Ur. 201 Erstes Blatt 187. Jahrgang Montag, 30. August 1037 krscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Giegener Familienblätter Heimat im Bild ■ Die Scholle Monatr-Bezugspreir: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte „ 1.80 Zustellgebühr. . „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernsprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen Postscheckkonto: Zranfturt am Main 11686 Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: Srühlsche UniverfitStsdruckerei «.Lange in Stehen. §christle»ung und Geschäftsstelle: Schulftratze 1 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8'/,Uhr des Vormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Text» anzeigen von70mm Breite 50 Rpf.,Platzvorschrist nach vorh.Dereinbg.25"/g mehr. Ermäßigte Grundpreise: Stellen-, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzei» gen 5 Rpf., Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts-u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B Lateinamerika ist mündig. Don Otto Eorbach. Die Länder Lateinamerikas, zusammen doppelt so groß wie Gesamteuropa oder 42mal so groß wie Deutschland, kamen bis zum großen Kriege für die Weltwirtschaft fast nur als R o h st o f f e und Nahrungsmittel ausführende Gebiete in Betracht. Die La Plata - Staaten lieferten hauptsächlich Getreide, Fleisch und Häute; Brasilien Gummi, Kaffee und Kakao; Kuba und die anderen Antillen Zucker; Mexiko Hene- quen und Chiccle (Rohstoff für Kaugummi); Chile Stickstoff, fast alle Länder südlich der nordamerikanischen Union außerdem Petroleum und die verschiedensten Metalle. Man hatte sich an sogenannte „M onokulturen" gewöhnt, d. h. man beschickte den Weltmarkt mit einem Haupt- und wenigen Nebenerzeugnissen, um so viel fremde Jn- dustrieerzeugnisse verbrauchen zu können, wie man sich für den Erlös durch Einfuhr beschaffen kchnnte. Was dabei für die Bedürfnisse der eigenen Volkswirtschaft heraussprang, war freilich sehr gering, da fremde und deren auswärtige Geldgeber die meisten Schlüsselstellungen für die Aufschließung natürlicher Hilfsquellen in Händen hielten, und auch die Entwicklung dazu diente, die Früchte inländischer Arbeit möglichst billig aus- und solche ausländischer Arbeit möglichst teuer einzuführen. Die Lateinamerikaner waren „Kolonialsklaven" geblieben, obwohl sie äußerlich im Laufe des ersten Drittels des 19. Jahrhunderts ihre „Freiheit" erkämpft hatten. Span'en und Portugal verloren ihre Besitzungen in der Neuen Welt, weniger, weil diese bereits für eine unabhängige Entwicklung reif gewesen wären, sondern, weil England sie ihnen nach den napoleonischen Kriegen nicht gönnte, nachdem es selbst dort seine besten Kolonien verloren hatte. Weil sie sich durch die britische Seeherrschaft gedeckt wußte, konnte die Washingtoner Regierung getrost gegenüber den Mächten der „Heiligen Allianz" Lateinamerika unter den Schutz seiner „Monroe-Doktrin" stellen. Da jedoch die nordamerikanische Union lange Zeit völlig durch die Erschließung ihrer eigenen natürlichen Hilfsquellen und eine Abrundung ihres Gebiets auf Kosten Mexikos in Anspruch genommen war, konnte England bei der Ausnutzung der natürlichen Reichtümer Lateinamerikas zunächst die führende Rotte übernehmen, die es bis zum großen Kriege behauptete. Wenn es immerhin schon im letzten Viertel des vorigen Jahrhunderts in verschiedenen lateinamerikanischen Ländern zu bescheidenen Anfängen einer Entwicklung moderner industrieller Produktivkräfte kam, so handelte es sich dabei vorwiegend nur um eine Begleiterscheinung verschleierter Kolonialwirtschaft. Eisenbahnen in Händen fremder Gesellschaften und Filialen ausländischer Jndustrieunterneh- mungen können unter Umständen die selbständige Entwicklung eines Landes mehr hemmen als fördern. Auch daß Brasilien ab 1879, Uruguay ab 1888 und Chile ab 1897 sich eine Schutzzollpolitik leisteten, wollte an und für sich wenig besagen. Die Staatsmänner, die nationale Industrien entwickeln zu wollen vorgaben, waren meist nur Werkzeuge fremder Gesellschaften, die örtliche Märkte für sich hinter Zollmauern monopolitisch auszunützen trachteten. Immerhin ergab sich aus der gegenseitigen Eifersucht fremder Finanzkonsortien für geschickte nationale Politiker ein Spielraum für eigene Bewegungsfreiheit. Man kann in der bisherigen Entwicklung lateinamerikanischer Industrie drei Zeitkäufe unterscheiden. Der erste reichte von 1880 bis 1914, der zweite von 1914 bis 1931, der dritte dauert noch an. Im ersten Zeitlauf entwickelte Argentinien seine ersten „frigorificos". Die Verschiffung von Gefrierfleisch begann 1900. Um dieselbe Zeit entstanden in Argentinien die ersten modernen Mühlenbetriebe. 1902 eröffnete ein amerikanischer Schuh-Maschine- rie-Konzern eine Zweigniederlassung in Buenos Aires. In Mexiko und Brasilien machte inzwischen die Verarbeitung eigener Textilrohltoffe gute Fortschritte. Mexiko hatte anfangs die Führung, wurde aber 1910 von Brasilien überholt. In C h i l e, wo die industrielle Entwicklung schon 1871 begann, setzte 1895 ein kraftvoller wirtschaftlicher Aufschwung ein, der vor allem einer eigenen Schuh- und Tabakindustrie zugute kam. Peru begann um die Jahrhundertwende baumwollene und wollene Güter, Filzhüte, Streichhölzer, Seifen und Kerzen, Zigarren und Zigaretten, Bier und allerhand Nahrungsmittelerzeugnisse in modernen Betrieben herzustellen. Das alles änderte nichts daran, daß bis zum Ausbruch des großen Krieges so gut wie alle lateinamerikanischen Länder in der Hauptsache Versorger der alten Industriestaaten mit Rohstoffen und Nahrungsmitteln blieben, um bei ihnen ihren hauptsächlichen Bedarf für Fabrikate zu decken. Erst das Versagen überseeischer, mit der Zeit auch der USA= Lieferanten, die sich immer stärker für Kriegs- lieferungen in Anspruch genommen satten, weckte in ganz Lateinamerika ein allgemeines Bedürfnis nach industrieller Selb st Versorgung. Man war vielfach gezwungen, Waren selbst herzustellen, die man aus dem Ausland zu beziehen gewohnt war. Nach Friedensschluß kam diesem Auftrieb für die Entwicklung eigener industrieller Produktivkräfte die Sorglosigkeit zugute, mit der die 08-Amerikaner ihre Kriegsgewinne daran wagten, lateinamerikanischen Unternehmungsgeist zu befruchten. Regierungen und Gemeindeverwaltungen wurden in den Taumel allgemeinen Gründungsfiebers mit hineingerissen. Um so verheerender mußte sich in den Beziehungen zwischen der nordamerikanischen Union und Lateinamerika die große Weltwirtschaftskrise auswirken. Das System der Monokulturen, auf dessen Rücken gewissermaßen lateinamerikanische Pumpwirtschaft und Chinesisch-sowjetrussischer Nichtangriffspakt. Nanking, 29. Aug. (DRV.) Die Nanking- Regierung gibt bekannt, daß sie am 21. August m i t So w j etruhland einen Nichtangriffspakt abgeschlossen hak. Das Abkommen enthält vier Artikel. Der erste Artikel enthält die Ablehnung des Krieges als Mittel zur Lösung internationaler Streitigkeiten. Der Krieg sei kein Instrument der gegenseitigen nationalen Politik, und es dürfe keinen gegenseitigen Angriff geben. In Artikel 2 sagen die beiden Partner zu, einen angreifenden Dritten weder zu unter st ühen, noch Verträge mit einem Dritten einzugehen oder sich auf Handlungen einzulassen, die zum Nachteil eines Vertragspartners feien. Laut Artikel 3 bleiben die Rechte und Verpflichtungen aus früheren Verträgen, an denen beide Partner beteiligt find, unberührt. Der vierte Artikel sieht eine Vertragsdauer von 5 Iahren vor, fortlaufend um je zwei Iahre, falls keine sechsmonatige Kündigung erfolgt. Zu diesem Abkommen erklären zuständige Kreise in Nanking, die Nachricht des Abschlusses bedeute für niemanden eine Ueberraschung. Man habe bereits feit einem Iahr auf chinesische Initiative über diesen Pakt verhandelt und China habe sich durch die gegenwärtigen Ereignisse veranlaßt gesehen, die Verhandlungen zu Ende zu führen. Der Sinn der Abmachungen fei, so behauptet man hier, eine Rückendeckung Chinas gegenüber Sowjetrußland. China könne es sich nicht leisten, während des Konfliktes mit Japan einen Nachbarn zu haben, dessen Haltung unsicher sei. Der Pakt bedeute nicht ein Bündnis Chinas mit Sowjetrußland. China fei sich bewußt, daß es nur aus eigener Kraft gegen Iapan kämpfen könne. Es wolle, erklärt man weiter, auch nicht mit dem Bolschewismus paktieren, aber fei daran interessiert, daß der Bolschewismus in China nicht dazu übergehe, auch noch die Regierung zu bekämpfen. Nachrichten über Freilassung von Kommunlsken- führern in China seien ein Eingeständnis an die Opposition, deren weitergehende Anträge jedoch nach wie vor von der Regierung abgelehnt würden, wie der Sprecher des Außenamts in Nanking erklärte, sei China bereit, ein ähnliches Abkommen mit Japan zwecks Erhaltung des Friedens im Fernen Osten abzuschließen. Von diesem Gesichtspunkt aus verspreche sich Nanking, daß das Abkommen der Sowjetunion einen „Wendepunkt zwecks allgemeiner Verbesserung der Lage im Fernen Osten" bedeute. Hintergründe des Ächtangriffspattes. London, 30. Aug. (DNB. Funkspruch.) Der Abschluß des chinesisch-sowjetrussischen Nichtangriffspaktes findet in der englischen Presse große Beachtung. Die Blätter weisen auf Vermutungen japanischer Kreise hin, daß der Pakt militärische Geheimklauseln, die die Lieferung von sowjetrussischen Kriegsmaterials an China oorsähen, enthalte. „Sunday Chronicle" bringt einen Bericht ihres Sonderkorrespondenten in Wladiwostok. Danach ziehe die Sowjetunion in ihrem Haupthafen im Fernen Osten große Truppenmassen zusammen. Rund 100 0 Flugzeuge hätten bereits ihre Basis in Wladiwostok, dazu kämen noch 1100 schnelle Tanks und weniAtens 200 000 Mann voll ausgebildeter regulärer Truppen. Diese Riesenstreitmacht stehe unter dem Kommando des Marschalls Blücher. Während Tausende japanischer Truppen westwärts nach Schanghai rückten, marschierten diese sowjetrussischen Verstärkungen ostwärts. Die Pariser rechtsstehende Zeitung „I o u r" will berichten können, daß die bereits begonnenen Waffenlieferungen verstärkt werden sollen und daß Marschall Blücher, der sich gegenwärtig in der Mongolei aushalte, durch eine direkte Leitung mit Nanking verbunden sei. Am 23. August seien auf dem Flughafen von Kuanghuamen 12 große Bomber mit sowjetrussischer Besatzung eingetroffen. In jedem Flugzeug hatten sich neun Mann befunden. Die Besatzung habe einen Dien st vertrag auf sechs Monate für die chinesische Armee unterzeichnet. Die Politik der Sowjetregierung, schließt der Bericht des „Jour", ziele jetzt sehr deutlich darauf ab, den Streit in die Länge zu ziehen. Denn nur eine lange Dauer dieses Krieges könne China retten und den Gegner erschöpfen. Die Sowjets feien so sehr an einem Siege Chinas interessiert, daß für den Fall von Meinungsverschiedenheiten zwischen den chinesischen Generalen die U e b ertrag u n g des Oberbefehls an Mars d) a l l Blücher vorgesehen sei. In diesem Falle würde die sowjetrussische Unterstützung sich in ein offenes Bündnis verwandeln. Das Echo in Tokio. Tokio, 29. Aug. (DNB.) In Kreisen des japanischen Auswärtigen Amtes kennzeichnet man den Nichtangriffspakt zwischen Nanking und Moskau als einen seit dem chinesisch-japanischen Zwischenfall immer deutlicher werdenden Sieg kommuni st i - scher antijapanischer Elemente in der Nanking-Regierung. Man lehnt hier schärf- stens die von Nanking gegebene Auslegung ab, wo- nach der Pakt das erste Nichtangriffsabkommen der Pazifik ft aalen darstelle und darüber hinaus als Basis eines kollek- tiven Sicherheit ssy st ems in Ostasien gedacht sei. Sie britische Protestnote in Tokio überreicht. Englands Forderungen für die Verwundung seines Botschafters. London, 29. Aug. (DNV.) Die englische Regierung Hal im Zusammenhang mit der Verwundung des britischen Botschafters in China der japanischen Regierung eine Prolestnole überreichen lassen, in der es heißt: „Die japanische Regierung wird die Verletzungen kennen, die Sir Hughes knatchbull-hugesfin, der Botschafter feiner Majestät in China, infolge der Beschießung aus japanischen Rlilitärflugzeugen erlitten hat, als er am 26. August mit Mitgliedern feines Stabes von Nanking nach Schanghai fuhr. Die englische Regierung hat die Nachrichten dieses bedauerlichen Ereignisses mit tiefem Schmerz und großer Anteilnahme ausgenommen, und sie muß mit Rücksicht darauf nachdrücklich st Protest erheben und das voll sie Maß von Entschädigung fordern. Obwohl Nichtkämpser einschließlich der ausländischen Bewohner in dem betroffenen Lande das unvermeidliche Risiko einer Verwundung auf sich nehmen müssen, die indirekt aus dem normalen Verlauf der Feindseligkeiten herrühren, so ist es doch eine der ältesten und best- bewährten Regeln des internationalen Gesetzes, daß direkte oder gewollte Angriffe auf Nichtkämpfer gänzlich vermieden werden, ob diese sich innerhalb oder außerhalb des Gebietes befinden, in dem die Feindseligkeiten stattfinden. Die Luftwaffe ist in keiner Weise von diesem Gesetz ausgenommen, das sich eber.so auf den Luftangriff wie auf jede andere Form von Angriffen bezieht. Der Vorwand — falls er vorgebracht werden sollte — daß d i e Flagge an dem Wagen zu klein gewesen wäre, um erkennbar zu sein, ist belanglos. Die Tatsache, daß die Insassen Ausländer, sogar Diplomaten waren, ist unerheblich. Der Hauptpunkt ist vielmehr, daß sie Nichtkämpfer waren. Die Luftwaffe beabsichtigte zweifellos nicht, den Botschafter seiner Majestät als solchen anzugreifen. Sie beabsichtigte anscheinend aber, Nichtkämpfer anzugreifen, und das genügt, um eine Gesetzwidrigkeit darzustellen. Die Tatsache, daß im gegenwärtigen Fall kein wirklicher Kriegszustand erklärt oder von irgend einer Seite als bestehend ausdrücklich anerkannt worden ist, unterstreicht die Unentschuld- barkeit dessen, was sich zutrug. Die englische Regierung muh daher fordern: 1. Eine formelle Entschuldigung der japanischen Regierung bei der englischen Regierung. 2. Eine entsprechende Bestrafung derjenigen, die für den Angriff verantwortlich sind. 3. Eine Zusicherung der japanischen Behörden, daß die notwendigen Maßnahmen ergriffen werden, um die Wiederholung von Zwischenfällen eines solchen Charakters zu verhindern. Reuter schreibt, daß die Note in einem sehr gemäßigten Ton gehalten sei und ihren drei Forderungen von Japan ohne nationale Demütigung entsprochen werden könnte. Für Japan sei es Tadel genug, daß es eine derartige Note erhalten müsse. Von Repressalien sei in der Note keine Rede. Die britische Regierung beabsichtige keine weiteren Maßnahmen im Falle, daß Japan den britischen Forderungen nicht entsprechen sollte. Eine Weigerung Japans würde der Welt aber ein für allemal zeigen, daß Japan eine Nation sei, „die keine Achtung vor internationaler Schicklichkeit habe." Die britische Note berufe sich darauf, daß das internationale Recht direkte Angriffe auf Nichtkämpfer auch dann, wenn Krieg erklärt worden ist, verbiete. In dem Fall des britischen Botschafters habe aber nicht einmal ein Kriegszustand bestanden. Die japanischen Flieger hätten nicht die Entschuldigung, daß sie eindliche Streitkräfte, eine Stadt oder einen be« eftigten Platz beschossen hätten, da die Note aus« irücklich feststelle, daß der Botschafter kein Gebiet durchfahren habe, wo sich kriegerische Handlungen abfpielten oder chinesische Truppen befanden. Der Hauptpunkt sowohl für Großbritannien wie für die ganze Welt sei die zukünftige Stellung der Nichtkämpfer in einem Zeitalter, das schon die katastrophale Zerbrechlichkeit internationaler Verträge gezeigt habe. Schließlich wird hervorge» hoben, daß die englische Negierung keine materiellen Schadensersatzforderungen an Japan gestellt fyabe, weil sie die grundsätzlichen Gesichtspunkte der Angelegenheit für zu ernst halte, um sie in Form von finanziellen Ansprüchen auszudrücken. Die „Times" schreibt, die britischen Forderungen seien vernünftig und es fei ernstlich zu hoffen, daß Tokio Genugtuung geben werde. Die japanische Regierung dürfe sich keiner Illusion über die Tiefe der Entrüstung in England über den Zwischenfall hmgeben. Die Kraft der britischen Note liege in der 08-amerikanische Dollardiplomatie ihre Geschäfte miteinander gemacht hatten, brach endgültig zusammen. Zum Glück für die lateinamerikanischen Schuldnerländer sahen sich O8-Amerika sowohl wie England durch die politischen Nebenwirkungen der großen Krisis für absehbare Zeit fast jeglicher Möglichkeit beraubt, im Verkehr mit wirtschaftlich rückständigen Ländern „imperialistische" Töne anzuschlagen. England sah sich in einen immer unentwirrbareren Knäuel europäischer Probleme mit verwickelt; die nordamerikanische Union mußte jeden Nerv anspannen, mit innenpolitischen Schwierigkeiten fertig zu werden, während Japan im Fernen Osten mit noch qrößerm Geschick aus der „Weltwirtschaftskrise" als vorher aus dem „Weltkrieg" und feinen Nachwehen Gewinn zu schlagen wußte. Die lateinamerikanischen Länder wurden zu Ge- gender weltpolitischer Windstille, und in den fort- qe chritteneren unter ihnen befanden sich nach Ueber- windung nationalrevolutionärer Krampfe die richtigen Staatsmänner am Ruder, die die Gunst des Augenblicks für eine Auflösung der Ueberrefte des kolonialen Zeitalters und eine unabhängige einheitliche nationale Wirtschaftspolitik auf lange Sicht auszunutzen wußten. Es wurde zu weit führen auf die einzelnen Phasen der neuen Entwicklung in den verschiedenen führenden lateinamerikanischen Ländern hier einzugehen, aber man kann sich von dem Wandel der Dinge eine ungefähre Vorstellung machen, wenn man erwägt, daß sich Argentinien heute zu vier Fünfteln mit baumwollenen Gütern aus eigenen Fabriken versorgt und so gut wie vollständig mit Schuhen und Wollwaren. Don dem Gesamthandelsumsatz Argentiniens kamen früher 40 v. H. auf den Außenhandel, heute nur mehr 20 v. H., was dem normalen Verhältnis im Verkehr zwischen vollentwickelten Volkswirtschaften entspricht. Im Jahre 1933 waren in Argentinien von rund 12 Millionen Einwohnern fast 400 000 in Fabriken beschäftigt, in Brasilien von 41 Millionen Einwohnern 510 000, in Mexiko von 16,5 Millionen 305 400. Der Wert der modernen industriellen Erzeugung betrug in demselben Jahre in Argentinien 845 Millionen Golddollar, in Brasilien 540 Millionen, in Mexiko 233 Millionen. Chile mit kaum 4 Millionen Einwohnern hatte 1933 225 000 Fabrikarbeiter, die Waren im Werte von 120 Millionen Golddollar erzeugten. Man nahm früher an, daß der Entwicklung industrieller Produktivkräfte in lateinamerikanischen Ländern durch Mangel an guter Kohle für die Koksgewinnung und ungünstige Lagerung der Eisen- und Kohlenvorkommen enge Grenzen gesetzt seien. Die Weltkraftkonferenz von 1929 zeigte jedoch, daß Lateinamerika zwar nur über 1 v. H. der Weltreserven an Kohle, aber über 16 v. H. der Oel- vorkommen und über 1 5 v. H. der Weltwasserkräfte verfügt. Da sich der Schwerpunkt moderner Energiewirtschaft immer mehr von Kohle auf Oel und Wasser verschiebt, so hat die Natur Lateinamerika für den Mangel an Kohle reichlich durch Reichtum an Wasserkräften und Oelvorkommen entschädigt. Dazu kommt der Vorteil unbegrenzter Möglichkeiten der Nahrungsmittelbeschas- f u n g, über die alle lateinamerikanischen Länder verfügen. Von Brasilien wird behauptet, daß es umfangreichere Eisen- und Manganerzlager besitze als irgendein anderes Land. In Mexiko liegt der berühmte „Eisenberg", der 300 Millionen Tonnen Eisen bergen soll. Roheisen, Stahl und Walzprodukte werden in Mexiko seit 1903 in stetig zunehmendem Umfange erzeugt. Brasilien besitzt seit 1918 entsprechende mit elektrischen Schmelzöfen ausgerüstete Anlagen bei Ridarao Preto; seit 1931 verdoppelte es seine Erzeugung von Roheisen, Stahl, Walzeisen, Schienen usw. Argentinien ist mit Kohlen- und Eisenvorkommen ganz stiefmütterlich bedacht, entwickelte aber gleichwohl eine beträchtliche Eisen- und Stahlindustrie auf Grundlage eingeführten Bruch- und Roheisens. Sowohl Mexiko wie Argentinien und Brasilien, nicht minder Chile und in größerem Abstande andere lateinamerikanische Länder machen von Jahr zu Jahr erfolgreichere Anstrengungen, sich auch in geistiger Beziehung vom Auslande unabhängig zu machen. In Spanien sind noch 52 v. H. der Bevölkerung Analphabeten, in Argentinien weniger als 20 v. H. Gegen 20 000 junge Argentinier studierten 1932 an den fünf Universitäten im eigenen Lande. Im übrigen ist jedes lateinamerikanische Land in der Lage, nur Einwanderer zuzulassen, die ihm für feine technische und kulturelle Entwicklung am förderlichsten erscheinen. Lateinamerika ist mündig geworden und seine führenden Völker scheinen die letzten Eierschalen kolonialer Rückständigkeit abgestreift zu haben. Herausstellung der Gesetzwidrigkeit des Vorfalles. Der bedauerliche Angriff auf den britischen Botschafter habe der Oeffentlichkeit die Augen über die gefährliche Entwicklung im Fernen Osten geöffnet. Es werde zugegeben, daß Japan Schwierigkeiten und Beschwerden habe, aber selbst heute blieben immer noch Mittel für die friedliche Regelung von Streitigkeiten vorhanden. Der Angriff auf Schanghai habe den letzten Schatten eines Zweifels über die Entschlossenheit Japans beseitigt. Die englische Regierung werde ihre Bemühungen fortfetzen, den Fernen Osten vor einem langen und kostspieligen Krieg zu retten und sie werde sich trotz des englisch-japanischen Zwischenfalles nicht von ihrer Dermittlertätig- keit abbringen lassen. — Die konservative „M o r n i n g Post" schreibt, Japan sei groß genug, um sich eine starke und edle Geste der Entschuldigung zu leisten. Wenn diese Geste verweigert würde, müßten die Beziehungen zwischen den beiden Mächten, die sich bei einer Zusammenarbeit soviel geben könnten, entfremdet und verbittert werden. Bevorstehende Kämpfe um Tsingtau. Tsingtau, 29. Aug. (DNB.) In und um Tsingtau, dem großen Hafenplatz auf der Schcm- tunghalbinsel, haben sich 25 000 Chinesen gesammelt, reguläre Marinetruppen und Küstenschutzpolizei, aber auch Freischärler. Sie haben eine Befestigungsanlage rund um die Stadt errichtet. Mancherlei Anzeichen lassen auf baldigen Beginn des japanischen Angriffs schließen, zumal die Japaner aus den Kleinkämpfen südwestlich Peipings siegreich hervorzugehen scheinen. Die Chinesen verlegten die bisher gemeinsam betriebene chinesisch-japanische Eisenbahndirektion von Tsingtau nach Tsinanfu. Tsingtau ist jetzt völlig von japanischen Zivilisten geräumt. Ka'gan von japanischen Tmppen genommen. P e i p i n g, 29. Aug. (DNB.) Das Hauptquartier der Kwantung-Armee bestätigt die Einnahme Kalgans durch japanische Truppen. Die Japaner hätten der chinesischen Garnison freien Abzug in nordöstlicher Richtung gewährt, um unnötige Straßenkämpfe zu vermeiden. Die japanischen Truppen sollen auch bereits K u a i l a i und T u - m u p u (16 Kilometer vor Hfinpaoan) erreicht haben. Das japanische Hauptquartier meldet ferner wichtige Erfolge westlich von der Eisenbahnlinie Peiping —Hankau, wo die Höhenzüge nördlich von Fangschanhsien in den Besitz der Japaner gefallen seien. Auch die S u i y u a n - Eisenbahnlinie zwischen Peiping und Kalgan wird bereits als in japanischen Händen befindlich betrachtet. Das Büro Domei meldet verstärkte Luftangriffe japanischer Bomber auf chinesische Stellungen um den Schanghaier Vorort Tschapei und den Nordbahnhof von Schanghai. Nach heftigem Kampf drängten unter Artillerieeinsatz die japanischen Truppen die bei Lotten, 30 Kilometer nordwestlich Schanghais, zusammengezogenen chinesischen Truppen zurück. Obwohl chinesische Flieger mehrmals japanische Truppenlandungen an der Jangtsemündung bombardierten, wurde die Ausschiffung durchgeführt. Oer plan eines großmongolischen Reiches. Tokio, 29. Aug. (DNB.) Nach einer Meldung des Büros Domei soll der Mongolenführer Fürst Tewang ebenso wie auch der mongolische General Li Japan erklärt haben, siebenhundert Jahre hätten die Mongolen in Untätigkeit verharrt. Nun aber hätten sie ihr Ziel, die Schaffung eines u n - abhängigen großmongolischen Reiches, erkannt. Sie wären entschlossen, mit Japan zusammenzugehen, um das Werk Dschingiskhans fortzusetzen. Der Südteil der Mongolei, die innere Mongolei, wurde in der Vergangenheit zu China bzw. zur Mandschurei gerechnet, der nödliche Teil, die äußere Mongolei, gehört zur Sowjetunion. Preissenkung für Zellwolle Berlin, 29. Aug. (Fwd.) Der Reichskommisfar für die Preisbildung hat mit Wirkung vom 1. 9. 1937 den Preis für deutsche Zellwolle von 1,60 Mark je Kilogramm auf 1,45 Mark je Kilogramm g e - senkt. Damit ist ein wichtiger Schritt auf dem Gebiete der Preisbildung getan, weil er sich auf einen Rohstoff bezieht, der in Deutschland h e r g e st e l l t wird und der sich in zunehmendem Maße in der Spinnstoffwirtschaft eingebürgert hat. Bei der Festsetzung des neuen Zellwollpreises ist auch berücksichtigt worden, daß die Erzeugung dieses wichtigen Rohstoffes im Rahmen des Vierjahres- planes weiter ausgebaut wird. ♦ Wie der Deutsche Handelsdienst hierzu erfährt, liegt die Bedeutung dieser Preissenkung in erster Linie auf politischem Gebiet, d h. auf dem Gebiet des Vierjahresplans schlechthin. Durch diesen Schritt wird gezeigt, daß die politische und wirtschaftliche Führung entschlossen ist, sich der gegebenen Lage Deutschlands anzupassen d. h. die Wirtschaft unabhängig zu machen von solchen Rohstoffen, deren Bezug uns in dem Maße verschlossen ist, in dem wir an sich auf sie angewiesen sind. Mit der neuen Senkung des Zellwollpreises auf 1,45 Mark je Kilogramm ist nunmehr ein Stand erreicht, der sich etwa dem zur Zeit niedrigen Preise für Baumwolle nähert und nicht unerheblich unter dem Preis für Wolle liegt. Gleichzeitig ist zu beachten, daß auch in dem neuen Preis noch immer die Reserven enthalten sind, deren die Zollwollindustrie für die notwendige Ausweitung ihrer Produktion und die weitere Ausdehnung des Exportes bedarf. Hierbei ist insbesondere zu beachten, daß diese Produktionsausweitung nach wie vor im Wege der Selbstfinanzierung, d. h. ohne staatliche S u b v e n ti on e n vor sich gehen muß. Der neue Preis berücksichtigt also in gleicher Weise die Belange der Zellwollerzeuger und ihre Zukunftsaufgaben wie auch die Interessen der verarbeitenden Industrie und des Verbrauchs. Dabei ist besonders darauf hinzuweisen, daß die Preissenkung bei den Zellwollfabriken volles Verständnis gefunden hat und im engsten Benehmen mit diesen vorgenommen werden konnte. Was die Auswirkung auf den Verbrauch anbelangt, so wird allerdings die vorgenommene Preissenkung nicht in jedem Falle überschätzt werden dürfen. Die Auswirkungsmöglichkeiten werden wesentlich durch das Beimischungsverhältnis bestimmt werden, das ja zwischen 16 und 100 v. H. schwankt. Bei dem Ausmaß der Preissenkung muß weiter in Betracht gezogen werden, daß dieses naturgemäß in dem Verhältnis geringer werden muß, in dem der absolute Zellwollpreis sich dem möglichst niedrigsten absoluten Preis nähert. Es war naturgemäß leichter, eine verhältnismäßig und absolute starke Preissenkung von dem ursprünglichen hohen Anlaufspreis (2,28 Mark 1935) vorzunehmen, als von dem gegenwärtig bereits erreichten Preisstand aus. Jedenfalls ist die neue Preishöhe fo bemessen, daß die in dem Preise noch enthaltenen Reserven für die Industrie durchaus das weitere Fortschreiten der Produktion in dem notwendigen Umfange gewährleisten. Oie Stuttgarter Reichstagung der Auslands deutschen Stuttgart, 29. Aug. (DNB.) Die V. Reichstagung der Ausländsdeutschen in Stuttgart wurde am Sonntagoormittag in festlicher Weise eröffnet. Schon in den frühen Morgenstunden zogen Tausende von Volksgenossen aus dem Reich und aus aller Welt zur Stadthalle. Die riesige Halle vermochte die gewaltige Zahl der Teilnehmer kaum zu fassen. Die Bedeutung der Tagung wurde besonders unterstrichen durch die Anwesenheit einer großen Zahl von Ehrengästen, an ihrer Spitze der Stellvertreter des Führers, der, als er mit Reichsaußenminister Freiherrn von Neurath, dem Leiter der Auslandsorganisation, Gauleiter Bohle, und dem Gauleiter Reichsstatthalter Murr die Halle betrat, von den Massen durch Heilrufe begrüßt wurde. Unter den Ehrengästen fah man die Witwe des ermordeten Landesgruppenleiters Schweiz, Wilhelm Gustloff, den größten Teil der deutschen Botschafter und Gesandten. Staatssekretär von Mackensen, den Kommandeur des V. Armeekorps, General der Infanterie Geyer, die württembergifche Staatsregierung. Vertreter der Partei und Amtsleiter der AO. Nach dem Fahneneinmarsch und einem von HI. und BDM. unter Mitwirkung des Landessinfonie- orchefters wuchtig vorgetragenen Chorwerk „Lang war die Nacht, lang war die Not" gab Gauleiter und Reichsstatthalter Murr seiner Freude darüber Ausdruck, daß es gerade die Schwaben sein durften, die die Ausländsdeutschen willkommen heißen können. Oberbürgermeister Dr. S t r ö l i n , der Präsident des Deutschen Auslandsinstitutes, begrüßte Ehrengäste und Ausländsdeutsche aufs herzlichste. Die Stuttgarter würden alles daransetzen, daß diese Stadt in Wahrheit für die Ausländsdeutschen zum Sinnbild der Verbundenheit mit der heimatlichen Erde und zum Inbegriff alles wahrhaft Deutschen werde. Gauletter Sohle führte darauf, immer wieder von lebhaftem Beifall unterbrochen, u. a. folgendes aus: Es ist für uns alle ein beglückendes und zugleich stärkendes Gefühl, zu sehen, daß wir heute mit unseren Sorgen, Nöten und Wünschen nicht mehr allein sind, sondern daß führende Männer aus Partei und Staat und aus der neuerstandenen Wehrmacht hier unter uns weilen, um mit uns zusammen zu sein und uns so zu zeigen, daß wir zu der großen Einheit gehören, die Deutschland heißt. Die von Adolf Hitler gepredigte deutsche Volksgemeinschaft war die einzige Basis, auf der eine Zusammenfassung des Äuslandsdeutschtums überhaupt erfolgen konnte. Es ist notwendig, sich diese Tatsache vor Augen zu halten, wenn wir rückblickend feststellen, wie anders es heute draußen gegenüber früher aussieht. Die Partei hat durch ihre Auslandsorganisation vermocht, unzählige deutsche Menschen im Auslande an d i e Heimat heranzubringen und diesen Menschen zu zeigen, daß sie zu dieser Heimat gehören, lhr verbunden und ihr verpflichtet sind. Heute braucht kein Deutscher im Auslande das Gefühl zu haben, daß er verlassen ist. In kameradschaftlicher Zusammenarbeit mit den amtlichen Vertretungen sorgt sich die Auslandsorganisation nach besten Kräften um jeden einzelnen Volksgenossen und gibt somit der ganzen Welt den untrüglichen Beweis dafür, daß die Deutschen im Auslande die Idee nafionalsoziali- stischer Verbundenheit untereinander ebenso begriffen und in die Tat umgesetzt haben, wie dies im Reich der Fall ist. Die Arbeit der vielen Vereine und Verbände hat durch die alle umspannende Tätigkeit der Auslandsgruppen der Partei einen neuen Sinn erfahren und diese Arbeit fruchtbringender für die Gemeinschaft gestaltet. Es kann heute praktisch kaum noch Vorkommen, daß die Mitglieder des deutschen Vereins I mit den Angehörigen des deutschen Vereins P bis aufs Messer verfeindet sind, weil etwa die Mitglieder T in denjenigen des Vereins V ihre Klassen- oder Berussgegner sehen. Unter diesen Voraussetzung bilden unsere Vereine im Auslande, die zum Teil jahrzehntelang bestehen und, wie nicht verkannt werden darf, in vielen Fällen hervorragende Deutjch t u m 5 ar b ei t g e I e ift e t haben, eine überaus wertvolle Unter st ützung der Gesamtardeit im Auslandsdeutschtum. Der Führer hat durch feinen Erlaß am vierten Jahrestage der Wachtergreifung, mit dem er einen Chef der Auslandsorga- nifation im Auswärtigen Amt ein- fehte, dem ganzen Auslandsdeutschtum gezeigt, wie groß und umfassend sein Verständnis für ihre Belange und ihre Sorgen ist. Dieser Erlaß bedeutet aber auch eine Anerkennung für die Arbeit, die unsere parf eigenoffen in und am Auslandsdeutfchturn in den letzten Jahren geleistet haben. Ich bin mir klar darüber, daß die Auslandsorganisation noch sehr große Aufgaben vor sich hat und daß es geraume Zeit dauern wird, bis unsere Reichsbürger im Auslande so nationalsozialistisch ausgerichtet sind, wie wir es wünschen und wie es fein muß. Wenn wir von unseren Auslandsdeut- jchen, d. h. von unseren Reichsdeutschen im Auslande, sprechen, so verstehen wir darunter aus- Die Versuche, es so hinzustellen, als ob Nationalsozialisten im Auslande ausschließlich Spione oder politische Agenten wären, findet man als letzten Versuch einer Diskriminierung neuerdings sogar in den Zeitungen, die selbst Wert darauf legen, ernst genommen zu werden. Es ist deshalb amüsant, zu lesen, daß Deutschland alle weiblichen Hausange st eilten im Auslands zu Spionen ausbildet und daß die Nazimänner selbst den hauptsächlichen Auftrag hätten, das jeweilige fremde Land in eine Hitler- Kolonie zu verwandeln. Weil es aber doch noch Leute im Auslande gibt, die so etwas glauben, möchte ich hier ausdrücklich versichern, daß wir dis weiblichen Hausangestellten nicht zu Spionen ausbilden und keine Nazis im Auslande beauftragt haben, fremde Länder zu erobern. Ich glaube, daß die Hausangestellten selbst und untere Männer draußen berechtigte Zweifel an unserer Zurechnungsfähigkeit hegen würden, wenn derartiges verlangt werden sollte. Man kann geradezu eine gewisse Besessenheit in einigen Redaktionen feststellen, ihren Lefern glaubhaft zu machen, daß alle Natio- nalsozialisten im Auslande Spitzel seien. Diese unsinnigen Behauptungen brauchte man überhaupt nicht ernst zu nehmen, wenn sie nicht dazu beitrügen, die internationale Atmosphäre zu vergiften und die Beziehungen zwischen Deutschland und fremden Ländern zu trüben. Die Welt weiß heute nach vier Jahren nationalsozialistischer Herrschaft und gibt es widerwillig zu, daß Adolf Hitler und sein Land keinen sehnlicheren Wunsch haben, als in Frieden und in Eintracht mit allen Völkern zu leben. Die Ausländsdeutschen teilen diesen Wunsch aus tiefftem Herzen Ich möchte daher eindeutig feststellen, daß die Aufgaben und die Tätigkeit der Auslands- Organisation vollkommen klar vor aller Augen liegen. Was für andere große Nationen selbstverständlich ist, machen wir auch. Wir kümmern uns um unsere Bürger lm Auslande und nur um diese, und wir sorgen für ihre Verbindung zum Reich und für die Erhaltung ihres Deutschtums. Daß diese Betreuung eine umfassende ist, liegt in den neuen Idealen begründet, die Adolf Hitler schließlich die Nationalsozialisten im Auslande. Unter den Nationalsozialisten im Auslande verstehen wir aber keineswegs nur die Parteigenossen, sondern alle Deutschen, die dem Reiche treu sind. Es wäre auch nicht möglich, einen Unterschied zwischen Deutschen im Auslande und Nationalsozialisten zu machen, weil beide heute einen Begriff darstellen. Es gibt heute immer noch einige wenige Deutsche im Auslande, die keine Nationalsozialisten sein wollen und sich irrtümlich immer noch als Deutsche bezeichnen. Diese sogenannten Deutschen äußern sich sogar in deutschgeschriebenen Zeitungen und in Zeitschriften in einer Weise gegen das Dritte Reich, die an tüe übelsten Blüten der Emigrantenliteratur erinnert. Wir haben für diese die nicht müde werden, ihr nationales deutsches Herz zu bekunden und trotzdem bewußt den Gegnern des Reiches helfen, nur den Ausdruck „Landesverräte r". Wir auslandsdeutschen Nationalsozialisten lehnen den Begriff des universalen Deutschen ab, desfen vornehmstes Bestreben ist, sich überall anzupassen, weil dieser universale Deutsche sich nicht nur damit bei den Ausländern lächerlich macht, sondern bewußt oder unbewußt mit dieser Selbstaufgabe sein Deutschtum verleugnet. Wir kennen nur den Begriff des t o - taten Deutschen, der als Bürger seines Reiches immer und überall deutsch und nichts als deutsch ist, und damit Nafionalsozialist. dem deutschen Volke gegeben hat. Das erste Gesetz für die auslandsdeutschen Nationalsozialisten schreibt ihnen die genaue Respektierung der Gesetze ihrer Gastländer vor, und Partei und Reich wachen sorgfältig darüber, daß dieses Gesetz eingehalten wird. Ebensosehr aber müssen wir verlangen, daß auch der Deutsche im Auslande sein eigenes Leben nach den Grundsätzen einrichten darf, die in seiner Heimat gelten. Nationalgefühl ist eine internationale Erscheinung und nicht von einzelnen Nationen gepachtet. Wer hinsichtlich Deutschland hieran zweifelt, hat die letzten Jahre verschlafen. Die öffentliche Kundgebung. Zu einem eindrucksvollen Erlebnis des Zusammengehörigkeitsgefühls aller Deutschen diesseits und jenseits der Reichsgrenzen wurde die Kundgebung am Sonntagnachmittag im riesigen Oval der Adolf- Hitler-Kampfbabn. 80 000 Volksgenossen, darunter Tausende von Ausländsdeutschen, nahmen teil. Vor der Haupttribüne stellten sich etwa 60 Fahnen unserer auslandsdeutschen Gruppen auf. Gauleiter Bohle eröffnete die Kundgebung mit dem Gedenken an unsere im Auslande gefallenen auslandsdeutschen Volksgenossen. Mit Freude wies er auf die Anwesenheit vieler führender Männer des neuen Deutschlands hin und dankte besonders dem Stellvertreter des Führers für fein Kommen. In dem Reichsminister des Auswärtigen hieß Gauleiter Bohle dann einen Mann willkommen, der aus jahrzehntelanger Erfahrung heraus die Sorgen und den Wert der Ausländsdeutschen kenne. Schließlich gab Gauleiter Bohle zwei Telegramme an den Führer und vom Reichskriegsminister Generalfeldmarschall von Blomberg bekannt. Das Telegramm an den Führer lautet: „Mein Führer! Zu Beginn der 5. Reichstagung der Ausländsdeutschen entbieten Ihnen die in Stuttgart versammelten Deutschen aus aller Welt stolzen und freudigen Gruß. Dieser bisher größte Appell der Ausländsdeutschen steht im Zeichen der bedingungslosen Treue zu Ihnen, mein Führer, und Ihrem Reich. Wir Ausländsdeutschen Das Ausland und unsere Ausländsdeutschen. flechten in unser Bekenntnis zum Nationalsozialis- mus, in der unbegrenzten Liebe zur neuerstandenen Heimat jene Achtung vor den fremden Nationen ein, die den unumstößlichen deutschen Friedenswillen unter Beweis stellt." Reichsaußenniinifler Freiherr von Äeuralh sprach dann. In seiner Rede sagte er: Es ist für mich ein erhebender Gedanke, daß ich bei dieser feierlichen Kundgebung als Außenminister des neuen Deutschlands einmal unmittelbar an Sie, meine lieben Volksgenossen und Volksgenossinnen aus dem Ausland, das Wort richten kann. Die Ausländsdeutschen sind überall, vor allem in überseeischen Ländern, die stets sichtbaren Vertreter deutscher 21 r t und beutfdher Kultur und tragen deshalb eine besondere Verantwortung für das Ansehen Deutschlands in der Welt. Darüber hinaus sind Sie in vielen Fällen unmittelbar als Förderer materieller deutscher Interessen tätig. Alles das macht sie zu einem unentbehrlichen Faktor für die Gestaltung unserer Beziehungen zu den einzelnen fremden Völkern. Dem steht auf der anderen Seite die Notwendigkeit gegenüber, das persönliche Schicksal der Ausländsdeutschen und ihr Verhältnis zur Heimat von dieser aus so zu betreuen und zu sichern, daß sie ihr Wirken für Deutschland in natürlicher und gedeihlicher Weise entfalten können. Die vom Nationalsozialismus mit beispiellosem Elan geschaffene Einheit des Volks- und Staatswillens hat eine Außenpolitik ermöglicht, deren Erfolge Ihnen allen bekannt find. Die unerträglichen Fesseln des Versailler Diktates sind gesprengt. Wir haben unsere Wehrfreiheit wieder gewonnen. Wir haben die Souveränität im ganzen Staatsgebiet wieder hergeftellt. Wir sind überhaupt wieder Herr im eigenen Hause geworden und haben uns die Machtmittel geschaffen, das nun auch in aller Zukunft zu bleiben. Alles dessen können wir uns vor der Welt offen und mit ruhigem Stolz rühmen. Denn wir haben ein gutes außenpolitisches Gewissen. Wir haben mit unseren außenpolitischen Aktionen niemanden etwas genommen, was ihm gehört; wir haben kein fremdes Land verletzt, kein fremdes Volk bedroht. Das werden wir auch in Zukunft nicht tun. Wir haben uns lediglich von den Ketten befreit, die kurzsichtige, von Haß geblendete Staatsmänner glaubten einem 65-Millionen-Volk für alle Ewigkeit anlegen zu können. Die unnachgiebige Verständnislosigkeit gegenüber unserem unverzichtbaren Anspruch auf Gleichberechtigung hat dazu beigetragen, uns zum schnelleren Erwachen zu verhelfen, und da, wo man uns ungerecht behandeln ober gar angreifen will, üben wir nicht mehr die schwächliche Geduld einer vergangenen Nachkriegsperiode. Aber diese Haltung des neuen Deutschland ist in Wahrheit das stärkste Bollwerk für die Sicherung des Friedens und wird sich in einer unruhig bewegten Umwelt immer mehr als ein solches erweisen. Gerade weil wir die Gefahr bestimmter zersetzender Tendenzen, wie sie sich in Europa geltend zu machen suchen, klar erkannt haben, suchen wir nicht nach dem Trennenden, sondern nach dem Verbindenden zwischen den Staaten und Völkern. Wir denken nicht an eine politische Isolierung. Wir erstreben eine politische Zusammenarbeit der Regierungen, eine Zusammenarbeit, die, wenn sie Erfolge haben soll, allerdings nicht auf theoretischen Kollektivitätsideen, sondern auf der lebendigen Realität beruhen und sich den konkreten Aufgaben der Gegenwart zuwenden muß. Wit Genugtuung können wir feststellen, daß wir in der Verfolgung einer solchen legalen Friedenspolitik Hand in Hand mit dem uns befreundeten Italien gehen. Das rechtfertigt die Hoffnung, daß wir auch mit den anderen Regierungen zu einer freundschaftlichen Verständigung über die wichtigen aktuellen Fragen der Außenpolitik gelangen. Mit den Grundsätzen unserer inneren und äußeren Politik sind auch alle Fragen des Auland- d e u t s ch t u rn s ein für alle Male geklärt. Nun weiß jeder Auslanddeutsche, daß er auch im fremden Lande ein lebendiges Mitglied der deutschen Volksgemeinschaft bleibt. Wenn es eine Selbstverständlichkeit war, daß das gewaltige Geschehen in Deutschland nicht ohne Rückwirkung auf die jenseits unserer Grenzen lebenden Reichsdeutschen bleiben konnte, ist es kaum begreiflich, wie man in gewissen Teilen des Auslandes Anstoß daran hat nehmen können, daß auch unter den Auslanddeut- schen der Wunsch lebendig wurde, an der Neugestaltung der Dinge im Reich innerlich Anteil zu nehmen und dieser Anteilnahme durch einen Zusammenschluß mit anderen gleichgesinnten Volksgenossen Ausdruck zu geben. Es ist, wenn auch nur in einzelnen Ländern, dazu gekommen, daß man den dort lebenden Reichsangehörigen jede Bekundung ihrer nationalsozialistischen Gesinnung hat verbieten und daß man sie daran hat verhindern wollen, sich auf der Grundlage ihrer gemeinsamen politischen Ueberzeugung als Vereinigungen zu konstituieren. Ein solches Vorgehen läßt sich nur aus einer volligenVerkennung der Absichten und Ziele erklären, die von den örtlichen Organisationen der Deutschen im Auslande selbst, wie auch von den für ihre Betreuung zuständigen heimischen Stellen verfolgt werden. Wir wissen selbstverständlich und sind die Letzten, daran deuteln zu wollen, daß das Gastrecht, das fremden Staatsangehörigen in einem Lande gewährt wird, sie verpflichtet, sich jeder Einmischung in die inneren Verhältnisse des Gastlandes auf das strikteste zu enthalten und die dort geltenden allgemeinen Gesetze zu beobachlen. Geschieht das aber, so kann ihnen nicht versagt werden, sich auf der Grundlage und zum Zwecke der Bekundung gemeinsamer nationaler Einstellung zu Gemeinschaften zusammenzuschließen und mit den heimischen Organisationen in Verbindung zu treten. Die Einsetzung eines Ehefs der Aus- kandorganisation im Auswärtigen Amt ist eine Gewähr dafür, daß die von den verantwortlichen innerdeutschen Stellen für die Pflege des Auslanddeutschtums ausgestellten Grundsätze und Richtlinien sich in dem von mir soeben angegebenen Grenzen halten und von den auslandsdeutschen Organisationen selbst genau respektiert werden müssen. Ich hoffe deshalb auf das bestimmteste, daß die <5d)roierigfeiten, die in jeder Beziehung hier und 18* en in, en ör er es ie, en )ie et- f.' er* eilet len her in- 'er 'n. g- 15« on sie Selent nd >ög- Die i'nb der ;en upt ben in Isen ben en. nen wir ibes unft tten ats« alle Zer« ren tra« ii«n, gar räch« lobe, t in bie sich nehr !t- pa :n, m en le i- e n x- n en llit vir ie- be- !gl en er- ien iuße- nb- Nun rem- schen tver- n in sen- blei* in in n hat )bcut* leftal- ineh* ufam* qenoV ur 'N i ben bung »ieten . sich ischen en. net inb wie igen issea iran das !ge- i indes nt' inen r, I» bet bung Ge- I den I 1ti eint »öd' , des d|aht ni°# jenflö da im Auslande entstanden sind, nun bald für,wenig werden wir zulassen, daß Auslanddeutsche immer verschwinden. So wenig, wie wir wegen ihrer nationalsozialistischen Einstellung von daran denken, uns über die allgemein anerkannten fremden Regierungen unter eine Art von Aus- Regeln des Fremdenrechts hmwegzusetzen, ebenso s nahmerecht gestellt werden. „Die Heimat vergißt euch draußen nicht." Der Stellvertreter des Führers spricht zu den Ausländsdeutschen. In seiner Rede beschäftigte sich der Stellvertreter des Führers nach herzlichen Begrüßungsworten an unsere auslandsdeutschen Volksgenossen besonders mit den Aufgaben der Auslandorganisation der NSDAP., über die er das folgende aus führte: Unter der Führung der Auslandorganisation wird auch das Auslanddeutschtum immer mehr von nationalsozialistischem Geist erfüllt. Die Auslandorganisation der NSDAP, hat die noch lange nach der Machtübernahme in sich zersplitterten, in Klassengegensätzen auseinanderklaffenden Deutschen draußen zusammengeführt und sie verbunden mit dem Reiche Adolf Hitlers. Die Betreuung des Auslandsdeutschtums im nationalsozialistischen Geist erhält eine Unzahl von Deutschen der Nation, die sonst als Kulturdünger in anderen Nationen aufgingen. Von Zeit zu Zeit erfreut sich die Auslandsorganisation der NSDAP, der besonders liebevollen Aufmerksamkeit fremder Politiker. Nämlich der Politiker, die es gerade einmal wieder für zweckmäßig halten, wegen irgendwelcher politischer Geschäfte das Schreckgespenst der „deutschen Gefahr" an die Wand der internationalen Öffentlichkeit zu malen. Und wie sie malen! Unser jüngster Gau der NSDAP, wird zu einer finsteren, geheimnisvollen Organisation. Ihr, meine Parteigenossen draußen, werdet zu Spinnen eines gewaltigen Spionagenetzes. Es ist geradezu gruselig, zu hören, wie ihr das Gift tödlicher Lehren in fremde Völker fragt und große Weltreiche von ihnen bedroht. Und es ist erschütternd zu hören, wie ihr Armen euch dauernd in den Zentralen der NSDAP. — morgens, mittags und abends — melden müßt, um Rechenschaft abzulegen, ich möchte fast sagen, ob ihr gut ober schlecht geträumt habt vom Nationalsozialismus. Ganz zu schweigen von all den anderen geheimnisvollen Dingen, von denen wir selbst auch nichts wissen, die aber diese Politiker wissen, ohne sie bisher preisgegeben zu haben. Doch das wird alles noch kommen, verlaßt euch drauf! Im Ernst: Scheint es auch lächerlich, so hat es doch Methode. Durch die ewig wiederholten Lügen — die schließlich dann auch manch ein ehrlich um den Frieden besorgter Mann nachspricht — soll immer von neuem das Gift des Mißtrauens zwischen die anderen Nationen und uns geträufelt werden. Die Drahtzieher wollen um den Preis jeder Lüge verhindern, daß das Vertrauen zum neuen Deutschland auch weiterhin wächst, wie es zu ihrem Leidwesen in den letzten Jahren gewachsen ist. Sie wollen den Völkern einreden — die guten Kommunisten und die harmlosen Juden, ja, die wollen Völkerverbrüderung, Freundschaft der Nationen, Freiheit der schaffenden Menschen und Frieden auf Erden! Aber die verfluchten Nazis, die haben sich verschworen, mit ihrer geheimnisvollen Organisation einen neuen Krieg zu führen, die wollen die Völker aufeinander hetzen und Mord und Brand über die Erde tragen. Natürlich wollen die Drahtzieher nichts anderes, als von denen ablenken, die wirklich den Frieden der Völker bedrohen. Denn wir sind es ja nicht, die Handelsvertretungen zu Zentralen der Zersetzung der Gastvölker machen. Wir schmuggeln nicht Hetzartikel in in fremden Sprachen in andere Länder. Wir organisieren nicht die Unterwelt anderer Staaten zu Stoßtrupps des Bürgerkriegs. Mik reinem Gewissen können wir die Erklärung abgeben: Dir wollen den Nationalsozialismus nicht anderen Völkern als Gift einträufeln! Dir wollen ihn ebensowenig andern Völkern aufzwingen. Wir wollen ihn nicht einmal an andere Völker verschenken. 3m Gegenteil: Wir sind eifersüchtig darauf bedacht, den Nationalsozialismus für uns zu behallen. Und glaubt man wirklich, daß wir so dumm sind, daß, wenn wir schon eine Spionageorganisation aufziehen wollten, wir dann unsere so sichtbaren Stützpunkte, Ortsgruppen und Landesgruppen draußen dazu benutzen würden? Wollten wir wirklich einen geheimen Nachrichtendienst in anderen Ländern uns schaffen, dann würden wir klugerweise uns Bestehendes zum Vorbild nehmen, z. V. den so ausgezeichnet arbeitenden weltumspannenden Geheimdienst eines Landes, in dem unsere AO. besonders oft dunkler Absichten verdächtigt wird. Die wirtlichen Aufgaben der Gruppen unserer Auslandsorganisation haben sich dieser Tage erst an einem Beispiel gezeigt: In Schanghai fuhren die Angehörigen des dortigen NSKK. unter Todesverachtung in die unter Granatfeuer liegenden Stadtteile und retteten Leben und Gut vieler unserer Landsleute. Das Einstehen füreinander, die Hilfe in der Not — wie sie auch in den Winterhilfsaktionen draußen zum Ausdruck kommt —, das sind die Ergebnisse des Organisierens innerhalb der Ausländsdeutschen. Was wir durch die Auslands- organisatton weiter tun, ist nichts anderes, als was jede andere Nation auch tut: nämlich die Zusammengehörigkeit zwischen der Heimat und ihren Angehörigen draußen betonen und stärken. Wir machen das organisatorisch vielleicht gründlicher als andere — wir sind nun mal Deutsche. Aber das Ziel ist nichts anderes, als die Einheit der Söhne und Töchter unseres Reiches diesseits und jenseits der Grenze. Wenn andere auch noch so gewaltige Zeitungsartikel schreiben und noch so gewaltige Reden halten. Die nationalsozialistischen Deutschen sind ihren Gastlän- bern gegenüber loyal, ebenso wie sie loyale Bürger ihrer eigenen Heimat sind. Dann nahm Rudolf Heß die feierliche Weihe von 78 Fahnen der Ortsgruppen und Landesgruppen der Auslandsorganisation der NSDAP, vor. In seinem Schlußwort rief er den Ausländsdeutschen und Seefahrern zu: Wenn ihr wieder zurückkehrt in die fremden Lande und auf eure Schiffe, bann sagt benen braußen — bie Heimat gedenkt aller Deutschen in der Welt. Die Heimat nimmt Anteil an ihrem Schicksal, nimmt Anteil an ihrem Leid, an ihrer Not — wo immer sie als Deutsche stehen. Nehmt die Gewißheit mit hinaus: Die Heimat vergißt euch draußen nicht, denn i h r seid ein Teil von uns! Sagt draußen, daß ihr das Land eurer Väter gesehen, und daß es größer und stolzer ist, als ihr es erträumtet. Geht hinaus und berichtet: Deutschland lebt und wird leben, weil ein Adolf Hitler lebt und weil ein Gott im Himmel lebt, der mit Deutschland ist. Das Sieg-Heil auf den Führer schloß die Ansprache des Stellvertreters des Führers. Meis- und Erholungsheime für deutsche Künstler Reichskulturwalter Hinkel über die Altersversorgung der Kulturschaffenden. Berlin, 28. Aug. (DNB.) Den Anlaß der bevorstehenden Eröffnung neuer Alters- und Erholungsheime für die deutsche Künstlerschaft benutzte ein Vertreter des „Angriff", um mit Reichskulturwalter Hans Hin - k e l ein Gespräch über die Altersversorgung der deutschen Kulturschaffenden zu führen. Reichskulturwalter Hinkel stellte eingangs feiner Ausführungen fest, daß die Zeit, in der man „Künstler" aleich „Bohemiens" setzte, endgülttg vorbei ist. „Wir hatten uns vorgenommen", sagte Hinkel, „die folgenden vier Fragen zu lösen: 1. Die einzelnen künstlerischen und mit der Kunst in Tuchfühlung stehenden Berufe ständig in klarster und knappster Form zusammenzufügen. 2. Die so geschaffenen Berufe von fremdrassigen und unberufenen Menschen zu säubern. 3. Den künstlerischen Nachwuchs besonders zu pflegen und zu fördern. Wichtig ist, daß gerade hier das Problem der Auswahl besonders behutsam und so tolerant wie möglich angefaßt wird. Wir betrachten uns weder als Kunstpäpste, noch als Leiter von Behinderungsanstalten. 4. Für die Veteranen der Kunst zu sorgen. Um zunächst die atterschlimmste Armut einzudämmen, gründete Dr. Goebbels die Spende „Künstlerdank". Ihre Mittel stehen ben Aermsten vom Theater, von ber Musik, der bilbenben Kunst und bem Film zur Verfüaung. Um bie größte Not unter Dichtern unb Schriftstellern zu lindern, hat Dr. Goebbels die „S ck i l l e r - S t i f t u n a" in Weimar in unmittelbare Verbindung mit der Reichsschrifttumskammer gebracht. Dazu ist später die D r.- Goebbels-Stiftung gekommen, die das Vermögen der früheren Bübnenaenoffenschaft zusammenfaßt und verwaltet. Als besonders segensreich hat sich schließlich das „Hilfs werk bildende Kunst" erwiesen. In diesem großen Zusammenhang sind die Er- holungs- und Altersheime weitere Etapven. In den nächsten Wochen schon wird in einem bekannten Ostseebad ein einzigartig schönes unb in jeber Hinsicht mustergültiges Altersheim für Bühnenkünstler eröffnet. Die Komponisten, unter ihrem „Komponisten- papa" Paul (Bräner, bauen auf einem ber schönsten Flecke Thüringens, ihr Heim. Die Buchhändler haben in Leipzig ihre Schule für Iungbuchdändler eröffnet und welchen bald wieder ein paar Schritte weiter gehen. Das erste aller dieser Heime, das Haus Artistik, ist in Oberwiesental im Erzgebirge im vollen Betrieb. Es wurde aus den Einnahmen am „Tag der .Artistik" bezahlt, an dem bie Artisten — auch die ausländischen — auf ihre Gagen und die Direktoren der Varietes und Kabaretts auf ihre Einnahmen verzichteten. Wie gewaltig der Plan der Altersversorgung ist, sieht man erst, wenn man bedenkt, daß heute allein 96 000 Berufsmusiker zu betreuen sind (bie wir trotz Radio und Tonfilm wieder auf ihre Arbeitsplätze gebracht haben, ohne die technische Entwicklung irgendwie zu stoppen), 38 000 Bühnentätige, Zehntausende von Malern, Graphikern und Architekten, Tausende von Schriftstellern, Filmschaffende uff. Das Ziel, das uns Dr. Goebbels stellt ist: die Künstler und Kulturschaffenden mit einer allgemeinen Altersversorgung für das zu belohnen, was sie durch ihr Schaffen der Nation gegeben haben. Das Ziel der allgemeinen Altersversorgung — ein Millionenprojekt — müssen und werden wir in ber nächsten Zukunft erreichen." Die Verleihung des frankfurter Goeiheprettes E. G. Kolbenhehers Festrede über Goethe. Am Geburtstage Goethes versammelten sich wie alljährlich im Goethehaus zu Frankfurt a. M. die Mitglieder des Verwaltungsrates des „Frankfurter Goethepreifes", um im Kreise zahlreicher geladener Gäste dem diesjährigen Preisträger Dr. Dr. e. h. Erwin Guido Kolbenheyer den Preis zu übergeben. Mit der Toccata in d-moll von Bach, gespielt von Professor Hoehn, wurde die feierliche Verleihung eingeleitet, worauf als Vertreter des Oberbürgermeisters Stadtrat Dr. Keller ausführte, daß die Versammelten an geweihter geschichtlicher Stätte zusammengekommen seien, um einen schöpferischen Menschen unserer Zeit im goethischen Sinne zu feiern und zu ehren. Zum elften Male verleihe die Stadt Frankfurt den von ihr zur Förderung bedeutender Gestalter der Gegenwart geftifteten Goethepreis. Nach der Satzung solle der Preis einer mit ihrem Schaffen bereits zur Geltung gelangten künstlerischen Persönlichkeit zuerkannt werden, deren Wirken einer dem Andenken Goethes gewidmeten Ehrung würdig sei. Die einstimmige Wahl des Kuratoriums der Stiftung sei auf Kolbenheyer gefallen in Würdigung feiner vielseitigen Leistungen auf dem Gebiete der Dichtung. Das Kuratorium begrüße in diesem er- tefenen Kreise des geistigen Deutschland den Preisträger als einen der Besten unseres Volkes, der nie von sich und feinem deutschen Wesen abgeirrt ist Stadtrat Dr. Keller überreichte darauf Dr. Guido Kolbenheyer die Urkunde, die folgenden Wortlaut hat: Im Jahre 1937 verleiht die Stadt Frankfurt am Main den von ihr gestifteten ,Goethepreis' dem Dichter und Denker Dr. Dr. e. h. Erwin Guido Kolbenheyer aus Solln bei München. Die Ehrung gilt dem großen Dichter und Gestalter, dem Meister gleichermaßen des geistesgeschichtlichen Entwicklungsromans wie des Schauspiels, der aus der Unbeirrbarfeit seines Wesens stets für die Reinheit und die Wiedergeburt deutscher Art gewirkt hat." Der Dichter dankte in bewegten Worten und betonte, welch ein Lob es für ihn bedeute, daß feine Werke im Namen Goethes gewürdigt würden. Diese Verleihung bedeute aber auch für ihn höchste Verantwortung, der er sich immer bewußt bleiben wolle. Er kam dann auf die kulturelle Entwicklung in Deutschland in den letzten Jahren zu sprechen und sagte, daß erst nach der Befreiung des deutschen Volkes im vergangenen Jahre durch die Wiederaufrichtung der Wehrfreiheit auch die kulturelle Entwicklung habe entscheidende Fortschritte machen können. Im Anschluß daran nahm Stadttat Dr. Keller die Ehrung zweier Ausländsdeutschen, Dr. Jansen und Dr. K h u n, durch die Verleihung der Goetheplakette vor. Beide, die jetzt in Reading (Pennsylvania) wirken, hätten durch ihr Eintreten für das Deutschtum im Auslande sich diese Auszeichnung verdient. Mit dem Gesang des Liedes „Grenzen der Menschheit" von Schubert, Text von Goethe, gesungen von Rest Fischer vom Frankfurter Opernhaus, klang die Feierstunde aus. Am Vorabend von Goethes Geburtstag veranstalteten bas „Freie Deutsche Hochstift" unb bas Frankfurter Goethe-Museum eine „Goethe-Geburtstagsfeier", in ber Erwin Guibo Kolbenheyer, ber dies- jährige Goethepreisträger, in feiner Festrede über „Goethes Denkprinzipien unb ber biologische Naturalismus" sprach. Ehrung Wilhelm Holzamers. Arn Abenb des 30. Todestages Wilhelm Holz- a m e r 5 hatten sich die Mitglieder des Holzamer- Bundes sowie die Vertreter der Partei und ihrer Organisationen in Niederolm, dem Geburtsort des Dichters, eingesunden, um die Asche in das Rathaus überzuführen, wo ihr eine vorläufige Ruhestatt bereitet ist, bis der Bund mit den Vertretern des Ortes eine endgültige, dem Dichter geziemende Ruhestatt geschaffen haben wird. In den Worten der Begrüßung, die die Vertreter des Holzamer-Bundes an die Lesergemeinde Holz- amers richteten, kam zum Ausdruck, daß der große Sohn der rheinhessischen Heimat noch nicht genug in unserem Volke bekannt sei, daß sein Gedankengut noch lange nicht so weit Allgemeingut geworden sei, wie er es wirklich verdiene. Dann wurde die Asche zum Rathaus übergeführt. Dor der Rathaustür sprach der Dichter Nikolaus Schwarzkopf über das Werk und das Leben Holzamers. Er zeigte, wie Holzamer, der außerordentlich begabte junge Mensch, allmählich in die große Welt kam, wie er in ber Zeitströmung des Naturalismus dieser Modekrankheit nicht erlag, sondern sich sein gesundes Urteil bewahrte. Am Sonntag fand in einer Gedenkfeier die Ehrung des Dichters statt. Der Literarhistoriker Dr. Walther Linden (Leipzig) sprach über „Holzamer und seine Stellung in der deutschen Dichtung". Er wies darauf hin, daß Holzamer in seiner Heimatkunst weit mehr geschaffen habe, als man gewöhnlich unter dem einengenben Begriff verstehe. Dann sprachen ber Dichter Anton Dörfler (Nürnberg) unb ber Schriftsteller Wilhelm Michel (Darm- ftabt). Zum Abschluß der Feier las Dr. Walther Linben einiges aus ben Werken Holzamers. Ab- schliehenb dankte ber Dorsitzenbe bes Holzamer- Bunbes allen, bie teilgenommen hatten unb gab ber Hoffnung Ausdruck, daß Holzamer in weiten Teilen unseres Volkes mehr als bisher erfolgreich für bie beutsche Welterkenntnis wirken möge. Oer italienische Film „Scipio Africanus“. 23 e n e b i g , 28. Aug. (DNB.) Der italienische Film „Scipio Africanu s“, besten Erfolg bei der Internationalen Filmkunstschau in Venedig bereits berichtet wurde, wird von dem gleichen Grundgedanken getragen, ber auch bie beiden anderen auf ber Filmschau gezeigten italienischen Filme be« herrschte. Zwar wechseln bie Epochen, in benen bie Hanblungen spielen; gemeinsam ist ben Filmen „Scipio Africanus“, „Conbottieri" unb ber „Bronzenen Schilbwache" bie Ibee bes römischen Imperiums. Auf biefem Gebauten würbe im „Scipio Africanus“ mit dem Einsatz einer über das gewöhnliche Maß hinausgehenden Vielheit von Kräften ein historisches Filmwerk aufgebaut. Eine heroische Idee gibt zwar dem Film seine Haltung, aber das wirkliche Wesen des Römertums, feine sittlichen Kräfte und der Wille zur Größe, auf denen das Imperium errichtet wurde, find aus ben Silbern kaum zu erkennen. So entstaub ein äußerlich blenbenbes, aber nicht burch innere Überzeugungskraft wirkeubes Werk. Es ist ber Stil ber „Großen Oper" — mit allem Glanz, aber auch allen Schwächen —, der biefen Film kennzeichnet. Das Hauptgewicht bes Films liegt auf ben Massenszenen, bie in ber Darstellung ber Schlacht von Zama ihren Höhepunkt finben. Dieser Kampf ist technisch eine Glanzleistung ersten Ranges. Ob sie aber imftanbe ist, bie Bebeutuug jener großen Aus- einaubersetzung ber beiden um bie Herrschaft ringenden Welten im Ablauf ber Weltgeschichte auch nur einigermaßen klar zum Bewußtsein zu bringen, kann bezweifelt werden. Kaum einem ber Schauspieler ist es gelungen, Persönlichkeiten barzustellen, bie ber große Gedanke des Films ver- langt hätte. Alles ist auf Theatralik abgestellt. So enttäuscht sehr der Darsteller des Titelhelden, Annibale N i n ch i. Die Rolle hätte den stärksten Einsatz kraftvoller Persönlichkeit erfordert, wenn sie der historischen Gestalt des Scipio hätte gerecht werden sollen. Glaubwürdiger gab Camillo P i - lotti den Hannibal. Eine durchaus eigenartige, gänzlich von jeder Schablone abweichende Leistung, die sich künstlerisch aus der Gesamtheit auffallend beraushob, gab Francesca Braggiotti in der Rolle des Sophonisbe. Als Regisseur wirkte Camillo Gallone. Aus aller Wett. Der Mesiefonntaa in Leipzig. Leipzig, 29. August. (DNB.) Die Leipziger Herbstmesse weist zwei charakteristtsche Merkmale auf. Soweit der Jnlandbedarf in Frage kommt, ist das die erste Messe, die vollständig auf die durch die Preisstoppverordnung geregelte Preisbasis abgestellt ist. Weit bedeutsamer ist das neue Gefickt der Leipziger Messe, das sie durch die deutschen Werk- und Rohstoffe bekommen hat. Sämtliche Fabrikationszweige haben sich dieser Grundmaterialien weitgehend bedient, und auch der Ver- arbeifungsinbuftrie ist es gelungen, sie für ihre Erzeugung zu übernehmen. Der Begriff ber „N e u - heite n", ber, soweit er Form unb Tönung betraf unb für frühere Messen immer ausschlaggebenb war, tritt auf ber jetzigen Leipziger Mustermesse in ben Hintergrund benn wichtiger ist bie Tatsache ber Materialbeschaffung unb ber Qualität. Beibes wirb in Verbinbung mit ben beutschen Werkstoffen auf ber Messe sehr gut unter Beweis gestellt. Der Besuch am Messesonntag entsprach ben Erwartungen. Es waren aber fast in erster Linie Geschäftsinteressenten, die sich einfanden. Selbstverstänblich ist ber Sonntag noch viel zu Orientierungszwecken benutzt worben. Das gilt namentlich von ben auslänbischen Besuchern, von denen viele aus Oesterreich, Ungarn, Frankreich und Norwegen erschienen waren. Die deutsche Einkäuferschaft zeigte sehr große Nachfrage und sucht ihren Bedarf für die Herbst- und Wintermonate zu decken. Teilweise wurde auch schon für das Frühjahr disponiert. Viel beachtet werden auch die L ä n d erschauen, namentlich die Ausstellung der Niederlande, und die Spezialausstellungen. Besondere Anstrengungen hat die S p i e l w a r e n i n d u st r i e gemacht, die viel Winterspiele zeigt, ferner bie Mu - fifinftrumenteninbuftrie Sehenswert ist bie Textil- unb Bekleibungsmesse, bie im Zeichen von Zellwolle unb K u n st s e i d e steht. Auch bie Leberwareninbustrie zeigt viele Kombinationsmöglichkeiten für bie neuen Leberartikel. Sehr reichhaltig ist das Messeangebvt in Kunst- unb Galanteriewaren sowie in Sportartikeln, bei benen gleichfalls neue Werkstoffe ver- roenbet werben. Wirtschaftlichkeit unb Zweckmäßigkeit finb bie beiben Faktoren, bie bie außerorbent- lich angewachsene Baumesse beherrschen. Nach biefer Richtung hin finbet bas „Haus aus beutschen Werkstoffen" lebhafteste Beachtung. Trauerparade für Konteradmiral Waßner. Kiel, 28. Aug. (DNB.) Auf dem Marinefrieb- hof fanb bie Trauerfeier für den Marineattach6 an ber deutschen Botschaft in Lonbon unb an ber beutschen Gesanbtschaft in Den Haag, Konterabmi- rat Waßner, statt. Auf ben Reichsbienstgebäuben unb ben im Hasen liegenben Schiffen würben bie Flaggen auf Halbmast gesetzt. An ber Spitze bes Trauergefolges sah man ben Oberbefehlshaber der Kriegsmarine, Generalabmiral Dr. h. c. Raeber ben beutschen Botschafter in Lonbon, von Ribbentrop, Vertreter ber englischen und ber holländischen Kriegsmarine, Vertreter des Auswärtt- gen Amtes, den Landesgruppenleiter der NSDAP, in Englanb, bie Kommanbierenben Abmiräle ber Marinestationen ber Ostsee unb ber Norbsee unb ben Befehlshaber im Luftkreis VI neben vielen Vertretern ber Wehrmacht unb der Partei. Vom Frieb- hofstor bis zum Skagerrak-Denkmal, vor bem ber Sarg aufgebahrt war, bildeten Abteilungen ber Marineschule Kiel Spalier. Am Sarge, den bie Reichskriegsflagge bockte, hielten Offiziere der Kriegsmarine die E^mwache. Während eine Kom- vanie ber SuftrocZ' hinter bem Ehrenmal Aufstellung genommen hatte, standen an beiden Seiten eine Ehrenkompanie des Kreuzers „Karlsruhe", der Schiffsartillerieschule Kiel, der Marineschule Kiel und der I. Schiffsstammabteilung der Ostsee. In einer schlichten Trauerfeier wurde der Verdienste des Toten in Krieg und Frieden gedacht, dem 1918 der Pour le M6rite verliehen worden war. Einem Choral folgte dumpfer Trommelwirbel. Dann setzte sich die Trauerparade in Bewegung. Ein Offizier vom Kreuzer „Karlsruhe", dessen Kommandant Admiral Waßner einst war, ging mit den Orden des Verstorbenen dem Sarg voran, den 8 Unteroffiziere trugen. Als das Lied vom guten Kameraden verklungen war, krachten drei Salven über das Grab. Antibolschewistische Ausstellung im Rahmen des Nürnbergerparteitages Nürnberg, 28. Aug. (DNB.) Im Rahmen des Reichsparteitages 1937 veranstaltet die Reichspropa- gandaleitung der NSDAP, vom 5. bis 26. September inderNorishalle in Nürnberg eine große antibolfchewistifche Ausstellung, die erstmals bisher noch nie gezeigtes Material bringt, das in gründlicher und langwieriger Arbeit von maßgebenden Stellen der Partei, der Behörden und Sachkennern zusammengetragen wurde. Allen Volksgenossen soll klar und eindeutig ein Bild von der verderbenbringenden Wühlarbeit ber kommunistischen Internationale unb ber Komintern gegeben werben. Mit ber Gesamtleitung unb ber Ausgestaltung ber Schau würbe der Leiter des Instituts für deutsche Kultur- und Wirtschaftspropaganda, Architekt Pg. Waldemar S t e i n e cf e r, betraut. Reichslagung des Gustav-Abolf-Vereins. In Kaiserslautern begann bie Reichstagung bes Gustav-Abolf-Vereins, ber Hilfsorganisation für die evangelische Diaspora diesseits und jenseits der Reichsgrenzen.- Neben den Leitern des Gustav-Adolf-Werkes aus dem Reich hatten sich zahlreiche Vertreter deutscher evangelischer Auslandsgemeinden aus Polen und den baltischen Staaten, aus Ungarn und Siebenbürgen, Oesterreich, Jugoslawien, Brasilien und Argentinien versammelt. Einer Gruppe von 40 Batschka-Psälzern wurde ein jubelnder Empfang bereitet. Die Tagung begann mit Festgottesdienstes in allen Kirchen ber Stabt. Auf ben Kanzeln stauben Leiter ber evangelischen Auslanbsbiaspora. Zu einer einbrucksvol- len Kunbgebung gestaltete sich bie Festversammlung. Nach einem Grußwort des Präsibenten, Professor Gerber (Leipzig), sprach Dr. Zimmermann im Namen ber volksdeutschen Gäste aus ber Batschka, sübslawischer Lanbschaft zwischen Donau und Theiß. Er schilderte den harten Kampf der pfälzischen Auswanderer, die inmitten einer fremden völkischen Umwelt ihr deutsches Volkstum und ihren evangelischen Glauben bis auf den heutigen Tag bewahrten. Zugleich dankte er dem Verein für feine Hilfe, die wesentlich dazu beiaetragen habe, daß die deutsche Volksgruppe in der Batschka die Verbindung mit der Heimat nicht verlor. Reichswettbewerb der Flugzeugmobellbauern. Auf bem Segelfluggelände der westdeutschen Segelflieger in Borkenbergen bei Dülmen fanden die Reichswettbewerbe für Segelflug- m o d e l l e statt, die in diesem Jahre zum dritten Male ausgetragen wurden. Zu ben Vorführungen ber jungen Mobellbauer, bie aus allen Gauen des Reiches mit ihren selbstgebauten Flugzeugen erschienen waren, traf auch der Korpsführer des NSFK., Generalleutnant Christiansen, ein. An fünf Startstellen brachten bie Junaen ihre in Bauart, Größe unb Antriebsweise vielfältigen Modelle zur Schau. — Der erste Tag galt bem Wettbewerb ber Benzinmotor-Mobelle, beren Zahl auf 49 gestiegen ist. Als bestes Mobell wurde bas ber Gruppe West- Hauptschrtstleiter: Dr Friedrich Wilhelm Uange Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blum« schein Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange: für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel D A VII. 37: 9076. Druck und Verlag: Brühlsche Unioersitätsdruckerei R Lange. K.-G., sämtlich in Gießen Monatsbezuas« preis RM 2,05 einschließlich 25 Ps Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf mehr Einzelve'rkaufs- preis 10 Pf und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf mehr Zur Zeit ist Preisliste Nr 3 vom 1 Juni 1935 Gültig. salen mit 360 Sekunden Flugdauer gewertet. Auch Lei den Maschinen mit Gummimotorantrieb waren wieder Vervollkommnungen in der Bauart und in der Flugsähigkeit zu sehen. Der vom Korpssüh- rer Christiansen gestiftete Ehrenpreis fiel an die Gruppe 7 (Sachsen), die 5718 Punkte bei 25 gestarteten Modellen herausholen konnte. Die nächsten Siege holten die Gruppen Nürnberg und D a r m st a d t. Bester Einzelsieger war Riedel (Nürnberg), der sich die goldene Plakette des Korps- sührers holte. Die Preisoerteilung nahm Korpsführer Christiansen vor. Ein Gütezeichen für die herrenmahschneiderei. In München findet die Reichstagung des Reich sinnungsverbandes des Herrenschneiderhandwerks statt. Reichsinnungsmeister Schüller eröffnete im Deutschen Museum die Modell- und Lieferanten-Ausstellung. Im Mittelpunkt der Arbeitstagung stand die Verkündung der Einführung des Gütezeichens für die Herrenmaßschneiderei. Reichsinnungsmeister Schüller stellte fest, daß dieses Gütezeichen die Krönung der Be- russerziehungsarbeit des Reichsinnungsoerbandes bedeute. Das Pamirgebirge abermals überflogen. Nachdem, wie bereits gemeldet, vor einigen Tagen ein Lufthansa-Flugzeug zum erstenmal das Pamirgebirge überflogen hatte, ist diese verkehrsfliegerische Leistung von einer zweiten Junkers „Ju 52" der Deutschen Lufthansa unter Führung von Flugkapitän Drechsel, Flugzeugführer von Tettenborn und Funkmaschinist P e n k e, die Da» fiiifeötth „Mutter und Kind" tritt dann ein, wenn die Kraft der Tomilic zur Selbsthilfe nicht ausreicht. ebenfalls von Kabul aus über Ansi nach Sutschau (China) flog, mit der gleichen Sicherheit und Zuverlässigkeit im Rahmen der Erkundungsflüge eines weiteren Luftverkehrsweges nach dem Fernen Osten wiederholt worden. Das Flugzeug bezwang das schwierige Gebirgsmassiv ebenso wie das erste Flugzeug auf dem Wege über den Wakhan-Pah, der Afghanistan mit der chinesischen Provinz Sinkiang verbindet. Nach elfstündigem Fluge erreichte es sein Ziel. Beide Flugzeuge sollen in den nächsten Tagen nach Kabul zurückfliegen. Während die von Direktor Freiherrn von Gablenz und Flugkapitän U n - tucht geführte „Ju 52" anschließend nach Deutschland zurückkehren wird, soll Flugkapitän Drechsel noch einmal über den Wakhan-Paß nach China fliegen. 2HU dem Auto in den Rhein. Ein Personenkraftwagen, von einer Dame gesteuert, kam oberhalb des Bahnhofs Hirzenach von der Straße ab und fuhr über den Bürgersteig i n den Rhein. Das Straßengeländer wurde auf einer langen Strecke abgerissen. Die Insassin mußte mit schweren Verletzungen nach Boppard ins Krankenhaus gebracht werden. Das größte Freilichtkino Deutschlands. Am Valzner Weiher ist für das diesjährige Volksfest „Kraft durch Freude" auf dem Reichsparteitag in Nürnberg das größte Freilichtkino Deutschlands errichtet worden. Die Bildfläche hat eine Größe von 120 Quadratmeter. Täglich werden hier den vielen Besuchern der KdF.-Stadt die neuesten Filme der Deutschen Arbeitsfront gezeigt werden. Ein Opfer albanischer Blutrache. Ein Opfer der Blutrache, die noch immer Dolkssitte der Albaner und Mohammedaner in Süd- ferbien ist, wurde der Abgeordnete des jugoslawischen Parlaments Ramadan Ramadanowic, Mitglied der Regierungspartei und Vertreter der jugoslawischen Albaner im Parlament. Ramadanowic kehrte aus der Stadt Skoplje mit einem Autobus in sein Heimatdorf Blaze zurück. Den Weg von der Haltestelle des Autobus bis zu seinem Hause legte er in Begleitung seines Sohnes, eines Rechtsstudenten, und eines Gemeindewächters zu Fuß zurück. 200 Meter vor seinem Hause ertönten plötzlich aus einem Maisfeld mehrere Gewehrschüsse. Ramadanowic fiel, an der Brust und am Hals schwer verwundet, nieder und verschied nach 20 Minuten. Von den Tätern fehlt jede Spur, die Behörden nehmen jedoch an, daß es sich um Blutrache von drei Albanern aus der Umgebung handelt. Zwei von ihnen sind flüchtig, der dritte wurde verhaftet. Die Behörden haben eine strenge Untersuchung eingeleitet. Wieder ein großer Waldbrand in Frankreich. Der große Waldbrand, der drei Tage in Südwestfrankreich wütete, ist kaum gelöscht, und schon treffen wieder neue Meldungen über einen großen Waldbrand ein, der 20 Kilometer südlicher in 3 Kilometer Breite und 1 Kilometer Tiefe tobt. Die Behörden tun ihr Möglichstes, um das Vordringen des Feuers aufzuhalten, sind aber zunächst machtlos. Nach einer Schätzung des „Matin" sind 12 000 Hektar Wald vernichtet. Der Präfekt des Departements Landes hat, einem Beispiel seines Kollegen vorn Departement Gironde folgend, ab 29. August in allen Waldgemeinden die Jagd verboten. Augenscheinlich nimmt man an, daß die Brände auf Unvorsichtigkeit von Jägern zurückzuführen sind, die vielfach noch für ihre Patronen Papierpfropfen verwenden. Auch der Gedanke an böswillige Brandstiftung ist aufgetauscht. Weitere Brände werden aus der Gegend von Bordeaux und Chatellerault gemeldet. „Seelische Hygiene." Von Or. Friedrich Gchulze-Maizier. Kein halbwegs unbefangener Mensch wird sich schämen, an einer Sehnenzerrung oder einem Herzfehler zu leiden; ebensowenig wird er es für unter seiner Würde halten, ein solches Uebel behandeln zu lassen — der Kulturmensch von heute besitzt erfreulicherweise ein wachsendes Maß von hygienischer Vernunft. Nur wenn es um seelische Zerrungen und Verwundungen, um charakterliche Verbiegungen oder Verrenkungen geht, ist die Hebe Mitwelt im großen und ganzen noch immer erstaunlich prüde. Als ob es eine Schande märe, wenn das zarteste aller Organe, die menschliche Seele, im Lebensgedränge Schädigungen baoonträgt, Verletzungen ober Entzünbungen, Brüche ober Risse, im Vergleich zu denen körperliche Verletzungen oft noch das kleinere Uebel sind. Als ob es ein Zeichen von Zimperlichkeit wäre, von unzeitgemäßer innerer Verweichlichung, echte Seelsorge für mindestens ebenso wichtig zu halten wie die Hygiene des äußeren Menschen. Wer in der Welt etwas Ersprießliches ausrichten will, muß zuerst einmal mit s i ch selber im reinen sein; man kann weder recht wirken noch recht kämpfen, wenn man an schlecht verhehlten inneren Defekten oder Konflikten leidet, an geheimer Mutlosigkeit oder unterdrücktem Schuldgefühl. Nun sind wir aber — mit dieser Einsicht beginnt eigentlich erst ein tiefer reichendes charakter- kundliches Verständnis — durchaus nicht immer so mit uns selber im reinen, wie es nach außen hin erscheint, ja, wie wir es uns selber glauben machen wollen. Wir werden also gut tun, von Zeit zu Zeit in stillen Stunden möglichst unbefangen in uns hineinzuhorchen und uns zu prüfen, ob wir seelisch wirklich ganz und gar im klaren und reinen, wirklich im besten Sinne des Wortes „in Ordnung" sind, ob es hier nicht vielleicht doch noch mancherlei zu richten und schlichten, auszufegen und auszulüften, zu verbessern und zu verstärken gibt. Jede Schreibmaschine, jede Taschenuhr muß von Zeit zu Zeit einmal „überholt" werden; warum nicht auch unser innerer Mensch? Grundregel soll dabei sein, daß man sich vor falscher Scham ebenso nachdrücklich zu hüten hat wie vor falscher Selbstsicherheit. Man wage es, wahr zu sein, Irrtum Irrtum, Schwäche Schwäche, Unart Unart zu nennen; aber man verfalle darüber nicht in den Gegenfehler fruchtloser Selbstzerfleischung und Selbstzerfaserung („Analysitis nannte sie ein zeitgenössischer Seelenarzt). Ist es doch eine der wichtigsten Leistungen der neueren Charakterkunde, daß sie erst in vollem Umfange klargestellt hat, wie eng Schwäche und Auftrumpfen, Wundheit und Reizbarkeit miteinander verbunden sind. Der wirklich starke Mensch wird immer sach - l i ch u ' '■’eln, wird nicht eitel triumphieren, roc was gelingt, aber auch nicht gleich in Vc i zusammenbrechen, wenn ihm etwas da. i geriet. Aus der Niederlage zu lernen suchen und sich unter gar keinen Ümstän - den den Mut rauben lassen, es das nächstemal besser zu machen, das ist die einzige Haltung gegenüber dem Mißerfolg, die eines reifen Menschen würdig fein kann. Nicht der hat die bessere Aussicht auf wirklich haltbaren Erfolg, der sich über jede ernstliche Selbstprüfung erhaben dünkt; es zeigt von viel tieferer Lebensklugheit, von viel gesünderer innerer Spannkraft und Zähigkeit, wenn ein Mensch immer wieder an s i ch selber arbeitet, wenn er gerade seine Fehl schlüge zum Anlaß neuen Lernens und Umlernens nimmt. Man wende nicht ein, eine solche gelegentliche „Ueber- holung" des inneren Menschen sei unmännlich und undeutsch. Ein so erfahrener Seelenkenner und Seelsorger wie Meister E ck h a r t hat den charakter- kundlich höchst modernen Satz ausgesprochen: „Der Mensch würde wahrlich reich an Tüchtigkeit, wenn er sich prüfte, an welcher Stelle feine größte Schwäche läge, auf daß er hier besserte und seinen Fleiß daran kehrte, dies zu überwinden". Gesetzt den gar nicht so seltenen, gar nicht so „anormalen" Fall, jemand schleppt von Kindesbeinen an irgendeine geheime Derstöruna und Entmutigung mit sich herum, einen rounoen Punkt feines Selbstgefühls und Lebensvertrauens, einen immer wieder aufflammenden Groll oder ein nagendes Schuldgefühl. Oder harte Schicksalsschläge haben seinem Wesen einen Knick, eine „Delle" gegeben. Was ist hier das Klügere, hygienisch Vernünftigere? Wenn er den brandigen Fleck nicht nur vor den anderen, sondern auch vor sich selber vertuscht, eine Unmenge Kraft verbraucht, nur um die schließlich doch immer wieder spürbaren Wirkungen seines verborgenen Gebrechens wett zu machen, und schließlich doch merken muß, daß sich in seelischen Dingen auf die Dauer nichts vertuschen läßt? — ober: wenn er dem guten Rat des Meisters Eckhart folgt und ohne falsche Scham alle Hilfsmittel echter Seelenpflege dazu benutzt, um den heimlichen Schaden auszuheilen? Die Antwort versteht sich von selbst für jeden, der auch nur eine Ahnung empfing von der ungeheuren Tiefe geheimer Verstörungen und von der befreienden Wirkung durchgreifender charakterkundlicher Arbeit. Der Erfolg- ist an eine Hauptbedingung geknüpft, welche alle anderen Voraussetzungen einschließt: Man sei rückhaltlos vor sich selber ehrlich, man habe den Mut, bis auf den Grund zu gehen und sich so zu erblicken, wie man wirklich ist. Die Einsichten, zu denen man dabei gelangt, mögen nicht immer bequem, sie mögen unter Umständen erschütternd sein; aber diese Erschütterungen sind gewiß heilsamer als der faule Friede fragwürdigen Selbstbetruges. Man wird vielleicht beträchtlich über sich umlernen, manches allzu günstige Vorurteil berichtigen und manchen Pflock zurückstecken müssen. Aber man wird bald erkennen, daß die Verarmung, in welche man dabei zu geraten befürchtete, in Wirklichkeit eine Bereicherung war, daß man nun erst feste Planken unter den Füßen hat und viel sicherer Kurs zu halten vermag als vorher. Man wird aufs neue die alte Erfahrung bestätigt finden, daß es nichts Beglückenderes gibt als echte Selbst- beschränkung und wird erkennen, daß wieder einmal Goethe eine der wichtigsten charakterkundlichen Einsichten oorroeggenommen hat in dem stillen Satz: „Wer sich nicht zu viel dünkt, ist viel mehr, als er glaubt". Polen weist denlscheFischerausHUa aus Danzig, 28. Aug. (DNB.) Infolge der Anlage von Befestigungen aus der Halbinsel H e l a , die zum Verteidigungsbezirk Gdingen gehören sollen, hat sich die polnische Regierung ’ genötigt gesehen, den malten deutschen Fischerort räumen zu lassen. In Verfolg dieser Maßnahmen müssen 14 alteingesessene reichsdeutsche Fischerfamilien den Festungsbezirk Hela verlassen. Ein Teil der Männer hat sich mit Kuttern und Fischfanggerät über See nach der deutschen Ostseeküste begeben, wo sie in Zukunft ihrem Gewerbe nachgehen werden. Der Rest der Fischer und etwa 50 Angehörige haben Heia mit Hab und Gut verlassen, wobei sich zum Teil erschütternde Szenen abspielten. Die Fischerfamilien wurden in Zoppot von dem Kreisleiter der NSDAP., Oberbürgermeister Temp, bewirtet und mit Liebesgaben versehen. Dann ging die Reise zur See über Swine- münde nach Binz weiter, von wo die Fischer sich in die ihnen zugewiesenen neuen Heimatorte an der deutschen Ostseeküste begeben werden. Kämpfe an der Aragon- und Granada-Front. Salamanca, 30.Aug. (DNB.) Der nationale Heeresbericht vom Sonntag meldet von der Aragon-Front: Abschnitt Huesca: Im Abschnitt Almodovar wurde ein feindlicher Angriff mit starken Verlusten für den Gegner z u - rückgeschlagen. Im Abschnitt Villamayor sind die bolschewistischen Angreifer nicht nur zurückge- schlagen, sondern von unseren Truppen verfolgt worden, so daß wir unsere vorderen Linien wesentlich verbessern und wichtige Stellungen besetzen konnten. Der Feind verlor viel Kriegsmaterial, darunter unter anderem 2 0 Maschinengewehre. In diesem Abschnitt wurden von uns 6 sowjetrussische Tanks außer Kampf gesetzt. Im Abschnitt Belchite und Fuentes sind ebenfalls alle feindlichen Angriffe abgeschlagen worden, wobei der Gegner außerordentlich starke Verluste gehabt hat, ohne daß er irgend einen Vorteil gewinnen konnte. An der Granada-Front griff der Gegner unsere Stellungen in der Sierra Nevada an und wurde verlustreich z u r ü ck geschlagen. Im Abschnitt Lanjarvn erlitt der Feind bei einem mißglückten Angriff mehrere hundert Mann Verluste, darunter über 50 Tote und einige Gefangene. Unter dem erbeuteten Material befinden sich drei Geschütze, drei Maschinengewehre und zahlreiche Gewehre. Wetterbericht der Reichsweklerdienstes. Ausgabeort Frankfurt. Die Umgestaltung der Großwetterlage macht nur langsame Fortschritte. Mit der Zufuhr kühlerer Luftmassen hat sich der englische Teil des europäischen Hochdruckgebietes sogar noch einmal verstärkt, so daß nennenswerte Störungen des Schönwettercharakters vorerst noch unwahrscheinlich sind; besonders in den Morgenstunden wird es jedoch zunächst zu Nebel- oder Hochnebelbildung kommen. Aussichten für Dienstag: Morgens vielfach Nebel ober Hochnebel, sonst meist heiter und trocken, Temperaturen wenig geändert, Winde aus vorwiegend nördlicher Richtung. Aussichten für Mittwoch: Im wesentlichen noch Schönwettercharakter, doch morgens vielfach nebelig. Lufttemperaturen am 29. August: mittags 25 Grad Celsius, abends 16,3 Grad; am 30. August: morgens 13,8 Grad. Maximum 25,4 Grad, Minimum heute nacht 11,7 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 29. August: abends 21 Grad; am 30. August: morgens 16,7 Grad. — Sonnenscheindauer 11,6 Stunden. Nach langem schweren Leiden verschied am 26. August 1937 im Alter von beinahe 84 Jahren unsere liebe Mutter. Grofem utter, Schwester und Schwägerin Frau Johanna Vogel, geb. Lang Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Hans Schmitt und Frau Karl Vogel und Familie. Gießen, Freiendiez, den 30. August 1937. Die Beisetzung fand in aller Stille statt ------ -----------------04275 Zwangsversteigerung. Dienstag, den 31. August, nachm. 2 tthr, sollen im Versteigerungslokal Neuenweg 28 bzw. an Crt und stelle (Bekanntg. in obigem Lokal» zwangsweise geg sofortige Barzahlung versteigert werden: Haus-, Laden- u. Büromöbel aller Art, 4 Schreibmasch., 17 Palmenstöcke, 10 Bücher, 1 Vulkanisier- njaschme 1 Tisch - Grammophon, 1 Teppich, 2Bilder,lSchaufenster- Austtell -Einrichtung, 1 Scbneiüer- Nahmaschine, 1 Briesm.-Album, 3Auswahlbefte,2Klaviere,lPhoto- avvar.,1 Spiegel, Anzugstoffe 68,6d Scharmann Gerichtsvollz.m Gießen Obiiai uiuIlli) Wlesemtr. 2, Tel. 3108. Mietgesuche Vermietungen 2 WohDongsfiesüdie! 1 od. 2 Zimmer mit Küche, sowie 4-5 Zimmer mit Mansarde Eilangebote unt. 5617D an den Gießen Anzeiger erbeten. Schöne 4-Zimm,-Wohnung Balkon, Mansardenzimmer,nebst all.Zub. 1.Stock, Asterweg, n. der Anlage, per 1. Oktober zu vermieten. Schriftl. Angeb. u. 04276 an d. Gieß. Anz. Briefumschläge bei Brühl, Gießen 17,15. l-2 luöhl. Zimmer 2 Stationen von Gießens a.Bahn- bof) zu vermiet. Wo, sagt die Geschäftsstelle des Gießen. Anzeig. Elche zwischen Meer und Memel von Marlin Kakies Insgesamt 120 Seiten mit 82 hervorragenden Naturaufnahmen des Verfassers aus 56 Kunstdrucktafeln. 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Klassen-Lotterie Auf jede gezogene Nummer sind zwei gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar je einer auf die Lose gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I und II 56 Gewinne zu 1000 RM. 3545 50576 57328 68801 76991 79487 152357 154725 173209 182174 215434 237641 251489 261413 281059 281257 339402 358649 98 Gewinne zu 500 RM 2956 4473 7452 28993 38021 42590 52560 62262 71585 82254 104284 110870 ------ ------ ------ 90840 135690 158053 180495 199121 236443 258894 281327 302601 319600 354442 396949 115535 139470 160538 188962 218231 241545 259990 291232 310383 337140 368503 397445 124642 142808 162404 190958 220862 242191 264996 291668 312606 346422 371292 90818 126025 144078 162427 192799 229700 250453 268826 295491 314002 348980 377075 126715 144678 171442 193186 234814 25061'2 272369 298093 316614 353516 385732 136273 158550 181824 211745 239244 259688 289205 303529 321161 359477 397009 ,««90 Dewinne »u 300 RM 1747 4954 5602 5893 litt?? 1^64 26265 35953 37556 44905 49770 i13 §0223 65105 67914 71730 73155 S 71704630 H308“3---8-4-348 - “4-4® - NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude“ Mittwoch, den 1. Sept., 20.15 Uhr, im Stadttheater Triumph des Humors Willy Reichert mit seiner Künstlerschar Kartenvorverkanf: Musikhaus Challier. Schokoladenh. Hunte- mann, Oberh.Tageszeitg., Kreisdienststelle, Schanzenstr. 18. __________________________________5621 D Ön der heutigen Nachmittagsziehung wurden gezogen 2 Gewinne zu 1UOUO RM. 189752 6 Gewinne zu 2 Gewinne zu 12 Gewinne zu 5000 RM 201548 314467 397756 298311 3000 RM. 180916 2000 RM. 223153 285364 348830 363068 381961 62 Gewinne zu 1000 RM 33423 47761 51076 741 15 85669 103532 111921 124371 201161 240454 241120 246758 251868 275478 295472 329377 369412 329706 378237 354226 357818 365757 386318 389942 394449 369307 82 Gewinne zu 500 RM. 3996 32382 48092 49986 56737 83612 102761 106197 108871 131507 132898 139521 155965 158623 169981 176729 182264 188844 201667 202244 205229 208470 210689 219639 219746 223608 266067 277055 277118 279835 289766 289800 295674 302650 326303 399474 330571 364292 371631 387534 391796 164 Gewinne zu 300 RM 2332 2706 3363 6981 8640 9596 10480 20725 26527 30122 31010 37831 37891 42625 44367 61101 63933 64665 65053 67305 68776 70145 84066 95200 99139 101862 105972 119016 125176 129667 131533 145455 150377 150390 158140 167596 167959 174048 181200 182258 185000 186171 187761 187870 190299 190686 19254b 194651 194718 195169 202781 223222 224109 224262 227200 228249 233631 237941 248712 254591 275791 288925 >93760 318734 319128 321221 323055 326915 <27295 335261 341239 347497 349099 369106 <69931 372184 375101 385282 390047 391027 <92451 395091 im Gewinnrade verblieben: 2 Gewinne zu ie 000000, 2 zu je 500000, 2 zu je 100000, 2 zu e 0000. 6 ju le 30000, 10 zu je 20000, 36 zu |e 10000 ß zu ie 5000 144 zu le 3000, 326 zu |e 2000 1126 zu je 1000, 1692 zu ie 500 3440 zu je 30C 81136 zu ie 150 NM. Keine Zeugnisse m Urschrift icnbem nur 3eugntt» ablchristen oem Be» werbungSichr-iben bei. ^gen — Lichtbiiner uncBewerdumiSunter- lagen mühen zur 8er» Meldung oon Beriuüen auf oet 'Rückseite )l> «nen und Anfckrin oel Bewerber- tragen! Sohn achtb. Eltern, v. Lande, der das Bödeman-roar erlernen will, gesucht. 661bd Bäckermeister EmilZinser Wnöocfo.(MM Verschiedenes Wnflltiffi zugeflogen. 662oD Abzuholen: StudenlenhauS Lechgest.WeglS.