Nr. 126 Erstes Matt 188. Jahrgang Mittwoch,!. Zum 1958 erscheint täglich, nutz« Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild • DieScholle Monatr-Vezugspreis: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte e 1.80 Zustellgebühr. . -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernsprechanschlüfle unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen Postscheckkonto: granffurt am Main 11686 Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druft und Verlag: Srühlsche Univerfitütrdruckerei L. Lange in Sietzen. Schristleitvng und SeschSftrftelle: Zchulftratze 7 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8'/,Uhr des Dormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Brette 7 Rpf., für Textanzeigen von 70 mm Breite 50Rpf.,Platzvorschrift nach vorh.Dereinbg.25"/<» mehr. Ermäßigte Grundpreise: Stellen--, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie ein- spallige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf., Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts-u. behördlicheAnzeigenbRpf. Mengenabschlüsse Staffel B Gemeinschaft verpflichtet Selbstverwaltung auch in Oesterreich. Dr. Frick führt die neue österreichische Landesregierung in ihr Amt ein. Von Dr. Erich Schmidt. Es war in der Nacht zum 12. Februar des Jahres 1791. Bis in die späten Nachtstunden hatte sich die Aussprache im britischen Unterhaus hingezogen, als der greife englische Staatsmann Burke das Wort ergriff und seine berühmt gewordene Rede gegen die Ideen der französischen Revolution von 1789 hielt. „Das Gift der Revolution", rief Burke aus, „ist aber mit gemeinen Opfern nicht zufrieden; sein Stachel sucht das Hohe auf Erden, das Stolze, das Schöne, das recht Erprüfte, die heiligsten Verbindungen des Lebens, und wird nichts verschonen." Hat Burke gegenüber dem Wollen und Treiben der französischen Revolution richtig gesehen? Wie eine Sturzflut ergossen sich ihre Ideen über die Länder Europas, zerrissen alte, historisch gewachsene Bande, predigten die Freiheit des Einzelindividuums im Sinne eines schrankenlosen Gewinnstrebens, leugneten den Begriff der Gemeinschaft und damit den Grundsatz, daß er übergeordnet fetji und bleiben muß. Wir kennen die weitere Entwicklung. Ganz im Sinne des Liberalismus lehrte dann Karl Marx die schrankenlose Freiheit der Klasse, die in ihrem Kampf um bessere Lebensbedingungen weder Rücksicht zu nehmen brauche auf die anderen Volksgenossen, noch auf die Interessen der Nation. Völkische Zerrissenheit und Selbst- Zerfleischung waren die Folgen, eine Zerrissenheit, die jede Nation in den Abgrund führte, wenn sie sich nicht von ihr zu befreien vermag. Diese Zeit haben wir überwunden. Der Grundsatz der Gemeinschaft ist in Deutschland wieder zum obersten Gesetz erhoben. Nach ihm hat sich das Leben der Nation auszurichten und damit auch das Leben jedes einzelnen. In vielfachen Formen findet diese Gemeinschaft ihren sinnfälligen Ausdruck: in dem Gleichschritt unseres neu erstandenen Volksheeres, in den Formationen der Bewegung, in der Betriebsgemeinschaft an den Stätten der Arbeit und nicht zuletzt und gerade hier im Winterhilfswerk als der kameradschaftlichen Hilfe aller Volkskreise für die in Not befindlichen Volksgenossen. Diese Gemeinschaft der Nation ist der Stolz des ganzen deutschen Volkes geworden. Trotzdem aber sind in einem Volk, von dem 75 Millionen in einem starken Reich leben, Fälle naturgemäß nicht ausgeschlossen, da einzelne versuchen, sich den Pflichten der Gemeinschaft zu entziehen. Hrer muß dann dafür Sorge getroffen werden, daß solche Fälle sich nicht wiederholen können, daß der die Folgen seines Handelns zu tragen hat, der sich selbst der Gemeinschaft entzieht. Vor uns liegen Urteile der Arbeitsgerichte, die sich mit solchen Fällen ge- meinschäftswidrigen Verhaltens zu befassen hatten. Da war im letzten Jahr ein Buchhalter fristlos entlassen worden, weil er sich der Beteiligung am Winterhilfswerk entzogen hatte. Als die übrige Gefolgschaft hiervon erfuhr, zeigte sie ihren lebhaften Unwillen über dies Verhalten, so daß am 16. März letzten Jahres der Betriebsführer die fristlose Entlassung aussprach. Der Entlassene klagte beim Arbeitsgericht. Mit Urteil vom . 25. März 1937 (Ca 58/37) lehnte das Arbeitsgericht Wismar die Klage ab. Wer sich ohne 'zwingende Gründe dem Winterhilfswerk entziehe und sogar ' bereits bezahlte Spendenbeträge zurückverlange, der stelle sich, so führte das Arbeitsgericht aust damit außerhalb der Volksgemeinschaft. Habe sein Ver- halten innerhalb der übrigen Gefolgschaft erhebliche : Erregung ausgelöst, und lehnten die anderen ein । weiteres Zusammenarbeiten mit ihm ab, so sei der ; Betriebsführer schon im Hinblick auf die ernstliche : Gefährdung des Arbeitsfriedens zur f r i st losen ; Entlassung berechtigt. Auch das Reichsarbeitsgericht hat sich in seinem : Urteil vom 27. Oktober 1937 mit einem ähnlichen Fall befassen müssen. Es kommt ebenfalls zu dem Schluß, daß die Nichtbeteiligung eines Gefolg- schaftsmitgliedes am Winterhilfswerk ein Grund zur fristlosen Entlassung sein könne. Ein solcher Grund sei zweifellos dann gegeben, wenn das Ge- aber auch eine Bejahung des Gedankens der E i n - heitderDerwaltung. So haben wir am zweiten Jahrestag der Dtacht- übernahme als Grundsatz des neuen Reiches d i e deutsche Gemeindeordnung erlassen, die für die Gemeinden den Grundsatz ^eran.twortungs- und zielbewußter Führung mit. den Elementen echter Selbstverwaltung, insbesondere einer weitgehenden Einschaltung ehrenamtlicher Mitwirkung der Volksgenossen in die Verwaltung verwirklicht. In nicht ferner Zeit werden wir über den reichsangehörigen Gemeinden in einer reichseinheitlichen Regelung leistungsfähige Gemeindeoerbände, deut- sche Landkreise schaffen, über denen sich dann in der weiteren Zukunft die Gaue als die höchste Stufe unserer Selbstverwaltung aufbauen werden. Es ist der Wille der Staatsführung, auch im Lande Oe st erreich sobald wie möglich eine gleich aktive und schlagkräftige Selbstverwaltung der Gemeinden und Gemeindeverbände aufzurichten. Daher soll schon zum 1. Oktober 1938 die Deutsche Gemeindeordnung in den österreichischen Gemeinden eingeführt werden. Daneben werden alsbald als Grundlage der kommenden Landkreise in Anlehnung an" die Bezirkshauptmannschaften Gemeindeverbände geschaffen werden, lieber den landesunmittelbaren Städten und über diesen Gemeinde- verbänden wird sich die Selbstverwaltung der Landeshauptmannschaften aufbauen. Oie Zukunst her deutschen Hochschulen. folgschaftsmitglied mit seiner Weigerung seiner grundsätzlichen gegnerischen Einstel- l u n g gegen das Winterhilfswerk habe Luft machen wollen. Das Urteil des Reichsarbeitsgericht (RAG. 132/37) stellt Leitsätze auf, die den Grundsatz der Gemeinschaft mit besonderer Deutlichkeit unterstreichen. Das Winterhilfswerk, sagt das Reichs- arbeitsgericht, verlange vom einzelnen deutschen Volksgenossen nicht nur Gaben aus vorhandenem Ueberfluß, sondern erwarte auch Opfer.. Infolgedessen sei die Weigerung, sich mit Spenden zu beteiligen, nicht dann schon entschuldbar, wenn sich der einzelne in seinen Lebensbedürfnissen etwas einschränken müsse, um den Beitrag aufzubringen. Auch die Unterstützung Angehöriger befreie nicht von der Pflicht einer Beteiligung an dem Werk der Gemeinschaft. Wer diesen Gedanken des gemeinsamen Opfers für 1 den unbekannten darbenden Volksgenossen grundsätzlich ablehne und genug getan zu haben glaube, wenn er etwa gesetzlichen Unterhaltspflichten gegenüber Verwandten nachkomme und bestimmte ihm persönlich Nahestehende aus seinem Ueberfluß unterstütze, setze sich nicht nur mit . den Grundanschauungen des Volkes und den Grundforderungen der Zeit in Widerspruch, sondern verletze auch den Gedanken der Betriebsgemeinschaft, wenn er einem Betrieb zugehöre, der sich als Beauftragter des Winterhilfswerks fühle und dessen Gefolgschaft sonst geschlossen das Opfer bringe. Dieser Verstoß gegen die Pflichten der Betriebsgemeinschaft, so folgert das Reichsarbeitsgericht, kann dann unter Oer Rechtsanspruch des Gudeiendeutschtums. Tschechische Oenkschristen haben bereits vor her Friehenskonferenz 1919 hen Rationalitäten charakter her Tschechestowakei anerkannt. Wien, 31. Mai. (DNB.) In einem Staatsakt nahm Reichsinnenminister Dr. Frick die Einführung der 'neuen österreichischen Landesregierung vor. Eingangs gab Dr. Frick die Versicherung ab, daß die gesamte Reichsregierung mit ihrer vollen Autorität bei der schwierigen Aufbauarbeit in der Ostmark hinter der neuen Landesregierung und den Landeshauptmännern stehe. Dr. Frick fuhr fort: Wie die Einheit von Partei und Staat ihren sichtbarsten Ausdruck in der Person des Führers findet, so ist, in Anlehnung an bewährte Maßnahmen im Altreich, Personalunion auch in der Person der Gauleiter und Landeshauptman- n e r hergestellt. Den vom Führer berufenen Mannern erwächst damit in den Ländern die Aufgabe, Partei und Staat auch in ihrem Amtsbezirk zu einer inneren Einheit zusammenzuschweißen, damit die Kraft der Bewegung der staatlichen Organisation neue Impulse geben kann. In enger Anlehnung an die überkommene Grenzführung sind die Parteigaue neu abgegrenzt. Dieser Aborenzung wird die staatliche Gliederung nach sorgfältiger Prüfung, wie den Landesinter- essen der betroffenen Gebiete am besten Rechnung getragen werden kann, tunlichst nachfolgen. Auch in organisatorischer Beziehung sind Aenderungen zum Teil grundlegender Art zu erwarten oder schon em- geleitet Am Ende der organisatorischen Neuordnung steht die unmittelbare Unterstellung der Länder unter die Reichs- z e n t r a l st e l l e n und damit der W e g f a H der bisher für Oesterreich bestehenden zentralen EinrichtungeninWien. Die Zuständigkeiten der bisherigen zentralen Einrichtungen m Men gehen alsdann wieder auf die Behörden des Reiches oder der Länder über. Die glücklicherweise im österreichischen Verwaltungsaufbau bereits weitgehend verwirklichte Zusammenfassung der -verschiedenen Verwaltungszweige zu einheitlichen Behörden muß sonach für Oesterreich nicht nur erhalten, sondern als geradezu beispielhaft auf das übrige Reich übertragen werden." Auch die unteren Verwaltungsbezirke, die Be- zirkshauptmannschaften muffen darauf nachg-prust werden, ob Grenzführung und Große den wirt, schaftlichen Erfordernissen entsprechen und den mo. dernen Verkehrsverhältnissen gerecht werden Die Uebernahme einer älteren im Mtreichsgeb et be. währten Grundeinrichtung ist auch ouf Oesterreich unerläßlich. Die Bezirkshauptmannschaften dürfen nicht nur Bezirke der staatlichen Berwaltung sein, sie müssen vielmehr auch mit Delbstverwal- t u n g o u s g e st a t t e t und zu «elbstverwaltungs- torverschasten ausgebaut werden. Der natwnal- soziali tische Staat hat sich alsbald nach dem Um- bruch im Reich zu dem Gedanken ech er gemeindlicher Selbstverwaltung bekannt, weil er davon übemuat ist daß eine Verwaltung um so volksnaher und damit um so wirkungsvoller ist je scharfe/ sie an die unmittelbare M it ar bett der Volksgenossen selbst appelliert. In diesem Bekenntnis , unseres neuen Staates liegt die Absage an jede unangebrachte 3 en = tr ali lation all der Verwaltungsangelegenhei- ten, die örtlich erledigt werden können, liegt weiter R o st o ck, 31. Mai. (DNB.) Am Dienstag wurde die neuerbaute Rostocker Universitätsklinik für -Zahn-, Mund- und Kieferkrankheiten ihrer Bestimmung übergeben. Reichsminister Rust nahm mit Reichsstatthalter und Gauleiter Hildebrandt und Staatsminister Dr. Scharf zunächst an einem Festakt in der Universitätsaula teil, dem auch italienische und dänische Hochschuloertreter beiwohnten. Der Minister zollte der mit dem' Neubau geschaffenen Leistung sein uneingeschränktes Lob. Die im November unter dem Gesichtswinkel des Vierjahresplanes ausgegebene Parole kennzeichne die Wenduna zum erfolgreichen Lebenskampf der deutschen Hochschule, die der Führer im Mai vorigen Jahres bei Gründung des Reichsforschungsrates mit in die vorderste Linie gestellt habe. Durch ein Spalier der Jugend begaben sich dann der Reichsminister und die weiteren Ehrengäste in den neuen Bau, in dessen Vorhalle Staatsminister Scharf die Klinik ihrem Leiter, Professor Dr. R e i n m ö l l e r, zu treuen Händen übergab. Reichserziehungsminister Rust versicherte, daß die Reichsregierung auch die Interessen der Rostok- ker Universität stets im Auge behalten werde. Nur wo leerstehende Hörsäle es rechtfertigten, könne der Gedanke an eine Schließung der Hochschule aufkommen. Wenn sich auch der Ausfall an Geburten in den Jahren 1914 bis 1920 heute noch auswirke, so sei doch eine großartige Entwicklung des deutschen Hochschulwesens vorauszusehen. Abwehr planmäßiger TschechisierungSversuche. Nraa 31 Mai (DNB.) Das in fast allen su- “ä flch'-Vich" eioatspolliil“" 1.1* derheitenschulen fur dteTschecyen^^ i,???; rs-s i1 halb ihrer ursprünglichen der Ur- L 193*6. bar°uf.hiüg°- Diestr Berftch eimr künAchen Durchsetzung des^ fc?fDe^itt*mirb° blweift am besten die Notwendig- Oie Tschechen weisen unbequeme Journalisten aus. P r a g , 31. Mai. (DNB.) Dem französischen Journalisten Andrä Germain ist von der Prager Regierung nahegelegt worden, dieTschechoslowa- kei zu verlassen. Andre Germain, der die Verhältnisse in der Tschechoslowakei so wiedergegeben hat, wie sie wirklich sind, war der Prager Regierung schon lange ein Dorn im Auge. Es ist bezeichnend, daß die AngstvorderWahrheitdie Tschechoslowakei dazu bewogen hat, einem Mann vom Ruf und Rang Andrä Germains, dazu einem Angehörigen des mit der Tschechoslowakei verbündeten fron-, zösischen Volkes, den Stuhl vor die Tür zu setzen, weil er die von den Kriegshetzern betriebene Schaumschlägerei nicht mitgemacht hat. Goldmangel als Folge der militärischen Bereitschaftsmaßnahmen. Prag, 31. Mai. (Europapreß.) Die von der tschechoslowakischen Regierung üurchgeführten militärischen Bereitschaftsmaßnahmen haben Gold- Hortung bei der Bevölkerung in breitestem Umfange als unerwünschte Nebenerscheinung zur Folge gehabt. So führen namentlich die Verbände der Zahntechniker Beschwerde darüber, daß es ihnen nahezu unmöglich sei, Gold für zahn- technische Arbeiten zu erhalten. Sie seien daher vielfach gezwungen, bereits begonnene Zahnbehandlungen zu unterbrechen. Die Verbände fordern energisch Maßnahmen gegen diesen für sie und die ganze Oeffentlichkeit unhaltbaren Zustand, dadurch, daß ihnen, gegebenenfalls aus dem Goldfonds der Nationalbank, die entsprechenden Mengen angewiesen werden. teil der Verwirklichung jener Volksschutzgesetze, die von der Sudetendeutschen Partei im Prager Parlament eingebracht, bisher aber nicht behandelt wurde und den Schutz des Siedlungsbodens aller Nationalitäten gegen innerpolitische imperialstische Eroberungsversuche bezwecken. Strang wieder in London. London, 1. Juni. (Europapreß.) Der Leiter der mitteleuropäischen Abteilung ijn Foreign Office, Strang, ist nach kurzem Aufenthalt auf dem Festlande am Dienstagabend nach London zurückgekehrt. Es hat sich bewahrheitet, daß Strang die Fühlungnahme während seiner Reise ausschließlich auf die englischen Diplomaten im Auslande beschränkte und keinerlei Gespräche, sei es mit Tschechen oder Sudetendeutschen, geführt hat. An amtlicher englischer Stelle wird noch einmal darauf hingewiesen, es sei die Ausgabe Strangs gewesen, die englische Haltung in Bezug auf die tschechoslowakische Frage mit den Vertretern Englands durchzusprechen. Selbstverständlich habe Strang während seiner Unterredung mit dem englischen Gesandten in Prag, Newton, größten Wert darauf gelegt, daß die Tschechoslowakei ihre Truppen aus dem (B-rens gebiet zurückziehe, um nicht eine weitere Verzögerung für den Gedankenaustausch zwischen Henlein und der Prager/Regierung zu verursachen. Es sei denn auch, wie die „Times" behauptet, mit Befriedigung festgestellt worden, daß sich die Tschechen zu einer teilweisen Zurückziehung ihrer Truppen aus den Grenzgebieten entschlossen hätten. — Die „Times" greift auch noch einmal die Frage der Entsendung internationaler Beobachter in die Tschechoslowakei auf und meint, es seien keine weiteren Fortschritte in dieser Richtung zu verzeichnen. B e r I i n , 31. Mai. (DNB.) Die Kaiser-Wilhelm- Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften hielt : im Harnack-Haus in Berlin-Dahlem ihre 27. Hauptversammlung ab. Der bekannte Völkerrechtslehrer Professor Dr. Viktor Bruns sprach als Direktor des Kaiser-Wilhelm-Jnstituts für ausländisches öffentliches Recht und Völkerrecht zu der „Neuen Schuld!Hefe" und dem „Rechtsanspruch des Sudetendeutsch tu m s". Er wandtß sich zunächst gegen die von den Versailler Siegermächten gegenüber der kraftvollen Außenpolitik des Führers immer wieder erhobene neue Schuldthese, die in der Behauptung gipfele, geschlossene Verträge könnten nicht einfeitig-^ aufge = hoben und abgeändert werden, wer sie breche, 1 den treffe die Schuld vor der Geschichte. Professor Bruns wies nach, wie die alliierten Mächte e i n e ft Vertragsbruch nach dem anderen begangen haben, so vor allem, als der Versailler Vertrag unter schmählicher Verletzung des Dorfriedensvertrages mit dem Wilson-Programm abgeschlossen wurde. „Die in Paris geschaffene Ordnung ist im Rechts druch geschaffen, ihr haftet der Makel der Rechtswidrigkeit an. Die Diktate haben nicht Recht, sondern Unrecht gebracht, und die Verantwortung dafür trifft nicht uns, sondern ausschließlich unsere ehemaligen Gegner!" Professor Bruns stellte weiter fest, daß d i e Tschechoslowakei bei den Friedensverhandlungen als „alliierte Regierung" anerkannt wurde und somit gleichzeitig zur Anerkennung des Selbstbestimmungsrechtes der Völker und der Nationalitäten verpflichtet war. Durch einen Zufall ist es dem Kaifer-Wilhelm- Jnftitul gelungen, die beiden geheimgehattenen Denkschriften aufzufinden, die von .dem damaligen Außenminister V e n e s ch bei den Friedensverhandlungen an den Obersten Rat gerichtet wurden und die die Grundlage für die unter Verleugnung des Selbstbesiimmungs- rechtes erfolgte Einverleibung der dreieinhalb Millionen Sudeten- deutschen bildeten. 3n diesen Denkschriften wird ausdrücklich anerkannt, daß die Deutschen in der Tschechoslowakei ein Recht haben, nicht als bloße Minderheit betrachtet zu werden. „Die deutsche Sprache soll die zweite Ca n- dessprache werden, und niemals wird irgendwelcher Mißbrauch gegenüber der deutschen Bevölkerung geübt werden", heißt es in der einen Denkschrift, und an einer anderen Stelle* „Das Regime wird dem der Schweiz ähnlich fein." Die Denkschrift der tschechoslowakischen Delegation selbst sah also einen Rationalitätenstaat ähnlich der Schweiz vor, bei) 'dem es keine Vorherrschaft des einen Vevölkerungsteiles über den anderen gibt. Diese Versprechungen gegenüber der Frieden^ konserenz sind freiwillig abgegeben worden und sollten die Grundlage für die territoriale Gestaltung des neuen Staates bilden. Wenn mithin die Sudetendeutsche Partei seit 1920 die Forderung auf Autonomie erhebt, so fordert sie nur das, was die tschechoslowakische Regierung den Derschen im tschechischen Staat zu gewahren ISIS mMehrfach bindend versprach en hat. Siefo^>ert auch nur die Erfüllung des pol'tischen Programms der T chechen aus der Vorkriegszeit die Erfüllung der Erklärung Masaryks vom 2«-Dezember 1918. daß er in dem Ausbau einer wirk! chen demokra tischen Selbstverwaltung ein geeignetes Mittel zur Lösung der Nationalitätenfrage erblicke. Sa« Lollsschntzgesetz ist nötig. England bereitet die allgemeine Wehrpflicht für denKriegsfall vor Andeutungen des Verteidigungsministers verursachen große Aufregung im Unterhaus wurden von Sir John Simon bestätigt; er teilte I mit, die Regierung habe Anfang des Jahres umfangreiche Getreide-. Wal öl- undZucker- Seit der Empirekonferenz im Jahre 1937 sind jedoch auch noch auf anderen Gebieten Sicherungsmaßnahmen getroffen worden. Schatzkanzler Sir John SiMon war es Vorbehalten, in seiner großen Haushaltsrede vom 26. April die ersten Andeutungen zu diesem Thema zu machen. Gerüchte, die Anfang des Jahres an der Börse von gewissen Riesenankäufen wissen wollten, bald aber wieder verstummten, weil nichts ^Genaueres durchsickerte, Fahnenübergabe an dieDritteSchiffsstammabteilung inKiel. Kiel, 31. Mai. (DRB.) Aus dem Kasernenhos in Kiel-Wik fand am Skagerrak-Gedenktag die. Uebergabe der neuen Truppen sahne an die Dritte Schiffsstammabteilung durch den Kommandierenden Admiral der Marinestation der Ostsee, Admiral Albrecht, statt. „Heute sind 22 Jahre seit dem Tage vergangen", so erklärte Admiral Albrecht in seiner Ansprache, „an dem yor dem Skagerrak die deutsche Flotte für die Freiheit unseres Volkes kämpfte. 2531 deutsche Seeleute fielen vor dem Skagerrak in heldenhaftem Kampf getreu ihrem -Eide, wie die Ehre ihrer Flagge, die heute auf allen Kriegsschiffen der Kriegsmarine weht, es ihnen befahl." Als Fahnenspruch gab Admiral Albrecht das Wort des Führers: ' „Immer entschlossen zu kämpfen, immer bereit zu sterben, niemals gewillt zu kapitulieren." Weiter führte er aus: „Als leuchtendes Vorbild für Pflichtaufsassunq soll vor unseren Augen stets die Persönlichkeit unseres Führers stehen. Er kämpfte im Weltkriege vier Jahre lang in vielen Schlachten und Gefechten unter dem Eisernen Kreuz für unser Volk und setzte am 9. November 1923 und später noch oft sein Leben ein, um unserem Volke Vertrauen auf die eigene Kraft, Glauben an die Zukunft und soziale Gerechtigkeit zu geben." Der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht hat zum Skagerrak-Tage eine Reihe von Beförderungen in der Kriegsmarine vorgenommen. Zu Vizeadmiralen wurden befördert: Die Konteradmirale von F i s ch e l, Chef des Allgemeinen Marineamtes und D e n f ch, Befehlshaber der Aufklärungsstreitkräfte; zu Konteradmiralen: Die Kapitäne 'zur See: Ramien, Kommandeur des Sperrversuchskommandos Und Sch mund t, Kommandeur der Marineschule Mürwik. Oer Besuch der deutschen Lustwaffe in Belgrad. Aufrichtige Bekundung guter Nachbarschaft Belgrad, 31. Mai. (DNB.) Ministerpräsident und Außenminister Dr. Stojadinowitsch empfing den Führer der deutschen - Fliegerabordnung, Generalmajor F ö r st e r. Der Befehlshaber der jugoslawischen Luftwaffe, Armeegeneral Simo- w i t s ch ,'erklärte auf einem Bankett, das er zu Ehren der deutschen Flieger gab: „Der Besuch eines Geschwaders des benachbarten uns befreundeten Deutschen Reiches ist für uns eine besondere Ehre. Dieser Besuch ist auch deshalb sehr wichtig, weil er uns eine direkte Verbindung mit den L o n d o n , 31. Mai. (DNB.) Im Unterhaus kam es nach Mitternacht zu einer aufsehenerregenden Erklärung de? Verteidigungsministers Sir Thomas I n s k i p , der in verhüllten Worten erklärte, daß die britische Regierung den Plan für die E i n - führung der allgemeinen Wehrpflicht in Großbritannien .fertig vorliegen habe. Dieser Plan könne im Falle des Ausbruches eines Krieges sofort dem Parlament d o r gve I e gt werden. „Es ist sicher", so erklärte der Verteidigungsminister, „daß im Falle eines Krieges es eine kompetente Behörde geben wird, die jeder Person nach Alter und Befähigung einen angemessenen. Po st en zuweisen wird. Niemand wird sich unter solchen Umständen dieser Verpflichtung entziehen könpen, indem er sich einen anderen Posten in der Friedenszeit aussuchte." In Friedenszeiten halte er es jedoch nicht für notwendig, daß es Vollmachten zur Ergreifung von Zwangsmaßnahmen gebe. Wenn aber von einem Mann im gewissen Alter durch einen entsprechenden Parlamentsakt verlangt werde, daß er militärisch diene, dann werde das natürlich für wichtiger gehalten werden, als wenn der Betreffende zur Zeit in der Polizeimacht diene. In Friedenszeiten sei es jedoch nicht möglich, jedem schen Sender eine Rundfunkansprache, um für die englische Aufrüstung und besonders die Re« krutenwerbu.ng die Reklametrommel zu rüh« ren. Dabei machte er dunkle Andeutungen über neue Erfindungen, durch die ein Feind, der England angreife, auf „einige furchtbare, vielleicht sogar unerwartete Formen der Verteidi« g u n g" stoßen werde. Der Minister versicherte dem englischen Volke, die Verteidigungspläne seien gut durchgearbeitet und umfassend. Marine und Luftwaffe seien'vorbereitet, den britischen Handel aus« reichend zu schützen. Er unterstrich dann die Notwendigkeit einer Zusammenarbeit mit den Dominien und Kolonien sowie den Verbündeten Englands. Es wird bestätigt, daß Lord N u f f i e l d (Morris Motor Limited) in der Nähe von Birmingham eine große Fabrik errichten wird, die sich ausschließlich mit der Herstellung von Kriegs- flugzeugen beschäftigen wird. Die Stadt Birmingham hat den Ankauf von Gelände, das der Stadt gehört, genehmigt. Die Fabrik soll 15 000 An beiter beschäftigen 1 ankäufe getätigt. England sei durch, diese Ankäufe «für die ersten drei Monate. eines Krieges genügend eingedeckt. Man hatte die Ankäufe geheimgehalten, um nicht das Emporschnellen der Preise durch voreilige Mitteilungen auszulösen. Die Käufe sollen über 10 Millionen Pfund Sterling gekostet haben. Maßnahmen zur gesetzlichen Verankerung dieses Schrittes sind einen Monat später dem Unterhaus unterbreitet worden. Sie sind umfassender, als man vor einem Monat gedacht hätte, aber es besteht kein Zweifel, daß die Regierung ein dementsprechendes Gesetz wird durchbringen können. Selbst der Opposition wird es schwer gemacht, sich in diesem Punkte gegen die Regierung zu stemmen.^ Die Regierung will die Ueberwachung privater Warenlager und den Ausbau bereits vorhandener Regierungsspeicher vornehmen, da sie „im Falle eines Krieges für, die Nation lebenswichtig sind". Darüber hinaus aber wird ein Fonds geschaffen, der der Regierung bei weiterhin geplanten Ankäufen freie Hand gibt. Bemerkenswert ist schließlich auch, daß neue Pläne die Verbesserung der Anbau» Möglichkeit in der Landwirtschaft fördern sollen. Schon im vergangenen Jahre hatte man Schritte unternommen, die auf dem Gebiets der Preisgestaltung für künstliche Düngemittel den Bauern Vorteile bringen sollten. Man will nun offensichtlich hier noch weitergehen. Zwei Tage nach der Ankündigung des Schatz« kanzlers über große Warenankäufe veröffentlichte das Wirtschaftsministerium einen Plan zur Ver« teilung von Nahrungsmitteln an die Bevölkerung „im Falle einer nationalen Notwendigkeit"^ Unter Einspannung aller vorhandenen Händlerorganisationen, unter Ausnutzung aller vorhandenen Verkehrsmöglichkeiten und unter Anwendung aller verfügbaren Rechtsmittel sollen die Nahrungsmittel gerecht verteilt werden und bis in die entferntesten Ecken der schottischen Berge gelangen Die Preise würden staatlich gelenkt, um das Kriegsgewinnler« tum wenigstens auf diesem Gebiete zu unterdrücken» Schon heute sind Ueberwachungsbeamte ernannt, die sofort eingesetzt, werden können. Sogar das System der Nahrungsmittelkarten ist in Erwägung gezogen und vorbereitet worden. Znskip wirbt Rekruten. Unerwartete Formen der Verteidigung. London, 31. Mai. (DNB.) Am Montagabend hielt Verteidigungsminister I n s k i p über die briti« Im übrigen hat der Führer Deutschlands es h keiner Weise nötig, irgendwelche Erklärungen auf dem Umweg über ein englisches Blättchen abzu- geben, das so obskur ist, daß es noch nicht einmal in den Handbüchern der Weltpresse verzeichnet ist. Man wird sich in England wie üblich darauf berufen, daß die englischen Behörden nicht dazu da seien, die tägliche Produktion der Presse in ihren Einzelheiten zu kontrollieren. Uns scheint freilich, daß ein solcher Standpunkt spätestens seit Beginn der Tschechenkrise von England nicht mehr' aus- rechterhalten werden kann. Denn die englische Presse, die ja beispielsweise erst vor wenigen Tagen auch ein gefälschtes Henlein-Gespräch brachte, hat in dieser Zeit einen derart großzügigen Gebrauch von ihrer „Freiheit" gemacht, daß man die Gewährung dieser Freiheit schon als eine politische ZweskMaßnahme ansehen muß, die man von Fall zu Fall nach Belieben ins Feld führt. B. R- deutschen Staatsoberhaupt von A bis Z erfand und seinen Lesern vorsetzte. Tatsächlich hat das Blatt die Gewissenlosigkeit so weit getrieben, Aeußerungen des Führers zu mißbrauchen, die dieser 1935 gegenüber einem ausländischen Journalisten gesprächsweise getan hat. Es ist selbstverständlich, daß jene Aeußerungen damals, also vor drei Jahren, in einer völlig anderen europäischen Situation erfolgt sind und daß sie daher gänzlich andere Voraussetzungen hatten. Naturgemäß waren auch die Zusammenhänge, unter denen die fraglichen Bemerkungen erfolgten, völlig andere als heute. Es stellt schon ein ungewöhnliches Maß von Verlogenheit dar, wenn man Bemerkungen, die drei Jahre alt sind, einfach aus ihrem Zusammenhang herausreißt und der Oeffentlichkeit vortäuscht, sie seien jetzt, also im Verlauf der Tschechenkrise, gemacht worden. Umständen ein berechtigter Grund zur fristlosen Entlassung sein. Zahlreiche weitere Urteile der ordentlichen Gerichte, der Arbeitsgerichte, der Ehrengerichte befassen sich mit den Folgen gemeinschaftswidrigen Verhaltens auf den verschiedensten Gebieten des Lebens. Wir wollen hier nur noch zwei Urteile herausgrei- fen, die eine Frage behandeln, die im sozialen Leben eine recht wesentliche Rolle spielt. Kann, so lautet sie, die Nichtzugehörigkeit 3 u r Deutschen Arbeitsfront, der Gemeinschaftsorganisation aller Schaffenden, Grund zur Entlassung sein? Das Urteil des Arbeitsgerichts Stuttgart' vom 26. Mai 1937 (2 Ca 394/37), das jetzt von der DAF.-Entscheidungs-Sammlung veröffentlicht wird, behandelt den Fall der Entlassung eines Gefolgschaftsmitgliedes durch feinen Betriebsführer wegen Ausschlusses aus der DAF. Der Entlassene war Mitglied der DAF. gewesen und gehörte gleichzeitig der „Kolping-Familie" — früherer katholischer Gesellenverein — an. Als durch Dr. Ley das Verbot einer solchen Doppelmitgliedschaft ausgesprochen wurde, legte ihm die DAF. den Austritt aus der „Kolping-Familie" nahe' Diesem Ersuchen kam der Entlassene nicht nach. Das führte zum Ausschluß aus der DAF. Darauf sprach der Betriebsführer die fristgemäße Kündigung aus. Die Widerrufsklage gegen die Kündigung wies das Arbeitsgericht zurück. Wenn, so sagte die Urteils- . begrünöung, der Kläger die Treue zur „Kolping- Familie" über die Treue zur DAF. stelle, so müsse er d i e Folge n dieser gesinnungsmäßigen Einstellung auf sich nehmen. Zu ihnen gehöre auch der Verlust des Arbeitsplatzes bei einem Betriebssichrer, der auf die geschlossene Zugehörigkeit seines Betriebes zur DAF. Wert lege. Dieses Bestreben des Betriebsführers, das für den Betrieb Ehrensache sei, müsse dem persönlichen wirtschaftlichen Interesse des'Klägers an der Erhaltung seines Arbeitsplatzes vorgehen. Im Falle des Urteils des Landesarbeitsgerichtes Leipzig vom 29. Juni 1937 (24 Sa 49/37) war ein Gefolgschaftsnutglied wegen seiner Weigerung des 'Beitritts zur DAF. fristlos entlassen worden. Vor seiner Einstellung und nach seiner Entlassung hatte der Betrieb geschlossen der DAF. angehört. Eine Bestimmuna, daß Voraussetzung für die Einstellung die Mitgliedschaft bei der DAF. oder der Beitritt zu'ihr sei, enchielt die Betriebsordnung aber nicht. Das Landesarbeitsgericht lehnte in seinem Urteil die fristlose Entlassung wegen Weigerung des Beitritts zur DAF. ab, bejahte aber die fristgerechte Kündigung aus diesem @runbe.---Man versteht, was alle genannten Urteile besagen. Sie geben den Erfordernissen Ausdruck, die für die Praxis des täglichen Lebens sich aus dem Grundsatz der Gemeinschaft folgern. Wie sehr aber die gesamte Nation die Grundsätze der Gemeinschaft bejaht, das zeigt sich an der Tatsache, daß gerade diese Urteile dem Volksempfmden weitgehend entsprechen. Oer Tag von Skagerrak. EnglandöMrungsniitlelreserven im Kriegsfall Von unserem 71 Ts -Korrespondenten. Budapest eine mehrstündige Zwischenlandung vorgenommen wird. Das Geschwader wird am Mittwochabend wieder in seinem Standort Greiss- wald sein. „Pressefreiheit." Das gefälschte Führer-Interview des „Suuday Graphic". Es hat sich herausgestellt, daß das englische Sensattons- und Revolverblatt „S u n d a y Graphic" mit seinem gefälschten Führer- Interview noch viel skrupelloser vorgegangen ist, als man zuerst annahm. Es schien Zunächst, als habe das Blättchen feinen Anteil an der höchst zweifelhaften Haltung der englischen Presse in der gegenwärtigen europäischen Krise dadurch beitragen wollen, daß es einfach eine Unterredung mit oem mächtigen Luftstreitkräften Ihrer großen Heimat vermittelt, deren ständigen Fortschritt aus allen Gebieten wir mit Bewunderung verfolgen. Dieser Besuch ist um so bemerkenswerter, als er das gegenseitige Kennen- lernen unserer Luftwaffen und unserer Völker ermöglicht, was von unschätzbarem Wert für die künftigen Beziehungen unserer beiden Nationen sein wird." General Simowitsch bat die Gäste, dem Oberbefehlshaber der deutschen Luftwaffe gegenüber Dolmetsch der jugoslawischen Sympathien und aufrichtigen Wünsche für den weiteren Fortschritt der deutschen Fliegerei zu sein und dem deutschen Volke das Gefühl und den Wunsch nach guter Nachbarschaft zu übermitteln. Generalmajor Förster dankte für diese ehrlichen Wünsche und bemerkte, daß er und seine Männer hofften, daß die Bande der Waffenkameradschaft weiter gepflegt werden und die jugoslawische Luftwaffe in nächster Zeit einen Gegenbesuch in Deutschland machen wird. Am Mittwochmorgen startet das Geschwader üumNllckjlug, wobei iy Freiheit des einzelnen zum Teufel geht. Daß die demokratische Ideologie recht wenig mit Rüstungs- polittk und Dienstpflicht zu tpn hat, zeigt das Beispiel Frankreichs, das sich stolz einer Demokratie nennt und trotzdem schon seit Jahrzehnten in der Auferlegung militärischer Zwangsmaßnahmen allen anderen Ländern vorangegangen ist. So war es auch sicherlich nicht die von allen vernünftigen Englänoern anerkannte Notwendigkeit der allgemeinen Wehrpflicht * bei Kriegsausbruch, die solche Sensation im Unterhaus hervorrief, sondern vor allem eine andere Ursache: die sehr ehrenwerten Abgeordneten wollen befragt sein, sie wol- len beachtet werden, wenn so entscheidende Gesetze zur Debatte stehen. Deshalb erheben sie nun ihre Stimmen und diskutieren über den großen Plan mit vielem Wenn und Aber, obgleich sie sich doch im Grunde alle einig darüber sind, daß dieses Glied in der Kette der sonstigen Kriegsvorbereitungen, der Dorratsstapelung, des Luftschutzes, der industriellen Mehrproduktion msw. keineswegs fehlen darf. Solche Methode hat ihre Licht- und ihre Schattenseiten. Man bildet einerseits ^die Plattform für ein Weltgespräch und treibt kostenlos britische Propaganda, aber man verwirrt durch das Hin und Her der Parlamentsdebatten auch die öffentliche Meinung im eigenen Lande und beeinträchtigt damit die Wrl- lenseinheit der britischen Bevölkerung, ganz abgesehen von dem Aufwand an Zeit und Kräften, der in jedem parlamentarisch - demokratischen Regime nun einmal nutzlos vertan wird. Auf jeden Fall aber ist die Ankündigung Jnskips ein interessanter Beitrag für die britische Staatsführung der Gegenwart, die selbst vor geheiligten Traditionen und demokratischen Gefühlshemmungen picht Hast macht, um ihre machtpolitischen Ziele zu erreichen. Me. London, 30. Mai. Die Kartoffeln auf dem Tisch und in den Schüsseln der englischen Hausfrau sind zu 95 v. H. n i ch t auf der Insel gewachsen. Sie kommen aus dem überseeischen Ausland. Das Fleisch in den englischen Kochtöpfen stammt nur in den seltensten Fällen von eignem Vieh. Es kommt aus dem Ausland. Das Oel in den englischen Maschinen kommt auf dem Seew-ege nach England. Das alles heißt: die englische Regierung muß für „den Fall der nationalen Dringlichkeit" Vorkehrungen treffen, um die Bevölkerung ernähren und die Maschinen speisen zu können. Jahrelang hat dies Kritik an der Regierung laut werden lassen. Man warf bdm Kabinett Baldwin schon vor, die Augen vor diesem Problem zu schließen; das Kabinett Chamberlain ist mit dem gleichen Vorwurf bedacht worden. Was man verlangt, ist die Stapelung großer Mengen an Getreide und Treibstoffen, das eine um die Menschen, das andere um öle Maschinen in Bewegung zu halten. Während des Krieges haben Millionen von Engländern — so wird einem heute noch erzählt — ernstliche Nahrungssorgen gehabt. England hat die Brotkarte nicht erst durch Zeitungen und Auslandsberichte kennengelernt. Die Bestrebungen, noch während des Krieges die bebaute Fläche zu vergrößern, haben sich trotz der größten Anstrengungen der Landwirtschaft als unwirksam erwiesen. Heute will man diese Fehler abstellen, zumindest aber verhindern, daß die Mißstände noch weiter einreißen. Daher immer erneute Vorstöße in Presse, Rundfunk, öffentlichen Reden,, Unterhausaussprachen und bei sonstigen Anlässen in der Richtung der oben geschilderten Maßnahmen für die Ernährung der Bevölkerung im Kriegsfälle. England hat heute offensichtlich nicht nur Angst vor einer saft sagenhaften Luftflotte des Auslandes, es hat auch Angst vor dem Hunger. Auf der Weltreichkonferenz im vergangenen Jahre spielte die Frage der Versorgung Englands mit Nahrungsmitteln aus den Dominions eine große Rolle. Es wurden — allerdings in ihrem genauen Inhalt unbekannte — Beschlüsse gefaßt, die im Fälle eines Krieges den Nahrungsmittetstrom nach England nicht versiegen lassen sollten. Mit der Verteidigung seiner Schiffahrtswege steht und fällt die Nahrungsmitteloersorgung des Mutterlandes. Wie diese Verteidigung durchgeführt werden soll, beutete erst vor wenigen Tagen der parlamentarische Sekretär im Marineministerium, Shakespeare, in einer Rede in Liverpool an. Danach werden starke Einheiten der Kriegsflotte die Routen der Handelsdampfer bewachen und in besonders unruhigen Gebieten in Form von Geleitzügen die Transporte an ihren Bestimmungsort bringen. Der Umbau alter Kreuzer zu Flugzeugabwehreinheiten wurde ebenfalls» als erforderlich hingestellt, eine Andeutung, die beweist, daß Enalayd nicht nur seins Verbindungswegs in das überseeische Ausland schützen, sondern seine Kriegsflotte auch diesem Zwecke anpassen will. Die starke Förderung des Unterseebootbaus läßt jedenfalls darauf schließen. die dringendste Notwendigkeit fein, und das sei auch alles, was der Verteidigungsminister Jnskip mit seinen Bemerkungen habe sagen wollen. Warum eigentlich? Als der britische Verteidigungsminister Sir Thomas Jnskip im Unterhaus die verschleierte Erklärung abgab, daß Seiner Majestät Regierung einen fertigen Plan zur Einführung der allgemeinen Wehrpflicht im Schubkasten liegen habe, um ihn im Kriegsfälle sofort vor das' Parlament zu bringen, da hat diese Enthüllung, wie oben berichtet wird, die Parteipolittker in höchste Erregung versetzt. Warum eigentlich — so fragt der Deutsche, für den es d i e selbst- verständlichste Sache von der Welt ist, daß alle Volks angehörigen zum Waffendienst auf gerufen werden, sobald das Vaterland in Gefahr ist. Aber in England, das seit - fast tausend Jahren keine feindliche Streitkraft auf seinem Boden sah und das seine 'Kriege, wenn sie schon nicht auf dem Meere entschieden wurden, meist von fremden Heeren führen ließ, besteht in der Tat eine ttef- wurzelnde Abscheu gegen den Dienst in der Armee und damit auch gegen die allgemeine Wehrpflicht. Selbst im Weltkriege konnte es die Regierung nur schwer übers Hem bringen, alle wehrfähigen Männer unter die Fahnen zu rufen. Heute, nach den Erfahrungen des Weltkrieges und unter den veränderten Bedingungen der modernen Kriegführung, welche die britischen Inseln der Gefahr des Luftangriffes und der Blockade aussetzen können, ist es freilich auch den Engländern klar geworden, daß man sich gemeinschaftlich seiner Haut wehren muß, selbst wenn darüber die individuelle seinen richtigen Platz zuzuweisen. Der Labour-Abgeordnete Chu ter Ede stellt daraufhin fest, das heiße also, daß ein Gesetz über d i e allgemeine Wehrpflicht fertig vorliegö und im Kriegsfälle dem Parlament vorgelegt werden könne. Was der Minister gesagt habe, könne nichts anderes heißen, als daß an dem Tage, an dem der Notfall eintrete, die Gesetzgebungsmaschine bereitstehen würde, das Gesetz einzuführen. Jnskip könne nicht leugnen, daß dies der Sinn seiner Erklärung sei. — Jnskip sagte darauf, er habe s o klar gesprochen, wie er habe sprechen können. Chamberlain schweigt. • Die Opposition überschüttete darauf den Ministerpräsidenten Chamberlain mit einer Flut von Fragen und bemühte sich — allerdings vergeblich — um eine Präzisierung der Erklärungen Jnskips. Der Oppositionsführer Attlee fragte den Ministerpräsidenten, ob er ein Weißbuch über die von der Regierung für den Wehrdienst geplanten Maßnahmen veröffentlichen wolle. Chamberlain antwortete: „Nein. Alle Pläne für die im Kriegsfall sich ergebende Lage werden dem Parlament vorgelegt werden, falls und wenn dieser Fall ein treten sollt e." Attlee fragte darauf, ob der Premierminister in diesem Falle es nicht als nachteilig ansehe, daß ein verantwortlicher Minister (Jnskip) Erklärungen abgegeben habe, die zu großen Mißverständnissen im Lande geführt hätten. Chamberlain erwiderte darauf, es sei ihm nicht bekannt, daß eine derartige Erklärung abaegeben worden sei. Der Labour-Ab- georönete Wedgewood-Benn fragte daraus, ob der Premierminister die Stelle des Protokolls n a ch - lesen wolle, in der Verteidigungsminister Jnskip auf die Frage, ob ein Gesetzentwurf für die Ernährung der allgemeinen Wehrpflicht vorhanden sei, gesagt habe: „Ich habe das so klar gesagt, wie ich konnte. „Chamberlain gab darauf keine Antwort mehr, was die Opposition zu heftigen Zwischenrufen „Antwort, Antwort!" veranlaßte. Die Frage des Lab our-Ab geordneten Bevan, ob das Haus annehmen könne, daß der Premierminister die von Jnskip abgegebenen Erklärungen mißbillige, verneinte Chamberlain. Weitere Fragen wurden von dem Ministerpräsidenten teils überhaupt nicht, teils in ausweichendem Sinne beantwortet. In parlamentarischen Kreisen besteht der Eindruck, daß die Linksopposition diese Erklärungen des Ministerpräsidenten benutzen dürfte, um eine neue Aussprache zu erzwingen und der Regierung Schwierigkeiten zu bereiten. Auch auf der Rechten des Unterhauses dürften verschiedene Abgeordnete die Angelegenheit zum Anlaß einer neuen Kritik an der Regierung nehmen. Diese Rechtskreise verlangen angesichts der Erklärung Sir Thomas Jnskips die bisher stets von der Regierung als Zwangsmaßnahme abgelehnte sofortige Registrierung der gesamten englischen Bevölkerung, zusammen mit der Anlegung von Stamm -und Musterrollen eine Forderung, die sich nach Ansicht dieser Kreise aus dem Mangel einer polizeilichen Meldepflicht ergibt. In England unterliegen nämlich nur die Ausländer der Meldepflicht. Ein konservativer Schritt bei Chamberlain. London, 1. Juni. (DNB.-Funkspruch.) Ministerpräsident Chamberlain empfing Dienstagabend eine Abordnung von Konser - v a t i o e n , in deren Namen Sir Edward Grigg die Anlegung von Stammrollen für Frauen und Männer „für Öen Kriegsfall" forderte. Aus dieser Stammrolle solle hervorgehen, welche Art von Arbeit jeber\im Falle eines Krieges leisten könne. Chamberlain erwiderte, daß die Frage bereits die Aufmerksamkeit der Regierung gefunden habe. Gegenwärtig aber halte man aus Dermal» : tungsmäßigen Gründen die Nachteile der Anlegung • einer solchen Liste für größer als die Vorteile. : „Preß Association" rechnet damit, daß Chamberlain : im Unterhaus erklären werde, daß es unmöglich i sei, an einen künftigen Krieg zu denken, ohne zu- i gleich zu erwägen, wie die Bevölkerung umfassend ; organisiert werden müßte. Das würde im Ernstfälle Erdbeertorte Teig: 150 g IDeijenmehl 1 geßr.Ted. (3 g) Dc.Oethec's „Bach in” 65 g jucher, 1 6 65 g Butter ober Schmal) Belag: 1/41mildi, Igeftr.EflLjurher 1 Päckchen Dr. Oether's Soflenpuloer Oanille-Gefchmach -50 g Erbbeeren 1 Päckchen Dt. Oetkers Sötterfpeife mit Zucker Erbbeer-6e|chmaA einige Spaltmanbeln 3um Oerzieren Biehl unb „Bachin" werben gemischt unb auf ein Backbrett gefleht Jn bie mitte wirb eine Oertiefung gemacht, Zucker unb Ei hineingegeben unb mit etwas von bem Biehl ju einem Brei oerrührt Dann gibt man bie in Stücke geschnittene halte Butter (Schmal}) barauf, bestreut sie mit Biehl unb oerhnetet von bet mitte aus alle Zutaten schnell ju einem glatten Teig. V4 bes Teiges rollt man auf bem Boben einer Springform aus. Oon bem Best formt man eine Rolle, bie man als Ranb um ben Boben legt man backt ihn 15-20 miauten bei guter ITIittelhitje. Das Soflenpuloer rührt man mit 4 Eßl. milch an, bringt ben Rest ber milch mit bem Zucker zum Rochen, nimmt oon ber Kockstelle unb gibt bas angerührte Soßenpuloer hinein. Unter stänbigem Rühren läßt man ben Krem nochmals aufhocken. IDährenb bes Rbhühlens rührt man ihn häufig um, bamit sich keine fjaul hübet, streickt ihn bann auf ben erkalteten Tortenboben unb legt bie rohen Erbbeeren barauf. Die nack Oorfchrift aufgelöste unb erkaltete Götterfpeife gibt man barüber, wenn ste zu gelieren beginnt: bamit sie oöllig erstarrt, muß bieTorte recht kalt gestellt werben. Zur Oerzierung streut man einige Spaltmanbeln auf ben Ranb. Bitte 0 usschnelben l Mi >vvk verlassen. aus, dessen dreizehnjährige Nicht« ums Weiterbericht Die gestern 5v M* Vr,Oeik£rt Vadqnduer ehepaar und Leben. freudigkeit und den Aufbauwillen unserer Volksgenossen in Oesterreich. Grund des zwischen Dr. Ley und dem Vor- Ntzenoen des faschistischen Jnüustriearbeiter-Derban- oes Gianetti abgeschlossenen Austauschabkommens werden im Sommer etwa 30000 italienische Arbeiter Reisen nach Deutschland unternehmen und dabei hauptsächlich die Städte Nürnberg, München, Stuttgart, Freiburg und Ber- . besuchen. Der erste Sonderzug wird am 5. Juni m Nürnberg eintreffen. Mit diesem Zug reist auch Cranetti. bei Irland zur Entwicklung gekommene Störung ist bis nach Norwegen vorgestoßen. Jrn Dorüberzug brachte sie vor allem im Nordsee- di- 9ti»s $ei, £?mofratie Jn in der “Omen allen Heirat zwischen Kairo und Teheran. Tthtrnn <". um dort feine Studien zu vollenden An diesem Abend wurde in Kairo zum erstenmal der Plan einer Verbindung der Dynastie Mohammed Al, mit bem Kaiserlich Jrani chen Hause besprochen. Im Jahre 1936 kehrte der iranische Kronprinz aus der Schweiz in seine Heimat zurück und wurde ,n Teheran — nun volljährig im Sinne des ' x Thronsolgegesetzes —, als Thronsolger unb ffirbe bes Psauenthrones empfangen. Bald nach der Rückkehr des Kronprinzen wurde der iranische Gesandte in Kairo nach Teheran zurückberusen und unterbreite seinem kaiserlichen Herrn zum extern wo'. Prosek der He,rat. Der Schah schickte kaum zwei Monate spater den Gesandten wieder nach Kairo. Nach Vorverhandlungen, die in aller Stille geführt wurden, konnte dieser Tage sowohl in Kairo als in ^eheran die Nachricht von der bevorstehenden Verlobung bekanntgegeben werden. Im kommenden Monat wird eine iranische Abordnung unter Führung des iranischen Ministerpräsidenten m Kairo eintreffen, um am ägyptischen Hof die notwendigen Formalitäten zp erfüllen. Alsdann wer- ben stch die Dynastie Mohammed Alis und die Resah Schahs miteinander verbinden. Zwei große islamitische Reiche werden durch die verwandtschaftlichen Bande ihrer Herrscherhäuser aufs engste miteinander verknüpft werden Die Kosten des ÄMransporis der Freiwilligen Oie Sowjetunion will sich nicht beteiligen. rd). diese An- eines Kneges Ankäufe ge- schnellen der is;ulöfen. Sie unb Sterling pichen Du- Monat später Sie finb umgedacht hätte, Regierung ein ringen können, zemcht, sich in । ju stemmen.' ,ung privater , oochandener le „im ffalle üvichtig D • te grichosicn. !ten Ankäufen hliehlich auch, er Anbau- sw irisch alt m 2°hre halt s dem Gebie.e üngemittel den San will nun Der Führer und Reichskanzler hat dem Schah oon Iran zur Verlobung des Kronprinzen mit der Prinzessin F a w z i a oon Aegypten drahtlich seine Glückwünsche übermittelt. Weitere 150 Millionen Franken für die Schweizer Landesverteidigung. Bern, 31. Mai. (Evropapreß.) Im Rahmen des neuen Arbeitsbeschaffungsprogramms werden umfangreiche neue Mittel für die Schweizer Landesverteidigung angefordert. In der Vorlage, die den eidgenössischen Räten in der Junitagung unterbreitet wird, sind neue Territorialverbände vorgesehen, die mit leichten und schweren Maschinengewehren, mit Infanterie- kanonen und Minenwerfern ausgerüstet .werden. Auch die Artillerie soll ei-ie weitere Ambewaffnung erfahren. Allein für den Ausbau der Luftwaffe werden etwa 40 Millionen Franken angefordert. Ein wesentlicher Teil dieser Summe dient der Erdabwehr, besonders der Vermehrung der Abwehrbatterien. Für die Grenzbefestigungen waren bisher rund 50 Millionen Franken aufgewendet worden. Das neue Arbeitsbeschaffungsprogramm sieht hierfür weitere 40 Millionen vor. Weitere Kredite sind für die Vermehrung der Munitionsvor- räte, für Materialergänzung und für die Errichtung von kriegstechnischen Fabrikbetrieben bestimmt. Insgesamt werden für die militärischen Aufwendungen etwa 150 Millionen Franken angefordert. Bei den Bauplänen, die das Arbeitsbeschaffungsprogramm vorsieht, ist das Militär ebenfalls mft etwa 24 Millionen Franken beteiligt. Diese Summe soll u. a. für Kasernen, unterirdische Vorratsräume, Benzin-Tankanlagen usw. Verwendung finden. Verschärfung der Unruhen in Jamaika. London, 1. Juni. (DNB.-Funkspruch. Die Unruhen auf Jamaika scheinen sich Dienstag erheblich verschärft zu haben. Streikende und Arbeitslose haben in den Städten Annotta Bay und Port Maria die Gewalt an sich gerissen. In Annotta Bay wurden Geschäfte geplündert, und auch in Port Maria kam es zu Plünderungsoersuchen. Später konnten Militär und Polizei sich in Port Maria wieder zu Herren der Lage machen. Jn Montego Bay durchzogen den ganzen Tag über randalierende Haufen -die Straßen, doch kam es nicht zu ernsten Zwischenfällen. Kleine politische Nachrichten. Der Reichsminister des Auswärtigen v o n R i b- b e n t r o p empfing den ungarischen Handelsminister Bornernisza, der sich zum Besuch der Internationalen Handwerksausstellung m Berlin aufhält. * Reichsminister Dr. Frank traf in Wien ein, um hn auditorium maximum der Universität eine Gastoorlesungsreihe der Akademie für Deutsches Recht zu eröffnen. Den ersten Vortrag halt der Vorsitzende der bürgerlich-rechtlichen Ausschüsse der Akademie, Professor Dr. Hede mann, uoer „Bürgerliches Recht im Dritten Reich . Am ersten von der NSV. durchgeführten Sammeltag in O e st e r r e i d) am 22. Mai wurden 1 066 248,55 Mark von der os^rreichlschen Beoolke runq aufgebracht. Das entspricht einem Durchschnitt von^15,8 Pfennigen je Kops der Bevölkerung Das Ergebnis ist ein Beweis für die große^Opfer^ Schwere Unwetterfchäden in Arkansas. Der nordwestliche Teil des Staates Arkansas (USA.) ist oon einem verheerenden Wolkenbruch, der von schweren Hagelstürmen begleitet war, heimgesucht worden. Die reißenden Fluten haben folgenschwere Verwüstungen angerichtet. Zahlreiche Ortschaften und Landstraßen sind unter Wasser gesetzt. Der Sachschaden wird auf zwei Millionen Dollar geschätzt. Wieder ein Fall von Kindesentführung in Amerika. Nachdem erst dieser Tage die Leiche des kleinen Peter L e v i n e, der vor drei Monaten seinen Eltern geraubt worden war, entdeckt worden ist, hat ein soeben bekannt gewordener neuer Kindesraub die amerikanische Öffentlichkeit abermals in große Erregung versetzt: der fünfjährige Sohn Jarne.s des amerikanischen Industriellen Cash in Princetown ist entführt worden. Die Erpresser haben von dem Vater des Kindes ein Lösegeld von 10 000 Dollar (rd. 22 000 Mark) verlangt, das von ihm auch bezahlt wurde. Einer der Räuber hatte die Eltern davon benachrichtigt, daß ihnen durch einen Telephonanruf der Aufenthalt ihres Sohnes mitgeteilt werden würde. Die amerikanische Polizei beklagt sich auch in diesem Falle darüber, daß die Entführung yon Kindern von den Eltern, die um das Leben ihrer Kinder bangen, meist so lange geheimgehalten wird, bis es den Gangstern gelungen ist, auch die letzten Spuren, die zu einer raschen Entdeckung führen könnten, zu verwischen. Razzia am kurfürstendamm in Berlin. Auf Grund des Ergebnisses von mehreren in der letzten Zeit in Berlin vorgenommenen Razzien sah sich die Polizei veranlaßt, zur Fahndung'nach verbrecherischen Elementen, insbesondere Rauschgifthändlern, Devisenschiebern usw. die Razzien am Kurfürstendamm in Berlin zu wiederholen. Es wurden insgesamt 339 Personen vorläufig festgenommen. Darunter befanden sich 317 Juden. Von den Festgenommenen wurden schon bei der Überprüfung 76 als kriminell belastet ermittelt. Eine große Anzahl von Personen war politisch belastet. Außerdem wurde eine Reihe von Ausländern festgestellt, die nicht im Besitz der vorgeschriebenen Ausweispapiere waren. Umfangreiches Material aus jüdischen Verbrecherkreisen konnte ermittelt werden. Aeberhandnehmender Rauschgiftschmuggel in Schanghai. Jn Schanghai hat der Handel mit Rauschgiften seit Ausbruch, der Feindseligkeiten derart zugenommen, daß die Polizei trotz aller Vorkehrungsmaßnahmen machtlos ist, dem Schmuggel zu begegnen. In den ersten vier Kriegsmonaten sollen Narkotika im Werte von nicht weniger als sechs Millionen. Mark, in erster Linie Opium, nach Schanghai geschmuggelt worden sein. Der Polizei ist es nur gelungen, den siebten Teil der geschmuggelten Ware mit Beschlag zu belegen. Neben Opium wird Heroin und Morphium in großen Mengen gehandelt. Der Preis für eine Unze (28,35 Gramm) beträgt 800 Mark. Vorsicht mit dem Spirituskocher! Eine Frau in St. Goar hatte ihren Spirituskocher angezündet und merkte, daß er nicht mehr genug Spiritus enthielt. Die Frau goß Spiritus in den brennenden Spirituskocher, wobei eine mächtige Stichflamme entstand, die das ganze Zimmer in Brand fetzte. Schnell herbeigeeilte Hausbewohner löschten den Brand. Die Frau wurde mit schweren Brandverletzungen ins Krankenhaus gebracht. Unfall bei einem Autorennen in USA. Beim Autorennen von Indianapolis (USA.), das vor 15000 Zuschauern von dem Amerikaner Floyd Roberts mit einem Stundenmittel von über 188 km gewonnen wurde, ereignete sich ein schwerer U n - fall. Gleich zu Beginn des Rennens löste sich London, 31. Mai. (Europapreß.) Die Frage der Finanzierung des Abtransports der Freiwilligen aus Spanien wurde in einer Sitzung des Nichteinmischungsausschusses erörtert. Lord Plymouth erklärte, die englische Regierung sei bereit, ihren Anteil beizusteuern. Die Vertreter Deutschlands und Italiens erklärten, daß sie die Vorschläge ihren Regierungen unterbreiten würden. Dagegen erklärte der Vertreter S o wj e t r u ß l a n d s , der ganzen bisherigen obstruktiven Taktik der Sowjetrussen entsprechend, die Sowjetregierung habe nicht die Absicht, auch nur einen Pfennig beizusteuern, da sich ihrer Auffassung nach keine Sowjetfreiwilligen in Spanien befänden — eine Behauptung, die von den übrigen Mitgliedern des Ausschusses mit schweigen zur Kenntnis genommen wurde. Die nächste Sitzung wurde für Donnerstag einberufen. Bis dahin sollen die Antworten der Regierungen vorliegen. Die Kosten sollen insgesamt etwa zwei Millionen Pfund betragen. Hiervon entfallen VA Million auf die Auskämmung der Freiwilligen und ihre Unterbringung in Durchgangslagern, während die restlichen 750 M0 .Pfund für den Abtransport zur See bestimmt sind. Nach dem englischen Vorschlag sollten die Kosten für die Auskämmung und Errichtung der Durchgangslager von ten fünf im Nichteinmischungsausschuß vertretenen Großmächten getragen werden, während die Kosten des Seetransports anteilmäßig nach der Staatszugehörigkeit der Freiwilligen verteilt werden sollen. Das Material für die Errichtung der Durchgangslager soll in den Ländern angekauft werden, die sich an den Kosten der Auskämmung beteiligen. von dem Wagen des Rennfahrers Emil Andres ein Rad. Das Rad wurde in die Zuschauermenge geschleudert und traf einen Mann so unglücklich, daß er sofort getötet wurde. Der Rennfahrer selbst kam mit schweren Verletzungen davon. Ständiger Luftpostdienst Deutschland—Peru. Mit dem planmäßigen Postflugzeug der Deutschen Lufthansa, das am 27. Mai Südamerika verließ, wurde zum ersten Male die im Anschluß-Flugzeug von Peru über Bolivien nach Brasilien geflogene Luftpost mitbefördert. Die am 24. Mai in Lima abgegangenen Sendungen erreichten bereits am 28. Mai Europa und trafen am 29. Mai, morgens 5.25 Uhr, in Frankfurt a M. ein. Der Flugweg der Post von Peru bis Brasilien ist folgender: Lima — La Paz — Corumba — Sao Paolo—Rio de Janeiro. Von Rio aus läuft die Post mit der Luft- hansastrecke über den Atlantik nach. Europa. Reichskonferenz für Früchteverwertung in Frankfurt. NSG. Am 19. Juni findet die 10. Reichs- konferenz für gärungslose Früchte- Verwertung in Frankfurt a. M. statt, die von der Hauptoereinigung der deutschen Gartenbauwirtschaft, der Hauptoereinigung * der deutschen Weinbauwirtschaft, dem Hauptamt für Volksgesundheit der NSDAP, und der Hauptgeschäftsstelle für gärungslose Früchteverwertung in Berlin-Dahlem durchgeführt wird. Mit der Konferenz sind Besichtigungen der Staatlich anerkannten Lehr- un!^ Versuchsanstalt ,für aärungslose Früchteoerwertung in Obererlenbach unb der Versuchs- und Forschungsanstalt für Wein-, Obst- und Gartenbau in Geisenheim am Rhein verbunden. Drei Todesfälle durch Kurzschluß. In einem Dorfe in den Savoyer Alpen wurden durch einen Vogel, der gegen eine Hochspannungsleitung flog, mehrere Kurzschlüsse und Brände verursacht. Dabei kamen ein Landwirts- ... Schatz* Vröffenj* an zur Der n Die Beool? nonuenöiR1 J .«nen 6"*r* «««Ä -c^Mnler. '-m emaiuUi d°- : in Heftige Lufikämvse in Spanien. Salamanca, 1. Juni. (DNB.-Funkspruch.) Der nationalspanische Heeresbericht meldet auch am Dienstag von anhaltenden Angriffen der Bolschewisten an der katalanischen Front. Die Angriffe wurden mit großen Verlusten für den Feind abgewiesen. An der Teruel- Front unternahmen die Nationalen im Abschnitt Mosqueruela in der vergangenen Nacht einen überraschenden Angriff, sie vertrieben die Bolschewisten aus zahlreichen Stellungen und besetzten die Höhen nördlich der Straße nach Mora. Nach Tagesanbruch setzten sie den Vormarsch fort, und eroberten die Ortschaften Linares de Mora und Puerto Mingalvo. Pueblo de Valverde an der Straße nach D a g u n t wurde besetzt. Die Sowjetluftflotte bombardierte Palma de Maiorca. Die Bomben trafen eine Mittelschule. Glücklicherweise waren keine Todesopfer zu beklagen, weil die Schüler, durch den rechtzeitigen Alarm gewarnt, sich in die Unterstände gerettet hatten. Wie der Sonderberichterstatter des „Gior- nale d'Jtalia" von der Teruelfront meldet, ist es am Dienstagmittag beiValverdezu einem großen ßuftfampf gekommen. 38 Flugzeuge der Bolschewisten seien, als sie im Begriff standen, die vorrückenden . nationalspanischen Abteilungen unter Gewehrfeuer zu nehmen, von 14 nationalspanischen Flugzeugen überrascht worden, die sich plötzlich aus großer Höhe auf sie gestürzt hätten. Nach einem erbitterten Kampf, der nur wenige Minuten gedauert habe, seien neun sowjetrussische Flugzeuge brennend abgestürzt, während die anderen eilig die Flucht ergriffen hätten. in t$ b gebiet vereinzelte Regenfälle, sie wird aber auf unser Wetter ohne nennenswerten Einfluß bleiben. - Die über Mitteleuropa eintretende Wärmezunahme begünstigt jedoch das Heraufkommen einer neuen Störung, die bereits über dem Westausgang bes Kanals in Entwicklung ist. Aussichten für' Donnerstag: Zeitweise heiter, doch im ganzen wieder wolkigeres Wetter mit Neigung zu gewittrigen Störungen. Tages- temperaturen bei 20 Grad, Winde aus Süd bis West. Lufttemperaturen am 31. Mai: mittags 18,2 Grad Celsius, abends 11,7 Grad; am 1. Juni: morgens 13,6 Grad. Maximum 19,1 Grad, Minimum heute nacht 6.7 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 31. Mai: abends 15,1 Grad; am 1. Juni: morgens 11,4 Grad. — Sonnenscheindauer 7,4 Stunden. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. IV. 38: 9614. Druck und Verlag: Brühlsche Universitätsdruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugs- preis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufs- preis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vom 1. September 1937 gültig. Aus aller Welt. Feierliche Beisetzung de«! Leutnants Günther in Innsbruck. Mit militärischen Ehren und unter starker Beteiligung der Bevölkerung wurde Leutnant Wolfgang Günther vom Gebirgsartillerie-Regiment 79, ber bei der Rettung deutscher Volksgenossen im steierischen Unwettergebiet seine Pflichterfüllung mit bem Leben bezahlte, in Innsbruck beigesetzt. Die Feierlichkeiten wurden durch einen Trauerakt in der evangelischen Kirche im Ortsteil Saggen eingeleitet, wo der mit der Reichskriegsflagge bedeckte Sarg inmitten unzähliger Kränze aufgebahrt war. Das Fußende des Sarges deckte der Lorbeerkranz des Führers. -Offiziere hielten die Ehrenwache. Mit den Angehörigen wohnten u. a. die Generalmajore Kübler und Feuerstein sowie der Gauleiter von Tirol-Vorarlberg Franz Hofer der Iraner» feier bei. Nach der Ansprache des Pfarrers wurde der Sarg unter Glockengeläut aus der Kirche getragen. Die Trauerparade fetzte sich an die Spitze des riesigen Trauerzuges. Langsamen Schrittes bewegte sich der Zug durch ein dichtes Spalier von Menschen, die durch ihre Teilnahme ihre Verbundenheit mit dem tapferen Offizier und treuen Sohn der Heimat zum Ausdruck brachten, lieber die Inn-Brücke ging der Zug nach dem stillen Bergftiedhof in Mühlau. Die Trauerparade, präsentierte und unter den Klängen bes Liebes vom guten Kameraben wurde der Sarg ins Grab gesenkt. Generalmajor K ü b I e r trat vor und sprach die Worte „Wir danken dir, lieber Wolfgang Günther! Wir grüßen dich, doch nicht zum .letzten Male, denn du bist unser! Es grüßt dich dein Führer Adolf Hitler, der Oberste Befehlshaber der Wehrmacht, mit ihm das deutsche Volk und die deutsche Wehrmacht." Hierauf legte der General den prächtigen Lorbeerkranz des Führers mik weißen Nelken am Grade nieder. Dann krachten drei Salven über das Grab. Deutschland hak die erfolgreichsten Segelflieger. ' Die Internationale Studienkommission für motorlosen Flug (ISTUS) schuf auf ihrem Genfer Kongreß für ganz besondere. Leistungen ein goldenes Ehren-Leistungsabzeichen. Zum erstenmal wurde diese Auszeichnung an den Deutschen Heini Dittmar vergeben. Grundbedingung für die Erringung des Weltsegelflug-Abzeichens ist der Besitz des silbernen Leistungsabzeichens, ein Höhenflug von minbeftens>3000 Meter über dem Start und ein Streckenftug von mindestens 300 Kilometer. Die Vorherrschaft Deutschlands auf dem Gebiete des Segelflugs wird bezeugt durch die hohe Zahl der an deutsche Piloten verliehenen Leistungsabzeichen. Von den insgesamt 712 vergebenen Auszeichnungen entfielen 538 (!) auf Deutsche, 101 auf Polen. Es folgen England.(29), Frankreich (18), die Schweiz (15), USA., Jtaliest, Ungarn, Brasilien, die Tschechoslowakei, Finnland, Jugoslawien, Holland, Rumänien und Litauen. Auf dem von T)r. Schütte (Deutschland) geleiteten Kongreß wurde dem ISTUS» Präsidenten Dr. W. G e o r g i i (Darmstadt) der goldene ISTUS-Ring für besonders hervorragende fliegerische Leistung verliehen. Schweres Unwetter fordert zwei Todesopfer. Das schwere Unwetter, das in den letzten Tagen über Nordwestdeutschland hinwegging, hat im Küstengebiet nicht nur erheblichen Schaden ange» rjchtet, sondern vermutlich auch zwei Todesopfer gefordert. Auf der Weser, in der Nähe von Blexen, riß sich eine Schwimmramme von ihrer Verankerung los, trieb ab und kenterte. Zwei auf der Ramme beschäftigte Arbeiter werden vermißt. Es ist zu befürchten, daß sie ein Opfer des Sturmes geworden sind. Schwerer Sturm an der Südküste Englands. Ein schwerer Sturm, der an der Südküste von England wütet, hatte eine deutsche Segeljacht auf der Hohe von Yarmouth vollkommen manövrierunfähig gemacht, so daß sie von einem englischen Fischkutter ins Schlepptau genommen werden mußte. Die Jacht mit ihrer siebenköpfigen Besatzung — ihr Name wird mit „Wappen von Bremen" angegeben — befand sich auf einer Wettfahrt von Helgoland nach Bournemouth. Nach den Aussagen der Besatzung ist die Jacht seit Sonntagnachmittag hilflos auf offener See getrieben, da ihr die Segel von einer Sturzbö weggerissen worden waren. Motorsegler aus Seenot gerettet. Die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger in Bremen teilt mit, daß nach Meldung der Rettungsstation Friedrichskoog bei schwerem Wetter ein in Seenot geratener Motorsegler mit zwei Mann Besatzung und einer Ladung Mais durch das Motorrettungsboot „August Nebelthau glücklich nach Friedrichskoog-eingeschleppt werden konnte. n allen Der» enbigieitber 'M. die 'andern ehrenwerten ' n, sie mol» ?nbe Gesetze ’e nun ihre roßen $Qn s'e sich .‘sd) dieses Glied itunqen, der industriellen chattenseitcn. ir ein Welt» Propaganda, ind her der he Meinung mit bie M ganz abge« Kräften, ber M Regime jeden Fäll intereWer j ber Tegln» onen unb de» hast wacht, chen. Me. Uten LJaaberf ' X • br-fi* p r a (fa ß X»bie * । über T Ser W rt Ivi A r A W -'.--Fi V i k t ar Emanuel III. begab sich am letzten Tag feipes Aufenthaltes in Libyen im Flugzeug "ach der 300 Kilometer von der Küste entfernten, an der ägyptischen Grenze gelegenen Oase Gia - r a b u b. Am Nachmittag besichtigte der König und Kpiser bie_ Stadt Tobruk und hat am Abend auf der königlichen Jacht „Sovoya" Libyen ,dN yajuL ■ ln % nt ■Q9en au* r'M iener Moden reien Lebensmitielver-ingung gebung der Küchen- Bleidornkaferne, für Am 15.6.1938 erfolgt die Der, LL Küchenverwaltung III./Artt.-Regk. 9. A .1.25 Von hiesigem größeren kaufm. D i Betrieb wirb eine durchaus M 1 S ww | Verkäufe | s co-Reuter gegenstände. ingn GeMlsvollzleyer in Gietzen lllull suomigftr. 33 I, Teleol). 3239 Seltersweg 61 3769 D usw* Modehaus 4 3766A Wall51,TelB267 Svezial-Reva- raturwcrkstätte Plockitrasre 12, Fernruf 2196. Kunstseidene Damenstr (impfe ieinfädig......... Kunstseidene Moderne Farben Erprobte Qualitäten Julius Schulze Wieseck, (Sieh. Str. 73. 2741D Tel. 3975. Familiendrucksachen Verlobungsanzeigen Verm&hlungsanzelgen Geburtsanzeigen bei Brühl, Schulstr.? Weibemailliert., kombinierter Küchenherd f.Gas-u.Kohlen- feuer, wie neu, Bett m.Sprungr. wie neu, ä; verk. 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Wenn jetzt diesen Könnern im textilen Bereich das weitaus größere Feld des geeinten Reiches zur Verfügung steht, fo werden sicherlich noch größere Leistungen erzielt werden, und Wien selbst kann das in den letzten Jahren verlorene Terrain sehr bald zurückerobern. Besonders gewandt sind die Wiener in dem Erfinden von Modeneuheiten und in der geschmacklichen Ausrichtung ihres Modeschaffens. Die modischen Strickwaren, die aus Wien kommen, find maßgebend für das gesamte Modeschaffen in den anderen großen Weltplätzen. Auch die überlieferten Alpentrachten geben immer wieder Anregung für die Trachtenmode. Dies hat dazu geführt, daß die Sportmode in aller Welt besonders durch österreichische Vorbilder beeinflußt wird. Die Wiener Herrenschneider hatten ohne Zweifel durch die Abschnürung Wiens an Einfluß verloren, aber ihre alte Kunstfertigkeit ist erhalten geblieben und dürfte nun auch wieder in der Praxis zur Geltung kommen. So wird durch die Rückkehr Oesterreichs zum Reich auch für das deutsche Modeschaffen eine neue Zeit anbrechen, die sich segensreich für alle Beteiligten auswirken wird. Motorrad Viktoria,500ccm mit Seitenwag. imAuftrag preiswert zu verkauf. Lohrey Kaiferallee 5. Nutzholzstämme von Birn- und Zwetschenbäum. abzugeben. Wo, sagt die Geschst. des Gieß. Anz. Hmzimmer (neuwertig)' für RM. 650—600 zu verkauf. 3753° Stückrath & Bender Telefon 3519, Walltorstraße 53 Gebrauchter MeMM sehr gut erhalten, zu verkauf. 02577 Krofdorfer Str.l7,Vordh.II. Gebrauchte Küche zu verkauf. 02557 Hoewlng Aulweg 34 I. Gubisch Eine M i s s i 0 n z u erfüllen, Millionen sollten ihn hören! Daneben wird der Handel mit Südosteuropa in keiner Weise geschmälert, sondern durch die Zusammenarbeit im Rahmen -der gesamtdeutschen Textilwirtschaft angeregt und gesteigert. Die Produktion an natürlichen- Spinnstoffen ist in Oesterreich nicht bedeutend, weil z. B. nur etwa 250 000 Schafe vorhanden sind. Die österreichische Textilwirtschaft hat in den letzten 20 Jahren unter der Enge des eigenen Wirtschaftsraumes zu leiden gehabt. Auch die Kaustraft der österreichischen Bevölkerung sank ständig, so daß z. B. in der Wollindustrie zahlreiche Stillegungen erfolgen mußten. In dem kleinen Oesterreich verblieben 133 000 Kammgarnspindeln, 57 000 Streichgarnspindeln, aber nur 1500 Webstühle. Durch diese ungünstige Teilung ist ein Verhältnis zwischen Spindeln und Webstühlen entstanden, das ausgeglichen werden muß, wenn wieder eine normale Lage hergeftellt werden soll. Die österreichische Wollindustrie weist Qualitätserzeugnisse von Weltruf auf, während die im Lande benötigte billige Massenware größtenteils eingeführt wurde. Hier ergeben sich ideale Ausgleichs- Hfilieriiinen für MWug u. Aenderungen (Heimarbeiter) sofort gesucht. Wo, sagt oie Geschäftsstelle des Gieß. Anz. 3755V Werbe-Drucksachen bei Brühl, Schulstr.7 Im Rahmen der österreichischen Industrie spielt der Sektor Textil pnd Bekleidung eine bemerkenswerte Rolle. Es gibt ungefähr 1000 Betriebe in der österreichischen Textilindustrie, in denen • rund 50 000 Menschen Beschäfügung finden können. Nach der Statistik des Jahres 1936 waren etwa 2 5 0 0 0 Personen in folgenden textilen Fabrikationszweigen tätig: Seidenbandfabriken, Seidenwarenindustrie, Juteindustrie, Flachsspinnereien und Leinenwebereien, Baumwollspinnereien und -Webereien, Färbereien und Bleichereien, Textildruckereien, Wirk- und Strickwarenfabriken, Stickerekindustrie, Hutindustrie und Kleiderherstellung. Die Zahl der Arbeitslosen hat in den letzten zwei Jahren in der Textilindustrie zwischen 15 000 und 20 000, im Bekleidungsgewerbe zwischen 16 000 und 27 000 geschwankt. Bei einer Gesamtausfuhr von 1230 Millionen Schilling dürste ein Exportertrag von 225 Millionen Schilling erzielt worden sein (Textilzeitung). Durch den Zusammenschluß dürfte der Anteil Alt-Deutschlands, der bei den einzelnen Warengrüppen bisher zwischen 3 und 17 v. H. geschwankt hat, sich noch wesentlich erhöhen. Solid. Mädchen nicht unter 18 Jahren, bei hoh. Lohn sofort oder später gesucht. Kolb [02565 Ludwigstraße40. Tüchtiges Mädchen für Küche und Haus zum 15. Juni gesucht. Konditorei und (SaU Huber Gießen 3770V Seltersweg 14. Leute zum Hacken gesucht. 02583 Gürtel Zu den Mühlen 6 Suche einen Melzgerlehrling oder Junggesellen zum sof. Eintritt. Alfred Becker Metzgerei und Gastwirtschaft Bersrod über Gießen. 02559 Suche zum 15.6. i. Geschäftshaus- halt tüchtiges, ^Mädchen das kochen kann und alle Hausarbeit, verrichtet, gegen gute Behandlung u. Be- zahlg. Zu erfrag, r. d. Geschäftsst. des Gieß. Anz. Gut möbliertes Wohn- und Schlafzimmer mit eig. Eingang Nähe Selterstor zum 1. Juli zu vermieten. 02574 Alicenstr. 16 II. 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JW ■MMMbhb Mittwoch. l.Zuni 1958 Nr. 126 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Junge deuische Nation Fröhliche Fahrt durch die pfingsttandschast (Aufnahme: E. Hase, Frankfurt a. M.) markieren! Stimme: , Am Ziel unserer Fahrt benutzte Bolle jede freie Minute, um mit seinem „Speer" zu verschwinden. Er machte es so geschickt, daß. wir ihn nach einigen hundert Metern aus den Augen verloren. Eins fiel uns auf: Wenn er zurückkam, zog er immer ein langes Gesicht! Wenn wir ihn fragten, was ihm denn über die Leber gekrochen fei, dann sagte er nur: „Ach nichts! Aber morgen werde ich euch überraschen! Paßt nur auf!" * Aber die Ueberraschung, auf die wir-. gespannt warteten, kam nicht. Da beschlossen wir, ihm nachzuspüren. Als Bolle wieder einmal still und leise sich mit seinem „Speer" davonmachen wollte, schlichen wir ihm auf leisen Sohlen nach. Besser hätten es die Indianer auch nicht machen können! Wir sahen, wie Bolle plötzlich in einem Hohlweg verschwand, der zu einem kleinen See führte. Wir kamen nicht dazu, uns zu wundern, denn wir mußten uns beeilen, ihm zu folgen. Als wir am See erschienen — wir hielten uns -hinter Bäumen versteckt — sahen wir Bolle auf einem Steg sitzen und — angeln! „Mensch, ich werde verrückt!" glaubte Orje von sich zu wissen. „Das ist ja allerhand!" fuhr er fort. Dann verschwanden wir so lautlos, wie wir gekommen waren. Am nächsten Tage, als Bolle wieder an den See kam, fand er an seinem Steg Orje vor. Der hatte sich eine Angel besorgt und angelte ebenfalls. Wir standen in Deckung, grienten und harrten der Dinge, die da kommen würden. „Du Schuft!" vernahmen wir Bolles Stimme. „Das ist mein Platz hier!" „Was du nicht sagst!" höhnte Orje nur. „Wenn du nicht machst, daß du fortkommst, werfe ich dich ins Wasser!" drohte Bolle. Orjes Antwort war ein lautes Lachen. Da hörten wir aber auch schon einen Plums. Bolle hatte Orje in den See gestoßen! Da stand Orje nun, das Wasser reichte ihm bis zum Koppelzeug, und schimpfte ganz toll mit Bolle herum. Zusammen mit uns trat ein Förster aus dem Walde und fragte Bolle und Orje: „Was macht ihr denn da?" „Ich — wir wollten angeln!" erklärte Bolle. „Etwa hier im See?" „Ja!" die Beine des Märkers; der springt erschrocken hoch unter der Lachsalve der Zuschauer. Hanno ist sogleich wieder im Play: „Verdursten werdet ihr mir hier nicht. Ueberall sprudeln zahme und auch wilde Wässerlein. Es rieselt in Wiesen und unter Gestrüpp." „Und was ist mit den Schlangen?" fragt der Naseweis. Aus dem Gemurmel der Kameraden steigt eine Baßstimme: „Mensch, wir markieren doch, nur." Aber es gibt keine Verblüffung: ,Aha— Wasserschlangen! Und welch liebliche Namen gibt es für sie — Herr Professor?" Hanno bleibt kühl: „An den fünf Bergen entlang schlängelt sich der Mühlenbach nach Kömgswinter. Genau entgegengesetzt — im Süden — gluckert der Pohbach (Hanno macht eine Schlinge ins Tau) in den Schmelzbach nach Honnef. Der wahre Wassergeist aber im Siebengebirge ist der Fonsbach, der es genau in zwei Hälften zerteilt. Ihn.begleiten mit seltsamen Namen eine Menge Berge, die ich epch hiermit wärmstens an eure eiskalten Herzen lege. Pack Steine herbei, du Roland von der Siegessäule, und bleibe rechts vom Fonsbach! Dom Lohrberg aus baue nebeneinander die Jungfernhardt und den Heideschottberg, der übers Zinnhöckchen in die Hügel der Ofenkaul verläuft — mit Schotter ' — und nicht so zaghaft." Wieder eine ,2ya werden die Backofensteine in den E feg! KM SfcSI ’S )a“S 6 --ld L l,M, S er°l>etn $n 1 >" btt SM. die qu5 ja* ” geben "enniode. l°be in Silber Id) nei, Gütung te Kunst. nun auch Jten. So k'ch auch Zeit an, heiligten und mein Herz klopfte laut. Die andern aus der Jungenschaft wollten mich ausschimpfen, doch unser Jungenschaftsführer sagte nur: „Kerl,, reiß dich jetzt zusammen!" Das tat ich. Nie hatte ich eine solche Weite erreicht wie mit diesem Sprung. Im Lauf lief ich absichtlich mit einem, der bedeutend besser war als ich. Doch ich wollte nicht zurückbleiben und zog mächtig nach. Wie eine Klette heftete ich mich an ihn. So machten es alle, und auch der Lauf 'brachte durchweg gute Ergebnisse. Nun kam noch der Wurf. Werfen kann schließlich jeder richtige Pimpf und so klappte es auch bei uns. Da rannte unser Jungenschaftsführer zum Wettkampfbüro und lieferte die Liste ab. Hatten wir es geschafft? Die Jungenschaft 3 war siegessicher. Sie wollten „ganz groß" abgeschnitten haben. Endlich kam am Abend die Siegerehrung. Der Fähnleinführer verkündete: „Im Mannschastswett- kampf siegte die Iungenschaft drei...' — „Alfo doch nicht , geht es blitzschnell durch unsere Kopfe. Doch es ging'ja noch weiter...: „...die Jungen- schast dreizehn." Das waren wir! Wir alle waren unbändig stolz und sehr glücklich. Erst später merkte ich, daß ich ju auch bei diesem Kampf noch eine Siegerplakette für mich selbst erkämpft hatte. Aber das' ist wohl nicht so wichtig. Denn unsere Jungenschaft hatte gesiegt. W. D. Höhlen gebrochen." „Richtig", sagt -Hanno anerkennend, „aberi steige mir nicht auf eigene Faust in die unterirdischen Brüche; du könntest, dich verlaufen. Führung nur von Kennern möglich; die haben schon manch dreistes Maulwürflein aus der feuchten Unterwelt für die gute Mutti gerettet, diese — Professoren." Sämtliche sich sonnenden Eidechsen stteben weg vor dem Braus des Gelächters. Hanno bleibt sachlich: „Von der Jungfernhardt aus legst du fünf Steine in eine Reihe zum Rhein, drei kleine für Geisberg — Schallenberg — Bol- vershahn, zwei große für Wolkenburg und — (Pause) — Drachenfels!" Der Berliner nimmt die Hacken zusammen: „Irrtum richtiggestellt!" Hanno winkt gemütlich ab: „Tja, der Drachenfels pfeift auf die stolze Reihe der Fünf; er trägt seinen Stolz ganz für sich, wogegen nicht mal die einsame Wolkenburg ankann. Er ist ein Eigenbrötler; deshalb kennt ihn jedes Kind, und deshalb sind seine größeren Brüder so unbekannt." Flink greift der Vorwitz ein: „Demnach liegt der Drachenfels eigentlich bei Rhöndorf — hm — und was sagt Königswinter dazu?" Hanno kräuselt'die Nase: „Sag mal, Sanssouci liegt eigentlich bei Potsdam — hm — was sagen dazu die Berliner?" „Rauf ins Gebirge", ermuntert Hanno, „und runter auf die linke Seite des Fonsbachs! Don der Löwenburg her baust du noch mal vier Steine auf, zwei nebeneinander: Fritscheshardt und Oelen- der und von diesem hintereinander zum Sttom den Kleinen und Großen Breiberg. Der Große Breiberg beherrscht wie ein König ringsum die Hügel und Hänge, und wie für einen Schlemmerkönig hat er oben einen trutzigen Sessel stehen, den Teufelsstein — nein, nein — beruhige dich — es gibt im Siebengebirge außerdem keine Teufeleien. Dafür sorgen wir ^chon. Wir haben dabei das beste Vorbild an den Gebirgsbauern; die haben ein für allemal dem Satan das Genick umgedreht, drüben auf dem rückwärtigen Abhang des Siebengebirges — in der Separatistenschlacht. Seither, schreitet der liebe Gott wieder mit blühendem Stab durch 'ein Stück freies Deutschland." Nach einer Weile sagt ein niederrheinischer Pimpf: „Mein Bruder, der Gießer ist auf der Hütte, schrieb davon; er war drüben am Ehrenmal mit der Glocke, die in der Sturmnacht zersprang. Er hat Urlaub und ist auf der Rosenau, das muß hier sein." Hanno weist an: „Lege zwei Steine zwischen Oelberg und Nonnen- stromberg — der rechte markiert den Berg Wasserfall mit dem hölzernen Ausguck", Hanno steckt einen Grashalm auf. „Der linke ist die Rosenau; oben darauf ist das Heim der DAF." Schau, der Berliner legt feierlich eine gelbe Butterblume auf den brüchigen Brocken, aber niemand belächelt ihn. Hanno richtet das Ohr gegen das Morg^ntot: „Hört ihr den Wind reden, der über die Dörfer Hyvel und Aegidienberg gestrichen ist, wo die landfremden Verräter sich blutige Köpfe holten...?" Es wird ganz still in der Runde; nur ein Flieger zieht mit dem Hakenkreuz' unter den Wolken her. Schließlich meldet sich eine leise Sttmme: „Dahin hätten wir näher von Honnef aus..." und der von der Spree schnattert: „Ueberhaupt ist Honnef zu kurz gekommen". Hanno schreibt einen Schnörkel in die Luft: „Honnef braucht keine Kuppen; an den Hängen könnten die Menschen bequem Weingärten anlegen; aber das tun sie nicht. Wo gäbe es dann die seltenen Schnecken, Zippammern, Schwarzspechte und Orchideen...!" Die Kameraden schauen mit blanken Augen in die grüne Ferne. Hanno spürt, was sie sich wünschen: „Darum geht unsere Fahrt von Königswinter nach Honnef und nicht etwa umgekehrt. Fein sauber abgesteckt leitet der R-Weg über die Kuppen im Halbkreis. Wir wissen andere Wege; wir können jetzt mit eigenen Augen wandern. Die Strecken sind kurz — aber zünftig. Los!" Flinke Hände verstauen Steine, Stubben und Taue ins Gebüsch, aber nur zögernd ersteigen sie die Strähne des Petersberges, und zudem vermissen sie gar bald den Berliner. „Laßt nur", sagt Hanno, „der kommt schon richtig nach; er zeichnet ins Merkbuch, was wir uns gebaut hatten — ist ja kein Fehler." Kurz vor Helsterbach erst stößt der Nachzügler wieder zur Truppe. Die Baßstimme empfängt ihn: „Zeig vor, was du gezeichnet hast — hm — mir cheint, die Sache ist vorzüglich geraten, dir und dem Professor —" Alle Köpfe beugen sich über das Blatt, aber Roland schnippt ihnen die zugeklappten Deckel unter die Nasen und schreit: „Vorsicht — feuergefährlich! Wer macht es mir nach?" Volle hat ein Geheimnis. Neulich waren wir auf Fahrt. Der immer gleich freundliche, nie um eine Antwort verlegene Bolle „Fein, daß du deinen Speer mitgenommen hast! saate Orje zu Bolle auf der kurzen Bahnfahrt und betrachtete aufmerksam das einem Speer ähnliche Gebilde in Bolles Hand . „Oft kein Speer!" gab Bolle kurz angebunden zur „ffiiefo nicht?" wollte Or>e wissen. Daß es kein Speer ist, siehst du am Fehlen der Eisenlvike'" belehrte Bolle den Orje. Was ist es denn, wenn's kein Speer ist?" Orje Hfcg® Ät letztes Wort in ^'^Lir^ft'ellt^n'feft daß Bolle ein Geheimnis hatte. Wollen doch mal sehen, ob wir nicht dahinter- kommen!" flüsterte Orje uns zu. Ein pimps baut das Siebengebirge. ; Von Hans Lorenz Lenzen. Kennt ihr Hanno, den Fahrtenführer? Gewiß 1 kennt ihr ihn, den kecken Pimpf, der vieles weiß, alles kann und niemals vor Schwierigkeiten kneift. : Sicher habt ihr ihn schon an der Landebrücke stehen sehen, mit der Karte am Riemen, dem Feldstecher in der Hand, dem Bleistift hinterm Ohr. Wenn ihr ihn noch nicht kennt, dann kommt zum Rhein. Irgendwo werdet ihr ihn schon finden, wie er auf neue Kameraden wartet, die er führen soll. Wohin? Natürlich ins Siebengebirge, denn das kennt er wie sonst niemand am Strom. Hanno behauptet, daß er mit den Augen wandert, jawohl mit den Augen. Die Beine, meint er, die täten alles von selbst. „Sein Gebiet" sei nur 7 Kilometer lang und 5 Kilometer breit; da könne ein zackiger Bursche einfach nicht müde werden, nicht einmal, wenn er die ganze Runde hintereinander machte. Zähle er das Vorland noch mit hinzu, dann brauchte es höchstens dreier Tagessahrten, obwohl es weit mehr als das dopvelte Land zu erwandern gelte. Wer sich aber vor dem einen wie vor dem andern bange mache, der solle lieber hinter eine sichere Schürze kriechen. Immer erregt Hanno Verwunderung, und zwar gleich zu Anfang, denn er macht die erste Fahrt auf einer steinigen Halde hinter der Sonntagsmühle am Dörnchen, da wo bereits die Dächer von Königswinter wie graue Tafeln zu Füßen liegen und die Zahnradbahn auf den Petersberg keucht. Die fremden Kameraden müssen sich' hier im Kreis um ihn setzen und brauchen bloß zuzuschauen. Er rollt drei alte eichene Baumstubben, die verschieden dick sind, aus dem Gebüsch und schiebt sie je drei Schritte weit auseinander an die Seite einer langen und schmalen Furche. Der mittlere Stubben hat ein R aufgemalt, der größere am Ende der Furche ein K und der größte am Anfang ein H. Hanno tippt auf die Buchstaben: „Nördlich Königswinter — mitten Rhöndorf — südlich Honnef, im Verhältnis natürlicher Größe!" „Haaah..." kommt es aus bem. Munde der Kameraden, derweil Hanno schon mit dem Fahrtenmesfer mit tüchtigem Schwung rechts einen Halbkreis von K nach H zieht: „Reicht mal Steine her — genug — ihr bemerkt wohl, daß mein Gebiet einen Halbkreis umfaßt?" Sie nicken, nur ein Pimpf (aus der Berliner Kante) ruft vorlaut: „Richtig — die Rinne, det ist da Rhein!" Hanno bestätigt: „Du merkst auch gleich alles, komm ran, dich kann ich beschäftigen — da — einen Stein legst du ein wenig landeinwärts über Königswinter raus!" Gleich schreit unser Berliner: „Det is woll der Drachenfels!" „Nee, Bester", deckelt Hanno, „det is da Petersberg; der Drachenfels ist in diesem Gelände — ein Irrtum. Wird erst später richtig gestellt. Und nun, leg ab — den Halbkreis lang — nicht über die Hälfte hinaus — die Berge: Nummer 2 = Nonnenftromberg, Nummer 3 = Oelberg, Nummer 4 -sLohrberg, Nummer 5 — Löwenburg — wiederholen" Im Chor hallt es: „Petersberg — Nonnenftromberg — Oelberg — Lohrberg — Löwenburg — haaah ..." und der Berliner meckert hinterher: „Herr Professor ..." Hanno scheint nichts gehört zu haben, merkt auch das allgemeine Grinsen nicht, aber gibt acht, wer zuletzt lacht... „Weiter im Text — genau Rhöndorf gegenüber — im rechten Winkel zum Rhein — liegt, wie ihr seht, die Löwenburg. Ich wiederhole: mithin stehen die fünf Berge auf dem halben Viertelkreis, genannt erstes Viertel. Das zwote Viertel hat keinen einzigen Berg, das fällt sanft ab nach Honnef." Unvermittelt fährt er den Berliner an: „Los, da im Busch liegen drei Schlangen, hol sie her!" Dem Spötter klappt der Mund: „Schlangen?" Hanno lächelt ihn listig an: „Natürlich, du Lammerschwanz- chen, aber Schlangen aus Hanf." Schon zieht er drei dicke, zerfaserte Taue heran und ringelt sie um Wir Wagen die Zmgenschaft3. Bom Reichssportwettkarnpf der HI. Keiner im ganzen Fähnlein zweifelte daran. Es gab nur einen Sieger bei den Mannschaftskampfen des Reichsfportwettkampfes, und das war die Jungenschaft 3! Denn in dieser Iungenschaft waren ja auch die drei großen Sportkanonen des Föhn- . leins, die den Ball fast über den ganzen Sportplatz warfen, für die die Sprunggrube kaum ang genug war und die allen anderen aus den Augen Men Ja, das war ganz klar: Diese drei wurden schon die nötigen Punkte für ihre ^ungensi^ft holen, auch wenn die übrigen gar nichts Besonderes ^Dvchunf-r Jungen,chast-sühr-r UNS die Ehrenurkunde des Führers. 19 er mit solcher Bestimmtheit, daß wir g°bar an dachten, ihn auszulachen W r sEen toug -werden? Wir, die mir doch alle nur „riirajiajniu» Sportkanonen zu besitzen, aterbanb< unb Jungenschaft können nicht weh Wenn wir verlassen sich vollkommen auf Me lbret. ffiwn wir °en7 ?L^n^^Jung-n,ch°st »«Jeiue •BÄ«« s «r über uns und grinste uns h> Y I । n Aber immer wieder spr°ng°u. und> den « fie nie war unsere Jungenschas s ' Allmählich schäft. Immer standen wir o a) Zuschauer kämpften wie em einzige 3 kämpfte, scharten sich dort, wo die v 9 achteten aufeinander. ‘sl der Weitsprmig^Ich batte „Ach", meinte der Förster lachend, „ihr werdet wohl kein Glück haben! Der See hier hat seit Jahren keine Fische mehr —" Die Gesichter von Bolle und Orje wurden immer länger — Dietrich G. L u p k e. Das Seit Fritz, Hein und Max wandern. Sie wollen acht Tage lang kreuz und quer durch die Heimat streifen. In Rucksäcken tragen sie mit sich, was so zu einem richtigen Ausflug gehört: Kochtopf, Futter, etwas Ersatzzeug und ein Zelt. Drei Tage lang sind sie nun schon unterwegs. Sie sind guter Dinge; das Wetter ist herrlich, und es wandert sich so schön durch die prachtvolle Heimat. Heute soll es nun nach dem 25 Kilometer entfernt liegenden nächsten Rastplatz gehen. Sie sammeln also nach der Rast alles zusammen und fangen an, es in den Rucksäcken zu verstauen. Da hält plötzlich ein Auto neben den eifrig Beschäftigten. Ein guter Bekannter, der neben dem Auto auch über den dazugehörigen Geldbeutel verfügt, steigt aus dem Wagen. Mit großem Hallo wird er begrüßt; und da fie gerade m der Nähe eines Gasthauses rasten, geht's dort hinein^ Es ist schon spät am Nachmittag, als unser Dreiblatt sich auf die Socken macht. „Wenn man nur nicht so müde wäre", stöhnte Hein. Fritz wußte einen Ausweg: „Jeder erzählt eine Geschichte, bann vergeht die Zeit schneller." Hein fängt also an zu erzählen. Er erzählt ein spannendes Erlebnis, das er einmal mit einem wildgewordenen Stier gehabt haben wollte. „Beinahe" wäre es dabei „ins Auge" gegangen. Nun erzählt Fritz. Eine Geschichte, zum Totlachen; sie merken dabei gar nicht, wie die Straße unter ihren Füßen weggleitet. Der Kopf wird immer klarer, die Müdigkeit unmerklich größer. Zwei Drittel des Weges' haben sie bereits hinter sich. Nun ist das Dreiblatt doch so müde, daß sie sich nur noch Vorwärtsschleppen. Zur Aufmunterung soll Max seine Geschichte erzählen. „Ach", sagt Max, „meine Geschichte ist so traurig, ich maä sie gar nicht erzählen." „So erzähle doch endlich , drängen seine Freunde. „Ihr werdet mir nicht glauben wollen", sagt Max, „meine Geschichte ist wirklich grausig und unfaßbar." Ernstlich böse wurden da die beiden andern: „Erzählst du jetzt?" — „Ja", beginnt Max, „es ist eine traurige Geschichte und dazu noch wahr: wir haben unser Zelt vergessen." Sch. B 1 lind in Es ist Heuer sc den 12. an ihm kraft unt fache Se; und oern keitsrege lassen w hätte, sa dings QI tage - oder — Schwab Schaber tet habk den glü mag mc nen, abe Sanft des 15. ; Dom 1 dann: In der sagt ma um", es meint m so schütt nacht, als manchem Teschmol, Werkzeug wird 193 „Juni man " Wn; heißt et Das 911 sagt ma> regnet, SInoei» Late--l'' sie brau Sonne, Im all frieden terung Negens- In d des 3“ gibt es i Wünsche in einige teter Jim ungefähr oder „ö< fort". Der 8. fen sich 1 soll in Di dardiwett es und „ Ms zur ( Sonnenn reimt dei den Stadtthea 24. Septei Maß" er' 'n an bt weiteres ■ «ju». geleip L bersch Aeaters VeUunqen ö'kanzei ,-?e«nfta[ Muno f »5.1 Mettun K «“ A°ihn°ch, M Fa Nolle, Ls- rtzr K Lx- streit n yte9UtBejt •» Ole C] (Nachdruck verboten!) 36 Fortsetzung. und -sinken, und seine Stirn verfinstert sich zusehends. „Da", sagt er leise und macht eine Kopfbewegung > den Mann, wenn es nötig werde, gleich ins Kran- von der Anläßlich der Internationalen Handwerksausstellung wird im großen Festsaal von Kroll in Berlin eine neue Art von Modeschau vorgeführt, die den Titel „Mode der Welt" führt. Mehrere Dutzend Vor- führdamen aus 13 verschiedenen Nationen zeigen 700 verschiedene Modelle ihrer Heimat, vom eleganten Abendkleid bis zum Badeanzug. Die drei Damen auf unserem Bild kommen aus Wien. Don links, ein schrparzes Spitzenkleid mit Umhang aus rosa Tüll, ein schwarzes Spitzenkleid mit blauem Tüllrock und ein weißem Spitzenkleid mit regenbogenfarbigem Einsatz.und Schal. — (Scherl-Bilderdienst-M.) tüchtigen Fahrerin." , Er streckt ihr gerade die Hand hin — da erheben sich hinten in der Küche etliche Frauenstimmen: des Mädchens Feldwebelton, Tante Marthas aufgeregter Diskant, das breite Thüringisch der Putzfrau. Unwillkürlich läßt der Doktor seine Hand wieder in Richtung auf die Küche. „Dackeifen sie schon wieder." Diedrich Speckmann f. Der Heideschriftsteller Diedrich Speckmann ist im Alter von 66 Jahren geworben. Er stammte aus einem Pfarrhause in der Lüneburger Heide, studierte an mehreren Hochschulen, wurde Haus- lehret und später Pfarrer. Don seinen Romanen sind „Heidjers Heimkehr", „Heidehof Lohe", „Geschwister Rosenbrock" und „Neu-Lohe" besonders bekannt geworden. Insgesamt erreichte Speckmann mit seinen Büchern die erstaunliche Auflage von 1 250 000. seinem Kleinigkeitskram abgebracht? Nein, er sieht nicht mehr so brummig aus, Doktor Hammerbacher! Sie lassen den Wagen vor der Tür stehen „Mode der Welt." „Ehrt eure deutschen Meister!" lieber Ursprung und Art des deutschen Handwerks. Don Annemarie von puttkamer. flüchtigen Blick zu: Sieht er noch immer so brummig und giftig aus wie heute früh? Wird er jetzt ins Haus treten und wieder mit donnernder Stimme wegen des verschwundenen Magenschlauchs herumschimpfen? Oder hat ihn das Unglück des Arbeiters, deü er eben behandelt hat, doch ein bißchen gehen gemeinsam ins Haus. „Also nochmals tausend Dank", sagt der Doktor herzlich, während er seinen Mantel aufhängt, „wenn der Mann gerettet wird, verdankt er's zum Teil Ihrem fixen kleinen Wagen und natürlich — der Fäden hin und her. Vornan von Hedda Westenberger. Copyright by Carl. Duncker Verlag, Berlin W 35. es Marga darauf abgesehen, daß sich etwas anspinnt? Kleinigkeiten fallen ihr ein, die sie bisher' nicht beachtet hat: Blicke, ausgetauscht zwischen Vater und Marga, die ihn jetzt besonders zärtlich und verständnisinnig Vorkommen; Bemerkungen, Unterhaltungen zwischen den beiden, die besonders intensiv und persönlich klangen. Und dann neulich dieses lange Tete-a-tete in Vaters Studio! Hm! Sie stellt sich das ernsthafter vor: Marga Mont- will als Frau Hammerbacher. Marga Montwill als ihre Stiefmutter. Marga Montwill und neben ihr, ausrangiert, überflüssig, Tante Martha ... Und: Ihr Vater als „junger" verliebter Ehegatte. Irgend etwas in ihr empört sich heftig. Der Zorn treibt ihr beinahe die Tränen in die Augen. Sie wendet sich hastig, klappt laut das Fenster zu, sagt kurz den wartenden Patienten Bescheid, und ohne sich weiter um Marga und eine Fahrgelegenheit für den Vater zu kümmern, läuft sie hinauf in ihr Zimmer. Sie muß auf fünf Minuten allein fein. Nachdenken, was man jetzt tun soll, wenn ... Inzwischen ist der Doktor wieder heruntergekommen und sucht in seinem Zimmer die nötigen Instrumente zusammen, die er zu seinem Besuch in Untereigelstein mitnehmen muß. Er hat gergde seine Sachen alle zusammen und in eine Tasche verstaut, da fährt draußen Marga mit dem Wagen vor. Er starrt verblüfft durchs Fenster hinaus. Gilt das etwa ihm? Will Marga Montwill ihn fahren? . c Seine brummige Miene hellt sich etwas auf; um seinen Mund geht ein kleines Zucken. Dann geht er eilig hinaus. _ _ ■ „Wollen Sie mich fahren? Ist das Ihr Ernst? Marga nickt vergnüglich: Natürlich, also los, einsteigen. So fahren sie los. Im Eßzimmer hinter der Gardine steht Tante Martha und schaut ihnen nach. Im ersten Stock, in des Valets Schlafzimmer, steht Monika und schaut ihnen ebenfalls nach ... Unterwegs erzählt der Doktor kurz, um was es sich handele: Es sei da ein Arbeiter, den er vor kurzem operiert habe, wobei man ihm eine Rippe habe herausnehmen müssen, vom Gerüst gestürzt. Sehr ärgerliche Geschichte. Der Mann habe zu früh wjeder zu arbeiten angefangen. Trotz Verbots. Nun sei das Unglück da. Und übrigens, da Marga nun i schon einmal die Freundlichkeit gehabt habe, ihn dorthin zu fahren — sei sie vielleicht auch bereit, Sie stehen am Fenster, durch das Lenzsch ■ am Sonntag hindurchgesprungen ist. Marga draußen im Garten, Monika drinnen in der Diele. Bei Monikas Worten senkt Marga betroffen den Kops. Warum sagt Monika das so bedeutsam, daß auch ihr Papa sich über solche Kleinigkeiten des täglichen Lebens nicht Hinwegsetzen kann: Bezweckt sie damit irgend etwas? Spürt sie, daß Marga für den Doktor Gefühle hegt, die über das normale Maß von Achtung und Sympathie hinausgehen. Aber nein, das kann sie nicht spüren... Während sie noch darüber nachdenkt und Monika aus dem Fenster heraus Tapsy neckt, der die Vorderpratzen auf die äußere Fensterbank, gelegt hat und sich bemüht, Monika den Staubpinsel zu entreißen, geht plötzlich die Sprechzimmertür auf, und det Doktor stürzt heraus: „Rasch einen Wagen, Monika! Ich muß nach Untereigelstein. Und die Leute im Wartezimmer sollen nachmittags wiederkommen. Sag's ihnen! Ich zieh' mich inzwischen schon an!" Monika macht ein äußerst skeptisches Gesicht. „O ja", sagt sie leise, „und wenn jetzt nicht in fünf Minuten ein Wagen aufzutreiben ist, bann kriegt er, so, wie er heute gebaut ist, einen Tobsuchtsanfall. Verlassen Sie sich drauf!" Aber Marga ist schon mit einem Satz auf die Fensterbank und ins Zimmer hineingesprungen. „Soffen Sie", sagt sie hastig, „rufen Sie keinen Wa- g?n her. Ich hole schnell mein Auto und fahre den Doktor hinaus." Noch ehe Monika irgend etwas dagegenzusagen weiß, hat sie schon ihren Mantel übergehängt und läuft, von Tapsy gefolgt, zum Hause hinaus. Krach, bums, fällt die Tür hinter ihr ins Schloß. Monika starrt eine ganze Weile mit verschränkten Armen und zusammengepreßten Lippen hinter ihr drein: Nach Untereigelstein ist eine gute halbe Stunde Fahrt Dann wird sie dort unter Umständen stundenlang vor dem Hause auf den Doktor warten müssen. Ist das vielleicht ein Vergnügen für jemanden, der Urlaub hat? Warum tut sie das? Aus Dankbarkeit für den Gastgeber? Oder — doch aus besonderen Gefühlen für den Vater? Hat vielleicht Kahl dach recht gehabt? Spinnt sich da etwas an, zwilchen dem Vater, und. Marga Montwill? Hat Im gleichen Augenblick öffnet sich die Küchentür, VV11 ....... v_ _____, nein, sie fliegt auf, und dos Mädchen kommt heu- kenhaus zu transportierenl Mit den Krankenwagen I lend herausgerannt. Hinter ihr drein, mit hochroten Meister bei den gemeinsamen Angelegenheiten mit Recht sein Wort mitreden konnte. So lange handwerkliche und charakterliche Tüchtigkeit jedem ein-' Seinen Handwerksgesellen gleichermaßen eine gesicherte und selbständige Zukunft eröffnete, blühte die Zunft. Sie versiel, als sie zu einem Instrument der Meister wurde, um sich selber und ihren Familien wirtschaftliche und soziale Vorrechte zu sichern. Durch diese Kurzsichtigkeit drängten die Meister die frische und gesunde Jugend ihres Standes von sichi ab, erweckten in den Gesellen ein eigenes Standes- bewußtsein, das dem der Meister entgegengesetzt war und zu Zusammenschlüssen der Gesellen führte, die sich in vielen Machtkämpfen als die stärkeren erwiesen. Die Verbundenheit, die früher alle Glieder des Handwerkerstandes umfaßt und in der Hausgemeinschaft des Meisters mit Gesellen und Lehrlingen ihren patriarchalischen Ausdruck gefunden hatte, war damit zu Ende. Die Gewerbefreiheit, die schon im 18. Jahrhundert verkündet wurde und sich lm 19. überall durchsetzte, tat ein übriges, um die alten Bande völlig aufzulösen. Leider traf sie, damit auch zum guten Teil das Handwerk selbst in seinem Lebensnerv, das sich ohnehin gegen den immer stärker aufkommenden Fabrikbetrieb mühsam genug behauptete. Das Handwerk verfiel hier einem tragischen Schicksal. Erfindungsgeist, Geschicklichkeit und Fleiß des Handwerks hatten immer stärkere gewerbliche Leistungen hervorgerufen, die Welt mit epochemachenden Erfindungen beschenkt, wie zum Beispiel die berühmten „Nürnberger Eier", die ersten Taschenuhren, die Erfindung des Nürnberger Schlossermeisters Peter Henlein prar und wie die Buchdruckerkunst sich aus dem Handwerk des Kupferstechers und des Holzschneiders heraus entwickelt hatte. Nun aber drohte die immer stärkere Mechanisierung des Gewerbebetriebes das Handwerk selbst zu vernichten. Zu Anfang unseres Jahrhunderts konnte man fürchten, daß das selbständige Handwerk mit geringen Ausnahmen zum Aussterben verurteilt sei. dem Handwerker als einem der ältesten und gesündesten Stände der Nation seine alte Würde und E h r e. wiedergegeben. Wie es um trie wirtschaftliche Hebung des Handwerkerstandes bemüht ist, so hat es auch begonnen, die ehrwürdigen alten Bräuche mit neuem Leben zu erfüllen, nicht aus romantischen Historizismus, sondern weil es in dem Geist des' alten Brauchtums den eigenen Geist erkennt und die Anknüpfung an die Ueberlieferung der Vorfahren damit zu einer inneren Selbstverständlichkeit und Notwendigkeit wird. So darf der Handwerker, der in früheren Jahrhunderten sich feine Macht und sein Ansehen zum Teil in schweren Auseinandersetzungen gegenüber anderen Ständen erkämpfen mußte, sich heute als wertvolles Glied im Rahmen des Ganzen geachtet und geehrt fühlen, getreu der Mahnung: „Ehrt eure deutschen Meister!" Kunst und Wissenschaft. Frühlingsfest der rhein-mainischen presse. Das alljährlich wiederkehrende Frühlingsfest der rhein-mainischen Presse, das gemeinsam von den Verlegern und den Schriftleitern des Rhein-Maingebiets am 11. Juni 1938 veranstaltet wird, findet dieses Jahr wieder im Kurhaus Bad Homburg statt. Die Stätte des Festes wird reich mit Frühttnasblumen ausgeschmückt sein, die künstlerischen, Darbietungen im intimen Theater des Homburger Kurhauses bringen beste Kunst, die Tombola wird reich beschickt sein, ausgewLhlte Tanzkapellen werden spielen, für allerlei Kurzweil wird Sorge getragen sein. Auch an bequemer und billiger Gelegenheit zur Hin- und Rückfahrt wird es nicht fehlen. Flecken auf beiden Backen, Tante Martha: Das passe ihr jetzt nicht mehr, und sie habe genug. Sie sei immer noch die Herrin ^im Hause, und diese neumodische Manier mache sie nicht mit. Ueberhaupt und jawohl, jetzt sei ihr die Geduld endgültig gerissen. Jetzt gleich, sofort könne die Person das Haus verlassen, sofort, binnen einer Sekunde, jawohl. „Sie auch, Frau Haase, Sie auch. Da gibt man Jhnesi mehr als Sie sonst in Eigelstein bekommen,' und Sie tragen trotzdem, Gott weiß, was für Geschichten über die Hammerbachers in Eigelstein herum. Dabei ist alles nicht einmal wahr." Das rast und zittert und bebt und schluchzt und überschreit sich, und die Putzfrau, Frau Haase, schmeftert ihre Holzpantinen auf den sauber gebohnerten Dielenboden, und das Mädchen, auf halber Treppenhöhe, klatscht bei jedem Wort Mit den Händen auf das Geländer. Obendrein macht sich der Märzwind noch das Vergnügen, ein Fenster in luftiger Regelmäßigkeit laut schmetternd auf und zu zu schlagen. Die beiden, der Doktor und Marga, stehen stumm und völlig verwirrt. Aber als Tante Martha nun heransegelt und Margas Hände ergreift, um ihr „ganz kurz mal diese unerhörte Geschichte zu erzählen", und als Taute Martha dann, um sich auch den Doktor zu sichern, auch nach dessen Händen beziehungsweise nach dem Knopf an seinem Rock greift — da brüllt der Doktor plötzlich dermaßen los, daß alle vier Frauen zusammenfahren und, wie vom Donner gerührt, stumm und salzsanlengleich in der Haltung bleiben, die sie gerade einnehmen. Es ist nicht gerade sehr überlegen und sehr diplomatisch, was der Doktor in der Diele zusammenbrüllt. Das kann man nicht behaupten. Aber wahrscheinlich ist er von Margas Gegenwart etwas gehemmt. Er befiehlt nur dem Mädchen, sofort wieder an die Arbeit zu gehen und keinen Mucks von sich zu geben. Dann befiehlt er Frau Haase, ihre Pantinen wieder aufzunehmen und morgen wiederzukommen, wenn sie sich beruhigt habe. Tante Martha aber soll auf ihr Zimmer gehen und den Haushalt heute Haushalt fein lassen. „Und kein Wort mehr! Himmeldonnerwetter noch mal! Totenstille! Verstanden?" Es war komisch, und Marga würde bestimmt innerlich äußerst belustigt lachen, wäre es nicht fo tragisch, zu sehen und $u fühlen, wie der Hoktor Isich von dieser häuslichen Revolte aufregen und angreifen läßt. Er zittert nämlich vor Wut. Er ist wirklich vor Empörung krebsrot. Er hat vor Zorn wirklich ungezählte Tröpfchen Schweiß auf der Stirn stehen. (Fortsetzung folgt.) das war ja zu allen Zeiten das Besondere des Handwerks: das Technische wurde in sorgfältiger Lehre weitergegeben, von Vater an Sohn, von Meister an Gesellen ynd Lehrling; Erfahrung und Ueberlieferung von Generationen steigerten das Können. Aber das Wesentliche war doch immer wieder einmalig, war der Geschicklichkeit und dem Geschmack des Meisters anvertraut, jedes Handwerksstück ein Stück persönlicher und nationaler Kultur. Und auf einzelnen Gebieten wie zum Beispiel der Gold- und Silberschmiedekunst, oder der Holzschnitzerei, erhob sich das Handwerk zu edelster Kunst. Wir brauchen nur an die Leistungen eines Albrecht Dürer, eines Peter Vischer und der anderen großen Nürnberger Meister zu denken, aber auch an erlesenen alten Schmuck oder die kostbaren Musikinstrumente, von denen auch die Berliner Schau eine Auswahl zeigen wird. In bestimmten Versammlungen auf der Handwerkerstube, umrahmt von feierlichen Bräuchen, vollzogen sich die wichtigsten Ereignisse im Leben des Handwerkers: die Aufnahme als Lehrjunge, die Freisprechung nach beendeter Lehrzeit und Entlassung zur W a n d e r z e i t, die Aufnahme als Meister. Wenn das Heiligtum der Zunft, die Lade mit den alten Urkunden und Gerechtsamen, von dem Obmann geöffnet worden war, begannen die Verhandlungen, die stets mit formelhaften Wendungen wie: „Gott grüße ein ehrbares Handwerk, mit Gunst..." eingeleitet wurden. Für die Aufnahme als Lehrjunge wurde eheliche Geburt, freies, unbescholtenes Herkommen und ,Deutsche Zunge" gefordert, wodurch besonders im deutschen Osten Fremdstämmige, also z. B. die Slawen, vom Handwerk ausgeschlossen werden sollten. Durch Umfrage und schriftliche Urkunden wurde die Handwerksfähigkeit eines Jungen nachgewiesen, doch verlangte der Brauch, daß er nach Abgabe seiner mündlichen Erklärungen aus der Versammlung „entweichen" müßte, an manchen Orten sogar dreimal nacheinander, während sein Geburtsbrief und die anderen Dokumente geprüft wurden. Alle Versammelten wurden aufgefordert, wenn jemand etwas gegen ihn oder seinen künftigen Sehrherrn vorzubringen hätte, es sogleich zu tun, nachher aber „reinen Mund zu haltest". Aehnlich ging es bei dem Freisprechen der jungen Gesellen zu, wobei den abschiednehmenden Gesellen noch einmal besonders die Wanderbräuche ein- geschärft wurden. Diese Wanderbräuche, die für jedes Handwerk andere waren, wurden stets nur mündlich überliefert, bildeten sie doch für den wandernden Gesellen und seine Zunftgenossen in der Fremde ein wichtiges Erkennungszeichen und durften darum nicht verraten werden. Der erste Gang des Gesellen in einer fremden Stadt richtete sich nach seiner Zunftherberge, wo er sich gegenüber dem Herbergsvater und unter Umständen auch dem Zuschickgesellen durch bestimmte Formeln und Bräuche als zur rechten Zunft gehörig ausweisen mußte, worauf er den Willkommentrunk erhielt und auf Verlangen an einen Meister um Arbeit gewiesen wurde. Der altgermanische Brauch des Willkommentrunkes, auch „das Geschenk" oder „bie Schenke" geheißen, stand dem Gesellen rechtmäßig zu, m späteren Zeiten auch noch- eine Gelüunterstützung zum Weiterwandern. Die meisten Handwerke verlangten eine mehrjährige Wanderzeit, bis zu sechs Jahren, bevor einer Meister werden konnte. Nur einzelne kleinere Handwerke, für die irgendeine Stadt ein Monopol hatte/ verboten ihren Angehörigen das Wandern, damit nichts von ihren Geheimnissen verraten würde. Auch den Meisterföhnen konnte die Wander- zeib zum Teil oder ganz erlassen werden, was einen großen wirtschaftlichen Vorteil bedeutete, auf die Dauer aber, nicht zum Besten des Handwerks, der Zunft und am wenigsten der jungen Männer selbst war. Denn so ein deutscher Handwerksgeselle, der in langen Wanderjahren ein gutes Stück des Vaterlandes, aber oft auch des Auslandes gesehen hatte, war ein ganzer Kerl geworden, der später als Und dennoch lebt es heute. Im wirtschaftlichen Dasein des Volkes hat es sich neben allem Fabrikbetrieb doch als unentbehrlicher Faktor erwiesen und behauptet. Aber mehrmals das: das neue Deutschland, das nicht die Maschine, sondern den Menschen in den Mittelpunkt rückt, für das die Wirtschaft nur ihren Sinn hat im Dienste des lebenbigen Dolksganzen, dieses neue Reich hat auch I sei es hier nämlich ein Kreuz. Es dauere immer stundenlang, ehe einer zur Stelle fei. Marga nickt kurz. Ja natürlich, der Doktor könne ganz über sie verfügen. — Ganz über sie verfügen! wiederholt der Doktor in feinen Gedanken. Dann schweigen sie. Es erweist sich, daß der Patient wirklich ins Krankenhaus gebracht werden muß. Marga, den Doktor neben sich, fährt ihn vorsichtig hin. Es scheint für den Mann von besonderem Glück zu fein, daß alles, die erste Notbehandlung, der Transport ins Krankenhaus und seine Uebergabe an den Chirurgen so ungewöhnlich schnell vonstatten gehen kann. „Vielleicht haben Sie ihn gerettet", sagt der Doktor, als sie zwei Stunden später auf dem Heimweg sind. Und er legt für Sekunden seine Hand leise auf die von Marga. Aber Marga ist gar nicht zum Sprechen aufgelegt. Sie sitzt still, mit verschlossenem Gesicht am Steuer, hat die Augen starr tuf die Straße gerichtet und scheint fast vergessen zu haben, daß der Doktor neben ihr sitzt. Sie fährt in rasendem Tempo. Aber der Doktor hindert sie nicht. So sind sie verhältnismäßig früh wieder zu Hause. Beim Aussteigen wirft Marga dem Doktor einen Am 28. Mai wurde die 1. I n t e r n a t i o - ; nale Handwerks-Aus st ellung eröffnet. Sie gibt eine umfassende lieber* sicht über das Schaffen dieses wichtigsten Teils der Volkswirtschaft in allen Ländern. Die kulturhistorische Schau stellt das Werden des Handwerks von den frühesten Zeiten an eindrucksvoll dar. Besonders von der Herrlichkeit unseres aüen deutschen Handwerks leuchtet uns in seinen edelsten Meisterarbeiten ein Abglanz entgegen. In vorgeschichtliche Zeit zurück reicht der Ursprung des Handwerkes. Wurden auch in der geschlossenen Hauswirtschaft der ältesten Zeiten alle Bedürfnisse des täglichen Lebens selbst erzeugt, nicht anders wie auch heute noch der Einödbauer (lin eigener Zimmermeister, Schreiner und Schläfer ist, die Bäuerin das Brot bäckt, die Leinwand pinnt und webt und die Kerzen zieht, so müssen ich doch sehr früh schon einzelne Handwerke aus liefern Kreise gelost und eine eigene Stellung eingenommen haben. Wieland der Schmied gehört zu den ältesten deutschen Sagengestalten, Siegfried ging zu einem Schmiedemeister in die Lehre. Begreiflich, daß ein freies kriegerisches Volk wie das germanische den Schmied, den Verfertiger der Waffen, zuerst besonders hoch ehrte, aber gar bald bildete sich auch eine weitere Arbeitsteilung aus, indem gewisse' Arbeiten den Händen vorbehalten blieben, die sich dafür am geschicktesten erwiesen Besonders mit dem Aufkommen größerer Herrschaftshöfe im frühen Mittelalter, sei es weltlicher oder geistlicher Fürsten, hing die Bildung eines eigenen Handwerkerstandes unvermeidlich zusammen. Die Männer. die hier für die Bedürfnisse eines großen Herrn und seines Gesindes arbeiteten, meistens aber nebenher auch Aufträge von Fremden entgegennehmen durften, waren inr allgemeinen unfrei, und so kam es, daß der freie Mann, der Krieger, Jäger und Bauer, sich anfangs von der handwerklichen Arbeit als eines freien Mannes unwürdig zurückhielt. Erst Gründung und Wachstum der Städte schuf den freien Handwerkerstand und brachte ihn tu Macht und Blüte, wie andererseits- das Gedeihen der Stadt auf den Handwerker angewiesen war. „Stadtluft macht frei", sagt die alte Rede. Wenn ein höriger Handwerker in die Stadt wanderte und ein Jahr lang nicht von seinem Herrn zurückgefordert wurde, galt er als frei. Manche Städte kürzten sogar die Wartezeit ab, doch nur solange der Bedarf an geschickten Handwerkern groß war. Später mußte eher darauf gesehen werden, daß die Konkurrenz nicht überhand nahm, und dieser Schutz der eigenen Interessen führte zur großartigen Handwerkerorgam- . fation des Mittelalters: zur Bildung der Z ü n f t e. Die Entwicklung der Zünfte hat sich bei den einzelnen Gewerben und in den verschiedenen Städten in sehr ungleichem Tempo vollzogen, vielfach gab es Übergangserscheinungen wie die von geistlichen Bruderschaften, im allgemeinen aber setzten sich die Zünfte mit ihrer Verpflichtung zur Zugehörigkeit im 12. und 13. Jahrhundert überall durch und erkämpften sich immer größere Privilegien. Die Zunft regelte das gesamte soziale und wirtschaftliche Leben des Handwerkers, es grenzte Rechte und Pflichten von Meister, Gesellen und Lehrlingen gegeneinander ab, setzte Lehrzeit, Wanderzeit und Bedingungen des Meisterstückes fest, wies dem Meister die arbeitsuchenden Gesellen und Lehrlinge zu, wachte über der Ehre des Handwerkers und des einzelnen, wozu ihm in vielen Städten eigene Gerichtsbarkeit zustand. In manchen Handwerken wurde auch der Rohstoff von der Zunft eingekauft und den Einzelnen zugeteilt, wobei streng darauf geachtet wurde, daß sich niemand einen Vorteil verschaffte, ebenso wie es auch verboten war, daß einer im Handwerksgerät eine Verbesserung einführte, ohne sie der Zunft als solcher zugänglich zu machen. Auch die Wehrhaftigkeit, ein wichtiger Teil von Verpflichtung und Ehre des'mittelalterlichen Handwerkers, wurde durch die Zunft geregelt. Innerhalb dieses festgefügten Rahmens erwuchs die Leistung des einzelnen zu höchster Blüte. Denn Xlrj26 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Mittwoch, l.Zuni 1958 Aus der Stadt Gießen. Bauernregeln im Juni. „Junigewitter erfreuen des Bauern Herz", sagt man in Westpreußen, denn Gewitter bringen Regen; und. „Quniregen bringt reichen Segen", heißt es ebenfalls dortzulande in der Grenzmark. Das gilt besonders für die Ackerwirtschaft; und so sagt man noch ergänzend: „Wenn es im Juni nicht regnet, bekommt das Getreide den weißen Raft". Anoers schauen (im Westen und Süden unseres Date.^ndes) Winzer und Imker die Sache an; sie brauchen für die. Reben und für die Bienen Sonne, und sagen: „Die kalten Juniregen bringen Wein und Honig keinen Segen!" Und in Westfalen sagt man: „3s de Juni mehr brügge as natt, dann fület de Win dat Fatt." Im allgemeinen wird dann jeder Landmann zufrieden sein, wenn warme, sonnige und heitere Witterung durch häufige, aber nicht zu dauerhafte Regenfälle unterbrochen wird. In diesem Jahre fällt Pfingsten in den Anfang des Juni. Was das Pfingstwetter anbetrifft, da gibt es mancherlei grundverschiedenen Ansichten und Wünsche. „Pfingstregen heilt alles aus", sagt man in einigen Gauen Deutschlands; aber viel verbreiteter sind die gegenteiligen Meinungen, die meist ungefähr fo lauten: „Pfingstregen tut selten gut" oder „Feuchte Pfingsten regnen das halbe Korn fort". Der 8. Juni ist Medardus gewecht. An chn knüpfen sich verschiedene Wetterorakel; seine Witterung soll in verschiedener Hinsicht nachhaltig sein: „Me- barbiroetter bleibt sechs Wochen unverändert", heißt es unb „Ist es an Mebarbi kühl, so bleibt es kühl Vis zur Erntezeit". Und da Mangel oder Fülle von Sonnenwärme die Güte des Weines bestimmt, so reimt der Rebbauer. übereinstimmend damit: „Sankt Medardus gibt den Wein so, wie ist sein Wetterlein." Dom 11. Juni, dem Barnabastage, heißt es sodann: „Regnet's an Sankt Barnabas, schwimmen die Trauben bis ins Faß!" Es ist also eine ziemlich wässerige Geschichte! Heuer fällt Trinitatis oder Dreifaltigkeitstag auf den 12. Juni. Er gilt als „Kräutersonntag"; die an ihm gepflückten Kräuter haben dreifache Heilkraft und Würze. Auch Dreifaltigkeitsregen hat dreifache Segenswirkung; drum fängt man ihn auch auf und verwendet ihn gegen Brandwunden. Dreifaltigkeitsregen würde den Flachs sogar dann gedeihen lassen wenn man ihn auf nackten Steingrund gesät hätte, sagt alter Dolksaberglaube. Wenn es allerdings an Trinitatis regnet, soll es dreizehn Sonntage — immer klingt die „Drei"" an — fortregnen, oder — wie man anderorts meint — 30 Tage. In Schwaben gilt der Glaube, daß Trinitatisregen den Schaden gut mache, den der Pfingstregen angerichtet habe. An dem Dreifaltigkeitstage Geborene werben glücklich, sie können auch Geister sehen. Letzteres mag manchem als sehr zweifelhaftes Glück erscheinen, aber die Geschmacksrichtungen sind verschieden. Sankt Vitus, der heilige Veit, ist Kalendermann des 15. Juni. Da gilt: „Wie sich Sankt Vitus hält. so ist das Wetter im Herbst bestellt." In der ohnehin regenreichen Landschaft Salzburg sagt man: „Sankt Veit schüttet gern sein Haferl um", es gibt also nasses Wetter. Und in Schwaben meint man: „Wenn St. Veit s'Häfele umschütt't, so schütt't er's auf 4 Wochen um." In der Veits- nacht, also der Nacht vom 14. zum 15. Juni, gießen mancherorts die Mädchen Blei; aus der Form des Geschmolzenen wollen sie erkennen, welches Handwerkzeug ihr „Zukünftiger" führt. Fronleichnam wird 1938 am 16. Juni gefeiert. In katholischen ReichsalNobahil-AllsWß Steinbach-Oppenrod in Beiried. Erhebliche Verkehrserleichterung. — Entlastung für Gießen. Am heutigen Mittwochvormittag um 9 Uhr wurde die Reichsautobahn st recke Steinbach — Oppenrod, im Anschluß an die bisherige Strecke bis Gießen, dem öffentlichen Verkehr übergeben. Damit ist der Anschluß an die Reichsstraße 49 in Richtung Grünberg — Alsfeld herge stellt, auf der sich der Fährverkehr von der Reichsautobahn her in nördlicher Richtung über Grünberg bzw. umgekehrt solange fortsetzen wird, bis der Bau der weiteren Abschnitte der Reichsautobahn über Lumda in Richtung Homberg —Alsfeld vollendet ist. Bei der am heutigen Vormittag dem Verkehr übergebenen neuen Reichsautobahnstrecke handelt es sich um ein Stück von rund vier Kilometer Länge. Die unmittelbare Auswirkung der Inbetriebnahme dieses Teilstückes wird darin bestehen, daß die aus Richtung Alsfeld—Grünberg kommenden Kraftfahrzeuge an der Baustelle bei Reiskirchen vorbei in der Nähe von Oppenrod auf die Reichsautobahn herauffahren bzw.-sie in der umgekehrten Fahrtrichtung dort verlassen können. Damit wird den Kraftfahrzeugen in beiden Fahrtrichtungen auf der Reichsautobahn der jetzige Umweg über Gießen erspart. Zugleich bedeutet dies auch, daß der Durchgangs-Kraftverkehr in diesen beiden Richtungen künftighin nicht mehr die Straßenzüge unserer Stadt belasten wird, die also gegenüber der jetzigen Lage eine Entlastung erfahren werden. Im allgemeinen werden meist größere Autobahnstrecken bei einer Eröffnung dem Verkehr übergeben. Diesmal wurde von dem Generalinspekteur für das deutsche Straßenwesen, Dr. Todt, angeordnet, vor Beginn der Hauptreisezeit die Teilstrecke von RABkm. (Reichsautobahn-Kilometer) 59,5 bis RABkm. 63,5, die vom Zubringer Steinbach bis Grünberg bzw. Alsfeld einen Weggewinn von etwa 20 Kilometer bedeutet, sofort nach der Fertigstellung dem Verkehr zu übergeben. Trotz des hügeligen Geländes weift die Linienführung dieser Teilstrecke nur eine stärkste Steigung von 1:20 (5 v. H.) auf. Das flachste Gefälle beträgt 1:1000, der kleinste angewendete Kurve nhalbmesser 1000 Meter, die kleinsten Ausrundungen bei den Kuppen 8000 Meter, bei tz7n Mulden 5000 Meter. An Bauwerken wurden vier Brück en errichtet und fünf Durchlässe ausgeführt. Eine Ueder- führung und drei Unterführungen leiten den Verkehr kreuzungsfrei über oder unter der Autobahn hindurch. Während am Anfang des Baues der Reichsautobahn zur Unterbringung der großen Zahl von Erwerbslosen möglichst alle Arbeiten mit der Hand gemacht werden mußten, ergab sich im Laufe der Zeit die Notwendigkeit, die Arbeiten auf Maschinenbetrieb umzustellen, nachdem sich große Schwierigkeiten in der Arbeitergestellung durch den Mangel an Arbeitskräften ergeben haben. Von weither müssen jetzt Arbeitslose herbeigeholt werden. So sind z. B. am vorigen Sonntag 72 österreichische Arbeiter in den Reichsautobahnlagern Großen- Buseck und Winnerod eingetroffen. Die Teilstrecke führt durch ein landschaftlich außerordentlich reizvolles Stück unserer engeren Heimat. Bei unserer Fahrt über die Strecke am heutigen Mittwochvormittag konnten wir eine Vorstellung davon erhalten, welche Freude den Autofahrer beim Passieren dieser Strecke durch schöne Waldstücke und an reichgesegneten Aeckern vorbei, mit dem Blick auf freundliche Dörfer, erfüllen wird. Von der Höhe vor Burkhardsfelden kann man einen wunderbaren Ausblick auf den herrlichen Talgrund in der Gegend von Reiskirchen und Lindenstruth mit den gegenüberliegenden Höl)en von Bersrod in Richtung Rein- hardshain erhalten. Die Abfahrt bei Oppenrod ist allem Anschein nach als ein Provisorium gedacht. Sie liegt, in nördlicher Fahrtrichtung gesehen, an der linken. Seite, so daß der Kraftfahrer unmittelbar, vor Oppenrod auf eine kurze Strecke mit Gegenverkehr zu rechnen hat. Die enge Dorfstraße in Oppenrod wird außerdem zu besonderer Vorsicht mahnen. Kommt man aus nördlicher Richtung, also von Grünberg her, so dürfte es sich empfehlen, die große Straße 49 bis Halbwegs herauf zur Ganseburg zu benutzen und dann links abzuzweigen nach Oppenrod zur Reichsautobahn. Die Fahrt von Reichskirchen über Burkhardsfelden mit feinen zum Teil verhältnismäßig engen Straßen und dann mit der außerordentlich spitzen Kurve von Burkhardsfelden her in Oppenrod zur Auffahrt der Reichsautobahn dürfte aus Sicherheitsgründen weniger empfehlenswert fein. Immerhin ist es mit Anerkennung zu begrüßen, daß die Bauleitung der Reichsautobahn zur Erleichterung des Durchgangsverkehrs für Kraftfahrzeuge diese Teilstrecke bereits eröffnet hat. Gegenden sagt man: „Fronleichnamstag — Gott Stadt und Fluren segnen mag!" Damit ist Sonnensegen gemeint, denn „Fronleichnamstag schön und klar läßt folgen ein gutes Erntejahr." Hingegen: „Fällt auf die Fronleichnamsprozession Regen, so regnet es 40 Tage allerwegen." Für den Johannistag, 24. Juni, und feine Folgezeit hat man in alemannischen Gauen diesen Vers als Ernteorakel: „Wenn ab Johanni der Gugger (Kuckuck) schreit, so kommt ein Fehljahr und teure Zeit." Und im besonderen heißt es vom Johanniswetter: „Wenn's an Johannistag regnet ins Laub, dann werden die Bucheckern taub." Peter und Paul haben gemeinsam den 29. Juni zugesprochen bekommen. Es ist inzwischen Sommer geworden; das Wachstum des Kornes hört auf, die Reifezeit fetzt ein. Der Landmann hat dafür das Wort: ..Peter und Paul brechen den Halm ab." Es geht langsam, aber stetig der Erntezeit entgegen. — , W. L. Dornotizen. Tageskalender für Mittwoch. Gloria-Palast (Seltersweg): „Jugend". — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „Ab Mitternacht". BDM.-Untergau 116. Alle Mädel, die sich zur Arbeitsgemeinschaft für Werkarbeit gemeldet haben, treten am Donnerstag, 2. Juni, um 20,15 Uhr an der" Dienststelle an. §reiwilligel93SausderLani>wirtschast ZdR. Landwirtschaftliche Arbeitskräfte, die im Herbst 1939 als Freiwillige in das Heer oder im Frühjahr und Sommer 1939 in die Kriegsmarine oder im Frühjahr 1939 in die Luftwaffe (Fliegerund Luftnachrichtentruppe) eintreten wollen, müssen sich bis zum 5. Juli 1 938 bei dem von ihnen gewählten Truppenteil melden. Unter den Begriff „Landwirtschaftliche Arbeits-, kräfte" fallen Bauern, Landwirte sowie ihre in der Landwirtschaft tätigen Angehörigen, Inspektoren, Verwalter, landwirtschaftliche Arbeiter aller Art, zum Beispiel Knechte, Tagelöhner, Melker usw., Wander- (Saison-) Arbeiter, ferner Winzer und Weinbergarbeiter sowie Gärtner für feldmähigen Anbau. Die für die einzelnen Wohnsitze der Bewerber zuständigen Truppenteile können bei den Wehrmeldeämtern bzw. Wehrbezirkskommandos erfragt werden. Auf Anfordern geben diese auch Merkblätter für den Eintritt als Freiwilliger in die Wehrmachtteile aus. Bei Annahme als Freiwilliger wird d.ie Einziehung zum Reichsarbeitsdienst im Winter 1938/39 behördlicherseits veranlaßt, besondere Schritte des Bewerbers sind hierzu nicht erforderlich. Wer die Frist zur Annahme als Freiwilliger versäumt, kann im Winter 1938/39 nicht in den Reichsarbeitsdienst und im Jahre 1939 nicht als Freiwilliger in die Wehrmacht eingestellt werden. Gesellschaftsreisen in das Ausland im Nahmen der Freigrenze. DNB. Die monatliche Freigrenze von 10 NM. wird vielfach zur Durchführung von Gesellschaftsreisen in das Ausland in Anspruch genommen, die nach Umfang und Reiseziel über den Rahmen einer mit 10 RM. zu bestreitenden Reise weit hinausgehen. Die bei derartigen Reisen aufgetretenen Mißstände haben den Reichswirtschaftsminister veranlaßt, durch Runderlaß die Inanspruchnahme der Freigrenze für Gesellschaftsreisen in das Ausland im bestimmten Umfange zu begrenzen. ** Die Gießener Hochfchulgefell- fchaft wird ihre übliche Jahrestagung am 11. Juni veranstalten. In der Festsitzung, die sich an die gewohnte Hauptversammlung anschließt, wird Professor Dr. Reinhold den Festvortrag über das Thema „Die Forst- und Holzwirtschaft im Groß- deutschen Reich" halten. ** Geschäftsjubiläum. Am heutigen Mittwoch, 1. Juni, kann J)er Inhaber des Friseur- geschäftes K o ch im Seltersweg auf das 40jährige Bestehen seines Unternehmens zurückblicken. Das Geschäft wurde von dem jetzigen Senior, Frieseur- meifter Emil Koch, in der Bahnhofstraße im Hause der jetzigen Drogerie Noll im Jahre 1898 gegründet. Drei Jahre später wurde es in die Geschäftsräume des jetzigen Schunkschen Ladens in der Bahnhofttraße verlegt, wo es bis zum Jahre 1909 betrieben wurde. Friseurmeister Emil Koch, der nebenbei bemerkt als erster feines Faches auf dem Gebiete der Damenfrisur in Gießen bahnbrechend tätig war, erwarb 1909 das Geschäftshaus im Seltersweg, in dem sich heute noch der Geschäftsbetrieb befindet. Durch feine Tüchtigkeit als Meister seines Faches brachte er fein Unternehmen immer weiter voran. Im Jahre 1913 trat fein Sohn, der jetzige Friseurmeister Richard Koch, als Lehrling in das väterliche Geschäft ein, das er, gestützt auf gute Ausbildung und langjährige Erfahrung, im Jahre 1935 käuflich von feinem Vater übernahm und es seitdem unter feiner Leitung nach den bewährten Geschäftsgrundsätzen des Unternehmens fortführtc. Das Geschäft und fein Gründer bzw. jetziger Inhaber erfreuen sich in Fachkreisen und bei der Bevölkerung großer Wertschätzung. ** Oeffentliche Bücherhalle. Im Mai sind 1976 Bände ausgeliehen worden. Davon kamen auf: Literaturgeschichte 3, Zeitschriften 10, Gedichte und Dramen 13, Erzählende Literatur 1174, Jugendschriften 277, Länder- und Völkerkunde 146, Kulturgeschichte 2, Geschichte und Biographien 250, Kunstgeschichte 4, Naturwissenschaft und Technologie 42, Heer- und Seewesen 26, Haus- und Landwirtschaft 5, Philosophie und Religion 5, Staatswissenschaft am Rabenau.) Das Gießener Giadiiheaier in der Spielzeit 1932/38. Rückblick und Ausblick. In den letzten Tagen des Monats Mai hat das Stadttheater seine Spielzeit 1937/38, die am 24. September v. I. mit Shakespeares „Maß für Maß" eröffnet wurde, zum Abschluß gebracht. Es ist an der Zeit, nachdem der Vorhang bis aus weiteres zum letzten Male gefallen ist, einen Blick zurückzuwerfen und die in der abgelaufenen -Spielzeit geleistete Arbeit noch einmal zusammenfassend zu überschauen. Eine im letzten Programmheft des Theaters von der Dramaturgie Msammengestellte Uebersicht ergibt zunächst zahlenmäßig folgendes Bild: in der Spielzeit 1937/38 fanden insgesamt 295 Veranstaltungen statt; davon ®a^n:f,9,f Vorstellungen in den Tagesmieten, 63 Vorstellungen anher'Miete, 16 Morgenoeranstaltungen, 5 Orchesterkonzerte, 41 Vorstellungen in Bad-Nauheim, 20 Veranstaltungen in anderen Orten, 10 Vorstellungen für den Theaterring der Hitler-Jugend eine Vorstellung für die Wehrmacht, 33 Vorstellungen für die NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude , 10 Vorstellungen für „KdF." Wetzlar. , Zur Aufführung kamen int einzelnen ?6 Schau- spiel-. Komödien, Lustspiele und Schwanke em Weihnachtsmärchen, 6 Opern und 7 • Eine sruchtbare und vielseitige Tätigkeit entfaltete di- Theaterleitung in den l°nntagl,chea Margen- Veranstaltungen, die sich ersreul>ch e ngeluhrt und sich einen jcsten Stamm ständiger Besucher gescha,- sen haben. Die Programms waren mü Geschick u sinnvoller Abwechslung zusammeng-st-llt es wur den Schausviel Musik und Tanz, Ernstes und Keckeres in ^gleicher Weise bedacht und dabei au, aktuelle Anlässe besonderer Art ^otensonntah, Weihnachten, Fasching» Rücksicht genommen X e ausgesprochene Uraussuhrungssreud gkeck am E st- ner Theater sand gerade auch d n Morgens-iern reizvoll- Möglichkeiten, so -rschi-n-n in diestm, Rahmen die Einakter „Der Ritter von Vasner, Die Windsbraut" von Billmger S.ras,-"Ä-; von Schubert erinnert; auch selten gehörte moderne Musik wurde gelegentlich zu <3ebor gebrach. I ferner an die sonntäglichen Gedenkfeiern für tue Wehrmacht und für die SA. du erinnern, ferner nn die Tanzveranstaltungen („Slawische Tanz^. M. der -i7°n7n Gruppe? Gastspiel von Ma,° von haben für die kommende Spielzeit mit einem recht Aus der Reihe der Sonderoeranstaltungen, die sich fast durchweg eines sehr lebhaften Zuspruches zu erfreuen hatten, seien genannt: im Anschluß an die Gaukulturwoche im November v. I. eine Festvorstellung des „Fuhrmann Henschel" in Anwesenheit von Gerhart Hauptmann, die Gastspiele von Paul Wegener („Totentanz" und „Kollege Crampton"), das Gastspiel von Dorothea Wieck („Liebe in Dur und Moll"), das Gastspiel des Meister-Sextetts und die Tanzgastspiele/Mary Wigman („Die schönsten Tänze"); Polnisches National-Ballett Parnell; Ballett Raimondo. Nicht zu vergessen das außerordentlich wohlgelungene und gutbesuchte Künstler- und Pressefest. Das Städtische Orchester veranstaltete fünf Konzerte: einen Richard Wagner-Abend (Solist: Jean Stern); Klassische Musik (Solist: Professor Hobohm); Orchesterkonzerte mit Helmut Zernick und Käthe Heidersbach; „Die Jahreszeiten" von Haydn (Solisten: Helene Fahrni, Erich-Meyer-Stephan; Anton Knoll.). Die Oper brachte mit „Fra Diavolo" von Auber, „Martha" von Flotow, „Wildschütz" von Lortzing, „Boheme" von Puccini und „Troubadour" von Verdi bewährte Werke des klassischen Repertoires, die mit den bei uns verfügbaren Mitteln bewältigt werden können und ihrer Anziehungskraft stets gewiß sind; außerdem erwarb sich die Theaterleitung auch in der letzten Spielzeit das Verdienst, nut „Enoch Arden" von Gerster das Werk eines zeitgenössischen Opernkomponisten herausgebracht zu haben. In der Operette sahen wir: „Clivia', „Die Dorothee", „Die Geisha", „Drei alte Schachteln", ,Tta= rietta", „Das Land des Lächelns" und „Eine Nacht in Venedig", von denen die drei zuletzt genannten als besonders gelungene Aufführungen gerühmt werden dürfen; der gebotene Ausgleich zwischen älteren und modernen Werken wurde, wie sich aus der Aufzählung ergibt, auch auf dem Felde der Ope- in heutiger Zeit die Pflege der klassischen Tradition, der Meisterwerke deutscher Dichtung und der dramatischen Weltliteratur besonders wichtig und schlechthin unerläßlich ist. Es waren für die Spielzeit 1937/38 noch in Aussicht genommen „Der Sommernachtstraum", Kleists „Penthesilea", „Die Freier" von Eichendorff und ein kleines Werk von Lessing. Wir dürfen wohl, vorausschauend auf die kommende Spielzeit, dem Wunsche Ausdruck geben, daß im nächsten Winter dieses Feld ein wenig reicher bestellt sein möge; es sei außer an Kleist, der ja bereits in den Spielplanentwurf aufgenommen war, insbesondere an Lessing (nicht nur die an sich gewiß reizvolle „Matrone von Ephesus") und an Goethe erinnert, die beide hier seit langem nicht zu Worte gekommen sind. Auch wäre es zu begrüßen, wenn wieder einmal eines der Hauptwerke von Shakespeare im klassischen Repertoire erscheinen würde. Vielseitig und anregend waren das neuere und das zeitgenössische Drama in der ab gelaufen en Spielzeit vertreten, und es sei hier noch einmal an die Aufführungen „Uta von Naumburg" und „Scharnhorst" erinnert, die zu den geschlossensten und gültigsten Eindrücken im letzten Spielplan gezählt werden dürfen. Das zeitgenössische Problemstück kam mit Ilse Zanders „Verzicht" und Wilhelm Müller- Schelds „Anna Maria" auf die Bühne — übrigens ebenfalls in Uraufführungen. Die rührige Tätigkeit der Intendanz auf diesem Felde verdient ausdrückliche Hervorhebung: der gute Ruf, dessen sich das Gießener Stadttheater im Reiche zu erfreuen hat, gründet sich in erster Linie auf solche Pionierarbeit, die Spürsinn, Einfühlungsgabe und künstlerisches Niveau in höherem Grade verlangt als die Abspielung eines durchschnittlich - unoriginellen und bequemen Programms. Von älteren Werken sahen wir den „Fuhrmann Henschel" in einer Aufführung, die sich mit Recht auch Dank und Anerkennung des greifen Dichters verdiente, ferner die englischen Komödien „Candida" und „Lady Windermeres Fächer" und das „Glas Wasser" vom alten Scribe in gepflegten Inszenierungen; von den mancherlei Formen des zeitgenössischen Lustspiels gaben etwa die Aufführungen „Versprich mir nichts!", „Im Rebeloch rumorts", „Parkstraße 13" und der Einakter-Abend von Curt Goetz ein farbiges Bild. — Das Weihnachtsmärchen „Schneewittchen" war auch diesmal einer der stärksten und dauerndsten Erfolge der Spielzeit. Ebenso wie gewisse Grundprinzipien der Spielplangestaltung (und zum Teil im Zusammenhang mit ihnen) gehören die verhältnismäßig häufige Umbildung und Reorganisation des Ensembles zu den Naturgegebenheiten einer Bühne, wie sie das Stadttheater seiner Struktur nach darstellt Wir rette gewahrt. , . Den Kern des Repertoires bildete, was ja bet einer Bühne wie der unseren das Gegebene ist, das Schauspiel in weitestem Sinne, also vom klassischen Drama bis zum modernen Lustspiel und Schwank. An klastischen Werken hatten wir Shakespeares Maß für Maß" als Eröffnungsvorstellung, die Uraufführung der „Klugen Närrin" von Lope de Veqa und den „Teil"; drei Aufführungen, die vortrefflich herauskamen und alle Anerkennung verdienen Wir finden allerdings — selbst wenn wir etwa den Hebbelschen „Demetrius" in der Neubearbeitung von Friedrich Forster, großzügig in diese Kategorie einbeziehen wollen — auch für die letzte (wie für die vorletzte) Spielzeit die klassische Ausbeute etwas gering. Wir haben an dieser Stelle des öfteren auseinandergesetzt, warum gerade an , , „ einem Stadttheater. wie wir es haben, und gerade l einschneidenden Perjonalwechsel im Ensemble des Schauspiels wie der Oper und der Operette zU rechnen. Folgende Mitglieder scheiden aus: Sophie Buchner, Ernst D i 11 m a r, Ruth-Ines Eckermann, Liselotte (Erler, Alfons Forstner, Gerhard Frickhoeffer, Wilhelm Greif, Elfriede Grell, Emmy G ü n g e r i ch , Hildegard I a ch n o w , Wolfgang Kühne, Karl - Ludwig Lindt, Margarethe Merian, Else M o n n a r d, Jupp Müller, Anton Neuhaus, Hans Paschen, Helga R e t s ch y , Dr. Erich Schumacher, Irmgard Zenner. Vom Chor: Christi Balcke, Wolfgang Froherz, Rudolf Himberg, Rudolf Lanzer, Fritz Koch, Martha Schadt. Vom Ballett: Liefe! Gönner und Gisela Kern. Die Neuverpflichtungen sind bisher nur von Fall zu Fall bekanntgegeben worden; es wird von Interesse sein, sie hier noch einmal zusammenzustellen. Bisher wurden folgende Kräfte für dis Spielzeit 1938/39 neu engagiert: Jeanette Andre a e, Kostümbildnerin (Landestheater Oldenburg), Anni A f f i o n, Zwischenfachsängerin (Pfalz* oper Kaiserslautern), Gert B u ch h e i m , Oberspielleiter der Operette und Spielleiter der Oper (München), Erwin B u g g e, Baß (Berlin), Eduard B u r ch a r d , Chorbaß (Stadttheater Regensburg), Eduard Co s s o v e l, l.Held (Stadttheater Linz), Heinrich Durst, Tenor (Stadttheater Stettin), Eva Eckert, 1. Operettensängerin (Stadttheater Flensburg), Margot Eickhoff, jugendliche Heldin (Berlin), Walter Erler, jugendlicher Komiker (Stadttheater Düren), Friedrich Gröndahl,(Staat!. Schauspielschule Hamburg), Kurt Haars, 1. Charakterkomiker (Stadttheater Bonn), Herbert Hirche^ 1. Baß (Stadttheater Halberstadt), Hilde Kneip. Chargenspielerin (Düsseldorf), Thea Maaß, Ballettmeisterin und 1. Solotänzerin (Opernhaus Köln), Dr. Hannes Razu m, Oberspielleiter des Schauspiels (Stadttheater Aachen), Hans Schlick. 1. Chargenspieler (Landestheater Schleswig), Anne- liefc Schloeder, jugendliche Salondame (Stadttheater Hagen), Gisela Vollert, 1. Salondame (Stadttheater Aussig), Hans Voß, Chortenor (Landestheater Detmold), Fred Wagner, Chorbaß (Stadttheater Würzburg) und Ilse W i n h o l d, 1. Altistin (Stadttheater Pforzheim. Es wird zu gegebener Zeit, ehe der nächste Theater* winter einsetzt, noch eingehender von den neugewonnenen Mitgliedern die Rede fein; sie mit dem altert Stamm zu einem beweglichen, anpassungsfähigen, vielseitigen Anforderungen genügenden und innerlich harmonierenden Ensemble zusammenzufügen, wird eine der wichtigsten und auch dankbarsten Aufgaben der Theaterleitung sein. Heber die Pläne zur Gestaltung des neuen Spielplanes wird ebenfalls später zu sprechen sein, ehe sich der Vorhang zu neuem Beginn, über neuen Gesichtem, Bildern und Gestaltungen hebt. ./-1- Hans Ihyriot, 16, Sport 1, außerdeutsche Literatur in den Originalsprachen 2 Bände. Nach auswärts kamen £3 Bände. ** Sterbe fälle in Gießen. Es verstorben: 16. Mai: Wilh. Grau, Reichsbahnwerkmeister i. R., 68 Jahre, Liebigstraße 89. 18. Mai: Anna Berg, geb. Spieß, ohne Beruf, 62 Jahre, Liebigstraße 45. 19. Mai: Marie Will, ohne Beruf, 78 Jahre, Liebig- straße 39; Karl Ohr, Werkstättenvorsteher l 91., 78 Jahre, Weserstraße 4. 20. Mai: Anna Kumgunde Wehner, geb. Schuchard, ohne Beruf, 88 Jahre, Dammstraße 20; Hiltrud Häßler, 2 Jahre, Aul- weg 40; Otto Ettel, Schriftsetzer, 80 Jahre, Gnauth- straße 1. 21. Mai: Hermann Wagenknecht, Metzgermeister, 31 Jahre, Dammstraße 25; August Felsmg, ohne Beruf, 66 Jahre, Marktstraße 22. 22. Mm: Elisabethe Mandler, geb. Weber, ohne Beruf, 77 Jahre, Aulweg 40. 23. Mai: Elise Laun, geb. Kreiling, ohne Beruf, 56 Jahre, Neuenweg 4; Anna Schütz, geb. Haupt, ohne Beruf, 59 Jahre, Licher Straße 74; Luise Karl, ohne Beruf, 15 Jahre, Kirchenplatz 11. 24. Mai: Karoline Buß, geb. Geibel, ohne Beruf, 79 Jahre, Alicenstraße 34. 27. Mai: Ernst Harfmann, 2 Tage, Wesersttaße 15; Hans Füller, kaufm. Angestellter, 29 Jahre, Klinikstr. 32. 28. Mai: Georg Müller, Hallenmeister i. R., 70 Jahre, Kaiseralle 59. ** A u s f l u g d e r Eisenbahner. Der Eisen- bahnerverein, dem die bei der Reichsbahn beschäf- ttgten Personen in Gießen und der näheren Umgebung angehören, unternahm am Sonntag seinen Jahresausflug. Er führte die Teilnehmer mittels eines Sonderzuges von Gießen nach Bad Kreuznach. Da das Wetter den ganzen Dag über sehr günstig war, konnten Besichtigungen und Ausflüge unternommen werden. Um 19 Uhr wurde die Heimreise angetreten. Unterwegs grüßten noch einmal Bingen und das Niederwalddenkmal, und dann ging es über Mainz-Kastel, Bad Homburg und Friedberg nach Gießen zurück. ♦* „Geheime Mächte und ihre Enträtselung?" Ueber dieses Thema spricht heute abend in einem Borttag mit Experimenten im Saale des Cafe Leib Wilhelm G u b i s ch. Der Vortrag soll eine Mission erfüllen, die die weitesten Devölkerungskreffe angeht. Bauer und Jäger. Die fommenben Wochen der Heumahd sind immer Zeiten der Sorge für den Jäger, weil dann der Sense und vor allem der Mähmaschine pft mehr Wild zum Opfer fällt, als er im gleichen Jahre schießt! Oft wird es möglich sein, noch etwas zu retten, wenn zwischen Bauer und Jäger Fühlung besteht. Es ist bekannt, daß das Interesse der Landbevölkerung, zu helfen, nur noch gehoben werden kann, wenn der Bauer weiß, daß seine besondere Mühe, vielleicht auch kleine Auslagen für Ferngespräche u. ä., auch anerkannt und ihm ersetzt werden. Eine öffentliche Auslobung einer Be- lobung im Dorfe ist stets am Platze. Gemeinsame Sorge um ein Fasanengelege etwa führen den Jäger unb den Bauer zusammen. Und die beiden gehören zusammen. Wo beide in Wald' und Feld wortlos aneinander vorübergehen, sttmmt was nicht. Wo beide aber Anteil nehmen an den Gedanken und Sorgen des anderen, kommt die Jagd nicht zu kurz. Große Strafkammer Gießen. Gestern hatte sich der I. O. aus Steinfurt wegen Amtsunterschlagung usw. »zu verantworten. Der Angeklagte, der seit 1913 Gemeinderechner in Steinfurt war, kam nach der Inflation in Geldschwierigkeiten. Um diese zu beheben, unterschlug er aus der ihm anvertrauten Gemeindekasse nach und nach 3200.— RM. Entsprechend seinen Unterschlagungen änderte er die von der Bezirkssparkasse, bei der die Gemeinde ein Konto hatte, einlaufenden Kontoauszüge ab, so daß diese mit dem jeweiligen Nominalbestand übereinftimmten. Der Angeklagte war von vorn- herein geständig und führte zu seiner Entschuldigung feine wirtschaftliche Notlage an. Aus feinem Verhalten ging hervor, daß er die Tat offensichtlich bereute, was auch schon daraus hervorgeht, daß er den Schaden inzwischen restlos gedeckt hat. Mit Rücksicht hierauf, sowie auf seine bisherige Unbescholtenheit billigte ihm die Kammer im weitesten Maße mildernde Umstände und erkannte auf eine Gefängnis st rase von 10 Monaten, von denen 2 durch die Untersuchungshaft als verbüßt gelten. Dezittsschöffengenchf Gießen. Der W. B. aus Frankfurt a. M. bereifte als Vertreter einer Frankfurter Firma Oberheffen. Dabei kam er im 3uli vorigen Jahres auch nach Gonterskirchen. Obwohl er keinen Auftrag erhalten hatte, füllte er doch einen Bestellzettel aus, den er mit dem Namen eines anderen unterschrieb; als Lieferzeit gab er dabei den 15. Oktober an. Als er auch bis dahin nicht den Auftrag, wie er gehofft hatte, erhallen hatte, machte er dke Bestellung rückgängig; die Ware war aber bereits abgefandt worden. Das Gericht verurteilte den Angeklagten wegen schwerer Urkundenfälschung zu einer Gefängnis st rase von 2 Monaten. In der fälschlichen Ausfertigung des Bestellzettels lag nicht gleichzeitig ein Betrug gegenüber der von dem Angeklagten vertretenen Firma, weil B. als Entgelt für feine Tätigkeit eine wöchentliche feste Pauschalsumme erhielt, einerlei, ob feine Provision diesen Betrag erreichte oder nicht. Infolgedessen war durch die Falschbestellung trotz Gutschrift von 15.— RM. der Firma kein Vermögen sschaden erwachsen. Gegen das Schächtverbot verstoßen. LPD. Frankfurt a. M., 30. Mai. Das Frank- furter Schöffengericht verurteilte den 40jährigen Juden Schäme Neumann wegen Vergehens gegen das Schlachtgefetz und das Tierschutzgesetz zu fünf Monaten und den 45jährigenAdam Mag in Oberursel wegen Beihilfe zu vier Monaten und zwei Wochen Gefängnis. Mag hatte dem Juden Neumann Ziegen, Kalber und Hühner Geliefert, die dieser auf dem Anwesen des Mag schachtete. Maa übernahm den Verkauf an jüdische Metzger. In der Woche wurden bis zu Zwei Ziegen, fünf Kälber und zehn bis hundert Hühner geschlachtet. 30000 Mk. Steuerstrafe Lpd. Frankfurt a. M., 31. Mai. Nach einer Bekannmachung des Finanzamtes haben die Gesellschafter der Wollhandelsgesellschast Stein & Co., o. H. ©., Frankfurt a. M., Schillersttaße 16, Leopold Stein und Hugo Goitein, ihre besonders guten Einkommensverhältnisse verschwiegen. Jeder hat dadurch einen ungerechtfertigten Erlaß von 6334 RM. Einkommensteuer erschlichen. Wegen dieses Vergehens wurde gegen Stein und Goitein eine Geldstrafe von je 15000 RM. festgesetzt. DerMrerallem bestimmt Deutschlands Schicksal Schulungsabend der Ortsgruppe Gießen-Nord. Bei dem Schulungsabend der Ortsgruppe Gießen- Norb am Montag im „Frankfurter Hof" sprach, von Ortsgruppenleiter Thomas begrüßt, der Kreisamtsleiter Dr. Hopfenmüller über das Thema „Gleiches Blut gehört in ein gleiches Reich". Er ging zunächst auf die außenpolitischen Ereignisse ein und behandelte dann ein» gehend die volkspolitische Entwicklung der Ostmark. In erster Linie waren es Bayern, die in diesen Raum oorstießen, ihn besiedelten und kultivierten und zu ihrem Stammesgebiet machten. Später wehrten sie die Einfälle der slawischen Völker und besonders der Mongolen ab. Zu ihnen gesellten sich Franken, und auch bei dem Einfall der Türken war es wiederum ein Heer aus allen deutschen Stämmen, das zur ^Befreiung Wiens den deutschen Stammesgenossen zu Hilfe eilte. Wie hier zur Zeit Prinz Eugens, so ist auch später immer wieder in der Geschichte des Reiches festzustellen, daß in solchen Situationen der deutschfeindliche Osten sich mit dem europäischen Westen gegen Deutschland verband. Dr. Hovfenmüller kennzeichnete in diesem Zusammenhang die vielseitigen (Strömungen, die sich auch in den letzten Jahren wieder zusammenfanden im Kampf gegen Deutschland und die im Schuschnigg-System ihre letzten Ausläufer fanden. In erster Linie hob er den Anteil der Schuld des Hauses Habsburg hervor, das nach dem Ableben des alten Kaisers ein verräterisches Spiel trieb. Demgegenüber schilderte er die Sehnsucht des Volkes, das nach dem helbenmüttgen Zusammenstehen im Weltkrieg auch in Zeiten höchster Not nur den einen Wunsch kannte: zurückzukehren in das Reich. Der Redner sing dann darauf ein, wie selbst das Parlament der Imsturzzeit diesen Wunsch des Volkes zum Ausdruck brachte und nur durch den Willen der damaligen Feindmächte an der Ausführung gehindert bzw. anderen Interessen geopfert wurde. Nach langen Jahren des Leidens haben nun die jüngsten Ereignisse, die sich überstürzten und sowohl für das deutsche Volk, wie auch für das Ausland unerwartet kamen, den besten Beweis dafür erbracht, daß das Volk der Ostmark von der Sehnsucht nach der Rückkehr ins Reich beseell war. In überzeugender Weise schilderte Kreisamtsleiter Dr. Hopfenmüller die zielsichere Politik des Führers, der bereits vor etwa 20 Jahren als einfacher Soldat die naturgegebenen Voraussetzungen für den Lebens- und Schicksalsweg des deutschen Volkes erkannte und durch die Befreiung der Ostmark das wahrmachte, was er damals schriftlich aufgezeichnet hat. Pg. Hopfenmüller nahm diese Entwicklung zum Anlaß, darauf hinzuweisen, daß es heute wie früher für den deutschen Menschen nur vollstes Vertrauen zum Führer und selbstlose Hingabe an die Arbeit für fein Werk geben kann, und daß alle Arbeit der in der Bewegung und in ihren Gliederungen täti= gen Parteigenossen nur die sein kann, das Volk aufzuklären und ihm von diesem Glauben und dem Vertrauen an den Führer mitzuteilen. Das deutsche Volk muß wissen, daß der Ablaüf Der bisherigen Ereignisse zur Genüge die unerbittliche Folgerichtigkeit der nationalsozialistischen Politik bewies und daß der Führer keinen Zweifel darüber gelassen hat, daß er auch den letzten Punkt seines Programms in die Tat umzusetzen gewillt ist. Solange das Volk geschlossen hinter dem Führer steht, wird die Zielstrebigkeit seiner Politik in Erfüllung gehen. Denn der Führer allein bestimmt den Weg und das Schicksal des deutschen Volkes, und dabei stützt er sich auf das Vertrauen und die Liebe seines Volkes und auf dessen blanke Wehr. Nach den mit starkem Beifall aufgenommenen Ausführungen wurden organisatorische Fragen besprochen. Mit dem Treugelöbnis zum Führer wurde der Schulungsabend beschlossen. berg wurde ein Anwesen zur Verfügung gestellt^ das nach seiner Umgestaltung an Pfingsten beziehbar» sein wird. Hauptversammlung des kirchengeschichtlichen Vereins für Heffen. CO 5rt ebb er g, 30. Mai. In den Räumen des Predigerseminars hielt die kirchengeschicht« liche Abteilung des Historischen Vereins für Hessen ihre Hauptversammlung ab. Ihre Tätigkeit galt diesmal vornehmlich den jungen Theologen, als den künftigen Verwaltern der Pfarr-Archive. Vertreter der theologischen Fakultät zu Marburg und des Predigerseminars zu Herborn bekundeten ihr Interesse an den Verhandlungen durch ihre Anwesenheit. Der Vorsitzende, Professor Dr. E. E. Becker (Darmftabt), legte in gehaltvollen Ausführungen seinen Tätigkeitsbericht vor. Es ging aus ihm Die hervorragende wissenschaftliche Leistung hervor, auf die der Verein in 37 Jahren seines Bestehens zurückblicken kann. Hierhin sind zu rechnen die zehn Bände der Veröffentlichungen, unter denen besonders zu beachten find die das Inventar der hessischen Pfarrarchioe enthaltenden Bände, die Archivdirektor D. Herrmann bearbeitet hat. In diesem Zusammenhang mußte auch die 7 starke Bände umfassende „Hassia sacra“ Erwähnung finden, ein hessisches Monumentalwerk, das in ganz Deutschland seines Gleichen nicht hat, das von dem ftucht- barften Vorstandsmitglied des Vereins geschaffen wurde, dem Prälaten' D. Dr. Dr. Wilhelm Diehl. Er hielt beim auch den ersten Vortrag über „P taktische Kirchengeschichtsforschung". Er RUHL Seilersweg Nr. 67 adiO Telephon Nr. 3170 eparaturen ,M,D zeigte besonders den Kandidaten der Theologie aus seinem schier unbegrenzten historischen Wissen, wie der Verwatter der Archive als kundiger Wahrer der Rechte und Besitztümer der Pfarrei zu wirken habe. Den zweiten Vortrag hielt Liz.Dr. Steitz über das Thema: „Der Pfarrer und fein Pfa.rr - Archi v". Es wurde dargelegt, aus welchen Bestandteilen ein kirchliches Archiv besteht, wie feine Verwaltung beschaffen ist und wie seine Bestände für das Gemeindeleben nutzbar zu machen sind, in erster Linie für die Familien- und Sippenforschung, die eine überaus große Wichtigkeit gewonnen hat.-- Zu dem seitherigen Vorstand, bestehend aus Prof. E. E. Becker, Prälat Diehl, Archivdirektor Herrmann, wurden als Beisitzer hinzugewählt Liz. Dr. Steitz (Darmstadt) und Pfarrer Werner (Viernheim). Mit dem Gruß an den Führer wurde die inhaltsreiche Tagung geschloffen. Zagd-Trophäenschau in Krofdorf. (D Krofdorf-Gleiberg, 30. Mai. Die Hegeringe 5 unb 6 der Jägerschatt des Kreises Wetzlar unter Leitung der Hegeringleiter Revierförster Melching (Forfthaus Haina) und Revierförster Stünz (Erda) veranstalteten die durch das Reichssagbgesetzvorgeschriebene Trophäenschau in der Gastwirtschaft Fries. In übersichtlicher Anordnung waten Geweihe und Gehörne der 26 Jagdreviere von Salzb öden bis in die Erdaer Gegend ausgestellt, dem fachmännischen Besucher klarlegend, inwieweit im abaelaufenen Jahr weidgerechte Jagd ausgeübt rouroe. ©inen großen Teil des Raumes nahmen die Gehörne der Kümmerer ein, jener Artverderber, die imitier wieder die normale Gehörnbildung hemmen. Die Wertungskommission konnte die erfreuliche Feststellung machen, daß im letzten Jahr noch mehr als früher die heimische Jägerschaft beim Abschuß nach den Erfordernissen der Aufartung des Wildbestandes gehandelt hat. In den Rotwildrevieren ist ein Erfolg der versuchten Ausartung schon deutlich, zu erkennen, sind doch Geweihbildungen gesichtet,' die zu den besten Jäger-Hoffnungen Anlaß geben. Man sah in der Schau bereits einige solcher Trophäen. Die Qualität der als abschußreif bezeichneten Reh- gehörne läßt noch zu wünschen übrig. Hegering 5 zeigte aus 9 Revieren 51 Rehgehörne, von denen 44 mit richtig, 1 mit falsch und 6 mit zweifelhaft bezeichnet waren. Von den 3 Rothirschgeweihen wurden 2 als richtig unb 1 als zukunftsreicher Kronenzehner mit falsch angesprochen. Aus den 17 Revieren des Hegerings 6 waren von 93 Gehörnen 85 richtig, 5 falsch unb 3 zweifelhaft. Alle 9 Geweihe wurden mit richtiaem Abschuß bewertet. Das staatliche Forstamt Krofdorf wartete mit 5 Geweihen und 6 Gehörnen auf. Im Verlauf des Nackmittags begrüßte Hegeringletter Stunz die zahlreichen anwesenden Jago- pächter unb Jaghscheininhaber, insonderbeit den Kreisjägermeister Dr. Hensold (Wetzlar). Kreisjägermeister Dr. Hensold gab Anregungen für den diesjährigen Abschuß, der im gleichen Rahmen wie im verflossenen Jahr erfolgen soll. Landkreis Gießen. * Treis a. d. Lumda, 30. Mai. Wie alljährlich, unternahm der Turnverein Treis auch in diesem Jahre seine gewohnte jährliche Wanderung, die diesmal nach dem schönen Städtchen La u b a ch führte. 80 Teilnehmer des Vereins marschierten frühmorgens nach Großen-Buseck, von wo aus die Fahrt mit der Bahn nach Grünberg erfolgte. Dann ging es au Fuß weiter nach Laubach. Dort erlebten die Treffer im Laufe des Tages schöne Stunden. Nach dem Mittagessen fanden sich einige ältere Kameraden der Laubacher Turngemeinde ein, mit denen zusammen unter Führung des Bürgermeisters von Laubach die Sehenswürdigkeiten der Stadt besichtigt wurden. Dabei war Graf Georg Friedrich von Solms-Laubach selbst bemüht, bei dem Besuch der Treiser in seinem Schlosse die Gäste zu führen und ihnen vor allem auch die Kunstschätze des Schlosses zu zeigen. Nach dem Besuch im Schlosse wurde der schöne Park durchwandert. Bei der Besichtigung des Schwimmbades zeigten die Jüngsten der Treiser Turner ihre Schwimm- und Springkunst. Die erlebnisreichen Stunden, in deren Verlattf manche gemeinsame Erinnerungen mit den Laubacher Kameraden wieder in den Kreis der Betrachtung zurückkehrten, vergingen leider nur allzu, schnell, jedoch brachten sie allen Teilnehmern die Freude der kameradschaftlichen Verbundenheit in reichem Maße. Nach einer gemeinsamen Bildauf« nähme am Kriegerdenkmal und nach herzlichem Abschied von den Laubacher Kameraden marschierten die Treiser Turner wieder nach Grünberg zurück, von wo aus sie mit der Lumdatalbahn nach ihrem Heimatort zurückkehrten. gts. Londorf, 31. Mai. Ein KdF.-Ausflug führte die Frauen sch a f t von Londorf und Kesselbach an den Rhein. Früh um 7 Uhr ging es mit zwei Auto« Merkwürdige Pflanzen im Gießener Botanischen Garten. Linn6-Bortrag in der Oberhessischen Gesellschaft für Natur- und Heilkunde. Mannigfaltige und z. T. für das Laienauge felt- ame Pflanzen schmüctten den Hörsaal des Botani- chen Jnstttuts, in dem Herr Prof. E. Küster einen diesjährigen Linne-Vortrag über das Thema: „lieber feiteme und merkwürdige Pflanzen des Gießener Botani- chen Gartens" (mit Vorweisungen) hielt. Der Vorttagende begrüßte seine Hörer und Hörerinnen mit einem Goethe-Wort, das alle diejenigen zum Zusammenschluß auffordert, die irgendwie — wissenschaftlich, praktisch, ästhetisch — an den Produkten der Pflanzenwelt interessiert sind; die Linnä- Vorträge des Botanischen Jnstttuts helfen die.Ebene Dorbereiten, auf der für Gießen Goethes Mahnung sich verwirklichen läßt. Der Vortrag beschäftigte sich mit der Mannigfaltigkeit der Blätter — nach morphologischen und physiologischen Gesichtspunkten. Eingehend sprach der Vortragende über die Mannigfaltigkeit der Färbung der Blätter. Die große Bedeutung des grünen Farbstoffes erklärt sich aus seinen Beziehungen zur Ernährung der Pflanzen. Rotblättrige Pflanzen (Blutbuche, Bluthasel, Berberitze-, Ahorn-, Prunus-Arten, ferner Teppichpflanzen wie Jresine usw., ferner Rotkohl u. a.) enthalten unter ihren roten Gewebeschichten nicht weniger von dem grünen Farbstoff als die unserem Auge grün erscheinenden Gewächse. Ungewöhnlich reich ist der Botanische Garten zu Gießen an panaschierten Pflanzen, d. h. solchen, deren Blätter aus grünen und farblosen Anteilen bestehen, also aus solchen, die sich ernährungsphysiologisch von einander unterscheiden. Professor Küster unterscheidet zwei Gruppen panaschierter Pflanzen: solche, deren Farbfelder scharf umrissen, — andere, deren Farbfelder unscharf umgrenzt sind. Zu der zweiten Gruppe gehören die Erscheinungen der Fleckenpanaschierung (Farsugium, Abuttlon, usw.) und die Zebrastreifung (Eulalia, Scirpus); als besonders auffällige Vertteterin der Pancffchie- runa wird eine „bunte" Opuntia erläutert. Die Fleckenpanaschierungen geben dem Vortragenden Aus Der engeren Heimat. 50 Lahre Gesangverein „Jugendfreund^ in Watzenborn-Steinberg. D Watzenborn-Steinberg, 30. Maß Am 4., 5. unb 6. Juni (Pfingsten) feiert der Gesangverein „Jugendfreund" in Watzenborn-Steinberg sein 5 0. Stiftungsfest, verbunden mit Festkommers am Samstagabend in der Volkshalle und großem Sängerfest am 1. und 2. Pfingstfeiertag. lieber die Vereinsaeschichte des „Jugendfreund" ist folgendes zu berichten: In Sängerkreisen, nicht nur im Kreise Gießen, sondern auch weit über unsere engere Heimat hinaus, ist allgemein bekannt, daß Watzenborn-Steinberg — die singende Gemeinde im Kreise Gießen — mit seinen fünf Männergesang, vereinen und einem stattlichen Frauenchor eine Hochburg des Gesangs ist. So herrschte auch schon vor 50 Jahren ein Geist für die edle Sangeskunst in unserer Gemeinde. Damals — es war am 1. August 1888 — faßten 24 junge Burschen in Steinberg den Entschluß, einen weiteren Gesang- verein ins Leben zu rufen. Diese jungen Gründer, alle im Alter von 16 bis 20 Jahren, tauften ihren Verein „Jugendfreund". Als ersten Dirigenten gewann man den Musiker Horn (Steinbach), der den Dirigentenstab bis zum Jahre 1897 führte. Der Verein wuchs schnell empor. Fünf Jahre nach der Gründung wurde die Fahne feierlich geweiht. Inzwischen war aus den eigenen Reihen in dem Mitglied Georg Harnisch, der damals feine Dienstzeit als Soldat hinter sich hatte, ein junger Dirigent herangewachsen. 28 Jahre führte er den Verein; er erntete überall auf Wettstreiten und Sängerfesten Lorbeeren mit dem „Jugendfreund" und seinen begeisterten Sängern. War es doch gerade der „Jugendfreund" im Kreise Gießen, der die ersten Wettstreite besuchte und auch selbst veranstaltete. Mttglieberzahl und Ansehen des. .Vereins Anlaß, auf ihre llebertragung durch Pfropfung, auf die Kennzeichen der Mosaikkrankheiten (Tabak) und Viruskrankheiten im allgemeinen einzugehen. Weitere Formen bunter Blätter erläutert Prof. Küster an Hand einiger farbiger Lichtbilder, die von den Optischen Werken E. L e i tz (Wetzlar) nach dem Uva-Chrom-Derfahren im Botanischen Garten zu Gießen ausgenommen worden sind. Die folgenden Ausführungen des Vortragenden befaßten sich mit der Form der Blätter (Monstera und Ouvirandra mit durchlochten oder netzartig durchbrochenen Blättern), mit dem basalen und dem Spitzenwachstum der Blätter (eingerollte Farn- wedel, Lygodium-Blätter), mit den atypischen Formen derjenigen Blätter, die zu den typischen Funktionen noch eine weitere hinzu erwerben (Insektivoren, Drosera, Dionaea, Nepenthes, Cephalotus) und die Reduktton der Blätter, wie sie an den Bewohnern trockener Standorte (Rubus auftralis, Kakteen usw.) und bei vielen Parasiten. wahrgenommen wird (Cuscuta — auf Coleus kultiviert). Den Beschluß ferner Ausführungen machte Prof. Küster mit einem Hinweis auf diejenigen Gewächse, an deren Sproß- und Blattaufbau verschiedene Arten teilnehmen; Bildungen solcher Art, sog. Chimären, lassen sich nur durch Propfung erzielen. Insbesondere verwies Prof. Küster auf die auch in Italien selten gewordenen „Bizzaria"-Exemplare des Zitronen- und Apfelsinenbaums, dessen Früchte in miribionaler Aufteilung die Merkmale verschiedener Agrumli- oder Eitrus-Arten nebeneinander zeigen. Der Botanische Garten in Giepen ist im Besitz einiger durch Pfropfung gewonnenen Bäumchen, die in künftigen Jahren voraussichtlich „Bizarria"- Früchte tragen werden. Die zahlreich erschienenen Zuhörer aus allen Kreisen der Pfianzenfreunde unserer Stadt folgten mit Spannung den fesselnden Ausführungen des Redners. Ihr lebhafter Beifall und die Worte des Vorsitzenden dankten dem Redner für die genußreiche Stunde. , wuchsen immer mehr. 1908 wurde ein großes Sängerfest veranstaltet, verbunden mit Gesangswettstreit, ebenso in den Jahren 1913 und 1928. Alle diese Veranstaltungen waren^ kulturelle Aufbauarbeit im Dienste Des deutschen Liedes, allen Teilnehmern Ansporn zu gleicher Arbeit und gleichem Ziel. Der Weltkrieg ging nicht spurlos an dem Verein vorüber. Sechszehn brave Helden riß er aus den Reihen des Vereins, und lange dauerte es, bis diese Wunden verschmerzt unb die Reihen wieder ergänzt waren. Eine Gedenktafel mit den Photos der Gefallenen im grauen Ehrenkleid ziert das Vereinslokal „Zur Krone". Nach dem Kriegsende raffte sich der Verein wieder zusammen, er besuchte auch wieder Wettstteite wie früher. Von 1925 bis 1930 stand der Verein unter der Stabführung des verstorbenen Heinrich Köhler aus Großen-Linden. Während feiner Tätigkeit wurde das 40jährige Vereinsjubiläum gefeiert. Seit 1930 führt den Dirigentenstab der Chorleiter und Musiker Albert Schleuse (Steinbach), der sich seit jener Zeit ebenfalls große Verdienste um oen Verein erworben hat. Von den damaligen Gründern erfreuen fick heute noch zehn Mann bester Gesundheit. Es sind dies: Jakob Harnisch, Balch. Brück el, Johannes Schneidmüller, Georg S ch m a n b t VI., 3afob Häuser X., Jakob Karl Schmandt, Balch. Maid, Georg Häuser IV., Jakob Somm e r IV. unb Georg Neurath. So möge Denn bas 50jährige Jubiläum ein weiterer Markstein in ber Geschichte des Vereins werben, zum Wohle des deutschen Liedes unb zum weiteren Blühen unb Gedeihen ber eblen Sänger- fache. Jugendherberge in Bad-Nauheim. Bad-Nauheim, 31. Mai. (LPD.) Durch Ent- gegenkommen ber Stabtverwaltung ist es möglich geworben, baß in Der Babestabt eine Iugenb - Herberge errichtet wirb. Auf dem Johannis buffen über Gießen ins herrliche Lahntal. In Brau- s ^ch ^ ber erste Aufenchalt, wo nach gemein» jamer Mittagspause die Marksburg besichtigt wurde. Am Nachmittag wurde eine Dampferfahrt nach Kovlenz unternommen, wo die Frauen durch die wtadt wanderten und das Deutsche Eck, sowie Ehren- breit|&m bewunderten. Müde, aber voll befriedigt teerten alle abends heim, voll Dank für den schonen, unvergeßlichen Tag. J § Queckborn, 31. Mai. Gestern feierte der Straßenwärter a. D. Matern Herzberger III. feinen 8 8. Geburtstag. Er ist der älteste Einwohner unseres Ortes. 37 Jahre war er Straßen- ffiarter und befindet sich seit 1919 im Ruhestand Der cllte Mann ist noch sehr rüstig, raucht seine Pfeife und macht sich im Haushalt seines Sohnes noch allerlei Arbeit. Am 2. Juni feiert die älteste Einwohnerin Queckborns, Katharine Elifabethe L i n k m a n n , geb. Schmidt, ihren 87. Geburts- t a g. Geistig ist sie noch sehr rege, während sie durch Gicht am Gehen gehindert ist. Sonst aber erfreuen sich unsere ältesten Einwohner, die in einer Woche Geburtstag feiern dürfen, bester Gesundheit. D Weickartshain, 31. Mai. Die hiesige Kriegerkameradschaft machte in zwei vollbesetzten Autoomnibussen eine Ausflugsfahrt nach Heidelberg, bei der die 42 Teilnehmer auf der Hinfahrt auch den Flughafen in Frankfurt a. Tt und den Schloßpark in Schwetzingen besichtigten. Die Fahrt bereitete allen Teilnehmern viel Freude, so daß sie am Abend hochbefriedigt heimkehrten. A Obbornhofen, 31. Mai. Auf Anregung von Pg. L e i p o l d (Gießen) wurde in unserer Gemeinde eine Ortsgruppe des VDA. gegründet, die bereits 19 Mitglieder zählt. Den Vorsitz führt Lehrer B o p f von hier. Man hofft, daß noch weitere Volksgenossen der Gemeinde Mitglied werden. — Frau Anna Margarete Hahn, geb. Bom- mersheim, feierte dieser Tage ihren 80. Geburtstag. Die hochbetagte Frau ist noch sehr rüstig und hilft immer noch bei allen Haus- und Feldarbeiten. — Die hiesige Bezugs- und Abfatzgenosfen- schaft hielt in der Gastwirtschaft von Hermann Groß I. ihre diesjährige ordentliche Generalversammlung ab. Wie aus dem Jahresbericht hervorging, war der Geschäftsgang im verflossenen Jahre günstig. An Waren wurden bezogen: Düngemittel 3680 Zentner, Futtermittel 1320 Zentner, Sämereien 200 Zentner, Kohlen und Briketts 4540 Ztr., Landwirtschaftliche Maschinen im Werte von 2200 Reichsmark. Abgesetzt wurden an Getreide 3750 Ztr,. Braugerste 110 Zentner, Kartoffeln 1620 Zentner. Der Vorstand verblieb unverändert in seinen Aem- tern. Gängerfeste in Oberhessen. Zn Flensungen. W Flensungen, 23. Mai. Am Samstag, Sonntag und Montag feierte der Gesangverein Flensungen das Fest feiner Fahnenweihe, das mit einem Wertungslingen des Sängerkreises Ohm-Lumdatal verbunden war. Am Sonntagvormittag fand das Wertungs- singen statt. Nach kurzen Begrüßungsworten des Kreisführers Dönges traten folgende Vereine zum Wertungssingen an: „Liederkranz" Flensungen, „Liederkranz" Bleidenrod, „Eintracht" Lumda, »Liederkranz" Stockhausen, „Männergesangverein" Maulbach, „Männergesangverein" Weickartshain, „Eintracht" Burg-Gemünden, Gesangverein Groß- Eichen, „Liederkranz" Lehnheim, „Germania" Harbach, „Nntracht" Nieder-Ohmen, „Germania" Lauter, „Jugendtreu" Queckborn, „Sängerkranz" Grünberg, „Germania" Ober-Ohmen, „Liederkranz" Ruppertenrod, „Eintracht-Sängerkranz" Merlau, „Eintracht" Saasen, „Mänsterchor" Grünberg. Sämtliche 19 Vereine fangen als aufgegebenen Chor „Vaterland" von Jakob Schulz und je einen freigewählten Chor. Nach dem Wertungssingen versammelten sich die Chorleiter, Vereinsführer und Sänger im Schul- faal, um aus dem Munde des Wertungsrichters, Musikdirektor Dr. Rudolf Werner (Frankfurt am Main), die Kritik entgegenzunehmen. Er betonte, daß der aufgegebene Chor für manche Vereine zu hohe Anforderungen stellte, so daß der Vortrag von diesen Vereinen nicht voll befriedigt hätte. Trotzdem könnten, allgemein betrachtet, die Leistungen als befriedigend betrachtet werden. Anschließend besprach der Wertungsrichter die Vorträge der einzelnen Vereine, um dann zum Schluß zu erwähnen, daß man im Kreis Ohm-Lumdatal bestrebt sei, das deutsche Lied zu pflegen und zu fördern. Diesen Bestrebungen wünschte er auch für die Zukunft ersprießlichen Erfolg. Nachmittags bewegte sich ein stattlicher Feftzug durch die Straßen des festlich geschmückten Dörfchens. Am Kriegerehrenmal fand eine Helden- ehrung statt. Kreisführer Dönges sprach ehrende Worte für die Gefallenen des großen Krieges und der Bewegung, und legte einen Kranz nieder. Inmitten des Dorfes fand dann die im Sänger- freis Ohm-Lumdatal übliche Kreiskundgebung statt. Hier begrüßt zunächst der Sängerkreisführer Dönges die Gäste und Sänger, insbesondere die Vertreter von Partei, Staat und Gemeinde. Pg. Bergen sprach als Vertreter der Gemeinde Flensungen, sowie des Kreisamts. Sodann sprach Kreisführer Dönges, der dabei u a sagte: Unser Bruderverein „Liederkranz" Flensungen feiert heute das Fest seiner Fahnenweihe. Seit der Gründung dieses Vereins bin ich als Chorleiter innig mit ihm verbunden. So ist es mir persönlich eine besondere Freude und »Ehre, in meiner Eigenschaft als Kreisführer diese Fahne weihen zu dürfen. Dann wurde die Fahne enthüllt. Sie zeigt auf der Vorseite Namen und Gründungsjahr des Vereins, die Rückseite trägt den Wahlspruch: „Deutsches Wort und deutscher Sang sind ein Jungborn lebenslang". , r , . . , Ortsgruppenleiter Munch sprach davon, daß dies die erste Fahnenweihe im Kreis im Großdeutschen Reich sei. Er überbrachte die herzlichsten Glückwünsche, befestigte den Hakenkreuzwimpel an der Fahne und erklärte die Fahne dann als geweiht. Kreisführer Dönges überbrachte die. Glückwünsche der Gau- und Kreisführung und feine persönlichen Glückwünsche. Er übergab dann die Fahne in die Obhut des Vereins. Vereinsführer Deubel übernahm die Fahne und übergab sie dem Fahnenträger H. The iß. Frieda Spornauer befestigte einen Fahnenwimpel, der von den Frauen und Jungfrauen gestiftet ist, und trug einen passenden Prolog vor, Unter der Leitung von Kreischormeister Daupert wurde nun von etwa 600 Sängern der Chor „Deutschland, heilger Name" und „Es ziehen die Standarten" vorgetragen. An die Fahnenweihe schloß sich die Ehrung verdienter Sänger an. Kreis f uh rer Dönges ernannte den Chorleiter Lehrer Strackfuß aus Burg- Gemünden, der 25 Jahre als Chormeister gewirkt hat, zum Ehrenchormeister. Die Sänger Karl Zimmer, Karl Hönig, Heinrich Biedenkapp, Karl Biedenkapp und Heinrich Erb erhielten die Ehrennadel des Deutschen Sängerbundes mit der Aufschrift 40; sie alle gehören 40 Jahre lang aktiv dem Gesangverein „Liederkranz" Lehnheim an. Für 25- jährige aktive Sangestätigkeit wurde Sangesfreund Wilh. .Weber vom GV. „Liederkranz" Bleidenrod geehrt. Der für dieses Jahr bestimmte Pflichtchor „Vaterland" von Schultz wurde dann mit Orchesterbegleitung unter Leitung von Kreischormeister Dau- p er t als Massenchor zu Gehör gebracht. Mit dem Sieg-Heil auf den Führer fand die Feier ihren würdigen Abschluß. Mit dem Festlied von Gundrum begrüßte der Verein auf dem Festplatz seine Gäste. Nach einer kurzen Ansprache des Dereinsführers Deubel und einigen Chorvorträgen folgte frohe Geselligkeit. 3« Ruppertsburg. )—( Ruppertsburg (Kr. Schotten), 29. Mai. Heute nachmittag fand hier im Saale des Gastwirts O. Wagner ein Gruppensingen des Sängerkreises „Chattia" statt, an dem die Vereine von Ruppertsburg, Wetterfeld, Münster, Laubach, 23Ufingen, Nonnenroth und Hungen teilnah- men. Nach dem von allen Vereinen gemeinsam gesungenen Sängergruß sprach Sängerkreisführer R i n ck e r (Nonnenroth), der nach kurzen Begrüßungsworten die hohe Aufgabe der Gesangvereine würdigte und dabei des Führers als größten Förderers des deutschen Gesangs gedachte. Nach gemeinsamem Liedgesang der Vereine von Nonnenroth uni) Hungen begann das Singen der einzelnen Vereine, von denen jeder zwei selbstgewählte Chöre vortrug. Alle Gesangsoorträge leitete Chormeister Lenz aus Villingen. Sämtliche Leistungen der Vereine waren gut und bekundeten gute Pflege des deutschen Liedes in den Vereinen. Mit besonderer Freude wurden die schön vorgetragenen Volkslieder ausgenommen. Die Vereine brachten dann noch auf dem Platze am Bahnhof mehrere Massenchöre zu Gehör. Die Sängertagung schloß mit einem gemütlichen Beisammensein ab. Ö.J.-fpori Handbalk-pokal der Wehrmacht. ei- 11m dem Handballsport in der Wehrmacht einen weiteren Auftrieb zu geben, wird Turnier um den Handballpokal ber 9Bef) 1:010^ durchgeführt. Der Pokal ist ein ewiger Wanderpreis. Diejenigen acht Wehrmachtsportoereine aller Drei Wehrmachtteile, die in den Misterschaftssplelen des DRL. am besten abgeschnitten haben, sind AmMeit bewerb um den Pokal zugelassen. Es wird nach Pokalsystem gespielt. Für die Vorrunde am 26. ^um ist folgende Spielsolge festgesetzt woidem Hannover: WSV. Hannover — MTSA. Leipzi Stettin: Luftwaffen-SV. Settin — WSV. tcrprüfung nach der Turnierordnung (§ 39), Fahrerprüfung und Eignungsprüfung für Zugpferde (Zweispänner ohne Belastung). Eine Mannschaft besteht aus einem SA.-Reitersturmführer und fünf ungedienten Reitern aus den Jahrgängen 1913 bis 1922. In jeder Gruppe wird aus je zwei Reiterstandarten eine Mannschaft zusammengestellt und gemeldet. Dieser Reitermannschaftskampf ist der wichtigste Wettbewerb unb nimmt den breitesten Raum ein. Weiter sind ein Jagdspringen (Kl. M), eine Dressurprüfung (Kl. L) und ein Geländeritt (Kl. S) ausgeschrieben. Oblt. Brinkmann siegt in Wai schau. Der vierte Tag des internationalen Warschauer Reitturniers braute einen neuen deutschen Sieg. Oblt Brinkmann beendete ein von 128 Pferden bestrittenes schweres Zeitspringen auf Wotans- bruber als Sieger. Außerbem teilte er sich auf Baron IV mit dem rumänischen Capt. Zahei auf Troitza noch den zweiten Platz Vierter m biefem überaus spannenben Wettbewerb mürbe 2t. Huck auf Fridolin. An achter Stelle landete Rittmeister Hasse auf Kaskade. Unter den Pferden, die zwar gemeldet waren, aber nicht am Start erschienen, befanden sich auch die deutschen Artur, Erle, Nemo unb Olaf. Modell-Zlugwettbewerb in der Rhön. ftür den Pfingsten in der Rhön stattfindenden Modell-Seaelflugwettbewerb wurden von den NSFK -Gruppen insgesamt 425 Meldungen abge- geben Sie verteilen sich °uf die eilten Klaffen mie folat: Klasse A (Bauplane) 114, Klasse B (Eigenkonstruktionen) 129, Klasse C (Sonderkon- trutHonen) 50, Klasse D (Modelle mit Se bststeue- ©[nff» p (für ®erufsmobeUbauer) 69. In der ^letzte'n Masse die zum ersten Male ausgeschrieben wurde, sind 13 Beoufs-Modellbauer vertreten. DarmftaÄWSB. Darmstadt - MSB. Borussia $i(d,of5bauig™i^nbenburg Bifchofoburg - Hin- benburg Minden. Die Zwischenrunde wurde auf den 3. 3uü angI * de^Weh"rmachtmri Düsseldorf ausgetragen werden. weiter bei den Reichstveilkämpfen der SA. In die Reichswettkämpfe der SA. vom 14. bis 17. Juli in Berlin werden zum erftenma reiterlichen Weitb emerbe e,n^°9e^u„^SA.-Oberinspekteur für Rei - und Fahrausb ldunrn « ZMWSZ Motorsturm 4/91.147 Gießen beim Sporklag der NSKS.-lNolorgruppe Hessen .in Kassel. Das erste Sportfest der Motorgruppe Hessen fand am Samstag in Kassel statt. Die Ausrichtung war der Motorstandarde 47 Kassel überfragen, die in jeder Weise dafür gesorgt hatte, daß die Kämpfe auf der Hessenkampfbahn, auf den Schießständen unb im Schwimmbab reibungslos verliefen. Der 4/M 147 hatte eine zwar kleine, aber auserlesene Streitmacht enfsanbt, die trotz vielen Mißgeschicks hervorragend abschnitt. NSKK.-Mann Otto Luh war schon in den Vorentscheidungen, die bei nicht gerade günstigem Wetter am Vormittag statt- f and en, in den von ihm belegten Kämpfen allen Mitbewerbern klar überlegen. Er sicherte sich mit einer Weite von 13,65 Meter im Kugelstoßen, 66 Meter im Keulenweitwurf und in der Zeit von 11,5 Sekunden im 100-Meter-Lauf die Teilnahme an den Entscheidungen; ebenso NSKK.-Mann M ö l l mit sehr guten Leistungen im Weitsprung unb 100-Meter-Lauf und Rottenführer Pfeffer im Weitsprung. Leiber brachte dann der Nachmittag insofern eine Enttäuschung, als Luh im Endlauf der 100 Meter infolge Muskelzerruna ausfiel unb so um den sicheren Sieg kam. An eine Verbesserung seiner Leistungen im Kugelstoßen und im Keulenwerfen war natürlich auch nicht mehr zu denken, wenn er auch auf Grund seiner Dorkampfleistpngen hier die ersten Plätze belegte. Möll wurde mit der feinen Leistung von 6,32 Meter im Weitsprung unb- 54,8 Sekunden im 400-Meter-Lauf jeweils knapper Zweiter. Pfeffer belegte den vierten Platz im Weitsprung. Die 4X100-Meter-Staffel mußte durch den Ausfall von Luh leider abgesagt werden. Auch im Schwimmbad gab es schöne Erfolge. Rottenführer Gerhardt fetzte sich im 100-Meter- Brustschwimmen an die zweite Stelle, und Scharführer Bickel wurde Dritter im 50-Meter-Frei- stilschwimmen. Die Mannschaft im Tauziehen erwies sich als etwas zu leicht. Der erste Gegner wurde zwar geschlagen, doch verlor sie, wenn auch nach hartem Kampf, den nächsten Gang gegen Gegner, die alle dem Schwergewicht angehörten. Handball-Auswahlspiel zweier Gießener Gtadtmannschasten. Wir hatten vor einiger Zeit bereits darauf hingewiesen, daß das Fachamt Handball der Ortsgruppe Gießen eine Meldung zur Teilnahme an dem Deutschen Turn- und Sportfest in Breslau abgegeben hat. An diesem in Breslau ftattfinbenben Handball-Städte-Turnier sind aus jedem Gau die beiden spielstärksten Stadtmannschaften teilnahme- berechttgt. Da im Gau Hessen inzwischen verschiedene Meldungen ein gelaufen sind, hat der Gau seine beiden Vertreter aus den Städten Kassel, Hanau, Friedberg, Fulda und Gießen zu ermitteln. Diese Ausscheidungsspiele beginnen am 12. Juni. An diesem Tage wird in Gießen ein größerer Mann- schaststag stattfinden, an dem u. a. Mannschaften aus Friedberg, Marburg usw. teilnehmen werden. Es ist verhältnismäßig schwer, aus dem ziemlich zahlreichen Material ohne weiteres die Stadtmannschaft aufzustellen. Man hat sich vielmehr entschlossen, am kommenden Donnerstag ein Auswahlspiel zweier Stadtmannschaften steigen zu lassen, dem bann die endgültige Zusammenstellung der Stabtrnannschast folgen wird. Die beiden Mannschaften rekrutieren sich aus Spielern des Mtv., der Spogg. 1900, MSV. Barbara, Universität und des To. 1846. Die Aufstellungen der beiden Mannschaften: A-Mannschaft: Strack Brenner Birkenstock Graf Hufmann Niest Schüler Winden Schmidt Glänzer Winter Klein Färber Raschack Leuthardt Grund Lübke Schmidt Bingel Groh Engel Brettinger B-Mannschaft: Düsseldorfs Meisterjugend bei 1900. Am ersten Pfingstfeiertag: 1900 1. Jgd. — FC. Düsseldorf-U. la Jgd. 1900 2. Jgd. — FC. Düsseldorf-U. Ib Jgd. Am zweiten Pfingstfeiertag: 1900 1. Jgd. — FC. Großen-Buseck 1. Jgd. Diesmal ist es der Jugenbabteilung der Spieloereinigung 1900 gelungen, einen Gegner zu verpflichten, der mit Fortuna Düsseldorf die Tabelle der Jugendmannschaften anführt. FC. Düsseldorf-Unterrath 1. Jgd. und Fortunas 1. Jgd. lieferten sich in den Verbandsspielen einen zähen Brust-an-Brust- Kampf. Erst im letzten Spiel gelang es Fortuna, die 1. Jgd. von Düsseldorf-Unterrath knapp niederzuringen. Dies genügt, um den Gießener Sportinteressenten zu zeigen, daß Düsseldorf eine Jugend von Können ist. Es ist klar, daß man der ersten Jugend der Blauweißen keine Gewinnchancen einräumen kann. Nur fanatischer Kampfgeist könnte vielleicht eine zu große Niederlage der I. Jgd. der Spielvgg. 1900 vermeiden. Aber hier geht es ja gar nicht um den Sieger, bei diesem Spiel wollen die Blauweißen etwas lernen. Man braucht wohl nicht zu betonen, daß in Düsseldorf ein ganz ande- rer Fußball gespielt wird, als hier. Wir werden in der Spielweise der DüsseÜwrser Jugend einen ganz anderen Elan finden können. Die 1. Jgd. der Blauweißen bestreitet das Spiel in der stärksten Aufstellung. Auch die zweite Jugend der Blauweißen hat die Düsseloorfer zu Gast. Hier kann man wohl etwas zuversichtlicher den Schlußpfiff erwarten. Denn die Jüngsten der Spielvereinigung 1900 sind in technischer Hinsicht der 1. Jugend etwas voraus. Die 2. Jugend der Blauweißen wirb ber Ib-Jugenb aus Düsseldorf einen Sieg nicht leicht machen. Am zweiten Pfingstfeiertag trägt die 1. Jgd. der SpVgg. 1900 ein fälliges Rückspiel gegen die gleiche von Großen-Buseck aus. Das Vorspiel konnten die Gäste knapp für sich entscheiden. Jedoch erhofft man, daß am zweiten Pfingstfeiertag die Blau- weißen den Spieß umdrehen werden. Wirtschaft. Rhein-Mainische Börse. Mttagsbörfe freundlich. Frankfurt a. M., 31. Mai. Die Umsätze sind zwar kaum lebhafter geworden, doch zeigte die Kundschaft heute allgemein etwas mehr Interesse als in der letzten Zeit. Da anderseits die bekannten Abwicklungsverkäufe keinen besonderen Umfang hatten unb zubem aus der Wirtschaft zahlreiche Anregungen Vorlagen, war die Haltung freundlich, und an den Aktienmärkten stellten sich überwiegend Erhöhungen von 0,50 bis 1 v. H. ein. IG. Farben waren zunächst auf kleine Entlastungsverkäufe der Kulisse 0,40 v. H. leichter mit 160,75, wurden aber ■ gleich danach mit 161 gefragt. Von den anderen Chemiewerten befeftigten sich Rütgers- werke um 2,25 v. H. auf 147,90 unb Metallgesellschaft um etwa 1,50 v. H. auf 134,50. Bergbau- werte erhöhten sich bis 0,50 v. H., Harpener gewannen 1 v. H. Maschinenaktien lagen behauptet, Demag im Verlaufe etwas lebhafter mit 146 nach 145,50 (145,65). Elektropapiere zeigten leichte Schwankungen, bis 1 v. H. höher notierten Elektr. Lieferungen unb Felten, währenb Gesfürel unb Bekula je 0,25 v. H. abbröckelten. Von Einzelwerten gingen Hanfwerke Füssen auf 133,50 (135) zurück, Conti- Gummi weiter befestigt auf 208,75 (208,50). Der Rente nm arkt lag vorläufig noch sehr ruhig unb war ohne Erstkurse. Der Pfandbrief markt hatte bei, kleinen Umsätzen unoeränberte Kurse, von Liquidationswerten Rheinische 101,20 (101), Pfälzische 101,65 (101,75). Stabtanleihen notierten mie gestern, Industrie-Obligationen zeigten die üblichen leichten Schwankungen. Reichsbahn-VA. bröckelten auf 125,65 nach unverändert 125,75 ab, Kommunal- Umschuldung schwankten bei lebhafteren Umsätzen zwischen 96,30 bis 96,35. In der zweiten Börsenstunde blieb die Haltung zuversichtlich, bas Geschäft konnte sich auf Teilgebieten etwas beleben. IG. Farben 161,50 nach 160,75, Daimler 147,50 nach 147, Bekula 161,40 bis 161,50 nach 161,50, RWE. 123,75 nach 123,50, fest lagen Siemens mit 202,50 bis 203 (201,25), anderseits Zement Heidelberg weitere 0,25 abbrök- kelnd auf 155 nach 155,50 gestern. Im übrigen zeigten die später notierten Papiere vorwiegend Erhöhungen bis 1 v. H. Der Freiverkehr hatte bei nahezu unveränderten Kursen nur wenig Geschäft, niedriger waren Frankfurter Mafchinenbauanstalt mit 161 (163). — Tagesgelb versteifte sich zum Ultimo auf 3 (2,50) v. H. Abendbörse still und dehauplek. Nach dem teilweise lebhafteren Geschäft im Mittagsverkehr hatte die Abendbörse auf allen Gebieten des Aktienmarktes nur kleine Umsätze zu verzeichnen, da Aufttäge der Kundschaft kaum eingegangen waren unb auch die Unternehmungslust der Berufskreise gering war. Indessen erhielt sich die zuversichtlichere Grundtendenz, unb auch die Kurse lagen zumeist voll behauptet. In den meisten Fällen stellten sich Besserungen von durchschnittlich 0,25 v. H. ein, so u. a. bei Verein. Stahl mit 108,75, Buderus mit 113, Rheinstahl mit 142,75, Bemberg mit 146,50, Daimler mit 148,25, Demag mit 146,25, Deutsche Erdöl mit 138,25, während Berger Tiefbau 0,50 v. H. anzogen auf 149. In der chemischen Gruppe blieben IG. Farben bei wesentlich kleineren Umsätzen mit 161,25 (161,40) gehalten, hingegen stiegen Th. Goldschmidt auf 139,50 (138,75) unb Metallgesellschaft erholten sich auf 134,13 (133,50). Etwas nie-« briger notierten Gebr. Junghans mit 116 (116,75) unb Reichsbank mit 192,50 (193). In Renten fanden keine Umsätze statt, 6 v.H. IG. Farben wurden zu 130 gefragt, Gemeinde-Umschuldung nannte man wie mittags mit 96,32lA. Gießener Gchlachtviehniarkt. Zum gestrigen Gießener Schlachtviehmarkt (Schlachtviehverteilungsmarkt) in der Viehversteigerungshalle Rhein-Main in Gießen wurden 1 Ochse, 9 Bullen, 30 Kühe, 16 Färsen, 159 Kälber, 243 Schweine aufgetrieben. An Preisen wurden erzielt: Ochsen 44 Pf., Bullen 30 bis 42, Kühe 21 bis 42, Färsen 41 bis 43, Kälber 35 bis 65, Schafe 41 Pf. je V» kg Lebendgewicht. Für Schweine wurden je kg Lebendgewicht folgende Preise bezahlt: Klasse a (150 kg und mehr) 1,12 Reichsmark, Klasse bl (135 bis 149,5 kg) 1,10 RM., Klasse b2 (130 bis 134,5 kg) 1,08, Klasse c (100 bis 119,5 kg) 1,04, Klassen d bis f (unter 100 kg) 0,98, Klasse gl unb 1 (fette Specksauen unb Alt- schneiber) 1,06, Klosse g2 unb h (anbere Sauen unb Eber) 1,02 Reichsmark. Marktoerlauf: Großvieh unb Schweine zugeteilt? Kälber lebhaft. Alles ausverkauft. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 31. Mai. Auftrieb: Kälber 1034 (gegen 1132 in ber Vorwoche), Hämmel und Schafe 45 (76), Schweine 5516 (4695). Notiert mürben je 50 kg Lebenbgewicht in RM.: Kälber a) 62 bis 65 (63 bis 65), b) 54 bis 59 (53 bis 59), c) 43 bis 50 (43 bis 50), d) 33 bis 40 (40). Hämmel b2) 48 (46 bis 47), c) 42 bis 45 (36 bis 40); Schafe a) 42 (36 bis 38). Schweine a) 57 (56,50), bl) 59 (55,50), b2) 55 (54,50), c) 53 (52,50), d) 50 (49,50); Sauen gl 54 (53,50). Marktoerlauf: Kälber und Schweine zugeteilt; Hämmel und Schafe mittel. * * Leipziger Verein - Barmenia. Die Leipziger Verein - Barmenia Krankenversicherung für Beamte, freie Berufe und Mittelstand a. G., konnte im Jahre 1937 eine weitere kräftige Aufwärtsentwicklung erzielen. Die Beitragseinnahmen, stiegen auf 36 Mill. Mark, während sich auf ber anderen Seite die Schadenzahlungen mit rund 27 Mill. Mark nicht so stark erhöhten, wie die Prämieneinnahmen. Der günstigere Schadenverlauf ist dem Bericht zufolge ganz allgemein für die Privat- Krankenoersicherung festzustellen. Da auch die Verwaltungskosten vermindert werden konnten, erhöhte sich ber Gewinn beträchtlich. Er wird größtenteils den Rücklagen zugeführt, daneben aber bevölkerungspolitischen Zwecken dienstbar gemacht, indem jedes arische Mitglied für einen Geburtsfall im Jahre 1937 die tarifliche Pauschalleistung der Wochenhilfe nochmals in bar ausgezahlt erhält. Rundfunkprogramm Donnerstag, 2. Juni. 5 Uhr: Frühmusik. 5.45: Ruf ins Land. 6: Morgenlied. Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Frühkonzert.- 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik 8.30: Bäderkonzert. 10: Schulfunk. 11.40: Barkauf oder Borgen? 11.555 Offene Stellen. 12: Mittagskonzert. 13: Nachrichten. 13.15: Mittagskonzert. 14: Nachrichten. 14.10: Das Stündchen nach Tisch ... 15: Für unsere Kinder^ 16: Nachmittagskonzert. 18: Zeitgeschehen. 18.303 Der fröhliche Lautsprecher. 18.50: Allerlei vom Spork der Woche. 19: Nachrichten. 19.10: Klang ber Land* schäft. 20: Unser fingenbes, klingenbes Frankfurt. 223 Nachrichten. 22.20; Unsere Kolonien: Die beut™ Frau in Afrika. 22.30: Unterhaltung unb Tanz. Hl bis 3: Nachtmusik. Das Geheimnis, jeflenlaS schön auszusehen Heute Mittwoch: Premiere! Stadt Mainz Täglich ab 1. Juni: 3744D Der 5 3746A Täglich 4, 6, 8.30 Uhr; 1. Pfingstfeiertag 3. 5.20, 8.30 Uhr. 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