Ur. 228 Erstes Blatt 187. Jahrgang Donnerstag, 30. September 1937 Lrjchetm täglich, nutzer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Giehener Familienblätter Heimat im Bild • Die Scholle Donatz-Vezugspreir: Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt üernsprechanschliiffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnach richten. Anzeiger Stehen Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11686 Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Oru* und Verlag: vrühlsche Unioerfitätsüruckerei 8. Lange in Sieben. Schristleitung und Seschästrftelle: Schulstratze 7 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis8'/,Uhr des Vormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Textanzeigen von 70 m ni Breite 50 Rpf.,Plahvorschrif1 nach vorh.Vereinbg.25L mehr. Ermäßigte Grundpreise: Stellen-, Vereins», gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf., Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B Oie Friedensbotschaft. Die Tage des italienischen Staatsbesuches in Deutschland liegen hinter uns. Der Duce hat gestern wieder den deutschen Boden verlassen, nachdem er am Vormittaa am Ehrenmal Unter den Linden den deutschen Gefallenen des Weltkriegs seine Ehrfurcht bezeugt hatte und dann noch einmal die wiedererstandene deutsche Wehrmacht, die ihm schon bei den großen Manöoern in Mecklenburg als scharfe und schlagkräftige Waffe zur Verteidigung deutscher Arbeit, deutscher Freiheit und Ehre vor- geführt worden war, nun in dem glänzenden, eindrucksvollen Schaubild einer Parade vor chrem Obersten Befehlshaber hatte sehen können. Mit München, der Hauptstadt der Bewegung, mit Berlin, der Reichshauptstadt, mit Mecklenburg, dem Schauplatz der Wehrmachtsmanöver, mit Essen, der Waffenschmiede des Reiches, mit diesen allen, die den Vorzug hatten, den Duce von Angesicht zu Angesicht zu sehen, hat ganz Deutschland diese Tage des italienischen Staatsbesuches als Festtage der Nation empfunden und jede Phase der Anwesenheit des Duce mit größter Unteilnahme und innerer Bewegung durchlebt. Dem Erneuerer und Führer der befreundeten italienischen Nation einen Willkomm zu bereiten, wie er einem ausländischen Staatsmann noch nicht geboten worden ist, war dem deutschen Volke eine Herzenssache, wollte es doch damit dartun, daß die enge Verbundenheit beider Reiche mehr noch als gemeinsamen politt- schen Interessen dem Gleichklang ihrer Lebens- und Weltanschauung entspringt und daß das deutsche Volk sich eins weiß mit dem italienischen in dem höchsten Wunsch, den Frieden zu wahren, in dessen Schirm sie beide auf den in ihren nationalen Revolutionen gewonnenen neuen Fundamenten stolze Bauten politischer Einheit, kulturellen Blühens und wirtschaftlichen Gedeihens zu errichten im Begriff sind, das römische Imperium und das germanische Reich deutscher Nation, von dem der Führer in Nürnberg sprach. Das ist die wahrhaft schöpferische Revolution, die der Nationalsozialismus und der Faschismus Deutschland und Italien gebracht haben, nicht um niederzureißen, zu zerstören und den Spaltpilz der inneren Auflehnung, den Feind jeder Kultur und jeder Gesellschaftsordnung über die Grenzen zu tragen, sondern um aufzubauen innerlich gesundete, in sich gefestigte Reiche als beste Garanten eines „wirklichen, fruchtbaren Friedens" und zuverlässige Träger einer wahrhaft fördernden Zusammenarbeit der Völker. Bei der großen Kundgebung auf dem Berliner Maifeld, die ein Höhepunkt von überwältigendem Eindruck in der Reihe der glanzvollen Veranstaltungen zu Ehren des italienischen Gastes war und die der Führer selbst mit Recht als eine Völkerkundgebung bezeichnet hat, die ein Bekenntnis aus gemeinsamen Idealen zu gemeinsamen Interessen ausdrückte, das 115 Millionen diesseits und jenseits der Alpen mit heißem Herzen bejahen, bei dieser Kundgebung hat der Duce dem Gedanken Worte verliehen, daß die Unkenntnis der neuen, sich bildenden Wirklichkeit, man mag auch, ohne denen, die es angeht, damit zu nahe zu treten, ruhig sagen, das Nichtkennenlernen wollen der neuen Gesichter, die die nationalen Revolutionen Deutschland und Italien auf- aepragt haben, vielleicht die wesentlichste Ursache für so viele Mißverständnisse zwischen den Völkern und für das Mißtrauen in der Welt ist, das der hartnäckigste Feind jeder Entspannung als Vorstufe eines gesicherten Friedens ist. Es ist nicht von ungefähr, daß die führenden Kreise der sich „Demokratien" nennenden Großmächte des Westens, Regierungen, Parlamente und Presse, obwohl sie den Fortschritt auf ihre Fahne geschrieben haben, die stärksten Elemente unfruchtbarer Beharrung sind, die mit wenigen Ausnahmen gar nicht sehen wollen, daß, wie der Duce es ausgedrückt hat, das Leben der Völker nichts Starres, einmal Gegebenes ist, sondern einem fortwährenden Umwandlungsprozeß unterliegt. Der Duce hat sich schon früher einmal dagegen verwahrt, das faschistische Italien nach dem zwar erheblich bequemeren, aber völlig falschen, weil gründlich veralteten und überholten Bild reisender Engländer der Romantik zu beurteilen. Das gleiche gilt auch für Deutschland, das einem als „Volk der Dichter und Denker" unendlich viel sympathischer war, als die politisch und wirtschaftlich um seinen Lebensanspruch kämpfende Großmacht. Versailles ist tot, und das dort diktierte Weltbild hält der „neu sich bildenden Wirklichkeit" nicht stand, das ist eine Tatsache, die in viele Köpfe in Paris und London noch immer nicht hinein will, weil sie ihnen höchst unbequem ist. Es läge in ihrem eigensten Interesse, wenn sie die Unmöglichkeit einsehen würden, sich durch so sinnwidrige, weil gegen das eigene Leben gerichtete und die gemeinsame Basis der abendländischen Kulturvölker vernichtende Bündnisse alten Stils, wie z. B. den ftanco-sowjet- russischen Militärpakt, gegen eine Entwicklung zu stemmen, die auf nichts anderes als auf eine Neuordnung Europas im Sinne einer Zusammenarbeit national konsolidierter, freier und gleichberechtigter Völker hinausläuft. Von der Völkerkundgebung auf dem Berliner Maifeld haben der Führer des nationalsozialistischen Deutschlands und der Duce des faschistischen Italiens, beispiellos nachdrücklich und wirkungsvoll unterstützt von Millionen ihrer Volksgenossen — auch dies ein Zeichen, wo echte Demokratte, echte Volks- führung in Wahrheit zu Hause ist — eine F riebe ns bo t s ch a f t an die Welt gerichtet, die in ihrer Aufrichtigkeit nicht angezweifelt, in ihrer Ueberzeu- gungskraft nicht erschüttert werden kann. „Kein Volk", so sagte der Führer, „kann sich mehr nach Frieden sehnen, als das deutsche." Und der Duce bekräftigte dies Bekenntnis zum Frieden seinerseits mit den Worten: „Wir, Nationalsozialisten und A Abschied von Deutschland. Oer italienische Regierungschef auf -er Heimfahrt nach Nom. MUH '> lW ß KW M x r LS Wagen und kam ans Fenster. Der Führer trat ebenfalls an das Fenster heran. Als der Führer und Mussolini die letzten Worte wechselten, sah man aus den Zügen Mussolinis den Dank für die Stunden in Deutschland. Jetzt wurde das Abfahrtssignal gegeben. Der mitreißende Rhythmus der italienischen Königshymne und der Giovinezza erfüllte die Bahnhofshalle, als der Zug langsam den Bahnhof verließ. Mussolini winkte vom Fenster aus den ihm zujubelnden Anwesenden zu. Bald nach 16 Uhr ist der Führer, dem u. a. Ministerpräsident Generaloberst Göring, Reichsminister Freiherr von Neurath und Reichsminister Dr. Goebbels folgen, unter dem Jubel der Menge w i e - derin die Reichskanzlei zurückgekehrt. Ueber dem Hause des Reichspräsidenten ist die Standarte des Duce niedergegangen. Die deutsche Grenze überschritten Im Zug des italienischen Regierungschefs, 30. Sept. (DNB.) Wie die Einreise Mussolinis, sein Weg in die Hauptstadt der Bewegung, in das westdeutsche Industriegebiet, den deutschen Norden und zur Reichshauptstadt, so war auch die Heimfahrt begleitet von Kundgebungen betonter Herzlichkeit. Wieder säumten ungezählte Tausende auf den großen und kleinen Bahnhöfen und allen Uebergängen den Fahrtweg, liefen sie von den Stätten ihrer* Arbeit an die Strecke, grüßten die Bauern von den Feldern, bildete die Jugend jauchzend Spalier. Aus allen Türen und Fenstern, von allen Balkonen, aus den vorbeifahrenden Zügen, selbst von den Hausdächern winkten sie Fähnchen und Tücher fchwen- Der Führer verabschiedet sich auf dem Lehrter Bahnhof von M u j s o l i n i — (Scherl-M.) begrüßen und für Ihr in Italien zu Mussolini." kend Lebewohl. Obwohl hinter dem Gast Tage angestrengter staatsmännischer Pflichten lagen, trat er immer wieder dankend an das Fenster. Auch nei der Heimfahrt gab Rudolf Heß im Auftrage des Führers dem Duce das Geleit bis zur Grenze. Mit ihm der dem italienischen Regierungschef gugetcrlre Ehrendien st, den der Duce zusammen mit seinen italienischen Begleitern noch zu einem Abendessen einlud, an dem auch der Stellvertreter des Führers teilnahm. Heute ftüh um 3.34 Uhr wurde d i e Reichs- grenze überschritten. Der Stellvertteter des Führers, Reichsminister Rudolf Heß ver- ließ in Kiefersfelden mit den übrigen deutschen Herren den Sonderzug. ragende Mitglieder der italienischen Kolonie. Dann betraten Mussolini und der Führer die Halle, gefolgt von den italienischen Ministern, Ministerpräsidenten Generaloberst Göring, dem Reichskriegsminister von Blomberg, Reichsaußenminister von Neurath, dem Stellvertreter des Führers, Reichsminister Dr. Goebbels, Reichsführer SS. Himmler, den Botschaftern Attolico und von Has- sell u. a. Neben dem Führer schritt der Duce die lange Reihe der Erschienenen ab. Vor der Tür des Wagens verabschiedete sich der Führer von seinem Gast. Beide schüttelten sich lange und herzlich die Hände. Dann bestieg Mussolini den Mussolini dankt dem Führer Ein Abschiedstelegramm des Duce aus Kufstein. tet: „3n Erinerung an die unvergeßlichen Tage, die ich mit Ihnen und inmitten Ihres herrlichen Volkes verbracht habe, in Dankbarkeit für die Aufnahme, die ich durch Sie und die deutsche Nation gefunden, mit einem herzen voll des Schauspieles der Pracht, der Arbeit und des Glaubens, das Ihr Land in feiner machtvollen Wiedergeburt stolz zeigt, gehen beim Ueberfchreiten der deutschen Grenze meine Gedanken noch einmal zurück zu Euer Exzellenz. Diese Tage haben die geistige Solidarität, die das nationalsozialistische Deutschland und das faschistische Italien verbindet, haben die Festigkeit und die Eintracht ihrer Vorsätze und die Unlösbarkeit ihrer Freundschaft besiegelt. Sie haben in mir selbst meine Bewunderung für Ihr Werk und meine Freundschaft für Ihre Person noch vertieft und lebendiger gestaltet. Empfangen Sie mit dem wiederholten Ausdruck meiner Dankbarkeit meine aufrichtig st en und Fahrt durch Oesterreich. Innsbruck, 30. Sept. (DNB. Funkspruch.) Der Sonderzug mit dem italienischen Regierungschef und seiner Begleitung verließ Donnerstag früh 3.36 Uhr mit 13 Minuten Verspätung bei Kufstein das Reichsgebiet. In Kufftein war ein Aufenthalt notwendig, um das Sicherheits - und Fahrpersonal vor dem Uebergang nach Oesterreich auszuwechseln. Sicherheitsdirektor Dr. von M o e r l bestieg als Leiter der österreichischen Sicherheitsmaßnahmen den Zug. Um 4.51 Uhr früh erreichte der Zug Innsbruck, um nach zwei Mnuten Aufenthalt die Fahrt über den Brenner fortzusetzen. Im Innsbrucker Haupt- bahnhof war der Staatssekretär für das Sicherheitswesen von Skubl anwesend. Um 5.35 Uhr wurde d i e italienische Grenze am Brenner fahrplanmäßig passiert. Die Durchreise des italienischen Regierungschefs durch Oesterreich vollzog sich planmäßig und reibungslos. Berlin, 29. Sept. (DNB.) Die Abschiedsstunde schlägt. Mussolinis Staatsbesuch geht zu Ende. Der Wilhelmsplatz und die Linden, nicht minder aber auch die breiten Straßenzüge zum Lehrter Bahnhof, Sieges-Allee und Königsplatz sind schwarz von Menschen, die ihren Abschiedsgruß darbringen wollen. Immer wieder hört man vor der Reichskanzlei die Rufe „Führer, Duce? Führer, Duce!" und den Spruch „Lieber Duce, laß dich sehn und sage uns auf Wiedersehn?" Kemer läßt den Blick vom Balkon. In zehn Minuten soll der Zug schon äbfahren, jetzt müssen sie kommen. Und in der Tat: die beiden Fen st er zum Balkon öffnen sich. Der Jubelsturm wird zu einem Orkan, als Mussolini in hellblauer Uniform sich an der Seite Adolf Hitlers noch einmal den Berlinern zeigt und ihnen noch einmal für ihre Begeisterung dankt. Wenige Minuten später schlägt die Welle der Begeisterung dem Duce und dem Führer entgegen, die nun ihren Wagen zur Abfahrt besteigen. Nach allen Seiten grüßend, dankten der Duce und der Führer für die Huldigungen Nach der Fahrt durch em oielgheöriges Spalier winkender und grüßender Menschen in den „Linden" und in der Siegesallee langten die Wagen vor dem Lehrter Bahnhof an. Das Hauptportal war mit dem Hoheitsadler, Liktorenbündel und deutschen und italienischen Fahnen geschmückt. Vor dem Bahnhof standen SS.-Verfügungstruppe, Hitler-Jugend und Jungvolk und weiter zurück eine nach Zehntausenden zählende Menschenmenge, die dem Duce die letzten Abschiedsgrüße zurief. Fascio und Balilla hatten vor der Absperrung ihre Plätze. An der Seite des Bahnhofs marschierte das Ehrenbataillon mit klingendem Spiel auf. Führer und Duce schreiten unter den Klängen der Nationalhymnen beider Nationen die Front des Ehrenbataillons ab. Vor dem Hauptportal bleiben Führer und Duce noch einmal stehen, sie wenden sich der Menge zu und danken für die herzliche Abschiedskundgebung. Dann begeben sie sich in die Bahnhofshalle. Lange schon vor der Abfahrt des Duce hatten sich auf dem prächtig geschmückten Bahnsteig die Mitglieder der R e i ch s r e g i e r u n g, die Reichsleiter, die Staatssekretäre, die in Berlin anwesenden Gauleiter, die Generalität und Admiralität versammelt. Von ftemden Diplomaten sah man den Botschafter Spaniens und die Gesandten Oesterreichs und Ungarns, ebenso hervor- R o m, 30. Sept. (DNB. Funkspruch.) Beim 23er- herzlichsten Wünsche für Sie lassen des deutschen Bodens hat Mussolini an den, großes Land. In der Erwartung Sie Führer folgendes Telegramm aus Kufttein gerich- Faschisten, wollen den Frieden und werden immer bereit sein, für den Frieden zu arbeiten, einen wirklichen, fruchtbaren Frieden der die Fragen die sich aus dem Zusammenleben der Volker ergeben, nicht mit Stillschweigen übergeht, sondern sie löst." Und mit aller Entschiedenheit hat sich der Duce gegen die Unterstellung verwahrt, als ob hier bei seinen Besprechungen in Berlin etwas gesponnen worden sei, was das schon genug gespaltene Europa noch weiter spalten könnte. .Der ganzen Welt, die sich gespannt fragt, was das Ergebnis der Begegnung von Berlin sein wird: Krieg oder Friede können wir beide, der Führer und ich, mit lauter Stimme antworten: Friede!" Freilich ein Friede so dürfen wir hinzufügen, der den lebendigen Kräften vorwärts- und aufwärts strebender Nationen den Weg freigibt, sich auszuwirken im Sinne der Sicherung und Mehrung gemeinsamen europäischen Kulturguts, statt sie in Fesseln wirt- wirtschaftlicher Abhängigkeit zu halten, die für stolze und selbstbewußte Völker unwürdig und lebensbe- drohenL sind. Der Duce hat mit Empörung an die Wirtschaftssanktionen des Genfer Völkerbundes erinnert, die Italien bei feinem ostafrikanischen Feldzug in den Rücken fallen sollten, aber wie der Duce mit Genugtuung feststellte ihr Ziel nicht erreichten, ja dem faschistischen Italien sogar Gelegenheit gaben, der Welt seine Widerstandskraft zu beweisen. Der Führer hatte schon darauf angespielt, daß damals die Stunde gekommen war, in der Deutschland sich voll Dankbarkeit daran erinnerte, daß Italien sich an den Demütigungen und Kränkungen der Sieger des Weltkrieges nicht beteiligt hatte, und der Duce erwiderte ihm „Wir werden das niemals vergessen!" Es war der Auftakt zur Achse Berlin—Rom, die sich nicht gegen andere Staaten richtet, keine Blockbildung im Sinne der Vorkriegsdiplomatie sein will, sondern Kristallisationskern eines neuen Europa, das in offener und aufrichtiger Zusammenarbeit und nicht in mißtrauischem Gegeneinanderstehen seine wahre Friedensmission sieht. Aber mit allem Nachdruck hat auch der Duce auf den Feind dieser Mission hingedeutet, mit dem es keinen Ausgleich, keine Verhöhnung gibt: den Bolschewismus, dem er Kampf mit dem Wort und mit der Waffe ansagte und an die Tausende von italienischen Freiwilligen erinnerte, die in Spanien für die Rettung europäischer Kultur gefallen sind. Ob diese Voraussetzungen jeder europäischen Zusammenarbeit heute in Frankreich und England auf mehr Verständnis stoßen, als zu Beginn der Sowjeteinmischung in Spanien, mag immer noch fraglich erscheinen, wenn auch das Fernhalten des Bolschewismus vom Mittelmeer, wie es in Nyon beschlossen wurde, ein Hoffnungsschimmer bedeuten kann. Auf der Berliner Völkerkundgebung wurde ein Friedensangebot gemacht, wie es großzügiger, aufrichtiger und eindringlicher nicht gedacht werden kann. Daß die Friedensbotschaft in aller Welt richtig verstanden und gewürdigt werde, daß sie überall auf empfängliche Herzen treffen möge, das ist der heiße Wunsch zweier großer Völker, die aus voller Ueberzeugung und in ehrlichem Willen zu Verständigung und Zusammenarbeit hinter die Friedenswörte ihrer Führer treten. Dr. Fr. W. Lange. Oie große Wehrmachtsparade vor -em Duce. Auf der Ehrentribüne. Der Platz vor der Technischen Hochschule ist bis auf zwei mächtige goldene Symbole mit den Hoheitszeichen Italiens und Deutschlands und bis auf die Fahnengalerie an der Dachbrüstung der Hochschule ohne Schmuck geblieben. Dem Haupteingang gegenüber ist ein kleines mit Eichenlaub , abgedecktes Podium errichtet. Die Sraße ist an dieser Stelle auf eine Länge von etwa 100 Meter um das Doppelte verbreitert. An beiden Seiten weht die Reichskriegsflagge. Die SS.-Absperrmannschaften tragen weißes Koppelzeug. Auf den kilometerlangen Tribünenaufbauten beherrscht das Bunt der deutschen und italienischen Uniformen das Bild. Wieder ist das aanze offizielle Deutschland erschienen. Auf der Auffahrt zur Technischen Hochschule haben die faschistischen Organisationen, Balilla und Iung- italienerinnen in weißen Blusen und weißen Tellermützen einen bevorzugten Platz erhalten. Die Kriegs- und Arbeitsopfer haben gegenüber der für die Regierung und die Ehrengäste bestimmten Tribüne ihren Platz. Nun brausen Jubelstürme vom Wilhelmsplatz hinüber zur Ecke Unter den Linden. Der Führer erscheint, hinter ihm Reichskriegs^ninister Generalfeldmarschall von Blomberg und die Oberbefehlshaber der drei Wehrmachtsteile. Der Kommandant des III. Armeekorps, General der Infanterie von Witzleben, erstattet Meldung: „Mein Führer! Ich melde zur Parade angetreten: 591 Offiziere, 13 095 Unteroffiziere und Mannschaften, 1894 Pferde, 145 bespannte Fahrzeuge, 613 Kraftfahrzeuge und 144 Krafträder." An den Truppen vorbei. In dem Jubel um den Führer mischen sich die Heil- und Duce-Rufe, die Mussolini ankündigen. An der Ecke Unter den Linden -Wilhelmstraße verläßt er seinen Wagen. Der Führer begrüßt ihn herzlich. Die beiden Staatsmänner besteigen hierauf den ersten Kraftwagen und fahren stehend unter den Klängen des Präsentiermarsches, dem das Deutschland- und Horst-Wessel-Lied folgt, die angetretenen Truppen ab. Hinter ihnen der Reichskriegsminister und die Oberbefehlshaber der drei Wehrmachtsteile. Der Generalstabschef der italienischen Wehrmacht Marschall B a d o g l i o fährt mit Generalfeldmarschall von Blomberg zusammen. Man sieht Generaloberst Göring, den Generalstabschef des italienischen Heeres, General P a r i a n i, Stabschef der Faschistischen Miliz und General Russo, mit dem Oberbefehlshaber des Heeres, Generaloberst Freiherr von Fritsch, und der Kriegsmarine, Generaladmiral Dr. h. c. Raeder. Der Vorbeimarsch. Punkt 11.20 Uhr hört man aus der Richtung Eharlottknburger Brücke die ersten Klänge des Parademarsches. Der Führer tritt die zwei Stufen auf das Podium hinaus, rechts neben ihm Mussolini. Rechts von ihnen nimmt der Oberbefehlshaber der Wehrmacht, Generalfeldmarschall v. Blomberg, Aufstellung, zur Linken der Oberbefehlshaber des Heeres, Generaloberst Freiherr v. Fritsch Hinter ihnen die Oberbefehlshaber der beiden anderen Wehrmachtsteile. Die Parade wird angeführt von dem Kommandierenden General des III. Armeekorps, General der Infanterie v. W i tz l e b e n , der mit gezogenem Degen den Truppen ooranreitet. Das Seer. Die Spitze des Vorbeimarsches bilden die Fuß- truppen des Heeres zunächst das Wach- regiment Berlin unter Oberst von Alten. In blendendem Paradeschritt marschiert die Truppe auf der leicht mit Sand bestreuten Straße in geschlossenen Regimentsblocks und Zugfront vorbei. Hinter dem Regimentskommandeur die Bataillonskommandeure mit ihren Adjutanten und in einer Reihe zu Pferde die Kompanie-Chefs, dann die Spielleute und das Musikkorps, die gegenüber dem Führer- Podium nach links ausschwenken. Es kommen die Bataillonsfaynen, geleitet von Fahnenoffizieren, und nun die Blocks der Infanterie. Dem Wachregiment folgt das I. Bataillon des Jnfanterie-Lehr- regiments. dann das JR. 30. Die Fußmannschaften der Maschinengewehr-Kompanien tragen das Gewehr ebenfalls mit aufgepflanztem Seitengewehr straft anaezogen am Riemen über der Schulter Dahinter fayren die berittenen Staffeln mit je troei Maschinengewehren auf den Fahrzeugen -r Fahrzeuge in straff ausgerichteter Reihe, K-"" -erspännig die Begleitzüge und MG- Kompai^ ' ii Abschluß der Infanterie-Regimenter machi icils die Jnfanterie-Geschütz- kompanie mit ihren Fahrzeugen in zwei Gliedern. Jetzt geht mit seiner schwarzen Fahne das Pionier-Bataillon VI als Abschluß des Fußmarsches des Heeres vorbei Man muß bei diesem Parademarsch daran denken, daß diese Truppen eben fünf schwere Manöverwochen hinter sich haben Es sind auch Teile der verschiedenen Armeekorps und Divisionen, die an den Wehrmachtsmanövern beteiligt waren, zur Parade herbeigezogen worden In den letzten 14 Tagen haben die Fußtruppen durchschnittliche tägliche Marschleistungen von 40 bis 60 Kilometer vollbringen müssen Um so mehr Eindruck macht dieses Paradebild. An der Spitze der im Trab vorhergehenden b e • rittenen Truppen reitet das Kavallerieregiment 15. Es ist ein wundervolles Bild, das Trompeterkorps ausschwenken zu sehen Im Galopp schlägt der Kesselpauker einen großen Bogen hinter dem Trompeterkorps herum, um sich an den rechten Flügel zu setzen. Und nun folgt Schwadron auf Schwadron im elegantem Trabe, wie am Schnürchen ausgerichtet, am Schluß die vier MG.° Staffeln. Der Kavallerie mit ihrer gelben Standarte folgen die roten Standarten der Artillerie, A.-R. 18, das A.-R. 6 und die I. Abteilung des A.-R. 54, jeweils drei Geschütze nebeneinander. In mehreren Berlin, 29. Sept. (SNB.) Um 10.35 Uhr fuhr Mussolini, begleitet von General L i st und Außenminister Graf C i a n o sowie dem Chef des Protokolls, Gesandten von Bülow- Schwante, zum Ehrenmal Unter den Linden, um die Gefallenen des Weltkrieges zu ehren. Wie aus Erz gegossen standen die beiden Posten auf den Stufen des Ehrenmals, während rechts davon am Schornhorst-Denkmal 20 Kriegsbeschädigte, zehn Selbstfahrer und zehn Kriegsblinde, Platz gefunden hatten. Sechs Schwarzhemden brachten den Lorbeerkranz des Duce, der auf grün-weiß-rotem Band in goldenen Buchstaben die Inschrift trug: „Benito Mussolini Anno XV" Dazu auf jeder Schleife das Liktorenbündel. Das Ehrenbataillon aus zwei Kompanien des Heeres und je einer Kompanie der Marine und der Luftwaffe marschierte auf. Zahlreiche hohe italienische Offiziere fanden sich ein, unter ihnen Marschall B a d o g l i o und General Balle, ferner Reichsminister Dr. Frank mit den Ministern Starace und Alfieri, der Gesandte Rocco und Botschafter von H a s s e l l. Gliedern rücken die berittenen Mannschaften an. dann die schweren Batterien mit ihren besonderen Lafetten- und Rohr-Wagen. Jetzt dröhnen die Mo- tore. Motorisierte Artillerie, und zwar die 3 Abteilung des A.-Lehrregiments 4, gefolgt von der Nachrichtenabteilung, wieder jeweils mit drei Geschützen bzw. Lafettenwagen nebeneinander, kommt im Trabtempo vorbei. Marine und Luftwaffe. Als die II. M a r l n e-U n t e r o f f i z i e r-L e hr- a b t e i l u n g mit ihrer blau-weiß leuchtenden Fahne anrückt und die Spielleute einsetzen, tritt Generaladmiral Raeder an Stelle von Generaloberst Freiherr von Fritsch neben den Führer. In der leuchtenden Sonne bieten die blauen Jungs mit ihren weißen Blusen und Mützen und den langen, in die hohen Stiefelschäfte mit weitem Ueberhang hineingesteckten Hosen ein unerhört farbenfreudiges Bild. Wieder wechselt der Oberbefehlshaber zur linken Seite des Führers. Generaloberst Göring meldet als Oberbefehlshaber der Luftwaffe den Vorbeimarsch der ihm unterstehenden Wehrmachtsteile. Den Vorbeimarsch der Luftwaffe eröffnet der Höhere Kommandeur der Flakartillerie II, Generalmajor Weise, dem in ihren blaugrauen Das Ehrenbataillon präsentierte. Mussolini schritt, begleitet vom Kommandanten von Berlin, Generalmajor von Seifert, und General L i st, unter den Klängen der italienischen Nationalhymnen die Front des Ehrenbataillons ab. Dann begab sich der Duce zu den deutschen Schwerkriegsbeschädigten, von denen er jeden einzelnen begrüßte, und begab sich ins Ehrenmal, um dort einige Augenblicke still zu verweilen. Nach dem Verlassen des Ehrenmals nahm der Duce den Vorbeimarsch des Ehrenbataillons ab und fuhr zu der Großen Parade. Frühstück beim Führer im kleinsten Kreise. Berlin, 29. Sept. (DNB.) Im Anschluß an die Parade fand beim Führer und Reichskanzler ein Frühstück im kleinsten Kreise statt, an dem der Duce, Außenminister Graf C i a n o , Botschafter Attolico , Ministerpräsident Generaloberst G ö - ring, Reichsminister des Auswärtigen Freiherr von Neurath, Generalfeldmarschall von Blomberg und der deutsche Botschafter in Rom von Hassell teilnahmen. Hieran schloß sich eine längere politische Aussprache. Blocks die Kolonnen des Luftwaffenregiments zu Fuß folgen. Daran schließen sich die motorisierten Teile, voran die I. Schwere Abteilung des Flak-Lehrregiments, dann die I. Schwere Abteilung des Flak-Regiments 22 und die II. Leichte Abteilung des Flakregiments 22. Hinter den Lafetten- und Rohr-Wagen sieht man die gewaltigen Scheinwerfer und die Richtungshörer, ferner die schweren 8,8-Zentimeter-Geschütze und die kleinen, elegant wirkenden 3,7-Zentimeter-Geschütze. Die panzettruppen. Wieder tritt Generaloberst Freiherr von Fritsch neben den Führer. Den Abschluß des Vorbeimarsches bilden die Panzertruppen des Heeres. Sie werden geführt von Generalmajor Guderian, dem Kommandeur der III. Panzerdivision. In Reihen zu 2)ritt kommen zunächst Lie leichten Panzerkampfwagen des Panzerregiments»4. Man sieht die Führer in ihrer schmucken schwarzen Uniform mit dem Oberkörper aus ihrem Wagen herausragen. Schwerere Panzerwagen schließen sich an. Sahn folgt das S ch ü tz e n r e g i m e n t 2 mit seinen Dreierkolonnen von dreiachsigen Kraftwagen, die Panzerabwehrkanonen hinter den Fahrzeugen. Ein besonders fesselndes Bild bietet dann das Kraftrad-Schützen-Bataillon 1. Motorisierte Artillerie schließt sich an, bie 1. Abteilung des A.-R. 73 mit ihren leichten Kanonen und Haubitzen und die 2. Abteilung des A.-R. 54 mit ihren schweren Geschützen. Dann gehen die Panzerspähwagen und andere Kampftahrzeuge der Aufklärungsabteilung 9 vorbei, denen sich die P a n z e r a b w e h r a b te i l u n g 3 8 anschließt. Den Abschluß machen die Fahrzeuge der Kraftfahr-Kampftruppen-Schule. Um 12.40 Uhr ist der Vorbeimarsch beendet. Der Führer spricht noch einen Augenblick mit Generalfeldmarschall von Blomberg und den Oberbefehlshabern der Wehrmachtsteile. Man sieht, wie Mussolini ihn zu diesem Vorbeimarsch beglückwünscht. Unter brausenden Jubelrufen der Menge besteigen Mussolini und Hitler den Wagen und fayren stehend und grüßend zur Stadt zurück. Kabinettssitzung in London. Spanien und der Ferne Osten. London , 29. Sept. (DNB.) Das englische Kabinett ist am Mitwoch unter dem Vorsitz von Ministerpräsident Chamberlain zusammengetreten. Zunächst stimmte das Kabinett der englisch-französischen Note an die italienische Regierung über Spanien zu, die Ende der Woche in Rom überreicht werden wird. Reuter schreibt, daß hinsichtlich des Funktionierens des Arrangements von Nyon und der italienischen Beteiligung an der Mittelmeerpatrouille eine optimistische Stimmung unter den Ministern geherrscht habe. Man habe die Ansicht vertreten, daß die geplanten englisch-italienischen Besprechungen auch die Zusammenarbeit für eine Lösung des spanischen Konfliktes umfassen sollen. Laut Preß Association werde die Note auf die Notwendigkeit Hinweisen, daß die Mächte, die das Nichteinmischungsabkommen unterzeichnet haben, dieses Abkommen dem Buchstaben und dem Geiste nach genau befolgen müßten. Das Kabinett beschäftigte sich dann mit der L a g e im Fernen Oft en, wobei auch Berichte über die Bombardierung der Zivilbevölkerung besprochen wurden. Man glaubt nicht, daß der Vorschlag zu einem Boykott japanischer Waren von der englischen Regierung gebilligt werde. Wie verlautet, werde die englische Regierung jedoch im Notfälle bereit fein, als Vermittler zwischen den beiden Streitparteien im Fernen Osten aufzutreten. Möglicherweise ist auch die Frage erörtert worden, ob nicht eine „schärfere Aktion" als die Entsendung von Protestnoten an Tokio unternommen werden könne. Neuer japanischer Anqriff an der Schanghai-Front. Tokio, 29. Sept. (DNB.) Nach gründlicher Vorbereitung durch Artillerie und Flugzeuge gingen die japanischen Marinetruppen am Mittwochmorgen von der Internationalen Niederlassung aus in breiter Front vor und besetzten gegen Mittag die Ortschaft Tschiangwan westlich von der Eifenbahnstrecke Schanghai—Wusung. Andere japanische Truppenteile nahmen den Vormarsch auf Liu- tschiahang auf, das in Richtung auf Schanghai auf halbem Wege zwischen Lotten und Tatschang liegt. Japanische Marineflugzeuge unternahmen einen Angriff auf die 417 Kilometer südlich von Tientsin gelegene Eisenbahnstation H f u ■ tschau, wo sie Munitionslager und Truppen-Transportzüge bombardierten. Andere Flugzeuge belegten Flugplätze und Munitionslager in verschiedenen Städten der Provinz K i a n g s u mit Bomben. Im Süden griffen japanische Flieger den Flugplatz der 35 Kilometer nördlich von Macao gelegenen Stadt Tangtschiau an. Kleine politische Nachrichten. Der Führer und Reichskanzler hat dem Arzt im Hospital der Kaiserswerther Schwestern in Jerusalem, Dr. Eberhard G m e l i e n, den Titel „Professor" verliehen. Der spanische Regierungsausschuß hat ein Dekret erlassen, wonach in Erinnerung an den Tag, an dem General Franco „wegen seiner vaterländischen Gesinnung, seines soldatischen Mutes und seines Opfergeistes" zum „Obersten Führer der Spanien rettenden Bewegung" eingesetzt wurde, der 1. Oktober zum „Nationalfest des Führers" erklärt wird. Die konservative „M o r n t n g P o ft" wird vom „Daily Telegraph" übernommen. Beide Zeitungen werden als eine Londoner Morgenzei- tung herausgegeben unter Leitung von Lord Garn- rose, der bereits im Juli die Kontrolle der „Mor- ning Post" übernommen hatte. Die „Mornina Post" gibt finanzielle Schwierigkeiten als Grund für ihr Eingehen als selbständige Zeitung an. Sie war 1772 gegründet und damit die älteste Zeitung Englands. Amtlich wird mitgeteilt, die brittjche Regierung werde das Parlament aufforöern, die Zahlung von n?00 P/und (rund 60 000 Mark) für den britischen Botschafter in China Sir Hughes Knatch- ' ull - H u g e s s e n zuzusttmmen, da der Botschafter chwere Verletzungen erlitten habe, durch die seine Gesundheit möglicherweise beeinträchtigt würde. Der Urheber des viel erörterten Teilungsplanes ur Palästina, Lord Peel, ein früherer Indien- mmifter, ist im Alter von 70 Jahren in Petersfield gestorben. - -*v 1 M A % 9 *.» - W' AM •X *■ #■ i • Sie Panzerwagengruppe beim Vorbeimarsch vor dem Führer und Mussolini. Links vom Suce Reichskriegsminister Generalfeldmarschall von Blomberg, Generaloberst @ o r i n g, dahinter Generaladmiral Raeder; rechts vom Führer Generaloberst Freiherr von Fritsch (Scherl-Bilderdienst-M.) 1 J* ..* * Ä bk. MW I Iw <■ M ■ 1 HK M ME J MWM ■ ? ■< 1 Bk vH .K MM Äs» % Am Ehrenmal Unter -en Linden. Mnffolini ehrt die Gefallenen des Weltkrieges. Mussolini begrüßt vor dem Ehrenmal Unter den Linden deutsche Kriegsopfer. (Scherl-Bilderdienst-M.) Erntedanksest. ,r.. kam es wieder einmal zu schweren Zwischenfällen mit den Behörden. Die ganze Dorfbevölkerung hatte sich bei der Versteigerung des Bauernhofes eingefunden und machte durch ihr geschloffenes Auftreten die angesetzte Versteigerung unmöglich. Die örtlichen Polizeikräfte erwiesen sich als zu schwach, die Versteigerung mußte auf einen unbestimmten Termin vertagt werden." Es sind erst fünf Jahre her, seit wir täglich solche Meldungen in der deutschen Presse lasen. Man mach-te von ihnen gar nicht mehr viel Aufhebens, denn sie waren bereits zu einem festen Bestandteil der täglichen Nachrichten geworden, es verging kein Tag, an dem nicht Zwangsversteigerungen durchgeführt bzw. durch das geschlossene Auftreten der Bevölkerung unmöglich gemacht wurden. Einen wie ungeheuren Umfang diese zwangsweise durchgeführte Enteignungen deutschen Bodens bereits angenommen hatten, zeigt zur Genüge die Tatsache, daß der Umfang des in den Jahren 1924 bis 1932 zur Zwangsversteigerung gekommenen Bodens der landwirtschaftlich genutzten Fläche des Landes Thüringen entsprach! Wie in weiter Ferne liegen jetzt diese Dinge, und doch ist es er st ein halbes Jahrzehnt her, daß das Bauerntum verbittert und verzweifelt war, weil es sich dem Nichts gegenüber sah, weil es wußte, daß all feine Anstrengungen und Bemühungen letzten Endes doch vergeblich waren. Das System von Weimar stand dem Bauerntum fremd und ablehnend gegenüber, es tat nichts, um den Gegensatz zwischen Stadt und Land zu mildern, ja, es erreichte durch seine verkehrte Politik nur noch eine immer weitere Zuspitzung dieses Gegensatzes, es erreichte aber auch, daß der Bauer sich völlig von diesem System abwandte und für Den Nationalsozialismus gewonnen werden konnte. In unser aller Erinnerung sind noch die großen Bauernversammlunaen der Jahre 1931 und 1932 unter dem Zeichen der Hakenkreuzfahnen, bei denen führende Nationalsozialisten das Wort ergriffen. Die Stellung des Nationalsozialismus zum Bauerntum ist immer fest umrissen gewesen und hat sowohl in des Führers Buch „Mein Kampf" wie im Parteiprogramm ihre Verankerung erfahren. —- So war es denn nach der Machtübernahme selbstverständlich, daß sofort zielbewuht mit der Durchführung der Maßnahmen begonnen wurde, welche zum Ziel hatten, dem völlig darniederliegenden Bauernstand zu helfen. Wenige Wochen nach dem 30. Januar verkündete der Führer in einer Rede in Berlin, daß des Bauern Gesunderhaltung die erste Voraussetzung für das Blühen und Gedeihen unserer Industrie, unseres Binnenhandels und unseres Exportes sei. Und er betonte weiter, daß das, was die Gesamtwirtschaft einschließlich unserer Exportindustrie dem gesunden Sinn des Bauern verdanke, überhaupt durch kein Opfer geschäftlicher Art abgegolten werden könne. Damit war der Weg klar vorgezeichnet. Zusammenhalten hieß die Parole. Es wurde Schluß gemacht mit dem gegenseitigen Ausspielen der einzelnen Berufsstände, eine Methode, die bislang zum Schaden der gesamten Nation geübt worden war * Nun feiern mir zum 5. Male das Ernte- d a n k f e st im neuen Reich. Diese Feierstunde der Nation, die mit der großen Kundgebung auf dem Bückeberg ihren Höhepunkt erfährt, ist längst nicht mehr eine reine Angelegenheit der bäuerischen Bevölkerung, sondern ein Fest, an dem das ganze Volk Anteil nimmt, ein Fest, an dem sich Stadt und Land zusammenfinden, um ihre enge Verbundenheit, von der vor einem halben Jahrzehnt noch nicht das geringste zu spüren war, zum Ausdruck zu bringen. Gemeinsam finden sich alle im Bekenntnis zur wiedergeeinten Nation zusammen. Als vor vier Jahren um diese Zeit das deutsche Volk zum ersten Male im Reiche Adolf Hitlers das Erntedankfest beging, da trug diese Feierstunde einen besonderen Charakter, weil zwei Tage vorher ein Gesetz verkündet worden war, welches mit einem Schlage das Bauerntum den Einflüssen des kapitalistischen Bodenrechtes, welches den Boden als Handelsware betrachtete, entzog: das Reichserb- h o f g e s e tz , dessen vierjährigen Geburtstag wir nun feiern können. Damals wurde die große Bedeutung dieses Gesetzes nicht von allen sogleich erkannt, es war manchen Mißdeutungen ausgesetzt, um welche es erst im Laufe der Zeit ruhiger wurde. Jetzt, nach vier Jahren, weiß jeder, wie segensreich sich dieses Gesetz ausgewirkt hat, durch das bestimmt ift, daß die bäuerlichen Erbhöfe grundsätzlich unveräußerlich, unteilbar, unbelastbar und gegen Zwangsvollstreckung geschützt sind. Am 1. Oktober 1936 waren in Deutschland 700 000 Bauernhöfe, das sind 35,3 v. H. der forst- und landwirtschaftlich genutzten Fläche Deutschlands zu Erbhöfen erklärt worden. Dieser in der Geschichte des Bauerntums der ganzen Welt einzig dastehende Erfolg hat weit über die Grenzen unseres Reiches in nahezu allen Ländern der Erde stärkste Beachtung gefunden, und wir können mit Genugtuung feststellen, daß in mehr als einem Staat Ansätze zur Durchführung ähnlicher Maßnahmen vorhanden sind Der Nationalsozialismus hat sich aber damit nicht begnügt, sondern ist sofort daran gegangen, eine weitere wichtige Forderung seines Programms in die Tat umzusetzen: die Neubildung deutschen Bauerntums. In allen Gauen unseres Reiches sind in den letzten Jahren Tausende von neuen Siedle?stellen geschaffen worden, welche vor allem kinderreichen Familien eine ausreichende Lebensgrundlage bieten. Um dieses Werk weiterhin durchzuführen und planmäßig auszubauen, werden, wobei wir hier besonders der Leistungen des Reichsarbeitsdienstes gedenken müssen, in friedlicher Arbeit neue Provinzen geschaffen, damit unsere landwirtschaftliche Produktion erhöht werden kann und wir hinsichtlich der Einfuhr so unabhängig wie nur irgend möglich vom Ausland werden. Der Reichsarbeitsführer hat auf dem Parteikongreß zu Nürnberg betont, daß die in Landeskulturarbeiten geleistete Jahresarbeit von 200000 Mann Reichsarbeitsdienst es ermöglicht habe, daß 50000 Volksgenossen m e h r von dem Ertrag des deutschen Bodens leben können. Das sind Zahlen, welche wohl zur Genüge die Bedeutung dieser einzig dastehenden Maßnahmen vor Augen führt. In allen Gauen unseres Volkes find in den letzten Jahren weite Flächen brachliegenden Landes der Kultivierung erschlossen, sind neue Dörfer — hinge- wiesen sei nur auf das kürzlich eingeweihte Hierls- hagen — gegründet worden, haben Tausende und aber Tausende von Familien eine Existenz gefunden. Es würde zu weit führen, hier eine eingehende Leistungsbilanz unserer Agrarpolitik zu geben. Ob wir nun an die Erfolge der Erzeugungsschlacht denken, auf die Marktordnung Hinweisen, welche alle Schwankungen und Störungen in der Preisbildung ausgeschaltet hat, oder ob wir an die Erfolge erinnern, die bereits in der Regelung der Wohnungsfrage der Landarbeiter zu verzeichnen find, auf Schritt und Tritt sehen wir, daß alle diese brennenden Probleme, welche von den früheren Machthabern völlig vernachlässigt wurden, zielbewußt in Angriff genommen sind und planmäßig durchgeführt werden. So wird am kommenden Erntedankfest die ganze Nation, insbesondere aber die bäuerliche Bevölkerung, sich voll Dankbarkeit ^usammenfinden, um dem Führer, um Deutschland zu geloben, daß sie auch weiterhin alle Kräfte einsetzen will, um dem deutschen Boden neuen Lebensraum abzuringen, um allen schaffenden Deutschen das Brot zu geben, auf das sie Anspruch haben. Die verbrauchende Bevölkerung aber wird daran denken, daß sie die Erzeugnisse des bäuerlichen Schaffens nicht leichtsinnig verschwenden darf. Denn das Brot ist heilig. Wer das fertige Brot nicht ehrt und es achtlos verderben läßt oder gar fortwirft, der macht sich des gleichen Unrechtes schuldig wie der, der sein Getreide nicht ordnungsgemäß abliefert. Und das gleiche gilt von all den anderen Früchten des Feldes, die durch die Hand der Hausfrau gehen. Die beste Ernte ist vergeblich, wenn die Hausfrauen sie nicht verantwortungsvoll verwerten. Sie sind recht eigentlich die Treuhänderinnen dafür, daß des Bauern Mühe und Sorge nicht umsonst gewesen ist das ganze Jahr hindurch. So gehören Stadt und Land untrennbar zueinander in der gleichen Treue. Wenn beim Erntedankfest auf dem Bückeberg eine Bäuerin dem Führer die Erntekrone überreicht, so ist das wie ein Gelöbnis des ganzen deutschen Bauerntums, immer aufs neue bereit zu fein, sich mit aller Arbeitskraft in den Dienst des Volkes zu ftellen. Wir wollen es zugleich auch als ein Gelöbnis aller deutschen Hausfrauen werten, das vom Bauern eingebrachte Gut zu hüten und zum Wohl und Nutzen des ganzen Volkes zu verwalten. Wer hierin auch im kleinsten seine Pflicht erfüllt hat, der hat ein Anrecht auf die frohe Glücksstimmung des Erntedanksestes Ostpreußens Erntekrone für den Führer. In der Bauernschule Rippkein wurde die Erntekrone fertiggestellt, die dem Führer am Sonntag beim Erntedankfest auf dem Bückeberg überreicht werden wird. — (Scherl-M.) W 4 s WWW Mussolini als Gast Görings in Karinhall K *» All MM r ■ MM- "" IV h >< • Mussolini im Garten mit Generaloberst Göring und Frau Emmy Göring. (Scherl-Bilderdienst-M.) Marbeit des Sparers am Wirlschastsausbau. Reichsbankpräsident Or. Schacht auf dem Essener Gparkassentag. Essen, 29. Sept. (DNB.) Auf dem 7. Allgemeinen Sparkassen- und Kommunal- banken-Tag machte Reichsbankpräsident Dr Schacht Ausführungen über die Notwendigkeit des Sparens. Seit 1933 seien die Spareinlagen bei den Sparkassen von rund 10 Milliarden Reichsmark auf mehr als 15 Milliarden angewachsen, eine gewaltige Leistung, die aber nur neuer Ansporn sein dürfe: „Wir müssen d ? n Weg des Sparens weitergehen um der Zukunft unseres Volkes willen'" Nur dadurch, daß ein immerwährender Strom von Ersparnissen die Wirtschaft durchflutet, nur dadurch kann sie leben und wachsen. Auch Steuern seien Ersparnisse, wenn auch erzwungene, die durch freiwilliges Sparen ergänzt werden müßten. Ein anderer Weg des „Zwangsparens" sei die Inflation, aber sie müsse auf jeden Fall abaelehnt werden-, denn sie nimmt dem Güteraustausch seine rechnerische Grundlage, und eine Wirtschaft, die nicht mehr rechnen kann, sondern dem Zufall aus- geliefert wird, muß versagen. Dann widerlegte Dr. Schacht eingehend die Vorwürfe einer Inflationspolitik, die man ihm im Auslande mache, und hielt dem die Erfolge feiner Währungspolitik entgegen. Er habe eine Gesundung des Ka pi talmarktes erreicht und fei den Weg der Kreditausweitung gegangen. Auf dieser Basis habe das Reich wieder vernünftigerweise daran gehen können, Anleihen aufzunehmen. Damit war die Möglichkeit geschaffen, die Kreditausweitung der Reichsbank langsam auf dem Kapitalmarkt zu konsolidieren. Eine dauernde Kontrolle des Kapitalmarktes war hierzu das notwendige Instrument. Eine außerordentliche 23 erbe H e r u ng in den Gemeindefinanzen sei durch diese Wirtschaftspolitik der nationalsozialistischen Staatsführung erzielt worden. Nachdem die Weigerung der Siegermächte, ihr im Versailler Vertrag gegebenes Versprechen der Abrüstung einzulösen, Deutschland zur Aufrüstung gezwungen hatte, brachte die Finanzierung dieser Aufgabe ein neues Problem Rohstoff- und Nahrungsmittelproblem traten in den Vordergrund. Die Auswirkungen dieses Problems müssen sich zuerst und am stärksten in der Außenhandels- Wirtschaft zeigen. Hier traten Mitte 1934 die ersten nennenswerten Devisenschwierig kei- t e n auf. Wir mußten damals von dem ursprünglich nur teilweisen zu einem vollen Transfer- moratorium übergehen. Wenn wir unsere Währungsparität erhalten wollten, mußten wir neue Wege gehen. Das haben wir getan durch eine entschlossene Umste11ung unserer gesamten Außenhandelswirtschaft Ich habe im Herbst 1934 den „Neuen Plan" eingeführt und gleichzeitig haben wir die Erzeugung heimischer Roh- st o f f e und die Gewinnung neuer Roh-. stosse im Inlande kräftig oorroärtsgetrieben, so daß es uns dadurch möglich geworden ist, Einzelrückgänge bei einigen anderen Rohstoffen durch die Verwendung heimischer Roherzeugnisse zu einem guten Teil wettzumachen. Selbstverständlich hat auch diese inländische Vroduktionserweiterung den Einsatz von Kapital erfordert, aber es ist erfreulich festzustellen, daß der ganz überwiegende Teil der Investitionen von der Wirtschaft selb st aufgebracht worden ist. Die Ausdehnung unseres Außenhandels und die inländischen Neu- investitionen haben wesentlich dazu beigetragen, die Versorgung der deutschen Bevölkerung mit den notwendigen Konsumgütern sicherzustellen. Diese Aufgabe wird auch in Zukunft im Vordergründe stehet müssen. Zur Lösung dieser Aufgaben ist die Mitarbeit b e s Sparers unbedingt nötig. Daher richtet der Reichsbankpräsident an die Sparer die Mahnung: Das Dritte Reich braucht euch! Seine Aufgaben sind nur mit eurer freiwilligen Mitarbeit zu lösen. Diese Mitarbeit des Sparers wird geyau so gewertet wie die Mitarbeit jedes einzelnen unserer schaffenden Menschen, aus deren Reihen sich ja der Sparer rekrutiert. Die nationalsozialistische Staatsführung ist sich aber auch der Verpflichtung bewußt, dem Sparer das in seinem Mert zu erhalten, was er dem Reiche anvertraut. Ein Appell an die Hausfrau. Der Reichsbauernführer zumErntedankfest. Berlin, 29. Sept. (DNB.) Zum Erntedankfest schreibt der Reichsernährungsminister und Reichsbauernführer Darrs folgendes Geleitwort: Der Ernte-danktaa auf dem Bückeberg ist der Ausdruck des Dankes des ganzen deutschen Volkes für die Arbeit, die das Landvolk leistete, um das tägliche Brot der Volksgenossen zu erzeugen. Der deutsche Bauer kann stolz sein auf feine Leistungen: Trotz Steigerung des Verbrauches und Verringerung der landwirtschaftlichen Nutzfläche hat der deutsche Bauer durch seinen Einsatz die Grundlagen der Volksernährung erweitert. Die letzten Jahre zeigten jedoch, vor welchen Schwieriakeiten Deutschland trotzdem immer noch steht. Die Schwierigkeiten sind nicht allein durch Mehrerzeugung zu überwinden, vielmehr sind die sachgemäße Verwertung der Nahrungsgüter durch die deutsche Hausfrau und die Anpassung der Bedürfnisse an die Möglichkeiten der Erzeugung weitere tragende Säulen der deutschen Ernährungswirtschast. Bei der Aufgabe, diese Schwierigkeiten zu meistern, hat die deutsche Hausfrau der Ernährungswirtschaft bereits wertvolle Unterstützung geleistet. Der diesjährige Erntedanktag sei erneut ein Appell ^rr^freudigen Mitarbeit an das gesamte deutsche Aus aller Wett. , . Das Ausland weiß deutsche Qualitätsarbeit zu schätzen. Die Siemens-Schuckert-Werke erhielten für ein von den westfinnischen Kraftwerken zu errichtendes neues Wasserkraftwerk den Auftrag auf die großen Generatoren von je 46 000 kVA Leistung. Mit diesen Großmaschinen wird die Leistung der von den Siemens-Schuckert-Werken letzthin für das Rouhiala - Kraftwerk in Ostfinnland gelieferten Stromerzeuger von je 34 000 kVA noch bei weitem übertroffen. Auch in diesem neuen Auftrag spiegelt sich das Vertrauen wider, das ausländische Auftraggeber in deutsche Qualitätsarbeit setzen. Ein neues deutsches Großflugzeug. Mit dem Erscheinen des neuen Großflugzeuges Ju 90, über das kürzlich berichtet wurde, wurde auch bei dem Focke-Wulff-Flugzeugbau in Bremen mit den Probeflügen eines neuen Großver- kehrsfluazeuges begonnen. Der ständig ftei- gende Platzbedarf auf den internationalen Flugstrecken der Deutschen Lufthansa hat es notwendig gemacht, neue Großflugzeuge zu schaffen, die den neuzeitlichen Ansprüchen m bezug auf Reise» geschwindigkeit, Sicherheit und Bequemlichkeit bei erhöhter Wirtschaftlichkeit genügen. So ist jetzt in Bremen das neue viermotorige Großflugzeug FW 200 „Condor" entstanden, ein Ganzmetall-Tief, decker, dessen ausgezeichnete arodynamische Durchbildung eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 345 Stundenkilometer ermöglicht. In den beiden geräumigen, behaglich ausgestatteten Kabinen der Maschine finden 26 Fluggäste Platz. Die Besatzung besteht aus zwei Flugzeugführern, einem Funker und einem Steward. Wetterbericht des Relchswetlerdienstes, Ausgabeorl Frankfurt. Mit dem Durchzug des Schlechtwettergebietes am Dienstag hat sich sehr rasch im Bereiche eines neuaufgebauten Hochdruckgebietes der herbstliche Schön« wettercharakter wieder hergestellt. Die vergangene Nacht brachte dabei mit starker Ausstrahlung kräftige Abkühlung und stellenweise Nebelbildung. Trotz der Ostwärtsoerlagerung des Hochdruckgebietes und des Vordringens neuer Störungen aus West wird letztere vorerst noch keinen stärkeren Einfluß auf unser Wetter gewinnen. Aussichten für Freitag: Meistens vielfach dunstig oder neblig, sonst heiter bis wolkig, trocken, nachts recht frisch, mittags ziemlich warm, Winde meist um Ost. Aussichten für Samstag: Abgesehen von Nebelbildung im wesentlichen noch freundliches Herbstwetter. Hauptschnftleiter: Dr Friedrich Wilhelm Lange Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blumschein Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr Fr W Lange, für Feuilleton: Dr Hans Thnriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein Anzeigen- leiter: Hans Beck Verantwortlich für den Inhalt dec Anzeigen: Theodor Kümmel D A VIII 37: 9090. Druck und Verlag: Brühlsche Universitätsdruckerei R Lange. K.-G., sämtlich in Gießen Monatsbezuqs- preis RM 2,05 einschließlich 25 Pf Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf mehr Einzelverkaufs- preis 10 Pf und Samstags 15 Pf., mit dec Illustrierten 5 Pf mehr Rur Reit ist Preisliste Nr 3 nom 1 Juni 1935 aiilttq. PALMOLIVE - SEIFE <7) / . (7^ **** lsth-324 gibt Mr hrljenWerk erhalten? Ein praktischer Ratgeber wie auch Sie allgemein schädliche Verluste vermeiden und Geld sparen können Praktisches Gerät in der Küche & Es ist so billig und bewahrt vor so viel Verlusten I — Ist Ihr Küchengerät ganz auf der Höhe ? Schauen Sie sich doch die vorteilhaften Neuheiten einmal an bei Brüder Schmidt Seltersweg 77 Anruf 3671 Aus AU wird Neu durch geeignetes Umfärben, lieber Färben und chem. 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Die Zusammenkunft Adolf Hitlers und Mussolinis wird erst jetzt in der französischen Presse in ihrer wahren Bedeutung gewürdigt. Die Blätter hatten bisher versucht, den deutsch-italienischen Kundgebungen einen politisch belanglosen Charakter zu geben. Heute müssen sie eingestehen, daß die Achse Berlin— Rom eine Wirklichkeit ist, mit der man rechnen chuß, und die heute fester denn je steht. Man gibt zu, daß der Wiederaufbau der deutschen Wehrmacht erfolgreich durchgeführt wurde und daß das Reich heute wieder zu einem politischen Machtfaktor herangewachsen ist, mit dem alle anderen Mächte in Europa rechnen müßten. Die Blätter unterstreichen die militärischen Kundgebungen, angefangen mit den Manöoern in Mecklenburg bis zu der Parade am Mittwoch, die nach allgemeiner Ansicht äußerst eindrucksvoll gewesen ist. Der Berliner Berichterstatter des „Mcttin" stellt fest, die deutschen Soldaten hätten einen vorzüglichen Eindruck gemacht. Das Material sei ausgezeichnet, insbesondere hinsichtlich der Motorisieruna, die kleinen Wagen seien vorzüglich für die ihnen zugedachten Ausgaben ausgerüstet „(Epoque" bedauert daß Frankreich mähn-nb bi-s abessinischen Feldzuges Italiens die Gelegenheit nicht ergriffen habe, das italienische Volk im Einvernehmen mit England z u „ersticken" (!). Deutschland sei damals noch nicht fähig gewesen, Italien zu Hilfe zu eilen. Man hätte damit eine aufstrebende Macht vernichten können, die sich heute als Nebenbuhler im Mitte l m e e r zeige, als Rivale in Osteuropa und als erklärter Verbündeter Deutschlands. Englische Gegenbedingungen. London, 30. Sept. (DNB. Funkspruch.) Die „Times" schreibt: Nur unverbesserliche Unruhestifter konnten sich über den wirklichen Sinn jener Reden streiten, die ganz Deutschland am Dienstagabend gehört habe Es würde kaum möglich gewesen sein daß die beiden Führer sich noch deutlicher für den Frieden ausgesprochen hätten. Keine sich selbst achtende Nation werde gegen die Bedingung des Führers etwas einzuwenden haben, daß der Friede nicht eine Belohnung für ein freiwilliges Aufgeben sein dürfe. Diejenigen, die sich für ein vernünftiges Abkommen mit Deutschland eingesetzt hätten, seien jedenfalls die letzten, die glaubten, daß ein solches Abkommen -ohne,. jede Kenntnis der Rolle erreicht werden konnte die eine starke Nation von bei st a he 7 0 Millionen in der Zukunft auf dem europäischen Kontinent und der Welt spielen werde und spielen müsse. Nach britischer Ansicht gäbe es noch Zwei Grundbedingungen für die Erhaltung des Friedens: 1. die Weigerung, Europa in Lager zu teilen; 2. die Gegenseitigkeit in den politischen und wirtschaftlichen Zugeständnissen. Die Einladung zur Teilnahme an der anti- bolschewistischen Front stehe aber im Gegensatz zu diesen Grundsätzen.(?) England sei für Zusammenarbeit mit jedem Lande ohne Rücksicht auf das Regime. Dank an den Reichsführer SS. Berlin, 30. Sept. (DNB Funkspruch.) Der Reichsminister des Innern Dr. Frick hat dem Reichsführer SS. Himmler als Chef der deutschen Polizei im Reichsministerium des Innern seinen Dank und seine Anerkennung für die vorbildliche.Losung der Aufgaben ausgesprochen, vor die der Staatsbesuch des italienischen Regierungschefs Mussolini die deutsche Polizei gestellt hatte. Er hat dabei auch der tatkräftigen Unterstützung durch SS., Bahnschutz, SA., NSKK., Arbeitsdienst und alle anderen Organisationen gedacht und, gebeten, seinen Dank und seine Anerkennung für die treue Pflichterfüllung jedem einzelnen Angehörigen der Polizei und SS. und der übrigen Organisationen zu übermitteln. Amerikanische Grenelmarchen Berlin, 29. Sept. (DNB ) In der amerikanischen Presse entfalten in letzter Zeit gewisse Kräfte in einer Reihe von Zeitungen eine großangelegte Greuelpropaganda, wie wir sie seit den Jahren des Weltkrieges in immer neuen Auflagen kennenlernen mußten. Jene Presse, die bisher gegen die Greuel der Bolschewisten in Spanien und in Sowjetrußland keine Silbe der Entrüstung sand, entdeckt plötzlich mit Abscheu japanische Grausamkeiten gegen die chinesische Zivilbevölkerung. Und da man einmal beim Spinnen von Greuel- Märchen ist, würde man den Inhalt als höchst unvollkommen finden, wenn nicht auch Deutschland mit hineingesponnen roärex Waren es in Spanien deutsche Flieger, die man verantwortlich zu machen versuchte für bolschewistische Mordbrennereien, so sind es in China angeblich deutsche Kanonen, und zwar neue 35-Zentimeter-Krupp-Kanonen, die als „Iap-Nazi-Geschütze" chinesische Stellungen in Schanghai beschießen. Die „Berliner Börsenzeitung" sagt dazu: „Wir kennzeichnen solche Versuche im allgemeinen, wie die Meldungen von der Lieferung der deutschen Krupp- Kanonen an Japan im besonderen als einen I ä • cherlichen Schwindel und hängen sie niedriger, damit alle Welt leicht zu erkennen vermag, welcher Sinnesart und Herkunft die deutschfeindlichen Schwindler sind, die wieder einmal krampfhaft bemüht sind, das wegen seiner Sauberkeit viel gehaßte Deutschland irgendwie zu belasten." Und die „Deutsche Allgemeine Zeitung" schreibt: „Mussolini wies in seiner Rede bei der großen Kundgebung auf dem Maifeld zum Schluß auf »geheime und dennoch so bekannte Kräfte hin, die am Werke sind, um einen Bürgerkrieg in einen Weltbrand zu verwandeln'. Es liegt offenbar der Versuch vor, Deutschland anzuschwärzen und in Dinge hineinzuziehen, denen es erklärtermaßen vollkommen neutral gegenübersteht. Diese Angriffe aus dunkeln Propagandaquellen des Auslandes prallen wirkungslos an Deutschland ab. Fest steht, daß die Firma Krupp niemals derartige Kanonen, wie von der amerikanischen Presse behauptet wird, an Japan geliefert hat. - M Mussolini während seiner Rede auf dem Berliner Maifeld. Im Hintergrund die Standarte des Führers. Sudermann. 3um #0 Geblu tstoye. Am 30 September hätte Hermann Sudermann seinen 80. Geburtstag feiern können Vor neun fahren, im November, ist er gestorben Die junge Generation von heute weiß kaum (und kann es nicht mehr wissen), was dieser Name in Deutschland einmal bedeutet hat. Die Aelteren und die Alten, die es persönlich und aus näd)fter Nähe miterlebt haben, die wissen es noch Aber alt oder jung —: es ist heute doch vielleicht nicht ganz, überflüssig, sich zu erinnern. Sudermann ist, vor Jahrzehnten, der populärste und aktuellste Dichter in Deutschland gewesen Sem Bild — nicht zuletzt in Gulbranssons witziger Karikatur — stand damals jedermann vor Äugen, der sich auch nur von ferne mit Theater und Literatur beschäftigte. Das Jahr 1889 ist eines der berühmten Jahre in der Literaturgeschichte geworden: mit der Ausführung der „Ehre", wenige Wochen nach Hauptmanns „Vor Sonnenaufgang", begann Sudermanns Name — nach erfolglosen und entmutigenden Anfängen — nicht nur in Deutschland, sondern in der ganzen Welt berühmt und ein Begriff zu werden Aber so groß und nachhaltig und fast unvergleichlich dieser Erfolg eines jungen Dramatikers damals war, so merkwürdig bleibt der Umstand, daß der Erfolg eigentlich von falschen Voraussetzungen ausging. Es gibt nicht viele Dichter in Deutschland, denen man so wenig gerecht geworden ist wie gerade Sudermann — im Guten wie im Bosen. „Von der Parteien Haß und Gunst verwirrt", hat sein Charakterbild bis ganz zuletzt in der Geschichte des deutschen Dramas, des deutschen Romans geschwankt. Nicht viele sind so gründlich mißverstanden, nicht viele auch so gründlich unterschätzt worden wie er. Es wird berichtet, daß damals als Sudermanns Stücke alle Bühnen im Sturm eroberten, ein Mann, der sich offenbar nicht nur für witzig, sondern auch für einen Dichter hielt, auf den Sockel des Schiller-Denkmals auf dem Berliner Gendarmenmarkt die Worte geschrieben habe: „Schiller, früher warst, du der Mann, jetzt ist es nur noch Sudermann". Wahrscheinlich haben die Berliner, als sie es entdeckten, darüber gelacht; dergleichen erfreut ihr Gemüt. Und es gab damals auch nicht wenige Leute, die Sudermann allen Ernstes mit Schiller glaubten vergleichen zu müssen: eine Parallele, die uns heute verblüffend vorkommt Immerhin war sie merkwürdigerweise wenigstens in einem Punkte entschieden begründet; ein Gemeinsames verbindet die beiden Namen, die nicht nur zeitlich sehr geschieden scheinen: ein ganz ursprünglicher theatralischer Instinkt und die seltene Gabe, ein echtes und wirkliches Drama zu bauen Daß Sudermann die Technik freilich nicht von den deutschen Klassikern, sondern aus dem zeitlich näheren französischen Gesellschaftsstück gelernt hatte, entdeckte man erst später Länger hat es gedauert, bis man einsah, wie oberflächlich der oft angeführte Vergleich zwischen Sudermann und Hauptmann war. Die Gleichzeitigkeit, mit der beide damals auf der Bühne erschienen und sich durchsetzten, mag dazu beigetragen haben, Sudermanns Schauspiele mit dem in den neunziger Jahren mächtig aus- kommenden Naturalismus in Beziehung zu bringen, ja völlig mit einer Strömung zu identifizieren, mit der er — von Einzelzügen abgesehen, die in der Zeit begründet waren — nichts gemein hatte: vor allem deswegen, weil Sudermann wie der an sich verfehlte Vergleich mit Schiller richtig empfand, Dramatiker von Natur und Temperament war, während die echten Naturalisten nicht in erster Linie Dramatiker waren ober, wenn sie es waren, zum mindesten keinen Gebrauch davon machten oder keinen Wert daraus legten, dramatische Stücke zu schreiben; die naturalistischen Dramen waren — ihrem innersten Wesen nach — Milieu- und Zustandsstücke, bei denen, wie der Literarhistoriker Hans Naumann es formulierte, schließlich alles beim alten blieb ober im Sande verlief. Das echte Drama verläuft aber nicht im Sande Sudermann war Dramatiker, und seine Stücke sind nicht so sehr auf Zustandsschilderung als auf Konflikt, Entwicklung, Auseinandersetzung, auf Spannung und Steigerung angelegt — auf theatralische Wirkung natürlich auch (während die Naturalisten ihr Wirkung viel weniger vom Theatralischen als vom Stofflichen und gegenwärtig Zeitgemäßen bezogen.) Das Theatralische aber, ober sagen mir ruhig: bie Kunst bes Theaters, bie Kunst, ein tabeiloses Stuck zu bauen, bie man in ber ersten Begeisterung so berounbert hatte, nahm man Subermann später regelrecht übel. (Er galt halb als ein aus Effekte unb fnaüenbe Aktschlüsse bebachter Fabrikant von Reißern, bie Kritik fiel auf bie übelste Weise über ihn her, unb es war taktisch gewiß bas Ungeschickteste was Subermann tun konnte, als er sich in ber bekannten Schrift über bie Verrohung ber Theaterkritik bagegen zur Wehr setzte; er hat sich bamit mehr geschähet als genützt. Das ist heute 'alles fast vergessen. Ader es ist nicht mehr als gerecht, wenn wir feststellen, baß Subermann eine ber ursprünglichsten brarnatischen Begabungen gewesen ist, bie unser Volk in ben letzten Jahrzehnten hervorgebracht hat unb baß noch heute mancher von ihm lernen kann wie man ein Stück schreibt, einen Akt aufbaut nach' ben Regeln ber Kunst. Auch Subermanns Stücke finb heute mehr ober weniger ber Vergessenheit anheimgefallen; benfen wir nur an eines der bekanntesten' und erfolgreichsten, „D>e Ehre"; es qeht uns im Thema, in der Problemstellung heute nichts mehr an; wi» stehen heute anders zu diesem Dingen, wir haben umgelernt unb uns entwickelt, bie Begriffe Haden sich geroanbelt, bie Welt, aus ber allein eine solche Gegenüberstellung von Vorder- haus unb Hinterhaus, eine solche Schilberung von „Zweierlei Ehre" (so hieß bas Schauspiel ursprünglich) unb boppelter Moral erwachsen konnte, ist furchtbar zusammengebrochen. Aber bas Stück als solches ist barum heute nicht schlechter als bamals. Unb überbies ist hoch wohl zu bebenfem auch wenn bie Fragestellung, bie Probleme unb Konflikte überholt unb überrounben finb — ein Schauspiel, bas diese Probleme einmal in einer als dokumentarisch und gesellschaftskritisch empfundenen Weise dargestellt hat, kann nie völlig verloren gehen unb ist bestimmt nicht „umsonst" gewesen Was man m ber Zett jener ersten unb späteren Kämpfe um Sudermann entweder übersah ober noch gar nicht wissen konnte, war bies, baß in Subermann neben bem Dramatiker ein Erzähler von be- beutenbem Rang am Werke war, ein glänzenber Romancier, besten Werk sich, je älter er würbe, um so ruhiger, reifer unb klarer entwickelte unb entfaltete. „Der Katzensteg" unb „Frau Sorge" werben gewiß bie vergänglicheren unb viel stärker ihrer Entstehungszeit verhafteten Schauspiele über» bauern. In biefen Romanen begrünbet sich heute Subermanns Bebeutung, in ihnen unb in manchem ber späteren unb spätesten Erzählungswerke, ben „Litauischen Geschichten" vor allem, bem „Tollen Professor", bem „Steffen Tromholt" unb bem „Purzeichen". Vielleicht erinnert man sich heute wie- ber einmal biefer Bücher, greift eines bauen aus bem Schrank unb beginnt zu lesen wie vor Jahren aufs neue gefesselt, entführt unb bezwungen von ber Phantasie, ber mitnehmenben unb ver- ftriefenben Erzählerfreube, bem Temperament unb ber Menschenkenntnis bes Mannes aus Ostpreußen. Das „Purzeichen" war fein letztes oollenbetes Werk; es erschien, wie wir uns erinnern, wenige Wochen vor Subermanns Tobe, unb biefer „Roman von Jugenb, Tugenb unb neuen Tänzen" ist — wenn man rein stofflich werten will — heute schon genau so „historisch" wie etwa „Es war" ober „Das Hohe Lieb": er schilbert Menschen unb Zustänbe, bie es, als Typen unb Zeiterscheinungen, heute kaum mehr gibt; aber sie waren alle einmal sehr nahe unb greifbare Wirklichkeit, manchen von ihnen finb wir gewiß einmal begegnet, unb beshalb finb biese Romane als Zeitbilber nicht weniger bokumentarisch als unter ben Dramen etwa „Die Ehre", „Die Heimat", „Soboms Enbe" ober „Fritzchen". Aber auch bies allein wirb ja über Wert ober Unwert, über Dauer ober Vergänglichkeit eines Romans nicht entscheiben: wesentlich scheint uns gerabe für Subermanns letztes Buch zu fein, mit welcher Ruhe unb Reife, mit welcher guten Heiterkeit unb welchem feinen, liebevollen Verstänbnis für eine ganz neue, ganz junge Generation ber Siebzigjährige bamals die Welt, die Menschen und Dinge zu sehen und darzustellen vermochte: dessen wollen wir uns heute, da er achtzig geworden wäre, dankbar erinnern. Hans Thyriot. Äloria-palast: „Sieben Ohrfeigen." Ein junger Mann in London verliert bei einem Bankkrach sein gesamtes Vermögen — sieben englische Pfund — unb beschwert sich barob mit ziemlich unverblümten Worten bei bem Präsibenten des riesigen Stahltrusts, den er nicht ganz ohne Grund für seinen Verlust verantwortlich macht. Der glaubt erst, es handele sich um sieben Millionen, und schmeißt den jungen Herrn hinaus, als er erfährt, es seien nur sieben lumpige Pfunde gewesen, — eine lächerliche Lappalie. Der Verlierer hält es keineswegs für eine Lappalie und stellt dem Magnaten, um ihm den Wert der ominiöfen Zahl klarzumachen, sieben Ohrfeigen in Aussicht, Stück für Stück vor Zeugen in (Empfang zu nehmen und von ber Sensationspresse mit Vergnügen registriert: aus so schlagkräftigen Argumenten baut sich bie Handlung auf, und es ist ein ungewöhnlich lustiger Film daraus geworden Daß das Ganze so amüsant und erfrischend unbeschwert abrollt, li»gt einmal daran, daß das Drehbuch (B. E L ü t h k e) und ber Spielleiter Karl Martin sich hier mit wirklichem Humor unb einer Fülle kleiner, witziger Einfälle ergänzen. Ferner daran, daß man Curt Goetz für die Ausgestaltung des Dialogs engagiert hat; es hat sich gelohnt: da sitzt jeder Satz, und es geht Schlag auf Schlag, und keine leere Stelle, fein toter Punkt. Außerdem spielen Willy Fritsch und Lilian Harvey die Hauptrollen Fritsch und Har- vey, das ist für den Film beinah schon ein so festgefügter Doppelbegriff geworden wie Romeo und Julia in der Weltliteratur. Fritsch macht den jungen Mann mit ben sieben Pfunb, unb zwar mit einer liebensroürbigen Frechheit, bie entwaffnend unb be» zaubernd ist Die Harvey in ihrer hilflosen Empörung unb wehrlosen Verliebtheit ist nicht tninber reizenb Alfred Avel ist ber, ber bie Ohrfeigen bekommt: er trägt es mit Würbe als „ein Engländer unb Sportsmann" Zwei herrliche Chargen gibt es noch: Legal ber als Rechtsbeistanb bes Präsibenten bie juristische Seite ber Angelegenheit beleuchtet; Sima, als Reporter der „Londoner News": ihn muß man sehen, wenn er auf Touren kommt und in Sensation macht Alles in allem: angesichts dieser sieben Ohrfeigen kann man auf die unterhaltsamste und heiterste Weife einen Nachmittag ober Abenb verbringen. — (Ufa.) Vorher gibt es ben großen Bildbericht vom Reichsparteitag auf ben wir schon aufmerksam machten, unb einen Vorspann zum .Spiel auf ber Tenne". Hans Thyriot. Das deutsche Lied Nachdem das deutsche Lied Ende Juli dieses Jahres auf dem großen deutschen Sängerfest in Breslau seine volksoerbindende Kraft erwiesen hat, ist der Plan entstanden, auch bei der festlichen Ausgestaltung des E r n t e d a n k t a g e s auf dem Bückeberg das deutsche Lied zu berücksichtigen. In Breslau war zum ersten Male Gelegenheit gegeben, die gewaltigen Wirkungen eines aus vielen tausend Sängern zusammengefaßten Massenchores zu erproben. Auf Grund der dort gemachten, außerordentlich günstigen Erfahrungen ist es der Zusammenarbeit des Reichspropagandaministeriums und des Deutschen Sängerbundes gelungen, zum Erntedankfest auf dem Bückeberg ungefähr 11000 deutsche Sänger zur aktiven Mitwirkung am Programm dieses Tages einzusetzen. In zehn großen Sonderzügen werden die Sangesbrüder aus verschiedenen Geaenden des Reiches zum Schauplatz des Erntedankfestes auf dem Bückeberg befördert, und zwar 2200 aus Hannover, 1000 aus Bremen, 1100 aus Osnabrück, 2300 aus Hamburg, 1200 aus Hildesheim, 1300 aus Kassel, 1200 aus Lippe und 1000 aus Göttingen. Hinzu kommen noch etwa 600 Sänger und 1000 Schulkinder aus der Rattenfänger- stodt Hameln. Als Vorbereitung für den Festtag hat man in den letzten Tagen und Wochen allenthalben in Städten und Dörfern Sangesproben abgehalten, und kurz vor der Abreise der Sänger zum Bückeberg werden noch einmal Massenproben veranstaltet, welche ein restloses Gelingen am Erntedanktag gewährleisten sollen. Bis zum Vortage, Samstag, den 2. Oktober, nachmittags, treffen die Sänger in Tündern ein, wo sie in einer Sängerzeltstadt untergebracht werden. Kurz nach dem Eintreffen der letzten Sänger wird die Generalprobe an Ort und Stelle auf dem Bückeberg beginnen. Die am Erntedanktag. Sänger werden während ihres Aufenthaltes bis zum Sonntag, 3. Oktober, abends, in der Zeltstadt Tündern vom Hilfszug Bayern mit warmer Verpflegung versehen. Am .Erntedanktag bringen die Sänger in der Zeit von 9 bis 11 Uhr mehrstimmige Chöre und einstimmige Volkslieder zum Vortrag, die von allen auf dem Bückeberg versammelten Volksgenossen mitgesungen werden sollen. In dem von der Reichspropagandaleitung herausgegebenen Programmheft zum Erntedanktag sind die genauen Texte aller Lieder enthalten. Es ist deshalb erforderlich, daß jeder an der Feier teilnehmende Volksgenosse im Besitz dieses Heftes ist. Kapellmeister Stenzel vom Deutschlandsender, der auch die Organisation des Sängeraufmarsches leitet, wird die Volkslieder und Chöre dirigieren. Von den zur Aufführung kommenden mehrstimmigen Chören seien besonders erwähnt: „Die Himmel rühmen des Ewigen Ehre" und „Der deutschen Arbeit Feiertag"; das zuletzt genannte Lied wird von einem Mänerchor zusammen mit einem Chor von 1000 Kindern gesungen werden. Insgesamt acht Musikkorps der Wehrmacht, die ihrerseits während der Gesangspausen Militärmärsche spielen, werden unter der Stabführung von Professor H u s a d e l verschiedene Volkslieder und Chöre begleiten. Auf Grund der beim Sängerbundesfest in Breslau gemachten Erfahrungen hat der Reichsautozug Deutschland eine eigene Laut« sprecheranlage für die Sänger errichtet, die eine einwandfreie Wiedergabe der Massenchöre garantiert und den Gesang ohne Verzerrung und störende Echowirkung auf alle Stellen des gewaltigen Aufmarschplatzes am Bückeberg übertragen wird. Deutsche Reiter in Wien siegreich. Deutsche Siege brachte auch der zweite Tag des 8. Reit- und Springturniers in Wien. Den Wanderpreis der Stadt Wien, ein Kanonenspringen über 14 Hindernisse, gewann Oblt. Brinckmann auf Baron IV im Stichkampf mit 0 Fehlern vor Rittm. v. Nemeth auf dem ungarischen Schimmel Egyetlen. Olaf (Hptm. von Bornekow) und Alchimist (Rittm. Momm) teilten sich ohne Sprung in den dritten Rang. Den Amazonenpreis holte sich Frau A. Oetker. »Silberpfeite^ im Oonmgtonpark. Deutsche Rennwagen zum erstenmal in England. Anders als bisher schließt diesmal die internationale Automobilsport-Rennzeit. Zum erstenmal nämlich seit der Schaffung der neuen deutschen Rennwagen stellt sich die deutsche Auto-Industrie der englischen Öffentlichkeit vor. 'Mercedes-Benz, das in letzter Zeit die Siege an feine Fahne zu heften gewohnt ist, hat den neuen Europameister Rudolf Carracciola, Manfred von Brauchitsch, Hermann Lang und Richard Seaman entsandt, und die von schweren Schicksalsschlägen heimgesuchte Auto- Union beweist ihren ungebrochenen Kampfgeist auch am Ende einer überaus mühsamen Saison, indem fie Bernd Rosemeyer, H. P. Müller und den von seiner Operation wieder genesenen Rudolf Hasse zum Kampfe um den Großen Doninytonpreis, Englands bedeutendstes Rennen, ruft. Die besten Engländer auf ihren Era, Maserati und Alfa Romeo treten den Deutschen gegenüber. Rosemeyer Trainings-Schnellster. Am Mittwoch war auf der 5,028 Kilometer langen sehr schön gelegenen Strecke im Doningtonpark (unweit der Stadt Nottingham) das erste offizielle Training. Schnellster war Bernd Rosemeyer auf Auto-Union mit 2:14,3 Minuten und 133,6 km/st. Nürnberg—Langen - Gießen. Rlannschafts-Geräle-Dellkampf in Gießen. Im November vorigen Jahres führte die Turn- und Sportgemeinde Langen einen Mannschaftskampf in Langen durch, an dem je eine Mannschaft der Turngemeinde „Eintracht" Frankfurt am Main, der Turn- und Sportgemeinde Langen und des Turnvereins von 1846 Gießen teilnahmen. Den Sieg trug damals die Mannschaft des Tv. 1846 Gießen davon. Nunmehr wird am Samstag, 16. Oktober 1937, der Rückkampf in Gießen in der Turnhalle am Os- waldsgarten stattfinüen. Da die Turngemeinde „Eintracht" Frankfurt a. M. absagte, hat der Tv. 1846 eine Mannschaft der Turngemeinde Nürnberg eingeladen, die auch zugesagt hat. An den bisherigen Leistungen der Mannschaften gemessen, ist ein sehr spannender Kampf zu erwarten. Vereinswettstreit des I. Kraft- und Sportklubs. Der „Kraft- und Sportklub 1893" Gießen führte am vorgestrigen Sonntag feine Dereinsmeisterschaf- ten durch. Trotzdem verschiedene gute Aktive wie Uffz. Vetter, Pfirsching, Emmerich, Alois Funk und Hansen dienstlich verhindert waren, muß man die Beteiligung als gut bezeichnen. Auch die Lei- stungen waren sehr beachtlich. Nachstehend die Ergebnisse: Hammerwerfen. Aktive Klasse: 1. Adolf Klotz, 31,25 Meter; 2. Fritz Funk, 28,00 Mtr.; 3. Alex Götz, 25,25 Mtr. Leichte Anfängerklasse: 1. Paul Eder, 18,76 Meter; 2. Hch. Kornmann, 15,50 Meter. Schwere Anfängerklasse: 1. Willi Balser, 21,33 Meter; 2. Robert Becker, 18,00 Meter; 3. Adolf Schrader, 17,06 Meter. Sfeinffofeen (15 kg). Leichte Klasse: 1. Fritz Funk, 6,28 Meter; 2. Hch. Kornmann, 5,29 Meter; 3. Paul Eder, 5,19 Meter. Schwere Klasse: 1. Adolf Schrader, 6,34 Meter; 2. Adolf Klotz, 5,51 Meter; 3. Robert Becker, 5,37 Meter. Aeltestenklasse: 1. Heinr Staubach, 4,55 Meter. Gewichtheben (aktiv, olympischer Dreikampf, beidarmig Drücken, Reißen und Stoßen). Federgewicht: 1. Kornmann, 110, 110, 145, zusammen 365 Pfund; 2. Alex Götz, 110, 110, 140, zusammen 360 Pfund. Leichtgewicht: 1. Fritz Funk, 125, 120, 170, zusammen 415 Pfund; 2. Paul Eder, 120, 120, 150, zusammen 390 Pfund. Mittelgewicht: 1. Adolf Schrader, 130, 130, 180 -- 440 Pfund; 2. Ludwig Wagenpfeil, 135, 120, 160 = 415 Pfund; 3. Adolf Klotz, 110, 120, 160 = 390 Pfund; 4. Robert Becker, 110, 110, 150 - 370 Pfund. Leichte Jugendklasse: 1. Georg Wedel; 2. Helmuth Guckes. Schwere Jugendklasse: 1. Fritz Sern; 2. Hch. Velten; 3. Paul Hatz. Ringen (aktiv). Leichtgewicht: 1. Paul Eder, 3 Siege; 2. Alex Götz, 2 Siege; 3. Fritz Funk, 1 Sieg; 4. Heinr. Kornmann. Mittelgewicht: 1. Adolf Klotz, 3 Siege; 2. Robert Becker, 2 Siege; 3. Ludwig Wagenpfeil, 1 Sieg. Schwergewicht: 1. Kanonier Richter; 2. Albert Müller. Leichte Jugendklasse: 1. Fritz Dern, 2 Siege; 2. Paul Hatz, 1 Sieg; 3. Büttner, 1 Sieg; 4. Velten. Schwere Jugendklasse: 1. Guckes; 2. Wedel. Fähnieinmeisterschasten des Fähnleins 3/116. Zum Abschluß des Sportes im Sommerhalbjahr trug das Fähnlein 3/116 (Gießen-Ost) seine Fähnleinmeisterschaften aus. Das Fähnlein 3/116 trat auf dem Sportplatz der Spielogg. 1900 an. Nach einem Lied und dem Flaggenhissen machten sich die um den Titel eines Fähnleinmeisters kämpfenden Pimpfe und Führer startbereit, während die anderen als begeisterte Zuschauer den spanenden Kämpfen folgten. Besonders der jüngste Jahrgang war mit Begeisterung bei den Kämpfen. Es wurde in drei Klassen gestartet: Klasse A Jahrgang 1920 bis 1922, B Jahrgang 1923 bis 25; C Jahrgang 1926 bis 1927. Oie Ergebnisse. Klasse A: 100-Meter-Lauf: 1. Nachtigall, 12,5 Sek.; 2. Nordmann, 13,4 Sek.; 3. Backhaus, 13,5 Sek. — 400- Meter-Lauf: 1. Nachtigall, 60,5 Sek.; 2. Marquardt, 61,2 Sek.; 3. Ohly, 61,7 Sek. — 800-Meter-Lauf: 1. Marquardt, 2:22,2 Min.; 2. Kuhl, 2:22,7 Min.; 3. Bellos, 2:30,8 Min. — Hochsprung: 1. Marquardt, 1,45 Meter; 2. Reusch, 1,35 Meter; 3. Faust, 1,30 Meter. — Keulenweitwurf: 1. Marquardt, 45 Meter; 2. Bellof, 37 Meter; 3. Reusch, 36,5 Meter. Klasse B: 60-Meter-Lauf: 1. H. Nordmann, 7,8 Sek.; 2. van Bentheim, 8,6 Sek.; 3. Schwarz, 9 Sek. — 400-Meter-Lauf: 1. Backhaus, 68,7 Sek.; 2. Dietz, 69,5 Sek.; 3. Friedmann, 76,2 Sek. — Hochsprung: 1. Herold, 1,20 Meter; 2. Gottschalk, 1,10 Meter; 3. Winter, 1 Meter. — Ballweitwurf: 1. Dinges, 59 Meter; 2. Schneuker, 58 Meter; 3. Nordmann und van Bentheim, je 55 Meter. — Weitsprung: 1. H. Nordmann, 4,78 Meter; 2. Seelbach, 4,41 Meter; 3. Herold, 4,40 Meter. Klasse C: 60-Meter-Lauf: 1. Hoffmann, 8,8 Sek.; 2. Wehrum, 9 Sek.; 3. Backes, 9,4 Sek. — Hochsprung: 1 Wehrum, 1,15 Meter; 2. Hill, 1,05 Meter. — Ballweitwurf: 1. Hill, 34 Meter. — Weitsprung: 1. Wehrum, 3,88 Meter; 2. Geck, 3,54 Meter; 3. Trapp, 3,53 Meter. Abiurnen im Turnverein Großen-Linden. Am Sonntag fand das Abturnen des Turnvereins Großen-Linden statt. Zu den Wettkämpfen am Vormittage hatte sich eine stattliche Anzahl Turner und Turnerinnen eingesunden. Die gezeigten Leistungen konnten als sehr gut bezeichnet werden. Für die ersten Sieger waren zum erstenmal in diesem Jahre in sämtlichen Abteilungen Wanderpreise ausgesetzt. Die 1. Sieger und damit die Erwerber der Wanderpreise waren: Turner-Oberstufe (Zwölfkampf), Richard Seth; Unterstufe (Zehnkampf), Erich Velten; Jugendstu.se (Achtkampf), Hans Braun; Oberstufe (Fünfkampf), Wilhelm Leitner; Unterstufe (Fünfkampf), Helmut Feller; Turnerinnen: Hildegard Keßler. Bei der Siegerverkündung würdigte der Vereins- leiter Dr. Römer die guten Leistungen, besonders im Geräteturnen, wobei er der Hoffnung Ausdruck gab, daß der Verein bei den bevorstehenden Rundenwettkämpfen gut abschneiden möge. Kurze Sportnotizen. Maxie Herberund Ern st Baier unsere Eislauf-Weltmeister, haben sich bereits nach England begeben und das Training ausgenommen. Am kommenden Samstag, 2. Oktober, werden sie sogar schon an der Londoner Eislauf-„Premiere" teil- nehmen. Das Wiener Reitturnier nahm am Dienstag seinen Anfang. Jrn Jagdspringen um den Preis von Belvedere kam Oblt. Brinkmann (Deutschland) auf Baron IV zusammen mit dem ungarischen Rittmeister v. Platthy auf Kalandor auf den ersten Platz. Unter den zehn Preisträgern befanden sich sieben deutsche Reiter. Einen „Flug an die Deutsche Weinstraße schreibt die NSFK.-Gruppe 11 zum 9. und 10. Oktober aus. Der Flug wird als Streckenwettbewerb veranstaltet und mit verschiedenen Orteraufgaben und einer Geschicklichkeitsprüfung verbunden, Nach der Ausschreibung werden insgesamt 60 Flugzeuge zugelassen. Tödlich verunglückt ist Tonino Benelli, der italienische Motorrad-Rennfahrer und Konstrukteur. Er stieß am Dienstag bei einer Versuchsfahrt mit der 500er-Benelli-Maschine mit einem Automobil zusammen und wurde dabei sofort getötet. ♦ Zum Marienberger Dreiecksrennen, dem letzten Motorrad-Straßenrennen dieses Jahres am 10. Oktober, wurden 163 Meldungen abgegeben, davon 54 für die drei Klassen der Ausweisfahrer, 82 für die drei Klaffen der Solo-Lizenzfahrer und 27 für die beiden Seitenwagenklasfen. * Paul Klingenburg (Duisburg), der Wasferballtorwart der deutschen Nationalmannschaft, wurde als Sportlehrer und Fachwort für Schwimmen nach Darmstadt berufen. Wirtschaft. Rhein-Mainische Börse. Rlillagsbörse ruhig. Frankfurt a. M., 29. Sept. Die Börse setzte mangels Anregungen auf allen Gebieten mit überaus kleinem Geschäft ein und zeigte auch späterhin keine Belebung. Die Kundschaftsbeteiligung war klein, auch der berufsmäßige Handel hatte nur geringen Anteil am Geschäft. Arn Aktienmarkt war die Kursentwicklung ungleichmäßig und vielfach vom Zufall abhängig. Die Abweichungen hielten sich etwa die Waage und lagen meist bei 0,25 bis 0,50 v. H. Erneut unter Druck standen JG.-Farben, die auf 162,50 (163,40) zurückgingen. Von Montanwerten verloren Mannesmann 1 v. H. auf 122, Verein. Stahl 0,50 v. H. auf 119,25 und Klöckner 0,25 v. H. auf 136, während Hoesch auf 124,50 (124) und Rheinstahl nuf 154,25 bis 154,50 (154,13) anzogen. Maschinen- und Motorenwerte gingen bis 1 v. H. zurück, Rheinmetall 151,75 (152,75), Daimler 140,75 (141,25), Adlerwerke 114 (114,50), Demag 150,25 (151). Reichsbankanteile gaben 1 v. H. auf 205,50 nach. Etwas höher notierten Metallgesellschaft mit 155,75 (155), Licht & Kraft mit 154 (153,75). An den übrigen Marktgebieten lagen Erstkurse bis 13 Uhr nicht vor. Im Verlaufe blieb die Umsatztätigkeit sehr klein, da es an jeglicher Unternehmungslust mangelte. Etwas erholt waren Adlerwerke Kleyer mit 114,65 nach 114, dagegen bröckelten Rheinmetall auf 151,65 nach 151,75 ab. Im übrigen kamen zweite Notierungen kaum zustande. Die erst später notierten Werte lagen überwiegend 0,50 bis 1 v. H. niedriger und waren vielfach nominell. Am Einheitsmarkt hatten Dresdner Bank bei unverändert 113,75 wieder größeres Geschäft. Faber & Schleicher lagen 1,25 v. H. schwächer mit 125,75 im Zusammenhang mit der Verwaltungserklärung. Im Freioerkehr war das Geschäft ebenfalls ruhig, die Kurse aber teilweise höher. So Wayß» & Freytag mit 148 bis 150 (147,50 bis 149,50), El- säss. Bad. Wolle mit 80 bis 81 (79,25 bis 80,50). etwas niedriger bewertet wurden Katz & Klumpp mit 109,50 bis 111,50 (110 bis 112), Dingler Maschinen mit 90,25 (90.75). Im Telephonverkehr lagen Rhein. Textil fest mit 81,50.* Abendbörse sehr ruhig. Die Abendbörse lag überaus ruhig. Es herrschte ausgesprochene Unlust. Eine gewisse Hemmung ver- ursachte die Schwächung der Auslandbörsen. Indessen ergaben sich tursmäßig kaum Veränderungen, allerdings waren die meisten Notierungen nominell. Nicht ganz behauptet waren JG.-Farben mit 162,25 (162,50) und Verein. Stahlwerke Mit 119 bis 118,90 (119,25), ferner gingen Deutsche Erdöl auf den Berliner Stand von 150,50 (151,40) zurück. Etwas erhöht waren nochmals Th. Goldschmidt mit 146,25 (146), auch Gebr. Junghans auf die Dividendenerklärung 0,50 v. H. fester mit 135,50, jedoch schon 136,25 in Berlin. Soweit an den übrigen Marktgebieten Abweichungen eintraten, betrugen sie etwa 0,25 v. H. Von Einheitswerten gewannen Verein. Ultramarin 0,75 v. H. auf 151, Schrift Stempel 0,50 v. H. auf 115. Großbank- aftien lagen bei kleinem Geschäft behauptet. Der Rentenmarkt war geschäftslos. Kommunal-Um- schuldung nannte man wie mittags mit 94,90, 4,5proz. Krupp notierten unverändert 98,25, ebenso 6proz. JG.-Farben mit 130,75. Aenderung der Abendbörsenzeilen. Mit Beginn der Wintermonate, vom 1. Oktober an, werden die Notierungszeiten der Abendbörse um eine Viertelstunde zurückverlegt. Die Festsetzung der Kurse findet wie folgt statt: 17 Uhr 1. Kurs, 17.30 Uhr Einheitskurs, 17.45 Uhr Schlußkurs. Sranffurfer Getreidebörse. Frankfurt a. M., 29. Sept. Es notierten (Getreide je Tonne, alles übrige je 100 Kilogramm) in Mark: Weizen W 13 204, W 16 207, W19 211, W 20 213; Roggen R 12 187, R 15 190, R 18 194, R19 196, Großhandelspreise der Mühlen der genannten Preisgebiete, Futtergerste —, Futterhafer —. Weizenmehl Type 812 W 13 28,90, W 16 29,00, W 19 29,00, W20 29,35; Roggenmehl Type 1150 R 12 22,45, R15 22,80, R 18 23,30, R 19 23,50 plus 0,50 Mark Frachtausgleich. Weizenfuttermehl 13,60. Weizenkleie W13 10,75, W 16 10,90, W19 11,10, W 20 11,20; Raggenkleie R 12 9,95, R15 10,15, R18 10,40, R19 10,50, Mühlenfestpreise ab Mühlenstation. Sojaschrot —, Palmkuchen —, Erdnußkuchen —, Treber (getr.) 14,00 (Höchstpreis ab Erzeugerstation), Trockenschnitzel —, Heu, alte Ernte, 5,50, neue Ernte 4,90 bis 5,10, Heu (drahtgepreßt), alte Ernte 5,90, neue Ernte 5,30 bis 5,50, Weizen- und Roggenstroh —. Tendenz: ruhig. Frankfurter Schlachtviehmarkt. F r a n k f u r t a. M. 30. Sept. (Vorbericht.) Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Vorauftrieb: 1287 Rinder (300 Ochsen, 164 Bullen, 524 Kühe, 299 Färsen), 661 Kälber, 130 Härnrnel, 65 Schafe, 501 Schweine. Es kosteten: Rinder: Ochsen 36 bis 45 Mark, Bullen 34 bis 43, Kühe 20 bis 43, Färsen (Kalbinnen) 35 bis 44, Kälber 36 bis 65, Hämmel 35 bis 50, Schafe 20 bis 45, Schweine 52 bis 56 Mark. — Marktverkauf: Kälber und Schweine zu- geteilt, Härnrnel und Schafe mittelmäßig. Die Industrie- und Handelskammer Gießen gibt Auskunft: 769: Die italienische Wirtschaft. — 770: Einfuhr gebrauchter und neuer Säcke als Warenoerpackung in Griechenland. — 771: Die neue RAL.-Vereinbarung „BeZeichnungsvarschriften für bleihaltige Glaswaren RAL. 520 A 2". — 772: Abschluß der Wirtschaftsoerhandlungen mit Griechenland. — 773: Einlösung fälliger Jnlandsschuld- oerschreibungen. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. Reichsbankdiskont 4 v. H., Lombardzinsfuß 5 v. H. Frankfurt a. M. Berlin Schluß- kurs Schluß!. Abend- börfe Schluß» kurs Schluß! Mittag börse Damm 28.9 29 9 27.9. 29 9. 5% Deutsche Reichsanlethe v. 1927 101,4 101,4 101,4 101,5 4% Deutsche Reichsanl. von 1934 47i% Deutsche Reichsschatzanwei- 98,75 98,75 98,75 98,75 sungen von 1935 ............ 47i% Deutsche Reichsschatzanwei- — — — sungen von 1935, II. Folge ... 4Yi% Deutsche Reichsschatzanwei- 99,25 99,25 99,25 99,25 sungen von 1936, III. Folge .. 99 99 99 99 571% Doung Anleihe von 1930 .. 105 105 — 104,75 47t% Hessische Bolksstaat von 1929 47i% Deutsche Reichspostschatz von 100,25 100,25 100,25 100,25 1934 I...................... 47i% Deutsche Reichsbahnschatz 100,25 100,25 100,5 100,5 von 1936 1.................. 99,65 99,65 99,65 99,65 Reichsanleihe-Altbesitz.......... Oberhessen Provinz-Anlelhe mit 128,25 128,13 128,3 128,25 Auslos.-Rechten.............. 47i% Hess. Landesbk. Darmstadl — — — — Goldpfe. R. 12.............. 57i% Hess. Landes-Hyp.-Banl 99,5 99,5 99,5 99,5 Liqu. Goldpfe............... 47i% Preub. Landespfdbr.-Anst. 101,13 101,13 — — Goldpfe. R. 19.............. 99,5 99,5 — 99,5 47i% Preuß. Kold-Komm. R. 20 47i% Darmstädter Komm.-Law — 98,75 98,75 98,75 desbank R. 6.......i........ Deutsche Komm.-Sammel-Anleihe 98,25 98,13 — — Auslos.-Rechte 1.............. — 134,65 134,9 134,9 47i% Franks. Hyp. Goldpfe. R. 15 47i% Franks. Hyp. Gold-Komm. 99,75 99,75 99,75 99,75 Obl. 2 3.................. 57i% Franks. Hyp. Liquidation 98,5 98,5 — — Goldpfe..................... 57i% Rheinische Hyp. Liquidation 101,4 101,4 — — Goldpfe..................... 101,5 101,4 101,65 101,65 Steuergutschein-Berrechnungskur- 111,1 111,1 111,25 111,25 Ä.G. für Verkehrswesen .... 6)4 128.5 128,5 128,5 128,5 Hamburg-Südarn. Dampfschiff. 0 — — 46,5 47,5 Hamburg-Amerika Paket......0 86 84,65 86,65 86 Norddeutscher Lloyd..........0 87,65 86,9 87,75 86,5 Deutsche Reichsbahn Borz.-Akt. 7 127,65 127,75 127,75 128 Reichst, ank................. 12 206,5 205,5 205 205 Berliner Handelsgesellschaft . 6% — 133,65 134,13 134,13 Commerz- und Privat-Bank ... 5 117,75 117,9 117,75 117,9 Deutsche Diskonto............ 6 123 123 123 123 Dresdner Bank..............< 113,75 113,75 113,75 113,75 Dalum Accumulatoren-Fabrik.......14 Wchassenburg Zellstoff........6 Bemberg...................O Betula.....................8 Buderus Eisen...............5 dement Heidelberg...........7 dement Karlstadt............6 Conti (Summt.............. 12 Daimler Motoren..........6% Dessauer GaS...............4 Deutsche Erdöl..............5 Deutsche (Sold- und Silber .... 9 Deutsche Linoleum.......... 10 Elektrische Lieferungen........6 Äekttische Licht und Kraft.....7 I. (S. Farben-Jndustrie.......7 Reiten & Guilleaume.........6 Gessürel.................... 7 Tb. Goldschmidt............. 6 Grihner Maschinen...........O Harpener................. 8'/r Hoesch Eisen...............3>i Philipp Holzmann...........8 Ilse Bergbau................6 Ilse Genüsse................6 Kali Aschersleben............ 4 Klökknerwerke ............. 4% Kokswerke und Chemische Fabrik 7 Lahmeyer..................6 Mainkrast................... 4 Mannesmann.............iyt ManSfelder Bergbau......... 7 Metallgesellschaft............. 6 Orenstein & Koppel..........0 Rheinische Braunkohle....... 12 Rheinische Elektro............6 Rheinstahlwerke..............6 Rbeinisch-Westfälische Elektro .. 6 Nütgerswerke ...............7 Salzdetfurth Kalt............ 6 Schuckert & do..............7 Schultheis Payenhofer........4 Siemens & Halske........... ® Süddeutsche Zucker..........10 Bereinigte Stahlwerke......V/t Westdeutsche Kaufhof.........0 Westeregeln Alkali............* Zellstoff Waldhof............6 Otovi Minen...............0,6 Frankfurt a. M. Berlin Schluß, kurs Schluhk. Abend börse Schluß-! kurs Schluß^ Mittag, börse 28.9. 29-9. 27.9. 29-9. — — 229 —- 145,5 144,5 146 145,25 150,25 150,25 149,5 150 168 167,5 167,9 167,75 126 125,5 125 125,25 170,25 170,25 — 188 188,25 18o 188,4 141,25 140,75 141,4 141 — — 120,5 120,75 151,5 150,5 151,13 150,5 261,5 261,5 — — 166 165,25 166 165 131,25 131,25 132 131,75 153,75 154 154 154 163,4 162,25 162,75 162,65 135 135 135,13 135,25 155,5 154 154,25 154 144 146,5 — 146,5 — 52,4 52,25 52 174,5 175,5 175 176 124 124 123,75 124,75 153 153 153,5 154 169 — 167,5 167,5 138,5 138 138,5 138,5 119 118,4 119 118 136,25 136 135,75 135,75 — —- 159,5 159,5 126,9 126,25 — 126,25 95,25 95 — — 123 121.75 122 121,75 — —— 153,65 154 155 155,75 155 156 —— — 114,5 114,25 229 229,25 229 229 — — 129,5 127 13 154,13 154,13 154 154,75 130 129,9 130 129,75 149 149 149,13 149,13 163 — 163,5 — 170 169,5 170 170 — — 94,5 94,5 212 212 212,5 213.25 200 209,25 — 201 119,75 118,9 119,5 119 59,25 59,25 59,25 59,65 116,25 117,25 117 118 156 155 156 157 33,4 — 33,65 33,5 Devisenmarkt Berlin 27 September 29 September Amtliche Neuerung Gelt | Brie, Amtliche Geld torierung Briei Buenos Aires............. 0,745 0,749 0,744 0,748 Rio de Janeiro............ Polen.................... Kopenhagen............... 41,93 0,160 47,00 42,01 0,162 47,10 55,24 47,10 12.375 5,47 8 554 138,04 13,11 41,98 0,158 47,00 55,05 47,00 12,33 5,455 8,526 137,73 13,09 42,06 0,160 47,10 55,17 47,10 12,36 5,465 8,544 138,01 13,11 Danzig................... London................... HellingforS................ 47,00 12,345 5,46 8.536 137,76 13,09 Paris.................... Holland.................. 3 täten •«••••••••••••••••• — Frankfurt a. 31. 27-September 29 September Amtliche Notierung AmuicheNouerung Geld Bries (Seit Bries, Japan................... 0,719 5,694 62,04 48,95 11,21 63,65 57,23 16,98 8,701 0,721 5,706 62,16 49,05 11,23 63,77 57,35 17,02 8,719 0,719 5,694 61,97 48,95 11,20 63,58 57,26 16,98 8,701 0,721 5,706 62,09 49,05 11,22 63,70 57,38 17,02 8,719 Jugoslawien ............ Wien..................... Lissabon................. Stockholm............. Schweiz................. Spanten................ Prag.................... Budapest................. Neuyorl.................. 2,493 > 2,497 2,493 2,497 Kr.228 Drittes Blatt«siebener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhesien) Donnerstag. 30. September 1957 Aus der Stadt Gießen. Sein Ehrentag. Dunkelheit liegt auf den Straßen. Es ist spät am Abend. Wieder hat ein anstrengender Arbeitstag alle Kräfte beansprucht. In den Straßen wird es immer einsamer. Nur in den Zufahrtsstraßen vom Lande her ist der Verkehr reger als sonst. Um v'ese Zeit, nicht weit von Mitternacht entfernt, kommen ungewohnt noch leichte Bauernwagen und auch ein vollbesetzter Omnibus zur Stadt herein Die wenigen Fußgänger auf dem Heimweg sehen verwundert den Bauernwagen nach, auf denen zwei oder drei Personen sitzen, alle sonstige Last aber fehlt. Wer sich um diese Spätabendzeit zufällig im Gießener Bahnhof oder auf dem weiten Platze vor dem Bahnhofsgebäude aufhält, der meint, unversehens in eine Bauernoersammlung geraten zu sein. Es ist zwar eine Versammlung, aber doch keine der bekannten Art. Zahlreiche Städter aus Gießen befinden sich ebenfalls in diesem bunten Gewimmel von Menschen. Sie tragen, ebenso wie die nächtlichen Gäste vom Lande, meist nur eine kleine Handtasche. Plötzlich kommt eine neue Note in dieses Bild. Man sieht Landleute in Trachten. Zwar ist es nicht Georg Heß von Leihgestern mit seinen Trachtenträgern. Für dessen Trachtengemeinschaft ist in diesem Falle der gewohnte Platz in einem großen Reiseomnibus. Aber um so mehr treten diese wenigen Trachtenträger hier hervor Der Beobachter denkt an das, was er seit einigen Tagen täglich in seiner Heimatzeitung gelesen hat. Sein Ohr fängt einige Brocken der Unterhaltung auf. Musikklänge ertönen vom Bahnhofsgebäude herüber. Es ist zwar keine Kapelle, aber eine große und handfeste Ziehharmonika und einige Trompeten klingen auch schön. Sie sind beliebt beim Kirmestanz, und sie finden auch hier nächtlicherweile vor dem Gießener Bahnhofsgebäude dankbare Zuhörer. Und aus alledem erkennt der Beobachter, daß diese große Versammlung von Bauern und Städtern am späten Abend im Gießener Bahnhof die Gemeinschaft der Bückeberg-Fahrer ist. Bald darauf rollt der lange Sonderzug der Landesbauernschaft Hessen- Nassau in den Bahnhof ein. Frohe Rufe hinüber und herüber erklingen. Die Ziehharmonika und die Trompeten schmettern einen Tusch und noch einen kurzen Marsch. Dann erklingt das „Fertig!" der Zugschaffner. Der Fahrdienstleiter hebt den Stab mit der grünen Signallampe. Unter mächtigem Fauchen und Pusten der schweren Maschinen rollt der Zug aus der Halle hinaus in die Nacht. ♦ Ein strahlend heller Sonntagmorgen steigt herauf. Der Bauer sieht seinen Ehrentag gekommen. Es ist der deutsche E r n t e d a n k ta g. Der Führer aller Deutschen Adolf Hitler begeht diesen Nationalfeiertag gemeinsam mit seinen Bauern auf dem Bückeberg, diesem Sinnbild für deutschen Erntesegen. Hunderttausende von Bauern und von Menschen aus der Stadt, aus allen Gauen herbeigeeilt, umgeben hier den großen Führer der deutschen Nation. Millionen von Deutschen im Reich und jenseits unserer Grenzen erleben die weihevolle Feier am Rundfunkgerät mit. Dankbaren Sinnes wissen sich alle deutschen Menschen gerade bei dieser Erntedankfestfeier vereinigt wie eine große Familie. Besonders dem Bauer auf dem Bückeberg kommt dies stark zum Bewußtsein. Sein Blick schweift von dort oben weit hinaus über die gesegnete deutsche Erde. Er sieht um sich herum die Männer und Frauen, die gleich ihm in harter Arbeit aus dem deutschen Acker das Brot des deutschen Volkes gewinnen. Er sieht heute, im Gegensatz zu den Jahren vor Adolf Hitler, daß die Bauernarbeit wieder ihre verdiente Ehrung findet. Zwar strebt unser Bauer nicht nach äußerer Anerkennung, aber es stärkt sein Herz und seine Schaffensfreude, wenn fein Mühen im Dienste seines Volkes Anerkennung findet. Und nun wird ihm alljährlich die höchste Wertschätzung zuteil, die es für ihn überhaupt nur geben kann: der Führer der deutschen Nation Adolf Hitler spricht hier auf dem Bückeberg zu i h m und für ihn vor dem ganzen deutschen Volke! Da erlebt auch der Bauer aus Oberhessen mit freudigem Herzen die Größe dieses Tages. Er fühlt hier besonders den warmen Herzschlag der deutschen Nation. Vergessen ist alle Mühsal und alle Sorge des arbeitsreichen Jahres. Er fühlt nur den WWWWsM! Roman von Bernhard Lonzer. Urheberrechtsschutz: Arthur Moewig, Romanoertrieb, Berlin SW 68. 29 Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) Gloria trat noch einen Schritt näher heran. Lautlos, mit den Bewegungen einer Katze. „Finden Sie nicht, daß Sie einen — sehr galanten Chef haben ...?" Annelore fühlte, daß sie errötete. „Galant?" erwiderte sie trotzdem kühl. „Ich kann mich weder über ausgesprochene Galanterie noch über das Gegenteil beschweren." Gloria lachte leise auf. „Das kluge Fräulein Hildach! Aber es steht fest, daß er ganz anders zu Ihnen ist als beispielsweise zu seinen Patientinnen. Anfangs schien mir allerdings das Gegenteil der Fall zu sein, aber da habe ich mich sicher getäuscht; denn jetzt — man suhlt es ja bis in die Fingerspitzen, daß er ganz anders zu Ihnen ist, als ein Chef sonst seinen Angestellten gegenüber zu sein pflegt. Das muß doch einen Grund haben, meine Liebe. Meinen Sie nicht auch?" „Allerdings. Und wenn Sie ihn durchaus wissen müssen: wir sind uns nämlich nicht ganz fremd. Herr von Achenbach hat meinen verstorbenen Vater gekannt, der ebenfalls Augenarzt war. Das genügt Ihnen doch?" „Es genügt. Vollständig. Und nun kommen wir der Sache schon ein bißchen näher. Jetzt weiß ich auch, daß Sie — mich kennen ..." Annelore richtete sich auf. o , Beuern, 27. Sept. Dieser Tage traf hier zur Winterweide eine Schafherde ein. Gleichzeitig fand die Pferchoersteigerung statt. Für die Nacht der Pferchhaltung wurden 80 Pf. bis 1 Mark bezahlt. — Dieser Tage wurde hier die Obstv erst eigerung der Gemeinde abgehalten. Der Zentner Aepfel wurde, je nach Sorte, mit 5 bis 15 Mark bezahlt. Die Honigbirnen brachten 6 bis 8 Mark. Der Behang der Bäume war mittelmäßig. — Der hiesige Ziegenzuchtverein hielt eine Versammlung ab, in der der Ortsbauernführer Hermann dazu ermahnte, der Ziegenzucht wieder mehr Aufmerksamkeit zuzuwenden. Es solle versucht werden, die Ziegenzucht wieder auf den Stand zu bringen, wie er vor 15 Jahren festzustellen mar. Im weiteren Verlauf des Abends wurde die Beschaffung von Kleie und Futtermitteln eingehend besprochen. Die Teilnehmer der Versammlung erklärten alle ihren Beitritt zum Ziegenzuchtverein. + Grün berg, 30. Sept. Mit dem heutigen Tage tritt Oberpostschaffner Hermann Lang in den Ruhestand. Er steht im 63. Lebensjahr und war 38 Jahre am hiesigen Postamt beschäftigt. (D Orüningen, 29. Sept. Die D b ft e r n t e geht ihrem Ende entgegen, und die Kartoffelernte hat nun begonnen. Da die Landwirte die Arbeiten nicht allein vollbringen können, wurden zur Unterstützung 25 Arbeitsdienstmänner aus dem Arbeitsdienstlager Ebersbach eingesetzt. Sie sind in einem gemeinschaftlichen Lager unter Führung eines Truppführers untergebracht. V Watzenborn-Steinberg, 29. Sept. Infolge des schönen Herbstwetters schreitet die Kartoffelernte in unserer Gemarkung rüstig fort. Mit dem Ertrag ist man sehr zufrieden. Manche Landwirte haben bereits ihre Kellerräume gefüllt. * Großen-Linden, 29. Sept. Die Kartoffelernte ist in unserer Gemarkung in vollem Gange. Der Erttag ist sehr gut. Der hiesige Landwirt Philipp P e p p l e r VI. erntete eine Kartoffel im Gewicht von 1600 Gramm. gfs. Nonnenroth, 29. Sept. Die Mitglieder der Frauenschaft und des Frauenwerks verwerteten das Fallobst, das ihnen von der Gemeinde überlassen wurde, und verarbeiteten es ZU Gelee. Es wurden 150 Pfund an die NSV. für Has kommende Winterhilfswerk abgeliefert. ' Kreis Alsfeld. —.— Homberg, 29. Sept. Dor dem bencich* barten Nieder-Gemünden find eben große Vorbereitungen für den Bau der Reichsautobahn im Gange. Schlosserwerkstätte, Unterkunstsund Speiseräume, große Mengen von Schienen und Holz, kleine Lokomottven sieht man. Der zum Aufbau nötige Sand wird aus der Gemarkung Hamberg herbeigeschafft. Hier wurden während des Sommers überall Probelöcher ausgehoben, um "das Lagern des Sandes festzustellen. Aus besonderem Gleise wird er später angefahren. Durch einen großen Bagger wird gegenwärtig oberhalb von Romberg der Mutterboden zwecks Freilegung des Sandes abgehoben. Der Mutterboden wird in besoridere Wagen eingeladen, durch eine Feldbahn an eine bestimmte Stelle befördert und dort ausgekippt. Tag und Nacht, werktags und sonntags, hört man die Tätigkeit des Baggers. Der abgehobene TUutter- boden ist bereits haushoch aufgestapelt. Die Arbeiter sind in zwei Schichten tätig. Rundfunkprogramm Donnerstag, 30. September. 6 Uhr: Choral, Morgenspruch. GyrnnasM 6.30: Frühkonzert. 7: Nachrichten. 8.10: (Bpmna'ftiL 8.30: Ein froher Morgengruß aus der Westtnark. 10: Schulfunk. 10.30: Hausfrau, hör zu! 11.40: Deutsche Scholle. 12: Mittagskonzert. 13: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). 13.15: Mittagskrinzert. 14: Nachrichten. 14.10: Vom Burgenland zrM goldnen Wien. Eine musikalische Fahrt. 15: Volk' und Wirtschaft. 15.15: Für unsere Kinder. 16- Nachmittags- konzert. 18: Zeitgeschehen im Funk. 19:' Am Brunnen vor dem Tore... Romanttsche Kklavier- und Chormusik. 20: Nachrichten. 20.10: .. • und abends wird getanzt! 21.15: Beethoven-Konze rt. 22: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk),' Sportbericht. die schönen neuen 6336D Strickkleidchen Größe 40 bis so Markenfabrikate SPEZIALHAUS Frdr.Teipel 6330 D Bahnhofstraße 47 Markt 16 Hillebrandstraße 2 AUSSTELLUNG: Mäusburg 4 6333 D PELZE )FU)R SIE: Freitags zwischen 11 und 1 Uhr. 6325 D Frau Ella Giese, Ludwigstraße 5 SCHULTHEIS pass« 6320 D B ii Gabriele 145 Gallensteine Oles« 3 wesentlichen Eigenschaften der guten Familien-Drucksache I Vermietungen I Geschmackvoll Stellenangebote Lichtspielhaus Heute Donnerstag Erstaufführung! ekd) - Geschäft Hans Holt Annie Rosar Be.programm Fox-Ton-Woche 4.90 8.50 3.95 6.90 Ein Film mit Humor und Herzl Ein Film, den Sie sehen müssen I 3.75 590 9.35 Vornehm Persönlich BrühPsche . 4.90 6.90 10.90 besonders schöne, modische Form „Kühlers" Spezialausführung ..... 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KrieOerkameraiisdiall 1874 Gieße» bietet Ihnen in zahlreichen neuzeitlichen Aus- führungearten schnell und zu mäßigen Preisen Druckerei, Schulstraße 7, Anruf 2251 Eine Freude sie zu sehen LEO SLEZAK erstmals in einer Hauptrolle, die seine großartige Gestaltungsgabe und seinen überaus köstlichen Humor voll zur Geltung kommen läßt. 6321 a In weiteren Rollen: LIZZI HOLZSCHUH die reizende Filmsoubrette. eine Lust sie zu tragen (eilte zum Kartoffellesen gesucht. ZuMMIMnS Sonntag, den 3. Oktober, Vjll Uhr, Goethestraße 63: Schüler-Konzert veranstaltet von Cläre Schlesier-Altmann Eintritt frei! o48io Programme bei Challier. Nachruf. Am 24. September 1937 veischied plötzlich unser langjähriges Mitglied Ludwig Wolf, Balmhofstr. 64 Alle Kameraden werden stets sein Andenken bewahren. Die Führerschaft Metallgabel ausaeführt wird. Man hält die Gabel so, daß der Bogen der Gabel unten ist. Die Anfangsmasche legt man um einen Zinken der Gabel, legt den Faden um den anderen, dreht die Gabel, macht eine feste Masche, legt den Faden um den anderen Zinken, dreht die Gabel wieder, macht wieder eine feste Masche, wobei man immer in die untere greift, und wiederholt laufend. Gabriele, weiblicher Vorname hebräischer Herkunft mit der Bedeutung „die Göttliche". Gähnen. Verlängerte Einatmung und stoßweise Ausatmung, bet Ermüdungen, vor Beginn eines Fiebers, bei Magenerkrankung oder als schlechte Angewohnheit. Bei blutarmen Personen kommt es direkt tu einem Gähnkrampf infolge Sauerstoffhungers der Blutzellen. Behandlung: Den Patienten waagrecht lagern evtl, warmes Bad,' Baldrian- oder Lindenblütentee verabreichen. Gängelband, eine Vorrichtung, um Kindern das Gehen beizubringen. Das Gängelband hat etwa die Form des bayerischen Trachtenhosenträgers, an dem ffch zwei Bänder befinden, mit denen das Kind gehalten wird. Gänsehaut. Die Haut ist dabei rauh und fühlt sich an wie die einer Gans. Entstehung dadurch, daß die kleineren Hautmuskeln, die am Grund der Haarbälge ffch befinden, ffch auf Kältereize oder auf Grund innerer Einwirkungen (Nebenniere!) zusammenziehen und so die Haare aufrichten. 4-ZinnosF-Wohn. mit Bad für sofort o. spät, gesucht. Schrift!. Angebote unter 04808 a.d. Gieß. Anzeiger erbet. 2-4 Zimmerw. gesucht. Schriftliche Angeb. unt. 04793 a. d. Gieß. Anzeiger erbet. Keine Zeugnisse in Urschrift ivnvern nur Zeugnt». ablchriften Dem Bewerbungsschreiben beilegen — Lichtbilder unoöerortbunqsunter- lagen müfjen zur Ber- meibung von Verlusten auf Der iKüdietle Warnen und Änfchriii Dti Bewerbers tragen I Zuverl. kräftiger Lagerarbeiter in Dauerstellung gesucht. 04812 Emil Pistor, Nacht. Marktstraffe. Selbständiges Mädchen u. stadtkundiger hing.Biirf(öe zumBrotausfah- ren zum 15. Cft. gesucht. 6314Ö Bäckerei Bende Crednerstraße 34 ,ü ’ stoff«rben — sind dabei -um Selbstförben weiß, 4 Das bunte kürde Drogenen, Lan,d; au* Ä BRAUNS K,C..QUEDU seit 1874 \ WILHEWA »*Mrabr-lken _____--- \ Unusha^0^ ___—--------- Gärung, durch Pilze Hefe oder Bakterien bewirkte Aufspaltung von pflanzlichen und tierischen Stoffen. Gärung muß u. a. her- oorgerufen werden bei Bier, Wein, Sauerkraut, Salzgurken. Gärung ist gesundheitsschädlich bei allen Vüchsenkonserven. In Gärung geratenes Kompott kann nochmals aufgekocht werden. Eärungslose Früchteverwertung nennt man die Herstellung von Süßmost durch Auspressen und Sterilisieren des Saftes. Gästebuch soll die Erinnerung an die Anwesenheit eines Gastes wachhalten. Es ist durchaus nicht notwendig, daß der East sich mit gutgemeinten, aber schleckten Versen einträgt. Es genügt eine kurze Eintragung. Galalith (griechisch: Milchstein), hornartige Masse. die aus Kasein gewonnen wird und einen nicht brennbaren Ersatz für Horn, Zelluloid und Hartgummi bietet. Aus Galalith werden auch bunte Knöpfe und viele andere Ee- brauchsgegenstände gefertigt. Galle (althd. Galla), hellgelbe, klare, fadenziehende, bitterschmek- kende von der Leber abgesonderte Flüssigkeit, die in der Gallenblase gespeichert wird und sich dort dunkel färbt. Besteht aus G.-Säuren, E.-Farbstoffen und verschiedenen Eiweißkörpern: sie enthält Fermente (s. d.). Die Ei- weiß und Stärke spalten: auch fördert sie die Fettverdauung. Gallensteine, häufigste und auch wichtigste Erkrankung der Gallenblase und Eallengänge, bei Frauen häufiger als bei Männern. Hauptfftz der E.-Steine in Alicelranenverein-Oetilsch.Roles Kreuz Mitte Oktober beginnt wieder ein Samariter-Kursus Anmeldungen hierzu erbeten Dienstags und Zuverlässiger als der beste Freund ist ein» ausreichende Versicherung; dies- schützt Sie und Ihre Familie rar wirtschaftlichen Schäden Wir übernehmen: Unfall-, Haftpflicht-, Auto-, Einbruch - Diebftahl-, Kautions-, Lebens-, Ausfteuer-, Studiengeld-, Renten-Versicherungen Verlangen Sie Prospekte Winterthur Versicherungen Subdirektion Frankfurt am Main, Goethestraße 30 4596V Mitarbeiter überall gesucht __ Junger inlMg.lNM sucht Stellung. Kanzleidiener o. bess. Hilfsarbeit. Schrift!. Angeb. unt. 04802 a. den Gießen. Anzeig. Aelteres Mädchen mit guten Zeug- niss., sucht Stelle in kleinem Haushalt per sofort oder später. Angeb. u. eCnW.57 vostlag. Mar- burg Lahn, o««» | Empfehlungen | ©tehhiilec hnzerfallbar •Fleischbülleo Pä.Sommerkon] • Bleichstr. 12 Fernruf 3012 Mm Pelz-Reparaiureo sehr preiswert M. Liebler Kreuzplatz 2. 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Er erzählt im Textteil unterhaltsam und spannend aus der Kraft eigenen Erlebens die sonderbarsten Begebenheiten, die er, im Zelt versteckt, aus nächster Nähe beobachten und im Bild festhalten konnte. Bestellungen nimmt jede Buchhandlung entgegen. Verlangen Sie bitte das ausführliche bebilderte Werbeblatt Hugo Bermühler Verlag Berlin-Lichterfelde Tanz-Unterricht Besinn neuer Kurse: 5. Okt., 11. Okt., 13. Okt. u. 21. Okt. Gefällige Anmeldungen erbeten Tanzschule Bäulke Wolfstraße 31 Telephon 3835 04683 der \< KAFFEEGROSSRÖSTEREI SCHADE &FÜLIGRABE b M WM W ■ KW# rHerren-Bekleidungshausi k Adolf MöhleK: 6324aJ «k. Gießen, Marktplatz W »'S 1111i11MirTTL^^ ' MWWDK echte ÄlpenKräUler-Tce „st. Bernhard" aus 30 verschiedenen bewährten Pflanzenstoffen — hält das ßlut frisch und rein, unterstützt die Verdauung, wirkt wohl- luend auf innere Organe. Seit über 35 Jahren in der unverändert bekannt guten Qualität. 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Es kann dabei Gelbsucht entstehen, wenn der Stein nicht bald seine Lage ändert. Gegen die starken Schmerzen: warme Umschläge und beruhigendeTrop- fen, elektrisches Heizkissen, sofort Arzt rufen! Durch zweckmäßige Lebensweise können die Gallensteine verhindert werden: Nahrungszufuhr in mäßigen Grenzen halten, Trinken von viel Flüssigkeit, am besten Karlsbader Wasser, nichts Kaltes trinken, Rct« tichsaft wirkt ebenfalls galletreibend. Wenig gebratenes Fleisch, desto mehr eingemachtes und Kochfleisch, viel Gemüse-Suppen, wenig Rindssuppen. Gehirn, Niere, Lungen am besten ganz meiden, auch Milch. Mehl- und Zuckerspeisen sind erlaubt: wenig Fett. Butter in geringen Mengen. Gemütsaufregungen und übermäßige körperliche Anstrengungen sind möglichst zu vermeiden. Gallerte, halbfeste Masse, die beim Erkalten von Leim, Agar- Aga, Gelatine oder Hausenblase, entsteht. Gallseife, mit Rindergalle versetzte Seife, verhindert beim Waschen bunter Stoffe das Auslaufen der Farben. Gallseife wird vor der Verwendung aufgekocht und die Lösung lauwarm verwendet. Wie bei allen farbigen Stoffen spült man mit Essigwasser nach. Gallustintenflecke lassen sich in den meisten Fällen entfernen, wenn man sie mit Zitronensaft beträufelt und mit warmem Wasser auswäscht oder mit warmem Essig. Galvanisieren nennt man em Verfahren, durch das man auf elektrischem Wege jeden Gegenstand mit einem dünnen Metallüberzug versehen kann. Gamaschen, Bekleidungsstück, das über das Oberteil der Schuhe geknöpft wird, muß in der Farbe zum Anzug oder Kleide passen und straff anliegen. Gans, der Festbraten im Spätherbst und zu Weihnachten, kann fast restlos verwendet werden. Die Gans brät in ihrem eigenen Fett, von dem noch Schmalz als Brotaufstrich abgelassen werden kann. Alte Gänse haben rotgelbe Füße und einen ebensolchen Schnabel, die Krallen sind stumpf und dre Schwimmhaut zwischen den Zehen läßt sich nicht mehr einreißen. Gar nennt man eine fertig qe- kochte oder gebackene Speise. Ein Kuchen ist gar. wenn an einem hineingesteckten Hölzchen kein Teig mehr haftet, gebratenes Fleisch, wenn beim Hineinstechen kein Blutsaft mehr ausläuft. Ee- flügel, wenn sich das Fleisch an der Keule durchdrücken läßt, Fisch, wenn die Rückenflosse sich löst. Garantieübernahme ist die Zusicherung einer bestimmten Eigenschaft einer Sache oder eines her- Wenn sie gut gebraten ist... dann schmeckt eine Gans erst richtig. Schön knusprig wird sie in einer Gänsebratpfanne. Und zum Zerteilen nehmen Sie eine Geflügelschere. Auch in diesen Geräten finden Sie bei Häuser eine gute Auswahl. Also vor dem nächsten Gänsebraten erst eine Pfanne von J. B. 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