Nr. 256 Erstes Blatt 188. Zahrgang Dienstag, 1. November 1038 Lrlchem» täq ltd), außer Sonntags und feiertags Beilagen Die 3Ilu|trtert» (Bießenei ftamilienblätteT Heimat im Bild Die Scholl» monats»Beiugspret$: MU « ‘Beilagen NM 1.95 Dbn* .Illustriert» , I 80 Zustellgebühr . -.25 Auch bei Nichterscheinen Don einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Hernfprechanschlüste unter Sammelnummer 2251 Anlchrtst für Drahtnach- richten Anzeiger Kiesten Postscheckkonto: Kranlfuri am Main 11686 Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen I Druck und Verlag: vrühlsche UniverfitStrdruckerei «.Lange In Gießen. Schriftlettvng und ScschSftrftelle: Schulstraße 7 Annahme oon Anzeigen für öi» Mittagsnummer vis8'/,Uhr des Vormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen oon 22 mm Breit» 7 Npf., für le^t* anzeigen oon 70 mm ‘Breite 50 Npf.,Platzvorschrift nach oorh Terembg 25°/, mehr. 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Gauleiter Henlein hat umgehend nach den Weisungen meines Stellvertreters die Ueberleitung derSDP. in die NSDAP sowie den Aufbau der NSDAP., ihrer Gliederum gen und angeschlossenen Verbände in die Wege zu leiten. Die entsprechenden Maßnahmen in den an die Gaue Bayerische O st mark. Ober- und Nieder-Donau und Schlesien fallenden sudetendeutschen Gebieten sind in engster Fühlungnahme mit den zuständigen Gauleitern durchzufüy- ren Den einzelnen Gauen werden laut anliegender Karte folgende Bezirke bzw. Re st bezirke zugc- wiesen: a) dem Gau Bayerische Ostmark: Taus, Neuge- dein Neuern. Hartmanitz, Schüttenhofen, Bergreichenstein, Winterberg, Wallern, Prachatitz: b) dem Gau Ober-Donau: Kalsching, Oberplan, Böhmisch-Krumau, Hohensurth, Kaplitz; c) dem Gau Nieder-Donau: Gratzen, Schweinitz, Wittinaau, Neubau, Neu-Bistritz, Zlabings, Jam- nitz, Frain, Znairn, Joslowitz, Mährisch-Kromau Pohrlitz, Auspitz, Nikolsburg, Lundsnburg und Enaerau; d) dem Gau Schlesien: das Hultschiner Ländchen. Den Zeitpunkt der Uebergabe bestimmt mein Stellvertreter. Zur Zeit Obersalzberg, den 30 Okt. 1938. ' Gez.: Adolf Hitler." Dazu hat der Stellvertreter des Führers ivlgende Anordnung erlassen: Gemäß der Verfügung des Führers vom 30 Oktober 1938 werde ich die SdP am 5. November 1938 in d i e NSDAP übernehmen. Als Zeitpunkt, an dem mir der organisatorische und personelle Aufbau der NSDAP, im Gau Sudetenland und die Uebergabe der an die Gaue Bäuerische Ostmark, Ober-Donau, Nieder-Donau und Schlesien fallenden sudetendeutschen Gebiete durch Gauleiter Konrad Henlein zu melden ist, bestimme ich den 11. Dezember 1938. Gez.: Rudolf Heß. Der neue Gauleiter. Konrad Henlein, der heute vom Führer zum Gauleiter des Gaues Sudetenland der NSDAP, ernannt wurde, hat sein ganzes Leben in den Dienst an Heimat und Volk gestellt. Noch nicht 18 Jahre alt, meldete er sich als Freiwilliger von der Schulbank weg zur österreichisch-ungarischen Armee. Er stritt an der Alpenfront als Korporal und bald als Fähnrich am Col di Lana, am Monte Forno und am Monte Meletta und wurde mit mehreren Tapferkeitsmedaillen ausgezeichnet. Schwer verwundet geriet er 1917 in italienische Gefangenschaft. Als er nach Kriegsende in seine unterdessen unter tschechische Herrschaft geratene nordböhmische Heimat zurückgekehrt war, begann er sofort einen zähen Kampf um die Wiederaufrichtung und dte Freiheit des Sudetendeutschtums. Sein Wirkungsfeld war zunächst der deutsche Turnverband in der Tschecho-Slowakei, das Sammelbecken der aktivistischen völkischen Sudetendeutschen 1925 wurde er als Turnlehrer nach der Turnerstadt A s ch berufen und gab seinen Beruf als Bankbeamter auf 1927 wurde er Derbands- turnwart des „Deutschen Turnverbandes . Unter feiner Führung wurde der Verband zu einer straffen völkischen Organisation, zu einem sudetendeutschen Machtfaktor, der dann politisch zur Geltung kam, als nach der Unterdrückung der NSDAP, durch die Tschechen Konrad Henlein 1933 bis politische Führung des Sudetendeutschtums in seine Hände nahm. Hatte die von Henlein gegründete „Sudetendeutsche Heimatfront" bald große Teile der deutschen Bevölkerung organisatorisch erfaßt, so errang sie bereits bei den Wahlen am 19. Mai 1935 als „Sudetendeutsche Partei" einen Erfolg, der die Welt aufhorchen ließ. Die SDP. Henleins war zur größten Partei der Tschecho-Slowakei überhaupt geworden Unter der Leitung Henleins rang die SDP. dann als Vertreterin des gesamten Sudetendeutschtums mit Prag um das Recht der Anteilnahme an der Staatsführung. Henlein stellte an 28. Februar 1937 in Aussig die Forderung nach nationaler Selbstverwaltung, Sicherung der Dolks- tumsgrenzen, Wiedergutmachung der den Sudetendeutschen zugefügten Schäden auf. Am 27. April 1937 brachte die Sudetendeutsche Partei im Prager Abgeordnetenhaus sechs Gesetzesanträge zum Schutze des Volkstums ein. In Karlsbad verkündete Henlein die grundsätzlichen Forderungen der deutschen Volksgruppe und legte in ihrem Nayien das Bekenntnis zur nationalsozialistischen Weltanschauung ab. Der Stellvertreter des Führers hat an Gauleiter Konrad Henlein folgendes Telegramm gesandt: „Zu Ihrer Ernennung zum Gauleiter der NSDAP, durch den Führer beglückwünsche ich Sie herzlich. Mit besonderer Freude begrüße ich Sie und Ihre Mitarbeiter, die so hervorragenden Einsatz im Befreiungskampf für ihre Heimat leisteten, als nunmehrige Angehörige des Führerkorps der NSDAP. Im jahrelangen Kamps um die Erhaltung der deutschen Stellung im Südosten hat national- sozialistischer Gei st und Lebenswille von Anfang an den siegreichen Volks- tumskampf bestimmt. Die von Ihnen geführte sudetendeutsche Volksbewegung hat d i e deutsche Volksgruppe Ihrer Heimat geeint, sie entschlossen eingesetzt im Kampf für das größere Deutschland und damit eine wesentliche Voraussetzung geschaffen für die herrliche Befreiungstat des Führers. Sie haben am denkwürdigen 1. Oktober 1933 die Führung des völkischen Sudetendeutschtums übernommen. Nach fünfjährigem Ringen stehen Sie mit dem ganzen Sudetendeutschtum am siegreichen Ende des großen Kampfes um Heimat und nationalsozialistische Weltanschauung. Die sudetendeutschen Nationalsozialisten haben unter Ihrer Führer durch Opfer und Bewährung sich würdig gezeigt, in die große politische Kampfgemeinschaft des Führers, in die Nationalsozialistische Partei ein- zu treten. Damit ist zugleich der jahrhundertelange Kampf der Deutschen Ihrer Heimat um das größere Deutschland siegreich beendet. Mit dem ganzen deutschen Volk, das zu äußerstem Einsatz bereit war, hat der Führer das Werk vollendet, das vor vielen Jahrhunderten mit der ersten Furche Im Entscheidungsjahr 1938 bewies sich die Führerpersönlichkeit Henleins aufs Höchste. Als unbeugsamer Treuhänder des Führers focht er auf der Ebene der Verhandlungen mit den Vertretern des Benefch-Systems mit der gleichen Verantwortung und Hingabe, mit der er die sudetendeutsche Bewegung selbst in einer vorbildlichen und von aller Welt anerkannten Disziplin und Ordnung zusammenhielt. Als dann im September die schwersten Tage des Südetendeutschtums anbrachen, war es wiederum Konrad Henlein, der seinen Kameraden die Parole gab und selbst mit der Tat vöranging. Er stellte sich an die Spitze des von ihm gegründeten „Sudeten deutschen Freikorp s", bereit zum letzten Einsatz für die Heimat Hatte der Führer schon beim Einmarsch der deutschen Wehrmacht Konrad Henlein mit der Bestellung zum „R e i ch s k o m m i s s a r für die sudetendeutschen Gebiete" ehrenvoll ausgezeichnet, so stellt die Ernennung zum Gauleiter des Gaues Sudetenland die Krönung des Kampfes eines Mannes bar, mit dessen Namen die Befreiung und Einigung des Sudetendeutschtums für immer verbunden sein wird. einer deutschen Pflugschar aus sudetendeutschem Gebiet begonnen wurde. Die Parteigenossen des Gaues Sudetenland werden nun mit Ihnen als Gauleiter unter den Fahnen Adolf Hitlers weiter marschieren mit der gleichen Kampfkraft, die sie im Ringen auf dem Heimatboden und im Freikorps an den Grenzen des Sudetenlandes unter Beweis gestellt haben. Glücklich und stolz grüßen wir großdeutschen Nationalsozialisten den jüngsten Gau der NSDAP, mit alter nationalsozialistischer Tradition. (gez.) Rudolf Heß." Generalfeldmarschall Göring in Wien. Wien, 1. Nov. (DNB.) Ministerpräsident Generalfeldmarschall Göring traf, vom Obersalzberg kommend, in Wien ein, wo er sich einige Tage privat aufhalten wird. Zu Ehren des Generalfeldmarschalls veranstaltete der Bürgermeister der Stadt Wien in der Lobau eine große Staatsjagd, an der neben den Jagdleitern als Gäste des Reichsjägermeisters teilnahmen die Reichsminister Frhr. oon Neurath und Graf Schwerin-Krosigk, Reichskommissar Gauleiter B ü r ck e l, die Generalobersten von B r auch i t s ch und Milch, Minister Jng. 'Rein« thaler, die Staatssekretäre Körner und Generalforstmeister Alpers, General der Infanterie Bock, Generalleutnant Übet, Ministerialbirektor Staatsrat Dr. G r i tz b a ch , Oberstjägermeister S ch e r p i n g , Prof. Dr. Lutz Heck unb Oberjägermeister Menthe. Abends besuchte der Ge- neralfeldrnarschall mit seiner Gattin die Vorstellung „Wienerinnen" im Theater in der Josefstadt. Deutsch-italienischer Schiedsspruch. Von unserer Berliner Schriftleiiuna. Arn Mittwoch treffen sich in Wien der Reichsaußenminister von Ribbentrop und der Außenminister Italiens, Graf Ciano, gleich, zeitig sind die Außenminister der Regierungen Ungarns unb ber Tschecho-Slowakei gebeten worben, ebenfalls in Wien zu erscheinen, wo ein beutsch-italienischer Schiedsspruch die Frage einer ethnographischen Grenzziehung zwischen Ungarn unb ber Tschecho-Slowakei einer gerechten Lösung entgegenführen wirb. Beibe Parteien — Ungarn unb bie Tschecho-Slowakei — hatten bas Schiebs- gericht aimerufen, beibe haben sich verpflichtet, ben Wiener Spruch als verbindlich anzuerkennen und zu erfüllen. Der Gegenstand des Streites ist bekannt. Im Raume der Tschecho-Slowakei leben zahlreiche Ungarn. Sie haben den begreiflichen Wunsch, wie vor 1918 wieder der ungarischen Gemeinschaft anzugehören. Niemand kann diesen Wunsch ablehnen, es sei denn, er hat aus dem Irrgarten ber Versailler (Bebaufengänge noch nicht Ijerausgefunben unb meint, was die Fabrikanten der Pariser Dorortverträge mit ein paar Federstrichen über bie Lanbkarten hinweg im europäischen Raume neu zu gestalten versuchten, müsse immer unb ewig so bleiben. Ebenso wirb aber niemanb behaupten können, mit bem Grunbsatz ber Gerechtigkeit ließen sich Pläne vereinbaren, beren Verwirklichung weit über ben Begriff einer „gerechten ethnographischen Grenze" hinausgehen- Wir wissen, baß man in Bubapest zeitweilig hoffte, Slowaken und Kar- patho-Ukramer für sich gewinnen zu können. Ungarn wurde enttäuscht, bei den Slowaken und den Ruthenen war bie nationale Schwerkraft stärker als gewisse ungarische Hoffnungen. Slowaken unb Kar- patho-Ukramer wünschen nicht von einer Vorherrschaft unter eine anbere zu geraten. Sie wollen vorn Selbstbestimmungsrecht Gebrauch machen, sie wollen auch bie Staatsgemeinschaft mit ben Tschechen nicht verlassen, wohl aber innerhalb bieser Gemeinschaft eine weitgehende Selbstverwaltung aufbauen. Die Auseinandersetzungen darüber sind mit Prag noch in vollem Gange. Dam gehört auch bie innere Grenzziehung. Das sind alles Dinge, mit denen diejenigen, bie unter einem gemeinsamen Dach bfeiben wollen, früher ober später in zu- friebenfteüenber Weift für alle unter sich allein fertig werben müssen. Soweit ihre Grenzen nach außen hin zur Debatte stehen, finb sie sich bereits im klaren barüber, baß es für sie wie für bie Zukunft bes Sübostens unerträglich wäre, würbe man bie Grenzpfähle so verrücken, baß neue Konfliktsquellen zum Aufbruch kommen. Für bas beutfch-italienifche Schiebsgericht ergeben sich bei ber Absteckung ber Grenzlinie im einzelnen gewiß mancherlei Schwierigkeiten, im allgemeinen wirb es aber nicht sonderlich schwer sein, einen Ausgleich herbeizuführen, ber hüben wie drüben keinen Stachel zurückläßt. Die neue ungarische Grenze — sie bezieht sich nicht nur auf bas gegenüberliegenbe slowakische, fonbern auch auf das karpatho-ukrainische Gebiet — wird so beschaffen sein, daß sie das Gros ber Ungarn umschließt. Kleine Splitter werben, wie sich bas schon bei der Grenzziehung im sudetendeutschen Gebiet ergab, hüben und Drüben bleiben. Sie werden aber das Gesamtbild nicht stören unb bie Sehnsucht aller Ungarn, wieder die seinerzeit zur Slowakei geschlagenen ungarischen Volksgenossen bei sich zu Der Dank an die Sudetendeutsche Partei. Oie Ergänzung des britischen Kabinetts Die Llnglücksstadt Marseille von hen und sich in Sicherheit zu bringen. von Rundfunkhörern ernst genommen. die Gemeinde um Schutz vor der drohenden „Welt- zschlag werden gemeldet. Auch in Neu» wohnheitsmäßig mit Menschenleben lediglich für k selber verließen Hunderte von Einwohnern. Spielttlmzwecke arbeitet, und zweitens für die noch gewissenlosere, geschäftsmäßig betriebene jüdische Kriegs -Psychosen- Macherei. Es kommt einer — freilich ungewollten — Selbstoerurteiluvg Soeben haben in Portugal Wahlen stattqefunden. Die Regierung Portugals ist repräsentiert durch den Staatspräsidenten Carmona und den Ministerpräsidenten S a l a z a r. Rach einem jahrhunberte- alten Stillstand ist Portugal, dessen Seefahrer einmal zu den Pionieren des Entdeckungszeitalters gehörten, unter der Führung dieser beiden Männer im kräftigsten Aufstieg begriffen. Rach dem Sturz der Dynastie um Jahre 1910 kamen bis 1926 sechs Präsidenten und 40 Regierungen mit über 200 Ministern ans Staatsruder, dessen Führung noch durch 20 Revolutivnen in diesen 16 Jahren unsicher gemacht wurde. Carmona übernahm 1926 die Macht Der Rummel mit dem „Hörspiel" in den Oststaaten Amerikas ist bezeichnend einmal für die anscheinend völlig gewissenlos gewordene amerikanische Sensations-Manie, die ja auch ganz ge- die Zeitungsredaktionen und die Polizeistationen - nr - n" überlaufen wurden, Wirkung wurde dadurch gesteigert, daß in .der Rundfunkfassung amerikanische Ortschaf- t e n anstelle der im Original genannten Ortsnamen eingesetzt worden waren. In der Umgebung der genannten Städte verließen unzählige Bewohner sofort Hals über Kopf die Häuser und flüchteten vor dem vermeintlichen-Gas- und Todesstrah- len-Angriff der „Marsbewohner". Die Telephon- leitungen in zahlreichen Ortschaften waren so stark überlastet, daß der Fernsprechverkehr stundenlang zum Stillstand kam. In zahlreichen Kirchen betete Rundfunk-Hörspiel verursacht Kriegspanik in USA. R o m, 31. Okt. (DNB.) Mussolini hat, von Gaeta kommend, wo er der nach Libyen fahrenden großen Siedlerflotte von 2 0 000 Italienern seine besten Wünsche mit auf den Weg gab, in Prato S m e r a l d o , etwa 20 Kilometer südlich von Rom, das neue „Imperiale Sendezentrum" ge- weiht. Die bis zu 100 Meter Höhe aufragenden, 100 kw starken 14 Riesensender stellen, wie der Duce in seinen kurzen Eröffnungsworten an alle Ausoder einer Verbreiterung ihrer Basis nicht entsprochen mit Rücksicht darauf, daß diese Regierung günstigenfalls noch etwa ein Jahr am Ruder bleiben würde. Unvorgesehene Ereignisse könnten aber auch s ch o n früher Neuwahlen herbeiführen. Angesichts dieser Tatsache Und auch der dringenden Aufgaben, vor denen die Regierung stehe, brauche Chamberlain sofort die Hilfe von Männern, deren Qualitäten er zweifelsfrei kenne. dieser Hetzmethoden gleich, wenn die „New Port Herald Tribüne" darauf hinweist, daß diese durch das .„Hörspiel" halb wahnsinnig gewordenen Menschenmassen „Monate hindurch mit Schlagzeilen und Radio-Mitteilungen gefüttert waren, worin von unmittelbar drohenden Kriegsschrecken in Europa die Rede war, in ihrer jetzigen Verfassung hielten sie anscheinend alles für möglich". Wird sich die amerikanische Regierung endlich einmal entschließen können, dieser „smartness“ das Handwerk zu legen? Oder bleibt business auf alle Fälle business? Aber noch etwas anderes gibt zu denken. Hier ist auf einmal Krieg gespielt worden, und zwar nicht auf dem Manöverfeld, sondern a u f d e m Gebiete des Rundfunks, das im Ernstfall mindestens ebenso bedeutsam sein wird wie etwa eine gut ausgerüstete Luftarmee. Die gemimte Aufregung im ' Senderaum, die Anweisungen des ,Lriegsministers" am Mikrophon, das Ervlodisren von Knallfröschen, überhaupt die Realistik der Sendung hat unübersehbare Menschenmassen m eine bedenkliche Panikstimmung hineingetrieben. Wie will, so fragen wir uns angesichts dieses zum Nachdenken anregenden Vorganges, irgendeine der Demokratien, die auf ihrem Raume noch immer das Liebäugeln mit einem Weltenbrand gestatten, i m E r n st f a l l bestehen können, wenn schon jetzt ein falsch verstandenes Hörspiel ganze Bevölkerunqsteile veranlaßt, fluchtartig die Wohngegenden zu verlassen. Es spricht ganz gewiß nicht für die Jntellig°nz der Hörer, die offenbar nur Rundfunk hären, ohne jemals die Nase ins Programm zu stecken. Unintelligente Massen sind aber noch immer das beste Material für Kriegshetzer gewesen. Das Material kann aber auch im entscheidenden Augenblick, wie dieses Beispiel zeigt, versagen und das Gegenteil der beabsichtigten Wirkung Hervorrufen. Täten nicht die westlichen Regierungen gut daran, sich diesen Vorfall zu Gemüte zu führen und die Menschheit nicht mit ihrem Rüstunaswahnsinn in einen an Nervenkrise grenzenden Zustand zu halten? Bei dem geringsten Anlaß kommt es bereits zu einem Zusammenbruch, der im Ernstfall doch vielleicht noch etwas anders aussehen wird. D. S. Litauische Ausschreitungen im Memelaebiet. Memel, 31. Okt. (DNB.) In dem memelländi- schen Dorfe P e t r a j a h n e n bei Crottingen kam es bei einer Veranstaltung des Litauischen Arbeiterund Handwerkeroereins zu bedauerlichen deutschfeindlichen Ausschreitungen. In der Versammlung begannen etwa 30 bis 40 bewaffnete Angehörige des Litauischen Schützenverbandes deutschfeindlicke Schmäh - und Hetzrufe gegen das Memeloeutfchtum auszustoßen. Sie beachteten die Ermahnungen der beiden Beamten der memelländischen Landespolizei nicht und nahmen alsbald gegen diese selbst und den deutschen Wirt des Versammlungslokals eine drohende Haltung ein, wobei schließlich die beiden Beamten, der Wirt und dessen Familienangehörige überfal- l e n und die Geschäftsräume und die Wohnung des Wirtes z e r ft ö r t wurden. Es fielen auch mehrere Schüsse. Kurz vor dem Eintreffen des Ueber^all- kommandos der Landespolizei verschwand der größte Teil der Litauer. Es gelang jedoch der Polizei, eine Anzahl der Rädelsführer in Haft zu nehmen. Die Nachricht von dem Ueberfall bat unter der Bevölkerung des Memelgebietes große Empörung hervorgerufen. Llm die $ nanzreiorm in Frankreich. Meinungsverschiedenheiten im Kabinett. Paris, 1. Nov. (Europapreß.) Die Pariser Morgenblätter der verschiedenen politischen Richtungen verzeichnen eine Reihe von Gerüchten über die Beratungen des französischen Kabinetts am Montag. Da die Minister das Ehrenwort haben geben müs- en, der Oeffentlichkeit über diese Beratungen nickts mitzuteilen, müssen diese Gerüchte mit größter Dor- icht ausgenommen werden. Die 'Gegensätze innerhalb des Kabinetts über die zu ergreifenden Finanzmaßnahmen sollen sehr stark gewesen sein. Sowohl der rechtsstehende „Jour" als auch ein linksstehendes volksfrontfreundliches Blatt melden übereinstimmend, Finanzminister Marchandeau habe Maß. nahmen vorgeschlaaen. die „marxistischer Inspiration" eien, so eine verschleierte Gold - und Devisenkontrolle. Der Finanzminister habe die Requirierung des Goldes und der Devisen zu einem Kurs angeregt, der unter der Gegenwärtigen amt- licken Notierung liege. Diese Maßnahme sei von Chautemps und Bonnet bekämpft worden. Gerüchtweise verlautet, daß der Finanzminister nicht nur eine Devisenkontrolle, sondern auch eine Neubewertung des Goldbestandes der Bank von Frankreich im Auge habe. Der Unterschied zwil^en dieser Neubewertung und der gegenwärtigen Wertschätzuna des Goldbestandes soll sich auf mehr als 30 Milliarden Fran- k e n belaufen, die künftighin zur Verfügung des Staates bleiben sollen, anstatt m;e bisher zur Rückzahlung der von der Bank von Frankreich dem Staat zugestandenen Vorschub zu geben. Nur ein Sckritt sei es von dieser Feststelluna bis zu der Schlußfolgerung, daß man mit der Schaffung einer Doppelwährung, und zwar einer inländischen und einer für das Ausland bestimmten Währung zu rechnen habe. L)ie Wahlen in Portugal. 83,6 v. H. für die Regierung Salazar. L i s s a b o n , 31. Okt. (DNB.) Bei den Wahlen zur portugiesischen Nativnalversammlung gaben von 743 930 Wahlberechtigten 622 313 Wähler Ja-Stimmen für b i e L i st e der Nastionalpartei ab. Somit hat das nortugiesische Volk mit 83,6 v. H. der nationalen Regierung Salazars das Vertrauen ausgesprochen. Die Lissaboner Presse bezeichnet das Wahlergebnis als größten Wahlerfolq Salazars. Das portugiesische Volk habe in seiner Gesamtheit ftiabgetan, daß die Zeit der Parteizersplitterung endgültig überwunden ist. vier Beamte des Außenministeriums u.nd drei geo- graphisch-statistische Sachverständige des Unterrichtsministeriums umfassen. Oie Räumung der nicht mehr strittigen Gebiete. Budapest, 31. Okt. (Eurooapreß.) In Preßburg tritt der gemischte tschecho-slowakisch-ungarische Militär fachausschuß zur Festsetzung der technischen Einzelheiten für die militärische Heber- gäbe der n ich! mehr strittigen Gebiete an Ungarn zusammen. Die zivile Räumung durch die tschecho-slowakischen Behörden und die tschechischen Siedler ist bereits seit Anfang Oktober im Gange, so daß die militärische Räumung nunmehr ohne-Verzug durchgeführt werden kann. Die Blätter erwarten den Einmarsch der ungarischen Truppen für Ende dieser oder Anfang nächster Woche. Jugoslawisch-bulgarische Besprechung. Belgrad, 31. Okt. (Europapreß.) Für Die Oeffentlichkeit überraschend kamen in Risch die Mi- nisterpräsidenten Jugoslawiens und Bulgariens zu einer Besprechung zusammen. Die Bevölkerung bereitete dem bulgarischen Ministerpräsidenten Kjos- s e i w a n o f f herzliche Kundgebungen. Die Besprechung galt der Versicherung der gegenseitigen Freundschaftsbeziehungen im Sinne des zwischen den beiden Ländern abgeschlossenen ewigen Freund- , schaftsvertrages. „Avala" verbreitet zu dem Zusammentreffen eine Verlautbarung, in der es heißt: Das herzliche Zusammentreffen war das erste nach dem Abkommen in Saloniki vom 31. Juli 1938. Die Regierungschefs der beiden benachbarten und brüderlichen Länder stellten eine vollständige Ueber- einstimmung und Solidarität der Politik Jugoslawiens und Bulgariens fest, die im Geiste des Belgrader Paktes der ewigen Freundschaft vom 24. Januar 1937 geleitet wird. Mit Befriedigung haben sie weiter festgestellt, daß auf beiden Seiten der Wunsch besteht, die herzliche Zusammenarbeit noch weiter auf der Basis der unveränderlichen Freundschaft zu entwickeln und so den Frieden zu garantieren. Darüber hinaus waren sie sich einig, die Vertiefung der wirtschaftlichen Beziehungen zwischen den beiden Ländern zu fördern, um so den Fortschritt und das Wohlergehen der beiden brüderlichen Völker zu begünstigen. Mussolini weiht das „Imoeriale Gendezentrunr. Walter R u n c i m a n wurde 1870 geboren, er er- hielt seine Erziehung im Trinity College in Cambridge und trat dann in die väterliche Schisfs- reederei ein. Von 1902 bis 1918 war er liberaler Parlamentsabgeordneter, 1908 Unterrichtsminister im liberalen Kabinett Campbell-Bannermann, 1911 bis 1914 Landwirtschaftsminister und seitdem Handelsminister im Kabinett Asquith. Als Gegner Lloyd Georges schied er 1916 aus der Regierung aus und machte der Politik Lloyd Georges heftige Opposition. 1931 wurde er im Kabinett Macdonald wiederum Handelsminister und bekehrte sich, bis dahin ein kompromißloser Freihändler, zum Schutzzoll. Runciman blieb im Kabinett Baldwin an der Spitze des Handelsamtes. Seine besondere Rolle bei der Lösung der sudetendeutschen Frage ist noch in aller Erinnerung. wissen, erfüllen. Prag und Budapest sind sich auch völlig einig darin, daß die Lösung nur in der hier angeüeuteten Richtung gehen kann und daß die Erfüllung des deutsch-italienischen Schiedsspruches verhältnismäßig rasch folgen muß: Darum haben sich bereits die Vertreter der beiderseitigen Behörden in Preßburg ein Stelldichein gegeben, um die Uebergabeformalitäten zu erörtern und zu klären. Es hat im Ausland in diesen Wochen des Hin und Her zwischen Budapest und Prag an Stimmen nicht gefehlt, die da meinten, zwischen Berlin und Rom hätten sich erhebliche Spannungen wegen des unga- risch-stowakischen Grenzziehungsstreites eingestellt. Diese wollten eine Atmosphäre heraufbeschwören, die der Ausgangspunkt neuer Schwierigkeiten hätte werden sollen. Man hat sich in Berlin und Rom um dieses Geschwätz nicht gekümmert, man ist der Achsenpolitik treu geblieben, deren Vorzug gerpde darin besteht, daß alle Deutschland wie Italien gleichermaßen interessierenden Dinge unverzüglich einer direkten Aussprache unterworfen werden können. Zur Zeit gibt es mancherlei, was der Unterhaltung wert war und den Reichsaußenminister von Ribbentrop veranlaßte, ein Gespräch m i t b e m Duceund dessen Außenminister herbeizuführen. In dieser Unterhaltung hat das Schiedsgericht gegenüber den anderen Fragen nur Minuten in Anspruch genommen, was gewiß nicht der Fall gewesen wäre, wenn die Verhältnisse so gelegen hätten, wie es gewisse ausländische Besserwisser wahr haben wollten. Man täte draußen überhaupt gut daran, die Achse nicht dauernd mit der Lupe auf Risse, Sprünge und Verbiegungen zu untersuchen. Sie befindet sich in - bester fachmännischer Pflege, es wird also keineswegs das eintreten, was man selbst mit Gläsern von mikroskopischer Schärfe nicht erkennen kann. Man verdirbt sich bei diesem müßigen Spiel nur die Augen, man darf sich dann aber auch nicht wundern, wenn man ansonsten in der europäischen Politik nicht klar sieht und zu irrigen Anschauungen kommt. Wenn Deutschland und Italien in einer nicht unwesentlichen Streitfrage um einen Urteilsspruch angegangen, und wenn dabei die westlichen Demokratien erst gar nicht erwähnt werden, dann ist das doch wohl ein Beweis für die Stärke der Achse Berlin—Rom, die indessen jene noch immer nicht in ihrer ganzen Bedeutung erkennen wollen, die im politischen Getriebe die Rolle komischer Figuren übernommen haben. D. S. Oie tschecho-slowakische Vertretung in Wien. ' Prag, 31. Okt. (DNB.) Der Minister für Auswärtige Angelegenheiten, Dr. Chvalkowski, wird zu den Verhandlungen der Schiedsrichter über das tschecho-slowakisch-ungarische Problem, die am 2. November aufgenommen werden, nach Wien reifen. Dr. Tiso, der Vorsitzende der slowakischen Regierung, wird sich von Preßburg nach Wien begeben. Woloschin, der Vorsitzende der tarpatho-ukrainischen Regierung, wird im Flugzeug in Wien eintreffen. Gleichzeitig wird Gesandter Dr. Krno, der tschecho-slowakischer Delegierter bei den Verhandlungen in Komorn war, nach Wien reifen. Die ungarische Abordnung für die Verhand- hingen in Wien wird außer dem Außenminister von Konya, dem Unterrichtsminister Graf Te• leki und dem Kabinettschef Graf Czaky noch landsitaliener betonte, die gewaltigste Sendestation der Welt dar und bildet zugleich als rein italienisches Werk einen neuen Erfolg Italiens auf dem Wege zu feiner wirtschaftlichen Unabhängigkeit. Einen Begriff von der Größe der Anlage oer- _______________ _______________ ______ mittelt die Tatsache, daß 155 000 Tagewerke zu' gefahr". Eine Anzahl von Todesfällen durch ihrer Fertigstellung nötig wurden. Während der Be- Herzschlag werden sichtigung der neuen Anlage wurden Mussolini leb- yorl f_____ . hafte Kundgebungen zuteil, an denen sich vor allem nachdem sie im Nachrichtendienst über die vermeint- auch eine Abordnung nationalspanischer Lehrer be- liche Invasion der Marsbewohner gehört hatten, teiligte. 1 fluchtartig ihre Häuser. Die Gerüchte nahmen einen London, 31. Okt. (DNB.) Die feil längerer Zeit erwartete Neubesetzung im englischen Kabinett, die einen endgültigen Abschluß der Kabinettsumbildung bedeutet, wurde am Montagabend in London im Anschluß an die Kabinettssitzung bekannt- gegeben. Lord Runciman ist danach an Stelle des zurückgetretenen Lord Hailsham Lordpräsi - deut des Geheimen Staatsrates geworden. Sir John Anderson, der konservative Abgeordnete und frühere Gouverneur von Bengalen ist zum Lordsiegelbewahrer ernannt worden. Diesen Posten hatte bis vor kurzem Lord de la Warr inne, der in der vorigen Woche zum Unterrichtsminister ernannt wurde. Das noch offenstehende Dominion-Ministe- rium ist Malcolm Macdonald übertragen worden, der damit Dominion-Amt und Kolonialministerium gleichzeitig verwalten wird. Das Do- minion-Ministerium ist durch den Tod Lord Stanleys frei geworden und ist bereits in den letzten Tagen von Malcolm Macdonald provisorisch mitverwaltet worden. Von den neuen Mitgliedern des Kabinetts ist die bekannteste Persönlichkeit Lord Runciman, der in der letzten Zeit in Zusammenhang mit seiner besonderen Mission in Prag besonders bekannt geworden ist. Er gilt in London als ein überzeugter Anhänger der Chamberlainschen Verständigungspolitik mit Deutschland. Seine Hineinnahme in das Kabinett wird daher als ein Zeichen für den Wunsch Chamberlains ausgelegt, die in den Münchener Erklärungen begonnene Politik fortzusetzen. Die Ernennung Sir John Andersons wird als Beweis dafür angesehen, daß Chamberlain es a b g e l e h n t hat, Den Wünschen interessierter Kreise nach Errichtung neuer Ministerien mit Sonderbefugnissen für die Aufrüstung zu entsprechen. Nach Meinung der Presse wird ihm in erster Linie der L u f t s ch u tz und die Aufstellung eines Registers für die sich freiwillig für irgendeinen Dienst zur Verfügung Stellenden übertragen werden. Ditz Blätter unterstreichen, daß der Plan der Schaffung eines Munitionsmini- fteriums fallen gelassen worden ist. Trotz der Befürwortung dieses Planes durch Luftfahrtminister Sir Kingsley Wood, Innenminister Sir Samuel Hoare und Kriegsminister Höre Belisha seien Premierminister Chamberlein und Schatzkanzler Sir John Simon mit ihrer Ansicht durchgedrungen, daß die Schaffung eines Munittonsmini- steriums die Wirtschaft und vor allem den Exporthandel nur beeinträchtigen könnte. Die „Times" meint, Chamberlain habe den vielfach geäußerten Wünschen nach einer Verjüngung der Regierung Marseille, mit rund 700 000 Einwohnern die zweitgrößte Stadt Frankreichs, und der größte Seehandelsplatz des Mittelmeers, ist zweimal kurz hintereinander in aller Mund gekommen: Einmal durch die Ermordung des jugoslawischen Königs Alexanders am 9. Oktober 1934 und jetzt wieder durch das furchtbare Brandunglück, das am 28. Oktober die Prachtstraße Der Stadt, Die Canebiöre mit ihren Handels-, Bank- und Hotelpalästen verheerte. In beiden Fällen hatte Die Unterwelt ihre Hand im Spiel. Marseille ist berüchtigt als Treffpunkt von Menschen, Die nichts mehr zu verlieren haben. Die Altstadt mit ihren vielen Schlupfwinkeln ist ein mächtiger Anziehungspunkt, besonders weil Gelegenheitsarbeit im Hafen die Möglichkeit zu einem Verdienst in Zeiten gibt, da Die sonstigen unterirdischen „Geschäfte" und „Unternehmungen" nicht gehen. Beim Beladen und Entladen von Schiffen wird nicht viel nach Nam' und Art gefragt, auf den Pfiff eines Vorarbeiters sammeln sich die Arbeitswilligen, von Deren Arbeitswille man oft nur in Anführungszeichen sprechen kann. Die Marseiller Polizei ist lax. 1934 sind schwerste, kaum verständliche Versäumnisse passiert. Damals wurde die Absetzung des Präfekten verfügt. Sein jetziger Nachfolger ist ebenfalls wegen offenbarer grober Versäumnisse sofort vom Amt suspendiert worden. Die Polizei setzte sich nicht durch, die Wasseranschlüsse funktionierten nicht, weil gerade Die Gewerkschatten gestreikt hatten. Der Marseiller Magistrat sträubte sich gegen Die Herbeirufung fremder Feuerwehren: der französische Kammerpräsident und Bürgermeister von Lyon, Edouard Herriot, mußte das Eingreifen seiner Feuerwehr van Lyon erst erzwingen, und den Ordnungsdienst übernahm in weitem Umfange Militär an stelle von Polizei. Der gute natürliche Hafen von Marseille und Die unmittelbare Nähe der für leichte Fahrzeuge schiffbaren Rhone hatte schon Phönizier und Griechen zur Gründung einer blühenden Hafenstadt angeregt. Die Schiffahrt führte auch die Christen sehr früh nach Marseille, das sich rühmt, die erste Kirche Frankreichs zu haben. Die Wallfahrtskirche Notre Dame de la Garde ist mit ihrer neun Meter großen vergoldeten Mariensäule auf 45 Meter hohem Turm das Wahrzeichen der Stadt. Don hier läuft zum alten inneren Hafen ein Straßenzug, dessen letzter Teil eben die berührte Canebiöre ist. In den anschließenden Gaststätten gibt es das Nationalgericht Der südfranzösischen Küche, die Bouillabaisse, eine dickflüssige Fischsuppe mit Hummer und Austern, deren Geschmack durch reichlichen Knoblauch und starke Gewürze gehoben wird. Draußen vor dem Hafen, in Dem sich der Verkehr mit Dem französischen Nordafrika, Dem Fernen Osten und Süd-Amerika konzentriert, liegen Drei Felseninseln. die noch heute befestigt sind. Am berühmtesten ist Die Insel mit dem düsteren Chäteau d'Jf, in deren Gewölben unter Ludwig XIV. Der rätfel- hatte, in vielen Romanen eine Rolle spielende „Mann mit der eisernen Maske" schmachtete; vor etwa 15 Jahren saß hier in Gelangenschaft der marokkanische Empörer Ab del Krim, bevor er auf die Insel Reunion im Stillen Ozean gebracht mürbe. Das moderne technische Meisterwerk von Marseille ist der Schiffahrtskanal zur Rhone, der durch einen gewaltigen Tunnel führt. Neuyork, 31. Okt. (Europavreß.) Das Hör-Iderart lawinenhaften Umfang an, daß Taufende füiel einer dramatisierten Fassung des Buches W o ch e n e n d f a h r e r n umkehrten, die Benzin- „D er Krieg der Welten" von H. G. Wells tanks nachfüllen ließen und viele Hunderte von Ki- durch die Columbia-Broadcasttng-Corporation hat lometer zwischen sich und die vermeintliche Stätte im'Staate Neu-Jersey und weit darüber des Unheils legten. Die Universität Princetown im hinaus eine wahre Panik ausgelöst. Die abend- Staate Neu-Jersey entsandte eine Wissenschaft- liche Tanzmusik wurde vom Ansager aufgeregt un» liche Expedition todesmutiger Professoren mit terbrochen, um mit allen Anzeichen des Entsetzens sich freiwillig meldenden Assistenten. Die Kopflosig- mihuteilen, ein Weltraumschiff sei auf Neu-1 feit nahm insbesondere in Dem Augenblick zu, als Jersey niedergegangen. Männer mit Todes- die Stimme des angeblichen Innenministers aus den strahlen bewaffnet, seien ihm entfliegen, die' Lautsprechern tönte. mit den Mitteln modernster Technik einen 21 n -1 Die Auswirkungen der Panik erstreckten sich bis griff auf die friedlichen USA. begonnen weit in den Mittelwesten unD bis Kanada hinein, hatten. Der Kommandeur der Nationalgarde gab obgleich die Rundfunkgesellschaft aus die ersten Nachher Bevölkerung Verhaltungsmaßregeln gegen Born-1 richten über die Wirkung ihres Hörspiels beruhi- benangriffe, deren furchtbare Verwüstungen er in genbe Melbungen aussandte. Wie stark die Phanta- allen Farben ausmalte, und schließlich ermahnte der sie durch die Rundfunksendung angeregt worden Innenminister das Volk, aus den Städten zu flie- war, geht daraus hervor, daß in vielen Städten Die Geschichte von dem Einfall der Marsbewoh- n u fl e n 3e,‘J 9 ß n „ ■ ner auf bie Erbe mürbe von vielen Tausenden die behaupteten, bis Lonbunq ber Marsbewohner “ ...... - Die mttangefehen zu haben. Das groteske Erlebnis mit dem Mars scheint endlich weiten Kreisen die Augen geöffnet zu haben, daß die Panikmacherei eines großen Teiles der Presse und gewisser bekannter Persönlichkeiten allein dazu angetan ist, die amerikanische Bevölkerung zu schädigen. Die Dundesbehörde zur lieber- wachung des amerikanischen Ruftdfunks hat eine amtliche Untersuchung angeordnet. gen entlassen uni» ihm das Recht zum Tragen der Uniform des AR. 5 verliehen. Mit Generaloberst Beck ' scheidet der erste Ches des mit dem Heeresaufbau des 40 oder 60 Watt sind die richtigen Störten für Soden und Speicher. Man verlange immer die innenmattierien 10 MD.E N Hohe Zuchthausstrafen für kommun stische Drahtzieher. Berlin, 29. Oktober. (DNB.) Der I. Senat wiedererstandenen Generalstabes des Heeres aus dem Amte. Der Oberbefehlshaber des Heeres hat emellänbi» .nqen kam i Arbeiter- deutschen der bewaffnete Denver« ib Hetz, aßen. Sie Beamten und nah- deutschen -ende .hal- amten. der • übersät» obnung des ich mehrere Ueber'all- ' -wand der jedoch der in hast eberfall bat ietes große Das ist erst fünfzehn Lahre her! *1923 wurde in Berlin der erste deutsche Rundfunksender eröffnet. Von Hans Knothe. g e n b", die wegen Vorbereitung z um Hochverrat angeklagt waren. Es handelt sich hier um den Versuch kommuni st ischer Drahtzieher, jugendliche Gruppen in Gegensatz zur Staatsjugend und zum Staat zu bringen. Wegen Vorbereitung zum Hochverrat erhielten die volljährigen Angeklagten hoheZuchthaus st rasen, die jugendlichen Gefängnisstrafen. Offene Herzen—offene Hände Die ersten WHW.-Sammelergebnisse zeigen eine Steigerung bis zu 45 v.H. Berlin, 31. Okt. (DRB.) In der Eröffnungsrede zum ersten Winterhilfswerk Großdeutschlands sagte der Führer: „Ich glaube, wir haben s a viel Glück in diesem Jahre erfahren, daß wir alle die Pflicht haben, diesem Glück freiwillig u n • s e r Opfer zu bringen." Diese von dem Führer geforderten Opfer sind gebracht worden mit offenen Herzen und offenen Händen. So erbrachte der erste Eintopfsonntag dieses Wnter- hifswerks eine Gesamtsumme von 8 289 019,53 Mark, wovon auf das Altreich 7 310 057,41 Mark, auf die Ostmark 978 962,12 Mark entfallen. Gegenüber dem ersten Eintopf des verflossenen Winterhilfswerks ergibt sich für das Altreich eine Steigerung von 1 638 851,44 Mark = 28,9 v. H. Auf die Haushaltungen umgerechnet, opferte jede Haushaltung Großdeutschlands durchschnittlich 0,42 Mark zum ersten Eintopfsonntag. Eine noch größere Opferfreudigkeit zeigte sich bei der er st en Reichs st raßensammlung des Winterhilfswerks 1938/39. Die hübschen Buchabzeichen erbrachten im Altreich eine Summe von 8 940 444,66 Mark, in der Ostmark 1 337 439,90 Mark. Auf den Kops der Bevölkerung Großdeutschlands entfällt mit dem Gesamtbetrag von 10 277 844,56 Mark somit e i n O p f e r v o n 1 4,04 Pf., eine erstaunenswerte Zahl, wenn man be- denkt, daß sie Männer und Frauen, Säuglinge, Kinder und Greise, Soldaten und Arbeitsdienst, Er- werbstätige und Invaliden erfaßt. Für das Altreich errechnet sich eine Steigerung gegenüber dem Buchabzeichensonntag des Winterhilfswerks 1937/38 von 2810608,11 Mark = 45,85 v.H. „Offmärkifche Trachtenfchau." Die nächste Reichsstrahensammlung. 7 h ?!en unb *n von °p° die si- Wufcen ulAen? ess? ?' Her uVnb "nie bt5 Mnen KU ber Men in Wie um Nach, *tr Demo. Jas üieb- ue.n. im 1 letzt ein runqsteiie iu verlas, nkelliq'nz i'en, ohne ken. Un. er bas gewesen. ieibenben ^en unb l hnvor- yt gut ihren unb 'Wahnsinn Hand zu es bereits tfall doch . 0.8. ffabmett. Die Pariser ben Nichtun- iten über die am Montag, geben mus- ungen niihts größter Dor. nsätze inner« dien Finanz' jein. Towoyl i linksstehen' Überemstim- u habe W* 3nspi''at'on . unb De' [w habe hte »HU «5 närti«°^ ’ein'Wb“t "d" ie ha°e. . (50"« statt ®l( *"!' ,t wn tu« i« 6*«fhin8 perfonalDeränbemngen im Seer. Berlin, 31. Oktober. (DRB.) Der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht hat den Oberbefehlshaber der Heeresgruppe 1, Generaloberst v. Rundstedt, seinem Wunsche entsprechend mit dem 31. Oktober 1938 aus dem aktiven Heeresdienst entlasten und ihm in Würdigung seiner besonderen Verdienste das Recht zum Tragen der Uniform des JR. 18 verliehen. Der Oberbefehlshaber des Heeres hat dem ausscheidenden Generalobersten in einem persönlichen Dankschreiben für seine hohen Verdienste um Vaterland und Heer gedankt und der Hoffnung Ausdruck ge- geben, daß Generaloberst v. Rundstedt auch fernerhin mit dem Heer aufs engste verbunden bleiben möge. Als Nachfolger wurde Generaloberst v. B o ck, bisher Oberbefehlshaber der Heeresgruppe 3, zum Oberbefehlshaber der Heeresgruppe 1 ernannt. Der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht hat ferner seinem Anträge entsprechend den Chef des General st abes des Heeres, General der Artillerie Beck, unter Verleihung des Charakters als Generaloberst ebenfalls mit dem 31 Oktober 1938 aus dem aktiven Heeresdienst des Generalstabes wesentlichen Anteil an dem Erfolg. Generaloberst von Brauchitsch gab der Hoffnung Ausdruck, daß auch Generaloberst Deck fernerhin aufs engste mit dem Heer und seinem Generalstab verbunden bleiben möge. Zu seinem Nachfolger als Chef des Generalstahes des Heeres hat der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht den General der Artillerie Halder ernannt. Personalveränderungen in der Luftwaffe. Berlin, 31. Okt. (DNB.) Mit Wirkung vom 1. November 1938 werden befördert: zum Gene- raloberst der General der Flieger Milch, Staatssekretär der Luftfahrt; zum General der Flieger der Generalleutnant Stump ff, Chef des Generalstabes der Luftwaffe; zum Generalleutnant der Generalmajor Udet, Amtschef im Reichsluft- fahrtministerium; zum Oberst der Oberstleutnant I e s ch o n n e k, Chef des Führunasstabes des Generalstabes der Luftwaffe und Abteilungschef im Generalstab der Luftwaffe. General Keitel zum Generalobersten befördert. Berlin, 1. Nov. (DNB. Funkspruch.) Der Führer beförderte mit Wirkung vom 1. November 1938 den Chef des Oberkommandos der Wehrmacht, General der Artillerie Keitel, zum Generalober st en. dem Generaloberst Beck ebenfalls in einem persönlichen Schreiben seinen und des Heeres Dank ausgesprochen für die rastlose, nie erlahmende Arbeitskraft, die er in seiner langen ehrenvollen Laufbahn stets dem Dienste gewidmet habe. Wenn es gelungen sei, das Heer auf seinen heutigen hohen Stand zu bringen, so habe Generaloberst Beck als langjähriger Chef und Lehrmeister am 30. Dezember des Jahres 1923... Was gesendet wurde? Ich besinne mich darauf, als sei es vorige Woche gewesen: Mozart! Die bekannten Arien und Duette aus „Figaro" und „Don Juan". Das kommt aus Berlin, hieß es... Es war un- faßlich! — Es wäre reizvoll, einmal unter der Ueberschrift „Technik in Kinderschuhen" solche persönlichen Erlebnisse zusammenzustellen. Und dazu brauchte man wahrlich nicht alt zu sein! Denn schon ein Zwanzigjähriger könnte davon berichten, wie er, als Kind von fünf Jahren, damals immer auf den Mittwochoder Sonntagnachmittag gewartet habe, wenn Sünktlich um 4 Uhr dre „Kinderstunde" beaann. nd wie dann Mutter und Kind, beide ihre Kops- Hörer umgeschnallt, dasaßen und lauschten. Und ein Lächeln ging von Augenpaar zu Augenpaar, ein verwundertes, lächelndes Staunen über jene Stimme, die aus einer Entfernung von 100 Kilometer durch die Luft angeflogen kam, in den geheimnisvollen Radioapparat hineinschlüpfte und von da in die Kopfhörer. Und wenn sie auch ein wenig drückten,» daß einem hinterher die Ohrmuscheln ganz lahm waren, und wenn sich die gebogene Spange oben auf dem Kopfe auch gelegentlich mit dem Haar „in die Haare geriet" — das ertrug man! Denn es war ja ein Wunder, das erste Radio: in Berlin, „auf Welle 400", erzählte jemand das Märchen von der Schneekönigin; und hier, in der warmen Stube, im kleinen Städtchen, hundert Kilometer von der großen Stadt entfernt, hörte man zu... Und die Antenne oben auf den? Dach und die Sendeantenne dort in Berlin, das waren die Zauberstäbe einer neuen Zeit... der Funktechnik im einzelnen zu verfolgen und auf- zuzeigen. Nur daß bereits im Jahre 1903 die Rundfunkröhre erfunden wurde und schon 1919 die ersten drahtlosen Ferngespräche geführt werden konnten, mag erwähnt sein. Im übrigen aber erscheint es reizvoll, am fünfzehnten Geburtstage des deutschen Rundfunks nach ein mar Erinnerungen aus der Juaendzeit des ersten mutschen Senders zu kramen. Denn das liegt ja doch noch gar nicht so weit zurück. Wie sah das erste Programm aus? Nun, die tägliche Sendung begann vormittags mit den Lebensmittelpreisen. Dor mir liegt ein Bild aus jener Zeit, eine nette Illustration zu einem Aufsatz über das „Radio". Da steht eine Hausfrau in der Küche, am Arm die Einholtasche. Und auf dem Kopf natürlich den Hut, Mode 1923/24. In der Hand aber hält sie Notizblock und Bleistift. Und aus einem schwarzen Trichterlautsprecher (wir erinnern uns doch noch?), der nebst Empfangsgerät, Akkumulator und Anodenbatterie auf dem Küchentisch steht, ertönt wohl gerade der Satz: „Hier Sendestelle Berlin, Dox-Haus, Welle 400. Der zu dem Bild gehörende Text sagt, die Berliner Sendegesellschaft habe kürzlich eine beachtliche Neuerung geschaffen. Sie habe nämlich handliche Blocks, für 100 Tage ausreichend, herausgegeben, in denen die wichtigsten Hausbedarfsmittel vorgedruckt seien. Der Hausfrau sei damit „ein bequemes Hilfsmittel gegeben, um die Tagespreise fortlaufend zu notieren und die Wirtschaftskurve zu verfolgen". Und nun erinnert man sich: Oktober 1923! Die Stürme der Inflation fegten noch immer über die deutsche Wirtschaft dahin. Und dann, etwas später, wurde auch nicht gleich alles „stabil"! Darum also die „handlichen Blocks", mit deren Hilfe die arme Hausfrau die Wirtschaftskurve verfolgen sollte. Und dann der Kopfhörer. Und dann die „Radioklubs". Don denen verspricht sich ein Radio- Fachschriftsteller der damaligen Zeit eine besondere Förderung des Rundfunks. — (Erinnern Sie sich noch an diese Radioklubs? Ich war damals einmal abendlicher Gast bei einer Radioklub-Sitzung. Wir saßen um einen Tisch herum, auf dem eine mächtige, verschließbare Truhe stand. Der Vorsitzende zog seinen Schlüsselbund aus der Tasche, öffnete den Deckel, dann wurden die Kopfhörer verteilt. Und dann knackte es in den Ohren. — Das war ! geW*1 -,E5 i ab- lt 8m rtrau®n basdas be--'U>s funb' «nö» Die Reichs st raßensammlung des kommenden Sonntags wird diesmal von den Kampfverbänden der NSDAP, durchgeführt. ff, SA., NSKK. und NSFK. gehen auf die Straße, um den Kampf gegen Hunger und Kälte zu unterstützen. Das WinterhUfswerk des deutschen Volkes kann keine besseren Verbündeten finden, als die politischen Soldaten des Führers. Sie haben in der Kampfzeit Opfer und Wunden getragen, um der Idee zum Siegs zu verhelfen und wieder Arbeit und Brot in Deutschland zu schaffen. Nach der Machtergreifung stehen die Verbände liberal! in erster Reihe, wo die politische Aufgabe ihren Einsatz verlangt, uneigennützig und opferwillig. Das deutsche Volk ist diesen Gliederungen, deren Männer oft jede freie Stunde im freiwilligen Dienst stehen, zu Dank verpflichtet. Die Reichssttaßensammlung, an der SA., ff, NSKK. unb NSFK. am nächsten Sonntag mittvir- ken, gibt allen Volksgenossen Gelegenheit, der Sache des WHW. das verdiente Scherflein zuzuführen. Wir wissen ja, welche großen Aufgaben das Hilfswerk des deutschen Volkes durch die Angliede» rungber O st mark unb des Sudetenlan- b e 5 übernommen hat, Aufgaben, bie unsere Nation aus brüderlichem Herzen erfüllt, um das große historische Werk des Führers zu fördern. Darüber hinaus ist Veranlassung gegeben, den Kampfoerbänden der Partei zu bekunden, daß sich unser Volk mit ihnen eng verbunden fühlt, sei es in den Zeiten des politischen Einsatzes oder in ben Taten der Volksgemeinschaft. Was lag näher, als im Hinblick auf die Eingliederung von 10 Millionen deutscher Menschen der Ostmark ins Reich als Abzeichen für diese Reichsstraßensammlung Trachten der deutschen Ostmark bildlich darzustellen! 20 verschiedene Trachten aus Tirol, Salzburg, Ober- und Nieder-Donau, aus der Steiermark, aus Kärnten usw. werden wir in schönen farbigen Seidenwebereien im bunten Metallrähmchen erstehen können. Insgesamt sind 23V- Millionen dieser hübschen Trachtenwebereien -hergestellt worden, wie immer in solchen Gebieten, die wegen ihrer wirtschaftlichen Struktur noch nicht an dem allgemeinen Aufschwung in wünschenswertem Maß bisher Anteil hatten, so etwa in Schlesien, im Wuppertal, In Wien u. a. m. , ©er Gauleiter eröffnet den Reichsberufswettkampf. NSG. Am Montag unb Dienstag, 7. und 8. November, finhen in denBetriebendesGaues Hessen-Nassau Betriebsappelle statt. In diesen Appellen werden die Gefolgschaftsmitglieder auf Sinn und Bedeutung des B e r u f s w e 11 - kampfes aller schaffenden Deutschen hingewiesen und zur geschlossenen Teilnahme an diesem einzigartigen Wettbewerb aufgefordert. Die feierliche Er ö f f n u n g des Reichsberufswettkampfes findet im Gau Hessen-Nassau am Samstag, 5. November, in Offenbach in den Werkräumen der Firma Friedrich Schmaltz durch Gauleiter und Reich^statthalter Sprenger statt. Auf dem Gauappell, der um 10 Uhr beginnt, sprechen außer dem Gauleiter Gauobmann Becker und Gebietsführer Brandt. Die Eröffnungsfeier, die von dem Werk- schar-Blasorchester der Heddernheimer Kupferwerke und von einem Chor von Offenbacher HI., BDM. und Werkscharen gestaltet wird, steht unter ßeiiung von Bannführer Becker, der mit der Durchführung des Berufswettkampfes aller Schaffenden im Gau Hesten-Nastau beauftragt ist. Kleine politische Nachrichten. Der Führer sandte en General Franco aus Anlaß des Hinscheidens seines Bruders, des Oberstleutnant Ramon Franco, folgendes Telegramm: Volksgerichtshofes verhandette im Reichsgerichtsgebäude in Leipzig gegen eine Reihe von Angehörigen der ehemaligen „B ü n d i s ch e n I u - „Antennae, siehe Fühlhörner." Das ist alles, was man findet, wenn man in einem der großen Nachschlagwerke der Jahrhundertwende nach dem Wort Antenne sucht. Natürlich: denn im Jahre 1900 gab es ja noch keinen Rundfunk. Und auch 1914 noch nicht. Nein, tatsächlich: es ist erst fünfzehn Jahre her, daß der erste deutsche Rundfunksender in Berlin eröffnet wurde! Ein paar Jahre. Und die Welt hat sich verwandelt, verwandelt durch den Rundfunk. Gerade die Ereignisse der letzten Wochen und Monate haben das gezeigt. Rundfunknachrichten beherrschten die Welt. Millionen Menschen saßen an ihren (Empfangsgeräten. Was wird die nächste Stunde bringen? Und dann wurden Entscheidungen getroffen. Und Sekunden später wußte die Welt von diesen Entscheidungen. — Um aber der historischen Wahrheit die Ehre zu leben: Die Funkantennen wurden „bereits" im Jahre 1895 entdeckt. Zwei Jahre später glückte es dem Italiener Marconi als erstem, mit Hilfe olcher Antennen — den Fühlhörnern des zwanzig- ten Jahrhunderts! — eine Nachricht drahtlos in >ie Ferne zu übertragen. Dieser denkwürdige 93er» uch fand im Bristolkanal zwischen der Insel Flatholm und dem Festlande statt. Adolf Slaby von der Technischen Hochschule Berlin wohnte dem Versuch bei und erzählt davon: „Es wird mir eine unvergeßliche (Erinnerung bleiben, wie wir, des starken Windes wegen in einer Holzkiste übereinanberaetauert, Augen unb Ohren mit gespanntester Aufmerksamkeit auf den (Empfangsapparat gerichtet, plötzlich nach Aufhissen des verabredeten Flaggenzeichens das erste Ticken, die ersten deutlichen Morsezeichen vernahmen, lautlos unb unsichtbar herübergetragen von jener felsigen, nur in undeutlichen Umrissen wahrnehmbaren Küste, herübergetraggn durch jenes unbekannte, geheimnisvolle Mittel, den Aether, der die einzige Brücke bildet zu den Planeten des Weltalls.^ Es tut gut, sich an solche Ereignisse, wie es die erste drahtlose Fernübertragung war, und an die stolze Freude jener ersten Funkpioniere gelegentlich zu erinnern. Weil nämlich ein Vergleich zwischen jenem ,/damals" unb bem gewohnten „heute" dazu angetan sein kann, in dem „selbstverständlichen" Funktionieren des (Empfangsgerätes, das uns heute, nach ein paar kinderleichten Handgriffen, mit der ganzen Welt in Verbindung bringt, all jene ersten Bemühungen wiederzufinden: Ja, wirklich! (Es wäre erfreulich, wenn wir nicht immer nur von dem Gefühl beherrscht wären, wie herrlich weit „wir" es doch gebracht haben — ganz zu schweigen von jener Überheblichkeit, die für die tastenden Versuche der Vergangenheit nur ein überlegenes Lächeln hat —, sondern auch in der Geschichte der Technik „geschichtlich denken" würden. Und gerade die Geschichte der Funktechnik in der Zeit bis zur (Eröffnung des ersten deutschen Rundfunksenders, jene Spanne von einem Vierteljahr- Hundert, ist wahrhaftig imponierend in der Folge» richtigkeit, mit der hier die technische Forschung ihren Weg ging. Noch im gleichen Jahre, in dem der oben erwähnte Versuch Marconis stattfand, konnte Slaby seine Versuche weiter vervollkommnen. Als er seinen Sender im Säulengang der Sakrower Kirche aufstellte und als Antennenträger den Kirchturm benutzte, vermochte er bis ßur Potsdamer Marinestation, das heißt etwa drei Kilometer weit, Morsezeichen drahtlos zu senden. „Nur manchmal, wenn die Spreekähne mit ihren großen aufgespannten Segeln in unmittelbarer Nähe der Kirche vorüberfuhren, gab es einige zerrissene Morsestriche." — Dann aber, ebenfalls yoch im Jahre 1897, benutzte Slaby einen Fesselballon als Antennenträger, unb es gelang ihm, den Funkbereich seines Senders um das Siebenfache, das heißt auf 21 Kilometer zu erweitern. Uno schon im Jahre 1901 fünfte bann Ma rconi von England nach Amerika! — Es ist hier nicht der Ort, die weitere Entwicklung unb ernannte 1928 den Universitätsprofessor Sala- zar zu seinem Finanzminister, der 1932 auch das Ministerratspräsidium übernahm. Etliche revolutionäre Versuche wurden scharf abgebogen. Salazar ist der Mann der finanziellen Gesundung des Landes. Der geordneten Finanzwirtschast unb den Schutzzöllen für Industrie unb Landwirtschaft folgten segensreiche Derwaltungs - unb Kolonialreformen. Don bem Aufblühen der Kolonien konnte sich der Staatspräsident auf einer Besuchsreise in diesem Jahr selbst überzeugen, wobei er in Angola bas stolze Wort sprach: „Ich proklamiere an dieser geheiligten Stätte des Vaterlandes bie unzerstörbare unb ewige Einheit Portugals diesseits unb jenseits des Ozeans. Für die freundschaftlichen Beziehungen Deutschlands zu Portugal sprechen unter anderen Symptomen die Fahrten der KdF. - Schiffe nach Lissabon und Madeira; bie Azoren sind ein Stützpunkt der Lufthansa für ihre transatlantischen Flüge nach Nordamerika. Im übrigen wer- den, was vielfach nicht bekannt ist, Madeira und Azoren nicht als Kolonien, sondern als Provinzen des Heimatlandes angesehen, während die Kolonien hauptsächlich aus Angola unb Portugiesisch-vstasrika bestehen, ferner aus der Hälfte der Insel Timor in der Nähe Javas unb aus einigen Hafenstädten in Indien, sowie Macao in der Nähe des vielgenannten Kanton. Vor einer japanischen Offensive im Norden. T o k i o , 1. November. (Europapreß.) Dom japanischen Außenamt wurde bekanntgegeben, es sei das nächste Ziel der Japaner in China, Sian, die Hauptstadt der Provinz S ch e n s i, abzuschneiden, um damit die Waffen- und Munitionstransporte, die Marschall Tschiangkaischek noch aus der Sowjet-Union erhält, vollständig zu unterbinden. Der Widerstand, den die Chinesen in den letzten Tagen den Japanern aus den Höhenzügen der Luschang-Berge entgegengesetzt haben, ist endgültig gebrochen. Die Japaner, die in drei Heeressäulen auf Nantschang, der früheren Hauptstadt der Kiangsi-Provinz, vorrücken, lütten mit ihren Stoßtrupps bereits bis auf 30 Ki- Icmeter an ihr Ziel herangerückt fein. Schließlich wird aus dem Kampfabschnitt am oberen 3 a n g t f e gemeldet, daß die Japaner entlang der Hankau—Kanton-Eisenbahnlinie in südwestlicher Richtung vordringen unb vorläufig noch Tschang - ischa bebrohen, wo die Räumung durch die Zivilbevölkerung in vollem Gange ist. Neue nationale Offensive am <§bro-8oaen. Bilbao, 31. Dez. (DNB.) Die nationalspanischen Truppen haben am Sonntag völlig unerwartet eine reue Offensive an der Ebro-Front begonnen. Der Feind wurde durch ein Täuschungs- nanöver überrascht. Zunächst wurde dessen linker Flügel eingekreist und dann alle Kräfte auf schnellstem Wege aus ben rechten Flügel geworfen, wo sofort der Angriff auf die roten Stellungen im Eaballgebirge begonnen wurde. Nach Ueberminbung ies feindlichen Widerstandes wurden wichtige Stellungen der Roten besetzt, wie der Berg San Marcos und südliche Ausläufer des Caballos-Ge- berges. An der Front vor Madrid wurde im Lbschnit Cuesta Reine em feindlicher Angriffsversuch jum Stehen gebracht. Die nationalspanische Luftwaffe Hai sieben feindliche Flieger a-bgeschossen. Ein roter Flieger wurde von der nationalen Flak tbgeschossen. General Franco nimmt an den Operationen an der Ebro-Front persönlich teil. Vor einem arabischen Verkehrsstreit in Palästina. Jerusalem, 31. Okt. (Europapreß.) Als (Einleitung zu einem neuen arabischen Generalstreik in cang Palästina ist ein Streik sämtlicher Arabischer Derkehrsmittel einschließlich Eer Autobusse, Taxis unb Ueberlanbtransporte ton der arabischen politischen Organisation beschlossen worden als Protest gegen die englische Serorönung, wonach alle Araber eine besondere Genehmigung für die weitere Benutzung ihrer Motorfahrzeuge auf den Landstraßen Palästinas tesitzen müssen. Das vor kurzem von ben englischen Aehörden eingeführte System, nach dem alle männ- lchen Araber über 16 Jahre sich freiwillig re gift r i e r e n lassen sollten, hat nach Berichten des mglischen Oberkommandos zu einem völligen Mißerfolg geführt. Die Leitung ber_ arabischen srreischärler hat die englischen Registerbüros b o y- iottlert unb erklärt, daß jeder Araber erschossen Gerben würbe, der im Besitz einer solchen Register- larte fei. In Jaffa ist ein ben< Belagerungszu- f and gleichkommendes Ausgehverbot erlassen Gorden, ohne daß die englischen Stellen Grunde ttir das Verbot angeben. (Eine starke englische truppenabteilung begann mit einer systematischen Durchsuchung aller arabischen Häuser. Zusammensaffung im tNeichswirlschastsministerium. Berlin, 31.Ott. (DNB.) Reichswirtschaftsmini, ter Funk sprach dem in das Reichsluftfahrtmini- s erium zurückversetzten Generalmajor Löb feinen 2>ant unb feine Anerkennung für die wertvolle Mitarbeit aus, die er als Leiter der Hauptabteilung 1 tes Reichswirtschaftsministeriums geleistet hat und beauftragte mit der Leitung der Hauptabteilung 1 tes Reichswirtschaftsministeriums den Leiter der Hauptabteilung II, Generalmajor von Hanne- ! e n , der von jetzt ab beide Hauptabteilungen g e - neinfchaftlich führen wird. Nach Vereinigung ter Hauptabteilungen I und II zu der Hauptabteilung II gliedert sich diese in die Abteilungen: Bg ’ («Bergbau), Es (Eisen- und Metallindustrie), En Energiewirtschaft), Min. Oel (Mineralölbewirtschaftung), S. In. (Sonstige Industrie). Sonderreferat 5Iext. (Textilien, Zellstoff und Papier). Damit ist he Betreuung der Industrie in einer 5 auptabteilung des Reichswirtschaftsministeriums ziusammengefaßt. Erhältlich für 40, 60, 75 unb lOODattinden Elektrolicht ,Lu dem schmerzlichen Verlust, den Euer Exzellenz durch den Fliegertod Ihres hervorragenden Bruders erlitten haben, spreche ich Ihnen mein aufrichtigstes Beileid aus. — Gleichzeitig beauftragte der Führer den deutschen Militärattache in Salamanca, Oberstleutnant Freiherrn von Funk, bei der Beisetzung einen Kranz niederzulegen. * Der deutsche Botschafter in Paris, Graf W e l - c z e k, stattete dem französischen Außenminister Bonnet einen Besuch ab, um ihm im Namen des Reichsaußenministers das Beileid der Reichsregierung zur Brandkatastrophe in Marseille auszusprechen. Im Reichsgesetzblatt wird die Verordnung zur Einführung des deutschen Post- und Fern« meldewesens in den sudetendeutschen Gebieten vom 29. Oktober 1938 verkündet. * Deutsch - e st Nische Wirtschafts-Verhandlungen wurden durch Unterzeichnung einer Zusatzvereinbarung über den gegenseitigen Warenverkehr abgeschlossen, durch die die deutsch-estnischen Wirtschoftsvereinbarungen um weitere zwei Jahre verlängert und auf die s u d e t e n - deutschen Gebiete und auf das Gebiet des früheren Bundesstaates Oe st erreich ausgedehnt werden. ♦ Reichsminister Dr. Goebbels empfing Mister F. L. Kerran, Mitglied der britischen Labour- Partei, der sich zum Studium deutscher Verhältnisse hier aufhält. Dr. Goebbels unterhielt sich mit ihm über grundsätzliche Fragen der deutschen Wirtschaftsund Sozialpolitik. * Die Vorführung deutscher Filme, die in Praq seit längerer Zeit eingestellt war, wird in dieser Woche mit der Vorführung des Films „Spiegel des Lebens" wieder ausgenommen. Die Prager Filiale der Ufa will überdies die Produktion tschechischer Filme in Prag wieder aufnehmen. Der erste vorgesehene Film chres Drehprogramms ist ein Lustspiel mit Vlasta Byrian. Kunst und Wissenschaft. Der Maler Angelo Iank 70 Jahre alt. Der hervorragende Münchener Maler Geh. Reg.- Rat Professor Angelo Jank beging seinen 70. Geburtstag Jank, der einer bekannten Münchener Malerfamilie entstammt, hat 1891 bis 1896 an der Münchener Akademie bei Löffz und Höcker studiert. Schon bald entdeckte er seine Spezialbegabung und sein eigentliches Arbeitsfeld in der Darstellung von Pferde-, Reiter- und Jagdszenen. Hier beschäftigten ihn vor allem Bewegungs- und Lichtprobleme. Diele seiner Reiterbilder sind weit verbreitet worden; das berühmteste unter chnen ist wohl die „Eiserne Wehr", die in Tausenden von Blättern ins Volk aedrungen ist. Angelo Jank, der als Reserveoffizier dem ehem. bayer. Feldartillerieregiment „Prinzregent Luitpold" angehörte, hat neben Reiterbildnissen bekannter Heerführer auch eine große Reche packender Kriegsbilder geschaffen, so z. B. „Tankabwehr durch ein Geschütz des 8. bayer. Feldartillerieregiments unter Leitung des Oberleutnants Ritter v. Glaß" für das Standortkasino Nürnberg; „Gefecht bei A n l o y" (Südbelgien) für dos Infanterieregiment 116 Gießen; „Sturm des 9. Infanterieregiments über die Meurthe-Brücke unter Major Kaufmann" für das Infanterieregiment 55 Würzburg; „Eine auffahrende Batterie" für das bayer. Art.-Rgt. 7. — Prof. Jank ist Inhaber des Bayerischen Maxi- miliansordens für Wissenschaft und Kunst und Ehrenmitglied der Akademie der bildenden Künste in München. Er war eines der frühesten Mitglieder der Münchener Secession und als Nachfolger Habermanns auch vier Jahre lang Präsident dieser Münchener Künstlervereinigung. Bilder von Iank findet man in fast allen öffentlichen und privaten Galerien. Der neue Intendant des Reichssenders Frankfurt. Korvettenkapitän a. D. Paul 'Werber wurde vom Reichsintendanten Dr. G l a s m e i e r im Auftrag von Reichsminister Dr. Goebbels in fein Amt als Intendant des Reichssenders Frankfurt eingeführt. Intendant Werber war schon vor der Machtübernahme ein eifriger Kämpfer für den nationalsozialistischen Rundfunk. Er gehörte bereits 1930 zu den ersten Gaufunkwarten. Bis 1933 war er Gaufunkwart von Baden. Bei der Machtübernahme wurde er zum Staatskommissar des Süü- funks in Stuttgart bestellt und übernahm 1935 das Amt eines Sendeleiters beim Reichssender Hamburg. Am 1. Dezember 1937 wurde er mit der Leitung des Reichssenders Frankfurt beauftragt und nunmehr in fein Amt eingeführt. Aus alter Wett. „Graf Zeppelin" kommt nach Frankfurt. ' Das Luftschiff „Graf Zeppelin" ist am Montag um 13.40 Uhr unter Führung von Kapitän Samt in Friedrichshafen zu einer größeren Erprobungsfahrt gestartet. Nach einer längeren Schleifenfahrt über der Stadt verließ das Luftschiff in nordwestlicher Richtung Friedrichshafen; es wird voraussichtlich am Dienstag gegen 15 Uhr auf dem Flug- und Luftschiffhasen Rhein-Main bei Frank- furt landen, wo es in der dortigen Halle unter- । gebracht werden wird. Der Dinterflugplan tritt in Kraft. Ab 1. November tritt der Hochwinter-Flug- planoerkehr in Kraft, der bis Ende Februar 1939 feine Gültigkeit behält. Gegen den Randwinter- Fahrplan treten einige Äenderungen ein. Es ist deshalb ratsam, daß die Lustreisenden sich vor Antritt eines Fluges über den zur Zeit gültigen Flugplan unterrichten. Auch während des Hochwinters sind von Deutschland aus täglich Dänemark, Schweden, Holland, England, Frankreich, Italien und Polen zu erreichen. Nach der Schweiz und Ungarn ist mit Ausnahme der Sonntage ebenfalls täglich Luftverkehr, während die baltischen Staaten, die Balkanländer,' Spanien und Portugal dreimal in feder Woche von Deutschland aus auf dem Luftwege zu erreichen sind. Allein 17 deutsche Sonntagsverbin- dungen werden auch im Winter beflogen; auch bleibt im Winter die Schnelloerbindung nach Bagdad und Kabul in Betrieb. Im Nachtpost- und Frachtluftverkehr treten keine Äenderungen ein. Innsbrucker Tagung des Deutschen Sängerbundes. In Innsbruck fand eine Tagung der Führung des Deutschen Sängerbundes statt, die neben anderen grundsätzlichen Maßnahmen auch die durch die Heimkehr der Ostmark ins Reich nofmeff* dig gewordene Neugliederung der ostmärkischen Sängerbünde zum Gegenstand hatte. Die Festsitzung wurde zu einer machtvollen Kundgebung für deutsches Wort und deutschen Sang. Der Führer des Sängerkreises Tirol, Dr. Kurt ©freie, erinnerte in seiner Begrüßungsansprache daran, daß die ost- märkischen Sänger auch in den Jahren der Verbotszeit mit dem Deutschen Sängerbund im Altreich in fester Verbindung gestanden hätten. Dann sprach der Führer des Deutschen Sängerbundes, Oberbürgermeister Albert M e i st e r (Herne), über das Wirken des Deutschen Sängerbundes im Geiste deutscher Kultur- und Volksgemeinschaft. Wetterbericht Im Bereiche des sich von dem Azorenhoch auf das Festland erstreckenden Ausläufers fetzte sich in unserem Gebiet am Montag Aufheiterung durch, die besonders in Süddeutschland zu verbreiteten nächtlichen Strahlungsfrösten Anlaß gab. Ein zum Nordmeer vorgestoßener Sturmwirbel wird in der Hauptsache nordostwärts weiterziehen, aber auch auf unser Wetter nicht ohne Einfluß bleiben. Dieses wird sich wieder etwas lebhafter gestalten.' ' Vorhersage für Mittwoch: Wechselnde Bewölkung mit vereinzelten Niederschlägen, bei lebhaften Winden aus Süd bis West, ausgeglichene Temperaturen. Vorhersage für Donnerstag: Wechselhaftes und unbeständiges Wetter, aber nicht durchweg unfreundlich. Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. IX. 38: 9143, Druck und Verlag: Brühlsche Universitätsdruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM.> 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vom 1. September 1937 gültig. STATT KARTEN. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Anna Heinrichs, Pfarrerswitwe. Gießen, den 31. Oktober 1938. 88880 Gießen, Halle, den 31. Oktober 1938. 34941 R552V Statt Karten. Danksagung. Die Kinder. Gießen, den 1. November 1938. 7002D Heute Mittwoch Großen-Linden, den 31. Oktober 1938. 04951 für Kain» Zeugnisse (Stellenangebote! ’onoern ntn ^mar Junges 7004 a LUHNS Seifen- u. Glycerin-Fabriken, Wuppertal (Rhld.) Stadttheater ABRADOR wäscht im Nu auch die hartnäckigsten Spuren mühelos herunter - ABRADOR reinigt „oonQrundauf*• wäscht Hände rillensauber - und was Ihnen noch ganz besonders gut gefallen wird • ABRADOR massiert und pflegt auch gleichzeitig die Hände und macht die Haut so schön frisch, glatt und samtweich, denn ABRADOR enthält besondere hautpflegende Zusätze, u. a. auch Lanolin und Lecithin. ABRADOR bekommen Sie überall,, wo es gute Seifen gibt. Stück 18 Pf. 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November, nachmittags 2 Uhr auf dem Neuen Friedhof statt Für die trauernden Hinterbliebenen: H. Niggerneier und Frau Elisabeth, geb. Gerhard und Tochter Marianne. Für die uns beim Heimgang unserer lieben, guten Mutter und Schwiegermutter, der Frau Elise Schubecker ui so wohltuender Weise erwiesene Anteilnahme sprechen wir hiermit unseren aufrichtigsten Dank aus. Frau Marie Gerhard, geb. Arnold Witwe des Zeichenlehrers Georg Gerhard im Alter von 72 Jahren heimgegangen. Nr.256 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen)Dienstag,!. November 1938 13 Gemeinden zum Kreise Alsfeld von dem aufgelösten Kreise Schotten. Von Kreisdirettor Dr Don der mit Wirkung vom 1. November 1938 in Kraft tretenden neuen Kreiseinteilung in Hessen wird der Kreis Alsfeld insofern berührt, als ihm 13 Gemeinden von dem bisherigen Kreise Schotten zugewiesen werden. Es handelt sich um die beiderseits' der Ohm und der Reichsstratze von Ruppertenrod nach Ulrichstein gelegenen Gemeinden Altenhain, Bobenhausen II, Groß-Eicken, Helpershain, Höckersdorf, Ilsdorf (Solms). Köddingen, Ober-Seibertenrod. Schmitten, Sellnrod, Stumpertenrod, Unter-Seibertenrod und Wohnfeld. Das Gebiet trägt rein agrarischen Charakter und gehörte infolge seiner geographischen und klimatischen Lage schon bisher wirtschaftlich mehr zum Kreise Alsfeld, und die genannten Orte hatten — von wenigen Ausnahmen abgesehen — kaum wirtschaftliche Beziehungen mit dem Gebiete des Kreises Schotten. Man muß berücksichtigen, daß die Verkehrswege zum früheren Kreise und zur bisherigen Kreisstadt Schotten über die Höhenlage des Vogelsberges führten und hier namentlich in dem Winterhalbjahr klimatisch sehr ungünstige Verhältnisse vorherrschen. Mag daher auch die neue Kreisstadt Alsfeld vielleicht bei manchen Gemeinden räumlich etwas entfernter liegen, so sind doch die Verkehrswege und -Möglichkeiten hier weit bessere als bei der bisherigen Verwaltungseinteilung. Diese Gründe mögen auch ausschlaggebend dafür gewesen fein, dieses Gebiet verwaltungsmäßig dem Kreis Alsfeld zuzuteilen, zu dem die besseren wirtschaftlichen und verkehrsmäßigen Beziehungen schon seit langem vor- . Schönhalel, Alsfeld. eine straffere Organisation und Zusammenfassung der Verwaltung gewährleistet und sich zum Wohle des Landes Hessen und seiner Bevölkerung auswirken wird. Es. muß aber an dieser Stelle gesagt werden, daß es auch in Hessen erst der n a - tionalsozialistischen Staatsführung vorbehalten geblieben ist, eine derartige „Verwaltungsreform an Haupt und Gliedern" in die Tat umzusetzen, während man bei den in der Zeit vor 1933 teils vielleicht in ähnlicher Richtung liegenden Ideen gewöhnlich über die Ausschuß- und Kommissionsberatungen hinausgekommen ist. Der Kreis Alsfeld erfährt durch die Neu- hinzunahme von 13 Gemeinden einen Zuwachs von etwa 5000 Einwohnern und erreicht damit (nach dem Stande her Volkszählung von 1933 gerechnet) eine Bevölkerungszahl von 44 140. Die Flächenausdehnung des Kreises erhöht sich von 622,97 qkm auf 693,94 qkm, der Kreis steht mit ihr an zweiter Stelle der hessischen Kreise. Der Kreis Alsfeld begrüßt diesen Zuwachs und freut sich insbesondere, das landschaftlich schöne obere Ohmtal nunmehr zu seinem Gebietsbereich rechnen zu dürfen. Das Kreisamt und die Kreisverwaltung werden sich des neuen Gebietes mit ganz besonderer Aufmerkfamkeit annehmen, und die Bevölkerung wird davon überzeugt sein, daß auch von ihrer neuen Kreisbehörde ihre berechtigten Wünsche und Belange in jeder Hinsicht gewahrt werden. Aus der Stadl Gießen. Der Monat der Nebel. Der November ist der Monat, rn dem der Winter seine ersten ernsten Vorstöße macht und mit Frost und Schnee auch in der Ebene den rauhen Mann spielt. Allerdings gibt es in dieser Hinsicht in Deutschland scharfe Kontraste. Während im Sommer das Wetter Deutschlands klimatisch ziemlich einheitlich ist, tritt im Winterhalbjahr die Scheidung zwischen dem mehr kontinentalen Klima Ost- und'Süddeutschlands und dem ausgesprochenen Seeklima Nordwestdeutschlands immer häufiger und stärker hervor. So stark wird die südöstliche und nordöstliche Hälfte unseres Vaterlandes von dem strengen Winterklima Osteuropas beeinflußt, daß es östlich der Elbe und südlich des Mains tagelang ununterbrochen frieren und schneien kann, während nördlich der deutschen Mittelgebirge und insbesondere in der Rheinzone Regenfälle bei 10 Grad Wärme niedergehen Der Seeklima-Charakter ist dabei im November in der nordwestlichen Hälfte Deutschlands auffallend stark. Es kommt mitunter vor, daß die skandinavisch-russische Kälte, die im November stark zunimmt, sich mit Nordostwinden zu Vorstößen nack Mitteleuropa aufrafft. In solchen Fällen können die Tem» p.'raturen Ostdeutschlands in kürzester Zeit von Wärmegraden auf strengen Frost absinken. Es ist im Laufe des letzten halben Jahrhunderts schon wiederholt vorgekommen, daß in Ostdeutschland im November 25 bis 30 Grad Kälte gemessen wurden. Wenn derartige osteuropäische Kältewellen mit einer Ostwindwetterlage sich über Mitteleuropa und speziell Deutschland ausdehnen, so ist keineswegs gesagt, daß diese Kälte trotz eindeutiger Ost-West- strömung auch die westliche Hälfte des Reiches überflutet. Hier setzt die Warmluftzone des Ostatlantik und die von ihr völlig beherrschte Luftzone Großbritanniens und der Nordsee so energischen indirekten Widerstand entgegen, daß die Abkühlung im Westen Deutschlands verhältnismäßig schwach ist, daß sich tagsüber regelrechter Frost kaum hält und namentlich Schneedecken von Dauer nur selten auftreten. Wenn man daher ein Wetterbild vom November geben will, so muß man immer streng zwischen westlichen und nördlichen bzw. dem östlichen und dem südlichen Deutschland unterscheiden: dort regiert sehr oft schon ausgesprochenes Winterwetter, hier hat dagegen der Herbst mit allen seinen Launen noch unbestritten die Führung. Bezeichnend für den November sind seine zahlreichen starken Nebel. Ihre Ursache liegt für Deutschland meistens in den geschilderten gegensätzlichen Wetter- und Temperaturverhältnissen zwischen Osten und Westen. Es erfolgen Mischungen zwischen trockener. kalter Festlandsluft und feuchter, milder Seeluft, es ergibt sich daraus die Nebelbildung, die sog. „Waschküche", die mitunter Hunderte von Kilometer Durchmesser in west-östlicher Richtung auf- roeift und sich tagelang halten kann. Die Temperaturen setzen im langjährigen Durchschnitt im November ihre Abwärtsbewegung fort, die Mittelwerte des Monats senken sich, aus Mittelwerten von ganz Deutschland berechnet, von 5,0 auf 2,0 Grad Wärme. Durchschnittlich sind im November zehn Frosttage zu erwarten, an denen die tiefste Temperatur unter Null liegt. Dagegen sind Eistage, an denen die Luftwärme den ganzen Tag unter Null bleibt, noch selten, in der westlichen Reichshälfte beträgt ihre Zahl 0,5, in der erheblich kälteren Osthälfte 4 bis 6. Während einerseits Händen sind. Die durch die Auflösung des bisherigen Kreises Schotten bedingte Neueinteilung der Verwaltungsbezirke liegt im Zuge der von Reichsstatthalter Sprenger als dem Führer der Landesregierung nach seinem Amtsantritt ergriffenen Maßnahmen zur Vereinfachung der Verwaltung im Lande Hessen. In der Außenverwaltung fand die Neuaestaltung ihren sichtbarsten Ausdruck in der mit Wirkung vom 1. April 1937 erfolgten Auflösung der drei hessischen Provinzen und dem damit verbundenen Wegfall der Provinzialdirektionen. Die nunmehr erfolgte Auflösung von drei hessischen Kreisen stellt einen weiteren Schritt zur Vereinfachung der Verwaltung dar. Was den Kreis Schotten anlangt, so mochte in früheren Zeiten, wo nur sehr beschränkte und bedingte Verkehrsmöglichkeiten bestanden, die Bildung eines die Gegend des hohen Vogelsberges umfassenden Verwaltungskreises gerechtfertigt erscheinen, bÄin es mußte darauf gehalten werden, daß die Kreisstadt, in der neben der Kreisbehörde gewöhnlich noch andere Behörden ihren Sitz haben, leicht erreichbar war. Heute, im Zeitalter des Kraftwagens, sind diese Beschränkungen weggefallen. Bahnlinien und Kraftomnibusse bilden ein weit besseres und schnelleres Verkehrsmittel als die einstige Postkutsche. Dazu erleichtert ein gut ausgebautes Straßennetz den Verkehr in jeder Hinsicht. Erschien es daher an sich gerechtfertigt, wenn die Verwaltungsbezirke der Kreisämter heute ein größeres Gebiet umfassen als ehedem, so muß anderseits daraus hingewiesen werden, daß die. hessischen Kreise durch die Neuzuteilungen fernes« weas übergroß geworden sind, sondern sich in ifiter Flächenausdehnüng und Bevölkerungszahl durchaus im Rahmen her entsprechenden Verwaltungsbezirke enherer Länder, z. B Preußens, halten. So stellt das von dem Reichsstatthalter in Hessen mit Zustimmung her Reichsregierung beschlossene Gesetz über die Auflösung der Kreise Bensheim, Schotten und Oppenheim eine Maßnahme dar, die neben den damit verbundenen wesentlichen Einsparungen an persönlichen und sachlichen Kosten für die Zukunft „Schönheit der Arbeit" im Betrieb. Wandgemälde im Gefolgschastsranm. 'MT 1 MMUM I In der letzten Woche wurden in dem neuen Gefolgschaftsgebäude der Brauerei Ihring- Melchior in L i ch, die jüngst in dem Leistungswettkampf der Betriebe mit dem Gaudiplom ausgezeichnet wurde, zwei Wandgemälde fertiggestellt. Damit wurde von der Betriebsleitung ein Wunsch des „Amtes für Schönheit der Arbeit" verwirklicht, das seine Ausgabe nicht nur darin sieht, dem deutschen Arbeiter saubere Arbeitsplätze zu verschaffen, sondern auch darin, durch künstlerische Raumgestaltung die Kunst an jeden einzelnen Volksgenossen heranzutragen. Zu jeder Zeit, bei feierlichen Anlässen sowohl als auch in den Mußestunden des Alltags soll ihm die Kunst gegenwärtig sein. Die beiden Wandgemälde haben Themen aus der Geschichte des deutschen Brauwesens und stellen damit gleich eins innere Beziehung zu denen fier, dis mit diesem Beruf verbunden sind. So wird dem Schaffenden nicht nur die Schönheit seines Berufes zum Bewußtsein gebracht, sondern es wird in ihm auch das Verständnis für die Kunst geweckt und das Interesse an ihr gefördert. Die beiden Bilder sind eine Arbeit des Aschaffenburger Malers Georg Schaefer. / / S«** M-z MWMA» M« Licht von drüben. Von Hedwig Zerstreuter. Der Wind stemmte sich ihr entgegen, als die schwere Haustür ins Schloß sank. Doris lief die Stufen herab, bog um die Ecke. Der Wind seufzte in den Kastanien, es roch nach Blättern und Feuchte, Tropfen fielen, aus der Richtung des Dorfes bellte ein HUnd. . Doris nahm all dies wahr, Wind, Kuhle und Nachtgeräusche, und strebte eilig vorwärts, bemüht, einem Gefühl nicht Raum zu lassen in sich, der Furcht, die in der Dunkelheit kauerte, um sich auf sie zu stürzen wie ein Tier. Denn dies war geblieben von ihrer schweren Krankheit: sie, die sonst unbewegt blieb von Aengsten feder Art, der es nichts ousckachte, ihren Mann abends allein im kleinen Tourenwagen von der Bahn zu holen, was eine halbe Stunde Fahrt durch nächtlichen Wald bedeu< fete, sie, die ohne Begleitung ritt, sie fürchtete sich nun, ihre Nerven gaben nach. Es war ein gewaltsamer Entschluß gewesen, allein um diese Zeit über den Hof zu gehen, einzig weil Achim nach Obst gefragt hatte. Der Diener hatte seinen freien Abend und die Mädchen sangen in der Küche, d? mochte sie nicht stören. Zudem war es beglückend, sich zu über« winden und diesen Wege für ihren M?"" 5" tun. Man sagte, Zigeuner seien wieder im Dorf gesehen worden und unheimlich entschlossene Gestalten unter ihnen. Doch gerade dieser Gedanke einer möglichen Unsicherheit spornte sie an. Sie durchschritt die Pforte am Entengraben, überquerte den Hof, und nun suchten die ifing^am Schloß des Obstkellers. Durch den Torweg des Wirtt schaftshofes fegten Windstöße, Doris druckte U ) eng an das Türholz, der Riegel gab nach. Die elektrische Taschenlampe blinkte auf, ein Schatten huschte über die Gestelle, die weißgekalten Wände und das Deckengewölbe. . Mit eiligen Händen raffte sich Doris Aepfel auf, Mäuse huschten im Stroh, die Nacht stand schwarz vor der halboffenen Tür, die sich im Zug bewegte. Doris leuchtete über die Gestelle, suchte die reifsten Früchte. Es war Torheit, sich zu fürchten. Irgendwo in einem Hofwinkel mußte der Nachtwächter Jem. im Pferdestall schlief der Schäferhund, und das Haus lag in Rufnähe. Dennoch war ihr Gesicht wie das eines ängstlichen Kindes, als sie sich 3um 3ur geifer) entschloß Der Hofplatz lag fahl im Licht des halben Mondes. Die ersten Schritte über den einsamen Platz gelangen noch leidlich gefönt, Dann knackte es seitlich im Gebüsch, es plätscherte im Entengraben, und die Frau flog dahin, gejagt von Schrecken. Niemand verfolgte sie Sie begriff es, als sie aur= atmend in der Halle stand, und sah mit leiser Beschämung zurück, die Kastanien behüteten den Stall gleich einer dunklen Mauer; der Efeu am Turm raschelte und flüsterte. Doris fühlte in diesem Gegensatz zwischen Geranne und Stille, zwischen Nacht- kühle und Wärme des Hauses mit einer Deutlichkeit, die sie lange nicht empfand, die Geborgenheit ihres Lebens. Wohl war es nicht leicht mit Achim, bei ihm gab es fein Ruhen und besänftigtes Freuen; es war eher ein stetes Bereitsein, ein Wachsein und Aufmerken äußerster Art nötig, um seine Zufriedenheit zu behalten. In seiner Nähe gab es niemals ein Sichgehenlassen, kaum ein Gelöstsein. Und sie, die aus umhegtem Elternhaus kam, hatte anfangs vor Hilflosigkeit Fehler um Fehler begangen. Nun liebte sie die kühle klare Atmosphäre um ihren Mann, sie hatte bei ihm Selbstzucht gelernt, und wenn sie auch zuweilen Wärme entbehrte, so spürte sie in seltenen Augenblicken, daß sie ihm näher gekommen war, daß Schranken zu sinken begannen, die sie für un- überfteigbar gehalten hatte. Sie hängte den Mantel an den Wandriegel, tat die Schlüssel an den Haken und stand dann im kleinen Anrichtezimmer, ein Tuch in der Hand, um die Früchte blank zu reiben. Der Kristallteller auf der Tischplatte flirrte leise, eine Tür war im Hause zugeflogen, Schritte liefen über Treppen. Doris hörte ihren Namen rufen, sie stieß die Tür auf, ihr Mann stand an der Schwelle, die etwas zu breite Gestalt fragend vorgebeugt, das Gesicht erstaunt und ärgerlich. Er war gewohnt, daß sie ihm um diese Stunde vorlas, und er liebte keine Programmänderungen ober doch nur solche, die von ihm ausgingen. „Was tust du hier?" Die Frage klang scharf. Da sah er das Obst in ihrer Hand, sah windzerwehte Haare, gerötete Wangen, die Augen groß und triumphierend in dem zarten Gesicht, und wußte, wo sie für ihn gewesen war. So kurz nach ihrer Krankheit, die ihr das Ausgehen noch verbot und nach der sie schreckhaft geblieben war wie ein kleines Mädchen. Seit in einer der letzten Nächte Zigeuner in den Bauernställen einbrachen, traten selbst die Hausmädchen abendliche Gänge nur zu zweien und dreien an. Er fragte, ob sie allein gegangen fei und weshalb. Als sie schwieg, einfach weil er die Antwort wußte, geschah jenes Wunder, das Doris noch niemals an 'ihrem Mann erlebte: über sein Gesicht lief ein Zucken, ein wunderlich bewegtes Lächeln, das ihn um Jahre verjüngte Es war, als würde ein Vorhang weggezogen von seinem Ich, die schamhatte Hülle, hinter der sich die Seele versteckt, und das göttliche Geheimnis selbst sehe die Frau an: Licht von drüben. Doris zitterte und empfing mit weitoffenen Augen diesen Blick der Liebe. Sie hatte geträumt, daß solche Tiefe m ihrem Mann schlummern müsse Einmal würde sie sein Gesicht so sehen, das wußte sie, aber sie glaubte bisher, dies würde erst in ihrer ober in seiner Todesstunde geschehen. Erst wenn die Vollkommenheit ihre Häupter streifte. Nun war sie krank gewesen und dem Tode sehr nahe. Jede Erkältung konnte sie von neuem gefährden. Und Achim wußte dies. Durch chr Hirn jagten Erinnerungsfetzen, Bilder aus ihrer Ehe, sein rasches, eilgewohntes Werben, ihre bemütige Hingabe, bas Leben in der scharfen Luft seiner Geistigkeit, in der ihre Sehnsucht oft fror. Sie war fein nächster Mensch, doch welche Fernen lagen oft zwischen ihnen, welche Strecken der Oede. Ein Ring der Unnahbarkeit umgrenzte den Mann. Und nun war die goldene Brücke geschlagen, für eines Augenblicks Dauer. Nachher würde wieder Dämmerung sein, Gelassenheit, Kühle. Was hat es? Einmal hatte sie bas volle Licht geschaut. Sie sprachen nicht, sie sahen sich nur an. Doris nahm einen Apfel vom Kristallrund und bot ihn dem Manne. Sie lächelte, und ihre Lider zuckten nicht, als sie wieder zu ihm aufsah, ungeblenbet durch das Licht von drüben. Puppentheater. Da sah ich ein italienisches Puppentheater. Eine luftige und vor allem eine seltsame Truppe. Wie ein Kobold, her sich an die Gewichte der ernsten Uhr dieser Zeit hängt, um sie zum Schnurren zu bringen, zur hellen Freudigkeit. Mancher gute Deutsche, wie auch Goethe, hat sich schon in ein Puppentheater verliebt. Wackerle ist darunter, Taschner, Pocci, „Papa" Schmidt und Paul Braun. Feine künstlerische Geister, die mit schöpferischer Begeisterung an ihrem Puppentheater hingen. Die Italiener aber sind Spaßmacher, Ironiker, Histrivnengesichter mit lustigen Falten. Sie dirigieren ihre Puppen mit einer zauberhaften Freude. Und alles ist begeistert. Auch diejenigen blitzen vor Lustigkeit, die im Puppentheater so etwas wie die Gestaltung einer Lebensanschauung sehen. Und der Direktor dieser Truppe hat sogar allerhöchste Empfehlungsschreiben, mit denen sich schon etwas anfangen läßt. Mussolini ist entzückt über die Puppen. Pirandello auch, selbst d'Annunzio schrieb einen Brief voll Bewunderung. Rührend aber, schon etwas überteuertet vom fahlsilbernen Licht einer anderen Welt, ist der Brief, den E l e o n o r a Düse, die große Tragödin, in ihren letzten Lehensjahren, an den Puppenspieler schrieb. Hier steht er: „Ich beneide Sie und möchte auch Leiterin einer Puppentruppe sein. Ihre Schauspieler sprechen nicht und gehorchen. Die meinen sprechen und gehorchen nicht. Wie mich die Idee verführt, daß Sie mich mit Ihren Marionetten zusammen auf eine Reise in unsere kleine Welt mitnehmen wollen!" Max Jungnickel. Gloria-palast: „Fracht von Baltimore/" Das ist wieder, wie in dem Film „Ein Mädchen geht aji Land", eine Geschichte aus Hamburg und von der deutschen Seefahrt, und der alte Wikingerspruch „Seefahrt ist not" könnte als Motto darüber stehen, zumal es sich hier nicht um einen kleinen Trampdampfer handelt, sondern um zwei große Reedereien, die im erbitterten Konkurrenzkampf stehen: es geht um einen Frachtauftrag von 50 000 Tonnen, und um diesen Auftrag hereinzuholen, beginnen zwei Dampfer ein Rennen auf Tod und Leben, denn die Fristen des amerikanischen Auftraggebers sind kürzer bemessen, als den alten, verbrauchten Maschinen mit gutem Gewissen zugemutet werden dürfte. Der Film spielt/ wie ausdrücklich vorausgeschickt wird, im Jahre 1931 und gibt einen Begriff davon, wie schwer die deutschen Reedereien, noch unter den schlimmen Nachwirkungen des Krieges leidend, um die Wiedergewinnung des Marktes und der alten hanseatischen Seegeltung zu kämpfen hatten. Der handlungsmäßig nicht unergiebige, stellenweise auch dramatisch wirksame Stoff wird, wie in dem schon erwähnten anbern Film von der Waterkant, durch persönliche Konflikte vom Menschlichen her vertieft: mit der Entscheidung über den Auftrag von Baltimore ist die Entscheidung über die Liebe der Reederei-Eigentümerin zu einem ihrer Kapitäne verknüpft. Wer an den Voraussetzungen zu dieser" Liebesgeschichte einige leise Zweifel hegen sollte, wird durch die menschlich und sachlich gewinnende Lösung versöhnt werden, die dem Ganzen einen freundlichen und hoffnungsvoll in die neue Zeit weisenden Ausklang gibt. Der Spielleiter Hans Hinrich hat den Film mit viel Verständnis und klarem Einblick in die eigentümliche Umwelt in Szene gesetzt; auch hat er die gespannte Stimmung gelegentlich durch die milden Lichter gut hamborgi-- schen Humors belebt und erhellt Dqs Buch schrieb Hans-Joachim Beyer; die Dialogbearbeitung stammt von Charlotte R i ß m a n n , der Verfasserin der Komödie „Versprich mir nichts!" Hilde Weiß, n e r gibt die Reederin Sabine Heitmann in überzeugender Haltung, so daß die geschäftlichen und persönlichen Dinge ihren gerechten Ausgleich finden. Atttla Hörbiger, ernst und männlich, hat seine süddeutsche Wesensart dem hanseatisch-seemännischen Thema anzuvassen verstanden. Vom Ensemble heben sich Walter Werner, Walter S t e t n b e rf , Paul Westermeier, Elsa Wagner, Claire Neig- b e r t und Franz Weber mit lebendig charakterisierten Gestalten hervor. — (Terra.) Im Beiprogramm siebt man die neue Wochenschau und einen Kulturfilm von Orgelbau und Orgelmusik. Hans Thyriot. als tiefste Temperaturen in extremen Fällen bereits bis 30 Grad Frost gemessen wurden, sonst ober bis zu 15 Grad Kälte möglich sind, steigen die Höchst- temperaturen unter Umständen noch bis 18 Grad Wärme an. Zum letzten Mal ereignete sich das im November 1935. Der Herbst 1935 war im Gegensatz zum diesjährigen ganz erheblich wärmer und von Schönwetter begünstigt. yomotuen. Tageskalender für Dienstag. Stadttheater: 20 bis 22.45 Uhr „Rigoletto". — Gloria-Palast, Seltersweg: „Fracht von Baltimore". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Steputat 8r Co.". — Oberhessischer Kunstverein: 17 bis 18 Uhr Ausstellung im Turmhaus am Brand. Erstaufführung „Kigottfto“. Heute abend findet die Erstaufführung von „Rigoletto", Oper in drei Akten von G- Verdi, statt. Musikalische Leitung Joachim Popelka. Inszenierung Wolfgang Kühne. Leitung und Einstudierung der Chöre Heinz Markwardt. Bühnenbild Karl Löffler. Die Vorstellung findet gleichzeitig als 5. Vorstellung der Dienstag-Miete statt. Anfang 20 Uhr, Ende 22.45 Uhr. Einmaliges Gastspiel Staatsschauspielerin Hermine Körner im Stadttheater. Die Intendanz des Stadttheaters hat die Staats- schauspjelerin Hermine Körner für ein einmaliges Gastspiel am Samstag, 5. November, verpflichtet. Hermine Körner gastiert in „Frau Warrens Gewerbe", Drama in vier Akten von Bernard Shaw. Spielleitung: Helmut Kollek. Das Gastspiel findet außer Miete statt. Anfang 20 Uhr, Ende 22.30 Uhr. Dritte Stanoort-Reitjag». Am heutigen Dienstag, 15 Uhr, findet auf ' dem Wiesengelände am Allen Schiffenberger Weg die dritte Standort-Reitjagd stall. Das Stelldichein ist in der Nähe des Cafös Nizza. Dort wird ein Unteroffizier mit gelber Armbinde für die Zuschauer zur Führung zur Verfügung stehen. Im Anschluß an die Jagd besteht für jedermann die Möglichkeit, an dem Essen aus der Feldküche (Erbsen mit Speck) teilzunehmen. Das Essen kostet 50 Pf. Löffel sind mitzubringen. 200 Jahre Textilhaus am Kreuzplatz. Das Haus der Firma H. Kaeß Nachfolger, Inhaber Wilhelm Horn, am Kreuzplatz 15, dient heute feit 200 Jahren dem Zwecke eines Geschäfts der Textilwarenbranche. Das erste Unternehmen dieser Art in diesem Hause wurde im Jahre 1738 von Johann Peter Eckstein begründet. Vom Juli 1768 ab stand die Firma unter der Leitung von Christian Andreas Eckstein. Am 17. Februar 1791 ging die Firma auf Johannes Tasche über. Mit dem 31. Dezember 1810 trat Heinrich Martin Bücking an die Spitze des Geschäfts, dem im Jahre 1828 Fritz Bücking in der Leitung des Unternehmens folgte. Im Jahre 1858 ging das Geschäft auf den neuen Inhaber Heinrich Kaeß über, von dem es im Jahre 1879 Otto L. Hein aus Darmstadt übernahm. Am 1. November 1898 trat als neuer Besitzer der aus Allen-Buseck stammende Kaufmann Wilhelm Horn an die Spitze des Geschäfts, dem er als Senior-Inhaber noch heute vorsteht, während sein Sohn feit einigen Jahren als Mitinhaber chm xur Selle wirkt. Es sind also heute 40 Jahre her seit jenem Tage, da Wilhelm Horn als junger Kaufmann dieses Geschäft übernahm. Im Kreise unserer Gießener Geschäfte ist der Firma H. Kaeß Nachfolger, Inhaber Wilhelm Horn, allezeit große Wertschätzung zuteil geworden, und auch bei der Bevölkerung in Stadt und Land genießt dieses Textilwarenhaus von jeher hohes Ansehen. Neben seinen geschäfllichen Pflichten hat Herr Horn seine Arbeitskraft lange Jahre auch dem gemeinnützigen Dienst im öffenllichen Leben zur Verfügung gestellt. Dabei stand seine lange Mitarbeit in der früheren Stadtverordneten-Versamm- lung, dem späteren Stadtrat, an der Spitze, aber auch im Verkehrsverein, in den Organisationen der gewerblichen Wirtschaft, in der Handelskammer irsw. hat er eine rege und selbstlose, stets von dem Gedanken des Gemeinwohls geleitete Arbeit entfaltet. Daher sind auch am heutigen Jubiläumstage ihm und seiner Firma die besten Wünsche weiter Bevölkerungskreise in Stadt und Land gewiß. Zehn Stopstraßen in der Stadt Gießen Die ständige Steigerung des Verkehrs fordert immer neue verkehrspolitische und verkehrserziehe- rische Maßnahimen, die den Zweck haben, die Verkehrsteilnehmer vor Unfallgefohren im Rahmen des Möglichen zu schützen und immer mehr Ordnung und Disziplin in die Reihen der Verkehrsteilnehmer zu tragen. Auch in jüngster Zell mußten wieder einige Maßnahmen gelloffen werden, die sich als unbedingt notwendig erwiesen. So wurde z. B. mit Wirkung vom 1. Oktober ob der Führerschein für alle Kraftfahrzeuge bis zu 250 ccm Zylinderinhalt, soweit sie bisherführerscheinftei waren, eingeführt. Ferner wurde den Polizeibeamten das Recht gegeben, Kraftfahrer, die sich den Verkehrsgesetzen nicht fügen wollen, deren Fahrzeuge nicht in Ordnung sind usw., die Möglichkeit zur Weiterfahrt zu nehmen, indem die Luft aus der Bereifung enllassen werden kann. Als Maßnahme von besonders einschneidender Bedeutung aber werden nun die sogenannten Stop st raßen eingeführt. Diese Stopstraßen haben den Zweck, den Kraftfahrzeugführer zu verpflichten, an den als Stoppstraßen gekennzeichneten Straßen er st an^uhal- ten, sich zu überzeugen, ob die Weiterfahrt möglich ist, ohne sich oder andere zu gefährden, und dann erst, nachdem kein Hindernis für die Wellerfahrt besteht, weiterzufahren. Der tiefere Sinn dieser Maßnahme liegt darin, die Sicherheit im Ablauf des Verkehrs gerade in denjenigen Stellen unserer Stadt zu fördern, die bis dahin als Ver- kehrsfallen bekannt waren, an denen, nachweislich und zahlenmäßig zu belegen, die schwersten Ver- kehrsunfälle sich ereigneten, an Stellen und Stra- ßeneinmündungen, die unübersichtlich sind, schließlich aber auch an vielbefahrenen Kreuzungen mit Reichsstraßen, denen die uneingeschränkte Vorfahrt gesichert werden muß. Die Stopstraßen werden durch besondere Kennzeichen eindeutig markiert sein. In der Linie der Häuserflucht wird jeweils ein kräftiger roter Strich gezogen, der dem Kraftfahrer, wie auch allen anderen Verkehrsteilnehmern, die mit irgendwelchen Fahrzeugen unterwegs find, anzeigt, daß an dieser Linie gehalten werden muß! Der Verkehrsteilnehmer wird aber auch noch auf andere Weise darauf aufmerksam gemacht, wenn er sich einer Stopstraße nähert. Ein dreieckiges Schild, mit der Spitze nach unten, mit rotem Rand, blauem Feld und im blauen Feld mit der weißen Aufschrift „H a l t" zeigt schon auf weitere Sicht eindeutig und auf gleicher Höhe mit der roten Linie an, wo gehalten werden muß. Im rechten Winkel zur roten Linie sind zwei unterbrochene rote Striche ausgezeichnet, die den Fahrzeuglenker darauf aufmerksam machen, daß nach wenigen Meter gehalten werden muß. In den vergangenen Wochen haben sich Hauptmann H e i n a ck e r und Leutnant Fischer in gemeinsamer Arbeit eingehend mit den Derkehrsver- hältnissen in unserer Stadt beschäftigt und insbesondere festgestellt, welche Straßen in Zukunft als sogenannte Stopstraßen zu gelten haben. In Anbetracht der verhältnismäßig hohen Unfallzahlen in Gießen, die nach dem Hundertsatz auf die Zahl der Einwohner gerechnet, über den Sätzen mancher Großstadt liegen, in Anbellacht auch der Verkehrs- verhällnisse, die in Gießen gegeben sind, mußte man sich dazu entschließen, nicht weniger denn zehn Straßen zu „Stopstraßen" zu erklären. Auf Grund der neuerlassenen Derkehrsvorschriften und des Runderlasses des Reichsführers ff und Chefs der Deutschen Polizei, sind im Stadtgebiet Gießen folgende Straßenkreuzungen und Sllaßen- einmündungen, an denen sich nachweislich wiederholt schwere Unfälle ereignet haben, für die Kennzeichnung „Halt! Vorfahrt auf die Hauptstraße achten!" vorgesehen: , . 1. Straßeneinmündung Steinstraße in die Marburger Straße. 2. Straßenkreuzung Hitterwall — Dernerwall — Marburger Straße — Dalllorstrahe. 3. Straßenkreuzung Dernerwall — Horst-Messel- wall — Neustadt — Rodheimer Straße. 4. Straheueiumundung Gabelsbergerftraße in horst-wefsel-wall. 5. Straßenkreuzung Bahnhofstraße — Horst-Wes- sel-wall. 6. Straßenkreuzung hitlerwall — hindenburgwall — Gartenstrahe — Reuen Baue. 7. Straßenkreuzung Ludwigstraße — Liebigstraße. 8. Straßenkreuzung wilhelmstrahs—Ludwigstraße. 9. Straßenkreuzung Bleichstraße — Ludwigstraße. 10. Straheneinmundung Moltestraße in die kaifer- allee. In diesem Zusammenhang wird ausdrücklich darauf aufmerksam gemacht, daß sämtliche Verkehrsteilnehmer, also auch die Radfahrer, an diesen Straßenkreuzungen und Straßeneinmündungen, die als Stopstraßen gekennzeichnet sind, zu halten haben und nur dann weiterfahren dürfen, wenn sie sich überzeugt haben, daß für sie die Fahrbahn frei ist. Jede Zuwiderhandlung wird mit schärfsten Maßnahmen geahndet. Die Kennzeichen der Stopstraßen (rote Linien, Schilder) werden voraussichtlich noch im Laufe dieser Woche angebracht. Dabei muß bemerkt werden, daß die Stopstraße als solche gilt und zu beachten ist in dem Augenblick, da das entsprechende Schild steht und die Linien gezogen sind. Also mit sofortiger Wirkung! Gießener Wochenmarktpreise. * Gießen, 1. Noo. Aus dem heutigen Wochen- martt kosteten: Deutsche feine Molkereibutter, H kg 1,52 Mark, Markenbutter 1,55 bis 1,60 Mark, Malle, 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 9, Wirsing, V» kg 8 bis 9 Pf., 50 kg 5 bis 8 Mark, Weißkraut, Ü kg 4 bis 5 Pf., 50 kg 4 bis 5 Mark, Rotkraut, % kg 7 dis 8 Pf., 50 kg 5 bis 7 Mark, gelbe Rüben und Karotten, % kg 7 bis 9 Pf., rote Rüben 10, Spinat 15, Römffchkohl 10, Unterkohlrabi 6 bis 8, Rosenkohl 15 bis 25, Feldsalat, 8 bis 10, To- maten, % kg 20 bis 30, Zwiebeln 10 bis 12, Meerrettich 35 bis 60, Schwarzwurzeln 25 bis 40, Kürbis 8 bis 9, Kartoffeln, % kg 4 Pf. 5 kg 35 Pf., 50 kg 3 bis 3,45 Mark, Aepfel, % kg 30 bis 45 Pf., Birnen 20 bis 45 Pf., junge Hähne 1 bis 1,20 Mark, Suppenhühner 90 Pf. bis 1,05 Mark, Blumenkohl, das Stück 10 bis 40 Pf., Salat 8 bis 10, Salatgurken 45 bis 50, Endivien 5 bis 10, Oberkohlrabi 5 bis 10, Lauch 5 bis 10, Sellerie 10 bis 35, Rettich 5 bis 20, Radieschen das Bündel 8 bis 12 Pf. ♦ ♦* 7 0 Jahre alt. Am morgigen Mittwoch, 2. November, kann der Schneidermeister Wilhelm Schiefer st ein, Gutenbergstraße 2, in bester Gesundheit seinen 70. Geburtstag begehen. Der Jubilar gehört feit über 30 Jahren zu der treuen Beziehergemeinde des „Gießener Anzeigers". Zum 70. Geburtstag bringen auch wir dem alten Herrn unseren.herzlichen Glückwunsch dar. ** Sterbefälle,in Gießen. Es verstorben in Gießen: 14. Oktober: Emma Schneller, geb. Deichhardt, o. B., 38 Jahre all, Steinstraße 41: 15.: Christian Wilhelm Pauli, o. B., 62 Jahre all, Licher Straße 74; 17.: Karl Schneider, 3 Jahre alt, Buddestraße 8; Jakob Heinstadt, Reichsbahn-Oberassistent a. D„ 89 Jahre alt, Kaiserallee 30; 20.: Gustav Paul, Wachtmann, 65 Jahre alt, Landmann- sllaße 20; Elise «Schubecker, geb. Welcher, o. B., 76 Jahre all, Mittelweg 12; Agnes Volkert, geb. Sevesik, o. B., 76 Jahre all. Licher Straße 74; 22:. Richard Müller, Polizeikommissar a. D„ 68 Jahre alt, Liebigstraße 88; Elisabech Heinrichs, o. B-, 72 Jahre alt, Löberstraße 6; 24.: Elise Pfeffer, geb. Jung, o. B., 70 Jahre alt, Crednerstraße 12; Therese Beranek, Hausangestellte, 63 Jahre alt, Wie- secker Weg 31; 25.: Elisabeths Marie Burk, Friseuse, 50 Jahre alt, Kaplansgasse 29; 28.: Elisabeth Straub, geb. Lutz, o. B., 66 Jahre alt, Löber- straße 6. **SchwimmhalleMittwochs geschlossen. Im Städtischen Volksbad ist von jetzt ab die Schwimmhalle an jedem Mittwoch geschlossen. Die anderen Abteilungen des Volksbades sind auch Mittwochs geöffnet. ** Städtische Bücherei. Im Oktober sind 2107 Bände ausgeliehen worden. Davon tarnen auf: Literaturgeschichte 1, Zeitschriften 14, Gedichte und Dramen 27, Erzählende Literatur 1239, In« gcndschriften 342, Länder- und Völkerkunde 151, Kulturgeschichte 8, Geschichte und Biographien 198, Naturwissenschaft und Technologie 57, Heer- und Seeldesen 28, Haus- und Landwirtschaft 6, Gssund- heitslehre 4, Religion und Philosophie 7, Staats- Wissenschaft 19, Sport 1, Außerdeutsche Literatur in den Originalsprachen 5 Bände. Nach auswärts kamen 37 Bände. Aus der engeren Heimat. Landkreis Gießen z Steinbach, 1. Nov. Am heutigen Dienstag, 1. November, feiert Frau Elisabetha Sommer W w e., geb. Arnold, ihren 8 2. Geburtstag. Frau Sommer, die seit dem Jahre 1893 verwitwet ist, kann diesen Tage in guter Gesundheit begehen. Z Albach 31. Oft. Am Samstagabend veranstaltete die hiesige Kriegerkameradschaft einen Kameradschaftsabend zu Ehren ihres scheidenden Vorsitzenden, Lehrer Heinrich Groh. Er hat seit 1909 die Kameradschaft geleitet. Da Lehrer Groh nach Gießen verzieht, mußte er sein Amt niederlegen; er wurde in Anerkennung seiner Verdienste zum Ehrenvorsitzenden ernannt, außerdem wurde ihm als Ehrengeschenk eine Statue, einen Soldaten mit Gewehr im Anschlag darstellend, überreicht. Als Nachfolger in der Kameradschaftsführung wurde der seitherige stellverlletende Vorsitzende, Bürgermeister Lenz, bestimmt. I Treis a. d. Ld a., 31. Oft. Unser Dorf wird schöner. Der Spielplatz vor der neuen Schule hat eine der Umgebung angepaßte neue Einfriedigung erhalten. In anerkennenswerter Weiss Haff damit die Gemeindeverwaltung dem Wunsche vieler Dorfgenossen Rechnung getragen •c? Treis a. d. Lda., 31. Oft. Nachdem Lehrer Walter die auf den 1. November erbetene Ruhestandsversetzung mit dem Dank der Landesregierung für geleistete Dienste erhalten Halle, veranstaltete die Schule in Anwesenheit von Kreisschulrat N e b e l i n g , der Politischen Leitung, der Mitglieder des Schulvorstandes und des Lehrkörpers an feiner Wirkungsstätte von 31 Iah» ren mit seiner Klasse eine schlichte Abschieds« feier. Der Saal war mit den Schulfahnen und Tannengrün dem Tage angepaßt. Nach passenden Vorträgen und Liedern übergaben ihm seine Schüler als Dankeszeichen einen Blumenkorb. Der Lehrkörper schloß sich nach Ansprache des Schulleiters S ch ä d e l mit einem Führörbild und einem Buchgeschenk an. Als Vertreter des Staates sprach Kreis- schulrat N e b e I i n g Herrn Walter den Dank des Staates für die in den 44 Jahren feiner Amtszeit geleisteten Dienste nochmals persönlich aus. Auto rast in einen Reitertrupp. LPD. Fra u kfurt a. M., 30. Oft. Am Samstagabend ereignete sich in bef Nähe der Gehspitze im Frankfurter Stadtwald einschwererVerkehrs- Unfall. In der Dunkecheit fuhr ein Auto i ir voller Fahrt in eine Reitergruppe hinein, die sich auf dem Heimweg von der Herbstjagd des Frankfurter Reit- und Fahrklubs befand. Dabei wurde ein Reiter schwer, ein anderer leicht verletzt. Nundsunkprogromm Mittwoch. 2. November. 6 Uhr.- Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. 7: Nachrichten. 8.10: .Gymnastik. 8.30: Froher Klang zur Werkpause. 9.30: Gaunachrichten. 9.40: Kleine Ratschläge für Küche und Haus. 10: Schulfunk: Der gesellige Beethoven. Heitere Werke aus dem Schaffen des Meisters. 11.45: Ruf ins Land. 12: Mittagskonzert. 13: Nachrichten. 13.15: Mittagskonzert. Lauter Kleinigkeiten. 14: Nachrichten. 14.10: Das Stündchen nach Tisch ... 15: Bilderbuch der Woche. 15.15: Volk und Wirtschaft: Verlesen, verpacken, verschicken. 16: Nachmittagskonzert. Einlage 17 bis 17.10: Neues für den Bücherfreund. 18: „Wie der Schischuh entstand." 18.15: Ein Besuch beim NSKK. 18.30: Junge Musikanten stellen sich vor. 19: Fliegendes Deutschland. 19.15: Tagesspiegel. 19.30: Der fröhliche Lautsprecher. 20: Nachrichten. 20.15: Kammermusik für Violine und Klavier. 21: Neue deutsche Unterhaltungsmusik. 22: Nachrichten. 22.30: Musik aus'Wien. 24 bis 2: Nachtkonzert. kleine Stau mit gtoöem M Roman von Kurt Riemann Copyright by Verlag Oskar Meister, Werdau L Sa 21. Fortsetzung (Nachdruck verboten!, Karola hat ihm fein Wort gesagt. Hat auf alle Fragen nur gelächelt ober das Tempo verstärft, so daß ihm bas Fragen verging. Schließlich hat's Schorsch aufgegeben, sich hinter die Windschutzscheibe geduckt und sich in Gedanken vergraben Verrücktes Mädchen! Aber sympathisch. Toll eigenllich, wie sie uns zusammentrommell. Mir nix, dir nix 'rin in die Kiste, ab nach Dresden. Basta! pta, mir soll's recht sein. Ich bin für Überraschungen. Bloß, wenn sie jetzt wieder mit siebzig Sachen durch die Kurve schlittert, werde ich bissig — Herr des Himmels — Noch mal gut gegangen! Die Reichsbahn ist ein vortreffliches Instituts und 'ner Frau, die ’s eilig hat, sollte man den Führerschein entziehen! — Wenn man nur ’ne Ahnung hätte, wo sie eigenllich wohnt? „Vielleicht hat sie Geld für Karajan? — Junge, Junge, das wäre verdammt gut Man hat mir bis jetzt überall die falte Schulter gezeigt. Karajan? Der hat doch schon mal so ’ne Sache gebracht, die nachher faul war? Nee, nee, lieber Herr, nid) in die Tüte!" Und man hat in diesen Tagen schon allerhand Leuten auf den Zahn gefühlt. Wenn das Mädchen so runde zwei- bis drei- hunderttausend Mark hätte, bann könnte man ’ne Gesellschaft ^usammensuchen, obwohl bas gerabe nicht das Angenehmste ist — denn viele Köpfe, viele Sinne... Mädchen, Mädchen, fahre doch vorsichtiger ... nun fängt's auch noch an zu regnen, und wenn's gut geht, fahren wir auf dem Asphalt Schlittschuh ... und dann 'ne gute Tasse Kaffee... „Hm... können wir nicht irgendwo ’ne Tasse Kaffee trinken?" Karola schüttelt nur den Kopf. Seufzend ergibt sich Schorsch in sein Schicksal. Unter solch geistreichen Monologen kommt lang, sam Dresden in Sicht. Die ersten Straßenbahnen verkünden die Stadt, bann sind die Häuser da, und nun ist man mitten drin. Da kommt schon der Bahnhof heran, Karola muß hier mächtig aufpassen, damit sie keinen Unsinn macht, denn mit den Reifen ift’s bei „Till" nicht allzu -gut bestellt. Und wenn’s geregnet hat, schlittert er gern mit blockierten Rädern. Man muß die Hindernisse immer hundert Meter vorher erkennen, muß sie mit sechstem Sinn erahnen. Aber sie kommen gut in die Prager Straße, fahren die Schloßsttaße hinauf... ach, es ist doch herrlich, wieder den Atem dieser schönen Stadt zu spüren. Auch Schorsch ist begeistert. „Das ist 'ne Stadt hier, was?" trompetet er. ,Kenne zwar bloß die Ctty in Stichproben und den Rathauskeller... aber hier würde ich sogar zu Fuß laufen, wenn ich bleiben dürfte." Karola hat Verständnis für Schorschs Schwärmerei. Sie verbringt jede Woche hier, die das Werk sie frei läßt, sie liebt ihr Dresden, und wer könnte diese beschwingte Stadt nicht lieben? Schorsch geht es noch mächtig im Kopf herum, was das kleine Fräulein wohl von ihnen will. Daß sie nicht gerade bittere Nofzu leiden hat, Gott, bas hatten sie natürlich damals in Niederau schon gemerkt. Wer hier in Loschwitz an den Höhen der Elbe wohnt, hat bestimmt Geld. Und wenn’s auch der Tante gehört. Aber daß man nun zwei Männer zu einer geschäftlichen Besprechung einlädt ... Donner und Dona! Das hat. er natürltd) hinter dem kleinen Fräulein nid)t vermutet. Nun, man wird die Dinge an sich herankommen lassen. Lieber den Schillerplatz in Blasewitz geht es, bann über die Brücke, dies stählerne Äunder, bis sie endlich auf dem anderen Elbeufer hatten. _ Als Schorsch merkt, daß man den schmalen Steig der zur Platllette hinaufführt, nicht fahren kann, schielt er bösartig. Aber Karola verzieht keine Miene. „Sie müssen laufen, Herr Hausmann, es hilft alles nichts. Zu Tantes Haus in der Plattleite kann man nicht fahren." „Also bann los!" seufzt er, klettert aus seinem Sitz und reckt die steifgesessenen Glieder. Einträchttg steigen sie -miteinander empor und stehen bald vor Nummer 6. Eine schmiedeeiserne Pforte, ein Weg, ein großer älter Garten, dahinter das Haus, still und nicht sehr groß. Allerhand! denkt Schorsck; und kneift die Augen zu. Dann sd>rillt die Glocke. Frau Kölzow, die (Partner sfr au, die hier alles in einer Person ist — Hausbesorgerin, Köchin und Ver- malter — öffnet Sie strahlt vor Freude, als sie Karola sieht. „Sie werden bereits erwartet", erzählt sie aufgeregt. „Der eine Herr ist schon vor zwei Stunden gekommen." „$aben Sie ihm sein Zimmer gezeigt?" „Jg. Er hat sich da auch ein wenig ausgeruht. Jetzt ist er im Speisezimmer. Der andere Herr ist vor zehn Minuten gekommen. Und das Essen habe ich auch besorgt." „Gut, Frau Kölzow. Wir haben auch Hunger." . Ein weiter Aufgang, von kunstvoll geschmiedeten Kandelabern flankiert, führt in die Diele. Da erwartet sie Wernicke. „Ich freue mich, daß Sie nicht gezögert haben!" begrüßt ihn Karola. „Wir sind nun zusammen, und die Zeit ist kostbar." Günther schüttelt den Kopf. „Verzeihen Sie, Fräulein Westner, aber wir sind einigermaßen verwirrt. Was hat das alles zu bedeuten? Warum diese Eile? Und was sollen wir eigentlich hier?" Doch Karola bittet ihn mit einer leichten Gebärde zu schweigen. „Ich kann Ihnen bas hier nicht so im Stehen erklären, bitte — dort drinnen hat Frau Kölzow einen kleinen Imbiß für uns alle gedeckt. Haben Sie nicht auch Hunger? Ich jedenfalls fürchterlich." Aus einem Seitentisch des Wohnzimmers steht eine kalte Platte, dazu Tee, aus einem Nebenraum kommt ein Herr mit einem Spitzbart. „Darf ich die Herren bekannt machen? Herr Wernicke, Herr Hausmann, und das ist Herr Hägebarth, der Prokurist der ,Vereinigten Chemischen Werke', deren Inhaberin — bitte, erschrecken Sie nicht, meine Herren — ich bin!" „Sie sind der Inhaber —?" Wernicke blickt dieses Mädchen erstarrt an. „Ja — ich!" nickt Karola tapfer. Sie weiß, was jetzt in den Köpfen der beiden Manner vorgeht. Doch die beiden Freunde nehmen sich zusammen. Sie verbergen ihre Ueberrafchung hinter einem mühsamen Gespräch von gleichgültigen Dingen. Aber — Dieses kleine Mädel ist der Chef der „Vereinigten" — Na, wer sollte das wohl ahnen? — „Frau Kölzow läßt die Gastzimmer für die Herren richten. Es kann fein, daß wir heute nicht ganz zu Ende kommen. Die Herren bleiben dann zur Nacht bei mir. Und nun — darf ich in mein Ar- beitszimmer bitten!" Nichts deutet darauf hin, daß hier ein Mädchen haust. Ein breiter eichener Schreibtisch, Schreib- maschine, Telephon, Rollschränke an den Wänden, einige bequeme Stühle, aber die sehen sehr neu und unbenutzt aus. Das wird nur für die Besucher sein. Der Sessel hinter dem Arbeitstisch ist viereckig, mit einer ntebern Lehne, hart, das Kiffen darauf zersessen. Das hat Schorsch mit einem Blick feftge» stellt, und nun beginnt er Respekt zu bekommen. Hier wird tatsächlich gearbeitet! Um ihm das zu sagen, brauchte die Karte an der Wand gar nicht mit bunten Fähnchen anzuzeigen, wie weit die Ge« schäftsbeziehungen der Firma reichen. „Sie wissen ja nun schon Bescheid", beginnt Karola endlich, .Has Wichtigste ist Ihnen bei der Vorstellung klar geworden. Ich setze mein ganzes Vertrauen in Sie, meine Herren. Sie wissen, was vor sechs Jahren geschehen ist. Sie wissen aber nicht, wie ich damals in diese Situation kam. Lassen wir das für später. Es wird sich alles klären. Ich bin tatsächlich die Leiterin dieser Firma. Es ist Großvaters Erbteil, und ich verwalte es nicht nur dem Namen nach, sondern, seit Doktor Meßdorff mich im Stich ließ, auch tatsächlich. 21ber bitte — lassen wir uns von diesen Dingen gar nicht aufhalten. Ich habe Sie auch nicht etwa hergebeten, um Ihnen nur das zu eröffnen, nein, ich habe Sie gerufen, um Ihre Hilfe zu erbitten." Erstaunte Gesichter. „Ja, Ihre Hilfe; denn wenn die Fir-ma auch nad) außen hin scheinbar fest und sicher steht, so weiß ich und weiß es auch mein alter getreuer Mitarbeiter Hägebarth, daß es für uns kaum noch eine Rettung gibt. Ja — ich kann ruhig sagen: keine Rettung." Und nun legt Karola in großen Zügen die Entwicklung des Werkes dar, den Kampf um seinen Bestand und den allmählichen, nun durch die letzten Vorgänge besiegelten Niedergang. „Noch bedeuten wir etwas — noch ist in der Fabrik alles in bester Ordnung, es kann in vier Wochen schon anders sein. Glauben Sie mir, diese letzten Tage waren nicht leicht für mich. Denn wenn es für den Außenstehenden nur eine kleine bis mittlere Firma ist, deren Bestand für das große Ganze unwichtig sein mag — für mich ist sie mehr, für mich ist sie das Devmächtnis zweier Generationen, die an ihrem Aufbau gearbeitet haben. Ich könnte das Werk halten, wenn ich feinen Umfang wesentlich verkleinerte. Aber ttotzdem habe ich mich anders entschlossen. Diese Ursache sollen Sie auch erfahren. Karola hatte zum Schluß ganz leise gesprochen, irgendwohin, zum Fenster hinaus. „Soll das heißen, Fräulein Karola, daß Sie zum Verkauf bereit find?" fragt Hägebarth endlich, ganz bart, ganz vorsichtig, so, als fürchte er, mit feinen Worten wehe zu tun. Und dieser Ton ist es, der Karola in die harte Gegenwart zurückruft. Sie läck)elt sogar ein wenig. (Fortsetzung folgt!) i DfR. Lich Nieder- Gruppe VIII: Homberg 1. Jgd. Die Ergebnisse der Kreisklaffenspiele 3:1 seiner Freude darüber wobei noch manche Ansprachen gehalten wurden. Wirifchast i 2:2 4:1 8:0 5:1 von Buten ausfallen. Gruppe Wöllstadt 1. . Ober-Mörlen Gruppe 1. Jgd. 1:4. 1. Jgd. 0:7; Steinbach 1. Jgd. 1 Jgd. 5:2. X: DsB. Friedberg 1. Jgd. — Ober- Jgd. 10:1; Bad-Nauheim 1. Jgd. — 1. Jgd. 4:0. XI: Büdesheim 1. Jgd. — Assenheim sprach hierauf über die Pflichten des Beamten im nationalsoziattstischen Staat. Er verurteilte die früher geübte Zurückhaltung gewisser Rechtswahrer und gab klar und deutlich zu erkennen, daß im ms zwischen der Bevölkerung und der Amtsgerichtsbehörde Ulrichstein ein recht gutes fei, und er gung des Schloßberges statt, wobei noch einmal ein kurzer Ueberblick über die Geschichte des früheren Schlosses Ulrichstein gegeben wurde. In der Abend- *) ein Feuerwerk statt. Ein Kame- 2. kreisklasse. Geilshausen — Grünberg Flensungen — Queckborn Saasen — Ettingshausen Harbach — Göbelnrod (Ges.-Spiel) Krofdorf — Heuchelheim II Londorf — Großen-Linden II Himmelswagen im Großen Bären seine tiefste St«l» lung, in der er besonders groß erscheint. Don bent in stets gleich bleibender Höhe leuchtenden Polar» ftern sehen wir den Kleinen Bären herabhängeit und unter ihm.die gewundene Sternreihe des Dra« chens ziehen. Um die Mitte des Monats ist eine Häufung von Sternschnuppen zu erwarten, die scheinbar aus dem Löwen aufstrählen und daher L e o n ib e n genannt werden. Der ersten einige fallen. Gruppe V: Saasen 1. Jgd. — Oppenrod 1 Jugend 5:6; Göbelnrod l.Jgd. — Großen-Buseck 1.Jgd. 2:2. Gruppe VI: Laubach 1. Jgd. — Ober-Bes- finaen 1. Jgd. 5:4. (Laubach wird wohl aus gleichen Gründen wie VfB.-R. aus die Punkte verzichten müssen); Ettingshausen 1. Jgd. — Queckborn 1. Jugend 1:4. Gruppe VII: Hungen 1. Jgd. — Wölfersheim (kampflos für Hungen). 1. fireisflaffe. Wieseck — Lollar Wißmar — Großen-Buseck Rüddingshausen — Heuchelheim Rodheim — Klein-Linden Hungen — Großen-Linden Lich — Garbenteich Weitere Glückwünsche. Sodann überbrachten der Kreisdirektor Lauterbach, die Vertreter der Kreisleiter von Damit fand der denkwürdige Tag seinen schönen Abschluß. 1:6 3:5 0:2 6:2 3:3 6:2 4:2 Ohmen 1. Jgd. 1:0. Gruppe IX: Die Spiele der Gruppe IX muß- Totale Mondfinsternis Oer Sternenhimmel im November. Don Or. Erwin Koffinna. wünschte, daß dieses schöne Einvernehmen auch weiterhin bestehen möge. Oberstaatsanwalt Knanh überbrachte namens des Generalitaatsanwalts und der Staatsanwaltschaft Gießen die Glückwünsche zur heutigen Jubiläumsfeier. Er hob dabei besonders das von jeher allerbeste Einvernehmen zwischen der Staatsanwaltschaft und dem Amtsgericht Ulrichstein, ferner auch die Tatsache hervor, daß die Staatsanwaltschaft mit dem Bezirk Ulrichstein auf kriminellem Gebiete so gut wie nichts zu tun habe, so daß hier von einem Jdealzustand gesprochen werden könne. Hundert Lahre Amtsgericht Ulrichstein Schlichte und würdige Jubiläumsfeier. lEigener Bericht des Gießener Anzeigers) * Um die Dannmeiflerschast? Ball rollt um die Bannmeisterschaft. — Die Punkte sind erkämpft! — Es gab bereits Enttäuschungen —, Entscheidungen sind ge- Jn der Gruppe II wartete der frühere Bann- Fernrohr der Welt (Mount-Wilson-Sternwarte) getrennt werden können. Die Milchstraße zieht von Ost nach West durch die Sternbilder Zwillinge, Fuhrmann, Perseus, Kassiopeia, Kepheus, Schwan zum Adler. An ihrem Nordwestrande funkelt die blauweiße Wega in der Leier. Der optisch veränderliche Stern Algol hat günstig zu beobachtende Lichtminima am 15. November 1 Uhr; am 17. November 21.30 Uhr; am 20. November 18.30 Uhr. Am Nordhimmel erreicht der liche Tendenz, und am Aktienmarkt ergaben sich vielfach weitere Besserungen um etwa 0,25 bis 0,50 v. H. gegenüber dem Mittagsschluß. Etwas bevorzugt wurden erneut Motorenwerte, von denen Daimler auf den Berliner Stand anzogen auf 141,50 (140,50) und Adlerwerke und BMW. je 0,50 v. H. höher umgingen mit 114,50 bzw. 147,50. Leicht gesteigert waren außerdem IG. Farben auf 154 (153,50), Buderus auf 113,75 (113,50), Rheinstahl auf 139,25 (139), Rheinmetall auf 137 (136,75), Bemberg auf 142,50 (142,25) und Licht & Kraft auf 141,50 (141,25). Unverändert lagen u. a. Verein. Stahl mit 112,40, Metallgesellschaft mit 124,75, Schuckert mit 180, VDM. mit 172,50, Demag mit 152,50, Scheideanstalt mit 209,50 und > Hapag mit 78. frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 31. Oft. Es notierten (Getreide je Tonne, alles übrige je 100 Kilogramm) in Mark: Weizen W9 200, WH 202, W 12 203, W 13 204, W 16 207, W 18 209, W 19 211, W 20 213; Roggen R 11 185, R 12 186, R 14 188, R 15 189, R 16 191, R 17 192, R 18 193, R 19 195 Großhandelspreise der Mühlen der genannten Preisgebiete. Futtergerste und Futterhafer —. Weizenmehl Type 812 W 13 29,25, W 16 29,25, W 18 29,25, W 19 ?9,25, W 20 (Kreis Alzey) 29,25, W 20 (Kreis Worms) 29,60 plus 0,50 Mark Frachtausgleich. Für Weizenmehl Type 812 mit Beimischung von . Maisbackmehl liegen die Preise 30 Pfennig unter den Notierungen. Roggenmehl Type 997 R12 22,45, R 15 22,80, R 16 22,95, R 18 23,30, R19 23,50 plus 0,50 Mark Frachtausgleich. Weizenfuttermehl 13,60. Weizenkleie W13 10,75, W16 10,90, W 18 11,00, W 19 11,10, W 20 11,20 Mühlenfestpreise ab Mühlenstation. Roggenfuttermehl R 19 12,50, Roggenvollkleie R 19 11,00. Roggenkleie R 12 9,95, R15 10,15, R16 10,25, R18 10,40, R19 10,50 Mühlenfestpreise ab Mühlenstation. Treber—. Wiesenheu, handelsüblich, gesund, trocken 5,00, Wiesenheu, gut, gesund, trocken 5,80 bis 6,00, Kleeheu, gut, gesund, trocken 7,00 bis 7,50, Weizenstroh, bindfadengepreßt und gebündelt 2,80, Roggenstroh, do. 2,90 bis 3,00, Hafer- und Gerstenstroh, do. 2,40 bis 2,50 Erzeugerpreis ab Erzeuger-Verladestation. frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 1. Nov. (Vorbericht.) Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Vorauftrieb: 332 Kälber, 375 Hammel, 249 Schafe, 1695 Schweine. Es kosteten: Kälber 35 bis 65 Mark, Hämmel 32 bis 52, Schafe 20 bis 42, Schweine 50 bis 59 Mark. Marktverlauf: Kälber und Schweine zugeteilt; Schafe und Hämmel lebhaft. * Ulrichstein, 31. Okt. Ein Fest seltener Art feierte das fesllich geschmückte Bergstädtchen Ulrichstein am heutigen Tage: das durch Gesetz vom 31. Oktober 183§ errichtete Amtsgericht Ulrichstein beging die Feier seines hundert- jährigen,Bestehens. Die Feier begann um 11 Uhr mit einem Fest- a k t im vollbesetzten Sitzungssaal des Amtsgerichts. Die festliche Stunde wurde durch den derzeitigen dienstaufsichtführenden Richter Amtsgerichtsrat Harnisch mit einer Ansprache singeleitet. Er begrüßte zunächst den Oberlandesgerichtspräsidenten Dr. <5 er i b a (Dary-stadt); Oberstaatsanwalt Knauß (Gießen), als Vertreter des aus diensllichen Gründen am Erscheinen verhinderten Generalstaatsanwalts Dr. Eckert (Darmstadt) und der Staatsanwaltschaft Gießen; Landgerichtsdirektor Dr. Brill (Gießen), als Vertreter des ebenfalls aus dienstlichen Gründen am Erscheinen verhinderten Landgerichtspräsidenten Thüre in Gießen; die Vertreter der Kreisleiter von Lauterbach und Büdingen; den Vertreter der SA.-Standarte 254; den Kreisbauernführer; den Kreisdirektor von Lauterbach; sämtliche erschienenen Bürgermeister und Vertreter der Kreditinstitute und Genossenschaften des Amtsgerichtsbezirks Ulrichstein; eine große Anzahl früher hier tätig gewesener Be- rufskameraden, sowie die jetzigen Beamten und An- gestellten des Amtsgerichts selbst. Amtsgerichtsrat Harnisch gab dann in seiner Ansprache in großen Umrissen ein Bild von der Geschichte des Amtsgerichts und der Stadt Ulrichstein, wie es bereits in dem Aufsatz „Hundert Jahre Amtsgericht Ulrichstein" im „Gießener Anzeiger" Nr. 254 vom 29./30. Oktober 1938 zu lesen war. Er kam ferner aus die Haupttätigkeit des stark ländlichen Amtsgerichts zu sprechen, die in der Hauptsache in der Bauerngesetzgebung, der landwirtschaftlichen Schuldenregelung und damit vorwiegend in der freiwilligen Gerichtsbarkeit beruhe, im Gegensatz zu den Aufgabengebieten anderer, städtischer Gerichte. Er begrüßte dann noch den Zerfall der Kleinstaaterei und gelobte für sich und seine Gefolgschaft, im Sinne unseres Führers auf dem begonnenen Wege einer volksverbundenen Rechtspflege weiterzuwirken. ‘ Oberlandesgerichtspräsident Or.Ecriba Auf vielen Plätzen sah man harte Kämpfe. Auch blieben einige überraschende Ergebnisse nicht arzs. Lollar weilte in Wieseck und sicherte sich einen hohen Sieg, der aber noch höher hätte ausfallen können. Großen-Buseck hatte in Wißmar einen schweren Stand, und der Sieg fiel nur knapp aus. Auf dem Platz in Wißmar dürften nach den gezeigten Leistungen des Sonntags noch manchs Punkte bleiben. Heuchelheim Ht wieder erstarkt und erfocht auf dem gefürchteten Gelände in Rüddingshausen einen beachtlichen Sieg. Rodheim bewies wieder einmal mehr, daß sich die Mannschaft etwas vorgenommen hat, diesmal wurde Klein-Linden eindeutig bezwun- man neben der gelben Jupiterscheibe die vier großen Monde des Planeten als feine Lichtpunkte. Im Juli wurden von Nicholson auf der Mount-Wilson- Stemwarte zwei neue Jupitermonde, der 10. und 11., auf photographischem Wege entdeckt. Es handelt sich um zwei nur etwa 15 Kilometer große, äußerst lichtschwache Weltkörper. Der Ringplanet Saturn, den wir gegen 22 Uhr hoch am Südhimmel im Sternbild der Fische finden, hat ebenfalls den Höhepunkt seines Glanzes überschritten. Seine Entfernung nimmt während des Monats von 1270 Millionen auf 1320 Millionen Kilometer zu. Saturn wird leicht mit einem hellen Fixstern verwechselt, doch unterscheidet sich sein ruhiges Licht scharf von den unruhig funkelnden Fixsternen. Venus, die im Oktober noch Abendstern war, ist verschwunden. Am 20. November zieht sie an der Sonne vorüber (untere Konjunktion) und erscheint in den letzten Novembertagen gegen 7 Uhr als Morgenstern tief am Osthimmel, wo auch bereits von 4 Uhr an der Mars sichtbar ist. Das Aussehen des abendlichen Fixsternhimmels wird in den ersten Stunden der Dunkelheit noch durch die Herbststernbilder bestimmt, die den Raum zwischen der Milchstraße und dem Süd- horizont einnehmen. Hoch am Südhimmel sehen wir das Pegasusquadrat oder den „Großen Tisch", an den sich rechts noch ein unregelmäßiges Sechseck anschlietzt. Darunter bemerken mir den Wassermann und die Fische und weiter links das große Sternbild des Walfisches. Tief am Südhorizont funkelt Fomalhc ut im Südlichen Fisch, der aber bereits kurz nach 21 Uhr untergeht. Fomalhaut ist ein Fixstern vom Siriustyp, 27 Lichtjahre entfernt und von 18sacher Sonnenhelligkeit. Die „feuchten" Namen der Herbststernbilder stammen aus dem griechischen Altertum, denn im Mittelmeergebiet ist der Herbst die Regenzeit. An das Pegasusquadrat schließt sich nach links die Andromeda, in der ein milchiger Lichtfleck den bekannten Spiralnebel andeutet, sowie die Sternbilder Triangel (Dreieck) und Widder. Im Osten sind gegen 22 Uhr die glanzvollen Wintersternbilder heraufgekommen, unter ihnen als größtes und schönstes der Orion, der als einziges Sternbild zwei Sterne erster Größe aufroeift: den weißfunkelnden Rigel an der unteren rechten Ecke des Vierecks, 'die rötliche Beteigeuze oben links. Darüber finden wir die Zwillinge Kastor und Pollux und das schöne Sternbild des Stiers mit Aldebaran und den beiden Sternhaufen der Hnaden und der Plejaden. Aldebaran ist ein roter Riesenstern von 40fachem Sonnendurchmesser, der zwar nur 3200 Grad Oberflächentemperatur besitzt (Sonne 5900 Grad), aber trotzdem unsere Sonne 150-mal an Lichtfülle übertrifft. Sein Abstand ist mit 57 Lichtjahren noch nicht halb so groß wie der des ihn scheinbar umgebenden Hyadenschwar- mes. lieber dem Stier leuchtet die gelbe Kapella im Fuhrmann, ein aus zwei Riesensonnen bestehender Doppelstern in 48 Lichtjahren oder 450 Billionen Kilometer Entfernung. Die beiden Sonnen kreisen in 104 Tagen um den gemeinsamen Schwerpunkt, bei einem gegenseitigen Abstand von nur 130 Millionen Kilometer, d. h. sie stehen so dicht nebeneinander, daß sie eben noch mit dem größten Leihgestern — SA. Steinbach — Lollar II. L. nicht angetreten. heutigen Staat die heiligste Aufgabe des Rechts- Schlosses Ulrichstein geaeben wurde. In der Abend- wahrers darin beruhe, das deutsche Recht richtig bämmerung fand ein Feuerwerk statt. Ein Kame- zu verstehen und damit der Volksgemeinschaft zu radschaftsabend unter Beteiligung der Bevölkerung dienen. Der Oberlandesgerichtspräsident gab noch des gesamten Amtsgerichtsbezirks schloß sich an, feiner Freude darüber Ausdruck, daß das Verhält- wobei noch manche Ansprachen gehalten wuxden. meister Großen-Linden gleich mit einem eindeutigen Siege auf. Rekordergebnisse erkämpften die 1. Jugend des oberhessischen Gauligaoertreters VfB. Friedberg und die 1. Jugend von Lollar. Auch die beiden Gießener Jugendmannschaften konnten in der Gruppe I eindeutige Siege erringen. Einen guten Start hatte die 2. Jugend der Spvgg. 1900 in der Gruppe II, und es sieht fast aus, als wollte diese Jugend mit dem Titelverteidiger um die Wette kämpfen. Ergebnisse: (der erstgenannte Verein war jeweils Platzverein): Gruppe I: Spvgg. 1900 1. Jugend — Tv. Klein-Linden 1. Jgd. 5:2; Tv. Heuchelheim l.Jgd. gegen VfB.-R. 1. Jgd. 2:3. (VfB.-R. wird diesen schwer erkämpften Sieg wohl nicht angerechnet bekommen und auf die Punkte verzichten müssen, da die Pässe nicht, lt. Bestimmungen der HI., in Ordnung waren.) Gruppe II: Spvgg. 1900 2. Jgd. — Allendorf a. d. Lahn 1. Jgd. 3:0; Großen-Linden 1.. Jgd. — Watzenborn-Steinberg 1. Jgd. 5:2. Gruppe III: Spvgg. 1900 3. Jgd. — Treis an der Lumda 1. Jgd. (kampflos für 1900 3. Jgd); Londorf X Jgd. — SV. Lollar 1. Jug. 1:12. Gruppe IV: VfB.-R. 2. Jgd. — Garbenteich dingen und Lauterbach, der Standarte 254 und der Kreisbauernführer ihre herzlichen Glückwünsche, wobei erneut das gute Einvernehmen zwischen»diesen Behörden und Dienststellen und dem Amtsgericht Ulrichstein betont wurde. Bürgermeister Äeiß, Ulrichstein, verstand es bei der Ueberbringung seiner Glückwünsche, sowohl für seine Stabt als auch für alle anderen Gemeinden des Amtsgerichtsbezirks Ulrichstein, das tatsächliche herzliche Verhältnis zwischen der Bevölkerung und dem Amtsgericht in Worte zu kleiden, die alle Festteilnehmer davön überzeugen mußten, daß es wünschenswert wäre, ein solches ideales Verhältnis überall anzutreffen. Amtsgerichtsdirekor i.Jt Rausch, Bad-Nauheim, sprach zum Schluß im Namen der ehemaligen Beamten des Amtsgerichts Ulrichstein. Erfreut über das Zustandekommen der Jubiläumsfeier sprach er namens aller Beteiligten Dank aus und wünschte der Feier besten Verlauf, dem Amtsgericht weiteres gutes Wirken. Hierauf wurde die festliche Jubiläumsstunde in üblicher Weise geschlossen. Oer Ausklang des Festtages. Nach dem Festakt versammelten sich alle Teilnehmer zum gemeinsamen Mittagessen im „Darmstädter Hof". Am Nachmittag fand eine Besichti- Rhein-Mainische Börse. Mittagsbörfe ruhig und wenig verändert.^ Frankfurt a. M., 31. Okt. Von der Kundschaft lagen eher kleine Kaufaufträge vor, die aber wiederum nur einzelne Spezialpapiere betrafen. Anderseits erfolgten aus der Börse heraus mäßige Glattstellungen, so daß die Kursentwicklung am Aktienmarkt nicht ausschließlich nach oben gerichtet war. Auch bewegte sich das Geschäft fast überall in engsten Grenzen, selbst bei den bevorzugten Papieren waren die Umsätze ohne Bedeutung. Die freundliche und zuversichtliche Grundtendenz bestand meiner fort, zumal die Börse in den nächsten Tagen kaum mit einem Nachlassen der Kurse rechnen zu können glaubt. Die Begründung dafür dürften Hoffnungen auf bevorstehende, verschiedene Abschlußmitteilungen sein. Am Montanmarkt lagen Hoesch ohne besonderen Grund 1,25 d. H. schwächer mit 119, auch Mannesmann nur knapp gehalten mit 113,75 (114), andererseits Vereinigte Stahl voll behauptet mit 112 (111,90). Erhöhtes Interesse fanden Autowerte, insbesondere Daimler mit 139,75 bis 140,50 (139). Sodann begegneten AEG. größerer Nachfrage bei 122,75 bis 123,50 (122,50). Zellstoff Aschaffenburg waren um 1,25 v. H. auf 119,50 erholt. Auf den übrigen Gebieten hielten sich die Abweichungen bei 0,25 bis 0,75 v. H. U. a. notierten: IG. Farben 153,50 (154), Metallgesellschaft 124,75 (124,25), Th. Goldschmidt nach Pause 137,25 (136,75), andererseits Reichsbank 193,75 (194), Rheinmetall 136,75 (137,50) uitf Nordd. Lloyd 81,40 (81,50). Don einzelnen Spezialwerten ausgehend war die Haltung im Verlaufe eher etwas fester, was aber kursmäßig nur vereinzelt zum Ausdruck kam. Auch belebte sich das Geschäft nur wenig. AEG. 124 nach anfangs 122,75, Deutsche Erdöl 133 nach 132, IG. Farben 153,75 nach 153,50, Hoesch 0,75 v. H. erholt auf 119,75, Verein. Stahl 112,40 nach 112, Demag 151,75 bis 152,50 nach 151,50 und Westdeutsche Kaufhof schwankend zwischen 105,40 bis 105,75 nach 105,50. Die später notierten Werte lagen großenteils 0,50 bis 1 v. H. höher, Harpener plus 1,50 v. H. auf 151, andererseits eine Reihe von Elektrowertön nur knapp gehalten. Für Bankaktien hat Jid) die Nachfrage wieder belebt, Großbankwerte ’je 0,25 v. H. fester, von anderen Frankfurter Bank nach Pause 100 (98) und Effektenbank 90 (89,13). Adendbörse freundlich. Zwar waren die Umsätze auch an der Abendbörse mangels größerer Kundschaftsbeteiligung klein. Da aber leichte Nachfrage überwoa und Angebot kaum erfolgte, erhielt sich die freundliche und zuversicht- Das Jahr 1938 weist zwei Sonnen- und zwei Mondfinsternisse auf. Davon ist in Deutschland nur die totale Mondfinsternis am 7. und 8. N o o e m b er sichtbar. Bei klarem Wetter werden wir dann den Schatten unseres eigenen Planeten über die Mondoberfläche hinwegziehe sehen. Ereignen sich Verfinsterungen des Mondes auch viel häufiger als Sonnenfinsternisse, so sind sie doch ein fesselndes Naturschauspiel, und niemand sollte die Gelegenheit versäumen, diese himmlische „Verdunkelungsübung" in ihren Einzelheiten zu verfolgen, wobei man sich mit Vorteil eines Fernglases bedient. Da die Mondbahn um 5 Grad gegen die Ekliptik (das ist die scheinbare Sonnenbahn) geneigt ist, treten Mondfinsternisse stets nur dann ein, wenn unser Trabant zur 3eit des Vollmondes nahe dem Knoten seiner Bahn steht, d. h. nahe dem Schnittpunkt seiner Bahnebene mit der Ekliptik. Dies ist am Abend des 7. November der Fall. Der Mond quert dann in der Zeit von 21.40 Uhr den K e r n s ch a 11 e n bet Erde in der Richtung von West nach Ost, d. h. von rechts nach links. Wir sehen infolgedessen den dunklen Erdschatten v o n l i n k s in die Mondscheibe Vordringen. Die Schattengrenze erscheint dabei unscharf, da das Sonnenlicht in der Lufthülle der Erde gebrochen wird. Um 22.15 Uhr ist etwa die Hälfte des Mondes verdunkett. Die vollständige Verfinsterung dauert von 22.45 bis 0.07 Uhr. Während derselben-nimmt der Mond gewöhnlich eine kupferrote Färbung an, die von den durch die Erdatmosphäre abge- lenkten Sonnenstrahlen herrührt. Ein Beobachter auf dem Monde würde nämlich zu dieser Zeit die Erdkugel als schwarze Scheibe vor der Sonne sehen, umgeben von einem rötlichen Ring, dem durch die Lufthülle der Erde abgebogenen Sonnenlicht, das rot ist wie die aufgehende Sonne. Nach Beendigung der vollständigen Verfinsterung sehen wir den Rand des Erdschattens wiederum von links nach rechts über die Mondscheibe ziehen. Um 0.35 Uhr ist nur noch die Hälfte des Mondes verdunkett; um 1.12 Uhr verläßt der Mond den Kernschatten der Erde, die tfiiy sternis ist beendet. Um Mitternacht beträgt die Hohe des Vollmonds über dem Horizont in München 58^, in Berlin 54, in Königsberg 52^ Grad, entspricht also ungefähr der Mittagshöhe der Sonne Anfang August. Die Lichtgestalten des Mondes sind an folgenden Tagen: Volttnond am 7., letztes Viertel am 14., Neumond am 22., erstes Viertel am 30. November. Die Sonne wird am 22. November durch den Neumond teilweise verdunkelt; doch kann diese Son» ttenfinstsrnis, bei der über drei Viertel der «on- nenscheibe abgeblendet werden, nur im nördlichen Stillen Ozean und seinen Randgebieten beobachtet werden. Die Mittagshöhe der Sonne nimmt im Laufe des Monats um nahezu 8 Grad oder 15 scheinbare Sonnendurchmesser ab, womit eine Verkürzung des Tages um IVz Stunden verbunden ist. Hatten wir am Abend Ausschau nach hellen P l a - neten, so bemerken wir im Südwesten Jupiter, der alle anderen zur Zett sichtbaren Sterne an Glanz weit übertrifft. Jupiter geht zu Anfang des Monats kurz vor Mitternacht, Ende November bereits um 22 Uhr unter. Sein Abstand wächst von 700 auf 770 Millionen Kilometer, seine Helligkeit nimmt dementsprechend weiter ab. Mit einem etwa zehnmal vergrößernden lichtstarken Fernglas erkennt | gen. Eine Ueberraschung gab es in Hungen, wo I Großen-Linden spielte. Die Gäste, die weit besser wie der Gegner waren, führten bereits 3:1, als die Verteidigung leichtsinnig wurde, und die Gastgeber noch aufholen konnten. Dieser eine Punkt wird vielleicht später den Ausschlag geben. Garbenteich war gegen den Vorsonntaq nicht wiederzuerkennen und spielte lustlos. Die Licher erfochten einen hohen und ver- bienten Sieg über ben alten Widersacher. Nun mußte auch, bie SA. in ihrem ersten Spiel gleich Punkte lassen, bie Platzherren befanden sich in guter Spiellaune und haben sich vorgenommen, ben Meister zu machen. Unverstänblich ist das Nichtantreten der Lollarer Reserve in Steinbach, die damit dem Gegner bie Punkte kampflos überließ. Obwohl Geilshausen in der ersten Hälfte des Spieles nur 10 Mann zur Stelle hatte, brachte es Grünberg nicht fertig, einen Sieg herauszuholen und mußte sich zum Schluß geschlagen bekennen. Flensungen konnte sich die ersten Punkte über die . stark abgefallenen Gäste aus Queckborn sichern. Hart ; ging es in Saasen her, wo sich beide Mannschaften i die Punkte teilten. In einem Gesellschaftsspiel siegte - Harbach gegen die neu aufgestellte Mannschaft von , Göbelnrod. Das Spiel in Krofdorf kann nicht als ! Pflichtspiel gewertet werden, da Heuchelheim nur sieben Spieler zur Stelle hatte. Die hohe Niederlage : ist daher erklärlich. Großen-Linden mußte in Londorf die erste Niederlage einstecken, die sehr deutlich . ausfiel, und damit die Führung der Tabelle abgeben. Gruppe XII: Nieder-Florstadt 1. Jgd. — Mel- • bach 1. Jgd. 4:2. Gruppe XIII: Holzhausen 1. Jgd. — Ober- Roßbach 1. Jgd. 0:4; Rodheim 1. Jgd. — Nieder- Wöllstadt 1. Jgd. 4:0. Gruppe XIV: Groß-Kakben 1. Jgd. — Klein- Karben 1. Jgd 4:2; Groß-Karben 2. Jgd. — Heldenbergen 1. Jgd. (kampflos für Groß-Karben 2. Jgd.). vidi mehr tilotniier. B.VARAL KM GfESSEN'MÄUSßUR. GIG ss 2Ü> om ■ W'w reife -er kreuz ftadt Uhr halt« w« Mali O/'tin würbe 15.11 Dieh mast, -alle 3n geri von WIR EMPFEHLEN; Erstklassige Auto- und Dieselmotorenöle Bulldog* und Traktorenöle „Lubraline" Obenschmieröl außerdem sämtliche Öle und Fette für Industrie und Landwirtschaft FERNER FÜHREN WIR: Carbolineum in allen Farbtönen Wagen-, Leder- und Huffette, gelb und schwarz Dichtungsmasse zum Abdichten von Flanschen und Hähnen Riem en wachs fest und flüssig In Kindersporthemden / ganz groß! Kerker