Nr.175 Erster Matt 187. Jahrgang 8reitag,Zft.Iust 1037 Gießener Anzeiger Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8'/,Uhr des Vormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Text» an^eigen oonTOmm Breite 50 ^pf.,Platzvorschrift nach vorh.Vereinbg.25O/o mehr. (Ermäßigte Grundpreise: Lrscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild - Die Scholle Monatr Bezugspreis: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte „ 1.80 Zustellgebühr. . „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernsprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen Postscheckkonto: Zranksurt am Main 11686 General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühlsche Univerfitatrdruckerei R. Lange in Gietzen. 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Täglich laufen bei König Gh azi I. und der irakischen Regierung Protesttelegramme ein, und zwar nicht nur von irakischen politischen Führern, Nationalisten und Kirchenhäuptern, sondern insbesondere auch von den verschiedenen arabischen Herrschern der umliegenden Länder. Ausnahmslos wird darin verlangt, daß die Regierung von Bagdad nicht nur auf diplomatischem Wege alles tun soll, was in ihrer Macht steht, um die Palästina-Teilung zu verhindern, sondern man geht vielfach sogar so weit, auch die Anwendung von drastischeren Mitteln zur Verhinderung der Teilung und zur Durchsetzung der panarabischen Parole: „Palästina den Arabern" zu verlangen. Die Regierung des Irak ist denn auch offenkundig gewillt, die Forderungen der arabischen Völker wirksam zu unterstützen. Der irakische Ministerpräsident hat gemeinsam mit dem General st abschef des Landes die Führung des politischen Kampfes für die Unteilbarkeit Palästinas übernommen und findet dabei die volle Unterstützung feiner Mitarbeiter und auch des Königs. Mit Betonung proklamierte er schon vor einiger Zeit, daß die Araber keine Handbreit Palästinas abgeben könnten. England werde auch keinen Araber finden, der zu den Teilungsplänen fein Einverständnis geben werde. Jeder Araber, der etwa aus taktischen Gründen oder aus einem politischen Opportunismus heraus den Teilungsplänen zustimme, werde in allen arabischen Ländern geächtet sein. Der rege Meinungsaustausch zwischen dem Irak und Saudi-Arabien hat bereits ergeben, daß beide Länder bereit sind, gemeinsam für die arabische Sache einzutreten. Nur über die Haltung des Emir Abdullah, des Herrschers von Trans- jordanien, bestand bis vor wenigen Tagen Unklarheit. Man hatte hier den Eindruck, daß die Regierung von Transjordanien mit dem englischen Vorschlag sympathisiere, zumal Emir Abdullah persönlich der einzige Gewinuende sein würde. Denn nach den Vorschlägen der englischen Palästina-Kommission sollen bekanntlich dem Herrscher Transjorda- niens, der nebenbei bemerkt der Onkel des Königs Ghazi von Irak ist, aus der Teilung Palästinas bedeutende Gebietsgewinne und eine ansehnliche Vergrößerung seiner Geltung erwachsen; ferner hat man ihm von England aus auch minder Königswürde gewinkt. Es scheint aber nun, daß die klare und eindeutige Haltung der anderen arabischen Länder, besonders des Irak, auf den Emir Abdullah einen nachhaltigen Eindruck hinterlassen hat. Jedenfalls verlautete hier, daß er sowohl wie die transjordanische Regierung sich entschieden gegen die Teilungspläne ausgesprochen hätten. Dem- ' nach würde also die im Londoner Unterhaus auf- gestellte Behauptung, daß Emir Abdullah von Transjordanien den englischen Plan befürworte, un- ' zutreffend sein, und die arabische Welt wäre in einer immerhin außerordentlich wichtigen Frage 1 völlig geeint gegenüber den britischen Absichten. Wie tief die Erregung in der arabischen Bevölkerung über das englische Projekt um sich gegriffen I hat, ist daraus ersichtlich, daß die irakischen Natio- | nalisten im ganzen Lande seit etwa einer Woche große Demonstrationen organisieren, wobei sie von der Regierung jede denkbare Unterstützung finden. Den Standpunkt der arabischen Völker erklärte uns dieser Tage der irakische I u st i z m i n i - st e r in einem längeren Gespräch. Er betonte, daß mit ihm alle Araber eine Teilung Paläst 1 - las als absoluten Fehlgriff ablehnten, der früher oder später zu den schwersten Erschütterungen im Nahen Osten führen müsse. Daß Palatina, wenn es auch fast zwei Jahrhunderte unter er Fremdherrschaft gelebt habe, stets ein a ratsch e s Land gewesen sei, daß seine Bevolke- rung zum weitaus überwiegenden Teil immer arabisch gefühlt hat und auch heute arabisch lenkt, könne von niemandem, der die Verhältnisse virklich kenne, bestritten werden. In der Tat: Palästina ist umgeben von arabischen Landern mit iner Einwohnerzahl von etwa 30 Millionen Nohammedanern, die zum Teil bereits ihre Un- lbhänaigkeit erkämpft haben, zum anderen Teile fc noch suchen. Alle stimmen auf ieden Fall bann ifcerein, daß Palästina unbedingt em rnte- irierenber Bestandteil des arabi- fch e n Mutterlandes ist, heilig 70 Millionen trabern, die weitere 400 Millionen Mohammedaner ii der ganzen Welt hinter sich haben. Selbst die feinste Hingabe und Übereignung von Gebietsteilen an die Juder zur Errichtung eines eigenen Staates ist für die mohammedanische Welt untrag. Bar. Im Hinblick auf die englische Weltpottttl und d-n Teilungsplan erklärte der irakische W^mim- fsr, daß England klüger handeln wurde, wenn es, f ei von jeder projüdischen Tendenz, $ feine volle Unabhängigkeit gewahren inb auf diese Weise sich die Freundschaft der ara- b schen Welt erhalten würde. Durch die Teilungsfee werde weder den Arabern, noch den I wirkliche Befriedigung gewährt ™an Im Augenblick wartet man hier noch ab. Man fr aber geroife, daß auch andere mohammedanische Moskau gegen den Friedenswillen Europas. Die Sowjets bringen den englischen Nichteinmischungsplan zum Scheitern. London, 29. Juli. (DNB.) Im Laufe des Donnerstagnachmittag gingen im Sekretariat des Nichteinmischungsausschusses die Antworten auf das letzte Ersuchen des Ausschusses, zum englischen Dermittlungsplan Stellung zu nehmen, ein. Sämtliche Antworten auf das englische Ersuchen, bis auf die sowjetrussische, stimmen in allen wesentlichen Punkten dem englischen Vermittlungsoorschlag zu. Die fowjetrufsifche Antwort lehnt entgegen der ursprünglichen Annahme des englischen Planes durch Sowjetrußland diesen in einem wesentlichen Punkte ab, indem sie die Gewährung der Rechte kriegführender an General Franco grundsätzlich verweigert. Die Svwjetregierung behauptet, daß die bolschewistischen Machthaber in Valencia von allen Teilnehmern am Nichteinmischungsabkommen als die einzige gesetzmäßige „Regierung" von Spanien anerkannt worden seien, und daß daher General Franco nur als „Rebell und Verbrecher" angesehen werden könne. (!) Eine Aenderung dieser Haltung gegenüber Franco und insbesondere die Gewährung der Rechte Kriegführender ändere daher die gesamte Grundlage ab, auf der die Nichteinmischung beruhe. Die Frage, zu welcher Zeit General Franco kriegführende Rechte gewährt werden können, erhebe sich daher überhaupt nicht, und eine Ermächtigung des Vorsitzenden des Nichteinmischungsausschusses zu Erörterungen über die Frage, unter welchen Bedingungen kriegführende Rechte an General Franco gewährt werden können, sei nach Ansicht der Sowjetregierung nicht möglich. Die Sowjetregierung nimmt daher die schwere Verantwortung auf sich, den englischen Vorschlag als einzige Regierung zu Fall zu bringen, nachdem alle anderen Mächte sich entschlossen hatten, ihn in allen wesentlichen Punkten anzunehmen. Besonders hervorzuheben ist, daß die deutsche Antwort dem englischen Plan in allen wesentlichen Punkten z u st i m m t und lediglich verlangt, daß die Organisation der Zurückziehung ausländischer Staatsangehöriger als im inneren Zusammenhang mit der Anerkennung der Rechte Kriegführender stehend betrachtet werden sollte, und daß daher beide gleichzeitig verwirklicht werden müßten. Der Malt der Antwortnoten. London, 30. Juli. (DNB.) Zur Sitzung des Nichteinmischungsausschusses am Freitag gibt der diplomatische Korrespondent Reuters einer' längere Meldung, in der er darauf hinweist, daß die britischen Vorschläge zum Teil mit außerordentlich wichtigen Vorbehalten angenommen worden seien. Der wichtigste der Vorbehalte fei die s0 wjekrü s s i s ch e Weigerung, die Rechte kriegsführender an Franco zuzugestehen. Moskau wolle diese Frage nur von neuem erwägen, wenn alle Nichtspanier unter Einschluß der Marokkaner aus Spanien zurückgezogen worden seien. Die deutsche Antwort laufe darauf hinaus, daß Deutschland die Inangriffnahme praktischer Schritte zur Zurückziehung der Freiwilligen gleichzeitig mit der Zuerkennung der Kriegfuhrenden- Rechte haben wolle. Darüber hinaus schlage die Länder, insbesondere Aegypten, sich entschieden gegen den englischen Teilungsplan wenden werden. Im übrigen blickt man, wenn auch uicht mit gerade allzu großen Hoffnungen, auf den V 0 l k e r b u n d, der das Teilungsprojekt am 30. Juli behandeln soll. Man rechnet hier mit der Möglichkeit, daß der Teilungsvorschlag eventuell mit Unterstützung der (stimme Italiens abgelehnt wird. Die irakische Regierung hat sich ferner während des kürzlichen Besuchs des türkischen A u ß e n m 1 n 1 st e r s in Bagdad auch der türkischen Stimme versichert. Was aber geschehen würde, wenn der Völkerbund die Forderungen der arabischen Welt unberücksichtigt läßt und dem englischen Vorschlag zustimmt ist gar nicht vorauszusehen. Nach der Stimmung die hier herrscht, kann es sehr wohl dazu kommen, daß die Araber mit Waffengewalt versuchen werden Palästina ungeteilt zu erhalten. Auch der Irak wird dann an diesem Kampfe teilnehmen, m Scharen werden irakische Freiwillige zu ihren arabischen Brüdern nach Palästina eilen. Und auch die irakische Regierung wird dann wohl kaum als stummer Zuschauer danebenstehen. Glückwunsch des Führers an Mussolini. Berlin, 29. Juli. (DNB.) Der Führer und Reichskanzler hat dem Kgl. italienischen Ministerpräsidenten Benito Mussolini zum Geburtstag drahtlich seine Glückwünsche übermittelt. Der Führer in der Stadt der HeichSparteitage. Nürnberg, 29. Juli. (DNB.) Der Führer besuchte am Donnerstag von Bayreuth kommend, Nürnberg, um sich von den Fortschritten der deutsche Regierung die Gewährung der Rechte Kriegführender auch in der Luft vor, was die Folge hätte, daß beide Seiten in Spanien dem Genfer Abkommen über den Bombenabwurf unterworfen würden. Der einzige Vorbehalt der Italiener beziehe sich auf die Frage, wann die Rechte Kriegführender gewährt werden sollten. Nach italienischer Ansicht solle dies in Verhandlungen zwischen Großbritannien und den beiden Parteien in Spanien geklärt werden. Frankreich nehme ohne Vorbehalte an, verlange aber, daß vor der Anerkennung der Rechte Kriegführender eine „substantielle Zurückziehung von Freiwilligen" festgestellt sein müsse. Außerdem erkläre die französische Regierung^ daß die Regeln für die Auslegung der Rechte Kriegführender zum Teil nicht angemessen seien, z. B. bei der Frage der Legung von Minen auf hoher See. Frankreich erkläre sich weiter bereit, die Beobachter an der Pyrenäengrenze wieder einzusetzen, sobald die Kontrolle der portugiesischen Grenze wiederhergestellt werde. Abschließend schreibt Reuter folgendes: Aus der Arbeit auf dem Reichsparteitaggelände zu überzeugen und sich über den Stand der Vorbereitungen für den Reichsparteitag 1937 zu unterrichten. Aufruf an die Betriebs ührer. Ermöglicht die Teilnahme an den Wettkämpfen und am Führerappell der SA.! Berlin, 29. Juli. lDNB.) Der Leiter der Deutschen Arbeitsfront, Reichsorganisationsleiter Dr. Ley, richtet an die Betriebssichrer folgenden Aufruf: Vorn 13. bis 15. August 1937 finden auf dem Reichssportfeld in Berlin die 9t e i d) s m e 11 = kämpfe der S A. statt. In Verbindung mit diesen Wettkämpfen hat der Stabschef der SA. das gesamte Führerkorps bis einschließlich Sturmführer zu einem Führerappell nach Berlin befohlen. Ich richte an die Betriebsführer die Bitte, den SA.-Führern und SA.-Männern, soweit aus betrieblichen Gründen möglich, die Teilnahme an den Wettkämpfen bzw. an dem Führerappell durch die Gewährung von Sonderurlaub zu ermöglichen. Heil Hitler! Dr. Robert Ley. HWwerk für Kinder aMehnt. Ein unverständlicher Beschluß der tschechischen Regierung. Berlin, 29. Juli. (DNB.) Vor einiger Zeit war unter Mitwirkung des Roten Kreuzes an den Bund der Deutschen in Teplitz und an die Landeskommission in Reichenberg ein Vorschlag ergangen, sudetendeutsche Kinder zur Erholung obigen Inhaltsangabe der wichtigsten Antworten gehe hervor, daß der hauplmeinungsunlerschied sich wahrscheinlich aus dem f 0 w j e t r u f s i f ch e n Vorbehalt ergeben werde. Da nach britischer Ansicht alle Vorschläge nicht zufammengin- gen und Einstimmigkeit erforderlich sei, um sie durchzuführen, bestehe wieder einmal die Gefahr eines toten Punktes, es sei denn, daß die Sowjetregierung noch nicht ihr letztes Wort gesagt habe. Es fei jedoch unwahrscheinlich. daß Sowjetruhland die Abficht habe, sich zu isolieren und sich für einen etwaigen Zusammenbruch verantwortlich machen zu lassen. In französischen Kreisen werde auch in dem deutschen Vorbehalt ein Grund zu Meinungsverschiedenheiten gesehen. In der Freitagsitzung werde der Vorsitzende des Ausschusses eine schwere Aufgabe finden, die Ansichten auszusöhnen und die Fortsetzung der Nichteinmischung zu sichern. nach dem Reich zu schicken. Es handelte sich hierbei um eine Erholungsmöglichkeit für etwa 5000 Kinder gerade aus den Gebieten, die in dem sudetendeutschen Teil der Tschechoslowakei besonders unter Arbeitslosigkeit und Hun - a e r zu leiden haben. Die in Frage kommenden sudetendeutschen Stellen, denen das im Jahre 1933 durchgeführte Ferienkinder-Derschickungswerk noch in bester Erinnerung war, setzten sich sofort mit den zuständigen tschechoslowakischen Regierungsstellen in Verbindung. Den oorgebrachten Bedenken, die Kinderverschickung könne zu einer unerwünschten Agitation ausarten, konnte mit dem Hinweis begegnet werden, daß die Kinder in geschlossenen Lagern untergebracht werden sollten, die unter der Obhut und der Aufsicht der tschechoslowakischen Gesandtschaft in Berlin stehen würden. Nachdem anfangs Aussicht zu bestehen schien, daß die Angelegenheit sich günstig erledigen würde, ist nunmehr von tschechoslowakischer Seite das hitfswerk unvermittelt abgelehnt worden. Die Vorbereitungen der reichsdeutschcn Stellen sind umsonst gewesen, und die sudetendeutschen Kinder gehen der ihnen gebotenen Erholungsmöglichkeit verlustig. Ganz abgesehen von der merkwürdigen Auffassung über den Begriff der demokratischen Freiheiten und der humanitären Fürsorge wirkt sich die neue tschechoslowakische Einstellung auch als Unfreundlichkeit gegenüber dem Reich aus, weil gegen Reisen sudetendeutschsr Kinder —• allerdings in sehr viel beschränkterem Ausmaß — nach Dänemark, Oesterreich und der Schwei- feine Einwendungen erhoben worden sind. Streben die Sowjets nach Aktionssreiheit? Pessimismus in der englischen presse. London, 30. Juli. (DNB. Funkspruch.) Sämtliche Morgenblätter beschäftigen sich mit der heutigen Sitzung des Hauptausschusses des Nichteinmischungsausschusses. Die Lage wird von den Blättern p e s s i m i st i s ch beurteilt. Der diplomatische Korrespondent der „Times" schreibt, 22 von 27 Antworten seien am Donnerstag eingetroffen, die übrigen würden im Laufe des Freitagmorgen eintreffen. Die Antwort der Sowjetregierung scheine jetzt ein größeres Hindernis darzustellen, als irgend eine andere. Der diplomatische Korrespondent des „Daily Telegraph" schreibt, Sowjetrußland scheine sich alle Mühe zu geben, um die Bemühungen des Nichteinmischungsausschusses, einen praktischen Vorschlag zur Beibehaltung der Nichteinmischungspolitik auszuarbeiten, zum Scheitern zu bringen. Die meisten heute in London eingegangenen Antworten enthielten eine Annahme des britischen Planes. Lediglich die Sowjetregierung habe jeden nur möglichen Einwand zu allen Punkten des britischen Planes erhoben. Sowjetrußland habe dies in einer Art und Weife getan, daß man sich des Gedankens nicht erwehren könne, daß Moskau die Nichteinmifchungspolttik zu zerschlagen wünsche. In Londoner diplomatischen Kreisen zerbreche man sich den Kopf über die Beweggründe für diese Haltung. Bei vielen Anlässen habe der Sowsietver- treter im Nichteinmischungsausschuß bereits eine Dbftruftionstaftif durchgeführt, doch habe der svwjetrussische Vertreter immer Argumente vorgebracht, die man im Notfälle gelten lassen könnte. Heute aber werde man feststellen müssen, daß Moskau seine Taktik geändert habe. Sei Moskau etwa überzeugt, daß die D 0 l - s ch e w i st e n in Spanien vor der Niederlage stünden und wollen die Sowjets deshalb ihre Aktlonsfreiheit wieder gewinnen? Der diplomatische Korrespondent der „Daily Mail" hebt insbesondere hervor, daß Italien die britischen Vorschläge annehme. Auch die d e u t- sche Antwort sei zufriedenstellend, ebenso wie die Frankreichs. Nur Sowjet« ruß land werde bei der heutigen Sitzung des Hauptausschusses des Nichteinmischungsausschusses aufs neue den Versuch machen, ein Abkommen über Oie Nichteinmischung zu sabotieren. Da aber die übrigen Antworten zustimmend ausgefallen seien, so fei man in britischen Regierungskreisen noch hoffnungsvoll und denke, daß es möglich fein werde, die Unnachgiebigkeit Sowjetrußlands zu brechen. Diese Hoffnung, so schreibt der Korrespondent abschließend, sei nach den letzten Erfahrungen, die man mit der Taktik der Sowjetregierung gemacht habe, unberechtigt. Der diplomatische Korrespondent des „Daily Herald" schreibt, man könne angesichts der Halsstarrigkeit Moskaus mit Bestimmtheit mit einem neuen Stillstand der Verhandlungen rechnen. Maisky bei C^^mberla'n. London, 30. Juli. (DNB. Funkspruch.) Der sowjetrussische Botschafter Maisky stattete am Donnerstagabend Ministerpräsident Chamberlain einen Besuch ab, mit dem er alsdann eine längere Unterredung hatte. Frarcos Heeresbericht vom Donnerstag. Salamanca, 30. Juli. (DNB.) Der nationale Heeresbericht vom Donnerstag meldet von der Front von Biskaya: Der Feind hat mit großen Truppenmassen unsere Stellungen von Castro Alen, Saburan und La Nevera sechsmal angegriffen. Er wurde zurückgeschlagen und hatte außerordentlich starke Verluste. Front von Madrid: Durch einen Handstreich wurden zwölf Gefangene gemacht. Südarmee: Im Abschnitt von Espiel sind unsere Truppen vorgestoßen und haben die ihnen gesteckten Ziele erreicht, ohne daß der gestern (Mittwoch) geschlagene Gegner Widerstand geleistet hätte. Im Abschnitt von Villa h a rta wurden die feindlichen Angriffe mit großen Verlusten für den Gegner zurückgeschlagen. Unsere Vorpostenlinie im Frontabschnitt von Granada wurde verschoben. Die Nachrichten des bolschewistischen Rundfunksenders, daß angeblich von bolschewistischen Flugzeugen nationale Flugzeuge auf unseren Flugplätzen zerstört worden seien, sind falsch. Die b o l s ch e - wistischen Flieger haben Orte des Hinterlandes bombardiert und Bauern beschossen, die auf dem Felde arbeiteten, so wie es auch vor einigen Tagen schon geschehen ist. „Moskau untergräbt den Frieden." Pans fragt: Wollen die Sowjets Frankreich von England loslösen, um es in ein Abenteuer zu stürzen? Paris, 30. Juli. (DNB. Funkspruch.) Die Pariser Morgenpresse beschäftigt sich eingehend mit den Londoner Nichteinmischungsbesprechungen unter Berücksichtigung der inzwischen eingegangenen Antworten der interessierten Mächte auf die letzen englischen Vorschläge. Die Blätter stellen in diesem Zusammenhang fest, daß sowohl die deutsche, als auch die italienische Antwort trotz der Vorbehalte, die darin zum Ausdruck kämen, eine gewisse Hoffnung auf Einigung zuließen. Dagegen macht man den Sowjetrussen den Vorwurf, die Besprechungen torpedieren zu wollen. Der J o u r" zeigt sich über diese Haltung Moskaus nicht überrascht. Das Blatt erklärt, man brauche sich nur daran zu erinnern, daß der sowjetrussische Botschafter in London schon auf der letzten Sitzung des Unterausschusses erklärt habe, daß seine Regierung in feinem Falle und unter keinen Umständen General Franco als kriegführende Partei anerkennen werde. Wan dürfe auch deshalb schon jetzt mit großen Schwierigkeiten rechnen, die auf die Unnachgiebigkeit Moskaus zurückzuführen feien. Der gleichen Ansicht ist auch das „I o u r n a l". Es sagt, die deutsche und die italienische Antwort stellten eine Annahme der englischen Vorschläge dar, die zwar von gewissen Vorbehalten begleitet sei, man wisse aber noch nicht, in welche Form diese Vorbehalte gekleidet seien. Die Antwort Sowjetrußlands sei aber beunruhigend. Moskau sei auch diesmal wieder bemüht, den Frieden zu untergraben durch unannehmbare Forderungen. Die Sowjetregierung, die die Valencia-Bolschewisten militärisch unterstützt und die ihnen so viele Techniker zur Verfügung gestellt habe, behaupte jetzt, daß die marokkanischen Soldaten des Generals Franco als Ausländer anzusehen seien und deshalb ebenfalls zurückgezogen werden müßten. Die Bolschewiken, die Die Machtübernahme ausschließlich dem Aufstand gegen den Zaren verdanken, trieben die Achtung vor der Legalit ät bis zum Unsinn. Die sowjetrussische Obstruktionspolitik, so schreibt der „M a t i n", habe in gewissen Kreisen die Vermutung aufkommen lassen, ' Sowjelruhland versuche, Frankreich von England toszulösen, um es dann in ein Abenteuer zu stürzen. Moskau verzeihe der Londoner Regierung vor allem nicht, daß sie General Franco als kriegführende Partei anerkennen wolle, um sich mit Italien zu verständigen. In amtlichen Kreisen in Paris erkläre man jedoch, daß die zwischen Sowjetrußland und Frankreich bestehenden Abkommen es der Moskauer Regierung nicht erlauben, sich in die Beziehungen Frankreichs zu irgend einer Macht und insbesondere zu England, einzumischen. Kein anderer Weg znm Frieden! Für deuisch-italienisch-englische Zusammenarbeit. London, 30. Juli. (DNB. Funkspruch.) Der „Daily Expreß" setzt sich in einem Leitartikel am Freitag stark für eine Verbesserung der Beziehungen zwischen England und Italien ein. Italien Hobe den britischen Plan für die Nichteinmischung grundsätzlich angenommen. Das sei ein großer Fortschritt. Jetzt solle man die Annahme der britischen Vorschläge durch Mussolini damit beantworten, daß man die italienische Oberhoheit über Abessinien, die ja praktisch doch schon bestehe, anerkenne. Auch die „Daily Mai V* befaßt sich in ihrem Leitartikel noch einmal mit der Unterredung Chamberlain - Grandi vom vergangenen Dienstag. Durch sie sei mehr erreicht worden, als durch monatelangen offiziellen Gedankenaustausch. England schulde Chamberlain dafür Dank, daß er feine eigene Außenpolitik führe. Der auffallende Wandel in der Behandlung außenpolitischer Fragen seit der Amtsübernahme Chamberlains gebe zu der Hoffnung Anlaß, daß man jetzt etwas tun werde, was direkt zum Herzen des italienischen Volkes spreche, nämlich die Anerkennung der Eroberung Abessiniens. Das englische Außenamt wolle sich anscheinend nicht mit längst bestehenden Tatsachen befassen. Staatsmänner, die, psychologisch gesehen, fähig feien, das englische Außenamt zu leiten, seien nicht zahlreich, und nach Ansicht vieler ihrer Freunde gehörten weder Lord Halifax, noch Außenminister Eden zu diesen wenigen. Italiens Freundschaft sei heute für England wertvoller denn je. Der bemerkenswerte Erfolg Chamberlains, die Beziehungen zu Italien verbessert zu haben, mühte ihn auch dazu veranlassen, sich in Englands Unterhandlungen mit Deutschland einzuschatten, das stärker sei, als im Jahre 1914. Die Artverwandlheit zwischen den beiden grohen Völkern müsse zu einer Annäherung führen, möge es auch noch so schwierig sein. Chamberlain scheine in der Außenpolitik eine glückliche Hand zu haben. Unter seiner Führung könne sich die britische Politik gegenüber Deutschland und Italien günstig entwickeln. Es gebe auch keinen anderen Weg zur Erhaltungdes Friedens. Amerikanische presseverireier besuchen Deutschland. Beim Reichsverband der Deutschen preffe zu Gast. Berlin, 29.Juli. (DNB.) Der Reichsverband der Deutschen Presse gab am Donnerstag einer Gruppe von amerikanischen Professoren, Journalisten und Studenten der Zeitungswissenschaft an der Georgia- Universität, die sich auf einer Besichtigungs- reise durch Deutschland befinden, ein Frühstück, zu dem auch eine Reihe Berliner Haupt- schriftleiter erschienen war. Der Hauptgeschäftsführer des Reichsverbandes der Deutschen Presse, Hauptschriftleiter Dr. H e n - ningsen, begrüßte die Gäste und gab der Freude der deutschen Schriftleiter Ausdruck, mit der jede Gelegenheit begrüßt wird, die einen persönlichen Gedankenaustausch zwischen den Journalisten der beiden Länder ermöglicht, da auf diese Weise Gelegenheit zu eigenen Feststellungen gegeben sei. Er bat seine Gäste, das Erlebte im Herzen über das große Wasser zu nehmen und drüben auch in der Öffentlichkeit wirken zu lassen. Im Namen der amerikanischen Delegation dankte profeffor Wiilet Kempton und gab dabei feiner beredten Bewunderung Ausdruck für die außerordentliche Dynamik auf allen Gebieten, die er in Deutschland, das er von früheren Besuchen kennt, vorgefunden habe. Er betonte dabei, daß diese Reise Gelegenheit geboten hätte, die Meinung über Deutschland, die nicht nur jetzt, sondern auch schon während des Weltkrieges in den Vereinigten Staaten vielfach vertreten worden fei, zu revidieren und den Weg für ein gegenseitiges Verstand- nis zwischen beiden Völkern zu ebnen. Der stellvertretende Pressechef der Reichsregierung Ministerialrat Berndt wünschte den amerikanischen Gästen im Namen des Reichsministers für Volksaufklärung und Propaganda Dr. Goebbels und im Namen des Pressechefs der Reichsregierung Staatssekretär Funk für ihren Aufenthalt in Deutschland das Beste. Er betonte in seiner Ansprache, daß es zwischen Deutsch- land und den Vereinigten Staaten von Amerika in ihrer langen Geschichte nur selten Streitpunkte gegeßen habe, daß dafür aber zu allen Zeiten in Deutschland warme Sympathie für das Volk der Vereinigten Staaten von Amerika und sein Schicksal geherrscht habe. Für den Freiheitskampf der Vereinigten Staaten sei auch viel deutsches Blut geflossen, und dieses Blut sei immer ein festes Bindemittel zwischen den beiden Völkern gewesen. Auch heute gäbe es nichts, was das deutsche Volk von dem der Vereinigten Staaten trennen könne. Leider sei das Urteil über das neue Deutschland in den Vereinigten Staaten von Amerika durch viel falsche und tendenziöse Berichte stark getrübt worden. Deshalb könne man immer wieder nur sagen: „Kommt und seht!" Das neue Deutschland habe nichts zu verbergen, könne aber mit Stolz auf die Leistungen Hinweisen, die es im Interesse des Friedens, der Freiheit und der Wohlfahrt vollbracht habe. Er ging in diesem Zusammenhang auch auf die Bedeutung der deutschen Nationalhymne ein, deren Anfangszeile gerade jetzt wieder in den Vereinigten Staaten von Amerika falsch ausgelegt und als imperialistischer Anspruch gedeutet worden sei. Wenn der Geutsche „Deutschland, Deutschland über alles" singe, so bringe er damit zum Ausdruck, daß es für jeden Deutschen nichts Heiligeres gebe als Deutschland, daß sein Vaterland für ihn zuerst komme, so wie es für jeden Amerikaner und jeden Angehörigen eines anderen Volkes selbstverständlich sei, daß sein Volk seinem Herzen am nächsten stehe. Die harmonisch verlaufene Veranstaltung schloß mit ehrenden Worten für die beiden Staatsoberhäupter. Der Londoner Flottenvertrag von1S36 in Kraft. L o n d o n, 30. Juli. (DNB. Funkspruch.) Im englischen Auswärtigen Amt wurden am Donnerstag die Ratifikationsurkunden für den Londoner Flottenvertrag vom 25. März 1 93 6 von den Regierungen Englands, Kanadas, Australiens, Neuseelands und Indiens hinterlegt. Da die Vereinigten Staaten von Amerika bereits im vergangenen Jahr und Frankreich vor einigen Wochen die Ratifikationsurkunden hinterlegt haben, treten die Bestimmungen dieses Vertrages, der Rüstungsbeschränkungen zur See sowie Nachrichtenaustausch über die geplanten Kiellegungen vorsieht, in Kraft. Forderungen des Deutschtums in polen an den Staat. Oer deutsche Vertreter im polnischen Senat über ostoberschlesische Gesetzentwürfe Warschau, 29. Juli. (DNB.) In der Donnerstagssitzung des polnischen Senates, der auch der Ministerpräsident und der Außenminister beiwohnten, legte der deutsche Senator Wiesner den Standpunkt der deutschen Volksgruppe zu den bekannten, bereits im Sejm angenommenen Gesetzentwürfen über Ostobersch l e si e n dar. Senator Wiesner erklärte zu dem Gesetzentwurf über die Amtssprache in den Gerichten, der Staat habe ein ungeheures Interesse daran, daß in Oberschlesien endlich Ruhe und Frieden einziehen. Der Genfer Konvention trauere die deutsche Bevölkerung nicht nach: denn zur Zeit ihres Bestehens seien viele deutsche Existenzen wirtschaftlich zugrundegerichtet worden. Das Deutschtum in Oberschlesien sei heute eine hungernde, arbeitslose und verzweifelnde Volksgruppe. Sie sei entschlossen, ihre nationalen, kulturellen und wirtschaftlichen Rechte nur auf innerpolitis ch e m Wege durchzusetzen. Voraussetzung hierfür fei, daß von feiten des Staates und feiner Organe darauf verzichtet werde, das Deutschtum zu vernichten. Die schönsten gesetzlichen Bestimmungen seien nutzlos, wenn beim Vertragspartner der ehrliche und gute Wille fehle, den Vertrag bis zur letzten Konsequenz durchzuführen. Dieser gute Wille sei auf Seiten des Deutschtums ebenso vorhanden, wie der unbeugsame Entschluß, die Verpflichtungen dem (Staat gegenüber auch unter den schwersten Voraussetzungen und in der größten Not zu erfüllen, weil die deutsche Volksgruppe von dem Glauben erfüllt fei, daß es zu einer Verständigung und Befriedung zwischen dem Deutschtum und dem polnischen Volk kommen müsse. Wenn neue Verhältnisse in Ostober- schlesien geschaffen werden sollten, dann dürften sie keine erneute Benachteiligung und Zurückdrängung der deutschen Bevölkerung bedeuten. Der vorliegende Gesetzentwurf gebe jedem, der sich zum Deutschtum bekenne, das Recht, vor Gericht deutsch auszusagen und mit dem Richter und dem Staatsanwalt in deutscher Sprache zu verkehren. Dieses natürliche Recht stehe der deutschen Bevölkerung auf Grund der Verfassung zu, und es bedeute keineswegs einen Gnadenakt. Auch zu dem Gesetzentwurf über die Ausdehnung der Bestimmungen der Agrarreform auf Ost- oberfchlesien nahm Senator Wiesner Stellung. Dieser Gesetzentwurf richte sich gegen den deutschen Besitzstand in Östoberschlesien. Er habe zum Ziel, den seit Jahrhunderten deutschen Grund und Boden zu enteignen und polnischen Siedlern zuzuteilen. Mit der Parzellierung der deutschen Güter würden außerdem Tausende von deutschen Landarbeitern, Handel- und Gewerbetreibenden brotlos gemacht, zumal nach den Bestimmungen in Ostoberschlesien nur 60 Hektar als Restgut anerkannt würden, im Gegensatz zu,den nichtparzellierten Teilen, wo die Fläche 180 Hektar betrage. Die Durchführung der Agrarreform habe bereits den deutschen Besitzstand in Posen und Pommerellen ungeheuer verringert. Die jetzt zur Erörterung stehende Erweiteruna der Bestimmungen über die Durchführung der Agrarreform auch für Östoberschlesien sei gleichbedeutend milder Vernichtung weiterer deutscher Exi. st e n z e n. Unter diesem Gesichtspunkt nahm der Deutsche Senator auch gegen die Uebernahme des Fürstlich Pleßschen Fideikommiß-Besitzes durch den Staat Stellung. Die bisherige Erfahrung zeige, daß die Uebernahme von Besitzungen durch den Staat in Östoberschlesien stets zur Folge gehabt habe, daß deutsche Arbeiter und Beamte brotlos würden. In Ostoberschlesien seien heute 80 v. H. der gesamten deutschen Bevölkerung erwerbslos, und die deutsche Jugend wachse ohne die Möglichkeit einer Berufsausbildung heran. Auch der deutsche Kaufmann und Handwerker habe in Ostoberschlesien einen schweren Stand. Mit der Agrarreform solle das Deutschtum auch noch des Landbesitzes verlustig gehen. Der Worte über die Gleichberechtigung und die gleichen Rechte auf Arbeit und Brot für alle seien genug gewechselt. Die Deutschen in Polen wollten endlich auch Taten sehen. In der Abstimmung wurden die Gesetzentwürfe über die Erweiterung der Bestimmungen über die Amtssprache vor Gericht, die Anwendung der Agrarreform in Östoberschlesien, die Bezahlung von Verpflichtungen gegenüber dem Staat durch Grund und Boden und die Aufhebung der Fideikommisse angenommen. 3n acht Tagen viermal beschlagnahmt. Posen, 29. Juli. (DNB.) Die deutsche Presse in Posen wurde im Juli besonders häufig vorn Zensor beschlagnahmt. Während u. a. das „Posener Tageblatt" innerhalb von acht Tagen viermal beschlagnahmt wurde, verfielen die „Deutschen Nachrichte n", das Organ der Jungdeutschen Partei für Polen, innerhalb von zwei Wochen einer dreimaligen Beschlagnahme. In der Hand der Juden. Warschau, 28. Juli. (DNB.) Im Zusammenhang mit ber Behandlung oberschlesischer Fragen im Sejm stellt der rechts eingestellte „A B C" fest, daß K a 11 o w i tz eine der am meisten verjudeten Städte Polens, jedenfalls auf dem Gebiete des Handels, sei. Es gebe dort zwar nicht viele Juden und auch keine Ghetto. Aber dafür befänden sich fast alle größeren und reicheren G e f ch ä f t s u n t e r n e h m u n g e n in jüdischen Händen. Leider hätten nicht die Polen, sondern die Juden die Plätze der Deutschen in Kattowitz eingenommen. Besonders in Ostoberschlesien sei das gefährlich, denn es fei dort die Ansicht verbreitet, daß die polnischen Behörden der Ausbreitung des jüdischen Elements tatenlos zuschauen. Uebrigens sei der jüdische Einfluß auch in der ostoberschlesischen Industrie bedeutend. In vielen Berg - undHüt- tenunternebmungen treffe man zahlreiche jüdische Namen an. Beispielsweise regierten die I u - den den größten polnischen Kohlenkonzern Robur, an dessen Spitze ein Herr Fol- t e r stehe. Thronbesteigung des Königs Faruk I. Kairo, 29. Juli. (DNB.) König Faruk I. legte am Donnerstag vor beiden Häusern des Parlaments den Eid auf die Verfassung ab und d e - stieg damit den Königsthron. Da er am 11. Februar 1920 geboren wurde, würde er nach europäischer Zeitrechnung erst am 11. Februar 1938 die Volljährigkeit erreicht haben. Das Datum der Thronbesteigung wird jedoch nach islamischen Mondjahren berechnet, die elf Tage kürzer find. Daher fällt die Volljährigkeit auf den heutigen Tag. Um 8.30 Uhr verließ der Königszug den Abdine- Palast unter Salutschüssen. Die Staatskarosse des Königs, der die Feldmarschalluniform angelegt hatte, traf um 9 Uhr am Parlamentsgebäude ein. Hier erwarteten ihn alle Abgeordneten, Senatoren, die Mitglieder der königlichen Familie, der Regent- fchaftsrat, die Königinmutter, die Prinzessinnen, das Diplomatische Korps, die Spitzen der Behörden und die Generalität. Im Parlament wies der Ministerpräsident in seiner Begrüßungsrede auf die Errungenschaften der letzten Jahre hin, insbesondere auf das Abkommen mit England, das Ergebnis von Montreux, die Abschaffung der Kapitulationen und den Beitritt zum Völkerbund. Nach einer kurzen Ansprache des Senatspräsidenten erhoben sich der König und alle Anwesenden, und der König legte den Eid ab, die Verfassung und die Gesetze des ägyptischen Volkes zu beachten, die nationale Unabhängigkeit und Unverletzlichkeit des ägyptischen Landes aufrechtzuerhalten. Die Rückfahrt in den Abdine-Palast vollzog sich unter ungeheuerer Begeisterung der riesigen, nach Hunderttausenden zählenden Dolksmassen, während zahlreiche Kapellen die Nationalhymne spielten. Mehrere Geschwader modernster Jagdflugzeuge der jungen ägyptischen Luftwaffe überflogen den Festzug. Als Zugeständnis an die moderne Entwicklung wurde allgemein beachtet, daß die Königinmutter zum ersten Male in ihrer offenen, unvergitterten Loge unverschleiert dem Staatsakt beiwohnte und die Prinzessinnen in moderner europäischer Kleidung erschienen. Am Mittag fand im Palast ein großer Glückwunschempfang statt, wobei der Kriegsminister dem König den Marschallstab überreichte. Den Tag beschloß ein großes Bankett mit künstlerischen Darbietungen und ein Feuerwerk. Die Festveranstaltungen dauern bis zum Samstag, wo eine große Militärparade die Feierlichkeiten beschließt. Glückwunsch des Führers. B e r l i n , 29. Juli. (DNB.) Anläßlich der Thronbesteigung des Königs Faruk I. von Aegypten hat der Führer und Reichskanzler dem König seine und der Reichsregierung Glückwünsche telegraphisch übermittelt. Genau nach deutschem Beispiel. London, 29. Juli. (DNB. Funkspruch.) In der Grafschaft L a n c a s h i r e werden in Kürze die Arbeiten für den Bau der ersten modernen Autostraße in England ausgenommen. Es handelt sich um eine Strecke von etwa 85 Kilometer, deren Bau rund 62 Millionen Mark kosten soll. Die „News C h r o n i c l e" hebt in großer Überschrift hervor, daß diese Autostraße genau nach d em Muster der deutschen Reichs- autobahnen gebaut werden soll. „Freiheit" im „Sowietparadies" Wegen Photographierens verhaftet. N e u y o r f, 29. Juli. (DNB.) Nachrichten aus Moskau über Schwierigkeiten amerikanischer Touri st en seitens sowjetrussischer Polizei erregen hier großes Aergernis. So wurde trotz vorschriftsmäßigen fowjetrussischen Visums 40 Passagieren eines Dampfers, darunter 12 Amerikanern, die Landungin Leningrad verweigert. Besondere Erwähnung findet der Fall eines amerikanischen Ehepaares Wilson, das wegen Photographierens von vorsintflutlichen Ba st rindenschuhen eines sowjetrussischen Bürgers verhaftet worden ist. Sogar das Photographieren der amerikanischen Botschaft in Moskau war ihnen verboten worden. Die krankhafte Spionagefurcht der Sowjetbehörden richtet sich, wie weitere Meldungen besagen, unterschiedslos gegen alle Nationalitäten. Juden als kommunistische Kuriere. Warschau, 29. Juli (DNB. Funkspruch.) Der Warschauer Polizei gelang es, das Absteigegart i e r für die kommunistischen Kuriere ausfindig zu machen, die aus der Sowjetunion und anderen Ländern nach Polen kommen. Als die Polizei in der Nacht zum Donnerstag überraschend dort eindrang, traf sie elf Kuriere an, die jum großen Teil zwischen Warschau und den größeren Provinzstadten den Kurierdienst versehen. Es handelt sich bei den Verhafteten ausschließlich um Jude n, wie aus den Namen hervorgeht. Das Warschauer Appellationsgericht verurteilte einen jüdischen S t u d e n t e n,' bei dem ein Koffer mit kommunistischen Hetzschriften beschlagnahmt worden war, zu drei Jahren Gefängnis. Kommunistische Hetze in englischer Kolonie. London, 29. Juli. (DNB.) Das Oberhaus behandelte am Donnerstag die letzten Unruhen in Trinidad. Der Herzog von Montrose wies darauf hin, daß die Unruhen das Ergebnis kommunistischer Hetze seien/ Auf Trinidad gebe es etwa ein halbes Dutzend führender Kommunisten, die bisher wegen nicht weniger als insgesamt 169 Verbrechen abgeurteilt roörben seien. Die Kommuni st en hetzten die Schwarzen gegen die Weißen auf. Gegen diese aufwieglerische kommunistische Tätigkeit müsse etwas geschehen. Lord S t r i ck l a n d wies auf den üblen Einfluß der Presse bei den Unruhen in Trinidad hin. Bedauerlicherweise hätten unzuverlässige Elemente die Preffe miß' braucht. feite der Grenzen ihrem Volkstum die Treue halten. Die Sängervereiniaung Mühlau (Tirol) sang so anheimelnd, daß Die Zuhörer sofort mitgerissen wurden. Die 14 Sänger konnten Beifall über Bei« fall ernten. Auch das Konzert des Lodzer Männerchors, eines Auslandschors der Bereinigung deutscher Gesangvereine in Mittelpolen, errang einen großen Erfolg. Mit dem Sonderkonzert beim 12. Deutschen Sängerbundesfest schloß der Wiener A-cappella-Chor seine 13. Auslandsreise und achte Deutschlandreise ab. Am Donnerstag traten weiter auf: der Magdeburger Lehrergesangverein, der Schubert-Bund Essen, der Magdeburger Männer- gesangverein, der Solinger Liederkranz, der Knap- pen-Gesangverein Neumühle und Rheinpreußen. Jawohl, auch die Herren der Schöpfung geht das an. Wenn ein großes modernes Spezialgeschäft für Herrenkleidung einen Sommer-Schluß-Verkauf auszieht, so wie dies bei Köhler am Seltersweg der Fall ist, so ist dies eine immerhin so beachtliche Angelegenheit, daß die Männer da nicht gleichgültig bleiben dürfen. Es ist nicht notwendig, daß sie sich wie die Damen in den Trubel der Ausverkäufe stürzen. Aber wer vernünftig rechnen kann und sparen will, sollte doch einmal hin zu Köhler gehen und die überaus vorteilhaften Angebote in Anzügen, Mänteln, Jacken, Hosen, Kleidung für Jungens usw. prüfen. 5011A Evtl. Aenderungen werden sofort gewissenhaft in der eigenen Hausschneiderei vorgenommen. |f ÄLII pnGIESSEN ■ V 8 B !■ E» IX Seltersweg 17 im Sommerschluß-Verkauf herabgesetzte Preise, aber.. . die guten Qualitäten. Das Fest des deutschen Liedes in Breslau. Feierliche Uebergabe des Bundesbanners des Deutschen Sängerbundes an die Stadt. ■ nj ■ 2luf dem Schloßplatz in Breslau fand die feierliche Uebergabe des Bundesbanners des Deutschen Sängerbundes an die Stadt Breslau statt. Dieses Bildtelegramm zeigt den festlich geschmückten Bannerwagen nach der Ankunft vor dem Schloß. — (Scherl-Bilderdienst-M.) Der Festakt vor dem Schloß. Breslau, 29. Juli. (DNB.) Donnerstagmittag bot der historische Platz vor dem Schloß Friedrichs des Großen ein seltenes und farbenfrohes Bild. Taufende von Volksgenossen aus Breslau und Schlesien, Abordnungen der Sängervereine aus dem In- und Auslande hatten sich hier versammelt, um der Uebergabedes Banners des Deutschen Sängerbundes an die Festftadt Breslau bei- zuwohnen. Gegenüber dem Schloß hatten sich auf Der Ehrentribüne, die von den Bannern der auslandsdeutschen Gesamtvereine flankiert war, die Ehrengäste eingefunden, und vor dem Schloß waren auf einer Tribüne die aktiv beteiligten Sänger untergebracht, vor ihnen die Vielzahl der neu zu weihenden Sängeroereinsfahnen. Zu beiden Seiten dieser Tribüne gruppierten sich die Abordnungen der Auslandsvereine, die vornehmlich mit ihren Trachtengruppen vertreten waren. Die Gruppe der Arbeitsgemeinschaft Breslau der Lehrer- gefangoereine war umrahmt von den Hunderten von Fahnen der «in Breslau vertretenen Gesangvereine. Auf der Ehrentribüne sah man neben dem stellvertretenden Gauleiter und dem Oberbürgermeister die Mitglieder des Führerrates, die Männer von Partei und Staat, der Wehrmacht und der Kunst. Kurz nach 12 Uhr nahte die Sitze des Zuges, der das Bundesbanner zur Uebergabe an die Fest- stadt brachte. Das Banner wurde hinter einer Ehrenhundertschaft der Sänger auf einem von sechs schwarzen Pferden gezogenen und von in Weiß gekleideten Ehrenjungfrauen begleiteten Wagen herangeführt. Während der Sängergruß aufklang, wurde das Banner vor dem Ehrenpodium aufgestellt. Ein Chorgesang leitete zu den Ansprachen über, mit denen die Uebergabe des Bundes- banners an die jetzige Festftadt begleitet wurde. Zunächst sprach Dr. Hermann, Obmann Gänqerbnndesfestes, das 1932 zu Frankfurt a. M. ftattgefunben hatte. „Seitdem", so führte er u. a. aus, „sind fünf Jahre ins Land gegangen, nach denen der Deutsche Sängerbund getreu seiner Ueberüeferung das 12. Bundesfest — gleichzeitig zum Gedenken seines 7 5 j ä h r i g e n Bestehens — in der Kulturstätte deutschen Volkstums im Osten, Breslau, begeht, als das Bunbessest, dem die hohe geschichtliche Bedeutung zukommt, das erste deutsche Sfi n- gerbunbesfeft im neuen n a t i o n a l f o » zialistischen Deutschland unseres Führers Adolf Hitler zu fein. Wie ein unfaßbares Wunder mutet uns der Wandel des gesamten deutschen Lebens an, der sich in diesen fünf Jahren vollzogen hat. Wo damals zur Zeit des Frankfurter Festes sich 400000 zu diesem Banner bekannten, da nahem wir uns heute einem fester denn je geführten Be - stände von einer Million. Der Bund hat feine einzigartige Verbindung und unlösbare Gemeinschaft mit all denen, die den deutschen Chorgesang in aller Welt als kostbarstes Kulturgut pflegen, erhalten und verstärkt. Zu feiner Zeit ist unser Bund als Behüter eines der wichtigsten Güter deutscher Volkskul- fur auch nur annähernd so anerkannt gewesen, als im neuen Deutschland im Rahmen seiner kulturgesehgebung. Der Führer des Reiches hat unser erstes Bundesfest im nationalsozialistischen Deutschland mit der Verleihung der Fahnenplaketke für alle an diesem Feste teilnehmenden Vundesvereine ausgezeichnet, der Betreuer des gesamten deutschen ftul- turwesens hat dem gleichen Feste die Reichswichtigkeit gewährt und ihm durch die Rebernahme der Schirmherrschaft seine besondere Bedeutung gegeben.“ Dr. Hermann gab dem schlesischen Sängergauführer und Obmann des Festausschusses des 12. Deutschen Bundesfestes, Studienrat Fuchs, das Banner, der es nach einer kurzen. Ansprache in die Obhut der Feststadt und seines Oberhauptes, des Oberbürgermeisters Dr. F r i d r i ch , weitergab. Oberbürgermeister Dr. Zridrich führte u. a. aus: Breslau empfindet die Wahl zur Festftadt als Anerkennung feiner national- und kulturpolitischen Sendung und Bedeutung. Seit jeher war Breslau, wie die steinernen Zeugen seiner stolzen Vergangenheit künden, eine Pflegestätte deutschen Geistes und deutscher Kunst. Das schlesische Land und seine Hauptstadt öffnen sich dem deutschen Sänger noch in ihrer besonderen Eigenart als Heimat des deutschen Liedes, deutscher Dichter und Sänger. Auch heute ist der schlesische Mensch dem Zauber des deutschen Liedes in seiner Vielfalt ergeben. Ist doch von Schlesien geradezu eine Wiedererweckung des deutschen Volksliedes in seiner unverfälschten Urkraft. ausgegangen und ist doch Schlesien und insbesondere Breslau der Ursprung einiger der schönsten und musikalisch wertvollsten Kampflieder des Nationalsozialismus gewesen. Daher nehme ich als Vertreter der alten Hauptstadt Breslau mit dem Stolz der inneren Berechtigung dieses Banner, unter dessen Zeichen Breslau schon einmal vor 30 Jahren gestanden hat, entgegen, mit dem Versprechen es in den Mauern Breslaus in Ehren zu halten. Bundesführer Meister nahm dann das Wort zu einer Ansprache. Die schlesische Sängergauführung, so sagte er u. a., konnte keine erhabenere Stätte für diese Feierlichkeit aus» ersehen, als den Schlößplatz, jenes Gelände, das 1813 Tausende faßte, als der König rief und alle, alle kamen. Dieses große Viereck vor dem alten ehrwürdigen Schloß ist wieder Rufplatz geworden. Es ruft zu einem einzigartigen Friedens- feft, bei dem es gilt, die schönste deutsche Volkskunst, den deutschen Gesang, zu feiern. Der Bundesführer gab bann einen Ueberblicf über bie nunmehr 75jährige Geschichte b e s Deutschen Sängerbunbes, ber 1865 in Dresben das erste deutsche Bundesfest unter Teilnahme von 16 060 Sängern feierte. „75 Jahre Deutscher Sängerbund sind abgeschlossen. Mögen Jahrzehnte und Jahrhunderte sich anschließen mit dem einen Ziel: Alles für das deutsche Volk, alles für bie deutsche Kulturarbeit und alles für die deutschen Menschen. Die Ansprachen lösten lebhaften Beifall aus, be- M MM W ■ iii « -k 14. >... RAMM , x < t ' MM Geslau die feierliche Weihe der Sängerfahnen statt. Hier st°h. SÄÄ WSruppe beim W zur F°sth°ll°. - (Sch°r,-BUd°rdi°nstM.) sonders, als Oberbürgermeister Dr. Fridrich das prachtvolle Bannerband dem Bundesbanner anheftete. Dann erscholl das Kommando: „Ehrenstürme stillgestanden! Fahnen auf!" Rinsum erstand ein bunter Wald von Fahnen und Bändern, und Bundesführer Meister nahm die Weihe der Fahnen vor. Ein machtvolles Sieg-Heil auf den Führer und das deutsche Volk hallte über den weiten Platz, die Lieder der Nation erklangen, und der von sechs Rappen gezogene Wagen setzte sich wieder in Bewegung, um bas Banner bes Deutschen Sängerbunbes in bas Rathaus zu bringen. „Sangervolk-Volk im Chor." Laberndes Feuer auf dem Glockenturm kündete den Beginn ber ersten Chorfeier bes 12. Sängerbundesfestes an, bie von ben Sängern bes Gaues Sachsen veranstaltet würbe. Das weite Oval ber Hermann-Göring-Kampfbahn war von vielen Tausenden besetzt. Nach dem Sän- gergruß betrat Gauchorleiter Paul Geilsdorf (Chemnitz) bas Dirigentenpult, um bas Zeichen zum Beginn ber ersten Chorfeier zu geben, bie mit Erwin Knabs „Der beutsche Morgen" mit Blasorchester ein geleitet wurde. Diese erste Chorfeierstunde, bie unter dem Motto „Sängeroolk — Volk im Chor" stand, bewies, daß der deutsche Männergesang fähig ist, Weihe st und en des Volkes künstlerischen Ausdruck zu geben. Und zwar zeigte sich das an ben Chören, bie musikalischer Ausbruck einer heroischen Haltung sind, wie ber obenaenannte Chor von Knab aber wie bie von bem Dirigenten der Chor- feier stammenden Kompositionen „Sankt Michael" und „Sankt Raphael", ferner Lieder, die an klingend an ernste Landsknechtlieder, auch rechte Frömmigkeit und soldatische Einsatzbereitschaft zum Ausdruck bringen. Zwei Trinklieder leiteten über zu dem Lied, das trotz seines Alters von 300 Jahren auch bei dieser Feier seine lebendige Wirkung nicht verfehlte: das von Friedrich Sticher vertonte „Aennchen von Th ar au", das stärksten Beifall auslöste, ebenso wie zwei weitere Volkslieder. Die erste Feierstunde klang aus mit dem Sängergruß. Neben dieser repräsentativen Veranstaltung des ersten Ta^es des Sängerbundesfestes gab es eine ganze Reihe von Sonderkonzerten aus- landsdeutscher Volksgruppen und einzelner Vereine aus dem Reich und von jenseits ber Grenze, bie stärkste Beachtung fanden. Die Veranstaltungen ber deutschen Sänger aus bem Aus- lanbe stellten über bie burchweg heroorragenbe künstlerische Leistung hinaus Bekenntnisse zu beutschem Volkstum, beutschem Wort und Lied bar, deren Eindruck sich kein Zuhörer entziehen konnte. Sämtliche Sonderkonzerte bes ersten Tages wiesen eine riesige Anteilnahme auf. Der Gauleiter und Oberpräsident Wagner wohnte einer ganzen Anzahl von Konzerten bei. Als die Siebenbürger Sachsen am Schluß ihrer Darbietungen bas Lieb „Siebenbürger Lanb bes Segens" anstimmten, hörten bie Zuhörer biefes Bekenntnis zur Heimat stehend an. Stürmischer Beifall drückte den Dank ter Deutschen aus bem Reich an die Brüder und Schwestern aus, bie jen- ber Chor der Kupfer- und Messingwerke Hettstebt (Sübharz), ber Männerchor ber Stabtverwaltung Wuppertal, ber Quartettoerein Sanssouci aus Rheybt unb schließlich ber Queblinburger Männergesangverein und der Madrigalchor aus derselben Stadt. „An der Nordsee wie in Tirol." Die Reihe der Kameradschaftsabende leitete ber Abenb ber Deutsch-Oesterreicher im Messehof ein. Nichts konnte schlagenber die Geisteseinheit beweisen als der Andrang zu dieser Veranstaltung, zu der über 15 000 Personen erschienen waren. Auch Gauleiter Oberpräsident Wagner wohnte mit bem Führerring des Deutschen Sängerbundes, Präsibial- rat Ihlert von der Reichskulturkammer unb ben Führern der Parteigliederungen bem Kameradschaftsabend bei. Nachdem im Namen ber Deutsch- Oesterreicher im Reich von Streitschwert herzliche Begrüßungsworte an die in ihren malerischen Trachten erschienenen Brüber unb Schwestern aus Oesterreich gerichtet hatte, nahm Gauleiter Ober« präfibent Wagner bas Wort, um, immer mieber von Heilrufen unterbrochen, bie Blutselnheit ber Deutschen im Reich und in Oesterreich zu betonen. Solange die Deutschen fingen könnten — in ben Bergen Tirols ober am Stranbe der Norbfee —, was ihre Herzen bewegt, so sagte er, solange werde das deutsche Volk le*'ben, wachsen und groß sein. Der Abend wurde durch Darbietungen ber aus Oesterreich gekommenen Gesangvereine ausgefüllt, aber auch eine wärmstens begrüßte Abord- nung bes Parisic-Sängerbundes von San Franzisko gab Proben ihres Könnens. Schweres ßifeiMnungtörf südlich von Paris. Man rechnet mit 25 Toten und 50 Verletzten. Die erste Meldung. Paris, 30. Juli. (DRV.) Ein folgenschweres Eisenbahnunglück ereignete sich in der Rächt zum heutigen Freitag in Villeneuve-St. Georges, etwa 20 Kilometer südlich von paris. Der D-Zug St Etienne—paris entgleiste und stürzte u m. Bis gegen 2 Uhr nachts waren 10 Tote und 50 Verletzte geborgen. Von den Verletzten schweben viele in Lebensgefahr. Sie wurden in das Krankenhaus in Villeneuve-St. Georges gebracht. Die Leichtverletzten wurden nach der Anlegung von Verbänden weiterbefördert. Die Aufräumungsarbeiten sind in vollem Gange. Der prä- fekt des Departements Seine et Oise begab sich sofort nach der Unglücksstelle. Eine spätere Meldung besagt: Der Schnellzug paris—St. Etienne ist aus bisher noch nicht bekannter Ursache etwa 300 Meter hinter dem Bahnhof Villeneuve-St. Georges aus den Schienen gesprungen. Die Lokomotive,,der Packwagen und vier Personenwagen stürzten um. Da der Schnellzug zum großen Teil noch aus unmodernen Holzwagen zusammengesetzt war, ist das Unglück besonders groß geworden. Vis gegen 3 Uhr nachts waren 15 Tote geborgen. 25 Todesopfer? Villeneuve-St. Georges, 30. Juli. (DRV. Funkspruch.) Die Zahl der Todesopfer des schweren Eisenbahnunglücks bei Villeneuve-St.-Ge- orges fleht zur Zeit noch nicht fest, da die Aufräumungsarbeiten noch immer in vollem Gange sind und man befürchtet, daß sich noch zahlreiche Tote und Verletzte unter den Trümmern befinden. Die Lisenbahngesellschaft veröffentlicht in den frühen Morgenstunden eine kurze Verlautbarung, in der die Zahl der Todesopfer auf etwa 25 und die der Verletzten auf etwa 50 geschäht wird. An der LlnMcksffelle. Der Sonderberichterstatter bes DNB., ber sich an bie Unglücksstelle begeben hat, schilbert ben traft« losen Anblick, ber sich ihm beim Scheinwerferlicht bot. Die hölzernen Wagen sind zum Teil ineinanbergeschoben, zum Teil vollkommen zertrümmert. Die Lokomotive liegt mit bem Packwagen unb bem Postwagen neben den Gleisen. Ueberall liegen zerfetzte Koffer, blutige Wäsche und Reiseutensilien zerstreut. Dazwischen sieht man die Rettungsmannschaften unb die unverletzt gebliebenen Insassen des Zuges, die sich nach ihren Angehöri- gen umsehen, oder nach ihrem Hab und Gut suchen. Militär, Mobilgarbe unb Feuerwehr sperren, jo gut es geht, bie Ünglücksstelle ab. Die zertrümmerten Eisenbahnwagen werben vorsichtig Stück für Stück auseinandergeschweißt. Die Toten, die zunächst in einem an ber Eisenbahnstrecke liegenben Wagen aufgebahrt waren, sind inzwischen nach Villeneuve-St. Georges übergeführt worben. Da bas Krankenhaus ber kleinen Ortschaft recht bald mit Verletzten überfüllt war, mußte ein Abtransport nach Paris organisiert werden. Zatsche Weichenstellung? An der Unglücksstelle trafen in den frühen Morgenstunden auch der Minister für öffentliche Arbeiten, der Innenminister, ein Vertreter bes Mini- sterpräsibenten unb ber Generalbirektor ber Eisenbahngesellschaft Paris—Lyon—Marseille ein. Die Ursache ber Entgleisung soll angeblich falsche Weichen st ellung fein. Da ber Zugführer ben Tob gefunden hat unb ber Lokomotivführer unb ber Heizer so schwer verletzt sind, baß sie vorläufig noch nicht vernommen werben können, ergeht man sich augenblicklich lebiglich in Vermutungen. Wetterbericht des Reichswetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt. Durch bie weitere Auffüllung ber Ostseestörung hat sich über Deutschland) eine sehr flache Hruckoer- teilung eingestellt unb bie Zufuhr ber kühlen Mee- resluft ist für unser Gebiet unterbunben. Neu auf- lebende Wirbeltätigkeit auf bem Ostatlantik bebingt wieder ben Zustrom milber Luftmassen, woburch bann zugleich auch bie Temperaturen einen Anstieg erfahren. Ein längerer Bestaub ber Schönwetterlage erscheint jeboch noch nicht gesichert. Aussichten für Samstag: Wolkig bis heiter, Temperaturen tagsüber zwischen 20 unb 25 Grab, trocken, sübliche Winbe. Aussichten für Sonntag: Freunblich unb warm, bei schwacher Luftbewegung. Lufttemperaturen am 29. Juli: mittags 18,6 Grad Celsius, abenbs 13,9 Grab: am 30. Juli: morgens 10,4 Grab. Maximum 19,8 Grad, Minimum heute nacht 8,5 Grab. — Srbtemperaturen in 10 cm Tiefe am 29. Juli: abenbs 18,2 Grab: am 30. Juli: morgens 14,6 Grab. — Sonnenscheinbauer 3,7 Stunben. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange Stellvertreter bes Hauptschristleiters: Ernst Slum- schein. Verantwortlich für Politik unb für bie Silber: Dr Fr. W Lange (beurlaubt), Vertreter: Ernst Blumschein: für Feuilleton: Dr.Hans Thyriot; für ben übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck (beurlaubt). Verantwortlich für ben Inhalt ber Anzeigen: Theobor Kümmel. D. A. VI. 37: 9104. Druck unb Verlag: Brühlsche Unioerfitätsbrurferei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugs- preis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit ber Illustrierten 15 Ps mehr. Einzeloerkaufs- preis 10 Pf. unb Samstags 15 Pf., mit ber Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig. Versäumen Sie nicht die günstige Gelegen- nach kurzem Kranksein im Alter von 80 Jahren sanft entschlafen. Die trauernden Hinterbliebenen. 5013D Verlängerte Polizeistunde 5009 D 1CMUHHAU5 Ei Triumph derHeiterkeit 5017 D Muster, auf einwandfreier Grundware per m DirndbKretonne, 80 cm breit, sehr schöne bunte Muster, prima Grundware per m Oscar Albrecht Blumen- und Streifenmustern per m Vistra-Musseline, 80 cm br., sehr schöne Streifen in guter Qualität, vollständig fehlerfrei per m Remberg-Kunstseide, 70cm br., aparteBlumen- Verlobte muster, regulär und fehlerfrei per m Bayerini Gießen, Dilhelmstraße 24 ÄOvenden^über Göttingen 3u1i 1937 Gustav Beck erstklassiger Grundware. 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Kleine Anzeigen richten sich an die Bevölkerung der engeren Heimat! Darum: Kleinanzeigen in die Heimatzeitung, den BießenerAnzeiger Vermietungen I tage frei! Löberstr.3. loz758 Nr.175 Zweites Blatt 8reitag.5tt.Zuli 1957 Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Tausend Wunder am Berliner Kaiserdamm. Vom technischen Spielzeug zum vollendeten Musikgerät. wir noch Seiten füllen. Wir schließen deshalb mit der Empfehlung an jeden, er möge sich durch eigenen Augenichein davon überzeugen, mas deutscher Erfindergeist zu leisten vermag, um stolz zu sein, wie jeder Besucher es war, der in Berlin die Ausstellung sah. G. Die technische Entwicklung unserer Zeit greift mit Riesenschritten aus; am deutlichsten ist der schnelle Fortschritt auf dem Gebiete des Rundfunks erkennbar. Noch vor zehn Jahren war das Wunderspiel Rundfunkempsang für die einen nicht viel mehr als neuartiger Zeitvertreib und physikalisches Phänomen, für die andern Beginn forschender und aufbauender Laboratoriumsarbeit. Heute aber ist der Rundfunkempfänger zum vollendeten M u- sikgerät geworden, dessen weitere Vervollkommnung kaum mehr denkbar ist. Noch vor einigen Jahren lehnten manche Musiksachverständigen Lautsprechermusik als unerträgliches Surrogat ab — heute wäre eine Ablehnung Böswilligkeit! Was die Funkindustrie zur diesjährigen Funkausstellung oor- zustellen vermag, ist ausgereiftes Ergebnis von Jahren der Mühen und der Forschung. Ein Ziel ist erreicht, eines, das am erstrebenswertesten schien: Höch st e klangliche Leistung der Empfangsgeräte; bis zu den tiefsten dröhnenden Bässen herab, bis zu den höchsten schillernden Tönen herauf, mit dem ganzen Glanz natürlicher Musik, schallen und klingen die diesjährigen Lautsprecher. Das ist der eine, der größte Fortschritt; der zweite liegt in der Erzielung von zum Teil ganz erstaunlichen Bedienungserleichterungen der Empfänger; ein dritter Fortschritt — wenn man kurz zusammenfassen will — ist in der Senkung der Preise, trotz auf der ganzen Linie durchgeführter Verbesserungen zu erkennen. Auch die Tatsache, daß die Geräte sparsamer arbeiten, weniger Strom verbrauchen, dürfte für viele nicht unwichtiges Moment sein. Rundfunkempfänger, die alles bester können. Unter den „Großen" der diesjährigen Funkausstellung entdeckt man wahre technische Wunderwerke, beinahe ist man versucht, von denkenden Maschinen oder von Robotern zu sprechen. Da ist der Druckknopfempsänger: man drückt auf eins der zwanzig verschiedenen Knöpfchen, von denen jedes zu einem besonderen Sender gehört, und sauber schallen uns die Darbietungen entgegen; da gibt es kein Nachstellen mehr, kein mühseliges Regulieren: man will München hören, München ist da; wir verspüren Lust nach ^rheinischer Stimmung, ein Druck auf einen anderen Knopf, und Köln meldet sich; die Mailänder Scala? Bitte schön! Was man höchstens noch zu tun hat: nach dem persönlichen Geschmack, nach der Größe des Raumes, auf lauter oder leiser zu stellen. Dann gibt es auf einem anderen Stand einen Empfänger, der uns wieder auf andere Weise zeigt, was er kann. Ein Hebelchen wird niedergedrückt, der Zeiger läuft automatisch über eine große Senderskala, langsam oder schneller, ganz nach Wunsch^ Man läßt los, vielleicht gerade in dem Augenblick, da die Anzeigevorrichtung über den Namen des Senders Breslau gleitet, und schon i tönt auf das klingende Spiel der Rundfunkkapelle Ihn schlesischen Sendesaal. Vielleicht hat man ein wenig zu früh losgelassen oder ein wenig zu spät, t einerlei, darauf kommt es gar nicht an, die Genauigkeit der Einstellung können wir ruhig dem Rundfunkempfänger überlassen, er macht es be- stimmt besser, als wir selbst. Eelbsttätigkeit, die Parole des Rund- funkjahres 1937. Selbsttätigkeit, Automatisierung, das sind die Schlagworte — nein, die in Wirklichkeit u m - gesetzten Begriffe für die diesjährige Pro- ouktion. Wenn auch nicht alle Empfänger mit Mitteln ausgerüstet werden konnten, die sie zu kleinen Robotern machten, so sind gestaffelt nach Typen und Preisklassen überall wesentliche Vereinfachungen und Bedienungserleichterungen geschaffen worden Die Spitzengeräte weisen fast alle die sogen, „automatische Scharfein st ellung" "auf; sie wirkt sich so aus, daß man beim Durchdrehen des Ab- stimmknopfes von einem Sender, in den nächsten „fäüt". Ein „Zwischen den Sendern" gibt es nicht mehr. Der eine löst den andern ab und immer richtig eingestellt sind die Sender da! Da gibt es die „fühlbare" Abstimmung, die Lösung der Abstimmfrage durch eine andere Firma: beim Drehen am Skalenknopf zeigen sich jedesmal dann Hemmungen, wenn ein neuer Sender sich melden will, man spürt es im Handgelenk, ob man es richtig gemacht hat oder nicht; der Empfänger selbst verrät es einem, auch dann, wenn man "die Lautstärke vorher auf Null herabgeschraubt hatte. Magische Augen zwinkern uns zu. Eb gab schon in den Vorjahren sogenannte A b - stimmanzeiger, die auf optischem Wege dem Rundfunkhörer mitteilten: jetzt hast du deinen Sender richtig eingestellt. In diesem Jahre sind sie in den größeren Geräten abgelöst worden durch das sogenannte „Magische Auge". Dafür findet •K<,: Der neue Fernseh-Empfänger auf der Rundfunk-Ausstellung. (Werkaufnahme Scherl-M.) man die älteren und durchaus brauchbaren Abstimmanzeiger auch in den weniger kostspieligen Preisklassen. Die „Magischen Augen" sind elektronen-optische Einrichtungen, die mit außerordentlicher Genauigkeit anzeigen. Auf der Stirnwand der Empfänger angebracht, schauen sie uns mit merkwürdigem Zwinkern beim Durchdrehen der Skala an. Es fei nicht vergessen, zu erwähnen, daß das „Magische Auge" als deutsche Erfindung zunächst in Amerika angewandt wurde, um in der Zwischenzeit bei uns langsam verbessert, zu einem wirklich brauchbaren Instrument herangebildet, in den diesjährigen Geräten Anwendung zu finden. Ueberhaupt, was die Großen der Vorjahre als ihr Alleinrecht auswiesen, Abstimmanzeiger, automatischer Schwundausgleich, automatische Lautstärkerregelung, alles das sind Dinge, die nunmehr auch in der Mittelklasse vertreten sind. ftorffdjntt aut her ganzen £imc. Wo man auch Hinblicken mag, überall entdeckt man Fortschritte, Verbesserungen, Vereinfachungen, Verbilligungen. Wichtig ist vor allem die Verringerung der Knöpfezahl an den Empfangsgeräten, die bei einer Firma zur Konstruktion des sogenannten Monoknopfes geführt hat zu einem einzigen Knops, der alles macht, der die Lautstärke regelt, auf Hellen oder dunklen Klang schaltet, und mit dem man abstimmt. Größere und bessere Skalen, zum Teil als Klappskalen ausgeführt, die in jede Blickrichtung eingestellt werden können, sind als fortschrittliche S'onftruTtionselemente zu erwähnen. Der Volksempfänger ist weiter verbessert worden, er ist bei seinem geringen Preis erstaunlich gut. — All- ftromgeräte sind in diesem Jahre auch als Spitzengeräte vertreten, die Batterieempfänger sind billiger und besser geworden. Es mangelt uns an Raum, auf die vielen, vielen Kleinigkeiten hinzuweisen, die man auf den Ständen als Neuerungen entdeckt, sowohl auf den Ständen der Zu b e h ö r i n d u st r i e, als bei den Firmen, die Bastlerteile Herstellen. Wollten wir schließlich noch über das Fernsehen berichten, das als deutsche Erfindung in einer neuen und wichtigen Entwicklungsstufe gezeigt wird, dann müßten (9au Hessen-Nassau auf der Ausstellung NSG. Der Gau Hessen - Nassau kommt in den Reichssendern Frankfurt und Stuttgart am Mittwoch, den 4. August, in einer vergnügten Sendung aus der Funkausstellung Berlin, betitelt „93 6 m Hohen Meißner z u m Bodensee" zu Wort. In der Sendung läßt sich der bekannte „Unkel K u n n e r o a b" aus Friedberg in Ober- Hessen hören, die Erlenbacher Kinderschar wirkt mit, die Schwälmer Bauernkapelle spielt auf, die Kapelle Franz Hauck erfreut mit ihren einschmeichelnden Weisen, der Rundfunkchor des Reichssenders Frankfurt singt, Fritz Ku ll mann vom Reichssender Frankfurt offenbart sich als Pianist und unter mehreren mitwirkenden Künstlern vom Frankfurter Opernhaus läßt der beliebte Tenor Theo Hermann seine Stimme erschallen. Daran reihen sich noch mehrere musikalische Darbietungen und Hörfolgen an, die von Künstlern des Gaues Baden gestaltet werden und über den Reichssender Stuttgart zum Vortrag kommen Die diesjährige Rundfunkausstellung bietet soviel des Neuen und Interessanten, — von den Sehenswürdigkeiten der Reichshauptstadt, die im August Hochbetrieb erlebt, gar nicht zu reden, — daß man die ungewöhnlich billige Fahrgelegenheit mit den Sonderzügen nicht ungenützt vorbeigehen lassen sollte. Jeder Hessen-Nassauer aber, der nicht zur Rundfunkausstellung nach Berlin fahren kann, wird am 4. August die Sendung aus den Ausstellungshallen einschalten und die lustige Fahrt durch die Gaue des Reichssenders Frankfurt am Lautsprecher miterleben. Festspiel-Stimmung in Bayreuth. 23on unterem Sonderberichterstatter. Als die Mailänder Scala vor wenigen Wochen Berlin an drei aufeinanderfolgenden Abenden in den Glanz italienischer Opernkunst tauchte und das Fest südlicher Schönheit uns den Atem verschlug, da befiel uns am Ende eine tiefe Sehnsucht — die Sehnsucht noch Bayreuth! Unter dem blauenden Himmel Italiens, im Anblick einer trunkenen Landschaft der Kunst, in einem Meer von Wohllaut empfanden wir unvermittelt die Ferne dieser berauschenden Welt, in die wir eingetreten waren, um durch die Hingabe an ihre Sinnenpracht des eigenen rätselvollen Wesens nur um so sicherer zu werden. Ueber alle Bewunderung des frembvölki- schen Genies und der vollendeten Kunstleistungen hinweg flog das Herz zu jener Stätte, wo urdeutscher Eigenart ein schlichter Tempel errichtet und germanische Unendlichkeitssehnsucht in den Werken Richard Wagners zu tiefster Wesensansprache des deutschen Menschen verdichtet ist. Stehen wir nun wieder auf dem grünen Festspielhügel und lassen den Blick über die fränkische Landschaft, ihre satten Wiesen und reifen Aehren schweifen zum dunklen Rand der Waldberge, sehen wir im Tale die liebliche Stadt mit ihren schmalen Giebeln an winkligen Straßen, in denen die Fahnen flattern und aus Fenstern und Beeten die Blumen leuchten — dann umfängt uns schon vordem Aufklang der ersten Fanfaren die Stimmung des F e st s p i e l s. Die Frage, was immer wieder die Menschen nach Bayreuth zieht, wird müßig; denn der Zauber des Ereignisses umfängt mit fanfter Macht jeden, der in den Kreis der Weihestätte eintritt. Es werden in diesem Jahr dieselben Werke gespielt wie im vergangenen — und dennoch sehen wir viele Gesichter, die auch damals dabei waren, nicht berufsmäßig, sondern freiwillig, aus innerer Notwendigkeit. Die Begriffe des Repertoiretheaters sind hier fremd, keiner verlangt nach „Neuem", — das Kunstwerk wird zelebriert wie eine Kulthandlung, und wer sich ihm wieder und wieder aussetzt, wird mit magischer Kraft allmählich zur Mitte des Wesens gezogen Diese Beständigkeit und das strebende Bemühen, immer neuer Werkbegegnung ist kennzeichnend auch für das Schaffen der Künstlergemeinschaft. Am schönsten und reinsten tritt es zu Tage am „P a r - f i f a l". Bayreuth ist seine Urheimat in einem tieferen Sinn, als dies auf andere Werke des Meisters zutrifst. Vor 25 Jahren wurde das Bühnenweihespiel hier uraufgeführt. Bayreuth sollte es vorbehalten bleiben als das große Ausnahmeereignis, und trotz Freigabe zu späterer Zeit wurde der „Parsifal" im Festspielhaus weitaus am häufigsten gespielt vor anderen Werken; 218 „Parsifal"-Vor- stellungen bis zum Ende der vorjährigen Spielzeit folgen in weitem Abstande die 54 „Meistersinger"- Aufführungen, die 51 Ring-Zyklen usw. Die Arbeit an dem verpflichtenden Alterswerk Wagners ist bezeichnend für den Bayreuther Geist und die Werkgesinnung schlechthin. Jahrzehnte lang hat man zunächst die Ausstattung der Uraufführung, die von I o u k o w s k y stammte und vom Meister noch selbst autorisiert war, beibehalten. Dann besserte man an Einzelheiten, Siegfried Wagner z. B. gestaltete Klingsors Zaubergarten neu, und erst 1934 wurde die Ausführung umgegossen in eine neue Blinde Passagiere. Eine Geschichte von Eberhard Meckel. In einer im Binnenland gelegenen Kleinstadt verstarb vor kurzem ein Mann, den man bei jung vnd alt gemeinhin nur unter dem Namen „der Steinsammler" kannte. Er lebte, nachdem er da lange als kleiner Schreiber bei der Verwaltung Dienst getan hatte, in kümmerlichen Verhältnissen im Ruhestand, und man wußte von seiner Wirtin, daß er in einem kleinen Junggesellenzimmer eine Menge Steine bewahrte, größere und kleinere, mit mancherlei Ziffern und Merkmalen versehen, von denen nicht klar war, was sie bedeuten sollten. Die Steine zeichneten sich nicht durch irgendwelche Be- st seres Kreisgebietes, diesen Kameraden einen besonders herzlichen Empfang zu bereiten. Nähere Ein- zelheiten werden laufend mitgeteilt. Wieder 4975 Frauen geschult. NSG. Eine der wertvollsten unD segensreichsten Einrichtungen für unsere Frauen und Mütter sind die im Reichsmütterdienst organisierten verschiedenen praktischen Kurse. Sie führen eine vielseitige Erziehungsarbeit durch und geben den Müttern das Rüstzeug mit, das sie für den täglichen Lebenskampf benötigen. Der Andrang zu dep Kursen ist erfreulicherweise sehr groß, die Zahl der Teilnehmerinnen ist ständig im Anwachsen begriffen. Sv wurden hn zweiten Vierteljahr 1937 im Gau Hessen-Nassau 236 Kurse des Reichsmütterdienstes abgehalten, in denen 4975 Frauen und Müttern auf verschiedenen Gebieten eine gründliche Ausbidung zuteil wurde. Die 236 Schulungskurse setzten sich zusammen aus 50 Säuglingskursen mit 1367 Teilnehmerinnen, 19 Kursen für Erziehungsfragen mit 429 Teilnehmerinnen, 50 Gesundheits- und häuslichen Krankenpflegekursen mit 1207 Teilnehmerinnen, 57 Koch- kurse mit 1106 Teilnehmerinnen und 51 Kurse für häusliche Lehrarbeit mit 866 Teilnehmerinnen. Achtet den Pfennig. Gerade auch in letzter Zeit hat es sich wieder eingebürgert, bei Zahlen der verschiedensten Art auf 5 ober 10 Rpf. aufzurunden. Dies wirkt sich leicht in einer Belastung gerade für minderbemittelte Volksgenossen aus und sollte deshalb vermieden werden. Darüber hinaus aber verrät diese Gepflogenheit mangelnde Achtung vor dem Pfennig. Gewiß kommt es in zahlreichen Fällen nicht Darauf an, ob eine Summe um einen Pfennig erhöht, oder ermäßigt wird. Wichtig ist es aber, daß sich jeder und gerade die Heranwachsende Jugend der Bedeutung Der kleinsten Einheit unseres Geldsystems bewußt ist. Nur wer mit dem Pfennig um- zugehen weiß, vermag die Mark richtig zu schätzen. Wer ein Sparkassenbuch sein eigen nennt, wird bei Der alljährlichen Zinsgutschrift fast regelmäßig nicht runde Beträge, Die vielleicht nur roeniae Pfennige ausmachen, finden. Diese Zinsgutschrift zeigt die dem Pfennig innewohnende Kraft zur Mehrung von Sparkapital. Auch die Schulsparkassen, die heute überall bestehen, pflanzen schon dem Kinde die Achtung vor Dem Pfennig ein. Niemand soll Susannes Tochter. Vornan von Hedda Westenberger. Copyright by Carl Duncker, Verlag, Berlin W 35 11 Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) Aber Lyk gibt ihm nicht die Hand, er lauscht mit allen Sinnen und mit Todesangst ins Haus hinein und denkt an Sabine. Da läßt Nikolaus Lorenz Die ausgestreckte Hand wieder sinken, das Glühen in feinen Augen erlischt. Ein grausames, ratloses Schweigen legt sich zwischen sie. Dann stampft Lyk plötzlich zornig mit Dem Fuß auf: „Das kann jeder, Herkommen und die Hand ausstrecken und sagen: alles war ganz anders, als Du es Dir Denkst ... Wenn alles anders war, als ich es mir gedacht habe, Dann hättest du mit Deinen Aufklärungen früher kommen müssen, Damals, als ich beinah — — Aber jetzt will ich nichts mehr wissen von früher. Es ist erledigt! Schluß! Ich habe unter diese ganzen Geschichten längst einen Strich gemacht — Äugendeseleien, ein ganzes Leben liegt dazwischen. Aber selbst, wenn kein ganzes Leben Dazwischen läge — ich bin hierher gekommen, um meine absolute Ruhe zu haben. Verstehst Du? Also gönn’ sie mir und geh'." Er macht eine Pause und atmet heftig. Der andere aber legt mit einer unheimlich langsamen und entschlossenen Bewegung den Hut auf Den Tisch — das ist seine Antwort auf Lyks Aufforderung, zu gehen. Lyk sieht es, er beißt sich heftig auf die Lippen, und die Röte schießt ihm heiß ins Gesicht. „Ach so", fährt er in etwas beherrschterem Ton, aber unendlich hochmütig fort, „acy so, ich verstehe, du brauchst wahrscheinlich Geld. Du bist abgebrannt. Gut. Geld kannst du- haben. Wieviel willst ou? Wohin soll ich dir's anweisen?" „Ich will nur Arbeit", sagte Lorenz leise. „Arbeit!" wiederholt Lyk und sieht sich auf Dieses Wort hin Den anderen noch einmal mit seinem mitleidlos hellen Blick an, als ob er nicht glauben könne, daß ein Mensch dieser Art. in solch heruntergekommenem Zustand, ernsthaft nach Arbeit verlange: „Arbeit willst du? Gut. Ich werde die Arbeit verschaffen. Aber nicht hier, sondern in Berlin. Du kannst gleich hinfahren, ich gebe dir das Reisegeld und das Nötigste zum Leben. Einverstanden?" Auf Lorenz' Gesicht liegt Unsicherheit. Er sieht an Lyk vorbei in den blauen Frühlingshimmel, der wie ein Heller Vorhang vor der Balkontür hängt, und denkt einen Augenblick nach Dann schüttelt er entschlossen den Kops: „Nein, Albert, vielen Dank, aber das kann ich nicht annehmen. Es nützt mir nichts, verstehst du? Sieh mich doch an, Albert: kann ich je wieder in ein Büro zurück? In eine Stadt, zwischen Häuser? Kann man nach jahrelangem Herumstreifen wieder auf einem Stuhl hinter einem Schreibtisch sitzen? Ich kenne mich, ich würde Dann doch gleich wieder ausbrechen. Und das ist es ja gerade, warum ich an dich heran- getreten bin: weil Du hier Das Gut besitzt, daß da eine Möglichkeit gegeben war, auf Dem Land zu bleiben, eine Arbeit zu haben, Die mir liegt und die doch etwas menschenwürdiger sein tonnte, als Dies--Dies Tagelöhnern bei Den Bauern. Ich dachte mir: es ist für uns beide das Gegebene, mir würde damit ein alter Wunsch erfüllt, und dir — Du hast doch das Gut nur deshalb an die Fuchsfarmgesellschaft verpachtet, weil du selbst es nicht verwalten kannst, nicht wahr? Nun also! Und trotzdem brauchtest du noch jemanden, Der Deine Interessen ein bißchen wahrt, Der acht gibt auf alles, was zum Gut gehört und Werte darstellt. Die Pferde zum Beispiel. Das Haus. Die Einrichtung. Der Wald. Die Ackergeräte. Denn dieser Michailow — ich hörte Da so manches. Er ist vielleicht ein guter Kerl, aber ein Windhund. Und beeinflußbar. Was geht ihn auch schließlich Der Besitz eines Herrn Lyk an? Aber ich ..." Lyk kneift Die Augen zusammen: „UnD was glaubst Du, wozu Der Bauer Da ist, Der hinten im Haus wohnt unD Die LanDwirtschaft übernommen hat?" Jetzt geht Lorenz aus sich heraus: „Ach, Der Bauer — Dieser arme Teufel! Er ist alt unD klapprig, und in Michailow sieht er den unumschränkten Herrn, denn den weiß der Russe glänzend zu spielen. Der Bauer würde nie wagen, gegen ihn aufzutreten, ihm etwa die Pferde zu verweigern oder etwas zu sagen, wenn Michailow das überschüssige Heu verkauft und Den Ertrag in seine eigene Tasche manDern läßt. Ja, so liegen leiDer Die Dinge, ich weiß es, man. erfährt so manches, wenn man zwischen Den Bauern hockt und Die Ohren spitzt. Aber wenn ein Vertrauensmann auf Dem Gut märe, einer, von Dem alle wissen. Daß er an Deiner Stelle Da ist, Dann roürDe vieles artbers — glaub es nrtr... Er schweigt unD wischt sich mit Der HanD über Die feuchte Stirn. Dann fügt er leiser hinzu: „Für mich roär’s ein GlücksumstanD, Albert. Vielleicht Der letzte, Den ich habe, um noch einmal hoch zu kommen. Sieh, ich bin ganz ehrlich; ich weiß genau, Daß ein Fremder mich in der Verfassung, in der ich heute bin, nie anstellen würde — oder doch höchstens als Tagelöhner. Und so gibt’s also kaum noch Hoffnung für mich, meinen augenblicklichen Tiefstand zu überwinden. Es geht mir da, wie es hunderten geht: mit einem zerfetzten Anzug und einem ausgehungerten Gesicht hat man keine Möglichkeit, wieder vorwärtszukommen. Aber hier bei dir, der Du mich Doch fennft, wäre noch eine Gelegenheit. UnD wenn es Dir lieber ist, Albert, braucht ja kein Mensch zu erfahren, wer ich bin. Ich lebe ja sowieso schon seit Jahren mit einem falschen Paß, es ist mir einmal geglückt, einen zu erwischen, ich hab's getan meiner Verwandten und — und Susannes wegen. Da, sieh her, ich hab' ihn bei mir, er lautet auf Den Namen Renz, Georg Renz aus Pittsburg. Unter Dem Namen kennt man mich hier in Der ganzen Gegend. UnD noch etwas, Albert: ich will ja gar nicht von heut auf morgen Dein Verwalter roerDen. Ich will ganz von unten auf anfangen, Du sollst nicyt Die Katze im Sack kaufen. Aber es wäre trotzdem hunderttausendmal besser für mich als alles andere, weil ich weiß, daß ich s hier schaffen würde, ich fühle es, verstehst Du..." Er sieht Lyk an — mit Augen, Die voller Qual sinD. Aber Lyk hat Den Blick gesenkt, es ist besser, Dieses zerquälte, Drängende, in Angst und Eifer erhitzte Gesicht seines einstigen Freunoes nicht vor sich zu sehen. Als er endlich den Kopf hebt, weil er sich dennoch und trotz allem zum „Nein" durchgerungen hat, wird Die Tür ungestüm aufgestoßen, und Sabine steht vor ihnen. Sabine . .. Sie hat ein Fuchsjunges auf dem Arm, Die Augen leuchten vor Freude, und Das Gesicht ist rosig überhaucht vom schnellen Lauf, und aus Dem strengen Haarknoten hängt eine breite Strähne lustig über Die Stirn. „Herr Lyk", sagt sie froh, „sehen Sie Doch, was ich Da Süßes habe.. / Dann erst, als sie schon Den kleinen Fuchs hochhebt, um ihn Lyk entgegen- zuhalten, entdeckt sie Den Fremden und sieht, Daß Lyk totenblaß geworden ist. „Verzeihung", murmelt sie verwirrt und birgt Das Fuchsjunge roieDer in ihrem Arm, „Verzeihung, ich wußte nicht — ich —Und schon zurückweichend, ist ihr, als habe der Fremde einen Schritt auf sie zugetan und die Hand ausgestreckt. In dem Augenblick ist Lyk mit zwei Sätzen neben ihr. Er packt sie energisch bei Der Schultet und schiebt sie blitzschnell zur Tür hinaus. „Was wollen Sie Denn hier?" sagt er grob- „Sehen Sie nicht, daß ich eine Besprechung habe- Ich will jetzt nicht gestört sein." Krachend schlägt er die Tür hinter ihr zu. Man hört Sabine den Gang entlanggehen, und in dem stockenden Geräusch ihrer Schritte ist deutlich zu spüren, wie traurig und vollkommen ratlos sie ist. .. . Erst als Sabines Schritte ganz verklungen sino, besinnen sich die beiden Männer Drinnen im ZE mer wieder aufeinander. „Das war — Das war Doch Sabine?" Lorenz hat vor Erregung die Fäuste geballt. „Nicht wahr. Das war meine Tochter Sabine?" Die Aeynlin'keit mit Susanne war so, verblüffend, daß es ihm f0!1 die Stimme verschlug. Lyk nickt erbittert: „Glaubst du, ich wollte es abstreiten?" Er geht mit großen Schritten an Lorenz vorbei und wieder dorthin, wo er vorher gestanden hat, als ob er von dort aus, das Licht im Rücken, neffer kämpfen könnte. Lorenz sieht ihm mit einem stieren Blick nach, dann lacht er plötzlich häßlich auf: „Du hast allo Sabine hier! Jetzt begreife ich allerdings, warum ich so schnell abgeschoben werden sollte. Darum. Und er lacht wieder, ein Lachen, das Lyk erregter zwingt sich gewaltsam zur Ruhe: „Verstehst ou das nicht? Willst du ihr Dasein vielleicht mit einem landstreichernden Vater belasten?" Fortsetzung folgt. L Ott ff «hmtI >sik. Ätz ^-dschaft weilen Mi, 2ttcrs&rW SW-w «Ä’-Sl er Erholung worden butJ Wehes fi JBnfe bie Ml tenCr ^Qmertij sten Kreise J «Walfang |J auJugestallel ?urch bie M »at, ein Tag A H Tag 1 Jen Wehnnachi,! vorgesehen, t bie berte die Aufftellw 1 ermöglichte,, Bevölkerung W >en einen beforJ m. Nähere Eil,! geschult. d segensreichst!: unb Mütter jid erten verschied!, l eine vielseitig )en Müttern de; i)en ßebenstampj iursen ist erfreu- Teilnehmerim, . So wurden in »essen-Nassau M ehalten, in dem verschiedenen 6i- zuteil wurde. Li! deshalb an dem Psennia und an der Pfenniareck- nung achtlos vorübergehen! NSG. Anträge sofort st e l l e n. Die Gaudienststelle „Das deutsche Handwerk" in der DAF macht darauf aufmerksam, daß als letzter Termin zur Einreichung von Anträgen zum Austauschwandern der Handwerksgesellen in diesem Jahre der 1. August festgesetzt ist. Bis zu diesem Zeitpunkt müssen bie Anträge sämtlicher Handwerksgesellen, die in diesem Jahre noch am Gesellenwandern auf dem Austauschwege teilnehmen wollen, bei der Reichsdienststelle vorliegen. Dagegen können Anträge zum Gesellenwandern der Bauhandwerker nach wie vor noch bei den Kreisdienststellen Das deutsche Handwerk" in der DAF. abgegeben "werden. Das Gesellenwandern für Bauhandwerker wird in diesem Jahre erstmals so durchgeführt, daß kein Geselle an ein bestimmtes Ziel gebunden ist. NSG. Anträge für Auslandsfahrten der HI. Durch die Verordnung des Reichsjugendführers muß jedes Mitglied der Hitler-Jugend und des BDM. für jede Auslandsreise die Genehmigung des Reichsjugendführers haben. Die Anträge sind spätestens 10 Tage vor dem Tage, an dem der Paß beantragt werden soll, bei dem zuständigen Bann bzw. Untergau zu stellen. Anträge, die nicht mindestens acht Tage vorher der Auslandsfahrtenstelle der Gebietsführung vorliegen, haben keine Aussicht auf termingerechte Erledigung. NSD. Begabte Kriegerwaisen erhalten eine Studienbeihilfe. Bei einer Unterbrechung des Studiums durch Arbeits- oder Wehrdienstpflicht kann begabten, aber bedürftigen Kriegerwaisen eine einmalige Studienbeihilfe gewährt werden, um ihnen den Abschluß des Studiums zu ermöglichen. Diese Sondermaßnahme gilt auch für diejenigen, die das 24. Lebensjahr bereits überschritten haben. Selbstverständlich darf das Studium nicht absichtlich verzögert und die Ablegung der Prüfungen schuldhaft hinausgezögert werden. Anträge sind durch die Kameradschaften derNSKOV. zu stellen. ** Erloschene Rotlaufs eucke. Die im Schweinebestand des Agrikulturchemiscyen Instituts in Gießen, Braugasse 7, ausgebrochene Rotlaufseuche ist erloschen. Die Gehöftsperre ist aufgehoben. Die Anmeldung zum „Leifiungskampf der deutschen Betriebe" NSG. Verschiedene Anfragen veranlassen zur Klarstellung folgender Tatsachen: Für die Anmeldung zum „L e i st u n g s k a m p f her deutschen Betriebe" ist gemäß den Durchführungsbestimmungen und Richtlinien zunächst lediglich ein Antrag erforderlich nachstehenden Wortlautes: „Ich bewerbe mich für meinen Betrieb um die Verleihung der Auszeichnung Nationalsozialistischer Musterbetrieb^ und melde mich hiermit zum ,Leistungskampf der deutschen Betriebe^ für das Arbeitsfahr 1937 bis 1938." Der Antrag muß unterzeichnet werden vom verantwortlichen Betriebsführer und vom Betriebsobmann. Nachdruck ist zu legen auf eine Menschenführung und Menschenbetreuung in national^ sozialistisckem Geiste. Eine solche innere Einstellung wird aucy in der Wahrung und Gewährleistung des sozialen Friedens innerhalb des Betriebes, der Erhaltung und Steigerung der Volkskraft, der Erhaltung und Steigerung der Arbeitskraft, der Steigerung der Lebenshaltung und der Unterstützung der wirtschaftlichen Zielsetzung der politischen Führung alles tun, was für ihn im Rahmen des Möglichen liegt, ohne die Lebensfähigkeit des Betriebes zu gefährden, aus der Erkenntnis: Eine gute Sozialpolitik ist die beste Wirtschaftspolitik! Ausgabe der Walter der DAF. in Gau, Kreis und Ort ist es, etwaige unberechtigte Bedenken zu beseitigen, Hemmungen zu lösen und Zweifelsfragen zu klären. Soweit sie selbst hierzu nicht unmittelbar in der Lage zu sein glauben, berichten sie hierüber an die zuständige Reichsbetriebsgemeinschaft, die sich dann von sich aus mit dem betreffenden Betrieb ins Benehmen setzen wird. Pflicht jedes einzelnen ist es, durch eine möglichst hohe Beteiligung den Eindruck der Geschlossenheit und Einheitlichkeit zu fördern und zu vertiefen. Verantwortlich beim Leisiungswetttampf. NSG. Die Betriebe, die sich zum Leistungskampf gemeldet haben, führen am 3. August einen B e - triebsappell durch, auf dem sowohl der Betriebsführer wie der Betriebsobmann ber* Gefolgschaft verkünden, daß der Betrieb im Leistunas- kampf steht und daß jedes Gefolgschaftsmitglied für den Ausgang dieses Leistungswettkampfes persönlich mit verantwortlich ist. Während dieses Betriebsappells gibt der Betriebsführer der Gefolgschaft die konkreten Ziele an, die der Betrieb im Lause des Leistungskampfes erreichen will. Der Betriebsobmann der DAF. gibt der Ge- olgschaft praktische Winke und Vor- ch l ä g e, die der Eigenart des Betriebes ent- prechen. Die vom Betriebsführer gegebenen Ziele werden in Form eines Aufrufes des Betriebsführers und des Betriebsobmannes an der Betriebstafel angeschlagen. it'Ä; nirrt und bir^ ft. . mH. h bei d« ir . lagt « Lijprech»"« linkr \i entlang«' U id, °°i" . ,, c ich 0°ß*V ;?§«> „ ■ Mit *. isainmen aus 5) rehmerinnen, 19 429 Teilnehmi- häuslichen Km erinntn, 57 Koch- mb 51 Kurse fii: ichmerinnen. nig. t es sich »Mw I edensten M M ; wirkt sichM minberbemitlth! ishald ücnniebr nät biese Texslc- >em Pfennig. illen nicht barfli" Pfennig erW es aber, baß |ii [enbe Jugend «« it unseres M bem Pfennig?^ richtig zu W n nennt, wnd j t regelmäßig w wenige UM utschrist NI aft zur schon bem w--| rinJliengnH'l Aus der engeren Heimat. Branvunglück in einem Vogelsbergdorf. LPD. Schotten, 29. Juli. In dem Vogelsbergdorfe Köddingen brach nachts in dem Grundstück des Kleinbauern und Arbeiters Otto Schmidt Feuer aus, daß trotz eifriger Löscharbeit der Feuerwehr das Wohnhaus mit einem Teil d e s H a u s r a t s , die S ch e u n e mit der gesamten Heuernte und die Stallungen zum Opfer fielen. Der Schaden ist groß. Als Brandursache wird Kurzschluß vermutet. Trichinen im Wildschwein. Vermögenssteuer II 305 v. H., Gewerbesteuer nach dem Ertrage und Kapital 100 o. H., Bürgersteuer 100 v. H. An Wegearbeiten sind vorgesehen die Neueindeckung des Holzweges, die Ausführung von Jnstandfetzungsarbeiten an der Straße nach Lang- Göns und die Neupflasterung von Rinnen im Orte. Für die Errichtung eines neuen Feuerwehrgerätehauses ist eine Rücklage von 1300 Mark in den Haushaltsplan eingestellt. Weiter ist eine Rücklage für die Erneuerung der beiden Backhäuser vorgesehen. Die Gemeinde ist schuldenfrei; sie besitzt 183 Hektar Wald, 18 Hektar K ’lturlanb und 3 Hektar Oedland. Die Einwohnerzahl beträgt nach der letzten Personenstandsaufnahme 505. Lauterbach, ,29. Juli. (Lpd.) Bei einem dieser Tage geschossenen Wildschwein sind bei der Beschau im Schlachthaus Trichinen festgestellt worden. Ein seltener Fall, der sich hier zum ersten Male seit langer Zeit ereignet hat. Kreis Alsfeld. * Groß-Felda, 29. Juli, lieber unserer Gemarkung und Über dem nahen Kestrich ging gestern wieder ein schweres Unwetter nieder. Unaufhörlich, eine viertel Stunde lang, prasselten dabei die Hagelkörner nieder und die Landschaft wurde winterlich weiß. Stundenlang blieben die Hagelschlossen liegen. Die Kartoffel- und Dickwurzfelder machen einen troftlofen Eindr u ck. Alle Blätter und Blüten sind abgeschlagen. Die Bohnenernte ist vernichtet. Hafer und Gerste haben schwer gelitten. Für die Bauern unserer Gemarkung bedeutet dieses Hagelwetter schwersten wirtschaftlichen Schaden. 6in ungetreuer Mitarbeiter. Erhebliche Unterschlagungen in einem Wetzlarer Jndustriewerk. * Wetzlar, 29. Juli. In einem hiesigen Jndustriewerk wurde am Dienstag eine große Unterschlagung aufgedeckt. Ein Angestellter, der die Lohnbücher zu führen hatte und bereits fett 21 Jahren im Werke tätig ist, mußte von der Kri- minalpolizei Wetzlar verhaftet werden, da er, wie sestgestellt wurde, seit 1 9 3 4 dauernd Fälschungen in den L o h n b ü ch e r n vornahm und Beträge von monatlich bis zu 500 Mark unterschlug. Nach den bisherigen Feststellungen ist der Firma, die dem ungetreuen Angestellten alles Vertrauen entgegenbrachte, ein V e r l u st o o n 9 1 4 7 Mark erwachsen. Der Verhaftete hat bereits ein Geständnis abgelegt. Kreis Wehlar. < Niederkleen, 29. Juli. Der H a u s- Halts plan unserer Gemeinde für das Rechnungsjahr 1937 schließt in Einnahme und Ausgabe mit 47 230 Mark ab. Die Steuersätze für die Ge meindesteuern sind wie folgt festgesetzt: Grundoermögenssteuer I 165 v. H., Grundvermoaenssteuer II 165 v.H., Gewerbesteuer nach dem Ertrag und Kapital 50 v.H., Bürgersteuer 100 v.f)., $ur Öen .Umbau des Schulhauses ist ein größerer Betrag vorgesehen. Ferner soll die Straße am Backhaus (an der Ecke Nern) verbreitert werden Für die Fertigstellung der Turnhalle sind dle erforderlichen Mittel in den Haushaltsplan emgestellt. Die Ge meinde besitzt 290 Hektar-Wald und>10 Hecktar Kulturland; sie hatte nach der letzten Personen standsausnahme 559 Einwohner. n , S Dornholzhausen, 29. Juli. Unser- G-_ meinde kann auch für das Rechnungsi h 93 wieder einen ausgeglichenen HausHal 5 ' der im ordentlichen Haushaltsplan m r und Ausgabe mit 37 447 Mark unb tm augtf ordentlichen Haushaltsplan in werden gäbe mit 700 Mark abschließt. Steuern erhoben: Grundoermögenssteuer I 305 v. H-, Gchöffengerichi Gießen. Die 22jährige E. H. aus Hainchen (Kr. Büdingen), sowie deren ätere Schwester P. Sch. aus Hainchen unb der frühere Verehrer der E. H., Fr. H. aus Vilbel hatten sich wegen Abtreibung und Beihilfe dazu zu verantworten. Die Verhandlung fand unter Ausschluß der Öffentlichkeit statt. Das Gericht verurteilte die E. H. wegen Abtreibung zu einer Gefängnisstrafe von 3 Monaten, deren Schwester wegen Beihilfe dazu zu einer G e - fängnis strafe von 1 Monat und den Fr. H. zu einer G e fä n a n i s ft r a f e von 4 M o - n a t e n. Außerdem haben die Angeklagten die Kosten des Verfahrens zu tragen. Sodann hatte sich der bereits wegen Betrugs vorbestrafte H. M. aus Gießen wegen Betrugs und Urkundenfälschung zu verantworten. M. war seit Mitte vorigen Jahres nur noch aushilfsweise in einer Gastwirtschaft tätig. Da er als Arbeitsloser gemeldet war, bezog er mit feiner großen Familie (6 Kinder) eine Arbeitslosenunterstützung von wöchentlich 19,80 RM. Gemäß den gesetzlichen Bestimmungen war er aber verpflichtet und wurde, wie dies allgemein üblich war, bei jeder Gehaltszahlung nochmals darauf hingewiesen, daß er verpflichtet war, jeden Gelegenheitsverdienst anzumelden. In der Zeit seiner Beschäftigung in einer hiesigen Gastwirtschaft hat er im ganzen rund 400.— RM. neben seiner Arbeitslosenunterstützung bezogen, und nur 50 bis 60 RM. Nebenverdienst angemeldet. Seinem Arbeitgeber hat er trotz mehrmaliger Aufforderung keine Papiere vom Arbeitsamt vorgezeigt. Insgesamt sind ihm auf diese Weise rund 177.— RM Arbeitslosenunterstützung zuviel bezahlt wollen. Die Reichsanstalt ist um diesen Betrag geschädigt worden. Diese Handlungsweise des Angeklagten stellt sich als ein fortgesetzter Betrug dar. Weiterhin hat er aber sich selbst zwei Bescheinigungen angefertigt und diese dem Arbeitsamt vorgelegt, um damit zu dokumentieren, daß er nur einen geringen Nebenverdienst habe. ®r glaubte, das Arbeitsamt wurde dann keinen Verdacht schöpfen. Gelegentlich einer Revision wurde alles aufgedeckt. Obwohl der Angeklagte durch fein Verhalten eine Einrichtung, bie der Gesamtheit der arbeitslosen Volksgenossen dient, geschädigt hat und fein Verhalten von einer niedrigen Gesinnung zeugt, glaubte das Gericht mit Rücksicht auf seine große Familie und seiner sozialen Verhältnisse ihm nochmals mildernde Umstände zubilligen zu können. Weiterhin wirkte strafmildernd, daß der Angeklagte von Anfang an geständig war. Er wurde wegen fortgesetzten Betrugs in Tateinheit mit zwei Fällen der Urkundenfälschung zu einer Gefängnisstrafe von 2 Monaten verurteilt. Weiterhin hatte sich der H. L. aus Bad-Nau- heim wegen Kärperverlehung zu verantworten. Er geriet am 7.2.1937 in einer Wirtschaft in Bad- Nauhe'm in Streit mit einem Gast und verletzte diesen uabei durch einen Faustschlag ins Gesicht derart, daß ärztliche Hilfe in Anspruch genommen kohle haft, aber nicht immer leicht verdaulich. Der besseren Bekömmlichkeit halber dem Abbrühwasier Natron beigeben. Kohle ist in ihrem Heizwert sehr verschieden, es kann aber auch nicht jede Kohle in jeder Feuerung gebrannt werden. Für die Küche sind Steinkohlen, für Zimmeröfen Briketts, für Dauerbrandöfen Anthrazit, für Heizungsanlagen Easkoks zu empfehlen. Kohlendunst, Kohlenoxyd, färb;, geruch- und geschmackloses Eas, das bei Verbrennung von kohlenstoffhaltigen Stoffen entsteht Kohlenoxyd ist sehr giftig. Es tritt in Zimmern auf, wenn Öfen keinen Zug haben, und ruft chwere Vergiftungserfcheinun- jen hervor. Kohlenoxyd verur- acht auch die Giftigkeit des Leuchtgases. Kohlenoxydoergiftung kommt praktisch als Leuchtgasvergiftung vor. Die Atmung wird unmöglich, da der Blutfarbstoff mit dem K. eine feste Verbindung eingeht. Sofort für Zustrom von frischer Luft sorgen die Fenster öffnen, den Kranken vom Boden aufheben, künstliche Atmung, Sauerstoff - Bombe Schnellstens Arzt! Kohlensäure (Kohlendioxyd), die in der Luft und Mineralwassern vorhanden ist, wird auch bei Brausepulvern entwickelt. Kohlensäurebad. Bad in kohlensäurehaltigem Wasser oder Mineralwasser, aus natürlichen Quellen. Koks Kohlenstoff, eines der wichtigsten Elemente, aus dem sich mit Sauerstoff, Wasserstoff und Stickstoff alle Pflanzen und Tiere aufbauen. Kohlenstoff ist vorhanden in Stärke und Zucker, also in den wichtigsten Nahrungsmitteln, wie Getreide, Kartoffeln, Hülsenfrüchten. Kohlrabi, Vflanze mit verdicktem Stengel, der eßbar ist. Rote und weiße Sorten. Wachstumsstörungen (z. B. Frost) ver- anlasien das sog. „Schießen" des K Wird bei Trockenheit holzig, bei großer Nässe tritt Platzen ein. Zarter K. kann auch roh gegeben werden Kokain, farblose bittere Kristalle. die aus den Blättern des Kokastrauches gewonnen, aber auch chemisch hergestellt werden. Kokain wird medizinisch benutzt, um örtliche Betäubungen her- vorzurufen, Empsindungs- und Schmerzlosigkeit. Kokainmiß- brauch, Kokainismus, führt unweigerlich zu Gedächtnisschwäche sowie körperlicher und geistiger Zerrüttung. Kokosnuß, Frucht der Kokospalme, die süßes, wohlschmeckendes Fruchtfleisch und einen weißlichen Saft, die Kokosmilch, enthält. Geriebene Kokosnuß wird zu mancherlei Gebäck als Mandelersatz verwendet. Das Öl der getrockneten Fruchtkerne wird zu Speisefett, Kokosfett, Kokosbutter verarbeitet sowie zur Margarineherstellung verwandt. Koks, meist der Rückstand bei der Verschwelung von Steinkoh- 251 Ein Griff am Morgen und Sie haben wieder Feuer im Kohlenherd. Täglich Feueranmachen ist im modernen Kohlenherd für Dauerbrand überflüssig. Dabei aber ist der Kohlenverbrauch wirklich sehr niedrig. Viele schöne Modelle in diesen Kohlenherden zeigt Ihnen j. B. Häuser, Gießen, am Oswaldsgarken, Fernsprecher 2145/3146. werden mußte. Der Angeklagte führte zu seiner Verteidigung an, von dem Gast gereizt worden zu sein. Das Gericht hielt ihn aber für schuldig und verurteilte ihn wegen Körperverletzung zu einer Geldstrafe von 2 5.— R M., die im Uneinbringlichkeitsfalle mit 1 Tag Gefängnis für je 5.— RM. zu verbüßen sind. Außerdem wurden dem Angeklagten die Kosten des Verfahrens auferlegt. Feierliche Beisetzung Ernst von Delius'. Gedenkrede des Korpsführers von Hühnlein. Auf dem Dahlemer Waldfriedhof wurde Donnerstag nachmittag Ernst von Delius zur letzten Ruhe geleitet. Nach Taufenden zählten die Menschenmassen, die zum Waldfriedhof hinauspil- gerten, um dem Toten die letzte Ehre zu erweisen. Das NSKK. hatte einen 100 Mann starken Ehrensturm der Motorstandarte 29, den Musikzug der Motorstandarte 31 und Abordnungen der Motorbrigade Berlin und sämtlicher Berliner Motorstandarten entsandt. Ferner sah man Vertreter der Wehrmacht, der Partei und ihrer Gliederungen. Die Auto-Union war durch die Betriebsführung, eine 60 Mann starke Gruppe ihrer Werkscharen und zahlreiche Gefolgschaftsmitglieder vertreten. Anwesend war Korpsführer Hühnlein, der Führer des deutschen Kraftfahrsportes mit seinem Stab, die Kameraden des Verstorbenen von Brauchitsch, Geyer, Hasse und Müller und Vertreter der deutschen Sportpresse, des Deutschen Automobilclubs und die nächsten Angehörigen des Toten. Pfarrer Schlemmer würdigte die menschlichen Eigenschaften des Verstorbenen, der in den Tagen des Ruhmes immer ein lieber Kamerad geblieben sei. Dann trat Korpsführer Hühnlein an den mit dem NSKK.-Stander bedeckten Sarg und legte zwei Kränze nieder, einen im Namen und Auftrag des Führers und einen zweiten in seiner Eigenschaft als Führer des deutschen Kraftfahrsportes. In seiner Rede betonte er, daß der Führer stets persönlich Anteil an den Bestrebungen des deutschen und internationalen Kraftfahrsports, an seiner Zielsetzung und seiner Durchführung und der Größe seiner Aufgabe nehme. Wir haben uns hier alle versammelt, so wie wir zusammen standen beim letzten Rennen auf dem Nürburgring, die Freunde und Kameraden des anderen Kreises, die Rennfahrer und Monteure im sportlichen Kampffleiß, und wir wollen Ernst von Delius fürderhin im Gedächtnis auch immer nur im sportlichen Kampfkleid sehen. Don Delius ist nicht gestorben, sondern gefallen im Kampfe um Ansehen und Geltung Deutschlands. Sein Name ist eingeschrieben in das Ehrenbuch des deutschen Kraftfahrsportes. Unter Glockengeläut wurde der Sarg unter Vorantritt der von Delius besonders nahestehenden Rennfahrer und von sieben Sturmstandern des NSKK. zur Gruft geleitet. Für die Betriebsführung und Gefolgschaft der Auto-Union widmete Dr. Hahn dem fröhlichen, tapferen Kameraden und dem unvergeßlichen Menschen herzliche Worte des Gedenkens und des Dankes. SJ.-fporl Einheimische Leichtathleten repräsentativ. Hessens Leichtathleten gegen Bayern. Für den am kommenden Sonntag stattfindenden Leichtathletik-Gaukampf gegen Bayern in Schweinfurt hat der Gau Hessen folgende Mannschaft genannt: 100 Meter: Leineweber, Krück; 200 Meter: Leineweber, Krück; 400 Meter: Henkel, Zehnter; 1500 Meter: Kleemann, Roth; 5000 Meter: Nei - d e l (Heuchelheim), Knoploch; 110 Meter Hürden: Staylhut (Heuchelheim), Knappe; 4X1OO-Meter- Staffel: Leineweber, Krück, Henkel, Knappe; 4X400= Meter-Staffel: Monikheim, Peters (Gießen), Ries, Seivert; Hochsprung: Stahlhut, Temme; Weitsprung: Hermann (Gießen), Lange; Stabhochsprung: Salomon, Lange; Kugelstoßen: Luh, Hermann; Diskuswurf: Kilo, Luh (beide Gießen); Speer: Hermann, Bartels; Hammer: Storch,. Hermann. Standortsportfest der Garnison Butzbach. Die Garnison Butzbach rüstet erstmalig zu einem Sportfest größeren Stils. Leichtathletische Wettkämpfe aller Art werden mit militärischen Vorführungen abwechseln. Die Vorbereitungen sind in vollem Gange. Einzel- und Mannschaftskämpfe, , Wettspiele und militärische Darbietungen versprechen einen ereignisreichen Verlauf der Veranstaltung. Die Mehrzahl der Konkurrenzen ist offen für alle und geben auch der Sportjugend Gelegenheit, ihre Kräfte zu messen. Deutsche Fliegeroffiziere in Zürich siegreich. Bei ausgezeichneten Witterungsoerhältnissen wurde am Donnerstag im Rahmen der Internationalen Züricher Flugwoche der Alpenrundflug für Militärflugzeuge ausgetragen, der als Patrouillenflug im Dreieroerband für Ein- ober Mehrsitzer ausgeschrieben war. Der vom Flughafen Dübendorf über Thun nach Bellizona und zurück über eine Gesamtentfernung von 367 Kilometer führende Rundflug endete wieder mit einem großen deutschen Erfolg. Die aus Jagdeinsitzern des Typs BFW Me 109 mit Jumo 210 64O-?8-Motoren mit den Fliegeroffizieren Hauptmann R e st e m e i e r, Oberleutnant Trautloft und Oberleutnant Schleif gestartete deutsche Staffel sicherte sich in 58:52,7 Minuten einen großartigen Sieg vor der Tschechoslowakei, Frankreich, Belgien und den beiden Schweizer Staffeln. Der Nachmittag brachte auf dem Flugplatz Dübendorf vor zahlreichen Zuschauern ein interessantes Schauprogramm, bei dem auch die deutsche Kunst- sliegerin Lisel Bach mitwirkte. Bei der Vorführung neuer Maschinen interessierte besonders die von Fieseler gezeigte Neukonstruktion „Storch" und das neue Dornier-Flugzeug Do 17, das fliegend vorgeführt wurde. Deutsche Rennwagen für Bern. Acht Tage nach dem ersten Einsatz der neuen Alfa Romeo im Acerbo-Pokal findet am 22. August in Bem der „Große Preis der Schweiz" statt, der zum viertenmal ausgetragen wird. Die Teilnehmerlifte der deutschen Werke weift die Namen der bisherigen Sieger auf: Stuck (1934), Earacciolu (1935) und Rosemeyer (1936), der mit 161,755 km/st den Streckenrekord hält. Für Mercedes-Benz starten: Caracciola, v. Brauchitsch und Lang. Seaman, der bei der gleichen Veranstaltung jedesmal das Kleinwagenrennen gewann, ist Ersatzfahrer. Vier Wagen mit Rosemeyer, Stuck, Hasse und Müller setzt die Auto-Union ein. Die Scuderia Ferrari hat ihre Fahrer noch nicht genannt. Erstes Training auf demSchauinsland. Bei sonnigem, aber keineswegs warmem Wetter trainierten am Donnerstag die Wagen- und Motorradfahrer zum ersten Male für den am kommenden Sonntag auf dem Schauinsland bei Freiburg (Breisgau) stattfindenden „Großen Bergpreis von Deutschland". Emsig bei der Sache waren vor allem Hier abschneiden! I I. ■ I ' *- .b. - k .v t ' -j; '.'. 0 12 .. 6 .. 6 .. 6 .. 7 .. 6 .. 7 99,65 99 104,65 100,13 99,7 99 104.75 100,13 100,7 99,8 126,9 128.75 93 100,5 127.4 99,7 99 100,13 101,35 101,75 110,9 128,5 93 100,5 127,65 Schluß!. Abend- börse 99,65 99 104,65 100 13 100,9 99,75 126,9 128,25 47 93 101 128,13 Schluß Mittag- börse die großen Rennwagen. Mehrfach wurde der von Bernd Rosemeyer im Vorjahr aufgestellte absolute Streckenrekord von 7:59,3 für die 12,8 Kilometer unterboten. Caracciola jagte seinen Mercedes-Benz zunächst in 7:52,1, dann in 7:42,2 (93,45 Stundenkilometer) und schließlich in der bisher besten Zeit von 7:38,4 (94,2 Stundenkilometer) zur Paßhohe hinauf. Bernd Rosemeyer, der am Vorabend schon zusammen mit Hans Stuck ein kleines Privattraining erledigt hatte, brachte es bei seiner dritten und letzten Fahrt auf 7:42,5 und erreichte dabei ein Mittel von 93,4 Stundenkilometer. Rach der Zwangspause des vierten Wettbewerbstages konnte am Donnerstag durch den völligen Witterungsumschwung, der mit Sonnenschein und Wolken die meteorologischen Voraussetzungen für Segelflüge brachte, der Wettbewerbsbetrieb im 18. Rhön-Segelfliegen auf der Wasserkuppe bereits in den Morgenstunden in vollem Umfange aufgenom- Don den Teilnehmern, die auf der Rhön zum Zielstrecken-Segelslugwettbewerb nach Berlin gestartet waren, traf als erster Heidrich, Gruppe 10 des RSFK., auf Rhön-Adler auf dem Sport-Flughafen Rangsdorf bei Berlin ein. (Scherl-Bilderdienst-M.) men werden. Die Piloten aller startbereiten Maschinen nahmen sich meist wieder Zielstreckenflüge vor, doch begrenzten und erschwerten die schwankenden Wind- und Thermik-Verhältnisse die Segelflugmöglichkeiten teilweise so stark, daß selbst am Donnerstag nur unter den größten Schwierigkeiten und bei vollstem Einsatz größere Leistungen erzielt werden konnten. Das dennoch hohe Leistungsmittel und ebenso die Spitzenleistungen des Tages find ein weiterer glänzender Beweis für das großartige Können sowie den vollen Einsatz und Leistungsdrang unserer deutschen Segelflieger-Elite. Insgesamt wurden innerhalb von 2^2 Stunden 56 Starts ausgeführt und die wiederum nach Tausenden zählende Zuschauermenge konnte eine reiche Segelflugtätigkeit beobachten. Die bis um 6 Uhr vorliegenden'Landemeldungen wiesen Streckenflüge zwischen 40 und 135 Kilometer Entfernung auf und nur der Berliner Segelflieger Haase überschritt auch noch diese Entfernung mit der großartigen Leistung eines Zielstreckenfluges bis zum Flughafen Regensburg mit 225 Kilometer. Der Kölner Teilnehmer Krieger war nur 42 Kilometer weit bis östlich von Bad Kissingen gekommen und die beiden Rostocker Andrös-Müller in ihrem Doppelsitzer brachten es sogar nur auf 35 Kilometer bis zum Flugplatz Meiningen. Rockstroh (Dresden) erreichte mit einem Fluge von 60 Kilometer Unterfranken. Treutcr (Weimar) ging zehn Kilometer östlich von Bamberg nach 102 Kilometer nieder. Der Unterbannführer Seele von der RSFK.-Gruppe 11 legte 41 Kilometer zurück und Blankerts (Stettin) landete nach 48 Kilometer bei Zella-Mehlis in Thüringen. Auf 90 Kilometer brachte es Graf von Treuberg (München), der Lichtenfels erreichte, während Kracht (DLV.), Heidrich (Essen) und mit einem Doppel- 10 . 6 . 7 . 7 6 7 . 6 . 0 »'/, 8/t 8 6 ,. 6 .. 4 Wt Äbendbörse mit 51 rationiert wurden. Don Goldpfandbriefen waren Meininger Hyp. 0,25 v. H. höher, von Liquidationspfandbriefen Meininger Hyp. 0,13 v. H. befestigt, dagegen Nassauische Landesbank 0,13 abgeschwäch't. Frankfurter Hyp. und Frankfurter Pfandbriefbank K.O. sowie Meininger Hyp. K.O.ftiegen um je 0,25 v. H. an. Im Freiverkehr wurden Adlerwerke Kleyer mit 117 (115,65), Wayh & Freytag mit 148,50 (148) genannt. — Tagesgeld 2,50 (2,25) v. H. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. Reichsbankdiskont 4 v. H., Lombardzinefuß 5 v. H. ■- v ttj.- 141,9 120.5 152.25 168,75 136*5 157/5 169.75 145.25 157,5 151 53 179,25 126,5 154 142,S 123 138,25 163,25 132.25 126 ,57ips 233 133,25 157,5 135,75 149,5 165,75 182 100.25 227,75 123,5 60,75 123 167,75 32-4 Lahmeyer................ Mainkraft Mannesmann Mansfelder Bergbau Metallgesellschaft........... Orenstein & Koppel........ Rheinische Braunkohle Rheinische Elektro.......... Rheinstahlwerke............ Rbetntsch-Westfältsche Elektro Rütgerswerke ............. Salzdetfurth Kalt Schlickert & Co............. Schultheis Payenhofer...... Siemens & Halske......... Süddeutsche Zucker Vereinigte Stahlwerke Westdeutsche Kaufhof . Westeregeln Alkali.......... Zellstoff Waldhof Ltavt Minen.............. 55,50, bl) und b2) 55,50, c) 54,50, d) 51,50, Sauen gl) 55,50.) — Marktverlauf: Großvieh, Kälber und Schweine zugeteilt, Hammel und Schafe lebhaft. Fleischgroßmarkt. Beschickung: 609 (228) Viertel Rindfleisch, 256 (637) halbe Schweine, 147 (199) ganze Kälber, 6 (23) Hämckiel, 12 (11) Klein- oieh Notiert wurden in Mark je 50 Kilogramm: Ochsensleisch a) 80, c) 61. Kuhfleisch a) 77, b) 65, c) 54. Färsenfleisch a) 80. Kalbfleisch a) 81 bis 96, b) 70 bis 80. Hammelfleisch b) 90 bis 95. Schweinefleisch b) 73. Roher Speck unter 7 Zentimeter 78, Flomen 80 Mark je 50 Kilogramm. — Marktoer. lauf: Lebhaft. Schweinemarkt in Vuhbach. ♦ Butzbach, 29. Juli. Auf dem heutigen Schweinemarkt waren 483 Ferkel zum Verkauf aufgetrieben. Bei flottem Handel verblieb geringer Ueberstand Es kosteten bis 6 Wochen alte Tiere 13 Mark, 6 bis 8 Wochen alte 13 bis 15 Mark 8 bis 10 Wochen alte 15 bis 20 Mark, 10 bis 12 Wochen alte 20 bis 22 Mark. Kurze Sportnotizen. Mit der Goldplakette des französischen Unterrichtsministeriums geehrt wurde der neue Weltmeister im Florettfechten, der Italiener Gustavo Marzi. Weltmeister im Säbel-Mannschaft s- fechten bei den Fechtweltmeisterschaften in Paris wurde Ungarn, das im entscheidenden Kampf Italien mit 10:6 Einzelstegen und 49:63 erhaltenen Treffern bezwang. Den dritten Platz belegte Deutschland vor Rumänien. L •• V 5 ® > 0 =< E . Fwd. Vermal,----o_n------ Die Vermahlungsquote für den Monat August bleibt für die Mühlen, die ein Grundkontingent von mehr als insgesamt 500 Tonnen Roggen und Weizen haben, wie im Juli, mit 7 v. H. des Roggengrundkontingents und 8 v. H. des WeizengrunD- kontingents unverändert. Für Mühlen mit bzw. unter 500 Tonnen sind die Vermahlungsquoten für August bereits früher festgesetzt worden. Deutsche Linoleum...... Elektrische Lieferungen... Elektrische Licht und Kraft I. GL Färben-Industrie .. sielten & Guilleaume.... Gesfürel............... Th. Goldschmidt........ Gritzner Maschinen...... Harpener.............. Hoejch Eisen Philipp Holz mann Ilse Bergbau Ille Genüsse........... Kali Aschersleben....... Klöcknerwerke.......... ■“ E I E- C <3 *. o = Ä Mein-Mamtsche Börse. Mittagsbörse: Spezialwerle fest. Frankfurt a. M., 29. Juli. Die Börse eröffnete bei lebhafterem Geschäft als an den Vortagen mit im allgemeinen festeren Kursen. Stärker beachtet waren am Aktienmarkt vor allem Motoren- und Maschinenwerte. So konnten sich Daimler um 2,75 v. H., BMW. um 1,25 v. H., Iunghans um 0,25 o. H., Eßlinger Maschinen um 0,50 v. H. erhöhen. Demag waren zu 153,25 (152,25) gesucht. Daneben wurden Zellstoffaktien weiter gefragt. Waldhof hatten zu 167,50 (167), Feldmühle zu 150,50 (149,75) Nachfrage. Der Montanmarkt lag durchweg etwas fester. Mannesmann stiegen um 0,75 v.H., Ilse Genuß um 1,40 v. H., nur Hoesch waren knapp behauptet. Vereinigte Stahlwerke blieben mit 123,50 unverändert. Etwas ruhiger lagen Elektropapiere bei behaupteten Kursen. In der chemischen Gruppe lagen IG. Farben mit 169,25 um 0,13 v.H. höher. Von Bauaktien befestigten sich Holzmann um 1,40 v. H., Zement Heidelberg um 0,25 v. H. Sonst waren noch Reichsbank 1 v. H., Hanfwerke Füssen 0,50 v. H., Westdeutsche Kaufhof 0,25 v. H. höher. 21(9. für Verkehr eröffneten mit 128,50 unverändert. Der Verlauf war am Aktienmarkt weiter fest. Vereinigte Stahlwerke konnten sich noch auf 123,65 nach 123,50 befestigen. IG. Farben waren zu 170 nach 169,25 gesucht, Hanfwerke Füssen stiegen weiter auf 125,50 nach 124,50, BMW. auf 152 nach 151,25. Die später zur Notiz gekommenen Werte lagen ausnahmslos fester. Metallgesellschaft gewannen 0,50, ebenso Jul. Berger und Aschaffenburger Zellstoff. Schuckert waren um 0,40 v. H., Rheinstahl und Deutsche Erdöl um je 0,25 v. H. befestigt. Der Rentenmarkt lag wenig verändert. Kommunal-Umschuldung wurden mit 94,70 nach 94,75 genannt. Dekosama-Neubesitz erschienen wie- Ziel- und Slrelkensiüge bei der „18. Rhön" Nr. Jahnke, Sieben fliegt nach Bamberg. Abendbörse behauptet. Die Abendbörse hatte etwas lebhafteres Geschäft als an Den Vortagen zu verzeichnen. Besondere Beachtung fanden am Aktienmarkt MAN., die bei größeren Umsätzen auf 138 (135,50) anstiegen. Andererseits hatten Bemberg gegenüber der Mittagsbörse mit 159,50 (160,75) einen etwas stärkeren Rückgang aufzuweisen. Sonst traten keine wesentlichen Kursoeränderungen ein. Die Abweichungen gingen über 0,50 v. H. nicht hinaus. Der R e n t e n m a r k t lag verhältnismäßig ruhig. Kommunal-Umschuldung blieben mit 94,70 unvnändert. Dekosama-Neubesitz, die zu Börsenbeginn wieder mit Plus-Zeichen erschienen waren, kamen mit 54,50 (53) zur Notiz. Jndustrieobliga- tionen lagen unverändert. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 29. Juli. Auftrieb: Rinder 860 (gegen 864 am letzten Donnerstags« markt), darunter Ochsen 118 (142), Bullen 130 (118), Kühe 447 (433), Färsen 165 (171). Kälber 789 (1119), Schafe 104 (75), Schweine 49 (86). Notiert wurden je 50 Kilogramm Lebendgewicht in Mark: Ochsen a) 43 bis 45 (43 bis 45), b) 38 bis 41 (38 bis 41), c) — (34 bis 36). Bullen a) 42 bis 43 (40 bis 43), b) 37 bis 39 (37 bis 39), c) 34 (34). Kühe a) 40 bis 43 (41 bis 43), b) 36 bis 39 (35 bis 39), c) 20 bis 33 (29 bis 33), d) 20 bis 25 20 bis 25. Färsen a) 42 bis 44 (43 bis 44), b) 37 bis 40 (38 bis 40), c) — (35). Kälber a) 60 bis 65 (60 bis 65), b) 53 bis 59 (55 bis 59) c) 45 bis 50 (45 bis 50), d) 30 bis 40 (30 bis 40). Häm- mel b2) 46 bis 50 (48 bis 50), c) 40 bis 44 (40 bis 46). Schafe a) 43 bis 47 (40 bis 43), b) 38 bis 41 (36 bis 38). Schweine heute nicht notiert. (Notierungen am letzten Donnerstagsmarkt: a) Datum Accurnulawren-Fabrik 14 Aschaffenburg Zellstoff 6 Bemberg...................O Bekula 8 Buderus Eisen 5 Gement Heidelberg 7 Gement Karlstadt 6 Gonti Gummi.............. 12 Daimler Motoren 6'/, Dessauer Gas...............4 Deutsche Erdöl .... 5 Deutsche Gold- und Silber .... 9 Reichsbant 12 Berliner Handelsgesellschaft . 6 yt Commerz, und Privat-Bank ... 5 Deutsche Di-kouto 5 Dresdner Bant..... .......4 I A.G. für Vertehrswesen .... 6yt Hamburg-Südam. Dampfschiff. O Hamburg-Amerika Paket......O Norddeutscher Lloyd..........O Deutsche Reichsbahn Vorz.-Akt. 7 Schluß- kurs 28.7 101,7 99 sitzer die beiden schlesischen Piloten van Husen- Sauerbier bei Haßburg in Unterfranken nad) 70 Kilometer landeten. Ueber Bamberg hinaus flog Nieland (Essen), der 105 Kilometer schaffte. Eme Steigerung brachte noch die Landemeldung von einem weiteren Doppelsitzerflug, den Bräutigam- Steinert bis nach Forchheim in der Nähe von Erlangen durchführten mit 126 Kilometer. Schmidt (München) erreichte nach einem Fluge von 132 Kilometer Forth bei Gräfenberg (Mittelfranken). Aus der Fülle der weiteren großen Flugleistungen sind noch hervorzuheben der Flug von Dr. Jahnke (Gießen), der mit 80 Kilometer Strecke bis tn Die Nähe von Bamberg kam. Der ostpreußische Segelflieger Bruhnke legte 104 Kilometer zuruck und kam über Bamberg hinaus. Medicus (Nürnberg) „besuchte" die fränkische Schweiz und ging bei Well- bronn nach 114 Kilometer nieder. Blech (Breslau) erreichte in einem Zielstreckenflug den Flugplatz Nürnberg mit 135 Kilometer Strecke. Nürnberg, Fürth und Erlangen wurden von einer ganzen Reihe weiterer Wettbewerbsteilnehmer angeflogen. Zwischen Nürnberg und Fürth ging Ludwig (Weimar) nach 132 Kilometer nieder, Gierlich (Essen) kam über die Stadt der Reichsparteitage hinaus und schaffte 144 Kilometer. Steinig (Breslau) erreichte Erlangen nach 125 Kilometer und Beck (Stuttgart) sowie der in der Wertung führende Doppelsitzer Karch-Zim- mermann (DVL.) landeten nach 151 Kilometer Flugstrecke unweit von Nürnberg. Schlußkurs 28.7 Aus aller Wett. Zehn Jahre Zuchthaus und Sicherungsverwahrung für einen gewohnheitsmäßigen Kraftwagendieb. Die Große Strafkammer Zweibrücken verurteilte den Heinrich Engert aus Pirmasens zu zehn Jahren Zuchthaus sowie zehn Jahren Ehrverlust und verfügte außerdem die Sicherungsverwahrung. Engert hatte sich auf Diebstahl und Beraubung von Kraftwagen verlegt. In Pirmasens und Umgebung sowie vielen anderen Städten der Saarpfalz trieb er monatelang fein Unwesen. Die Fälle, wegen der er sich jetzt zu verantworten hatte, waren äußerst zahlreich und kennzeichneten Engert als einen gefährlichen Gewohnheitsverbrecher. Der Mitangeklagte Schwager des Engert und dessen Ehefrau, die sich der Hehlerei schuldig gemacht hatten, wurden zu acht bzw. zwei Monaten Gefängnis verurteilt. Schweres Eisenbahnunglück in Japan. In der Station Okayama auf der Hauptstrecke Tokio—Schimonoseki fuhr ein Personenzug auf einen dort Haltenden Expreßzug auf. Mehrere Wagen des Personenzugs wurden zertrümmert. Bisher wurden 20 Tote und Verwundete gezählt. Bon einem Bienenschwarm überfallen und schwer verletzt. In der Nähe von Haßfurt (Unterfranken) war der Metzgermeister M a i e r mit Weizenschneiden beschäftigt. In seiner Begleitung befanden sich- seine beiden Söhne, ein Lehrjunge und noch ein Arbeitsmann. Während der Arbeit wurden sie von einem Bienenschwarm überfallen. Die beiden Pferde vor ihren Arbeitswagen rissen aus und stürzten eine Böschung in einen Graben nahe dem Bienenstand. Der Metzgermeister wurde durch Stiche derart verletzt, daß er ins Krankenhaus eingeliefert werden mußte. Sein Zustand ist besorgniserregend. Auch die übrigen Beschäftigten erlitten erhebliche Verletzungen. Erst als die Feuerwehr anrückte und einen Sprühschlauch einsetzte, konnten die Pferde, hie inzwischen von Tausenden von Bienen überfallen und gestochen worden waren, aus ihrer schrecklichen Lage befreit werden. Die Tiere waren aber derart zugerichtet, daß sie einige Stunden später verendeten. Mehrere tausend Museumsstücke in Kairo abhanden gekommen. Dieser Tage ist im Nationalmuseum von Kairo eine Bestandsaufnahme vorgenommen worden, die zu einem überraschenden Ergebnis geführt hat. Man mußte feststellen, daß eine große Anzahl von Altertümern, darunter Statuetten und über 4000 Schmückstücke, fehlen. Diese Gegenstände sind im Laufe mehrerer Jahre abhanden gekommen. Es sind Untersuchungen angeordnet worden, die die Angelegenheit klären sollen. Schlußkurs 28 7. Damm 5% Deutsche Reichsanlethe v. 1927 4% Deutsche Reichsanl. von 1934 4*/2% Deutsche Reichsschatzanweisungen von 1935 . 4*/2% Deutsche Reichsschatzanweisungen von 1935, II. Folge ... 4y2% Deutsche Reichsichatzanwet- jungen von 1936, III. Folge .. 5>/2% Doung Anleihe von 1930 .. ,41/2% Heskische Volksstaat von 1929 414% Deutsche Retchspostschatz von 1934 I...................... 4Vi% Deutsche Reichsbahnschatz von 1936 I.................. Reichsanleihe-Altbesitz Oberhessen Provinz-Anleihe mit Auslos.-Rechten.............. 4yt% Hess. Landesbk. Darmstadl Goldpfe. R. 12.............. 514% Hejj. Landes-Hyp.-Banl Liqu. Goldpfe............... 4*/2% Preuß. LandeSpfdbr.-Anst. Goldpfe. R. 19.............. 414% Preuß. Gold-Kornrn. R. 20 414% Darmstädter Komm.-Lan- besbank R. 6................ Deutsche Komm.-Sammel-Anleihe Auslos.-Rechte I.............. 414% Franks. Hyp. Goldpfe. R. 15 414% Franks. Hyp. Gold-Komm. Obi. 2 3.................... 5y2% Franks. Hyp. Liquidation Goldpfe..................... SV2% Rheinische Hyp. Liquidation Goldpfe.....................I Steuergutschein-Verrechnungskurs Schluß! Mittag börse 29-7. Frankfurt a. M. Schluß- kurs Sckilußk. Abend, börse 28-7 29 7 230 230,5 231 153,25 153,75 153,25 159,5 159,5 159 166,5 168 167,25 131,5 132,5 132 168,5 169,5 — — 188,4 190,5 189 139,75 142,5 140,25 — — 120,65 152 152 151,75 266 265 — — —— 168,75 136,5 136,4 136,65 157,5 157,5 157,5 169,13 169,5 169 145 145 144,75 157 157,5 156,9 150,5 151 151 52,4 53,4 52 178,25 179,5 178,25 126,9 127 126,5 151 153,75 151,25 —— — 142 143,4 — 121 123 — 138 — 138,5 — — 162,25 131,25 132,75 132,25 95,5 96 — 126,13 126,25 126 — —— — 157 157,5 157,25 — — 113,5 — 232,75 — — — 157 157 157 135 135,25 135,4 148,75 150 149,65 — — 166 181 182 181,4 —— — 100,5 — — 227 210 — 209,75 123,5 123,65 123,4 60,5 60,75 60,75 121 122 —— 167 168,5 167 32,5 — 32,13 Kohlen von Fischer Gießen, Alicenstraße 42—44, Telefon 3172 und 3176