lir. 504 Erstes Blatt 187. Jahrgang Donnerstag, 30. Dezember 1937 ir)d)etni tägltd), aufeei Sonntags und Feiertags ktlagen Dre Illustrierte Vieyener Familienjrlätter Heimat im Bild Die Scholle Monats Bezugspreis: Nit 4 Beilagen NM. 1.95 thne Illustrierte . 180 Zustellgebühr , -.25 Luch bei Nichterscheinen ion einzelnen Nummern »folge höherer Gewalt lzernjprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Snschrift für Drahtnach» rchten Anzeiger Sietzen poftschecklonto: jranlfurt am Main 11686 Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Vruck und Verlag: vrühlsche Univerfitatsdruckerei R. Lange in Sieben. Schriftleilung und Geschäftsstelle: Schulstraße 7 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis8'/.Uhr des Vormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen »on 22 mm Breite 7 Rps., für Textanzeigen von 70mm Breite 50Rps..Platzvorschrift nach oorh Dereinbg.25°/o mehr. Ermäßigte Grundpreise: Stellen-, Vereins., gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rps., Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B bei dem starken Markthallenoerkehr sammeln. sich L Jah- an- Die irische Verfassung in Kraft Gehr unterschiedliche Beurteilung in der Dubliner presse. kaum benutzbar. Die Beerdigungen mußten am Mittwoch im allgemeinen unterbleiben. Zu einem Zwischenfall kam es auf dem Friedhof von Montparnasse, da der ^riedhofwärter sich weigerte, die Tore für einen Leichenwagen zu öffnen. Erst als die Leidtragenden das Ueberfallkom- m a n d o riefen, konnte die Beisetzung unter polizeilichem Schutz stattfinhen. Den ganzen Mittwoch über trafen in Paris aus der Provinz starke Abteilungen von Mobilgarde ein. Aus Brest kamen etwa 100 Offiziere, Mechaniker und Heizer der Kriegsmarine an, die in den öffentlichen Betrieben eingreifen sollten. Ein Lahresrückblick Ehamberlams. o n d o n, 29. Dez. (DNB.) Anläßlich des Pari!? n’nen Tag lang ohne Verkehrsmittel. 2Is sich die Pariser am Mittwochmorgen reswechsels hat Ministerpräsident Chamberlain eine Botschaft an das Britische Reich gerichtet, in der es heißt, daß sich die „nationale Erholung" in einsn „n a t i o n a l e n "W o h l st a n d" verwandelt habe. In den letzten zwölf Monaten habe sich die Zahl der Arbeitslosen um 350 000 verringert. Der Außenhandel sei in den ersten elf Monaten des Jahres gegenüber der gleichen Periode des Vorjahres um 77,7 Millionen Pfund Sterling gestie- gen. Auch auf landwirtschaftlichem Gebiet'sei eine bedeutende Besserung zu verzeichnen. Selbst wenn nach einiger Zeit ein vorübergehender Rückgang des Welthandels eintreten sollte, könne Großbritannien dem unvergleichlich besser Begegnen als im Jahre 1931. Chamberlain wendet sich gegen den psychologischen Fehler, ständig von einet kommenden Wirtschaftskrise zu reden. Leute, die ständig eine Wirtschaftskrise voraussagten, täten am meisten dazu, 'eine Krise zu schaffen, die vielleicht sonst nicht aufkommen würde. In der Außenpolitik ist das letzte Jahr voller ernster Schwierigkeiten und akuter.Besorgnisse gewesen. Es ist aber nicht zuviel gesagt, wenn man feststellt, daß es in einer hoffnungsvolleren Atmosphäre zu Ende gegangen ist als irgendeines, das wir seit einer beträchtlichen Zeit erlebt haben. Mit der Billigung des gesamten Landes hat die nationale Regierung'alle ihre Energie dem Wiederaufbau der Verteidigungskräfte gewidmet, dessen Fortschritt mit jedem Monat bemerkenswerter wird. Aber seitdem mit der Aufrüstung begonnen wurde, hat die britische Regierung unaufhörlich für • eine engere Zusammenarbeit zwischen den Völkern gearbeitet. Wir haben in dem Glauben, daß der Erhaltung des Friedens nur durch gegenseitige Bindung und Vertrauen gedient werden könne, beständig vor jeder Tendenz gewarnt, welche die Demokratien und Diktaturen in feindliche Saget teilen sollte. land oder irgendwelche anderen Bestimmungen dieser Artikel einRecht auf Gebiete oder die Jurisdiktion über ein Gebiet in sich schließen» das T^is des Vereinigten Königsreichs von Großbritannien und Nordirland ist, oder das sie in irgendeiner Weise die Stellung Nordirlanbs als integrierenden Teiles des Vereinigten Königsreiches von Großbritannien und Nordirland berühren." Befriedigung in Wer. B e l fast, 29. Dez. (DNB.) Der Premierminister von Nordirland, des überwiegend protestantischen Ulsters, Discount Lord Craigavon, hat auf die Stellungnahme der britischen Regierung zur neuen irischen Verfassung eine Erklärung ausgegeben, in der zum- Ausdruck gebracht wird, daß die Loyalisten von Ulster die Erklärung der englischen Regierung mit t i e fe r B e - fried igung willkommen heißen. Die Loyalisten benützten diese Gelegenheit dazu, ihre unerschütterliche Treue zur Krone Englands erneut zu bekunden. Zum Schluß seiner Erklärung gab Lord Craigavon der Meinung Ausdruck, daß das Inkrafttreten der neuen irischen Verfassung die Wirkung äußern werde, die Entschlossenheit Ulsters, allen Angriffen Südirlands Widerstand zu leisten, noch zu verstärken, und die .Bande zwischen dem Mutterlande und Nordirland enger zu knüpfen. Das WirtschaWhk 1937. Daß nicht die Wirtschaft, sondern die Politik dis Geschicke der Völker bestimmt, ist eine deutsche Erkenntnis, die in den außerdeutschen Staaten nur zu einem geringen Teile befolgt wird Die meisten Staaten, die das weltwirtschaftliche Geschehen mit- bestimmen, handeln noch nach der veralteten Anschauung der liberalistischen sogenannten klassischen Volkswirtschaftslehre, die von England ausging und gieren Brüchigkeit vergeblich durch Stützmaßnahmen verdeckt werden soll. So kam im Jayre 1937 die W4 ltwirtschaft nicht zur Ruhe. Die Auftriebs- tendenzen, die nach den Krisenjahren 1929 bis 1932 sich vor allem in den Rohstoffländern durchsetzten, wirkten weiter fort und die einzelnen wirtschaftlichen Maßnahmen der Mächte wurden unterstützt durch große und in der Durchführung begriffene R ü - stungsprogramme. Aber die dadurch bewirkte erhöhte Nachfrage nach Roh st offen hatte eine zügellose Spekulation zu künstlichen Preissteigerungen angeregt, die vor allem in den USA. bis in den Sommer hinein maßgebend blieben. Um so schärfer war dann der Rückschlag. In den Vereinigten Staaten wurde er bereits im Juli-August sichtbar und führte dann im Oktober zu Börsenpaniken,, die sich auf London fortpflanzten, wenn sie auch dort nicht so stark in die Erscheinung traten, weil im großen und ganzen die englische Volkswirtschaft nicht unter dem Rückgang der Produktion zu leiden hatte, die jenseits des Großen Teiches durch zögernde und unzusammenhängende Mittel der Staatsführung nicht behöben werden tonnten. In der anglo-amerikanischen Welt stehen sich Wirtschaftspessimisten und -Optimisten schroff gegenüber. Man rätselt dort darüber, ob der Jnvestitions- bedarf gedeckt, ob die Rohstofferzeugung die Nachfrage hinter sich gelassen habe, ob schließlich die Löhne auf den hohen Preisen des Frühjahrs gewissermaßen festgefroren seien-. Aber es scheint, als ob das Gerede von Deflation und Inflation und Schrumpfung im Produktionsprozeß doch übertrieben sei, da der Güterverbrauch der Welt ständig im Wachsen ist und selbst eine noch gesteigerte Rohstoffproduktion glatt ausgenommen werden könnte, wenn die Hindernisse, vor allem durch die selbstsüchtige Manipulation mit Währungsund Einfuhrvorschr-iften fortfallen. Frankreich ist ein Schulbeispiel dafür. Die neue Abwertung, der Bonnet-Franken, hat naturgemäß keine Wirkung gehabt, da die Preise schneller davonliefen als die Löhne in Frankreich trotz ihrer gewaltigen Steigerung und des infolge der 40-Stundenwoche erfolgten Produktionsrückganges, nachfolgen konnten. Dagegen haben *bie autoritär geleiteten Staaten ein Wirtschaftsprogramm in den Dienst des Allgemeinwohls gestellt, das jedem einzelnen Volksgenossen in Deutschland und in Italien* den Lohn für die Mehrleistung garantiert, da die Wirtschaftsmaßnahmen von einer zentralen Stelle aus . angesetzt und bestimmt werden. Deutschland hat das Wunder verwirklicht, seine Volkswirtschaft und alle, die daran beteiligt sind — und das ist jeder einzelne Deutsche — einem einheitlichen Willen zu unterwerfen und den Sand aus dem Getriebe des wirtschaftlichen Räderwerks fernzuhalten, den liberaliftische Anschauungen in anderen Ländern statt des Schmieröls in die Maschinerie hineinträufeln. Der neue Geist in der deutschen Volkswirtschaft hat Erfolge gezeitigt, die gerade das Ausland widerwillig hi'n- nehmen mußte. Wenn wir auch mit der Weltkonjunktur und ihren Hemmungen oder Beschleunigungen in Verbindung bleiben und das Autarkiegerede nur aus Stimmungsmache gegen uns in der Auslandspresse noch nachgeplappert wird, so haben wir doch durch den Erfolg unseres Wirtschaftsprotzramms der Welt gezeigt, wie ein Volk, das durch Krieg, Inflation und Deflation ausgebrannt war, sich aus eigener Kraft zu helfen weiß. Gerade dieses psychologische Moment spielt in den Volkswirtschaf-' ten eine Rolle, denn es wird immer so bleiben, daß hinter den Zahlenreihen der Statistiken und der Ertraasberechnungen doch Menschen stehen, die eine lebendige Masse ausmachen. Diese lebendige Masse der Deutschen zusammengefaßt und auf ein Ziel hingelenkt zu haben, ist das Verdienst unserer nationalsozialistischen Weltanschauung, der sich die Wirtschaft glatt einfügt. Sie hat uns befähigt, inmitten einer von Krisenahnungen geschüttelten Welt ruhig und gesichert vorwärts zu arbeiten. Wir haben nicht nur die über 7 Millionen betragende böse Erbschaft an Arbeitslosen überwunden, sondern wir haben im vergangenen Jahr das Gewonnene behauptet und weiter fortgeführt. Dazu war vor allem nötig, daß ein Gerüst für die deutsche Volkswirtschaft gegeben wurde: der zweite V i e r'j a h r e s p 1 a n. Er zielt darauf, die produktiven Kräfte Deutschlands zu entwickeln und setzte auf allen Gebieten der Volkswirtschaft ein, damit dieses Ziel erreicht würde. Vom Pimpf, der Staniolpapier und Zinntuben sammelt, über die Hausfrau, die den wertvollen Küchenabfall für die Schweinemast aufhebt, über die vielfachen wirtschaftlichen Maßnahmen hinweg wird das Ziel erreicht, das die ganze Nation dem großen Gedanken des Dierjahresplanes dienstbar macht, um nach Möglichkeit von der Einfuhr ausländischer Rohstoffs frei zu werden und das zum Leben und zum Dasein Notwendige aus eigener Produktion zu schaffen. Dabei hilft die hochentwickelte wissenschaftliche Technik mit, die Preise auf der Pariser Weltausstellung, die gerade für die neuen deutschen Werkstoffe verliehen wurden, haben aller Welt gezeigt, daß wir uns unabhängig machen von den Launen einer Spekulation in Rohstoffen, die leicht zu politischen Druckmitteln ausgenutzt werden können und in der deutschen Vergangenheit, auch im Weltkriege und nachher, gründlich ausgenutzt worden sind. Unter diesem großen Gesichtspunkt ist es uns trotzdem gelungen,den Akckiv saldo im Außen- Der pariser Verkehrsstreik abgeblasen Verhandlungen erst nach Wiederaufnahme der Arbeit. Eröffnung der BeickSwinierh'lfSlotterie Berlin, 29. Dez. (DNB.) Die durch den Reichsschatzmeister der NSDAP, für das Winterhilfswerk des deutschen Volkes 1937/38 angeordnete Losbrieflotterie wird im ganzen Deutschen Reich am 30. Dezember d. I. eröffnet werden. Die jedem Volksgenossen bekannten „Grauen Glücks- männer" werden also wieder unser Straßenbild beleben. Jeder kann durch Kauf eines Loses das Werk unseres Führers fördern helfen. die Stadt gelangt waren, konnten mittags nicht nach Hause zurückkehren, sondern stürmten die G a st st ä 11 e n der I n n e n st a d t, die gute Geschäfte machten, aber zumeist auf einen solchen Ansturm nicht eingestellt waren. In zahlreichen Gaststätten gab es kein Weißbrot mehr. Einige Restaurants waren buchstäblich ausverkauft. Bereits am' Mittwoch waren ‘ zahlreiche Gasanstalten und Elektrizitätswerke polizeilich besetzt worden. Das Aus- fetzen der M ü l l a b f u h r machte sich besonders in dem Stadtviertel um die Markthalle bemerkbar. Die Straßen sind infolge der Abfälle, die Paris, 30. Dez. (DNB. Funkspruch.) Der Ge- nicalffreif bei der Pariser Verkehrsgesellschaft und le den öffentlichen Betrieben wurde kurz nach 5 Uhr früh abgebtafen. Die Arbeit soll heute rwrgen in alten bestreikten Gebieten nieder ausgenommen werden. Die Betriebe dicften jedoch erst in den Vormittagsstunden wie- voll arbeiten, da erst alle Streikenden von der innen Lage unterrichtet werden müssen. Die Ver- ßrlter der verschiedenen Gewerkschaften faßten den Dischluß, den Streik abzubrechen, auf Grund eines oisführlichen Berichtes, der ihnen im Anschluß an di Besprechungen der Gewerkschaftsvertreter mit dm Innenminister erstattet wurde. Offensichtlich hcle die Erklärung der Regierung, daß sie fest e tschlossen sei, das ordnungsgemäße Funktio- tiiiren der wichtigen öffentlichen Betriebe sicher- Z! stellen, bei den verantwortlichen Gewerkschaf- tc starken Eindruck gemacht. Die eigentlichen Der- hmdlungen mit der Regierung werden e r st jetzt tqiinnen, da Ministerpräsident Ehautemps an feiern Entschluß jeden Empfang von Abordnungen bs zur Wiederaufnahme der Arbeit v!zulehnen, festgehalten hat. Eyaukemvs blieb fest. ^ad) einem^außerordentlichen Kabinettsrat mllas Unterstaatssekretär Bertrand folgende Der- Iiifbarung: Die Regierung ist einmütig ent - sc lassen, den Stillstand der öffent- 1 ich en Betriebe nicht z u dulden. Die 3tigierung will hoffen, daß das Personal von ferner ilonöeren Pflicht gegenüber dem Lande und vom G'ühl der nationalen Solidarität durchdrungen ist im die erforderliche Kaltblütigkeit und die Der- rinft dadurch beweisen wird, daß es ohne Ver - Zug die Arbeit wieder aufnimmt. Der Äaünetfsrat hat einmütig beschlossen, auf alle Fälle litt Ordnung aufrecht z u erhalten und i unerläßliche Funktionieren der öffentlichen imste zu gewährleisten. Cine Abordnung der Streikenden, die sich am Dtwochmittag zu Ministerpräsident Chautemps beheben hatte, ist von diesem nicht empfangen teeben. Chautemps hat den Streikenden mitteilen iii=n, sie sollten zuvor ihre Arbeit auf- ii8) men. Chautemps erklärte: Auf keinen Fall nri) die Regierung eine Unterbrechung der für )a Leben der Nation unerläßlichen Dienste zu- ■af*n. Der Streik ist unter Bedingungen vom Zaune Krochen worden, die keinen Zweifel über ii Absichten ih r*e r Urheber lassen. Die Belegung ist in einem Augenblick ausgelöst wor- lei. in dem der Innenminister den Interessierten jüjftige Versicherungen abgegeben und ich ihnen W eine Unterredung zugestanden hatte. Somit •imet also eine schwere nationale Umordnung, die bssich11 ich provoziert worden ist und die n ungerechtfertigter Weise die gesamte Pariser Be- iherung belastet, keine Entschuldigung. :< Beamten der öffentlichen Dienste, die sich i n i r e schuldhafte Pflichtverletzung rein reife en ließen, müssen gewiß sein, daß Regierung trotz allen Widerstandes die Wie- - f aufnahme der öffentlichen Dienste ul die Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung £ ssichern wissen wird. Dublin, 29. Dez' (DNB.) Der Tag des Inkrafttretens der neuen irischen Verfassung wurde programmäßig mit dem Abfeuern von 21 Salutschüssen und Dankgottesdiensten in den Kirchen ganz Irlands eingeleitet. In Dublin nahmen d e Valero und die Kabinettsmitglieder an dem Dankgottesdienst teil. In - den Kasernen fanden Paraden statt. Die Regierungsgebäude hatten geflaggt. In einer Rundfunkansprache erklärte de Valero: Die Tradition und das Verlangen des irischen Volkes nach nationaler Unabhängigkeit, nationaler Einheit und unbeschränkter Gewalt über seine inneren und äußeren Angelegenheiten bildeten die Grundlage der neuen Verfassung. Durch diese könne auch die nationale gebietsmäßige Einheit wiederhergestellt werden. Die neue Verfassung sei auf dem irischen Staat als vollwertige internationale Persönlichkeit aufgebaut und gebe so die Grundlage freundschaftlicher Zusammenarbeit Irlands mit anderen Staaten ab, ungebunden - an irgendwelche Verpflichtungen auf dem Gebiete der auswärtigen Angelegenheiten. De Valero appellierte besonders an diejenigen, die in ihrer politischen Meinung von der der Mehrheit abwichen, alle Meinungsverschiedenheiten eingedenk dessen, daß sie alle Iren seien, aufzugeben. Irland sei allen gleich teuer. Irland wolle keiner anderen Nation und keinem anderen Volk Unrecht zufügen. Es wünsche nichts zu besitzen, was ihm nicht gehöre und wozu es nicht jeden Rechtstitel innehabe. Die „Irish P r e ß", dos Blatt der Regierungspartei, stellt fest, daß Irland von nun ab Herr feines Schicksals fei. Es gebe keine fremde Herrschaft mehr, die seine Pläne vereiteln, seine Rechte beugen ober seine Souveränität bedrohen könnten. Die Verbindung mit.Britannien sei eine Angelegenheit der toten Vergangenheit. Ihr dunkler und verhängnisvoller Schatten sei für immer aus dem Gesicht des Landes gelöscht worden. Das Rasseln ihrer Ketten und die Erinnerung an ihre Missetaten dienten nur dazu, an den Kampf zu erinnern, der zum Sturz der britischen Herrschaft geführt habe. ,Zrish Jndepen- d e n t", bas Blatt ber Cosgrave-Opposition bemerkt, baß burch die neue Verfassung auch nicht ein Fünkchen zusätzlicher Freiheit für irgenbeinen Iren gesichert worden sei. Die Verfassung habe ber Öffentlichkeit lebiglich bas neue kostspielige Amt bes Präsidenten aufgezwungen. Das englischorientierte Blatt „Irish Times" erklärt, baß bie Beseitigung bes Namens bes Königs aus ber Verfassung nur Augenplunder sei. Sie bebeute lebiglich, baß ber König anerkannt werben würbe, wenn man ihn brauche, unb ignoriert, wenn er nicht benötigt werbe. Die Verfassung könne als eine Art leere Formel angesehen werden. Das wichtigste der ganzen Angelegenheit sei, daß die Irländer weiterhin als Staatsbürger des britischen Weltreiches behandelt werben würben, genau so als ob sie Kanabier, Australier ober Neuseelänber wären. Eie buMe Erklärung. ßonbon, 29. Dez. (DNB.) Das Inkrafttreten ber neuen Verfassung Jrlanbs Hot eine Reihe von verfassungsrechtlichen Fragen aufgeworfen, bie zu Besprechungen zwischen der britischen Regierung und den Regierungen der Dominions geführt haben. Auf Grund dieser Verhandlungen wurde am Mittwoch folgende amtliche Erklärung ausgegeben: „Die britische Regierung hat die Lage erwogen, die" durch die vom Parlament bes Irischen Freistaates im Juli 1937 gebilligte unb am 29. Dezember in Kraft getretene neue Verfassung geschaffen wirb. Sie ist bereit, bie neue Verfassung so zu de- hanbeln, als ob sie nicht eine grunbsätzliche 2Ienberung in ber Stellung bes Irischen Freistaates, ber in Zukunft gemäß ber neuen Verfassung als „Jrlanb" bezeichnet wirb, als Mitglieb ber britischen Staatsgemeinschaft herbeiführte. Die britische Regierung hat sich vergewissert, baß bie Regierun- qen Kanabas, Australiens unb Neuseelanbs unb der Südafrikanischen Union bereit sind, die neue Verfassung ebenso zu behandeln. Die britische Regierung nimmt von den Artikeln 2, 3 unb 4 ber neuen ^Verfassung Kenntnis. Sie kann n i ch t a n e r k e n- n e n, baß die Annahme des Namens Ire ober Jr- Idii'ten zur Arbeit zu gehen, mußten sie zu ihrem Staunen feststellen, baß über Nacht bie Beleg- fünften fäm^lidjer Verkehrsmittel mt Ausnahme ber Kraftbrofchken in ben von 82: kau geschürten Streik getreten waren. Der Minus größte Teil ber arbeitenden Bevölkerung iai sich gezwungen, bis zu 10 Kilometer lange Di sche zu Fuß zu machen. Auch bie Straßen- i:enigung unb die Müllabfuhr liegen seit Mittwoch srft still, so baß bie Mülleimer unb Aschekübel noch I )i$ ijpät in ben Vormittag hinein an allen Stra- i Uniaten unb vor ben Häusern stauben. Der Streik 1 la ;b a s Stabtbild von Paris völlig Djtiä n b e r t. Niemals hat man in ben Straßen 1 Wer so starken Fußgängerverkehr gesehen. Selten wohl auch — selbst in ber Hochsaison bes ^"ldenzustroms — ber Verkehr der Privatkraft- : Dit?n derartig dicht. Auch bas Fahrrab unb bas .oitrab finb roieber zu Ehren gekommen. In ben • Dingsstunden konnte man manchmal schier un- । ni'sliche Derkehrsknäuel beobachten. Als mittel- I Opfer des Streiks der Untergrundbahn find i n Hinblick auf die für Paris verhältnismäßig iM? Kälte auch die Obdachlosen nicht zu vergessen, l >v nm nicht wie sonst vor den Unbilden der Wit- I eia:g in ben warmen Vorhallen ber U-Bahn- fUrnen Zuflucht finden können. Die Haus- fma e n, die vorsorglich Badewannen unb sonst»-- große Behälter mit Wasser angefüllt haben, im »ei längerem Anhalten bes Streiks gewappnet liU s in, haben beim Bereiten bes Essens Schwie- r:ic!cten, ba ber Gasbruck gegenüber ben sonstigen Wm merklich nachgelassen hat. Die meisten A n g e- ftil ten unb Kaufleute, bie in ben Morgen- ftinizn nur mühsam unter Zuhilfenahme behelfs- rnizzer Verkehrsmittel aus den Aufeenbezirken in bis c 70' L un tdC TD( w> ur w. Dl'., , gl N ic.'. ■',= tc . b 9 2 f e 5 .: ■ t ; . Ni i bandel beizubehalten, obwohl im Zeitraum von Januar bis Oktober trotz der gesunkenen Weltmarktpreise die Ausfuhr um rund 1 Milliarde auf 4,46 Milliarden stieg. Die erhöhte Mehreinfuhr an Rohstoffen ist glatt durch eine verstärkte Ausfuhr gedeckt worden. Wenn wir uns auch auf gewissen Gebieten etwas einschränken mußten, so sind unsere Ernährungsgrundlagen doch durch die Erfolge des dritten Jahres der Erzeugungsschlacht gesichert. Die Getreideernte 1937/38 liefert nach der amtlichen Schätzung 21,70 Millionen Tonnen und ist damit nur, trotz der ungünstigen Witterung, um 0,08 Millionen Tonnen niedriger als im Vorjahre, wo wir eine gute Ernte hatten. Die Fleischoersorgung wurde zwar beeinträchtigt durch den Rückgang des Schweinebestandes als Ausfluß des vorhergehenden dürren Sommers, aber eine gute Marktordnung hat dafür gesorgt, daß sie zureichend ist. Im Verlaufe der Erzeugungsschlacht machte sich der Mangel an landwirtschaftlichen Arbeitern bemerkbar, aber es ist dafür gesorgt worden, daß auch auf dem Lande ein berufsfreüdiges Landarbeitergeschlecht heran- und in die sozialen und sonstigen Verhältnisse hinein- wächst, die der Industriear'beiterschaft eigen waren. Der Kernpunkt unseres Wirtschaftsaufschwunges, die Wiederein st ellung des Millionenheeres der Arbeitslosen, machte sich in der Verbrauchs st eigerung bemerkbar. Die Umsätze des Einzelhandels sind um 10 v. S). gegenüber dem Vorjahre gestiegen. Das ist etwa die Zunahme der Einkommen. Im Jahre 1933 betrug das Roheinkommen aus Lohn und Gehalt 26,3 Milliarden, im Vorjahre 35,9 Milliarden, in den ersten neun Monaten 1936 26,6 und in denen des Jahres 1937 29,2 Milliarden. Die Einzelhandelsumsätze betrugen in den ersten neun Monaten 1936 19,2, in denen dieses Jahres 21,2 Milliarden Mark. Dabei läßt sich beobachten, daß auch die Nachfrage nach Nahrungs- und Genußmitteln gestiegen ist, wobei auch gewisse Verschiebungen, z. B im vermehrten Fischverbrauch, eine Rolle spielen. Diese , Umlenkung des Verbrauches ist besonders wichtig. Im Jahre 1937 nahm z. B. der Verbrauch von Rind- und Kalbfleisch um 16 v. S). zu, der von Schweinefleisch infolge der erwähnten Schwierigkeiten, nur um 1 v H, der Verbrauch von Seefischen um 4,4 und der von Milch um 4,9 v. 5). Die Verstärkung unserer Wehr hatte sich im Jahre 1936 günstig ausgewirkt. Aber im Laufe des Jahres 1937 kamen auch andere Faktoren in Frage, so daß innerhalb des Vierjahresplanes in Industrie und . Landwirtschaft, Wohnungs- und Siedlungsbau steigende Produktionen zu verzeichnen waren. Insgesamt beträgt die Steigerung etwa 8 o S). gegenüber dem Vorjahre und geht um rund 17 v. 5). über den Stand des letzten Jahres der Scheinblüte, 1928, hinaus. Die.Statistik für den Eisenverbrauch zeigt ein weiseres Anwachsen trotz der Kontingentierung für Eisen, die gegen Jahresschluß eine -Erleichterung erfuhr Im Jahre 1937 sind rund 16,5 Milliarden gegen 13,5 Milliarden Mark in der deutschen Volkswirtschaft investiert worden. Die Anreicherung des gesamten Wirtschaftslebens zeigte sich auch in dem Erfolg der Reichsanleihen, wir konnten dazu übergehen, eine neue Milliardenanleihe aufzunehmen, weil Schaffen und Sparen unter dem Zeichen des allgemeinen Vertrauens in die Führung weiter fortschreitet. D. S. Neuer Börsenkrach in Neuyork. Unmittelbar nach Weihnachten sackte die Neu- Dorker Börse am 27. und 28. Dezember neuerdings iusammen und erreichte vielfach die niedrigsten urse dieses Jahres. Gleichzeitig wird bekannt, daß ie großen Automobilwerke, die General- Motors, ausgerechnet zum Jahresschluß 30 000 Arbeitern gekündigt haben. Diese Nachricht fällt natürlich besonders auf wegen des Umfangs der Maßnahme und ihres Zeitpunktes. Es Der neue Kurs in Rumänien. Bukarest, 30. Dez. (DNB. Funkspruch.) Bei einem Presseempfang legte Ministerpräsident Goga die Ziele seiner Regierung dar, die er am Neujahrslag in einer Rundfunk-Ansprache allgemein bekannt- aeben will. Der nationale Glaube werde der Leitgedanke der neuen Staatsführung sein, und ihre Parole „Rumänien den Rumäne n". Diese Parole sei gegründet auf die Dreiheit: Christen- tum, Königtum und Nation. Seme Regierung sei, so unterstrich Goga mit Nachdruck, unter Achtung der verfassungsmäßigen Formen gebildet worden, und sie werde auch den verfassungsmäßigen Rahmen wahren. Er erbitte sich die Mitarbeit aller gewissenhaften Rumänen und wende sich a u ch an die Minderheiten, an der Verwirklichung der geschichtlichen Mission Rumäniens loyal mitzuarbeiten. Die Regierung hat noch in der Nacht 4 1 neue Präfekten ernannt, denen die restlichen 30 folgen werden. Alle Verwaltungskörperschaften werden aufgelöst und neu ernannt werden. Ebenso rechnet man auch mit der baldigen Auflösung des soeben gewählten Parlaments und der Ausschreibung von Neuwahlen etwa für Anfang April. Die in rumänischer Sprache geschriebenen jüdischen Zeitungen „Adeverul", „Dimi- neatza" und „Lupta" sind von der Regierung ohne Angabe einer Zeitdauer verboten worden. In der Presse geht der Eindruck dahin, daß die Männer der Regierung den Abwehr kampf gegen die Juden, die Demokratie und den Bolschewismus auf ihre Fahnen geschrieben haben. Die Bemühungen um ein gesundes Bauerntum werden durch die Berufung führender Mitglieder der nationalen Bauernpartei, der Nationalzaranisten in die Regierung unterstrichen. Die Bemühungen werden sich weiter auf eine Nationalisierung der Wirtschaft und der Presse, die in Rumänien stark in jüdischen Händen ist, richten. Auch die bodenständigen Volksgruppen werden mit ihren Rechten und Wünschen auf Verständnis bei der Regierung stoßen. Der neue Außenminister Jstrate Micescu erklärte bei der Uebernahme seines Amtes: Er wolle gewissenhaft alle Bündnisse und Freundschaften, die die Vergangenheit Rumäniens sicherten, bewahren und sich bemühen, freundschaftliche Beziehungen zu allen Ländern zu entwickeln. Die Umstände, unter denen die gegenwärtige Regierung zustande gekommen sei, dürften nicht zu verfehlten Auslegungen Anlaß geben. Die Ereignisse hätten noch nicht ihre letzte Ausdeutung erfahren. Jenseits der Hrenzen müsse man wissen, daß Rumänien feine überlieferte Besonnenheit bewahren werde. jurücfboltenöeBeurfeiluna in Ungarn. Budapest, 29 Dez. (DNB ) Das Regierurigs- blatt „Függetlenseg" schreibt, mit der Ernennung Gogas habe sich das bisherige System des rumänischen Parlamentarismus geändert. Die Wechfelwirt- schast der beiden Großparteien habe aufgehört. Die Verschiebung nach rechts sei vollständig. Allen Anzeichen nach zu urteilen, wolle König Carol die politische Struktur des Landes vollkommen umbauen. Das Blatt hält das Kabinett Goga für minderheltenfeindlich „Uj Magyarfag" und ein großer Teil der übrigen Blätter heben die schaff judengegnerische Tendenz des neuen Kabinetts hervor Die neue Regierung wolle auf Wunsch König Carols mit Uygarn ein freundschaftliches Verhältnis schaffen. „Nemzety Ujsag" erklärt, Gogas Betrauung gelte auch für den Fall, haß er ohne Parlament autoritär regieren wolle. Die Goga-Regierung stehe auf nationaler und christlicher Grundlage und plane wohl große Agrarreformen. „Pesti Naplo" meint, obwohl Goga, der in Ungarn aufgewachsen jci, ausgezeichnet ungarisch spreche und Werke großer ungarischer Dichter ins Rumänische übersetzt habe, so sei doch anzunehmen, daß das Siebenbürger Ungartum nicht viel Gutes von ihm zu erwarten habe. Das Regierungs-Abendblatt „P e ft i U j j a g" erklärt ebenfalls, man sehe mit der größten Spannung und Aufmerksamkeit der Minderheitcn- politik der Bukarester - Pegierung entgegen, die für das Schicksal des Siebenbürger Ungartums von lebenswichtiger Bedeutung sein werde. Das Regierungsblatt weist jedoch im Gegensatz zur Linkspresse auf die Möglichkeit einer Verständigung Ungarns mit Rumänien hin, und zwar gerade auf nationaler Grundlage. Es betont, daß eine Verständigung zwischen zwei ausgesprochen national eingestellten Staaten weit leichter möglich sei als mit einer Regierung, die nicht in erster Linie von nationalen Ideen getragen werde. Der neue Ministerpräsident Goga habe seine Mittel- und Hochschulbildung in Ungarn genossen und sei em ausgezeichneter Kenner Ungarns und der ungarischen Sprache. ist durchaus möglich, daß die Direktion der General Motors auch diese etwas sensationelle Wirkung erzielen wollte, weil sich das amerikanische Kapital, insbesondere das Börsenkapital mit dem Präsidenten Roosevelt in einem heftigen Kampf um die Steuer-, Wirtschafts- und Sozialgesetzgebung befindet; sollte diese Deutung der Massenkündigung im Sinne einer Demonstration zutreffen, so wäre ihr ein merkwürdig unsauberer Einschlag kaum abzusprechen. Tatsache aber ist, daß die amerikanische Erzeugung in den letzten Monaten sehr rasch gesunken ist. Wir führen nur eine Ziffer aus einer Schlüsselindustrie an: die Erzeugungsfähigkeit der amerikanischen Stahlindustrie war vor dreiviertel Jahren noch zu 84 v. H. ausgenutzt; heute ist ihre Ausnutzung auf 19,2 v. H. gesunken! Die Kurzatmigkeit des Wirtschaftsaufschwunges, der schon im März 1937 seinen Höhepunkt erreicht hat, erklärt sich daraus, daß durch eine heftige Streikbewegung kräftige Lohnsteigerungen erzwungen wurden Und diese Lohnsteigerungen ließen wieder die Gestehungskosten derartig in die Höhe gehen, daß die Unternehmer zögerten, Anlagen zu errichten, deren Wirtschaftlichkeit nur in den Zeiten einer sehr guten Konjunktur gesichert war. Diese geschäftlichen Ueberlegungen wurden noch durch die Erinnerung an die verheerende Wirtschaftskrise am Anfang dieses Jahrzehnts hervor- gehoben Der Endeffekt ist jedenfalls: knapp ein halbes Jahr nach den Lohnerhöhungen steigt die Arbeitslosigkeit bereits wieder in größtem Maßtab. Die Börse hatte diese Entwicklung durch einen charfen Kursrückgang vorweggenommen, worauf )ann im ^Dezember eine gewisse Erholung eintrat; die neuen Hiobsbotschaften aus der Wirtschaft haben diese Erholung binnen zweier Tage wieder völlig zunichte gemacht. In arabischer Sprache. , London, 27. Dez. (DNB.) Die Britische Rundfunkgesellschaft wird mit der ersten Nachrichtenübertragung in arabischer Sprache, am 3. Januar 1938 von 18 bis 18.15 Uhr britischer Zeit auf der Wellenlänge von 31,32 Meter beginnen. An dieser werden sich verschiedene Vertreter arabisch sprechender Länder beteiligen, so Prinz Seif Al-Islam Hussain, der Sohn des Imam von Perne n. Der Gesandte von Saudi-Arabien, der Gouverneur von Aden sowie der ägyptische Geschäftstra» ger m London werden Begrüßungsansprachen halten. Nach dem 3 Januar wird täglich zu der. selben Zeit eine N-^richtendurchgabe in arabischer Sprache im britilujen Rundfunk stattfinden. * Unter der Ueberschrift „Lüge gegen Wahrheit- erklärt das römische Blatt „Teuere^ zu den Rundfunkübertragungen des Londoner ^Senders in arabischer Sprache, England wolle die Stimme der Wahrheit, die es nicht ersticken könne, offenbar durch Lügen übertönen Schon von seher habe sich Großbritannien, das die Verbreitung der Wahrheit fürchte, bemüht, sämtliche Uebermitt» lungswege- des Nachrichtendienstes unter feine unmittelbare Kontrolle zu bringen Mit der Erfindung des Rundfunks sei diese Kontrolle nicht mehr möglich, und so habe die englische Regierung etwas übereilt und vorsichtig den Entschluß zu einem Rundfunkkrieg gefaßt. Die Wahrheit über Palästina, schreibt das Blatt weiter, könne allerdings weder durch kurze noch durch lange Wellen vor den Augen und dem Gewissen der'Welt verborgen bleiben. Jedermann könne fest- stellen, daß die'Lage dort ernst sei, die Eng. länber ihr Mandat durch Anwendung von Gewalt ausübten, das religiöse Oberhaupt jener heiligen Stätten die Flucht habe ergreifen müssen, in einem England anvertrauten Gebiet täglich Blut flösse, die' verbrieften Rechte der Araber vergewaltigt würden und daß schließlich täglich mit neuen un erbittlichen Gewaitmaßnahmen gedroht werde. Nationale Gegenoffensive vor Ternel. Die ersten feindlichen Linien erstürmt. Salamanca, 30. Dez. (DNB Funkspruch.) Der nationale Heeresbericht vom Mittwoch lautet: Unsere Truppen setzten ihre glänzende Ope» r a t i o n im Abschnitt von Teruel fort, sie erstürmten d i e er st en feindlichen Linien in einer Tiefe von 2 Kilometer und brachten dem Gegner gewaltige Verluste bei. Mehrere geschlossene bolschewistische Verbände, die versuchten unsere Aktion im Gegenangriff zunichte zu machen, wurden auf gerieben, darunter eine Panzer- Abteilung, von der drei Tanks in unsere Hände fielen. Die nationale Garnison von Te- ruel weist weiterhin alle feindlichen Angriffe zurück und sendet begeisterte Funksprüche. Der Frontberichterstatter des nationalen Hauptquartiers nennt den Mittwoch den ersten Tag der großen nationalen Gegenoffensive an der Front von Teruel. Gewaltige Massen von Infanterie, Artillerie und Fliegern hätten sich daran beteiligt. Vom frühen Morgen bis in die Nacht hinein hätten die Geschütze keine Minute geschwiegen. Ununterbrochen warfen die Flugzeuge Bomben und machten Tiefenangriffe. Bereits am Mittag habe man alle militärischen Ziele erreicht, doch sei der Kampf fortgesetzt worden. Der rechte Flügel der Nationalen besetzte P e d r i z a , eine wichtige, von den Bolschewisten stark befestigte Bergstellung. An verschiedenen Abschnitten der Front beginnen die Bolschewisten sich bereits zurückzuziehen, da ihre Stellungen infolge der Ueberlegenheit der nationalen Luftwaffe und Artillerie unhaltbar geworden sind. Mehrere Offiziere der bolschewistischen Lichter-Brigade fnü z u den Nationalen übergelaufen. Sie berichten, daß die Bolschewisten, um das Ueberlau« fen au verhindern, ihre eigenen Leute in Massen niedergeschossen hätten. In einem Funkspruch, den die Garnison von Teruel sandte, heißt es: „Wir sind begeistert über das. was wir sehen und hören. Wir gratulieren besonders der Luftwaffe." Deutsche Technik 1937. (An Iahresrückblick von Joachim Boehmer. Bei der ununterbrochenen Entwicklung der Technik ist es nicht leicht, über ein Jahr einen Ueber- blick zu geben. Das Bild, das sich bei1 einer rückblickenden Betrachtung vor dem Auge des Beschauers bildet, gleicht nur zu leicht einem aus einem laufenden Film herausgegriffenen Stehbild, das schwerlich alle charakteristischen Merkmale des Filmes in sich tragen kann. So kann auch ein technischer Rückblick auf das Jahr 1937 nur ein Teilbild des großen Geschehens geben, an dem die deutsche Technik in hervorragender Weise beteiligt ist. Das vergangene Jahr war für die deutsche Technik insofern bemerkenswert, als im April der lang ersehnte und sorgfältig vorbereitete Zusammenschluß aller technischen Verbände und damit aller in der Technik Schaffenden erfolgte. Hierdurch erhielt das schon durch die Tat unter Beweis gestellte Gelöbnis der deutschen Technik, treu zum Führer stehen zu wollen, eine eindeutige Bekräftigung. Welchen Anteil der deutsche Ingenieur an der Entwicklung der technischen Wissenschaft und Praxis gerade in den ersten Jahren des Aufbaues des Dritten Reiches gehabt hat, davon legte die große Jahresschau der Technik, die Ausstellung „<5e6f mir vier Jahre Seif" Zeugnis ab. Sie war ein gewaltiger Rechenschaftsbericht über das Werk des Führers und eine eindrucksvolle Kundgebung der Technik, die ebenso an dem Bau der Autobahnen wie-an der Entwicklung anderer Verkehrsmittel, in gleicher Weise an der Schaffung neuer Textilien wie an der Wiedergewinnung verlorenen Landgebiets in den Küstenstrichen Anteil hat. Während diese Ausstellung den Blick auf die Vergangenheit lenkte, galt die zweite große Reichsschau in Düsseldorf, die Ausstellung „Schaffendes Volk", der Gegenwart und Zukunft. Es hat noch niemals eine Schau gegeben, die die Leistungen der deutschen Ingenieure und Chemiker, der Technik und Wissenschaft, so in den Brennpunkt der allgemeinen Teilnahme gerückt hat wie diese Düsseldorfer Ausstellung. Sie wurde zum Triumph der deutschen Technik und hat dazu beigetragen, das Ansehen deutscher Technik in der Welt zu stärken. Das kennzeichnende Merkmal der Düsseldorfer Schau war der Vierjahresplan, d. h. alle Bestrebungen des deutschen Volkes, seine Freiheit aus dem Gebiete der Ernährung und Kleidung, der Werkstoffe und Rohstoffe mit aller ihm zu Gebote stehenden Kraft zu verwirklichen. Millionen Besucher bewunderten hier das Geheimnis der Chemie, die aus Kalk und Kohle n-cht nur einen wundervollen Autoreifen schuf, sondern auch' Schläuche und Fußbodenbelag, Isolierstoffe und Gebrauchsgegenstände aus diesen Grundstoffen entstehen ließ. Neben den Kunststoffen waren auch die neuesten Erzeugnisse der deutschen Textilchemie und -technik ausgestellt, war ein Einblick in das werktätige Schaffen des Menschen in Industrie und Gewerbe gegeben, wurde gezeigt, mit welchen Mitteln dem arbeitenden Menschen ein behagliches Heim geschaffen und neue Kraft durch Erholung im Gebirge oder an der See geboten werden kann. Wer sich von den Leistungen der deutschen Technik ein Bild machen wollte, brauchte nur diese großartige Schau zu besuchen, mußte sie allerdings auch sorgfältig studieren, wenn er die Leistungen verstehen und würdigen wollte. Erinnern wir an dieser Stelle noch an den gewaltigen Erfolg, den die Pariser Weltausstellung der deutschen Technik auf allen Gebieten brachte, so dürfen wir mit Genugtuung feststellen, daß das vergangene Jahr für den deutschen Ingenieur erfolgreich gewesen ist. Niemand ist in der Lage, weniger auf seinen Erfolgen auszuruhen als der Ingenieur. Die Technik schreitet so eilig weiter, daß auch kurze Rast Rückschritt bedeutet. Wie wenig die deutsche Technik trotz ihrer Erfolge rastet beweisen die zahlreichen Fortschritte auf den verschiedensten Teilgebieten. Denken wir beispielsweise an die Verkehrstechnik, so erblicken wir in der Schaffung eines Schiffes mit Frontantrieb ebenso einen Erfolg wie in dem Bau einer unmittelbar angetriebenen Diesellokomotive. Neue Flugzeugtypen, wie der „Große D e s s a u e r" oder der „Kautz o r", stellen gewaltige Fortschritte dar und sind ein sichtbarer Erfolg der fünsundzwanzigjährigen For- schungsardeit der Deutschen Versuchsanstalt für Luftfahrt. Auf den Autobahnen haben sich die Motoren heiße Schlachten geliefert und sind wiederholt als die besten der Welt aus dem Wettstreit hervor- gegangen. In sichtbarem Maße hat sich auch die Umstellung der deutschen K r a f t st o f f w i r t s ch a f t in der Einführung von Gasen als Treibmittel für Straßen- und Schienenfahrzeuge gezeigt. In Zusammenhang mit der Entwicklung der Verkehrstechnik stand die Schaffung einer deutschen Walflotte, die in tiefem Jahre ihre Arbeiten- aufgenommen hat. Die Ausbildung großer schwimmender Wastockereien und der Fangflotte hat zum Ziel, die deutsche Fettversorgung selbständiger als bisher zu machen Nur wer jemals einen Blick in die mit allen erdenklichen Feinheiten ausgestatteten technischen Anlagen derartiger Betriebe getan hat, vermag zu ermessen, welche Tatkraft sich in ihnen ausdrückt. Dem gleichen Ziele streben auch die von der Wissenschaft zur Praxis überführten Versuche zu, auf synthetischem Wege aus der Kohle Fette zu erhalten, die besonders für chemische Betriebe, für die Herstellung von Seife und technischen Fetten von grundlegender Bedeutung zu werden versprechen. Als eine besonders neuartige, dringliche Aufgabe der Technik kann überhaupt das Streben nach Herstellung künstlicher Nahrungsmittel für Mensch und Tier bezeichnet werden. Erinnert sei nur an die Schaffung eines eiweißhaltigen Kraftfutters, welches auf der chemischen Ausschließung des Holzes, auf der Gewinnung von Hefe und Zucker aus Holz beruht. Die feit vielen Jahren auf diesem Gebiete erkennbaren Fortschritte haben'bereits zu Großanlagen geführt, die an der Entlastung unseres Futtermarktes tatkräftig mitarbeiten. Auf dem Gebiet der Roh- und Werkstoffe hat uns das vergangene Jahr ebenfalls merkliche Fortschritte gebracht. Die Wissenschaft war bemüht, durch Anwendung modernster Forschungsmethoden die Schätze der Erdrinde zu erforschen und zu ermitteln, welche Vorräte im deutschen Lebensraum nutzbar gemacht werden können. Große Erzvorkommen, bei deren Auswertung früher wirtschaftliche Gesichtspunkte hinderlich im Wege standen, befinden sich im Abbau und entlasten unseren Eisenmarkt. In anderen Betrieben wurde eifrig die Vermehrung der Produktion an Lei'chtmetallen, an Aluminium- und Magnesiumlegierungen, gefördert. Am stärksten aber befand sich die Chemie und Technik der Kunststoffe in der Entwicklung. Die deutsche Technik kann gerade auf diesem Gebiete für sich Erfolge verbuchen, die anderen Ländern die Grundlage für die Weiterentwicklung ähnlicher Arbeiten bietet. Dabei ist es gleichgültig, ob es sich um die Gewinnung neuer Werkstoffe handelt oder um die Verbesserung der Verarbeitungstechnik, durch die die Anwendungsmöglichkeiten der Kunststoffe vermehrt wurden. Was auf dem Gebiete der Textilchemie und Textiltechnik im vergangenen Jahr erreicht wurde, kommt am deutlichsten in der zunehmenden Nachfrage des Auslandes nach künstlichen deutschen Spinn st offen zum Ausdruck. Es ist nicht möglich, die vielen kleinen technischen Fortschritte, deren Summe erst einen erkennbaren Fortschritt darstellt, an dieser Stelle aufzuzählen. Ob es sich um die Schaffung eines neuen Farbenfilms, um die Entwicklung der F e r n- sehtechnik, um die Entwässerung der für landwirtschaftliche Zwecke benötigten Bodenslächen oder um die Schaffung von Geräten zur Frischhaltung von Nahrungsmitteln handelt, immer hat die deutsche Technik Pate gestanden, wenn neue Aufgaben aus den Lebensnotwendigkeiten des Volkes erwuchsen. So stehen deutsche Technik und Wissenschaft in eifriger Pflichten. Arbeit um die Erfüllung ihrer Oer französische Komponist Maurice Navel f. Im Alter von 62 Jahren starb in Paris nach> längerer Krankheit an den Folgen einer Operation der bedeutende, auch in Deutschland sehr bekannte französische Komponist Maurice Ravel. Mit ihm verliert Frankreich einen seiner begabtesten, viel- feitigften und einflußreichsten Musiker, einen ausgeprägten Vertreter des musikalischen Jmpressionis« (Scherl-Bilderdienst-M.) mus, der die von Debussy begonnene Entwickluna weiterführte und in manchen seiner Werke auch nahe Beziehungen zur modernen russischen Mus», vor allem zu Mussorgsky und Rimski-Korssakow, bekundete. Ravel, am 7. März 1875 in Ciboure (Niederpyrenäen) geboren, studierte in Paris unö erhielt bereits als Sechzehnjähriger den zweiten „Prix de Rome“. Die Zahl seiner Kompositionen ist bedeutend; er schrieb Klavierstücke, in denen et an die Tradition der altfranzösischen Meister an- knüpfte, Lieder, Kammermusik, Opern und Ballette; vieles davon ist auch in Deutschland gut bekannt geworden, teilweise sogar in das ständige Konzertrepertoire übergegangen, so beispielsweise sein« Rhapsodien „Espaniole" und „Bolero"; auch seine einaktige Oper „Die spanische Stunde" ist 1,1 Deutschland des öfteren gespielt worden. Es seien ferner genannt „La cloche engloutie“ (nach Haupt' manns „Versunkener Glocke"), das Oratorium „Franz von Assisi", die Sonate für Violine utw Cello, zahlreiche Vertonungen nach Mallarms, Verlaine und Rsgnier und die sehr selbständige Orchesterbearbeitung von Mussorgskys Klavierwert „Bilder einer Ausstellung". Erweiterung derKmderbeihilsen Neuer Schritt zum Ausgleich der Familicnlasten. Berlin, 30. Dez. (DNB.) Äm „Völkischen Beobachter" macht Staatssekretär Reinhardt Ausführungen über die Erweiterung der Kinderbeihilfen. Zur Gewährung von Ehestandsdarlehen und Kinderbeihilfen stehen gegenwärtig rund 250 Millionen Mark zur Verfügung. Zu diesen 250 Millionen jährlich werden ab 1. April 1938 wei- t e r e 270 Millionen jährlich kommen. Laufende Kinderbeihilfen werden an alle Lohn- und Gehaltsempfänger, Heren roher Lohn 7200 Mark jährlich nicht über- ifieigt, gewährt. —. Die laufenden Kinderbeihilfen werden bereits je 10 Mark für das dritte und vierte Kind und je 20 Mark für das fünfte und jedes weitere Kind betragen. — Auch die A r - Heiter und Angestellten im öffentlichen D i e n st werden laufende Kinderbeihilfen erhalten. Durch die Neuregelung werden laufende Kinderbeihilfen für rund 2 Millionen Kinder unter 16 Jahren gewährt werden. — sUus den zur Verfügung stehenden Mitteln werden licht nur Kinderbeihilfen gewährt, sondern ab April 1938 auch Frei st eilen auf Nationalpoli- Nischen Erziehungsanstalten, anderen ! Zäheren Schulen und Mittelschulen für hervorragend begabte Kinder, deren besondere Förderung nach nationalsozialistischer Weltanschauung geboten er- cheint und die nicht aus bereits bestehenden Quellen Freistellen erhalten können. ©er Rrichsarbeitssührer zum Jahreswechsel. Berlin, 30. Dez. (DNB.) Reichsarbeitsführer Lonftantin 5) i e r I hat an die Führer und Führe- linnen des Reichsarbeitsdienstes sowie an die Ar- teitsmänner und Arbeitsmaiden nachstehenden Neu- jshrsaufruf erlassen: I Unser klares Ziel. Am Ende eines arbeitsreichen und erfolgreichen Wahres danke ich allen Angehörigen des Reichs- -rrbeitsdienftes und auch den nach Ablauf ihrer Dienstzeit ausscheidenden Arbeitsmännern und Ar- iritsmaiden für ihre treue Pflichterfüllung. W i r i l l e d a n k en dem Führer für die Anerkennung, die er unserer Arbeit und unserem Streben uteil werden ließ. Die Worte des Führers bei un- ' rem letzten Parteitagsaufmarsch werden weiter- inllen, solange es einen nationalsozialistischen eichsarbeitsdienft gibt. Und einen Reichsarbeits- fcenft wird es geben, solange es ein nationalsozialistisches Reich gibt, dafür bieten uns die Worte des ührers die Gewäht. Wir wollen dem Führer da- Urch danken, daß wir für seine Ziele und Jiirt seinem G e i st unverdrossen und beharrlich infere Arbeit tun. Ueber den Anforderungen i trs Tages dürfen wir nie vergessen, daß es nach i"m Willen des Führers erste und vornehmste Auf- mbe des Reichsarbeitsdienstes ist, eine Hoch - schule nationalsozialistischer Erzie- i‘u n a für die deutsche Jugend zu sein. In Erfül- Lng dieser Aufgabe werden wir ebensowenig wie n unseren Arbeitsstellen vor Widerständen und Schwierigkeiten Haltmachen. So gehen wir in das | r*ue Arbeits- und Kampfjahk als eine durch Treue, . («ehorsam und Kameradschaft fest verbundene, auf b; n Führer verschworene Gemeinschaft mit unserem alten Kampfruf Heil Hitler! ©er Landesbauernführer zum neuen Jahre! NSG. Am Ende des arbeitsreichen Jahres 1937 if es mir eine selbstverständliche Pflicht, allen Hauern s'ührern und Mitarbeitern der Llnndesbauernschaft Hessen - Nassau fir die treue Pflichterfüllung im Dienste des deut- foen Bauerntums und der Ernährung unseres Volkes herzlich zu danken. Ein Jahr schwersten Umsatzes liegt hinter uns und ein neues Jahr der 2-beit und Leistung steht bevor. Durchdrungen und bjfeelt von dem unbeugsamen Willen, dem deutschen IXnlfe neben der Wehrfreiheit auch die Nah- ringsfreiheit voll und ganz $u erkämpfen, aifceiten wir wie seither unter der 'Führung des ^ichsbauernführers an dem großen Werke weiter. L.e'Schwierigkeiten, mit denen wir alle zu rechnen hcven, werden uns erst recht bestärken, den Weg eil gehen, den der Führer von uns verlangt. Möge Tide des Jahres 1938 jeder so vor sich und seinen Biuern bestehen können wie bisher. Nichts für uns, alles für Deutschland und feinen Führer! Dr. Wagner, Landesbauernführer Heffen-Naffau, MdR. Im die OAF.-Walter und KdI.-Warte des Gaues Hessen-Nassau. NSG. Der Gauobmann der Deutschen Iz b e i t s f r o n t Willi Becker erläßt 314m Jahresbeginn folgenden Aufruf: „Ein Jahr der Arbeit liot wieder hinter uns. Wie in jedem Jahr natio- uc.sozialistischerAufbauarbeit sind unaussprech- iiche Leistungen vollzogen worden. Das (eroaltige Werk des Führers umfaßt nicht Jahre cr!d Jahrzehnte, sondern wird immer sein. Was der ksthrer in diesem Monat wieder dem deutschen Lillke gegeben hat, ist in seinem Ausmaße so ge- vclltig, daß der einzelne es vorerst nicht verstehen hin. Für uns als Amtswalter und Warte der MF. besteht die heilige Verpflichtung, ein gefordertes Gebiet der sozialpolitischen Gestaltung des Ätschen Volkes durchzuführen. Tue jeder an He f e r Stelle seine Pflicht und wir werte-, durch die Betriebs - und Leistungs- t'meinschaft zur wahren Volksge- in schäft kommen. Ich wünsche jedem einzel- meiner Mitarbeiter zum neuen Jahre alles Un^. Schöne. Wir grüßen im Geiste den Illyrer mit dem Treuegelöbnis ernster und tiefster J; ichterfüllung im neuen Jahre." Kleine politische Nachrichten. Qer Führer und Reichskanzler hat an Generalleutnant a. D. Karl H 0 e f e r in Würzig, den ehemaligen Führer des deutschen Grenzschutzes in Oberschlesien, folgen« Telegramm gesandt: „Zu Ihrem 7 5. G e - iuTtstage spreche ich Ihnen in dankbarer Er- trrerung an die dem deutschen Volke in Krieg und jT-ben geleisteten wertvollen Dienste meine herz- lijöcn Glückwünsche aus. Mit deutschem Gruß." 6 Oie im fünften 3afj Don Pros. Or. G. Seffouö, Direktor Nachdruck verboten. Jahresrückschau und Ausblick in kommende Zeiten, welche unsere Ernährungslage und die Bemühungen um die Nahrungsfreiheit des deutschen Volkes beleuchten sollen, lassen immer stärker innige Verbundenheit der Arbeiten und Sorgen der ganzen Nation mit denen der Landwirtschaft erkennen. Geht doch die Parole: Mehrerzeugung und das Erzeugte sparsamer verwenden, nicht allein den Bauern, sondern ebensosehr jeden einzelnen Volksgenossen an. Es müssen, um das Ziel zu erreichen, Erzeugung, Verarbeitung und Verbrauch unbedingt Hand in Hand gehen. Hier soll in erster Linie Rechenschaft abgelegt werden über das im abgelaufenen Jahr im Sektor „Erzeugung" Geleistete. An den Anfang dieser Betrachtungen sei des stärksten, leider nur wenig beeinflußbaren Faktors landwirtschaftlicher Erzeugung, der Witterung, gedacht, ist doch davon der Einsatz aller Mittel in seinem Erfolg letzten Endes abhängig. Wie das Jahr 1936 hätte auch das hinter uns liegende besser, und die Getreideernte nach den Aufwendungen höher fein dürfen. Die Witterung war dem Getreidebau nicht günstig, allerdings haben dafür die Hackfrüchte einen gewissen Ausgleich gebracht. Wenn man bedenkt, daß die Erntefläche von Getreide mit 11,6 bis 11,8 Millionen Hektar (von insgesamt 20,5 Millionen Hektar Ackerland) fast dreimal so groß ist wie für die Hackfrüchte, welche nur 4,2 bis 4,5 Millionen Hektar beträgt, ist die Schlüsselstellung zu verstehen, die Getreidebau und Ausfall feiner Ernte einnehmen. Trotz Beeinträchtigung der Kornerträge durch die Witterung und obwohl die Anbaufläche für das (Betreibe gegen das Vorjahr um 400 000 Hektar verringert worden ist, blieb die Höhe der Gesamterträge die gleiche wie im Vorjahr, mit anderen Worten, sind die Hektar ertrüge gestiegen. Damit ist die Voraussetzung erfüllt, Anbauflächenveränderungen vornehmen zu dürfen. Für die Schließung der Eiweiß-, Fett- und Faserlücke benötigen wir Land, das im Tempo, wie es gebraucht wird, in erster Linie durch Ertragssteigerung derjenigen Kulturpflanzen gewonnen werden muß, die unseren Bedarf bereits deckten. Einer Flächenverkleinerung beim (Betreibe mußte daher ihre Ertragssteigerung zur Sicherstellung des Brotgetreidebedarfes die Waage halten. Ei w Milch Fette Fleisch Eier Fische 21,23% 0,1% 23,56 % 2,26% 3,65% 21,15% 19,12% 40,98% 1,78% Fe 1,38% 5,37% 0,02% 0,03% 0,03% Kohlen 0,03% Aus diesem Grunde ist auch der diesjährige Hackfruchtsegen, namentlich die reiche Kartoffelernte ganz anders zu beurteilen, als man sie früher angesehen hätte — fast als ein nationales Unglück. Wenn wir angesichts dieses Erfolges, trotzdem unter den sieben Parolen, welche vor kurzem, der Reichsbauernführer für den erneuten Einsatz zur Erzeugungsschlacht in Goslar ausgab, die Aufforderung vernahmen: Steigert die Hackfruchternte, so bedarf dies für viele ebenfalls der Erklärung. Dieser Befehl erging nicht, um unsere Ernährung mit Zucker und Kartoffeln, womit unser Bedarf glücklicherweise schon immer gedeckt wird, zu sichern, sondern um die sogenannte wirtschaftseigene F u-f t e r b a f i s. Die alte Bauernregel: Viel Futter, viel Milch, viel Dünger, viel Getreide, viel Geld!, besteht heute mehr denn je zu reckt. Neben ausreichender Brotgetreideversorgung ist daher eine Steigerung der Hackfruchternten von überragender Bedeutung. Dies wird am besten beleuchtet durch Gegenüberstellung der Mengen an Stärkewerten einzelner Hauptfrüchte, dem Maßstab für die Be- wertung des Nährstoffgehalts einer Ernte je Hektar. So werden geliefert: Stärkewerte vom Getreide (28 dz/ha Körner) 20 dz von Kartoffeln (200 dz/ha Knollen) 40 dz von Zuckerrüben (240 dz/ha Rüben und entsprechende Mengen Blätter) 60 dz Die Höhe der bisherigen Kartoffelernten lag im Mittel bei 44 Millionen Tonnen, ihr Verbrauch verteilt sich wie folgt: 13 Mill, t Speisekartoffeln 2 „ „ Kartoffeln zur Saat 5 „ „ Wirtschastskartoffeln 3,5 „ „ Zur Herstellung von Flocken und Stärke, 2,5 „ „ Brennereikartoffeln 18,0 „ „ Rest zum Verfüttern 44,0 „ „ Das der Landwirtschaft gesteckte Ziel sind 50 Millionen Tonnen Jahreserzeugung. Zum ersten Male ist dies bereits nicht nur erreicht, sondern übertroffen worden durch eine Rekordernte von 53,6 Mill. Tonnen. Wenn auch ein Mehrertrag infolge einer Vergrößerung der Anbaufläche zu erwarten war, so ist diese außergewöhnliche Erhöhung der Ernte vorwiegend einer Steigerung der Hektar- ertrüge zu danken: 1937 1936 1930* Reichsdurchschnitt dz/ha 194,3 168,1 172,2 * bisher bestes Kartosseljahr Gewiß ist die Witterung der Entwicklung der Kartoffelknollen günstig gewesen, der Wirtschafter kann eben nur die Voraussetzung für eine gute Ernte schaffen, ohne des Himmels Segen geht es nicht, ist all unser Tun umsonst. Mit Befriedigung muß daher festgestellt werden, daß der deutsche Bauer seine Pflicht getan hat. Die Steigerung der Durchschnittserträge bei allen Früchten findet seine Deutung in der anempfohlenen verstärkten Anwendung von Handelsdünger und der Verwendung hochwertigen Saatgutes. Rechtzeitig war daher die Verbilligung der Mine- ralsalze veranlaßt worden, wobei erhöhter Umsatz der Industrie den Ausgleich brachte. rrz...... _ f ir der Regierung des Instituts für Pflanzenbau und pflanzenzu: Qtnfcr Getreide- Getreideernte je ha anbaufläche in Mill, t in t 1934 12,0 21,6 ' 1,80 1935 11,7 22,0 1,88 1936 11,6 21,8 1,88 1937 10,2 21,8 1,95 Es muß betont werden, daß das Ziel bei der Getreideerzeugung nicht etwa die Erfüllung des Soll-, sondern trotz noch notwendig werdender Anbauflächenveränderung weitere Steigerung der Gesamterträge bedeutet. Denn es fehlt uns noch die eiserne Ration! Hinsichtlich unserer Brotversorgung können wir erst wirklich frei werden, fobald es gelingt, dauernden Ueberschuh zu erzielen und zum Verzehr für das neue Versorgungsjahr überzulagern. Wir haben unter Adolf Hitler verlernt, einer lieber« erzeugung ängstlich aus dem Wege zu gehen, uns zu fürchten, daß dadurch die Preise verdorben würden. Welche Bedeutung einer solchen Krastreserve außen- und innenpolitisch zukommt, bedarf keines besonderen Hinweises. Danach wird es auch verständlich, daß drakonisch jedweder Verfütterung von Brotgetreide ein Riegel vorgeschoben werden mußte und allein Hinterkorn dazu verwandt werden darf. Wenn auch hinsichtlich Ausmahlung und Streckung der Getreidemehle Maßnahmen getroffen werden mußten, die Bäcker und Hausfrauen manchmal murren lassen, so muß dies im Interesse der zu erstrebenden Sicherheit eben hingenommen werden. Wir leiden ja keinen Mangel, bekommen auch durchaus zuträgliches, vollwertiges Gebäck und können höchstens bezüglich seines Geschmackes etwas auszusetzen haben. Lieber jetzt freiwillig kleine Unbequemlichkeiten ertragen, als sich uon fremden Mächten den Brotkorb einnial höher hängen lassen. Auch wirtschaftliches Vollgerüstetsein sichert uns den Frieden! Daß Brotgetreide, wie überhaupt, daß das gesamte (Betreibe nicht allein unser hauptsächlichster Kohlenhydratlieferant, sondern auch der größte Eiweißerzeuger ist, dürfte nur wenigen bekannt sein. Der Vorrang, den ausreichende Brotgetreideversorgungs« und Vorratswirtschaft in unserer Ernährungslage einnehmen, gewinnt hierdurch noch mehr an Gewicht. Auf Grund einer sehr eingehenden und gewissenhaften Prüfung kommt der" Obmann der Reichsarbeitsgemeinschaft „Ge- werbeforfchung" Dr. S ch w e i g a r t zu folgenden höchst aufklärenden Zahlen. Sie geben Antwort auf die Frage: Welche Ernährungsmengen nach Art und Kapazität stehen auf den einzelnen Ernährungsgebieten zur Verfügung? eiß: Obst Gemüse Südir. 5,98% Alkohol. Getränke 0,75% Getreide Kartoffeln Zucker Honig 0,005 % 34,04 % 8,32% te: 4,14% 6,60% — 2,78% — ydrate 48,35% ' 20,46% 16,48% 7,60% 1,76% Aengstkiche Gemüter brauchen sich keine Gedanken über die vermehrte Handelsdüngeranwendung zu machen. Es liegen auf Grund jahrelanger Versuche einwandfrei gewonnene Beweise dafür vor, daß weder auf Meysch noch Tier nachteilige Folgen dadurch zu befürchten sind und weder die Bekömmlichkeit darunter leidet noch Krankheiten drohen. Es sei dagegen heroorgehoben, daß wir ohne zusätzliche Mineraldüngung in kürzester Frist bei den Ansprüchen, welche unsere hohe Bevölkerungszahl an den deutschen Boden stellen muß, Gefahr laufen, unsere Ernährungslage ernstlich in Frage zu stellen. Auch > die Zucker- und Futterrübenflächen haben reichen Segen gebracht, so daß die gewonnenen Ernten eine glänzende Rechtfertigung der gemachten Aufwendungen darftellen: so sind z. B. für Zuckerrüben, wofür die Zahlen bereits vorliegen, folgende Angaben von Interesse: 1937 1936 Zuckerrübenernte: 14 Mill, t 12 Mill, t “der‘ "2,2Mitt.-!- 106,2mi.dz etjeugung 20,3 BH«, dz Will dz (Verbrauchszuckerwert) Ein großer Teil der aus Kartoffeln und Zuckerrüben anfallenden Kohlenhydrate wird nun unmittelbar — ohne sie irgendwie vorher einer anderen Nutzung zu unterziehen und die restlichen in den Abfällen noch enthaltenen Nährstoffe bei der Viehfütterung zu verwerten (Rübenschnitzel, Melasse, Kartoffelschlempe) — zu vollwertigen zucker- oder stärkehaltigen Futtermitteln verwandelt. Das geschieht entweder auf dem Wege der Trocknung (Rübenzuckerschnitzel, Kartoffelflocken) oder der Einsäuerung (Kartoffeln), wodurch eine fast unbegrenzte Haltbarkeit und Krastreserve geschaffen werden. Die hervorragende Bedeutung dieses steigerungsfähigen Ueberschufses an Kohlenhydraten liegt in der Möglichkeit, über den Tiermagen einen großen Teil des uns noch fehlenden Eiweiß und Fett zu ergänzen. „Derjenige Hof wird in Zukunft an der Spitze marschieren, dem es gelingt, seinen Viehbestand von kleinster Fläche ausreichend und gleichmäßig zu ernähren." Um dies zu ermöglichen ist verdoppelte Sorge um das Grünland (Wiesen und Weiden) notwendig, denn „die Wiese ist die Mutter des Ackerlandes", versorgt sie doch durch den Dünger aus ihren Ernten das Feld. Wie schon mehrfach an dieser Stelle betont, ist die Steigerung der Erträge auf dem Dauergrünland weit hinter dem des Ackerlandes zurückgeblieben. Die Steigerung der Durchfchnittserträge für die Zeit von 1896/1901 — 1930/34 beträgt bei Kartoffeln 36,9 v. H. „ Winterroggen 19,2 „ „ Grünland 2,9 „ Deutschland verfügt über 8,5 Mill. Hektar Wiesen und Weiden, die mit 37,5 v. H. an der gesamten Eiweißerzeugung beteiligt sind. Es sind aber nur 2 Mill. = % fo bewirtschaftet, daß sie volle Erträge bringen. Wir könnten nach voller Ertragsfähigkeit wenigstens noch 325 000 bis 500 000 Tonnen Eiweiß vom Grünland erwarten. Die in großem Maßstab in Angriff genommenen Wiesen- und Adolf Hillers. k)tung der Landes Universität Gießen. Weidenmeliorationen beginnen bereits hier und da Früchte zu tragen. Ein Beispiel aus Ostpreußen möge genügen: 1 ha Wiesenland brachte (nach Völz-Königsberg): Vor , Nach Entwässerung Umbruch und Neusaat Heu 30 dz 60 dz Milch 1120 1 3870 1 Butterfett 38 kg 120 kg Setzt man gleiche Pflege voraus, finh hie Leistungen des Grünlandes neben die Des Ackers zu stellen. Es ist selbstverständlich, daß von der Möglichkeit, zusätzlich ohne Einschränkung des Anbaus der übrigen Früchte durch den sog. Zwischenfruchtbau Futter zu gewinnen, soweit es die wirtschaftlichen Verhältnisse erlaubten, Gebrauch gemacht wurde. Leider hat gegenüber dem Jahr 1936, in erster Linie wohl bedingt durchs Mangel an Arbeitskräften, eine Einschränkung stattgefunden. Die Aussichten, unseren Eiweißbedarf in Zukunft durch die Futtererzeugung zu decken sind also durchaus gesichert. Auch von der Seite des Oelfruchtbaues kommt hier eine erfreuliche Hilfe. Denn die sogenannten Oelkuchen — das Fett ist aus den Früchten ja bereits gewonnen — sind hochwertige Eiweiß- Kraftfuttermittel. Gegenüber dem völligen Dar- niederliegen des Del- und Gespinnstpflanzenanbaus ist eine um das zehnfache, erweiterte Anbaufläche zu melden. Es wurden angebaut in Hektar: Jahr Raps, Rübsen Flachs Hanf im Reich im Reich in Hessen im Reich 1933 5103 4889 16 211 1934 26738 8740 366 1935 47023 22275 3636 1936 54600 65600 5630 1937 50100 55600 1102 6800 Der Rückgang bei Raps und Rübsen im Jahr 1937 gegenüber 1936 ist eine Folge der Auswinterungsschäden. Auch bei diesen Früchten kann eine Steigerung der Hektarerträge von 1933 an, dem Beginn des erweiterten Anbaus, festgestellt werden. Die Zunahmen bis 1936 (die Zahlen für 1937 sind noch nicht erhältlich) .betragen für: Flachsstroh + 19,0 o. H. je Hektar Leinsamen _+ 13,8 v. H. „ Raps, Rübsen + 40,0 v. H. „ Die Erträge dieses Jahres erreichten infolge des Frostschadens im Winter 1936/37 nicht die des Vorjahres und bleiben im ganzen um 21000 Tonnen = 20,9 v. H. hinter 1936 zurück, eine Minderung, die zu beseitigen außerhalb unserer Macht stand. Die Zahl der Flachsrösten mußte infolge der gestiegenen Ernten von 35 auf 92 und die der Hanfrösten um 4 vermehrt werden, ebenfalls ein Beweis für die angewachsene Erzeugung. Aüch auf dem Gebiete der Tierhaltung sind die Anstrengungen den Forderungen der Erzeugungsschlacht gerecht zu werden, von Erfolg gekrönt gewesen. Ein Beispiel aus unserem Hessenlande soll dies beweisen. Es gilt, die nicht leistungsfähigen Milchkühe und'daher unnützen Fresser ausfindig zu machen. Dies geschieht in sogenannter Kontrolltätigkeit durch regelmäßiges Probemelken. Von den 320000 Tieren Hessens werden zur Zeit, verteilt über das ganze Land, etwa 11 000 kontrolliert, also rund 3 v. H. Der Gesamtjahresertrag sämtlicher Kühe an Milch liegt etwa bei der 2000-Liter-Grenze, der kontrollierten Tiere dagegen bei 3000 Liter. Eine Steigerung der Gesamtleistung auf diese Höhe liegt durchaus im Bereich der Möglichkeit. Das bedeutet allein für das Land Hessen bei 320 000 Kühen eine Erhöhung um 320 Millionen Liter Milch, bei einem Milchpreis von 0,10 RM. je Liter ein Mehr von 32 Millionen RM., ungeachtet des Butterfettgewinns. Neben einer durch Züchtung verbesserten Milchleistung ist auch durch rationelle Fütterung Steigerung des Fettgehaltes der Milch zu erzielen. Wie sich eine geringe Erhöhung des Butterfettgehaltes auswirkt, zeige die nachstehende lieber« sicht. Es werden benötigt für ein Kilogramm Butter: b. einem Fettgehalt v. 3 3,2 3,4 3,6 3,8 v. H. an Milch 28,2 26,6 25,0 23,5 21,7 Liter Auf Die außerordentliche Bedeutung durch Steigerung der Milchmenge unsere Ernährung zu verbessern, so z. B. durch stärkere Verwendung der wertvollen Magermilch, soll an dieser Stelle besonders hingewiesen werden. Denn der Magermilch ist nur das Fett entzogen, während das gesamte Eiweiß darin enthalten ist, sie also für die Eiweißversorgung des Menschen (in 1 Liter Kuhmilch befinden sich etwa 35 Gramm vollwertiges Eiweiß) weit mehr als bisher herangezogen zu werden verdient. Wenn Eierverforgung und Eierpreis nicht immer befriedigen, fo fei folgendes bedacht: Nicht nur wir in Deutschland haben einen nicht unerheblichen bis 1936 bis 2 Milliarden Stück betragenden (Eier- import aus China gehabt, auch andere Völker Europas. Durch- die Lage im Fernen Osten hat von dort jeglicher Export aufgehört. Die bisher aus jenen Gegenden beziehenden Nationen sind daher gezwungen, andere Quellen zu erschließen und stehen jetzt auf dem europäischen Markt in lebhaftem Wettbewerb miteinander. Darum gilt es auch für uns, sich zu bescheiden und das Gute anzuerkennen. Wir haben Festpreise und bemühen uns um eine gerechte Verteilung. Gewisse Unebenheiten für Erzeuger und Verbraucher werden mit der Zeit ausgeglichen. Durch die ergriffenen Maßnahmen auf dem Wege züchterischer Verbesserung der Hühnerrassen, fachgemäßer Fütterung und Wartung ist begründete Hoffnung vorhanden, daß die heimische Erzeugung in nicht zu ferner Zeit die noch fühlbaren Lücken ausfüllen wird. Eine große Sorge besteht zur Zeit, die allerdings ganz Europa betrifft, es ist die Bannung der furchtbaren Seuche, welche das Klauenvieh und namentlich die Rinderb'eftände bedroht. Sie ersck)wert unseren Kampf nicht unbeträchtlich. Es ist nur zu hoffen, daß es bald gelingt, sie zum Erlöschen zu bringen. Was in unserer Macht steht, geschieht, die Durchführung der notwendigen Maßnahmen ist heute bei der straffen Organisation eher möglich als früher. Notwendig aber ist für jeden, dessen Vieh davon betroffen, ober der sonst den Verordnuugen unterworfen ist, welche zur Abwehr der Krankheit erlassen werden mußten, daß er sich im Interesse der Allgemeinheit den Anordnungen unbedingt unterwirft. Im Vorstehenden wurde versucht/ an einigen praktischen Beispielen die Einwirkungen der Reichsnährstand-Führung auf die verschiedenen Sektoren der Kampfesfront zu zeigen. Es sei noch mit wenigen Bemerkungen eines, sich wenn auch nicht sofort — fo doch sehr nachhaltigen und stark auswirkenden Momentes gedacht, nämlich Her Landumlegung oder, wie man in Hessen jagt, der Verkoppelung. Wenn man den Ursachen der geringen Hektarerträge in gewissen Teilen unseres Vaterlandes nachgeht, so muh man feststellen, daß das Hemmnis für Fortschritt und Erzeugungssteigerung dort hauptsächlich in weitestgehender Zersplitterung zu suchen ist. So sind es in Bayern säst 50 und in Württemberg etnM 40 o. H. der landwirtschaftlich genutzten Fläche, welche der Zusammenlegung bedürfen. Man geht nach den vorliegenden Erfahrungen nicht fehl, wenn man nach Zusammenlegung der zahllosen kleinen Parzellen zu wirtschaftlich zweckmäßigen Grundstücken eine Steigerung der Erträge um durchschnittlich 3Ö v. H. annimmt. -Für die genanten Länder würde dies in einer Fläche ausgedrückt zusammen einem Landgewinn von über -»Million Hektar entsprechen. Insgesamt handelt es sich in Deutschland um 22 v. H. der landwirtschaftlich genutzten Fläche, rund 6 Millionen Hektar, die ui^legungsbedürftig sind. Um die notwendigen Maßnahmen in der erforderlichen Geschwindigkeit durchführen zu können, hat der Reichsbauernführer eine neue Reichsumlegungsordnung erlassen, die einheitliches Reichsrecht an Stelle von 50 veralteten Landesgesetzen vorsieht. So sehen wir auf allen Gebieten der Erzeugung erfreuliche Fortschritte. Leider fehlen aber für die Bewältigung mancher Arbeiten die notwendigen und vor allem auch geschulten A rbe i t s k r ä f t e. Zwar hat endlich die landwirtschaftliche Arbeit die ihr gebührende Anerkennung und Gleichberechtigung gegenüber der des städtischen oder industriellen Arbeiters gefunden. An dem, was ich 1932 in meinem Aufsatz in diesem Blatt „Bauer in Rot — Volk in Rot" schrieb, ist so recht der Umschwung unserer Anschauung von heute gegen damals zu erkennen: „Roch besteht kein Fortbildungsschulzwang für alle in der Landwirtschaft Tätigen, wie es ihn für die in Gewerbe und Handel Beschäftigten gibt. Roch wird- der landwirtschaftliche Arbeiter, der bei weitem vielseitiger sein muß, als die meisten Industriearbeiter, über die Achsel angesehen. Roch, ist vielen Städtern unbekannt, mit welcher Mühe das tägliche Brot und andere unentbehrliche Nahrungsmittel der heimischen Scholle vom Landmann erzeugt werden." Bei der Arbeiterbeschaffung wird der Einsatz für die Landwirtschaft die größten Hindernisfe zu überwinden haben. Daher muß, wenn auch Arbeitsdienst und notfalls Wehrmacht hilfreich einspringen, noch Unterstützung von maschineller Seite Herkommen. Zug- und sonstige Kraftmaschinen, sowie Bodenbearbeitungs- und Pflegegeräte für den Kleinbauern zu erschwinglichen Preisen, gegebenenfalls genossenschaftliche Anschaffung und gemeinsame Benutzung sind vorgesehen. Beste Ansätze sind auch hier vorhanden, um die sich entgegenstellenden Schwierigkeiten zu überwinden, Konstrukteure und Industrie bemühen sich' gemeinsam und nicht ohne Erfolg, dem Bauern zu helfen. Zum Schluß soll auch der im Reichsforschungsdienst zusammengesaßten Landbauwissenschaft gedacht werden. Sie legt zum ersten Male nach dreijähriger intensivster Gemeinschaftsarbeit in einem Bericht: „Forschung für Volk und Nahrungsfreiheit", öffentlich Rechenschaft ab über ihre Mitwirkung in der Erzeugungsschlacht. Die darin enthaltenen Ergebnisse zeigen, daß die in die Forschung gesetzten Erwartungen nicht vergeblich gr- wesen sind. Die weitere Durchführung begonnener Arbeiten und die Bearbeitung auf allen Gebieten sich neu entgegenstellender Probleme, welche auch der Mithilfe sämtlicher Naturwissenschaften bedarf, erfordern weiter die Anspannung äußerster Kräfte und den Einsatz allen verfügbaren Rüstzeuges. So ist es denn zu begrüßen, daß endlich den berechtigten Wünschen der Landesuniversität nach Ausbau und zeitgemäßer Einrichtung der Landwirtschaftlichen Institute Rechnung getragen werden soll und damit die vor einem Jahr ausgesprochene Erwartung Erfüllung findet. Zum Anfang des neuen Jahres wünschen daher die Landwirtschaftlichen Lehr- und Forschungsstätten, daß die geplanten Neubauten recht bald in Angriff genommen werden. Än dem bisherigen Einsatz und den erzielten Erfolgen gemessen dürfen wir auch vom neuen Jahr für den Kampf um die Nahrungsfreiheit Deutschlands Gutes erwarten, wenn der Himmel durch günstige Witterung 1938 uns seinen Segen verleiht. Alle Kräfte leisten im heutigen. Daseinskampf ihr Bestes. Denn ein jeder weiß und fühlt es: Freiheit und Brot wachsen auf einem Baum. Oer Sauobmann der DAJ. spricht zum Jahresbeginn. NSG. Auch in diesem Jahr wird zum Jahresbeginn durch die Deutsche Arbeitsfront für den Gau Hessen-Nassau ein Betriebsappell durchgeführt, der vom Reichsfender Frankfurt übertragen wird. Der diesjährige Appell, betitelt „Die G e - meiikfchaft steht gerichtet zur Leistung und Ta t", findet am Montag, dem 3. Januar, von 8.30 bis 9 Uhr statt. Zu Beginn des Appells hören wir eine Kantate „Wir find voll gläubigen Vertrauens". Die Musik ist von Hans K.n a b und der Text von Heinrich Lersch. Anschließend spricht der Gauobmann der Deutschen Arbeitsfront Willi Becker, MdR. und gibt den Befehl zum Arbeitsbeginn. Nach Beendigung des Appells fingen und musizieren bis 9.30 Uhr Werkscharmänner und ein Musikzug der Werkscharen. Die Betriebs unseres Gaues und des Sendegebietes des Reichssenders Frankfurt werden den Appell im Gemeinschaftsempfang mithören und alle Arbeitskameraden in den Werken draußen werden nach dem Befehl des Gauobmannes die Arbeit aufnehmen, um ein neues Jahr hindurch mitzuschaffen an dem Weiteraufbau unseres Reiches. pr ffrlager der Studenten. NSG. Der Pressereferent des Bereiches Rhein der Reichsstudentenführung hat die Amtsleiter für Presse und Propaganda der Gaustudenten- führungen Hessen-Nassau, Koblenz-Trier und Kurhessen vom 3. bis 5. Januar 1938 in ein Lager nach Bad Homburg v. d.H. einberufen. Das Lager dient der einheitlichen Ausrichtung der Pressearbeit des NSD -Studentenbundes. Die seither im Gau Hessen-Nassau erscheinende Rhein-Mainische Studentenzeitung wird künftig als amtliches Organ der Gaustudentenführung Hessen-Nassau, Koblenz- Trier und Kurhessen herauskommen. Im Lager werden vor den Studenten u. a. Gaupropagandaleiter S t ö h r , Gaupresseamtsleiter Uckermann, Vertreter der Landesbauernschaft und des Reichsnährstandes sprechen. Der Landesverbandsleiter des Reichsverbandes der deutschen Presse, Hauptschriftleiter Gustav S t a e b e , wird mit den Studenten eine pressepolitische Arbeitsgemeinschaft durchführen. Aus aller Welt. Fast 1 y» Millionen besuchten den Ausstellungszug „Weltfeind ttr. 1". Der antibolschewistische Ausstellungszug „Welt- feind Nr. 1" hat seine Deutschlandfahrt im Auftrage des Reichsministeriums für Volksaufklärung und Propaganda und der Reichspropagandaleitung nach 15monatiger Laufzeit beendet. In 66 Städten haben an insgesamt 303 Ausstellungstagen 1 460 000 Volksgenossen die Ausstellung besucht. Das entspricht einem Tagesdurchschnitt von rund 5000 Besuchern. Ermöglicht wurde das durch die neuartige Konstruktion des Zuges, der in wenigen Stunden aus vier Kraftwagen und acht Anhängern zu einer vollständigen Ausstellung mit überdachtem Filmraum für 400 Personen umgebaut werden kann, eine Neuerung, die dem deutschen Ausstellungswesen für die Zukunft außerordentliche Möglichkeiten erschließt. Der für Ausstellungen jeder Art geeignete Zug wird von Mitte Februar an für andere wichtige Aufgaben propagandistischer Natur eingesetzt werden. ' Riesiger Grundstück-Schwindel in Reuyork. lieber 15 0 0 Slowaken, die zum Teil über einige Jahre vor allem in den Staaten Neuyork, Pennsylvaniä und Neujersey ansässig sitid, zum Teil aber auch erst jetzt zugewandert sind, wurden Opfer eines Schwindler-Konsortiums, das ihnen rund zwei Millionen Dollar abnahm. Die aus dem Osten stammenden Betrüger, die als Slowaken auftraten, warben für eine große Siedlung auf Long Island, deren Grund und Boden schon vorhanden fein sollte. Tatsächlich besaß die Bande nichts als eine 'wertlose Sandgrube, mit der sie operierte. Unter den Angeklagten befinden sich auch Mitarbeiter verschiedener slowakischer Blätter, die ihren Lesern das Wunschbild einer großen slowakischen Siedlung auf amerikanischem Boden mit den Trachten, der Sitte und der Sprache der Heimat vorgezaubert hatten. We«e-b->'iOt des Reichswellerdienstes. Ausgabeorl Frankfurt. Während die Fröste in Nord- und Mitteldeutschland eine Milderung erfuhren, brachte die Nacht zum Donnerstag unserem Gebiet durch Ausstrahlung teilweise Temperaturen zwischen —5 und 10 Grad. Die um das Hochdruckgebiet herumgesteuerte und auch nach Deutschland eindringende friilbe Meeresluft gibt zu leichten Frostmilderungen und geringfügigen Schneefällen Anlaß. Im großen und ganzen bleibt aber die kalte Witterung erhalten. Aussichten für Freitag: Wolkig bis auf= heiternd, strichweise geringe Schneefälle, teilweise Fröste. Meist nördliche und östliche Winde. Aussichten für Samstag: Fortdauer des zeitweilig heiteren, meift'trocfenen Frostwetters. Lufttemperaturen am 29. Dezember: mittags —1,8 Grad Celsius, abends —5,4 Grad; am 30. Dezember: morgens —4,6 Grad. Maximum —1,8 Grad, Minimum heute nacht —6,8 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 29. Dezember: abends —0,6 Grad; am 30. Dezember: morgens —0,9 Grad. — Sonnenscheindauer 2,5 Stunden. Wintersporl-Welterdienst. Vogelsberg. Herchenhainer Höhe: Bewölkt, — 9 Grad, Gesamtschneehöhe 25 cm, verharscht, Ski und Rodel gut. — Hoherodskopf: Nebel, —9 Grad, Gesamtschneehöhe 40 cm, verharscht, Ski und Rodel mäßig gut. Rhön. Wasserkuppe: Nebel, —11 Grad, Gesamtschneehöhe 50 cm, verharscht, Ski und Rodel sehr gut. Schwarzwald. Feldberg: Heiter, —13 Grad, 30 Zentimeter Gesamtschneehöhe, verharscht, Ski und Rodel gut. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein.' Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. 2. 21. XI. 37: 10 780. Druck und Verlag: Brühlsche Universitätsdruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugs- preis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkauss- preis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vom 1. September 1937 gültig- e Unsere liebe Mutter und Großmutter Gießen (Asterweg 45). den 30. Dezember 1937. Die Beerdigung fand in aller Stille^statt - Beileidsbesuche dankend verbeten. 8762D Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Martha Dahm er. Frau Anna Dahmer, geb. Scherer ist am 24. Dezember, abends, sanft entschlafen. entschlief sanft und unerwartet Heute morgen, den 29. Dezember, Schwiegervater und Großvater in lieber Mann, Wilhelm 62. Lebensjahr. tiefer Trauer 1937. 06229 Die Beerdigung findet Freitag, den 31. Dezember, nachmittags vom Trauerhause, Gießener Straße 13, aus statt Heuchelheim-Gießen, den 29. im 74. Lebensjahre. 8825V Die trauernden Hinterbliebenen: Familie Heinrich Krauskopf Familie Ludwig Eiff Familie Georg Weib V. Großen-Linden, den 29. Dezember 1937. , Die Beerdigung tindef* Samstag, den 1. Januar 1938, nachm. 2Vs Uhr, vom Trauerhause (Falltorstraße 5) aus statt. Heute morgen verschied sanft nach langem, schwerem Leiden unsere liebe Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwester, Schwägerin und Tante Elisabethe Weiß, geb. Faber 06230 Die Beisetzungsfeier des Pg. Adolf Schäfer, Oberfinanzrat a. D. findet Dienstag, den 4. Januar, 14.30 Uhr, in der Kapelle des Alten Friedhofs statt. Die trauernden Hinterbliebenen Berlin, Gießen, den 30. Dezember 1937. Vermietungen taten auch für Büro geeignet su vermieten. Näheres «^d Vi.hellM.W Wohnung 4 Zimmer und Wohnküche (3. Etage) ab 1. Febr. zu vermiet. Hammermann Kreuzvlatz8l8835v Geräumige Igssov 4-Zimmer- Wohnung Seltersweg 69 sofort zu oerm. Mietgesuche I Suche 88260 4-Zimm.-Wobnung mitZübehör und Garage in schön. Lage bis 15. 2. oder 1.3.1938 in Gießen. Preisangebote an krau Erich Wiegmeyer Herrsching am Ammersee. Obb. Stellenangebote Tücht.,zuperl. Dame fürein.Laden in Gießen per 1. Febr. 1938 gesucht. Schneiderin, Putzmacherin oder aus der Tertilbranche bevorzugt. Zeugnisse u. Angeb. unter 8700Dan den Gieß. Anzeig. Halbtags- Mäbchenz in klein. Haush. (2 Pers.) für Anfang 1938 gesucht Bahnlwfstr.51 I Was können Sie Ihren Gästen zu Giwester anbieten? Kaffee, Kuchen---ist nicht das Richtige!!! Beim Begießen des neuen Jahres muß ein guter Tropfen zur Stelle sein. Änm, Arrak, Weir.brand, Punsche. 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