Nr. 50 Erstes Blatt M. Jahrgang Dienstag, 1. Marz 1058 krlchemr tflg ltd), außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Dte Illustrierte Gießener Familienblötter Heimat im Bild Die Scholle Monatr-Bezugspretr: Mit 4 ‘Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühi e -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernsprechanfchtüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnach* richten Anzeiger Sietzea Postscheckkonto: Zrantfurt am Blain 11688 Eichener Anzeiger Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis8'/,Uhr des Vormittags Grundpreise für 1 mm Höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Npf., für Textanzeigen von 70mm Breits 50 Npf.,Platzvorschrift nach Dort). Q3ereinbg.25°/O mehr. Ermäßigte Grundpreise: General-Anzeiger für Oberhessen vruck und Verlag: Srühlsche UniverfitätLdruckerei k. Lange in Eichen. Schristleitvng und Geschäftsstelle: Schlllftrahe 7 Stellen-., Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf., Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B Stalins neuestes Blutgerichi. Oer neue Moskauer Schauprozeß gegen 21 hohe Funktionäre des Sowjetregimes. Die rote Inquisition. Der große russische Dichter Dostojewski hat in seinem Roman „D i e B r ü d e r K a r a m a s o f f" Christus einem Großinquisitor gegenüber gestellt, der den Gottessohn in die Glaubensgefängnisse gebracht hatte. Der Greis spricht zum Herrn. Er legt dar, daß nur übergroßes Mitleid die Hierarchie geschaffen habe, daß die Millionen ohne Hoffnung lebten, durch Christi Lehre nicht befriedigt würden und nun von der Kirche selbst zur Vernunft, und sei es auch mit den drakonischsten Mitteln, gebracht würden. Der Heiland sagt nichts. Er schaut den Großinquisitor nur an, der diese weltliche Tyrannei so beredt verteidigt. Und verläßt, schweigend bis in die Seele, den Kerker der Inquisition. Das Werk Dostojewskis spricht von der Leidens- sähigkeit und fehlenden Selbsthilfe der untergeordneten Seelen, dieser slawische Zug ist vielleicht der Urgrund, auf dem Stalin die Möglichkeit hatte, seine grauenvolle Ausrottungspolitik zu errichten. Der Russe hat zu der Leidensfähigkeit die Charakterzüge der Selbstanklage und des Verfolgungswahns mit einer Virtuosität entwickelt, die als uneuropäisch von den anderen Nationen überhaupt nicht begriffen werden. Wenn der Zar Iwan der Schreckliche in halbem Wahnsinn seine Nächsten folterte, sie nach Laune tötete und seinen Sohn ermordete, wenn ein Peter der Große wochenlang seine Leibgarde der Strelitzen folterte, in Del sott, bei langsamem Feuer röstete und ebenfalls seinen Sohn mordete, dann unterwarf sich ganz Rußland knechtisch und die Geißel küssend dieser Mordlust. Dostojewski kennt nur einen Ausweg: dulden. Er kennt nicht die befreiende Tat, die solchen wahnsinnigen Mördern das Handwerk legt und sich selbst erlöst. Die Obrigkeit spricht, und den Massen geziemt es, zu leiden. Der Russe S e m e n t o w s k i - K u r i l o hat ein Werk geschrieben, das das Leiden der Russen historisch zu erklären versucht. Nur wer Rußlands Schicksal mitgetragen und im Blut habe, könne Rußland, also die metaphysische Leidensfähigkeit und Leidenlust, der russischen Massen verstehen. Sementowski- Kurilo sagt, das russische Leiden sei der eigentliche Seelenzustand der russischen Massen geworden. „Nie haben russische Menschen", schreibt er, „bis auf wenige hin und wieder aufflackernde Versuche der äußeren und inneren Rebellion gegen die Versklavung, sei es durch die Tataren, durch die Leibeigenschaft, durch die Herrschaft des Marxismus und in neuester Zeit durch die blutige Willkür Lenins und Stalins sich ernsthaft gewehrt." So ertrage das Volk die Pseudoerlöser und die bolschewistische Höllenlehre. Stalin hat das Wort geprägt: ,Hch werde eure Mütter weinen machen." Seine Blutherrschaft hat wirklich Millionen Unschuldigen das Leben geraubt, ohne daß man weiß, weshalb. Er hat bis in die kleinsten Kreise die Aerzte, die Eisenbahner und Kolchosen, die Verwaltung, die Spitzen der Roten Armee und die Diplomaten „liquidiert". Er hat die Sowjetunion hermetisch abgesperrt: die Schreie der Gefolterten und die Hinrichtungskommandos dringen nicht ins Ausland. Was ist das für ein Land, dessen Gewaltige einer nach dem andern verschwinden, ermordet werden oder sich in Schauprozessen der tollsten Dinge beschuldigen! Es mag an dem Rätsel der russischen Seele liegen, daß ein solches Massenmorden nicht zum Aufflammen des Volkszornes führt, denn anscheinend gibt es diese moralische Fähigkeit im weiten Rußland nicht. Wie weit der Irrsinn der blutigen Tyrannei geht und welche Leute er ergreift, lehrt der neueste Schauprozeß. Die Bucharin, Rykow und Jagoda, nebst 18 anderen maßgebenden Leuten des Bolsche- wistenpsradieses, sind der tollsten Verbrechen angeklagt. Sie sollen nicht nur „Trotzkisten" sein, Hoch- und Landesverrat getrieben haben, sondern auch hervorragende Vertreter des Sowjetsystems und den Schriftsteller Maxim Gorki mit Hilfe von Aerzten ermordet haben. Die Tollheit solcher Anklagen wird ergänzt durch den politischen Zwecknachweis, die Angeklagten hätten mit faschistischen Staaten und der Bourgeoisie zusammengearbeitet, um das Sowjetsystem zu stürzen. Als wenn die „faschistischen" Regierungen, die doch sonst nach den Reden der bolschewistischen Agitatoren von teuflischer Geschicklichkeit sein sollen, sich ausgerechnet diese traurigen Subjekte, die vor den Blutrichtern erfahrungsgemäß die widersinnigsten Taten eingestehen, gekauft hätten! Die Angeklagten werden natürlich ihre „Geständnisse" ablegen. Man weiß, daß einige Monate Kerker bei Der GPU. den Kräftigsten mürbe machen. Die Grade der Tortur werden so verschärft und gewisse Drogen angewendet, daß der Angeklagte alles, was die Mörder wollen, gesteht, nur um erlöst zu werden durch Stalins Pelotons. Die mosko- witische Hyäne mag in Sowjetrußlands seltsam leidensfähigen Massen mit solchen erweiterten „Geständnissen" Glauben finden. In der übrigen Welt wird man sich mit Grauen abwenden von diesem Trauerspiel, das ein wahnwitziger Narr anzettelte und unter jüdischer Regie über die Bretter gehen läßt. Immerhin war das Schicksal Jagodas und seiner Genossen vorauszusehen. In der bolschewistischen Hölle müssen auch die Teufel selber schmoren. D.S. Selbst in Moskau Schaudern und Entsetzen. Stalin braucht eine „Rechtfertigung" für die letzte Terrorwelle. Moskau, 1. März. (DNB.) Der neue Schauprozeß gegen die 21 Sowjetfunktionäre hat auch unter der Moskauer Bevölkerung einen furchtbaren Eindruck heroorgeru- fen. Dor den Verkaufsstellen der Zeitungen bildeten sich riesige Menschenschlangen, die sichtlich mit Schaudern die Nachricht von dem neuen Strafgericht gegen die früheren Parteigewaltigen entgegennahmen. Obwohl Bucharin, Rykow und Jagoda, die früher jahrelang an der Spitze der Sowjetunion standen, bereits seit geraumer Zeit durch die unablässige Agitation der Presse als „Volksfeinde" und „Spione" g e brandmarkt worden waren, hätte ihnen doch niemand ein solches Ende prophezeit. Insbesondere sind es die unglaublichen Anschuldigungen, die das Entsetzen des Publikums Hervorrufen. Dazu kommen die am Gedenktage der Roten Armee sichtbar gewordenen neuen Lücken im o b e r ft e n Kommando st ab, die die allgemeine Beunruhigung noch vergrößern. Die neue „Säuberungswelle" unter Der Generalität — cs ist bereits die vierte im Verlauf weniger Monate — hat fast alle führenden Militärs aus der Zeit Tu- chatschewski-Garmarnik erfaßt. Von fünf Marschällen sind zwei und von fünf Armeekommandanten vier beseitigt. Beide Großadmirale sind verschwunden, von zwei Admiralen ist einer beseitigt. Ein ähnliches Bild ergibt sich bei den Armeekorpskom- manöanten. Um sich von der eingetretenen Verwirrung ein Bild zu machen, muß man sich Daran erinnern, daß Großadmiral O r l o w , dessen Hinrichtung jetzt zugestanden worden ist, noch im Mai vorigen Jahres als offizieller Delegierter der Sowjetunion an der Krönung des englischen Königs teilgenommen hat oder daß die jetzt verschwundenen Generäle Dybenko und Below noch dem Kriegsgericht angehört hatten, das Tuchatschewski im Juni des Vorjahres zum Tode verurteilte! Die 21 Angeklagten, die diesmal abgeurteilt werden sollen, zerfallen in mehrere Gruppen, einer Gruppe der Politiker gehören an: B u - charin, der Freund Lenins und während vieler Jahre der bekannteste Theoretiker des Bolschewismus; Rykow, der Vorgänger Molotows auf dem Posten des Ministerpräsidenten; der frühere GPU.- Chef Jagoda; Krestinski, ehemaliger Berliner Botschafter und Vizeaußenminister; Rakowskij, markanter Trotzki-Anhänger und früherer Sowjetbotschafter; schließlich noch Bessonow, ein früherer Botschaftsrat an der Berliner Sowjetbotschaft. Die zweite Gruppe der Angeklagten wird vermutlich gleichfalls nach bekanntem Muster die „Schädlinge" und „Saboteure" stellen, die natürlich auf Anstiftung der Politikergruppe gehandelt Haven sollen, in Wirklichkeit aber 'für die latenten Schäden des bolschewistischen Wirtschaftssystems immer wieder neu benötigt werden. Hierher gehören die früheren Volkskommissare Rosengolz (Außenhandel), Iwanow (Holzindustrie), Tschernow (Landwirtschaft), Grinko (Finanzen), Subarew (Vizevolkskommissar für Landwirtschaft) und Selenski (zuletzt Leiter der Handelsorganisation Zentrosojus). Sie sind aus der Masse der verhafteten früheren Spitzenfunktionäre ausgewählt worden und werden sich auch in der bekannten Weise selbst der ungeheuerlichsten Sabotageakte bezichtigen. Eine dritte Gruppe der Angeklagten ist unter den zahllosen verhafteten Vertretern der verschiedenen Völkerdes Sowjet st aates ausgewählt worden. Ihr gehören an der Präsident des Zentralvollzugsausschusses und Präsident des Rates der Volkskommissare in Usbekistan, als solcher bis 1937 einer der Stellvertreter des Staatsoberhauptes der Sowjetunion, ferner der Parteisekretär für Usbekistan und der für Weißrußland. Diese ehemals führenden bolschewistischen Funktionäre der Nationalitätengebiete werden vermutlich die Rolle l o - kaler Agenten des „Blockes der Hochverräter" zu spielen haben; sie werden sicherlich ebenso willig „gestehen", die Abtretung dieser Gebiete an auswärtige Mächte angestrebt zu haben! Die 4. Gruppe umfaßt die drei namhaften Aerzte, die u. a. auch den Schriftsteller Maxim Gorki im Auftrage des „Blockes" umgebracht haben sollen. Die fünfte Gruppe besteht aus „drei Unbekannten", denen vermutlich die Rolle der Provokateure auf der Anklagebank zufallen dürfte, die bisher noch bei keinem Prozeß gefehlt haben. Man kann vermuten, daß dieser neue Sensationsprozeß gegenüber der Sowjetöffentlichkeit nötig erscheint, um das furchtbare Wüten des Terrors während der letzten Monate zu rechtfertigen. Sicher ist auch, daß dieser Prozeß in Zusammenhang steht mit dem Brief Stalins, der das neuerliche Bekenntnis zu einem weltrevolutionären Aktivismus enthält, wobei in den Augen des Kreml der internationale Trotzkismus als der gefährlichste Rivale erscheint. Jeder weiß, daß die Moskauer Prozesse zu den schärfsten Herausforderungen gegen diejenigen Staaten benutzt werden, die Moskau für seine unerbittlichsten Feinde hält, nach dem bekannten Rezept, die ungeheuerlichsten Anschuldigungen gegen auswärtige Mächte, die man offen nicht auszusprechen wagen würde, von den Angeklagten aussagen zu lassen. Aber alle diese Erklärungen reichen nicht aus für die Inszenierung dieses neuen Prozesses, in der sich die furchtbare moralische Zersetzung unter den Sowjetgewaltigen als Beweggrund ai|5= prägt. Sie veranlaßt die Machthaber, die Genossen ihrer Macht von gestern heute unter Anschuldigungen, die ganz offensichtlich auch in der Oeffentlich- keit Moskaus mit verwundertem Schaudern aufgenommen werden, in den Abgrund zu stoßen. Paris überdendundesgenoffenbesiurzt „DieMachtMoskaus auf schwachenFüßen." Paris, 1. März. (DNB. Funkspruch.) Ueber den neuen Moskauer Monstre-Prozeß schreibt „Epoque", das Moskauer Regime mache für sein Land schlechte Reklame. Wenn es zeigen wolle, daß die Macht Moskaus auf schwachen Füßen stehe, würde es nicht anders handeln. Wie könne man aber ernsthaft auf ein Land rechnen, das von einer inneren Krise geplagt werde, deren Ende nicht abzusehen sei. Der Prozeß beweise, daß Stalin in der ständigen Ang st vor Anschlägen lebe. Die Todesurteile würden in Sowjetrußland in einem tragischen Rhythmus fortgesetzt. Wem wolle man heute noch glauben machen, daß Sowjetrußland ein Paradies sei. Es sei vielmehr ein verdammtes Stück dieser Erde, wo der Mensch nicht mehr das Recht habe, frei zu denken und zu handeln, sondern wo er sterben müsse, ohne sich wehren zu können. Der „Figaro" schreibt, in der Anklageschrift finde man alle alten Geschichten wieder, die kein Mensch in der Welt trotz der durch Terror erpreßten Geständnisse e r n st nehme. Man scheine es mit Irrsinnigen zu tun zu haben, man müsse sich fragen, was sich hinter der abscheulichen Inszenierung verberge, deren Vorhang sich morgen hebe. Die neue Auslegung über den Tod Maxim Gorkis führe unabänderlich zu der Feststellung, daß Stalin allein die Mittel habe, das Verbrechen zu begehen, das er feinen Opfern in die Schuhe zu schieben versuche. Sabotage an neuen britischen Bombern. Löcher in die Benzintanks gebohrt. London, 1. März. (DNB.) Das englische Cnff- sahrlministerium Hal in einer offiziellen Erklärung zugegeben, daß an neuen Bombenflugzeugen der britischen Luftwaffe, die unweit von Manche st er ausprobiert werden sollten, Sabotageakte vorgenommen worden sind. An zwei Flugzeugen habe man Beschädigungen entdeckt. Es liege Grund zu der Annahme vor, daß die Flugzeuge in böswilliger Absicht beschädigt worden seien. Der Fall werde von der Polizei geprüft. In den Benzintanks sollen Löcher gebohrt worden fein. Beim Start der Flugzeuge habe man jedoch rechtzeitig die Löcher entdeckt. Ein Geistlicher in Posen von Kommunisten ermordet. Pofen, 28. Febr. (DVB.) Ein ungeheuerliches kommunistisches Verbrechen trug in L u b o n, einem Vorort von Posen zu. Ein kommunist tötete während der Messe den Geistlichen S l r e i ch, der als entschiedener Gegner des Kommunismus galt, durch mehrere Schüsse vor dem Altar. Der Kirchendiener, der den Verbrecher festnehmen wollte, und ein Kind wurden ebenfalls durch Schüsse des bolschewistischen Mordbuben verletzt. Der empörten Menge gelang es, den Verbrecher festzunehmen, der nur durch das Eingreifen der Polizei der Lynchjustiz entrissen und abtransportiert wurde. Vach den bisherigen Ermittlungen ist die Ermordung des Geistlichen in der Vachl vorher von den Luboner Kommunisten regelrecht beschlossen worden. Die Polizei nahm zahlreiche Verhaftungen vor. ♦ „Dziennik Narodowy" weist darauf hin, daß die kommunistische Hetze in Polen in letzter Zeit verstärkt worden sei. Nach dem Zusammenbruch der bolschewistischen Aktionen in Spanien habe die Komintern ihr Hauptaugenmerk den Ländern zugewandt, die der Sowjetunion unmittelbar benachbart seien, also vor allem Polen. Der Mord in Lubon könne sehr wohl das Signal sein, das umfangreiche Terrormaßnahmen gegen d i e Kirchen und die bolschewistische Revolution einleiten sollte. IEahredeMe Luftwaffe Von Karl Brammer. Auf Befehl des Reichsministers der Luftfahrt und Oberbefehlshabers der Luftwaffe, Generalfeldmarschall Göring, ist zum Tag der Luftwaffe der 1. März bestimmt worden. Dieser Tag ist gewählt worden zur Erinnerung an den 1. März 1935, dem Tag der Erstehung der jungen deutschen Luftwaffe. Am 1. März 1938 sind drei Jahre verflossen seit dem Tage, an dem der Führer und Reichskanzler die Aufstellung der jungen Luftwaffe als dritten Wehrmachtsteil befohlen hatte. Das ist Anlaß genug, um einen Rückblick zu tun auf die drei Jahre unerhörtester Arbeit. Dieser Arbeit ist aber, das dürfen wir heute mit Stolz sagen, der Erfolg nicht versagt geblieben. Deutsch- ' land verfügt heute über eine Luftwaffe, die willens und in der Lage ist, den deutschen Lustraum zu schützen. Im Rahmen der deutschen Nachrüstung verdient der Ausbau der Luftwaffe eine besondere Anerkennung. Das Heer konnte aus dem Hundert- taufendmann-Heer der Reichswehr reorganisiert und vergrößert werden, für die Luftwaffe aber gab es kein Beispiel, hier mußte alles neu geschaf - f e n werden. Auf Grund des Versailler Diktats mußten 15 714 Jagd- und Bombenflugzeuge und 27 757 Flugzeugmotoren vernichtet werden. Ferner unterlagen der Zerstörungspflicht Scheinwerfer und optische Geräte aller Art, Flugzeughallen und alles, was überhaupt mit Flugzeugen zusammenhing. Dazu kam noch, daß in weiteren Bestimmungen auch der deutschen Handelsluftfahrt schwere Fesseln angelegt wurden, die es den deutschen Konstrukteuren unmöglich machen sollten, leistungsfähige Flugzeuge zu schaffen. Dazu kam weiter, daß in bestimmten Gebieten des Reiches, zum Beispiel im Rheinland, keine Flugplatzanlagen geschaffen werden durften. Alle diese Fesseln konnten aber nicht hindern, daß der Traditionsgeist der Fliegerwaffe des Weltkrieges in Deutschland nicht unterging. Während des Krieges waren für die deutsche Armee und Marine rund 17 000 Offiziere und Mannschaften als Flieger ausgebildet worden. Die Gesamtzahl der Verluste innerhalb der Fliegertruppe betrug an Toten, Vermißten und Verwundeten rund 13 000. Von diesen fanden 4053 Kameraden des fliegenden Personals den Heldentod, 4644 wurden schwer verwundet. 72 Heldenflieger erhielten den höchsten Kriegsorden pour le märite, aber 27 von diesen Fliegern blieben im Luftkampf. Der Geist dieser toten Flieger ist im deutschen Volke immer lebendig geblieben, und er wirkte fort, als General Göring mit dem Aufbau der Luftwaffe begann. Der Oberbefehlshaber der Luftwaffe holte sich zu feiner Mitarbeit diejenigen Kriegsflieger und Männer der Luftwaffe, die sich draußen bewährt hatten. Wir brauchen hier nur den Namen Thomsen und Christiansen zu nennen. Die deutschen Flugzeugkonstrukteure wie Heinkel, Dornier und andere waren in der Zwischenzeit nicht müßig gewesen. Die fesselnden Bestimmungen des Versailler Vertrages hatten den Zeit nicht fesseln können, und nun ging es an die Arbeit, um für die junge deutsche Luftwaffe die besten 'Flugzeuge, die es gab, zu schaffen. Ja, wir hatten sogar in gewissem Sinne einen Vorteil, weil wir nämlich aus den Konstruktionsfehlern der anderen lernen konnten. Das hat uns viel an Opfern und an Kosten ge- spart. Selbstverständlich hat auch die Schaffung der deutschen Luftwaffe Opfer gefordert, und wir neigen uns heute am dritten Jahrestage der Erstehung der deutschen Luftwaffe in Ehrfurcht vor denen, die Leben und Gesundheit bei diesem großen Werk der Verteidigung des Vaterlandes einbüßten. Wie gesund der Geist der Jugend aber geblieben war, das zeigte sich in dem Zustrom zum jüngsten deutschen Wehrmachtsteil. Dabei ist der Jugend, die zum Fliegerberuf drängte, nie verhehlt worden, daß dieser Beruf schwere und ernste Arbeit und einen ganzen Mann erfordert. Nur aus einer solchen Auffassung heraus konnten die Leistungen entstehen, auf die die junge deutsche Luftwaffe heute schon mit Stolz zurückblicken kann. Wer die einzelnen Etap- pen der Luftwaffe bei ihren verschiedenen Uebun- aen miterlebt hat, der konnte feststellen, wie von Jahr zu Jahr die Wirkungsmöglichkeiten größer und umfangreicher wurden. Die Hebungen im Raum von Braunschweig, Warnemünde und Mitteldeutschland sind Marksteine auf diesem Wege gewesen. Auf den Parteitagen in Nürnberg zeigte sich die junge deutsche Luftwaffe in ihren Leistungen vor dem Führer. An dem Erntedanktag am Bückeberg wurden erstmals die Fallschirmspringer des Regiments General.Göring vorbeführt, die volle Aktionsfähigkeit und der ganze Angriffsgeist der Luftwaffe wurde sichtbar bei den Wehrmachts- manövern des vergangenen Jahres. Man muß hier miterlebt haben, wie in den Nachtangriffen die Flieger immer und immer wieder durchstießen, wie die Sturzkampfflieger Nervenkraft und fliegerisches Können bei dem Angriff auf die Flotte in Swine- münde bewiesen, und wie sie endlich vor den Augen des Führers'und des italienischen Staatschefs in der Luftschlacht am Schluß mit einem Massenaufgebot sondergleichen um die letzte Entscheidung rangen. Dieses Wehrmacktsmanöver hat den Wert unserer Luftwaffe bewiesen, und von diesem Tage an war wohl auch den fremden Zuschauern wieder klar geworden, daß Deutschland in seinem Luftraum geschützt ist. Die Veranstaltungen auf dem Flugmeeting in Zürich und an anderen Orten bewiesen aber auch, daß in den Spitzenleistungen deutsche Flieger ihren Mann stehen und deutsche Flugzeuge sich durchsetzen können. Zur Luftwaffe aber gehören nicht die Flieger allein. Dazu gehört eine brauchbare Flakartillerie, die ebenfalls geschaffen worden ist, und die sich ebenfalls erfolgreich bewährt hat. Dazu aehört das ganze weit verzweigte System des Luftschutzes, und hier ist ja über den Rahmen der Luftwaffe hinaus jeder deutsche Mann und jede deutsche Frau berufen, mitzuarbeiten am Schutz der deutschen Heimat. Es kommt nun für die Zukunft darauf an, daß der deutschen Luftwaffe auch immer der geeignete Nachwuchs zur Verfügung steht. Hermann Göring hat einmal das Wort geprägt: „Das deutsche Volk muß ein Volk von Fliegern werden!" Daß dieses Wort Wahrheit wird, das hat in seiner großen Reichstagsrede vom 20. Februar der Führer gezeigt, als er mitteilte, daß im Dienst der Flugertüchtigung 55 000 Angehörige des deutschen Jungvolkes im Segelflugwesen zu Gemeinschaftsarbeiten ausgebildet werden. 74 000 Hitlerjungen sind in den Fliegereinheiten der Hitler-Jugend organisiert, 15 000 Jungen bestanden allein im Jahre 1937 ihre Gleit- und Segelflugprüfung. Hier ist der Nachwuchs, den Deutschlands junge Luftwaffe braucht. Der Führer und Reichskanzler hat Hermann Göring und fein Werk dadurch geehrt, daß er ihn zum Generalfeldmarschall ernannte. Mit dieser Ehrung wurde auch eine Ehrung für Deutschlands Luftwaffe ausgesprochen. Das deutsche Volk aber wird die Gelegenheit nehmen, auch von sich aus am 1. März, dem Tag der Luftwaffe, den Mitarbeitern des Führers zu danken, die diese Luftwaffe geschaffen haben und all den Männern, die in ihr den ehrenvollen Dienst für das Vaterland leisten. Ein Aufruf Generalseldmarschall Görings. Berlin, 28. Febr. Zum „Tag der Luftwaffe" am 1. März erläßt Ministerpräsident Generalfeldmarschall Göring folgenden Aufruf: Soldaten! Kameraden! In stolzer Erinnerung an die unvergänglichen Ruhmestaten der deutschen Luftstreitkräfte des Weltkrieges, aber auch im stolzen Bewußtsein, Schöpfer der aus der Opferfreudigkeit des nationalsozialistischen deutschen Volkes wie- dererstandenen Luftwaffe zu sein, bestimme ich von nun an den Geburtstag der jungen deutschen Luftwaffe, den 1. März, als den „Tag der Luftwaffe". In einer würdigen Feierstunde wollen wir für alle Zukunft dieses Tages gedenken! Jung ist unsere Waffe, jung in der Tradition und jung im Geiste! Ewig jung sollsie bleiben, und chre Schwingen sollen Schutz und Trutz sein dem Werke des Führers! Dankbar erinnern wir uns der Toten des Weltkrieges, die durch ihr Sterben jenen Geist unsterblich machten, der nach Jahren der Schmach in unseren Reihen seine Hüter fand. Auch die Toten, die für die Gesundung des Volkes und den Wiederaufstieg des Reiches ihr Leben ließen, bleiben unvergessen. Mit genialem Blick erkannte unser Führer heute vor drei Jahren die Stunde, da er den Erlaß zum Neuerstehen unserer heißgeliebten Waffe unterzeichnete. In leidenschaftlicher Hingabe an die im Nationalsozialismus geeint^ deutsche Nation steht seitdem die Luftwaffe, die frei und stark den deutschen Luftraum schützt, als fester Block in der Wehrmacht des Dritten Reiches. Der Tag der Luftwaffe soll und wird uns stets an die Verpflichtung gemahnen, unser Leben und all unser Sein und Wollen einzusetzen für Führer, Volk und Reich! Für Offiziere feine Wehrpflicht-Altersgrenze. Das Reichsgefetzblatt veröffentlicht folgende Verordnung des Oberkommandos der Wehrmacht: Auf Grund des § 6 des Wehrgesetzes vom 21. Mai 1935 (Reichsgesetzblatt I S. 609) und des Erlasses des Führers und Reichskanzlers vom 22. Mai 1935 über die Hebertragung des Verordnungsrechts nach dem Wehrgesetz (Reichsgesetzbl. I S. 615) wird verordnet: Ohne zeitliche Begrenzung sind wehrpflichtig: a) aktive Offiziere und aktioeWehr- machtbeamte im Offizierrang, die in Zukunft aus dem aktiven Dienst entlassen werden; b) ehemals aktive Offiziere und Wehrmachtbeamte im Oftizierrang, die aus der neuen Wehrmacht, der Reichswehr und der alten Wehrmacht entlassen wurden; c) ehemalige Offiz ie re des Beurlaubt en st andes der alten Wehrmacht sowie die ehemaligen Feldbeamten im Offizierrang der alten Wehrmacht; cl) Offiziere des beurlaubten ft an» des und Wehrmachtbeamte des Beurlaubtenftan- des im Ofsizierrang der neuen Wehrmacht. Die im § 1 unter a bis c aufgeführten Offiziere und Wehrmachtbeamten im Offizierrang find zur Verfügung der Wehrmachtteile (3.93.) zu stellen, wenn sie den von den Wehrmachtteilen gegebenen Bestimmungen für eine Verwendung im Mobilmachungsfall als O f - fixier ober Beamter entsprechen. Die „Offiziere z. 93." bzw. „Wehrmachtbeamte 3.93." sind Wehrpflichtige des Beurlaubtenstandes gemäß § 7 Abs. 1 unter b des Wehrgesetzes. Vier Jahre Lustschutzarbeit. Lückenloser Aufbau der Schulungseinrichtungen. Berlin, 28. Febr. (DNB.) Aus Anlaß der Grundsteinlegung der Reichsluftschutzschule in Berlin-Wannsee gab Generalleutnant von Roques, der Präsident des Reichsluftschutzbundes, einen Heberblick über die Arbeit des Luftschutzbundes im Verlauf von vier Jahren. Nach den praktischen Erfahrungen werden je nach Größe der Städte 5 bis 20 v. H. der Bevölkerung als ausbildungspflichtig angesetzt, womit 2 bis 3 Bewohner jeden Hauses erfaßt werden. Im gesamten Reichsgebiet sind rund 3wei Millionen Menschen 3U schulen und auszubilden. Der Reichsluftschutzbund umfaßt bereits elf Millionen Mitglieder. Es find 63000 Dienststellen, 2500 Luftschutzberatungsstellen und 14 000 ausgebaute Schutzräume vorhanden. Planmäßige Schulung wird durchgeführt in 3000 Luftschutzschulen, 500 Luftschutzhauptschulen, 15 Landesgruppen-Luftschutzschulen und endlich der Reichsluftschutzschule, die auf dem Waldgelände am Wannsee bei Berlin am 1. Oktober bezugsfertig fein soll. Die örtliche Ausbildung erfolgt in den Lust- schutzschulen, von denen je eine auf je 10 000 Einwohner vorhanden ist. In der Schulungsarbeit sind die besten Erfolge zu verzeichnen. Vor allem Industriearbeiter und Frauen sind mit großem Eifer bei der Sache. Etwa 27 000 Luftschutzlehrer und -lehrerinnen haben sich ehrenamtlich zur Verfügung gestellt. Deren Weiterbildung wird in den Luftschutzhaupt- und Landesgrup- pen-Luftschutzschulen in einwöchigen Lehrgängen durchgeführt. Die wichtigste Aufgabe des Reichsluftschutzbundes liegt in der Stärkung d e r inneren W i - derstandskraft und Abwehrbereitschaft des deutschen Menschen. Dem Gedanken, ihn seelisch zu Härten und damit in seiner eigenen Heberzeugung zu wappnen für die Stunde der Gefahr, ist die gesamte Aufrüstung unterstellt. Front und Heimat werden in Zukunft nicht mehr zwei Begriffe fein, sondern eine geschlossene Kampfgemeinschaft mit dem unerschütterlichen Willen, auch das Letzte für den Bestand des Volkes und der Nation einzusetzen. öie Balkan-Entente zur Befriedung des Mittelmeers. Auch Griechenland und dieTürkei wollen das italienifcheKaiserreichanerkennen- Aufnahme der Beziehungen zum nationalen Spanien. Ankara, 28. Febr. (DNB.) Heber die Tagung des Ständigen Rates der Balkan-Entente wurde eine Verlautbarung ausgegeben. Betont wird, daß die Länder der Balkan-Entente übereinstimmend der Meinung sind, eine Politik der Z u - fammenarbeit mit jeder der Hauptmächte des Mittelmeergebietes, also sowohl mit England als auch mit Frankreich und Italien, zu verfolgen. In der Frage der Anerkennung des italienischen Imperiums wurde zur Kenntnis genommen, daß Jugoslawien bereits einen neuen Gesandten beim König von Italien und Kaiser von Aethiopien akkreditiert hat und daß Rumänien das gleiche beschlossen hat. Der Rat der Balkan-Entente ist daher zu der Ansicht gekommen, daß auch Griechenland und die Türkei ihre Haltung in der äthiopischen Frage ihren fteundschastlichen Begehungen zu Italien anpassen müßten. Ferner hat der Rat beschlossen, seine Politik der Nichteinmischung in Spanien aufrechtzuerhalten. Er hat es den Mitgliedern der Balkan-Entente freigestellt, Beziehungen zur Regierung des Generals Franco aufzunehmen und Agenten nach Nationalspanien zu entsenden, um ihre wirtschaftlichen Interessen wahrzunehmen. * Die Stellungnahme des Rates des Balkanbundes zur Frage der Anerkennung des italienischen Imperiums wird in italienischen Kreisen mit Beftiedigung ausgenommen. „Giornale d'Jtalia" spricht von gesundem realistischem Sinn und verständnisvoller Einsicht. Wenn die vier Regierungen auf die guten Beziehungen im Mittelmeer größten Wert legten und jede Einmischung irgendwelcher Art als untragbar ausschlössen, so hätten sie dabei wahrscheinlich auch jene Abmachungen ü b e r p r ü f t, die sie früher wegen der Heber- lassungihrerHäfen an fremde Kriegsflotten mit anderen Regierungen trafen, Abmachungen, die eine Verschiebung des Kräftesystems und des Status quo im Mittelmeer darstellten. Es sei zu hoffen, daß eine tatsächliche Hnabhängigkeitspolitik in dieser Richtung weitere Klärung bringen werde. — „Tribuna" sagt, der Beschluß von Ankara sei ein neuer Beitrag zur Befriedung des M i 11 e 1 m e e r s. Italien bettle nirgends um die Anerkennung des Imperiums. Wo sie aber erfolge, wolle es gern anerkennen, daß damit die Sache der europäischen Zusammenarbeit gefördert werde. AeulralMsabkommen zwischen Ankara und Athen. Truppen- und Materialtransporte dritter Staaten sollen im Kriegsfälle mit Waffengewalt verhindert werden. Ankara, l.März. (DNB. Funkspruch.) Zwischen Griechenland und der Türkei wurden bemerkenswerte militärische und diplomatische Zusicherungen vereinbart, die für die Rolle der Dardanellen im Kriegsfälle besondere Bedeutung erlangen können. Ein Zusatzvertrag zu den griechisch-türkischen Freundschaftsabkommen vom Oktober 1930 und September 1933 für vorläufig zehn Jahre bestimmt, daß im Falle eines nicht herausgeforderten Angriffes auf das eine ober andere Land beide Staaten sich gegenseitig volle Neutralität garantieren. Sie werden sich, nötigenfalls mit Waffengewalt, der Beförderung von Truppen, Munition und anderem Kriegsmaterial durch das eigene Gebiet widersetzen. Sie verpflichten sich zu Vermittlungsversuchen zwischen dem angegriffenen Vertragspartner und dem angreifende'n Staate. Sollte es dennoch nicht zum Frieden kommen, so wollen beide Staaten die Lage nochmals prüfen, um zu einer ihren Interessen entsprechenden Lösung zu kommen. Schießlich verpflichten sich beide Staaten, auf ihrem Gebiete keine Organisationen zu dulden, die der Regierung einer der beiden Länder feindlich gesinnt find. Deutscher Schulschiffbesuch in Dalmatien. Der Schulkreuzer „Emden" traf in Dubrovnik ein. Der deutsche Gesandte von Heeren, und der Landesgruppenleiter der NSDAP., Generalkonsul Neuhausen, waren dem Kriegsschiff entgegengefahren. Die „Emden" feuerte 21 Salutschüsse ab, die von dem jugoslawischen Kriegsschiff „Zmaj" er» widert wurden. Der Kommandant der Dubrovniker See-Akademie, Baschitch, begab sich an Bord der „Emden", die von einer großen Menge mit stürmischem Jubel begrüßt wurde. Der deutsche Gesandte gab einen Empfang, die jugoslawische See- Akddemie veranstaltete ein Festbankett. Die jugoslawische Eisenbahnverwaltung hat der Besatzung einen Salowagen für Ausflüge zur Verfügung gestellt. Auch Reiseomnibusse wurden zu Fahrten nach Montenegro bereitgestellt. Es ist der erste Besuch eines deutschen Schulschiffes in einem jugoslawischen Hasen. Die Tonnage-Begrenzung der Schlachtschiffe. Bor Dreimächte-BesPrechungen. London, 1. März. (DNB. Funkspruch.) Zu den bevorstehenden Flottenbesprechungen zwischen e n g- lischen, amerikanischen und französischen Marinesachverständigen schreibt der Marine- Korrespondent des „Daily Telegraph", die drei Mächte hätten sich bereits entschlossen, die Dertrags- grenze von 35 000 Tonnen aufzuheben. Die Gleitklausel des Londoner Flottervertrages solle angewendet werden. Die britischen Marinebehövden hätten sich sehr gegen ein unbegrenztes Tonnagewettrennen ausgesprochen. Sie würden mit einer Mindeststeigerung zufrieden fein, die die Bestückung mit neun oder zehn 40-Zentimeter-Geschützen erlauben würde, ohne daß allerdings der Panzerschutz oder die Geschwindigkeit be- einttächtigt würde. Die amerikanischen Sachverständigen seien mehr für eine Mindesttonnage von 45 000 Tonnen. Die Ansicht der Franzosen sei noch nicht bekannt. Man glaube in Anbetracht der Tatsache, daß alle drei Mächte noch in diesem Jahre neue Schlachtschiffe auf Kiel legen wollen, an eine baldige Entscheidung. Die Torpedos auf britischen Schlachtschiffen betrachte man als ein nutzloses Hindernis. Von den bereits in Dienst stehenden Großkampfschiffen würde die Torpedobewaffnung allmählich entfernt. Lord Halifax und das Llrtterhyus. London, 1. März. (DNB. Funkspruch.) Im Hnterhaus fand eine Aussprache über die Frage statt, daß Lord Halifax als Leiter des Außenministeriums und Mitglied des Oberhauses im Hnterhaus nicht Rede und Antwort auf außenpolitische Anfragen stehen könne. Der Oppositionsführer Attlee erklärte, es sei wichtig, daß es im Unter Hause einen Außenminister gebe, der der öffentlichen Meinung gegenüber verantwortlich sei. Der Führer der Oppositions-Liberalen, Sir Archibald Sinclair, betonte, es gebe feine Bestimmung in der Verfassung, die die Ernennung eines Mitgliedes des Oberhauses zum Außenminister untersage. Er begrüße diese Biegsamkeit der englischen Verfassung. Ministerpräsident Chamberlain erklärte, er würde England Unrecht getan haben, wenn er das Land der Dienste eines Mannes beraubt hätte, der am besten geeignet sei, den Posten eines Außenministers auszufüllen. Er werde auch weiterhin die außenpolitischen Anfragen im Unterhaus selbst beantworten und hoffe, daß die Opposition diese zusätzliche Aufgabe, die er sich aufgeladen habe, nicht mißbrauchen werde. Der Antrag der Regierung auf Vertagung der Debatte wurde mit 226 gegen 99 Stimmen angenommen. Belgiens Unabhängigkeit. „Die Garantieerklärungen der Nachbarn das denkbar beste internationale Statut." Brüssel, 28. Febr. (DNB.) Außenminister S p a a f erklärte in einer Versammlung, daß die sogenannte kollektive Sicherheit heute nicht mehr das Rückgrat einer realistischen Außenpolitik sein könne. Die Grundsätze der kollektiven Sicherheit feien von den großen Ländern niemals angewandt worden. Er verurteile eine Allianz der demokratischen gegen die faschistischen Staaten. Die belgische Außenpolitik sei nicht eine Politik der Neutralität, sondern der Unabhängigkeit. Belgien sei ein ausschlaggebendes Element des europäischen Gleichgewichtes, man dürfe sich daher nicht willkürlich nach der einen ober der anderen Seite wenden. Es müsse sich bemühen, eine Rolle d e r Versöhnung zu erfüllen. Aus diesem Grunde habe Belgien mit seinen Nachbarstaaten Deutschland, Frankreich und England verhandelt. Die Garantieerklärungen dieser Länder seien für Belgien das denkbar beste internationale Statut. Im übrigen habe die belgische Hnabhängigkeitspolitik nichts mit einer Politik der Isolierung zu tun. Auch der belgische Ministerpräsident Janson stellte vor dem Verband der ausländischen Presse fest, daß Belgien im gegenwärtigen beunruhigenden Zustande Europas der Hnabhänarg- keitspolitif treu bleiben wolle, die König Leopold im Oktober 1936 mit Zustimmung der Regierung verkündet habe. Diese Politik entspreche den Gefühlen des ganzen belgischen Volkes und nmne verfolgt werden, ohne „geheiligte Erinnerungen" an die Vergangenheit zu vergessen und ohne Verwandtschaften zu leugnen, deren Grenzen und Verpflichtungen übrigens durch keinerlei politischen Vertrag festgelegt werden könnten. Der Genfer Jnterefsenverband habe die Hoffnungen, die man in ihn fetzte, nicht verwirklicht. Seine Hnfähigkeit, zu handeln und Grundsätze zu verwirklichen, habe das Vertrauen vermindert. Dennoch wolle Belgien Genf treu bleiben. Der größte Teil der belgischen Oeffentlichkeit wünsche die Wiederaufnahme normaler 93 e • Ziehungen 3 u Italien. Achttägiger Jialienbesuch des Führers. In der ersten Maihälfte. — Aufenthalt in Rom, Florenz und Neapel. Berlin, 28. Febr. (DRB.) Der Besuch des Führers und Reichskanzlers in Italien wird in der ersten Hälfte des 2H 0 - nats 2H a i ftattfinden. Der Führer und Reichskanzler wird während seines etwa achttägigen Aufenthalts in Italien Rom, Florenz und Reapel besuchen. In Rom wird er i m Quirinal Wohnung nehmen. Das reichhaltige Festprogramm sieht u. a. eine Flottenschau, eine Parade der Wehrmacht, Vorführungen der Land- und Luststreitkräfte sowie drei große Veranstaltungen der Rationalen Faschistischen Partei zu Ehren des Führers vor. * Die erste Ankündigung der Einzelheiten über den Besuch Adolf Hitlers in Italien wird von der oberitalienischen Presse in größter Aufmachung wiedergegeben. Wiederum schmücken große Photos des Führers die Titelseiten der Blätter. Der „Popolo d'Jtalia" schreibt, die Ankündigung des Besuches erfolge in einem für das internationale Leben besonders interessanten Augenblick, in dem der Führer im offenen Gegensatz zu den zerstörenden Kräften eine Politik der Zusammenarbeit durchsetzen wolle. Diese Politik des Verstehens und der Zusammenarbeit habe sich in der Achse Berlin—Rom als Element des neuen Lebens und des Wiederaufstiegs in Europa befestigt. Die Reife Adolf Hitlers bedeute den Fortbestand der Achse und der Zusammenarbeit. — „Corriere della Sera" weist darauf hin, daß die Nachricht von der Italien-Reise Adolf Hitlers i m italienischen Volke begeisterte Freude ausgelöst habe. Die italienischen Tage Adolf Hitlers würben ohne Zweifel ein Ereignis von größter Be- deutung und von größten internationalen Rückwirkungen darstellen. Erfolg der Japaner in Nordchina. Das chinesische Hauptquartier in Süd-Schansi besetzt. Tokio, l.März (DNB.-Funkspruch.) Japanische Truppen haben die Stadt Linsen besetzt, die mehr als 200 Kilometer südlich von Taiyuanfu und nur noch 120 Kilometer nördlich von der Südgrenze der Provinz Schansi entfernt ist. Linsen war der letzte Stützpunkt der Chinesen im südlichen Schansi. Dort befand sich der Sitz der geflüchteten Provinzial- Regierung und das militärische Hauptquartier. Die Einnahme erfolgte nach einem überraschenden Vorstoß, wobei es den Japanern gelang, durch geschickte Hmfassungsmanöver die Chinesen zur Räumung ihrer riesigen Verteidigungsanlagen bei Lingschih zu zwingen. Motorisierte japanische Streitkräfte haben sich nach Süden gewandt, um entlang dem Gelben Fluß vorstoßend die Westgrenze von Schansi abzuriegeln und dadurch das Entweichen der flüchtenden chinesischen Truppen nach der Provinz Schensi zu verhindern. Deutscher Arzt in Schanghai überfallen. Bedauern der japanischen Regierung. Berlin, 28. Febr. (DNB.) Der bekannte Chefarzt des Paulus-Krankenhauses in Schanghai, Professor D r. Birt, wurde am Sonntag auf einem Spaziergang von einem japanischen Soldaten überfallen und durch einen Faustschlag und einen Dolchstich a m Auge verletzt. Dem schriftlichen Protest des deutschen Generalkonsuls folgte am Montag bereits das Bedauern, das im Namen der japanischen Regierung durch Generalkonsul Okamoto und im Namen des japanischen Oberkommandos durch Major Hondo dem deutschen Generalkonsul in Schanghai ausgesprochen wurde. Die zuständigen japanischen Stellen haben eine sofortige Hntersuch u n g in die Wege geleitet und Bestrafung des Täters zugesagt. Nach den bisherigen Nachrichten wird voraussichtlich die Sehkraft Dr. Birts nicht beeinttächttgt werden. e Neuer Schlag gegen das deutsche Schulwesen im Weichsel-Korridor. Bromberg, 28. Febr. (DNB.) Das deutsche Schulwesen in Westpolen hat wieder einen Verlust zu beklagen. Der deutsche Lehrer Meyerhöfer hat die deutsche Schule im Pempersin im Kreise Zem- pelburg verlassen müssen und wurde nach O st p 0 l e n v e r s e tzt, wo er keine Deutschen, sondern meist jüdische Kinder zu unterricht t e n hat. Die deutsche Klasse in Pempersin wird von 5 9 deutschen Kindern besucht, die seit dem Fortgang ihres deutschen Lehrers jetzt nur an zwei Tagen in der Woche vertretungsweise Hnterricht durch einen polnischen Lehrer erhalten. EvangelischerReligionsunter- richt haben die deutschen Kinder seit dieser Zeit überhaupt nicht mehr erhalten. Bolschewistische Verschwörung in Kuba aufgedeckt. Havanna, 28. Febr. (DNB.) Laut Mitteilung des Geheimdienstes der kubanischen Armee wurde eine b 0 l s ch e w i st i s ch e Verschwörung g e - gen die Regierung von Kuba aufgedeckt. Präsident Caredo und Oberst 93 a t i ft a sollten im Verlaufe eines kommunistischen Generalstreiks gestürzt werden. Aus den beschlagnahmten Ge- Heimakten geht einwandfrei hervor, daß das Komplott von ausländischen Bolschewisten angezettelt und organisiert worden ist. Hunderilausende von Zuschauern umjubelien den Mainzer Rosenmonlagszug. Glanzvoller Höhepunkt der Lubiläumsfassenacht. Am Rosenmontag erreichte die Jubiläumsfastnacht des Mainzer Carneoal- Vereins ihren Höhepunkt. Der Tag begann mit leichtem Nebel und Sprühregen. Trotzdem setzte bereits früh der Zustrom von auswärts ein. 78 Sonderzüge spien ihre Menschenmassen aus, Tausende von Kraftwagen, Hunderte von Omnibussen führten Schaulustige heran. Alles in allem waren etwa dreimalhunderttausend Menschen von überallher nach Mainz gekommen — aus dem Grenzgebiet vor allem, aus ganz Deutschland und sogar aus dem Ausland. Frankreich, England, Belgien, Tschechoslowakei, sogar Ecuador waren vertreten. Die Straßen boten ein unvergeßliches Bild. Unvergeßlich auch der Zug selber, der mit seiner Prachtentfaltung, seinem Witz und seinen zahllosen farbenfrohen Bildern unbestritten den alanzvollen Höhepunkt der Mainzer Jubiläumsfassenacht darstellte. Mit diesem Zuge hatte das goldene Mainz sich selbst übertroffen. Unter den auswärtigen Gästen waren, wie wir hören, etwa 800 Besucher aus Gießen anwesend. Die vom Zug berührten Straßen prangten in einem festlichen Schmuck. Gegen 12.30 Uhr setzte sich der Jubiläums-Rosenmontagszug zu seinem über 10 Kilometer langen Weg in Bewegung. In 190 Nummern brachte er eine Fülle von drolligen Bildern und Szenen als schlagkräftige Verkörperung echten Mainzer Humors. Alle Stände und Organisationen, Garnison, Reichsbahn und Reichspost, die Karnevalsoereinigungen der Nachbarschaft, auch die alte Reichsfeste Friedberg, hatten sich zusammenaetan. Da war das Geschenk der Reichsbahndirektion Mainz in Form eines Schienen- zepps Mainz—Manila, da stellte die Reichspost sogar drei Zugnummern. Zahlreich waren auch die polittschen Anspielungen, so etwa der mit schallendem Gelächter empfangene Wagen mit der „Vollsitzung" des „Völkerbundes" in Genf unter dem Motto „Mehr Stühl wie Leut!" Auch der völkerzerstörende Bolschewismus wurde scharf unter die Lupe genommen. Dankbare Motive hatten dagegen in positivem Sinne die Achse Berlin—Rom—Tokio, der Vierjahresplan, die Arbeitsbeschaffung, der Lufschutz und der Eintopf geboten; alle diese Bilder fanden stürmische Zustimmung. Die „Helaus" wollten kein Ende nehmen, und die lustigen Karnevalslieder bildeten immer aufs neue die festliche Begleitmusik des Zuges. Daß auch lokale Motive, wie das noch auf dem Mond liegende Hallenschwimmbad, Finanzamt, die Fassenacht, die „neue" Beamtenlaufbahn, nicht fehlten, versteht sich. Prachtvolle Bilder boten die Garden, unter ihnen vor allem die Ranzengarde und die den herrlichen Prinzenwagen eskortierende Prinzen- und Prinzeß-Garde. Mit einem Jubelsturm wurden die Tollitäten empfangen, ebenso der Wagen des närrischen Staatsministeriums. Zwei Stunden lang rollten die farbenfrohen Bilder an den singenden und schunkelnden Menschenmassen vorüber. Auf der Ehrentribüne sah man inmitten der Spitzen von Partei und Staatsbehörden Gauleiter und Reichsstatthalter Sprenger. Vom Münchener Faschingszug. W Der große Faschingszug in München wurde zu einem wirklich närrischen Erlebnis für viele Tausende, die akttv daran teilnahmen oder als Zuschauer die Straßen umsäumten. Dieser Wagen zeigt, wie die Zugspitze aus 3000 Meter erhöht werden soll. — (Scherl-Bilderdienst-M.) „Die Wett im Aarrenspiegel" in Köln. Kölns Fastelovend ist nicht zu übertreffen. Schon in den Vormittagsstunden zeigte die Innenstadt, durch die der Zug seinen Weg nahm, ein gänzlich verändertes Bild. Auf den Parkplätzen' sah man Wagen aus allen Teilen des Reiches und aus dem W SW* £ Auch in Köln geht es „hoch her". Selbst der Schupo läßt sich „ein Küßchen in Ehren" gefallen. (Scherl-M.) Auslande. Die Reichsbahn brachte mit verstärkten Zügen und 20 Sonderzügen Tausende von fröhlichen Menschen heran. Um Mittag waren bereits die Tribünen bis auf den letzten Platz besetzt und alle Zugstraßen viele Glieder tief umsäumt. Das Motto des Zuges „Die Welt im Narrenspiegel" hatte den Kölner Künstlern willkommene Gelegenheit geboten, ihrem Humor in vielfältiger Form Ausdruck zu verleihen. Der bunte Zug mit seinen Festwagen und unzähligen originellen Gruppen, den Stadtherolden, den Musik- korps, den Schildträgern, den Kölner Originalen und den vielen Truppen mit glänzenden Uniformen löste immer wieder stürmische Begeisterung aus. Die prächtigsten Wagen waren der Festwagen des Kölner Bauern, der Jungfrau und des Prinzen Karnevals, der von einer großen Weltkugel aus dem närrischen Volk seinen Gruß entbot. Vom Rathausbalkon aus nahm Oberbürgermeister Schmidt mit seinen Ehrengästen, unter denen man Gauleiter Staatsrat Grohö, die Obergruppenführer Dr. Dietrich und S e y d e l sowie den Burgkommandanten G o h d e s - Crössinsee bemerkte, die närrische Parade ab. Ganz Düsseldorf aus den Seinen. Düsseldorf war ebenfalls seit den Vormittagsstunden mit Menschen überfüllt. Zahllos die auswärtigen und ausländischen Gäste, die zum Karneval gekommen sind. Im prächtigen Viererzug, begleitet von den reitenden Garden, begab sich das Prinzenpaar ins Rathaus. Mit launigen Worten übergab Oberbürgermeister Dr. Otto dem Prinzen für drei Tage unter Ueberreichung des Narrenzepters die Stadt in seine närrische Gewalt, lieber» all an den Straßen, die der Rosenmontagszug pa - fierte, standen die Menschen in zehnfach gestaffelten Reihen. Der Zug mit seinen über 30 Wagen, dem vielen närrischen Fußvolk und den originell kostümierten Musikkapellen löste überall Beifallsstürme aus. Heue Krisenslimmung in Paris. Der 1. März ist ein Stichtag für die französische Sozialpolitik. Ende Februar sind nicht weniger als 7000 Tarifverträge abgelaufen und von den insgesamt sechs Gesetzen des „Statuts der modernen Arbeit" müssen wenigstens die Gesetze über die Tarifverttäge und über das Schlichtungsund Schiedsgerichtswesen am 1. März in Kraft getreten sein, wenn es zu einer Normalisierung der sozialen Arbeitsverhältnisse kommen soll. Die K a m- m e r hat auch diese zwei Einzelgesetze bereits angenommen, der Senat macht aber Schwierigkeiten, ^m Rahmen der rein kapitalistischen Wirtschaft sind, wie mir selbst zwischen 1918 und 1933 erlebt haben, diese Dinge ungemein schwer zu regeln, weil beiden Parteien eine gewisse Berechtigung nicht abgesprochen werden kann. So hat die Kammer das Gesetz in der Fassung beschlossen, daß zwar eine gleitende Lohnskala eingeführt wird, aber schon bei einer fünfprozentigen Steigerung der Lebensmittelkosten, während der Senat 10 v. H. zur Voraussetzung macht, und zwar nur dann, wenn die neue Lohnerhöhung ein halbes Jahr nach einer früheren Lohnerhöhung erfolgt. Dem Senat steht das Argument zur Verfügung, daß gewisse Grenzen gesetzt werden müssen, soll nicht die Wirtschaft in einem dauernden Zustand der Unruhe leben. Die w. W n te. UM ■ «3 M Ich bin Fall 97! Berlin, den 24. Januar 1938 M M i N M Wz U IG s UM UW WM M i: ' . W ■ ■ Für mich kommt als Cigarette nur die „ Astra“ in Frage. Denn ich will beim Rauchen nicht nur genießen • es soll mir auch bekommen. Und die „Astra.** schmeckt herrlich, ist aber dank ihrer Nikotinarmut bekömmlicher. Warum dann also nicht „Astral rauchen? Man entbehrt nichts, aber man gewinnt. Art / JaUuA, N Verkaufsleiter der Buchdrucker ei H. Wigankow, Berlin N 65, Chausseestr. 71 ...und welcher Fall sind Sie? MIT UND OHNE MUNDSTOCK Reich an Aroma — Arm an Nikoiinl Ob Sie arm sind oder reich, ob Sie geistig arbeiten oder körperlich - auch Ihnen kann die „Astra" helfen, wie sie immer wieder geholfen hat. Die „Astra" schmeckt so gut, daß man kaum glauben will, sie sei nikotinarm. Und doch ist ein Nikotingehalt von weniger als 1% auf jeder Astra-Packung beglaubigt. - Diese Nikotinarmut ist eine gewachsene Eigenschaft der Tabakblätter, die zu ihrer Herstellung Verwendung finden. Kein künstlicher Nikotinentzug, keine chemische Behandlung. Darum für alle Fälle — Astral Gewerkschaftsvertreter wollen natürlich, daß ihre Mitglieder für jede Zunahme der Kosten der Lebenshaltung sofort entschädigt werden, gleichgültig, wie sehr das übrige Frankreich darunter leidet. Dazu kommen noch weitere kitzlige Fragen. Der französische Ministerpräsident hat in den letzten Tagen schärfsten Druck auf die Parteien durch die wiederholte Androhung seines Rücktritts auszuüben versucht, ein Verfahren, das Chautemps auch bei früheren Gelegenheiten schon angewendet hat. Der Konflikt zwischen Kammer und Senat dauert an, nachdem die Kammer die vom Senat abgeänderten Artikel, von ganz wenigen Ausnahmen abgesehen, in ihrer ursprünglichen Form wiederhergestellt hat. Eine Einigung zwischen den beiden ist nur möglich, wenn der Senat sich zu Zugeständnissen bereiterklärt. Sollte dies nicht der Fall sein, so wäre eine Krise unausbleiblich und, wie Ministerpräsident Chautemps selbst erklärt hat, der Rücktritt der Regierung unvermeidlich. Errichtung einer flämischen Akademie für Wissenschaft, Literatur und schöne Künste. Brüssel, 28. Febr. (DNB.) Nach jahrelangem Kampf hat die flämische Bewegung von der Regierung die Zustimmung zur Errichtung einer eigenen flämischen Akademie für Wissenschaft, Literatur und schöne Künste erhalten. Jede der drei Klassen wird 20 Mitglieder umfassen, von denen die Hälfte durch den König bestimmt werden wird. Außerdem können insgesamt 50 ausländische Korrespondenten ernannt werden. Der Beschluß der Regierung ist um so bemerkenswerter, als erst vor kurzem die Königlich Belgische Akademie die Schaffung einer eigenen flämischen Abteilung energisch a b gelehnt "hatte. Die Errichtung einer flämischen Akademie für Medizin wird in Aussicht gestellt. Eine llniversitätswoche in Halle. Wie die „Frankfurter Zeitung" berichtet, veranstaltet aus Anlaß der Gaukulturwoche des G a u e s Halle — Merseburg die Universität Halle eine „U n i o e r s l t ä t s w o ch e", die für die gesamte Oeffentlichkeit zugänglich sein soll, um Uni- versität und Volk enger miteinander zu verbinden. Als erster Vortragender sprach der Leiter der Halleschen Dozentenschaft, Dr. Wilhelm Wagner, über „Röntgenstrahlung im Kampf gegen den Krebs". Dr. Gerhard Schrader sprach über die Bedeutung der Gerichtsmedizin für den praktischen Arzt, zumal für den Landarzt. Von der Juristischen Fakultät sprach Professor Dr. Gottfried Langer über das Nationalitätenrecht. Es sind weitere Vorträge vorgesehen. Der starke Besuch der ersten Vorlesungen zeugte von einem beträchtlichen Interesse für diese neue Veranstaltung der Universität. Die Grenzlandfahrten der HZ. NSG. 14 000 Hitlerjungen des Gebietes Hessen- Nassau fahren im Sommer an die Grenzen des Reiches, in die Nordmark und in die Bayerische Ostmark. 14 000 Jungen wollen die Landschaft und die Menschen kennenlernen, die seit Jahrhunderten ihr Deutschtum in stetem Kampf bewahren mußten. Aber unsere Jungen kommen nicht unvorbereitet dort hin. Schon im Winter wurden die Führer der einzelnen Fahrtgruppen geschult. Sie wurden bereits mit ihren Fahrtzielen, mit Land und Leuten, der Geschichte und wirtschaftlichen Struktur vertraut gemacht. Und nun legt die Gebietsführung Hessen-Nassau einen geschmackvollen kleinen Band vor, der sich „G r e n z- l a n d f a h r t e n" nennt. Auf knapp hundert Seiten führt er, ansprechend ausgemacht und packend geschrieben, in die beiden Fahrtengebiete ein. Karten und gute Photos verstärken das anschauliche Bild, das mit wenigen Sätzen vom Land, seinen Menschen, ihrer Sprache, Geschichte und Kultur gezeichnet wird. Auszüge aus den Werken der bekanntesten Dichter dieser Landschaften schildern die Schönheiten und Eigenarten der Grenzlande. Die beiden Hefte — zu einem Band vereinigt — vertiefen das Wissen um den schweren Kampf dieser Grenzmarken und rufen die Sehnsucht nach den Wäldern der Bayerischen Ostmark und den Wassern der Nordmark wach. Die Frage des Verbleibs der letzten politischen Gefangenen, die die Krise ausgelöst hatte, soll individuell von dem zuständigen Minister geprüft werden. Der Gouverneur wird sodann die F r e i ° lassung anordnen. Die schnelle Lösung des Konfliktes hat in allen Kreisen Indiens Befriedigung hervorgerufen. Wetterbericht Die vom Atlantik über Skandinavien nordwärts wandernden Sturmwirbel bringen vor allem den deutschen Küstengebieten stürmisches und regnerisches Wetter, bedingen aber auch bei uns noch kräftige Luftbewegung und Unbeständigkeit. Die Temperaturen liegen wieder allgemein über dem jahreszeitlichen Durchschnitt. Im Gebirge herrscht Tauwetter. Die Witterung bleibt weiterhin wechselhaft und unbeständig. Aussichten für Mittwoch: Nach verbreiteten Regenfällen wieder mehr wechselhaftes und bewölktes Wetter mit zeitweiser Aufheiterung und einzelnen Schauern. Bei kräftigen Winden aus westlicher Richtung etwas besser. Aussichten für Donnerstag: Wechselhaftes und unbeständiges Wetter, etwas milder. Lufttemperaturen am 28. Februar: mittags 7,7 Grad Celsius, abends 8,1 Grad; am 1. März: morgens 7,8 Grad. Maximum 8,4 Grad, Minitnum heute nacht 7,3 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 28. Februar: abends 3,7 Grad; am 1. März: morgens 3,3 Grad. — Niederschläge 0,2 mm. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. I. 38: 11000. Druck und Verlag: Brühlsche Universitätsdruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist -Preisliste Nr. 4 vom 1. September 1937 gültig. Kleine politische Nachrichten. Der Deutschlandsender überträgt heute von 12 bis 12.45 Uhr die Feier vom „Tag der Luftwaffe" in Berlin mit der Ansprache des Generalfeldmarschalls Göring. * Der Staatssekretär im Reichsjustizmimsterium, Dr. Schlegelberger, hielt in Kopenhagen in der Universität über das Problem des neuen deutschen Bodenrechts einen Vortrag. Nach einem Frühstück beim deutschen Gesandten, an dem Vertreter des dänischen Justizministeriums und dänische Rechtsgelehrte teilnahmen, stattete der Staatssekretär dem dänischen Justizminister Dr. S t e i n ck e einen Besuch ab und wurde anschließend von Außenminister Dr. Munch empfangen. * Im Rahmen der Schulungsveranstaltungen der GaufachschaftlO, Reichsjustizbeamte, findet am 3. März, um 20 Uhr, im Sportpalast eine Kundgebung statt, in der Reichsleiter Rosenberg und Reichsjustizminister Dr. Gürtner sprechen werden. Mit dem Dampfer „Cap Arcona" traf Stabsleiter Lauterbacher in Lissabon ein, um der portugiesischen Staatsjugend einen Besuch abzustatten. Zum Empfang fanden sich Vertreter des Erziehungsministeriums und der Staatsjugend sowie Vertreter des Gesandten, des Landesgruppenleiters und der Führer der HI.-Gruppe in Lissabon ein. ♦ Der italienische Botschafter in London, Graf Gr an di, hat sich nach Rom begeben. * Einer der führenden Redner der englischen L a - bour-Party im Oberhaus, Lord Arnold, ist aus derPartei ausgetreten, da er mit der Außenpolitik der Labour-Leute nicht einverstanden ist. Lord Arnold hatte sich im Oberhaus für eine Verständigungspolitik mit Deutschland eingesetzt. * Das Kabinett der Vereinigten Indischen Provinzen hat nach Einigung mit dem Gouverneur seine Tätigkeit wieder ausgenommen. Bratheringe • • 42 -----10 Stück 50 Vollheringe. • — 10stück94 Bücking®........ SffltoisFülGRABE aller Stille statt. 0905 Gestern abend entschlief sanft mein lieber Mann, unser guter Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder, Schwager und Onkel Jakob Schöndorf im 69. Lebensjahr. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Salome Schöndorf und Kinder. Gießen, den 1. März 1938. Die Einäscherung findet auf Wunsch des Entschlafenen Kohlen Koks mhD Briketts Eiform HappelS Co. Kl.Mühlgasse 4u.6 Ruf 3925 Achtung Schafhalter! Weberei »Goldmühle« bei Hachborn 28. Februar 1938 18. Ziehungstag In der heutigen VormlttagSzlehung wurden gezogen 332346 338337 354850 357287 394925 20 3676 22290 300 RM 89027 89290 93844 96880 103243 109452 In der heutigen Nachmittogsziehung wurden gezogen 68585 334757 346888 357248 70 Gewinne zu 500 RM. 13474 13618 22993 29204 38992 50959 53325 73619 80601 3162 9745 14362 14373 76481 82156 82543 85106 86785 98617 | Einspaltige j werden zum ermäßigten Grundpreis von 5 Pf. für die Kleinanzeigen Mnumeterze Ile veröffentlicht! Der für den 10. und 11. März festgesetzte Eichew 1330D 279823 149894 172117 206956 217626 281798 285926 318769 179773 239001 282875 326130 165341 109766 14774 123026 216487 135742 22860 157007 265133 326869 153814 199782 214073 249587 270037 282970 307279 328412 347899 362765 385634 63860 161555 261910 330487 121728 161352 222198 308561 348301 379258 122994 166923 200631 215950 256448 274364 288585 310416 328497 349350 370486 388554 130423 165792 235184 311393 355974 387747 128277 169775 200718 216599 261242 277432 292663 318286 333790 352211 378910 392763 174203 228073 268336 315968 135071 174476 245190 314187 358678 397848 129604 172894 205050 231418 262831 280677 300040 320334 344877 352992 380238 393380 178084 228704 278484 325756 151615 177835 285216 324667 366839 132972 179265 207478 231997 263791 281300 300926 327810 345209 356331 385083 394033 103754 159736 198162 289846 334031 368773 143566 187486 208167 246380 269033 282826 306604 327943 345968 356541 385302 397892 151912 179916 240982 286515 349202 26281 111902 159812 206197 298695 335580 370863 152245 181525 241107 292902 353042 155222 218785 251645 296942 5000 RM. 3000 RM. 2000 RM. 393713 1000 RM. 114186 196459 240700 76435 307625 31929 144303 248223 324656 384508 21014 140193 106680 139003 180115 192248 217992 276832 307921 351822 364132 383676 41276 57200 58212 61177 73402 73408 74454 331 4829 6078 9107 271364 316926 284418 275055 7584 56964 16737 135011 248177 321811 365790 4 Gewinne zu 10000 RM. 4 Gewinne zu 5000 RM. 6 Gewinne zu 3000 RM. 8 Gewinne zu 2000 RM. 276751 166 Gewinne zu 300 RM. _ __ _ _ ____ _____ 14661 15533 24995 30676 30679 34099 36321 54 Gewinne zu 1000 RM 58007 59291 85541 122276 ------ 163065 226627 248524 260158 261920 272699 276365 282929 293759 313237 88 Gewinne zu 500 RM 32804 50701 62889 63575 99372 3m Gewinnrade verblieben: 2 Gewinne zu fe 1000000. 2 zu je 500000, 2 zu je 75000, 2 zu je 50000, 10 zu je 20000, 36 zu je 10000, 68 zu je 5000, 140 zu je 3000, 444 zu je 2000, 1052 zu je 1000, 1880 zu je 500, 3776 zu je 300, 89586 zu je 150 NM. Der Preußische Forstmeister Forstamt Weilmünster. 2 Gewinne zu 50000 RM. 2 Gewinne zu 30000 RM. 2 Gewinne zu 2 Gewinne zu 12 Gewinne zu 168023 367106 52 Gewinne zu 69549 80438 Furnier- usw. Sammelverkauf ist wegen des Schnees, der eine Besichtigung zur Zeit unmöglich macht, auf den 31. März und 1. April 1938 verlegt. Gewinnauszug 5. Klasse 50. Preußisch-Süddeutsche (276. Preuß.) Kiassen-Lotterie Ohne Gewahr Nachdruck verboten Ich kämme die Freiwollmengen für den Eigenverbrauch. - Genehmigung vom 23.2. 38 durch die Ueberwachungsstelle für Wolle und andere Tierhaare O. 8620 Y/109 liegt vor. 192 Gewinne zu________ ___ ____ 11387 23984 28917 37670 41415 43187 46178 61202 62030 67279 75153 76557 81083 83298 ----- ----- ------ ------ 115776 111928 113333 117848 124762 129111 149191 153648 158238 165406 169418 181370 183663 184781 185344 187020 193094 198492 198617 202151 204023 229411 239331 246037 257277 258585 283997 289173 290140 298466 302121 313792 317509 322428 332658 344377 353008 354384 355853 358842 362253 371872 374907 377650 378613 380326 389562 394690 395523 399081 O^VIaM- Krcuzplatz 15 oasA bringen wir wieder A N Z ü €* E in bekannt guten Kammgarn- sowie löelton-StoHen in folgenden Hauptnreislagen: RM. 22 50 29.50 36.- 38.75 42 — 46.- 48.— Wir übernehmen Garantie für guten Sitz! 20'/ /< Uhr, im Johannessaal. 1339D Es spricht: Herzliche Einladung zmn W- unö Belenotolüaöenö am Mittwoch, bem 2. März 1938, Welche gebildete Dame 35-42 Jahre, gesund, ohne körp. 'i-ehler, etwas Vermögen erwünscht, jedoch nichtBedmgung, anhanglos, kann mir und 17iäbr. ^ohntreue, liebe Mutter sein. Bin Witwer, 48Jahre gute Lebensstell, m einer Kreisstadt, spät Pension. Haus mit Garten,gut.Aus- l'ehen. - Bildzuschriften u. 0892 an den Gießener Anzeiger erbet. 30erL«c!isleine Schwemmsteine Bimsbeton- hohlhlodislelne Oedensleme Baszemeotdielen H. Maar & Sohn Frankfurt.Str.19 Müblsti aße 18 Tel.3144 3145. Meines Ladengeschäft zu pacht, gesucht. Schriftliche Angebote u.1336D an den Gießener Anzeiger erbet. Verlobungs-Anzeigen bei Brühl, Schulstr. 1 tanMkSlnvlHil UfEBDE DRUCKSACHEN Brühl. Oleflen Mittwoch, den 2. März 1938, nachm. 2 Uhr, versteigere ich dahier Neuenweg (bei Hartmetz) bzw. an Ort und Stelle zwangsweise gegen bar: Haus-, Laden- und Büromöbel, Näh- u. 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Das stimmt einmal insofern, als dieser Monat sehr grimmig sein kann und oft nachholt, was König Winter sonst an wüstem Stürmen unterließ; anderseits bringt es aber die Jahreszeit um die Tag- und Nachtgleiche mit sich, daß die Witterung sich sprunghaft verändert. Trocken, also frostig bei Nacht, aber am Tage heiter und ohne zu häufige Niederschläge, ist der Lenzmond dem Landmann willkommen. Er weiß das Wort zu würdigen: „Läßt der März sich trocken an, bringt er Brot für jedermann." Hingegen prophezeit man mit Recht: „März allzu feucht, macht das Brot leicht." Auch ist ein unnormal milder Märzmonat zumeist Borbote eines unruhigen wetterwendischen April: „Wenn der März nicht tut, was er soll, ist der April der Launen voll." Und wenn die Natur in den Wochen um den offiziellen Frühlingsbeginn gar zu verschwenderischen Vorschuß auf die Frühjahrsfreuden gibt, ist es schon ganz verkehrt: „Schlägt im Märzengrün der Fink, ist es ein gefährlich Ding." In diesem Jahre fällt der Aschermittwoch auf den 2. März; der Niedersachse sagt: „Wenn's Aschermidwoch rägent, holt dat Land keen Feucht un wärd Asch". Im übrigen gilt das Wetterorakel seit alters: „Wie der Aschermittwoch witterte, so witterte die ganze Fastenzeit." Der 3. März ist der heiligen Kunigunde geweiht; auch dieser Tag soll Künder künftiger Witterung sein. In Westniederdeutschland sagt man deshalb: „Wenn et Kunigunden srüst (friert), sau (so) früst et verzig Nächt." Im allgemeinen aber rechnet man in milderen Gauen Deutschlands damit, daß nun die Tagessonne die Erde schon ein wenig nachhaltiger durchwärmt, drum reimt man im schönen Nahetal: „Kunigunden — matt warm von unden". Der 12. März nennt St. G r e g o r als Kalendermann: „Weht am Gregorstag der Wind, noch vierzig Tage windig sind." Da aber nun die Außenarbeit verstärkt einsetzt, gilt auch diese Bauernregel: „Wenn Gregorius sich stellt, muß der Bauer in das Feld". Aehnliche Ausblicke eröffnet — hinsichtlich Witterungsbildung und Freiland- wie Gartenarbeit — der Gertruds- tag, der 17. März: „To Gertraud flügt de Swölke (Schwalbe) ut; do maut de Buer'e med den Pflauge rut." Und auch der Hirt geht nach Möglichkeit mit der Herde ins Gelände: „Zu Gertrud — geiht der Schoap mit dem Lamme rut". Sodann heißt es: „Gertrude nützt dem Gärtner fein, wenn sie sich zeigt bei Sonnenschein." Und wie im Garten nun manches zuwege kommt, so ist auch im Geflllgelhof manches besser geworden mit dem vordringenden Frühling; im Harz konstatiert die Bauersfrau zufrieden: „Sankt Gertrud legt Ent und Put". Zum Benediktstag, 21. März, dichtet der Volksmund: „St. Benedikt macht de Bölle (Zwiebel) dick". Schließlich beachtet der Bauersmann noch den 25. März, Mariae Verkündigung: „An Mariae Verkündigung^ legt man die Lampen nieder, an Mariae Geburt (28. Sept.) holt man sie wieder." W. L. Dornotizen. Tageskalender für Dienstag. Stadttheater: 20.11 bis 22.11 Uhr großer Fa- schingsaben'd „Eine Fahrt ins Blaue". — Gloria- Kinder-Fasching in Gießen. Nach den mancherlei Maskenbällen, Kostümfesten und Kappensitzun-- gen der letzten Zeit in unserer Stadt erreicht nun die Fastnacht mit dem heutigen Dienstag ihren Höhepunkt. Der Rosenmontag sah zwar in Gießen nicht so aus wie in Mainz, und deshalb zogen es auch Hunderte unserer faschingsfreudigen Gießener Volksgenossen vor, sich in den Mainzer Faschingstrubel zu stürzen und nach Mainz zu fahren. Im Cafe Leib fand gestern abend das traditionelle Rosenmontags konzert statt. In den Straßen unserer Stadt zeigte sich der Fasching allerdings noch nicht sonderlich an. Am gestrigen frühen Nachmittag nur sah man faschingsgeputzte Kinder, von der Mama sorgfältig geführt, in den Straßen auftauchen und ganz bestimmten Zielen zustreben. Im UC. in der Blockstraße und im Cafs Amend in der Bahnhofstraße wurden Kinderkostümfeste abgehalten, und in beiden Gaststätten war es so voll, daß die Türen zeitweilig geschlossen werden mußten. In ihrer fröhlichen Gemeinschaft waren die Kinder rasch miteinander vertraut, und zu den Klängen der Musik versuchten sie, so gut es eben ging, zu tanzen. Da schwang sich ein rassig aufgemachter Cowboy mit einer zarten Rokokodame im Tanz, da sah man das Rotkäppchen mit einem Teufelchen beisammenstehen, da pendelten die kleine Gärtnerin, der kleine Schornsteinfeger, der Kavalier aus dem 17. Jahrhundert, immer zwischen dem Tanzparkett und der Mama hin und her, die den Platz hielt inmitten des bunten Gewühls, dem die Kinder mit ganzer Seele hingegeben schienen. Zu früher abendlicher Stunde machte man sich dann, wohl etwas müde von der Bewegung und den vielen Eindrücken, auf den Heimweg. Unser Bild gibt einen Eindruck vom Kinderkostümfest im UC. (Aufn.: Neuner.) der ursprünglich festgesetzten Frist zum 31. März 1938! ausgeführt werden können, hat der Reichsarbeits». minifter die Frist bis zum 30. Juni verlängert. Gietzener DochenmarktpreUe. * G i e ß e n, 1. März. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Deutsche feine Molkereibutter, % kg 1,57 Mark, feine Molkereibutter 1,52, Markenbutter 1,55 bis 1,60 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 5 bis 10, Eier, deutsche, Klasse A 12%t Klasse D 10>-, Wirsing, kg 12, Weißkraut 9 bis 10, Rotkraut 10 bis 12, gelbe Rüben und Karotten 10 bis 12, rote Rüben 10 bis 12, Spinat 18 bis 20, Unterkohlrabi 8, Grünkohl 15, Rosenkohl 25 bis 28, Feldsalat, Vio 8 bis 10, Tomaten, % kg 40 bis 45, Zwiebeln 9 bis 10, Meerrettich 30 bis 60, Schwarzwurzeln 25 bis 35, Kartoffeln, % kg 5 Pf., 5 kg 45 Pf., 50 kg 3,25 bis 3,75 Mark, Aepfel, y2 kg 10 bis 25 Pf., Birnen 20 bis 25, Suppenhühner 90 Pf. bis 1,10 Mark, Blumenkohl, das Stück 50 bis 60 Pf., Salat 20 bis 30, Endivien 10 bis 25, Lauch 5 bis 8, Sellerie 10 bis 35, Rettich 5 bis 10 Pf. ♦ ** Dienstjubiläum. Die Oberpflegerin der Psychiatrischen und Neroenklinik Gießen, Frl. Marie Kaiser, begeht am heutigen 1. März ihr 25jähriges Dienstjubiläum. Frl. Kaiser ist in Patienten- und Gefolgschaftskreisen sehr geschätzt und erfreut sich allgemeiner Beliebtheit. ** Silberhochzeit. Der Möbeltransporteur Heinrich Frey und Frau Marie, geb. Baumann, Neustadt 47, können am heutigen Dienstag das Fest der silbernen Hochzeit feiern. ** Feuerwehr-Schulungsfahrt nach Groß-Gerau. In unserem gestrigen Bericht über die Führerratstagung des Kreisfeuerwehrverbandes irischer, reiner eitern gründliche, schonende Reinigung, verhindert den Ansatz von Zahnstein. Sroße Tube 40 'EL, kleine Tube 25 *Ef. Palast (Seltersweg): „Der Tiger von Eschnapur". — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „Andere Welt". — Oberhessischer Kunstverein: 17 bis 18 Uhr Ausstellung im Turmhaus am Brand. — 1900-Mas- kenball im Cafe Leib, Beginn 19.61 Uhr. Sladtthealer Gießen. Aus dem Stadttheaterbüro wird uns geschrieben: Heute um 20.11 Uhr findet der große Faschingsabend „(Eine Fahrt ins Blaue", Faschingszug im 100-km- Tempo mit bunten Stationen, statt. Fahrtdienstleiter sind Hans Geißler und Karl-Ludwig Lindt. Für die Musik sorgen Heinz Markwardt und Joachim Po- pelka. Vergnügungsbeamte sind: das Solopersonal, die Tanzgruppe, der Chor des Stadttheaters und das Städtische Orchester. Es liegt in der Absicht des Theaters, wenn möglichst viele Theaterbesucher bereits im Kostüm im Theater erscheinen. Die Dauer des Abends ist so gelegt, daß jedem Besucher im weiteren Verlaufe der Fastnacht noch der Besuch anderer Veranstaltungen möglich ist; die „Fahrt ins Blaue" ist um 22.11 Uhr beendet. An diesem Tage fällt die Vorstellung der Dienstag-Miete aus, da der Faschingsabend außer Miete stattfindet. Sportamt RSG. „Kraft durch Freude". Heute, Fastnacht-Dienstag, fallen die Schwimmstunden im Volksbad Gießen aus. 1321V 10 Porzellan-Soldaten marschieren auf. NSG. Die Reichsstraßensammlung am 5. und 6. März wird von SA., ff., NSKK., NSFK.,. NSKOV. und RDK. durchgeführt. Zum Verkauf kommen Wehrmachtsabzeichen aus Porzellan. Für die März-Straßenfammlung wurden 20 Millionen Wehrmachtsabzeichen in Porzellan hergestellt, die darstellen: Einen Matrosen, einen See-Offizier, einen Flieger im Ausgehanzug, einen Flieger-Offizier, einen Flieger im Sturzhelm, einen Infanteristen, einen Infanterie-Offizier, einen Schützen eines Panzer-Regiments, einen Soldat der Gebirgstruppe und einen Hornist. Die Abzeichen wurden in 40 Porzellan-Fabriken im ganzen Reich angefertigt. Nachdem die Bemalung und Ausführung der Modellfiguren von den zuständigen Stellen der Wehrmacht geprüft worden war, konnte mit der Herstellung begonnen werden. Es ist zu erwarten, daß alle deutschen Volksgenossen diese zehn Wehrmachtsabzeichen ans Herz schließen werden — im wahren Sinne des Wortes, denn jedes Porzellanfigürchen hat auf der Rückseite eine Nadel, mit der es am Rockaufschlag oder an der Bluse befestigt werden kann. Fristverlängerung für Wohnungsumbauten. Der Reichsarbeitsminister hat im vorigen Jahr zur Förderung der Schaffung von Wohnungen durch Umbauten Reichszuschüsse in Höhe von mehr als 7 Millionen Reichsmark zur Verfügung gestellt. Da die Umbauarbeiten in vielen Fällen nicht innerhalb, Kreis Gießen muß es richtig heißen: Die Feuerwehr-Lehrfahrt nach Groß-Gerau findet am nächsten Sonntag, 6. März, statt. ** Wiedersehensfeiern der Garde- Feldartillerie. Vom 14. bis 16. Mai finden in Berlin und Potsdam Wiedersehensfeiern für die Kameraden der vier Garde-Feldartillerie-Regimenter und der Feldartillerie-Schiehschule statt. Alle, die in Krieg und Frieden in den Reihen der Regimenter und Kriegsformationen gestanden haben, sind mit Angehörigen eingeladen. Gesellschaftsfahrten sollen die Reise verbilligen. Auskunft über die Festfolge erteilen für: 1. G.-Fa.-R.: Walter Lucasch, Berlin N 65, Tegeler Straße 37. 2. und 4. G.-Fa.-R.: I. Liebmann, Berlin-Steglitz, Treitschkestraße 15. 3. G.- Fa.-R.: A. Gombert, Berlin-Nieder-Schönhausen, Paul-Franke-Straße 7. Fa.-Schießschule: K. Arlt, Berlin-Friedrichsfelde, Schloßstraße 3a. Unfälle auf dem Lande. Bei einem unglücklichen Sturz erlitt der 30 Jahrs alte Carl Jung aus Großen-Buseck eine schwere Gehirnerschütterung. — Die Landwirtsehe- frau Katharine Leib aus Krofdorf kam, als sie im Stalle das Vieh füttern wollte, unglücklich zu Fall und erlitt dabei einen Oberschenkeloruch. — Der 16jährige Heinrich Wilhelm Goubeaud aus Lützellinden stürzte beim Turnen vom Reck ab und erlitt dabei einen Armbruch. — Der Bergmann Fritz Nickel aus Bieber zog sich bei der Handhabung feiner Grubenlampe eine schwere Verletzung zu. Der 8-Haken, an dem die Grubenlampe zu tragen ist, drang ihm tief ins Fleisch. Alle Verunglückten wurden der Chirurgischen Klinik in Gießen zugefllhrt. „Oer Tiger von Eschnapur." Gloria-Palast. Als Herstellungskosten für diesen Film, zu dem Hans K l a e h r, Arthur Pohl, und Richard E l ch - berg nach dem Roman „Das indische Grabmal" von Thea von H a r b o u das Drehbuch schrieben, hörten wir eine Summe nennen, die selbst für moderne Produktionsverhältnisse als außergewöhnlich gelten muß. Der Spielleiter Richard Eich berg hat die ihm zu Gebote stehenden Mittel anzuwenden verstanden: der Film ist mit einer Großzügigkeit ausgestattet, die ihren Eindruck auf den Beschauer nicht verfehlen wird. Der indische Schauplatz ist, das sicht man sofort, nicht illusionistisch im Atelier gestellt worden; hier ist wirkliches Indien, und es wird in imposanten, malerisch schönen Ausnahmen lebendig. Die Residenz von Eschnapur, der Aufbruch zur Tigerjagd mit (Elefanten, der Maharadscha-Palast, das Hoffest, die Tanzszenen ... das ist alles echt, lebendig und ohne jede Spur von Kleinlichkeit aufgezogen und vorgeführt. Stellenweise könnte man den Eindruck gewinnen, sich in einem Kulturfilm zu befinden, wenn diese Bilder nicht die Kulisse für eine höchst abenteuerliche, romantischbewegte Spielhandlung darstellten. Man wird ferner bemerken, daß der Film nicht nur auf imposante, sondern auch auf schlechthin sensationelle Wirkungen ausgeht. Der Mann mit dem blanken Säbel im Tigerzwinger und der Sprung in den von Krokodilen wimmelnden See gehören ebenso dazu wie die wildwestliche Schießerei der Eingangsszene und die Panik im brennenden Kristallpalast zum Schluß: das ist mit einem sehr bewußten Instinkt für Wirkung in Szene gesetzt. Die Liebe eines europäischen Abenteurers zur Maharani von Eschnapur, feine wilde Flucht mit ihr und die Verfolgung der beiden durch die von Rachedurst und Eifersucht gehetzten indischen Fürsten bilden die Hauptmotive des Films, der trotz manchen Katastrophen noch glücklich endet oder eigentlich nur abbricht: im „Indischen Grabmal" soll die Fabel zu Ende geführt werden. Die theatralisch wirksamste, ergiebigste und aktivste Rolle unter den männlichen Darstellern hat Gustav D i e ß l; dieser Demidvff ist eine von (Energie, männlicher Kraft und mühsam gebändigter Leidenschaft angetriebene Gestalt, ein Kerl, der Albers gereizt haben könnte. Alexander Galling, in vorzüglicher Maske, ist der Prinz Ra- migani: finster, gefährlich, machthungrig und eifersüchtig; Fritz van Dangen: der Maharadscha, stattliche Erscheinung, sehr beherrscht, ein Mann von Welt. La Jana, die Tänzerin, mit einer kindlich scheuen Stimme und einem geschmeidigen Körperrhythmus begabt, spielt die demütig ängstliche, zu jäher Leidenschaft hingerissene Maharani. Als Kontrastfiguren auf europäischer Seite, darstellerisch ein wenig gesellschaftlich-konventionell: Kitty I a n tz e n und Hans S t ü w e. Dazu munter wie immer Theo Lingen, der feine komischen Pointen auch unter dem Tropenhimmel von Eschnapur an den Mann bringt. — (Tobis.) * Im Beiprogramm gibt es einen guten, lebendig aufgezogenen Wehrmachtfilm, die umfangreiche Ufa- Wochenschau und auf der Bühne eine vorzügliche akrobatische Nummer (Perche- und Leiter-Akt.) Hans Thyriot Weiberfassenacht iniRheingau Don Waltrud kitzel. Wer die Weiberfassenacht nicht kennt, der hatte es so machen sollen wie wir: Wir haben uns gegen Abend, als der Himmel schon sein Feuerwerk angezündet hatte, in unfern braven „Leporello" (lies umgekehrt: oller Opel!) gesetzt und sind in den Rheingau geflitzt. Denn wer die Weiberfassenacht einmal unverfälscht kennenlernen will, der muß am Donnerstag vor Karneval irgendein Weinnestchen am Rhein aufsuchen. Gerade die Rheinstädtchen sind es, wo dieser originelle, alte Brauch heute noch lebendig ist, — vom Oberrhein bis hinunter zum „hilligen" Köln, das auch von feinem „Wiiverfastelovend" spricht. Der Donnerstag ist Auftakt zum Karneval, aber — das ist das Seltsame — er gehört ausschließlich den „Weibern". (Einem alten Herkommen zufolge hatten die Frauen das Vorrecht an diesem Tage: sie durften in die Wirtshäuser gehen und sich wie lrunk- fefte Männer gebärden, kurz, sie hatten unumschränkt „die Hosen an'\ Und wie sieht es heute aus? Als unser Leporello über das bucklige Pflaster eines winkligen Rhein- gaunestchens hoppelt, haben wir im Scheinwerferkegel plötzlich eine ganze Galerie schöner Frauen vor uns. Sechs, sieben sind es, die sich untergeiaßt haben und die ganze Breite der Gasse einnehmen. Wir stoppen und lassen sie näherkommen. Kapott- hüte, blumengeschmückte Strohhüte und Hauben über seltsam starren, grellfarbigen Gesichtern, Umhänge, Tücher und bauschige Röcke und darunter merkwürdig derbe Stiefel — Schuhgröße 48 — so kommen die „Weiber" mit wuchtigen Schritten näher. Wir lachen — es sind ja gar feine Frauen — es sind natürlich alles Männer, die sich m dem sonderbaren Mummenschanz verstecken. Das starke Geschlecht will sich heut nicht mehr von den Frauen an diesem £ag hinter den Ofen bannen lassen. Sie wissen sich zu helfen, sie werden einfach selber Evastöchter. Johlend ziehen sie an uns vorbei. Einer preßt sein burleskes Maskengesicht an die Windschutzscheibe unseres Leporellos und mauzt in süßem, weiblichem Tonfall: ,,No, du Kochbrunne- kaoalier, gibfte heut an aus?" — Wir zockeln weiter, hübsch gemächlich, damit uns nichts entgeht. Hier und da schallt Lachen und Singen aus kleinest geduckten Häusern. Bunte Wurfschlangen flattern an Telephondrähten und laublosen Bäumen. Aber auch die Jugend wird angesteckt von der Narretei, die in diesen Tagen allen Rheinländern im Blut spukt. Zwei „Buwe" kommen uns auf dem schmalen Bürgersteig entgegen. Acht-, Neunjährige, eigentlich gehören sie längst ins Körbchen. — Lange Röcke, die sie mit unnachahmlicher Grazie raffen, und helle Sommerhüte kennzeichnen die beiden als „Frauen". Der eine zieht ein Schoßhündchen hinter sich her. Im Vorbeiflitzen können wir gerade noch erkennen, daß es sich um ein Stück von einem alten Pelz handelt, das er an einem Bindfaden hinter sich herschleift. Und hatte nicht der andere Hobelspänlocken? Aber schon sind wir vorbei... In einem freundlichen Gasthaus, das mit bunten Papierschlangen und fröhlichen Girlanden zünftig ausgeschmückt ist, werfen wir Anker. Aber wir haben unsere Plätze noch nicht angewärmt, da geht schon die Tür auf und es drängt sich ein „Frauenkränzchen" in die Gaststube. Wieder andere sind's, die da mit grotesken Masken in weiblicher Aufmachung hereinschneien. Wahrlich, manches Museum, manches Theater könnte neidisch werden, wenn es die Raritäten sähe, die an diesem Tag aus Kisten, Kasten und Truhen hervorgekramt werden, Umhänge, Federhutränder, Hauben — alles ist da ... Ein abgeklapperter Foxtrott wagt sich lärmend aus dem Nudelkasten hervor, — die eine der Vollbusigen umfaßt die schlanke Pleureusendame und wirbelt sie mit affektierten Bewegungen herum. Unter kräftigen Männerschritten dröhnen die alten Dielen. Die andern lachen. „Achtung! Dei Fedderhitche rutscht vom Kopp!" kräht die mit der Nachthaube in den höchsten Fisteltönen. Die Wirtin steht lächelnd da, die Hände in die Hüften gestemmt und schaut zu. Sie ist vom Rbein und sie kennt den Weiberfastnachtsrummel. Und was will sie auch machen: wenn fünf kräftige Burschen in ihr gastliches Haus fallen? Oft sind sie aus den benachbarten Orten — man kennt sie nicht — man ahnt nur, wer sich hinter der Vermummung verbirgt. Als der Tanz zu Ende ist und der Pleureusenhut und anderes wieder zurechtgerückt sind, drängen sich die grotesken Gestalten an unfern Tisch. „Gelle, Se, e gut Weinche hawwe mir hier?" — „Des öut schmecke, gell, ihr Hergeloffene?" schreien sie durcheinander, auf unsere gefüllten Pokale deutend. — Aha! Ein Wink mit dem Zaunpfahl! Hier macht sich ein Rest der früheren Sitte bemerkbar, Mehl und Eier für Fastnachtsgebäck einzusammeln und dabei einen Freitrunk zu bekommen. Der ältere Herr am Nebentisch hat anscheinend Spaß an dem „zarten" Geschlecht. Er spendet eine Runde. Das gibt ein Hallo! Die eine drückt den edlen Spender an ihre schwellende Bluse, die andern tätscheln ihn und die Nachthaubene kreischt begeistert: „Mei Alder is so knickerig, der gibt nie an aus. Ich loß mich jetzt uff der Stell scheide!" Und fünf Gläser Wem werden durch fünf Maskenmünder geschüttet. Die Wirtin wird nochmal umarmt, dann ziehen sie endlich ab, ein Haus weiter. Weiberfassenacht! Lachend erzählt die Wirtin: Im vorigen Jahr wollte eine Nachbarin ihren Mann durch die Polizei suchen lassen, weil er bis zum Morgengrauen in keiner Wirtschaft auffindbar war. Aber der Beamte hatte gelächelt: Liebe Frau, vergessen Sie nicht: es ist Weiberfassenacht! — Der Verlorengeglaubte wurde übrigens gegen Mittag in der Sofaecke eines Gasthauses im benachbarten Ort schnarchend aufgefunden. Noch viele merkwürdige Gestalten kommen int Laufe des Abends in unsere Gaststube. — Und als wir wieder unfern braven Leporello nach Hause steuern und der Scheinwerfer sein Strahlenbündel auf die nächtliche Landstraße wirft, entdecken wir noch manch „edle Frauengestalt". Sogar „richtiggehende" Frauen hatten sich ihnen zuweilen zugesellt, aber — o närrische, verdrehte Welt! — in Männerhosen und mit gemaltem Schnurrbart. Da kenne sich einer noch aus! Als die letzten Häuser des Rheingaus hinter uns in nächtliches Dunkel sanken, wars uns, als summe der Motor immerfort: ... Morje fängt die Fassenacht aa ... Zeitschriften. — Von erfolgreichem Bemühen, die Schuljugend zu tätiger Mitarbeit im Luftschutz zu erziehen, zeugt ein Luftschutz - Schülerwettbewerb, der in München veranstaltet wurde. Das (Ergebnis ist eine Fülle von sehenswerten Materien und Modellen, die zeigen, wie tief verwurzelt der Luftschutzgedanke in der Jugend ist.. Don 250 preisgekrönten Arbeiten zeigt das neueste Heft der „Sirene", der bekannten Luftschutz-Illustrierten, einige vorbildliche Entwürfe. im März. Helfer im Kampfe gegen Schädlinge zu heben, und die anderen ...? Hier hilft nur entschlossener-, rücksichtsloser Jagdschutz. Die Bedeutung, die diesem Jagdschutz zukommt, wird unterstrichen durch einen neuen Erlaß des Herrn Reichsjägermeisters. Danach dürfen vom 1. April 1938 an nur noch solche Jagdaufseher neu eingestellt werden, die eine Berufsjägerprüfung mit Erfolg abgelegt haben. Damit werden die nebenamtlichen Jagdaufseher mit der Zeit verschwinden. Der Jagdschutz kann dadurch nur gewinnen. Jedenfalls ist I a g d a u f s i ch t und aktive Abwehrder Feinde des Wildes niemals nötiger als im Frühjahr. Wenn die Krähen bauen und mit der Brut beginnen, hilft der Abschuß am Nest. Dasselbe gilt für die Elstern. Ein ausgezeichnetes Mittel gegen beide ist das Giftei, nur leider mit dem Nachteil jedes Giftes: es könnte in unberufene Hände konnnen und dann Schaden anrichten. Darüber muß sich jeder klar fein, der es verwendet. Die Jaadhaftpflichtversicherung der Jägerschaft tritt für diese Schäden nicht ein. Für das Wiesel schließlich gibt es heute billige Wieselfallen genug. Mindestens genau so wichtig ist aber, die Quelle des liebele zu verstopfen und für Deckung zu svr- gen. Trotz weitestgehender Ausnutzung des Bodens gibt es immer noch Oedland genug, das Hecken oder Ginster u. dal. mehr tragen könnte. Alte Steinbrüche, verlassene Kies- und Sandgruben sind nie so unfruchtbar, als das nicht ganz anspruchslose Pflanzen dort noch wachsen könnten. Brombeeren, Ginster, Akazie, Bocksdorn, Sachalinknöterich usw. lohnen immer den Versuch. Hier entstehen die wahren Kinderstuben des Wildes, sie sind die Zuflucht im Winter, und hier trifft man auch bei der Jagdausübung immer Hase, Fasan und Huhn an. Außer- geht es mit mächtigen Schritten aufwärts. Der Oberstjägermeister hat angekündigt, daß die nächste Arbeit vor allem dem deutschen Gebrauchshund gelten müsse, ohne den eine weidgerechte Jagdausübung nicht denkbar sei. Aus dieser Einstellung geht die Bestimmung hervor, daß vom 1. April 1938 an nur noch solche Jagdhunde über 2»/s Jahre in die Haftpflichtversicherung eingeschlossen sind, die ihre Brauchbarkeit vor den von dem Kreisjägermeister benannten Richtern nachgewiesen haben, während jüngere Hunde nachweislich in Abrichtung sein müssen. Diese Bestimmungen, deren Nichtachtung zu schweren finanziellen Nachteilen führen kann, sind offenbar nicht wenigen Jägern noch unbekannt. In ihrem Interesse fei auch hier noch einmal darauf hingewiesen. 100 Mark für t Preisausschreiben des Frauenw NSG. Die Lenkung des Verbrauchs auf solche Nahrungsmittel, die in Deutschland reichlich vorhanden sind, ist eine Forderung, die alle angeht, in erster Linie die deutsche Hausfrau. Mit wachsendem Verständnis ist sie seither der Forderung gefolgt. Um die Erfahrungen der tüchtigsten Hausfrauen allen zugänglich zu machen, sollen durch ein Preisausschreiben die besten Rezepte dieser Art ausgezeichnet und veröffentlicht werden. Es werden neue Rezepte gesucht für die Verwertung von Kartoffeln, Fisch, Hammelfleisch, Rindfleisch und Magerkäse. Folgende Preise kommen zur Verteilung: Ein Preis zu 100 Mark, zwei Preise zu je 50 Mark, drei Preisen zu je 30 Mark, fünf Preise zu je 20 Mark, ferner zwanzig Preise in neuzeitlichen Küchengeräten zum Gesamtpreise von 150 Mark. Schließlich muß daran erinnert werden, daß dis Jagdscheine am 31. März ablaufen und erneuert werden müssen. Es ist notwendig, daß dies bald geschieht, weil sich sonst die Arbeit auf den Geschäftszimmern der Kreisjägermeister zusammendrängt und nicht so rasch erledigt werden kann, wie der Antragsteller dies gern haben möchte. Die bearbeiteten Anträge gehen sofort an das zuständige Kreisamt, das den Jagdschein ausgibt. Eine Benachrichtigung über die Weitergabe erfolgt nicht. Don den Eigenjagdbesitzern, Jagdpächtern, Berufsjägern und Jagdaufsehern muß erwartet werden, daß sie am 1. April im Besitz des neuen Jagd- scheines sind, damit sie chrer gesetzlichen Verpflichtung zum Jagdschutz Nachkommen können. Hubertus. as beste Rezept. rks und der Landesbauernschoff. Bedingungen: 1. Die Rezepte dürfen noch nirgends veröffentlicht, müssen also ganz neuartig sein-, 2. Fette, Eier und Weizenprodukte müssen möglichst sparsam verwendet werden. Die Rezepte werden bewertet: 1. nach dem Geschmack des Gerichts; 2. nach der Zusammenstellung; 3. nach der Preiswürdigkeit. Die Rezepte sind bis zum 25. März 1938 an das Deutsche Frauenwerk, Gaustelle Hessen-Nassau, Abteilung Volkswirtschaft-Hauswirtschaft, Frankfurt am Main, Hermann-Göring-Ufer 25, einzusenden. Zur Prüfung ist ein Ausschuß gebildet worden, der aus Vertreterinnen des Deutschen Frauenwerks und der Landesbauernschaft Hessen-Nasiau besteht. Die für die Preisverteilung oorgeschlagenen Rezepte werden in einem öffentlichen Schaukochen in der Lehrküche des Deutschen Frauenwerks probiert. ordentlich viel Gutes könnte mit wenig Kosten hier noch geschaffen werden, wenn dafür allgemein mehr Verständnis vorhanden wäre. Es müßte der Stolz jedes Jägers sein, mit einem w i r k l i ch en Hegerevier vor seine Jagdgäste treten zu können. Nicht nur der geregelte Abschuß beweist dies, sondern daneben das Ausmaß der Pflegeeinrichtungen für das Wild. Frühlingssternbilder steigen auf. Oer gestirnte Himmel im März. Don Or. Erwin Kossinna. Im Waldrevier gilt es, die Salzlecken als wichtiges Mittel, das Wild an einen Einstand zu fesseln, in Ordnung zu bringen. Leitern und Kanzeln sind nachzusehen oder neu zu bauen; Pirschpfäde werden gerecht, kurz, das Revier eingerichtet für die kommende Jagdzeit. Alle diese Arbeiten aber lassen sich gut mit einer anderen Aufgabe vereinbaren, die dem Jäger nun gestellt ist: der Wild- z ä h l u n g. Wie alljährlich, seit Inkrafttreten des Reichsjagdgesetzes, ist bis Mitte April eine Zählung des Schalenwildes durchzuführen, da bis jetzt die Unterlagen noch nicht so einwandfrei sind, um einen dreijährigen Abschußplan ausstellen zu können. Der Abschußplan hat allein die Aufgabe, Landeskultur und Wildstand in ein gesundes, tragbares Verhältnis zueinander zu bringen. Wer daher einen zu geringen Wildstand angibt, ist genau so zu verurteilen wie der, welcher glaubt, aus hohen Angaben einen hohen Abschuß erzielen zu können. Die Erfahrungen des letzten Jahres dürften manchem als Lehre dienen. Mancher wurde gezwungen, einen viel zu hohen Abschuß zu tätigen, weil er falsche Angaben gemacht hatte. Das ist natürlich sinnlos. Wenn man etwa 6 bis 7 Wochen Zeit hat, muß es möglich sein, im März-April eine einwandfreie Bestandsaufnahme durchzuführen. Neben der Zählung des Jagdausübungsberechtigten für sein Revier wird eine Zählung in größeren Wildzählbezirken durch Beauftragte des Kreisjägermeisters herlaufen, die helfen soll, die Fehlerguellen zu vermeiden, die sich aus dem Doppelt- und Dreifachzählen von Wechselwild ergeben müssen. Je mehr zu diesen Zählungen die kommenden Wochen ausgenutzt werden, in denen das Wild erfahrungsgemäß zur Wintersaat drängt, um so leichter ist es, ein sicheres Ergebnis nach Zahl und Gliederung zu erzielen. Aus den Jägeren bekannten Gründen war in der Gebrauchshundebewegung ein Stillstand eingetreten. Nun, nachdem die Jagdhunde orgamsa- torisch dahin gekommen sind, wohin sie gehören, nämlich in die Obhut der Deutschen Jägerschaft, Der dritte Monat des Jahres bringt in der Regel nur dem klimatischen begünstigten Südwesten unseres Vaterlandes den ersehnten Frühling. Im übrigen Reichsgebiet stellt er sich meist erst im April ein. Aber wir spüren sein Nahen doch an der Zunahme der Tageslänge, die im letzten Drittel des Monats bereits 12 Stunden überschreitet. Wir erkennen das Fortschreiten der Jahreszeit an der Veränderung des abendlichen Fixsternhimmels. Die glanzvollen Wintersternbilder erscheinen gegen 22 Uhr schon stark nach Westen gerückt. Dafür sind im Osten die Frühlingssternbilder aufgestiegen, die uns das Nahen der wärmeren Jahreszeit ankündigen. Hoch am Südhimmel sehen wir das schöne Sternbild des Großen Löwen, in dem rechts der Helle Regulus oder Königsstern, links der Schwanzstern Dembola stehen. Regulus ist seinem Spektraltyp nach einer der sehr heißen Heliumsterne mit einer Strahlungstemperatur von 13 400 Grad (zum Vergleich: Sonne 3900 Grad). Zwei unscheinbare Sternbilder stehen beiderseits des Großen Löwen: rechts der Krebs und links das Haupthaar der Be- renike. Im Krebs zeigt uns ein Feldglas den in mondlosen Nächten mit freiem Auge sichtbaren Sternhaufen der Krippe, in dem etwa 50 Sterne zu gemeinsamer Fahrt durch den Weltenraum vereinigt sind; ihr jetziger Abstand konnte zu 600 Lichtjahren ermittelt werden. Auch die Sonnen im Sternbild Haupthaar der Berenike besitzen eine gleiche, gemeinsame Bewegung im Raum. Als einer der hellsten Sterne des ganzen Himmels strahlt im Osten der tiefgelbe Arkturus im Bootes, ein Riesenstern vom Machen Sonnendurchmesser, dessen Licht 38 Jahre unterwegs ist, bis es die Erde erreicht. Arkturus bedeutet soviel wie Bärenhüter, und in der Tat steht er in der Verlängerung der Schwanzsterne des Großen Bären, der bei der täglichen Umdrehung des Himmelsgewölbes dem Ärktur oorausgeht. Schon Homer und Hesiod erwähnen den schönen Stern, der bereits im Altertum für Seefahrer und Bauern eine große Bedeutung hatte. Die Germanen nannten ihn den Tages st er n. Links vom Bootes bemerken wir den Halbkreis der Nördlichen Krone, einige Sterne des Herkules und im Norden dicht am Horizont die Wega in der Leier. Jrn Südosten ist eben Spika im Sternbild der Jungfrau über dem Horizont erschienen. Rechts von diesem hellen Stern finden wir, ebenfalls nahe dem Horizont, die Bilder Rabe und Becher, sowie die gewundene Sternreihe der Wasserschlange oder Hydra, deren Kopf gegen Prokyon im Kleinen Hund gerichtet ist. Prokyon steht am Ostrand der Milchstraße, die wir als zart schimmerndes Lichtband über die Zwillinge Kastor und Pollux, den Fuhrmann und Perseus bis zur Kassiopeia verfolgen können. Im Laufe des Monats finkt die Milchstraße nach Westen herab, so daß ihre Lage für die abendliche Beobachtung immer ungünstiger wird. Westlich der Milchstraße leuchten noch die herrlichen Wintersternbilder: Orion mit Beteigeuze, Bellatrix und Riegel, der Stier mit dem rötlichen Aldebaran und den beiden Sternhaufen der Hyaden und Plejaden, sowie tief im Südwesten Sirius, der Funkelnde. Vier helle Sterne, nämlich Spika, Regulus, Pollux und Aldebaran, deuten die steile Lage der Ek- livtik oder des Tierkreises an. Mit diesem steilen Ansteigen der Ekliptik hängt die Sichtbarkeit des Tierkreislichtes zusammen, das an klaren, mondlosen Abenden als zarter Lichtkegel, dessen Spitze bei den Plejaden liegt, erscheint. Im Perseus ist der unter dem Hauptstern Algenib befindliche Doppelstern Algol von besonderem Interesse; sein Licht wird durch den umlaufenden Begleiter alle 69 Stunden auf ein Drittel feiner normalen Helligkeit abgeblendet. Algol ist ein sogenannter Bedeckungsveränderlicher. An vier Abenden bietet sich im März dem Sternfreund Gelegenheit, Algolverfinsterungen zu beobachten: am 1. März um 23.30 Uhr, am 4. um 20.15, am 24. um 22 Uhr und am 27. um 18.45 Uhr. Im Norden gruppieren sich um den Himmelspol die Bilder Kepheus, Drache, Großer und Kleiner Bär. Während das wenig bekannte Sternbild des Oie Jagd Noch recht winterlich ist es draußen im Walde, in dem in höheren Lagen der Schnee noch als geschlossene Decke liegt, und über dem noch die Ruhe des Winterwaldes sich ausbreitet. Und doch findet das suchende Auge bald hier und da neues Leben, das zum Lichte drängt. Am schlingenden Geißblatt sitzen schon die ersten Blättchen, die Knospen der Wildstachelbeere sind mächtig geschwollen, die goldenen Haselkätzchen schaukeln im Winde, und die der Weiden glänzen wie Silber. Am Waldbach sprießt es grün, Schlüsselblumen und Aronstab zeigen bereits ihr erstes grünes Blattwerk. Schon singt die Schwarzdrossel allmorgendlich ihr Lied, der Staren lustiges Volk ist zum Schwatzen aufgelegt und sucht schon hier und dort die alten Bruthöhlen einmal auf. Der Buchfink übt bereits an seinem Schlag. Bald wird auch die graue Bachstelze neben der gelben wieder am Mühlenwehr nach Mücken und Larven suchen, und der Rotschwanz, auf dem Gartenzaun knicksend, den Menschen verkünden, daß der Frühling hinter ihm her von Süden im Anmarsch ist. Der Weidmann kennt seine Boten gut und achtet auf sie. Denn wenn Gänse, Kraniche und allerlei Kleinvögel ziehen, dann kehrt auch der Vogel mit dem langen Gesicht, die Waldschnepfe, aus seinem Winterquartier in den Ländern um das Mittelmeer oder aus den Küstenländern des Atlantik zurück in die Heimat, wo er erbrütet wurde. Die stille Stunde vor Sonnenuntergang in Erwartung der streichenden Schnepfe gehört zu den schönsten des Jagdjahres, auch wenn die Strecke nur gering zu fein pflegt. Die Verwandten der Waldschnepfe, die Bekassinen usw., haben dagegen schon Schonzeit. Ringeltauben sind den ganzen Winter hindurch bei uns gewesen, andere kommen auf dem Zuge zurück. Da ist die Zeit nicht mehr fern, wo der „Hahn des kleinen Mannes", der Ringeltauber, fein Liebeslied von der höchsten Fichte ober dem Eichenüberhälter ruft und den Jäger reizt, ihn an- zufpringen oder zu sich heranzulocken. Sonst kommen eigentlich nur noch Sauen, Kaninchen und Raub wild, wie Fuchs und Iltis, als des Weidmanns Beute in Frage. Bald jedoch wird die Bache ihre Frischlinge führen, und auch in Malepartus, Reinekes Stammburg, werden kleine, blinde Jungfüchse liegen, die ohne die Mutter elend verhungern müssen. Drum war es ein Gebot der Tierliebe und der Achtung vor dem Geschöpf, daß vom 16. März bis zum 15. Juni weibliche führende Stücke von Schwarzwild, Fuchs und Iltis nicht erlegt werden dürfen. Gut, daß es im März überhaupt etwas zu jagen gibt. Denn ohne diesen Anreiz kommen leider gar manche Jäger nicht in ihr Revier, in dem sie gerade jetzt dringend nötig sind. Denn die B r u t - und S a tz z e i t kündigt sich an. Märzhäschen sind leider oft schon Februarhäschen und bei der Kahlheit der Flur erst recht in Gefahr. So geht es aber allem Jungwild und den Gelegen. Die Wintersaat gibt noch keine Deckung, die Raine mit altem Gras sind vielfach gesengt. Wo soll die Häsin ihre Jungen verbergen, wo die Märzente ungestört ihr Gelege beginnen? UeberaU lauert die Gefahr. Bald sind es die Krähen, deren scharfem Auge so leicht nichts entgeht, bald sind es die Elstern, die sich z. T. ganz beträchtlich vermehrt zu haben scheinen, und nun als wahre Heckenräuber auftreten, bald ist es das Großwiesel, der schlimmsten Räuber einer. Diese Tiere der freien Natur aber bekommen Zuzug aus Dorf und Stadt. Die Hundeplage nimmt zur Zeit wieder ganz beträchtlich zu und macht entschiedenes Zugreifen nötig. Wer seinen Hund nicht ein- hält oder ihn draußen bei der Arbeit oder bei Spaziergängen rücksichtslos renteren läßt, verdient keinerlei Rücksicht, denn er nimmt ja selbst keine. Er schädigt durch seine Gleichgültigkeit nur die Allgemeinheit. Das gleiche gilt für bie wildernde Katze! Im Jagdjahr 1936/37 sind nicht weniger wie 69 714 Hunde und 364 296 Katzen in Deutschland geschossen ober gefangen worben. Welche Mengen an Wild und an Singvögeln mögen diesen Räubern zum Opfer gefallen fein! Die einen bemühen sich, die Strecken an Wild im Interesse der Volksernährung zu steigern und die Zahl unserer Die Mädchen ans der Bnrgsiraße. Roman von Hilde R. Lest. 29 Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) Hier unterbrach ihn die Justizrätin. „Davon verstehe ich nichts", sagte sie, „ich höre immerfort 20 000 Mark Barkapital. Hat denn mein Sohn all bas zuwege gebracht, ohne bas Kapital anzutasten?" „Ihr Herr Sohn kam gar nicht bazu, bas Kapital anzutasten", sagte Viereck diplomatisch, „eben weil es gelang, mit den Gläubigern eine so günstige Vereinbarung zu treffen, vor allem aber bie Gläubiger gegeneinander auszuspielen." „Sieh da, mein Sohn", lächelte die Justizrätin geschmeichelt, „wer hätte das von ihm gedacht...! Und was sagt Fräulein Lenz dazu?" „Fräulein Lenz ist überaus glücklich." Die Justizrätin strahlte gewissermaßen in sich selbst hinein. „Haben Sie den Eindruck, daß aucy mein Sohn glücklich ist — ich meine, ob ihn seine Arbeit befrieoigt?" „Ich zweifle nicht daran, daß ihn feine gegen» roärtiae Arbeit sehr befriedigt, ja man kann darüber hinaus sagen, daß er sich für den glücklichsten Menschen der Welt hält." Die Justizrätin schwamm in Seligkeit und sie gab Viereck etwas davon in Form eines wohlwollenden Blickes ab. Dann sagte sie: „Sie sind wohl ein neuer Angestellter meines Sohnes?" „5a, das heißt, genau genommen, der Firma Macher." „Natürlich — genau genommen. Und wie kam man gerade auf einen so tüchtigen Mitarbeiter?" „Durch — ich möchte sagen — durch persönliche Beziehung. Ich hoffe nämlich, wenn ich so frei fein darf, in naher Zukunft der Schwager Ihres Sohnes zu werden." „Wie?" staunte bie Justizrätin, „gibt es denn noch ein Fräulein Lenz?" „Es gibt deren brei, immer eine entzückenber als bie andere." „Wie interessant! Und sind Sie schon länger Der» lobt?" wollte bie Justizrätin wissen. Viereck schien angestrengt nachzurechnen, er bediente sich dabei sogar seiner Finger. „Es sind jetzt --ja, tatsächlich--heute ist gerade mein Derlobungstag!" Er hatte nicht gelogen. In die Augen der Justizrätin trat ein Schimmer von Rührung. „Wie gut sich das trifft! Ich habe nämlich eine Idee und Sie könnten mit behilflich fein, sie zu verwirklichen." „Ich stehe zu Ihrer Verfügung, gnädige Frau." ,Zch weiß, Sie sind ein tüchtiger junger Mann. Sehen Sie, ich kenne die Familie Lenz gar nicht, es gab Mißverständnisse zwischen uns, aber es ist hohe Zeit, daß wir uns nun finden, und es trifft sich gut, daß wir nun zwei Brautpaare in der Familie haben. Ich möchte Sie hier vereinen, Sie und Ihre Braut, meinen Sohn und Lisbeth, die ganze Familie Lenz und was dazu gehört, zu einer kleinen Feier." Viereck erbleichte, aber die Justizrätin hielt bas für freubige Erregung. „Nicht wahr, bas ist schön! Ich bitte Sie, seien Sie mein Fürsprecher, laben Sie alle ein, ich möchte bas alles Ihnen überlassen. Ich denke, bas ist der beste Weg, zu einem schönen Frieden zu gelangen." „Furchtbar!" dachte Viereck, „der Assessor und ich, wir sollen also beide als Lisbeths Bräutigame auftreten!" Er suchte nach Worten, der Justizrätin doch noch die Wahrheit beizubringen, was ja der Grund seines Kommens gewesen war. Aber sie ließ ihn nicht mehr zu Worte kommen, sie war schon auf- gestanden, freudig erregt, verjüngt und glücklich, wie man sie noch nie gesehen hatte. „Ich werbe die Verlobung Walters mit Lisbeth hier an der Tafel verkünden", sagte sie eifrig, „bann ist alles gut. Dann hat jeber seinen Willen gehabt!" Viereck wußte, wenn er jetzt bie Wahrheit aussprach, gab es entroeber einen Schlagfluß ober einen 3ornesausbrud) vom Umfang einer Naturkatastrophe. Er mußte sich empfehlen. „Diese Justizrätin", bachte er bei sich, „ist doch ein härterer Brocken, als ich annehmen konnte." Als er kurz daraus mit Ursel und ihrer Mutter sprach, konnte bas bie Stimmung im Hause Lenz nicht verbessern, unb Viereck verschob seinen Plan, Mutter Lenz noch an diesem Tage um die Hand Lisbeths zu bitten, auf einen günstigeren Zeitpunkt. Diese Nachricht hätte der guten Frau Lenz den Kopf nur noch wirrer gemacht. Ursel aber erinnerte sich des Versprechens, bas Stelling ihr gegeben hatte, ihr jeberzeit mit Rat unb Tat beizustehen. Sie rief ihn an unb schilderte ihm das Damoklesschwert, das zu Häupten der Familien Lenz und Macher hing. Stelling meinte, er habe zwar nur geringe Erfahrungen mit alten, eigensinnigen Justizrätinnen unb es geschähe ja Ursel ganz recht, benn mit ihm hätte sie solche Schwierigkeiten nicht gehabt, aber er fuhr bann besänftigend fort: er kenne jemand, der ein besonderes Talent dafür habe, sich menschliche Sorgen unb Nöte aus der Vogelperspektive anzusehen. Er würbe mit diesem Jemand sprechen. Ursel möge sich indessen beruhigen. Der Kampf mit dem Drachen würbe so ober so zu Enbe geführt Carla hatte Stelling sprechen hören, sie saß yn selben Zimmer. Er schilderte ihr Ursels Verzweiflung und meinte, es müsse doch eigentlich möglich sein, der Justizrätin einfach auf die Bude zu steigen unb ihr reinen Wein einzuschenken. Man müsse biejer Komöbie der Irrungen ein Ende bereiten. Carla überlegte nur einen Augenblick. Dann sagte sie: „Ich bitte Sie, diese Aufgabe mir zu überlassen, denn ich habe da verschiedene alte Rechnungen zu begleichen. Sehen Sie — es gibt vielleicht Menschen, die sich einbilden, es täte mir leib, daß Ursel und der Assessor sich gesunden haben und daß, wie ich vermute, Herr Viereck unb Lisbeth sich finben werben. Könnte ich Ihnen diesen Verdacht besser heimzahlen als durch eine fromme Tat?" „So gefallen Sie mir!" sagte Stelling froh. Kurze Zeit darauf hielt bie Justizrätin Carlas Besuchskarte in der Hanb. Carla Lenz. Welche mar das nun? Gewiß Herrn Vierecks Braut. Sie ließ bitten ... ,,Si? waren so freunblich, mich zu einer Feier einzulaben, ich freue mich sehr ..." „Es liegt an mir, mich zu freuen", sagte bie alte Dame. „Das ehrt uns, gnäbige Frau, aber ich wollte Ihr Haus boch nicht betreten, ohne vorher Abbitte geleistet zu haben für den vielen Kummer, ben ich Ihnen unverschuldet bereitet habe." „Sie —?" rief die Justizrätin erstaunt. „Ich sehe Sie doch heute zum erstenmal!" „Das schon. Aber ich war schuld, baß Ihr Sohn Ihr Haus verließ." „Ich kann Sie nicht verstehen, mein Kind. Soll- ten Sie meinen Sohn im Interesse Ihrer Schwester dazu überredet haben?" „Ich habe ihn nicht überredet, ich wußte gar nichts davon. Aber Ihr Sohn hatte bie Absicht, um meine Hand anzuhalten. Da Sie ihm das verwehrten, verließ er Sie. Insofern bin ich bie Schuldige." Die Justizrätin strich sich über bie Stirne. Träumte sie ober redete bas Mädel irre? „Soviel ich weiß", sagte sie streng, „bat sich mein Sohn mit Ihrer Schwester verlobt Wie können Sie sagen, daß er Sie heiraten wollte?" „Ihr Sohn hat mich auf der Universität kennen- gelernt ..." „Sie--?" „Nur mich, denn meine Schwestern gehen nicht zur Universität!" „Erzählen Sie weiter", drängte die Justizrätin. „Ihr Sohn ist etwas schüchtern. Er sagte mir nichts von seinen Gefühlen und Absichten. Als er um meine Hand anhielt, war ich gerade verreist, meine Mutter konnte ihm keine Antwort geben. Ich kam erst nach zwei Wochen wieder, ohne zu ahnen, was sich inzwischen zugetragen hatte." „Mein armer Sohn! Er hat also ganz vergebe lich sich unb uns diesen.Schmerz bereiten müssen!" „Es geschieht wohl oft im Leben", fuhr Carla fort, „daß scheinbares Unheil sich zum Guten wendet. Ihr Sohn gewann zwei Wochen Zeit. Er hat in dieser Zeit erkennen können, baß er in Wirklichkeit gar nicht mich, fonbern meine Schwester liebte. Ich glaube, bas hat uns allen manche Ent, täuschung erspart, und auch Sie, gnäbige Frau, bürfen dem Schicksal deshalb nicht böse sein." „Ich bin es nicht, obgleich mich diese Aufklärung überrascht. Ich kenne ja Ihre Schwester. Sie gefällt mir ebenso gut, wie — Sie mir gefallen hätten." Jetzt spielte Carla ihren Trumpf aus. ,Zch glaube, Ihr Sohn kann sich wirklich keine verständnisvollere, gütigere Mutter wünschen. Die Menschen sind wahrhaft groß, die einsehen, daß man sich irren kann." „Nun", sagte bie Justizrätin mit einem feinen Lächeln, „so groß war der Irrtum meines Sohnes nicht. Wer solche Wahl hat, muß auch Qual haben." „Gilt das auch für bie Mutter? Ich meine —• gesetzt ben Fall, Sie hätten zu mir ja gesagt, würden Sie es über sich gebracht haben, auch zu meiner Schwester ja zu sagen?" „(Eine gute Mutter soll dem Herzen des Sohnes nahe fein. Sie darf sich mit ihm irren, sie muß sich aber auch mit ihm überzeugen lassen." „Ich banke Ihnen für diese Worte unb bitte Sie, dazuzustehen. Denn Sie sind ja auch jetzt das Opfer eines Irrtums, an dem niemand Schuld trägt. Sie halten Lisbeth für die Braut Ihres Sohnes. Sie ist es nicht." Die Justizrätin verstand nicht gleich, was gemeint war. Der Ausbruch, ben Carla erwartet hatte, erfolgte nicht. Die alte Dame sank in sich zusammen, als hätte sie einen inneren Halt verloren. Sie sah hilseheischenb auf Carla, aber die Lippen versagten ihr ben Dienst, Carla neigte sich vor und strich begütigend über ihre Hände. „Meine Schwester Ursel paßt viel besser z« Walter als Lisbeth ober ich. Sie hat bas weiche Herz unb bie kindliche Mütterlichkeit, bie ihn glücklich macht. Ich bitte Sie aus ganzem Herzen, machen Sie bas Glück Ihres Sohnes vollkommen unb beharren Sie nicht auf Ihrem Stolz, weil Sie das Mädchen seiner Wahl nicht kennen und eine andere für dieses Mädchen hielten." (Fortsetzung folgt.) Kepheus tief am nördlichen Horizont steht, nähert sich der Große Bär seiner höchsten Stellung. Von den Planeten ist in den frühen Abendstunden mit freiem Auge zunächst nur Mars im Widder am Westhimmel sichtbar. Am 28. März steht dicht unter ihm der Planet Uranus und kann bei dieser Gelegenheit leicht mit einem Feldglas gefunden werden. Nach dem 20. März erscheint auch der Merkur am westlichen Horizont; er geht Ende März l1/? Stunden nach der Sonne unter. Venus steht der Sonne noch zu nahe, um zur Geltung zu kommen. Jupiter taucht Ende des Monats am Morgenhimmel etwa eine Stunde von Sonnenaufgang auf, während Saturn unsichtbar bleibt, da er zur Zeit hinter der Sonne steht. ^Am 21. März um 7.43 Uhr überschreitet die Sonne auf ihrer scheinbaren Bahn den Himmels- äquator und tritt von der südlichen auf die nördliche Halbkugel über, womit astronomisch der Frühling beginnt. Die Lichtgestalten des Mondes sind an folgenden Tagen: Neumond 2., erstes Viertel 9., Vollmond 16., letztes Viertel 24., Neumond 31. März. Aus der engeren Heimat. Oer Brand in Schotten. * Schotten, 1. März. Bei dem gestrigen gemeldeten Brandunglück auf dem Grundstück der Bäckermeisterswitwe Georg Hofmann fielen 130 Zentner Heu, 60 Zentner Grummet, 160 Zentner Stroh, 60 Zentner Briketts, 18 Zentner Düngemittel, ein großer Erntewagen mit allem Zubehör, eine Häckselmaschine, eine Schrotmaschine, zwei Fahrräder und eine Menge landwirtschaftlicher Geräte den Flammen zum Opfer. Der Wert dieser verbrannten Güter beziffert sich auf etwa 3000 Mark. Dazu kommt aber noch der Wert der durch die Flammen zerstörten Gebäude. Die Brandursache konnte noch nicht einwandfrei festgestellt werden. Landkreis Gießen. 4# Mainzlar, 1. März. Am heutigen Dienstag, 1. März, kann der kaufmännische Angestellte Johann Auer auf eine 25jährige Tätigkeit bei den Didier-Werken zurückblicken. Seine Ehrung wird am 1. Mai erfolgen. — Die Gaufilmstelle der DSDAP. veranstaltete im Saale von Müller eine Filmvorführung, bet der der Tonsilm „Ave Maria" gezeigt wurde. Die Vorstellung war insbesondere für die Gefolgschaften der Didierwerke, sowie der Betriebe von Rinn & Cloos in Staufenberg und Daubringen veranstaltet. = Mainzlar, 1. März. Der seitherige Inhaber der Poststelle, Kaufmann Wilhelm Ph. Schlapp, hat, nachdem er unsere Poststelle zunächst als Postagent und zuletzt als Poststelleninhaber 40 Jahre lang verwaltet hat, mit Rücksicht auf seine Gesundheit diesen Dienst aufgegeben. Durch sein Geschäft, wie auch durch seine 38jährige Tätigkeit als Rechner der Spar- und Dorschußkasie ist er mit allen Einwohnern unseres Ortes eng verbunden. 4- Staufenberg, 1. März. Dieser Tage wurde im Graben an der Feldstraße nach Ruttershausen ein herrenloses Auto aufgefunden und von der Polizei sichergestellt. X Staufenberg, 1. März. Dieser Tage wurde hier bei Gastwirt Geißler ein Vortraa über die Notwendigkeit des Luftschutzes aügehalten. Sprechchöre der Hitler-Jugend, gemeinsam gesungene Volkslieder, sowie Ansprachen der Beauftragten des Reichsluftschutzbundes füllten den Abend aus. s. Lang-Göns, 28. Febr. Am Samstag veranstaltete der G e f a n a v e r e i n „Germania" sein diesjähriges Winterfest. Der Verein wird schon seit langen Jahren von Chormeister Hermann Honstein (Friedberg) geleitet. Die gesanglichen Darbietunben begannen mit dem Chor „Deutsches Credo" (Lißmann). Es folgten mehrere Volkslieder (Silcher). Als Ueberleitung zum zweiten Teil des Abends galt dann das Lied vom „Hannes mit dem Hut". Zwischen den Chören spielte eine Militärkapelle (JR. 116 Gießen) klassische Stücke und leitete dann ebenfalls mit dem Lieder-Potpourri von Oster- mann zum fröhlichen Teil des Abends über. Ein Theaterstück fand allseitig gute Aufnahme. Im zweiten Teil des Abends folgte munteres Faschingstreiben, bei dem besonders der Anteil der Musikkapelle hervorzuheben ist. Der Vereinsvorsitzende Willi Müller dankte in einem Schlußwort allen, die mitgeholfen hatten, den Abend angenehm und fröhlich zu gestalten. □ Allendorf (Lah n), 1. März. Die hiesige Ortsgruppe des Reichsluftschutzbundes hielt unter Leitung des Untergruppenführers K i m- m e l einen Luftschutzkursus ab. Mehr als 70 Personen nahmen daran teil. — Die Gemeinde hat alle ihre Baumanlagen gründlich ausputzen und spritzen lassen. Die Einwohner werden nun aufgefordert, diesem Beispiel zu folgen. § Saasen, 1. März. In der jüngsten Bürgerversammlung wurde auf die Notwendigkeit der Baum pflege hingewiesen. Jeder Baumbesitzer soll für eine sachgemäße Auslichtung und Spritzung seiner Bäume Sorge tragen. Schlechte Bäume müssen entfernt werden. Für die Säumigen wird die Gemeinde die Arbeit ausführen lassen unö die Baumbesitzer mit den Kosten belasten. — Die hiesige Milchabsatzgenossenschaft hielt im Saale „Zum goldenen Löwen" ihre Generalversammlung ab. Ortsbauernführer Max Münch hieß die Tellnehmer willkommen. Rechner B i e d e n - kapp gab Geschäftsbericht und Bilanz bekannt, die eine rege Arbeit der Genossenschaft erkennen ließen. Die Zahl der Mitglieder ist auf 70 gestiegen. Der Rechner gab auch den Stand der Kasse bekannt; diese wurde in Ordnung befunden und dem Rechner Entlastung erteilt. Die satzungsgemäß ausscheidenden Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder wurden einstimmig wiedergewählt. Im weiteren Verlaufe der Versammlung hielt ein Vertreter der Stelle für Milchleistungsprüfung in Gießen einen Vortrag über das Thema: .Zwecke und Ziele der Kontrollstelle für Milchleistungsprüfung". Eine rege Aussprache schloß sich an. — Der Fußballklub hielt im Dereinslokal seine Mitgliederversammlung ab. Spielführer Wagner wies daraus hin, daß der Spielbetrieb im Verein etwas reger sein dürste. Leider befinde sich aber der Sportplatz in schlechtem Zustand. > Bollnbach, 1. März. Die älteste Einwohnerin unseres Dorfes, Frau Elisabethe Wagner, konnte dieser Tage ihren 8 2. Geburtstag feiern. Die hochbetagte Frau ist noch sehr rüstig und nimmt regen Anteil an den Ereignissen der Gegenwart. 3 Ettingshausen, 1. März. Hier ertönte zu abendlicher Stunde das Alarmsignal zu einer Verdunkelungsübung. Schon nach wenigen Minuten lag das ganze Dorf in tiefer Finsternis. Die Hebung, mit der auch ein Brandangriff auf ein Anwesen verbunden war, nahm einen sehr guten Verlauf. Die Bevölkerung bewies ihr Verständnis für die Notwendigkeiten des Luftschutzes. Kreis Wetzlar. (D Krofdorf, 1. März. Am heutigen 1. März find 2 5 Jahre verflossen, daß Apotheker Otto Habich im Besitze der hiesigen Apotheke ist, deren Geschäftsbereich sich auf eine ganze Anzahl ländlicher Orte in der engeren und weiteren Umgebung erstreckt. In den Kriegsjahren übte der Jubilar neben anderen Ehrenämtern das damals nicht gerade angenehme Amt der Fleischbeschau zur Zu- ftiedenheit der Gemeinde aus. Wirtschaft. Aus dem Gießener Handelsregister. Im Handelsregister bei dem Amtsgericht Gießen wurden neu eingetragen: Die Firma Louis V ö l - z i n g in Gießen, Inhaber Sattlermeister Louis Völzing. — Die Firma Heinrich B e p p l e r, Lang- Göns, Inhaber Kaufmann Heinrich Beppler. — Die Firma Heinrich Keil, Tief- und Straßenbau in Hattenrod (Kreis Gießen), Inhaber Ticfbau- unternehmer Heinrich Keil; Veränderungen: bei der Firma E. R. Niederhausen & C o. in Gießen: dem Kaufmann Friedrich Gath tft Einzelprokura erteilt. — Die Firma Zentral-Rundfunkvermittlung Rams, Kommanditgesellschaft in Gießen, ist geändert in „Zentral - Rundfunk Rams, Kommanditgesellschaft Gießen". — Die Firma Korsettmoden „Rekord" Martha Bierans in Gießen ist geändert in Korsett moden Geschwister Bierans Gießen, Inhaber Martha und Hilde Bierans, Offene Handelsgesellschaft; erloschen: Gerson Katz in Gießen, Meyerhofs & Goslar, Gießen. Mein-Mainische Börse. Millagsdörse überwiegend freundlich. Frankfurt a. M., 28. Febr. Der Wochenbeginn gestaltete sich recht still. Später kam es auf Teilgebieten zu einer leichten Belebuna. Von der Kundschaft lagen in kleinem Umfange Anlagekäufe vor, auch der Berufshandel schritt verschiedenllich zu einigen Käufen auf Rechnung des neuen Monats. Die Haltung der Aktienmärkte war daher überwiegend freundlich, wenngleich die Kursgestaltung weiterhin fein einheitliches Aussehen aufwies. Auch hielten sich die Veränderungen in engen Grenzen, zumeist blieben sie unter 1 v. H. Lebhafteres Geschäft entwickelte sich vor allem in einigen Montanwerten, wobei Verein. Stahlwerke im Vordergründe standen mit 113 bis 113,75 (113,25), Mannesmann gut behauptet mit 114,50, Buderus 0,65 v. H. höher mit 123,25, dagegen Klöckner mit 119 (119,25) knapp gehalten, ebenso Deutsche Erdöl mit 142,75 (143,50). Chemische Werte lagen still, IG. Farben unverändert 161, Scheideanstalt 0,50 v. H. niedriger. Von Elektrowerten fanden Gesfürel und Siemens erhöhtes Interesse bei leicht steigenden Kursen, aber AEG. 0,50 v. H. leichter mit 115,50. Motorenwerte waren auf die guten Verkaufsergebnisse bei der Automobil-Austeilung durchweg 0,25 bis 0,50 v. H. höher gefragt. Westdeutsche Kaufhof wurden heute für das im Verhältnis 5:3 zufammengelegte Kapital notiert mit 99,50 (59,65). An den übrigen Marktgebieten lagen Erstnotierungen kaum vor. Der Rentenmarkt war in den variablen Papieren bei meist unveränderten Kursen still. Reichsaltbesitz unverändert 132,65, 4 v. H. Rentenbank-Ablösung unverändert 94,90, dagegen Kom- munal-Hmschuldung weiter etwas abbröckelnd auf 95,85 (95,90). Am Pfandbriefmarkt waren Liquidationswerte weiter gesucht und fest, die sich nunmehr bei 103 v. H. bewegen. Goldpfandbriefe wurden zumeist repartiert, Kommunal-Obligationen lagen ruhig und unverändert. Auch Stadtanleihen wichen wenig ab, fester jedoch 4,50 Heidelberg mit 99,40 (99). Industrie-Obligationen erfuhren leichte Schwankungen. Neu eingeführt wurden 5 v. H. Westdeutsche Kaufhof mit 103,50. Schutzgebietsanleihen weiter mäßig höher mit 11,82 (11,79). In der zweiten Börsenstunde war das Geschäft wieder ziemlich ruhig, die Haltung blieb aber betont freundlich. Höher lagen u. a. IG. Farben mit 161,50 nach 161, Westdeutsche Kaufhof mit 100,25 nach 99,50, Adlerwerke Kleyer mit 121 nach 120,50 und Rheinstahl mit 144,75 nach 144,25, auch Mannesmann und Verein. Stahl noch eine Tönung fester. Die später notierten Papiere waren uneinheitlich, vorwiegend aber höher. So u. a. Akkumulatoren mit 231 (229,50), Siemens mit 209 (207,75), sonst betrugen die Abweichungen etwa 0,50 v. H., Ilse Genuß jedoch 1,50 v. H. schwächer mit 142. Bon Bankaktien erhöhten sich Dresdner Bank auf 115 (114,90). ♦ Abendbörse still. Die Abendbörse war sehr ruhig. Aufträge fehlten, besonders aus dem Rheinland. Trotz der starken Geschäftsstille war die Haltung weiterhin freundlich, und es zeiate sich vorwiegend Nachfrage. Zu nennenswerten Abschlüssen kam es aber nicht. Interesse verblieb hauptsächlich am Montanmarkt, an dem Verein. Stahl auf 114 (113,75), Mannesmann auf 115,13 und Ilse Genuß auf 142,50 (142) anzo- aen; Buderus mit 123,50 und Rheinstahl mit 144,50 lagen unverändert. IG.-Farben waren nicht voll behauptet mit 161,25 (161,50), aber noch ein wenig über Berlin. Je 0,25 v. H. leichter lagen außerdem Adlerwerke mit 120,75 und Rheinmetall-Maschinen mit 141,25. Weiter fest tendierten Conti Gummi mit 198,50 (198). Sonst kamen noch zur Notiz: Bem- berg 142,25, Scheideanstalt 252,50, Gesfürel 149,50, Goldschmidt 146, Holzmann 162, Junghans 123 (122,75), Moenus 133, Commerzbank 124, Deutsche Bank 128, Dresdner Bank 115, Pfälz. Hyp.-Bank 114, Odenwälder Hartstein 144 (143), Kahlgrund Eisenbahn 50, Allianz Verein 272,50 (273). Am Dienstag, 1. März, fällt die Abendbörse aus. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 28. Febr. Es notierten (Getreide je Tonne, alles übrige je 100 Kilogramm) in RM.: Weizen W 13 211, W 16 214, W 19 218, W 20 220, Roggen R 12 193, R 15 196, R 18 200, R 19 202 Großhandelspreise der Mühlen der genannten Preisgebiete. Futtergerste —, Futterhafer —, Weizenmehl Type 812 W 13 29,40, W 16 29,50, W 19 29,50, W20 29,85, Roggenmehl Type 1150 R12 22,45, R 15 22,80, R 18 23,30, R 19 23,50 plus 0,50 RM. Frachtausgleich. Weizenfuttermehl 13,60. Weizenkleie W 13 10,75, W16 10,90, W 19 11,10, W20 11,20, Roggenkleie R 12 9,95, R15 10,15, R18 10,40, R 19 10,50 Mühlenfestpreise ab Mühlenstation, Soyafchrot —, Palmkuchen —, Erdnußkuchen —, Treber getr. 14,00 Höchstpreis ab Erzeugerstation, Trockenschnitzel —, Heu —, Stroh —. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 1. März. (Vorbericht.) Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Vorauftrieb: 650 Kälber, 193 Schafe, 4200 Schweine. Es kosteten: Kälber 30 bis 65 Mark, Hämmel 35 bis 52, Schafe 20 bis 42, Schweine 51,50 bis 56,50 Mark. — Marktverlauf: Kälber und Schweine zugeteilt, Hämmel und Schafe mittelmäßig. ORunbfunfprogramm Mittwoch, 2. März. 6 Uhr: Morgenlied. Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: „Katerfrühstück." (Schallplatten.) 9.30: Gau- nachrichten. 9.40: Kleine Ratschläge für Küche und Haus. 10: Schulfunk: Formen deutscher Musik. 11.40: Volk und Wirtschaft: Auswertung der Abwässer. 11.55: Offene Stellen. 12: Mittagskonzert. 13: Nachrichten. 13.15: Mittagskonzert. 14: Nachrichten. 14.10: Meister der Orchesterplatte (II). 15: Klaviermusik. 15.30: Seltsame Fahrten eines wässerigen Gesellen. 16: Nachmittagskonzert. 18: Zeitgeschehen. 18.30: Der fröhliche Lautsprecher. (Schallplatten.) 18.45: Fliegendes Deutschland. 19: Nachrichten. 19.10: Unser singendes, klingendes Frankfurt. 21: Ergötzliche Geschichten von H. I. Chr. von Grimmelshausen. 21.10: Professor Elly Ney spielt. 22: Nachrichten. 22.20: Kamerad, wo bist du? 22.30: Unterhaltung und Tanz. 24 bis 2: Nachtmusik. Kommunale Tagung in Alsfeld. '£ Alsfeld, 26. Febr. Im „Deutschen Hause" dahier fand eine Tagung der Kreisabtei- lungAlsfeld d e s D e u t s ch e n G e m e i n d e- tags statt, zu der fast alle Bürgermeister des Kreises Alsfeld erschienen waren. An der Tagung nahm auch Kreisleiter Z ü r tz (Lauterbach) teil. Nach den einleitenden Begrüßungsworten des Kreisobmanns, Bürgermeister Dr. D ö l j i n g , folgte ein Vortrag über das neue Pflanzenschuhgefeh und feine Folgeverordnungen, das an Stelle des dienstlich verhinderten Leiters des Pflanzenschutzamts Gießen von dessen Vertreter Dr. Hanf erstattet wurde. Der Vortragende wies einleitend darauf hin, daß von dem Bauernstand gerade der Pflanzenschutz noch stark vernach- lässigt werde, trotzdem er volkswirtschaftlich^ von größter Bedeutung sei. Nachweisbar würden 15 v. H. der möglichen Ernte durch tierische Schädlinge vernichtet. Dies bedeute einen Verlust von zwei Milliarden Reichsmark für die deutsche Volkswirtschaft. Aus diesen Erwägungen sei das Reichsgesetz vom 5. März 1937 zum Schutze der landwirtschaftlichen Kulturpflanzen entstanden. Der Redner erläuterte dann die hauptsächlichsten Bestimmungen des Gesetzes. Sehr wesentlich bei der Durchführung der gesetzgeberischen Maßnahmen sei die Mitwirkung der Bürgermeister in ihrer Eigenschaft als Ortspolizeibehörden, insbesondere bei der Durchführung der Spritzung der Obstbäume. Der Redner gab praktische Hinweise für die Durchführung des Verfahrens. Bezüglich der Winterspritzung der Obstbäume empfahl er, diese nicht den einzelnen Besitzern zu überlassen, sondern die Durchführung der Maßnahmen für die ganze Gemeinde zu veranlassen und die Kosten auf die Beteiligten umzulegen. Der Bürgermeister als Ortspolizeibehörde sei für die Durchführung verantwortlich. Im Weigerungsfälle fei die Ortspolizeibehörde berechtigt, die Durchführung der angeordneten Maßnahmen auf Kosten der Säumigen durchzuführen. Die Kosten können auf Grund des § 12 des Pflan- zenschutzgesetzes wie öffentliche Abgaben beigetne- ben werden. An den lehrreichen Vortrag schloß sich eine Aussprache an. Als zweiter Vortragender der Tagung sprach Kreis- und Ortslustschutzsührer, Oberstudiendirektor Dr. Hainer (Alsfeld), über Fragen der Organisation des zivilen Luftschutzes. Der zivile Luftschutz könne die ihm obliegende Schulungsarbeit nur dann vollbringen, wenn in allen Kreisen der Bevölkerung Interesse an seinen Bestrebungen bestehe, was durch Beitritt 3um Reichsluftschutzbund bekundet werden könne. Kreisdirektor Dr. S ch ö n h a l s (Alsfeld) berichtete eingehend über die geplante Dorfverschönerungsakkion. Er erläuterte auf Grund der vorliegenden Richtlinien die einzelnen Maßnahmen, die für die Dorfverschönerung geplant sind, wobei es wesenllich auf die Mitwirkung der Bürgermeister ankomme, die sich in vorbildlicher Weise für die Maßnahme ein- setzen müßten. Als besondere Maßnahmen kommen in Betracht: Entfernung von Reklameschildern; Instandsetzung der Hausvorgärten; Instandsetzung der Zäune und Hecken; Derankung kahler Wandflächen an den Häusern im Dorfe durch geeignete Pflanzung; Verschönerung des Dorfplatzes durch geeignete Baumpflanzungen; Freilegung des Fachwerks an den.Häusern; Blumenschmuck vor den Fenstern und dergleichen. Der Vorstand des Hessischen Hochbauamts Alsfeld ging auf die gegebenen Anregungen näher ein und gab in baulicher Hinsicht praktische Hinweise für die Durchführung. — Bei der Aussprache über taufende Verwaltungsangelegenheiten berichtete Bürgermeister Dr. V ö l s i n g zunächst über verschiedene Zweifelsfragen anläßlich der Einführung der neuen Musterfriedhofsordnung und gab Erläuterungen über deren Auslegung und über das Verhältnis des neuen Friedhofsrechts zu dem seitherigen Rechtszustand. Kreisdirektor Dr. Schönha 1 s gab bekannt, daß die Maul- und Klauenseuche im Kreis Alsfeld nunmehr vollständig erloschen sei. Er sprach den Bürgermeistern der von der Seuche betroffenen Gemeinden und deren Bevölkerung seine Anerkennung für ihre vorbildliche Haltung bei der Bekämpfung der Seuche aus. Wegen der Gefahr der Wiedereinschleppung sei aber immer noch größte Vorsicht am Platze. Hierauf sprach Kreisleiter Z ü r tz (Lauterbach). Er wies eingehend auf die Pflichten der Bürgermeister gegenüber der Volksgemeinschaft und au; ihre Stellung zu den Gemeinderäten hin, im Hinblick auf das auch in der Gemeindeverwaltung eingeführte Führerprinzip. In feinen weiteren Ausführungen über die Aufgaben der Gemeindeverwaltung betonte der Kreisleiter die Notwendigkeit engster Zusammenarbeit zwischen Bürgermeister und Ortsgruppenleiter und wandte sich in scharfen Worten gegen alle Bestrebungen, die geeignet sind, den Zusammenschluß des deutschen Volkes zur großen Volksgemeinschaft des Führers zu stören. Den Gemeinden wurde dringend die Förderung und Unterstützung des großen Werkes der HJ.-Henn- befchaffung und die finanzielle Unterstützung der Jugendpflege empfohlen, ebenso die Gewährung von Zuschüssen für kulturelle Zwecke und für die Aufgaben der NSV. Die Ausführungen des Kreis- leiters fanden lebhaften Beifall. Der Kreisobmann schloß dann die Tagung mit dem Treuegelöbnis auf den Führer. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. Reichsbankdiskont 4 v. H., Lombardzinsfuß 5 o. H. Frankfurt a. M. Berlin Frankfurt a. M. | Berlin Schlußkurs Schluß!. Abend- börje Schluß- hm Schluß! Mittag- börse Schlußkurs Schlußk. Abend- börse Schlußkurs Schlußk. Mitlagbörse Damm 26.2. 28.2. 26.2. 28-2. Daium 26-2. 28.2 26.2 28 2. 5% Deutsche Reichsanleihe v. 1927 4% Deutsche Reichsanl. von 1934 *y2% Deutsche Rekchsschatzanwei- sungen von 1935 ........... 101,9 99,4 99,75 108 101,25 100,6 100 132,65 138,25 100 102,5 100 99,5 138 100 100 103 102,75 111,4 136,75 78,5 80,5 131,75 211 124 128 114,9 101,9 99,4 99,75 108 101,25 100,7 100 132,65 138,25 100 102,5 99,5 137,9 100 100 103 102,9 111,4 137 79 80,5 132,13 211,25 135,25 124 128 115 Devise 101,9 99,4 99,8 108,65 101 100,75 100 132,5 100 100 138,13 103 111,6 137 79 80,5 131,9 210,5 135.5 124 128 114.9 nmarkt 101,8 99,4 99,75 108 101 100,8 100 136,65 100,13 100 138,5 102,9 137,4 78,65 80 131,9 210,9 135,5 124 128 115 Berlin Accumulatoren-Fabrik...... 14 Aschaffenburg Zellstoff........6 Bemberg...................0 Betula....... 8 229,5 140,25 142,5 170,4 122,65 166,75 196,5 142,75 143,5 253 168,5 131 146,25 161 139 149 146,13 50 115,25 161,75 143,5 109,5 119.5 120 95,75 114,5 139,5 232 144,5 127,4 152,5 168 179,5 207,75 210,5 113,25 59,65 109,5 149 29,65 231 141 142,25 171 123,5 166,5 198,5 143,25 142,75 252,5 168 131 146,75 161,25 138,5 149.5 146 49,9 173 115 162 142,5 119,25 120 95,75 115,13 153,75 139,25 232,5 144,5 127,25 153,5 180 .209 211 114 100,5 109,5 149.5 29,75 231 140,75 142 171 123,65 196,5 142,65 121,25 143,5 167,5 131,5 146,75 161,5 139 149,25 146,4 50,4 172,5 115,5 162,5 161 143,25 110,65 119,9 160,13 119.75 114,75 154 139 110,13 231,5 129,75 144 127.13 153,5 168 180 95,9 208,5 211,5 113,25 60 110,5 149,5 29,5 231 140,75 142 171,5 123,5 198.5 143,5 121,65 143 170 130,4 147 161,13 139 149,75 146 50 173 115,4 162,9 163,75 142,75 110,65 119.65 161 120,75 115,13 154,5 138 110 232 129 144,4 127,13 153,75 180,75 96 209,25 114 100,75 149,5 29,9 471% Deutsche Reichsschatzanweisungen von 1935, II. Folge ... 4Vt0/o Deutsche Reichsichatzanwei- sungen von 1936, III. Folge .. 6%% Doung Anleche von 1930 .. . Verl. Unentsch gewertet. Spiel Frohnhausen — Steindorf nicht noch im Um« Zum Abfahrtslauf ttm die Schi-Welimeisterschasten Aus aller Wett chitfch, ^-Ober- ZKK.-Obergruppen- Heeres Generaloberst v. Brau gruppenführer Lorenz, NS 5 0 3 3 3 5 4 3 1 2 5 ihre Mitwirkung zur Verschönerung E. Schleenbecker erstattete den und erläuterte die wichtigsten Ein- bei Die Gersfeld auf mangelhafte 0 3 5 7 7 6 8 8 10 10 11 29:5 28:6 21:13 19:17 17:17 15:17 14:20 13:19 13:21 8:22 7:27 1900 Wetzlar Sinn Bissenberg Burg Naunheim Steinberg Butzbach Frohnhausen Steindorf Lollar Spiele 17 17 17 18 17 16 17 16 17 15 17 Gew. 12 14 9 8 7 5 5 5 6 3 1 lungen durch bei. Kassenwart Kassenbericht nähme- und men. Er wurde nur Dritter. Die Gießener Schiläufer können mit diesen er«, zielten Leistungen zufrieden sein. „Da man lang beste Sprunglauf auf der kleinen Jugendschanze bination der Frauen. Da die große Simmelsbergschanze bau begriffen ist, fand der kreuz und quer durch Deutschland fahren, von einer Laderaumoerteilungsstelle zur anderen, mit jeder Ladung, die sich findet und die ihnen gewinnbringend erscheint. Wie muß der Mann körperlich beschaffen sein, der sich diesem schweren Beruf widmen will? Die Frage liegt nahe; denn es ist gewiß etwas anderes, einen 15-Tonner zu kutschieren, als am Lenkrad eines schnittigen Personenwagens zu sitzen. Die Antwort klingt bescheiden: „Gewiß ist körperliche Kraft erforderlich, aber die schwere Arbeit wird Gewohnheit. Viel anstrengender ist das dauernde angespannte Beobachten der Fahrstraße für die Augen. Es ist wenig zu sagen über die körperlichen Voraussetzungen — wer sich dem Beruf verschreibt, wird auch unter allen Umständen versuchen, durchzuhalten." „Jeder hat seine eigenen Erfahrungen, der eine hält diese Arbeitsteilung für die beste, ein anderer jene. Wir lösten uns früher alle sechs Stunden am Steuer ab, kamen aber bald davon ab und beschränkten die Fahrzeit für jeden auf vier Stunden. Heute haben wir uns für die zweistündige Ablösung entschieden. Was wir in den zwei Stunden tun, in denen wir nicht das Steuerrad in den Händen halten? Schlafen, wenn es Nacht ist, und in irgendeiner Weise Entspannung suchen, wenn wir bei Tage fahren. Wer im übrigen glaubt, daß bei dem knatternden Motorengeräusch an Schlafen nicht zu denken ist, soll sich sagen lassen, daß wir nur aufwachen, wenn der Wagen anhält!" Eine Fahrt von Mannheim nach Berlin ... „Mitgenommen wird an Nahrungsmitteln nichts, vergessen aber auf keinen Fall ein ausreichender Bestand an Rauchwaren. Fahren wir um sieben Uhr in Mannheim ab, so machen wir um neun Uhr in Frankfurt beim „dicken Ernst" die erste Kaffeepause. Mittagessen gibt es in Fulda in einem Hospitz, in dem wir seit langem einkehren. Um 16 Uhr wieder Kaffee, spätestens um 20 Uhr Abendbrot und dann um 24 Uhr noch einmal Kaffee. Dann beginnt die Fahrt durch die Nacht — bis um sieben Uhr wieder Kaffee getrunken wird." So vergeht ein Vierundzwanzigstundentag. Mag sein, daß es andere Einteilungen gibt, jede.r Fernfahrer wird aber versuchen, seine Lebensweise so vernünftig wie möglich einzurichten. sich nicht mehr sehen mag, in dem es zum gefürchteten Krach kommt, und in dem die Kameradschaft in die Brüche geht. Es gehört viel Selbsterziehung dazu, um diese Schwie- stellung bildet. Korpsführer Hühnlein konnte eine große Zahl von Ehrengästen begrüßen. Anwesend waren u. a. der Oberbefehlshaber des größtenteils." Es ist ein hartes Leben, das die Fernfahrer führen, aber es hat auch seine schönen Seiten. Man hat seine Lieblingsgegenden und versucht, seine Fahrt so einzurichten, daß man ihre landschaftlichen Reize bewundern kann. Man kennt fast jede Stadt, zieht aber doch diese einer anderen vor. Und die Zwischenfälle, nach denen wir fragen? Man denkt weder an Ueberfälle noch sonstige unvorhergesehene Geschehnisse, tut gewissenhaft seine Pflicht auch in den Stunden, in denen sich andere wohlig im warmen Bett dehnen. Es ist ein unstetes Dasein, aber auch ein Beruf, der seinen Mann ernährt. Adolf Ness. angetreten. Ueber einen vereisten Steilhang führte die Strecke durch guten Pulverschnee im Walde über die Wiesen hinab zum Kalberhof. Der Höhenunterschied betrug auf der Gesamtstrecke von 1200 Meter etwa 200" Meter. Der sehr schnelle Schnee ermöglichte Zeiten, wie man sie auf dieser Ad- SA. 116 und Schiklub Gießen bei den Schimeisierschasten des Gaues Hessen Generalversammlung des Tv.Krofdorf Der Turnverein Krofdorf hielt dieser Tage seine Jahreshauptversammlung 1937 ab. Zu diesem Zweck versammelten sich am Sonntagnachmittag im Vereinslokal Hofmann die Mitglieder, denen der Vorsitzende Ehr. Jaeger seinen Gruß entbot. Nach einem kurzen Rückblick und Ausblick auf die Tätigkeit des 50 Jahre bestehenden Vereins ehrte man die beiden verstorbenen Mitglieder Karl Hofmann und Konrad Läufer durch den Gesang des Liedes vom guten Kameraden. Ihr Kämpfer- tum für die Turnideale bezeichnete der Vorsitzende als vorbildlich- ihnen nachzueifern und die Reihen enger zu schließen sei Pflicht der Lebenden. Oberturnwart A m e n d gab einen umfassenden Turnbericht, aus dem ersichtlich war, daß in allen Turndisziplinen gute Arbeit geleistet wurde. 4814 Teilnehmer und Teilnehmerinnen besuchten 302 Uebungsstunden. Bei den Kreisveranstaltungen stellte der Verein 34 Sieger, davon 2 erste Sieger und 12 bei den ersten zehn Siegern. In einer Reihe dörflicher Veranstaltungen im Rahmen des Vereins und auch außerhalb trugen einzelne Abtei- rung der noch auf dem Bau der Turnhalle ruhenden Last. Nach dem Urteil der Kassenprüfer befand sich die Kassenführung in Ordnung. Dem Kassenwart wurde Entlastung erteilt. Zu nächstjährigen Kassenprüfern wurden K. Daubertshäuser und Rud. Keller bestellt. Die Vereinsdienerstelle erhielt wieder Wilh. Wagner übertragen. Ueber das Breslauer Turnfest sprach der Vorsitzende werbende Worte. Eine Anzahl Mitglieder hat bereits ihre feste Teilnahme an dem Fest zugesagt. Kurze Sportnotizen. Dr. C a r l D i e m, der jetzige Direktor des Reichs« sportfeldes, wurde vor 25 Jahren, am 1. März 1913, zum Generalsekretär des damaligen „Reichsausschusses für die Olympischen Spiele 1916 in Berlin" bestellt, er bekleidete diesen Posten bis zur Olympiade 1936 in Berlin. Bei den Schi-Weltmeisterschaften in Lahti siegte der Norweger Hoffsbakken, den unser Bild zeigt, mit 432,6 Punkten im Wettbewerb des Kombi-, Nationslaufs. — (Schirner-M.) Es ist schon ein eigenartiger Beruf, das wird uns immer wieder bestätigt. Er formt seine Menschen auf seine Weise. Das zeigt sich auch im Verhältnis der Kollegen untereinander. Man muß überlegen, daß zwei oder mehr Menschen tage-, ja wochenlang nur aufeinander angewiesen sind. Auf dem Führersitz hocken sie nebeneinander, essen gemeinsam und übernachten im gleichen Zimmer. kommt eines Tages der Augenblick, in dem Der Fernlastzug gehört zum Bild unserer Straße. Seit sich aus kleinsten Anfängen vor rund fünfzehn Jahren ein Eigener Berufsstand herausgebildet hat, der seinen organisatorischen Zusammenschluß im Reichskraftwagen-Betriebsoerband (RKB.) fand, ist uns der Anblick der ratternden Ungetüme, die wertvollstes Wirtschaftsgut von einem Ort zum anderen führen, nicht mehr ungewohnt. Welche Bedeutung diesem verhältnismäßig jungen Gewerbe in unserem Wirtschaftsleben zukommt, wird man ermessen, wenn man weiß, daß heute rund 13 00 0 Fernlast - züge über Deutschlands Straßen rollen. Und die Männer, die ihren Fernlastzug kreuz und quer durch Deutschland führen? Es sind wetterharte Gestalten, denen man an den Sammelpunkten aller Fernfahrer, den Laderaumverteilungsstellen, begegnet, Ritter der Landstraße, in deren Gesicht Wind und Wetter, unzählige am Steuerrad durchwachte Nächte und härteste körperliche Arbeit ihre Spuren zurückgelassen haben. Sie kennen jede Straße mit allen ihren Kilometersteinen und Umwegen. Was ihnen unbekannt ist, scheint des Kennens nicht wert zu sein. Man muß sich von ihnen erzählen lassen von einsamen Nachtfahrten, Zwischenfällen ernster und heiterer Art und allen sonstigen Erlebnissen, die der Nichtfachmann kaum für wahrscheinlich hält. Man wird nicht leicht einen Beruf finden, in dem sich die Romantik verklungener Zeiten und härteste Wirklichkeit so eng berühren. Aber die Zeiten haben sich eben doch geändert gegen einst. Der „Vagabund der Landstraße", der selbst entschied, wie er seinen Lastzug durch Deutschland führen sollte, der eine Ruhepause einlegte, wann er es für gut hielt, hat dem Fernfahrer weichen müssen, der sich diesen harten Beruf zum ständigen Lebenserwerb erkor. Wir wollen eine Vorstellung davon bekommen, wie sie leben und ihre Arbeit leisten. So reizte es, einen jener Sammelplätze aufzusuchen, an denen sich die Fahrer aus allen' Teilen Deutschlands treffen, eine Laderaumverteilungsstelle, an der sie die ihnen an- vertrauten Güter abliefern und neue laden. Das Rattern auf den Hof rollender Fernlastzüge will kein Ende nehmen, kaum, daß man sich seinen Weg zwischen ihnen hindurch bahnen kann. „Genehmigter Güterfernverkehr Stettin", ... „München", ... „Wesel", ... „Königsberg" ... „Mainz" ... kann man hier lesen. Ernste, aber auch freudige Gesichter überall. Man sieht, wie sich der Schleswiger mit dem Mann aus Saarbrücken begrüßt, wie der Hannoveraner dem Breslauer als Begrüßung auf die Schulter schlägt. Aber wie lange mag es auch her sein, daß sie sich zum letztenmal auf einsamer nächtlicher Straße sahen! Die Unterhaltung wird in allen Mundarten geführt, die innerhalb der Reichsgrenzen gesprochen werden. Die wenigen Brocken, die man auffängt, verraten einiges von den Sorgen und Erlebnissen, die den „Kapitän der Landstraße" beschäftigen. Dann sitzen wir beim dampfenden Kaffee mit dem Mann, der gemeinsam mit seinem Freunde und Kollegen seinen in Süddeutschland beheimateten Lastzug durch alle Gegenden des Reiches führt, der erst vor kurzer Zeit den Führersitz seines Wagens verließ. Die Frage, wie er zu seinem Beruf kam, wird nach einigem Zögern beantwortet: „Es sind einige Jahre her, daß wir den großen Entschluß faßten, ich, der ich 17 Jahre lang Kaufmann war, und mein Freund, der bisher als Betriebsingenieur tätig gewesen war." Dann werden wir aufgeklärt über die drei Arten von Fernfahrern, die Linienzüge, die für einen bestimmten Spediteur fahren, die Urverlader, die ihre festen Abmachungen mit bestimmten Werken haben, und eben die Trampfahrer, die Langlauf-Sprunglauf erst in später Abendstunde bekanntgegeben weroen. Sie unterstreichen Hoffs- bakkens Sieg recht nachdrücklich. Als bester Mitteleuropäer kam der Schweizer Gamma auf den 14. Platz, bester Deutscher ist Willi Bogner, der den 19. Rang einnimmt. Bei -en Kapitänen der Landstraße. Mit dem Lastkrastzng durch Deutschland. — Besuch in der Laderaumverteilungsstelle. - Was die Fernfahrer erzählen Beichstagung des Krastfahrzcughandwerks. Anläßlich der Internationalen Automobil- und Motorradausstellung hielt der Reichsinnungsverband des Kraftfahrzeughandwerks seinen 3. Verbandstag ab. Reichsinnungsmeister Stupp erklärte: Seit 1933 habe sich die Anzahl der Lehrlinge in den Werkstätten verdreifacht und die Meisterprüfungen seien in dieser Zeit u m das Vierfache gestiegen. Rund 104 000 Menschen arbeiten im Kraftfahrzeughandwerk, dessen Umsatz von 300 Millionen im Jahre 1933 auf mindestens 500 Millionen im vergangenen Jahre gestiegen fei. Stupp befürwortete die Wiedervereinigung desTreibstoffgeschäftes mitden Werk- tattbetrieben. Ohne Lösung der Tankstellen- rage könne weder der Sonntagsdienst des Kraftahrzeughandwerks zweckentsprechend ausgestaltet, noch ein reibungslos funktionierender Nachtdienst der Werkstätten und Tankstellen organisiert werden. Die Reparaturkosten seien seit 1928 um annähernd die Hälfte gesunken. Ministerialrat Sußdorf betonte zur Frage der Instandsetzungskosten, daß durch die Einführung des Kundendienstes und der Arbeitspreislisten ein wesentlicher Fortschritt erzielt worden sei, der es angezeigt erscheinen lasse, das Verfahren auch auf die noch fehlenden Kraftfahrzeugtypen, insbesondere beim Lastkraftwagen, auszudehnen. Er befürwortete enge Zusammenarbeit des Handwerks mit der Automobilindustrie und die Schaffung guter und sauberer Werkstätten. Rekordsonntag auf der Autoschau. 102 000 Schaulustige besuchten am Sonntag die Internationale Automobil- und Motorrad ° Ausstellung Berlin 1938. Schon bis 14 Uhr wurden 70 000 Besucher gezählt, von denen ein großer Teil in 60 Sonderzügen aus allen Gauen nach Berlin gekommen war. Außerdem trafen etwa 65 Sonderomnibusse mit Reisegesellschif- ten ein. In der ersten Woche haben bereits 374 OCX) Besucher die Autoschau vesichtigt. Vom Dienstag ab werden täglich Volksnachmittage geboten, bei denen man bereits für 1 Reichsmark Zutritt zu der Schau findet. Für ein Los zum Preise von 50 Rpf. er- yält man auch die Chance, unter vielen anderen wertvollen Gegenständen ein Auto oder ein Moror- raö zu gewinnen. Das Geschäft ist, soweit die Firmen bereits eine Uebersicht haben, außerordentlich zufriedenstellend. Fest der deutschen Kraftfahrt in Berlin. In Krolls Festsälen in Berlin fand das „F e st der deutschen K r a f t f a h r t" statt, das alljährlich den gesellschaftlichen Höhepunkt während der Internationalen Automobil- und Motorradaus- Iußball-Ergebnisse der Kreisklassen. 1. Kreisklasse. SA.-Kampfgemeinschaft Gießen I — ^üb'bmgs:’ hausen I 3:1. Erwartungsgemäß gewann die SA.- Mannschaft das Spiel verdient. sehr . „ . w . rigkeiten zu vermeiden. Aber man hat sie auch Ausgabeposten. Der Kassenabschluß zeigte trotz angespannter Geldlage eine 23erminöe» herbeigefahrenem Schnee statt. - . Beschaffenheit ließ das Können des Gießener Schi kameraden Burgsteiner nicht zur Entfaltung fom fahrtsstrecke in früheren Rennen noch nicht erlebt hatte. Die von Karl Burgsteiner (SA.-Schiklub Gießen) beim 2. Durchgang erzielte Bestzeit von 1,15 Min. bedeutet eine Durchschnittsgeschwindigkeit von über 60 km/st. Wie gut das Durchschnittskönnen der Teilnehmer war, zeigt der Abstand von Vio Sekunde des 2. Siegers von der Bestzeit. Sämtliche Gießener Teilnehmer wurden auf Grund ihrer Abfahrtszeiten zum Torlauf zugelassen. Ekkehard W e y l wurde 6. im Abfahrtslauf. Bei den Frauen lief Margrit Jäger (Schiklub Gießen) Bestzeit. Karl Althaus verschenkte durch Nichtbeachten eines Zwangstores den sicheren Sieg in der Altersklasse I. Zum Torlauf am Sonntagmorgen traten am Reesberg-Steilhang im strömenden Regen noch 20 zugelassene Schiläufer an. Zwölf Tore mußten durchlaufen werden. Wie im Abfahrtslauf war auch hier wieder Karl Burgsteiner in ausgezeichnetem Fahrftil der Beste. E. W e y l wurde Zweiter. K. A l t h a u s wurde in den beiden Durchgängen Erster in der Altersklasse I vor dem bekannten Kasselaner Kahl. Margrit Jäger verfehlte ein Tor und verschenkte so den Sieg im Torlauf sowie in der alpinen Kom- Das Fachamt Schilauf im Gau 12 im Reichsbund für Leibesübungen war durch die ungünstigen Schneeverhältnisse und durch Zusammenfallen verschiedener schisportlicher Veranstaltungen gezwungen, seine Gaumeisterschaften mehrmals zu verschieben. Ende der vergangenen Woche war es nun doch noch möglich, die Wettkämpfe bei Gersfeld in der Rhön durchzuführen. Trotzdem eine Reihe guter Gießener Schiläufer zur Zeit im Hochgebirge weilte, beteiligten sich zehn Mitglieder des Schiklubs Gießen an den Gauwettläufen. Der Langlauf über 16 Kilometer wurde hinter der Gersfelder Jugendherberge gestartet und führte durch den Aehrengrund zum Himmelsdankberg und wieder zurück zum Start. Diese Strecke hatte eine Steigung von 370 Meter und mußte zweimal durchlaufen werden. Hierdurch ergab sich eine Gesamtsteigung von 740 Meter, die so große Anforderungen an die Teilnehmer stellte, daß eine Reihe der Schiläufer nach dem ersten Durchgang aufgeben mußte. Ekkehard Weyl (SA.-Schiklub Gießen) kam in der Klasse III auf den 3. Platz, während Hans Herrn. Weber (Schiklub Gießen) an 6. Stelle und Feldwebel Georg Müller (MG.-Batl. Wetzlar, Schiklub Gießen) an 7. Stelle einlief. Bei herrlichstem Sonnenschein wurde am Samstag auf dem Reesberg auf über 900 Meter Höhe Nach den Spielen des vergangenen Sonntags hatte die Tabelle der Bezirksklasse folgendes Aussehen: ~ ~ “ * Pkte. Steinberg II — VfB.-R. Gießen II 2:2. Dis zweite Mannschaft der VfBer trat mit nur zehn Mann an. . Steinbach — Leihgestern. Platz in Steinbach nicht bespielbar: die Spiele Wieseck — Lollar II. und Großen-Linden — 1900 Gießen II kamen nicht zustande, weil die Gäste nicht antraten. 2. Kreisklasse. Geilshausen — Grünberg 3:2. Die Geilshäuser konnten kurz vor Schluß noch das Siegestor erzielen und somit die wertvollen Punkte für sich buchen. SA.-Kampfgemeinschaft Gießen II — Daubrin- gen I 8:4. Man hätte der spielstarken Mannschaft des SC. Daubringen den Sieg zugetraut, aber die SA.-Mannschaft war auf der Hut und konnte das Spiel, auch in dieser Höhe, für sich siegreich gestalten. VfB.-R. III — Londorf I 4:2. Die VfBer gewannen das Spiel verdient. Muschenheim — Flensungen. Hier verzichtete Flensungen auf Punkte und Spiel. / 100 000 Zuschauer beim Sprunglauf. Lahti, der Schauplatz der FJS.-Weltmeister- schaften 1938 in den nordischen Wettbewerben, erlebte am Sonntag seinen größten Tag, als der Sprunglauf ausgetragen wurde. Bewundernswert war die Anteilnahme 'der Nordländer und besonders der Finnen an den Wettkämpfen. In den Mittagsstunden des Sonntags, als die besten Sprungläufer der Welt über die Schanze gingen, mögen es wohl 100 000 gewesen sein, die die große Auseinandersetzung der nordischen Nationen mit Spannung verfolgten. Den Sieg in der Kombination holte sich der Norweger Olaf Hoffsbakken, der am Samstag bereits beim 18-Kilometer-Langlauf unter den „Kombinierten" den ersten Platz einnahm. Von den Deutschen sprang Willi Bogner am besten, der 52 und 49,5 Meter erreichte, allerdings mit dieser Leistung den in der Kombination vor ihm liegenden Finnen E. Hyyrylaeinen nicht überholen konnte. Kalle Jalkanen Sieger im 50-Kilometer-Dauerlauf. Am Montag wurden in Lahti die FJS.-Welt- meisterschaften 1938 in den nordischen Wettbewerben mit dem 50-Kilometer-Dauerlauf beendet. Die Finnen errangen dabei einen neuen. Triumph. Kalle Jalkanen hieß der Sieger, der das ungeheuer schwere Rennen — bei vier Wärmegraden und Pappschnee! — in 4:06:09 Stunden gewann. Drei Siege hat Finnland in Lahti errungen und sich damit als beste Schi-Nation der Welt in den nordischen Disziplinen erwiesen. In zwei Wettbewerben war der Sieger für Norwegen in den Kampf gegangen. Leer gingen die Schweden aus,, ebenso wie im Vorjahre in Chamo nix, nachdem sie 1936 noch in Garmisch-Partenkirchen die 18 Kilometer durch Erik Larsson und die 50 Kilometer durch Elis Viklund gewonnen hatten. Die Kombinations-Ergebnisse. Bei den Schi-Weltmeisterschaftskämpfen in Lahti konnten die genauen Ergebnisse der Kombination führer Herzog von Coburg, der Präsident des Reichsverbandes der deutschen Automobilindustrie Geheimrat A l l m e r s sowie viele bekannte Rennfahrer. Künstlerische Darbietungen schufen eine festlich-heitere Stimmung. Marschall Balbo rettet verschollenen Wüstenflieger. Marschall B a l b o , der am Sonntag im Flugzeug in der Oase Cufra eingetroffen war, um persönlich die Nachforschungen nach dem seit Mittwochabend während der 2. Etappe des Wüstenfluges verschollenen Apparat des Grafen M a z z e 11 i" zu leiten, ist es nach mehrstündigem Erkundungsflug gelungen, das in der Wüste 300 Kilometer westlich der Oase Cufra notgelandete Flugzeug zu sichten und bei ihm niederzugehen. Nach einer Radiomeldung sind sämtliche Insassen wohlauf. Auch im vergangenen Jahre war es der Initiative Balbos zu verdanken, daß ein beim Wettbewerb in der Wüste notgelandetes belgisches Flugzeug wieder aufgefunden und die Besatzung gerettet werden konnte. Stapellauf des ersten deutschen Robbenschlägers. Auf der Werft von Hugo Peters in Beidenfleth lief der für die „Nordmeer"-Studien. und Reedereigesellschaft erbaute erste deutsche Robben- s ch l ä g e r vom Stapel. Der Vorsitzende des Aufsichtsrates der „Nordmeer", Kranich, gab der Hoffnung Ausdruck, daß das Schiff dazu beitragen möge, Deutschland mit den nötigen Rohstoffen zu versorgen, und wünschte dem Fangboot eine glückhafte Fahrt. Darauf vollzog der Oberbürgermeister von Leipzig, D o e n i ck e, die Taufe des Schiffes auf den Namen „Sachsen". Der Robbenschläger ist 150 Bruttotonnen groß, hat eine Länge von 25 und eine Breite von 6 Meter. Er hat eine Besatzung von 18 Mann, unter ihnen zehn Norweger, die den Fang der Robben besorgen. Es ist beabsichtigt, weitere Robbenschläger in Auftrag zu geben, wenn die „Sachsen" sich bewährt und die Fangreise erfolgreich vorläuft. Ein hcarsl-Prival-Flugzeug im Rebel abgesiürzl. Das Privat-Flugzeug des amerikanischen Zeitungsmagnaten Hearst, das Gäste von Hollywood auf seine 250 Meilen nördlich von Los Angeles liegende Besitzung bringen sollte, ist im Nebel in der Nähe der kalifornischen Stadt St. Louis abgestürzt. Der Pilot und zwei Insassen Lord und Lady Plantet aus London wurden bei dem Absturz getö» t e t. Der dritte Fluggast, Sir Walter Lawrence, erlitt lebensgefährliche Verletzungen.