Nr. 27 Erstes Blatt Mittwoch, 2. Februar 1958 188. Jahrgang Giehener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen DruA und Verlag: vrühlsche Univerfitatsdruckerei R. Lange in Sieben. Schriftleitvng und Geschäftsstelle: Schulftraste 7 Annahme von Anzeigen für öie Mittagsnummer vis8'/,Uhr Des Vormittags. Srundprelie für i mm Höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Text- anzeigen von 70 mm Breite 50 Rpf..Platzoorschrift nach vorh Dereinbg.25"/„ mehr. Ermäßigte Grundpreise: Steilem, Vereins«, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf.. Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen 6Rpf. 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An den Manövern sind 27 Kriegsschiffe beteiligt. Ferner wurden 100 Flugzeuge, darunter auch Einheiten aus Indien und dem Irak zusammengezogen. Die Zahl der teilnehmenden Truppen beläuft sich auf 10 000. ♦ Als das faschistische Italien den ostafrikani- schen Feldzug vor 2il2 Jahren einleitete, duckte sich der britische Leu zum Sprung, aber als er seine Krallen betrachtete und sah, daß sie ein wenig stumpf waren, besann er sich plötzlich eines Besseren. England stürzte sich nicht auf den vermeintlichen Gegner. Seit jenem Zeitpunkt verbreitete sich über den ganzen Erdball die Meinung, daß Großbritannien seine Stellung alß Beherrscherin der -Meere und als erste Weltmacht eingebüßt habe. Seit jenem Zeitpunkt ist aber auch die Londoner Regierung unablässig bemüht, dieser Meinung entgegenzutreten und den Prestigeverlust wieder auszugleichen. Das geschieht einerseits durch eine starke propagandistische Betonung der eigenen Machtmittel, anderseits durch eine gewaltige Aufrüstung, die sich nicht nur auf den Schutz der Heimatinsel, auf die Verstärkung von Heer, Flotte und Luftwaffe, sondern auch auf den Ausbau der Marine st ützpunkte im Mittelmeer und in Uebersee erstreckt. Mit welch außerordentlichen Mitteln die britische Regierung die Maßnahmen zur Empire-Verteidigung betreibt, dafür waren die letzten Wochen besonders aufschlußreich. Man denke nur an die Zeitungsdiskussion über die strategische Lage im Mittelmeer, wonach England durch den Besitz der Meeresengen das einfuhrbedürftige Italien wie in einer Mausefalle fangen könne, man denke an die englisch-amerikanischen Verhandlungen über die Aufhebung der 35 000-Tonnen-Grenze für Schlachtschiffe, man denke vor allem an den forcierten Ausbau der Seefestung Singapur, dessen Vollendung Mitte Februar durch eine große Staatsfeier begangen werden soll. Die kombinierten Manöver der Land-, Lust- und Seestreitkräfte vor und auf der Insel Singapur haben dieser Tage begonnen. Sie sosten den Auftakt geben zur Einweihung der neuen Befestigungen, sie sollen zugleich der Welt zeiget^ daß England an dieser Wegscheide zwischen Ost und West ein unangreifbares Sperrfort besitzt, das jeder Beanspruchung standhält. Die strategische Lage der 30 Kilometer langen und 20 Kilometer breiten Insel Singapur ist außerordentlich günstig. An der Südspitze der Halbinsel Malakka und gegenüber dem niederländischen Sumatra gelegen, beherrscht sie grit Leichtigkeit den nur 14 Kilometer breiten Meeresarm zwischen Asien und Jnsulinde. Kein Schiff kann vom südchinesischen Meer oder vom Pazifik in den Indischen Ozean gelangen, ohne von den Signalgästen der königlich-britischen Flotte bemerkt und gemeldet zu werden. Als nach dem Kriege der englisch-japanische Freundschaftspakt nicht wieder erneuert wurde, wußte man in London, daß nunmehr dem alten Piratennest, das Singapur einst gewesen war, und das die Briten 1819 vorsorglich in Besitz genommen hatten, eine erhöhte Bedeutung zukommen würde. Man beschloß daher, diesen Stützpunkt zu einer erstklassigen Seefestung und zu einem gewaltigen Heimathafen für die künftige ostasiatische Schlachtflotte zu entwickeln. Das englische Parlament bewilligte 10,5 Millionen Pfund, so daß schon 1923 mit den Befestigungsarbeiten begonnen werden konnte. Heute befinden sich in Singapur ein Trockendock und ein Schwimmdock, die reparaturbedürftige Schlachtschiffe von 55 000 Tonnen Größe aufzunehmen vermögen. Außerdem sind vorzügliche Flugplätze und erweiterte Hafenanlagen vorhanden. Eine Reihe großer Oeltanks befindet sich teils über, teils unter der Erde in bombensicheren Betonkellern, um die in Ostasien operierende Schlacht- flotte mit dem nötigen Brennstoff zu versorgen. Natürlich sind auch vor Luftangriffen geschützte Munitionskammern in ausreichender Zahl vorhanden, denn die Forts sind mit Geschützen bis zu allerschwersten Kalibern gespickt. Die neueste Errungenschaft bilden 45-Zentimeter-Geschutze, deren Rohre 20 Meter lang sind und deren Geschosse ein Gewicht von nahezu 30 Zentner haben. Die Granaten dieser Geschütze haben eine Reichweite von 50 Kilometer, sie können auch die Panzerplatten der stärksten Schlachtschiffe durchschlagen Daneben gibt es mehrere Batterien mit 37,5-Zenttmeter-Ge« schützen und zahllose Flakbatterien, die in dem hügeligen und baumbestandenen Gelände rings um die Befestigungen geschickt verborgen sind. Alles in allem darf die britische Manneleitung mit diesem Werk wohl zufrieden sein, das sie unter so ungeheuren Kästen errichtet hat. Die inaßgebenden Männer wissen, daß Singapur von der Seeseite aus weder zerstört noch erobert werden kann. Aber es besteht auch die Gefahr einer Ueberraschung vom Lande her, die Gefahr feindlicher Truppenlandungen im Rücken des Festungsgebietes. Die nunmehr begonnenen Manöver sollen vor allem be= weisen, daß Singapur stark genug ist, um auch dieser Möglichkeit im Ernstfall zu begegnen. Da der Bau von Kriegsschiffen sehr lange Zeit in Anspruch nimmt, und da die Lage in den europäischen Gewässern immer noch ungeklärt ist, wird England jedoch erst etwa 1940 daran denken können, das Ostasiengeschwader durch mehrere Schlachtschiffe zu verstärken. Die jetzt bei den Manövern zum Einsatz kommende Flotte, die zur Gänze dem angreifenden „Blauland" zugeteilt ist, besteht nur nus drei Kreuzern, einem Flugzeugträger, sechs bis acht Zerstörern, zehn Unterseebooten, einem Depotschiff und verschiedenen anderen Hilfsfahrzeugen, insgesamt 27 Kriegsschiffe. Die Verteidiger haben 10 000 Mann Landtruppen, 9 Staffeln von Landbombern, Erkun- dungsflugbooten und sonstigen Marineflugzeugen zur Verfügung. Der M a n ö v e r p l a n ist auch in den Einzelheiten ziemlich genau festgelegt, obgleich die leitenden Oiziere in ihrer Entschlußfreiheit und in ihren taktischen Erwägungen möglichst wenig behindert werden sollen. Man will aber auch alle Möglichkeiten durchprobieren, die im Kriegsfälle eintreten könnten, und die sich hus dem Zusammenwirken der verschiedensten Waffengattungen ergeben. Landungsversuche werden mit Bombenangriffen auf feste und bewegliche Ziele abwechseln, es wird Tankdurchbrüche und Fernbeschießungen geben, Flugzeugkämpfe und Luft- schutzübungen für die eingeborene Bevölkerung. Das' Ergebnis dieser umfangreichsten Manöver, die jemals in Singapur stattgefunden haben, dürfte auch auf die Gestaltung der künftigen Empire-Politik nicht ohne Einfluß bleiben. H. Evers* tETLONy DARWIN. :ri)l MELI TREIBEIS-GRENZE. Iswhäi WG V. ÄQUATOR, Flottenrüstung und Monroe-Doktrin. Erläuterungen zu den Plänen des amerikanischen Flottenchefs. Washington, l.Fedr. (DNB.) Der amerikanische Flottenchef Admiral Leahy machte am Dienstag weitere ergänzende Aussagen vor dem Marineuusschuß des Abgeordnetenhauses. Seines Wissens baue ober besitze feine Nation Schlachtschiffe, die größer als 35000 Tonnen seien. Obwohl nach verschiedenen Pressemeldungen Japan erheblich größere Schiffe auf Kiel gelegt haben solle, habe die Regierung der Vereinigten Staaten hiervon keine amtliche Kenntnis. Für den Fall, daß von anderen Mächten die in London vertraglich festgelegte Angrenzung nicht beachtet werden würde, so würde auch Amerika diesem Beispiel folgen. Die Möglichkeit, daß Schlachtschiffe von über 40 000 Tonnen den Panama-Kanal passieren könnten räumte er ein. Wenn das gegenwärtige VeIchält- n i s weiter aufrechterhalten bleibe, werde es für jede andere Nation außerordentlich schwierig fein, einen erfolgreichen Angriff auf die Vereinigten Staaten durchzuführen. Allerdings fei die briti - s ch e Flotte wesentlich stärker als die amerikanischen Seestreitkräfte und die Durchführung der geplanten Neubauten werde auch das alte amerikanisch -japanische Verhältnis von 5:3 nicht wieder Herstellen können. Der Flottenchef befürwortete im Interesse der Landesverteidigung den verstärkten Ausbau der Schiffswerften an der Küste des Pazifik. Die Ausführungen Leahys werden lebhaft erörtert. Außenminister Hu-ll lehnte jede Stellungnahme ab. Auch zu Leahys Erklärung, daß die Monroe-Doktrin gegen eine Verletzung durch nichtamerikanische Mächte nur durch die Kriegsmarine der Vereinigten Staaten geschützt sei, wurde nicht Stellung genommen. Da die Gefahr besteht, daß ein Teil Der latein-amerikanischen Staaten diese Ausführungen als die Rückkehr z u D e jn früheren Imperialismus der Vereinigten Staaten bezeichnen werde, erklärte man, der Flottenchef habe keine imperialistischen Ideen vertreten. Er habe vielmehr nur darauf Hinweisen wollen, daß eine eventuelle Landung fremder Truppen in Mittel- öder Südamerika sehr bald die Sicherheit der Vereinigten Staaten bedrohen könne. Während zur See jeder feindliche Angriff auf die Küsten abgeschlagen werden könne, so ändere sich die strategische Lage sofort zu Ungunsten der Union, wenn der Gegner z. B. in Mittelame- rkka oder Mexiko lande und von dort aus Luftangriffe gegen die Vereinigten Staaten durchführe. Aus diesem Grunde müsse daher eine Landung irgendwelcher feindlicher Truppen auf dem Boden des amerikanischen Kontinents verhindert werden. Mussolini feiert die faschistische Miliz. »Italienist bereit,seinen Frieden und seine Zukunft gegen jedermann zu verteidigen" Rom, 1. Fobr. (DNB.) Der 15. Jahrestag der Gründung der faschistischen Miliz ist zu einer eindrucksvollen Heldenehrung der für die Eroberung des Imperiums und in den antibolschewistischen Kämpfen in Spanien gefallenen Offiziere und Legionäre der Miliz geworden Vor dem Colosseum war eine Anzahl Milizbataillone mit Abordnungen des Heeres zur Parade angetreten. Der Militär-Verdienstorden des italienischen Königshauses wurde vom Duce persönlich den Frauen oder Geschwistern der Gefallenen bzw. den MilLzoffizieren und Soldaten überreicht und angeheftet. „Schulter an Schulter", so führte der Duce dann aus, „steht an der Seite Der übrigen Streitkräfte Des Staates Die Miliz, Die in brüderlicher Kameradschaft in Friedenszeit ihre gewaltige Aufgabe mit ihnen teilt und in Krieqszeir ihre Bataillone mobilisiert, um den Heldengeist der ersten faschistischen Sturmstaffeln als den treuen Wächter der Revolution von Geschlecht zu Geschlecht weiterzutragen. Während dieser fünfzehn Jahre hat die Miliz in Libyen, in Aethiopien und in den spanischen Landen ihr Blut vergossen und Blätter Des Ruhmes geschrieben Sie ist bereit, sich auch noch in kühneren Kamps taten zu stählen. Ich weiß, ihr wartet nur auf Den Rus Darauf. Der neue römische Par a d e l ch r 111 ist das Symbol der Kraft, des Willens der Energie der jungen Geschlechter des Llktorenbun- dels, Die davon begeistert sind. Es ist ein schritt schwierigen und harten Stils, Der eine besondere Vorbereitung erfordert und gerade deshalb wollen wir ihn. Es ist ein Schritt, den Stubenhocker, Fettwänste und die sogenannten Blindgänger niemals werden machen können und gerade deshalb gesall er uns. Das faschistische Italien ist stark. Es hat viele Waffen und noch mehr Manner zu ihrer Handhabung. Es hat ein einziges Kommando und eine in vier Kriegen gestählte Willenskraft. Das Italien des 16. Jahres Der faschistischen Zettrechung achtet die Interessen aller. Aber es 'st bereit, leinen Frieden und seine Zukunft gegen jedermann zu verteidigen. Seine Schluhfrage: ,chabt ihr verstanden. wurde von den Massen stürmisch mit einem tausendfachen „I unbeantwortet. England wünscht Befestigung der südarahischen Küste. Kairo, 1. Febr. (DNB.) Nach Meldungen aus Dem Jemen soll England bei Dem Jman Iehia nachDrückliche Versuche unternehmen, um Die mo- Derne Befestigung Des Küstenstriches von Babel - M a n D e b am Ausgang Des Roten Meeres unter weitgehenDer englischer Unterstützung durch- zusetzen. Die VerhanDlungen sinD bisher anschei- nenD ergebnislos verlausen, weil zwischen dem Jemen und England noch ungeklärte Ter- ritorialfragen hinsichtlich Der Aden-Stämme unD Der HaDramaut-Protektorate schweben, Die von Dem Jemen in Die Besprechung miteinbezogen wurden. Scharfe Kritik an der britischen Kolonialverwaliunon unserem K. Sch -Berichterstatter. Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten! B u f a r e ft, Ende Januar 1938. Der alte Professor Sorga, Rumäniens bekannter Geschichtsforscher und ehemals Ministerpräsident, der mit seinem wallenden Barte eine auffallende Erscheinung Des öffentlichen Lebens ist, hat vor vielen Jahren ein Wort geprägt, Das seit- Dem Eingang in Den rumänischen Sprachschatz gefunden hat und in diesen Tagen sogar zum Modewort geworden ist. „Friptura" heißt im Rumänischen der Braten, und Jorga führte die Ableitung „Fripturisten" ein — was man aber auch rumänisch aussprechen muß: recht voll und möglichst saftig: das Fett soll zwischen den Zähnen förmlich hervorquellen. Zu übersetzen sind die Fripturisten nur schwer. „Bratenriecher" sagt die deutsche Presse in Rumänien und meint damit, dasselbe wie wir im Reich, wenn wir „Konjunkturritter" sagen. Die Bratenriecherei steht derzeit hoch im Kurse in Rumänien, es ist kaum zu glauben, was sich alles der nationalchristlichen Partei, seit sie an die Regierung gekommen ist, anschließt, um an das Fettnäpfchen zu gelangen, aus dem man in den nächsten Jahren satt zu werden hofft. Nun ist das Problem der Ueberläufer,* die nicht aus Ueberzeugung kommen, sondern weil sie den Braten riechen und ihnen sonst der Brotkorb zu hoch hängt, in Rumänien anders zu bewerten als in anderen Ländern. Es ist hierzulande üblich, bei jedem Regierungswechsel, Der ein Wechsel Der herrschenDen Partei ist, einen grünDlichen Beamt e n s ch u b vorzunehmen. Die Regierung Goga ist bei ihrem Antritt nicht anders verfahren als die liberale Regierung vor vier Jahren oder die natio- nalzaranistische Regierung vor acht Jahren; sie ersetzte die 71 Präfekten des Landes durch Männer ihres Vertrauens, sie löste die Bezirks- und Gemeindevertretungen auf und berief vorläufige Ausschüsse, die aus Anhängern der nationalchristlichen Partei bestehen, und in den Ministerien wurden die maßgebenden Männer nicht minder ausgewechselt. Kein Mensch findet etwas daran, der Vorgang ist natürlich und wird von jedermann eingesehen. Jedermann hält es aber auch für selbstverständlich, daß in Zeiten des politischen Umschwungs, vor allem in den Wochen vor den Wahlen, ein großes Kämmerchen-Wechseln anhsbt. Hier treten Politiker mit großem Tam-Tam aus und treten dort wieder ein, ganze Bezirksverbände folgen stramm ihren Vorsitzenden, und nachher stellt es sich heraus, daß es einige Männlein waren, von denen so viel Aufhebens gemacht wurde. Das geht mit romanischem Temperament vor sich, und ebenso schnell, wie politische Totfeindschaften entstehen, verschwinden sie wieder. So ist Das nun einmal ... Nun will aber die nationalchristliche Regierung mehr sein als eine von vielen Regierungen, Die Dieses Land schon gesehen hat. Gogas Antritt soll nicht nur ein Parteiwechsel, fonDern mehr: e i n Systemwechsel fein. Es ergibt sich Damit für Die nationalchristliche Partei Die schwere Frage, was sie mit Den Fripturisten anfängt. Einerseits ist Die Partei Darauf angewiesen, Männer, Die etwas von Den Dingen verstehen, für sich zu gewinnen, denn der Block Der alten Parteianhänger ist nicht so groß, als daß sich mit ihm allein eine nationalchristliche Staatsführung Durchführen ließe. AnDerseits sehen die alten Cuzisten unD Gvga-An- bänger mit einigem Mißbehagen Den Schwarm Der Fripturisten anmarschieren. Es wirD eines Der ganz wesentlichen Probleme der nächsten Zeit fein, ob Die nationalchristliche Weltanschauung sich ungeachtet Dieses Zuwachses ihrer Anhänger rein erhält. Denn jeDe Verfälschung bedeutet eine Gefahr bei der Durchführung ihrer Lehre, Die einen Umbau Des rumänischen Staates und eine Erneuerung der rumänischen Volks- und Gesellschaftsordnung herbeiführen will. i Wir hatten Gelegenheit, uns mit dem Staatsminister A. C. Euza, ehemaligem Professor an Der Universität Jassy, hierüber zu unterhalten. Cuza, der über Achtzigjährige, ober immer noch Rüstige, ist der oberste Führer Der nationalchristlichen Partei, Staatsminister ohne Geschäftsbereich, gewissermaßen Der weltanschauliche TreuhänDer Der Regierung. Ihm liegt es besonders am Herzen, daß Das Programm seiner Partei auch Durch geführt werde. Er glaubt an eine in Wahrheit revolutionäre Bewegung in Rumänien, nicht nur an einen vorübergehenden Regierungswechsel. Eben deshalb hofft er, daß Die Bewegung echte Nationalisten finDen werde, die zu ihr stoßen, nicht nur Konjunkturitter, die bei nä/ fter Gelegenheit wieder abschwimmen. Cuza siebt diele Aufgabe klar unD richtig, wie sich überhaupt ein erstaunlicher Scharfsinn mit großer Zähigkeit und unermüdlicher Tatkraft in ihm paaren. Man wirft ihm seine doktrinäre Einstellung vor; er habe sein Leben lang nichts anderes gekannt unD im Auge gehabt als Die JuDenfrage, so Daß er auch heute nicht Davon lost'ommen könne unD meine, mit Der Lösung Des jüdischen Problemes seien für Rumänien auch alle anderen Probleme gelöst — ohne zu sehen. Daß Dann erst das ~cID frei wirb, auf Dem sich unzählige andere, mir ' häßliche, soziale, kulturelle, außenpolitische Probleme tummeln. Die so sprechen, haben vielleicht recht, wenn es nur um Die Persönlichkeit Cuzas ginge, aber es geht ja um Die Bedeutung, die er im Rahmen der national- christlichen Bewegung hat, gewissermaßen um seine Funktion. Cuzas reine und lautere Gestalt, sein jahrzehntelang erprobter Idealismus und fein Fanatismus sind eine Säule, an der so mancher Frip- turift sich noch eine Beule holen wird. 'Rumänien geht jetzt Wahlen entgegen. Goga und Cuza haben sich das Recht Vorbehalten, die Kan- biöatcn ihrer Partei zu bestimmen. Sie rechnen felsenfest mit der notwendigen Mehrheit. Ihre Losungen werden zugkräftig genug sein, arffumentie- ren sie, um das nationale Gewissen des rumänischen Volkes zu einer Tot aufzurufen. Dann sollen die Gesetze beschlossen werden, die die Judenfrage »ndgültig lösen und die das nationalchristliche Programm verwirklichen. Man hat in Rumänien in den letzten Monaten in Zahlen orakelt; die 40 v. $)., die eine Regierung braucht und die die Regierung Tatarescu nicht bekam, wuchsen zu wahrhaft „heiligen 40 d. $).'* heran, wie ein anderes Wort von Sorga sehr hübsch besagte. Run, mit dieser Art Demokratie ist es vorbei, der Gedanke der A u - t o r i t ä t, die vom König abgeleitet ist, verlangt nach einer letzten, formalen Bestätigung, und dann wird es andere Probleme geben, mit denen sich die Herrschaftsgewalt auseinanderzusetzen hat. Eins dieser Probleme ist das der inneren Reinheit der Bewegung, und das ist deshalb so entscheidend, weil von rechts her eine andere Bewegung heranrückt, die Legionärsbewe- gun^ unter Codreanu, die große Unbekannte der Zukunft, deren eherne Leitsätze Opfersinn, Treue, Idealismus, ein neues rumänisches Menschentum sind. Unendlich vieles haben die beiden Rechtsbewegungen gemeinsam. Die eine ist zur politischen Macht gelangt, die andere hat ihre Zustimmung kundgetan, wenn Goga - Cuza tatsächlich ihr Programm verwirklichen. Es ist die Frage nach der Bewährung gestellt und deshalb ist das Stichwort „Fripturisten" heute in Rumänien so wichtig geworden, weil jedes Verlassen von dem geraden Weg der radikalen Rechten Aussichten gibt, die sie nicht hat, wenn lauter Cuzas in den Aem- tern sitzen, die die nationalchristliche Partei heute zu vergeben hat. Darum betrachten wir die nächste Entwicklung in Rumänien mit soviel innerer Anteilnahme, weil wir um die Größe der gestellten Aufgabe wissen. Wahlabkommen zwischen den Deutschen Rumäniens und der Regierung Soga. Bukarest, 1. Febr. (DNB.) Die Vechand- hingen Zwischen der Regierung und der Volksgemeinschaft der Deutschen in Rumämen als der anerkannten Partei der deutschen Volksgruppe wurden abgeschlossen. Die deutsche Partei wird auf der Regierungsliste zwölf Sitze in der Kammer, zwei im' Senat erhalten. Ein königliches Dekret ist in Vorbereitung, durch das die Vorschrift, nur Blutsrumänen dürfen rumänische Sprache, Literatur und Geschichte unterrichten, eine ausdrückliche Ausnahme für die deutsche Volksgruppe erfährt. Die deutschen Lehrer werden vor einem besonderen Ausschuß ihre Befähigungsprüfung für deutsche Prioatschulen wiegen können. Diese Verfügung soll gedacht sein als dankbare Anerkennung für die völlige Loyalität der deutschen Volksgruppe und für die Fortschritte, die sie in der Kenntnis der rumänischen Sprache gemacht habe. Deutsche Schule in polen geschlossen. Neubau geschlossen und weitere Baupläne nicht genehmigt. Bromberg, 1. Febr. (DNB.) In dem an der deutsch-polnischen Grenze in der Wojewodschaft Posen gelegenen Städtchen Neutomischel haben die polnischen Schulbehörden die einzige dort bestehende deutsche Schule geschlossen. Die polnischen Behörden begründeten diese harte Maßnahme damit, daß das von der deutschen Volksgruppe in Polen errichtete neue private Schulgebäude den baulichen Bestimmungen nicht entspreche. Ge- wohntermaßen war auf der anderen Seite eine Aenderung der baulichen Bestimmungen nicht zu erreichen. Mehrere Umbaupläne, die vom Deutschen Schuloerein in Bromberg eingereicht worden waren, fanden keine Bestü- t i g u n g. Bis zum Beginn des laufenden Schuljahres am 1. September 1937 waren die 93 Kinder der deutschen Schule im polnischen Sch ulgebäude in Neutomischel untergebracht. Dieser Pachtvertrag wurde jedoch von polnischer Seite aufgehoben. Obwohl es dort ein neues deutsches Schulgebäude gibt, dürfen b i e Kinder nicht hinein. Die deutschen Eltern wurden aufgefordert, ihre Kind,er in die p o l - nische Schule zu schicken. Sie folgten nur zu einem ganz geringen Teil dieser Aufforderung und 70 Kinder blieben der polnischen Schule fern. Ihre Eltern wurden zu Schulst r a f e n verurteilt. In dieser Angelegenheit soll demnächst das Posener Bezirksgericht über die Berufungsklage der Eltern verhandeln. Im Zusammenhang mit dieser Tatsache sei darauf hingewiesen, daß auf reichsdeutscher Seite die polnische Kleinkinderschule in Posebrück in der sicheren Erwartung eröffnet wurde, daß gleichzeitig die deutsche Schule in Neutomischel eröffne t werden sollte, zumal sich der Deutsche Schulverein in Bromberg bereit* erklärt hatte, die von polnischer Seite beanstandeten Mängel im neuen Schulgebäude zu beseitigen. Trotz der Eröffnung der polnischen Schule in Posebrück blieb der erwartete Gegenzug von polnischer Seite aus. Jetzt wurde die deutsche Schule in Neutomischel sogar endgültig geschlossen. Die GM. in Paris. Einer unterMordverdachtstehendeuAgeutiu zur Flucht verhalfen. Die GPU., die bolschewistische Geheimpolizei, herrscht nicht nur auf sowjetrussischem Boden mit unumschränkten Vollmachten, sie hat sich auch überall im Ausland beachtliche Filialen eingerichtet, deren stärkste unzweifelhaft in Paris ist. Allerdings wird hier die Arbeit der GPU. durch die innerpolitischen Verhältnisse Frankreichs wesentlich begünstigt. Die verschiedenen Mordtaten und Entführungen aus den Kreisen russischer Emigranten sind von den GPU.-Agenten inszeniert worden, die ihren Sitz offenbar in der Handelsdelegation der Sowjetunion haben. Die neueste Leistung ist die Begünstigung der Flucht der Frau G r o s o w s k y , die an der Ermordung eines früheren Sowjetagenten Reiß in Lausanne beteiligt war. Mindestens wußte sie als die Ehefrau eines der drei Mörder sehr genau Bescheid. Die Mörder sind entkommen, sie wurde verhaftet, aber gegen eine mäßige Kaution in Freiheit gesetzt Ihre Frei» laffung hat sie nun benutzt, um sich mit Hilfe der sow- jetrussischen Handelsdelegation außer Landes zu begeben. Die Sowjetrussen hatten ihr einen starken Wagen zur Verfügung gestellt, so daß es ihr gelang, nach einem Besuch der «owjetbotschaft die sie ständig verfolgenden französischen Aufsichtsbeamten abzuschütteln. Damit ist die lange Liste der ungesühnten GPU- Verbrechen in Frankreich um ein weiteres verlängert worden. Soweit die französische Polizei nicht elbst marxistischen Einflüssen zugänglich ist, muß ie eine ganze Organisation diplomatisch und behördlich geschützter fremdländischer Schwerverbrecher im eigenen Lande nicht nur dulden, sondern auch NSG. Bereits im vorigen Jahre hatte Gauleiter Sprenger damit begonnen, auch dem gesell- chaftlichen Leben, das in der Gemeinschaft und in der Kameradschaft des nationalsozialistischen Volkes eine neue Grundlage gefunden hat, eine neue Form zu geben. Am Dienstagabend hatte er zum zweiten Male die Vertreter der Kriegsopfer, der Opfer der Arbeit und der Alten Garde zu einem geselligen Abend mit den Führern der Partei, des Staates und den Offizieren der Wehrmacht eingeladen. Im Palmengarten in Frankfurt am Main konnte der Gauleiter außer den zahlreichen Kriegsopfern, Opfern der Arbeit und Männer der Alten Garde die führenden Männer im Gau Hessen-Nassau begrüßen. Es waren anwe- end: der Stellvertretende Gauleiter Linder, Staatssekretär Reiner, SA.-Obergruppenführer Beck er le, ^-Obergruppenführer Hildebrandt, SA.-Gruppenführer F u ft, Oberstarbeits- ührer Faatz, Gebietsführer Brandt, Obergau- ührerin Riefe, die Generale Leeb, Oswald, Millich und Regierungspräsident v. Pfeffer. Zu Beginn des Gemeinschaftsabends führte der Gauleiter folgendes aus: „Wenn wir einen Quer- chnitt durch das Geschehen der Gegenwart ziehen, ällt im gesellschaftlichen 'Leben ein gewisser Rück- tanb auf. Die Baten des Führers, die plastisch den Nationalsozialismus verwirklichen: — die Autobahnen, die Neugestaltung Berlins, die Bauten in München, die Ordensburgen und HJ.-Heime — ind Denkmäler für die Jahrhunderte. Das Staatseben ist neugeordnet und der Nationalsozialismus gestaltet eine neue Wirtschaft. Neben diesen schon heute sichtbaren Zeichen des Nationalsozialismus müssen wir auch das gesellschaftliche Leben anpacken. Im Vorjahre haben wir im Gau Hessen-Nassau den Anfang gemacht. Wir wollen dem Volk als Repräsentanten die Männer in Er- Berlin, 1. Febr. (DNB.) Die Hi tfe r-I u^ gend beginnt in Zusammenarbeit mit dem Reichs- minifteriu'm für Volksaufklärung und Propaganda und dem Reichsnährstand eine Werbeaktion ü r d i e N a ch w u ch s s ch u l u n g in den ländlichen Berufen. Der Präsident der Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung, Dr. S y r u p , schreibt zu diesem brennenden Problem: Eine der wichtigsten Aufgaben des Vierjahresplanes ist die Sicherung derNahrungsfreiheit unseres Volkes. Abgeschnitten von wichtigen Rohstoffquellen der Welt, auf verkleinertem Raume und damit mit ungewöhnlich hoher Bevölkerungsdichte muß Deutschland alle Kräfte regen, um sich aus eigener Scholle zu ernähren. Umfassende Pläne, wie die Trockenlegung von Mooren und Sümpfen, die Urbarmachung von Einöden und Bruchland, die Eindeichung an der Meeresküste wurden in Angriff genommen und zum Teil schon vollendet. Ls fehlt ab er an Händen, d i e den Boden bearbeiten, die pflügen, säen und ernten, die die Tiere pflegen und hüten und die Arbeiten des bäuerlichen Haushaltes verrichten. 3 n der deutschen Landwirtschaft find wenigstens 100 000 männliche und weibliche Arbeitskräfte zu wenig vorhanden. Es ist daher dringendstes Gebot der Stunde, ihr Arbeitskräfte und jugendlichen Nachwuchs zuzuführen. Landarbeit ist. Arbeit für Deutschland! Die deutsche Jugend muß wieder hinausgehen und Bauern- und Landarbeit erlernen. Dies ist möglich, denn im Dritten Reich ist die Bauernarbeit wieder gelernte Arbeit geworden, genau so wie die des Handwerkers, des Industrie-Facharbeiters und des Kaufmannes. Der Reichsnähr- In Kairo und Alexandrien ist b e r 18. inter- nationale Baumwoll-Kongreß zusammengetreten. Zum drittenmal wird diese wirtschaftliche Veranstaltung von internationalem Rang i n Aegypten, dem Ursprungsland der Baumwolle, abgehalten. Wenn irgendwo in der Welt von Baumwolle gesprochen wird, dann denkt man an Aegypten, das in seiner Baumwollkultur über die Tradition von vielen Geschlechtern verfügt. Aegyp- tische Baumwolle bedeutet auch heute noch höchste Qualität. Schon vor 400 Jahren, als die Handelskontore der Fugger und Welser von Venedig aus den Orienthandel beherrschten, war die Baumwollfaser ein in seiner Güte bekanntes und wegen seiner vielfachen Verwendungsfähigkeit begehrtes Handelsgut. Das heute gebrauchte Wort „K a t - t u n" ist die arabische Bezeichnung für Baumwolle. Später sind um die Beherrschung der Baumwoll- Rohstoff-Gebiete heftige internationale Fehden aus- aefochten worden und alle Lander haben ihre An- strengunaen darauf gerichtet, den Baumwollmarkt zu beeinflussen. Seit einer ganzen Reihe von Jahren besteht auf diesem Gebiet eine internationale Zusammenarbeit, di^ sich allmählich nach der Gründung des Internationalen Baumwoll-SpinNer-Ver- bandes herausgebildet hat. Die periodisch abgehaltenen Kongresse geben einer großen Anzahl von Wirtschaftsführern aus allen Industrieländern der Erde Gelegenheit zu Aussprache und praktischer Arbeit. Der letzte Kongreß hat 1935 in Rom stattgefunden. Damals konnte über die wichtige Frage der Verpackung amerikanischer Baumwolle eyie Uebereinfunft erzielt werden, die schon ihre Früchte getragen hat. Die Beauftragten des internationalen Verbandes bereifen die Baumwollbezirke und sorgen in Zusammenarbeit mit den Er- Verbrechen auf Verbrechen begehen lassen. Erfahrungsgemäß werden die Erhebungen im entscheidenden Augenblick von oben her abgestoppt; davor ist man ja nicht einmal nach dem Königsmord von Marseille zurückgeschreckt, auf dessen Sühnung Jugoslawien heute noch vergeblich wartet. Aus diesem Tatbestand geht also eindeutig hervor, daß die bolschewistische Korruption und der bolschewistische Einfluß in Frankreich bis in die maßgeblichen Regierungsstellen hinein noch viel größer ist, als im allgemeinen angenommen wird. L. B. R. innerung bringen, die Opfer für i h r Volk gebracht haben. Wir wollen vermeiden, daß uns aus vergangenen Zeiten Ueberfommenes auf einen falschen Weg bringt. Das ganze Gesellschaftsleben hat einen neuen Boden erhalten! Alle Deutschen sind Kameraden ohne Unterschied. Allgemein gesehen haben wir schon die besten Möglichkeiten. Im Theater und im Konzert ist Raum für alle und sie können nod^ vielerlei Dinge finden. Die Veranstaltungen in diesem Sinne müssen eine Selbstverständlichkeit für das Volk werden. Wir müssen uns mehr an den Veranstaltungen der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch.Freude" beteiligen, bann qrird „KdF." das gesellschaftliche Leben immer mehr an sich saugen. Die Partei hat daneben die Verpflichtung, dem Volk seine wah - ren Repräsentanten vorzustellen. Alljährlich sollen deshalb die Männer, die ihr Opfer durch die Tat bewiesen haben, dem ganzen' Volke in Erinnerung gebracht werden: die Kriegsopfer, die mit dem Blut ihr Vaterland verteidigten, die A r - beits Opfer, die still in der täglichen Arbeit einen Schaden erlitten und die 21'1 te Garde, die um Deutschlands Erneuerung gekämpft hat. Im nächsten Jahre werden diese Abende auch in den Kreisen stattfinden. Sie werden zum Ehrentag für jeden deutschen Mann und jede deutsche Frau, die etwas für ihr Vaterland geleistet haben. Sie sollen nicht nur als Vertreter hier fein, sondern eng mit den führenden Männern in Berührung kommen, Beziehungen anknüpfen und pflegen. Der Gauleiter^schloß mit dem Wunsch, daß diese Gemeinschaft sich" dann auf die breite Masse des gesamten Volkes üb ertragen solle. Der Abend, den ein buntes Programm bereicherte, war in seiner vorbildlichen Vereinigung der einfachen Männer des Volkes mit den Führern ein lebendiger Ausdruck der neuen Gemeinschaft. stand hat zu diesem Zweck eine geordnete und planmäßige Grund lehre mit anschließender G e - hilfenze.it geschaffen. Dieser bäuerlichen beruflichen Ausbildung sollten sich immer mehr Jugendliche zuwenden, damit künftig dem deutschen Volke für die Bestellung der Felder und die Einbringung der Ernte dauernd ein beruflich gut ausgebildeter Stamm an landwirtschaftlichen Facharbeitern zur Verfügung steht und es nicht mehr notwendig ist, zur Saat- und Erntezeit fremde Arbeitskräfte hereinzuholen. Die Führerauslese der HI. Garmisch-Partenkirchen, 2. Febr. (DNB.) In Hammersbach sprach der Jugendführer des Deutschen Reiches zu den Personalabteilungsleitern und -leiterinnen der Gebiete und Obergaue über die Führerauslese. Die natürliche Auslese der Kampfzeit müsse heute durch systematische Erziehung eines instinktsicheren Führerkorps, das von dem Ordnungsgesetz der Revolution durchdrungen sei, ersetzt werden, dieses Werk beginne in der Jugend, in den entscheidenden charakterbildenden Jahren seien zur Führung Berufene und Befähigte richtig einzufetzen. Fern vom Alten wachse ein Geschlecht heran, ganz erfüllt von den tragenden Ideen der neuen Zeit. Völlig befreit von den Belastungen einer alten Welt wachse der nationalsozialistische Staat heran, deren letzter und idealster Erfüllung zu dienen das Glück und die Sendung des Jugend- führers fei. Als Führerin des neuen B D M. -- Werkes Glaube und Schönheit fei das sporttrainierte, geschulte Mädel, insbesondere die bewährte Sportwartin des BDM berufen. Glaube und Schönheit seien zwei Mächte, die, im Menschen miteinander verbunden, eine gesunde Nation, ein glückliches und die Welt bejahendes Geschlecht heranbilden würden. zeugern für ständige Qualitätsverbesserungen. Sv hat sich herausgestellt, daß die berieselten Baumwollzonen verglichen mit denen vor der Berieselung eine fast doppelte Ernte erbringen. Heute sind rund drei Viertel der Erdoberfläche für den Baumwollanbau mehr ober weniger geeignet. Führend in der Baumwollproduktion waren schon vor dem Weltkrieg die USA. Im Jahre 1913/14 hat die gesamte Weltproduktion 22,9 Millionen Ballen ausgemacht, wovon 14,6 Millionen Ballen oder 64 v. H. auf die Vereinigten Staaten entfielen. Den höchsten prozentualen Anteil erreichten die USA. 1921/22, die höchste absolute Produktion im letzten Jahre 1937/38. Bei einer Gesamtproduktion von 38,4 Millionen Ballen stammen 18,7 Millionen Ballen oder 49 v. H. aus USA. Die weltwirtschaftliche Krise 1929/1933 hat auch den Baumwollmarkt stark beeinflußt. Die außeramerikanischen Baumwollproduzenten haben nach der Verbrauchsbelebung stark aufgeholt, aber der Rückgang der Preise, der bereits 1927 einsetzte, ist nur verlangsamt worden. 1925 hat der amerikanische Baumwollpreis 30 Cent betragen, während er heute nur noch 4,50 Cent ausmacht oder 15 v. H. des Standes vor 12 Jahren. Bei Berücksichtigung der Abwertung des Dollars und der Produktionssteigerung in den letzten Jahren bedeutet das im ganzen einen Rückgang der Roheinnahmen der amerikanischen Baumwollproduzen- ten auf ein Drittel. In Deutschland dürfte es besonders interessieren, daß der 18. Kongreß in Aegypten unter der Präsidentschaft des Leiters des Deutschen Baum- wollspinner-Verbandes, Dr. Hendrik van Del- d e n , abrollt, der zur Zeit auch Präsident des Internationalen Baumwoll-Spinner-Verbandes ist. Außerdem hält der Direktor der JG.-Farben-Jn- dustrie-AG., Heinz van Beek, zum ersten Male auf einem Baumwollkongreß ein Referat über öie Zellwolle: „Vistra und Baumwolle — zwei Freunde". Durch diesen Vortrag wird international unterstrichen, daß die Zellwolle als ein Rohstoff von völlig eigener Prägnanz in einem Siegeszug ohne Gleichen die ganze Welt erobert hat. 1934 hat die Weltproduktion an Zellwolle etwa 23 200 Tonnen betragen, 1937 aber fast 200 000 Tonnen. Bemerkenswert ist dabei, daß gerade auch die Länder, denen die Produktion an Baumwolle und Wolle ohne Einschränkung zur Verfügung steht, an der Erzeugung und an dem Verbrauch der Zellwolle wesentlich beteiligt sind. Es hat sich eben herausgestellt, daß durch die Zellwolle die Umsatzmöglichkeiten im gesamten Textilbetrieb gesteigert werden, besonders im Hinblick auf die modische Entwicklung. Die Zellwolle hat einige Eigenschaften, die der Baumwolle fehlen, darunter die unbedingte Gleichmäßigkeit der Faserlänge, die vollkommene Reinheit der Flocke, den bleibenden Seidenglanz und die sehr hohe Festigkeit. Deshalb ergänzen sich Baumwolle und Zellwolle und werden wahrscheinlich einen gemeinsamen wirtschaftlichen Weg zurückzulegen haben. Im kontinental - europäischen Baumwollgeschaft nimmt die Bremer Baumwollbörse die erste Stelle ein. Um die Mitte des vorigen Jahrhunderts begann Bremen die niederländischen Ein- uhrhäfen allmählich abzulösen. Schon im Jahre 1860 konnten über Bremen rund 130 000 Ballen noramerikanische, 25 000 Ballen ostindische, 2400 Ballen westindische und etwa 300 Ballen südamerikanische Baumwolle eingefAhrt werden. In der 60er Jahren wurde die Baumwoll-Lagerhaltung ausgebaut und die Anzahl der Firmen wuchs, die sich mit dem Baumwollhandel befaßten. Der nordamerikanische Bürgerkrieg brachte zwar eine Stockung, aber bann ging es wieder aufwärts. 1872 wurde dis Brem^ Baumwollbörse gegründet, deren Geschäftsgebräuche auf dem ganzen Kontinent unter der Bezeichnung „Bedingungey der Bremer Baumwollbörse" Anerkennung gefunden haben. Das, Arbeitsfeld der Bremer hat sich dann bis zum Ausbruch des Weltkrieges immer mehr erweitert. 1913 wurde auch die Bremer Termin-Börse errichtet. Im Durchschnitt der letzten 5 Vorkriegsjahre sind von USA. über Bremen 2 282 000 Ballen geleitet worden gegen 2370 Millionen Ballen nach dem ganzen übrigen kontinentalen Europa. Die großen Baumwollhäuser Bremens haben nach dem Weltkrieg eine schwierige Aufbauarbeit durchfüh- ren müssen. 1926/27 konnten bereits wieder 2 854 000 Ballen im Bremer Hafen gelöscht werden. Der alte hanseatische Handelsgeist „Buten und Binnen — Wagen und Winnen" hat sich durchgesetzt. Er wird auch in kommenden Zeiten eine entscheidende Rolle im Wirtschafts- und Handelsleben spielen. H. D. Hessens Finanzen 1936. LPD. Darmstadt, 1. Febr. Nach dem Jahresausweis betrugen die Einnahmen und Ausgaben des Landes Hessen im Rechnungsjahr 19 3 6 (Beträge in 1000 Mark): A. Ordentlicher Haushalt: I. Einnahmen: Steuern a) Reichs- ftouern (in Klammern Jahressoll) 43 300 (42 501), b) Landessteuern 31 487 (29 420) (bei den Reichssteuern nach Abzug der Einbehaltungen für den Uebergang der Rechtspflege auf das Reich). Davon ab Ueberroeifungen an die Gemeinden (Gemeinde- verbände) 18 729 (18 118), so daß verbleiben 56 058 (53 803). Überschüsse der Betriebe 11 730 (10 532), davon ab Zuschüsse an Betriebe 6907 (6747); es verbleiben 4823 (3785). Sonstige Einnahmen: a) Rechtspflege (einschl. Strafvollzug) nichts, b) Schulwesen, Wissenschaft, Kunst und Kirche 8270 (8326), c) übrige Landesverwaltung 25 010 (33 193). Einnahmen insgesamt 94161 (99 107) abzüglich der Steuerüberweisungen an Gemeinden usw. und der Zuschüsse an Betriebe. II. Ausgaben: 1- Allgemeine (innere) Verwaltung (einschl. Polizei) 8100 (8974), 2. Rechtspflege (einschl. Strafvollzug) nichts, 3. Verkehrswesen (Straßen, Wege, Wasserstraßen usw.) 5 (3587), 4. Schulwesen, Kunst und Wissenschaft, Kirche 31 652 (32 599), 5. Soziale Maßnahmen und Gesundheitswesen 9617 (9544), 6. Wohnungswesen 2426 (£808), 7. Schuldendienst 10 461 (7664), 8. Ruhegehäjter (soweit im Haushalt zentral nachgewiesen) 16 199 (16 205), 9. sonstige Ausgaben 14 050 (17 726); Ausgaben insgesamt 92 510 (99 107). B. Außerordentlicher Haushalt: I. Einnahmen insgesamt 1900 (darunter Anleihen nichts). II. Ausgaben: 1. Landeskultur und landwirtschaftliches Siedlungswesen 1021, sonstige Ausgaben der Hoheitsoerwaltung 124, Zuschüsse und Neuinvestierungen für Betriebe und beim Vermögen 755 (darunter Domänen und Forsten 8, Verkehrsbetriebe 710, Elektrizitätsversorgung 37); Ausgaben insgesamt 1900. Ostasien und die Mächte. Japan erkennt nachAusbruch desKonftittes zwischen Tschiangkaischek und dritten Ländern eingegangene Vereinbarungen nicht an. Tokio, 2. Febr. (DNB. Funkspruch.) Im Unterhaus war folgende Frage eingegangen: Die Zentralregierung Chinas hat England, Amerika und Frankreich ersucht, sie in Form von Kriegsmateriallieferungen, Anleihen und mit Geheimabkommen z u unterstützen. Wie stellt sich die japanische Regierung zu den besonderen Interessen und Rechten der genannten Mächte, die sie für diese Hilfeleistung wahrscheinlich erhalten würde? Außenminister H i r o t a antwortete: Selbstverständlich kann Japan keinerlei Vereinbarungen zwischen der früheren chinesischen Zentralregierung und dritten Mächten anerkennen. Um so weniger als der Widerstand der Zentralregierung gegen Japan durch Anleihen oder Kriegsmaterial- lieferungen dritter Staaten verlängert wird. — Die Frage, ob noch Beziehungen Japans zu Tschiang-' kaischek beständen oder ob mittelbare Friedensverhandlungen weitergingen, wurde verneint und erklärt, man müsse die Lage im Fernen Osten mehr vom politischen als vom rechtlichen Standpunkt aus betrachten. Kommandeur-Konferenz der englischen Wehrmacht. London, 2. Febr. (DNB.) Im Zuge der Neuorganisation der britischen Streitkräfte hat Kriegsminister Hore-Belisha einen neuen Rat der Kommandeure des britischen Heeres geschaffen. An den Kommandeur-Konferenzen, die unter dem Vorsitz des neuernannten Chefs des Generalstabes, Lord C o r t, im Kriegsministerium stattfinden, neh- men hohe Offiziere und Mtarbeiter des Kriegsministeriums und des Generalstabes teil. Im Mittelpunkt der Konferenzen steht die Verbesserung und Eine neue Form des Gesellschastslebens „Landarbeit ist Arbeit für Deutschland." Präsident Syrup über den Nachwuchs in der Landwirtschaft. Kattun und Zellwolle ergänzen sich. Zum 18. internationalen Baumwoll-Kongreß. Beschleunigung der Zusammenarbeit Zwischen der Leitung und den W e h r m a ch t s t e i - l e n. Oie neue spanische Regierung Generäl Franco hat sein erstes Ministerium gebildet. Bisher bestand in Burgos ein technischer Staatsausschuß, der die ressortmäßigen Verwaltungsgeschäfte führte. Dagegen hatte General Franco als Oberbefehlshaber und Staatsoberhaupt seinen Sitz in Salamanca, wobei er von seinem Bruder Nicolas unterstützt wurde. Nicolas Franco übte Zugleich das Amt des Generalstabschefs und — wenn K . General Jordan a, Vizepräsident und Außenminister der neuen spanischen Regierung. — ( (Scherl-Bilderdienst-M.) der Vergleich erlaubt ist — das eines Staatssekretärs der Reichskanzlei aus. Daneben bestand noch ein spanischer Nationalrat, der etwa dieselben Aufgaben hatte wie der Große Faschistische Rat in Rom. General Franco führt auch nach der Bildung des Kabinetts den Oberbefehl und, da sich Nationalspanien im Kriege befindet, so ergibt sich daraus ohne weiteres seine überragende persönliche Stellung. Aber die Bildung des Ministeriums deutet doch anf eine „Normalisierung" hin und zugleich darauf, daß wichtige Verwaltungspläne nun-grundsätzlich angepackt werden sollen. Franco hatte es in rein technischer Beziehung sehr schwer. Mit schnell zusammengeholten Truppen^mußte zunächst die militärische Sicherung gegen rotspanische Angriffe ein- geleitet und insbesondere die Verbindung zwischen dem Norden und Süden Nationalspaniens verbürgt werden. Die Zentralbehörden blieben mit ihren Akten in Madrid — bis auf einzelne Beamte, die sich durchschlagen konnten. Die sehr ausgedehnte, über 1000 Kilometer lange Front zerschnitt das Land.in zwei Hälften, was natürlich für alle Ver- kehrsoerhältnisse von einem tiefgreifenden Einfluß war. Die Kreditinstitute mußten weiter funktionieren, obwohl ihre Zentralen in Madrid und Barcelona waren. Und angesichts so mannigfaltiger Probleme mußte Franco beweisen, daß er besser regieren könne als die Noten, insbesondere mußte er von Anfang an eine. Gesundung der sozialen Verhältnisse, vorzüglich in der Landarbeiterschaft, anstreben. Dazu waren seine Anhänget durchaus noch nicht auf eine einheitliche Linie gebracht. Neben dem Heer stand die soziale Erneuerungsbewegung der Falangisten und der konservative Traditionalismus der sogenannten Requetes, einer vor hundert Jahren gegründeten Kampforganisation der damals einflußreichen monarchistischen Gruppe der Carlisten. In der personellen Zusammensetzung der neuen Re- gierung sind diese Dinge berücksichtigt worden. Das Landwirtschaftsministerium hat der Generalsekretär der Falangisten, das Justizministerium der Führer der Requetes erhalten. B. R. In der letzten Januarwoche hatte der Chef der argentinischen Heeresluftwaffe, General' Verda- guer, Gelegenheit, Unternehmen der deutschen Luftfahrtindustrie, neuzeitliche Einrichtungen der deutschen Luftwaffe, sowie den Neubciv des Zentralflughafens in Tempelhof zu besichtigen. Am 31. Januar wurde General Verdaguer vom Staatssekretär ler Luftfahrt, General der Flieger Milch, emp- angen. Auch am Ball des Aeroklubs von Deutschland nahm der Gast teil In Paris ist Fürst Hans Heinrich von P l e ß , der bekannte ostoberschlesische Magnat, im Alter von 77 Jahren an den Folgen eines Herzleidens gestorben. Die Beisetzung findet in Pleß statt. Kunst und Wissenschaft. Furtwängler dirigiert für die Hitler-Jugend. Am 3. Februar findet auf Veranlassung der Reichsjugendführung ein Meisterkonzert für die Berliner Hitler-Jugend statt. Dieses Konzert gewinnt, wie der Reichs-Jugend-Presse- dienst meldet, dadurch besondere Bedeutung, daß sich Wilhelm Furtwängler bereit erklärt hat, ür die Hitler-Jugend zu dirigieren. Das Berliner Philharmonische Orchester bringt die Ouvertüre zu „Alceste" von Gluck, Zwischenspiele aus „Rosamunde" von Schubert; „Till Eulenspiegel" von Richard Strauß; Sinfonie Nr. 5 von Beethoven. Der Plan der Reichsjugendführung, Meisterkonzerte für die Hitler-Jugend in allen Teilen des Reiches unter bekannten deutschen Dirigenten und unter Mitwirkung bedeutender Solisten zu veranstalten, ist ein neuer Beweis dafür, wie ernst es die nationalsozialistische Jugend mit ihrem Bekenntnis zur Kunst der großen Meister nimmt. Dieses Bekenntnis ist sowohl vom Reichsjugendführer Baldur von Schirach wie auch von seiner Führerschaft wiederholt ausgesprochen worden. „Deutsche Kunst kommt zum schassenden Menschen". Kunst, seit zwei Jahren Betriebs- und Fabrikausstellungen durch. Die diesjährigen Kunstausstellungen haben ihren Anfang mit einer Betriebsausstellung in der Industrie- und Handelskammer in Frankfurt genommen, die durch den Gaukulturwart Conrad eröffnet wurde. Er ließ sich über Zweck und Sinn dieser Betriebsausstellungen aus, die die Kunst ins Volk tragen sollten. Er wünschte der Ausstellung vollen Erfolg und dankte den Arbeitskameraden, die an dem Aufbau der Ausstellung mitgearbeitet haben. Dieser Ausstellung komme besondere Bedeutung zu, weil sie für alle kommenden Ausstellungen in den Frankfurter Betrieben und im Gau richtungweisend sein solle. Mit den Worten: „Die deutsche Kunst kommt Sie suchen eine Ursache 'für Ihr blasses Aussehen, für Ihre Appetitlosigkeit? Bei vielen Menschen, besonders bei schulpflichtigen Kindern wirkt sich die sitzende Lebensweise und der Mangel an Bewegung in frischer Luft ungünstig auf das Allgemeinbefinden aus. Sie fühlen sich abgespannt und müde wie nach einer überstandenen Krankheit. In diesen Fällen leistet das blutbildende Kräftigungsmittel Bioferrin vorzügliche Dienste. Bioferrin enthält sämtliche Nährstoffe des Blutes. Es ist in allen Apotheken erhältlich. /"b"X / A \ BAYER) \ E / X^R^Z zum schaffenden Menschen" erklärte der Gaukulturwart die Ausstellung für eröffnet. Unter Führung des Frankfurter Kunstmalers Karl Dörrbecker fand dann ein Rundgang durch die Ausstellung statt, die Gemälde, Plastiken, Graphiken und Plaketten Die NSG. „Kraft durch Freude" führt im Rah- die mei men des Feierabendwerkes, Abteilung > Bildende j enthält. Der Geburtstag der Thronfolgerin in Holland. MM Unter überwältigendem Jubel der gesamten Bevölkerung wurde in Holland die Nachricht von der Geburt der Thronfolgerin entgegengenommen. Unser Bild zeigt Herolde, die die Geburt in den.Straßen verkündeten. Die Kinder drängten sich so dicht heran, daß sie kaum in'Schach gehalten werden konnten. — (Associated-Preß-M.) Französische Flottenmanöver im Mittelmeer und im Aermelkanal. Paris, 2. Februar. (DNB. Funkspruch.) Acht Kreuzer und mehrere leichte Einheiten des französischen Mittelmeer-Geschwaders fuhren am Dienstag unter dem Befehl des Vizeadmirals Abrial zu Flottenmanövern vor der französischen Mittelmeerküste aus dem Kriegshafen Toulon aus. Der Befehlshaber des A t l a n t i k g e f ch w a d e r s, Admiral Laborde, hat ebenfalls Befehl zum Auslaufen der in Brest liegenden Einheiten gegeben, die im Aermelkanal Manöver durchführen werden. Kleine politische Nachrichten. Der Führer und Reichskanzler empfing den japanischen Reichstagsabgeordneten und Leiter der „Deutsch-Japanischen Kameradschaft" in Tokio, Seigo N a k a n o, der sich auf einer europäischen Studienreise befindet. In Berlin versammelten sich die Leiter der Reichspropagandaämter zu ihrer regelmäßigen Monatstagung. Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand« eine Rede von Reichsminister Dr. Goebbels, der sich mit den aktuellen Fragen seines Tätigkeitsgebietes und den Arbeitsmethoden der modernen Politik beschäftigte. Zum Schluß gab er einen Ueberblick über die politische Lage. * Der geschäftsführende Präsident des D e u t sch e n Roten Kreuzes, ---Brigadefuhrer Dr. Gra- witz, stattete dem Präsidenten des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz, Professor Max Huber, einen Besuch ab, um — über die persönliche Fühlungnahme hinaus, die der Tradition freundschaftlicher Beziehungen zwilchen dem Deutschen Roten Kreuz und dem Internationalen Komitee entspricht - ein Bild von der neuen Form des Deutschen Roten Kreuzes zu geben, dem durch das Reichsgesetz vom 9. 12. 1937 bedeutend verstärkte Aufgaben und Geltung zuerteilt worden sind. Die Aussprache erstreckte sich auch auf die allgemeinen Fragen, die auf dem internationalen Gebiet der Rotkreuzarbeit im Vordergrund stehen. ♦ Eine Offiziersabordnung des deutschen Kreuzers „Emden" ist von Maffaua aus über Asmara' iw Flugzeug in Addis Abeba eingetroffen. Zu Ehren des Kommandanten, der mit feinem Adjutanten als Gast im Palast des Vizelömgs, des Herzogs von Aosta, wohnte, gab dieser den deutschen untreren ein Frühstück, während am Abend jm deutschen Konsulat ein Empfang stattfand. Prinzessin Beatrix Wilhelmina Armgard. A m st 6 r ö a m, 1. Febr. (DNB.) Heute, am holländischen Nationalfeiertag, wurden in den Nach- rnittagsstund'en die Vornamen der neugeborenen Prinzessin in das standesamtliche Geburtenregister der Gemeinde Baarn eingetragen. Bei diesem Staatsakt, der im Schloß Soestdijk vor sich ging, traten der Ministerpräsident Co l i j n und der Vizepräsident des Staatsrates, Belaerts van Blockland, als Zeugen auf. Die Anmeldung war durch den Prinzen Bernhard der Niederlande vorgenommen worden. Die Namen der Prinzessin lauten Beatrix, Wilhelmina, Armgard. Der erste Name gilt als Rufname, während die beiden anderen Namen der Prinzessin zu Ehren ihrer beiden Großmütter, der Königin Wilhelmina der Niederlande und der Prinzessin Armgard zur Lippe-Biesterfeld, gegeben wurden. Sollte die Prinzessin Beatrix einmal den Thron cher Niederlande besteigen, so kann sie jedoch als Königin den Namen Wilhelmina führen. Auch der heutige Tag steht für ganz Holland noch völlig im Zeichen der allgemeinen Freude über die Prinzessinnengeburt, und es herrscht überall dieselbe ausgelassene frohe Stimmung wie gestern. Ministerpräsident C o l i j n wandte sich heute in einer Rundfunkansprache an die Bevölkerung, in der er die enge Verbundenheit des niederländischen Volkes mit dem Hause Nasscm-Oranien in herzlichen Worten zum Ausdruck brachte. Bernd Rosemeyers Beisetzung. t < ■v 1 v - K: MM Berlin 1. Febr. rs, est' 't. he t- n nd lle im r ° ts- les 25» ü r .'llt den lehr, n e r Es- ?n n, uf i • ch on- ; den ber i oße iö »n b n, en rb ne on ich m, ib- im p n - orps die ’ij ein «Dau- •rg ien ch' iu» jen er rde ^rz )33 en. er« jen ■tte- ttag 115 tobt ajor ! ber» oill- ihre . rzen । nter die den, ■; Iber der renb n. rt Mr. Mb. um ien. iflt, den i rze ! eck. its- be. ifen ein schweres Feuer aus, dem der bekannte Rek- OieLagd im Februar Grohfeuer auf einer Horddalmalinifchen Insel. In der norddalmatinischen Jnselstadt Rab brach Zwei Tote bei dem Unglück im Hamburger Hafen. Auf dem Schwimmkran, der, wie gemeldet, vom Benzin-, Petroleum- und Oelfässer lagerten und griff ganz schnell auf den Rektoren-Pälast über. Die Ortsfeuerwehr war zunächst völlig machtlos und mußte drei Stunden warten, bis von den be- Reichsautobahnabfchnitt Karlsruhe—Baden-Baden. Die Fortführung der R e i ch s a u t o b a h n von Karlsruhe nach Baden-Baden liegt in den Grundzügen fest. Die Borbereitungen sind abgeschlossen. Im Frühjahr wird in Wolfartsweier bei Karlsruhe mit der Weiterführung begonnen. Riesenfeuer in einer englischen Kleinstadl. In Newbiggin by the Sea, einem Städtchen in Northumberland, kam ein Feuer aus, durch das ein ganzer Straßenzug mit 16 Holzhäusern vernichtet wurde. Die dort wohnenden Familien, 55 Personen einschließlich Frauen und Kinder, wurden obdachlos. Der Feuerwehr gelang es nicht, den Brand wirksam zu bekämpfen, da der Orkan^ der augenblicklich in England herrscht, jede Eindämmung des Feuers unmöglich machte. Erdbebenwarte Faenza meldet starkes Beben. Die Erdbebenwarte von Faenza (Norditalien) meldete am 1. Februar um 20.20 Uhr ein äußerst starkes Fernbeben vonüber vierStun- d e n Dauer. Die Meßinstrumente wurden durch die Erdschwankungen so stark erschüttert, daß jede genauere Bestimmung des Erdbebenherdes unmöglich war. Die Wirkungen des Bebens, das in den frühen Morgenstunden noch andauerte, müssen verheerend gewesen sein. Wirbelsturm über Palermo. Ein heftiger Wirbelsturm hat in Palermo und Umgebung beträchtlichen Schaden angerichtet. Im Hafen sind einige Schiffe zusammengestoßen und leicht beschädigt worden. Die KdF.-Schiffe „Oceana", „Der Deutsche" und „Sierra Cordoba" sind verschont geblieben, konnten aber erst mit zehnstündiger Verspätung ihre Fahrt nach Venedig fortsetzen. In Palermo und den benachbarten Ortschaften wurden zahlreiche Telegraphenmaste und Bäume umgerissen und verschiedene Dächer ab- gedeckt; Menschen sind glücklicherweise nicht zu Schaden gekommen. Für denjenigen, dessen Begriff „Jagd" sich im Schießen allen möglichen und recht vielen Wildes erschöpft, ist eine „tote Zeit" gekommen. Nur wenig Wildarten sind es noch, deren Bejagung das Gesetz dem Jäger gestattet. Alle übrigen haben nun wieder Schonzeit, nachdem der vorgesehene Abschuß durchgeführt worden ist. Wo das Schwarzwild seine Fährte zieht, wird der Weidmann auch im Hornung keine Gelegenheit vorübergehen lassen, wenn er auf Sauen jagen kann. Und wo Kaninchen vorkommen — dies ist ja in Oberhessen nur inselhaft der Fall —, besteht auch fernerhin noch die Möglichkeit, die grauen Flitzer zu bejagen. Sonst kennt der Jagdschein an Nutzwildarten nur noch Ringeltaube, Wald- und Tumpfschnepfe und Wildgänse als des Jägers Beute. Im Gegensatz dazu spielt die Jagd auf Raub- wild noch eine Rolle. Zwar liegen im alten Mutterbau schon Grimbarts blinde Junge und schützen die ganze Sippe vor weiterer Verfolgung, und auch unsere Edelpelzträger, die beiden 'Marder, haben ihre Schußzeit hinter sich. Dafür ist der Balg des Fuchses noch gut, die Ranzzeit wenigstens in der ersten Monatshälfte metft noch im Gange, so daß noch mancherlei Möglichkeiten seiner Bejagung bestehen. Und ebenso lohnt sich noch der Fang und Abschuß des Iltis. Unter den im all- gemeinen stets geschützten Räubern der Luft hat der Mäusebussard mit seinem Vetter, dem Rauhfußbussard Jagdzeit. Das heißt natürlich nicht, daß deswegen diese Raubvögel auch geschossen werden sollen. Und der Jäger würde ein schlechtes Werk tun, der grundsätzlich auf jeden von ihnen Dampf macht. Aber auch unter ihnen sind die „Geschmäcker" verschieden, und manche entwickeln ein wahres Spezialistentum in der Jagd auf Fasanen, Hühner, Wassergeflügel usw. Ihre plumpdreiste Art, Wit der sie z. B. Fütterungen geradezu belagern können, läßt sie leicht erkennen. Und sie zum Abschuß zu bringen, weil sie dem Artnamen keine Ehre machen, ist der Sinn der zeitweiligen Freiga'be. Wenn der Jäger im vorigen Jahre um diese Zeit an der Feldkante pirschte, war der Boden grau und braun, und schwer nur war es, die Wintersaaten zu erkennen. Anders in diesem Jahre. Der Jäger könnte sich freuen darüber, denn gute Saaten bedeuten meist auch gute Gehörnjahre beim Rehwild. Sie bedeuten aber auch eine Gefahr, zumal wenn die Nässe noch hinzukommt, wie es zur Zeit der Fall ist. Die Folge davon ist, daß jetzt schon Rehwild gefunden wird, dessen verschmierter Spiegel auf ähnliche Todesursachen hinrdeist, wie wir sie sonst aus dem März und April zu kennen pflegen. Angesichts der großen Einbußen, die zahlreiche Reviere im Vorjahre hatten, erscheint es not- wendig, daß darum der Jäger darauf sinnt, wie er seinem Wild helfen kann. Da scheint es angebracht, ihm Dinge anzubieten, die es gern annimmt und durch die ein^zu starke Aufnahme von Grünäsung vermieden mm), hierhin gehören vor allem Rüden, die ja nicht schwer zu beschaffen sind, und dann vor allem Eicheln und Kastanien (wo das Rehwild sie kennt und aufnimmt), die durch ihren Gerbstoff- gehalt zugleich als Medizin wirken. Vor allem aber scheint es angebracht, die Sucht nach Salz zu befriedigen. Salzlecken gehören in jedes gepflegte Revier. Je zahlreicher sie über das ganze Revier und vor allem auch in Feldnähe verbreitet sind, um so besser. Ihre Anlage ist weder ein Kunststück, noch kostspielig. Entweder nimmt man gewöhnliches Viehsalz und salzt damit alte, schon etwas morsche Stubben im Walde. Dann wird das salzige Holz vom Wilde mit der Zeit vollkommen aufgeleckt. Oder man kauft sich Salzsteine, die es als Natursteine oder als sogenannte Pfannensteine aus Salinenbetrieben gibt. Sie werden ebenfalls auf^Baumstümpfe auslegt oder in oben gespaltene holFpfähle eingeklemmt, an depen dann das Salzwasser herunterläuft. Schließlich sei noch die sehr gute Lehmsulze erwähnt, gefüllt mit stein^ freiem Lehmbrei, in den Salz eingeknetet wurde. Dor allem aber sei nicht vergessen, überall, wo meh^ Fallwild als normal auftritt, noch versandfähige Stücke zur Untersuchung zu bringen. Das Veterinär-pathologische Institut in Gießen (Frankfurter Straße) und die Wildforschungsstätte Rhein- Main in Mainz (Schlachthof) führen derartige Untersuchungen und Beratungen über Gegenmaßnahmen unentgeltlich durch. Davon Gebrauch zu machen, ist Jägerpflicht, da ja bei Auftreten von Wildseuchen Anzeigezwang gesetzlich festgelegt ist. Ueberall auf den grünen Saaten sehen wir schon sich balgende Hasen. Die milde Witterung macht sich bemerkbar. Und dann ist die Zeit nicht mehr fern, wo es Junghäschen gibt. Wie oft findet man die kleinen Kerlchen irgendwo auf einem blanken, kahlen Acker in einer offenen Mulde, weil keinerlei Deckungen vorhanden sind, wo die Mutter sie bergen könnte. Kein Wunder, wenn sie dann Krähen, Wiesel, Hund, Katze und anderen Räubern zum Opfer fallen und im Winter bei der Treibjagd fehlen. Gewiß ift, die Niederjagd in erster Linie von der Witterung abhängig. Aber diese ist in Nachbarrevieren die gleiche, und trotzdem bringen die einen immer gute Strecken und halten sich auch in schlechteren Jahren gut, während die anderen es zu nichts bringen, hier müssen andere Gründe vorliegen. Wer das Raubzeug nicht kurz hält, wer die Kosten für den Jagdschutz scheut, wer die Wieselfalle nicht kennt, wem die Krähe gleichgültig und das Giftei ,3U teuer ist, und wer keinen Finger krumm macht, um für sein Jungwild und für seine brütenden Hennen Deckung zu beschaffen, der verdient auch keine anständige Strecke. Im März und April kommt die rechte Zeit, um auf Oedland, an Rainen, breiten Feldwegen, verlassenen Sand- und Lehmgruben oder Steinbrüchen zu pflanzen und zu säen. Es gibt kein Einheitsrezept dafür, was man nehmen soll, weil der Boden zu verschieden ist. Neben allen Dornen und Stacheln tragenden Sträuchern kommen Ginster, Brombeere, Weide, vor allem aber Beerenträger wie Schneebeere, Pfaffenhütchen, wilder Schneeball u. a. in Frage. Lupine, Sachalinknöterich, Bocksdorn gedeihen auch auf schlechtestem Boden. Wildobst, Vogelbeere und Holunder, hierunter vor allem der rotbeerige Hirschholunder, seien nicht vergessen. Wer nur einmal beim letzten Schnee mit offenen Augen durch die Feldmark ging, konnte sehen, wie die Hühner z. B. sich an den kleinsten Busch geradezu anklammerten. Es geschieht im allgemeinen bei uns viel zu wenig in der Verbesserung der Reviere. Mit dem Nichtstun geht aber auch das Recht zur Klage und Kritik verloren! Wer noch Fasanen aussetzen will, muß sofort handeln. Der Fasan muß sich vor der Brutzeit eingewöhnen. Wünschenswert wäre es, wenn diesem dankbaren Vogel noch viel mehr Beachtung geschenkt würde; denn er lohnt die Unkosten und' Mühen wirklich. Allerdings muß das Revier ihm zusagen. nachbarten JnsAn Verstärkungen zur Stelle waren. Stürme bedrohen die Lebensmittelversorgung einer Insel. Die Bewohner der Insel Rathlin nördlich von Irland sind durch die Folgen der schweren andauernden Stürme von hunger bedroht, da es seit drei Wochen unmöglich ist, mit einem Schiff an die Küste heranzukommen. Ein Funkspruch von der Insel besagt, daß die Lebensmittelvorräte zu Ende gingen. Drei englische Militärflieger abgestürzt. Bei heftigem Sturm stieß ein Flugzeug der englischen Fliegerschule hanworth mit einem anderen Flugzeug zusammen und ging in Flammen auf. Ein Flugschüler wurde getötet, ein anderer schwer verletzt. — Ein Zweisitzer der Fliegerschule von Leuchars stürzte auf ein Eisenbahngleis, wobei der Pilot getötet wurde. Bei einem dritten Flugzeugabsturz in Ufford wurde ein Fliegeroffizier g e - tötet und sein Begleiter verletzt. Durch Explosion einer Kohlensäureflasche getötet. In einer Autoreparaturwerkstätte in Aschaffenburg erlitt der Autyschlosser Julius Boesenberger durch die Explosion einer Kohlensäureflasche, mit der er gerade arbeitete, so schwere Verletzungen, daß er einige Stunden danach in der Klinik st a r b. 2500 Eier bei einem Autounfall vernichtet. In einer Straßenbieaung bei Walpersdorf (Kreis Siegen) stieß auf der Fahrt nach Siegen ein Eierhändler mit seinem Personenwagen und Anhänger auf einen parkenden Lastzug. Das Personenauto und der Anhänger fuhren dabei die Böschung hinab, wobei der Anhänger mit einer Ladung von 4000 Eiern und einigen Zentnern Obst umschlug. Die Eier und das Obst wurden dabei aus dem Anhänger geschleudert und landeten zum größten Teil in der an dieser Stelle vorbeifließenden Sieg. 2500, Eier gingen bei dem Unfall zu Bruch- Sturm im Hamburger Hafen umgerissen wurde, ein schweres Feuer aus, dem der bekannte R e k - befanden sich acht Mann. .Sechs konnten gerettet to re n-Palast sowie einige Häuser zum Opfer werden. Drei von ihnen wurden ins Krankenhaus fielen. Der historische Stadtteil konnte mit vieler eingeliefert. Die beiden Eingeschlossenen dürsten, Mühe gerettet werden. Das Feuer entstand in t o t sein, da von den Rettungsmannschaften keine | einem Magazin, in dem, entgegen den Vorschriften, Klopfzeichen gehört wurden. Es besteht keine Aus- m"":" m*4~f sicht mehr auf Rettung der Eingeschlossenen. Wasser, etwas Schilf und Hecken, oder Feldgehölze müssen schon da sein, soll er sich wohlfühlen und vermehren. Unsere Hecken, die leider recht spärlich geworden sind, bedürfen unbedingt einer Nachprüfung ob sie ihre Aufgabe noch vollkommen erfüllen. Diele sind unten viel zu licht geworden und bieten auch oben den Vögeln keine rechte Nistgelegenheiten, hier ist es meist schon damit getan, daß man sie einmal oben zurückschneidet und das Wachsen von unten her anregt. Auch Vogelschutzgehölze müssen dauernd unter der Schere gehalten werden, weil sie sonst ihrer Aufgabe nicht gerecht werden. Bei solcher Heckenpflege kann durch Nachpflanzen und Ein- pflanzen fehlender Holzarten in kurzer Zeit eine wesentliche Verbesserung erreicht werden. Unter diesem Gesichtspunkt jetzt einmal alle Hecken und Büsche in Wiese und Feld prüfen, ist lohnende Tätigkeit. Es sei dabei aber darauf hingewiesen, daß alles Schneiden nach dem 15. März verboten ist. Es muß also bis dahin gehandelt werden! Man versäume auch nicht, den Kreisbeauftragten für Naturschutz auf wertvolle Hecken aufmerksam zu machen, da er durch das Naturschutzgesetz angewiesen ist, sie im Interesse des Gesamtlandschaftsbildes, der Vogel- weit und der Niederjagd in gesetzlichen Schutz zu nehmen. Es sei schließlich noch darauf hingewiesen, daß zur Zeit bei Verpächtern und Pächtern in diesem Frühjahr ablaufender Pachtjagden ein weitverbreiteter Irrtum beobachtet werden kann. Diese Jagden laufen, wenn sie auch nur bis zum 1. Februar verpachtet waren, sämtlich auf Grund der hessischen Ueberleitungsbestimmungen zum Reichsjagdgesetz erst am 31. März 1938 ab und werden ab 1. April neu verpachtet. Für die Zeit vom 1. Februar bis zum 31. März wird keine Pacht bezahlt. Hubertus. Wetterbericht Die Großwetterlage befindet sich in Umwälzung. Die Einfuhr kälterer Luftmassen füllt auch die vor Norwegen liegenden Sturmwirbel rasch auf, so daß die Lebhaftigkeit der Witterungsvoryänge auch bei uns nachläßt. Da aber immer noch mit der Ausbildung von Randschauern gerechnet werden muß, ist auch beständiges und niederschlagsfreies Wetter noch keineswegs wahrscheinlich. Aussichten für Donnerstag: Wolkig bis bedeckt und auch einzelne Niederschläge, abflauende westliche Winde, etwas milder. Aussichten für Freitag: Bei Luftzufuhr aus West leichte Unbeständigkeit, aber nicht durchweg unfreundlich. ' Lufttemperaturen am 1. Februar: mittags 8,4 Grad Celsius, abends 4,5 Grad; am 2. Februar: morgens 2,8 Grad. Maximum 8,5 Grad, Minimum heute nacht 2 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 1. Februar: abends 2,8 Grad; am 2. Februar: morgens 1,6 Grad. — Niederschläge 2,3 mm. — Sonnenscheindauer 5,9 Stunden. Dinlersporl-IVellerberichl. Schwarzwald. Feldberg: heiter, —4 Grad, 155 cm Gesamtschneehöhe, 5 cm Neuschnee, Pulverschnee, Ski sehr gut. Das Wetter bleibt unbeständig, für die niederen Mittelgebirge ist Neuschneefall unwahrscheinlich. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt her Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. XII. 37: 11 000. Druck und Verlag: Brühlsche Universitätsdruü. ret R. Lange, K -G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugs- preis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufs- preis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vom 1. September 1937 gültig. Wilhelm Müller, Lagerhalter. Gießen, den 2. Februar 1938. 0435 Ortsvertreter lung, Erfurt, 681 V sofort gesucht. 672D S133D Seltersweg 64V. mieten Näheres Angebote erbeten unter A. 595 an Anker Anzeigen-Vermitt- Alleinsteh. Frau sucht z 1. ob. 15. März geräumige 3-31mm.-®oön. etientL kleinere 4-3imm.-®ohn Schr.Ang. unter 0447 an d. G.A. Aett. Ebevaar sucht z. 15. März ober 1. April 2-3-Zimm.-Wolin. ober Mansarde. Preisofferten u. 0439 an d. G. A. Für die meiner lieben Frau während ihrer Krankheit und auf ihrem Leidensweg erwiesene Anteilnahme, für die gute Pflege in der Klinik, für die trostreichen Worte des Herrn Pfarrers am Krankenbett und am Grabe, sowie für den reichen Blumenschmuck und das Geleit zur letzten Ruhestätte meinen aufrichtigsten Dank. H. Glatthaar & Sohn Gießen, Frankfurter Straße 19. 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Kannen Autoöl usw., Chaiselongues, Sessel, Sofas, Vertikos, Kommode, Kredenz, Bücher-, Küchen- und Regi- straturschränke, 1 Registrierkasse, 1 Ladentheke, Rauchtische,Schreibmaschinentische und Diplomatenschreibtische, Schreibmaschinen, 1 Damenarmbanduhr, 1 Standuhr 1 Kollier, Klaviere und Grammophone, 1 Lederwalze, 1 Wäschemangel, Sensenschoner, Thermosflaschen, Mantelkessel, Konservengläser, Brotschneidemaschinen und andere Haushaltungsgegenstände. Ferner bestimmt aus freierHand: 1 Standuhr, versch. Bilder, einen Spiegel, 1 Ledersofa, 1 Tisch, 1 Schreibtisch, 1 Schreibtischsessel, 1 Schreibsekretär, 1 zweitürigen Kleiderschrank, 1 Kommode und 1 komplettes Bett. m«d LNoll Gerichtsvollzieher in Gießen, Ludwigstraße 331. Tel. 3239. Bücher für Naturfreunde und Wanderer Belauschtes Leben. Kleine Kreatur in Wasser, Busch und Halm von K O. Bartels. 164 Naturaufnahmen aus dem Leben der niederen Tierwelt mit erläuternden Bildunterschriften, Namensangaben u. ausführlichem Text. 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Dezember 1 jreulicherwe lassen, daß der Ve rsti begonnen h .allem die t die vor alle Göring, war und 1 wesentlich Schweinebe Fettversorgi land in dies damit tyon die mir in < Saufe des i ßeutfdjlanb Sm übrigen r und Herbst 1! schon jetzt srei fleisch vermu Stellen die Schweinesleisi der Derlnap Möglichkeit, vermindern, gegeben, da für einen st »Geblüht Au, liegt ei teutjfyh Fr. den Bänder schranks unf -stolz der de jQ wohl auch uch gepflegt vtucke an La unör Tifchwäf weißschimmer^ Hausfrau ihr e,5 aber doch ^usfrau selb M Volkswii °arch unfaä LA' kochen Le, * « fönel SttSla|i «Her m gemer L° u»rd sofort A°ussrau fd),en Volksgut- FNben jßäii »M°rd7? LLv Ox SSs ollqe^^feiV m deinen M bas 'h. n den W« •?Ä d-k sVJ0|l t «nb TW M?qele.8i tot ÄAm ^eich.5ugunc Qdlhih 9Uter D ’Wf A, Ätz H I I nb Uc im r • ts- »es ’S» ü r ,'llt den Kehr- n e r Es- 81 n • Drps die ein i Lauri. 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Zachen, en 'st. sie « Vogel, "chuß zu ^n, daß u diesem Werbrei» e Fagden ruar ver- .dessischen 'lagdgesetz 1 l- April Miiar bis Nr.27 Zweites Blatt Mittwoch 2. $6bruarlQ58 Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Aus dem Reiche der Krau reichlicher Wassermenge, daß die Wäschestücke, schwimmen können. Das letzte Spülwasser muß! PRAKTISCHE VORSCHLÄGE UNSERES MODEZEICHNERS 4> Vom Schatz im Wäscheschrank b t r fen. Dann in lauem und zuletzt in kaltem Wasser spülen: immer in so großem Gesäß und mit so klar bleiben, dann hat man die Gewißheit, daß keine Rückstände geblieben sind, die dem Stoff schaden. So behandelte Weißwäsche erfreut durch ihre Frische und Sauberkekt. Buntwäsche soll niemals heiß und auch nicht lange eingeweicht werden. Daß sie nicht gekocht werden darf, müßte eigentlich jede Hausfrau wissen, ebenso baß sie ganz für sich behandelt, nicht mit weißer Wäsche zusammengetan werben darf. Im übrigen gilt für sie das gleiche: kein starkes Reiben, Bürsten und Wringen, bis es knirscht, viel gute Waschlauge, enthärtetes Wasch- und Spülwasser, spülen, bis das Wasser klar bleibt. Buntwäsche darf nie in nassem Zustand liegen bleiben, sondern muß sofort nach dem Spülen aufgehängt werden! Die Hausfrau, die ihr Wäschegut in der angegebenen Weise behandelt, hat nicht nur die Freude, daß es gut gepflegt aussieht und eine lange Lebensdauer verbürgt, sie hilft mit, einen sehr wertvollen Rohstoff der deutschen Wirtschaft schonen und mindert die zu Anfang erwähnte Verlustsumme durch falsche Behandlung der Wäsche. E. S-H. Nacht eingeweichten Wäsche entferne man das Ein- weichwasser so gründlich als möglich, es ist mit dem gelösten Schmutz durchsetzt, den wir ja entfernen, nicht aber bei der weiteren Behandlung hineinkochen wollen. So vorbereitete Wäsche wird nun mit heißer Lauge übergossen, die reichlich sein soll und etwa 15 Minuten lang gekocht. Längeres Kochen ist nicht nötig, eher der Faser schädlich. Man spare weder beim Einweichen noch beim Kochen an Waschmitteln, die kleine Mehrausgabe lohnt sich durch Schonung der Wäsche, die sich so mit leichter Hand durchwaschen läßt, Bürsten, Rumpeln, Klopfer sind schädliche Geräte, die in der Waschküche keine Anwendung finden dürfen. Das Kapitel Spülen ist nicht minder wichtig. Dreimal mindestens ist Wäsche zu spülen. Das erstemal in ziemlich warmem Wasser — enthärten nicht vergessen, damit die Laugereste sich lösen können: in kaltem Wasser würden sie erstarren und die Faser angrei- Während blonde Frauen vor allem in lichten zartfarbenen Kostümen erschienen, z. B. als Frühling in hellblauem Taft mit grünen Bändern und Blumen aus bunter Schnur benäht oder als Wasser in grüner und blauer Seide, boten sich die schwarzen als Sommer, Herbst und Feuer dar. Der reife Sommer trägt gelbe 'Seide und gelben Tüll mit bemalten Schmetterlingen, der Herbst Silberbrokat und eine Krone aus Holzdraht, in der Glaskugeln als Früchte liegen. Auch der Tango ist natürlich dunkel: schwarze Spitze oder Tüll mit roten Bändern. Dieses Kostüm eignet sich nur für große Frauen, während kleine lieber verspielte Kostüme wählen, wie em japanisches Kostüm aus schwarz- und goldgestreiftem Stoff, gemalten Ornamenten und Lackperücke, oder das Chinesische Märchen aus roter und grüner Seide. Originell sind auch die „Bäume" und „Vögel": kurze Röckchen aus grünem Atlas, benäht mit Filzblättern und Tüll und grünem Cellophan, dazu ein grünes Tüllcape mit Vögeln bemalt. Ein großer grüner Hut stellt die Baumkrone dar. Zierlich muß der Vogel aus blauer Seide sein: die langen Schwanzfedern aus blauem Filz müssen über schlanken Beinen wippen. Strahlende Frauen tragen Kleider als Sonne, Aurora, Sonnenuntergang oder Glück. Leuchtende Stoffe, gold und rot, auch blau und grün passen zu diesen Kostümen. Es gibt auch einfachere und darum nicht weniger reizvolle Kostüme. Da wird an Stelle von Seidenbändern buntes Kreppapier genommen [zwei Meter 5 Pfennig), Krausen und Rüschen lassen sich aus „Wasserkreppapier" anfertigen. Das Roko-ko-Karnevalskostüm Dame ist aus silbergrauem Taft, der in Rautenfeldern abwechselnd mit Gold- .und Silberbrokat besetzt ist. Die Rüschengarnituren sind aus Gold- und Silberspitze, der Dreispitz mit den grau-schwarzen Federpompons ist aus schwarzem Seidensamt. Schwarz ist auch der Spitzenfächer und der Spitzenschleier. Das K o st ü m d e s H e r r n hat zu einer schwarzseidenen Kniehose und silbergrauen Seidenstrümpfen eine Jacke aus silbergrauer Seide, die mit schwarzen Seidenbändern benäht ist. Die Krausen sind aus weißem Glasbatist, de Pompons aus schwarzer und weißer Seide. Zu dem Anzug wird eine weiße Perücke, eine schwarze Samtmaske und ein schwarzseidener, hellgrau gefütterter Scidenmantel getragen. Was ziehe ich zum Fasching an? bon Enka Schulemann. „Eine Nacht in Venedig" ist das Motto für Küpreß 1 938, für das wir heute em paar Kostüme vorschlagen, und zwar „Venezianische Fischer" (links oben) und „Venezianisches Rokoko" (rechts). Das F i s ch e r k o st ü m besteht aus einer schwarzen Tuchhose mit roter Verschnürung, blau-weiß gestreiftem Hemd und rotem Kopf- und Hüfttuch. Das Kostüm der F i s ch e r i n hat zu einer Bluse aus weißem Organdy und dem roten Samtmieder einen sehr weiten Nock aus weißem Taft, der am Saum mit breiten Streifen und ^Bändern aus blauer, roter, schwarzer und gelber Seide besetzt ist. Das Hüfttuch ist blaue Seide, es hängt hinten m -wei Enden, die mit blauen, langen Seidenfransen besetzt sind, bis 3um Nocksaum. Große Ohrringe, Ketten und der typische Kopfputz mit Goldnadel und schwarzem Netz ergänzen das Kostüm. Unsere Ernährung im Februar. Von Dr. Wolfgang Clauß Die Art der im Februar zur Verfügung stehenden Nahrungsmittel wird., ebenso wie in den Vormonaten in erster Linie durch die Tatsache bestimmt, daß wir noch immer im Winter sind. Die Auswahl an frischem Obst und Gemüse kann deshalb naturnotwendig im Februar nicht so groß sein wie mir sie uns vielleicht wünschen möchten. Man soll aber nicht glauben, daß es nicht möglich wäre, auch im Februar den Bedarf an frischem Gemüse mit Erzeugnissen aus deutscher Scholle zu befriedigen. Es gibt sogar eine ganze Reihe von Gemüsen, die im Februar für den Verbrauch besonders empfohlen werden können, weil sie reichlich zur Verfügung stehen. Es sind dies Weißkohl, Grünkohl (Braunkohl) und Kohlrüben. Neben diesen Gemüsearten, bei denen ein verstärkter Verbrauch sogar volkswirtschaftlich erwünscht ist, stehen selbstverständlich auch die anderen Wintergemüse zur Verfügung. Vom volkswirtschaftlichen Standpunkt ist hier jedoch weder eine besondere Bevorzugung noch eine Verminderung des Verbrauchs notwendig. Beim Obst sind wir allerdings im Februar schon zu einem erheblichen Teil auf ausländische Ware angewiesen. Aus deutscher Scholle kann nur auf das Obstfsrodukt, die verbilligte M arme ha de, hingewiesen werden. Hier ist eine Verstärkung des Verbrauchs nach wie vor erwünscht, um dadurch einen verminderten Fettverbrauch zu ermöglichen. Sparsamkeit im Fettverbrauch ist und bleibt nun einmal die dringendste volkswirtschaftliche Forderung, die an die Verbraucher gerichtet werden muß. Die Fett- versorgung wird wohl noch auf lange Zeit der schwächste Punkt unserer Versorgung mit Nahrungsmitteln bleiben. Dies gilt insbesondere für das Jahr 1938, in dem in den Sommer- und Herbstmonaten _ der deutsche Schweinebestand infolge vorausgegangener Futtermittelknappheit nicht in der Lage sein wird, die Mengen an Fett und Schweinefleisch zu liefern, die wir zur vollständigen Deckung des Bedarfs aus unserer Erzeugung benötigten. Das Ergebnis der Schweinezählung von Anfang Dezember 1937 hat dies noch einmal bestätigt. Erfreulicherweise hat diese Zählung auch erkennen lassen, daß die Landwirtschaft bereits wieder mit der Verstärkung des Schweinebestandes begonnen hat. Die Voraussetzung hierfür hat vor .allem die Rekordernte an Hackfrüchten geschaffen, die vor allem eine Folge der von Ministerpräsident Göring angeordneten Düngemittelverbilligung war und die Versorgungslage mit Futtermitteln wesentlich entspannte. Die Grundlage unseres Schweinebestandes und damit unserer Fleisch- und Fettversorgung, die K a r t o f f e l, ist in Deutschland in diesem Jahre reichlich vorhanden. Es dürfte damit schon heute feststehen, daß die Spannungen, die wir in der Versorgung mit Schweinefleisch im Laufe des Jahres 1938 zu erwarten haben, in Deutschland keine Dauererscheinung sein werden. Im übrigen werden diese Spannungen im Sommer und Herbst 1938 um so geringer sein, je mehr mir schon jetzt freiwillig unseren Verbrauch an Schweinefleisch vermindern und dadurch den zuständigen Stellen die Möglichkeit geben, Kühlhausvorräte von Schweinesleisch anzulegen, die dann m der Zeit der Verknappung eingesetzt werden können. Die Möglichkeit, den Verbrauch von Schweinefleisch zu vermindern, ist im Februar insbesondere dadurch gegeben, daß Hammel-und Kalbfleisch für einen stärkeren Verbrauch empfohlen wird. Nicht nur an Rhein und Isar, auch in anderen deuten Gauen gerät man Mr Faschingszeit „aus dem Häuschen". 3n langen schleppenden Abendkleidern ist das schlecht möglich, öa müllen Maskenkostüme helfen. Frauen nut der paslenden Figur kleiden sich in kurze Hosen, gehen als,Z°re- monienmeifter und Saoalier. Sternchen und Si ber- wölkchen in Marabu und Gold- und Silberstoss. Merkur und Komet, als Stepptanz oder befrackter fierr der Biedermeierzeit. .... Allerhand Material wird zu den Maskenkostümen verarbeitet. Meist wird irgend em glanzender Stoss aenornrnen wie Satin, Taft oder Cellophan der bei Ader Bewegung so gehcmmisvoll knistert. Vornehmlich alatte Stoffe werden benutzt, weil ,ic sich bemalen besticken oder mit Pailletten oder Gold- und Silberfolie besetzen lassen. So vielfältig roie das Material der Faschingskostüme ist .hr Preis. Die fertigen Kostüme, z. B- stilisierte Bauerntrachten Matrosen-, Apachen-, Russenkittel, ungariiche und orientalische Trachten, sind schon sehr billig, VdS W Md'WschuL'Är Stadt Berlin bat in üiestm Sabre wieder Anregungen sur die Herstellung non Faschingskostümen gegeben. Eme qrofte K o st ü m I ch a u iM Zoo zeigte sehr originelle Sachen Die Elemente zogen vorbei, dw Äiresfetten Sterne, ja sogar die Erde drehte sich (iu grstiiem Moire nut Kupsersolie besetzt) vorüber. „Geblüht im Sommerwinde, gebleicht auf grüner Au, liegt es nun still im Spinde, als Stolz der deutschen Frau" — so stand es in Kreuzstickerei auf den Bändern, die an den Borten des Wäscheschranks unserer Großmütter entlang liefen. Der Stolz der deutschen Frau — das war und ist er ja wohl auch noch, ihr Vorrat an Wäsche, der treulich gepflegt und immer wieder einmal um gute Stücke an Laken, Bezügen, Kopfkissen, Handtüchern und Tischwäsche ergänzt wurde. Alle Liebe zu der weißschimmernden Pracht und alle Pflege die die Hausfrau ihrem Wäscheschatz angedeihen laßt, hat es aber doch nicht verhindert, daß nicht nur Oie Hausfrau selbst, sondern barüber- hinaus die deutsche Volkswirtschaft alljährlich großen Schaden durch unsachgemäßes laschen erleidet auf nicht weniger als 400 bis 500 Millionen Mark jährlichen Verlust an wertvollen Textilstoffen in- olae zu schnellen Verschleißes schätzt ihn die alles wissende Statistik. Wenn mir nun bedenken, daß 90 v H. aller Wäsche im Haushalt und nur 10 v H in gewerblichen Betrieben gewafchen werden, so wird sofort die große Verantwortung der Hausfrau für die Erhaltung wertvollen deutschen Volksgutes — der Wert des m den Schranken ruhenden Wäscheoorrats in Deutschland wnd auf 5 Milliarden Mark geschätzt — ersichttlch. Jeder, auch der kleinste aus Unkenntnis oder Gleichgültigkeit begangene Fehler in der Waschebehandlung wird mit einem Substanzoerlust bezahlt. Den Fehler unserer Großmütter, mit dem sie ihrer so s hr geliebten Wäsche von vornherein Schaden zufügten: langes Liegenlassen gebrauchter Wäsche um viertel- oder halbjährlich er,t em großes Waschfest" zu feiern, machen wir heute im allgemeinen nid) mehr, schon 6=r begrenztere Raum, mit dem wir auskommen mu,fen nervtet das. Dennoch wird schon oft durch u n s a ch g e m a - ß e s Lagern gebrauchter Wäsche cm ihr gesündigt Sie $ arf nur in völlig trockenem Zust°ud im Wäschebeutel oder der Truhe verwahrt werdem Oft wird Der Fehler gemacht, die ^0^6 in Z heißem Wasser einzuweichen. Das E i n ro c i dj - wasser soll warm, aber niemals fjeßfein, bamit der Schmutz gelöst wird, nicht aber sich ”e^rt und in die Faser eindringt. Da m bcr©tabt in der Regel kein Regenwasser für das Wa'chewasck en zur Verfügung steht, muß das Wasser chemilch '.«-ich-qemacht werden. Die Industrie b.ete eme Reihe guter Mittel dazu, dach ist au, genaue Li- achtung der Anwendungsoorschristen zu achtes Die Angabe der Mengenverhältnisse, der Temperatu ujw. sind nicht einer Laune entsprungen, sondern beeinflussen die chemischen Reaktionen — .zum W u- ten, wenn wir e_» richtig, zum Schlimmen, weim wir es falsch machen. Nicht an Wasser sparen, die Wäsche saugt viel aus! A^s der am besten über Allerlei Knusperchen zu Wein, Vier, Tee und Vrühe. Von Frida Aisch, Äad-Nauheim. G r u n ö t e i g : Drei ganze Eier zerrühre gut In die Mitte von 500 Gramm gesiebtem Mehl, Type 812, mache ein Loch, schütte die Eier hinein, gib 125 Gramm zerlassenes Pflanzenfett und 50 Gramm Butter dazu, lieber alles siebe ein halbes Backpulver. Knete schnell zusammen und forme eine faustdicke Rolle. Von dieser nimm den vierten Teil ab und lege ihn, nachdem du eine dünne Rolle vom Durchmesser einer Walnuß geformt hast, kalt. Den übrigen Teil der großen Rolle teile in sechs gleichgroße Stücke. Jedes dieser Teile wird eine besondere Sorte Gebäck, jede erhält ihren eigenen Zusatz. 1. Mainzer Beißerchen. Ein halber Teelöffel Kümmelkörner werden grob gestoßen. 50 Gramm Mainzer Handkäse, der gut reif ist, wird in kleine Stückchen geschnitten und beides in den ersten Xeigteil geknetet. Während des Knetens gibt man einen reichlichen Teelöffel Tomaten-Catchup (selbst gemacht) hinein. Hat der Teig eine gleichmäßige Farbe, kann er ebenfalls zur dünnen Rolle geformt und kaltgelegt, werden. 2. Sardellenknusperchen. Gib in den zweiten Teigteil einen guten Teelöffel Sardellenpaste. 3. Anchovisschnittchen. In den dritten Teil kommt ein Eßlöffel Anchovispaste. Sie wird nicht so sehr stark eingeknetet. Dann erhält der Teig beim Backen rosa Streifen, was sehr hübsch aussieht. 4. Kräuterbissen. Zum vierten Teil geben wir einen Teelöffel gepulverten Majoran, einen halben Teelöffel Thymianblättchen, die auch frisch sein können. Dann stoßen wir eine Prise Fenchel und einen halben Teelöffel Kümmel, rühren zwei Eßlöffel Traubenmost und drei Eßlöffel geriebenen deutschen Hartkäse zusammen und kneten dies zu den anderen Zutaten. Dann wird wieder eine Rolle geformt und kaltgelegt. 5. Paprikahappen. Dem fünften Teil setzen wir einen Eßlöffel Rosenpaprika, eine Prise Salz und einen halben Teelöffel Maggitropfen zu 6. Oberländer. Zum sechsten Teil kommt ein Teelöffel Zwiebelmark, ein Eßlöffel selber gemachte Kapern aus Holunderbeeren, wie sie im Sommer beschrieben wurden, ein Eßlöffel geriebener deutscher Hartkäse und ein Eßlöffel Traubenmost. Dies, ebenfalls als Rolle, lagert, bis es kalt und hart ist. ♦ Jetzt soll auch der süße Lecker zu seinem Recht kommen. Der zuerst abgenommene größere Teil erhält noch zwei Eßlöffel Zucker. Während des Knetens wird er wieder geschmeidig. Wir können ihn als Rolle wieder kaltstellen oder wir rollen ihn gleich dünn aus, stechen kleine Formen aus, die wir mit saurer Milch bestreichen, auf ein vorbereitetes Blech legen und wenn sie ganz kalt sind, hellgelb backen. Schneller fertig ist man aber, wenn wir die Rolle formen, erkalten lassen und dünne Scheiben mit scharfem Messer davon abschneiden und sie als Plätzchen backen. Wir bringen zuerst die süßen Plätzchen in den Ofen, dann die pikanten. Immer muß das Backgut kalt sein, wenn es geschoben wird, sonst zerlaufen die Knusperchen. Alle Plätzchen werden in dünne Scheibchen geschnitten, alle erhalten einen dünnen Aufstrich aus saurer Milch, die Sardellenknusperchen außerdem noch einen Hauch Sardellenpaste. Wem dieses Abschmecken noch zu mild ist, kann nach Wunsch dadurch schärfer abkosten, daß er wenig Salz daran gibt. Die süßen Knusperchen sind nun warm aus dem Ofen gekommen. Wir teilen sie in zwei Teile. Den einen bestreichen wir ganz dünn mit festem Aprikosengelee oder ebensolcher Marmelade, den zweiten Teil mit dunklem Brombeer- oder Johannisbeer- oder Himbeergelee. Nur muß der Gelee fest sein. Aus einem Eßlöffel Apfelmost rühren wir mit Puderzucker einen dicken falbenartigen Guß, den wir auf die Aprikosenplätzchen dick aufstreichen, daß der Gelee damit bedeckt ist. Für die roten Kuchen machen wir genau so roten Guß aus rotem Sauer» kirsch-Süßmost. Er wird ebenso auf den dunklen Aufstrich gebracht. Macht man eine größere Menge als die angegebene, so muß man den Guß über Wasser warmhalten. Wir erhalten nach obiger Forschrift 146 salzige und 60 süße Plätzchen. Wenn wir alles in Rollen formen und in Scheiben backen, dauert für eine Person ohne jede Hilfe die Arbeit eineinhalb Stunden. Dann haben wir acht verschiedene Sorten Gebäck, das sich auch einige Zeit hält. Die pikanten Knusperchen lassen sich auch warm reichen. Mts unaemcht lassen! „Es verschwindet nichts auf der Welt, es wandelt nur chemisch oder physikalisch seine Gestalt", das wurde uns schon in der Schule bewiesen. Diese Wandlungen treten heute augenfälliger denn je in Erscheinung an Dingen, die uns umgeben und die wir täglich in die Hand nehmen. Es wundert uns nicht mehr, Magermilch als einen Bestandteil von Preßstoffen zu wissen, aus denen formschöne Gegenstände, elektrische Armaturen usw. gefertigt werden. Niemand hat mehr an der Kunstseide oder Zellwolle aus Holz etwas auszusetzen ober lehnt den Zucker aus dem aufbereiteten Holz für die Tierfütterung ab. Neben der durch Jahrtausende geübten Art der Herstellung von Webarten aus dem tierischen Haarkleid ist die Herstellung von Stoffen aus Hol^ und Mineralien getreten, die dem Wort „Ersatz" durchaus den herabmindernden Beiklang nehmen. Den Begriff „Ersatz" in seiner schlechten Bedeutung anzuwenden, sind wir überhaupt sehr vorsichtig geworden. Von überall her nimmt sich der Mensch die Dinge, die sich unter seinen Händen zu dem formen, was er notwendig haben muß. Dazu gehört vor allem Essen und Trinken, und gerade auf diesem Gebiete können keine Erfindunge-i helfen, Noch-nie- Dagewesenes an Stelle' des Bekannten und Altbewährten zu setzen, wenn einmal Mangel an Nahrungsgütern herrschen sollte. Da kann nur kluge Vermehrung des Benötigten und weise Einteilung des Dorhandeneii die Not abwenden. Zu diesem Problem mußte das deutsche Volk im Weltkriegs !it SJ.4pori Wirtschast Veranstaltung begann am Nachmittag begeisterten Einmarsch der 240 Teilney: Die — Stanffurt a. ZU. Devisenmarkt Berlin eine vom I mit einem >mer. Sprechstunden Ker Deduktion. 11.30 bis 12.30 Uhr, 16 bis 17 Uhr. Samstagnach- mittag geschlossen. !Stabttfjeat — flloriaty Lichtspielhau von holledm Haus am B Künstler der Am mor abends, wiri Roch bei b Aus dem x 5)eute aber Marin" doi Schumacher stellung der Ende 22 U Rhein-Mainische Börse. ZNiltagsbörse fester. Frankfurt a. M., 1. Febr. Die Börse verstärkte ihre feste Tendenz, die Umsatztätigkeit blieb aber angesichts der. nur schwachen Kundschastsbetei- ligung weiterhin sehr klein, zumal auch die Kulisse nur wenig Unternehmungslust zeigte. An den Aktienmärkten stellten sich durchschnittliche Erhöhungen bis 1 d. 5). ein, die teilweise stärker überschritten wurden, wobei die kleine Nachfrage zumeist auf leere Märkte stieß. So gewannen IG.-Farben 1,40 auf 162,40, Reichsb-ank 1,75 v. H. auf 211,25 und Metallgesellschaft 1,75 v.H. auf 147,75. Auch Maschinenaktien lagen z. T. mehr als 1 o. $). fester, Moenus bei kleiner-gewordenen Umsätzen 0,65 v. 5). höher mit 130,50. Für Motorenwerte verblieb Nachfrage, so daß die Kurse für BMW., Adler und Daimler bis 0,75 v. $). anzogen. Im. gleichen Ausmaß fester lagen Bauwerte, ebenso Bergwerkspqpiere, darüber hinaus Buderus zirka 128,50 (127,25). Am Elektromarkt gewannen Lah- meyer 1 v. H., Licht und Kraft lagen mit* 144 behauptet. Der Rentenmarkt war ohne besonderes Geschäft, die Haltung war weiterhin fest. Kleine Umsätze erfolgten zunächst in Kommunal-Umschuldung zu unv. 95,25. Reichsbahn-BA. gewannen 0,40 v. 5). auf 129,75, Reichsaltbesitz 7,5 Pf. auf 130,20. Am Pfandbriefmarkt wurden Goldpfandbriefe bei unv. Kursen teilweise repartiert, höher lagen Württemb. Landeskredit mit 100,13 (99,65). Liquidationspfandbriefe blieben gut behauptet, teilweise lagen sie noch 0,13 v. 5). höher, niedriger Nass. Landesbank mit 102,25 (102,40). Stadtanleihen. zogen überwiegend Es war ein erfreuliches Zeichen, daß das dritte H a l l e n - H a n d b a l l - T u r n i e r im Jahre 1934 einen weiteren starken Zuspruch erleben konnte. Besonders Freude machte die rege Anteilnahme der Soldaten. Auch dieses Turnier gestaltete sich zu einem großen sportlichen und ideellen Erfolg. 41 Mannschaften aus etwa 30 Vereinen waren zum Kampf erschienen. Schon am frühen Morgen begannen die Spiele. Man mußte schon zur Verkürzung der Spielzeit übergehen, um überhaupt alle Spiele durchführen zu können. 1 Weiteren Aufschwung nahm das vierte Turnier am 14. April 1935. 48 Mannschaften zeigten, welch großer Beliebtheit sich diese Veranstaltungen bei den handballspielenden Vereinen erfreuten. Auch die Zuschauerzahl übertraf die aller bereits stattgefundenen Turniere. Leider erlitt das Gießener Hallen-Turnier im Jahre 1936 eine Unterbrechung. Um so mehr ging man im darauffolgenden Jahre wieder an die Arbeit. Allen Zweiflern zum Trotz hatte auch das fünfte Turnier am 3. und 4. April 1937 einen Verlauf genommen, der als glänzend bezeichnet werden muß. Die Anzahl der Meldungen war derart stark, daß sich die Turnierleitung nicht nur genötigt sah, einige Mannschaften zu streichen, sondern das Turnier bereits am Samstag beginnen zu lassen. Schon der Auftakt am Samstagabend ließ erkennen, daß die Veranstaltung trotz der einjährigen Unterbrechung nichts von ihrer Volkstüm- - lichkeit verloren hat. Das waren gute Vorzeichen für den Hauptkampftag. Vor etwa 2000 Zuschauern begannen am Nachmittag die Entscheidungsspiele. Neu für das Gießener Publikum war ein Damen- Handballspiel zweier Marburger Mannschaften. Zum sechsten Hallen-Handball-Tur- n i e r am 20. März 1938 haben die Veranstalter aufgerufen. Mögen auch dem sechsten Turnier die Vereine unseres Kreises und weit über unseren Bezirk hinaus wieder ihr Interesse entgegenbringen, dann' wird auch in diesem Jahre der Zweck des Turnieres, den Handballsport zu fördern und ihm stets neue Kräfte und Freunde zuzuführen, erreicht werden. B. 103at?re Sportverein Garbenteich. Der Sportverein Garbenteich kann in diesem Jahre auf ein lOjähriges Bestehen zurückblicken. Das Jubiläum soll im Mai dieses Jahres mit einem Kommers und einer größeren Sportveranstaltung begangen werden. Für den Kommers haben auch die beiden einheimischen. Gesangvereine ihre Mitwirkung zugesagt. Die Vorarbeiten für die Vrran- italtung wurden bereits in Angriff genommen. Der sportliche Teil der Feier sieht für den Festsonntag- vormittag eine Fußball-Pokalspielreihe vor; am Höhung des Schlachtkontingents für Rinder Aufhebung der Ablieferungspflicht für Talg 1. Februar ab festgesetzt werden. * * 136 Millionen für Todesfälle. Am Davispokal 1 9 3 8 werden sich 25 Nationen, 21 in der Europazone und vier in der Amerikazone, beteiligen. USA. als Titelverteidiger greift -erst in d-er Endrunde ein. * Jimmy Braddock, der frühere Weltmeister im Schwergewichtsboxen, hat seinen Rücktritt vom aktiven Sport erklärt. Diese Nachricht kommt nach dem Punktsiege Braddocks über Farr nicht wenig überraschend. Hitler-Jugend im Wintersportlager. Die Wintersportkämpfe der HI. sind am Dienstag auf allen Kampfstätten eröffnet worden. Bei herrlichem Winterwetter tummelt sich die Jugend auf der Abfahrtsstrecke vom Kreuzeck nach dem Hausberg und übt den Torlauf; das Jungvolk fand sich zum Ausfcheidungsfpring.en auf der Jugendschanze ein. Die Eislauf-Wettbewerbe mußten von Kainzenbad, wo die allzu starken Sonnenstrahlen das Eis aufgeweicht hatten, nach dem Olympia-Eisstadion verlegt werden. Die Spitzkurven machten den Läufern viel zu schaffen, aber mit der Uub-ekümmertk^eit der Jugend setzten sich die Teilnehmer über ^diese Schwierigkeiten hinweg. Im Eisschnelläufen über 500 Meter siegte M o l t e r vom Gebiet Franken. Ueber 250 Meter ging der Sieg an George vom Gebiet Berlin. Auch am Nachmittag herrschte bei den Reichswintersportkämpfen der HI. großer Betrieb. Der Reichsjugendführer fuhr selbst von Kampfplatz zu Kampfplatz und zeigte besonderes Interesse für die Eishockeyspiele im Olympiastadion. Beim Ausscheidungsspringen auf der Jugendschanze qualifizierten sich sämtliche 23 Bewerber für die Entscheidung. Zum Pflichtlaufen der Jungmädel traten 25 Teilnehmerinnen an, von denen nur vier für die Kür ausschieden. Zur Geschichte des Gießener Hallen- Handball-Turniers. J Nachdem im Jahre 1932 der Polizeisportverein Butzbach mit einem Hallen-Handball-^urnier beispielgebend vorausging) hatten die beiden Gießener Turnvereine, To. 1846 und Männerturnverein, die Initiative ergriffen und für den 24. April 1932' zu ihrem ersten Hallen-Handball-Turnier. in der Gießener Volkshalle eingeladen. Dieses Turnier ist zu einer ständigen Einrichtung geworden. Die Gießener Volkshalle ist für derartige Veranstaltungen sehr geeignet. Ihre räumlichen Ausmaße entsprechen vollkommen den Vorschriften der Deutschen Hallen-Handball-Ordnung. Das Hallenspiel unterscheidet sich vom Feldhandball in drei Hauptpunkten: Wegfall des Abseitsraumes, zeitliche Begrenzung in der Führung des Balles und in der Teilnehmerzahl. Selbstverständlich bedingen die kleineren Ausmaße der Hallenspielfelder auch kleinere Tore. Im übrigen lehnt sich das Hallen-Handballspiel eng an den Kampf auf grünem Rasen an. Wirft man einen kurzen Ueberblick auf die bereits stattgefundenen Gießener Turniere, so sieht man, wie es die beiden Gießener Turnvereine verstanden haben, für derartige Veranstaltungen weit über unseren Kreis ^hinaus bei allen Handball- freunden großes Interesse zu erregen. Arn 24. April 1932 stieg das erste Hallen- Handball-Turnier der Gießener Turnerschaft mit einer damals schon ansehnlichen Besetzung von 16 Mannschaften. Neben den spannenden Wettkämpfen wurden die Zuschauer durch ein abwechslungsreiches Beiprogramm unterhalten. Ein Faustballspiel der Turnerinnen der beiden Gießener Turnvereine, turnerische Vorführungen am Barren und Reck sowie Rollschuhkunstläufen des Gießener Eisoereins boten den weit über 1000 Zuschauern viel Freude. Im darauffolgenden Jahre hatten bereits 26 Mannschaften Meldungen abgegeben. Die Haupt- Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. Reichsbankdiskont 4 v H., Lombardzinsfuß 5 v. H. 0,13 bis 0,25 v. H. an. Industrie - Obligationen wichen etwa 0,25 bis 0,50 v. H. ab, höher waren JG.-Farben-Bonds mit 130 (129,50). Der Verlauf der Börse gestaltete sich sehr ruhig, doch konnten sich die Kurse trotz der Geschäftsstille zumeist voll behaupten. Leicht rückläufig waren Jul. Berger mit 155,25 nach 155,65, anderseits stiegen Äloenus auf 131 nach 130,50 und Westdeutsche Kaufhof auf 60,90 nach 60,75. Die später notierten Papiere lagen überwiegend 0,50 bis 1 v. H. fester, darüber hinaus gewannen Gesfürel 2 v. H. auf 149, Schuckert 1,65 v. H. auf 180 und Aschaffenburger Zellstoff 1,75 v. H. auf 141,25, Waldhof befestigten sich um 1,25 v. H. auf 149,25, AEG. kamen 1 o. H. niedriger mit 118,50 und VDM. mit 175 (176) zur Notiz. Im Freiverkehr war das Geschäft belanglos. Etwas fester lagen Dingler Maschinen mit 86 bis 87,50 (86,25), während Katz & Klumpp in Nachwirkung der kürzlichen Verwaltungsmitteilung weiter abfielen auf 108,50 bis 110,50 (110 bis 111). Abendbärfe ruhig. Die Abendbörse hatte allgemein ruhiges Geschäft. Während Kundschaftsaufträge kaum ausgeführt wurden, zeigte auch die Kulisse in Erwartung der AEG.-4-Dioidende keine Unternehmungslust. Die Haltung blieb freundlich, und die Kurse kamen überwiegend nominell und wenig verändert zur Notiz. Etwas höher lagen u. a. Licht und Kraft mit 144,75 (144), Junghans mit 125,25 (124,50), Deutsche Linoleum mit 168 (167,50), Hanswerke Füssen mit 133,25 (132,75), Rheinstahl mit 145,50 (145,25), ÄMW. mit 152,50 (152,25), Moenus Maschinen mit 131,25 (131) und Goldschmidt mit 141,65 (141,40). Andererseits bröckelten je 0,25 v. H. ab: MAN. 130, Bemberg 141,50,. Deutsche Erdöl 144,25, Schuckert 179,75. Von Montanwerten waren Buderus auf- die Mitteilung über eine unveränderte 5proz. Aus- fchüttüng angeboten, man hatte bekanntlich zuletzt mit einer weiteren Erhöhung gerechnet. IG. Farben blieben mit 162,75 behauptet, ebenso u. a. Verein. Stahl mit 113,90, Adlerwerke Kleyer mit 118,75, Scheideanstalt mit 254, Gesfürel mit 149, Holzmann mit 160,25, Hapag mit 81,50, VDM. mit 175 und Großbankaktien. Renten waren fast ohne Geschäft. Unverändert notierten 5 v. H. Gelsenkirchen Berg mit 103,25, 6 v. H. IG. Farben mit 130 und 5V2 v. H. Franks. Hyp. Liquid, mit 102,65. Kommunal-Umschuldung nannte man mit 95,25. Frankfurter Schlachlviehmarkt. Frankfurt a. M., 1. Febr. Auftrieb: Kälber. 1135 (gegen 872 am 25. Januar), Hümmel und Schafe 152 (107), Schweine 4540 (5021). Notiert wurden je 50 Kilogramm Lebendgewicht in Mark: Kälber a) 65 (61 bis 65), b) 57 bis 59 (56 bis 59), c) 48 bis 50 (45 bis 50), d) 40 (35 bis 40). Häm- mel b2) 46 (46), cj 41 bis 45 (41 bis 45), d) — (36 bis 40). Schafe a) 37 bis 41 (40 bis 41), . b) 32 bis 36 (35 bis 38), c) 22 bis 30 (27 bis 32). - Schweine a) 56,50 (56,50), bl) 55,50 (55,50), b2) 54,50 (54.50), c) 52,50 (52,50), d) 49,50 (49,50). Sauen gl) 53,50 (53,50), g2) 51,50 (51,50). Marktverlauf: Kälber und Schafe mittelmäßig, Schweine, zugeteilt. Frankfurter Pferdemarkt. Frankfurt a. M., 1. Febr. Der Frankfurter Pferdemarkt war reichlich beschickt. Es standen etwa - 100 Tiere mehr als im Vormonat zum Verkauf. Auch der Besuch aus Kreisen der Landwirtschaft und der Fuhrhalter war zahlreicher. Die Preise bewegten sich nahezu in denselben Grenzen wie beim Januarmarkt, vereinzelt waren sie infolge der verringerten Qualität etwas niedriger. Schlachttiere wurden gesucht, besonders junge fette Ware, für die etwa 25 bis 27 Mark je 50 Kilogramm Schlachtgewicht bezahlt wurden. II. Qualität bemcgten sich etwa 5 bis 7 Mark darunter. Der nächste Pferdemarkt wurde auf den 1. Mürz angesetzt. vormittag, die in der vergangenen Woche verschobene deutsche Viererbob-Meisterschaft auf der Olympia-Bobbahn nachzuholen'. Die Beteiligung war in Anbetracht des sozusagen über Nacht angesetzten Termins gut, fanden sich doch fünf Mannschaften am Start ein. Schon der Vorlauf ergab, daß sich die Bahn in besserem Zustand befand als während der Weltmeisterschaft. So war es kein Wunder, daß Hans Kilian mit feiner im ersten der beiden Rennläufe erzielten Zeit von 1:22,07 Minuten auf vier Sekunden an den Bahnrekord des Schweizers Capadrutt herankam. Im zweiten Lauf hatte zwar der Rießerseer Roussele auf „Greif" mit Kernser als Bremser mit 1:22,14 Minuten die beste Zeit, doch war Kilian mit Krempl als Bremser und vor der Mannschaft Braumiller-Windhaus auf Bob „Zugspitze" mit der Gesamtzeit von 2:44,33 Minuten am schnellsten und errang damit den Titel. Kurze Sportnotizen. 46 Mannschaften mit 18 4 Läufern werden sich an den Staffelwettbewerben der deutschen und Wehrmacht-Skimeisterschaften vom 5. bis 13. Februar in Neustadt (Schwarzwald) beteiligen. ' * Tazi 0 Nu 0 0 lari wird auch der „Kapitän" des neuen italienischen Rennstalles „Alfa Corse" in der Rennzeit 1938 sein. Seine bekanntesten Mitkämpfer sind wieder Farina, Tadini und Pinta- cuda. Nachmittag werden zwei Bezirksklasfenvereine ein Fußballspiel zeigen. Der Sportverein Garbenteich wurde am 15. September 1928 gegründet, schloß sich sofort dem damaligen Westdeutschen Spielverband an und machte sich die Pflege des Fußballspieles, der Leichtathletik und anderer Sportarten zur Aufgabe. Die Ertüchtigung der Jugend gehörte ebenfalls ,3um gestellten Aufgabengebiet. Der Verein konnte eine erfreuliche Entwicklung verzeichnen. Bereits 1930 konnte em Sportfest abgehalten werden, das bei reger Beteiligung dem Verein einen schönen ideellen Erfolg brachte. Schon im Herbst 1930 konnte die 1. Fußballmannschaft maßgeblich in die sportlichen Ereignisse eingreifen und drei Pokalspiele gewinnen. In den Spielserien 1930/31 und 1935/36 gelang der Mannschaft durch steten Einsatz die Erringung der Gruppenmeisterschaft. Auch eine Jugendmannschaft steht im Felde, die bereits schöne Erfolge erzielte. Hans Kilian deutscher Viererbob-Meister. Das überaus günstige Wetter — 5 bis 7 .Kältegrade herrschten im Rießerseegebiet — veranlaßten den Deutschen Schlittensport-Verband am Dienstag- Gießener Schlachtviehmarkt. , Zum gestrigen Gießener Schlachtviehmarkt (Schlachtviehverteilungsmarkt) in der Viehoersteigerungshalle Rhein-Main in Gießen wurden 11 Ochsen, 8 Bullen, 12 Kühe, 30 Färsen, 106 Kälber, 194 Schweine, 7 Schafe aufgetrieben. An Preisen wurden erzielt: Ochsen 39 bis 44 Pf., Bullen 40 bis 42 Pf., Kühe 32 bis 42 Pf., Färsen 35 bis 43 Pf., Kälber 30 bis 56 Pf., Schafe 42 bis 48 Pf. je Pfund Lebendgewicht. Für Sehweine wurden je Kilogramm Lebendgewicht folgende Preise bezahlt: Klasse a (150 Kilogramm und mehr) 1,11 Mark, Klasse bl (135 bis 149,5 Kilo) 1,09 Mark, Klasse bll (120 bis 134,5 Kilo) 1,07 Mark. Klasse c (100 bis 119,5 Kilo) 1,03 Mark, Klasse d bis f (unter 100 Kilo) 0,97 Mark, Klasse gl (fette Specksauen und I und Altschneider) 1,05 Mark, Klasse gll (andere Sauen und h Eber) 1,01 Mark. — Marktverlauf: Der gesamte Auftrieb wurde verkauft: Schweine und Großvieh zugeteilt, Kälber lebhaft. Buderussche Eisenwerke, Wetzlar. Voraussichtlich wieder 5 v. h. Dividende. Fwd. Ueber das Ende Dezember ab gelaufene Geschäftsjahr 1937 erfährt der Fwd., daß sich das Geschäft etwa im Rahmen des Vorjahres bewegte, wobei abex die Ausfuhr eine gewisse Steigerung nehmen konnte. Der noch beachtlichen Erhöhung des Gesamtumsatzes um 24 v. H. im ersten Drittel 1937 mar ein ruhigerer Verlauf in den weiteren Abschnitten gefolgt. Im Gegensatz zu verschiedenen Verlautbarungen wird das Ergebnis 1937 rrtit einer Ausschüttung rechnen lassen, die den i. V. von 4 auf 5 v. H. erhöhten Dividendensatz nicht überschreitet. Vielmehr steheis voraussichtlich unverändert 5 v. H. Dividende auf das Grundkapital von 26 Millionen Mark in Aussicht. Im Berichtsjahre wurden 3 Millionen Mark Vorratsaktien, an den Börsen neu zugelassen. Im Zuge der Vereinfachung hat Buderus in jüngster Zeit eine Reihe von Gewerkschaften auf dem Wege der Umwandlung übernommen. Keine AblieferungspflichtfürTatg mehr. Fwd. Im November 1937 hatte der Reichsnährstand durch die Hauptvereinigung der deutschen Viehwirtschaft eine Talgqblieferungspflicht angeordnet, um die Bestände der Reichsfettstelle, die u. a. auftretenden Spitzenbedarf zu überbrücken hat, zu ergänzen. Den fleischverarbeitenden Betrieben wurde die Ablieferung von fünf Kilogramm Rinderrohtalg je Stück unter bestimmten 'Voraussetzungen zur Pflicht gemacht. Die zur Wiederaufüllung der Vorräte notwendigen Mengen konnten, wie mittzeteilt wird, innerhalb von etwa zwei Monaten wieder ergänzt werden. Da man eine ausreichende Versorgung -mit Talg infolge der guten Rindergewichte und der laufend ausreichenden Schlachtungen erwartet und in den nächsten Monaten sich eine gewisse saisonmäßige Entlastung im Talgbedarf bemerkbar machen wird, konnte zugleich mit der Er- feine letzte Verwendung finden. Die Knochen z. B., die ja immer ungegessen bleiben werden, erfahren in dafür geschaffenen Industrien ihre Verarbeitung, und das Fett daraus präsentiert sich yns erneut in der Seife und im Bohnerwachs. Das Knochenmehl wiederum — um bei diesem vielseitigen Beispiel zu bleiben — tritt als Düngemittel in der Landwirtschaft einen erneuten Kreislauf ‘Öer sich wandelnden Werte an. Liselotte Lukat. MW Vo Q den Armee und Nme der ri oamen mir ;°".dungsnim 5Werma ^ohlenberqer Lahmen ' Mirage n ^abe des urch die E $en- Lanbunn ** i. SSW d °L1 Ä SM "Aegir* »h.:* tzi«' vor h',/?' Tie ^er Stellung nehmen, und es wurden auch außerhalb des Ernährungs'bereiches viele wertvolle Erfahrungen in bezug auf die Nutzung der Dinge gemacht. Heute sind wir nun aus anderen Gründen gehalten, den Wert oder Unwert der Abfälle und Reste der Nahrungsmittel genauestens zu prüfen. Uns hat sich bereits der Satz eingeprägt: „Laßt nichts u m t 0 m m e n ! " Das gilt nicht nur dafür, Lebensrnittel vor dem Verderb zu bewahren, sondern auch für die sinngemäße Verwertung der Abfälle. Nicht alles kann als wertvolles Tierfutter im Verband öffentlicher Lebensoersicherungsanstal- ten in Deutschland zusammengeschlossenen Anstalten haben im Jahre 1937 an Versicherungssummen, die durch Tod fällig geworden sind, 16 404 829 (im Vorjahr 15 222 663) Mark ausgezahlt. Dazu treten 3 89L958 (im Vorjahr 3184 091) Mark, die infolge Ablaufs gewährt worden find. Seit Abschluß der Inflation, also ab 1924 bis zum 31. Dezember 1937, sind insgesamt über 136,17 (im Vorjahr 119 79) Millionen Mark durch Todesfälle und insgesamt 10,75 (im Vorjahr 6,82) Millionen Mark durch Ablauf fällig geworden und zur Auszahlung gekommen. Aus diesen Zahlen ist der Wert der Sicherstellung der Hinterbliebenen und die Bedeutung der Fürsorge für das eigene Alter zu erkennen. Fwd. Schweine - Zwischenzählung am 3. März. Ein Runderlaß des Reichsernährungsministers gibt den Termin für die übliche Zwischenzählung der Schweine bekannt. Danach soll die Zählung am 3. März 1938 durchgeführt werden. Mit dieser Zählung sind, wie bisher, noch einige weitere Ermittlungen zu verbinden, und zwar der nichtbeschaupflichtigen Hausschlachtungen von (Schafen und Ziegen unter drei Monaten in jedem der drei vorhergehenden Monate Dezember 1937, Januar 1938 und Februar 1938 und der in jedem der drei vorhergehenden Monate geborenen Kälber. M"» L & ° E ■ sfec t d- 9 Lichtmeß eg' in einer wenig«* Tage die 3 Abendstun Minuten, ob Lause des Stunde, uw erfreuliche 1 es in der w Indessen V dein OptttN'S schießen las>^ hälfte des L in Menge, u cm ankomm' Februar m wenn er im im Februar zen schweige richtiger Llä lich lein,Jot in besondere Lorbedeutun stürmt und weit; ist es wohl nicht 1 möglichst vk in der Lick wieder zu l ger schöne 1 kennzeichnet bringt reich Obwohl Bedeutung seinen Nar handelt sic! die an dir Gegenden war Licht punkt: alle hatte, wur auf, und r Wenn dies Geltung b Bedeutung men wir 1 nis, daß Trotz der Frankfurt a, M. Berlin Frankfurt a. M. Berlin Schluß- kurs Schluß!. Abend- bürfe Schluß- kurs Schluß!. Mittag- börse Schluß- kurs Schlußk. Abendbörse Schlußkurs Schluß!. Mittag- börse Damm 3L1 1 2 31.L 1.2. Datum 31.1. 1.2. 31.1. 12. 5% Deutlche Reichsanleihe v. 1927 101,5 101,9 101,5 101,6 Accumulatoren-Fabrik...... . 14 — —— — 228 4% Deutsche Reichsaig. von 1934 — 99,4 99,4 99,4 Aschaffenburg Zellstoff...... .. 6 139,5 141,25 140,75 141,75 4y2% Deutsche Reichsschahanwei- Beinberg................. .. 0 141 141,5 140,75 141,5 jungen von 1935........... — — — — Bekula................... .. 8 168,5 169 169,25 169,75 4%% Deutsche Reichsschahanwei- 99,6 99,6 99,6 99,65 Buderus Elsen............. .. 5 127,25 128 127,5 128,25 jungen von 1935, II. Folge ... ty2% Deutsche Reichoschatzanwei- Gement Heidelberg...,...... .. 7 166 166,75 —— —— 99 Gement Karlstadt.......... .. 6 — — — —— jungen von 1936, I I I. Folge .. 99 — — Eonti Gummi............. . 12 192,25 192,25 191,5 192,5 6y2% Dvung Anleihe von 1930 .. 4y2% Hessische Bollsstaat von 1929 107,13 107,25 107 107,25 Daimler Motoren.......... 6 y, 143 143,5 142,4 143 100,75 100,75 101 — Dessauer Gas............. .. 4 — — 122,25 122,4 4»/2% Deutsche Reichspostschatz von 100,65 100,5 100,65 100,65 Deutsche Erdöl............ .. 5 143,5 144,25 .143,5 144,25 1934 I...................... Deutsche Gold- und Silber .. .. 9 253 254 — „ - 1 4y2% Deutsche Reichsbahnschah 100 100 100 Deutsche Linoleum......... . 10 168 168 168 167,75 von 1936 I.................. 100 Elektrische Lieferungen...... .. 6 129 129,5 129 129,75 Reichsanleihe-Altbesitz.......... Oberhesjen Provinz-Anleihe mit 130,13 130,2 130,13 130 Elektrische Licht und Kraft... .. 7 144 144,75 144 144,75 138,25 I. G. Farben-Jnbustrie..... .. 7 161 162,75 161 162,75 Auslos.-Rechten............... 138,25 — —— Felten & Guilleaume....... .. 6 138,75 139 138,5 139 4*/»% Hess. Landesbk. Darmstadt 100 100 Gesfürel.................. .. 7 147 149 147,5 149,25 Goldpfe. R. 12.............. 100 — Th. Goldschmidt........... .. 6 141 141,65 141,25 141,9 6%% Hess. Landes-Hyp.-Banl 101,9 101,75 Gritzner Maschinen......... .. 0 50 51,25 , 50,25 51,25 Liqu. Goldpfe............... 4%% Preus;. Landespfdbr.-Anst. — — Harvener................. 3'/7 175,5 175,5 175,5 176,25 116 Hoesch Ehen............... 3‘/7 115 116 115 Goldpfe. R. 19.............. 100 100 100 100 Philivp Holz mann......... .. 8 160 160,5 161 161 4%% Preuß. Gold-Komm. R. 20 99,5 99,5 99,5 99,5 Ilse Bergbau.............. .. 6 — — —7 4/2% Darmstädter Komm.-Lan- 99,25 Ilse Genüsse.............. .. 6 134,25 134,5 134,75 135 desbank R. 6................ 99,13 — — Hali Aschersleben.......... .. 4 111,25 111,4 111,4 111,75 Deutlche Komm.-Sammel-Anleihe 135,4 135,5 135,5 Klöcknerwerke ............ 4*/2 119,25 119,75 119,5 120,13 Auslos.-Rechte I.............. — Kvköwerke und Chemische Fabrik 7 — — 158,25 159,5 4^>% Franks. Hyp. Goldpfe. R. 15 100 100 100 100 Lahmeyer ............... .. 6 120 121 120,5 121,5 4»/2% Franks. Hyp. Gold-Komm. 99,5 Main kraft................ .. 4 95,75 95,75 — —7— Lbl. 2 3.................. 99,5 — — 'Mannesmann............. 4'A 115,25 115,75 115,25 115,3 &y2% Franks Hyp. Liquidation Mansselder Bergbau...... .. 7 — — 157,5 —— Goldpfe.................... 102,65 102,65 — — Metallgesellschast.......... .. 6 146 147,75 146,5 148,5 6V2% Rheinische Hyp. Liquidation Crenftein & Koppel....... .. 0 — — 110,25 110,5 Golvpse..................... 102,4 102,5 102,2 102,5 Rheinische Braunkohle..... . 12 231,25 231,25 231,75 231,5 Steuergutschein-Verrechnungskurs 111,4 111,4 — 111,6 Rheinische Elektro......... .. 6 — 129, t Rheinstahlwerke........... .. 6 144.5 145,5 145 145.65 A.G. fstr Verkehrswesen .... 6% Hamburg-Südam. Dampfschiff. u Hamburg-Amerika Paket......0 Norddeutscher Lloyd..........o Deutsche Reickisbahn Vorz.-Akt. 7 135 81,5 82,75 129,4 136 81,5 83 129 75 135,5 82 82,13 129,65 135,75 82,25 83 129,65 RIu'inisch-Westfälische Elektro Rütgerswerke............ Salzdetfurth Kall......... Schuckert & Go............ Schultheis Patzenhofer..... Siemens & Halske........ .. 6 .. 7 .. 6 .. 7 .. 4 .. 9 126,25 152,5 170 178,4 127 153 169 179,75 126,5 152,5 170 179 96 212.25 127,25 153,25 179 180 95,75 214,75 Süddeutsche Zucker........ . 10 211 211 215 210.5 RetchSbank................. 12 209,5 211,25 209,9 211 Bereinigte Stahlwerke..... 471 113,25 113,9 113,25 113,75 Berliner Handelsgesellschaft . 6 y, —— — 135,75 — Westdeutsche Kauf Hof...... .. 0 60,5 60,9 60.5 61 Commerz- und Privat-Bank ... 5 122 122 122 122 Westeregeln Alkali......... .. 4 — 111,25 111,75 111,75 Deutsche Diskonto............ 5 127 127 127 127 Zellstoff Waldhof......... ... 6 148 149,25 148 148,5 Dresdner Bank........... 4 114,25 114,25 114,25 i 114,25 Ltavi Minen............. . 0,6 29,25 29,25 29,25 29,25 31 .Januar 1 .Februar 31 .Januar 1 .Februar Amtliche Viuiieruiifl Amioche Notierung Amtliche Geir torietung Br"! Amtliche Notierung Br-.i fleir Bne ■tfeir Brie. Buenos Aires............. 0,682 0.686 0,683 0,687 gavan.................... 0,724 0,726 0,724' 0,726 Brüssel................... 41,97 42,05 41,97 42.05 Jugoslawien .............. 5.694 5,706 5,694 5,706 Rio de Janeiro............ 0,140 0,142 0,140 0,142 £610 ................... 62,47 62,59 62,45 62,57 49,05 Polen.................... 47,00 47,10 47,00 47,10 Wien..................... 48,95 49,05 48,95 Kopenhagen............... 55,49 55,61 55,47 55,59 Lissabon.................. 11,29 11,31 11,29 11,31 Danzig................... 47,00 47,10 47,00 47,10 Stockholm ................ 64,08 64,20 64,05 64,17 London................... 12,43 12,46 12,425 12,455 Schweiz.................. 57,48 57,60 57,46 57,58 Helsingfor-................ 5,499 5,511 5,495 5,505 Spanien.................. 14,49 14,51 14,49 14,51 Paris.................... 8,152 8,168 8,132 8,148 Prag..................... 8,711 8,729 8,711 8,729 Holland.................. 138,61 138,89 138,56 138,84 Budapest................. - - — — Stallen................... 13,09 13,11 13,09 13,11 Neuyork.1................ 2,479 2,483 2,477 2,481 Hr.27 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheffen) Mittwoch, 2.ZebruaNM Aus der Stadt Gießen. Lichtmeßtag. Wenn es auch vorerst noch nicht den Anschein hat, als hätten wir den Winter bereits überwunden, so läßt sich doch nicht bestreiten, daß seine Herrschaftsdauer schon zur Hälfte abgelausen ist. Der Tag, der uns diese unumstößliche Tatsache verbürgt, ist der 2. Februar. Er trägt den Namen Lichtmeß und hat seine hohe Bedeutung, denn im Brauchtum unseres Volkes gilt er als wichtiger Lostag und im übrigen verweist er den Winter wirklich in die zweite und letzte Etappe seines eisigen Wirkens. „Lichtmessen ist der Winter halb vergessen", heißt es in einer alten Bauernregel, und wenn wir ein wenig aufmerksam sind, spüren wir jetzt an jedem Tage die zunehmende Helligkeit in den Morgen- und Abendstunden. Freilich sind es täglich nur einige Minuten, aber im ganzen beträgt die Zunahme im Laufe des Monats Februar etwa eineinhalbe Stunde, um welche die Nacht verkürzt wird Diese erfreuliche Feststellung bestätigt einwandfrei, daß es in der Tat allmählich dem Frühling entgegengeht. Indessen soll man hinsichtlich dieses Vorganges dem Optimismus noch nicht allzu sehr die Zugel schießen lassen. Erfahrungsgemäß bringt Die zweite Hälfte des Winters immer noch Kälte und Schnee in Menge, und wenn es auf die Wünsche der Bauern ankommt, dann muß es sogar so sein. Der Februar ist der Landbevölkerung willkommen, wenn er im Eisgewand einhergeh't, denn ,wenn im Februar die Mücken geigen, müssen sie im Märzen schweigen". Aus diesem Grunde soll auch ein richtiger Lichtmeßtag keineswegs überaus freundlich sein, sondern vielmehr die Kraft des Winters in besonderem Maße zeigen, wenn ihm eine gute Vorbedeutung eigen ist. „Wenn es an Lichtmeß stürmt und schneit, ist der Frühling nicht mehr weit: ist es aber klar und hell, kommt der Lenz wohl nicht so schnell," Die Sonne soll sich deshalb möglichst verstecken, denn: „Sonnt sich der Dachs in der Lichtmeßwoche, geht auf vier Wochen er wieder zu Loche." Und daß dem Bauern die weniger schöne Witterung auf alle Fälle jetzt lieber ist, kennzeichnet auch die Regel: „Dunkle Lichtmessen bringt reichlich Essen " Obwohl dem wachsenden Tageslicht besondere Bedeutung zukommt, so hat doch der Lichtmeßtag seinen Namen von einem katholischen Brauch. Es handelt sich dabei um die Weihe der Osterkerzen, die an diesem Tage üblich war und in manchen Gegenden heute noch üblich ist. Darüber hinaus war Lichtmeß immer schon ein wichtiger Wendepunkt: alle Lichtarbeit, die mit Michaelis begonnen hatte, wurde eingestellt, die Zeit des Spinnens hörte auf, und man ging wieder mit der Sonne schlafen. Wenn diese Gepflogenheit auch nicht mehr überall Geltung besitzt, so hat der Lichtmeßtag doch seine Bedeutung gewahrt, und auch in der Stadt nehmen wir mit Genugtuung die Gewißheit zur Kenntnis, daß allen winterlichen Anstrengungen zum Trotz der Lenz in baldiger Aussicht steht. H. W. Sch. Dorrwiizen Tageskalender für Mittwoch. Stadttheater: 19.30 bis 22 Uhr „Anna Maria". — Gloria-Palast (Seltersweg): „La Habanera". — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „Schimmell'rieg von Holledau". — Oberhessischer Kunstverein, Turmhaus am Brand: 17 bis 18 Uhr, „Frankfurter Künstler der Gegenwart". Stadttheaker Gießen. Aus dem Stadttheaterbüro wird uns geschrieben: x Heute abend Wiederholung des Dramas „Anna Maria" von Müller-Scheld. Spielleitung Dr. Erich Schumacher. Die Vorstellung findet als 18. Vorstellung der Mittwoch-Miete statt. Beginn 19.30, Ende 22 Uhr. „Quer durch Südamerika." Am morgigen Donnerstag, nachmittags und abends, wird der Pressemann und Schriftsteller Dr. Roch bei den Sondervorführungen seines Kultur- Koloniale Aufklärung ist notwendig. Die Ortsgruppe Gießen-Nord der NSDAP, veranstaltete am gestrigen Dienstag im „Frankfurter- Hopf" einen von Ortsgruppenleiter Thomas geleiteten Schulungsabend. Kreisamtsleiter Sparkassendirektor Dr. Hopfenmüller behandelte in eineinhalbstündigen fesselnden Ausführungen die koloniale Frage. Deutschland erhebe in aller Form den Anspruch auf seine Kolonien, ohne Rücksicht auf Die Nachbarn, Die grund- sätzlich fein VerstänDnis für Diese Ansprüche zeigten. In eingehenDen Darlegungen unD unter Zitierung wesentlichster Argumente aus Der reichhaltigen Literatur über Die Kolonialfrage erläuterte Der ReDner Die Absichten unserer einstigen Kriegsgegner, Die Darauf hinauszielten, Deutschland) Durch Die Wegnahme Der Kolonien wirtschaftlich zu treffen unb moralisch zu vernichten. Ausgehend von Dem Bruch Des Kongopaktes Durch Die EnglänDer, Die Damit Den Weltkrieg auch auf Afrika ausDehn- ten, bis zu Dem Raub unserer Kolonien unD zu Der im FrieDensDiktat von Deutschland erpreßten Anerkennung Der kolonialen SchulDliige wies Der ReDner Den bei unseren Damaligen Feinden vor- herrschenDen Willen zur restlosen Vernichtung ihres Deutschen Gegners nach. Diesen Machenschaften stellte Der Vortragende das unverminderte Recht Deutschlands auf seine Kolonien entgegen. Er führte überzeugend an, wie durch das Mandatssystem unsere Kolonien Den fremDen Mächten nicht als Besitz übertragen, sondern nur zur Verwaltung Übergeben rourDen, Die sie als Treuhänder auszuüben haben. Als wichtigen Zeugen gegen Die DeutfchlanD auf- gezwungene KolonialschulDlüge führte Pg. Hopfenmüller u. a. Den MinisterpräsiDenten Der Süd- afrikanischen Union, General Hertzog, an. Zn seinen weiteren Ausführungen kennzeichnete Der VortragenDe Das Verhalten Der Sozialdemokraten und Des Zentrums, Durch Deren SchulD kein ernsthafter Versuch Der Zurückgewinnung unserer Kolonien unternommen rourDe. Erst nach Der Machtübernahme durch Adolf Hitler meldete Deutschland seine Rechtsansprüche an, denn das deutsche Volk braucht seine Kolonien als Grundlage unD Fundament für seine friedliche Aufbauarbeit. Die vom Redner ziffernmäßig belegten Größenverhält- nisse zwischen Mutterland und Kolonialbesitz bei anberen Völkern im Gegensatz zu den deutschen Raumverhältnissen unter Berücksichtigung der Bevölkerungszunahme ließen erkennen, daß die Frage der Kolonien von uns mit gutem Grund und mit vollem Recht in den Vordergrund gestellt wird. Deutschland wird nicht ruhen, bis es seine Kolonien wiedererlangt hat. Heute kann das Ausland Die Deutsche Forderung nicht mehr überhören, unD auch Der englische Außenminister EDen wirD in dieser Frage uinternen müssen. Neben einer Erläuterung des Wertes unserer Kolonien unterstrich Pg. H o p f e n in ü 11 e r auch ihre Bedeutung als Rohstoffquelle, Absatzgebiet unb Damit als Basis einer Steigerung unserer Industrieproduktion und der Verbreiterung unserer Wirtschaftslage unD Der Ausweitung unseres Lebensraumes. Nicht zuletzt hob er auch Die Bedeu- tung Der Kolonien als politische Erziehungsstätte und Charakterschule für bie Jugend hervor. Abschließend stellte Kreisamtsleiter Hopfenmüller außer den rechtlichen Ansprüchen unb den wirtschaftlichen Notwendigkeiten die ethische Seite unserer Kolonialforderung heraus, die er mit einer Verpflichtung gegenüber Den in unseren Kolonien gefallenen Deutschen HelDen unD mit Der Wieder- herstellrmg Der deutschen Ehre begrünDete. Ortsgruppenleiter Thomas gab Dem Durch starken Beifall befunDeten Dank an Den ReDner AusDruck unD forDerte seine Politischen Leiter, Amtswalter bzw. -walterinnen unD Die Führer unD Führerinnen auf, Diese GeDanken in Das Volk zu tragen unD für Aufklärung in Dieser wichtigen Frage Sorge zu tragen. gegen Vorzeigen des gültigen HJ.-Ausweises aus* gegeben. Auskunst über den Schwesternberuf. NSQ. Das Interesse am Schwesternberuf ist außerordentlich groß. Die vielen Anfragen lassen vermuten, daß noch nicht genügende Klarheit darüber herrscht, welcher Weg einzuschlagen ist, um er- chöpfende Auskunft über alle Fragen zu Erhalten. Mädel, die Interesse am Schwesternberuf haben, wenden sich je nach ihrer Eignung und ihrem Interesse an eine der nachfolgenben Stellen: Gauvertrauensschwester der NS.-Schwesternschaft, Gauamtsleitung Der NS.-Volkswohlfahrt, Darm- taDt, Jakob-Sprenger-Haus: Deutsches Rotes Kreuz, Provinzialverband Hes- en-Nassau, Kassel, Karthüuserstraße' 23; Hess. Alice-Frauenverein, Alice-Schwesternschaft e. 23., DarmstaDt, Dieburger Straße 31; Gausachbearbeiterin Des Reichsverbandes Der freien Schwestern bei Der Gauamtsleitung der NSV., Darmstadt, Jakob-Sprenger-Haus. Mädel geben auf Fahrt NSG. Damit allen Betriebsführern und Arbeil- gebern die Möglichkeit einer rechtzeitigen Berücksichtigung bei der Urlaubseinteilung gegeben ist, RUHL Seilersweg Nr. 67 adiO Telephon Nr. 3170 |jw eparaturen ,897 u ® gibt der BDM.-Obergau Hessen-Nassau bereits jetzt ferne Fahrtentermine für Den Sommer bekannt: »Fahrten innerhalb Hessen-Nassaus vom 15. bis 21. Mai und vom 22. bis 9. Juni: Fahrten in Die Bayerische Ostmark vom 15. bis 27 Juni, Fahrten in bie Grenzmark vom 3. bis 13. August, Fahrten in Die Nordmark vom 15. bis 30. Juni, Fahrten in das SaarlanD vom 7. bis 20. August, Fahrten in Die Westmark vom 7. bis 20. August. Anmeldungen zu Den einzelnen Fahrten nehmen Die UntergauDienststellen entgegen. filmes „Sonniges SüDamerika, guer Durchs LanD" Die Begleitvorträge halten. Der Vortragende, Der als Begründer und mehrjähriger Herausgeber der einzigen zweisprachigen illustrierten Halbmonatsschrift „Universum" unD „Deutsche Tageszeitung für SüDbrafilien" in Rio De Janeiro LanD unD Leute genau kennengelernt hat, wirD Den Besuchern Dieser Sonder-Filmvorführungen viel Interessantes zu erzählen haben. Nach Den vorliegenden Druckschriften und Berichten werben Der Film und Der Dortrag allen Besuchern einige schöne unD wertvolle Stunden bereiten. Man darf daher Den beiden Veranstaltungen am morgigen Donnerstag im Lichtspielhaus bzw. im Gloria-Palast mit besonderem Interesse entgegensehen. 3XS<5>. „Kraft durch Freude", Kreis Gießen. KdF.-rNiete. Die 3. Rate Der KdF.-Miete, Gruppe I, muß bis spätestens Donnerstag, Den 3. Februar 1938, eingelöst werben. Theatervorstellung. Sonntag, den 6. Februar, nachmittags 14.45 Uhr, auf vielfachen Wunsch Wiederholung der Operette: „(Eine iNacht in Venedig". Preise —,60, 1,—, 1,20 RM. 677V Omnibusfahrten. Am 28. Februar finden Omnibusfahrten zum Rosenmontagszug nach Mainz und Köln statt. Fahrpreis nach Mainz 4,40 RM. Fahrpreis nach Köln 7,50 RM. Alle Karten sind in der Verkaufsstelle Seltersweg 60 erhältlich. • AS.-Knegsopferversorgung Kameradschaft Gießen. Am 3. Februar findet eine Mitgliederversammlung mit Lichtbildervortrag im Restaurant „Zum Burghof" (Cafe Ebel) statt. Beginn pünktlich um 20 Uhr. Hitler-Jugend Bann 116 Gießen. Betr.: Führertagung des Vannes 116 am Sonntag, 6. Februar. Am kommenden Sonntag, 6. Februar, findet als Auftakt zur Sommerarbeit eine Führertagung des Bannes 116 statt. An dieser Führertagung haben teilzunehmen: alle Unterbannführer, Gefolgschaftsführer, Scharführer, Kameradschaftsführer, Gefolg- schaftsgeldverwalter, Gefolgschaftssozialwarte, Gefolgschaftssportwarte sowie die Stellenleiter und Mitarbeiter des Bannes 116. Die Führertagung findet in der Aula des Gymnasiums statt. Sie beginnt um 8 Uhr unb bauert bis gegen 12 Uhr. Angetreten wirb um 7.30 Uhr an ber Banndienst- stelle. Einberufungsscheine für Fahrpreisermäßigung können sofort bei uns angeforbert werben. 50 Pf.-Bleibenausweis nur noch an HZ -Angehörige. NSG. Mit sofortiger Wirkung tritt eine wichtige Aenberung Der Ausweisbestimmungen im Jugenb- herbergsverbanD in Kraft. Die bisher an alle Ju- genblichen bis zum oollenbeten 20. Lebensjahr aus- gegebenen Bleibenausweise für 50 Pfennige werden künftig nur noch an Mitglieder der HI., des Jungvolks, des BDM. und der IM. ausgegeben. Alle anderen jugendlichen Einzelwanderer haben Die MitglieDskarte zum Jahresbeitrag von 2 RM. zu erwerben. JugenDliche vom 20. bis 25. Lebensjahr können, sofern sie in Berufsausbildung stehen, auch die Mitgliedskarte zum halben Preis lösen. Der Bleibenausweis wird an Angehörige der HI. nur Oie Soldatenbilder der l.Reichsstraßensammlung. 1750 Zur 4. Reichsstraßensammlung am 5. und 6. Februar werden besonders schöne Soldatenbilder zum Verkauf gelangen, die aus Seidenfäden kunstvoll gewebt sind und bie Trachten unb Uniformen ber deutschen Soldaten feit dem Beginn des 16. Jahrhunderts veranschaulichen. Zum erstenmal wird bei dieser Reichsstraßensammlung auch das Nationalsozialistische Fliegerkorps mitwirken. — (Scherl-Bilderdienst-M.) Mißglücktes Landungsmanöver. Don Korvetten-Kapitän a. O. G. G. Irhr. v Iorstner. An den Gedenktagen an bie vor 20 Jahren von Armee unb Flotte gemeinsam burchgeführte Einnahme ber russischen Inseln Oesel, Moon unb Dago kamen mir (Erinnerungen an Das erste größere Landungsmanöver, Das wir gelegentlich eines Kaisermanövers im Jahre 1904 in Der Wohlenberger Wieck an Der mecklenburgischen Küste vornahmen. Dieses hielt sich wegen Der leiDigen Kostenfrage noch in bescheidnen Grenzen, nur eine BrigaDe Des X. Armeekorps sollte unter Schutz Durch Die „aktive Schlachtflotte" Dort gelanDet werden. LanDungsmanöver von Dem Ausmaße Der bei Den letzten Wehrmachtsmanövern durchgeführten Truppenverschiffungen würben von uns vor bem Kriege leiber überhaupt nicht vorgenommen. Die Ueberführung ber Brigabe erfolgte bamals auf kleinen Schiffen, bie möglichst weit unter Land fahren konnten. Mit ben Booten ber Linienschiffe sollten bie Armeetruppen bann an Lanb gesetzt werben. Ich hatte bie Aufgabe, mit meiner Ruberbarkaffe von SMS. „Kaiser Karl ber Große 80 Mann eines hannoverschen Infanterie-Regiments von bem Küstenpanzerschiff „Aegir" an Land zu setzen. Als ich mein Boot auf „Aegir langsseits meldete, wurde mir gleich Der Zugführer Des für mein Boot bestimmten Trupps oorgefteUt Nach kameraDfchaftlicher Begrüßung erkundigte ich mich, wie er unD feine Leute nachts an Borb geschlafen hätten. Der junge Leutnant gab nur zurück: „Danke sehr, Herr Kamerad, besser als in ber Ackerfurche Nr. 7 war es immerhin noch". - D-ese Antwort imponierte mir bamals ganz Ungeheuer. Allerbings sah ber Herr Leutnant gar nicht danach aus, als ob er allzulange nachts über bie Augen zugemacht hätte. Dafür kannte ich meine Kameraben ai|f „Aegir" zu genau. 1 Nun ging bas Verstauen ber Mannschaften los. Die Unterbringung ber kriegsmäßig ausgerüsteten Infanteristen in bem Boot war nicht ganz letajt. Mit: „He, Sie ba, gehen Sie noch eine Ducht weiter vor nach Backborb!" war nicht viel anzufangen. Jeber setzte sich, froh, eine Sitzgelegenheit gefunden zu haben, einfach borthin, wo es ihm beliebte Da kam mir aber cifi rettenbcr Gebanke. Die Landungstruppen tarnen barfuß mit aufgekrempelten Hosen, in Erwartung ber Dinge, Die ihnen bevorstehen sollten, ins Boot. Ueber Den Schultern hingen ihre Marschstiefel, unD Da es geraDe Kaisermanöver war, hatten alle in Den herausstehenben Strippen schöne neue blenbenb weiße Namenläppchen eingenäbt. Kaum hatte ich Dieses gemerkt, als ich auch gleich anfangen konnte, mit „inbivibueller BehanDlung" vorzugehen. — „Gefreiter Brunstein, gehen Sie zwei Bänke weiter nach vorne unD fetzen Sie sich ganz links hin." — Das klappte, mein Boot würbe am schnellsten beloben. Als nur noch einige Mann an meinen 80 Leuten fehlten, kam ber Regiments- Kommanbeur an das Fallreep und fragte mich von xDem niedrigen Achterdeck des Küstenpanzerschiffes: „Herr Oberleutnant, wieviel Leute können Sie noch aufnehmen?" — Ich hatte genau mitgezählt unb konnte baher gleich zurückmelden: „Der Sergeant Weber ist der 77., ber Einjährige Kempke ber 78., ber Musketier Goersch Der 79. unD Der Spielmann Mehlberg Der 80., Dann ist mein Boot gerabe voll besetzt, Herr Oberst." — Noch heute sehe ich vor mir das 'erstaunte Gesicht bes Negiments-Kommanbeurs, Der schnell einige Worte mit seinem Abjutanten wechselte, worauf biefer mit ber Frage zu mir kam: Der Herr Oberst läßt fragen, ob Sie auch aus unserer Garnisonstabt sind, Herr Kamerad". — Wahrheitsgemäß ließ ich nun ^urückbestetten: Melden Sie Ihrem Herrn Oberst, daß ich aus Greifswald bin." — Hierauf rief dieser mir selbst von oben 3U- Herr Oberleutnant, woher kennen Sie dann aber "bloß mein ganzes Regiment beim Namen?" — Nun mußte ich ja Farbe bekennen und gab deshalb zurück: „Herr Oberst, aus den tadellos neuen Namenläppchen an den Strippen ber Stiefel." — Da mußte auch der Herr Oberst ganz herzlich lachen. Bald darauf sollte ihm dies aber vergehen, und bas ^Vorsorglich lag hinter meiner Barkasse unser Dingi (kleines Boot), bas ich für bie ßanbung in Schlepp mitgenommen hatte, mit mehreren ausgebrachten Rettungsbojen klar. Es mußte damit gerechnet werden, daß beim Ginbooten Leute über Bord fielen und dann war sogleich die beste Hilfe zur Stelle. Glücklicherweise brauchte unser Rettungsboot aber nicht einzugreifem Ick fragte nach beendeter Beladung ben Obersten, ob er nicht mit meiner Barkasse mitfahren wolle. Er lehnte banfenb ab. Das kleine Dingi hatte es ihm angetan. Er wollte ein Boot für M) unb fernen Abjutanten alleine haben. So mußte ich ihm sein Stolz ^Tber Dingigäst, Matrose Grabow, mit den beiben Herren bavon. Diese waren nicht barfuß, fonbern hatten schöne hohe Schaftstiefeln an, weshalb ich die Namen auch nicht erfuhr. Das Dingi fuhr uns voraus. Es Dauerte nicht allzulange, bis es auf Der ersten SanDbank festkam. Da sah ich, wie Der Oberst seinen Säbel zog unD mit ihm Den GrunD anlotete. Nachbem er Die erfreuliche Feststellung gemacht hatte, Daß Das Wasser ihm nicht weiter als bis zur Oberkante seiner Schaftstiefel ging, sprang er mit seinem Adjutanten außenbords, um mit geschwungenem Säbel den feindlichen Strand zu erstürmen. Kein Zuruf des entsetzten Grabow half: „Herr Oberst, töwen’s noch een beeten!" — „Herr Oberst, bat warb Webber beeper, bat is man blot ne Sandbank. Kamen's man ftx webber an Burb." — Unbeirrt stürmte ber Oberst mit seinem Abjutanten aber weiter bem Lande zu. Dem Dingigast blieb deshalb weiter gar nichts übrig, als mit dem nach der Erleichterung wieder flott gewordenen Boot seinen beiden Flüchtlingen nachzufahren. * Wir aber verfolgten von unserer Barkasse erregt bas weitere Schauspiel. Längst liefen bem Obersten unb seinem Abjutanten die Fluten ber Ostsee in bie Stiefelschäfte, schon war bie Schärpe umspült, unb immer höher züngelten bie Wogen. Grabow schrie aus Leibeskräften: „Herr Oberst, kamen's retour! Dat warb noch beeper!" — Nichts aber half. — Der Oberft setzte eben seine Ehre barein, als erster bie feinbliche Küste zu stürmen. Da plötzlich versanken Oberst unb Abjutant in einem tiefen Loch, nur noch zwei Helmspitzen waren, über ben Wogen zu sehen. Grabow griff in feiner- verzweifelten Lage nach ihnen. Ein Glück, baß beibe bie Schuppenketten heruntergebunben hatten. So gelang es ihm, durch Griff unter die Helm- spitzen beide soweit aus dem Wasser herauszuheben, daß wenigstens ihre Köpfe wieder über Wasser kamen. An Backborbseite hielt er ben Obersten, an Steuerborbseite ben Adjutanten über Wasser, während er laut: „Hilfe!" brüllte. An ein Weiterrudern konnte er nun aber nicht mehr denken. Er mußte warten, bis andere Boote zu Hilfe kamen. Mit den Worten: „Ick heww bat jo glief feggf, Herr Oberst, bat fiinb Molligkeiten, glief bie de ierfte Sandbank uttoftiegen", verabschiedete sich Grabow von seinen hohen Passagieren. Als wir bann etwas später lanbeten, sahen wir unfern Herrn Obersten bann boch noch barfuß am Stranb sitzen unb fein Unterzeug auswringen. Die Iran als Erfinderin. Dcktz erste Potent, bas eine Frau erhielt, war vom Jahre 1809 ballert; die Amerikanerin Mary Kes hot es für eine Maschine zum Weben non Stroh mit einem Einschlag von Selbe ober Garn bekommen. Aber es bauerte noch längere Jahre, bis bie Frauen in größerer Zahl als (Erfinberinnen auftraten. Bis zum Jahre 1860 waren bie Den Frauen erteilten Patente sehr selten. Von ba ab nahm jeboch ber Erfindergeist der Frauen sehr schnell großen Aufschwung, und als das Patentamt von Neuyork gegen Ende des 19. Jahrhunderts in einer Sonderabteilung der Atlantischen Ausstellung bie Modelle vereinigte, die von Frauen zum Patent angemelbet waren, war man höchst erstaunt unb bewunberte bie Reichhaltigkeit unb Vielseitigkeit biefer Erfinbungen. Gerade die amerikanischen Frauen haben sich auf diesem Gebiete als ebenso einfallsreich unb praktisch wie Die Männer erwiesen. BesonDers zu betonen ist Dabei, baß sie sich viel mit Verbesserungen an Maschinen beschäftigten. Da erfanb eine Mrs. be Montgomery neue Räder für Lokomotiven, Mrs. N. Meabows ein neues Verfahren bei ber Entschwefelung ber Metalle, Mary E. Walton Eisenbahnen mit Aufzügen, und anbere konstruierte neue Elektrisiermaschinen. In Frankreich gab es vor 1870 fast keine Patente, bie Frauen als Urheber hatten, aber von biefer Zeit würben sie immer häufiger, nachbem ber Frau Die höheren Schulen geöffnet worben waren. Schon gegen EnDe Des Jahrhunderts wurde eine Statistik aufgestellt, noch der im Durchschnitt 60 bis 70 Patente jährlich, Die brauchbare Gebauten enthielten, von Frauen angemeldet wurden. Viele dieser Erfindungen zeigten großen Scharfsinn, wenn auch im allgemeinen zu beobachten war, daß sich die Erfindungsgabe der Frau zunächst auf kleinere Dinge erstreckt und sie oft beit größten Scharfsinn unb bie äußerste Gebulb ou'- wenbet, um Neuheiten unb Verbesserungen von recht nebensächlicher Bebeutung zu schassen. Da.» gilt besonders für diese ersten" Zeiten. Eine 5)anu> ließ einen Kamm patentieren, ber eine Flüssigkeit bireft auf bie Kopfhaut bringt, eine andere eine! galvanische Kette zu Heilzwecken, wieder eine andere eine Taschenschreibmaschine, eine sogar „einen mustergültigen Hosenboden mit beweglichen Seiten für Damen-Sportbeinkleider" patentieren. Dann aber wandten sich bie Frauen wesentlicheren Dingen zu unb traten mit Den männlichen Erfindern in einen ernsthaften Wettbewerb. B. EPNH. Da wiederholt Anfragen dieser Art an die kirchlichen Stellen gerichtet worden sind, hat der Evangelische Presseverband für Nassau-Hessen von zuständigen Stellen diese Frage klären lassen. Zur Militärgemeinde gehören nur Angehörige des Wehrmachtstandes, deren Ehefrauen und Kinder, solange sie nicht 21 Jahre alt find. Unter Ange- hörigen des Wehrmachtstandes werden in diesem Sinne folgende^Personen verstanden: 1. Die Wehrpflichtigen wählend der Erfüllung ihrer aktiven Dienstpflicht. 2. Die aktiven Offiziere und solche Unteroffiziere und Mannschaften, die länger dienen als das Wehrgesetz festsetzt. 3. Die aktiven Beamten und Beamtenanwärter der Wehrmacht. 4. Die Wartestandsbeamten der Wehrmacht, solange sie berufsmäßig in, der Wehrmacht wieder Verwendung finden. . Kirchliche oder seelsorgerische Handlungen dürfen an diesen Gliedern der Militärgemeinde von anderen, nicht mit der Wehrmachtseelsorge beauftragten Geistlichen nur dann vorgenommen werden, wenn sie im Besitz eines Erlaubnisscheines des-zuständigen Militär- oder Standortpfarrers sind. In diesem Falle ist die vollzogene Handlung dem zuständigen Wer gehört zur Mititärgemeinde? Standortpsarrer zu melden, damit sie von ihm tn das Militärkirchenbuch eingetragen werden kann. Im Kirchenbuch der zivilen Kirchengemeinde dürfen derartige Handlungen nur ohne Nummer eingetragen werden. Weiter ist festzustellen, daß wegen der freiwilligen Beteiligung der Familienange- hörigen -an der Gemeindearbeit der kirchlichen Zivilaemeinde keine Bedenken bestehen. So dürfen Militärkinder an dem Kindergottesdienst der zivilen Kirchengemeinde teilnehmen, wenn nicht ein besonderer Militärkindergottesdienst gehalten wird. Nicht zur Militärgemeinde gehören dagegen die zu einer Uebung einberufenen Angehörigen des Beurlaubtenstandes, freiwillige Teilnehmer an Kurzlehrgängen und Zivilangestellte der Wehrmacht. Diese Personen werden während ihrer Zugehörigkeit zur Wehrmacht von den Wehrmachtgeistlichen betreut, bleiben aber mit ihrer Familie während dieser Zeit Mitglieder ihrer Ortskirchengemeinde. Ebenso gehören nicht zur Militärgemeinde die Heeres- und Marinefachschullehrer und auch nicht die in endgültigen oder einstweiligen Ruhestand versetzten Wehrmachtsangehörigen. Aus den Gießener Gerichtssälen. Große Strafkammer Gießen. Der Hans R e v e n aus Kalmar hatte^sich gestern vor der Großen Strafkammer wegen schweren Diebstahls im Rückfall zu verantworten. Der Angeklagte, der bereits zweimal wegen des gleichen Delikts vorbestraft ist, wurde aus der Untersuchungshaft gefesselt in den Gerichtssaal geführt, mit Rücksicht darauf, daß er einen Ausbruchsversuch unternommen hatte. Im Herbst vorigen Jahres hatte er, der sich ohne festen Wohnsitz. im Lande herumtreibt, in Binnen und in Nieder-Weisel je zweimal einge- brocyen und Schmuckgegenstände, sowie Eßwaren und Kleidungsstücke, kurz alles, was nicht niet- und nagelfest war, mitgehen heißen. Bezeichnenderweise hatte er sich in Nieder-Weisel den Kirmesabend ausgesucht, an dem, wie er vermutete, die Bevölkerung an den Feiern teilnahm. Er munde jedoch von mehreren jungen Leuten gestellt und der Polizei übergeben. In der gestrigen Hauptverhandlung war der Angeklagte restlos geständig, und er behauptete, aus Not gehandelt zu haben. Das Gericht sah sich außerstande, dem Angeklagten noch einmal mildernde Umstände zuzubilligen, und erkannte wegen fortgesetzten schweren Diebstahls im Rückfall auf eine Zuchthausstrafe von 2 Jahren, von der zwei Monate durch die Untersuchungshaft als verbüßt gelten. In der Urteilsbegründuna bezeichnete der Vorsitzende den Angeklagten als asoziales Element, weil er jeder regelmäßigen Arbeit abhold fei und einen erheblichen Teil feines Unterhaltes dadurch bestreite, daß er sich an fremder Leute Eigentum vergreife. Daher müsse mit der ganzen Schärfe des Gesetzes gegen ihn vorgegangen werden. Sodann wurde unter Ausschluß der Oeffentlich- feit gegen den K. R. aus Bettenhausen wegen Sittlichkeitsverbrechens verhandelt. Dem Angeklagten wurde zur Last gelegt, im Herbst vorigen Jahres an dem 11jährigen Pflegekind einer Familie unsittliche Handlungen vorgenommen zu haben. Der Angeklagte war restlos geständig. Mit Rücksicht auf feine Jugend — er ist noch keine 20 Jahre alt — billigte das Gericht ihm in weitesten Maße mildernde Umstände zu und erkannte auf die Min - deststrafe von 6 Monaten Gefängnis. Amtsgericht Gießen. Der Jude Hermann Ziegelstein aus Treis' (Lumda) hatte wegen Uebertretung der Gewerbeordnung einen Strafbefehl über 5 Wochen Haft und eine Geldstrafe von 40 Mark erhalten. Auf feinen Einspruch hin kam die Sache gestern zur Hauptverhandlung. Der Angeklagte hatte, obwohl ihm wegen seines umfangreichen Vorstrafenregisters — er ist fast wegen aller Vermögensdelikte vorbestraft — die Ausübung des Viehhäßdlergewerb^s Untersaat war, in Mainzlar mehrere Stück Vieh aufgekauft. Zur Begründung feines Einspruchs machte der Angeklagte geltend, er habe das Vieh nicht für sich gekauft, sondern es nur einem bekannten Großhändler vermittelt. Abaesehen -davon, daß die Vermittlertätigkeit ebenfalls genehmigungspflichtig ist, konnte der Angeklagte in der Hauptverhandlung überführt werden. Das Gericht hob zwar die Freiheitsstrafe auf, erhöhte aber dafür die Geldstrafe auf 1 4 0 M a r k. Sodann wurde der Einspruch des R. K. in Gelnhaar, der wegen fahrlässiger Körperverletzung und Uebertretung der Reichsstraßenverkehrsordnung einen Strafbefehl über 35 Mark erhalten hatte, vor dem Amtsgericht verhandelt. Der Angeklagte befand sich im Herbst 1937 mit einem Omnibus mit Anhänger auf der Fahrt von Münster nach Lich. Dabei schlug er ein derart schnelles Tempo an, daß er seinen Anhänger unbemerkt unterwegs verlor. Obwohl die Straße sehr stark belebt war, hielt er es nicht für nötig, seine Geschwindigkeit zu mindern. Durch einen plötzlich vor ihm auftauchenden beladenen Erntewagen wurde der Angeklagte gezwungen, ganz unvermittelt abzustoppen. Er tat dies auch, versäumte aber, einem hinter ihm herfahrenden Motorradfahrer das Stoppzeichen zu geben, so daß dieser auf den Omnibus des Angeklagten auffubr. Er zog sich dabei geringfügige Verletzungen zu. Da der Angeklagte bei Öör Angabe feiner Personalien verschwieg, daß er bereits wegen Verkehrsdelikten vorbestraft ist, kam das Gericht zur Erhöhung der Strafe auf 60 Mark. Sofortige Rückgabe des Arbeitsbuches auch im Baugewerbe. NSG. . Gemäß § 5, Absatz 2, der ersten Durchführungsverordnung zum Gesetz über die Einführung eines Arbeitsbuches vom 16. Mai 1935 hat der Unternehmer das Arbeitsbuch dem Arbeiter „bei Beendigung" der Beschäftigung zurückzugeben. Diese Bestimmung kann mit Rücksicht daraus, daß eine Neueinstellung eines Arbeiters nur bei gleichzeitiger Vorlage Des Arbeitsbuches erfolgen darf und daß sich bei Nichtbeachtung sowohl der Arbeiter, als auch der Unternehmer strafbar machen, nur dahin ausgelegt werden, daß die Rückgabe am gleichen Tage, an dem die Beschäftigung endet, zu erfolgen hat. Einer solchen Auslegung steht auch § 9, Ziffer 5, der Reichstarifordnung für das Baugewerbe vom 26. November 1936, wonach bei auswärtigen Baustellen dem Arbeiter die Arbeitspapiere spätestens binnen drei Tagen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses zu übersenden sind, nicht entgegen; denn diese Tarifordnung muß als schwächere Quelle dem Gesetz weichen. Wird einem entlassenen Beschäftigten entgegen der Bestimmung des 8 5 der ersten Durchführungsverordnung zum Gesetz über die Einführung eines Arbeitsbuches sein Arbeitsbuch nicht am selben Tage, an Dem Die Beschäftigung endet, aus gehändigt, und ist es ihm deswegen nicht möglich, anderweit auf einer neuen Arbeitsstelle anzutreten, so hat ihm Der Betriebsführer Den entgangenen Lohn zu ersetzen. — Urteil des Arbeitsgerichts Neustrelitz, vom 5. September 1937 — Ca 87/37 DAF. — Entscheidungssammlung 1937 — Seite 256. Der deutsche Kampf in Mitteleuropa. Der Kyfthäuserverband (DDSt.), Bund Gießen, und die Kameradschaft Kaiser im NSDStB. vereinigten die Alten Herren und Die junge Mannschaft zu einer Vortragsveranstaltung und einem kameradschaftlichen Beisammensein im VDSter-Haus an Der Wolfstraße. Kameradschaftsführer Kaiser sprach kurz über Den Sinn des Abends, der Der deutschen Dolkstums- arbeit gewidmet sei, und forderte Die Kameraden auf, auch einmal über Die Grenzen des Vaterlandes hinauszugehen und sich Der Dolkstumsarbeit zu widmen. Prof. Funk begrüßte anschließend im Namen des Altherrenbundes die zahlreichen Teilnehmer des Abends, insbesondere den Redner, Der sich durch sein mannhaftes Eintreten für die Sache des deutschen Volkstums schon manches Verdienst erwarb. Sodann sprach Landgerichtsrat Dr. Dr. Fr. Lange (Berlin), ein Mitarbeiter in Der VDA.« Leitung, über das Thema „Der deutsche Kampf in Mitteleuropa". Er sprach zunächst von Der unabdingbaren Gemeinschaftshaftung aller Deutschen für alle Volksgenossen deutscher Sprache. Er wies darauf hin, daß Friede und Ordnung, Recht auf Arbeit in Deutschland als etwas Selbstverständliches betrachtet würden. Anders fei Dies außerhalb unserer Grenzen. Die Behandlung der Deutschen jenseits Den Grenzen schwanke zwischen Duldung, Willkür und Dem Willen zur Vernichtung deutschen Volkstums. Die Absichten anderer Staaten, dem Deutschtum Kraft und innele Sicherheit zu rauben, bewiesen sich in Den Bemühungen einer Beeinflussung von Der frühesten Jugend bis über Die Militärdienst- zeit hinaus. Insbesondere Die Tschechoslowakei erweise sich als eine grausame slawische Faust gegen alles Deutsche. Das Grundübel für Die Haltung jener Staaten Dem Deutschtum, wie Der Minderheit überhaupt, gegenüber liege in der französischen Revolution begründet und in ihren Grundsätzen der Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit, in Dem Triumph Der „Mehrheit" und Der Rechtsbeugung durch sie. Staat und Volk seien einander gleichgestellt, obwohl sich praktisch die Grenzen von Staat und Volk im mitteleuropäischen Raum nirgends deckten. Das gelte insbesondere von Deutschland. Deutschlands geschlossenes Sprachgebiet verteile sich auf 15 umliegende Staaten. Das bedeute für Menschen deutschen Blutes 15 verschiedene Formen der Kmdererziehung, 15 Münzsysteme, 15 verschiedene Rechte. Allenthalben bedeute das Unfriede und Ungerechtigkeit für Das Deutsche Volk. 14 Drei-Staaten- grenzen fallen in Das geschlossene deutsche Sprach- gebiet. Staatsgrenzen seien aber niemals Dolks- grenzen und nie Kulturgrenzen. In seinen weiteren Darlegungen schilderte der Redner eine Fülle der durch Den Versailler Vertrag geschaffenen grotesken Grenzziehungen und deren Auswirkungen für Die einzelnen Volksgenossen in jenen Gebieten. Er schilderte auch Die immer wieder gepflegten Methoden Der Enteignung deutscher Volksgenossen unter Dem Worte „Bodenreform" und Die Ahndung kleinster Vergehen durch Kerkerhaft. Der Redne^ betonte, daß es gelte, in allem Kampf um Die Behauptung unseres Volkstums härter zu werden Der Umwelt gegenüber. Manches Unbequeme müsse in Kauf von Den Deutschen im Ausland genommen werden, manche Opfer gebracht werden im Reiche. Es gelte vor allem, Die stete Verbindung mit Den Deutschen Volksgenossen außerhalb unserer Grenzen aufrechtzuerhalten. An Hand einiger Zeichnungen, im Lichtbild wiedergegeben, wies Der Redner das Verhältnis von Volks-, Sprach- und Staatsgrenzen auf und förderte Damit Das Verständnis für Volksdeutsche Probleme. Prof. Funk dankte Dem Redner für feine Ausführungen und gab Die Anregung, Daß sich auch Die junge Mannschaft an Den Grenzen umtue und Den Kampf Der Grenzlanddeutschen unterstütze. An Den Vortrag schloß sich eine Aussprache an. Dtzr weitere Verlauf des Abends war der tarne- radschastlichen Unterhaltung gewidmet, insbesondere wurde die Verbindung ausgenommen zwischen den Alten Herren Des DDSt. und Der KameraDschast Kaiser im NSDStB. Pferdemusterung. Bei regnerischem Wetter sand heute vormittag auf dem Pferdemarktplatz am Schlachthof Die Musterung Der Pferde aus Dem Stadtbereich statt. Wenn auch Der Bestand von 210 Pferden und etwa 50 Fuhrwerken für eine Stadt wie Gießen nicht allzuhoch erscheint, so zeigte Die Musterung doch das Vorhandensein einiger sehr schöner Tiere, wie sie z. B. von Den Brauereien und vorn Universitäts- Reitlehrer Schörnbs gehalten werden. Um 9.30 Uhr begann Die vorn Pferde-Dormusterungsofsizier, Major (E) Roeder von Diersburg vorgenommene Musterung, bei Der Die Pferde auf Trense mit Zügel vorgeführt und Die Fuhrwerke und Geschirre einer eingehenden Besichtigung unterzogen wurden. * ** E i n Schellend aum-Glöckchen Der« I o r e n. Bei Dem Marsch unserer SA. am Sonntagabend anläßlich des großen Fackelzuges ifijoon Dem Schellenbaum Des Musikzuges Der SA.-Standarte 116 unterwegs ein Glöckchen verloren gegangen. Die Trägerin des Musikpreises der Stadt Berlin Mar ia Neuss ow am 6. Februar 1938, 17 Uhr, Universitäts-Aula Wer es gefunden hat, möge es auf Dem Geschäftszimmer Der SA.-Standarte 116 am Landgraf- Philipp-Platz abgeben, da dieses Glöckchen an dem Schellenbaum natürlich nur ungern vermißt werden würde. LPD. Reichsbahn gibt gebührenfreie Platzkarten für Kinder unter v i er Jahren. Bei Benutzung von Zügen, für Die Platzkarten ausgegeben werden, können Reisende mit Kindern unter vier Jahren jetzt außer für sich selbst auch Plätze für ihre Kinder bestellen. Ein Fahrausweis braucht für die Kinder nicht gelöst zu werden. Die Kinder-Platzkarten werden gebührenfrei ausgestellt und zur Verhütung von Mißbrauch mit dem handschriftlichen Vermerk ,Kind" versehen. DNB. Einstellung von Dienstansän» gern bei Der Reichspost. Die Reichspostdirek- tionen stellen im April roieDer eine beschränkte Anzahl von Lehrpraktikanten als Dienstanfänger für Den gehobenen mittleren Fernmeldedienst ein. Höchst- alter 20 Jahre, für Bewerber, die Den Arbeits- und Wehrdienst abgeleistet Haden, 23 Jahre. Bewerber müssen als Nachweis Der notroenDigen Allgemeinbildung mindestens das Versetzungszeugnis in Die ! Oberstufe einer Höheren Schule ober Das Abschlußzeugnis einer anerkannten Mittelschule besitzen und sich in Der Volksgemeinschaft (HI., SA., SS., NSKK. usw.) betätigt haben. ** R i ch t i g st e l l u n g. Auf Wunsch von beteiligter Seite vermerken mir, Daß in unserem gestrigen Bericht über Den Volksgemeinschaftsabend Der Ma- rine-HI. Der Name Des Scharführers Plaetsch richtig P l e t s ch geschrieben werDen mußte. Briefkasten der Tredattion. Sport. Wenden Sie sich mit ihrem Gesuch an den BDM, Untergau 116, Gießen. Von dort wird Ihre Bewerbung an Die zuständige Stelle weitergeleitet. Eine sofortige Erledigung kann nicht erwartet werden, Da Die Ausführungsbestimmungen für Die neue Organisation noch nicht erlassen sind. 5. (5. 100. Jeder Rechtsanwalt. Sie können.sich aber auch an Den Mieterverein in Gießen wenden. Spanisches Theater. Von Dr. Inh Zeffel, Malaga. Aus 5 Uhr nachmittags ist Die Aufführung an- gesetzt. Ich erscheine pünktlich. Nur wenige Plätze sind erst besetzt. Langsam füllt sich der Zuschauer- raum. Einer tritt rauchend ein, ohne sich um die polizeilichen Vorschriften zu kümmern. Viele einfache Männer und Frauen füllen die Ränge. Wenn Der Eintrittspreis auch Doppelt fo hoch ist wie im Kino, können ihn doch sehr viele erschwingen. Zunächst bestaunt man den Vorhang. Auf ihm sind, | ebenso wie im Kino, allerhand Reklameschilder angebracht. Neben mir nimmt eine Frau mit zwei Kindern Platz. Sie weiß sicher nicht, wo sie die sonst so lange lassen soll. Der Raum ist festlich geschmückt mit Den Fahnen Der befreundeten Nationen Deutschland, Italien, Portugal und Marokko. Dazu kommen die Farben des Staates, der Fa- lange und der Requetös (Karliften). Es herrscht außerdem eine festliche Befeuchtung. Man schreibt Den 1. November. Allerheiligen! An diesem Tage ist es Tradition, morgens auf den Friedhof und nachmittags ins Theater zu gehen. Da die Aufführung nicht pünktlich beginnt, spielt die anwesende Militärkapelle ein Stück zur Unterhaltung. Das hält die Verkäufer aber nicht ab, ihre Erfrischungen anzu- preifen. Festliche Kleidung sieht man eigentlich nicht. Jeder kommt in seinem alltäglichen Anzug. Manch einer hat seinen Hut auf Dem Kopf behalten. Das spanische Theater ist im wahrsten Sinne ein Dolks- theater. Die Aufführungen dienen weniger der seelischen Erbauung als der Unterhaltung. Der Spanier will lachen und sich vergnügen, wenn er ausgeht. Es ist schon 20 Minuten nach 5 Uhr. Immer kommen noch Menschen. Wegen Der Verspätung steckt sich mancher noch eine Zigarette an. Während beim Stierkampf das Volk schreit und auf allen möglichen Instrumenten pfeift, wenn nicht pünktlich auf Die Minute Der erste Stier in Der Arena erscheint, bleiben hier alle ruhig. WieDer tritt eine Mutter mit zweijährigen Kindern ein. Ein Soldat nimmt ihr eins ab und setzt es auf seine Knie. Endlich nach halbstündiger Verspätung hebt sich Der Vorhang. Man hat auf Der Vühne ein Kreuz zu Ehren Der Gefallenen aufgebaut, das zu beiden Seiten von Soldaten gegrüßt wird. Alle erheben sich. Langes Schweigen. Es erklingt die Nationalhymne. Das wirkt sehr feierlich. Wie viele unter den Zuschauern mögen bereits ein Familienmitglied durch Die Bluttaten der Bolschewisten oder an der Front verloren haben. Aus Dem Zuschauerraum ruft jemand; „Es lebe Der Tod!" und Dann alle: „Es lebe Spanien!" Nach einer Pause Tjebt sich Der Vorhang wieder. Auf der Bühne ist Das Bild des Generals Franco aufgestellt, flankiert von einigen jungen Mädchen und von Jungen in Falange- Uniform, die das Bild grüßen. Laut erschallen von allen Seiten Die Rufe: „Es lebe Franco!" Das spanische Volk will solche Bilder sehen, um sich daran zu begeistern. Nachdem der Vorhang gefallen ist, ist die feierliche Stimmung auch ebenso schnell wieder verschwunden. UcberaU hört man eifrige Unterhaltung. Laut erschallt Die Stimme eines Jungen, der seine Brauselimonade feilbietet. Manch einer stärkt sich erst einmal. Da es inzwischen warm geworden ist. Es ist bereits %6 Uhr. Das Volk wird langsam unruhig, weil Das Stück immer noch nicht begonnen hat. Hier und Da hört man, wie einige taktmäßig in Die Hände klatschen. 50 Minuten Verspätung! Endlich klingelt es. Der Anfang scheint nach dieser Geduldsprobe zu nahen. Das Schauspiel beginnt Man spielt „Don Juan Tenorio von Zorrilla". Jedes Jahr geht dieses Stück am 1. November über alle Bühnen Spaniens, da es sich Darin um Das Problem Des Weiterlebens Der Seele nach dem^ToDe hanDelt. Jeder Spanier hat es sich schon oftmals angesehen, wie ich aus dem Munde meines Nachbarn zur Linken erfahre. Begeistert deklamierte er die bekanntesten Verse Daraus. Ein Zischen geht durch Dert Raum, Da es immer noch nicht ruhig geroorDen ist. Dann lauschen alle gespannt Den Worten Der Schauspieler. Das Kind auf Der andern Seite neben mir ist bald im Arm seiner Mutter eingeschlafen. In den Pausen gehen junge Mädchen durch Die Reihen, uch 'für die Verwundeten zu sammeln. Als die Schauspieler nach Dem nächsten Akt durch reichen Beifall belohnt werden, treten sie vor Die Rampe und grüßen mit erhobenem Arm. Während Der Pause spielt die Kapelle einen Marsch. Einige pfeifen begeistert mit Andere schlagen den Takt mit dem Absatz. Als es im nächsten Akt recht grausig zügelst, fängt ein Kind an zu schreien. Auf Der Bühne schießt Don Juan Den Vater seiner Geliebten, Die er aus Dem Kloster geraubt hat, nicber und tötet bann auch seinen Konkurrenten mit Dem Schwert. Die Folge im Zuschauerraum ist nicht eine tiefe Erschütterung, wie wohl anzunehmen gewesen wäre, sondern es bricht ein Begeisterungssturm los, weil Don Juan seine Aufgabe so gut bewältigt hat. Zunächst schüttle ich den Kopf. Dann muß ich auch lachen. Hier meldet sich die andere Volksseele.. Kein Mensch nimmt Die Angelegenheit ernst. Da es ja doch keine Wirklichkeit ist. Bezeichnend für Die Einstellung Der Spanier zu diesem Stück ist die Tatsache, daß nach Be-. enbigung bieses tragischen Aktes eine Reihe von jungen Leuten einen Marsch pfeifen, in Den viele andere eivsallen. Es kommt der letzte Akt. Das Kind neben mir ist inzwischen aufgewacht und recht unruhig geworden. Es ist rnärnlich schon 9 Uhr. Aber die spanischen Kinder sind Daran gewohnt, spät ins Bett zu kommen. Kaum ist der Vorhang nach Dem Ende des letzten ergreifenden Aktes gefallen, da setzt Die Kapelle im Orchesterraum ein und intoniert abermals die Nationalhymne und Dann Die Der Falange. Die Menge, welche diese Weisen gar nicht oft genug hören kann, singt begeistert mit. Es sind sehr feierliche Minuten. Den Abschluß bildet ein Hoch auf den fast abgöttisch verehrten General Franco, von dem alle in kurzer Zeit die Befreiung aus dem Chaos des Kommunismus erwarten." Damit hatte dieser denkwürdige Nachmittag ein Ende gefunden. Kritik ist hier nicht am Platze. Man muß in bas Volk hineingehen, um seine Seele und seine Hanblungen verstehen zu lernen. „6'tt raubes Abenteuer". Nachbern bie englische Jacht „Endeavour 1", die I längere Zeit verschollen war und um Die man | bereits schwere Besorgnis gehabt hatte, glücklich wieder in England angekommen ist, werden die Erlebnisse des Schiffes bekannt, Die fast zu seinem Untergang geführt hätten. Ein Mitarbeiter der „Daily Mail" hat die Ankunft der Jacht nicht ab- gewartet, sondern ist ihr bei stürmischem Wetter tn einem Tender entgegengefahren. Zehn Seemeilen südlich vom Cap Lizard konnte er längsseit der „Endeavour I" anlegen und an Bord gehen, um als erster sich von Kapitän Heard seine Abenteuer erzählen zu lassen. So erfuhr er, daß die Jacht, als sie sich am 13. September in einem schweren Orkan an Der amerikanischen Küste von der „Viva", Die sie im Schlepptau hatte, losriß, ohne Segel mar und mehrmals sekundenlang vollkommen vom Wasser überflutet wurde. X „Der Sturm war von furchtbarer Gewalt", sagte j Kapitän Heard, „ünd Die See ging sehr hoch. Der .Wind heulte durch das Takelwerk, und es wäre un- I möglich gewesen, auch nur ein Hemd zu setzen. Als bas Schlepptau riß, trieb unser Boot steuerlos in der hohen See. Unzählige Male überspülten riesige Wellen Das Deck, und wir kämpften in einer kochenden See. Ich ging mit einigen Leuten nach vorn, um das Schlepptau zu tappen, das den Bug ständig unter Wasser zog und das Boot ganz hilflos machte. Dabei wurde ich und noch ein Mann von einer schweren See erfaßt und über Bord gerissen. Es gelang uns, ein p-^r Seinen zu erhaschen, und so wurden wir mit Mühe wieder an Bord ge- , zogen. Es war ein rauhes Abenteuer." Das war ! alles, was Kapitän Heard über dieses Schreckenserlebnis zu sagen hatte. „Als wir erst einmal von der Seine frei waren", fuhr er fort, „bekamen wir das Schiff mehr in unsere Gewalt, und irgendwie überstanden wir Den Sturm. Dann hatten wir ein paar Tage lang überhaupt keine Brise, und an anderen Tagen mußten mir-ununterbrochen kreuzen, weil der Wind östlich war ..." Der Berichterstatter brachte Der Mannschaft frische Sebensmittel und Zeitungen, Dafür nahm er Briefe mit an Land. Die Briese Des Bootsmannes William Mutton an seine Mutter, die ebenfalls abgedruckt werden, enthalten noch einige interessante Einzelheiten über die Fahrt. „Siebe Mutter", schreibt er, „wir sind jetzt noch 500 Seemeilen von Land, so sollten wir bei gutem Wind in drei Tagen Da sein. Wir hatten eine schlimme Nacht, als wir uns von der „Diva" losrissen, aber seitdem haben wir es ganz gut gehabt. Das erste, was wir aus Der Heimat hörten, war, daß wir entweder untergegangen oder mit eigenen Segeln auf der Heimreise sein müßten. So bat Der Kapitän mich, eine Radi ob o t- schast abzuschicken. Ich funkte in der Nacht mindestens ein dutzendmal unsere Nachrichten. Am nächsten Abend horten wir wieder die Nachrichten, da wurde nichts von uns berichtet, aber am folgenden Abend hörten wir, daß jemand unsere Botschaft aus- gefangen hatte. Es war uns eine Erleichterung, zu denken, daß ihr es auch gehört hattet... Heute ist der 27. und wir sahen einen Dampfer, den wir baten, Radiobotschaft von uns zu geben. So nehme ich an, du wirst es heute in den Abendnachrichten auch gehört haben. Wir haben jetzt Gegenwind und kommen nur langsam voran.. Heute ist Der 28., wir sind noch 300 Seemeilen von Sand und haben immer noch Gegenwind. Heute sahen mir viele französische Fischerboote. Jetzt geht auch unser Radio wieder, zum ersten Male seit einer Woche. Es ist hübsch, ein bißchen Musik zu hören. Wir haben nicht mehr viel Sebensmittel, Da ein Teil unserer Vorräte oerDorben ist und wir sie über BorD werfen mußten... Heute, am 29., haben wir gerade Nachrichten gehört, Die behaupten, daß wir 27 Seemeilen von Falmouth entfernt wären, aber es sind 127 Meilen. Wir haben immer noch Ostwind, können aber unseren Kurs anliegen und es weht eine gute Brise. Heute morgen verloren wir unser Sog, Das zweite auf dieser Reise, jetzt haben mir keins mehr und tönen nur raten, wieviel Fahrt mir machen. Viele hatten die Jacht verloren gegeben, so mairen auf Die Nachricht von ihrer Annäherung an Sand aus Dem ganzen Südmesten Englands große Menschenmengen herbeigeströmt. Die die Küste säumten, an Der Das Schiff unter vollen Segeln majestätisch vorbeiglitt. In Gosport, mo es einlief, murDe es mit großer Begeisterung empfangen. hörte ihn lächeln in Zukunftsphantasien schwel' gen, die er selbst, ,der Vater von's Janze', wie §rau Hedwig ihn bezeichnete, gar nicht zu denken wagte. In den nächsten Tagen schon wollte (Stel» ling »seinen Professors den gewichtigen Dr. Hauschild vom Forschungslaboratorium des Dampf- kesselvereins, mitbringen. Er würde ihn breitschla- gen, prophezeite er. Hauschild würde, nein, müßte sich überzeugen lassen. „Und wenn der Hauschild erst überzeugt ist, dann stehen wir so da?" Das Jo' begleitete Stelling mit einer erhobenen Faust, die kraftvoll gegen die Zimmerdecke stieß. Macher verdarb ihm nicht die Freude, aber er war vom jahrelangen Kampf zermürbt und glaubte nicht mehr an überraschende Wendungen. Indessen versuchte er, um sich seinerseits erkenntlich zu zeigen, zwischen Lisbeth und dem Ingenieur zumindest einen Waffenstillstand herbeizuftihren. „Sie müssen sich", sagte er ein oder das andere Mal, „auch mit der geschäftlichen Seite unserer Angelegenheit befassen, wenn Sie ein genaues Bild haben wollen. Fräulein Lisbeth ist die einzige, die Sie wirklich aufklären kann. Nicht wahr, Lisbeth, Sie haben die Güte.. " „Wenn Sie es wünschen ...", pflegte Lisbeth mit eisiger Kälte zu sagen. Herr Stelling bekam dann ein Aktenbündel nach dem anderen vor die Nase gelegt und hörte dazu knappe, im Telegrammstil vorgebrachte Erläuterungen, worin es von Vertragsklauseln, Voraus, zahlungen, Optionen, Beteiligungen, Vorbehalten, einzuhaltenden und versäumten Terminen dermaßen wimmelte, daß er schließlich beschwörend die Hände heben mußte. „Stop, Fräulein Lenz! Ich behalte nicht den zehnten Teil davon. Bedenken Sie doch, daß ich in geschäftlichen Dingen ein ahnungsloser Säugling bin!" Dann zuckte Lisbeth die Schultern und räumte die Aktenbündel wieder in die aus Kistenbrettern hergestellten Regale. Sie vermied es, mit Stelling mehr zu sprechen, als unumgänglich nötig war. Sie vermied es auch, ihn anzusehen. Die erste Zeit belustigte ihn ihr Verhalten, dann wurde er ärgerlich. „Fräulein Lenz", sagte er, „ich würde Sie bitten, mir zu verzeihen, und ich hätte ein gutes Recht dazu, denn gar so Böser habe ich ja nicht verbrochen. Aber ich sehe es Ihnen an, daß meine Bitte vergeblich märe. Bleiben Sie alsa in Gottes Namen dabei, mich für einen Erzgauner zu halten. Wenn Sie aber Macher helfen wollen, stören Sie bitte meine Arbeit nicht. Ich bitte Sie, seien Sie wenigstens darin mein Kamerad, wenn Sie es auch sonst nicht sein mögen." (Fortsetzung folgt.) Aus her engeren Heimat. Schweres Unwetter. Am gestrigen Dienstag früh gegen 8 Uhr, während wir in Gießen den kurzen, aber außerordentlich starken Regenguß erlebten, ging über dem Kreisort Q u e ck b o r n ein gewaltiger Wirbelsturm mit starkem Regenfall hinweg. Aus mehreren Berichten, die uns über das Unwetter zugingen, ist zu ent- nehmen, daß an etwa 20 Häusern die Dächer durch Abreißen der Ziegeln Schaden gelitten haben. U. a. wurden die Scheune des Schmiedes Koch und eine Scheune an der Grünberger Straße auf einer Seite des Daches fast vollständig der Zie- gel beraubt. An vielen anderen Häusern sah man nach dem Abzug des Wirbelsturms die Dächer mehr oder minder ohne Ziegeln, die in den Dorfgassen verstreut herumlagen. Glücklicherweise kamen Menschen nicht zu Schaden, da in dieser frühen Morgenstunde die Einwohner kaum auf der Straße sind und' sich meist innerhalb ihrer Höfe aufhalten. Der Wirbel- sturm kam aus Westen und brauste in ostwärtiger Richtung dahin. Er kam sehr rasch heraufgezogen und war ebenso schnell wieder verschwunden, jedoch verursachte er auf diesem kurzen Augenblicksbesuch erheblichen Schaden. Neuer Bürgermeister in Lang-Göns. s. Lang.Göns, 1. Febr. Nachdem unsere Bürgermeisterftelle über ein Jahr lang verwaist war (die Geschäfte besorgte der Beigeordnete Karl Faber), wurde sie heute wieder neu besetzt. Am gestrigen Abend wurde der Orts- bauernführer Albert Weil vom Kreisdirektor Dr. Lotz im geschmückten Rathaussaal, im Beisein des Gemeinderates, xin feierlicher Weise als kommissarischer B ü r g e r m e i st e r eingeführt. An die Einführung schloß sich eine kleine Feier, an der die Politischen Leiter, die Gemeindebeamten und der Kreisdirektor teilnahmen. Der neue Bürgermeister steht im 29. Lebensjahr. Er entstammt einer alteingesessenen angesehenen Bauernfamilie. Das Ausbildungslager fürWaldarbeit beginnt seine Arbeit. LPD. S ch o t t e n , 1. Febr. Anfang März wird in der hiesigen Försterschule das A u s b i l - idungslager für Waldarbeit mit seiner Kursusarbeit beginnen. Gegenwärtig ist man damit beschäftigt, die erforderlichen Einrichtungen für die Wohnräume der Kursusteilnehmer herzurichten. Zunächst wird ab Anfang März ein Probekursus statt- finden, dem von Anfang April ab der regelmäßige, jeweils auf eine Woche bemessene Kursusbetrieb bis in den Herbst hinein folgen wird. In diesem Jahre sollen zunächst die Waldbetriebsbeamten und die Re- viersörster an den Kursen teilnehmen. Geflügelzüchter feiern Jubiläum. s. Lana-Göns, 1. Febr. Aus Anlaß des 25jährigen Bestehens des hiesigen Geflügelzuchtvereins wurde am Samstag eine Feier abgehalten, die von den Züchtern, ihren Angehörigen und von vielen auswärtigen Gästen sehr gut besucht war. Die geplante Jubiläums-Geflügelschau mußte leider ausfallen; sie soll aber, wenn die Maul- und Klauenseuche erloschen ist, nachgeholt werden. Nach dem Vortrag eines Prologs durch Frl. Erna May begrüßte der Vorsitzende Otto May die Züchter und die Gäste. Er gab einen kurzen Rückblick über die Entwicklung des Vereins und sprach die Hoffnung aus, daß der Verein sich auch in Zukunft weiter aufwärts entwickeln möge. Die Mitglieder sollten mithelfen, daß wir dem großen Ziele, uns in der Eierversorgung vom Auslande freizumachen, immer näher kommen. Seine Ausführungen wurden mit lebhaftem Beifall aufgenommen. Es sprach sodann der Gauvorsitzende Ackermann (Sprendlingen). Er überbrachte die Grüße und Glückwünsche des Gaues Hessen-Nassau und gab dann in großen Zügen ein Bild von der Arbeit der Geflüaelzuchtvereine im Rahmen des Vierjahresplanes. Auch feine Ausführungen^wurden mit großem Beifall ausgenommen. Anschließend an- ben Vortrag des 72jährigen, noch sehr rüstigen Gauvorsitzenden wurde ein Film u b e r „Z weckmäßige Geflügelhaltung" vorgesührt. In zahlreichen Bildern wurden die Fehler aufaezeigt, die heute in der Geflügelhaltung immer noch begangen werden, weiter wurden die rechte Fütterung und eine gute Ausführung der Geflügelställe sowie der Geräte an Zahlen und Lehrbeispielen erläutert. Die erklärenden Worte zu dem Film und weitere Beispiele aus der Praxis gab der Ortsfachberater Hofmann. Eine Anzahl anderer Bilder aus der Geschichte des Vereins sowie ein großes Bild des Gauvorsitzenden lösten spontanen Beifall aus. Nach einer Pause wurden zwei kleine, gut eingeübte Theaterstücke von Mitgliedern des Vereins gespielt. Beide Stücke fanden reichen Beifall. Zwischen den einzelnen Darbietungen spielte eine kleine Kapelle flotte Märsche und volkstümliche Musikstücke. Der Gauvorsitzende Ackermann überreichte sodann verschiedenen Mitgliedern für ihre Treue, die sie dem Verein während 25 Jahre bewiesen hatten, ein Ehrendiplom. Auch hier sprach Erna May einen entsprechenden Vorspruch. Folgende Mitglieder wurden ausgezeichnet: Heinrich B e p p l e r, Wilh. Datz, Ludwig Gerhardt (Kirch-Göns), Willi R o m p f, Georg Schäfer, Heinrich Schaub, Konrad Spies, Otto Velten. Besonders geehrt wurden außerdem noch vier Mitglieder, die während dieser 25 Jahre auch als Züchter besonders tätig gewesen waren. Es sind dies: Otto Eckhardt, Wilhelm Merz, Karl Müller II. und Heinrich Z ei ß. Sie erhielten die silberne Ehrennadel, die von der Reichsfachschaft verliehen wird. Ebenso wurde dsr Vorsitzende des Vereins Otto May vom Gauvorsitzenden durch eine besondere Urkunde besonders ausgezeichnet. Die Glückwünsche der auswärtigen Vereine übermittelten die Herren Bauer für den Gießener Geflügelzuchtverein, er überreichte zugleich eine sinnige Gabe, für den Marburger Verein sprach Herr Hofmann (Marburg), für Kirch-Göns Herr Gerhardt, der auch Ehrenvorsitzender des hiesigen Vereins ist. Zusammenfassend konnte bann Lehrer Hofmann allen Mitwirkenden für ihre Darbietungen den Dank aussprechen. Den Schluß des Abends bildete Tanz. Hauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr. + ©rünberg, 1. Febr. Am Samstagabend fand im „Gasthaus zum Rappen" die Hauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr ftatt Der Leiter der Wehr, Hauptbrandmeister Reinhard Haas, ehrte zuerst das Andenken von drei verstorbenen Kameraden: Richard Horz, K. Köhler und Friedr. Feldmann. Dann erstattete er den Jahresbericht. Dabei erwähnte er, daß zwei Kameraden, O. Pfeffer und August Mohr, mit dem neu gestifteten Reichsfeuerwehrehrenzeichen ausgezeichnet wurden. Die von Kamerad O. Allmendinger oorgetragene Rechnung ergab keinerlei Beanstandung. Oberbrandmeister Magel wies auf die Aufgaben der Freiwilligen Feuerwehren, wie auch des einzelnen Wehrmannes im neuen Staate hin, besonders eindringlich waren [eine Mitteilungen über BrandschadenverHütung und die Ausmaße des jährlichen Brandschadens. Erster Beigeordneter Albach gab dann folgende Beförderungen bekannt: zum Oberbrandmeister den Brandmeister W. Ide, zum Brandmeister den Löschmeister K. Iöckel I., zu Löschmeistern die Oberfeuerwehrmänner Frdr. Schröder, Hch. Balser, Rich. Iöckel, Wilh. Weber und Walter Horst; zu Oberfeuerwehrmännern die Feuerwehrmänner Hch. Gravelius, Ludw. Bausch, O. Schmitz, Fritz R i e Ö m a n n , Rud. Trink- aus, O. Habicht, Heinr. Schön hals,. K. Trinkaus und Wilh. M a r g o l f. Anschließend sprach Beigeordneter Albach über das Verhältnis der Stadt zu der Feuerwehr, und er sagte der Wehr weiteste Unterstützung zu. Zur Altersabteilung traten über Brandmeister K. B ö ß sen. und Löschmeister Fritz Gehr inger. Der Führer der Wehr widmete ihnen Worte des Dankes für ihre langjährige treue Arbeit. Oberbrandmeister Ide gab dann die Aufstellung der Wehr für 1938 bekannt. Der frühere Hauptbrandmeister Seif art, der lange Jahre die Wehr leitete, wird zum Ehrenhauptbrandmeister ernannt. Von der. Wehr wird ihm eine Uhr überreicht, die Stadt läßt ihm ein Bild (die Burg zu Grünberg) überreichen. Der Geehrte dankte herzlich für die anerkennenden Worte und für die Geschenke. Ortsgruppenleiter Schütz sprach für die Partei, ferner sprach noch Oberbrandmeister Horst (Oueckborn) im Namen seiner Wehr. Nach einem Lichtbildervortrag von Oberbrandmeister Ide über das Löschwesen schloß Haupt- brarbmeifter Haas mit dem Gruß an Vaterland und Führer die Hauptversammlung. Musikvortr3ge der Kapelle belebten den Abend. Landkreis Gießen. £ Raufen, 2. Febr. Am 3. Februar feiert Frau Katharina Donderheid, 'geb. Schlund, in voller geistiger und körperlicher Rüstigkeit ihren 81. Geburtstag. Frau Donderheid, die schon seit 34 Jahren den' Gießener Anzeiger trägt, sieht man heute noch zur gewohnten Stunde jeden Tag, ohne Rücksicht auf Wetter, durch das Dorf schreiten, um den Lesern des „Gießener Anzeiger" die neuesten Tagesereignisse zu übermitteln. Auch selbst nimmt Frau Vonderheid an den Ereignissen der heutigen Zeit regen Anteil. An ihrem Ehrentag Schach-Ecke. Gearbeitet von K. Helling. Auf Umwegen zum Ziel. Aufgabe von E. Schütte. 8 8 6 6 5 3 3 2 2 Weiß: Kc6, Tg8, SH6, Bf4 (4). — Schwarz Ketz, Ld8, Be7, f5, f6 (5). Weiß zieht und setzt in vier Zügen matt. Der Lösungsverlauf enthält einen klaren Grundgedanken und nur eine Variante. Es ging auch einfacher. Kd6. 5. Kg2, Kc5. 6. a3). 3. Kg2, d2. 4. La4, c4. 5. Kf2, b5. 6. Lc2, Lf4, wonach auf die Dauer nicht vermieden werden kann, daß der schwarze König nach c3 gelangt und Schwarz entweder durch Zugzwang oder Eroberung des weißen a-Bauern gewinnt. Das Ablenkungsopfer d6 ändert nichts daran, denn der schwarze König gelangt trotzdem nach c3, und der weiße d-Bauer wird durch Lc7 aufgehalten. Eine eindeutige Darstellung scheitert leider an der Langwierigkeit der Gewinnführung; man überzeuge sich also selbst und ziehe in Rechnung, daß es sich um eine Stellung aus der Praxis und kein Kunstendspiel handelt. Lösung der Schachaufgabe „Vierfache Liniensperrung". Weiß: Kfl, Dd8, Sa5, Ba6, e3 (5). — Schwarz: Khl, Ldö, Lgl, Bdh, d7, f2, H2 (7). — 1. Dd8—a8! Ld5Xa8. 2. Sa5—b7, d6—d5. 3. Sb7—d6, La8—c6. Bindet den Springer durch die Drohung ßb5+. 4. a6—a7, d5—d4. Nach La8? käme 5. Ss5. 5. e3—e4, d4—d3. 6. Sd6—f5 nebst 7. Sf5—g3 matt. Die Züge 2. Sd7, d5 und 5. e4 sperrten die große Diagonale, und durch 5. ... d3 wurde das Schach auf b5 aus geschaltet.' Die Narrenkappe. Splitter und Sparren vom RedaktionStisch. 8 7 6 5 4 3 2 1 d 8 6 5 4 3 2 1 ■ W d e f g h a b a b Die obenstehende Stellung kam vor in Oeynhausen zwischen Loose (Weiß) und Schmahl (Schwarz). Weiß 'spielte hier 1. Dg4—g3 und gewann erst nach langem Kampf. Statt dessen konnte er aber die Partie auf elegante Weise sofort für sich entscheiden. Lösung der Schachaufgabe „Zu Unrecht Remis gegeben". Weiß (von Hennig): Khl, La8, Ba2, d5, e4, f3 (6). — Schwarz (Särnisch): Ke7, Le5, Db6, c7, d4, f6 (6). Schwarz am Zuge gewinnt. 1. ... c7—c5! 2. La8—c6 (dc6: e. p. scheitert an Ü3. 3. c7, d2. 4. c8 Dame, dl Dame-b. 5. Kg2, 2)e2+ nebst entweder 6. Kgl, Ld4-b. 7. Khl, Dfl + . 8. KH2, Se5 + nebst Lf4: ch oder 6. KH3, DH2-b. 7. Kg4, Dg3+ nebst Dg5ch), 2. . ..d4—d3! (Nur dieser Zug gewinnt! c4? zu ziehen wäre übereilt und scheitert an.der Verteidigung 3. Lb5, c3. 4. Ld3, Die Gartentür. Einmal beklagte sich ein Freund Edisons, der den Erfinder in seinem Landhause besuchte: „Du solltest wirklich deine Gartentür reparieren lassen, sie geht entsetzlich schwer auf!" Edison lächelte pfiffig. „Ich werde mich hüten!" sagte er. Der Freund war verwundert. Da führte Edison ihn zu der Gartentür und zeigte ihm eine Drahtleitung, die von der Türschwelle bis zum Gemüsegarten lief. „Jedesmal, wenn jemand die Tür öffnet", erklärte der Erfinder, „werden durch diese Vorrichtung hundert Liter Wasser in das Gartenreservoir befördert. Darum ist mein Gemüse stets so gut gepflegt." foe. INusik wird oft nicht schön empfunden... Bei einer amerikanischen Gesellschaft wird das sentimentale Lied „My old Kentucky hörne“ vorgetragen. Die Hausfrau sieht, wie einer ihrer Gäste sich in einer Ecke zurückzieht und die Augen hinter der Hand verbirgt. Leise geht sie auf ihn zu und fragt verständnisvoll und gerührt: „Nicht wahr, Sie sind ein Mann aus Kentucky?" Der Gast sieht sie mit schmerzverzogenem Gesicht an und flüstert: „Nein, Mrs. Atkins, ich bin ein Musiker!" Was selbst Shakespeare nicht konnte. „Haben Sie mein neues Stück gesehen?" fragte der Dramatiker einen Bekannten, „Was halten Sie davon?" „Wissen Sie, mein Lieber, da sind zwei Szenen drin, die hätte Shakespeare nicht schreiben können." „Meinen Sie wirklich? Welche Szenen sind denn das?" „Die eine da in dem Laden für Rundfunkapparate und dann noch die andere in dem Filmatelier." (Nachdruck verboten.) 6. Fortsetzung. er'?" kleinlaut. Sie war „Was wissen Sie?" fragte Lisbeth gereizt. „Det janze Mißverständnis, die janze Komödie Die Mädchen aus der Burgflraße Vornan von Hilde K Lest. plötzlich blaß geworden und wandte sich wortlos ihrer Arbeit zu. Frau Macher verschwand ebenso geräuschlos, wie sie gekommen war. IV. Carla Lenz empfand die überraschende Befreiung aus ihrer Welt der Bücher und Hörsäle, aus der Enge des Mittagtisches in der Burgstraße rote eine zärtliche Liebkosung. Das Wunder der Thü- ringer Landschaft offenbarte sich ihr wie ein Märchen. Sie reckte die Arme nach beiden Seiten, legte den Kopf zurück und atmete in tiefen Zügen den Duft der Wälder, den der Fahrwind ihr zuführte. Der Schwede saß allein im Rücksitz. Er mar nicht ganz so alt, wie Viereck ihn geschildert hatte. Er mochte ein Vierziger sein — wie man so sagt —, ein guter Vierziger. Aber er sah nicht so aus, wie Carla sich einen Schweden vorgestellt hatte, er war klein und stämmig, hatte dunkle Haare und braune Augen. Er hieß auch nicht Palmstrom oder so ähnlich, sondern ganz einfach Mollwitz. Aber alles andere, stimmte. Schreibmaschine, Photgzeug und eine ganze Bibliothek reiften im Autokoffer mit Professor Mollwitz war ein einsilbiger Herr. Er kannte zwar jeden Berg, Fluß und Baum mit Namen, aber er paßte nicht in die Landschaft. Hier klangen [eine Geistreicheleien wie Hohn auf iegliche Schönheit. Sie fragte sich, ob sie verpflichtet fei, ihn zu unterhalten Auch Viereck, der fein Herz immerfort auf den Lippen trug, war beim Fahren ein stiller Mann. Carla betrachtete ihn von der Seite. Es gefiel ihr, rote er die Hände ruhig und doch mit behutsamer Leichtigkeit auf dem Steuer- , rab liegen hatte, wie fein bewegungsloses Gesicht mit einem entschlossenen Ausdruck auf Die Strafe gerichtet war, wie nur die Augapfel mit blitzschnellen Bewegungen hin und her ettten alles erfassend, was weit voraus im Bereich der Fahrbahn lag. Sie ertappte sich dabei ihn hübsch und männlich zu finden. S:e wurde rot und sah seit ich aus dem Fenster. ,Dumme Gans! schalt sie sich- Aber just in diesem Augenblick nahm der Wagen eine scharfe Haarnadelkurve nach rechts und da sie sich nicht festgehalten hatte, mußte sie aus Vierecks rechter Schulter landen und dort verweilen bis der, Kurs wieder geradeaus ging. Letzt lächelte Bieteck, aber er lächelte vor sich hin. iur sich allem, und Carla ärgerte sich. Er hatte schließlich zu ihr hm- ^ÄÄgtamer!" ries der Prasessar. und Viereck nahm gehorsam Gas weg. Es war das erstemal, daß ls dem Professor zu fdmeü gmg sie waren in dem gleichen Tempo von Berlin her durchgefahren, und Viereck nahm keine Kurve der Irrungen!" Lisbeth [prang auf und faßte die rundliche Dame fest ins Auge. „Ich weiß nicht, was man Ihnen erzählt hat, Frau Macher, aber ich kann Ihnen eines verraten: wenn ein Mann, den ich eben erst geschäftlich fennenlernte, mir nachgeht und Steine an die Fenster meiner Wohnung wirft, um sich bemerkbar zu machen, bann irre ich mich nicht, wenn ich ihn für einen zweifelhaften Kavalier halte Glauben Sie, ich hätte ihm den geringsten Grund gegeben, mich so einzuschätzen?" „Aber Mädel", sagte Frau Hedwig lächelnd, „von Ihnen ist doch gar nicht die Rede! eie drohte mit dem Finger. „An sich wäre es kein Wunder, wenn Ihnen dis Männer nachliefen, aber man soll als Frau doch vorsichtig fein und Milcht alles, jede Bewunderung, jedes Zeichen von Sympathie auf sich beziehen. Man soll immer erst die Adresse lesen, ehe man einen Brief ausmacht. „Meine Adresse ist Burgstraße 118. „Schon gut. Aber das ist nicht nur Ihre Adresse. , ,. „ „Der Stein flog an mein Wohnungsfenster. „Wohnen Sie in der Wohnung allem? _____ „Allerdings wohnen dort noch meine Mutter und meine beiden Schwestern." „Also da haben wir's! Die Mutter fallt aus, Sie sind es nicht gewesen —" , „ , , ... - „Ich bitte Sie, Frau Macher, Ursel ist em „Ursel? Ursel mag ein Kind fein. Ist Carla auch noch ein Kind?" „Carla ist so gut wie verlobt." . . „Hand aufs Herz, Lisbeth, ist Carla wirklich> soo verlobt, daß Ihr kein Zweiter Sternchen ans Fensier werfen könnte?" . , , .... „Ich weiß es nicht — es geht mich auch nicyrs an!" sagte Lisbeth ärgerlich. „Schön, mich geht es noch weniger an, aver haben Sie nun ein Recht, Herrn Stelling abzuwlm- meln und pathetisch zu sagen: »Ich oder „Wenn es so ist...", sagte Lisbeth „wird mir manches klar. Und doch..." schneller, als es gut und richtig war. Freilich, es mar ihm auch niemand an die Schulter gefallen. Vielleicht ärgerte sich der Professor. Er ließ halten und bat, mit Carla die Plätze wechseln zu dürfen. Und nun saß er also vorn neben Viereck, und wenn eine Kurve kam, hielt er sich am Fensterrahmen fest, und es passierte Ihm nicht, daß er gegen Vierecks Schulter fiel. Carla aber ließ sich willig hin und her tragen, und als die Dämmerung hereinbrach, schlief sie ein, lehnte im Schlaf den Kopf fest an eine Seitenlehne, und Viereck, der sie im Rückspiegel sah, fand, daß dieses schlafende kleine Mädel um vieles liebenswerter mar als die etmas hochnäsige Studentin der Philosophie. Der Professor sah seinen Fahrer von der ©eite an und bemerkte ein Lächeln, das unverroandt auf dessen Gesicht stand. Das grämte den Professor. Er sagte sich, daß ein Fahrer ans Fahren denken sollte und nicht an irgendwelche Dinge, die abseits von der Landstraße liegen, vielleicht gar an hübsche Mädchen. „Fahren Sie langsamer!" sagte er wieder. Und als Viereck beim Bremsen einen erstaunten Blick abschoß, fügte er hinzu: „Sie sind nicht bei der Sache!" Viereck schwieg, denn er mußte gerade einen schweren Lastzug überholen. Als das bewerkstelligt war, hatte er seinen Aerger [o weit überwunden, daß er auch weiterhin schweigen konnte. ,Der Herr Professor ist eifersüchtig', überlegte er, ,wer hätte das gedacht!' Drei Wochen lang sollten sie nun auf Gedeih und Verderb miteinander verbunden fein, zwei Männer und ein junges Mädchen. ,Du lieber Himmel', dachte er, ,Mädels sind unberechenbar, auch wenn sie noch so klug erscheinen, und dieses verrückte Huhn von schwedischem Professor ift gefährlich, weil es von Frauen gewiß weniger versteht als ein sechzehnjähriger Lehrling. Da heißt es: aus dem Spiel bleiben!' Er nahm sich zusammen, straffte den Oberkörper, klammerte die Hände fester ums Steuer und schoß stahlharte Blicke auf das Band der Landstraße. Bei einer plötzlichen Wendung erhaschte er mit innerem Schmunzeln die Augen des Professor, die befriedigt und nun wieder wohlwollend auf ihm ruhten. V. Seit einer Woche kam der Ingenieur Stelling Tag für Tag auf einige Stunden zu Machers, und es schien, als habe er über den Plänen und Berechnungen. die der kleine Mann ihm vorlegte, den Hauptzweck feines Kommens vergessen. Der Idealismus des Erfinders steckte ihn an, und Macher Blusen Röcke Complels Jacken AeLesiWeMeiislrM Berufserziehungswerk Nebungsstätte Gießen WR ’-SSä" ■HD S-k J(|W*' JO« O»LW r/jSS s?4 " !)««< üt«nWt|anl ji( Str[enfu ssndymion Malens * Mierung oerc her dre. Mkreich um Md ist voll' M we b Hause zugab. 1 lad) Spanien unö durch ine \ ist schon mern Vie Dinge, die scheu Schisses Minister hat , Nadiogerät a' 38 Seemeilen Wort zur hil Die Nation hin-, noch bei scheu Küste । wistische von derD düng in alle weder ein n habe die Dc Außenminist leucia wolle für Propag, zeichnend, esse an der meer hat, is Antwort ist den der ißa1 lencia und i Gegensatz z scheu der % lichen Dem der „Cndyn chaudgabe zu ben ju ftören '211s im Äo ein Ueberw hatte Litwi zu nennen, bc der die Seerc päischer Stac wörtlich, habk ganiiiert. De bliebl nichts Provokation lens sei, die zu Italien t Das (Ergehn friedigend, ß tragt, die Si Schutz ihrer land blieb — ber bolfchewj wachung aus rammen von men den Sch ^tittelmeer h mion" auf. Wir haben M. ohne na ?le englische t öer äußersten 9a n h a (ü q t 7^ die Hn die Nc von dntteu. Ohne Ä «agsbrüchia ungeheuerlich Indern bra » slhro u dos alte Hegen) Fc vielen/^ Matt ”6' °> Nolkn u q( Ihm n9 hiek iLSeil sagt Es ist das Stadtgespräch daß man bei Nowack jetzt enorm billig kauft Im Jahr 1937 wurden von 2. Februar fei- 8 — 8.— Verkehrsbüro, Selterstor. 670° Lichtspielhaus Hut 2486. 6 — 8.— 8.— 10 — 8 — 6 — 6 — 6 — Familien 6292 gemacht und 23 Anmeldungen für das neue Schuljahr und Auskünfte jederzeit im Schulgebäude, Gießen, Goethestr. 32, Organdy, 90 cm breit farbig kariert......... der Stadtschwester in 303 Kranken- und 191 Interessebesuche Nachtwachen gehalten. CXD Eberstadt, 1. Febr. Am 6 — 7.50 6 — Ein- u.halbjährige Handels- fachklasse Schulgeld rm. 19.. keine Nebengebühren. dar. = Lich, 1. Febr. (D Krofdorf, 31. Jan. Die Ende 1887 ins Leben gerufene hiesige Landwirtschaftliche Bezugs- und Absatzgenossenschast beging am 50. Jahrestag ihrer ersten gerichtlichen Eintragung ihre Gründungsfeier. In der festlich hergerichteten, bis auf den letzten Platz gefüllten Turnhalle wurden die Mitglieder und ihre Angehörigen aufs beste bewirtet und verlebten dort Stunden frohen Gemeinschaftsgeistes. Nach Eröffnung und Begrüßung durch den Vorsitzenden des Aufsichtsrates Karl Gerl ach gab der Direktor Ludwig Feiling einen Rückblick auf die fünf Jahrzehnte des Wirkens und Wachsens der Genossenschaft, die, mit 118 Genossen gegründet, m der ersten Zeit schon Jahresumsätze von 30 000 Mark brachte, die sich heute zwischen 80 000 und 90 000 Mark bewegen. Im Jahre 1893 erwarb man das Anwesen Rodheimer Straße 86 und richtete es zur Verkaufsstelle her. 21 Jahre lang führte noch guter Rüstigkeit und hilft noch alle landwirtschaftlichen Hausarbeiten verrichten. An den Geschehnissen der neuen Zeit nimmt sie noch regen Anteil. — Die hiesige Freiwillige Feuerwehr hielt im Gasthaus „zum Adler" ihre diesjährige Generalversammlung ab. Der Wehrleiter Aug. F e l s i n g sprach zunächst in kurzen Worten zu den Feuerwehrmännern. Der Jahresbericht, vorgetragen von Prüfungsassistent Engel, zeugte von reger Arbeit bei der Wehr. Die vorgeschriebenen Hebungen und Versammlungen wurden regelmäßig abgehalten. Die gesamte Wehr nahm an dem Kreisfeuerwehrtag in Nieder-Bessingen und eine Abordnung an dem Provinzialfeuerwehrtag in Büdingen teil'. Ebenfalls war die Wehr bei der Vorführung der Kreismotorspritze in Oberhörgern anwesend. Bei der diesjährigen Inspektion wurden die Leistungen der Wehr mit „sehr gut" bewertet. Der Kassenbericht von August Görlach mies einen Ueberschuß auf. Nach verschiedenen allgemeinen Angelegenheiten schloß der Wehrleiter den offiziellen kommen die Kinder, Enkel und Urenkel, bei der. Mutter zusammen, um mit ihr diesen Tag in treuer Anhänglichkeit zu verleben, ein Zeichen treuer Mutterliebe. Von sieben Kindern sind noch vier am Leben, ferner sehen 14 Enkel und 14 Urenkel, denen Frau Vonderheid in treuer Liebe ergeben ist, mit Stolz auf diesen Tag. Möge Gott der Jubilarin weiterhin Kraft und Gesundheit schenken, damit sie diesen Tag noch oft in Freude erleben kann. )( Lich, 30. Jan. Heute konnte Frau Anna D i e tz Wroe., geb. Erb, in voller körperlicher und geistiger Rüstigkeit das 7 5. Lebensjahr vollenden. Von allen Seiten wurden ihr die herzlichsten Wünsche dargebracht. Am Abend brachte der Posaunenchor unter Leitung von Stiftspfarrer N a u m a n n dem Geburtstagskind ein Ständchen Zweijährige Handelsklasse für Schulentlassene mit 8jähr. Schulbildung. Ziel: Mittlere Reife (früher Einjährig - Examen genannt). Für Mädchen auch Kochen u. Nähen Schulgeld RM. 17.-, keine Nebengebühren. Gebühr Dauer Gehilfen Lehrl. 20 Std. 40 „ Es beginnen folgende Lehrgemeinschaften: Am Mittwoch, 2. Februar 1938: Grundlagen der Elektrotechnik....... Am Freitag, 4.Febr. 1938: Gutes Deutsch Am Montag, 7. Februar 1938: Fachzeichnen, Facürechnen, Werkstoffkunde für Metallarbeiter............ Ferner beginnen in Kurze: Buchführung für Anfänger......... Englisch für Fortgeschrittene........ Plakatschrift für Anfänger.......... Statik un Eisenbetonbau........... Mmnziigs in groß.Auswahl Alle Karneval- u. Scheizarlikel Karnbadi Kaplansgasse 29 Eisen, Bavier, Flaschen u. alle Metalle. Jede Bestellung wird abgebolt. 02060 H. Schneider Neuenweg 6 Televbon 3187 | Verschiedenes Wer gibt Tertianer Nachhilfestunde in Latein und Französisch? Sehr. Ang. unter 0431 a. d. G. A. ert Frau Anna Müller, geb. 7 5. Geburtstag. Die Jubilarin erfreut sich Teil. Die Feuerwehrkameraden verbrachten dann nod) einige frohe Stunden bei Humor und Gesang. gfs. Geilshausen, 1. Febr. Auch in unserer Fraucnschaft ist eine Jugendgruppe ausgestellt worden, die den Pflichtabend der Frauenschaft durch Gedichte und Gesang festlich gestaltet. Die Abteilungsleiterin von Volkswirtschaft-Hauswirtschaft warb hier tatkräftig für den Verbrauch von Seefischen in den Haushaltungen. Kreis Bübingen. = Nidda, I8. Jan. Der hiesige Zweigver- ein des Vogelsberger Höhenclubs hielt im Gasthaus ,zur Krone" einen Famüien- abend ab. Im Jahre 1937 fanden 12 planmäßige und zwei eingelegte Wanderungen bei einer Gesamtbeteiligung von 338 Teilnehmern statt. Es konnten 16 Teilnehmer mit Auszeichnungen bedacht werden. Die 19. Auszeichnung wurde dem Reichsbahnobersekretär Becker, dem Vereinsvorsitzenden, mit 30 Punkten zuteil. VHE.-Bruder Oberreallehrer i. R. Küfer, langjähriger Vorsitzender des Vereins, wurde eine vom Reichswanderführer Dr. Werner unterzeichnete Ehrenurkunde für 50jäh- rige Mitgliedschaft im DHC. überreicht. Außer einem Vortrag über „Poesie aus den Fremdenbüchern auf der Ronneburg" trugen musikalische und mundartliche Vorträge zur Ausgestaltung des Abends bei. — Auf Anregung der hiesigen K r i e - gerkameradfchaft hielt hier Major a. D. R i e tz s ch (Hanau), im Gambrinussaal einen Vortrag über das Thema „Die wehrpolitische Lage Spaniens im Hinblick auf die Großmächte Europas". Der Redner gab einen anschaulichen Ueberblirf über die Geschichte Spaniens und machte die Ursachen und politischen Zusammenhänge der geg.cn- wärtigen Auseinandersetzung in Spanien verständlich. Karten und Lichtbilder unterstützten das gesprochene Wort. Kreis Schotten. k Schotten, 28. Jan. Der V H C. hielt eine schöne Familienfeier im „Posthäuschen" ab. VHE.- Bruder Maurer hielt einen interessanten Vor- Einmalige Sonderveranstaltung B am Donnerstag, 3. Febr. 8 4.00 und 8.30 Uhr Der bekannte Pressemann u. | Schriftsteller Dr* Rodt spricht persönl. zu sein. Film I Quer durch Südamerika Zwischen Amazonas u. Feuerland. Eine Welt des Aufstiegs Brasilien Rio de Janeiro — Sao Paulo Santos — deutschstämmiges Siedlungsgebiet Die „Grüne Hölle v. Brasilien“ Holztransport v. Urwald zum Hafen — Tiere des Urwaldes Der I-Cnazzn d. breiteste Wasserfall d. Erde Buenos Aires Die Hauptstadt im sonnigen Süden. — Das größte Seebad Argentinische Schweiz Mit der Eisenbahn 3000 Meter hoch in die Gletscherwelt Feuerlands Eis- und Schneeregion 680 A| Konfirmanden-Anzüge aus gutem Kammgarn Mk. 38.- 44.- 48.- aus strapaziert. Melton Mk. 24.- 32.- 36.- Extraanfertigun^ n. Maßen unt. Berücksichtigung Jhrer Wünsche ohne Mehrkosten - Garantie für Sitz KÖHLER Gießen, Seltersweg Das große Spezial-IIaus für gute Herren- und Knaben-Kleidung 30iA Eigene Maßschneiderei ■■■■llllllllll z Ul ■■ II!»■■■■■■————.............—8 669^ Nachlässe holten Veröffentlichungen einer Anzeige! Anmeldung muß sofort in der Dienststelle der Deutschen Arbeitsfront, Abt. f. Berufserziebung u. Betriebsführung, Gießen, Schanzenstr. 18, erfolgen. Nähere Auskunft daselbst oder unter Telefon 2141-44. ctiD das bare Geld, das Sie bei uns sparenl Wegen Übernahme des Hauses Frensdorf beginnt unser großer________ Sonntag, 6. Februar 1938,16.11 Uhr Grobes FascMMen auf der Karlsruh 0433 Wilh. W a gner, dessen Witwe setzt noch tfg Warenausgabe tätigt. 1933 erfuhr der Betrieb durch Ankauf des Nachbarhauses 87 eine Vergrößerung. Heute gehören 218 Genossen dem Verein an, und er ist ein unentbehrlicher Wirtschaftsfaktor in der Dorfgemeinschaft. In den Glückwunschreden, de- sonders von den Vertretern des übergeordneten Genossenschaftsverbandes, wurde der Tätigkeit des Vereins große Anerkennung gezollt. Besondere Ehrungen erfuhren die sechs noch lebenden Gründer: Joh. Georg Wagner, Konrad Wagner, Wilh. Drescher, Karl Storck, Karl Leib 47 und Georg Krombach sowie für langjährige treue Dienste: Ludwig Feiling, Karl Gerl ach, Wilh. S u ch a n und Karl Wagner. Ortsgruppenleiter und Bürgermeister Schmidt würdigte im Rahmen eines geschichtlichen Rückblickes die ersprießliche Arbeit der Genossenschaft und wünschte weitere gute Entwicklung. Der gegenwärtigen Verwaltung gehören an: im Vorstand: L. Feiling, Phil. Bender 196 und Karl Leib 82; im Aufsichtsrat: K. Gerlach, Wilh. Such an, Wilh. Leid 223, Karl Sommer, Wilh. Krauskopf 225, Ludro. Forbach, Karl Wagner 173, Karl Wagner 185, Emil Wagner 186, Wilh. Leib 116, Karl Storck 88 und Wilh. Winter, Gleiberg. Rundfunkprogramm Donnerstag, 3. Februar. 6 Uhr: Morgenfpruch. — Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. In der Panse, 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Nur Koblenz-Trier: Nachrichten. 10: Schulfunk. Volksliedsingen. 10.30: Froher Klang zur Werkpause. 11.40: Hausfrau hör zu! 11.50: An der Wiege des Lebens. 12: Mittagskonzert. Wunschkonzert zugunsten des WHW. 13: Nachrichten. 13.15: Mittagskonzert (Fortsetzung). 14: Nachrichten. 14.10: Musik am Mittag. 15: Alt und bäuerlich — die neueste Mode. 15.15: Für unsere Kinder. Parade der Zinnsoldaten. 15.45: Allerlei vom Sport der Woche. 16: Kleines Konzert. 17: Unser ewiger Wagner (I), gest. 13. Februar 1883 (Schallplatten). 18: Zeitgeschehen. 18.30: Der fröhliche Lautsprecher. 19: Nachrichten. 19.10: Nordische Musik. 20.30: Kon« zert. Die Neuerscheinungen der Unterhaltungsmusik. kcr wurde, sah sich die Stadt zur Schaffung neuer Krankenzimmer genötigt. Die Veranda wurde ausgebaut, vier große Krankenzimmer mit mindestens sechzehn Betten sind dadurch gewonnen worden, die dieser Tage ihrer Bestimmung übergeben wurden. — Am sogenannten Schleifenweg nach dem Schwimmbad zu ist eine Kleinsiedlung entstanden; drei Häuser sind im Spätherbst schon errichtet worden, etwa zehn Siedler haben sich ferner gemeldet. Mit der Siedlung wird im kommenden Frühjahr fortgefahren. )—( Ruppertsburg, 27. Jan. Dieser Tage fand in unserem Gemeindesaale ein sehr gut besuchter Heimatabend statt. Zahlreiche schone und klare Lichtbilder (Urkunden, Karten und Orts- aufnahmen), von dem Vortragenden, Pfarrer D e - b U5 (Gonterskirchen), selbst ausgenommen, zeigten anschaulich die Gründung unseres Dorfes im Jahre 1183. Besonders deutlich kam es bei dem ausführlichen Vortrag den Hörern zum Bewußtsein, wie innig Orts-, Territorial- und Reichsgeschichte Zusammenhängen. Diesem Vortrag werden in Zukunft noch eine Reihe weiterer folgen, da der Redner die gesamte Geschichte unseres Dorfes im Lichtbild dargestellt hat. Kreis Wetzlar. Witwe ; anf. 50, möchte § Herrn (klein. Be- ; amten) kennen ; lernen. Bei ge- z genseitiger Nei- gung Heirat. Schriftliche An- geböte unt. 0437 ? an d. Gieß. Anz. Kleine Anzeigen | richten sich an die Bevölkerung der ■ engeren Heimat! Darum: Kleinanzeigen in dieHei- matzeitung, ben | Giefiener Anzeiger 688 A Görlach, ihren MMven Die Lebensgemein' schast des deutschen Waldes in Bildern 150 Naturaufnahmen aus dem Tier- und Pflanzenleben des hei» mailichen Waldes auf 128 Kupfertiefdruck- tafeln, mit lebendigem und aufschlußreichem Einführungstext von k. Gerhard u.G.Wolff. Preis RM. 4,80. „(Es lebt und webt in dem Buche, und wer es versteht, mit empfänglichen Sinnen die bildgeword. Naturschönheilen in fleh auf* zunehmen, dem singen u. klingen die Tafeln tausend Erinnerungen wach an einstmals leibhaft Erschautes." Reclams Universum Verlangen Sie kostenlos unsere bebilderten Werbeblätter Zu beziehen durch jede Buchhandlung! Hugo Dermühler Verlag Berlin - Lichterfelde Ein Bravourstückchen haben wir mit diesen Leistungen erzieh. Sie werden Ihren Beifall finden, wie überhaupt alles Vorteilhafte in unserm großen Winterschlußverkauf! 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Ueberg.-Mänt. p. m Stoffspezialhaus Bernard&Sohn Gießen Plockstraße 14-16 Kostüm-Fest in den künstlerisch umgestalteten Räumen des KLUBS, Gießen, Sonnenstraße, am Samstag, dem 5. Februar 1938. „Startlinien siebten Himmel" Fernau mit seinen 10 Stimmungs-Solisten Alice Fibiusund Peter Maurers sorgen für Unterhaltung und Humor. Sichern Sie sich Karten imVorverkauf bei Firma Theodor Köhler, Seltersweg, trag über frühere Ehebräuche. Eine gemütliche Nachfeier schloß sich an. — Da die Belegung des v- , - , _ . • städtischen Krankenhauses dauernd stär- Philipp Lantz den Geschastsbetr^eb, dann folgt« Vogtsdie Privat-Handelsschule Gießen, Goethestr.32 Carl nowack.».giessen