Nr.77 Erstes Matt 188. Zahrgang Freitag, 1. April 1938 krlchelm tögltd), außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild - Die Scholle monats*Be$ugspret$: Mil 4 Verlagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte , 1 80 Zustellgebühr . , -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Fernsprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnach» richten: Anzeiger Stehen pokschecktonto: Frankfurt am Main 11686 Gietzemr Anzeiger General-Anzeiger für Oberheffen Druck und Verlag: vriihlsche Univerfitätsdruckerei «.Lange in Siehen. Schristleitvng und Geschäftsstelle: Schulstrahe 7 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer vis 8'/,Uhr des Vormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 miw Breite 7 Npf., für Text-l anzeigen von 70mm Breits bONpf.,Platzvorschrist nad> vvrh. Dereinbg.25°/„ mehr.« Ermähtgte Grundpreise: Stellen-, Vereins», gemein-1 nützige Anzeigen sowie etn*< spaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf., Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts- tu. behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B Hessen-Nassau huldigt dem Einiger des Reichs. Der große Tag des Gaues Hessen-Nassau. Eigener Bericht des Gießener Anzeigers. Der Führerbesuch in Frankfurt a. M., in der Gauhauptstadt, wurde für den ganzen Gau Hessen- Nassau zu einem festlichen Erlebnis, das Hundert- taufende von Volksgenossen in seinen Bann zog. Hunderttausende nahmen freudigen Anteil. Hundert- taufende nähmen manche Strapaze auf sich, um den Führer sehen zu können! Auch für unsere Stadt Gießen sandte der Führerbesuch in Frankfurt seine Zeichen voraus. SA.- Stürme und die ff, wie auch das NSKK., rüsteten für die Fahrt nach Frankfurt. Zur Vorbereitung der Fahrt waren die Kameraden in Sturmabenden zusammengerufen worden und über ihre Aufgaben, ihr Auftreten in Frankfurt unterrichtet worden. In starken Abordnungen, manche Stürme fast in ihrer ganzen zahlenmäßigen Stärke, traten am gestrigen Donnerstagmorgen zu sehr früher Stunde — schon um 6 Uhr — an, um zum Bahnhof zu marschieren und in einem Sonderzug nach Frankfurt zu fahren. Schon bei guter Zeit waren sie in Frankfurt. Bald wurden sie für die Absperrung eingeteilt. Die Mannschaften, auch unsere Gießener Formationen, hatten gestern kein leichtes Amt. Aber jeder nahm die Mühen gern auf sich! Wurde doch jedem Kameraden in der SA., der ff, des NSKK. bestimmt Gelegenheit geboten, den Führer zu sehen, dem Führer nahe zu sein. Ueber die Beteiligung unserer Gießener Formationen hinaus ließen es sich viele Volksgenossen aus unserer Stadt nicht nehmen, mit dabei zu sein. Durch die NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" wurden allein zwei Sonderzüge eingesetzt, mit denen um die Mittagsstunde über 2000 Teilnehmer nach der Gauhauptstadt fuhren. Wie wir hören, wäre es auch nicht schwer gefallen, einen dritten Zug für die Fahrt nach Frankfurt, für die Fahrt zum Führer, zu füllen. (Eine Vorstellung von dem freudigen Widerhall des Führerbesuches kann man sich machen, wenn man hört, daß von der NS.- Gemeinschaft „Kraft durch Freude" im Gaugebiet allein 80 Sonderzüge nach Frankfurt geführt worden waren.) Zahlreiche Betriebe in unserer Stadt gaben für den gestrigen Donnerstag ihre Gefolgschaften frei und führten mit der Eisenbahn und in Omnibussen Fahrten zur Gauhauptstadt durch. So war es denn kein Wunder, daß man gestern in Frankfurt manches bekannte Gesicht sah. Tausende von Kraftwagen, Hunderte von Omnibussen strebten gestern um die Mittagsstunde aus weitem Umkreis der Rhein-Main-Metropole zu. Auf der Reichsautobahn fuhren ganze Autokolonnen von Nord und von Süd nach Frankfurt. Frühzeitig schon mußte der Strom der Fahrzeuge von der Reichsautobahn-Kreuzung (Gießen — Darmstadt / Wiesbaden — Frankfurt), dem Hauptzufahrtspunkt der Stadt Frankfurt, über Frankfurt-Süd umgeleitet werden. Wer über die Reichsautobahn die Gauhauptstadt erreichte, geriet schon frühzeitig in die festliche Stimmung des Tages. Von der großen Kreuzung her grüßte schon von.weitem ein Fahnenwald, der sich in einem Fahnenspalier bis in das Herz bet Stadt hinein fortfetzte. Die Stadt Frankfurt im Festschninck. Frankfurt a. M. stand schon rein äußerlich völlig im Zeichen des Füyrerbesuches. Die Geschäfte und die Betriebe waren von der Mittagsstunde ab alle geschlossen. Das lebhafte Rot der Fahnen beherrschte allenthalben das Straßenbild. In allen den Straßen, die der Führer auf seiner Fahrt vom Hauptbahnhof zum Römer, auf der Fahrt vom Römer zum Baseler Hof, vom Hotel bis zur Festhalle zu passieren hatte, waren die Häuser mit frischgrünen Girlanden geschmückt. Am Bahnhof waren zwei 10 Meter hohe Säulen errichtet worden, die durch das Hoheitszeichen der Bewegung noch überhöht wurden. Auch, vor der Festhalle standen Pylonen, während ringsum Straßen und^ Plätze mit vielen Fahnen geschmückt waren. In herrlichem Schmucke bot sich das Gebäude der Oberpostdirektion dar, das in einem Teil seiner Front ganz mit Flaggentuch und mit frischem Grün verkleidet war. Goldene und silberne Kränze und Schleifen vervollständigten den Schmuck. In der Stadt waren ganze Straßenzüge, ja der ganze Stadtteil zwischen dem Hauptbahnhof und dem Römer, von jedem Fährverkehr abgeriegelt. In den Seitenstraßen, die zu Parkstraßen erklärt worden waren,, stand Wagen hinter Wagen. An anderen Plätzen schien es, als feien die Kraftfahrzeuge aus dem ganzen Gau zu einer Heerschau gekommen. Die Omnibusse scharten sich an wieder anderen Stellen zu förmlichen Wagenburgen. 3n Erwartung des Führers. In den Straßen des Stadtzentrums wogte in den Mittagsstunden ein Strom von Menschen, der von Minute zu Minute stärker wurde. Bald aber schien es, als wolle dieser Menschenstrom mehr und mehr in sich erstarren. Und so war es auch! Frühzeitig sicherten sich Hunderttausende den Platz an den Straßen, die der Führer zu durchfahren hatte, sicherten sich einen guten Platz hinter den festen Ketten der SA., die in einem zwei Mann starken Glied die Fahrbahnen säumten. Die Absperrmannschaften mußten sich von Kamerad zu Kamerad fest unterhaken, um der Brandung der Menschenmassen widerstehen und auf ihrem angewiesenen Platz verharren zu können. Hinter den lebendigen Absperrketten wuchs die Menschenmauer immer mehr an und kaum reichten die breiten Bürgersteige aus, um allen denjenigen Platz zu geben, die den Führer sehen wollten. Da aber die Volksgenossen in den hinteren Reihen der Menschenmauern schwerlich über die Köpfe der vor ihnen Stehenden hinwegsehen konnten, so war es kein Wunder, daß sich die Menschenmauer auch in die dritte Dimension aufbaute, also nicht nur in Länge und Breite, sondern auch in die Höhe wuchs. Alle erreichbaren Leitern waren aus Haus und Hof herbeigeschleppt worden, und oft standen sechs und acht Volksgenossen auf diesen Leitern, denen man niemals zugetraut hätte, daß sie eine solche Belastung gestatten würden. Selbstverständlich wurden auch viele Stühle auf den Gehsteig gebracht und auch auf diesen Stühlen teilte man sich oft brüderlich in den Stehplatz. Jeder Sockel einer Säule, jeder Schaufenstersockel bot Gelegenheit, den Standpunkt etwas über die Höhe des Gehsteiges zu verlegen und bessere Sicht auf die Straße und über die Menschenmauer hinweg zu gestatten. Die Jugend gar unternahm manche kühne Kletterpartie auf die Bäume, entlang den Straßen, boten sie doch in ihren Astwinkeln Sitzgelegenheit, wenn sie auch nicht gerade bequem genannt werden konnte. Auch die Maste für die Straßenbeleuchtung boten erhöhten Stehplatz Hinter allen Schaufenstern hatten sich die Frankfurter Volksgenossen Tische und Stühle aufgestellt, um durch das Schaufenster hindurch und über die Köpfe der Vie- Des Führers Lriuniphfahrt durch Frauksuri. tAujy.r Schwarz, NSG.) ..... .. < <- M :> P M S MM Der Führer vor der Front der Ehrenformationen. (Aufn.: Schwarz, NSG.) len hinweg den Führer sehen zu können. Selbstverständlich waren die vielen Balkone, die in den Hauptstraßen fast einem jeden Hause und in jedem Stockwerk oorgebaut sind, willkommene und geradezu ideale Aussichtspunkte, die denn auch überreichlich in Anspruch genommen wurden. UeberaU in den dichten Menschenmauern sah man auch die kleinen und kleinsten Kinder, denn, da niemand versäumen wollte, den Führer 'zu sehen, mußte man auch die Kinder mitnehmen, die ja nicht unbeaufsichtigt zu Hause gelassen werden konnten. Jubelnder Empfang. DNV. 16.55 Uhr traf der Führer auf dem Frankfurter Hauptbahnhof ein. Der Zug war unterwegs etwas aufgehalten worden, da auf allen Zwischenstationen mit Rücksicht auf. die begeisterten Menschenmengen etwas langsamer gefahren wurde. Nachdem der Führer den Zug verlassen hatte, begrüßte er zunächst den Gauleiter Sprenger, die kommandierenden Generäle Dollmann und Schroth, den Oberpräsidenten Prinz Philipp von Hessen und die übrigen zum Empfang erschienenen Persönlichkeiten. Dann richtete (Sauleiter Sprenger kurze Worte der Begrüßung an den Führer, nach denen dieser, in dessen Begleitung sich SA.-Obergruppenführer Brückner, 'Reichsführer ff Himmler, Reichs- preffechef Dr. Dietrich, ^-Obergruppenführer Sepp Dietrich und Staatssekretär Backe befanden, durch die Vorhalle zum Bahnhofsvorplatz schritt, wo die unübersehbare Menschenmenge in einen unbeschreiblichen Jubel ausbrach, der sich immer und immer wiederholte, als die Tochter des Gauleiters dem Führer einen prächtigen Blumenstrauß überreichte. Nachdem der Führer die Fronten der Ehrenformationen der Gliederungen der Partei, der Wehrmacht, der -MVerfügungs- truppe und der Schutzpolizei in Begleitung des Gauleiters und des Kommandierenden Generals Dollmann abgeschritten hatte, bestieg er seinen Wagen und hielt nun seinen triumphalen Einzug in die alte Reichsstadt. Hunderttausende, fast alle mit kleinen Fähnchen in den Händen, umsäumen den Weg des Führers und gestalten ihn zu einem unvergleichlichen Bekenntnis eines Volkes zu feinem Führer. Als der Wagen des Führers am Schillerplatz eintrifft, fetzt das Geläut der Glocken ein, das ihn bis zum Römerberg begleitet. Der Führer kommt... Mit unerschütterlicher Geduld standen die Hunderttausende von Volksgenossen auf ihren eingenommenen oder gar erkämpften Plätzen. Von Minute zu Minute steigerte sich, als der Zeitpunkt der Ankunft des Führers heranrückte, die Stimmung der hochgemuten Erwartung. Mit Windeseile und in Bruchteilen von Minuten pflanzte sich in den Menschenmauern die Kunde fort, als der Führer im Hauptbahnhof angekommen war und den Bahnhofsvorplatz betreten hatte. Kaum eine Minute, nachdem der Führer vor dem Hauptbahnhof den Wagen bestieg, wußten es auch alle jene Volksgenossen schon, die am Römer die Menschenmauer bildeten. Wie ein elektrischer Funke pflanzte sich die Kunde von der Ankunft des Führers in Frankfurt als freudige Erregung in den Menschenmassen fort. Bald jagten die Kameraden der ff mit der gelben Flagge auf Motorrädern und in Kraftwagen durch die Straßen und ließen damit wissen, daß der Führer jeden Augenblick kommen mußte. Bald brauste denn auch, zunächst am Bahnhof, der Jubel der Tausende auf, die den Bahnhofsvorplatz in weitem Runde säumten, als der Führer die Fahrt nach der Stadt antrat. Der Jubel und die Begeisterung der Massen brausten dann wie ein Sturmwind vor und um den Führer her. Die vielen Fähnchen und viele Taschentücher wurden geschwungen. Hunderttausende von Händen waren zum deutschen Gruß erhoben. Viele Volksgenossen gaben ihrer Begeisterung durch laute „Sieg-Heil!"-Rufe Ausdruck. Wieder andere standen stumm und ergriffen mit der erhobenen Hand an der Straße und grüßten den Führer wohl nicht weniger herzlich wie jene, die ihrer Begeisterung lauten Ausdruck zu geben vermochten. So wurde die Fahrt des Führers durch Frankfurt'wieder eine Triumpffahrt sondergleichen, so wie sie der Führer nun schon oft erlebt hatte, weil ihm überall die Herzen seines Volkes in gleicher Liebe und schier überirdischer Verehrung entgegenschlagen. Hunderttausende gaben sich nicht damit zufrieden, den Führer einmal gesehen zu haben. Hunderttausende verharrten auf ihrem Platz, um den Führer auch auf der Rückfahrt zum Baseler Hof noch einmal zu sehen. Viele versuchten dann auch noch, über die dichte Menschenmauer hinweg, den Führer zu sehen, als er vom Hotel zur Festhalle fuhr. Als der Führer dann in der Festhalle sprach, hörten die Menschenmassen, die in der Festhalle keinen Einlaß finden konnten, in den Straßen und über das große Netz der 57 Lautsprecher die Rede des Führers. Auf dem Römerberg. Festlicher Empfang im Römer. Der Römerberg bietet ein phantastisches Bild, und der Zeil her brausende Heilrufe das Nahen des Halbkreis von zahlreichen Masten in langen Bahnen die Hakenkreuzfahnen und die Fahnen der Stadt Frankfurt. Besonders prächtig nimmt sich die Fassade des Römers aus, dessen überaus reicher Fahnenschmuck durch lange goldene Fahnenbänder noch verschönt ist. Vom Turm, der uralten Nicolaikirche wehen lange, bis zur Hälfte des Turmes reichende Fahnen herab, die malerischen Dächer überragt der fahnengeschmückte Dom. Kopf an Kopf bis tief in die einmündenden Gassen hinein stehen die Menschen zu Zehntausenden und schwingen ihre Fähnchen. Wie Trauben hängen sie an den Fenstern der Giebelhäuser. Als von der Hauptwache und der Zeil her brausende Heil-Rufe das Nahen des Führers ankündigen, bemächtigt sich der unübersehbaren Menschenmenge auf dem Römerberg eine unbeschreibliche Begeisterung. Der Führer grüßt mit erhobenem Arm die ihm zujubelnde Menge und betritt dann den ehrwürdigen Römer. Am Eingang zur Römerhalle wird der Führer vom Oberbürgermeister der Stadt Frankfurt a. M., Staatsrat Dr. Krebs, mit kurzen Worten begrüßt unö durch die herrlich geschmückte Römerhalle über die von prächtigem Blumenschmuck flankierte Kaisertreppe zum Kaisersaal geleitet. In diesem von der Geschichte des ersten Deutschen Reiches durchwobenen Saal, dessen Wände die Bilder deutscher Kaiser vergangener Jahrhunderte schmücken, hotten sich die Gauamtsleiter, die Generale, die Führer der Gliederungen, Kreisleiter, Behörden und Stadträte und Ratsherren eingefunden. Der Führer begrüßte jeden einzelnen mit Handschlag und dann richtete Oberbürgermeister Staatsrat Dr. Krebs eine Begrüßungsansprache an den Führer. Der Wiükommengruß des Stadtoberhaupts. Dr. Krebs gab der tiefen Empfindung der Bevölkerung der Stadt des Deutschen Handwerks Ausdruck, da der Führer, der Ehrenbürger dieser Stadt ist, zum ersten Male den historischen Kaisersaal betrat. Er entwickelte dann ein Bild der Geschichte der Stadt. An Hand der den Kaisersaal schmückenden Bilder könne man den glanzvollen Aufstieg des Reiches und aber auch seinen tiefen Niedergang durch die fürstliche Zersplitterung verfolgen. Der Oberbürgermeister fuhr dann fort: „Ihnen, mein Führer, blieb es durch die Vorsehung vorbehalten und Ihrer genialen Schöpferkraft ist es gelungen, das wahre Reich der Deutschen zu schaffen, das sich nicht stützt auf Bundesverträge und nicht gründet auf die Souveränität von Staaten und Landern, sondern einzig und allein wurzelt in der Souveränität des Deutschen Volkes und in der Liebe des ganzen Volkes zu seinem als Retter aus dem Chaos erstandenen Führer, und dessen staatliches Leben sich vollzieht unter dem großen und ewigen Gedanken: Ein Reich, ein Volk, ein Führer... Dieses Werk haben Sie durch die Eingliederung der deutschen Ostmark in das großdeutsche Volksreich gekrönt. Als Sohn dieses gequälten Landes haben Sie den Ruf nach Befreiung vernommen, der zu uns ins Reich herüber- drang? und haben dieses Land wieder heimgeführt ins Reich, wie ein Vater den in die Irre gegangenen Sohn ins Vaterhaus zurückführt: Nicht mit Gewalt, nicht mit Terror haben Sie den Anschluß erzwungen, sondern mit dem Zauberstab des Glaubens und der Liebe haben Sie sich die Herzen unserer Stammesbrüder geöffnet und haben sie fest an sich und an das Großdeutsche Reich geschmiedet. Sie rufen uns auf zu einer großen weltgeschichtlichen Tat und zu einem Treuebekenntnis zu Ihnen und Ihrem unvergänglichen Werk. Der 10. April wird Ihnen beweisen, daß die Stadt des deutschen Handwerks ihres Ehrenbürgers würdig ist, zu ihm steht in unverbrüchlicher Treue und unauflöslicher Verbundenheit, solange die Herzen deutscher Männer und Frauen in ihr schlagen. Heil mein Führer!" Des Führers Dank. In tief bewegten Worten gibt daraus der Führer der Bedeutung dieser denkwürdigen Stunde Ausdruck: „Ich bin glücklich, daß ich diese Stobt heute betreten kann als Vollender einer Sehnsucht, die einst hier ihren tiefsten Ausdruck fand, und ich bin vor allem glücklich, daß ich dabei zum ersten Male in meinem Leben in diesem herrlichen Saale weile. Das Werk, für das vor 90 Jahren unsere Vorfahren kämpften und bluteten, kann nunmehr als vollbracht angesehen werden. Ich bin dabei der lleberzeugung und der felsenfesten Zuversicht, daß dieses Werk, das neue Großdeutsche Reich, für alle Zukunft bestehen wird, und es ist getragen vom deutschen Volke selb st und gegründet auf die unvergängliche Sehnsucht des deutschen Volkes nach einem Reich." Mit herzlichen Worten dankte der Führer abschließend der Bevölkerung der Stadt Frankfurt am Main für den Empfang, den sie ihm bereitet hat. Die Zehntausende auf dem Römerberg, die den feierlichen Begrüßungsakt, durch Lautsprecher übertragen, miterlebt hatten, verlangten nun stürmisch nach dem Führer. Ihr durch ununterbrochene Sprechchöre zum Ausdruck gebrachter Wunsch wurde erfüllt. Die Tür zum Balkon des Kaisersaals öffnete sich, und als der Führer mit dem Gauleiter auf den Balkon hinaustrat, brauste der Jubel orkanartig über den Platz und brach sich in vielfältigem Echo an den Wänden der schmucken Fachwerkhäuser. Immer wieder grüßte der Führer die Menge, die nicht müde wurde in ihren begeisterten Treuebezeugungen. Nachdem dann der Führer sich im Kurfürstenzimmer in das Goldene Buch der Stadt Frankfurt eingetragen und unter Führung von Gauleiter Sprenger und Oberbürgermeister Staatsrat Dr. Krebs noch den Bürgersaal mit seinen großen historischen Wandgemälden besichtigt hatte, verließ er den Römer. Die Fahrt des Führers zum Hotel „Baseler Hof" gestaltete sich zu einem neuen Triumphzug. Auf dem Wiesenhüttenplatz, vor dem „Baseler Hof", warten dann Zehntausende auf die Abfahrt des Führers zu der Kundgebung in der Festhalle. In Sprechchören rufen sie ununterbrochen nach dem Führer, der denn auch wiederholt, um- brandet von leidenschaftlicher Begeisterung, sich auf dem Balkon des Hotels zeigt. Oie Führer-Kundgebung in der Festhalte. Jubelndes Bekenntnis Hessen-Nassaus zu Volk, Führer und Reich. Eigener Äerichi des Gießener Anzeigers. Nun sitzen wir in der Frankfurter Festhalle, der Stätte so vieler großer Massenkundgebungen der nationalsozialistischen Bewegung. Das weite Rund der mit festlichem Rot bespannten Ränge des in seiner kühnen Eisenkonstruktion immer noch imposanten Hallenbaues ist nun, schon fast zwei Stunden vor Beginn der Kundgebung, ein schwarzwoaendes Menschenmeer. Kopf an Kopf ziehen sich die Rechen bis auf die höchsten Galerien unter das Glasdach hinauf. Auch im Parterre füllt sich Block auf Block, ein Querschnitt des ganzen Volkes, das aus allen Teilen Hessen-Nassaus heute freudigbewegten Herzens in die Gauhauptstadt geeilt ist, um dem Führer zu huldigen. Wie die ganze Westmark , so vermag auch unser Gau ganz besonders die Größe und Kühnheit der Befreiungstat des Führers zu ermessen, die drüben im deutschen Südosten Millionen deutscher Volksgenossen von dem brutalen Terror eines ebenso intriganten wie herrschsüchtigen und machtlüsternen Regimes erlöste und das herrliche Kleinod, das Land Oesterreich, wieder in die Krone des Reiches einfügte. Mit Fug und Recht hat der Führer in seiner Ansprache im Kölner Gürzenich daran erinnert, daß ja auch für die deutsche Westmark erst vor zwei Jahren die Befreiungsstunde geschlagen hatte, als das Reich nach Wiedererringung der Wehrfreiheit auch die bis dahin entmilitarisierte Zone der Westmark wieder in seinen starken Schutz nahm. So empfindet man hier in Frankfurt, wo erst vor so kurzer Zeit — mag es uns auch im unerhört raschen Ablauf der großen Ereignisse dieser letzten fünf Jahre seit der nationalsozialistischen Machtergreifung fast eine Ewigkeit dünken — die gänzlich überraschend einrückenden Truppen der deutschen Wehrmacht und die ersten Geschwader der jungen deutschen Luftwaffe jubelnd begrüßt worden sind, so empfindet man hier doppelt mit den österreichischen Brüdern, die in diesen Tagen dank Dem kühnen Entschluß des Führers ähnlich überraschend reichsdeutsche Soldaten und reichsdeutsche Geschwader als Befreier und Boten einer neuen schöneren Zukunft in der Einheit des großen deutschen Volksreiches umjubeln durften. Diese Analogität der Ereignisse drängt sich besonders in dieser Halle auf, in der das Volk Hessen-Nassaus einst nach jener nicht minder kühnen, erst wahrhaft eine eindeutige Lage schaffenden Befteiung der Rheinlande dem Führer in einer großartigen Kundgebung der Treue und Dankbarheit huldigte. Und nun bildet die Festhalle wieder das vertraute Bild der in erwartungsvoller Spannung harrenden Menge, die inzwischen auch den letzten Platz im weiten Rund gefüllt hat. Von der hohen Kuppel wallen die viele Meter lange Fahnen der Partei und ihrer Gliederungen in den Saal herab, die Symbole der SA. und ff, des Reichsarbeitsdienstes und der Deutschen Arbeitsfront, der Hitler-Jugend und des Jungvolks. Mahnende Spruchbänder mit zündenden Parolen für die Volksabstimmung unterbrechen das Rot an der Brüstung der Ränge. Mit größter Anteilnahme folgt die Menge dem feierlichen Einmarsch der Fahnen und Standarten, unter denen zum ersten Male auch die Ehrenzeichen der Wehrmacht aufmarschieren. Zwischen die Blöcke der Zuhörer im Parterre rücken breite Kolonnen Politischer Leiter und Soldaten der Wehrmacht im Stahlhelm, ein eindrucksvolles Symbol der Einheit von Partei und Wehrmacht im nationalsozialistischen Staat. Die hohe Rednerkanzel an der Stirnseite der Festhalle ist überhöht von einem großen silbernen Hoheitszeichen auf tiefrotem Hintergrund, vor dem die Standarten der SA. - Gruppe Hessen Aufstellung nehmen. Gauleiter Sprenger eröffnet die Kundgebung. Nun löst sich die Spannung, unter dem Jubel der Massen betritt Gauleiter Sprenger die Ehrentribüne und eröffnet die Kundgebung mit einem Gedenken aller derjenigen, die ihr Leben für Deutschland hingegeben haben, der Millionen Opfer des Weltkrieges in Deutschland und im ehemaligen Deutsch-Oesterreich, der Nationalsozialisten, die in Treue zu Volk, Führer und Reich gefallen sind, und auch all derer, die an ihren Arbeitsstätten ihr Leben für ihr Volk ließen, insbesondere der Opfer, die eben erst das Bauunglück auf dem Luftschiffhafen Rhein-Main gefordert hat. In ergriffenem Schweigen ehrt die gewaltige Versammlung nach den ernsten Worten des Gauleiters die gefallenen Helden des deutschen Volkes. Der Gauleiter hak feine Ansprache gerade beendet, als der Führer nach einer beispiellosen Triumphfahrk durch die Straßen Frankfurts die Fe st Halle betritt. Sobald er auf der Ehrentribüne sichtbar wird, brechen die Massen in eine Begeisterung ohnegleichen aus, alles hat sich von seinen Plätzen erhoben und jubelt, ergriffen von der Größe des Augenblicks, dem Befreier und Einiger des deutschen Volkes zu, als er die Treppe herabschreitet und nun unter dem leidenschaftlichen, sich minutenlang wiederholenden Sieg-Heil der Massen an die Brüstung der Empore tritt und nach allen Seiten mit freundlicher Geste für den überwältigenden Empfang dankt. Roch einmal erhebt fich der Beifallssturm der Massen, als der Gauleiter den Führer begrüßt. Dann betritt der Führer selbst die Rednerkanzel. 3m Vanne der Rede des Führers. Deine Stimme dem Führer denn er allein hat deinen Wunsch nach Gründung einer Familie, den du früher aus Sorge um dos ungewisse Schicksal nicht verwirklichen konntest, zu erfüllen vermocht. Die Familie steht heute unter dem Schuh des Staates, ihre Gründung wird durch zahlreiche Btoßnahmen, wie durch Ehestandsdarlehen und durch eine wahrhaft foziale Steuerpolitik, nachdrücklichst unterstützt. Auf diesem Wege wird weiter zielbewußt fortgeschritten werden: der kommende Familienlastenausgleich und anderes mehr werden dafür Sorge tragen, daß kein kinderreiches Ehepaar mehr sich in Sorge um das Schicksal der Kinder, die es dem Volke gMw« h-j, z« serzehre» tzr-sHt,__ Der Führer spricht. Erst noch Minuten legt sich der Beifall, und der Führer kann beginnen. Die geschichtliche Atmosphäre der alten Krönungsstadt der römischen Kaiser deutscher Nation hat ihn umfangen, kaum eine Stadt hat in der Vergangenheit so zahlreiche Beziehungen zur Geschichte der Einheit des Reiches, und so beginnt auch der Führer mit dem vor neunzig Jahren hier in der Deutschen Nationalversammlung der Pa uls- kirche unternommenen Versuch, dem Volke der Deutschen ein Reich zu geben, und damit die Sehnsucht der deutschen Blutsgemeinschaft zu erfüllen. Mit atemloser Spannung folgt die Menge dem weitausholenden geschichtlichen Rückblick, 'Den der Führer gibt. Deutschland war damals noch zu sehr befangen in stammesmäßigen und dynastischen Vorstellungen, um für eine Einheit von Staat und Volk in einem großen starken Reich reif zu fein. Das schuf erst die kleindeutfche Lösung Bismarcks, der als einer der größten Staatsmänner der Geschichte das unter den damaligen Verhältnissen einzig Mögliche, nämlich den festen staatlichen Kern formte, den auch der Weltkrieg nicht zu zerbrechen vermocht hat. Ader erst die nationalsozialistische Idee, so stellt der Führer unter der jubelnden Zustimmung der Massen fest, konnte das Volk selbst an Stelle der einzelnen deutschen Stämme in den Mittelpunkt rücken. Nun schildert der Führer als der tiefschauende und -schürfende wahrhafte Praeceptor Germaniae der gebannt seinen Worten lauschenden Menge, wie gerade im Augenblick der staatlichen Einigung der Klassenkampf es unternahm, das Volk in sich aufzuspalten und im Jahre 1918 an sein Ziel gelangte. Ein Sfurm der Begeisterung pflichtete dem Führer bei, als er nun bas vor ihm stehenbe Problem ber Wiedervereinigung ber auselnan- berklaffenben Massen bes Volkes aufgriff. Sieger konnte babei, fo rief bet Führer unter sich immer wieberholenben Ausbrüchen ber Begeisterung aus, nur bie deutsche Ration fein. Wenn bas nationale unb bas sozialistische Jbeal bis bahin als völlig unvereinbar mitein- dtiber angesehen würbe, so mußte nun beibes miteinander oerbunben werben, benn beibes ist nichts anberes, als bas Aufgehen im Dienst feines Volkes unb höchstes Verantwortungsgefühl feinem Volke gegenüber. Die ganz im Bann ber Worte bes Führers ftehenben Massen zollen ihm hingerissen Beifall, als er davon spricht, bah er als Frontsoldat bes Weltkriege» für sich bas Recht in Anspruch nehmen burfte, bie Grunbsähe eines neuen Rationalismus unb eines neuen Sozialismus in ber Derbinbung zu einem neuen Jbeal zu proklamieren. (Ergriffen folgen die Massen dem Rückblick, den der Führer nun auf das Werden der Bewegung wirft. Tosender Beifall kommt aus jugendlichen Kehlen, als der Führer davon spricht, daß in Zukunft nun schon d i e Jugend in die große Schule der Bewegung eintreten wird, um zur Volksgemeinschaft erzogen zu werden, und daß man nur jeden armseligen Tropf bedauern könne, der sich von dem größten Glück der Gegenwart, lebendiges Glied dieser Volksgemeinschaft zu sein, ausschlösse. Immer wieder brausen die Beifallsstürme zur Rednerkanzel empor, als der Führer feststellt, daß heute die Sehnsucht des 75-Millionen- vslteL Ütt Deutschen nach eines Zahne unb einem Reich erfüllt worben ist. Neuer Jubel der Menge rufen die Worte des Dankes hervor, die der Führer den Kämpfern der Bewegung zollt, die bescheiden in aller Stille, aber aus dem tiefen Drang des Herzens heraus als wahre Idealisten ihre Arbeit an der Volksgemeinschaft tun. Minutenlang tosen her Beifall unterbricht den Führer, als er davon spricht, baß bie Werbekraft bes nationalsozialistischen Ideals alle Menschen deutschen Blutes erfaßt habe unb er bann fest stellt: „Ich bin nicht Theoretiker geblieben, was ich jahrelang unserer Bewegung ver- künbet hatte, habe ich auch erreicht unb durch- geseht!" Fasziniert von ber Gewalt seiner Rebe folgen bie Massen in immer wachsenber Spannung bcn Worten bes Führers, als er feststellt, • baß Dentfchlanb aus bcn Fesseln bes schamlosen Friebensbiktats erlöst würbe unb mit erneuten Stürmen ber Begeisterung zollt bie große Versammlung bem Führer ihren Dank, als er erklärt, baß er seit fünf Jahren Blatt um Blatt bieses nichtswürdigen Vertrages aus feinem Einbanb herausgerissen habe, nicht als Rechtsbrecher, fonbern a l s Dieberhersteller bes Rechtes. Jedes Wort des Führers bekräftigt die aufs Tiefste ergriffene Menge mit nicht endenwollendem Beifall, der sich zu orkanartigem Jubel steigert, als der Führer davon spricht, daß ihn das Schicksal gesegnet habe, als es ihm erlaubte, feine Heimat in das Reich zurückzuführen. Man spürt die innere Bewegung, die ihn überkommt in der (Erinnerung an die Erlebnisse der letzten Tage, als er von dem furchtbaren Elend spricht, das die gewaltsame Trennung Oesterreichs vom Reich verursacht hatte. Und neuer Jubel unterbricht ihn, als er mit stolzer Genugtuung feststellt: „In drei Tagen haben wir einen Staat Durch eine Idee erobert." Mit einem großen Blick umfaßt der Führer die Massen, die als die Repräsentanten der lebendigen deutschen Volksgemeinschaft vor ihm sitzen, wie er erklärt, daß wir nun ein neues Buch deutscher Geschichte angelegt hätten, das als ersten Eintrag das millionenfache Ja des deutschen Volkes am 10. April enthalten solle. Die innere Bewegung, mit ber ber Führer bann von seiner Mission spricht, in bereu Dienst er von Laub zu Laub gepilgert sei, springt auf bie Massen Über, bie in kaum vorstellbarer Begeisterung ihm immer wieber stürmische hul- bigungen barbringen, als er zum Schluß erklärt, er habe so viel für bas deutsche Volk getan, batz jetzt bas beutsche Volk am 10. April auch für ihn an bie Wahlurne treten müsse. Die Begeisterung ber Massen kennt keine Grenzen, sie entlädt sich in minutenlangem hände- klatschen unb Heil-Rufen auf ben Führer, in benen bas Gelöbnis unwanbelbarer Treue zu Führer, Volk unb Reich zum Ausbruck kommt. Das Eine ist gewiß: bas Volk Hessen - Rassaus wirb am 10. April einmütig seine Pflicht tun! Festlicher Ausklang. Die Nacht hatte sich über die ganz von festlicher Stimmung erfüllte Stadt gesenkt, als die Kundgebung in der Festhalle zu Ende war» Viele Schein« werfer gossen ihr strahlendes Licht über Straßen- züge, über Plätze und über Häuserfronten aus. An vielen Fenstern erglühten Lichterketten in Rot, Grün und Blau. Dor ber Festhalte sandte ein Springbrunnen, magisch von unten her beleuchtet, seine Wassermengen silberschimmernd empor. Die Front des Gebäudes der Oberpoftdirektion bot sich im Lichte vieler Scheinwerfer in einzigartiger Pracht und Schönheit dar. Noch einmal umbrandete dann der Jubel den Führer, als er wieder in das Zentrum der Stadt zurückfuhr. Dann erst lösten sich die Menschen- mauern auf, dann erst wurde es hinter den Reihen der Absperrmannschaften lichter und schließlich konnten sich auch die Kameraden, die den ganzen Tag schweren Dienst hatten, zu Marschkolonnen formieren unb — soweit sie von auswärts herangezogen waren — zum Bahnhof marschieren. Dann kam auch Bewegung in die Wagenburgen der Parkplätze und in unablässigem Strom fuhren die Wagen den Stadtausgängen und den Auffahrten der Reichsautobahn zu. Erst spät nach Mitternacht wurde es in den Straßen der Gauhauptstadt stiller, erst spät klang der ereignisreiche Tag aus, der so vielen Volksgenossen unseres Gaues das erneute Erlebnis der überragenden Persönlichkeit des Führers gebracht hatte. Oie erste Abstimmung. Ein einmütiges Ja an Bord des Schulkreuzers „Emden". Bilbao, 31.März. (DNB.) Die erste Abstirn« mung für bas wiedervereinigte Reich sand am Donnerstag an Bord des Schulkreuzers „Emden" im Hafen von Bilbao statt. An der Abstimmung nahmen die in Bilbao und der, näheren und weiteren Umgebung wohnenden Deutschen und Deutschösterreicher sowie die Besatzungen der zur Zeit in Bilbao liegenden deutschen Handelsschiffe teil. Es wurden weit über 400 Stimmen abgegeben, die Hundert vom Hundert auf „I a" lauteten. Die Wahlbeteiligung betrug auf Grund der Abstimmungslisten ebenfalls hundert vom Hundert. Auch die Kranken, darunter eine 76jährige Greisin aus Oesterreich, waren erschienen. Mehrere Volksgenossen hatten den 250 Kilometer weiten Weg von Burgos nach Bilbao zurückgelegt. Andere kamen aus Vitoria und noch entfernteren Orten. Der Schulkreuzer „Emden" lief um 17 Uhr unter ben Klängen ber Nationalhymnen und unter den brausenden Sieg-Heil-Rufen von mehreren hundert Deutschen wieder aus. Oie österreichische Legion kehrt in die Heimat zurück. Jubelnder Empfang in Salzburg. Salzburg, 31. März. (DNB.) Schon in aller Frühe ist hier die halbe Stadt auf ben Beinen. Väter, Söhne und Brüder werden über bie alte Grenze in die befreite Heimat einrücken. In Frei- lassing, auf bayerischem Boden< empfängt die L e - g i o n ihre letzten Befehle. Die braunen Kämpfer mit dem Edelweiß an ber Mütze fiebern vor Un-- gebulb. Dann bie letzten Signale, bie letzten Korn- manbos! Die Männer ber Legion springen in bie Wagen. In schnurgeraber Linie reihen sie sich ein, Punkt 7 Uhr rollt bas erste Fahrzeug über bie alte Reichsgrenze mit dem Führer ber Legion, Obergruppenführer Reschny, unb bann rollt Lastwagen auf Lastwagen mit den Männern ber Legion über die Brücke, hinein in das jubelnde und ergriffene Salzburg. Um 8 Uhr marschiert ein Chrensturmbann ber Legion, der kurz vor bem Weichbild ber Stadt die Wagen verlassen hat, im Paradeschritt auf dem Domplatz auf. Der Gauleiter von Salzburg, Winter st eiger, heißt bie Legion in der befreiten Heimat willkommen unb gibt ber Freude Ausdruck, daß sie bie Fahnen wieder mitgebracht hat, bie bas Land so lange vermissen mußte. Obergruppenführer R e s ch n y erinnert an die Zeit vor 15 Jahren, als der damalige Oberste SA.-Führer Hermann Göring der Salzburger SA. die erste Sturmfahne übergeben hat. Unter ben Klängen bes Präsentiermarsches geben die Legionäre die alten Sturmfahnen, die sie draußen im Reich so treu und sicher verwahrt hatten, zurück in die Hände ihrer Kameraden der Brigade Salzburg. Der erste Gruß der Legionäre gilt ben Toten der Bewegung. Die heimgekehrten Fahnen senken sich, die Hände recken sich zum stummen Gruß, und die Kapelle spielt bas Lieb „Ich halt' einen Kameraden". Aus der Domkirche klingt das Lied Horst Wessels. Ein Sprecher verliest bte Namen ber Männer, bie im Gau Salzburg ihr Leben für bie Bewegung geopfert haben. In endloser Kolonne geht die Fahrt der Legion weiter nach Oberösterreich, von bem brausenden Jubel der Volksgenossen begleitet. 60 Kilometer lang ist die Kolonne und zählt über 900 Fahrzeuge. Kraftwagen, Krafträder, Lastwagen, Personenwagen — auf allen Sitzen Männer mit lachenden Augen unb offenen Herzen, beglückt durch bas Bewußtsein, baß sie jetzt wieder, endlich wieder, in ihrer Heimat sind, im deutschen Oesterreich, im großen deutschen Vaterland. Nur wenigen ist bekannt, daß ber größte Teil ber Last bes Kampfes um die Befreiung der Heimat auf den Schultern dieser Männer ruhte. Gibt es doch nur wenige Legionäre, die nicht die Arreste und Konzentrationslager in Oesterreich kennengelernt hätten, keinen, ber nicht seine Existenz verloren hätte Und seine Familie verlassen mußte. Es war eine fruchtbringende Arbeit, die die Legionäre im Reich geleistet haben. Ihre größte Arbeitsleistung stellt wohl ber Bau der Auto st raße auf dem Wallberg dar. Auch im Katastropheneinsatz stellten die Legionäre ihren Mann, bei Ueberschwemmungen durch Wolkenbrüche und Wildwasserverheerungen und bei Bränden. Groß waren ihre Leistungen und Erfolge auf sportlichem Gebiet. Der Reichswett- fampf der SA. in Berlin 1937, die NS.-Kamps- spiele 1937 in Nürnberg gaben ihr Gelegenheit, ihr Können zu zeigen. Ausgezeichnet waren die Leistungen bei den Gepäckmärschen, wo man sie überall unter den Besten fand. Ueberaus groß und für die SA. ehrend waren die Erfolge der Legion, wo immer eine Schisport Veranstaltung durchgeführt wurde. Diese kurze Uebersicht zeigt, daß die Legion, wo immer sie vor eine Aufgabe gestellt wurde, diese unter Einsatz ihrer ganzen Kraft löfte Berdun Jarrasa onfblanch iandesa- >¥Alcai iarbasrr Vornan 0RIOSA ) 30 40 60 KiiOMFret ervera^—< / Igualai wontak ßujäraloz Frag; Mequinenza 6ala6u er/ Manresa Zur Reugliederung derWehrmachtm Oesterreich des Die nationalen Truppen dicht vor Lerida Grenze begonnen. «Pazifik hoben schon zahlreiche Unfälle Wie die Marinebehörden bekanntgeben, 9/f «tiiMor npfntßt. aub Der Führer Die durchgeführt. Fer- sogenannten G ü - den Verkehrsstraßen. Hermann Göring in Mauterndorf. Gesunde Kinder mit gutem Appetit und frischem Aussehen sind der Stolz der Mutter. Bei Müdigkeit und Schwäche geben Sie Ihrem Kinde zur Stärkung und zur Förderung von Wachstum und Entwicklung das blutbildende Kräftigungsmittel Bioferrin, welches in jeder Apotheke zu haben ist. /T\ [BAYER) I \ E / \JLz und mit dankerfüllter Freude begrüßen zu können, herrscht heute nachmittag völlige Betriebsund Geschäftsruhe. Zahlreiche Sonderzüge werden Tausende und aber Tausende nach Stuttgart bringen. ' den größere Wasserbauten an der Naarn und an der Ager ner wird mit dem Ausbau von 3n Kürze Einsatz des Arbeitsdienstes in Oesterreich. Nord-Süd-Autobahn durch Tirol mit einem Kostenooranschlag von 150 Millionen, Weiterleitung der neuen Älpenstraße im Gebiet des Kreises Kitzbuehel auf tirolischem Gebiet, Errichtung einer neuen südlichem Alpen st raße im Gebiet Gerlos (Zillertal), sofortiger Ausbau der Arlberg st raße auf acht Meter Bergstraßenbreite und Neuherstellung des Straßenweges Helming—Imst, Ausbau der Eisenbahn st recke ......... .... ..._____Kufstein—Woergl als zweigleisige Bahnstrecke, Absatzverhältnisse für landwirtschaftliche großzügiger Ausbau zur Hebung der Produktions- Erzeugnisse mit sich bringen. I tätigkeit der Landwirtschaft in Tirol in Form der —----- Wildbach-Verbauung, sowie der Herstellung der Wege-Verbesserungen, Ausnutzung der Wasser- 1 kräfte in Tirol, wobei die Verwirklichung der West- tiroler Wasserkräfte ebenfalls zu einem nahen Zeitpunkt in Aussicht genommen ist. Donnerstag wurden die er ft en 100000 Mark für arme Dorfbauern in Tirol zur Verfügung gestellt. Außerdem wurden bisher 300 000 Mark zur Unterstützung von Arbeitern und für die Jugend, die größtenteils mit eingefallenen Wangen auf den Schulbänken saß, ausgegeben. spricht heute in Stuttgart Die Stadt der Ausländsdeutschen festlich geschmückt. Deine Stimme dem Führer/ denn er hat dafür gesorgt, daß Deutschlands militärische Ohnmacht, die uns zum Spielball und zum Gespött der ganzen Welt werden ließ, ein für allemal der Vergangenheit angehört. Ein mächtiges Heer, eine starke Flotte und eine stolze Luftwaffe beschirmen heute wieder den deutschen Lebensraum, den niemand ungestraft mehr betreten darf. geistert gefeiert. Unfälle bei den amerikanischen ■. Flottenmanövern. Durchgreifende Hilfe für die österreichische Landwirtschaft Der Führer grüßt den Marschall des Imperiums. Berlin, 31. März. (DRV.) Der Führer und Reichskanzler hat an den italienischen Regierungschef Benito Mussolini nachstehendes Telegramm gerichtet: „Ich sende Ihnen, Benito Mussolini, a l s dem Marschall des Imperiums meine herzlichen Grüße. Ich verbinde sie mit meinen Wünschen für die Größe Ihres faschistischen Italiens, (gez.) Adolf Hiller." Kleine politische Nachrichten. Der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht hat dem Generalobersten Freiherrn von Fritsch zur Wiederherstellung seiner Gesundheit in einem Handschreiben seine besten Wünsche ausgesprochen. * Mit Wirkung vom 1. Februar 1938 wird befördert zum Generalleutnant: der Generalmajor Löhr, bisher Kommandant der öfter» Der Führer und Reichskanzler hat — wie schon gemeldet die Neubildung des Gruppenkommandos 5 (Wien) mit dem XVII.Armeehirps in Wien und dem XVIII.Armeekorps in Salzburg verfügt. Oberbefehlshaber der neuen Gruppe 5 wird dor bisherige Oberbefehlshaber der Gruppe 2 (Kassel) General der Infanterie List (links), an . dessen Stelle der bisherige Kommandeur der Wehrmacht-Akademie General der Infanterie Adam (rechts) ernannt wurde. — (Scherl-Bilderdienst-M.) Unfere Karte zeigt die Ausgangsstellungen und den ungefähren Verlauf der jetzigen Front. (Scherl-Bilderdienst-M.) Linz, 1. April. (DNB.) Reichsarbeitsführer Konstantin Hier! hat eine Reife durch die öfter- . reichifchen Lande zur Festlegung der ersten Arbeits- I aufgaben begonnen. In Linz zunächst find die I Standorte filr sechs Lager in Ob er öfter« [reich festgelegt worden. Es handelt sich zunächst um die Kultivierung d e s Jbner Moores, dessen Durchführung am bisherigen System gescheitert war. Aus dem Moor wird eine große Zahl von Bauernsiedlungen entstehen. Außerdem ist mit der Gewinnung von etwa 40 Millionen wertvollen Brennstoffes zu rechnen. Weiter wer- " an der Trattnach, zember 1939 außer den in früheren Gesetzen bewilligten Bauten noch auf Kiel zu fegen: zwei Schlachtschiffe, einen Kreuzer, sieben U-Boote, ferner insgesamt 24 000 Tonnen leichterer und kleinerer Kampfeinheiten und Hilfsschiffe, sowie schließlich drei Tankdampfer zur Versorgung der Geschwader. Der Minister wird ermächtigt, für 1938 bis 1942 insgesamt 6 Milliarden Fran- Een für den Bau dieser Schiffe und für die Anlage von Vorräten auszugeben. Sämtliche Schiffe können noch vor dem 31. Dezember 1942 in Dienst gestellt werden. Das Auibauprogramm für Tirol. Verbesserung der Verkehrs-Verhältnisse. 100000 Reichsmark für arme Bauern. Innsbruck, 1. April. (DNB. Funkspruch.) Landeshauptmann Christoph verkündete das Sofort-Programm für die Arbeitsbeschaffung in Tirol. Erste Voraussetzung zur Durchführung eines gesteigerten Fremdenver- Honolulu, 1.April. (DNB.-Funkspruch) großen Manöver der amerikanischen Flotte rm t e r m e g e n an der steierischen Grenze begonnen, Verbindungswegen zwischen den Bauernhöfen und Mauterndorf, 1. April. (DNB.) Mautern- dorf hatte gestern seinen großen Tag. Mit den Mau- terndorfern war her ganze Lungau auf dem Plan, und von weither noch aus dem traditionsreichen Salzburgischen und dem stolzen Kärntnerland waren alt und jung herbeigeeilt, um Hermann G o - ringzu sehen und zu hören. Vom Schloß in Mauterndorf war er vor knapp 30 Jahren in die Kadettenanstalt gezogen, als Feldmarschall ist er nun in seine zweite Heimat zurückgekehrt. Liebe und Jubel brandete ihm entgegen. Wo immer Gormg in diesen Tagen in der deutschen Ostmark gesprochen hotte, waren die Kundgebungen zu einem Gelöbnis -um Großdeutschen Reich geworden. So legte nun I auch feine Mauterndorfer Heimat ein Treuebekenntnis zu Adolf Hitler und seinem Reich ab. Bauernpraxis. WPD. „Wenn wir so dem Bauern wieder eins neue Zukunft schaffen, so möchte ich ihn auch an seine Pflichten erinnern, daß er nunmehr auch so schafft und arbeitet, daß die Scheunen gefüllt werden und das Brot der Nation stchergestellt wird." Das sagte Generalfeldmarschall Goring, als er im Rahmen des österreichischen Aufbaupro- gramms die landwirtschaftlichen Maßnahmen nannte. Das, was in den Höfen Tirols und im übrigen österreichischen Lärche jetzt Wirklichkeit werden wird, ist bei uns nationalsozialistische Bauernpraxis geworden. Der Staat hat die Voraussetzungen schaffen helfen, und der Bauer hat durch verstärkte Arbeit höhere Erträge herausgewirtschaftet. Gegenüber dem Wirtschaftsjahr 1932/33 stieg im Wirtschaftsjahr 1936/37 der Verbrauch an Stick st offdüngemit« teln um 62 v. H.., an Kali um 42 v. H., atr Phosphorsäure um 52 v. H. und an Kalk um 45 v. H. Trotz stark abnehmender Zufuhr an Kraftfuttermitteln wurde seit Beginn der Erzeugungsschlacht die Milcherzeugung um eine Milliarde Liter auf 25,4 Milliarden Liter jährlich erhöht. Aber das sind Zahlen, die in ihrer Größe er« chlagen und den, der im kleinen zu rechnen gewöhnt ist, nicht wirklich überzeugen. Darum ein Beispiel, wie ein deutscher Bauer seinen Betrieb in den vergangenen Jahren umgestellt hat. Im Hinblick auf die österreichischen Almwirtschaften et als Beispiel ein Betrieb in 600 Meter Höhenlage genannt. 100 Hektar groß, hat er einen starken Viehbestand — etwa genau so viel Stück Großvieh wie Hektar. Für 6000 Reichsmark wurden 1932 noch Krastfuttermittel zugekauft. Durch planmäßige Humuswirtschaft und reichliche Kalkdüngung hat er die Voraussetzungen für den Luzerneanbau geschaffen, und die Rübenanbaufläche so ausaedehnt, daß statt 450 Doppelzentner 950 Doppelzentner Rüben als Saftfutter im Winter zur Verfügung standen. Für das Winterfutter wurden 175 Kubikmeter Siloraum zur Gärfutterbereitung angelegt. Das Grünland wurde von 51 v. H. der Gesamtfläche auf 44 v. H. vermindert. Das Heu wurde besser aufbereitet, statt Bddentrocknung Gerüsttrocknung und dadurch fast doppelt soviel Eiweißgehalt im Heu als früher. Für Handelsdünger wurden im Wirtschaftsjahr 1936/37 4860 RM. aufgewendet gegenüber 1714 RM. im Wirtschaftsjahr 1931/32. Und als Ergebnis dieser, nach den Richtlinien des Reichsnährstandes erfolgten Umstellungen kann der Betrieb feststellen: Die winterliche Milchleistung je Kuh uhb Tag stieg von 6,1 Liter auf 8,2 Liter, der Mehrverkauf an Getreide machte 166 Doppelzentner aus, der a n K a r t o f f e l n 698,5 Doppelzentner und an Ferkeln 150 Stück. Seinen zahlenmäßigen Niederschlag findet diese volkswirtschaftlich wichtige Umstellung auch in der Betriebsrechnung. Bei Gegenüberstellung der Mehreinnahmen bzw. der Ersparnisse gegenüber den Mehrausgaben bzw. Mindereinnahmen hat der Bauer allein an den erwähnten Umstellungen 8000 R M. mehr verdient! Ein Verdienst, der deswegen auch besonders zu begrüßen ist, weil die Stärkung der Bauernwirtschaft bei der Notwendigkeit einer weiteren Erhöhung der Erträge, die natürlich auch Mehraufwendungen notwendig machen, dringend erwünscht ist. r eichischen ßuftftreitträfte. Er wird mit Wirkung vom 1. April 1938 zum Kommandierenden General d e r Luf twaffe in Oe st erreich ernannt. Mit Wirkung vom 1. April 1938 wird befördert zum Generalmajor der Oberst Gautier, unter gleichzeitiger Ernennung zum Inspektor der Wehrwirtschaftsinspek- tion Wien. * Die Königlich Jugoslawische Gesandtschaft in Berlin hat dem Auswärtigen Amt mitgeteilt, daß ihre Regierung beschlossen habe, d i e jugoslawische Gesandtschaft in Wien aufzuheben und beabsichtige, dort ein Generalkonsulat zu errichten. * Fürst Franz I. von Liechten st ein, der 85 Jahre alt ist, betraute den Thronfolger Prinz Franz Joseph mit der Ausübung der ihm verfassungsmäßig zustehenden Rechte. Prinz Franz Joseph ist ein Sohn des 1869 geborenen Prinzen Alois von Liechtenstein, der zugunsten seines ältesten Sohnes auf den Thron verzichtete, steht im Alter von 32 Jahren und ist unverheiratet. * Reichsbankpräsident Dr. Schacht traf in B r ü s - s e I ein, um dem Gouverneur der Belgischen Natio« palbant Janssen einen zweitägigen Gegenbesuch pn< bisher 24 Flieger getötet, außerdem ist seit gestern ein Bombenflugzeug mit 6 Insassen verschollen, das die Marme- leitung augenblicklich durch 65 Schiffe und 249 Flugzeuge suchen läßt. Doch nimmt man an, daß diese Flieger tödlich verunglückt sind. Die wiederholten Unglücksfälle und auch die Außefgesecht- setzung des Flugzeugschiffes -Loxin g ton infolge Erkrankung eines Drittels der Mannschaften. .. Der Führer haben zu mehrfacher Unterbrechung der Stu t16 ar t 1. Aprll. (DN^) D r v y Manöver geführt 57 Meilen südöstlich von Hono- wrrd heute abend i n ö e r ötultt gar lulu schlugen bei einem Landungsmanöver von Sch w ab e nhall e Sechen. Stuttgart und d 1400 Marinesoldaten in der schweren Brandung über hinaus d er gange Gau W u r 11 e m b e r g 9 Bo ote mit Was ser voll und drei zerschell- Hohenzollern ist gerüstet, den Vollender des ten an den Klippen dabei wurden drei Matrosen geeinten großen Reiches wie einen Inumpbator !L>. s SS.sas Frankreich eerftärff feine w £ w».« fi Auge bar. Es ist unmöglich, alle Einzelheiten au - ytriCyvilvU*« zufuhren, die die schwäbische Hauptstadt über Nacht Baris 31. März (DNB.) Der Kriegsmarine- in eine Feststadt von Märchenhafter Schönheit ver- ausscbuk der Kammer genehmigte neue Kredite für wandelt haben. Um den sehnlichsten Wunsch «ebes ein zusätzliches Flottenbauprogramm. Der Kriegs- schwäbischen Volksgenossen tn (ErfuUung 3“ marineminister wurde ermächtigt, vor dem 31. De-1 lassen, den Schmied des neuen Reiches selbst sehen Bilbao 1 April. (DNB. Funkspruch.) DerlPazif ik haben schon zahlreiche Unfälle gefordert, nattomlle Heeresbericht vom Donnerstag meldet Wi, hi. Wnrinebehörben bekanntgeben, wurden u. a., daß die Truppen Generals Y a au e s 1500 Meter vor den Toren v.o n fiert ba stehen. In diesem Abschnitt wurden wichtige Ausgangs- ftellungen für den Einzug in die Stadt besetzt und viele Gefangene gemacht. An der Stra ß e L e = riba — Huesca drang eine Kolonne weiter südöstlich vor und besetzte EsPlua. Die Truppen an der linken Aragonfront kamen bis zu d em Nacarana-Flusse am Ebro und säuberten vier Gebirgszüge. Weitere Truppenteile tarnen bis zum Zusammenfluß der Städte Tastavm und Ma- tarrana und stehen jetzt in der Nähe der 4 Kilometer von der Küste entfernten Stadt VaIde- robe. Legionäre umzingelten einen TeU einer internationalen Brigade, unter den 80 Gefangenen befanden sich auch 60 Engländer. General r a n c o besuchte am Donnerstag die vorderen Stellungen bei Lerida und wurde von feinen Soldaten be<= des lebenden und toten Inventars, Förderung Baues von Anschlußwegen an das Verkehrsnetz, Bereinigung von Verpflichtungen bei Wald und Weiden usw. 7 000 000 Schilling sollen auch solche Bß SSSteFÄ? der österreichischen Landwirtschaft vorzubereiten, druck durch das Aachental. Für die Zwischenzeit hat die österreichische Regie- Eine Autostraße Kufstei n—I nnsbruck rung alle Zwangsver st eigerungen land- mit Anschluß an die^ Reichsautobahn zur raschen wirtschaftlicher Grundstücke bis zum 30. Juni 1938 Verbindung Tirols mit Wien mit einem Äoftenauf» aufgeschoben. Um die Absatznot der öfter» wand zwischen 40 und 80 Millionen Schilling je reichischen Landwirtschaft zu beheben, hat ferner das nach dem Ausmaß der Autostraße. Em z ro e 11 e Reich vorerst 200 Waggon Aepfe 1 und rvx -'- s,‘* * ,,-A "" 60000 Hektoliter Wein sowie gewisse Mengen an Schlachtrindern, Nutzochsen, Käse, Butter und Pferden erworben. Insgesamt stellt demnach das Reich zunächst 54 Millionen Schilling zur Verfügung, ohne die Beihilfen für ben Bau von Gärfutterbehältern, zur Beförderung des Flachs- und Hanfanbaues sowie die landwirtschaftliche Entlastung, die die Preissenkungsaktion für Düngemittel und die Verbesserung der Absatzverhältnisse für landwirtschaftliche Berlin, 31. März (DNB.) Auf Veranlassung i des Reichsministers Darre und auf Grund eines Programms des österreichischen Ministers für Land- und Forstwirtschaft, Landesbauernführer Rein ° thal er hat die Reichsregierung eine Reihe groß- ' zügiger Hilfsmaßnahmen für den Wiederaufbau Der österreichischen Landwirtschaft ergriffen. Die Preissenkungsaktion für Stickstoff- und Kalidün gemi tt el ist auf das Land Oesterreich ausgedehnt worden. Da die Preissenkung durch eine Frachtverbilligung für nach Oesterreich gehende Düngemittel unterstützt wird, ergibt sich gegenüber den bisherigen Preisen für Kalidüngemittel in Oesterreich eine Ermäßigung um durchschnittlich rund 45 v. H. Zur Sicherung der Düngemittelversorgung notleidender landwirtschaftlicher Betriebe werden 1200 000 Schilling Reichs- kredite über die österreichischen Genossenschaften zur Verfügung gestellt. Für den Bau von Futter- einsäuerungsbehältern werden Reichsbeihilfen gewährt. Zur Förderung des F l ach s - und Hanfanbaues werden Anbauprämien gewährt. Für 1938 stellt das Reich erstmalig 9 500 000 Schilling zur Verfügung, um die Errichtung von Ställen für Rinder und von Senn- und Hirtenhütten auf etwa 1000 Almen zu erleichtern. Mit Hilfe dieser Mittel sollen auch Auffahrt- und Auftriebswege, sowie Wafser- versorgungsanlagen auf den Almen hergestellt werden. Das Reich hat weiter 16 Millionen Schilling für 1938 zur Verfügung gestellt zur Instandsetzung bzw Neuerrichtung von Gebäuden, zur Ergänzung schwere Verwüstungen an, bisher werden 16 Tote und 125 Verletzte gezählt. In Columbus (Kansas) waren die Verwüstungen am schwersten, etwa 50 Gebäude wurden von dem Orkan eingerissen, darunter eine Schule. Der Einsturz des Schulgebäudes ereignete sich während des Unterrichtes; vier von den anwesenden 100 Kindern wurden getötet Außer den Staaten Kansas, Missouri und Oklahoma wurden auch die Staaten Illinois und Arkansas von verheerenden Wirbel st ürmen heimgesucht. Die Zahl der Toten beläuft sich bereits auf über 30. Mehrere hundert Menschen wurden verletzt. Die Zerstörungen sind besonders groß in der Umgebung von Pekin (Illinois). Augenzeugen berichten, daß Hunderte von Wohnhäusern wie Kartenhäuser umgeweht worden seien. Der Bahnhof in Southpekin, sowie 150 Personen- und Kraftwagen wurden völlig zertrümmert. In einigen kleineren Orten sind sämtliche Häuser zerstört worden. Der Sachschaden wird auf mehrere Millionen Dollar geschätzt. Einsturzunglück in einem englischen Badeort. In dem bekannten englischen Badeort Blackpool stürzte in dem im Bau befindlichen neuen Kasino- Gebäude ein 100 Tonnen schwerer Zementfußboden ein und begrub mehrere Arbeiter unter sich. Vier der verschütteten Arbeiter konnten nur t o t geborgen werden, zwei weitere Arbeiter wurden schwer verletzt. pater Natur abzustatten. Janssen war zum Empfang auf dem Bahnhof erschienen, ebenso der deutsche Gesandte Freiherr von Richthofen mit Mitgliedern der deutschen Gesandtschaft sowie der Landesgruppenleiter der NSDAP., Schulze. Aus aller Wett. Das deutsche Auto setzt sich auch im Ausland durch. WPD. In der Zeit vom 1. Januar bis 30. September 1937 wurden für 946 Millionen Mark Kraftfahrzeuge im In- und Ausland verbraucht. Das sind 14,6 v. H. mehr als in der gleichen Zeit 1936 (827 Millionen Mark). Der Wert der Auslandsverkäufe hat sich dabei um 82 v. H. erhöht. Auf je fünf Kraftfahrzeuge, die 1936 ins Ausland gingen, kamen 1937 also neun Fahrzeuge. Zwei Millionen Gäste aus aller Welt In der Friedenspolitik des Führers nimmt die Förderung des Fremdenverkehrs einen breiten Raum ein. Denn die unmittelbare Anschauung ist das beste Mittel zur Beurteilung der Verhältnisse im Lande. Der Ruf: Kommt und seht! ist nicht vergeblich in alle Welt gesandt worden. Ist doch die Zahl der ausländischen Gäste von 1,1 Millionen im Jahre 1932 auf 2,2 Millionen, also genau aufs Doppelte, in 1937 geftieaen! Mit Stolz kann Deutschland feststellen, daß Die Zahl der Besucher aus jedem Lande — außer Rußland — gegenüber 1932 gewachsen ist. An der Spitze marschiert Großbritannien mit 388 000 (1932: 80 000) Deutschlandreisenden. Das entspricht einer Steigerung von 384 v. H. Fast ebensoviel Gäste — 343 000 — entsandten die Niederlande, von wo 1932 nur 195 000 Besucher nach Deutschland kamen. Dann folgen die Bereinigten Staaten mit 207 000 (157 000), die Schweiz mit 152 000 (109 000), Dänemark mit 149 000 (34 000), Oesterreich mit 133 000 (120 000), die Tschechoslowakei mit 129 000 (90 000) und Frankreich mit 112 000 (47 000) Besuchern. Unter den übrigen Ländern sind Schweden mit Auch siir die Kleinsten sorgt das Werk des Führers. Unter dem Schutz des nationalsozialistischen Staates ist die Säuglingssterblichkeit auf 6,9 v. H. zurückgegangen. Am 10. April: Dein Ja dem Führer! I xl 91000 (22 000), Belgien mit 86 000 (29 000) und Italien mit 71000 (30 000) Deutschlandfahrern besonders hervorzuheben. Die höchste Steigerung weist Australien auf, dessen Besucherzahl von 700 auf 4700 anwuchs, sich somit fast versiebenfachte. Wirbelstürme fordern zahlreiche Opfer in USA. lieber die Staaten Kansas, Missouri und Oklahoma fegte ein Tornado hin, der durch die warmen Luftströmungen über dem Golf von Mexiko erzeugt war. In seiner Bahn richtete er Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politik und für die Bilder? Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. II. 38: 10 788* Druck und Verlag: Brühlsche Universitätsdruckerer R. Lange, K -G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugs- preis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufs- preis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vom 1. September 1937 gültig. » Gießen, den 31. März 1938. Bild erbeten an 2120° Die Trauerfeier findet Samstag, den 2. April, vormittags 11 Uhr, in der Kapelle des Neuen Friedhofes statt 01541 Gießen, den 1. April 1938. 01547 | Vermietungen | [Stellenangebote, Denllches Roles Kronz,BereitlMt Meten 216 Haftes 01543 [ Vereine "" an die 2113D Heute | Sonntag WM Hergestellt in den bekanntenSIDOL-WERKEN Sommere- Stadttheater Gestern abend ist plötzlich und unerwartet mein innigstgeliebter Mann, unser guter Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder, Schwager und Onkel V.H.C., Gießen Wir erinnern nochmals untere Mitglieder u.ein- geladene Gäbe Schwanenweiss^ Familiendrucksachen Verlobungsan zeigen Vermählungsanzeigen Geburtsanzeigen bei Brübl, ScbulstrJ Ohete. Kirmes am 2. April. 19.00-21 30 Uhr Außer Miete! Fra Diavolo Komische Oper von Außer. Preise: t03sD RM. 0.80-2.50. Uli Zimmer zu vermieten. Franks. Str. 66 3. Stvck t, 01652 8.90 11.50 12.90 14.90 16.25 17.75 18.50 19.50 SAlil & Eve. Sietzen-MliWs Postfach 119. Mitesser und Pickel entfernt SCHÖNMEITSWASSEP APHRODITE Drog.Winterhoff. Kreuzplatz 10 Fris.-Salon Wahl, Bahnhofstr.63 Löwen-Drogerie. Seltersweg 69 SM sofort zu vermiet. 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April |YZ8 WiemachendieOeutschendas? WPD. Als wir 1933 mit aller (Energie an die Beseitigung der Arbeitslosigkeit herangingen, ye- wissermaßen ohne einen Pfennig Geld in der Tasche —, da war man zunächst im Ausland verblüfft, und man sagte sich, mit einem kleinen Rückblick auf die unseligen Jahre 1922 und 1923: Aha, d i e Notenpresse. Die Entwicklung lief nun aber ganz anders, als man es sich gedacht hatte. Der Zahlungsmittelumlauf hat in den vergangenen fünf Jahren des Aufbaus zugenommen. Aber ist dies ein Wunder, wenn in der Wirtschaft seit 1932 über sechs Millionen Menschen mehr Arbeit bekommen haben und demnach auch wieder Lohn und Gehalt beziehen? Wenn die Wirtschaft wieder auf vollen Touren läuft, wenn produziert, gekauft und verkauft wird? Zum Bezahlen gehört doch schließlich Geld, und die Reichsbank muß dafür sorgen, daß auch dem Bedarf entsprechend genügend Zahlungsmittel vorhanden sind. Das wäre ein schöner Zustand, wenn eines Tages der Betriebsführer seiner Gefolgschaft erklären würde, er könne weder Löhne noch Gehälter auszahlen, weil die Reichsbank nicht genügend Banknoten und Münzen zur Verfügung gestellt hätte! Sehen wir uns doch einmal die Zahlen an: Es stiegen von 1933 bis 1937 der Zahlungmittelumlauf um 24 v. H. die Zahl der Beschäftigten „ 41 „ das Volkseinkommen * „ 46 „ die Produktion (nach dem Index) „ 79 „ die Einzelhandelsumsätze „ 42 „ Was sagen uns diese Zahlen? Wir müssen hier einmal ein Führerwort in Erinnerung bringen, daß jede Mark, die mehr ausgegeben wird, vorher auch erarbeitet sein muß, wenn unsere Währung stabil bleiben soll. Nun, das beweisen unsere Zahlen wohl genügend. Der Zahlungsmittelumlauf ist bei weitem nicht in dem Ausmaß gestiegen, wie dies nach der Produktionsentwicklung und nach der Steigerung des Volkseinkommens denkbar gewesen märe: Wir wollen auch nicht vergessen, daß 1935 die Saar wieder ins Reich eingegliedert wurde und in diesem Gebiet die französische von der deutschen Währung a b g e l ö st wurde. Dafür mußte auch der Zahlungsmittelumlauf erhöht werden. Wir können nicht alle Fragen in diesem Zusammenhang anschneiden. Aber jeder erlebt es ja täglich selbst, daß die Reichsmark ein „ehrlicher Schein" geblieben ist. Und immer wieder wird trotzdem im Ausland der warnende Finger erhoben: Ja, aber die kurzfristige Finanzierung mit Sonderwechseln! Wir müssen uns eigentlich wandern, woher das Ausland die moralische Berechtigung nimmt, so um die Stabilität unserer Währung besorgt zu sein, wo es selbst sich zur Genüge in Abwertungen und Währungsexperimenten — meist zum Schaden der breiten Masse — herumgetummelt hat. Aber auch bezüglich der Sonderwechsel hat Dr. Schacht dem Ausland das Wort vor kurzem abgeschnitten. Wir werden zukünftig keine Sonderwechsel mehr ausgeben und Schatzanweisungen nur in einem Ausmaß, daß sie bei Fälligkeit ohne weiteres e i n g e l ö st werden können. Wir, die Gewarnten, haben bessere und vor allem verantwortungsbewußtere Währungsgrundsätze als das Ausland. Was haben wir aber erreicht? Wir wollen nur einen Satz sagen: Alle haben Arbeit, und die Wirtschaft ist mit ^Aufträgen gesättigt. Wenden wir aber einmal einen Blick nach Oesterreich. Das Schuschnigg-Regime war ebenso ängstlich wie — tatenlos. Schuschnigg konnte genau fo wenig wie der größte Teil des Auslandes den von uns betonten Vorrang der Arbeit begreifen und betrieb daher — ähnlich wie einmal Brüning in Deutschland — eine Deflationspolitik mit dem Erfolg, daß Arbeitslosigkeit und Elend immer größer wurden. Fabriken lagen still, Wirtschaftszusammenbrüche nahmen zu. Lieber wurde vom Ausland Geldgepumpt, bevor man tatkräftig die eigenen Finanzierungsmöglichkeiten ausnutzte. Schrumpfung dort — bei uns Aufblühen der Volkswirtschaft. Wie machen die Deutschen das nur? fragt das Ausland. Oesterreich wird es jetzt selbst miterleben und am Aufbauwerk helfen können. Also sprach Krupp... Geschäftsberichte sind keine Leitartikel oder Wahlreden. Ihre Sprache ist sachlich, nüchtern, knapp, ohne jede propagandistische Absicht. Denn die Män- ncr der Wirtschaft haben kühle Köpfe, wenn sie Rechenschaft ablegen. Sie pflegen jeden rosenroten Optimismus zu verabscheuen, wie sie sich auch vor Übertriebenem Pessimismus hüten. Beides könnte ihren Unternehmen schaden. Darum ist es doppelt interessant, zu erfahren, wie sich in den Geschäftsberichten unserer großen Jndustriewerke die Zeit widerspiegelt. Also beurteilte Krupp die Arbeit im Ge° Kleine Schnappschüsse vom Rande der Ereignisse. L i n k s oben: Die Jugend fand willkommene Sitzplätze auf den Bäumen, die, da sie noch nicht belaubt waren, einen großartigen Ueberblick über die Straße gestatteten. Rechts oben: Hier wurde der Mast der Straßenbeleuchtung zu einem Aussichtsturm. Das Schild der Straßenbahn-Haltestelle bot eine wenn auch nicht sehr bequeme, so doch eine Sitzgelegenheit hoch Über dem Gedränge auf, den Gehsteigen. Links unten: Inmitten des Menschenwalles, der die Kaiserstraße säumte, sah man auch einige Schwarzhemden aus dem faschistischen Italien, die mit ebenso großer Geduld und Ausdauer wie die deutschen Volksgenossen des Führers harrten. Rechts unten: Wie eine einzige große Familie hatten sich die erwartungsvollenZuschauer am Rande der Straße niedergelassen. Die Volksgenossen, die auf diesem Bilde zu sehen sind, haben sich sehr frühzeitig und noch bevor überhaupt die Absperrung anrückte, hier niedergelassen. Jedermann brachte sich einen Stuhl mit. Als Lohn für Geduld und Ausdauer konnten sie den Führer aus wenigen Metern Entfernung sehen. (Aufnahmen [2]: NS.- Gaudienst, [2]: Neuner, Gießener Anzeiger.) V W I V • Vt p* - * » Das Wunder in Sachsen. „Das hätte ich vor fünf Jahren nie für möglich gehalten." - Zahlen sprechen. Von unserem auf eine Oeuischlandreise enisandten Sonderberichterstatter Heinz Otto. schäftsjahr 1931/3 2: „Ein Jahr beifpiel« losen geschäftlichen Tiefstandes liegt hinter uns. Wir müssen jn der Geschichte unserer Firma weit zurückgehen, um Zeiten einer derartig geringen Produktion wie der des vergangenen Jahres zu begegnen. Die Erzgewinnung auf unseren Gruben sank auf den Stand von 1 874, die Eisen- und Stahlerzeugung unserer Hüttenwerke ging auf den Stand von 1904, die Stahl- Deine Stimme dem Führer, denn er erreichte es, daß das deutsche Volkseinkommen, welches im Jahr vor der Machtübernahme 45,2 Milliarden Mark betrug, binnen fünf Jahren die runde Summe von 68 Milliarden Mark erreichte, also eine Zunahme um genau 50 v. h. erfuhr. erzeugung der Gußstahlfabrik auf den Stand von 18 9 0 zurück ... Eine weiterreichende und dauernde Besserung der Wirtschaftslage Deutschlands kann nur erwartet werden, wenn endlich Ruhe und Stetigkeit in seinen innerpolitischen Verhältnissen wiederkehren." Also beurteilte Krupp die Arbeit imGeschäfts- bericht 19 3 6/37: „Das abgelaufene Geschäftsjahr stand im Zeichen einer weiteren Aufwärtsbewegung der deutschen Wirtschaft ... Die meisten unserer Werke waren bis an die Grenze ihrer Leistungs- fähigkeit beschäftigt ... Die gute Beschäftigung des Unternehmens zeitigte ein wirtschaftlich befriedigendes Geschäftsergebnis ... Ein großer Auftragsbestand und weitere in Aussicht stehende Aufträge aus dem In- und Auslande sichern unseren Betrieben über das laufende Jahr hinaus eine gute Beschäftigung." Den Kommentar dazu geben wir am 10. April! H. Ev. Plauen i. V., im März 1938. Wenn man mit dem Kraftwagen durch Sachsen fährt, weiß man als Reisender zunächst nicht, soll man diese deutsche Landschaft wegen ihrer Schönheit, die Jahr- um Jahrtausende und aber Tausende von Fremden anzieht, bewundern oder ob des Fleißes ihrer Industrie. Sachsen hat — wohl einmalig im ganzen Reich — die Eigentümlichkeit, gleichzeitig Industrie-, Agrar- und Fremdenoerkehrsgebiet zu sein. Auf der Autobahn verlassen wir Dresden in Richtung Freiberg. Kurz vor Freiberg überqueren wir eine der gewaltigen Autobahnbrücken, welche die Freiberger Mulde in 75 Meter Höhe und 400 Meter Länge überquert. Es ist ein einzigartiges Bild, wie sich dieses Bauwerk in die Landschaft einfügt. Als kleine Burschen haben wir bei Schulausflügen und Reisen die alten Römer st raßen bewundert, deren Fundamente heute noch deutlich erkennbar sind. Damals haben wir mit leisem Gruseln vor der Größe jener Zeit bewundernd gestanden. Die Straßen Adolf Hitlers, über deren eine uns jetzt der Weg führt, find noch viel gewaltiger. Die alten Römerstraßen find kleine Feldwege, verglichen mit diesen Straßen. Es macht stolz, in einem Land zu leben, zu einem Reich zu gehören, die solche Werke zu bauen vermögen. In Freiberg sind wir mitten im Herzen des Erzbergwerksgebietes. Wir besuchen eine dieser neu erschlossenen Gruben, die Grude Beihilfe Kurprinz. Es ist Sonntags-Betrieb, nur wenige Arbeiter sind mit Reparaturen beschäftigt, und so können wir, ohne die Arbeit zu behindern, das Werk besichtigen. Der Betriebsführer zeigt uns zunächst die alten Pläne der Grube, die wahrscheinlich schon lange von 1600 angelegt wurde. Im Jahre 1912 wurde die Grube dann völlig stillgelegt, weil die Herren Geheimräte errechnet hatten, daß eine „wirtschaftliche Ausbeutung" nicht mehr möglich sei. So wie diese Grube, waren die meisten Freiberger Erzbergwerke in jener Zeit stillgelegt worden, und eine Stadt, die bis dahin fast ausschließlich vom Erzbergwerk gelebt hatte, drohte völlig zu verarmen. Gleich nach der Machtübernahme im Jahre 1933 wurden auf Initiative der Partei zunächst die Vorbereitungen bergwirtschaftlicher und geologischer Art zur Wiederaufnahme der Ausbeutung begonnen. Im Jahre 1935 konnte dann der erste Spatenstich für den Neuaufbau der Werksanlagen getan werden. „Es war eine schlimme Arbeit", so berichtet der Betriebsführer des Werkes, „erst wieder einmal an die Erzvorkommen heranzukommen. Wir mußten allein 1 100 000 Kubikmeter Wasser und Schlamm aus der Grube herauspumpen. Mit 100 Mann haben wir 193» diese Arbeit begonnen. Heute können wir schon 400 Mann beschäftigen und fördern täglich 200 Tonnen hochsilberhaltiger Bleierze." Stolz führte uns der junge Betriebsführer in eine kleine neuaufgebaute Fabrikhalle und zeigt uns die verschiedenen hier aufgestellten Kompressoren, mit denen die Druckluft erzeugt wird, die unter Tage für die Bohrungen gebraucht wird. „Sehen Sie die- Jubel begleitet die Söldaten des Führers. Deutschland wieder wehrhaft und stark! Dankt dem Führer am lO.ülprill Ihm Dein Ja! W M u r IfV. Schirmherr der deutschen Kunst. Die deutsche Kunst feiert in den monumentalen Bauten des Führers ihre Auferstehung^ 1 Das dankt ihm Kunst und Volk am 1-» April: Dein Ja dem Führerl t (en kleinen Schlitten, mit dem haben wir angefan- gen. Er erzeugt ganze vier Kubikmeter Druckluft in der Minute. Daneben steht Nr. 2, heute auch nicht mehr im Gebrauch, damit haben wir 12 Kubikmeter geschafft, Nr. 3, der jetzt gerade arbeitet, schafft 23 Kubikmeter, damit kommen wir am Sonntag aus, um unter Tage die Pumpen und die für die Reparaturen nötigen Geräte in Gang zu setzen. Das sind so die kleinen Sonntagsarbeiten bei uns." Wir müssen durch eine Mauerlücke kriechen in elften Anbau. Hier steht ein ganz neuer Kompressor, der erst vor wenigen Tagen fertig geworden ist. Es ist das Kunstück der Grube. Mit dem Können 70 Kubikmeter Preßluft in der Minute erzeugt werden." Ueberall auf dem Werkgelände wird noch gebaut. Ueberall stehen Gerüste, liegen Balken und Bretter im Stapel. Man sieht förmlich das ständige Wachsen und Dorwärtsstreben des Werkes. Rings um den Grubenschacht wurden hübsche Siedlungshäuser gebaut, in denen die Arbeiter nahe am Werk wohnen und in den kleinen Gärten ihren Kohl bauen können. Es ist geradezu unglaublich, was hier in so kurzer Zeit geleistet wurde. „Hier auf dem Fleck, auf dem wir jetzt stehen, wo sich heute Häuser erheben, wo der Förderturm emporragt, da war noch im Jahre 1935 Buschwerk und Gras, totes, unbrauchbares Land", so berichtet der Betriebsführer. Dann ruft er einen Arbeiter heran. Der erzählt uns, wie er und feine Kameraden aus den verschiedensten Berufen, in denen fie Jahre durch keine Arbeit fanden, gekommen sind, um hier umzulernen und heute als Bergmänner ihr Brot zu verdienen. Später erfahren wir vom Kreisleiter, welche entsetzliche Not diese Stadt bis zur Machtübernahme Adolf Hitlers durchgemacht hat. 1932 waren in ganz Freiberg nur sieben Betriebe in Arbeit, und auch die mußten sich mühsam durchschleppen. Heute sind alle früheren Freiberger Betriebe wiederin Gang und dazu sind zehn neue Fabriken und Betriebe gekommen. Praktisch gibt es überhaupt keine Arbeit s- losigkeit mehr. Der Erzbergbau dieses Gebietes, den man schon tot wähnte, ist wieder von neuem aufgelebt. Im Zeichen des Vierjahresplanes werden hier täglich erhebliche Werte an deutschen Rohstoffen gefördert. Die Erfahrungen dieser alten Bergwerksstadt werden im ganzen Reiche hochgewertet. Es ist deshalb nicht weiter verwunderlich, daß heute zu der ältesten deutschen Bergakademie, die in Freiberg ist, noch eine ganze Reihe weitere Forschungsinstitute für Kohlen- und Erzbergwerksfragen gekommen sind. * Weiter geht unsere Fahrt in das sächsische 3 n b u ft r'i e g e b i e t. Unterwegs berühren wir den Ort Brand-Erbisdorf, der noch 1932 als eines der rötesten Städte ganz Sachsens galt. Der Ortsgruppenleiter von Brand-Erbisdorf gibt uns ein paar Zahlen, die mehr als langatmige Berichte den Wandel dieser Ortschaft zeigen. 1932 waren von 5700 Einwohnern 1400 erwerbs- I o s. Nur 350 Beschäftigte gab es in dem ganzen Ort. Heute sind bei einer Gesamteinwohnerzahl von 5070 Menschen nur noch 26 Erwerbslose gegenüber 2000 Beschäftigten zu Der» zeichnen. Interessant sind auch die Zahlen aus den früheren Wahlen der Systemzeit. 1932 wählten von 3600 Wahlberechtigten 1000 kommunistisch. 1400 bekannten sich zur SPD. und der Rest verteilte sich auf die bürgerlichen Parteien und auf die nationalsozialistische Wahlliste. Bei der Wahl im Jahre 1936 stimmten 98 v.H. aller Wahlberechtigten für Adolf Hitler. — Ein solcher Wandel ist nur aus der Leistung, die die Partei in den Jahren, die sie an der Macht ist, vollbrachte, zu erklären. * Unser Wagen rollt weiter durch Wälder und über Hügel, durch eine herrliche Landschaft nach C h e m - nitz. Hier besuchen wir die Sächsische Textil- mafchinenfabrik, norm. Hartmann, ein Werk, das bereits über 100 Jahre besteht und das doch eingegangen wäre, wenn nicht im Jahre 1933 Adolf Hitler die Zügel der deutschen Staatsführung in die Hand genommen hätte. Wir gehen mit dem Betriebsführer dieser Fabrik durch die hellen, sonnigen Büroräume, die überall den Schmuck von Blumen und Blattpflanzen tragen, in das schlichte Direktionsbüro, wo er uns einen Aufriß gibt von dem nahezu unwahrscheinlichen Aufschwung den dieses Werk genommen hat. Der Umsatz dieser Fabrik konnte seit dem Jahre 1931, wo er 3,9 Millionen betrug, bis zum Jahre 1937 vervielfacht werden. Allein der Umsatz bei den Baumwollwebmaschinen, der damals 200 000 RM. be- trua, ist um das fünfzigfache gestiegen. Auf meine Frage, wie eine derartige verblüffende Entwicklung überhaupt möglich gewesen ist, erklärte uns der Direktor zunächst die katastrophale Rück- entwicklung der Webereien vor der Machtübernahme. „Es gab ja niemanden mehr, der sich noch irgend etwas anschaffen konnte. Als bann ber Aufbau in Deutschland begann, wurde jeder bis dahin Arbeitslose, der jetzt Beschäftigung fand, e i n Käufer. Er brauchte Arbeitskleidung, die Kleidung und Wäsche, die in den Jahren seiner Erwerbslosigkeit überhaupt nicht ergänzt werden konnte, wurde jetzt von den neu in den Produktionsprozeß Eingereihten als erstes in Ordnung gebracht. Die Aufträge an die Baumwollwebereien häuften sich derart, daß diese Fabriken einfach mit ihren alten Maschinen, die meist durch die lange Stillegung gelitten hatten, nicht mehr mitkamen. Damals mußten Neueinrichtungen in den Webereien vorgenommen werden und unsere Maschinenfabrik hatte Arbeit mehr als je zuvor. 1930 war unser Werk am Ende, wir mußten uns völlig umstellen. Damals hatten mir ganze 425 Arbeiter. Ende 1933 waren es schon 560. Heute haben wir 2040 und wir schaffen unsere Arbeit kaum. Aber Neueinstellungen sind nicht möglich, da es keine Facharbeiter gibt, die wir einstellen könnten. Ich habe deshalb in unserem Werk eine Lehrwerkstatt eingerichtet, in der mir uns unfern Nachwuchs selbst freranbilden." Als wir bann durch das Werkgelände gehen, erzählt uns ber Betriebsführer von eigenartigen Auftragserteilungen, die jetzt gar keine Seltenheit mehr sind, die jedoch früher unvorstellbar gewesen wären. „Neulich ruft mich eine Weberei aus Westdeutschland an und bestellt 40 Maschinen, die jede einzelne einen Wert von 10 000 RM. repräsentiert. Also immerhin ein Auftrag von 400 000 RM., der uns am Telephon erteilt wurde, so als wenn der Auftraggeber sich ein paar Brötchen bestellte. Das ist eine Entwicklung, wie ich sie selbst niemals für möglich gehalten hätte. Das ist auch nur damit zu erklären, daß die deutsche Industrie und die deutsche Wirtschaft, d. h. also die Männer, die von berufsroegen vorsichtig und skeptisch sein müssen, ein so felsenfestes Vertrauen in die deutsche Staatsführung haben, daß sie sich ohne Bedenken derartige Investitionen erlauben. Ein andermal tarnen ein Oberingenieur, ber irgenb» wo brausten bie Montage einer von uns gelieferten Maschinenserie prüfen wollte, mit eifern Auftrag für weitere 20 Maschinen zurück. Das alles wäre noch im Jahre 1932 völlig unmöglich gewesen. Ich hätte mich damals gehütet, derartige Aufträge anzunehmen, in der Ueberzeugung, daß nur ein Verrückter derartig disponieren könnte. Heute sind solche Aufträge gar nicht mehr ungewöhnlich, denn wir leben in einem Deutschland, das einen unvorstellbaren Aufschwung genommen hat und daß aus Jahrhunderte hinaus fest begründet ist. Da kann man es sich leisten, so zu disponieren. Wieder rollt unser Wagen durch sächsisches Land, über bie hügeligen Ausläufer bes Erzgebirges. Vor uns im Tal liegt Zwickau unter den rauchigen Dunstfcheiern der von zahllosen Schloten in den Abendhimmel geschickten Qualmwolken. Ein Sonntag liegt hinter uns mit Eindrücken von unerhörter Wucht. Nur zwei Werke von den vielen, die hier Werte schassen, haben wir gesehen. Nur wenige Arbeiter von den vielen Taufenden, die hier ihren Brot nachgehen, haben wir gesprochen. Aber der Eindruck ist überall ber gleiche: Ei n schaffen- bes glückliches, stolzes Volk, in bem ein jeher einzelne weiß unb fühlt, wem dieser unvorstellbare Aufschwung zu danken ist, bem Führer aller Deutschen, Aböls Hitler! Otto von Bismarck als Soldat. Zum Geburstage des Altreichskanzlers am 1. April. Der Politiker, ber ßanbroirt unb der Soldat trafen sich in Bismarck. Sie lagen ihm im Blut. Das Stendaler Bürgergefchlecht ber Bismarcks ist schon früh ansässig geworben. Seine Söhne haben aber auch ben Degen geführt ober ihren Kurfürsten unb Königen als Beamte unb Diplomaten gebient. Ein Oberst August Friebrich von Bismarck verblutete an der Spitze der Ansbach-Bayreuther Dragoner bei Czaslau, unb ein August von Bismarck trat unter Friebrich Wilhelm I. als ßanbrat unb Führer ber altmärkischen Stände kraftvoll hervor. Das Geschlecht der Mutter, der Oldenburger Kaufmanns- familie Mencken hat sich früh gelehrten Berufen zu- gewandt, hat bedeutende Juristen zu den Seinen gezählt. Bismarcks Großvater, Anastasius ßubroig Mencken, ist der erste wahre Staatsdiener in ihrer Reihe gewesen. Er hat als preußischer Legations- fekretär in Stockholm und als Kabinettssekretär und Geheimer Kriegsrat in der unmittelbaren Umgebung dreier preußischer Könige, des Großen Friedrich, Friedrich Wilhelms II. und III. gewirkt. Seinem Blut verdankt Bismarck wahrscheinlich jenen gött» lieben Funken politischen Genies, der ihn zur Unsterblichkeit emportrug. Seine feste Verwurzelung im Heimatbvden — ber junge Bismarck hat mit Eifer unb Verstänbnis sein po'mmersches Erbteil Kniephof bewirtschaftet, der alte Bismarck mit ßiebe unb Hingabe feinen Sachsenwalb, seine pornmerschen unb märkischen Besitzungen Darzin unb Schönhausen betreut — sorgte dafür, daß seine hochfliegenden Pläne an der Erde haften blieben, organisch aus ber norbbeut» schen Landschaft in das größere Deutschland hineinwuchsen. Der soldatische Zug seiner Ahnen gab seiner Gestalt äußerlich die Prägung, seinem Charakter jene Willenskraft, jenen Kampfesmut, bie ihn vor keinem Hindernis, keiner Gefahr zurückschrecken, bie ihn im Vertrauen auf die eigene Kraft das Höchste wagen ließen. Wir können ihn uns gar nicht anders denken als in bem blauen Ueberrock mit bem gelben Kragen ber Seydlitz-Kürasfiere, mit bem blitzenden Helm auf bem mächtigen Haupte, mit den Reiterstiefeln an den sicher dahinschreitenden Füßen. Wenn ich als ßeutnant vor meine Rekruten trat unb sie fragte: „Wer war Bismarck?", fo antwortete bestimmt zum mmbeften bie Hälfte: „Ein General!" Er selbst war stolz daraus, schon im Aeußeren sein Soldatentum, auch wenn er bie Uniform nicht trug, zum Ausbruck zu bringen. Er hat noch 1882 im Reichstag bekannt: „Das erste, was man mir bei meinem ersten Auftreten als Ministerpräsibent entgegenhielt, war etwas, was mir sehr schmeichelhaft war. Man sagte mir: Dem sieht man auf den ersten Blick an, daß er nichts ist als ein preußischer Offizier in Zivil. Ich habe das Anerkenntnis dankbar angenommen; und das Gefühl als preußischer Offizier, wenn ich auch nur die äußeren Kennzeichen davon habe, trägt mich noch höher auf der Woge ber nationalen Bestrebungen der Vaterlandsliebe als irgendeine parlamentarische Attribution, die ich hier ausübe." Innerlich fühlte er sich in seiner Stellung zu seinem König stets als Offizier, nicht als ein Offizier, der um der ßaufbahn ober gar bes Soldes willen seine Rekruten drillt, sein Regiment exerziert, sondern der als Edelmann der Herkunft unb Gesinnung feiner vaterländischen Pflicht in wahrhaftem Einsatz seiner Person für sein Land, sein Volk unb seinen Obersten Kriegsherrn sieht. Der praktische Militärdienst hat Bismarck anscheinend wenig zu fesseln verstanden. In seinen Briefen und Niederschriften findet man kaum Erinnerungen an ihn. Er hat in feinem Einjährigen-Jahr zuerst bei ben Garde-Jägern in Potsdam, bann bei den pommerschen Jägern in Greifswald seine juristische und landwirtschaftliche Ausbildung fortgesetzt, ja, sich sogar mit chemischen Forschungen beschäftigt. Doch hat auch er den Segen ber Erziehungsarbeit des preußischen Mllttärdienstes an sich selber erfahren unb oft bezeugt, fo wenn er 30 Jahre später im Jahre 1868 in einem Tischgespräch bemerkte: „Die Opfer, welche bie allgemeine Wehrpflicht fordert, treten weit hinter dem Nutzen zurück, ben fie schaffen. Ich selbst bin ein verzogenes Muttersöhnchen gewesen, und es hat mir sehr gut getan, auf das Wohlleben, in bem ich mich befanb, zu verzichten, den Tornister auf bem Rücken, bie Muskete auf bie Schulter nehmen unb mitunter auf Stroh schlafen zu müssen. Sie glauben nicht, welche Wirkung es hat, wenn ber Bauer sagen kann: da neben bem Junker bin ich in Reih und Glied gestanden. Auf Meilen von meinem Gut hinaus, in unferm ganzen Wehrbezirk kenne ich infolgedessen die ßeute persönlich. Don ber Militärzeit her sind mir bie Bedürfnisse ber verschobenen Klassen bekannt geworden." In späteren Jahren ist er bann zur Landwehr« kavallerie übergetreten und hat ihre Uniform getragen, als er ben König als Ministerpräsident ins Feld begleitete. Während einer militärischen Hebung beim Ulanen-Regiment 4 hat er sich bann seinen ersten Orden, ben ehrenvollsten, ben ein Soldat im Frieden erwerben kann, bie Rettungsmedaille verdient, als er seinen Burschen aus ben Fluten des ßippehner Sees zog. Er kannte unb schätzte sie beibe, ben Mann in ber Front unb den Offizier vor ber Front. Am Abend von Königgrätz gab er seine letzte, vorsorglich aufgesparte Zigarre einem verwunbeten Reiter am Wege, und bem preußischen ßeutnant stellte er bas Zeugnis aus, „baß niemanb in ber Welt ihn uns nachmachen könne. Den Wert militärischer lieber« lieferung verstanb er vollauf zu würdigen. Er ließ ,darum bei ber Gründung des neuen Reiches die Kontingentsheere der Einzelstaaten mit ihren Sonderrechten unb ihrem (Eigenleben bestehen. Er sorgte nur dafür, daß im Einzelfalle der Oberbefehl bes Königs von Preußen als Deutscher Kaiser im Frie- ben bie Einheitlichkeit ber Ausbilbung unb Ausrüstung gesichert waren. Als Abgeorbneter unb Diplomat war er feinem König stets burch feine mannhafte folbattfche Haltung aufgefallen. Das wurde ausschlaggebend, als er ihn in banger Sorge um bie Fortentwicklung des Heeres am 22. September 1862 auf den Poften bes Ministerpräsidenten berief. Er hoffte, baß er in Bismarck einen Mitarbeiter gewonnen hatte, ber gleich ihm die Ueberzeugung in sich trug, baß jeder Staat, dem feine Ehre und Unabhängigkeit lieb ist, sich bewußt fein muß, daß fein Friede unb feine Sicherheit auf feinem eigenen Degen beruht. Als das Parlament bem König unb dem Kanzler die' Gefolgschaft versagte, hat Bismarck auf eigene Verantwortung bie Reform durchgesetzt. Er hat damit die Grundlagen für die glorreichen Siege des nächsten Jahrzehntes und für bie Einigkeit Deutschlands geschaffen. Er hat im ßaufe ber brei Felbzüge häufig — nicht immer zur Freude der Generale, aber oft zum Segen des Vaterlandes — in ben Gang der Operationen eingegriffen, fo, als er nach Königgrätz von einer Fortsetzung des Feldzuges bis zur gänzlichen Niederwerfung unb Demütigung bes Bruderlanbes Oesterreich abriet. Ob er, wie er es selbst gerne wahrhaben wollte, als „General an ber Spitze einer Kavallerie-Division auf ber Verfolgung noch Besseres geleistet hätte", sei bahingeftellt. Sein König hat sicherlich das richtige getroffen, wenn er bei der Verleihung des Pour le merife ihm schrieb: „Wenn auch die Bedeutung dieses Ordens eine spezifisch militärische sein soll, hätten Sie ihn doch längst haben müssen; denn Sie Wen wahrlich in mancher schweren Zeit den höchsten Mut des Soldaten bewiesen, unb Sie haben auch in zwei Kriegen an meiner Seite voll unb ganz bestätigt, daß Sie neben jeder anderen auch auf eine hervorragende militärische Auszeichnung den vollsten Anspruch haben. Ich weiß in Ihnen so sehr das Herz und ben Sinn eines Soldaten, daß ich Ihnen in diesem Orden, den ja viele Ihrer Vorfahren mit Stolz trugen, eine Freude zu machen hoffe." Das harte Muß des Soldaten, ber bas eigene unb frembe ßeben um hoher Ziele willen nicht schont, war ihm natürlich, verkörperte sich in ihm in ber Weisheit von „Eifen unb Blut, mit bem das deutsche Schicksal nur geformt werden konnte"^ Frühling an der Ostsee. Von Margarete von Olfers. Noch gar nicht lange ist es her, da jagte der Tauwind die oftpreußifchen Küsten entlang, und in immer erneuten Stürmen wurde die See aufgewühlt, riß an den Ufern, zerstörte elektrische Leitungen, hinderte die Ausfahrt der Schiffe aus dem Hafen und hüllte den Pillauer Molenturm in eine einzige Gischttvolke. Ja, vor kurzem noch tobte der Kampf zwischen Winter und Frühling mit einer Gewalt, wie wir es lange nicht erlebten, donnernd barst das Eis auf den Seen und Flüssen. Die Schollen trieben in Hast dem Meer zu, sie stauten sich auf dem Haff, Eisberge wie noch nie umschlossen bas kostbarste Gut der Fischer, ihre Boote und Netze. Der Arbeitsdienst mit Hacken, Schaufeln unb Eispickeln würbe zu ihrer Befreiung ausgesandt. Erschwert wurde die Arbeit durch die anhaltenden eisigen Stürme. Nie sah man solche Scharen von Möwen im Binnenland wie in diesen Tagen, die Vögel flohen vor der erregten See, suchten Schutz vor den Winden. Dann auf einmal trat Stille ein... Unb so siegreich war der Frühling aus diesem Kampf mit dem Winter hervorgegangen, daß er, was frier selten geschieht, pünktlich seine goldene Fahne am Meeresstrand hißte unb seine Herrschaft in Ostpreußen antrat... Nur noch leicht bewegt war jetzt die See, war wie ein Kind, das sich müde geschrieen unb gestrampelt hat unb nun artig werben möchte und noch unter leisem Schluchzen, das die Brust hebt unb senkt, zu lächeln beginnt. Möwen und Taucher schaukelten auf ben Wellen auf und ab, und auf den Dünen brannte die Sonne wie im Sommer. Ich suchte einen geschützten Platz im Rücken der Dünen unb scheuchte unzählige Schmetterlinge auf, rote unb blaue und weiße, die berauscht von der plötzlichen Sonnenkraft und dem ßebensftrom des Frühlings davonflatterten und die Kraft ihrer Flügel erprobten. Ich legte mich auf meinen un» erträglich warmen Wintermantel in die Sonne unb sah burch das silbrige Gezweig der Erlen in den Himmel. Weidenkätzchen schimmerten seidig, die Zweige waren sehr leuchtend rot. Und bann schloß ich bie Augen und hörte auf bas Rufen ber Dogel- ftinrmen. Fliegen summten an mir vorüber und Bienen aus ihrem ersten Arbeitsflug. Und auf unb ab war das leise Geräusch der Wellen unter mir am Ufer, einschläfernd, als würde man in einer Hängematte geschaukelt. Fischer kamen vorüber, stapften wortlos einer hinter, dem anderen zum Meer hinunter, sie trugen ihre Netze. Unten lag ihr Boot. Nun konnten sie nach all den Sturmtagen zum ersten Male wieder fyinausfafrren. Nach einiger Zeit wurde es fast zu heiß in der Sonne. Ich stand auf und ging vorn Meer fort dem Haft zu. Noch war die Natur im Walde nicht erwacht, noch gab es keine Blumen, außer ein paar luftigen knallgelben Fetthennen, die am Wegrand blühten. Ueberall aber sahen bie spitzen Irisblätter frisch- grün aus dem dunklen Moorboden hervor. Grau standen die (Erknftämme, nur in ihren Kronen schimmerte es gelbrot von hängenden Blüten. In bem Geäst jedoch war ßeben, es schwirrte von unzähligen kleinen Vögeln, die Grünröckchen, die Zeisige waren es, die zu Hunderten in einem Diel« hundertstimmigen Chor in süßem erregten Gezwitscher den Frühling begrüßten. Sie schwirrten auf bei meinem Näherkommen, um ein paar Schritt entfernter sich wieder niederzulafsen und weiter zu zwitschern, zu fingen unb zu jubilieren. Ein Vogelzug. Ich weiß es nicht, ich kenne die Gepflogenheiten der Zeisige nicht. Aber ich stand lange still und lauschte auf bas ohrenbetäubende harmonische Gelärm. Ich lehnte an einem Erlenstamm und sah in den tiefblauen Himmel durch das klare rötliche Geäst. Der Wind ging rauschend durch die Kronen der Kiefern, die jenseits des Weges standen. Und wieder begegnete mir an diesem Frühlingsanfang etwas Besonderes. Zwei große Rauboögel kreisten in wunderoollen Schwingungen über mir, und es kam der eine fo tief hinab, daß ich ihn deutlich erkennen konnte, diesen wundervollen unb so seltenen Vogel, den Fischadler mit dem unten hellen Gefieder (Weißbauch wird er unpoettscher- weise auch darum genannt) und den gewaltigen dunkelgeränderten Flügeln. Das schöne Geschöpf glänzte hell in der. Sonne über mir, stieg wieder auf unb kreiste dann mit dem Gefährten in dem strahlendsten Frühlingshimmel. Zeitschriften. — Die ,ZUustrirte Zeitung ßeipzig" bringt in ihrem letzten Heft u. a..eine eindrucksvolle Bilderfolge zum Rechenschaftsbericht des Führers in ber Rede vor bem Reichstag am 20. Februar. In ganzseitigen Illustrattonen werden der Aufbau ber deutschen Wirtschaft, ihre ßeiftungen im Rahmen des Vierjahresplanes und die Wandlung des deutschen Menschen gezeigt. Gut fügt sich in das Heft auch die Bildseite „Das SA.-Sportab- zeichen" ein. Ein weiterer Beitrag ist ber Erinnerung an bie große Schlacht im Westen gewidmet, die unter dem Kennwort „Michael" freute allgemein bekannt ist. Aus der Alltagsarbeit des Großen Königs. Nimmt man alte Aktenbündel zur Hand, um einmal durch die originalen (Eingaben, Kabinetts- Ordres unb Entscheidungen einen Einblick in die Alltags- unb Friedensarbeit des großen Friedrich zu gewinnen, so fällt einem dabei zweierlei auf: Zunächst die unglaubliche Schnelligkeit der Erledigung. Fast immer werden Briefe aus Berlin schon unter bem Datum des folgenden Tages vom königlichen Kabinett in Potsdam beantwortet. Bei der amtlichen Poft, im Verkehr zwischen dem König unb feinen Ministerien, wäre das burch den eingerichteten täglichen Kurierdienst gar nicht weiter auffallend; die gleiche Schnelligkeit zeichnet aber auch den privateren Briefwechsel aus; „poft» wendend" im vollen Wortsinn verläuft die ganze Korrespondenz. Dazu kommt eine staunenswerte Gründlichkeit bei der Bearbeitung der eingehenden Schriffttticke. Sie ist besonders dazu angetan, unsere Ehrfurcht vor der ßeiftung, der Gewissenhaftigkeit unb Pflichttreue des großen Königs zu steigern, ber nichts anderes als der erste Diener feines Staates sein wollte. Blättert man zum Beispiel in den Akten über bie Errichtung der königlichen ßotterie, so findet man, daß ber Plan schon früh, zum ersten Male bei bem 37jährigen Monarchen auftauchte. Der helle Ruhm ber beiben ersten Schlesischen Krieae leuchtet um Friedrichs Stirn. Er frört von der ßotterie in Genua. Was ist damit los? Warum wurde sie eingerichtet? Welchen Nutzen kann der Staat daraus ziehen? Friedrich verlangt also ein Gutachten und beauftragt damit keinen Geringeren als den weltberühmten Mathematiker (Euler. Dieser Mann ist der einzige, ßeibniz ebenbürtige Gelehrte in Deutschland. Er überreicht bald darauf einen wunderbar geschriebenen Bericht — einzigarttg schön unb klar im Schristbilb, sachlich unb erschöpfen!) im Inhalt, genau unb überzeugend in der ßogit der Beweisführung — über die Wahrscheinlichkeit der Gewinnchancen für Spieler und Bank, über die zu vermutenden staatlichen Einnahmen. Da sie nicht beträchtlich erscheinen, außerdem ein Risiko mit diesem Glücksspiel verknüpft rft, wird das Projekt nicht weiter verfolgt. Ebensowenig wie sechs Jahre später ber Vorschlag eines Chevalier Delchampigny aus Namur, ber seinem Brief einen „Prospekt" der inzwischen gegründeten Pariser ßotterie beilegt. Mit bem gleichen Plan tritt im Januar 1763 b e Ca 1 zabigy vor ben König. Der Siebenjährige Krieg liegt hinter ihm. Die Frie- bensverhandlunLen stehen vor dem Abschluß. Der Staat muß alle Geldquellen ausnützen, um das fast erschöpfte Land zu neuer Blüte zu bringen. Dazu kann auch bie ßotterie mithelfen. Unb nun geht es Schlag auf Schlag: noch im gleichen Monat wirb durch eine Kabinettsorder ein königliches Depot bei der ßanbfchaftsbank für den Lotterie» Unternehmer errichtet; am 8. Februar 1763 wird das Patent über die Einrichtung der Lotterie veröffentlicht — genau eine Woche vor der Unterzeichnung des Hubertusburger Friedens — unb fchon ein halbes Jahr später findet die erste Ziehung statt. Abenteuer eines Arztes im australischen Ausch. Das Flugzeug hat sich in den schwachbesiedelten Teilen Australiens als ein wertvoller Helfer für den Arzt erwiesen, aber die Ausübung seines Berufes, indem er feine Patienten in schnellem Flugs durch die Luft auftucht, bringt auch manche Gefahren mit sich, mit denen er sonst kaum zu rechnen braucht. Ein solcher Fall wird in der Deutschen Medizinischen Wochenschrift berichtet. Am 21. Nov. 1937 erhielt Dr. Fenton in feinem Wohnsitz Newcastle Waters in Nordaustralien ben Anruf einer entfernten Farm, unb er bestieg sein Flugzeug, um diese unb noch einige andere in derselben Gegend zu besuchen. Der Besitzer einer Farm, die 56 Kilometer vom Sitz des Arztes entfernt liegt, sah das Flugzeug auch unterwegs, dann aber war es verschollen. Polizeistreifen, Autos und Flugzeuge suchten in den nächsten Tagen die Gegend ab, ohne den Arzt zu finden. Erst am 28. November bemerkte ein Flieger Rauchsignale, und so wurde der vermißte Arzt in einer Waldlichtung neben einem Wasserloch aufgefunden. Dr. Fenton war bei seinem Fluge von einem starken Ostwind abgetrieben worden und hatte sich verflogen. Seine Bemühungen, sich wieder zurechtzufinden, eine Farm ober eine ielegrapfrenlinie zu sichten, blieben vergeblich. Da ber Brennstoff zu (Enbe ging, war er zur Landung gezwungen. Wasser fanb er an der Landungsstelle genug, und das war feine Rettung. Die „eiserne Ration", bie er für ben Notfall immer bei sich führte, hätte nicht lange vorgehalten. Am zweiten Tage fanb er jeboch eine verirrte, in einem Morast halb versunkene, sterbende Kuh. Er tötete sie unb hatte für drei Tage Steaks von zweifelhafter Güte; länger war das Fleisch infolge der raschen Fäulnis nicht zu genießen. Die Hilfe kam zur rechten Zeit, denn ber Verirrte begann doch schon schwach zu werden. Er erholte sich aber rasch und lenkte nach einiger Zeit bie mit Brennstoff neu versehene Maschine selber wieder nach Hause. Aber er war der letzte, der das Schwergewicht des Heeres unbedacht in die politische Waagschale wars. ,— Frühjahrsmesse auf Oswaldsgarten. Stadttheater Gießen. He-ute, 20 Uhr, findet eine Wiederholuna des großen Operettenerfolges „Das Land des Lächelns" von Franz Lehar statt. Musikalische Leitung Joachim Popelka, Spielleitung Karl-Ludwig Lindt, Tänze Irmgard Zenner, Bühnenbild Karl Löffler. Die Vorstellung findet als 26. Vorstellung der Freitag- Miete statt. Ende 22.30 Uhr. Zirkus Althoff kommt nach Gießen. In der nächsten Woche wird der Zirkus Althoff unsere Stadt Gießen besuchen. Die Eröffnungsvorstellung soll am 6. April stattfinden. Anteil an der 6 195 630,63 1 582 503,64 7 778 134,27 5 459 745,14 5 424 449,01 5 618 704,86 Vermögen 468 412,31 462 906,33 904 181,93 1511931,13 Insgesamt 5 942 624,16 5 922 651,47 6 328 630,94 7 130 635,99 1934: 1935: 1936: 1937: Rj. Betrieb 1933: RM. 5 474 211,85 I. Arbeit der öffentlichen Verwaltungen voll- Fünf Lahre Aufbau in Gießen. Oie Entwicklung unserer Stadt im Spiegel der Haushaltspläne. beftimmung aus, so haben sich am gestrigen 31. März 1938 auch die ersten fünf Jahre des nationalsozialistischen Aufbaues in Gießen vollendet. Dieser Abschnitt rechtfertigt einen kurzen Rückblick auf die Entwicklung unserer Stadt. Den besten Standpunkt für diese Rückschau findet man in den Haushaltsvoranschlägen. Lassen wir deren Abschlußsummen hier vor uns erscheinen: Aus dieser Uebersicht erkennt man, daß die Stadtverwaltung ihre Aufbauarbeit aus einer starken steuerlichen Grundlage durchführen kann. Das ist für das Gesamtinteresse unseres Gemeinwesens ein sehr wichtiger Faktor, wenn auch dem einzelnen das Steuerzahlen nicht immer in den Kram paßt. Aber es ist nun einmal so, daß das Steuerzahlen zum reibungslosen Gang der öffentlichen Verwaltung genau so notwendig ist, wie gutes Schmieröl zu einer lebenwichtigen Maschine, von deren Gang viele andere Arbeitsplätze abhängig sind. Diese leistungsfähige steuerliche Grundlage ist übrigens auch die Voraussetzung für alle weiteren Unternehmungen der Verwaltung, deren Arbeitsziel doch immer nur die Aufwärtsentwicklung des Gemeinwesens und damit die Förderung des einzelnen Volksgenossen ist. B. Die zieht sich auf der Grundlage der Haushaltspläne für das Rechnungsjahr. Dieser Zeitraum erstreckt sich, in Uebereinstimmung mit dem Reichshaushaltsplan, auf die Zeit vom 1. April bis 31. März des nachfolgenden Jahres. Geht man von dieser Zeit- Jahren schon dringend nötigen Altstadtsanierung, an die finanzielle Vorsorge für die Anlage neuer Sportplätze mit modernen Einrichtungen und an die Bereitstellung eines Zuschusses für die Errichtung einer Universitäts-Turnhalle, an die Bewilligung großer Mittel für den Neubau eines Freibades, an die Förderung des Ernährungshilfswerks (EHW.) usw. Das find sämtlich Leistungen, die für den gedeihlichen Aufstieg unseres Gemeinwesens von großer Bedeutung find und die nur möglich waren auf der Grundlage der ständig erfreulich anwachsenden Wiedererstarkung unserer Gesamtwirt- schast. Don diesem Blickpunkt aus sei auch einmal Rückschau gehalten auf die Entwicklung der Hauptstützen der städtischen Finanzen, nämlich die Erträge aus den wichtig st en Steuerarten. Diese sind in den Voranschlägen'mit folgenden Brutto- Beträgen veranschlagt: Zum Voranschlag 1937 kommt für die Vermögensrechnung noch ein Nachtragshaushalt in Höhe von 209 145,— RM. hinzu, der am 10. März 1938 in Kraft gesetzt wurde, und durch den sich die Vermögensrechnung von 1 582 503,64 auf 1 791 648,64 Reichsmark erhöht. Mithin beläuft sich die Gesamtsumme des Haushalts für 1937 auf 7 987 279,27 RM. Diese Zahlen reden eine deutliche und eindrucksvolle Sprache von dem Aufstieg unserer Stadt durch die großzügigen nationalsozialistischen Aufbaumaßnahmen. Daß dabei das Schwergewicht der zahlenmäßigen Steigerung auf der Vermögensrechnung liegt, bedeutet die Schaffung neuer Vermögenswerte, während die fast vier Jahre lang nahezu gleichbleibende Entwicklung der Betriebsausgaben zeigt, daß in der Verwaltung sparsam verfahren wurde und nur d i e Aufwendungen zustandekamen, die angesichts des ganzen Aufstiegs und der dadurch bedingten Mehrarbeit in der Verwaltung unabweisbar notwendig waren. Man muß sich bei der Betrachtung dieser Aufwendungen auch vergegenwärtigen, daß dieses Mehr an Ausgaben zum weitaus größten Teile wieder der heimischen Wirtschaft zugute kam, also belebend und stärkend wirkte, Arbeit und Brot schuf. Den Gegenwert der gegenüber 1933 mehr als dreifach höheren Ausgaben in der Dermögensrech- nung sehen wir qllenthalben bei einem Gang durch die Stadt. Stichwortartig möchten wir hier nur erinnern an den Aufbau ganz neuer Wohnviertel mit Hunderten von neuen Wohnungen, an neue Betriebsgebäude und Einrichtungen in unseren städtischen Werken, an den großzügigen Ausbau Unseres Straßennetzes, an die Schaffung des Dieh- marktgebäudes mit feinen mannigfachen Einrichtungen, an den Ausbau der städtischen Feuerschutzanlagen, an die Inangriffnahme der seit vielen Bier- fteuer Einkommen- f.". ;'erfd)aftsft und Umsatz- euer steuer 1933: RM. 100 000 250000 100 000 1934: „ 100 000 250 000 100 000 1935: „ 110 000 317 520 95 220 1936: „ 125 000 405 410 95 220 1937: „ 125 000 410 410 95 220 Grunderwerb- Veranügungs- Hundesteuer steuer steuer 1933: RM. 25 000 35 000 18 500 1934: „ 25 000 25 000 16 000 1935: „ 25 000 28 000 16 000 1936: „ 37 000 30 000 15 000 1937: „ 45 000 Bürgersteuer 35 000 14 000 Getränke- Grund-, Gewerbesteuer u.si'idt. Sondersteuer 1933: RM. 230000 30 000 1 296 336 1934: „ 200 000 25 000 1 238 800 1935: „ 250000 25 000 1 122 260 1936: „ 275 000 25 000 1 130 650 1937: „ 360 000 25 000 1 702 852 250 Arbeitskameraden unseres Gaues fahren nach Deutsch-Oesterreich. NSG. Zum ersten Mal führt in diesen Tagen die NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" eine Urlauberfahrt aus unserem Gau nach Deutsch-Oester- reich durch. Der Zug verläßt Frankfurt am Main am 3. April und hat als Ziel das schöne Tirol. An der Fahrt nehmen 1000 Arbeitskameraden aus den Gauen Hessen-Nassau, Saarpfalz, Baden und Würt- temberg-Hohenzollern teil. Aus dem Gau Hessen- Nassau beteiligen sich 250 Volksgenossen, die in den Oetztaler Alpen, in St. Anton und Landeck untergebracht werden, lieber Stuttgart—Ulm werden die Fahrtteilnehmer Deutsch-Oesterreich erreichen. Sämtliche Dienststellen von KdF. nehmen, soweit Plätze verfügbar, noch Anmeldungen für diese Reise entgegen, die am 9. April in Frankfurt am Main zu Giitbe gehen wird. Nachdem den österreichischen Dolksgenosten Gelegenheit gegeben worden ist, durch KdF.-Fahrten das Reich, zu dem sie jetzt gehören, aus eigener Anschauung kennen zu lernen, können sich nun auch die Arbeitskameraden aus dem alten Deutschland davon überzeugen, welches herrliche Stück Land mit wertvollen kerndeutschen Menschen dem Reich angegliedert wurde. Wir sind gewiß, daß der Aufenthalt in Oesterreich ihnen unvergeßliche Erlebnisse vermitteln wird. Da der Zug aus unserem Gau am Sonntag erstmalig Volksgenossen des alten Reichsgebietes in die Ostmark bringt, werden die Teilnehmer von der dortigen Bevölkerung mit großem Jubel empfangen werden. Die erste Reise wird vielleicht eine der begeistertsten Fahrten werden, die die ,,‘Homon eines Schwindlers." Gloria-Palast. Von Zeit zu Zeit ist es lehrreich und interessant zu sehen, wie die anderen es machen. Dies hier ist ein französischer Film — eminent französisch im Thema wie in der Darstellung; ganz einheitlich im Eindruck, vor allem um deswillen, weil sich die Hauptfunktionen in einer Hand vereinigen: Sascha Guitry schrieb das Drehbuch, führte Regie, spielte die Hauptrolle. „In knapp anderthalb Stunden wollte ich das Leben eines Menschen skizzieren, dem das Schicksal verteufelt mitspielt. 40 Jahre vom Leben eines Mannes, dem seine schlechten Taten Glück bringen — und den dos Glück verläßt, sobald er sich bessern will. Ein verführerisches Thema ..." Das Merkwürdigste daran ist vielleicht die Art, wie das gemacht wird, wie hier eine Erzählung und ein Film nebeneinander herlaufen und ineinander übergehen: zwei ganz verschiedene Dinge — wir bemühen uns seit langem sehr, sie in ihren Voraussetzungen und Funktionen gründlich und reinlich voneinander zu scheiden; der Franzose gibt, ganz unbekümmert, beides zugleich, und das Sonderbare ist, daß beides zwanglos zusammengeht und eine Einheit bildet. Das Sonderbarste: man fühlt sich manchmal um Jahrzehnte zurückversetzt, in die Anfänge der Kinematographie, man sieht einen fast stummen Film und hört den Text dazu. Trotzdem wirkt das gar nicht altmodisch oder rückständig, sondern durchaus modern und technisch sehr gekonnt; was man sieht, ist ganz filmisch empfunden, nicht etwa nachträglich draufphotographiert. Es wirkt aber das Ganze wiederum auch als Roman: nicht nur, weil man Guitry im Cafe fitzen und an feinem Manuskript arbeiten sieht (er schreibt da das Drehbuch oder ein Expose oder seine Memoiren; einerlei) — sondern weil die Fabel in der Tat wie ein auf das äußerste Maß verkürzter und zugleich ins Bild aufgelöster Roman anmutet, wie eine richtige Erzählung, Lebensgeschichte eines Menschen von der Jugend bis über das reife Mannesalter hinaus, mit Entwicklung, innerer und äußerer, und Verwicklungen, mit Steigerungen, Spannungen, Ueberrafchungen, Verwandlungen ... die Zeit läuft mit, blättert sich ab im Kalender, ein junger Mensch wird erwachsen, tritt ins Leben, findet eine Chance, einen Beruf, der kein Beruf ist, verfällt einem Schicksal, dem er nicht entgehen kann, denn seine Lebensbahn scheint vorgezeichnet und vorausbestimmt. Die Schauplätze wechseln schnell, verwirrend und doch folgerichtig: ein kleiner Provinzladen, ein bürgerliches Haus, ein großes Hotel, eine französische Garnisonstadt, ein Lazarett im Kriege, der Spielsaal von Monte Carlo. Durch alle diese Schauplätze geht der fragwürdige Held des Romans hindurch, entwickelt und verwandelt sich, erlebt eine Familienkatastrophe, eine anarchistische Verschwörung, den Krieg, die Liebe, das große Abenteuer und das große Spiel ums Glück, das ihm zum Verhängnis wird ... man kann das alles nur andeuten, nur einzelnes herausgreifen aus der gedrängten Fülle der Fabel, die Guitry mit ebenso leichter Hand in Szene gesetzt hat, wie er sie niederschreibt und erzählt: in einem typisch französischen Stil, elegant, etwas ironisch, mit sehr bewußter Beherrschung seines Stoffes. Ebenso französisch wirkt auch die unmittelbare, lebendige, an Mienenspiel und Akzenten reiche Art der Darstellung; Guitry gibt sich als Schauspieler ebenso sicher und geschmeidig wie als Regisseur und als Autor: man spürt die Freude am Stoff, am Spiel mit der Maske, am ursprünglich komödiantischen Reiz der Verwandlung, die hier unmittelbar zum Thema gehört. Es ist ein belehrendes Vergnügen, diesen Film auf sich wirken zu lassen —und zwar weniger seines Themas als feiner künstlerischen Machart wegen. Auch abgesehen von Guitry ist die Besetzung vorzüglich; die Darsteller sind hier alle unbekannt. Besondere Hervorhebung verdienen die drei wichtigsten, überaus geschickt gegeneinander abgesetzten Frauengestalten und der kleine Darsteller des Jungen im ersten Teil. An der Kamera: Marcell Lucien; Musik: Adolphe Borchard; deutscher Text: Werner Finck und Dr. A. Sten- z e l; deutscher Sprecher: Fritz O d e m a r. — (Cineas, Paris.) Im Beiprogramm: ein Marionettenfilm, ein Vorspann zur „Verklungenen Melodie" mit Brigitte Horney und Willy Birgel, die Wochenschau mit Bildern aus Oesterreich und eine politisch sehr aufschlußreiche Gegenüberstellung „Wort und Tat". Hans Thyriot. Hochschulnachrichten Auf den neuerrichteten Lehrstuhl für Öffentliches Recht an der Universität Kö ln wurde der ordentliche Professor Dr. Gustav Adolf Walz an der Universität Breslau berufen. Prof. Walz, der sich in Marburg habilitierte und seit 1933 in Breslau wirkt, ist Herausgeber des Handbuches des Völkerrechts und der Zeitschrift für Völkerrecht. Fohlen. Von Angela v Britzen. Es ist noch etwas struppig im Fell und keineswegs ansehnlich. Der Schweif sieht auch noch aus, wie ein geflochtener Kuchen aus Hefeteig, so kindlich gelockt ist er! Die Mähne ist ganz seidig und fällt nach beiden Seiten ein bißchen über — gar nicht wie der sture, majestätische Halsputz von regelrechten Pferden, der, schön gestriegelt, tief nach einer Seite herabhängt. Es ift manchmal etwas langweilig, so bei Muttern in der Box zu stehen, am Stroh zu nibbeln und sich den Tag in die zwei Rubriken Trinken und Schlafen einzuteilen. Nebenan in den Boxen toben die älteren Fohlen und rufen andauernd nach den Müttern, die schon wieder mit auf Arbeit sind. Wenn sie dann zur Mittagszeit und abends wiehernd hereinkommen, dann wird es still nebenan, und nur das zärtliche Schnauben der Alten und ein ganz leises Schmatzen verrät, daß jetzt Mahlzeit gehalten wird. Der Sonntag ist daran zu erkennen, daß morgens nach dem Futterschütten und Putzen kein Lederzeug klatscht und keine Pferde aufgeschirrt werden. Alles bleibt ruhig in den Ständen, und auch die älteren Fohlen behalten ihre Mütter den ganzen Tag. Dann kommen die Knechte herein und haben keine blauen Blusen, sondern das gute Zeug an. Sie legen den Stuten, welche Fohlen haben, die Halfter über, die immer zu weit sind, und führen sie heraus auf den Hof. Da ist es betäubend! Die Sonne scheint, sehr viel Grün ist da, und vor allem: Raum! Man kann rennen, und dann dauert es trotzdem eine ganze Weile, bis man mit der flaumigen Nase an eine Mauer stößt. Aber das tut man unweigerlich! Nicht zu verstehen, wie die Mütter so ruhig gehen können und so gleichgültig den Kops kies vor sich her tragen! Höchstens das Grün interessiert sie. Die Fohlen versuchen es auch damit. Aber die Beinchen mit den dicken Knoten in der Mitte sind ein bißchen zu lang geraten, man muß sie schräg stellen, wenn man mit der Nase nach unten reichen will. Und dann kippelt es verräterisch in den Knoten. Auch ist das Fressen eine langwierige Sache, und auf dem Hof gibt es so viel zu erleben. Ganz ohne Grund rast ein Fohlen plötzlich los. Es bleibt nicht eher stehen — gespreizt, verdutzt und gutherzig —, bis es mitten zwischen den gelben Gösseln steht, deren Mütter mit echt gänserischer NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" in Zukunft durchführt. Das ist praktische Hilfe! Lpd. Die Kreditbewilligungspolitik der Sp!ar- kassen ist von lebenswichtiger Bedeutung für Handel und Gewerbe. Wie im nationalsozialistischen Staat durch die Kreditgebarung der Sparkassen eine zielbewußte und sorgfältige Förderung dieser Berufsgruppen getrieben wird, dafür sind die nachstehenden Zahlen ein schlagkräftiger Beweis. Nach den Erhebungen des Sparkassen- und Giro- oerbandes für Hessen-Nassau wurden im Jahre 1937 an Krediten insgesamt bewilligt: 36 515 Posten mit 69 791079 RM. Hiervon entfallen auf Wechsel 12 583 Posten mit 6 429 873 RM.; Kontokorrent- Kredite 6159 Posten mit 12 328 962 RM.; Feste Darlehen 8729 Posten mit 7 291 040 RM.; Hypotheken 9044 Posten mit 43 741204 Reichsmark. * ** Arbeits-Jubiläum. Am heutigen Tage kann der beim Städtischen Volksbad beschäftigte Masseur Adam Nickel auf eine Dienstzeit von 30 Jahren zurückblicken. Herr Nickel trat am 1. 4.1908 in die damalige Gießener Volksbad-AG. ein und ist seit dieser Zeit ununterbrochen beim Volksbad tätig. Der Jubilar, der durch lauteren Charakter und Fleiß bei allen Arbeitskameraden, Vorgesetzten und Badegästen sich größter Beliebtheit erfreut, wurde im Kreise der Arbeitskameraden geehrt und das heißt vor dem Einseifen. Nivea-Creme gibt geschmeidige, gut rasierfähige Haut, die weder spannt noch aufspringt erhielt gleichzeitig ein Glückwunschschreiben des Herrn Oberbürgermeisters. — Am heutigen 1. April sind es 25 Jahre, daß Herr Ernst R e u s ch l i n g aus Heuchelheim im Hause der Fa. Emil Pistor Nachf., Gießen, tätig ist. Der Jubilar begann seine Tätigkeit am 1.4.1913 als Lehrling, kam in den Jahren 1917/18 seiner Dienstpflicht nach, um nach Beendigung des Krieges zu feiner Leyrfirma zurückzukehren. In einem Betriebsappell würdigte der Betriebsführer die Verdienste des Jubilars, der sich sowohl im Kreise seiner Arbeitskameraden, als auch bei der Kundschaft großer Beliebtheit erfreut. ** Sterb efälle in Gießen. Es verstarben in unserer Stadt: 15. März: Louis Marfchek, Former, 40 Jahre, Sonnenstraße 6.. 16.: Karoline Schmidt, geb. Seipel, o. B., 78 I., Frankfurter Straße 1; Fritz Grützmacher, Waffenmeister a. D., 67 I., Alicenstraße 43. 17.: Elisabeth Schmidt, geb. Huber, 65 I., Wilhelmstraße 76; Agnes Brück, geb. Kappes, 90 I., Rqonstraße 29. 18.: Karl Braun, Lokomotivführer i. R., 83 I., Am Riegelpfad 76. 20.: Jakob Koch, Hausverwalter i. 9L, 74 I., Aster- weg 71. 21.: Karl Geitz, Reichsbahn-Assistent i. R., 65 I., Mittelweg 16. 22.: Elisabethe Dierlamm, geb. Rein, 52 I., Krofdorfer Straße 5. 23: Jakob Schneller, o. B., 69 I., Steinstraße 41; Hans Dib- bern, Assistenzarzt, Doktor, 34 I., Wartweg 50; Wilhelm Jakob, Fuhrmann, 57 I., Schottstraße 2. 24.: Margarete Kolbe, geb. Lauer, 68 I., Asterweg 44; Katharina Will, geb. Schneider, 67 I., Seltersweg 52. 25.: Anna Grein, geb. Fink, 78 I., Dammstraße 12. 27.: Karoline Zimmermann, geb. Trank, o. B., 54 I., Steinstraße 21; Wilhelm Cre- ter, Jnstitutsgehilfe, 38 I., Gaffkystraße 38; Hildegard Katharine Roth, 13 I., Neuen Bäue 16. 29.: Marie Dechert, geb. Leinweber, 76 I., Lahnstr. 3. Fwd. Aufbrauchfristen für „Pfund- tüten" verlängert. In einer neuen Ausführungsverordnung zum Maß- und Gewichtsgesetz hat der Reichswirtschaftsminister genehmigt, daß Drucksachen, Plakate, Blechdosen mit Aufdruck usw., die die nicht mehr zulässigen Gewichtsbezeichnungen Zentner, Pfund, halb Pfund und andere tragen, Uebertreibung flügelschlagend Alarm rufen. Die Gössel könnte man für Butterblumen halten, die ganz rechtmäßig im Gras unter den Kastanien wachsen, wenn sie nicht so komisch heiser und wichtig wisperten. Sie flüchten zur alten Gans und scheinen nicht zu begreifen, daß sie und die Fohlen und die jungen Kuhhunde am Stall drüben und die Küken, die auf dem anderen Rasenstück hinter der gravitätisch aufgerichteten Glucke hertrippeln, — daß sie alle eigentlich zusammengehören. Diel eher als zu den Alten! Das Fohlen wartet noch eine Weile mit vor gerecktem, tiefem Kopf, ob sie dieses nicht einsehen werden, die jungen Kameraden vom Hof, dann wirst es sich blindlings herum, knickt mit dem einen Hinterbein ein und rennt, stolz auf das verursachte Getöse, über den Damm zu dem braunen Polk zurück, der aus Stuten und Fohlen besteht. Aber nun ist es sehr schwer, aus all den vielen Gerüchen die Mutter herauszufinden, vor allem, wenn man keine Lust hat, irgend etwas ernsthaft zu betreiben. Das Fohlen hat Hunger, fragt nicht viel nach falscher oder richtiger Adresse und fängt an zu saugen. Da quiekt die Alte laut auf, legt dre Ohren an, daß das Gesicht giftig und gemein aus» sieht, und keilt dem fremden Kind mit dem Hinterbein einen mächtigen Reißer über den kleinen Bauch. Recht hohl klingt das. Das Fohlen steht etwas betäubt. Es ist gut, daß der Schmied den Mutterstuten die Eisen von den Hinterhufen abnahm — ihr Gerechtigkeitssinn nimmt immer gleich so tätliche Formen an. Da sind noch andere Fohlen, mit denen rennt es sich ganz gut, aber eigentlich nur aus Versehen. Fünf Sprünge nebeneinander her, dann biegt man auseinander oder besieht sich auf eigene Faust die Pumpe ober klettert Einmal über die Dungschleife, die immer so hohl klingt, wenn die großen Pferde sie morgens um 4 Uhr aus dem Stall zum Dung- hof ziehen. Schließlich ist alles nur noch Hitze, Atemlosigkeit, Grün und Sonne!-- Der Schwanz der Mutter verschwindet grade in der Stalltür und ein halbes, tiefes Wiehern mahnt. Rasch und taumelig stolpert das Fohlen über die Schwelle und der Mutter gegen die Brust, daß sie stillstehen und warten muß, bis das Kind von ihren Vorderbeinen fort ist. In dem kühlen, heimischen Schatten vorn Stall gibt es nur noch die Mutter und die gute Milch, und das Fohlen, in Müdigkeit und Durst versunken, hört bei seiner eifrigen Tätigkeit nicht mehr, wie die Tür der Box zuschlägt und die Knechte mit ihren Holzpantoffeln über das Steinpflaster klappern, um zu ihrem Mittagessen zu gehen. stundeten oder niedergeschlagenen Steuerbeträge auf aus (Nachdruck verboten!) 23. Fortsetzung. schäft- Gortsetzvvg solch) 2m Gmnds VMN-MÄ er LL etn* der den be- noch bis zum 30. Juni 1938 aufgebraucht werden können. ** D i e städtischen Tennisplätze am Schützenhaus sollen für die Spielzeit 1938 neu vermietet werden. ♦* Die Deutsche Stenographenschaft, Ortsoerein Gießen, gibt heute bekannt, daß ihre neuen Kurse in Kurzschrift und Maschinenschreiben nach Ostern beginnen. Große Strafkammer Gießen. Wegen Betrugs und schwerer Urkundenfälschung im Amt bzw. wegen Betruges hatten sich der Otto v. N. aus Großen-Büseck und die M. Sch. Mietbeihilfen zu gewähren. Diese.Mietbeihilfen werden keine Leistungen öffentlichen Fürsorge und daher auch nicht von Mietern zurückzuerstatten sein. Hierauf wird Am 1. April 1938 treten die Landesbestimmungen über die Stundung und Niederschlagung der Gebäude-Entschuldungssteuer (Hauszinssteuer) zugunsten hilfsbedürftiger Mieter außer Kraft. Die hilfsbedürftigen Mieter, zu deren Gunsten bisher die Gebäude-Entschuldungssteuer gestundet oder nieder- oeschlagen worden ist, brauchen jedoch nicht zu befürchten, daß sie durch diese lediglich in der Technik des Steuerrechtes begründete Maßnahme Schaden leiden. Sie werden vielmehr vollen Ausgleich durch erstattungsfreie Mietbeihilfen erhalten. Das Nähere wird aus einer in den nächsten Tagen im Reichsgesetzblatt erscheinenden Verordnung des Reichsinnenministers, Reichsarbeitsministers und Reichsfinanzministers über' Mietbeihilfen ersichtlich sein. Diese Verordnung wird die Stadt- und Landkreise verpflichten, für die hilfsbedürftigen Mieter anstelle der zu ihren Gunsten bisher ge- Iranksurter Schlachtvlehmarkt. Frankfurt a. M., 31. März. Auftrieb: Rinder 1051 (gegen 1129 am 24.3.), darunter 205 (204) Ochsen, 173 (144) Bullen, 501 (567) Kühe, 173 (214) Färsen. Kälber 500 (577), Hämmel und Schafe 40 (90), Schweine 304 (455). Notiert wurden je 50 Kilogramm Lebendgewicht in Mart: Ochsen a) 42 bis 45 (43 bis 45), b) 38 bis 41 (38 bis 41), c) 36 (31 bis 36), d) 27 bis 29 (—). Bullen a) 41 bis 43 (40 bis 43), b) 39 (37 bis 39), c) 34 (32 bis 34). Kühe a) 40 bis 43 (40 bis 43), b) 35 bis 39 (35 bis 39), c) 27 bis 33 (27 bis 33), d) 17 bis 25 (18 bis 25). Färsen a) 41 bis 44 (42 bis 44), b) 38 bis 40 (37 bis 40), c) 35 (32 bis 35). Kälber a) 62 bis 65 (61 bis 65), b) 55 bis 59 (54 bis 59), c) 43 bis 50 (44 bis 50), d) 37 bis 40 (37 bis 40). Hämmel b2) 48 bis 49 (46 bis 52), c 37 bis 45 (37 bis 45). Schafe a) 40 bis 42 (40 bis 42), b) 33 bis 38 (35 bis 38), c) 25 bis 28 (18 bis 31). Schweine a) 56,50 (56,50), bl) 55,50 (55,50), b2) 54,50 (54,50), c) 52,50 (52,50), d) 49,50 (49,50), Sauen gl) 53,50 (53,50). Marktverkauf: Rinder, Kälber und Schweine zugeteilt, Hämmel und Schafe mittelmäßig. Schweinemarkt in Homberg. —Homberg, 31. Mär,^ Zum gestrigen Schweinemarkt waren 92 Ferkel aufgetrie- ben. Für 6 bis 8 Wochen alte Ferkel wurden 23 bis 27 Mark gezahlt, 8 bis 10 Wochen alte 25 bis 30 Mark, für 10 bis 12 Wochen alte 30 bis 42 Mark. Bei flottem Handel war der Markt schnell geräumt. : Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. 2TL Spenden für Oesterreich. Alle deutschen Volksgenossen, die an der Linderung der Rot im Lande Oesterreich mithelfen wollen, können Geldspenden einzahlen auf das Konto „O e st e r r e i ch" bei allen Dienststellen des DhW. oder bei allen in der Reichsgruppe „Banken- zusammengeschlofse- nen Kreditinstituten (Banken, Girozentralen, Sparkassen, gewerblichen und landwirtfchaft- lichen Kreditgenossenschaften) und bei allen Postscheckämtern. Erstattungssreie Mietbeihilfen. Voller Ausgleich der fortfallenden Stundung der Hauszinssteuer zu Gunsten hilfsbedürftiger Mieter. sonders hingewiesen. Die Mieter brauchen auch keinen Antrag Gewährung der Mietbeihilfen zu stellen. Die Mietbeihilfen werden vielmehr für die hilfsbedürftigen Mieter von Amts wegen gewährt. Die Stadt- und Landkreise zahlen sie unmittelbar für die Mieter an die für die Erhebung der Gebäudeentschuldungssteuer zuständigen Steuerbehörden. Die Steuerbehörde hat dem Steuerschuldner den vollen Betrag der Beihilfe auf die von ihm insgesamt geschuldete Gebäudeentschuldungssteuer anzurechnen. Der Vermieter ist verpflichtet, dem Mieter den vollen Betrag der Beihilfe auf die Miete anzurechnen. Abenteuer in Paris. Vornan von Hans Hirthammer. Copyright by Verlag Oskar Meister, Werdau i. Sa. Kampf dem Kartoffelkäfer! Auch in diesem Jahre verstärkte Abwehr durch den Reichsnährstand. wenig über sie. Denn das Unternehmen war nicht ungefährlich. Sie konnten ertappt werden, und dann würde sie, wenn sie auch vermutlich einen Grenzschein hatte, mit Unanüehmlichkeiten zu rechnen haben. Aber auch wenn sie unangefochten hinüberkamen — für sie blieb die Beschwerde des nächtlickzen Marsches, der einsame Rückweg... Es imponierte ihm, wie sie alles daransetzte, um das Verbrechen ihres Vaters wieder gutzumachen. Stumm folgte er ihr. „Zn einer knappen Stunde haben wir's geschafft!" munterte ihn Lissy auf. „Sind Sie noch nicht mübe?" „Sie wollen sich über mich luftig machen?" „Aber nein, roie können Sie fo etwas denken? Ich spüre es doch selbst! Wir sind bereits zwei Stunden unterwegs. Solche Wanderungen bin ich selber gar nicht mehr gewöhnt!" „Wäre es nicht vernünftiger, wenn Sie jetzt umkehren würden? Ich werde mich schon zurechtfinden. Einfach immer geradeaus, dann muß ich doch ans Ziel kommen." „3mmer geradeaus!" lachte sie. „UnD wie wollen Sie das nachprüfen, ob Sie immer geradeaus gehen? Sie haben sicher noch niemals eme solche Wanderung gemacht, sonst wußten Sie, daß es ohne Hilfsmittel unmöglich ist, eine bestimmte Richtung einzuhalten." Äilly Ruland mußte allerdings zugeben, daß er hierin keinerlei Erfahrung befaß. „Aber was machen wir bloß? Ich kann doch ein fo aroßes Opfer wirklich nicht von Ihnen verlangen!' „Ich weiß einen wunderbaren Ausweg, Herr Ruland! Wir fetzen uns auf den nächsten umge- stürzten Baumstamm und ruhen uns ein wenig aus. Dann werden wir den Rest des Weges spielend bewältigen." „Das war ein gutes Wort, wennbleich wich Ihr Vorschlag nicht ganz darüber beruhigen kann, daß ich sehr selbstsüchtig handelte, Ihr Angebot anzu- nehmen." „Ihre Reue kommt zu spät!" meinte Lissy Dargent spöttisch. „Lassen Sie also diese unnötigen Selbstvorwürfe! Sie überzeugen mich doch nicht!" Und dann saßen sie dicht nebeneinander und hatten ganz vergessen, ihre Hande zu lösen. Genau gesagt: jeder behielt mit Absicht die Hand des anderen in der seinen, jeder glaubte, dvß der anders vergeßen habe, loszulassen, und so frosten sich beide ihrer kleinen Lift. „Sie werden dem Manne, den Sie lieben, einmal ein guter Kamerad sein!" flüsterte Willy und spürte die Nähe ihres Gesichtes. (Bad-Nauheim), die Verleihung der Carl-Ludwig- Ehrenmünze vor, die in diesem Jahr Prof. H e h an der Universität Zürich, der Wirkungsstätte Earl Ludwigs, zuerkannt wurde. Prof. Koch konnte weiter die Ernennung von vier Ehrenmitgliedern der Gesellschaft für Kreislaufforschung bekanntgeben. Es sind dies die Professoren Spalteholz (Leipzig), Iaksch (Prag), Geheimrat Aschoff (Freiburg) und Hering (Köln). Der erste Tag brachte Darstellungen über das Wesen der Therapie des Kollaps unter dem Ge- sichtspunkt vier medizinischer Fachgebiete, sowie Vorträge über die einzelnen Problemstellungen des Kollaps. An die Vorträge schloß sich eine rege Aussprache an, die die Probleme durch neue Forschungsergebnisse wesentlich erhellte. Das größte Interesse wurde den Forschungen Professor E l a r g s entgegengebracht, der über die überaus wichtige Frage sprach, inwieweit direkte Verbindungen zwischen den kleinsten Schlagadern und den kleinsten Blutadern, den sog. Arterio- Venesen-Nebenschlüssen, bestehen. Er konnte den Wissenschaftlern und Praktikern wertvolle Aufschlüsse auf Grund vieler Versuche geben. Alle diese Ausführungen bekundeten die große Aktivität des Forschergeistes, der auch auf diesem medizinischen Fachgebiet versucht, in der unbegrenzten Möglichkeit menschlicher Erkenntnisse immer wieder zu neuen Ergebnissen zu kommen. Nachdem Professor Stadler Worte des Dankes an den Vorsitzenden Professor Nonnenbruch gerichtet hatte, wurde die Tagung geschloffen, die gezeigt hät, daß die Medizin als Helferin der Menschheit ihre Aufgabe, Dienst an der Gemeinschaft zu sein, in hohem Maß erfüllt. Dienstabteil sitzen sah, bat er um ihre Fahrkarte Bereitwillig und ohne ein Zeichen von Erregung holte die Mitangeklagte die Karte aus ihrer Tasche. Als sie die Karte dem Zugführer übergeben wollte, sprang der Angeklagte dazwischen, riß die Karte an sich und sagte: „Die Dame löst nach." Der Zugführer erklärte darauf, er werde den Vorfall melden. Als der Zugführer das Abteil verlassen hatte, machte der Angeklagte der Sch. die schwersten Vorwürfe und schrieb ihr kostenlos eine Fahrkarte 3. Klasse Göbelnrod—Gießen. Durch das Ausstellen der Blankokarten hatte v. N. sich des Betruges schuldig gemacht. Er hatte die Karten ausgestellt, um der Sch. einen Vermögensvorteil zu verschaffen, nämlich ihr das Zahlen des vollen Fahrpreises zu ersparen. Weiterhin war der Zugführer getäuscht und das Vermögen der Reichsbahn durch die Nichtbezahlung des vollen Fahrpreises geschäüiat worden. Außerdem sah die Strafkammer, trotz Der teilweisen gegenteiligen Auffassung der Verteidigung, durch das Ausstellen der unrichtigen Blankokarten den Tatbestand der schweren Urkundenfälschung als gegeben pn. Mit der Verteidigung lehnte die Kammer, im Gegensatz zur An- klaoeschrift der Staatsanwaltschaft, den Tatbestand dieses Deliktes nur in dem Falle ab, wo der Angeklagte den Vermerk auf die Rückseite der Karte geschrieben hatte. Dies war aber insofern bedeutunglos, als auch hier eine schwere Urkundenfälschung vorlag, weil die Mitangeklagte die 2. und nicht, wie auf der Karte stand, die 3. Wagenklasse benutzt hatte. Wohl war der Angeklagte nicht Beamter im staatsrechtlichen Sinne. Da er aber durch feine Beeidigung gemäß der Reichsbabn-Bau- und Betriebs- ordnung die Rechte eines Polizeibeamten erhalten Fwd. Die im Vorjahr zur Bekämpfung des Kartoffelkäfers getroffenen Maßnahmen, insbesondere die Tätigkeit des Kartoffelkäferabwehr- dienftes des Reichsnährstandes, haben das Vordringen dieses Schädlings bisher verhindert und ihn dort, wo er durch den Suchdienst festgestellt wurde, unverzüglich und restlos vernichtet. Da damit zu rechnen ist, daß der Kartoffelkäfer bei seiner zunehmenden Ausbreitung in den westlichen Nachbarländern in diesem Jahr erneut und vielleicht in verstärktem Maße in das westliche deutsche Grenzgebiet eindringt, sind die Maßnahmen zur Abwehr dieses Schädlings auf Grund der bisherigen Erfahrungen ausgebaut worden. Die vom Reichs- und preußischen Minister für Ernährung und Landwirtschaft e-lassene 5. Verordnung zur Abwehr des Kartoffelkäfers behandelt die zur unmittelbaren Bekämpfung vorgeschriebenen Bespritzungen der mit Kartoffeln bestellten Grundstücke. Hierzu sind die Nutzungsberechtigten dieser als aber der eine Herdegen in einer Art begrüßte, als sei dieser sein Vorgesetzter, da drohte ihr vor jähem Schreck das Herz ftillzustehen. Wie, sollte sie sich getäuscht haben? Sollte dieser Herdegen gar kein Verbrecher sein-- Nein, fern Zweifel, er war... Kriminalbeamter — und sie hatte soeben die ungeheuerlichste Dummheit ihres Lebens gemacht. Nun gab es nur noch eins: zu retten, was zu retten war. „In der Tat, meine Herren, es... es war ein kleiner Scherz. Herr Herdegen hat sich mit uns allen einen Scherz erlaubt. Nehmen Sie es ihm bitte nicht Übel! — Sie haben die Wette gewonnen, lieber Herdegen, meine Hochachtung!" Sie versuchte ein strahlendes Lächeln, aber es wirkte etwas gekünstelt. Dabei öffnete sie die Tür. „Ich darf doch die Herren bitten, meine Gäste zu fein. Ein gutes Glas unseres vorzüglichen Weines wird Sie sicher rasch versöhnt haben." „Sehr liebenswürdig von Ihnen!" lächelte Her- Degen, indem er behutsam die Tür wieder schloß. „Aber wir können Ihre Einladung nicht annehmen. Ich mache dafür einen Gegenvorschlag und bitte Sie, Ihrerseits unser Gast zu sein. Sie sind verhaftet, Donna Mercedes. Sie werden klug genug sein und uns ahne Aufsehen folgen." „Hol euch alle Der Teufel!" knirfchte Tante Mercedes. „Benützen wir die Hintertreppe!" „Schön!" sagte Herdegen. „Benützen wir die Hintertreppe!" Ungefähr zu derselben Zeit drang Willy Ruland mit feiner Führerin in das Dickicht des Grenzwaldes ein. .(Sie hatten noch nicht viel miteinander gesprochen. Die Begegnung mit dem alten Bargent und seine Verhaftung stand noch zu sehr in ihrer Erinnerung. Bisher hatte das Licht Der Sterne ihren Weg notDürftig erhellt, nun aber waren sie von vollkommener Finsternis eingeschlossen. Willy RulanD, dem die Gegend fremb war, verspürte ein beklommenes Gefühl der Unsicherheit. Alle Augenblicke stolperte er und einmal konnte er sich mit seinen üortaftenDen Armen gerade noch vor Dem Zusammenstoß mit einem Baum bewahren. „Können Sie denn gar nichts sehen?" wunderte sich Lissy. „Ach ja, als Großstadtmensch verliert man sein« Nachtaugen. Geben Sie mir Ihre Hand, ich werde Sie führen." Damit war er gern einverstanden, und als er ihre schmalen, marinen Finger in Den seinen fühlte, empfand er ein dankbares Gefühl für ihre Kamerad- Grundstücke verpflichtet, jedoch kann auch der Kartoffelkäferabwehrdienst die Bespritzung unter Heranziehung des Nutzungsberechtigten vornehmen. Das Spritzgebiet umfaßt die Kreise, in Denen im Vorjahr Der Kartoffelkäfer festgestellt wurDe, und einen um diese Kreise gelegten Sicherheitsgürtel. Eine weitere Verordnung behandelt die zur Verhütung der Verschleppung im Inland getroffenen Maßnahmen, die in diesem Jahr erstmalig auf Grund des Pflanzenschutzgesetzes erlassen worden sind. Die Verbringung Der Erzeugnisse, mit Denen Der Kartoffelkäfer verschleppt werden kann, aus Dem Befallsgebiet und Dem aus Sicherheitsgründen gleich behandelten Schutzgebiet ist entweder ver- boten oder nur unter Bedingungen gestattet, die eine Verschleppung Des Schädlings mit ausreichender Sicherheit ausschließen. Es ist gleichzeittg dafür gesorgt worden, daß Erschwerungen für den Absatz triefet Erzeugnisse tunlichst vermieden werden. Gießen vor der Großen Strafkammer zu verantworten. Das Urteil lautete gegen v.N. auf ein Jahr Zuchthaus und 100 Mark Geldstrafe wegen schwerer Falfchbeurkundung im Amt in Tateinheit mit Betrug. Die M. Sch. wurde frei- gesprochen, da Die Strafkammer den Nachweis des Betruges trotz einiger Bedenken als nicht geführt erachtete. Der Angeklagte war als Reichsbahnunterhaltungsarbeiter beschäftigt. Er wollte gerne Reichsbahnpolizist und als solcher ins Beamtenoerhältnis übernommen werden. Seinen Gesuchen, die er mehrmals stellte, wurde nicht stattgegeben. Eines Tages schien das Ziel Des Angeklagten nähergerückt zu hatte und in seiner Verwendung als Hilfszugsschaff, ner hoheitliche Funktionen ausübte, mußte er wegen schwerer Falschbeurkundung im Amt bestraft werden. Der Ansicht der Verteidigung, daß der Angeklagte nicht gewußt habe, daß er im strafrechtlichen Sinne als Beamter anzusehen sei, konnte sich die Sttafkammer nicht anschließen. Da Der Angeklagte Den Reichsbahnfiskus lediglich um 1,85 RM. geschädigt hatte, verurteilte ihn Die Sttafkammer zur MinDeststtase Der für Diesen Fall sehr harten gesetzlichen Bestimmung von 1 Jahr Zuchthaus unD weiterhin 100 RM. Geldstrafe. Die mit« angeklagte M. Sch. mußte — wie erwähnt — frei« gesprochen werden. N. wurde sofort verhaftet. Der Kollaps. Elfte Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kreislanfforschung. DNB. Bad-Nauheim, 28. März. Am 26. und 27. März fand im Kerckhoff-Institut die elfte Iahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kreislaufforschung in Anwesenheit von über 600 Gelehrten aus dem In- und Ausland statt. Das Thema der diesjährigen Tagung war „D e r Kreislaufkollap s". Wenn von Kollaps ge- svrochen wird, so handelt es sich nicht um eine Krankheit, sondern um einen meist vorübergehenden Zustand, Den man schlechthin als SchwächezustanD bezeichnen kann. Wenn ein solcher ZustanD meist auch rasch behoben ist, so kann er unter bestimmten B«Dingungen — Das gilt besonDers- für Den kranken Organismus — schwerwiegenDe Folgen haben. Im Anschluß an Die Begrüßungsansprachen nahm der Physiologe Des Kerckhoff-Jnstituts, Prof. Koch Bargent wollte ein paar Schritte in Richtung auf Donna MerceDes machen, aber ein kleiner, silbern blitzenDer Browning in ihrer erhobenen Rechten ließ ihn einhalten. „Sie sind einfach verrückt!" rief er. „Das ist noch Der milDefte AusDruck!" Herdegen ließ sich auf einen Stuhl nieDer und zündete sich mit aller Gelassenheit eine Zigarette an, ohne sich von Dem Browning Der Donna MerceDes auch nur im geringsten beeindrucken zu lassen. „Gönnen wir Doch unserem Liebling Das kleine Vergnügen." „ÖH, Sie glauben, Den Ueberlegenen spielen zu können! Wenn Sie die fromme Absicht haben sollten, Anschuldigungen gegen mich zu erheben, Dann kann ich Ihnen nur raten, solche unnützen Bemühungen zu unterlassen. Mir kann man nichts anhaben, mein Lieber! Ich war schlau genug, die Geschäfte mit Herrn Bargent so zu erleDigen, daß meine Person überhaupt nicht in Erscheinung trat. Es ist kein einziges Schriftstück vorhanden, das mich belasten könnte. Und auf bloße Verdächtigungen — wh, die Polizei wird sich hüten, eine ange» fehene Dame, Bürgerin eines befreundeten Staates, zu belästigen." „Es ist trotzdem eine Verrücktheit, Liebling! Wir wollten Sie gerade mit einer großen Sache über- raschen, und nun verpatzen Sie uns mit Ihrer Albernheit das ganze Geschäft!" „Ich schaffe mir zwei Kerle vom Leibe, die mir nicht passen. Herr Bargent war mir schon lange über, und was Sie betrifft, so haben Sie mir einen xu frechen Schnabel, verstehen Sie? Ich kann nur solche Leute als Mitarbeiter brauchen, die mir ergeben sind, die sich bis zum letzten meinen Befehlen unterordnen." „Und Da müssen Sie uns gleich ans Messer liefern? Wir hätten uns Doch in aller Freundschaft trennen können —" „Sie haben mich beleidigt, mein Herr! Sie haben es gewagt, sich über mich luftig zu machen!" „UnD Dafür rächen Sie sich nun! Unvergleichlich! Ich hätte nicht geglaubt, daß--" In diesem Augenblick trat Lore Sommerfeld ein. eu blieb übenMt stehen, dann eilte ste auf Hersein. Er fand neue Verwendungen, wurde mit den verschiedenen Zweigen des Reichsbahndienstes ver- traut gemacht und konnte auch einige formlose Prüfungen ablegen. Schließlich konnte er Dienst als Hilfszugschaffner tun. Er wurde zweimal durch Handschlag verpflichtet, wobei er gewissenhafte Diensterfüllung versprach. Dabei mußte er eine Bescheinigung unterschreiben, welche die Mitteilung enthielt, daß er durch seine Verwendung als Hilfs- Zugschaffner die Rechte eines Polizeibeamten habe. Ausdrücklich wurde aber in dem Vordruck darauf hingewiesen, daß durch seine neue dienstliche Tätigkeit Das Angestelltenverhältnis als Reichsbahn- Unterhaltungsarbeiter nicht veränDert würde. Im letzten Jahre lernte der Angeklagte die Mitangeklagte M. Sch. kennen, ^ines Tages lud N. die Sch. ein, Doch mit einem Zug, Den er als Hi Iss- Zugschaffner zu begleiten hatte, nach Grünberg zu fahren. N. sagte Der Sch., sie solle sich in Gießen eine Bahnsteigkarte nehmen und sich Dann in ein Abteil 2. Klasse setzen. Er werbe ihr währenD Der Fahrt eine Karte, Die er Dann verrechnen würDe, schreiben. Die Sch. tat, wie Der Angeklagte ihr vorgeschlagen hatte. Unterwegs stellte der Angeklagte der Mitangeklagten eine Fahrkarte aus, aber nicht, wie es feine Pflicht gewesen wäre, eine Fahrkarte 2. Klasse Gießen—Grünberg, sondern nur eine Karte Göbelnrod—Grünberg. Auf bet Rückseite vermerkte er, um Der Blankokarte ben Anschein einer Anschlußkarte zu geben, Monatskarte Nr. 341, Wetzlar—"Göbeln- roD. Für Diese Karte ließ sich Der Angeklagte ben Fahrpreis 3. Klasse Göbelnrod—Grünberg bezahlen. Für die Rückfahrt nahm sich Die Sch. in Grünberg auf Anraten Des N. eine Karte 3. Klasse Grünberg—Göbelnrod. Die Karte für die übrige Strecke wolle er ihr wieder schreiben und sich den Fahrpreis verrechnen lassen. Auf den Rat des Angeklagten setzt« sich die Sch. in das DienftabteiL Während der Fahrt schrieb der Angeklagte ihr wieder eine Karte, und zwar von Gießen (Licher Straße) — Gießen (Hauptbahnhof). Während der Fahrt kontrollierte der Zugführer die Wagen. Als er die Sch. im begen zu und reichte ihm die Hand. „Wie reizenb, daß Sie gekommen sind! Tante Mercebes sagte mir schon, baß Sie uns die Freude machen würben, unser Gast zu sein!" Bevor Herdegen antworten konnte, war Donna Mercedes Dazwischengetreten. „Das hat sich leider geändert, mein Kind. Wir haben uns in diesem Herrn getäuscht. — Aber vielleicht läßt Du uns lieber allein, Lvrekind! Bitte meine Gästss, sich noch eine kurze Weile zu gedulden. Und — es werden gleich einige Herren von der Polizei kommen. Unterrichte bas Mädchen, daß diese Herren unauffällig zu mir in dieses Zimmer geführt werden." Lore machte ein äußerst bestürztes Gesicht. „Aber ... liebe Tante, was soll bas bebeuten?" Herdegen fiel mit einem unbekümmerten Lachen ein. „Sie brauchen sich feine Gedanken zu machen, Fräulein Sommerfeld. Es handelt sich nur um einen kleinne Scherz ober sagen wir: um eine Wette! Jawohl, um eine originelle Wette! Ich werbe Ihnen nachher erzählen, wer Die Wette gewonnen hat!" „Geh jetzt, mein Kind!" Drängte Donna Mercebes mit einem roütenben Seitenblick aus Herdegen. Herdegen blickte ungeduldig auf Die Uhr. „Eine langweilige Bande! Der Weg von Der Wache beträgt doch nur einig« Minuten. Die Leute könnten längst hier fein!" „Ihre respektlosen Redensarten werben Ihnen bald vergehen. Sie fühlen sich wahrscheinlich in Dem Bewußtsein sicher, baß man Ihnen nichts nachweisen kann. Keine Sorge, meine Aussage wttd genügen, Sie hinter Schloß und Riegel zu bringen. Außerdem habe ich das Gefühl,' daß eine Durchsuchung Ihres Gepäckes hinreichend« Schulbbeweift zutage fördern wird!" „Was Sie für wunderbare Gefühle haben! Geradezu hellseherisch!" Endlich klopfte es an die Tür, Drei Herren in Zivil traten ein. In Dem einen erkannte Herdegen seinen Kollegen von Der Wache. Auch Der andere erkannte ihn sofort und trat mit einem refpektvollen Gruß auf ihn zu. „Ach, Sie sind auch hier, Herr Kommissar! Entschuldigen Sie, daß wir uns etwas verspätet haben. Kollege Wilkens mußte erst von seiner Wohnung geholt werden! Na — und wo haben Sie die Burschen, die wir verhaften sollen?" „Tja!" sagte Herdegen. „Wo haben wir sie bloß? Ich fürchte, lieber Kollege, sie sind uns entwischt! Es müßte fein, baß unsere spanische Tante sie irgenbroo in einen Kleiberschrank gesperrt hat!" Die Wirkung, bie Das kurze Gespräch auf Donna Mercedes ausübte, war unbeschreiblich. Als Die Beamten äntratait HE U erleichtert siffgeatmet. , 30 März 31 März Amtliche Notierung Amtliche Notierung Geld Briet Geld Brief Buenos Ifltte» ... 0,616 0,620 0,616 0,620 Brüssel......... 42,08 42,16 42,11 42,19 Rio de Janeiro .. 0,145 0,147 0,145 0,147 Bolen.......... 47,00 47,10 47,00 47,10 Kopenhagen..... 55,25 55,37 55,23 55,35 Danzig......... 47,00 47,10 47,00 47,10 London......... 12,375 12 405 12,37 12,40 Helsingfors...... 5,475 5,485 5,475 5,485 Part«.......... 7,592 7,608 7,652 7,668 Holland ........ 137,98 138,26 137,92 138,20 Italien......... 13,09 13,11 13,09 13,11 Japan.......... 0,721 0,723 0,721 0,723 Jugoslawien .... 5,694 5,706 5,694 5,706 ÖSlo........... 62,20 62,32 62,17 62,29 — — — —— Lissabon........ 11,24 11,26 11,24 11,28 Stockholm...... 63,77 63,89 63,75 63,87 Schweiz........ 57,12 57,24 57,12 57,24 Spanten........ —* — —— —— Prag........... 8,691 8,709 8,691 8,709 Budapest....... — ■— —— — Neuport........ 2,490 2,494 2,491 2,495 Aus der engeren Heimat. Wahlkundgebungen. Am 8. April finden im Kreise Wetterau folgende Wahlkundgebunqen statt: W i e s e ck (Redner Gauobmann der DAF., Willy Becker): Butz- bad) (Gauamtsleiter Avien y); 23 a b = 9t a u = heim* (SA.-Obergruppenführer Brauneck, Chef des Gesundheitswesens bei der Obersten SA.-Füh. rung). Gemeinderat in Schotten. * Schotten, 30. Mörz. Der Gemeinderat hielt heute eine kurze Sitzung ab. Rach Prüfung durch die Landesregierung wurde die Gewerbe-- st e u e r für 1937 für die Stadt um 25 Punkte herabgesetzt. Die Senkung macht etwa. 2000 Mark aus. Der Gemeinderat stimmte zu. Ab 1. April geht der seither vom Roten Kreuz, Alicefrauenverein, geleitete Kindergarten auf die NSV. über. Heute traf die neue Kinderschwester Erna Schmidt ein, die den Kindergarten weiterführt. Die Stadt stellt die Räume, Heizung, Beleuch- tungs- und Reinigungskosten und leistes einen Zuschuß. In den nächsten Tagen wird der Kindergarten unter der neuen Leitung eröffnet. . lieber das am 10. Juli stattfindende große Motorradrennen wurde im Gemeinderat eingehend gesprochen. Die Stadt wird gern zur Durchführung des Rennens nach ihren Kräften beitragen, wenn sie auch die für die künftigen Rennen geplanten Projekte, Herstellung von Zufahrtswegen an den neu vorgesehenen Start, und Zielplatz, Zielrichtechaus u. dgl. mehr unmöglich allein aus eigenen Mitteln bestreiten kann. Die wirtschaftlichen Auswirkungen des Rennens erstrecken sich auf die ganze Provinz Oberhessen, die an dieser einzigen großen motorsportlichen Veranstaltung weitgehendst mitmteressiert ist. Verhandlungen mit den zustän- diaen Stellen über die Ausgestaltung des dies- jährigen Rennens und feiner Rennstrecke finden noch statt. Die neuen Voranschläge der Schulen, die eine Belastung der Stadt bringen, werden be« sprachen. Der städtische Voranschlag für Rj. 1938 kann vorerst noch nicht aufgestellt werden, da der neue Finanzausgleich und die Auswirkung der, neuen Steuerverteilung noch nicht geklärt ist. Umgestaltung de« Kurparks in Bad-Tlauheim. Bad-Nauheim, 30. März. (Lpd.) Der Raum vor dem Bad-Nauheimer Kurhaus hat sich in der ganzen Front in einen Bauplatz verwandelt. Griechische Säulen, viele Meter lang, liegen auf Gerüsten, um bei dem Neubau verwandt zu werden, im Kurpark stehen die Bauhütten der Bauarbeiter, die Terrasse ist verschwunden und ab- getragen. An ihrer Stelle werden, vier neue Terrassen entstehen, die sich allmählich bis zur Kurhauswiese neigen. Die einzelnen Terrassen werden durch Blumenstreifen voneinander getrennt. Die jetzt noch vor dem Kurhaus liegende Straße soll ebenfalls verschwinden, sobald eine Umgehungsstraße gebaut ist. Dann wird also — und das ist der eigentliche Plan — die Kurhausterrasse unmittelbar in den Kurpark überlei» t e n. Der Eingang zum Kurhaus im Zuge der Terrassenstraße wird vollständig umgestaltet. Der schmale Durchlaß ist verschwunden, und an seiner Stelle entsteht ein großartiger Säulenbau, in dem die Kasse Platz findet und ein Warteraum, der vor allem den Kurhausgästen bei schlechtem Wetter die- nen soll, damit sie hier auf ein Fahrzeug warten können. Im Kurpark wurden außerdem eine Reihe neuer Wege angelegt, sowie Blumenanlagen, besonders an der Teichhauspromenade. Das Badehaus 9 wurde im Laufe des Winters abgerissen und wird ebenfalls neuen Anlagen Platz machen. Die Bauarbeiten werden beschleunigt vorangetrieben, so daß sie bis spätestens Mai beendet sein werden. Mit dem Kraftfahrzeug in den Straßengraben. * Saasen, 31. März. Auf der Provinzialstraße Gießen — Grünberg am Straßenabzweig nach Saasen ereignete sich am Mittwochabend ein schwerer Verkehrsunfall. Der 62 Jahre alte Händler Peter Schepp tarn mit seinem Motordreirad-Lieferwagen aus der Richtung Reiskirchen gefahren und wollte in die Straßenabzweiaung nach Saasen einbiegen. Dabei geriet er mit seinem Kraftfahrzeug in den Straßengraben. Schepp und seine mitfahrende Frau wurden schwer verletzt. Nach erster ärztlicher Hilfeleistung mußten beide der Chirurgischen Klinik in Gießen zugeführt werden. Dort stellte sich heraus, daß der Mann schwere Schädelverletzungen davongetragen hat, während seine Frau mit schweren inneren Verletzungen in ernstem Zustand darniederliegt. Unfälle auf dem Lande. Der 32jährige Arbeiter Erhard Kreiling von Heuchelheim kam, als er mit dem Motorrad unterwegs war, schwer zu Fall und zog sich eine erhebliche Knieverletzung zu. — Der 68jährige Landwirt Kaspar Sonn aus Burg-Gemünden wurde bei der Arbeit an einer Maschine von einem Rade erfaßt und erlitt eine schwere Schulterver- letzung. — Mit einem Schulterbruch mußte das dreieinhalbjährige Töchterchen Elfriede des Maurers Rienholz von Krumb ack in ärztliche Behandlung gebracht werden. — Der 62jährige Landwirt Philipp Schiefer st ein aus Dornholzhausen zog sich bei seiner Arbeit einen Unterschenkelbruch zu. — Der Schreibgehilfe Konrad Kornmann von Haar Hausen (Kreis Alsfeld) erlitt bei einem Sturz vom Fahrrad einen Schädel- und einen Schlüsselbeinbruch. — Die Landwirtsehefrau Elisabeth 2V a g n e r von Saasen kam unglücklich zu Fall und erlitt einen Bruch der linken Hand. — Der 30jährige Arbeiter Wilhelm Haas von Annerod kam bei einer Sportübung schwer zu Fall und erlitt erhebliche Prellungen am Kopf und im Nacken. — Der 21jährige Heinrich Keßler von Steinbach, der mit seinem Fahrrad unterwegs war, wurde von einem Motorradfahrer angefahren und ein Stück mitgeschleift. Der Verunglückte erlitt Verletzungen und Abschürfungen, sowie Prellungen und mußte in ärztliche Behandlung gebracht werden. — Einen komplizierten Un- terschenkelbruch erlitt der 29jährige Zimmermann Richard D o n d e aus G e r m e I n (Kreis Marburg), der bei der Baustelle Burg-Gemünden an der Reichsautobahn beschäftigt ist. — Einen Armbruch, ebenfalls bei der Arbeit an der Reichsautobahn, erlitt der 38 Jahre alte Arbeiter Albert Müller -us Gr-sbtztts.BvieL. Sämtliche Verunglückte mußten in die Chirurgische Klinik nach Gießen gebracht werden. Oachstuhlbrand in der Technischen Hochschule. Darmstadt, 31. März. (Lpd.) Aus bisher noch nicht aufgeklärter Ursache entstand am Donnerstagnachmittag im Dachstuhl des Fernmelde- Instituts der Technischen Hochschule ein Brand. Die Feuerwehr mußte infolge der starken Rauchentwicklung mit Gasmasken oorgehen. Nach einer Stunde gelang es ihr, des Feuers Herr zu werden. Wie wir von der Technischen Hochschule hören, ist der Schaden nicht so erheblich, wie zunächst befürchtet wurde. Landkreis Gießen. * Klein-Linden, 1. April. Am kommenden Sonntag, 3. April, kann der Werkmeister i. R. Adolf Brandenburger seinen 70. Geburtstag begehen. Dem Jubilar, der seit etwa 40 Jahren treuer Bezieher des Gießener Anzeigers ist, auch unfern herzlichen Glückwunsch. △ Rödgen, 30. März. Am Samstag veranstaltete der Turnverein 1899 Großen- B u s e ck gemeinfam mit dem Jungvolk im Saalbau Wagner einen Werbeabend, zu dem alle Volksgenossen eingeladen waren. Die Turner zeigten ihr Können im Geräteturnen, im Bodenturnen und auf dem Gebiete der Leibesübungen. Die turnerischen Darbietungen wurden durch schöne Reigen der Mädchen ergänzt. Zum Schluß hielt Rektor Inderthal eine Ansprache über die Zwecke und Ziele eines Turnvereins. Der Abend wurde in üb- Ilcher Weise geschlossen. 3 Rödgen, 31. März. Am Montag veranstaltete die Unterklasse der hiesigen Volksschule einen Elternabend, zu dem zahlreiche Eltern und Volksgenossen erschienen waren. Einleitend sangen die Schüler das Lied: „Auf hebt unsre Fahnen", dann folgten Sprüche und einige Ausschnitte aus Worten des Führers zur deutschen Jugend. Hierauf begrüßte Lehrer Linden st ruth die Gäste. Sprüche und Reime, die die Schüler nun zu Gehör brachten, veranschaulichten das arbeitsreiche Jahr eines Bauern. Dann spielten die Schüler die Märchen „Schneewittchen" und „Hänsel und Gretel". Beide Märchenstücke wurden mit reichem Beifall aufgenommen. Anschließend zeigte Lehrer Linden st ruth mit dem Schul-Lichtbilogerät das Märchen „Hänsel und (Sreter auf der Leinwand. Klassenleiter Leisenheimer dankte Herrn Lin- henstruth für seine erfolgreiche Arbeit und den Kindern für ihr schönes Spiel. Dann wurde der Abend in üblicher Weise geschlossen. 8 Alten-Buseck, 31. März. Zugunsten des WHW. wurde durch den BDM. die diesjährige Eiersammlung durchgeführt, die ein recht gutes Ergebnis hatte: Es wurden im ganzen 515 Eier gespendet. Auch die diesjährige Flei schund Wurstsammlung führte zu einem sehr guten Erfolg. Es wurden in unserem Dorf im Laufe des Winters von den Hausschlachtungen übex 300 Kilogramm-Büchsen ab geliefert, die der Kreisführung des WHW. zugeführt werden konnten. — Die hiesige S ch u 1 s p a r k a s s e zählt zur Zeit 125 Sparer. Der gegenwärtige Stand der Spareinlagen beträgt 4000 RM. * Lollar, 30. März. Dieser Tage sand der letzte, für das Winterhalbjahr 1937/38 vorgesehene Schulungsvortrag unserer Freiwilligen Feuerwehr statt. An diesem Abend hielt der hiesige Leiter des Reichsluftschutzbundes, Eberle, einen Film-Vorttag „Volk in Gefahr". Die Erläuterungen des Vortragenden und die Luftschutzfilmvarführungen (Jnnenangrifs eines Angriffstrupps usw.) waren für alle Kameraden sehr lehrreich. Die Vorträge begannen am 10.1. mit einem Vortrag des Kreisfeuerwehrführers Bouffier über „Unfallverhütung im Feuerwehrdienst" mit anschließender Erläuterung durch den Oberbrandmeister Heinrich Rohrbach VIII. über „Den Weg zur Feuerlöschpolizei". Am 31. 1. hielt Oberbrandmeister Karl Rohrbach III. einen Vortrag über „Brandtaktik". Der gut durchdachte und von großer Kenntnis im Feuerlöschwesen zeugende Vortrag war für alle Hörer wichtig und lehrreich. Hauptbrandmeister Schelm gab anschließend Erläuterungen und Bestimmungen, sowie praktische Vorschläge zum Feuerschutz der Ernte und des Waldes. Am 14.2. folgte ein Vortrag über „Allgemeine politische Fragen" von Ortsgruppenleiter der NSDAP. P e t r a s ch. Der Vortragende verstand es in ausgezeichneter Weise, gegenwärtige politische Fragen zu behandeln, sowie durch interessante Ausführungen den Kameraden nationalsozialistische Maßnahmen und Ideen klar zu machen. + Staufenberg, 31. März. Die hier durchgeführte Eiersammlung erbrachte 276 Stück. — Der hiesige Turnverein beschäftigte sich in seiner jüngsten Versammlung mit der Frage der Anlage einer Hindernisbahn auf dem Sportplatz. # Mainzlar, 31. März. In einer Versammlung der Frauenschaft sprach Frau S ch l i e fitz a k e (Gießen) über das Thema „Gute und schlechte Stoffe". Die von der Frauenschaft für das Winterhilfswerk durchgeführte Eiersammlung erbrachte in Mainzlar, Staufenberg und Daubringen insgesamt 1128 Stück. — Im hiesigen Gemeindewald fand eine Holzversteigerung statt, zu der zahlreiche Interessenten erschienen waren. Es kosteten je zwei Raummeter: Eichenknüppel 6 bis 7 Mark, Eichenscheite 13 bis 14, Buchenknüppel 14 bis 15 und Buchenscheite 22 bis 25 Mark. Ein Raummeter Buchenreisig kostete 2 Mark, Eichenreisig (fünf Raummeter) 2 bis 3 Mark. s Lang-Göns, 31. März. Am 1. April kann unser Mitbürger, Schreinermeister Heinrich Boller II., Obergasse, seinen 8 3. Geburtstag feiern. Der alte Herr ist körperlich und geiftig noch sehr rüstig, bekümmert sich um die Feldarbeiten und ist immer tätig. Wir wünschen viel Glück! D Lich, 31. März. Der Verkehrs- und Verschönerungsverein Lich ließ in den letzten Tagen eine ganze Anzahl seiner äufgefteUten Bänke und Hütten frisch an st reichen und die Plätze säubern. Sie seien hiermit dem Schutz aller Erwachsenen empfohlen. — Um der wandernden Jugend entgegenzukommen, wurde in unserer Stadt eine Ausweisausgabestelle des Reichsverbandes der Deutschen Jugendherbergen eingerichtet. Sie befindet sich im Hause Butzbacher Straße 23 und wird von K. Zeiger geleitet. Hier können also Bleiben - und Führerausweise und Mitgliedskarten des Reichsverbandes der Deutschen Jugendherbergen ausgestellt werden. Lich, 1.April. Mit dem heutigen Tage verläßt Bahnhofsvorsteher N o t h n a g e l unsere Stadt, um eine Stelle in Gießen anzutreten. In der Zeit einer Wirksamkeit hat er sich die Achtung aller Einwohner erworben. > Obbornhofen, 31. März. Vom BDM. und von der Frauenschaft wurde in unserer Gemeinde eine Eiersammlung durchgeführt. Insgesamt wurden 456 Eier aufgebracht. — Unser Dors hat willkommene Einquartierung erhalten. Neun Kinder und drei SA.-Männer aus Deutsch- Oesterreich weilen zu einem vierwöchigen Erholungsaufenthalt hier. gfs. Langd, 31. März. In unserem Orte begann der Reichsmütterdienst einen Kursus in Säuglingspflege und Betreuung des Kleinkindes. Schwester Emely (Jobbers, die Kreisabteilungsleiterin des Reichsmütterdienstes, wird den Lehrgang durchführen, an dem sich 30 Frauen und Mädchen beteiligen. Der erste Abend vereinte die Teilnehmerinnen mit den Mitgliedern der Frauen- schäft und des Frauenwerks, auch der Zellenleiter und der Amtsleiter der NSV. waren anwesend. Schwester Emely sprach über den Zweck und das Ziel der Mütterschulung und über die wesentlichen Aufgaben des Lehrgangs. Kreis Friedberg. ch Butzbach, 31. März. Die NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freuds veranstaltet in der städtischen Markthalle eine Ausstellung „Ion in Töpfers Han d", die im Beisein des Gauamtsleiters R u f f e r (Frankfurt) von dem Ausstellungsleiter Webermeister Hinder (Gießen) eröffnet wurde. Kreis Schotten. d Schotten, 31. März. Die Oberschule für Jungen (seither Realschule) hatte zu einem Elternabend in den Singsaal der Anstalt eingeladen, der sehr gut besucht war. Mehrere Musikstücke und Gedichte, von verschiedenen Schülern schön öorgetragen, leiteten die Feier ein. Studien- rat Dr. Weiß als Leiter der Anstalt begrüßte in herzlichen ©orten die Besucher und erläuterte dann die neue Schulordnung und den Lehrplan. Lehramtsassessor Z i n f e r sprach über bas neuzeitliche Schülerturnen und seine Bewertung. Einen interessanten Dorttag über „Schule und Luftfahrt" hielt dann Studienassessor Dr. Flohr; er ging auf die Geschichte des Flugwesens ein, besonders auch des Segelflugwesens, und zeigte viele interessante, aufschlußreiche Versuche über bas Flugproblem. Ein Film aus unserer Kolonie Kamerun wurde noch gezeigt. Anschließend fand die Besichtigung einer Ausstellung von Schülerarbeiten, einer wertvollen großen biologischen Sammlung statt. Der Elternabend war sehr dazu angetan, Schule und Elternhaus in engere Verbindung zu einander zu bringen. )—( Ruppertsburg, 31. März. Unsere Kriegerkameradschaft hielt am Samstag- abend bei Gastwirt Becker ihre 63. ordentliche Generalversammlung ab, die gut besucht war. Kameradschaftsführer W. Seipp II. gedachte zu Beginn der Tagung des verstorbenen Kameraden Georg Port II. Der Jahresbericht zeigte, daß die Kameradschaft im abgelaufenen Jahre eine rege Tätigkeit entfaltete. Auch die Rechnungsablage durch den langjährigen Kassenwalter Wilhelm Lehr II. zeigte ein sehr erfreuliches Ergebnis. An dem Reichskriegertag in Kassel werden einige Kameraden teilnehmen. Wie im Vorjahre, so soll auch im kommenden Sommer wieder ein größerer Ausflug gemacht werden. — Leider mußte in diesen Tagen eine herrliche Buche auf unserem „Hasentänzer" gefällt werden, die unter Naturschutz stand. Der Stamm dieses Baumes hatte einen Umfang von 4,50 Meter. Natürlich brachte er einen guten Holzertrag, nämlich 31,6 Raummeter Knüppel- und Scheitholz und über 10 Raummeter Reisig. Kreis Bübingen. * Ortenberg, 31. März. Ein schweres Miß» geschick traf den hiesigen 64 Jahre alten Landwirt Georg Schenck. Er hatte sich vor etwa vierzehn Tagen einen Zahn ziehen lassen. In den letzten Tagen traten nun Vergiftunaserscheinun- gen auf, die seine sofortige Aufnahme in die Chirurgische Klinik in Gießen notwendig machten. Der bedauernswerte Mann liegt in sehr ernstem Zustand darnieder. Kreis Alsfeld. O Alsfeld, 31. März. Die Kreisgruppe Alsfeld der Wirtschaftsgruppe Gaststätten, und Beherbergungsgewerbe hielt im „Deutschen Haus" ihre diesjährige Jahreshauptver. s a m m l u n g ab. Als Vertreter der Wirtschaftskammer sprach Wenzel (Gießen) über das Beitragswesen, die Sonderumlage im Gaststättengewerbe und über Konzessionsfragen. Installateur Scheuer (Alsfeld) sprach über die neuen Verordnungen bett, die technischen Einrichtungen der Schankanlagen. Im Anschluß an die Tagung fand ein geselliges Bei- l'ammenfein mit Familien statt. Kreis Wetzlar. □ Rodheim a. d. Bieber, 31. März. Ein hiesiger Kraftfahrer, der im Auto von Wetzlar nach Rodheim zurückkehren wollte, verlor in einer Kurve in Waldgirmes die Herrschaft über den Wa- gen und fuhr heftig gegen ein Haus. Durch den starken Anprall brach das Steuerrad ab. Der Lenker des Fahrzeuges erlitt Verletzungen an den Beinen und einen Nasenbeinbruch. Der Wagen wurde schwer beschädigt und mußte abgeschleppt werden. > Frankenbach, 31. März. In der neu errichteten hiesigen K o ch s ch u l e sand für die Mädchen des vierten Berufsschuljahres eine Entlassungsfeier statt. Mädchen aus Frankenbach und Krumbach waren in' Hauswirtschaftskunde, Kochen, Bügeln, Nahrungsmittellehre, Weißzeugnähen, Säuglingspflege und Gartenbau unterrichtet worden. Der Unterricht lag in Händen der Hauswirtschaftslehrerin Frl. Becker. — Die hiesige Feuerwehr hielt im Saale von Geller einen Familienabend ab. Brandmeister Groh begrüßte Mitglieder und Gäste und sprach kurz über die Bedeutung der Feuerwehren im Staate. Der unterhaltende Teil des Abends wurde durch Theaterstücke, Lieder und Tanz ausgefüllt. ^Runbfunfprogramm Samstag, 2. April. 6 Uhr: Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Froher Klang zur Werkpause. 9.30: Gaunachrichten. 9.40: Deutschland — Kinderland., Pimpfe kochen. 10: Grundzüge des Zwangsvollstteckungsrechts. 10.30: Zur Reform des Jugendgerichtsverfahrens. 11.40: Volk und Wirtschaft. Handelsbüro Schwindel & Co. 11.55: Offene Stellen. 12: Mittagskonzert. 13: Nachrichten. 13.15: Mittagskonzert. 14: Nachrichten, anschließend auch aus dem Sendebezirk. 14.10: Die glückliche Geburt ihrer Musenkinder beehren sich anzuzeigen Diskus der Tönende und Frau. 15: Bilderbuch der Woche. 15.30: Burgen des Glaubens. 16: Bunte Melodien. 18: Zeitgeschehen. 18.30: Wie bitte???? Der fröhliche Lautsprecher aus demHäus- chenül! 19: Nachrichten. 19.10: Blasmusik. 20: Unterhaltungskonzert. 22: Nachrichten, anschließend auch aus dem Sendebezirk. 22.15: SA.-Hallensport- fest der Gruppe Hessen in der Festhalle, Frankfurt am Main. 22.35: Tanzmusik. 24 bis 1: Nachtmusik. „Sei uns gegrüßt viel tausendmal, du holder, holder Frühling". SJ.-fport 23 deutsche Weltrekorde. lleberlegene Führung im Gewichtheben. Deutschland hat zwar schon immer im Gero i ch th e b e n an der Spitze der Nattonen gestanden, aber Oesterreich war von jeher ein starker Konkurrent. Nach dem Heimgang Oesterreichs in das geeinte Deutsche Reich ist die schon bestehende Vormachtstellung zu einer überwältigenden Führung ausgebaut worden. Don den 35 Weltrekorden, die der Internationale Verband führt, werden 23 von deutschen Schwerathleten gehalten. Von den restlichen Höchstteistungen fallen je drei auf Frankreich, Aegypten und die Schweiz und je ein Weltrekord auf England, Estland und USA. Vor dem Anschluß führte Deutschland mit zwölf Rekorden knapp vor Oesterreich mit elf Rekorden. Die neue Weltrekordliste ist ein Ruhmesblatt für den deutschen Sport. Oer deutsche Radsport unter neuer Führung. Auf Anordung des Reichssportführers vom lO.Februar 1938 wurde der deutsche Radsport neu- gegliedert. Ab 1. April 1938 unterstehen die Amateursportler dem Reichsfachamt Radsport, die Berufsfahrer dem Berufsoerband, und die Fragen der Touristik und des Versicherungswesens werden vom Deutschen Radfahrerverband behandelt. Der kommissarische Führer des deutschen Radsports, Re- gierungsrat Lü11witz, hat seine Tätigkeit mit dem 31. März beendet. Der Reichssportführer ernannte ^-Standartenführer Viktor Brack zum Reichsfachamtsleiter, gleichzeitig auch zum Führer des Berufsverbandes und des Deutschen Radfahrer- Verbandes. Deutschland« erster Fußball- Weltmeisterschastökampf in Lyon? In französischen Fußballkreisen glaubt man, daß sich der Französische Fußball-Verband entschließen wird, den nach Straßburg vorgesehenen Vvrrunden- karnpf um die Weltmeisterschaft zwischen Deutschland und dem Sieger des Ausscheidungsspiels Schweiz—Portugal an einen anderen Ort ^u verlegen. Das Straßburger Stadion faßt auch nach einem Ausbau höchstens 20 000 Besucher. Man muh aber damit rechnen, daß aus Deutschland allein 15 000 Schlachtenbummler kommen werden, so daß für1 bie Schweizer und Franzosen kaum Raum vorhanden wäre und bei einer gerechten Kartenverteilung viele Deutsche auf den Besuch des Spiels verzichten müßten. Eine Entscheidung ist in dieser Angelegenheit noch nicht gefallen, aber man spricht davon, den Kampf nach Lyon zu verlegen, wo eine Platzanlage für 37 000 Zuschauer vorhanden ist. Es soll auch der Plan bestehen, den Länderkampf Frankreich—Belgien nach Straßburg zu vergeben und Deutschlands Borrundenkampf nach Paris zu verlegen --------- - - - — Au« den Hamburger Box- Trainingslagern. Schmeling, Dudas, Neusel und Foord bei der Arbeit. In den vier Hamburger Trainingslagern wird jetzt emsig gearbeitet, denn nur noch 14 Tage trennen uns von dem internationalen Großkampftag am Ofterfamstag in der Hanseatenhalle. Galten die ersten Tage bisher nur mehr der Einfühlung, so geht es jetzt schon „einen Grad schärfer" zu, und täglich sieht man in allen Lagern zahlreiche Zuschauer. Den größten Zusttom hat der in Hamburg sehr beliebte Ben Foord, dessen Quartier im Alsterpark auch am günstigsten zu erreichen ist. Der Südafrikaner ist in schon fortgeschrittener Verfassung in Hamburg eingetroffen und wird von dem Engländer McGuire aufs beste unterstützt. Auch sein Gegner Walter Neusel läßt keinen Tag ungenützt vorübergehen. Er lebt in Riss.en etwas entfernter. Kreimes (Mannheim), Willi Müller (Düsseldorf) und Erwin Bruch (Berlin), seine drei Sparringspartner, haben Auftrag, dem blonden Westfalen im Ring alles abzuverlangen. Als zusätzliches Training kegelt Walter Reifte!. Das meiste Interesse beanspruchen aber doch die Vorgänge in Friedrichsruh und Bendestorf, wo sich die beiden Männer des Hauptkampfes einquartiert haben. Die Arbeit von Steve Dudas mit Kurt Haymann und dem Italiener Santa de Leo zeugt von einem eisernen Willen, so weit man sie zu Gesicht bekommt. Bei' Max Schmeling in Friedrichsruh sind wieder Kurt Jost (Frankfurt) und Jakob Schönrath (Krefeld) zu finden, die es täglich nicht leicht haben, denn unser Meister aller Klassen zeigt gerade an ihnen, in welch ausgezeichneter Form er ist. Aufstiegspiel zur Bezirksklaffe. VfB. 24 Aßlar — VfB.Reichsbahn Gießen. Es findet nur ein Aufstiegspiel statt. Wenn auch Aßlar in Lich knapp verloren hat, so ist doch mit einem ernsten Gegner zu rechnen, zumal Aßlar Platzverein ist. Fußball der Kreisklaffen. 1. Kreisklasse. Wieseck — Rodheim: Ein Spiel zweier gleichwertiger Mannschaften. Jedoch gibt man dem Platzoerein ein Plus als Platzherr. * Lollar II — Großen-Buseck I: Hier sollte sich Großen-Buseck die Punkte holen, und Mar auf Grund ihres besseren Könnens. Klein-Linden — Rüddingshausent Klein-Linden kann das Spiel für sich entscheiden, wenn auch Rüddingshausen auf eigenem Platze die Heuchelheimer am vorigen Sonntag eindeutig ge- jdjfagen M — Vier-Masten-Rennbahn kommt nach ^ALTHOFF GIESSEN ------ DEUTSCHLANDS ÄLTESTER CIRCUS oswaiasganen DER EINZIGE GROSS-CIRCUS ALTHOFF / BITTE NICHT ZU VERWECHSELN Der Kartenverkauf im Zigarrenhaus Wilhelm Moeser, Seltersweg 38, ist eröffnet Eröffnung Mittwoch 6. April Abends 8V4 Uhr Wir suchen etwa 40 möbl. Zimmer Wir kaufen: Stroh, Heu, Hafer, Kleie, Milch, Brot, Pferdefleisch, Schlachtpferde, Sagemehl Dünger abzugeben Ang. an die Geschäftsstelle dieser Zeitung 2115V udtis frsieHl I II Ei W U MU M W Das hängt in erster Linie von der Güte des Stoffes ab. Deshalb lassen wir nur Stoffe für unsere Anzüge verarbeiten, die vorher genauestens geprüft wurden. Denn für Ihr gutes Geld können Sie auch gute Ware verlangen. Das war schort immer unser erster Grundsatz« vorm. Frensdorf • Gießen 2101 A Möbel: führende 1)Ä II Fachgeschäft I> WA V J BRANDPLATZ Betten - Einzelmöbel (noblauch-Beeren „Immer junger" machen froh und frisch! Sie enthalt, alle wirksamen Bestandteile des reinen unverfälschten Knoblauchs in leicht löslicher, gut verdaulicher Form. Bewährt bei; hohem Blutdruck, Magen-, Darmstörungen, Alterserscheinungen. Stoffwechselbeschwerden. Geschmack- u. geruchfrei. Monatspackung L- M. Zu haben) Drog. Winterhoff, Kreuzplatz 10; Drog. C. Seibel, Frankf. Str. 9; Drog. E. 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