle Abfallstoffe restlos zu erfassen. Die großen Landslächen der Stadt Gießen, die ehedem für die Abwässerklaruna in Verwendung standen, werden jetzt wieder zugeschüttet, da sie überflüssig gefoorben jinb, unb bas Gelände kann nunmehr anderen, nützlicheren Zwecken zugeführt werden. Dabei ist es wohl selbstverständlich, daß es in dieser Gegend nicht nach Rosen duftete. Durch die neuzeitlichen Verwertung ber Abfälle verschwinben auch diese unangenehmen Ge- rüche zum größten Teil, wodurch die ganze Gegend hygienischer wird, ein Umstand, der sicherlich nur zu begrüßen ist. „Ich werde ihn nie bekommen!" entgegnete sie und begann in das Dunkel hinein von Peter Langen zu sprechen, der zwar behauptet hatte, sie zu lieben, ber aber boch für sie unerreichbar sei. Es tat ihr unendlich wohl, sich einmal aussprechen zu dürfen. Er allein wußte ja, wie es mit dem Vater stand, daß sie, durch die Bande des Blutes an ihn gefesselt, auf bas Glück verzichten muhte. „Wir waren Schulkameraden!" sagte sie. „Unb er hat mich schon immer gerne gesehen, und ich könnte einmal seine Frau werden, wenn ich nur ja sagen wollte." „Und wegen Ihres Vaters glauben Sie dieses Ja verweigern zu müssen? — Gestehen Sie ihm die Wahrheit — und stellen Sie ihn vor die Wahl! Wenn er Sie wirklich liebhat, wird er die Tatsachen Von Dr. Rudolf Schreiber, Gießen. nischen Verbindungen ist nach der Verrottung im Silo als humusartige Stoffe erhalten geblieben. Der Humus stellt den Nährboden für lebhaftes Bakterienleben im Boden dar. Besonders bei intensiver Bewirtschaftung, insbesondere aber für die Erzeugung von Gemüse, Wein und Tabak, ist bekanntlich eine größere Humuszufuhr unbedingt notwendig. Der gesteigerte Humusbedarf kann leider durch die erzeugten Mengen an Stallmist in Deutschland nicht gedeckt werden, so daß es aus diesem Grunde allein schon notwendig ist, alle zur Beschaffung von Humus brauchbaren Stoffe heranzuziehen, so daß es nur zu verständlich war, auch den Klärschlamm nutzbar zu machen. lieber die Anwendung des Biohums wurde be- Das Regiment, die Regimentsvereine, die NS.» Kriegsopferversorgung, der Kyfshäuser- und Soldatenbund werden alles aufbieten, um Dielen ehemaligen Angehörigen die Teilnahme zu ermöglichen und die Festtage zu einem unvergeßlichen Erlebnis werden zu lassen. ‘ Auch die alte Garnison- unb Universitätsstadt Gießen wird euch würdig zu empfangen 'wissen. Die Bevölkerung Gießens wartet auf euch, die ehemaligen Angehörigen der stolzen hessischen Regimenter! Gleichzeitig wollen wir, nach alter Soldatenart, bte Tage benutzen zu einem neuen gewaltigen Bekenntnis für den Schöpfer Grohdeutschlands, für den Mann, dem wir durch feine gewaltige Tat die wiedererrungene deutsche Wehrfreiheit unb damit bie Auferstehung unseres stolzen Regiments verdanken, unseren Führer und Obersten Befehlshaber Adolf Hitler. herrlein, Oberst und Regimentskommandeur. Dornotiren. Tageskalender für Samstag. Stadttheater: „Großer Bunter Abend" von KdF. um 20 Uhr. — Gloria-Palast (Seltersweg): „Roman eines Schwindlers". — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „Der Mann, ber nicht nein sagen kann". — Kurzschriftvereinigung: 20 Uhr auf ber „Karlsruhe", Frühlingsfest. — VHC. Gießen: Oberhessische Kirmes. — Öberhessischer Kunstverein, Turmhaus am Branb: 17 bis 18 Uhr, Kunstausstellung. — Frühjahrsmesse auf Oswalbsgarten. — Artilleristen- Kamerabschaft 1895: 20.30 Uhr, Kameradschafts- abenb im „Hessischen Hof". Tageskalender für Sonntag. Stabttheater: 19 bis 21.30 Uhr, „Fra Diavolo". — Gloria-Palast (Seltersweg): „Roman eines Schwindlers". — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „Der Mann, ber nicht nein sagen kann". — Obst- unb Gartenbauverein Gießen: 15.30 Uhr, Vortrag im Hotel „Hopselb". — Oberhessischer Kunstoerein, Turmhaus am Branb: 11 bis 13 Uhr, Kunstausstellung. — Frühjahrsmesse auf Oswalbsgarten. Stadttheater Gießen. Heute, um 20 Uhr, findet im Stabttheater als Feftvorstellung für „Kraft burch Freude" ein großer Bunter Abend statt. Mitwirkende: das gesamte Personal des Stadttheaters unb bas städtische Orchester. Ende 22 Uhr._______________ ratung mit den Ratsherren der Stadt zur Verfügung gestellt worden. Dieser zweite Stall dürfte voraussichtlich im Laufe des Juli in Benutzung genommen werden. Dann wird das EHW. die Zahl ber zur Mästung eingelegten Schweine Derboppeln, b. h. von gegenwärtig 180 auf etwa 350 Stück steinern können. Es darf im Hinblick darauf wohl Die Hoffnung gehegt werden, daß bei dieser Ausweitung des gemeinnützigen Betriebes auch diejenigen Haushaltungen, die gegenwärtig hier noch nicht in ber Mitarbeit durch Bereitstellung ihrer Küchenabfalle stehen, dann bie Küchenabfälle ben Sammelwagen des EHW. regelmäßig mitgeben werben. Nebenbei sei noch bemerkt, baß die Kreisamtsleitung ber NSV. einen Derartigen Schweinemästereibetrieb mit etwa 150 Schweinen in B a b - Nauheim für bie Stäbte Bad-Nauheim, Friedberg unb Butzbach in Betrieb hat. Gegenwärtig wird ber Plan erwogen, eine Derartige Einrichtung mit einer allerdings kleineren Zahl von Schweinen in nächster Zeit auch in G r ü n b e r g und in L o l - l a r zu schaffen. Gau Hessen-Nassau in der ersten Reihe. Zu dem in ben Mauern ber Stadt Gießen vorn 18. bis 2 0. Juni stattfinbenben Regi- mentstag des Infanterie-Regiments 116 gehen bereits heute aus allen Teilen des Reichs täglich zahlreiche Anmeldungen beim IR. 116 ein. Es wird daher beim diesjährigen Regiments- Appell mit einer Massenbeteiligung zu rechnen sein. Gauleiter und Reichsstatthalter Sprenger hat ein Erscheinen bereits zu gesagt. Es werden ferner die sieggekrönten Fahnen des alten, ruhmreichen Regiments, die heute im Schloßmuseum in Darm« labt von Siegen künden, bie Tausende tapferer Soldaten erkämpften, neben den Fahnen der jungen nationalsozialistischen Wehrmacht zugegen sein. Zahlreiche Sonderzüge, Kraftwagen und sonstige Beförderungsmittel werden die ehemaligen Angehörigen Unserer hessischen Regimenter nach Gießen bringen, um hier im Kreise alter und junger Kameraden und Darüber hinaus der gesamten Bevölkerung einen Regiments-Appell und gleichzeitig den 125jährigen Gründungstag des Regiments festlich begehen. Der Regimentskommandeur, Oberst Herrlein, erläßt folgenden Ausruf! An alle ehemaligen Angehörigen des Infanterie- Regimenls 116, des Reserve-Jnfanterie-Regi- ments 116, des Landwehr-Jnfanterie-Regiments 116, des Infanterie-Regiments 186, der Referve- Jnfanterie-Regimenter 222 und 254, der Infanterie-Regimenter 390 und 418. Kameraden! Euer ruhmreicher Infanterie-Regiment 116, verbunden mit feinen Kriegsformationen, die mit gleichem Ruhm im größten aller Kriege kämpften, dem Reserve-Jnfanterie-Regiment 116, dem Land- wehr-Infanterie-Regiment 116, dem Infanterie- Regiment 186, den Reserve-Jnfanterie-Regimentem 222 und 254, den Infanterie-Regimentern 390 und 418, ruft zu einem Negimentsappell in den Tagen vom 18. bis 20.Juni 1938 in Gießen auf. Arn 17. Juni 1938, dem Vortage des diesjährigen großen Regimentstreffens, find 125 Jahre verfloßen, feit dem eigentlichen Gründungs- t a g d e s Infanterie-Regiments 116. 7 0 Jahre ist Gießen in diesem Jahre , Standort des Regiments. Tausende und aber laufende bester Söhne des deutschen Volkes haben feit Generationen in den Reihen des Regi- : mente in Krieg und Frieden gebient. Das Kriegs- i schickfal hat alle auseinandergeweht. Verschiedenen , Feldregimentern gehörten wir später an. Run wollen wir uns wieder treffen, - eine freudige Wiedersehens feier mit den alten und • jungen Kameraden begehen! NSG. Im Gau Hessen-Nassau bisher rund 5200 Schweine zur Mast eingelegt, wovon etwa 1000 Tiere bereite dem Markte zum Schlachten zugeführt worden sind. 36 Mästereien sind heute in unserem Gau in Bettieb, und die Bestrebungen gehen Darauf hinaus, im laufenden Jahre bie Anzahl Der zu mäftenben Tiere mindestens zu verdoppeln, um möglichst bald das vorgesetzte Ziel einer zusätzlichen Mästung von 20 000 Schweinen zu erreichen. Der Gau Hessen-Nassau steht in ber e r ft e n Reihe der Entwicklung des Ernahrungs- hilfswerkes, und es ist insbesondere der Aufmerksamkeit und Unterstützi'ng Des Gauleiters sowie ber verständnisvollen Mitarbeit der Bürgermeister unserer Stadtgemeinden zu verdanken, baß die NSV. das Ernährungshilfswerk überall ohne größere Schwierigkeiten einrichten konnte. Welche enormen Leistungen in der kurzen Zeit, seit ber Einrichtung Des EHW. vollbracht wurden, mögen noch die nachstehenden Angaben erhellen: Schon heute werden täglich 44 000 Kilo Küchenabfälle ate Schweinefutter gesammelt unb verwertet. An Neubauten für Schweinemastanlagen zuzüglich ber umgebauten, bereite vorhandenen Einrichtungen wurden 12 000 Quadratmeter Boden- fläche überbaut. Die zusätzliche Erzeugung von 2000 Kilo Schweinefleisch pro Tag ist erst ein Anfang, sie deutet schon heute die Bedeutung des EHW. nach seinem vollständigen Ausbau an. en! bit HZ , Bi1? 5°(= " Erlebnis f" ■«Hffen. s, loljtn tourt, bfe " Setinnt, '■ f“r d«„ ' Tat di- ,nö damit nenfg Der» ^hlshaber ^Mndeur. He. au braucht, ' geschahen, me, mit be» tt?n können. >ur Kleidung eien Metnll- kuche umzu- 'om Einkauf 'glichen Zei- ____ V und andere ier vor? Eine finden meine achtung. toD ; eller rKrankenkatoe. vittschaftevde ir flotfoiie, t and) wieder H brannt, jon-- m denMll-- ^eich 'm btn de, auch bis , werden auf- , em. Daß Alt- schon daraus en M. Alt- werden muß. als Altpapier ping gestellt, -en verloren. •! -den, könnten 000 Tonnen ion rund 15 nach unseren dann-- nq Wischen alles hinter- evarb Made« ten und halb I ines Winkel- hes Licht den . nur in enr ! einen engen, 'onoeg führte laffenen Bau- ^ernehnrungs^ eichwohl nur rb« d» ^elzeichen W ssh Msinhabenn, r Warze am xie geringste *ti'P K'-'» tff® ,ebeliiefo^nen cre<° lang' I bt* *rze'aend geboten wird. Auf Fahrten und von Zeltlagern aus lernen Jungen und Mädchen die Die Pimpfe, die jüngste Gefolgschaft des Führers. (Aufn.: (11 Reichsbildstelle der HI.; [1| Winterhoff, Gießen; |71 Neuner, Gießener Anzeiger.) NSFK. bei der Segelfljegerschulung bei Amöneburg, werk, im volkswirtschaftlichen Einsatz (Altpapiersammlung), in der Ausübung der Leibesübung auf breiter Front, vor allem aber auch in der besten Pflege des Kameradschafts- und Gemeinschaftsgedankens, bewerfen sich die Kräfte und Möglichkeiten einer willigen Gemeinschaft überhaupt. Die ff (Schutzstaffel) sorgt in erster Linie für die Sicherung der Bewegung. Sie hält in klaren Seitdem es in Deutschland die NSDAP, gibt, bestehen auch die Gliederungen, die innerhalb der Partei und in unserem öffentlichen, in unserem völkischen Leben sehr bedeutsam sind. Durch die Gliederungen wird manche Aufgabe erfüllt, für deren Erfüllung man in früherer Zeit keine Möglichkeit . sah, vielfach auch keine sehen wollte. Und alle Arbeit, die in den Gliederungen der Partei geleistet wird, dient, wenn auch nicht immer in allen Einzelheiten nach außen hin augenfällig sichtbar, irgendwie der Volksgemeinschaft. Hier liegt der tiefste Sinn der Gliederungen, die nicht um ihrer selbst willen geschaffen und entwickelt wurden. Wohin man den Blick wendet, immer wird man die große Linie des erstrebten Dienstes am Volke erkennen, mag er nun mittel- oder unmittelbar zu leisten sein. Der Beweis dieses Dienstes an der Volksgemeinschaft im einzelnen ist leicht zu führen. Und noch em anderes? Die Partei und ihre Gliederungen sind Kameradschaften. Im Laufe der vergangenen Jahre, in denen die Gliederungen schon rem zahlenmäßig eine große Anzahl von Volksgenossen zusammenführten, wuchs im Kreise der Kameraden ein Verhältnis heran, das den Geist der Volksgemeinschaft auf breiteste Basis brachte. Einer weiß vom anderen, wie er sich sein Brot verdient; einer lernt den anderen schätzen. Jeder weiß sich mit dem anderen zu unterhalten; man entdeckt gleiche Neigungen und gleiche Interessen. Aus der anfänglichen Kameradschaft wuchs manche tiefe Freundschaft, die auch Belastungsproben ausgesetzt werden darf Da wir uns alle anfchicken, dem Führer am 10. April zu danken für all seine Arbeit, da wir uns alle in der Gegenwart, lebhafter als sonst, die Leistungen des Führers und seiner Bewegung in Erinnerung bringen, sei auch einmal ein Blick geworfen auf das, was in den Gliederungen heran- ffiud)s klare Formen der Organisation gewann und zur Gemeinschaftsleistung fähig machte^ Dieser Ueberblick gibt eine bunte vielgestaltige Reihe' Die SA (Sturmabteilung) dokumentiert von Anfang an eindrucksvoll die politische Kraftentfaltung nach außen hin. SA ist die Schule der Disziplin, das Kernstück bei Kundgebungen, Repräsentation der Bewegung und Helfer bei vielen Ausgaben politischer, völkischer und auch wirtschaftlicher Art. In der Ausgestaltung von Feierstunden, der Pflege des Marsch-, des Kampf- und auch des Volksliedes, in Wahlscklaclft, beim Einsatz für das Winterhilfs- Gießener ff mit der Fahne auf dem Marsch. Ueberall in den Gliederungen wird praktische Arbeit, aber auch Schulungsarbeit geleistet, die in der Gesamtheit der Volksgemeinschaft dienen will und immer wieder wertvoll dient. Immer tiefer schlagt in den meisten unserer Volksgenossen das Bewußtsein Wurzeln, daß alle die uneigennützig geleistete Arbeit notwendig ist, um uns im Kampf gegen alle Böswilligkeiten, die an unsere Grenzen branden, zu behaupten. Die Gliederungen der Partei smS eine Schule der Nation? Ziehung. Der NSKK- Mann im Verkehrserziehungsdienst ist schon zu einer vertrauten Figur in unserem Stadtbild geworden. Verkehrserziehung bedeutet Unfallverhütung. Also eine Aufgabe, allen Einsatzes wert! Selbstverständlich ist die stetige Ausbildung am Kraftfahrzeug, die Ausbildung des Nachwuchses, die Hebung im 'Geländefahren, die Durchführung motorsportlicher Aufgaben. Das NSRK. (Nationalsozialistisches Reiterkorps) vereinigt die Reiter in seinen Reihen, schult sie im Umgang mit Pferd und Wagen und fordert die Prüfungen um den Reiterschein Die Prüfungen fordern viel Wissen und Können. Für unsere Landesverteidigung ist die Arbeit des NSRK. sehr Gleiches gilt auch von der Arbeit im NSFK. (Nationalsozialistisches Fliegerkorps) Das NSFK. hat die Anfangsschulung des fliegerischen Nachwuchses übernommen. Jugend baut an Segelflugzeugen Gießener BDM. marschiert... engere und die weite Heimat kennen und vertiefen in sich das Bewußtsein um Heimat und deutschen Lebensraum. Die HI. bemüht sich um ein gutes Verhältnis zu Kunst und Kultur, um soziale Fragen, und es darf wohl erwartet werden, daß aus der HI. der aufrechte deutsche Mensch herauswächst. Wenn diese Jugend dann zum Reichsarbeit s- dienst kommt, weiß sie meist schon, um was es in unserem Vaterlande geht. In der harten und unmittelbaren Arbeit am deutschen Boden werden die seelischen Bindungen des einzelnen jungen Menschen an die Gesamtheit des Volkes noch mehr gefestigt. Unser Gießener Arbeitslager 5/222 „Justus von Liebig" hat sich in unserer heimatlichen Landschaft bereits sehr verdient gemacht. Manche Gemeinde verdankt dem Arbeitsdienst wertvolle Bodenverbesserungsarbeit, Bachregulierungen, Wegebau, Rodung und nicht zuletzt Erntehilfe. In diesen Tagen hat wieder ein Jahrgang das Arbeitslager verlassen, am 3. und 4. April werden wieder neue Kameraden das Lager am Philosophenwald beleben. Neben der Arbeit all jener Gliederungen, die in unserem öffentlichen Leben eindrucksvoll bei Aufmärschen und Kundgebungen in Erscheinung treten, steht die in stillerer Weise sich vollziehende Arbeit der N S. - F r a u e n s ch a f t. Diese und auch das angeschlossene Frauenwerk haben eine Fülle sozialer Aufgaben übernommen. Immer wieder stellen sich die Frauen der Sache der NSV., des Winterhllfs- werkes, des Hilfswerkes „Mutter und Kind" ufw. zur Verfügung. Da wurde an manchem Pflichtabend Wäsche ausgebessert, angefertigt und der NSV. Übermittelt, da wurden Früchte eingekocht für bedürftige Volksgenossen, da wurde mit immer gleichem Eifer das Ergebnis der Pfundspenden sichergestellt. Weihnachtsfeiern half die NS.-Frauen- schast mit großer Liebe ausgestalten, und noch bei mancher anderen Gelegenheit konnte sich frauliche Eigenart, Opferwilligkeit und praktischer Einsatz für die Gemeinschaft beweisen. Durch weltanschauliche Schulung wurde auch den Frauen das Verständnis für die mancherlei Notwendigkeiten unserer Volksgemeinschaft gefördert. Die Arbeit der NSV (Nationalsozialistische Volkswohlfahrt) wurde schon am vorigen Samstag an dieser Stelle gewürdigt. Das Wirken der Deutschen Arbeitsfront wird noch einer besonderen Würdigung vorbehalten bleiben. Ertennlnisseil den Rassegedanken in der Heber« nähme aller Konsequenzen hoch. Immer wieder bewähren sich die Männer der ff im Ab- sperrdienst, sie sind aber auch stets bereit, wenn es für das WHW. zu sammeln gilt. Arbeiten unermüdlich daran, das Wissen um die Notwendigkeiten unserer Volksgemeinschaft, aber auch um die Kampfmethoden der Feinde unseres Volkes auszubauen. Das NSKK. (Nationalsozialistisches Kraftfahrkorps) hat gerade in jüngster Zeit, jedermann deutlich wahrnehmbar, eine dankbare und wichtige Aufgabe übernommen- die Verkehrs-Er- Der Gießener Arbeitsdienst beim Flutgrabenbau mit, lernt Segelfliegen, gewinnt Verständnis für die Grundforderungen der Motorfliegerei, wird angehalten zur Zähigkeit beim Bau eines Segelflugzeuges über viele hundert Stunden und wird zur Zivilcourage herausgefordert. Hitler-Jugend? Uns allen ein umfassender Begriff. Hitler-Jugend ist überhaupt die deutsche Jugend, die bewußter als manche Generation vorher der Zukunft Oie Reit- und Fahrausbildung der HL Zahres-Appell der Freiw. GaiNchen Feuerwehr Kirchliche Nachrichten ein sich ein Schlußq-sang schloß der Selter den Abend In 06. licher Weise. Eine Tellersammlung für das W5)W. taa). für die Ostmark erbrachte etwa 14 Mark + Birklar, 1. April. Am Donnerstag trafen auf unserem Hofgut zehn italienische Arbeitskräfte ein, um die Sommerarbeiten verrichten zu helfen. )—( Ruppertsburg, 1. April. Einen schonen Verlauf nahm der Heimatabend, den unsere Schule im Saale des Gastwirts Schlörb veran- taltete. Nach einem gemeinsam gesungenen Liede rügen drei Schüler der zweiten Klasse Gedichte innooll vor, die die Heimat verherrlichten, die trotz hrer Schönheit im 18. und 19. Jahrhundert von mehr als 200 Ruppertsburgern verlassen werden mußte. Sie zogen nach Ungarn, an die Wolga, nach Schlesien, nach Polen, Nordamerika, Kanada, England, Argentinien, Uruguay und Brasilien. Wie es zu diesen Auswanderungen kam, und wie es den Auswanderern erging, das wurde in einer offenen Die Anfänge der Gtraßenbeieuchlung der Stadt Gießen. Lm Dienste der Krastfahrt Großzügiger Neubau für den Kundendienst. Die anerkannte Freiw. Gail'fche Feuerwehr e. V. hielt in chrem Kameradschaftshelm ihren diesjährigen Jahresappell ab. Er wurde von idem Wehrleiter, Oberbrandmeister Münch, geleitet, der nach Begrüßung der zahlreich erschiene- nen Kameraden dem Schriftwart der Wehr, Brandmeister Otto W a hl , das Wort zum Jahresbericht erteilte. ., Aus dem ausführlichen Jahresbericht tft zu entnehmen, daß alle Befehle für die Wehr, nachdem sie zur Feuerlöschpolizei erhoben ist, von dem Reichsführer ff und Chef der Deutschen Polizei kommen. Die Wehr hat hierdurch im vergangenen Jahre bereits einige Erneuerungen vornehmen müssen. Im Zuge dieser Neuorganifierung wurde den Kameraden das Hoheitszeichen verliehen und damit rein äußerlich zum Ausdruck gebracht, daß die Feuerwehr keine außerhalb stehende Organisation mehr ist. Mit der Unterstellung der Wehr unter die Polizei als Hilfsorgan der Ortspolizei- behörde hat das frühere Vereinsleben aufgehort zu bestehen und einer Auffassung der Pflichten im Sinne nationalsozialistischer Lebensgrundsatze Platz gemacht. . Dom Führer Und Reichskanzler wurde im Jahre 1937 das einheitliche Reichsfeuerwehrehrenzeichen gestiftet, das bei der erstmaligen Ausgabe am Erntedankfest 1937 den Kameraden Seb. Müller, Ludw. W ack, Heinr. Breit!) er, Willi Feuerbach, Ernst Römer und Karl Balser durch Brandinspektor Lenz für 25jährige treue Dienstzeit verliehen worden ist. Die Gail'sche Wehr hielt 17 Hebungen ab, ine zum Teil gmeinsam mit der Gießener Freiwilligen Feuerwehr ausgeführt wurden. Im Herbst sand In Watzenborn-Steinberg wurde Motorrad gestohlen. Der Dieb setzte darauf und fuhr los. Durch einen Zufall sah Kriminalpolizeibeamter, der die Sache zu bear- Giehen. Iohanneskirche. 18 Uhr: Passionsandacht; Pfr Ausfeld. — Kteln-Cinden. 20: Passionsandacht. — Llch. 20: Passionsandacht; Stiftspfarrer Kahn. Donnerstag, den 7. April. Gießen. Zohanneskirche. 20 Uhr: Bibelbesprechung; Pfr. Ausseld. — Daubringen. 20: Passionsandacht. Freitag, den 8. April. Gießen. Kapelle des Allen Friedhofs. 20 Uhr: Passionsandocht. — Kirchbera. 20: Passionsandacht. Evangelische Stadlmission Gießen, Löberstraße 14. Sonntag, 3. April. 8.30 Uhr: Morgenandacht; 13.30: in drei Gangarten, Schritt, Trab und Galopp, Leicht- traben, theoretisches Fahren, Beherrschen der Griffe am Fahrlehrgerät, Kenntnis der Verkehrsordnung und Verkehrszeichen. Besonderer Wert wird auf allgemeines Wissen der Pferdepflege gelegt. Die Prüfungen werden durch den Beauftragten des Reichs- infpekteurs abgenommen. Um einen erfolgreichen Aufbau des HJ.-Reltwesens zu gewährleisten, sind in allen Banndienststellen der HI. Sachbearbeiter eingesetzt, die in enoer Verbindung mit den örtlichen Dienststellen des NSRK. arbeiten. Die Prüfungen für den Reiterschein finden bis Ende April statt. Alle HJ.-Reiter, im besonderen aus den ländlichen Einheiten, werden aufgefordert, an den Prüfungen teilzunehmen. Alle Anfragen sind an die Sachbearbeiter für das Reitwesen in den Banndienststellen oder an die Gebietsführung Hessen- Nassau (13), Wiesbaden, Adolf-Hitler-Haus, Abteilung Leibeserziehung/ Reitwesen, zu richten. RUHL SeMersweg Nr. 67 adiO Telephon Nr. 3170 eparaturen in vielen Hunderten von Fächern alles enthält, was erfahrungsgemäß gebraucht wird. In einem zweiten Bauwerk befinden sich moderne Wagenpflege-Einrichtungen. Für den Abschmier- dienst stehen Einrichtungen zur Verfügung, die innerhalb weniger Minuten den Oelwechsel im Kurbelgehäuse gestatten, die Oelnachfüllung in Minuten sicherstellen, die Reinigung des Motors durch Oel unter Druck durchführen lassen usw. Meßgeräte gestatten die genaue Beobachtung der Arbeitsvorgänge und der Abfüllungen. Ein anderer Raum ist für die Wagenrelnigung zweckmäßig eingerichtet worden. Für den Kunden, der eine Reparatur an seinem Wagen, die Abschmierung, die Reinigung seines Wagens abwarten will, sind besondere Aufenthaltsräume vorhanden. r , ri r. . , ... Für die 65 Mann starke Belegschaft sind vorbildliche hygienische Einrichtungen geschaffen. Ein großer Gemeinschaftsraum mit schönem Bildschmuck bietet angenehmen Aufenthalt während der Arbeitspausen. . Die Anlage in ihrer Gesamtheit laßt erkennen, daß sie auf Jahrzehnte hinaus ihren Anforderungen entsprechen wird. Stabführung seines Dirigenten, Musikmeister Albert Schleuse, in gewohnter Weise übernommen. Nach gemeinsamem Gesang von „Lobe den Herren, o meine Seele!" begrüßte der Leiter, PfarrerD ö ll, die Mitglieder und ihre Angehörigen. Der Chor sang hierauf im bunten Wechsel Volkslieder und geistliche Chöre; er erntete verdienten reichen Beifall. Zwischendurch wurden von den sangesfreudigen Gästen eine Reiye gemeinsamer Lieder gesungen. Ausgeführt wurde dann ein Stück „Die Weiber von Löwenberg", ein Spiel nach einer geschichtlichen Begebenheit aus dem Dreißigjährigen Kriege. Die zweite Aufführung brachte „Bilder aus Max und Moritz", frei nach Wilhelm Busch. Beide Aufführungen fanden reichen Beifall. Nach der Dortrags- folge trat die Kaffeepause ein, bei der noch manches gemeinsame Lied gesungen wurde. In seinem Schlußwort dankte der Leiter allen, die zum Gelingen des Abends beigetragen hatten, besonders dem Chor und seinem Dirigenten, sowie den Mitspielerinnen bei den zwei Spielen. Nach dem NSG. Im Rahmen der körperlichen Erziehung und Ertüchtigung der deutschen Jugend hat die Hitler- Jugend in ihren Sondereinheiten vor allem auf dem Lande auch die Reitausbildung übernommen. Die Ausbildung im Reiten und Fahren ist nicht allein eine sportliche Aufgabe, sondern sie ist vor allem ein dringendes Erfordernis im Sinne der vormilitärischen Ausbildung des deutschen Reiternachwuchses. Mit Begeisterung haben Hunderte von Hitler- jungen im Gebiet Hessen-Nassau diese Arbeit ausgenommen und sich mit ganzem Herzen dem Reiten verschrieben. Die HJ.-Reiter sind in ihren Einheiten zu einer Sportleistungsgrüppe „Reiten und Fahren zusammengefaßt und erfahren durch das NSRK. ihre Ausbildung. Das Ziel jedes Jungen ist es, den Rer- terschein zu erwerben, der die Voraussetzung zum Eintritt bei einem berittenen ober fahrenden Truppenteil bildet. Der Dienst der HJ.-Reiter ist aus diesem Grunde auf die Erfüllung der Bedingunaen des Reiterscheines abgestellt: Dorreiten eines Pferdes 3n den vergangenen Monaten ist am Rande unserer Stadt, an der Marburger Straße, ein Neu- bau herangewachsen, der in allen seinen Teilen dem Kraftfahrzeug-Verkehr dient. Die Opel-Verkaufsgesellschaft hat dort neue und zeitgemäße Anlagen für Reparaturen, Wagenpflege und Krast- ftoffoerforgung geschaffen. Diese Anlagen sind jetzt fertiggeftertt und konnten gestern ihrer Bestimmung übergeben werden. Ein Betriebsappell bildete deä feierlichen Auftakt für die Inbetriebnahme der neuen Werkstattanlagen. Geschäftsführer Schmidt hielt eine kurze Ansprache, in der er auf die hohe Bedeutung der Motorisierung hinwies und die Verpflichtungen umriß, die allen, die in den neuen Räumen zu wirken haben, im Dienste der Volksgemeinschaft gestellt sind. Bei einem Rundgang durch die Anlagen gewinnt man rasch den Eindruck, daß dort gleicherweise sorgfältig und großzügig geplant und gebaut worden ist. Eine große Werkstätte gestattet bie Arbeit an 10 und 15 Wagen zu gleicher Zeit. 50 Automechaniker und Schlosser haben in diesem großen Werkstattraum bequem Arbeitsplätze. Alle notwendigen technischen und maschinellen Einrichtungen sind vorhanden. In unmittelbarer Verbindung mit der Werkstatt befindet sich ein Ersatzteillager, das Schulstunde gezeigt, die als kurze Zusammenfassung der im letzten Winter behandelten Unterrichtsganzheit „Deutsche in aller Welt" klarlegte, wie die politische Not, d.h. das Fehlen des starken Vaters Staat, dessen Söhne uvld Töchter zwang, m die Fremde zu ziehen, um sich dort ihren Lebensunterhalt zu suchen. Was aus den Antworten und Er- 1 * 3 * * 6 zählungen der Kinder zu erkennen war, wurde dann durch Aufführungen dargestellt. Vier Bilder zeigten: Russische Werber im Dorfwirtshaus zu Ruppertsburg im März 1766, die Ankunft der elf Ruppertsburger Familien in der Wolgasteppe, Kasperle bei den Urwaldkolonisten in Brasilien und Kasperle bei den Siebenbürger Sachsen. Das Programm brachte dabei auch viele passende Gedichte und Lieder. Einen schönen Schluß bildete die Ansprache von Lehrer Dr. Kammer aus Dillingen. Er verstand es, den vielen Teilnehmern deutlich zu zeigen, in welch großer Zeit wir leben. Kreis Alsfeld. Q] Alsfeld, 1. April. Gestern fand im Sitzungssaal der Gewerbeschule die S e m e st e r s ch l u ß- feier der Gewerbeschule statt. Der Leiter der Anstalt, Gewerbestudienrat Latsch, gab m seiner Ansprache einen Ueberblick über die Entwicklung der Schule seit dem Jahre 1924 bis 1938, und er konnte die erfreuliche Tatsache feststellen, daß der Besuch der Schule wieder im Aufstieg begriffen fei. Kreishandwerksmeister Koch (Alsfeld) wies in feiner Ansprache auf die Wichtigkeit der Ausbildung der technischen Arbeitskräfte für die Arbeit des Vierjahresplans und für den Handwerkerstand allgemein hin. Bürgermeister Dr. V ö l f i n g überbrachte den zur Entlassung kommenden Schulern der Oberklasse namens des Kuratoriums der Gewerbeschule die Glückwünsche der Stadt Alsfeld zur bestandenen Abgangsprüfung und erklärte, daß die Stadt auch ferner die Gewerbeschule tatkräftig un- terftüfeen werde. Die Abgangsprüfung unter dem Vorsitz von Regierungsbaurat O h a u s (Alsfeld) bestanden 6 Schuler sämtlich mit der Note „Gut . Die Schule hatte im vergangenen Winter einen Besuch von 46 Schülern aufzuweisen. Im Anschluß : an die Feier, fand eine Besichtigung der ausgestellten Zeichenarbeiten durch die Gäste statt. An der Feier nahm auch der frühere, langjährige verdiente Leiter der Schule, Rektor i. R. Schindel (Alsfeld) teil. Sonntagsschule; 15: Gemeinschaftsstunde (nur für Mitglieder); 16: Jungfrauenstunde: ?0.15: Evangeli- sationsvortrag. — Mittwoch, 6. April. 20.30. Bibel- stunde. Gemeinschaft innerhalb der Kirche (Landeskirchliche Gemeinschaft), Gutenbergstraße 9. Sonntag, 3.2Iprtl. 20.30 Uhr: Evangelisationsstunde. — Mittwoch den 6. April. 20.30: Bibelstunde. — Donnerstag, 7. Apnl. 20.30: Jugendbundstunde. Christliche Gemeinde, Zu den Mühlen 2. Sonntag, 3. April. 9.45 Uhr: Erbauungsstunde; 20.30: Evangeli- fation. — Dienstag, 5. April. 20.30: Bibel- und Ge- betftunbe. Bund freikirchlicher Christen, Gemeinde Gießen. Großer Steinweg 4 H. Sonntag, 3. April. 11.30 Uhr. Sonntagsschule; 20.15: Bibelstunde — Mittwoch, 6. April. 20.15: Bibel- und Gebetstunde. Die Christengemeinfchaft (Bewegung für religiöse Erneuerung), Marburger Straße 15. Sonntag, Den 3. April. 7.30 Uhr: Menschenweihehandlung. Neuavostolifche Gemeinden Gießen, Händelstraße 1 und Ederstraße 13. Sonntag, 3. April. 9.30 Uhr^Gottesdienste; 16: Gottesdienste. — Mittwoch, 6. April. 20.30: Gottesdienste. Katholische Gemeinden. Samstag, den 2. April. Gießen. 16.30 und 19 Uhr: Beichtgelegenheit. Sonntag, den 3. April. Pasfionssonntag. Gießen. 6.30 Uhr: Beichtgelegenheit; 7: hl. Messe (hl. Kommunion der Männer); 8: Spendung der hl. Kommunion; 9: Hochamt mit Predigt und hl. Kommunion der Schulentlassenen; 10.15: Militärgottesdienst; 11.15: Singmesse mit Predigt; 20: Saften- predigt und Andacht. — Grünberg. 9.45: Hochamt mit Predigt. — Cid). 7.30: Hochamt mit Predigt; 20: Dortrag und Andacht. — Caubach. 10: Hochamt mit Predigt; 14.30: Christenlehre und Andacht — -Hiööa. 8.15: Hochamt mit Predigt. — Hungen. 17.30: Vortrag und Andacht. — Scholten. 10.30: Hochamt mit Es fällt heute schwer, eine klare Vorstellung von । der nächtlichen Dunkelheit unserer städtischen Straßen vor 100 bis 120 Jahren zu gewinnen. Da auch noch keine Schaufenster in Der heutigen Art bestanden, konnte auch von diesen Orten keine Beleuchtung der Straßen ausgehen. Bis kurz vor oder nach dem Weltkriege, ehe das elektrische Licht seinen Einzug in unsere Dörfer hielt, gab es nur in einigen Orten durch einige wenige Petroleumlaternen eine notdürftige Beleuchtung. In stockfinsterer Nacht blickte man nach oben, nach den Häuserfronten, um Den richtigen Weg zu finden. Im Jahre 1817 erhielt Gießen feine erste Straßenbeleuchtung, bestehend aus 56 Hang- und 33 Wandlatemen; erstere mit 2 oder 3 Lichtern. Die Hanglaternen hingen vielfach an einer über die Straße gespannten Kette. Die Laternen waren zum Auf- und Abziehen-Mittels eines Seiles eingerichtet, damit sie mit Oel gefüllt, angezündet und ausgelöscht werden konnten. Die Anschaffungskosten für eine Hanalaterne betrugen rund 24 Gulden, für eine Wandlaterne 13 fl. 30 Kreuzer. Für die Bearbeitung und Aufstellung eines Laternenpfahles erhielt bet Zimmermann 27 und und der Schlosser gegen 14 fl. Die jährliche Unterhaltung machte 260 fl. aus. Drei Laternenwärter hatten die Laternen zu bedienen, die Lampen und den Glaskasten zu reinigen. Dafür erhielten sie eine jährliche Besoldung von 96 fl., sodann zwei Paar Schuhe, alle Jahre ein Paar Hosen und alle zwei Jahre einen Rock von Linnentuch, einen Kittel. Die Besoldung des Laternen-Jnspektors (es war im Jahre 1823 ein Herr Koch) betrug jährlich 90 fl. Die Kosten der Beleuchtung richteten sich vor allem nach dem Preis des Oeles, das nach den Befreiungskriegen rar und teuer war und erst nach und nach billiger auf den Markt tarn. So betrugen die Ausgaben für Oel, Dochte u. berg!. 1819 = 2100 fl., 1820 = 2000 fl., 1821 = 1700 fl., 1822 - 1500 fl. . _ L t Die Beleuchtung fetzte tm September em und eine große Schlußübung statt, bei der der Vertreter der Behörde Lob über die Schlaafertigkeit der Wehr aussprach. Im Winterhalbjahr sanden einige Schulungsabende statt, die für die theoretische Weiterbildung der Kameraden wertvoll waren. Als besonders erfreuliche Mitteilung gab der Schriftart Den Kameraden bekannt, daß im verflossenen Jahre kein Sterbefall.zu verzeichnen war. Es wurde stattdessen all der braven Kameraden im Reiche gedacht, die beim Einsatz ihrer Person bei der Bekämpfung des Feuers ihr Leben lassen mußten. Die Wehr beteiligte sich im abgelaufenen Jahre an zwei Feuerwehrtagungen, und zwar in Bübingen und in Nieder-Bessingen. Der Wehrleiter ernannte aus Anlaß besonderer Berienfte die Feuerwehrmänner Heinrich D e e g , Karl Reuter und Karl Franz zu Oberfeuerwehrmännern. Durch das Ausscheiden des Kam. Ludwig Wack aus dem Führerrat wurde Kam. Friedr. Bender zum Zeugwart und Kam. Willi Feuerbach zum Beisitzer im Führerrat ernannt. w Nach Erledigung des übrigen Teiles der Tagesordnung ergriff das Ehrenmitglied, Kreisfeuerwehrführer Bouffier das Wort und dankte allen Kameraden für ihre freiwillige Einsatzbereitschaft. Zum Schluß gab der Wehrleiter noch einige Bestimmungen und Anordnungen bekannt und ermahnte alle Kameraden, auch im neuen Geschäftsjahre ihre Pflicht zum Segen der Volksgemeinschaft freudig zu erfüllen. Mit einem Sieg-Heil auf den Führer des Groh- deutschen Reiches, Adolf Hitler und mit dem Gesang der National-Hymnen wurde der Jahresappell der Freiw. Gail'schen Feuerwehr beendet. endete im April. Falls aber im Mai und August noch trübes Wetter oder „ungünstige Verhältnisse" einsetzten, so wurde auch in diesen Monaten noch einige Zeit beleuchtet. Die tägliche Beleuchtung währte von einbrechender Nacht bis um Beginn des neuen Tages, so daß z. B. Ende Dezember die Laternen von 4 Uhr abends bis 8 Uhr morgens ihr „Licht leuchten" ließen. Zur Bestreitung der ersten Anschaffungskosten hatte die Stadtverwaltung ein Kapital (in „Partialobligationen" zu 50, 75 und 100 fl.) auf die zu errichtenden Laternen ausgenommen und mit 3 v. H. verzinst, jedoch schon in den ersten sechs Jahren wieder abgetragen. Zur Bestreitung der laufenden Ausgaben mußten die Metzger von jedem Stück Vieh, das sie zum „feilen Verkaufe" schlachteten, pro Pfund eine Kleinigkeit abgeben. Und die Gastwirte, deren Gästen die Straßenbeleuchtung besonders zugute kam, mußten von jedem Maß verzapften Weines 2 Kreuzer entrichten. Anfänglich war ein eigener Laternenkassenver- walter bestellt und besoldet worden. Dessen Geschäft übernahm jedoch schon nach einigen Jahren der städtische Rentmeister, um die Ausgaben zu verringern. _ Mit 89 Straßenlaternen wurde vor 120 Jahren der Anfang unserer städtischen Beleuchtung gemacht. Sie vermochten die engen Gassen und die wichtigsten Straßenecken und -kreuzungen nür notdürftig zu beleuchten. Und heute! Eine Unzahl von hellstrahlenden Bogenlampen, die einer täglichen Bedienung nicht mehr bedürfen, gibt Straßen und Plätzen fast Tageshelle! F. H. Motorrad-Diebstahl in Watzenborn-Steinberg. Evangelische Gemeinden. Samstag, den 2. April. Gießen. Iohanneskirche. 14 Uhr: Beichte für die Konfirmanden und deren Angehörigen aus der Lu- kasaemeinde. — Hungen. 13: Vorbereitung für Das hl. Abendmahl. Sonntag, den 3. April. Gießen. Sladlkirche. 9.30 Uhr: Pfr. Becker; 11; Kindergottesdienst für die Markusgemeinde; Pfr. Becker; 14: Vorstellung der Konfirmanden aus der Markusgemeinde; Pfr. Becker; 18: Gottesdienst. Fohanneskirche. 9.30: Konfirmation der Konfirmanden der Lukasgemeinde und Feier des hl. Abendmahls; Pfr. Bechtolsheimer; 14: Vorstellung der Konfirmanden der Johannesgemeinde und der Militärgemeinde; Pfr. Ausfeld; 17: Beichte und Feier des hl. Abendmahls für die Militärgemeinde; 18: Lic. Trommershaufen. — JoljanncsfaaL 20: Bibelbesprechung; Pfarrassistent Paetow. — Kapelle des Allen Friedhofs. 9.30: Gottesdienst; 11: Kindergottesdienst der Luthergemeinde; 17: Vorstellung der Konfirmanden der Luthergemeinde. — pelruskapelle. Wetzlarer Weg 59. 9.30: Gottesdienst; Pfr. Trapp; 14.30: Vorstellung der Konfirmanden der Petrusgemeinde; Pfr. Trapp — Dieseck. 9.30: Vorstellung der Konfirmanden; Pfarrassistent Paetow. — Kirchberg. 10: Vor- stellunq der Konfirmandinnen; 14: Vorstellung der Konfirmanden. — Heuchelheim. 9.30: Vorstellung und Prüfung der Konfirmanden; Kollekte; 11: Kindergottesdienst (Abt. 1); 13: Kindergottesdienst (Abt. 2). — Klein-Cinden. 9.30: Vorstellung und Prüfung der Konfirmanden; 10.45: Kindergottesdienst. — Watzenborn-Steinberg. 9: Konfirmation und Feier des hl. Abendmahls. — Garbenleich. 13: Vorstellung der Konfirmanden. — Hausen. 10: Vorstellung der Konfirmanden. — Albach. 12.30: Vorstellung und Prüfung der Konfirmanden; Kollekte. — Steinbach. 10: Vorstellung und Prüfung der Konfirmanden; Kollekte. — Cid). 10: Stiftsdechant Kahn; Kollekte; 14: Vorstellung und Prüfung der Konfirmanden; Kol- lekte. — Äieder-Vessingen. 10: Stiftspfarrer Naumann. — Cangsborf. 11: Konfirmationsfeier; Kollekte. — Bettenhausen. 9: Konsirmationsseier; Kol- lekte — Hungen. 10: Konfirmation, anschließend Feier des hl. Abendmahls. — wirberg. 10: Vorstellung und Prüfung der Konfirmanden. — Beitsberg. 13: Vorstellung und Prüfung der Konfirmanden. Montag, den 4. April. Collar. 20 Uhr: Passionsandacht. — Mainzlar. 20: ' Passionsandacht. Mittwoch, den 6. April. Predigt. e w ., Dienstag, den 5. April. Gießen. 20 Uhr: Fastenandacht; 20.30: Bibelstunde. Mittwoch, den 6. April. Hungen. 7.30 Uhr: hl. Messe. Freitag, den 8. April. Gießen. 20 Uhr: Kreuzwegandacht. vefsentNcher Sonntagsdienst.» Polizei: Telefon 2751, nur in dringende« Notfällen Telefon 01. Feuerwache: Telefon 2244/45, Notruf Tel- ^5) a?uptpostamt: Beschrankter Schalterdienst 8 bis 21 Uhr. Stadtpostamt: Für Schließfachabholer 1 bis 13 Uhr. Sanitätskolonne: Telefon 2500. Sonntagsdienst für Aerste. Arzt: Dr. med. Mehl, Ludwigstraße 28. Zahnarzt (nur in dringenden Fällen): Dr. Gonter, Seltersweg 75. beiten hatte, das gestohlene Motorrad, das er an der Nummer erkannte, an einer Straße in Gie - 3 e n stehen. Das Motorrad wurde sichergestellt. Der Dieb, der seinen Raub verkaufen wollte, wurde ermittelt. ' 600 italienische Landarbeiter im Gau Heffen-Naffau eingetroffen. NSG. Zur selben Stunde, als Frankfurt und der ganze Gau zum Empfang des Führers rüsteten, trafen in der Gauhauptstadt die ersten italienischen Landarbeiter ein. Bei ihrer Ankunft auf dem Hauptbahnhof wurden sie herzlich begrüßt. Zu ihrem Empfang waren der Kgl. Italienische Generalkonsul in Frankfurt, Marchese Ferrante di R u f - fano, Landesbauernführer Dr. Wagner, der Kgl. Italienische Konsul Spinielli in Mannheim, der Gauleiter der Faschistischen Partei, Cav. Giovanni Jviglia, und der Präsident des Landesarbeitsamtes Hessen erschienen. Ein Musik- und Spielmannszug der SA. grüßte die italienischen Gäste mit der „Giovinezza". Die italienischen Gaste bezogen dann in Frankfurt Quartier, wo der Präsident des Landesarbeitsamtes Hessen die Gäste willkommen hieß und der Frankfurter italienische Generalkonsul seine Landsleute begrüßte. Im Auftrage des Gauleiters empfing Landesbauernführer Dr. Wagner die Helfer in der Erzeugungsschlacht in unserem Gau. Mussolini habe sie im Geiste der untrennbaren Freundschaft und der gegenseitigen Hilfe geschickt, und wir wüßten ihnen Dank dafür. Von den 700 Landarbeitern und Landarbeiterinnen find noch am gleichen Tage 100 nach Kassel weitergeleitet worden, während 600 in Hessen- Nassau bleiben. Die Zahl bedeutet fast ein Drittel der bei uns augenblicklich notwendigen Arbeitskräfte. Die Italiener werden eine spürbare Unterstützung der Arbeit unseres rhein-mainischen Landvolks in der Erzeugungsschlacht fein. Landkreis Gießen. § Steinbach, 1. April. Am Mittwochabend hielten die Evangelische Frauenhilfe und der Evangelische Frauenchor Steinbach ihren Schlußabend im Saale des „Einhorn". Der Abend war, wie alljährlich, sehr gut besucht und der Saal bis auf den letzten Platz besetzt. Die Ausge- . ftaltung des Abends hatte der Frauenchor unter Wir alle gehören dem Führer S.Jl.-tfport Glänzender Auftakt zum Berliner Reitturnier Zwei Monate später als sonst wurde in diesem Jcchre das traditionelle berliner Reitturnier am Freitagabend gestartet. Der Besuch entsprach den Erwartungen. Das Programm wies Eignungs- und Dressurprüfungen auf. Nicht weniger Äs 89 Pferde wurden für das einleitende Springen um den ,Preis der Deutschlandhalle" gesattelt. Dieser Wettbewerb, der für sechs- bis zehnjährige Pferde bestimmt war' wurde erst gegen Schluß entschieden, als es SA - Rottenführer Thiedemann auf der im Besitz der Obersten SA.-Führung befindlichen „Tosco" mit 448 Sekunden gelang, die beste Zeit mit einem fehlerlosen Ritt zu erzielen. 22 Pferde legten den nicht allzu schweren Kurs ohne Fehler zurück. Unterbrochen wurden die sportlichen Wettbewerbe durch zwei prachtvolle Schaubilder. Den Höhepunkt bildete die Spanische Reitschule aus Wien mit den vier wundervollen Lippizaner-Hengsten. In der Vorführung „Pferd und Heer" wurden Wert und Dienst des Warmbluts im deutschen Heer gezeigt. Schwimmwettkampf Berlin - Kopenhagen. Der knappe Vorsprung von 34:29 Punkten, den sich Kopenhagen im zweitägigen Schwimm-Städte- kampf in der dänischen Hauptstadt am Donnerstagabend sichern konnte, reichte aus, um die Berliner Vertretung knapp mit 70 :67 Punkten zu schlagen. Am Freitagabend war das Frederiksbad in Kopenhagen bis auf den letzten Platz besetzt und die Aufnahme der Deutschen äußerst herzlich. Viermal waren die Berliner bei den bisherigen Begegnungen als Sieger hervorgegangen, einmal hatte sich Kopenhagen in Front gesetzt, und auch das sechste Zusammentreffen beendeten die Kopenhagener mit einem Erfolg, der durch das bessere Gesamtabschneiden im 1500-Meter-Schwimmen entschieden wurde. Zwar siegte erwartungsgemäß der Berliner Arendt in 20,29 Minuten, aber Schnüricke mußte sich mit dem vierten Platz begnügen und den beiden Dänen das Mittelfeld überlassen, lieber 100 Meter Kraul gewannen von Eckenbrecher und Plath mit den beiden ersten Plätzen wertvolle Punkte, aber bei den Frauen war die Überlegenheit der Däninnen ZU groß, so daß die Niederlage nicht abzuwenden jroar. Eine großartige Zeit erzielte die Berliner Staffel über 4mal 100 Meter Kraul In der Besetzung Wille, Birr, Plath und von Eckeybrecher in 4 : 02,4 Min. Diese Leistung bedeutet zwar neue europäische Bestzeit, ein Rekord wird aber über diese Strecke nicht geführt. Auch der deutsche Rekord des Bremischen SV. mit 4 : 03,4 Minuten bleibt bestehen, da über 4mal 100 Meter Kraul nur eine Vereinsmannschaft einen deutschen Rekord aufstellen kann. Um die Meisterschaften im Wehrrnacht-Krastfahrsport 1938. Nachdem im vergangenen Jahre erstmalig Heer und Marine ihre Kraftfahrmeister durch Abhaltung einer besonderen Veranstaltung bestimmt hatten, findet in diesem Jahre der Kampf um die Meisterschaft der drei Wehrmachtsteile gemeinsam vom 21. bis 23. April mit dem Sennelager bei Paderborn als Ausgangspunkt statt. Der Austragung liegt der Gedanke zugrunde, daß der Soldat nicht nur ein sicherer Fahrer, sondern auch ein guter Kämpfer sein muß, der selbst nach anstrengender Fahrt noch fähig ist, die Waffe zuverlässig zu handhaben. Es dürfen nur serienmäßige Truppenfahrzeuge benutzt werden, und zwar Kräder. Kräder mit Seitenwagen, mittlere geländegängige Personenkraftwagen und leichte geländegängige sowie geländefähige Lastkraftwagen. Dem militärischen Sinn entspricht die sonst im Sport nicht übliche Bestimmung, daß die Mannschaften (drei Fahrzeuge) selbst bei Ausfall von zwei Fahrzeugen als solche bestehen bleiben. Während bei den Einzelfahrern Führerwechsel nicht gestattet ist, kann innerhalb der Mannschaft ein Austausch der Fahrer und der Beifahrer unter sich stattsinden. Hierdurch soll erreicht werden, daß der Mannschaft bei Ausfall von Fahrzeugen der Mannschaftsführer oder die besten Kräfte erhalten bleiben. So wird der Mannschaft nach militärischen Gesichtspunkten die Möglichkeit gegeben, auch unter größeren Verlusten das Ziel zu erreichen, und damit die gestellten Aufgaben zu erfüllen. Neben Geländeprüfungen sind Orientierungsaufgaben zu lösen und Erkundungen bei Tage und bei Nacht durchzuführen, sowie an allen drei Tagen bestimmte Schießbedingungen mit den mitgeführten Waffen zu erfüllen. Am Schluß der Fahrt findet eine Zustands- Prüfung der Maschinen statt, da das Ziel für den Soldaten sein muß, nach Ausführung des erhaltenen Befehls noch im Besitz einer voll verwendungsfähigen Maschine zu sein. punkte- und Pokalkampfe in der Vezirksklasse. Die in Kürze zu erwartenden Aufstiegspiele haben eine Aenderung der vorgesehenen Pokalspiele erforderlich gemacht. Die Spiel-Vereinigung 1900, die gegen Steinberg antreten sollte, bestreitet ihr letztes Spiel gegen Butzbach, um einen Abschluß in der Verbandsrunde zu finden. Außerdem wurden noch zwei restliche Spiele der Verbandsrunde festgesetzt. 1900 — Butzbach Lollar — Naunheim Burg — Steindorf Obwohl das Spiel 1900 — Butzbach für den Ausgang der Meisterschaft nicht mehr ausschlaggebend ist, ist es von besonderem Interesse. Stellt sich der neue Meister doch erstmals vor seinem eigenen Anhang vor. Lollar kann selbst im Falle eines Sieges nicht mehr viel an seinem Tabellenstand ändern. Die einzige Möglichkeit ist, das Schlußlicht an Steindorf abzutreten. Burg wir sich in seinem Spiel von Steindorf nicht gefährden lassen, zumal durch einen Sieg der vierte Tabellenplatz erreicht werden kann. Für die Dritte Pokal - Zwischenrunde ergab die erneute Auslosung folgende Paarung: Steinberg — Frohnhausen Steindorf — Freilos Den Teutonen zeigte sich das Los erneut günstig. Sie können abermals auf eigenem Platz antreten. Dadurch ist wieder mit einem Sieg der Steinberger zu rechnen. 1900 — Butzbach. Im letzten Verbandsspiel der Serie 1937/38 empfangen die Blauweißen den Turn- und Spieloerein Butzbach. Die Erfolge, die die Butzbacher in der zweiten Hälfte zustande brachten, stempelten sie zu der Ueberraschungsrnannschaft der diesjährigen Ver- bandsrunde. Als vor kurzem die Entscheidung der Meisterschaft noch auf des Messers Schneide stand und die Hoffnung der Blauweißen auf Gewinn der beiden Punkte aus diesem Spiel den Schlußerfolg für den Endsieg bringen sollte, zweifelte man stark, oaß dies 1900 gelingen würde. Nun aber, nachdem die Meisterschaftsfrage bereits ihre Lösung gefunden hat, gilt es für die Blauweißen, den Beweis zu erbringen, daß die Erringung der Meisterschaft auch aus eigener Kraft möglich gewesen wäre und hierzu gehört ein Sieg über Butzbach. Da die Mitwirkung von Sack nunmehr wieder gesichert ist, erscheint dies auch gar nicht als ausgeschlossen. Vielmehr sind wir der Ansicht, daß jetzt, nachdem den Blauweißen der stetige Druck des „unbedingt gewinnen müssen" von den Schultern genommen ist, sich das Spiel noch steigern läßt. Mit der Mannschaft Rahn, Pankok (2/116), Lippert (2/116), Erhard, Sack, Quick (7/AR. 9), Schellhaas, Kramer, Löbsack, Hormel (2/116), Heuser, in der die in der nächsten Woche zum Arbeitsdienst einrückenden Rahn und Schellhaas ihr letztes Spiel bestreiten, erwartet man einen Sieg. Teutonia Steinberg I — Frohnhausen I. Der mit Spannung erwartete Großkampf 1900 gegen Steinberg ist leider unglücklichen Umständen zum Opfer gefallen. Nun sind die „Dränier" aus Frohnhausen Gäste der „Teutonen". Im letzten Verbandsspiel kehrten die Steinberger mit einer 5:2-Niederlage aus Frohnhausen zurück. Nun gilt es, Vergeltung für diese Schlappe zu üben. Die Gäste stellen eine äußerst stabile Mannschaft dar. Ihre harte Spielweise hat ihnen schon manchen Sieg eingebracht. Ob das natürlich genügt, um sich auch morgen gegen die Teutonen durch zu setz en, ist mehr als fraglich. In technischer Hinsicht sind die Steinberger den Gästen weit überlegen. Wenn man die Ergebnisse der letzten Sonntage mit in Betracht zieht, so kann man den Teutonen den Sieg Vorhersagen. Die Mannschaft spielt in der gleichen Ausstellung wie am letzten Sonntag. Otto Haas ist immer noch unabkömmlich, so daß man auch morgen wieder auf ihn verzichten muß. Wenn die Mannschaft wieder so bei der Sache ist, wie gegen Mtzdach« bann dmM brr Sieg trotzdem Mmuch sicher sein. Eine Niederlage wäre eine große Heber« raschung. Steinberg II — 1900 II. Vor der Liga treffen sich obige Mannschaften zu einem Gesellschaftsspiel. Hier ist der Sieg nicht vorherzusagen, da beide Mannschaften ziemlich gleich stark sind. Lollar I — Naunheim I. Die Els des Sportvereins 1920 Lollar empfängt zum Abschluß der Verbandsspiele die Gäste aus Naunheim. Im Vorspiel mußten sich die Lollarer, stark ersatzgeschwächt, allerdings auch in einem sehr dürftigen Spiel mit 2:1 ihrem Gegner beugen. Das Kräfteverhältnis hat sich aber feiti)?r bei beiden Gegnern beträchtlich gehoben, und man sieht mit Recht dem morgigen Kampf noch einmal mit großer Spannung entgegen. Die Hauptwaffe der Gäste dürfte in der Stürmerreihe zu suchen sein, die aber anderseits auf eine Verteidigung der Platzbesitzer stoßen wird, die wohl den nötigen Widerstand leisten sollte. Können die Lollarer überhaupt wieder an die gute Form der letzten Begegnungen anknüpfen, so sollte man um den Ausgang des Spieles nicht zu bangen brauchen. In der Hauptsache dürfte aber doch die Tagesform ausschlaggebend sein. Mit der Aufbietung der besten Kräfte wird gerechnet. Die endgültige Aufftellung der Mannschaft steht noch nicht fest. Obwohl der Abstieg der Lollarer unvermeidlich geworden ist und auch am Tabellenstand nicht mehr viel verbessert werden kann, so können die Lollarer doch noch einmal unter Beweis stellen, daß sie weniger des spielerischen Könnens wegen als vielmehr durch äußerst unglückliche Spielverläufe den Weg zurück in die Kreisklasse antreten müssen. , Lollar II — Großen-Buseck I. Eine harte Ausgabe steht der zweiten Mannschaft bevor. Aufstiegspiel VfB. Aßlar I — VfV.R. I. Wiederum müssen die Grünweißen auswärts spielen, Gegner ist der Namensvetter Aßlar. Das Spiel dürfte eines der schwersten Auswärtsspiele fein, da der Gegner nicht nur als sehr spielstark anzusprechen ist, sondern die Platzoerhältnisse in Aßlar auch sehr ungünstig sind. Auf dem schmalen und kurzen Platz sind die Gastgeber eingespielt, während dieser den Grünweißen nicht liegt. Obwohl die Mannschaft in technischer Beziehung bedeutend besser ist als der Gegner, darf man doch nicht von vornherein das Spiel aus die leichte Schulter nehmen. Durch Verletzungen ist die Mannschaft wiederum umgestellt worden, doch hofft man im Lager der Grünweißen, daß sich die Elf, ebenso wie in Dillenburg, erfolgreich behauptet. Leihgestern I — Alten-Buseck I. Am morgigen Sonntag empfängt die 1. Mannschaft der Spielvereinigung 1926 Leihgestern die gleiche von Alten-Buseck zum Freundschaftsspiel. Da die Alten-Busecker den Leihgesterner noch fremd sind, ist über den Spielverlauf kaum etwas voraus- zusagen. Leihgestern tritt in stärkster Aufstellung an. Vorher treffen sich die beiden Jugendmannschaften. Spielverbot für Zugendmannschasten. Auf Grund der Vereinbarungen zwischen Reichsbund und Hitler-Jugend, wonach der 1. und 3. Sonntag im Monat für den HJ.-Dienst, der 2. und 4. Sonntag im Monat für den Sport im Reichsbund für Leibesübungen bestimmt ist, verbiete ich als Kreisjugendwart des Kreises 8 Gießen des Gaues 12 des DRL. für den kommenden Sonntag, den 3. April, sämtliche Fußball- und Handball- fpieb von Vereinsjugendmannschaften. Unter dieses" Verbot fallen auch die Spiele um die Bannmeisterschaft, an der noch Tv. Großen-Linden, Tv. Klein-Linden, VsB.-Reichsbahn und Tv. Wieseck teilnehmen. Jugendmannschaften, die trotzdem spielen, erhalten eine sofortige Sperre von mindestens acht Wochen für jeden Sportbetrieb. Der Kreisjugendwart im Gau 12, Kreis 8 Gießen - v der DM,r (ge3) Bads,, Der Tabellenstand der Handball-Bezirksklasse. Handballkämpfe des Sonntags. Spiele Gew. Unentsch. Verl. Pkte. Lützellinden 15 14 0 1 28:2 Mtv. Gießen 15 10 1 4 21:9 Marburg 12 7 0 5 14:10 Hörnsheim 15 7 0 8 14:16 Heuchelheim iz 5 3 5 13:13 Münchholzhausen 14 5 0 9 10:18 Niedergirmes 12 3 2 7 8:16 1900 Gießen 12 4 0 8 8:16 Roth 12 1 2 9 4:20 Wohl selten hat eine Handballrunde eine derartige Zeit für sich in Anspruch genommen, wie das diesmal der Fall ist. Nicht nur, daß zunächst noch keineswegs abgesehen werden kann, bis zu welchem Zeitpunkt das Spieljahr 1937/38 endgültig abgeschlossen werden kann; auch die teilnehmenden Mannschaften bringen allmählich nicht mehr das nötige Interesse auf. Schuld an diesem Zustand ist einzig und allein die immer wieder durchgeführte Einteilung. Während von den zuständigen Stellen des Kreises die Ansicht vertreten wird, daß kleine Staffeln am Platze sind, glaubt man mit den Diel- mannschastsstaffeln weiterzukommen. So ist es erklärlich, daß immer noch Spiele der Bezirksklasse rückständig siyd und daß auch immer wieder Verlegungsgesuche eingebracht werden. Diesmal fällt das Spiel Tv. Roth — Mtv. Gießen aus. Durchgeführt werden lediglich zwei Treffen: Tv. Heuchelheim — Tufpv W.-Niedergirmes, Tv. Lützellinden — Spvg. 1900 Gießen. Wenn auch die Gäste, die Heuchelheim empfängt, stark verjüngt antreten müssen, so soll die Platzmannschaft trotzdem vorsichtig sein. Der Nachwuchs, über den Niedergirmes verfügt, ist gut und sollte sich auch im Gefüge der ersten Mannschaft recht gut einspielen können. — Lützellinden hat seine Anhänger am letzten Sonntag stark enttäuscht. Die Mannschaft muß sich schon um deswillen außerordentlich anstrengen, um wenigstens diesmal wieder ein Spiel zu liefern, wie man das noch bis vor kurzer Zeit gewohnt war. Wenn auch mit Rücksicht auf den eingestellten Ersatz die großen Leistungen ausbleiben werden, so hofft man wenigstens diesmal wieder mit einem guten Abschneiden. Freundschaftsspiele haben abgeschlossen: Tv. Lang-Göns — To. Dornholzhausen, Tv. Dutenhofen — Tv. Hausen. Lang-Gons hat wieder eine Mannschaft zusammengestellt und im ersten Spiel bereits ausgezeichnet zusammengespielt. Wenn es auch diesmal wieder klappt, wird Dornholzhausen um eine Niederlage nicht herumkommen. — Oft schon haben sich die Mannschaften von Dutenhofen und Hausen gegenübergestanden; mit wechselndem Erfolg wurde gekämpft. Wer diesmal Sieger werden wird, ist nicht klar oorauszusagen. Dutenhofen wird wohl Ersatz einftellen müssen, während.Hausen seine bekannte Mannschaft zur Stelle hat. Rundfunkprogramm. Rundfunkprogramm Sonntag, 3. April. 6 Uhr: Hafenkonzert. 8.15: Gymnastik. 8.30: Röm.- katholische Morgenfeier. 9.10: Kamps und Arbeit. 9.30: Chorgesang. 10: „Und setzet Ihr nicht das Leben ein ...", Ansprache Rudolf Kinau. 10.30: Ewiges Deutschland. 11.15: Die Idylle von Sesenheim. Eine Hörfolge. 11.50: Unser Kalenderbild: April. 12: .Mittagskonzert. Dazwischen: Kurze Hörberichte aus dem Ostseebad Cranz. 14: Für unsere Kinder: Räuberhauptmann Seppi. 14.30: Uns gehört der Sonntag! Ein Reigen sorgenloser Melodien. 15.15: Dorsfrüh- ling. 16: Nachmittagskonzert. 17 bis 17.20: Kampfsviele der SA.-Gruppe Hessen. 18: Ewig das alte Lied. Ein Streifzug durch die Liebe. 19: Nachrichten. 19.10: Hauenstein, die kleinste Stadt Deutschlands. 19.40: Sportspiegel des Sonntags. 20: Aus dem Opernhaus zu Frankfurt a. M.: „Cosi fan tutte“. Komische Oper. 21.22 bis 21.45: Nachrichten. 23.10: Tanz und Unterhaltung. 24 bis 1: Nachtkonzert. Händel-Zyklus. Montag, 4. April. 6 Uhr: Canzone. Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Froher Klang zur Werkpause. 9.40: Kleine Ratschläge für Küche und Haus. 9.55: Von großen Kuchen und langen Würsten. 11.40: Volk und Wirtschaft. Kredite für den kleinen Geschäftsmann. 11.55: Offene Stellen. 12: Schloßkonzert. 13: Nachrichten. 13.15: Schloßkonzert. 14: Nachrichten. 14.10: Operette, Singspiel, Tanz. 15: Kleines Konzert. 15.30: Für unsere Kinder: Jetzt basteln wir ... 16: Nachmittagskonzert. 18: Zeitgeschehen. 18.30: Der fröhliche Lautsprecher. 19: Nachrichten. 19.10: Großes Unterhaltungskonzert. 21.15: „Vom Schwager Postillon". Eine Hörfolge. 22: Nachrichten. 22.30: Nachtmusik und Tanz. 24 bis 1: Nachtkonzert: Kammermusik. Dienstag, 5. April. , 6 Uhr: Morgenlied. Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Froher Klang zur Werkpause. 9.40: Kleine Ratschläge für Küche und Haus. 11.40: Das Bild der Ahnen. 11.55: Offene Stellen. 12: Mittagskonzert. 13: Nachrichten. 13.15: Mittagskonzert. 14: Nachrichten. 14.10: Heitere Welt der Bühne! 15: Bilderbuch der Woche. 15.30: Streit um Hanna. Eine kleine Szene. 15.50: Zerredet nicht alles. 16: Nachmittagskonzert. 18: Reichssender Frankfurt-Köln: Ruck-Zuck-Sendung. 20: O holde Frau Musika! 21: Dem Gedenken des Dichters Thilo von Trotha. 21.15: Konzert. 22: Nachrichten. 22.15: Reichstagung des Fachamtes Boxen. 22.30: Unterhaltung und Tanz. 24 bis 1: Nachtmusik. Schach-Ecke. Gearbeitet von K. Helling. Abseits stehende Figuren. 8 7 6 5 4 3 2 1 8 7 6 5 4 3 2 1 a b c d e f g h a b c b e f g h Die abgebildete Stellung kam vor in einer Partie zwischen Schadowski (Weiß) und Gaebler (Schwarz) aus einem Danziger Turnier. Schwarz hat einen Bauern weniger; dafür sind aber die weißen Figuren augenblicklich teilweise vorn Königsflügel entfernt, so daß Schwarz dort einen Angriff durchführen kann. Wie setzt Schwarz am besten fort? Glänzende Mattkombination. d f g____h 8 7 6 5 4 3 2 1 8 7 6 5 4 3 2 1 a b abedefgh ■ In nebenstehender Stellung einer kürzlich in Fürstenwalde gespielten Partie W. Weichert — Neye hat Schwarz eine Figur mehr. Weiß aber starken Angriff. Besonders lähmend auf das schwarze Spiel wirkt der Td7, der sowohl den Sc7 als auch den Lg7 fesselt. Die beiden Figuren stehen überhaupt sämtlich so wirkungsvoll, daß Weiß den Gegner in fünf Zügen mattsetzen kann. Wie geht das zu? Lösung der Schachaufgabe „Es ging auch einfacher". Weiß (Loose): Khl, Dg4, Tdl, Tfl, Lb2, Lc2, Ba3, b3, c4, g2, g5, H3 (12). — Schwarz (Schmahl): Kg8, Db7, Td8, Te8, Lc5, La8, Ba5, b6, e6, s7, H5 (11). — Weiß am Zuge gewinnt. Weiß gewinnt durch: 1. Lc2—H7ft-, Kg8—f8. (Auf 1.....Kg8XH7 folgt 2. Dg4XH5-i-, KH7—g8. 3. DH5—H8ch.) 2. g5—g6! (Ein hübsches Damenopfer!) 2. ... h5Xg4. (Nach 2.....Td8Xd1. 3. g6—g7+, Kf8—e7. 4. Dg4—g5+, Ke7—d7. 5. TflXd14- nebst g7—g8D behält Weiß einen Turm mehr.) 3. g6—g7+ KtS-Sl. 4. Lb2-iG. Lösung der Schachaufgabe „Auf Umwegen zum Ziel". E. Schütte. Matt in vier Zügen. Weiß: Kc6, Tg8, SH6, Bf4 (4). — Schwarz: Ke6, Ld8, Be7, f5, f6 (5). 1. Tg8—g2 (die Turmzüge nach g3 und gl würden mit Ld8—b6 bzw. Ld8—a5 beantwortet werden.) 1 Ld8—c7. 2. Ig2—e2+, £c7—c5. 3. Te2—e4! (So wird der Bauer f4 beweglich.) 3. ..., f5Xe4. 4. f4—f5 matt. — Schönes Schlußbild! Oie Narrenkappe. Menzel-Anekdote. Der große Maler Adolph von Menzel, der eine sehr mühsame Jugend verbracht hatte, wußte den Wert des Geldes wohl zu schätzen. Als eines Tages ein Bote von seinem Verleger kam und um eine Vignette bat, die man kurz vor dem Druck unauffindbar verlegt hatte, da zeichnete er die kleine Arbeit binnen zehn Minuten auf ein Blatt Papier, gleichzeitig schrieb er eine Rechnung dafür in Höhe von 250 Mark aus. Als der Bote eine Bemerkung über die Schnelligkeit der Arbeit und die Hohe des Verdienstes machte, sah Menzel ihn über seine Brille hinweg durchbohrend an: „Um diese Zeichnung in zehn Minuten machen zu können, mußte ich 50 Jahre lang ununterbrochen lernen ..." Merkwürdiges Gestein. Der Professor der Geologie T., der ehemals an der Universität Berlin wirkte, hatte zu einer Vorlesung mehrere der häufig auftretenden Gesteine mitgebracht, die er vor sich auf das Katheder legte. Während er zum. Schreiben an die Wandtafel ging, spielte ihm ein Student den Schabernack und legte zu den Gesteinsbrocken auf dem Katheder heimlich ein Stück Dachziegel. Sich seinen Hörern wieder zuwendend, tat der Pofessor so, als habe er den Schabernack nicht bemerkt. Er fuhr in seinem Vortrage fort und zeigte, wenn er auf einen der vor ihm liegenden Steine zu sprechen kam, diesen seinen Studenten. Zuletzt deutete er auf das Stück Dachziegel und erklärte: „Und dies hier ist ein Stück bodenloser Frechheit." Verblüffende Antwort. Der große englische Staatsmann Oliver Cromwell konnte nach langem Schweigen plötzlich in heftige Aufwallung geraten, wenn er bei einem seiner Untergebenen Widerstand oder auch nur Unverständnis festzustellen glaubte. So konnte er sich eines Tages mit einem der Bedienten, der seit langem eine Vertrauensstellung innehatte und der sich' deshalb eine gewisse Freiheit herausnehmen konnte, über einen bestimmten, an sich geringfügigen Punkt nicht einigen. „Bin ich verrückt oder du?" fragte schließlich Cromwell, dem die Zornesader schon bedrohlich anschwoll. — „Nun, Sire, Sie werden sich doch keinen verrückten Bedienten halten?" lautete die Antwort. Späte Erkenntnis. Mit tiefem Seufzer ließ Herr Müller das dicke Buch finken, das er soeben zu Ende gelesen hatte. „Ach, meine Teure", wandte er sich an seine Gattin, ,,wie wunderbar ist doch die Natur! Wenn ich ein Buch wie dieses hier ,Die Wunder der Natur' gelesen habe, dann erkenne ich ganz, wie klein und unbedeutend wir, die Herren der Schöpfung, eigentlich sind." „So?" erwiderte die Gattin, „dazu mußt du erst ein Buch von 500 Seiten lesen? Das wissen wir Frauen schon längst.", . . vielseit. 495 p. Mtr. 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