irJ76 Erstes Blatt 187. Jahrgang Samstag, 31. Juli 1957 T O * Spanien und wir Q 3 5 s s L2 $ 5 3 einigten und des e » & o 3 A 3 5 o 3 D 3 3 A o 3 a* Q F o » L 3 3 0 3 8 S*1 i o 2 ft v CP Z 3 Z 3 0 tao* 2 = Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8'/,Uhr des Vormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Textanzeigen von70mm Breite 50 Rpf.,Platzvorschrift nach vorh.Dereinbg.25°/„ mehr. (Ermäßigte Grundpreise: Stellen-, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige löelegenheitsanzei- gen 5 Rpf., Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B und von europäischem Umfang liegt dem bolschewistischen Eingreifen in Spanien von Anfang an zugrunde. Es braucht nur die eine Tatsache noch hinzugefügt zu werden, daß die Sowjets auf spanischem Boden mit neuen Sendern und abkommandierten Rundfunksprechern die Zersetzungs- und Zweifelpropaganda gegen Deutschland und Italien, als den beiden „faschistischen Mächten", eröffnet haben. Sie täuschen dabei vor, sie befänden sich mit ihrem Sender bereits in den beiden Ländern, sozusagen als eine illegale Fliegende Kolonne. Für wen das nicht die Vermischung von Krieg und Bürgerkrieg, von Volksrevolutton und Weltrevolution ist, für den braucht kein Handbuch der Harmlosigkeit mehr geschrieben werden. Wir Deutschen sind nicht mehr harmlos genug, solche Dinge zu übersehen, und da wir uns ials Großmacht für unsere und die Sicherheit Europas verantwortlich fühlen, weil wir außerdem den Eindruck haben, daß nicht in allen europäischen Ländern das Proletariat verschwunden, geschweige denn gegen Einflüsse und Befehle Moskaus gefeit wäre, darum haben wir nicht nur ein Reichsminister Dr. Goebbels beim Rundgang in der diesjährigen Großen Deutschen Rundfunkausstellung. Im Vordergrund Generalintendant G l a s m e i e r, links neben dem Minister der Präsident der Reichsrundfunkkammer K r i e g l e r. — (Scherl-Bilderdienst-M). Interesse daran, unsere eigenen Grenzen abzuriegeln, sondern den Bolschewismus schon im Vorfeld an der Ueberrumpelung Europas zu hindern. Wenn wir die Bändigung des spanischen Welt-Bürgerkriegs fordern, so tun wir es aus europäischer und nicht nur deutscher Verantwortung heraus. Wir sind wieder eine Großmacht geworden und nicht mehr gewillt, bloß die Ergebnisse der Weltpolittk hinzunehmen, am wenigsten, wenn sie von Moskau besttmmt werden, denn wir wissen, daß der Bolschewismus das anarchische Prinzip dieses Jahrhunderts ist, wir aber eine Macht der Dränung in der Welt sind. Man wehrt die Anarchie nicht fünf Minuten vor zwölf ab und nicht, wenn sie bereits auf der Türschwelle steht. Man muß sie festsetzen, an jedem Versuch verhindern, irgendwo in der Welt und Europa Fuß zu fassen. Denn am Bolschewismus geht nicht ein Volk, geht jedes, gehen alle Völker zugrunde. Don Hans Schwarz van Berk. Das geht uns die ganze spanische Sache über- harpt noch an? Hätten wir überhaupt nicht lieber M unsere Kriegsschiffe zu Hause behalten sollen? Und der Nichteinmischungsausschuß mischt doch nur jnmerzu die Karten, ohne es zu einem richtigen |6j:el kommen zu lassen — was haben wir dort «ich zu suchen? Bismarck sprach das Wort von den Mdeln, die ihm nicht die Knochen eines einzigen vmmerschen Grenadiers wert wären. Was ist uns hem Spanien wert? Anschließend legte Dr. Goebbels einen überzeugenden Rechenschaftsbericht Über die Errungenschaften der deutschen Rundfunkpolitik in den letzten vier Jahren ab. Allein die Zahl der Rundfunkhörer sie seit dem Jahre 1933 von 4 307 700 Hörer bis zum 1. Juni 1937 auf 8 372 800 Hörer gestiegen. Die Steigerung der Gesamtsendestunden betrage 58 v. H. Der Volksempfänger stelle, entgegen den Sorgen der Industrie, kein Hindernis im Verkauf von Markenapparaten, sondern ein zusätzliches Geschäft dar. Im Jahre 1935/36 wurden 638 000 Markenempfänger und 405 000 Volksempfänger verkauft. Inzwischen habe sich das Verhältnis zugunsten des Markenempfängers insofern verschoben, als vom 1. August 1936 bis zum 31. März 1937 822 000 Markenempfänger und 332 000 Volksempfänger ab- gefetzt wurden. Demnächst werde ein neuer verbesserter Volksempfänger in einer Auflage von 300 000 Stück bei einer Preisermäßigung von rund 15 v. H. auf den Markt kommen. Der unter den alten Bedingungen konstruierte Volksempfänger werde ebenfalls im Preise gesenkt und ab heute zu 59.— RM. verkauft. Dazu werde anläßlich der diesjährigen deutschen Rundfunkausstellung der erste Gemeinschafts-Uebersee- empfänger herausgebracht. Er erhalte den Namen „S t u 11 g a r t", nach der Stadt des Auslandsdeutschtums. Dr. Goebbels stellte mit Genugtuung fest, daß mit dem 1. Dezember 1936 England, das im Hinblick auf die Zahl der Rundfunkhörer an der Spitze aller europäischen Länder stand, auf diesem Gebiet die Führung an Deutschland abgeben mußte. Die Rundfunkdichte betrage in Deutschland 12,4 Rundfunkhörer auf 100 Einwohner, bzw. 46,6 Rundfunkteilnehmer auf 100 Haushaltungen. Damit sei Deutschland das führende Rundfunkland Europas geworden. Demgegenüber stehe eine amerikanische Rundfunkdichte von 75,3 v. H. der Haushaltungen. Somit müßte Deutschland, wollte es auch hier an die führende Stelle gelangen, noch eine Zunahme von rund 5 Millionen Teilnehmern erreichen. Besonders erfreulich fei die Ausbreitung Ul 2.52 3^-2 0 3 3 3 3 = o s 2 » E 2 -8-Or |ä 3 « 2? 0 \9 tS‘ E Deutscher Rundfunk an der Gpihe Europas. Reichsminister Dr. Goebbels eröffnet bie,,14. Große Deutsche Rundfnnkausstellnng 1932", Die deutschen Rundfunkgeräte werden billiger. LP 3 O n £2 großen Orchester des Deutschlandsenders Reich-Senders Berlin unter der Leitung des Rundfunks seit 1933 auf dem Lande. Hatte es im Jayre 1933 einen Anteil von 38,7 v. H. an der Gesamthörerzahl inne, so erreichte es im Jahre 1936 bereits einen solchen von 42 0. H. Das Land sei also erfreulicherweise im Begriff, den Vorsprung, den bisher die Mittel- und Großstädte hielten, nach und nach aufzuholen. Anschließend wies Dr. Goebbels darauf hin, daß am 15. Juli dieses Jahres die Preise für Rundfunkröhren in Deutschland durchschnittlich um 20 bis 30 0. H. gesenkt wurden: dadurch sei eine seit Jahren von der politischen Rundfunkführung erhobene Forderung in Erfüllung gegangen. Diese Röhrensenkung werde zweifellos eine Verbilligung des auf den Markt kommenden Rundfunkgerätes herbeiführen und es jedem Rundfunkhörer ermöglichen, feine verbrauchten Röhren durch neue zu ersetzen und dadurch die Qualität seines Rundfunkgerätes erheblich zu verbessern. Im Hinblick auf die Programmgestal- tung stellte Dr. Goebbels fest, daß der Umfang der Musik um 11 v. H. erweitert worden sei, um insbesondere den Wünschen der werktättgen Schichten nach Unterhaltungsmusik weitestgehend entgegenzukommen. Der Zeitfunk habe als eine der modernsten Ausdrucksformen funkischer Gestaltung planmäßigen Ausbau gefunden. Anschließend wies Dr. Goebbels darauf hin, daß dieser Aufschwung auch eine organisatorische Neuordnung notwendig machte Der neue Reichsintendant des deutschen Rundfunks habe zugleich als Generaldirektor der Reichs-Rundfunk- G. m. b. H. die Aufgabe, auch im Rundfunk das autoritäre Prinzip konsequent durchzuführen, eine wesentliche Dezentralisation in der Verwaltung vorzunehmen und eine größere Selbständigkeit der einzelnen Reichssender bei erhöhter Verantwortung der Intendanten einzuleiten. In diesem Zusammenhang erwähnte der Minister, daß die früheren Funkwarte und jetzigen Leiter der Hauptstellen Rundfunk der NSDAP, nach wie vor die Brücke zwischen Sender und Hörer bilden. Sie würden auch in Zukunft bei allen Großkundgebungen der Partei und des Staates als unentbehrliche Helfer fungieren und feien dazu berufen, im Reich den Gedanken des X^Y des Generalmusikdirektors Hermann Stange spielten den ersten Satz aus dem conoerto ä-Moll von Händel. Darauf nahm Staatspräsident Dr. Lippert das Wort zu einer Begrüßungsansprache. Er wies darauf hin, daß sich die große Deutsche Rundfunk-Ausstellung zu einem der Kernstücke des jährlichen Ausstellungsprogramms der Reichshauptstadt entwickelt hat. Es ist ein Stück des nationalsozialistischen Deutschland, das sich hier darbietet, ein Teil jener Kraft, die das Reich neu gestaltet und weiterführen wird. Aeichsminister Dr. Goebbels erinnerte nun in feiner Rede an die Zeit vor der Machtübernahme, in der diese Ausstellung eine Jndustrieschau verkörperte, die keinen Anspruch auf die Anteilnahme der breiten Massen des deutschen Volkes erheben konnte. Die Tatsache, daß die Eröffnung der Rundfunkausstellung heute eine A n - gelegenheit des ganzen Volkes sei, dürfe als Beweis dafür gewertet werden, wie tief der Rundfunk in die deutsche Nation eingedrungen und wie weittragend die Auswirkungen seien, die er in der Oeffentlichkeit auslöse. Denn schon der Rundfunk durch seine unaufhaltsame technische Entwicklung kraft seines eigenen Wesens zu einer weltumspannenden Dacht geworden fei, so habe ihn der nationalsozialistische Staat in einem Umfang in den breiten Dassen unseres Volkes verankert, daß er aus unserem öffentlichen Leben überhaupt nicht mehr weggedacht werden könne. Darüber hinaus schlage er die Brücke zwischen den Nationen und über Meere und Konttngente hinweg zwischen den Völkern und Menschen. Er sei damit zum plastischen Ausdruck unseres rasenden Jahrhunderts geworden. Dr. Goebbels sprach anschließend von den Schwierigkeiten, die darin lägen, das Rundfunk-Niveau den Hörermassen jeweils anzugleichen. „Es handele sich ja bei den vielen Millionen, die im Rundfunk Freude, Erholung, Entspannung und Belehrung suchen und finden, meistens um Volksgenossen, die ohne ihn Überhaupt von der Anteilnahme an den kulturellen Gütern der Nation ausgeschlossen wären. Der Rundfunk erfüllt an ihnen die große nationalpolitische Aufgabe der Beteiligung an den geistigen Gütern des Volkes, und wenn er in seiner Programmgestaltung sich bewußt nach dem Geschmacks- und Bildungsstand der breiten Dassen ausrichtet, so gewinnt er dadurch allein die Döglichkeit, sie wirksam anzusprechen und ihnen tatsächlich Freude und Kultur zu bringen. Es wird also dadurch nicht den Besitzenden etwas genommen, sondern viel- mehr den Besitzlosen etwas gegeben. Sie werden gewonnen für eine aktive Teilnahme an der Kultur, die sich vorerst selbstverständlich m einem Rahmen abspielen muß, der ihrem Wesen und ihrem Charakter entspricht. Und so kann es denn auch keinem Zweifel unterliegen, daß der Rundfunk heute für Millionen unseres Volkes ihr einziger Freuden- und Glücksspender ist, und m seiner millionenfachen Ausdehnung in die Breite ist er eines der wesentlichsten politischen Erziehungsinstrumente des neuen Staates geworden. y 2 2’ "so wird von den Sowjets zum Prinzip erhoben, überall werden Werbebüros aufgemacht, um möglichst viele klassenbewußte Elemente an die Front auf die offene Bürgerkriegsschule zu holen. Darum kämpfen auf der Seite der Roten in Spanien nicht nur Franzosen, sondern auch Belgier Engländer, Amerikaner, Norweger, Schweden und selbstverständlich auch deutsche und italienische Emigranten, ehemalige Reichsbanner- und Rotfront- ftreiter, die in Deutschland und Italien nicht zum Schuß' kamen. Und darum sind wiederum gegen sie aus vielen Ländern Freiwillige unter die Fahnen Francos gegangen, die aus sicherem 3nfhnft und Wissen erkannt haben, daß d t e S 0 l s ch e - roifen sich Spanien nur als Vorspiel und Modellkrieg gedacht haben, aus dem keine müden Veteranen mit Rente, sondern durchqebildete fanatische Revolutionäre in ihre Heimatländer zurückgeschickt würden, die Lehren Moskaus und die Methoden Moskaus zu Hause m anderem Maßstabe fortzusetzen Die Ausweitung, die Entfesselung des spanischen Bürgerkriegs zu einem Krieg im eigentlichen Sinne Berlin, 30. Juli. (DNB.) Reichsminister Dr. Goebbels hat am Freitag mittag die 14. Große Deutsche Rundfunk - Ausstel- lung Berlin 1937 feierlich eröffnet. An dem Eröffnungsakt nahmen zahlreiche Mitglieder des diplomatischen Korps und führende Männer des Staates, der Bewegung, des Rundfunks, sowie des kulturellen und wirtschaftlichen Lebens teil. Kurz vor 12 Uhr erschien, jubelnd begrüßt, Reichs- Minister Dr. Goebbels, geleitet von Oberbürgermeister und Staatspräsident Dr. Lippert. Fanfaren eröffneten den festlichen Akt. Die ver- 1-' I; rss:* ^22? 3 1 <» 2 _® D Clo* 5" K C to — to 3 3^2 Sg3 8 Q «3 « S o ö M S-! -8 -rscheml täglich, außer sonntags und Feiertags bdlagen: Die Illustrierte Menener Familienblätter j.eimat >m Bild Die Scholle Monats Bezugspreis: Siit 4 Beilagen RM. 1.95 time Illustrierte „ 1.80 ^stellgebühr. . „ -.25 Sud) bet Nichterscheinen t»n einzelnen Nummern vßolge höherer Gewalt Hernsprechanschlüffe if. ter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnach- chten Anzeiger Giehen Postscheckkonto: jronlfurt am Main 11686 , kin paar Fragen, die einer stellen konnte, dem Merweile die spanischen Geschichten lästig ober l sMeilig geworden sind, Fragen, die eine Ant- Wrt verdienen: denn an keinem Kapitel der moderig Geschichte Europas läßt sich so ausgezeichnet k/rmachen, wie sich die Beziehungen der Völker iiunnanber und wie sich die Methoden, Freund- Wsten und Feindschaften zu unterhalten, gewandelt Ihaten. lie naive Korrektheit des Herrn von Beth- ininn-Hollweg, im August 1914 alle Regeln des Völkerrechts mit deutschem Fleiß zu studieren und dann eine ihnen entsprechende Kriegserklärung durch den Botschafter in Petersburg überreichen zu lassen, gehört einer Zeit an, die für alle Mächte längst wie ein Nachklang der Barockdiplomatie an- Wet. Längst überzieht man sich anders mit Krieg, wortloser, verschwiegener und immer raffinierter. Das ^ehrwürdige Völkerrecht ist viel zu weitmaschig Worden, und jede schriftliche Vereinbarung zwi- M irgendwelchen Parteien und Mächten ist viel |u porös, um noch die bakteriologischen Mittel ihoberner Weltkämpfe einfangen zu können. 1 Botschafter von Ribbentrop hat in London ■nit einem Satz auf die Zweifelhaftigkeit der besten diplomatischen Uebereinfünfte hingewiesen: allge- ncin sei bekannt, daß noch nie so viele Schiffe unter panischer Flagge gefahren seien wie jetzt auf ein- ml. Wie leicht lassen sich Schiffspapiere um- dpiben, und aus einem fowjetruffifchen Frachter oirb über Nacht ein stolzes Schiff des Reeders Don Manuel Alvarez in Valencia. Ein Schiff, das nun leine internationale Seekontrolle mehr anhalten weil es spanisch geworden ist — so wie ein 3cbe „arisch" wird, wenn er sich taufen läßt. Im sirgerlichen Gesetzbuch, im Strafgesetzbuch und im sMdelsgesetzbuch ist der Begriff des Schemgeschäfts Wich erfaßt, im Schiffs- und Waffenverkehr nach 'Spanien ist das Scheingeschäft zum gültigen Kriegs- llmch erhoben. Das wissen nicht nur wir, dar- lihr lächeln alle Auguren, und die Verlegenheit, ilen spanischen Krieg durch Uebereinfünfte am Haben Tisch zu bändigen, wird immer schwieriger. 1 $5 geht doch schließlich um die Bändigung dieses |biege5, daß er nicht wie ein wildes Tier um sich hlagt und andere Völker in Gefahr bringt. Warum i’t bas so schwierig? Und warum müssen auch wir, herobe wir, uns für diese schwierige Aufgabe her- heben? Es liegt daran, daß in Spanien weder eine chle Revolution im klassischen Sinne abläuft, noch in regelrechter Krieg im hergebrachten Sinne ge- itirt wird, sondern etwas, das nun einmal nicht direkt war von Anfang an. Dies ist das Neue, la; an Spanien zu studieren ist. Unter einer Revolution verstand man früher GietzenerAiyeiger General-Anzeiger für Oberhessen Prüft uni) Verlag: vruhlsche UniversitStrdruckerei «.Lange in Sietzen. Schristiettung und Geschäftsstelle: Schulstratze 7 5 £00 $ ip 2. c' o-o if- I MW | MU j 'S* _ llj'h ^•E 2 6 3 S g = g «» Z L 8-<5 *2.« 2» 5 2 5 n_,(a 1 len Sieg eines neuen Standes, einer Partei oder iir>i Gruppe im Staat unter Gewaltanwendung, k- mar das immer die Sache des jeweiligen Lan- ie- and Volkes. So handelte Cromwell in England, obe Jakobiner in Frankreich, so die Faschisten in -Wen. Alle anderen Völker spielten dabei nur Aangäste, wenn sie auch hier und da später otiben Ideen dieser Revolutionen in ihrer eigenen Divicklung beeinflußt wurden. Unter einem fi:ie g verstand man ehedem ganz eindeutig den S^engang zweier Völker. Diese reinliche vheidung von Bürgerkrieg und Krieg hinfällig geworden, und Zaung äst e jibt es kaum noch. Nicht erst seit Spanien, Hon vorher trat dies zutage, nur nicht so gesahr- $ iind beunruhigend wie in Spanien. $;r wollen uns erinnern, daß im Weltkrieg Die ^11 lmächte versuchten, durch den Heiligen Krieg ^Nohammedanckr des Britischen Weltreiches zum ^iluhr zu bewegen und daß umgekehrt Lawrence Lrsolg die Wahabiten in der Türkei zur Er- btuig trieb, daß über unseren Linien an Der W’Tont die berühmten Flugblätter mit ich^orz- Wbern Rand abgeworfen wurden, die auf An- $eLmg der deutschen Rebellion abzielten Dod) dies die alte, uralte Kriegslist, im Lager des 6nbes Abtrünnige zu finden. Etwas anderes leit die Bolschewiken gemacht, nämlich eine hechte Lehre ihrer Machtpolitik. F u r s i e i st . e:t r Krieg, wie es in den Instruktionen der -Mir Armee steht, ein Bürgerkrieg, em ’M nfampf, und jede Revolution oder Sozialkrise 3 d) eine Kriegsangelegenheit, um die DerfIeiDe= Offiziere der Roten Armee, die neuesten Mo- kch sowjetrussischer Waffen auf frembem JBoöen i^tstzen: Die Bolschewisten haben das erfunden, ich den Krieg der übermalten Kokarden nennen mochte. In seiner A)eologie, in Hirei Geschichts- und Dolkerauffassung betrachtet d"Bolschewismus alle Konflikte als Klasfenkampfe, uni! Na er die Sowjetunion als das Vaterland eittn weltverbreiteten Klasse des Proletariats ve- £;ci):2t, ist jede Weltgegend, in der ein unruljiges ^iLttariat lebt, unvermeidlich ein sowjetrussische it bolschewistischer Kriegsschauplatz. Er schockt uf Uin Kriegsschauplatz nicht nur russische Truppen, fliegt dafür, daß auch das Proletariat aTl si' 3 2.TO, C3 2 O'3‘,e OTTO 3 ®-2 *2:0 8 ;R.Ko to^C V w 2 TO- _ nationalsozialistischen Rundfunks wachzuhalten. Sie hätten durch eine neue Dienstvorschrift im Rahmen der Propagandaleitungen der Partei wichtige Aufgabengebiete erhalten. ..Trotz der erfreulichen Entwicklung im Rundfunk". so betonte Dr. Goebbels, „gibt es keinen Anlah. auf den erworbenen Lorbeeren auszuruhen. Es soll unser aller Ehrgeiz fein, auf diesem Gebiet nicht nur an der Spitze aller europäischen Länder, sondern an der Spitze aller Länder der Erde zu marschieren. Dieses Ziel kann und wird erreicht werden; ihm sollen für die nähere und weitere Zukunft unsere Kräfte dienen." Der Minister sprach seine Anerkennung darüber aus, daß seiner Forderung nach einer größeren Rücksichtnahme auf die Unterhaltsbedürfnisse der breiten Volksschichten von allen Sendern weitgehend Rechnung getragen wurde. Er wandte sich energisch gegen die sogenannten warnenden Stimmen, die immer wieder glaubten, in diesem Zusammenhang auf gewisse Gefahren aufmerksam machen zu müssen. „Der Rundfunk soll nicht nur Besitz der Schichten von Geld und Bildung, sondern Besitz des ganzen Volkes sein. Er hat nicht die Aufgabe, es dem regelmäßigen Konzert- oder Theaterbesucher bequemer zu machen, indem er ihm die Möglichkeit gibt, eine Symphonie oder Oper zu Hause am Lautsprecher in Schlafrock und Filzpantoffeln anzuhören, seine Aufgabe ist es vielmehr, den breiten Massen, die meistens weder Zeit, noch Geld, noch Gelegenheit haben, ein Theater oder ein Konzert zu besuchen, Erholung, Unterhaltung und Entspannung zu geben. Das ist keine Aufgabe zweiter, sondern eine a l l e r e r st e r Klasse. Es kann nicht Sache des Rundfunks sein, nur künstlerische Spitzenleistungen zu senden. Er muß seine Darbietungen wenigstens im großen ganzen auf die breiten Massen einstellen; denn er hat ja nicht ein- oder zweitausend begeisterte Kunstkenner und Kunstenthusiasten, sondern er hat eine Nation gls Hörer. Der Rundfunk kann nicht in einer ständigen Hochspannung der Gefühle leben. Aber für ihn gibt es einen Alltag, der sich wie überall anderswo vom Sonntag unterscheiden muß. Die Stärke eines guten Rundfunkprogramms liegt in der richtigen Dosierung zwischen Unterhaltung, Freude, Belehrung, Erziehung und Politik. Eines auf Kosten des anderen zu benachteiligen, wirkt sich immer in der Durchschlagskraft und damit auch in der Hörerzahl des Rundfunks aus. Ich bin weit davon entfernt, hier einem bequemen Opportunismus das Wort zu reden. Aber ich weiß aus eigener Erfahrung, daß nach Tagen schwerer Sorge und Last eine Stunde der Entspannung und unterhaltsamer Erholung oft Wunder wirkt. Und ich kann mir vorstellen, daß es so auch dem deutschen Bauer und Arbeiter geht. Es ist deshalb auch durchaus irrtümlich und greift vollkommen am Wesen des Rundfunks vorbei, zu glauben, daß eine Aufspaltung seiner Arbeit für verschiedene Volks-, Standes- oder Altersgruppen feinem eigentlichen Zweck gerecht würde. Es darf keinen Rundfunk für den Arbeiter oder den Bauern ober den Angestellten oder den Soldaten geben. Es gibt nur einen Rundfunk des deutschen Volkes. Appelliert der Rundfunk an den Arbeiter, den Dauern, den Angestellten oder Soldaten, so muß das in einer Weise geschehen, daß unmittelbar das ganze Volk interessiert ist, also so. daß auch der Arbeiter mit Genuß die Stunde des Angestellten und der Soldat mit Genuß die Stunde des Dauern anhören kann. Ist das nicht der Fall, so dient diese Stunde nicht dem Stande, den sie ansprechen will und schadet der Gemeinschaft, an die sie sich richten sollte. Reichsminister Dr. Goebbels verwahrte sich energisch dagegen, daß es Aufgabe des Rundfunks fei, Experimente zu machen. Es müsse unter allen Umständen vermieden werden, literarische oder musikalische Jugendstammeleien vor das Ohr der breiten Massen zu bringen, die dafür weder Verständnis noch Zeit noch Geduld haben. Das gelte auch für einen Teil unserer Hörspiele, mit denen der deutsche Rundfunk zu gewissen Zeiten ge- radezu überschwemmt wurde. Sie wirkten in ihren gebrüllten Ekstasen auf den Zuhörer aufreizend und abstoßend. „Wenn mir", so erklärte Dr. Goebbels, „in Bezug auf die Hörerzahl das erste Rundfunkland der Welt werden wollen, so müssen wir auch den Ehrgeiz haben, den besten, in ter ess an- testen, aktuell st en, bildend st en und unterhaltend st en Volksfunk der Welt zu besitzen. Dazu gilt es alle künstlerischen Kräfte freizumachen. Die Dezenlralifalion der Verwaltung des Rundfunks muh auch eine Dezentralisation der Programmgestaltung nach sich ziehen. So eindeutig und unantastbar die Führung des Reiches für den Rundfunk durchge- feht worden ist, so großzügig und unvoreingenommen sollen seitens der einzelnen Sender die künstlerischen Kräfte ihrer Landschaften mobil gemacht werden. Denn die Reichseinheit ist auch auf diesem Gebiet kein öder Zentralismus oder Bürokratismus, sondern eine lebendige fruchtbare Funktion unseres Volkslebens, die sich aller Möglich, kelten im Lande selbst bedient, um aus der Vielfalt heraus die Einheit zu formen. Dr. Goebbels erinnerte daran, daß der Rundfunk für die D e u t s ch e n jenseits unserer Grenzen in anderen Ländern und in Uebersee manchmal die -einzige Brücke zum Reich bilde. Wir aber, die wir diesem Deutschland Stimme und Gestalt gäben, hätten darum die Pflicht, da- ür zu sorgen, daß niemand in der weiten Welt sich einer deutschen Heimat auch nur eine Minute zu chämen brauche. Dr. Goebbels schloß seine Rede mit dem Dgnk an den Führer, der Deutschland seine politische und kulturelle Einigung zurückgab. „Der Rundfunk sei das Band, das alle Deutschen diesseits und jenseits der Grenzen geistig und seelisch umschließt. Treu und unbeirrt wollen wir an ihm Weiterarbeiten, um ihn immer mehr zu einem Träger deutschen Lebens, deutscher Kunst und Kultur, deutschen Frohsinns und deutscher Lebensfreude zu machen." In diesem Sinne erklärte Reichsminister Dr. Goebbels die „Große Deutsche Rundfunkausstellung 1937" für eröffnet. Die eindrucksvollen Darlegungen von Reichsminister Dr. Goebbels, die den Aufschwung und die Auf- gäbe des deutschen Rundfunks klar umritten, fanden stärksten Beifall. Mit den Liedern der Nation erhielt die Eröffnungsfeier ihren weihevollen Ausklang. Der Well sollte Sand m die Augen gestreul werde« er- 27 ndon Es hi grün a n. »er For Sowjetschiffe ohne jeden Veobachter! iegführender als Lusfpra rouths g E w w in der jerrodfe Lin [her hrt Hein hj heu k her' (ffljen1 Auch die übrige Welt scheint auf dem heften Wege, dies endlich einzusehen. Der NichleiniM schungsausschuß jedenfalls sollte diese Tatsache nia< mals aus dem Auge verlieren. Alling Jen Sitz Wngso bhin fp: 7 St wnb ist lich bie Sowjetunion den britischen Plan zum Scheitern gebracht, indem sie einen feiner drei Grundpfeiler zum Sturz brachte. Diese unwiderlegbare Feststellung muß hier gemacht werden. Sowjetruhland allein Hal hier die schwere Verantwortung vor der Welt zu tragen. italienis ifidj er b (Erfäru iiunfl 8 sich de Sitzung Big fest. mW ij i?r U ,.0eic K Regierungen bereits seit 14 Tagen besaßen, dies«« nochmals zur Stellungnahme zu übersenden. 2)cs Charakteristische für die herrschende Einstellung diesem Ausschuß aber bestand darin, daß es in Grunde belanglos war, welchen Fragebogen men letzten Endes nahm, den englischen, den italienisch« oder die deutschen Vorschläge. Man hätte ja bie Fragen beliebig nach der einen ober anberen Rich tung ergänzen können. Ich erinnere ben Ausschuß baran, baß ich'in ber letzten Sitzung einen solch« Ergänzungsvorschlag machte, ber aber ab- gehnt würbe. Lediglich darauf aber kam es i Nichteinmischung ist diesem Ziele hinderlich. DaM . lehnt die Sowjetunion die Rechte Kriegführenb»: f6sunt ab, wohl wissend, daß damit der britische Plan str auf l scheitern muß und der Nichteinmischungspolitik eil Schlag zugefügt wird, von dem sie sich schwer ei' holen kann. Die Parole Moskaus ist eben Einmischung um jeden Preis. Die Maske, bie bieses Spiel ver- beckte, ist mit betn heute hier abgegebenen Beschluß Sowjetrußlanbs gefallen. Dies hat vielleicht insofern fein Gutes, als bie Welt baburch immer klarer sieht, wer ber wahre Störenfried ist. Wir Deutschen wissen seit langem: Wäre S o w j e t r u h l a n b nicht ba, gäbe er keinen spanischen Bürgerkrieg. wähnten, höchst unklaren Zusammenhang mit der Zurückziehung der Freiwilligen erwähnt. Es ist nur zu verständlich, daß die deutsche und die italienische Regierung daher in der Sitzung über den Fragebogen sich erneut für die F e st h a 11 u n g andern englischen Plan aussprachen und eine entsprechende Fragestellung an die Mächte verlangten. 14 Tage hat sich nunmehr bereits der Ausschuß mit unfruchtbaren Diskussionen über die Frage der weiteren Behandlung des Problemes abgegeben, die eigentlich bei loyaler Einstellung zu dem Plan gar nicht hätte existieren dürfen. Man redete und ereiferte sich, aber letzten Endes lief alles nur darauf hinaus, zu verhindern, daß in der Frage der Rechte Kriegführender ein weiterer Schritt unternommen werde. Den Höhepunkt bildete am letzten Dienstag eine der seltsamsten Spiegelfechtereien innerhalb dieses Ausschusses, die ich je erlebt habe. In langen Debatten konnte man sich über ein Dokument von Fragen, das nach Inhalt und Reihenfolge genauestens dem britischen Plan entsprach, nicht einigen, um nach 41/2ftünbiger Diskussion zu beschließen, den britischen Plan selbst, den die bie Sowjetregierung ihren Standpunkt redigieren werde, da es sonst schwierig sein würde, den englischen Plan zu verwirklichen. Zu der deutsch-italienischen Antwort seien weitere Aufklärungen notwendig, um ein klares Bild zu N CH Der Grund für diese Haltung der Sowjetunion llusschuf ~ ' ' ' ' ' ‘ in Verb Der französische Vertreter erklärte danach, er müsse sich dagegen wenden, daß der deutsche Vertreter der britischen Regierung einen Wechsel ihrer Stellungnahme oorgeworfen hätte Der deutsche Botschafter antwortete hierauf, daß es ihm fernliege, die britische Regierung in irgendeiner Weise zu verdächtigen, seine Dar- Heilung der Vorgänge entspreche aber den Tatsachen. Er erkenne gern an, daß die britische Re- gierung ihr Bestes versucht habe. Offenbar habe der Wunsch, zu vermitteln, sie aber unbewußt veranlaßt, nicht immer das Gleichgewicht des Planes zu halten. Der italienische Botschafter G r a n d i erklärte, er sei von der französischen Antwort nicht befriedigt. Er bitte um Aufklärung darüber, ob die Franzosen den Punkt 3 des britischen Planes (Gewäh- rung der Rechte Kriegführender) ebenso annähmen, wie die italienische Regierung den Punkt 7 des britischen Planes (Zurückziehung der Freiwilligen) angenommen habe. Der Sowjetbotschafter M a i s k y versuchte hierauf in einer längeren Rede die deutsche und die italienische Regierung anzugreifen, indem er behauptete, dah sie einer Entscheidung in der Freiwilligenfrage auszuweichen versuchten. Ferner müsse er sich dagegen wenden, wenn der deutsche Vertreter erklärt habe, daß die Svwjetregierung den britischen Plan grundsätzlich angenommen habe. Sie habe ihn nur als Erörterungsgrundlage angenommen. Der deutsche Vertreter wies demgegenüber unwidersprochen daraus hin, daß für die normalen Menschen die Annahme als Erörterungsgrundtage auch bedeute, dah der Plan in feinen Grundlinien bejaht werde. J nb o n, re Teil ist klar: Sowjetrußland hat den fpani f cf) e n Bürgerkrieg begonnen. Es rnöch,» M Er ihn auch auf feine Weife beendet sehen, d. h. nui 'che m Die uns vorliegende schriftliche Erklärung bet Sowjetunion zu dem britischen Plan bedeutet M meine Regierung eine völlig neue Sage. 3d bin der Auffassung, daß es keinen Wert hat, bei dieser Sachlage in eine Erörterung der Einzelheit^ L der vorliegenden Antworten einzutreten. Die Sick , .0 lungnahme meiner Regierung zu dieser neuen Lass mutz ich mir daher nach jeder Richtung Vorbehaltes haben sich 26 mit den Grundsätzen des britischen Planes vom 14. Juli owie mit seiner alsbaldigen Inangriffnahme einverstanden erklärt. Ein Staat hat sich ausgeschlo sen: Sowjetruhland. Der erratische Plan besteht bekanntlich aus drei Hauptabschnitten: Wiederherstellung der Kontrolle, Gewährung der Rechte Kriegführender an die beiden spanischen Parteien und Zurückziehung der Freiwilligen fremder Nationen. Es ist wiederholt innerhalb dieses Gremiums und auch von dem britischen Außenminister erklärt worden, daß die drei Teile des drittschen Planes miteinander in Zusammenhang stehen und ein Ganzes bilden. Durch die plötzliche glatte Weigerung, den Spaniern kriegführende Rechte zuzugestehen, hat Sowjetruhland den britischen Plan zum Scheitern gebracht. Ich muh sagen, wir sind in diesem Ausschuß ja manches gewöhnt. Dieses letzte Vorgehen Sowjetrußlands aber steht doch wohl einzig da. Welche Begebenheiten haben denn zu dieser erstaunlichen Situation geführt? Am 16. Juli wurde der britische Plan als Diskussionsbasis von den 27 Mächten angenommen. Auch die Sowjetunion nahm damit einen der wesentlichen Punkte des brittschen Planes, die Gewährung der Rechte Kriegführender an Spanien, allerdings noch über den Zeitpunkt, an dem bie jeinmifd) Rechte Friegführender gewährt werden sollen. Auf binju der anderen Seite hat ein einziger Staat, näm» y, daß reinftimi i grunb Daß sie dies nicht gerne getan hat, sollte sich alsbald zeigen. Es setzte nämlich ein seltsames Spiel in diesem Ausschuß ein, um die Frage der Rechte als Kriegführende allmählich aus dem Gesichtskreis der Ausschußmitglieder verschwinden zu lassen. Der erste Ansatz hierzu zeigte sich bereits in dem britischen Plan selber. Während die britischen Vorschläge in klarer, logischer Reihenfolge aus folgenden Abschnitten bestanden: 1. Wiedereinführung eines Kontrollsystems, 2. weitere zu treffende Maßnahmen, um gewisse Lücken in dem Ueberwachungssystem durch die Gewährung der Rechte Kriegführender zu schließen, und die Zurückziehung der Freiwilligen, zeigte sich in dem Teil des brittschen Dokuments, das von der Ausführung dieses Planes handelt, bereits in der Anordnung eine willkürliche Abänderung, die mit obiger logischer Reihenfolge in Widerspruch stand. In dem brittschen Plan bildete nämlich die Gewährung der Rechte Kriegführender einen Teil des Kontrollschemas und wurde vollständig unabhängig von der Frage der Freiwilligenzurückziehung behandelt. In dem Teil des Planes dagegen, der allein die Durchführung betraf, wurde dieser funbamen» taleGe danke des Planes einfach fallen gelassen. Es wurde jetzt aus rein politischer Rücksicht die Gewährung der Rechte Kriegführender von einer zufriedenstellenden Durchführung der Zurückziehung der Freiwilligen abhängig gemacht. Bereits in der einleitenden Sitzung des Ausschusses des Vorsitzenden war au bemerken, daß plötzlich bei diesen ersten Stellungnahmen zum brittschen Plan nur seltsamerweise fast ausschließlich die Freiwilligen-Frage in den Vorder- gründ geschoben wurde, während z. B. der Sowjet- uertreter die Frage der Rechte Kriegführender ganz überging, so daß ich mich zu der Bemerkung veranlaßt sah, daß ich keinesfalls zulaffen könnte, die Rechte Kriegführender den Weg des spanischen Goldes gehen zu sehen. In der zweiten Sitzung hat unser italienischer Kollege mit Nachdruck auf die Unstimmigkeit zwischen dem britischen Plan und dem Durchführungsvorschlag hingewiesen und auf der Einhaltung der Reihenfolge, wie sie von dem Urheber des Planes, der brittschen Regierung, vorgeschlagen war, bestanden. Die Folge waren die schwersten Angriffe in der internationalen Presse gegen Deutschland und Italien, die man einfach beschuldigte, das Problem der Frei- willigenzurückziehung umgehen zu wollen und da- mit_ben britischen Plan zu sabotieren. In Wirklichkeit tagen die Dinge aber umgekehrt, denn zunächst einmal war die Zurückziehung her Freiwilligen unser eigener de>t scher Vorschlag, und durch die willkürliche und zeitlich völlig vage Abhängigmachung dSr Gewährung der Rechte kriegführender vom Freiwilligenproblem sollten in Wirklichkeit oue Rechte Krieg- führender in der^Derfenkung ver- f ch w i n VV n. I|S 5 IrMo JE biplor : & 'schuh.. Vas Deutschland will Oer Inhalt der deutschen Antwortnote. i !-rlin 30. Juli. (DNB.) Die Antwort °n bereit, lienzen die Kontrolle zur See, zu Lande und fam fein. hat den |'pat innen, ffs möi i Einmischung is Sowjetrußland will den plan löten Feststellung des Blattes der englischen Arbeiterpartei. ung der ei, müsse etregiervnS * Tud) deutscher Auffassung muh im Interesse eil er hermetischen Abschnürung der spanischen <1 n britisch« gebracht, in* irundpfeiler zu rlegban Jeflfte n. SowjelruhW ’tantroodung m gen. Es ist besonders hervorzuheben, dah Deutschland alles getan hat. um dem britischen plan zum Erfolg zu verhelfen. Es ist aber selbstverständlich, wenn der deutsche Vertreter erklärt hat, er sei sicher, dah die Reichsregierung einer Besprechung von Einzelheiten des britischen planes nicht zustimmea könne, solange nicht grundsätzlich die Haltung der Sowjetunion in der Frage der Gewährung der Rechte Kriegführender einwandfrei und positiv geklärt wurde. da. gäbt» ütgerhlW lt auf ton' n. Der S# . diese Tatsache bet sehen, d.h. Spaniens. I e hindeM. hte Kriegführer $ vom 14. Juli befürwortet tiverDurchführungder i n m i s ch u n g in Spanien. üstung wäre 1 »8 hätte, sonst 2 n können. ttrhaupl ein fi' h jede Ilichle Ausschusses, h die die Wh kunfl immer V iführender öatj Staaten beblnf. -°ge jetzt, na en Plan übers f der einen L Huß vertretenen des britischen Meinungen beit »unkt, an dm werden sollen, iger Staat,Bi ck * t l|,il|I jt/J f; r c %; sä* ■ lidie Erklärung Hlan bedeck neue Los; _ Wert hii er ist Deutschland einverstanden, daß den erkriegsparteien die Rechte Kriegführender zu- igt werden, um so mehr, als sie einen wesent- Teil des Kontrollschemas bilden. Wenn chland weiter vorschlägt, daß diese Anerken- „Ausdehnung der Schwierigkeilen." Feststellung in zuständigen englischen Kreisen. Wich wiedergegeben. . .Dir diplomatische. Korrespondent des „Daily ^ttold" ist der Ansicht, daß in britische plan praktisch bereits tot fei. Eirvi man ihn noch nicht gänzlich getötet habe so Milif), weil niemand den Mut gehabt habe, ihm ^!)desstoß zu versetzen. So habe denn dle 2ln- X„H Lord Plymouths, die Sitzung zu vertagen, * 1!lbirfeit ausgelöst. Seine Erklärung, daß sie 3 »Hs weiterer Aufklärungen notwendig sei, nennt ^rforrefponbent illusorisä). Die Lage sei im Ge- 0' Wl sehr klar. Smjetruhland fei entschlossen, den plan zu «kn, wünsche aber nicht, die Verantwortung SÄ V $4 * i •Lrti*! u,r lch / sprach le jur Ditl berichten und Zelt zur Ueberlegung zu haben, was für die Rettung der Nichteinmischung getan werden könne. demgegenüber versuchten der englische und uii der französische Vertreter eine Erörte- yna der Frage herbeizuführen, ob es nicht doch iviDolI wäre, zu erklären, zu welchem Zeitpunkt lim Gewährung der Rechte Kriegführender erfolgen Lire, selbst wenn die Sowjetunion auf ihrem glcibpunft beharre. Diese Anregung wurde jedoch - (n ihrer Unlogik von dem deutschen und krt italienischen Vertreter a b g e l e h n t. Die Aus- ixciche schloß schließlich mit dem eingangs erwähn- le»Beschluß, dle entstandene Lage den Regierungen $11I Ueberprüfunfl zu berichten. Korrespondent macht sich die Worte des deutschen Vertreters zu eigen und meint, 26 von den 27 Nichteinmischungsstaaten hätten den britischen Plan gebilligt. Sowjelruhland aber st ehe allein da. Riemand könne sich eine klare Vorstellung darüber machen, welche neuen Schritte unternommen werden könnten, um das Richteinmischungsabkommen zu erhalten. Jetzt steht der Londoner Ausschuß wieder einmal vor einer fristlosen Vertagung. Mit einer neuen Sitzung könne man, wenn überhaupt, dann erst für eine Ende nächster Woche rechnen. Der diplomatische Korrespondent der „Daily Mail" schreibt als Einleitung zu seinem Bericht über die gestrigen Beratungen, Sowjetruß- lands Weigerung, die Kriegführenden-Rechte den beiden Parteien in Spanien zuzugestehen, habe den Nichteinmischungsausschuh zum Sinken gebracht. Erkenntnisse in Frankreich. Paris, 31. Juli. (2)9153. Funkspruch.) Die P°- riser Morgenpresse zeigt sich hinsichtlich der Londoner Nichtemmischungsbesprechungen r echt P e 1 H 5 mistisch. Man betonte allgemein, daß Die Gegensätze, die zwischen England und Frankreich auf der einen Seite, Deutschland und Italien auf der anderen und nicht zu vergessen S o w z e t r u ß l a n d auf der dritten Seite beständen, so groß seien daß die vorhandene K l u f t n u r s ch w erub e r brückt werden könne. Wahrend die Rechtsb atter zugeben, daß Sowjetrußland die größte Verantwortung an einem etwaigen Scheitern der augenblicklichen Bemühungen tragen wurde versuchen die marxistisch und kommunistisch angehauchten Organe selbstverständlich, Deutschland und Italien die Schuld in die Schuhe zu schieben. Die rechtsstehende Zeitung „Epogue schreibt, die Moskauer Regierung habe durch ihre Haltung die Verantwortlichkeit für einen Mißerfolg übernommen. „ Die sowjelrussischen Forderungen konnten auf keinen Fall anerkannt werden, denn es würde Moskau stets ein leichtes fein, später zu erklären daß die Zurückziehung der Freiwilligen noch nicht endgültig durchgeführt sei und dah die Anerkennung der beiden Parteien als kriegführende Mächte daher verfrüht wäre. Die fomjetrussische Forderung, die marotfani- lich, daß eine solche im Verlaufe der nächsten Woche, stattfinden werde. Zu dem Ausgang der gestrigen Sitzung des Nicht- einmischungsausschusses schreibt der diplomatische Korrespondent von Reuter unter Hinweis auf die am Freitag infolge der sowjetrussischen Erklärung klar zu Tage getretenen Meinungsverschiedenheiten, die britische Regierung sei vor allem bemüht, die Tür offenzuhalten, Zu diesem Zwecke hoffe man, daß weitere (Erläuterungen der deutschen, der italienischen, der portugiesischen und der sowjetrussischen Antwort beigebracht würden, und daß die endgültigen Ansichten der Regierungen nicht jede Möglichkeit eines Kompromisses ausschließen würden, wobei daran erinnert werde, daß alle in Frage kommenden Regierungen wiederholt ihren Willen zur Nichteinml- schungspolitik betont hätten. Gleichzeitig lasse die Tatsache, daß 14 Tage vergangen seien, seit der britische Plan als Erörterungsgrundlage angenommen worden sei, auf ein Scheitern des Appells von Lord Plymouth zur Beschleunigung schließen, und die Aussicht, daß die englischen Vorschläge jemals in die Tat umgesetzt werden würden, sei anscheinend gering. render als J d *0 welch Jl fRö -L ial lt ovtnivuc JUI JXX, JU 4.UHUK UHU Bewahrung h ich in der Luft möglichst gleichmäßig wirk- ber JteimlinT ' ‘ ‘ ? 1 ßm b o n , 31. Juli. (DNB.) Zur Sitzung des inmischungsausschusses wurde am Freitag- ni in zuständigen englischen Kreisen art, daß zwar in einigen Punkten eine gewisse ereinftimmung geherrscht habe, daß aber die grundlegenden Meinungsverschiedenheiten über der Rechte kriegsführender unvermeid- liiherweise in der Zukunft Schwierigkeiten bereiten würden. e Aussprache, die der einleitenden Rede Lord ymouths gefolgt sei, habe einige Male einen sehr »haften Charakter angenommen. Schließlich habe nung des Standes von Kriegführenden von beiden Parteien auch auf das Gebiet der Land- und Luftkriegführung ausgedehnt wird, so liegt dies im wohlverstandenen Interesse der Humanisierung des Krieges. Denn damit würden die Parteien an die Haager Landkriegsordnung und Genfer Konvention zur Verbesserung des Loses der Verwundeten und Gefangenen sowie an das Verbot der Verwendung von Gas im Kriege gebunden. Endlich ist Deutschland auch damit einverstanden, daß die ausländischen Staatsangehörigen aus Spanien zurückgezogen werden. Es wird dabei zunächst vorausgesetzt, daß die beiden Bürgerkriegsparteien ihre Zustimmung erteilen; ferner muß gewährleistet fein, daß die zurückzuziehenden ausländischen Staatsangehörigen außerhalb Spaniens verbleiben. Schließlich muh auch eine befriedigende Lösung hinsichtlich der Zubilligung der Rechte kriegführender an beide Parteien vorliegen. Da die Organisierung der Zurückziehung ausländischer Staatsangehöriger in innerem Zusammenhang mit der Anerkennung der Rechte kriegführender steht, müssen nach deutscher Auffassung beide gleichzeitig — ohne Vorleistungen — verwirklicht werden. ! Aundsätzlich ist daher Deutschland einverstanden Wchem System der Anbordnahme von Beobach- durch Schiffe, welche spanische Häfen anlaufen, I ll)P|W oir mit dem Hafenkontrollsystem sowie mit der tvv»vvlfffirn>ad)ung der Landgrenzen. Allerdings wünscht chland, daß eine Verstärkung der bisherigen Überwachung eintrete. Dabei wird davon aus« igen, daß der jetzt nur noch teilweise Dorne einseitig wirksame Seepatrouillendienst ganz aufzugeben wäre. hierfür zu tragen. was Sowjetrußland verlange, sei praktisch ^r-desstoh. > diplomatische Korrespondent der «Times 'Ji von einer „nicht-abgeschlossenen Beratung. .. , jfj |cj gesprochen worden über die Haupt- WssplA wi^.^oerschiedenheiten, bevor m^n .ubereinge- haroüf Kjl [Ol^ei sei, sich zu vertagen Die nächste Sitzung ungen i heuptausschusses werde nicht vor Mitte n chs Ä ftattfinben. Vorsitzende und seine Mitarbeiter hatten rHen,a j,^r < ' ^tlich gefühlt, dah es noch zu früh sei, zu I vx 1 Schluß zu kommen, daß keine llebere - über den britischen plan jemals erreicht rönne sei aber auch unmöglich, zu . i dampfen, dah irgendein wesentlicher For - *Urth<' schritt erzielt worden sei. A diplomatische Korrespondent des «Dail y ykr apV* schreibt u.a , S o w | e t r u ß l a n d ^.wie vorausgesehen war, ^as 9 ’^gsabtommen dem Zusa m m en b r u ch si cher Art und Weise nahegebracht, -ver Landon, 31. Juli. (DNB. -Funkspruch.) Der ere Teil der Londoner Morgenpresse ist in der . nblung und Beurteilung des Ergebnisses der gingen Sitzung des Hauptausschusses des Nicht- Mijchungsausfchusses ziemlich zurückhaltend, iuierhin sprechen die meisten Blätter von einem ntititn Stillstand in den Verhandlungen. - N 'Itteri y**1 WEeud ist, wie weitgehend die Presse es ver- \die Haltung S o w j e t r u ß l a n d s , E 7/ Dir Allein für die erneute Unterbrechung m den n3 s-rL neuen ■ ! Mahlungen verantwortlich ist, an den Jigger zu stellen. Von den während der Achtung vil^g abgegebenen Erklärungen findet die des ^kttschen Vertreters die größte Beach- t, leg Sie wird von den meisten Blättern aus- SM ---- °S'L Qb(r tam H‘ I ". nm, uv. muh. \4jyvo.) jjvh unimorp u ^Qn nöl* d e r deutschen Regierung auf den eine moj Wchen Vorschlag r— " u -£"----x ‘ * ;ej. Art effeff aber Sowjeck > r Ausschuß beschlossen, sich zu vertagen um ' ■ v. ;_..M |en Vertretern zu ermöglichen, auf Grund der lägen Erörterungen in eine neue Rück - lache mit ihren Regierungen einzu- jm. Es habe daher den Anschein, daß nur ein inger Fortschritt erzielt worden sei. Der Mei- «p,.-anm,u^"SSunter schied' zwischen dem Sowjetbot- ? _ hritaL rjd|a|ter auf der einen Seite und dem deutschen und ' oliti»|«i italienischen Vertreter auf der anderen Seite Ä CB« M erweitert. Die bestimmten und beub 1 ।e IN) w Hjen Erkürungen biefer Vertreter hätten bie A u s- hvung ber Schwierigkeiten enthüllt, —.ien sich der Ausschuß gegenübersehe. Eine roci« dieses Spiel Sitzung des Unterausschusses sei noch nicht abgegebenen ^enOgültig festgesetzt worden, jedoch sei es wahrschein- M. Dies Hal die well babuk'rJ vahre SlörenM f langem: Döh| schen Soldaten ebenfalls als Ausländer zu betrachten. könne auherdem von Frankreich aus naheliegenden Gründen unmöglich anerkannt werden. Der „Jour" teilt voll und ganz die Ansicht der „Epoque" und bemerkt in einer fetten Überschrift, daß Sowjetrußland den englischen Plan torpediere. Die Antwort des deutschen Botschafters von Ribbentrop sei sehr energisch gewesen. Er habe die Sowjetregierung heftig angeprangert und sie für den Mißerfolg de.s englischen Planes verantwortlich gemacht. Wenn die augenblicklichen Bemühungen des Ausschusses unwirksam blieben, so würde die gütlichen Maßnahmen, wie die ständige Vertagung, auch nichts nützen, und es sei zu befürchten, daß oas ganze Nichteinmischungssystem zusammenbreche. Das „Echo de Paris" unterstreicht ebenfalls die unnachgiebige Haltung Moskaus und legt besonderen Nachdruck auf die Feststellung, daß es der französischen Regierung unmöglich sei, die Auffassung zu teilen, wonach die marokkanischen Truppen des Generals Franco Ausländer seien. Der Außenpolitiker des Blattes, Pertinax, dem man vorwirft, in sehr intimen Beziehungen zu der hiesigen Sowjetbotschaft zu stehen, behauptet unter Hinweis auf die deutsch-italienische Forderung nach gleichzeitiger Behandlung der Frage ber Anerkennung ber beiben Parteien als kriegführenbe Mächte und ber Zurückziehung ber Freiwilligen, baß diese Theorie bie Anerkennung bebeuten würde. Der Lonboner Berichterstatter bes „Journal" nimmt kein Blatt vor ben Munb, um ber Moskauer Regierung bie Wahrheit zu sagen. Alle diejenigen, dle bisher noch in Illusionen über die wahren Absichten Moskaus schwebten, seien jetzt aufgeklärt. Sowjetruhlands Haltung könne niemanden überraschen, denn seit Beginn des spanischen Bürgerkrieges hätten die Moskauer Vertreter stets versucht, den Konflikt auf die anderen europäischen Großmächte auszudehnen. Sie verfolgten dabei lediglich den Ratschlag Lenins, der sich einen Erfolg der Weltrevolution nur durch einen Krieg zwischen den kapitalistischen Staaten versprach, heute hätten sie wieder einmal ihr wahres Gesicht gezeigt, in dem sie die Verabschiedung des englischen planes verhinderten, der von 26 Staaten angenommen worden sei. Der deutsche Botschafter von Ribbentrop sei also in ber Lage gewesen, bie bolschewistischen Manöver anzuprangern unb zu beweisen, baß Sowjet- rußlanb bas einzige Lanb sei, baß sich einem Plan wibersetze, ben alle zivilisierten Staaten angenommen hätten. Der nationale Heeresbericht. Salamanca, 31. Juli. (DNB.) Der nationale Heeresbericht vom Freitag lautet: Front von Biscaya, Siria, Avila unb Mabrib: Nichts Neues. Fronten von Santanber, Asturien unb Leon: Leichtes Geschützfeuer. Front von Aragon: Der Vormarsch unserer Truppen würbe fortgesetzt. Im Abschnitt von Albarracin würben bie Dörfer Torriente unb Sebano sowie anbere wichtige Stellungen besetzt. Der Feinb hatte große Verluste unb verlor 12 Gefangene, 4 Maschinengewehre, 120 Gewehre unb viel Munition. Ferner würbe eine Menge Vieh erbeutet. Eine Aanzahl Milizen ist in bas nationale Lager übergegangen. SübarMee: An ber Front von Sranaba versuchte ber Feinb anzugreifen. Er mürbe zurückgewiesen unb mußte fliehen. Er hatte zahlreiche Verluste unb verlor ziemlich viel Kriegsmaterial. Palästina-Bericht vor dem Mandatsausschuß. Erklärungen des englischen Kolonialministers. Genf, 30.Juli. (DNB.) Der Manbatsaus- schuß bes Völkerbunbes trat am Freitag unter bem Vorsitz von Orts (Belgien) zu einer .außerorbentlichen Tagung zusammen, um bie P a. lästina-Frage zu prüfen. In ber öffentlichen Sitzung, ber zahlreiche Vertreter arabischer unb jü- bischer Organisationen beiwohnten, erinnerte ber Vorsitzenbe baran, baß sich ber Ausschuß bisher nicht mit ben Unruhen in Palästina, bie vom April bis Oktober 1936 dauerten, beschäftigen konnte, ba bie englische Regierung nicht in ber Lage gewesen sei, bie gewünschten Mitteilungen zu machen. Aus biesem Grunbe habe bie Prüfung ber Jahresberichte ber Manbatsmacht für 1935 unb 1936 bis jetzt zurückgestellt werden müssen. Oer englische Kolonia Minister Ormsby-c^ore gab längere Erklärungen über ben Palästina- Bericht ab. Englanb sei sich vollkommen bewußt, so .führte er u. a. aus, baß es Palästina als Manbatsmacht verwalte. In keinem anberen Gebiet seien, internationale Interessen so verwickelt wie hier. Schon währenb bes Weltkrieges sei unter ben alliierten Hauptmächten in bem sogenannten Sykes- Pico-Abkommen Einverstänbnis barüber erzielt worben, baß Palästina ein internationales Gebiet werben solle. Jetzt sei ber Augenblick gekommen, um bie politischen Geschicke bieses Lanbes in ber Zukunft ins Auge zu fassen. Es müsse geprüft werben, wie am besten ein Plan für eine „bessere R e - g i e r u n g" Palästinas im Einklang mit bem Geist bes Dölkerbunbspaktes unb ber Balfour-Erklärung zum Nutzen aller Teile ber Bevölkerung in Palästina unb unter Berücksichtigung ber bortigen weitverzweiten internationalen Interessen ausgearbeitet werben könne. Mit seinem Gutachten für ben Völkerbunbsrat übernehme ber Ausschuß eine schwere Verantwortung. Es sei seine Pflicht, zu einem unabhängigen Urteil zu gelangen. Rachdem sich das englische Parlament das Recht vorbehalten habe, den endgültigen plan zu prüfen, habe der Völkerbundsrat und der Man- datsausfchuß das gleiche Recht. Es dürfe jedoch kein Mißverständnis obwalten. Eine vorläufige Zustimmung ober Ablehnung würde weittragende Folgen haben. Zustimmung bedeute Besprechungen mit den Juden und Arabern darüber, ob sie zu Verhandlungen bereit seien. Sie bedeutete auch die Ausarbeitung von Entwürfen für Verträge und finanzielle und militärische Rebenabmachungen, sowie die Ausarbeitung einer neuen Mandatsform für diejenigen Teile Palästinas, für die England das Völkerbundsmandat beibehalten wolle. Das von ber englischen Regierung verfolgte Ziel sei in bem Bericht ber Palästina-Kommission klar bargelegt. Es hanbele sich um bie Beendigung bes Manbats über Transjorbanien unb ben größten Teil Palästinas zum Zweck ber Schaffung zweier unabhängiger unb souveräner Staaten, eines arabischen unb eines jübischen, unb um bas Verbleiben gewisser Plätze Palästinas teils bauernb, teils möglicherweise nur zeitweilig unter britischem Manbat. Nach Auffassung ber Regierung stelle ber Plan in biefer Richtung bie beste unb aussichtsreichste Lösung der Krise bar. Die Krise müsse gelöst werben, wenn in jenem Teile unb ben umliegenden ßänbern Friebe, Fortschritt unb georbnete Regierungsverhältniise bestehen sollten. Der Kolonialminister legte schließlich Wert auf bie Feststellung, baß bie englische Regierung nicht gebunben sei unb sich burch bie Einzelheiten bes in bem Palästinabericht übermittelten Planes nicht festgelegt habe. Arabische undiüdischeAbordnunaenmGenf Genf, 30. Juli. (DNB.) Die nach Genf ent- fanbte Aborbnung bes Arabischen Hohen Rates hat bem Manbatsausschuß eine Denkschrift überreicht, in ber bie Vorschläge bes Peel-Berichtes noch einmal eingehenb kritisiert werben. Es sei eine merkwürbige Rechtsauffassung, wenn man ben Ju- ben Eigentumsanspruch an einem Lande deshalb zugestehe, weil ihre Vorfahren es vor 2000 Jahren bewohnt hätten. Der Untersuchungsausschuß könne sich nicht das Recht anrnahen, den Juden ben be* beutenbften unb fruchtbarsten Teil Palästinas an ber Küste und im Norden des Landes zuzuteilen und 300 000 Araber unter jüdisches Joch zu bringen. Wenn man im Heiligen Lande wirklich Gerechtigkeit und Frieden malten lassen wolle, so könne man nichts anderes tun, als Artikel 22 der (peumannö (^erg^ilfe unterstützt und regelt die kicbeitskrast Ohres Herzens. Heumanns Herz-Hilfe ist unschädlich und aus rein pflanzlichen Heilstossen zusammengesetzt. -öu Haden in den klpotheken für RM. 2.50 die Packung. Sie reicht ca. 1 Monat. heumanns STSSf-1"".. angst- herzen ivstgre" Dölkerbunbssatzung loyal auszuführen, wo es heiße, gewisse Gemeinwesen, bie ehemals zur Türkei gehörten, hätten eine solche Entwicklungsstufe erreicht, baß sie vorläufig anerkannt werben können unter ber Bedingung, sich von den Ratschlägen eines Mandatars in der Verwaltung so lange leiten zu lassen, bis sie im Stande seien, sich selbst zu regieren. Die Araber hielten diesen Zeitpunkt für gekommen und seien bereit, die Belange bes (Empires in ihrem Lanbe ebenso zu gewährleisten, wie bie Lebensrechte der jüdischen Minderheit. Gleichzeitig ist eine Abordnung des jüdischen Nationalrates von Palästina unter der Führung des Großrabbiners Menzion Aziel in Genf eingetroffen, um in Zusammenarbeit mit zionistischen Stellen die zuständigen Völkerbundskreise über die Ansichten und die Haltung der jüdischen Bevölkerung Palästinas zu unterrichten. Wetterbericht des Relchswetterbienstes. Ausaabeort Frankfurt In der Großwetterlage hat sich jetzt die Umgestaltung vollzogen. Ein über der Biscaya liegendes Tief bedingt bei östlichen Winden die Zufuhr wärmerer und trockener Festlandsluft. Nur in großen Höhen herrscht noch die alte West- bis Nordwestströmung, was zur Ausbildung von Gewittern Anlaß geben kann. Im allgemeinen wird sich aber das Wetter während des Wochenendes freundlich unb warm gestalten. Aussichten für Sonntag: Bei mäßigen Winden um Ost wolkig bis heiter, warm unb trocken, jeboch örtliche ©eroitterbilbung durchaus möglich. Aussichten für Montag: Meist noch freundlich und warm. Lufttemperaturen am 30. Juli: mittags 23,4 Grab Celsius, abenbs 14,1 Grab; am 31. Juli: morgens 13,8 Grab. Maximum 25,3 Grab, Minimum heute nacht 8,7 Grab. — (Erbtemperatnren in 10 cm Tiefe am 30. Juli: abends 20 Grab; am 31. Juli: morgens 15,8 Grab. — Sonnenscheinbauer 12,8 Stunben. Hauptschriftleiter: Dr Friebrich Wilhelm Lange. Stellvertreter bes Hguptschriftleiters: Ernst Blumschein Verantwortlich für Politik unb für bie Bilber: Dr Fr W Lange (beurlaubt), Vertreter: Ernst Blumschein; für Feuilleton: Or.Hans Thyriot; für ben übrigen Teil: Ernst Blumschetn. Anzeigenleiter: Hans Beck (beurlaubt). Verantwortlich für ben Inhalt ber Anzeigen: Theobor Kümmel. D. A. VI. 37: 9104. Druck unb Verlag: Brühlsche Unioerfitätsbrucferet R Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM 2,05 einschließlich 25 Pf Zustellgebühr, mit ber Illustrierten 15 Pf. mehr Einzeloerkaufspreis 10 Pf. unb Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Junt 1935 gültig. Quambusdi - Essig VKDtVStKV Junger J625D Bekanntmachung 5( 1937. Junger Mietgesuche I WM für Schöne der Gießener Baumschule und Staudengärtnerei | Kaufgesu Schla Gesucht Auto« SB Ä gebrauckie Ersatzteile. ®aud Autoverwecstn iobert L ie u. zwei !ansard.- Wir suchen 2 Verkäufer | Verkäufe den 1^1 bi EINE AUSWAHL VON 25 ’J oor KUCHEN Verschiede 6-Mohn. 20 SCHLAFZIMMERN 25 3000 b Hof 8< [03774 MÖBEL VETTER GIESSEN, WIESENSTRASSE NUMMER 6 Hücbläfie Don 3 vi» 5034 D -Haut Kleinlebens- und Sterbegeldversicherung hat ihr freigeworü. Nähe Bahn u. Kl. l-2möbl.Zimm. bitt, z.vrm.l 03776 Crednerstr. 18 I 10—15000 Schr. Ang. 03750 a.b.fii Wu i die gi ruren ||f5 ern , runter ihritf) j Ler Zu ebn \t\ öltet DO1 EinfriHsfermin Ansprüche Lichtbild Erfüllte len ® f‘ Stück 18 PL - großes Stuck 28 Pt. $05 ’tO\5r Aelter. Ehepaar suchtz.15.August oder später 2 Zimmer und Küche Schr. Ang. unt. 03768 a. d.G.A. 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Bar den kletnen Restaurants her Vorstädte hängen Lämmer und halbe Schweine, um zu zeigen, wie gut das hier verwendete Fletsch ift? und unter diesen blutigen Reklamen speisen mit 0U2M dem^Wattt Urscht unbeschreibliches Gedränge und eine verwirrende Fülle von Waren: Berge von Gemüsen und Fruchten neben den schwärzlichen Armen der Tintenfische und neben liinaen Tischen, die mit nichts anderem, als den Füßen der Lämmer und Ziegen bedeckt fmd; man hält sich besser an die Gemüse! Unter lebhafter Zeichensprache kaufe ich mir mein Mahl: Minen aus ber argolischen Ebene, chomg vom Berge finmettos und die köstlichen, dunklen Trauben van Korinth Und dazu roten Rezinatowem, der mit r Oie Pi? mtan. ** llrooiMenttJ ebung. “einemäfterei (j "d Selonariti Ack lauft N AuchenM gebrW • ErsaW Autovem dem Harz der peloponnesischen Bergkiefern vermischt ist — kann man edler speisen?! * Hinein in die flutenden Straßen! Da begegnen sich alte und neue Zeit, mit wahrhaft antiker Ruhe steht unter dem Torbogen neben den parkenden Autos ein Mann im Ziegenfell und bläst die Pans- flöte! An den Straßen stehen kleine Postamente mit Heiligenbildern darauf und einem Geldeinwurf darunter Mit diesen Bildsäulen hat die Kirche lange Zeit einen schwunghaften Handel getrieben und hat sie für hohe Summen an Spekulanten vermietet unter Ueberlaffung der darinnen enthaltenen Opfergaben. Aber nun will sie keiner mehr haben, nun wird nichts Rechtes mehr hineingeworfen, und auch das wird nachts wieder heraus gestohlen, kein gutes Geschäft mehr. Da florieren die kleinen Banken der Wechsler schon besser, und die Spesen sind gering: ein Tischchen mit einem Glaskasten daraus, ein paar Valuten darinnen, ein paar alte albanische Dolche daneben und das Ganze mitten auf die Straße gestellt. Dazwischen trippeln alte Mütterchen herum mit langen Holzstangen, an denen die Viertel- und Achtellose der Staatslotterie stecken, und natürlich ist das große Los darunter! ♦ Eine köstliche Stadt! Während man seinen Tee trinkt, schaut man hinüber zum Tempel des großen Zeus, dessen letzte Säulen gewaltig gegen den lichten Himmel stehen. Wo bekommt man solches als Beigabe zu seinen Sandwiches! Man kann sich in die Antike verlieren nach Herzenslust! Nur daß statt dem in Waffen strahlenden Achill ein fetter Bürger neben einem sitzt und die Kugeln einer Bernsteinkette zwischen den Fingern dreht, um die Zeit totzuschlagen. Eine lichte und lebendige Stadt! Me schön sind die breiten, grünen Straßen am Verfassungsplatz und all die alten Wipfel der herrlichen Gärten! Allerdings, die Löcher in diesen schönen Straßen und die mancherlei Vernachlässigungen freuen den Wanderer nicht, aber was will dies schon besagen, wenn man im Lande des Homer und des Plato wandelt! Und hier findet man auch endlich den Weg zur antiken Kunst: nicht vor dem göttlichen Hermes von Andros, der viel zu vollkommen schön ist, aber von den hinreißend bewegten Tiertorsos und vor den kleinen archaischen Frauenstatuen, die so voll aller unlogischen Anmut des Lebens sind. Panta rhei — alles fließt, auch diese blauen Tage verfließen. Schon führt mich ein Zug an bildhaft und ihren langen Stab gelehnten Hirten und olwen- sammelnden Frauen und schwarzen Ziegen vorüber entlang der Straße von Korinth mit ihren geschichtlichen Künsten — hier klirrte die Schlacht rer zeichnete auch diese Vorstellung durch seinen Besuch aus. Auch dem Stellvertreter des Führers, Reichsminister Rudolf Heß, und den übrigen führenden Männern aus Partefund Staat wurde em herzlicher Empfang zuteil. Die Bewältigung der musikalischen und szenischen Aufgaben der „Götterdämmerung" stellte noch einmal die beispielhafte Gemeinschaftsarbeit der künstlerischen Leiter ins Licht. Die Namen Furtwängler, Tietjen und Preetorius bedeuteten heute mehr als ein Programm. Ueberragenöe Begabung hat sich in diesen drei Künstlern verbunden mit dem Wissen um die Stilgeheimnisse Wag- nerscher Müsikdramatik. Auch den ständigen künstlerischen und technischen Helfern gebührt Dank. 'In erster Linie sind zu nennen der Erzieher des hervorragenden Festspielchores, Friedrich Jun g,J)er Leiter der musikalischen Vorbereitungen der Solisten, Professor Carl Kittel, der technische Direktor Paul E b e r h a rd t, der in den Szenenverwandlungen Erstaunliches leistetete, und der Leiter des Kostümwesens Kurt Palm. Das schnelle Funktionieren der Bühnentechnik im letzten Akt ist ein Glanzstück der Bayreuther Aufführung. Die Besetzung wies die gleichen klangvollen Nanren auf wie "im Vorjahre: Max Lorenz sang den Siegfried, Frida Leider die Brünnhilde, Jaro Prohaska als Gunther, Maria Müller als Gutrune verkörperten wieder die Gibichungen- Geschwister; die ausdrucksvolle Gestaltung und der schlackenlose Alt Margarete Kloses stellten die Waltraute und die erste Nome. Neu in diesem Ensemble ist Ludwig Hofmann, dessen stark nuancierter Hagen würdig neben den Leistungen des Künstlers als König Heinrich, Fafner und Hunding stand. Als Nomen und Rheintöchter taten sich hervor Ruth Berglund, Elfriede Marherr und Hilde Scheppau von der Berliner Staatsoper. Unter dem Eindruck der in jeder Hinsicht über» ragenden Aufführung bekundeten sich Dank und Begeisterung der Zuschauer in langanhaltendem Beifall. Nach der Aufführung begab sich der Führer mit Frau Winifried Wagner in den Bühnenraum, wo sich die Mitwirkenden und alle Mitarbeiter an den Festspielen versammelt hatten. Der Führer brachte allen in herzlichen Werten seinen Dank für die einzigartige Leistung zum Ausdruck. zeuge war der Bahnhof, der jedoch nur geringen Schaden erlitt. Neue japanische Maßnahmen. Tokio, 30. Juli. (Dftafienbienft des DNB.) Ministerpräsident Fürst K o n o y e begab sich nach einer Ministerkonferenz in den kaiserlichen Palast zur Genehmigung von M a ß n a h m e n , die in der Konferenz für den zweiten Abschnitt des nordchinesischen Konfliktes ausgearbeitet worden waren. In Verbindung mit dem jetzt begonnenen zweiten Abschnitt des Konfliktes meldet das Hauptquartier der japanischen Nordchina-Garnison den Heber« gang japanischer Truppen über d e n Äungtsing-Fluß, die Bildung eines dritten Kopfes bei Tschangsintien sowie das Auftauchen von Vorposten nach Norden marschierender Zentraltruppen. Damit sei vermutlich die "Gefechtstätigkeit mit den Zentraltruppen ausgenommen. Innerhalb des Gebietes Peiping-Tientsin kam es zu örtlichen Kämpfen mit Truppen der 29. Armee mit teilweise schweren Verlusten. In Tnungtschau machten Polizeitruppen einen verlustreichen UeberfaU auf japanische Truppen und japanische Zivilbevölkerung. MU s. jft S“ >ar< ofl 8000'' !'» % Der Führer in Bayreuth. Bayreuth, 30. Juli. (DNB.) Der Führer besichtigte am Freitag in Bayreuth im Haus der deutschen Erziehung mit dem Gauleiter der Bayerischen Ostmark und Leiter des Hauptamtes für Erzieher der NSDAP. W ächt! er einige Modelle von Neubauten, die nach einem Gesamtplan demnächst in Bayreuth in Angriff genommen werden sollen, sowie Modelle von neuen Grenzlandschulbauten des NSLB. Anschließend stattete der Führer der im gleichen Hause befindlichen Ausstellung des Malers Ernst V o 11 b e h r „Bunt erleuchtete Welt" einen Besuch ab. Die an den Bayreuther Bühnenfestspielen beteiligten Künstler und Künstlerinnen, unter ihnen auch Vertreter des Festspielorchesters und des Chores, wurden am Donnerstag vom Führer empfangen und verbrachten den Abend als feine Gäste im Haus Wahnfried. „Götterdämmerung" in Bayreuth. Bayreuth, 31. Juli. (DNB.) Mit einer Aufführung der „Götterdärnrnerun g", die die Besucher tief ergriff, wurde der erste Zyklus der diesjährigen Festspiele abgeschlossen. — Der Füh- Neue Westpattnote Englands wird geprüft. Berlin, 30. Juli. (DNB.) Vor einigen Tagen ist von der englischen Negierung den an den Verhandlungen über den Westpakt beteiligten Mächten eine Note übergeben worden, die Vorschläge für die weitere Behandlung dieses Fragenkomplexes enthält. Die Note wird zur Zeit von den zuständigen Stellen einer Prüfung unterzogen werden. Oie Ablösung für unsere Geestreit- kräste in den spanischen Gewässern. Berlin, 30. Juli. (DNB.) Zur A b lö sun g unserer Seestreitkräfte, die sich in spanischen Gewässern zum Schutze deutscher Interessen befinden, sind heute das Panzerschiff „Admiral Scheer", Kreuzer „Köln" und die Zweite Torpedobootsflottille aus den Heimathäfen ausgelaufen. Anstelle des erkrankten Befehlshabers der Panzerschiffe, Konteradmiral von F i s ch e l, hat der Flottenchef, Admiral Carls, vorübergehend die Führung dieses Verbandes übernommen. Preissenkung für den Volksempfänger verfügt. B e r l i n, 30. Juli. (DNB.) Die erhebliche Preis- senkung für Rundfunk-Empfangsgeräte bei Beginn der nuen Rundfunksaison ist ein erfreulicher Schritt auf dem Gebiete der Preisbildung für Markenartikel, dem der Reichskommissar für die Preisbildung seine besondere Aufmerksamkeit widmet. Die Preissenkung wurde durch die zu Anfang dieses Jahres veranlaßte Auflockerung der Preisbindungen zwischen den Herstellern ermöglicht, die der Leistungsfähigkeit der einzelnen Hersteller weiteren Spielraum als bisher gegeben hat. In diesem Zusammenhang gehört auch die vom Reichskommissar für die Preisbildung auf Anregung der politischen Rundfunkführung in gemeinsamer Arbeit mit dem Reichsvropagandamini- fterium und der Reichsrundfunkkammer verfügte Preissenkung für den Volksempfänger. [Ters^ W Das Sonderkonzert des Oft märkisch en Sängerbundes, der durch 300 Vereine jsrols, Niederösterreichs und des Burgenlandes mit Mehreren Tausend Teilnehmern in Breslau vertre- in ist, gestaltete sich unter Mitwirkung des Wiener ■lauendjors am Freitag zu einem Triumph jesdeutschen Liedes und der deutschen Volkseinheit. Gewissermaßen als Motto des -onzerts der deutschen Brüder aus Oesterreich er- ,ang „Deutsches Lied schlingt um uns ein festes Md". Von den Volksliedern löste eine durch den Mischten Chor gesungene Weise aus dem Salz- ^rgischen, von dem Bundeschormeister Christian r r 11 dirigiert, einen derartigen Begeisterungs- Lrm aus, daß sich die fast 10 000 Zuhörer eine Wiederholung erzwangen. Weitere Volkslieder wie Da drunten im tiefen Tal" und „Auf der Lüne- tirger Heide" wechselten mit Liedern ab, die das heroische in den Vordergrund stellen ober tiefe Innerlichkeit bekunden wie „Andreas Hofers Abrieb vom 'Leben". Mit einem geistlichen Liede rurde eine Jugendkompofition Franz Schuberts Ifird) einen gemischten Chor aus der Taufe geho- L'H. Dem Bekenntnis zum deutschen Liede und butschen Volkstum gaben ber Gesang „Das deut- |j)e Lieb", ein von Anton Bruckner komponiertes Verk für Männerchor mit Blechinstrumenten, bas prfenbe „Gelöbnis", für Männerchor von Robert lelborfer unb schließlich bas Schluhlied „Im beut- hen Geist unb Herzen sind wir eins" beredten usdruck. * In der Jahrhunderthalle sand die erste Gau- ei er stunde statt. Vor der Orgel stand das glbgrau der stahlhelmbekleideten Wehrmachtschöre, b bie gesamte Orgeltribüne wurde von den Män- irchören des Sängergaues Thüringen eingenom- en, ber bie unter bem Motto „W ehrhaftes o l k" stehenbe Feierstunde kennzeichnete. Mit nem Gebenken an bie Toten unb bereu Ehrenret- ng burch bie nationalsozialistische Erhebung be- nn bie Feierstunde, um mit dem großen Orgel- älubium C-Moll von Johann Sebastian Bach zu fn den Gefallenen geroibmeten Männerchören nsterblichkeit" und „Totenehrung" überzuleiten, pontan erhob sich alles, unb bie Arme erhoben zum beutschen Gruß, als zu Beginn bes zwei- n Teiles ber Finnlänbische Reitermarsch erklang, »9 tt mf., erst, stsst. 33772 üne" iD8 03810 56. in. 03800 io.18 mrze ie 03709 4P. Kreml« gen Krieg „Vivat! Jetzt geht^ ins Felb". ®ut eM Im Zeichen ber jungen Wehrmacht stand ber I dritte Teil ber Feierstunde, der mit zwei vom Chor ber Wehrmacht gefangenen Liedern eingeleitet würbe. Dann nahm ein Hitlerjunge ben Taktstock u m bie Hanb, um die folgenden Chöre der HI. ju dirigieren. Mit einem ben Arbeiter unb den i Bauern in diese Zeit einschließenden Chor schloß - die unter der Leitung des Gauchorleiters Professor 'Heinrich Laber (Gera) stehende Feierstunde. r ,0er Zustrom zur zweiten Chorfeier war wieder sehr stark. Diese Feierstunde wurde ausge- [toltet von den Sängergauen Berlin-Kurmark, Ostpreußen, Pommern, Nordmark, Niedersachsen, Ächsen-Anhalt, Westfalen, K u r h e s s e n , Bayern, Zayerisch-Schwaben und Franken unter der Leitung b|s Gauchorleiters des Gaues Kurheffen Dr. h. c. Mert Laugs (Kassel). Eine Reihe von Emzel- Dorträgen bestritt im Rahmen der Chorfeier der Ängergau Berlin-Kurmark. Besonders packend war ‘to Jochums „Vaterländische Hymne", aufgebaut tf Worten von Ernst Moritz Arndt. it'' ben Propyläen. | Heber Trommeln gestürzter Säulen, über bie lliilen Reste zertrümmerter Kapitelle hinweg ersteigt -Iran ben Parthenontempel. Ich glaube — unb nun Hl werben bie Verehrer ber Antike mich steinigen — M glaube, baß bieser Tempel als er noch unver- iflefrrt ftanb unb aus der Cella das Werk des Plidias, die elfenbeinerne Athene, leuchtete, dav tfrr3 vor kalter Bewunderung erstarren lieh. Zu- °iel der Harmonie, zuviel der Vollkommenheit! Aber Kn, da das reine Weiß des pentelifchen Marlnors p°n den Jahrtausenden gebräunt und verwittert Y, im die Reste der herrlichen Säulen Mit den letz teil göttlichen Trümmern des Giebelfeldes gelichte W unregelmäßig vor den gewaltigen.ßmient ber Mischen Berge unb Bläue bes myrthoischen Mee- Ire, stehen, nun stürzt bie Schönheit biefes Anblickes J leb enbig über einen her. \ Hingestreckt zwischen die eblen Trümmer in der staßen Stille dieser jungen Morgenstunde dle die tiefen Schluchten der attischen Berge erhel t unb in ber Ferne ben Glanz bes Vegaischen Meeres f blitzen läßt, wanbert man zuruck durch bie Setfm j bös alte, strahlenbe Hellas. Bis ber g be- I nd bie übliche baebekerdewaffnete Volkerw d ring bie Abgeschiebenheit der Stunde zerre ß. I Flucht tut not. ior So klettert man denn hinunter gutn a en les Dionysos. Hier herrscht svnnenumspielte 0'^0^ leit; Bienen summen über den kleinen Mischen bem geborstenen Marmor der vachern unb über bem herrlichen Fr 2nfurg Sihne. Hier also hatten zu den,3 ü n bes U urfl ■| Ü: Tausenbe ben Priestern gelauscht^ die spi^en, WR^ten unb sangen unb, geschützt vo ^en jheit bes Theaters, ben Bürgern Ath '-irren Kollegen einiges anbängten. Unb b^r lau ld»nbe Oberpriester des Bachus hat gelächelt. GiM au Marb. W ■ TelWlß " M OerBauer in Frankreich Man ist gewohnt, Frankreich als das L a n d D e s Bauern, SNeinbürgers und Rentners zu bezeichnen Mit einem gewissen Recht. In den letzten 40 Jahren ist freilich die Zahl der bäuerlichen Familien um etwa 1,75 Millionen zurückgegangen, was einmal aus die sinkende Geburtenzahl zum anderen auf die Landflucht zurückzuführen ist. Das Anwachsen der Industrie und die Zusammenballung der Massen in großen Städten sind auch in diesem Lande nicht ohne Folaen geblieben. Dazu tritt die schlechte soziale Lage Der Kleinbauern und Landarbeiter, der sinkende Ertrag des wichtigen Weinbaues, der oftmals zu Unruhen unter Den Winzern geführt hat. Die Abwanderung vom Lande hat zur Folge, daß der Umfang der landwirtschaftlich genutzten Fläche in den letzten 25 Jahren sich um 11 v.H. verminderte. Der Ausfall an Arbeitskräften hat keineswegs durch die Anschaffung von Maschinen ausgeglichen werden können, wie das in anderen Ländern der Fall ist. Die technische Rückständigkeit des französischen Landbaues ist bekannt. Dabei ist eine Verschiebung in der Produktion eingetreten, die sich auf verschiedene Bezirke verteilt. Im Süden ist der Weinbau noch immer vorherrschend, obwohl die Konkurrenz der algerischen Weine sehr stark ist. In der Mitte und im Osten geht der Weinbau zurück, die freiwerdenden Flächen finden für die steigende Viehzucht Verwertung. Nur in der Nähe von Paris ist eine intensive Garten- wirtschaft eingeführt, die in der Hauptstadt ihren festen Markt besitzt. Man schätzt, daß in den Landorten etwa 50 v. H der Einwohner des Landes wohnen, daß aber nur noch ungefähr 30 v. H. der Bevölkerung ihren Erwerb in der Landwirtschaft finden. Die französischen Regierungen sind jahrelang ge- bröngt worden, für das flache Land etwas zu leisten, ohne daß viel herausgekommen wäre. Erst in neuerer Zeit ist man zu gesetzlichen Festlegungen des Weizenpreises und zu einer Kontingentierung des Weinbaues gelangt, was für das individualistische Denken des Franzosen schon ein tiefer Eingriff war. Diese geistige Einstellung ist die Ursache dafür, daß eine umfassende Organisation nach deutschem Muster im französischen Bauerntum nicht möglich war und daß auch das Genossenschaftswesen keine Rolle spielt Neuerdings ist es die Vierzig-Stunden-Woche, die beim Bauerntum stärksten Widerstand finden mußte, weil sie eine aus der roten Theorie geborene wirtschaftsfeindliche Maßnahme ist. Die Erhöhung der Steuern auf alle Arten der Erzeugung wird die Not auf den Dörfern noch weiter steigern. Durch Jahrzehnte hat der Satz gegolten, daß die französische Demokratie vom Bauerntum her ihre Orientierung erhalte. Das Wahlrecht aibt in der Tat den ländlichen Bezirken einen größeren Einfluß. Dazu tritt der Senat, der von den Gemeinderäten usw gewählt wird, der feine Rolle als Beamter des politischen Karrens auch oft genug gespielt hat. Die Abgeordneten der Kammer, meist Advokaten, stammen vielfach vom Lande ab und mußten darauf bedacht sein, sich dort ihren Anhana zu erhalten. Trotzdem scheint festzustehen, daß sich auch diese Verhältnisse gewandelt haben Der Marxismus hat nicht nur die städtischen Massen radikalisiert, sondern auch die Landarbeiter, im großen Umfange sogar die Kleinbauern, erfaßt. Deren Unzufriedenheit für politische Zwecke auszubeuten, war nicht schwer. Dadurch hat die auf dem Lande einst herrschende Radikalsozialistische Partei, die setzt den Ministervräsidenten Chaii- 1 e m p s gestellt hat, stark an Bedeutung eingebüßt. (Die Radikalsozialisten sind in Frankreich eine linksbürgerliche Partei, die etwa unseren früheren Demokraten entsprechen) Es wird dadurch immer klarer, daß vom französischen Parlamentarismus, der noch dazu unter der Kontrolle des Kommunismus steht, dem französischen Bauern keine Rettung zuteil werden kann Steuern, Zölle und Handelsverträge werden fast nur nach Gesichtspunkten des Verbrauchers beschlossen. die Beachtung bäuerlicher Interessen tritt in die zweite Linie Man hat den Gewerkschaften das Blaue vom Himmel versprochen, hat daher die Abwertung auf Kosten der Sparer wiederholt und muß daraus bedacht sein, die Lebensmittel nicht weiter verteuern zu lassen. Wenn trotzdem die enorme Steigerung der Preise um über 50 Prozent stattgefunden hat, so geschah es in der Hauptsache zugunsten des Zwischenhandels und als Folge der verteuerten Frachten und Tarife. Die enttäuschte Bauernschaft versucht nun, durch die Schaffung einer „B a u e r n s r o n t" den politischen Einfluß zurückzugewinnen Diese Bewegung steht unter der Führung von Henry Dorgeres. Der Abgeordnete de Lestap s hat vor einigen Monaten in der Kammer den Antrag gestellt, den Bauernbesitz unteilbar zu gestalten und ihn schuldenfrei für den Erbgang zu machen. Damit werden ähnliche Gedanken aufgsgrisfen, wie sie im deutschen Erbhofgesetz niedergelegt sind. Mit ihrer Erfüllung hofft die französische Bauernschaft ihre wirtschaftliche Gesundung und ihre politische Bedeutung wieder herzustellen. Ob unter dem jetzigen Regime eine Aussicht besteht, solche Bestrebungen in die Tat umzusetzen, muß aber ernsthaft bezweifelt werden Li. Der Führer in Nürnberg. selbstverständlich nur wirkliche Könner bestimmt: werden dürfen, die tatsächlich etwas zu sagen hQ] ben. Das Beste ist in dieser Hinsicht gerade gut genug, weil mit Durchschnitts-Vortragsreisenden ui* auch mit Durchschnittsfilmen der Sache in keiner Weise gedient ist. In Korea, wo, wie gesagt, bas deutsche Element sehr schwach vertreten ist, liegen die Dinge besonders schwierig, so daß wohl in erster Linie die geistige Betreuung der neuen Gesellschaft die Aufgabe der Deutschen Botschaft in Tokio sein wird. Oeuisch-japanische Gesellschaft für Korea Don Dans Tröbst. Afrikanische Landwirtschaft K e j o, im Juli 1937. Ende Juni fand in Kejo, der Hauptstadt von Korea (einst Seoul geheißen), die Gründung einer „Deutsch - japanischen Gesellschaft für Korea" statt. Ausgerechnet in dem weltabgelegenen Korea eine solche Vereinigung ins Leben zu rufen, mutet auf ben ersten Blick vielleicht etwas seltsam an, vor allem, wenn man bebenft, baß das beutfdtf Element in Korea — abgesehen von ben bayerischen Benebiktinern bes Bischofs Sauer — zahlenmäßig nur sehr schwach vertreten ist. In ber Lanbeshauptstabt Kejo, bie 600 000 Einwohner zählt, unb die in weniger als breifeig Jahren von ben Japanern aus einer schmutzigen Provinzstabt in eine ganz moberne Großstadt umgewanbelt worben ist, leben zur Zeit nur zwei Deutsche, weitere sechs in ber „Provinz", von benen aber bie Mehrzahl Rufeland-Deutsche finb, bie ber Koltschak-Rückzug einst in biefen fernen Erbenwinkel verschlagen hat. Um so gröfeer ist bafür bie Zahl ber deutsch- sprechenden Japaner, die entweder als Professoren unb Dozenten an ber Kaiserlichen Universität Kejo, ober als Aerzte, Lehrer unb Ingenieure in freien Berufen tätig finb. Alle biefe Japaner haben seinerzeit in Deutschlanb ftubiert, unb ber Gebaute, sie in irgenbeiner deutsch-japanischen Organisation zusammenzufassen, beren Aufgabe es sein soll, bie geistigen Beziehungen zu Deutschlanb nicht abreifeen zu lassen, ist baher nur zu verstäub- lich unb burchaus zu begrüfeen. Graf Usaki, Generalgouverneur von Korea, war ber eigentliche „Vater" bieses „Gebaukens", ber vom beutscheu Botschafter von Dirksen im Verein mit bem Nachfolger bes Grafen Ufafi, bem aus ber Manbschurei her wohlbekannten General M i n a m i unb jetzigen Geueralgouverneur von Korea, jetzt in bie Tat umgesetzt worben ist. Ein besonberes Verdienst am Zustandekommen der neuen Gesellschaft gebührt dabei dem Dairener deutschen Konsul Dr. Bischoff, zu dessen Arbeitsgebiet Korea gehört unb ber bie recht umstäublichen zeichnete. Denn unter „Gerechtigkeit" — so führte Spranger aus — verstehen bie Nutznießer des Großen Krieges bie Erhaltung bes stafus quo, währenb Deutschlanb unb Japan unter „Gerechtigkeit" bas „Recht auf Raum" für ben leistungsfähigen Kulturträger unb Kulturbringer verstehen. Daß Japan in biefem Sinne feiner historischen Aufgabe gewachsen sei, zeige bas Beispiel ber Manbschurei unb Koreas, wo Japan im besten Sinne bes Wortes als Kulturträger unb Kulturbringer aufträte; im gleichen Sinne arbeite man in Deutschlanb am Aufbau einer neuen Kultur — beibe Völker seien baher in ihrem Streben wesensverwanbt. Diese Wesensver- wanbtschaft zu vertiefen und zu fördern, sei bie Hauptaufgabe biefer neuen „Deutsch-japanischen Gesellschaft für Korea" ... In ähnlichem Sinne äußerte sich ber Rektor ber Universität Kejo, ein Gelehrter im besten Sinne bes Wortes, ber Deutschlanb befonbers als Lehrer Ja- pans auf bem Gebiete ber Mebizin unb bes Heerwesens feierte. Auch ber katholische Bischof Sauer von ber katholischen Mission sagte ber neuen Vereinigung alle nur benfbare Förberung zu, deren Grünbungsversammlung ein Essen beenbete, bas bie Teilnehmer noch mehrere Stunden in ber bekannten „angeregten Aussprache" vereinigte. * Neben ber „Deutsch-japanischen Vereinigung" in Harbin (Manbschurei) besteht also nun eine ebensolche Gesellschaft in Korea, beren Zweck natürlich nicht rein ausschließlich gesellschaftlicher Natur sein kann. Wenn biefe unb ähnliche Vereinigungen etwas nutzen sollen, bann muß ben Mitgliedern auch etwas Positives geboten werben. Ausgabe bes Komitees wirb es also sein, ein entspre- chendes Arbeitsprogramm aufzustellen. In erster Linie kommen wohl Vorträge in Frage, für bie Don Bayreuth aus begab sich ber Führer nach Nürnberg, um sich von bem Fortschreiten ber Bauten auf Dem Reichsparteitaggelände zu überzeugen unb sich über ben Stand ber Vorbereitungen für Den biesjährigen Reichsparteitag zu unterrichten. Hier sieht man ihn bei ber Besichtigung ber Bauarbeiten. (Scherl-Bilberbienst-M.) norbereitenben Arbeiten so weit geförbert hotte, baß Enbe Juni bie neue Vereinigung in ber Lanbeshauptstabt aus ber Taufe gehoben werben konnte. Ehrenvorsitzenbe ber neuen Gesellschaft sind Exzellenz O n o, Vizegouverneur von Korea, und der deutsche Botschafter in Tokio, Erzellenz v. Dirk- s e n. Als Präsibent würbe ber Rektor ber Kaiserlichen Universität Kejo, Exzellenz Kailama gewählt, bem brei Beisitzer in Gestalt ber Professoren Takakusu unb Dueno unb des Generals Oifo zur Seite stehen. Ein ehemaliger beutfcher Austauschstubent, Hupfer, ber jetzt als Sportlehrer an ber Universität tätig ist und ber ausgezeichnet japanisch spricht, hat bas Amt bes Schriftführers übernommen. An ber Gründungsversammlung nahmen außer bem beutschen Austauschprofessor Dr. Spranger von ber Berliner Universität etwa 90 Japaner teil, bie mit außerorbentlichem Interesse ben Ausfüh- rungen bes Prof. Spranger lauschten, ber gewissermaßen bas Hauptreferat hielt. Spranger stellte in ben Mittelpunkt seiner Ausführungen ben Begriff ber „Greechtigkeit", bie er als ben „tieferen Sinn" ber beutsch-japanischen politischen Annäherung be- O»e Hack-Kuliur der Neger. (Sin Neisebrief von Kaufmann a. O. Cordt von Brandis Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten! Daressalaam, im Frühjahr 1937. Die neuesten Funde in ben nordeuropäischen Moorgebieten haben ergeben, baß unsere Vorfahren schon etwa 2000 Jahre vor Christi Geburt ben Pflug kannten. Um so mehr muß es erstaunen, baß bie Neger bis auf ben heutigen Tag an ihrer uralten, primitiven Hack-Kultur festgehalten haben. Das Klima unb ber Boden, bie Dichte ber Bevölkerung unb manches anbere, besonders aber ber konservative Sinn bes Negers haben ihn bei einer Form ber Lanbwirtschaft verharren lassen, bie wir seit Jahrtausenben nicht mehr kennen. Bei uns ist es selbstverständlich, bafe ber Bauer fein Feld mit Dünger bestreut. „Mist ist bem Bauern seine List" — sagt man allgemein. Alsdann pflügt er ben Dung unter unb verbessert so im Laufe von Generationen ben schlechtesten Boben mehr unb mehr. Nicht so ber Neger. Er benft nicht baran, ben tierischen Dünger auszunützen. Er wirst ihn als „Tacka-tacka" beiseite, zünbet chn womöglich an, wenn er im Wege liegt, aber er benützt ihn nicht. Vor ber Regenzeit, also für ben Norden ber ehemaligen Kolonie Deutsch-Ost-Afrika im März und im Oktober, begibt sich ber schwarze Lanbwirt mit feinen „Bibis" (Frauen), beren er eine bis brei besitzt und den größeren „Watotos" (Kinder) in den Busch, wo er eine Stelle ausgesucht hat, die in diesem Jahre Acker werden soll. Nun „hängt" er zunächst das Feuer hinein. Er verbrennt alles Gras, das natürlich jetzt nach der heißen Zeit mannshoch und verdorrt ist, es verbrennen -auch trockene Blätter und kleine Zweige. Was übrig bleibt, wird mit Buschmessern, in deren Handhabung alle Schwarzen Meister sind, am Boden abgehackt. Stärkere Bäume werden entweder gefällt ober sie bleiben stehen, alles zusammen wird auf Haufen geschichtet, wo es in ber Hitze bald Cs war zu früh? Don Nudolf Schneider-Schelde. „Es ist zu spät", sagte sie lächelnd, als er sie ansprach. „Wieso zu spät?" sagte er, „es ist doch nie zu spät?" Er war verlegen, sie lächelte so sicher und zog so sicher ihre Handschuhe an, es war im (Säte, sie hatte nach dem Theater noch ein Glas Himbeer- Soda getrunken, und jetzt wollte sie gehen. Sie faß am selben Tisch wie er, sie hatte nur zögernd dort Platz genommen, aber das Caf6 war sehr voll gewesen und der Tisch sehr breit und die Stühle weit von einander entfernt. Inzwischen, schien es, war die Tischplatte geschrumpft, und die Stühle waren aufeinander zu gerückt. Er hatte eine Zeitung gelesen, als sie gekommen war, aber bann las er nicht mehr, sonbern schaute sie an. Er schaute rücksichtsvoll unb zurückhaltenb, aber er schaute. Sie bemerkte es natürlich. Sie fanb ihn nett. Sie sah ihn nicht an, aber sah ihn genau, sie konnte bas so gut wie anbere Mädchen, und vielleicht hätte sie sich auch mit ihm unterhalten, aber er redete nicht. Sie konnte nicht gut zu reden anfangen. Sie ahnte, daß er gern geredet hätte, schade dachte sie. Er dachte noch viel mehr und grade, als sie gehen wollte, fing er zu reden an. Aber jetzt war es zu pät, sie sagte es, und die ganze letzte halbe Stunde chwang in den paar Worten mit, die sie sagte, be- anders schwang mit. daß er alles versäumt hatte. Er verstand sie genau, und nun gab er sich nicht zufrieden unb würbe er mit einemmal gesprächig unb so, baß sie lachen mußte. Damit hatte er gewonnen. Er ging mit ihr weg unb brachte sie bis vor ihr Haus, das leider ziemlich in der Nähe lag, viel zu nah für ihn ober das, was alles er gern gesagt hätte, unb barum schlug er vor, noch spazieren zu gehen, bie Strafet entlang, bort hinüber, wo Bäume waren, er dachte an bie Bänke, bie unter ben Bäumen ftanben. Es war eine schöne, warme Nacht. „Es ist zu spat", sagte sie roieber lächelnb. „Immer zu spät", sagte er, „es ist boch noch so früh." Es war noch nicht einmal Mitternacht er würbe sehr beredt unb malte bie Nacht unb ben Mond und die Sterne unb bas buftenbe Laub ber Bäume in so prächtigen Farben, wie es eigentlich nicht nötig war, bn sich bas alles spürbar in näch- ter Nähe befanb Ader sie verstand ihn, sie ahnte, >afe er eigentlich mehr sie malte als die Nacht, und ie war zufrieden mit dem Bild und fühlte sich von einen Worten ungerührt. Sie zog unsicher ihre Handschuhe aus weil sie ihm zum Abschied bie Hand reichen wollte, unb fanb ihn noch netter als im Cafs. Er liefe ihre Hand nicht mehr Ins Er gewann bas Spiel und führte sie unter die Bäume und saß eine Weile mit ihr auf einer Bank, mit viel Anstand und Abstand. Er sprach von sich und der Welt und machte sie neugierig, und dann gingen sie noch ein Stück und standen plötzlich vor einem Haus, und er sagte, hier wohne er, und er würbe ihr furchtbar gern feine Silber unb Bücher zeigen, er habe so hübsche Silber, sie müsse mit- kommen unb alles ansehen, es sei eine einzige (Belegenheit in biefer herrlichen Nacht. Er sagte es brängenb unb sah sie in ber Dunkelheit mit glühen- ben Augen an. „Es ist zu spät", sagte sie wieder unb schüttelte leise ben Kopf „Wieber basfelbe" sagte er, „bas alte Vorurteil, sonst nichts, bas ganze Leben wirb Ihnen entgehen, wenn Sie ewig benken, es ist zu spät." Es war nicht sicher, ob er glaubte, was er sagte, aber vielleicht glaubte er’s, unb vielleicht war es sogar wahr, er sagte, wenn es ihr nachgegangen wäre, wäre es auch zum Kennenlernen zu spät gewesen, unb bamit hatte er offenbar recht. Sie gab nicht mit Worten nach, aber in ber Tat, benn er hatte sie langsam in eine Welt versetzt, in ber es wirklich nur ein Vorurteil war, sich nicht um Mitternacht hübsche Silber anzusehen, sie ging bie Stufen zu feinem Haus hinauf unb hörte seine Schlüssel klappern unb wußte nicht recht, wie ihr geschah. Sie war ein seines Ding unb kein gewöhnliches, aber aerobe weil sie fein war, hatte ein Zauber über sie Macht. Ein Zauber hatte über sie Macht, sie von ber sonstigen Welt loszulösen, es fragte sich höchstens, bis wohin. Sie hörte bie Tür feiner Wohnung zufallen unb sah ihn an, aber er tat, als habe sich nirgenbs eine Tür geschlossen, unb jetzt kam wohl alles barauf an, ob er wirklich ein Zauberer ober ob er nur ein Schwinbler war Er wußte es wahrscheinlich selber nicht, es konnte sein, bafe er beibes war, aber es würbe sich Herausstellen, unb insofern kam alles wieber auf bas Mädchen an; ob fie ihn zum Zauberer ober zum Schwinbler machte. Er zeigte ihr seine Silber, bie ziemlich hübfch waren, unb bann versuchte er sie zu küssen Sie wollte nicht. Sie wanbte sich mit einer unbewußten Bewegung rasch zur Tür aber er kam ihr zuvor und vertrat ihr den Weg unb stanb, halb bittenb unb halb brohenb vor ihr. ,Es ist zu spät", sagte er spöttisch mit chren Worten unb wollte fortfahren: Wer A sagt muß auch B sagen, aber ba würbe bie Macht bes Mädchens wirksam. Etwas an ihrer Haltung verursachte ihm Scham. Er schwieg, sein Trotz schmolz. Sie merkte, daß sie ihn überwand und verzieh ihm. Sie mar sehr hübsch noch hübscher als vorher, verklärt durch das Zartgefühl, womit fie ihm über bie Nieberlage hinroeaheHen wollte Er traf sie plötzlich in einer dritten Welt, fern der Begegnung im Caf6 und fern der Versuchung soeben, es konnte sein, bafe es bie Welt ber Liebe war. Er sah erstaunt unb zaudernd bort hinein, es schien, bafe er nicht über bie Schwelle wollte. Sie setzte sich wieder an seinen Tisch in seinen Stuhl, und er verwunderte sich, daß Wahrheit wurde, was Vorwand gewesen war, daß er ihr wirklich seine Bilder und seine Bücher zeigen wollte, sonst nichts. Mit leiser Scheu genoß er den Zauber, der aus dem Schwindel wurde, und fühlte beglückt, wie >hr Vertrauen ihm entgegenkam. Es war auch etwas Wehmut in ihm. er ahnte, bafe er einen guten Tausch gemacht hatte, aber es mar boch ein Tausch, ihm schien, er hatte etmas bafür verloren. Als er sie schließlich nach Hause brachte unb ihr auf Wiedersehen sagte, bot sie ihm von selbst bie Lippen zum Kuß Er küßte sie, aber es mar ein anberer Kuß, als er ihn vor kurzem begehrt hatte. Er empfanb Zärtlichkeit babei unb liebkoste sie vorsichtig unb schmieg unb empfanb auch roieber Wehmut. Es ist zu spät, bachte er bei sich. Er sagte es nicht, aber sie lächelte unb sah nicht so aus. als ob ihr bange vor irgenbetroas wäre, unb es schien sie hatte erraten, was er bachte. Ehe sie schnell ins Haus schlüpfte, sagte sie mit winzigem Kopfschütteln unb einer siegesgewissen Süßigkeit, die jede Verlockung enthielt, so leise, wie man ein Geheimnis verrät: „Es ist zu früh." Die neuen ftilme der tifa. Das diesjährige Ufa-Produktions-Programm mit je 40 Spiel-, Kurz- und Kulturfilmen ist das zahlenmäßig stärkste seit dem Uebergang zum Tonfilm. Karl Ritter inszenierte die von ethischen und nationalen Problemen getragenen Filme „«Patrioten" (mit Mathias Wieman und Lido Baarova) und „Unternehmen Michael" (mit Heinrich George, Wieman, Willy Birgel und Hannes Stelzer). „Starke Herzen", mit Maria Cebotari und Gustav Diefel, wurde von Herbert Maisch gedreht. Zarah Leander, Birgel und Viktor Staal spielen in dem Film „Zu neuen Ufern". Erich Waschneck war der Spielleiter des Films „Streit um den Knaben Jo"; Hauptrollen Lil Dago- Der, Willy Fritsch und Maria von Tasnady. Der nilm „Daphne und der Dipioma t", ber ben Gestaltungswillen bes neuen beutschen Tanzes auf- 3eigt, würbe von R 21 Stemmte inszeniert. Karin Harbt unb Gerda Maurus find die Hauptdarsteller. Ein fröhlicher Film heißt „Sieben Ohrfei- g e n", Hauptakteure Lilian Harvey, Willy Fritsch, Alfred Abel, Erich Fiedler und Oskar Sima Ebenfalls luftig ist der Film ..Wenn Frauen schweigen" Johann"? Heeftirs, Hanß Knoteck. ftita D"nkhoff und Ernft Waldow spielen M't Marika Rökk dreht sich das „Karussell". In dem Film „S p ie l auf der Tenne" sind Heli Finkenzeller und Fritz Kämpers die Hauptdarsteller. Hans Deppe drehte mit Carola Höhn, Paul Klinger und Georg Alexander „Zweimalzwei im Himmel- b e t1". In dem Kriminalfilm „Brillanten" spielen die Hauptrollen Hansi Knoteck, Viktor Staat und Hilde Körber. In die Reihe der Abenteurer- Filme gehört auch der Naturspielfilm „Tundra". „Fanny Elßler" wird von Paul Martin inszeniert. Lilian Harvey, Willy Fritsch, Willy Birgel, Rolf Moebius und Paul Hoffmann verkörpern die historischen Gestalten. Karl Ritter inszeniert den Film „Urlaub aus Ehrenwort" mit Fritz Kämpers, Rolf Moebius und Jngeborg Theek. Von dem französischen Spielleiter Marcel L'Herbier kommt „La (Zitadelle de Silence" mit Annabella und Pierre Renoir. „Mitter- n a^ch t s w a l z e r" helfet ein Film mit Brigitte Horney unb Willy Birgel Detlef Sierck breht mit Zarah Leander und Carl-Ludwig Diehl „Habanera", Carl Froelich wird mit Zarah Leander den Film „H e i m a t" inszenieren. Ewald Balser und Lida Baarova spielen in „D i e unsterbliche G e liebt e". „(B e ro i 11 er f I u g z u Claudia" mit Willy Fritsch unb Karin Hardt inszeniert Erich Waschneck. In „W e 11 e r l e u ch t e n" spielen Lil Dagover und Peter Petersen wieder zusammen Der Film „Frau S y l v e l i n" wird Heinrich George Gustav Waldau und Paul Hartmann vereinigen. „Zwischen den Eltern" helfet ein Film, in dem Willy Fritsch, Gusti Huber und Peter Bosse spielen Grethe Weiser hat die Hauptrolle in bem Film „Meine Freundin Barbara" „Die ewigen drei Worte" nennt sich ein Film in dem Willy Fritsch und Carola Höhn spielen. Carl Froelich verfilmt das Lustspiel „Die vier Gesellen", R. A Stemmle dreht den Euphono-Film Kleiner Mann — ganz grofe" Traudt Stark hat die Hauptrolle m „Liebling ber Matrosen" und ..“leine Prinzessin" Heli Finkenzeller und Josef Eichheim spielen in dem „Schimmelkrieg von Holledau" Hans Deppe inszeniert „Gewitter im Mai" mit Hansi Knoteck. Ein Film mit Franziska Kinz und H A. Schlettow helfet „Frau S i l t a", nach bem Roman von Ernst Zahn R 21. Stemmle dreht mit Maria von Tasnady, Erich Ponto und Hans Niel- sen „Das Geheim ui s um Betty Son n". ,Grofealarm" helfet ein Kriminal-Film mit Viktor Staal und Rudolf Platte Georg Jacoby dreht die Operette ,,G a s p a r o n e" mit Johannes Heesters und Leo Slezak. „L i e b e s g u a d r i l l e" wird von Karl Hartl mit Lilian Harvey und Vik- tor Staal inszeniert — Hierzu kommen Drei weitere Filme, em Froelich-F-lm ein'Fanal-Film den Erich Waschneck mit Srigitte Horney und Mathias Wi"man inszeniert, und ein dritter, dessen Stoff noch nicht feststeht. W. Sto. tiberq Geschichten aus aller Welt Aus aller Welt „tätlichen Angriff , und zwar weil >r in ihrer Wohnung zwei Küsse der Hauswirt ihr in ihrer - Es lohnt sich, uns zu besuchen! 5018 A Mützen. Er mir inbet ihn momö? !, aber er benüd SOMMER SCHLUSS VERKAUF (Alle Rechte beim Traditions-Verlag Kolk & Co., Berlin, SW.) i Norden der thf ka im März uni rze Landwirt mul er eine bis drei tos" (Met) in rsgefucht hat, . Nun „hängt' « verbrennt alle der heißen 3« verbrennen taui eige. Was übr: in deren N' sind, am Bodr den entweder x s zusammen w in der Hitze baC Unverändert geht der Verkauf weiter! T Führer^ schreiten der A de zu überzeu« Leitungen für!« unterrichten, hi, : der Bauarbeilek M.) Kiste und einige Steine kollern mit lautem Gepolter hin und her, was die Affen nicht leiden können. Der M o h o g o ist ein von den Portugiesen in ihrer Glanzzeit aus Südamerika emgeführtes Knollengewächs, das der Neger zum Herstellen von Mehl benötigt. Die Beete werden aufgehäuft wie unsere Spargelbeete und die Stecklinge werden eingesetzt. Der Mohogo braucht sechs Monate bis zu einem Jahr zur Ausbildung seiner langen, harten Knollen, die ein Hauptnahrungsmittel der hiesigen Bevölkerung bilden. Am meisten Mühe gibt man sich mit dem Reis, der nur an sumpfigen Stellen gedeiht. Die Reisbeete werden immer mit der kleinen Hacke sorgfältig hergerichtet und die im Saatbeet gezogenen Pflänzchen werden einzeln ausgepflanzt. Diese äußerst mühsame Arbeit führen wieder die Frauen und Kinder aus. Bohnen, Erdnüße und Hirse werden einfach in das fertige Land eingesät. Sie wachsen mit dem Unkraut um die Wette, das nur zur Not niedergehalten wird. Allzuviel Arbeit machen sich die farbigen Bauern keinesfalls mit ihren Feldern. Bananen und Kokospalmen baut jeder in der Nähe feines Hauses an. Die Bananen tragen ein Bündel Früchte, das bis zu 100 Pfund schwer wird. Dann stirbt die Mutterpflanze ab und einige junge Schößlinge treiben aus dem Wurzelstock hervor. Gewöhnlich wird das Feld nur ein- ober zweimal bestellt, dann ist es ausgesogen, und man überläßt es seinem Schicksal. Der Busch nimmt seine Beute gerne wieder zurück und entwickelt sich üppig da, wo vorher Früchte reiften. Es besteht kein Zweifel, daß die Neger die Hack-Kultur bis zu einer gewissen Vollkommenheit ausgebildet haben. Solange die Negervölker durch Krankheiten und Kriege ständig dezimiert wurden, konnten sie wegen ihrer geringen Zahl es sich erlauben, all- jährlich anderes Land in Kultur au nehmen. Es wohnen doch im ehemaligen Deutsch-Ost-Afrika auf einem Gebiete, welches zweimal so groß ist wie Deutschland, nur 5 Millionen Eingeborene. Durch unsere Aerzte ist aber den Krankheiten, wie Schlafkrankheit, Pocken und Hakenwurm Einhalt geboten, und die Kriege fallen mehr und mehr aus. Infolgedessen müssen sich die Bevölkerungsziffern in steigendem Maße heben; dann wird der schwarze Landwirt gezwungen sein, ständig denselben Grund und Boden zu beackern und er wird sich gezwungen sehen, seine landwirtschaftlichen Methoden grundlegend zu ändern. Das deutsche Stadion. Die zum Reichsparteitagsgelände geplante große Sportarena wird, wie die NSK. meldet, die Bezeichnung „Das Deutsche Stadion" tragen. Das bisherige Nürnberger Stadion wird in Zukunft „Altes Stadion" heißen. Deutsche fiunff In Paris. Auf der Weltausstellung fand im Pavillon der bildenden Künste die Eröffnung der deutschen, der französischen, der schweizerischen und der tschechoslowakischen Abteilungen statt. Als deutsche Vertreter nahmen an der Eröffnung der deutsche Botschafter Graf W e l c z e ck, der Präsident der Reichskammer der bildenden Künste, Professor Adolf Ziegler und der Stellvertreter des Reichskom- missars Dr. Maiwald teil. Die deutsche Abteilung des Pavillons zeigt in zwei Sälen Oelgemälde, Statuen und Plastiken, deren Auswahl einen Ueberblick über das deutsche Kunstschaffen der Gegenwart gibt. Ein reich illustrierter Katalog führt den Besucher in den Geist der deutschen Kunst ein. Die Pariser Weltausstellung fediggeffeUt Auf der Pariser W e l t a u s st e l l u n g mürben am Freitag zwölf Pavillons eingeweiht. Am heutigen Samstag findet die Einweihung mit der Eröffnung des Pavillons von Elsaß-Lothringen, so- wie des bulgarischen Pavillons ihren Abschluß. Die Ausstellung kann also mit dem 1. August als end- gültig fertiggestellt angesehen werden. Zwei neue Autobahn-Teilstrecken sertiggestellt. Vom Generalinspektor für das heutige Straßenwesen wird mitgeteilt, daß am 31. Juli um 16 Uhr die Fortsetzung der Reichsautobahn Berlin— Stettin von Colbitzow bis Hornskrug für den allgemeinen Verkehr freigegeben wird. Diese neue Strecke verbindet den bisherigen Endpunkt der Reichsautobahn in Colbitzow mit der Ostseebäderstraße (Reichsstraße II) bei Hornskrug. Die neue Strecke ist rund 28,2 Kilometer lang. Die Gesamtlänge der Autobahn Berlin—Hornskrug beträgt rund 140 Kilometer. Für die Verkehrsbeziehung Berlin—Ostsee und umgekehrt ist nunmehr eine so wesentliche Wegoerkürzung gegenüber der Fahrt auf der Reichsstraße Berlin—Ostsee erreicht, daß der Zeitgewinn für einen durchfahrenden Personenwagen im Durch- schnitt anderthalb Stunden ausmacht. Vier neue Anschlußstellen in Sydowsaue, Podeluch, Altdamm und Hornskrug stellen die Verbindung mit dem Straßen- netz her Am 6. August wird die 30 Kilometer lange Teilstrecke Fürstenwalde—Frankfurt a. d. O. fertig- gestellt und dem allgemeinen Verkehr übergeben. 11 w kostet, natürlich nur, wenn er gestohlen wird! Ein englischer Richter hat die Frage nach feierlicher Verhandlung und in sorgsamer Erwägung aller Umstände entschieden. Eine junge Schullehrerin war von ihrem Hauswirt verklagt worden, weil sie ihre Wohnung ohne Kündigung verlassen hatte. Er forderte 3 Pfund 14 Schillinge 10 Penny. Die Lehrerin hatte Gegenklage erhoben und forderte Schadenersatz für einen ' geraubt habe. Ihr Verteidiger verteidigte ihr Recht sehr energisch; es liege tatsächlich ein Ueberfall vor. Die Lehrerin selbst berichtete sehr ausführlich, wie der Hauswirt, als er zu ihr kam, um die Miete abzuholen, sich zunächst auf die Tischecke neben ihren Stuhl niedersetzte, dem Gefpräch sehr bald eine mehr persönliche Wendung zu geben suchte, sie wegen ihres einsamen Lebens bedauerte und seine gefühlvolle Ansprache damit schloß, daß er sie trotz ihrer Gegenwehr umarmte und küßte. Sie sei darüber sehr entrüstet gewesen und habe noch am selben Abend die Wohnung verlassen, um nicht mehr zurückzukehren. Der Hauswirt beteuerte zwar, seine Zärtlichkeit sei ganz unschuldiger Natur gewesen, es habe auch kein Kampf ftattgefunben, unb er habe sich überbies schriftlich entschulbigt, aber der Richter kannte kein Erbarmen, er erklärte, die junge Dame habe die stürmische Zärtlichkeit mit Recht als einen lieber« griff und eine Beleidigung aufgefaßt, und ihr stehe daher eine Genugtuung zu. Und so verurteilte er den Hauswirt zu der empfindlichen Geldstrafe von 20 Guineen, also 10 Guineen für jeden Kuß, umgerechnet rund 130 Mark. Andersens Geburtshaus. (pk) Kopenhagen. Eine eichengeschnitzte Erinnerungstafel an H. C. Andersen und darunter unter Glas eine Abschrift feines im Landesarchio der Insel Fünen aufbewahrten Taufscheins ist in der Vorhalle der St. Hans- Kirche in Odensoe, der Gebuktsstadt des Märchendichters, aufgehängt worden. Daß ihr kein Platz in der Hans-Jenfens-Gaffe zuerteilt worden ist, hat feinen Anlaß in dem unentschiedenen Streit darüber, ob Andersen wirklich in dem Haus dieser Straße geboren wurde, das zu seinen Ehren als Museum eingerichtet wurde. Das Problem, das die Odensoer so lebhaft beschäftigt, und zuletzt gelegentlich der 125-Jahrfeier der Geburt Andersens erneut hin und her erörtert worden ist, wird auf der Tafel, die dem Fremden die Bedeutung des Hauses in der Hans-Jenfens-Gasse erklären soll, sehr diplomatisch behandelt. Für den, der den Spuren Andersens nachgeht, dürfte wichtiger als die ungeklärte Lage feines Geburtshauses sein, daß in Odensoe eine sichere Stätte für das Gedächtnis an den Märchendi- ter au finden ist: das Kindheitsheim in der Munke- mölle-Gaffe, dem Schauplatz einiger der schönsten seiner Märchen; hier lagen der Ball und der Kreisel in der Dachrinne, hier segelte der tapfere Zinnsoldat auf seinem Panzerschiff in der Gosse, und hier stand Fliebermütterchens Busch im Hof. In ber Munke- mölle-Gasse erlebte Andersen die Märchen, nicht jedenfalls in der Hans-Jensens-Gasfe, in der er nur einen Teil seines allerersten Lebensjahres zubrachte. französische Schiff „Duguay Trouin". Als solches lief das Schiff auch vom Stapel — und zwar um das Jahr 1800 in Rochefort. Bei Trafalgar ging alles gut ab, aber gleich nachher wurde das Schiff als Beutestück aufgebracht und 1805 beschlagnahmt. Seitdem tat es dann in der englischen Marine Dienst, um 1855 aus dem aktiven Dienst genommen unb zum Ausbildungsschiff umgebaut zu werden. Aber nun begann erst die längere Lebenszeit der „Jm- placable". Viele Taufende von jungen englischen Seeleuten find über die Planken gegangen unb haben hier ihre erste Seeschulung erhalten. Zur Zeit sucht man nach Stiftungen, um bas Schiff, bas noch immer hervorragend imstande ist, auch weiterhin verwenden zu können. Man brauchte nur einen neuen Anstrich. Aber die Zeit ist nicht mehr romantisch. Und wenn der Unterhalt ein Paar Pfund mehr kostet als ein anderes Ausbildungsschiff, bann kommt bie „Jmplacable" eben zum Abwracken —' als letzter „Ueberlebenber" von Trafalgar. Was kostet ein Kutz? C. K. Birmingham. Nun weiß man es ganz genau, was ein Kuß ) Heli FmkenM teilet. Hans W klinget unb W im Hi in Mi' Brillanter M Bittor b: e der Abenteur-i (film „lunbro on Paul Wö ”, 3 Hoffmann Karl Mer M veisi kvald Baue- e un[t'r 1 iu C1an° -'S imann " , ,-isit em » M >»' 7r n > Ilsdan .< gtü 1 '.b ||f) ’ 1 i n M ranz'/! 5'1 u dlttt to Die Gesamtlänge der im Betrieb befindlichen Autobahnen wird dann rund 1452 Kilometer betragen. Polnischer Historiker stellt fest: Coppernicus ein preußischer Patriot. In der polnischen Zeitschrift „Prosto zmosta" ist dieser Tage ein Aussatz des Historikers Jeremi W a s i u t y n s k i, betitelt „Der Streit um die Volkszugehörigkeit Coppernicus", erschienen, der offen, unter Heranziehung auch deutscher Quellen, das Deutschtum des Astronomen zugegeben habe. In diesem Artikel habe es geheißen: „Man darf nicht behaupten, Coppernicus sei em gebürtiger Pole gewesen. Jedoch noch viel weniger darf man diese Behauptung im Auslande propagieren, wo doch entgegengesetzt lautende Dokumente bekannt sind, z. B. in den deutschen Quellensammlungen. Eine solche Propaganda würde der polnischen Kultur durchaus kein gutes Zeugnis ausstellen. Wer also war Coppernicus? Ein preußischer Patriot, ein Hinrichtung von Landesverrätern. Berlin, 31. Juli. (DNB. Funkspruch.) Die Justizpressestelle beim Volksgerichtshof teilt mit: Die vom Volksgerichtshof wegen Landesverrats unb Vorbereitung zum Hochverrat zum Tobe und zu dauerndem Ehrverlust verurteilten 24jähri- fjen Gerhard Holzer und Reinhold Julius ind heute morgen hingerichtet worden. Gleichzeitig ist der am 19. März 1937 vom Volksgerichtshof wegen Landesverrats zum Tode und zu dauerndem Ehrverlust verurteilte 43jährige Ferdinand T h o m a e aus Saarbrücken heute morgen h i n g e r i ch t e t worden. Auch der vom Reichskriegsgericht am 18. Juni 1937 wegen Landesverrats zum Tode, zum Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte auf Lebenszeit und zur Wehrunwürdigkeit verurteilte 28jährige Ernst O p - pitz aus Sagan ist heute morgen hingerichtet worden. 29 Todesopfer des Eisenbahnunglücks bei Dilleneuve. pari», 31. 3u(i. (BJIB. Funkspruch.» Die Zahl der Todesopfer des schweren Eisenbahnunglücks bei Villeneuve-Sl. Georges hat sich inzwischen auf 29 erhöht, da zwei der Schwerverletzten gestorben sind. Leider muh damit gerechnet werden, daß noch weitere Schwerverletzte nicht am Leben erhalten werden können. Die französische Presse kritisiert lebhaft die ausgedehnte Verwendung h ö l z e r n e r P e r s o ° nenmagen im Fernverkehr und begrüßt den Beschluß des Ministerrates, wonach inzwischen zurückgezogene Aufträge auf stählerne Waggons neu erteilt werden sollen. Die U n t e r s u ch u n g des Unglücks, das nach ber Eisenbahnkatastrophe von Lagny irn Dezember 1933, bei ber 199 Menschen den Tod gefunden haben, das bisher schwerste in Frankreich ist, hat einwandfrei ergeben, daß die Weichen st eller allein verantwortlich sind. Der Chef des Blockhauses hat von sich aus bereits zugegeben, daß er die Schuld trage, da er bie Umstellung der Weiche erst in dem Augenblick vorgenommen habe, als Die Räder der Lokomotive bereits zur Hälfte über die Weiche hinweggefahren waren. Die beiden Weichensteller find deshalb wegen fahrlä figer Tötung unter Anklage aeftellt worden. Sie wurden jedoch vorläufig auf freiem Fuß belassen. ___ knochcnlrockcn ist, unb wird bann eingeäschert. Daß das Feuer am Rande seines Feldes nicht halt mach:, sondern oft meilenweit weiterläuft, in Wälder unb Kulturen verheerend einblicht, ist ihm, dem schwarzen Landw-rr, höchst gleichgültig. Die Folgen für di? airfdnijche Waldwirtschaft unb damit "für den Regenbaushalt find kaiasirophal. Hat der schwarze Bauer nun ein Stück Land von etwa einem halben Hektar in dieser Weise frei „ge- scheckert" und gebrannt, so hacken bie Bibis "bie kleinen Wurzelstücke aus der Erde, die größeren bleiben nach, den „Dudus" (hier Ameisen) zum Fräße, die erstaunlich schnell damit fertig werden. Nun wird mit Hacken, nachdem inzwischen die erften Regen gefallen sind, die den tennenhart gedörrten Boden aufgeweicht haben, das Saatbett hergerichlet. Mit kleinen, kurzstieligen Handhacken bringen die Frauen bie Oberfläche in einen Blumenbeet-ähnlichen Zustanb, so daß die Einsaat vor sich gehen kann. Als Frucht arten kommen hier m Frage: Mais, Reis, Mohogo, Hirse, Bohnen, Erdnüsse und Baumwolle. Die Familie baut aber nur für ihren eigenen Bedarf, und nur bei besonders guten Ernten wird etwas abgegeben. Ich beobachtete einen Mais säenden Eingeborenen, dessen Feld etwas über einen halben Morgen groß war. Es war, wie oben beschrieben, aus Busch unb hohem Elefantengras herausgearbeitet und nach dem Umhacken mit flachen Pflanzlöchern versehen. Es versteht sich, daß weder die Seiten noch die Reihen irgendwie gerade waren, alles schief, krumm, ohne rechte Winkel, wie überhaupt gerade Linien dem Neger ein Greuel fein müssen. Der schwarze Landmann nahm aus einem flachen Korbe einen Maiskolben heraus, prüfte sorgfältig die Körner, brach die besten heraus, warf immer drei bis vier in ein Loch, das er dann so nebenher zuscharrte. Waren die großen, gesunden Körner des Kolbens alle, warf er ihn in den Korb zurück unb nahm den nächsten, fo eine natürliche Zuchtwahl treffend. Auf meine Frage, welche Sorte er da pflanze, kam prompt die Antwort: „Wunder von Kenya, Herr". Nach zehn Tagen, es hatte inzwischen stark geregnet, sah ich meinen Freund auf seinem Felde wieder. Der Mais war wunderbar aufgelaufen, aber auch das Unkraut. Doch schon war er mit Frauen unb Kinbern am Reinigen. Nach vier Wochen war ber Mais schon über mannshoch. Nun gilt es, ihn vor den Affen zu schützen. Dazu wird abends in den Feldern die Trommel gerührt. Mein Freund hatte es sich allerdings bequemer gemacht. Er hat eine leere Benzinkiste mit einer hölzernen Achse versehen unb diese in zwei Zwillen gelegt. Zieht er nun, in seinem Hause ruhend, an einem Faden, so dreht sich bie Nachbruck, auch mit Quellenangabe, verboten! Wenn ein Wal ein Bergungsschiff angreift. (—) Daressalam. An der südafrikanischen Küste, unweit von East London, war ein italienischer Bergungsdampfer damit beauftragt, aus dem Wrack des untergegangenen Transportschiffes „Cariboo" das mit dem Schiff in die Tiefe gegangene Kupfer zu bergen. Technisch blieb nichts anderes zu tun, als das Wrack zu sprengen, um dann durch Taucher die Kupferladung Stück für Stück heraufzuholen. Aber unmittelbar nach Der ersten Explosion tauchte ein Wal von 14 Meter Länge auf, schoß in die Hohe, gebärdete sich (offenbar durch die Dynamitsprengung schwer verwundet) wie ein Rasender und griff den Bergungsdampfer an. Das Schiff kam erheblich aus dem Gleichgewicht. Die Instrumente wurden durcheinander geworfen, die Tauchereinrichtungen teilweise zerstört. Der Wal aber zog sich nach getaner Vernichtungsarbeit in die Meerestiefen zurück, um dort, fern von jedem Menschen, zu sterben, die ihn aus seinem Versteck hinter dem alten Wrack des Dampfers „Cariboo" emporgeschreckt hatten. Blumen für den Napoleon des Pazifik. (ns) Honolulu. Bis zum Ende des Monats werben die beiden Denkmäler des Napoleons des Pazafik in Hawai Tag für Tag mit Blumen geschmückt werden. Dor einer nicht genau feststellbaren Zahl von Jahren wurde Kamehameha I. auf Hawai geboren. Ihm gelang es, die acht großen Inseln des polynesischen Archipels unter seinem Szepter zu vereinigen. Von hier aus gelang es ihm dann, viele Hundert andere Inseln zu erobern und schließlich in der großen Schlacht von Honolulu auch den letzten Beweis seiner Größe und seiner strategischen Talente zu geben. Nach seinem Sieg erledigte er seine Gegner auf eine recht radikale Weise. Er stürzte sie von einer hohen Felswand in die Tiefe. „Nachher aber regierte er mit Gerechtigkeit und Weisheit" — heißt es in den Liedern von Hawai. Man hat nun in Hawai diesem Napoleon des Pazifik, wie ihn amerikanische Historiker nannten, zwei Denkmäler gesetzt: das eine in dem kleinen Dorf, wo er zur Welt kam. Und ein anderes vor dem Justizpalaft in Honolulu. Dieses Denkmal hat eine abenteuerliche Geschichte: es wurde im Jahre 1878 in Italien von einem amerikanischen Bildhauer hergestellt. Aber das Schiff, das den Transport übernehmen sollte, geriet in Brand und lief brennend bei den Falkland-Jnseln auf Strand. Später fand ein Abenteurer die Statue unter dem Wrack jenes Schiffs, nahm es mit, erkannte den Wert des seltsamen Fundstücks unb lieferte es gegen hohe Belohnung in Hawai ab. Zwillingsschwestern und Küsse. (th) Neuyork. Die Geschwister Swank sind in ber Tanzwelt mit ihren interessanten Vorführungen in jüngster Zeit rasch bekannt geworben. Nun aber spricht man von ihnen in Neuyork wegen einer ganz anberen Angelegenheit, die nichts mit Kunst zu tun hat. Eine ber Zwillingsschwestern, nämlich Mary, hat ihre Verlobung mit Harry Cook, dem Sohn einer reichen Familie aus Philadelphia, aufgekündigt und verlangt außerdem noch eine hohe Entschädigung. Sie behauptet, sie könne keinen Mann heiraten, ber nach bem Genuß von ein ober zwei Glas Alkohol nicht mehr in ber Lage sei, sie von ihrer Schwester zu unterscheiben. Cook habe mehrfach ihre Schwester geküßt unb nachher behauptet, er habe ihr biefen Kuß geschenkt. Die Richter werben also zu entschei- ben haben, ob die Schuld in diesem Falle bei Cook, feinen beiden Gläsern Alkohol ober bei ber von der Natur in fo verhängnisvollem Maße den Schwestern verliehenen Aehnlichkeit zu suchen ist. Der Letzte von Trafalgar. (ur) Portsmouth. Im Hafen von Portsmouth liegt zur Zeit ein Schiff, das nach außen hin höchstens an den interessanten Linienführungen fein Alter verrät. Unb doch würbe niemanb sagen, daß es die große unb weltgeschichtlich bebeutfamfte Seeschlacht von Trafalgar mitmachte. Man lieft an der Seite den Namen „Jmplacable". Aber jmplacable" hieß früher ganz anders. Denn ursprünglich handelte es sich um das loyaler polnischer Staatsbürger, der Herkunft nach ein deutschsprechender Thorner Bürger. Als Mensch des Mittelalters hatte er kein Bedürfnis, seine Volkszugehörigkeit klar zu umreißen. „Zu neuen Ufern“ In Venedig. Deutschland hatte sich vorbehalten, in der Reihe der bei der Internationalen Filmkunst- schau in Venedig vorzuführenden Filme einen achten Spielfilm zu nennen. Nun ist dieser Film bekanntgegeben. Es handelt sich um den Ufa-Tonfilm ,L u neuen Ufern". wechsel in der Leitung der Düsseldorfer fiunstakademie. Wie die Nachrichtenstelle ber Regierung mitteilt, ist ber Direktor ber Düsselborfer Kunstakabemie, Grund, bis auf weiteres von feinem Poften beurlaubt unb Professor Fahrenkamp mit ber kommissarischen Leitung ber Kunstakabemie betraut worden. Die Auswahl ist groß — die Preise klein! Ml l AXUSSTIEILILU'NG (Eintritt frei Geöffnet von 10 bis 20 ühr lOufenfjrfen 03763 Kreishandwerkerschast Gießen 5038 D 5047 D Vermahlte Lollar, den 1. August 1937 5036 D 03727 bolz 1 Mk frei laden freundlichst ein Gastwirt Braun 2 Tanzböden!| 2 Kapellen I 4764 V 5079 D nach207ninuten statt. 5046 D CARLMnwarU 6025 A GIESSEN SELTERSWEG 8) JNHABER CARL HEINZ SCHLÜTER Gießen Lindenpatz 5 Einspaltige Kleinanzeigen werben zum er. mäßigten Grund. Dreie von s pf. fürdieMillimeter. leite veröffentlicht Die Burschen Karl Dolkmann Else Volkmann, geb. Füller Xut ffimnes "TT:, ää Hörfl Montag’ den L Mk'., IM/iCSCUt 2. August 1 Sack Anmach- Gießen, Äleichstraße 15 . den 31. Juli 1937 Ab 1. August die neue Hauskapelle Karl Schulzelind CAFfiAMEND Ihre Vermählung geben bekannt Karl Dahmer und Frau Elfriede, geb. Schneider Zhre Vermählung geben bekannt ' Heinrich Seibert und Frau Ottilie, geb. Wagner O Der Kautabak von Grimm & Trlepel, beliebt roegen seines köftllch-roürzig kräftigen Duftee, mundet auch denen, die bisher noch nicht Krediten. Verlangen Sie in den einschlägigen Geschäften die neue Werbefchrift mit Koftprobe. S OM D IE IRVOIR. STIEILILUJN G «m Sonntag, 1. August 1937, vormittags 11 Uhr im Gloria-Palast zu Gießen 1* Lernen — Können — Leistung iTonfilm) 2. Jaden, die die Welt umspinnen (Tonfilm) Unkostenbeitrag RM. -.35 Karten im Vorverkauf auf dem Büro der Kreishandwerkerschast Gießen und an der Tageskasse Große Gchiffe- kleine Preise! Werktags während der Ferien ab Mainz: 7.45 Uhr n. Niederheimbach u. Koblenz 8.45 „ nach Rüdesheim bis Koblenz 15.30 „ nach Rüdesheim, Bingen und Assmannshausen Rückfahrscheine RM. 1,20 bis RM. 3,80 (Rückfahrt mit jedem Personenschiff) Mittwochs besonders verbilligte Fahrt 9.45 Uhr ab und 20.15 Uhr an Mainz Kuckfahrscheme RM. 1.— bis RM. 2._ Mittwoch, den 4. August 15.00 Uhr ab und 20.00 Uhr an Mainz Fahrt ins Blaue. RM. 1.— Zwei Stunden Aufenthalt im Rheingau Kinder v. 6-14 Jahren halber Fahrpreis Köln-Düsseldorfer Nheindampfschiffahrt Ferienpläne und Auskunft durch: Agentur 6. L. Kayser • Mainz . Ruf 31959 - _________________5069 V Deutsche Werkstoffe im Handwerk vom 1. bis 12. August 1937 im Saale der Liebigshöhe zu Gießen Idar-Oberstein 3 Hettenrodter Straße 4 31. Juli 193? Es ladet treundlichst ein Adolf Schepers und die Burschen Gasthaus zum kühlen Grund Gute Speisen und GetränkeI - Frisch geschlachtet! - Zum Ausschank gelangt aas gute Ihring-Melchior-Bier. 5O2od das El des Columbus Fern- u. Nahsicht vereint in | der Doppelfokus-Brille von Optiker Magnus ,4A Kassenlieferznt,Seltersweg33 Sonntag, 1. August, und Montag, 2. August Kirmes in Waldgirmes Es laden freundlichst ein Gastwirt Heinrich Rühl / Die Burschenschaft Neller. fl62D J. Wellhöfer, Lelevbon 2313, Marli Str. 24. ' ?Ae ?onne geht in diesem Jahr mit der Spendung ihrer Strahlen 8Ie°i^fUfPaflani Um‘ ?r0^m möchten Sie sicher nicht mit einem °7nichf^tlg T " f°U man un°°rt°tlh°st schön Arüun7e7AÜs,ch°7?" rEd,‘ f4neH ein ?pmahr\nJa^ kauft die bereits in mehreren tausend Fällen . bewahrte weiße Vitalis-Creme und benutzt sie wie jede andere Haut, benT/phPma" jan3 bunn oufträgt und nach einigen Minuten srundlich abrelbt. Innerhalb 20 bis 30 Minuten meist ogar noch schneller, tritt die deutlich sichtbare Wirkung ein- sichtbar eJn Uneingeweihter wundert sich wohl über pf?r ^chUges Aussehen, ahnt jedoch nicht, worauf dies zurückzuführen st. Die Haut wird durch die Anwendung der weißen Vitalis- messt unsichtbar ""d bta ftörcni)en prüfen werden toie haben sicher auch schon von der überraschenden Wirkuna der weißen Dltahs-Creme gehört oder gelesen. Und Sie wollten sie wahrscheinlich auch schon kaufen, haben Ihren Entschluß jedoch wied r vergessen Ihren Kaufentschluß erleichtern wir Ihnen nun durch ine sä äässs - =*- »-■»*!*. Vstolss-ifreme, ."U' kurz- Zeit zur Einführung liefern Ä ‘ ■ it; ku° Drigmolbofe mit dem reichlich dreifachen 2,r5»n»rm -fc- be ?°r Verbrauchern benutzen die weiße b^g-ist-r^ re9Clma619 und sind von der fabelhaften Wirkung Die echte Vitalis-Creme kommt nur in weißen Dolen mit blauem Nom/ iranbeL $n be™ ®oöen ieber Dose ist neuerdings der Name Vitalis-Creme eingepragt, um Sie vor Nachahmungen zu Lw^ung^°-L,g?°'° ro,rb eine Druckschrift mit der Gesuche. LmZ^r^lL"bLt^^sLn^!N/^A^N^ von der bekannten 1 ” 1 Kukirol-Fadrik, Berlin-Lichterfelde. & ................. H« 111 I^wie jetzt bei uns Im - dann können Sie mit Leichtigkeit Ihre Anschaffungen vornehmen, meine Damen! 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Hugo Vermühler Verlag Berlin-Lichterfelde llllllllllllllllllllllllllllll Kleine Anzeigen richten sich an die Bevölkerung der engeren Heimat! Dnrnm: Kleinanzeigen in die Hei- matzeitung, den GießenerAnzeiger Oeulsche Slenografensctialt, Orlsgr. Gießen. Auf nach Waldgirmes zur KIRMES am 1. und 2. August bei Gastwirt K. We i ni e r. — Eigene Hausschlachtung. — Musik wird ausgeführt von einem Teil der Gießener Militärkapelle. 5044p tur 1 Gießen, am 31. Juli 1932 Leihgesterner Weg 19 Äergstraße 3 03751 Auf zur Kirmes ...Wieseck Sonntag, den 1., und Mo tag, den 2. August DerGchottener Gommermarkt findet in althergebrachter-Form statt am: Montag, dem 9. August: Pferde-, Fohlen-, Rindvieh- und Krämermarkt Dienstag, den 10. August: Rindvieh-, Schweine-, Ziegen- und Krämermattt Mittwoch, den l l.Angust: Krämermarkt, Volksfest. findet am 9. August, von vormittags 7 Uhr bis 8 Uhr, und am Dienstag, dem 10. August, von vormittags 7 Uhr bis 7.30 Ul;r statt. Der Auf- tr'eb nus verseuchten, Beobachlungs- und gefnhr- Kramermarkt nicht zugelassen. 6048d Bürgermeistreei Schotten. Erstklassige Musik, Tanz im Saal und im Freien Preiswert wie bekannt 6035d sind meine Speisen und Trank Montag: Frühschoppen-Konzert; Rippchen m.Kraut Georg Beiderll'nden, Diplom-Ingenieur Liselotte Beiderlmden, geb. Noll geben i-hre Vermählung bekannt Oraeiseierflimde in derFohanneskirche am Sonntag, dem 1. August, abends 8 Uhr: Adolf Wieder, der Kantor und Organist an den Lutberlirchen in Wrttenberg, spielt Werte von (5br. Ritter, Job. Pachelbel, G.Böbm, und I. S Bach: außerdem eigene ^rgelchoräle u.eine Choraltokkata. Jedermann herzlich eingeladen! Eintritt frei! 6057p wie Veranstaltung auf der Karlsruhe verbunden mit der Sieger-Ehrung, findet am kommenden Samstag, 7. August Ich kaufe laufend jede Menge Getreide aller Art und empfehle mich zur Lieferung von Mehl. Futtermittel und Düngemittel ©eorj* 3£olb, Gießen An der Margaretenbütte 27, Tel. 4012 u. 4019 fo38o51 HrJZb Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheffen) Samstag, 31. Zull 1957 hieut II li ließen denp'ahs Mv eck i 2. August den! lutschen jrund itetl - Zum 50200 irer Strahle» fit mit einem ^vorteilhaft ; ein ftM ausend M andere > iigen W? "Ä* srM * liefet ***** •ue^'^H zl Wandern und Reisen Bäder und Sommerfrischen. Siurmsahlt aus der Ostsee Am Strande bei bewegter See. — (Aufnahme: E. Hase, Frankfurt a.M.) wo- uns W des Reisens Don Dr. Karl Aeurath. oder an die norwegischen Fjorde, wenn man zu den Kanarischen Inseln reist oder ins Mittelmeer, dann kann solch eine Reise sogar ein Erlebnis werden , . denn — und das ist das herrlichste beim Reisen — schon am zweiten Tag ist man trotz aller steif bewahrten Würde ein wenig anders geworden, denkt man nicht mehr so ausgiebig an seine häuslichen Sorgen, denkt man nicht mehr daran, daß man sonst um diese Zeit aus den Briefträger wartet oder auf das Mittagessen, oder daß es an der Zeit wäre, an den Stammtisch zu gehen oder seine Tabletten zu nehmen ... Das liegt alles ganz plötzlich weit zurück ... das Reiseglück ist unversehens über einen gekommen, und man schert sich verteufelt nicht mehr darum, ob nicht heute vielleicht Skatabend ist oder Kränzchen ... Und dann ist die Welt noch einmal so schön geworden, fast eine neue Welt, und man sitzt mit den Holzknechten am Biertisch und lernt, den „Schmalzler" richtig aufnehmen, oder man brütet mit dem Herrn Posthalter überm Tarock, oder wirft der Resl einen kühnen Blick zu, wenn sie die frische Maß auf den Tisch haut ... Vielleicht hockt man auch mit einem Fischer vor seiner Kate und schaut weltvergessen aufs Meer hinaus, oder man steht in der Abendsonne ergriffen auf einem Schwarzwaldberg und sieht die Sonne versinken über den freundlichen Höhen ... oder man hört einen Bach übers Mühlrad rauschen, das so „freundlich" knarrt, wo man daheim doch schon über eine schlecht geölte Türangel aus dem Häuschen gerät ... Und man genießt seine Freiheit, wo es eben ist, und freut sich, daß die Erde so schön und die Menschen so nett und das Essen so gut ist, wenn es auch längst nicht an die Kochkunst der eigenen Frau heranreicht, und ist beglückt vom Rauschen des Waldes oder der ewigen See, von der Wärme der Sonne oder der Kühlung des Windes und genießt einen jeden Tag mit voller Hingabe ... Und dann beginnt es plötzlich anders zu werden und man weiß gar nicht, was eigentlich los ist ... Der Bademeister ist so höflich wie stets, aber etwas ist nicht in Ordnung ... irgend etwas stimmt nicht ... Und dann fällt einem plötzlich ein, daß man ein Heim hat, das eigentlich sehr gemütlich ist, viel gemütlicher jedenfalls als die niedrige Bauernstube oder das nüchterne Gasthofzimmer, ja selbst als die blitzende Schiffskabine ... Das Heimweh ist da, die Ferien haben genützt, man ist wieder auf der Höhe, die Arbeit kann also neu beginnen; man ist gerüstet auf das Werktagsleben mit feinen Anforderungen ... Glück des Reisens! Hin sowohl als zurück ... Und man freut sich, daß dann wieder alles feinen gewohnten Gang geht ... Manchmal denkt man noch an die fesche Resl, und das ist ganz in der Ordnung, man denkt, daß jetzt, so gegen sieben Uhr, der Postmeister am Tarocktisch erscheint, man fragt sich, mit wem die hübsche Blonde heute wohl am Strande liegt, was Jan, der Fischer, heute wohl gefangen hat, ob die Mühle immer noch so knarrt ... Man ist noch eingesponnen in einen ganz anderen Lebensablauf ... wie man es vor drei oder vier Wochen auch war ... man ist noch zwischen draußen und daheim, man ist nicht ganz zufrieden ... aber auch das geht allgemach vorüber und es bleibt eine schöne, eine beglückende Erinnerung, es bleibt das Grück des Reisens, wohin wir auch immer unsereSchritte gelenkt hatten, und es bleibt die Sehnsucht nach der nächsten, denn Reisen, richtig Reisen, ist vervielfältigtes Leben ... Der letzte schwedische Hafen, den wir auf unserer wochenlangen Segelfahrt anliefen, war V i s b y , Stadt der von Rosen überwucherten Ruinen, wo die Geister einer stolzen Vergangenheit lebendiger scheinen als die paar tausend friedlicher Burger, die heute zwischen den Trümmern kriegerischer Wachttürme und frühgotischer Kathedralen ihrem Gewerbe nachgehen. 18 Uhr, wir nähern uns schon der Sudspltze der Insel, da kommt eine frische Ostbrise durch. Vielleicht nur ein Landwind, der bei Sonnenuntergang wieder schlafen geht. Darum rasch die Stunden nützen und den Motor abgestellt. Beim Abendgrog werden die Nachtwachen verteilt, zweistündig, mich trifft es von 23 bis 1. Aber ich kann mich nicht entschließen, vorher zur Koje zu gehen. Es ist zu schön an Deck bei zunehmender Dunkelheit und zunehmendem Wind. Um 23 Uhr löse ich ab. Nun bin ich ganz allein beim Schein der Kompaßlaterne in Meer, Nacht und Wind. Es ist bezogen und sehr finster. Wo sind die geisterhellen Nächte von Stockholm? Die See rauscht in schwarzen Wogen, Masten und Stangen ächzen unterm Druck der vollen Segel, der Wind pfeift und heult im Tauwerk. Kurz vor 1 Uhr, ohne daß ich zu wecken brauche, kommt der Kapitän zur Ablösung. Wir fieren alle Schooten auf, damit der Druck auf dem Ruder nachläßt. Ich bleibe oben, rolle mich feft in Mantel und Decke. Nach kurzem Schlummer wache ich aus steif von Kälte und dem harten Lager. Es wird chon H. Di- See tost in graugrünen Wellen- bergen, die jetzt von achtern kommen. Ich begreife endlich: das ist kein kurzer Sommersturm, das ist einer von den ausgewachsenen Nordoststurmen, wie sie in der Ostsee gewohnt sind und drei Tage dauern. Der Kavitän sagt: „Wird die Großschoot halten?" — Der Bootsmann zuckt die Achseln. ''$$enn sie reißt", sagt der Kapitän, „verlieren wir den Grotz- baum und dann auch den ^Raft. Der Bootsmann holt eine neue starke Troß, um den Groß- baum zu stützen. Wir zurren die Troß fest und fieren die Großschoot so weit auf, daß sie ent- ^^DasPfahle Morgenlicht erwärmt sich allmählich, die gurgelnde See füllt sich mit rosigen Lichtern. Endlich die Sonne! Gottlob, denn es ist grausam kalt Aber noch bevor sie Kraft gewinnt, wird sie von schwarzer Wolkenwand verschlungen. Wir haben das Manöver gerade noch zur rechten Zeit ausaeführt, der Sturm wird immer noch harter, schwillt zum Orkan. Die See türmt sich haushoch achtern stürzt in schweren Brechern über uns weg. Alle paar Minuten ist das ganze Deck in einen reißenden Sturzbach verwandelt. Jeder muß sich mit aller Kraft festhalten, um nicht über Bord ge- • spült zu werden. Der Orkan schwillt bis Mittag. Gegen 15 Uhr fängt es an, in Strömen zu regnen, t Das schlägt den Sturm etwas nieder. Es wird soweit ruhiger, daß man daran denken kann, her- --- .e.. —- Unten ein Spektakel, als sollte die Welt untergehen. Die paar Schritt bis zu meiner Koje eine Ewigkeit lang. Abends schickt der Kapitän zu mir herunter, die deutsche Küste sei in Sicht. Ich gehe hinauf. Es ist stiller geworden, aber die Dünung rollt noch sehr hoch, und es regnet. Ein paar Seemeilen voraus blinkt durch die Abenddämmerung und Regen tröstlich das Hafenfeuer des Heimatstädtchens. In etwa einer Stunde müssen wir da sein. Ich gehe wieder hinunter, um etwas zu essen. Mittag gab es heute nicht, und das Vesperbrot habe ich verschlafen. Mit meiner einsamen kalten Mahlzeit sitze ich am Kajütentisch. Plötzlich prasselt es gegen Skylicht und Bullaugen: Regen, Hagel, Regen. Wasser strömt durch alle Ritzen in die Kajüte. Zugleich fängt das Schiff von neuem an, wie wahnsinnig zu schlingern und zu stampfen. An Deck Rennen und Rufen. Ich verstaue rasch, ziehe wieder Oelzeug an und gehe nach oben. Verschwunden die Küste, alle Lichter ertrunken, Nachtschwärze, unter uns tobendes Wasser, strömendes Wasser über uns, undurchdringliche Wasserwand zwischen uns und der Welt. Nur nach dem Kompaß noch Orientierung möglich. Der Sturm brüllt. Wir jagen der Küste zu, wie nah sind wir schon? Der Bootsmann steht mit dem Lot am Bug: 20 Meter, 15 Meter, 8 Meter, 6 Meter! Hart dreht Der Kapitän nach Steuerbord. Nun geht es westlich, die Küste entlang, nur nach Kompaß und Lot. In dieser Nähe müssen doch die Hafenfeuer wieder austauchen! Ab und zu ein Schrei: „Licht an Backbord!" Aber schon ist es wieder verschwunden. Acht Augen bringen in die Finsternis. Wir wenden und wenden wieder, hin und her an der Küste und können den Hafen nicht sinden. Einmal brüllt der Bootsmann: „Drei Meter Wasser!" Und dicht vor uns rollt gespenstisch weiß die Strandbrandung. Das war knapp. Es ist ganz plötzlich, daß es heller wird. Backbord voraus die Molenfeuer. Aber die Einfahrt ist schmal, sehr schmal. Wird der Kapitän sie wagen bei Nacht und Sturm? „Nur mit voller Beseglung und mit Motor", sagt er. Der Motor springt nicht an. Der Bootsmann kommt nach einer halben Stunde schweißbedeckt aus dem Maschinenraum. Nichts zu wollen, der Sturm muß ihm zu sehr zugesetzt haben. Der Kapitän will die Einfahrt trotzdem wagen. Lieber als noch länger bei dem Wetter hier draußen bleiben. Ich muß das Ruder nehmen und das Schiff in den Wind drehen, während die Männer mit fast übermenschlicher Anstrengung Besan und Fock setzten. Dann Oelzeug aus und Schwimmwesten an! Wir schießen auf Die Molen zu, dicht vor unseren Augen tanzen das rote und das grüne Licht. Rettung oder Untergang? Jetzt: eine mächtige See hebt uns achtern, wirft uns voraus. Ruhiges Wasser, weit achtern die Molenköpfe. Wir sind im Hafen. I.C. das Bild spiegelt, die im Abendschein so leicht wirkende Brücke, auf der, wie seit Jahrhunderten, tief verschleierte Mohammedanerinnen hin und herwogen, alles löst die Beklemmung, die die Fahrt durch die kahlen Berge schiU. Europa und doch Orient. Ich bin zu müde, an diesem Abend noch einen Bummel durch Die Stadt zu machen. Ich schaue mir mein Unterkommen für die Nacht an, lasse Bettzeug abnehmen, obwohl mir versichert wird, „es haben doch erst acht Mann in den letzten zehn Tagen Darauf geschlafen", und kann nun mit einiger Beruhigung an eine erträgliche Nacht denken. Immer wieder interessant war das Abendessen. Was es eigentlich war — außer dem Fisch — wußte ich nicht und habe es während meines Aufenthaltes in Jugoslawien, Albanien, dem OrDmt auch nie genau sagen können. Scharf gewürzt natürlich, mit viel Zwiebeln und Hammelfett und Hammelfleisch, aber es war immer schmackhaft, trotz des ewigen Hammelfettes, dessen Geruch einem im ganzen Lande begegnet. Von dem Fisch aber muß ich noch etwas sagen. Die Kalksteinflüsse Jugoslawiens, besonders die von Bosnien und der Herzegowina, sind ein wahres Anglerparadies. Riesige. Exemplare finden ihren Weg aus den nördlichen Flüssen des Landes bis hierhin, darunter Störe von oft 500 bis 600 Pfund Gewicht. Mein Wirt bereitete mir am ersten Abend ein herrliches Fischgericht von den berühmten jugoslawischen Forellen, die der Staat in einer eigenen Zuchtanstalt zu Jlidza bei Sarajewo züchtet. Am gleichen Abend „kostete" ich übrigens auch von dem herrlichen Mostarwein. — Selten habe ich eine so traumlose Nacht gehabt. Durch den Karst. Jugoslawische Reisebilder. Don Olav Eölmund Don Dubrovnik ober Ragusa aus wollte ich meinen Vorstoß ins Land beginnen. Aus meinen Gedanken rief mich die Stimme des Autoführers. Der Wagen stand schon bereit. Ich warf noch einen Blick auf die sommerlich ruhende Adria, einen Blick hinauf auf die Berge in denen bald der Motor fein Lied hämmern würde, zahlte, packte meine wenigen Habseligkeiten, und bald versank Dubrovnik unter mir, während der Wagen im Zick-Zack die Steilwände erkletterte. Montenegro, das Land der Schwarzen Berge, nahm mich auf. Noch blinkte mir hin und wieder die blaue Adria zu, glitt der Wagen unter schattigen Bäumen empor zum Gipfel, von wo die Stadt unter mir mit ihren festen Wallen wie aus einer Spielzeugschachtel gefertigt aussah. Das Meer lag da wie ein leuchtender Teppich, Darin gelbgraue Tupfen, grüne Farbkleckse gewebt waren. Es war wie ein letzter Gruß, Denn schnell war Der Wechsel Des BilDes, als fei plötzlich em Vorhang gefallen Jetzt ging es in steilen Windungen auf und ab durch Herzegowinas Karstlandschaft, die mit ihren dunklen Felsen, die abgelöst wurden von grellde- schienenen Steilwänden, bis zum Gewoge des lastenden Himmels aufstrebten. Eine Landschaft von erdrückender Trostlosigkeit und beängstigender Wildheit. Aus den seewärts gelegenen Abhängen quellende, südländische Fruchtbarkeit Wr nacktes, unfruchtbares, felsenbedecktes Tafelland. Stunden um Stunden ging es durch diese Einöde, eine Bratpfanne der Hölle. Das Donnern des Motors machte die Ohren für andere Geräusche taub. Gluthitze strahlte von den Felsen wider zitternde Luft tanzte über dem Gestein. Hoch im Blau des Aethers kreisten verloren einige Raubvogel Hin und wieder ein ungefüges Mauerwerk aus gebrochenen Steinen, ohne Dach, dann in der Ferne em Hirte mit weitwehendem Umhang, wo und wie mochte die Herde hier leben? Plötzlich erscheint hinter einer bleichen Felswand eine grüne Fläche, Gestrüpp auf kärglichem Gras- dodem Dann fällt der Blick auf eine Oeffnung im Felsen. Auf dem Boden breitet sich em grüner -Eep- pich. Es ist eine „Karsthöhle" die vermutlich über einem der zahllosen, unterirdischen Nußlause liegt, die dieses schwammartige Saltftemgebiet durchbre- chen und irgendwo im Meer verlausen. Wieder taucht vor uns Grün aus. Es ist eine „polse" ein langgestrecktes Feld von etwa 20 Kilometer Länge, aus dem emsige Bauern ihre Sense schwingen. Einwohner bei der Heumahd. Ich steige aus. Will mich etwas vertreten und von der Fahrt ^Ein"fröhlicher alter Bauer in seinem !"rbenprä- tigen Gewand gibt mir Auskunft. Ich radebreche italienisch — er auch, aber wir verstehen uns. Ich erfahre, daß dies „polse" im hinter durch Regen und aussteigende Quellen einen See bildet von 20 Meter Tiefe. Die Wasser aber ””fictern WnJI. m durchlässigen, ausgehöhlten Kalkboden Ss bleib ober genügend Feuchtigkeit da um >m Sommer einer großen, saftigen Wiese f\u Schluchten°dien?Wir"rauchen gememfam eine^ ^ch'fahr-n MM ttostlose «ndlchasft Tale der Neretva. Silbern ziehen sich Bachvanoer Zwei Tage an Lahn, Rheni und Mosel. 1. Tag: Bad Ems — Ober-Lahnsleiner Forsthaus — Braubach bzw. Boppard. Mit dem Frühzuge fahren wir durch das schöne Lahntal nach Bad Ems. Nach Besichtigung der reizvollen Badestadt, insbesondere der Trink- unb Kuranlagen, wandern wir durch das anmutige Braunebachtal zum Ober-Lahnsteiner Forsthaus, einer hübsch gelegenen Waldschenke. Von hier auf der Landstraße, roten Vierecken nach zum Rhein, der bei Braubach erreicht wird. Auf der Höhe vor Braubach bieten sich herrliche Blicke auf die Stadt mit der Silberhütte, auf zahllose Weinberge und unseren deutschen Strom. Nachdem wir noch auf der auf stolzer Höhe thronenden Marksburg, der einzigen unzerstört gebliebenen Rheinfeste, einen Besuch ab- gestattet haben, fahren wir mit einem Dampfer nach dem am anderen Rheinufer liegenden Boppard, wo wir Unterkunft für die Nacht suchen. Wanderzeit knapp 3 Stunden. 2. Tag: Boppard — Buchholz — Ehrenbachklamm — Brodenbach — Löf. Nach einer Besichtigung der Stadt benutzen wir am frühen Morgen des anderen Tages die interessante Strecke der Hunsrückbahn zur Auffahrt. Auf der etwa 6 Kilometer langen Strecke Boppard— Buchholz hat die Bahn 326 Meter Steigung zu Überwinden. Dabei fährt der Zug über hohe Dämme und Stützmauern, durch Felseinschnitte und Tunnels hindurch, prächtige Ausblicke nach allen Seiten gewährend. In Buchholz beginnt die Wanderung durch hübschen Fichtenwald auf einsamen Waldwegen dem Ehrbach entlang in das gleichnamige Tal, eines der schönsten Seitentäler an Rhein und Mosel. An Burg Schöneck und vielen Mühlen vorbei führt der Weg. Immer enger wird das Tal, hohe Felswände treten dicht an den Bach heran, über den verschiedene Stege führen. Ueber mächtige Felsen tost das Wasser, in das sich mehrere Seitenbäche, hübsche Wasserfälle bildend, ergießen. Etwa % Stunden dauert die Wanderung durch das wildromantische Tal, die sog. Ehrenbachklamm, dann geht der Weg durch ein liebliches, von Waldbergen umsäumtes Wiesental an der malerisch gelegenen Ehrenburg vorbei nach Brodenbach an der Mosel. Hier lassen wir uns an das jenseitige Flußufer übersetzen, um nach Einnahme eines guten Tropfen Moselweines von Löf die Heimfahrt über Koblenz anzutreten. Wanderzeit 4 Stunden. Heute wollen wir einmal ins Blaue reifen, hin uns der Zufall gerade treibt, denn wenn nicht ein besonderer Grund veranlaßt, oder unsere Gesundheit etwas anderes erfordert, dann ist ja nicht das Ziel der Reise das wichtige, das besondere und beglückende, sondern die Reise selbst, ja schon der Entschluß zur Reise ... Einmal heraus wollen aus dem Alltag, aus dem Amt mit seinem strengen Stundenschlag, aus dem Dienst mit seinem ewig gleichen Betrieb, aus dem Geschäft mit seiner unaufhörlichen Hast, aus der Küche und ihrer rastlosen, ständig drängenden Hetze . .. Einmal etwas ganz anderes tun, einmal ein völlig anderer Mensch fein ... das ist es, worauf es beim, Reifen vor allem ankommt ... Wer auf die Reffe geht und sich vorher nicht schon gründlich umgestellt hat, der hat sich des reinsten Genusses der Fahrt schon begeben, und vom Glück des Reisens wird er nicht allzuviel zu künden wissen ... Aber warum nicht? Auch das kann Erholung fein, denn nicht jeder beherrscht die Kunst des Reisens ... Dafür gibt es heute herrliche Einrichtungen, die Reisebüros, die alle Mühen übernehmen, alles besorgen und erledigen, was zu solch einer Reise gehört, und ihren „Auftraggeber" fix und fertig erholt wieder zuhause abliefern ... Wenn es gewünscht wird, bekommt man auch noch alle Sehenswürdigkeiten ausgeschrieben, die man angeblich gesehen haben muß ... Schöne Reisen können das sein, gewiß, ersprießliche Reisen, und wenn es mit einem unserer großen Seeschiffe ans Nordkap geht Surgensahrt im Mnsterland. Don Ediiha von Moers-Koenig. Wen die Sommerreife in das schöne Rheinland bringt, der versäume nicht, M ü n ft e r und feine herrlichen Wasserburgen aufzusuchen, die Vergangenheit lebendig werden au lassen. Bei der Einfahrt in das Dorf Lüdighausen biegen wir links ein zum Wasserschloß des Grafen Droste von V i s ch e r i n g. Die Burg wird bewohnt. Zwei breite Gräben umschließen Vorburg und innere Burg, die aus dem 16. Jahrhundert stammt. We- nige der fremden Besucher, die die Burgen aufsuchen, werden wissen, daß die „malerischen" Erker über den Burggräben einem durchaus prosaischen und notwendigen Zweck dienten: eingeschnittene Herzen in den kleinen Erkern lassen keinen Zweifel über ihre einstige Bestimmung! 30 Kilometer sind es noch bis Münster. Mit dem Auto natürlich feine Entfernung. Aber vor hundert und mehr Jahren war es schon eine gute Ta- gesreise, und da die Droste gelegentlich nach Münster fahren mußten, so ist die Entstehung der schö- nen Stadthäuser der westfälischen Grundbesitzer in Münster erklärlich. Diese Häuser heißen Hofe und sind eine Sehenswürdigkeit. Der Erbdrostenhof, Der TlerfelDer, Ramberger (jetzt Theater) .Bevervörder Hof unD manche anDere sinD in ihrer Barockarchitektur eine Zierde der Stadt. Das nächste Ziel war Haus Havixbeck, ein Renaissancebau mit einer Kirche aus dem 14. Jahrhundert. Sonntägliche Stille liegt über Schloß, Gräben und Park, die Gepflegtheit zeigt ebenso wie in Vischering, daß der Besitz bewirtschaftet, das Haus bewohnt wird. Ueber Coesfeld geht es weiter nach Westen, dem holländischen Grenzbezirk zu. Während wir um Münster herum noch viel Sandstein als Baustoff der Schlösser aber auch als Schmuck an Bauernhäusern und in den kleinen Städten und Dörfern fanden, tritt jetzt der Backstein in den Vordergrund. Ein prachtvoller Bau zeigt sich in herrlichem Park in Schloß Velen der Grafen von Landsberg-Velen; auch hier fehlt Der Wassergraben nicht, obgleich Dieses Schloß ihn sicher nicht mehr zur Sicherung vor FeinDen gebraucht hat. Gemen soll Die schönste Wasserburg Westfalens sein. Es ist müßig, Darüber zu streiten, welche Die schönste ist, jeDe ist in ihrer Art anöers, reizvoll, interessant oDer künstlerisch schön. Wie von großem Besitz mancherlei abbröckelte im Laufe Der Jahr- hunDerte, so bröckelt hier Der Putz vom Backstein* bau, die Hauptburg steht leer, nur Die Seitenflügel Dienen als Wohnungen. Eine richtige Zugbrücke führt über Die breiten Gräben, Die zur Zeit Der Erbauung sicher einen guten Schutz gegen feind- liche Angriffe boten. Das 17 JahrhunDert, in Dem sie erbaut wurde, war unruhig, und Die Horden durch bebautes Land. rönnen nicht mWSSÄÄS: tausströmenden Felswände, bis tt ^llt — .Plötzlich auf rote Dächer Zierliche Mmar^et Das Rot unterzugehem Ich krirchr zur Luke. •fäzjtdv 12. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) liert worden leicht liehen ön,c ” s 7 ? “ iyu '^"etzncy jegt noch hier, nach- L,yks Stimme ist dem das ganze ländliche und friedliche Idyll sowieso k^nibr-[™ui)elV-9d,t ^bert Lyk in dem großen, holzgetäfelten Speisezimmer auf und ab, aber jetzt ,te21 Zwischen den dünnen Brauen eine böse, senkrechte Falte. zerstört ist? Nichts. Gar nichts. Und selbst, wenn es ihm gelingen würde, Lorenz abzuschieben, bliebe dennoch die ständige Angst, daß er ein zweites Mal auftauchen könnte. Und dann? Susannes Tochter. Vornan von Hedda Westenberger. Copyright by Carl Duncker, Verlag, Berlin W 35. EW hr sie U durch hinaus L schla! M for h es m ü spori E sG MW L Scha> lind wc Mer I & angi fc dem Mon V Erkla kmt z Oie Hitler-Urlauber-Kameradschast „Wetterau" in Gießen. Wie bereits angekündigt, beginnt die vorbildlich aufgezogene Hitler-Urlauber-Kameradschaft „Wet» terau" am Sonntag ihren ersten Urlaubstag in Gie» ßen. Die Männer sind im Studentenheim am Leih, gesterner Weg aufs Beste untergebracht. Die offizielle Begrüßung findet am Sonntag um 19.30 Uhr vor dem Studentenheim durch den Gau- amtsleiter, Pg. Bürgermeister Haug (Darmstadt), im Beisein der Vertreter der Partei, Wehrmacht, Staat, Stadt und Wirtschaft statt. Eine Stunde vorher, von 18.30 Uhr bis 19.30 Uhr, wird der Musikzug der SA.-Standarte 116 vor dem Studentenheim ein Platzkonzert ausführen, das bei dem Können des Musikzuges seine Anziehungskraft nicht verfehlen wird. Die Bevölkerung wird gebeten, an diesem Platz, konzert und der anschließenden Begrüßung recht zahlreich teilzunehmen. RSOAv. - Amt für Volkswohlfahrt. Ortsgruppe Gießen-Aori> Am Montag, 2., Dienstag, 3., und Mittwoch, 4. August, wird im Bereich der Ortsgruppe Gießen- Nord der Lebensmittelopferring durchgeführt. Die Hausfrauen werden gebeten, die Pfundpäckchen bereitzulegen. Meldeschluß zum Betriebswettkampf! Es besteht Veranlassung, darauf hinzuweisen, daß Meldungen zum Betrievswettkampf nur bis zum 1. August erfolgen können. Neubau der Schweinemästerei für das EHW. Das städtische Hoch- und Tiefbauamt schreibt setzt die Vergebung von Bauarbeiten für die Errichtung einer Schweinemästerei für das Ernährungs-Hilfs» werk (EHW.) aus. Mit den Arbeiten soll in etwa 14 Tagen begonnen werden. In den Ställen sollen, wir berichteten bereits früher darüber, 200 Schweine untergebracht werden. Gießener Wochenmarktpreife. * G i e ß e n, 31. Juli. Auf dem heutigen Wochen» markt kosteten: Deutsche feine Molkereibutter, XA kg 1,57 Mark, feine Molkereibutter 1,52, Markenbutter 1,55 bis 1,60, Landbutter 1,42 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Eier, deutsche, Klasse A 10^, Klasse C 9%, Wirsing, XU kg 12, Weißkraut 8, Rotkraut 12, gelbe Rüben 12 bis 15, rote Rüben 8 bis 12, Spinat 20, Römisch kohl 8 dis 15, Bohnen, grün 12 bis 25, gelb 15 bis 20, Erbsen 20 bis 30, Tomaten 15 bis 25, Zwiebeln 10 bis 12, Pilze 40 bis 45, Kartoffeln, neue, % kg 5 bis 7 Pf., 5 kg 50 Pf., 50 kg 4,60 bis 5 Mark, Frühäpfel, Vi kg 30 bis 40 Pf., Falläpfel 5 bis 7, Pfirsiche 35 bis 40, Himbeeren 30, Brombeeren 30 bis 35, Preiselbeeren 38 bis 40, Birnen 30 bis 40, Heidelbeeren 34, Stachelbeeren 15 bis 20, Johannisbeeren 21, Pflaumen 30 bis 40, Zwetschen 44, Mirabellen 40 bis 45, Renekloden 30 bis 35 Pf., Hähne 1 bis 1,10 Mark, Suppenhühner 80 bis 90 Pf., Tauben, das Stück 50 bis 60, Blumenkohl 10 bis 50, Salat 5 bis 10, Salatgurken 4 bis 20, Einmachgurken 1 bis 2, Oberkohlrabi 5 bis 8, Rettich 5 bis 10, Radieschen, das Bündel 8 bis 10 Pf. Aus -er Stadt Gießen. Oer 1. August. So lange sich deutsche Menschen der großen Not des Weltkrieges erinnern, wird der 1. August, der zugleich der Vorabend von Hindenburgs Tooes- tag ist, sinnbildliche Bedeutung behalten. In ihm, der den kommenden Tag innerlich vorbereitet, ist alles beschlossen, was wir in den Worten vom „Aufbruch der Nation", vom „Opfer um des Volkes willen" und vom „tapferen Sterben und Leiden" MU, 1 hu, daß I.M Atm Hineuert Murren Iteibenben Wdlichke vir bei e gu fein! 1 Spiel, nei dir wir ii vir in et erleben u Senn n Gammlun tmporreif „Jugend : sehr sind den ®a: Werdepro legt auf hupt sch W Ziel So get Weg: bic sich felbsl jugenblid ober Sich kleinen menschlichen er zu den letzten zu Gott und dem bedeutet darum die Schirknih-8. Unsere Gießener Artilleristen auf dem Truppenübungsplatz. erst recht versuchen, sich Sabine zu nähern, wenn auch nicht persönlich, so doch mit Briefen sie zu er» reichen versuchen. Und was wird in diesen Briefen tehen? Alles das, was ich verhindern wollte, daß ie es erfährt. Und vielleicht noch viel mehr, bis ihr junges Leben auf Jahre hinaus beunruhigt und vergiftet ist von diesen Briefen... Fortsetzung folgt. @nnfn sma:be;teuerIid>er Gedanke spukt in seinem denn, wenn er der ganzen unglückseligen Verwirrung, die Lorenz Erscheinen heraufbeschworen hat, einfach dadurch ein Ende machte, daß er Sabine im Auto entführte? Was hält ihn denn schließlich jetzt noch hier, nach- TM Ana Ann n v l* . / Für jeden Menschen, mag Dingen, zu Tod und Leden, Heiligen stehen wie er wolle, Lyk hat es gesehen. Er hat auch gehört, was Lorenz gemurmelt hat. Und wider Willen steigt eine schmerzhafte Weichheit in ihm auf. „Denk doch darüber nach, Nick", sagt er fast herzlich und geht auf den anderen zu, ihn bei der Schulter zu fassen, „denk doch mal darüber nach, Nick. Was würde denn werden, wenn du jetzt zu ihr hingingst und sagtest: ich bin dein Vater, Sabine. Es wäre eine Katastrophe für dein Kind. Und, wer weiß vielleicht auch für dich. Und ich, selbst wenn ich wollte, ich könnte weder dir noch ihr helfen. Sabines Haß gegen ihren Vater ist zu tief eingewurzelt — dafür hat Susanne gesorgt. Alles Elend ihres späteren Lebens hat sie auf dich gewälzt." Lorenz stöhnt leise auf. Lyks Hand liegt auf seiner Schulter. „Es gibt nur einen Weg für dich, Nick" ■ ° * ~" teiles des Platzes. Jetzt wird's interessant. Jeder freut sich, ob Reiter, Fahrer oder Kanonier, daß kriegsmäßig geritten und gefahren werden kann, ohne daß Volksgenossen darunter notieiben. Der Batterie-Trupp braust ab, erkundet B.-Stelle und Feuerstellung, und nach im Standort ungewohnt kurzer Zeit erscheint der Meldereiter, um die Batterie in Stellung zu führen. Das ist anders, schöner als die ewige „Wegetaktik". Mitten im, Ar alb auf einem Kahlschlag oder in der Heide, durch die der Bauer noch vor zwei Jahren friedlich seinen Pflug zog, um dem kargen Boden den notwendigsten Lebensunterhalt abzuringen, erwartet der Richtkreis-Unteroffizier II mit fertig nach Norden eingerichtetem Richtkreis die Geschützstaffel. Das erste Kommando von der B.-Stelle summt ins Mikrophon des Tornister-Funkgeräts — zwotes „Feuer!" — und hinter den hohen Fichten verschwindet das Singen des Geschoßknalles, der e r st e Schuß der III./A.-R. 9 sucht seinen Weg durch den Aether! Weiter geht die Gabelbildung: Mit Verzögerung — ganze Batterie — dieselbe Erhöhung — Salve! — Batterie — Feuer! „Abgefeuert" — meldet der mittlerweile eingesetzte Fernsprecher gelassen nach vorn. Dort aber hängen aller Augen am Glas. Der berüchtigte Schirknitz-B. hat dem Feind einen guten Stützpunkt geboten. Und bann spritzen die Sandfontänen auf, gleich danach etwa 20 Meter über dem Ziel nur kleine Rauchwolken — Abpraller — richtig! Dieselbe Erhöhung — 3 Gruppen! Das macht Spaß, mal mit allem Schwung die „Dinger" ins Rohr zu werfen! Nicht aufmerksam genug kann der Leitunasoffizier sein, damit nicht zuviel der kostbaren Munition auf ein Ziel verschossen wird. Der Uebungszweck verlangt es: Der Feind am Schirknitz-B. hat das Hasenpanier ergriffen, und für die Artillerie gilt, wie für ihre Schützlinge, die Infanterie: Ihm nach! Und fix sind die Protzen heran. Nach vorn geht's — gleich über den Schirknitz-B. hinaus, zu neuen Taten in neuen Stellungen. Gegen 11 Uhr ist Schluß des Schießens, und vom Leitenden wird besprochen, was schlecht, aber auch, was gut war. Immer noch gibt's dieses ober jenes auszusetzen. Manche notwendige Kleinigkeit in ber Befehlsgebung unb -ausführung können gerade hier beim Gefechtsschießen zu ungeheueren Weiterungen führen. Doch überwiegt bei allen die Freude an der Waffe, deren Wirkung im Standort nur sehr mangelhaft zur Darstellung kommen kann. Und das soll mit ein Hauptzweck des alljährlichen Truppenübungsplatz-Aufenthaltes sein: Vertrauen des jungen Artilleristen zu seiner schönen Waffe! „Auf denn ihr Jünger der Barbara zur Vorbereitung für’s nächste Jahr!" Nein, man setzt sich dem besser gar nicht erst aus. Lieber bricht man die Zelte so schnell wie möa» lich ab und sucht sich anderwärts ein schönes Fleck» chen Erde. Die Welt steht einem ja offen, wenn man Gelb hat. Lyk bleibt stehen unb preßt beide Hände gegen die breite Brust: in diesem Augen» blick tut es ihm beinah körperlich gut, zu wissen, daß er über genügend Mittel verfügt. Aber dann läßt er plötzlich die Arme sinken bet dem Gedanken an Sabine. Ach, mit allem Geld der Welt wird er es nicht hindern können, baß ein fluchtartiger Aufbruch ihr ganzes Mißtrauen wachwerben läßt. Sie wird wieder so scheu und ängstlich und vorsichtig werden, wie sie damals war, als sie sich vorstellte. Und wer weiß, ob sie sich überhaupt so ohne weiteres entführen läßt. Sie wird sagen: ich bin zum Arbeiten engagi ' unb nicht zum Herumreisen. Aber vielli sich hinreichenbe Grünbe erfinben? Gründe... Er sieht sich vor Sabine stehen und hört sich auf sie einreden unb fühlt erstaunt, wie ihn, den Rebe- und Ausredegewandten bei dieser Vorstellung ein großes Unbehagen anfällt. Es ist entsetzlich, dies Mädchen anlügen zu müssen, es hat so etwas Grundanstänbiges. Und überhaupt... Aber ist es denn nicht nur zu Sabines eigenem Besten, wenn man ihr Dinge verheimlicht, die nur dazu angetan find, Schatten über ihr Leben zu werfen? Schafft man ihr mit dem Verheimlichen endgültig Ruhe vor den Annäherungen ihres verkommenen Vaters? Lyk läßt sich am Disch nieder unb stemmt beide Ellenbogen auf: Nein, bas wird nicht möglich fein. Gesetzt den Fall, ich packte sie in ein Auto, erfände triftige Gründe für unsere Flucht — was bann? Nick Lorenz würde in maßloser Wut zurückbleiben. Und aus lauter Wut würde er bann und nur unter Zuckungen und Rückschlägen konnte es zum Durchbruch gelangen, und nun kommt alles darauf an, baß diese heilige Flamme unseres Selbst gehütet wird und nie mehr erlischt. Mögen auch harte Zeiten kommen — wir haben einfach Geduld zu bewahren und zu bewähren, wie es unsere Soldaten vier Jahre und drei Monate lang getan haben. Wir wissen, alles Große vollzieht sich langsam und organisch. Es ist das Geheimnis alles schöpferischen Lebens auch in ber Gestaltung ber öffentlichen Dinge, die man gemeinhin den politischen Bereich nennt, daß der große Staatsmann um die Stunde weiß, wann neue Entschlüsse und Entscheidungen reif sind. Das ist einer der größten inneren Erfolge des Weltkrieges, daß er uns den Sinn für das organische Werden wiedergab. Denken wir an unsere Freunde und Brüder und Söhne, die gefallen ober schwer verwunbet sind. So seltsam es klingen mag: ber Krieg ist ber große Lehrmeister zum organischen Denken, sowohl im Gegensatz wie im Gleichklang. Als Zerstörer zeigt er uns am Gegensatz, was organisches Werden nicht ist. Aber roieberum Zeigt er uns gerade, was ver Sinn bes organischen Lebens ist. Greifen wir zwei Beispiele heraus: den wohlvorbereiteten und nach inneren Gesetzen ab- lausenben Felbzug, wie er im Kriege etwa gegen Serbien ober Rumänien geführt wurde; da zeigte sich bie unerbittliche Folgerichtigkeit großer und kühner Gedanken, die bis ins kleinste durchdacht zogen im dreijährigen Krieg nicht nur durch bie Stabte. Gelbe Schilber erinnern an bie Tatsache, baß wir im hollänbischen Grenzbezirk finb. Mäbels auf Fahr- räbern, scheppernbe Milchkannen an ber Lenkstange, haben Klumpjes-Holzschuhe an ben Füßen. Windmühlen tauchen auf. Wir kommen zur gewaltigsten ber besuchten Burgen: Raßfelb, auch bem Grafen von Lanbsberg gehörenb, seit Jahrhunderten unbewohnt, verfallenb, bient sie äugen» olicklich westfälischer Jugenb als Herberge. Sie soll zu gemeinnützigen Zwecken roieber hergestellt werben. Im Interesse der Erhaltung dieses imponierenden Bauwerks ist das sehr zu begrüßen. Wir biegen ab nach Südosten, auf B o 11 r o p zu. Die Lippe wird gequert, blühender Ginster taucht bie Uferhänge in Golb. Der Weg führt burch Heibe- lanbschaft, gemischter prachtvoller Walb nimmt uns auf. Kirchhellen: an einer Apotheke steht „Glückauf". Der K o h l e n p o 11 hat uns mieber, unb als wir ben Ort durchfahren haben, sehen wir am Horizont bie ersten Förbertürme. Essen. Hochöfen, unenbliche Reihen von Fabriken mit hellen Fenstern. Himmelhohe Schornsteine, Schutthalben. In wenigen Minuten ist man aber roieber in schönster Natur: ben B a l b e n e y - fee, ber künstliche Stausee ber Ruhr unb bie Ruhr mit ihren entzückenben malerischen Ufern läßt uns vergessen, baß in unmittelbarer Nähe beutscher Stahl geschmiebet wirb, beutsche Kohle aus ben Tiefen unserer heimischen Erbe in schwerer Arbeit heraufgeholt wirb unb baß weithin sich beutsche Aecker behnen, bie ben Schaffenden Brot geben. So viel man kennt von ber weiten Welt: immer roieber kommt es einem zum Bewußtsein: Deutsch- lanb ist ein herrliches Lanb, ist Heimat. Erinnerung an ben 1. August stets von neuem die Frage: Bist du wert, in dieser Vergangenheit und in ihrem Strome zu stehen, der uns seither trägt, auch durch Niederungen und Umwege hindurch, der sich jetzt wieder neu und machtvoll entfalten, alle Hlnbernisse und Felsgebirge durchbrechen will? Bist du wert derer, die damals mit hellem Leuchten im Blick hinaüszogen und dann nicht mehr ober nur verstümmelt wieder kamen, jenes stummen Heeres derer, die heute nur noch im Geiste mit uns verbunden sind? Aber was heißt „nur noch"? Ist nicht diese geistige Verbundenheit das Höchste, was es gibt? Oft ist sie stärker und wirkt mehr auf unsere Seele unb unsere innere Haltung ein als persönliches Zusammensein von Menschen, die sich nichts zu sagen unb zu geben haben. Sie aber, unsere Toten bes Weltkrieges, haben uns für immer unb allezeit etwas ^zu sagen unb zu geben. Sie sagen uns etwas, was uns sonst niemand sagt, sie geben uns die Ahnung ewiger Mächte und Zusammenhänge, für die wir im täglichen Sorgen, Rackern und Geldverdienen unempfänglich werden. Begegnen wir aber im Geiste ihnen, so werden wir besser unb größer. Mr fühlen, daß sie mit an ber Gemeinschaft bauen, bie damals sich in ber rein heroischen Form erfüllte, und die heute, in den Tagen bes Friedens, den uns das Dritte Reich schenkt, in einer Form vorhanden ist, die wir als zugleich heroisch unb harmonisch-aufbauend empfinden. Das ist das Eigentümliche und Besondere an unserer Zeit, in Deutschland unb überall da, wo man Krieg unb völkischen Durchbruch in ihrem innersten Zusammenhang verstanden hat: wir sind durch einen furchtbaren Krieg gegangen, durch einen Krieg, ber trotz größter Siege in ber Verzweiflung endete, und wir sind durch ihn doch frei geworden für unser völkisches Selbst. Nur langsam oid fein rinnahm Flaschen oneinetn Mei Qi fibettjau tat sich ottannti Um d kante 3 jiefti Wronfi diatis ointretei .^vn Wortr » Dabei M ar Hw s,'1 Aber Lorenz hört gar nicht hin. Seine Augen glühen, er stützt sich mit der Rechten auf den Tisch, auf bem noch immer sein Hut liegt, unb beugt sich drohend unb haßerfüllt zu Lyk hin: „Darum willst du mich also schnell von hier weg haben, darum! Weil du bas Mädel erwischt hast! Ja, man kann sich eben allerhand leisten, wenn ber Geldbeutel groß genug ist. Aber du irrst dich, wenn du denkst, daß ich jetzt gehe! Da irrst du dich gründlich. Nicht um die Welt werde ich jetzt —" „Ich werde die Polizei holen —" ',Na schön, dann werfen Sie mich natürlich hier aus dem Haus, aber aus der Gegend? Nein, Albert Lyk, aus der Gegend schiebst du mich nicht ab! Unb wenn ich von Wurzeln unb Kräutern leben müßte! Es interessiert mich boch, was ber reiche Herr Lyk hier oben in ber Einsamkeit mit meinem Fräulein Tochter anfängt. Ich muß boch mal zu- gucken, was sich ba so entwickelt. Unb vielleicht, wenn mir’s zu bunt wird —" Lyks Ruhe stärkt sich sichtlich an der Aufregung bes anderen: „Erlaube, Nick — ich habe deine Tochter als Sekretärin engagiert, bas ist alles." «Das kann jeder sagen. Als Sekretärin engagiert — bas ist bie Fassade. Aber ich werde dahinterkommen, verstehst bu, ich —" Lyk unterbricht ihn verächtlich: „Du hast dich noch nie um deine Tochter gekümmert. Warum denn jetzt auf einmal? Und wie denn — wie denn, willst du dich um Sabine kümmern? Glaubst du, sie fällt dir um den Hals, wenn sie dich so sieht unb man ihr sagt, daß dieser — dieser Mensch ihr Vater ist? Sie wird hell heraus lachen über so einen guten Witz. Oder aber, — sie wird es glauben unb sich mit Grauen von dir wenden. Jawohl. Denn sie haßt dich, ich weiß es, sie hat es mir gesagt, daß sie ihren Vater haßt. Und mit Recht. Denn du bist doch schuld daran, daß sie von ihrem siebzehnten Lebensjahr an nichts anderes gesehen hat, als Büroräume und verrauchte Bürozimmer. Das verdankt sie dir unb noch viel mehr, mein Lieber. Daß sie eine verbitterte, lebensüberdrüssige Mutter gehabt hat, daß sie immer nur von Gelbmangel unb Not, von Sorgen und Zukunftsängsten gehört hat. Und daß ein ganz unkindliches Mißtrauen gegen alle Menschen in ihr steckt, jawohl, auch das verdankt sie dir. Und nun geh' hin, wenn du den Mut dazu hast und sag' ihr, daß du ihr Vater bist und reiß' fte gerade in dem Augenblick wieder in die Dunkelheit zurück, wo ich mich bemühe, ihr ein bißchen Licht zu verschaffen. Bitte, versuch's doch, geh' doch hin zu ihr, ich stell' dir nichts in den Weg!" Lorenz ist bei Lyks heftigen Worten langsam in sich zusammengesunken. Die Faust auf dem Tisch bat sich gelöst, er steht mit hängenden Schultern, die Augen am Boden. „Ich hab' ein verdammtes Leben gehabt, Albert. Als ich einmal weg war und draußen, da gab’s knn Zurück mehr. Mir ist alles schief gegangen, Lyk reckt sich ein wenig: „Nun also. Und auch letzt gibt s kein Zurück mehr. Was könntest bu — bu,ftin bemer Lage — deiner Tochter denn auch sein? Sie haßt dich, ich muß dich noch mal daran erinnern, sie haßt dich..." Lorenz' Hand fährt unsicher an der Tischkante entlang: „Sie ist wie Susanne..." murmelt er Der» )onnen unb lächelt unb erschrickt unb starrt unsicher Zu dem anberen hin, ob er bies Lächeln etwa gesehen habe... ö jetzt voll Mitleid — „du mußt gehen. Du mußt gehen und Sabine nie wieder sehen. Es ist das beste... Unb was ich tun kann, dir dein Leben in Ordnung zu bringen, das will ich selbstverständlich tun, um Sabines willen, unb ich will dir auch glauben, daß vielleicht boch manches damals anders gewesen ist, als ich mir gedacht habe." „Und was hast bu mit Sabine vor, Albert?" Lyk hebt die Rechte beschwörend hoch: „Bei Gott nur ihr Bestes, Nick. Ich hänge sehr an Sabine. Ich wäre glücklich, wenn ich ihr Vater wäre. Und ich will alles tun, was ein Mensch tun kann, um ihr das Leben leicht zu machen." Sorem nickt schwer vor sich hin. „Ich bin wie ausgehöhlt", sagt er bann leise. „Ich kann jetzt keinen Entschluß fassen, ich kann überhaupt nicht mehr denken. Wenn bu anftänbig sein willst, Albert, so zwing mich jetzt nicht zu irgendeinem Wort ober Zu irgendeinem Versprechen, sondern laß mir Zeit bis morgen." Er hebt den Kopf und sieht Lyk tob traurig an: "Gib mir ein bißchen Geld, Albert, daß ich vier Wände um mich 5 ab en kann, bis morgen. Daß ich roie ein normaler Mensch zwischen diesen vier Wänden überlegen kann. Willst bu?" Lyk nickt, zieht hastig einen Geldschein aus ber Tasche und brückt ihn Lorenz in die Hand: „Geh unten in Brunsbichel ins Gasthaus, Nick. Schlaf dich aus, stärk bich. Morgen früh komme ich zu dir, dann reben wir weiter. Abgemacht?" „Abgemacht, Albert. Unb vielen Dank." Sie sehen sich an unb lächeln beschämt. Vorsichtig finden sich ihre Hände zueinanber. Dann öffnet St)t bie Tur, und Lorenz geht still an ihm vorbei unb hinaus. Lyk läßt ihn erst aus den Augen, als das Gatter hinter ihm zufällt. ^Keiner all der alten Frontkämpfer in West, Ost, Süd oder Südost soll einen roten Kopf bekommen, daß ihm dieser Name aus vier langen, tapferen Jahren kein Begriff mehr ist. Es handelt sich um einen für hessische Verhältnisse recht bescheidenen, mit Wald bestandenen 92 Meter hohen Hügel, der sein tägliches Dasein im tiefen, ewig trockenen unb staubfeinen Sand des Brandenburger Lanbes fristet. Ich spreche vom Truppenübungsplatz Zossen, jenem schmalen, aus Heide, Sand und Fichten bestehenden kleinen „Handtuch" innerhalb des deutschen Vaterlandes, auf dem sich seit zwei Wochen die III. Abteilung Artillerie-Regiment 9 aus Gießen tummelt, um bas Ergebnis ihrer Ausbildung im scharfen Schuß nachzuprüfen. Dem Offizier unb bem Unteroffizier, trotz jährlicher Wieberholung immer wieder ein schönes Erlebnis festzustellen, daß man sich auf diese mit viel Fleiß auf Grund langjähriger Erfahrungen konstruierten Geschütze verlassen kann, ist es für den Mann des ersten Dienstjahres der langersehnte, mit etwas Bangen erwartete Augenblick, in bem er gefechtsmäßig ohne die Angst vor Flurschaden über bie Heide jagen und seine ehernen Grüße den Pappscheiben mit ober ohne Zielfeuer entgegen» senden kann. Viel war für dieses Jahr vorgesehen, eine Menge leichter unb schwerer Geschütze lauerten jeden frühen Morgen — bei Regen aber blauem Himmel — darauf, von den fürforgenben Kanonieren noch einmal liebevoll gestreichelt unb bann an bie Protze ober Zugmaschine angehängt zu werben. So haben benn unsere Soldaten sehr häufig den erwachenden Tag über weiter Heide mit all ben vielen Reizen kennengelernt, die uns im Berglanb Hessen meist verborgen bleiben: glutroter Ueberfluß einer verschwenderischen Natur über ewiger Heibe, bas ist auch für unsere Hessen ein Erlebnis gewesen. Im kaum erwachten Morgen fegt ein unangenehm kühler Winb über bie Heibe. Eine Batterie zieht freien Schritts über Straßen, am verlassenen, manchem alten Soldaten als Gefangenenlager bekannten Zehrens darf vorbei. Es ist ein eigenartiges Gefühl, verlassene Häuser mit nachgezeichneten Fenstern inmitten grasüberwucherter Höfe zu sehen, und allzugern versucht man, in Gedanken bie Schilder der Metzgerei, der Gemischtwarenhandlung und des Barbiers mit bem gewesenen Leben der Vergangenheit zu erfüllen. Dann nimmt die Heide unsere jungen Soldaten auf. Im kühlen Morgenwind wird der Atem der Pferde sichtbar, denn hoher Sand läßt die acht Tonnen schweren Geschütze sich tiefer einwühlen in den Boden ber Mark. Unb dann kommt das „Halt!" der Befehl des Batteriechefs zur Bereitstellung irgendwo in dem weiten Waldgelände des Süd- Militär konzert auf dem Kreuz» platz. Es fei noch einmal darauf hingewiesen, baß am morgigen Sonntag von 10 bis 11 Uhr auf dem Kreuzplatz ein Standkonzert ftattfinbet, bas von der Regimentsmusik bes Jnf.-Regts. 116 ausgeführt wirb. ** Arbeitsjubiläum. Prokurist Alwin Wolff von ber Firma Wilhelm Moeser kann am 1. August auf eine 25jährige Tätigkeit bei biefer Firma zurückblicken. Er war, abgesehen von ben Kriegsjahren in Ost und West, ununterbrochen in diesem Hause tätig. Der Betriebsführer unb bie Mitarbeiter bringen ihm an seinem Jubiläumstage herzliche Glückwünsche bar. t)a$ \ \ ScftämßHsffexept nie ganz erfassen, nur zaghaft, ja hilflos anbeuten können. Denn bas, was damals geschah, war erhaben über alle großen unb " ' Worte. roaren. In der Wiedergenesung unserer Millionen Verwundeter aber offenbarte sich der harmonische und folgerichtige Aufbau des gestörten organischen Daseins, die Wendung zum Leben und zur neuen Aufgabe, die uns vom Kriege in eine bessere unb freudigere Zukunft führen soll. H. H. Dornotizen. Tageskalender für Samstag. Gloria-Palast, Seltersweg: „Zum Tanzen geboren". — UC., Plockstraße: 20 Uhr Lustiger Abenb mit Tanz. — 1900: 37. Stiftungfest „Stadt Wetzlar", Kameradschaft^abend. Tageskalender für Sonntag. Hitler-Urlauber-Kameradschaft „Wetterau": 18.30 bis 19.30 Uhr Platzkonzert bes Musikzuges ber SA.» Stanbarte vor dem Stubentenheim. — Militärkonzert: 10 bis 11 Uhr Kreuzplatz. — Gloria-Palast, Seltersweg: „Zum Tanzen geboren". — 1900: 37. Stiftungsfest: 15 Uhr „Karlsruhe", Familienausflug mit Tanz. — Oberhessischer Gebirgsverein: 13.45 Lahnbrücke. — Johanneskirche. 20 Uhr: Orgel» feierftunbe. — Werkstoffschau: 10 bis 20 Uhr Lie- bigshohe, Sondervorstellung im Gloria-Palast, Seltersweg, 11 Uhr. Eine Orgelfeiersiunde in der Johanneskirche findet am moraigen Sonntagabend statt. Kantor und Organist Adolf Wieder spielt. torö Osterei Großes Brandunglück in Muschenheim und und Mein Arzi kannte mich nicht wieder! 249 Kochgeschirr 5045 A OieJ^rv fihuhhaus ■i'j* (nnmwduuSS' •tfffampfi ^uweisen, boi bis J fungen, gerbst 1937, hat bis spätestens 15. August Zu erfolgen. Die Anmeldungsoordrucke sind bei der Industrie- und Handelskammer umgehend anzufordern. An den Prüfungen nehmen sämtliche Lehrlinge teil, die bis zum 30. November 1937 ihre Lehre beendeten. * Viehmärkte in Gießen. Am nächsten Dienstag findet in Gießen Rindvieh-(Nutzvieh-)Markt statt, am 18. August wird Schweinemarkt abgehalten. teile. gen Wochen, eibutter, % kg r Markenbutter > Matte 20 bis Eier, deutsche, ng, llt kg 12, den 12 bis 15, mischkohl 8 bis bis 20, Erbsen dein 10 bis 12, kg 5 bis 7 Pf, irt, Frühäpfel, ns 7, Pfirsiche ren 30 bis 35, bis 40, Heidel. Johannisbeeren 44, Mirabellen Hähne 1 bis ) Pf, Tauben, bis öO, Salat Einmachgurken ttich 5 bis 10, em Sreuj» igewiesm, Uhr auf dem ibet, das von 116 ausgeführt :okurist Alwin toeser kann am akeit bei dieser leben von den unterbrochen in ührer und dir ^ubiläumstage mit Essig befeuchtetes Tuch darüberlegt. Kochgeschirr muß dem Herd angepaßt sein. Für Kohlenfeuerung sind Ringtöpfe praktisch, die man in die Herdfeuerung hängen kann, für Gas Töpfe mit breitem Boden, für elektrische Herde gibt es besondere Töpfe, die unten beschwert sind. Niedrige Kochgeschirre nützen die Heizquelle besser aus. Kochkiste, ein isolierender Behälter, der gegen Wärmeoerlust schützt und angekochte Speisen ohne weiteren Brennstoffverbrauch garkocht oder fertige Speisen warmhält. Zweckmäßig bei Hülsenfrüchten. Gemüse u. Kartoffeln. bei denen aber vorher das Wasier abgegosien werden muß. Eine Kochkiste kann man sich selbst Herstellen, indem man eine starke Kiste mit festschließen- dernDeckel mit Papier. Holzwolle und Heu ausstopft, wobei man den Platz für den Topf ausspart und ein gleichartig gestopftes Kiffen darüber legt. Kochlöffel aus Holz oder Aluminium sind zweckmäßiger als solche von Emaille, bei denen die Glasur leicht abspringt. Kochrezepte soll man nicht aus Zettel notieren sondern alphabetisch in einem Buch eintragen. Wichtig sind die Gewichtsangaben und Zutaten. Kochsalz, Ehlornatriumverbin- dung, wird im Bergbau als Steinsalz od durch Verdampfen der Sohle als Siedesalz gewonnen. Salz ist ein unentbehrliches ernährungswichtiges Gewürz. westMche . prllom;jlll-vielsoerwettungsgenolienlchoft Lager junger Vühnenkünfller auf Vurg Gleiberg. Ion Günter Winkel, Theaierreferent des Bannes 446. Dramaturg des Stadiiheaters Gießen- Bürgermeister Eduard Schäfer (Muschenheim) hatte sich um Hilfeleistung auch nach Gießen an Len ■ Kreisfeuerwehrführer Bouffier gewandt. Drei Minuten vor 1 Ujjr heute morgen hef der Alarmruf in Gießen ein. Kaum eine Minute Später rückte aus Veranlassung von Kreisfeuerwehrführer Bouffier die neue moderne Motorspritze der Stadt Gießen aus, da zur Zeit die Kreismotorspritze zu einer Ueberholung und einem Neuanstrich ^gestellt ist. Um 1.28 Uhr traf die Motorspritze bereits am Brandplatz ein und beteiligte sich sofort an den Löscharbeiten. Zur Unterstützung fanden sich unmittelbar danach auch Brandinspekteur Le nz (Gießen) mit drei «eiteren fyunbpatf, Rundfunkprogramm. Montag, 2. August: 6 Uhr: Choral. Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Konzert für die Arbeitskameraden in den Bettie- ben. 9.30: Hausfrau, hör zu! 12: Schloßkonzert. 13: Nachrichten. 13.15: Schloßkonzert. 14: Nachrichten. 14.10: Dem Opernfreund. 15: Volk und Wirtschaft. 15.15: Für unsere Kinder. 16: Nachmittagskonzert. 18: Zeitgeschehen im Funk. 19: Der hundertste blaue Montag? Wir fahren ins Blaue nach Runxendors. 21: Nachrichten. 21.15: Konzert. 22: Nachrichten. 22.15: Deutschland baut auf. Bericht vorn interna- tionalen Treffen der Camping Association in Dieb- rich. 22.40: Nachtmusik und Tanz. 24 bis 1: Nachtmusik. ** Don einem Motorradfahrer an- gefahren. Am gestrigen Freitagnachmittag Jnirbe an der Bahnüberführung in der Frankfurter Straße eine Frau von einem Motorradfahrer an- befahren. Die Frau mußte mit verschiedenen V-r- >tzungen, zum Glück leichterer Art, nach der Klinik verbracht werden. ** D i e Anmeldung zu den Kaufmanns - Gehilfenprüfungen und zu den mdustriellen Facharbeiter- und Lehrabschluß - Prü- t schreibt sch Errichtung " W tn Ihn SMenfc, ' Wv vchweine Hier abschneiden! e.G.m.b.H., Münster i.W., Windthorahtr. 20, Ruf 26644-45 Ständige Vermittlung von Vieh aller Art: (Fett- und Weidevieh z Ferkel z Läufer / Pferde usv RUHL SeLersweg Nr. 67 adlO Telephon Nr. 3170 eparaturen ,89? o Birklar, Lich und Bettenhausen eilten mit Mannschaften und Geräten herbei. Die Muschenheimer Feuerwehr hatte inzwischen hervorragende Arbeit geleistet, den Brandherd ab geriegelt und gleichzeitig die anliegenden Wohnhäuser geschützt, die in dem Dorfteil der Brandstätte dicht beieinanderliegen. Die Bevölkerung erwies sich als sehr hilfsbereit, und fo gelang es, daß alles Vieh gerettet werden konnte. Ca. 110 □HilcWuilu. unb Äinbtt auf btt 101. Milchviehversteigerung in Hamm i. W. Stadt. Ausstellungshallen Donnerstag, .len 5. Ang. 1937. 12 Thr. Obligatorische Untersuchung auf Bazillus Bang Nähere Auskunft und Katalog (kostenlos). id feW, uAieta, »in gor nicht Z chn-IW-E n M?“es £ ja on««; S in» p-E* irielem W" gut, zu ®,||a alleni ®e® J jrm«n, ch-u und «J» e dannl'. H * ä»»1' atnne« " # Ä * tÄ nein. ich VQ* ir * llE zU tf Ui* fassens dramatischer Gesetze und Regeln ist unerhört wichtig für den Aufbau einer neuen großen Besucherschaft unseres Theaters. Die großen Aufgaben dramatischer Werke hat der Schauspieler natürlich allein zu bewältigen. In dem Lager wird das Spiel „Bardowiek von Hans Geisow erarbeitet, das am 22. August im Stadttheater anläßlich unseres Gebietssportfestes uraufgeführt wird. Ferner werden hier alle weltanschaulichen, künstlerischen und beruflichen Fragen durchgesprochen. Geplant sind u. a. folgende Referenten: Reichsdramaturg Dr. Rainer Schlösser, Kultursenator Friedrich Bethge, Generalintendant Meißner, Frankfurt a. M., Generalintendant Franz Everth, Darmstadt, Landesleiter Fr. Wartenberg, Staatsschauspieler Mathias W i e- mann, oder Staatsschauspieler Willi Birgel, Oberspielleiter Dr. Friedrich Sebrecht, Wiesbaden, Schauspieldirektor Robert George, Frankfurt a. M., Professor Ro ed emey er, Frankfurt a. M., Professor Müller-Blattau, Frankfurt a. M., Schriftleiter Wolf Braumüller, Obergebietsführer Carl Cer ff, Berlin, Hauptreferent Dr. Walter Schmitt, Berlin, Gebietsführer Erich Brandt, Wiesbaden. Den Grundstock der Kameradschaft bilden einzelne Dichterabende (Hölderlin, Hebbel, Nietzsche, Dichter der HI.), die von den Teilnehmern selbst ausgestaltet werden. Ferner werden einige Musikabende veranstaltet (Bach, Beethoven, Brahms). Die musikalische Leitung des Lagers hat Kapellmeister Joseph D ü n n w a I d vom Deutschen Theater in Wiesbaden. Das neue deutsche Liedaut soll erarbeitet werden; und für einige Abende sind Jnstrumental- solisten verpflichtet worden. Auch heitere Kameradschaftsabende werden stattfinden. Die Durchführung der Lagerarbeit hat Rudolf Blaeß, Wiesbaden. In der 2. Lagerwoche werden die Vertrauensleute der örtlichen Theaterringe der HI. hinzugezogen, damit sie Fühlung zu der Kunst- lerschast bekommen. Am 22. August treten wir im Stadttheater Gießen mit unserer Arbeit vor die breite Oessentlichkeit und werden dann auch über unser zukünftiges Arbeitsprogramm berichten. Geschäfts-Drucksachen Briefblätter Briefumschläge 1— _ Postkarten bei Brühl, Schulstraße 7 Geschäfts karten ett. " ! '•‘Mn b>- -uj tiarle | waren, konnte leider wenig gerettet werden, nahezu völlig unbeschädigt blieben aber die Wohnhäuser der unmittelbaren Umgebung. Dem Brandunglück fielen die Scheunen der Landwirte Otto Weife! II., Heinrich Kutt III. und Richard Steul zum Opfer. Ganz besonders schwer ist der Landwirt Weisel betroffen, der keinen Halm mehr zu verfüttern hat. In einer der Scheunen lagen erhebliche Mengen bereits eingefahrener Frucht (Gerste und Weizen neuer Ernte), die leider völlig dem Feuer zum Opfer fiel. Der Schaden ist erheblich. Als erfreuliche Tatsache bei diesem bedauerlichen Brandunglück verdient festgehalten zu werden, daß die gesamte Brandbekämpfung ohne jeglichen Unfall geschah. Die Freiwillige Sanitätskolonne von Lich, die unter dem Kommando des Beigeordneten Wahl zur Hilfeleistung anrückte, brauchte nicht einzugreifen. Von den Feuerwehren wurde aller Wert darauf gelegt, jeglichen Wassers ch a • den zu vermeiden. Das gelang auch dank der vorbildlichen Arbeitsweise aller Wehren. ♦ Muschenheim (Kreis Gießen), 31. Juli. Die Nacht zum heutigen Samstag brachte für unseren Ort schwere Stunden der Unruhe und der tiefen Besorgnis. Inmitten unseres Dorfes war Feuer ausgebrochen, das sehr wohl das halbe Dorf hätte in Schutt und Asche legen können, wenn nicht die Tüchtigkeit der Feuerwehr, die vorzügliche Wasserversorgung in unserem Orte und der glückliche Umstand der Windstille eine Ausbreitung des Feuers auf größeren Raum verhindert hätten. Trotzdem war es nicht zu verhindern, daß drei Scheunen den Flammen zum Opfer fielen. Das Feuer wurde gegen 10.30 Uhr bemerkt. Sofort wurde die örtliche Feuerwehr alarmiert, die innerhalb kurzer Zeit an der Brandstelle erschien. Inzwischen rief der Bürgermeister in Erkenntnis der Gefahren, die durch den Ausbruch des Feuers dem ganzen Dorfe drohten, benachbarte Wehren zur Hilfeleiftuna herbei. Bereitwilligst machten sich die Nachbarwehren aus den Weg und trafen in kurzen Abständen nacheinander an der Brandstelle ein. Die Freiwilligen Feuerwehren von * • < * hilft bei Gicht-.^heuma-, Stoffwechsel-, . N a 1 u r I i c h e < Kohlensäure-, /'Herz-, ü n d ,"l< r.a,u e n k rank heile n . Sol-, Sprudel- und Moorbäder # V . Man befrage den Arzt! Prospekte durch die Badeverwoltung! Die Jugend will zwar nicht nur „Theaterspielen", über sie geht ihren eigenen richttgen Weg, den sie ,ich durch y.e neue Lebenshaltung erobert hat! Sie st hinausgetreten in das blühende Leben der Natur Md schlägt dort ihre Lager auf. Sie hat es nicht tätig, vom Glück des Jchs zu träumen, sondern sie M es mit beiden Händen fest. Und diese Jugend, >ie Sport treibt, deren Haltuna einwandfrei rein ist, schafft sich selbst Feier- und Festgestaltungen, Heimspiele, Lager- und Jugendspiele und sie pflegt ; )Q5 Schatten- und Puppenspiel. Und warum? Weil die Jugend erkennt, daß das lheater sich dem Schritt ihrer Generatton noch nicht angepaßt hat und oftmals fast in der Fülle frer dem Theater anhaftenden konventionellen Lraditton zu ersticken droht. Diese Jugend hat nicht viel Erklärungen. „So sind wir", sagen sie lachend, ! „kommt zu uns und schaut. Und dann werdet ihr uns bestimmt verstehen, dann werdet ihr selbst ein- ehen, daß wir euch jetzt noch nicht verstehen können, daß uns noch zu vieles trennt. Laßt unsere Helle Atmosphäre, unseren Geist bei euch einziehen. (Erneuert euch und schenkt dem Leben, was zwischen nnjeren Zelten, unseren wandernden und sport- : reibenden Reihen lachende und frohe Selbstver- 'jtändlichkeit ist. Und wenn ihr das könnt, dann sind ®ir bei euch, so wie wir euch auffordern, bei uns xu sein! Dann schafft mit euerem Wollen ein neues Spiel, neue Dichtungen und neue Formen, Stätten, ine wir in großer Feierlichkeit betreten können, wo v mir in ehrfurchtsvollem Schauern euer Spiel miterleben und wieder glauben! Denn wir lieben das Theater als eine Stätte der Sammlung! Als eine Stätte der Erhebung, die uns emporreißen soll! So sehr auf der einen Seite Lugend und Theater" heute noch getrennt sind, so sehr sind sie auf der anderen Seite schon beide in ben Wandlungsprozeß eingespannt. Daß dieser Werdeprozeß nur langsam vor sich gehen kann, liegt auf der Hand. Aber die Tatsache, daß überhaupt schon etwas da ist, ist ein großer Schritt, zum Ziel allerdings erst ein ganz kleiner. So geht die Jugend vorläufig den folgerichtigen Weg: die Jugend spielt für die Jugend. Sie gibt sich selbst. Sie wartet nicht, bis ein möglichst un- jugendlich empfindender und denkender Spielleiter ober Schauspieler ihr „einstmals" den „richtigen Weg weisen wird. Nein — sie glaubt an sich selbst, und jugendliche Berater, die schon praktisch im Theaterbetrieb arbeiten, aber in den Reihen der HI. und in ihrem Geiste groß geworden sind, stehen ihr zur Seite. So wird in diesem Jahr zum ersten Male ein „Lager junger Bühnenkünstler vom 1. bis 15. August auf der Burg Gleiberg stattfinden. Es treffen sich hier nicht nur Kameraden aus den Reihen der HI., sondern auch junge Berufsscbauspieler, Menschen, die den „Wandlungsprozeß" fühlen oder ahnen, die zu uns kommen, weil sie sich zu uns hingezogen fühlen, Menschen, die gern einmal das Lager als Gemeinschaftserlebnis mitempfinden möchten. Einige werden sicher mit aroßen Hemmungen kommen, andere mit großer Aufnahmebereitschaft, aber alle bestimmt mit großem „Wollen". Hier beginnt also schon die erste praktische Entwicklung der Wandlung. Hier wird die Möglichkeit der Verbindung spielende Jugend mit den sich jung fühlenden mit jungem, frischem Geist erfüllten arbeitenden Schauspielern geschaffen. So wird der Jugend aus der Arbeitsgemeinschaft zwischen Schauspieler und Jugend das große Erlebnis bereitet, das „Theater" heißt. Von den einfachen Spielen wird so zu den großen und schwierigen Formen der dramatischen Kunst hingeführt, denn diese Notwendigkeit des handwerklichen Er- Kameraden der Gießener städtischen Feuerwehr am Brandplatz ein. In gemeinschaftlicher kameradschaftlicher Arbeit wurde die Brandbekämpfung, die von der Muschenheimer Wehr bereits so tatkräftig eingeleitet worden war, fortgesetzt. Alle Männer der Gießener, der Muschenheimer, der Dirklarer, der Dettenhausener und der Licher Wehren wurden mit Material und Geräten eingesetzt. Mit 14 Schlauchleitungen wurde das Feuer von verschiedenen Seiten her bekämpft. Ein glücklicher Umstand war es dabei, daß aus der Wasserleitung von Muschenheim genügend W a s s e r zur Verfügung stand, außerdem die nahe Wetter zur Wassergabe aus- genützt werden konnte. Die Gießener Motorspritze fegte an der Wetter an und konnte dadurch euer- gisch eingesetzt werden. Gegen 3.30 Uhr «war der Brand bekämpft und man konnte sich für die weiteren Stunden darauf beschränken, Brandwachen auszustellen. Von den Scheunen, die zum Teil mit H e u und Stroh, aber zum Teil auch schon mit Frucht gefüllt „Theater und Jugend". Ein Thema, das seit 5er Reichstheatertagung der HI. in Bochum aktuell geworden ist. Ost hört man jetzt die Frage: Will Vie HI- jetzt auch noch Theater spielen? Oder: Ihr sollt wohl nur noch Stücke von den HJ.-Dichtern bringen? Oder euch gar Schauspieler aus der HI. heranziehen? — So naiv diese Fragen sind, so uid ’ reffen sie doch im Grunde genommen irgendwo ruPpe Tj-2' Sas' Richtige. > Körpergröße das jedoch nicht im Übermaß ge- noffen werden darf, namentlich nicht von Menschen, die zu Fettleibigkeit neigen. Schwache Kochsalzlösung eignet sich bei Halsschmerzen zum Gurgeln. 1 Teelöffel auf 1 Glas warmes Wasser. Beim Einlegen von .Nahrungsmitteln muß eine starke Kochsalzlösung verwendet werden. Kochsalzlose Ernährung, d. Eer- son-Diät! Kölnisches Waffer, Gau de Cologne, sehr erfrischendes Riech- waffer. Empfehlenswert bei Kopfschmerzen und nach dem Rasieren. Köper, Croifee, Wsbstoffe, die durch Schußfadenkreuzung über mehrere Kettenfäden hinweg schräge Linien haben. Köperstoff ist meist auf beiden Seiten gleich, manchmal aber auch auf einer Seite geraubt. Die Stoffe werden aus Wolle. Halbwolle und Baumwolle hergestellt. Körpergewicht, beim Manne regelrecht etwa so viel kg, als er cm über einen Meter groß ist, bei Frauen wegen des grazileren Knochenbaues entsprechend weniger. Plötzliche Abnahme des K.' ist Anzeichen für bestimmte Krankheiten. Eine regelmäßige Kontrolle des Körpergewichtes ist daher angebracht. Körpergröße muß mit dem Körpergewicht übereinitimmen. Wegen geringer Abweichungen braucht man sich allerdings nicht ängstigen. Mit dem 20. Jahre etwa ist die volle Größe erreicht, der Mensch ist ausgewachsen. Die vielseitige, allgemein gesundheitsfördernde Wirkung des Kiostersran-Me. lisfenaeistes ist seit über einem Jahrhundert allgemein anerkannt. Als HeUkrauter- destillat, das die wertvollsten Substanzen aus einer ganzen Anzahl bewahrter Heilpflanzen enthält, wirkt es jedoch auch bei bestimmten Erkrankungen. z B. nervösen Herzleiden und ähnlichen Beschwerden ausgezeichnet So berichtet Herr Kriminalkommissar L R. Heinz Zander. Köln, Luxemburger Str. 3o.(B.ld nebenstehend) am 8. Juni 1937 wie folgt: ie ? Masche Kl°!'erlrau^ehs1eng->st den -ch wie °ar°elchrie^^ einnahm. Bei der Hartnäckigkeit meine» Leiden«enipfand^ich ^„ Flasche und konnte im Herbst 1936 zu Flaschen geleert hatte. Fortlauscnd kaufte ich j • A ( oft aussetzte. Ich habe dann bis zum Marz meinem Erstaunen TO.ahtncbmen. bafe mein ^ul8 «»*1 m n ' }n’ mitu bem Erfolg, baß mein Puls dieses Jahres regelmäßig 3mal täglich Klosterfra^'Mttihe g ft « g mm f^rounben ßnb. Mein Aussehen überhaupt nicht mehr aussetzt und die SchmerzeN und Be^eroen oau ian g f ^ussuchte. mich nicht wieder- hat ftch derart gebessert, daß —5nIlnlt6ftn^whTeDn'<1aenä6lid)teiten wird der Stints sehr rasch diätisch nad) Darschrist ju s/brauch-a. Lei varbbe-g^-nd-t,^^ * ent(piid)cnl)cr Zeil. •Ä»” «« l« -«• * •" •“ " Zahl anderer Heilpflanzen, bie im roitb man bei ernsthaften Leiden immer Veschwerden leibet. Klosterfrau-Melissengeist st^ck) ' ssengeist viel von Ärzten als sogenanntes sunktlo. auch seinen Arzt zu Rate -'eh-n. wie auch Klostersrai^^stützüng de! Heilvorgänge empfohlen w.rb. ‘ Nelles Mittel zur Kraft,guns.des Körpers> und Untern 5 0 ^ ^heker ober Drogisten Nur echt in bet »S« mit V™ un' "i^w^---- ■Raus mit den Sommer- Schuhen zu rücksichtslos preiswert: Immer frisch und gut: !Zdefcal-Kaffee 2302 D im Alter von 67 Jahren. Gießen (Marburger Str 26), Berlin, den 30 fuli 1937. Die Beerdigung fand auf Wunsch des Entschlafenen in der Stille statt 03820 BI Klein-Linden (Frankfurter Straße 75), Rödgen, den 31. Juli 1937. ä'a8eerh\U- \n d^e ■ -w ßs erUa^s Korken im Wein? L7'be?" ,f)n 3U 3erbrÖCfCln' ßaffe" ^e f^iÄÄ 3- D. Hauser, Gießen, am Oswaldsgarten, Fernsprecher 2145/2146. tummeln sich Herr ■ Müller im kühlen Naß und warmen Sonnenschein! Gegen die tückischen Sonnenstrahlen sind Sie geschützt durch Waidhaus Rainmühle“l,i die idyll. u. gu'e Sommerfrische. Dir. a. Wald, Wasser, Angeisp., 4 Mahlz., M. 3.-, Prosp. Geschäftsverlegung Ab 1. August 1937 befinden sich meine Geschäftsräume Seltersweg 39 (in dem früheren Geschäft von Herr Juwelier Noll) Ich bitte meine verehrten Geschäftsfreunde, das mir seither entgegengebrachte Vertrauen auch weiterhin bewahren zu wollen Georg Albold Graveurmeister • (Slempel-Albold) * Fernsprecher 2482 Anmeldung zur Kaufmannsgehilfenprüfung "nd zu den industriellen Facharbeiter- und Lehrabschlußprüfungen Herbst 1937 iitis QAitfovUrtA ... ___aus i en ßen, Alsseld i^er9?^ ^en vorgenannten Prüfungen hat bis spä- 5*o9 Äl0r“'t ^937 zu erfolgen. An den Prüfungen nehmen alle Lehrlinge teil, die ihre Lehrzeit bis zum 30 No- hpM^r ä937 6eenben-. Die Anmeldevordrucke sind umgehend bet der Kammer anzufordern. - Die Prüfungsgebühr beträat e8e6rfinanm?srpi?n ft“Kaufmannsgebiifenvrüfung91®/3.- r ^hrimg, für Teilnehmer an der Facharbeiter- und der Lebr- ?inV) JÜ?tP?,UfU9r9 6 ~ ’e Lehrling. Die Prüfungsgebühren Anmeldung durch Ueberrveisung auf das Postscheckkonto der Kammer Frankfurt a. M. 61599 zu entrichten. Industrie- und Handelskammer zu Gießen — __________5073 D Drogerie Kreuzplatz 10 Verreist! Dr.meiLG Scheerborth Homöopath. Arzt Gießen, Bahnhofstraße 50 ___ 5022 D Wleseck Sonntag, 1. August, und Montag, 2. August KIRMES Für erstklassige Speisen und Getränke bleibe ich bestens bemüht. - la Militärkapelle der 116er. Um freundlichen Besuch bittet Gastwirtschaft Dorfeld Inhaber K. Baiduff sein uu Jhus?X(Üir ven affesn ren oder, wenn der Tod emqe- tißtßn ist, mit Zuchthaus nicht unter zehn Jahren oder mit lebenslänglichen Zuchthaus bestraft. Leichte vorsätzliche sowie alle fahrlässigen K. werden nur auf Antrag (binnen drei Mona- ten zu stellen) verfolgt, außer wenn der Täter wegen seines Berufes zu der von ihm außer Acht gelassenen Aufmerksamkeit beionders verpflichtet gewesen wäre. Strafantrag kann auch der Ehemann der verletzten Frau stellen. Antrag kann nur zurückgenommen werden, wenn die K. gegen einen Angehörigen begangen ist. ?5!s"'.?e^gepcickstück, entweder Schrankkoffer, der aufgegeben wird, oder Handkoffer, der mit ins Abteil genommen werden darf Beim Packen der Koffer müssen die schweren Gegenstände gleichmäßig am Kofferboden verteilt werden. Schuhe und Zwilchenraume werden mit Strümpfen ausqefüllt, Hosen legt man m bie Bügelfalten, muß man sie .zusammenschlagen, wird in Den Kniff Seidenpapier gelegt. Auch bei anderen Kleidungsstücken, bie zusammengelegt werden, legt man geknülltes Seidenpapier od Taschentücher usw. in die Falten Nach jeder Reise die Koffer gut auslüften. Koffeinfreier Kaffee ist meist nur koffeinarmer Kaffee, er wird für Herzkranke und Nervöse empfohlen. Kognak, Bezeichnung für echten französischen Weinbrand. Kohl, das am meisten angebaute und gebrauchte Gemüse, nahr- IIIIIIIIIIIIIIHIIIIIIIIIIIII (Ein Quell d. Freude für den Naturfreund Beloufdites Men Kleine Kreatur in Wasser, Busch und Halm Don Karl Otto Bartels. 164 Naturaufnahmen aus dem Leben der niederen T erwelt mit'er» 'äuternben Bildunterschriften, Namensan- gab. u. ausführlichem Text (62 Seiten). Mit einem Geleitwort von Profess. Dr. Deegener, Universität Berlin. Dieses Werk bringt erstaunlich vielseitige und trefflich gelungene Einzelbilder und B 'ld> folgen aus dem reichen -eben der zahllosen kleineren Lebewesen Aus der Freude am Beobachten ist ein wert, volles naturgeschicht- liches Urkundenbuch geworden,das hervorragend geeignet ist, die Liebe auch zum kleinsten Naturgesche- hen zu erwecken. Gebunden RM. 4,80. Ditte verlangen Sie kostenlos unsere bebild. Werbeblätter! Das Buch ist durch jede Buchhandlung zu beziehen! HugoBerrnühler Verlag Berlin-Lichterfelde lllllllllllllllllllllllllllll Heute nacht entschlief nach langem, mit Geduld ertragenem Leiden mein treusorgender Mann, unser guter Vater und Großvater Herr Hermann Schürmeier Werkmeister i R. im Alter von 57 Jahren, Emma Schürmeier, geb. Bender Familie Alfred Körper Familie Erich Klaus Gertrud Schürmeier Vlündlich können Sie es nur völlig«, sagen, schriftlich mehreren, durch eine Kleinanzeige sagen Sieeszli,» lonneiA ANllllllM abzugeb. Bestell, erb wirv.Postk. oh.an h.Bierver» aaMichel.Wall- torftr 71,$.2479 Dampfsägewerk Lollar B.NuhnA. 6.,Lollar |i ^enn । p Äerk 'fr 'n- j ber M m|t ta%er 1 SPHehkk _______________________________ 03734 Werbe-Drucksachen liefert BrühPsche Druckerei p \ L ( 1 M Di I' I ÄKrt llfej wir haben sie als fleißige, pflichtbewußte und zuverlässige Mitarbeiterin, aber auch als treuen und aufrichtigen Menschen kennen gelernt. Wir werden ihr stets ein ehrendes Andenken bewahren. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Heinrich Steger und Kinder. Betriebsführung und Gefolgschaft der Firma Poppe & Co. Gießener Gummiwarenfabrik Anna Steger, geb. Balser aus Klein-Linden. Am 29 Juli, abends 11.15 Uhr, entschlief nach kurzem schweren Leiden meine liebe Frau, unsere gute Mutter, Tochter. Schwester, Schwägerin und 1 ante Anna Steger, geb. Balser im Alter von 38 Jahren. ... 03793 Samstag, 51. Zull 1057 Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oderhessen) Viele Güterzüge werden übtzr den Ablaufberg des Rangierbahnhofes Gießen hinweg aufgelöst und neu zusammengestellt. — (Aufnahmen |7|: Neuner, Gießener Anzeiger.) pil( Uc l JKiupuui;n mup vuiinui o« V' ' z . . 37 i hat bis fpa- üfungen neli- zum 30. No- nb umgebend ebiidr» SHr- zu entrichten, zu Sießen 50730 ler Güterverkehr in seiner Gesamtheit den Aus-l zlkich schaffen! Es scheint deshalb angebracht, auch ’inmal dem Güterverkehr und insbesondere dem )ofür erforderlichen Rangierbetrieb einige Aus- mtksamkeit zu schenken, da er sich für viele Volks- zeiossen doch sehr am Rande ihrer Tage abspielt, kchenfalls der Großkaufmann, der Industrielle )er Spediteur und andere wissen etwas mehr da- pon. Selbstverständlich kann das Wissen um den Alerverkehr auch nicht allgemein allen Volksgenossen zu eigen fein, denn die Anlagen der Guter- maierbahnhöfe sind nicht für jedermann zugäng- Die Betriebssicherheit, die Pünktlichkeit des Tulerzugsverkehrs. die Gefahren die der Rangier- ükslehr für Unberufene mit sich bringen kann fordern gebieterisch die Abriegelung des Güterbahn- dvies vom öffentlichen Verkehr. Jedermann wird diese Notwendigkeit verstehen. 353* Hinlerlandbahn. || Gladenbach, 31 Iult. Der 1 August 1902 bildet einen Markstein in der Verkehrserschlie. ßung des sog hessischen Hinterlandes wurde doch an diesem Tage der Verkehr auf der Gesamtstrecke der Eisenbahn Niederwalgern —Herborn eröffnet Bis zu diesem Zeitpunkt war der südliche Teil des Kreises Biedenkopf von den übrigen Gebieten des Regierungsbezirks Wiesbaden hinsichtlich des Verkehrs fast gänzlich abgeschlossen. Der hohe und schwer zu überquerende Schelder Wald trennte das Salzbödetal vom Dillkreise und im übrigen waren die Verkehrs- und Handelsbeziehungen feit alter Zeit mehr nach Marburg und Gießen gerichtet, während der Verkehr nach dem Unermeßliche Vielfältigkeit der Erscheinungen der Beipflichtungen, der organisatorischen Maßnahmen ! und der Verantwortlichkeiten jedes einzelnen an iemem Platz! Erstaunlich groß 'st die Anzahl der läßlich abzufertigenden Züge und Wagen! Erstaunlich auch die Intensität der Arbeit, die im bvangier« dohnhof zu bewältigen ist und — nicht weniger ckdrucksooll für den Laien — niit welcher Ge- namgfeit und Sicherheit sich der Umichlag> der vermengen aller Art vollzieht! Nirgends kommt tui)l)I auch die wirtschaftliche Erneuerung Deutsch- kmbs nach der Machtergreifung des Führers w gsBttfceÄÄ TT . . .Mr.|i , iryi gangsplan laufen die Wagen über den Ablauf | »h n berg in besondere Richtungsgleise Praktisch ist j • WjW8!VWi1N!!limdas so zu verstehen, daß em Güterzug. der aus \ MKWyHi Ift'pF iraenbeiner Richtung kommt und Wagen mit sich - lllilliW & Mm 1 ff n-rlcki,ebensten Bestimmungs- rech er* M, WL bie Güter Tranportiert wirb im Güterverkehr der Reichsbahn schlechterdings alles — etwa all das, was sich zwischen Riesendampfturbine und Puppen- küche, zwischen Eisenerzen und Zinnsoldaten denken läßt Und das eine wird so lorgfältig behandelt wie das andere' Allenthalben find die Beamten und die Arbeiter bereit. Verantwortung zu tragen für die umlaufenden Werte unterer Volkswirtschaft Kein noch so anhaltender Regen und keine noch so große Hitze, wie sie in den meisten Sommermonaten oftmals über den Schienenstrecken schier unerträglich flimmert, vermögen das Pflichtgefühl zu erschüttern, mit dem jeder im Rangierbahnhof seine Arbeit tut Selbstverständlich tut auch die Reichsbahn ihr möglichstes um ihren Mitarbeitern auf schwerem Posten die' Arbeitspausen so zu gestalten, daß sich die Männer wohlfühlen können Es gibt Kaffeeküchen und Aufenthaltsräume und insbesondere in jüngster Zeit wurde auf dem Gelände des Rangierbahnhofes ein Gebäude erstellt, das u. a auch für bas Zugpersonal Aufenthalts-. Schank» unb Waschraume, oorbilblid) in Form unb Einrichtung, ent- hält. N- mit ber Bahn nur über Gießen unb Wetzlar erregbaren Dillkreise sehr gering war Diese Der- hältnisse änberten sich, als im Jahre 1894 mit dem Bau ber Bahnlinie von Nieberwalgern burch bas Salzbödetal begonnen würbe Lange war man fich darüber unschlüssig gewesen, ob man infolge der schwierigen Gelänbeverhältnisse die Lahn von Wei- benhausen aus in süblicher Richtung nach Meßen führen sollte ober über Hartenrod burch ben Scheider Walb ins Dillenburger Lanb Man entschied sich schließlich für die letztere Lime und überwand die Geländelchwierigkeiten durch hohe Dämme, tiefe Einschnitte, gewaltige Brücken und einen großen Tunnel Das benötigte Steinmaterial wurde teils an Ort und Stelle gewonnen, teils auf der bereits fertiggeftellten Strecke von dem Sandsteinbruch Kupferschmiede bei Cölbe herangebracht Die Gegend, die von der Bahn erschlossen wurde, erinnert in einigen Teilen an die landschaftlichen Schönheiten des Schwarzwaldes und des Harzes. Manch schöner Aussichtspunkt ist in dieser sog Hin- terlänber Schweiz von irgendeiner Haltestelle der Bahn aus auf bequemen Wegen xu erreichen. Schon die Fahrt durch das Salzbödetal bietet viele reizvolle Bilder. Don Niederwalgern aus windet sich die Bahn Denn man sich eine Stunbe derMuhe M^n h Verkehr .m Rangierbahnhof zu beobachte^ Md man schon einen Eindruck äußerlich »toeit im Süterbabnhoi flsminnen. -Re n Krl das Bild beftimmt oon berJBirr ol ber ber graben 3-W' der Guterwagen, ^ber^a^ Mioen und der Zahl der \u ©elegenf)eit tifielbaften Sianalel "Selb».Wenn man G°°s°nv !«> rmt dem Setter ® ein5ubr"n0en. ,m lurbiqer Führung m dieses NelO) i zmürben den ße ehlsftellwerk am Ablaufberg p(? (aum tblauf- und Ausfahrgleisen l d Snstematik des xeylich, die Zusammenhänge und. d^e oedud)t hcrriebs ganz zu erias en ^^otz len Leier das Wesentliche nahezubringen. Bon den Besehlsstellwerken ® ^jele Züge !itib Ausfahrten aller Zuge ge auseinander- nassen täglich ^erarbeite _ ö den »ugiert werden Das ^deutet H Verant rchehlsstellwerken' Da si" Material Weichen- »Mung für Menschenleben, und Mater JrD Signalhebel zu stellen r Fernsprecher ilver zu beobachten Mst knappsten Lfe Lautsprecher zu bedienen usw. Mit ™ w\ ■MMDMiG | führt, die nach den verschiedensten Bestlmmungs. TlMtz orten gebracht werden müssen, über den Rangier- ......' 1 berfl hinweg aufgelöst wird und die Wagen m jene yTTT/r /iTr Gledse geleitet werden, m denen die 3l,9e Jur p* entsprechende Richtung neu zusammengestellt wer den Die Hauptaufgabe bei dieser Auflösung der «« I * r \ Güterzüge liegt beim Ablaufstellwerk unb m der Mwrm« i |hl Aufstellung der Rangierzettel, der die Einzelheiten der Wagenläufe enthält. >)rhi Die Lokomotive drückt den Zug gegen ben 21b laufberg. Die Wagen laufen kurz und m ^emlichem Tempo 1)intereinani)er ab Die drei ^’eamqn Ablaufstellwerk haben nun die jo^nbenb »ach den Angaben des Rangierzettels in die JUtt) . , s Wnnen gen, um Bruchteile von Sekunden zu früh oder zu Troße Holzgitter schützen die ablaufenden Wagen vor hemmendem Gegenwind. Ifr.176 Viertes Blatt 62,24 48,95 11,25 63,86 57.14 16,98 8,651 K9 93 Ein Blick in zwei der Ausstellungskojen. Links: Der Stand des O.4portf Deutsche Volkskraft - Wille zum Frieden 8.30: muß. Rundfunkprogramm Sonntag. 1. August: Als der Führer die weittragende Verfügung erließ, in der die SA. mit der Leitung und Durchführung der jährlich sich wiederholenden nationalsozialistischen Kampfspiele in Nürnberg betraut wurde, da war vielleicht nur wenigen die ganze Bedeutung dieses Erlasses klar. Außenstehende und Zweifler warfen wohl die Frage auf, wieso gerade die SA. für die Durchführung einer solchen Aufgabe berufen jein sollte. Für den lebendig in der Bewegung Stehenden bedurfte es allerdings keiner Frage, daß die deutschen Kampfspiele der künftigen Reichspar- teitage, wenn sie überhaupt ein Bild aller durch den Nationalsozialismus geweckten Kräfte in kämpferi- fajer Gestaltung darstellen wollen, nur aus dem ewi- gen Kämpferwillen der Bewegung geboren und von ihr getragen sein können. Dieser Kampfeswille offenbart sich aber zutiefst in dem hinreißenden, überzeugenden und opferbereiten Einsatz der SA. von ihrer Geburtsstunde bis zum heutigen Tage. Darum ist gerade die SA als der kämpferische Kern der Bewegung berufen, die nationalsozialistischen •, . .,*2. • m - - - ------ --- Herrenschneider-Handwerks mit Anzügen aus Stoffen mit Zellwolle, belmlschungen. — Rechts: Die Ausstellungen der Korbmacher und Buchbinder. 0 fallend war, daß er ungefähr verschiedene Bekannte um 90.— _____u.,yi,iy. Angeklagte behauptete, das Geld nicht an sich genommen zu haben, es habe immer in der Kiste gelegen und es wäre sehr leicht möglich, daß unter den vielen Papieren der Kiste der Oberzahlmeister es nicht gefunden oder übersehen hätte. Die Kammer konnte seinen Einwendungen aber keinen Glauben schenken und verwarf unter Kostenbelastung die eingelegte Berufung. zur gleichen Zeit RM. anging. Der ba5 künftige „deutsche Olympia" mit i^rem Geiste zu erfüllen, dem Geiste der Treue zum des fanatischen Einsatzes für die national- rlia"ft Weltanschauung und des kameradschast- stung ^^kteifers zur höchsten Steigerung der Lei» Die hinter uns liegenden Jahre des- Kampfes um die Macht formten einen Menfchentyp, der durch den ■fi <£l s. "rna^^^e Kampfauslese" gekennzeichnet J’t diesen Kampfjahren sand die natürliche Aus- lete willensharter, geistig und körperlich geschulter Manner statt, die jederzeit bereit waren, ihre Person emzusetzen für die durch sie selbst verkörperte Idee. In der Erkenntnis, daß ein gesunder Geist nur in einem gefunden Körper wohnen kann, hat die SA. die körperliche Ertüchtigung in besonderem Maße gefördert, geformt und gestaltet. Diese große Erziehungsarbeit erfordert die Anspannung aller Kräfte und gipfelt in dem Ziele, ein gesundes und widerstandsfähiges Volk rv Gießener Klieger-HL. schult im Segelflug Erstes Ziel: die ^.-Prüfung. In der vergangenen Woche wurde in der ,Lie° bigshöhe" mit großem Eifer gearbeitet, um die Ausstellung des Reichs st andes des Deutschen Handwerks aufzubauen. Die Arbeiten sind so weit gediehen, daß heute morgen die Schau eröffnet werden konnte. Der Presse war bereits gestern Gelegenheit gegeben worden, einen Blick in die Ausstellung zu werfen, die in all ihren Teilen erkennen läßt, in welch vielfältiger Form deutsche Werkstoffe im Handwerk zweckvolle und vollwertige Verwendung finden können. Die gesamte Schau vermittelt eine Fülle der Anregungen, zeigt in eindeutigster Form, mit welcher Intensität deutsche Chemiker, Ingenieure und Techniker gearbeitet haben, um dem deutschen Handwerker Material an die Hand zu geben, das ihn unabhängig macht von devisengebun- denen Materialien, wie sie vielfach noch bis vor kurzem in fast allen handwerklichen Berufen verwandt wurden. Ein Runbgana durch die Ausstellung lohnt sich nicht nur für den Handwerker der verschiedensten Berufszweige, sondern für jeden Volksgenossen, der Anteil an den Lebensfragen unseres Volkes nimmt. Kaum ist es möglich, jeden einzelnen Stand dieser Ausstellung an dieser Stelle so zu würdigen, wie er verdiente, gewürdigt zu werden. Es sei nur in kurzen Zügen versucht, einen Ueberblick zu geben. Für das Maler- und Weißbinderhandwerk sind viele Tafeln aufschlußreich, die die hervorragende Verwendungsmöglichkeit synthetischer Anstrichmaterialien beweisen. In interessanten Gegenüberstellungen kann man sich von der Güte der neuen Stoffe überzeugen. Der Stand des Steinmetzhandwerks gibt eine anschauliche Uebersicht über schöne deutsche Steine und Marmor, sowie deren vielfältige Verwendungsmöglichkeit. Ausgezeichnete Qualitätsarbeit kann man in der Schau des Schuhmacherhandwerks studieren. Das Drechslerhandwerk zeigt die Verarbeitungsmöglichkeiten der neuen Kunstharzstoffe. Daneben interessieren auch sehr die Arbeiten eines hiesigen Holzschnitzers, die besondere Aufmerksamkeit verdienen. Bewundernswert sind die Erzeugnisse deutscher Töpferkunst. Diese Abteilung ist durch eine Sonderschau einheimischer Töpfer vervollständigt. In der Koje des Glaserhandwerks werden die 6 Uhr: Hafenkonzert. 8.10: Gymnastik. Deutsche Scholle. Was der Bauer wissen 8.45: Morgenmusik. 9: Christliche Morgenfeier. 9.45: Vorbericht zum Rennen um den „Großen Bergpreis von Deutschland". 10: Was ist gut? fragt ihr: Tapfer sein, ist gut. 1030: Chorgesang. Schöne deutsche Volkslieder. 11: Großer Bergpreis von Deutschland auf dem Schauinsland. Dazwischen: Unterhaltungskonzert des kleinen Funkorchesters. 14: Für unsere Kinder. 14.30: Mal so — mal so! 15: Deutsche Scholle. 15.30: Klingende Farben. 16: 12. Deutsches Sängerbundesfest. Nachmittagskonzert. 18: Zur Unterhaltung. 18.30: „Mensch — sei vorsichtig'" 19.30: Sportspiegel des Sonntags. 19.45: Deutsche Meisterschaft im Rudern. 20: Wie es euch gefällt! 22.15: Sportbericht. 22.20: IV. Internationales Flugmeeting in Zürich. 22.30: Wir bitten zum Tanz. 24 bis 1: Nachtmusik. * ,Jtan^en Zwei Segelflugmaschinen vom Typ „Zögling 35" zur Verfügung. In den letzten Tagen hatten die Jungen sogar noch eine dritte Maschine jur Benutzung Bei ansprechendem Flugwetter konnten sehr zufriedenstellende Leistungen erzielt werden, denn fast die Hälfte der Lagerbelegschaft konnte die Anrufung mit Erfolg ablegen. Bei etwas besseren Wetter- und Windverhältnissen in den letzten Tagen wäre die Ausbeute an A-Schei- nen noch bedeutend größer geworden. Vorn Lager aus wurden noch verschiedene Besichtigungen durchgefuhrt. So hatte es sich em benachbarter Fliegerhorst nicht nehmen lassen, seine Kameraden von der Hitler-Jugend zu einer Besichti- guna einzuladen. Im Mannschaftswagen der Luftwaffe wurden die Hitlerjungen m Nidda abgeholt und auf dem Flugplatz herumgeführt. Der harmonisch verlaufene Lehrgang in Nidda mit seinem ausgedehnten Flugbetrieb und seinen Besichtigungen bewies den jungen Fliegern von der Hitler-Jugend, daß eine eingehende flugsportliche Ertüchtigung für uns Deutsche nun einmal unbe- omgt notwendig ist Jeder Junge kehne in dem Bewußtsein zu seiner Einheit zurück, an einer Aufgabe mitzuwirken die dazu bient, Deutschlands Ehre und Freiheit zu erhalten. Hk. Wenn Deutschland, wie Reichsluftfahrtminister Hermann Göring ausführte, ein Volk von Fliegern werden soll, so ist es notwendig, die Jugend so früh wie möglich mit dem Fliegen vertraut zu machen. Aus dieser Erkenntnis heraus veranstaltete die Flieger-Hitler-Jugend des Gebietes Hessen- Nassau in Verbindung mit dem NS.-Fliegerkorps einen Sonderlehraang für Segelflie- ger. Die Belegschaft dieses Lehrganges, der im schon gelegenen ehemaligen Arbeitsdienstlager von Nidda stattfand, setzt sich zum größten Teil aus $*!Ierjun9en der Gießener Flieger-HI. zusammen Kaum waren die Jungen im Lager, das unter der Leitung bewährter Kräfte des NS.-Fliegerkorps durchgeführt wurde, angekommen als sie auf die Kammer geführt wurden, wo ihnen sportgerechte Aegerkleidung verpaßt wurde. E»7E.rechend dem besonderen Charakter des Lagers rodf\bie Zeitliche Einteilung ganz auf den Flugbetrieb>,abgestellt Hier in der Nähe Niddas, etwa ’/< Stunden vom Lager entfernt, konnten die Hitlerjungen Vum ersten Male „richtig" fliegen, nachdem sie ir monatelanger Ausbildung in der Einheit sich mV1 Bastelarbeiten, Modellbauten und theoretischen Erkenntnissen beschäftigt hatten. Auf dem herrlich ge^^nen Fluggelände das einen weiten Einblick in; unsere heimische Landschaft geftat- „Deutsche Werkstoffe im Handwerk." Große Ausstellung in der Liebigshöhe. langsam in die Höhe nach Damm hinaus, weiter geht's längs der Salzböde über Lohra, Mornshausen und Gladenbach immer ansteigend nach Weidenhausen. Hinter der Wommelshäuser Hütte und bei Hartenrod war der Bau mächtiger Brücken über das Salzdödetal nötig; eine von dieser galt seinerzeit als eine der größten Talbrücken Deutschlands. Zwischen Hartenrod und Eisemroth mußte der die Wasserscheide zwischen Salzböde- und Dilltal bildende und zum Scheider Wald gehörige 503 Meter hohe Hirschhohl in einem etwa 700 Meter langen Tunnel durchbohrt werden. Hat der Zug bei der Bergmannsgemeinde Eisemroth den Tunnel verlassen, so türmt sich ein neuer, etwa 560 Meter hoher und langgestreckter Gebirgswall — Eiserne Hand genannt — vor den Blicken auf. Die Bahn weicht ihm durch das Aartälchen hinab nach Herborn zu aus. Die 43 Kilometer lange Bahnlinie mündet in Herborn in die Strecke Gießen—Wetzlar—Köln. Die Eröffnung der Gesamtstrecke wurde vor 35 Jahren in allen ati der Bahn gelegenen Ortschaften festlich begangen. Ihr Bau hat sich für die Bevölkerung in segensreicher Weise ausgewirkt. Seit dem 28. April 1911 sind die Derkehrsverhältnisse des Hinterlandes durch die Querbahnverbindung vom Dill- zum oberen Lahntal (Dillenburg-Biedenkopf) noch weiter verbessert worden. Heute bestehen außerdem noch einige Omnibuslinien, so daß nunmehr alle Derkehrswünsche der Bevölkerung des hessischen Hinterlandes als befriedigt gelten können. Amtsgericht Gießen. Wegen Uebertretung der Retchsstraßenverkehrs- orbnung hatte der K. H. aus Watzenborn einen Strafbefehl über 20.— RM. erhalten Er war am 30. 4.1937 mit einem Pferdefuhrwerk den Schiffender ger Weg in Richtung Watzenborn-Steinberg entlang gefahren, ohne, wie es die Vorschrift verlangt, die rechte Straßenseite einzuhalten Er fuhr ziemlich in der Mitte der Straße so daß ein in gleicher Richtung fahrender Personenkraftwagen beim Uederholen des Fuhrwerks zu weit nach links bis auf den nichterhöhten Bürgersteig kam. Beim Uederholen fuhr der Personenkraftwagen durch eine Wasserpfütze. Eine in entgegengesetzter Richtung den Bürgersteig benützende Fußgängerin konnte selbst church einen Sprung nicht dem aufspritzenden Schlammwasser entgehen Sie wurde wohl stark beschmutzt, aber sonst nicht weiter gefährdet. Auf feinen Einspruch hin stellte das Gericht fest, daß er einmal nicht die richtige Straßenseite eingehalten hatte und zum anderen, daß er hinter seinem Fuhrwerk hergegangen war. Der Autofahrer, der sich auch nicht ordnungsgemäß verhalten hatte, ist unerkannterweise entkommen. Das Gericht ermäßigte die im Strafbefehl ausgesprochene Strafe auf 8.— RM. Kleine (Straffammer Gießen. Der Schneider H W. aus Elmenrod (Kr. Alsfeld) hatte im Herbst 1936 dem, im Auftrage des Bürgermeisters zu ihm gesandten 11jährigen Sohn des Ortsdieners, der W. zu dem Bürgermeister bestellen sollte, geantwortet: „Der Bürgermeister könne ihn .." Wegen dieser Aeußerunq hatte er vom Amtsgericht Alsfeld wegen Beleidigung des Bürgermeisters einen Strafbefehl über 5 0.— R M. erhalten Auf feinen Einspruch hin hat das Amtsgericht Alsfeld durch Urteil die gleiche Strafe ausgesprochen. Die Berufungsverhandlung ergab an sich den gleichen Sachverhalt, nur versuchte der Angeklagte es so darzustellen, als habe er das klassische Zitat aus dem „Götz" nicht gegenüber dem Bürgermeister gebraucht, sondern gesagt: „Da könnte man sich ja selbst. " Die Aussage eines von dem Angeklagten benannten Zeugen erscheint dem Gericht aber wenig glaubwürdig. Es glaubte den durchaus einwandfreien Angaben des Jungen und verwarf die eingelegte Berufung, ermäßigte aber die Strafe mit Rücksicht auf die schlechte finanzielle Lage des Angeklagten auf 3 0.— R M. evtl. 6 Tage Gefängnis Der W. N.-F. aus Gelnhausen war durch Urteil des Amtsgerichts Büdingen wegen Amtsunterschlagung zu einer Gefängnis st rase von drei Monaten verurteilt worden Er war Zivilange- stellter bei der Wehrmacht und als solcher auf dem Zahlmeisterbüro beschäftigt. Im Juni bis August 1936 wurden^ ihm Beträge von insgesamt rund 87.— RM für Angestellten- und Jnvalidenmarken ausgehändigt. Die Marken konnten von ihm aber nicht gleich besorgt werden Das Geld für die Marken will er in einem Kuvert in eine Feldkiste gesteckt haben und es so während feiner Abwesenheit im Manöver aufbewahrt haben, um gleich nach der Rückkunft Marken dafür zu kaufen und für die in Frage kommenden Personen zu kleben. Er wurde vorzeitig aus dem Manöver zurückgeholt und da man etwas mißtrauisch geworden war, aufgefordert, die Kiste zu öffnen. Den Schlüssel zur Kiste will er aber zu Hause gelassen haben Um ganz sicher zu gehen holte man ihn am nächsten Tage ab Aber er batte wiederum den Schlüssel nicht bei sich Auf die Aufforderung nach Hause zu telephonieren und den Schlussel bringen zu lassen, erklärte er. daß er von ^Dienststelle aus nicht telephonieren könne. Wahrend seiner Abwesenheit wurde die Kiste vom Oberzahlmeister aufgebrochen und durchsucht aber weder Geld noch Marken gefunden Nach 'seiner Rückkehr suchte er nochmals in der Kiste und siehe da, es tsnb sich das Kuvert mit 90.— RM. Auf- der Putzmacherinnen die Verwendung synthetische? Materialien für die Herstellung von Damentjüten, für die bisher teure ausländische Strohe verwand! worden waren. • Eine große Freude bereitet die Schau des Schmiedehandwerks, in der großartige Kunst, schmiedearbeiten gezeigt werden, die durchweg aus Alteisen gefertigt worden sind. Für das Schlosser. Handwerk beweist die Schau auch eine weitgehende Umstellung auf Leichtmetalle, die auch für das Spenglerhandwerk charakteristisch ist. Der Stand der Brunnenbauer läßt erkennen, wie das Kup,n durch wertvolle andere Stoffe aus deutschem Boden und deutscher Erzeugung ersetzt werden kann. Auf. schlußreich ferner, wie weitgehend im Musikinstru. mentenmacher-Handwerk durch die Verwendung von Leichtmetallen erhebliche Gewichtseinspärungen er. zielt werden können und welch gute Klangwirkung auf deutschen Hölzern erreicht werden können. Die Schau dör Kürschner zeigt, daß wir auf diese«, Gebiet vom Ausland völlig unabhängig sein können und schließlich beweisen Korbmacher, Optiker und Zahntechniker, daß mit heimischen Werkstoffen die gleichen, teilweise noch größere Erfolge zu erzielen sind, wie mit teuren ausländischen Produkten. Angesichts der Wesensart dieser gesamten Aus. stellung ist es fast eine Pflicht für jeden Dolksge. nassen zu nennen, sich für diese Schau zu tntereffie« ren, die eindeutig beweist, wie erfolgreich sich deut, sche Industrie, Technik und Handwerk für unsere Rohstoffreiheit einsetzen Die Ausstellung ist heute ab 13 Uhr zur Besichtigung geöffnet Eonderfilmvorführungen. Im Rahmen dieser Ausstellung findet am Sonn, tagoormittag im Gloria-Palast eine Sondervorstellung statt. Der Film „Lernen — Können —s Leistung" führt uns in die Werkstätten der Gei. genbauer in Mittenwald, Kraftfahrzeughandwerker in Berlin, bayerische Bildschnitzer, fränkische Seiler usw. Der Film „Fäden, die die Welt umspin- n e n" zeigt uns die Entwicklung und Herstellung der Kunstseibenstoffe. Beide Filme sind Tonfilme., der Durchführung der Spiele zu besprechen. Da- neben werden auch die einzelnen Fachwarte, der Kreisschiedsrichterobmann, der Kreisjugendwart, der Kreislehrwart usw. zu Worte kommen. Schließlich wird für die Vereinsoertreter Gelegenheit vor« Händen sein, die im Augenblick aktuellen Fragen zu besprechen. BsB.-U.-Leichtathleien inSchweinfurt, Arheilgen und Oberlahnstein. Für den morgigen Sonntag hat sich die Leicht« athletik-Abteilung des VfB.-Reichsbahn viel vor« genommen. Während Otto Luh und Heinz Herrmann beim Gaukampf Bayern gegen Nordhessen m Schweinfurt starten, fährt Erwin Jakob nach Arheilgen. Die 4X100-Meter-Frauenstaffel und einige Aktive fahren nach Ober-Lahnstein, um an oen Lahneck-Kampfspielen des Sportklub 09 Ober« Ahnstein teilzunehmen. Luise Weber, Else Ludwig, Elfriede Fischer und Elfriede Schmidt nehmen außerdem auch an den Einzelkonkurrenzen, 50 Meter, Weitsprung und Kugelstoßen teil. Alle vier bestreiten auch den Dreikampf. Trotz starker Äon« kurrenz aus Köln, Koblenz usw. hofft man befon« bers auf em gutes Abschneiden in der Sta fei. ©legmunb und Zschucke bestreiten die kurzen "Strecken. Wode lauft 1500 Meter. — In Arheilgen mtrb Dr. Ja k o b auf starke Konkurrenz im Speer« w^sen treffen. - Otto Luh startet in Schweinfurt im Kugelstoßen und Diskuswerfen. Er ist in guter porm unb man erwartet eine Weite, wie man sie früher von Luh gewöhnt war. Heinz Herrmann ist gemeldet im Kugelstoßen, Weitsprung und im Speerwerfen. Eine prächtige Kunstschmiedearbeit: Der Adler ist ganz aus Alteisen hergestellt. — (Aufnahmen [3J: Neuner, Gießener Anzeiger.) stellung an vielen Beispielen zu studieren. Die vielfache, durchaus zweckmäßige und schöne Verwendung deutscher Hölzer kommt in den Ständen des Schreinerhandwerks, der Wagner und der Küfer zu sinnvollem Ausdruck. Die Sattler und Polsterer zeigen in vielen Beispielen neue Wege der Polsterung mit ausschließlich deutschen Werkstoffen. Besondere Aufmerksamkeit wird sicherlich von den Besuchern der Ausstellung den Abteilungen des Herren- und des Damenschneiderhandwerks entgegengebracht werden, denn in diesen beiden Ständen wird die Verwendungsmöglichkeit der neuen deutschen Stoffe, die aus Holz gewonnen wurden, gezeigt. Nicht weniger interessant ist in der Schau Gaumeifferschast im Rollschuhlauf in Gießen? Während die Gaue Hessen unb Sübwest im Eis- lauf= unb Rollschuhsport bisher zusammengehörten und gemeinsam ihre Meister ber einzelnen Sportarten ermittelten, find sie seit April bieses Jahres getrennt. So wirb ber Gau Hessen zum ersten Mal seine Meisterschaften allein austragen. Als Austragungsort hat er bie Wahl zwischen Kassel, Hanau unb Gießen. Gießen erscheint wegen seiner zentralen Lage am geeignetsten, ganz abgesehen bavon, baß auch bie Platzoerhaltnisse eine ein - manbfreie Durchführung auf ber Freiluftrollschuhbahn ohne weiteres gewähr! eisten. Die Entscheibung bes Gaufach- roarts, ber an sich zu Gießen neigt, ist in Kürze zu erwarten. Mit biefer Meisterschaft würbe bie Folge der Sportveranstaltungen bieses Jahres in Gießen um ein zweifellos interessantes Ereignis bereichert werben. Bor der neuen Handball-Runde. Den Auftakt für bie neue Hanbballrunde bildet ber am kommenden Sonntag in Gießen ftattfinbenbe Kreisfpieltag bes Kreises VIII, Gießen Im Beisein von Vertretern bes Gaues sowie bes Kreisführerstabes sollen ben Vereinsvertretern vor bem Einsetzen ber neuen Runde nochmals alle Neuerungen und Aenderungen der Spielordnung klargemacht und darüber hinaus auch die Pläne unb Absichten bes Kreisfachwartes unterbreitet werben. So gilt es zunächst einmal die Einteilung der gemeldeten Mannschaften, bie Einstaffelung und die Fragen neuen biegsamen Gläser Bewunderung auslösen. Für die Buchbinder wird es besonders interessant sein, neue Pergamente kennenzulernen, unb bie erstaunlichen Wirkungen zu sehen, bie mit Buchein- bänben aus Fischhäuten eueidjt werben können. Für bas Graveurhanbwerk ist bie völlige Umstellung auf bas Leichtmetall charakteristisch unb bei ber Schau ber Elektroinstallateure hat man Gelegenheit, ben Uebergang zu Werkstoffen beutscher Her- * i M t Wirtschaft leb- für Nachrichter, Na 116, heilere hervorragende Sireckenfliige Gründ Mwvüe- Kirchliche Nachrichten 1 ft für Pioniere, Pi 2/116, für Reiter, 6/147, Br. 147 116 116 116 222 Evangelische Gemeinden. Sonntag, den 1. August. 6. SA.-Führerkampf, Scharf. U finger, Sta 254 7. Geräteturnen-Zehnk., SA.-Mann Moos, Sta 8. Geräteturnen-Zehnk., SA.-Mann Jung, Sta 9. Geräteturnen-Zehnk., SA.-Mann Grote, Sta 9. Pistolenschießen, Rottenführer Pötzinger, Sta 1 9. l l«ti «an6$ 1 'N fur(i * In ArheU Sr|n"’Ä i te ivie ; itfprt«« uno h. frranhun a. M. Berlin Frankfurt a. M Berlin Schlusz- turS Schluß. Abeno böne Schind- hiro Schluss Mittag böne Schlub- hirt Schlufft. Abend bürle Schluü- kur» Schluhk. Minag. böne D iium 29 7. 30.7- 29 7 30 7. Datum 29 7 | 30 7 29 7 30 7. 5% DeuNäie Reichranleihe v. 1927 4% Teuticke Relchsani. von 1934 4*4% Deuftche Relchöichatzanwet- fungen von 1935 4*/z% Deuftche >Reldi8fd)a8anroet. (ungen von 1935, II. folge . 4Vi ’n Deuftche MeichSlchatzonwei ,ungen von 1936, III. folge ■ 5*/i% oitiig -jlnlcihe von 1930 .. 4yt% Heftische Bolkcstaal von 1929 4(4% Teuftche Neichspodlchav von 102 99 99,7 99 104,7b 100 13 100,7 99,8 126,9 99.5 101,25 99,5 98,13 133,4 99,5 98,75 101,35 101,7 110,95 128,5 93,5 101 128 I 216,5 \ 134 115,25 ' 123 | 105 101,75 99 99,65 99 104,75 100,13 100,7 99,75 126,9 99,5 101,25 99,5 98,13 99,75 98,75 101,4 111,05 129 93,5 100,5 127,65 134 115,25 124,25 105 Deoili 101,7 99 99,7 99 100,13 99,8 127 99,5 133,75 99.75 101,65 111 128.25 47 93 101 128.13 217,4 134,5 115,25 123 105 mmarf 101,75 99 99,65 99 100,13 101 99,75 127 99,5 133,75 99,75 101,75 111,13 128,5 93,5 I 100,5 1 127,75 216,65 135 115,25 124 105 Berlin iUcrumulatoren-fobrtt....... 14 Aichnfsenburg ßellfioH........ 6 Bemberg..................0 Bekula..................... 8 Buderu» Eilen............... 5 Cement Heidelberg........... 7 Cement Karlstadt ............ 6 Conti Aummt........ 12 Daimler Motoren.......... 6*4 Teftauer 6*o6 ............... 4 Teutiche Crvöl ..............6 Dcuftche Gold- und Silber .... 9 Deutsche Linoleum.......... 10 Elektrische Lieferungen........6 Elektrische Licht und Kraft.....7 I. ®. forben-gnöuftuc.......7 liehen & Guilleaume......... 6 Messürel....... 7 Tb. Aoldschmidt............. 6 230,5 153,75 159,5 168 132,5 169,5 190,5 142,5 152 265 136,4 157,5 169,5 145 157,5 151 53,4 179,5 127 153,75 143,4 123 132,75 96 126.25 157,5 232,75 157 135,25 150 182 123,65 60,75 122 168,5 155,25 158,75 167 25 132,25 170,5 189,5 142,5 151,5 265 168 136,5 157 169 145 157 150,4 180 126,5 153,5 142 123,25 138,75 131,5 96 127,25 158,25 234 157,4 136,25 150,5 164 181,5 206 123,5 60,4 122,75 167,9 154,75 160,25 168,25 141,9 120.5 152,25 168,75 136,5 157,5 169,75 145,25 157,5 151 53 179,25 126,5 154 142,9 123 138,25 163,25 132,25 126 157,13 116 233 133,25 157,5 135,75 149,5 165,75 182 100,25 227,75 123,5 60,75 123 167,75 32.4 155,75 159 168 132 191,75 142 120,13 151 168 136,5 157 169,25 144.75 158 150,25 54 180,5 126,25 154 122,5 138.5 163,25 131,75 127,25 158 118 234,5 157,65 136,25 150 5 165 181,5 100,25 226,5 205,4 1 123,25 60,25 122,65 167,4 9......... 4yt% Preuft. Gold-Komm. N. 20 4’/i% Darmstädter Komm.-Lan- desbankR. 6 ...... Deniid,e Komm.-Sammel-Anleihe •2lu»lo|.«8iccf)te I......... 4*4% Franks. Hyp Woldvse. R. 15 Wi% Franks. Hyp. Gold-Somm €bL 2 8............. 5%% Franks Hyp. Ltauldation Goldpse............... 6yz% Rheinische Hyp. Liouidation Gritzner Maschinen........... o Harvener............... 814 Hoesch Eisen............... 3!i Philipp Holzmann........... 8 Ilse Bergbau............... 6 Ilse Genüsse ................ 6 Kali Aschersleben ............ 4 Klücknerwerke ............. 4*4 S okswerke und Chemische Fabrik 7 Lahmeyer ................. 6 Mainlrast................... 4 Mannesmann............. 4'A Mansselder Bergbau......... 7 Dieialiflclellidiaft............6 Ctenflein & Koppel..........0 Rlieinische Braunkohle....... 12 Steuergutichein-Berrechnungskure tn.@. rflt iBertehroroeien 6 h Hamburg-Südam. Dampsschtss 0 Hamburfl-Amerika Paket......0 9lütbDcutjd)Ct ßloyo.......... 0 Deutsche Reichsbahn Bon.-Akt. 7 Retchrboi'l .......... ic Berliner Honbeirgesellichaft Commerz, und Privat-Banl . B Deulschc Diskonto............ B Dresdner Bank.............. 4 Rheinische Elektro ........... Rheinstahlwerke.............. Rln'inisch.Westsälische Elektro . Riitgerswerke .............. Lahdetsurth Roll........... Echuckeri & Co.............. Schultheis Payenhoser........ Siemens & Halske ........ Süddeutsche Zucker.......... Bereinigte Stahlwerke...... Westdeutsche Kaushos........ 0 6 6 7 6 7 4 9 10 !4 0 4 6 0,6 ZelistossWaldhof ........... Ctaol Minen ............ — jtanflurl a ZR 29 lui 30 Uv • 29 Juli 30 Jul' 2itui ‘d)' -J/ouetun «- 1 Br-1 ämii Rotteruno w- ■ | Br-cs AmMctx tie ( (uiietuno •aru-l Aimuch' '"e'r luneiung Bin! Buenos Aire»............. Brüijel................... Rio de Janeiro............ Polen................... 0,751 । 11,89 1 0,167 । 47,10 55,25 47,10 । 12,375 5,4/5 9,316 | 137,14 13,09 1 0,756 41,97 0,169 47 20 55,37 17,20 12,405 5 485 9,334 137.42 13.11 0,751 41,89 0,167 47,10 55,29 47,10 0,755 41,97 0,169 47,20 55,41 47,20 Japan.................... Augoflarolen ............. Oslo ................. Wien..................... Lissabon.................. Stockholm .. ............. Schweiz.................. Spanien.................. Prag .................... 0,718 5,694 62,20 48.95 11,25 63.81 57.08 16,98 8,651 2,489 0,720 5,706 62,32 49,05 11,26 63,93 57,20 17,02 8,669 2,493 0,718 5,694 62,24 48,95 11,25 63,86 57.14 16,98 8,651 2,489 0,720 5,706 62,36 49,05 11,27 63,98 <7,26 17,02 8,669 2,493 12,385 12,415 Hel'tngsor»................ 5,48 9,326 137,25 13,09 5,49 9,344 137,53 13,11 Neuyork ................ $0» Der i« i ',1 •• ■ Baums &Treibig Gießen Bahnhöfsti 26 Fernruf 3700 Fachleute von der Pike auf kaufmännisch und technisch geschult möchten Sie beraten: Bannern id ein Atzen i trachten 6timmu: zuges, h ipredjero merben Dämmer türm de Hechten Wenig Labenwi barte Mberl in der Anfahrt Nische j) W das Mchfahi treppe imeut st oollen I 10000 5 Führer, W)bi gerbunb rer 800 ger uni land u kalische 40000 aus der Lu gr unter bi I-Hen 6i Lehr, f Die Ges hebt sich Birb bii gehüllt.' hoheitsz len 9tut wölbt. 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