litioo Erstes Blatt 187. Jahrgang Zreitag, Ztt. April M7 Lrfchelm ick^llch. autzei Sonntags irtib Feiertag» Mlagcn; Die 3flu|triert» Gießener Familien blätter Heimat im Bild Die Scholl» Monatr'vezugsprets: Mit 4 BeUagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte , • 1.80 Zustellgebühr .. , -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Hernsprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Dradtnach» richten Anzeiger Siesten Postscheckkonto: Stanffurt am Main 11688 Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vruck und Verlag: vrühl'sche UniverfitStr-vuch- und Zteindruckerei «.Lange ln Siegen. Schriftleltung und SeschSfirftelle: Schulstrahe 1 Annahme oon Anzeigen für die Mitlagsnummer bis 8^/. Uhr des Vormittags Grundpreise für l mm höhe für Anzeigen oon 22 mm Breite 7 Rps., für Text- anzeigen von70mm Breite 50 Rpf..Platzvorschrift nach vorh Dereinbg.25"/^ mehr. Ermähigte Grundpreise: Stellen-, Ver5ins», gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf. Familienanzei- gen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche AnzeigenbRpf. Mengenabschlüffe Staffel B Cm einiges Volk im starken 3Reid). Kunst am Feierabend! Von Mario Heil de Brentani. Es hat seit der Gründung der Nationalsozialistischen Gemeinschaft „Kraft durch Freude" nicht an gelegentlichen Einwänden gegen die „organisierte Massenbegeisterung" gemangelt, die von „fachlich ungebildeten Mitarbeitern" betrieben werde. Wir haben ihre Meinung gehört und freuen uns, eine Gelegenheit zur Gegenrede gefunden zu haben: Der Leiter des Reichsamts Feierabend, der die künstlerische Arbeit in der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" betreut, Ludwig Klemme, gab mir Auskunft über Fragen. Was ich zur Antwort erhielt, fei sinngemäß ausgezeichnet: Als wir daran gingen, die NS.-Gemeinschast »Kraft durch Freude^ aufzubauen, waren wir uns darüber klar, daß unser Bau kein gültiges Vorbild hatte! Ansätze zu einer Freizeitgestaltung waren wohl bei den früheren Gewerkschaften festzustellen; doch konnte von einer planmäßigen Arbeit keine Rede sein; es fehlte vollends an der psychologischen Entwicklung dieser Arbeit; man versuchte hier und dort „Kulturbünde" aufzuziehen und versandete doch bald in spießigem Vereinsgetue. Wir haben diese Organisationen vorerst weiter verwaltet und uns bemüht, die geleistete Arbeit zu verwerten und auf neue Wege zu führen. Denn es war uns von Anfang an Herzenssache und sozialistische Aufgabe' zugleich, dem schaffenden Menschen in seiner Freizeit Erholung zu geben. Die sozial verbrämte Vereinsmeierei lreß sich aber — wie wir bald einsahen — nicht zu dem entwickeln, was uns oorschwebte; wir wollten ja nicht soziales Mitleid in kulturellem Gewände, sondern den ganzen und unteilbaren Sozialismus unserer Idee! So bauten wir von unten her das Werk ,Kraft durch Freude" in wenigen Monaten auf. Das Fundament war sogleich richtig versteift und vernietet, wie es schien; denn in kurzer Zeit wuchs auf ihm die größte Kulturorganisation der Welt empor! Bevor oon der Art und Weise die Rede sein soll, mit der es uns gelang, die Millionen schaffender Volksgenossen an dem kulturellen Leben der Nation teilhaben zu lassen, Hunderttausende zum ersten Male in ihrem Leben in ein Theater geführt und sie an die Werke der bildenden Kunst und an jene der großen Tonmeister herangebracht zu haben, soll von der Grundlage- unserer Arbeit, von der Idee, die ihr innewohnt, gesprochen werden: Die Grundlage war nicht die Summe der wissenschaftlichen Erkenntnisse über das Thema: „Kunst für das ganze Volk!" die man irgendwo einmal gesammelt und in Büchern niedergelegt haben mochte. Es band uns vielmehr der Wille, eine ganz bestimmte Gesellschaftsordnung zu schaffen, von der wir uns oon Anfang an klar waren, wie sie ihrem Wesen und ihrem Geiste nach einmal beschaffen sein sollte, von der wir aber nicht hätten sagen können, wie sie einmal aussehen würde. Unsere Freizeitorganisation mußte inneren Gehalt haben, das wußten wir, sie mußte den Mut haben, die Synthese der zivilisatorischen und der kulturellen Welt, die wir gefordert haben, zu verwirklichen, und wenn die Demonstration dieser Synthese für den Feierabend auch vorerst in nichts anderem bestand als in den großen Werkkonzerten, für die uns die besten Orchester gerade gut waren! Kultur ist für uns Nationalsozialisten — und das nehmen wir den leisen Kritikern in den ästhetischen Salons gegenüber allerdings für uns in Anspruch — kein nebelhafter Begriff überrassischer und übernationaler Prägung, der sich aus der Abgrenzung einer rein geistigen Welt oon der zivilisatorischen, technischen Welt ergibt; Kultur ist für uns vielmehr der Ausdruck der gesamten schöpferisch wirksamen Kräfte eines Volkes. Je größer und allgemeiner daher der Anteil der Volksgenossen an den Kulturgütern ist, um so höher ist sein Kulturstand. Das heißt aber, daß allein eine völkisch-sozialistische Ordnung die Grundlage zur kulturellen Gestaltung und Vollendung sein kann! Damit haben wir den Gegensatz zwischen Kultur und Zivilisation, die ein Philosoph als ideelle inti) materielle Welt gegenüberstellt, verneint; beide — materielle und kulturelle Welt — sind voneinander verschieden, gehören aber zusammen, können ohne einander nicht leben! Wenn wir den Volksgenossen bessere Lohnverhäll- nisse schaffen, wenn wir ihnen ihre Heimat zeigen, wenn wir ihre Arbeitsstätten verschönern, wenn wir sie körperlich stählen und gesunden lassen, wenn wir ihnen das Selbstbewußtsein zurückgeben, das jahrzehntelang verkümmerte, so schaffen wir gewiß Kultur. Aber alles dies ist nicht allein Kultur! Es geht darum, das Leben seines Volkes von innen her zu erhöhen, lebenswerter zu machen, so daß Grund und Boden für das Wachstum großer und edler Menschensehnsucht, für die Ideale des Herzens und des Geistes geschaffen sind. Es geht darum, das Leben des Geistes und der Seele zu fördern, das Lebensgefühl zu weiten und zu erhöhen. Welche unvergleichlich schöne Aufgabe fällt hier unserer Nationalsozialistischen Gemeinschaft Kraft durch Freude zu: Mittler zu sein zwischen Kunst und Volk! Denn die Anteilnahme am künstlerischen Schaffen der Nation ist notwendig, um dieses höhere Lebensgefühl zu erschaffen. Die guten Wünsche wären graue Theorie, wenn wir nicht den Freizeitgestalter erzogen hätten. Er ist nicht immer richtig eingesetzt worden; wir sind stark genug, um Selbstkritik zu vertragen; aber wir konnten ja in der ersten Zeit nur einen kleinen Stamm solcher Freizeitgestalter heranbilden; so mag der eine oder andere, der uns seine Kräfte lieh, ohne uns wirklich vorwärtshelfen zu können, gedacht haben, es gelte den Feierabend so zu gestalten, daß er möglichst unterhaltsam sei, während mancher andere das Pendel nach der entgegen^ aesetzten Seite ausschlagen ließ und seine akademischen Kenntnisse als Normalvoraussetzung der betreuten Volksgenossen ansah. Wie bei der politischen Arbeit entschied auch hier nicht die akademische Vorbildung oder Verbildung, sondern die Kraft des Aelteren zu bestehen hatten, als es galt, die geistigen Erscheinungen von Gestern abzustreifen, sie schafft das, was sie für richtig hält, in der totalen Schau und hat es nicht nötig, lange zu wägen. Die zweite Gruppe umfaßt die Jugend, die schon vor zehn oder fünfzehn Jahren die Zeit bewußt erlebte und sie auch nicht vergessen wird, da sie in der furchtbaren Arbeitslosigkeit an diese Zeit gekettet war; als sich der Umbruch vollzog, erlebte diese Jugend jede Phase, jede Wehe des neuen Lebens mit; die jungen Sturmsoldaten sind unter as werk steht auf... Von Hans Jürgen Nierencz. (Db wir aufFeldern werken mit den Spaten, (Db wir in Bunkern schuften und im Schacht, (Db als Matrosen oder als Soldaten Der Arbeit Feuer glühend wir entfacht. (Db wir tm Dunkeln stehen, ob tm Lichte: Mir stnd die Arbeit — Arbeit macht Geschichte! Herr sei ein jeder — und ein jeder Rnecht: So wächst der Zukunft schaffendes Geschlecht. (Db wir verrußt stnd und vom werk verwittert, (Db Hirne walten oder harte Hand, (Db unser Herz in den Maschinen zittert, (Db wir genannt stnd oder ungenannt, (Db wir tm Glück stnd oder tm Verdämmern: Der Arbeit pulsende Motoren hämmern! Der Morgen glüht, es strahlt der Horizont: So wächst der Arbeit festgefügte Front. Das Blut erwacht, das alle uns verbindet, Die Fahnen haben fliegend wir entflaggt, Und Feuer haben wir tm Land entzündet Und haben Hand in Hand uns festgepackt. (Db wir beglückt stnd oder schwer beladen: wir sind der Arbeit harte Nameraden, wir stnd das Volk, das aufbricht und besteht: So wächst der Arbeit Glaube und Gebet. Das werk steht auf und wächst zu feiner Sendung Aus Nacht und Not zu Leben und zu Licht. Das werk steht auf und wartet der Vollendung, Und die Vollendung ist uns harte pflicht. Die Arbeit klingt und ruft zu großen Taten: wir stnd der Arbeit gläubige Soldaten, wir stnd die Zukunft über Fluch und Fron: Denn wir stnd Deutschland — wir stnd die Nation. Aus dem Werkspiel „Symphonie der Arbeit" (Theaterverlag Langen Müller, Berlin). Einsatzes und das gesunde Gefühl für das Wertvolle. Was nützte es dem Wissenschaftler, der sich auf die Spur des Freizeitgestallers begab, fein Wissen, wenn er keine Kenntnis von der seelischen Struktur der Schaffenden besaß? Die Männer, die unsere Bewegung gründeten und vorwärtstrugen, waren keine Männer der Wissenschaft, und doch entwickelte sich aus ihrem Werk und dem gesunden Gefühl, das ihnen die Kraft des Einsatzes lieh, die Grundlage, auf der die Wissenschaft kraftvoller gedeihen wird als durch alles zum Selbstzweck gewordene Spezalistentum und durch die berühmte „Voraussetzungslosigkeit der Wissenschaft". Wir haben die Generationen, an die wir uns mit der Arbeit des Amtes Feierabend wenden, in drei Gruppen eingeteilt. Die erste Gruppe ist die Hitlerjugend. Sie hat von den dreien zweifellos das glücklichste Los; sie wächst in einer totalen Schau auf, frei vom Ballast vergangener Anschauungen und Problematik. Sie hat den Krieg überhaupt nicht mehr, die Nachkriegszeit nur zum geringeren Teil erlebt; die jüngsten Jahrgänge haben bereits zu den Jahren des Weimarer Systems keine Beziehung mehr. Was der nachfolgenden Gruppe einmal Tatsache war, ist den Jungen nur noch schlimme Vorstellung. Die kennt nicht die Kämpfe, die die ihr, die Gerhard Schumann „die gezeichneten" der Fahne und des Glaubens nennt. Die dritte Gruppe endlich ist die ältere Generation, deren entscheidende Jugendeindrücke in die Vorkriegszeit fallen und der wir wie den anderen Gruppen gleichfalls das Rechte bieten müssen. Wenn mancher voreilige Kr.tiker sich diese Dreiteilung vorstellen wollte, so würde er die Voraussetzungen ermessen, unter denen wir die Arbeit begannen. Das Geheimnis freilich, das uns die Kulturarbeit sogleich volkstümlich gestalten ließ, ist unsere Kenntnis der Seele des ganzen Volkes, die wir im politischen Kampfe gewannen. Wenn das Reichsamt Feierabend unter seinem neuen Leiter Ludwig Klemme jetzt die Erfahrungen von drei Jahren nationalsozialistischer Arbeit in der NS.-Gemeinschaft Kraft durch Freude für die Verwirklichung mancher großzügigen Pläne im Dienste einer glücklicheren Erfassung der schaffenden Volksgenossen auszuwerten beginnt, so ist es nicht notwendig, diese Pläne zu erörtern: die Programmhefte der NS.-Gemeinschaft Kraft durch Freude haben in diesen Jahren jedem, der zu lesen vermag, gezeigt, wihin der Weg geht. Die Devise heißt wie von Anfang an: Die Kunst dem ganzen Volke! Leistung durch Arbeit. Von Johannes Bühler. Unsere geographische Lage ist in mancher Beziehung nicht ungünstig, bietet aber doch nicht die Vorteile wie etwa die Lage Englands; viele Länder besitzen reichere Bodenschätze oder ertragreichere Felder als Deutschland; einzelne Völker haben vor uns eine gewisse Leichtigkeit der Auffassung und die Geschicklichkeit, aus wenig viel zu machen, voraus. Wenn Deutschland trotzdem zu den führenden Kulturländern der Erde zählt, so verdankt es dies in erster Linie der Arbeitsamkeit des deutschen Menschen. Eine Geschichte der deutschen Erfolge ist deshalb int Grunde eine Geschichte der deutschen Arbeit. Um ihre Gesamtleistung in ihrer Größe zu erfassen, darf man allerdings nicht Kopf- und Handarbeit, als wären sie Gegensätze, auseinanderreißen. Als sich Karl des Großen Reich in einzelne Teile auflöste, drängten Wirtschaft, Verkehrsverhältnifse und allgemeiner Bildungsstand auf eine Einengung des politischen und kulturellen Lebens in kleine Bezirke hin: auf eine Partikularisierung des Staatsund Gefellfchaftsaufbaues. Das bedeutete aber nicht nur eine Verkümmerung auf fast jedem Gebiete, sondern auch den Kampf aller gegen alle. Da schufen die Deutschen ihr gewaltiges Reich, das Erste Reichder Deutschen. So wurden sie für Jahrhunderte das Herrenoolk des Abendlandes und ermöglichten den weiteren Ausbau der europäischen Kultur. Gewöhnlich faßt man dies nur als ein Ergebnis kriegerischer Taten auf. Ohne sie wären die Errichtung und die Behauptung der Weltgeltung des Reiches allerdings nicht möglich gewesen; aber gerade weil diese politische Leistung gewissermaßen gegen die natürlichen Bedingungen der Zeit erzielt wurde, erforderte sie auch im Frieden eine ungeheure Kräfteanspannung der Herrscher, die ohne festen Wohnsitz Sommer wie Winter als oberste Richter und Verwalter durch die deutschen Gaue zogen, und des ganzen Volkes. Wir sind nur zu sehr geneigt, das Ergebnis der unerhörten Arbeit der deutschen Kaiser und ihrer Getreuen für Deutschland und ganz Europa zu unterschätzen, weil schließlich doch der Partikularismus mit seinen vielen schädlichen Folgen die Oberhand gewann. Aber das ist nun einmal das Schicksal solcher Reiche. Vierzehnhundert Jahre hat Italien nach dem Untergang der römischen Herrschaft zu seiner Einigung gebraucht und doch hat es die römische Idee nie verleugnet und oon ihr nach ihrer Umwandlung vom Universalismus zum Nationalismus wie früher stärkste politische und geistige Antriebe empfangen. Italien beruft sich dabei hauptsächlich auf die zivilisatorische Leistung des römischen Weltreiches. Die des Ersten Reiches der Deutschen aber steht hinter der römischen Leistung nicht zurück. In härtester Arbeit, die, gestützt auf die vorausgegan- gene politische, vollbracht wurde, hatte erst der deutsche Bauer durch binnendeutsche Siedlungen in Wald- und Oedland die Voraussetzung zu einer Vermehrung der deutschen Volkszahl auf das dreifache innerhalb einiger Jahrhunderte geschaffen und dann gewannen alle Stämme und Stände gemeinsam den slawischen Osten der europäischen Kultur. Die, als Ganzes genommen, wohl reichste deutsche Kunstepoche, die des späteren Mittelalters, ist die Frucht des Handwerks, emsigsten, entsagungsvollen Fleißes. Wie im Mittelalter die Last und die Ehre der politischen Vormachtstellung auf beit Schultern des deutschen Volkes ruhte, so leitete es unter Luther, einem Riesen an Arbeitskraft und Arbeitslust, das Zeitalter der Reformation mit feinen weitreichenden Folgen für das gesamtabendländische Kulturleben ein. Schon mochte es am Ende dieser Epoche mit ihren schweren religiösen Kämpfen und furchtbaren kriegerischen Verwicklungen scheinen, nun sei endlich die Kraft des deutschen Volkes erschöpft, da baute es in entsagungsvoller Kleinarbeit das Zerstörte wieder auf, brachte die materiellen Mittel und den seelischen Schwung für die glänzende Kunst des Barock auf und riß auf Gebieten die Führung an sich, die bis dahin als unbestrittene Domänen anderer Nationen galten. Bach und Händel brachen die Vorherrschaft der Italiener in der Musik; die großen Dichter, Goethe und Schiller an der Spitze, und die Philosophen Kant, Fichte, Hegel, Schelling erwarben den Deutschen den Ruf als Volk der Dichter und Denker und ließen fast vergessen, daß durch Jahrhunderte Italien und Frankreich um diesen Ruhmestitel miteinander gerungen hatten. Trotz aller Verschiedenheit des Wirkungsfeldes und der Art der Begabung, Giganten der Arbeit waren diese Männer alle. Inzwischen bereitete die preußische Pflichterfüllung einen neuen politischen Aufstieg vor, und als endlich Bismarck und Moltke unter Kaiser Wilhelm I. das Werk des Soldatenkönigs Friedrich Wilhelm, des großen Friedrich und der Helden der Freiheitskriege krönten, wurde der Weg frei zu der großen industriellen Leistung Deutschlands. Ab und zu, gleichsam um zu zeigen, daß es auch dies vermag, bringt Deutschland einen Großen hervor, dem wie dem jüngeren Holbein ober Mozart bie Mühsal unenblichen Ringens erspart bleibt. Im allgemeinen aber gilt für ben Deutschen fast mehr als für {eben anberen, baß bie Götter vor ben Erfolg ben Schweiß gesetzt haben. Irgendwie gewußt haben wir das ja schon immer; unseren Tagen aber und der Staatsführung des Dritten Reiches blieb es Vorbehalten, dem Bewußtsein der Nation als eine der für ihr Leben grundlegenden und zukunftweifenden Wahrheiten einzuhämmern: die deutsche Arbeit ist Deutschlands Größe. Freut Euch des Lebens! - Deutschland ist schöner geworden! Ein Ausruf des Leiters der Deutschen Arbeitsfront zum 1. Mai. Männer und Jeanen der Arbeit, wir wollen es laut bekennen: Die Freude hat wieder Einzug in Deutschland gehalten und wir sind wieder erfüllt von Kraft und Gesundheit! Der Führer fprach: „Gebt mir vier Jahre Zeit!" Soll ich Euch Männer und Frauen der schaffenden Faust und der Stirn aufzählen, was der Führer alles getan und ob er fein Wort eingelöst hat? Adolf Hitler hat aus dem korrupten, verkommenen und völlig ohnmächtigen Deutschland der Systemzeit einen starken, sauberen und in der ganzen Welt geachteten Staat aufgebaut, den eine starke Wehrmacht schützt und den ein neues, umgewandel- tes gläubiges Volk trägt Deutschland ist schöner geworden. Weshalb sagen die Heuchler und Pharisäer nicht die Wahrheit? Weshalb künden und predigen sie nicht dem Volke immer wieder von dem Wunder der Wiedergeburt unseres Volkes durch die nationalsozialistische Idee? Warum leugnen die Ewiggestrigen und Engstirnigen den sichtbaren Segen Gottes, der auf dem Führer und seinem Werke liegt? Warum jubilieren sie nicht in inbrünstigen Dankgebeten zum Himmel? Deutschland ist schöner geworden. Nur die Dunkelmänner brauchen die Lüge vom Jammertal dieser Erde, von der niederträchtigen Elendslehre der irdischen Zeit. Nur sie verneinen das Leben, um ihre politische Macht über die gebrochenen Völker aufzurichten. Sie sind d i e Wegbereiter des Bolschewismus, eines Bolschewismus, der zu allen Zeiten die rote Fahne auf den Leichenfeldern der Völker aufrichtete. Jawohl, ihr habt recht! Der Jude ist auserwählt, die Völker der Erde zu morden und zu vernichten. In Spanien liegt ein stolzes Volk im Todeskampf, weil es der Jude so will. In Rußland wird ein 170-Millionen-Volk von den jüdischen Vampyren auf teuflische Art ausgesogen. Die schweizerische Metallarbeiterzeitung in Bern schreibt am 29. Februar 1936: „Schweizer Metallarbeiter verurteilen restlos die Stachanow-Bewe- gung. Man bleibe uns mit dem Versuch vom halse, die Akkordschinderei als Sozialismus zu camouf- lieren." Die Stachayow-Bewegung ist nie und nimmermehr als ein sozialer, geschweige denn sozialistischer Fortschritt zu werten. Und die Christliche Gewerkschaftsinternationale in Utrecht schreibt im Mai 1935: „Leibeigenschaft und Sklaverei. — Zwangsarbeitslage in trübster Art. hohe Sterblichkeit in diesen Millionenlagern. Stets Nachschub — kostenlose Arbeit bis zur äußersten Grenze menschlicher Kraft, dann sicherer Tod, — auch eine Art der Bekämpfung der Arbeitslosigkeit." „De Fabrieksardeider" Amsterdam sagt am 21. November 1936 von dem Sowjetparadies: Lebenshaltungspreise: Fleisch 3 bis 4,75 Mk per Kilo. „Billige Kleider" 150 bis 300 Mark per Stück. Lederschuhe 125 Mark das Paar. Alles aber, soweit überhaupt erhältlich. Wenn ein Arbeiter für einen „billigen" Jakettanzug sparen will, kann er für einen Monatslohn ein Viertel bis ein Drittel vom neuen Anzug kaufen." Und Herr Genosse C i t r i n ePräsident des englischen Gewerkschaftsbundes und Führer des linken Flügels der englischen Arbeiterpartei, kehrte aus Sowjetrußland mit folgendem vernichtendem Urteil zurück: „Daß Arbeiter in „Wohnungen" Hausen, die man nicht einmal mit den englischen Elendsvierteln vergleichen dürfe. Primitive Bretterbuden, meist aus einem Raum bestehend, in dem sich das Familienleben von fünf bis sechs Personen abspielt, oder armselige, schmutzstarrende Hütten, Staub, Hungerlöhne". Das Zentralorgan des Internationalen Gewerkschaftsbundes in Paris schreibt über „Errungenschaften" des Marxismus in Frankreich am 5. Januar 1937: „Arbeitszeitverkürzung", Volksfrontregierung beschließt 40-Stunden-Woche. In einigen Industrien bereits eingeführt." Zu welchen Rück- roirTungen diese überstürzte Arbeitszeitpolitik — obgleich erst teilweise durchgeführt — auf das gesamte Wirtschaftsleben bereits geführt hat, wird als bekannt vorausgesetzt. Was ist der verheerende E r - folg? Wir Deutschen kennen die schrecklichen Auswirkungen einer verantwortungslosen Inflations- Politik schon aus den Jahren 1919 bis 1923. Schw erste Rückwirkungen für d i e Volkswirtschaft. Die Exportfähigkeit wird herabgedrückt, Folge: Arbeitslosigkeit Kleine und mittlere Betriebe können nicht mehr bei den neuen Lasten, also ebenfalls drohende Schließung der Betriebe. So schreibt denn „La voix du Peuple" (Stimme des Volkes) Paris, in der Nummer 188 vom Juni 1936 folgendes niederschmetternde Urteil: „Die Gewerkschaften. Jouhaux, der Allgewaltige des französischen Landesverbandes, der auch neuerdings als zu den 200 „Proletariern" Frankreichs gehörend bezeichnet wird, weiß (bei Auslösung des Streiks) nicht, in welchen Verhältnissen die Arbeiter leben und ist über die niedrigen Löhne überrascht. Auf einer Ausschußsitzung des französischen Gewerkschaftsbundes: ,Die gegenwärtige Bewegung (diese erst! Der Uebersetzer) hat, dessen bin ich sicher, jedem Einzelnen von uns Zustände offenbart, die wir nicht vermutet hätten'... »Erst im Laufe dieser Streikbewegung haben wir uns über die in gewissen Berufen existierenden jämmerlichen Lohnbedingungen unterrichten können.' So find die Segnungen des Marxismus und der vielgepriesenen Demokratie allüberall." Blicken wir nach der Tschechoslowakei: Auf Grund von Daten der Zentral-Sozialversicherungs- anstalt, die die Lohnverhältnisse in diesem Jahr (1936) illustrierten, können von 2 708 818 Versicherten 67 v. h. (1 479 238) sich nicht einmal das Aller- notwendigste zur Bestreitung des Lebensunterhaltes leisten. Oder folgendes: Am 21. April 1936 wurde eine Abordnung des Deutschen Gewerkschaftsbundes der Tschechoslowakei beim Präsidenten Benesch vorstellig. Aus der Ansprache des Vorsitzenden R ö - scher: „... die besondere große Notlage, verbunden mit der Massenarbeitslosigkeit in den deutschen Gebieten, stellt in der gegenwärtigen Zeit ungeahnte Anforderungen. Er bittet den Präsidenten alles zu tun, was zur Linderung der entsetzlichen Notlage durch den Staat geschehen kann." Aus „Gewerkschaftliche Rundschau", Reichenberg, Nr. 9, vom 2 Mai 1936, Seite 65/66. — In Holland: „De Fabrieksardeider", Amsterdam, vom 10. Oktober 1936, schreibt über den Wahnsinn des Streiks folgendes vernichtende Urteil: „In Holland Eanöen im Jahre 1935 152 Streiks statt, davon betroffen 588 Unternehmungen und 12 290 Arbeiter, verlorene Arbeitstage 248500 = 1 988000 Arbeitsstunden. Gewonnen von den Arbeitern 48, dabei waren beteiligt 23 v. h. der Arbeiter, verloren 16 Streiks, aber beteiligt 40 v. h. der Arbeiter. Durch Kompromiß beendet 37 Streiks mit 37 v. h. der Arbeiter." Dazu schreibt das Blatt: „Aus diesen Verhältnissen ist ersichtlich, daß äußerste Vorsicht beim Eingehen auf einen Streik stets geboten ist. Es sollte jeder von uns diese nüchternen Ziffern mit größtem Ernst studieren!" Angesichts dieses Tatbestandes wagen es die R o f f a i n t und Genossen, das aufblühende, erstarkende und gesundende Deutschland Adolf Hitlers zu beleidigen und zu schmähen und mit frommem Augenauffchlag in ihren Elaboraten den Nationalsozialismus mit dem Bolschewismus auf eine Stufe zu stellen! Arbeiter! Stelle dich vor dein Deutschland, und Unternehmer schließe deinen wieder wirtschaftlich gesund gewordenen Betrieb vor den zersetzenden und zerstörenden Gesellen. A r - beit und Freude gehören im neuen Deutschland untrennbar zusammen. Wir wollen am 1. Mai, am Tage der gesunden Lebensfreude und Lebensbejahung freudig bekennen: Deutschland ist schöner geworden! Freut euch des Lebens! Das danken wir Deutschen allein Adolf Hitler, unserem Führer. Gez.: Dr. Ley. Die Siegerverkündung im Aeichsberufewettkampf München, 29. April. (DNB.) Der Reichsentscheid im vierten Reichsberufswettkampf ist zu Ende. 3269 deutsche Jungen und Mädel haben sich zum Wettkampf in der Hauptstadt der Bewegung getroffen. Die 50 Besten fahren nach Berlin, um am 1. Mai dem Führer die Hand zu drücken. Auf der Abschlußkundgebung in München betonte der Jugendführer des Deutschen Reiches, dieser Tag gehört zu den schönsten im Leben unseres Volkes. Denn er ist nicht nur zum Symbol des deutschen Adels geworden, den der Führer den Adel der Arbeit genannt hat; er ist auch zugleich der Ausdruck jenes großen Bundes und jener inneren Verbundenheit zwischen der deutschen Arbeiterschaft und der deutschen Jugend, die ein so wunderbares Erlebnis unserer Zeit geworden ist. Die Deutsche Arbeitsfront und die Hitler-Jugend haben sich in zwei großen Werken zu gemeinsamer Arbeit zusammengefunden. Das eine dieser Werke ist die Einrichtung, die der Führer zu Beginn dieses Jahres geschaffen hat, die Adolf- Hitler-Schule, das andere der Reichsberufswettkampf. Im Auftrage von Reichsorganifationsleiter Dr. Ley gab Baldur von Schirach dann die R e i d) s f i e g e r und Reichssiegerinnen im vierten Reichsberufswettkampf bekannt. Von 1,8 Millionen Jugendlichen, die sich zum diesjährigen Reichsberufs- roettfampi gemeldet und an den Ortskämpfen teil- genommen haben und von 3269 zum Reichsentscheid in München angetretenen Jungarbeitern und Jungarbeiterinnen sind 2 9 2 als Reichssie - g e r erklärt worben. Atemlose Stille herrschte nun, als der Reichsjugendführer zur Verkündung der einzelnen Reichssieger und Reichssiegerinnen schritt und die Namen der einzelnen Sieger unter dem tosenden Beifall sämtlicher Wettkampfteilnehmer aufrief. Aus der Hand des Reichsjugendführers empfingen die Besten die Urkunden und das Siegerzeichen als Reichssieger im vierten Reichsberufswettkampf. Zum Schluß her Siegerverkündung gab der Reichsjugendführer die Namen der 50 Reich s- s i e g e r bekannt, die auf Grund ganz besonderer Leistung als Vertreter ihres Berufes am 1. M a i vom Führer persönlich empfangen werden. Reichsorganisationsleiter Dr. Ley beglückwünschte die Sieger. Im Deutschland von heute sei es wirklich wahr geworden, daß jeder fähige Mensch zu den höchsten Aemtern und Würden auf Grund seiner Leistungen gelangen könne. Das ist wahrer Sozialismus, wie man den jungen Menschen kraft seiner Leistung und Fähigkeit den Weg frei macht, wie es Adolf Hitler getan hat. Seine ganze Freude, die er an diesem Abend in sich trage und seinen Dank, auch mithelfen zu können an dem Werk des Führers, möchte er zusammenfassen in einen einzigen Ruf des Dankes an den Führer. Vieltausendstimmig schallten das begeisterte Sieg-Heil auf Adolf Hitler und der Gesang der Nationalhymnen durch das weite Rund als Bekenntnis zur Leistung und Treue gegenüber dem Führer und Deutschland. Unter den 31 Jungen und 19 Mädel, die sich von allen Teilnehmern an dem vierten Reichsberufswettkampf als die Besten unter den Besten erwiesen und denen die hohe Ehre zuteil wird, am 1. Mai dem Führer vorgestellt zu werben, befindet sich als Reichssieger der Wettkampfgruppe „Holz" auch ein Jungarbeiter aus unferm Gau, der Elfenbeinschnitzer Helmut Lortz aus Darmstadt. Neue Ausgaben der NSV. (Großzügige Fürsorge von Mutter und Kind siebt im Vordergrund. Berlin, 29. April. (DNB.) Ziel nationalsozialistischer Wohlfahrts- und Gesundheitspflege ist es, vorsorgend zu wirken und mit der Fürsorge an den Quellen des Lebens — bei Mutter und Kind 1— zu beginnen. lieber diese Sommerarbeit der NSD. machte Hauptamtsleiter Hilgen f eldt u. a. folgende Mitteilungen: Eine unserer Hauptaufgaben wird der Aufbau des Ernährungshilfswerkes bilden. Alle bisher von der Nahrungsmittelindustrie nicht verwerteten Küchenabfälle sollen der Wiederverwendung für die Schweinemast zugeführt werden, hierzu sollen alle deutschen haushalte beitragen. Es werde leicht fallen, hierdurch über eine Million Schweine auf ein Dreizentnergewicht zu mästen, was einem Wert von 150 Millionen RM. entspricht. Das bedeutet eine Futtermittelersparnis die der Kartoffelanbaufläche Badens und der Gerstenanbaufläche Westfalens, d. h. 70 000 Hektar deutschen Bodens, entspricht. Die NSV. werde um alle Städte einen Ring von Schweinemästereien errichten, in denen je 600 bis 800 Schweine untergebracht werden. Durch eine solche Aufteilung würde sichergestellt werden, daß sich Seuchen niemals auf einen größeren Schweinebestand ausdehnen könnten. Der gesamte Gewinn aus dieser Einrichtung wird der Fürsorge für Mutter und Kind zugute kommen. Stärkere Betreuung von Mutter und Kind. Die NSV. werde 7000 Erntekindergär- t e n errichten. In Tausenden von Dörfern werden so Mütter und Mägde für die Erntearbeit freigemacht, die sonst zur Betreuung der Kinder auf den Höfen Zurückbleiben müßten. In den Erntekindergärten untergebra d)te Kinder erhalten eine ihrem Alter und Zustand angepaßte Ernährung, womit die auch auf dem Lande infolge falscher Ernährung auftretenden Mangelkrankheiten wirksam bekämpft werden und damit der Aufbau des Köders in den ersten entscheidenden Jahren des Lebens vor gesundheitlichen Schäden bewahrt wird. Die NSD. werde sich auch der Kleinkinderfürsorge und der Verschickung von Kindern zuwenden.' Die Zahl der Kinderheime werde vergrößert werden. Die NSV. werde sich vor allem der Betreuung der vorschulpflichtigen Kinder annehmen. Zum ersten Male wird die NSV. in diesem Jahre mit der Sanierung eines deutschen Lebensraumes beginnen. In der Bayerischen Ostmark werden zwölf Gesundheitshäuser, über 70 Schwesternstationen und ein Krankenhaus eingerichtet werden. Die Ge- undheitshäuser werden alles enthalten, was für )ie ärzliche Betreuung und die Mütterschulung er- orderlich ist. Die Säuglingssterblichkeit war in der Bayerischen Ostmark bisher unverhältnismäßig hoch, in drei Ortschaften erreichte sie sogar 40 v. h. Es könnten in diesem Gebiet 8000 Kinder am Leben erhalten werden, die sonst mangels richtiger ärztlicher Betreuung und Müttererziehung sterben müßten. Für die bisherige Arbeit der NSV. könne keine überzeugendere Rechenschaft abgelegt werden, als daß es mit ihrer Arbeit gelungen fei, die Säuglingssterblichkeit um 118 000 Kinder zu mindern. Gegen dummes Geschwätz! Hauptamtsleiter hilgenfeldt wandte sich dann mit Nachdruck gegen die Summen Behauptungen, daß Gelder des Winterhilfswerkes für Rüstungs- zwecke verwandt werden. Eine klare Rechnungslegung ergebe den Unsinn dieses Geredes. Das Winterhilfswerk habe das überwältigende Ergebnis von 400 Millionen Mark gezeitigt. Davon seien 3,5 Millionen haushalte mit etwa 11 Millionen Menschen im ReichsSurchschnitt mit 110 bis 120 Mark unterstützt worden, was schon 360 Millionen Mark eraebe lDiese Zahlen sind Durchschnittszahlen. Es gibt haushalte, die mit 500 bis 600 Mark, und solche, die mit weniger als 110 Mark, also je der Notlage entsprechend unterstützt wurden.) Wenn man bedenkt, daß mit dem Restbetrag des Winterhilfswerkes die Aufgaben der freien Wo hl fahr tspflege finanziert wurden, io muffe man fragen, wo denn die Summen für Rüstungszwecke heraenommen werden sollten. Die durch das Winterhilfswerk zur Verfügung gestellten Lebensrnittel, so. u. a. Fische, Fleisch, Zucker u. a. m. wurden zum Teil verdoppelt. Die Kohlenversorgung durch das WHW. wurde auf besondere Anweisung des Führers ebenfalls erhöht. Der Führer auf der Ordensburg Vogelsang. Oie Eifelbevölkerung jubelt dem Führer zu. Burg Vogelsang, 29. April. (DNB.) Die Tagung der Kreisleiter der NSDAP, auf der Ordensburg Vogelsang erreichte am Donnerstag mit der Anwesenheit des Führers ihren Höhepunkt. Bei der Fahrt von Godesberg durch das Rheinland und durch die Eifel wurden dem Führer von der Bevölkerung begeisterte Kundgebungen bereitet. Alle Bahnhöfe hatten Flaggenschmuck angelegt und Zehntausende umsäumten die Bahnstrecke, um den Führer zu grüßen. Kein Ort, kein Haus an der ganzen Strecke ohne Fahne oder Grünschmuck, auf den Bahnsteigen standen Schulkinder, Arbeiter, Angehörige aller Gliederungen der Bewegung bunt durcheinander, so wie sie im letzten Augenblick auf die Straße geeilt waren. Musik und Spielmannszüge der Gliederungen empfingen den langsam durch die Eifel fahrenden Zug des Führers mit klingendem Spiel. Von überall grüßten Svruch- bänöer, in denen die Freude über feinen Besuch zum Ausdruck kam. In der kleinen Eifelstadt Gemünd schritt der Führer die Formationen ab, und dann begann die einzigartige Fahrt des Führers durch das kilometerlange Spalier der Bevölkerung, die fast die ganze Strecke von Gemünd bis zur Ordensburg Vogelfang umsäumte. Es war eine Fahrt durch ein Spalier der Begeisterung und der Treue d'er Männer und Frauen vom Grenzland Eifel. In ihren Heilrufen und in ihrer jubelnden Begeisterung kam die Dankbarkeit dafür zum Ausdruck, was der Nationalsozialismus gerade in diesem früher von der Not so bedrängten Land an der Grenze geschaffen hat. Auf dem letzten Teil des Weges standen Sie Arbeitsdienst männer zu beiden Seiten des Weges, ein schönes Symbol dafür, daß das Eifelland ein Land der Arbeit ist. Auf der Ordensburg Vogelsang schritt der Führer die Front der in einem offenen Viereck angetretenen Führeranwärter ab. In seiner zweistündigen Rede vor den Kreisleitern zeigte der Führer die Wesensgrundlagen und Prinzipien des nationalsozialistischen Führerstaates und umriß die Aufgaben, die dem Führerkorps der Partei in diesem Staate gestellt sind. In diesen an die Kreisleiter persönlich gerichteten Worten und in dem begeisterten Widerhall, Sen sie fanden, kam die enge, unlösliche Verbundenheit der Männer der Partei mit ihrem Führer zum besonderen Ausdruck. Die Stunden mit dem Führer am Schluß der Tagung wurden für die Kreisleiter zu einem unvergeßlichen Erlebnis, das ihnen neue Kraft gibt für die Arbeit im Dienste der Partei und damit des deutschen Volkes. Auch auf seiner Rückfahrt von der Burg Vogelsang nach Gemünd wurde der Führer von der Bevölkerung, die die ganze Zeit auf der Fahrstraße ausgeharrt hatte, mit stürmischem Jubel und begeisterten Heilrufen begrüßt. Schöne Arbeitsstätten für den deutschen Schaffenden! Ein Preisausschreiben des Amtes „Schönheit der Arbeit" Berlin, 29. April (DNB.) Eine der wesentlichsten Forderungen des deutschen Sozialismus ist die Bereitstellung von schönen Arbeitsstätten für den deutschen Schaffenden. Um diesen Gedanken weiter vorwärts zu treiben, veranstaltet das Am t „Schönheit der A r - beit" zum 1. Mai 1937 ein Preisausfchrei- b e n, an dem sich jedes Mitglied der Deutschen Arbeitsfront beteiligen kann. In dem Preisausschreiben, werden die deutschen Schaffenden aufgefordert, in Form eines Berichtes oder einer Erzählung als Brief oder Gedicht, möglichst unter Hinzufügung von Photos, zu erzählen, was für Verbes- s e r u n g e n auf dem Gebiete der „Schönheit der Arbeit" von der Führung ihres Betriebes bereits durchgeführt wurden. Ferner sollen sie Vorschläge unterbreiten, mit denen man Mängel beseitigen oder Neuerungen einfuhren kann. Die Einsendungen sind spätestens am 15. Mai 1937 an das Reichsamt „Schönheit der Arbeit", Abteilung IV, Berlin SO 42, Prinzeffinen- straße 3 bis 6 zu richten. Die Bekanntgabe der Preisverteilung ist für den 1. Juli 1937 festgesetzt. Den Teilnehmern winken 200 wertvolle Preise, darunter als erste sechs Preise ein Arbeitszimmer (Mo- dell „Schönheit der Arbeit"), eine Wohnküche (Mo- gell „Schönheit der Arbeit"), drei KdF.-Norwegen- fahrten und eine achttägige Segelfahrt. Empfang der italienischen Journalisten durch Aeichsminister Or. Goebbels. Berlin, 29. April. (DNB.) Die Vertreter ita- lienischer Zeitungen, die seit etwa einer Woche auf einer Reise durch Deutschland begriffen sind, folgten einer Einladung der Reichsregierung zu einem Begrüßungsabend im Hotel Kaiserhof. Im Namen des Führers und der Deutschen Reichsregierung begrüßte Reichsminister Dr. Goebbels die italienischen Gäste in der Reichs- Hauptstadt. Dieser Besuch sei ein neuer Ausdruck der schon fast traditionell gewordenen Freundschaft zwischen Italien und Deutschland. Er wolle dem deut- schen und dem italienischen Volk und darüber hinaus der ganzen Welt zeigen, daß die Achse Berlin—Rom eine beständige und feste sei. Wenn unsere Völker von dieser alle Nationen bedrohenden Gefahr bewahrt geblieben sind, so verdankt das italienische Volk dies dem Duce, bas deutsche Volk seinem Führer Adolf Hitler. Dr. Goebbels schloß seine Ansprache mit dem Hinweis, daß gerade die Journalisten in dieser weltgeschichtlichen Auseinandersetzung mit dem Bolschewismus eine erhabene Aufgabe zu erfüllen haben. Darauf krachte der Minister ein heil auf den König von Italien und Kaiser von Aethiopien sowie auf den italienischen Regierungschef Mussolini aus. Im Namen der italienischen Journalisten dankte der Generaldirektor im italienischen Preste- und Propagandaministerium, Comm. C a f i n i, für die Begrüßungsworte des Reichsministers Dr. Goebbels. Er gab den Gefühlen der italienischen Gäste Ausdruck, als er von den erhebenden Eindrücken ihrer Deutschlandreise berichtete. Darauf brachte der italienische Botschafter Exzellenz Atto- l i c o ein hoch auf den Führer aus. Oozentenakadeniie der Universität Heidelberg. LPD. Heidelberg, 29. April. Mit dem Amtsantritt des Rektors Professor K r i e ck wurde die Arbeitsgemeinschaft über Fragen der hochschul- und Wissenschaftsreform ausgestaltet zu der Heidelberger Dozentenakademie, die in Kriecks Neubauplan den Mittelpunkt der wissenschaftlichen und weltanschaulichen Führung an der deutschen Hochschule darstellt. Die Arbeit der Dozentenakademie wird jeden Mittwoch mit einem Vortrag eröffnet, der wechselnd von einheimischen Dozenten und auswärtigen Gästen vor dem gesamten Lehrkörper und den Mitgliedern der Studentenführung gehalten wird. Die Vorträge behandeln grundsätzliche Fragen der Erneuerung des Verhältnisses zwischen Wissenschaft, Hochschule und Volk. An die Vorträge der einheimischen Redner schließt sich jeweils die zentrale Arbeitsgemeinschaft an, die aus etwa 40 Teilnehmern, vor allem des wissenschaftlichen Nachwuchses, besteht und von der aus Verbindungen zu allen andern Arbeitsgemeinschaften führen. Sie stellt die eigentliche Arbeitsform der Dozentenakademie dar, in die sämtliche Fächer mit ihren weltanschaulichen Grundfragen einmünden und an der auch eine führende Schicht der Studentenschaft beteiligt ist. In der zweiten Reihe der Mittwochsveranstaltungen treten die Facharbeitsgemeinschaf- t e n zusammen Teilnehmer sind Professoren, Jungdozenten und Assistenten. Sie sind mit der zentralen Arbeitsgemeinschaft eng verbunden, so daß die Einheit der Arbeitsrichtung gegeben ist. Ziel der Dozentenakademie ist die fortschreitende Durchdringung der Universität mit dem Geiste neuer Verantwortung vor Volk und Staat. Zugleich soll die Akademie den wissenschaftlichen Dozentennachwuchs frühzeitig erfassen und zu gemeinschaftlichem Denken in gemeinsamer Verpflichtung erziehen. Meine nolitiscke 7tacbrick>ten Ministerpräsident Generaloberst Göring erhielt während seines zweitägigen Aufenthaltes in Rom vom König von Italien und Kaiser von Aethiopien einen künstlerisch präparierten Hirsch und Damhirsch als Erinnerungsgeschenk an die seinerzeit in Castel Porziano abgeyaltene Jagd. ♦ Ministerpräsident Generaloberst G ö rin g hat Se. Kgl. Hoheit den Herzog Amadeo von Aosta in Würdigung seiner hohen Verdienste um das Jagdwesen zum Ehrenmitglied desReichs- bundes Deutsche Jägerschaft ernannt. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigen- leiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. III 37: 10 496. Druck und Verlag: Brühl'sche Unioersitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf mehr Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vom 1. April 1937 gültig. „Deutschland ist schöner, größer und OMcher geworden." Reichsmmister Dr. Goebbels spricht zur Eröffnung der großen Ausstellung „Gebt mir vier Jahre Zeit" durch den Führer. sien Graf Finck von Fincken st ein, Führer der Gruppe Westmark G r ä n tz. Zu Brigadeführern: Die Oberführer Berchtold, Dechan (Franken), Liebel (Fran- kan), Lucken (Kurpfalz), von Haldenzwang (Kurpfalz), Diehl (Kurpfalz), Lehmann (Mitte), Keller (Pommern), Ministerpräsident Köhler (Südwest), R i l l i n g (Thüringen); H e i t m ü l l e r. Berlin, 30. April. (DNB.) In der Reichshauptstadt fand heute in Anwesenheit des Führers und Reichskanzlers sowie zahlreicher Ehrengäste die feierliche Eröffnung der großen deutschen Reichsausstellung „Gebt mir vier Jahre Zeit!" statt. Zu Beginn ergriff Reichsminister Dr. G o e b - belb das Wort zu einer Ansprache über den völkischen Sinn und die nationalpolitische Bedeutung der gigantischen Schau. Der Minister wies u. a. darauf hin, daß der Führer wenige Tage nach Uebernahme der Verantwortung vor das deutsche Volk hingetreten fei, um in einem großen und umfassenden Generalplan das beabsichtigte Aufbauwerk darzulegen. Adolf Hitler habe damals mit Nachdruck erklärt, daß es nicht darauf ankäme, theoretische Programme zu erörtern, die für die nächste Zeit populäre und billige Gegenwartsforderungen enthielten, sondern daß' es Aufgabe der Regierung und Pflicht des Volkes fei, z u arbeiten und diese Arbeit mit neuem Selbstbewußtsein und Vertrauen auf die eigene Kraft von Grund auf zu erfüllen. Der Minister erinnerte daran, daß böswillige Auslandszeitungen damals behaupteten, der Nationalsozialismus fordere vier Jahre Zeit, weil er sich noch vollkommen im unklaren darüber sei, was eigentlich getan werden müsse. Das deutsche Volk werde wie bei allen vorangegangenen Regierungen in kurzer Zeit solche Versprechungen vergessen und dann bald wieder der graue Alltag des politischen Einerlei beginnen. Indes begann der Führer mit dem Aufbau. Deutschland stand damals in seiner vielleicht schwersten Krise der Nachkriegszeit. Wenn dieser letzte Versuch mißlang, dann war alles verloren. Das Vaterland war in Gefahr, und es mußte einer sich an die Spitze stellen und das nationale Kommando übernehmen. In einigen monumentalen Plänen gaben Sie, mein Führer, dem Aufbau Richtung und Ziel. Und nun wurde das Wunder Wirklichkeit; in ein paar Wochen schon erzitterte die ganze Nation vom Rhythmus einer neuen Arbeit. Die Maschinen setzten wieder an, die Turbinen heulten, die Motore donnerten und die Schlote rauchten. Vor den Arbeitsämtern verschwanden die Menschen, sie stauten sich wieder vor den Fabriktoren, die sich weit öffneten, um Millionen den Weg zu Hammer, Amboß, Meißel und Kontorschemel freizumachen. Immer wieder von stürmischem Beifall unterbrochen, fuhr Dr. Goebbels fort: „Jlun ist die Arbeitsfchlacht geschlagen. Ein stolzes Heer wacht wieder an den Grenzen des Reiches. Die Ration ist einig und geschloffen. Die deutsche Jugend marschiert in einer stolzen Rlillionenorganifakion, die den Hamen des Führers trägt. Die Theater und Konzertsäle haben sich wieder gefüllt mit den Kunstgläubigen unseres Volkes, deren Seele trunken ist von den Wundern deutscher Musik und deutscher Dichtung. Die Partei aber steht gefestigt und gesichert hinter dem Führer an der Spitze unseres Volkes und bestimmt Richtung und Ziel des Aufbruchs der Ration." Seit der Proklamation des Führers am 1.Rlai 1933 feien vier Jahre vergangen. Die Ausstellung „Gebt mir vier Jahre Zeit" solle in umfassenden bildlichen, statistischen und tatsächlichen Darstellungen einen Rechenschaftsbericht über die vier Jahre des nationalsozialistischen Aufbauwerkes geben. „Damit ist diese Ausstellung das beredte sie Dokument für die Einhaltung eines großen nationalen versprechens, für die Erfüllung einer deutschen Hoffnung und für die Verwirklichung eines deutschen Glaubens." Dr. Goebbels schloß seine Rede mit den an den Führer gerichteten Worten: „Diese vier Jahre standen unter Ihrem Namen, mein Führer. Sie prägten Ihnen Ihren Stempel auf. Sie werden eingehen in die Geschichte als die historische Zeitspanne Ihrer ersten großen Aufbauperiode; unvergänglich werden Ihre Leistungen sein. In diesen vier Jahren ist Deutschland wieder eine Weltmacht geworden. Wir alle können uns wieder mit Stolz Bürger dieses Reiches und dieses Volkes nennen. Hunderttausende und Hünderttausende werden in den nächsten Tagen und Wochen in andächtigem Schweigen, aber auch voll glücklicher Freude und tiefster Bewunderung durch die Hallen dieser Ausstellung gehen, sie werden wieder lernen, Achtung zu haben vor dem ewigen deutschen Genius, der sich hier in seiner Unsterblichkeit zeigt. Sie werden stolz empfinden vor einem nationalen Aufbauwerk, das nur ein Führer, wie Sie, abef* das auch nur ein Volk wie das deutsche, vollbringen konnte. Und keiner von diesen vielen Hunderttausenden, so glaube ich, wird diese Hallen verlassen, ohne das Gefühl tiefster Dankbarkeit dafür, daß Sie, mein Führer, dem Leben unseres Volkes wieder Sinn und Inhalt gegeben haben. Die deutsche Nation ehrt mit dieser Ausstellung Sie und ehrt damit sich selbst. Das hohe Lied der Arbeit dröhnt wieder über deutschem Land, die Symphonie neuen nationalen Schaffens ist angestimmt, und nie wieder werden ihre mitreißenden Rhythmen verklingen. Ich mache mich zum Dolmetsch all' der tiefen Gefühle der Dankbarkeit und Verehrung für Sie, mein Führer, die in dieser stolzen Stunde die ganze Nation erfüllen. Ihr Werk sollte, so sagten Sie vor vier Jahren, Ihr Zeugnis sein, und nun spricht es in diesen Dokumenten beredter als jedes Menschenwort. Es macht ein Versprechen zur W i r k l i ch k e i t: Deutschland ist schöner, mächtiger und glücklicher geworden. Und nun bitte ich Sie, mein Führer, die große deutsche Ausstellung „Gebt mir vier Jahre Zeit" zu eröffne n." Verheißung und Erfüllung. Erster Istundgang durch die Heichsausstellung „(Seht mir vier Jahre 2lm Donnerstag fand eine Vorbesichtigung der § roßen Ausstellung „Gebt mir vier Jahre »eit I" statt, an der mehrere hundert Vertreter der in- und ausländischen Presse teilnahmen. Der Beauftragte des Reichsministeriums für Dolksauf- klärung und Propaganda, Regierungsrat Carstensen, gab einen Ueberblick über Sinn und Aufgabe der Ausstellung. Vier Jahre Aufbau, sagte er, sollen in dieser Ausstellung dem Besucher vor Augen treten. Das Arbeitsbeschaf- funasprogramm hat Millionen von Volksgenossen wieder in Arbeit und Brot gebracht und die Produktion in einer Weise gesteigert, daß Deutschland in der Bekämpfung der Arbeitslosigkeit weit an der Spitze aller Nationen steht. Darüber hinaus ist die Ausstellung ein Dank an den einen Mann, dessen Glaube an die Kraft des deutschen Volkes das Wunder der deutschen Wiedergeburt bewirkt hat. „Vierzehn Jahre haben die Parteien des Zerfalls", sagte der Führer in seiner großen Rede vom 15. Februar 1933, „das deutsche Volk geführt und mißhandelt, vierzehn Jahre lang zerstört, zersetzt und aufgelöst. Es ist nicht vermessen, wenn ich heute vor die Nation hintrete und sie beschwöre: Deutsches Volk, gib mir vier Jahre Zeit, und dann richte und urteile über uns —" Die Ausstellung „Gebt mir vier Jahre Zeit" ist der Rechenschaftsbericht des Führers. In dieser Riefenschau, die erstmalia in der Geschichte des Aus- ftellungswesens dasteht, kann nicht nur behauptet werden: hier ist der Bericht zugleich zum Beweis geworden, das gigantische Aufbauwerk der letzten vier Jahre erhebt sich vor dem Beschauer und verkündet: Das ist geschehen. Was auf allen Gebieten deutschen Daseins Umstürzendes, Grundlegendes und Aufbauendes geschah, davon gibt die große Empfangshalle, an deren Decke das Hoheitszeichen schwebt, einen ersten Eindruck. Vor uns dehnt sich ein 120 Meter weites Halbrund, das durch neun Sockel gegliedert ist, und diese Sockel tragen Bilder von sechs Meter Breite und neun Meter Höhe. Es entsteht ein gewaltiger Eindruck, wenn diese großen Photos plötzlich von unsichtbarer Hand umgewendet werden und neue erscheinen: ein lebendiges Bilderbuch d e r v i e r I a h r e öffnet nacheinander seine Seiten, und dem Beschauer wird in unbestechlichen und unwiderlegbaren Ansichten vorgeführt, was in dieser Zeit gesckiah auf den Gebieten der deutschen Arbeit, des Sozialismus, der Politik. Was der einzelne vergaß oder sich gewöhnt hat, als Selbstverständlichkeit hinzunehmen, eine gewaltige Leistungssinfonie zieht noch einmal an uns vorüber. Musik ertönt. Chorgesänge erschallen. Eine einzigartige Feierstunde. Ist diese Halle der stillen Rückschau geweiht, so braust in den anderen Sälen das donnernde Leben der Gegenwart: ein Volk, aus Dumpfheit, Verzweiflung und Arbeitslosigkeit erwacht, arbeitet wieder! Sinnbilder dafür sind die riesenhaften Photos, die bis zu siebzehn Metern ansteigen; und als seien sie aus den Bildern herausgenommen, rattern davor die Maschinen, die hydraulischen Pressen, die heulenden Geräte der Luftforschung, die Kunstharzmaschinen, die mechanischen Webereien und Spinnereien. Deutschland arbeitet: Davon kündet auch das große Modell, das den Bau einer Reichs- autobahn in allen Phasen vorführt. Deutschland ist wieder frei: Neben dem Unterseeboot U 9 stehen die Tanks, Flakgeschütze, Flugzeuge der neuen Wehrmacht. Deutschland ist sich seiner sozialen Verpflichtung bewußt: die Organisation des Winterhilfswerks, der Siedlungsbau, die Entwässerung von Mooren, die Urbarmachung unfruchtbaren Landes, alles steht in naturgetreuen Modellen da. Hinzu kommen die Anlagen des Arbeitsdienstes und der Hitler-Jugend auf dem Freigelände, die Uebersichten über den Aufbau deutscher Kultur, deutschen Handwerks, deutscher Technik auf allen Gebieten; die photographische, die lithographische Technik, die Druckereien, Verlagshäuser und Buchhändler zeigen die Schau ihrer Leistungen. Vier Jahre — ein Augenblick im Dasein eines Volkes. Was sich in Deutschland während dieser kurzen Spanne an unvergleichlicher Belebung und sittlicher Erziehung ereignet hat, das müßte, so dünkt es, den knappen Rahmen dieser Frist sprengen, denn es scheint, als werde in dieser Ausstellung Rechenschaft abgelegt über die Leistung von vielen Generationen. Ein solches Werk konnte nur vollbracht werden durch den einmütigen, opferwilligen Einsatz und durch das einträchtige Zusammenwirken von Führung und Volk. So verkündet die Schau: Führer und Volk sind eins geworden. bo. Beförderungen in der GA Berlin, 30. April. (DNB.) Der Führer und Oberste SA.-Führer hat mit Wirkung vom 1. Mai u. a. nachfolgende Beförderungen ausgesprochen: Zu Gruppenführern: Chef des'Personalamtes der Obersten SA.-Führung R a e ck e, persönlicher Adjutant des Stabschefs Reimann, Hauptschriftleiter des „SA.-Mann" Berchtold, Brigadeführer Kleinmann, Stadtpräsident der Reichshauptstadt Berlin Lippert, Gauleiter Schwede (Coburg), Führer der Gruppe Schle- erfter Adjutant des Stabschefs; Schäfer, Führer des Reichsautozugs „Deutschland"; Möslin- g e r, von der Adjutantur des Stabschefs; Gon- t e r m a n n , beim Führungsamt der Obersten SA.- Führung; von Neufville und Graf von Pückler - Burghauß, vom Hauptamt Kampfspiele der Obersten SA.-Führung. Zu Oberführern: die Standartenführer Gansmeier, Fischer und M a ck e n s e n .bei der Obersten SA.-Führung. Zu Standartenführern: die Obersturmbannführer N e i d i g k, der Stabskommandant der Obersten SA.-Führung, Besserer, von der Adjutantur des Stabschefs; Weiß, Gümbel, Fischer und Müller. Zu Obersturmbannführern: die Sturmbannführer Killmann, Boehm, Kunze, Bock und Bült- mann, von der Obersten SA.-Führung. Zu Sturmbannführern: die Sturmhauptführer' Berenbrock, Hermel, Chef der Kulturabteilung; Körbel, Chef der Abteilung Presse und Propaganda, und K o n w i a r z , Siedlungsreferent, alle bei der Obersten SA.-Führung. Auch Guernica erobert. Salamanca, 30. April. (DNB. Funkspruch.) Der amtliche Heeresbericht besagt: Der siegreiche Angriff der Nationaltruppen nahm seinen Fortgang, wobei alle östlich von der Bucht von Guernica gelegenen Dörfer besetzt wurden. Guernica fiel nach glänzendem Gefecht gegen eine vollständige, aus baskischen und Santander-Marxisten zusammengesetzte Division. Hierbei wurde der Divisionskommandeur gefangengenommen. Mehrere der Offiziere seines Stabes fielen. Der Feind verlor viele Tote und Verwundete und zahlreiche Gefangene. Die Zerstörungen in Guernica sind von den Bolschewisten in ähnlicher Weise wie in Ei bar durchgeführt worden. Der Abscheu der Nationaltruppen angesichts dieser Barbarei trägt noch zur Erhöhung ihres Kampfesmutes bei und verstärkt ihren Wunsch, das Baskenland von ihr zu befreien. „Reuters Enten fliegen wieder." Ein Irrtum" und seine Folgen. Berlin, 29.April. (DNB.) Unter der Ueber- schnft: „Reuters Enten fliegen wieder" schreibt der „Deutsche Dienst": Bei ihrem Rückzug an der Biskayafront haben die Bolschewisten das kleine Baskenstädtchen Guernica dem Erdboden gleichgemacht. Als Ausgleich für die empfindliche Niederlage an diesem Abschnitt ließen sie die Meute ihrer zügellosen Söldner auf die friedliche Bevölkerung dieser Stadt los, und das Ergebnis dieses rohen Racheaktes der geschlagenen Kommune waren rauchende Trümmer und zahllose hin gemordete Menschen. Diese tieftraurige Begebenheit sollte alles andere als Anlaß zur Ironie fein. Aber da befindet sich nun in Bilbao unter den schützenden bolschewistischen Fittichen e i n Reute r - V e r t r e t e r, ein sehr fixer Junge, wie man sieht, der seinem Londoner Büro aus lustiger Etappe stets die neuesten „Frontberichte" verzapft, wobei natürlich seine Bezugsquelle das bolschewistische Hauptquartier ist. Dieser hat nun ausgekundschaftet, daß d.as Baskenstädtchen gar nicht von den Bolschewiken, sondern von deutschen Flugzeugen zerstört worden ist. In dem Schauermärchen an sein Londoner Büro heißt es denn auch: „Ich habe selbst eine Anzahl leicht erkennbarer deutscher Flugzeuge gesehen, die sich nach dem Bombenangriff zurückzogen. Ich habe die folgenden Maschinen gezählt: 52 schwere Junkers-Bomber, 111 leichtere Heinkel-Bomber und 51 Heinkel-Jagd- stugzeuge." Jawohl, so heißt es klipp und klar — nur ftimmt es nicht! Denn mag dieser tüchtige Mann auch im Kopfrechnen recht gut und vielleicht auch noch Flugzeugspezialist sein — so fix dürfte er doch nicht fein, um — sage und schreibe — 2 14 Flugzeuge im durcheinanderaehenden Luftkampf nicht nur zu zählen, sondern fein säuberlich nach Type und Marke auch in ihre Kategorien ein- zureihen. Das englische Nachrichtenbüro teilte mit, bei den angegebenen Zahlen habe es sich nicht um die Zahl der angeblich gesehenen deutschen Flugzeuge, sondern um die jeweilige Typenbezeichnung gehandelt. Also handelt es sich um einen Irrtum. Wir nehmen zur Kenntnis, daß dieser Irrtum berichtigt worden ist. Leider aber müssen wir auch sagen, daß es sich um einen h ö ch st bedauerlichen Irrtum handelte. Deutschland war durch eine bewußt aufgezogene und schlagartig von interessierter Seite eins'etzende Lügen- h e tz e in der ganzen Welt verdächtigt worden, zur Vernichtung einer spanischen Stadt beigetragen zu haben. Die Meldung des englischen Nachrichtenbüros lieferte sozusagen einen mit genauen Zahlenangaben belegten Augenzeugenbericht. Und wenn diese Zahlenangaben auch für den militärischen Fachmann und den politischen Kenner der Verhältnisse sofort als Unsinn erkennbar waren, wer kann nachträglich feststellen, wie viele Gläubige sie in der weiten Welt, in die sie hinausgegangen sein mögen, gefunden haben? Wird alle diejenigen, die die Greuelmeldung lasen, auch die Berichtigung erreichen? Für einige englische Abendzeitungen jedenfalls kam sie bereits zu spät. Ihre Leser sind bis auf weiteres der Meinung, daß ins- gesamt 214 deutsche Flugzeuge eine baskische Stadt bombardiert hätten, wenngleich diese Behauptung auch nur „ein Irrtum" war. Hintergründe der Greuelhehe. Unter der Überschrift „Rothschild siegt bei Guernica!" schreibt der Zeitungsdienst Graf Rai Ich ach u. a.: Es ist schon mit aller Eindeutigkeit erklärt worden, daß die Mär von „deutschen Bombengeschwadern" dadurch nicht wahrer und glaubhafter wird, daß man sie in regelmäßiaen Abständen einem gläubigen Publikum vorschwätzt. Hunderte von Augenzeugenberichten liegen außerdem aus dem inzwischen von den nationalen Truppen eroberten E i b a r vor, die besagen, daß nach dem Beispiel Jruns auch diese Stadt von den roten Horten buchstäblich in die Luft gesprengt und an allen vier Enden angezündet wurde, als sie nicht mehr zu halten war. Es liegt also der Verdacht nahe, daß Guernica ein gleiches Schicksal beschieden worden ist. Es ist aber möglich, noch mit einigen anderen Indizien aus englischer Quelle selbst zu dienen: Genau um die gleiche Zeit nämlich, in der in Eibar der Erdboden unter den „deutschen Luftangriffen" erzitterte, herrschte auch im englischen Schatzamt, zwar nicht wegen der Ereignisse auf dem spanischen Kriegsschauplatz, so aber doch eine starke Angstbeklemmung und ein erhebliches Gefühl der Unsicherheit. Der englische Schatzkanzler wußte nämlich um diese Zeit daß sich etwa 20 Börsenkonzerne in akuten Schwierigkeiten befanden und daß diese Schwierigkeiten auf den katastrophalen Sturz der Wertpapiere und dieser wiederum auf die neuenSteuerge- setze der Regierung zurückzuführen war. Indem gleichenAugenblick, in dem die Londoner City und auch Teile der britischen Oeffentlichkeit über die neuen Steuergesetze der Regierung in Aufruhr zu geraten drohten, erfolgte die große' Entlastungs- offensive bei — Guernica! Von heute auf morgen wurde dem gutmütigen und alles andere denn kriegsliebenden englischen Steuerzahler d i e ganze Furchtbarkeit des totalen Kriege s in Form eines selbstverständlichen — deutschen Luftangriffes vor Augen gezaubert. Bei Guernica hat weder jene traditionelle englische „Fairneß", noch der gesunde Menschenverstand, noch das heute mehr denn je erforderliche Verantwortungsgefühl im Sinne einer wirklichen europäischen Friedens- und Verständigungspolitik gesiegt! Bezahlte Verleumder. London, 30. April. (DNB. Funkspruch.) „Daily Expreß" hat sich in der Guernica-Angele- genheit telegraphisch an General Queipo d e Llano gewandt und.der General stellte erneut fest, daß kein natiönalspanischer Luftangriff auf Guernica stattgefunden hat. An dem fraglichen Tage seien infolge des schlechten Wetters überhaupt keine Flugzeuge aufgestiegen. Es gebe genug Leute, die mit Gold gekauft seien, das von spanischen Banken gestohlen sei, und die dann Dinge bestätigten, die sie niemals ge- sehen hätten. Die Bolschewisten hätten Guernica mit Dynamit zerstört, wie auch Eibar von ihnen vor dem Verlassen gesprengt worden sei. Um das Volk in Erregung zu versetzen und so zu veranlassen, mutiger zu kämpfen. Trotz alledem setzt die „Time s" diese üble Hetze fort, ihr Sonderkorrespondent aus Bilbao hält daran fest, daß deutsche Flugzeuge die Luftangriffe an der baskischen Front durchführten. GEBTMIR VIER JAHRE ZEIT Aus dem Gau Hessen-Nassau fahren besonders verbilligte Sonderzüge (Fahrpreis 1 Pf. pro km) zur Ausstellung nach Berlin. - Anmeldungen nehmen alle KdF.- Dienststellen entgegen. 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Wohin Staaten und Völker gelangen, denen es nicht rechtzeitig gelingt, dieser internationalen Pest der Verhetzung Herr zu werden, das zeigt uns das traurige Beispiel Spaniens, das sich in einem viele Monate dauernden Bürgerkrieg verblutet. Welche Opfer an Gut und Blut, wieviel Schrecken und Not muß das spanische Volk ertragen! Wie dankbar können wir Deutschen Adolf Hitler sein, daß er das Reich vor einem ähnlichen Schicksal bewahrte. Das deutsche Volk begeht, seitdem der Nationalsozialismus an der Macht ist, seine Maifeiern in Frieden und Freiheit und im Geiste wahrer Volksgemeinschaft. Es freut sich an diesem Tage seinrr Aufbauarbeit und ist beglückt, jene furchtbaren Zeiten überwunden zu haben, in denen deutsche Brüder einander als Feinde gegenüberstanden, in denen eine unfaßbar große Erwerbslosigkeit unermeßliche Not über Millionen Volksgenossen brachte und die Nation wehrlos alles über sich ergehen lassen mußte, was die sogenannten Siegermächte und ihr Troß internationaler Bankiers im Namen des Völkerbundes an wirtschaftlichen Diktaten und politifchen Demütigungen ausheckten. Seit Adolf Hitler die Macht im Reich in seinen Händen hält, ist dies alles anders geworden. In einer zielbewußten Arbeit hat er die Erwerbslosigkeit überwunden, den deutschen Bauern gerettet, den inneren Frieden gesichert und die Ehre der Nation ebenso wie ihre nationale Sicherheit in den Schutz der neuen deutschen Wehrmacht gestellt. Das Reich, noch vor wenigen Jahren ein ohnmächtiger Staat im Herzen Europas, der zudem von inneren 'Kämpfen erschüttert und in 17 Staaten zerrissen war, ist ein E i n h e i t s st a a t stärkster nationaler Geschlossenheit geworden, der machtvoll bastelst, dessen Wirtschaft und Kultur gesichert ist und ohne dessen Mitwirkung nichts mehr in diesem Erdteil geschehen kann. Am 1. Mai gedenken wir in Dankbarkeit des Wunders, das an uns Deutschen geschehen ist und wir gedenken an diesem 1. Mai 1937 jenes Tages, oii dem genau vor zehn Jahren — am 1. Mai 1927 — Adolf Hitler daserste Mal in Berlin sprach. Es war nur eine geschlossene Versammlung im „Clou", denn die roten Machthaber hatten eine öffentliche Kundgebung nicht zugelassen und kurz darauf gegen den Führer sogar ein Redeverbot erlassen. Mit amtlichen Terrormaßnahmen und mit dem Terror auf den Straßen und in den Betrieben, denen 400 Tote und tausende Verwundete im ganzen Reich zum Opfer fielen, suchten die Novemberverbrecher die nationalsozialistische Bewegung zu unterdrücken und das strafende Gericht der Nation zu verhindern. Es hat nichts geholfen. Der Tag der Befreiung kam und mit ihm die Zeit, in der der Führer nach der Vernichtung der inneren Feinde des deutschen Volkes die Aufbauarbeit im Geiste der deutschen Volksgemeinschaft beginnen konnte. Zehn Jahre, nachdem der Führer zum ersten Male im „roten Berlin" sprach, wird im deutschen Berlin, das die Hauptstadt eines stolzen und mächtigen Reiches geworden ist, die A u s st e l - lung„Gebt mir vier Jahre Zeit" dem deutschen Volk zugänglich gemacht. Hier kann alle Welt prüfen, was unter der Führung Adolf Hitlers in dieser kurzen Spanne Zeit seit 1933 geleistet worden ist. Der Führer hat sein Wort gehalten und weit mehr als das! Die Einigkeit und Disziplin der Nation, die er schuf, hat das Wunder des Wiederaufbaues vollbracht. Hütet die Lehre aus schwerster Kampf- und Notzeit, die euch der Führer am Maientag 1936 ins Gedächtnis gehämmert hat: „Dein Wille ift nur ein Wille von Millionen anderer Willen. Diese Gemeinschaft wird Fragen lösen, an denen du sicherlich verzagen und verzweifeln würdest oder scheitern müßtest; aber die Gemeinschaft, sie wird dieser Probleme Herr werden. Diese höchste nationale Gemeinschaft ist zugleich der höchste Garant einer wahrhaften europäischen Ordnung und damit einer wirklichen menschlichen Kultur und Zivilisation." Bekenntnis zur Arbeit. Von Erich Grisar. Erster Mai! Da schlagen höher die Herzen. Und die Brust atmet freier. Und der Glanz heller Augen bricht den flammenden Strahl der jungen Sonne. Da verlieren die Straßen der Städte ihr tötendes Grau, und leuchtende Fahnen wehen von jedem Haus. Und es strömen die Masten aus allen Fabriken, ihre Schrttte erdröhnen. Dicht an dicht marschieren Kolonnen. Kopf an Kopf drängt sich das Volk auf den Plätzen. Die ganze Stadt verließ ihr enges Gehäuse. Und Freude schwebt über allen. Und Sonne und Lachen und Glanz. Vergessen find alle Zwiste vergangener Tage. Vergessen der Streit jener Zeit, da Brüder stand gegen Bruder. Und alle bekennen gemeinsam, daß sie Arbeiter seien. Arbeiter am Werke der Zukunft. Arbeiter am einigen Reich. Arbeiter auch an der Größe des Volkes. Arbeiter an jedem Platz. An den Maschinen im Werksaal und auf den Kommandotürmen der Schiffe, hinter den Schreibtischen enger Büros und hinter dem Pluge im Freien. Am einsamen Nähtisch und in den Kulissen der offenen Bühne. Ueberall Arbeiter, überall Diener am Werke, überall Schöpfer des neuen, des einigen, des geläuterten, des größeren Vaterlands. Und sie alle marschieren an diesem Tag. Sie alle drängen sich auf den Straßen, den Plätzen und von all ihren Lippen klingt fröhlich das Lied gemeinsamer Freude. Und so feiern sie diesen Tag ihrer Gemeinsamkeit. Den Tag, an dem das ganze Volk sich bekennt zu den Männern und Frauen der Arbeit. Die die Häuser erbauten, in denen wir wohnen und die Brücken, über die unsere Wege gehn: die das Brot backen, das wir essen und den Stoff weben, mit dem wir uns kleiden, die die Kanäle gruben und die Schiffe steuern, die die Kohle fördern und das Erz schmelzen, deren Arbeit in allem lebt, das uns umgibt und denen wir alles danken, was wir sind. Und zu denen wir selbst gehören, an welchem Platz wir auch stehen. Und darum marschieren wir alle an diesem Tag auf den Straßen. Darum ist die Freude der Dielen auch unsere Freude. Und das Glück ihrer Augen ist unser Glück. Und unser ist dieser Tag, der ein Tag ist der Arbeit, ein Tag für uns alle, ein Tag des Bekennens zu Deutschland. Und so strahlt denn die Sonne über das Reich und es recken Millionen den Arm zu bekennen: Unsere Arbeit für Deutschland. Deutschland für uns. Und wir alle für Deutschlands Ehre. Oer Schuster und dein Schuh. Ein ehrbares altes Handwerk in Volksglauben und Dichtung. Von Werner Lenz. V. A. Wir reden vom „Lebenswege" und von der „Reise durchs irdische Dasein". Und wer ein rechter Wanderer ist, weiß das Rüstzeug zur Reise wohl zu wählen. Unerläßlich vor anderem Gerät und Gepäck ist ein gutes Paar Schuhe. Ohne des Schusters „Rappen" oder „Braune" würden wir bald „matt machen". Und selbst der kleinste Weg wird einem zur Qual, wenn man zwar beschuht geht, „einem aber der Schuh drückt", wie man ja auch sinnbildlich sagt. Wer aber erfolgreich seinen „Weg macht", wird es oft seinen ,^Tretkameraden" zu verdanken haben; und von einem wirtschaftlich Wohlgesicherten sagt man, er „steht in festen Schuhen". Es ist kein geringes Lob für die deutsche Scyusterzunft, wenn Johann Gottfried S e u m e, der klassische „Spaziergänger nach Syrakus", auf dem Schlußblatte seines berühmten Reifebrichtes vermerkt: „Zum Lobe meines Schuhmachers, des mannhaften, alten Heerdegen in Leipzig muß ich sagen, daß, ich in den nämlichen Stiefeln ausgegangen und zurückgekommen bin, ohne neue Schuhe ansetzen zu lassen, und daß diese das Ansehen haben, in baulichem Wesen noch eine solche Wanderung mitzumachen." Betrachtet man die deutschen Wanderburschenlieder, so wird es einem klar, auf wie realem Boden rechte, volkstümliche Dichtung steht und wie verknüpft unser Schustergewerbe mit der ganzen Volksgemeinschaft ist. „Ich geh' auf leichten Sohlen", heißt es irgendwo, und anderwärts klingt's bei wandernden Musikanten: „Der Mantel flattert im Winde, zerrissen sind die Schuh; da spielen wir geschwinde und singen noch dazu!" Und der Brauch knüpft eng an solche Empfindungen an, die dem deutschen Handwerksburschen wichtig genug sind, daß er sie in die herbstlichen oder lenzlichen Lüste hinaussingt. Eine besorgte Mutter legte wohl dem abreiseüden Sohne einen vier- blätterigen Glücksklee — unbemerkt! — in den Schuh, damit er sich auf der „Walze" die Füße nicht wundlaufe. Wenn es allerdings ein junges Mädel tat, dann hatte dies Kleeblatt-Einlegen einen anderen Sinn; es war ein Liebesmittel, von nun an sollte der Träger der Schuhe dem Mädchen „nachlaufen". Die Erstlings schuhe werden vielerorts aufbewahrt; das soll dem Kinde ein hohes Alter sichern; und wer seine Hochzeitsschuhe aufhebt, wird steten Eheglückes sich zu erfreuen haben. Wenn jemand an Schlaflosigkeit leidet, so achte er darauf, daß die Schuhe mit den Spitzen gegen das Bett gerichtet find. Andernfalls kommt kein Schlaf, wahrscheinlich, weil Schuhe, die vom Bette fort — etwa gegen die Tür hin — gerichtet sind, ihre Wanderlust nicht bezähmen können. Schließlich denken wir hierbei noch an den schnellaufenden „Siebenmeilenstiefel", den sich mancher Handwerksbursche auf der Landfahrt wünschen mag. Und auch das Märchen vom „gestiefelten Kater" zeigt die Wertschätzung der Fußbekleidung. Dadurch, daß der Kater Stiefel trägt, wird er zum „Kavalier", zum Menschen von Ansehen. Dazu paßt dann — trotz des unterschiedlichen Sinnes — sehr hübsch das Sprichwort: „Am Schuh erkennt man den Menschen", also vor allem die Sorgsamkeit und Ordnungsliebe des einzelnen. Und wenn man sagt, daß unbezahlte Schuhe „knarren", so mag das — da zumal neues L^der und frische Nghte guietschen und krachen — eine sehr berechtigte Mahnung an manchen sein, den wackeren Schuster nun nicht mehr allzu lange auf Erstattung seines Arbeitslohnes warten zu lasten! Der Schuhmacher spielt aber im deutschen Volkstum nicht nur wegen seiner unentbehrlichen wirtschaftlichen Leistung eine bemerkenswerte Rolle, wie sie diese und andere Sprichwörter andeuten, sondern auch wegen seiner zumeist eigenartig ausgeprägten Erscheinung. Der Schuster ist der sprichwörtliche „Philosoph auf dem Dreibein", und das erklärt sich aus feiner Arbeit. Seine Tätigkeit hält ihn oft Stunden hintereinander auf dem Schemel fest, und I dabei hat er nun vollauf Zeit, zu sinnen. Ja, aus dem Sinnen wird in dem stillen Arbeitswinkel dann auch leicht ein Grübeln, selbst ein „Spintisieren", bei besonders Begabten aber nicht selten ein schöpferisches Denken und Dichten. Im Scheine der Schusterkugel findet der eine sich selbst; öer andere zimmert sich beim Takte des Schusterhammers seinen Mikrokosmos zurecht; der Berufene aber erhebt sich in die harmonienreiche Sphäre hoher Weisheit und ewiger Wahrheit. Einen dieser Typen — und zwar den, der sich auf der „wohlgegründeten Erde" gut zurecht findet, schildert uns Goethe als den „so- kratischen Schuster" in Dichtung und Wahrheit, den er in Dresden besuchte; und er „mußte ihn vor vielen anderen in die Klasse derjenigen rechnen, welche praktische Philosophen, bewußtlose (unbewußte) Weltweisen genannt werden." Dann aber wendet der, große Dichter seinen Blick dem größten aller Schuhmachermeister zu; in seinem herrlichen Gedicht „Hans Sachsens poetische Sendung" malt er den Nürnberger Meister und Bruder in Apoll ab: „In seiner Werkstatt Sonntags stüh steht unsrer teurer Meister hie; fein schmutzig Schurzfell abgelegt, einen säubern Feierwams er trägt; läßt Pechdraht, Hammer und Kneipe rasten, die Ahl' steckt an dem Arbeitskasten. Er ruht nun auch am siebten Tag von manchem Zug und manchem Schlag. Wie er die Frühlingssonne spürt, die Ruh' ihm neue Arbeit gebiert: er fühlt, daß er eine kleine Welt in feinem Gehirne brütend hält, daß sie fängt an zu wirken und zu leben, daß er sie gerne möcht' von sich geben.. ." Zu den großen Männern feiner Zunft gehört der phantasiereiche Mystiker Jakob Böhme aus Schle- fien. Er ist ein Wegbereiter der nationaldeutschen Romantik geworden. Novalis-Hardenberg, Friedrich Schlegel, Schleiermacher, Philipp Otto Runge und Caspar David Friedrich wurzelten mit Bewußtsein in den Offenbarungen des theosophischen Schuhmachers. Es ist ganz erklärlich, daß die deutsche Dichtung sich auch des Schusters Wesen zu näherer Betrachtung und Schilderung erkoren hat. Wilhelm Raabe hat sich für eines seiner liebenswürdigsten Bücher, für den „Hungerpastor" namens Hans Unwirrsch, Sachs und Böhme zu Paten bestellt. In der Schusterstube wird dieser schlichte Edelmann des Herzens erzogen. Der Vater Schuhmacher gibt ihm in Verehrung für feine großen Zunftgenossen zu Nürnberg und Görlitz die Vornamen Hans und Jakob, und in beider Geist wird der Knabe groß und bildet in sich einen kernhaft deutschen Charakter aus: voll Geisteskraft und Tatwillen. Neben den Genies' unter den Schustern aber gibt es natürlich auch viele Sonderlinge. Deshalb hat der Humorist sich den Schuster und den Schusterjungen in ihrer unleugbaren Schnurrigkeit erkoren, um skurrile Witze oder gemütvolle Scherzerzählungen unter die Leute zu bringen. Fritz Reuter stellt uns in dem „blinden Schusterjungen", der den Käse auf dem Brote nicht finden kann, das jüngere Geschlecht der „Pechhengste" vor. Der Pommer Heinrich Bandtlow malt uns den „ollen Schauster" in feinem „Naturdoktor Stremel" als dörflichen Sonderling, der auf feinem Dreibeinschemel, einer Pythia gleich, allerlei Orakel verzapft, und gibt ihm, der die Weisheit mit Löffeln gegessen hat, den schönen Namen „Dreilepelvull". Das alles ist Ausfluß liebevoller Beschäftigung unseres Volks- mundes mit diesem macfern Handwerksmann, der feine eigene Prägung hat, so daß man sprichwörtlich sagt: „Man erkennt den Schuster, auch wenn er nicht auf dem Dreifuß sitzt". »Urquell Ein zehntel Tagwerk. Von Irih Müller, pcuienkirchen. Ich habe ein Grundstück. Weißt du, Stadtmensch, was das heißt, ein Grundstück haben? Nein, das weißt du nicht. Du lebst auf keinem Grund. Du lebst in einem Steinmeer. Drei, vier Stockwerk abgestemmt von Mutter Erde, lebst du kümmerlich auf einem dünnen Bretterboden. Darunter Leere, darüber Leere — mich wundert, wie du Wurzel schlagen, wie du eine Krone breiten kannst. Mein Grundstück ist nicht übersichtlich. Es steigt und fällt. Seine Grenzen sind mir trotz des Zauns verwirrend. Meinem Nachbarn nicht. Der hat alle Grenzen aller Dorfgrundstücke, so verzückt sie sind, im Kopf. Her mit dem Katasterblatt! Mit Blaustift nachgezeichnet, was der Geometer ausmaß! Hin und her und her und hin, in spitzen und in stumpfen Winkeln kreuz und quer. So, die Blaustiftlinie ist geschlossen. Wenn mein Grundstück nun ein Wesen wäre, wie ich es bin — gibt es etwas, das noch mehr lebendig wäre als die Scholle? Die Scholle, mit der verglichen wir nur Eintagsfliegen sind? X Jenseits meines Grundes knallt eine Peitsche. Der Deisenrieder pflügt. Pflügt mit der Gelassenheit, die seit Urgedenken Grund und Bauern aneinanderketten. Ein kleines Dreieck jenseits meines Wiesenbuckels pflügt er. Meine Augen wandern zwischen seinem Grund und meinem hin und her. Auf einmal ist es mir, als ob mein Zaun sich weite, auswärtsbuchte und des Nachbars Dreieck mitumschließe. „Deisenrieder, g'hört der Ackerzipfel dir?" Er pflügt weiter. Stumm. Ich sehe ein, ich habe dumm gefragt. Wem denn sonst als seinem Pflüger kann ein Grund gehören. „Wie groß das Ackerdreieck da wohl sein mag?" „A zehntels Tagwerk schätz' i." „Ein zehntels Tagwerk ist wohl nicht der Rede JDer Red net — der Arbeit wohl", er wischt sich den Schweiß von der Stirne. Deisenrieder, von meinem Grundstuck sieht man keinen Wald. Von deinem Ackerzipfel kann man ihn gerat)* noch sehn. Daß ich's kurz mach', Deisenrieder, wollt ihr mir das Grundstück verkaufen?' Bis hierher bin ich neben feinem Pflug hergegangen. Jetzt hält er ein: „Verkästen? Was darauf wachst, verkaffen?" „Nein, das Grundstück selber mein* ich — seht, Ihr habt an sechzig Tagwerk und da kommt's Euch, wenn Jhr's ineinander rechnet, auf ein zehntels Tagewerk weniger kaum an ..Ich rede in die leere Lust — gut ein Dutzend Ochsenlängen weiter pflügt der Deisenrieder schon. Nach einer Woche oder zweien treffe ich ihn im Wirtshaus: „Was ich sagen wollte, Deisenrieder —" „Rest, zahln! Drei Halbe und zwoa Brot —" Ich sehe ein, nach Feierabend und bei sich zu Hause muß ich ihn erwischen. Da kommt er mir nicht aus. Da kann ich, wie es hier der Brauch ist, erst von dem und jenem sprechen, bis die Rede langsam auf das zehntels Tagwerk kommt. Wieder nach zwei Wochen rück' ich ihm ins Haus. Nicht unbewaffnet. „Deisenrieder, schau, wie roär's mit diesem Pfund Tabak —" „Was kost's?" — „Nichts, Deisenrieder, nichts!" „Was nix kost, is nix wert." — „Versteh mich doch, ich will ihn Euch verehren." Er sieht mich an. Hart, fest und ernst, wie alle Bauern, roenn's um Grund und Boden geht: „Mir fan z* alt zum Fangamandl fpieln — i verkäst koan Grund." „Auch nicht, wenn Ihr für den Kaufpreis Euch das Doppelte an Grund woanders —?" „Wo?" — „Irgendwo." „Bei ins verfasst foaner foan Grund." „Aber der an mich verfasst hat —". „Der is nun- terg'schwommen. Der hat müssen. I muß net." „Und wenn ich Euch das Dreifache —" „Zu was brauchst'n?" — „Für ein kleines Sommerhäuschen. Ich seh' so gern in den Wald —" „I aa — und zu was brauchst'n sonst?" „Sonst? Hm, sonst zu nichts." — „Aber i!" „Ich habe mich erkundigt: Von dem Hafer auf dem kleinen Dreieck kann ein Roß im Jahre kaum für einen Monat Futter kriegen." „Und wenn Ihr Weizen baut, so langt es kaum fürs Brot von einem kleinen Kind." — „A Brot für a Kind — was is dageg'n bei Summerhäusl —?" „Deisenrieder, ich biete Euch äußerst —" „I hab mi aa erkundigt", unterbrach er mich, „Ihr arbeit’s mit ’m Hirn. I arbeit’ mit mei’m Grund. Wie roaars" — er tippte mir mit seiner Pfeife auf die Schläfe —. „Wie roaar’s, i schneidet enf was raus, a Dreieck bloß a floans — oa Dreieck gegen’s andre — woll'n ma tauschen!" „Mit Euch ist nicht zu reden, Deisenrieder. Ich hab' es gut gemeint —". „Und i net schlecht." „Ich t)ab’ Euch helfen wollen —." Sein alter Bauernschädel zuckte: „Helfen? Mir? Mit was?" „Geld ist knapp, und Euer Stall braucht einen neuen Boden — ist nicht neulich eins von Euren Rosten durchgebröchen?" — „Sei nur froh, wenn du net durchbrichst bei der Arbeit." Da gab ich's auf mit ihm. Er nicht mit mir. Er hat mich oft besucht, lieber vieles haben wir geplaudert. Manches habe ich von ihm gelernt. Vor allem, wie man aufrecht bleibt, menn’s einem schlecht geht. Denn es ging ihm immer schlechter. Nicht nur unter ihm der Boden, auch über ihm die Decke drohte durchzubrechen. Es lag nicht an ihm. Es lag an seinem Sohn. Der war ein Lump, der zweimal das vertat, was sich der Vater hart erschwitzte. Nie, daß er deshalb bei mir klagte. Aber einmal, als es auf die Neige ging mit ihm, erwischte er im Zwielicht meinen Rockknopf: „Trag mir’s net nach mit feilem Grund. I fjab net anderst können. Er hat scho mei’m Vattern g'hört. Und dem fei’n Vattern aa. Der Lehrer hats aus einer Urkund', daß er ins scho g'hört hat, wie der Schwed' im Land war. Freili", schloß er, „wem er g'hörn wird, wenn i nimmer da bin —." Sein schon halb verglastes Auge sah mich forschend an. Ich hielt ihn aus, den Blick. Noch am Tage der Beerdigung kam der Sohn zu mir: Er wisse, daß ich für das zehntels Tagewerk dort vergeblich viermal den normalen Wert geboten habe — er fei nicht wie der Starrkopf seines Vaters und er würde mit sich reden lasten. — „Ich aber nicht mit mir." Nun, er wäre, wenn ich den Normalpreis dreimal bezahle, auch zufrieden. Ich aber nicht. Hm, weil es ich fei und fönst niemand Bauinteresse für ein Gartenhäuschen habe, wolle er aufs Doppelte — und als ich schwieg — auf den einfachen Preis heruntergehen. Da empfahl ich ihm, die alte Urkund' aus der Schwedenzeit beim Lehrer nachzulesen. Und setzte noch am gleichen Tage unter meinen letzten Willen einen Nachtrag: „Ich erlege meinen Erben als Bedingung auf, das zehntels Tagwerk in Richtung nach dem Wald nie zu kaufen." I Mittelalterliches Handwerk. Von Wilhelm Schäfer. Im Anfang hieß Bürger Insasse einer Burg fein; Hörige hatte im Dienst eines Großen ihr Handwerk zu üben und durften im Schutz seiner Torwächter wohnen. Als danach die Burg ein Stadt hieß, weil aus dem Troß der Großen ein Hof und aus den Insassen eine Bürgerschaft wurde, hielten die Handwerker treulich die Schranken der Herkunft in Ordnung. Eine Zunft hießen sie da den Kreis jeglichen Handwerks und schlugen den Zirkel um feine Gebräuche: die freie Gemeinde der Herkunft war die Gemeinschaft des Standes geworden, die alte Zucht hatte ein Alltagskleid angezogen, die Tapferkeit war in die Werkstatt gegangen. Der Dachdecker hob seinen Spitzhammer, der Schmied seine Zange, der Zimmermann seine Stoßaxt im zünftigen Stolz; denn Dachdecker, Schmied oder Zimmermann sein, hieß in der Zunftehrbarkeit stehen. Die Zunftehrbarkeit hielt Werkzeug und Arbeitsgebrauch heilig; wie die Schwertleite den Ritter, so machte der Zunftbrief den Meister; Geselle und Lehrling waren ihm Knappe und Page, und die Zunftstube war der Saal seiner Ehre. Da stand die Zunftlade mit Zunftrollenpergament — da wurde die Zunft beschworen und der Zucht das Gericht gehalten, da war die Ehrbarkeit selbst- genügsam zu Haus. Da wurde das Werk der fleißigen Hände geehrt, da wurden der Stolz und die Freude der ehrlichen Arbeit behütet, da stand die Kunst, etwas zu können, so hoch in der Gunst wie die Redlichkeit selber. Denn nur auf ehrliche Arbeit durfte der Meister den Wohlstand gründen; Todsünde war' Gewinn aus Handel und Zins, tauschen und täuschen galt gleich vor der Zunft. Stuben der Selbstgenügsamkeit standen im Schatten der höfischen Hallen, bescheidene Hände hielten dem Ritter den Steigbügel hin: aber die Zucht gab der Sitte die Tür, hier wie dort war der Mann noch ein Wort, die Ehrbarkeit war die redliche Magd der Ehre. Das neue Sozialismus oder De Bon unserem Sonderbe Paris, Ende April 1937. Man hat mich gewarnt, nach Frankreich einen Photoapparat mitzunehmen. Es sind viele Fälle bekannt, daß /,man deutsche Reisende sofort als spionageverdächtig behandelte, wenn sie ihren schwarzen Kasten zückten, um sich eine landschaftliche Erinnerung mit nach Hause zu nehmen. Ich habe ihn trotzdem mitgenommen. Und es ist auch alles gut gegangen. Vielleicht hielt mich das da und dort prüfende Auge des Gesetzes für einen Engländer. Da ist man dann nachsichtiger und höflicher. In außenpolitischen Prinzipien ist man ja immer in Frankreich solidarisch. Ich habe also photographiert. Arbeiter, mit denen ich mich unterhalten habe, Plakate der Gewerkschaften und des Unternehmerverbandes und gelegentlich eine schöne Tochter der Stadt an der Seine, wenn die Sonne einmal kurz den Versuch machte, gegen den konstanten Pariser Frühlingsregen anzukämpfen. Und als die 36 Ausnahmen meines Filmes herunter- aekurbelt waren, trug ich ihn mit ahnungslosem Optimismus in ein großes Photogeschäft auf den Boulevard des Italiens. Am Freitagmorgen trat ich in diesen Laden und hoffte Samstag zusammen mit diesem Bericht auch schon ein paar Photos nach Deutschland schicken zu können. Mein Wunsch, die fertigen Bilder nach 24 Stunden, also im Laufe des Samstags, abzuholen, trug mir ein mitleidiges Lächeln des Ladeninhabers ein. Ich erinnerte mich der Vierzigstundenwoche und wollte mich mit Montag als Termin begnügen. Das Lächeln vertiefte sich. Es war ein etwas bitteres Lächeln. „Dienstag abend, Monsieur", sagte der Mann, der mich bediente. Von Freitag morgen bis Dienstag abend, also fünf Tage, wenn man den Sonntag abrechnet, also vier Tage für einen Film! Auf mein erstauntes Gesicht erklärte man mir: „An sich wäre das natürlich in 48 Stunden zu machen. Aber Samstag haben die Arbeiter im Atelier frei, denn das sind Handwerker. Und Montag ist das Geschäft geschlossen, denn da haben die Verkäufer ihren freien Tag." Das heißt also an diesem eklatanten Beispiel, daß das Geschäft praktisch drei Tage der Woche untätig still liegt. Ich habe meinen Film wieder mitgenommen und werde ihn in Deutschland entwickeln lassen. Das macht 30 Franken Verlust für das Photogeschäft. Nun, andere Leute fangen an, sich Filme selber zu entwickeln oder sie photographieren weniger, weil man es ihnen erschwert. Das macht insgesamt mehr als 30 Franken, das geht in diesem Geschäft allmählich in die tausende Franks, wie mir der Besitzer erbittert erklärte. Das ist aber nur ein Geschäft. Das ist nur eine Branche! Es gibt deren unzählige. Und es geht dort ähnlich. Mein Bartwuchs ist bescheiden. Ich lasse mich am Samstag in Paris rasieren und bis Montag früh hält das vor. Nun aber Montag früh wird ein neuerlicher Besuch des Friseurs dringlich. Ich stehe vor verschlossenen Türen: Vierzigstundenwoche! Nun beginne ich allmählich sanft zu fluchen. Es sind Harmlosigkeiten gegen die Flüche der Franzosen, die sich nid)t gern selbst rasieren. Sie fluchen seit Wochen, aber sie gewöhnen sich dabei doch seit Wochen daran, sich selbst zu rasieren und sie beginnen dies nun auch während der Woche au tun. Mein Friseur sagte mir, daß er in den letzten sechs Wochen 40 v. H. seiner Kunden verloren hat. Den Schaden überschlägt er mit rund 300 Franken in der Woche. Wieviel Friseure aber gibt es in Paris, in Frankreich? Das ist wieder nur eine Branche. Man könnte hier au addieren anfangen!? Die vernünftige Pariser Presse, die gegen diese Vierzigstundenwoche seit Wochen protestiert, bringt jeden Tag neue groteske Einzelheiten über die Folgen dieses „Sozialismus" des Frankreichs der Volksfront. Das B u ch m Frankreich! Eine Macht, ein Bedürfnis für Millionen. Wenn auch nicht das ernsthafte Buch, so doch als eine geistige und unterhaltsame Kost, die von anderen Vergnügungen weniger segensreicher Art abhält. Die Bücher sind billig, sie sind für den Alltag ausgestattet, geheftet, nicht ausgeschnitten, schlecht gedruckt und auf schlechtem Papier. Man braucht sie nicht für den Bücherschrank, sondern für das Wochenende und die Straßenbahn. Zohntausende von Menschen schaffen und leben vom Buch. Verleger und Buchhändler arbeiten nach besonderen Gesetzen miteinander. „Krieg gegen das Bu ch", nennt eine große französische Zeitung nun die Folge der 40-Stundenwoche. Am Samstag arbeiten die Verlage nicht, am Montag haben die Buchhändler geschlossen. Drei Tage ist der rasche Bucheinkauf, die Bestellung von Büchern unterbunden. Die Folge: Man kauft weniger Bücher. In einer großen Buchhandlung am Montvarnasse sagt mir der Besitzer: „Seit sechs Wochen habe ich 20 Prozent weniger Bücher verkauft, Monsieur. Wo soll das hinführen? Angestellte darf ich nicht entlassen, den gleichen Lohn muß ich für fünf Tage Arbeit bezahlen, wie früher für sechs." Das sind Beispiele, aber sie haben allgemeine Gültigkeit. Das öffentliche Leben Frankreichs und seine wirtschaftliche Struktur sind in ein chaotisches Durcheinander geraten. Alle Kalkulationen, alle Preisbildungen, alle Umsatzziffern sind über den Haufen geworfen. Man sieht es an den Plakatwänden. Die wirtschaftliche Reklame ist in auffallendem Maße eingeschränkt. Dafür schreien von allen Ecken in knalligen Schriften und bunten Farben die verschiedenen Plakate der gegnerischen Parteien und Verbände. Der Gewerkschaftsverband preist seine Erfolge und verlangt noch mehr. Der Unternehmerverband protestiert gegen den Ruin der französischen Wirtschaft. Der Verband der Gaststätten und Hotelangestellten, die man eigenartigerweise von den Segnungen der 40-Stundenwoche ausgeschlossen hat, droht mit Streik, wenn nicht Lohnerhöhungen und ebenfalls 40-Stun- den-Arbeit in der Woche eingeführt werden. Es gibt unzählige solche Verbände und Parteien in Frankreich. Die Plakate geben nur einen kleinen Begriff davon. Uebsrall werden Interessen verteidigt oder gefeiert, verlangt ober verurteilt. Ueberall geht es um irgendeine Klasse, um die Arbeiter, um die Angestellten, um die Unternehmer, um die Intellektuellen oder um die Kommunisten, um die Radikalsozialisten ober um die Sozialdemokraten. Nirgends im Grunde um Frankreich, um die Nation, um däs Lebensrecht des ganzen Volkes. Eine Ausnahme muß dabei erwähnt werden. Die französische Volkspartei und ihr Führer Jacques D o r i o t. Aufrufe, Versammlungen, Proteste auch hier. Aber es ist eine andere Stimme und ein anderes inneres Gesetz, wenn man nach Reden und Plakaten ein solches erkennen kann. Wir werden nach darauf zurückkommen. Im ganzen aber meinen Paradies. Magogie in Frankreich. nchrerstaiter Kurt Ziesel. wir uns in die übelsten Zeiten der deutschen Nachkriegsjahre versetzt. Vor einem Wahlkampf etwa, wo jeder jeden mit seinen Interessen lockte und jeder immer d i e eigenen meinte. Sozialer Kampf, soziales Gewissen, soziale Neuordnung schreien die Plakate und Zeitungen der Linken, am meisten die des Gewerkschaf ts- verbandes, des C.G.T., der sich unter Leitung Jouhauxs zu einem Machtinstrument Moskaus entwickelt hat. Dieser Gewerkschaftsoerband war ursprünglich keineswegs extremistisch. In ihm waren alle Linksparteien vertreten. Es gab Ansätze zu ausbauender Arbeit. Inzwischen aber haben d i e Kommunisten die Führung an sich gerissen und terrorisieren nicht nur die Regierung und das Land, sondern auch die Arbeiter selbst. Es mag als bezeichnendes Symptom gelten, daß der erste französische Arbeiter, mit dem ich mich unterhielt, ein einfacher Hilfsarbeiter, der an der Ausbesserung eines Geländers an einer der Seine-Brücken beschäftigt war, nach anfänglichem Mißtrauen, plötzlich seinem Herzen Luft machte und mir mit einem vorsichtigen Blick in die Runde sagte: „Wir müssen ja tun, was die Hetzer uns vorschreiben. Wenn Sie dem Verband nicht angehören, werden Sie entlassen und können keine Arbeit finben, wenn Sie den Schreiern widersprechen, werden Sie ausgeschlossen. Glauben Sie ja nicht, daß wir alle Kommunisten wären, aber was sollen wir machen. Wir werden sehen, in zwei Jahren bei der nächsten Wahl, dann dürften die Roten ihre Wunder erleben." Ich bin noch skeptisch und er merkt es an meinem zweifelnden Blick. „Aber, Monsieur", sagt er, ,die, die Streiks machen und 'Krawall, das sind nicht die ftanzösischen Arbeiter, das sind nur Leute, die nicht arbeiten wollen, faule Hetzer, die sich wichtig machen wollen." — „Und warum laßt ihr euch das gefallen?" frage ich betroffen. — Er sieht mich eine Weile prüfend an. „Sie kennen Frankreich nicht", sagt er mit einem leisen Lächeln. „Man muß sie erst schreien lassen." — Die Auskunft ist typisch. Ich habe sie in ähnlicher Form mehrmals bekommen, von Arbeitern, von Intellektuellen, von Unternehmern. Sie alle sehen kaum einen wirklichen Ernst der Situation. Mit einer verblüffenden Einheitlichkeit haben alle eine Frage nach der Revolution von links belächelt. — „In Frankreich ist immer Revolution", sagt mir ein Mitglied der Academie Fran- ?aise, ein bekannter französischer Schriftsteller, „das gehört zu unserem Leben, wie die Butter aufs Brot." — Und seine Frau ergänzte ein wenig boshaft: „Das wäre so eine Art geistiges Gesellschaftsspiel." — Ich habe wohl etwas entsetzt ausgesehen über diese Auffassung. Draußen Streiks, Hunger, Arbeitslosigkeit, Ruin der Wirtschaft, Anleihen, Straßendemonstrationen mit Toten und Verletzten, politische Morde, Untergrabung aller Autorität und Disziplin und die geistige Elite Frankreichs spricht vom Gesellschaftsspiel! Es ist auch anders. Es gibt Menschen, vor allem unter der Jugend, die haben ernste Gesichter, wenn man mit ihnen vom Schicksal Frankreich spricht. Aber sie debattieren und erhitzen sich um Theorien und haben neben der roten Gefahr immer auch die deutsche Gefahr für jede Debatte bereit. Man liest die französischen Zeitungen von ganz links bis ganz rechts, von den Boulevardblättern bis zu den seriösen Weltblättern. Was sagt man zum sozialen Kampf, zur politischen Siedehitze? Man macht Glossen, man glossiert die einzelnen Erscheinungen, man durchleuchtet das Liebesleben politischer Führer. Man verhöhnt die Regierung. Zeigt man Wege, zeigt man die Wurzel? Fast nirgends. Dort verteidigt man die Unternehmer, dort die Arbeiter, dort die Angestellten, dort die Bauern, dort die Literaten. Hier spricht man von Kindern Gesolgschastsversicherunq. Aus der Erkenntnis heraus, daß eine zufriedene und dadurch arbeitsfrohe Gefolgschaft am ehesten Höchstleistungen zu vollbringen vermag, haben in den letzten Jahren viele Betriebsführer der Industrie und des Handels für ihre Gefolgschaftmitglieder Versorgungseinrichtungen für den Fall vorzeitiger Invalidität, eines vorzeitigen Ablebens und bei Erreichen eines bestimmten Alters geschaffen. Es wurde in der Regel davon ausgegangen, daß die Leistungen aus der Angestellten- ozw. Invalidenversicherung doch nicht völlig für einen sorgenfreien Lebensabend der Gefolgschaftsmitglieder ausreichen. Zunächst wird fast immer an die Errichtung einer eigenen Pensionskasse gedacht. Bei solchen Pensionskassen entstehen aber leicht durch unvorhergesehene Schwankungen in der Sterblichkeit und in der Invalidität Verluste, weil meist die breite Basis fehlt. Diese Verluste können dann entweder nur durch eine Herabsetzung der Leistungen oder durch Gewährung von Zuschüssen ausgeglichen werden. Auch Unter st ützungs- f o n d s stellen nicht das Ideal einer zusätzlichen Alters- und Hinterbliebenenversorgung bar; denn bei diesen haben die Gefslgschaftsmitglieder keinen Rechtsanspruch auf Leistungen. So bleibt noch der Weg übrig, den Gefolgschaftsmitgliedern einen Rechtsanspruch auf Versorgung entweder an die Firma selbst ober an eine Versicherungs-Gesellschaft durch Abschluß einer Gefolgschaftsversicherung der Firma einzuräumen. Wird der erstere Weg — Versorgungsanspruch an die Firma — gewählt, dann sind die erforderlichen Deckungskapita- ften innerhalb weniger Jahre anzusammeln, um die Mittel im Pensionsfalle greifbar zu haben. Dies bedeutet für die Firma oft erhebliche Rückstellungen in sehr knapper Zeit. Außerdem besteht die Gefahr, daß es an den notwendigen Mitteln fehlen wird, wenn schon innerhalb dieser Ansammlungszeit mehrere Pensionsfälle eintreten. Deshalb empfiehlt es sich, die eingegangenen Pensions- (Renten-) Verpflichtungen bei einer Lebensversicherungs-Gesellschaft „abzudecken", da dann schon mit Zahlung der ersten Jahresprämie die Pensionsverpflichtungen der Firma sichergestellt sind. Das führt auf das Gebiet der G e f o l g s ch a f t s - (G r u p p e n -) Versicherung, wie sie heute von jeder Lebensversicherungs-Gesellschaft geboten wird. Damit dem abzuschließenden Gruvpenversicherungs-Vertrag die verbilligten Kollektiv-Prämien und sonstigen Vorteile zugrunde gelegt werben können, muß auf die Einhaltung der Bestimmungen, die das Reichsauf- sichtsamt für Privatversicherung für derartige Gruppenversicherungen herausgegeben hat, Bedacht genommen werden. und Müttern, dort von der Jugend, dort von der Religion. Was jeder liebt und was er braucht, das verteidigt er. Was ihn nichts angeht, darum kümmert er sich wenig. Man muß verstehen, daß ick vom öffentlichen Leben in Paris spreche, von dem, was man auf einem flüchtigen Besuch von zwei Wochen als äußeren Eindruck erkennen kann. Was tiefer liegt und wo die Wurzeln auch einer Erneuerung Frankreichs liegen, wird man erst spüren können, wenn man ganz im französischen Volk lebt, wenn man in die Gründe feiner kleinen Gemeinde, der Familie, der Freundschaft, des Heims eingegangen ist. Werden aber bei der ganzen Mentalität des Franzosen nicht vielleicht gerade in diesen kleinsten Zellen die eigentlichen entscheidenden Schlachten vorbereitet und geschlagen? Ist vielleicht dort die Zukunft schon in einem ganz anderen Sinne beschlossen als sie politische Machtkämpfe und internationale Weltherrsckaftswünsche dem oberflächlichen Betrachter darstellen? Wenn man die Tatsachen des Frankreich von heute sieht, ist man geneigt, an eine solche noch verborgene Zukunft zu glauben, auch wenn man die meisten Franzosen betrachtet, die von einer erstaunlichen Elastizität und von einem überraschenden Optimismus erfüllt find, auch wenn sie die Gegenwart in Bausch und Bogen verdammen. Diese Tatsachen Frankreichs haben die Züge einer großen Lüge und Heuchelei. Ich sprach von den Kampfrufen der Linken: Sozialer Kampf! Soziales Gewissen! Soziale Neuordnung! Geht es im Frankreich der Volksfront, die nach dem Gesetz handeln muß, das ihr der kommunlstisch diktierte Gewerkschaftsoerband vorfchreibt, wirklich um sozialen Kampf, um Befriedung des sozialen Levens, um bessere Lebenshaltung der Arbeiter im weitesten Sinne? Man kann mit ruhigem Gewissen behaupten: nein! Die 40-Stundenwoche selbst ist das beste Beispiel, das dem marxistischen Doppelspiel die Maske herabreißt. Eine solche für ein ganzes Volk elementare Umwälzung hat man in einem Tempo und in einer Form zur Tatsache gemacht, die schon, an den verschiedenen praktischen Folgen gesehen, beweisen, daß sie ohne Verantwortung und Ernst vorbereitet wurde. Hier ist ein Schulbeispiel klassenkämpferischer, marxistischer Demagogie. Die wirtschaftlichen Nöte der Volksfrontregierung, der Verfall der Währung, bas Wachsen der Arbeitslosen, die Not des Mittelstandes, der wachsende Widerstand gegen das Monopol der Gewerkschaften, gegen den kommunistischen Einfluß und die Erkenntnisse über die Katastrophenpolitik des französisch-russischen Bündnisses hatten eine sehr prekäre Situation geschaffen. Das erschütterte Vertrauen der französischen Arbeiterschaft mußte künstlich aufgeftischt werden. Man kam auf die großartige Geste der 40^Stundenwoche. Was gilt Frankreich und sein Schicksal, was gilt der wirtschaftliche Ruin des halben Volkes? Man hat geschworen nicht nur in Frankreich, sondern über die ganze Welt hinaus: Hier wird ein neues Paradies des Arbeiters und des Volkes geschaffen, von Marxisten und Kommunisten! Das Paradies beginnt! Zwei Sonntage in der Woche! Seht, was wir für den Arbeiter tun! Wir neben dem Faschismus in Mitteleuropa ein Beispiel! Voilä! Das Beispiel! Moskau hat die zahme Linke in Frankreich dort, wo sie für den Extremismus reif zum Sturm werden kann. Hat man in Moskau eine 40-Stundenwoche? Im Gegenteil! Aber Frankreich sollbolschewistisch werden! Zuerst an den Abgrund des „neuen Paradieses", danach die rote Sintflut der westlichen Weltrevolution. Das Konzept ist klar. Aber geht die Rechnung auf? Wenn nicht alles täuscht, beginnt sich das „neue Paradies" selbst zu erledigen. Nicht nur beim Mittelstand, beim Unternehmer und Bauer, sondern vor allem beim französischen Arbeiter s e lbst. Wodurch? Das kann jeder sehen, der nicht mit blinden Augen das Frankreich von heute erlebt. Buderussche Eisenwerke, Wehlar. Die gestrige Generalversammlung der Buderus- scheu Eisenwerke in Wetzlar, in der ein Aktienkapital von 19 034 800 RM. vertreten war, genehmigte sämtliche Anttäge der Verwaltung. Danach gelangt eine Dividende von 5 v. H. zur Verteilung. Außerdem wurde einer neu zu bildenden Rücklage für Aufgaben des Vierjahresplanes der Betrag von 500 000 RM. zugewiesen. In den Aufsichtsrat wurden wiedergewählt die Herren Bankier August Freiherr von der Heydt, Wupvertal- Elberseld, Hüttendirektor Hans Grün, Dillenvurg. bürg. Mein-Mainische Börse. Mitlagsbörse uneinheitlich. Frankfurt a. M., 29. April. In Anbetracht des Ultimos und der bevorstehenden zweitägigen Verkehrsunterbrechung blieb die Unternehmungslust an der Börse klein. Auch die Kundschaft beteiligte sich kaum am Geschäft. Eine gewisse Verstimmung ging von dem weiteren Rückgang der Kaliaktien aus, da man bei diesen Werten mit einer Dividendenermäßigungen rechnen zu müssen glaubt. Westeregeln 118,65 (121,50), Aschersleben etwa 118,50 (121,25) und Salzdetfurth etwa 159 (160). Im übrigen wies der Aktienmarkt nur kleine Abweichungen auf, wobei jedoch mäßige Rückgänge überwogen. IG. Farben verloren 1 v. H. auf 168,50, während Scheibeanstalt, Deutsche Erböl und Metall- gesellschast je 0,50 v. H. gewannen. Elektropapiere bröckelten zumeist 0,25 bis 0,50 v. H. ab, Schuckert blieben zu 160,75 gefragt, Akkumulatoren nach Pause 210 (214). Don Montanwerten kamen Har- pener mit 163 (161) fest zur Notiz, im übrigen lagen die Kurse knapp gehalten. Zellstoff Aschaffenburg bei kleinen Umsätzen 142,50 bis 142,25 (141,75), Muag voll behauptet mit 151,25 (151). Etwas höher lagen noch Daimler mit 138,40 (138), Hanfwerke Füssen mit 104 (103), Reichsbank mit 201 (200,75), Allg. Lokal & Kraft verloren 1 o. H. auf 150, Westdeutsche Kaufhof 62,13 bis 62,25 (62,50), AG. für Verkehr 133,50 (133,65), Moenus Maschinen 114,40 (114,50). Auch der Rentenmarkt hatte nur kleines Geschäft, es bestand aber etwas Nachfrage. Att- befitz 124,90 (124,75), Reichsbahn-VA. 127,75 (127,65), Städte-Altbesitz unverändert 129,75, ebenso Kommunal-Umschuldung mit 93,60. 5 o. H. Verein Stahl 101,75 (101,40). Die Geschäftstätigkeit war auch im Verlaufe kaum lebhafter. Die Kursentwicklung am Aktienmarkt blieb unregelmäßig Teilweise ergaben sich mäßige Erhöhungen, IG. Farben 169 nach 168,50, Deutsche Erböl 152,65 nach 152, Verein. Stahl 118,75 nach 118,50, Mannesmann unter Schwankungen 125,40 nach 125,25, Aschaffenburger Zellstoff jetzt mehr beachtet mit 143,50 nach 142,25. Andererseits lagen Kaliaktien weiter gedrückt, Aschersleben 118 bis 117,50, Salzdetfurth nur zum Einheitskurs 157 (160), Westeregeln 117,50 nach 118,65. Die variablen Renten lagen still. Goldpfand- briefe wurden gefragt bei unveränderten Kursen, die beiden Frankfurter rationiert, do. Kommunal- Obligationen 98,50 (98), die übrigen unverändert. Liquidationspfandbriefe und Stabtanleihen lagen nahezu unverändert. Dekofama-Anleihen etwas leichter, I. 131,75 (132), III. nach Pause 99,75 (101,75), Neubesitz 37 (37,25). Industrie-Anleihen lagen uneinheitlich. Im Freiverkehr wurden genannt: Adler« werke Kleyer 113,75 bis 115,75, Wayß & Freytag 148,50 bis 150,50, Brennabor 114,50 bis 116,50. — Tagesgeld weiter ejwas versteift auf 2,75 (2,50) v. H. Abendbörse gehalten. An der Abendbörse blieb bas Geschäft klein. Aufträge lagen kaum vor, während die Kulisse in ihrer Zurückhaltung verblieb, die weitere Schwäche an den Auslandsbörsen blieb nicht unbeachtet. Andererseits machte auch die Dividendenerhöhung bei Ges- fürel um 1 v. H. auf 7 v. H. keinen besonderen Eindruck, weil sie überwiegend erwartet worden war. Gesfürel selbst unverändert 151. Auf den übrigen Märkten ergaben sich gegen den Berliner Schluß verschiedentlich leichte Erhöhungen, so bei Rheinstahl auf 158,75 (158,13), bei RWE. auf 129 (128,25), bei Daimler auf 139,13 (138,40), auch JG.-Farben 0,25 v. H. höher mit 168.75, dagegen bröckelten Bernberg weiter ab auf 118,75 (119,25), Muag gingen auf 150,50 (151,25) zurück. Der Rentenmarkt war bei unveränderten Kursen ruhig, Kommunal- Umschuldung 93,70, öproz. JG.-Farben 135,65, 5proz. Verein. Stahl 101,75. Im Freiverkehr fanden die mittags schon bevorzugten Werte bei wenig veränderten Kursen wieder etwas Interesse. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 29. April. Auftrieb: Großvieh 870 (gegen 1007 am letzten Donnerstags- markt), darunter 150 (173) Ochsen, 151 (166) Bullen, 464 (542) Kühe, 105 (126) Färsen. Kälber 286 (331), Hämmel und Schafe 17 (23), Schweine 565 (1180). Notiert wurden je 50 Kilo Lebendgewicht in RM.: Ochsen a) 44 bis 45 (42 bis 45), b) 38 bis 41 (39 bis 41), c) 36 (34 bis 36); Bullen a) 40 bis 43 (41 bis 43), b) 39 (39), c) 34 bis 36 (34); Kühe a) 41 bis 43 (41 bis 43), b) 35 bis 39 (35 bis 39), c) 28 bis 33 (27 bis 33), d) 15 bis 25 (16 bis 25); Färsen a) 41 bis 44 (42 bis 44), b) 40 (40), c) 33 bis 35 (35), d) 28 (26 bis 28). Kälber a) 60 bis 65 (60 bis 65), b) 56 bis 59 (53 bis 59), c) 41 bis 50 (42 bis 50), d) 32 bis 40 (30 bis 40). Hammel b2) 45 bis 50 (48 bis 53), c) 38 bis 44 (—); Schafe nicht notiert. Schweine a) 52,50, bl) 52,50, b2) 52,50, c) 51,50, d) 48,50, Sauen gl) 52.50, g2) 50,50 (alles unverändert). Marktverlauf: Rinder und Schweine zugeteilt. Kälber, Hämmel und Schafe lebhaft. Nächste Märkte am 4. und 5. Mai. Die Industrie- und Handelskammer Gießen gibt Auskunft: 289: Pvstbeförderung mit Luftschiff „Hindenburg" am Nationalen Feiertag (1. Mai). — 290: Dritte Verordnung zur Durchführung des Gesetzes über Abwertungsgewinne. — 291: Neuregelung der Errichtung von Jnlandskonten im Warenverkehr mit USA. — 292: Bestimmungen über die Expvrtvalutaerklärung in Svnderfällen (bei Unterlieferanten, mittelbarer Ausfuhr, Beipackung, Sammelladung). — 293: Umrechnungskurse in den Güter- und Tierverkehren mit dem Auslande. — 294: Anhangsbegünftigung für Apparate usw. von Deutschland nach Bulgarien, Griechenland und weiter. — Einzahlungskurse für Postanweisungen nach dem Ausland. — 296: Anordnung 25 der lieber» wachungsstelle für Eisen und Stahl (Derwendungs- befchränkung für Weißblech und Weißband). — 297: Anordnung Nr. 11 der Ueberwachungsstelle für Mineralöl (Beimischung von Kraftspiritus zu Kraft- ftoffen). — 298: Bekanntmachung zur Verordnung über den Bezug von Spiritus zu Treibstoffzwecken vom 4. Juli 1930. — 299: Zellwolle und Zellwoll- waren im deutschen Zolltarif. Kleine politische Nachrichten. Auf Einladung der faschistischen Regierung wird der Reichsminister des Auswärtigen, Freiherr von Neurath, am 3. Mai in Rom eintreffen, um den Besuch des italienischen Außenministers Graf Ciano im Herbst vorigen Jahres zu erwidern. Reichsminister von Neurath wird sich einige Tage in Rom aufhalten und wird von mehreren höheren Beamten des' Auswärtigen Amtes begleitet fein. ♦ Als erstes Gastland läuft das Schulge schwader der Vereinigten Staaten mit amerikanischen Seekadetten in diesem Jahr Deutschland an. Das Geschwader, das aus den Linienschiffen „New York", „Arkansas", „Wyoming" besteht, wird vom 21. bis 29. Juni in Kiel vor Anker gehen. Im Anschluß besucht das Geschwader Achen und Livorno. * Durch Gerichtsbeschluß ist die Tätigkeit der W a r- schauer Presseagentur „P reß" verboten worden. Die Agentur pflegte auch über das Deutsche Reich und über die Danziger Verhältnisse alarmierende Falschnachrichten und Schauermärchen zu verbreiten. Aus aller Welt. Erdbeben-Panik in einer argentinischen Provinz. ^Die Bevölkerung im nördlichen Teil der Provinz Santiago del Estero (Argentinien) ist durch eine folgenschwere Naturerscheinung in Panik versetzt worden. Ohne die sonst üblichen Anzeichen bei einem Erdbeben bildeten sich plötzlich drei Meter tiefe und IV2 Meter breite Erdrisse, die sich über 100 Kilometer durch den betroffenen Provinzteil hin» Zogen. Der Eisenbahn- und auch der Wagenverkehr mußte vielfach unterbunden werden. Vier Tote bei einem Zusammenstoß englischer Bomber. In der Nähe von Methwold (Norfolk) stießen zwei schwere Bomber der englischen Luftftreitkräfte zusammen. Der eine stürzte brennend ab, und der nnbere zerschellte beim Aufprall auf den Boden. Soweit bisher festgestellt, wurden vier Flieger getötet. Ein Schwerverletzter ist ins Krankenhaus gebracht worden. Bergungsabteilungen der Luftwaffe haben mit den Aufräumungsarbeiten begonnen. UrJOO Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) 5reitag,30. April |937 • I WM 1 * „Die Tochier des Samurai." Festvorstellung im Gloria-Palast. So wie die junge Schauspielerin Setsuko Hara auf ihrer Reise durch Deutschland unser Land kennenlernt, so erschließt sich dem deutschen Betrachter des Films ein tiefer Blick in die japanische Welt und in die Seele des japanischen Volkes. Er begreift, daß dieser Film mit Recht in tieferem Sinne eine Gemeinschaftsarbeit genannt werden darf^nicht nur darum, daß deutsche und japanifd>^"StünftIer sich zu gemeinsamer Arbeit verbanden; sieht auch. nun, furchtbar enttäuscht und am Ende verzweifelt, sich zu opfern beschließt. * Die Bekehrung des verlorenen Sohnes, die Lösung des zunächst unlösbar scheinenden Konfliktes ist das eigentliche Thema des Films, das mit einer großen Kunst aus der Gegensätzlichkeit der die Handlung tragenden Elemente entwickelt wird. Wir ermessen die ganze Spannweite des Konfliktes in der Kleine Teestnnbe mit Selsuko Hara. Die japanische Hauptdarstellerin des Films „Die Tochter des Samurai« in Gießen zu Gast. Sechzehn Tage mit dem Sibirien-Expreß ununterbrochen auf der Bahn, anschließend 14 Tage kreuz und quer durch Deutschland „auf Tournee", vor- Ißfcte- Station: Kassel, dann kommt Gießen. Hier findet eine mehr als stürmische Begrüßung auf dem Bahnhof statt, so daß es dem kleinen, zierlichen und menschenscheuen Fräulein Setsuko Hara ganz angst Und bange wird. Ein wenig später sitzen wir ihr in kleinem Kreise gegenüber, wo es weniger aufregend zugeht. Der Besitzer des Gloria-Palastes, Herr A. Henrich, hatte zu einem Empfang im Hotel Schütz einge- lnden, zu dem sich u. a. Oberbürgermeister Ritter, gefilmt. Aber die etwa zehn japanischen Filme, die sie gedreht hat, sind mit unfern Spielfilmen kaum ZU vergleichen. In der „Tochter des Samurai" erhielt sie ihre erste, große Aufgabe im Sinne der europäischen und insbesondere unserer deutschen Produktion. ♦ „Die Tochter des Samurai" wurde von Dr. F a n ck in nur sieben Monaten gedreht; das ist eine verhältnismäßig geringe Zeit, wenn man sich die außergewöhnlichen Hemmungen vor Augen hält, die sich dieser deutsch-iapanischen Gemeinschaftsarbeit entgegenstellten. Man bedenke vor allem die sprachlichen und Verständigungsschwierigkeiten: jede kleine Anweisung des Regisseurs an den Beleuchter beispielsweise mußte erst durch den Dolmetscher übertragen werden. (Dr. F a n ck studierte monatelang Land und Leute, ehe er in Kioto, dem japanischen Neubabelsberg, an die eigentliche Arbeit gehen konnte.) Oder man stelle sich die Geduldsprobe vor, auf einem etwa 2000 Meter hohen Vulkan mit der Kamera auf den „richtigen" Ausbruch zu lauern, wie er für den Film gebraucht wird. * Dies ist also Setsuko Haras erster europäischer, ihr erster deutscher Film; dies ist auch ihre erste Begegnung mit dem „Westen", mit Europa, ihre erste große Reise durch Deutschland. Es gefällt ihr gut bei uns, es macht ihr Freude, durch unser Land zu reisen und es kennen zu lernen mit allen landschaftlichen Schönheiten. Hara heißt auf deutsch etwa Aue oder Wiese, und der Name paßt, wie man sagen darf, ausgezeichnet zu dieser jungen Darstellerin, die ein rechtes Naturkind ist. Die ganz großen Städte und die vielen fremden Menschen beunruhigen sie zwar ein wenig — ebenso wie ein abgeschlossenes deutsches Hotelzimmer —, sie hat sich auch darüber gewundert, daß in Berlin die Bäume mitten in der Stadt an der Straße stehen, was sie aus ihrer Heimat nicht kennt. Aber auf dem schönen, weiten Reichssportfeld hat es ihr gefallen, da hat sie sich getummelt wie ein junges Fohlen in aller Ungebundenheit und Lebenslust ihrer siebzehn Jahre. Die langen Bahnfahrten machen ihr nichts aus, und. es gibt auch, wie wir hören, anfänglichen Befürchtungen ihres deutschen Betreuers zum Trotz, keinerlei Ernährungsschwierigkeiten. Unser Schnitzel schmeckt ihr jedenfalls ausgezeichnet. Dieser Film ist nicht nur für die Terra, sondern für Setsuko Hara im Besonderen ein außerordentlicher Erfolg. Bis zum 15. Mai geht die Tournee noch durch Deutschland, von hier vielleicht nach Paris, vielleicht nach Wien, das steht noch nicht fest. Das kleine Fräulein Wiese wird ein schönes Stück von der Welt gesehen haben, wenn sie in den Fernen Osten zurückkehrt; einstweilen hat sie noch kein Heimweh nach Japan und nach ihren sechs Geschwistern. Sie hat bei uns nicht nur Land und Leute kennengelernt, sondern auch einen Einblick in das geistige Leben in Deutschland bekommen. Sie hat deutsche Filme, deutsche Opern und Schauspiele gesehen; sie wird auch die Feier des 1. Mai miterleben können und vielleicht, wenn alles gut geht, mit dem Zeppelin nach Berlin fliegen. Wir wünschen ihr eine glückliche Reise. — Setsukos Bild mit eigenhändiger Unterschrift. (Aufnahme: Terra-Film.) Bürgermeister Professor Dr. Hamm und die Vertreter der Presse eingefunden hatten, um Setsuko Hara, die japanische Hauptdarstellerin des unter der Leitung von Dr. Arnold F a n ck gedrehten deutsch-japanischen Gemeinschaftsfilms „Die Tochter des Samura i", persönlich kennenzulernen. * Eine Unterhaltung, wie sie sonst bei derartigen Empfängen zu sein pflegt, konnte diesmal nur auf Umwegen geführt werden, da Fräulein Hara ganz wenige Worte Deutsch, der Berichterstatter aber leider keine Silbe Japanisch spricht. Setsuko Hara erschien in Begleitung ihres Schwagers K a l y u k o, der in Japan als Filmregisseur tätig ist und die junge Setsuko auch zum Film gebracht hat; die Dolmetscherin Frau Dr. P e e r tz und Herr Rabe von der Terra erzählten uns alles, was wir wissen wollten, um es unseren Lesern zu berichten. * Setsuko Hara, die klein und schlank, zierlich und scheu in der geschmackvoll-farbigen Kimonotracht ihrer Heimat in unserm Kreise sitzt und nur hin und wieder ein paar leise japanische Worte spricht, auch lächelnd und nicht ohne Mühe ein paar Schriftzeichen (von oben nach unten) aufs Papier malt, ist erst 17 Jahre, wurde in Yokohama geboren und ist in Tokio großgeworden. Trotz ihres zarten Alters hat sie drüben schon seit zwei Jahren wie überraschend nah die meist so fremd und unbegreiflich erscheinende Welt des Fernen Ostens uns sein kann, wie weltanschauliche Grundzüge und weltpolitische Probleme in unserem und in jenem Volke einander berühren. Diese sehr ausgeprägte weltanschauliche Haltung gibt dem Film eine klare Tendenz, aber man muß sogleich hinzufügen, daß die Tendenz mit rein künstlerischen Mitteln zum Ausdruck gebracht wird. Um das, was der Film darstellen will, unferm Dorstellungsvermögen nahe zu bringen, hat man eine Form gewählt, die bestechend genannt werden darf: die geschickte, gewissermaßen fugenlose Verschmelzung von Kulturfilm und Spielhandlung. Das Grundproblem entwickelt sich, um einen uns geläufigen Begriff anzuwenden, aus dem Motiv des verlorenen Sohnes. Ein junger Japaner, der lange Jahre in Deutschland studiert und sich in der westlichen Welt verwandelt hat, kehrt, schon entfremdet, in die Heimat zurück, um mit den neugewonnenen Kenntnissen seinem Lande zu dienen. Er glaubt in Deutschland auch in einer Studienfreundin, die ihn begleitet, die Frau gefunden zu haben, mit der er fein neues Leben daheim werde teilen können. Aber daheim wartet eine japanische Braut auf ihn, die Tochter seines reichen Adoptivvaters, der ihm fein Studium ermöglicht hat; der Junge glaubt — wider feinen Willen, feine neu- aeronnnene „individualistische" Ueberzeugung — aus Dankbarkeit diese Mitsuko heiraten zu' müssen, die sehnsüchtig auf ihn gewartet hat, die ihn liebt, die Gegenüberstellung der europäischen und der japanischen Welt — das Thema „Ostwind — Westwind" klingt auch hier an —, am deutlichsten in den beiden Frauengestalten, zwischen denen der junge Japaner zu wählen hat. Wir erleben auch, sehr eindringlich, die Spaltung und Spannung in feinem Lande selbst: das moderne Japan mit seiner westlichen Zivilisation, mit Hochhäusern, Lichtreklamen, modernen Maschinen — und das alte Japan, das Land der Väter, die Samurai-Welt mit tausendjähriger Tradition, mit ehrwürdigen Anschauungen und unerschütterlichen Gesetzen; wir erleben diese Welt mit allem Zauber ihrer Landschaft, mit Kirschblüten, Park und Fischteich, mit geschwungenen Brücken, Lampions und Laternen, mit tankenden Geishas, Stockfechtern und Ringkämpfern, mit dem primitiven Ochsenpflug des alten Vaters im Reisfeld und dem riesigen, in rätselhafter Starrheit thronenden Götterbilde. * Mit der Entscheidung zwischen den beiden Frauen entscheidet der Heimkehrer zugleich zwilchen den beiden Welten, zwischen Ostwind und Westwind. Er reißt die verzweifelte Mitsuko im letzten Augenblick vom Todessprung in den glühenden, brodelnden, dampfenden Vulkan zurück und hat mit ihr — bei aller Aufgeschlossenheit für die neue, die vorwärtsdrängende, zukunftsuchende, westliche Welt — die alte Heimat wiedergefunden, das ewige Land seiner Väter; er besinnt sich auf die alten Kräfte seines Blutes, seines Volkes, auf die Tapferkeit, die glühende Vaterlandsliebe des Samurais. Auch in Japan ist die Familie die Keimzelle des Staates, ist die gute, mütterliche Erde der Urgrund des völkischen Lebens. Und es ist ein Bild von tiefer Symbolkraft, wenn der Vater das winzige Kindchen, das die Mutter ihm lächelnd reicht, behutsam in die Furche seines Ackers bettet, den er nicht mit dem Ochsenpflug des alten Vaters, sondern mit einer modernen Maschine bestellt. Er weiß, daß sein Volk, wie das fremde, befreundete, bei dem er lernte, ein Volk ohne Raum ist, zu klein für die wachsende Zahl seiner Bewohner, aber stark und entschlossen, sich den Raum zu erschließen, den es braucht, um leben zu können. — * Es ist eine hervorragende Leistung des Regisseurs Dr. Arnold Fanck, diese Gedankengänge mit den Mitteln des Spielfilms wie des Kulturfilms ins Bild umgesetzt zu haben. Er arbeitet so gepflegt wie geschickt: ausgesprochen malerisch, mit Spiegelungen und weichen Ueberblendungen, er zaubert gleichsam eine Bilderfolge von Aquarellen vor uns hin, und jedes Bild ist von überzeugender Wirklichkeit, viele Bilder auch von unmittelbar symbolhafter Wirkung. Und so malerisch, lyrisch, ja idyllisch er zu schildern vermag, so scharf und schroff stellt er die gegensätzlichen Welten des Ostens und des Westens, des Alten und des Neuen neben-. und gegeneinander, so dramatisch steigert er den Opfer- und Läuterungsgang auf den vulkanischen Gipfel. Setsuko Hara ist die kleine Samuraitochter Mitsuko, eine zarte Gestalt von sanfter, vogelhafter Anmut, gleicherweise rührend in ihrer kindlichen Freude, im Jubel der Erwartung, in ihrer bitteren Enttäuschung, ihrem schmerzlichen Verzicht, im großen stillen Glück wiedergefundener Liebe und junger Mütterlichkeit. — Ihr gegenüber und allein als einzige Deutsche unter lauter japanischen Darstellern untere Ruth E w e l e r, schlank und blond, sehr ausgeprägte Repräsentantin ihrer Rasse und ihres Volkes, von einer ruhigen Bestimmtheit des Handelns, von einer beherrschten Sicherheit des Gefühls, dabei nicht ohne Sinn für Humor. Großartig spielt Jsamu K o s u g i den heimkehrenden Sohn im Zwiespalt zwischen den widerstrebenden Mächten seines Daseins, in der schrittweisen Ueberwindung des Konfliktes — mit einer geballten Energie geistiger wie körperlicher Anspannung, lebendigste Widerlegung übrigens der europäischen Anschauung von der Gleichförmigkeit und Ausdruckslosigkeit des japanischen Gesichts. — Unvergeßlich auch die Züge des Samurai (Haya- k a w a), der alten Mutter (To ki w a) in einer kleinen ergreifenden Szene, des einstigen Lehrers und des singenden Kindes. — * Der Film, mit dem Prädikat „staatspolitisch und künstlerisch wertvoll" ausgezeichnet, erschien gestern abend in einer Festvorstellung im Gloria-Palast. Das Haus, mit liebevoller Sorgfalt im japanischen Stil geschmückt, war mehr als ausverkauft; unter den geladenen Gästen bemerkte man zahlreiche Vertreter der Partei, der Wehrmacht und der Behörden. Die Kapelle der 116er erfreute zu Beginn durch die schwungvolle Wiedergabe mehrerer Musikstücke. Dann betrat Oberbürgermeister Ritter die Bühne, um in einer kurzen Ansprache die Bedeutung der Veranstaltung zu würdigen und in den Inhalt und tieferen Sinn des Films einzuführen; er kennzeichnete das Problem „Volk ohne Raum" als das eigentliche, beide Völker verbindende Thema des Werkes und wies auf die hier gezeigte beifpiel- gebende Haltung der japanischen Nation hin, die uns ein Vorbild fein könne in unserer gemeinsamen Arbeit an den vom Willen des Führers uns bestimmten großen Aufgaben. — Dann stellte Oberbürgermeister Ritter die Hauptdarstellerin Set- suko Hara vor, die vom Publikum sehr herzlich begrüßt wurde. Hans Thyriot. Gute Möbel bei Koos Giessen Schulstr6 Hütte im Ruhrgebiet. Von Erich Grisar Das Land ist flach. Kleine Grünfetzen, schmutzige Bäche und darüber ein Himmel, der aussieht wie ein alter Anzug. So grau, so verschmutzt und so rissig. Manchmal fallen ein paar Sonnenstrahlen durch feine Riffe. Meistens der Regen. Der macht die Menschen frösteln, die auf den Straßen gehen, auf den Wegen, die sie hinführen zu einer Zeche oder einem Hüttenwerk. Viele Wege enden hier vor einer Hütte. Die taucht plötzlich aus dem Dunst der Landschaft hervor wie ein Gigant. Reckt sich, sprüht Flammen gegen die Wolken. Zischt. Schlote stoßen nach oben, und merkwürdig, selbst der Mensch, der auf den Wegen des Reviers klein und unsichtbar erschien, erscheint hier neben den Giganten als ein Gigant. Wie das kocht und zischt. Wie das heult und wogt auf so einer Hütte. Und dieses Donnern der Winderhitzer, dieses Brüllen des in die Pfannen stürzenden Eisens. Das Brummen der Kräne. Das Rattern der Lokomotiven. Und hoch oben, vierzig Meter oft über der Sohle des Werkes, die Gischtbühne. Hier beeilen sich Männer, die heranrollenden Wagen der Seilbahn in den Schlund des Riesenofens zu entleeren. Gas steigt empor. Ein kleines bereitgehaltenes Koksstück fliegt durch die Luft und schon wandelt sich das giftige Gas zur brodelnden Flamme. Und durch die Flammen hindurch die Schatten der Menschen. Haben sie Zeit, einmal einen Blick zu werfen von hier über das Land? Hinunter zu den Erzbunkern, herüber zu den Gasometern, das Aufblitzen der Kanäle im Sonnenschein, das Prasseln des Regens zu beachten? Wagen auf Wagen rollt die Seilbahn heran. Erz. Koks. Erz. Koks. Immer wieder Erz und Koks, Erz und Koks. Und unten, vierzig Meter tiefer, unter dem Dampf der Kühlrohre, unter den eisernen Gurten noch, die den Riesen umkrallen, damit er nicht gesprengt wird von der Glut in seinem Innern, der Abstich. Wie das gluckst und zischt. Wie das knallt in der vorgewärmten Pfanne. Und die blauen Flämmchen, die die Kruste durchschlagen, die sich bildet auf den Bächen die dem Innern des Ungetüms entströmen. Ein Mann steht dabei. Er entnimmt dem glutflüssigen Material eine Probe, die bald erkaltet und im Laboratorium des Werkes zerkleinert und analysiert wird, ehe noch die mit kochendem Eisen gefüllte Pfanne durch das Werk jagt zum Mischer. Sternenregen über den Menschen. Flammen über item Wett. Rauch über dem ganzen Revier und Schweiß auf allen Gesichtern, die in die Glut starren und denen Wärme längst nicht mehr Wärme ist. Die an nichts denken dürfen als an die Temperatur der Winde, die den Glutturm durchjagen, an die Farbe der Signallampen, die ihnen angibt, ob der Ofen abgestochen werden soll, oder ob eine neue Ladung Koks hinunter muß in den Höllenschlund. Nichts denken als Arbeit. Arbeit. Das ist das Heldentum unserer Zeit. Das Eisen wandert langen Weg. Gemischt im Mischer, aufgekocht im Thomaswerk, von Stürmen durchbraust im Konverter, der ihm die Kohle entzieht, die in riesiger gegen den Himmel anstürmender Flamme verbrennt, wird es Form in großen Kukillen, erstarrt es zu Blöcken, um von neuem dem Zwang sich zu fügen, der es hindurchjagt durch Walzen. Hin und her. Wieder und wieder. Und der Donner erdröhnt und die Walzen poltern und graue Schlacke bildet sich auf der glühenden Haut des Eisens, und immer wieder muß es hindurch durch die stählernen Backen, bis es schlank ist wie eine Schlange und wie eine Schlange sich bäumt und biegt. Immer wieder packen Männer den Kopf, schwenken ihn herum, lassen die Schere sausen und stecken das eine Ende der Schlange in die Walze zurück, in der das andere Ende noch ächzend sich krümmt. Und die Männer wissen: Ein Fehlgriff ist Tod. Ein Fehlgriff ist Verderben. Und hastiger noch greifen die Zangen die glühenden Schlangen und die Männer sind heiß und der glühende Schweiß rinnt von den Rücken, die schmerzend sich bücken. Acht Stunden dauert der Tag. Acht Stunden voll Mühen. Acht Stunden im Glühen. Aber das Eisen wird jünger in all dieser Qual. Elastischer, länger. Und verläßt als glänzende Schiene, als breite Lamelle, als starkes Prosil das donnernde Werk. Auch die Männer verlassen das Werk. Sie sind müde, ausgebrannt ist der Blick ihrer Augen. Aber in ihnen ist Glühen, ist Lohn für das Mühen, ist heilige Kraft. Denn sie wissen, sie haben am Werke aeschafft. Am Werk, das Symbol ist, Symbol ihrer Größe, Symbol jener Kraft, die aus Zwergen Zyklopen, aus einsamen Menschen Gemeinschaft macht. Und die grauen Kulissen sind plötzlich zerrissen, und die Müden, Gequälten sind die Erwählten, ihr Auge ist klar und ihre Lippen formen das Wort: Gemeinschaft ist Zukunft, Gemeinschaft ist Leben. Gemeinschaft ist Sieg. Und die Dampfhämmer dröhnen, und die Walzen stöhnen, und der Himmel ist rot wie in jeder Nacht. Der Kupferschmied. Von Friedrich Demi. In einem Frankenstädtchen, das winters nach Pfefferkuchen und sommers nach dem Laub der Walnußbäume riecht, wohnte ein Kupferschmied, der bei den Leuten gemeinhin „der Kupferne" hieß. Seine Werkstatt glich einer geräumigen Höhle. Ein spinnwebverhangenes Fenster ließ das grelle Tageslicht nur spärlich hereinsickern. Dafür leuchtete wand- entlang und auf den Gesimsen allerhand rotes Geschirr. Der Raum schien erfüllt von einem sattmetallischen Ton; es gehörten haushälterische Augen dazu, in dem zuckenden Zwielicht zu arbeiten. Uns Kindern bedeutet die Werkstatt ein geheimnisvolles Reich erdhafter Mächte. Der Meister selbst, der ein Sonderling war, glich einem Schmied der Vorzeit und redete wenig; manchmal unterbrach er sein Hämmern, lachte, als stecke ihm ein Metallsplitter in der Kehle und winkte einem von uns Kindern, die wir neugierig unter der halbgeteilten Türe standen. Dann hob er den Nächstbesten, der schrie und zappelte, zu sich herein, schwenkte ihn um die Esse, befahl ihm in die Asche zu blasen, daß Flämmchen krochen und lud ihn zuletzt unter „Ho" in einem tiefen Kupferkessel ab. Als wir größer waren, hörten wir eines Tages folgende Geschichte, die unsere eigenwillige Neigung zu dem Manne untergrub und unsere Neugier auf platte Weise stillte: Der Meister pflegte Samstags zum Feierabend den Ellerbach entlang zu einem Dorfkeller zu wandern, wo ländliches Rauchbier, Speck und Brot eine saftige Kumpanei ausmachten. Man hatte ihm nachgerühmt, daß er mäßig trank, aber an diesem Tage schien er seinen Ruf Lünen zu strafen. Er scherzte etwas derb mit der Kellnerin, stürzte einen Krug nach dem andern hinunter, ohne sich gerade töricht zu benehmen. Der Schaum des bräunlichen Bieres hing in seinem schartigen Bart. Endlich brach er auf; er war sehr anaeheitert. Die Maikäfer stießen brummend an seine Schläfe. Sein Weg führte an stattlichen Fachwerkhäusern vorbei, über eine Brücke, deren Bogen mit einem wohlgeformten Satz den Bach Überschwang. In der Brückenmitte stand auf einem geschweiften Sockel der heilige Nepomuk. Er war aus Sandstein gehauen, fein Gewand bauschte sich sogar bei Windstille, drei Finger seiner linken Hand waren abgebröckelt, der Strahlenkranz über seinem Hauvte vom Roste zerfressen. Eine Weile hielt der Meister inne und betrachtete unsicher das Bildwerk, dann überkam es ihn wie unendliche Rührung und Heiterkeit: er stieg auf den Sockel, breitete die Arme um den fteifen Heiligen, küßte ihn ab, (ad^te und weinte. Da löste sich die morsche Figur von ihrem Standplatz und fiel mitsamt ihrem ungebetenen Verehrer klatschend in das erstaunte Flüßchen. Die Nässe brachte den Kupferschmied zur Besinnung; ohne sich um das Gelächter der Anwesenden zu kümmern, packte er feinen heiligen Nepomuk und trug ihn trotzig nach Hause. Was er dort mit ihm anfing, blieb dunkel; einige sagten, derselbe hätte lange noch im hintersten Winkel der Werkstatt gelehnt und seinen eigenen Zerfall belauscht. Sicher ist, daß der baufällige Brückenpatron sehr schnell durch einen nagelneuen, ebenso sandsteinernen und leidenschaftlich bewegten ersetzt wurde. Der Kupferschmied hatte den Auftrag an den Steinmetzen gegeben und ins Vrovinzblättchen eine Verlautbarung über den Kostenpunkt gesetzt. Ob er durch solch ein entblößendes Verfahren sich an den Spießbürgern und an dem Heiligen rächen wollte? Das Städtchen, das zuerst das Vorkommnis im behaglich humoristischen Sinne gewürdigt hatte, zeigte sich beleidigt. Die Kundschaft des Handwerkers ging zurück, und man sagte dem Meister allerhand Zweideutiges nach. Er hämmerte immer noch, auch wenn er keine Aufträge mehr hatte. Die doppeltgeteilte Türe der Werkstatt blieb freilich von oben bis unten verschlossen, auch für Kinder. An einem Sommerabend öffneten die Landjäger gewaltsam und fanden weder den Meister noch den Heiligen. Manche glauben, er fei auf die Landstraße gegangen, einige munkeln, er habe fein Kupfer in Gold verwandeln können und lebe irgendwo als reicher Mann. Sei dem wie ihm wolle: Damals schüttelte ich den Kopf über den sonderlichen Menschen, heute lächle ich. Der Herr der Heerscharen. Als 1864 der zweite Dänische Krieg ausbrach, wurde der alte Wrangel zum zweiten Male an die Spitze einer vereinigten preußischen-österreichi- chen Armee gestellt, und obwohl er fast 80 Jahre alt war, wurde seine Wahl zum Oberfeldherrn überall als selbstverständlich angesehen. In Anerkennung seiner dem Daterlande auch in diesem Kriege geleisteten Dienste wurde er nach dem Kriege in den erblichen Adelsstand erhoben. Als unter Führung des Prinzen Friedrich Karl am 18. Avril 1864 die Düppeler Schanzen erstürmt waren, sandte König Wilhelm diesem folgendes Telegramm: „Nächst dem Herrn der Heerscharen danke ich dir für den herrlichen Sieg. Wilhelm." Der Prinz las das Telegramm in Gegenwart Wrangels vor. Kaum hatte er geendet, als Wrangel sich an ihn wandte und sagte: „Mit dem Herrn der Heerscharen, damit meint er mir." Trotz Warnung kein Eingreifen der kirchlichen Behörden. Bemerkenswer.e Feststellungen in einem Koblenzer Meineidsprozeß. In den letzten Wochen hat wieder eine Reihe von Prozessen gegen katholische Gei st- liche und Ordensbrüder stattgesunden, in deren Mittelpunkt fast immer sexuelle Ausschweifungen gestanden haben. Geistliche und Ordensbrüder starken vor dem Richter, weil sie die ihnen anvertraute Jugend mißbraucht oder schwachsinnige Schutzbefohlene mißhandelt hatten. In den Prozessen sind Dinge zur Sprache gekommen, die so ekelerregend sind, daß sie sich kaum wiedergeben lassen. Begreiflicherweise hat sich' der katholischen Elternschaft wegen dieser in Klöstern und Erziehungshäusern aufgedeckten Verbrechen große Unruhe bemächtigt. Denn es sind ja nicht Einzelfälle, die hier zur Aburteilung kommen mußten, sondern mehr als tausend Geistliche und Ordensbrüder mußten zur Verantwortung gezogen roerben oder warten noch auf ihre Aburteilung. Begreiflicherweise empfindet die katholische Kirche diesen unerhörten Skandal, der sich in zahlreichen, ihr unterstehenden Klöstern und Erziehungsanstalten aufgetan hat, äußerst peinlich. Unbegreiflich ist es jedoch, daß von kirchlicher Seite her Versuche gemacht worden sind, eine Niederschlagung der Verfahren zu erreichen und als dies nicht geschah, die schwer belasteten und durchweg zu hohen Zuchthausstrafen verurteilten Angeklagten zu Märtyrern zu stempeln, die Opfer eines gegen die katholische Kirche eingestellten Nationalsozialismus seien. Damit ist der nationalsozialistische Staat als Hüter des Rechts aber auch als Schützer der deutschen Jugend in der schwersten Weise herausgefordert worden. Denn bei diesen Prozessen handelt es sich nicht um einen Kampf des Nationalsozialismus gegen die katholische Kirche, sondern um die sittliche Reinerhaltung unseres Volkes, eine Aufgabe, der sich auch kein anderer Staat entziehen könnte. Es ist bedauerlich, daß die kirchl. Behörden dies nicht rechtzeitig erkannt zu haben scheinen und nicht mit aller Deutlichkeit den Trennungsstrich zwischen sich und denen gezogen zu haben, die bewiesen haben, daß sie unwürdig sind, das Gewand des Geistlichen zu tragen. Es ist dies auch um dererwillen besonders bedauerlich, die — und ihre Zahl geht in die Hunderttausende — als Geistliche und Ordensbrüder ihre Pflicht gegenüber der Kirche sowohl wie gegenüber ihrer Nation ehrlich erfüllen, und denen es unbeareiflich sein muß, daß kirchliche Behörden zu den schweren sittlichen Verfehlungen von Angehörigen ihres Standes solange geschwiegen haben und jetzt versuchen, die zutage getretenen Mißstände in Klöstern und Erziehungsanstalten zu vertuschen. Es sind dies die gleichen Kreise, die sich in tollsten Beschimpfungen gegen die Hitler-Jugend und das nationalsozialistische Erziehungsideal auslassen und die Gemeinschaftsschule bekämpfen, aber nicht den Mut und die Kraft aufbringen, in ihrem eigenen Hause Ordnung zu schaffen. Der nationalsozialistische Staat hat den Schutz der christlichen Bekenntnisse gewährleistet und will sich dieser Verpflichtung nicht entziehen. Er ist deshalb aber auch gezwungen, um der allgemeinen Sauberkeit willen jetzt reinen Tisch zu schaffen mit allen denen, die unter diesem Schutz glaubten, sich ungestraft tollste Ausschweifungen leisten zu dürfen Sollten kirchliche Behörden hiergegen weiter Front machen, so besteht durchaus die Möglichkeit, die Prozesse gegen Priester und Ordensangehörige durch Rundfunkübertragung dem ganzen deutschen Volke und der Weltöffentlichkeit zu übermitteln und damit weitesten Kreisen die Möglichkeit zu geben, sich aus eigenem Hören ihr Urteil zu bifoen. Der Mmdsprozeß in Koblenz. Koblenz, 30. April. (DNB.) Beinahe unglaublich klingende Feststellungen mußte das Schwurgericht in Koblenz am Donnerstag in einer Verhandlung gegen den Franziskanerbruder Michael M a g i n, genannt Bruder Julian, machen, der beschuldigt wurde, unter E i d eine falsche Aussage gemacht zu haben. Der Angeklagte war als Bruder-Vorsteher in dem dem Waldbreitbacher Franziskanerorden gehörigen Herz-Jesu- Hospital tätig. Er schilderte bei seiner Vernehmung die Zustände in dem Kloster und erklärte, daß er mit dem Hausgeistlichen Pater C u l u m b a n dauernde Auseinandersetzungen gehabt habe. Pater Eulumban habe sich sogar während des Gottesdienstes am Altar umgedreht und öffentlich erklärt, daß er ihm, dem Bruder Julian, die Kommunion verweigere. Der Bischof von Trier als apostolischer Visitator habe eine Untersuchung eingeleitet, in deren Verlauf dann Pater Eulumban das Klo st er habe verlassen müssen. Wie sich nun herausstellt, ist Pater Eulumban aus dem Kloster gewiesen worden, weil er seine vorgesetzten kirchlichen und klösterlichen Stellen auf die entsetzlichen Ausschweifungen und Zuchtlosigkeiten hingewiesen hat. Auf die Frage des Vorsitzenden erklärt der Angeklagte Bruder Julian zwar, daß er weder aus eigener Wahrnehmung, noch von dritter Seite etwas über sittliche Verfehlungen im Herz-Jesu-Haus erfahren habe. Er will so gar dann, als der schwer- beschuldigte Bruder R u p e r t u s auf Anweisung des Generaloberen fristlos entlassen worden sei, noch nicht den gering ft en Verdacht gehabt haben, daß sich der Bruder in sittlicher Hinsicht verfehlt habe. Diese Aussage hatte Bruder Julian unter E i d gemacht. Dem Angeklagten wurde aber einwandfrei nachgewiesen, daß ihm bereits vor der Eidesleistung von dem Angestellten Böhm m i t g e t e i 11 worden sei, daß sich unsittliche Vorkommnisse widerlichster Art ereignet hatten. Es kam weiter zur Sprache, daß die Verfehlungen dem Angeklagten auch aus einer Konferenz mit dem Bischof von Mainz bekannt sein mußten, da Pater Culum- ban sie hier vorgetragen hatte. Bemerkenswerte Feststellungen brachte dann die Vernehmung des Kapuzinerpaters Lulum- b a n, der mit aller Deutlichkeit die furchtbaren Zustände in den Klöstern der Franziskaner geißelte und von feinem vergeblichen Kampf gegen die entsetzlichen Ausschweifungen und Zuchtlosigkeiten berichtete. Mil größter Entrüstung wies er darauf hin, daß er keinen Streit mit dem Bruder- Vorsteher gesucht habe, sondern nur für die Wiederher st ellung von Zucht und Sitte habe Sorge tragen wollen. Der Pater erklärt il a., Betrunkene haben das Kloster auf den Kopf gestellt. Ich habe die Geistlichkeit immer wieder gewarnt, daß hier einmal ein riesiger Skandal ausbrechen werde. Ich selbst wollte keinen haß gegen den Vorsteher, sondern ich sah es als meine Pflicht an, die Waldbreitbacher Brüder von ihrer Roheit und Verdorbenheit abzubringen. Wer bei den Waldbreitbachern Charakter bewies, mit dem war es bald aus. Das ganze Regiment ekelte mich an und es war eine himmelschreiende Sünde, wie die Oberen in Waldbreitbach die armen jungen Leute im Orden verkommen ließen Anfang November fuhr Pater Columban zumBi - schof von Mainz, um ihm Bericht zu erstatten. Der Bischof erklärte aber: „Wie soll ich da vorgehen, damit ich keine Dummheit mache?" Der Zeuge erwiderte dem Bischof: „Bestrafen Sie die Schuldigen, dann tun Sie Ihre Pflicht." Doch es wurde nichts unternommen. Als dann bei einer neuen Besprechung außer dem Bischof der Generalvikar und der Generalobere zugegen waren, packte ich aus und schilderte alle Vorgänge im Kloster, wobei ich die Namen der einzelnen Klosterbrüder nannte. Als ich die Aufzeichnungen, die eine einzige Anklage gegen die Waldbreitbacher darstellten, übergeben hatte, erklärte der Generalobere zum Bischof: „Wir müssen verhüten, daß diese Auszeichnungen in die Hände der Polizei fallen." Pater Columban stellte dann fest, daß der Bischof nach seiner Meinung jahrelang von den Zuständeön gewußt und nicht eingegriffen habe. Der Zeuge kam dann cuf eine der vom Bischof von Trier angeordneten Visitationen im K l o st e r zu sprechen und erklärte, daß hierbei die eigentlichen Zeugen gar nicht vernommen worden seien. Sie hätten aus Angst vor Kündigungen gar nicht den Mut gehabt, sich zu äußern. Unter großer Spannung aller prozeßbeteiligten wurde dann der Bischof von Mainz Dr. Albert S k o h r als Zeuge aufgerufen. Zur größten lleberrafchung erklärte jedoch der Zeuge, daß er von feinem Zeugnisverweigerungsrecht Gebrauch machen wolle. Zur Begründung führte der Zeuge an, daß er von den widerwärtigen Vorgängen Kenntnis erhalten habe, daß er sich verpflichtet fühle, hierüber zu schweigen. Der Staatsanwalt gab hierauf die Erklärung ab, daß er die Zeugnisverweigerung für ungerechtfertigt halte. Lr werde jedoch auf die Aussage verzichten und seine Schlüsse aus dem Verhalten des Bischofs ziehen. Auch der nächste Zeuge, Domprätendant Or. Hammer, verweigert die A u s s a g e mit der gleichen Begründung. Der Staatsanwalt führte in feinem Plädoyer aus: Nicht in einem einzigen Verfahren hätten die kirchlichen Obrigkeiten es für notwendig gehalten, die Behörden in ihrem Kampf gegen die klösterliche Unzucht zu unterstützen. Ganz im Gegenteil habe man immer wieder feftfteüen müssen, daß den Ermittlungen der Staatsanwaltschaft der allergrößte Widerstand entgegengesetzt wurde. Man habe sich geweigert, die Klosterakten herauszugeben. Als der Vertreter der Staatsanwaltschaft mit dem Bischof von Trier sprach, habe auch dies keinen Erfolg gehabt. Es muß festgestellt werden, daß die Anklagebehörde kein Interesse daran hatte, von den Ordensangehörigen Dinge zu erfahren, die sie in Gewissenskonflikte hätten bringen können, sondern es ging einzig und allein darum, die Wahrheit über die furchtbaren Zustände in den Klöstern zu erfahren. Der Staatsanwalt erklärte wörtlich: Wir sehen in diesem Verhalten die einheitliche Linie des Wider st an- des gegen den Staat. Als 1936 der Bischof von Trier der Anklagebehörde die Mitteilung zu- gchen ließ, daß er acht Angehörige des Franzis- kanerordens wegen sittlicher Verfehlungen entlassen habe, stellte sich bald heraus, daß diese in einem anderen Orden außerhalb der deutschen Grenze wieder Aufnahme gefunden hätten. Wir stehen in dem heutigen Verfahren vor der ungeheuren Tatsache, daß sich der Angeklagte dazu hat hinreißen lassen, unter E i d die Unwahrheit zu sagen. Die erfrischende Offenheit, mit der Pater Columban seine Aussage gemacht hat, ließ das Bestreben erkennen, die reine Wahrheit zu sagen. Demgegenüber standen Zwei Vertreter der kirchlichen Behörde, die ihre Aussage verweigert haben. Daß sie den Angeklagten tm Stiche gelassen haben, läßt eindeutige Schlüsse zu. Das Gericht verurteilte den Angeklagten Bruder Julian wegen Meineides zu 2 Jahren Zuchthaus und 5 Jahren Ehrverlust. Außerdem wurde ihm für Lebenszeit die Eidesfähigkeit aberkannt. Wetterbericht des Reichswetterdienstes. Ausgabeork Frankfurt. Das mächtige europäische Hochdruckgebiet hat sich noch verstärkt, beläßt seinen Schwerpunkt jedoch auch weiter über England. Demgemäß rft ein stärkeres Eingreifen der im Norden und Osten vorüberziehenden Störungen bis zu uns nicht zu befürchten, wenn auch anderseits fein durchaus heiteres Wetter und bei nördlicher Luftzufuhr keine stärkere Erwärmung wahrscheinlich sind. Aussichten für Samstag: Wolkig bis heiter und im allgemeinen trocken, tagsüber nur mäßige Erwärung, lebhafte nördliche bis östliche Winde. Aussichten für Sonntag: Im wesenlichen heiteres und trockenes Wetter. Lufttemperaturen am 29. April: mittags 13,5 Grad Celsius, abends 8,4 Grad; am 30. April: morgens 7,6 Grad. Maximum 14,2 Grad, Minimum heute nacht 3,7 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 29. April: abends 9,9 Grad; am 30. April: morgens 6,6 Grad. — Sonnenscheindauer 2,9 Stunden. Aoch ist es Zeit N atu r-Humus-Dünger den Boden zu düngen, zu verbessern und frühere und bessere Ernten zu erzielen. Auf Wunsch Lieferung frei Haus. D. R. Pat mit dem kraftvollen Verkaufslager: Gtädt. Gaswerk, Gartenstraße 3 und Gtädt. 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Zeich^, feten’^5'05 * damiK^P- Miche ,rfur di *rb,n Nens& ift !cn feellU l9en Zeit. ’eW und ^en5 nn5'° S i« lebeffi '^r '“often 1S ?feotai-X9 W? ®ejt größten Leistung MARKTSTRASSE NUMMER 29 Fachgeschäft für Schirme und Handschuhe Schirm-Steil Kreuzplatz 6 Kreuzplatz 6 Juwelier Kreuzplatz 8 Uhrmacher Kleidung HERREN-BEKLEIDUNGSHAUS Gießen CARL BRUCK Vertrags - Schneiderei des Standortes Gießen Das Spezialgeschäft für gute Herren- und Knaben-Kleidung Schreibtisch - Garnituren • Feinpapiere Schreibmappen • Goldfüllhalter Bürobedarf • Geschenkartikel aller Art Otto Georg vorm. 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April 1937 Der Junge ist mit Begeisterung bei seiner Arbeit. — (Werkaufnahme.) kräftige Betriebe immer mehr. Die Zahl der Ar- Der Mann in vorderster Front. Wehr im Dienste des Lölkes Im Laboratorium mit Freude bei der Sache. Am Zeichentisch wird eifrig geplant. (Aufnahmen [4]: Neuner, Gieß. Anz.) Sonntag, 2. Mai. r eine starke deutsche wirken zu sehen. Der Rundfunk am 1. Mai. Alle Sendungen des Tages sind Reichssendungen. 6 Uhr: Hafenkonzert. 8.05: Gymnastik. 8.45: Morgenmusik. 9: Christliche Morgenfeier. 9.45: Bericht vom Start des „Radrennens rund um Frankfurt". 10: Sonntagmorgen ohne Sorgen. 10.30; I So kann auch in unserem Gießener Wirtschaftsbezirk am morgigen nationalen Feiertag von jedermann mit Recht der reiche Segen der Arbeit gepriesen werden „Wieder in der Arbeit Segen, wie in froher Ernte stehen!" Ein prächtiges Wort, das unsere Herzen freudig bewegt! Zwar wissen wir, daß noch manche harte Wegstrecke vor uns liegt, bis wir zu der glatten Bahn kommen, die wir alle für unseren Marsch in die Zukunft ersehnen. Aber wir wissen auch, daß uns allen ein Mann voran- ner der Steine und Erde konnten bald kräftig die Hände regen. Ihre Arbeit brachte die unmittelbar angeschlossenen Betriebe wieder in flotten Gang. Und nicht lange dauerte es, bis die ganze riesige Maschinerie des Arbeits- und Wirtschaftslebens wieder in Lauf war und ein immer kräftigeres Tempo nahm. In Gießen wuchsen ganze Stadtteile neu empor. Der Wohnungsnot wurde mit Nachdruck zu Leibe gegangen. Arbeitsbeschaffung und verständnisvolle soziale Maßnahmen griffen wunderbar ineinander und trieben die Entwicklung des Volks- und Wirtschaftslebens auf allen Gebieten immer weiter aufwärts. Der Geist der Gemeinschaft, durch den hohen Sinn der Kameradschaft und dSr unlöslichen Verbundenheit aller Volksgenossen täglich neu belebt und vertieft, machte das Schaffen zur Freude und ließ es zu gedeihlicher Frucht wachsen. Neben der Bautätigkeit in der Stadt galten die produktiven Maßnahmen der nationalsozialistischen Regierung auch allen übrigen Gebieten der Das Kunstwerk unter der Hand seines Meisters. treffenden Maßstab für die richtige Beurteilung seiner von der Not getroffenen Volksgenossen; oft hörte man das vorschnelle und ungerechte Wort von den „Faulenzern", die „nichts schaffen wollen". Auf beiden Seiten viel Ungerechtigkeit und Mangel an Verständnis und Mitgefühl. Alles schien verschüttet, was man jahrelang als Segen der Arbeit empfunden und preisen gehört hatte. * Der Frühlingssturm der großen politischen Erneuerung seit dem Jahre 1933 brachte auch unserer engeren Heimat in kurzer Zeit auf wirtschaftlichem Gebiet die glückliche Wendung zum Besseren. Adolf Hitler, der Führer der deutschen Nation, setzte mit machtvoller Kraft den Hebel am richtigen Ende Aufgabe zusteht, mit weiblichem Sinn und mit der unerschöpflichen Tiefe weiblicher Herzensgüte den Männern die Last des Alltags zu erleichtern und die heranwachfesde Generation auf gute Wege zu führen, geraten durch die schwere seelische und körperliche Not auf die geradezu entgegengesetzte Seite ihrer natürlichen Aufgaben. Das waren unsere Eindrücke und Gedanken im Jahre 1931 bei dem Besuche in den arbeitstoten Hüttenhallen von Buderus in Wetzlar. Und nicht freundlicher wurden unsere Eindrücke und Ausblicke, als wir im Jahre 1932 eine Reihe weiterer oberhessischer Betriebe in allen Gegenden unserer Heimatprovinz besuchten. Ueberall versanken lebens- Wieder seine Hände regen Wieder durchs Fabriktor gehn; Wieder in der Arbeit Segen Wie in froher Ernte stehen. Woike. Zum fünften Male begehen wir den Nationalen ! Feiertag des deutschen Volkes. Ueberall werden am heutigen Vorabend des Festtages eifrig die Hände geregt zum Schmuck der Stadt und der Häuser. Alle Schaffenden stehen innerlich bereits im Zeichen des Gemeinschaftstages. Morgen marschiert wieder der Universitätspröfessor neben dem Manne aus der Werkstatt; gleichen Schrittes sehen wir den Beamten oder den Arzt neben dem Volksgenossen aus dem Bauberuf oder aus der Kolonne des Straßenreinigungsbetriebes in Reih und Glied einherschrei- 'en; der Soldat findet sich in dieser Marschkolonne usammen mit seinen Brüdern, die ihm in oieler- Chorgesang. 11.15: Froher Sonntagmorgen. 12: Musik am Mittag. Als Einlage 13 bis 13.15 Uhr: Sport am Sonntag. Berichte von der Strecke: Radrennen um Frankfurt. 14: Kinderfunk. 14.45: Das Volk erzählt. 15: Deutsche Scholle. 16: Sonntagnachmittag aus Saarbrücken. Ein bunter Melodienwirbel. 18: Der Maien ist kommen, und das ist ja wahr! 18.30: „Der Ruf zum Werk" (Ursendung). Hörspiel von Hanns Trautner. 19.15: Schöne Stimmen. 19.40: Sportspiegel des Sonntags. 20: Alldem Preuß Staatstheater, Kassel: „Tosca". Musikdrama in drei Akten. 22.20: Nachrichten. Montag. 3. Mai: 6 Uhr: Choral, Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Musik zur Frühstückspause. 10: Schulfunk. 11.15: Hausfrau, hör zu! 11.45: Landfunk. 12: Schloßkonzert. 13: Nachrichten — Offene Stellen. Nachrichten aus dem Sendebezirk. 13.15: Schloßkonzert. 14: Nachrichten. 14.10: Allerlei von zwei bis drei. 15: Volk und Wirtschaft. 15.15: Kinderfunk. 15.45: Kammermusik. 16.15: Von Felsakrobaten, Gletscherflöhen und Hüttenwanzen. Eine unterhaltsame Viertelstunde. 16,30: Unterhaltungskonzert. 17.30: Rhein und Main in der Wirtschaft der Welt. Funkbericht zur Wirtschaftstagung. 18: „Stuttgart spielt auf". Heitere Feierabendmusik. 19: Grundsteinlegung in der Heimbeschaffungsaktion der Hitlerjugend. Es spricht der Jugendführer des Deutschen Reiches: Baldur von Schirach. 19.30: Der Zeitfunk bringt den Tagesspiegel. 20: Nachrichten. 20.10: „Am Donauquell und auf der hohen Baar ..Ein froher Schwarz- waldheimatabend. 22: Nachrichten — Grenzecho. an: er schuf Arbeit! Damit machte er die Menschen wieder glücklich und zufrieden. Zwar ging nicht alles von heute auf morgey. Jedoch die Anlaufzeit war nur von kurzer Dauer. Dann aalt wieder für viele Menschen das herrliche Wort, das in dichterischer Form dieser Betrachtung vorangestellt ist. Wo wenige Monate AUDor noch alle Räder stillstanden, die Kraft der menschlichen Arme feierte, der schaffensfroheGeistder Arbeiter in den Konsttuk- tions-Büros oder in den Laboratorien niederae- zwungen war, überall da wurde es lebendig und immer lebendiger. Wie überall im Reiche, so wurde auch in Gießen und in unserem heimischen Wirtschaftsbezirk vor allem das Baugewerbe als Gegen der Arbeit. Einst und Heute im Gießener Wirtschastsbezirk. wirtschaftliche Schlüsselstellung wieder mit neuer Kraft erfüllt. Die Män- sväter arbeitslos auf der Straße liegen. In den Städten und den Dörfern sind die Arbeitsämter zu Stempelstellen herabgesunken Tausende von kräftigen Männern geben sich vor ihren Eingängen käalich ein Stelldichein. Drinnen in dem Raume wird ein Stempel aufs Papier gedrückt. Der Mann bot damit für diesen Tag das stecht auf das jämmerliche Almosen der Arbeitslosenunterstützung erworben Das ist alles, was das Reich für seine ichaffenskräftigen Menschen tut. Jünglinge verkommen seelisch und körperlich in dieser furchtbaren 2eit Ernste Männer, durch den Einsatz ihres Lebens und ihrer Kräfte während der Kriegsjahre ui lebendigen Kündern des Gemeinschaftsgeistes oeworden, zerbrechen innerlich unter der furcht- taren Geißel der Arbeitslosigkeit und werden zu Verächtern von Recht und Gesetz, von Sitte und Mksrnoral. Alte Männer, die ein Leben lang nach ren strengen Begriffen der Pflicht und der straffen Tilüvlin gewirkt haben, kennen sich m dieser Welt nicht mehr aus. Frauen und Mädchen, denen die Arbeit. Unsere engere Heimat wurde schon bald erfaßt von der weithin ausstrahlenden Kraft des Baues der Reichsautobahn. Dazu kam eine Reihe weiterer großer Aufbauwerke. In Stadt und Land wuchsen die Arbeitsgelegenheiten wie Pilze aus der Erde. Viele Orte Unserer engeren Heimat konnten ’ dank der segensreichen Regierung Adolf Hitlers schon nach wenigen Monaten die erfreuliche Tatsache melden, daß bei ihnen keine Arbeitslosen mehr vorhanden seien. In Gießen erlebten wir die seltene Tatsache, daß dem Arbeitsamt ausreichende Arbeitskräfte aus unserer Stadt und der engeren Umgegend zur Bewältigung aller Arbeitsaüfgaben bald nicht mehr zur Verfügung standen Von weither mußten Männer herangeholt werden, um im Gießener Wirtschaftsbezirk allen Arbeitsaufgaben entsprechen zu können. Diese Maßnahme hatte die erfreuliche Folge, daß auch in vielen anderen Orten, die verkehrsgeographisch nicht besonders günstig liegen, schon seit Monaten der Begriff der Arbeitslosigkeit keine aktuelle Bedeutung mehr hat. Wir erleben es gerade in diesen Wochen, daß durch den Bau der Reichsautobahn innerhalb des Kreises Gießen und der angrenzenden Bezirke viele zusätzliche Arbeitskräfte aus anderen Gegenden herangeholt werden müssen, weil in unserer engeren Heimat arbeitslose Menschen erfreulicherweise nicht mehr vorhanden sind. In der Nähe von Winnerod wurde für diese Männer ein großes Barackenlager errichtet, in dem sie ein behagliches Unterkommen in der Nähe ihres Arbeitsplatzes finden und infolgedessen nicht mehr am Morgen und am Abend die oft Dutzende von Kilometern langen Wege von und nach ihren Heimatorten zurücklegen müssen. Die großartige Bautätigkeit im Zuge der Reichsautobahn und die vielfachen Arbeitsaufträge aus der Wiederaufrichtung unserer Wehrmacht haben kein Arbeitsgebiet unserer engeren Heimat unberührt gelassen. In den Fabriken sausen die Maschinen wieder mit voller Kraft. Aus den Werkstätten der Handwerksmeister hört man die frohe Botschaft emsiger Arbeit. An den Tischen der Ar- beiter der Stirn ist eine Fülle von Aufgaben des produktiven Schaffens täglicher Gesellschafter der Menschen. In den Ladengeschäften machen sich die Auswirkungen der wiedererstandenen Arbeit auf allen Gebieten in eindrucksvoller Weise geltend. Die Männer verdienen wieder, die Frauen können wieder einkaufen! Das ist eine schöne Sache für unsere Frauen, aber nicht minder erfreulich für unsere Männer. Arbeit und nochmals Arbeit ist die Parole jedes Tages. Und mit der wiedererstandenen Arbeit kommen auch ihr Erfolg und zugleich der frohe Sinn der Menschen und der zuversichtliche Glaube an die deutsche Zukunft unter der Führung Adolf Hitlers zum Ausdruck. Wir verzichten darauf, in diesem Zusammenhänge unseren Lesern Zahlen aufzutischen. Dafür seien einige überzeugende Hinweise angeführt. Wo früher große Arbeitslosigkeit der Facharbeiter bestand, ist heute ein geradezu beklemmender Mangel an Facharbeitern vorhanden. Die Frage des Nachwuchses, von den zuständigen Stellen mit aller Tatkraft angepackt, wird hier eine der dringlichsten Aufgaben der Zeit. Wo früher arbeitslose Eckensteher zu sehen waren, erblickt man heute allenfalls gegen Abend einige Volksgenossen, die sich auf dem Heimweg von der Arbeit auch einmal kurz in den Straßen um- schauen und sich dabei vielleicht eindrucksvoll jener Jahre erinnern, da sie hier gezwungenermaßen untätig herumstanden. Während einst die meisten Menschen „geladen", d. h. stark mißvergnügt waren über ihr unerträgliches Schicksal, sieht man heute Männer und Frauen mit ganz anderem Sinn und mit zuversichtlicher Geisteshaltung. Und wo man einst eine auf dem Wege des Verderbens schon weit vorgeschrittene Jugend bemerkte, da- treten einem heute prächtig disziplinierte junge Menschen voll Arbeitsfreude und voll Arbeitsstolz entgegen, die sich ihres Wertes und ihrer Verpflichtungen nicht nur in der engeren Heimat, sondern auch für die große Gemeinschaft unseres Volkes bewußt sind. Und wo wir einst in Gießen nur eine kleine Zahl von Waffenträgern der Nation im Ehrenkleid des deutschen Soldaten sahen, da erleben wir jetzt dank der Großtat unseres Führers täglich die Freude, wieder beitslosen stieg von Monat zu Monat, schließlich von Woche zu Woche an. Haß, Verzweiflung und Bitterkeit griffen immer mehr um sich. Wer durch die Geißel der Not von dem Segenstisch der Arbeit ausgeschlossen war, sah in denen, die noch schaffen konnten, einen unverdient Bevorzugten des Glückes, sprach ihn als Feind an. Wem das Glück vergönnt war, noch schaffen zu können, verlor vielfach den schreitet und uns den Weg ebnet, der schon weit größerer Schwierigkeiten Herr geworden ist und durch die Kraft seines Geistes und seines Willens Taten von gewaltiger Größe vollbracht hat, die auch wir in unserer engeren Heimat noch vor weni- gen Jahren nicht so schnell erhofft hatten. Dieser Mann ist der Führer des deutschen Volkes Adolf Hitler. Hinter ihm und mit ihm marschieren in der geschlossenen Kolonne des deutschen Volkes auch unsere Volksgenossen der engeren Heimat. Wir alle wissen, daß die glückliche Wende in unserem Leben und Wirken nur diesem einen Manne zuzuschreiben ist. Und darum sind wir uns auch einig in dem Bewußtsein, daß ihm, unserem Führer, unser Dank und unsere Gefolgschaftstreue für den weiteren Marsch gebührt. Diesen Dank und diese Treue wollen wir dem Führer am morgigen nationalen Feiertag durch unseren geschlossenen Aufmarsch erneut bekunden, damit er daraus noch mehr Kraft schöpfen kann für die Fortführung seines großen Er- neuerungs- und Aufbauwerkes zum Segen der deutschen Nation. B. Berlin, 29. April. (DNB.) Die deutschen Rundfunksender bringen am Samstag, 1. Mai, nachstehendes Programm: 5 Uhr: Morgenspruch. Allerlei Volksmusik. 6 Uhr: Bergarbeiter musizieren. 7 Uhr: Blasmusik. 8 Uhr: Festliche Musik. 8.30 Uhr: Jugendkundgebung im Olympiastadion des Reichssportfeldes. Es sprechen der Jugendführer des Deutschen Reiches, Reichsminister Dr. Goebbels, der Führer. 9.20 Uhr: Orchesterkonzert. 10 Uhr: Festsitzung der Reichskultur- tammer. Rede des Präsidenten der Reichskulturkammer, Reichsminifter Dr. Goebbels, und Verkündung des Nationalen Film- und Buchpreises. 11.10: Marschmusik. 11.25: Bericht von der Fahrt desFührers zum Lustgarten. 12 Uhr: Staatsakt im Lustgarten. Begrüßungsansprache: Neichsminister Dr. Goebbels. Ansprache des Neichsorganisationsleiters Dr. Ley. Rede des Führers. 13.30 Uhr: Bunte Musik. 15Uhr: Tanz unterm Maienbaum. 16 Uhr: Musik im Frühling. 18 Uhr: Oratorium der Arbeit. 19.15 Uhr: Der Mai ist gekommen! 20 Uhr: Echo des Nationalfeiertages. »litt durch die Ereignisse des 1. Mai. 2Ö.30 eschwingte Weisen. 21.55 Uhr: Nachrichten. 22 Uhr: Abendkundgebung und Großer Zapfenstreich im Lustgarten. Rede des Reichsführers SS. und Chefs der deutschen Polizei Heinrich Himmler. 22.45 Uhr: Tanzmusik. ei Hinsicht die Vorbedingungen für seinen Dienst mit der Waffe schaffen. Kurzum: Gießen wird wieder das gleiche Bild der Arbeitskameradschaft und der seelischen Harmonie zeigen, wie wir es überall im neuen Deutschland sehen. Und ba gehen unsere Gedanken in die Anfangszeit dieses Jahrzehnts zurück, wir vergleichen das Einst mit dem Heute. Frühsommer 1931. Wir weilen zu einer Besichtigung in den Buderusschen Eisenwerken in Wetzlar. Diel Interessantes ist zu sehen. Eifrig sind rußgeschwärzte Männer an der Arbeit. Glühendes Metall fließt in die Gießformen und Apparate. Unermüdlich rattern die Maschinen und wuchten die Krane, rollen Transportwagen hin und her. Und bernoch ist auch ein falscher Klang an dieser Stätte der Arbeit. Es ist die bedrückende, ja lähmende stille in manchem Arbeitssaal, die als Fremdes an das herz des Besuchers greift. Auf unsere Frage hören wir, daß hier die Arbeit stillgelegt werden mußte. Ein furchtbares Wort: Stillegen der Arbeit! Ein Wort, das unendlich viel Not und Elend in sich schließt. Wo wenige Monate zuvor noch Hunderte von Menschen ihr täglich Brot verdienen konnten, ist nun die Stille des Wirtschaftstodes eingetreten. Fast findet in der Zeit des unaufhaltsamen Niederganges mancher wenig oder gar nichts mehr dabei. Nur die Betroffenen, die Leidenden der Notzeit gehen mit verbitterten Mienen durch den Tag. Daheim das grausige Gespenst des Hungers md der Entbehrung. Kinder, der Stolz und die Hoffnung der Eltern, büße» die elementarste Kräftigung für ihr Leben ein. Mangel an Ernährung, Mangel an seelischen Aufbaukräften stehen als Notzeichen auf ihrem jungen Lebensweg. Frauen und Matter reiben sich körperlich und seelisch auf Schafsinswillige Männer, die Fäuste und die geistigen Kräfte in produktiver Arbeit zu rühren gewohnt, missen am Abend des Tages nicht, ob sie nicht wenige Tage Oer 1. Mai in Gießen Marschgruppe I im 20.00 Marschgruppe II 21.00 7.15 Mrschordiwiig, Anordnungen für den Umzug s Bootshaus. unteren auf Oswaldsgarten. sind angetreten. i hitterwall, Spitze SS.-Standarte. in der Ludwigstraße, Spitze Ecke Ludwigstrahe / Vleichstrahe. Amt Reisen, Mandern und Urlaub. Die Rheinfahrt am 2. M a i fällt aus. 8.30 Uhr: Iugendkundgebung 11.15 Uhr: Sämtliche Betriebe ^eranstaltungSfolge: Freitag, 3 0. April. Uhr: Maisingen des BDM. in den einzelnen Giehener Ortsgruppen. Uhr: Gemeinsames Maisingen des Giehener BDM. auf dem Brandplah. Samstag, 1. Ul a i. Uhr: Mecken und Morgengruh, ausgeführt vom Musikzug der SA.-Standarke 116 und vom Musik- und Fanfarenzug des Jungvolks. — hissen der Fahnen. 11.30 Uhr: Abmarsch beider Marschgruppen zum Oswaldsgarten. 12.00 Uhr: Kundgebung auf dem Oswaldsgarten. Mir verweisen im übrigen auf die in dieser Zeitung bereits veröffentlichten allgemeinen Richtlinien für den 1. Mai. Marschgruppe II. Marfchleiter: Slnrmhauptführer Bender. A u f st e l l u n g in der Ludwigstrahe, Spitze Lcke Vleichstrahe. Anmarsch nur vom Ludwigsplah her. Teilnehmer und Reihenfolge: Spielmannszug und Kapelle des 32L 116. Abordnungen der Wehrmacht. Fahnengruppen der Ortsgruppen. Arbeitsfront. Jungvolk. Ehrenbereitschaften der politischen Leiter, der RSVO., des 3V. Reichsarbeitsdienst 160 Mann. NS.-Sludentenbund marschiert vor der Universität. Der Spielmanns- und Fanfarenzug des 3D. marschiert in der Mitte der Marschgruppe II. handel, Handwerk und Gewerbe, alle Geschäfte, Innungen, Kraftfahrzeuggewerbe. Sämtliche staatlichen Behörden und Betriebe. Universität mit allen Kliniken. Sämtliche Reichs- und Landesbeamten und Angestellte. Alle Schulen, auch privatschulen. (Antreten um 11 Uhr im Hofe des Realgymnasiums.) Geistliche Behörden. Den Schluh bilden 30 Mann SS. Marschweg: Vleichstrahe, hindenburgwall. Horst-Wessel-Wall, Oswaldsgarten. Angetreten um 11.15 Uhr, Abmarsch um 11.30 Uhr. Anordnungen für beideMarschgruppen: Vis auf die uniformierten Abordnungen wird in Achterreihen marschiert. Für die uniformierten Abordnungen gelten ihre Dienstvorschriften. Eine bestimmte Reihenfolge innerhalb der Betriebe und zivilen Teilnehmer besteht nicht. Die Aufstellung erfolgt in der Reihenfolge der Ankunft. Aufmarsch und Absperrung auf Oswaldsgarten durch die $ 2L Kreisleitung Wetterau der RLDAP. Die Vetriebsführer und Vetriebsobmänner haben dafür zu sorgen, dah alle Betriebe vollzählig an- treten. Betriebsfeiern dürfen am 1. IHai erst nach Beendigung der Hauptkundgebung abgehalten werden. Hauptaufmarschleiter ist SA. - Standartenführer Lutter. Den Anordnungen der SA.-Männer (kenntlich durch weihe Binde) ist unbedingt Folge zu leisten. Der Umzug erfolgt in zwei Marschgruppen: Marschgruppe I. Marschleiter: Sturmbannführer Förster. Aufstellung im hitterwall, Spitze an der SS.-Standarte. Anmarsch nur durch den hitterwall oder Moltkestrahe von der Richtung Moltkeslrahe her. Teilnehmer und Reihenfolge: Spielmannszug und Musikzug der Standarte 116. Fahnengruppe der SA., RSKK., H3. Ehrenstürme der SA„ RSKK.» H3. Werkscharen marschieren bei ihren Betrieben. Sämtliche Betriebe: Reichsbahn, Tabakindustrie, Stadt Giehen, Banken, Wehrmacht-Verwaltung, heeresbauamt, sämtliche Betriebe der Privatindustrie, GA., Biebertalbahn usw. Freie Berufe: Aerzte und Mitarbeiter (auher Kliniken), Rechtsanwälte mit Personal, Versiche- rungsbüros usw. Angestellte, Hausgehilfinnen, Reichsnährstand. Den Schluh bilden 30 Mann der SS. Marschweg: hindenburgwall, Goethestrahe, Seltersweg, Kaplansgasse, Vahnhofstrahe, Reustadt, Oswaldsgarten. Angetreten um 11.15 Uhr, Abmarsch um 11.30 Uhr. neinjchaftsfilm. .Treffpunkt in r'jX. Die öeutfche Rrbeitofront _ 0.9.=bemcinfchafl „firaft durch frcuöc Volkes. Vetr. 3ugendfilrnstunde „Die Tochter des Samurai“. Ich weise nochmals auf die Jugendfilmstunde am 2. Mai im Lichtspielhaus, Bahnhofstraße, hin. Eintritt 20 Pf. Antreten jeder Mädel- und Jungmädel- gruppe um 10 Uhr am Lichtspielhaus, Bahnhofstraße. Mädelgruppe 2/116 Giehen-Rord. Am Freitag, 30. April, tritt die Mädelgruppe um 20 Uhr pünktlich am Brandplatz zum Mailieder- singen an. Am Samstag, 1. Mai, treten wir um 7.45 Uhr am Brandplatz zur Jugendkundgebung an. Am 1. Mai ist ab 14 Uhr Kluftverbot. Von der Universität. Don der Pressestelle der Universität Giehen wird uns mitaeteilt: Professor Dr. Büttner, Oberarzt der Medizi- nischen und Nervenklinik der Universität Gießen, hat zum 1. April 1937 die Leitung der inneren Abteilung des städtischen Krankenhauses in Görlitz Schlesien) übernommen. Der Herr Reichserziehungs- Minister genehmigte die Beurlaubung als Dozent für zwei Semester. Der Reichs- und preußische Minister für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung hat Professor Dr. Aul er in Gießen beauftragt, auch im Som- merfemester 1937 die Vertretung der Betriebswissenschaft in der Rechts- und Staatswissenschaftlichen Fakultät der Universität Marburg zu übernehmen, unter Beibehaltung seiner Lehrtätigkeit in Giehen. Schont die Wiesen! I NSG. Bei dem schönen Frühjahrswetter geht ■ man hinaus. Vater, Mutter und Kind wandern sich müde, sie suchen Rast. Wie da die saftigen Wiesen Großes Wecken der Wehrmacht. Am morgigen nationalen Feiertag findet, neben den an anderer Stelle unseres heutigen Blattes noch einmal angekündigten Veranstaltungen der Partei, auch ein.Großes Wecken der Wehrmacht in Gießen statt. Das Wecken wird zwischen 6 und 7 Uhr unter dem Befehl eines Offiziers, mit den Spielleuten und der Regimentsmufik an der Spitze, gefolgt von einem Begleitkommando in Stärke eines Zuges, durch folgende Straßen marschieren: Abmarsch 6 Uhr vom Schützenhaus durch Kaiserallee, Ludwigsplatz, Gartenstraße, Neuen Säue, Schulstraße, Marktplatz, Mäusburg, Kreuzplatz, Seltersweg, Frankfurter Straße, Friedrichstraße, Röntgen- straße, Ludwigstraße, Bleichstraße, hindenburgwall, hitterwall, Moltkestrahe, Licher Straße zur Kaserne. Bund Deutscher Mädel, Unfergoull6. Velr. 1.2Hai. Am 1. Mai haben alle Mädel und Jungmädel Kluft zu tragen. Ab 14 Uhr ist Kluftverbot Sofern die Einheiten noch nach 14 Uhr antreten müssen, sind Dolkstanzkleider anzuziehen. Die Mädel- und Jungmädelgruppenführerinnen sind mir für die Durchführung der Anordnung veront- locken! Ohne alle Bedenken spaziert die ganze Familie, Vater, Mutter und Kind, über die frische Saat hinweg zu dem jungen Wiesengrün, das so herrlich zur Rast einlädt. Daß aber von den erbarmungslosen Tritten die zarten Halme knicken und zu Grunde gehen, überlegt man nicht. Obwohl in den städtischen Anlagen von Einzelnen die Grundflächen beschritten werden dürfen? Jeder Halm ist im Zeichen des Vierjahresplanes wertvoll und kostbar! Er ernährt die Kuh, die Kuh gibt Milch, aus der die Butter und andere wichttge Nahrungsmittel gewonnen werden. Außerdem: wehe, wenn der Feldschütz kommt und die ganze Familie, womöglich mit einem ganzen Hausrat, Rast halten sieht! Der Sonntag nähme dann einen ziemlich unharmonischen Ausklang. Seid daher einsichtig und überlegt: auch am Wegrande läßt sich herrlich rasten, von dem aus man die jungen sprießenden Wiesen dauernd im Blick hat. Die Wiesen sollte man nicht zertrampeln! Heute Maienbiasen! Am heutigen Freitag, 30. April, von 19 Uhr ab, findet Maienblasen vom Turm der Johanneskirche aüs statt. Vorttagsfolge: 1. Choral: Lobe den Herren, den mächtigen König. Stralsund 1665. — 2. Schäfers Sonntagslied. Conradin Kreutzer. — 3. Volkslied: „Der Mai ist gekommen". Aus der Frauenarbeit in Gießen. Alle gaben zum Dankopfer der Nation? Willst du dich ausschließen? NSG. Als weitere Ortschaften, die sich hundertprozentig in das „Dankopfer der Nation eingetragen haben, werden die Orte Nieder-Bes- f i n g en und Rabertshausen im Kreis Gießen gemeldet. Auch in G r o ß e n - B u s e ck , S t e i n h e i m und R o d h e im haben sich sämtliche haushalte eingezeichnet. ro. . e , In Weidenhausen im Kreis Biedenkopf zeichnete sich die gesamte Schuljugend bis zum Aller- kleinsten mit 175 Kindern beim Sturm 4/88 em! Ohne Paßvermerk keine Steife nach und durch Oesterreich. DNB. Nach §2 Ziffer 1 des Gesetzes über den Reiseverkehr mit Oesterreich vom 24. August find Pässe von Reichsangehörigen mit Wohnsitz oder ständigem Aufenthalt im Inlands für Reisen nach und durch Oesterreich nur gültig, wenn der Geltungsbereich des Paffes von der zuständigen Paßbehörde ausdrücklich auf das Gebiet des Bundesstaates Oesterreich erstreckt ist. Seit Inkrafttreten dieses Gesetzes hat sich gezeigt, daß täglich Reisende, die sich nach Oesterreich begeben und in Bayern die Grenze überschreiten wollen, von den Paßkonttollbehörden zuruckgewiesen werden müssen, weil der Reisevermerk nach Oesterreich im Paß fehlt. Die Reisenden werden daher in eigenem Interesse gebeten, die geltenden Vorschriften genauestens zu beachten. ** Dienstjubiläurn. Man schreibt uns: Auf eine 40jährige Dienstzeit im Dienste des Hess. Staates kann heute der bei dem Hess. Hochbauamt Gic- ßen tätige Bauinspektor Joh. Sälzer zurückblicken. Nach Vollendung seiner fachlichen Ausbildung und Ablegung der Staatsprüfung trat er am 30. April 1897 in den Dienst des Hess. Wasserbauamtes Worms Die Mitglieder der Frauenschaft und des Frauenwerks der Ortsgruppe Gießen-Nord vereinten sich zu einem Gemeinschaftsabend im Caf6 Ebel. Die Leiterin, Frau Stand fuß, gab einen umfassenden Bericht über die Tätigkeit der Arbeitsaemein- schaften des Frauenwerks. Die Gruppe Volkswirtschaft-Hauswirtschaft zeigte die Verwertung von Fisch, die praktische Verwendung von Gemüsen und Gerichte von Magermilch mit Kostproben, während der Abend der Gruppe Erziehung-Schulung einen Vortrag über Kunstseide und" Zellwolle und eine Anleitung zum Weben brachte. In der Gruppe Hilfsdienst hörten die Teilnehmerinnen von der Arbeit des Roten Kreuzes, die Gruppe Grenzland- Ausland zeigte in einem Referat den Aufbau und die Arbeit der Auslandsorganisationen der NSDAP, und Erlebnisse von einer Reise in Rußland. Mit einem Rückblick auf den Geburtstag des Führers forderte die Leiterin die Frauen auf, weiterhin in Treue mitzuarbeiten am Aufbauwerk der Bewegung. Der zweite Teil des Abends brachte einen Dorttag von Frau Bischof über „den Sinn des 1. Mai". Es folgten dann Gedichte und Gesänge aus dem „Oratorium der Arbeit" von Georg Böttcher, das am 1. Mai im Rundfunk zu hören fein wird. Frau Kasten sang aus diesem Oratorium: „Schaffende Arbeit ist Weltengebot" und andere Teile. Gemeinsam wurde gesungen: „Wach auf, wach auf, du deutsches Land". Zum Schlüsse des Abends verteilte die Leiterin an ihre Amtswalterinnen die Zeichen der Mitarbeit und ermahnte sie, in enger Verbundenheit und Treue weiter mitzuhelfen in der Frauenarbeit. F. K. Aus dem Stadttheaterbüro wird uns geschrieben: heute abend findet die Erstaufführung der Oper , „Der Günstling" von Rudolf Wagner-Regeny und ; Caspar Neher statt. Damit nimmt das Stadttheater , zum erstenmal eine moderne Oper in seinen Spiel- plan auf, die seit der Uraufführung in Dresden im Februar 1935 ein lebhaftes Echo gefunden hat. Dem Textbuch zum „Günstling" liegt Büchners Bearbeitung des Dramas „Maria Tudor" von Victor Hugo (1832) zugrunde; es enthält auch einige andere zum Teil wörtliche Zitate aus Büchners Schriften. Musikalische Leitung Kapellmeister Paul Walter. Spielleitung: Wolfgang Kühne. Bühnenbilder: Karl Löffler. — Leitung der Chöre: Ernst Bräuer. — Die in eigener Werkstatt hergestellten Kostüme sind angefertigt nach Entwürfen von Sophie Buchner, ausgeführt von Willi End - r i ch. Die Intendanz macht darauf aufmerksam, daß infolge Beanspruchung des Orchesters in Bad-Nau- heim außer der heutigen nur noch zwei Vorstellungen stattfinden können, und zwar am 4. Mai und 10. Mai. Die Mittwoch-Miete vom 12. Mai muß, da das Orchester schon in Bad-Nauheim beansprucht wird, auf Montag, 10. Mai, vorverlegt werden. Diese Vorstellung, welche die erste Opern-Dorstel- lung mit dem neuen Orchester ist, findet als 30. Vor- stellung der Freitag-Miete statt. Anfang 20 Uhr, Ende 22.15 Uhr. Der deutsche Weister des Liedes Heinrich S ch l u s u u s singt am 7. Mai in der Neuen Aula der Universität Werke von Schumann, Beethoven, Trunk, Pfitzner und Wolf. Das Konzert dürfte von den Musikliebenden Gießens dankbar begrüßt werden, nachdem der Künstler mehrere Jahre nicht in Gießen fingen konnte. Die Heimatvereinigung „Schiffenberg“ hält am Sonntagnachmittag auf dem Schiffenberg ihre diesjährige Hauptversammlung ab. Anschlie- ßend findet eine Familienzusammenkunft statt. Aus der Stadt Gießen.! Festlicher Mai. Es gibt keinen Monat, der dem Mai vergleichbar wäre. Denn alles, was an leuchtender pracht und prangender Schönheit die Erde schmückt, ; bringt er gleich einer berauschenden Symphonie zur vollen Entfaltung. Der Mai erscheint wie ein , begnadeter Märchenprinz, dem die Blumen sroy- lockend ihre Kelche öffnen und dem auf seinem seitlichen Zuge die Vögel ihre schönsten Lieder finden. Wenn der Mai im Lande ist, jubiliert die Daselns- lust in Wald und Flur, und alles scheint einzustim- men in einen großen Lobgesang der Freude. Freilich noch ehe der erste Maientag seine goldenen Lichter anzündet, geistert der mystische Spuk der Walpurgisnacht. Aü der Schwelle des Wonnemonds steht diese Erscheinung aus altersgrauen Zeiten wie ein überliefertes Geheimnis, das drohend Respekt erheischt. Die Nacht der hexen der Teufel und Dämonen hat sich jedenfalls auch bis in unsere Tage behauptet, und wenn hier und da noch Walpurgisfeuer angezündet und lärmende Veranstaltungen durchgeführt werden, so ist das der Nachhall jener Bemühungen, mit denen unsere Vorfahren sich einst der gefährlichen Einwirkung böser Geister zu erwehren trachteten. hinter dieser symbolhaft anmutenden bedrohlichen Finsternis aber strahlt die sieghafte Helligkeit des ersten Mai. Es ist deshalb kein Wunder, wenn der erste Mui, den wir jetzt als Feiertag der nationalen Arbeit festlich begehen, in alten Sitten und Gebräuchen unseres Volkes hohe Bedeutung genoß. Entweder am ersten Mai selbst, oder am ersten Sonntag im Mai gab es in den menten deutschen Landschaften, vor allem beim Landvolk, jenes fröhliche Treiben, das mit dem Mulfingen begann und mit dem Tanz unterm bändergeschmuck- ten Maibaum seinen Höhepunkt erreichte. In Zu^ sammenhang damit stehen auch heute noch vielfach im dörflichen Leben allerlei Bräuche, wie heische- umzüge, feierliche Flurgänge und lustige Spiele auf dem Anger. Maientage sind Tage blühenden Werdens und freudiger Hoffnung. „Es steht die Welt in Blüte, in Blüte steht mein Herz", sang der Dichter Hermann Löns, und wer vermöchte sich der Lieblichkeit und romantischen Schönheit dieses Monats zu entziehen, der einem Hymnus auf Jugendkraft und immer wiederkehrende Neugeburt gleicht. Dem Bauer sind allerdings die allzu schönen Tage dieses Monats nicht sehr willkommen, und er hält sich lieber an eine alte Regel: „Maimonat kalt und windig, macht die Scheuern voll und pfündig." Aber Maien- fröfte sind auch ihm unnütze Gäste und er ist froh, wenn Servatius, der letzte Eisheilige, still vorübergegangen ist. Mit dem Mai beginnt die schöne Jahreszeit ihren festlichen Reigen. Und mögen die Tage zunächst auch noch unbeständig und gelegentlich weniger einladend sein: die Wunder der Schönheit offenbart dieser Monat dennoch, und sein Blütenduft liegt auf allen Wegen, wie der Atem unvergänglicher Schöpfung. Sch- Dornolizen. Tageskalender für Freitag. wörtlich. v . Bei der Jugendkundgebung m Gießen und in den anderen Standorten des Kreises Gießen werden nur die Mädel- und Jungmädelgruppenwimpel rnttge- bracht. Sämtliche Einheiten müssen spätestens 8.15 Uhr am Kundgebungsplatz angetreten, fein. Jede Mädel- und Jungmädelgruppenführerin gibt mir bis zum 3. Mai einen kurzen Bericht über den Verlauf des Nationalen Feiertags des deuffchen Dame verrichtet noch heute ihre Haushaltsarbeiten völlig selbständig. ** Sterb efälle in Gießen. Es verstürben in Gießen: am 17. April: Matthias Heimes, Schneidermeister, 71 Jahre, Licher Straße 74. 18.: Wilhelm Eckhardt, Bezirks-Zollkommissar, 57 I., Löber- ttaße 10. 19.: Maria Erb, geb. Dörr, 69 I., Son- lensttaße 12; Juliane Noll, geb. Wolf, 73 I., Bleich- ttaße 9. 22.: Paul Lenzi, Bäcker, 47 I., Ludwig- ttaße 60; Joh. Glöckle, Korbmacher, 76 I., Löwengasse 5; Elisabeth Jöckel, 68 I., Licher Straße 74. 23.: Antonie Weber, geb. Haas, 61 I., Memeler Straße 9. 24.: Karl Mulch, Reichsbahn-Obersekretär, 60 I., Dammsttaße 34; Karoline Häusler, geb. Ploch, 48 I., Liebigsttaße 63. 25.: Friedrich Jakob Becker, Händler, 68 I., Seltersweg 52. 26.: Frihjof hohagen, 2 Tage alt, Brandplatz 1. 29.: Margarete Lipp, geb. Pfeiffer, 69 I., Steinstrahe 84. ** Viehmärkte in Gießen. Am kommenden Dienstag, 4. Mai, findet hier Rindvieh-(Nutz- vieh-)Markt statt. Am Mittwoch, 26. Mai, wird Schweinemarkt abgehalten. ** Fundgegenstände werden am Freitag nächster Woche im Hofe der Polizeidirektion öffentlich versteigert. Schöffengericht Gießen. Wegen fahrlässiger Tötung hatte sich vor dem Schöffengericht der L. D. aus Lauterbach zu verantworten. Er fuhr am 8. November 1936 mit seinem Personenkraftwagen auf der Straße Lauterbach—Maar. Zunächst war schönes Wetter, später setzten Regenschauer ein. Auf eine Entfernung von 120 Meter sah er einen Motorradfahrer aus einer tiefer gelegenen Mulde herankommen, der auf der falschen (linken) Straßenseite fuhr. Der Beifahrer des Angeklagten machte ihn noch auf das verkehrswidrige Verhalten des Motorradfahrers aufmerksam. Der Angeklagte gab Signal und hat bann auch gesehen, daß der Motorradfahrer nach dem Signal den Kopf hob. Er verlangsamte die Fahrt seines Wagens. Trotzdem streifte der Motorradfahrer den Wagen, und zwar rutschte er an der linken Wagenseite entlang und kam zu Fall. Er flog sechs Meter weit in den Straßengraben, blieb dort liegen und starb nach seiner (Einlieferung ins Lauterbacher Krankenhaus, ohne das Bewußtsein wieder erlangt zu haben, an den erlittenen Verletzungen. Da dem Angeklagten nicht nachgewiesen werden konnte, daß er den Unfall des Motorradfahrers verschuldet hatte, ihm auch wegen seiner Fahrweise keine Fahr- Tageskalender für den Rationalen Feiertag des deutschen Volkes. 7 bis 7.30 Uhr, Wecken; 8.30 Uhr, Jugendkund- gebung; 12 Uhr, Hauptkundgebung. — Gloria- Palast, Seltersweg: „Die Tochter des Samurai", der deutsch-japanische Gemeinschaftsfilm. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Treffpunkt in Paris . Tageskalender für Sonntag. Stadttheater: 11.30 bis 12.30 Uhr, „Ernstes und heiteres um Rudolf Presber", 15. Morgenfeier; 20 bis 22.45 Uhr, „Die Dorothee". — Gloria-Palast, Seltersweg: „Die Tochter des Samurai", deutsch- japanischer Gemeinschaftsfilm. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Treffpunkt in Paris". — Ober- hessischer Kunstverein, Turmhaus am Brand: 11 bis 13 Uhr, Ausstellung von Gemälden, Aquarellen und Zeichnungen von Lotte Droese. — Heimatvereinigung Schiffenberg: 16 Uhr, Hauptversammlung auf dem Schiffenberg; anschließend Familienzusammen- kunst. — Reichsfachgruppe Imker: 14 Uhr, Jahreshauptversammlung im Hotel hopfeld. Erstaufführung „Der Günstling“ im Gießener Stadttheater. Stadttheater: 20 bis 22.15 Uhr, „Der Günstling . — Gloria-Palast, Seltersweg: „Die Tochter des Samurai", der deutsch-japanische Gemeinschaftsfilm. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: 61 Paris". — Oberhessischer Kunstverein, Turmhaus am Brand: 16 bis 18 Uhr, Ausstellung von Gemälden, Aquarellen und Zeichnungen von Lotte Droese. — Gießener Ruder-Gesellschaft: 20.30 Uhr, Treffen im ein. hier war er einige Jahre tätig, worauf er zum Hess. Hochbauamt Mainz versetzt wurde. Seit 1912, also seit 25 Jahren, ist Herr Sälzer dem Hess. Hochbauamt Gießen zugeteilt. Bei diesem Amte sind Herrn Sälzer die Dienstgeschäfte eines Bezirksbaubeamten übertragen, hauptsächlich Hai er Bauten zu betreuen und Neubauaufgaben durchzuführen, die im Bereiche der Hess. Landesunioersität liegen. Diesem dankbaren Aufgabengebiet entspricht auch der schöne Erfolg, mit dem Herr Sälzer ihm Dorgeftanben hat. Zielsichere und gerechte Dienst- uhrung verschafften ihm die Achtung und Zuneigung sowohl bei seinen Mitarbeitern und anderen Dienststellen, als auch bei der Handwerkerschaft. Der Jubilar steht im 62. Lebensfahr. ** Arbeitsjubiläum. Am gestrigen Donnerstag, 29. April, konnte Herr Oswald Quast aus Großen-Linden, Vorarbeiter der Temperei bei der Firma Bänninger G. m. b. h., sein 25- jähriges Arbeitsjubiläum begehen. Um 8 Uhr ver- ammelten sich die Arbeitskameraden an dem festlich geschmückten Arbeitsplatz des Jubilars zu einer schlichten Feier. Es wurden hierbei Herrn Quast durch den stellverttetenden Betriebsführer, Herrn Dr. Pauly, Dank und Anerkennung für die in 25 Jahren der Firma geleisteten Dienste ausgesprochen. Ferner wurden von 4 Vertretern der Ge- olgschast in schönen Worten Glückwünsche zum Ausdruck gebracht. Wertvolle Geschenke wurden sowohl von der Firma, als auch von der Gefolgschaft überreicht. ** Eine Achtzigjährige. Am 2. Mai kann Frau Magdalene Adam Witwe, In Löbershof 3 wohnhaft, ihren 80. Geburtstag begehen. Die alte YIM t PUTZT ALLES qcündUd* und tdtonend rm Äntrr. enaueftcns worauf er rurde. Seit : dem ßefs. Amte find s Bezirks« at er Bau« durchzufüh- ismiverfität et entspricht Sälzer ihm chte Dienst- unb Zunei- ind anderen erschaft. Der uns: Auf ess- Staa- amt Gie- ückblicken. )ung und N. April es Worms w, bege- Uten wol- ckgewiefen Defter» eigen Don- ld Q u a ft mperei bei iein 25« 8 Uhr oer> in dem fest' ars zu einer errn Luaft hrer, Herrn Z für die in enste ausge- tem der Te- mnsche 3um ! wurden fo> ■ Gefolgschaft 2. Mai kann Mershof 3 ich. Di« zhaltsardeiten uderj, on" ein. '-Des. ^Tie. «Im, 'amtliche 'edenkopf nn Aller! 5 ein! ießen- 7 SÄ #t« f‘ aut l" n, der ^hlel Der 2 N hlS- it & Jh teuonnj d ° gign; ie tWJ :orr°Ä<< r link/n flog lKge" Ä'S $5 verstorben imes, Schnei' 74. 18.: Wil- 57 3-, Laber' 69 3,SE 7Z 3, Bleich' g Ludwig' 6 3, t Stiche 1 ■ ci Memeler Ä >g.: Margaret n Am komme»' ■■st*« erreich. üb« b!n U Ünb " 'S ober * natf) °°r Sei. Jen M. Bundes- Aus -er engeren Heimat Goldene Hochzeit in Wißmar. Anzeiger.) dre Mutter schlugen nun auf den Jungen ein und mißhandelten ihn auf das gröblichste, so daß der Körper des Jungen noch nach Tagen große blutunterlaufene Stellen, Würgmale und Kratzwunden zeigte. Die Art der Verletzungen zeigte,'daß die Eltern das Kind auf das gröblichste mißhandelt hatten. Das Gericht verurteilte beide Angeklagten unter Kostenbelastung zu je sechs Wochen Gefängnis Unter Ausschluß der Öffentlichkeit wurde der O. W. aus Butzbach wegen Beleidigung zu einer Geldstrafe von vierzig M a r k'verurteilt. Außerdem wurden dem Angeklagten die Kosten des Verfahrens auferlegt. Wißmar, 31. April. Am morgigen Samstag, 1. M a i, können der Weichensteller i. R. Georg Fleck und Frau Luise, geborene Muth, im Kreise von sechs Kindern und 16 Enkeln das Fest der Goldenen Hochzeit feiern. Die aus Nieder- Oie Schafbockweide Hessen-Nassau eröffnet. Der Landesverband der Schafzüchter in Hessen- Nassau hat in Thiergarten bei Büdingen zum erstenmal eine Schafbockweide errichtet, auf die jetzt 55 der auf der letzten Auktion veräußerten Böcke aufgetrieben wurden Die Böcke sind der Obhut des Büdinger Stadtschäfers Treuth anvertraut. Die Einrichtung dieser Weide hat den Zweck, auch dem kleinsten Schafhalter bei der Aufzucht zu helfen, damit die hessen-nassauische Schafzucht einen stärkeren Auftrieb findet. Die Tiere werden sachgemäß betreut und unterstehen einer laufenden Kontrolle. Mit der Errichtung dieser Bocklässigkeit zur Last fiel, sprach ihn das Schöffengericht frei. Dann hatten sich die Eheleute S. aus Gießen wegen Kindesmißhandlung zu verantworten. Beide Angeklagten sind schon vorbestraft, die Ehefrau bereits einmal wegen Mißhandlung desselben Kindes. Der Sohn der Angeklagten, der geistig etwas zurückgeblieben ist, sollte etwas besorgen. Er führte diesen Auftrag seiner Eltern aber nicht aus, sondern ging spazieren. Als er nach Hause kam, wurde er von einem seiner Geschwister darauf aufmerksam gemacht, daß er eine gehörige Tracht Prügel beziehen würde. 'Da er wußte, welcher Art diese Prügel sind, ging er wieder fort und kam erst am nächsten Morgen nach Hause. Der Vater sowohl, wie weide ging ein langgehegter Wunsch des Tierzucht- direktors Dr. Wagner (Gießen) in Erfüllung, der hoffentlich die richtige Würdigung durch reichliche Beschickung seitens der hessen-nassauischen Schafhalter finden wird. Tragischer Tod eines Kindes. * Herbstein, 29. April. Beim Reif en- spielen lief gestern nachmittag der sieben Jahre alte Sohn des Landwirts und Schweinehändlers Wiegand von hier beim Ueberqueren der Straße plötzlich in ein gerade vorbeifahrendes Personenauto hinein. Das bedauernswerte Kind wurde zu Boden gerissen und eine Strecke weit mitgeschleift. Mit schweren Verletzungen wurde es von dem Autofahrer sofort dem hiesigen Krankenhaus zugeführt, wo es einige Stunden später an den Verletzungen gestorben ist. Landkreis Gießen. * Heuchelheim, 30. April. Am morgigen 1. Mai sind 2 5 Jahre verflossen, seitdem die Familie Höxtermann die Ausflugswirtschaft „Heuchelheimer M ü h l ch e n" gepachtet hat. Dor zwei Jahren ist der Pächter Johann Höxtermann verstorben, seitdem wird die Gaststätte von der Witwe des Entschlafenen geführt. Durch ihre langjährige Tätigkeit in der bekannten Ausflugs-Gaststätte hat die Familie Höxtermann sich einen großen Bekanntenkreis in Heuchelheim, Gießen und Umgegend erworben. Wiese ck, 30. April. Die Bautätigkeit, die in unserer Gemeinde im letzten Jahre einen Umfang angenommen hatte, wie fast nie zuvor, setzt auch in diesem Jahr wieder gut ein. Einige Häuser, die noch im Spätherbst im Rohbau fertig- gestellt wurden, gehen jetzt ihrer Vollendung entgegen und können in den ersten Monaten bezogen werden. Im Bau befinden sich 4 Wohnhäuser und einige An- und Umbauten, während bei einigen weiteren bereits mit den Erdarbeiten begonnen ist, und sie demnächst in Angriff genommen werden. Nimmt man noch die verschiedenen Bauvorhaben dazu, so ist damit zu rechnen, daß der Wohnhausbau in diesem Jahr nicht viel hinter dem des vergangenen Jahres zurückbleibt. Unser heimisches Baugewerbe ist dadurch wieder gut beschäftigt, dies wirkt sich bei allen Beteiligten gut aus. Durch die rege Bautätigkeit in den letzten Jahren wird das Baugelände nach der Stadt und zugleich nach der Marburger Straße stark beansprucht. Damit er- weimar stammenden Eheleute stehen im 78. bzw. im 72. Lebensjahr und erfreuen sich noch aller Gesundheit und geistigen Frische. Der Jubilar war jahrzehntelang an der Blockstelle Badenburg der Main-Weser-Bahn bedienstet und ist weit und breit bekannt. Das Ehepaar erfreut sich in der Gemeinde aller Wertschätzung. Die Jubilarin trägt zu Festtagen, vor allem zum Kirchgang, noch heute ihre schöne schwarze Tracht. Unser Bild zeigt das Jubelpaar. (Aufnahme: Neuner, Gießener Ai wachsen der Gemeinde auch immer mehr Aufgaben mit dem Ausbau der Straßen = Steinbach, 30. April. Die Arbeiten an dem im Bau befindlichen großen Lager für die Materialien zur Herstellung der Decke auf der Reichsautobahn sind in vollem Gange. Das Lager wird zwischen dem Dorfe und dem alten Judenfriedhof errichtet. Von dort aus wird eine Schmalspurbahn den Beton an Ort und Stelle bringen. Die Arbeiten an der Brücke über die Straße Steinbach— Lich machen sichtbare Fortschritte. Die Bewohner der beiden Häuser, die geräumt werden müssen, sind teilweise schon ausgezogen, teilweise ziehen sie dieser Tage aus. Die Arbeiten an der Brücke über die Straße Steinbach—Albach sind ebenfalls im Gange. Hier wird die Straße umgeleat. Auch wird die neue Straße tiefer gelegt, seit Wochen ist ein großer Bagger an der Arbeit, die Erdmassen herauszuholen. Die Brücke an der Straße Albach—Oppenrod ist ebenfalls im Bau, auch hier wurden bei der Verlegung der Straße große Erdmassen bewegt. Letztere Arbeiten werden von der Firma Freitag in Hausen-Gießen ausgeführt. h. Treis a. d. Lda., 29. April. Die hiesige Krankenschwester Dina Lölkes, die seit 24 Jahren in seltener Treue die hiesigen Kranken pflegt (bis zur Inflation in kirchlichem, nachher im Dienst der bürgerlichen Gemeinde), ist infolge Ueberarbeitung erkrankt und befindet sich zur Wiederherstellung ihrer Gesundheit in der Gießener Klinik. Ihre Vertretung besorgt Schwester Elisabeth von Allen- dorf a. d. Lda. < Saasen, 29. April. In einer O r t s g r u p - penversammlungder Partei sprachen die Ortsgruppenleiter Pg. Schepp und Pg. Lehrer P e p p l e r. Ferner fand in diesen Tagen unter Leitung des Ortsbauernführers Münch eine O r t s- bauernschaftsverfammlung statt, in der über die Hofkarte, die Felddränagearbeiten und die Schaffung einer Gemeinde-Jungviehweide gesprochen wurde. T Watzenborn-Steinberg, 29. April. Dieser Tage fand im Saale „Zur Krone" eine Versammlung der Deutschen Arbeitsfront unter Leitung des Ortsgruppenwalters Gottfried Brücke l statt. Der stellv. Kreisobmann Jung (Gießen) sprach über „Zweck und Ziel der Deutschen Arbeitsfront". Die Versammlung wurde dann in üblicher Weise vom Ortswalter geschlossen. csd Langsdorf, 29. April. Im hiesigen Rathaussaal fand gestern abend eine sehr gut besuchte Vortraasveranstaltung des Vereins für das Deutschtum im Ausland statt. Die Reichsrednerin, Frau Hessenauer, gab zuerst einen umfassenden Ueberblick über das gesamte Auslandsdeutschtum und schilderte dann im einzelnen die ernste Lage auf zwei Arbeitsgebieten des VDA.: in Ost-Oberschlesien und in dem zum tschechoslowakischen Staat gehörigen Raum der Sudetendeutschen. Dort reifen mit dem Ablauf der Genfer Konvention am 15. Juni für das Deutschtum entscheidende Dinge heran. Hier ist die Not unserer Volksgenossen trotz ihrer nationalen Einigung durch Konrad Henlein riesengroß und droht zu einer vernichtenden Katastrophe des böhmischen Deutschtums schlechthin zu werden. Die Rednerin verstand es, die Herzen der Hörer für unsere Volksgenossen außerhalb der Reichsgrenzen zu erwärmen und zu gewinnen. An den Vortrag schloß sich die Darbietung eines Schmalfilms von Hans Retzlaff über die Siebenbürger Sachsen an, der einen vorzüglichen Einblick in das Leben dieses tapfersten ff Iles frisefj auf den fdisdj Elektro-Kühlschrank Aus dieser Notlage hilft der Elektro-Gemeinschaft und Elektrizitäts-Werke Gießen _________ _______________________________________________________________2950 A Der Sommer steht vor der Tür und damit die Sorge: Wie halte ich die Lebensmittel frisch und kühl, damit sie jederzeit genießbar sind? An der Lösung dieser Frage ist nicht nur die Hausfrau interessiert, denn der Hausherr und die Kinder leiden an den heißen Tagen ebenso unter einer unzulänglichen Kühlung von Speise und Trank ELEKTRO-KÜHLSCHRANK den Sie heute so günstig durch Teilzahlung erwerben können Rat und Auskunft erteilen: Gänseeier 20 bis 25, Wirsing, kg (gelb) 12, (grün) 20 bis 22, Weißkraut 10, Rotkraut 12, gelbe Rüben 15 bis 18, rote Rüben 10 bis 12, Spinat 15 bis 20, Unterkohlrabi 6 bis 8, Feldsalat, 50 g 10 bis 12, kg 90 Pf. bis 1,10 Mark, Tomaten 50 Pf., Zwiebeln 10 bis 12, Meerrettich 30 bis 60, Schwarzwurzeln 25 bis 30, Rhabarber 15 bis 18, Kartoffeln, alte, % kg 5 Pf., 5 kg 44 Pf., 50 kg 3,65 bis 3,80 Mark, neue, % kg 25 Pf., Aepfel 40 bis 60 Pf., Zwetfchenhonig 45 Pf., Hähne 1 bis 1,10 Mark, Suppenhühner 90 Pf. bis 1 Mark, Tauben, das Stück 50 bis 60 Pf., Salat 15 bis 25, Salatgurken 60 bis 65, Oberkohlrabi, neue 15 bis 16, Lauch 5 bis 10, Sellerie 10 bis 30, Rettich, alte 10 bis 15, neue, das Bündel 20 bis 30, Radieschen, das Bündel 10 bis 15 Pf. Gießener Wochenmorkkpreife. * G i e ß e n, 30. April. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Deutsche feine Molkereibutter, % kg 1,57 Mark, feine Molkereibutter 1,52, Markenbutter 1,55 bis 1,60, Landbutter 1,42 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Eier, deutsche, Klasse S 11, Klasses 10%, Klasse B 10, Klasse C 9%, Klasse D 9, ungezeichnete 8, Enteneier 10 bis 11, RUHL Seilersweg Nr. 67 adBO Telephon Nr. 3170 eparaturen 1897 D Rundfunkprogramm Dienstag, 4.2Hai. 6 Uhr: Choral, Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. In der Pause, 7: Nachrichten. 11.30: Sportfunk für die Jugend. 11.45: Landfunk. 12: Mittagskonzert. 13: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk), offene Stellen. 13.15: Mittaaskonzert. 14: Nachrichten. 14.10: Das Stündchen nach Tisch ... 15: Volk und Wirtschaft. Wie geht ein Stapellauf vor sich? 15.15: Das deutsche Lied. Lieder von W. v. Baußnern und Hans Förster. 16: Unterhaltungskonzert. 17.30: Sozialdienst. 18: Konzert. 19: „Welt ohne Wände." Hörbild von Harry Kodier. 19.30: Kampf dem Verderb! 19.40: Der Zeitfunk bringt den Tagesspiegel. 20: Nachrichten. 20.10: Zur Unterhaltung. 21: Orchesterkonzert. Polnische Musik. 22: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk), Grenzecho. 22.30: Unterhaltung und Tanz. 24 bis 2: Nachtkonzert. deutschen Vorpostens im fernen Südosten gewährte. Der Abend wurde durch Lehrer Schmierte (Lich) eingeleitet und in üblicher Weise geschlossen. Wir hoffen, daß durch diese Veranstaltung unsere Ortsgruppe des VDA. weiteren ansehnlichen Zuwachs erhält. Kreis Alsfeld. A Mücke, 29. April. Beim Holzverladen im hiesigen Dampfsägewerk wurde gestern der 58 Jahre alte August Locker auf einem Langholzeisenbahnwagen von einem zurückrollenden H o l z- ft a m m getroffen. Der bedauernswerte Mann erlitt dabei erhebliche Verletzungen am Kopfe und am Oberkörper, so daß er nach Hießen in die Klinik gebracht werden mußte. Erfreulicherweise befindet er sich dort auf dem Wege der Besserung, er konnte auch bereits wieder vom Krankenbett aufstehen. Je Be Häuser Eisenwaren-Klein- und Großhandlung Gießen, am Oswaldsgarten - Fernsprech-Anschluß 2145 und 2146 2984 A SANITÄRE EINRICHTUNGEN MOBEL-VETTER Handels- und Gewerbebank e.G.m.b.H., Gießen 2977 D GIESSEN « WIESENSTR. N2- 6 2949 D Bergstraße 3 Telefon 2426 2982 D 2954 D Dampfsägewerk Abendstern Waden Dampfsägewerk und Hobelwerk/Zimmerarbeiten 2955 D 2987 D alle Sorten FUSSBODENKLINKER UND SPALTWANDPLATTEN KOH LEN liefert GIESSEN Allcenstraße 42/44 -Telephon 3172 und 3176 2985 D !■»! W Milchzentrale »Gießen D avj| Fernspr.4oo7 Gebrüder Grieb Fsrnspr.4007 |^J wiiheim GailscheTonwerke AG Gießen • Fernsprech-Anschluß Nummer 3055 und 3056 Deutsche Markenbutter • Speisequark 2976 D Neuzeitlich eingerichteter Milchversorgungsbetrieb 2946 D Haus- und Küchengeräte, Werkzeuge für jed. 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FISCHER Kohlenhandelsgesellschaft WILHELM RÜHRIG Inh.Hermann Röhrig, Oachdeckermeister GIESSEN Mühlstraße 29 und Löberstraße 3 Fernsprecher 3495 Commerz- und Privat-Bank Aktiengesellschaft Filiale Gießen Deutsche Bank und Disconto-Gesellschaft Zweigstelle Gießen Dresdner Bank Filiale Gießen Weiße SOWIE FARBIGE Klinker VERBLENDSTEINE Ernst Wagner • Gießen Bauuniemehmung W. Letsch • Gießen Krofdorf er Straße 16. Fernsprecher 3235 2986D Heinrich Lieh jr. Sonnenstraße 31 Fernsprecher 3214 Alle Zubehörteile für das Bad Gas-Kühlschränke poloolotf Italhilffil ! ftl • Nr. M Mnftes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Freitag, 30. April (93Z 9JL-$port Gutes Meldeergebnis zur Heffenfahrt des USKK. 367 Teilnehmer. Die Motorgruppe Hessen des NSKK. führt am 8. und 9. Mai ihre Hessenfahrt durch, die ein ausgezeichnetes Meldeergebnis gefunden hat. 3 67 Teilnehmer, 200 Kraftradfahrer und 167 Wagenfahrer, haben ihre Meldungen abgegeben. Insgesamt sind 37 Motorrad- und 17 Wagen-Mannschaften gemeldet. Auch die Wehrmacht nimmt mit einer Reihe von Einzelfahrern und Wagen-Mannschaften teil. Erfreulich ist auch die starke Beschickung aus den Kreisen der Nachwuchsfahrer und der Hitlerjugend. Die Fahrt gliedert sich bekanntlich in eine Zuverlässigkeitsfahrt am 8. Mai und eine Geländefahrt am 9. Mai. Zu der Zuverlässigkeitsfahrt wird von drei Orten, Darmstadt, Hersfeld und Gießen, gestartet. Jede der drei Strecken ist mit Zeitkontrollen unterteilt und muß in bestimmter Durchschnittszeiten durchfahren werden. Das Ziel aller drei Strecken ist Bad Orb. Don dort aus wird am 9. Mai auch zur Geländefahrt in die Spesfartberge gestartet. Die Schwierigkeiten der Geländeprüfung sind so gehalten, daß sie von allen Fahrern gemeistert werden können. Kübel- und Dienstfahrzeuge der Wehrmacht werden gesondert gewertet. Die Zuverlässigkeitsfahrt und die Geländefahrt werden zusammen gewertet. Die Gesamtwertung ergibt sich aus den Punkten, die auf beiden Fahrtabschnitten erzielt werden. Mehrkampftag des SportkreisesGießen Dem Fachamt III (Leichtathletik) ist jetzt auch die Durchführung von Mehrkämpfen volkstümlicher Natur übertragen worden. Für den Sportkreis Gießen finden diese Mehrkämpfe am 9. Mai vormittags (auf dem 1900er-Sportplatz) statt. Die Meldungen gehen bis spätestens 7. Mai an Kreisfach- wart G. Richtderg, Gießen, Mühlstraße 32. Die Ausschreibung sieht vor: Männer': Dreikampf, bestehend aus 200 Meter, Weitsprung und Kugelstoßen. Fünfkampf, bestehend aus 400 Meter, Hochsprung, Dreisprung, Kugelstoßen, Diskuswerfen. Werfervierkampf, bestehend aus Kugelstoßen, Diskuswerfen, Speerwerfen und Hammerwerfen. Junioren (Jahrg. 1916—1918): Dreikampf und Fünfkampf wie vorstehend. Jugend A (Jahrg. 1919/20): Dreikampf, bestehend aus 100 Meter, Hochsprung und Kugelstoßen. Fünfkampf, bestehend aus 100 Meter, Weitsprung, Diskuswerfen, Speerwerfen und 400 Meter. Jugend B (Jahrg. 1921/22): Dreikampf, bestehend aus 100 Meter, Weitsprung und Kugelstoßen. Fünfkampf, bestehend aus 100 Meter, Hochsprung, Weitsprung, Kugelstoßen und Speerwerfen. Frauen: Dreikampf, bestehend aus 100 Meter, Weitsprung, Kugelstoßen. Fünfkampf, bestehend aus 100 Meter, Weitsprung, Hochsprung, Kugelstoßen und Speerwerfen. Mädchen (Jahrg. 1921/22): Di erkämpf, bestehend aus 100 Meter, Weitsprung, Hochsprung und Speerwerfen. Rückschau im Reichsbund für Leibesübungen. Hauptversammlung der Ortsgruppe Gießen. Die Ortsgruppe Gießen des Deutschen Reichsbundes für Leibesübungen vereinigte am vergangenen Mittwoch die Vertreter der Fachämter und der Vereine zur ordentlichen Jahresversammlung im Restaurant „Burghof". Ortsgruppenleiter Dr. König begrüßte die Teilnehmer, insbesondere den Vertreter der SA., Obersturmbannführer M ü n k e r, und den Vertreter der Stadt Gießen, Bügermeister Prof. Dr. Ham m. In seinem Bericht über die Veranstaltungen der Ortsgruppe Gießen des Reichsbundes für Leibesübungen erinnerte Dr. König zunächst an die Abendveranstaltungen des DRL. in der Aula der Universität, die zugunsten der Deutschen Sporthilfe durchgeführt worden waren. Er erinnerte ferner an die Wettkämpfe im Fußball und im Handball, die zwischen Mannschaften des Standortes der Wehrmacht und Mannschaften der Stadtvereine ausgetragen wurden. Diese Veranstaltung habe dem Winterhilfswerk einen namhaften Betrag gebracht. Im vergangenen Winterhalbjahr sei es der Ortsgruppe gelungen, durch die Stadtverwaltung verschiedenen Vereinen für die Durchführung ihres Wintertrainings und für Beschickung von Wettkämpfen finanzielle Unterstützung zuteil werden zu lassen. Dr. König sprach dem Vertreter der Stadt Gießen, Bürgermeister Prof. Dr. Ham m, für diese Hilfe besten Dank aus. Im weiteren Verlauf der Versammlung erstatteten die Vertreter der einzelnen Fachämter Bericht über die Tätigkeit, die sie im vergangenen Winterhalbjahr entfalteten. Aus diesen Berichten war zu erkennen, daß mit wenigen Ausnahmen in einzelnen Fachämtern wiederum ein reges sportliches Leben innerhalb der Ortsgruppe Gießen des RfL. geherrscht hat. Auf die Berichte im einzelnen einzugehen erübrigt sich, da wir über die Veranstaltungen, die von den Vereinen durchgeführt wurden, jeweils ausführlich berichtet hatten. Nachdem noch kurz die Zusammenarbeit der Fachämter mit den Sportdienstgruppen des Jungvolks besprochen worden war, nachdem noch eine Beschwerde des Fachamtes Eislauf ihre Erledigung gefunden hatte, rou*e darauf hingewiesen, daß alle Wünsche der Vereine, behördlichen Stellen gegenüber, über die Ortsgruppe zu leiten seien, um auf diesem Wege eine sachgemäße Verfolgung der Angelegenheit zu ermöglichen. Bürgermeister Professor Dr. Hamm wies darauf hin, daß die Vereine alle Termine für größere sportliche Veranstaltungen über die Ortsgruppe dem Städtischen Verkehrsamt mitteilen sollten, damit es vermieden werden könne, daß mehrere größere Veranstaltungen auf einen Tag festgesetzt werden. Dem vielfach geäußerten Wunsch des Erlasses der Vergnügungssteuer könne nicht entsprochen werden, da diese Steuern durch Reichsverfügung festgesetzt seien und durch die Stadtverwaltungen nicht eigenmächtig erlassen werden könnten. Dem Kassenbericht des Geldoerwalters war zu entnehmen, daß sich die Einnahmen im Rechnungsjahr 1936/37 auf 630,42 Mark und die Ausgaben auf 421,30 Mark beliefen, fo daß ein Bestand von 209,12 Mark verblieb. Die Beitragssätze für das Rechnungsjahr bleiben die gleichen wie im vergangenen Jahre, und zwar bezahlen Vereine unter 50 Mitgliedern 2,50 Mark, von allen 51 bis 100 Mitgliedern 5 Mark, für 101 bis 250 Mitgliedern 8 Mark und über 250 Mitglieder 10 Mark. Im weiteren Verlauf der Versammlung wurde darauf hingewiesen, daß am Sonntag, 23. Mai, wie im Vorjahre, wieder der Staffellauf rund um die Anlagen durchgeführt werden solle. Der Ortsgruppenleiter forderte die Vereine auf, zu dieser Veranstaltung zahlreich Meldungen abzugeben. Auch die Vereine, die keinen Rasensport betreiben, sollen sich in diesem Jahre stärker daran beteiligen, zumal die Ausschreibungen eine nachträgliche Aenderung erfahren werden insofern, als in der Klasse II lediglich Vereine starten, die keinen Rasensport treiben. Für den 6. Juli ist auf dem Universitätssportplatz ein Handball - Blitzturnier geplant, an dem in diesem Jahre lediglich die Vereine der Gießener Ortsgruppe des Reichsbundes teilnehmen sollen. Im Laufe des Sommers veranstaltet die Ortsgruppe ferner ein größeres Sportfest, an dem sich möglichst alle Vereine der Stadt beteiligen sollen. Die Austragung des Städteachters Gießen — Wetzlar soll in diesem Jahr in größerem Rahmen durchgeführt werden. Dr. König gab ferner bekannt, daß das Deutsche Jugendfest in diesem Jahre nicht mehr von den Schulen, sondern Skandal um Dr.Vandergmen Roman von Hans Hirthammer. Copyright by Verlag Oskar Meister, Werdau i. S. 30 Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) „Natürlich! — Bloß sie sausen zur Zeit noch in der Stadt herum, um ein passendes Verlobungsgeschenk igrendwo aufzutreiben. — Du hättest uns ja auch wirklich ein bißchen früher verständigen können. Bei unserem letzten Beisammensein hast du uns noch keine Silbe verraten, kleiner Schelm!" „Kunststück, Willy! Hab' doch meine Braut erst heute abend kennengelernt!" Fröhlich sucht nach einem Stützpunkt. „Ach du heiliger--nein, ich weiß wirklich keinen Heiligen, der für diesen Sonderfall zuständig fein könnte! Das wirst du uns nachher genau erzählen müssen." Der Kellner kommt eilig heran und flüstert Herrn Fröhlich etwas ins Ohr. „Aha, schön!" Er eilt an die Tür, hinter der sich eine lebhafte Unruhe bemerkbar macht. Dann saust er mit fuchtelnden Armen zum Kapellmeister. Eine kurze Verhandlung. Wieder zurück zur Tür. Jetzt beginnt die Kapelle den Triumphmarsch aus „Aida" zu spielen. Gleich nach den ersten Takten geht die Tür auf und herein kommen im Takte der Musik feierlich dahinschreitend, sechs Männer, immer zwei nebeneinander, unter ihnen Fröhlich, jeder trägt >in Blumengebinde in der Rechten und ein Geschenk in der Linken. So marschieren sie an Berts Tisch, legen ihre Gaben vor Marys Platz und nehmen dann hinter je einem Stuhl Aufstellung Auf einen Wink Fröhlichs hort bte Musik zu spielen auf. Der tüchtige Kellner hat in aller Eile sechs Gläser angeschleppt. . Nun tritt Fröhlich vor und bringt einen launigen Trinkspruch auf das Wohl des Brautpaares ^Hernach will das Anstoßen kein Ende nehmen. Bert macht seine Braut mit jedem einzelnen bekannt. „Ja, das sind meine Freunde, Mary, jeder ein ganzer Kerl. Wir sind eine verschworene Bande, jeder steht für den andern ein, und wer es mit uns auf nimmt, der gerät in des Teufels Küche." „Das ist wundervoll!" flüstert Mary. Sie ist so gerührt, daß sie nur mit Anstrengung das Heulen verkneifen kann. — •20. Emil Knack ist wieder in Berlin, ist wieder heimgekehrt aus der Fremde. Sein Herz ist von Zorn gegen Gisch Amelung geschwellt. Oho, er wird sich nicht mit diesem Brief abfpeifen lassen, schließlich hat man Rechte, wohlerworbene Rechte. Er wird Gisch, der Treulosen, der Undankbaren, gründlich die Wahrheit sagen. „Wie stellst du dir das eigentlich vor?" wird er sagen. „Ich weigere mich, dich freizugeben. Ich kann nicht dulden", wird er sagen, ,chaß du mich und meine Liebe mit Füßen trittst, daß du mich vor aller Welt lächerlich machst. Gehört sich das für ein anständiges Mädchen, ihrem Verlobten auf und davon zu laufen und sich von einem fremden Manne, einem Abenteurer, im Auto entführen zu lassen, mitten in der Nacht noch dazu?! — Wie, du willst leugnen? Oh, ich fyabe Zeugen, die genau beobachtet haben, wie du zu jenem Herrn ins Auto gestiegen bist, man wird sich überlegen müssen, ob man nicht die Polizei auf jenen Herrn aufmerksam macht. Trotzdem will ich versuchen, das Geschehene zu vergessen, wenn du mir versvrichst, es zu bereuen und in Zukunft etwas Aehnliches nicht mehr zu tun." Tjaja, man ist eben ein großzügiger Mensch von moderner Denkart. Es ist ein herrliches Bewußtsein für Emil Knack, solche Gefühle fein eigen nennen zu dürfen. — Kaum sieht die Bürklein, daß Herr Knack an der Türe steht, da hat sie ihn schon in ihre schöne Stube gezogen, und dann geht es los. Ach, Herr Knack, Sie tun mir so leid, nein, das haben Sie wirklich nicht verdient. Wie oft hab' ich dem Mädel ins Gewissen geredet! „Fräulein Amelung", hab' ich gesagt, „wenn Sie klug sind, dann halten Sie sich bloß den Herrn Knack warm. Das ist ein feiner Mann, so einen kriegen Sie nicht wieder!" Und nun muß das passieren! — Sie rennt ja in ihr Unglück, meinen Sie nicht auch?" Frau Bürkleins Worte sind Balsam auf Emils vom DRL. und von der HI. durchgeführt würde. Obersturmbannführer Münk er wies darauf hin, daß die Reichsbundvereine durch die demnächst aufzustellenden Sportgemeinschaften der SA. nicht benachteiligt würden, vielmehr würden die verdienten Vereine gerade durch die SA. jederzeit unterstützt werden. Der Ortsgruppenleiter gab anschließend bekannt, daß der seitherige technische Leiter der Ortsgruppe und stellvertretende Ortsgruppenleiter Dr. Franz Lotz nach Berlin versetzt worden sei und er an seine Stelle Dr. Paul Küthe (Assistent am Institut für Leibesübungen der Universität) berufen würde. Durch die Abberufung des Dereinsführers der Paddlergilde Gießen, Ludwig W e 111) a u f e n , fei der Posten des Fachamtsvertreters für den Kanusport neu zu besetzen. Mit der vorläufigen Vertretung wurde Eberhard Schwarzmaier beauftragt. Bürgermeister Professor Dr. Hamm machte schließlich noch darauf aufmerksam, daß der Herr Oberbürgermeister den Werbefonds für das Etatjahr 1937 erhöht habe und, falls Veranstaltungen der Vereine, die Werbekraft für die Stadt Gießen haben, aufgezogen würden, fo könnte auch hier mit einer finanziellen Unterstützung gerechnet werden. Die Stadtverwaltung sei unbedingt spartfreudig eingestellt. In seinem Schlußwort erwähnte Dr. König die außerordentlichen Erfolge Deutschlands bei den Olympischen Spielen und wies darauf hin, daß uns diese Erfolge nicht in den Schoß gefallen, sondern zäh errungen worden seien. In gleicher zäher Arbeit sollten alle Vereinsführer und Mitarbeiter im Deutschen Reichsbund für Leibesübungen tätig fein. Mit einem „Sieg-Heil" auf den Führer wurde die Versammlung geschlossen. Reger Freundschastsspielbeirieb im Handball! Von den Pflichtspielen interessieren nur die Begegnungen Tv. Kirch-Göns — MSV. Hanau, To. Münchholzhausen Jgd. — Mto. Gießen Jgd., Tv. Lützellinden Jgd. — Tv. Lvndvrf Jgd. Kirch-Göns hat Hanau schlagen können. Wenn das auch im Rückspiel möglich ist, bleibt die Frage, wer wird Sieger der Bezirksklasse und damit aufstieg- berechtigt, auch weiterhin offen. Denn noch hat 1900 in Kirch-Göns xu spielen. — Zu einer Vorentscheidung um die Meisterschaft der Jugendklasse sollte es am Sonntag schon in Münchholzhausen kommen. Die Platzbesitzer haben ihre derzeitige Form am letzten Sonntag mehr als deutlich unter Beweis gestellt, während die Gießener Jungens vollkommen auseinanberfielen und schwer geschlagen wurden. Diese Niederlage kam überraschend. Es gilt deshalb diesmal doppelt aufzupassen und dem Gegner keine Siegeschance zu lassen. — Die lieber» raschungsmannschaft Londorf sollte nach ihrem Sieg über Mtv. Gießen in Lützellinden gewinnen. Denn es ist kaum anzunehmen, daß die Platzbesitzer dem ausgezeichneten Können etwas Gleichwertiges entgegenstellen können. Freundschaftsspiele. Ueberaus groß ist die Zahl der Freundschaftsspiele, von denen nur die wichtigsten herausgegriffen werden sollen: Tv. Heuchelheim 1. — Tv. Pohl-Göns 1., Tv. Heuchelheim Jgd. — Tv. Pohl-Göns Jgd., To. Garbenheim — Tv. Nauborn, , Tv. Garbenheim Jgd. — Tv. Nauborn Jgd., ' Tv. Münchholzhausen 1. — Tuspo Wetzlar- Niedergirmes 1., Tv. Lützellinden 1. — To. Hörnsheim 1., To. Lützellinden 2. — To. Hörnsheim 2., To. Dutenhofen 1. — Tv. Wetzlar 2., Tv. Dutenhofen Jgd. — Tv. Wetzlar Jgd., Tv, Wißmar Jgd. — Mtv. Gießen 2. Jgd. Die Heuchelheimer waren am letzten Sonntag wirklich gut in Fahrt. Sie brauchen deshalb auch vor Pohl-Göns keine Angst zu haben, zumal die Mannschaft in ihren Leistungen sehr zurückgegangen ist. Das Spiel der Jugendmannschaften ist offen. Garbenheim, das zahlreichen Ersatz einstellen muß, wird sich strecken müssen, um gegen die aufstrebenden Nauborner zu gewinnen. Die Jugend der Platzbesitzer allerdings dürste ihrem Gegner klar überlegen sein. Zu einem spannenden Zweikampf sollte es in Münchholzhausen kommen. Beide Mannschaften standen sich schon oft und mit wechselndem Erfolg gegenüber. Das neuerliche Treffen wird die Tagesform entscheiden. In Lützellinden steigt das „Hüttenberger Lokalderby", bei dem es um die Vorherrschaft in unserem engeren Gebiet geht. Lützellinden hat natürlich den Vorteil des eigenen Platzes, den es auch weidlich ausnutzen dürfte. Dagegen ist Hörnsheim als Mannschaft aber stärker als der Gegner. Man wird deshalb ohne weiteres mit einem knappen aber verdienten Erfolg der Gäste rechnen können. Die Wetzlarer Mannschaft ist zu gut besetzt, als daß Dutenhofen auch nur Aussichten hätte, zu gewinnen. Man wird sich darauf beschränken müssen, alles zu versuchen, um eine hohe Niederlage zu verhindern. Für die Jugend gilt das gleiche. Obwohl die 2. Jugend des Mtv. nicht sonderlich stark ist, sollte sie in Wißmar sicher gewinnen. Auch der Tv. Garbenteich läßt seit langem erstmalig wieder seine 1. Mannschaft spielen. Gegner ist der Tv. Krofdorf. Die Gäste sind gut, obwohl auch sie erst angefangen haben. Man wird ihnen deshalb schon einen Erfolg zuschreiben können. Zugendabteilung der Spvg. 1900. Die Jugendmannschaften der Spielvereinigung 1900, die durch Abgang einiger bewährter Spieler geschwächt wurden, sind infolge eines guten Nachwuchses in der Lage, wieder tatkräftig auf den Plan zu treten. Am 2. Mai empfängt die neuaufgestellte 1. Jugend der Blau-Weißen die gleiche von Großen-Buseck. Großen-Buseck stellt unstreitbar die beste Jugend ihrer Gruppe. Es ist deshalb schwer vorauszusagen, wer am Schlußpfiff den Sieger stellen wird. Da die Jugend der Spielvereinigung 1900 aber den eigenen Platz zum Vorteil hat, könnte man wohl auf einen knappen Sieg tippen. — Die 2. Jugendelf empfängt, ebenfalls auf eigenem Gelände, die 2. Jugend von Groß-Buseck. 1900 2. Jugend stellte seither immer die schlagkräftigste Mannschaft ihrer Gruppe. Es ist abzuwarten, ob sich die 2. Jugend der Spielvereinigung in ihrer Gruppe durchsetzen wird. , IC.Teutonia" Watzenborn-Steinberg Am kommenden Sonntag tritt die erste Mannschaft der Teutonen feit Ostern zum ersten Male in Watzenborn-Steinberg auf den Plan und zwar zum zweiten Aufftiegfpiel. Gegner ist der Sportverein „Jahn" Offenbach (Meister der Kreisklasse, Gruppe Dill). Auch diese Mannschaft brachte es fertig, in ihrer Klasse die Meisterschaft zu erringen und ist von ihr zu erwarten, daß sie auch einen ansprechenden Kampf liefert. Ihre Spielstärke an und für sich ist hier in unserer Gegend nicht bekannt, sie müssen aber trotzdem eine gute Durchschnittsleistung bieten, sonst hätten sie sich in der Gruppe Dill, wo auch heißes Pflaster ist, nicht bis zur Meisterschaft aufschwingen können. Fußballklub 1926 Großen-Buseck. Am kommenden Sonntag fährt die 1. Mannschaft von Großen-Buseck nach Ober-Mörlen, um gegen die 1. Mannschaft des dortigen Sportvereins ein Gesellschaftsspiel auszutragen. Ober-Mörlen wurde in den letzten Verbandsspielen Meister der 1. Kreisklasse und dürfte somit einen spielstarken Gegner abgeben. Großen-Buseck wird es daher schwer haben, den seitherigen Siegeszug fortzusetzen. Die letzten gezeigten Leistungen der Mannschaft lassen jedoch bei weiterem restlosen Einsatz auf einen knappen Sieg hoffen. Bemerkt sei noch, daß der Spieler Fritz H e n ß mit diesem Treffen sein 500. Spiel bestreitet. wundes Herz. „Ja, ja, ba haben Sie schon recht. Die wird sich umgucken. Und schließlich kann ich ja bei meiner Position ganz andere Partien machen, nicht wahr!" „Ganz meine Meinung, Herr Knack! Ein Mann wie Sie!" „Na, also, das sollte sie doch nicht vergessen. Sehen Sie, erst in der vorigen Woche wurde mir wieder ein Angebot gemacht. Eine Brauereibesitzerstochter aus Schlesien! Ganz ordentliche Sache, 20 000 Emmchen bar auf die Hand. Ich hätte bloß ja zu sagen brauchen. — Und das hat man davon, daß man sich an eine Verlobung gebunden fühlt, daß man die einflußreichsten Partien ausfchlägt!" „Ja, ja, Herr Knack. Undank ist der Welt Lohn. — Sie wollten wohl mit Fräulein Amelung sprechen?" „Allerdings! Sie scheint aber nicht zu Hause zu sein, wie?" „Sie ist überhaupt nicht mehr hier. Vor ein paar Tagen ist sie zu einer F eundin übergefiedelt. Ich weiß aber nicht, wie lange sie dort bleiben will!" „Das sind ja merkwürdige Neuigkeiten! Was ist das für eine Freundin? Etwa Fräulein Hauck?" „Nein, eben nicht! Fräulein Hauck wußte gar nichts davon, sie kam auch an, vor ein paar Tagen und wollte zu Fräulein Amelung. Ferner wollte gleichzeitig ein Herr Ihre Braut sprechen. Ein interessanter Herr, das muß man schon sagen. Ein sehr feiner Herr!" „So?" „Ja, Fräulein Hauck ist dann mit ihm zusammen roeggegangen. Vielleicht kann Sie Ihnen noch Genaueres über den Her-n erzählen." Herr Knack erhebt sich mit forgenumroöltter Stirn. „Na, da werde ich ja gehörig durchgreifen müssen." * „Ach, Sie sind es!" ruft Mary, als sie Emils ansichtig wird Sie erwartet Bert, der sie zu seinem „Feierabendspaziergang" abholen will. Potz Donner, denkt Emil, die Kleine ist noch schöner geworden. Und alsogleich erwacht ein Plan in ihm. Wie wäre es, wenn man Gisch ein roenia eifersüchtig machte? Das pflegt gemeinhin ein gutes Mittel zu sein, guerföpfige junge Mädchen auf den Weg der Pflicht zurückzuführen. „Oh, Fräulein Mary, wie Sie wieder aussehen! Fabelhaft! Na, ich gebe die Hoffnung nicht auf, Ihr stolzes Herz doch' noch nachgiebig zu ftimmen." „Sie waren eben immer schon Optimist. Haben Sie mir sonst noch etwas zu sagen? Ich bin nämlich in Eile." „Sie wollen ausgehen? Ich begleite Sie natürlich. Man ist doch Kavalier!" „Hm!" lächelt Mary und blickt auf die Armbanduhr. „Sagen Sie, was ist eigentlich mit Gisch los? Stellen Sie sich vor, wir sitzen in Leipzig gemütlich bei einer Flasche Wein, da kommt so ein Kerl, macht dem Mädel schöne Augen, und was tut Gisch? Sie wirft sich diesem Casanova an den Hals. Sie fährt mit ihm weg, nach Berlin zurück. Finden Sie das nicht schamlos?" „Man kann es nicht anders nennen!" Mary verbeißt das Lachen. „Na, wissen Sie, diesen Halunken werde ich mir kaufen. Dieser Schürzenjäger muß einen Denkzettel kriegen, damit ihm ein für allemal der Spaß vergeht. Ich erfuhr, daß Sie mit ihm zusammengetroffen sind. Es sollte mich nicht wundern, wenn er Sie nicht auch belästigt hätte!" Mary möchte vor Vergnügen am liebsten mit den Beinen strampeln. „Na, und ob er mich belästigt hat! Wenn Sie das gesehen hätten! Toll! Gewaltsam entführt hat er mich, in fein Auto geschleift, am hellen Tage." „Nicht möglich! Das ist ja ein Verbrecher —! Haben Sie nicht Anzeige erstattet?" „Nee!" sagt Mary. „Ich hab es viel geschickter angepackt, um ihm sein gefährliches Handwerk zu legen." ( „Oho!" staunt Emil — und bann klingelt es. Mary lächelt. „Ah, kommen Sie, Herr Knack, das wird mein Verlobter fein. Ja, ich habe mich verlobt. Sie werden sich sicher freuen, Bert kennenzulernen." Sie verlassen die Wohnung, am Treppenflur steht Bert und hat schon wieder Blumen mitgebracht. „Ach, Bert, es wird in Berlin bald keine Blumen mehr geben, wenn du so weitermachst." „Schadet nichts, mein Kind, bann werbe ich sie mir von auswärts besorgen. Aber sag, wer ist ber sympathische junge Mann hier? Ich glaube, wir kennen uns bereits!" (Fortsetzung folgt.) Wo kommt der neue Soden her? Schon im Rahmen der Grünlandumbruchaktion sind in den deutschen Zeitungen und Fachzeitschriften Zahlen über die der deutschen Ernährung zur Derfügung stehende landwirtschaftliche Fläche genannt worden. Heute müssen wir so etwas wie einen Badenhaushaltsplan in Deutschland auf weite Sicht aufstellen. Irrtümer müssen nach Möglichkeit vermieden werden, denn im Bereich einer Planwirtschaft und einer Deoisenzwangs- bewirtschaftung darf man sich falsche Schätzungen nicht mehr erlauben. Wir müssen dem Staatsminister a. D. Ricke, Ministerialdirektor im Reichsernährungsministerium, dankbar sein für den klaren und geschlossenen Ueberblick, den er in diesen Tagen in einer Berliner Zeitung der Oeffentlichkeit über die zur Derfügung stehende landwirtschaftliche Nutzfläche gab. Die Laae stellt sich nach seinen Zahlenangaben ungefähr so dar: Wir besitzen in Deutschland rund 29 Millionen Hektar landwirtschaftlich genutzter Fläche. Im Jahre 1935 verlor die Landwirtschaft 467 000 Hektar, 1936 dagegen nur 80 000 Hektar. Das Reichsernährungsministerium rechnet mit einem jährlichen weiteren Bodenverlust von 60 000 Hektar in den Jahren 1937 bis 1940. Ferner müssen viele tausend Hektar für den erweiterten Anbau von Hanf, Flachs und Oelsaaten abgezogen werden. Rechnet man diese Verlustziffern an Grund und Boden ab, so ergibt sich eine Verminderung der landwirtschaftlich genutzten Fläche um rund 1,2 Millionen Hektar. Eine zweite Rechnung muß dazu aufgemacht werden. Das deutsche Volk wächst jährlich um rund 450 000 Menschen. Rechnet man pro Einwohner eine landwirtschaftliche Nutzfläche von 0,44 Hektar rir Sicherstellung seiner Ernährung, dann e r - ordert allein der Zuwachs von 1,8 Millionen Menschen innerhalb der nächsten vier Jahre eine neue Bodenfläche von 790000 Hektar. Insgesamt brauchen wir also auf der einen Seite einen Ersatz für die 1,2 Millionen Hektar natürlichen Bodenverlustes durch Siedlung, Straßenbau usw., auf der anderen Seite ein Mehr an 790 000 Hektar für den Bevölkerungszuwachs. Das sind also zunächst einmal die vordringlichsten, unmittelbaren Aufgaben, die gelöst werden müssen, ehe man daran denken kann, darüber hinaus noch etwa von dem Prozentsatz von 17 v. H. an deutschem Lebensmitteleinfuhrbedarf herunterzudrücken. In diesen Ziffern ist noch nicht mit einbegriffen der wachsende Lebensmittelbedarf, der sich aus jedem Konjunkturanstieg und dem erhöhten Volkseinkommen automatisch ergibt. Wie können diese Forderungen innerhalb der Grenzen des Deutschen Reiches befriedigt werden? Die Möglichkeiten, die Ministerialdirektor Ricke anführt, sind mannigfaltig. 100 000 Hektar können durchEindeichungdemMeereabgerun- gen werden. Einige hunderttausend Hektar wird die Flurbereinigung und Einsparung der Feldraine und Wege usw. auf einer Fläche von 6 Millionen Hektar bringen. Aus den Mooren durften noch 1,9 Millionen Hektar zu gewinnen sein, aus Heide und Oedland 0,6 Millionen. Ferner stehen erhebliche Mehrerträge in Aussicht bei der Dränierung von 4 Millionen Hektar Ackerland, 3,5 Millionen Grün- und Weideland. Umgekehrt müssen 3,5 Millionen Hektar bewässert werden, während nicht weniger als ’/s Million Hektar durch entsprechende Flußregulierungen und Eindeichungen vor Hochwasser geschützt werden müssen. Rechnet man diese Ziffern zusammen, so zeigt es sich, daß fast die Hälfte der deutschen Ackerfläche verbesserungsbedürftig ist. Daraus lassen sich sehr berechtigte Erwartungen auf eine entsprechende Leistungssteigerung herleiten. Man rechnet, daß mindestens eine Fläche von 600 000 Hektar im Laufe des Dierjahresplanes neu durch Landeskulturarbeiten hinzugewonnen werden kann. Die Erzeugungssteigerung durch diese neuen 600 000 Hektar soll erreicht werden durch die Verwendung von 1140 Millionen Mark, die in Form von Darlehen, von Beihilfen der Länder und Provinzen, der Grundförderung und der Reichsbeihilfen aufgebracht werden. Dabei entfallen 20 v. H. auf die Beihilfen der Länder und Provinzen und 80 v. H. auf die Grundförderung. Es sind also riesige Werte, die im deutschen Boden investiert werden. Der Einsatz lohnt aber, denn aus den 600 000 Hektar neugewonnenen Bodens allein kann mit Sicherheit ein Ertrag von 200 Millionen Mark jährlich erwirtschaftet werden, so daß die volkswirtschaftliche Bilanz, und um die geht es ja hier einzig und allein, bereits im sechsten Jahr die Kosten abgeschrieben haben könnte. Davon abgesehen, laufen nebenher noch die großen Aufwendungen zur Verbesserung des Saatgutes, der Dungstätten, der Verbilligung des Handelsdüngers, der Beratung usw., um den landwirtschaftlichen Gesamtertrag auf den in Höchstkultur befindlichen Flächen zu steigern. Um diesen gewaltigen Aufgabenkomplex verwaltungstechnisch möglichst reibungslos durchzuführen, sind folgende Maßnahmen getroffen worden. Die Deutsche Rentenbank Kreditanstalt übernimmt die Geschäfte der Deutschen Bodenkultur-AG. Die Kreditanstalt wird also zusammen mit den Landesbanken als alleiniger Geldgeber auftreten. Zu dieser Beschleunigung der finan^etten Regelung tritt die Verbesserung der Landeskulturgesetzgebung. Eine neu zu erlassende Umlegungsoerordnung wird die Grundstückszusammenlegung und Flurbereinigung erheblich erleichtern. Durch ein neues Wässeroer- bandsgesetz soll die Gründung von Wasser- und Bodenverbönden erleichtert werden. So sind denn alle Maßnahmen getroffen worden bzw. werden sie getroffen, um den jetzigen Stand der Ernährungslage nicht zu gefährden bzw. nach Möglichkeit zu verbessern. Aus den angeführten Zahlen geht hervor, daß es sich in erster Linie im Grunde genommen darum handelt, einen Ausgleich für Bodenoerlnste zu schaffen und für den Bevölkerungszuwachs, in zweiter Linie erst um einen Schritt weiter auf dem Wege zur Einsparung von Lebensmitteleinfuhren, die wir in den nächsten Jahren zum mindesten in derselben Höhe wie bisher benötigen werden. Dr. Vo. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinden. Sonntag, den 2. Mai. Gießen. Sladlkirche. 8 Uhr: Pfr. Becker; zugleich Christenlehre für die Neukonfi'rmierten aus der Markusgemeinde; 9.30: Pfarrverwalter Damerau; 11: Kinderkirche für die Matthäusgemeinde; Pfarrverwalter Damerau. — Fohanneskirche. 8: Pfr. Ausfeld; zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten aus der Johannes- und Militärgemeinde; 9.30: Pfr. Bechtolsheimer; 11: Kinderkirche für die Lukas- gemeinde; Pfr. Bechtolsheimer; 20: Bibelbesprechung im Johannessaal; Pfarrassistent Bangert. — Kapelle des Allen Friedhofs. 9.30: Pfarrvikar Lorenz; 11: Kinderkirche für die Luthergemeinde; Pfarrvikar Weckerling. — Petruskapelle (Wetzlarer Weg 59). 9.30: Pfr. Trapp. — Gemeindesaal der Lukas- gemeinde (Liebigftraße 56 H.). 14: Taubftummengvt- tesbienft; Pfr. Bechtolsheimer. — Saal der Neuen Krippe. 11: Kinderkirche für die Johannes- und Militärgemeinde; Pfr. Ausfeld. — Dieseck. 9.30: Gottesdienst; 10.45: Kinderkirche; 15: Bibelstunde. — Allen-Buseck. 9.30: Beichte; 10: Gottesdienst, Feier des hl. Abendmahls. — Trohe, 13: Gottesdienst. — Steinbach. 10: Gottesdienst. — Aldach. 11: Gottesdienst und Abendmahl II., Kollekte, anschl. Hausabendmahle. — Rödgen. 10: Gottesdienst. — Annerod. 12.30: Gottesdienst. — Heuchelheim. 10: Hauptgottesdienst; 11: Christenlehre. — Klein-Linden. 9: Gottesdienst, Christenlehre f. d. weibl. Jugend, Kollekte; 10.15: Kindergottesdienst. — Garbenteich. 10: Gottesdienst, Christenlehre. — hausen. 12.30: Gottesdienst, Christenlehre. — Lich. 9.30: Gottesdienst, Stiftspfarrer Naumann; 14: Gottesdienst Pfarrer Doll (Steinbach). — Grünberg. 10: Gottesdienst, Mitwirkung des Kirchenchores, Dekan Schmidt: 13: Gottesdienst, Pfarrer Matthäus. — Lumda. 9.45: Gottesdienst, Feier des hl. Abendmahls, Kollekte, Pfarrer Matthäus. — Langsdorf. 11: Hauptgottesdienst; 18: Kindergottesdienst. — Bettenhausen. 8.45: Jugendgottesdienst; 9.30: Hauptgottesdienst. — Birklar. 13.30: HauptgotteÄNenst; 14.30: Christenlehre. — Münzenberg. 10.30: Gottesdienst; 13.30: Mädchentreffen in Arnsburg. — Trais-Münzenberg. 8.30: Gottesdienst; 13.30: Mädchentreffen in Arnsburg. — Hungen. 10: Gottesdienst; 11: Christenlehre. — Wirberg. 10: Gottesdienst, Feier des hl. Abendmahls für die Verheirateten. — Veitsberg. 13: Gottesdienst, Feier des hl. Abendmahls für die Verheirateten. — Kirchberg. 10: Gottesdienst; anschließend hl. Abendmahl für Daubringen; 13.30: Kindergottesdienst. — Lollar. 9: Kindergottesdienst. — Mainzlar. 10: Gottesdienst; 11: Kindergottesdienst. — Watzenborn-Steinberg. 11: Kindergottesdienst; 13: Hauptgottesdienst; Christenlehre. Montag, den 3. Mai. Lollar. 20.15 Uhr: Bibelstunde. Mittwoch, den 5. Mai. Gießen. Stadtkirche. 20 Uhr: Abendandacht. Donnerstag, den 6. Mai. Gießen. Johannessaal. 20 Uhr: Bibelstunde; Pfi> Ausfeld. — Kirchberg. 10: Gottesdienst. Evangelische Stadtmiffion, Löberstraße 14. Sonntag, den 2. Mai. 8.30 Uhr: Morgenandacht; 9.45: Sonntagsschule; 15: Gemeinschaftsstunde für Mitglieder; 16: Soldaten-Bibelstunde. — Donnerstag, den 6. Mai. 20.30: Evangelisationsvortrag. Christliche Gemeinden, Zu den Mühlen 2. Samstag, den 1. Mai. 20.30 Uhr: Predigt. — Sonntag, den 2. Mai. 9.30: Erbauungsstunde; 11: Sonntagsschule; 20.30: Evangelisation durch Prediger August K^in. — Dienstag, den 4. Mai. 20.30: Bibel- und Gebetstunde. — Donnerstag, den 6. Mai. 20.30: Predigt. Reuaposlolische Gemeinden, Händelstraße 1, Eder- straße 13. Sonntag, den 2. Mai. 9.30 Uhr: Gottes- dienst; 16: Gottesdienst. katholische Gemeinden. Samstag, den 1. Mai. Gießen. 8 Uhr: Festgottesdienst, Hochamt; 16.30 und 19 Uhr Beichte. Sonntag, den 2. Mai. 5. Sonntag nach Ostern. Gießen. 6.30 Uhr: Beichte; 7: Messe, Kommunion der Männer; 8: Kommunion; 9: Hochamt mit Predigt; 11.15: Messe mit Predigt; 17: Kirchenmusikalische Andacht. — Grünberg. 9.45: Hochamt mit Predigt. — Hungen. 17.30. — Laubach. 10: Hochamt mit Predigt; 14.30: Christenlehre und Andacht. — Lich. 7.30: Hochamt mit Predigt. — Ridda. 8.15: Hochamt mit Predigt. — Schollen. 10.30: Hochamt mit Predigt. Dienstag, den 4. Mai. Gießen. 20 Uhr: Maiandacht. Mittwoch, den 5. Mai. Gießen. 8 Uhr: Messe. — Hungen. 6.30: Messe. Oesfentlicher Sonntagsdienst. Polizei: Telefon 2751, nur in dringende» Notfällen Telefon 01. Feuerwache: Telefon 2244/45, Notruf Telefon 02. H auptpoftamt: Beschränkter Schalterdienst 8 bis 21 Uhr. Stadtpostamt: Für Schließfachabholer 1 bis 13 Uhr. Sanitätskolonne: Telefon 2500. Nationaler Feiertag, 1. Mai. Falls behandelnder Arzt nicht zu erreichen: Arzt: Dr. Wolf. Zahnarzt: Dr. Hinrichs. Apotheke: Neue Apotheke. Sonntag, den 2. Mai. Arzt: Dr. Mehl. Zahnarzt: Dr.Jäger. Apotheke: Hirsch-Apotheke. ♦ Autohilfe: Rufnummer 04 beim Postamt Gießen, Glasgroßhandlung Glasschleiferei • Sandbläserei Spiegelfabrik Telegramm-Adresse: Glaskontor • Fernruf 3683 Verkauf nur über das einschlägige Handwerk 301OD Sachs -Motorräder sofort lieferbar Autorisierter Sachs-Motordienst Ersatzteillager • Spezial-Reparaturwerkstätte Willi Rau,Wieseck, Schulstraße 7 Fernsprech-Anschluß Nr. 3975 E. Aßmann, Gießen, Hitlerwall 7 Fernsprech-Anschluß Nr. 3248 2943 D Bekanntmachung. Betr.: Bodenbenutzungserhebung 1937. Auf die Bekanntmachung des Kreisamtes Gießen, veröffentlicht im Amtsverkündiaungsblatt der Provinzialdirektion Nr. 46 vom 15. April 1937, weise ich hiermit ausdrücklich hin. 2966C Gießen, den 27. April 1937. Der Oberbürgermeister: Ritter. Versteigerung. Dienstag, den 4. 7Nai 1937, nachmittags 3 Uhr, werden im Finanzgebäude, Ecke Goethe- und Lessing- strahe, zwangsweise gegen Barzahlung versteigert: 5 gebrauchte, gut durchreparierte Nähmaschinen (Marken Teutonia, Opel und Viktoria), darunter eine Schwingschiffmaschine. Außerdem werden versteigert: 7 Bände „Jahrbuch des deutschen Rechts". Die Nähmaschinen stehen ab 2% Uhr nachmittags Zur Besichtigung und zum Probieren bereit. Die Versteigerung findet bestimmt statt. 2971V Finanzamt Gießen. Vollstreckungsstelle. 2997 D Heute morgen entschlief sanft meine liebe Frau, unsere gute Mutter Frau Margarethe Lipp, geb.Pfeiffer im Alter von 69 Jahren. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Wilhelm Lipp und Kinder. Gießen, den 29. April 1937. Die Beerdigung findet Montag, den 3. Mai, nachmittags 2 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt. Glaskontor G.m.b.IL Gießen • Lahnstraße 13 Bekanntmachung. Der nächste Viehmarkt in Gießen findet statt: Dienstag, den 4. Mai 1937: Rindvieh- (Ruhvieh- Markt. Auftriebszeit von 7.30 Uhr bis 8.30 Uhr. Sämtliches Vieh wird gegen Maul- und Klauenseuche schutzgeimpft. 29670 Für Zuchttiere ist das erforderliche Zeugnis über die Blutuntersuchung (Banginfektion) mitzuführen. Nächster Schweinemarkk: Mittwoch, den 26. Mai 1937. Gießen, den 30. April 1937. Der Oberbürgermeister: Ritter. Statt Karten! Danksagung. Für alle wohltuenden Beweise herzlicher Anteilnahme während der Krankheit und beim Heimgang meiner lieben Frau spreche ich meinen tiefempfundenen Dank aus. Albrecht Weber. 3027 D herzlichst. Im Namen 02258 der trauernden Hinterbliebenen: Lina Eckhardt, geb. Reichhardt. Gießen, im April 1937. Statt Karten. Für die innige Anteilnahme, die uns beim Heimgang unseres lieben, unvergeßlichen Entschlafenen zuteil wurde, danken wir Bekanntmachung. Die diesjährige öffentliche Impfung in der Stadt Gießen findet wie folgt statt: 2887C Impftermin: Montag, 3. Mai 1937, von 15 bis 16 Uhr. Nachschau: Montag, 10. Mai 1937, von 15 bis 16 Uhr. Impftermin: Dienstag, 4. Mai 1937, von 15 bis 16 Uhr. Rachschau: Dienstag, 11. Mai 1937, von 15 bis 16 Uhr. Jmpflokal ist die Turnhalle der Schillerschule, Schillerstraße. Zu diesen Terminen können alle in 1936 oder früher geborenen Kinder, bei welchen der Nachweis der erfolgreichen Impfung bisher noch nicht erbracht wurde, vorgestellt werden. Die Kinder müssen mit reingewaschenem Körper und reinen Kleidern zur Impfung gebracht werden. Kinder aus Häusern, in denen übertragbare Krankheiten herrschen, sind nicht zugelassen. Gießen, den 27. April 1937. Der Oberbürgermeister: Ritter. Gießen (Hemeler Straße 9), den 30. April 1937. L Dr D ruckr e y-S Drulct Bleichwachs heißt das Mittel, das auch ffve harfnödiiqen ommer sprossen qm und Hautunreinigkeiten reif los, beseitigt /* Für MU225, aber nur in Apotheken Best.: Univ.-Apoth. z. gold. Engel. Am Freitag., den 7. Mai 1937, 14 Uhr, werden im Hofe der Polizeidirektion, Landgr.-Philipp- Platz 1, abgelieferte und noch nicht abgebolte Fnndgegemtände öffentlich gegen Barzahlung versteigert, u. a. auch einige gebrauchte Fahrräder. Gießen, den 28. April 1937. Polizeidirektion. J.V.: Beate. 2970V ^um [inweichen, Waschen, Schrubben, Putzen, Dr.Thompsons Schwan Ein Quell der Freude für den Naturfreund Belauschtes Leben Klein« Kreatur in Wasser, Busch und Halm Don Karl Otto Bartels. 164 Naturaufnahmen aus dem Leden der niederen Tierwelt mit erläuternden Bildunter» schriften, Namensangaben und ausführlichem Text (62 Seiten). Mit einem Geleitwort von Professor Dr. Deegener, Universität Berlin. 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Rechlsamvalk 401 Reflexe Rechtsanwalt. Der R. ist der berufene Rechtsberater und -Betreuer des Polkes. In Rechtsangelegenheiten wende man sich vertrauensvoll an einen tüchtigen Anwalt. Er ist zur Wahrung des Berufsgeheimnisses verpflichtet. Seinem Anwalt soll man zur Information einen umfassenden wahrheitsgemäßen Bericht über die Angelegenheit geben, aber keine langatmigen, unsachlichen Ausführungen machen. Der Anwalt kann für seine Tätigkeit die Gebühr auch verlangen, wenn der Prozeß verloren ist. S. aber Armenrecht, Kosten. Rechtsbeistand ist die gesetzlich geschützte Berufsbezeichnung für den nichtanwalllichen Rechtsberater, welchem auf Grund des Gesetzes vom 13.12.1935 (RGBl.I S. 1478) nach Prüfung feiner Sachkunde durch die Justizverwaltung die Erlaubnis zur Besorgung fremder Rechtsangelegenheiten erteilt worden ist, soweit für diese Tätigkeit nicht der Anwaltszwang besteht." Rechtsberatung. Die berufenen und entsprechend vorgebildeten Rechtsberater sind die Rechtsan. wälte. Kurze Auskünfte erteilen auch kostenlos die Geschäftsstellen der Amtsgerichte. Im übrigen hat der nationalsozialistische Rechts- wahrerbund an fast allen Orten, die Sitz eines Gerichtes find, Rechtsberatungsstellen eingerichtet, die von rechtsuchenden mittellosen Volksgenossen an bestimm» ten Tagen in Anspruch genommen werden können. Die Beratung erfolgt kostenlos durch Rechtsanwälte; es wird lediglich ein kleiner Unkostenbeitrag in Höhe von 20 bis 50 Pf. erhoben. Bei Rechtsanaelegenheiten, die ein Arbeitsoerhättnis betreffen, wende man sich an die Rechtsberatungsstelle der Deutschen Arbeitsfront. S. dort. Rechtsstreit. Die Frau kann einen R. über ihr eingebrachtes Gut nur mit Zustimmung des Mannes führen, während der Mann einen Prozeß über das eingebrachte Gut seiner Frau ohne deren Zustimmung im eigenen Namen führen kann. Das gleiche gilt bei der Gütergemeinschaft. Zu Prozessen der Frau gegen den Mann braucht die Frau die Zustimmung des Mannes nicht. S. Prozeß, Kosten, Gesamtgut, eingebrachtes Gut. Reck, Turngerät mit einer verstellbaren Holz- oder Eisenstange zwischen zwei Pfosten, an dem Schwung-, Zug- und Stützübun- aen ausgeführt werden. Eine Ouerstange an Seilen hängend ist ein Schwebereck oder ein Trapez. Redoute, franz., in Süddeutschland übliche Bezeichnung für Maskenball. Reflexe sind Vorgänge in unserem Körper, welche ohne Zutun unseres Willens als Antwort auf einen äußeren Reiz erfolgen. Oft machen wir solche unwillkürlichen Bewegungen, wenn uns irgendein Reiz trifft (z. B. Schließen tarlloos Gießen, Kirchenplatz 13, Ruf2797 WM int ‘Z'l W. ’4hu in vielseitiger Auswahl in allen Preislagen gessenJ Aparte Sommer-Kleider aus schönen, allerneuesten Seidene!) ucken 46.- 39.50 29.75 19.75 Einfarbige Sport-Kleider AM WBOn/l MM-M Wwl WW wAm wet und u°.mrDuHi9e$ Fesches, w modische Stoffe, neue Macharten 36.- 24.- 19.75 16.75 Complets und Kostüme Dr JeTw1“1 ö-, ' bei uns Modische Jäckchen aus aparten Diuckstoffen 2936 A Schöne Gardinen machen Ihre Wohnung gemütlicher! Meine kleinen Preise bei einer großen Auswahl verhelfen Ihnen dazu! Hier einige Beispiele: Landhaus-Gardinen, mit Volant u. Spitze, p. m 0.45, 0.25, 0.18 Spannstoffe, ca. 150 cm breit, p. m 1.20, 0.85, 0.45 Stores-Meterware, ca. 215-225 cm hoch, p. m 2.90,1.90, 0.95 Dekorationsstoffe, ca. 120 cm breit, p. m 1.90, 1.25, 0.95 usw., sowie sämtl. Zubehör billigst Sehen Sie sich bitte die große 2969a Auswahl im Laden an! 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Reformkleidung, Frauenbekleidung, die aus gesundheitlichen Gründen alles den Körper Einschnürende ablehnt und das weitgeschnittene, lose fallende Kleid von den Schultern tragen läßt. Zur Reformkleidung gehören Schuhe mit flachen, breiten Absätzen. Refrain, entbehrt, franz. Fremdwort für Kehrreim. Regen, Wassertropfen, die sich bei feuchter Luft um ein Staubkörnchen bilden. Negenwasser ist sehr weich und eignet sich gut zum Waschen der Wäsche. S. Regen- wasier. Regenbogen, Brechung der Sonnenstrahlen in Regentropfen. Der Regenbogen hat die gleichen Farben wie ein durch ein Prisma geleiteter Sonnenstrahl. Regenbogenhaut = Iris. Der seitliche Umfang der Regenbogenhaut hängt zusammen mit dem vordersten Teil der Aderhaut, welche hier in einen Muskel, Akkommodationsmuskel, übergeht. Dieser haftet nach vorn zu an der inneren Verbindungsstelle von Hornhaut und harter Haut, nach hinten zu an einem Bändchen, welches die Linse hält. Die Linse wölbt sich kraft ihrer eigenen Elastizität nach vorne und bricht dadurch das Licht stärker, bei Zusammenziehung des Muskels flacht sich die Linse wieder ab. Ein ringförmiger Muskel in der Regenbogenhaut veranlaßt, daß sich bei Lichteinfall das Sehloch verengern, im Dunkeln wieder erweitern kann. Regenbogenhautentzündung geht mit starker Lichtscheu und Behinderung des Sehens einher. Vgl. Augenentzündung. Regenkleidung, Mäntel oder Überzüge aus wasterundurchläs- sigen Stoffen. Am zweckmäßigsten für Wanderungen ist ein Lodenmantel, für die Stadt ein präparierter Gabardinmantel, ein Trench-coat oder ein ebenfalls präparierter Seidenmantel. Gummimäntel haben den Nachteil, daß sie keine Luft durchlassen und, auch wenn Luftlöcher unter den Armen sind, an der Innenseite Feuchtigkeit niederschlagen. Sehr bequem sind Ölhäute, die sich auf geringstem Raum zusammenlegen lasten. Regenpfeifer, am Strand lebender Zugvogel, der in Deutschland von April bis September auftritt. Regenschirm, ein von Herren vielfach als unbequem empfundenes, aber dennoch unentbehrliches Schutzmittel. Herrenregenschirme werden, wenn sie nicht Wer eine längere Reise macht ... hat an vieles zu denken, was unterwegs gebraucht wird. Denken Sie dabei auch an ein Reise-Bügeleisen. Jederzeit können Sie eine Bluse oder was es sonst ist, dann bügeln. Reise-Bügeleisen, die sich überall verwenden lassen, bekommen Sie preiswert bei J. B. Häuser, Gießen, am Oswaldsgarten, Fernsprecher 2145/2146. 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