Montag,3!.Mai 1957 181. Jahrgang Hr. 123 Erstes Statt aus Freiherr fehlshaber Rae der, ring traf i zeitig abzuwehren. Ls muh erwartet werden, dah die Bomben auf die „Deutschland" nun endlich den Richteinmischungsausschuh in London aus seiner Lethargie und seinen akademischen Erörterungen herausreihen. An die Tür der Londoner Berhandlungssäle pochen die Toten der deutschen und italienischen Kriegsschiffe. Ein ganzes Volk und mit ihm jener Teil der Welt, der die bolschewistische Gefahr in ihrer ganzen Tragweite erkannt hat. erhebt Anklage: Erkennt endlich, dah hier Verbrecher am Werk sind, die ein Weltchaos entfachen! Redet nicht länger von den Schuhmahnahmen, sondern trefft sie! Das rote Untermenschentum verhöhnt offensichtlich Tag für Tag die gesamte internationale Kon- [ trolle, verschiebt nach wie vor über die Pyre- schen Matrosen in der Mannschaftsmesse und in den Mannschaftsräumen von den tödlichen Bomben erreicht worden sind, widerlegt einwandfrei die unverschämte bolschewistische Darstellung. Das deutsche Kriegsschiff lag in R u h e und war nicht gefechtsklar, um den Ueberfall recht- Das deutsche Volk fordert Sühne Berliner preffestimmen zum Lleberfall von Zbiza. London, 30. Mai. (DNB.) Reuter meldet Gibraltar, daß das Panzerschiff „Deutschland" am Sonntagnachmittag, von der spanischen Küste kommend, inGibraltareingetroffen ist. Das Schiff führe Halbmast. Reuter meldet weiter, daß alle britischen und ausländischen Kriegsschiffe im Hafen von Gibraltar Halbmast flaggten, als die „Deutschland in den Hafen einlief. Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen näen Waffen und Freiwillige und wirft auf die Schiffe, die die rote Einfuhr kontrollieren sollen, Bomben wie auf Zielscheiben. Deutschland hat sich zu der internationalen Kontrolle nicht herangedrängt. Es fuhrt viel» mehr diese Kontrolle unter Aufbietung größter Mittel durch, obwohl es sich über die bolschewkstrschen Methoden durchaus im Klaren ist. Die jüngsten Vorgänge um Guernica und die bolschewistischen Der- drehungskunststücke in Genf und London seit der Eröffnung der internationalen Kontrolle haben zur Genüge bewiesen, daß die bolschewistischen Verbre- »cher gar nicht daran denken, die internationalen Abmachungen zu achten und für sich als bindend anzuerkennen. , r, • Der „Monta g" stellt unter der Ueberschnft „Wir fordern Sühne!" fest: Die Welt kann überzeugt sein, daß es in diesen Stunden einer besonders harten Entschlossenheit vieler deutscher Seeleute, vieler deutscher Männer und auch der für die Führung des Reiches und der Wehrmacht verantwortlichen Männer bedurfte, damit die erschütternde Nachricht mit jener Ruhe ausgenommen werden konnte, die das Kennzeichen nationalsozialistischer Außenpolitik immer gewesen ist. Die gesamte öffentliche Bieinung der Welt und die für die Politik und damit für den Frieden verantwortlichen Blänner können auch darüber besonders zufrieden sein, dah das deutsche Volk von diesem erschütternden Vorgang durch die Erklärung derReichsregierung und nicht durch jene verlogenen, angesichts der dreiundzwanzig Toten und der Schwerverletzten geradezu gemeinen Bielbungen unterrichtet wurde, die man im Laufe des Sonntag .nachmittags über die Agenturen von Paris und London auf Grund einer sogenannten amtlichen Blettmng der roten Freibeuter von Valencia verbreitet hat. Es wird in diesem Funkspruch des bolschewistischen Ausschusses von Valencia die lügnerische Behauptung aufgestellt, dah das Panzerschiff „Deutschland" aufdiebolschewisti- schen Flugzeuge geschossen habe. In Wirklichkeit haben die Flugzeuge der bolsche- | wislischen Machthaber von Valencia offensichtlich im Auftrage das Panzerschiff „Deutschland". das in voller Ruhe auf der Reede von Ibiza lag, nach der Art von | Piraten und Freibeutern überfallen. Es I handelt sich um nichts anderes als um einen gewöhnlichen gemeinen Blorb. tommenb um 20 Ufjr in Berlin ein unb begab sich sofort zum Führer in bie Reichskanzlei. Panzerschiff „Deutschland" in Gibraltar eingetroffen. Berlin, 30.Blai. (DBB.) Ein unerhörter unb kaum vorstellbarer Fall: Spanische bolschewistische Flugzeuge bombarbieren ohne jeben Grunb ein beulsches Kriegsschiff, bas an bet spanischen Küste in Ruhe liegt. 23 tapfere beutsche Matrosen fanben babei ben heibentob. Die deutsche Regierung wirb auf bie unerhörte Provokation ber spanischen Verbrecher eine entsprechend Antwort zu geben wissen. Die deutsche Reichsregierung gibt zu dem Vorfall folgende Erklärung ab: Nachdem vor wenigen Tagen rote Flugzeuge die im Hafen von Mallorca liegenden englischen, deutschen und italienischen Schiffe mit Bomben angegriffen hatten und dabei auf einem italienischen Schiff sechs Offiziere töteten, wurde den deutschen Schiffen der weitere Aufenthalt in diesem Hafen untersagt. Am Sonntag. 2 9. Blai, lag das Panzerschiff „Deutschland" auf der Reede von Ibiza. Das Schiff gehört zu den für die internationale Seekontrolle bestimmten Streitkräften. Trotzdem wurde zwischen 6 und 7 Uhr abends das Panzerschiff plötzlich von zwei im Gleitflug niedergehenden Flugzeugen der roten V a len ci a-Re- gierung mit Bomben beworfen. Da das Schiff in Ruhe lag, befand sich die Mannschaft in dem int Vorderschiff befindlichen ungeschützten Mannschaftsraum.Eme der roten Bomben schlug, ähnlich wie neulich bei dem italienischen Schiss in die Offi- ziersmesse, diesmal mitten in bie Mannschaftsmesse. 23 Tote unb 83 Verletzte find bie Folge bieses verbrecherischen Anschlags. Eine zweite Bombe traf bas Settenbeck, richtete aber bort nur geringe Belobigungen an. Das Schiff, bas vollkommen gefechts- unb fahrklar ist, fuhr nach Gibraltar, um bort bie Berrounbeten auszulaben. Das Schiff hatte auf bie Flugzeuge feinen Schuh abgegeben. r, , . Nachdem bie rote Balencia-Begietung vom Nichteinmischungsausschuh unb von ber deutschen Regierung zweimal gewarnt würbe, weitere Angriffe auf bie im Dienste ber internationalen Kontrolle stehenben Schiffe auszuführen, zwingt biefer neue verbrecherische Anschlag auf ein beutsches Schiff bie beutsche Reichsregierung zu Mahnahmen. bie sie unverzüglich bem Nichteinmischungsausschuh mitte i t e n wirb. Die Hamen der für ihr Vaterland Gefallenen. Berlin, 30. Mai. (DNB.) Die Namen ber im Dienst für ihr Baterlanb Gefallenen sind: Stabsmatrose Lobih, Stabsmatrose Martens. Stabsmatrose Martin. Stabsmatrose Schmitz. Stabsmatrose Zimmermann. Obermatrose Benno, Obermatrose Gerhardt. Obermatrose Blaenning, Obermatrose Oellrich. Obermatrose Faltin, Obermatrose Bochern, Obermatrose Schubert. Obermatrose Mies Matrose Fischer. Oberheizer Manja. Oberheizer Roeders. Heizer Schoe'llkopf, Oberhoboistengast Wollenweber, Obermatrose In gl en, Oberheizer Bismark, Stabsmatrose Busche, Stabsmatrose S e h m. Obermatrose D a 11 u 5. Lricheim tügltd). außei Sonntage tnb Feiertag- Beilagen; Die 3Uu|triertt ©ienener Familienblätte, Heimat im Bild Die Scholl» monatS'Besugsprets: flJHt 4 Beilagen NM. 1.95 Ohne Illustrierte . 1.80 Zustellgebühr .. e -.25 Auch bei Nichterscheinen oon einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernsprechanjchlüffe unter Sammelnummer 225) Anschrift für Drahtnachrichten Anzeiger Gieße« Postscheckkonto: granffurt am Main 11686 Gme unerhörte Herausforderung । Während in London der Nichteinmischungsaus- B schuß in langwierigen Debatten Entschlüsse formu- I liert, deren Durchführung von einigen Staaten offen B sabotiert wird, während in Genf sich das Audito- H rium des Völkerbundes die selbstüberheblichen und I haßerfüllten Reden des Vertreters der Valencia- I Bolschewisten anhört, nimmt die rote Wirklichkeit S in Spanien ein überaus ernstes Gesicht an. Die I Valencia- Bolschewisten und ihre Freunde in Paris | und Moskau begnügen sich nicht mehr damit, das I Nichteinmischungsabkommen, das die Belieferung j der Kriegführenden in Spanien mit Menschen und | Kriegsmaterial verbietet, durch alle möglichen | Machenschaften zu umgehen — die „Notlandungen" | panisch-bolschewistischer Fluggeschwader in Süd- I rankreich und die Gründung einer Schiffahrtsgesell- I chaft in Marseille zur Organisierung des Waffen- I transports nach den bolschewistischen Häfen Spa- I niens sind besonders eklatante Beweise dafür —, I nein, die Lethargie des Londoner Ausschusses hat I sie zu frechen Herausforderungen ermutigt, die nicht [ mehr Überboten werden können. Im Auftrage des | Londoner Ausschusses versehen Kriegsschiffe Deutsch- [ lands, Italiens, Englands und Frankreichs seit I einigen Wochen einen Ueberwachungsdienst entlang B der spanischen Küste, um eine Verletzung der Nicht- E einmischungskonvention zu verhindern. Obwohl den I Valencia-Bolschewisten der internationale Charakter I dieser Kontrollaktion bekannt ist und sie auch wis- I sen, welche Kriegsschiffe der vier genannten Natio- I nen an dieser Kontrollaktion im Dienst des Lon- I doner Nichteinmischungsausschusses beteiligt sind, I haben sie ihre unerhörte Frechheit so weit getrie- I ben, nachdem Mitte der vergangenen Woche bereits I ein italienisches Kriegsschiff im Hasen von I Mallorca auf den Baleareninseln durch Bombenangriffe bolschewistischer Flieger eine Reihe von [ Toten zu beklagen hatte, nun trotz Warnung des Befehlshabers der deutschen Seestreitkrafte, einen gleichen Bombenangriff durch tieffliegende Kampfflugzeuge auf das auf der Rede von Ibiza, I dem Hafen der größten Pityusen-Jnsel an der spa- ni chen Nordostküste in Ruhe liegende deutsche Panzerschiff „Deutschland" ausführen zu lassen. Das deutsche Volk trauert um 23 seiner Söhne, die in fernen Gewässern in Ausführung ihrer Pflicht und im Dienste des Friedens den Heldentod für das Vaterland gestorben sind. Aber es ruft auch voller Empörung über diese feige, hinterhältige Mordtat nach Sühne für ein Verbrechen das nicht geschehen wäre, wenn mcht gewisse Regierungen sich immer noch scheuten, die Valencia- Bolschewisten als das zu behandeln was sie in Wahrheit sind, ein von Moskau ausgehaltenes Verbrechergesindel, das ihr ganzes Tun und Treiben darauf anlegt, durch freche Provokationen der Völker die in dem Bolschewismus den Feind europäischer Gesittung erkannt haben, den Frieden der Welt zu gefährden. Als der italienische Botschafter Graf Grandi am Freitag im Londoner Nicht- einmrschungsausschuß den entrüsteten Protest Italiens gegen die frechen Uebergnffe der Valencia- Bolschewisten kundtat, raffte sich der Ausschuß zu einer Entschließung auf, die jedoch dem Ernst der Lage in keiner Weise Rechnung trug. Die neue unerhörte Herausforderung, die sich die Valencia-Bolschewisten durch den Bombenangriff auf das in Ruhe liegende Panzerschiff „Deutschland haben zuschulden kommen lassen wird sich mit em paar bedauernden Worten nicht erledigen lassem Die Reichsregierung wird die Maßnahmen treffen und dem Nichteinmischungsausschuß mittei en Die sie als Antwort auf die freche Provokation zu treffen für richtig befindet, aber mit der in Ausübung internationalen Kontrolldienftes angegrlsfe- nen „Deutschland" ist selbstverständlich auch der Londoner Nichteinmischungsausschuß angegnffen worden. Valencia hat kund getan, daß es auf die Autorität und das Ansehen vouden 27 im Ausschuß vertretenen Nationen pfeift. Alle die 27 Na Honen sind vor die Frage gestellt, ob fle noch langer mit un ergeschlagenen Armen einem Sp el 3uschauen wollen, das auf eine Demütigung Europas durch bnlfrhpmiftifche Verbrecher und eine bitter ernste -öe X'f ?^internationalen 3ufa—rbett hm- ausläuft Das neue Deutschland ,ed-nfalls ,st mcht X“ „ ims seine Ehre von einigen Gangsters ungesühnt zu lassen. ZUM Führer, mit dem er eine eingehende Besprechung Halle. Der Führer Hal um 17 Uhr Blün- chen im Flugzeug verlassen und ist in Begleitung von Reichsaußenminister Freiherrn von Neurath und dem Oberbefehlshaber der Kriegsmarine. Generaladmiral Raeder, nach Berlin zurückgeflogen. Er hatte um 18.30 Uhr in der Reichskanzlei eine Besprechung, an der der Reichskriegsminister. Generalfeldmar- schall v o n B l o m b e r g. der Reichsaußenmimsicr, • von Neurath, und der Oberbe- der Kriegsmarine, Generaladmiral teilnahmen. Auch Generaloberst Gö- in einem Sonderflugzeug von Weimar Der Führer nach Berlin zmuckaekehrt. SÄfiÄ- ftelluna n München befand, erhielt die Meldung - r sstäs— ■'Sä’Ss dn M W» ll» Stellern, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf, Familienanzei- gen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Druck und Verlag: vrühl'fche Univerfitats vuch- und Steinöructeret R.Lange in Gießen. Zchriftleitung und Geschäftsstelle: Schulstrahe ? Mengenadschlussesiaffeis Deutschland ist entschlossen, genau so scharf wie es den Kampf gegen den Bolschewismus geführt hat den Kampf um den Frieden der Welt zu führen, solange es dabei von den anderen Staaten unterstützt wird. Man soll sich aber in Pans und in London darüber klar sein, daß ein gemeiner Mord an Deutschen, die im Dienste des Friedens für alle Völker der Welt sich bestätigten, n i ch t u n. gesühnt bleiben kann. Die „Berliner M o n t a g s p o st" schreibt: Deutschland hat nicht von sich aus seine Kriegsschiffe in die spanischen Gewässer gesandt, sondern es hat es getan in der Hoffnung, der gangen Welt einen Dienft zu erweisen. Der unerhörte Vorfall zeigt jetzt deutlich, wie die spanischen Bolschewisten in Wirklichkeit über die Nichteinmischung denken. Sie verhöhnen eine internationale Kommission durch ungeheuerliche Verbrechen, die die ganze zivilisierte Welt verdammen muß. Will die Welt etwa noch länger zusehen, daß der europäische Frieden durch gemeine Ueberfälle auf schuldlose Soldaten einer Nation, die sich in den Dienst einer internationalen Kommission gestellt hat, gefährdet wird? , , Der „Deutsche Dien st" bezeichnet den verbrecherischen Bolschewistenanschlag von Ibiza als einen Alarmruf an Europa. Er zeigt ein- heutig erneut, daß die Roten nicht gewillt find, sich den Bestimmungen über die internationale Kontrolle zu fügen, sondern es offen darauf anlegen, die Befriedungsversuche des Nichteinmischungsausschusses zu torpedieren. Die Folgen find nicht abzu- sehen, wenn die verantwortungsbewußten Staaten Europas nicht das Gebot der Stunde er- kennen und sich gegen den bolschewistischen Welt- feind zur Wehr setzen. Ibiza muß zu einem Alarmsignal für g an z Europa werden. Blätterftimmen aus dem Reich. Berlin, 31. Mai. (DNB. Funkspruck.) Auch die Blätter im Reich sind empört über den ver- brecherischen Anschlag der bolschewistischen Luftpiraten auf das Panzerschiff „Deutschland". Sie weisen dabei besonders daraus hin, daß es sich u m eine unvorstellbare Herausforderung handelt und betonen, daß hinter dem Bombenwurf die bolschewistische Sowjetunion steht, die einen Weltbrand entfachen wolle. Das „Hamburger Fremdenblatt" schreibt u. a.: Wir fordern nicht nur Bestrafung der schuldigen Flieger, sondern die weltweit sichtbare Anprangerung ihrer Auftraggeber. Die Bomben, die in die Mannschaftsräume der „Deutschland" schlugen, sind der Beweis, daß es höchste Zeit ist, die Annahme oon Anzeige» für die Mittagsnurnrner bis8'/.Uhr des Vormittag» Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Text- anzeigen von 70mm Breite 50 Rpf.,Platzoorschrift nach vorh Dereinbg. 25% mehr. Ermäßigte Grundpreise: sn„rf;n Mai. (DNB.) Der verbrecherische Anschlag der spanischen Bolschewist^i aus P^er- schiff Deutschland" wurde in der Reichshauptstadt in t) er Mit ternachtsstunde des Sonn - tags durch ExtraausgabenderZei tun - gen bekannt. Die Blätter geben der tiefen Trauer des deutschen Volkes über die 23 toten Helden der deutschen Marine Ausdruck und fordern für Siefen verbrecherischen ftrenafte Sühne. Unter der Ueberschnft Schlick mit dem bolschewistischen Verbrechertum Ickreibt der * Völkische Beobachter u. a.: Di- bolschewistischen Banditen in Valencia, die ein Teil der Welt noch immer für eine „Regierung Mit obmohl sie sich durch ihre bisherigen Taten als 'der We st Abraum charakterlosesten Verbrechertums entlarot haben, haben m ihrer heraus- fordernden Mißachtung aller internationalen Konventionen ein neues schweres Verbrechen begangen. Nach den Erfahrungen der letzten Tage wird ganz klar daß dieser Anschlag auf die „Deutschland ine sehr wohl Überlegte Aktion der Bolschewisten darstellt. Mit beispielloser Verdre- bunaskmist sucht man nun das furchtbare Ver- brechen zu verschleiern, dem rund hundert d-ut ch- i Soldaten in Erfüllung emer internationalen Pflicht zum Opfer gefallen sind. Die Tatsache, daß die deut-' bolschewistischer Anschlag ans das Panzerschiff „ÄenWand" 23 deutsche Matrosen Opfer eines Bombenangriffs spanisch-bolschewistischer Kampsstieger. Leute unschädlich zu machen, die aus der spanischen Tragödie einen Weltbrand entfachen wollen. Gegen die Zusammenarbeit untef Kulturvölkern und dem roten Verbrechertum muß ein Wall errichtet werden. Die Bomben gut die „Deutschland" sind kein „Zwischenfall". Sie sind ein Prüfstein dafür, ob internationale Zusammenarbeit ohne eine Bestrafung politischen Verbrechertums möglich ist. Die „M ünchener Neue st en Nachrichten" schreiben, die Bombardierung des deutschen Kriegsschiffes sei ein durch nichts mehr zu rechtfertigendes Verbrechen einer Gesellschaft von Räubern und Mördern, mit denen auch nur zu verhandeln das Reich strikte ablehnen muß. Sie sowohl wie auch die Mächte, deren Politik sich mit Spanien beschäftigt, werden sich darüber klar sein müssen, daß nach diesem Vorfall d i c deutsche Geduld erschöpft ist und das Reich entschlossen ist, künftig allen gemeingefähr- „Schweigen bedeutet Ermunterung." Die Verantwortung von Paris und London. Paris, 31. Mai. (DNB. Funkspruch.) Die Pariser Morgenpresse veröffentlicht in großer Aufmachung den Ueberfall der spanischen Bolschewisten- Flugzeuge auf das Panzerschiff „Deutschland". Man erwartet in Paris mit Spannung auf die Maßnahmen, die die Reichsregierung dem Londoner Nichteinmischungsausschuß mitteilen wird. Die Machenschaften der Drahtzieher von Valencia angesichts ihrer verzweifelten La^e stimmten, so erklärt der „Jour", überein mit den Absichten der Moskauer Drahtzieher. Paris und London hätten heute eine große Verantwortung. Ihr Schweigen mürbe von den Bolschewisten in Valencia als eine Anerkennung und Ermunterung ausgelegt werden. Die englische und französische Regierung würden den Frieden schützen, wenn sie Europa vor den bol- schewistischen Provokateuren warn- t e n. Der Berliner Sonderberichterstatter des „Journal" meint, die Lage sei um so heikler, als die Bombardierung des Panzerschiffes „Deutschland" als ein unmittelbarer Angriff auf das Ansehen des Dritten Reiches empfunden werde. Es sei zu hoffen, daß es trotz der gerechtfertigten Empörung in Deutschland nicht zur Erschütterung des Friedens in Europa komme. Die■ Deutschen seien angegriffen worden, und niemand denke daran, diese Tatsache zu bestrei- t e n. Deutschland habe auch ein Recht auf Genugtuung. „Es geht alle Rationen an." • Das Echo in Italien. Rom, 31. Mai. (DNB.) Die Meldung über den feigen Ueberfall bolschewistischer Flugzeuge auf das Panzerschiff „Deutschland" hat in politischen Kreisen enen sehr st arten Eindruck gemacht, weil sie das systematische Vorgehen der bolschewistischen Luftwaffe gegen die im Dienste der internationalen Kontrolle stehenden deutschen und italienischen Schiffseinheiten bestätigt und beweist, daß Valencia nicht im geringsten auf die Stellungnahme des Londoner Nichteinmischungsausschusses Rücksicht nehmen will. Diese widerrechtliche Haltung könne, wie man sich in den gleichen italienischen Kreisen sagt, die ohnehin in Italien und Deutschland vorhandene Enpörung nur noch steigern. Sie bestätigte aber zugleich, wie richtig die Vorstellungen waren, die der italienische Botschafter Grand i sofort im Nichteinmischungsausschuß gegen die bolschewistischen Luftangriffe erhoben hat, die wie man hinzufügt, bei ihrer systematischen Fortsetzung eine neue Lage schaffen und neue Maßnahmen erfordern. Das gefährliche Spiel, das die spanischen Bolschewisten treiben, geht alle Nationen an, die an der Kontrolle beteiligt sind, so betont „Gior- nale d'Jtalia" in der Ueberschrist. Der „Messagero" unterstreicht nochmals, daß die bolschewistischen Luft- ungriffe auf Schiffseinheiten ausgeführt werden, die im einstimmig erteilten Auftrag von 2 7 Staaten in den spanischen Gewässern gewissenhaft und objektiv an der internationalen Kontrolle mitwirken. Die bolschewistischen Bombenangriffe sollten genügen, damit endlich auch jene, die den Kontakt mit den Bolschewisten nicht zu fürchten vorgeben, die ganze Bedeutung seiner München, 30. Mai. (DNB.) Die feierliche Eröffnung der 4. Reichsnährstandsausstellung gestaltete sich bei strahlendem Sommerwetter zu einem festlichen Ereignis. Vom Haupteingang bis zur Ehrenhalle im Neubau des großen Reichsnährstandshauses Theresienwiefe hat in farbenfroher Gewandung die Landjugend Spalier gebildet. Ein Ehren st urm der SS. ist vor der Ehrenhalle angetreten. In der Halle sind Männer des R e i ch s- arbeitsdienstes mit blitzendem Spaten aufmarschiert. Punkt 11 Uhr hallen Kommandos. Der SS.-Mufikzug intoniert den Badenweiler Marsch und Jubel brandet von draußen her herein: der Führer fährt vor der Ehrenhalle vor. Als er den Raum betritt, donnern ihm nicht endenwollende Heilrufe der die Halle bis auf den letzten Platz füllenden Massen entgegen. Reichsbauernführer Darr6 heißt den Führer herzlich willkommen und führte dann u. a. aus: Was mir heute eröffnen, ist die Größte lGndwirtfchGftliche Schau Europas. Diese Ausstellung zeigt nicht nur die wirtschaftliche Gesundung des 'Bauerntums, sondern insbesondere den neuen Glauben, den neuen Geist und den neuen Willen des Landvolkes, aus dem heraus solche Leistungen möglich waren. Ich möchte es klar aussprechen, daß unsere wirtschaftlichen Maßnahmen sich erst dadurch wirtschaftlich richtig auswirkten, daß wir sie auf einer weltanschaulichen und geistigen Grundlage aufbauten, die nationalsozialistisch war, und sie mithin mit den Lebensinteressen des deutschen Volkes in Einklang brachten! Erst als wir ans unserer Vorstellung vom Volke heraus das Wirtschaftsgeschehen aus dem landwirtschaftlichen Markte nicht mehr vom Standpunkt landwirtschaftlicher Einzelinteressen, sondern vom Gesamtinteresse lichen Uebergriffen wirksam und rechtzeitig zu begegnen. Die Valencia-Bolschewisten gaben sich mit ihrem Freibeutertum außerhalb von Recht und Gesetz gestellt. Die „Kölnische Zeitung" schreibt u. a.: Die Besatzungsmitglieder der „Deutschland" sind für den Frieden gefallen, den zu erhalten das deutsche Kriegsschiff dem Ueberwachungsausfchuß zur Verfügung gestellt wurde. Die Schiffe des Nichteinmischungsausschusses führen gegen Valencia keinen Krieg. Für Valencia lag kein irgendwie zu rechtfertigender Grund vor, diese Schiffe anzugreifen, es fei denn, die spanische bolschewistische Regierung wünsche eben, hie Mächte herauszufordern und schwere internationale Konflikte von noch unabsehbarer Tragweite heraufzubeschwören. Hinter Valencia stehe derbolschewistische Rätebund, der das Ziel verfolgt, einen Welt- branb zu entzünden. Gefahr ermessen. Der Londoner Ausschuß möge die Frage seines eigenen Pre st iges lösen, wie er wolle; d i e Farben Italiens würden verteidigt, und für den Schutz von Leben und Interessen der italienischen Staatsangehörigen sei Italien allein zuständig, das überall und in jedem Falle seine Rechte und seine Pflichten wahrnehmen werde. Die Turiner „Stomp a" stellt fest, daß die Genfer Woche mit den üblichen Entschließungen, die die Machtlosigkeit des Völkerbund e~s erkennen ließen, ihren Abschluß gefunden habe. Das bereits in London begonnene kindische Spiel, Deutschland zur vollständigen Annahme der englischen Waffenstillstandsvorschläge für Spanien zu bewegen und damit Italien zu isolieren, sei fehl- geschlagen. Die harten und niederträchtigen Angriffe hätten nur die eiserne Wider st andskraft der Achse Berlin — Rom erwiesen. Hätten die bolschewistischen Häuptlinge, die in Spanien auf »Befehl Moskaus das Wort führen, nicht die ständige politische und militärische Unterstützung der Regierungen in Paris und London gefunden, so wären sie nie so unverschämt geworden, die Autorität und die Organe des Nichteinmischungsausschusses zu mißachten. Es handele sich nicht um einen gewöhnlichen Zwischenfall, der mit Gelegenheitsphrasen oder, was noch schlimmer sei, mit Stillschweigen abgetan werden könne. In der „Gazetta del P o p o l o" heißt es, für den unerhörten Vorfall seien die Valencia-Bolschewisten und ihre Komplizen verantwortlich. Ohne die französische und sowjetrussischen Lieferungen und ohne die Käufe in England und in den Vereinigten Staaten wäre die sogenannte „Regierung" von Valencia schon längst außerstande, Krieg zu Führen. Die Opfer könnten nicht u n g e- r ä cf) t bleiben. Italien habe seine Verpflichtungen streng eingehalten, und es sei nicht geneigt, den in den letzten Zügen liegenden Valencia-Bolschewisten freie Hand für Piratenakte zu lassen. Der Zwischenfall sei noch nicht abgeschlossen. Noch keine Stellungnahme in London. London, 31. Mai. (DNB. Funkspruch.) Die Londoner Morgenpresse bringt an hervorragender Stelle und anhand ausführlicher Berichte die Meldung über die freche Bombardierung des Panzerschiffes „Deutschland". Fast sämtliche Morgenblätter veröffentlichen auch die Erklärung der Reichsregierung. Eine redaktionelle Stellungnahme findet sich aber nach nirgends. „Times" berichtet, daß der Unterausschuß des Nichteinmischung s- ausschuffes am Montag Zusammentritt, um sich mit den möglichen Maßnahmen für den Schutz der Schiffe der britischen, französischen, deutschen und italienischen Flotte zu befassen, die in Durchführung einer internationalen Aufgabe die Seeeüberwachung der spanischen Küste versähen. Deutsche Freiwillige ausgetauscht. St. I e a n d e L u z, 30. Mai. (DNB.) Am Sonntag um 21.30 Uhr hat in St. Jean de Luz der Austausch von drei deutschen freiwilligen Fliegern und einem Schweizer Staatsangehörigen, die schon Samstagnachmittag hier angekommen waren, gegen zwei s o w j e tr u s s i f ch e und einen spanischen Flieger sowie gegen den vor Monaten in Avila verhafteten Havas-Äertreter M a l l e t, stattgefunden. der Schicksalsgemeinschaft des deutschen Volkes aus betrachteten, fanden wir die nationalsozialistische Lösung der Marktordnung. Erst jetzt war es möglich, die Schaffung von Hauptvereinigungen und Marktverbänden in Angriff zu nehmen, welche Zwar das Positive früheren organisatorischen Zusammenschlusses besitzen, welche aber im Gegensatz Zum Liberalismus diese Wirtschaftsverbände mit einem volkswirtschaftlichen Vorzeichen versehen. Damit war die echte Gemeinschaftsleistung, wie sie sich heute in der Erzeugungsschlacht boku- mentiert, ermöglicht. Denn auf dem durch den Versailler Friedensvertrag verringerten deutschen Raume konnte die Ernährungssicherung auf der Grundlage einer Produktionssteigerung durchgeführt werden, welche sich nach Volks- wirtschaftlichen und nicht nach privatwirtschaftlichen Gesichtspunkten ausrichtete, d. h. die Produktion muhte sreigemacht werden von den Preisschwankungen der liberalen Spielregel von Angebot und Nachfrage. 1933 hatte Deutschland durch eine sehr gute Ernte, durch große Voreinfuhren und durch den gedrosselten Konsum infolge seiner sieben Millionen Arbeitslosen noch einen damals besorgniserregenden Ueber fluß an Lebensmitteln. Um das Bauerntum zu retten, hätten wir nach liberalen Spielregeln durch Produktionseinschränkung die Preise stützen müssen. Wir nationalsozialistischen Agrar- politiker taten genau das Gegenteil. Bereits 1934 riefen wir zur E r z e u g u n g s s ch l a ch t auf. Damit forderten wir Produktionsoermehrung und Ertragssteigerung! Hätten wir aber nicht 1934, sondern bei eintretender tatsächlicher Verknappung der landwirtschaftlichen Erzeugnisse begonnen, dann wären die Schwierigkeiten der beiden letzten Jahre ernährungspalitisch wohl kaum zu meistern gewesen. Es ist mir ein Bedürfnis, an dieser Stelle dem deutschen Landvolk, welches in den vergangenen vier Jahren im festen Vertrauen der nationalsozialistischen Führung gefolgt ist, unseren Dank 3um Ausdruck zu bringen. Dieser Dank gilt insbesondere im Hinblick darauf, daß die Voraussetzungen der Produktion in der Landwirtschaft immer schwieriger werden, da ja die volkswirtschaftliche Gesundung, im ganzen gesehen, von Jahr zu Jahr fortschreitet und also der immer mehr gesundende Lebensstandard des deutschen Volkes auch immer höhere Anforderungen an die landwirtschaftliche Produktion stellt. Es kommt weiterhin erschwerend hinzu, daß jede Produktionssteigerung der Landwirtschaft nur durch Intensivierung der Betriebsmittel möglich ist, und diesen Intensivierung wieder nur durch einen Mehreinsatz von Arbeitskräften ermöglicht wird, welche durch den Bier» jahresplan auch an anderer Stelle der Volkswirtschaft ebenso dringend gebraucht werden. Diese Reichsnährstandsschau weist nun die Wege, wie trotz dieser Umstände doch noch eine £ e i - stungssteigerung möglich ist. Es ist z. B. unser Ziel gewesen, die landwirtschaftliche Waschinenproduktion anzuleiten, sich den gegebenen Vetriebsgröhenverhältnissen und Produktionsbedingungen der deutschen Landwirtschaft anzupafsen und solcherweise auch dem Kleinbauern und Landwirt eine wirtschaftliche Anwendung von Maschinen zu ermöglichen. Wir kommen auf diese Weise nicht nur dazu, in einigen Jahren die technisch vielleicht m o - b er n ff en mittel- und kleinbäuerlichen Betriebe der Welt zu besitzen, sondern wir zeigen auch dem kleinen Landwirt heute die Möglichkeit, die Technik arbeitssparend und leistungsskeigernd in seinem landwirtschaftlichen Betrieb einzusehen." Wie die moderne Wissenschaft in der land- wirtscha'Mchen Betriebsführung arbeitssparend im volkswirtschaftlichen Sinne eingesetzt werden kann, zeigen Beispiele aus der Praxis. Durch die moderne Vererbungswissenschaft könne man heute das Ge- Weimar, 30. Mai. (DNB.) Der Beauftragte des Führers für den Dierjahresplan Generaloberst Sorina sprach in der Weimarhalle über die großen Aufgaben, die der Vierjahresplan dem deutschen Volke stellt. „Als der Dierjahresplan verkündet wurde", so erklärte der Ministerpräsident u. a., „waren wir alle uns sicherlich seiner Tragweite nicht bewußt. Es wird, glaube ich, heute schon allgemein anerkannt, daß dieser Plan nicht allein im Wirtschaftlichen begrenzt ist, sondern daß er die erste und alleinige Voraussetzung darstellt für das politisch geformte und geeinte Deutschland, nun auch d i e letzte Freiheit zu erreichen. Der Plan ist zugleich auch uraltes Gedankengut des Nationalsozialismus, und er bedeutet: Alles für unser Volk! In zahllosen Rücksprachen mit dem Führer, die immer wieder die neue Kraftquelle für mein ganzes Tun und Arbeiten find, wurde mir klar, daß wir für die nächsten vier Jahre das Wort „unmöglich" aus unserem Wortschatz streichen müssen, roerm wir vorankommen wollen. (Begeisterte Zustimmung.) Entscheidend rft, daß Deutschland sich in der Welt aus eigener Kraft behauptet. Es ist weniger wichtig, ob man uns liebt oder haßt; sondern daß man uns achtet und respektiert. Wir würden glücklicher sein, wenn die Welt genügend Verständnis für das deutsche Volk aufbringt. Wir würden noch glücklicher sein, wenn die Völker über die Achtung hinaus Deutschland lieben. Aber niemals werden wir diese Liebe der andern durch feiges Gewinsel oder Preisgabe deutscher Interessen zu erringen versuchen." Der Ministerpräsident setzte sich dann im einzelnen mit jener falschen Wirtschastsauffassung auseinander, die alle Dinge nur von der Rentabilität und dem Verdienst des einzelnen her betrachte. Als treffendes Beispiel führte er an, daß ihm einmal vorgehalten worden sei, daß der Bau von Flugzeugabwehrkanonen doch eigentlich unrentabel sei, weil man ja nicht wisse, ob diese überhaupt jemals zur Abwehr eines Luftangriffes eingesetzt würden. „Und selbst wenn — was wir hoffen — diese Flaks niemals gegen einen Luftangriff in Tätigkeit zu treten brauchen, o find sie dann doch so rentabel gewesen, daß selbst der beste „Bänfer" sich den Prozentsatz ihrer Rentabilität gar nicht ausrechnen kann! (Brausende Zustimmung.) Die Verwertung der deutschen Roh- und Werkstoffe ist eine entscheidende Notwendigkeit, denn das Rentabelste in der gesamten Wirtschaft ist immer, was man im eigenen Lande besitzt. Ministerpräsident Göring richtete an die Vertreter der Wirtschaft den dringenden Appell, alle Kräfte einzusehen, um in kürzester Zeit die ihnen gestellten Aufgaben zu erfüllen. Jeder biet der landwirtschaftlichen Tierzucht von bis» her dort üblichen verschwommenen Begriffen der Rasse auf klare schöpferische Leistungen abstellen. Hier könne eine Leistungssteigerung auf schöpferischer Grundlage den Ertrag vermehren, ohne einen nennenswerten Arbeitsmehreinsatz im landwirtschaftlichen Betrieb deswegen zu beanspruchen. Beim Saatgut liegen hier die Verhältnisse noch klarer. Diese Beispiele zeigen, daß ein Mehrertrag ohne gleichzeitigen Mehreinsatz von Arbeitskraft erreicht werde. Die Erzeugungsschlacht ist also kein gekünsteltes Hochschrauben der Erträge, sondern die Heranbringung aller volkswirtschaftlich notwendigen landwirtschaftlichen Betriebszweige auf eine gesunde und möglich st hohe Durch. s ch n i 11 s I e i ft u n g. Aus der Summe so gewonnener Mehrerzeugung aus den einzelnen Betrieben erwächst die volkswirtschaftliche Prvduktionssteige- rung im Rahmen des Vierjahresplanes. Was wir geschaffen haben, haben wir nur zu schassen vermocht, weil wir dem Gesetz treu geblieben sind, nach dem wir angetre- t e n sind. Dieses Gesetz, mein Führer, haben Sie uns gelehrt. Damit ist das, war wir hier zeigen, Auswirkung Ihrer Arbeit und Ihrer Leistung. Wir können unseren Dank für Ihr Vertrauen nicht anders und besser zum Ausdruck bringen, als daß wir Ihnen versichern, daß wir dem Gesetz treu bleiben, nach dem Sie uns haben antreten lasten. In diesem Sinne fordere ich die Anwesenden auf, sich zu erheben und mit mir einzustimmen in den Ruf: Unser geliebter Führer Sieg-Heil! Als der begeisterte Widerhall bei den Massen verhallt war, erklärte Reichsminister Darrö im Auftrag des Führers und Reichskanzlers die vierte Reichsnährftandsausstellung für eröffnet In Begleitung des Reichsbauernführers trat der Führer nun einen Rundgang durch die Ausstellung an. Er besichtigte u. a. Den großen Musterbauernhof mit all seinen Anlagen, Einrichtungen und Räumlichkeiten, mit seiner naturgetreu nachgebildeten bayrischen Alm und ihren Betrieben. Wohin auch überall der Führer kam, schlugen ihm die Wo- gen der Begeisterung des deutschen Landvolks entgegen, und als er dann die Ausstellung verlieh, jubelten ihm auf den Straßen tief gestaffelte Menschenspaliere zu. einzelne, gleichgültig, an welcher Stelle er stehe, müsse begreifen, daß jeder Rohstoff nur dort eingesetzt werden dürfe, wo das Interesse der Gesamtheit ^es verlange. Es mag ruhig der eine oder andere darüber schimpfen, daß das Dritte Reich für ihn kein Eisen oder andere Dinge habe. Das ist bedeutungslos! Entscheidend ist, daß das ganze Volk in seiner Gesamtheit versteht, daß die Interessen der Gemeinschaft den Interessen des einzelnen vorangehen. Entweder die deutsche Nation ist entschlossen, ihre Unabhängigkeit und Freiheit zu erhallen und auszubauen — dann muß sie auch gewisse Opfer bringen; denn es kommt nichts von selbst, oder aber sie will im einstweiligen Ueberfluh und Luxus dahinleben, dann werden wir auch in der entscheidenden Stunde schwach und wehrlos und damit Knechte sein. Das nationalsozialistische Deutschland ist daher entschlossen, jedes Opfer zu tragen, um die deutsche Freiheit und Unabhängigkeit zu garantieren. Ich weiß, daß gewisse Dinge nicht reichlich vorhanden sind, aber es hat auch noch keiner bei uns gehungert. Ministerpräsident Göring richtete einen dringenden Appell an alle, immer wieder dafür zu sorgen, daß an jeder Stelle richtig Haus- gehalten und sparsam mit dem Vorhandenen umgegangen werde. Er wisse, daß ein Appell vom deutschen Volk verstanden werde, und daß vor allem die deutschen Arbeiterfrauen, deren Sorgen er genau kenne, Vorbildliches auch auf diesem im einzelnen kleinen, in der Gesamtheit aber entscheidend wichtigen Sektor des Vierjahresplanes leisten. Die kleinlichen Zweifler und Meckerer hofften vergeblich, denn das deutsche Volk und vor allem der deutsche Arbeiter wisse: „Möaen wir auch Fehler haben; an unserem leidenschaftlichen Willen, Deutschland zu helfen und es glücklich zu machen, kann niemand zweifeln!" Wir können diesen gigantischen Plan nur durchführen, wenn überall das notwendige Verständnis vorhanden ist. Was nutzt uns die Erfindergabe unserer Volksgenossen, was der eiserne Fleiß von Betriebsführern und Gefolgschaft, wenn diejenigen, die die neuen deutschen Werkstoffe verwerten sollen, sich kleinlich gegen sie einstellen. Sie sollen stolz darauf sein, daß es deutsches Geistes- gut und deutsche Handarbeit ist, die hier geleistet wird. Und' mag auch dieser oder jener dagegen mießmachen: Das deutsche Volk ist stolz auf seine Leistungen, und die deutschen Roh- und Werkstoffe werden sich durchsetzen, so oder so!" Ziehung, andauerndes Arbeiten an Euch selbst" Der Ministerpräsident erinnerte bann an das Wort des Führers, daß, wer befehlen wolle, auch im Stande sein müsse, zu gehorchen. Er sprach seine vollste Ueberzeugung aus, daß gerade die HI-' Führer in der Schule des Gehorchens, der Wehrmacht, vorbildlich in Disziplin und Gehorsam, im Einsatz und in der Kameradschaft seien. „In Euerem eigenen Charakter", so sagte er den HJ.-Führer, „muß die Autorität liegen, die Ihr auf Eure Jungen übertragen sollt, und die Euch erst berechtigt, Führer zu sein. Nach diesem Gesichtspunkt seid Ihr vom Reichsjugendführer ausgewählt worden, daß Ihr junge Manner seid, die an ft ch arbeiten und aus eigener Kraft heraus Autorität darstellen und führen können. Seid den Jungen Vorbild in Führung und Kameradschaft! Helft und stützt Euch gegenseitig! Habt blindes Vertrauen zu Euerer Führung und hütet Euch vor jeder Ueberheblichkeit! Dann wird — davon bin ich überzeugt — aus Euch das Führe r k o r p 5 erstehen, das wir einmal brauchen, um die kommenden Generationen Deutschlands zu wahren Nationalsozialisten zu madjen. Ihr sollt Eueren Jungen aber auch ein Vorbild an Freude „Deutschland Hal ein Recht an! Genugtuung." Französische Stimmen zum Ueberfall auf Ibiza. Deutschlands Kamps um seine Achrungssreiheit. Oer Führer bei der Eröffnung der ReichSnährstandsausstellung in München. Abschluß des Reichssührertagers der Hl Weimar, 29. Mai. (DNB.) Das zweite Reichs- ührerlager der Hitler-Jugend erreichte am letzten Tage, mit dem Besuch des Beauftragten des Führers für den Vierjahresplan, Ministerpräsident Generaloberst Göring, seinen Höhepunkt. Nach der Besichtigung des Lagers wies der Ministerpräsident auf dem Appellplatz im Goethepark den HJ.- Führern in einer packenden Rede ihre Aufgaben in der Führung der jungen deutschen Generation zu. „Wir sind uns alle darüber klar", so agte er, „daß wir die Menschen in unserem Lebensalter und darüber hinaus nur teilweise noch zu ändern vermögen. Erst die kommenden Generationen können ganz und gar von den Anschauungen und unserem Ideengut unserer herrlichen Bewegung durchdrungen sein. Ihr, als die Führer der Jugend, müßt eisenhart und ent- ch l assen sein, die deutsche Jugend national» ozialistisch zu erziehen. Denn auf diese Jugend kommt es dann an, wenn sie in unsere Glieder einrückt und die Alten abtreten müssen. Ihr müßt euch immer dessen eingedenk sein, daß in euere Hände das f o ft b a r ft e Out gelegt ist, unsere Jugend. Ihr sollt der Jugend Disziplin, Gehorsam und Kameradschaft beibringen! Das erfordert von Euch ein hohes Maß van S e l b st e r - Für Deutschlands Llnabhangr'gkeit. Ministerpräsident Göring über das Ziel des Dieriahresplons. i,r:, $u l“'" nit । ch 1 S* K Aie ti11? Korn P Ain Sains w*c sangen- Ws auch der Leharrlri gend habe n gaben angep gäbe ges ll verloren. trage des Re, sichrer v* Lalldfinch dringlichsten nett Durch ei in der Wandel emge ganz zu "be> Lin Kulturka kommenden z Sestaltun müsse erreich! aus dem Lar empfinde und Sehnsucht Jede deutsche stets eine b ä mir als solch« Am Schlus sührer noch e Sinn des La und Adols in solchem i sind beide in 3n dem eine, der Tradi ren di e K r heutigen Der. Weltanschaur gesamt hat ■ neuen Glaub rer gab ui Lebens, er g das Reich." sprach Berlin, Klub 191 irrigen M 1922, ber e Führers i einem Kamen wurde von d Brigadesührer iom, dem 6 sichrer Herz Gotha uni sekretär Dr. Psundtne rechtsanwalt d p Unter bei Mizeipräsidei "ertretum ^Mruppeni °°n Ctauß en Handelskc sprach vom K- 9Un9 um die! png auch t ^'ederger urch bie na Eigenen 4 I ML ^eneralas 55Sj*> W freien Sr ?s heute klbjt’j" Ä Pitz Ä&E d/, H ute, i Oer Führer sprach im Nationalen Klub. Berlin, 29. Mai. (DNB.) Der „Nationale Klub 1919" hatte anläßlich der Feier der 15- jährigen Wiederkehr des Gedenktages vom 29. Mai 1922, der er ft en öffentlichen Rede des Führers in Berlin im Nationalen Klub, zu einem Kameradschaftsabend eingeladen. Der Führer wurde von dem Präsidenten des Klubs, des SS.- Brigadeführers Generalmajor a. D. von M a f - f o w , dem Ehrenpräsidenten NSKK.-Obergruppen- führer Herzog von Sachsen Ko bürg und Gotha und den Vorstandsmitgliedern Staatssekretär Dr. Lammers und Staatssekretär Pfundtner und dem Präsidenten der Reichsrechtsanwaltschaftskammer Dr. Seubert empfangen. Unter den Gästen des Klubs sah man u. a. den Polizeipräsidenten von Berlin, Graf Helldorf, in Vertretung des Reichsführers SS. Himmler SS.-Gruppenführer Schmitt, Staatsrat Dr. von S t a u ß , den Presidenten der Internationalen Handelskammer Frowein. Der Führer sprach vom Kampf der nationalsozialistischen Bewegung um die Wiedergeburt der Nation, dessen Erinnerung auch dieser Abend gelte, er sprach von der Wiedergewinnung der deutschen Kraft durch die nationalsozialistische Leistung der vergangenen 4 Jahre und von den großen A u f g a - b e n im Kreis der Völker, die dem nationalsozialistischen Deutschland noch bevorstehen. Die Rede des Führers fand begeisterte Zustimmung bei den Versammelten. ' „Stedingsehre." Generalappell des Gaues Weser-Ems. Oldenburg, 31. Mai. (DNB.) Als Abschluß des Gautages Weser-Ems fand die Einweihung der niederdeutschen Gedenkstätte Stedings- ehre- Bookholzberg durch Reichsleiter 2llfrep Rosenberg statt. Im Hintergrund der Gedenkstätte liegt die Stedinger Marsch, das Schlachtfeld, auf dem sich die Tragödie der Stedinger Freiheitskämpfer abspielte. Der Schöpfer der Weihestätte, Gauleiter R ö v e r, rief den Volksgenossen mahnend zu: „Stedingsehre ist Wahrheit! Stedingsehre ist Mahnung an unsere Zeit, Rückschau zu halten m die Vergangenheit unserer deutschen Geschichte. Reichsleiter Rosenberg sagte in seiner Weiherede u. a., die Gedenkstätte Stedingsehre sei eine Mahnung für uns, würdig zu sein jener schlichten Bauern, die einmal für ihre Freiheit kämpften. „So soll Stedingsehre, das ich hiermit feierlich em- weihe, für alle Zeiten künden von dem Stolz eines freien Menschentums, von der Ehre der Deutschen als Gleichnis dafür, daß der Geist der Stedinger heute der Geist von 70 Millionen Deutschen geworden ist." Die NSDAP, müsse die deutsche Jugend in ihrer Gesamtheit schirmen und die Erziehung selbst in die Hand nehmen; die anderen hatten jegliches moralisches Recht dazu verloren. Auch der Stellvertreter des Führers, Rudolf Heß, sprach auf dem Generalappell unter stürmischem Jubel zu den Oldenburger Nahonalsoziallsten, denen er die Grüße des Führers überbrachte. Immer wieder solle sich das neue Deutschland daran erinnern, was es den alten Kampfern verdankt, die in schwerer Zeit dem Führer zu Zette standen und zu jedem Opfer bereit waren Rudolf Heß fand begeisterte Zustimmung, als er feststellte „Der Beweis wurde vor der Welt erbracht Deutschland ist gesund, wenn seine Führung gesund fit, Deutsch land ist stark, wenn seine Führung stark ist. Noch nie aber war Deutschland so gesund und so stark wie heute. Und noch nie sei der Glaube des deutschen Volkes an seine Führung und Lebensbejahung sein! Ihr sollt heitere Jungen erziehen mit leuchtenden Augen, keine Duckmäuser! Wir wollen keine Jugend haben, die vor lauter philosophieren und Welträt- seltum sich nicht mehr auskennt, sondern eine Jugend, die klar und einfach die Probleme des Lebens sieht und meistert." „Wie dankbar müßt Ihr dem Führer sein, daß er Euch wieder ein Deutschland geschenkt hat, in dem Ihr das Haupt stolzer tragen dürft, weil Ihr Deutsche seid, indem Ihr ein Leben voll Arbeit und Freude führen dürft. Und wenn man heute wieder Deutschland um seine Tugenden und Fähigkeiten beneidet, so sorgt Ihr dafür, daß es immer so bleiben wird! In diesem Geiste und mit diesem Ziele wünsche ich Euch, daß es Euch gelingen möge, eine nationalsozialistische Jugend von Schrot und Korn zu erziehen!" Am Samstagnachmittag waren die HJ.-Führer zum letztenmal in der Weimachalle versammelt, um zum Abschluß des Reichsführerlagers vom Reichsjugendführer die Richtlinien für die politische Erziehungsarbeit an der deutschen Jugend zu empfangen. Als die entscheidende Tugend, die den Erfolg der nationalsozialistischen Bewegung und damit auch der HI. ausgemacht habe, bezeichnete er die Beharrlichkeit. Die nationalsozialistische Jugend habe nicht an jedem Tag verschiedene Ausgaben angepackt, sondern sich eine große Aufgabe gestellt, und diese niemals aus den Augen verloren. Aus den vielfältigen Themen der Vorträge des Reichsführerlagers griff der Reichsjugendführer insbesondere die Ueberwindung der Landflucht heraus, die er als eine der vordringlichsten Aufgaben der Hitler-Jugend bezeichnete. Durch das Fahrtenwesen der Hitler-Jugend sei in der jungen Generation schon ein großer Wandel eingeleitet. Um die landfremde Einstellung ganz zu überwinden, stellte Baldur von Schirach dem Kulturkampf der Reichsjugendführuna für die kommenden zwei Jahre als wichtigste Aufgabe die Gestaltung der dörflichen Feiern. Es müsse erreicht werden, daß die junge Generation auf dem Lande nicht mehr den Trieb zur Stadt empfinde und daß in der städtischen Jugend d i e Sehnsucht nach dem Lande geweckt werde. Jede deutsche Kultur sei in ihrer tiefften Wurzel stets eine bäuerliche Kultur gewesen und besitze nur als solche Ewigkeitswerte. Am Schlüsse seiner Rede gab der Reichsjugendführer noch einmal in packenden Worten dem tiefen Sinn des Lagers in Weimar Ausdruck. „Goethe und Adolf Hitler, zwei Namen, die noch nie in solchem Zusammenhang genannt wurden, sie sind beide in diesen Tagen in uns wirksam gewesen. In dem einen verkörpert sich die große Kraft der Tradition deutschen Wesens, in dem anderen die Kraft der Z u k u n f t, die Macht des heutigen Deutschland und die Unbesiegbarkeit einer Weltanschauung, die das ganze deutsche Leben neu geformt hat und das deutsche Volk langsam zu einer neuen Glaubensgemeinschaft umgestaltet. Der Führer gab uns den Namen und Inhalt unseres Lebens, er gab uns den Glauben, die Zukunft und das Reich." und an feine ewige Straft fo groß wie heute geroejen. Dieser Glaube ist das Fundament des nationalsozialistischen Reiches. Dieser Glaube be- seelt Adolf Hitler und hat in ihm seinen gewaltigsten Künder und Träger gefunden. Dank diesem Glauben trägt unser Volk wieder sein Schick- fr?1 auf eiaenen Schultern; Deutschland gestaltet sein Schicksal selbst, wir verlassen uns nicht mehr auf andere dieser Erde, nicht auf einzelne fremde Völker, nicht auf einen Völkerbund. Wir verlassen uns nur noch auf unser Recht und auf unsere Kraft, die dieses Recht schöpft." Beamtenvereinigungen. Berlin, 29. Mai. (DNB.) Als der Nattonal- sozialismus die Macht übernahm, gab es in Deutschland über 900 Beamte nvereini- 9 u n g e n. Die Tätigkeit des größten Teiles dieser Beamtenvereinigungen war gewerkschaftlicher Art und führte zu einer ständigen, für die Dienstzeit schädlichen Beunruhigung der Beamten. Dieser Zustand war im nationalsozialifti- schen Staat unerträglich. Vom Reichsminister des Innern Dr. Frick wurde daher ein Reichskommis- sar eingesetzt mit der Aufgabe, diese Unzahl von Verbänden zu einer einheitlichen, dem Staatswohl dienenden Beamtenorganisation zu verschmelzen. So entstand der Reichsbund der Deutschen Beamten e. D. Um diese Entwicklung abzuschließen und ihr Ergebnis für die Zukunft sicherzustellen, hat die Reichsregierung ein Gesetz über Beamtenvereinigungen verabschiedet. Nach diesem Gesetz werden die früheren Spitzenverbände der Beamtenschaft und die Beamtenoereinigungen, die diesen Spitzenverbänden zu irgendeinem Zeitpunkt unmittelbar oder mittelbar angehört haben, mit Wirkung vom 1. Juli 1937 ab a u f g e I ö ft, soweit sie ihre Auslösung nicht bereits vollzogen haben. Andere noch bestehende Beamtenvereinigungen kann der Reichsminister des Innern auflösen. Der NSDAP, angeschlossene Verbände werden durch das Gesetz nicht berührt; dasselbe gilt für Körperschaften des öffentlichen Rechts und Beamtenoereinigungen, =einrid) hingen und -unternehmen, die keine beamtenpolitischen Zwecke verfolgen und einer behördlichen Aufsicht unterstehen. (Z. B. Deutsche Beamten- Versicherung, Beanz^ nfeuerversicherung, Beamten» krankenversicherung, Beamtenbausparkasse, Beamten» danken, Beamtenwohnungs- und Siedlungsvereine u. a.). Das Gesetz enthält ferner Bestimmungen über die Liquidation und Verwendung des Vermögens der aufgelösten Beamtenoereinigungen; dabei soll, falls die Ansammlung des Vermögens einem bestimmten sozialen Zweck geoient hat, dieser Zweck und der Kreis der Beamten, der das Vermögen angesammelt hat, bei der Verwendung tunlichst b e - rücksichtigt werden. Eine Neugründung von Beamtenoereinigungen ist in Zukunft nur mit Genehmigung des Reichsministers des Innern zulässig. Bei den Beamtenvereinigungen von Erziehern, von Wehrmachtsbeamten und von Rechtswah- rern erfolgt die Regelung der Fragen, die sich aus der Auflösung und Abwicklung der Vereinigungen ergeben, durch die beteiligten Reichsminister. Das Handwerk marschiert in den neuen Staat. Glanzvoller Abschluß der Tage des deutschen Handwerks in Frankfurt. Frankfurt a. M., 29. Mai. (Lpd.) Am Sams- tagoormittag wurde die Arbeitstagung des Deutschen Handwerks in der DAF. in der Festhalle fortgesetzt. Der stellvertretende Reichsärzteführer Dr. Bartels sprach zu den neuen Ausgaben der Gesundheitsführung. Es komme darauf an, jeden Menschen des deutschen Volkes in seiner vollen Leistungsfähigkeit zu entwickeln und diese Leistungsfähigkeit bis ins hohe Alter zu erhalten. Das deutsche Volk verliere durch vermeidbare Krankheiten wie nervöse und Herz-Kreislauf- ftörungen jährlich zehntausende an Toten mehr, als die schlimmsten Seuchenkrankheiten fordern würden. Der Verlauf der Todeskurve zeige, daß in der Jugend und im besten Mannesalter die meisten Leben verloren gingen. Einmal würden so dem deutschen Volke mehr Menschen fehlen, als es je Arbeitslose gehabt habe. Das deutsche Volk könne aber auf diese Kräfte nicht verzichten. Geburtenrückgang während der letzten drei . ,.hnte müsse durch vermehrte Leistung o e r Lebenden und durch eine längere Erhaltung ihrer Leistungs- traft ausgeglichen werden. Der Arzt habe deshalb im nationalsozialistischen Staat in erster Linie die Ausgabe vorzubeugen, nicht Kranke zu heilen, sondern Gesunde gesund zu erhalten. Durch Ueberwindung der vermeidbaren Funktionsstörungen könnte das deutsche Volk sich Milliarden jährlich ersparen. Das Alter des Menschen sei kein Problem der Jahre, sondern der Leistungsfähigkeit. Par- tei und Arbeitsfront als Träger der neuen Weltanschauung würden sich dafür einsetzen, daß der deutsche Mensch stark und gesund in die Zukunft gehe, denn es gäbe keinen Menschen, der für die Aufgaben, die unser Volk zu erfüllen habe, überflüssig sei. Künftig werde der Arzt zu den schaffenden Menschen in die Betriebe gehen, um sie dort bei ihrer Arbeit kennen zu leren. Durch KdF., Arbeitsfront, Sportcmtt und NSV. würde dafür gesorgt werden, daß dem Menschen, dem zu helfen sei, auch wirklich geholfen werde. Reichsorganisationsleiter Dr. Ley erklärte dann u. a.: Wenn im Handwerk heute noch Wünsche offen sind, so liegt das nicht am bösen Willen auf irgendeiner Seite, nein, aber die Probleme im Handwerk können nicht von der wirtschaftlichen, sondern nur von der Leistungs- feite her g e I ö ft werden. Die Partei darf sich niemals mit Wirtschaftsaufgaben belasten, auf der anderen Seite aber darf die Wirtschaft nicht die weltanschaulichen Dinge in Angriff nehmen. Das Handwerk kann nur gesund werden, wenn es frei und ftarf ist. Jeder muß sich sagen: „Was ich als Handwerker leiste, kann in Deutschland keiner mehr!" Wir werden einmal dahin kommen und dann wird das Handwerk sich auch sein Brauchtum bilden und das ist die Partei! Jede Gruppe von Menschen, jeder Beruf, jede Klasse und jede Schicht, die sich von der Partei entfernt, geht unter. Die Partei ist der einzig st e Lebens- quell, den wir haben. In Deutschland kämpft keine Gruppe und keine Stelle mehr gegen eine andere, sondern wir kämpfen alle zusammen um die Erkenntnis und die Wahrheit. Wenn gestern hier gesagt wurde, der Profit komme nicht zuerst, sondern die Arbeit und die Kunst, dann möchte ich hierzu erklären: Was künstlerisch richtig ist und was der Mensch, der die Wahrheit, Vernunft und Erkenntnis in sich trägt, gerne tut, das ist auch wirtschaftlich gut. Die höchste Wirtschaftlichkeit liegt in der Klarheit der Dinge und der Gedanken. Wirtschaftlichkeit und Kunst sind keine Gegensätze. Sie werden die höchste Wirtschaftlichkeit im Handwerk erzielen, wenn Sie Ihre ureigenste Mission erkennen, dem deutschen Volk das Schöne, die Kunst, den Wert und die Leistung zu bringen. Empfang derWanderaesellen auf dem Aömerberg. Arn Nachmittag des zweiten Tages der Tagung des ^Deutschen Handwerks fand auf dem Römerberg der Empfang der Wandergesellen statt, die aus den verschiedensten Teilen des Deutschen Reiches nach Frankfurt gekommen waren. Vor dem Römer haben Abordnungen der Werkscharen mit Musik, der HI. und Abordnungen der luxemburgischen und ungarischen Austauschhandwerker Ausstellung genommen. In der Mitte sind nahezu 600 Wanderburschen angetreten, die nach ihren sonngebräunten Gesichtern zu urteilen, alle schon längere Zeit auf der Wanderschaft sind. Der Leiter des Deutschen Handwerks in der DAF., Pg. Walter, sagte ihnen: „Ihr seid u n - sere Zukunft, unsere zukünftigen Meister. Wenn ihr sä weit seid, wird Deutschland noch viel schöner sein und klarer wird euere Zukunft vor euch liegen. Die Behauptung, daß das Wandern in der heutigen Zeit der Technik vollkommen überflüssig wäre, ist falsch, gerade so gut könnte man dann auch 'sagen, der Sport wäre überflüssig. Der Gedanke des Wanderns wird niemals verschwinden. Reichsorganisationsleiter Dr. Ley führte u. a. aus: Es ist das Glück von heute, daß wir einen Mann an der Spitze haben, der uns in großzügiger Weise die Freiheit gegeben hat, die guten Ideen und Gedanken in die Tat umzufetzen. Was habt ihr, meine jungen Freunde, eine herrliche Jugend. Wir sind sozusagen wild ausgewachsen. Wir klagen heute das System an, daß man sich nicht um uns gekümmert hat. Die Jugend muß und soll verlangen, daß man sich um sie kümmert. Und es soll unsere vornehmste Aufgabe sein, uns um euch zu kümmern. Ihr sollt Deutschland und sein Volk kennenlernen. Ihr sollt selbständig werden und im Regen und Gewitter des Lebens Härte erkennen. Ihr sollt erkennen, daß die deutschen Menschen überall die gleichen sind, von der gleichen Sehnsucht beherrscht sind und das gleiche Fühlen und Denken in sich tragen: Deutschland. Hätte das früher das reiche Deutschland getan, so stände es besser um uns. Heute sind wir durch ein schweres Schicksal gegangen, haben dabei aber den Edelstein des deutschen Blutes gefunden, und ihr tragt ihn in eueren Händen. Jetzt ist es wieder eine Lust zu leben, ein Deutscher zu sein. Empfang der Sternfahrer auf dem Opernptatz. Nicht minder sttmmungsvoll war der Empfang der Sternfahrer auf dem Opernplatz. Gegenüber dem Opernplatz ist eine Tribüne aufgeschlagen, von der man einen Ueberblick auf die vielen Hunderte van Sternfahrern gewinnt, Meister, Gesellen und Der Festabend Dem Festabend des Deutschen Handwerks in der DAF. in der Festhalle wohnten Reichsorganisationsleiter Dr. Ley, Reichsführer SS. Himmler, die Reichsfrauenführerin Frau Schaltz- K1 i n ck und Reichsstatthalter Gauleiter Sprenger bei. Nach dem Fahneneinmarsch trug Lothar Müthel einen Prolog von Ottoheinz Jahn vor, worauf der Leiter des Deutschen Handwerks in der DAF., Pg. Paul Walter, die Versammlung begrüßte. Die Reichsftauenführerin Frau Scholtz- K l i n ck gab eine Darstellung der Beziehungen der Frau zum Handwerk. Die Frau sei mit dem Handwerk verbunden erstens als Auftraggeberin, dann als Meistersfrau und Lehrlingsmutter und schließlich als Selbstgestalterin, als Kameradin und Mitarbeiterin des Mannes. Die Reichsftauenführerin zeigte an Beispielen aus der praktischen Arbeit des Reichsmütterdienstes und der Haus- und Volkswirtschaft, was die Frau vom Handwerk verlange: das Schöne und Zweckmäßige, hergestellt aus dem Material, das bei uns vorhanden ist. Der Reichsführer <50. Himmler ging von den Begriffen Blut und Ehre, Sitte und Art aus, die einst Inhalt der alten Zünfte waren. Notwendigerweise mußte für das seelenlos gewordene Handwerk der Zusammenbruch kommen. Im Dritten Reich habe das Handwerk mit sich selbst, mit seiner Geschichte und seiner Art zu ringen begonnen. Die Schutzstaffel habe im besonderen, so wie die Partei im allgemeinen, als Lebensinhalt die Erhaltung unserer Art, unseres Blu- t e s und die Erhaltung derAchtungvonunse- ren Ahnen. Das Handwerk werde, wie alle Einrichtungen des neuen Deutschland, wenn es lebendig fein wolle, anknüpfen müssen an die beste Geschichte seiner Vergangenheit, an den Begriff Blut und Ehre. Der Reichsführer SS. übermittelte dann der Versammlung die herzlichen Grüße des Ministerpräsidenten Göring, der am Erscheinen verhindert sei. „Ich bin", so führ der Reichsführer SS. fort, „trotz meiner knappen Zeit mit Absicht hierher gekommen, weil ich im deutschen Handwerk eine Säule, eine Marschkolonne sehe, die den Gedanken des Blutes, der Rasse, des alten Rechts, der Sitte und den Nationalsozialismus verteidigt und repräsentiert. Und so ist es mein Wunsch: Geht den Weg des alten Handwerks als Na- ttonalsozialisten im Rahmen der Partei im heuti- gen Staat. Vergeßt nie, zuerst kommt hie Weltanschauung, zuerst kommen Blut und Ehre und Können und dann erst wirtschaftliches Glück und Wohlhabenheit! — Es folgte die Aufführung von „Der Hände Werk" von Badenstedt, Ritter und Bortz, das ein Bekenntnis zum Handwerk darstellt und die Vielgestaltigkeit der Arbeitsgebiete ebenso zum Ausdruck bringt wie die Verpflichtung zur Arbeit, die für die ganze Volksgemeinschaft geleistet werden muß. E ne handwerkliche Feierstunde. Die Veranstaltungen wurden am Sonntagvor- mittag mit einer handwerklichen Feierstunde in der Festhalle fortgesetzt. Aus den 32 deutschen Gauen wurde aus jeder der sechs Fachgruppen des deutschen Handwerks in der DAF. je ein Gesellenanwärter freigesprochen und je ein Geselle als Meister anerkannt. 400 Fahnenträger der DAF. und der HI. und 600 Werkscharmänner nahmen auf der Bühne Aufstellung. Vor dem Rednerpodium standen ein Meister, ein Geselle und ein Lehrling des Schmiedehandwerks in ihrer Arbeitstracht, während zu beiden Seiten Handwerksburschen aufgezogen waren. Nach einem Musikvorspiel und dem Lied „Wenn die Schmiedefeuer glühen lodernd zu der Hämmer Takt..." erklärten vier Einzelsprecher die Arbeitsaufgabe des Handwerks und forderten zur freudigen Mitarbeit in der gesamten deutschen Arbeitsgemeinschaft auf. Wieder spielte die Musik, und der Chor der Werkscharen sang: „Laßt uns vom Geschick erbitten, daß es uns die Kraft erhält.. Lehrlingen, die aus allen Teilen des Deutschen Reiches sich auf geschmückten Rädern, in der Tracht ihres Berufes von den Sammelpunkten in Berlin, Hamburg, Köln, Stuttgart und Nürnberg nach Frankfurt aufgemacht haben. Der Leiter des Deutschen Handwerks begrüßte die Sternfahrer mit herzlichen Worten. Die Opfer an Zeit und Gut, die sie aufgebracht hätten, seien ein Beweis dafür, daß das Handwerk auch heute wie in den vergangenen Zeiten immer einsatzbereit sei. Auch Dr. Ley ergriff noch einmal das Wort, um in ähnlichen Ausführungen wie auf dem Römerberg die Sternfahrer zu begrüßen, die teilnehmen wollten an der Gemeinschaft des Deutschen Handwerks in der Stadt des Deutschen Handwerks. Nationalsozialistische Musterbetriebe. LPD. Frankfurt a. M., 30. Mai. Anläßlich des „Tages des Deutschen Handwerks in der DAF." wurden die Betriebe der nachstehenden drei Handwerksmeister zu nationalsoziali- stischen Musterbetrieben erklärt: Fleischermeister G r ä b n e r (Berlin), Uhrmachermeister Wempe (Hamburg) und Kraftfahrzeughandwerksmeister Liepe (Magdeburg). in her Festhalle. Gauhandwerkswalter Sehnert (Halle-Merseburg) begrüßte dann die Teilnehmer. Sein Gruß galt dem Handwerk im Dreiklang von Meister, Geselle und Lehrling, allen Gefolgschaftsleuten und Familienangehörigen des Handwerks. Das Handwerk habe sich hier versammelt, um Zeuge zu sein bei der Freisprechung von 192 Lehrlingen zu Gesellen und der Anerkennung von 192 Gesellen als Meister des Handwerks. „Lehrlinaswart, führe die Gesellenanwärter auf ihre Plätze!" mit diesem Ruf leitete Gauhandwerkswalter Sehnert die Vollzugs- Handlung ein. Von Werkscharen, HI. und VDM. angeführt, zogen die Gesellenanwärter vor sechs Podien in der Mitte des Saales auf. Gauhandwerkswalter Sehnert verkündete zum feierlichen Geschehen der Freisprechung der Lehrlinge als Leitspruch die Worte des Führers: „Wir wollen uns den Wiederaufstieg der Nation durch unseren Fleiß, unsere Beharrlichkeit und unseren unerschütterlichen Willen ehrlich verdienen". Durch Handschlag über die Fahne wurden dann 192 Lehrlinge aus allen deutschen Gauen freigesprochen. In der gleichen Weise erfolgte die Anerkennung der 19 2 Gesellen aus allen Teilen des Reiches zu Meistern des Handwerks. Für sie galten als Leit- spruch die Worte des Führers: „Wer von einer Mission des deutschen Volkes auf der Erde redet, muß wissen, daß sie nur in der Bildung eines Staates bestehen kann, der seine höchste Aufgabe in der Erhaltung und Förderung der unverletzt gebliebenen edelsten Bestandteile unseres Volkstums, ja der ganzen Menschheit, siehhV Den Schluß der feierlichen Vollzugshandlung bitbete das Sieg-Heil auf den Führer. Der Festzug. Schlutzkurrdgebung auf dem Opernplatz. Am Sonntagnachmittag fand der „Tag des Deutschen Handwerks" mit einem Festzug und anschließender Kundgebung seinen Abschluß. Glühend heiß strahlte die Sonne von einem wolkenlosen Himmel hernieder, als sich der Festzug in Bewegung setzte, der in seiner einheitlichen Gestaltung und feinem künstlerischen Ausbau ein überaus eindrucksvolles Bild aus dem Schaffen des deutschen Handwerks gab. An der Spitze des Festzuges marschierten die Werkscharen mit ihren Fahnen. Dann folgten die Wanderburschen und die Sterns ah- rer aus allen Gauen Deutschlands. Und dann folgten die etwa 50 Fe st wagen fast aller Handwerkszweige. Dazwischen marschierten die Meister, Gesellen und Lehrlinge in ihren Berufstrachten und zahlreiche Musikkapellen. Den Schluß des Festzuges bildeten Ehrenformationen der Partei und ihrer Gliederungen, sowie des Reichsarbeitsdienstes. Auf einer Ehrentribüne nahmen Reichsorganisationsleiter Dr. Ley, (Bauleiter Sprenger, der Leiter des Deutschen Handwerks in der DAF. Paul W a l- t e r und zahlreiche Ehrengäste aus Partei, Staat und Wehrmacht den Vorbeimarsch des Festzuges ab. Die Kundgebung auf dem Opernplatz eröffnete der Leiter des Deutschen Handwerks in der DAF. Paul Walter. Er verlas unter nicht enden- wollendem Beifall die Begrüßungstelegramme des Führers, des Stellvertreters des Führers Reichsminister Rudolf Heß und des Ministerpräsidenten Generalobersten Göring und wies dann darauf hin, daß das Handwerk nur gedeihen könne unter dem Schutze der Bewegung. Ohne die Bewegung könne das Handwerk niemals zu dem gelangen, was wir uns für das Handwerk wünschten. Dann sprach (Bauleiter Sprenger. Ihr seid, so sagte er, zum erstenmal zu einem Handwerkertag nach Frankfurt a. M. geeilt, der ganz im Zeichen der nationalsozialistischen Aufbauarbeit steht. Wenn der Junghandwerker durch die Deutsche Arbeitsftont die Möglichkeit bekommt, sich eine Werkstatt, ein Heim aufzubauen, dann ist das genau dasselbe, als der Bauernstand voll und ganz in den Nationalsozialismus eingeschmolzen wurde, dasselbe, wie der Arbeiter, der Bauer, der Beamte, alle ihre Stellung im Rahmen des deutschen Volkslebens wiedergefunden haben. Nicht mit Rechenkünsten und nicht mit Kalkulationen könne ein Stand ausgebaut werden, sondern als ein Teil der Volksgemeinschaft habe der Handwerkerstand seinen Wert und Sinn. Alles, was für Euch getan wurde, hat der Führer für Euch getan, was Euch gegeben wurde, hat Euch der Führer gegeben. Darum seid Ihr auch verpflichtet, in breiter Front in den Nationalsozialismus hineinzumarschieren, dort Euren Dienst zu tun und zu werken im Namen der Partei, als Stütze der braunen Armee Adolf Hitlers. Mit lebhaftem Händeklatschen begrüßt, ergriff zum Schluß Reichsorganisationsleiter Dr. Ley das Wort, um die Bilanz der drei Tage zu ziehen. Wir wollen, daß das Handwerk wieder Kraft erhält. Wir wollen in den deutschen Menschen die Sehnsucht nach einer selbständigen Existenz erhalten. Wenn wir hier zusammenkamen, so wollten wir uns erbauen. Wir wollten weiter sehen, wie tief wir nun in diese gemeinsame Arbeit, in diesen neuen Geist hineingewachsen sind, wie weit wir uns in den Geist des Nationalsozialismus, des neuen Deutschlands hineingelebt haben. Jeder soll das Gefühl mit nach Hause nehmen, daß er nicht allein mit seinen Sorgen ist, daß er in einer Volksgemeinschaft lebt, die ihm hilft. Es wird keinen Nationalsozialisten geben können, der von diesem Tage nicht weggeht mit dem beglückenden Gefühl: das Handwerk hat sich heute gefunden. Das Handwerk hat seinen Weg in das neue Deutschland begonnen. Es ist jetzt in uns klar: wir kennen den Weg, wir kennen das Ziel, wir kennen die Mittel. Das Handwerk mar- schiert in den neuen Staat! Dr. Ley schloß seine Ansprache mit einem Dank an den Führer, dem wir verdanken, daß Deutschland gesund geworden ist, daß die deutschen Menschen wieder lachen. Jubelnd stimmten die Handwerker in das Sieg-Heil aus den Führer ein, die deutschen Nationallieder beschlossen die eindrucksvollen Tage des Deutschen Handwerks in der DAF. Kunst unv Wissenschaft Goethe-Medaille für Professor Eduard heyck. Der Führer und Reichskanzler hat dem Kulturhistoriker Professor Dr. Eduard H e y ck in Ermatin- gen (Schweiz) aus Anlaß seines 7 5. Geburtstag e s am 30. Mai mit Urkunde vom gleichen Tage die von dem Herrn Reichspräsidenten v. Hindenburg gestiftete Goethe-Medaille für Kunst und Wissenschaft verliehen. * Eduard Heyck, 1862 in Doberan geboren, 1892 bis 1896 Professor in Heidelberg, 1896 bis 1898 Leiter des Fürstenbergischen Archivs in Donaueschingen, später in Ermatingen lebend, schrieb u. a. eine Geschichte der Herzöge von Zähringen und eine dreibändige deutsche Geschichte; er ist Herausgeber der „Monographien zur Weltgeschichte", zu denen er selbst 6 Bände beisteuerte, und — seit 1893 — des „Allgemeinen deutschen Kommersbuches" (126. Auflage 1924). Deutscher Mensch in deutscher Landschaft. Vielfalt untjSigenürt des österreichischen Volkstums. Äon Dr Gerhard Aichinger. Das Wort vom gemütlichen, weichen Oesterreich, das man heute in Deutschland und auch sonst in der Welt oft hören kann, ist genau so unrichtig wie viele andere Leitsätze, die man über die Völker, Länder und Städte geprägt hat. Als ob der Oesterreicher etwas Einheitliches wäre! Man glaube mir, zwischen dem Bauern, der neben dem Ziehbrunnen in seiner strohgedeckten Hütte in den Steppen um den Neusiedlersee haust und dem alemannischen Bergbewohner in Vorarlberg ist sicherlich kein geringerer Unterschied als zwischen dem Nordseefischer und dem bayerischen Hochländer. Oesterreicher sind genau so die den Sudetendeutschen verwandten Waldviertler aus dem nördlichen Niederösterreich, sind genau so die harten und dennoch von Lebenslust pulsierenden Menschen Steiermarks und Kärntens, das sind ebenso die schollenoerbundenen gebirgsgewohnten Tiroler und die gemütlichen, zur beschaulichen Daseinsfreunde neigenden, aber auch mit einem guten Schuß Ironie, Selbstkritik und eigenartigem Esprit begabten Wiener. Nur auf letzteren könnte vielleicht das Wort vom weichen Oesterreicher passen, sicher aber nicht auf die Aelpler und auch nicht auf die Bauern und Kleinstädter des Landes vor den Alpen. Dennoch aber läßt sich auch in die Darstellung des österreichischen Deutschtums eine gewisse Systematik bringen, die bisher, meines Wissens, noch niemals so recht erkannt worden ist, und die hier zum ersten Male grundsätzlich angedeutet werden soll. Nahezu alles, was Oesterreich dem Deutschtum an Kulturwerten geschenkt hat, ist im sogenannten Alpenvorland entstanden; was in der Welt unter der Flagge des Oesterreichertums segelt, ist ein Wesen, das dieses Alpenvorland bestimmt hat. Es scheint, daß der harte Boden der Alpen selbst nicht schöpferisch ist, wenigstens nicht, was das Hervor- vringen von Individualitäten betrifft. Die Kunst und der künstlerische Ausdruckswille der Bergmenschen dokumentiert sich in Liedern, in einer eigenartig primitiven Kunst der Malerei und des Bauens, die zumeist nicht an große Namen sondern an das Volk selbst geknüpft ist. Niemand kennt die Baumeister, die die schönen Kirchen schufen oder die malerischen Bauernhütten, die Marterln und Kreuze am Wegrand, niemand kennt die Dichter und Komponisten der Lieder, die in den Wirtsstuben der Dörfer und in den Almhütten gesungen werden. Es scheint, daß die beklemmende Wucht der Felsen, der Sturmatem des Hochgebirges, die nackte kalte Schönheit des Firns, die den Menschen in den Tag und in die Träume winkt, die Einzelseele nicht freigeben zum beschwingten Flug in die Sterne. Das Blut aber, das dem Gebirgler schwer und zäh durch die Adern rinnt, das hat sich in der Donaulandschaft, die mit weit aufgeschlossenen Augen wie ein seliges Kind in Gottes Armen liegt, zu Wein von edler Kraft gekeltert. Ein wunderliebliches Bild ist das Land vor den Alpen. Rhythmisch geschwungene Hügel, dort tannenumkrönt, da mit der Rebe bedeckt, wechseln mit weizengelben Ebenen, breiteren und schmäleren Flüßläufen, deren Wasser alle in den Schoß der Donau rinnen. In diese Landschaft haben die großen Meister des Barock ihre' Träume aus Stein gestellt. Durch das Grün der Obstbäume glitzern die gezwiebelten Kuppeln von St. Florian, Bruckners Stift, auf steilen Felsen über dem Strom wuchtet Melk, wie das (liebliche Dürnstein, Werke des gewaltigen Sohnes' meiner Vaterstadt St. Pölten, Prantauer Versunkene Ritterromantik webt an den Ufern des Nibelungenstromes; dort mahnen wie die knöchernen Finger' toter Troubadoure die Ruinen der Kuenringer-Bur- gen, daß Leben und Liebe vergänglich seien, doch ewig, was sie schaffen: das Volk. Denn des gleichen Stammes Blut rollt nun in den Adern jener, die zu Füßen der Trümmer Felder bebauen, und das gleiche Gesetz von Blut und Ehre bestimmt ihren Geist. Mittelpunkt und Endpunkt dieser Landschaft zugleich, weil hier die große Tiefebene des Ostens ansetzt, ist Wien. Die Großstadt ist nicht Hüterin des reinen Blutes wie das Land. Und hier in Wien besonders kreuzen sich die Ströme vieler Völker. Aber dennoch der Atem, der von allen Seiten her in die Stadt bläst, hat aus der weichen Erde immer wieder starke Menschen geschaffen. Das nördliche Alpenvorland, inbegriffen Wien, hat Oesterreiech seine stärksten Kräfte geschenkt. Mozart, Bruckner, Stifter, Grillparzer, Schubert, die Familie Strauß, Gluck, Beethoven, Hebbel zählen dieses Land zur Heimat oder zumindest zur Wahlheimat. Wir wollen hier nicht untersuchen, ob eine andere geschichtliche Entwicklung, ob andere Herrschergeschlechter nicht noch ganz andere Kräfte erweckt hätten, und was an edlem Geist in der Gegenreformation erstickt wurde. Solchen Erwägungen haftet immer etwas Problematisches an, und die berühmte Frage, die sich so oft bei der Betrachtung der Geschichte aufdrängt: „ja, wenn" wird immer unbeantwortet bleiben. Von Wien schwingt sich eine Tieflandbrücke über die Donauebene und die burgenländische Steppe zum südlichen Alpenvorland hinüber, das hundert Burgen und Festungen, mit wehrhaften Dörfern und Städten, mit dem Leben Zehntausender seiner Söhne die Stürme der Magyaren und Türken und dann in zäher, schollenverbundener Kleinarbeit das Vordringen der Slowenen gegen den deutschen Raum abgewehrt hat. Inmitten der Hügel liegt das uralte Graz. Noch der Name — Hradez heißt auf slowenisch Burg — erinnert an die Ureinwohner, denen der Boden schießlich im harten Kampf entrissen wurde. Steiermark und Kärnten! Herrliches deutsches Land, unstillbar hat hier die nationale Flamme der nationalen Revolution gebrannt. Und sie brennt heute wie eh! Aus sonnbeglänzten Hügeln reift die Traube, Obstgarten reiht sich an Obstgarten, ferne zeichnen sich die Linie der Alpen am Horizont. Auch dieses südliche und südöstliche Alpenvorland hat dem deutschen Volk große Geister geschenkt. Josef Haydn und Franz Liszt entstammen dem Burgenland, Peter Rosegger, Hugo Wolf, Robert H a m e r l i n g sind Söhne der Steiermark. Es soll nicht unerwähnt bleiben, daß vermutlich auch das große Heldenepos der Deutschen, das Nibelungenlied, von einem Menschen gedichtet wurde, dessen Heimat die Donaulandschaft war. Der Beweis, der dafür ins Treffen geführt wird, ist ja bekannt: die genaue Kenntnis der Ortsnamen. Wer immer die Donau entlang fährt, wer müßte dann, wenn er die Stadt Pöchlarn auf den Hügeln ausgebreitet sieht, nicht an Rüdiger von Bechelarn denken, und das heutige Zeiselmauer ist das Zisemure der Nibelungen. Wir wollen weiter die ebenfalls nicht völlig verbürgte Kunde berichten, daß Theoderich der Große in der Gegend der heutigen Ortschaft Podersdorf am Neusiedlersee im Burgenland geboren wurde. Die letzten Zeilen dieses Aufsatzes, der natürlich nur in ganz flüchtigen Strichen einen Ueberblick über die Vielfalt und Eigenartigkeit der österreichischen Landschaft und Menschen geben konnte, wollen wir jener nördlichen Ecke Oesterreichs widmen, die uns durch ihre Beziehung zum deutschen Geschehen der Gegenwart besonderen Glanz zu umwittern scheint. Es ist jenes Land, das, jäh von der Donau aufsteigend, in seinem niederösterreichischen Teil eine etwa 1000 Meter über dem Meere gelegene Hochebene darstellt, während sie auf Öberösterreichischen, Gebiet in ein Gewirr zahlloser Hügel ausschwingt, da Waldviertel — dort Mühlviertel genannt. Drei Schmiede deutschen Schicksals stammen dorther. Feldmarschall D e r f f l i n g e r zuerst, der in Neuhaus in Oberösterreich geboren, später in brandenburgische Dienste trat und durch seine Siege gegen die Schweden mithalf an der Errichtung des preußischen Königreiches. Dann G n e i f e n a u, zwar selbst in Schlesien geboren, aber auf Ahnenreihen zurück aus dem nördlichen Niederösterreich stammend, jener Gneisenau, der als Generalstabschef der preußischen Armee die Siege gegen den Korsen vorbereitete. Und schließlich der Führer und Reichskanzler des neuen Deutschland Adolf Hitler! Seit Jahrhunderten sind seine Ahnen im Waldviertel gesessen. Harte Bauern, schollenverbunden in stetiger nationaler Abwehrbereitschaft gegen das in ihrer nächsten Nähe gegen den deutschen Raum vorstoßende Tschechentum. Wie stark die Stimme des Blutes in diesem Land ist, zeigt die Ahnenreihe des Führers und Reichskanzlers. Unter rund zweihundert bekannten Namen befindet sich nur ein einziger, der vielleicht slawischen Ursprungs sein könnte, trotz der Nähe der slawischen Volksgrenze! So kann Oesterreich beanspruchen, im Leben und Wirken der deutschen Stämme einen wichtigen Platz einzunehmen. Möge eine gütige Vorsehung verhindern, daß das deutsche Leben jenseits der Reichsgrenze verdorrt. Möge sie es gestatten, daß die Bande des Blutes sich enger und immer enger knüpfen! Wetterbericht des Reichswetterdienskes. Ausaobeort Jranffurt Begünstigt durch lebhafte Wirbeltätigkeit über Nordeuropa und dem mit neuer Wärmezunahme entstandenen Luftdruckfall über Mitteleuropa ist kühlere Meeresluft auf das europäische Festland vorgedrungen. Ihr Einbruch hat Frankreich und Nordwestdeutschland bereits am Montagmorgen das Einsetzen gewittriger Niederschläge gebracht, die von dort aus rasch ost- und südwärts weitergreifen Anschließend werden sich bei etwas kühleren westlichen Winden noch einige Nachregen, dann wieder häufig aufheiterndes Wetter einstellen. Aussichten für Dienstag: Zunächst meist bewölkt und noch einzelne, teilweise gewittrige Nachregen, dann wieder häufig aufheiternd, bei lebhaften westlichen Winden etwas kühler. Aussichten für Mittwoch: Vielfach heiter und nicht störungsfreie Lufttemperaturen am 30. Mai: mittags 26,9 Grad Celsius, abends 18,8 Grad; am 31. Mai: morgens 17 Grad. Maximum 28,1 Grad, Minimum heute nacht 12,1 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 30. Mai: abends 25,2 Grad; am 31. Mai: morgens 19,6 Grad. — Sonnenscheindauer 14,3 Stunden. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blum- chein. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: 3r. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; ür den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. IV. 37: 9657. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzeloerkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig. 3802 A «HHB dk Erst zu uns dann ins Bad! Bade-AnZüge Bade-Mäntel Bade-Mützen Strand-Anzüge für Damen, Herren und Kinder HAUS DER GUTEN Hgute entschlief unerwartet mein lieber Mann, unser guter treusorgender Vater, Schwiegervater, Großvater, Schwager und Onkel Heinrich Schwalm Schuhmachermeister im 72. Lebensjahre Im Namen der trauernden Hinterbliebenen; Helene Schwalm, geb. Moos Lollar, Gießen, Harburg-Wilhelmsburg, den 29. Mai 1937 Die Beerdigung findet am Dienstag, dem 1. Juni, nachmittags um 4 Uhr statt 3807 D In allererster Lage Geschäftshaus Laden, ca. 7’/2 m lang, 4 m breit, Wohnung, 5 Zimmer, Küche, Zubehör, außerdem grobes Lagerhaus umständehalber z. dem außergew. billigen Gesamtvreis o. Mk. 9500.- sos. zu verkaufen. Schriftl. Ängeb. unt.02721 an den Gieß. 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Beiprogramm: Nr.!23 Zweites Blatt Giehener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Montag,31.Mai 1937 Der HH6er-Tag.—Ein großer Tag unseres Regiments. Tausende von Volksgenossen aus Giadi und Land trafen sich in Gießen und bekannten sich stolz zu unserem neuen Jnf.-Vgt 116. Das große 116er-Treffen am Samstagnachmittag und am gestrigen Sonntag gestaltete sich zu einem wunderbaren Erlebnis nicht nur für alle Teilnehmer, sondern Jür die Gesamtheit der Stadt Gießen überhaupt. Die innige Verbundenheit mit dem alten und dem wiedererstandenen Regiment 116 brachte die Gießener Bevölkerung durch reichen Flaggenschmuck und durch außerordentlich starke Beteiligung an den Veranstaltungen des Samstags und des Sonntags zum Ausdruck. Es war wieder einmal sichtbar, wie innig die Bevölkerung und Garnison in Gießen verbunden sind, ja gewissermaßen eine einzige große Familie bilden. Dazu kam herrliches Sommerwetter, so daß das 116er-Treffen nach jeder Richtung hin zu einem glänzenden und vollen Erfolg und zu einem stolzen Gedenktag der alten und der jungen Soldaten, aber auch der Gießener Bevölkerung wurde. Die geWstliche Tagung wurde am Samstagnachmittag im Kameradschafts- Heim der Gießener 116er, im „Auerhahn", flott abgewickelt. Der Gießener Kameradschaftsführer Bill entbot den Kameraden von auswärts herzlichen Willkommensgruß. Verbandsführer Sensfelder (Bad-Nauheim) begrüßte nach seinen Dankesworten die Vertreter der auswärtigen Kameradschaften und betonte, daß mit der Neugründung des Regiments auch den alten 116ern neue Aufgaben erwachsen seien. Er wies dann auf die vielfache starke Verbundenheit hin, die sich mit dem neuen Regiment bereits ergeben habe. Verbandsführer Sensfelder wurde erneut einstimmig wiedergewählt. Dieser berief Kameradschaftsführer Hans Bill (Gießen) für seine außerordentlichen Verdienste in den Beirat und bestätigte Jul. R. W ö r n e r als Rechner, Hch. Stamm VI. als Schriftführer und Studienrat Th. Jung als Propagandawart, alle aus Bad-Nauheim. Ebenso einstimmig wurde beschlossen, Generalmajor a. D. R. Mohr (Gießen) den Titel eines Ehrenführers des Verbandes anzutragen. — Nach dem Rechnungsbericht sprach Kam. Dr. S i l b e r b a ch (Darmstadt) über die von den Verbänden der ehemaligen hessischen Regimenter übernommene Kriegsgräberfürsorge für die vier Patenfriedhöfe im Westen, für die umfangreiche pftanzliche Verbesserungen und Erneuerungen der Gräberbeschriftungen erforderlich sind. Nach vielen Anregungen wurde die Tagung mit dem Gruß an den Wiedererwecker des Wehrgedankens Adolf Hitler beschlossen. unter Musikmeister Wohlfahrt mit dem Niederländischen Dankgebet zur Gefallenen-Ehrung über. Der Verbandsführer der ehemaligen 116er, Sensfelder (Bad-Nauheim), betonte den Opfersinn der Gefallenen, dankte ihnen für ihr großes Opfer für Deutschlands Leben und legte im Namen des Verbandes ehemaliger 116er und der Kriegsformationen des Regiments einen Kranz am Denkmal nieder. - Der Kommandeur des wiedererstandenen Jnf.- Rgts. 116, Oberst Herr! ein, grüßte die Gefallenen, während die Musik das Lied vom guten Kameraden spielte und die Ehrenkompanie präsentierte, im Namen des neuen Jnf.-Rgts. 116 in unwandelbarer Treue und ehrte die Toten des alten Regiments und seiner Kriegsformationen mit der Niederlegung eines Kranzes. Der Leiter der Arbeitsgemeinschaft Gießener Soldatenkameradschaften, Kam. Müller, sprach im Namen der alten Soldaten in den 20 Soldatenkameradschaften Gießens, die sich auch in dieser Feierstunde in Ehrfurcht vor den Toten des einstigen stolzen Regiments neigten, grüßte sie, die für Deutschland gestorben sind, und gelobte, daß sie den alten Soldaten Kameraden und Vorbild bleiben würden. Ein Kranz am Denkmal brachte den Dank und Gruß der alten Soldaten an die Gefallenen zum Ausdruck. Damit fand die schlichte, eindrucksvolle Feier ihren Abschluß. Marsch durch die Stadt. Nunmehr marschierten die Ehrenkompanie, die alten Soldaten und die Arbeitsdienstabteilung mit Wer vielleicht geglaubt hatte, die Volkshalle würde für den Kameradschaftsabend am Samstag bequem Platz bieten, der sah sich schnell eines andern belehrt. Schon kurz nach 20 Uhr war die Halle in allen Teilen so stark besetzt, daß kaum noch ein Sitzplatz aufzutreiben war, und nicht lange dauerte es, da sah man viele Besucher in den Gängen Stehplatz beziehen. Dann ging es den ganzen Abend über reichlich beengt zu, so daß man sich stellenweise nur durchschieben konnte. Stundenlang hielt dieser Hochbetrieb an, nicht wenige sollen den jungen Tag auf ihrem Heimweg als Begleiter gehabt haben. Das Musikkorps unserer 116er unter Leitung von Musikmeister Wohlfahrt leitete den Abend mit guten musikalischen Darbietungen ein. Dann mar- jchierten unter Führung des Kam. Reitz die Abgeschultertem Spaten vom Landgraf-Philipp-Platz aus durch die Brandgasse, Walltorstraße, Kirchenplatz, Schulstraße, Sonnenstraße, Kreuzplatz, Seltersweg, Hindenburgwall, Gartenstraße, Ludwigs- platz, Kaiserallee zur Volkshalle, unterwegs von großen Mengen von Volksgenossen herzlich begrüßt. ordnungen mit den Fahnen der Gießener Soldatenkameradschaften unter den Klängen des Präsentier- marsches in die Halle. Nach einem Vorspruch, gesprochen von Heinz Rosenthal vom Staot- theater, und dem Alexandermarsch, dem Parademarsch des Jnf.-Rgts. 116, begrüßte Kameradschastsführer Bill die große Kameradschaftsversammlung. Er teilte u. a. Grüße des Gauleiters Reichsstatthalters Sprenger, des Kommandierenden Generals des IX. Armeekorps Dollman, mit, hieß dann insbesondere die zahlreichen Ehrengäste von der Partei und ihren Gliederungen, von der Wehrmacht mit dem Divisionskommandeur, Generalleutnant Oß- w a l d, an der Spitze, die Vertreter der Garnisonstadt in der Person des Oberbürgermeisters RitKameradschastsabend in der Volkshalle. '''-ZiZ rr Blick auf das Sportfeld bei den Massenfreiübungen. *■> Ausschnitt aus dem Schaugefecht. (Aufnahmen [4]: Pfaff Nächst, Gießen.) Die Gefallenen-Ehrung. Am Samstag um 18.30 Uhr versammelte sich eine große Gemeinschaft von Volksgenossen und Volksgenossinnen am 116er-Denkmal auf dem Land- graf-Philipp-Platz zur Gefallenen-Ehrung. Vor dem Denkmal standen Ehrenposten des Jnf.-Rgts. 116. Eine Ehrenkompanie des Jnf.-Rgts. 116 mit der Reglmentsmusik, zahlreiche aktive und Reserveoffiziere, eine Ehrenbereitschaft der Politischen Leiter, ein Ehrensturm der SA.-Standarte 116, ja eine Eyrenabordnung des NSKK., der HI. und des Reichsarbeitsdienstes, die Abordnungen der Arbeitsgeineinschaft Gießener Soldatenkameradschaften, zahlreiche Kriegsopfer und die große Zuschaüer- menge füllte weithin den Platz um das Ehrenmal. Die Fahnen der Gießener Soldatenkameradschaften standen rund um das Denkmal. Es war ein erhebendes Bild, das sich hier dem Auge darbot. Nach der Meldung der Ehrenkompanie an den Regimentskommandeur Oberst Herrlein schritt dieser mit den Generalmajoren a. D. Mohr und Fritz unter den Klängen des Präsentiermarsches die Fronten der Kompanie und der Formationen ab. Dann leitete das Musikkorps des Jnf.-Rgts. 116 Beim Feldküchenbetrieb; Oberst Herrlein (im Hintergrund) inspiziert. Oberst Herrlein bei der Kranzniederlegung am Gefallenendenkmal. w- w W -*,Ki LW MWWS.W X. "'V ^*>^6 , Z'z z*;-äB . * . 'M W feilte und sie in kunstvollen Figuren zu begleiten und zu umspielen begann, ohne daß der verdutzte Schneider im ersten Augenblick hätte sagen können, woher die Töne kamen. Trotzdem unterbrach er sich nicht in seinem Spiel und meinte zuerst nicht anders, als daß wohl der Klarinettenbläser seiner Kapelle, aus den er seit langem eifersüchtig war, seinem Mädchen ebenfalls ein Ständchen bringen wolle. Wütend fuhr er darum so energisch mit seinem Bogen los, daß des Basses Grundgewalt die Luft erschütterte. Nach einigen Augenblicken aber sah er plötzlich den ungebetenen Mitspieler unter den blühenden Apfelbäumen auf sich zukommen, ein silberblinkendes Horn an seinem Munde, einen nebelweißen hellen Mantel, der ihm fast bis auf die Füße ging, über den Schultern. Verwirrt brach der Schneider mit seinem Spiele ab und starrte den Fremden an, der im Gehen lächelnd weiterspielte und geradewegs auf ihn zukam, bis auch er mit einer lieblichen Kadenz fein Spiel abbrach und die Hand zum Gruße erhob. v „Noch eines?" fragte der Mond — denn er war es — und lächelte von neuem. „Selbstverständlich!" antwortete der Schneider nun gleichfalls lächelnd. „Denn darum bin ich ja hier!" ,Nun, dann spielen Sie nur", flüsterte der Mond, „ich finde mich schon hinein!" und hatte kaum die ersten Takte vernommen, als er sein Horn wieder an den Mund hob und den Schneider zu begleiten begann, und diesmal noch schöner und hingegebener als vorher, so daß das Mädchen jetzt ohne Frage hinter die Vorhänge seines Fensters getreten wäre und in seiner Freude vielleicht auch das Fenster geöffnet und den Schneider über den verlorenen Abend getröstet hätte, wenn — ja, wenn es nur bereits in seiner Kammer gewesen wäre! Aber das Unglück hatte es gewollt, daß es sich von dem Burschen, der den letzten Walzer mit ihm gedreht hatte noch ein wenig durch die Fruhlingsnacht hatte' führen lassen und darum erst jetzt mit seinem Begleiter heimkam und nun bestürzt den Schneider erkannte, der ihm eine so schöne Nachtmusik brachte. Was nun geschah, ging so schnell, daß man kaum Atem dagegen kriegen könnte, wollte man es ebenso schnell erzählen. Kaum hatte nämlich der Schneider die Treulose erblickt, für die er so nutzlos gespielt hatte, und seine erste Verblüffung überwunden, als er sein teures und mühsam erspartes Instrument mit beiden Armen über den Kopf schwang und es unfehlbar seinem Nebenbuhler aus dem Schädel zertrümmert Oie Nachtmusik. Von Wilhelm Scharrelmann. Dor langen Jahren war in Worpswede einmal ein Schneidergesell zugswandert, der neben der Nadel, und nicht schlechter als diese, auch die Baßgeige zu regieren verstand, und da es in der kleinen Kapelle der Dorfmusikanten gerade an einem Spieler für dieses Instrument fehlte, machte es sich beinahe wie von selbst, daß unser Schneidergesell des Sonntags mit auf die Tanzmusik zog und dort seine Sache, wenn auch nicht besser, so doch auch nicht viel schlechter machte, als sein Vorgänger es getan hatte, und er sich zu dem Kärglichen Lohn, den ihm sein Meister zahlte, noch einen Groschen nebenbei verdiente. So hätte der Schneider der glücklichste Mensch von der Welt sein können, wenn er nicht aus leder Tanzmusik hätte zusehen müssen, wie sich sem Mädchen, in das er sich gleich in der ersten Zeit seines Aufenthalts verliebt hatte, mit anderen Burschen des Dorfes im Tanz drehte und er das zweifelhafte Vergnügen dabei hatte, ihr auch noch dazu auf- fpielen zu müssen. Aber noch bedrückender war es für ihn, daß er, sobald Feierabend geboten worden war und er sich anschickte, sein Instrument wieder nach Hause zu tragen, sein Mädchen selten mehr im Saale fand und ihm nach der Muhe des Abends ein anderer auch noch die Freude genommen hatte, feine Erwählte nach Haufe begleiten zu bur en um sich so für das, was er den ganzen Abend schmerzlich entbehrt hatte, ein wenig entschadiat zu sehen. Das ging so den Herbst und Winter hindurch und wäre auch wohl noch eine Weile so weckergegangen wenn er nicht in einer schönen Fruhlingsnacht als er wiederum einsam und bedruckt nach Hause tappen mußte auf den Gedanken verfallen wäre ferner Liebsten vor ihrem Kammerfenster ein Ständchen auf einevi Brummbaß zu bringen - hatte er doch diesmal den ganzen Abend kaum einen Blick aus ihren schönen Augen erhascht, wenn sie im Arm ihres Tänzers an ihm vorubergeschwebt war. Dazu kam, daß der Garten bei ihrem Hause Mit seinen blühenden Apfelbäumen so Zauberhaft still und unbewegt im Schein des Mondes lag, daß sich der verliebte' Schneider keine günstigere Gelegenheck zu denken vermochte. Er chl.ch alf° smken unter das Fenster einer Verehrten, naym seikJnsttument voL.Rücken und hatte eben nachdem er die Saiten gestimmt hatte mdjemem Konzert begonnen, als eine bezaubernd wehmütig schöne Melodie sich zu der seines Basses ge- hätte, wenn dieser nicht im selben Augenblick zurückgesprungen wäre und vor dem wütenden Schneider Reißaus genommen hätte. Aber als das Mädchen nun, gerührt von der Liebe seines Anbeters und bezwungen durch feinen unerwarteten Mut, sich jetzt entschuldigen und ihm in die Arme sinken wollte, verbeugte sich der Schneider, frostig wie einer der Eisheiligen, und sagte nur ein Wort: „Danke!" Und das war deutlich genug und sagte alles. Eilig stopfte er feinen Brummbaß mit vor Aerger bebenden Händen in den Ueberzug, hob ihn auf den Rücken und drehte sich um und ging. „Etwas stürmisch", sagte der Mond, der ihm nachkam. „Aber recht hast du!" „Nicht wahr?" meinte der entrüstete Schneider, der mit seinem Packen auf dem Rücken an einen Apfelbaumast gestoßen hatte und nun, von herabrieselnden Blütenblättern fast bedeckt, weitertappte. „Das muß doch jeder sagen!" „Durchaus! Und wohin nun?" „Ist mir gleich!" sagte der Schneider. „Hier bleibe ich jedenfalls nicht mehr, das steht fest!" „Wie wär's, wenn du mit mir reistest?" fragte der Mond. „Eine Reise ist in solchen Fällen ein ost erprobtes Mittel. Ich habe freilich schon einen Mann in meinem Wagen, aber wenn ihr euch beide ein wenig einrichten wolltet?" Aber so hoch wollte der Schneider nicht hinaus. Er stammelte darum nur einen Dank und zog höflich seine Mütze. Am anderen Morgen aber sagte er seinem Meister auf und verschwand nach einigen Tagen, ohne Abschied zu nehmen, aus dem Dorfe. Wohin er sich gewandt hat, ist nicht bekannt geworden, auch nicht weiter wichtig. Es bleibt nur zu wünschen, daß ihm dort das Glück zuteil geworden ist, das er sich an dem Ort seines vergeblichen Ständchens so lange vergeblich ersehnt hat. Das Wilhelm-Busch-Museum in Hannover. Dieser Tage wird das Wilhelrn-Busch-Museum in Hannover eröffnet werden. Damit hat die Arbeit der Wilhelm-Busch-Gesellschaft ein erstes großes Ziel erreicht, die vor zehn Jahren gegründet wurde und sich zunächst für die Erhaltung des Wilhelm-Bufch- Hauses in Wiedensahl einsetzte und ein Archiv fd)uf, in dem der handschriftliche Nachlaß von Busch, sein gedrucktes Werk und alle Veröffentlichungen über ihn gesammelt werden sollten. In einem größeren Rahmen wird nun das Wilhelm - Busch - Museum einen Ueberblick über das gesamte Lebenswerk des großen Künstlers geben. In der Monatsschrift „Niedersachsen" macht Karl Anlauf nähere Mitteilungen über seinen Inhalt. Die Stadt Hannover hat das vornehme alle Stadtdirektorhaus am Rastplatz für das Wilhelm-Busch-Museum zur Verfügung gestellt, in dem nach einigen Umänderungen eine würdige Erinnerungsstätte geschaffen werden konnte. Das Erdgeschoß enthält Originale von Bildergeschichten, darunter besonders die Manuskripte zu „Max und Moritz" und zum „Heiligen Antonius", daneben die Schätze des Wilhelm-Busch-Archivs, unter denen auch die Ausgaben in fremden Sprachen Aufmerksamkeit verdienen. Im Treppenaufgang sind die Münchener Bilderbogen von Busch ausgestellt. Im ersten Stock befindet sich ein bisher noch nicht gezeigtes, nach dem Leben gemaltes Bildnis von Busch. Besonderes Gewicht ist darauf gelegt worden, Busch als Maler zu zeigen; denn es ist wenig bekannt, daß Busch neben seinen zahllosen Zeichnungen und Skizzen auch zahlreiche Oel- bilder gemalt hat, in denen er ein selbständiges großes Können zeigt. In dem Museum sind zahlreiche Oelgemälde zusammengebracht, darunter viele Bilder aus der Umgebung Wiedensahls und ein Selbstporträt sowie eine Oelskizze zu einem Selbstporträt, die erst vor kurzem von der Gesellschaft entdeckt wurde. An die Bildersäle schließen sich Säle mit Zeichnungen, von denen etwa 700 vorhanden sind, die in wechselnden Ausstellungen vorgeführt werden sollen. Das Dachgeschoß enthält das Archiv, das nur für Studienzwecke zugänglich ist. In Vitrinen und Glasschränken werden persönliche Erinnerungen an Busch aufbewahrt, eine Auto- graphensammluna, Briefe, Manuskripte, Tagebuchblätter, Schulhefte, Skizzenbücher und Studienmaterial. Ein besonderes Interesse wird auch die Privatbibliotbek Wilhelm Buschs finden. Die Stadt Hannover wird hurch das neue Wilhelm-Busch- Museum um eine Sehenswürdigkeit bereichert, die gewiß von vielen Freunden des originalen Menschen und Künstlers aufgesucht werden wird. ------------------ I Hochschulnacknckten Geh. Konsistorialrat Pros. D. Johannes Meinhard, em. Ordinarius für alttestamentliche Exegese an der Universität Bonn, ist im 76. Lebensjahr geftorben. Meinhold, 1861 in Cammin geboren, wurde 1884 Priocckdozent in Greifswald, 1889 Extraordinarius und 1903 Ordinarius (als Nachfolger von Eduard König) in Bonn; den dortigen Lehrstuhl . hatte er bis zu seiner Emeritierung 1929 inne. ter, ferner die Vertreter zahlreicher Behörden, die! alten 116er Kameraden und die jungen Kameraden vom aktiven Regiment herzlich willkommen. Mit Dank betonte er weiterhin, daß die Garnisonstadt Gießen durch reichen Flaggenschmuck und durch die starke Beteiligung an dem 116er-Fest erneut ihre tiefe Verbundenheit mit den 116ern kundgegeben habe. Mit herzlichen Dantesworten an den Führer wies der Redner weiter darauf hin, daß der Führer den hohen ideellen Gehalt des deutschen Soldatentums und seine Förderung als besondere Aufgabe betont habe. Generalmajor a. L). Mohr sprach sodann als Vorsitzender der Offiziersvereinigung des einstigen Jnf.-Rgts. Nr. 116. Er grüßte insbesondere alle alten Soldaten und vor allem seine (des Redners) einstige 12. Kompanie in treuer kameradschaftlicher Verbundenheit. Die launigen Worte, die er seiner ehemaligen 12., den „kleinen Kerls", widmete, fanden starken und freudigen Widerhall in der Versammlung. Er wies dann darauf hin, daß das alte Regiment eines der geach- tetsten der einstigen Armee war, daß es viele stolze Tage erleben konnte und sich insbesondere über die vielfachen hohen Auszeichnungen durch seinen Chef, den ehemaligen Kaiser, ferner aber auch zahlreicher Ehrungen, z. B. durch Kaiserpreise im Schießwettbewerb usw., erfreuen durfte. Unter starker Zustimmung der alten Soldaten hob er jene unvergeßlichen, herrlichen Tage der aktiven Dienstzeit im alten Regiment hervor, die unvergänglich in den Herzen der alten 116er fortleben werden. Weiter rief er die Erinnerung wach an die großen Taten des Regiments in den schweren Kämpfen des Weltkrieges, wobei er mit Stolz und unter begeisterter Zustimmung der alten Soldaten betonte: „Wie eine lange Kette leuchtender Sterne schweben über dem Regiment die vielen Schlachtennamen seines Ruhmes. Wahrlich, die Enkel haben sich der tapferen Väter von 1870/71 wert gezeigt, wenn ihnen auch der Endsieg schuldlos entrissen wurde. Wir neigen uns bei diesem Gedanken in Stille und Ehrfurcht vor der Große unserer Gefallenen. Das Regiment aber lebt in den Herzen feiner einstigen Angehörigen fort im Glanze seines Ruhmes". General Mohr erinnerte dann an die furchtbaren Jahre nach dem Kriege und an den immer stärkeren Niedergang unseres deutschen Vaterlandes. Mit großer Freude und mit tiefer Dankbarkeit hob er das unsterbliche Verdienst unseres Führers Adolf Hitler um das deutsche Volk hervor, der durch seinen Sieg unser Volk und Vaterland rettete und uns auch wieder stark und mächtig in der Welt machte. Durch die Wiedererrichtung unserer herrlichen Wehrmacht schuf er uns wieder die Freiheit des deutschen Volkes. Und daß wir durch die Wehrfreiheit nun auch wieder ein Jnf.,Rgt. 116 in unserer Stadt haben, nachdem bisher die SA.-Standarte 116 in dankenswerter Weise die Erinnerung an die Nr. 116 des alten Regiments gepflegt hatte, gereicht allen alten 116ern zur Freude. Mit größtem Vertrauen sehen die alten Soldaten nunmehr die Tradition ihres Regiments in den Händen des neuen Regiments wohlgeborgen. Mit dem Wunsche, daß die glänzenden Eigenschaften des alten Regiments stets in den Reihen des neuen Regiments lebendig fein möchten, schloß der Redner seine Ansprache. Oberst Herrlein, Kommandeur des Znf.-Rgts. 116, richtete hierauf eine Ansprache an die große Versammlung der Kameraden. Er sagte: Als Kommandeur des Regiments begrüße ich alle Offiziere, Unteroffiziere und Mannschaften des ehemaligen Infanterie-Regiments „Kaiser Wilhelm", 2. Großh. Hessisches Nr. 116, und der Kriegsformationen, die aus diesem hockbewährten Regiment her- oorgegangen sind, aufs herzlichste! Mich erfüllt es mit besonderem Stolz, daß ich die Ehre habe, als Sohn eines alten 116ers zu Ihnen zu sprechen. Der Herzenswunsch vieler alter 116er und der Bevölkerung der Stadt Gießen ist im Herbst vorigen Jahres durch die Neuaufstellung des Regiments in Erfüllung gegangen. Mit dem siegreichen Durchbruch des nationalen Gedankens im Jahre 1933 und der Einführung der allgemeinen Wehrpflicht hat der Soldat — ob alt, oder jung — nach vielen Jahren tiefster Erniedrigung wieder seine Anerkennung im Volk gefunden. Der Wille und der Geist der Frontkämpfer hat gesiegt. Der Soldat kann wieder mit Stolz sein Ehrenkleid tragen. Das Volk hat sich zu seinen Opfern und Taten im Weltkrieg bekannt. Es weiß, daß der halbverhungerte, verdreckte und verlauste deutsche Frontsoldat des Weltkrieges das Herrlichste ist, was deutsche Treue, Tapferkeit, Ritterlichkeit und Kameradschaft je auf Erden geschaffen haben. Sie, die Frontkämpfer des ehern. Jnf.-Regt. 116, haben sich nicht nur auf das Wiedersehen mit ihren Kriegskameraden, sondern auch auf das erste Zusammentreffen mit den Angehörigen des neuen Regiments gefreut. Möge der heutige Abend und das, was wir Ihnen morgen bei der Kasernenbesichtigung und dem Wehrsportfest zeigen, dazu beitragen, daß das Zusammengehörigkeitsgefühl der alten und jungen 116er gestärkt wird und sich in wahrer echter Soldatenfreundschaft auswirkt. Am heutigen Abend tritt bei Ihnen die Vergangenheit wieder in ein helleres Licht. Die Erinnerung an bemerkenswerte und schöne Tage der Friedenszeit wird erneut bei Ihnen wach. Aber die Hauptgedanken gelten dem Weltkrieg mit feinen schweren Kämpfen und vielen Gefechten. Was hat damals das ehemalige Jnf.-Regt. 116 und feine Reserve- und Landwehrformationen geleistet! Heldenhaft waren die ersten Gefechte und besonders die in dem schwierigen und unübersichtlichen Gelände bei Anloy! Heldenhaft die Abwehrkämpfe bei Verdun, an der Somme und in Flandern. Wo das Infanterie-Regiment 116 hingestellt wurde, tat es seine Pflicht. Was wir besonders bewundern an den Leistungen des Regiments und der von ihm aufgestellten Reserve- und Landwehr-Verbände, das ist der Geist der Pflichterfüllung bis zum Letzten und die Hingabe, die in Friedenszeiten eingeimpft war — der Wille zur Tat — und die nie versagende Frontkameradschaft. Nur so konnten sich die vielen Siege als Lorbeerzweige zu einem dichten Kranz des Ruhmes und der Ehre für das tapfere Regiment zusammenfügen. Die Tradition eines solchen Regiments zu führen, erfüllt alle Offiziere, Unteroffiziere und Mannschaften des neuen Regiments mit Stolz. Wir werden alles daran setzen, uns der Taten des ruhmreichen ehemaligen Infanterie-Regiments 116 würdig zu erweisen und wenn es gilt, ebenso pflichttreu und tapfer kämpfen, wie die bewährten SoDaten dieses Regiments im Weltkriege. Mögen, um das Band der Tradition und Kameradschaft noch enger zu knüpfen, Ihre Söhne bei uns als Freiwillige eintreten, damit das alte und das neue Infanterie-Regiment 116 durch Blut gebunden, vollkommen eins werden. Das gleiche hoffe ich auch von den Söhnen Gießens, unserer schönen Garnisonstadt, die alle Angehörigen des Regiments schon in so kurzer Zeit schätzen und lieben gelernt haben. Ich freue mich, heute auch viele ehemalige Angehörige des Ergänzungs-Bataillons des Regiments zu begrüßen, die die ersten Reservisten des jungen Regiments 116 sind. Der heutige Abend darf nicht vorübergehen, ohne daß wir des Mannes gedenken, der Deutschlands Ehr und Wehr wieder herstellte und dem das ganze Volk und besonders auch das Heer so viel verdankt. Ich bitte, sich von den Plätzen zu erheben und mit mir einzustimmen in den Ruf: der Oberbefehlshaber der Wehrmacht, unser Führer urtb Reichskanzler Adolf Hitler Sieg-Heil! Nach der Rede des Regimentskommandeurs war auf der Bühne ein wunderbares lebendes Bild zu sehen, das Soldaten in alten und neuen Uniformen zeigte, die Fahnen der Soldatenkameradschaften in prächtiger Gruppierung sehen ließ und in der Mitte zwischen Gruppen von Soldaten unter präsentiertem Gewehr das Bild des Obersten Befehls- b ab er 5, unseres Führers und Reichskanzlers Adolf Hitler sichtbar werden ließ. Vor diesem außerordentlich packenden Bild reichten sich Generalmajor a. D. Mo h r als Vertreter der alten Armee und Oberst Herrlein als Vertreter der neuen Wehrmacht die Hand, während die Versammlung jubelnd dieser innigen Verbindung des Einst und Jetzt unserer Wehrmacht und dem prächtigen Bilde zustimmte. Oberbürgermeister Ritter hob in seiner Ansprache hervor, daß die Stadt Gießen glücklich sei, wieder einmal die Kameraden des alten Regiments in ihren Mauern begrüßen zu können. Die neue Wehrmacht, die die Tradition des alten Regiments übernommen habe, sei für uns alle eins geworden mit denen, die gekämpft und geblutet haben für ihr deutsches Vaterland. Der Redner überbrachte sodann die Grüße des Kreisleiters und die Grüße der Vertreter der Staatsund Reichsbehörden. Er betonte weiter, wer feine Pflicht erfüllt habe, sei auch berechtigt, frohe Stunden im Kreise der Kameraden zu feiern. Die Angehörigen des alten Regiments 116 hätten allezeit bewiesen, daß sie Träger der besten Tugenden Des deutschen Soldatentums seien. Die Stadt Gießen gedenke froh und offenen Herzens ihrer alten Soldaten, ferner aber auch aller derjenigen Männer, die sich mit ihrer ganzen Persönlichkeit allezeit für die großen nationalen Ziele und Forderungen unseres Volkes einsetzten. Was viele schon seit Jahren wollten, aber nicht vollbringen konnten, habe unser Führer Adolf Hitler uns wiedergegeben. Darob seien wir alle stolz und freudig, dem Führer folgen zu können. Und in dieser Feierstunde sei es das besondere Gelöbnis der alten Soldaten, im Geiste des Frontsoldatentums, der Treue und der Kameradschaft weiter vorwärtszuschreiten unter der Führung Adolf Hitlers im Reiche des friedlichen deutschen Aufbaues, beschützt von unserer herrlichen Wehrmacht. Sämtliche Ansprachen wurden von den Zuhörern mit stärkstem Beifall ausgenommen und zum Teil wiederholt mit starker Zustimmung unterbrochen. Voll freudigen Jubels bekannten sich die Hörer zur vollendeten Einheit mit den drei Rednern. Oie Llnterhaltungsdarbietungen. Der weitere Verlauf des Abends wurde in ausgezeichneter Weise von Soldaten des Regiments bestritten. Insbesondere machte sich das Musikkorps unter Leitung von Musikmeister Wohlfahrt durch seine vortrefflichen Darbietungen in hohem Maße verdient. Uneingeschränkte Anerkennung verdienen aber auch die Soldaten, die durch ihre sportlichen und turnerischen Hebungen ausgezeichnet zur Unterhaltung der Besucher bei trugen, ferner durch einen etwa 200 Mann starken Soldatenchor, der unter Leitung von Musikmeister Wohlfahrt prächtige Soldatenlieder sang, schließlich noch auf dem Gebiet der humoristischen Unterhaltung sehr gut ihren Mann stellten. Mit dem Großen Zapfenstreich klang Sie Unterhaltungsfolge aus. Bei froher kameradschaftlicher Unterhaltung und Tanz ging aber der Betrieb in der Volkshalle noch stundenlang weiter. Es soll sogar sehr früh am Sonntag gewesen sein, als die letzten Besucher die Volkshalle verließen. Rohes Wedel sehen am Sonntagvormittaa. Am Sonntagvormittag trafen mit Sonderzugen und mit den verstärkten fahrplanmäßigen Zügen Tausende von alten Kameraden von auswärts ein. Sie wurden am Bahnhof von alten 116em empfangen, ferner bereitete ihnen ein Ehrenzug des neuen Regiments unter Führung von Leutnant Hellfritsch mit der Regimentsmusik einen allseitig dankbar begrüßten Empfang. Unter Dorantritt der Rgimentsmusik und des Ehrenzuges marschierten die alten Soldaten in der zehnten Vormittaasstunde durch die Straßen der Stadt zur Volkshalle, auf dem Marsch herzlich begrüßt von der Bevölkerung. In der Dolkshalle und im Schützenhaus fand dann frohe Wiedersehensfeier der alten Kameraden und vielfach herzliche Verbrüderung mit den jungen Kameraden der aktiven Wehrmacht statt. Es gab dabei viele frohe Begegnungen, die die Herzen höher schlagen ließen. Währenddem wurde in den Feldküchen vor der Volkshalle das Mittagessen gekocht, wobei die Köche mit Eifer und Sorgfalt ihres Amtes walteten. Der Regimentskommandeur, Oberst Herrlein, war selbst besorgt um eine vortreffliche Verpflegung der alten Kameraden, denn er indizierte persönlich den Kochbetrieb an allen Feldküchen und konnte dabei die erfreuliche Feststellung machen, daß in den Kesseln ein gutes und schmackhaftes Stammessen der 116er (Grüne Bohnen mit Kartoffeln und Rindfleisch) zubereitet wurde. Die gleiche Feststellung konnten dann um die Mittagsstunde auch die Essenholer selbst machen, von denen man übereinstimmend nur volles Lob über das prächtige Essen vernahm. Das große Wehrsportes! des Regiments. Am Sonntagnachmittag fand auf dem Trieb bei der Dolkshalle das große Wehrsportfest des Regiments statt. Diele Taufende von Besuchern umsäumten das weite Sportfeld, man fach einen Besuch von solchem Ausmaß, wie er in Gießen bei einer sportlichen Veranstaltung noch nie dagewesen ist. In vielfachen Gliedern hintereinander standen zu beiden Längsseiten des Platzes und auch auf der Querfeite vor der Volkshalle die Zuschauer. Trotz der starken Hitze hielt alles ununterbrochen bis zum Ede gegen 17.15 Uhr aus. Unsere jungen Soldaten des neuen Regiments 116 erlebten dabei die stolze Freude, vor vielen Tausenden von begeisterten Volksgenossen und Volksgenossinnen zeigen zu können, welche hohe Leistungen auf dem Gebiete des Wehrsports und der militärischen Ausbildung ihnen zu eigen sind. Eine besondere Auszeichnung erfuhren sie auch dadurch, daß der Divisionskommandeur, Generalleutnant Oßwald, mit dem Offizierkorps der gesamten Garnison, ferner Kreisleiter Dr. Hildebrandt als Hoheitsträger mit zahlreichen führenden Männern der Partei und ihrer Gliederungen, weiterhin viele Vertreter von Behörden Usw. als Ehrengäste das Regiment besuchten. In flotter Folge wurden die Darbietungen ab- gewickelt. Dabei gab es unendlich viel Schones und Leistungsstarkes zu sehen. Es ist kein Gebiet des Wehrsports, das bei dieser Vorführung nicht in vortrefflicher Weise vertreten gewesen wäre. Viele wunderbare Bilder der Bewegungen in geschlossenen sportlichen Kolonnen, in aufgelösten Gruppen und in Einzelkämpfen konnten die Zuschauer bewundern. Alle mitwipkenden Männer des Regiments, Offizier, Unteroffizier und Mann, gaben bei sämtlichen Hebungen ihr Bestes, so daß man auf der ganzen Linie nur Leistungen von hoher sportlicher Qualität feststellen konnte. Aber nicht allein die Männer, sondern auch das beim Reiten und bei den Fahrübungen eingesetzte Pferdematerial war prächtig in Schwung. Das Regiment hatte dabei die anerkennenswerte und ausgezeichnete Unterstützung einer leistungsstarken Abordnung unserer Gießener Artillerie, die durch eine komplette Batterie und noch durch eine Reihe von kleineren Gruppen für einzelne Wettkämpfe vertreten war. Zwischen den Mannschaften der beiden Waffengattungen entspann sich ein eifriger sportlicher Wettbewerb, bei dem auf beiden Seiten höchstes Streben nach Spitzenleistungen zu erkennen war. Die große Zuschauermenge war von Anfang an begeistert, und sie wurde in ihren^jubelnden Beifall immer stärker, je höher die Leistungen der wettkämpfenden Abteilungen sich steigerten. Ihren eindrucksvollen Abschluß sanden die Vorführungen mit dem Exerzieren einer Schützenkompanie, bei dem man wiederum hervorragende Ausbildungsleistungen bewundern konnte. Ges amt urteil über" dieses Wehr- sp o rtf est: Eine ganz große Leistung unserer 116er, die mit Recht höchste Anerkennung verdient! Oer Abschluß des Tages. Die späten Nachmittagsstunden und der Abend bis weit in die Nacht hinein waren der frohen geselligen Unterhaltung in der Volkshalle und int Schützenhaus sowie auf den Tanzböden und in den Wirtszelten gewidmet. Aus -er Stadt Gießen. RSOAP. — Amt für Bolkswohlfabrt. Ortsgruppe Giehen-Nord. Am Dienstag, 1., und Mittwoch, 2. Juni, wird im Bereich der Ortsgruppe Gießen-Nord der Lebensmittelopferring durchgeführt. Die Hausfrauen werden gebeten, die Pfundpäckchen bereitzulegen. ASOAP. Ortsgruppe Sießen-Süd. Hilfskasse. Alle Angehörigen der SA., SS., Marine-SA., Reiter-SA. urtö des NSKK., die im Bereich der Ortsgruppe Gießen-Süd wohnen und nicht der Partei angehören, zahlen ihren Beitrag zur Hilfskasse für die Monate Juli, August und September 1937 am Dienstag, 1. Juni, Mittwoch, 2. Juni, und Donnerstag, 3. Juni, jeweils in der Zeit von 20 MWMWWkWit Roman von Walther Kloepffer Copyright 1936 by August Scherl G. m. b. H.. Berlin 8 Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) Engasser hatte da eine famose Stelle gefunden, die umständliche Beschreibung einer Wasserpflanze, mit der nur unser Brachsenkraut (Isoetes lacustns) gemeint sein konnte. Aeußerst wichtig, was ©eener da über die Verbreitung der Pflanze mitteilt! dachte der Professor und machte eine angestrengte, sorgenvolle Miene. Der mittelalterliche Gesner warf ihm einen ganzen Absatz seines Buches um. Engasser war so an das Nachdenken hingegeben, daß er vollkommen überhörte, was unter ihm vorging. Tutschek hatte den Saal in Begleitung einer jungen Dame betreten und schreckte Engasser durch den Zuruf auf: „Hallo, Sie Bücherwurm! Sehen Sie mal, wen ich da bringe! Die werte Frau Gemahlin. Wenn ich nicht irre, will sie Ihnen eine Strafpredigt halten, weil Sie nicht zum Mittagstisch kommen. Ich darf mich jetzt empfehlen, gnädige Frau? Es war mir ein Vergnügen. Küss' Die Hand!" „Sie hätten sich gar nicht zu bemühen brauchen, Herr Tutschek", sagte Viktoria Engasser kühl. „Ich kenne ja den Weg in die Bibliothek." Auch zog sie rasch die Hand weg, so daß des Verwalters Kuß im Leeren landete. „Ich wollte mich nicht der Freude berauben, Sie begleiten zu dürfen", erwiderte Tutschek überschwenglich. Er gehörte zu jener Sorte von Frauenjägern, die durch nichts aus der Fassung zu bringen sind. Er sah in dem Tweedanzug und dem flotten Polohemd gar nicht übel aus, und man konnte sich vorstellen, daß er bei gewissen Frauen viel Glück hatte. Aber es schaffte Frau Engasser Unbehagen, daß und wie er sie mit seinen heißen, frechen Augen verschlang und daß er ihren Mann so geringschätzig behandelte. Merkte das Gottlieb denn nicht? „Na, denn auf Wiedersehen, liebe gnädige Frau! Adieu, Profefsorchen!" verabschiedete er sich und knallte die Absätze zusammen. „Der Mensch ist mir schrecklich", flüsterte Frau Engasser, als sich die Tür geschlossen hatte. Tutscheks plumpe Aufmerksamkeiten, dieses Sichherandrängen, diese öden Schmeicheleien widerten sie an. Daß sie hübsch und gut angezogen war, wußte sie selbst, und es bedurfte nicht der Bestätigung Herrn Tutscheks. „Es ist längst Essenszeit, Gottlieb. Ich möchte dich holen. Der Emerenz verbrennt ja alles. Hast du dich mal wieder festgelesen?" „So spät ist es schon? Entschuldige, Dicki!" Engasser kletterte die Leiter herab, den Band Gesner behutsam wie ein gerettetes Kind in den Armen. Sein Gesicht war eine Anklage gegen die Welt, die ihn nie in Ruhe bei seinen Büchern ließ. Er wusch sich mit abwesender Miene die Hände, die grau von Staub waren. Plötzlich begann er gereizt: „Du konntest mit Tutschek getrost etwas freundlicher sein, Dicki. Schließlich bin ich in manchem auf ihn angewiesen." „Ich mag dieses aölige Getue nicht." „Aber du mußt doch etwas Rücksicht nehmen auf meine Arbeit. Diese alte Bibliothek ist von geradezu unschätzbarem Wert für mich, wie ich dir schon auseinandergesetzt habe", sagte der Professor ungehalten und putzte seine Brille. Die junge Frau schwieg. Sie hielt, offen gestanden, nicht viel von dieser Arbeit. Nicht, daß sie den wissenschaftlichen Fähigkeiten ihres Mannes mißtraut hätte; aber sie war zu jung und zu sehr Weib, um verstehen zu können, wie ein Mensch sein ganzes Sinnen und Trachten auf trockene Begriffe wie Phanerogamen und Quirl- ständigkeit richtete. Und Professor Engasser badete sich geradezu in solchen Fachausdrücken. Diese „Arbeit" nahm ihr den Mann weg, auf den sie ein Anrecht hatte. Sie paßten überhaupt nicht recht zusammen. Der Gymnasiialprofessor außer Dienst Gottlieb Engasser war fünfundfünfzig, sie siebenundzwanzig Jahre. Er hatte sich nach einer geringfügigen Meinungsverschiedenheit mit seinem Direktor vorzeitig in den Ruhestand versetzen lassen und litt im stillen unter dieser Voreiligkeit. Diesen und noch manche anderen Streiche hatten ihm seine Nerven gespielt, die nicht die besten waren. Außerdem schlug er sich zuzeiten mit Minderwertigkeitsgefühlen herum, obgleich ein tatsächlicher Anlaß nicht oorlag. Darum die „Flora des Bayerischen Waldes", mit welchem Buch er den Beweis der Tüchtigkeit vor sich selbst und der Kollegenschaft zu erbringen gedachte. Sie gingen einsilbig dem Dorfe zu. Engasser über ein Problem nachgrübelnd und in lässiger Haltung, Viktoria straff und offenen Gesichts, das für alles Naturschöne empfänglich war. Die Engasser-Villa lag auf einem Hang außerhalb des Ortes. Sie war kein Neubau, sondern der Professor hatte, als er vor einem halben Jahr aus der Stadt hierherzog, ein altes Bauernhaus erstanden und dieses mit viel Kosten und Umständen umbauen lassen. Das fertige Haus war von außen sehr nett und ganz dem Stil der Gegend angepaßt. Aber innen war es unleugbar ein bißchen vermurkst, die Zimmer zu niedrig und zu klein, kurz, eine Quelle stetigen Aergers. Der Maurermeister schob die Schuld auf den Professor, der ihm fortwährend dreingeredet habe; der Professor seinerseits schalt den Baumeister einen Patzer, wie er nur in Schellenberg zu finden sei. Das Ehepaar aß stumm, was die alte Köchin Emerenz auftrug. Der Professor liebte während des Essens keine Gespräche. Er war unwillig, weil das Mundtuch im falschen Serviettenring steckte, woran natürlich Vicki sckuld war. Aber er beanstandete es nicht, weil er sich noch immer mit dem alten Gesner herumschlug. Nach dem Essen schaltete Frau Engasser das Radio ein und freute sich auf die schone Stimme Giglis. „Nimm doch etwas Rücksicht auf meine Nerven, Vicki! Du weißt, ich kann mich bei Musik nicht konzentrieren", sagte der Professor ungeduldig. „Willst du mir verraten, was ich sonst tun soll?" erwiderte sie gereizt und zog den Stecker aus der Dose. „Ich habe dir schon oft gesagt: Nimm ein gutes Buch und lies!" „Mit deinem ewigen Lesen! Nimm ein Buch, geh spazieren, kümmere dich um die Wirtschaft — das sind so deine Rezepte gegen die Langeweile. Gelesen habe ich nun genug, spazieren gehe ich auch jeden Tag, und den Haushalt besorgt die Emerenz und läßt sich nicht dreinreden. Also, was soll ich?" entgegnete sie heftig und schluckte an Tränen. Dann setzte sie sich bockig ans, Fenster. In der letzten Zeit gab es öfters solche Zerwürfnisse. An manchen Tagen überfiel sie die Sinnlosigkeit ihres Daseins so stark, daß sie meinen mußte. Keine Geselligkeit, kein Verkehr in diesem verschlafenen Nest, keine Kinder, kein Mann — ja, was soll ich denn bloß anfangen? dachte sie erbittert. Arbeit? Wo denn, bitte? „Ich gehe jetzt wieder ins Schloß, Vicki. Immer noch böse? Du bist doch meine kleine, gescheite Frau! Wenn ich mit meinem Werk fertig bin, kann ich mich dir auch wieder mehr widmen." „Dieses schreckliche Buch wird ja- nie fertig", erwiderte sie traurig. „Doch. Bald. Du mußt nur noch ein bißchen Geduld haben." „Versprichst du mir, daß wir dann wieder in die Stadt ziehen, Gottlieb?" „Wenn dir so viel daran liegt, meinetwegen. Aber nun adieu, liebes Kind!" „Halt! Was willst du denn zum Abendbrot?" „Abendbrot? Ach so. Na, irgend etwas. Ueberlaffe das nur der Emerenz! Verzeih, ich habe es eilig!" Fort war er. Viktoria Engasser seufzte. Abendessen war nicht wichtig, aber wenn man seinen Geschmack nicht erriet, nörgelte er. Sie waren nun anderthalb Jahre verheiratet. Viktoria hatte ihren Mann, der schon damals mit feinen Nerven zu tun hatte, als Krankenpflegerin kennengelernt und ihn auf feiner Erholungsreise begleitet. Als der Professor um ihre Hand anhielt, hatten ihre Verwandten gedrängt und in sie hineingeredet, bis sie selöst nicht mehr wußte, was das Rechte war. Im Anfang ging alles gut. Dann kam diese übereilte Pensionierung. Mit der fing es an. Engasser war über die Maßen empfindlich und leicht gekränkt; er hatte einen harmlosen Satz feines Vorgesetzten falsch aufgefaßt und wollte später nichts mehr rückgängig machen. Sein großes Vermögen erlaubte ihm diese Halsstarrigkeit. Und dann waren sie nach Schellenberg gezogen, weil der Professor sich viel von dem rauheren Klima versprach und hier botanisieren wollte. Aber anstatt besser wurde es schlimmer mit ihm. Er wurde mehr denn je nervös, fahrig und aufbrausend, und es war ein schwacher Trost, daß ihn sein Benehmen hinterher reute. Draußen ging der Postbote Ameiser vorüber. Er brachte die Zeitung und trug eine neue Dienstmütze, wie Viktoria mit Verwunderung feststellte. Sie lachte plötzlich hellauf. Da hast du das ganze Kaff! dachte sie belustigt. Eine neue Mütze ist hier schon ein Ereignis! Dann stahl sich der nächste Gedanke in ihr Hirn: Ich hätte Gottlieb nicht heiraten dürfen! Ich bin selber schuld an allem. Aber weil ihr dieser Einfall irgendwie ungehörig erschien, wies sie ihn rasch von sich. Fortsetzung folgt. bis 22 Uhr auf der Geschäftsstelle der Ortsgruppe, Frankfurter Straße 29 H Wer seinen Beitrag nicht rechtzeitig entrichtet, wird bei der Hilfskasse in München abgemeldet und hat sich daraus entstehende Folgen selbst zuzuschreiben. Oornotuen. Tageskalender für Montag. Ortsgruppe Gießen-Nord der NSDAP.: 20.30 Uhr echulungsabend im „Frankfurter Hof", Lindengasse. — Gloria-Palast, Seltersweg: „Die göttliche Jette". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Grenzpolizei Texas". ** Silberne Hochzeit. Die Eheleute Karl Moos und Frau Minna,, geb. Thöt, wohnhaft Günthersgraben 13, feiern am Dienstag das Fest der silbernen Hochzeit. Oberst von Bartenwerffer f. LPD. Marburg, 30. Mai. Im Alter von 68 Jahren ist der hier im Ruhestand lebende Oberst a. D Erich von Bartenwerffer einem Herzschlag erlegen. Der in Krieg und Frieden hochverdiente Offizier wurde als Major des Infanterie- Regiments 44 zu Kriegsbeginn bei Gumbinnen schwer verwundet. Nach seiner Wiederherstellung wurde er Kommandeur des RJR. 232, das er drei Zahre hindurch in ruhmreichen Kämpfen führte. Nach Kriegsende hatte Oberst von Bartenwerffer noch die Führung eines Infanterie-Regiments im oberschlesischen Grenzschutz inne. XunDftinrproflramm Dienstag, 1. Juni. 6 Uhr: Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. 8.10: Gymnastik. 8.30: Musik am Morgen. 10: Schulfunk. 11.30: Sportfunk für die Jugend. 11.45: Deutsche Scholle. 12: Mittagskonzert. 13: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). Offene Stellen. 13.15: Mittagskonzert. 14: Nachrichten. 14.10: Oeffne dein Herz der Musik. 15.15: Was die Vögel saaen. 15.30: Volk und Wirtschaft. 16: Virtuose Unterhaltungsmusik. Als Einlage (17): Der Staat und seine Kinder. Funkbericht zum Reichstreffen des Reichsbundes der Kinderreichen. 18: Sozialdienst. 18.30: Kammermusik. 19: Von der Feste Ehrenbreitstein: Froher Feierabend. 19.45: Der Zeitfunk bringt den Tagesspiegel. 20: Nachrichten. 20.10: Musik der Völker. 22: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). Grenzecho. 22.30: Unterhaltung und Tanz. 24 bis 2: Nachtkonzert. SJL-^poit Oberalffer endgültig Gruppensieger. Die letzten Handball-Meisterschaftsspiele in Gruppe 1. Am Sonntag fiel die letzte Entscheidung der Grup- ven-Endspiele um die Deutsche Handball-Meisterschaft der Männer. In Gruppe 1 standen die letzten Spiele noch aus. Oberalster Hamburg stand praktisch bereits als Gruppensieger fest, denn die Hamburger hätten ihr letztes Spiel in Königsberg verlieren und DBP. Berlin sein Treffen gegen Bettenhausen mit einem unwahrscheinlich hohen Torverhältnis gewinnen müssen, damit die Berliner noch für den Gruppensieg in Frage kämen. Die Entscheidung am (Sonntag fiel erwartungsgemäß zu Gunsten von Oberalster Hamburg. Die Norddeutschen weilten in Königsberg zu Gast und schlugen VfL. Königsberg mit 11:8 (5:3) Toren. Zu einem nur knappen 9:8- (4:1-) Sieg kam der brandenburgische Meister in Berlin gegen Tuspo Dettenhausen. Allerdings waren die Berliner ersatzgeschwächt, spielte doch Herrmann in Kassel im Länderspiel gegen Ungarn mit. Nachdem DBV. bei Halbheit mit 4:1 noch klar in Front gelegen hatte, mußten die Berliner ihre Gäste nach dem Wechsel bis auf 8:9 herankommen lassen. Tabelle der Gruppe 1. Spiele Gew. Oberalster Hamburg 6 5 —DBV. Berlin 6 4 VfL. Königsberg 6 2 Tuspo Dettenhausen 6 0 Unentsch. Verl. 1 0 1 1 0 4 0 6 Pkte. 11:1 9:3 4:8 0:12 Oie vier Gruppensieger zur Frauen-Handball-Meisterschast. Nachdem am Samstag in Forst, Mannheim, Magdeburg und Bielefeld die Gaugruppen-Turniere um die Deutsche Handball-Meisterschaft der Frauen mit den Vorrundenspielen begonnen hatten, wurden die Endkämpfe um den Gruppensieg und damit den Eintritt in die Endrunde am 26. und 27. Juni am Sonntag ausgetragen. Mit Ausnahme der Gruppe 3 gab es überall die erwarteten Eraebnisse. In Forst setzte sich der brandenburgische Gau- meister TiB. Berlin erfolgreich durch, in Mannheim war dem V f R. M a n n h e i m der Gruppensieg nicht zu nehmen, und auch in Bielefeld endete mit Tbd. Eimsbüttel die favorisierte Mannschaft auf dem ersten Platz. Nicht ganz programmäßig verliefen dagegen die Spiele in Magdeburg, wo Eintracht Frankfurt und der Magdeburger Frauen SC. als die Endspielerinnen betrachtet wurden. Statt dessen setzte sich S t a h l u n i o n Düsseldorf am Samstag gegen die Eintracht- Frauen durch und schlug am Sonntag auch den Magdeburger SC. einwandfrei. Henner Henkel französicher Tennismeister. Bei den französischen Tennismeisterschaften in Paris fielen am Sonntagnachmittag die Entscheidungen im Männer- und Fraueneinzel. Unser einziger Vertreter HennerHenkel rechtfertigte das in ihn gesetzte Vertrauen voll und ganz; er vertrat den vorjährigen Meister Gottfried von Cramm ausgezeichnet und holte sich durch einen überraschend glatten 6:1-, 6:4-, 6:3-Erfolg über den spielstarken Engländer „Bunny" Austin den Meistertitel. Bei den Frauen kam es im Endspiel zu einer erneuten Begegnung zwischen den Spitzenspielerinnen von Dänemark und Frankreich, Mathieu und Sperling. Die Dänin zeigte sich wie in den meisten Fällen auch diesmal ihrer Rivalin überlegen und siegte ebenfalls eindeutig mit 6:2, 6:4. tieberlcgener deutscher Handball-Sieg. Deutschland — Ungarn in Kassel 20:5 (12:3). Im sechsten Handball-Länderkampf standen sich am Sonntag in Kassel die National-Mannschaften von Deutschland und Ungarn gegenüber. Das Spiel, das vor rund 20 000 Zuschauern in der Hessen- Kampfbahn ausgetragen wurde, endete mit einem überlegenen 20:5- (12:3-) Erfolg der deutschen Elf. Dem Berliner Schiedsrichter R o a g e stellten sich die Mannschaften in folgender Aufstellung: Deutschland: Tor: Bocke! (Wiesbaden); Der- teiDiger: Bandholz II (Gießen), Dietz (Kassel); (Läufer: Keiter (Berlin), Brinkmann (Düsseldorf), Wiese (Kassel); Sturm: Roß I (Minden), Herr- mann (Berlin), Kritzokat (Hannover), Baumann (Berlin), Roß II (Minden). Ungarn: Tor: Maths; Verteidiger: Benkoe, Benda; Läufer: Kutasi, Rcrkosi, Koppany; Sturm: Tziraki, Szomori, Koltai, Salgo, Fodor. Spielverlauf. Der Beginn des Kampfes war sehr überraschend, fanden sich doch die Ungarn schneller zusammen als ihre Gegner, und noch vor Ablauf der erste Minute stand es 1:0 für die Magyaren durch einen von Salgo verwandelten Freiwurf. Aber schon in der folgenden Minute fiel der Ausgleich durch Baumann. Im Gegenstoß setzten sich die Ungarn abermals durch; ein Freiwurf von Koltai brachte die Gäste wieder in Front. Diese beiden Tore kamen auf das Konto der deutschen Hintermannschaft, die zunächst sehr unsicher war und sich erst nach etwa zehn TH nuten fand. Ueber die Läuferreihe hinweg kam bann auch mehr Zusammenhang in den Sturm, der bald entschlossener operierte und sich auch durchsetzte. In der 5. Minute war es Mittelläufer Brinkmann, der den Ausgleich von 2:2 erzielte. Böckel im deutschen Tor hatte anschließend einige schwierige Sachen zu meistem, dann lief wieder die Kombination unserer Fünferreihe und in der 7. Minute brachte Herrmann zum erstenmal die deutsche Elf mit 3:2 in Führung. Baumann erhöhte eine Minute später auf 4:2, und ein schönes Zusammenspiel unseres Sturmes schloß Roß II nach wunderbarer Täuschung des gegnerischen Torhüters mit einem fünften Treffer ab. Die deutsche Mannschaft wurde jetzt eindeutig überlegen und hatte das Spiel jederzeit in der Hand. Kritzokat brachte das Ergebnis auf 6:2, aber in der 15. Minute verwandelte Salgo einen Freiwurf zum dritten ungarischen Treffer. Brinkmann, Herrmann, Baumann, Kritzokat, Roß I und nochmals Roß I erhöhten dann in regelmäßigen Abständen bis zum Halbzeitstande von 12:3. Nach der Pause gab es zunächst wechselnde Angriffe und Freiwürje, die aber von beiden Seiten nicht verwandelt wurden. Dann kam Deutschland zum 13. Tor und Roß II verwandelte kurz darauf den 14. Treffer, der gleichzeitig das 100. Tor gegen Ungarn überhaupt darstellte. Erst nach dem Stande von 18:3 (Baumann, Roß I, Herrmann und nochmals Herrmann zeichneten dafür verantwortlich) kamen die Gäste zu zwei Gegentreffern durch Fodor und Koltai. Bis zum Schlußpfiff brachte es die erbittert kämpfende deutsche Elf noch fertig, das 19. (Kritzokat) und 20. Tor (Herrmann) einzuwerfen, so daß sich bas Endergebnis auf 20:5 stellte. Deutsche Achtlueisterschasten in Hamburg. Zur Endrunde auf Degen zahlten 12 Fechter. Das hatte, trotzdem nur auf drei Treffer gefochten wurde und die Meldeapparate jeden Treffer schnell feststellten, zur Folge, daß sich die Kämpfe noch länger ausdehnten als am Vortage beim 5Iorens Turnier. Erst kurz vor Mitternacht fiel der letzte Treffer. Beim Degenfechten zeigten sich die Berliner Fechter allen anderen weit überlegen. Die Hälfte der Endrundenteilnehmer kam aus dem Gau 111. Wenn auch der Meistertitel nach Suddeutschland fiel — Ublmann (Ulm) war der Glückliche, Deutscher Meister von 1937/38 zu werden — so vereinigten die nächsten sechs Plätze alle Branden- ^^D^/ Favorit Serben (Berlin) hatte das Pech, in einem feiner ersten Treffen gegen ben olympischen Fünfkampfsieger, Hauptmann Hendrick (Luftwaffe), 3:1 zu unterliegen. Hauptmann Handrick schlug auch SS-Untersturmführer Kretzmann 3:2. Da auch Rosenbauer (Frankfurt aJDU Uhlmann (Wm), Polizeioberleutnant Miersch, May (Berlin!, SS- Obersturmführer Schröder und Hauptmann Handrick selbst Niederlagen hatten lag die Spitzengruppe in verhältnismäßig großer Zahl dicht beisammen. Kretschmann verlor gegen Miersch auch„das zwette Gefecht, und als der Kampf gegen feinen Kameraden Schröder unentschieden ousging, mutzte er die Hoffnung auf den Titel aufgeben. Uhlmann hatte durch feinen Sieg über Kretschmann einen feiner gefährlichsten Gegner hinter sich gebracht. May nahm durch den Sieg über Serben diesem die Möglichkeit, ben Enbsieg dcwonzutraaen. Uhlmann hatte als einer der ersten feine Kämpfe erledigt und ttotz seiner drei Niederlagen von Handrick, Lerdon und Schräder immer noch Aussicht, Meister zu werden. Das hing ganz von dem Ausgang der weiteren Kämpfe, besonders von dem Treffer May-Miersch ab. Gerade dieses war das letzte Treffen des Tages. Gewann Miersch, bann hatte er die Möglichkeit, über einen Stichkampf mit Uhlmann Meister zu werben. Verlor er, mußte er sich mit einem der Plätze im letzten Drittel begnügen und dem Ulmer war der Titel sicher. May konnte lediglich feinen Platz verbessern. In diesem Kampf holte sich May schnell einen sicheren Vorsprung. Zwei Treffer fielen in kurzer Folge, dann setzte der Apparat aus, ausgerechnet beim letzten Treffer, der die Entscheidung bringen sollte. Nach Behebung des Apparatfehlers saß bald der Treffer, der May den Sieg brachte, Miersch die Aussicht auf ben Titel nahm und Uhlmann zum deutschen Meister auf Degen werden ließ. Ergebnisse: 1. Deutscher Meister Uhlmann (Ulm) 8 Siege, 21 erhaltene Treffer (16 Punkte); 2. Lerdon (Berlin) 7 Siege, 1 Unteittsch., 16 erh. Treffer (15 P.); 3. Kretschmann (Berlin) 7 Siege, 17 erh. Treffer (15 P.); 4. Schröder (Berlin) 7 Siege, 1 Unentsch., 19 erh. Tr. (15 P.); 5. Hauptmann Handrick, 7 S., 20 erh. Tr (14 P.); 6. May (Berlin) 7 S., 21 erh. Tr. (14 P.); 7. Rosenbauer (Frankfurt a. M.) 7 S., 23 erh. Tr. (14 P.); 8. Polizeioberleutnant Miersch 7 S., 24 erh. Tr. (14 P.); 9. Kaldschmidt (Dresden) 2 S., 29 erh. Tr. (5 P.); 10. Adam (Frankfurt a. M.) 2 S., 29 erh. Tr. (4 P.); 11. Jewanowski (Frankfurt a. M. 1 S., 29 erh. Tr. (2 P.); 12. Schlösser (Saarbrücken) 1 S., 31 erh. Tr., (2 P.). Oslob-Leipzig deutsche Fechtmeisterin In der Endrunde der Fechterinnen hatten sich Oslob (Leipzig), von Wachter (München), Schöne (Chemnitz) und Melichar (Dresden) am Samstag bald die Führung erkämpft. Oslob verlor ihr erstes Gefecht gegen (schöne knapp 4:5, setzte sich bann aber gegen von Wachter mit 5:0 durch. Schone unterlag gegen Mejer-München 0:5. Wechselooll verlief die ganze erste Turnierhälfte, bis dann Melichar und Schone durch weitere Niederlagen zurückfielen. Carneim (Köln) fand sich erst am Schluß des Turmers und gewann die beiden letzten Gefechte. Oslob (Leipzig) hatte schwer zu kämpfen und errang den Titel schließlich erst im buchstäblich letzten Gefecht gegen die hervorragende Frankfurterin Jakob. Oslob ging schnell in Führung und verließ auch mit einem erhaltenen Treffer den Wechsel. Jakob gab keinesfalls auf, schaffte auch durch einen Zustoß den Ausgleich. Durch einen etwas unklaren Treffer schaffte sich Oslob wieder in Front, aber Frl. Jakob sorgte noch einmal für den Ausgleich. Endlich gelang es dann der Leipzigerin, den fiegbringenben Treffer zu erzielen. Ergebnis: 1. und deutsche Florettmeisterin Oslob (Leipzig) 8 Siege, 23 Treffer; 2 von Wachter (München 7 S., 23 Tr.; 3. Deutzer (Offenbach) 6 S., 29 Tr.; 4. Jakob (Frankfurt a. TI.) 5 S., 36 Tr.; 5. Schone (Chemnitz) 5 S., 33 Tr.; 6. Hejer (Köln) 4 S., 34 Tr.; 7. Melichar (Dresden) 4 S., 37 Tr.; 8. Reimers (Berlin) 3 S., 36 Tr.; 9. Carneim (Köln) 2 S., 41 Tr.; 10. Tiefer (München) 1 S. 40 Tr. „Großer Tounuspreis", 118km Mang-Frankfurt vor Gruber-Auheim. Zum sechsten Male kam am Sonntag bei drückender Hitze mit dem „Großen Taunuspreis" über 118 Kilometer eines der großen Straßenradrennen des Gaues Südwest zum Austrag. Der Frankfurter Mang, einer der Besten des Südwest-Gaues, siegte nach einer Fahrzeit von 4:02,15 vor Gruber (Auheim) und Karner (Frankfurt) im Spurt' Der Wiesbadener Arndt, der beim letzten Anstieg zum Sandplacken ganz hervorragend gefahren war, fiel in der Ebene kurz vor dem Ziel zurück und belegte nur ben vierten Platz. Ergebnisse. Großer Taunuspreis, 118 km (A- und 8-Klasse): 1. Hermann Mang (Frankfurt), 4:02,15; 2. Gruber (Auheim), 3 Lg.; 3. Karner (Frankfurt), bicht auf; 4. Arndt (Wiesbaden), 4:04,30; 5. Feuerbach (Frankfurt), 4:09,25; 6. Beniner (Frankfurt); 7. Rehmer (Frankfurt); 8. Lindemann (Hanau); 9. Zinndorf (Hanau), alle dicht auf; 10. Roth (Frankfurt, 4:14,30. — C-Klasse: 1. Karl Klemenz (Bürgel), 4:25,15; 2. Hammer (Worms); 3. Traudes (Wiesbaden); 4. Bach (Wiesbaden); 5. Schmidt (Wiesbaden); 6. Kühling (Frankfurt a. TI.), alle dicht auf. Heuer Seaelfluq-Weltrewrd. Dem Segelflug-Hauptlehrer des NSFK. Ernst I a ch t m a n n ist es gelungen, den bisher von Kurt Schmidt gehaltenen Segelflugdauer-Weltrekord von etwas über 36 Stunben zu überbieten. Ernst Jachtmann startete am 27. Mai um 10.45 Uhr am Roten Kliff auf Sylt und landete am 29. Mai um 3.40 Uhr; er blieb also 40 Stunden und 55 Minuten in der Luft. Der Flug wurde auf einem Grunau- Baby II ausgeführt. Wirtschaft. Fwd. HV. AdamOpelAG., Rüsselsheim a m M a i n. In der HV. der Adam Opel AG. wurde die Bilanz und die Gewinn- und Verlustrechnung für 1936 genehmigt. Die Verteilung des Reingewinns von 22,11 (19,78) Mill. RM. erfolgt wie vorge- fchlagen: Zuführung von 13 (9) Mill. RM. an die Sonderrücklage, Bereitstellung von 3,7 Mill. RM. für eine Jubiläums- und Wohlfahrtsrücklage, wieder 6 v. H. Dividende. Rhein-Mainische Börse. Fest. Frankfurt a. M., 29. Mai. Auch die letzte Börse dieser Woche verkehrte am Aktienmarkt in fester Haltung und brachte bei verhältnismäßig lebhaften Umsätzen durchschnittliche Erhöhungen von 0,50 d. H. Kleinen Glattstellungen des Handels standen etwas größere Kaufaufträge der Kundschaft gegenüber. Montanwerte lagen im ganzen etwas ruhiger, doch stellten sich weitere Befestigungen von 0,50 v. H. ein. Lebhafteres Geschäft hatten erneut Motorenwerte, voran im Freiverkehr Adlerwerke Kleyer mit 114,50 bis 115 (114,25), auch Daimler mit 142,50 (146,75 incl. Dividende) wurden in größeren Beträgen umgesetzt. Zellstoffwerte wurden von dem WaDhof-Abschluß mit 7 (6) v. H. Dividende günstig beeinflußt, Waldhof selbst 162,25 (161,25), Aschaffenburger 141,25 (140). Von chemischen Werten stiegen Rütgerswerke auf 156,50 (155,25), Deutsche Erdöl auf 158,75 (158), Farbenindustrie lagen mit 165,65 behauptet, ebenso Scheideanstalt mit 262. Elektroaktien bei ruhigen Umsätzen wenig verändert, nur Siemens fest mit 217,50 (216), dagegen RWE. 128 (128,75). Fest lagen noch Kunstseide Bemberg mit 122 (120,75), ferner AG. für Verkehr mit 127,75 (127). Maschinenaktien lagen bis 0,50 höher, ebenso Westdeutsche Kaufhof mit 63,50 und Reichsbank mit 213,25 bis 214,50. Der Rentenmarkt blieb sehr ruhig. Kommu- nal-Umschuldung waren zu 94,15 (94,10) gefragt, während Altbesitzanleihe auf 126,40 (126,50) ab- bröcfelten. Wiederaufbauzuschläge wurden mit 79,75 (79,65) umgesetzt und Rheinische Städte-Altbesitz mit uno. 130. Im Verlaufe wurde das Geschäft ruh. ,er, zum Teil bröckelten am Aktienmarkt die Kurse auf Wochenschlußrealisationen um Bruchteile eines Prozentes ab. Hoher gesucht wurden die anfangs stark vernachlässigten IG. Farben mit 166,25 nach 165,65. Fest blieben außerdem Bemberg mit 123,75 nach 122, Conti Gummi mit 191,50 nach 190,50 (189,75), Moenus Maschinen kamen mit 122 (125 incl. Dividende) zur Notiz. Adlerwerke Kleyer konnten sich auf dem höchsten Stand von 115 v. H. behaupten. Renten lagen auch später sehr still, 0,13 v. H. hoher lagen Reichsbahn-Vorzugsaktien mit 125,50. Liquidationspfandbriefe waren weiter angeboten und 0,13 bis 0,25 v. H. schwächer. Goldpfandbriefe und Kommunal-Obligationen blieben unverändert, ebenso die meisten Stadtanleihen. Niedriger notierten Mainzer mit 97,50 (97,75) und 4,50 v. H. Hanau mit 97,75 (98). Schweinemarkt in Alsfeld. * Alsfeld, 31. Mai. Auf dem heutigen Schweinemarkt waren 330 Ferkel, darunter 92 Händlerschweine, aufgetrieben. Es kosteten 6 bis 8 Wochen alte Tiere 17 bis 21 Mark, 8 bis 10 Wochen alte 21 bis 26 Mark, Läufer 30 Mark pro Stück. Der Handel war schleppend, es verblieb ein Ueberftanb von 170 Stück. Panaritium 855 Pantoffelblume wird zum Waschen je nach Beschaffenheit des Stoffes, falt oder lauwarm benutzt. Panaritium, „Nagelgeschwür", eitrige Entzündung an den Fin- Sern, auch Fingerwurm oder lmlaus genannt. Entsteht oft aus einer ganz kleinen Verletzung (z. B. aus einer Wunde beim Maniküren, durch einge- stotzene Fremdkörper wie Holzsplitter. Rosendorn u. A.), durch welche Eitererreger einbrrngen. Der Finger wird rot. geschwollen, beiß und sehr schmerzhaft. (To- venoer, klopfender Schmerz). Meist sind die Lymphstrünge und Lymphdrüsen mitbeteiligt. Möglichst frühzeitig den Arzt aufsuchen. denn ein vernachlässigtes P ist nicht nur außerordentlich schmerzyaft. sondern wegen der Gefahr des Weiterkriechens der Eiterung sehr gefährlich. Wenn nicht rechtzeitige ärztliche Behandlung einsetzt, kann der Finger steif werden oder ganz verloren gehen. Im Anfang der Entzündung helfen oft noch Salbenverbände und Alkoholumschläge, bat sich aber bereits Eiter gebildet, so hilft nur mehr ein vom Arzt ausgeführter Schnitt, wodurch mit einem Male auch die unerträglichen Schmerzen auf- hären. Naneelbrett, von franz. Paneel, hölzerne Wandbekleidung, ein beute kaum mehr übliches Wandbrett über dem Sofa, auf dem meist Nippsachen, manchmal auch Bücher aufgestellt werden. Panieren, von lat. panis. Brot. Fleisch vor dem Braten in Ei wälzen und hierauf in Paniermehl (Semmelbrösel, geriebenen Semmeln oder Wei^enbrot), wodurch sich beim Braten eine schmackhafte Kruste bildet und Das Fleisch saftiger bleibt. Panik, Zustand der Furcht oder des Entsetzens, von benr manchmal grunblos, eine Menschenmenge ergriffen wird, woburch es zu furchtbaren Unfällen kommen kann. Das einzige Mittel bagegen ist Selbstbeherrschung, damit man die lloerlegung dessen, was notwendig ist, behält. Pankreas = Bauchspeicheldrüse, siehe diese. Panne, Pannesamt, plüschartiges Stoffgewebe evtl, mit eingewebten Blumen. Panoptikum, griech. Bedeutung Schau von allem. Wachsfigurenkabinett, in dem bekannte Persönlichkeiten lebensgroß bärge» stellt sinb. Panorama, griech. so viel wie Runbsicht. Runbblick. Pantinen, aus bem Französischen hergeleitetes Wort für Holzpantoffeln. Pantoffel, aus bem italienischen starnrnenbe Bezeichnung für einen leichten Halbschuh ohne Hinterleber. ber im Hause getragen wird. Neuerbings für jebe Art von Hausschuhen, auch solche aus festerem Leber, üblich. Pantoffeltragen entspannt ben Fuß, namentlich bei Frauen, Die sonst hohe Absätze tragen. Stänbig in Pantoffeln gehen beeinträchtigt jeboch Die Form Des Fußes. Pantoffelblume, Calceolaria. Als Topfblume werben große Einen schönen Käfig für den Papagei. Er soll sich doch Darin wohlfühlen. Und ob das nun der bunte Kakadu, Sittich oder der graue Jako ist — immer gibt es bei Häuser auch Den richtigen Käfig Dafür. Ebenso kaufen Sie auch alle anberen Vogelkäfige preiswert bei J. B. Häuser, Gießen, am Osroalbsgarfen, Fernsprecher 2145/2146. Hier abschneiden! I Berlin im Zeichen -es Avus-Rennens. 350000 Menschen auf der Avus. - Hermann Langs neuester Sieg. Ganz Berlin stand am gestrigen Sonntag im Zeichen des Avusrennens, das unter großartigen äußeren Bedingungen vonstatten ging. Bei prachtvollem Sommerwetter brachten die Berkehrsmittel schon am Vormittag Tausende und Abertausende von Zuschauern heran, und als um 13 Uhr gestartet wurde, dürften rund 350 000 Berlins Auto-Versuchs- und Prüfstrecke in ihrer ganzen Länge von 19,286 Kilometer umsäumt haben. Nach zweijähriger Pause wurde auf der Avus wieder ein Rennen gefahren, das diesmal seine besondere Sensation hatte: die für derartige Rennen unzulänglich gewordene Nordschleife präsentierte sich völlig umgebaut als Steilkurve, wie man sie nur von wenigen Automobil-Rennbahnen her kennt. Sie Ouvertüre der Motorräder. Ein Böllerschuß war das Zeichen zum Start der 350er-Maschinen, denen drei Minuten später die 22 Fahrer der Viertelliterklasse folgten. Einen über alle drei Runden überaus packenden Kampf um die Führung gab es in der sechsköpfigen Spitzengruppe der „Blauen". Fleischmann und Hentze auf NSU.; Richnow auf Rudge, May auf Velocette, Hamelehle auf Norton und der eine der 250er fahrende Kluge auf DKW. lagen stets dicht beisammen. Fleischmann (31511.) behauptete jedoch zum Schluß immer seinen kleinen Vorsprung, der nicht einmal 50 Meter betrug, und gewann mit nur 7/io Sekungen Vorteil vor Richnow, Kluge, Hentze und May, die im Ziel ebenfalls nur Sekundenbruchteile auseinanderlagen. Walfried Winkler immer schneller. Die große Ueberraschung gab es im Rennen der „kleinen" (bis 250 ccm), in dem der mehrfache Weltrekordmann Walfried Winkler auf seiner DKW. eine Klasse für sich war und schließlich bei einer Zeit von 22:16,1 für die 58,4 Kilometer mit 157,3 km/st eine noch um 6 Kilometer höhere Durchschnittsgeschwindigkeit erzielte, als Fleischmann mit der stärkeren Maschine. Das Rennen gestaltete sich überhaupt zu einem durchschlagenden Erfolg für die kleine DKW., acht Fahrer auf dieser deutschen Maschine belegten die ersten Plätze. Erst an neunter Stelle landete der Wiener Novotny auf Puch. Gleich in der ersten Runde holte Winkler einen Riesenvorsprung heraus. Längst war er durch die steile Nord- kuroe gebraust — da kamen erst seine Verfolger, denen er auf der Gegengeraden schon wieder entgegenfuhr. Er gab sich aß er damit noch keineswegs zufrieden, er drehte in der zweiten Runde noch mehr auf, die er in 7:16,1 km/st beendete. - CH. Martin auf Era bei den kleinen Rennwagen in Front. Einen kleinen Vorgeschmack vom Kampf der donnernden Ungetüme bekam man anschließend im Rennen der U/2-Liter-Wagen über sieben Runden = 135,547 Kilometer. Elf Wagen — sämtlich ausländischen Fabrikats — wurden gestartet. Das Rennen war eigentlich nur ein Zweikampf zwischen dem von Beginn an führenden Engländer CH. Martin auf dem grünen Era-Wagen und dem Italiener Eortese auf Maserati. Schade, daß Cortese, der langsam etwas von seinem Rückstand aufholte und in der Schlußrunde nur 100 Meter hinter Martin lag, in der letzten Runde an der Südkurve — also etwa 10 Kilometer vor dem Ziel — zur Ausgabe gezwungen wurde. Damit war Martin ganz außer Gefahr, und $). Plate auf Maserati kam ,3um zweiten Platz vor seinem Markengefährten Teagno (Italien), der noch in der -letzten Runde an feinem Landsmann Uboldi oorbeigegangen war. Martins Sieg war durchaus verdient, er fuhr zugleich mit 5:51,2 = 197,6 km/st, die schnellste Runde dieses Rennens, als ihm Cortese schon dicht auf die Fersen gerückt war. Pechvogel Vjöruslad. Der Norweger Björnstad war der Pechvogel des Rennens. Zweimal kam er mit völlig zerfetzten Hinterradreifen an der Tribüne vorbei und mußte wechseln. Mit aller Energie wahrte er sich gegen eine Ueberrundung, bann erlitt er vor der Süd- kurve in der letzten Runde nochmals Reifenschaden und mußte das Rennen fast im Schritt als Sechster und Letzter beenden. Nicht besser erging es dem deutschen Maseratifahrer Gollin (Erfurt), der durch Reifendefekte schließlich ausschied, und auch Tröltzsch auf Bugatti erlebte das Ende des Rennen nicht mehr, während Graf Castelbarco mit feinem Tal- bot schon aus der ersten Runde nicht mehr zurückkehrte. Diesmal Ley vor Gall. Scharfer Zweikampf in der Motorrad halbliterklasfe. Das, Motorradrennen der Halbliterklasse bewies Der junge Stuttgarter Hermann Lang hat sich nunmehr endgültig in die Garde unserer besten Rennwagenfahrer eingereiht. Mit seinem triumphalen Siege in Tripolis zu Beginn der neuen Henn- zeit stieg er aus der Reihe der Unbekannten empor, und am letzten Maisonntag hat er auf der Welt schnellster Rennstrecke bewiesen, daß er den Erfolg von Tripolis nicht einem blinden Zufall verdankt^ sondern seiner meisterhaften Steuerkunst, seiner Kaltblütigkeit und vor allem seiner tiefen Kenntnis von den Geheimnissen des überempfindlichen Rennmotors. Auf der Avus war er am Sonntag wieder nicht &U schlagen. Mit über zwei Minuten Dorsprung jagte er seinen Mercedes-Benz mit einer Geschwindigkeit von 271,7 Stundenkilometer über die 154,8 Kilometer vor Ernst von Delius (Auto- Union), E. Hasse (Auto-Union) und Bernd Rose- meyer (Auto-Union) durchs Ziel. Nach einem prächtigen Ringen, in dem Caracciola als Spitzenreiter nach drei Runden wegen Kupplungsdefekt aufgeben mußte und der an zweiter Stelle liegende Bernd Rosemeyer durch Reifenschaden zurückgefallen war, fuhr er in großartigem Stil sein Rennen nach Hause. Allerdings waren diesmal die italienischen Alfa Romeo nicht mit ihrer stärksten Streitmacht zur Stelle. Die Italiener sind zur Zeit mit dem Bau eines neuen Grand-Prix-Wagens beschäftigt, Seaman (Mercedes-Benz) kam als Fünfter ein, Hartmann (Ungarn) folgte auf Maserati erst an 6. Stelle. Ein taktisches Meisterstück lieferte Caracciola im ersten V 0 rlauf. Während Rosemeyer und von Delius mit ihren Auto- Union an der Spitze ein recht forsches Tempo vorlegten, hielt er sich zunächst noch etwas zurück, um dann in der dritten Runde vorzustoßen. Er überholte Seaman (Mercedes-Benz) und wenig später von Delius, um dann eingangs der Nordkurve eine Runde später unter dem tosenden Jubel der Zuschauer auch an Rosemeyer vorbeizugehen. Nach dramatischem Kampf wurde Caracciola noch einmal von Rosemeyer bezwungen, doch in einem unerhörten Endspurt sicherte sich der Untertürkheimer auf der kurzen Strecke von der Nordkurve zum Ziel wieder den ersten Platz und behielt khn bis zum Ende, dicht gefolgt von Rosemeyer, von Delius und Seaman. Diese vier Fahrer gelangten in den Hauptlauf. Zehender (Mercedes-Benz) war nicht am Start erschienen. Ballestrero (Italien) auf Alfa Romeo endete mit zwei Runden Rückstand als Fünfter. Die schnellste Runde erzielte Bernd Rose- nur zu deutlich die Ueberlegenheit der BMW.^Ma- schinen, die schon im Training weit schneller gewesen waren als die DKW. Wie schon beim Eilen- rieberennen in Hannover zum Auftakt der neuen Rennzeit, fuhren die beiden Stallgefährten Otto Ley und Karl Gall das ganze Rennen dicht zusammen, abwechselnd lagen sie in Führung, und zum Schluß entspann sich ein erbittertes Gefecht um den Vorrang. Diesmal war Ley auf der Hut, er behauptete sich bis ins Ziel in Front und ließ sich nicht noch auf den letzten Metern abfangen, wie vor sechs Wochen in Hannover. Fast drei Minuten zurück landeten die DKW.-Fahrer Sunnqoist (Schweden), der Sieger von 1935, und Bodmer (Ebingen). Dann folgte der Oesterreicher Reigk vor dem Königsberger Knees auf NSU. Mansfeld, der große Favorit des DKW.-Stalles, fiel im Verlauf des Rennens mehr und mehr zurück und wurde schließlich nur Achter. meyer mit 276,4 Stundenkilometer, die auch die absolut schnellste des.Rennens blieb. Zweiter Sieg von Mercedes-Benz. Stand der erste Vorlauf im Zeichen des scharfen Ringens zwischen Rosemeyer und Caracciola, so brachte der zweite nicht weniger harte Kämpfe zwischen den drei Stromliniern von v. Brauchitsch, Lang (Mercedes-Benz) und Fagioli (Auto-Union). Die Entscheidung fiel in der fünften Runde, als Lang wegen Reifendefektes wechseln mußte und Fagioli mit klemmendem Schalthebel aufgab; von Brauchiksch, der nach zwei Runden her Schnellste gewesen war, übernahm erneut die Führung mit sicherem Vorsprung vor Hasse (Auto-Union) und Lang, der ständig Boden gewann. Lang fuhr mit 276,2 Stundenkilometer in der Schlußrunde die größte Geschwindigkeit, es reichte aber doch nur zum dritten Platz. Eine Runde zurück wurde Hartmann (Maserati) Vierter, zwei Runden zurück lag Soffietti (Italien, Maserati); von Brauchitsch' Zeit betrug 31:29,3 gleich 258,1 Stundenkilometer. Hasse ließ auf den letzten Kilometern den nachdrängenden Lang durch scharfes Linksfahren nicht vorbei. Korpsführer Hühnlein ordnete daher an, daß Lang im Endlauf den besseren Startplatz gegenüber Hasse erhielt. Wie Hermann Lang gewann. Seine zweite Großtat in dieser Rennzeit vollbrachte Hermann Lang am Sonntag auf der Avus. Schon von der ersten Runde an wurde im Endlauf ein ganz anderes Tempo vorgelegt, als vorher. Caracciola fetzte sich in Front vor Rosemeyer, Seaman und Lang, der aber gleich an Seaman vorbeiging. Caracciola sicherte sich einen klaren Vorsprung vor Europameister Rosemeyer, für den alle Aussichten schwanden, als er schon in der dritten Runde von einem^Reifendefekt betroffen wurde und an das Ende der deutschen Wagenkolonne zurückfiel. Nur Hartmann lag noch hinter ihm. Caracciola erfreute sich seiner Führung nur kurze Zeit, da ihn ebenfalls in der dritten Runde ein Kupplungsdefekt zum Ausscheiden zwang. Auf die gleiche Weise mußte von Brauchitsch schon nach etwa einem Kilometer die Waffen strecken. Nun raste Lang vor dem Felde einher, von Delius und Hasse folgten, weit zurück fuhr Rosemeyer als Vierter. Meisterhaft nahm vorne Lang Runde um Runde und erst gegen Schluß, als der Stuttgarter etwas vorsichtiger fuhr, um feinen nahen Sieg nicht zu gefährden, schob sich von Delius etwas heran. In der Tagesbestzeit von 35:30,40 Minuten mit 271,7 Stundenkilometer Dreimal Mercedes-Venz bei großen Rennwagen. Hermann Lang, der Sieger von Tripolis, auch auf der Avus nicht zu schlagen. siegte Lang vor von Delius, Haste und Rosemeyer. Seaman, der durch Reifenwechsel zurückgefallen war und mit Rosemeyer einen harten Kampf bestritt, unterlag schließlich doch dem Auto-Union- Fahrer und wurde Fünfter. Hartmann-Ungarn folgte mit zwei Runden Abstand. Die Siegerehrung. Jubelnd hoben Vie Stallgefährten den Sieger aus seinem Wagen und trugen ihn auf den Schultern über die Bahn. Unterhalb der am Siegesmast aufgezogenen Hakenkreuzflagge schmückte Korpsführer Hühnlein den tapferen L a n g mit dem Lorbeerkranz und sprach ihm seine Glückwünsche aus. Begeistert fielen die Zuschauer in das Deutschlandlied ein. Inzwischen hatte bereits Reichsminister Dr. Goebbels, der Schirmherr der Veranstaltung, feinen für den schnellsten ausländischen Fahrer gestifteten Ehrenpreis dem Engländer M a r - t i n übergeben. Zum Abschluß nahm der Korpsführer die Siegerehrung vor. Er überreichte dem Schnellsten der Rennwagen, Hermann Lang, seine wertvolle Bronce und dem Tagesbesten der Krafträder, Otto Ley, eine kostbare Schale. Mit einem Sieg-Heil auf den Führer und dem Horst-Wessel- Lied schloß das große sportliche Ereignis. Ergebnisse. Krafträder über 58,403 Kilometer, Klasse bis 250 ccm: 1. W. Winkler (Auto-Union) 22:16,1 Min = 157,3 km/st; 2. B. Petruschke (Auto-Union) 23:35,2 — 148,5 km/st; 3. Hans Häußler (DKW.) 24:19,0 = 144,05 km/st; 4. S. Wünsche (DKW.) 24:19,2 = 144,0 'km/st; 5. B. Sonntag (DKW.) 25:08,1 = 139,3 km/st; 6. G. Demandt (DKW.) 25:20,3 = 138,3 km/st. Klasse bis 350 ccm: 1. H. Fleischmann (NSU.) 23:08,4 = 151,3 km/st; 2. Hans Richnow (Rudge) 23:09,1 = 151,3 km/st; 3. E. Kluge, (DKW.) 23:09,2 = 151,2 km/st; 4. Will Hentze (NSU.) 23:09,4 = 151,2 km/st; 5. Arthur May (Velocette) 23:10,2 = 151,15 km/st. Klasse bis 500 ccm, 96,975 km: 1. Otto Ley-München (BMW.) 30:56,2 = 188 km/st; 2. Karl Gall-München (BMW.) 30:57,1 = 187,95 km/st; 3. R. Sunnqvist-Schweden (Auto- Union-DKW.) 33:34,6 = 174 km/st; 4. K. Bodmer- Ebingen (Auto-Union-DKW.). Rennwagen bis 1500 ccm (135,647 km): 1. Ch. Martin-England (Era) 42:13,0 = 192,6 km/st; 2. Plate-England (Maserati) 45:05,2 — 180,2 km/st; 3. E. Teagno-Jtalien (Maserati) 45:30,1 = 178,6 km/st; 4. L. Ubildi-Jtalien (Maserati) 45:47,4 — 177,6 km/st; 5. A. F. Hug-Schweiz (Bugatti) 47:15,1 = 172,0 km/st; 6. Basadonna- Jtalien (Maserati) 42:22,2, eine Runde zurück; 7. Björnstad-Norwegen (Era) 50:01,0 Min. Schnellste Runde: Ch. Martin-England in der 7. Runde 5:51,1 — 197,6 km/st. Große Rennwagen (Dorläufe über 7 Runden): 1. Vorlauf: 1. Caracciola (Mercedes-Benz) 32:29,6 Min. = 250,4 km/st; 2. Rosemeyer (Auto- Union) 32:30,0 = 250,4 km/st; 3. von Delius (Auto-Union) 32:37,4 = 249,5 km/st; 4. Seaman-- (Mercedes-Benz) 32:48,8 = 247,9 km/st. Schnellste Runde Rosemeyer (Auto-Union), 7. Runde 4:11,2 = 276 km/st. — 2. V 0 rlauf: 1. von Brauchitsch (Mercedes-Benz) 31:29,3 = 258,1 km/st; 2. Hasse (Auto-Union) 31:50,4 -- 255,3 km/st; 3. Lang (Mercedes-Benz) 31:51,0 — 255,3 km/st; 4. Hartmann-Ungarn (Maserati) 36:53,2, eine Runde zurück; 5. Soffietki-Jtalien (Maserati) 34:40,1, zwei Runden zurück. Sechs gestartet, fünf gewertet. Fagioli (Auto-Union) ausgeschieden. Endlauf, 154,832 km: 1. Hermann Lang- Stuttgart (Mercedes-Benz) 35:30,4 = 271,7 km/st; 2. Ernst von Delius-Berlin Auto-Union) 35:32,4 = 261,5 km/st; 3. E. Hasse- Berlin (Auto-Union) 36:06,4 = 257,4 km/st; 4. Bernd Rosemeyer-Berlin (Auto-Union) 36:37,0 — 253,9 km/st; 5. R. Seaman-England (Mercedes- Benz) 36:50,4 — 252,2 km/st; 6. Hartmann-Un- I garn (Maserati), zwei Runden zurück. Papagei 356 Papierwäsche getigerte und getuschte Sorten in bunten Farben gezogen. Sie sind einjährig und werden aus Aussaat gewonnen. Lieben kühlen Standort, da sonst Blattläuse; trockene Lust und heiße Sonne schädlich. — Ausdauernde Calceolarien, C.rugosa, sind kleinblütig und von gelber Farbe. Sie dienen in nicht zu heißen Lagen als Sommerbeet- und Valkonschrnuck. Diese Art kühl und frostfrei überwintern, durch Stecklinge vermehren, die durch Rückschnitt der Mutterpflanze nach der Blüte entstehen. Papagei, tropischer Klettervogel, der sehr alt wird sich leicht zähmen und zur Wiedergabe von Worten, Lauten und Melodien abrichten läßt. Man unterscheidet u. a. die bunten, lustigen Kakadus, die kleineren bunten Sittiche, die als Pärchen ihr ganzes Leben lang Zusammenhalten, und den aus Afrika stammenden Jako, einen sehr intelligenten Grau- papagei mit roten Schwanzfedern. Der Jako ist besonders gelehrig und sprachbegabt. Papageien dürfen nur Pflanzenkost erhalten, Sonnenblumensamen, Erdnüsse und Früchte, Sittiche auch Hirse. Der Käfig muß sehr sauber gehalten werden, und sowohl Sand wie reichlich Badewasser enthalten. Papageien verlangen nach Sonne und nach grünen Zweigen, um ihren Schnabel daran zu wetzen. Papageienaloe. s. Aloe. Papageienkrankheit ist eine auf den Menschen übertragbare infektiöse Erkrankung der Papageien. Die Krankheit verläuft dem Typhus ähnlich mit Magen- Darmerscheinungen. Fieber und oft mit einer Lungenentzündung. Ist für den Menschen sehr gefährlich, verläuft oft tödlich. Polizeiliche Anmeldung des Verdachtes auf P. ist Pflicht. Die Krankheit wird vor allem durch den Unfug besonders zärtlicher Papageienliebhaber übertragen, die die Tiere aus ihrem Munde fressen lasten. Papier aus Holzschliff, Stroh oder Lumpen hergestellte Blätter von verschiedener Größe und Farbe, die zum Schreiben, Zeichnen, Drucken, Löschen, Packen usw. verwendet werden. Zerknittertes Papier läßt sich zwischen feuchtem Fließpapier glätten. Unverbrennbar wird Papier, wenn man es in eine starke Alaunlösung taucht, wasterdicht durch Öl. Flecke entfernt man mit Radiergummi oder Tintengummi. Altpapier dem Händler übergeben, soweit es nicht zur Feuerung dient. Altpapier wird wieder zur Papier- und Pappe- fabrikation verwertet. Papierkanevas, regelmäßig durchlochter Karton zur Herstellung von Stickereien. Papiermache, Pappmache, Masse aus Papierbrei, Lein und Farbe, aus der Puppenköpfe und Eebrauchsgegenstände gepreßt werden. Diese dürfen nicht mit heißem Wasser gereinigt werden. Papierwäsche, Wäscheteile, meist Kragen aus Papier oder Papier- Färberei Braubach & Fischer Seltersweg 63 Wir reinigen und färben alles, womit Sie sich bekleiden oder Ihr Heim schmücken Verkäufe Gebrauchte, gut erhaltener GiosWer Lanz-Wern s/4, 3—4 Jahre im Betrieb, zu verkaufen. 3806O 5larl Scheid Langd b.Hungen Grobe 02745 Solzmlle i.Ballen gepreßt, für Verpackungsu.sonstige Zwecke billig z. verkauf. Chr. Wagner Holz- u. Kohlenhandlung Schillerstraße 19 Fernsvr. 2543 öeschättsdrucksachen Rechnungen Briefblätter Briefumschläge Postkarten Geschäftskarten bei Brühl. Schulstr.7 Kafsen- fchrank erst. Klasse, groß u. geräumig, für Behörd. geeign., sehr preiswert z. verkaufen. Schr. Ang. unt. 3773va.d.G.A. Staubsauger „Efi" für Gleichstrom, wegen Stromwechsel f. 25 Mk» abzugeb. Memeler Str. 4. Stragula Läufer y Teppiche £ lopetenhaus Kreiling Bahnhofstr. 29. 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W ernenn all 33, Telef. 3108 Mehr Freude an der Natur durch Bermühler-Büchör! 3800 A GLORlfl Heute Montag Erstaufführung Spielleitung: Erich Waschneck Grete Weiser der charmanten Chansonette des Films. Sie spielt ein urwüchsiges Berliner M ä.d e 1 mit kessem Mundwerk und goldenem Herzen Ihr Partner ist Victor de Kowa Im Beipropramm: „Räuber der Tiefe“ und „Neuyork“ Ufa-Ton-Woche u. a. die Katastr. des Zeppelin-Luftschiffes „Hindenburg“ in Lakehurst. Tgl. 4,6,8.30, Sonnt. 3,5.30,8.30 PQLftST Giesseof