Ur. 51 Erstes Matt 188. Zahrgang Mittwoch. 2. März 1938 Lrlcheini »üglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen Dte Illustrierte (Biefienet Familienblätler Heimat «m Bild Die Scholl» Monat»; Bezugspreis: Mit 4 ‘Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte e 1.80 Zustellgebühr e -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Hernsprechanschlüsse unter Sammelnummer 2251 Anschrift rüt Drahtnachrichten Anzeiger Siesten postschecklonto: fironlfuri am Main 11688 Gietzemr Anzeiger General-Anzeiger für Oberheffen Druck und Verlag: vrühlsche Univerfilätsdruckerei R. Lange in Gietzen. Schristlettvng und Geschäftsstelle: Schulstrafte 7 Annahme oon Anzeigen für die Mittagsnummer bis8' ,,Uhr des Vormittags (Jüninöprelle für l mm höhe für Anzeigen oon 2*2 mm Breite 7 Nps., für le^t» anzeigen oon 70mm ‘Breite bORpj.PlatzvorschriN nach oorh Vereinbg 25" „ mehr. 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Seit Herbst vorigen Jahres tragen die Urlauberschiffe von „Kraft durchFreuds" in regelmäßigen Fahrten die friedlichen Heerscharen deutsch^ Arbeiter rund um die Küsten der Apenin- Halbinsel und ankern vor jenen Plätzen, wo die steinernen Denkmäler der Weltgeschichte das ewige Lied vom Aufstieg, Niedergang und Wiederaufstieg der Völker, von der fortwirkenden schöpferischen Kraft großer Nationalkulturen singen. Große Teile des schaffenden deutschen Volkes haben also eine lebendige Anschauung von dem äußeren und inneren Ziel der Führerreise. Sie wissen das nicht aus Zeitungen und Büchern, sondern sie haben mit eigenen Augen dieses südliche Land gesehen, sie haben durch kameradschaftlichen Umgang mit den faschistischen Arbeitern, durch die persönliche Berührung mit der andersartigen italienischen Lebensweise und der faschistischen Ideenwelt eine Vorstellung dessen gewonnen, was in der hohen Politik die Achse Berlin — Rom heißt. Dadurch unterscheidet sich ja gerade die nationalsozialistische Außenpolitik von früheren Methoden, daß sie nicht nur von dem kleinen Kreis der dazu berufenen Fachleute, sondern von dem gesamten Volke mitgetragen wird. Eine echte Verständigung und Freundschaft zwischen den Völkern zu schaffen, ist wahrlich schwieriger, als die nationalen Leidenschaften der Masse gegen irgendein Land aufzuveitschen, dessen Vernichtung in geheimen Protokollen und Militäroerträgen beschlossen wurde. Eine solche Politik der künstlich verschärften Gegensätze, wie sie vor allem von der Entente vor und nach dem Weltkriege zu wahrer Meisterschaft entwickelt wurde, lehnt das nationalsozialistische Deutschland ab Es hat den zwar unbequemeren, aber dafür auch dauerhafteren Weg der praktischen Aussöhnung zwischen den Völkern beschritten. Daß dieser Weg zunächst nach Rom führte, werden alle diejenigen besonders gut begreifen, die sich mit der Geschichte Italiens beschäftigt haben oder die vielleicht aus persönlichem Erleben einen Vergleich zwischen dem alten Italien der Dorkriegs- . zeit und dem neuen Italien Mussolinis zu ziehen vermögen. Hier herrscht Geist oon unserem Geiste, trotz der Verschiedenartigkeit des Volkscharakters und der allgemeinen Lebensbedingungen. Ja, gerade wegen dieser ausgeprägten nationalen Eigenart scheinen beide Völker besonders berufen, sich gegen den marxistischen Materialismus und gegen die bolschewistische Gleichmacherei in eine Front zu stellen. Beide Nationen sind Hüter eines hohen kulturellen Erbes, das in seiner befruchtenden Wechselwirkung erst die Werte und Werke schuf, auf denen seit tausend Jahren das weltbeherrschende Europa ruht. Germanischer Geist und römischer Geist haben sich oft auf das glücklichste ergänzt, sie können auch heute ihre hohe Mission nicht verleugnen. In diesem Sinne wird die Begegnung zwischen Führer und Duce wiederum auch eine Begegnung zwischen zwei VoI t em u nd zwei Kulturen fein, die dem Antlitz unseres Erdteils ihre bestimmenden Züge aufpragen. Die Nachrichten aus Italien zeigen die Span- nung, mit der auch dort das Volk dem Augenblick des Führerbesuchs entgegensieht. Große Vorbereitungen werden überall getroffen, fei es nun i n Florenz, der Wiege der italienischen Kunst, sei es in Neapel, dem Glanzpunkt südlicher Landschaft und urtümlichen Volkslebens sei es im ewigen Rom, wo ganze Straßenzüge zum triumphalen Empfang Adolf Hitlers umgestaltet und neu geschaffen werden. Es ist bezeichnend daß Adolf Hitler seinen Wohnsitz in jenem Palast auf dem Quirinal nehmen wird, der seit der Einigung Italiens keinen fremden Staatsgast mehr beherbergt hat Die Erbauung dieses Schlosses wurde im Auf- frage der Päpste im Jahre 1570 durch Ponzio begonnen und dauerte über zwei Jahrhunderte. Der Palast diente bis 1870 als päpstliche Sommerresidenz und wurde spater oom König von Italien bewohnt. Don einigen Stellen des we, lausigen Oe- bäudekomplexes hat man einen herrlichen Rundblick auf die ewige Stadt, so auch von lenen Räumen, die früher dem Prinzen von Piemont ge- hörten und die nunmehr Adolf Hitler bewohnen soll. Der Quirinal selber ist einer der sieben Huge des alten Rom. Er liegt nordöstlich vom Kapitol und hat viele geschichtliche Erinnerungen aufzuweisen. Auf ihm befanden sich die Tempel des Quirinus, des Salus, des Serapis, die Hermen des Konstantin und des Diokletian und das Grabmal des Geschlechtes der Flavier, in dem De^vasian Titus und Domitian bestattet wurden. Wahrend der Kaiserzeit befanden sich hier auch die Dillen der wohlhabenden und vornehmen Romer, die den Platz wegen seiner Höhenlage und seines ange- nehmen Klimas bevorzugten. LverS1 Große italienische Flottenparade vor dem Führer. Rom, 1. März. (DNB.) Im Zusammenhang mit dem' bevorstehenden Besuch des Führers be» jchäftigt sich die römische Abendpresie vor allem auch mit der vorgesehenen großen Flottenparade in den Gewässern vor Neapel, die gewaltiger sein werde als alle vorangegangenen. Erstmals werde dabei fast die gesamte Flotte mit den beiden großen modernisierten 25 000-Ton- nen-Schlachtschiffen „Cavour" und „Giulio Cesare" sowie über 80-U-Boote teilnehmen. Die taktischen Hebungen würden vor den Pontinischen Inseln stattfinden. Gabriele d'Annunzio f. Italien trauert um einen großen Dichter und Soldaten. Hom, 1.März. (DNB.) Der bekannte italienische Dichter Gabriele d'Annunzio ist im Alter von 75 Jahren in Gardone am Gardasee, wo er in den letzten 15 Jahren in Zurückgezogenheit gelebt und gearbeitet hat, am Dienstagabend an einem Gehirnschlag gestorben. Der Dichter wurde am Dienstag gegen 18 Uhr in seinem Arbeitszimmer von einem Unwohlsein befallen, das schnell vorbeizugehen schien, so daß er sich wieder an seinen Schreibtisch begab und mit seiner Arbeit fortfahren wollte, kurz nach 20 Uhr trat dann jedoch ein Gehirnschlag ein, der seinen sofortigen Tod zur Folge hatte. Die Leiche des Dichters ist in der Uniform eines Generals der Luftwaffe in feiner Villa aufgebahrt worden. — Die Nachricht von dem Tode des Dichter-Soldaten hat in ganz Italien allgemeine Trauer hervorgerufen. Mussolini, jden enge persönliche Freundschaft mit dem Dichter verband, hatte d'Annunzio noch im vergangenen Herbst durch Ernennung zum Präsidenten der königlichen Italienischen Akademie der Wissenschaften als Nachfolger M a rco uis eine besondere Ehrung erwiesen. ♦ Gabriele d'Annunzio (seit 1924 Fürst von Montenevoso) wurde am 12. März 1863 in Franca- villa a Mare (Provinz Pescara) geboren. Sein Geburtshaus ist seit 1926 italienisches Staatseigentum. Er besuchte die Universität Rom, lebte aber hier und in Florenz schon früh seinem literarischen Schaffen, das er als 15jähriger mit der Herausgabe eines Gedichtbandes begonnen hatte. 1908 übersiedelte er nach Frankreich, von wo er mit Kriegsausbruch 1915 zurückkehrte, um sogleich in die Armee einzutreten. Schon damals galt d'Annunzio als Nationaldichter seines Landes, als die repräsentativste dichterische Gestalt des modernen Italien. Sein Stil, von ungemeiner Biegsamkeit und Ausdruckskraft, reichte vom reinen Naturalismus, dem er in Italien zum Durchbruch verhalf, bis zu einem nicht immer leicht zugänglichen Symbolismus. D'Annunzio hat als Lyriker, als Erzähler und vor allem als Dramatiker bedeutende Schöpfungen hinterlassen, die zu einem großen Teil auch ins Deutsche übersetzt wurden und in Deutschland nicht ohne Einfluß geblieben sind. D'Annunzios bekannteste Dramen sind „Die tr^ Stadt", „Francesca da Rimini", „Fedra" und Vn Gioconda", die durch die große Kunst der D u : e weltbekannt wurden. Don seiner Lyrik seien „Primo oere", die „Gesänge", „Paradiesische Gedichte" und „Saus mortis" genannt; von seinen Romanen „Lust", „Der Unschuldige" und das auch in Deutschland sehr verbreitete „Feuer", in dem d'Annunzio seiner Freundschaft zu Eleonore Düse ein Denkmal setzte. — Auf Veranlassung Mussolinis wurde 1928 eine Gesamtausgabe von d'An» nunzios Werken in Angriff genommen, wozu der Dichter selbst die Einleitung und ein über 80 Werke umfassendes Verzeichnis beisteuerte. D'Annunzio ist auch als Politiker hervorgetreten. 1890 bis 1900 war er Mitglied der Deputiertenkammer. Als ein geistiger Führer des italienischen Nationalismus trat er 1912 hervor, als er in begeisterten Kriegshymnen die Eroberung Tripo- litaniens durch Italien feierte. Im Welt.nege wurde er Fliegeroffizier, verlor ein Auge, brachte es bis zum Dbe-rften und führte ein Geschwader. Nach dem Krieg, als die Entscheidung des Obersten Rates in Paris über die adriatische Frage nicht den nationalen Wünschen der Italiener zu 'entsprechen drohte, sammelte er, seinem Ideal Garibaldi nacheifernd, eine Freischar um sich, mit der er 1919 Fiume besetzte und dessen Annexion im Namen Italiens verkündete. Weihnachten 1920 gelang es Givlitti, ihn in Fiume auszuheben. D'Annunzio zog sich in die Villa des gerade verstorbenen deutschen Gelehrten Henry Thode in Gardone am Gardasee zurück. 1924 wurde er, nachdem Fiume an Italien gekommen war, in Anerkennung feiner Verdienste Graf von Fiume, Fürst von Monteroso und 1925 General der Luftflotte. Im Juli 1928 machte ihn die Stadt Venedig zu ihrem Ehrenbürger. Der Ehrentag der jungen deutschen Luftwaffe. Eine Ansprache Generalfeldmarschall Görings. — „Garant des deutschen Friedens." Vor dem Reichsluftfahrtministerium zogen die Ehrenformationen der Luftwaffe im Parademarsch an Generalfeldmarschall Göring vorüber. — (Scherl-Bilderdienst-M.) werden, der das deutsche Volk in allen seinen Schichten beseelte, als es viereinhalb Jahre lang in einer einzigen Mauer von Rauch und Stahl und Tod und Vernichtung die Grenzen des Vaterlandes gegen eine ganze Welt in Waffen beschützt hatte. Das Andenken an die strahlenden Heldengestalten eines Bölcke und Richthofen, eines Immelmann und vieler anderer junger bester deutscher Männer begann wieder, Menschen zu beseelen, und allmählich wieder stieg der neue Geist empor, der Deutschlands Rettung werden sollte. In der Luft aber blieb Deutschland gefesselt. Mit Mühe und Not, durch ein Ausnutzen aber auch der letzten Möglichkeiten entstand in Deutschland ein einziger Hort, in dem noch die Luftfahrt leben konnte: die Deutsche Lufthansa, der deutsche Luftverkehr. Bald überflügelte er an Sicherheit und Tatkraft, an Maschinenleistung und an Bodenorganisation den Luftverkehr der ganzen Erde. Und in dieser allmählich sich ausbreitenden Lufthansa konnten jetzt auch wieder jene jungen Deutschen sich betätigen, die nun einmal gottlob nicht ablassen konnten von dem Gedanken, sich in die Luft zu erheben. Als nun durch den glorreichen Sieg des Nationalsozialismus endlich in Deutschland eine neue Zeii anbrach, als unser Hakenkreuzbanner auf allen Zinnen wehte, da wurde die Möglichkeit gegeben zum Aufbau einer deutschen Wehrmacht. Nun erleben wir, daß dasselbe Volk, das sich jener Ohnmacht hingab und dem Untergang geweiht schien, zu einer neuen ungeahnten Größe in wenigen Jahren sich erheben konnte, einzig und allein, weil es die Führung bekam, die seinem inneren Wert endlich ent- Vor Beginn der Feier im Reichsluftfahrtministerium am Tag der Luftwaffe wurde Generalfeldmarschall Göring in der Reichskanzlei vom Führer empfangen, der ihm den Feldmarschall st ab überreichte. — (Presse-Jllustrationen-Hoffmann-M.) Berlin, 1. März. (DNB.) Der 1.März würbe als „Tag der Luftwaffe" in Erinnerung an den Jahrestag der Freiheit der deutschen Luftwaffe in allen Standorten durch Flaggenparaden und Appelle feierlich begangen. Im Ehrensaal des Reichsluftfahrt-Ministeriums hatte sich die große Zahl der Ehrengäste versammelt, unter ihnen die Reichsminister Dr. Frank, Rust, Dr. Gürtner und Dr. Dorpmüller, die Reichsleiter Dr. Ley und Schirach, fast sämtliche Staatssekretäre, der Stabschef der SA., die Korpsführer des NSKK. und des NSFK., ^-Gruppenführer Heydrich. Mit Generaloberst oon Brauchitsch, Generaladmiral Dr. h. c. Raeder und dem Chef des Kommandos der Wehrmacht, General der Artillerie Keitel, waren alle im Generalsrang stehenden Offiziere und Beamte des Standortes Groß-Berlin, die Luftkreisoberbefehlshaber, die Inspekteure und Abteilungschefs im Reichsluftfahrtministerium, sowie Offiziersabordnungen der höheren Stäbe, Geschwaderstäbe, Truppenabteilungen und Schulen der Luftwaffe anwesend. Acht Fahnen der Luftwaffe-nahmen an der Stirnwand des Ehrensaales unter dem riesigen Hoheitszeichen Aufstellung. Nach einem festlichen Präludium oon Ernst Schauß nahm der Oberbefehlshaber der Luftwaffe, Generalfeldmarschall G ö - ring, das Wort zu seiner Ansprache, in der er u. a. folgendes ausführte: Meine Kameraden! Als der Vertrag von Versailles dem deutschen Volke als ein Schmachfrieden aufgezwungen wurde, da zerbrach die deutsche Wehrmacht, bezwungen durch den Feind nicht auf dem Schlachtfeld, sondern durch eine Reihe oon Umständen, die im Inneren wie im Aeußeren lagen. Es zerbrach vor allem aber durch den Frieden von Versailles jene Waffe, die zum ersten Mal im Weltkrieg einen kühnen Aufstieg genommen hatte, zum Schrecken der Feinde wurde und unentbehrlich als Teil der Streitkraft eines Volkes — zerbrach die deutsche Luftwaffe. Trotz allem aber konnte der Geist nicht völlig vernichtet Spezia- darf die Entwicklung zum als verzehnfacht. in der Wilhelmstraße ab. den Hof daß seine Luftwaffe allen Gegnern zum Trotz unüberwindlich ist. werdet ihr höchste Erfolge erzielen können. Wenn der Führer in seiner Reichstagsrede jenes stolze Wort gebrauchte, dah wir nicht mehr länger dulden würden, dah zehn Millionen deutsche Volksgenossen jenseits der Grenze unterdrückt würden — dann wiht ihr, Soldaten der Luftwaffe, dah, wenn es sein muh, ihr für dieses Wort des Führers einstehen müht bis zum Lehen. Stotz darauf, dah nun der Führer selbst den unmittelbaren Oberbefehl über unsere Wehrmacht genommen hat, sind wir auch in diesem Stolz verpflichtet, jederzeit einsatzbereit zum Schuhe der Heimat zu stehen. Unbändiger Kampfeswille, strahlende Sieges- gewlhheit durchglüht unsere Waffe. Denn wir auch als Deutsche, wenn wir als Menschen leidenschaftlich den Frieden wünschen, so sind wir als Soldaten der jüngsten Waffe jederzeit bereit, dem Führer und dem Volke zu beweisen, Reichsfinanzverwaltung im nationalsozialistischen Staat. Aufgabe der Finanzakademie ist, Lehrgänge für die höheren Beamten der Reichsfinanzverwaltung durchzuführen, durch die vor allem die enge Verbindung zwischen Front und Ministerium hergestellt und die weltanschauliche Schulung der höheren Beamten vertieft wird. lin, Geheimrat Kuhn, die Anwesenden. Staatssekretär Reinhardt gab einen umfassenden Ueberblick über die Entwicklung des Schulungsund Ausbildungswesens in der Reichsfinanzverwaltung. Dann sprach der Reichsfinanzmini, st er zu den ersten Lehrgangsteilnehmern über die verantwortungsvolle Stellung der Beamten der Nach der mit stürmischem Beifall aufgenommenen Rede spielte das Hochschulorchester der Luftwaffe das Andante aus der 7. Sinfonie von Beethcwen. Während die Festoersammlung sich von den Plätzen erhob, gedachte Generalfeldmarschall Göring des Führers. „3n dieser Stunde", so sagte er, „gedenken wir mit tiefster Dankbarkeit und unauslöschlicher Verbundenheit des Mannes, der uns das soldatische Leben wiedergab. Wir gedenken unseres Obersten Befehlshabers und unseres Führers Adolf Hitler, Sieg-Heil!" Der Gesang der Nationalhymnen beschloß die eindrucksvolle Stunde der Erinnerung an die Erringung der Freiheit unserer Luftwaffe. Dann nahm Generalfeldmarschall Göring Vorbeimarsch der Ehrenformationen am Ehren- listenlum niemals im gleichen Maße zugelassen werden, wie sie bei den allgemeinen Wissenschaften heule als Taksache vorliegt. 3n der jungen Luftfahrt bedarf es — neben der Ausgestaltung der speziellen Kenntnisse für jeden Sonderzweig — des intensiven Austausches der Erfahrungen auf dem Gesamtgebiet. Wit der Stiftung einer besonderen Denkmünze der Akademie, die für Verdienste um grundlegende und umwälzende Fortschritte auf dem Gebiete der Luftfahrt an 3n- und Ausländer verliehen roerben soll, und deren Satzung in das 3ahrbuch der Akademie ausgenommen wurde, ist ein wichtiger Schritt für die Ehrung um die Luftfahrt hochverdienter TNänner getan worden. Noch stehen wir am Anfang. Aber mit der Zwangsläufigkeit eines Naturgesetzes geht der Die technische Aufgabenstellung an alle mit Luft- ahrtforschung irgendwo beschäftigten Stellen wurde einheitlich besonderen Abteilungen im technischen Amt des Reichsluftfahrtministeriums unterstellt. Die Lebens- und Arbeitsbedingungen des Personals wurden dem Leben der Technik und Wissenschaft andernorts geltenden Grundsätzen angepaßt. Die Schaffung besonderer Forschungsprofessuren war hier ein wichtiger Schritt. Für die Heranbildung des erforderlichen Nachwuchses für die Luftfahrtindustrie und die technische Forschung wurde der Ausbau umfassender Lehreinrichtungen in Berlin, Braunschweig und Stuttgart vorgesehen. Das zer- plitterte und unübersichtliche technisch-wissenschaft- liche Berichtswesen wurde für die Luftfahrt im ganzen Reiche zusammengefaßt. Um den Wissenschaftler in der Forschungsanstalt mit dem Konstrukteur im Industriewerk zusamm^nzubringen, um beide wiederum mit dem Offiziers- und Jngenieurkorps der Luftwaffe zu verbinden, ferner um auch außenstehenden Wissenszweigen, wie etwa dem Naturwissenschaftler, dem Mathematiker, dem Arzt, dem Meteorologen, besonders auch dem Erzieher unserer deutschen Jugend Gelegenheit zu geben, am Fortschritt der deutschen Luftfahrt mitzuwirken, wurde die Bildung der Lilienthal-Gesellschaft für Luftfahrtforschung angeordnet. Durch die Bildung der Deutschen Akademie der Luftfahrtforfchung soll das Füh- rertum unserer gesamten Luftfahrtwisfenschaft und -technik gemeinsam mit dem Führertum der Luftwaffe zu geistiger Gemeinschaftsarbeit an den weitreichenden Problemen der Bezwingung des Luftmeeres znfammengeführt werden. 3n dieser Akademie sollen auch Vertreter der Naturwissenschaften und der Medizin der Luftfahrt den Schah ihrer Erfahrungen zur Verfügung stellen. Auf dem Gebiet der Luftfahrt Einbruch in den Luftraum vor sich. Die Entfernungen auf dieser Erde schrumpfen zusam- men. Die Ozeane verlieren ihre lebenszerschneidenden Kräfte, und ferne Kontinente verspüren den heißen Atem einer aufdämmernden neuen Zeit. Schon ist menschlicher Forschungswille und menschliche Unrast in jene erdfernen, lebensfeindlichen Schichten der Lufthülle eingedrungen, die kalt und abweisend unseren Erdball ummanteln. Schon wurden hierbei neue Erkenntnisse für die Beschleunigung des Menschenflugs im Dienste des völkerverbindenden Luftverkehrs begonnen. Rastlos sind die Erfinder der ganzen Welt tätig, um die größten Feinde des sicheren und zuverlässigen Fluges zu bekämpfen: den Nebel und das Eis. Eine Fülle verschiedener Einzelmittel zur Abwehr dieser Gefahren wird ein so hohes Maß von Sicherheit erbringen, daß die immer weiter ausgreifende Luftfahrt kein größeres Gefahrenrisiko mehr tragen wird als die Seefahrt und die anderen Zweige des Gesamtverkehrs. Wir müssen uns glücklich fühlen, daß gerade diese Generation der Soldaten jenes ersten, so unglücklichen Weltkrieges, am Beginn einer Zeit lebt, die den S t e m p e l d e s fliegen» den Menschen als wesentliches Merkmal tragen wird, immer in der Hoffnung, daß dieser neue Ausdruck eines Lebenswillens in erster Linie berufen sein soll, der Menschheit die Güter der Kultur zu vermitteln und den Frieden. Die deutschen Mitglieder der Akademie haben die verpflichtende Aufgabe, ihre ganze Kraft innerhalb der Forschung herzugeben für die sieghafte Ueberlegenheit unserer Luftwaffe, die Sicherheit unseres Volkes und die glanzvolle Gröhe der deutschen Nation. Daß diesem Streben ein voller Erfolg beschieden sein möge, ist mein aufrichtiger, warm empfundener Wunsch. Es folgten zwei fachliche Vorträge über Entwick- lung von Flugzeug und Motoren. Zunächst sprach Prof. Diplomingenieur W. Messerschmitt, Wehrwirtschaftsführer und Direktor in den Bayerischen Flugzeugwerken, über die Entwicklung der F l u g l e i st u n g e n. Er wies darauf hin, daß wir heute in der Lage seien, Flugzeuge zu bauen, die die bestehenden Langstreckenrekorde spielend schlagen könnten und betonte, daß es nie möglich gewesen wäre, unser Können so schnell in die Wirklichkeit umzusetzen und die Erfolge der letzten Jahre zu erreichen ohne die planvolle Unterstützung durch den Führer und den Generalfeldmarschall Göring. Zum Schluß sprach Prof. Dr.-Jng. Mader, Vorstands- Mitglied der Junkerswerke Dessau, über Erfahrun- gen und Entwicklungsrichtung von Flugmotoren. Aus der Arbeit der letzten Jahre wurde in dem Vortrag besonders das Ringen um die inneren Probleme des Flugmotors anschaulich gemacht und festgestellt, wenn es in Deutschland gelungen sei, den Vorsprung des Auslandes in wenigen Jahren nahezu aufzuholen, so sei dies dem Freimachen der Energien zu danken, die wir in Forschung und Technik im deutschen Volk zur Verfügung hätten. sprach und diesen Wert auslöste. Die neue Wehrmacht entstand. Heer und Marine konnten unmöglich allein die Grenzen schützen, wenn nicht auch der vertikale Luftraum gesichert war. So mußte neben einem neuen Heer, einer neuen Kriegsmarine auch eine neue Luftwaffe entstehen. Wie Deutschland immer bereit war, in Abrüstungsverhandlungen ein« zutreten, so war Deutschland auch damals bereit, auch auf die vielen anderen Abrüstungsvorschläge einzugehen, aber immer unter der einen Bedingung, daß ein gewisses Mindestmaß gewährleistet wurde. Durch die Schuld der anderen — das will ich heute an diesem Tage feststellen — nicht durch Deutschlands Schuld war damals kein Resultat erzielt worden Vor Deutschland und vor der ganzen Welt hat der Führer immer wieder die These der Gleichberechtigung aufgestellt. Dieses Deutschland war nun gezwungen und verpflichtet, wie es auch die anderen taten, sich eine Luftwaffe zu schaffen, die allein die Sicherheit bot, deutsches Volk und deutsches Land gegen feindliche Angriffe zu sichern; und wir waren daher gezwungen, sofort an einen großen Aufbau der Luftwaffe heranzugehen. In den Märztagen 1935 brausten zum erstenmal deutsche Geschwader über Berlin hinweg und gaben der Welt Kunde: Auch die deutsche Luftwaffe ist wieder auferstanden. Denn eine Tarnung war bei dem großen Aufbau nicht mehr länger möglich. D i e R i s i k o - F l o t t e stand , und nun ging es mit frischer Arbeit an das große Werk. Am 15. März 1935 erfolgte die Freimachung der gesamten Wehrmacht — jener Tag, an dem Deutschland nun wieder den harten Aufstieg zur Großmacht begann. Zwei Wurzeln der Kraft waren es, aus denen nun der Neuaufbau einer großen Luftwaffe möglich war; zuerst jener Fliegergeist des Weltkrieges, jene tapfere und kühne Haltung eines 3mmelmanns, eines Bölcke, eines Richthofen, jener Geist, der in der SA. und ff unterer nationalsozialistischen Weltanschauung wieder auferstand, der antrat, um das Reich zu retten, jener Geist, der es ermöglichte, den fortgesetzten Kampf gegen Kommunismus und Zersetzung zu führen. Die andere Wurzel der Kraft war jene geistige Ausrichtung des Volkes, die In den 3ahren allmählich erfolgt war durch die Arbeit unserer nationalsozialistischen Bewegung. Denn lange bevor man die Waffen selbst schmieden konnte, mußte ja erst der Geist geschmiedet werden, der die Waffe führt. Das war das besondere Verdienst unseres Kampfes, schließlich gekrönt durch jenen Sieg am 30. 3a- nuar 1933, der aus einem ohnmächtigen und zerrissenen Volk das feste Fundament einer neuen Volksgemeinschaft geschaffen hat. Und aus dieser Volksgemeinschaft entstand ein neues Volk, mit festem Vertrauen, ein Volk, das wieder stolzer das Haupt erhob, ein Volk, in dem der Heroismus lebt. IV. Pilar primo de Rivera. IV. Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten I Salamanca, im Februar 1938. Während ich durch abenddämmerige Gassen des malerischen Salamanca zum Hause der Falange gehe, spreche ich mit meinem Begleiter über das Schicksal der nationalspanischen Frauenführerin. Senorito Pilar Primo de Rivera ist eine Tochter des Generals und Staatsführers, der soviel für Spanien geschaffen hat und doch tragisch sterben mußte. Sie ist die Schwester des bei den Roten zum Tode verurteilten Falangeführers, über dessen Schicksal keine Gewißheit zu erlangen ist, ihr anderer Bruder wurde in Madrib ermordet, eine jüngere Schwester vor kurzem erst nach 13- monatiger Gefangenschaft aus dem roten Kerker befreit. Wohl keine spanische Familie ist in den Jahren des Freiheitskampfes gegen den Bolschewismus vom Leide verschont worden. Don den Primo de Riveras, die in vorderster Front für ihr Vater- land stehen, forderte das Schicksal schwerste Opfer. Nun führt die junge Pilar Primo de Rwera das Werk ihres Vaters und ihrer Brüder bei den spanischen Frauen fort. Die Jugend, sagt mein Begleiter, sieht zu ihr auf wie zu einer Heiligen. Wir treten in die weite Helle Halle des Falange- aebäudes. Die Wache mit der roten Mütze der Re- quetes grüßt diszipliniert. Mein Begleiter klart mich darüber auf, daß die in der Falange Espanola Tradicionalista vereinten Falangisten und Requetes ihre alten Abzeichen weitertragen und im Wacht- dienst des Falangegebäudes sich ablosen. Wir gehen durch lange Gänge und stehen im Vorzimmer der Frauenführerin. An der Schreibmaschine fitzen junge Falangistinnen in ihrer schlichten Tracht an der Arbeit. Die Sekretärin geleitet uns in das Zimmer ihrer Führerin. Ein kleiner Raum, nur ein Schreibtisch in der Mitte, davor einige Stuhle, als einziger Schmuck an der Wand ein silbernes Kru- zisix; es hängt gerade über dem dunklen Kopf der Falangeführerin, die sich hinter ihrem Schreibtisch erhebt und uns freundlich und nut einer ruhigen Geste begrüßt. Wir fetzen uns. Es ist eine Atmo- sphäre der Stille und Güte um diese junge zarte Frau. Senorita Pilar ist die Gründerin der falangistischen Frauenbewegung, sie begann ihr Werk schon vor der Revolution, Schulter an Schulter mit ihrem Bruder, und beide setzten sich voll und ganz ein, wie sie es vom Vater gelernt hatten. Man fühlt, daß der Herzschlag dieser Führerin in den Falangistenmädchen leben muß. Oer Führer dankt den ausgeschiedenen Generalen. Berlin, 1. Wärz. (DNB.) Der Führerund R e i ch s k a n z l e r Hal den auf Grund der Anordnungen vom 4. Februar am 28. Februar aus - geschiedenen Generalen in herzlich gehaltenen Dankschreiben noch einmal feine An- erfennung für die der Wehrmacht geleisteten hervorragenden Dienste ausgesprochen. Gleichzeitig hat er ihnen seinBUdmiteigen- händiger Unterschrift überreichen lassen. OaS Goldene Ehrenzeichen für Admiral von Trotha. Berlin, 1. März. (DNB.) Der Stellvertreter des Führers stattete dem Vizeadmiral von Trotha aus Anlaß seines 70. Geburtstages einen Besuch ab, um dem verdienten Soldaten und nationalen Vorkämpfer die Glückwünsche des Führers und der NSDAP, zu überbringen. Rudolf Heß verband mit diesen Glückwünschen die Ueberreichung des Goldenen Ehrenzeichens der NSDAP, in Würdigung seines unermüdlichen Einsatzes für die nationalsozialistische Bewegung und das neue Reich. Als besondere Ge- burtstagsaabe des Führers übergab Rudolf Heß dem Jubilar außerdem einen Mercedes-Benz- Wagen. Der Oberbefehlshaber der Kriegsmarine, Generaladmiral Raed er, als Vertreter der SA. Obergruppenführer von Jagow, Brigadeführer Schormann von der Auslandsorganisation, Gauinspektion Seefahrt, überbrachten weitere Glückwünsche. Der Jugendführer des Deutschen Reiches, v. S ch i r a ch, überreichte dem Ehrenführer der Marine-HI. die Goldene HJ.-Nadel. Eröffnung der Finanzakademie in Berlin-Tegel. Berlin, 1. M-irz. (DNB.) Die in BerNn-Tegel auf der Halbinsel Reiherwerder neuerrichtete Finanzakademie ist durch den Reichsminister der Finanzen, Graf Schwerin von Krosigk, eröffnet worden. Nach einem Musikstück der Berliner Zollkapelle begrüßte der Oberfinanzpräfident Ber- Spanische Reise. Von unserem Sonderberichterstatter W. E. Freiherr von Medem. Jetzt konnte ich mein Wort einlösen, das ich den Kameraden des Richthofen-Geschwaders an jenem furchtbaren Tage in Aschaffenburg gegeben hatte, als wir gezwungen auseinandergehen mußten. Jenes Wort: „Was ich kann, werde ich tun, bas Geschwader muß und wird neu erstehen." Jetzt stand es neu ! Und so habe ich mein Wort ein« gelöst. Ich denke mit tiefem Dank an die Jahre zurück, da ich immer wieder von Ihnen, meine Mitarbeiter, Neues fordern mußte. Es ist deshalb für mich eine Dankespflicht, die aus tiefem Herzen kommt, wenn ich unseres ersten General st abschefs gedenke, jenes wundervollen Menschen und Soldaten, General Wevers. Aber dieser mein Dank gilt auch allen, die in diesen Jahren mitgearbeitet haben, um die deutsche Luftwaffe wieder zu dem zu machen, was sie heute ist.Jung ist unsere Waffe, und ich wünsche, daß sie ewig jung bleiben möge, denn nur so lange die Luftwaffe jung ist, wird sie über jenen kühnen Geist verfügen, den nun einmal ein Flieger haben muß, wenn er seine Aufgabe erfüllen will. Und immer wieder predige ich es euch: eine Kameradschaft muß euch z us a m m e n b i n Ö e n und Zusammenhalten, weil sie in schwersten Zeiten vielleicht das letzte Band ist, um Schweres zu überwinden. So, in dieser Haltung, wird die Waffe einen Garant des deutschen Frie- d e n s bilden. Aber, ich gestehe es offen: Furchtbar, wenn der Einsatz befohlen wird. Dann wollen wir dem Volk es schwören, dann wollen wir zum Schrecken unserer Angreifer werden, dann roitfb es nichts mehr geben, was uns vor einem rückhaltlosen Draufgängertum zurückschreckt. Für die deutsche Luftwaffe kann nur das beste Material gut genug fein. Hier liegt eine große Aufgabe für alle die, die darüber zu sorgen haben, daß das beste Material geliefert wird. Die Forschung ist nur einzusetzen, um immer wieder die Leistungen, um immer wieder den Wert dieser Luitwaffe aufs höchste zu steigern. Die deutschen Ar-beiter rufe ich aus, unermüdlich in den Fabriken tätig zu fein. Ich weiß, daß ich viel von ihnen verlange, Ueberstunden auf Überstunden, aber sie schaffen ja an dem Schwert der Nation. Die Luftwaffe muß sich aber auch allezeit bewußt fein, daß sie eine Einheit zu bilden hat, eine E i n- b e i t mit den beiden Schwesterwaffen, und daß nie Überheblichkeit in ihr aufkommen darf, daß sie stets erkennen muß: Auch sie ist nur ein Teil des Ganzen. Jede andere Waffe_ ist ihr gleichberechtigt und gleich wichtig. In der höchsten Unterstützung der Schwesterwaffen hat sie ihren größten Ruhm zu finden. Aber auch in sich hat sie e i n e E i n h e i t zu bilden. Flieger, Flakkanonen und Funker sind unlöslich miteinander verbunden. Auch hier wünsche ich nicht, daß einer sich über den anderen erhebt. Nur im besten Zusammenwirken Deutsche Forschung und Technik helfen bei der Eroberung des Lustraums. Generalfeldmarschall Göring spricht aus der Festsitzung der Akademie für Lustsahrtsorschung Der Anfang, erzählt Pilar Primo de Rivera, sei schwer gewesen, denn die Volkssronttegierung habe die Organisation mit allen Mitteln verfolgt. Sie konnte sich mit ihren Frauen nur heimlich treffen in Madrid, meist im Museum. Und vor den unsterblichen Werken der alten spanischen Maler seien die Anweisungen an die Kampfgenossinnen gegeben worden. Davon, daß so viele dieser jungen (Spanierinnen später in der Hölle der Madrider Kerker endeten, Urtfagbares vor ihrem Tode erlitten, spricht die Führerin nicht. Aber es liegt ein solches Wissen von Leid und stillem Heldentum auf ihrem feinen, vergeistigten Gesicht, in der Tiefe ihrer großen dunklen Augen, daß eine Frage ehrfurchtslos wäre. lieber 400 000 Frauen, Mädchen und Kinder ist die weibliche Falange heute stark, aber die Bewegung ist stets im Wachsen. Das Arbeitsgebiet sei sehr' groß, sagt die Führerin: Betreuung der kamp- senden Front in den Lazaretten und Soldatenheimen, die soziale Fürsorge im Lande, es sei da so viel zu tun, so viele Sorgen seien zu beheben, Mütter zu betreuen, deren Männer im Felde stünden, Kinder zu pflegen, deren Väter an der Front starben. Dann die nationale Erziehung der Jugend, ihre körperliche und seelische Ertüchtigung. „Wird", frage ich, ,bet dieser sozialen Tätigkeit ein Unterschied gemacht nach Herkommen, politischer Einstellung und Religion?" — „Nein, nein", schüt- leit die Führerin energisch den Kopf: „Auch wenn die Väter der Kinder drüben bei den Roten kämpfen ober dort gefallen sind, wir nehmen uns ihrer an, es ist doch spanische Jugend, es sind Spanier!" „Hal die weibliche Falange mit dieser sozialen Tätigkeit des Herzens Erfolge gehabt in der lieber- Windung politischer Gegensätze und sozialen Mißtrauens?" — „Größte Erfolge", antwortete die Führerin, „wir bearbeiten systematisch die befreiten Gebiete, wir folgen mit unserer sozialen Offensive unmittelbar den vorgehenden Truppen IV« Stunden nach der Einnahme von Malaga und Bilbao zum Beispiel waren wir mit unseren Lebensrnitteln, Medikamenten und unseren Frauen schon in den befreiten Städten, in Santander begann die Landesleiterin des sozialen Dienstes ihre Tätigkeit, als noch in den Straßen geschossen wurde." „Das erfordert, sage ich in ehrlicher Bewunderung, „nicht nur viel Charakter und Herzensgüte Ihrer Falangistinnen" — denn ich kannte die Hetz- welle aus den Kämpfen im Baltikum, die nach der Befreiung eines Ortes ihre nur zu begreifliche Rache sucht — „sondern auch Organisattonskraft. • Bilden Sie Ihre Führerinnen für diese Tätigkeit Berlin, 1. März. (DNB.) Die Deutsche Akademie der Luftfahrtforfchung, die bereits große Erfolge auf ihrem Arbeitsgebiet, Luftfahrtwissenschaft und -technik, verzeichnen kann, gedachte in einer Festsitzung am Dienstagabend des Jahrestages der Freiheit der deutschen Luftfahrt. Im Festsaal des Hauses der Flieger versammelten sich alle die Männer, die in Deutschland auf dem Gebiete der Luftfahrt, der Luftfahrtforschung, der Luftfahrttechnik und der allgemeinen technischen Wissenschaft einen Namen haben, dazu zahlreiche Gelehrte, die im Rahmen der Akademie in Gemein- chaftsarbeit mit den Konstrukteuren bemüht sind, >ie wissenschaftlichen Grundlagen der Luftfahrt zu erweitern, ferner die Reichsminister Rust, Ehrenmitglied der Akademie, Reichsaußenminister von Ribbentrop, Reichsminister von Neurath, Reichswirtschaftsminister Funk, Reichsverkehrs- mimster Dr. DorpmüHer, Reichsfinanzminister Graf Schwerin-Krosigk, Reichsführer hh Himmler, Reichsorganisationsleiter Dr. Ley, Generaloberst von Brauchitsch sowie der Chef des Oberkommandos der Wehrmacht, General der Artillerie Keitel. Auch im Mittelpunkt dieser Veranstaltung stand eine Rede des Reichsministers der Luftfahrt, Generalfeldmarschall Göring, des Präsidenten der Akademie, der über „Fünf Jahre Luft- ahrttechnik" und über die gemeinsame Arbeit der Akademie u.a. folgendes ausführte: Für die Neugestaltung unserer Luftfahrttechnik fehlten uns bei der Machtübernahme die notwendigen Ausgangspunkte. In fünf Jahren haben mir eine Industrie geschaffen, die an Leistungsfähigkeit und schöpferischen Werten gleichberechtigt neben bi e neue ßuftro affe getreten ist und die heute durch ihre schöpferischen Leistungen die Achtung und Bewunderung der ganzen Welt besitzt. Eine große und moderne Luftfahrtforfchung befindet sich heute im Aufbau, eine in sich geschlossene Luftfahrt» Wissenschaft, die den Stand der hierin führenden Großmächte eingeholt und mit ihnen auf allen wichtigen Gebieten den Kampf um die beste Leistung auf genommen hat. Neue Windkanäle von hoher Leistungsfähigkeit sind entstanden. Motorenprüfstände gestatten die Fortentwicklung unserer Triebwerke auf immer größere Leistungen und bis zu den größten Flughöhen. Das für die Sicherheit des Luftverkehrs so bedeutsame Funkgerät wird durch unermüdliche Forschungsarbeit in besonderen Instituten vervollkommnet. Die Einwirkung des Fluges in schnellen Flugzeugen und großen Flughöhen auf Physis und Psyche der Flugzeugbesatzungen, also das Gebiet der sogenannten Flugmedizin, ist ein weiteres bedeutsames Gebiet unserer wissenschaftlichen Forschung geworden. Fünf Reichsanstalten für die technische Forschung der Luftfahrt und eine Anstalt für die flugmedizinische Forschung sind im Bereich der Luftfahrt neu errichtet oder neu gestaltet worden. Das Personal der gesamten Luftfahrtforschung wurde gegenüber dem Stande im Zeitpunkt der Machtergreifung mehr aus?" — „Wir haben jetzt Führerinnenschu- l e n in Malaga und Valladolid, die Mädchen werden dort geistig und sportlich geschult und lernen alle Gebiete der sozialen Fürsorge und ihre Organisation." „Die Tätigkeit der Falangistinnen, von denen ich hörte, besonders der Einsatz so unmittelbar hinter der kämpfenden Front", sage ich, „wird auch Opfer gekostet haben. Darf ich auch von Einzelheiten persönlichen Heldentums erfahren?" „Im Kriege", antwortet die Führerin, „starben achtzehn weibliche Falangisten vor dem Feind." — „Darf ich", frage ich noch einmal, „Namen und Taten erfahren, die ein Beispiel für den Einsatz der weiblichen Falange sind? Glauben Sie, Senorita, am Beispiel der einzelnen persönlichen Tat erkennen die Menschen, die von dem Leid und dem Heldentum des nationalen Spaniens draußen in der Welt viel zu wenig wissen, die sittliche Größe und die Idee des spanischen Freiheitskampfes." Pilar Primo de Rivera erzählt mit ruhiger stockender Stimme: „Da ist Sagraria Muro. Sie war unsere Prooinzialleiterin in Toledo. Es war am Abend vor der Besetzung des Alkazar. Unsere Soldaten standen schon am Rande der Stadt, die Roten waren in fiebernder Aufregung. Denn es ging um die Entscheidung. Da stürmte Sagraria Muro, die bisher den Roten entgehen konnte, auf die Straße und rief: „Arriba Espana! Arriba Espana!“ Sie rief den Kampfruf der Falange mitten in die roten Haufen. Dann wurde sie mit Knüppeln totgeschlagen. Sie war 18 Jahre alt." „Und dann", sagte Pilar Primo de Rivera, „ist da unsere Provinzialleiterin in Valencia ein Beispiel: Vicenta Chabas. Sie wurde, 19 Jahre alt, mit ihrer jüngeren Schwester erschossen. Sie sangen zusammen unsere Falangehymne in ihren letzten Augenblicken vor dem Tode, bis die Salve der Rotgardisten chre Stimmen auslöschten." Ich muß an Marie von Clotts im Rigarer Zentralgefängnis 1919 denken. Sie ging auch singend in den Tod; sie nahm ihre baltischen Leidensgenossen an die Hand ihrer Seelenstärke und starb so. Ich muß an Schlageter denken, an seinen letzten Ruf: Es lebe Deutschland!, der über die Salve des Exekutivkommandos sich erhob als ein Fanal der Zukunft, die heute deutsche Wirklichkeit ist .— Pilar Primo di Rivera gibt mir zum Abschied die Hand. Ich habe ihr viel zu danken: Das Wissen von dem Geiste des jungen nationalen Spanien und den Glauben an seine sieghafte Zukunft. Einsatz des weiblichen Arbeitsdienstes im nationalen Spanien. Salamanca, 2. März. (DNB. Futtkspruch.) Am Dienstag wurde zum erstenmal der weibliche Arbeitsdienst eingesetzt. Eine große An- zahl Frauen zwischen 17 und 38 Jahren, die durch eine Regierungsverordnung aufgerufen worden waren, traten ihre Arbeit in verschiedenen Einrichtungen des nationalen Hilfswerks wie Schneiderwerkstätten, Apocheken usw. an. Aus allen Teilen Nationalspaniens wird berichtet, daß die Frauen mit großem Eifer sich den Pflichten unterziehen, die ihnen anvertraut werden. Oer neue Schauprozeß in Moskau. Die „Geständnisse" sollen dieNotwendigkeit der „ständigen Mobilisation" begründen. Moskau, 1. März. (DNB.) Sämtliche Moskauer Blätter beschäftigen sich mit dem am Mittwoch beginnenden neuen Schau-Prozeß Bucharin, Rykow und Jagoda, und die übrigen angeklagten ehemaligen Sowjetgewaltigen. „Vernichtet die Trotzki-Spionenbande! — Tod den verdächtigen Landesverrätern, den dreimal verfluchten Schlangen und schändlichen Mördern!" — so lauten die Schlagzeilen. Unter hysterischen Ausbrüchen und wilden Verwünschungen bringt die Presse die in der Verlautbarung der Staatsanwaltschaft enthaltenen Anklagepunkte in allen Variationen wieder vor. Im Zentrum des kommenden Prozesses werde, so schreibt die „Jswestija", wiederum „der alte Spion und Bandit, der langjährige Agent ausländischer Nachrichtendienste und Volksfeind Trotzki" stehen. Weiter werde sich „erweisen", daß sich unter den Angeklagten sogar frühere Angehörige der z a r i - stischen Geheimpolizei (der sogenannten „Ochrana") befänden, die ihre Verbrechen und Provokationen viele Jahre hindurch unter der Maske von ergebenen Anhängern des Sowjetregimes weitergetrieben hätten. Weiter wird aus den Kommentaren der Sowjetblätter deutlich, daß sich die ungeheuerlichen Unterstellungen, die bereits die erste Verlautbarung an die Adresse auswärtiger Mächte richtete, in erster Linie auf Japan und Deutschland beziehen dürften. Es scheint den Veranstaltern des kommenden, blutigen Sckauspiels in erster Linie darauf anzukommen — oyne jede Rücksicht auf den verheerenden Eindruck im Auslande —, das Kriegsgespenst der Sowjetbevölkerung vor Augen zu führen, indem man die Sowjetunion als unmittelbar bedroht erscheinen läßt, um dadurch die „ständige Mobilisationsbereitschaft" zu vertiefen, eine Art „Mobilisierung" des Geistes zu schaffen, die angesichts der schweren inneren Erschütterungen des Sowjetstaates angezeigt erscheinen mag. Die Kommentare der Moskauer Blätter klingen übereinstimmend aus in der Forderung nach einer exemplarischen Bestrafung der Angeklagten. Mit Losungen wie „Tod den toll gewordenen Hunden!", „Schlagt der trotzkistischen Schlange den Kopf ab!", „Vernichtet die Spione und Verräter so, daß von ihren unflätigen Ueberresten auch keine Spur mehr bleibt!" usw. versuchen die Blätter einander förmlich zu übertreffen. Jedenfalls dürften solche Aeuße- rungen keinen Zweifel an dem Schicksal der Angeklagten bestehen lassen. Paris macht sich Gedanken. Rückwirkungen derMoskauerMassenmorde auf die Schlagkraft des Sowjetheeres. Pa^ir, 2. März. (DNB. Funkspruch.) Die radi- kalsoziake Zeitung „R 6 publique" schreibt, wenn die jetzigen Angeklagten erschossen worden seien, blieben nur noch Molotow und Litwi- now-Finkelstein übrig, die vielleicht Gegenstand eines neuen Prozesses würden. Stalin würde dann der einzige Ueberlebende der alten Bolschewisten sein unö auf den Gräbern seiner Opfer allein herrschen können. Man werde vielleicht behaupten, daß es sich hier um eine rein sowjetrussische Angelegenheit handele. Dies sei jedoch nicht der Fall, denn auch Frankreich habe ein Wort mitzureden. In Sowjetrußland schieße man Generale und Techniker nieder. Die Bolschewisten in Spanien hätten eben» Neuordnung im Berliner Theaterwesen. Harald Paulsen und Heinrich George mit Jntendantenposten beauftragt. für den Bau eines Luftschiffes ein, weil sie den Flughafen in Lakehurst und das bisher für die Luftschiffahrt ausgebildete Personal erhalten sehen möchte. Berlin, 1. März. (DNB.) Einer Anregung des Generallintendanten Klöpfer entsprechend, scheidet am 1. März das Theater am Nollendorfplatz Harald Paulsen. — (Scherl-Bilderdienst-M.) aus dem Verband der Berliner Volksbühne aus. Mit der selbständigen Leitung des Theaters am Nollendorfplatz hat Reichsminister Dr. Goebbels den Staatsschauspieler Harald Paulsen beauftragt. Diese Regelung erfolgt unbeschadet der bestehenden Abonnementsverhältnisse. Gleichzeitig hat Reichsminister Dr. G o e b b e l s den Staatsschauspieler Heinrich George mit der Leitung des Schiller-Theaters beauftragt. Das Schiller-Theater wird nach vollständigem Umbau mit Beginn der kommenden Spielzeit im Herbst neu eröffnet werden. * Mit der Beauftragung der Staatsschauspieler Harald Paulsen und Heinrich George durch Reichsminister Dr. Goebbels sind wieder zwei hervorragende aktive Darsteller des deutschen Theaters und Films mit wichtigen Jntendantenposten in der Reichshauptstadt betraut worden, wie das vor längerer Zeit bereits durch die Berufung von Gustaf Gründgens zum Generalintendanten des Preußischen Staatsschauspiels und von Eugen Klöpfer zum Leiter der Volksbühne geschehen ist. Mit dieser Neubesetzung zweier reichshauptstädtischen Jntendantenposten bekundet sich der Wille der kulturellen Führung, Persönlichkeiten in die verantwortliche Theaterleitung zu berufen, die nicht nur Namen von repräsentativer Geltung haben. sondern die auch durch ihre eigene schöpferische Leistung weit über den Umkreis und Wirkungsbereich von Berlin hinaus als vorbildliche Vertreter einer neuen deutschen Theaterkunst gelten müssen. Mit der Berufung solcher Männer wird naturgemäß die künstlerische Arbeit an den von ihnen zu betreuenden Bühnen einen sehr lebendigen, persönlich bestimmten Impuls erhalten, zumal den beiden neuen Intendanten neben der eigentlichen, vorwiegend organisatorischen Tätigkeit als Bühnenleiter zweifellos genügend Spielraum zur Entfaltung ihrer schöpferischen Kräfte gegeben werden wird, die sich in beiden Fällen sowohl auf rein darstellerische als auch auf regiemäßige Aufgaben erstrecken dürfte. George, der früher am Frankfurter Schauspielhause wirkte, und Paulsen, der von der Berliner Operette herkommt, sind durch Heinrich George. — (Scherl-Bilderdienst-M.) > A MW & ; W WW zahlreiche große Filmrollen seit Jahren auch in der Provinz sehr bekannt geworden. Paulsen hat sich zu einem erstaunlich vielseitigen Charakterdarsteller entwickelt, wie dies beispielsweise die Filme „Oberwachtmeister Schwenke" und „Traumulus" zeigten, um zwei seiner markantesten Leistungen anzuführen. George ist ein Menschendarsteller von außerordentlicher Lebensfülle; aus der langen Reihe seiner Filme greifen wir nur einige besonders charakteristische heraus, wenn wir etwa an den „Volksfeind", den „Biberpelz", „Versprich mir nichts", „Unternehmen Michael", „Reifende Jugend" und „Hermine und die sieben Aufrechten" erinnern. hth. falls geglaubt, die Marine-Offiziere ermorden zu können. Die Folge davon fei, daß die sowjetspanische Marine heute nichts mehr wert sei. Man brauche sich nur einmal vorzustellen, was geschehen wäre, wenn die französische Regierung sechs Monate vor dem Weltkriege zusammen mit einigen Botschaftern und ftüheren Regierungsmitgliedern die Generale Joffre, Foch, Petain, Gallieni und andere hätte erschießen lassen. Das Volk hätte sich dann gefragt, ob auch wirklich alle Verräter verurteilt seien und bei der ersten Niederlage hätte man geschrien: Frankreich sei verraten. Stalin aber hämmere Soldaten und Zivilisten den Gedanken des Verrats ein , man könne sicher sein, daß auch der erste Schrei des sowjetrussischen Heeres im Kriegsfälle der fein werde „wir find verraten". Für Frankreich fei es aber peinlich, im Kriegsfälle auf die Unterstützung eines Landes und Heeres angewiesen zu sein, in dem ein ehemaliger Ministerpräsident, zahlreiche Minister, Botschafter Generale und Admirale Spione seien. Oer Mord von Lubon. Die Kommunisten hatten den Mörder Pfarrer Streichs durch das Los bestimmt. Warschau,!. März. (DNB.) Im Zusammenhang mit dem kommuni st ischen Mord an dem katholischen Geistlichen in Lubon bei Posen wurden 30 Kommunisten verhaftet, die an dem Verbrechen beteiligt sind. Aus der bisherigen Untersuchung geht klar hervor, daß es sich bei dem kommunistischen Mordanschlag in der Kirche um ein von langer Hand vorbereitetes Verbrechen handelt. Wie mehrere Warschauer Blätter melden, hatten die Luboner Kommunisten am Vortage die Ermordung des Geistlichen Streich sowie die eines zweiten Geistlichen beschlossen. Der Mörder war durch das Los b e st i m m t worden. Ein „Deutscher Tag" in Linz abgesagt. Wien, 1. März. (DNB.) Wie von maßgebender Stelle verlautet, findet eine am 6. März in Linz unter dem Motto „Deutscher Tag" angesetzte Kundgebung, auf der Innenminister Seyß- I n q u a r t sprechen sollte, nicht statt. Die „Linzer Tagespost" bringt unter dem Titel „Disziplin halten" einen Aufrufdes volkspolitischen Referenten bei der Landesleitung der Vaterländischen Front Oberösterreichs, in dem darauf hingewiesen wird, daß gesetzlich verankerte Verbote von jedem Nationalsozialisten strengstens respektiert werden müßten. Nur so werde es möglich sein, Provokateuren das Handwerk zu legen und die zu leistende gewaltige Aufbauarbeit ruhig durchzuführen. Der volkspolitische Referent und die Führer der Nationalsozialisten seien, wie es in dem Aufruf weiter heißt, überzeugt, daß von heute an kein .Grund mehr vorliegen werde, sich mit Schwierigkeiten befassen zu müssen, die vielleicht durch die Mißachtung ihrer Wünsche entstehen könnten. Angriffe auf seine Gesinnung brauche indessen niemand zu dulden; sie würden die schärfste Zurückweisung erfahren. Der Bundespräsident hat den am Sonntag zum Stellvertreter des Dolkspolitischen Referenten beim Amt der Frontführung bestellten Dr. Hugo Jury zum Staatsrat ernannt. Dr. Jury entstammt nationalsozialistischen Kreisen und gehörte dem Siebener-Ausschuh für nationale Befriedung an. Wechsel im Oberkommiffariat von Palästina. Neue Zwischenfälle im ganzen Lande. Jerusalem, 1. März. (DNB.) Der Oberkommissar von Palästina, Sir Artur Wauchope, verläßt Palästina, um nach England zurückzukeh- ren. In seine Amtsperiode, die 1931 begann, fallen die Zeichen schwerster Unruhen und Wirtschaftsdepressionen. Mit seiner Amtsführung ist auch der Plan der Teilung Palästinas eng verbunden. Die Zeitung „Addifaa" schreibt, Sir Artur Wauchope, der einst voller Hoffnungen nach Palästina gekommen sei, stehe nach einer Versuchszeit von sieben Jahren vor dem Fehlschlag seiner Politik. Er habe erkennen müssen, daß ein Land keine Versuchsstation sei. Diese Zeit von sieben Jahren hätte aber auch genügen müssen, um alle leitenden Politiker von der Wertlosigkeit dieser in Palästina geübten Politik zu überzeugen. — Der neue Oberkommissar, Sir Harold Alfred M c M i» chael, wird Donnerstag in Palästina Eintreffen. Nach einer Ruhepause von mehreren Tagen, die in der Hauptsache durch außerordentlich starke Re gen fälle veranlaßt wurde, haben sich wieder zahlreiche Zwischenfälle im ganzen Lande ereignet. Bei Safet wurde ein Araber aufgefunden, der von unbekannten Tätern erschossen worden war. Im Gebiet von Emek wurde ein Jude durch mehrere Pistolenschüsse von Unbekannten tödlich verletzt. Die Bahnlinie bei Gaza wurde durch Bombenabwürfe beschädigt. Schließlich sind zahlreiche Omnibusse außerhalb der Städte unter Feuer genommen worden. Aus Sicherheitsgründen hat die Po- lizei im Bezirk von Nablus ihre Stationen durch Militär besetzen lassen. Mit einer Befestigung der Polizeistationen an der Nordgrenze von Palästina soll begonnen worden sein. Amerikas Klottenrüstung. DerBau eines neuen Luftschiffes geplant. Washington, 1. März. (DNB.) Der Marineausschuß des Abgeordnetenhauses empfahl am Dienstag die Schaffung eines 30-Millionen- Dollar-Fonds für Versuchszwecke. Drei Millionen Dollar sollen dabei für den Bau eines neuen lenkbaren Luftschiffes als Ersatz für die „Los Angeles" bestimmt fein. Vorgesehen sind ferner Erprobungen neuer Erfindungen, dar- unter eine fiuftmine, die nach den Behauptungen ihres Erfinders Barlow die Seekriegsführung grundlegend ändern würde. In einer Unterredung mit der „Associated Preß" fordert der Vorsitzende des auswärtigen Senatsausschusses, Pittmann, weitere 60 0 Millionen Dollar für Flottenbauten „angesichts der Fortsetzung der ausländischen Kriegsvorbereitungen und des Nichtvorhandenseins konstruktiver Friedenspläne". Der Appell des Senators ist nicht von der Regieruna angeregt worden. Präsident Roosevelt wäre im Gegenteil sehr froh, wenn fein noch immer im Ausschuß des Repräsentantenhauses liegender Antrag für den Aufbau der Flotte in feiner gegenwärtigen Form endlich angenommen würde. Der Präsident sträubt sich daher dagegen, daß von den 15 Millionen Dollar, die er für Versuchszwecke vorgesehen hatte, drei Millionen für den Bau eines Luftschiffes vom Tvp der „Los Angeles" abgezweiat werden sollen. Er erklärte, daß die Admiralität die 15 Millionen f ü r Versuche mit Windschiffen brauche. Er habe allerdings gegen den Bau eines Luftschiffes nichts einzuwenden, vorausgesetzt, daß der Kongreß dafür noch besondere Mittel bewillige. Die Lustfahrtabteilung des Marineamtes tritt dagegen Oas zweite KdF.-Schiff laust Mitte März vom Stapel. Fahrt der KdF.-Flotte nach Afrika. Berlin, 1. März. (DNB.) Arn 12. März läuft das zweite K d F. - S ch i f f in Hamburg auf der Ho- waldt-Werft vom Stapel. Wie der „Wilhelm Gustloff" wird es ein 2 5 0 0 0 Tonnen großes Gemeinschaftsschiff, das rund 1500 Urlauber aufnehmen kann, denen es unter Verwertung der modernsten Errungenschaften ein Höchstmaß an Geräumigkeit und Schönheit bietet. Allein die Deckfläche beträgt 5000 Quadratmeter, eine Konstruktion, die bei Schiffen dieser Größe anderswo in der Welt noch nicht geglückt ist. Alle Kabinen gehen nach außen, auch die Mannschaftskabinen, und haben außer dem eigentlichen Schlafraum noch eine gemütliche Wohnecke mit Tisch, Sofa und Sesseln. Fließendes Wasser, warm und kalt, sowie eingebaute Schränke werden allen Ansprüchen gerecht. Mit diesem neuen Schiff, dem „Wilhelm Gustloff", und dem Lloyd-Dampfer „S t u 11 g a r t", den die KdF. jetzt angekauft hat, werden noch mehr Volksgenossen KdF.-Hochseefahr- ten machen können als bisher; weitere Schiffsbauten find geplant. Die KdF.-Mittelmeerflotte, bestehend aus den drei Dampfern „Der Deutsche", „Sierra Cordoba" und „Oceana", machten den ganzen Winter hindurch Fahrten rund um Italien und landete 30 000 Volksgenossen in Genua, Neapel, Palermo und Venedig. Auf der Rückfahrt der KdF.-Flotte nach Deutschland im März, wird zum ersten Male Afrika angelaufen. Zweitägiger Aufenthalt 314 23 -45 -90 in Tripolis ist vorgesehen. Der „W i l h e l m Gustloff" wird in wenigen Tagen seine Reisen beginnen. Ende März sollen zum erstenmal KdF.- Urlauber an Bord gehen, Werftarbeiter, die den Riefen selbst gebaut haben. Nach kürzeren Fahrten in die Nordsee wird der „Wilhelm Gustloff" am 21. April feine erste Auslandsreise antreten. Mit insgesamt vier Schiffen: „Wilhelm Gustloff", „Der Deutsche", „Sierra Cordoba" und „Oceana" unternimmt „Kraft durch Freude" eine Fahrt nach Madeira, lieber 4000 Volksgenossen aus allen deutschen Gauen werden daran teilnehmen. Reifeprüfung fürden Führernachwuchs. Berlin, 1. März. (DNB.) Unter dem Vorsitz des Reichsgeschäftsführers des NS.-Lehrerbundes, Pg. Friedmann, bestanden in der NSD. - Oberschule in Feldafing am Starnberger See 29 Abiturienten die Reifeprüfung. Zum zweiten Male feit ihrem Bestehen entläßt diese erste parteieigene Schule, die dem Stellvertreter des Führers unmittelbar unterstellt ist, Schüler als Abiturienten, die auf völlig neuer revolutionärer Grundlage eine nationalsozialistische Erziehung erhalten haben. Reichswalter W ächt! er, der'vom Stellvertreter des Führers mit der Oberaufsicht über die NSD.-Oberschule beauftragt ist, hat sich bereits mehrfach von den hervorragenden Ergebnissen der Erziehungsarbeit, die an dieser Schule unter der Leitung von SA.-Oderführer G o e r l i tz geleistet wird, überzeugen können. Der Großteil der Abiturienten wird die Laufbahn des Führernachwuchses in der Partei ergreifen. , Aus aller Wett. Ungeheure Berkehrswelle am Rosenmontag in Mainz. LBD. Mainz, 1. März. Der Jubiläums- Rofenrnontagszug brachte eine ungeheure Verkehrswelle über Mainz und war nur durch die außerordentlichen Verkehrsmaßnahmen und den ganzen angespannten Einsatz der Behör- Das jüngste Funke-Marieche beim Kölner Karnevals- Umzug. — (Scherl-Bilderdienst-M.) ..... 1. iäM den und ihrer Organe, reibungslos zu bewältigen. Man darf vorwegnehmen, daß diese Aufgabe restlos und zur vollen Zufriedenheit gelöst worden ist, denn trotz des gewaltigen Fremdenzuftroms und trotz der riesigen Steigerung des Kraftwagen- und Straßenbahnverkehrs ist die Zahl der Unfälle gering zu nennen. Auf der Großen Bleiche wurde ein Bäckerlehrling aus Kostheim, der plötzlich aus den Zu- fchauerrechen trat, von einem Kraftwagen übersah- ren und tödlich verletzt. Ein weiterer Unfall ereignete sich im Vorort Mumbach, wo ein Fußgänger von einem Auto erfaßt und tödlich verletzt wurde. Weiter waren zwei tödliche Schlaganfälle auf der Straße zu verzeichnen. — Die Mainzer Straßenbahnen beförderten am Rosenmontag hunderttausend Fahrgäste. Der Kraftwagenverkehr dürfte 30 000 Wagen erreicht Huben. Bei vorsich- tiger Schätzung kann man die Zahl der Fremden, die am Rosenmontag in Mainz weilten, mit 350 000 bis 400 000 annehmen, also mehr als das Doppelte der Einwohnerzahl (145 000) von Mainz. Fröhlicher Fafchlngskehraus in München. Rach altem Brauch gehören in München die Morgenstunden des Faschingsdienstags den wackeren Ätünchener Marktfrauen. Sie, die sonst auf dem Viktualienmarkt Werktag für Werktag ihre Waren onpreisen, drehen sich in diesen Stunden zwischen Krautköpfen, Eiern, Alpenveilchen und Geselchtem in fröhlichem Tanz. „Prinz Michl I." hatte die ganze Münchener Bevölkerung für die Nachmittagsstunden zu einem öffentlichen Tanz unter freiem Himmel auf dem Marienplatz eingeladen. Die Massen füllten nicht nur den Marienplatz, sondern auch alle angrenzenden Straßen in drangvoll fürchterlicher Enge. Trotzdem gelang es, einen Tanzplatz freizumachen, in dem sich die Masken im fröhlichen Tanze schwangen. Nach dem öffentlichen Tanz zogen die Menschenmassen durch die Straßen, wo gewaltige Konfetti-Schlachten tobten, und in den bis zum Bersten gefüllten Lokalen wurde dann im großen Kehraus der diesjährige Münchener Fasching endgültig beschlossen. Dammbruch im Neckarlal bei Reutlingen. Ein Dammbruch des zum Kraftwerk Kirchentellinsfurt-Reutlingen gehörigen Stausees führte zu einer schweren Ueberschwemmung des N.ckar- tales. Das Loch, das ursprünglich nur armdick war, vergrößerte sich trotz des Einsatzes aller verfügbaren Arbeitskräfte zusehends. Der Druck des Wassers war so stark, daß wenige Stunden später in dem Damm, der eine Söhlenbreite von 25 Meter aufweist, eine 15 Meter breite Bruchstelle klaffte, aus der sich die Wassermassen tosend auf die trefer- liegenden Wälder und Felder stürzten. Der Stausee mit seinen 340 000 Kubikmeter Inhalt, der in den Jahren 1925/26 erbaut wurde, ist völlig ausgelaufen. Der Schaden läßt sich zur Stunde noch nicht übersehen, auch die Ursache des Dammbruches ist noch unbekannt. Münchener Artistengruppe mit dem Auto verunglückt. In der Nähe von Kalden (Bezirk Kassel) ereignete sich ein Verkehr sunglück, bei dem zwei Personen ums Leben kamen. Ein mit sechs Personen besetzter Kraftwagen einer Artistengruppe aus München, die sich auf der Fahrt von Bielefeld nach Frankfurt a. M. befand, kam in einer Kurve, wahrscheinlich infolge der schlüpfrigen Straße, ins Rutschen und geriet von der Fahrbahn. Der Wagen mit Anhänger überschlug s i ch zweimal und wurde vollständig zertrümmert. Zwei Personen fanden hierbei den Tod. Es handelt sich um eine Artistengruppe des Münchener Unternehmers Lorenz Franz. Dieser und sein Sohn wurden leicht verletzt. Die Verletzungen der Artistin Johanna O b e r m ü l l e r haben sich als leicht erwiesen. Bei den Toten handelt es sich um den in Nürnberg geborenen Musiker Hans Lösl und den in Berlin wohnhaften Felix Schmidt. Zwei schwere Brände bei Wien. In der Umgebung Wiens brachen zwei schwere Brände aus. In der Ortschaft Perchtoldsdorf brannte das ehemalige Schloß der Kronprinzessin Stephanie, der Gattin des Kronprinzen Rudolf, der im Jagdschloß Mayerling eines mysteriösen Todes starb, nieder. Das Schloß war übrigens schon vor vielen Jahren au einem Hotel umgebaut worden. — Ein anderes Großfeuer vernichtete das Friedrich- Schüler-Alpenhaus auf dem Sonnwendstein am Semmering. Das Schutzhaus war eines der größten in den österreichischen Alpen und ein beliebtes Ausflugsziel. Großfeuer bei Aachen. Bei Aachen brach in der Spinnerei Ritttfor in der Haumühle im Gedautal ein Feuer aus, das gefährlichen Umfang annahm. Als die Feuerwehren an der Brandstätte eintrafen, hatten sich die Flammen bereits durch drei Stockwerke bis zum Dach hindurchgefressen. Gleichzeitig mit den Löscharbeiten mußte die Sicherung der nahegelegenen Bauerngehöfte durchgeführt werden. Erst als sich moderne Motorspritzen an der Bekämpfung des Brandes beteiligten, konnte die Gefahr der Weiterausbreitung verhütet werden. Die Spinnerei wurde fast vollständig zerstört und wertvolle Maschinen und Woll- vorräte vernichtet. Erst vor einiger Zeit war die Fabrik modernisiert worden. Man vermutet, daß der Brand durch Selbstentzündung entstanden ist. Drei Todesopfer eines holelbrandes in helsingör. In einem Hotel am Hafen von Helsingör brach Feuer aus, dem drei Personen zum Opfer fielen. Das Feuer wurde von einer Frau entdeckt, die sich im ersten Schreck aus dem Fenster auf die Straße stürzte, wo sie tödlich verletzt liegen blieb. Die übrigen Hotelgäste mußten sich über die Brandleitern der Feuerwehr retten. Bei dem Versuch, sich in ein Sprungtuch fallen zu lassen, verfehlte ein Hotelgast das Ziel und stürzte aus dem zweiten Stockwerk auf das Pflaster. Während sich der Wirt und die übrigen Angestellten über eine Hintertreppe retten konnten, erstickte der Koch des Hotels im Rauch und verbrannte. Ein Stubenmädchen trug schwere Brandwunden davon. Das Feuer, das in kurzer Zeit auf das ganze Haus Übergriff, konnte erst nach Stunden gelöscht werden. Der Brand, der rund eine Million Kronen Schaden angerichtet hat, ist vermutlich auf einen weggeworfenen Zigarettenrest ober ein noch brennendes Streichholz zurückzu- führen. Hinrichtung eines Mörders. Am 26. Februar ist der 1909 in Corbach geborene Bernhard Karlipp hingerichtet worden, der von dem Sondergericht in Düsseldorf wegen Mordes und Verbrechens gegen das Gesetz zur Gewährleistung des Rechtsfriedens zum Tode verurteilt worden ist. Karlipp, ein vielfach vorbestrafter Gewohnheitsverbrecher, hat bei feiner Flucht aus dem Gerichtsgefängnis in Mülheim (Ruhr) den Strafanstaltsoberwachtmeister Mathias Esser erschossen. Deutscher Student von chinesischen Banditen entführt. Der deutsche Student Hildebrand, der in den Bergen um Peking geologische Studien machte, wurde am Dienstagmorgen zusammen mit sechs Chinesen von Banditen entführt. Die Banditen, die nach der einen Lesart etwa 60 Mann, nach der anderen rund 300 Mann stark waren, waren mit Pistolen und Maschinengewehren ausgerüstet. Die Banditen werden von der Polizei verfolgt. Hildebrand soll wohlauf sein. Schwere Masernepidemie in USA. Laut Mitteilung des Gesundheitsamtes in Washington werden die Vereinigten Staaten augenblicklich von einer der schwersten Masernepidemien heimgesucht, die in den letzten Jahrzehnten zu verzeichnen war. Allein in der zweiten Februarwoche wurden 37711 Fälle gemeldet. Zwei Kinder durch Kohlenoxydgase erstickt. In Asbach bei Hersfeld ereignete sich ein U n - g l ü ck s f a l l, dem 3roei Kinder zum Opfer fielen. Die Ehefraü N e i d h a r d t hatte, bevor sie etwas besorgen ging, ihre beiden Kinder, Mädchen im Alter von IV2 und 3 Jahren, schlafen gelegt. Bei der Rückkehr mußte die Frau zu ihrem Entsetzen feststellen, daß ein Kind erstickt war, während das andere nur noch schwache Lebenszeichen von sich gab, aber trotz ärztlicher Hilfe später auch verschied. Wie sich ergab, ist das Unglück aus Kohleu- oxydgase zurückzuführen, die sich in der Küche entwickelt hatten und durch die offene Tür in das Zimmer der Kinder eingedrungen waren. Zwei Knaben auf dem Eis eingebrochen und ertrunken. In Trier vergnügten sich mehrere Kinder aus dem Ortsteil Jrscheryof am Pfahlweiher. Drei von ihnen wagten sich zu weit vor und brachen ein. Während einer sich im letzten Augenblick noch^retten konnte, ertranken die beiden anderen jungen im Alter von 8 und 9 Jahren. Die Leichen wurden von der Feuerwehr geborgen. Drei Kinder ertrunken. Ein schweres Unglück ereignete sich auf dem Kraichsee bei Sternenfeld (Württemberg). Sechs Jungen aus Derdingen im Alter von neun bis zwölf Jahren waren an den See gegangen. Einer der Knaben brach auf der dünnen Eisdecke ein; zwei feiner Kameraden wollten ihn herausziehen, brachen jedoch ebenfalls ein. Alle drei find ertrunken. Beim Häckselschneiden ums Leden gekommen. Auf einem Bauernhof in Michelsrornbach bei Hünfeld ereignete sich ein schwerer Unfall. Eine 71jährige Frau, die seit 51 Jahren auf dem Hofe tätig war, geriet beim Häckselschneiden mit ihrem Kopftuch in die Transmission und erlitt dabei so schwere Kopfverletzungen, daß sie nach wenigen Stunden ft a r b. Reiseaulobus verunglückt. In Danzig verunglückte ein Rerfeomnibus infolge einer Reifenpanne. Der Wagen wurde gegen einen Straßenbaum geschleudert. Der Anprall war so heftig, daß die linke Wagenseite aufgerissen wurde. Don den Insassen, 45 Hitlerjungen aus der Führerschule Marienwerder, wurden vier schwer und vier leichter verletzt. Lebensgefahr besteht jedoch in keinem Fall. Raubmord bei Suhl. Auf der Straße zwischen Mekbendorf und Albrechts bei Suhl (Thüringen) ist der 66 Jahre alte Fabrikant Gustav Bachmann aus Albrechts ermordet worden. Der Täter brachte ihm mit einem Schraubenschlüssel tödliche Kopfverletzungen bei. Als ein herannahendes Auto den Mörder bei Beraubung seines Opfers störte, flüchtete er in den nahen Wald. Die Nachforschungen der Kriminalpolizei führten zur Festnahme des dringend verdächtigen Hermann B r 0 h m aus Zella-Mehlis. Obwohl er hartnäckig leugnet, den Mord begangen zu haben, wollen ihn einige Zeugen als den Mann wiedererkennen, der um die Zeit des Ueberfalles in der Nähe des Tatortes gesehen worden ist. Folgenschwere Explosion in den Kopenhagener Abwasserkanälen. Bsi Reinigungsarbeiten in den Abwässerkanälen von Kopenhagen ereignete sich eine Explosion, bei der ein Arbeiter getötet und drei schwer verletzt wurden Die Gewalt der Explosion war so groß, daß ein Arbeiter aus dem Kanaychacht auf die Straße geschleudert wurde, wo er mit tätlichen Verletzungen liegen blieb. Die übrigen drei Arbeiter konnten sich aus dem brennenden Kanal mit mehr oder weniger schweren Brandwunden retten. Die Ursache des Unglücks sollen Benzingase fein, die sich entzündeten, als einer der Arbeiter seine Lampe anzündete. Die Herkunft der Benzingase ist noch nicht geklärt. Internationaler Scheckfälfcher vor dem Danziger Schwurgericht. In Danzig begann vor dem Schwurgericht Der Prozeß gegen den internationalen jüdischen 'Betrüger Siegfried Loschinski und vier Helfershelfer wegen schwerer Urkundenfälschung, Betruges, Paß- vergehens, Diebstahls und anderer Delikte. Lo- fchinski, der unter den Namen Pawel Kauß, Schönfeld, Seligenfeld und Schreiber aufgetreten ist, bat eine Reihe von Großbanken Europas raffiniert um Riesenbeträge geschädigt und die Polizei vieler Län- der be^$^cr(e$fe bet einer Lesselexplosion. In einer Kalksandsteinfabrik in Glöwen bei Wittenberge in der Mark ereignete sich ein schweres Explosionsunglück, bei dem sechs Arbeiter, darunter auch der Betriebsführer, verletzt wurden. Aus ungeklärter Ursache explodierte ein 600 Zentner schwerer Trockenkessel. Die Gewalt der Explosion war so stark, daß der Kessel etwa 40 Meter weit geschleudert wurde und dabei das Dach des Kesselraumes in seiner ganzen Länge a u f r i ß. Ferner stürzte eine Wand des Fabrikgebäudes ein. Feuerwehr, Abteilungen der SA. und ff bargen die Schwerverletzten. Wetterbericht Don der Rückseite des Atlantiksturmwirbels vor- gestoßene kalte Meeresluft hat eine Verstärkung des östlich von den Azoren auf das Festland sich erstreckenden Hochdruckgebiets gebracht. Der Tüefeinfluß hat daher vor allem in Südwest- und Süddeutschland rasch nachgelassen, daß hier die Nacht zum Mittwoch vielerorts leichte Strahlungsfröste brachte. Voraussichtlich wird die vom Atlantik ausgehende Tätigkeit wieder zunehmend Einfluß auf unser Wetter gewinnen. Aussichten für Donnerstag: Wech- felnde Bewölkung bei wieder zunehmender Niederschlagsneigung, im Ganzen wieder milder, nach Westen zurücktretende Winde. Aussichten f ü r F r e i t a g : Bei Lustzufuhr aus West wechselhaftes Wetter mit einzelnen Niederschlägen, mittler. ... _ Lufttemperaturen am 1. März: mittags 9,1 Grad Celsius, abends 6,8 Grad; am 2. März: morgens 2,1 Grad. Maximum 10,6 Grad, Minimum heute nacht 1,4 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am l.März: abends 5,5 Grad. am 2. März: morgens 1,9 Grad. — Niederschläge 0,1 mm. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. I. 38: 11000. Druck und Verlag: Brühlsche Universitätsdruckerei R. Lange, K -G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugs- preis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufs- preis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vom 1. September 1937 gültig. 1 i 250 GR-PAKET ' S di luter HAFERFLOCKEN Krimmerjacke vertauscht. Umtausch im Löwen, Neuenweg. W23 im 44. Lebensjahre. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen Gustel Mootz und Kinder. Wetzlar, Gießen, Darmstadt, Dillenburg, den 2. März 1938. Die Trauerfeier findet am Freitag, dem 4. März, nachmittags 3% Uhr, in der Kapelle des Neuen Friedhofs in Gießen statt 1351D 0917 bUÄ"?tM Verlobungs-Anzeigen liefert Brühl'sche Druckerei desGieß.Änzeig. Gestern früh entschlief nach schwerem Leiden mein lieber Mann, unser guter Vater, Sohn, Schwiegersohn, Bruder, Schwager und Onkel Am Montagabend verschied nach kurzer, schwerer Krankheit mein lieber Mann, unser guter Vater, Großvater und Urgroßvater Karl Bornträger. Die trauernden Hinterbliebenen: Katharine Bornträger nebst Angehörigen» Gießen (Brandgasse 6), den 2. März 1938. Die Beerdigung findet Donnerstag, den 3. März, nachmittags 3'/•> Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt. Diese große Anzahl ist ein neuer Beweis für ihre Beliebtheit! Generalvertrieb: Baums sTreibig Büromaschinen und -Organisationen GIESSEN Bahnhofstr. 29 1112A Ruf 3700 neben dem Lichtspielhaus Georg Mootz Reichsbahnassistent Moon Wien iilieieii nach der Naturschutzverordnung vom i8.M2ri 1936 CR® BL! Seite 181) und den ergänzenden Bestimmungen, aus- fübrltd) erläutert von Professor Dr. W Weber, o. ö. Prof, der Rechte und Referent im Reichs» und Preußischen Ministerium für Wissenschaft, (Erstehung und Volksbildung, und Prof. Dr. Walther Schoenichen, Leiter der Reichsstelle für Naturschutz. Gebunden RM. 3,60. Bestellungen durch all« Buchhandlungen fitroBermüü errerlna.Be[iln-£l(ti:eri Wer erteilt abends gründlich. DebnagsslüDilei] in Kurzschrift-Diktat? Zuschriften mit Preis unt. 0913 an den Gießener Anzeiger erbet. Tüchtige losrs StWiln nimrntnochKun- den an in und auß. dem Haufe. An- nndVerkaol von VumVcu, Gif en, Pavier Flaschen u. allc Metalle. Jede Bestellung wird obgebolt 020« H. Schneider Neuenweg 6 Televbon 3187 Nachlässe von z du zo v. S. erhallen 6ie bet wiederholten Auf. »ahmen einer tlmdei leiden. Wie schwer lat es oft, sich von diesen unangenehmen das Leben verbitternden Leiden zu befreien. Ich gebe Ihnen gern kostenlos ein einfaches Mittel bekannt, das laut vielen beglaubigten Dankschreiben In kurzer Zelt, oft schon In 14 Tagen, auch In hartnäckigsten Fällen Heilung brachte. Hellmittelvertrieb Max Müller, 8sd Weldar Hirsch n-ene Kasperletheater-Aufführung alle Gemüter m Anspruch, wobei es die Kleinen an der oftmals ohrenbetäubenden Mitwirkung nicht fehlen ließen. Dis bunte Dekoration im Saal, die vielen Papierschlangen, die durch den Raum zischten, das Klatschen der Pritschen, das frohe Lachen der Kinder, die Rund- funkmusik und die Farbenpracht der kostümierten Kleinen — das alles vereinigte sich zu einer richtigen Fastnachtsstimmung. Angeregt begaben sich die Kinder am frühen Abend an der Hand ihrer Mütter nach Hause. Aus der Stadt Gießen. Aschermittwoch. Nun ist der Fasching 1938 zu Ende, lieber sieben Wochen hat er gedauert. Zuletzt gingen in den Hauptorten des Faschings die Wogen der närrischen Freuden sehr hoch; in großen Karnevals- zügen betrat Prinz Karneval die Straßen der Städte landauf und landab, in München sowohl, wie im Rheinland, an der Pegnitz, wie am Main. Zum Schluß war es doch so, daß an jedem Abend soviel „los" war, daß man sich hätte teilen müssen, wenn man alle die Veranstaltungen hätte besuch m wollen. Die Losung der lebensbejahenden Heiterkeit hatte weiteste Volkskreise erfaßt. Und sie hatten Recht, sich von den Wogen des Faschings dahintrei- ben zu lassen: denn wir sind ein Volk der Arbeit, das Anspruch auf Entspannung und Freude hat. Das Arbeitsjahr 1938 jedenfalls hat also, vom RUHL Seilersweg Nr. 67 adlO Telephon Nr. 3170 eparaturen • ,897L Fasching her gesehen, in dieser Richtung einen guten Untergrund bekommen. Während noch die Papierschlangen flatternd hängen, die Straßen die Spuren mancher Konfettischlacht aufweisen, während die letzten und aller- letzten Masken Heimwärtsschwanken, erhob heute früh der Aschermittwoch sein Haupt und mahnte, dem Ernst des Lebens wieder seinen Tribut zu zollen. (Sarne vale! Der Narrenspuk ist vorüber, wieder regiert die nüchterne Sachlichkeit die Tage, Wochen und Monate. Dazwischen aber stiehlt sich dann und wann doch ein Strahl aus einer anderen Welt: sind es die Erinnerungen an schöne Stunden, oder ist es das erste Leuchten der Lenzsonne? Erster Zrühlinqömonat. Der März hat die meteorologisch-klimatische Bezeichnung „erster Frühlingsmonat" erhalten. In seinem Ablauf registriert auch der Astronom am Himmelszelt die Uebernahme der frühlingsmäßigen Sternenherrschaft durch die Sonne. Wir haben also allen Grund, winterlichen Pessimismus, winterliche Gewohnheiten, aber auch Spekulationen auf tiefen Sportschnee zurückzustellen. Der März ist ein Frühlingsmonat, der mit unwiderstehlicher Gewalt gegen die Diktatur des Winters vorgeht und sicher Sieger bleibt. Gewiß wäre es falsch, nun schon die sommerlich Helle Hose zu bügeln und die farbenfrohen Sporthemden herauszusuchen. Soweit ist es noch nicht, aber der März hat die schöne klimatische Angewohnheit, uns hin und wieder Tage zu schenken, an denen die Sonne leuchtend warm am wolkenlosen Himmel strahlt, an denen der Frühlingswind mit bewunderungswürdigem Leichsinn die Schattentemperatur über 15 Grad steigen läßt. Es gibt auch schon Märztage, an denen sich der Frühlingshimmel Vortragsfolge. * Mit dem Narrhalla-Marsch wurde in unverwüstlicher Frische und mit ganz großer Besetzung (Die sich bis weit ins Parkett hinein ausdehnte) der zweite Teil in Angriff genommen. Im -Bronze- rtUer" in Berlin saß ein Manner-Quartett, mit Maßkrügen bewaffnet, und sang das schone unb übrigens wenig gehörte Lied von Herrn Schmidt, während Fräulein Garbs die furchtbar traurige Gießener Siadttheater. „Eine Fahrt ins Blaue." Der Fasching im Theater gestaltete sich unter äußerst zahlreicher Beteiligung zu einer Fahrt ins Blaue. „Hinne fertig, vorne fertig, — fort!' schrie Herr Lindt, der sich gemeinsam mit Herrn Geißler als Fahrdienstleiter betätigte, und schon setzte sich, unter gellenden Pfiffen und mit nur unwesentlicher Verspätung, der Theaterzug m Bewegung ... wenn auch nicht durchweg im Hundert- Kilometer-Tempo, so doch mit vielen bunten und lustigen Stationen unterwegs. Herr P o p e l k a , der zusammen mit Herrn Mark wardt für diesen Abend als Flügeladjutant fungierte, machte mit den „Banditenstreichen" von Suppe den Anfang. Der Zug, um im Bilde zu bleiben, wurde anstelle von sonst üblichen Rädern von niedlichen Mädchenbeinen bewegt, die der Tanzgruppe gehörten und gern gesehen würden. Eine der hübschesten Nummern Des ganzen Programms: die singenden Gondolieri (Froherz, Himberg, Koch, Kohler mann; Lagunenlotse: P e p pe r mülle r), ein ausgezeichnet abgetöntes Männerchorchen. Fräulein Ruland erfreute die Reisenden mit einer Spitzen (tanz) leistung, wahrend Herr Geißle r und Herr Paschen (zwei fliegende Hamburger) vor dem Vorhang eine haarstraubend aktuelle Faschingsunterhaltung zum Besten gaben. Mehr m der Nähe, auf dem Bahnhof Saasen, veranstaltete Herr Seitz, der seine diesbezügliche Begabung bisher leider unter den Scheffel gestellt hat, nut seinem wirklich sehens- und hörenswerten Orchester eine Kurmusik-Probe; nicht genug damit: in Watze- born-Steinberg rumorte der nämliche Kapellmeister auf oberhessisch im Rebeloch, was von allen gern gehört und mit Gelächter aufgenommen wurde. Fräulein Grell sang im Biedermeierkostüm eine süße kleine Wiener Frühlingsmusik ... con sordino. Fräulein Zenner mit den Ihren hatte versprochen, uns einmal spanisch zu kommen, —- tat s und beschloß mit rassigen Rhythmen den ersten Teil der Liebesklage an Justav rezitierte. Herr Weiland, sonst nur als Liebhaber und junger Held geschätzt, entfaltete ganz ungeahnte Talente mit einem brillanten Step-Tanz (nebst einwandfrei englischem Text) und erfreute später, nicht minder überraschend, die Faschingsgemeinde mit einem amourösen Nachtigallen-Duett im Philosophenwald; Doppelrolle, verblüffend. Herr Waltz hinwieder ließ den Bajazzo lachen, und zwar so schön, daß die gerührte Hörerschaft eine Wiederholung verlangte und auch prompt erhielt. „Laßt Beine sprechen": Ballettmeisterin Irmgard Zenner; eine reizende Nummer, die wir am Sonntag zum erstenmal sahen. Noch ein Dialog der Herren Geißler und Paschen, der sich auch solistisch betätigte und unter anderem die anregende Ballade vom Korntrinker hören ließ; „Einerseits — andererseits" wurde ebenfalls mit Vergnügen entgegengenommen. Unter der sinnigen Ueberfchrift „Funken aus der Lokomotive" erging, sich Herr Kreuter mit vollkommener Virtuosität am Xylophon. Das Stierkampf-Terzett „Am Manzanares" (Fornallaz, Lindt, Paschen) kannten wir schon; aber es ist so aufregend und naturgetreu, daß man es gut zweimal sehen kann; das Publikum jauchzte und klatschte den temperamentvollen Stier nochmals aus der (von Herrn Löffler prächtig faschingsmäßig verzierten) Kulisse. Eine fabulöse Schlußnummer bildete das Ballett, welches durch die Solo-Tänzer Bley, F o r st- ner, Froherz, Greif, Kohlermann, Seitz, Waltz und Weiland (mit phantastischen Rückenausschnitten und Schottenröckchen) ganz überraschend verdoppelt war und einen derartigen Heiterkeitserfolg erzielte, daß alle Welt sich in angeregter Laune aufmachte, den Fasching anderwärts zu einem angemessenen Abschluß zu bringen. Hans Thyriot. Hochschulnachrichten. Einer der bekanntesten Chirurgen Südamerikas, Professor Joss Arce aus Buenos Aires, der sich zur Zeit auf einer Studienreise durch Deutschland befindet, wurde von der Medizinischen Fakultät der Universität F r a n k f u r t zum Ehrendoktor ernannt. Der Feier in der Chirurgischen Universitätsklinik wohnten Vertreter der Partei, des Staates und zahlreiche Wissenschaftler bei. Der Dekan der Medizinischen Fakultät, Professor Dr. S ch m i e d e n, hob die großen Verdienste Professor Arces hervor, der besonders auf dem Gebiete der Lungen-Chirurgie internationalen Ruf genießt. (Steinerne (Sinnbilder. Bon C. H.Billinger. Seltsame Figuren sind oft in alten Kirchen und Domen zu finden. Ueberall beleben sie die glatten oder mit spitzenartigem Maßwerk verzierten Wandflächen und Fensterlaibungen. Sie nisten hoch oben am First, in halbdunklen Nischenwinkeln, und schauen aus dem Blätter- und Rankenwerk der Konsole und Kapitelle, Gesimse und Friese hervor. Köpfe und Masken sind eingezwängt zwischen Säule und Kapitell, schauen aus Rundbogenfriesen, die auf Säulen ruhen, deren Schäfte menschliche Gestalten in den mannigfachsten Spielarten darstellen. Allerlei Vergleiche drängen sich auf; Bilder von irgendwo gesehenen griechischen und ägyptischen Plastiken — seltsame Beziehungen zwischen all den Dingen und Figuren und den Menschen, die sie schufen, ahnen lassend. An Basisecken von Säulen, aber auch zwischen vielfach verschlungenem Ranken- und Blätterwerk eigenartig geformter Kapitelle treten zeitlose Gesichter hervor. Höhnisch blickende, groteske Fratzen beängstigen den Beschauer; Larven, in denen alles Erdgebundene, Lebendige abgestorben zu sein scheint, Tiere voll seltsamen Lebens fletschen die Zähne und zerfleischen sich gegenseitig oder drängen ihre plumpen Leiber wie frierend oder wie voll dumpfer Angst aneinander. Löwen und Drachen halten die Wacht am Eingang; Säulen tragen sie auf dem breiten Rücken, oder sie umklammern mit ihren plumpen Tatzen ein hilfloses Wesen, das schwerfällige Versuche macht, dem Untier zu entweichen. Uralte, geheime, triebhafte Kräfte voll dunkler, unergründlicher Mystik leben in der figuralen Plastik ebenso fort, wie in dem vielfach gewundenen, wirrkrausen Flechtwerk und den wildwuchernden Ornamenten. Und neben die abschreckenden, heimlich lauernden Gestalten der Dämone treten zwischen das Gewirr und Getier plastische, sinnbildhafte Darstellungen von allerlei Tugenden. Wunderliche Fratzen und schreckliche Chimären, merkwürdige Masken und Grotesken, neugierig blickende Frauenantlitze, schalkhafte ober verschmitzt lächelnde Mönchsgesichter erfüllen den Raum, in dem sie sich befinden, mit seltsam zwiespältigem Leben. Aber auch Ruhe und tierische Stumpfheit wohnt auf manchem Gesicht, auf den menschlichen Masken und Fratzen sowohl, wie auf denjenigen der Chimären und wilden Tiere, neben versteinertem, grauenvollem Entsetzen. Drachen und Löwen, wilde Tiere aus versunkener Sage, Satyrn und Kentauren: es ist, als seien die Tiere aus dem bunten, figurenreichen Gemälde irgend eines alten Meisters zu Stein geworden und für alle Zeiten an die Außenwände, die Gesimse und Dachfirste, Galerien und Strebepfeiler, aber auch die Friese, Konsolen, Kapitelle und Portale verbannt. Wie sie auch von ihrem Standort wegstreben, wie sie sich gegen die wuchtenden Mauern stemmen und versuchen, die ihnen auferlegten Lasten abzuwerfen: es wird ihnen nicht gelingen! Manchmal liegt tatsächlich etwas Menschliches über den Gesichtern der Tierfratzen, die starkknochig sind, rauh und höckerig. Wundervögel sind da. Sie verschlingen sich zu gräulichem Gewimmel oder lächerlich wirkendem Zauder oder hocken mit großen, seltsam lastenden Gebärden steinern an der glatten Wand, als kämen sie aus Ewigkeiten her. Als hätten sie sich auf einem neugierigen Ausflug in fernes, verbotenes Wunderland verirrt und ruhten aus, müde vom Flug, wartend, daß ihnen der Weg zurück gezeigt werde. Im sehnsuchtsvollen Warten versteinten sie, und nun sind sie für immer hierher verbannt. Ihre Schwingen sind gelähmt und ihre Krallen wurden stumpf vom Alter; das einst glänzende Gefieder ist grau und die ehemals straffen Sehnen und stahlharten Muskeln sind altersschwach geworden. Aber ber Blick geht noch immer in bie große Unenblichkeit, aus ber sie einst kamen und in bie sie roieber zurückfliegen wollten. Nun sitzen sie hier unb tragen die Last ber aufsteigenben Mauern. Auch unoerbilbete menschliche Gestalten finben sich unter ben Masken unb Grotesken. Auch sie gleichsam an bie Dome gebannt: Baumeister ober Steinmetzgeselle, als hätten sie beim Betrachten ihres Werkes ben sicheren Stand auf bem Gerüst unter ihren Füßen verloren unb seien im Abgleiten irgenbwie hängen geblieben an ber Wanb. Die Heiterkeit bes rheinischen Menschen ist auf ihren Gesichtern zu finben, bie Schwermut bes Norbbeut- schen, bie Ruhe bes Westfalen unb bas Bewegliche des Mittelbeutschen. Unb es geschieht, baß sich bas Heitere mit dem Beweglichen oerbinbet, ober bas Rauhe mit ber Schwermut, ober auch bas Ungeschlachte mit ber Heiterkeit, bie bann ins Tölpel- unb Rüpelhafte geht; ober baß zwischen ben Linien unb Runzeln ber Schwermut ein ganz kleines Lächeln irgenbwie versteckt liegt, als warte es nur bar» auf, einmal hervorzubrechen. Der Blick anberer ist in weite Fernen gerichtet, als gehe er bis in die Ewigkeit. Es ist eine munberbare, unbeschreiblichs Mischung von Ferne unb Gegenwart in dem Blick ihrer Augerr, Stadttheater: 19.30 bis 21.45 Uhr „Die tote Tante und andere Begebenheiten". — Gloria-Palast, Sel- Mein Regiments-Marsch. Zum Wunschkonzert im Wehrkreis IX am 14. Mörz. mit sommerlich anmutenden schwarzen Wolken überzieht und ein kräftiges Donnerwetter erschallen läßt. In Jahren mit vielen warmen Märztagen kommt es vor, daß die Vegetation aus dem Normalstadium des Keimens ins Grünen und Blühen übergeht. Es 315(0. „firaff durch Areude", kreis Gießen. Theatervorstellung. Samstag, den 5. März 1938, Beginn 20 Uhr, KdF.» Miete Gruppe I (11. Vorstellung): 1347D „Der Troubadour" Oper in 4 Akten von Verdi. Karten zu 1,— RM. sind erhältlich in der Verkaufsstelle, Seltersweg 60. 71S.-kriegsopferversorgung. Kameradschaft Gießen, Nr. 38, zu haben. Vornotizen. Tageskalender für INittwoch. veranstaltet am Sonntag, dem 6. März 1938, im Caf6 Leib einen Kameradschaftsabend. Beginn 19 Uhr. Eintrittskarten hierzu find bei den Amtswaltern der NSKOD. und auf der Geschäftsstelle, Bahnhofstraße ~ ' ' 1349V hat in diesem Jahrhundert schon eine Reihe von Jahren gegeben, in denen in der letzten Märzwoche Baum und Strauch in ein grünes Gewand gehüllt waren und die Temperaturen sich mittags der 25-Grad-Linie näherten. Eine solche frühsommerliche Entwicklung wünschen wir nicht herbei. Sie ist, wie alles Anormale im Wettergeschehen unseres Klimas, mit besonderen Gefahren, mit den berüchtigten Rückschlägen verbunden. Es kommt bann im April und sogar noch im Mai oft zu scharfen Nachtfrösten, die der frühzeitigen Sommerpracht nicht nur allerlei Schäden zufügen, sondern auch gefühlsmäßig wie eine kalte Dusche wirken. Es ist zu vermuten, daß der diesjährige März kaum die Tendenz zu besonders warmem Wetter haben wird, jedenfalls nicht zu langanhaltenden Wärmeabschnitten. Seit Februar bezeichnen wir in der Struktur der Großwetterlage eine Linie, die sich erfahrungsgemäß den ganzen Frühling behauptet und die Voraussetzungen für gelegentliche Kältewellen bietet. Schneesportlich bringt der März nicht viele Möglichkeiten, doch bewirkt die Wärmekraft der Sonne, daß sich die Frostlinie allmählich in höhere Luftlagen zurückzieht. Während einerseits der März gerade in den deutschen Gebirgen häufig ausgiebige Scbneefälle bringt — die vom Bauer besonders geschätzten Niederschläge als Reserve für trockene Sommermonate — ist die Neigung zu dauerhaftem Frost schon erheblich geringer. Der März hat in Deutschland eine Durchschnittstemperatur von 3 bis 5 Grad im Schatten, berechnet für die norddeutsche Tiefebene. Umgerechnet auf die verschiedenen Höhenlagen der west-, mittel- und süddeutschen Gebirge — wobei 1 Grad Temperaturabnahme auf je 100 Meter angenommen sein soll — kann man erst in Höhenlagen über 600 Meter noch mit winterlichen Temperaturen rechnen. Dementsprechend verschieben sich die günstigen und dauerhaften Schneelagen in die Gipfelregionen des Harzes, des Riefengebirgcs, des Schwarzwaldes und namentlich der Bayerischen Alpen, während in den übrigen deutschen Winter- sportplätzen, so z. B. auch im westdeutschen Revier, die Schneesportlage erheblich unsicherer wird. Anderseits kann man in besonders begünstigten Klimaten Deutschlands den Vormarsch des Sommers beobachten. Am Bodensee, an der Bergstraße und im Rhein-Mainqau, sowie in den anschließenden Tälern der Nebenflüsse des Rheins siegt der Vorsommer. Man kann oft genug beobachten, daß in Wiesbaden bereits m der zweiten Märzhälfte die Bädersaison eröffnet wird, wenn man von Schattentemperaturen zwischen 15 bis 20 Grad ausgeht, die sich in diesem vor kalten Winden ge- schützten Talkessel entwickeln. Dagegen sind im östlichen Deutschland, insbesondere in Ostpreußen und in Schlesien, noch Reservate des Winters vorhanden, die aus dem Eiskeller Rußland ihre Kraft holen. Allerdings sind diese Winterreste nicht mehr in der Lage, über ganz Deutschland Sieger zu werden. Die kalten Ostwinde pfeifen, wie man so sagt, aus dem letzten Loch, und ihr mächtiger Gegenspieler, die Frühlingssonne, bleibt unbestrittener Sieger. Am 14. März veranstaltet das Wehrkreiskommando IX in Zusammenarbeit mit der NSV. sein diesjähriges Wunschkonzert für das WHW. Die Veranstaltung wird von 20 bis 22 Uhr auf den Reichssender Frankfurt und die ihm angeschlossenen Sender übertragen. Mein Regiments-Marsch! Die Erinnerung an ihn haftet fest tm Herz und Hirn des gedienten Soldaten. Neben den persönlichen Werten, die jeder deutsche Mann der militärischen Ausbildung und soldatischen Erziehung verdankt, und dem großen Erlebnis der Kameradschaft, ist der Regimentsmarsch das, was den ehemaligen Soldaten am lebendigsten mit seinem Reaiment verbindet. Wenn er seinen Regimentsmarsch hört, dann wird die Erinnerung an alle schönen und auch schweren Erlebnisse während der Dienstzeit machtvoll lebendig. Wer sich im Felde an den Klängen der Regimentsmusik aufrichten konnte, weiß, welchen Wert die Militärmusik für die Truppe hat: ein Wert, der mehr empfunden und erfühlt, als vom kühlen Verstände erfaßt wird. Der in der Gegenwart spürbare Wille, die Militärmusik zu einem Wesenskern der jungen deutschen Wehrmacht zu machen, sie künstlerisch und kulturell auf einen Höchststand zu bringen, ist Ausdruck einer Erfahrung, die jeder alte Soldat in Kriegs- und Friedenszeiten selbst gemacht hat. Und mehr noch empfiehlt die aktive Truppe die hohe sittliche und anfeuernde Kraft, die von der Militärmusik ausgeht. Es ist einmal der heroische Charakter der Militärmusik, der sie dem ganzen Volke, nicht nur den Soldaten, lieb und wert macht. Sie richtet den Hörer auf ein großes Ziel aus, und in ihr erklingt der Geist der Wehrmacht im Herzen des Volkes wieder. Und zum andern: Die Militärmusik führt zur Gemeinschaft. Der genau gleichbleibende Marschtakt, der feste Rhythmus, die gleichlangen, regelmäßig gegliederten Abstände der Marschmelodie sind einfache und strenge Ordnungsprinzipien. Ihnen hängt der Mensch ohnehin gern an, aber die ordnende Macht der Musik im Militärmarsch bringt diese verstandesmäßig nicht immer leicht zu erfassenden Ordnungsprinzipien auf die denkbar einfachste Formel. Auf eine so einfache Formel, daß sich ihr niemand entziehen kann — und darin besteht das ganze Geheimnis der großen Wirkung der Militärmusik! Diese allgemeinen Empfindungen und Feststellungen über Wesen und Wert der deutschen Militär- musit erweitern sich in dem alten Soldaten zu einem unvergänglichen <5(fyipersönlicher Prägung, wenn er seinen Regimentsmarsch erklingen hört. Es soll daher bei dem diesjährigen Wunschkonzert des Wehrkreiskommandos IX nur ausgesprochene THlitär muf it gespielt werden: Soldatenmärsche und Soldatenlieder, soldatische Motive aus Opern und Operetten. Die alten Soldaten und die aktiven Angehörigen unserer Wehrmacht sollen sich alles wünschen können, was ihr Herz an Regimentsmärschen vegehrt. Darüber hinaus ist jedem Volksgenossen Gelegenheit gegeben, Wünsche zu äußern. Das Wunschkonzert bietet die Gelegenheit, für den Vater den Regimentsmarsch spielen zu lassen, bei dessen Klängen er einst in Reih und Glied stand. Der Einfallskraft und der Wunschfreudigkeit sind keine Grenzen gesetzt. Das große und traditionsreiche Gut der deutschen Militärmusik, das seit mehr als Zweijahrhunderten nicht allein auf den militärischen Raum beschränkt gewesen ist, sondern das in alle künstlerischen und kulturellen Bereiche unseres völkischen Lebens hineingestrahlt hat, soll am Abend des Wunschkonzerts wieder lebendig werden. Um unseren Lesern einen Fingerzeig zu geben, lassen wir hier eine kurze Uebersicht derjenigen Regimentsmärsche folgen, die für sie von besonderem Interesse sind. Sie waren einst den Regimentern Skadltheaker Gießen. Heute, um 19.30 Uhr, zum letzten Male „Die . tote Tante" und andere Begebenheiten von Curt Goetz. Spielleitung Wolfgang Kühne, Bühnenbild der alten deutschen Armee und des 100 000-Mann- Heeres verliehen oder sind unserer jungen Wehrmacht neu verliehen worden. Die Ueberpcht erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, sie will nur ein Hinweis auf die Ausrichtung der hoffentlich recht vielen Wünsche sein. Alte Armee: Die ehemaligen 116er in Gießen hatten als Präsentiermarsch „König Friedrich Wilhelm HL", als Parademarsch den „Alexander-Marsch" von Leonhardt. Die Tradition wurde von der 2. Komp, des JR. in Gießen bewahrt. Die ehemaligen 168er in Butzbach spielten als Präsentiermarsch „König Friedrich Wilhelm III." und als Parademarsch „Der Königgrätzer". Traditionsbewahrer war die 11. Komp, des JR. 15 in Kassel. Das ehemalige 1. Kurhessische Jäger-Bataillon Nr. 11 in Marburg spielte den gleichen Präsentiermarsch, als Parademarsch den Marsch „Der Jäger aus Kurpfalz" von Rode, der über die 16. Komp, des JR. 15 in Marburg wieder an das neue JR. 15 in Kassel zurückgelangt ist. Reichswehr: In der Reichswehr war dem I. Bataillon des JR. 15 in Gießen als Präsentiermarsch der hessische Fahnenmarsch" und als Parademarsch der „Marsch des Großherzoglich Hessischen Leibgarde-Regiments" verliehen worden, dem II. Batl. in Eisenach als Präsentiermarsch „König Friedrich Wilhelm III." und als Parademarsch „Fridericus Rex", dem III. Batl. in Kassel der gleiche Präsentiermarsch und als Parademarsch der schon erwähnte „Jäger aus Kurpfalz" von Rode. Das Ausbildungs-Batl. JR. 15 in Marburg hatte als Präsentiermarsch den hessischen Fcchnen- marsch" und als Parademarsch den „Marsch des hessischen Kreisregiments Landgraf". Das Artl.-Regt. 5 in Fulda präsentierte nach dem „Marsch des Garde-Kürassier-Regts." und paradierte im Schritt nach dem „Altpreuhischen Parademarsch", im Trab nach dem „Pariser Einzugsmarsch" und im Galopp nach Melodien aus der Oper „Das Nachtlager zu Granada" von Kreutzer. Neue Wehrmacht: In der neuen Wehrmacht sind den Truppenteilen im Wehrkreis IX bisher folgende Regiments-Märsche verliehen worden: im Bereich der 9. Division: dem JR. 57 in Siegen der „Helenen-Marsch" von ßübbert, dem JR. 116 in Gießen der „Alexander- marsch" von Leonhardt, dem Pionier^Batl. 9 m Hanau der „Marsch der hannoverschen Pioniere" und dem Art.-Regt. 45 in Fritzlar der „Marsch aus Petersburg", im Schritt der „Kavalleriemarsch", im Trab die „Amboß-Polka" von Parlow und im Galopp den Marsch aus „Das Nachtlager von Granada". Die Reihe der den Truppenteilen verliehenen Regiments-Märsche ist noch nicht vollständig. Hin- gewiesen fei aber noch auf zwei neue Militärmärsche, die häufiger gespielt werden sollten: auf Anregung des Oberpräsidenten Prinz Philipp von Hessen hat Fritz Dietrich in dem „Der alte Hessenmarsch" ein wertvolles Stück alter hessischer Militär- musik wieder zum Klingen gebracht, und einen zweiten Marsch, „Der Rothwester Marsch", hat der gleiche Komponist dem Fliegerhorst der Luftwaffe bei Kassel gewidmet. Wir hoffen, damit unseren Lesern einen „Tip" gegeben zu haben. Wünsche und Anschrift sind auf dem Zahltartenabschnitt anzugeben, mit dem eine Spende für das WHW. an das Generalkommando IX. AK., Abt. Ic, Kassel, Postscheckkonto Frankfurt am Main Nr. 4820, eingesandt wird. Zahlkarten sind auch bei allen NSD.-Dienststellen zu erhalten. Also: Entschluß, Wunsch, Spende für das WHW! Karl Löffler. Die Vorstellung findet als 22. Vorstellung der Mittwoch-Miete statt. Ende 21.45 Uhr. 3. Vortrag: herz und Kreislauf". Am kommenden Sonntag, 6. März, findet tm Physiologischen Institut (Friedrichstraße) mit dem Thema herz und Kreislauf" der dritte der öffentlichen Vorträge über Physiologie statt. Den Vor. trag hält Professor Dr, Bürker. . tersweg: „Der Tiger von Eschnapur". — Lichtspiel- r. haus, Bahnhofstraße: „Andere Welt". — Oberhessischer Kunstverein: 17 bis 18 Uhr Kunstausstellung im Turmhaus am Brand. Flaggenparade bei der Lustwaffe in Gießen. Anläßlich des gestrigen „Tages der Luftwaffe" fand auch in den Unterkünften der Luftwaffe des Standorts Gießen eine feierliche Flaggen Parade statt. Der Befehlshaber der Luftwaffe unseres Standortes richtete eine Ansprache an seine Offiziere und Mannschaften, ferner erfolgte ein Vorbeimarsch. Die Feierlichkeit wickelte sich tm Rahmen einer schlichten militärischen Veranstaltung ab. Gammelt das Altpapier? NSG. Ungefähr sieben Millionen Zentner Zei- tungspapier gehen in DeutschlarÄ im Jahre verloren. Don den 9 Millionen Zentnern Zetungs- papier, die jährlich bedruckt roeroen, wandern also nur ungefähr 2 Millionen Zentner in die Papierfabriken zurück. Auf diesem Gebiet sind sogar die Amerikaner sparsamer, bei denen über die Hälfte des hergestellten Papiers wieder in dis Fabriken gelangt. Wir müssen deshalb alle mithelfen, daß das Altpapier durch die Altstoffsammlung in die Papieraufbereitungsfabriken zurückgeführt wird. Es werden dann sehr große Werte der Volkswirtschaft erhallen. Man muß sich nur einmal vor Augen führen, um welche riesigen Mengen von Papier es sich handelt, die — gesammelt — der Volkswirtschaft erhalten bleiben können. Nehmen wir an, daß in allen 17 Millionen Haushaltungen nur eine Zeitung gelesen wird. Im Durchschnitt wiegt eine Zeitung etwa 50 Gramm. Das sind je Haushalt 15 Kilogramm Altpapier oder insgesamt 5 100 000 Zentner Zeitungspapier ohne illustrierte Zellschriften, Fachblätter usw. Das Altpapier bildet also den Rohstoff für 35 Millionen Zentner Pappen, Packpapier und tausenderlei Papiererzeugnisse, denen wir vom Aktendeckel bis zur Zigarellenschachtel dauernd begegnen. Verstopft darum die Oefen nicht mehr dadurch, daß chr Papier verbrennt, fonbern sammelt es, um diese Werte zu erhalten! ♦ ♦♦ 30 Jahre im Dienste der Stadt Gie- ßen. Arn heutigen 2. März kann der bei dem Städtischen Elektrizitätswerk beschäftigte Schalltafelwärter Philipp Sturm auf eine 30jährige ununterbrochene Dienstzeit im Dienste der Stadt Gießen zurückblicken. Der Jubilar trat vor 30 Jahren als Elektromonteur bet dem hiesigen Elektrizitätswerk ein und war dort bis zum Kriege als Be- triebsmonteur tätig. Nach dem Kriege kam Herr Sturm in den Schalltafeldienst und hat hier eine besonders verantwortungsvolle Tätigkeit. Mit großer Gewissenhaftigkeit überwacht er im Maschinenhaus die betriebliche Schallanlage, ferner hat er auch den Maschinenmeister zu vertreten. An seinem Jubiläumstage wurde Herr Sturm im Kreise feiner Arbeitskameraden geehrt und chm im Verlaufe der Feier ein Glückwunschschreiben des Herrn Oberbürgermeisters überreicht. ♦* E i n Neunund siebzigjähriger. Am heutigen Mittwoch, 2. März, kann der Inhaber des Damenfrisiergeschäfts Karnbach (Kaplansgasse 29), Wilhelm Karnbach, in geistiger und körperlicher Frische seinen 7 9. Geburtstag feiern. Unfern Glückwunsch! ** Mieterjubiläum. Die Familie Wilhelm Rentmeister wohnte mit dem gestrigen 1.März seit 30 Jahren im Hause des Bauinspektors i. R. Philippi, Großer Steinweg 14. Das Einvernehmen zwischen dem Hausbesitzer und den Mietern — einer kinderreichen Familie, in der 10 Kinder großgeworden sind — war immer das denkbar beste. ** M i t Gasvergiftung in die Klinik. Der beim hiesigen Gaswerk beschäftigte Arbeiter Hugo Weller aus Klein-Linden mußte am Montag durch die Freiwillige Sanitätskolonne vorn Deutschen Roten Kreuz in die Medizinische Klinik gebracht werden. Weller hatte eine Gasvergiftung erlitten. Durch Sofortige Gegenmaßnahmen konnte die Lebensgefahr beseitigt werden. ** Der Brandversicherungsbeitrag in Hessen für das Jahr 1937. Wie die Hessische Brandversicherungskammer bekannt gibt, ist zur Deckung der Ausgaben der Hessischen Ge- bäudebrandversicherungsanstalt für das Jahr 1937 mit Genehmigung des Reichsstatthalttrs in Hesien — Landesregierung — auf je 100 Mark Umlage- kapital ein Bettag von 3V2 Pf. auszuschlagen und in einem Ziel, fällig am 15. März 1938, zu erheben. Als Mindestbeitrag für eine Hofreite sind 1,50 Mk. zu zahlen. Die Mädchen aus der Burgflraße. Roman von Hilde R. Lest. 30 Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) ,Lch fürchte um meinen Sohn", sagte die Ju- stizrätin mit abwesendem Blick, „er ist flatterhaft.." „Sie irren. Er hat sich niemals um Lisbeth bemüht. Er hat in Wahrheit immer nur Ursel geliebt. Und Lisbeth kam nur zu Ihnen, wie ich jetzt zu Ihnen komme, um Mutter und Sohn zusammen- zuführen." „Und weshalb ist Ursel nie zu mir gekommen?" „Lisbeth und ich — wir haben hier nur eine mütterliche Freundin zu gewinnen. Ursel aber hat einen Geliebten zu verlieren." „Ich weiß", sagte die alte Frau bitter, „weil ich diese Welt nicht immer verstehen kann, hält man mich für einen alten Drachen, und wenn ihr zu mir kommt, fühlt ihr euch als Tierbändiger." „Es ist wahr, alle haben vor Ihnen Angst gehabt, aber ich weiß aus eigener bitterer Erfahrung, wie schnell man verkannt wird, und darf mich freuen, meine Vermutung bestätigt zu finden. Es ist nicht schwer, den Weg zu Ihrem Mullerherzen zu finden, man muß nur den geraden Weg gehen." * „Ich danke Ihnen, mein Kind. Sie können jetzt ruhig nach Hause gehen in der Gewißheit, daß der alte Drache kein Unheil anrichtet. Ich werde Ursel aufnehmen, wie nur je eine Mutter ihre Tochter aufnimmt. Ich werde mir gar nicht anmerken lassen, daß ich je an eine andere gedacht habe, als an Ursel. Ist es so recht?" Carla küßte die alten Hände, die sich ihr entgegenstreckten. Beim Mittagstisch der Mutter Lenz fanden sich die Einladungen der Justizrätin zu einer kleinen Familienfeier unter den Servietten der Betroffenen. Ursel öffnete den Umschlag und stieß einen Freudenschrei aus. Da stand auf der Einladungskarte von der Handschrift der Justizrätin: „Wir reuen uns sehr, unsere Tochter in die Arme schlieren zu können!" Ursel sah etwas unsicher zu Lisbeth hinüber. Hatte sie etwa die gleiche Karte bekommen? Ging das richtig zu? Der Familie Lenz fielen beinahe hörbar die Steine vom Herzen. „Sie find ein Allerweltskerl, Herr Viereck", sagte Mutter Lenz, „wie haben Sie das nur zuwege gebracht?" Viereck bekam einen roten Kopf, er wußte nur zu gut, daß er dieses Lob als letzter verdiente. Er wollte irgend etwas erwidern, da sah er ein spöttisches Lächeln um Carlas Mundwinkel zucken. Er schwieg. Ein allgemeines „Sie auch?" machte die Runde von Carla zu Viereck, von Viereck zu Professor Mollwitz, von Mollwitz zu Lisbeth. „Machers", sagte Lisbeth, „sind auch eingeladen, und wie ich horte, sollen auch Professor Hauschild und Herr Stelling kommen." Carla hob in bester Laune chr Glas. „Es lebe die Kumpanei Mansfelo—Lenz—Macher!" Und indem sie Viereck einen Blick zuwarf, fügte sie hinzu „und Co ..." * „Ja, zum Donnerwetter, Mensch!" polterte Hauschild, „verstehen Sie denn überhaupt etwas von Dampfkesseln?" „Ich weiß", sagte Viereck, ,Haß man unten Feuer macht, damit oben Dampf herauskommt ..." „Da haben wir's!" Hauschild sah sich triumphierend im Kreise um. „Sie, Herr Macher, mit ihrem genialen Kopf, Sie, mein lieber Stelling, mit Ihrer tiefschürfenden Genauigkeit, Sie, Frau Macher, mit Ihrem gesunden Phlegma, Sie Fräulein Lisbeth, mit Ihrem Arbeitseifer, und ich alter Eiel mit meiner professoralen Würde, wir haben alle versagt. Da kommt so einer her, der einfach Augen im Kops hat, der fein Gehirnschmalz ein bißchen beieinander hat, und schmeißt den ganzen Laden in wenigen Tagen. Bravo, mein lieber Viereck, die Sache geht in Ordnung!" „Wenn Macher fein Modell zu Ende gebaut hat", fuhr Hauschild fort, „werden wir es einer hohen Kommission vorführen und Leistungsversuche anstel- len lassen. Und bann wird sich bestimmt eine große Firma finden, die mit Ihnen einen Vertrag ab- schließt. Und dann haben Sie ja wohl ausgesorgt. Denn so ein Vertrag ernährt auch zwei Familien — nicht nur mit Pellkartoffeln. Vorausgesetzt, daß die beiden Familien in Kompanie bleiben." „Ncsürlich bleiben wir das", sagte Macher, ,chie Firma heißt ab morgen Macher und Viereck, und wenn Justizratens mit von der Partie sein wollen, heißt sie Macher, Viereck & Co." „Man könnte sie auch .Verschwägerte Dampf- kesselfabrik' nennen", lachte Hauschild, „nee, Kinder, in was für einen Familienroman sind wir da hineingeraten! Na, nichts für ungut, morgen gibt's wenigstens eine pfundige Verlobungs- und Firmen- griinbungsfeier „Darüber wollte ich noch mit Ihnen reden", sagte Viereck. „Was, sinb Sie noch nicht zufrieden? Haben uns da das hübscheste Mädel weggeangell, den Dampfkessel gerettet und wälzen immer noch Pläne im Kopf?" „Da sich in unserem Kreis alles so zum Guten gewandt hat, ist es vielleicht unsere Pflicht, weiter dafür zu sorgen, daß es in dieser Harmonie keinen Mißton gibt." „Mensch, Sie reden wie'n Pastor!" rief Hauschild. „Ist ja alles schon bewilligt. Wir tun ja alle mit! Wen wollen Sie mit wem verloben?" „Niemand mit niemandem. Das Gegenteil will ich. Sie sollen alle mithelfen, daß eine Verlobung nicht zustande kommt." „Was sagen Sie dazu, Stelling! Der Mann hat gut reden!" „Es handelt sich um Lisbeths Schwester, um Fräulein Carla", fuhr Viereck unbeirrt fort, „sie macht ihrer Mutter und ihren Schwestern schwere Sorgen. Wir haben allen Grund, anzunehmen, daß sie den heftigen Werbungen eines gewissen Protts- sors Mollwitz nachgeben wird. Nicht, weil sie ihn liebt, sondern aus einer Verärgerung heraus, aus aekränktem Stolz. Lisbeth und ich haben unsere Verlobung geheimgehalten, weil wir sürchen, diese neuerliche Enttäuschung könnte Carla zu einer Unbesonnenheit verleiten. Ich habe deshalb die Frau Justizrat gebeten, morgen auf ihrem Fest auch unsere Verlobung zu verk"-nben. Vor diesem „Forum der Oessentlichkeit" wirb Carla wahrscheinlich keine Dummheiten machen. Aber wir hätten damit nur Zett gewonnen. Und deshalb wollte ich Sie alle bitten, dabei mitzuhelfen, daß dieser Professor Mollwitz morgen vor aller Welt ins rechte Licht gerückt wird, damtt Carla die Lust vergeht, sich mtt chm aus purem Trotz zu verloben." ,Lennen Sie denn Carla so genau?" wandte Stelling ein. „Wissen Sie denn wirklich, daß ein Mädchen, welches Sie selbst als stolz schildern, sich nur aus Trotz einem unsympathischen Kerl an den Hals werfen könnte?" Diese Frage war in einem recht scharfen Ton gehalten, und Hauschild beeilte, sich, die Situation zu retten. „Sagen Sie, lieber Herr Viereck, wie Sie den Mollwitz angepackt sehen wollen. Wir können ihn doch schließlich nicht verprügeln." „Wir können es gewissermaßen doch", sagte Viereck, „den ich habe mir die Mühe genommen, Auskünfte über Herrn Mollwitz einzuziehen, und bas Ergebnis müßte ihn vor ben Augen Carlas unmöglich machen. Dieser sogenannte Professor ist nämlich nichts anberes als ein gerissener Hänbler, der unter bem wissenschaftlichen Mäntelchen umherreist, alte Kunstschätze in verborgenen Winkeln auf- stöbert und biete bann durch feine Agenten zu lächerlichen Preisen aufkaufen läßt. Er ist gerade jetzt damit beschäftigt, auf solche Art die Ergebnisse der Reise auszuwerten, die Fräulein Carla und ich mit ihm leider unternommen haben. Ich denke, wenn mir diese Tatsachen morgen Vorbringen, wobei einer bem anderen das Stichwort gibt, wenn wir uns recht geschickt und schlagfertig anstellen..." „Schön", sagte Hauschilb, „bas hat Hand und Fuß, und ich bin mit von der Partie, es fragt sich nur, müssen mir so die Stimmung dieses Abends verderben?" „Wissen Sie einen anderen Ausweg?" wollte Viereck wissen. „Mein lieber, junger Freund", dozierte der Professor, „Sie sind ein überaus gewandter Puppenspieler, Sie find mit allen Wassern gewaschen, und ich möchte Sie nicht zum Gegner haben. Es gibt aber Situationen im Leben, die man weniger mit bem Verstand als mit dem Herzen meistern sollte, ganz einfach mit dem Herzen. Hab' ich recht, Stelling?" Stelling antwortete nicht, und es mar auch nicht einzusehen, was er hätte antworten sollen... (Fortsetzung folgt) RaffenpolitischeAufkläMgimGauSeffen-Mau NSG. Der Blutsgedanke ist bas Kernstück der nationalsozialistischen Weltanschauung. Als das rast fische Denken vor Jahren in Deutschland zu erwachen begann, wurde es von Anfang an aufs stärkste in die politischen Auseinandersetzungen hereinbezogen. Wie dies früher in den Jahren des Kampfes war, so ist es auch geblieben. Die rassen- politische Aufklärungsarbeit wurde zu einer bedeutsamen Aufgabe der Partei erklärt und seit der Machtübernahme selbstverständlich mit allen Kräften vorangetrieben, um jeden Volksgenossen mit dem tiefen Sinn des Rassegedankens zu durchdringen. Ziel der Arbeit ist ein an Leib und Seele starkes, frohes und gesundes Volk zu schaffen, das aus innerer Kraft allein das deutsche Schicksal im Herren Europas zu meistern imstande sein muß. Aus dieser rassenpolitischen Aufgabe leitet der Nationalsozialismus die bevölkerungspolitische Forderung ab, well alle Anforderungen, die an ein Volk gestellt werden, nur mit der Kraft von Men- schen zu erfüllen sind Für die Partei ist also dis bevölkerungspolitische Forderung, die heute ganz im Vordergrund rassenpolitischer Aufklärungsarbeit steht, im Grunde nur die Folge des rassisch blut» haften Denkens, das uns der Führer gelehrt hat. Die Mittel der Aufklärung und Propaganda, mit denen diese Gedanken ins Volk getragen werden, sind auch hier nach den Erfahrungen und Grundsätzen der Bewegung das gesprochene Wort, Schrift, Bild und Film. Diese Propaganda-Mittel wurden im vergangenen Jahre vom Rassenpolitischen Amt des Gaues Hessen-Nassau wieder in intensivem Maße eingesetzt, um den Volksgenossen den Rassegedanken nahezubringen. In insgesamt 70 öffentlichen Veranstaltungen svrachen Mitarbeiter des Rassenpolitischen Amtes Des Gaues Hessen-Nassau vor rund 14 000 Besuchern Ferner fanden 20 öf- fentliche Filmvorführungen statt, denen 3000 Volksgenossen beiwohnten. In 600 Veranstaltungen des RPA. Gau Hessen-Nassau wurden außerdem 50 000 Anaehörige der Partei und chrer Gliederungen geschult. In 200 Veranstaltungen kamen hierbei rassenpolitische Filme zum Einsatz. Das Rassenpolitische Amt Gau Hessen-Nasiau, das nach dem Tätigkeitsbericht im Jahre 1937 rund 700mal an die Oeffentlichkeit getreten ist, hat da- mit in vorderster Front mit dazu beigetragen, das Leben der Volksgenossen, das in Generationen abläuft, dem nationalsozialistischen Äealbild entsprechend zu formen. Abänderung des Sondergebäudesteuergesetzes stellten Finanzämter. Für die Besteuerung ist das Finanzamt zuständig, in dessen Bezirk das steuer- pflichtige Gebäude gelegen ist. Auf die Sondergebäudesteuer des Rechnungsjahres 1938 sind Vorauszahlungen zu entrichten. Die Höhe der Vorauszahlungen richtet sich nach der für das Rechnungsjahr 1937 endgültig veranlagten Sondergebäudesteuer des Landes und der Gemeinden (Gemeindeverbände), ohne Berücksichtigung der erlassenen und niedergeschlagenen Betrüge. Die Landesregierung (Finanzoerwaltung) ist ermächtigt, weitere Bestimmungen über die Anpassung der Vorauszahlungen an die nach den Vorschriften dieses Gesetzes festzusetzenDe Steuer auch abweichend von den Vorschriften des Artikels 1 Absatz 1, 2 des Steuervorauszahlungsgesetzes vom 10. Dezember 1929 zu erlassen. Die Landesregierung (Finanzverwaltung) ist ermächtigt, von Vorauszahlungen abzuseben ober sie als endgültige Steuerzahlungen zu erklären. Die Sondergebäudesteuer und die Vorauszahlungen sind in sechs Raten zu entrichten, deren Fälligkeit die Landesregierung (Finanzverwaltung) festsetzt. Das Gesetz tritt am 1. Aprill938 in Kraft. Mit der Ausführung des Sondergebäudesteuergesetzes ist die Landesregierung (Finanzoerwaltung) beauftragt.- Sie kann den Worllaut des Gesetzes in neuer Fassung bekanntmachen und dabei Abänderungen, die zur Anpassung nötig sind, vornehmen. Zu Steuererhöhungen dürfen die Abänderungen nicht führen. Die Landesregierung (Finanzverwaltung) kann durch öffentliche Bekanntmachung anordnen, daß die Steueroescheibe eines Rechnungsjahres auf die folgenden Rechnungsjahre solange erstreckt werden, bis sie durch neue Steuerbescheide ersetzt werden. LPD. Der Reichsstatthalter in Hessen als Führer der Landesregierung verkündet im Hessischen Regie- rungsblatt ein Gesetz zur Abänderung des Sondergebäudesteuergesetzes vom 19. Februar 1938. Wie im Artikel 1 ausgeführt wird, erfolgt die Erhebung der Sondergebäudesteuer nach den bisher geltenden Vorschriften mit der Maßgabe, daß der in Artikel 10 des Sondergebäudesteuerbesetzes genannte Steuersatz von 160,65 ReichspMnig um 77 Reichspfennig, der Steuersatz von 127,50 Reichspfennig um 70 Reichspfennig erhöht wird. Die hiernach sich berechnende Sondergebäudesteuer des Landes ist unter Beachtung der für den 1. April 1932, 1. April 1935 und 1. April 1938 reichsgesetzlich vorgeschriebenen Senkungen zu vermindern. Die Gemeinden und Kreise sind für die Zeit vom 1. April 1938 an nicht berechtigt, eine ^onberaebauöefteuer für ihre Rechnung zu erheben. Nachforoerungen für die zurückliegende Zeit werden hiervon nicht berührt. Zum Ersatz des Ausfalls erhalten die Gemeinden einen Teil des Aufkommens der Sondergebäudesteuer des Landes nach näherer Vorschrift des Hessischen Ausführungsgesetzes zum Finanzausgleichgesetz (Gemeindeanteil an der Son- bergebäubefteuer). Eine Reihe von Vorschriften des Sondergebäudesteuergesetzes in der Fassung vom 13. Dezember 1930 werb en im Artikel 3 des neuen Gesetzes gestrichen. An Stelle von Artikel 11 Absatz 1 tritt folgende Vorschrift: Die oberste Sachleitung steht dem Reichsstatthalter in Hessen als Führer der Landesregierung zu. Die Verwaltung erfolgt durch die für die Reichssteuern in den hessischen — auch den abgesprengten — Gebietsteilen zuständigen Oberfinanzpräsidenten sowie durch die chnen unter» Aus der engeren Heimat. Landkreis Gießen. * Heuchelheim, 2. März. Ihre silberne Hochzeit begehen heute die Eheleute Karl V o l k - mann II., Gastwirt (Schoppekall) und Ehefrau Marie, geb. Kröck. Unseren Glückwunsch! * Großen-Buseck, 1. März. Arn heutigen Dienstag konnte Frau Luise Meyer, die Ehefrau unseres hiesigen Altbürgermeisters, ihren 8 2. Geburtstag feiern. Altbürgermeister Meyer steht im 87. Lebensjahr. * Mainzlar, 2. März. Der 16jährige Arbeiter Helmut Kreiling erlitt einen schweren Unfall. Mit erheblichen inneren Verletzungen mußte der bedauernswerte junge Mann in dis Chirurgische Klinik nach Gießen gebracht werden. # Mainzlar, 1. März. Der hiesige Turnverein hielt am Sonntag seine Jahreshauptoer- sammlung ab. Vereinsführer Kern erstattete den Jahresbericht. Für regelmäßigen Turnstunbenbe- such währenb ber vergangenen zwei Jahre würben die Turner Wilhelm Vogel I. und Walter V o - g e l mit ber goldenen Vereinsnadel ausgezeichnet. Den Turnern Wilhelm Vogel II. und Erwin Vogel wurde für regelmäßigen Turnstundende- such im vergangenen Jahre die silberne Vereins- nadel überreicht'. Mitglied L. Hermann wurde zum Ehrenmitglied ernannt. Der Rechner Ludwig Becker gab den Kassenbericht bekannt, der in Ordnung befunden wurde. Der 1. und 2. Vereinsführer wechselten ihr Amt, die übrige VorstandSbesetzung blieb unverändert. Im weiteren Verlaufe der Versammlung wurde beschlossen, eine Fußballabteilung zu gründen. Mit empfehlenden Hinweisen auf das Deutsche Turn- und Sportfest 1938 in Breslau schloß der Vereinsführer die Versammlung. — Die Kriegerkameradschaft hielt ihre Jahreshauptversammlung bei Gastwirt Vogel ab. Karne- radschaftsführer Ehr. ß e m m e r erstattete den Jahresbericht. Als beste Schützen des vergangenen Jahres wurden Gottfried Jäger und Heinrich Felde erwähnt. Vereinsrechner G r ö l z erstattete die Jahresrechnung, die einen günstigen Stand der Kasse ausmies. Der Vorstand blieb in seiner bisherigen Besetzung im Amt. Kameradschaftliche Unterhaltung und 'gemeinsam gesungene Volkslieder beschlossen den Abend. # Daubringen, 1. März. Die hiesige K r i e- gerkamerad schäft hielt ihre Generalversammlung ab, die mit einem würdigen Gedenken der im vergangenen Jahr verstorbenen Kameraden eingflleitet wurde. Kameradschaftsführer Reif erstattete den Jahresbericht: der Kassenbericht ergab einen kleinen Ueberschuß. Im Verlaufe der Der- fantmlung wurde beschlossen, eine Bundes-Einhells- fahne anzuschaffen. Jedes Mitglied soll dazu einen Sonderbeitrag von 50 Pfennig geben. Die Schieh- leiftungen im vergangenen Jahre wurden als sehr gut bezeichnet. Die bronzene Ehrennadel errangen L. Reinhardt, H. Klein Henn, K. Frey und Johs. Reif. Die silberne Ehrennadel erhielten L. Mohr, L. Euler, H. Fuchs und H. Kloß. £ Staufenberg, 2. März. Unser Mitbürger Heinrich Becker IV., Mittelgasse 10, wird morgen 70 Jahre all. Der Jubllar erfreut sich noch aller körperlichen und geistigen Frische. Seit über 40 Jahren ist er treuer Bezieher des Gießener Anzeigers. Wir gratulieren! X Steinbach, 1. März. Am heutigen Tage wird der Förster i. R. Karl Herbert, her im Ruhestand bei seinem Sohne, der ebenfalls Forster ist, in Burkhards lebt, seinen 7 7. Geburtstag. Herr Herbert, der einer der ältesten Familien unseres Dorfes entstammt, war bis zu feiner Pensionierung in seinem Heimatort als Förster tätig und steht hier in bester Erinnerung. ! Großen-Linden, 28. Febr. Bei herrlichstem Frühlingswetter unternahm der Zweig- verein Hütten berg" vom VHC. am gestrigen Sonntag eine Wanderung nach dem schönen Kleebachtal. Der Weg führte über Lang- Göns nach Kirch- und Pohl-Göns und von dort auf guter Straße, von der man die schönsten Ausblicke auf die zum Teil noch mit Schnee bedeckten Taunusberge hatte, nach Niederkleen. Der Rückweg ging durch den Wald nach Lang-Göns und von da mit der Bahn nach Großen-Linden und Gießen. * Lang-Göns, 2. März. Ein langjähriger treuer Leser des Gießener Anzeigers, Anton Konrad Schaum, Landwirt, feiert heutigen Mittwoch, 2 März, in körperlicher und geistiger Frische seinen 70. Geburtstag. Der Jubilar ist als Kenner der Geschichte seines Heimatortes bekannt und hat in „Heimat im Bild" schon öfter über Lang-Göns und feine Gemarkung berichtet. s. Lang-Göns, 2. März. Am nächsten Sonntag, 6. März, kann Frau Anna Elisabeth B e p p - l e r, Wwe., Obergasse, in gerftiger und körperlicher Rüstigkeit ihren 81. Geburtstag feiern. Frau Deppler kan noch im Haushalte und besonders auch im Felde alle Arbeiten verrichten. Wir wünschen alles Glück! △ Holzheim, 2. März. Am gestrigen Dienstag, 1. März, konnte Frau Juliane Jung, geb. Reichl, in voller körperlicher und geistiger Frische ihren 8 6. Geburtstag feiern. Die Jubilarin, die sich noch guter Gesundheit erfreut, ist die Zweitälteste weibliche Einwohnerin unseres Ortes. Ebenfalls in körperlicher und geistiger Frische konnte Frau Henriette Häuser ihren 7 0. ©eburts» tag feiern Wir gratulieren! oo Eberstadt, 1. März. Gestern wurde die von der hiesigen Bezugs- und Absatzgenossenschaft angekaufte Dämpfkolonne zum erstenmal in Betrieb genommen. Zahlreiche Bauern hatten sich zu dieser Vorführung emgefun- dsn. Die Dämpfkolonne ist fahrbar und besteht aus einem Dampfkessel, einer Kartoffelwäsche und drei Dämpfbehältern, deren jeder 6 Zentner Kartoffeln faßt. Eine Anzahl Bauern hat sich bereits entschlossen, sofort Kartoffelsilos zu bauen und den Staatszuschuß dafür in Anspruch zu nehmen. Außerdem wurde die Neuherstellung von 12 Jauchegruben und einigen Düngerstätten zur Bezuschussung angemeldet. = Lich, 1. März. Am Sonntag konnte ber Landwirt Christian Dietz I. in voller körperlicher und geistiger Frische sein 8 5. Lebensjahr vollenden. Noch täglich geht der alte Herr seinem Beruf nach. Verschiedene Ehrungen wurden ihm an seinem Ehrentag zuteil. )( Lich, 1. März. Langjähriger Überlieferung folgend, feierte der piefige Evangelische Kirchenchor am Sonntag seinen „Frohen Abend". Schon lange vor Beginn waren die Räume des Parkhotels von den Mitgliedern, Angehörigen und Gästen voll besetzt. Der Abend wurde mit einem Musikstück, einem Sologesang und zwei Chören, die der Verein unter Leitung seines Chormeisters Lehrer i. R. und Organist Stein vortrug, eröffnet. Der Vorsitzende, Stiftsdechant Kahn, begrüßte die Mitglieder und Gäste, wünschte dem Chor eine weitere gedeihliche Entwicklung und brachte ein begeistert aufgenommenes dreifaches Sieg-Heil auf den Führer und Kanzler des deut- chen Volkes aus. Nach einer bestens ausgestatteten Kaffeetafel, die dankbare Abnehmer fand, folgten in bunter Reihe musikalische, gesangliche, mundartliche und theatralische Aufführungen. Dazwischen erklangen immer wieder schöne Volkslieder des Chores. So war es denn natürlich, daß alle Darbietungen mit größtem Beifall ausgenommen wurden und die Teilnehmer allen Mitwirkenden dankbar waren, die zur frohen Ausgestallung des Abends beigetragen hatten. Kreis Dehlar. (D Krofdorf, 1. März. Ein Bild fördernden Aufbauwillens ergab der Tätigkeitsbericht der bieigen Milchabsatzgenossenschaft in ihrer jüngst in der Gastwirtschaft Rinn abgehaltenen Generalversammlung. Nicht nur der Mitgliederstand hat sich im Jahre 1937 von 111 auf 127 Mitglieder erhöht, auch der Umsatz der Genossenschaft ist um Beträchtliches seit dem Vorjahre gestiegen. Der Gesamtmilchanfall erhöhte sich von 364 372 Kilogramm auf 445 779 Kilogr^ mm. Von der Molkerei zurückgenommen* wurden an Magermilch 272 083 Kilogramm im Gegensatz zu 171100 Kilogramm im Jahre 1936. Infolgedessen stiegen die Gesamtem« naymen von 81 435 Mark auf 99 839,30 Mark. An die Genossen würben für den Milchanfall ausge» zahlt 66 913 Mark, im Vorjahre 53 562 Mark. Dis Unkosten beliefen sich auf 5572 Mark. Der Vorsitzende des Aufsichtsrates erläuterte die für die Genossenschaft besonders in Frage kommenden Maß» nahmen des Vierjahresplanes. Schöffengericht Gießen. Gestern halle sich vor dem Schöffengericht die E. N. aus Ober-Seemen wegen versuchter Abtreibung zu verantworten. In der Hauptoerhandlung, die unter Ausschluß der Oeffentlichkeit stattfand, widerrief die Angeklagte chr in dem Vorverfahren abgelegtes Geständnis. Sie konnte jedoch durch die Beweisaufnahme einwandfrei überführt werden. Das Urteil lautete auf 4 Wochen Gefängnis. Wirtschaft. Kein Pflichtangebot von Hafer an die Wehrmacht. Fwd. Mit Wirkung vom 1. März 1938 haben auch die Getreidewirtschafts-vetbände Hessen und Nassau die Verpflichtung, wonach Die unmittelbar beim Erzeuger einkaufenden Händler verpflichtet waren, 50 v. H. ihrer monatlichen Käufe Der Wehr- machtsoerwaltung anzubieten, aufgehoben, nach- Dem bereits in Den Vortagen eine Reihe von Ge- treidewirtschaftsverbänden, so Kurhessen, Baden, Saarpfalz, Thüringen, Weser-Ems, Sachsen und Hannover-Braunschweig Die Aushebung verfügt haben. Die allgemeinen Bestimmungen über Die Melde- und Andienungspflicht in Abschnitt A Nr. 3 Ziffer 2 Der AnorDnung Der Hauptoereinigung vom 1. Juli 1937 werben hierdurch nicht berührt. Bei Kauf und Weiterverkauf sind daher diese Vorschriften — einschließlich ber von den Getreidewirtschafts- oerbänben hierzu erlassenen Sonberbeftimmungen — zu beachten. Gießener Gchtarbtviehmarkt. Zum gestrigen Gießener Schlachtoiehmarkt (Schlachtviehverteilungsmarkt) rn ber Diehversteiqe- rungshalle Rhein-Main in Gießen würben vier Ochsen, 10 Bullen, 13 Kühe, 31 Färsen, 131 Kälber, 215 Schweine, 4 Schafe aufgetrieben. An Preisen würben erzielt: Ochsen 39 bis 43 Rpf., Bullen 35 bis 42, Kühe 30 bis 40, Färsen 34 bis 43, Kälber 29 bis 57, Schass 39 bis 41 Rpf. je Pfund Lebendgewicht. Für Schweine wurden je kg Lebendgewicht folgende Preise bezahlt: Klasse a (150 kg und mehr) 1,11 RM., Klasse bl (135 bis 149,5 kg) 1,09, Klasse b2 (120 bis 134,5 kg) 1.07, Klasse c (100 bis 119,5 kg) 1,03, Klasse d bis f (unter 100 kg) 0,97, Klasse gl und 1 (Fette Specksauen und Mtschneider) 1,05, Klasse g2 und h (andere Sauen und Eber) 1,01 Reichsmark. Marktverlauf: Großvieh, Kälber und Schafe dem Bedarf entsprechend. Schweine zugeteilt. Alles ausverkauft. Mein-Mainische Börse. Zftiffagsbörfe uneinheitlich. Frankfurt a. M., 1. März. Die Börse hatte am Aktienmarkt eine feste Grundtendenz. Die Umsatztätigkeit war teilweise etwas lebhafter. Vom Publikum lagen wieder einige Anlagekäufe vor, allerdings fehlten wegen des Karnevals aus Dem Westen sowie aus SüdDeutschland Aufträge. Die Kursgestaltung war sehr uneinheitlich, was zum großen Teil Darauf zurückzuführen war, daß zum heutigen Monatsbeginn zum großen Teil Limiterneuerungen fehlten. Durch feste Haltung bei allerdings engem Markt fielen Deutsche Erdöl mit 144,40 (142,75) und Conti Gummi auf Dividenden» erwartungen mit 200 (198,50) auf. Anderseits zeigten Rütgerswerke einen Abschlag von 1,50 v. H. auf 152. Auf den übrigen Marktgebieten hielten sich die Schwankungen Die Waage und betrugen meist weniger als 1 o. H. Schwächer lagen u. a. AG. für Verkehr, Kaliwerte, ebenso blieben Montan- und Chemiepapiere nur knapp gehalten. Für Autowerte hielt das Interesse an, Daimler 144 (143,25), Adlerwerke Kleyer 121 (120,75). Elektroaktien notierten gut behauptet, Gessürel 0,50 v. H. höher mit 150. Westdeutsche Kaufhof stellten sich auf unv. 100,50. Der Rentenmarkt hatte eine feste Tendenz bei beschränktem Geschäft infolge der herrschenden Materialknappheit. Eine Tönung fester lagen Altbesitzanleihe mit 132,70 (132,65) und Kommunal» Umschuldung mit 95,90 bis 95,90 (95,85), 4 v. H. Rentenbank-Ablösung unv. 94,90. Jndustrie-Obliga» honen fanden teilweise größere Nachfrage bei höheren Kursen, 5 v. H. Mühlheimer Berg 103,25 (102,75), 5 v. H. Röchling 103 (102,75) usw. Stadtanleihen lagen nahezu unverändert. Don Länder- anlechen bröckellen 1929er Hessen auf 101 (101,25) ab. Goldpfandbriefe wurden meist gestrichen oder repartiert, Liquidationspfandbriefe zeigten leichte Schwankungen von 0,13 bis 0,25 v. H. Im Verlaufe blieb.das Geschäft an den Aktienmärkten klein, die Haltung war aber gut behauptet. Conti Gummi sprangen bei kleinem Bedarf bis auf 202 nach 200, während sonst kaum Verände- rungen gegen den Anfang eintraten. Die später notierten Papiere lagen größtenteils etwas höher, niedriger aber Mannesmann mit 114,50 (115,13). Von Bankaktien stiegen Pfälz. Hyp. weiter an auf 114,50 (114) rat. Der Freiverkehr war ruhig. Nicht ganz behauptet lagen Elsäsi. Wolle mit 88,25 (89), Schuh Berneis mit 78,25 (79), Verein. Pinsel mit 85 (85,50), dagegen Frankfurter Handelsbank 65 (64). Tagesgeld wurde auf 3 (3,25) ermäßigt. Die Abendborse vom Dienstag fiel aus. Srantfurter Schlachtoiehmarkt. Frankfurt a. M., 1. März. Auftrieb: Kälber 604 (gegen 841 am 22. Februar), Hämmel und Schafe 193 (183), Schweine 4711 (4186). Notiert wurden je 50 Kilogramm Lebendgewicht in Mark: Kälber a) 63 bis 65 (62 bis 65), b) 55 bis 59 (54 bis 59), c) 46 bis 50 (45 bis 50), d) 30 bis 40 (30 bis 40). Hämmel b2) 48 bis 52 (46 bis 52), c) 40 bis 45 (40 bis 45), d) 34 bis 35 (35 bis 38). Schafe a) 38 bis 42 (38 bis 42), b) — (35 bis 36), c) 28 bis 30 (20 bis 32). Schweine a) 56,50 (56,50), bl) 55,50 (55,50), b2) 54,50 (54,50), c) 52,50 (52,50), d) 49,50 (49,50). Sauen gl) 53,50 (53,50). Markt- verlauf: Kälber und Schweine zugeteilt. Hämmel flott, Schafe mittelmäßig. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. Reichsbankdiskont 4 v. H., Lombardzinsfuß 5 v. H. Deoilenmarfl Berlin — $ranf|urt a. M. Frankfurt a. M. Berlin Frankfurt a. M. Berlin Schluß- kurS Schluß. Abend börie Schluß- turs Schluß! Mittag börie Schluß- hirt Schluß?. Abend börie Schluß- fürs Schluß!. Mittag, börse $iHum 28.2- 13- 28 2- 13. Damm 28-2. 1.3. 28-2 13. 5% Deutsche ReichSanleihe v. 1927 101,9 101,8 '01,8 101,8 Accumulatoren-Fabrik...... 231 231 231 231,5 4% Deutsche ReichSanl. von 1934 99.4 99,4 99,4 99,4 Aschaffenburg Zellstoff........6 141 140,5 140,75 140,75 100 Philipp Holzmann......... .. 8 162 163 162,9 162,5 i/2% Preuß. Gold-Komrn. R. 20 — — 100 100 Ilse Bergbau.............. .. 6 — — 163,75 — Metallgeiellschaft........... .. 6 139,25 137,5 138 138 102,9 Crenfiein & Koppel........ .. O — —- 110 110,25 Goldvfe..................... 102,9 111,4 102,9 111,4 102^9 Rheinische Braunkohle...... . 12 232,5 232,5 128,5 232 129 232,5 129,75 Lteuergutschem-Verrechnungskurs 111,6 Rheinische Elektro ......... .. 6 Rkeinktablwerke............ .. 6 144.5 143,5 144.4 143,75 A.G. tüt Verkehrswesen .... 6 ft Haniburg-Südam. Dampfschiff - O 137 136,25 137,4 1364 Rbemtsch-Destsälische Elektro Rütgerswerke ............ Salzdetfurth Kalt.......... .. R .. 7 .. 6 127,25 153,5 127 152 127,13 153,75 127 152,5 Hamburg-Amerika Paket......O 79 78,75 78,65 79 Echuckerr & (So............ .. 7 180 180,13 180,75 180,5 Norddeutscher Lloyd..........O 80,5 8Q.5 80 79,5 Schultheis Patzenhofer...... .. 4 Deutsche Reichsbahn Bor».-Akt. 7 132,13 132,13 131,9 132 Siemens & Halske ........ .. « 209 209 209,25 208,5 Süddeutsche Zucker......... . 10 211 211 211,5 Reich Sb an!................ 12 211,25 211 210,9 210,75 Bereinigte Stahlwerke...... 4 ft 114 113,75 114 113,5 Berliner Handelsgesellschaft 6 ft 135,25 135,9 135,5 135,5 Weubouische kauf Hof ....... .. O 100,5 100,5 100.75 100,5 Westeregeln Alkalt.......... Sommer*- und Privat-Bank ... 5 124 124 124 124 .. 4 109,5 108,5 — 109,25 128 115 128 115 128 115 128 115 Zellstoff Waldhof.......... 149,5 29,75 149,75 29,25 149,5 29.9 150 09 Dresdner Baut...... 4 Ctaöi Minen ............. .0,6 28-Februar I.März 28-Februar I.März Amtliche Notierung Amtliche Notierung Amtliche Notierung Amtliche Notierung Geld Bnei Geld Brief Geld Bries Geld Bries iHn^n ........... 0,649 0,653 0,648 0,652 flau an.................. 0,723 0.725 0,723 0.725 41,96 42,04 41,97 42,05 ^uaofl amten ......_______ 5.694 5,706 5 .694 5.706 •Hin hp ptrn ............ 0,143 0,145 0,143 0,145 C4io .................. 62,32 69 44 69 39 62.44 47,00 47,10 47,00 47,10 Wien.................... 48 95 49 05 48 95 49J15 55^36 55,48 55,36 55,48 Lissabon.................. 11 '26 11 .28 11.26 11 .28 47,00 47,10 47,00 47,10 Stockholm ........... 63 87 63 99 69 87 63 99 London .............. 12,40 12,43 12,40 12,43 Schweiz.................. 57,43 57,55 57'40 57,52 tzelsingforß................ 5,485 5,495 5,485 5,495 € Damen.................. Parts".................... 8.077 8,093 8,082 8,098 Prag..................... 8 681 8 699 8 681 8,699 Holland .................. 138,30 138,58 138,30 138,58 Budapest................. Atollen................... 13/09 13,11 13,09 13,11 Neu York........... .. 2,471 2,475 2,471 2473 'S* SJ.-fpori Aus -er engeren Heimat i Be- 0er 0911 erhalten Sie preiswert im 1244A Ruf 2486. 61A sein. Dauerstellung. 0926 AM 5.UND 6. MÄRZ 1352V die mit Anmeldungen für das neue Schuljahr und Auskünfte jederzeit im Schulgebäude, Gießen, Goethestr. 32, Samenhaus Heinrich Hahn Bahnhofstraße — Fernsprecher Nr. 3403 . Oie glückliche Geburt einer Tochter zeigen hocherfreut an Or. F. Boemke und Frau Eva, geb. Pflüger 5.REICHSSTRASSEN SAMMLUNG ! ÄS Stahl möbel Niederhausen Gießen . Bahnhofstraße 49 3-Zimmer-Wohn. (Liebigstraße) zum 1. April an einzelne Dame oder Ehepaar zu verm. Schr.Ang. u. 1343 Da.®. 21. SeiWWger Monteur f. Heizung u. Installation sofort gesucht, mutz sicherer Schweitzer 4 5 Weltbestleistungen wurden, auf dem Kongreß des Internationalen Leichtathletik-Verbandes, der am Montag in Anwesenheit der Vertreter von 17 Nationen in Paris eröffnet wurde, von der IAAF, anerkannt. Als einzige Deutsche wurde Dora R a t j e n in die neue Weltrekordliste eingetragen; mit 1,65 Meter teilt die Bremerin den ersten Platz mit den Amerikanerinnen Didrick » s e n und Shirley. Geovg Eidman« In st allatione> ge schäft Bahnhofstratze 24. Baue gut.... mit Abermann Gerichtsvollzieher in Gietzen Ludwigstratze 331, Telefon 3239. Gesundes Obst? Höhere Erträge? DannmüssenSieaberjetztanlhreObst- bäume und Sträucher denken! Durch sachgemäße Winterspritzung werden die gefährlichen Schädlinge erfolgreich bekämpft. 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Februar 1938 Am Nahrungsberg 10 p nicht endgültig beendet, Lützellinden kann aber nicht mehr e-ingeholt werden, weil nur noch drei Spiele ausstehen, die nächstfolgende Mannschaft aber bereits sieben Verlustpunlte hat. Zudem hat sich Lützellinden auch vorgenommen, als^ungeschlagener Meister die Spiele zu beenden, eine Sache, die zwar etwas kühn ist, die aber für den Kenner keineswegs aussichtslos erscheint. Tv. Lützellinden — Tv. Münchholzhausen 10:4. Schlechte Platzverhältnisse und Ersatz auf beiden Seiten ließen kein schönes Spiel aufkommen. Trotzdem war auch diesmal wieder unverkennbar, daß die Platzbesitzer in einer ausgezeichneten Verfassung sind, und im Augenblick keinen ernsthaften Gegner haben. Spvgg. 1900 Gießen — Tv. Heuchelheim 15:5. Heuchelheim hatte das Pech, schon in den ersten Minuten seinen Tormann durch Verletzung zu verlieren. Dadurch war natürlich die Mannschaft ohne weiteres im Hintertreffen. Schließlich aber war auch 1900 in bester Verfassung, so daß der hohe Sieg vollkommen in Ordnung ging. Mto. Gießen kam kampflos in den Besitz der beiden Punkte, weil 1860 Marburg nicht antrat. Wetzlar hat sich — begünstigt durch die Tatsache, daß Bettenhausen ein weiteres Spiel verlor — nunmehr endgültig klar an die Spitze der Tabelle der Gauklasse gesetzt und steuert nunmehr — wenn alles klappt — auf den Endsieg zu. * Ettingshausen I — Göbelnrod I 7:1. Am Sonntag trafen sich die genannten Mannschaften zu einem Gesellschaftsspiel in Ettingshausen. Die Platzbesitzer, die wieder eine Mannschaft aufgestellt haben, fanden sich gleich gut zusammen und gestalteten das Spiel überlegen. Nach kaum zehn Minuten Spielzeit stand es schon 3:0 für den Gastgeber. Ein Elfmeterball für Göbelnrod wurde von diesen verschossen. Die Platzbesitzer schossen dann noch weitere 4 Tore, denen die Gäste nur Tagesmädchen per sofort ober 15.März gesucht. Rodheimer Straße 83. IwsD Die Streckenführung zur Deutschland-Radrundfahrt vom 10. bis 25. Juni liegt jetzt vor. In 14 Etappen — bei zwei Ruhetagen in Schweinfurt und Bielefeld — sind insgesamt 3500 Kilometer zurückzulegen. Etappenorte sind Berlin, Zittau, Ehemnitz, Schweinfurt, München, Friedrichshafen, Freiburg, Stuttgart, Frankfurt, Köln, Bielefeld, Hannover, Hamburg, Rostock und Berlin. * Japans Vertreter betonten am Schlußtage des Kongresses des internationalen Leichtathletikver- bandes in Paris noch einmal, daß Japan unter allen Zweijährige Handelsklasse für Schulentlassene mit 8jähr. Schulbildung. Ziel: Mittlere Reife (früher Ein- i'ährig - Examen genannt). ür Mädchen auch Kochen u. Nähen. Schulgeld RM. 17.-, keine Nebengebühren. Aufnahmeprüfung f. die 2jiihr. Handelsklasse 28. März 1938, 8 Uhr. Ein- u. halbjährige Handelsfachklasse Schulgeld RM. 19.- keine Nebengebühren. Perfekte Stenotypistin für Anwaltsbüro sofort gesucht. Schr. Angeb. m. Gebaltsansprüch. u.0920a.v.Gieß. "Anzeiger erbet. Umständen gewillt ist, die Olympischen Spiele 1940 in Tokio durchzuführen. * Berlin —Köln, die für den 22. Mai angesetzte Radfernfahrt (die von Marburg aus hinter Klein, motoren gefahren wird) wird den Namen „Geheim- rat-Dr. h. c.-Ernst-Sachs-Erinnerungsfahrt" tragen. Der deutsche Radsport würdigt damit in schöner Weise die Verdienste des Konstrukteurs des Sachs-. Motors, mit dem sämtliche Schrittmachermaschinen auf dieser schweren Fahrt ausgerüstet sein werden. Kleine Anzeigen richten sich an die Bevölkerung der engeren Heimat! Daran: Kleinanzeigen in die Heimatzeitung, den Gießener Anzeige! Dritter Fußballkampf Deutschland - Nationalspanien. Für die neue Fußball-Spielzeit werden noch zwei weitere Fußball-Länderspiele angekündigt. Einmal steigt im Herbst das Rückspiel gegen den Weltmeister Italien, und zum anderen gibt das Fachamt Fußball bekannt, daß noch im Laufe des Jahres ein Länderspiel gegen Nationalspanien, und zwar voraussichtlich im Berliner Olympia-Stadion, veranstaltet wird. Zwei Kämpfe haben wir bereits gegen die Spanier ausgetragen. 1935 verloren wir in Köln 1:2 und ein Jahr später gewann die deutsche Mannschaft das Ehrentor entgegensetzen konnten. Die 1. Jugendmannschaft spielte in Lich gegen dortige 1. Jugendelf und konnte, trotzdem sie Ersatz antrat, einen 4:2-Sieg erringen. Darbietung wurde von den vielen Zuschauern mit großer Freude ausgenommen. — Dieser Tage konnte Frau Dorothea Fiedler W w e., geb. Röhrig, in geistiger und körperlicher Frische ihr 7 8. Lebensjahr vollenden. Kreis Wetzlar. [Q Niederkleen, 28. Febr. Die hiesige K r i e- gerkamerad schäft feierte am Samstagabend ihr 40jähriges Bestehen. Kameradschaftsführer Zimmermann gab zunächst einen Rückblick auf die Geschichte des Vereins. Von den Gründern sind noch sechs am Leben. Der Verein trat im Laufe seines Bestehens verschiedentlich mit größeren krie- gcrkameradschaftlichen Veranstaltungen hervor. Anschließend gedachte der Vereinsführer aller im Welt- kriege gefallenen und der verstorbenen Kameraden. Im weiteren Verlaufe der Veranstaltung gab der Rechner Karl Hoffmann den Kassenbericht be- könnt, der in Ordnung befunden wurde. Dem Kassenwart und dem Vorstand wurde Entlastung erteilt. Kameradschaftlich blieb man dann noch einige Stun- den beisammen. — Dieser Tage begann hier ein Luft schütz! ehrgang, der erste dieser Art in unserer Gemeinde. Ein umfangreicher Lehrplan wird den Teilnehmern alle Kenntnisse vermitteln. Rundfunkprogramm Donnerstag, 3. März. 6 Uhr: Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Frühkon- zert. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Froher Klang zur Werkpause. 9.40: Kleine Ratschläge für Küche und Haus. 10: Schulfunk: Volksliedsingen. 11.40: Hund, Hütte und Schafe. 12: Mittagskonzert; Schöne Weisen von der Mosel. 13: Nachrichten. 13.15: Mittagskonzert. 14: Nachrichten. 14.10: Bunte Reihe. (Schallplatten.) 15: Bilderbuch der Woche. 15.30: Für unsere Kinder: Eine lustige Spielstunde mit der Plapperliese. 16: Kleines Konzert. 16.45: O holde Frau Musika! 18: Zeitgeschehen. 18.30: Der fröhliche Lautsprecher. (Schallplatten.) 19: Nachrich- ' ten. 19.10: Serenaden, Romanzen und Ständchen. 21.15: Deutsches Herz zwischen He«nat und Fremde. Eine Hörfolge mit Dichtungen. 22: Nachrichten. 22.30: Volks- und Unterhaltungsmusik. 24 bis 2: Nachtmusik. Englische Orchestermusik. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinden. Mittwoch, den 2. März. Gießen. Sladlkirche. 20 Uhr: Passionsandc Becker. Kreis Alsfeld. I Alsfeld, 1. März. Unter dem Vorsitz des neuen Leiters des Geschichts- und Altertumsvereins der Stadt Alsfeld, Oberstudiendirektor Dr. Hainer, fand eine Vorstandssitzung statt, in der des um die Ausgestaltung des Alsfelder Heimatmuseums hochverdienten Museumsverwalters Karl Weitz, der kürzlich verstorben ist, gedacht wurde. Sein Amt wurde dem Schulrat i. R. Rausch in Alsfeld übertragen, der die Ausgabe ehrenamtlich übernahm. Die Museumsräume im „Hochzeitshause" werden durch Versorgung mit elektrischem Licht und Wasserleitung eine Verbesserung erfahren. Im Laufe des Herbstes 1938 wird eine Ausstellung über die Geschichte des Alsfelder Töpfereiwesens im Museum veranstaltet werden. Die Erwerbungen und Stiftungen für das Museum nehmen in erfreulichem Maße ihren Fortgang. Um eine sachgemäße Führung im Museum für die auswärtigen Besucher zu gewährleisten, wird die Stadtverwaltung besonders geeignete Führer ausbilden lassen. * Flensungen, 1. März. Die hiesige Milch- absatzgenossenschaft hielt am Samstag bei Gastwirt Becker ihre Hauptversammlung ab. Der Vorsitzende des Aufsichtsrates, Bürgermeister Erb, erstattete den Bericht über das verflossene Geschäftsjahr. Insgesamt wurden im Jahre 1937 = 152 318 Liter Milch durch die Genossenschaft ersaßt. 15 886 Liter wurden als Frischmilch verkauft, 136 432 Liter gingen an die Zentralmolkerei in Weickartshain. Im Jahre 1936 wurden 137 793 Liter Milch abgeliefert. Die Steigerung gegenüber dem Vorjahr betrug also etwa 9,5 v. H. Der Stand der Mitgliederzahl blieb auf der Höhe des Vorjahres und betrug 54. Den Mitgliedern wurde ein Durchschnittspreis von 12,5 Rpf. je Liter bezahlt. Der Rechner erstattete sodann den Kassenbericht, der in Einnahmen mit 17 184,86 RM., in Ausgaben mit 17117,92 RM. abschloß. Rechnung und Geschäftsbericht wurden von der Versammlung gutgeheißen. Dem Antrag des Ortsbauernführers, für den erzielten Reingewinn eine Düngerstreumaschine und eine Beiztrommel anzuschaffen, wurde statt- gegeben. Die satzungsgemäß ausscheidenden Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder wurden wieder- gewählt. —.— Homberg, 1. März. Auf Veranlassung der N S. - G e m e i n s ch a f t „Kraft durch Freude" gelangte in der vollbesetzten Stadthalle das Lustspiel des spanischen Dichters Ealderon „Die Dame Kobold" durä) das Frankfurter Künstler- Theater für Rhein und Main zur Aufführung. Die 6 Schreibzenge. Stoll VermMediwaren gute, schwere Ausführung BORRMANN £ Gießen, Neustadt 5, Ruf 4165 Vogtsche Privat-Hondelsschuie Gießen, Goethestr. 32 Donnerstag, den 3. März 1938, nachmittags 2 Uhr, versteigere ich an Ort nnd Stelle (Bekanntgabe erfolgt im Versteigerungs-Lokal Neuenweg 28 dahier) zwangsweise gegen Barzahlung: 2 elektr.Kühlschränke, 2 Personenwaben,lOAutoreis.,Chaiselongue, Sessel, Diwans, Kredenze, Vertikos, Ausziehtische, Rauchtische, Schreibtische, Diplomat-Schreibtische, Waren- u. Bücherschränke, 1 Registrierkasse, 1 Ladenkasie, 1 Sveüezimm „Schreibmaschinen, Näh- u. Bohrmaschinen, 1 Kollier, Klaviere u. Grammophone, eine Standuhr, 1 Vulkanisierkessel, ein Radiogerät, 30 Dtzd. Kindersocken, 10 Kaffeemühlen, 30 Waschschüss., 1 Allesbrenner, 40 Schrubber, 5 Waschkompressoren und andere Haushaltungsgegenstände. B e st i m m t: 32 Zeichenwinkel, 2 Reißschienen, 6 Reißzeuge und ginn einer neuen Rennzeit auf der Mailänder Monzabahn gehören schon zur Tradition. Auch in diesem Jahre, das bekanntlich im Zeichen einer neuen Rennformel steht, wird die Mailänder Bahn wieder der Schauplatz der ersten Versuchsfahrten der neuen Typen sein. Alsa Romeo hat jetzt mit seinem neuen Rennstall „Alfa-Corse" den Beginn gemacht. An bekannten Fahrern sah man Brivio, Siena, Biondetti, Tadini und Marinoni. An den Wagen selbst jedoch kam man verständlicherweise nicht heran. Man will feine Geheimnisse nickst zu früh preisgeben. Marinoni unternahm Probefahrten, ohne den Wagen jedoch voll auszufahren. — In allernächster Zeit — vielleicht schon in einer Woche — werden auch die deutschen Firmen Mer- nr.52®* Anzeiger Londons der B-rlch'-L konunenüetl v 0,0 95 Millionen f 3.. ' rrairti Wehri Bsss L5 Finanz,« sei. Die Ausgaben LwUmlt* uheti könne, ine die britische Regie' eme Entspann haben werde. Mai Rüstungsausgaben bis 1941 die uch 15 Milliarden PH überschreiten In dem Bench schen Ausruf Rü-stungsrv feien ins Leben gebaut, bereits Schwierigke wissen Lieferung sei der Fortschi stungsherstellung Flotte: W Flotte erhöht w über die Tonnc rund 139 000 T = 282000 Ton 376 000 Tonnen Tonnen auf Kü 1938/$) erwarte der verschiedene, könnten, was über 130006 tenbauprog legungen vor: zeugmutterschiff, Kreuzer, drei U=' lanonenboote, ei Depotschiss, ein weiteres Repan boote und weid nifierung der be fortgesetzt. Ein weitere befände Landheer ri a lr e s e rv e gestapelt. Die Methoden fast । Ausrustungsgeg ständen vor dei Mädchen i für Haus und Küche, nicht unter 18 Jahren, sofort od. 15.3. gesucht. Gasthaus zur KroneLiM. Kleinere losoo 2-Zimmer-WohD. mit Küche für einzelne Person sofort zu vermieten. - Anzu- seben nachmlit. Wieseck, Eichen- röder Weg 10. Schön, möbliert. Zimmer Näbe der Roll- schuhbahn z. vermieten. Zu erfr. i. Gieß. 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Die Gießener Vertreter waren sehr vom Pech verfolgt, denn man mußte auf den Federgewichtler F u n k verzichten und auch Unteroffizier Vetter war dienstlich verhindert, dafür konnte aber Robert Becker, der zur Zeit im Arbeitsdienst ist, eingesetzt werden. Becker hatte aber beim Losen kein Glück, denn er tarn gleich in der ersten Runde mit dem kampfstarken Heerdt, „Hessen-Preußen" Kassel, zusammen. Es gab einen Kampf auf Biegen und Brechen und nach 20 Minuten wurde der Kasseler mit 2:1 zum Punktsieger erklärt. Im zweiten Kampf verlor Becker, der sichtlich nicht genug trainiert war, gegen Lamprecht (Hanau 1860) durch Ueberstürzer und schied aus. Klotz konnte das Leichtgewicht nicht bringen und kämpfte wie Becker im Weltergewicht. Er traf im ersten Kampf auf den Kasseler Rölling, den er in sechs Minuten durch Ausheber besiegte. Im zweiten Kampf hatte Klotz den Hanauer Michel zum Gegner, den er gleich nach Beginn durch Hüftschwung auf die Schultern brachte. Die Niederlage wurde aber nicht anerkannt. Im weiteren Verlauf des Kampfes legte sich Klotz bei Ausführung eines Rückreihers selbst auf die Schultern. Gegen Kroll-Immenhausen unterlag Klotz durch Abfangen eines Untergriffes und wurde sechster bei elf Teilnehmern. Im Leichtgewicht traf der Gießener Eder auf den bekannten Alsfelder Schott und wurde von diesem durch Hüftschwung in fünf Minuten besiegt. Die Mittelgewichtsklasse war mit sieben Teilnehmern besetzt, von denen der Gießener Gefreite Richter (8./AR. 9) den besten Eindruck hinterließ. Richter besiegte den starken Krebs (Bergen) in vier Minuten durch Aufreißer, dann den vorjährigen Gaumeister Hahn („Hessen-Preußen" Kassel) 3:0 nach Punkten und außerdem Zinke vom gleichen Verein in 19 Minuten durch Eindrücken der Brücke. Im Endkampf wurde Richter gegen Arends (Reichsbahn Kassel) für besiegt erklärt. Richter wurde 2. Sieger in dieser Klasse. Tv. Lützellinden Sieger der Bezirksklasse! In einem wirklich einzigartigen Siegeszug hat die Mannschaft des Tv. Lützellinden ungeschlagen die Tabellenspitze behauptet und mit dem gestrigen Spiel den Sieg in der Bezirksklasse der Staffel 4 errungen. Lange hat es gedauert, Jahre sind vergangen, bevor es der tapferen Elf — übrigens der ersten eines Landvereins — gelang, sich die Berech- tigung zu Mitbewerb um den Aufstieg zur Gauklasse zu erkämpfen. Um so mehr wird man sich jetzt freuen, zumal die Mannschaft auf Grund ihrer an den Tag gelegten ausgezeichneten Leistungen bestimmt Aussichten, hat, auch bei den Aufstiegspielen eine Rolle zu spielen. — Die Spiele sind zwar noch 4-5-Ziimner Wohnung Balkon u. sonst. Zubehör, Heizg. per 1. April zu vermieten. Schr. ».unt.0927 l Gießener Anzeiger erbet. | Mietgesuciie"| Aeli..rutz.ElMlmc (lernmchs.Sohn) pünktl. Mietzahl. sucht 31 Wohn, in ruhig. Hause. Schristl. Angeb. unt. 0829 an den Gießen. Anzeig. Beamter nach Gießen versetzt, sucht 3-Zinuner-Wohn. zum 1.April oder auch früher. Scbr. 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