•f-s-, AM .. ÄH MG I l a W» v- W ' r B 4 4 ; ? - r :• > M J 4?« f...... MH ' M ' Ä <> u -$.. lke- tag t s odt । ijor »ernähre zen : lter die >en, ’i ber • der end den ehr- i e r El- n« {rps die ■I ein rL Ir- lb- itn en. gt, »en ; rze ! -ck. !>' jts- be- • [en m n len sie j In. ach rs, 2ft- b 5n- ! )en 8 ber >1 rße Ur. 26 Erstes Blatt Dienstag,!. Sebruar 1938 188. Jahrgang » 3 tft b 31. Ian. (DNB.) Im Mttelpunkt der I nommen und der Bau eines zweiten sol- H« hör 2iim cki p n Bades bei Kol^era beaonnen wird und & des ä 6 3- s o 8 s ft 5 e r» $ö< Annahme von Anzeigen für die Mitlagsnummer bis 8' /,Uhr des Vormittag» Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Brette 7 Rps.. für Test- anzeigen von 70mm Breit« 50Rpf..Platzvorschrifl nach oorb. Berembg. 25°/„ mehr. Ermäßigte Grundpreise: Steilem, Vereins-, gemein- , nützige Anzeigen sowie em» spaltige Gelegenhettsanzei- yen 5 Rpf., Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts-, u. behördliche Anzeigen6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B chen Bades bei Ä o IJ) e r g begonnen wird und daß am Rhein mehrere Erholungsheime geschaffen werden. Ferner gab Dr. Ley bekannt, daß das erste ,L d F." - S ch i f f im April und auch das zweite noch im Laufe dieses Jahres fertiggestellt sein werden — beide würden als die schönsten Schiffe der Welt gelten können — und daß im Jahre 1 940 eine ganze Flotte von „KdF."-Schiften bereitsteht, um Zehntausende von deutschen Arbeitern in Begleitung von Einheiten der deutschen Marine auf einer Weltreise zu den Olympischen Spielen nach Tokio zu bringen. — Die Ausführungen Dr. Leys, die mit einem ergreifenden Bekenntnis zu Adolf Hitler abschlossen, weckten begeisterten Beifall. cr-cS Vetriebsappelle im Gau Hessen-Rassau. Gauobmann Becker sprach in einem Frankfurter Werk. r c « -r Frankfurt a. M., 31. Jan. Aus Anlaß Jahrestages der Machtergreifung fanden am Montagfrüh auch im Gau Hessen-Nassau in allem größeren Betrieben Appelle statt. Der De- triebsappell bei der Fa. Hartmann & Braun in Frankfurt a. M. war von besonderer Bedeutung, weil von hier aus der Gauobmann der DAF., Willi Becker, eine Ansprache an alle Schaffenden im Gaugebiet richtete. Er zeigte den harten Kampf, den der Führer aus Liebe zu seinem Volk vierzehn Jahre hindurch geführt hat, um Deutschland zu retten und dem Vaterland die ihm gebührende Ehre wiederzugeben. In jedem Jahr, so erklärte er weiter, werde der 30. Januar nicht nur ein Feier- tag für unser Volk sein, sondern er wird immer ein Tag der Selbstbesinnung sein müssen. An ihm müßten wir uns erinnern, welche Zustände vor der Machtergreifung durch unseren Führer in Deutschland geherrscht hätten und welcher Wandel auf allen Gebieten des Lebens durch die Tatkraft Adolf Hitlers eingetreten sei. Nachdem er den Arbeitskameraden die Erfolge der letzten Jahre vor Augen geführt hatte, forderte er alle Schaffenden auf, unermüdlich an der Gestaltung einer großen Kameradschaft mitzuhelfen, die der ewige Born des deutschen Volkes sei. Jeder Volksgenosse müsse von der Erkenntnis durchdrungen sein, daß seine Arbeit zum Wohle des deutschen Volkes verrichtet werden müsse, und daß er restlos seine Pflicht an dem Arbeitsplatz zu erfüllen habe, an den er gestellt ist. Die Verbundenheit von Mensch zu Mensch sei die unbedingte Grundlage des deutschen Sozialismus und der deutschen Volksgemeinschaft. Dom Betriebsführer bis zum letzten Gefolgschaftsmann müßten sich alle Schaffenden eins fühlen. Wenn ein Volks- aenosfe mal eine schwache Stunde habe, müsse ihn der andere wieder aufrichten. Der Führer habe, das Feuer des eigenen Herzens auf Millionen Volksgenossen übertragen, deren Herz nun- gleichfalls für Deutschland brenne. Dieses Feuer dürfe nie erlöschen. ®-•c' Marinepläne, die 1937 aufgestellt worden seien, müß- ten überholt werden, da sonst die französischen I Ueberseeinteressen gefährdet würden. Er werde der 1 Regierung geeignete Maßnahmen in Vorschlag brin- \ gen. Die frühere Seestellung Frankreichs könne je- ' doch schnell wieder hergestellt werden, wenn erst d i e ’ erforderlichen Finanzmittel zur Verfü- , gung stünden. Er werde u. a. die s o f o r t i g e E r - setzung verschiedener alter Einheiten 1 vorschlagen. Verölungen zwischen England, Frankreich und Amerika. London, 31.Jan. (DNB.) Reuter meldet, daß ständige Flottenberatungen auf diplomatischem Wege zwischen England, Frankreich und den Vereinigten Staaten stattfinden würden. Dies geschehe auf Nachrichten hin, daß Japan vermutlich Kriegsschiffe auf Kiel lege, die die Höch st grenze.des Londoner Flottenvertrages überschreiten würden. Da diese Meldungen aber noch nicht bestätigt, seien, komme eine Anwendung der Gleitklausel für den Augenblick nicht in Frage. England habe kein legales Recht, von Japan, das den Londoner Flottenoertrag nicht unterzeichnet habe, Auskunft über fein Flottenprogramm zu verlangen. In London würde man jedoch Mitteilungen von Einzelheiten über bas japanische Flottendaupro- gramm begrüßen, um auf diese Weise ein Wettrüsten zur See vermeiden zu können. In Londoner Flottenkreisen sei man nicht der Ansicht, daß die Vereinigten Staaten durch die Enge des Panamakanals am Bau größerer Schlachtschiffe gehindert werden könnten, der Kanal könne voraussichtlich ohne große Schwierigkeiten erweitert werden. AeueEtappen des deuffchenGozialismus Dr. Ley auf dem Betriebsappell der Schaffenden. - * Ä9 t 3 £0^* K 5 ' = g'1' 3 3 E 3 1 cq""o' 2 2. 3 3-'1' >$3^ '■E-C 3 “I 3 ß DE (Scherl-Bilderdienst-M.) Seele dem Führer Adolf Hitler Welche ungeheure Wandlung sich in diesen fünf fahren vollzogen habe, gehe allein schon aus der einzigen Tatsache hervor, daß damals noch Streiks, Aussperrungen und Wirt- schaftskämpfe unser Wirtschaftsleben aufs schwerste beeinflußten, während heute diestlben Menschen zu einem in der ganzen Welt ohne Beispiel dastehenden ungeheuren L e i st u n g s w e t t k a m p f antraten. Obschon der Nationalsozialismus erst in den Anfängen feines Aufbauwerkes stehe, nehme Deutschs land bereits wieder eine führende Stellung m der Welt ein. Sorgen werde es immer und für, leben geben; das sei nicht das Entscheidende. Der Führer selbst trage ja unausgesetzt die Awersten f »um Wohle seines Volkes. Entscheidend sei, daß wir einen Mann unter uns wußten, der d'- Sorgen aller Deutschen zu seinen e i g e n e n Sorgen mache. Dr. Ley teilte mit, daß eine großzügige A 1t e r 5« Versorgung für den schaffenden Men- scheu in Angriff genommen wird, daß das „KdF." -Seebab auf Rügen m Betrieb ge- richten aus den überseeischen Besitzungen Hollands in Ost- und Westindien, wo die Geburt der Thronerbin die gleiche Begeisterung hervorgerufen hat wie im Mutterlande. Ja, dort tragen diese Feiern eine besondere Note, in ihnen soll die innige Verbundenheit mit der fernen Heimat mit- klingen. Das holländische Volk hat allen Grund zur Freude und auch außerhalb der niederländischen Grenzen wird man diese Freude mitempfinden, besonders in Deutschland, wo man die guten nachbarlichen Beziehungen zu Holland zu schätzen weiß. Im Herost dieses Jahres wird das 40jährige Regierungsjubiläum der Königin WilheImina gefeiert. Damals übernahm die Frau, die nun schon ein Menschenleben die Krone trägt, im jugendlichen Alter das verantwortungsvolle Amt. Diese Merzig Jahre sind für Holland eine glückliche Zeit gewesen. Es hat nicht an Krisen und gefährlichen Augenblicken gefehlt.' Die Stürme, die in diesem Zeitabschnitt über Europa und die Wett dahingegangen sind, haben auch vor den holländischen Grenzen nicht Halt gemacht. Aber eine besonnene Neutralitätspolitik und ein richtiges Verständnis für die historischen Aufgaben des Landes als Mittter zwischen den großen Nationen haben alle Katastrophen abgewendet, die letzten Monate haben aufs Neue gezeigt, daß die niederländische Staatsführung sich dieser Vermittlerstellung auch jetzt voll^ bewußt ist. Heute am Freudentage des Hauses Nassau-Dranirn und des gesamten holländischen Volkes wollen w i r Deutschen uns dankbar der vornehmen Haltung erinnern, die große Teile Hollands Deutschland gegenüber in seinen schwersten und dunkelsten laaen erwiesen haben. Holland war das erste Land, das nach dem Schanddiktat von Versailles den Luftverkehr mit Deutschland, dessen Schwingen auf emtg zerbrochen werden sollten, ausgenommen hat. Unzählige deutsche Kinder, deren Lebenskraft und Lebensfreude durch die entsetzliche Hungerblockade und die furchtbare Not nach dem Kriege auf Befehl unmenschlicher dunkler Mächte vernichtet werden sollten, fanden damals in Holland liebevolle Aufnahme. Nahe Nachbarschaft und rege Beziehungen bringen es nun einmal mit sich, daß auch Mißverständnisse entstehen können. Deutscherseits ist das immer sehr bedauert worden, ui)d es ist zu hotten, daß die vorliegenden Anzeichen für ein besseres Verstehen sich weiter verstärken und daß auf beiden Seiten der ernste Versuch gemacht wird, ein offenes Auae für die Notwendigkeit des anderen zu haben. Der Prinz ober die Prinzessin, die in den Niederlanden zur Thronfolge geboren wird, trägt feit der Begründung des Königreichs der Niederlande den Titel Prinz von Oranien. Seit dem niederländischen Befreiungskampf gegen die Spanier unter Wilhelm von Oranien, der ein deutscher Fürst mar und in Nassau-Dillenbura ansässig, batten die sieben Provinzen lediglich die Statthalterschaft dem Fürstengeschlecht übertragen, daneben svielte der geschäftsführende Minister, der Ratsoensionär (Staats- fdireiber von Holland) eine maßaebende und gewöhnlich entscheidende Rolle. Die Niederlande waren von 1581, dem Jahre der Unabhängigkeitserklä- runa der sieben nördlichen Provinzen, bi« 1806, als Navoleon die Niederlande zu einem Könio^pich umwandelte. Revublik. CMt nach den Freiheitskriegen erhielt b^r Dränier W'lhelm UI ben Titel emes Königs ber Niederlande. Mit Wilhelm UI. ftarb im Fahre 1890 ber Mannesstamm ber Dränier ans, ernt' Verfassungsänderung, bie bereits im J^bi-e 1887 vorgenommen mürbe, erklärte auch bie Töchter be« Hauses Oranien für erbfofgefä^ia und mit ber Thronbesteigung ber Tochter Wilhelm« UI, Wilhelmine, bie 1880 geboren ist und bis 1898 unter ber Vormundschaft ihrer Mutter Emma, einer Prinzessin von Walbeck, ^anb. bestieo zum ersten Male eine Königin ben Thron ber Nieber- fnnbe. Königin Wilhelmine war verheiratet mit dem Prinzgemahl Heinrich ber Nieberlanbe c’n»m Mecklenburger Prinzen Ihm aebar fft am 30. Avril 1909 bie Erbin de? niederländischen Thrones. I liana, Prinzessin von DranienMassau. bie am 7. Januar 1937 ben Prinzgemahl Bernhard van Lipve-Diesterfeld heiratete. Nach dem niederländischen Gesetz dürfen M'takieder des Hauses Oranien mir einen vrotestavftschm Prinzen oder eine vro- testantilche PriwzessirO heiraten, bie kein Erbrecht auf einen auslänbischen Thron besitzen. Die st.iats- rechlliche Stellung der heute geborenen Prinzessin, gen? Die amerikanische Regierung Rechtfertigt ihre Aufrüstung damit, daß ihre Flotte stark genug sein muß, um bei künftigen Entscheidungen (praktisch gesehen: bei einem künftigen gemeinsamen Auftreten) dem englischen Partner gleichberechtigt zu jein. Ferner veröffentlicht die amerikanische Regierung ihre jeweiligen Protestnoten an Japan termin- mäßig möglichst so, daß die propagandistische Auswirkung ihren Rüjtungsplänen zugute kommt. So bezeichnet eine englische Zeitung ganz offen eine letzthin ergangene Protestnote der Vereinigten Staaten, deren Veröffentlichung etwa 14' Tage aufgeschoben wurde, a Vs Theateroorhang; wobei dieses Wortbild sagen will, daß die Szenerie des Vorhangs auf das Rüftungs-„Theater" vorbereiten soll. Umgekehrt hat die englische Presse bisher alles getan, um die Vereinigten Staaten im chinesisch-japanischen Konflikt nach dem bekannten Worte anzuspannen: „Hannemann, geh' du voran, du hast die großen Stiebeln an". In dem Maße aber, wie die Vereinigten Staaten tatsächlich aufrüften, zieht sich die englische Presse in ihr Schneckenhaus zurück, um ihre Befriedigung und ihre Freude „im füllen Winkel" auzukosten und keine nachdenklichen Erwägungen bei ben Amerikanern auszulösen, bie, wie gesagt,' aus den Erfahrungen des Weltkriegs heraus mit einem merklichen Mißtrauen aegen die englische Politik belastet sind und die erst durch ein kunstvolles System von Maßnahmen „in die richtige Linie" gebracht werden sollen. B. R. Auch Frankreich will seine Flottenpläne revidieren. Paris, 31.Jan. (DNB.) Marineminister William Bertrand erklärte der Presse, daß die schnelle Entwicklung der Wettmarinepolitik ihn überrascht habe, sie sei seit etwa einem Monat in eine völlig neue Phase getreten. Alle französischen Washington, 31. Jan. (DNB.) Zur Vorbereitung der großen Aussprache im Kongreß über die neue Flottenoorlage begann im Marineausschuß des Abgeordnetenhauses die Vernehmung der Sachverständigen. Als erster Zeuge erklärte der amerikanische Flottenchef Admiral Leahy, daß bie vor kurzem in Englanb und in Japan erfolgte Aufrüstung der Kriegsflotte eine sofortige Verstärkung der amerikanischen Seestreitkräfte erforderlich gemacht habe. Die Sicherheit der Vereinigten Staaten sei durch bie seit Ablauf des Londoner Flottenvertrages von 1930 vorgenommenen Rüstungen zur See ernstlich ge- fährbet worden. Nach dem völligen Zusammenbruch ber internationalen Bemühungen, eine Begrenzung der Flottenstärke zu erreichen, sei bie beabsichtigte amerikaiftsche Aufrüstung auch im Hinblick auf die unsichere Weltlage mehr als gerechtfertigt. Die Seestreitkräfte hätten die internationale Ächtung vor den Vereinigten Staaten zu garantieren und jeder fremden Nation die Gefahren eines Angriffes vor Augen zu führen. Allerdings genüge der vorge- legte Aufrüstungsplan nicht, um gleichzeitig beide Küsten der Staaten schützen zu können. Weder der Gedanke an einen Angriffskrieg noch ber Wunsch, ben Wettpolizisten zu spielen, habe biesen Plan aus- gelöst. Um Erfolge in einem überseeischen Angriffskrieg auch nur annähernd sicherstellen zu können, wäre es notroenbig gewesen, den jetzt vorliegenden Aufrüstungsplan zu verdreifachen. Ein Grund für die Verstärkung ber amerikanischen Kriegsflotte sei allerbings bie Tatsache, baß nur bie Seemacht ber Vereinigten Staaten eine Besitzergreifung jübamerikanischer Republiken für den Fall eines Versagens ber Monroe-Doktrin verhin- bern könne. Zu Dergleichszwecken unterbreitete barauf ber Flottenchef bem Ausschuß bie internationale Marinetabelle. Als befonbers ernst bezeichnete er die U-Baot-Loge. Unter besonderer Bezugnahme auf Japan erklärte er, daß es nicht überraschend sei, daß sich England und Frankreich 1936 „im Hinblick auf bie Seerüstungen anderer Länder" geweigert hätten, einer quantitativen Rüstungsbeschränkung zuzustimmen. Als von einem Abgeordneten dazu gefragt wurde, inwiefern die Ver- hättnisguote 5:5:3 von Japan gestört worden fei, jagte Leaby, daß er nicht imstande fei, darauf eine klare Antwort zu geben. Japan habe erheblich mehr Kreuzer als die Vereinigten Staaten gebaut und ebenso die Zahl der Z e r st ö r e r vermehrt. Eine weitere Frage, ob Amerika im Falle von Feindseligkeiten im Pazifik mit ber Unterstützung a n b e r e r ßänber rechnen könne, würbe dahingehend beantwortet, daß die Vereinigten Staaten ihre Pläne auf Grund ihrer eigenen Probleme auszuarbeiten Hütten. Der demokratische Abgeordnete May teilt mit, daß das Kriegsministerium beabsichtige, die Armee bis zum Jahre 1943 auf 280000 Mann z u vermehren. _Ss sei vorgesehen, eine reguläre Armee in der Stärke von 165 000 Mann aufzustellen und dazu über 115 000 eingetragene Reservisten $u verfügen. Ein Land jubelt. 33on unterem Eftr.-Berichienicitter. Nachdruck, auch mit Ouellenangabe, verboten! A m st e r d a m , 31. Januar 1938. Wohl selten ist die Thronerbin mit solcher Sehnsucht von einem ganzen Volk erwartet worden wie die kleine Prinzessin, der die Kronprinzessin Juliana in Schloß Soestdijk oas Leben geschenkt hat. Als 51 Kanonenschüsse die freudige Kunde im Lande verbreiteten, die Kirchenglocken ihr Festgeläut em- setzten, der Rundfunk die frohe Nachricht durch ben Aether sandte und die Zeitungsoerkäufer ihre Extrablätter laut rufend ausboten und nicht Hände genug hatten, um alle Käufer zu befriedigen, ging buchstäblich eine Welle der Freude durch das ganze Land und die innere Verbundenheit der Bevölkerung mit bem Königshause, bie sich im vorigen Jahre während der Hochzeitsfeier der Prinzessin in so schönen Zügen offenbart hätte, kam in diesem Jubel vielleicht noch deutlicher zum Ausdruck. Während dieser Bericht durchgesprochen wird, ziehen Festzüge mit Musik und Gesang durch bie Straßen der holländischen Städte. Schulkinder und Bedürftige werden durch Festgaben erfreut. Kurz, das ganze Land feiert ein Oranjefeft, von dem sich niemand ausschließt, der in seinem HerMn Niederländer ist. Schon bringt der Telegraph die Nach- Wie Amerika seine Kloüenausrüfiung begründet Oer Flottenchef erläutert dem Parlament die neue Rüsiungsvorlage. Berlin, l_. ______ _____, _ Betriebsappelle, die in der Reichshauptstadt zum fünften Jahrestag der nationalsozialistischen Erhebung abgehalten wurden, stand eine Rede des Reichsorganisationsleiters Dr. Ley in der Halle des Siemenswerkes. Heute gehöre, so sagte Dr. Ley, der deutsche schaffende Mensch mit ganzer V 0 s 2? Cfl = 42 h „c - '"O n Zunächst bie rein sachlichen Tatbestände. Die Hochseeflotte ber Vereinigten Staaten wird enorm verstärkt, wobei auch Schiffe von mehr als 40 000 Tonnen mit 18zölligen Geschützen gebaut werden. Dazu kommen Seeflugzeuge und etwa 65 Handelsschiffe, die tatsächlich als Hilfskreuzer für den Kriegsfall gedacht find. An ben britische^ Flottenmanövern bei Singapore werden auch drei amerikanische, ja sogar französische und holländische Kriegsschiffe als „Zuschauer" teilnehmen. Dabei kann es als sicher unterstellt werden, daß dieses „Zuschauen -nicht rein platonischer Art ist, sondern daß dre Formen einer höchst praktischen slottenstrateglschen Zujammenarbeit erörtert werden. Da auch m ber amerikanischen und englischen Presse ganz offen der Gedanke einer Blockade gegen Japan auf der Hinte Singapore—Niederländische Inselgruppe—Austratten einerseits und von Alaska über Hawai bis etwa in bie Breiten bes Panamakanuls anbererseits erörtert wirb, so ist es natürlich, daß die japanische Presse mit einiger Beunruhigung über diese wett- greifenben Pläne berichtet. In dieses Kapitel gehören nun auf wirtschaftlichem und politischem Gebiet einmal das schon de- Woffene N e u t r a 1 i t ä t s ge f e tz m den Der- einigten Staaten und ber amerikanisch-britische Handelsvertrag, über ben gegen- roärtig verhandelt wird. Das bereits in Kraft getretene amerikanische Neutralitatsgesetz gibt tatsächlich bie Freiheit der Meere zugunsten der Nation auf, deren Flotte die See beherrscht. Das ist im Atlantischen Dzean England Fatalerweise ist die seemächtigste Nation bes Stillen Dzeans aber Japan und eben deshalb wenden bie Vereinigten Staaten dieses Gesetz jetzt, während des chlUbsisch-iapanischen Konfliktes, nicht an, weil es ^n auf diesen Fall nicht zugeschniften war und deshalb China geg^n über Japan benachteiligen wurde. Der e n g 11 sch- amerikanische Handelsvertrag hat Zum Ziel, schon im Frieden die kaufmännischen 21n|ag- punkte zu entwickeln, auf denen hch ^ kriegswirtschaftliche Versorgung Englands vollziehen mürbe. lieber bie enge Zusammenarbeit darf weder bie englische noch die amerikanische Taktik täuschen. An sich haben die breiten Massen des amerikanischen Volkes vom Weltkrieg „bie Wate roll"- ferner wünschen alle Amerikaner, daß ihr Lanb' nicht gewissermaßen bie Reserven für bie englische Politik stellt. Was Machen also die Regierun- tr)d)«ini täglich, nutzer Sonntags und Feiertag» Beilagen. Die Illustriert» Gietzener Familienblätter Heimatim Bild • Die Scholle Monatr Bezugspreis: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illufttierte e 1.80 Zustellgebühr , -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Hernsprechanschlüffe unter Sammelnummer 225) Anschrift für Drahtnachrichten Anzeiger Sietzev po-schecklonto: grantfurt am Main 11686 3®egg-3 Mö-s 2"P * WM» 6-5. Sx ?£= 5 2. n - p«?? S "*5 y* 1* 3 *VrA * C ; a „ » - ’ 5 * s » ztq _ i — -■ q O Ör ° = =-3-2 2. 3'D33 = Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühlsche Univerfitätsdruckerei R. Lange in Stehen. Schriftlettvng und Gefchaflsstelle: Schulftrahe 7 A * 7 Die entsprechend einer königlichen Verfügung den Geschlechternamen: Prinzessin vonOra- nien-Nassau, Prinzessin zur Lippe- B i e st e r f e l d führen wird, und die heute nach ihrer Mutter die nächste Thronerbin ist, würde sich ändern, falls die Kronprinzessin in Zukunft einem Sohn das Leben schenken sollte, da nach niederländischer Verfassung in der Thronfolge die männlichen Angehörigen des Königshauses den Vorrang genießen. Da der Kronprinzessin Juliana Geschwister versagt geblieben sind, knüpfte sich an sie die Hoffnung des ganzen Landes, und Juliana hat es verstanden, die ihr entgegengebrachte Liebe zu rechtfertigen. Sie wurde in der schlichten Familientradition erzogen, die eine Stärke Hollands bildet. Sie vollendete ihre Ausbildung an der alten Reichsuniversität Leiden und hat seit der Zeit ein offenes Auge unb viel Verständnis für die Notwendigkeiten und Bedüfnisse des Landes gezeigt. Einfach und ungezwungen im Verkehr mit Menschen schenkte sie ihre ganze Aufmerksamkeit den sozialen Einrichtungen, vor allem dem holländischen Roten Kreuz, dessen Werke der Menschenliebe weit über die Grenzen des Landes bekannt sind. Am letzten Tage des November drohte ein schwerer Kraftwagenunfall einen dunklen Schatten auf die heutige Festesfreude zu werfen. Auf dem Wege von Soestdijk nach Den Haag hatte der Prinz der Niederlande, der seinen Wagen selbst lenkte, im Morgengrauen einen Zusammenstoß mit einem Lastwagen, lieber einen Monat war Prinz Bernhard ans Krankenlager gefesselt. In jenen Tagen konnte man beobachten, wie groß die Volkstümlichkeit dieses deutschstämmigen Prinzen in Holland ist. Das ganze Land nahm regsten Anteil an seinem Unfall, und seine Wiedergenesung wurde wie ein Fest gefeiert. Wenn nun Elternglück ins Haus des jungen Prinzenpaares einzieht, so ist die Freude darüber um so größer Kinderreichtum wird wie bei uns als Auszeichnung empfunden. Die Bande der Sippe werden in jeder Meise gepflegt. Diesen Grundsätzen verdankt das holländische Volk seine zähe Lebenskraft. Freuden der jungen Mutter werden von allen geteilt. So löst denn auch das Mutterglück der Prinzessin, abgesehen von allen staatspolitischen Erwägungen über die Thronfolge rein menschlich ein freudiges Mitgefühl im holländischen Volke aus und gerade diese Tme im allgemeinen Festesjubel sind es, die besonders sympathisch berühren. Die Glückwünsche des Führers. Beolin, 31. Ian. (DBB.) Zur Geburt der Prinzessin der Niederlande hat der Führer und Reichskanzler sowohl Ihrer TNasesiät der Königin als auch Prinzessin Juliana und ihrem Gemahl telegraphisch seine Glückwünsche ausgesprochen. ♦ Wie aus Schloß Soestdijk verlautet, ist der Gesundheitszustand der Kronprinzessin Juliana und der neugeborenen Prinzessin gut. Durch königlichen Erlaß ist anläßlich bgr Geburt der Prinzessin eine Arnnestie für Heer und Flotte verkündet worden, die sämtliche Disziplinarstrafen umfaßt. Die Anmeldung der neugeborenen Prinzessin wird heute durch den Vater, den Prinzen Bernhard der Niederlande, im Beisein des Ministerpräsidenten und des Vizevorsitzenden des Staatsrates beim zuständigen Standesbeamten, dem Bürgermeister der Ortschaft Baam, erfolgen. Für Dienstag ist ein nationaler Festtag angesetzt. Ministerpräsident Colijn wird in einer Rundfunkanspräche sich zum Dolmetscher der Gefühle machen, die das niederländische Volk beseelen. Auch sollen am Diens- tag die Vornamen der neugeborenen Prinzessin bekanntgegeben werden. Für Mittwoch ist eine feierliche Sitzung der General st aaten angesetzt. Die Zeitungen bringen umfangreiche Festausgaben, in denen mit großer Befrichiaung das freundliche Echo aus dem Ausland, insbesondere aus D e u t s ch l a n d, zur Kenntnis genorn- men wird. Freiherr von Neurath. DerReichsautzentninister wird VSJahre alt. I? . Der Reichsminister des Auswärtigen, Freiherr Konstantin von Neurath, wird am morgigen 2. Februar 65 Jahre alt. Er ist 1873 in Klein- Glattbach, Württemberg, geboren, entstammt jedoch einer alten Patrizierfamilie unserer Nachbarstadt A l s f e l d , in der eines der schönsten alten Bürgerhäuser an die Familie Neurath erinnert. Bei Kriegsausbruch war Freiherr von Neurath gerade Botschaftsrat in Konstantinopel. Er eilte zur Front, wo er bis zum März 1915 als Kompanieführer kämpfte. Er war dann auf Anfordern des Auswärtigen Amtes wieder Botschaftsrat in Konstantinopel, wurde 1917 Kabinettschef des Königs von Württemberg, 1919 Gesandter in Kopenhagen und ging von dort 1922 als Botschafter beim Quirinal nach Rom. Im Juni 1930 kam Herr von Neurach als Botschafter nach London, wo er sich, wie auf allen feinen diplomatischen Posten, sowohl amtlich wie persönlich eine außerordentliche Hochachtung und Wertschätzung zu erwerben wußte. Seit dem 2. Juni 1932 steht er nun an der Spitze des Außenministeriums. Freiherr von Neurath gehört zu den Mannern, die in stiller, zäher Arbeit Uni) "'■feS'S; ■ hft* wurde ein'bQ Paris, 1. Febr. Wische „Action Frc mentarischen Unterfi ren Lustsahrtministk Senatoren hätten k schreiben mit genar brecherische Vermal durch Pierre Cot t Chautemps I)i Rundschreiben Ken Got als Ausgleich Ministerium den P geben. Gerechterwe aen als oberste Senat gebracht unk , Auch „Jour" fpr Senatsausschüs N die Bildung suchungsausschusses 7/den. Der neu, Mb re habe .le'««- Kabinet EJf s°mtl'che Fi, ££““• Nr. 'Hatter. ,"“w 19.38 Hs y» 'äs jb^P«l. ' jfr.H X;«lhnh,” i-b-Achl SjÄ ti?e ,n 6« .y ’ fr?' n°ch Gebietes L. Ä lebenben jeüolutionären utterunqen un st ®°mbÖ5 u, rtamentarifc^er N °u6enbin «*6 streng 9 Doranyj tat. ^unumschränkt Altung immer >en. Selten fjal mit so viel tat. oment und die A ober mit |o )'elsicherheit re. wahres die Deform ein. Kesuhrt. Der 'lsche Sicherung terung der Regelung der wesers. M igsreWch ent« ''nen Seite dis iber und neben dem Oberhaus ülttg sestdelegt. > Gesetz ine M ; tlsolgeschast der hird) dieses Zr. smus, all bin wurzelloser En. i chängerschast k n Der zweit chtsstellung zengewicht gegen rchtsgeltung aus. gierung Darangi iahresschluß, den r Linie des ver> rates getan. 3n । Abgeordneten- nyr" den Gesetz« g des all« at)(red)tes nb damit W ®bmbÖ5 anqe« Erbe Gömbos' dot dem M>. Debatten und cslossene Jahr in che Auseinander t an Breite und lleicht heute not n letzte Ausm i ein Zmisel bind in Ungarn w ?n Ideen ss chon seit JohMi rer der (ogentnw eren Ziel New Umbruch und Öit denherrschast.mr. anzen ungarisch- empfundenen M und umitritie nächst eine 3 er' der und W ./ an Ginheit u^ der unzaW de, der zahllose ,?n und einz l n nach oußenhlN . i. Die I" ührung des lt Franz Ra > n. f;*, «or S$%£ ZS-x ^,n .,lerd- ilkr'UU'i» Xr* Ärt? Wir L in "'"ir t* rSxSj 15- jüdischen Vorherrschaft, Rückgewinnung des im Weltkriege verlorenen ungarischen Bodens und Wiedergewinnung der gewaltsam abgegliederten, nach Millionen zählenden ungarischen Volksgenossen sind. Allen Anzeichen nach ist anzunehmen, daß das Jahr 1938 zwar eine weitere stetige Fortsetzung und Weiterentwicklung der inneren weltanschau- lichen Auseinandersetzung bringen wird, wobei jedoch unter der Führung der Regierung Daranyi die allgemeine Ruhe und Stetigkeit der Entwicklung gewahrt werden wird. Eines scheint zweifellos heute schon sicher zu sein: Der entschlossene Wille des gesamten ungarischen Volkes, die bisherige Unterdrückung und Vergewaltigung des nationalen Lebens durch das Judentum, so wie dies in der jüdischen Machtstellung, im Finanz- und Wirtschaftsleben, in den Banken, m der Schwerindustrie- im Handel, in der Kunst, Theater, Musik, Film und Presse zum Ausdruck kommt, unter gar keinen Umständen länger zu dulden. In diesem Entschluß ist sich heute jeder wahre Ungar einig, gleichgültig ob Pfeil- kreuzler oder Legitimist. Die Wege zur Lösung dieses in Ungarn zweifellos besonders schwierigen Problems zeichnen sich heute noch nicht ab. So kann neben der sichtbaren äußeren Festigung der europäischen Stellung Ungarns, wie sie in der immer enger und immer unlösbarer werdenden Verbindung Ungarns mit Deutschland und Italien und mit dem von der Achse Berlin—Rom aus sich planvoll vollziehenden Wiederaufbau und, Gesundung Südosteuropas zum Ausdruck kommt, angenommen werden, daß das Jahr 1938 eine weitere Etappe in der inneren Gesundung und Erneuerung des ungarischen Volkes bilden wird. Franco bildet ein Kabinett. Salamanca, 31. Jan. (DNB.) Durch Erlaß vom 30.Januar hat General Franco den Technischen Staatsausschuß ausgelöst und die Bildung einer normalen Regierung verfügt. Diese hat folgende Zusammensetzung: Präsident: General Franco. Vizepräsident und Aeußeres: General C o r d a n a. Justiz: GrafRodezno (Führer der Requetez). Nationale Verteidigung: General D a v i l l a. Ordnung: General Martinez A n i d o. Inneres: Serrano Sun er (ein Schwager Francos). Finanzen: Andres A m a d o. Industrie und Handel: Juan Antonio S u a n c e f. Landwirtschaft: Fernandez C u e st a (Generalsekretär 'der Falange). Nationale Erziehung: Pedro Sainz Rodriguez. Oeffentliche Arbeiten: Alfonso P e n a. Syndikate: Gonzalez Bueno. In der Einleitung zum Erlaß über die Regierungs- rildung weist General Franco darauf hin, daß die »isherige staatliche Verwaltungsorganisation mit der Bezeichnung „Technischer Staatsausschuß" von An- ang an als Provisorium gedacht war. Nun sei der Augenblick gekommen, wo die normale Verwaltung des Landes durch Wiederherstellung her Ministerien gesichert werden müsse, ohne daß dies ein Vorgreifen hinsichtlich der endgültigen S t a a t s f o r m bedeute. Auch die neue Organisa- lion bleibe dem ständigen Einfluß d e r n a t i o - aalen Bewegung und jenem Geist, der sie ins Leben gerufen habe, unterworfen. In diesem Sinne werde Die grundlegende Neuordnung des Staates mit sicherem, entschlossenen Willen in Angriff gekommen. Pierre Cot unter der Lupe. Nachprüfung seiner Geschäftsführung als Luftfahrtminister. Paris, I.Febr. (DNB.-Funkspruch.) Die royalistische „Action Fran?aise" will von einer parla- inentarischen Untersuchung der Tätigkeit des früheren Luftfahrtministers Pierre Cot wissen. Alle Senatoren hätten kürzlich ein vertrauliches Rund- jchreiben mit genauen Einzelheiten über die „ver- trecherische Verwaltung" des Luftfahrtministeriums iurd) Pierre Cot erhalten. Auch Ministerpräsident ^hautemps habe, als Senator, von diesem Rundschreiben Kenntnis. Trotzdem habe er Pierre tot als Ausgleich für den Verlust des Luftfahrt- Ministerium den Posten des Handelsministers ge- ceben. Gerechterweise aber hätte Pierre Cot vor ien als obersten Gerichtshof fungierenden Senat gebracht und abgeurteilt werden müssen. Auch „Jour" spricht von Gerüchten, wonach die tret Senatsausschüsse der Landesverteidigung dringend die Bildung eines parlamentarischen Unter« ftchungsausschusses gegen Pierre Cot verlangen mürben. Der neue Luftfahrtminister Guy la Chambre habe sich einen Finanzinspektor als llhef seines Kabinetts gewählt, dessen erste Pflicht es sei, sämtliche Finanzoperationen des Luftfahrt- Ministeriums seit Beginn der Volksfront-Regierung, clfo seit den 20 Monaten, in denen Pierre Cot Luftfahrtminister war, g e n a u 3 u p r u f e n. Der reue Luftfahrtminister wolle offensichtlich alle vor ietn Januar 1938 erfolgten Operationen feiles Ninisterialbereiches genau feststellen lassen. Kleine politische Nachrichten. Der Führer und Reichskanzler hat ernannt: Den Lberstaatsanwalt Parrisius zum Reichsanwalt brim Volksgerichtshofs den Landgerichtsrat Tr Sauermann zum Ersten Staatsanwalt bei der Staatsanwaltschaft beim Oberlandesgericht In München, die Staatsanwälte Folger, Jaeger, Cpahr, Dr. Drullmann, Bischoff, Spelthahn, Oelze, 2r Geipel sowie den Ersten Staatsanwalt Dr. Oberbayer zu Ersten Staatsanwälten bei der Reichs- cnwaltschaft beim Volksgerichtshof. ♦ Der Kgl. Italienische Botschafter hat dem F ü h - ter und Reichskanzler heute den herzlichen 2 ank Seiner Majestät des Königs von Italien, Kaisers von A e t h l 0 p i e n forme d>s italienischen Regierungschefs und der italienischen Regierung für die aus Anlaß des Qö £ p I 0 f1 0 ” 5 1 । vnglücks bei Segni zum Ausdruck gebrachte An- tiilnahme übermittelt. * / Der deutsche Kreuzer „Emders mit 150 See- tcbetten an Horb, ist auf einer Jnstruktionsrelse in ftaffaua, bem Haupthafen von Jtaliemsch-Eri- hea am Roten Meer, eingetroffen. Der Kommandant hat im Regierungspalais Besuch gemacht, der Don Abmiral Matteucci und ben italienischen Behor- bcn an Borb bes Kreuzers erwidert würbe. Der fi-eu^er unb feine Besatzung werben mit lebhaftem Sitereffe bewunbert. Es ist bas erste Mal, bäß em duttsches Kriegsschiff im Hafen von Massaua anlegt. » In Tirana würbe die Verlobung König Zo g u s von Albanien mit Gräfin Geraldine llPponyi, einer Ungarin, bekanntgegeben. Die .: Gründung erfolgte im Parlament unter dem Ju- Die eingeflörzie Brücke über dem Magarasall. , ’ Tb • . . >=; * - ■ X«. X . Die große über die Niagarafälle führende Brücke zwischen den Vereinigten Staaten und Kanada ist, wie wir schon meldeten, unter dem Druck angestauter ungeheurer Eismassen eingestürzt. Die berühmte Aussichtsbrücke hat fast ein halbes Jahrhundert gestanden, ohne daß der Druck des Eises im Winter ihr etwas anhaben konnte. Seit einigen Tagen hatte die Gewalt der Eisschollen, die der Eriesee über die Fälle sandte, ihre Fundamente gelockert. (Scherl-Bilderdienst-M.) bel der Abgeordneten in Anwesenheit der Regierung und der diplomatischen Vertreter. Die Hochzeit soll bereits im März stattfinden. * Wie der nationalspanische Heeresbericht meldet, wurden im Gebirgsabschnitt der Front bei Madrid die vorderen Linien ausgerichtet. Ein feindlicher Angriff im Sektor Carabanchel, der durch starke Minensprengungen eingeleitet wurde, ist mit einem Gegenangriff beantwortet worden. ■* Die japanische Polizei verhaftete in Tokio 10 Anhänger von linksradikalen Verbänden, darunter die Professoren Arizawa, Waki- m u r a und Min 0 be, den Sohn bes bekannten Staatsrechtlers, ber wegen feiner vielumstrittenen Organtheorie unter der Anklage ber Majestütsbeleidi- gung zur Niederlegung feines Lehrauftrages unb feiner Oberhaus-Mitgliebschaft gezwungen würbe. Die „vorläufige Regierung von China". Peking, 31. Jan. (DRB.) Nach mehr als zweijährigem Bestehen hat bie autonome antikommunistische Regierung von Ost-Hopei durch ein Abkommen mit der kürzlich in Peking gebildeten „vorläufigen Regierung von China" ihre Tätigkeit eingestellt. Dieses Abkommen bewirkt bie Verschmelzung Leiber Regierungen, wobei bie provisorische Pekinger Regierung vom 1. Februar ab alle Verpflichtungen, bie bie Ost-Hopei-Regierung eingegangen ist, übernimmt. Auch bie zwischen Ost - H 0 pei unb Japan, bzw. Manbschukuo getroffenen Abkommen sollen von ber Pekinger Regierung durchgeführt werben. Die Beamten unb bie Behörden von Ost-Hopei werben von ber vorläufigen chinesischen Regierung übernom- m e n. Kunst und Wissenschaft. Das polnische Ballett. 1937 wurde in Warschau ein ständiges Ensemble unter bem Namen „Polnisches Ballett" zusammengestellt, dessen Oberleitung Dr. Arnold S z y f m a n übernahm, einer ber Schöpfer des neuzeitlichen Theaters in Warschau. Leiterin des- Balletts würbe die große polnische Tänzerin Bronis- lawa Nijinska. Die polnische Reaierung ließ bem neugeschaffenen künstlerischen Ensemble weitgehende Unterstützung zuteil werben unb ermöglichte ihm dadurch von Anfang an eine Arbeit auf breitester Grundlage. Mehrere ber bedeutenbsten Komponisten, Dekorateure unb Maler wurden zur Mitarbeit herangezogen. Das Ballett befindet sich zur Zeit auf einer Gastspielreise durch Deutschland. Das Repertoire umfaßt fünf Ballette: „Krakauer M ä r" mit der Musik von Michal Kondracki, Dekorationen und Kostüme von Tereza Roszkowska, das „Konzert e - m o 11" von Chopin, mit Dekorationen und Kostümen von Borowski, das „Lied von der Erd e", mit der Musik von Roman Palester, Dekorationen und Kostüme von Borowski, „R ü ck k e h r" mit der Musik von Boleslaw Wojtowicz, Dekoratio- nen unb Kostüme von Lorentowicz-Karkowska, unb „Apoll und das Mädchen" mit ber Musik von Lubomir Rozycki, Dekorationen unb Kostüme von Das^ewski. Die Choreographie zu allen fünf Balletten stammt von Bronislawa Nijinska. Der Weltruf der Nijinska gibt Gewähr für das hohe künstlerische Niveau des Polnischen Balletts, und das hervorragende Talent der Primaballerina S l a w s k a , der Tänzerinnen I u s z k i e w i - czowna, Glinkäwna und der Tänzer K 0 n a r- s k i, Marciniak u. a. werden nicht nur Sachverständige ber Tanzkunst, sondern auch das breite Publikum begeistern. Stifter-Gedenkfeier in Oberplan. Die deutsche Kulturgmeinde für ben Böhmerwald veranstaltete am Geburtsort des Dichters Adalbert Stifter in Oberplan anläßlich feines 70. Todestages eine würdige Kundgebung. Im Sttfter-Haus hielt Unioerfitätsprofeffor Dr. düng bau e r eine Ansprache, die in dem Bekenntnis gipfelte: Es ist nur fein Leib von uns gegangen. Sem Geist, Das Göttliche ist geblieben. Er lebt fort unb wirkt weiter unb soll immerfort in uns leben! Born Stifter-Haus bewegte sich ber Festzug zum Stifter-Denkmal wo der Bundesführer des Bundes der Deutschen, Gott- fried Wehrenfennig, einen Kranz nieöerlegte. Der Oberplaner Gesangverein sang H^matlieber, und auf ben Bergen ringsum lohten ftobenfeuer auf. Der sudetendeutsche Dichter Hans Watzlik hielt die Gedenkrede. Er würd.gte das Leben und Schaffen dieses größten sudetendcutlchen Dichters. Gr betonte, daß das Verlangen der Sudetendeut- schen nach einer wirklichen Selbstverwaltung in allen kulturellen Belangen berechtigt sei. Einer Volksgruppe, die einen Dichter von ber Größe Stifters geboren habe, müsse bie Leitung ihres Bildungswesens selbst überlassen werden. Das Volk eines Adalbert Stifter sei fähig und berufen, feine geistigen Angelegenheiten selbst zu ordnen. Erna Sack von der Ufa verpflichtet. Kammersängerin Erna Sack von der Staatsoper Dresden wurde soeben von der Ufa verpflichtet. Die Künstlerin kehrte, wie berichtet, kürzlich von einer außerordentlich erfolgreichen Gastspielreise, die sie durch die Vereinigten Staaten geführt hat, nach Deutschland zurück. Ihr erster Film, dessen Dreharbeiten de-mnächst beginnen, wird einen fröhlichen musikalischen Stoff behandeln. Staatstheater-Gastspiel in kattowih. Das Ensemble des Berliner Staatlichen Schauspielhauses aaftierte im Stadttheater zu Ka110 - witz mit Lessings „Emilia Gal 0 11i" unter der Leitung von Generalintendant Gründ gen s. Der Aufführung kam besondere Bedeutung zu, galt doch das erstmalige Auftreten des preußischen JStaatstijeaters in Polen der Förderung des deutsch- polnischen Kulturaustausches, dem auch die zu gleicher Zeit stattfindende Deutschlandreise des polnischen Nationalballetts dient. Dor dem ausverkauften Haus konnten Staatsrat Gründgens und fein Ensemble mit einer Spitzenleistung deutscher Schauspielkunst einen großen Erfolg erringen. Das Gastspiel gestaltete sich zu einem völkischen und kulturellen Erlebnis für das ostoberschlesische Deutschtum. Große Erfolge deutscher Kunst in Athen. Generalmusikdirektor Knappertsbusch dirigierte im Olympia-Theater' in Athen ein Konzert, dem König Georg, der Onkel des Königs, Prinz Georg, mit feiner Gemahlin und der deutsche Gesandte Prinz Erbach, beiwohnten. Gespielt wurden Werke von Beethoven, Mozart und Richard Strauß. Das bis auf den letzten Platz besetzte Haus huldigte deutscher Kunst durch stürmischen, endlosen Beifall und lohnte die meisterliche Stabführung des Dirigenten mit immer wiederholten Kundgebungen. Aus alter Wett. Schlitzkus hingenchiei. Frankfurt a. IN., 1. Febr. (DNB. Funkspr.) Die Iustizprefsestelle teilt mit: Am 1. Februar 1938 wurde der am 15. August 1915 geborene Walter Schlihkus hingerichtet, der vom Schwurgericht in Frankfurt zum Tode verurteilt worden ist. Schlihkus, ein schon mehrfach vorbestrafter TNensch, hatte am 21. Juli 1937 in Frankfurt-Zeilsheim den 53 Jahre alten Schausteller Karl Bauer, bei dem er wohnte, m i t der Axt erschlagen, um ihn zu berauben. schweres Unglück im Hamburger Hafen. Im Hamburger Hafen wurde am Kranhoeft am Asia-Ouai ein großer Kran einer Hamburger Kohlenfirma von einer heftigen Sturmbö erfaßt, 10 s g e r i s s e n und auf ben Strom getrieben. Dort warf ber Sturm ben Kran auf die Seite, so daß er schließlich zum Teil i n d e n F l u - ten versank. An Borb befanden sich zur Zeit des Anglücks 7 ober 8 Männer, die sich in ben Mannschaftsräumen aufhielten. Auf bie Melbung „Menschenleben in Gefahr" rückte die Hamburger Feuerwehr mit mehreren Zügen und bie Polizei mit einigen Barkassen an die llnfallsielle Mit Schneidapparaten verschafften sich bie Feuerwehrleute Zugang zu dem über dem Wasser liegenden Teil des Fahrzeuges. Sie befreiten 5 Männer aus ihrer gefährlichen Lage. 2 oder 3 verunglückte befinden sichin einem Raum unter Wasser. Taucher versuchen, die Einge- schlossenen lebend zu bergen. Beichswintersportwoche der HI. in Garmisch-Partenkirchen. Die Banner ber HI. lösten in Garmisch-Partenkirchen bie Fahnen bes DRL. ab. Wo eine Woche lang Deutschlanbs beste Skiläufer, Schlitten- unb Eissportler ber Elite bes Auslanbes gegenüber- ftanben, werben nun sieben Tage lang bie Aus- erwählten der deutschen Jugend gegen^i-^nbcr antreten. Den Auftakt zur R e i ch s w 1 n t e r - jportwoche der HI. bildete die Verpflichtung' der 1200 Teilnehmer im Olympischen Festsaal. Nach den Begrüßungsworten des Bürgermeisters S ch e k nahm Obergebietsführer Schlünder, der Chef des Amtes für Leibesübungen in der Reichsjugendführung, die Verpflichtung der Wettkampfteilneh- mer vor. Reichsjugendführer Baldur v. Schirach erklärte, die Winterspoctwoche werde erneut beweisen, daß die Jugend nicht für sich selbst, sondern für die große Gemeinschaft kämpfe. Er rief die Juaend auf, bei den kommenden Kämpfen an olympischer Stätte ihr Bestes zu geben und erklärte die Reichs- wintersportwoche der HI. für eröffnet. Starke Schneefälle in der Eifel. In den letzten Tagen setzte im Gebiet der Hocheifel mehrere Stunden andauernder Schneefall ein. Während der Schnee in den Lagen über 400 Meter liegen blieb, ging .er in den tiefer liegenden Gebieten bald in Regen über. Die Gebirgs» bäche wurden bald zu reißenden Wassern und überfluteten teilweise weite Strecken der Wiesentäler; besonders in der Gegend von Blankenheim unb Pruem ist burch den starken Schneefall der Verkehr sehr behindert. Die HauptoerkehrsZtraßen werden vom Straßendienst geräumt. Der Tob in ber Lawine. In bem bekannten oberitalienischen Skigebiet von Claviere ereignete sich ein Lawinenunglück, bei bem zwei junge Frauen ums Leben kamen. Trotz schlechtesten Wetters hatte eine Gruppe von sechs Personen im lebhaftesten Schneetreiben, Sturm unb bichten Nebel einen Aufstieg unternommen. Kurz nach ber Abfahrt nach Claviere ging im „Tal ber brei Brüber" eine Lawine nieber, bie alle Ski- fahrer unter sich begrub. Vier von ihnen konnten sich verhältnismäßig leicht befreien, währenb zwei im Skilaufen anscheinenb noch nicht geübte Frauen, bie sich ber Gruppe angeschlvssen hatten unb ben übrigen nicht näher bekannt waren, bis zur Stunde nicht aufgefunden werden konnten. Die Donau führt Hochwasser. Die Gisbarren auf der Donau haben, einer Meldung aus Bukarest zufolge, in den letzten Tagen zu einer ständig steigenden Stauung des Wassers geführt. Bisher ist der ganze untere Stadtteil von Galatz überschwemmt, das Wasser steht bis zu zwei Meter hoch. Gin Teil der Häuser am Ufer mußte geräumt werden, so daß über 100 Familien obdachlos wurden. Versuche, die Gisbarren durch Dynamitsprengungen zu befeitigen, sind mißlungen. Das Militär arbeitet fieberhaft an der Errichtung von Dämmen, um weitere Gefahren abzuwehren. Jlalienifcher Dampfer im Sturm gestrandet Der schwere Südweststurm über England erreichte an den Küsten auch am Montagabend noch eine Stundengeschwindigkeit von rund 100 Kilometer. Infolge der stürmischen See wurde in der St. Jves-Bucht der italienische Dampfer „Alba" auf einen Felsen geworfen. Gin Rettungsboot konnte 20 Mann ber Besatzung aufnehmen, f enterte dann aber selbst infolge des neuen Wellenganges. Dabei ertranken vier Mann. Die übrigen Insassen des Rettungsbootes konnten schwimmend das Ufer erreichen. Drei Mann des italienischen Dampfers werden noch vermißt. Englisches Fischerboot mit 15 Mann untergegangen. Nachdem bereits bei Tornß (Orkney-Inseln) vier Leichen und einige Wrackteile angetrieben worden waren, wurde jetzt bei Hoy eine weitere Leiche an Land gespült. Der Tote wurde als ein Besatzungsmitglied des englischen Fischerbootes „Lei- cestershield" festgestellt, zu dem auch die anderen vier gehörten. Es steht nunmehr fest, daß das Boot mit feiner 15föpfigen Besatzung unte.rge.gan- gen ist. — Das feit etwa 14 Tagen vermißte Fischerboot „Bostanian" mit einer 12 Mann starken Besatzung wird jetzt ebenfalls aufgegeben. Schachmeister kieninger in Frankfurt. Georg Kieninger (Köln), Deutschlands Schachmeister, weilte auf Einladung des Vereins Frankfurter Schachfreunde in Frankfurt. Er gab eine Simultanvorstellung und bewies, daß selbst 36 Gegner auf einmal ihm keine besonderen Schwierigkeiten bereiten. Nur zwei Partien verlor Kieninger, spielte^ zwei remis und gewann 32. Am nächsten Tage traten zehn starke Spieler gegen Kieninger an, diesmal mit Uhrenkontrolle. Auch diesmal stellte der Meister sein großartiges Können unter Beweis. Lediglich der Frankfurter Vorjahrsmeister Walter Jäger, der in einer englischen Partie durch ein Turmopfer einen unabwendbaren Mattangriff einleitete, vermochte Kieninger zu bezwingen, während die Spitzenspieler Wiesbadens, Stein kohl und Dr. Jung, sowie der Frankfurter D i 11 e r schlichteten. Sechs Partien gewann der deutsche Meister. Wetterbericht Ein mit feinem Zentrum vor Norwegen liegender Sturmwirbel brachte an seiner Vorderseite auch uns zunächst eine Ueberflutung mit milder Meeresluft. Sie war mit Niederschlagstätigkeit und im Gebirge mit Tauwetter verbunden. Von der Rückseite bes Wirbels nachstoßende kältere Meeresluft bringt am Dienstag wieder Uebergang zu Schauerwetter und Unbeständigkeit. Die Witterung bleibt auch für die Folge kälter. Aussichten für Mittwoch: Veränderliche Bewölkung und einzelne meist schauerartige Nieder- schlüge, bei lebhaften Winden um West etwas kälter. Aussichten für Donnerstag: Fortdauer der unbeständigen Witterung. Lufttemperaturen am 31. Januar: mittags 4,0 Grad Celsius, abends 3,8 Grad: am 1. Februar: morgens 7,8 Grad. Maximum 4,1 Grad, Minimum 3,5 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 31. Januar: abends 1,9 Grad; am 1. Februar: morgens 3,0 Grad. — Niederschläge 0,8 mm. Wintersport-Wetterbericht. Schwarzwald. Feldberg: Leichter Schneefall, — 3 Grad, 150 Zentimeter Gesamtschneehöhe, Pulverschnee, Ski und Rodel sehr gut. Für die Gebirge kann zunächst für die höheren Lagen wieder mit dem Einsetzen von leichtem Frost und einzelnen Schneefällen gerechnet werden. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politik und für die Bilden Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Deck. Verantwortlich für den Inhalt ber Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. XII. 37: 11000. Druck unb Verlag: Brühlsche Unioerfitätsbrurfcret R. Lange, K -G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit ber Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. unb Samstags 15 Pf., mit ber Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vom 1. September 1937 gültig, Aus der engeren Heimat. Bürgermeister Haug scheidet vonderOarmstädterStadtverwaltung. LPD. Darmstadt, 31. Jan. Der bisherige Wohlfahrtsdezernent der Stadt Darmstadt, Bürger- meifter Haug, verabschiedete sich am Montagabend in einer Sitzung von den Ratsherren und den Amtsoorständen der Stadt Darmstadt, da er nach dem Willen des Gauleiters Reichsstatthalters Sprenger die Dienststelle des Gauamtsleiters der NSD., die er seit September 1933 bereits inne» hat, nunmehr hauptamtlich übernimmt. In der Sitzung widmete Oberbürgermeister Wamboldt dem nach nahezu fünfjährigem Dienst ausscheidenden treuen Mitarbeiter herzliche Abschiedsworte. Gauamtsleiter Haug verband mit dem Dank an den Oberbürgermeister und seine früheren Mitarbeiter für die vertrauensvolle Zusammenarbeit seine besten Wünsche für die Zukunft. Kriegerkameradschastf 870/11 Wieseck * Wi e s e cf, 31. Jan. Die Kriegerkamer ad- schaft 1 8 7 0/7 1 veranstaltete im Sagle der Gastwirtschaft „Germania" einen gut besuchten Kameradschaftsabend. Kameradschaftsführer Bürgermeister Euler hieß die Kameraden mit ihren Angehörigen willkommen. Ein Vorspruch und das gemeinsam gesungene Lied „Volk ans Gewehr" leitete über zu der Ansprache des Kameraden Weber, der an das gewaltige Ringen des Großen Krieges und das eindrucksvolle Erleben jedes Frontsoldaten vom Weltkriege bis in das Deutschland Adolf Hitlers erinnerte. Nach weiteren Gedichtvorträgen gedachte Kameradschaftsführer Euler der gefallenen Kameraden des Weltkrieges und der Toten der Bewegung. Das Lied vom guten Kameraden erklang, während sich die Anwesenden von ihren Plätzen erhoben. Der Kameradschaftsführer wies dann auf. die Bedeutung des Abends hin, in deffen Mittelpunkt die Ehrung einiger verdienter Kameraden stand, die 25 und 50 Jahre lang in Treue dem Reichskriegerbund und ihrem Vaterland gedient haben. Dann gab der Redner einen umfassenden Ueberblick über die Geschichte der NSDAP, vom ersten Parteitag des Jahres 1923 bis zur Machtergreifung durch den Führer, der das Staatsschiff mit fester Hand durch schwere Zeit steuerte. Er erinnerte an den Tod Hans Eberhard M a i k o w s k i s, der am Tage der Machtübernahme durch feige Kommunistenhand ermordet wurde, und mit dem Worte: i „Die Treue ist das Mark der Ehre" schloß Pg. Euler seine Ausführungen. In der anschließenden Ehrung wurden 20 Kameraden mit der silbernen Kyffhäusernadel und drei Kameraden für 50jährige Zugehörigkeit mit der goldenen Ehrennadel ausgezeichnet. Es find dies die Kameraden Johann Deibel, August Rohm und PH. Moser. Diese drei Jubilare erhielten außerdem noch ein Bild des Führers sowie ein Dankschreiben des Bundesführers ^-Gruppenführer Oberst a. D. Reinhard. Die silberne Ehrennadel für gute Schießergebnisse erhielten Kameradschafts- schießwart Schneider und zehn weitere Kameraden. Fechtwart Reuter wurde durch ein Ehrendiplom für Verdienste im Sammeln von Altstoffen geehrt. Kameradschaftsführer Euler schloß den Abend mit dem Gruß an den Führer. Die Kameraden saßen noch lange mit ihren Angehörigen bei frohen Soldatenliedern und heiteren Vorträgen beisammen. Erfolge derOiphtherie-Schuhimpfung LPD. Schotten, 31. Jan. Die im Kreise Schotten immer noch umgehende Diphtherie hat zu umfangreichen Schutzimpfungen geführt, die sich hervorragend bewährt haben. Das Staatliche Gesundheitsamt des Kreises Scholten richtet deswegen einen Appell an die Eltern, die Kinder schutzimpfen zu lassen. Durch die vor einem Jahr durchgeführte Schutzimpfung in Schotten und vier weiteren Kreisorten, durch die alle Kinder von 1 bis 14 Jahren erfaßt wurden, ist die Erkrankungshäufigkeit von 43 (darunter 6 Todesfällen) Erkrankungsfällen im Jahre 1936 und Januar 1937 auf 6 herabgesunken. Dagegen sind die Diphtheriefälle in den Orten des Kreises, in denen Schutzimpfung nicht statttzefunden hat, nicht abgesunken, sondern mit 16 Fällen (darunter ein Todesfall) gleich geblieben. Canöfreis Gießen £ Wieseck, 1. Febr. Die seit einigen Tagen wieder in ihrer Heimatgemeinde weilende Elisabeths Becker, Witwe des vor einigen Jahren verstorbenen Musikers, Dirigenten und Komponisten des Liedes „Ach wär ich einmal im Busecker Tal", Heinrich Becker, wird morgen 80 Jahre a l t. Die alte Frau verlebt ihren Lebensabend bei ihrer Tochter in Alsfeld. Sie ist geistig noch sehr rege und interessiert sich noch für alle Vorgänge in ihrer alten HeiMatgemeinde. Unseren herzlichen Glückwunsch. 5 Albach, 31. Jan. Am gestrigen Sonntag konnte Ludwig Arnold II., Landwirt, seinen 8 4. Geburt s^tag feiern. Herr Arnold ist Ehrenmitglied des Kirchenvorstandes und war früher Beigeordneter und dann Bürgermeister unseres Dorfes; er ist der Vorgänger unseres jetzigen Bürgermeisters Lenz. Der alte Herr erfreut sich noch einer guten Gesundheit, er hilft noch mit bei allen landwirtschaftlichen Arbeiten im Betrieb seines Sohnes. Wie rüstig er noch ist, ostht daraus hervor, daß er, wenn er Besorgungen in Gießen hat, mindestens einen Weg zu Fuß macht. An seinem Geburtstage wurde sein erstes Urenkelkind getauft. Leider ist seine Gattin schon vor 27 Jahren und zwei Kinder von ihm im jugendlichen Alter geftorben. Dem alten Herrn gelten unsere besten Wünsche. T Großen-Linden, 1. Febr. Der Land- und Gastwirt Philipp Schaum feiert' am 2. Februar seinen 7 0. Geburtstag. Der Jubilar erfreut sich noch einer sehr guten Gesundheit und leitet den Betrieb seines Sohnes (der Kriegs- invalide ist) noch vollständig. Er war früher Ge- meinderatsmitglied und lange Jahre Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr; während feiner Tä- tigkeit stand die Wehr im Kreis immer mit an erster Stelle. Dem Jubilar, der ein alter und treuer Bezieher des Gießener Anzeigers ist, unsere herzlichen Glückwünsche. polizeidirekior i. 2R. Jteinfyarf 70 Jahre alt. LPD. Darmstadt, 31. Jan. Ein im Hessen- lande weit bekannter Mann feiert am 3. Februar seinen 7 0. Geburtstag: Polizeidirektor i. R. Dr. Nikolaus Reinhart. Er führte in schwerer Zeit, von 1915 bis 1920, die Polizeidirektion in Darmstadt und wurde im Frühjahr 1920 vorzeitig durch die rote Regierung in den Ruhestand versetzt. Vorher stand er als Verwaltungsbeamter aji den Kreisämtern in Gießen, Darmstadt, Bensheim und Mainz und wurde anschließend als Regierungsrat im Ministerium des Innern verwandt. Briefkasten der Redaktion. lRechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung) Anfrage TL St II. Die Gerichtsgebühren für die Beurkundung betragen 2 Mark, die Notariatsgebühren betragen 6 Mark. Der angegebene Kaufpreis ist grunderwerbssteuerfrei. --—----- Rollmops---;- 1,. 76 Bismarkhering^. -Dose 68 Bratheringe^- 2 \ )|Ouheringe stückß > o Statt Karten Frau Käthe Lohr Witwe Gießen (Kaiserallee 26), Artern, Leipzig, den 31. Januar 1938. 63QD Die Traueifeier findet am Mittwoch, 2.Februar, nachm. 3.30 Uhr, in der Kapelle des Neuen Friedhofes statt — Von Beileidsbesuchen bitten wir abzusehen. In tiefstem Schmerz: Dr. Ernst Lohr und Frau Ruth, geb. Triebel Hellmuth Lohr und Frau Thea, geb Rüdiger Erich Lohr und Frau Else, geb. MicheL Am Samstag, dem 29. Januar 1938, verschied an den Folgen eines tragische^ Unglücksfalles unsere liebe, unvergeßliche Mutter 655D Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Hinscheiden unseres lieben Entschlafenen sagen wir allen, besonders Herrn Pfarrer Weisel für die trostreichen Worte am Grabe unseres so früh Dahingeschiedenen,. dem Gesangverein Germania, der Direktion und Gefolgschaft des Elektrizitätswerkes Gießen, und allen denen, die ihm die letzte Ehre erwiesen haben, unseren innigsten Dank. In tiefer Trauer: Frau Kätchen Volk und Kind Familie Heinrich Volk X. Familie Friedrich Hofmann III. Heuchelheim, Aliendorf a. d. Lahn, den 31. Januar 1938. WaH braun,, mittel- schwer, 6jährig, fehlerfrei! verkauft [582D Wilhelm Habe1 körn Winnen über Gieße«. DKW. Wagen, Lim., 4sitz., steuerfrei, überholt, 4 Znl., Mod. 1931/32, ca. 10 Liter B., zu verkaufen. Preis 570 Mk. Ctfo Leinweber, Holzhausen, 58öD Kreis Biedenkopf. 2 gebrauchte Oeten einDauerbrand- ofen, 1 Gasofen und ein Lautsprecher billig abzugeben. Bofck Liebigstr. 93 III. Gasherd 3flammig, billig zu verkaufen. 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Rühl Erich Junker und 2 Enkelkinder. • ) Unser lieber, herzensguter Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder, Schwager, Onkel, Großonkel und Urgroßonkel Herr Heinrich Westecker Erkälten Sie sich leicht? Dann ist es gut. stets Klosterfrau-Melissengeist zur Hand zu haben. Er belebt und durchwärmt den Körper, erhöht seine Widerstandskraft und beugt in wirksamer Weise vor. Man trinkt zu diesem Zweck 2—3mal täglich einen Teelöffel Klosterfrau-Melissengeist auf einen Eßlöffel Wasser oder in einer Tasse Tee. Bereits bestehenden Erkältungen und Grippeansällen begegnet man durch folgende Schnellkur: Ze 1 Eßlöffel Klosterfrau-Melissengeist und Zucker in einer Tasse gut umrühren, kochendes Wasser hinzugietzen und möglichst heiß zwei Portionen dieses wohlschmeckenden Heißtrankes (Kinder erhalten die Hälfte) vor dem Schlafengehen einnehmen. Dadurch wird auch die meist wohltuende und notwendige Schweißbildung begünstigt, und die Krankheitserreger werden bekämpft und unwirksam gemacht; man schläft danach gut und fühlt sich fast immer am anderen Morgen merklich gebessert. Zur Nachkur und zur Vermeidung von Rückfällen trinke man noch einige Tage die halbe Menge. Klosterfrau-Melissengeist hat schon vielen bei Erkältungskrankheiten ge- ______________________________ Holsen. So berichtet beispielsweise Herr Hermann Fälsch, Postinspektor. Magdeburg. Goethestr. 47, am 21. 3. 37: „Ich kann Ihnen nur bestätigen, daß Klosterfrau-Melissengeist von ausgezeichneter Wirkung ist. Klostersrau-Melissengeist hat mir bei Erkältungserscheinungen, wie sie in diesem nassen Winter besonders häusig vorkamen, schnelle und gute Dienste geleistet, so daß ich überhaupt nicht dienstunsähig und krank wurde." Und weiter Herr Eurt Zippel (Bild nebenstehend), Kaufmann, Dresden A 24, Sedanstr. 18, am 11. 6. 37: „Ich bin ständig auf Geschäftsreise uno kann Ihnen die erfreuliche Mitteilung machen, daß ich dauernd Klosterfrau-Melissengeist mit Erfolg verwende. Besonders leistet er mir bei Erkältungen und Überanstrengungen gute Dienste/ Nehmen auch Sie bei den ersten Anzeichen von Erkältung oder Grippe getrost einmal Klosterfrau- Melissengeist. Sie erhalten ihn bei Ihrem Apotheker oder Drogisten in dm l?lgueA Lriginalvackungen mit den drei Nonnen zu NM &8.Q/1^ unö oiemolä -iPfe. Kohlen Koks 53mD Briketts Eiform Happel & Co. Kl.Mühlgasse 4 u.6 Ruf 3925 Verkäufe \ Klavier gut. Instrument, gepflegt, schwarz verkauft eesD webigstraße 83 1. Gestern abend entschlief infolge längerer Krankheit mein innigstgeliebter Mann, unser lieber Vater, Schwiegervater und Bruder Wilhelm Schmidt im Alter von 58 Jahren. Die trauernden Hinterbliebenen: Margarethe Schmidt Familie Hans Dubs und alle Angehörigen. Gießen (Kirchstraße 13), den 31. Januar 1938. Die Beerdigung findet am Mittwoch, dem 2. Februar, nachmittags 2 Uhr auf dem Neuen Friedhof statt. Beileidsbesuche dankend verbeten. __651D gegen bar: 66()D München. 662° Einspaltige Kleinanzeigen werden zum ermäßigten Grundpreis von 5 Pf. für die Millimeterzeile veröffentlicht Haus-, Laden- u. Büromöbel aller Art, Näh- und Schreibmaschinen, Radios, Klaviere, Geige, Harmonika, Schreibgarnituren, Bürsten, Besen, Pinsel, Körbe, Kordel- Hüte, Mützen, Füllfederhalter, Bücher, Ausputzmaich., Staubfänger, Teppich, Flaschenwein, Kaffeeröster, elektrische Kaffeemühle. Freihändig verk. ich: Möbel aller Art. Ferner kommt zur Versteigerung an Ort und Stelle: 1 Pferd Bttiovf Gerichtsvollzieher । Mittwoch, 2. Febr. 1938, nachm. 2 Uhr versteig, ich dahier, Neuenweg (Berkaufslokal Hartmetr) bzw. an Ort u. Stelle — Bekanntgabe dortselbst — zwangsweise Herzliehe Einladung zum Bibel- und Bekenntnisabend am Mittwoch, dem 2. Februar 1938, 20 Uhr in der Stadtkirche. Es spricht: CpistMs‘ - „ ^teigecung Vjun a ßuwl len S»e ® ^o. <>°s,nea dem- de» =n‘ sehr »*?s±r M°- 1eich k stVch doher schft?Sd'rC*b' gefy'Q-r do- 9e;OUS&nung her Uer'en' de,n obnehm- krofb °v/oue. bof® <)Q sou- b\n Durch- ber®n und Vortei‘e- Generalvertrieb : Baums & Treibig Gießen Bahnhofstraße 26 Ruf 3700 32qA Kaufgesuche o nn III, ^beiden i Pfarrer i Dahin- und Ge- die ihm Sasherj, Zflammig'. W U! üerfauien. - Muleben o.? bis 20 Uhr. w ''orTe'^W ‘ n|d>t n' Iber’ ar frfih le9s- G.y^er ft. ■ 'Nhart Ä™«« 'enil °l- Meqie. 1 verwandt.^ tfion, 'Welt btt büh-°n für iit “ ^»lariotsgt, 3c9rtene El braun, mitte!' schwer, KM, fehlerfrei! verkauft stsrl) WmM* Winnen über Qiwtt. DKW. Wagen. Lim., Hitz., heuern aberholt, 4 3nL. Mod. 1931/32, ca. 10 Liter & zu verkaufen. ! Preis 570 R Ctto Leintvcda. Holzhauien, 585 D Kreis. Piedenkovf., Zjitattt eluTauerbrand- osen, 1 Gasoin und ein W svrecher bn*i8 abzugeben, wi Botk Treifl. Gasherd «»SÄ Wj.eÄm. LievMZis ngeW*! fc-lN 'U°K ^Äes M billig ru."^ '"LÄ fiavlaE-- Atit0 8O lke» tag t s adt ijor >er= ,ill» -j hre zen iter ! die )en, ; bet der end den ehr» t e r eilt • rps ; die •1 ein Lau» rt. lr. Ib» Jtn en. 8t. )en > rze fen m 4 len sie In» ad) rs, I -lt- {> ön» len '■ der .i iße Nr.2D Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheffen) Aus der Stadt Gießen richtes. Der Schlittschuh. Der auf das am Schienbein sitzende Fleisch übertragen und entwickelt sich allmählich zum Namen des Gegen diesem Luftriesen gegenüber, der mit zwölf Motoren ausgerüstet ist. Würde auch nur einer dieser mit je 600 PS ausgestatteten Motoren in Tätigkeit treten, — die stattliche Schar der kleinen aber wackeren Vorkämpfer des Flugwesens aus einer Zeit, da man noch den Kraftwagen bestaunte, müßte durch den bloßen Luftdruck hinweggefegt und in Stücke geschlagen werden. Wobei jedoch zu bemerken ist, daß Do X mit seinem Kabinenraum von dem Umfang eines kleinen Dampfers eine zwar interessante Konstruktion war, über die jedoch sehr rasch die Entwicklung hinwegging. Die heutigen Großflugboote besitzen diese Mammutgröße nicht, sind aber um ein Mehrfaches schneller, leistungsfähiger und wirtschaftlicher. Also auch Do X gehört schon zu den Veteranen. Bewundern wir in der Deutschen Luftfahrtsammlung auf der einen Seite den Entwicklungsgang von der ersten dahin taumelnden Motte bis zur neuesten Messerschmitt-Konstruktion, so finden wir auf der anderen den Einsatz des Flugzeuges für die Land es Verteidigung. Da stehen in stattlicher Zahl Kampfmaschinen aus den Jahren 1914 bis 1918. Man sieht es ihnen an, wie von Monat zu Monat neue Erfahrungen verwertet wurden. Dort hat man das leichte Gestell mit einigen Eisenblechplatten gepanzert, um den Kampfflieger zu schützen, hier sind schon wesentliche Aenderungen am Motor. Das Mittel der Tarnung gelangt auch beim Flugzeug zur Anwendung. Tagflieger suchen sich der Himmelstönung anzupassen, Nachtflieger find tiefschwarz angestrichen. Nur das in Nachbildung vorhandene Flugzeug R i ch t h o f e n s , ein Dreidecker, ist rot angestrichen. Richthofen verzichtete auf die Tarnung, ein Beweis für; fein Draufdeutet und sich im „Ski" also auf die Herstellung der Schneeschuhe bezieht. Er freut s i ch wie ein Schneekönig. Wer ist dieser „Schneekönig"? Es ist der Zaunkönig, der auch zur Winterzeit in Schnee und Eis fein munteres lauttönendes Lied hören läßt und deshalb in Mitteldeutschland von Thüringen bis Schlesien Schneekönig genannt wird. Den Königsnamen führt der kleine Vogel, weil er in der antiken Sage von der Königswahl der Vögel, die schon Aristoteles und Plinius kennen, die Hauptrolle spielt. „La Habanera.“ Gloria-Palast. „Februar warm - Gott erbarm!" ,-So schön ist kein Winter, daß man sich nicht seines Endes freute!" Lichtfreude, Sonnensehnsucht geben dem Nordländer immer von neuem frohen Mut, wenn die Tage merkbar an Länge zunehmen und die Sonnenkraft täglich spürbarer wird. Aber allzu reichlichen Vorschuß darf der Frühling nicht geben, und manche alte Bauernregel kündet uns die oft gemachte Beobachtung, daß ein allzu gelinder Februar keineswegs erwünscht ist, da er einerseits den für die Landwirtschaft in mehrfacher Hinsicht höchst wichtigen Frost zu früh verdrängt, anderseits mit Gewißheit Witterungsrückschläge eintreten, die dann ihrerseits neue Gefahren mit sich bringen. „Der Hornung muß sich die Hörner abstoßen", d. h. „austoben", sagt man mit Recht, und in Oberöfterreich — wo man diesen altdeutschen Namen für den Februar auch noch in Abwandlungen gebraucht — heißt es: „Das Herndl soll mit Saus und Braus eingehen!", denn „Gibt's im Herndl ein Tröpfl, gibt's im Mai ein weißes Schöpft." Dtegnet es im Februar — meint das Verslein — fo bringt der Mai noch Schnee. Aehnliches besagt der Reim: „Der Februar baut manche Brücke, der März bricht ihnen das Genicke." Besonders für die Schafe ist ein milder Februar eine Gefahr, wie diese Bauernregel vermerkt: „Wenn im Februar spielen die Mücken, gibt's im Schafftall große Lücken." Aber auch sonst ist dieser Monat kritisch für die Lämmerherde; in Mecklenburg gilt allgemein diese ___ entscheidende und nachklmgende Eindruck dieser Habanera geht, wie wir glauben, von der Erscheinung der schwedischen Schauspielerin Zarah Leander aus, die bisher mit jedem ihrer deut- gängertum. Zu den deutschen Kampfflugzeugen gesellen sich noch interessante Konstruktionen zur Schaffung von Riesenflugzeugen, von denen eine ganze Reihe in Dienst gestellt wurden. Es ist erstaunlich, mit welcher Zähigkeit an dem Ausbau der deutschen Luftwaffe gearbeitet wurde, obwohl es an allem mangelte. R 55 sollte ein besonders starker Luftriese werden. Seine Räder hätten eine Gummibereifung von erheblichem Gewicht erforderlich gemacht. Aber Gummi war nicht mehr vorhanden. Deshalb wurden Räder aus starkem Eisenblech angefertigt. Man ließ sich damals durch nichts abschrecken, wie auch nach dem Kriege Kampfflieger darangingen, ihre Maschinen in den Dienst einer friedlichen Arbeit zu stellen. Eines dieser Flugzeuge gelangte als erstes Postflugzeug während der Nationalversammlung auf dem Wege Berlin— Weimar zum regelmäßigen Einsatz. Gelb ist es an- gestrichen und mit einem schwarzen Lederverdeck überzogen. Wie eine Postkutfche sieht es aus, eine Kutsche mit zwei Rädern, einem Sporn und einem Propeller, die noch heute so dasteht, als warte sie nur auf den Startbefehl. Die Sammlung, die den Dorkriegshumor nicht zu kurz kommen läßt, die den Modellbau berücksichtigt, die ein reiches Schrifttum enthält und auch an den Flugsagen der verschiedensten Völker nicht achtlos vorübergegangen ist, wird durch die Beutestücke aus dem Weltkrieg abgerundet. Engländer, Franzosen und Russen sind aufmarschiert. Man lieft die Namen jener Werke, die heute die britische und französische Luftwaffe ausrüsten. So mancher Feldsoldat dürfte, wenn er die näheren Angaben über Abschuß und Notlandung dieser Maschinen hinter den deutschen Linien verfolgt, alte Bekannte wieder finden. Jetzt stehen sie mit ihren leuchtenden Kokarden wie Denkmäler in dieser Halle. Sie legen gemeinsam mit ihren damaligen Gegner, den deutschen Jagd- und Bom- benmaschinen Zeugnis von einer Zeit ab, die unerhörte Leistungen einer bei Kriegsausbruch noch in der Entwicklung begriffenen Waffe sah. schen Filme eine stärkere Leistung zeigte, eine Gestaltung, die zusehends persönlicher, reifer und innerlicher wurde: ihr schönes, klares und ausdrucksvolles Gesicht, die auffallend dunkle und weiche Stimme, der leise und verhaltene Sprachklang beherrschen die wesentlichen Szenen des Films... Die Habanera, eine schwermütige und verlockende Melodie, wird zum musikalischen Symbol der kleinen Aequatorinsel Puertorico: sie erscheint der jungen Schwedin Astree Sternhjelm, die mit ihrer Tante eine Tropenreise unternimmt, wie ein Paradies, ein romantisches Eiland voller Musik und Anmut und Abenteuer; hier gibt es Kastagnettentänze, Stierkämpfe und schlanke Kavaliere, die mit spanischer Grandezza und der Ritterlichkeit der alten Troubadours den Damen aus dem Norden den Stier in der Arena zu Füßen legen wie eine Huldigung... Dieser Kampf, dieser Mann, diese Melodie, die über der Insel zu schweben scheint, haben Astree so bezaubert, daß sie im letzten Augenblick den schon ablegenden Dampfer wieder verläßt, zurückkehrt zu dem Mann, den sie kaum kennt und an seiner Seite ein neues Leben beginnt. Aber es zeigt sich bald, daß die Insel nicht das erträumte Paradies ist, sondern ein Fegefeuer, und nach zehn Jahren bindet sie nichts mehr an den Mann und die neue Heimat als der kleine blonde Sohn: sie verzehrt sich vor Heimweh nach Schweden, die Melodie der Habanera bringt sie zur Verzweiflung, eine verführerische und trügerische Melodie, denn in Puertorico wütet ein böses Tropenfieber, das viele Opfer fordert, und dem die Aerzte nicht gewachsen sind, die hier ansässigen jedenfalls nicht. Europäische oder amerikanische viel- Oie Deutsche Luflfahrtsammlung. Aus den Anfängen der Fliegerei.-Zwerge und Riesen.-Oie gelbe Lustpost- kutsche. — Beutestücke aus dem Großen Kriege. Bedeutet Schlittschuh einen Schuh, auf dem man wie auf einem Schlitten über das Eis fährt? Verfolgen wir das Wort zurück, so-merken wir, daß feine ältere Form Schreitschuh" ist. Die uns geläufige Form „Schlittschuh" taucht erst am Ende des 17 Jahrhunderts auf. K l o p st o ck, in feiner Vorliebe für die „Machtwörter" der älteren deutschen Sprache, versucht, die alte Form des Wortes wieder einzuführen, auch Goethe gebraucht „Schreit- fchuh" wie „Schlittschuh". Doch hatten diese Wiederbelebungsversuche keinen Erfolg, weil die alte Bedeutung' nicht mehr verstanden wurde. Die alte germanische Wurzel hat nämlich den Sinn „sich gleitend bewegen". Deshalb kann in mittelhochdeutscher Zeit „schreiten" auch „sich aufs Pferd schwingen" bedeuten und ein Schuh, mit dem man über das Eis gleitet, „Schreitschuh" heißen. Erst als diese Bedeutung von Schreiten vergessen worden war, konnte das Wort an „Schlitten" angelehnt werden das mit „schlittern" zu einer germanischen Wurzel „slict" = „gleiten" gehört. Rodelschlitten. Das Wort „Rodelschlitten" gehört zu denen, die zwei gleichbedeutende Begriffe mit einander verbinden wie „angst und bange , „Goldgulden , Diebstahl", „Zitronenlimonade" usw.. weil Der eine der beiden Begriffe nicht klar verstanden wird^ Denn die Rodel" ist ein „Schlitten , und „Rodelschlitten besagt soviel wie „Pferdegaul"! Die Erklärung durch Schlitten" war aber nötig, weil „Rodel allein, dessen sprachliche Herkunft ungeklärt ist, wohl nur im Bayrisch Österreichischen, wo das Wort heimisch ist, verstanden wurde. Erst um 1900 wird das Wort in die Schriftsprache aufgenommen verbreitet sich und aeht die Verbindung mit Schotten em der dann ^aus dem ursprünglich weiblichen Wort em männliches macht. Ski und Schneeschuh. Wie der Schlittschuh hat auch d/r Schneeschuh ein hohes Alter. Aus der Bronzezeit schon smd^ett- bölier bekannt, die dem modernen Ski sehr ähnlich^ sind. In der nordischen Skaldendichtung werden Schneeschuhe häufig erwähnt, auch m der Wielands- toqe finb sie bekannt. Nach Deutschland kamen sie erst ku?z vor der Mitte des 18. Jahrhunderts, tm Riesengebirge tauchen die ersten Skier 1840 auf. Seiner sprachlichen Bedeutung nach ist „Schi wort- normnnht mit unferem „Scheit", das war aus der Verbindung „Holzscheit" kennen. Beide Wörter gehören zu „scheiden", das ursprünglich „spalten be= Dicht neben dem Lehrter Bahnhof in Berlin jener Einfallspforte, durch die alle Reisenden aus Nordwestdeutschland, aus Hamburg und Uebersee in die Reichshauptstadt hineinströmen, stehen einige Hallen mit mächtigen Glaskuppeln. Was diese Hallen bergen, lassen die großen Verkehrsmaschinen aus* Ganzmetall ahnen, die vor den Eingängen aufgebaut sind. Es sind Junkersslugzeuge mit weit ausladenden Tragflächen und gewaltigen gummibereiften Rädern, Zeugen einer Entwicklung, die sich durch keinerlei politische Knebelbestimmunqen aufhalten ließ. Diese Maschinen sind bereits M u - feumsftücfe, obwohl sie sich in ihrem Aeußeren kaum von anderen Junkersflugzeugen unterscheiden und obwohl sie in einer noch greifbar naheliegenden Zeit geschaffen wurden. Ueberwindet die Fliegerei auch Zeiten und Weiten, das Flugzeug selbst wird zum Veteran in denkbar kürzester Frist Denn unentwegt sinnt der Konstrukteur nach neuen Verbesserungen, neuen Formen, unentwegt steigen die Leistungen der Maschinen, so daß morgen schon die Type zurückbleibt, die heute noch an der Spitze liegt. Die Deutsche Luftfahrtsammlung, die sich neben dem Lehrter Bahnhof niedergelassen hat, ist so angeordnet, daß sie sofort einen Ueberblick über die Entwicklung des Flugzeugs aus allerkleinsten Anfängen bis zu den modernsten Verkehrsmaschinen gestattet. Da hängen und stehen Flugzeuge, wie man sie sich gebrechlicher, wackeliger und durchsichtiger nicht denken kann. Manche scheinen überhaupt nur aus ein paar Drähten und Holz- ftangen zu bestehen, die einen luftigen Sitz tragen, der vor ober hinter einem vorsintflutlichen Motor angebracht worden ist. Wir haben es hier mit den er ft en Flugzeugen zu tun, teils mit Originalen, teils mit getreuen Nachbildungen. Steht man vor diesen Maschinen, bann erst begreift man, welcher Fanatismus, welche Begeisterung unsere Flugpioniere erfüllt haben muß, um einer neuen Er- finbung den Weg zu ebnen und sie der Menschheit dienstbar zu machen. Denn alle, die sich in diese Drahtgeflechte hängten, setzten damit ihr Leben ein. Sie alle besaßen noch keine Erfahrungen. Ein leichter Windstoß konnte ihre Maschinchen zum Absturz bringen. Wir finden in der Ausstellung die Namen der ersten Piloten, wir finden in einem besonderen Raum viele hundert Stücke, die von deutschen Abstürzen stammen und die zusammengetragen worden sind: zerbrochene Propeller, geschwärzte Stangen, zerbeulte Benzinbehälter, Flüg- Feugräder, Handschuhe, Stiefel von Piloten, Uhren, Andenken über Andenken, deren jedes einzelne eine interessante Geschichte zu erzählen weiß. Aber jedsr Absturz, jeder Knochenbruch, jedes vernichtete Leben eines Piloten brachte bas, was schließlich zu höchsten Vollenbung bes Sicherheitsgrabes der Fliegerei würbe: die Erfahrung. Und wenn wir heute die großen Verkehrsflugzeuge über uns hinwegbrausen sehen, dann möge man nicht vergessen, wieviele Männer den letzten Groschen in den Bau ihrer Flugzeuge hineinsteckten, und wieviele von ihnen den Fliegertod starben, damit der Schatz an Kenntnissen und Wissen gesammelt werden konnte, der unserer Fliegerei einen so unerhörten Aufschwung gab. Welch eine Entwicklung liegt zwischen den Zeiten, da die Brüder Wright mit ihren Doppeldeckern, im Freien sitzend, jdben Augenblick in ber Gefahr, im Sitz in bie Tiefe zu fallen, Schauflüge veranstalteten ober bem Entstehen ber schon recht gefälligen Etr ich-Taube unb bem fast eine große Halle ausfüllenden Riesendornier-Flugboot Do X. Unter feinen Flügeln stehen Flugzeuge, die nicht zu den Kleinsten gehören. Sie gleichen aber Zwer- Warnung: „Februar! — Scheper, woar bi!" In bezug auf bie Ernte werdet man bie Erfahrung, daß allzu frühe Wärme^im Jahr sich ungünstig auswirkt, in biefer Feststellung an: „Friert es nicht im Hornung fein, wird ein schlechtes Kornjahr sein." Und auch für bie menschliche Gesunbheit ist „lasches" Februarwetter unzuträglicher als trockener, flirrenber Frost: „Februar mit Kot bringt Krankheit unb außerbem Not!" Aehnliche Erkenntnisse bergen bie Wetterorakel und Bauernregeln, bie sich auf einzelne Tage unseres Monats beziehen. Mit Hinblick auf Maria Lichtmeß am 2. Februar heißt es: „Grünt um Lichtmeß schon ber Klee, gibt's um Ostern oft noch Schnee." Da Helles Wetter um die Zeit des Februarbeginns meist Kälte mit sich bringt, während milde Tage feucht und trübe zu fein pflegen, so heißt es ganz glaubhaft: „Lacht zu Lichtmeß Sonnenschein, wird's noch sechs Wochen Winter fein", also normale Witterung herrschen. Ein sonderbar krasser Widerspruch leuchtet aus diesen beiden Reimen hervor: „Auf Lichtmeß schöner Schein der Sonnen, tut uns mit Flachs und Hanf belohnen", und: „Scheint zu Lichtmeß die Sonne auf den Stein, so wird der Flachs nur klein." Ohne weiteres zustimmen wird man der Wetterregel: „Zu Lichtmeß Lerchengesang macht um den Lenz uns bang", und: Winterliche Sprache. Von Professor Or. Erich Zenisch. Schneidende Kälte. „Die Luft geht scharf, es ist entsetzlich kalt", sagt Hamlet, als er in dunkler Nacht bie winterliche Terrasse bes Schlosses von Helsingör betritt, um die Erscheinung des Geistes zu erwarten. Horatio stimmt ihm zu: „S'ist eine schneidende und strenge Luft". In der Tat haben wir bei strenger Kalte die Empfindung des Scharfen, Schneidenden, Stechenden. Diesen sinnhasten Eindruck der Kälte bewahrt die uralte Wurzel, aus der unser „kalt" unb „Kälte" hervorgegangen sinb. Die gemeingermanische Bebeutung „kalt" geht zunächst zuruck auf einen Begriff, ber „gefroren" bebeutet unb ber urverwanbt ist mit bem lateinischen Wort „gelidus“ für kalt, aber auch mit bem litauischen Zeitwort „gelti“, bas „stechen" bebeutet und in bem wahrscheinlich bie eigentliche Bebeutung ber alten Wurzel sich noch erhalten hat. — Eine ähnliche Bewahrung der Sinnesempfinbung im ursprünglichen Wort zeigt auch bas Lateinische in bem Wort für „Frost" (pruina), bas zu bem Zeitwort „jucken" (prurire) gehört. Zwanzig Winter. Wie wir von zwanzig „Lenzen" sprechen, würbe ein Germane zur Zeit Cäsars von zwanzig .Mintern" gesprochen haben. In den germanischen sprachen bient „Winter" nicht nur zur Bezeichnung ber kalten Jahreszeit, es hat auch bie Bebeutung „Jahr". In ähnlicher Weise zahlte r^an fncher nicht nach „Tagen" sonbern nach „Nachten . In „Fastnacht" und „Weihnacht" hat sich diese Zahlung erhalten; beutlicher tritt sie im Englisch en "kortn i gb t = Vierzehn Tage" hervor. Mundartlich lebt übrigens die Erinnerung an -Wmter" als Bezeichnung für „Jahr" auch heute noch fort: Im Nieberrheinl- schen nennt man ein einjähriges Rind einen „Cm* winter". Q Und das Eisbein? Der Name des norddeutschen Gerichtes gehört in eigenartiger Weife auch zum winterlichen Sprachschatz. Zwar hat das Eisbein unmittelbar nichts mit Kälte und Frost zu tun Denn „Eisbein ist ursprünglich der Name eines Hüftknochens. ?us diesem Hüftknochen wurden nämlich sehr früh schon Schlittschuhe hergestellt. Bereits in ber alteren Steinzeit sinb Knochenschlittschuhe nachweisbar. In der Ebba heißt ber Schlittschuh „Eisknochen , wie heute noch im Schwebischen munbarthd) „Cis- schenkel". So wirb bie fonberbare Bezeichnung bes Knochens leicht verständlich. Später wirb der Name „Wenn es um Lichtmeß falt, kommt ber Frühling halb." Und für ben 24. Februar, Matthiastag, hat man dieses Wetterorakel als zutreffend erkannt: „Friert's in der Matthiasnacht, so bleibt noch vier Wochen Frost", was also bedeuten würde, daß der Winter pünkttich mit Frühlingsanfang zu Ende gehen werde. Dornotizen. Tageskalender für Dienstag. Stadttheater: 20 bis 22.45 Uhr: „Der Troubadour". — Gloria-Palast (Seltersweg): „La Habanera". — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „Der Schimmelkrieq von Holledau". — Oberhessischer Kunstverein, Turmhaus am Brand: 17 bis 18 Uhr, Frankfurter Künstler der Gegenwart. Stadttheater Gießen. Aus dem Stadttheaterbüro wird uns geschrieben: Heute abend findet eine Wiederholung des großen Opernerfolges „Der Troubadour" von G. Verbi statt. Musikalische Leitung Joachim Popelka, Spielleitung Wolfgang Kühne. Bühnenbilber Karl Löffler. Die Vorstellung finbet als 18. Vorstellung ber Dienstag - Miete statt. Anfang 20 Uhr, Ende 22.45 Uhr. „wehrhafte Dorfkirchen in Hessen." Frömmigkeit unb Wehrhaftigkeit nicht im Streite, sonbern in natürlicher Verbunbenheit um bie Kirche unserer heimatlichen Dörfer geschart, zeigt ber Vortrag, ben Dr. M e y e r - B a r k h a u s e n über bie« fes Thema am Donnerstag, 20.15 Uhr, im Ober- hessischen Geschichtsverein halten wird. Prächtige Lichtbilder zeigen viel unbekannte Schönheit der Heimat. Eine große Chance. In den winterlichen Straßen nimmt ungern jeder bie Hänbe aus ben warmen Taschen. Aber wenn ihm ber graue Glücksmann begegnet, juckt es ihn boch. Unb hat einmal feiner bie Börse gezogen, so bleibt er nicht ber einzige Loskäufer, benn bie Lotterie bes Winterhilfswerkes ist längst bem beut» leicht, aber bie einflußreichen Beherrscher ber Insel erklären, kein Interesse an beten Experimenten zu haben, seit bie ersten Versuche nicht bas gewünschte Ergebnis zeittgten: sie befürchten eine Schäbigung bes Renommees ber Insel unb ihrer wirtschaftlichen Interessen. So ergibt sich sofort ein neuer Konflikt, als eines Tages eine schweb siche Expebition auf Puertorico eintrifft mit einem jungen Arzt, bem es in ber Tat gelingt, ben Erreger zu sinben unb ein wirksames Serum zu gewinnen: ber Stockholmer Arzt ist nicht nur ein ßanbsmann, sonbern sogar eine Jugendliebe Astrees, und man sieht sogleich, wie mit der Begegnung der beiden die Hauptlinien ber Handlung sich überschneiden: der Kampf gegen das Fieber, der Kampf der Inselbewohner gegen die fremden Aerzte und der Kampf um Astrse geben der Fabel, die ganz romantisch und idyllisch begann, einen ausgesprochen dramatischen Akzent unb stellenweise eine kriminalistische Spannung. Diese Szenen sind innerlich und äußerlich sehr bewegt, wenn auch vielleicht in ihren Voraussetzungen wie in der Lösung des Konflikts, die zur glücklichen Heimkehr Astrees mit dem jungen Arzt und ihrem Sohn in die alte Heimat überleitet, ein wenig zu romanhaft-geläufig und drehbuchmäßig... von sehr schöner, reiner, nirgendwo fragwürdiger Wirkung find aber die viel stilleren, fast lyrischen Szenen zwischen Astree und dem Jungen, dem sie von der schwedischen Heimat singt und erzählt: hier kann sich die darstellerische Kunst unb Phantasie ber ßeanber am unmittelbarsten entfalten. Für ben kleinen, flachshaarigen Juan hat man in Michael Sch ulz-Dornburg eine Verkörperung gefunoen, bie ber Vorstellung entspricht unb sich von einem gewissen Filmkinberklischee, bas man nicht selten antrifft, erfreulich fernhält. Ferbinanb Marian gibt bem Don Pebro in halblauter Verhaltenheit bie romantischen wie bie bespotischen Züge eines kleinen Jnseltyrannen. Karl Martell spielt ben jungen schwedischen Arzt mit einer frischen, braufgänge» rischen Aktivität unb geroinnenber Männlichkeit. Paul Bildt in einer scharf ausgearbeiteten Chargenrolle unb ber Berliner Komiker Werner Finck in einer komischen Episobe seien vom Ensemble genannt, in bem bie Gießener auch A r z- b o r f bemerkt haben werben. — Das Drehbuch schrieb Gerhard Menzel, dem wir schon eine Reihe guter Filme verdanken. Detlef Sierck führte Regie; er beweist im Zusammenklang von Bild unb Ton ein feines Gefühl für die eigentümliche Atmosphäre, die hier eingefangen werden sollte, auch für Kontraste, innere Spannungen und sinnfällige Theaterwirkung, ßothar B r ü y n e schrieb die Musik, deren ßeitmotive sich intensiv einprägen. — (Ufa.) — Im Beiprogramm sieht man die neue Wochen« schau. Hans Thyriot. Dienstag, I.Zebruar 1938 Oer Landdienst rüst ZUM RUH “JJo’ltNSt OER Die Werbeaktion für den ßanbbienft hat begonnen unb ruft bie jungen Mäbchen zur Arbeit auf ber beutschen Erbe auf. — (Scherl-Bilberbienst-M.) sch^n Volksgenossen eines der Wintervergnügen geworben. Jeder will sein Glück versuchen, und schwarz aus weiß kann er sofort erfahren, ob er eine gute Hand hatte. In diesem Jahre ist der Gewinnplan besonders erhöht und um so leichter ist zu gewinnen. Und doch nützt mancher Käufer feine Gewinnmöglichkeit nur unvollkommen aus. Prämien- gewinne von 20 000 Mark, 1000 Mark, 250 Mark und 100 Mark, wenn sie auch etwas später kommen, sind doch schönes Geld. Aber mancher verschenkt sie, indem er den Prämimschein achtlos behandelt. Erst mit der Auslosung der Prämien am 30. März ist die Lotterie abgeschlossen und viele, die sich vom Glück übergangen glaubten, haben erst am 30. März ihren großen Glückstag. Beförderungen im ^-Abschnitt XXX. Im Rahmen der Beförderungen am 30. Januar wurden im ^-Abschnitt XXX der Führer des Abschnitts ^-Standartenführer Brasack zum ih Oberführer, der Stabsführer des ff-Abschnittes XXX, Hauptsturmführer Perwitschky zum ff-Sturm- bannftibrer und der Führer des Gießener Sturmes 1/83 ff-Untersturmführer Behnke zum Ober« sturmführer befördert. Beförderungen in der Standarte 116. Anläßlich des 30. Januar 1938 sind innerhalb der SA.-Standarte 116 folgende Beförderungen vorgenommen worden: Sturmführer Georg Heß (Sturmbann V/116) zum Obersturmführer; Sturmführer Spehrer (2/116) zum Ob erstürm sichrer; Obertruppführer Bruno Herrmann (M.Z. 116) zum Sturmführer; Obertruppführer Adolf Fischer (R. 41/116) zum Sturmführer. Zum Obertruppführer die Truppführer Hamm (Stab 116), Vogt (Stab 116), Haas (24/116), Blodt (R. 41/116), Linker (42/116). Zum Verwaltungs-Obertruppführer der Derwaltungs-Truppfuhrer Herbst (25/116). Zum Truppführer die Oberscharführer Cisenbach (Stab 116), Werner (Stab 116), Wißner (1/116), Krasthöser (11/116), Sommerkorn (11/116), Bausch (22/116), Neuß (24/116), Böcher (25/116), Fischer (V/116),Scharmann (V/116), Türck (R.41/116), Koch (Pi. 2/116), Haldenwang (Pi. 1/116), Henkel- mann (Pi. 1/116), Rothermel (42/116). Zum Derroaltungs-Truppführer die Verwaltungs-Oberscharführer Geilfus (M.Z. 116), Ranft (5/116), Römer (45/116). Zum Oberscharführer die Scharführer Günther (M.Z. 116), Schietzel (M.Z. 116), Schwarzlose (M.Z. 116), Kehrmann (M.Z. 116), Bastian (2/116), Töppler (2/116), Klinke! (5/116), Wahl (III/116), Kröü (22/116), Schreiber (22/116), Diehl (24/116), Mcrtezky (Ra. 116), Steinhauer (Na. 116), Schenk (Na. 116), Schad (Na. 116), Schmidt (Na. 116), Schmieder (R.41/116), Sahm (R.41/116), Valentin (R.41/116), Bartsch (R.41/116), Wiegand (R.41/116), Bergner (43/116), Steintz (43/116), Balser (43/116), Dehus (43/116), Schmitz (43/116), Zitzer (43/116), Jung (43/116), Philipp (43/116), Schenk (43/116), Feige (Pi. 2/116), Döbus (Pi. 1/116). Zum Verwaltungs-Oberscharführer die Verwaltungs-Scharführer Rau (26/116), Haos (43/116). Zum Scharführer die Rottenführer Sauer (Stab 116), Becker (M.Z. 116), Möhl (M.Z. 116), Rauscher (M.Z. 116), Volk (5/116), Kern (2/116), L. Hormann/ 9.11.35, (5/116), Herbst (22/116), Bickel (24/116), Gemeiner (24/116), Kruse (25/116), Klaus (25/116), Busack (Pi. 1/116), Weeg (Na. 116), Eidmann (Na. 116), Leinweber (Pi. 1/116), Runk (43/116), Müller (43/116), Butz (11/116), Ranft (6/116), Guppka (22/116), Nieren (Pi. 2/116). Zum Verwaltungs - Scharführer der Verwaltungs-Rottenführer Reuter (22/116). Zum Sanitäts-Scharführer die Sanitäts-Rottenführer Reinhardt (R. 22/116), Bahne (Pi. 2/116). Dorfverschönerung - eine Avfgabe für Gegenwart und Zukunst. Bürgermeister-Versammlung des Kreises Gießen. Auf Veranlassung der Kreisabteilung Gießen des Deutschen Gemeindetages fanden sich gestern die Bürgermeister des Kreises Gießen zu einer Versammlung im Sitzungssaal des Kreisamtsgebäudes am Lant^raf-Philipp-Platz ein. Der Vorsitzende der Kreisabteilung, Bürgermeister Euler (Wieseck), teilte zunächst einige kurze Bekanntmachungen mit. Dann sprach der Vorstand des Hess. Hochbauamtes Gießen, Regierungsbaurat Kuhlmann über die Aktion „D o r f v e r s ch ö n e r u n g". Seinen Ausführungen fei folgendes entnommen: Dorfverschöne- runa sei eine Notwendigkeit. In dem Worte „bas Dorf muß verschönert werden", liege eine Anklage. Es gelte deshalb, vorhandene unerfreuliche Erscheinungen zu beseitigen. Dabei müsse versucht werden, eine glückliche Verbindung mit dem Neuen des Dritten Reiches und mit dem guten Alten herzustellen. Sodann sprach der Vortragende über den Begriff Schönheit in der Ableitung von der Aesthetik. Nicht jedermann sei berufen, über Schönheit Urteile abzugeben. Schönheit des Dorfbildes liege begründet für unsere hessische Heimat in der Geschlossenheit der Dorfstraße, in der Einheit des Dorfes mit der darüber hinaus ragenden Kirche. Harmonisch müsse sich das Dorfbild in die Landschaft einfügen. Die neuzeitliche Fabrik am Dorfrande, mit einem hohen Schornstein, fei nun einmal für das Dorfbild als disharmonisch anzusehen. In seinen weiteren Darlegungen wandte sich der Redner praktischen Vorschlägen zur Dorfverschöne- rung zu. Möglichkeiten der Dorfverschönerung lägen in der Erhaltung des guten Alten und Hergebrachten, in der Entfernung des Häßlichen, in der Abweisung fremder, dem Dorfbild sich nicht einfügenber Neubauten, wie in der Entfernung alles Fremdartigen aus dem Dorfbilde überhaupt. Das städtische Haus im Dorfe fei abzulehnen, der Zigarrenkistenstil mit dem flachen Dach sei für das Dorfbild überhaupt nicht tragbar, Häuser aus unverputzten Betonquadern durchaus unerwünscht, die Dackdeckung müsse sich den bestehenden Verhältnissen anpassen, vor allem aber gelte es auch die Harmonie der Farbe der Häuser zu wahren. Der Redner ging dann in dem Bemühen, Richtlinien im einzelnen zu geben, auf die Elemente des Hauses ein und gab hier eine Fülle beachtenswerter Anregungen. Das Fenster des Bauernhauses könne nicht das moderne einglafige Fenster -bes Stadtneubaues fein, das große Eckfenster passe auch nicht zum Bauernhaus. Das Zinkdach aus großen Platten fei höchst unerfreulich. Das vielgestaltig gegliederte und profilierte Hoftor fei nach wie vor das Ideal für den bäuerlichen Hof; das glatte Hoftor aus Nut- und Federbrett fei nicht erwünscht. Für das Bauernhaus fei der alte Sand putz das beste und schönste. Zu Haus und Garten gehöre auch die schöne Einfriedigung. Das Schönste fei hier der naturgewachsene Zaun, die Hecke. Der gute Holzzaun sei jedem Drahtgeflecht zwischen Betonpfosten vorzuziehen. Dann wandte sich der Vortragende dem Fachwerk zu und betonte, daß es neben dem Fachwerk überhaupt, vor allem die schönen alten Sinnzeichen an den Häusern, die Schnitzereien zu erhalten gelte. Mit der bunten Farbe an der Hausfront fei man sparsgm. Die bunte Farbe solle nur dem Schmucke dienen. Einige besondere Darlegungen widmete Regie- rungsbaurat Kuhlmann dem Gräberschmuck. Hier werde noch viel gesündigt. Der Basalt- und Silberkies gehörten nicht auf den Dorffriedhof. Der Friedhof solle ein Garten fein. Auf dem Gebiete der Reklamebefchilderung innerhalb des Dorfes müsse eine allen Teilen gerecht werdende Lösung angestrebt werden. Abschließend forderte der Dorttagende die Bürgermeister auf, offenen Auges durch ihre Dörfer zu gehen. Wenn es auch nicht möglich sei, auf einmal grundsätzlich Wandel zu schaffen, so sei es doch in zäher Arbeit zu erreichen. Kreisdirektor Dr. Lotz bekräftigte die Ausführungen des Redners und gab dem Wunsche Ausdruck, daß die Anregungen allen Widerhall finden möchten. Er gab ferner bekannt, daß demnächst Kreis- und Ortsarbeitsgemeinschaften berufen werden, die sich unter maßgeblicher Mitarbeit der NSG. ,Kraft durch Freuoe" eingehend mit den Fragen der Dorfverschönerung beschäfttgen sollen. Für die NS.-Gemeinschaft ,Kraft durch Freude" sprach Kreiswart Müller, der die Aktion „Dorf- oerschönerung" in ihrem bisherigen Ausmaß erläuterte. 5000 deutsche Dörfer stünden bereits im Wettbewerb um den Titel des Kreismusterdorfes. Das Ziel fei, das Dorf außen und, innen, wirtschaftlich und sozial vorbildlich zu gestalten. In kurzen Zügen gab auch Kreiswart Müller Anregungen und erörterte hierbei besonders die Entrümpelung und Säuberung des Dorfes, den Baum-, Strauch- und Blumenschmuck, die Anpflanzung von Spalierobst, die Verschönerung von Gasthäusern und Schulen, die Schaffung von Schwimmbädern und Sportplätzen und schließlich die Schaffung von Gemeinschaftshäusern für das Dorf. Kreisleiter Backhaus sprach über die Schön- Das Amt für Beamte der NSDAP, hiell am Montag für die Kreisabschnitte Gießen, Hungen, Erünberg, Allendorf (Lumda) und Lollar im (Safe Leib einen Gemeinschaftsabend ab, der durch ausgezeichnete Darbietungen des Musikzuges der SA.- Standarte 116 einen schönen Rahmen erhiett. Der neue Kreisamtsleiter, Zollinspektor Ulrich, hieß die Teilnehmer willkommen und widmete dem aus unserem Kreis geschiedenen bisherigen Leiter des Amtes für Beamte, Heß, herzliche Worte des Dankes und der Anerkennung. So sehr mir, so führte er u. a. aus, uns über feine Versetzung nach Dresden, die mit einer Beförderung verbunden ist, gefreut haben, so sehr bedauern wir seinen Weggang von Gießen. Wir verlieren in ihm einen treuen Kameraden, einen prächtigen Menschen, mit dem meine Mitarbeiter und ich fast 5 Jahre lang in Freundschaft und enger Verbundenheit zusammenarbeiten durften. Gerechtigkeitssinn verband Hich bei ihm mit einem tiefen Verständnis für die Note und all die großen und kleinen Sorgen seiner Mitarbeiter und Kameraden. Seine Tür stand für jedermann offen und keiner, der zu ihm kam, ist ohne Rat und HUfe von ihm gegangen, so ferne es in seiner Macht stand. Wir wünschen ihm für die Zukunft alles ©ute. Nachdem der Musikzug Griegs „Sigurd Josalfar" ausgezeichnet zu Gehör gebracht und Kamerad Dr- n in g einen Vorfpruch vorgetragen hatte, hielt Kreisamtsleiter Ulrich einen Vorttag über „D i e germanischen Grundlagen des nationalsozialistischen Staates und seines Beamtentum s". Einleitend fetzte er sich mit den verschiedenen Vorwürfen früherer Zeit gegen das Beamtentum auseinander und legte dar, daß das Beamtentum, wie alle anderen deutschen Stände, ein Kind seiner Entwicklung war und heute bestrebt fei, die neuen politischen Forderungen zu erfüllen. Dann ging der Redner auf die neuen Hochziele und Lebensmaßstäbe des Nationalsozialismus ein, die der Ausdruck des germanischen Erbes feien, dessen Lebens- und Seelenhaltung unsere Geschichte heit des Dorfes in seiner norddeutschen Heimat und schilderte dann seine Eindrücke von den Dörfern unserer Gegend. Er betonte, daß es hier viel Schönes gebe und vorhandene Schäden oft ohne sonderliche Mühe behoben werden könnten. Mit besonderem Nachdruck wies der Kreisleiter auf die Schaffung von Hitler-Jugendheimen hin und regte an, bei der Gestaltung dieser Heime nicht kleinlich zu verfahren. Außerdem sei allenthalben die Einrichtung von NSV.-Kindergärten zu erwägen. Im weiteren Verlaufe der Versammlung hielt der Vertreter des Wehrbezirkskommandos, Herr Becker, einen Vortrag über die Wehrüberwachung und gab den Bürgermeistern einen Ueberblick über ihre Verpflichtungen. Kreisdirektor Dr. Lotz erinnerte bann an die Einsetzung von Beträgen für die Schaffung von Hitler-Jugendheimen in die Haushalte und forderte außerdem auf, die deutsche koloniale Sache nach Kräften zu unterstützen. Er konnte dabei mitteilen, daß sämtliche Gemeinden des Kreises dem Reichskolonialbund angehören. Negierungsrat Weber gab Anregungen für zweckmäßige Sperlingsbekämpfung im kommenden Sommer und wies auf die Notwendigkeit der Förderung der Seidenraupenzucht hin. Regierungsrat Dr. Krüger beschäftigte sich mit Fragen des Luftschutzes und forderte die Bürgermeister auf, dafür zu fargen, daß die Feuerwehr in bester Ordnung, die Löschwasserversorgung sicher- gestellt sei und zweckmäßige Alarmierungsgeräte vorhanden seien. Er erinnerte ferner an eine Reihe ausgezeichnet durchgeführter Luftschutzübungen und sprach den Bürgermeistern, die sich dabei vorbildlich eingesetzt hatten, Lob und Anerkennung aus. Mit dem Gruß an den Führer beschloß der Leiter der Kreisabteilung, Bürgermeister Eule-r, die anregende Versammlung. bestimme. In einer Uebersicht gab er zu erkennen, wie das deutsche Volk durch die nüttelalterliche Weltanschauung, den Liberalismus, den Sozialismus und den Bolschewismus, seelisch beeinflußt und verbildet worden sei. Erst durch den NatioNal- sozialismus sei aus der Tiefe des deutschen Volkes nneder eine Kraft aufgebrochen, die ihm nach jahrhundertealtem Zwiespalt endlich die politische Ein- hett geben werde. In seinen weiteren Darlegungen gab der Redner aus reichem geschichtlichen Wissen einen Ueberblick über die Entwicklungen und Grundsätze der Volks- sührung im Römischen Reich der Vergangenheit in der Gegenüberstellung zu den Grundsätzen der Dolksführung bei den Germanen. Wie einst in Germanien der Hervorragendste, der Fähigste vom Thing, der Versammlung des Volkes, zum Führer erhoben wurde, so sei heute Adolf Hitler von feinem Volke gewählt, weil er der Erste und der Tüchtigste sei. Wie einst der Thing zur großen Versammlung des Volkes geworben sei, so gebe heute der Reichsparteitag ein Bild der kommenden Entwicklung. Hier legten der Führer unb feine Mitarbeiter wie einst der Fürst Rechenschaft ab, und das Volk bestätige ihm feine Führung und seine Arbeit. Die gleiche Wandlung zeigte der Redner in der Drga« nrfation des Staates, im Beamtentum auf, das sich in Treue mit Führer und Volk verbunden sichle und Hüter des Volkswohles, der Volksehre geworden fei. Diese Einstellung gebe auch feiner Lebensführung und Haltung das Gepräge. So fei die Beamtenschaft Mittlerin zwischen Volk und Führung, und in Adolf Hitter sehe sie das Beispiel von edlem Führertum, Charakter und vornehmer Gesinnung. Nach dem mit anhaltendem Beifall ausgenommen en Dorttag füllte der SA.-Musikzug mit Opern- und Konzertweisen den Kameradschaftsabend aus. Kamerad Schw arzlose erfreute mit einem Trompetensolo. Kreisamtsleiter Ulrich brachte anschließend das Treuegelöbnis zum Führer aus. Beamten-Gemeinschastsaben- in Gießen. Die Mädchen ans der Bnrgflraße. Vornan von Hilde K Lest. 5. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) Sie war gar nicht erstaunt, als Mansfeld fein Sprüchlein hersagte. Er habe gestern erfahren, daß Carla eine lange Reise vorhätte. Angesichts dieser drohenden Trennung fei ihm so recht bewußt geworden, welche Gefühle er für Carla hege. Nein, man möge ihn nicht mißverstehen. Er habe sich über diese Gefühle immer schon, eigentlich vom ersten Augenblick an, Rechenschaft abgelegt, aber er habe einen sicherlich großen Fehler begangen, den, nie zu Carla davon zu sprechen. Er habe die Worte nie gefunden und vielleicht auch nicht den Mut gehabt. Carla sei eine stolze, selbstbewußte, selbstsichere Natur ... hier stotterte er ein wenig und fiel ofiensichttich aus dem Konzept. „Ick weiß nicht, wie ich mit Carla über solche Dinge reden solll" „Sie haben ihr also niemals etwas gesagt?" hals ihm Mutter Lenz. „Nein — nier „Sie weiß also auch jetzt noch nichts ..." „.. .auch jetzt noch nichts", wiederholte der Assessor, hob den Rosenstock empor, den er bisher zwischen den Knien geborgen hatte, schloß beide Hände bittend darum und fuhr fort: ,... und da wollte ich Sie bitten, liebe Frau Lenz, Sie kennen mich doch ganz genau, ich wollte Sie bitten —" Der guten Frau Lenz, der die Tränen immer so locker in den Augen saßen, rollten zwei dicke Tropfen über die rosigen Wänglein, aber sie bezwang sich schnell, ehe der Assessor fortfahren konnte, und legte mit einer unendlich rührenden Bewegung ihre Hände um die des Assessors, so daß sie nun beide den Rosenstrauß festhielten, und da er sich anschickte, ihr die Blumen zu überreichen, drückte sie nur noch fester und zwang ihn, stille zu halten. Dann sagte sie: „Lieber Doktor Mansfeld! Sie dürfen jetzt nicht weitersprechen, jetzt nicht. Denn ich kann Ihnen keine Antwort geben, solange Sie Carla nicht befragt haben. Gewiß, ich konnte Carla in Ihrem Namen fragen, aber —" sie drückte jetzt noch fester, als wollte sie dem Assessor etwas abgeben von ihrer großen Kraft, „— ich kann Carla jetzt und in der nächsten Zeit nicht fragen, denn sie ist schon heute ganz frich am Morgen verreist und nicht erst mittags, wie mir annahmen. Sie hat mir aber aufgezogen. Sie recht herzlich zu grüßen." „Recht herzlich —" sagte der Assessor tonlos, senkte den Blick und legte den Rosenstrauß behüt- fam unter feinen Sessel. Mutter Lenz trocknete schnell die Tränen, dann faßte sie nach seiner Hand und zwang seinen Blick zu sich empor. „Wenn ich Ihre Werbung auch nicht annehmen konnte", sagte sie, „weil mein Wille nichts ist neben dem Willen meiner Tochter, so mochte ich Ihnen doch einen ganz kleinen Trost geben. Meine Töchter mögen wie immer entscheiden und mich dabei fragen Ober nicht — in meinem Herzen, ganz für mich allein, muß ich doch Ja ober Nein sagen zu den Männern, die meine Schwiegersöhne werben sollen. Nun — zu Ihnen sage ich Ja. Bedingungslos Ja! Ich weiß, daß bas nur ein kleiner Trost ist ..." „Es ist mehr als ein Trost", sagte der Assessor hoffnungsvoll, „ober ist es etwa Nichts, wenn man eine Mutter erringt?" „Sagen wir: eine zweite Mutter", verbesserte Frau Lenz. Der Assessor schüttelte den Kopf. „Ich habe heute eine Mutter gewonnen, nachdem ich gestern eine verloren hatte." Und als er den erschrockenen Blick aus sich ruhen sah, fuhr er fort: ,Hch mußte ja eine Aussprache mit meinen Eltern herbeiführen, ehe ich biefen Schritt tat, den ich vorhatte. Ich habe mich wirklich sehr bemüht, meinen Eltern alles Der» stündlich zu machen, aber es war alles vergebens. Ich habe noch gestern abend das Haus meiner Eltern verlassen und bin hierhergezogen — in Ihre Nähe." Mutter Lenz streichelte begütigend feinen Arm. „Die Zeit heilt alles, sie wird auch diesen Riß heilen. Es wird uns gewiß gelingen, Ihren Eltern zu zeigen, daß eine Mutter, die für ihre Kinder arbeiten muß, nicht schlechter ist als eine, zu der das Schicksal gnädiger war. Bleiben Sie jetzt in unserer Nähe als einer, der zu uns gehört. Gehören Sie nun vielleicht weniger zu uns, weil ich Ihnen keine Antwort auf Ihre Frage geben konnte? Ich wollte immer einen Sohn haben. Nun habe ich ihn." III. LiObeth hatte eine gerade Art, die Dinge beim Namen zu nennen. Als die Mutter ihr Erlebnis mit dem Assessor erzählt hatte, sagte die Aelteste: „Du hast ihn auf die rechte Art getröstet, wie es eben nur unser Muttchen zustandebringt. Aber das Ergebnis ist doch recht seltsam: Du hast einen Schwiegersohn — ohne Braut. Es ist, als ob er verlobt wäre —, wir wissen nur nicht mit wem!" „Das ist eine Ungewißheit, die wir leichter ertragen können als er , sagte die Mutter. „Schließlich können nach Carlas Rückkehr nur einigt Tage vergehen, ehe —" „— ehe sie sich entschieden hat, willst du sagen; bas stimmt. Aber —" Lisbeth hob die Brauen und sah die Mutter mit einem jener Blicke an, bie in ber Familie Lenz und barüber hinaus gefürchtet waren, „— ich warne dich vor allzu großem Optimismus. Ich will nicht sagen, daß sich Carlo unbedingt seiner Werbung verschließen wirb, aber bas Spiel ist ganz und gar offen. Carla ist die letzte, die sich von vollzogenen Tatsachen überraschen läßt." „Ach was!" platzte Ursel heraus, die sich bisher tapfer bemüht hatte, die gewichtige Unterhaltung der „Großen" Nicht zu stören, „verlobt ist verlobt! So lange wir Nicht wissen, mit wem Walter verlobt ist, ist er eben mit uns allen verlobt!" Sie erntete einen grimmigen Blick der Schwester. „Quatsck nicht solchen Unsinn! Was mich betrifft, so danke ich für diese Verlobung wie für jede andere. Was dich angeht, so bist du viel zu grün, um das Wort Verlobung überhaupt nur in den Mund zu nehmen." „Ich wollte doch nur sagen, daß wir uns feiner annehmen müssen. Er ist bisher zu Hause immer an Mutters Schürze gehangen, wenn seine Wäsche verbraucht ist, steht er am Ende seiner Weisheit. Das meine ich..." Die Mutter zog ihr Jüngstes lachend an sich. „Du hast ganz recht, Ursel. Jawohl, wir müssen auch an das Praktische denken, du darfit getrost nach ihm sehen, und Lisbeth würde es auch Nichts schaden..." „Danke für Obst", sagte Lisbeth ärgerlich, „wen soll ich denn sonst noch an meine Rockschöße hängen? Ich bin, weiß Gott, versorgt!" Sie stand auf und ging aus dem Zimmer. „Was sie wohl haben mag?" meinte die Mutter. „Eifersucht?" Frau Lenz forschte in den lustigen Augen ihrer Tochter, ob sie das ernst meine. Da sie keine Antwort fand, sagte sie: „Das ist unmöglich. Aber vielleicht —" Sie brach ab, denn es war nicht üblich, mit dem „Kind" derartige Probleme zu erörtern. Und das Kind schien auch längst anderen Gedanken nachzuhängen. Das „Kind" hätte dieser Frage allerdings eine schlaflose Nacht gewidmet, wenn es zur selben Stunde Zeuge einer Szene hätte fein können, die sich im Büro des Herrn Macher abwickelte. Da saß Herr Stelling ziemlich ratlos auf dem einzigen Sessel, vor ihm marschierte Herr Macher auf und ab und hatte die Arme auf dem Rücken verschränkt, und im Türrahmen lehnte Frau Hedwig Macher, die rundliche und resolute Dame, und schwieg ebenfalls. Als ihr das Schweigen zu lange währte, sagte sie: „Ich verstehe euch nicht. Lisbeth ist ja ein rührender Kerl und geht mit uns durch dick und dünn. Daß aber Herr Stelling nicht für uns arbeiten soll, nur weil es unserer Prinzessin Lisbeth nicht in den Kram paßt, nee — bet jefällt mir nich! Wenn sie sachliche Gründe hat für ihre Weigerung — gut. Aber private Gründe und Launen haben mit unferm Geschäft nichts zu tun." Da hob Stelling den Kopf. „Nach diesem Grundsatz müßten Sie selbst die Zusammenarbeit mit mir ablehnen, denn ich habe Herrn Macher gestern bereits gestanden, daß mich gleichfalls private Gründe zu ihm geführt haben." „Hm, ja", betätigte Macher, „Herr Stelling ist ehrlich und fagt's, wie es ist. Also können wir der Lisbeth die privaten Gründe auch nicht verwehren." „Habt euch man nicht mit euren privaten Gründen!" fuhr ihm Frau Hedwig dazwischen, „wir werden uns nächstens noch aus privaten Gründen begraben lasten! Ich will nicht ewig aus deinen privaten Gründen Hering mit Pellkartoffeln cffen. Herr Stelling will für uns arbeiten, warum — ist mir wurstegal, wenn es nur ehrlich gemeint ist. Und danach sieht er ja wohl aus." „Danke!" sagte Stelling. „Alles andere — das mit ber kleinen Lenz — soll er mit ben Lenzens ober auch mit Lisbeth ab- machen, bas geht uns nichts an." „Aber versteh' boch", sagte Macher verzweifelt unb nahm seinen Marsch durchs Zimmer wieder auf, „es handelt sich hier um ein Mißverständnis. Herr Stelling, ist gestern abend von Lisbeth habet ertappt worben, wie er Steinchen an ein Fenster im Lenzschen Hause warf. Sie hat bas natürlich auf sich bezogen, benn sie weiß ja nicht, baß Herr Stelling noch ein anberes Lenzmädel kennt, dem bie Steinchen gegolten haben. Also hat sie annehmen müssen, baß Herr Stelling, kaum baß er sie gestern kennenlernte, schon mit plumpen An- bieberungsversuchen hinter ihr her war." „Sie hat sogar annehmen müssen", bekannte Stelling, „baß ich überhaupt nur aus diesem Grunde hierher kam, daß mein ganzes Interesse an Ihrem Dampfkessel nur geheuchelt war." „Unb banach hat sie Sie bann behanbelt, als Sie heute hierher kamen ..." „Das kann ich wohl sagen!" ,Zch kann es mir vorstellen", ergänzte Macher, „benn ich kenne unsere Lisbeth. Was nutzt es uns, daß mir alles so schon aufgeklärt haben? Wir finb so klug wie zuvor!" „Nun jeht man, trollt euch", sagte Frau Hedwig, „daß sie euch hier nicht erwischt! Die Machern wird das für euch erledigen ..." Und sie erledigte es. Sie hielt sich verborgen bis Lisbeth wieder in ihrer Arbeit steckte, bann schlich sie auf leisen Sohlen herein, stellte eine Taste Kaffee neben Lisbeths Schreibmaschine unb sagte so von ungefähr: „Na, Lisbeth, bem Stelling müssen Sie's ja heute ordentlich gegeben haben? Er ist ganz zu Tode betrübt abgezogen." Sie hatte frrilich nicht erwartet, daß Lisbeth ihr mit solchem Ernst unb einem so flammenden Blick erwidern würbe. „Frau Macher, ich bitte Sie, sparen Sie mir die Gründe, bie ich für mein Verhalten anfuhren müßte. Ich kann mit biesem Menschen nicht zusammen arbeiten. Entweber er — ober ich!" ,Nanu<, bachte Frau Macher, fit bas unsere Lisbeth?, ließ sich aber ihr Erstaunen nicht anmerken. „Mir brauchen Sie nichts zu erzählen", sagte sie, „benn erstens interessiert es mich nicht, -weitens weiß ich alles." (Fortsetzung folgt) Eisendreher, 58 3-, Kirchstraße 13. Ilgen Zahlung emp- Le- uns ge- Weg 41. 28.: Anna Gutfleisch, o. B., 91 I., Bahnhofstraße 73. 29.: Maria Ciborek, geb. Schäfer, o. B., 81 I., Brandgasse 3. 30.: Wilhelm Schmidt, kamen auf: Literaturgeschichte 3, Zeitschriften 22, Gedichte und Dramen 28, Erzählende Literatur Beförderungen beim Finanzamt G t e h e n. Anläßlich des fünfjährigen Bestehens des nationalsozialistischen Reiches wurden beim Fi. nanzamt Gießen befördert: Steuerpraktikant Adam Wecker zum Steuerinspektor, Steuerdiätar Karl Keller zum Steuerassistenten. ** Geschäftsjubiläum. Schneidermeister Heinrich Stumpf, Licher Straße 41, kann am heutigen Dienstag, 1. Februar, auf ein 25jähriges Bestehen seiner Uniform- und Zivilschneiderei zurückblicken. Heinrich Stumpf, gebürtig aus Kirtorf, diente in Gießen bei den llöern und arbeitete dann bis 1913 bei dem unlängst verstorbenen Schneidermeister Wilhelm Stumpf. Er besuchte die Deutsche Bekleidungsakademie in München, machte sich am 1. Februar 1913 selbständig, legte erfolgreich die Meisterprüfung ab, war während des Krieges vier Jahre lang im Felde und baute nach seiner Rückkehr sein Geschäft aus, das er als rastlos schaffender Meister zu bestem Ansehen brachte. ** Sterbefälle in Gießen. Es verstorben in Gießen in ber Zeit vom 15. bis 31. Januar: am 17.: Katharine Schneider, geborene Linn, 75 Jahre, Bahnhofstraße 43; Christian Becker, o B., 63 I., Löwengasse 9; Emil Heppert, o. B., 26 I., Kirchenplatz 11. 18.: Anna Müller, geb. Diehl,o. B., 42 I., Kaiserallee 46. 4.: Katharine Blödner, geb. Hoch, o. B., 79 I., Blockstraße 8. 21.: Wilhelmine Riebel, geb. Kessel, o. B., 78 I., Hammstraße 22; Elisabeth Siemon, geb. Elmshäuser, o. B., 77 I., Mühlstraße 24; Hermine Güngerich, Wwe., geb. Kämmerer, o. B., 83 I., Liebigstraße 58; Katharine Blum, o. B., 68 I., Steinstraße 38. 25.: Wil- bensfreude und Lebensbejahung führt. Spritzung der Obstbäume und Beerensträucher. Vom Obst- und Gartenbauverein wird schrieben: Gin alter H16rr-Offizi'er gestorben. In Darmstadt, wo er im Ruhestand lebte, ist der Oberst a. D. K r a u s e am vorigen Freitag an einem Herzschlaa verstorben. Er war einer der wenigen noch lebenden alten Offiziere des einstigen Gießener Infanterie-Regiments 116 und eine der bekanntesten Persönlichkeiten des alten Regiments. Oberst a. D. Karl Krause war am 15. Juni 1863 zu Herzogenrath (Rheinprooinz) geboren. Er wurde im März 1884 Sekondeleutnant, im März 1893 Premierleutnant und am 8. Oktober 1898 Hauptmann und Chef der 8. Kompanie Infanterie- Regiments Kaiser Wilhelm (2. Großh. Hess.) Rr. 116 in Gießen. Mit dieser 8. Kompanie hat er in drei Jahren das damalige Kaiser-Abzeichen für beste Schießleistungen errungen; drei Büsten als Preise zeugen heute noch im Gießener Offiziersheim von der großartigen Schießausbildung seiner Kompanie. Als Bataillons-Kommandeur wurde er von Gießen, aus in das Infanterie-Regiment 99 ver- setzt. Im Weltkrieg war er Kommandeur mehrerer Regimenter, darunter auch des Landwehr-Jnfan- terie-Regiments 116. In den Kämpfen wurde er Mehrere Male schwer verwundet. Bei den Offizieren und Mannschaften der von chm geführten Truppenteile erfreute er sich großer Beliebtheit, insbesondere bei seiner alten 8. Kompanie, deren Ange- hörige dem nunmehr verewigten einstigen Chef ein dauerndes gutes Gedenken bewahren werden. VottSgemeinschastsabend der Marine-HZ. Amtsgericht Gießen. Der W. D. aus Köppern, der wegen Körperverletzung schon vorbestraft ist, hatte wegen Uebertre- tung der Reichsstraßenverkehrsordnung einen Strafbefehl über 20 Mark erhalten. Hiergegen legte er Einspruch ein, so daß sich gestern das Amtsgericht mit der Angelegenheit zu befassen hatte. Der Angeklagte hatte am 6. 11. mit seinem Lastkraftwagen die Straße Winnerod—Reiskirchen befahren und hatte dann die Linkskurve nach der Reichsstraße Reiskirchen—Gießen geschnitten, anstatt den in der Reichsstraßenverkehrsordnung vorgeschriebenen weiten Rechtsbogen zu fahren. Dort wäre er um ein Haar mit einem vorschriftsmäßig fahrenden Pferdefuhrwerk zusammengeprallt. Zur Begründung seines Einspruchs behauptete der Angeklagte, vor- schriftsmäßig rechts gefahren zu fein. Er mürbe jedoch durch die Beweisaufnahme überführt, so daß es bei der im Strafbefehl erkannten Geldstrafe von 20 Mark verblieb. regenden und emsigen Kleinarbeit, die von frischem Mut getragen und von Frohsinn beschwinat die Jugend durch die disziplinierte Kameradschaft zu Rach auswärts kamen 28 Bände. RSG. Verteilung von Apfelsinen. Die Einfuhr von Apfelsinen muß wegen der knappen Devisenlage in diesem Jahre weiter beschränkt wer- den, zumal auch die Forderungen der italienischen Erzeuger infolge des geringeren Ernteausfalls an- aestiegen sind. Zur gleichmäßigen Verteilung der yereinkommenden Apfelsinen gibt der Gartenbau- wirtschaftsverband an die Großverteiler auf Grund ihrer früheren Umsatzmeldungen Bezugsscheine heraus, auf die die Importeure entsprechende Mengen von Apfelsinen zuteilen. Die weitere Abgabe an den Kleinverteiler (Ladenhändler) erfolgt im Einvernehmen mit der Wirtschaftsgruppe Einzelhandel, während die Verteilung an das ambulante Gewerbe mit dessen zuständiger Wirtschaftsgruppe erfolgt. Infolge der geringen Einfuhr werden in diesem Jahre Städte unter 20 000 Einwohnern nicht beliefert, es fei denn, daß es sich um ausgesprochene Winterkurorte handelt. Die Beschränkung in der Lieferung mit Apfelsinen kann aber in allen Bezirken und in allen Derbraucherschichten ohne Schwierigkeiten ertragen 'werden, da von den Verteilern noch reichliche und preiswerte, qualitativ wertvolle Bestände von Kernobst laufend an den Markt gebracht werden. Rurrdfunkprogramm Mittwoch, 2. Februar. 6 Uhr: Morgenlied, Morgenspruch, Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. In der Pause, 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Gaunachrichten 10: Schulfunk. Formen deutscher Musik. V: Die Suite 10.30: Froher Klang zur Werkpause. 11.40: Deutsche Scholle. Praktische Ratschläge. 12: Werkskonzert aus Butzbach. 13: Nachrichten. 13.15: Mittagskonzert. 14: Nachrichten. 14.10. Das Stündchen nach Tisch... 15: Volk und Wirtschaft. Wer sorgt für den Unfallschutz? 15.15: Münchhausen erzählt unseren Jungmadeln. 15.45: Aus Kunst und Kultur. 16: „Weiß mir em Blümlein blaue". 16.15: Nachmittagskonzert. I Neue Unterhaltungsmusik. 13: Zeitgeschehen. 18.30: Fröhlicher Lautsprecher. 19: Nachrichten. 1940: Unser singendes, klingendes Frankfurt. 21.15: Klänge der Heimat Der Hochschwarzwald. 22: Nachrichten. 22.20: Kamerad wo bist du? 22.30: Unterhaltung und Tanz. 24 bis 2: Nachtkonzert. "Das 5. Ziel der Grund - und Sonde r st e u e r wird von der Stadtkasse Gießen zur umgehenden Zahlung angemahnt. Auch das 4. Ziel der Kanal-, Straßenreinigunos- und Müllabfuhr- aebühr 1937 wird zur alsbaLi' fälle und komischen Talente wirkunosvoll zur Schau stellten, wie sie das Lied der Wolgaschiffer mit ober- hessischem Akzent fangen und Scharführer Plaetsch mit Geschick den Ansager machte. Mit besonderer Freude machten sie sich an das Spiel gegen die Meckerer mit der Ueberschrift „Was wünscht der Herr, bitte?" So bot der Wend einen Ausschnitt aus einer an« Was die „blauen Jungen" als sozusagen „feierlichen Auftakt" der Spielfolge an Märschen, Musikstücken und Liedern darboten, waren stimmungsvolle, „von der Liebe und den Meereswogen" getragene Weisen, die die „Bordkapelle" und die MHJ.-Singschar mit Schneid und Geschick zu Gehör brachten. Scharführer Gärtner beschwingte diese Stimmung mit einem Akkordeonsolo „La Paloma", das nachhaltigen Widerhall fand, so daß er sich zu einer Zugabe verstehen mußte. Mit gleicher Sicherheit boten die Jungens einen Einblick in ihren „Seemannsdienst". Mit ihren forschen Sprüngen über das Hochpferd und mit den Bodenübungen lieferten sie den Beweis, daß Leibesübungen einen wesenttichen Bestandteil ihrer Ausbildung bilden. Der zweite Teil der Spielfolge, der Ellernabend, bot einen umfangreichen Einblick in das lustige Leben und Treiben im MHJ.-Zeltlager in Miltenberg. Dazu entbot für den erkrankten Gefolgschaftsführer R u p p e l Scharführer P l a e t s ch den Will- ** Brennholz-Zuteilung der Stadt Gießen. Bei der gestrigen Brennholz-Zuteilung aus den Waldungen der Stadt Gießen wurden folgende Preise bezahlt: Duchenscheite A 10,60 Mk., B 8,00 Mk., Cichenscheite A 6,70 Mk., B 6,20 Mk., Buchenknüppel A 8,00 Mk., B 6,50 Mk., Eichenknüppel A 4,50 Mk., B 4,00 Mk., Buchenstöcke A 4,00 Mk., Buchenreisig III. Klasse 0,90 Mk. Die genannten Preise verstehen sich je Raummeter. Buchenreisig II. Klasse wurde mit 0,16 Mk. je Welle verkauft. Die zur Verfügung stehenden Holzmengen wurden restlos zugeteilt. ** Oeffentliche Bücherhalle. Im Januar sind 2327 Bände ausgeliehen worden. Davon In der Voraussetzung, daß die Pflege der Obstbäume und die Bekämpfung der Obstbaumschädlinge ernstere Formen annehmen wird, hat der Obst- und Gartenbauverein Gießen bereits alles vorbereitet, um hier tatkräftig im Interesse seiner Mitglieder einzugreifen und sie bet der Bekämpfung der 'Schädlinge im Obstbau mit tragbaren Mitteln zu unterstützen. Der Obst- und Gartenbauverein Gießen verfügt zur Zeit über zwei fahrbare Baumspritzen, die zur Spritzung der Obstbäume und Beerensträucher eingerichtet find. Für jede Spritze sind lange Schläuche vorhanden, so daß die kleinen Wagen (Handwagen und Karren) auf den Gartenwegen stehen bleiben können. Die vorhandene Rückenspritze ist mit einer Hebelpumpvorrichtung und mit einem längeren Schlauch versehen; sie kann jetzt an Mitglieder mit kleinen Gärten, die ihre Bäume selbst spritzen wollen, ausgeliehen werden. Zur Spritzung mit den zwei fahrbaren Spritzen sind geeignete, zuverlässige Leute gewonnen. Es liegt letzt nur noch an der nötigen Mithilfe der Gartenbesitzer, daß sie rechtzeitig zu den mitgeteil- ten Zeiten ihre Gärten geöffnet und Wasser zur Stelle haben, um die vorhandene Unterkultur abzu- spritzen, evtl, muß diese vorher abgedeckt werden. Es ist erforderlich, daß die Bäume vor dem Spritzen ausgelichtet und gereinigt werden. Spritzmaterial wird zu annehmbaren Preisen gestellt. Eine Unterweisung in der Handhabung der Spritzen findet am kommenden Samstag statt. Die Mitglieder des Obst- und Gartenbauvereins und alle sonstigen Interessenten können hieran teilnehmen. Giehener lvochenmarktprette * G i e ß e n, 1. Febr. Auf dem heutigen Wochen- mark kosteten: Deutsche feine Molkereibutter, kg 1,57 Mark, feine Molkereibutter 1,52, Markenbutter 1,55 bis 1,60 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, Stuck 5 bis 10 Pf., ausländ. Eier 12, Suppenhühner, Vi kg —.90 bis 1.— Mark, Wirsing 10 bis 15 Pf-, Weißkraut 9 bis 10, Rotkraut 12 bis 15, Gelberüben und Karotten 10 bis 12, rote Rüben 10 bis 12, Spinat 15, Unterkohlrabi 6 bis 8, Rosenkohl 25 bis 28, Feldsalat, Vio 9 bis 10, Zwiebeln, 54 kg 9 bis 10, Meerrettich 30 bis 60, Schwarzwurzeln 30 bis 40, Kartoffeln 5, 5 kg 40 Pf., 50 kg 3 — bis 3.45 Mark, Aepfel, 54 kg 10 bis 20 Pf., Blumenkohl, Stück 45 bis 55, Endivien 10 bis 25, Lauch 5 bis 8, Rettich 5 bis 15, Sellerie 10 bis 35 Pf. kommensgruß _ und sprach von dem Zeltlager als : UHU ^UUIIieil y^ux^nut ^xutut einem der schönsten Erlebnisse der Jungen. In 1355, Jugendschriften 354, Länder- und Völkerkunde einigen Einzelbildern wurde gezeigt, was Gesolg- 15]f Kulturgeschichte 4, Geschichte und Biographien schaftsfuhrer und Eltern „falsch gemacht ^aben 237, Kunstgeschichte 7, Naturwissenschaft und Tcch- Ge meins am wurde sodann das Lied vom .Lapten | nologie 50, Heer- und Seewesen 47, Haus- und und dem „Stürmann" gesungen, und nun wurde Landwirtschaft 7, Gesundheitslehre 4, Religion und die „Fahrt ins Eager angetreten, die in ergötz- Philosophie 11, Staatswissenschaft 40, Sprach- Iidjen Bildern, bei denen sich einige Talente be\on» \ rox\\en\d)aU 2, Sport 3, Fremdsprachliches 2 Bände, ders hervortaten, den im Laaer herrschenden Geist - - •• • - ------ der Volksgemeinschaft und Kameradschaft zeigten. Scharführer Bommer gab dem fröhlichen Treiben mit zwei Gedichten von Wilhelm Busch eine besinnliche Note. Es war spaßig zu sehen, mit welch' einfachen Hilfsmitteln die Jungens ihre guten Ein- m t « ,L t Helm Stumpf, Schneidermeister, 85 I., Am Nah- Die Gießener Marine-Gefolgschaft 116 der HI. rungsberg 37; Wilhelm Krombach, 48 I., Fabrik- zelgte durch ihren Volksgemeinschaftsabend am arbeitet, Rodheimer Straße 38. 26.: Georg Gilbert, Samstag im Cafe Leib, den Unterbannführer Dr. 0. B., 47 I., Marburger Straße 75. 27.: Luise mit kurzen Begrußungsworten er- Wiedmeyer, geb. Rorig, 0. B., 45 I., Alter Rödqer öffnete, zu welch köstlichen (Emfallen und heiterer — • — ~ ~ ...... - - - ~ Stimmung die Kameradschaftsarbeit führen kann. Manche Eltern, die sich überaus zahlreich zu dieser Veranstaltung eingefunden hatten, werden erstaunt gewesen sein über diese Jungen. Wirtschaft Rinderschlacht-Koritingent auf 100% erhöht. DHD. Der Vorsitzende der Hauptvereiniaung der deutschen Viehwirtschaft hat folgende Bekanntmachung erlassen: Auf Grund des § 67 der Anordnung Nr. 96 der Hauptvereinigung der deutschen Viehwirtschaft vom 20.12.1937 gebe ich bekannt, daß ich mit Zustimmung des Reichsministers für Ernährung und Landwirtschaft und des Reichskommissars für die Preisbildung mit Wirkung vom 1. Februar 1938 unter gleichzeitiger Aufhebung der Bekanntmachung Nr. 3 vom 10. Juni 1937 den Kontingentsatz für Rinderschlachtungen und Rindfleischumsätze auf 100 v. H. festgesetzt habe. Kein Koggen-pflichtangebot an hie Wehrmacht. Fwd. In einer neuen Bekanntmachung des Getreidewirtschaftsverbandes Hessen und Nassau wird bestimmt: Nach Abschnitt A Nr. 3, Zimmer II, 4 der Anordnung der HV. der deutschen Getteide- und Futtermittelwirtschaft vom 1. 7. 1937 und Bekanntmachung der HV. vom 7. 8. 1937 sind alle Verteiler, die Roggen unmittelbar vom Erzeuger erwerben, veroflichtet, eine bestimmte Menge der jeweils monatlich erworbenen Roggenmenge der Wehrmachtverwaltung unter der Bezeichnung „Pflicht- angebot" zum Kauf anzubieten. Diese Vervflichtung wird mit sofortiger Wirkung im Einverneymen mit den Dienststellen der Wehrmacht und der HD. auf« gehoben. Verteiler, die vom Erzeuger Roggen er« werben, sind daher in Zukunft von Der Abgabe des vorgeschriebenen Pflichtangebotes an die Wehrmachtverwaltung befreit. Das Abholen von Brotgetreide durch die Mühlen. Fwd. Auf Grund der Werkoerkehrsbesttmmungen der Anordnung der HD. der deutschen Getreide- und Futtermittelwirtschaft vom 1. 7. 1937 hat der Landesbauernführer den Mühlen durch seine Anordnung Nr. 48 vom 11. 8. 37 allgemein bis zu 20 Kilometer die Genehmigung zur Abholung von Brotgetreide bei Verteilern, oder für Rechnung der Verteiler bei Erzeugern erteilt. Diese Genehmigungen haben auch weiterhin Gültigkeit, jedoch mit der Auflage, daß bei abgeholtem Brotgetreide mit eigenen oder fremden Fahrzeugen von den Mühlen als Beförderungskosten der für das Getreidewirtschasts- fchaft 1937/38 vom 1. 7. 1937 hochstzulässige Ab- schlag von 50 v. H. der Eisenbahnfracht für gedeckte Wagen nach der Hauptklasse des Ausnahmetarifs 17 B1 an dem Kaufpreis in Abzug gebracht werden muß. Diese Auslage ist auch für Einzelgenehmigungen, die für größere Entfernungen bereits erteilt sind oder noch erteilt werden, maßgebend. Die Anordnung tritt mit sofortiger Wirkung in Kraft. Bhein-Mainische Börse. Freundlich. Frankfurt a. M., 31. Jan. Die Börse gab ihrer seit Tagen fteundlichen Grundtendenz zum Wochenbeginn auch kursmäßig Ausdruck, wenngleich die Erhöhungen am Aktienmarkt sich in engen Grenzen bewegten. Es lagen kleine Käufe Der Kundschaft vor, während Angebot kaum noch erfolgte. Die Kulisse blieb aber zurückhaltend, obwohl der Ultimo überwunden und die Lage am Geld- markt leicht ist. Offenbar wartet man die Ergebnisse der bevorstehenden Bilanzsitzungen von AEG. und Verein. Stahl ab. Eine Sonderbewegung hatten Moenus Maschinen mit 129,50 bis 129,75 (124,50) auf die günstigen Mitteilungen über die Dividenden' aussichten. Stärker befeftigt waren sodann AEG. mit 119 (117,40), well die Börse mehr zu 5 als zu 4 v. H. Dividende neigt. Don Montanwerten ge» mannen Deutsche (Erböl 1,25 v. H. auf 142,75, Hoesch und Rheinstahl je 0,75 v. H. auf 115 bzw. 145,50 und Verein. Stahl 0,25 v. H. auf 112,75. Die Farben-Aktie eröffnete mit 160,75 (160,50) und schwankte später bei 160,50 bis 160,75. Motorenwerte lagen behauptet, Adlerwerke Kleyer 118,50, Daimler 140,50. Im einzelnen setzten Conti Gummi mit 192,40 (191,75), andererseits Reichsbank mit 209 (210) und Deutsche Linoleum mit 167,50 (168,75) ein. Allen Kursbewegungen lagen keine besonderen Umsätze zugrunde. Der Rentenmarkt blieb weiterhin fest, das Geschäft hatte aber infolge des Materialmangels nur kleinen Umfang. Starke Nachfrage verblieb insbesondere am Pfandbrief markt. Kleine Umsätze erfolgten in Kommunal-Umschuldung bei 95,20 bis 95,25. Städte - Altbesitz wurden zu unverändert 134,75 gefragt. Goldpfandbriefe und Kommunal- Obligationen kamen unverändert, Liquidationspfandbriefe zumeist 0,13 v. H. höher zur Nottz. Frankfurter Hyp. Liquid. 0,25 v. H. höher mit 102,65. Stadtanleihen notierten unverändert, auch Staatspapiere und die übrigen festverzinslichen Werte wiesen kaum Abweichungen zum Wochenschluß auf. Abendbörse freundlich. Die Abendbörse nahm im allgemeinen einen ruhigen Verlauf, da nur wenig Aufträge Vorlagen, während die Kulisse eine abwartende Haltung ein« nahm und nur kleine Dispositionsänderungen tätigte. Die Haltung war aber weiter freundlich. Arn Aktienmarkt blieben einige Spezialwerte fest. So erhöhten sich Jul. Berger noch über den Berliner Stand hinaus um 0,50 v. H. auf 155 (153), Daimler gewannen 1 v. H. auf 143, Gesfürel ebensoviel auf 147, Deutsche Erdöl um 0,75 v. H. auf 143,50 und je 0,50 v. H. hoher gelangten Schlickert mit 178,40, Deutsche Linoleum mit 168, Betula mit 168,50 zur Notiz. Die mittags stark befestigten Moenus lagen mit 129,90 (129,75) voll behauptet. IG. Farben gaben 0,50 v. H. nach auf 161, und Rheinstahl wurden um 1 v. H. jurütfgenommen auf 144,50. Unverändert lagen u. a. Verein. Stahl mit 113,25, Buderus mit 127,25, Adlerwerke mit 118,50, Bemberg mit 141, Scheideanstalt mit 253, Licht und Kraft mit 144, Metallgesellschaft mit 146 und VDM. mit 176. Filialgrvßbanken notierten wie mittags, während Adca. 0,25 v. H. anzogen auf 106,40. Don sonstigen Einheitswerten erholten sich (Bebr. Fahr auf 160 (159), Gritzner notierten nach Pause mit 50 (49,75) und Lindes Eis mit unv. 176,25. Der Rentenmarkt lag ftill. 4Vz v. H. Stadt Mainz von 28 stellten sich auf 98,90 (98,75), 4l/t v. H. Krupp auf 100,13 und im Freiverkehr Kvm- munal-Umschuldung auf 95,25. Frankfurter Getreidebörse Frankfurt a. M., 31. Jan. Es notierten (Getreide je Tonne, alles übrige je 100 Kilogramm) in Mark: Weizen W 13 211, W 16 214, W 19 218, W 20 220, Roggen R 12 193, R 15 196, R 18 200, R 19 202 Großhandelspreis der Mühlen der genannten Preisgebiete: Weizenmehl Type 812 W 13 29,30, W 16 29,40, W 19 29,40, W 20 29,75, Roggenmehl Type 1150 R 12 22,45, R 15 §2,80, R 18 23,30, R 19 23,50 plus 0,50 Mark Frachtausgleich; Weizenfuttermehl 13,60, Weizenkleie W 13 10,75, W 16 10,90, W 19 11,10, W 20 11,20, Roggenkleie R 12 9,95, R 15 10,15, R 18 10,40, R 19 10,50 Mühlenfestpreise ab Mühlenstation; Treber getr. 14,00 Höchstpreis ab Erzeugerstation. Frankfurter Schlachtvlehmarkt. Frankfurt a. M., l.Febr. (Vorbericht.) Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Vorauftrieb: 1135 Kälber, 111 Hämmel, 41 Schafe, 4250 Schweine. Es kosteten: Kälber 35 bis 65 Mark, Hämmel 30 bis 46, Schafe 20 bis 42, Schweine 49,50 bis 56,50. — Marktverlauf: Kälber mittelmäßig, Hämmel und Schafe langsam, Schweine zugeteils. Kurszettel -er Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Zistern geben die Höhe der zuletzt oeschlofienen Dividende an. Reichsbankdtskont 4 v Lombardzinsfuß 5 o. H Frankfurt a. M. Berlin Frankfurt a. M. Berlin Schlutz- kurs Schluhk. Abendbörse Schlußkurs Schlußk Mittag, börse Schlußkurs Schlußk. Abendbörse Schluß- kurs Schlußk. Mlttag- bdrse Datum 29L 31.1- 29.1 31-1. Saturn 29.1. 311. 29.1. 31-1. 6% Deutiefte Reichsanleihe v. 1927 101, 5 101, 101,5 101,5 Lccumulatoren-Fabrik....... 14 228 — 4% Deutsche Reichsanl. von 1934 99,25 99,4 Aichalsenburg Zellstoff....... 6 140,25 139,5 140,4 140,75 iVi% Deutsche Reichsschatzanwei- Bemberg.................. O 141 141 141 140,75 <• Betula.................... 8 168 168,5 168,75 169,25 »eir crei WelD «ne, l»eld | Bnei Buenos .................... Brüssel................... 0,728 41,95 0,732 42,03 0,682 41,97 0,686 42,05 Japan.................... Jugoslawien ........... 0,724 5,694 62,42 48,95 11,28 0,726 5,706 62,54 4« ns 0,724 5,694 62,47 0,726 5,706 62,59 49,05 11,31 Rio de Janeiro ............ 0,140 0,142 0.140 0,142 LSl».................... 47,00 47,10 47,00 47,10 Bien..................... 405 Kopenhagen............... 55,45 55,47 55,49 55,61 Lissabon.................. 1,30 11,29 47,00 12,42 5,495 47,10 12,45 5,505 47,00 1 12,43 ' 5,499 47,10 12,46 5,511 Stockholm ................ 64,02 57,43 14.49 64,08 57,48 14,49 8,711 64,20 57,60 14,51 8,729 Schweiz.................. 57'55 14,51 • 7'M Spanien.................. 8,117 138,49 13,09 8,133 38,77 13,11 8,152 j 38,61 13,09 I 8,168 Prag..................... 8 ,711 1 138,89 13,11 vudapeH................. Statte»................... Reutjürf.................. 2,481 2,485 2-479 MK 1 Zu dembeliebleo groGenMaskenball der Spielvereinigung 1900 Samstag, deii 5. Februar, im Caf6 Leib Karten im Vorverkauf: Schuhhaus Darrö, Seltersweg; Sporthaus Schwan. Mäusburg; Aug. Wallenfels, Marktplatz, und a. d. Abendkasse 625Ü ^vyre 2n ffn °uc>e 8n»id)t t ®ctfr (« ft di°, Se- SSm" S -- fort. ®<1>,c Mijtn * »°hl bail ätles' Willigen UK KK-j rr>^'"''"d ' Sonn" ' ^3 6tH<' flatn’1' Stein 'Kid -[ ‘Xftri«» Sffi», j«r. Als das fafc schen Feldzug v der britische Le Krallen betrach stumpf waren, ren. England sl lichen Gegner. 1 über den ganze britannien sei, Meere und al Seit jenem Z« Regierung unc gegenzutreten zugleichen. Da- Propagandist^ mittel, anderse stund, b" i“ matinftl, auf d Luftwaffe, son M a r i n e st ü Uebersee erstre teln die britifi Empire-Verteiö. ten Wochen bt nur an bie $eh Sage im Mittel !8e[ig her Meere lien wie in eine denke an die e gen über die Au für Schlachtschiff farcierten Ausl pur, dessen Do grohe Staatsfeic Die tombiniei und Seestreitkra haben dieser Ta geben zur Einn Men zugleich dieser Wegscheil angreifbar Kanspruchunq Z0 Kilometer , Asel Singapur Sudspitze der . dem niederländi tze P-t Leichtig, zwi M,k°m M, fw? in den $ Oen ,^'9na(gäi'ter ft'5 "°ch bei "‘e“*Wspatl pl|e man in ?’«tenne[t, bas Äfft“ E", b°!ch<°b b , ’ den jjef.t. '«finfe. fi,7. el* W- t(Hetn ,, der mlA?e flfcu. ft? - Sie tondo". '■ 5WV® b,9bie IKanöpet' Betleibism’S4®'1' enwll® J°7tio »°Wß „ öfnungflU8’1 Drei imetit «verden. An den IHan beteiligt. Ferner unter auch Ernt zusammengezoge Truppen beb VIEIRTIRIETIEIR mit Reisewagen. [Stellenangebote] [ Vermietungen | Junger,fleißiger Bäcker Garage 0421 frei. 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Wieseck, der übrigens Zweitbester am Längspferd war, und sein Vereins- Zweitakter-Maschine schon vorzüglich vertraut gemacht und bewies das durch einen ehrenvollen zweiten Platz hinter Kluge, wobei er einen Durchschnitt von 114 km/st schaffte. Dritter wurde der Australier Hayman (Excelsior) mit 109 km/st. mit den australischen Velocette-Fahrer zu tun hatte, die nach ihren letzten Niederlagen auf eine Vergeltung drängten und ihre Maschinen in sieber- neuen, großen Erfolg. Er gewann beim „Großen Preis von Australien", der am Montag auf einer schweren und nicht sonderlich guten Strecke im Staate Victoria entschieden wurde, mit seiner schnellen 250er-DKW.-Maschine das Rennen der Viertelliter-Klasse ganz überlegen vor seinem australischen Markengefährten Frederik. Etwa 50 Kilometer vor Melbourne liegt die Phi- Schlaglöcher auf und Kluge kennzeichnete die Lage nach dem Rennen am treffendsten mit dem Ausspruch, daß man auf Geländemaschinen hätte fahren sollen. Hafter Arbeit verbessert hatten. Kluge konnte diesmal mit feiner überlegenen Fahrtechnik nicht die ten sich reibungslos ab und hinterließen den Eindruck, daß Hessens Gerätmeister auf dem besten behaupteten sich ehrenvoll unter dem aufstrebenden Nachwuchs und gehören zu denen, die am Ausscheidungsturnen der Gaugruppe (Hessen, Südwest, Mittelrhein, Niederrhein) am 20. Februar in Hersfeld teilnehmen. dem Jubel von 10 000 begeistert mitgehenden Zuschauern errangen die Olympiasieger Maxie Herber- Ernst Baier zum vierten Male hintereinander den wertvollen Titel. Wieder waren die Geschwister Pausin die gefährlichsten Gegner, doch klar geschlagen mußten sich die Wiener wieder mit dem zweiten Platz begnügen. Inge Koch und Günther Noack unterstrichen den deutschen Erfolg noch, indem sie als Dritte die ungarischen Geschwister Piroska und Atilla Szekrenyessy hinter sich ließen. Als erstes Paar führten die Pausins ihre neue Meisterschaftskür vor, auf die man sehr gespannt war. Zur großen Ueberraschung aller zeigten einige Unsicherheiten, daß die Arbeit in diesem neuen Programm nicht genügend ausgefeilt war. Vieles machten die Wiener durch den ihnen eigenen Schwung und durch den anmutigen Vortrag wieder wett. Es war daher nicht ganz verständlich, weshalb ein Preisrichter die Platzziffer 3 zuteilte. Atemlose Sülle herrschte, als Marie Herber und Ernst Baier, die Verteidiger des Titels, erschienen. An Sicherheit und Ausführung übertrafen die Deutschen ihre Gegner klar. Mit bestechender Sicherheit Hausse (Kassel) bei der Siegerehrung mit aner- Schwierigkeiten verbunden war — die meisten Bekennenden Worten zum Ausdruck. Wohl ließ die. sucher mußten das Schiff benutzen — kamen mehr Ausführung der für Karlsruhe bestimmten Pflicht- als 20 000 Zuschauer zur Rennstrecke, die mit gto= Übungen noch zu wünschen übrig — nicht eine ein- her Begeisterung den Rennen folgten. Unsere heimischen Turner bei den hessischen Gerät-Meisterschasten. In Marburg trug der Gau Hessen (wir berichteten bereits kurz darüber) seine Gaugerätmeisterschaft aus und verband damit das Ausscheidungsturnen für die am 6. März in Karlsruhe stattfindenden Deutschen Gerät-Meisterschaften. Die unter Leitung von Gaufachwart Ries und Gauobmann für Männerturnen, Becker, stehenden Kämpfe wickel- Wege sind, den Anschluß an die deutsche Spitzen-| der „Große Motorradpreis von Australien' klasse zu finden. Das brachte auch Gausportwart schieden wurde. Obwohl die Zufahrt mit < ren, ausgleichen und mußte sich mit einem ehrenvollen dritten Platz begnügen. Wie Heiber-Baier Europameister wurden! Mit einem großen Erfolg endeten die 9. Europa- Meisterschaften im Eiskunst-Paarlaufen, die auf und als die Zeit um war, wußte jeder, sie waren wieder Meister geworden. Fünf Kampfrichter zeigten eine Platzziffer 1, nur der Oesterreicher gab eine Zwei. — Mit dem gleichen Programm wie in St. Moritz warteten Koch-Noack auf. Sie werden Immer besser, ihr dritter Platz besagt genug. SchmelingsMeinung zu seinem Kamps. Schrneling sagte selbst, daß ihm der Hamburger Kampf über 12 Runden viel wertvoller gewesen ist, als wenn er seinen Gegner, den bewundernswert tapferen südafrikanischen Farmerssohn, schon auf der Hälfte des Weges umgelegt hätte. Denn erstens war der Kampf mit diesem ungeheuer harten und dabei bis in die letzten Runden ständig sehr gefährlichen Gegner naturgemäß eine außerordentlich wichtige Vorbereitung auf den Kampf um die Weltmeisterschaft: zweitens hat Schrneling wohl noch in keinem seiner bisherigen Kämpfe eine derart sichere Beherrschung sämtlicher Schlügarten gezeigt, wie in diesem. Er hat sämtliche Seiten seines Könnens Runde um Runde auf das Gründlichste durchprobieren können. Er weiß nun, was er für den Entscheidungskampf einsetzen kann. Das ist auch die Ansicht aller Fachleute. Dabei ist darauf hinzuweifen, daß Schrneling von der dritten Runde ab eine schwere Stauchung am rechten Daumen hatte, dessen Ansatz stark geschwollen ist. Gleichwohl erklärte sein tapferer Gegner Foord nach dem Kampf offen, Kiefer, Schläfen und Mund seien ihm wie zerschlagen: „Die Rechte von Schrneling ist fürchterlich." Kurze Sportnotizen. Gottfried von C r a m m / H e i n r i ch 5) en« k e l wurden in Adelaide im Endspiel der australischen Tennis-Doppelmeisterschaft von dem australischen Paar Bromwich/Quist glatt in drei Sätzen mit 7:5, 6:4, 6:0 geschlagen. der Freiluft-Eisbahn von Troppau entschieden wur- ent- den. (Wir berichteten bereits kurz darüber.) Unter tamerab Karl Lettin, ferner der immer noch Die Leistung Kluges 'st um so höher zu werten, leistungsfähige Richard S e th, Tv. Großen-Linden, als die Rennstrecke alles andere denn ideal war. behaupteten sich ehrenvoll unter dem aufstrebenden Sie wies nicht nur Sandstellen, sondern auch zige konnte mit „20" bewertet werden —aber die Den Beginn machten die 25Oer-Maschinen. Kürübungen zeugten von ausgezeichnetem Können. Kluge bewies erneut die große Schnelligkeit fei- Die Ergebnisse zeigen, daß Kassel heute die un-1 ner DKW.-Maschine und erwies sich allen Mitbestrittene Führung im Gau hat. Dornte von der > bewerbern weit überlegen. Mit 119 km/st fuhr er Mk größter Spannung sah man dem Rennen, zeichneten sie khre berühmten Figuren auf das Et«, «en---®»'-«- *•■***• — spielend meisterten sie die größten Schwierigkeiten, ItfAkiifanock Stadttheater . • «und zum Bauen Ä b er mann ER 8 C H LUSSV E R K A U F