Samstag, 50. Oktober 1937 187. Jahrgang Ur. 254 Erstes Blatt » Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8'/,Uhr des Vormittags Grundpreise für 1 mm tzöhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Text« anzeigen von70mm Breite 50Rpf.,Platzvorschrist nach vorh. Dereinbg.25°/g mehr. Lrmähigte Grundpreise: Stellen-, Vereins-, gemein« nützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf., Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen 6Rpf. 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Frankreich sei entschlossen, im Einvernehmen mit seinen Freunden die Sicherheit französischen Gebietes und die Freiheit besonders der Mittelmeer-Verbindungen in jedem Fall zu garantieren. Es müsse daher eine übereinstimmende Aktion mit England durchführen. Hinsichtlich des Krieges in Spanien versichert die Partei, daß dieser Konflikt unbedingt örtlich begrenzt bleiben müsse und daß alle ausländischen Kräfte, die auf spanischem Boden kämpften, zurückgezogen werden müßten. Die Partei sei mit jedem Abkommen einverstanden, das eine wahre Nichteinmischung verwirkliche; doch stelle sie die Bedingung: Entweder Zurückziehung der ausländischen Freiwilligen oder Schluß mit der Nichteinmischung. erlegt. Nein! Jeder wird mir zugeben, daß eine solche Entwicklung untragbar sein würde. Im Augenblick sehe ich nicht, wie man einen Ausweg finden soll, wenn Sowjetrußland seine Haltung nicht ändert. Deutschland kann nur Schritten zustimmen, die durch einstimmigen Beschluß in diesem Komitee Zustandekommen. Ich möchte daher anregen, daß unser Vorsitzender einen Ausweg sucht und auch andere Mitglieder unseres Ausschusses ihren Einfluß dafür einsehen, damit In Lissabon trafen s i e b e n H I.- F ü h r e r unter der Leitung von Bannführer Borchert em. Die HI.-Führer reisen nach Salamanca weiter, um den Besuch spanischer Jugendführer in Deutschland zu erwidern. N ständnisse zerstreut werden. Nicht nur leitende Männer, sondern die Völker selb st sind nach Paris gekommen, und je mehr sie von uns Franzosen getrennt waren, oder getrennt schienen, um so heilsamer waren diese Annäherungen. „Ich kenne besonders den Eindruck, den hochstehende Persönlichkeiten und einfache Besucher, die aus Deutschland kamen, mitgenommen haben. Solche Annäherungen, solche Anstrengungen zum gegenseitigen Verständnis wie diejenigen, die die Abordnung der 3 u - genden Deutschlands und Frankreichs, aber auch Zrafmmenkünfte der Frontkämpfer beider Länder in Verdun und Befanden zusammenführte, müssen günstige Fortsetzungen finden. Zwei große Länder, die sich in tragischen Prü- SutscHAU fungen, bei denen sie sich achten lernten, gemessen haben, haben vor der Geschichte ihren Stolz nachgewiesen. Sehr viele Völker erklären die deutsch-französische Verständigung als das Signal des endgültigen Friedens. Diese beiden Länder würden den tragischen Irrtum begehen, wenn es nicht gelingen sollte, sich zu begreifen und zu verstehen. Ich betone dies ausdrücklich und werde es, gleichviel was kommen mag, nicht bedauern; denn diese Sprechweise bezeugt, daß Frankreich, ohne auf irgend etwas zu verzichten, allen Ländern alle F r i ed e n s m ö g l i ch k e i t e n bieten will. Wenn wir vom Weltfrieden noch weit entfernt find, so hat der Weltkrieg doch wenigstens bis jetzt beschworen werden können, und zwar trotz so vieler Ursachen, die ihn zu anderen Zeiten entfesselt hätten." Farbe bekennen. „In der Sackgasse." Londoner Stimmen zum Stand der Nichteinmischung. London, 30. Oft. (DNB. Funkspruch.) „Daily Mail" verurteilt scharf die Haltung des Sowjetvertreters. Wohlüberlegt habe Sowjetrußland verhindert, daß man im 'Hauptunterausschuß zu einer Einigung über den britischen Plan der Zurückziehung der Freiwilligen aus Spanien gekommen sei. Das sei das Ergebnis von Instruktionen gewesen, die der Sowjetbotschafter in letzter Minute aus Moskau erhalten habe. Durch diese Haltung des Sowjetoertreters sei der Ausschuß i n eine Sackgasse geraten. Man hoffe, die durch die halsstarrige Haltung des Sowjetvertreters geschaffene Lage bis Dienstag zu bereinigen. Während „Daily Telegraph" glaubt, nach fünfstündigen Beratungen doch noch von einem kleinen Fortschritt sprechen zu können, schreibt „Daily Expreß", möglicherweise werde man einen neuen Ausschuß ins Leben rufen, in dem Sowjet- rußland als einziger Störenfried bei der Erzielung der Einstimmigkeit nicht mehr vertreten sein werde. „News Chronicle" stellt fest, daß die Nichteinmischung noch nie so f e ft im Morast gewesen sei wie nach der gestrigen Sitzung des Unterausschusses. Man sei wieder völlig auf dem toten Gleis. Außenminister D e l b o s verteidigte die Spanienpolitik der französischen Regierung und betonte, daß sich Frankreich — „u n - geachtet seiner Sympathien für 93a-- (e n c i a" — jeder Einmischung in die spanischen Verhältnisse enthalten wolle, um „anderen weder Vorwand noch Entschuldigung zu liefern". Frankreich verlange die wirkliche Achtung der gebietsmäßigen Unantastbarkeit und der politischen Unabhängigkeit Spaniens. Zahlreiche ausländische Staatsmänner haben die Weltausstellung besucht, auf diese Weise konnten Freundschaften enger gestaltet und Mißver- i^utung QvntsenfKrit Sür eine Vegrenzimg des Spamen-Konflikts Die Zurückziehung der ausländischen Freiwilligen oder Schluß mit der Nichteinmischung. Wusuna^js-^- --1 FES TU Nü der Internationalen Niederlassung gelegene Stadtteil Tschapei und der Nordbahnhof, der Endpunkt der von Nanking kommenden Bahnlinie waren Ziel der ersten Kämpfe. In den folgenden Wochen verlängerte sich die Front immer weiter nach Norden längs der Bahnlinie Schanghai—Wusung. Versuche, den linken chinesischen Flügel durch Ueberschreiten des Wangpo-Flusses zu umfassen, mißlangen trotz der zahlenmäßigen Ueberlegenheit der Japaner und der Unterstützung ihrer Operationen durch die schweren Geschütze ihrer auf dem Wcmgpo und auf dem Jangtsekiang ankernden Kriegsschiffe. Erst nach wochenlanger zäher Verteidigung konnten die Chinesen gezwungen werden, den Sicherungsgürtel, den sie in weitem Bogen nördlich um Schanghai herum besetzt hielten, zu räumen. Den Japanern gelang es zwar nicht, die chinesischen Linien zu durchbrechen, wohl aber konnten sie nach Eintreffen erheblicher Verstärkungen den Bogen der chinesischen Stellungen zwischen Lotien und Liuhang zurückdrücken und durch den weiteren Vorstoß auf Tatschang, das erst nach außerordentlich heftigen und durch das sumpfige Gelände sehr schwierig und verlustreich gefalteten Kämpfen von den Japanern erobert wurde, die Chinesen zum Rückzug aus ihrer Bogenstellung bei Kiangwan und zur Aufgabe des Stadtteils Tschapei zwingen. Aber obwohl die Japaner schon die nach Nanking führende Bahnlinie überschritten und den Sutschau-Graben erreicht haben, scheint es der Mehrzahl der chinesischen Truppen doch gelungen zu sein, sich durch beschleunigten Rückzug nach Westen der Umklammerung zu entziehen. Ob dieser Rückzug der Aufgabe Schanghais überhaupt gleichkommt, ist noch nicht zu übersehen. Noch befinden sich chinesische Stellungen am Wangpo, in Putung und in Der Chinesenstadt Nantao im südlichen Schanghai. Den hier kämpfenden Truppen steht als Nachschublinie die Bahnstrecke von Hangschau, also von Süden her, zur Verfügung. Die Bedeutung des Besitzes von Schanghai wäre für die Japaner kaum zu überschätzen. Schanghai ist mit 3V2 Millionen Einwohnern nicht nur der bedeutendste Hafen Chinas und die wichtigste Stadt im Handel mit dem Ausland, sondern auch Sitz des Seezollamtes, dem die Verwaltung der Seezölle obliegt, die der Sicherheit des Zinsendienstes der chinesischen Ausländsanleihe dienen. Schanghai ist also das Nervenzentrum Chinas und es zeugt von dem sehr überlegenen Vorgehen Japans, daß es hier den Hebel angesetzt hat und unter Entfaltung starker militärischer Kräfte eine Lage geschaffen hat, um die man in Brüssel nicht so leicht herumkommen wird, zumal wenn, wie es scheint, die Japaner nun auch den Jangtsekiang aufwärts auf Nanking, den Sitz der chinesischen Zentralregierung, vorstoßen werden, um, wie sie sagen, Tschiangkaischek zu einem Kurswechsel im Sinne einer chinesisch-japanischen Zusammenarbeit zu zwingen, die Ostasien vom Kommunismus befreien müßte und durch gemeinsame Erschließung der großen wirtschaftlichen Möglichkeiten Chinas das Land einer neuen Blüte entgegenführen soll. Dem gleichen Ziel, einen, weit vorgeschobenen Schutzwall gegen den Kommunismus und seinen, machtpolitischen Ausdruck Sowjetrußland zu bilden, dienten ja auch die japanischen Operationen in Nordchina, die jetzt die erste politische Frucht, die Errichtung eines selbständigen Mongole n st a a t e s , zu tragen scheinen, womit Japan nach dem Vorbild Mandschukuos einen weiteren Pufferstaat zwischen sich und Sowjetrußland zu legen gedenkt. Der japanische Vormarsch in Nord- chrna hatte schon in den ersten Wochen die Besetzung Kalgans und des Nankaupasses am nördlichen rechten Flügel der japanischen Front gebracht, er wurde dann im Herbst fortgesetzt mit dem Erfolg, daß nach der Eroberung von Suijuan, der Hauptstadt der gleichnamigen Provinz und Ausgangspunkt der wichtigen Karawanenstraße nach Ulan-Bator, der Paris, 29. Oft. (DNB.) Der radikalsoziale Parteitag in Lille hat die Finanzaussprache durch Annahme einer Entschließung beendet, in der die Notwendigkeit eines strengen Haushalts- gleichgewichtes, die Ablehnung jeglicher Währungskontrolle und die vernünftige Förderung der Erzeugung sowie Währungsstabilität gefordert wird. Eine Stelle, die sich auf die Sozialpolitik bezieht, lautet: „Unerläßlich ist die geschmeidigere Anpassung der 40-Stun- den - Woche an die Bedürfnisse der Landesverteidigung, Fabrikbesetzungen sind ungesetzmäßig, die Regierung hat die Pflicht, sie dort, wo sie vorkommen, abzustellen." Finanzmini- fter Bonnet hatte betont, daß Frankreich verhältnismäßig die schwersten Schuldenlasten in der Welt trägt. Das französische Volkseinkommen liege 10 bis 20 o. H. unter dem von 1929/30, die Erzeugung liege 25 bis 30 v. H. unter der von 1929/30, die öffentlichen Lasten feien um 40 bis 50 v. H. höher als die von 1929/30. Frankreich und die französische Währung brauchen, um sich wieder vollends zu erholen, neue Reichtümer, und diese neuen Reichtümer kann man nur durch Arbeit schaffen. Das Land muß ein für allemal begreifen, daß es die Ausgaben, die es fordert, selbst bezahlt. Ich kann auch nicht verhindern, daß die unzureichende Erzeugung Entwertung und Teuerung im Gefolge hat. London, 29. Okt. (DNB.) In der Freitagsitzung des Unterausschusses des Nichteinmischungs- ausschusses wurde zunächst nach längerer Aussprache der vorliegende Entschließungsentwurs von sämtlichen Regierungen — mit Ausnahme Sowjetrußlands — m der Form angenommen, daß alle Machte ihn annehmen unter der Voraussetzung, daß sämtliche Mächte ihm z u st i m m e n. Der Beschluß war die Folge der erneuten Weigerung Sowjetrußlands, dem Entschließungsentwurf in der Frage der Kriegführendenrechte zuzustimmen. Dem Hauptausschuß soll ein Entschließungsentwurf vorgelegt werden, wonach 1. der Vorsitzende des Nichteinmischungsausschusses ermächtigt werden soll, sich sofort mit den beiden spanischen Parteien in Verbindung zu setzen und ihnen den Entschließungsentwurf zur Stellungnahme zuzuleiten; 2. der Ausschuß beschließen soll, inzwischen sämtliche technischen Vorarbei te n, die der britische Plan erfordert, durchzuführen. Dieser Entschliehungsentwurf wird den Regierungen zur Stellungnahme zugeleitet und wird am n ä ch- ft en Dienstag vom Unterausschuß erneut behandelt. rr u . Die Sitzung des Ausschusses dauerte 5 Stunden. Der Sowjetvertreter wiederholte, daß die Sowjetregierung weder d en b r i 11 Hb e n Plan noch die französischen Vorschläge zu diesem billigen könne. Vom vorliegenden Entschließungsentwurf werde er drei Punkte annehmen, aber den Punkt, der sich auf die Regelung der K r i e g s f u h r e n d e n - rechte bezieht, müsse er lehnen. Als der deutsche Botschafter fragte, ob Aussicht bestünde, daß die Sowjetregierung zu irgendeinem Zeitpunkt Kriegsführendenrechte zugestehen werde, gab der Sowjetvertreter feine Antwort. Auch als der deutsche Verübter fragte, ob denn eine spätere Zugestehung von Knegsfuhrendem rechten durch Sowjetrußland so unwahrscheinlich sei, daß der Sowjetvertreter über diesen Punkt überhaupt nichts sagen könne, erfolgte keine Antwort. Botschafter von Ribbentrop kennzeichnete nachdrücklich das völlig negative Ver- n." am 16. Oktober wieder aufgenommen wurde, erklärte der Sowiet- botschafter, daß seine Regierung nicht mehr langer bereit sei, irgendwelche Verantwortung für die Fortführung der Nichtein- mischungspolitik zu übernehmen Zu gleicher Zeit bestand er darauf, daß er sich das Recht der \ Tatsdiang Gchßnjue Moskau sott Farbe bekennen. Botschafter von Ribbentrop fordert im Londoner Ausschuß klare Stellungnahme der Sowjets zum Nichteinmischungsproblem. Kritik und der Stimmabgabe in allen Fragen vorbehalten müsse, für die er aber im übrigen d i e Verantwortung ablehne. Obwohl wir in diesem Ausschuß und anderswo an die einigermaßen ungewöhnlichen Methoden der Sowjetdiplomatie gewöhnt worden sind, kann ich nicht umhin, meinem Erstaunen über diesen letzten Schritt Sowjetrußlands Ausdruck zu geben. Es ist recht ungewöhnlich, daß man einerseits die Verantwortung für irgend etwas ablehnt und anderseits hierfür doch das Recht des Einspruchs und der Kritik in Anspruch nimmt. Die Mitglieder dieses Ausschusses können nicht zu- lassen, daß dies so weitergeht. Man muß an den Somjetbotschafter die Frage richten, welcher Sinn seiner Erklärung zukommt. Durch die heutige Erklärung weigert sich die Sowjetregierung, K r i e g s- führenden rechte zu gewähren. Mit dieser Weigerung ist einer der drei Punkte des britischen Planes von Sowjetrußland abgelehnt. Durch die Weigerung, weitere Zahlungenfür den Kontrollplan zu leisten, beweisen die Sowjets, daß sie die Kontrolle rings um Spanien unmöglich machen wollen. Hiermit ist der zweite Punkt des britischen Planes ebenfalls von der Sowjetunion abgelehnt worden. Da aber die Frage der Gewährung Kriegsführenderrechte und die Wiederherstellung der Kontrolle wesentliche Voraussetzungen für die Zurückziehung der Freiwilligen sind, beweist diese neue Haltung der Sowjetregierung, daß sie n i ch t e i n - maldendrittenPunktdes britischen Planes annehmen will, nämlich die Zurückziehung der Freiwilligen. Stimmt Sowjetrußland der Entschließung ohne Vorbehalt zu oder nicht? Will Sowjetrußland künftig an der Nichteinmischung weiter teilnehmen oder will es offen intervenieren? Deutschland und andere Staaten haben der Politik der Nichteinmischung zugestimmt unter ber selbstverständlichen Annahme, daß die Nichteim mischung überall beachtet werden wurde. Ich kann nur hoffen, daß die Sowjetregierung ihre Haltung baldigst ändern wird, weil s o n st e i n e ü e r 3 hänqnisvolle Lage eintreten muß. „Dieser Ausschuß würde der Welt ein äußerst merkwürdiges und lächerliches Schauspiel bieten, wenn er auf der einen Seite dem Land, das für die spanischen Wirren verantwortlich ist, freie Hand für die Entsendung von Freiwilligen nach Spanien gibt wahrend er andererseits anderen Mächten, sozusagen als letztes Stadium der Nichteinmischung, die Pflicht der Zurückziehung der Freiwilligen aus Spanien auf- Neue Tatsachen. Während England und die Vereinigten Staaten, die Hauptinteressenten an einem friedlichen Ausgleich in Ostasien, ihre Hoffnung auf die Neunmächtekonferenz setzen, die auf Anregung des Völkerbundes in Brüssel zusammentreten wird, jedoch ohne Japan, das sich nicht der Gefahr aussetzen will, dort von einer Mehrheit der Mächte unter Druck gesetzt zu werden, hat eben dieses Japan sich mit Erfolg bemüht, durch Verbesserung seiner militärischen Stellung um Schanghai und wichtige politische Veränderungen in Nordchina Tatsachen zu schaffen, die durch Konferenzbeschlüsse nicht so leicht zu beseitigen sein werden. Mitte August war der Kampf ähnlich wie schon im Jahre 1932 von Nordchina auf Schanghai übergegriffen. Der nördlich Oie deutsch-französische Verständigung das Signal des endgültigen Friedens. Oelbos vor dem radikalfozialenKongreß für eine Fortsetzung derVerständigungsbemühungen SCHANGHAI 10_____15 km Natscham umorti lv Tientsin. Ulan- Bator ÄUSSERE • MONGOLEI 7nNö •- x&VOL SÄ’.. t5(!n S4C36n not • > ÄMd. wvg^e" Iw fa k-.‘ ,«C*1J M-r-Ä SOWJET IN N E RE CHINA Oie Ostasienkonferenz ohne Deutschland Sbt. Ch/n TURKESTAN MANDSCHU -KUO ,-y 2j TANNU-TUWA > (Reumanns (^crg^ilfc unterstützt und regelt die Arbeitskraft Ohres Herzens, Heumanns tzecz.hilse ist unschädlich und aus rein pflanzlichen Heilstossen zu- sammengeseht.»Au Haden in den Apotheken für R2K. 2.50 die Packung. Sie reicht co. 1 Monat. ist, an einer Aktion zur friedlichen Beilegung des Konfliktes mitzuwirken, sobald feststeht, daß die unerläßlichen Voraussetzungen dafür gegeben sind. Zu der Gründung eines neuen Mongolenreichs auf dem Boden der nordchinesischen Provinzen Suiyuan und Tschachar zeigen wir diese Karte der Inneren und Aeußeren Mongolei. Teil durch die Wegnahme seiner Kolonien, d. X seiner überseeischen Raumpotenz bedingt. 3. Das deutsche Volk, das seit der Wegnahmeder Kolonien durch die Manipulationen von Versailles gegen diese Beschneidung seines Lebensraumes protestiert hat, ist zu der Ueberzeugung gekommen, daß es wieder in den Besitz seines kolonialen Eigentums gelangen muß. An dieser Ueberzeugung läßt sich durch gegnerische Taktik nichts ändern. Als Deutschland am Ende des vergangenen Jahr. Hunderts durch friedlichen und rechtmä. feigen Erwerb überseeischen Besitzes als letzte Großmacht in die Reihe der Kolonial- Die gegnerische Taktik geht wesentlich darauf hinaus, dem nicht zu leugnenden Zustand der deutschen wirtschaftlichen Rotlage Ursachen zu unterschieben, die eine Rückgabe des deutschen kolonialen Eigentums von vornherein aus- schließen sollen. Das zeigt sich in der Behauptung: Deutschlands Wirtfchaftsnot hängt mit der Kolonialfrage nicht zusammen. Sie kann durch die Rückgabe der Kolonien nicht behoben werden. Es ist nur eine international auftretende Rohftofffrage, deren Lösung man dem Völkerbund überlassen muß. Damit hat man den berechtigten territorialen Rückgabeanspruch zunächst vermeintlich außer Sichtweite gebracht, und scheinbar den Weg gefunden, der peinlichen deutschen Forderung ohne ein direktes Rein ausweichen zu können. Aber diese Taktik dürfte zwecklos fein, denn allen schönen Gründen gegenüber stehen die unabänderlichen Realitäten: 1. Deutschlands Wirtschaftsfrage ist von seiner Kolonialfrage nicht zu trennen. Eine Scheidung der Rohstoffrage, Raumfrage, Kolonialfrage oder eine sonstige Problemteilung ist unmöglich. 2. Deutschlands schwerer Kampf um Lebensmittel und industrielle Rohstoffe ist zu einem sehr großen der japanischen Truppen durch die chinesischen Befestigungsanlagen bei Ransiang, 15 Kilometer westlich von Schanghai. Die hart westlich von Schanghai südwärts nachstoßenden japanischen Truppen überschritten an mehreren Stellen den Sutschau-Bach und durchbrachen auch hier die befestigten chinesischen Stellungen. Der Sprecher des japanischen Auswärtigen Amtes wies auf die Möglichkeit von Zwischenfällen hin, falls die ö st- l i ch von Schanghai i Deutschlands Recht auf Rückgabe seiner Kolonien Japanischer Durchbruch am Sutschau-Bach. Tokio, 29. Okt. (DNB.) Am Freitagabend eingelaufene Frontberichte melden den Durchbruch fierende Hirten ihr Dasein fristenden Mongolen erworben, die sich vor den Landbau treibenden Chinesen immer weiter nach Westen zu gedrängt sahen. So hatten es die Japaner leicht, als sie Man- dschukuo besetzt hatten, ihren Einfluß auch auf die benachbarten Provinzen der Inneren Mongolei auszudehnen und den Selbständigkeitsdrang der mongolischen Fürsten zu fördern. Die Innere Mongolei, deren Loslösung von China nun auch in aller Form unmittelbar bevorsteht, umfaßt ein Gebiet etwa doppelt so groß wie Deutschland, das aber nur wenig mehr als zweieinhalb Millionen Einwohner zählt, während die Aeußere Mongolei, die 1924 die Form des Kirchenstaates unter dem buddhistischen Hutuktu in eine Sowjetrepublik umgewandelt hat und ganz unter bolschewistischem Einfluß steht, nur eine halbe Million Einwohner zählt auf einem um ein Drittel größeren Gebiet. Die weitere Entwicklung in diesem Grenzgebiet der Einflußsphären zweier Großmächte wird für die Zukunft Ostasiens von nicht geringerer Bedeutung sein, als die Vorgänge in Mittelchina, wo die Aktion Japans die wirtschaftlichen und politischen Interessen der beiden angelsächsischen Seemächte berührt. Dr. Fr. W. Lange. Hauptstadt der Aeußeren Mongolei, und nach Besetzung von Paotow, dem Endpunkt der Peking— Suijuan-Eisenbahn, die Provinzen Tschachar und Suijuan nun sest in der Hand der Japaner sind. Diese beiden Provinzen, die mit dem schon zu Mandschukuo gehörigen Jehol die „Innere Mongolei" bilden, werden der Kern des neuen Mongolenreiches fein, das von der chinesischen Zentralregierung unabhängig sein wird und zu Japan vermutlich in ein ähnliches Verhältnis wie Mandschukuo treten wird. Die Unterscheidung „Innere" und „Aeußere Mongolei" ist von China aus zu verstehen, das durch die berühmte Große Mauer von den drei Provinzen der Inneren Mongolei geschieden ist. Zwischen der Inneren und Aeußeren Mongolei dehnt sich die weite unwirtliche Fläche der Wüste Gobi, nur von wenigen Karawanenstraßen durchschnitten. Die Mongolen treten mit der Gründung des unabhängigen Mongolenstaates durch die Japaner nicht zum erstenmal in die Geschichte. Während die Große Mauer den Ansturm des aus Zentralasien vorbrechenden Reitervolkes der Hiungnu im 3. Jahrhundert nach Christus abgewehrt hatte, hatten sich die Mongolen saft tausend Jahre später nicht von ihr abhalten lassen. Sie unterwarfen China und errichteten ein gewaltiges Reich, das sich von den Küsten des Pazifischen Ozeans nach Westen zu bis nach Ungarn und Polen, an die Adria, an die Donau und Oder erstreckte. Wahrscheinlich war es eine Aenderung im Klima der zentralasiatischen Weidesteppen, die durch eine große Dürre die mongolischen Hirtenvölker zum Aufbruch nach Osten gezwungen hat. Ihr Führer Dschingis Khan überstieg die Große Mauer, erstürmte das heutige Peking und zwang die Chinesen zur Unterwerfung. Dann wandte er sich nach Westen zurück auf den gleichen Weg, der einst die Hiungnu, in Europa unter dem Namen Hunnen bekannt, an die Wolga geführt hatte, wo sie durch ihren Vorstoß die gewaltige Bewegung der Völkerwanderung ausgelöst hatten. Dschingis Khan unterwarf die tatarischen Völker, verwüstete Persien und Nordwestindien und schlug die Russen 1223 an der Kalka, kehrte aber dann seltsamerweise nach Zentralasien zurück. Sein Enkel Batu entfesselte aber ein Jahrzehnt später einen neuen Mongolensturm, der diesmal erst in Schlesien zum Stillstand kam. Ein deutsches Ritterheer stellte sich ihm unter der Führung Herzog Heinrichs von Liegnitz auf der Walstatt bei Lieg- nitz 1241 entgegen, es wurde zwar vernichtet, der Mongolenfürst trat aber den Rückzug nach Asien an. Ein anderer Enkel Dschingis Khans eroberte Tibet und Bagdad, aber in der Folge lockerte sich der Zusammenhang der Mongolenreiche. Die Hauptmacht verlagerte sich mehr nach dem eigentlichen China, wo die mongolische Wan-Dynastie (1280 bis 1368) das Reich zu höchster kultureller Blüte emporführte. Der Venezianer Marco Polo hat uns darüber ausführlich berichtet. Während der gewaltige Mongolenherrscher Timur wieder nach Westen^ zieht und von 1360 bis 1405 Turkestan, Persien, Nordindien erobert und bis nach Kleinasien vordringt, wirft die chinesische Ming-Dynastie die Mongolenherrschaft ab und stellt die Große Mauer in den zyklopischen Formen aut die wir heute noch bewundern. Die einzelnen Mongolenreiche zerfallen in den nächsten Jahrhunderten. Nur das Reich des Großmoguls in Indien hielt sich bis in das 19. Jahrhundert, wo es den Angriffen der Briten erlag. So sehen die Mongolen auf eine ruhmreiche Geschichte zurück, wenn aber fast nirgends ihre Herrschaft länger als 200 Jahre gewährt hat, so setzt sich wohl in dieser Tatsache ein Gesetz der Geschichte durch, das nomadische Eroberer nicht als Gründer dauerhafter Staatswesen kennt. Als 1644 die Man- Die Absage der Reichsregierung, an der Brüsseler Neunmächtekonferenz teilzunehmen, kann nicht so ausgelegt werden, als ob Deutschland als Großmacht in dem Augenblick beiseite zu treten beabsichtigt, t)a es gilt, einen Völkerstreit aus der Welt zu schaffen. Im Gegenteil, in der Note der Reichsregierung ist ausdrücklich unterstrichen worden, daß Deutschland jederzeitbereit ist, an einer Aktion zur friedlichen Beilegung des Ostasien- konflikts teilzunehmen. Auf der Brüsseler Konferenz steht jedoch die Anwendbarkeit des Neun- Mächtevertrages zur Debatte. Denn Artikel VII des Vertrages, der die Grundlage der Einladung bildet, besagt, daß die Mächte, falls nötig, zusammentreten, um über die Anwendung des Abkommens in einen Meinungsaustausch einzutreten. Was dabei herausfpringt, läßt sich au Grund früherer Erfahrungen schon im voraus fest- stellen. Wir, die wir an der Abfassung des Abkommens gar nicht beteiligt waren, sehen nicht ein, warum wir uns über die Anwendbarkeit des Abkommens mit anderen Staaten Herumstreiten sollen Das mögen die Neun möchte st aaten selbst unternehmen. Dann können wir weitersehen. Im übrigen, und das soll nicht vergessen werden, ist diese Brüsseler Konferenz nicht etwa eine in sich abgeschlossene und gar unabhängige Veranstaltung. Sie ist vielmehr im Auftrage des Völkerbundsrates ins Leben gerufen worden, die Beratungen werden also in der sattsam bekannten Genfer Atmosphäre stattfinden, die bleibt auch wenn einmal an anderem Ort verhandelt wird. Mit dem Genfer Bund haben wir jedoch die denkbar schlechtesten Erfahrungen gemacht, so daß es uns nicht danach gelüstet, mit ihm auch auf Um» wegen wieder in Fühlung zu treten, ganz ab» gefetjen davon, daß wir es für richtiger halten, aus einem unnützen Streit herauszubleiben und' nur dann, wenn eine echte Aktion zur friedlichen Beilegung des Streites in die Wege geleitet werden soll, mit voller Kraft dabei zu sein. dschus, von Norden kommend, über die Große Mauer in China einbrachen, folgten ihnen als ihre Verbündeten auch die Mongolen. So bildete seitdem bis zum Ende der Mandschuherrschast die Mongolei einen Teil Chinas. Jetzt zerfiel die Große Mauer als Grenzwall wieder und länger als zwei Jahrhunderte hindurch brachten die Karawanen über Kalgan und Urga, das heutige Ulan-Bator die kostbaren Waren Chinas, vor allem Tee und Seide, nach Europa. Nach dem Ausbruch der chinesischen Revolution gegen die Mandschu-Herrschaft 1911 erklärten die mongolischen Stammesfürsten ihre Unabhängigkeit von China und unterstellten sich dem in Urga residierenden geistlichen Oberhaupt des Buddhismus, dem Groß-Hutuktu. Die Wellen des Umsturzes in dem benachbarten russischen Reich schlugen auch nach Zentralasien hinüber. 1920 rückten weißrussische Truppen auf dem Bückzug vor den Bolschewisten in die Mongolei ein, nachdem die Chinesen die Revolutionswirren in Rußland benutzt hatten zu dem Versuch, ihre Oberherrschaft über die Mongolei wiederherzustellen und die Autonomie des Hutuktu von Urga, der bis dahin den Titel „Khan der Aeußeren Mongolei" geführt hatte, abzuschaffen. Damals versuchten die Chinesen durch den Bau einer Eisenbahn von Kalgan nach Urga die Mongolei wieder fester an Ehina zu fetten, aber die' mongolischen Fürsten zeigten fein Interesse und aus Geldmangel verlief dann der Plan im Sande. Die scharfe Herrschaft des chinesischen Generals Sü, der auch auf die religiösen Anschauungen der Mongolen keine Rücksicht nahm, rief größte Unzufriedenheit hervor. Aus Furcht, daß die Chinesen die Autonomie völlig beseitigen würden, wandten die Mongolen sich 1920 nach Moskau, wo Tschitscherin mit ihnen einen Plan Mr Sowjetisierung der Mongolei und zur Vertreibung der Chinesen entwarf. Gleichzeitig nahm aber öer Hutuktu von Urga Fühlung mit den weißen Gegenrevolutionären. Im Oktober 1920 kam der berühmte weißrussische Freischarführer Baron von Ungern-Sternberg ins Land, erschien im Februar 1921 vor Urga und machte nach kurzem Bombardement der Stadt der durch zahllose Gewalttaten höchst unbeliebt gewordenen chinesischen Militärherrschaft ein Ende. Aber die Aeußere Mongolei erlebte nun eine neue Schreckenszeit, denn auch die weißrussische Regierung brauchte Geld und erpreßte es von den Bewohnern auf gleiche Weise wie vorher die Chinesen. Dann wurde die Mongolei Schauplatz erbitterter Kämpfe zwischen Weiß und Rot. Ungern-Sternberg wurde von den Roten geflogen, auf der Flucht in Sain Sabi von den Mongolen verraten, vor ein Standgericht gestellt und erschossen, eine Sowjetdivision besetzte im Som- mer 1921 Urga. Die noch im gleichen Jahr gebildete „Mongolische Volksrepublik" wurde ganz unter sowjetrussische Vormundschaft gestellt und wurde in Den nächsten Jahren eine Hochburg der bolschewistischen Propaganda im ganzen Fernen Osten Anders verlies die Entwicklung in der Inneren Mongolei. Hier hatte die chinesische Herrschaft auch nach dem Sturz der Mandschukaiser sich behaupten können. Die Kuomintang, die chinesische Volkspartei, begann auf alle Weise die Einwanderung chinesischer Bauern wie in Mandschukuo so auch in den mongolischen Provinzen zu fördern. Sie hat sich damit allerdings nicht die Liebe der vorwiegend viehzüchtenden und wie ihre Ahnen als nomadiB e r l i n , 29. Oft. (DNB.) Gestern abend wurde dem Auswärtigen Amt die nachstehende Note übermittelt: „Die belgische Gesandtschaft ist beauftragt, dem Ministerium der auswärtigen Angelegenheiten des Reiches folgende Mitteilung zu machen: In Uebereinftimmung mit den Regierungen der Staaten, die Teile des Neunmächteoertrages find und die die Einladung zu der Zusammenkunft der genannten Regierungen angenommen haben, die am 3. November in Brüssel stattsinden wird, um gemäß Artikel VII des Vertrages die Lage im Fernen Osten zu prüfen und die freundschaftlichen Mittel zu studieren, um die Beendigung des bedauerlichen Konfliktes, der dort besteht, zu beschleunigen, hat die Kgl. Regierung die Ehre, die Regierung des Reiches e i n z u l a d e n, ebenfalls an dieser Zusammenkunft teilzunehmen. Die belgische Gesandtschaft wäre dem Ministerium der Auswärtigen Angelegenheiten dankbar, wenn es ihr mitteilen wollte, ob die deutsche Regierung geneigt ist, sich bei dieser Zusammenkunft vertreten zu lassen." Oie deutsche Antwort, die heute der belgischen Regierung Augeleitet ist, hat folgenden Wortlaut: „Die deutsche Regierung beehrt sich, der Kgl. belgischen Gesandtschaft den Empfang der Verbalnote vom 28. dieses Monats zu bestätigen, durch welche sie zur Teilnahme an )er für den 3. November nach Brüssel einberufenen Tagung der Unterzeichnermächte des Neunmächtevertrages eingeladen wird. Die deutsche Regierung würdigt voll Das in der Verbalnote zum Ausdruck gebrachte, Bestreben, den beklagenswerten Konflikt in Oftafien durch Anwendung freundschaftlicher Mittel beschleunigt zum Abschluß zu bringen. Sie entnimmt indessen aus der Einladung, daß die Beratungen in Brüssel auf Grund des Artikels VII des Neunmächtevertrages stattsinden und demnach die Anwendung dieses Vertra- g e s zum Gegenstand haben sollen. Da Deutschland nicht Vertragspartner ist, glaubt die deutsche Regierung, sich an Beratungen über die Anwendung des Vertrages nicht beteiligen zu können. Die deutsche Regierung möchte jedoch zum Ausdruck bringen, daß sie jederzeit bereit aungen errichtet hätten. Durch eine gemeinsame Aktion der fremden Mächte soll die Räumung des Grenzgebietes erreicht und ein japanischer Angriff vermieden werden. München, 29. Okt. (DNB.) Im Rahmen der Ausschu^fttzungen der Akademie für deutsche Recht trat der Ausschuß für Kolonialrecht zusammen. Der Vorsitzende. Staatsrat Prof. Dr. Freiherr von Freytagh-Loringhoven, begrüßte Reichs- ftatthalter Ritter von Epp als den Mann, in dessen Person sich die heroischen Zeiten unserer deutschen Kolonialgeschichte verkörpern. Dann ergriff Reichsstatthalter General Ritter von E p p , der Reichsleiter des kolonialpolitischen Amtes der NSDAP., das Wort. Der Führer hat zu verschiedenen Malen den Mächten eindeutig zur Kenntnis gebracht, daß Deutschland nicht auf die Lösung seiner kolonial en Forderung verzichten kann. Die Länder, die deutsches koloniales Eigentum in der Form des Mandats ausnutzen, haben alle Worte des Führers über die Notwendigkeit Deutschlands, seine Kolonien wieder zu besitzen, aufmerksam beachtet. Deutschlands Verlangen umfaßt die endgültige Liquidation eines entstandenen politischen Status zur Beseitigung der durch diesen sehr wesentlich bedingten wirtschaftlichen Schwierigkeiten für unser Volk. Dieser Zustand verdankt seine Entstehung dem berüchtigten MißgebildevonVersailles: Man- d a t s s y st e m. Seine Folgen zeigen sich stetig deutlicher an Deutschlands Wirtschaftslage, die von dem Fehlen notwendiger Wirtschaftsräume und lebenswichtiger Raumkräfte bestimmt ist. entsprechenden Abnahme des Raumes ergab. Deutschland legte in diesen seinen Kolonien den Grund für eine geordnete Entwicklung, den Grund für ein geeignetes Reservoir an Raumkräften. Denn auch in der Vorkriegszeit die internationalen Dirtschaftsverflechtungen so beschaffen waren, daß der Glaube an eine weitere friedliche Entwicklung der Weltpolitik und der Glaube an die Festigkeit und Sicherheit der Kapitalinvestitionen im Ausland als Grundvoraussetzung die Wirtschaft beherrschten, so sicherten darüber hinaus die Kolonialmächte und andere indirekt interessierte Rationen durch einen Vertrag ihre Kolonialgebiete in dem natürlichen Raumreservoir Europas, in Afrika, ( gegen alle Eventualitäten eines Krieges. Am 26. Februar 1885 wurde dieser Vertrag, die sogenannte Kongo-Akte, beschlossen. Das weitschauender Geist als vorbeugende 2Hafe- nahme zur Erhaltung der natürlichen übersee- , ischen Wirtschaftsräume Europas geschaffen hatte, hat der Weltkrieg vernichtet. Die Kongo-Akte wurde von den Gegnern Deutschlands mißachtet und der Krieg in die Kolonien getragen. Die Ungerechtigkeit des feindlichen Einfalles in unsere Kolonien wurde in Versailles sanktioniert, wie die Wegnahme des übrigen deutschen Eigentums in der Welt. Der Krieg nahm Deutschland 12 000 Millionen Dollar an Auslandsinoestitionen. Der Glaube an die Sicherheit des im Ausland angelegten Privateigentums wurde beseitigt durch den Eintritt sehr vieler Staaten in den Weltkrieg gegen Deutschland zu dem einen Zweck, lediglich durch die Ausschreibung einer Kriegserklärung sich in den Besitz deutschen Privateigentums zu sehen. Durch den Versailler Vertrag und seine lieber» wachungsinstutition Völkerbund wurde unglaubliches Unrecht als Richtlinie kodifiziert. Der durch Versailles geschaffene Zustand bestimmte die wirtschaftliche Entwicklungslinie: gewaltsamer Raumentzug, unerschwingliche Reparationslast und größtmöglichst ausgebaute Monopolstellung. Die ganze Schwerkraft dieser Auswirkungen wurde gegen Deutschland eingesetzt, dem man dann noch in allerletzter Zeit im Gegensatz zu sich selbst den Namen und die Klassifizierung „Habenichts" beigeteat hat. Deutschland stellt, so schloß Reichsleiter General Ritter von Epp seine Rede, formalrechtlich einwandfrei fest: Die Grundlagen für den Zwang zum Verzicht auf Kolonialeigentum sind ro egge falle n und damit fehlt jede rechtliche Begründung für ein Weiterbestehen der Mandate. Alle Versuche, die unglückliche Geburt von Der- sailles nachträglich durch taktische Manöver lebens» fähig zu machen, scheitert an der natürlichen Unzulänglichkeit dieser Methoden. Weiterbericht des Reichswetterdienskes. Ausgabeort Frankfurt. Die von Frankreich nach Deutschland vorgestoßene kühlere Meeresluft hat im Westen und Süden Deutschlands bereits starke Abkühlung in der Höhe herbeigeführt. Sie macht sich in zeitweiligem Aufkommen von Bewölkung bemerkbar und kann auch bis zu vereinzeltem Auftreten von Schauern führen, wird voraussichtlich aber keine durchgreifende Verschlechterung der Gesamtlage bringen. 21 u s f i (§ t e n f ü r Sonntag: Stellenweise Frühnebel, sonst wolkig bis aufheiternd und auch vereinzeltes Auftreten von Schauern, bei Minder aus Süd bis West im ganzen etwas frischer. Lufttemperaturen am 29. Oktober: mittags 16,5 ®rab Celsius, abends 7,9 Grad: am 30. Oktober: morgens 5,1 Grad . Maximum 16,8 Grad, Minimum beute nacht 3,8 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 29. Oktober: abends 8,1 Grad: am 30. Oktober: morgens 6,5 Grad. — Sonnenscheindauer 6,7 Stunden. Haupt,chriftleiter: Dr Friedrich Wilhelm Lange Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blum- chem Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr W Lange: für Feuilleton: Dr Hans Thyriot; ür den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigen- lecker: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. IX. 37: 9248. Druck und Verlag: Brühlsche Universitätsdruckerei R. Lange, K.»G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugs- preis RM 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzeloerkaufs- preis 10 Pf und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom I.Juni 1935 gültig. 4UCIl 9 ui, |UUP Ult u Mächte trat, geschah das, um einer Entwicklung ge- . _) von "Schanghai ' z u r ü ck g e b l i e b e n e n ' wachsen zu sein, die sich aus der rapiden Jndu- chinesischen Truppen das Gebiet von 91 a n ta o | ftrialifierung und aus der beispiellosen Vermeh- und Putung, das unmittelbar an die Fremden- j rung der Bevölkerung und der dadurch bedingten Niederlassungen anschließt, nicht freiwillig räumen. Die internationalen Konzessionen könn- ten zum Kriegsschauplatz werden, da die chinesischen vSfW Truppen an den Konzessionsgrenzen B e f e st i» w n Ver- lebens« )en Un« f btt >u:be fjme leit. nen T)tt an- durch Welt- )Mlk. riegs- chen es er« ienden Grund ?n. allo- iffen rieb. der der rund- r, so ! und einen afiir- ifa, Am , die Vas Maß. ersee- laffen lieber» nglaub« : durch t wirt« amer ations« telhmg. , wurde m noch lbst den ichts" General inwand« ng zm nkfurt. gestoßene Süden ier Oe inn auch i führen, ide Der- Ilenroeise nd auch Vindek igs Oktober: tinifliu«1 nlO^ i3°-?7 >auer o,' Zange । ®lum* ! Mr: he lnze'ö! S M' allb(t M Wissen Sie eigentlich, was Ihr Fernsprecher alles kann? Herr maller hat kein Telefon — Sie möchten ihn aber sprechen! Sehr einfach: Sie melden beim Fernamt ein XP-Gespräch unter genauer Angabe der Anschrift des Herrn Müller an. Dann erhält Herr Müller auf schnellstem Wege durch besonderen Boten eine Postkarte, daß er Sie an rufen soll. Diese Postkarte berechtigt ihn gleichzeitig, das Gespräch von der darauf bezeichneten öffentlichen Femsprechstelle aus kostenlos zu führen. XP-Gespräche gibt es sowohl innerhalb des Ortes als auch nach anderen Orten. Sie sind nicht zu Hause? Der Auf - tragsdienst antwortet für Sie! Sie erwarten einen wichtigen Anruf, - müssen aber dringend fort. Rufen Sie den Fernsprechauftragsdienst an: für wenige Pfennige werden Anrufe, die während Ihrer Abwesenheit ankommen, entgegengenommen, aufgezeichnet und Ihnen zu einer vereinbarten Zeit durchgesagt. Den Anrufern wird aufWunsch mitgeteilt, wann und wo Sie erreichbar sind; Ferngespräche können auf einen anderen Anschluß umgelegt werden.Sie können auch unterwegs von einem Münzfernsprecher aus die eingegangenen Anrufe unter Nennung eines Kennwortes beim Auftragsdienst erfragen. Ferngespräche nach 19 Uhr sind viel billiger! In den Abend- und Nachtstunden (19-8 Uhr) werden für Ferngespräche nur'/, der Gebühren für gleich lange Gespra- / ehe am Tage erhoben. Wer von dieser Verbilligung weiß, kann viel Geld dadurch sparen - und für wenig Geld sehr große Freude bereiten. Denn wird nicht der persönliche Glückwunsch durch den Fernsprecher immer wärmer und herzlicher wirken als der schönste Glückwunschbrief? Warum 6x dasselbe erzählen? Der Auftragsdienst erledigt das für Sie! Sie haben sich für heute abend 6 Gäste eingeladen und müssen plötzlich verreisen. Kein Wunder, daß die Zeit knapp ist und Sie beim besten Willen nicht wissen, wie Sie alle 6 Gäste noch rechtzeitig anrufen sollen. Sagen Sie dem Auftragsdienst Bescheid. Er erledigt diese Anrufe zuverlässig und pünktlich für Sie, und Sie haben mit einem kurzen Gespräch alle anderen Gespräche erledigt. Der Auftragsdienst nennt Ihnen die Ärzte und Apotheken, die Nacht- und Sonntagsdienst versehen! 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Indem er den Homer der unvorsichtig genug war, andeutungsweise r etwas verlauten zu lassen, beim Worte 9e!)ci)*2 er sich die Sache mit den preußischen Werbet son denen er hörte, nutzbar zu machen. J IN verschwand aus seinem Dienst und ließ sich ku^r'.and im nächsten ,.Ausland", nachdem er es fickh (jiii einem ausgedehnten Werbe-Gelage hatte Fricka in Hamburg nicht mehr ohne das altgermanische Haarnetz auf der Bühne erscheinen wird. Man möchte nur wünschen, daß sich das neue Kostüm, das nicht nur kleidsamer, sondern auch leichter zu beschaffen und billiger ist als die alte unechte Zot- telbärenvermummung, auch auf anderen Bühnen Deutschlands einbürgert. Als Vorlagen können die wissenschaftlich fundierten Bilder von Wilhelm Petersen dienen, die ja auf ihrer Rundreise durch fast alle deutschen Großstädte einer zeitgemäßen Germanenauffassung so erfolgreich Bahn gebrochen haben. Freilich sollte man in diesen sehr ernst zu nehmenden Bemühungen nicht zu weit gehen. Denn wenn vor kurzem der Schauspieler Heinrich G e - o r g e bei einer Filmaufnahme der Ufa mit einem dreitausendjährigen Rasiermesser vom Jnnungs- meister des Bartschergewerbes persönlich rasiert worden ist und das als ein weltgeschichtliches Ereignis urbi et orbi verkündigt wird, so scheint uns hier denn doch die bekannte Grenze erreicht zu sein, wo das Erhabene erhaben zu sein aufhört. Dabei ist der Aufbau folgerichtig und übersichtlich: der erste Akt leitet die Verwirrung vor Augen und Ohren des Zuschauers ein, der zweite entfaltet und steigert sie auf dem Maskenfest im Herzogspalast, der dritte entwirrt den Knoten, stellt den Frieden wieder her und entläßt jedermann beglückt und besänftigt. Das geschieht alles in einer vollkommen illusionistischen Sphäre, unernst, nur aus Freude am Spiel, an Verwandlung, Vertauschung und Täuschung, an Kostüm und Maske und musikalischer Auflösung an sich schon lockerer Tatbestände. Alles, was sich ereignet, geschieht mit einer gewichtlosen und unverbindlichen Heiterkeit, improvisatorisch gleichsam, aus der Karnevalsstimmung, der unbekümmerten Lebensfreude und Verliebtheit eines Festes der italienischen Renaissance. * Die Musik, weich und volltönig instrumentiert, ist dazu geschaffen, jede Szene, noch ehe sie sich ernstlich zu komplizieren vermag, tänzerisch zu entspannen l und zu. zerstreuen, und darauf gestimmt, das Nachdem vor zwei Jahren schon die Stuttgarter Intendanz eine szenische Revision der Wagner-Opern durchgeführt hat, ist nunmehr auch die Staatsoper in Hamburg dazu übergegangen, den „Theatergermanen" den Dernichtungs- kriea zu erklären. Sie haben dieses Schicksal auch wirklich verdient, all diese gehörnten, in abgelegte Bettvorleger gehüllten Rauschebärte, die da unter den angenommenen Ramen von Wotan und Hunding zu den unerläßlichen Requisiten einer traditionellen „Ring"-Ausstattung gehörten und in dieser ihrer Kostümierung so viel dazu beitrugen, die Legende von den Halbbarbaren, die zu beiden Seiten des Rheines „immer noch eins tranken", zu verewigen. Um nicht neue Fehler zu begehen, hat man sich in Hamburg auch gleich einen Vorgeschichtler verschrieben, unter dessen sachkundiger Beratung man das romantische Zerrbild endgültig beseitigt zu haben hoffen kann. Wotan wird also künftig in einer Tracht erscheinen, die einem prähistorischen Funde aus dem Torsberger Moor bei Schleswig bis in alle Einzelheiten nachgebildet ist, während )t, und wer Sinnen 6it t in sich ndieTasrl' n einftmals , Unival« Die Spielleitung hatte Herr Lindt; von den Operettenausführungen, die wir bisher gesehen und gehört haben, wirkte diese bei weitem am einheitlichsten in Spiel und Stimmung, am lebendigsten und farbenreichsten. Herr Löffler hatte malerisch- romantische Schauplätze entworfen, die uns mit Brücke, Kanal und Gondel, von bunten Laternen und Lampions überspielt, ein heiteres Venedig vorzauberten. (Auch der verdienstlichen Tätigkeit des Beleuchters Remigius Konen darf in diesem Zusammenhang gedacht werden.) Mit Vergnügen kann man die Entwicklung der kleinen Tanzgruppe verfolgen, die, von Ballettmeisterin Irmgard Z e n n e r mit Temperament ge- führt, ausgezeichnet arbeitet; die Tarantella im ersten Akt und auch die übrigen Tänze kamen mit einem Schwung und einer rhythmischen Prägnanz heraus, daß man seine Freude daran hatte. — dieses wundervolle Hotel gepachtet. Monsieur Sternbecker war aber auch einmal deutscher Soldat. Er wurde als Artillerist in Rastenburg ausgebildet, hat im Osten gekämpft und ist später im Westen mehrfach verwundet worden, um jchließlich noch in französische Gefangenschaft zu geraten. Für Deutschland. Heute ist er Franzose. Elsässer-Schicksal. Er spricht nach wie vor ausgezeichnet deutsch, ist der liebenswürdigste Wirt, aber über Politik sprechen, wir möglichst wenig. Seine Frau ist eine reizende Südfranzösin aus Menton, also unmittelbar von der italienischen Grenze, beweglich und lebhaft. Sie hat fast ein Jahr in einer norddeutschen Stadt gelebt, dort viel von Deutschland gesehen und auch wohl die Menschen gut verstehen, wenn nicht gar lieben gelernt. Unser Wirtsehepaar, beide jung und schaffensfroh, kennen also Deutschland — oder sagen wir ruhig Mitteleuropa — recht gut. Frau Sternbecker nun hat einen Bruder, eine sympathische, gar nicht einmal typisch südfranzösische Erscheinung. Er ist Techniker in Nizza, smart und wendig, frisch und elegant. Und nun das Unfaßbare: Dieser Schwäre unseres einstigen deutschen Feldartilleristen ist mit einer Negerin verheiratet, einer Negerin, deren Wiege im dunkelsten Afrika gestanden hat. Sie ist eine Schönheit (joweit wir Weißen das überhaupt beurteilen können), schlank wie eine Gerte, mit blitzenden Augen, hat ein intelligentes, feingeschnittenes Gesicht und ist nach der neuesten französischen Mode gekleidet. Hier stehen wir Deutschen — und sicherlich nicht nur wir, sondern auch die meisten anderen europäischen Völker — vor einem Rätsel. Und das um so mehr, als ja dieser Fall gar keine Einzelerscheinung ist. Auf der Kurpromenade in Nizza, auf der Rue (Kannebiere in Marseille — ja überall in Südfrankreich das gleiche Bild. In einem Pariser Nachtlokal erlebten wir es, daß ein großer, stattlicher Neger mit einem intelligenten Gesicht den ganzen Abend hindurch mit einer weißen Französin tanzte, die vielleicht eine Studentin mar. Dem komischen Senatorenterzett der Herren Paschen, Forstner und F r l ck h o e f f e r (der für den erkrankten Herrn Bley eingesprungen war) stand in Jupp Müller ein sehr jugendlicher Herzog gegenüber, den man sich darstellerisch ein wenig lockerer hätte denken können, während die lyrisch weiche Sage des Organs dem verliebten Abenteuer des unternehmungslustigen Fürsten nicht übel anstand. Elfriede Grell sang die Annina, beschwingt und kokett, den Verführungen der Karne- oalslaune willig hingegeben, von Margarete M e - rian im Doppelspiel des nächtlichen Mummenschanzes geschickt und beweglich unterstützt und begleitet. Herr Waltz sang den Caramello mit schmelzender Fülle und brachte auch die darstellerischen Mag- lichkeiten der Partie mit behendem Witz zur Gel- tung. Ein sehr munteres Pärchen stellten Frl. For- nallaz und Herr Greif, der eine gesanglich ausgezeichnete, im Spiel humorvoll gerundete Leistung bot. Das Duett der beiden, Koch und Köchin, fand ebenso wie die Matrone Agricola, mit der sich Frl. I a ch n o w von einer ganz neuen, grotesk heiteren Seite zeigte, verdienten Sonderapplaus. * Das Haus war stark besucht; großer Beifall und zahlreiche Wiederholungen. Hans Thyriot (Nachdruck verboten.) II. Schwarze Schatten Über strahlendem Land. Villefranche sur Mer, im Oktober 1937. Unvorstellbar für die, die wir aus deutschen Breiten kommen, daß man im Oktober kaum die brütende Sonne ertragen, in leichtester Sommerkleidung am Ufer wandeln oder in blauen Fluten des Meeres baden kann. Unvorstellbar diese ganze südliche Landschaft mit ihrer üppigen Vegetation, mit dem ewig heiteren Himmel und der liebenswürdigen Beweglichkeit ihrer Bewohner. Wir sitzen unter Pinien und Palmen, rings um uns wachsen Zitronen und Oliven, Drangen, Feigen und tiefblauer Wein. Die ganze Fülle von Schönheit und lebensprühender Heiterkeit, die überhaupt möglich sind, scheint über diesem gesegneten Küstenstrich der Riviera ausgegofsen, der (£ote d'Azur, die keinen kalten Winter und keine rauhen Winde kennt, Zufluchtsort aller Schönheitsdurstigen. Und doch ist es notwendig, auch hier einmal ein wenig unter die Oberfläche zu sehen und dann zu erkennen, daß die Heiterkeit und der Glanz des Lichts und der Farben wohl das äußere Bild bestimmen, und dem Gast aus aller Herren Länder Ruhe und Erholung spenden, daß sich aber für den Franzosen selbst hinter dieser glänzenden Fassade sehr ernste Probleme auftun, auch hier an der Riviera, die letztlich sogar nicht einmal nur den Franzosen, sondern auch weite Teile Europas angehen. Wir haben in einem ganz kleinen Bezirk ein lebendiges Bild davon erhalten. Villefranche für Mer ist ein liebreizender kleiner Kurort an einer entzückenden Bucht ganz in der Nähe von Nizza. Vorn Fenster unseres hochgelegenen Hotels geht der Blick weit hinaus auf das Meer, links liegt das weit in das Meer hinein vorspringende sonnige Cap Ferrat. Vor uns, im Hafen, hat ein amerikanisches Torpedoboot Anker geworfen; denn Villefranche ist, wenigstens im Kriegsfall, Kriegshafen. Es hat auch eine größere Garnison; am Abend tummeln sich in den Straßen am Hafen, an dem die nach unseren Begriffen unmöglichen Kasernen liegen, weiße und Kolonialsoldaten. Der Wirt unseres weit und breit angesehenen Hotels, Monsieur Sternbecker, ist ein gerader tüchtiger Elsässer. Er hat, wie er stolz erzählt, 21 Nationen kennengelernt, er ist als Kellner in Mitteleuropa und in'Osteuropa, in England und Amerika gewesen, dazwischen immer wieder an der ganzen Riviera. Seit einem Jahr nun hat er wett, als sie, nach der Restauration gut badisch geworden. mit französischen Truppen nach Rußland ziehen sollten, sich aber freiwillig (vom Großvater, der für die gute Sache nur gern selber noch zu den Preußen gegangen wäre, bestimmt) auf die Seite der Verbündeten schlugen und mit Tapferkeit und Blut die damaligen Friedrichsdore in Zins und Zinseszins ehrlich zurückzählten. Blutopfer gebracht hat, so daß heute in manchen Orten eine ganze Generation fehlt — nicht minder stark macht sich ganz allgemein der Geburtenrückgang bemerkbar. Die Provinz, besonders im Süden, verödet, stirbt immer mehr a u s. Es gibt hier tatsächlich schon völlig verlassene Dörfer. Auf diese zunehmende Leere stößt nun, hereinströmend über Marseille, das nichteuropäische Element. Man darf dabei nicht meinen, daß die schwarze Rasse stupide und unintelligent sei. Man ist immer wieder erstaunt darüber, wie viele schön geformte, ausdrucksvolle Gesichter man unter den schwarzen oder auch braunen Völkerschaften findet. Sie haben ihre Geschäfte landauf und landab, mögen auch schon in manche geistigen Berufe eingedrungen sein. Natürlich heute noch überall in kleinen Minderheiten. Aber sie sind da, und sie werden kaum wieder weichen. Denn Frankreich braucht ja Arbeitskräfte, um den natürlichen Reichtum seines Landes auszuwerten. Dieses Frankreich trägt vor Europa zweifellos eine große Verantwortung. Vorläufig ist in keinem Punkte zu erkennen, daß es sich ihrer bewußt ist. Alles, was dieses Land der Liberalität und der Egalite an Idealen predigt, steht sogar, besieht mans bei Licht, dieser europäischen Verantwortung entgegen. Wieviel klarer und weitblickender denken gerade in diesem Punkte die nordischen Völker. In England wäre eine derartige Vermischung genau so undenkbar wie in Deutschland. Gewiß gibt es auch in der Mitte, im Westen und Norden Frankreichs ig-text »oi s W# ■' orgen- staltung ieW Leitung Popelt »graphie: rdZenner e: B>’-. 1.50, «■’’ ^mietet Plätzen ' 0.25. ■ Miete I iteln“ Kolb- Popelt a Lin“' -2.50- odt- „23 W1 im. kommt er zu dem ungälanten Schluß, daß l n a bei ihrer Entführung durch Paris gut ra Lenze gezählt habe und Kassandra, als Dir Klytaemnestra Grund zur Eifersucht gab, jeurtflig Jahre alt gewesen sein müsse! Den ig i Heroinen der Ilias ergeht es bei diesem Dielenfugen sind gesundheitsschädliche SammelTäger für Staub und Schmutz. Balatum der Bodenbelag unserer Zeit bietet Ihnen auf Jahre hinaus für wenig Geld eine geschlossene Bo- xx denfläche. die einfach sauber zu halten ist und Ejyjä Ihre Räume gemüili- eher macht DURCH BALATUM-WERKE • NEUSS _____ ________ die noch völlig unberührt von der fremden Invasion sind und deren rassische Reinheit unumstößlich feststeht. Aber das Bevöl'kerungspro- blem ist in fast allen Gebieten akut. Und das ist eine offene Wunde, die nur heilen wird, wenn Frankreich andere Hebel ansetzt als bisher. Im Süden aber begegnet einem das doppelte Antlitz der Gefahr (Beoölkerungsfchwund und fremdraffige Invasion) auf Schritt und Tritt. Und wenn es auch nicht unsere Not ist, die sich hier auf den Straßen der Städte und Dörfer breitmacht, so gibt es doch Probleme, die über den Einzelstaat hinaus alle Völker berühren, die Europas Tagebuchblätter von einer Riviera-Fahrt Von unserem Dr. 3- ^.-Sonderberichterstatter. wohl sein lassen, UM schönes blankes Handgeld anwerben. Aber nicht für lange — denn so sehr auch die Werbeoffiziere hinter ihm her schimpften, am andern Tag war der Sixt spurlos verschwunden. Nun war zwar so ein Verschwinden neu Angeworbener ein Geschehnis, das sich oft genug ereignete, und die Geprellten hatten schon ein genau aus- gedachtes System, wie sie ihre wertvollen Schäflein wieder einfingen (und fast immer fingen sie sie wieder!) aber an Sixts hotzenwäldlerischer Schlauheit scheiterte alle preußische. Er wußte sich, wege- und stegkundig wie keiner, allen Verfolgungen zu entziehen und wechselte einfach nach Dorderöfter- reich, wo ihm nicht viel anzuhaben war. Aber weil es ihm das eine Mal so erfolgreich ausgelaufen war, versuchte er es bei andern Werbern kurz danach ein zweites, drittes, viertes, fünftes Mal, faß geschickt verkleidet und unkenntlich gemacht, und oft die Maske wechselnd, schließlich nochmals mit den gleichen Werbern am Tisch, die er schon einmal hochgenommen, und ward ihm im Schaffhausischen der Boden unter den Füßen zu heiß, hinterließ er kurze Zeit später an einem Ort, wo man ihn nicht vermuten durfte, die vor allem mit kräftig hinter dem Flüchtigen hergeschickten Flüchen gekennzeichneten Spuren. Es dauerte nicht lange, so war er, der feinen wahren Namen füglich immer verheimlicht hatte, vom Oberrhein bis zum Neckar, von Straßburg bis Stuttgart als Teufelskerl bekannt wie ein bunter Hund — nur kam in feiner Gegenwart nie jemand darauf, daß er es fein könnte —, und liefen die einen blau an vor Aerger, wenn sie von seinen Streichen hörten, taten es die andern vor Spaß und Lachen. Bis nach einem Jahr etwa der Spuk plötzlich aufhörte, und sich nach einer Weile ein mit einer ordentlichen Geldkatze versehener junger Mann oben im Hotzenwald Grund zu erwerben und einen Hos zu bauen begann. Es sickerte natürlich durch, daß es teure Werbetaler waren, die hinter dem Kaus und Bau steckten, aber was half es, man war im österreichischen Hoheitsgebiet, und preußisches Silber und Gold standen nicht schlechter im Kurs als die mariatheresischen Stücke mit dem ausgeprägten Doppeladler, ja, sie galten nach Liegnitz und Torgau sogar noch beim Wechseln ein wenig mehr. Und so kam es denn, daß, auch durch besonderen Fleiß gehoben, nach geraumer Zeit ein stattlicher Hof sein Dach über eine geräumige Einfahrt streckte und em paar Jahre darauf ein paar Kinder auf der Tenne Und war der ganze Handel, wie man sich zu- munfelte, auch gerade kein ehrlicher gewesen, so war er doch schlau getan, und im übrigen machten ihn vierzig Jahre später die Enkel Sixts wieder Kulturgüter zu wahren haben. Ungezählte reiche Ausländer, Engländer und Arne- rikaner, Holländer und Belgier, haben an dieser herrlichen südfranzösischen Küste ausgedehnte Besitzungen, nicht etwa nur einzelne Häuser ober große Gärten, sondern ganze weite Landkomplexe. Oft verbringen sie nur ein paar Tage oder Wochen im Jahr auf diesen Besitzungen. Diese Invasion ist, vom europäischen Standpunkt, völlig belanglos. Sie ist eine rein französische Angelegenheit. Daß aber das schwarze Element derart stark nach Südfrankreich hineinzwängt — sollte das nicht auch die Aufmerksamkeit derer auf sich ziehen, die so oft vor- geben, sich für die europäischen Interessen einsetzen zu müssen? Es liegen in der Tat schwarze Schatten über dem strahlenden Land dieser wundersamen Riviera, der Cvte d vW«1' .30* ff9 Ä" ft tdn . •1* in iiii, i , , _ i-. Denn Mythologie i st nicht tii6 t e ; beide Haden ihre eigenen Gesetze mhhre eigenen Zeitmaßstäbe, so daß es sich nicht Äd lohnt, darüber nachzudenken, was in solch irwm Professorengehirn vorgeht, wenn es den dichte' durch den Dichter widerlegen zu können tiibl Um wieviel klüger war da Goethe, als ■IlDlocn philologischen Ungereimtheiten gegenüber lltncg erklärte, daß alle wahre Poesie in A n a - jiiofismen lebt und atmet. Und was die an- Hilf vierzigjährige Helena anbetrifft, so hat es ®JI mMnend schon damals gelehrte Herren vom Sc-tao? unseres ungalanten Mathematikers gegeben. Wien ruft Goethe in der „klassischen Walpurgis- off iw Werbern des großen Königs, die vornehm- -nkr lidt M Schaffhauser Gebiet, im Klettgau, in der r ©rhfidmft Baden im Ergau, im Württembergischen UM zürstenbergischen, bis hinauf zu der Herrschaft Dulrlac) und weiter ihr Wesen trieben. Nur im V^msterreichischen, das Freiburg und den Breis- gam, em gutes Stück vom Hochschwarzwald, Villm- geir, Güdingen und Waldshut umfaßte und über berr schein ins Fricktal reichte, sollten sie nichts zu fuaqen haben, obzwar sie es taten, wenn keiner getrau hinschaute (und wer von den „feindlichen ost Griechischen Beamten schaute genau hin?). t Einim jungen Manne namens Sixt ging es m dem Dohren nicht gerade üppig. Er wollte leine M3uc heiraten, aber weder er noch sie besahen chats worauf sich ein Hausstand gründen kunnte. Udb h Sixt, der zwölfte Sohn eines in St. Blasi- schü'U ^Klosterdiensten schaffenden Holzfällers, als lei/ütt«Knecht bei einem Großbauern in Arbeit ftohl, gab es kaum viel Aussicht, daß er es bald zu einen eigenen Grund, einem Paar Betten und einen Tisch bringen würde. Der Gedanke daran bei'irjcile ihn sehr, und da man ihn außerdem seiner Arbmi wegen gering achtete, und er neben Öen anytlen Burschen nichts galt, ja man ihn sogar des- wetgtn hänselte und meinte, er scharre im Leben nit'bk gufammen, beschloß er, „es ihnen zu zeigen . Uhddv er ein echter Hotzenwälder war, einer von bet': Btf, die es faustdick hinter den Ohren hat und be^er richtig angewandte Knitzigkeit seit jeher Kapital liedeutete, es zudem für einen nach Wien zu- ftbilligen Wäldler damals (und auch späterhin noch) M ii ehrenwertes Geschäft hieß, einen Menschen ainisbtfi Landen nördlich des Maines hereinzulegen, Geschichten aus aller Welt — Maila Talvio: D i e Kraniche, fRonr. । Itr rtrtm z4a A V* ttU AwIva AAM « l A « L -.... Neues für den Büchertisch 1870 1900 1913 1927 h h gegen Katarrhe Husten Heiserkeit 241,35 Millionen Mark 880,00 1932,90 4108,20 Zur Kolonialfrage sind in diesem Jahr — von meinen eigenen Arbeiten sehe ich hier ab — zwei Bücher erschienen, die gerade unter dem Gesichtspunkt der „Lebensraum-Frage" beachtet werden müssen: „Die Rohstoffgebiete des tropischen Afrika" von dem Geographen Leo W a i- b e l (Preis in Leinen geb. 18 Mark. — |310] — Verlag des Bibliographischen Instituts in Leipzig), und „K a m e r u n" von Reinhold Schober (Preis kart. 4,50 Mark. — [289] — Verlag von E. S. Mittler und Sohn in Berlin). Das Waibelsche Buch ist, mit mehr als 400 Seiten, nicht nur das umfassendere, sondern es gibt überhaupt die erste Zusammenfassung alles dessen, was über Afrika als rohstoffliches Reservegebiet der Weltwirtschaft gesagt werden kann — mit Beschränkung auf die tropischen Gebiete des Erdteils und auf die bisher gemachten Erfahrungen. Der Themastellung gemäß wird die Siedlungsfrage nicht berührt, ebenso wenig die Möglichkeit der Produktionssteigerung durch fortschreitende Sanierung und Vermehrung der Menschenzahl. Wir erfahren, was da ist, und wie sich das, was jetzt da ist, zu dem verhält, was früher da war. Die Schlüsse auf die Zukunft ergeben sich daraus von selbst. Ich kenne kein zweites kolonialwissenschaftliches Werk von solchem Umfange, das einen so weitschichtigen und mannigfaltigen Stoff mit so vollendeter Klarheit historisch, systematisch und geographisch aufgliedert, exakt zahlen- und quellenmäßig vorführt, und zugleich so flüssig geschrieben ist, daß dem Leser die Schwierigkeit der Arbeit erst zum Bewußtsein kommt, wenn er in der Lage ist, sich an eigene ähnliche Bemühungen zu erinnern. Ein besonderer Glanzpunkt des Buches ist gleich der erste Abschnitt über die natürlichen Verhältnisse der Tropen, die Kultur- und Wirtschaftsformen der Eingeborenen und die Wirtschafts- und Betriebsformen der Europäer. Dies Kapitel sollte jeder lesen, bevor er anfängt, sich mit kolonialwirtschaftlichen Fragen zu beschäftigen. Der Gesamthandel der afrikanischen Tropen entwickelte sich von 1870 bis 1927, dem letzten Jahr vor dem allmählichen Einsetzen der Wirtschaftskrisis, dem Werte nach wie folgt: — Paul Sethe: Europäische Fürsten- öfe — damals. Der russische Zaren- . o f. Preis kart. 3,80 Mark. Ganzleinen 4,80 Mark. Societäts-Verlag Frankfurt a. M. — (205) — Sel- Verständnis schildert die Verfasserin den Lebq» weg dieses Mädchens von seinen ersten Kindhev tagen an bis zu dem Zeitpunkt, da es nach tue. cherlei Irrungen und Wirrungen in seinem v eigenen Beruf als Gattin und Mutter Genüge ja det. Warmherziger Humor beseelt die Gestalt dz besinnlichen Großvaters Husfeldt, der in einti Dorfe der Geest das Schuhmacherhandwerk betret Nicht minder trefflich ist das Leben auf dem Gur Hofe der Großeltern mütterlicherseits geschildert,^ als selbstsichere Bauern in der Marsch ein nah verbundenes Leben führen. In dem Roman list ein so köstlicher Humor, daß man ihn nur ungtn aus der Hand legt. — Minna Falk: „T u t w ä ch st ins g,, b e n." Roman. Preis Leinen 3 Mark. Veil. Scherl, Berlin SW 68. — (235) — Minna Fall; Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten! Der handfertige Cowboy. (ur) Los Angeles. In den amerikanischen Filmstädten sucht man dauernd Leute, die über vielerlei Fähigkeiten verfügen. Als vor einiger Zeit von einer solchen Gesellschaft ein Cowboy angefordert wurde, fiel die Wahl endlich auf einen merkwürdigen Mann, der nie in seinem Leben auf einem Pferd gesessen hatte und eigentlich nur als Melker mit Kühen zu tun gehabt hatte. Aber er war für einen Film eine großartige Attraktion, weil er sich auf die Kunst verstand, mit einer Hand eine Zigarette zu drehen. Er tat also im Film nichts anderes, als das, was er zur Stillung seines Raucherhungers kmmer tat: er faßte heimlich in die Tasche, zog ein wenig Tabak mit einer Hand hervor, fischte mit der gleichen Hand nach einem Blättchen Papier und drehte daraus eine Zigarette. Er hat noch für ein gutes Jahr Verträge vor sich. So lebt mancher in Amerikas Filmstädten von kleinen Talenten, von denen er nie glaubte, daß sie ihm eines Tages nützlich fein könnten. In der langen Liste der altberühmten Pariser Gaststätten, die in den letzten Jahren ihre Pforten schließen mußten, erscheint jetzt das Haus Foyot in der Rue de Tournon, das auf eine ununterbrochene Tradition von 150 Jahren zurückblickt. Das Haus wird der Spitzhacke zum Opfer fallen, weil hier eine Neugestaltung des Stadtbildes geplant ist. Das Restaurant, das wegen seiner guten Küche und gepflegten Weine von Kennern besucht wurde, gewann seinen ersten Ruhm, als der Erzherzog Joseph, der Bruder der Marie Antoinette, der spätere Kaiser Joseph II., dort häufig als Gast erschien, so daß der Besitzer es sogar nach ihm nannte. Der wirkliche große Erfolg kam dann im Jahre 1848 durch M. Foyot, den früheren Küchenchef des Königs Louis Philippe, der ein wahrer Künstler der Küche war und eine ganze Reihe auserlesene Gerichte erfunden hat. Sein Ruf brachte die Genießer aus allen Ländern, wenn sie nach Paris kamen, zu seinen Gasttischen. Auch nach Foyots Tode wußten seine Nachfolger den guten Ruf des Hauses aufrecht zu erhalten, so daß die heutige Generation der Gäste es mit aufrichtiger Trauer verschwinden sieht. Hundert Perlen. (—) London. In einem großen Restaurant in London hatte ein Helfer in der Küche das unwahrscheinliche Glück, beim Oeffnen einer Auster in einer Schale nicht weniger als 100 Perlen zu finden. Allerdings waren diese Perlen alle so klein, daß sich eine Verwertung nicht lohnt. Nun hat aber dieser Mann, er heißt Robert Buttler, die besten Aussichten, recht oft Perlen zu finden, denn er öffnet an einem Tag oft bis zu 800 Austern, die in jenem Restaurant verzehrt werden. Die Zoologen interessieren sich jetzt für jene Auster mit den 100 Perlen. Auch hat ein japanischer Händler dem glücklichen Finder eine große Summe für die Ueberlassung der Auster mit den Perlen angeboten. Er hofft, durch eine genaue Untersuchung auf die Spur des Geheimnisses zu kommen, wieso sich die Perlen in so großer Zahl in jener Auster entwickelten. Für die japanische Perlenzüchterei wäre die Lösung dieses Rätsels nicht ohne Bedeutung. spinnen sie, als ob die Menschen ihrer Zeit begriffen hätten, daß sie eigentlich aus einem ganz anderen Jahrhundert stammt: die Dame von Forli, die gehaßte und geliebte, die „Virago", die „Königstigerin", die „erste Frau Italiens" und wie immer ihre Zeitgenossen sie nennen mochten. — Der Stammbaum der Sforza und ein Literaturverzeichnis am Schluß werden dem Leser das Eindringen in den fernen Stoff wesentlich erleichtern. — Der Brockhof und seine Frauen. Roman von Gustav S ch r ö e r. (Verlag von Quelle & Meyer, Leipzig. Geb. 3,80 Mark.) — (230) — Des Autors feine Erzählerkunst und starke Gestaltungskraft hat den Freunden guter Romane in diesem Buche eine schöne Gabe bereitet: eine kerni'g- echte Bauern-Erzählung, voll verantwortungsbewußter Lebensauffassung der deutschen Bauern und der lebensbestimmenden Macht der Sippe. Beide erhalten in diesem packenden Bauern-Roman ein großartiges Denkmal gesetzt. Der Brockhof, altes Vätererbe, ist gefährdet durch die plötzlich hervorbrechende Spielleidenschaft seiner Herren. Nur die herbe Tatkraft der Frauen vermochte in drei Geschlechterfolgen der Sippe den Besitz zu erhalten. Die Frauen wurden hart in diesem Ringen, hart bis zur Lieblosigkeit gegen das eigene Kind, dem sie aus Sorge um den Hof die Verfügung über ihn und das Besitzrecht nahmen. Der jüngste Brock löst sich aus diesem harten Zwang, indem er sich aus eigener Kraft eine neue Lebensgrundlage schafft. Aber in der Stunde der höchsten Not setzt er diese willig aufs Spiel, um der Familie den Hof zu retten, und ein befreiendes Licht fällt auf die düstere Handlung. Er gewinnt eine ebenbürtige Gefährtin, und der Dichter entläßt feine Leser mit der Zuversicht, daß ein neues Geschlecht der Brocks erstehen wird, ebenso kraftvoll in seinem Wollen wie die Väter, aber maßvoll und unangefochten in innerer Sicherheit. Mit starker Spannung folgt man der Erzählung, die alle Vorzüge des guten Rowill, dann wird man seine Sorge verstehen. Tristan liegt so weit abseits von allen üblichen Schiffahrts- linien, daß kein Dampfer den Umweg machen will, Tage auf See kosten Geld, und ein Umweg kostet Kohlen. Es ist also möglich, daß Harold Wilde nicht einmal zu Weihnachten zu Hause ist. Dabei hatte man ihm für die 200 Einwohner von Tristan da Cunha die schönsten Geschenke mitgegeben. Am meisten Sorge bereiten ihm vier kleine Schweinchen, die man ihm vor zwei Monaten schenkte, die aber inzwischen nicht nur guten Appetit haben, sondern auch dick und groß werden. Vielleicht bleibt ihm nichts anderes übrig als die Schweinchen in Gestalt von geräucherten Schinken mit nach Hause zu nehmen. Der Komiker wird ungemütlich. C. K. Brüssel. Der Brüsseler Komiker Francimar war vor einiger Zeit von den Veranstaltern einer Lotterie für eine nicht näher besttmmte Aufgabe engagiert worden. Am Tage der Ziehung begab er sich in den Saal, in dem das Auslosen vorgenommen wurde, und man händigte ihm beim Eintritt zwei Lose aus. Wie groß war seine freudige Ueberraschung, als plötzlich eine Nummer mit einem Gewinn von 100 000 Franks ausgerufen wurde, die er auf einem feiner beiden Lose wiederfand! Sofort stürzten sich Photographen und Kinooperateure auf ihn, um den Freudenausbruch, dem er sich hingab, festzuhalten und so glänzende Motive für die künftige Propaganda zu erhalten. Der Komiker fand die Sache aber weniger spaßhaft, als er die Auszahlung der 100 000 Franks verlangte, die er wirklich gewonnen zu haben glaubte. Man antwortete ihm trocken, dies sei doch nur eine kleine Posse gewesen, und wollte ihm das Honorar dafür aushändigen; denn dazu fei er damals engagiert worden. Jetzt wurde der Komiker ebenso wütend, wie er vordem vergnügt gewesen war, aber er denkt nicht daran, den eigenartigen Scherz, den man sich mit ihm erlaubt hat, ruhig chinzunehmen, sondern er verlangt die volle Auszahlung des Großen Loses, das er gewonnen haben sollte, und falls man ihm diese verweigern sollte, will er vor Gericht gehen und wegen Betruges und Unterschlagung Klage erheben. Das Ende eines berühmten Restaurants. C. K. Paris. Danach kommt der große Absturz, der im Jahre 1933 den Wert (aber nicht die Menge!) der Aus- und Einfuhr um etwa drei Fünftel verringerte. Seitdem hat wieder eine sichtliche Erholung eingesetzt, die sich mit dem Fortschreiten des Eisenbahnbaues weiter verstärken wird. Die Arbeit der verkehrswirtschaftlichen Aufschließung Afrikas ist noch nicht entfernt abgeschlossen. Die beiden Vergleichszahlen von 1870 und 1927, die noch nicht 60 Jahre auseinanderliegen und eine Versiebzehnfachung der wirtschaftlichen Bedeutung des tropischen Afrika in sich enthalten, müssen auch auf die Einsicht angewendet werden, daß unser völkischer Lebensraum ohne Kolonialbesitz zu klein ist. Englands Einfuhr aus den afrikanischen Tropen stammt zu 90 v.H. aus seinen eigenen dortigen Kolonien: „ein Zeichen, wie sehr es das Mutterland verstanden hat, Produktion der Tropen und Bedarf der Heimat einander anzugleichen!" Auch das ist ein Fingerzeig für den Zusammenhang zwischen Kolonialbesitz und Befriedigung des nationalen Lebensbedarfs. Das Schlußkapitel, „Ein Beittag zum deutschen Kolonialproolem", bringt, wiederum in Zahlen, den Nachweis deutscher k o l o n i a l w i r t - schaftlicher Befähigung. Von 1900 bis 1913 stieg der Wert des Gesamthandels im englischen Kolonialbesitz im tropischen Afrika von 345 auf 958 Millionen Mark, im französischen von 249 auf 387, im deutschen dagegen von 40 auf 161 Millionen, d. h. er vervierfachte sich, während er sich im englischen Gebiet nicht ganz verdreifachte und im französischen noch lange nicht verdoppelte. Und. dabei waren die Deutschen eben erst als j ü n g- st e s Kolonialvolk in die Betätigung in Afrika eingetreten. Nicht zu vergessen ist auch Waibels Hinweis darauf, daß die Deutschen in Kamerun (wie in Ostafrika) die Ersten waren, denen es gelang, eine rentable afrikanische Plantagewirtschaft zu begründen. Nach dem privatwirtschaftlichen Wiedererwerb der Kameruner Pflanzungen hat hier die Hamburger „Afrikanische Fruchtkompagnie" mit ihrer Bananenkultur und ihrer eigenen Bananen- Transportflotte in schwierigster Zeit ein Unternehmen aufgebaut, das durchaus an die große United Frust Co. Mittelamerikas erinnert. Die Arbeit von Schober besitzt ihren Hauptwert im — dritten und umfangreichsten — bevölkerungspolitischen Abschnitt. Die gelegentlich hervortretende Einseitigkeit, mit der Schober die europäischen Plantagenkulturen an Wert hinter den Eingeborenenkulturen zurückstellt, ist anfechtbar. Aufs Ganze und auf die Zukunft gesehen — das sagt auch Waibel — ist das tropische Afrika ohne Frage ein Land des schwarzen Bauern. Man darf aber nicht übersehen, daß europäische Pflanzungen meist dort angelegt werden, wo, trotz so hervorragender Bodenqualität wie am Kamerungebirge, wenig oder gar keine Eingeboren enkultur besteht. Außerdem sind Plantagenbetriebe von großem Ausmaß leichter in Ueber- einstimmung mit zeitweiligen wirtschaftlichen Gesamtrücksichten in der Heimat zu halten, als ausgedehnte Eingeborenenkulturen. Beachtlich sind Schobers Vorschläge über eine planmäßige U m - s i e d l u n g der Eingeborenen aus übervölkerten Gebieten in hinreichend fruchtbare, menschenleere. Die zukünftige Baumwollkultur auf dem Nord- und Nordwestkameruner Hochland z. B. würde wohl erst dadurch einen entscheidenden Auftrieb erhalten. ten war eine solche Machtfülle so schwachen und unentschlossenen Händen anvertraut wie denen des letzten Zaren — und selten lagen so tiefe Schatten über dem Lebensweg einer scheinbar so von Liebe, Glück, Reichtum und Macht überstrahlten Frau wie jener hessischen Prinzessin auf dem Zarenthron. In die düstere Pracht des russischen Hofes, in die offenen und geheimen Feindschaften innerhalb des höfischen Kreises, in die immer wieder lichte Idylle des familiären Lebens der Zarenfamilie bringt der Lärm der Revolution von 1905, der Attentate, des Weltkriegsausbruchs, der inneren Krisen, bis schließlich die Zarenfamilie als Gefangene nur mehr zum Objekt politischer Leidenschaften wird. Als eine der merkwürdigsten Gestalten der neueren Geschichte tritt der Wunderdoktor Rasputin auf die Bühne dieses Geschehens. So entsteht einer der interessantesten Abschnitte der Geschichte der „Europäischen Fürstenhöse — damals". Auch ist er besonders fes- elnd durch die vielen hier zusammengettagenen und der breiteren Öffentlichkeit unbekannten Bilder aus dem intimen Leben der Zarenfamilie und ihrer Umgebung. — Liane von Gentzkow: Caterina Sforza. Ein heldisches Frauenleben. 278 Seiten. B. Behrs Verlag/Friedrich Feddersen, Berlin und Leipzig. — (316) — In Caterina Sforza, einer der berühmtesten Frauen der italienischen Renaissance, zeigt sich auffällig das Hervorbrechen des nordisch- germanischen Blütsttoms, wie er 1000 Jahre lang ununterbrochen in italienisches Volkstum hineinge- lossen ist: sie hat die unerschütterliche Haltung einem unabwendbaren Schicksal gegenüber, die Leidenschaften, den Stolz und den Verstand der Königinnen der Völkerwanderung und der Däuerin- nen der Jslandsaga. Viele italienische Märchen um» mans in sich birgt. Das Buch schenkt seinem ßt schöne Feierstunden. zählt in diesem Werke die Geschichte von Tut, Nachkömmling, der dem Justizrats-Ehepaar feldt geboren wurde, als dessen beide Söhne ((f| mit langen Hosen herumliefen. Mit mütterlilh, — Adolf Stübing: Der Gute Br.»! neu. Ein Roman aus galanter Zeit. 368 B. Behrs Verlag/Friedrich Feddersen, Berlin^ (317) — Im Mittelpunkt der Handlung fteht d prinz Wilhelm IX., ehemaliger Regent der I schäft Hanau, später Kurfürst und (Erbauer £1 Wilhelmshöhe. Er hat hessen-hanauische £rur J England in Sold gegeben, zum Kampf gegen hl aufständischen nordamerikanischen Kolonien. ihm zufließenden (Subfibien verwendet er zur gung der durch den Siebenjährigen Krieg erlittaJ Schäden feines Landes und um feiner Bäulust u J1 fchewistifchen Chaos über das finnische Volk. Schicksal, das auf dem Lande lastet, erleben auch tii einfachen Menschen eines ländlichen Kirchspiels. ?i dieser Zeit der Anfechtung, die das Volk bis Hai an den Abgrund führt, sammelt sich heimlich fr! junge Mannschaft, erlernt den Waffendienst ir) ruht, vielfach verkannt, verfemt und verfolgt, r.-i eher, bis sie dem geknechteten Vaterland die F : heit erftritten hat. Was dem Volke in feiner H , samtheit widerfährt, wird auch Riikka, der Tochi; des Großbauern Tuuna, zum Schicksal. Sie ffal aufrecht inmitten des Aufruhrs und harrt der Rü 5 kehr des Jugendfreundes, der sich dem Kampfe schworen hat in der Hoffnung, sie durch feine manw hafte Bewährung gewinnen zu können, ihr aber in der glücklichen Stunde des Wiedersehens durch ein feindliche Kugel für immer entrissen wird. — u diesem Roman, der sich durch den Reichtum ab.!? touerlicher Geschehnisse auszeichnet, wird die jünch Geschichte des finnischen Volkes in anschauliche Weise lebendig. — MaxDauthendey: DerGarten o hi > Jahreszeiten. Und andere asiatische 91odi'j len. Neuausgabe in Geschenkausstattung. 116 Gr ten. Leinen 2,50 Mark. Verlag Albert Langen^' arg Müller, München, 1937. — (219) — Ser (Seil' sucht nach fernen Ländern, die Dauthendey ynM wieder in die Welt hinaus trieb und die ihm schließlich zum Schicksal wurde, verdanken wir ein Reihe dichterischer Werke, deren (Eigenart in unfe« Literatur ohne Beispiel ist. Zu diesen Dichtung!» zählen vor allem die asiatischen Novellen „Der ten ohne Jahreszeiten." Umwittert von Verlockm und Geheimnis sind diese Geschichten, die in inM? neuer Verwandlung von der Liebe kündey. 8B schönsten ist wohl die Geschichte von Bulram uä Talora, die in kindlicher Unbefangenheit im ten ohne Jahreszeiten aufwachsen, sich in die öerungen verirren und dabei verlieren, dann eil» ander suchen und wiederfinden im Himmel ihn'? Liebe und die zuguterletzt in ihren Paradiesgarlm zurückkehren. Es sind Bilder von einer Leuchter der Farben und einer berückenden Stimmung, ö lange nachklingt wie eine fremdartige, bezaubernd Musik. — Kasimir Edschmid: Italien, ©ärter. Männer und Geschicke, mit 24 Bildseiten. Pwi Ganzl. 6,80 RM. Societäts-Verlag Frankfurt a.$ — (297) — Im Mittelpunkt dieses Buches ft .lattiert, warm ldwerk bt- auf dem 5 Milden rsch ein r ’ Roman hn nur iz! jarteiu statische 1 itung. 116 >ert Lang» {teuer" mitbringen, und nicht nur mit Wäsche, auch mit Kleidung, Pelzwaren, Schuhen usw. will man stets gut ausgerüstet fern. Jacken Paletots Mäntel Füchse Skunks Capes Hendey c und bi< laufen mart in m >sen W eilen Strümpfe mit künstlicher . ^2 NEUE SINGER für den HAUSHALT Nr/201- waagerechtem umlaufendem Greifer Nr. 88 -fenfialspulen-Maschine beide mit knotenfieiem Sfch vor-und rückwärisnähend UWa SINGER NÄHMASCHINEN AKTIENGESELLSCHAFT GIESSEN • MARKTPLATZ 18 Annahme von Ehestandsdarlehen und Kinderbeihilfescheinen B&M-Kleidung bürgt für Qualität, Sitz und Verarbeitung. Darum raten wir Ihnen, sehen Sie sich unsere neuen Winter-Ulster — Paletots Uebergangs-Mäntel Loden-Mäntel, Sportstutzer Straßen- und Sport-Anzüge Knaben- und Burschenkleidung einmal ganz unverbindlich an. - Die Preise für unsere Qualitäts-Kleidung sind, wie Sie es Wein-, Bier-, Likör- und Limonade-Service — Karaffen Sammel-Römer - Kunstgläser usw. Weiße Damast-Tisch- u. Tafeltücher Gr. 130/130,160/160,130/160,130/200,160/225,160/280,160/330 Weiße Servietten 55/55, eo/eo, passend z. 0. Farbige K’seid. Tisch- n. 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And hier kann man sich in Ruhe H MM aussuchen, was einem gefällt, und ' MM W nacheinander zusammenkaufen, was MW ▼ man braucht. Nicht nur die Frau, Matratzen jeder Ausführung solide Anfertigung in eigener Werkstatt. Stahlmatratzen, Matratzenschoner, Stepp- und Daunendecken bewährte Füllungen in allen modernen Farben Bettkolter in Wolle und Baumwolle zVavrne tVäTOe und haltbar " SÄ und Wolle Herren-Sportstrumpf Wolle Platt-,SSr 2.751.95 kräftig u. haltbar L. Löwer & Bechstein Neustadt 2—4 parterre und I. Stock Das Fachgeschäft für Porzellan, Glas- und Kristall waren will Sie gerne beraten und ladet Sie ein zu einer unverbindlichen Besichtigung seiner reichen Auswahl Dazu passende . ne y JjQ J acke ’ Herren-Schlafanzug « gg warm Flanell Herren-Sporthemden teils warm gerauht, teils schwerer Pope- 5.90 3.95 line u Herren-Strickwesten «« kräftige Strapazierqual. I.O« Marktstrahe 3 Telefon 3091 Gegründet 1832 Wie man sich bettet, so schläft man! Die Matratzen sind, heute nicht mehr K einteilig, sondern praktisch dreigeteilt, so daß ein bequemes Säubern mög- lich ist. Was soll man nehmen? Kapok,Federeinlage oder Roßhaar? V Der Fachhändler^ gibt Ihnen be- -MQM stimmt den richtigen Rat. Eins aber ist immer wieder zu beachten: Kein NWullL £■ mM billiges Material, man muß es sonst \W zu schnell erneuern! Dasselbe gilt auch l ▼ für die Inletts und für die Füllung der Betten. Man will ja nicht, daß ,, u , nach kurzer Zeit die Znletts wie ein Sieb alle Federn hindurch- lasten, so daß es bei jedem Vettenmachen „schneit"; man wül auch nicht, daß die Plümos und Kisten von Tag zu Tag kleiner werdet:, weil sich die Federn zusammensetzen. Linzu kommen die Kamelhaardecken oder die feder- leichten und doch wärmenden Dau- J Wk nendecken. Daß man seine Betten nicht mit dem Teppichklopfer bear- vJHM beitet und die Znlets nicht in die pralle Sonne legt, das wird ja die angehende Lausfrau schon wissen; < _xy< // \ und daß man die Federn später für wenig Geld reinigen lassen kann. Der gedeckte Tisch. Neben dem festlichen Damast, der immer modern und beliebt bleibt, haben wir heute viele kunstseidene Gewebe, die fröhlich und bunt bedruckt sind. Kann die Braut Handarbeiten - hat sie vor allem die Zeit dazu —, dann fin- den natürlich auch die handgear- beiteten Decken gerne Verwendung. KELJA Das schöne Service dazu ist die Krönung der Tafel. Auch für den täglichen Gebrauch soll es schön und Ä K geschmackvoll sein; dasselbe Essen < schmeckt noch mal so gut, wenn es IT R I ,\ r ji besser serviert wird. An Gläsern /I 1 J \ braucht man Wasser-, Bier-,Wein- iKwKi I. THTwy und Likörgläser, vielleicht auch Li- 1 W" monade- und Milchgläser. Kaffee- und Teeservices gibt es heute in reizender Farbenfreudigkeit. Gute Bestecke aus dem Fachgeschäft sind ja selbstverständlich. / Damit haben wir schon einen -teil wichtiger Dinge vorweggenommen; wo wir sie preiswert und gut kaufen, das sagen uns die Empfehlungen leistungsfähiger Geschäfte auf dieser Seite. Vieles gibt es freilich noch anzuschaffen, doch davon wollen wir uns das nächste Mal unterhalten I Garnitur Hemdchen SÄ“-^2.50 sehr haltbar Damen-Schlüpfer Dazu passendes Unter- 3 5g kleid namen-Nachthemden farbig Flanell oder «^63,95 Barchent Gebr. Seelbach Fernspr. 3627 Annahme von Ehestandsdarlehen ST»« mod. Farben Oamen-Handschuhe weiches Leder, „ 4.25 schöne Ausfuhr.D.6«* Herren-Handschuhe Leder-Imitation, kraft g und warm, auch . grj 1.45 Militärgrau .. * Köhler & Jochim ® Seltersweg 27 __ Verliebt — verlobt — verheiratet 1 ■ jm — niemand kann sich dem Reiz ent- Ä $ ziehen, der von dieser Wortkette aus- geht; es ist der Lauf der Welt, aus einer Liebe eine Verlobung, aus der Verlobung eine Lochzeit werden zu lassen. (Die Ausnahmen bestätigen nur die Regel.) Keiner kann für die Wahl des Part- MM \I ■ a ners einen unbedingt richtigen Rat I ■--geben. Das müssen die Liebenden |[ 1 unter sich ausmachen. Unser „guter M Rat zur guten Ehe" kann erst da beginnen, wo zur Zeit der Verlobung die ersten gemeinsamen von uns nicht anders kennen - sehr niedrig I Brückner&Mund Seltersweg 31 Herren- und Knabenkleidung, Berufskleidung W- 1 und der OM EGA-Uhrenfabrik ____ v fVtT inhAber: V| '• CARL HEINZ ’ JCMLÜTER WUMM MM «IM in gt^Tugyer, ge^kglsr/luhvah!. .'gecn irkiuXdu^lL. in all Ihn^n.. , GIESSEN | Kelkheim i.T. Kelkheim i.T, vom 31. Oktober bis z. November 103Z onntagskarten Gießen (Schwarzlachweg 35), Frankfurt a. M., Caaden, Lieh, den 29. Oktober 1937. 7062 D In tiefer Trauer Marie SteinmüllerWwe. und Angehörige. Heuchelheim, den 30. Oktober 1937. 7063 D A271C/37 Für die- Hinterbliebenen Justus Formhals. bis 35 Lahre alt 500 Mark Großen-Lin den, den 30 Oktober 1937. 7055 Dl amt- t eiMUMd 'en Georg Dönges und Kinder. en Klein-Linden, den 30. Oktober 1937 05383 nOMELKÜ Doch d sommerlich von l«20 Mk.: an Sterbegeld Für die überaus herzliche Anteilnahme beim Heimgänge unseres lieben, unvergeßlichen Entschlafenen, die zahlreichen Kranzspenden sowie die ehrenvollen Nachrufe und erhebenden Chöre am Grabe sagen wir allen unseren tiefempfundenen Dank. Ganz besonders herzlich danken wir Herrn Pfarrer Weisel für seine trostreichen Worte und nicht zuletzt Herrn Richard Krieger für seine aufopfernde, liebevolle Pflege während der schweren Krankheitstage des Verstorbenen. lanneU'6- ANWWlZ abzugeb. Bestell, erb wirv. Postk od an d.Bierver- lan Michel, Walltorstr 71, T. 2479 Damplsägewerk Lollar B. Nuhn A. 6., Lollar Schutz, Stütze, Formlchönheit auf natürlicher Grundlage durch Thalysia-Formenpflege-System. 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Kuhl unbeschwert in die Ewigkeit eingegangen. bür die uns in überaus reichem Mabe erwiesene Teilnahme beim Heimgang unserer lieben Entschlafenen jedem einzeln zu danken Ist uns nicht möglich. Wir sagen deshalb auf diesem Wege allen herzlichen Dank. Nachweis, in dem er mitaufgeführt war, jeweils mit den Löschungsvermerken der Geschäfte versehen; b) bei Zuzug von auswärts entweder der Haushaltsnachweis des letzten Wohnortes mit den Löschungsvermerken der Geschäfte oder eine Bescheinigung der zuständigen amtlichen Stelle des letzten Wohnortes, daß der Zuziehende aus der dortigen Fettversorgung ausgeschieden ist oder nicht gemeldet war; c) bei Zuzug aus einer Gemeinschafts- oder Anstaltsverpflegung die entsprechenden Entlaß jungspapiere. C. Erfolgt lediglich ein Wechsel in der Person ohne Aenderung der Personenzahl (z. B. Hausangestellte), so ist ebenfalls Meldung bei der Dienststelle zu machen. Für die neuhinzutretende Person ist nach III B (f. o.) zu verfahren. IV. Todesfälle von alleinstehenden Personen. Erben oder Nachlaßverwalter sind verpflichtet, den Haushaltsnachweis des Verstorbenen zurückzugeben, nachdem die Löschung in den Kundenlisten bewirkt und bescheinigt ist. V. Verzug der gesamten Verpflegungsgemeinschast. a) innerhalb GießenS: eine Inanspruchnahme der Dienststelle ist nicht erforderlich; b) nach auswärts: der von den Händlern mit den Löschungsvermerken vorgesehene Haushaltsnachweis ist der Dienststelle vorzulegen. Diese stellt eine Bescheinigung über die erfolgte Löschung aus. Auf Grund dieser Bescheinigung kann am neuen Wohnort wieder ein Haushaltsnachweis beantragt werden. 7059C VI. Die Dienststelle befindet sich im Stadthaus, Bergstraße 20, Zimmer 6. Gießen, 28.10.1937. Der Oberbürgermoister. würde dem „Allesbrenner** in seiner Preisklasse bestimmt der größte Erfolg zufallen. Man braucht nur an seine wichtigsten Vorzüge zu denken: - Dauerbrand — sparsame Ausnutzung aller festen * Brennstoffe - stubenrein - preiswürdig. 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Dieser muß schriftlich oder mündlich bei der städti. schen Dienststelle gestellt werden. Bei persönlicher Dorsprache mit den unten angegebenen Unterlagen kann sofortige Erledigung erfolgen. Auch Personen, die in eine Verpflegungsgemein, schäft eintreten und einen Gießeuer Haushaltsnach- weis noch nicht besitzen, erhalten zweckmäßig einen eigenen Haushaltsnachweis, wenn ihr dauernder Verbleib dort nicht feftfteht (Hausangestellte, Untermieter, Pflegekinder usw.). Folgende Unterlagen sind erforderlich: 1. die letzte polizeiliche Anmeldung, 2. a) bei seither dauerndem Aufenthalt in Gießen, der mit Löschungsvermerken versehene Haushaltsnachweis (Firmenstempel in den Spalten „Gelöscht"), in dem der Antragsteller zuletzt berücksichtigt war; b) bei Zuzug von auswärts: entweder der Haushaltsnachweis des letzten Wohnortes mit den Löschungsvermerken, oder eine Bescheinigung der zuständigen amtlichen Stelle des letzten Wohnortes, daß der Antragsteller aus der dortigen Fettoerfor» aung ausgeschieden ist ober für die Fettver- sorgung nicht gemeldet war; c) sofern der Antragsteller zuletzt an einer Gemeinschaftsverpflegung im Heeres-, Arbeits« oder Landjahrdienst oder an einer Anstaltsverpflegung teilgenommen hat, entsprechende Entlassungspapiere. HL Aenderungen in den haushallslisken. A. Verminderung der Personenzahl. Diese wird bedingt durch Todesfall oder durch Auszug von Haushaltsangehörigen für Voraussicht- lich mehr als vier Wochen. In diesen Fällen ist der Haushaltsoorstand verpflichtet, sofort eine Berichtigung seines Haushaltsnachweises bei der Dienststelle vornehmen zu lassen. Es ist anzugeben, welche Personen ausgeschieden sind (Vor- und Zuname, Alter und Beruf). Außerdem ist der Haushaltsnachweis mit Löschungsvermerken der Geschäfte oder die beiden Bezugsausweise erkennbar durch die Händler entsprechend berichtigt vorzulegen. B. Erhöhung der Personenzahl. Soll in dem Haushaltsnachweis einer Verpfle- gungsgemeinschaft ein Zugang vorgenommen werden, so ist der zu berichtigende Haushaltsnachweis und folgende Unterlagen der Dienststelle vorzulegen. Bei der Geburt eines Kindes, dessen Geburtsurkunde bzw. Familienstammbuch ober btc polizeiliche Anmelbung Bei sonstigen Zugängen: 1. bie letzte polizeiliche Anmelbung; 2. a) bei Zugang innerhalb Gießens ber amtliche Haushaltsnachweis bes Zuziehenben ober der Lent Autofahren in der Fahrschule E. Faber Gründliche Ausbildung- für alle Klassen mit Hilfe modernster Lehrmittel. 6636 D Techn. Lehrfilme! — Verkehrsfilme! Franhinrler Strafte 36/Rnl 3349 liehen Sterbeurkunde usw. - Anmeldungen sind zu richten an den Vorstand. 7066d Bereinigung U öeMMeWse.Men Arthur Tränkncr, Maigasse. „ 36—40 „ „ 41-45 „ „ 46-50 „ bei sofortiger Auszahlung nach AutoanSelbstfabrer zu vermieten Td» 4335 6857P (Ein Quell v. Frruve für den Naturfreund BelflMes Leven Kleine Kreatur in Wasser, Dusch und Halm Don Karl Otto Barteln 164 Naturaufnahmen aus dem Leben der nie» deren Tierwelt mit erläuternden Bildunterschriften, Namensan- gab. u. ausführlichem Text (62 Seiten). Mit einem Geleitwort von Profess. 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Dieses Gedicht des Matthias Claudius ist wie ein Gebet. 3d) weiß nicht, ob es in irgendeiner Sprache der Welt etwas Aehnliches gibt. An Klarheit, Gläubigkeit und an Vollkommenheit, Subtile und Skurrile neben den stillen Worten: „Verschon uns Gott, mit Strafen und laß uns ruhig schlafen! Und unfern kranken Nachbarn auch!" Wo bleiben die weit hergeholten Vergleiche, die kosmischen Gärten, die hyazinthenen Dämmerungen, die müden Abende der blassen und kränkeln- en Lyriker vor und mach dem großen Krieg?. Wo bleiben sie vor diesen Worten, die wie leises Flockenschneien sind; „Wie ist die Welt so stille und in der Dämmrung Hülle so traulich und so hold!" Und ich erinnere mich an eine Herbstnacht, als der tote, kurze Weggefährte noch im flatternden schwarzen Mantel neben mir ging und hinter schimmernden Wolken trieb der halbe Mond. Damals hörte ich zum erstenmal diese Verse aus des Matthias Claudius unsterblich deutschem Gedicht: „Seht ihr den Mond dort stehen? Er ist nur halb zu sehen und ist doch rund und schön. So sind wohl manche Sachen, die wir getrost belachen, weil unsere Augen sie nicht sehn." rk. Hitler-Jugend Bann 116 Gießen. Marine-Gefolgschaft 1/116. Samstag, den 30. Oktober,, 20.30 Uhr: Elternbesprechung im Heim, Roonstraße 28. BDM. Untergau 116. Dienstbefehl. Der für Dienstag, 2. November, festgesetzte Gemeinschaftsabend mit den Eltern der Führerinnen- schoft des Standortes Gießen muß leider ausfallen, da an diesem Abend die „Woche des deutschen Buches" eröffnet wird. Frauenschast Gießen-Mitte. Der Ortsgruppenabend der Frauenschaft und des Frauenwerks Gießen-Mitte fand bei zahlreicher Beteiligung im „Hindenburg" statt. Die Leiterin eröffnete den Abend mit kurzen Bearüßungsworten und sprach dann über ihre Erlebnisse in Nürnberg beim Parteitag der Arbeit. Nach Bekanntgabe einiger parteiamtlicher Anordnungen berichtete dann Frau S ch e p p , die Leiterin der Arbeitsgruppe des Hilfsdienstes, über ihre Tätigkeit. Sie machte die Frauen mit der Arbeit und den Nichtlinien dieser Gruppe bekannt, schilderte die Aufgaben beim Hilfswerk „Mutter und Kind", bei der Mütterberatung und Mütterverschickung zur Erholung, bei der Essensausgabe, überall da, wo die Frauen der NS.-Volkswohlfahrt mithelfend zur Seite stehen. Reichen Beifall fanden ihre fesselnden und aufklärenden Ausführungen. Der Frauensingkreis verschönte den Abend durch passenden Chorgesang. F. K. Weiterer Aufbau in Gießen. Bedeutsames Gportsörderungö-Projekt. Ausbau des DiehmarkteS. - Melkerschule in Gießen. Vor einiger Zeit berichteten wir über Pläne der Stadtverwaltung zur Zusammenfassung und zeitgemäßen Gestaltung der sportlichen Einrichtungen in unserer Stadt. Die Beratungen über diese Neuerungen haben nunmehr zu festeren Vorschlägen geführt, die gegenwärtig Grundlage für die Bauprojektierung sind. Danach ist vorgesehen, die große Gießener Sportplatzanlage in dem Wiesengelände zwischen dem Amtsgericht und dem Philosophenwald erstehen zu lassen und sie unter Einbeziehung des jetzigen Eichgärtenteiches auszuführen. Die neue Sportplatzanlage wird ihre Begrenzung wie folgt finden: nach Norden zu in dem jetzigen Wege zwischen dem Gericht und dem Philosophenwald, nach Osten bei der jetzigen Brücke über die Wieseck im Zuge dieses Weges, südwärts an der Schlageteranlage einschließlich Eichgärtenteich, westlich an der Grenze dieses Teiches in verlängerter Linie bis zu dem Wegbeginn hinter dem Gericht. Auf diesem Gelände sollen drei große Sportplätze geschaffen werden, ein geschlossenes Schwimmbad in der Größe von 50X100 Meter mit Anlagen für das Sportschwimmen erstehen, anschließend wird eine Liegewiese von etwa 200 Meter Breite folgen und außerdem der jetzige Eichgärtenteich auf etwa 500 bis 600 Meter Breite und 1000 Meter Länge erweitert und mit einer Insel inmitten des Teiches versehen werden. Dieses Projekt wird in Kürze mit dem für unser Gebiet zuständigen Beauftragten des Reichssportführers sowie mit den für unsere engere Heimat und für unsere Stadt zuständigen bzw. interessierten Regierungs- und Sportkreisen besprochen werden. Nach Lage der Dinge dürfte wohl kein Zweifel darüber bestehen, daß die geplante Anlage im großen und ganzen die Zustimmung der maßgebenden Stellen finden wird, so daß vielleicht schon zu Beginn des kommenden Jahres bei guter Zeit mit der Arbeit begonnen werden kann. Auf dem Viehmarktgelände am Güterbahnhof wird in wenigen Tagen die Diehoersteigerungshalle „Rhein-Main" einer bedeutsamen Erweiterung des Gießener Viehmarktwesens dienstbar gemacht wer- Mit Wirkung vom 1. November 1937 ist der seitherige Abteilungsführer des Reichsarbeitsdienstlagers 5/222 „Justus von Liebig", Gießen, Oberstfeldmeister Lösch zum Gruppenstab der RAD.- Gruppe 220 (Witzenhausen) versetzt. Alle, die ihn kannten, werden lebhaft bedauern, daß er von Gießen scheidet, denn viele Volksgenossen in unserer Stadt haben in irgendwelcher Form miterlebt, wie durch seinen restlosen Einsatz aus dem ursprünglich etwas unfreundlichen Wirtschaftsgebäude „Philosophenwald" ein vorbildliches und allen Anforderungen entsprechendes Arbeitsdienstlager entstanden ist. Im Jahre 1934 war unter seiner Leitung und Initiative mit dem Aufbau des Lagers begonnen worden. Viele Schwierigkeiten galt es zu überwinden, die damals noch dem Arbeitsdienstgedanken entgegenstand-en. Oberstfeldmeister Lösch aber hat, allen Schwieriakeiten zum Trotz, den Gießener Arbeitsdienst zu dieser Form entwickelt, wie sie vom Führer gewünscht ist. Unter der Führung von Oberstselümeister Lösch wurden viele volkswirtschaftlich außerordentlich wertvolle Arbeiten in unserer heimatlichen Landschaft durch den Arbeitsdienst ausgeführt. Viele junge Menschen danken ihm das schöne Erlebnis des. Arbeitsdienstes. Bei den Ab- den. Mit Wirkung ab 15. November wird die Sch lachtvieh-Diehvcrteilungs ft e klein Gießen ihren Betrieb aufnehmen. Diese Dieh- verteilungsstelle ist vorerst für Gießen, Wieseck, Heuchelheim und Klein-Linden zuständig, es ist aber auch nicht ausgeschlossen, daß ihr Wirkungsbereich noch einen weiteren Ausbau erfährt. Der Auftrieb des Schlachtviehes wird, da dieser Schlachtviehmarkt in jeder Woche stattfinden soll, immer am Montagnachmittag erfolgen, während der Markt am Dienstagvormittag vor sich gehen wird. Um die Anlagen des jetzigen Viehmarktgebäudes den neuen Aufgaben in ausreichendem Maße anpassen zu können, wird bei der Zuchtviehversteigerungshalle ein zweigeschossiges Gebäude errichtet werden. In dem Kellergeschoß dieses Hauses sollen Anlagen für die Futterbereitung geschaffen werden, außerdem sollen dort andere betriebliche Einrichtungen ihren Platz finden. Das Erdgeschoß des Hauses wird eine Bauernschänke in bäuerlichem Baustil aufnehmen, die den Marktbesuchern als Stätte der Erholung zur Verfügung stehen wird und alle Ein- richtungen enthalten soll, die zu einem derartigen Aufenthalt gehören. Das Obergeschoß des Hauses wird die Wohnung des Marktmeisters sein. Neben der Schlachtvieh-Verteilungsstelle werden künftig auch die Zuchtviehoersteigerungen für Fleckviehbullen und Zuchteber im Rahmen dieses Gesamtbetriebes ihren Platz haben und im Laufe der Zeit zu einer noch weiteren Bedeutung für unsere heimische Wirtschaft gelangen. Die Landesbauernschaft Hessen-Nassau wird auf dem Gelände beim Hardthof eine Melkerschule schaffen, für die ein zweckentsprechender Bau errichtet werden wird. Dieses Bauwerk soll die Räume für den Unterricht der Melkerschule und für die Unterbringung der Schüler enthalten, ferner eine Wohnung für den Leiter der Melkerschule in sich aufnehmen. Die Anlage soll auch die erforderlichen Stallungen aufweisen. Die Stadt Gießen wird dieser bedeutsamen Einrichtung ihre Förderung zuteil werden lassen, um auch dadurch der Allgemeinheit zu dienen. B. schiedsfeiern der Jahrgänge kam dies immer wieder deutlich zum Ausdruck. Unter seiner verständnisvollen Führung hat man im Gießener Arbeitsdienst immer jene Ziele erreicht, die dem Arbeitsdienst im Hinblick aus die Erziehung und Ertüchtigung der deutschen Jugend gesteckt sind. Oberstfeldmeister Lösch war ' allen Führern und Mitarbeitern und allen Arbeitsmännern stets ein sehr guter Kamerad und Helfer. Um so mehr wird sein Scheiden aus dem Lager „Justus von Liebig" bedauert. Es ist ihm leider auch nicht mehr vergönnt, den für den bevorstehenden Winter vorgesehenen und von ihm seit Jahren geplanten Neubau der Wirtschaftsgebäude des Arbeitsdienstlabers unmittelbar mitzuerleben. In seinem neuen Wirkungskreis fällt ihm ein größeres Arbeitsgebiet im Dienst an der Erziehung der deutschen Jugend zu. Als Nachfolger übernimmt Oberstfeldmeister Müller, der bisher das Arbeitsdienstlager Ehringshausen (Kreis Alsfeld) geleitet hat, die Leitung des Lagers „Justus von Liebig". Im Hinblick auf das Scheiden des Oberstfeldmeisters Lösch erscheint es angebracht, noch einen Blick auf die umfangreichen und volkswirtschaftlich überaus wertvollen Arbeiten zu werfen, die unter feiner Leitung in unserer heimischen Landschaft durchgeführt wurden. Es sind da zu nennen: Wege- bauten in Wieseck, Neulandgewinnung und Wegebauten in der Gemarkung Daubringen, Wegebauten und Kultivierung in der Gemarkung Watzenborn- Steinberg, große Melioration bei Hattenrod, Rodungsarbeiten im Gießener l^tadtwald, Einsatz gegen den Borkenkäfer bei Hochweisel und Erntediensteinsatz in vielen Orten der Wetterau; alle diese Arbeiten charakterisieren die Tätigkeit des Gießener Arbeitsdienstes. Beim Brand der Seifenfabrik Möbs wurde der Arbeitsdienst ebenfalls eingesetzt, und noch in manch anderer Hinsicht machten sich die Arbeitsdienstkameraden verdient. Oberstfeldmeister Lösch leitete neben dem Lager geraume Zeit auch noch den Außenzug Damm-Kirchoers. Seine hervorragenden menschlichen Eigenschaften haben ihm in unserer Stadt viele Freunde gewinnen lassen. Vornotizen Tageskalender für Samstag. NSL. Kreis Gießen, Mädchenerziehung, Hauswirtschaft und Handarbeit: 15 Uhr Mädchenberufsschule. — Stadttheater: 20 bis 22.30 Uhr: „Mein Sohn, der Herr Minister". — Gloria-Palast, Seltersweg: „Die Tänzerin und der Diplomat". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Zauder der Boheme". — Oberhessischer Kunstverein: 17 bis 18 Uhr Ausstellung im Turmhaus am Brandplatz. Tageskalender für Sonntag. Sturmbann 1/83 ^-Standarte: 16 Uhr Konzert, 20 Uhr Kameradschaftsabend. — Stadttheater: 11.30 bis 12.45 Uhr „Slawische Tänze"; 19 bis 21.30'Uhr „Drei alte Schachteln". — Gloria-Palast, Selters- roeg: „Die Tänzerin und der Diplomat". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Zauber der Boheme". — Gesangverein Liederkranz: 16 Uhr Gesellschaftsverein, Sonnenstraße: Feier des 100jährigen Bestehens. — Jmker-Ortsfachgruppe Gießen: 14.30 Uhr Hotel Hopfeld Versammlung. — Oberhessischer Kunstverein: 11 dis 13 Uhr, 15 bis 17 Uhr Ausstellung im Turmhaus am Brandplatz. Konzert der ^-Standarte. Der Sturmbann I der 83. ^-Standarte veranstaltet am morgigen Sonntag, 31. Oktober, 16 Uhr, ein «Konzert, das vom Musikzug der ^-Standarte unter der Leitung des Musikzugführers, ^-Untersturmführer Bach, ausgeführt wird. Um 20 Uhr findet ein Kameradschaftsabend mit Tanz und Unterhaltungseinlagen statt. Unser Heimatdichter Georg Heß (Leihgestern) wird mit einigen lustigen Vorträgen Mitwirken. Stadttheater Gießen. Aus dem Stadttheaterbüro wird uns geschrieben: Heute abend zum letztenmal: „Mein Sohn, der Herr Minister", Lustspiel von Andre Birabeau. Spielleitung: Dr. Schumacher. Die Vorstellung findet für „Kraft-durch-Freude" - Miete, Gruppe H (2. Vorstellung), statt. Kartenverkauf zu Tagespreisen. Anfang 20 Uhr, Ende 22.30 Uhr. Spielplan des Stadttheaters Gießen vom 31. Oktober bis 7. November. Aus dem Stadttheaterbüro wird uns geschrieben: Am Sonntag, 31. Oktober, findet die 3. Morgenveranstaltung „Slawische Tänze" statt. Sie bringt Tänze von Chopin und Dvorak, „Nußknackersuite" von Tschaikowsky. Musikalische Leitung Kapellmeister Joachim Popelka, Choreographie: Ballettmeisterin Irmgard Zenner. Es wirken mit: die Tanzgruppe, Kinderballett und das Städtische Orchester. Die Morgenveranstaltung beginnt Punkt 11,30 Uhr, Wechsel in der Führung der Gießener Arbeitsdienst-Abteilung. Bücher werden Heunat. (Lin Lines zur Luchwoche von Johan Luzian. Wenn man in Hamburg auf einen der schönen großen Dampfer steigt,, um nach der südlichen Halbkugel zu reisen, wird man so in vier Wochen den braunen La Platastrom hinauffahren und in Buenos Aires den Kai betreten, der sich nicht viel von allen anderen Kais in großen Hafenstädten unterscheidet. Südamerika fängt erst an, wenn man die erste Nacht auf dem Flußdampfer hinter sich hat, der den Parana hinauffährt, wenn man morgens in die grüne Wildnis des Riesenstromes starrt und mit jedem Tage stärker die ungeheure Weite und Leere dieses Kontinents spürt, wenn die rote Erde kommt und auf ihr die Ranchos und die ersten Palmen, der fremde Laut der Tiere darüber und dahinter, der fremde Laut des Windes, der Atem einer anderen Welt. Und nach vier Tagen und Nächten ist man in Paraguay. Braune Menschen, Marktweiber auf Eseln, Straßen unter einer grüngoldenen Wolke von Orangenbäumen, die sich heiter in Schmutzlachen spiegelt, unfaßbarer Stil der Häuser, wie Festungen höhnisch und feindlich, Geierscharen hoch in der blauen Stille über dem Rio, dicht am Ohr spanische Gespräche, Rufe in der Ursprache des Volkes, dem Guarani, Geschrei barfaß rennender Zeitungslum- mel: Di art—o—o! Di ari—ooo! Man geht in den Quadern der Stadt umher, man friert vor Fremde und Müdigkeit und freut sich , über jeden deutschen Namen, den man aus fremdartigen Sprachumkleidungen irgendwo herausfindet. Und in einer dieser Straßen von Asuncion entdeckt man nun wohl auch an einem Haus, in dessen Garten eine schöne Palme steht, ein Schild an der Mauer: Deutsche Bücherstube . . Diese Deutsche Bücherstube ist mein Eigentum. Ich habe sie mir geschaffen, und jedesmal, wenn ich nach Hause komme, freue ich mich wieder über di- len Namen, den ich da angemalt habe. Fünf Wochen Reifezeit von Deutschland entfernt und mitten in Südamerika Dio Tür meiner Buchhandlung steht meistens offen und es weht viel Staub herein. Und mit dem Staub kommt heute wohl ein Reiter aus der Cam- pana. der fein Pferd irgendwo eingestellt hat und nun ivorenklirrend Besorgungen macht. Auch bei mir. Od"r -'s kommen morgen mit dem Zug aus dem Innern oder dem wöchentlichen Dampfer aus dem Norden, vom Chaco de Rio herunter, Kolonisten, Fellhändler, Almaceneros, Ingenieure, Handwerker, der eine, der andere. Und dann stehen wir an meinen Regalen und halten Bücher in der Hand, blättern, sehen uns an, fragen uns an. Zuerst fragt man: „Woher?" Und man meint nicht Villa Hayes oder Jbitirni oder Altos oder Concepcion in diesem weiten Lande Paraguay, wo man ein Haus hat, Plantagen, Geschäfte, sondern man meint Franken oder Schlesien oder Rheinland ... Denn wenn wir auch alle e i n Vaterland haben und eine Muttersprache, im Buch sucht man hier draußen noch etwas dazu, vielleicht ein Stück Kindheit und gewisse Züge in einem Gesicht, das man einmal hatte und das sich unter dem Einfluß der Fremde so merkwürdig wandelt. Es ist für den ganzen Tag genug, wenn man deutsch ist, aber die Lesestunde abends unterm Moskitonetz ober auf der Terrasse, da will man mal nicht unter siebzig Millionen sein, sondern nur unter einem Dutzend Leute, die man genauer kennt. Keine Heimatdichtung und keinen Dialekt womöglich, den man kaum entziffern kann. Nein, aber ein Stück Straße könnte darin vorkommen, die man mal gegangen ist, oder ein Bahnhof, oder ein Fuß ... Und ich reife also mit dem einen in das stille Ostpreußen Ernst Wiecherts und mit dem andern in die Rheinpfalz von Robert Betsch und mit dem Siebenbürger von der Cordil- lere in das kleine Land und Volk Zillichs. Ja, so ist das: Bücher werden Heimat, und ich stehe an den Bücherborten da und teile aus wie der liebe Gott... * Nun sollt ihr aber nicht meinen, es ginge den gnzen Tag so bei mir zu und die lieben Landsleute rissen sich um die Bücher, die ihr da drüben aus der Fülle schreibt. Von den 20 000 Deutschstämmigen, die in Paraguay wohnen, fallen 10 000 weg, weil sie kaum jemals, weder drüben noch hier, ein Buch lesen würden. Und vielen Tausend fällt es nach ein, zwei Generationen schon schwer, deutsch und dazu noch gotische Schrift zu lesen. Sie sprechen deutsch, gewiß, aber diese Sprache hat einen sehr engen Raum, es fehlt ihr jeder Glanz, und die schonen und kühnen Bilder der Dichter verursachen Kopfzerbrechen. Im Spanischen geht das viel leichter Vom Rest muß man noch em gehörig Teil abziehen, der zwar das tägliche Brot oder die tägliche MandioLi hat. aber keinen Peso für Bücher. Trotzdem, ein päar Hundert von den Zwanzigtausend bleiben übrig, die nicht nur das deutsche Fachbuch, diesen wunderbaren Reichtum in den bescheidenen Gewändern billiger Sammlungen suchen, sondern die gerade hier zum „Grünen^Heinrich" und zum „Hungerpastor" und zur „Effi Briest finden. Da reitet einer als Aufseher einer Estancia ein, zwei Wochen über die weiten Kämpe, und wenn er dann nach Hause kommt, will er E. T. A. Hoftmann lesen ... Nur ganz wenige wollen seichte Lektüre, die meisten wollen gute Bücher. Ich horche in jeden meiner „Kunden", die bald zu guten Bekannten werden, hinein: wen möchtest du zu Gaste laden zwischen Bananen und Zuckerrohr unter das Blechdach deines Hauses, darin die Hitze brütet und die Moskiten sirren? Den „Meister Eckehard" oder das „Schulmeisterlein Wuz"? Ludwig Thomas Bauernschelme oder Frenssens Leute von der Küste? oder willst du mit Dwingers „Letzten Reitern" nach Osten ziehen, mit Wehners „Sieben" vor Verdun liegen? (Du warst ja irgendwo einmal dabei!) Und lange wenn der Mann weg ist, zerbreche ich mir noch den Kopf: ob es das Richtige war? ... Manchmal glückt diese mystische Verbindung, die man schaffen will, nicht, dann bringt einer den „Arzt Gion" wieder und nimmt doch lieber einen Unterhaltungsroman. Aber manchmal haut mir einer auch auf die Schulter und sagt: Mensch, der Kolbenheyer, der „Paracelsus! Das ist ein Buch!! Oder jemand geht schnuppernd die Borte entlang und fragt: Haben Sie nicht noch was von dem Emil Strauß? ... * Ja, das ist hier ein kleines Land auf diesem großen Kontinent, und alle zwanzigtausend Deutsch- sprechenden sind kaum so viel wie in einer deutsche Kleinstadt an Menschen. Dabei wohnt der eine oben am Rio Apa und der andere am Alto Parana, und dritte auf dem Waldrücken der Cordillere, der vierte im grauen Staub des Chaco. Aber wo er auch sitzt, da breitet ihm Mechows „Vorsommer" eine frische, klare deutsche Felderlandschaft aus oder führt ihn Ricarda Huch durch die alten Städte. Und wenn jemand den langen Weg von Jndepen- bencia nach Villarrica reitet, durch Wald, in dem morgens die Affen schreien, über den großen Kamp, auf dem mittags die Hitze flimmert, was soll er in Staub und Einsamkeit beim Schritt des Pferdes denken? Soll er an die Baumwolle denken, ob die Heuschrecken dieses Jahr kommen, an Vieh und Plagen? Nein, es ist besser, vielleicht an Grimms Cornelius Friebott oder an den Hauptmann Erk- kert zu denken, und es ist manchmal ein großes Glück, sich eines Verses zu erinnern, eines Verses von Hölderlin vielleicht: An deinen Strömen ging ich und dachte ich, indes die Töne schüchtern die Nachtigall auf schwankender Weide sang und still auf dämmerndem Grunde die Welle roeilte ... Die Entdeckung des Biedermeiers. Jeder weiß, was mit Biedermeier gemeint ist, aber woher der Name stammt, hat viele und zum Teil höchst unwahrscheinliche Vermutungen veran- laßt. Eine neue Deutung finden wir im November- heft von Velhagen & Klasings Monatsheften. Hier erzählt der Heidelberger Literarhistoriker Rudolf K. Goldschmit-Jentner, wie der später berühmte Arzt Adolf Kußmaul die unwillkürlich humoristisch wirkenden und 1845 in Karlsruhe erschienenen Gedichte des Dorfschulmeisters Samuel Friedrich Sauter fand, Verse, die ihn und seinen Freund Eichrodt veranlaßten, eine Auswahl daraus zu veröffentlichen. Kußmaul und Eichrodt fügten selbsterfundene Gedichte im gleichen Ton hinzu und überlegten lange ein schlagkräftiges Pseudonym. Das Biedere, das Banale, das Unfreiwillig-Komische, das Ernsthaftgemeinte, das Alltägliche sollte in dem gemeinsamen „Dichternamen" zum Ausdruck kommen. Biederer Schmidt? Schmidt war ja ein Alltagsnamen. Biedermüller? Auch Müller hätte ja den Alltag betont. Aber da entmannen sie sich des Pseudonyms eines nicht weniger, aber bewußt humoristischen Dichters, des Schwaben Vischers. Der V-Vischer war ja als Schartenmayer ausgetreten, und rasch war in Analogie der Name Biedermeier erfunden. Und als Gedichte des Biedermeier wurden die Reimereien der drei, die unfreiwilligen des Samuel Friedrich Sauter und die freiwilligen des Adolf Kußmaul und Otto Eichrodt, erst in den „Fliegenden Blättern" itj den Jahren 1855 bis 1857, dann sogar in einem schmalen, netten Büchlein veröffentlicht. Das Pseudonym prägte sich rasch in Deutschland ein als Name für den behäbigen, geruhigen Menschen jener Zeit. Aber es dauerte fast dreißig Jahre, bis man die ganze Zeit der bürgerlichen Ruhe zwischen den Freiheitskriegen und der Revolution, also genau zwischen 1815 und 1848, mit einem eigenen Namen bezeichnete. Etwa Ende der achtziger Jähre des vorigen Jahrhunderts kam die besondere Bezeichnung für diese Zeit als Biedermeier auf, aber niemand außer einigen Fachgelehrten und Volkstumsforschern in Baden wußte mehr, wie der Name zustande gekommen war, und erst recht kannten die wenigsten den braven Dorfschullehrer Samuel Friedrich Sauter als Ahnherrn. docbfdiulnatbnditen Professor Dr. Erhard ist beauftragt worden, in der Naturwissenschaftlichen Fakultät der Universität München die Tiergeographie in Vorlesungen und Hebungen zu vertreten. Verstärkter Einsatz des Lrnährungshilfstverkes. Alle Gießener Hausfrauen geht es an! Zuspätkommende können nur nach den einzelnen Tänzen eingelassen werden. — Am Abend findet eine Wiederholung des großen Erfolges „Drei alte Schachteln", Operette von Walter Kollo, statt. Musikalische Leitung: Joachim Popelka, Spielleitung Karl-Ludwig Lindt. Einstudierung der Tänze und choreographische Leitung Ballettmeisterin Irmgard Zenner. Die Vorstellung beginnt um 19 Uhr, Ende 21.30 Uhr. Außer Miete! Montag, 1. November, Anfang 20 Uhr, Ende 22.15 Uhr. Theaterring der Hitler-Jugend. 2. Vorstellung „Uta von Naumburg", Schauspiel von Felix Dhünen. Kein freier Kartenverkauf. Dienstag, 2. November, Anfang 20 Uhr, Ende 23 Uhr. „Eine Nacht in Venedig , Operette von Johann Strauß. Musikalische Leitung: Joachim Popelka, Spielleitung Karl-Ludwig Lindt. Dienstag- Miete 6. Vorstellung. Mittwoch, 3. November, Anfang 19.30 Uhr, Ende 22.30 Uhr, „Eine Nacht in Venedig", Operette von Joh. Strauß. Musikalische Leitung Joachim Popelka. Spielleitung Karl-Ludwig Lindt. Mittwoch- Miete 6. Vorstellung. Donnerstag, 4. November, Anfang 20 Uhr, Ende 22 Uhr. Erstes Orchesterkonzert in Verbindung mit dem Konzertverein, „Richard-Wagner-Abend". Musikalische Leitung Paul Wolter; Solist Jean Stern vom Frankfurter Opernhaus. Außer Miete. Freitag, 5. November, Anfang 20 Uhr, Ende 22.30 Uhr. Uraufführung „Die kluge Närrin", Lustspiel von Lope de Vega, Spielleitung: Hermann Schultze-Griesheim. Freitag-Miete 7. Vorstellung. Samstag, 6. November, Anfang 20 Uhr, Ende 22.15 Uhr, KdF.-Miete, Gruppe I, 3. Vorstellung, „Uta von Naumburg", Schauspiel von F. Dhünen. Spielleitung Dr. Erich Schumacher. Freier Kartenverkauf zu Togespreisen. Sonntag, 7. November, Anfang 11.30 Uhr, Ende 12.45 Uhr, 4. Morgenveranstaltung, „Kammermusik von Johann Brahms", Musikalische Leitung: Heinz Martwardt. Platzmieter auf allen Plätzen 0,25 RM. — 19 bis 21.30 Uhr, „Drei alte Schachteln", Operette von Walter Kollo. Musikalische Leitung: Joachim Popelko, Spielleitung Karl-Ludwig Lindt. Außer Miete. Konzert des Gesangvereins „Heiterkeit" mit der Gießener Künstlerin Waltraud Schüttler. Man schreibt uns: Der Gesangverein „Heiterkeit", dessen erfolgreiches Singen im Reichssender Frankfurt vom 13. Juni noch in bester Erinnerung steht, veranstaltet unter Leitung von Musiklehrer Wilhelm Schöttler am Sonntag, 7. November, 16 Uhr, in der Neuen Aula der Ludwigs-Universität sein traditionelles Herbstkonzert. Es werden Chöre von Strater, Dürrner, Stürmer, Kämpf, Otto, Silcher, Plötzeneder und Trunk zum Vortrag gelangen, darunter solche, die in Sonderkonzerten des 12. Deutschen Sängerbundesfestes in Breslau von deutschen Spitzenvereinen gesungen wurden. Unsere heimische, aufstrebende junge Künstlerin Waltraud Schüttler, hervorgegangen aus ihres Vaters Diolinfchule, jetzt Meisterschülerin von Prof. Wilhelm Stroß (München), wird Mozarts v-äur-Konzert Nr. 4 und andere Stücke zum Vortrag bringen. Kapellmeister Joachim Popelka vom Stadttheater Gießen, dem ein guter Ruf als Pianist vorausgeht, hat die Begleitung am Flügel übernommen. „Vom Arwellpfad zur Reichsautobahn". Die zur Zeit im Alten Schloß gezeigte Ausstellung wird bis einschließlich Mittwoch, 3* Nov., verlängert. Es ist also Gelegenheit, daß auch noch die ausstehenden Gießener Schulen diese Schau besichtigen können. — Am morgigen Sonntag sind die Ausstellungsräume von 11 bis 13 und von 15 bis 17 Uhr geöffnet. Unbekannter Helfer! Wer im Laufe des Sommers an tinem Samstagoder Sonntagvormittag in das Gelände des Bergwerkes hinter der Bergschenke kam, hörte oft Hämmern und Klopfen, oder auch das Surren einer Kreissäge. Dem einsamen Spaziergänger wird der Sinn dieser emsigen Arbeit meist so fremd gewesen sein, wie ihm die fleißigen Männer und ihre Zugehörigkeit unbekannt gewesen sein werden. Meist ging er rätselratend und kopfschüttelnd weiter. Am morgigen Sonntag, 31. Oktober, lädt nun die Technische Nothilfe, Ortsgruppe XII/133 Gießen, Zu einer Besichtigung eines Teiles ihrer Sommerarbeit ein. Die ganze Bevölkerung aus Stadt und Land wird dazu erwartet. Nothelfer und der Jn- standsetzubgstrupp für den zivilen Luftschutz, dessen Ausbildung von der Technischen Nothilfe durchgeführt wird, haben zwei Behelfsbrücken für je fünf Tonnen Belastung errichtet und sich bei dieser Arbeit für ernstere Fälle das technische und handwerksmäßige Rüstzeug erarbeitet. Es sind allerdings keine vollständige Brücken, sondern nur je die Hälfte von solchen. Aber die Anlagen sind so fertiggestellt, daß sie in diesen Teilen vollständige Brücken mit Fahrbelag und Schutzgelände darstellen. Um Katastrophen, Notstände und sonstige Zerstörungen beseitigen zu können, genügt es nicht, viele Hände im Augenblick der Gefahr zur Verfügung zu haben, sondern erforderlich ist hierfür eine gut ausgebildete Truppe mit technischem Können und dem nötigen Handwerkszeug. Der Technischen Nothilfe sind u. a. im Dritten Reich diese Aufgaben zum Schutze der Heimat übertragen worden. Sie untersteht dem Reichsführer ff und Chef der deutschen Polizei, und sie stellt eine technische Hilfsorganisation der Polizei dar. Zur Lösung der ihr übertragenden Aufgaben sind in erster Linie Männer erforderlich, die den Willen haben, ihre Kraft und ihr Können für den Schutz der Heimat einzusetzen. Die Ausbildung in den technischen Hilfsmitteln erfordert sehr viel Zeit und Kleinarbeit. Der Aufbau oder das Hineinwachsen in die gestellten großen Aufgaben kann deshalb auch nur schrittweise vor sich gehen. Mit der Technik vertraute Männer der Arbeit werden deshalb besonders die Schlagkraft und die Einsatzbereitschaft der TN. gewährleisten. Ein Teilgebiet ihrer Fähigkeiten und ihres Kön- ncns ist der Bau von Behelfsbrücken. Die Besich- Der Anordnung des Reichsministers Göring folgend, ist in Gießen im Laufe dieses Sommers das Ernährungshilfswerk aufgebaut worden. Der Appell der Kreisamtsleitung der N S V., die mit der Durchführung dieses im Dier- jahresplan des deutschen Volkes so außerordentlich bedeutsamen Werkes beauftragt worden ist, hat bei den Gießener Hausfrauen stärkste Beachtung gefunden. Die Mehrzahl der Frauen hat es verstanden, worum es bei dem Ernährungshilfswerk geht und hat die zur Derfütterung aufgerufenen Küchenabfälle zur Verfügung gestellt. Das Aufkommen an diesen bisher nicht ausgewerteten Küchenrückständen beträgt zur Zeit in Gießen pro Tag rund 35 Zentner. Diese Menge hat bisher für die 100 eingelegten Schweine genügt. Da nunmehr in den nächsten Wochen der von der Stadt Gießen errichtete moderne Schweine- stall für das EHW. am „Unteren Hardt- h o f" in Betrieb genommen wird, ist mit einer bedeutend stärkeren Belegung dieses Schweinestalles zu rechnen. Der Stall ist eingerichtet für 2 00 Säue, und er muß voll ausgenutzt werden. Erforderlich ist dafür, daß das Aufkommen an Küchenabfällen noch ein bedeutend besseres.wird. Es gibt heute noch eine Anzahl Hausfrauen, die ihre Küchenabfälle dem EHW. nicht zukommen lassen, entweder, weil sie diese aus reiner Gedankenlosigkeit nach wie vor in den Mülleimer werfen, oder sie an irgendeinen Privaten, den sie manchmal noch nicht einmal dem Namen nach kennen und der in regelmäßigen Abständen an ihrer Tür vorspricht, abgeben. Wenn man beobachtet, daß bei der Entleerung der Müllwagen auf dem Abraumplah der Stadt Gießen heute noch an jedem Tag viele Zentner küchenabfätle, die das Ernährungshilfswerk fo dringend benötigt, in der Asche und im Schutt auftauchen, könnte man annehmen, daß es fast noch etwas Schlimmeres als Gleichgültigkeit ist, das die rückständigen Hausfrauen bei ihrem Tun beherrscht. Während unser Vaterland und alle Volksschichten sich bemühen, dem Vierjahresplan zum Siege zu verhelfen, schalten sich hier Hausfrauen, die, wenn man sie fragt, genau so gute Deutsche sein wollen wie jeder andere, bewußt oder unbewußt aus. Die Gesellschaft für Erd- und Völkerkunde nahm am Donnerstag mit ihrem ersten Vortragsabend in der Aula des Gymnasiums vor zahlreichen Zuhörern die Vortragstätigkeit für das Winterhalbjahr 1937/38 auf. Professor Dr. K l u t e begrüßte die Teilnehmer und gab dann einen gedrängten Ueberblick über die vorgesehene Vortragsreihe. Sodann sprach Dr. L. von Boxberger (Marburg) aus gründlicher eigener Anschauung über das Thema „Landschaft und Mensch in Spanien in ihren wechselseitigen Beziehunge n". Der Vortragende gab zunächst zu wissen, daß er nicht die Absicht habe, etwa politische Sensationen aufzutischen, sondern er wolle das Land schildern, wie es sich — abseits der großen Touristenwege — in feiner tatsächlichen Gestalt darbiete. Der Reisende gehe häufig genug mit einem festen Programm an Spanien heran, besuche die berühmten Stätten (Alhambra, Alkazar, Montserrat, die Städte Toledo, Sevilla, Barcelona, Madrid usw.) und wenn sie auch wohl sehenswert seien, so stellten diese hervorragenden Punkte doch nicht das Spanien dar, das uns als Kulturland aus mittelalterlicher Zeit vor Augen stehe. In der Großstadt könne man spanische Eigenart nicht kennen lernen. Charakteristisch sei die Landschaft abseits der großen Verkehrswege, charakteristisch sei allein der spanische Bauer. Spanien sei alles andere, denn romantisch. Es sei nicht das Land, in dem „die Myrthe still und hoch der Lorbeer steht", sei nicht die ideale Landschaft, der die deutsche Sehnsucht nach dem Süden gelte, sondern zu großen Teilen baumlose Steppe, Land der scharfen Gegensätze in vieler Hinsicht, Spanien fehle jene von uns so sehr geschätzte Harmonie von Architektur und Landschaft. In großen Teilen des Landes zeige die Landschaft häufig genug tragische Züge, erscheine tigung von zwei übungsmäßig erstellten Brücken auf dem Gelände der Technischen Nothilfe, Ortsgruppe Gießen, hinter der Bergschenke soll der Oeffentlichkeit zeigen, wie in stiller Arbeit deutsche Männer den Schutz der Heimat vorbereiten. Gießener Wochenmarktpreife. * Gießen, 30. Okt. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Deutsche feine Molkereibutter, % kg 1,57 Mark, feine Molkereibutter 1,52, Markenbutter 1,55 bis 1,60, Landbutter 1,42 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 5 bis 10, Eier, deutsche, Klasse S 13, Klasse A 12%, Kühlhauseier, Klasse A 11%, Klasse B 11, ausländische, Klasse B 11%, Wirsing, % kg 8 bis 12 Pf., 50 kg 7 bis 8 Mark, Weißkraut, % kg 6 Pf., 50 kg 4 bis 5 Mark, Rotkraut, % kg 7 bis 12 Pf., 50 kg 7 bis 9 Mark, gelbe Rüben, % kg 8 bis 9 Pf., Karotten 8 bis 12, rote Rüben 8 bis 10, Spinat 15 bis 20, Römischkohl 8 bis 10, Unterkohlrabi 6 bis 8, Erbsen 25 bis 30, Grünkohl 15, Rosenkohl 15 bis 25, Feldsalat, Vio 10, Tomaten, % kg 12 bis 15, Zwiebeln 6 bis 7, Meerrettich 30 bis 60, Schwarzwurzeln 25 bis 40, Kürbis 5 bis 6, Pilze 30 bis 45, Kartoffeln, % kg 4 Pf., Das muß anders werden! Der Einwand, daß es an zweckentsprechenden Gefäßen für die Aufnahme der Küchenabfälle fehle, kann nicht gelten. Selbst in dem kleinsten und bescheidensten Haushalt wird sich etwas wie ein Pappkarton oder ein Marmeladeeimer für diese Zwecke auftreiben lassen. Der andere Kreis der Hausfrauen, der an private Sammler feine Küchenabfälle Ob gibt, fowie die Sammler selbst mögen sich folgendes merken: Das Sammeln von Küchenabfällen ohne Bezahlung ist verboten für diejenigen, die das Futter zur gewerbsmäßigen Aufmästung von Schweinen benutzen, d. h. der kleine Volksgenosse, der lediglich für sich und feine Familie eine Sau fettmacht, darf in feinem Bekanntenkreis sammeln. Derjenige aber, der Säue fettmacht, um sie dann zu verkaufen, darf das Futter nicht unentgeltlich aus den Haushaltungen abholen. Die Hausfrauen mögen sich daher bei ihrem privaten Sammler danach erkundigen und mögen weiterhin dabei bedenken, daß sie der Allgemeinheit Mittel entziehen und sie einzelnen zukommen lassen, die sich damit privat bereichern. Auch das muß anders werden! Die Kreisamtsleitung der NSV., als die verantwortliche Stelle, wird in absehbarer Zeit eine Rundfrage bei sämtlichen Gießener Hausfrauen durchführen lasten, um festzustellen, ob jede Gießener Hausfrau ihre Küchenabfälle sammelt und an wen sie diese abführt. Der Wehrzahl unserer Gießener Hausfrauen wird es nicht bekannt fein, daß der lleberschuh aus dem Ernährungshilfswerk den sozialsten Verwendungszweck findet, den gerade eine deutsche Hausfrau und THuffer sich denken kann. Heber die Hohe dieser anfallenden Mittel kann sich jede Hausfrau ein Bild machen, wenn sie bedenkt, daß sie mit ihrer Hilfe in dem neu erstellten Gießener Stall des EHW. im Laufe eines Jahres 6 0 0 Säue bis zum Schlachtgewicht gemästet werden sollen, also alle vier Monate 200 neue Schweine. Die Wittel aber fliehen dem h i t f s w e r k „W utter und Kind" der NSV. zu. Es bedarf wohl keines Wortes mehr, um die Gießener Hausfrauen von nun an geschlossen als die stillen Mitarbeiter an diesem kleinen Teilabschnitt des Existenzkampfes unseres Volkes zu finden! dem Besucher fast feindselig und wer den Stätten mittelalterlicher Kultur aus jener Zeit, da Spanien weltbeherrschend wa.r, folgen wolle, müsse Expeditionen unternehmen, die an Schwierigkeiten nichts zu wünschen übrig ließen. Das Land sei nur zu einem Drittel landwirtschaftlich bestellt. In mühseliger Arbeit ringe der Bauer dem steinigen Boden das Notwendigste ab, weite Landstriche seien durch einen' beispiellosen Raubbau im Pflanzen- und Tierbestand hoffnungslos verwüstet, denn der Mensch habe dort die Landschaft immer nur als Ausbeutungsobjekt betrachtet. Oasen seien lediglich die Flußtäler, die, von einigen Küstenstrichen abgesehen, Lebensadern des Landes feien. In weiteren Darlegungen kam der Vortragende auf den spanischen Menschen zu sprechen, schilderte dessen soziale Lage und betonte, daß, wenn eine Wandlung im Lebensstandard des spanischen Bauern möglich werden solle, dies allein von einer Agrarreform her zu bewerkstelligen sei. Aufschlußreich war es zu hören, wie der Redner den spanischen Menschen in seinen Charaktereigenschaften darstellte. Er schilderte den spanischen Bauern als starrsinnig und leidenschaftlich, als taktvoll und liebenswürdig, als gastlich, unsagbar bedürfnislos, von Haltung und innerer Würde, schließlich aber auch als Mensch von fatalistischer Geisteshaltung und geborenem Zweifler. In feinen abschließenden Betrachtungen gab der Redner noch einen Ueberblick über den Hausstil in Spanien und zeigte hier grundsätzlich Unterschiede auf, wie sie in den verschiedensten Teilen des Landes immer wieder in Erscheinung treten. Zahlreiche Lichtbilder veranschaulichten das gesprochene Wort und rundeten das Bild van einem umstrittenen Lande. Dankbarer Beifall belhnte den Redner. 5 kg 40 Pf., 50 kg 1. Sorte 3,45, 2. Sorte 3,25, 3. Sorte 3 Mark, Aepfel, % kg 10 bis 18 Pf., Ausleseobst 18 bis 25 Pf., 50 kg 10 bis 25 Mark, Birnen, % kg 8 bis 18 Pf., Nüsse 30 bis 50 Pf., Hähne 1 bis 1,10 Mark, Suppenhühner 80 bis 90 Pf., Gänse 90 Pf. bis 1 Mark, Enten 1 bis 1,20 Mark, Tauben, das Stück 50 bis 60 Pf., Blumenkohl 10 bis 50, Salat 9 bis 12, Endivien 9 bis 12, Oberkohlrabi 5 bis 8, Lauch 5 bis 8, Sellerie 10 bis 30, Rettich 5 bis 10, Radieschen, das Bündel 8 bis 10 Pf. ♦ ** ©ienft Jubiläen. Dieser Tage waren es 25 Jahre, daß die Gefolgschaftsmitglieder bei der Landes-Heil- und Pflegeanstalt Gießen Oberpflegerin Frl. Elise Schneucker und Pfleger Peter Ludwig in den Dienst traten. Der Betriebssichrer Direktor Schneider beglückwünschte die Jubilare zu ihrem Ehrentage namens der ganzen Gefolgschaft und sprach ihnen Dank und Anerkennung aus für ihre treue und tadellose Dienstzeit. ** Meisterprüfung beftanben. Optiker Biedenkopf, Seltersweg 69, legte vor der staatlichen Optiker-Hochschule in Jena die Meisterprüfung im Augenoptikerhandwerk mit Erfolg ab. ** Abschied eines verdienten Beam» ten von Gießen. Oberarzt Medizinalrat Dr S c r i b a verließ die Landes-Heil- und Pflege-' anftalt Gießen, an der er mehr als 23 Jahre gern irEt hatte, um die ihm übertragene Stelle des Direktors der Landes-Heil- und Pflegeanstalt „Phi, lippshofpital" bei Goddelau anzutreten. Er gab nur ungern den ihm liebgewordenen Wirkungskreis und feinen Wohnsitz in Gießen auf, das ihm zur Heimat geworden war. Auch die Gefolgschaft der Anstalt bedauerte seinen Weggang sehr, dankte ihm herzlich für sein segensreiches ärztliches Wirken, seine aufopfernde und kameradschaftliche Zusammenarbeit mit der Gefolgschaft und Förderung der Gemeinschaft und brachte ihm mit den besten Wünschen einen Abschiedsgruß dar. ** In den Ruhe st and getreten. Nach Er- reichuna der Altersgrenze ist gestern der Sekretär Karl August Spitz aus den Diensten der Allgern. Ortskrankenkasse für den Stadt- und Landkreis Gießen ausgeschieden. Aus diesem Anlaß fand im Dienstraum eine würdige Feier statt, bei der ihsii von feiten feiner Vorgesetzten und Kameraden wertvolle Geschenke überreicht wurden. In feiner Ansprache würdigte der Leiter der Kasse, Direktor Geiger, die Verdienste des seit 40 Jahren in der Sozialversicherung tätigen Jubilars und schilderte ihn als pflichttreuen und vorbildlichen Beamten. ** Der Haushaltungsnachweis für Fe11bezug ist Gegenstand einer Bekanntmachung des Oberbürgermeisters unserer Stadt. Das Merkblatt enthält alle Einzelheiten, die den Fettbezug betreffen. ** Sei dem Experimentalkünstler Bellani. Am Donnerstagabend hatte sich eine stattliche Zuschauermenge im Cafs Leib eingefunden, um sich die Experimente und Zauberkünste Bellanis anzusehen. Einführend gab der Künstler einige Erläuterungen über das, was man unter Zauberei und unter Magie versteht. Dann begann er den Reigen seiner oft verblüffend wirkenden Darbietungen mit den verschiedensten Kartenkunststücken. Nach dieser Einführung ging Bellani zu telepathischen Experimenten über und erklärte auch hier die verschiedenen Vorgänge, die teils durch gegenseitigen Kontakt, teils durch Einstellung von Positiv zu Negativ hervorgerufen werden. Mit Leichtigkeit führte der Künstler geheim geschriebene Befehle aus und erriet ebenfalls geheim geschriebene Fragen, die er auch beantwortete. An einem Massenexperiment zeigte Bellani dann auf der Bühne, wie rätselhafte Seelenkräfte wirken können. Die Personen aus dem Publikum, die diesen Massenversuch mitmachten, erlebten eine „Luftfahrt", „dirigierten" ein Orchester, oder beschäftigten sich sehr auffallend mit irgendeinem „gedachten" Gegenstand. Dieser erste Teil der Darbietungen fand bereits starken Beifall und auch die Lach- muskeln kamen auf ihre Rechnung. Nach einer Pause begann der humoristische Zauberkunstteil. Eine Menge „Eier" wurden gelegt, Geld kam in Hülle und Fülle aus der Luft, Gegenstände verschwanden, und aus leeren Kasten und Rollen wurden die verschiedensten Gegenstände, wie Weckeruhren usw. hervorgezaubert. Am Schlüsse feiner Spielfolge zauberte der Künstler noch Blumensträuße und Pflanzen um sich. Reicher Beifall belohnte Bellani. Zwei Stunden Staunen und Lachen waren im Nu verflogen. Schöffengericht Gießen. Wegen Betruges stand der W. Z. aus Bad- Nauheim vor dem Schöffengericht. Der Angeklagte, der in denkbar schlechten Verhältnissen lebt, hatte sich in bett' Jahren 1936/37 eine Unmenge Vermögensdelikte, allerdings immer über kleinere Beträge, zuschulden kommen lassen. Er erhielt von einem Gastwirt in Bad-Nauheim einen Betrag von 11,50 RM. ausgehändigt, mit dem er die Fernsprechgebühren des Zeugen beim Postamt entrichten sollte. Diesen Betrag führte er jedoch nicht ab, sondern steckte ihn in seine Tasche. Sodann machte er in mehreren Wirtschaften Zechschulden von insgesamt etwa 25 RM., obwohl ihm genau bekannt war, daß er zur Zahlung außerstande war. Weiter pumpte er mehrere Personen um kleinere Beträge an, indem er behauptete, er sei gerade in Geldverlegenheit, bekäme jedoch bald einen größeren Betrag ausgehändigt und werde das Geld in ein paar Tagen zurückechatten. Die Zeugen warten heute noch auf das Geld. Ferner versprach er einem Bauer, ihm einen Zentner Hafer zu besorgen, und er ließ sich hierfür 11 RM. geben. Er besorgte dem Bauer auch einen halben Zentner, den er aber aus den Vorräten eines Kohlenhändlers, bei dem er gerade aushilfsweise beschäftigt war, entwendete. Weitere 50 Pfund hatte er schon beiseite geschafft. Durch seine vorzeitige Entlassung war es ihm dann nicht mehr möglich, diese ebenfalls zu entwenden. Die 11 RM. steckte er wiederum ein. Er scheute sich auch nicht, den Bauer nochmals aufzusuchen, und ihn zur Hergabe weiterer 5,50 RM. zu veranlassen, da er ihm angeblich noch 50 Pfund Hafer liefern könne. Dieser Betrag wanderte ebenfalls in seine Tasche. Während feiner Tätigkeit in der Kohlenhandlung hatte er einer Familie Kohlen im Werte von 5,50 RM. zu bringen. Er lieferte die Kohlen auch ab und vereinnahmte den Betrag, über den er eine Quittung ausstellte. Die Gegenquittung, die der Kunde auszustellen hatte, unterzeichnete er mit dessen Namen und steckte das Geld ein. Eine Reihe weiterer kleiner Fälle konnte nicht restlos aufgeklärt werden, so daß Freispruch erfolgte. Im übrigen war der Angeklagte in der Hauptsache geständig und behauptete, in wirtschaftlicher Notlage gehandelt zu haben. Da es dem Anklagten tatsächlich schlecht geht und auch seine Fa- milienverhältnisse nicht gerade die besten sind, sowie mit Rücksicht auf fein Geständnis und seine bisherige Unvarbestraftheit billigte ihm das Gericht mildernde Umstände zu und erkannte wegen siebenfachen Betruges, zweifacher Unterschlagung, davon eine in Tateinheit mit schwerer Urkundenfälschung, sowie Diebstahls in einem Falle auf eine Oe« famtftrafe von vier Monaten und drei Wochen Gefängnis, wovon vier Mo- nate durch die Untersuchungshaft als verbüßt gelten. Gesellschaft für Erd- und Völkerkunde. Erster Vortragsabend des Winterhalbjahres 1937/38. wenn, man erst einmal ein kleines Banksparkonto hat, macht das Sparen direkt Spaß! Auf der Bank ist das Geld in sicherer Verwahrung und bringt Zinsen. Der Kleinsparer wird genau so zuvorkommend behandelt wie der, der seiner Bank ein großes Vermögen anvertraut. Als Inhaber eines Banksparkontos hast Du alle Vorteile, die Dir Bank und Bankier bieten können: Sie beraten Dich in allen Geldangelegenheiten und helfen Dir in allen Wirtschaftsfragen. Vertrau Deiner Bank und Deinem Bankier! DIE BANK IST Das private Bankgewerbe KREDITBANKEN • PBIVATBANKIÜBS HYPOTHEKENBANKEN Aus der engeren Heimat für des | in reicher Auswahl | MÄHTE von Ruf 2145/2146 7115 A 7064 V GUMMI - o 'STRÜMPFI DEUTSCHE MÖBEL UlflGENER&SCHLOTEL ge- des Isoliermillel H.GIatlhaar&Sohn Frankfurt. Str.19 Mühlstraße 18 Tel. 3144/3145 J. B. Häuser Gieben, am Oswaldsgarten ^4.Gau-Gän6ertag in Buhbach = Butzbach, 27. Okt. In diesen lagen wurde hier der Sängertag des Gaues XII (Hessen-Darmstadt) abgehalten. Bereits am Samstagabend waren der gesamte Vorstand und sehr viele Sänger aus allen Teilen Hessens anwesend, um an dem großen Kameradschaftsabend im Saale des „Deutschen Hauses" teilzunehmen. An diesem Abend sprachen: der Kreisführer Breidenbach (Hoch-Weisel), der Provinzführer Wendler (Bad-Nauheim) und der Vertreter des Gauführers, Schulrat Born (Darmstadt). Anwesend war der Gauchormeister Prof. Temesvary (Gießen). Zur Unterhaltung trugen der hiesige Gesangverein, der Gemischte Chor von Griedel durch zahlreiche Chöre, der Turn- und Sportverein durch schöne Volkstänze und der Heimatdichter Gg. Heß (Leihgestern) durch seine humorvollen Mundartgedichte und Erzählungen bei. Kameradschaftsgeist und ein Tänzchen hielt die Anwesenden viele Stunden beisammen. Der eigentliche Sängertag wurde am Sonntag im großen Saale des „Hessischen Hofes gehalten. Einen umfassenden Rückblick auf das verflossene Jahr gab der Stellvertreter des Gauführers, Schulrat Born. U. a. gedachte er auch der über 200 verstorbenen Sangesbrüder des Gaues. Inzwischen war Ministerialrat Ringshausen, der Gauführer, eingetroffen, der von dem Ortsgruppenleiter und Bürgermeister Dr. Mörschel herzlich begrüßt wurde. Sofort ergriff der Gauführer das Wort zu einer tiefschürfenden Ansprache. Dann folgte ein Vortrag: „Die Bedeutung der Sängerfeste für die Erziehung des Nachwuchses", gehalten von Schulrat Born (Darmstadt). Anschließend gab Gauschatzmeister Brück- m a n n (Offenbach) den Kassenbericht bekannt. Den Geschäftsbericht erstattete der Geschäftsführer Wilke (Darmstadt). Aus dem Bericht war zu ersehen, daß der gesamte Gau aus 27 Kreisen mit 1080 Vereinen besteht. In ihnen wirken 35 000 Sänger und 1000 Sängerinnen. Am Deutschen Sängerfest in Breslau nahmen über 1700 Sänger teil. Nach Bekanntgabe weiterer Mitteilungen erfolgte die Neuwahl des Gauführers, die wieder auf den seitherigen bewährten Gauführer, Ministerialrat R i n g s h a u - f e n, fiel. Der nächste Gausängertag wird im Jahre 1938 in Gießen abgehalten werden. Mit einer kurzen Ansprache fand der Gausängertag seinen Abschluß. Am Nachmittage vereinigten sich nochmals alle Sänger und zogen mit Musik auf den festlich geschmückten, historischen Marktplatz, wo eine Kundgebung stattfand. Ministerialrat Rings- Hausen sprach vom Balkon des Rathauses. Die Sänger trugen einige Massenchöre unter Leitung von Kreischormeister Hachenberger (Friedberg) vor. Darauf wurde der 14. Gausängertag geschlossen. Und jeder Käufer ist mit solch einem guten und praktischen Ofen von Häuser restlos zufrieden. Er bietet aber auch wirklich alle erdenklichen Vorteile: ist nicht teuer, braucht wenig Kohlen, läßt sich gut sauber halten und leicht bedienen. Formschöne und neue Modelle möchten von Ihnen besichtigt werden. Kommen Sie bitte zu Häuser am Oswaldsgarten und lassen Sie sich unverbindlich vom Fachmann beraten. Spritzenhaus untergebracht war, hat nun in einem Anbau am neuen Schulhause in der Wilhelmstraße ihre endgültige Unterkunft gefunden. — Das G e - meindehaus auf dem Anger wird gegenwärtig abgebrochen. Die Straße wurde an dieser Stelle sehr stark beengt, daß sie kaum als Einbahnstraße zu benutzen gewesen wäre. Der auch in diesem Teil des Dorfes immer stärker werdende Durchgangsverkehr erforderte zur Vermeidung von Unfällen den Abbruch dieses Hauses. — Die von den Mitgliedern des VDA. durchgeführteW e r - bung hatte einen guten Erfolg. Die Mitgliederzahl der hiesigen Ortsgruppe stieg von 22 auf 65 an. Dazu kommen noch 21 hier wohnende, aber einer auswärtigen Ortsgruppe zugehörige Personen, die bereits dem VDA. angehörten. * B e u e r n, 29. Okt. Der Landwirt Georg Nachtigall feierte als zweitältester Einwohner am heutigen Freitag, 29. Oktober, seinen 8 5. Geburts- t a g. Seine Ehefrau wird am 31. Oktober ihren 81. Geburtstag begehen. < Reiskirchen, 29. Okt. Die ältesten Männer und Frauen unseres Ortes erlebten durch die Firma H. E. B e u l (Omnibus-Reisedienst, Rehe im Westerwald) eine große Freude. Diesem Omnibusunternehmer gegenüber hatten sich zwei über 80 Jahre alte Männer geäußert, daß es ihnen wohl nicht mehr vergönnt sein werde, einmal auf der Reichsautobahn zu fahren. Herr Beul erbot sich, ihnen das Vergnügen zu machen, und forderte sie auf, 38 der alte ft en Bewohner von Reiskirchen zu einer kostenfreien Fahrt über d i e Reichsautobahn st recke Steinbach — Bad-Nauheim und zurück einzuladen. Am Morgen nach dieser Verabredung waren aber 50 Männer und F rau e n im Alter von über 60 Jahren zur Stelle. Zunächst wurde die Fahrt mit den Aeltesten angetreten, für die übrigen wurde dann am Tage darauf eine gleiche Fahrt durchgeführt. Die Fahrten wurden allen Teilnehmern zu einem schönen Erlebnis. Den Fahrtteilnehmern wurde durch einen begleitenden Baubeamten alles Wissenswerte über die' Reichsautobahn gesagt. Auf dem Rückwege wurde noch das Arbeiterlager Gro- ßen-Buseck besichtigt. Die alten Leute waren voll Bewunderung über die schönen Einrichtungen und die peinliche Sauberkeit. Nach einer Erfrischung wurde die Heimfahrt angetreten. Der Ausflug bereitete den alten Leuten so viel Freude, daß während der Fahrt manches schöne alte Volkslied gesungen wurde. Lich, 29. Okt. Der Bahnhofsplatz am Bahnhof der Reichsbahn soll ein neues Gesicht be- Urquell« KarlEgner med.i ""v Fachgeschäft Frankf, Str. 9 Zu allen Krankenkassen zugelassen Reichssatzes zu erheben. Kreis Biedenkopf. § Nieder-Weidbach, 29. Okt. Gestern gen 16 Uhr brach im F u t t e r s ch u p p e n „Kalter Markt" in Homberg. —.— Homberg, 29. Oktober. Der diesjährige „Kalte Markt" stand im Zeichen des schönsten Herbstwetters. Infolgedessen war der Markt sehr gut besucht, und schon beim Schweinemarkt am frühen Morgen herrschte lebhafter Betrieb. Der Homberger „Kalte Markt" hat erneut seine Anziehungskraft bewiesen. Die große Zahl der Stände auf dem Marktplatz sowie in der Ober- und Untergasse mit ihren verschiedenen Waren machten es den Besuchern nicht leicht, die rechte Wahl zu treffen. Viele Stände zeigten Kleidungsstücke, Artikel des täglichen Bedarfs, Lederwaren, Geschirre, Schneidwerkzeuge, Schmuck- gegenstände, Genußmittel und vieles andere mehr. Mit vielen Päckchen und Paketen beladen, kehrte die Landbevölkerung heim. In den Gasthäusern herrschte Hochbetrieb. In der Stadthalle und im „Frankfurter Hof" gab es Tanzmusik. Auf dem freien Platz vor der Stadthalle standen Karussell, Schiffsschaukel und Schießbuden, die reichlich Kundschaft hatten. Landkreis Gießen. -- Steinbach, 29. Okt. Unser Dorf steht seit der Eröffnung der Reichsautobahn im Zei- Der Weg ist jetzt auch bei schlechtem Wetter gut passierbar. — Unsere Gemeinde ist bemüht, ihre Feuerlöschverhältnisse zu verbessern. Nachdem im Kleebach eine Bachstaue errichtet worden ist, um im Brandfalle neben der Gemeindewasserleitung zusätzliches Löschwasser zur Verfügung zu haben, hat sich die Gemeinde jetzt entschlossen, auch ein neues Feuerwehrgerätehaus zu bauen. Der Bau soll im nächsten Rechnungsjahr ausgeführt werden, da die Gemeinde jetzt noch nicht über die erforderlichen Mittel verfügt Eine Rücklage ist bereits angesammelt. Darüber hinaus erwartet die Gemeinde von der Nassauischen Brandversicherungsanstalt in Wiesbaden eine Beihilfe. — Der Bürgermeister hat nach Beratung mit den Gemeinderäten beschlossen, die Bürger st euer das Kalenderjahr 1938 in Höhe von 200 v. H. HANDELSMARKE Unsere große Sonder-Abteilung für Deutsche WK~Möbel ist eine Sehenswürdigkeit für alle Freunde zeitgemäßer Wohngestaltung. WK-Möbel sind mustergültig in Form und Arbeit, seit über 20 Jahren bewährt. 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Die Ursache des Brandes konnte noch nicht endgültig festgestellt werden, es besteht jedoch die Wahrscheinlichkeit, daß Kinder am Ausbruch des Brandes schuld tragen. Rundfunkprogramm Sonntag, 31. Oktober. 6 Uhr: Hafenkonzert. 8.10: Gymnastik. 8.30: Deutsche Scholle. 8.45: Orgelmusik. 9: Christliche Morgenfeier. 9.45: Deutsche Ethik. 10: Nur wer mit ganzer Seele wirkt, irrt nie! 10.30: Chorgesang. 12: Musik am Mittag. 14: Für unsere Kinder. 14.30: Berufe — nach Noten! 15.30: Deutsche Scholle. 16: Nachmittagskonzert. 18: Ohrenschmaus. Heitere Szenen. 19: Nachrichten. 19.10: Tanzmusik. 19.40: Sportspiegel des Sonntags. 19.45: Europameisterschaften im Freistil-Ringen. 20: Liebe ist Seligkeit. Großes Konzert. 22: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). 22.15: Sportbericht. Montag, 1. November. 6 Uhr: Morgenspruch, Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Musik am Morgen. 10: Schulfunk. 10.30: Hausfrau hör zu! 11.40: Deutsche Scholle. 12: Schloß ko nzert. 13: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). 13.15: Schloßkonzert. 14: Nachrichten. 14.10: Serenaden — Ständchen — Walzer. 15: Volk und Wirtschaft. 15.15: Für unsere Kinder. 16: Musik für jeden soll es sein, sie klingt vom Deutschen Eck am Rhein. 18: Zeitgeschehen im Funk. 19: Nachrichten. 19.15: Stuttgart spielt auf. Heitere Feierabendmusik. 20.15: „Wir bringen als Erstes..." Das Kabarett für alle. 21.15: Orchesterkonzert. Werke von Max Trapp. Dienstag, 2. November. 6 Uhr: Morgenlied, Morgenspruch, Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik 8.30: Musik am Morgen. 10: Schulfunk: Kreuz oder Grenze. Hörspiel. 10.45: Sportfunk für die Jugend 11.40: Deutsche Scholle. 12: Mittagskonzert. 13t Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). 13.15: Mittagskonzert. 14: Nachrichten. 14.10: Dem Opernfreund. 15: Volk und Wirtschaft. 15.15: Für die Frau. 16: Nachmittagskonzert. 18: Zeitgeschehen im Funk. 19: Nachrichten. 19.10: Orchesterkonzert. 21.15: Klänge der Heimat. „Der Rheingau". 22: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). 22.30: Unterhaltung und Tanz. 24 bis 1: Nachtmusik. kommen. Die Bretterwand nach den Wirtschafts-' gebäuden wird fallen, ebenso auch der an der Bahnhofstraße stehende Stall. Der Platz soll sauberes Pflaster erhalten, eine Grünanlage wird Bahnhofstraße und Zufuhrstraße zum Bahnhof trennen. ch L i ch , 29. Okt. Nachdem im großen Albacher See Fischzug gehalten ist, konnte das Wald- schwimmbad gesäu bert werden. Zu den beiden Nichtschwimmerbecken wurde ein drittes längs der Gießener Straße angelegt mit einer Tiefe von 1,40 Meter, so daß heute die ganze Nordfront bis zum Laufsteg den Nichtschwimmern zur Verfügung steht. Ferner wurden Äusschachtungsarbeiten vorgenommen für den Sprungturm, der im kommenden Jahr erbaut werden soll. — Schoy seit Wochen bietet sich den Besuchern des Wald sch w i mm- b a d e s ein seltenes, fast täglich zu beobachtendes Bild. Auf den großen Pfosten im Teich steht oft stundenlang ein Fischreiher, um der Jagd auf Fische nachzugehen. Nur ungern verläßt er seinen Platz, wenn er durch beobachtende Menschen gestört wird, um sich wenige Meter weiter wieder niederzulassen. chen des ft arten Autoverkehrs. Sonntags ist der Verkehr besonders lebhaft. Da sich im Dorfe eine scharfe Kurve befindet und jetzt im Herbst besonders ber Fuhrwerksverkehr der Bauern ebenfalls stark ist, so ist der Verkehr zu manchen Stunden direkt großstädtisch zu nennen. Zu einem glücklicherweise noch gut abgelaufenen Unfall kam es am Montag. Ein mit Brettern beladener Lastkraftwagen mit Anhänger, der oben auf den Brettern eine Anzahl Karren verladen hatte, muß wohl die Kurve zu scharf und rasch genommen haben. Die Karren und ein Teil der Ladung flogen mit fürchterlichem Krachen herunter. Nur dem Umstand, daß zufällig keine Personen auf der Gegenseite der Straße waren, ist es zu verdanken, daß niemand zu Schaden kam. Kurz vorher hatten. Kinder auf dem Wege zur Kinderschule die Stelle passiert. # M a inzlar, 29. Okt. Eine Anzahl hiesiger Bauern hat sich große Futtersilos hergerichtet. Gegenwärtig werden in den einzelnen Höfen Kartoffeln eingedämpft. wg. Großen-Buseck, 27. Okt. Dieser Tage fand eine Luftschutzübung statt. Diese Hebung bildete den Abschluß eines Luftschutzlehrganges. Der Leiter des Lehrganges und der Hebung Mitter- meyer (Staufenberg), gab die nötigen Erläuterungen. — Die im Laufe des vorigen Jahres beschaffte Motorspritze, die nur notdürftig im /l/M/ir Kreis Alsfeld. —.— Haarhausen, 28. Oktober. Im Jahre 1935 wurde unsere Gemarkung bereinigt. Diese Arbeit ist nun abgeschlossen. Dieser Tage weilte Kulturrat Reich hier, um die Zuteilung von Siedlungsland vorzunehmen. Verschiedene Erbhöfe wurden bei der Feldbereinigung gegründet. Die Zuteilung des neuen Grundbesitzes ist allenthalben zur Zufriedenheit der Beteiligten ausgefallen. Kreis Wehlar. <£ Wißmar, 29. Okt. In unserer Gemeinde sind in jüngster Zeit zahlreiche Kartoffelsilos erbaut worden. Gegenwärtig sind die Silobesitzer damit beschäftigt, durch den Dreschmaschinenbesitzer Karl Winter, der auch Einrichtungen für die Dämpfung besitzt, Kartoffel in großen Mengen eindämpfen zu lasten. 4 R o d h e i m, 29. Okt. Gestern abend sprach hier im Saale von Bender Kreisleiter Haus (Wetzlar) in einer von den Gliederungen der Partei und der Bevölkerung gutbesuchten Versammlung. Nach der Begrüßungsansprache des Stützpunktleiters erläuterte Kreisleiter Haus die Zwecke und Ziele der verschiedenen Organisationen der Partei und des Staates. Insbesondere forderte er auf, im Rahmen des Reichsnährstandes alle Kraft für Deutschlands Nahrungsfreiheit einzusetzen. Nachdem er noch über außenpolitische Fragen gesprochen hatte, fand die Versammlung mit dem Gedenken an den Führer ihren Abschluß. Q] Dutenhofen, 29. Okt. Die hiesige Kriegerkameradschaft veranstaltete an den vergangenen Sonntagen ein Pflichtschießen und ein Schießen um die Ehrennadel des Kyfshäuser- bundes. Mehrere Kameraden konnten für ihre Leistungen mit dem Ehrenzeichen bedacht werden, und zwar die Kameraden H. Gengnagel, W. Loh, A. Weber und A. Knorz. Das Schießen wird fortgesetzt. _ ch Dutenhofen, 29. Okt. Dieser Tage wurde in der Gastwirtschaft „Zum Adler" durch den K a - ninchenzuchtverein eine sehenswerte Aus- st e l l u n g gezeigt. Die Schau brachte 87 Tiere aller Rassen, darunter viel anerkannt gutes Zuchtmaterial. Die schönsten und besten Tiere wurden mit Preisen ausgezeichnet. Die Ausstellung diente insbesondere dem Zweck, lebhaftere Kaninchenzucht in unserem Orte anzuregen. Die Ausstellung war gut besucht. Der hiesige Kaninchenzuchtverein kann auf den Erfolg stolz fein, für seine Arbeit verdient er alle Anerkennung. Die Ausstellung fand mit einem kameradschaftlichen Beisammensein der Züchte^ und ihrer Angehörigen ihren Abschluß. > Dornholzhausen, 29. Okt. Der Verbindungsweg zwischen der Provinzialstraße Wetzlar—Butzbach und unserem Orte, der sog. „G e - me'indeweg", der sich teilweise in sehr schlechtem Zustande befand, ist durch den Kreis auf eine größere St recke instand gesetzt worden. oloolotf größten Leistung * Gießener Geschäfte von Ruf und Klang werben um Ihr Vertrauen J.B.HÄUSER Gießen, am Oswaldsgarten, Fernruf 2145/2146 u Gegründet 1790 Das Einkaufshaus für Löwen-Pro sSpni MODISCHE NEUHEITEN Webrafixol, das unübertroffene Reinigungsmittel für Fußböden und Möbel Parfümerien Drogen Foto Kleider- und Seidenstoffe Garnituren, Schals, Knöpfe Strümpfe, Handschuhe Korseletts, Trikotagen Strickwaren, Babywäsche Leib-,Tisch- u. Bettwäsche Herren-Artikel, Gardinen Bucher bei Seit 1897 die Fachdrogerie für Sie Löwen-Drogerie W. Kilbinger Nacht. 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M 4J VC OVl vv- ffV ö---U Aandine setzt sich durch (Nachdruck verboten.) 12. Fortsetzung. dich eine für wie Und die ich ran- Sie hatte da ihre eigenen Gedanken und hatte sie für die Tochter sogar schon in die Tat. umgesetzt, llnä sie wußte nun nicht: „Wie sag ich's meinem Und nach dem Appell ging es an den Uebungs- betrieb! An jene Schulung, die in kurzer Zeit aus Jünglingen Kerle macht! Zuerst galt es, über Stock und Stein hinweg, den 12-Meter-Zögling den steilen Hang bis dicht unterhalb der altersgrauen Mauern und Bastionen der Amöneburg an den schmalen Startplatz zu bringen. Ungewöhnlich genug der Anblick des eleganten Segelflugzeuges, jenes geftalt- gewordenen Ausdrucks modernen sportlichen Geistes, im Schatten der Jahrhunderte alten Mauern, der Zeugen deutscher Geschichte. Von der nahen Kirche läuteten die Glocken herüber. Wie vom Winde verweht klangen aus dem Kirchenschiff Choralklänge herüber. Inzwischen hatten die Hitler-Jungen das lange Gummiseil ausgelegt, einer der Kameraden kletterte in den kleinen Rumpf des verkleideten Zöglings, ließ sich festschnallen, setzte sich den Sturzhelm auf und sah noch einmal nach dem Windsack, während die jungen Kameraden am Gummiseil der Kommandos zum Start harrten. Drei andere Kameraden hatten sich des Schwanzendes des Zöglings bemächtigt und hielten eisern fest, als am Hang au das Kommando „Ausziehen!" und „Laufen!' das Gummiseil gespannt wurde. Und mit dem Kommando „Los!" ließen die Helfer am Schwanzende los, und das Flugzeug schoß in sein Element. Die Drähte der Verspannung sirrten im Wind, und dann lag das Flugzeug ruhig und waagrecht in der Luft, hoch über dem Tal, die weißen Tragflächen glänzten im Licht der Morgensonne wie Silber. Der Segelflieger nahm Kurs den Hang entlang nach der Wenigenburg zu, gewann im Aufwind etwas an Höhe, kurvte dann am Ende des Hanges und kam zurück zur Amöneburg. Begeisterte Augen der Kameraden folgten dem Flug. Begeisterte, aber Jtaman von Hans-Joachim Zreiherrn von Reihenstein Copyright by Carl Duncker herrlichen Morgensonnenschein und eine frische Brise von West (wie sie die Segelflieger auf Amöneburg haben müssen), bann ist man rasch begeistert und mit ganzem Herzen bei der großen Sache. So war es auch am vergangenen Sonntag! Da fuhr der Wind ungestüm gegen die Bergkuppe, und der Windsack zeigte steif nach Ost. Die Sonne brachte die Landschaft in den Glanz herbstlicher Farben von goldgelb bis dunkel- und braunrot. Der Wind versuchte immer wieder, die vor die Halle gebrachten Flugzeuge anzuheben oder gar zu entführen, so daß an jedem Segelflugzeug ein Mann Wache stehen mußte. Die leichten Vögel wurden am Sonntag einer eingehenden Besichtigung unterzogen und zu diesem Zweck vor die Halle gebracht. Gleichzeitig hielten die Segelflieger einen Appell ab, der erkennen ließ, daß es den Segelfliegern neben ihrer vorauszusetzenden inneren Haltung auch an der äußeren Disziplin nicht gebricht. * Während der Massage ging sie von verschiedenen Richtungen her auf den strategischen Punkt los, ohne doch ganz bis dahin zu gelangen. .Schön bist du instand, meine Puppe! Rervenpunkte tun nicht mehr weh, wenn ermüdliche Kerle braucht man hier, die nicht gleich die Flinte ins Korn werfen, wenn sie einige Sonntage hintereinander nicht an den Steuerknüppel kommen. * Es ist ein schönes Erlebnis, dabei zu sein, mit hinaufzusteigen, unter den nicht immer günstigen Witterungsaussichten dieses Herbstes, wenn es z. B. in Kirchhain noch stark nach Regen aussieht und man nicht weiß, ob das Geld nicht unnütz auf der Eisenbahn verfahren wurde. Wenn sich aber schließlich doch die Sonne durchkämpft und die Unternehmungslust belohnt wird durch dine in die Lambertzsche Klinik, um sich ordentlich zu verabschieden. Sie wollte auch Schwester Margarete oder Professor Lambertz um ein Zeugnis bitten, da es nun endgültig entschieden war, daß sie nicht in die Klinik zurückgehen würde. Als Doktor Schrader hörte, daß Blandine im Haus sei, kam er sofort, um sie zu begrüßen. Er sprach ihr sein Bedauern über ihre Krankheit aus und freute sich aufrichtig, sie wieder wohl zu sehen. Bei sich konstatierte er, daß sie wieder besonders frisch, sauber und hübsch aussähe. Blandine erzählte, wie rührend ihre Mutter sie gepflegt und wieder aufgepäppelt hätte. Und konstatierte ihrerseits, daß sie mit Doktor Schrader am unbefangensten hier an der Stätte gemeinsamer Arbeit sprechen konnte. „Kommen Sie wieder zu uns?" „Nein, leider nicht." Das war ehrlich gemeint in diesem Augenblick. „Meine Mutter möchte es nicht. Sie findet, daß es zu viel für mich ist." „Ich kenne Ihre Frau Mutter nicht", jagte er. „Aber sie muß eine sehr verständige Frau fein. Wir treiben hier alle Raubbau mit unfern Kräften. Und ich habe Ihnen als Arzt schon immer gesagt: dafür sind Sie zu jung." „Das meint meine Mutter auch. Aber mir tut es wirklich leid. Sie wissen ja, wie gern ich hier gearbeitet habe." „Da mir uns dienstlich nun aber nicht mehr sehen werden — segeln Sie gern?" Blandine mußte an die Worte ihrer Mutter denken: „Es kommt nicht daraus an, was du dir denkst, sondern was der andere sich denkt. Und Männer denken sich immer was dabei. Wohin soll das führen — du und dein Vorgesetzter." Sie senkte ihr hübsches Gesicht. „Ich glaube nicht, daß meine Mutter es gern sehen wird", sagte sie schüchtern. „Sie hörten eben, daß ich ganz uneigennützig Ihrer Frau Mutter Ratschluß anerkannte. Aber geht das nicht doch etwas zu weit?" Noch war es Geplänkel. Und ihre Augen lachten belustigt in die feinen hinein. Noch gingen die Worte neckend zwischen ihnen hin und her. Da plötzlich wurde sein männliches Gesicht ernst Und die Stimme, bie sie liebte, sand das Zauberwort: „Soll wortung tragen — aber ich erklär dir das eine, in 'nem guten Privathaushalt bitte zehnmal besser aufjehoben." „Ich kann doch aber nicht zu einem einzelnen Herrn gehen, Mutti." „Wer spricht denn davon? Denk mal, wie reizend die kleine Ilse es hat. Eine nette Hausfrau. Allerdings wünsch ich mir für dich ein größeres Haus." „Ich möchte aber das, was ich gelernt habe, verwerten, indem ich selbständig arbeite." „Das verwehrt dir ja keiner. Wenn du wohin kommst, wo die Hausfrau den ganzen Tag keine Zeit hat, sich um was zu kümmern —" „Dann werden die Dienstboten an selbständiges Arbeiten gewöhnt sein und mich als Eindringling betrachten. Das kenne ich nun schon." „Denn mußte dir eben deine Stellung schaffen. Tüchtig genug bifte sicher, und die Hausfrau wird dir den Rücken stärken —" Blandine sah ihre Mutter aufmerksam an. „Wer ist die Hausfrau, Mutti?" Frau Hertel wurde verlegen. „Eine sehr nette Hausfrau, die ich viele Jahre genau kenne. Ich habe sie immer bedauert, daß sie neben einem an= strengenden Beruf sich um jeden Dreck allem kümmerst muß. Also kurz und gut, Frau Molny. Sie läßt dir agen, es wird ihr nicht nur eine große Freude fein, dich bei sich zu haben sondern sie hat sich schon immer jemand gewünscht, der ihr die Last der Haushaltführung und die Verantwortung abnimmt. Aber jemand ganz Fremdes wollte sie nie nehmen. Schließlich kennt sie uns nun feit ^,Mutti,^du' hast doch nicht bei ihr für mich gesprochen?" , .. n _ . „Du meinst, weil du jetzt ohne Stellung bist? S« man beruhigt, sie weiß von mir, daß dir die Welt offensteht Und darum läßt sie dir s la extra sagen, wie sie sich auf dich freut" Blandine sprang aus dem Bett. „Dann brauche ich aber heute nach der Massage nicht mehr zu ruhen Mutti. Dann bin ich gesundgeschrieben und । kann wieder arbeiten." Sie tanzte vor Freude im ^{jrau^erteYmar glücklich. Jetzt endlich kam Blan- - Am Nachmittag desselben Tages fuhr Blan- sch rosig und munter aus. „Soll ich dir mal was gestehen, Mutti? Ich war Guyer mir, als du mich damal- aus der Klinik vegnahmst. Ich habe mich furchtbar vor allen ’tsßM' gar nicht nötig. Die wissen alle daß du feine Pflicht bis zum Aeußersten 9^ W- „Ich kam mir so blamiert vor. Aber trotzdem Wt Du recht gehabt. Ich habe in d-e^n Wochen hierher erst gemerkt, wie kaputt ich war. x>0) halte es nicht mehr lange ausgehalten. 3eht war Frau Hertels Stichwort da. „Wenn bu ehrlich bist, hafte dir das aber ganz alleine Muschreiben, nicht wahr?" Blandine nickte drollig .Ich habe nie gewollt, daß du da hmgingst.. Ich Mßte, das is ’ne Knochenmühle." Das war nicht das Schlimmste, Mutter, d^ Arbeit. Aber es war kein Durchkommen. Na. icy Inoe es dir ja erzählt." ,, s . Ihr jungen Dinger seid natürlich geblendet, Dtnn es heißt: selbständige Stellung, em großer Betrieb. Ich gebe zu, ihr wollt auch eure Derant- Kurz nach dem Start, lieber dem Ebsdorfer Grund. drei der Gruppe Kirchhain Zwei 10-Meter- Zöglinge, ein 12-Meter-Zögling, ein „Grunau- Baby", ein „Rhönsperber" und ein „Rhönadler" füllen die geräumige Halle bis in die Winkel aus. Das Bergsteigen übrigens ist den Segelfliegern vertraut. Die Hitlerjungen haben sich auch rasch daran gewöhnt und wenn es wirklich einmal schwerfällt, dann lassen sie nichts merken. Gilt es doch nicht nur, den Berg überhaupt hinauszusteigen, sondern, wenn es um ernste Schulung oder gar um die Ablegung von Prüfungen geht, muß der so leicht und beschwingt anmutende Vogel immer wieder über Stoppeläcker hinweg, auf holperigen Feldwegen, dann über Stock und Stein den Hang hinauf zu den mehr ober weniger hoch gelegenen Startplätzen gezogen und geschoben werden. Also: un= gestattend in weiter Runde, wmdumweht, oftmals auch von Wolken und Nebeln umschleiert und dann wieder vom Lichte klarer Herbsttage umstrahlt, so bietet sie sich dar Die Segelflieger wissen ihre „kleine Rhön" zu schätzen, obwohl sie schwer zu erreichen ist. lieber eine Stunde Personenzugfahrt, umsteigen in Marburg und Weiterfahrt bis Kirchhain, sind notwendig. Dann erst noch eine Stunde Marsch auf steilem Weg hinauf nach den Uebungs- hängen und zum Schuppen, in dem insgesamt sechs schnittige Segelflugzeuge untergebracht sind. Drei dieser Vögel gehören der Gruppe Gießen und Gießener Segelflieger zum Appell angetreten. ; Ueberall da, wo Segelflieger sind, herrscht frischer Wind! Nicht nur über den Höhen, auf denen sie iijie Startplätze haben! Sondern auch in ihren Köpfen und Herzen! Segelflieger müssen ganze Kerle fett. Ihr Kreis stellt eine natürliche Auslese dar. Sfccte Auslese! Wer nicht Zivilkurage hat, verträgt öen frischen Wind nicht. — I Die Gießener Segelslieger sind in der jüngsten Zeit wenig an die Oeffentlichkeit getreten. Aber gearbeitet haben sie doch! Drei prächtige Segelflug-, zeuge stehen ihnen zur Verfügung, ein viertes liegt üabnahmefertig in der Werkstatt, herangewachsen in Hunderten von Arbeitsstunden. Geübt wurde auch! ■3mar ist der Kreis der Gießener Segelflieger lange Ej3eit klein gewesen, aber er bestand doch, ursprünglich im D e u t s ch e n Luftsportverband und ..ijetzt im Nationalsozialistischen Fliegerkorps (NSFK.). Hitler-Jugend und einige Kameraden aus der SA. stießen hinzu, und wenn fetzt Uebungstag angesetzt ist, dann sind es doch «20 Mann, die antreten. * Unterhaltsame Angelegenheit, auch einmal als I sonst Fernstehender ganz nahe dabei zu sein und Üben Betrieb unserer Gießener Segelflieger kennen- A zulernen. Amöneburg ist der Schauplatz des Wir- , kens unserer Gießener Gruppe. Die Amöneburg! ^herrlich über dem Ebsdorfer Grund gelegen, hoch- mufragenö über eine liebliche Landschaft, Ausblick Flieger-HI. schult. (Aufnahmen [6J: Neuner, Gießener Anzeiger.) auch kritische Augen! Der Mann am Steuerknüppel war etwas vom Hang abgekommen und hatte damit die Aufwindzone verloren; langsam verlor der helle Vogel an Höhe und landete schließlich in elegantem Gleitflug tief zu Tal im Ebsdorfer Grund. Winzig, spielzeughaft nahm sich das Flugzeug in der Tiefe aus. Kaum war der Segelflieger gelandet, da packten die jungen Kameraden den zweirädrigen Transportkarren ohne besondere Aufforderung und zogen los, das Flugzeug wieder zu holen — Bald stand es wieder an der Halle! Noch zu manchem Start wurde am vergangenen Sonntag der Zögling heraufgebracht, gestartet wieder heraufgebracht, und immer bekam ein anderer der jungen Kameraden den Steuerknüppel in die Hand, wurde vor dem Start noch einmal informiert über „Ziehen" und „Drücken", über „Verwindung" und die rechte Art aufzusetzen und ermahnt, ja das wirklich das letztemal sein, daß wir beide uns im Leben begegnen?" Blandine wurde weich. Sie senkte den Kopf. Da flog die Tür auf und ein paar kichernde Schwestern kamen herein. Bei Doktor Schraders Anblick stutzten sie. „Verzeihen Sie, wir wollten nicht stören", sagte Schwester Agnes sehr betont. Dann sahen sie sich wieder beide an und kicherten. „Wir wollten Sie nur begrüßen, Fräulein Hertel", sagte die andere, „aber stören wollten wir ganz bestimmt nicht." „Sie stören durchaus nicht. Ich komme gleich mit Ihnen hinüber. Ich hatte gerade zu Ihnen kommen und mich verabschieden wollen", sagte Blandine. Aber die beiden waren schon draußen. Sie wandte sich zu Schrader: „Ich möchte jetzt gehen, Herr Doktor." Sein Gesicht wurde eisig. Er reichte ihr nicht die Hand, sondern verbeugte sich steif und wortlos. Blandine ging traurig hinaus. Doktor Schrader blieb allein zurück. Unsinn, sich durch solche Gänse stören zu lassen, sie hätte mitlachen sollen, der Sache die Spitze abbiegen, wenn sie nur ein bißchen geistige Überlegenheit besaß. Aber dazu war sie anscheinend zu spießig. Lächerlich, ein Mädchen, das im Beruf steht, wird erst seine Mama fragen müssen. Er wurde ungerecht vor Wut und Enttäuschung. Sie gehört wahrscheinlich zu den Mädchen, die von Kindheit an ihre 21us- fteuer nähen und sich in Frigidität üben. Sie geizen mit ihrer sogenannten Tugend. Denn sie sparen sich damit den Preis zusammen, den ein Mann für feinen Namen fordert. — Bitte, mein Fräulein, von mir aus —! * „Zum Donnerwetter, was ist das nun wieder für ’ne Schweinerei!" schrie Harry Engemann. Er drückte wie rasend auf die Klingel. „Immer wenn man spielen will —" Das erste Hausmädchen erschien. Sie stand in ihrem schwarzen Kleide vor ihm. So ungerührt, daß nicht einmal die steifgestärkten Bänder ihres Häubchens zitterten. „Zum Deibel noch mal — wo ist der Schlüssel vom Flügel?" Fortsetzung folgt komme?" ... „ „Nein, alles in Ordnung, Muttl. „Na siehste. Laß du man deine Muttl sorgen. Bekommt dir am besten. Blandine saß nach der Massage tm Bett Prinzessin, ein Tablett mit duftendem Kasfee und Öfen vor sich, die die Mutter ihr zubereitet Me. Sie pickte vergnügt wie ein Vögelchen und £» - KZ*— nicht Zäune, Menschen oder Tiere anzunehmen oder gar die „Kiste" „breitzusegeln". Der Jargon der Segelflieger ist ebenso lustig wie originell und stellt eine sehr herzhafte Umgangssprache dar. * Selbstverständlich haben unsere Gießener Segelflieger sehr klar umrissene Ziele. Sie stellen sich in unmißverständlicher Form dar. Es gilt Prüfungen zu bestehen! Die A--, B= und die E-Prüfung. Das bedeutet so und so viele Flüge von Mindestdauer, die Prüfungen verlangen Ziellandungen, Kurvenfliegen, Startüberhöhungen, Dauerflüge usw. und es gibt dabei keine Möglichkeiten, Druckposten zu beziehen und doch zu Ehren zu kommen. Es geht also nicht um das allein romantische Erlebnis von Flug und Landschaft, sondern um die Leistung, um Geschicklichkeit und Geistesgegenwart, und nicht zuletzt um ein außerordentliches Ausmaß von Fingerspitzengefühl. Das Ergebnis bestandener Prüfungen kommt in schlichter Weise zum Ausdruck. Der Segelflieger hat die Berechtigung, das einfache blaue Abzeichen mit ein, zwei oder drei Schwingen zu tragen. Wäre noch zu erwähnen, daß die Segelflieger der Gruppe Gießen und Kirchhain im Begriff sind, sich auf der Amöneburg häuslich einzurichten. Bisher hatten sie eine bescheidene Unterkunft in einem Privathause, das notdürftig zum Lager hergerichtet war; jetzt aber ist man daran, das ehemalige Kurhaus zur Jugendherberge umzubauen und die Segelflieger werden im Einvernehmen mit dem Jugendherbergsverband die neue moderne Unterkunft bei längeren Schulungen oder über Samstag und Sonntag benützen können. So sind alle Voraussetzungen gegeben, daß die Segelfliegerei der Gießener, wie auch der Kirchhainer Gruppe in der „hessischen kleinen Rhön Amöneburg" eine Pflegestätte hat, die der edlen sportlichen Betätigung zu schönster Auswirkung gereichen kann. N. 9. A.-Sport Handballkämpfe des Sonntags. Während die Gauklasse diesmal nur drei Spiele vorsieht, geht es in der Bezirksklasse und in den unteren Klassen lebhaft weiter. Bezirksklasse. 1900 Gießen — Mtv. Gießen Heuchelheim — Roth Lützellinden — Hörnsheim 1860 Marburg — Niedergirmes. Wenn sich Heuchelheim nicht endlich aufrafft, wird es auch dieses Spiel wieder verlieren. Roth stellt eine Mannschaft, die auch auf fremden Plätzen gewinnen kann. — In Lützellinden wird es einen Lokalkampf im wahrsten Sinne des Wortes geben. Die meisten Aussichten hat Lützellinden. — Niedergirmes sollte gegen Marburg gewinnen können. 1. Kreisklasse. Tv. Lang-Göns — Tv. Grüningen MSB. III. AR. 9 (Barbara) — Tv. Holzheim Dutenhofen — Dornholzhausen Groß-Rechtenbach — Garbenheim. Lang-Göns hat diesmal eine Gelegenheit, zu Punkten zu kommen. Grüningen bot allerdings in seinem letzten Spiel ausgezeichnete Leistungen — Die Artilleristen sollten nach ihrem eindrucksvollen Sieg in Hausen und nach dem Stand des Vorspiels zu urteilen, auch diesmal wieder die Oberhand behalten. — Zu einem leichten Sieg sollte Dutenhofen kommen. — Schwerer wird es Großen- Rechtenbach fallen. Garbenheim gilt als Anwärter auf den Staffelsieg. 2. Kreisklasse. Naunheim I — Lollar I. Wiederum muß die 1. Elf des Sportvereins Lollar einen Gang nach auswärts antreten. Diesmal geht es nach Naunheim. Der einheimischen Mannschaft war es bis jetzt, trotz aller Anstrengung, noch nicht vergönnt, einen Sieg zu erringen. Ob es ihr morgen glückt? Die Elf tritt in der Aufstellung wie gegen Burg an. Man sollte annehmen, daß nun in der Mannschaft eine bestimmte Stabilität Platz gegriffen habe, um die knappen Niederlagen gegen die seitherigen starken Gegner einmal in einen Sieg verwandeln zu können. Es wäre verkehrt, die Naunheimer zu unterschätzen. Der Gastgeber war ebenfalls noch nicht vom Glück begünstigt gewesen. Die Tagesform beider Mannschaften dürfte aber ausschlaggebend sein Oie Kreisklaffenspiele des Sonntags. VsV.-R. I — Tv. Wieseck I. Auf dem Waldsportplatz tritt morgen der Turnverein Wieseck zum fälligen Meisterschaftsspiel an. Die Gäste geben einen starken Gegner ab. Die Mannschaft ist wuchtig und schnell. Die Grünweißen müssen den Gegner sehr ernst nehmen. Die Mannschaft spielt in folgender Aufstellung: Gottschalk; Möhl, Kramer; Krämer, Thron, Feuster; Fehling, Godglück, Bach, Heß Szponick. Wieseck stellt folgende Elf: H. Schmieder; Ad. Weller, O. Balser; Walter Kreiling, G. Bahn, O. Weller; K. Geis, K. Peppler, A. Mährländer, W. Pausch, W. Kreiling. Hungen I — VfV.-R. II. In Hungen trifft die Reserve auf eine stabile Mannschaft, die nicht nur schnell ist, sondern auch mit vollem Körpereinsatz spielt. Die Grünweißen tun gut, sich entsprechend einzustellen. Rodheim II — VfV.-R. III. Die dritte Mannschaft fährt nach Rodheim und sollte einen knappen Sieg landen können. Die 1. Jugend von VfB.-R. empfängt am Sonntag zum ersten Rückspiel die Gäste aus Krofdorf. Vielleicht entscheidet der Platzvorteil. Die 2. Jugend spielt in derselben Gruppe, wo die dritte Jugendmannschaft spielt. Beide Mannschaften werden sich daher am Sonntagvormittag im Pflichtspiel auf dem Waldsportplatz gegenüberstehen. Rodheim I — Heuchelheim I. Die I. Mannschaft des Sportvereins 1920 geht morgen einen schweren Gang. Rodheim ist auf eigenem Platze schwer zu nehmen. Die Niederlage vom vergangenen Sonntag dürfte jedoch den Blauweißen genügend Ansporn sein, um das Spiel unter allen Umständen fürt sich zu entscheiden. Technisch haben die Heuchelheimer ein Plus, das Rodheim durch großen Eifer und Kampfgeist auszugleichen versuchen wird. Das letzte Wort dürfte der Gästesturm sprechen. Rodheim tritt in stärkster Aufstellung an. Heuchelheim spielt mit Müller, Volkmann, Römer, Bach, Mandler, Kreiling, Hofmann, Arnold, Christ, Steinel, Schmidt. Die II. Mannschaft empfängt auf eigenem Platze die Reserve von 1900. Zum zweitenmal ist das Spiel der Jugend gegen die von Steinberg angesetzt. Die Heuchelheimer Jungen haben nicht die besten Aussichten. Großen-Linden I —- Leihgestern I. Am Sonntag steigt der mit Spannung erwartete Kampf obiger Mannschaften auf dem Sportplatz in Großen-Linden. Da sich beide Mannschaften zu ge- genau kennen und die Platzelf zwei der besten Spieler ersetzen muß, so wird die Tagesform entscheiden. Vorher spielt die 2. Jugend gegen die 1. von Klein- Linden. Die 1. Jugend fährt zum fälligen Pflichtspiel nach Butzbach. Steinbach I — Lich I. Die erste Elf vom FSV. 1926 Steinbach empfängt die gleiche vom VfR. Lich zum fälligen Verbandsspiel. Beide Mannschaften lieferten sich seither spannende Kämpfe. Beide Mannschaften treten voraussichtlich in stärkster Aufstellung an. Die Elf von Steinbach konnte in den letzten Spielen nicht befriedigen. Gegen die Licher kann aber nur eine geschlossene Mannschaft zu Erfolg kommen. Es ist deshalb Steinbachs Mannschaft zu raten, das Spiel ernst zu nehmen. Vor dem Spiel der Aktiven spielt die Jugend gegen die gleiche von Hungen. Teutonia Dahenborn-Sleinberg II—Garbenteich I. Am morgigen Sonntag empfängt die 2. Mannschaft der Teutonen die 1. Elf des Sportvereins 1928 Garbenteich. Die Gäste müssen sich anstrengen, wenn sie der 2. Elf der Teutonen Sieg und Punkte abhängen wollen. Dutenhofen — Atzbach Allendorf (Lahn) — Garbenheim II Mtv. Gießen II — Tv. Lich SA.-Standarte 116 — Londorf Wißmar — Ruttershausen Dutenhofen dürfte es kaum gelingen, zu Punkten zu kommen. Dagegen dürfte an dem Sieg von Allendorf über Garbenheim nicht zu zweifeln sein. Ob sich Mtv. II stark genug fühlt, über Lich zu siegen, muß die Zukunft lehren. Ausgeglichen dürfte das Spiel der SA. gegen den Tv. Londorf werden. Der Kampf in Wißmar ist in seinem Ergebnis nicht vorauszusagen. Lokalkampf im Handball. 1900 — Wkv. am morgigen Sonntag. Die Verbandsrunde der Handball-Bezirksklasse sieht u. a. für morgen die Begegnung der Spielvereinigung 1900 und des Männerturnvereins auf dem 1900-Sportplah vor. Man darf dem Treffen mit einiger Spannung entgegensetzen. In der neuen Runde haben beide Mannschaften bis jetzt mit wechselndem Erfolg gekämpft. Nachdem aber am vergangenen Sonntag beiderseits gute Partien geliefert worden sind — Mtv. gewann in Hörnsheim und 1900 behielt in Roth die Oberhand —, darf man annehmen, daß sich morgen fesselnde Kampfhandlungen entwickeln werden und guter Sport geboten wird. Oie Kämpfe der Bezirksklasse am Sonntag. Butzbach — 1900 Gießen Bissenberg — Wetzlar Naunheim — Lollar Steindorf — Burg Sinn — Frohnhausen. Den Hauptschlager bildet die Begegnung zwischen den Tabellenersten Wetzlar und Bissenberg. Beide Mannschaften sind noch ohne Spielverlust. — Das Treffen Naunheim — Lollar ist eine offene Angelegenheit. Die Naunheimer sind durch Differenzen innerhalb der eigenen Reihen sehr geschwächt, während die Lollarer von 'Sonntag zu Sonntag besser werden. — Zu welchem Kampf die Steindorfer fähig sind, haben wir am Sonntag erlebt. Burg trifft jedenfalls auf eine Mannschaft, die in den hinteren Reihen sehr stark ist. — Der Umbau in der Sinnet Mannschaft hat sich vorteilhaft ausgewirkt. Für Frohnhausen besteht wenig Aussicht auf Erfolg. Vuhbach — 1900 Gießen. Die Blauweißen, die am Sonntag den Turn- und Sportverein Butzbach aufsuchen müssen, stehen einem zum Teil unbekannten Gegner gegenüber, d. h. lediglich über die derzeitigen spielerischen Anlagen ist man sich nicht im klaren. Das Abschneiden der Platzbesitzer in den seitherigen Spielen bietet zu wenig Vergleichsmöglichkeiten. Beachtenden Ergebnissen auf fremden Plätzen stehen überraschende Niederlagen auf eigenem Gelände gegenüber Das ist für die Blauweißen der springende Punkt, mit entsprechender Aufmerksamkeit ins Spiel zu gehen, damit evtl. Ueberraschungen gegenüber von Anfang an vorgebeugt wird. Darin ist man sich wohl einig, daß sich das Spiel auf dem Platze an der Gambacher Straße von den Kämpfen früherer Zeiten, die sich im Lustgarten abgewickelt haben, wenig unterscheiden wird. Die Platzbesitzer werden sich energisch zur Wehr setzen. Es bedarf aller Anstrengungen der in der Aufstellung Rahn; Pankok Lippert; Erhard, Sack, Letzrmund; Schellhaas Bergmann, Krämer, Löbsack Heuser antretenden' Blauweißen, wenn ein erfolgreiches Abschneiden eintreten soll. Heuchelheim II — 1900 III. Die Junioren der Blauweißen treffen auf die Reserve des SpV. 1920 Heuchelheim. Guter Abschluß. - Drei Mlorrad-Wrllrekorde. Lpd. Die 1. Internationale Rekordwoche der ONS. auf der mustergültigen Reichsautobahnstrecke vor den Toren Frankfurts ist beendet. Fünf Tage lang verfolgten die Freunde des Motorsportes mit steigendem Interesse die Ereignisse auf der Rekvrd- strecke. Und mit Recht: 42mal errechneten die Zeitnehmer neue Vesi- leistungen, 42mal wurden bestehende Rekorde gelöscht! „Schnellster Mann" war einmal mehr Bernd Rosemeyer, der mit seinen Auto-Union-Wagen vier neue Weltrekorde schuf; sie werden allerdings in der Rekordliste nur zweimal ihren Niederschlag findey, da „Bernd" über stehende Kilometer und- Meile mit je zwei Verbesserungen aufwartete. Rosemeyer schaffte außerdem 20 internationale Klassenrekorde, acht Weltrekorde fuhr Walfried Wink- l e r auf DKW., sechs sein Stallgefährte Ewald Kluge, und der englische Major Gardner blieb mit seinem MG. viermal über den alten Marken! Eine großartige Bilanz! Am Morgen des Freitags, der der Schlußtag der Internationalen Rekordwoche werden sollte, herrschte eine empfindliche Kälte, die den Motoren nicht zustatten kommt. So belebte sich die Strecke erst, als gegen 10 Uhr die Sonne durchbrach und einen prächtigen, warmen Tag verhieß. Noch einmal sollten es die Auto-Union-DKW. sein, die den Tag „machten". Zunächst hatte Walfried Winkler auf der 250er-Maschine bei seinem Angriff auf den Weltrekord über einen Kilometer stehend, der von ihm selbst mit 128,617 km/st gehalten wurde, Erfolg. Winkler schraubte den Rekord auf 128,893 km/st. Mit der 250-ccm-Stromlinienrnaschine entriß dann Kluge den Italienern zwei weitere Weltrekorde, die über fliegenden Kilometer und Meile. Die neuen Marken lauten nun auf 183,206 km/st für den Kilometer und 181,390 km/st für die Meile. Damit halle die Auko-Union alle Wolorrad- Wellrekorde in den Klassen bis 175 und bis 250 ccm auf den kurzen Strecken in ihrem Vesih. Ein Erlebnis besonderer Art hatten am Freitag die wieder zahlreich erschienenen Zuschauer: Auf der Bahn standen die drei schnellsten Motorradfahrer der Welt, Eric Fernihough (England), Pierro Taruffi (Italien) und Ernst Henne (München), in lebhafter Unterhaltung zusammen. Tarufsi, der Chefkonstrukteur der Gilera-Werke ist, war von der Bahn begeistert und stellte sein Erscheinen im nächsten Jahr in Aussicht. Der Italiener war eigens mit dem Flugzeug aus Mailand gekommen, um seinem Gegner Henne ein wenig zuzuschauen; aber der Münchener hatte schon Schluß gemacht. Zum Schluß sprach der Führer der Motorgruppe Hessen, Richard Prinz von Hessen, einige Worte, die mit einem dreifachen „Sieg-Heil!" auf den Führer, dessen großer Tatkraft auch diese Rekordwoche ihr letztes Gelingen verdankt, ausklangen. Korpsführer Hühnlein sprach als besondere Anerkennung wieder einige Beförderungen aus. Walfried Winkler wurde zum Truppführer und Ewald Kluge zum Scharführer befördert. Wirtschast. Mein-Mainische Börse. VUllagsbörse weiter erhall. Frankfurt a. M, 29. Okt. Auf kleine Anlagekäufe aus dem Publikum war die Börse am Aktienmarkt weiter erholt, wobei sich durchschnittliche Besserungen von 1 v. H. einstellten, in manchen Fällen wurden indessen die höheren Vorbörsenkurse nicht erreicht. Das Geschäft war im ganzen etwas ruhiger als gestern, da die Kulisse sich nur mäßig beteiligte. Nach den ersten Notierungen lag am Montanmarkt wieder etwas Angebot vor, das die Kurse zeitweise um etwa 0,50 v- H- drückte. Hoesch 124,50 bis 124 (124), Verein. Staljl 114,50 (114,50) bis 114. Klöckner zogen auf 126,75 (125,25) im Zusammenhang mit der heutigen Hauptversammlung an. Maschinen- und Motorenaktien gewannen meist 0,50 bis 1 v. H Moe- nus 1,50 v. H. auf 120,50. Erhöhte Nachfrage fanden Schiffahrtsaktien, Hapag 82,50 (81.50), Norddeutscher Lloyd 83,25 (81). lieber den Durchschnitt hinaus erhöht waren ferner Feldmühle Papier mit 138,50 (136), Deutsche Erdöl mit 143,25 (141,50), RWE. mit 129,25 (128) und Gesfürel mit 147,25 (146). IG.-Farben lagen mit 158,25 (157,75) ziemlich ruhig. An den übrigen Marktgebieten ergaben sich Besserungen von 0,50 bis 1 v. H. Der R e n t e n m a r k t lag anfangs sehr ruhig, die Kurse blieben jedoch behauptet. Kommunal-Um- schuldung 94,80, 4proz. Rentenbank-Ablösungsscheine 93 bis 93,25, 5proz. Gelsenberg-Benzin 102, 5proz. Ewald-Ludwig 102, 5proz. Dessauer Gas (mit Sperre) 103. Amtlich notierte Industrie-Obligationen lagen wieder nicht ganz einheitlich. Am Kassarentenmarkt zeigt sich allgemein fühlbarer Materialmangel, so daß die Umsätze bei meist unveränderten Kursen beschränkt sind. Liquidationspfandbriefe lagen durchweg fest und haben meist einen Stand von 102, teilweise auch darüber. Kom- munal-Obligationen wurden teilweise gestrichen. Stadtanleihen lagen wenig geändert. Reichsaltbesitz zogen auf 129 (128,90) an. Zinsvergütungsscheine waren zu 96,40 gesucht Der F r e i v e r k e h r war uneinheitlich. Schwächer lagen Neue Wayß & Freytag mit 142,50 bis 144,50 (144 bis 146), Growag mit 89 (90), andererseits Dinglerwerke 85,50 bis'86,50, Katz & Klumpp 106 bis 107, Elsaß Wolle 81 bis 82,50 (80 bis 82) Abendbörse behauptet. Die Abendbörse nahm bei kleinsten Umsätzen einen wenig veränderten Verlaus. Vereinzelt erfolgten von der Kulisse noch mäßige Glattstellungen, die jedoch durch Bankseite Ausnahme fanden. Kundschaftsaufträge fehlten. Während gegen den Berliner Schluß vielfach kleine Erhöhungen ein= traten, bröckelten die Kurse im Vergleich mit dem hiesigen Stand meist um Bruchteile vorn Hundert ab. Befestigt waren u. a. Holzmann mit 150 (149), MAN. mit 134 (133,13), Conti Gummi mit 186,25 (185,75), Hapag mit 83 (82,75), andererseits notierten u. a. Buderus 120,25 (120,50), Mannesmann 116 (116,75), Hoesch uno. 124, Verein. Stahl 114 (114.13), Deutsche Erdöl 142,50 (143), JG.-Farben 157,50 (157,90), Junghans 126 (126,50), Adlerwerke 109,25 (109,50), Rheinmetall 144,75 (145) und AG. für Verkehr 127 (127,25). Am Einheitsmarkt lagen Konserven Braun 1 v. H. höher mit 91. Bankaktien unverändert. Der Rentenmarkt war bei behaupteten Kursen geschäftslos. 4,5proz. Krupp 99, 6proz. JG.-Farben 129,75, im Freiverkehr Kom- munal-Umschuldung 94,80, 4proz. Rentenbank-Ab- lösungsscheine 93,13. Schweinemarkt in Homberg. —Homberg, 28. Okt. Der Auftrieb zu dem beim „Kalten Markt" abgehaltenen Schweinemarkt betrug 278 Stück Ferkel. Man zahlte für 6 bis 8 Wochen alte Ferkel 10 bis 15 Mark für 8 bis 12 Wochen alte 12 bis 24 Mark pro Stück. Der Marktverlauf war schleppend. Es verblieb geringer Ueberstand. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinden. Sonntag, den 31. Oktober. Reformationsfest. In allen Kirchen Kollekte für die Gustav-Adolf- Stiftung. Gießen. Stadtkirche. 9.30 Uhr: Pfr. Becker; 11: Jugendgottesdienst für die weibliche Jugend anläßlich des Reformationsfestes; Pfr. Becker; 18: Pfr. Schmidt. — Johanneskirche. 8.30: Jugendgottesdienst für die männliche Jugend anläßlich des Reformationsfestes; Pfr. Bechtolsheimer; 9.30: Pfr. Ausfeld; 11: Kinderkirche für die Johannes- und Militärgemeinde; 18: Pfr. Bechtolsheimer; hl. Abendmahl für die Lukas- und Johannesgemeinde. — Johannes- faal. 20: Bibelbesprechstunde; Pfarrassistent Paetow. — Kapelle des Allen Friedhofs. 9.30: Gottesdienst; 11: Kinderkirche für die Luthergemeinde; 20: Abendfeier. — Pelruskapelle, Wetzlarer Weg 59. 9.30: Pfr. Trapp. — Wieseck. 9.30: Hauptgottesdienst- 10.45: Jugendgottesdienst; 15.30: Bibelstund?. J. Heuchelheim. 9: Schulgottesdienst; Kollekte für den Gustav-Adolf-Verein; 10: Hauptgottesdienst mit Kollekte für den Gustav-Adolf-Verein und unter Mitwirkung des Kirchenchors; 11: Beichte und hl. Abendmahl für die Verheirateten bis zum 40. Lebensjahr. — Lollar. 20: Gottesdienst, anschließend hl. Abendmahl für die Alten. — Kirchberg. 10: Reformationsfestgottesdienst, anschließend hl. Abendmahl für die Jungen von Staufenberg; 14: Kindergottesdienst für das gesamte Kirchspiel. — Klein-Linden. 9: Schulgottesdienst; 10: Hauptgottesdienst; Kollekte; 13: hl. Abendmahl für die Alten. — Watzenborn-Steinberg. 10: Schulgottesdienst; 13: Hauptgottesdienst; Kirchenchor; 20: Gemeindeabend; Kirchenchor. — Lich. 9: Stiftsdechant Kahn; Chorschule, Kirchenchor; Kol- ^KohlerHotz Tel. 4051 Kaiserallee 11 lekte; Christenlehre für die weibliche Jugend; 13: Kindergottesdienst; 17: Stiftspfarrer Naumann; Po- saunenchor; Kollekte. — Garbenleich. 10: Festgottesdienst unter Mitwirkung der Konfirmanden. — Haufen. 13: Festgottesdienst unter Mitwirkung der Konfirmanden. — Nieder-Bessingen. 9.30: Stiftspfarrer Naumann; Kollekte. — Langsdorf. 13.30: Festgottesdienst; Bläserchor, Kirchenchor; Kollekte; 20: Abendgottesdienst. — Dettenhausen. 10: Hauptgottesdienst. — Birklar. 9: Gottesdienst. — Wuschen- heim. 11: Gottesdienst. — Hungen. 10: Gottesdienst; 11: Gottesdienst für die Schulen zum Reformations- fest; 19.30: Abendgottesdienst. — Beltershain. 13: Gottesdienst, anschließend Feier des hl. Abendmahls. — Wirberg. 10: Gottesdienst; Kollekte. — Harbach. 13: Gottesdienst; Kollekte. — Veilsberg. 10: Lese- gottesbienft. Evangelische Sladlmission, Löberstraße 14. Sonntag, 31. Oktober. 8.30 Uhr: Morgenandacht; 13.30: Sonntagsschule; 20.15: Evangelifationsvortrag. — Mittwoch, 3. November. 20.30: Bibelstunde. Gemeinschaft innerhalb der Kirche (Landes- kirchliche Gemeinschaft), Gutenbergstraße 9. Sonntag, 31. Oktober. 20.30 Uhr: Evangelisationsstunde.— Mittwoch, 3. November. 20.30: Bibelstunde. — Donnerstag, 4. November. 20.30: Jugendbundstunde. Neuapoftolische Gemeinden, Händelstraße 1, Eder- st.raße 13. Sonntag, 31. Oktober. 9.30 Uhr: Gottesdienst; 16: Gottesdienst. — Mittwoch, 3. November. 20.30: Gottesdienst. Christliche Gemeinde, Zu den Mühlen 2. Sonntag, 31. Oktober. 9.45 Uhr: Erbauungsstunde; 11: Sonntagsschule; 20.30: Missionsvortrag von Afrika-Missionar Steubing. — Dienstag, 2. November. 20.30: Bibel- und Gebetstunde. Vaptisten-Gemeinde, Gartenstraße 13. Sonntag, 31. Oktober. 11 Uhr: Kindergottesdienst; 20: Familienabend. — Mittwoch, 3. November. 20.15: Bibel- stunde. katholische Gemeinden. Samstag, den 30. Oktober. Gießen. 15 Uhr für die Kinder, 16 bis 19 und 20 ab für die Erwachsenen Beichtgelegenheit. Von 19 bis 20 Uhr wird nicht Beicht gehört. (Es find sieben Beichtväter da.) Sonntag, den 31. Oktober. C h r i st k ö n i g s f e st. Gießen. 6 bis 6.45 Uhr: Beichtgelegenheit; 7: Deutsche Bet-Singmesse mit gemeinschaftlicher hl. Kommunion der ganzen Pfarrgemeinde (mit Ansprache); 8: Spendung der hl. Kommunion; 9: feier- liches levitiertes Hochamt mit Festpredigt des H. H. Bischöfl. Sekretärs Ludw. Haenlein; 15.15: hl. Meße mit Predigt; 16: Festandacht mit Predigt und Lich- terprozession in der Kirche (Opfer der Kinder für die auslandsdeutsche Kinderseelsorge); 20: Festakt im Vereinshaus. — Grünberg. 9.45: Hochamt mit Predigt. — Lich. 10: Hochamt mit Predigt; 20: Vortrag und Andacht. — Hungen. 8: Hochamt mit Predigt.— Nidda. 8.15: Hochamt mit Predigt. — Scholten. 10.30: Hochamt mit Predigt. Montag, den 1. November. Allerheiligen. Gießen. 6.30 Uhr: Beichtgelegenheit; 7: hl. Messe; 8: Spendung der hl. Kommunion; 9: Hochamt mit Predigt; 11.15: hl. Messe mit Predigt; 15: Vesper mit Segen; 19 bis 19.45: Beichtgelegenheit; 19.45: Rosenkranz; 20: Allerseelenfeier mit Predigt. — Grünberg. 9.45: Hochamt mit Predigt. — Lich. 10: Hochamt mit Predigt. — Hungen. 8: Hochamt mit Predigt. — Nidda. 8.15: Hochamt mit Predigt. — Scholten. 10.30: Hochamt mit Predigt. Dienstag, den 2. November. Allerseelen. Gießen. 6, 6.30, 7 Uhr: hl. Messen; 8: Seelenamt für alle Verstorbenen (zu besuchen von allen Pfarr- angehörigen, insbesondere den Schulkindern); 9.30: hl. Messe für die Gefallenen des Weltkrieges; 20: letzte Rofenkranzandacht; 20.30: Bibelstunde. Mittwoch, den 3. November. Hungen. 7.15 Uhr: hl. Messe. Oeffentlicher Sonntagsdienst. Polizei: Telefon 2751, nur in dringende» Notfällen Telefon 01. Feuerwache: Telefon 2244/45, Notruf Telefon 02. Hauptpostamt: Beschränkter Schalterdienst 8 bis 21 Uhr. Stadtpostamt: Für Schließfachadholer 1 bis 13 Uhr. Sanitätskolonne: Telefon 2500. Falls behandelnder Arzt nicht zu erreichen: Arzt: Dr. Mehl. Zahnarzt: Dr. Kockerbeck. Apotheke: Hirsch-Apotheke. * Autohilfe: Rufnummer 04 beim Postamt Gießen. Wirkungsvolle Preissenkung für Markenartikel Aus alter Welt Oer Herzog von Windsor dankt Or. Ley. Ehelichkeit 93 Ehelicher Aufwand FÜR DIE f ERNE. Paket 18 Pf. Hersteller: WEISS P. Jos. Möbs, Seifenfabriken, Gießen SCHWARZ .. und zum Bauen Löst Fett und Schmutz spielend leicht, eine große Hilfe beim Aufwaschen und Spülen Unser zufriedener Kundenkreis ist die beste Reklame für unsere gute Schuh-Reparatur Ware auf den Stand der Jahre 1934/35 und 1935/36 zurückzuführen. Einige bedeutende Firmen der Nahrungsmittelindustrie haben außerdem Preissenkungen ihrer Erzeugnisse angeboten, die zur Zeit noch überprüft werden. Im Bereich der Kraftstoff i n d u st r i e treten Preissenkungen für die Marken-Autoöle und -Fette, sowie für eine Reihe von Spezialschmiermitteln mit Wirkung für den Verbraucher vom 15. November 1937 in Kraft. Bei den Markenautoölen und -Fetten wird der Kleinoerkaufspreis um 6 bis 12 v. $)., bei den Spezialschmiermitteln bis 29 v. S). gesenkt. An der Preissenkung sind sowohl die Industrie, als auch der Groß- und Einzelhandel beteiligt. Zu der namhaften Senkung der Markenartikelpreise ist erläuternd zu bemerken, daß das Gebiet der Markenartikel deshalb im Vordergründe steht, weil einerseits die Markenartikel eine b e - herrsende Stellung im Verbrauch einnehmen und anderseits der Reichskommissar für die Preisbildung sich als Anwalt des Verbrauchers und besonders des wirtschaftlich schwachen kleinen Mannes betrachtet. Die Maßnahme, di?, wie alle Maßnahmen des Reichskommissars für die Preisbildung, die Bildung volkswirtschaftlich gerechtfertigter Preise zum Ziele hat, ist also ausgesprochen auf die Entlastung und Entspannung der wirtschaftlichen Lage des breiten Volkes abgestellt. Durch die Preissenkung, die auf dem Gebiete des täglichen Bedarfs große Erleichterungen für die Hausfrau bringen wird, dürfte eine jährliche Kaufkraftersparnis von etwa 100 Millionen Reichsmark erzielt werden. Der 40. Geburtstag des Reichspropagandaministers. Berlin, 29. Okt. (DNB.) Neichsminister Dr. Goebbels erhielt an feinem 40. Geburtstag unzählige herzlich gehaltene Glückwünsche aus dem ganzen Volke und von den Missionschefs ausländischer Regierungen, den Reichsministern und Reichsleitern, den Gauleitern und Staatssekretären, aus der Wehrmacht, der Wirtschaft, der Künstlerschaft usw. Vor der Wohnung hatte sich die Berliner Jugend mit schlichten Blumensträußchen eingefunden, die dem Minister einen begeisterten Empfang bereitete. Auch die Verkehrsposten vom Hindenburgplatz gehörten zu den ersten Gratulanten. Auf dem Wilhelmsplatz hatte ein Ehrensturm der Motorbrigade Berlin mit Musik- und Spielmannszug Aufstellung genommen. NSKK.-Oberführer von A u - lock überbrachte die Glückwünsche des Korpsführers. Im Arbeitszimmer des Ministers empfing Dr. Goebbels dann seine engsten Mitarbeiter, für die Staatssekretär Funk die besten Wünsche übermittelte. Im Thronsaal des Ministeriums nahm der Minister die persönlichen Glückwünsche entgegen. Heilrufe von der Straße her kündigten das Eintreffen des Führers an, der erschienen war, um seinem alten Mitkämpfer. persönlich seine Glückwünsche zu überbringen. Dabei überreichte der Führer dem Minister ein wertvolles Oelgemälde Ferdinand Kellers, eine mittelalterliche Szene in einer italienischen Landschaft. Unter den persönlichen Gratulanten sah man 12 Winzerinnen aus den Weinbau treibenden Kreisen des Westmarkgaues Koblenz- Trier, und in der Tracht eines Münsterländer Bauern einen Kiepenkerl, der Gaben seiner Heimat, Schinken, Pumpernickel und Münsterländer Korn, überbrachte. Für den Stellvertreter des Verleihung des TNilitärflugzeugführerabzeichens an Flugkapitän Hanna Reitsch. Berlin, 29. Okt. (DNB.) Auf dem Gebiet der Markenartikel wird eine Reihe von Preissenkungen vorgenommen, die in Zusammenarbeit und in vollem Einvernehmen zwischen dem Reichskommissar für Preisbildung und den einzelnen Wirtschaftsgruppen zustande gekommen sind. So werden im Bereich der Wirtschaftsgruppe Elektroindustrie eine Reihe von Fabrikaten im Durchschnitt um 5 bis 10 v. H. gesenkt. Der Groß- und Einzelhandel ist an diesen Preissenkungen mit je 5 bis 10 v. H. seiner Handelsspannen, sowie mit einem Abbau bestimmter Rabatte beteiligt. Bei den chemischen Markenartikeln, wie Seifen und Waschpulvern, Körperpflegemitteln, Feinseifen, photographischen Artikeln, pharmazeutischen Präparaten usw., werden Preissenkungen freiwillig vorgenommen, die von der Wirtschaftsgruppe Chemie, gemessen am Kleinverkaufspreis, im Durchschnitt auf 5 bis 10 v. H. geschätzt und so schnell wie möglich, spätestens aber bis zum 15. November 1937, in Kraft treten sollen. An der Senkung haben sich die erzeugende Industrie und der Groß- und Einzelhandel entsprechend beteiligt. Ferner werden auf dem Gebiet der Papier- und Büroartikel, bei den Metall- und Eisenwaren und in derSpinn- stoffwirtschaft einzelne Preissenkungen von teilweise bedeutender Höhe vorgenommen. Auch hier haben Industrie und Handel gemeinsam zu dem vorliegenden Erfolg beigetragen. Auf dem Gebiet der Ernährungswirtschaft hatte der Uebergang von loser zu verpackter Ware Preiserhöhungen zur Folge. Hier sind Maßnahmen vorgesehen, das Verhältnis von loser zu verpackter Führers überreichte Reichsamtsleiter Schulte- Strathaus das Faksimile eines von Dr. Goebbels im Jahre 1925 mit der Hand geschriebenen Manuskripts „Das ABC der Nazi s". Ein Kamerad der Presse überbrachte die erste deutsche Ausgabe der Odyssee aus dem Jahre 1537, Generalintendant Klöpfer die Manessische Handschrift und Staatsrat I o h st ein prächtiges Exemplar des Sachsenspiegels. Generalinspektor Dr. Todt hat als Angebinde einen Tisch geschenkt, auf dem das Netz der Straßen Adolf Hitlers eingelegt ist. Ministerprä sident Göring und Frau haben ein Porzellanservice überreichen lassen. Viele überreichten Adressen und selbstgefertigte Gaben, deren Wert in der Liebe liegt, mit der sie hergestellt und in der Zuneigung, mit der sie übermittelt worden sind. Der Duce in der neuen Stadt Aprilia. Das vierte Siedlungszentrum im ehemaligen Pontinischen Sumpf. Rom, 29. Okt. (DNB.) Am ersten Tage des Jahres XVI wurde im Beisein des Stellvertreters des Führers und der deutschen Abordnung mit Aprilia das vierte Siedlungszentrum des ehemaligen Pontinischen Sumpfgebietes vom Duce feierlich eingeweiht. Auf dem festlich mit den deutschen und italienischen Fahnen geschmückten Rathausplatz bildeten Militär und Faschistische Miliz Spalier. Kanonenschüsse verkündeten um 15.45 Uhr die Ankunft des Duce, der sich unter Glockengeläut und Sirenengeheul zunächst in die Kirche begab. Von der Kirche aus chritt der Duce sodann, begleitet von Reichsminister Rudolf Heß und der Abordnung der NSDAP., zur Einweihung des Hauses der Balilla, der Schule und des Rathauses, sowie des Postgebäudes. Ein Kardinal segnete die Fahne der neuen Stadt. Dann sprach der Präsident des Frontkämpferoerbandes, "Dittmar. k GIESSEN A (JHL Seilersweg Nr. 67 adlO Telephon Nr. 3170 eparaturen i89?d Hier abschneiden! Wie neu gehören fühlen Sie sich, wenn Sie Fern- und Nahbrille in einer Brille durch Doppelfoknsgl&ser vereinigen. Fragen Sie LEISLER den Optikermeister Neuenweg 16 Krankenkassenlieferant (7071A Bau einer hellum-Reinigungsanlage in Frankfurt. Wenn im nächsten Jahr das neue Luftschiff LZ 130 den Verkehr nach Nordamerika wiederaufnimmt, wird der Luftschiffhafen Rhein-Main bet Frankfurt verschiedene Neuanlagen aufweisen, unter denen besonders eine Helium - Reinigungsanlage zu erwähnen ist. Das Gas, das dem Luftschiff den Auftrieb gibt, wird auf die Dauer verunreinigt, dadurch wird das ursprünglich reine Gas verschlechtert und die Auftriebskraft vermindert. Während früher infolge des niedrigen Preises des Wasserstoffgases am Ende des Betriebsjahres das verunreinigte Gasgemisch in die Luft abgeblasen wurde, soll in Zukunft ein derartiger Verlust bei der Verwendung des kostbaren Heliums vermieden werden. Das verunreinigte Helium wird in bestimmten Zeitabständen aus dem Luftschiff abgesaugt, einer Reinigungsanlage zugeführt und das daraus wiedergewonnene hochprozentige Helium von neuem für den Verbrauch aufgehoben. Die Deutsche Zeppelin-Reederei hat eine Helium-Reinigungsanlage in Auftrag gegeben, irm einen möglichst sparsamen Betrieb zu gewährleisten. Ein Festsaal der Kameradschaft. Im „Haus der Flieger" in Berlin wurde der von Professor Dr. Sagebiel 3um Fliegersaal umgestaltete frühere Plenarsaal des ehemaligen Abgeordnetenhauses seiner Bestimmung übergeben. Damit ist das durch den Reichsluftfahrtmini, ster und Oberbefehlshaber der Luftwaffe, General- abgeschlossen sein. Das italienische Volk wünscht, bei seiner intensiven Arbeit sowohl im Mutterlande als auch im Imperium in Ruhe gelassen zu werden. Es liegt im Interesse aller, daß diese Arbeit nicht im geringsten aestört wird, denn ich kenne sehr wohl die Bauern Italiens und weiß, daß sie immer bereit sind, den Tornister auf die Schulter zu nehmen und den Spaten mit dem Gewehr zu vertauschen. Unter immer neuem Jubel der begeisterten Menge begab sich Mussolini in das neue Haus der Dopolavoro-Organisation, wo er — ebenso wie seine deutschen Ehrengäste — durch einen Tanz mit den reizenden Bauernmädchen dieses Haus seiner Bestimmung übergab. neu s. die betreffenden Stichworte. Ehelichkeit. Die Ehelichkeit eines in der Ehe oder innerhalb von 302 Tagen nach der Ehe geborenen Kindes wird vermutet, wenn die Ehelichkeit nicht binnen Jahresfrist ab Kenntnis von der Eeourt des Kindes angefochten oder wenn das Kind vom Manne als ehelich anerkannt worden ist. Die Anerkennung kann wegen Irrtums, arglistiger Täuschung oder Drohung innerhalb eines Jahres angefochten werden' die Anfechtung wegen Irrtums muß ohne Verzögerung erfolgen, nachdem der Ehemann von der Unehelichkeit des Kindes Kenntnis erlangt hat Arglistige Täuschung liegt z. B. vor, wenn die Ehefrau den Mann, der das Kind nicht als das «einige anerkennen will, durch die falsche Vorspiegelung zur Anerkennung veranlaßt, sie habe mit keinem anderen Mann verkehrt. Entdeckt der Mann später, daß er von seiner Frau hierin getäuscht worden ist, so muß er innerhalb eines Jahres nach dieser Entdeckung anfechten Wird von einer Frau, die nach der Auflösung ihrer Ehe wieder geheiratet hat, ein Kind geboren das nach der Empfängniszeit sowohl ein eheliches Kind des ersten als auch des zweiten Mannes sein kann, so gilt es als Kind des ersten Mannes, wenn es innerhalb 270 Tagen nach Auflösung der früheren Ehe geboren wird, andernfalls als Kind des zweiten Mannes. (S. Ehehindernis, eheliche Abstammung, Empfängniszeit.) (Landgericht), nach dem Tode des Kindes durch Erklärung gegenüber dem Nachlaßgericht geltend gemacht werden. Die Geltendmachung ist ausgeschlossen ein Jahr nach Kenntnis der Geburt des Kindes oder wenn der Mann das Kind nach der Geburt als das {einige anerkannt hat. Ist der Mann gestorben, ohne das Anfechtungsrecht verloren zu haben, so kann ieder Interessent die Unehelichkeit des Kindes geltend machen. (S. Ehelichkeit, Kinder.) Ehelicher Aufwand. Die Kosten des ehelichen Aufwands hat der Mann zu tragen er muß auf Verlangen der Frau den Reinertrag des eingebrachten Gutes der Frau zur Bestreitung des ehelichen Aufwands verwenden. Bei Gütertrennung (s. dort) muß die Frau aus dem Ertrag ihrer Arbeit und ihres Vermögens einen entsprechenden Beitrag zur Bestreitung des ehelichen Aufwandes leisten. (S. Arbeit; eingebrachtes Gut; Eesamtgut.) Eheliches Eüterrecht. Darunter versteyt man die rechtliche Regelung der Vermögensverhält- niffe in der Ehe. Die Ehegatten können nach ihrem Gutdünken ihre Vermögensverhältnisse regeln. Fast ausschließlich wird em im Bürgerlichen Gesetzbuch vorgesehener Eüterstand vereinbart. Die gesetzlich geregelten Eüter- stände sind: Eüterstand der Verwaltung und Nutznießung (siehe gesetzlicher Güterstand), allgemeine Gütergemeinschaft Gütertrennung, Errungenschafts- und Fahrnisgemeinschaft. 3m einzel- dessen Mitgliedern die Urbarmachung der Pontini- schen Sümpfe übertragen worden war. Mussolini zeichnete darauf die tüchtigsten Bauern aus und erschien zusammen mit dem Stellvertreter des Führers, dem Stabschef der SA., Parteisekretär Sta- race und dem Sekretär im Innenministerium, Buf- farini, auf dem Balkon des Rathauses. Aprilia, so führte der Duce aus, ist mitten in d e r Sanktionszeit gegründet, aber, wie alle sehen können, dennoch am festgesetzten Tage, dem ersten Tage des XVI. faschistischen Jahres eingeweiht worden. Am ersten Tage des XVIII. Jahres der faschistischen Zeitrechnung wird mit der Einweihung von Pömezia dieses Werk, dessen Lösung innerhalb von 20 Jahrhunderten vergebens versucht worden war, in kaum zehn Jahren Der Reichsminister der Luftfahrt und Oberbefehlshaber der Luftwaffe, Generaloberst Göring, hat dem Flugkapitän Hanna Reitsch das Militär- flugzeugsührerab Zeichen verliehen. Diese Auszeichnung, die auf dem Flugplatz Staaken bei Berlin in feierlicher Form oorgenommen wurde, bedeutet eine neue hohe Anerkennung für die hervorragenden fliegerischen Leistungen des bisher einzigen weiblichen deutschen Flugkapitäns. Als Segelfliegerin ist Hanna Reitsch in der ganzen Welt bekannt. Zu ihren großen sportlichen Erfolgen gesellt sich auf diesem Gebiet ihre wissenschaftliche Tätigkeit bei dem Deutschen Forschungsinstitut für Segelflug in Darmstadt. Die neue Auszeichnung gilt aber vor allem der Tatsache, daß Hanna Reitsch auch im Motorflug auf den verschiedensten Flugzeugmustern, zuletzt aus den neuen Konstruktionen Fieseler-Storch und Fokke-Hubschrauber, ihr hohes Achten Sie deshalb auf den Namen: SchutilnstandsetzunS „Hansa“ Marktplatz 2 W.& H.v. Soosten u. H. Rabbe Marktplatz 2 7075 A Alte Reifen neuwertig durch Runderneuerung in Vollmulden Lassen Sie sich durch den Fachmann beraten p. Mono Lieferung von Personen- und Lastwagen-Reifen 6294 V oberft Göring, den Männern der Luftfahrt gegebene Heim vollendet und zugleich um eine Feft- stätte von klassischer Schönheit bereichert worden. Für den Aeroklub von Deutschland konnte der Präsident Wolfgang von Gronau Ehrengäste aus Staat und Bewegung, dem Diplomatischen Korps, der Generalität und Admiralität und der Luftfahrt begrüßen. Unter Fanfarenklängen wurden die Flügeltüren zu dem neuerbauten Fliegersaal geöffnet, der in vollem Licht der indrekt beleuchteten, herrlich gegliederten Runddecke ein überwältigendes Bild bot. Reichs-huberlussiier auf dem heinberg. Am Sonntag, 7. November, wird der Heinberg bei Bockenem, die Weihestätte der deutschen Jägerschaft, wieder der Ort der alljährlichen Reichs- Hubertus-Feier unserer deutschen Jägerschaft jein. Reichsjägermeister Ministerpräsident Göring wird gegen 11 Uhr auf dem Heinberg ankommen. Um 11 Uhr leiten Hornfignale die Feier ein, in der nach einem Festspiel der Reichsjägermeister sprechen wird. Am 8. November nimmt der Reichsjägermeister an einer Jagd teil. Der Feier auf dem Heinberg geht ein Besuch Görings und der Ehrengäste "in der braunschweigischen Landeshauptstadt voraus. In der Burg Dankwarderode findet ein Festempfang der braunschweigischen Staatsregierung und der Stadt Braunschweig statt. Kleine politische Nachrichten. Der Führer und Reichskanzler hat in Anerkennung ihrer Verdienste um die Förderung der deutjch-japanischen Beziehungen den j a p a n i s ch e n Botschafter in Berlin, Vicomte Kintomo Mushakoji, das Großkreuz des Ordens vom Deutschen Adler und dem japanischen Militärttacksi, Generalmajor Hiroshi O s h i m a , das Verdienstkreuz des Ordens vom Deutschen Adler mit dem Stern verliehen. Ferner hat der Führer und Reichskanzler dem kürzlich in Deutschland zu Besuch weilenden Prinzen Chichibu von Japan das Großkreuz des Ordens vom Deutschen Adler verliehen. _________________ „flbarbeit^ natürlich 7114 A ZWätz- ca. 1000—1500 qm am Stadtrand oder nächster Umgebung zu kaufen gesucht.— Ausführliche schriftliche Angebote unter Nr.05369 an den Gießener Anzeiger erbeten. _ Der Herz 0 g v 0 n Winds 0 r hat unter gleichzeitiger Ueberweisung einer namhaften Geldspende für das Winterhilfswerk dem Reichsleiter Dr. Ley von Paris aus folgenden Brief übersandt: Lieber Herr Dr. Ley! Die Herzogin von Windsor und ich möchten nicht versäumen, Ihnen auch persönlich für die interessante und angenehme Gestaltung unserer Reise durch Deutschland zu danken. Sie haben uns jedes Tätigkeitsgebiet der Deutschen Arbeitsfront gezeigt, und wir find f e h r beeindruckt von dem, was für die schaffende Bevölkerung Deutschlands getan wird. Wir nehmen die b e ft e Erinnerung mit von der liebenswürdigen Aufnahme, die Sie und Ihre Mitarbeiter uns bereitet haben. Ich füge eine kleine Spende bei, die ich Sie bitte, der bewundernswerten Organisation des Winterhilfswerkes zukommen zu lassen. Indem ich Ihnen nochmals für alle Mühe danke, die Sie sich um uns gemacht haben, bin ich Ihr Eduard, Herzog von Windsor.__________fliegerisches Konnen^ewiesen_haL Drei Bücher von den Wundern der Klein welt WMe meMmeii vesIler-MWiiMMs OTltüber l°S00^66itöuiigen. 2 Sänbe, IRUi. 38. -, StüH. 30. Das weithin bekannte Werk hat sich als Aufgabe gesetzt, deni> Fr-und der des Sükwasiers die Bestimmung der ganzen bunten Fülle “Ä,Ä 'm «mg.gen.ti«, -u «tmügNchen. W THilrOftODie Eine Einführung in gemeinverständlicher Darstellung von m ir ffi CEnenbXr iit Abbildungen auf 32 Kunstdrucktaseln nach des Verfassers. Preis gebunden RM.3.6V. 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Die Mutter Stintes verliert die Sorge die Person. (S. Sorgerecht, eheliches Kind, Unterhalt.) Herren-Bekleidungshaus Adolf Höhl k.-g. Eßbestecke — am besten rostfrei! Die Messerklingen können von den Speisesäuren nicht angegriffen werden. Solche Eßbestecke lassen sich leicht reinigen und sehen dabei immer schön aus. Viele moderne Muster gibt es darin bei Häuser. Lassen Sie sich die reiche Auswahl mal zeigen. J. B. Häuser, Gießen, am Oswaldsgarten, Fernsprecher 2145/2146. Ehemaklerlohn ist die Vergütung. die man einem anderen für die Ehevermittlung verspricht. Der Ehemaklerlohn ist nicht einklagbar, auch nicht, wenn man einen Schuldschein ausgestellt hat. Hat man aber den Maklerlohn einmal bezahlt, dann kann man ihn nicht mehr zurück- Loden- Mäntel (Münchener Spitzenfabrikate), Lodenjoppen, Sportstutzer mit Plaid- oder Pelzfutter iDStitut f. Lsibesübunijan u. Skiklub Gießen Mittwoch, den 3. November, 20 Uhr, in der großen Aula der Universität Gießen Fi 1 in Vortrag : 7068D „Das lohe Lied der weiften Knast“. Ein gewaltiger Skifilm im Glanze leuchtender Alpen. - Vorführungsdauer: 1V2 Stdn. Eintritt 30 Pf. Vorverkauf in den Gieß. Sportgeschäften, dortselbst Aushänge beachten. Familien-Drucksachen Verlobungsanzeigen Vermählungsanzeigen bei Brühl, Schulstraße 7 Geburtsanzeigen Das gepflegte A ußere ist die beste Empfehlung für jeden Herrn! Abends um 8 Dlhr: Kameradschafts-Abend Gesangverein Heiterkeit Sonntag, 7. November, nachm. 4 Uhr, in der Neuen Aula der Universität des des für un- .Dittman, GIESSEN rsweg 5£ IKON ZIERT Leitung: Wilh. Schättler, Musiklehrer, Gießen Ehrenchormeister im Deutschen Sängerbund Mitwirkende: Waltraud Schättler, München, Violine Kapellmeister Joachim Popelka vom Stadttheater Gießen am Flügel Chöre von Strater. Dürrner, Stürmer, Kämpf, Otto, Silcher, Plötzeneder und Trunk; Violin-Soli von Moderne Winter-Ulster aus flott gemusterten Fischgratstoffen 40.00 48.00 59.09 68.00 76.00 89.00 und höher Flotte Ulster-Paletots in grau und schwarz-marengo 37 00 45 00 58.00 68.00 79 00 90 00 Restaurant Stadt Mainz Samstag, den 30., und Sonntag, den 31. Oktober großes Oktober-Fest Zum Ausschank gelangt das hochprozentige Spezial • Dunkelbier der Branerel DenninghoH, Gießen. 7073D TANZ TANZ Anfang 4 Uhr A Hessen - Skikurse gHIL Walter Klinkel-Darm stadt Weihnachts-Skireisen in die Dolomiten 22. Dezember abends) bis 5. Jan. 38 Gasthaus „Zur deutschen Eiche“ Klein-Linden Sonntag, den 31. Okt. 1937 Ehering fordern, außer es ist die Ehe nicht zustande gekommen. Ehemann. Der Ehemann ist das Haupt der Familie. Er kann den Wohnort, die Wohnung, die Ausgaben für den Haushalt bestimmen. Er darf aber dieses Recht nicht mißbrauchen. Der Ehemann hat die Kosten des ehelichen Aufwands (s. dort) zu tragen, hat für die Familie zu sorgen, insbesondere die Familie zu unterhalten (s. Unterhalt). Der Ehemann kann auch bestimmen, wen er in die eheliche Wohnung aufnehmen will. Er kann die zum ehelichen Gesamtgut oder eingebrachten Gut der Frau gehörenden Gegenstände in Besitz nehmen, das Gesamtgut und einae- brachte Gut verwalten, Prozeße, die das Gesamtgut oder eingebrachte Gut betreffen, in eigenem Namen führen, siehe allgemeine Gütergemeinschaft gesetzlicher Güterstand, eingebrachtes Gut, Ehegatten, ehelicher Aufwand, Vorbehaltsgut. Gütertrennung, Beleidigung. Ehemündigkeit. Ein Mann darf nicht vor Eintritt der Volljährigkeit, eine Frau nicht vor vollendetem 16. Lebensjahr heiraten. Will der Mann vor dem 21. Lebensjahr heiraten, so muß er sich für volljährig erklären lassen. Will eine Frau vor dem 16. Lebensjahr heiraten, so muß sie beim Vormundschaftsaericht um Befreiung vom Ehehinoernis der Eheunmündigkeit nachsuchen. (S. Einwilligung, Volljährigkeit.) Ehering, Trauring, das Symbol der ehelichen Gemeinschaft, wird Alle Kurse einschl. bester Vollpension, zentral geh. Zimmer, auch fl.l Wasser, Bedienungsgelder - Auto ab Bahn mit Ski und Gepäck, Skischule -Touren. Zu vorstehenden Preisen die 5O’/o ermäßigt. Gesellschaftsreis, ab Ffm. fortlaufend jeden Samstag. Devisenbeschaff. d. uns! Anmeldungsschluß 70?sD 15. Nov. f. Weihnachtskurs. Sporthaus Schwan,Gießen,Tel.3234 torstrahe, nachmittags 4 Uhr, ein Konzert ausgeführt vvn dem Musikzug der *1*1 -Standarte u. Leit, des Musikzugführers, -Untersturmführer Bach Bowl Woiö-5 WlW sö?ÖW C.^ttlhr,r GoethesS 70 Strumpf H von Ehelichkeitserklärung Ehelichkeitserklärung. Ein uneheliches Kind kann auf Antrag feines Vaters durch den Landgerichtspräsidenten, in dessen Bezirk der Vater seinen Wohnsitz hat, für ehelich erklärt werden; erforderlich dazu ist die Einwilligung des Kindes bzw., wenn es noch nicht 14 Jahre alt oder geschäftsunfähig ([. Mangelnde Geschäftsfähigkeit) ist, des Vormunds, der seinerseits wieder die Genehmigung des Vormundschaftsgerichts haben muß. Ist das Kind noch nicht 21 Jahre alt so muß auch die Mutter ihre Einwilligung geben; weigert sie sich, so kann die Einwilligung der Mutter durch das Vormundschaftsgericht ersetzt werden. Ist der Vater verheiratet, so braucht er auch die Einwilligung seiner Frau. Der Antrag des Vaters und die Einwilligungserklärungen müssen gerichtlich oder notariell beurkundet werden. Mit der Ehelichkeitserklärung wird das Kind ein eheliches Kind seines Vaters, erhält dessen Namen, hat Unterhaltsanspruch und Erbrecht wie ein eheliches Kind, wird aber J. Wellhöfer, Telephon 2313, Marh Str. 24 Seltene ttaturur Kunden von den Halligen und vom Wattenmeer enthüll die Neuerscheinung, die alle Naturfreunde und Dogelliebhaber mit Begeisterung lesen und schauen werden: linier MMMlem u.5eeWöen Beobachtungen und Natururkunden aus d. Dogelwelt d. deutschen Nordseebüste. — Bon Eugen Schuhmacher Insgesamt 104 Seiten mit 92 Bildern nach wundervollen Naturaufnahmen. In Leinen gebunden RM. 3.90. Bestellungen nimmt jede Buchhandlung entgegen. Verlangen Sie bitte das ausführliche Werbeblatt. HugoBermühker Verlag Berlin-Lichterfelde 7114 A l s Verlobte grüßen Else Keßler Hugo Krahl Großen-Linden, den 30. Oktober 1937 7084 D Statt Karten Ihre Vermahlung geben bekannt Willi Appel Jngeborg Appel, geb. Davids Gießen, Kaiserallee 49, den 30. Oktober 1937 05349 Hans Hamann Maria Hamann, geb. Peter Vermahlte Gießen, am 30.Oktober 1937 05336 Glatt Karten! Ihre Vermahlung beehren sich anzuzeigen Ernst Nicolai Lina Nicolai, geb. Wagner Großen-Äuseck, Bahnhofstraße 9,31. 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