Mittwoch, 29.Vezember,937 Nr. 303 Erstes Statt 18?. Jahrgang Annahme ^oon Anzeigen für Öte Miltagsnummer bis 8*/,Uhr des Vormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Brette 7 Rpf., für Text- anzergen von 70mm Breite 50 Rpf.,Platzvorschrift nach vorh Vereinbg.250^ mehr. Ermäßigte Grundpreise: Stellen-, Vereins., gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzei- gen 5 Rpf., Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen 6Rpf. 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Die Preise verteilen sich im einzelnen auf fol- eine Aufgabe stelle, die über ihre Fähigkeiten gehe. gende Filmwerke: Große Preise: Triumph des Willens (Reichsparteitagfilm); Schlußakkord (Ufa); Jugend der Welt (Reichspropagandaleitung der NSDAP.); Farbenfilm Deutschland (Siemens & Halske AG ); Rund um die Olympischen Spiele (Olympiafilm GmbH.); Was ist die Welt (Svend Nolda); Röntgenstrahlen (Ufa); Sinnesleben der Pflanzen (Ufa); ferner die beiden Filme der Reichsstelle für den Unterrichtsfilm: Bronchialbaum der Katze (Kinoabteilung der Chirurgischen Universitätsklinik Bonn, Prof. Dr. Janker, Prof. Dr. von Redwitz); Typische Appen- dektiomie gegen chronisch recivierender Blinddarmentzündung (Chirurgische Universitätsklinik Berlin, Prof. Dr. Magnus). Zwei weitere Große Preise wurden dem Böhmer-Film der Reichsbahnzentrale für den deutschen Reiseverkehr „Reisen im schönen Deutschland" sowie den im Auftrage der Mannes- mannwerke von der Ufa hergestellten Walter-Rutt- mann-Film „Mannesmann" verliehen. Ehrendiplome: Patrioten (Ufa); Der Am- menkönig (Tobis); Die seelige Exzellenz (Euphono- Film der Märkischen-Panorama-Schneider); Wald ohne Weg (Tobis-Kulturfilm von Alfred Bothas); Ameisen unter der Lupe (Bavaria-Film AG.); Die Wochenschauen der Ufa: Bavaria und der Deutschen Fox. Zwei weitere Ehreydiplome wurden der Reichsstelle für den Unterrichtsfilm für ihre Gesamtleistungen und Dr. Cürlis für die Filme „Schätze aus Berliner Museen"; „Ser Welfenschatz" und „Eine Welt im Schrank" verliehen. Häuser haben sich der Streikbewegung angeschlossen, doch hat man großzügiger Weise zugestanden, „daß die Behandlung der kranken darunter nicht leiden solle". Die Gründe für diesen Streik — der Streikbeschluß wurde der Regierung bezeichnenderweise durch einen soeben erst aus Moskau zurückgekehrten Vertreter der Transportarbeiter- Gewerkschaft mitgeteilt — sollen in den Maßnahmen zu suchen sein, die die Regierung ergriffen Hal, um die Auswirkungen des bereits bestehenden Transportarbeiterstreiks zu lindern. Die „Epoque" schreibt, daß die soziale Lage sich ganz plötzlich dramatisch gestaltet habe. Mangel zu den schwärzesten Tagen des Juni 19 3 6 z u r ü ck g e k e h r t und das Ziel dieser Der- schwörung sei die revolutionäre Erobe - rung der Macht. Die Frage sei nunmehr, ob die öffentliche Gewalt der auf ihr lastenden Dercmt- Wartung gewachsen sei. Auch das „Echo de Paris"" bezeichnet den neuen Konflikt als den schwersten, den Paris seit langem gekannt habe. Obgleich Einzelheiten noch nicht bekannt sind, hält man es nicht für ausgeschlossen, daß die Versorgung der Stadt mit Wasser, Gas und Elektrizität k e ine Störung erfährt, und die Angestellten dieser drei Betriebe sich auf einen symbolischen Streik beschränken. Andernfalls ist damit zu rechnen, daß die Regierung durch die Technische N o t h i l f e die Versorgung sicherstellt. Generalstreik der öffenttichendeiriebevonparis Paris, 29. Dez. (DNB. Funkspruch.) Der G e - neralstreik sämtlicher öffentlicher Betriebe ist in Paris und Umgebung um Mitternacht ausgebrochen. Paris wird infolgedessen ab heute ohne Autobusse und Untergrundbahnen, zumindest theoretisch, auch ohne Gas, Wasser und Elektrizität sein. Es streiken ferner Müllabfuhr und Straßenreinigung. Selbst die städtischen kranken- Der Führer der Christlich-Nationalen Partei Octavian G o g a wurde rumänischer Ministerpräsident. — (Scherl-Archiv-M.) B u k a r e st, 28. Dez. (DNB.) Nachdem die Versuche, eine regierungsfähige Mehrheit in der Kammer zu bilden, gescheitert sind, hat Ministerpräsident T a t y r e s c u nach einer Aussprache im Ministerrat König Carol das Rücktrittsgesuch der Regierung überreicht. Pressevertretern erklärte Tatarescu, daß trotz einer Mehrheit im Senat die Regierung auf keine Mehrheit in der Finanzkreisen stammten. Ein Sonderplan sei ausgearbeitet gewesen für die Besetzung und Inbetriebnahme der Rundfunksender. Schließlich sollte in den Morgenstunden des 16. November ein Streik sämtlicher Verkehrsmittel beginnen. Ferner sollten alle großen Ausfallstraßen durch mit Maschinengewehren bewaffnete Abteilungen besetzt werden, um die Verbindung von Paris zur Provinz abzuschneiden. Die Besetzung von Versa i l- l e 5 sollte die Heranziehung der dort liegenden 'Truppen mit ihren Tanks nach Paris verhindern. '9000 Mann sollten im 7. Arrondissement verteilt werden, um den Widerstand der dort in .Kasernen liegenden Truppen zu brechen. Die ^,Weltsammelbewegung für den Frieden", die ganz unter kommunistischem Einfluß steht, bewohnt in Einem Privathaus, das an das Kriegsmini- -fterium stößt, eine Etage. Bewaffnete Männer hätten sehr leicht von hier aus in das Knegs- iminifterium eindringen und einen Widerstand im Keime ersticken können . Deloncle gab zum Schluß noch eine Schilderung , der kommunistischen Streitkräfte. Es handele sich einmal um militärisch organisierte Stoßtrupps in Stärke von etwa 18 000 Mann, 'die sich in der Mehrzahl aus Ausländern und Farbigen zusammensetzten. Ferner seien -weniger gut ausgebildete, jedoch von Reserve- offizieren der französischen Armee geleitete Verbände in Stärke von 35000 Mann vorhanden, die sich in der Hauptsache aus «Elementen der Kommunistischen Partei zusammen- letzten. Die Bewaffnung habe in Maschinengewehren, Handgranaten, Armeegewehren und --Pistolen bestanden. Der General st ab habe alle «Einzelheiten des Planes, den er eben geschildert habe, rin Händen. Go^setvatt und Syamenvosittk. Paris, 28. Dez. (DNB.) Der Senat beriet die Kredite für den. Haushalt des Außenministeriums. Senator Lemery warf den Regierungen der lis); Die Filme der Reichsstelle für den Unterrichtsfilm: Tischlein deck' Dich (Gebr. Diehl-Film); Die Wasserspinne (Heinz Niemeier); Stahlwerk II Tho- masbirne (M. Weid); Kugelstoßen (Basse-Film G. m. b. H.); Stichbildung durch die Nähmaschine (Fritz Rühr); Beschuß von Drähten und Panzerplatten (Ballistisches Institut der Lufttechnischen Akademie Gatow, Prof. Schardin); Cumuluswolken (Institut für Meteorologie und Metaphysik an der Universität Frankfurt, Prof. Dr. Mügge); Die willkürlich bewegbare künstliche Hand, Chirurgische Universitätsklinik der Charite (Prof. Dr. Sauerbruch); Die Filme der Reichsbahnzentrale für den deutschen Reiseverkehr: Deutsche Nordseeküste (Ufa), Berlin (Dr. Cürlis); Kassel, die Kunst- und Gartenstadt (Atlantik-Film Hans Arnau 8t Co.); Die Filme der Reichsbahnfilmstelle im Reichsbahnzentralamt: Um das Blaue Band der Schiene und „Die Reichsbahn unterfährt Berlin"; Die Amateurfilme des Bundes deutscher Filmamateure: Wanderfalken (I. Stark; Arktissommer (H. Rauschert & Wolf Schmidt); Masken (H. Roßmann). * Der Tobisfilm „Der Herrscher", der auf einem Gala-Filmabend, den die französische Ausstellungsleitung zu Ehren der filmherstellenden Länder veranstaltete, vorgeführt wurde, wird eine besondere Auszeichnung durch das Generalkommissariat der Ausstellung erhalten. Außenminister D e l b o s erwiderte, wenn er in Genf und anderweitig gewisse Warnungen erteilt habe, so sei das geschehen im lebenswichtigen Interesse Frankreichs, weil gewisse Kundgebungen zu der Befürchtung Anlaß gegeben hätten, daß die Sicherheit der französischen nordafrikanischen Verbindungen eines Tages gefährdet werden könnte. So sehr Frankreich sich weigere, in den spanischen Bürgerkrieg einzugreifen, so sehr sei es am Status quo im Mittelmeer interessiert. Die öffentliche Meinung wisse, daß die französische Außenpolitik frei von parteipolitischen Erwägungen sei. Die Haltung Frankreichs sei klar: Treu zur Politik der allgemeinen Sicherheit, treu zur Politik der Genfer Liga, in der allerdings^ ewisse Anpassungen notwendig seien, treu zur Politik der Bündnisse, wobei Frankreich aber gleichzeitig allen Völkern die Hand biete, selbst wenn diese das französische Glaubensbekenntnis nicht teilen. Die Rüstungslast. Ein Drittel des Gesamthaushaltes für Rüstungszwecke. Der Senat behandelte dann den Haushalt des Kriegsministeriumtz. Der Berichterstatter, Senator Laudier, erinnerte daran, daZ zwei Haushalte vorlägen. Der ordentliche Haushalt betrage 5074 Millionen Franken gegenüber 4484 Millionen Franken im Vorjahre. Dazu komme ein Kredit von über einer Milliarde für die Verteidigung der überseeischen Besitzungen. Der außerordentliche Haushalt (bas sog. Jnvestierungsbudget) belaufe sich auf 5400 Millionen Franken gegen 4230 Millionen im Vorjahr. Die Armee umfasse 360 000 Mann Rekruten, dazu kämen 200 000 Berufssoldaten Die Belastung sei zwar für Frankreich schwer, besonders wegen der fortgesetzten Preissteigerungen, aber es gehe um den Bestand des Landes. Der frühere Kriegsminister, Senator Fabry, wies darauf hin, daß der Haushalt des Kriegsministeriums 22 Milliarden betrage, was ein Drittel des Gesamthaushaltes ausmache. Elf Milliarden des außerordentlichen Haushaltes feien besonders für bie neuen Rüstun - gen ber Luftflotte unb Marine bestimmt. Eine Milliarbe Franken werbe für den Unterhalt des Materials aufgewendet. Es bleiben zehn Milliarden für Neuanschaffungen. Für den Zeitabschnitt 1938 bis 1940 seien insgesamt 40 Milliarden bewilligt, so daß für 1939 bis 1940 noch rund 30 Milliarden übrig bleiben. Die Landesverteidigung hänge vor allem vom Finanzminister ab. Die Fabriken müßten auf Höchstleistungen gebracht werden. Disziplin und Dpferfreutngteit mußten dort ebenso groß wie bei der Armee sein. Aber Frankreich nähere sich der Höchstgrenze in der Aufbietung aller seiner Mittel. Es müsse eme auswärtige Politik betreiben, die seine Armee nie vor Volksfront vor, daß sie nicht die Sache Frankreichs, sondern diejenige einer Partei betrieben. Seit dem Kriegsende werde die Stellung Frankreichs in der Welt täglich schwächer „Man hat gesagt", so erklärte der Senator, „daß nach einem Siege Francos in Spanien die beiden Mächte Italien und Deutschland sich auf den Balearen festsetzen würden. Man hat weiter gesagt, daß unsere Verbindungswege mit Nordafrika unterbrochen würden, Sie wissen sehr wohl, Herr Minister, daß Italien immer erklärt hat, daß es in Spanien keine gebietsmäßigen Vorteile suche, und daß England, wenn es auch ebenso wie Frankreich an dem Status quo interessiert ist, dies jedoch niemals von einem Siege der Valencia-Partei in Spanien abhängig gemacht hat. Was bas französische Imperium in Afrika bedroht, das ist nur die Agitation der Moskauer Drahtzieher! (Lebhafte Bewegung im ganzen Haus.) England hat einen wirtschaftlichen Vertreter bei General Franco ernannt und damit die Regierung von Salamanca anerkannt. Sehen Sie darin etwa eine Billigung Ihrer Politik, Herr Minister? Frankreich geht erniedrigt aus dem ganzen Abenteuer hervor Sie, Herr Minister, konnten anläßlich Ihrer jüngsten Reise feststellen, daß unsere Freunde nicht wissen, welchen Weg sie einschlagen sollen. Belgien kehrt wieder zur Neutralität zurück, die Länder Osteuro- p a s fühlen sich isoliert. Frankreich bildet nicht mehr den wesentlichen Faktor der Politik jener Länder Osteuropas. Es macht sich der Eindruck geltend, daß der französisch - sowjetrussische Pakt die Beziehungen Frankreichs zu diesen Ländern beeinträchtigt. Niemals seit dem Kriege hat sich Frankreich in einer schlimmeren Lage befunden. Die sowjet- russische Hilfe ist eine Täuschung, und die Genfer Liga ist s o gut wie tot seit der Aufnahme Sowjetruhlands." Oer Führer der französischen CagoulardS enthüllt kommunistischen Putschplan. Geiselmorde und Besetzung der Verkehrsmittel, Banken und Kasernen sollten den kommunistischen Umsturz einleiten. Paris, 29. Dez. (DNB.) Ingenieur Eugene Deloncle, der als Haupt der Verschwörer der „cagoulards“ (Kapuzenmänner) angesehen wird, wurde einem fünfstündigen Verhör unterworfen, bei dem er Mitteilungen über einen Putsch machte, den die Komm uni st en in der Nacht zum 16. November in Paris planten. Um diesen zu vereiteln, habe er sich mit General Buseigneur, dem Vorsitzenden der Union der Selbstoerteidigungsausschüsse, in Verbindung gesetzt, der daraufhin dem Stabschef des Generalissimus Gamelin einen Besuch abgestattet fyabe., Weiterhin habe er das Mitglied des Obersten Kriegsrates General D u s s i e u x in Kenntnis gesetzt. Dieser habe eine genaue Denkschrift erbeten. General Gamelin sei bereits von anderer Seite über den kommunistischen Putsch unterrichtet worden. Am 18. November habe er einem höheren Offizier aus der Umgebung des Präsidenten der Republik ebenfalls von den Nachrichten in Kenntnis gesetzt. Dieser habe seiner Besorgnis über die Verteidigung des Elysee-Palastes Ausdruck gegeben und versichert, daß der sowjetrussische Botschafter einen heftigen Wutanfall bekommen habe, als er erfuhr, daß der kommunistische Putsch bekanntgeworden und damit vereitelt sei. Deloncle gab bann Einzelheiten über bas geplante vorgehen ber Kommunisten bekannt. In einer Versammlung, an ber Franzosen, Bolschewisten unb einige Offiziere ber französischen Armee feilgenommen hätten, sei als Zeitpunkt für ben putsch bie Nacht z u m 16. November, unb zwar 2.30 Ahr früh, festgesetzt worben. Der Angriff sollte in brei Etappen vor sich gehen: 1. Verhaftung unb Ermorbung von Geiseln, ' 2. Besetzung ber Bahnhöfe unb sämtlicher Transportmittel, einschließlich ber Telephon- zentralen, ber Bürgermeistereien, ber Bank von Frankreich usw.» 3. Besetzung bes 7. Arronbissements mit bem Krieasministerium unb ben benachbarten Kasernen. Die ersten zu ermorbenben Personen sollten nach dem plan ber Kommunisten ber Innenminister Dormoy, ber stellvertretenbe TNini- sterpräsibent Leon Blum unb ber sozialdemo- kratische Arbeitsminister Lebas sein, um auf biese Weise bie Verbrechen offensichtlich faschistischen Elementen zuschreiben zu können. Am nächsten Tage sollten bann Kriegsminister D a - (abier, bie Führer ber Rechtsopposition La Rocgue, Doriot, Taittinger unb Ehiappe, sowie ber ehemalige Kriegsmarine- miniffer pietri ermorbef werben. Gleichzeitig wollten bie Kommunisten sich in ben Besitz von etwa 300 bis 400 Geiseln sehen, bie in erster Linie aus Jnbustriellen- unb Christlich-nationales Kabinett in Rumänien Oktavian Goga hat die Führung übernommen. Berlin, 28. Dez. (DNB.) Die Jury der Inter-1 Goldmedaillen: Das Blaue Licht (Lern nationalen Ausstellung Paris 1937 hat alle zum Riefenstahl); Das Paradies der Pferde, Liebe zur internationalen Wettbewerb gemeldeten d e u t-'Harmonika, Der glühende Draht (Ufafilme), Land- s ch e n Filme durch wertvolle Preise ausgezeich-1 schäft und Leben (Tobis-Kulturfilm von Walter net. Die Preise verteilen sich im einzelnen auf fol- Brandes); Der Lüneburger Silberschatz (Dr. Cür- Kammer rechnen könne, weshalb sie nach vier Jahren fruchtbarer Tätigkeit zurücktrete. Der Wahlkampf vom 20. Dezember habe der Regierung nicht die erhoffte Unterstützung gebracht. Sie beuge sich vor dem Spruch des Landes. Der Vorsitzende der Christlich-Nationalen Partei, Octavian Goga, wurde vom König Carol mit der Regierungsbildung beauftragt. Die neue Regierung unter dem Vorsitz von Octavian Goga hat noch am Dienstagabend im Schloß ihren Amtseid in die Hände König Carols abgelegt. Das neue Kabinett hat folgende Zusammensetzung: Ministerpräsident: Octavian Goga; Staatsminister ohne Geschäftsbereich: A. C. C u z a ; Außenminister: Jsttate M i c e s c u ; Landesverteidigung: General I. Antonescu; Innenminister:' Armand C a l i n e s c u ; Finanzminister: Eugen S a v u ; Luftfahrt- und Marineminister: Radu 3 Times c u ; Justiz: D. Radulescu-Mehedintz; Industrie- und Handel: Ingenieur I. G i g u r t u; Landwirtschafts- und interimistischer Verkehrsminister: D. Potarca; Dolkserziehung: I. P e t r o v i c i; Kultus und Schöne Künste: Prof. I. Lupasch; Arbeit: (3. 21. Cuza ; Gesundheit: Dr. G. B a n u ; Genossenschaftswesen: Stan Ghitzescu. „Nationalismus" das Losungswort des neuen Kurses. Bukarest, 29. Dez. (DNB.) Bei der Eidesablegung des Kabinetts Octavian Goga wurden zwi- Präsidenten vor, der auf sieben Jahre zu wählen ist. Dem Präsidenten wird die Aufgabe eines Staatsoberhauptes zugewiesen, während die tatsächliche Regierung durch den Ministerpräsidenten ausgeübt wird, der in Zukunft die Bezeichnung „Taoiseach" führen wird. Die Verfassung sieht ferner ein Unterhaus und einen Senat vor. Der Tag der neuen Verfassung wird' in ganz Irland mit einem feierlichen Gottesdienst beginnen. Während der Vereidigung der Regierungsbeamten und Oberrichter auf die Verfassung wird ein Salut von 21 Schuß abgefeuert. lasches Vordringen der Japaner in Gchantung. Tokio, 28. Dez. (DNB.) Die japanische Nachrichtenagentur Domei meldet Einzelheiten über die japanischen Operationen in der Provinz Schantung, in östlicher Richtung entlang der Kiautschau-Bahn und nach Süden längs der Bahnstrecke Tientsin— Pukau. Die Abteilung Nagano hat den an der Kiautschau-Eisenbahn gelegenen Ort Lung sch an besetzt, 20 Kilometer östlich von Tsinan. Eine andere Gruppe hat das 90 Kilometer östlich von Tfinan gelegene K a u t s u n eingenommen. Die chinesischen Schantungtruppen, die von den Generalen Yunsuehtschung und Tschukuanglieh befehligt werden, halten noch die Stadt W e l h s i e n , 210 Kilometer östlich von Tsinan, die rund 300 Kilometer östlich Tsinan gelegene Stadt Kaomi und Tsingtau. Dort sollen alle japanischen Spinnereien und Kaufläden nach vorhergehender Plünderung von den Chinesen in die Luft gesprengt worden sein. Krankenhäuser und Schulen, die bisher noch nicht zerstört worden sind, sollen bereits unterminiert worden sein in der Absicht, sie dann in die Luft zu sprengen, wenn sich die japanischen Truppen der Stadt nähern. Die Mehrzahl der in Tsingtau wohnenden Amerikaner hat die Stadt bereits verlassen. Englands Lebensmiiielversorgung im Kriegsfall. London, 29. Dez. (DNB. Funkspruch.) Wie der „Daily Herald" erfahren haben will, haben das englische Handelsamt und der Verteidigungsminister Jnskip sich ein Rückgriffsrecht auf die gesamte kanadische Weizenernte gesichert, als Teil eines großen Planes zur Aufstapelung von Lebensmitteln für den Notfall. Nicht mehr benutzte Häfen an der Süd- und Westküste Englands und Schottlands sollen Mittelpunkte für eine derartige Aktion werden, statt der leicht angreifbaren großen Häfen. Auch sollen Vorräte an Konserven und Rohfett angelegt werden. Vor erneuter Verstärkung der amerikanischen Kriegsflotte. Washington. 28. Dez. ist ein bekannter Rechtsanwalt. — Der Minister für Landesverteidigung General Antonescu war früher stellvertretender Chef des Generalstabes «und dann eine Zeitlang Armeekommandant. Er ist noch ziemlich jung und gilt als ein sehr energischer Mann. — Der Finanzminister Savu war bisher Mitglied des Derwaltungsrates der Nationalbank. — Der Luftfahrt- und Marineminister I r i m e s c u fleh orte auch der früheren Regierung an. — Der Industrie- und Handelsminister Gigurtu kommt aus der Industrie. Er ist der Generaldirektor ber Mica-Aktiengesellschaft, bie vor allem Golb- unb sonstige Erzvorkommen in Rumänien ausbeutet.— Ilnterrichtsminister Petrovici ist Professor für Philosophie in Jassy unb hat auch viele Werke über beutsche Philosophen veröffentlicht. — Der Minister für Kultus unb Schöne Künste Professor L u p a s ch ist Professor an ber Universität Klausenburg. Der Regierung gehören ferner drei Mitglieder der Nakionalzaranistischen Partei an, die aber infolge ihres Beitritts zur Regierung von der Nationalzaraniftifchen Partei ausgefchlof- s e n wurden. Das find der Innenminister Armand Calinescu, der aus Argefch, der alten Kxö- nungsstadt, stammt und sich selber emporgearbeitet hat. Er genießt großes Ansehen. Der Landwirt- schaftsminister P o t a r c a und der Justizminister Radulescu-Mehedintz sind seit langem führende Mitglieder der Nationalzaranistischen Partei. Das Scho in Varis. Paris, 29. Dez. (DNB. Funkspruch.) Das neue rumänische Kabinett findet im größten Teil der Pariser Presse keine sehr freundliche Aufnahme. Neben der Ablehnung iedroeben autoritären Charakters, der ber französischen Mentalität widerstrebt, befürchtet man vor allem einen Wechsel der bisherigen außenpolitischen Orientierung. Die Persönlichkeit des neuen rumänischen Ministerpräsidenten Goga wird besonders kritisch beleuchtet. Dem neuen Außenminister wirst man vor allem antisemitische Einstellung vor, spricht ihm aber hohe Kultur und Intelligenz nicht ab. „Echo be Paris" schreibt, daß „bie eigensinnige Handlung des Königs Carol keine Neuigkeit" darstelle. Man werde sicherlich erzählen, daß die Zusammenarbeit mit Frankreich dieselbe bleiben werde. Davon würden aber nur diejenigen überzeugt sein, die es gern wollten. Was werde aus Versprechen werden, die Rumänien dem General Gamelin und letzthin noch dem Außenminister D e l b o s gegeben habe. Journal" erklärt, Goga verkörpere das nationale und große Rumänien. König Carol habe sich an einen Patrioten gewandt, um eine Regierung außerhalb der alten Parteien zu bilden. „Excelsior' warnt vor übereilter Kritik. Man müsse die Arbeit der neuen Reaierung sehen und dann urteilen. Dem gesunden Verstand König Carols müsse man Vertrauen entgegenbringen. Der König habe noch nie geäußert, die Politik Rumäniens gegenüber Frankreich, der Kleinen Entente unb ber Genfer Liga zu ändern. Polen zumKabmettswechsel in Bukarest Warschau, 29. Dez. (DNB. Funkspruch.) „Gazeta Polska" betrachtet bie Vorgänge in Rumänien als ein Zeichen für bas Erftarken ber nationalen Richtung im Lanbe bcs polnischen Bundesgenossen. Das Blatt unterstreicht, daß die Partei Goga seinerzeit Titulescus Politik scharf angegriffen und einen weiteren Ausbau des Bündnisses mit Polen gefordert habe. Professor Micescu, der neue Außenminister, sei eines der Gründungsmitglieder des polnisch-rumänischen Rechts'aus- schusses, der gleichfalls für engste Beziehungen mit Polen eingetreten fei. ©er Kampf um Teruel. Front von Teruel, 29. Dez. (DNB.) Die Truppen des Generals Arandas konnten am Diens- tay erheblich an Boden gewinnen und verdrängten den Gegner aus wichtigen Stellungen, wobei es zu heftigen Nahkämpfen kam. Das Operationsgebiet ber beiden Flügel, die bie Umklammerung ber bolschewistischen Belagerer durchführen, umfaßt bereits 30 Quadratkilometer. Die Bolschewisten gehen immer mehr in die Abwehr über. Bolschewistische Gegenangriffe im Abschnitt (Taube an ber Straße nach Saragossa scheiterten im heftigen Maschinengewehrfeuer ber Nationalen. Die nationale Heeresleitung steht mit ber Garnison von Teruel in ständiger Funkverbinbung; in Teruel herrscht eine zuversichtliche Stimmung. Die neue irische Verfassung. Dublin, 28. Dez. (DNB.) Am 29. Dezember tritt bie neue Verfassung des Irischen Freistaates in Kraft. Von diesem Tage an wird Irland wieder den Namen „E i r e" (Irland) und nicht mehr die Bezeichnung „Irischer Freistaat" führen. Der Tag wird in Irland als ein besonderer Triumph b e Valeras angesehen, der die neue Verfassung geschaffen hat. Der Name „Eire" verankert symbolisch den Anspruch auf die Einigung ganz Irlands. Die irische Presse hebt hervor, welche Gebiete noch zu Irland gehörten. Das sei insbesondere Nordirland mit einer Bevölkerung von einer Million Menschen, das Großbritannien angegliedert ist. Weiter seien in britischem Besitz geblieben: Lough Swilly, Cobh (Queenstown) und der Dockhafen bei Berehaven. Ferner habe Großbritannien Landerechte für Flugzeuge in der Nähe dieser Häfen, das Recht, Oeltankanlagen unter der Kontrolle der britischen Admiralität zu unterhalten, das Recht, Kabel zu kontrollieren, die bei diesen Häfen landeten, bie Kontrolle ber Küstenbefeuerung usw. Die neue Verfassung bestimmt, baß Irlanb nicht ben Krieg erklären barf, ohne baß hierzu bas Irische Parlament, ber Dail, seine Zustimmung gegeben hat, es sei denn, baß eine Invasion in Jr° lanb ftattfinbet; ber König von Großbritannien wirb in ber neuen Verfassung nicht erwähnt, jeboch hat er eine formale Vertretungsbefugnis nach außen erhalten. Die Verfassung sieht bie Einsetzung eines irischen Die Toten des Lahres 1931. 4. Januar: Paul Behnke, Admiral. — 24. Januar: Leo Pasetti, Münchener Bühnenbildner. 4. Februar: Robert Sommer, Gießener Psychiater. — 7. Februar: Elihu Rooth, amerikanischer Politiker. — 10. Februar: Lou Andreas-Salo m 6, deutsche Schriftstellerin. — 25. Februar: Hans Achelis, Leipziger Kirchenhistoriker. — 2. März: Peter Bruckmann, Mitbegründer des Deutschen Werkbundes. — 7. März: Rudolf Otto, Marburger Theologe. — 13. März: Arthur Hübner, Berliner Germanist. — 16. März: Sir Austen Chamberlain, ehemaliger englischer Außenminister. — 18. März: Franz R e no t o r f f, Leipziger Theologe. — 19. März: Felix Graf von B o t h m e r, bayerischer Generaloberst. — 21. März: Wilhelm Bänger, Senatspräsident beim Reichsgericht. 5. April: Adolf De iß mann, Berliner Theologe. — 13. April: Otto von FranquS, ehemaliger Gießener Gynäkologe. — 18. April: Max v. G a l l w i tz , General der Artillerie. — 24. April: Willy Rehberg, Mannheimer Pianist. — 26. April: Friedrich Oetker, Würzburger Strafrechtslehrer. — 7. Mai: Ernst August Lehmann, Kapitän des LZ. .Hindenburg". — 9. Mai: Walter Mittelholzer, Afrikaflieger. — 15. Mai: Lord Philipp Snowden, ehemaliger britischer Schahkanzler. — 23. Mai: John 9t o rf e feiler, amerikanischer Petroleumkönig. — 26. Mai: Paul Kramarsch, tschechischer Politiker: Ludolf von Krehl, Heidelberger Internist. — 28. Mai: Hermann Kerschen st einer, Münchener Chirurg. — 29. Mai: 31 Matrosen des Panzerschiffes „Deutschland". — 3. Juni: Don Emilio Mola, nationalspanischer General. — 9. Juni: Hans von Haeften, preußischer General. — 18. Juni: Gaston Doumergue, ehemaliger Präsident der französischen Republik. — 20. Juni: Albanus Schachleitner, Benekti-ner • Abt. — 29. Juni: Adolf Erman, Berliner Aegyptologe. 10. Juli: Theodor ft ö Kirfer, Leipziger Orthopäde. — 15. Juli: Walter Simons, ehemaliger Reichsgerichtspräsident und Reichsaußenminister.— 17. Juli: Wilhelm Zoellner, Generalsuperinten- bent. — 19. Juli: Amelia Earharbt, Fliegerin. — 20. Juli: Guglielmo Marconi, Erfinder der Funkentelegraphie. — 27. Juli: Wilhelm von W a l d o w , ehemaliger preußischer Staatsmlmster. — 30. Juli: Hans von Rosenberg, ehemaliger Reicksaußenminister. — 4. August: Philalethes Kuhn, Gießener Hygieniker. — 11. Auaust: H. G. Röhr, Automobilkonstrukteur: Alfred Wilm, Erfinder des Dur-Aluminium. — 16. August: Elard von Oldenburg-Ja nufchau, Führer der Ostdeutschen Landwirtschaft. — 24. August: Gustav Schlieper, Bankier: W a ß n e r, Kontreadmiral. — 26. August: Andrew Mellon, ehemaliger amerikanischer Schatzsekretär. — 30. August: Adele Sanbrorf, Schauspielerin. — 31. August: Karl Schwabe, Flieger. — 2. September: Baron Pierre de Coubertin, Begründer ber modernen olympischen Spiele — 8. September: Pierre Quesnay, französischer Bankier. — 14. Septembers Thomas Massaryk, Erster Präsident der Tschechoslowakischen Republik. — 20. September: von Gerok, General der Infanterie. 5. Oktober: Richard von Hertwig, Münckener Zoologe. — 7. Oktober: Joseph Vogt, Bischof von Aachen: Renate Müller, Schauspielerin. — 10. Oktober: E r n st Ludwig, ehemals Großherzog von Hessen und bei Rhein; Melchior Lechter, Maler. — 15. Oktober: Bernhard Dernburg, ehemaliger Staatssekretär des Reichskolonialamtes. — 20. Oktober: Lord Rutherford, britischer Physiker. — 23. Oktober: Roland Strunk, Journalist. — 26. Oktober: Georg Domizlasf, Reichspostdlrektionspräsident. — 1. November: Felix von Kraus, Münchener Kammersänger. — 9. November: Ramsey Macdonald, ehemaliger britischer Ministerpräsident. — 12. November: Franklin-Bouillon, französischer Politiker. — 16. November: Eleonore, vormalige Großherzogin von Hessen und bei Rhein; Georg Donatus, Erbgroßherzog von Reffen mit Frau und Zwei Kindern; Arthur Martens, Segelflieger. — 24. November: Friedrich Klock mann, Aachener Mineraloge. — 4. Dezember: Erich Lexer, Münchener Chirurg. — 5. Dezember: Werner Körte, Berliner Chirurg — 19. Dezember: Paul Martin, Gießener Veterinärmediziner. — 20. Dezember: Erich Ludendorff, deutscher Feldherr des Weltkrieges. — 21. Dezember: Frank Kellogg, ehemaliger amerikanischer Staatssekretär. — 23. Dezember: Paul Ernst, Heidelberger Pathologe. Okkultes Erlebnis in der Badewanne. Don Gart Georg von Maaßen. Herrlich, herrlich, so ein heißes Bad in der geräumigen Wanne. Romantisch-mondbeglänzte Zaubernacht. Don der Decke herab durch eine Glühbirne von 40 Watt stilvoll inszeniert. Ich finge wie ein Troubadour. Die Stimme klingt tief und voll. Eine vortreffliche Akustik herrscht doch im Badezimmer! Als Boot lasse ich das Badethermometer herum- schwimmen. Meist treibt es sich in der Gegend meiner Füße umher, nur selten schießt es einmal in flotter Fahrt nach oben zu. Dann stößt' es gegen meinen Brustkasten, der wie das Vorgebirge Athos aus den Fluten herauswächst. Bald ist es wieder südlicy in der Fußgegend, also schon über das Kap der guten Hoffnung hinaus. Da unten tropft aus beträchtlicher Höhe die Nil- quelle heiß aus dem Warmwasserhahn. Es geht: Ping — pang — pang — päng--päng — pong — ping. So immerfort einlullend in alle Ewigkeit. Es klingt ganz chinesisch. Ich sehe bunte Papierlaternen in sanftem Licht schimmern. Allerlei phantastisches Volk gaukelt um mich her. Blasse gelbliche Gesichter mit dunkel glühenden Augen. Eine verrückte Architektur; geschweifte, gezackte Dachbalken, Drachenköpfe über mir. (Enge, dämmrige, verheißungsvolle Hausein- flöngc. (Er schließt nicht recht, dieser Wasserhahn. Er plaudert ununterbrochen fort wie eine Dohle. Ich lausche der Melodie. Ich fühle mich wohl. Es ist so schön warm um meinen Körper, ach so tropisch warm ist es in der Badewanne. Die Nilquelle singt unentwegt. Ich bin jetzt in Afrika, sitze am grünen Nil — das Wasser ist tat- sächlich leuchtend grün. Aber nein, ich bin eine Insel im grünen Nil, bewachsen mit einigen Kräu- fern, Lotosblumen, Algen. Die Insel träumt im heißen, grellen Licht der Tropensonne (siehe oben: 40 WattL Nein, diese melodisch plätschernde, plappernde Nilquelle! — Wundervoll! Das 'Boot, richtig das Boot. Don Thermometer keine Spur mehr. So eine Art Torpedoboot ist es, auch als Unterseeboot trefflich zu brauchen. (Es laviert, ganz kokett, beständig um die Nilquelle herum. Der Wasserhahn — ich bemerke es erst jetzt, sieht neugierig, beinah lauernd auf bas Tropedoboot hinab. Eben hat er noch piik — ki — pük gemacht, dann tük, tük, tük. Plötzlich hält er den Atem an. Kein Tropfen fällt. Ich schaue äußerst gespannt. Das Boot steht fast unmittelbar unter der Deffnung des nach unten starrenden Hahns. Da läßt dieser plötzlich und so überraschend, daß ich zusammenzucke, zwei Tropfen fallen. Nur zwei: Pik — pof! Dann hält er sofort wieder an. Er hatte irgendeine ganz bestimmte Absicht damit, das merkte ich deutlich. Aber welche? — Plötzlich läßt er wieder zwei Tropfen fallen: Pi — pük! — Aha, jetzt merke ich, was die Quelle da oben will. Sie will das Boot mit einem Tropfen treffen. Ob wohl auf eine ganz bestimmte Stelle, ober nur so allgemein? Warten wir es ab. Bisher ist das Boot jedenfalls allen Tropfen geschickt aus- gewichen. O je! Nun ist es außer Reichweite! Himmel, was macht da dieser abgefeimte Schlingel, dieser schlaue Teufel von Babehahn? Unsere mit allen Hunden gehetzte Nilquelle da oben? Herunter kann sie nicht, drehen kann sie sich auch nicht, weiter oder kürzer spucken ebensowenig. Also was macht sie? Sie macht plötzlich: Pa — pü — pi — pa — pi — pa! Ganz rasch läßt sie einige Dutzend klingender und singender Tropfen fallen, damit die Wasserfläche in Bewegung kommt und das Torpedoboot sich dreht. Und richtig: es dreht sich und schwimmt wieder auf die Senkrechte des Tropfenfalls zu. Und sogleich ist der Hahn mäuschenstill und wartet. Hallo! Nun steht das Boot genau unter seinen hinab- stierenden Augen. Das ist ja die grausame Skylla. Ich spähe, ob nicht der ruhmreiche Held Odysseus dort auf dem Torpedoboot stehl. Offenbar nicht — aber was ist passiert? Zwei schnelle Tropfen fielen: Puk — pöf! Oho, jetzt weiß ich es: nicht den Nabel des Torpedobootes will die Quelle treffen, sondern sein Hauptorgan, seine Seele, die Quecksilberkugel am Heck nämlich. Der Silberblick, der schöne Glanz hat es ihr angetan. Das Boot — so scheint es mir wenigstens — hat Spaß an der Sache gefunden, es flieht nicht. (Es wartet neugierig ab, ob dem Hahn feine Absicht gelingen wird. Kokett schaukelt es auf den grünen Wogen des breiten Nils. Der Hahn zielt noch einmal bedächtig: Ping — pong! Wahrhaftig, ich glaube, jetzt hat er getroffen! War es nicht, als ob er leise gelacht hätte? Ich blicke scharf hin. Mir scheint beinahe, er grinst über bas ganze Gesicht. Unb bas lotpcboboot hat gepfiffen, ganz leise. Das Boot dreht langsam ab. Unb nun hämmert ein wahnwitziger Tropfenfall aus bem Maule bes Hahns — Verzeihung! — aus der Nilquelle. Es i \ ist das reinste Triumphlied, das sie anstimmt. Eine dahinstürmende Melodie. Eines ist mir aber klar. Das ging nicht mit rech- ten Dingen zu. Ein ordinärer Wasserhahn tropft entweder langsam oder er tropft schnell, aber niemals wechselt er fein Tempa fo willkürlich, mal so und mal fo. So was tut ein simpler Hahn nicht. Nur ein denkender, ein lebendiger tut das. Dem Bad entstiegen, im Bette liegend, höre ich noch lange den Singsang der Nilquelle. Die Tür zum Badezimmer steht offen. Ganz übermütig, ausgelassen klingt es mit: Ta — tü — ta — ta — ta — ti — ti — ti. Trällernd, voll schalkischer Neckerei singt der Hahn, die Quelle vielmehr, eine Tanzmelodie. Ein gelindes Grauen kommt langsam über mich, deckt mich immer beklemmender zu. Ich spüre die Dämonie einer mir unbekannten Geisterwelt. ©er klücste Hund. Asta von Herrenfeld 28549. Der klügste Hund — ein Superlativ, von dem überzeugend zu schreiben gar nicht so leicht ist. Und doch ist Asta von Herrenfeld unzweifelhaft der klügste und gescheiteste Hund, den es gibt. Asta ist ein schöner Airdale-Terrier und wohnt im Hause bes Hauptlehrers Fritz zu Breitbrunn, hart am Ammersee im Oberbayerischen. Hier erhielt die sechs Jahre alte Hündin, die nebenher den Kosenamen Bessy trägt, von der Gattin des Lehrers, Frau Rosemarie Fritz, einen Unterricht, der eigentlich über die Belange eines durchschnittlichen Hunde- lebens weit hinausgeht. Hier wurde Bessy mit Mathematik, Färb- und „Sprachlehre" so gut vertraut, daß die Tierpsychologen ihre helle Freude an ihr haben. Längst haben alle großen internationalen Varietsbühnen Frau Fritz die verlockendsten Angebote für Gastspiele mit Bessy gemacht, doch hat sie stets abgelehnt. Sie möchte nicht, daß Bessy mit den simplen Dressurakten — wie es sonst die „gelehrigen Hunde" sind — auf eine Stufe ge- stellt wird. Und das ist richtig, denn Bessys Leistungen beruhen keineswegs auf irgendeinem wohlaus- geflügelten Trick. Wir wohnen einer Vorführung Beffys bei, die im Rimmer vor einer großen Wandfchiefertafel ftattfinbet. Bessy setzt sich auf einen kleinen Hocker davor, an bem ein kleines Brettchen befestigt ist, bas Bessy zum gelegentlichen Aufschlagen mit ber Pfote dient Mit Kopfrechnen beginnt ber Unter» richt, unb es ist erstaunlich, wie diese Hündin selbst schwierige eingekleidete Aufgaben löst. „Frauchen kauft acht Knochen, drei davon erhält Birke (das ist Bessys Tochter), wieviel bleiben für Bessy?" Sofort bellt Bessy fünfmal. Und so rechnet sie ohne Fehler mit Knochen und Würstchen, daß ihr und uns die Augen leuchten. Schließlich greift Frau Fritz zur Kreide und schreibt die Aufgaben an die Tafel. 11 — 7 + 3 = ? Ein Augenblick, unb auefy diese Aufgabe ist gelöst. Ein Trick ist ausgeschlossen, denn Frau Fritz stand hinter dem Tier und hat nicht gesprochen ober sonstige Zeichen gegeben. Daß das Tier nicht nur von seiner Herrin geprüft werden kann, sondern auch von beliebigen Personen, beweist, daß tatsächlich die Fähigkeit des Rechnens dem Hund ein geistiger Besitz geworden ist. Die Zahlen 1 bis 9 werden jeweils durch entsprechendes Bellen genannt, bei jedem vorkommenden Zehner klopft Bessy einmal mit der Pfote auf das genannte Brettchen. Doch Bessy kann noch mehr. Sie zählt aus Bilderbüchern die Tiere und Kinder, ja, selbst in den Farben kennt Bessy sich aus. Sie weiß sieben Farben zu unterscheiden und bellt bei grün einmal, bei blau zweimal, bei rot dreimal usw. Ebenso sicher sagt Bessy bas Alphabet herunter, wobei bie häufig Dorfommcnben Buchstaben — des Buchstabierens wegen — mit den niedrigen „Bell-Zahlen" belegt sind. Bei „Ja" bellt Bessy übrigens einmal, bei „nein" zweimal. Als die letzte lieber« raschung sagt uns Bessy noch die Zeit nach einer Weckeruhr an — und zwar auf die Minute genau. Sie unterscheidet beide Zeiger ganz fehlerlos. Wie es zu diesen Leistungen gekommen ist, warum nur Bessy und nicht jeder Hund so etwas zu- ftanbebringt, darauf können selbst die Tierpsychologen noch keine befriedigende Antwort geben. Sicher ist, daß die unendliche Liebe unb Geduld der Frau Fritz die Leistungen ihrer vierbeinigen Freundin erst aufgedeckt und schließlich entwickelt hat. Fritz O. Peil. Hochschulnackrichien. Dem Oberingenieur Professor Dr.-Jng. Karl Pohl in Berlin ist unter (Ernennung zum Ordinarius der Lehrstuhl für Statik, Stahlbau und (Eifenbetonbau an der Technischen Hochschule Ber- l i n übertragen worden. Professor Dr. Fritz Goebel, Ordinarius für Kinderheilkunde an der Universität Halle, wurde in gleicher Diensteigenschaft an die Medizinisch" Akademie in Düsseldorf berufen. Ein Vierteljahrhundert ist vergangen... Erinnerungen aus dem letzten Vorkriegsjahr. Blättern wir im großen Buch der Geschichte fünfundzwanzig Jahre zurück, so stoßen wir auf das Jahr 1913, das von besonderer Bedeu- tuna ist, weil es das letzte Friedensjahr vor dem Weltkrieg war. In einem seltsamen Durcheinander von Hornungen und Befürchtungen auf die Er- Haltung des Friedens spielten sich die Ereignisse dieses Jahres ab. Auf der einen Seite schien es, als ob der Frieden besser denn je "gesichert sei. Fanden doch im Jahre 1913 nicht weniger als vier ausländische Fürstenbesuche am deutschen Kaiserhofe statt. Im Mai dieses Jahres tra- fen der russische Zar Nikolaus II. und das englische Königspaar in Berlin ein, um an der Vermählung der Prinzessin Dikioria Luise mit dem Prinzen Ernst August von Cumberland teilzunehmen. Einen" Monat später stattete das italienische Königspaar dem deutschen Kaiserpaar> einen Besuch in Kiel ab; und noch im selben Monat traf König Albert von Belgien in der Neichshauptstadt ein. Trinksprüche wurden gewechselt und Freundschaftsbeteuerungen ausgesprochen. Niemand ahnte, daß diese Fürstenbesuche aus Rußland, England, Italien und Belgien die letzten Zusammenkünfte europäischer Souveräne im kaiserlichen Deutschland sein würden. Auf der anderen Seite fehlte es allerdings auch nicht an mehr oder weniger verhüllten Anzeichen einer kommenden sturmbewegten Zeit. Während der deutsche General Liman von Sanders nach Konstantinopel berufen wurde, um das tür-. kische Heer nach deutschem Muster umzugestalten, wurde in London zwar die Heeresreform Lord Haid an es abgelehnt und damit auch die beabsichtigte Einführung der allgemeinen Wehrpflicht in England, wohl aber wurde die britische Flottenvorlage von 36 auf 51 Millionen Pfund Sterling erhöht. Zur gleichen Zeit traten zwei Präsidenten ihr Amt an, die auf den Beginn, den Verlauf und das Ende des Weltkrieges den größten Einfluß ausüben sollten. In Frankreich war es Poincarö, in den Vereinigten Staaten Wil- j o n. Besonders die Präsidentschaft Poincarös war schon ein deutlicher Hinweis auf die herannahende Auseinandersetzung der europäischen Mächte. Wer aber konnte ahnen, als im Jahre 1913 der General Lettow-Vorbeck zum Kommandanten in Deutsch - Ost-Afrika ernannt wurde, daß es auch in den deutschen Kolonien Afrikas zu einem blutigen Dölkerringen kommen würde? Nicht ohne Reiz ist es, auch die Vorgänge auf einigen Nebenschauplätzen der Weltgeschichte dieses Jahres 1913 zu verfolgen. Eine Vorlage, die die Einführung der Selbstregierung in I r l a n d betraf, wurde vom englischen Unterhaus angenommen. Albanien, das ewige Streitobjekt am Adriatischen Meer, wurde zum selbständigen Fürstentum erhoben. Und Rußland, das im fernen Osten noch an den Folgen des russisch-japanischen Krieges litt, erkannte die chinesische Oberhoheit über die Mongolei an, deren Schicksal heute, ein Vierteljahr- Hundert später, wieder im Brennpunkt weltpolitischer Ereignisse steht. Im Jahre 1913 war es auch, als eine der größten Spionageaffären der Welt zum Entsetzen aller in der Entlarvung des österreichischen Generalstabsoffiziers Oberst Redl sichtbar wurde. Oberst Redl, der einen der wichtigsten Posten in der Nachrichtenabteilung des österreichischen Heeres innehatte, hatte jahrelang sämtliche Aufmarschpläne an Rußland verkauft. Ein in einer Taxe verlorenes Taschenmesser wurde ihm zum Verhängnis.. Inmitten dieser vielen Anzeichen einer schicksalsschweren Zukunft gab es allerdings auch wieder einen schwachen Hoffnungsstrahl: noch. bevor das Jahr 1913 zu Ende ging, stiftete der amerikanische Millionär Carnegie 1,5 Millionen Dollar für den Friedenspalast im Haag. Daß aber auch diese, an sich vom Friedensgedanken getragene Tat nur eine Illusion war, sollte das nächste Jahr beweisen; genau wie der Genfer „Völkerbund" sich nun, fünfundzwanzig Jahre später, als eine leere Fiktion erwies. Zum Schluß mag noch, auch"weil ein innerer Zusammenhang mit den kriegerischen Vorgängen der nächsten vier Jahre besteht, eines Ereignisses aus dem Jahre 1913 gedacht sein. In diesem Jahre gelang es nämlich dem französischen Flieger P 6 g o u ö zum erstenmal einen „Looping the loop" auszuführen. Damit war die Fliegerei ihren Kinderschuhen entwachsen, sie stand bereit, als Waffe eingesetzt zu werden. Ist aber nicht auch dieser „Looping the loop", dieser Ueberschlag in der Luft, zugleich ein Merkmal dieser Zeit vor einem Viertel- jahrhundert? Er ist es! Denn alles, was in diesem letzten Friedensjahr ersonnen und geschürt war, entweder, um den Frieden zu erhalten ober um den Krieg herbeizuführen, überschlug sich in einem tollen Wirbel, der Europa und die Welt in die größte Kriegskatastrophe hineinriß, die der Erdball bisher je erlebt hat. ein Zahr des ForischrW. Sozialpolitischer Rückblick aus dasJahr 1937 Unter den großen Teilsraaen, die für unser Volksleben bedeutungsvoll sind, nimmt die Sozialpolitik nicht die letzte Stelle ein. Es ist ja noch nicht ein Jahrzehnt her, daß der soziale Zwiespalt, der damals durch unser Volk ging, es völlig auseinanderzubrechen drohte. Seit dem Erlaß des Gesetzes zur Ordnung der nationalen Arbeit haben wir eine völlige Neuordnung gerade unseres sozialen Lebens. Sind wir hier im Jahre 1937 wesentliche Schritte weitergekommen? Dürfen wir diese Frage bejahen? Hierauf muß uns unser Rückblick auf die Sozialpolitik des Jahres 1937 zuerst die Antwort geben. Wir glauben, in. voller Ueberzeugung unsere Frage bejahen zu können, Sehr vieles kann für diese Auffassung angeführt werden. So etwa die Tätigkeit der Sozialen Ehrengerichte, die gerade durch ihre Bestrafung der groben Verstöße gegen die Grundsätze der Betriebsgemeinschaft mittelbar erweist, wie weit der Arbeitsgemeinschaftsgedanke in den Betrieben 'bereits lebendig geworden ist. Auf verschiedene andere Dinge wäre hinzuweisen, die wir noch erwähnen werden. Wir wollen hier für unsere Auffassung zunächst ein Ar- beitsgerichtsurteil heranziehen, das anscheinend ohne ganz besondere Bedeutung einfach in der Reihe der unendlich vielen anderen Arbeitsgerichtsurteile steht. In der Tat ist auch dieses Urteil des Arbeitsgerichts Berlin (23 Ca 366/37), das wir meinen, kaum weiter beachtet worden. Ein Geselle hatte nach seinem Ausscheiden seinen früheren Meister auf Ueberstundennachzahluna verklagt. Heimlich hatte sich der Geselle Aufzeichnungen über Überstunden gemacht, von denen der Meister nichts wußte. Das Arbeitsgericht hat die Klage abge- wiesen. Das ist es aber gewiß nicht, was uns das Urteil so bedeutsam erscheinen läßt. Seine Begründung ist es vielmehr, worauf es uns hier ankommt. Das Arbeitsgericht hatte nämlich feftgefteüt, daß während der ganzen Beschäftigungszeit Meister und Geselle vertrauensvoll zusammengearbeitet hatten. Deshalb aber hätte der Meister, so sagte das Gericht, einen moralischen Anspruch daraus gehabt, daß der Geselle ihm die Ueberftunben sofort mitteilte, wenn solche notwendig wurden. Nur wenn der Meister unkameradschaftlich und unsozial gewesen wäre, her Geselle also tatsächlich bei einer sofortigen Forderung auf Ueberstundenbezahlung seine Entlassung hätte befürchten müssen, wären heimliche Aufzeichnungen und ein nachträgliches Hervortreten mit der Forderung vielleicht zu rechtfertigen gewesen. Versteht man, weshalb uns gerade dieses Arbeitsgerichtsurteil so bedeutsam erscheinen will? In den ersten Jahren seit dem Erlaß des Arbeitsordnungsgesetzes sind die aus der betriebsgemeinschaftlichen Einstellung sich ergebenden Pflichten der Betriebsführer mit Recht besonders deutlich herausgearbeitet worden. Aus dem genannten Arbeitsgerichtsurteil geht hervor, daß im Jahr 1937 sich neben diesen Erkenntnissen das Verstehen der Pflichten der G e f o l g s ch a f t s m i t- glieder in entscheidendem Maße vertieft hat. Damit aber erst ist unsere neue Sozialordnung vollständig. Das führt zu einer Sozialpolitik, wie wir sie heute wollen: eine Sozialpolitik, die nicht mehr wie früher „Arbeitnehmerpolitik" ist, sondern vom Volksganzen ausgeht, und die Sorgen aller Berufsstände zu erleichtern sucht. Auch auf den Einzelgebieten der Sozialpolitik ist das Jahr 1937 recht ereignisreich gewesen. Zu Beginn des Jahres 1937 wurden noch 1 478 237 Arbeitslose gezählt gegenüber 2 507 955 am 31. Dezember 1935. Im Laufe des Jahres ist dann vollends der Wandel in den Aufgaben des Arbeitseinsatzes eingetreten. Nicht mehr die Sorge um die Unterbringung von Arbeitslosen beschäftigte uns, sondern die zu lösende Aufgabe, alle Teile unserer Wirtschaft mit den notwendigen Arbeitskräften zu versehen. Bereits am 9. Oktober 1936 war die Aufgliederung der Arbeitslosen nach ihrer Einsatzfähigkeit, auch bezüglich des zwischenbezirklichen Ausgleiches verfügt worden. Die Arbeitseinsatzpolitik erfuhr 1937 in dieser Richtung einen weitgehenden Ausbau. Sonderregelungen mußten für einzelne Gewerbe und Bezirke getroffen werden, so für die chemische Industrie in Mitteldeutschland, für das Baugewerbe und für die Landwirtschaft bei gleichzeitigem Ausbau der bereits im November 1936 durch die bekannten sechs Anordnungen geschaffenen Regelungen für die Metallindustrie, für die Lehrlingsausbildung und so fort. Don den sechs Anordnungen, die am 7. November 1936 erlassen waren, galt die erste der Sicherung eines genügenden Berufsnachwuchses in der Eisen- und Metallwirtschaft sowie im Baugewerbe. Sie hatte zum erstenmal ein Ausbildungssoll als Pflicht für den Unternehmer festgelegt. Die Durchfiihrungserlasse des Präsidenten der Reichsanstalt vom 15. April 1937 regelten die Fragen im einzelnen. Ganz allgemein sind in dem Ausbildungswesen für die Jugendlichen erhebliche Fortschritte in dem Zahlenmäßigen Ausmaß der Ausbildung erzielt worben. Die Zahl der den Arbeitsämtern gemeldeten offenen Lehr- und Anlernstellen hat sich gegenüber ihrem Tiefststand im Rechnungsjahr 1931/32 vervielfacht. Gleichzeitig ist immer mehr der Notwendigkeit Rechnung getragen worden, durch Gesellen- und Gehilfenprüfungen am Ende der Lehrzeit das Erreichen eines beftimmten Standes der Ausbildung zu gewährleisten. Von diesen Prüfungen wollen wir den im Auftrage der Arbeitsgemeinschaft der Industrie- und Handelskammern herausgegebenen Bericht über die Ergebnisse öer Kaufmannsgehilfenprüfungen 1937 näher hervorheben. In ihrer Mehrzahl meldeten die Prüfungsämter bessere Leistungsergebnisse als in dem Voriahr. Trotzdem können sie noch nicht belrie- bigen. So erhielten beispielsweise im Bezirk Leipzig 23,4 v. H. aller Prüflinge im Aufsatz bie Note 4 oder 5, bie gleichen schlechten Noten im Rechnen 35 v. H. Gerabe in b e n Elementar- fächern sinb bie Prüfungsergebnisse oft recht mangelhaft. Hier muß beshalb eingesetzt werben. Hier'muß es unser Bestreben sein, im neuen Jahr dahin zu wirken, baß ähnliche Lücken nicht mehr in Erscheinung treten können. Am 29. August 1936 hatte ber Führer unb Reichskanzler fein Verfügung über bie Auszeichnung als „Nationalsozialistischer M u st e r betrieb" erlassen. Sie hat zu bem großen Lei- stungswettkampf ber beutschen betriebe geführt. Von bem Reichsorganisations- leiter Dr. Ley sinb am 1. Mai 1937 neben bem bereits ein Jahr zuvor gestifteten Leistungsabzeichen für vorbilbliche Berufserziehung brei weitere Leistungsabzeichen, und zwar für vorbildliche Sorge um die Volksgesundheit, für vorbildliche Heimstätten und Wohnungen sowie für vorbildliche Förderung von „Kraft durch Freude" gestiftet worden. Bis zum 1. August mußten die Betriebe sich zur Teilnahme am Leistungswettkampf gemeldet haben. Ueber die Leistungsabzeichen führt der Weg zum „Gaudiplom für hervorragende Leistungen". Aus der Reihe der so ausgezeichneten Betriebe schlägt dann der Reichsorganisattonsleiter dem Führer deutsche Unternehmungen zur Auszeichnung als „Nationalsozialistischer Musterbetrieb" vor. Neben diesem Wettstreit der deutschen Betriebe um vorbildliche soziale Leistungen für die eigenen Gefolgschaften steht dann der Reichsberufs- wettkampf, dessen Vorbereitungen in ber Zeit um bie Jahreswenbe verstärkt getroffen wurden. Zum erstenmal sind nicht nur die Jugendlichen, sondern alle Schaffenden zur Teilnahme an den Reichsberufswettkämpfen aufgerufen worden. Hierdurch ist ber Wettkampfgebanke auf bie breiteste Grunblage gestellt. Er wirb unsere Sozialpolitik in bas neue Jahr hinüberführen unb für sie von symbolischer Bedeutung sein. Nicht mehr ber Kampf ber Klassen erfüllt unser soziales Leben ber Arbeit, fonbern der Wettkampf ber Betriebe um vorbildliche soziale Leistungen unb ber Wettkampf ber Schaf fenben um berufliches Können. Die letzten Tage vor bem Weihnachtsfest brachten mit bem GesetzüberbenAusbauberRen- tenversicherung bas sozialpolitisch behutsamste Ereignis bes abgelaufenen Jahres. Das Gesetz führt bie Sanierung ber Jnvaliben- unb Angestelltenversicherung durch Beitragsübertragung ber Arbeitslosenversicherung unb burch Reichsmittel burch, ferner bie Sanierung ber knappschaftlichen Pensionsversicherung ber Bergarbeiter burch Reichsmittel unb einen Zuschuß ber Jnvalibenversicherung als Gemeinschaftsleistung ber Wirtschaft zugunsten ber mit befonberen Berufsgefahren oerbunbenen bergbaulichen Urprobuktion. Durch eine Reihe von inein- anbergreifenben Maßnahmen wirb so bas Lohneinkommen ber Bergarbeiter um 60 bis 70 Millionen erhöht. Auch bie Leistungen ber Jnvaliben- unb Angestelltenversicherung werben burch bas neue Gesetz unter Berücksichtigung ber bevölkerungspolitischen Ziele bes Nationalsozialismus erheblich gesteigert. Der gleichen Aufgabe soll auch bie ber Arbeitslosen- Versicherung auferlegte Verpflichtung bienen, in ben nächsten vier Jahren je 270 bis 280 Millionen RM. an ein Sonbervermögen bes Reiches abzuführen, aus bem bie Kinberbeihilfen erheblich erweitert werben sollen. Das sinb gute Vorzeichen für bie Sozialpolitik im neuenJahr. Sie wirb um so erfreulicher sein, je mehr wir sie nach ber Erkenntnis ausrichten, baß die Frage ber ehrlichen Arbeitsgemeinschaft in ben Betrieben Voraussetzung ist für bie Stärkung bes sozialen Friebens wie für bie Erhaltung unb Vertiefung ber Arbeitsfreube bes einzelnen schaffenden Deutschen. Dr. Erich Schmidt. ^kleine Dofiftfrbe Nackricktten Der Führer hat als Dank für die durch die Reiseleitung der drei im Mittelmeer befindlichen KdF.- Schiffe übermittelten Weihnachtsgrüße folgendes Telegramm übersenden lassen: „Den Urlaubern unb Besatzungen ber brei KbF.-Schiffe banke ich für treues Gedenken am Weihnachtstage. Ich erwidere ihre Grüße mit besten Wünschen für ben Verlauf ber Fahrt unb fürs neue Jahr. Gez.: Aböls Hitler." ♦ Auf bem Allgäuer Berghof Alpeck bei Sonthofen würbe bas beutsch-französifche Ski - Iu - genblager eröffnet. Zur gleichen Zeit sinb auch die Flaggen bei ben übrigen Ski-Gemeinschaftslagern — zwei beutsch-englischen unb einem beutsch-belgischen Lager — gehißt worben. An ben Lagern nehmen ungefähr 150 Mann teil. * An Stelle des als Führer des Luftwaffenbundes berufenen Generalleutnants Schweickhard wurde mit Wirkung vom 1. Januar 1938 Generalmajor Keller zum Kommandierenden General und Befehlshaber im Luftkreis I (Stab Königsberg) ernannt. In Nordpalästina ist zur Säuberung der Grenzbezirke von arabischen Freischärlern eine auf fünf Tage berechnete militärische Aktion eingeleitet worden. Montag sind wiederum größere Truppenabteilungen in das von Tiberia, Safed und Akka begrenzte Dreieck entsandt worden. Der nicht mehr nach Syrien entkommene Teil der arabischen Freischärler soll seine Waffen versteckt unb sich als Zivilisten getarnt haben. General Motors Corporation, einer ber größten Autokonzerne Amerikas, hat beschlossen, 3 0 0 0 0 Arbeiter unb A n g e st e 111 e z u entlassen, infolge des allgemeinen Geschäftsrückgangs in den letzten drei Monaten. Der Korpsführer des NSFK. zum Jahreswechsel. Berlin, 28. Dez. (DNB.) Ein arbeitsreicher Abschnitt im Aufbau des NSFK. geht mit bem Jahre 1937 zu Ende. Wir erinnern uns in stolzer Freube ber Teilnahme bes NSFK am Reichsparteitag in Nürnberg, wo wir unter ben Augen des Führers marschieren durften und unsere ersten Sturmfahnen geweiht wurden. Wir erinnern uns ber hanbwerklichen unb zahlreichen fliegerischen Wettbewerbe unb sinb stolz auf bie dabei erzielten ausgezeichneten Einzel- unb Mannschaftsleistungen. Wir verzeichnen ferner mit befonberer Genugtuung eine Anzahl guter Erfolge von NSFK.-Männern auf sportlichem unb wehrsportlichem Gebiet. Der rahmenmäßige Ausbau ber meisten NSFK.-Grup- pen ist nunmehr beenbet, so baß für biefe Gruppen bie Aufnahmesperre bereits aufgehoben werben konnte. Die Auffüllung ber Einheiten mit jungem Nachwuchs aus ber Flieger-HI. unb ben Reservisten bes fliegenden Personals ber Luftwaffe kann nun erfolgen. So schreiten wir wohlgerüstet im neuen Jahre weiteren Aufgaben entgegen, unter benen ich schon heute erwähnen kann: bie Aus- bilbung im Motorflug im Kleinflugzeug. Als nationalsozialistische Kampforganisation werben wir auch im fommenben Jahre in gleichem Marschtritt mit ber Partei unb ihren (Blieberungen weitermarschieren zur Erreichung unseres großen Zieles. In biefem Sinne wünsche ich allen NSFK.-Führern und -Männern ein glückliches unb erfolgreiches Jahr 1938! Heil unserem Führer! Gez. Fr. C h r i st i a n s e n , Generalleutnant. Der 47 Se mtstag des Stabschefs Lutz». Berlin, 28. Dez. (DNB.) Der Führer und Reichskanzler richtete an Stabschef Lutze, ber heute 47 Jahre al t geworben ist, nachstehen- bes Glückwunschtelegramm: „Zu Ihrem Geburtstag sende ich Ihnen bie herzlichsten Glückwünsche. Ihr Abolf Hitler." Generaloberst Göring fanbte fol« genben Glückwunsch an Stabschef Lutze: „Zu bem heutigen Tage übermittle ich Ihnen, lieber Pg. Lutze, meine und meiner Frau herzlichste Glückwünsche. Möge Ihnen zur Fortführung Ihrer schweren und verantwortlichen Arbeit für bie Bewegung auch im fommenben Lebensjahr volle Arbeitskraft unb reife Gefunbheit befchieben fein! In alter Kampfverbunbenheit verbleibe ich mit besten Grüßen Ihr Göring." Der Stabsführer ber Obersten SA.-Führung, Obergruppenführer Hertz vg überbrachte im Namen aller Gruppenführer und ber gesamten SA. Glückwünsche und ein Geschenk als Zeichen engster kamerabschaftlicher Verbunbenheit aller SA.- Männer mit bem Stabschef. Zahlreiche Gruppenführer überreichten ihm handwerkliche und heimat- schöpferische Geschenke. Im Auftrage des Kulturkreises der SA. gratulierte Brigadeführer Reichs» kulturwalter M o r a 11 e r. Die Standarte „Feld- herrnhalle" brachte bem Stabschef ein Stäubchen. Am Nachmittag begab sich ber Stabschef nach Hannover, wo ihm vom Dberpräfibium, ber (Bauleitung und aus allen Bevölkerungskreisen herzliche Zeugnisse ber Verehrung zuteil würben. In ben Abendstunden ehrte bie SA. und die Polizei ben Stabschef burch einen Fackelzug. Aus aller Wett. Ein Frühwerk töiorgiones im Frankfurter StäbeL Das Stäbelfche Kunstinstitut in Frankfurt macht Mitteilung von einer sehr bemerkenswerten Ent- beckung. Das Institut erwarb vor kurzem ein venezianisches Tafelbild eines „unbekannten Meisters aus bem 15. Jahrhundert". Jetzt stellte sich nach der Reinigung bes Gemäldes heraus, daß es sich um ein Frühwerk des großen venezianischen Malers Giorgione (1478 bis 1510) handest. Es stellt die Rettung der römischen Zwillinge Romulus und Remus inmitten einer reich gegliederten arkadischen Landschaft dar. Durch ausflrömenbes Gas getötet. Bei Reparaturarbeiten im Kraftwerk II der Röchlingschen Eisen- und Stahlwerke in Völklingen (Saar) wurde der verheiratete Otto E l y durch ausströmende Gase getötet. Betäubt wurden sechs Mann; brei von ihnen konnten bereits aus bem Krankenhaus entlassen werben, die anberen befin« ben sich auf bem Weg ber Besserung. Vorsicht mit Benzin im Haushalt! Wie gefährlich bie unsachgemäße Verwendung von Benzin im Haushalt ist, zeigt ein Vorfall, ber sich in Bad Kreuznach ereignete. Ein 29jähriges Mäbchen reinigte im Nebenraum ber Küche eines Kaffeehauses Kleider mit Benzin, während in ber Küche eine offene Gasflamme unb auch das Herbfeuer brannten. Da bie Tür zum Nebenraum offen ftanb, entzünbeten sich bie Benzindämpfe unb es gab eine Explosion, burch bie eine Wanb eingebrückt unb ein Fenster, zertrümmert würbe. Das Mäbchen unb feine Mutter würben schwer verletzt, ein Mann, ber zu Hilfe eilte unb bie Flammen mit Tüchern erstickte, trug erhebliche Brandwunden bavvn. Die beiden Frauen mußten ins Krankenhaus gebracht werben. Ein Kind durch heißen Kaffee löblich verbrüht. Ein Unglücksfall ereignete sich am Weihnachtsabend bei einer Familie in Weißenthurm (Bezirk Koblenz). Ein vierjähriges Kind erfaßte eine Kaffeekanne mit kochend heißem Kaffee und trank daraus. Die Wirkung war furchtbar. Mund und Hals des Kindes wurden vollständig verbrüht. Man brachte das Kind sofort in ein Krankenhaus, wo es aber schon nach kurzer Zeit ben schweren Verletzungen erlag. 16 Opfer eines Amokläufers. Ein Filipino, ber mit einer abgebrochenen großen Schere burch bie Hauptgeschäftsstraße von Oakland (Kalifornien) Amok lief, stürmte m mehrere Läden hinein und stach auf alles ein, was ihm in den Weg kam, 16 Männern unb Frauen brachte er zahlreiche Stichwunden bei. Vier der Opfer starben kurz darauf, sechs wurden schwer verwundet ins Krankenhaus gebracht. Der Amokläufer konnte später in einem Filipino-Klub verhaftet werden. Ich habe Dir ein Bankkonto eingerichtet — Du sollst früh lernen, mit Geld umzugehen! Auf der Bank ist Dein Geld in sicherer Verwahrung. Es trägt Zinsen. Du hast ein Scheckbuch und Dein Geld ist stets zu Deiner Verfügung. Und wenn Du später einmal in Geldangelegenheiten Rat brauchst, stehen Dir Bank und Bankier gern zur Seite. Das private HYPOTHEKENBANKEN FREUN] Bankgewerbe er tr a u Deiner Bank und Deinem Bankier! KREDITBANKEN • P BIVATBANKIEKS SJixfpoii die bei im Juni ein noch viel größeres Geschäft werden. Kurze Sportnotizen. Die Geschwister Cranz, unsere Olympia- siegerin Christi und ihr Bruder Rudi, haben ihre Teilnahme an den internationalen Abfahrts- und Torläufen um den Großen Preis von Paris, der Skiklub von Paris am 7. und 8. Januar gewichtlern der Welt, sieh! man 1»«,. - Gefahr für Louis in dem Kampf. Wird der Neger fahrtslauf in 4:18.3. aber doch einmal oder sogar zweimal geschlagen, nun, dann dürfte der Titelkampf Schmeling—Mann • Bei leichtem Schneetreiben und 15 Grad Kälte fand am Spindlerpaß im Riescn- gebirge am Dienstag ein Lang- und Sprunglauf statt. Der Hirschberger Jäger Meißner gewann den 14-Kilometer-Langlauf in 58:10 und der Jung- nicht allzu große manne Gerhard Wolf (Hain) holte sich den Ab- Megeoe durchführt, zugesagt. Fukbatt he«- Gauliga Hessen. Die Gastgeber des vergangenen Sonntags waren in den Vorspielen durchweg glatte Verlierer. Der kommende Sonntag sieht nun folgende Begegnungen vor: Der Spo. Kassel wird beim abstieggefährdeten VfB. Friedberg keinen leichten Stand haben, sollte sich aber mit seiner reiferes» Spiel- weise doch durchsetzen. Der SC. 03 Kassel kann seine guten Aussichten nur wahren, wenn er Hessen H e r s f e l d bezwingt. Die Hersfelder bewiesen an Weihnachten in Fulda eine große Kampfkraft, aber in Kassel dürfte es wohl kaum gelingen, einen etwaigen Rückstand von zwei Toren wieder gutzumachen. Kewa Wachenbuchen wird diesmal dem BC. S p o rt K a s s el kaum eine Möglichkeit zu einem Punktgewinn geben, dagegen hat der VfB. Groß-Auheim bei GermaniaFulda noch keineswegs verloren, obwohl die Auheimer in den letzten Wochen Schwächen erkennen ließen. Australien führt 2:0. Während v. Cramm bisher die von ihm bestrittenen Einzelspiele gewonnen hat, bezog Henkel nur Niederlagen. Nachdem er sich in dem zweiten Länderkampf Deutschland—Australien dem jungen John Bromwich in drei Sätzen glatt beugen mußte, trug Henkels Verletzung auch dazu bei, daß das Doppel für Deutschland verloren ging. Die Australier Quist- Bromwich siegten 6:1, 4:6, 6:4, 8:6 gegen von Crarhm-Henkel und führten damit 2:0. »WUimeisterschastStampf" Louis-Mann. Mike Jacobs, der amerikanische Großveranstalter im Boxsport, der ständig für Ueberraschungen sorgt, um volle Häuser zu bekommen, hat eine neue Sensation vorbereitet Wie aus Neuyork berichtet wird, hat Jacobs zum 23. Februar einen Titelkampf zwischen dem derzeitigen „Weltmeister" Joe Louis und dem Bezwinger Bob Pastors, Nathie Mann, abgeschlossen. Gewinnt Louis, wie allgemein angenommen wird, dann hat er sich im Juni Schmeling zu stellen. Siegt Mann, dann muß er sich binnen 60 Tagen dem Neger zum Rückkampf stellen und im Falle eines abermaligen Sieges des jungen Amerikaners gibt es im Juni einen Titelkampf Mann— Schmeling. Louis braucht ebenso wie Schmeling mindestens einen ernsten Kampf, um im kommenden Sommer in Form zu sein. Damit aber die Begegnung Louis gegen Mann ihre Zugkraft nicht verfehlt und ein möglichst großes Geschäft wird, muß Louis nach Jacobs' Willen den Titel aufs Spiel setzen. Da Mann selbst erklärt haben soll, daß er erst in einem Jahr reif wäre für Kämpfe mit den besten Schwer- Am sHandball- Turnier der deutschen Städte, das im Rahmen des Deutschen Turn- und Sportfestes in Breslau vom 28. bis 30. Juli durchgeführt wird, nehmen insgesamt 40 Mannschaften teil, und zwar jeweils die beiden besten Stadtmannschaften der Gaue und die Vertretungen der auslandsdeutschen Turnverbände. * Als „völlig aus der Luft gegriffen" bezeichnete die schwedische Eiskunstläuferin Vioianne Hulten die amerikanischen Meldungen, die von einem Uebertritt der Schwedin ins Lager der Berufssportler wissen wollten. * Der Berliner S C., Deutschlands Eishockey- Meister, zog in Davos beim Spengler-Pokal zum ersten Male in den Kampf und unterlag dem |tar= ken LTC. Prag 1:3 (0:2, 1:0, 0:1). Der Reichssportführer von Tschammer und Osten veröffentlicht zur Jahreswende eine Neujahrsbotschaft, in der es heißt: „Das Jahr 1937 war für den deutschen Sport ein Jahr der inneren Aufrichtung, aber auch ein Abschnitt organischer Weiterentwicklung., Das Fundament der deutschen Leibeserziehung wurde verbreitert durch die tatkräftige Einrichtung der Sportgemeinschaften in den Betrieben. Die Hitler-Jugend machte neben der von ihr eifrig betriebenen Förderung der Breitenarbeit die Sache des Leistungssports zu der ihrigen. Die Organisationen der Partei entwickelten den planmäßigen Einsatz ihrer Mitglieder im Rahmen der Leibesübungen mit Erfolg weiter. Wehrmacht und Polizei schritten mit bewährter Sachkenntnis auf dem Wege der sportlichen Entwicklung fort. Die große Selbstverwaltungsorganisation des deutschen Sportes, der Deutsche Reichsbund für Leibesübungen, wuchs zu einer innerlich geschloffenen, nationalsozialistisch ausgerichteten Erziehungsgemeinschaft zusammen." Der Reichssportführer verweist dann auf die vom DRL. durchgeführten 131 Länderkämpfe, die eine überzeugende Darstellung des guten Einvernehmens Deutschlands mit den anderen Nationen und einen Aegyptens Fußball ist sehr stark. Das erfuhr die Elf von Vienna Wien, die in Kairo gegen eine Stadtmannschaft nur 0:0 spielte und dann in Port Said sogar 0:3 unterlag. * Herber-Baier, unser Weltmeisterpaar im Eiskunstlauf, erntete bei seinem Auftreten im Berliner Sportpalast am ersten Weihnachtsfeiertag wieder stürmischen Beifall. * Im Endspiel um den St. Moritzer Eishockey- Pokal steht der deutsche Meister Berliner ST., der nach Brüssel auch Amsterdam 1:0 knapp schlug. Gegner im entscheidenden Kampf, der am Montag ausgetragen wird, ist der EHE. St. Moritz. Beweis der sportlichen Ritterlichkeit des ganzen deutschen Volkes waren und dankt allen Männern und Frauen, die bei dem gewaltigen Aufbauwerk tätig gewesen sind. Es heißt dann weiter: „Mit Zuversicht tritt der deutsche Sport in das Jahr 1938. In den Nationalsozialistischen Kampsspielen ist ihm seine alljährliche große, in ständiger Entwicklung begriffene innerdeutsche Aufgabe gestellt. Im ersten Deutschen Turn- und Sportfest obliegt den deutschen Leibesübungen die Pflicht, das große Fest volkhafter Leibeserziehung für alle Deutschen diesseits und jenseits der Reichsgrenzen zu gestalten. Wie Deutschland bei den Olympischen Spielen seine Fähigkeit zu höchsten Leistungen nach außen unter Beweis stellte, so soll dieses deutsche Turn- und Sportfest dartun, daß wir die ewigen Werte volkhafter und deutschbewußter Leibeserziehung für die Nation in Treue zu hüten fähig sind. Das neue Jahr fordert wieder von uns den vollen Einsatz für die Idee nationalsozialistischer Leibeserziehung. Ein jeder tue also freudig seine Pflicht. Der Erfolg wird unser sein, weil wir für unser Volk und die Bewegung wirken." Die Aeujahrsbolschast des Rechssponsührers. Mit Zuversicht in das Jahr 1938! Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 29. Dez. (Vorbericht.) Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Dorauftrieb: 929 Rinder (194, Ochsen, 109 Bullen, 447 Kühe, 179 Färsen). Es kosteten: Rinder: Ochsen 36 bis 45 Mark, Bullen 34 bis 43, Kühe 18 bis 43, Färsen (Kal- binnen) 35 bis 44 Mark. — Marktverlauf: Rinder zugeteilt. Westerb-rjcht des Reichswetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt. Der Durchzug einer mit der nordeuropäischen Wirbeltätigkeit in Verbindung stehenden Störungsfront brachte auch am Dienstag Mittel- und Norddeutschland verbreitete leichte Schneefälle, die gelegentlich auch in unser Gebiet übergreifen. Die Entwicklung der Großwetterlage läßt eine weitere Frostverstärkung erwarten. Aussichten für Donnerstag: Wolkig bis aufheiternd, vereinzelt Schneefall, Frostzunahme, lebhafte östliche Winde. Aussichten für Freitag: Fortdauer des meist trockenen Frostwetters. Lufttemperaturen am 28. Dezember: mittags — 2,3 Grad Celstus, abends —3,2 Grad; am 29. Dezember: morgens — 3,5 Grad. Maximum —1,6 Grad, Minimum heute nacht —4,3 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 28. Dezember: abends —1,1 Grad; am 29. Dezember: morgens —0,2 Grad. Winlersporl-Wetterdi^nsi. Vogelsberg, Hoherodskopf: Heiter — 8 Grad, 40 cm Gesamtschneehöhe, Firnschnee, Ski und Rodel gut. Rhön, Wasserkuppe: Nebel, —10 Grad, 50 cm Gesamtschneehöhe, verharscht, Ski und Rodel gut. Taunus, Kleiner Feldberg: Bewölkt, — 9 Grad, 12 cm Gesamtschneehöhe, verharscht, Ski und Rodel mäßig. Großer Feldberg: Nebel —10 Grad, 15 cm Gesamtschneehöhe, verharscht, Ski und Rodel mäßig gut. Schwarzwald, Feldberg: Heiter, —13 Grad, 30 cm Gesamtschneehöhe, verharscht, Ski und Rodel gut.___________ Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blum« schein. Verantwortlich für Polittk und für die Bilder; Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigen- 'eiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. 2). 21 XI. 37: 10 780. Druck und Verlag: Brühlsche Universitätsdruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugs- preis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zett ist Preisliste Nr. 4 vom 1. September 1937 gültig. Tim frcitag, dem 31. v eiernder Mein lieber Sohn, unser guter Bruder und Neffe bleiben untere öefdiäftsräume wegen Hbftblußarbeiten geschlossen! ßcjtrUsfparKa ffe fließen Gießen (Neustadt 45), den 29, Dezember 1937. 8779V 8771D in rund 2000 kg in in in in in . und zum Bauen 7500 2500 5000 1500 in in kg kg Dosen kg Die Beerdigung findet am Donnerstag, dem 30. Dezember, 13 Uhr, in Heuchelheim, vom Hause Marktstraße 39 aus statt | Verkäufe | Ein großer und ein mittelgroßer Eisschrank eine Büfettauf- sad-Vitrine und ein Fleischwolf iu verkauf ssosD Balmbofgatt- itntten Meßen. 2 Zimmer mit Notküche in gutem Hause a. einzelne Dame oder rubig. Ehepaar zum l.oder 15. Febr. zu vermiet. Anzusehen von 11-1 u.nachmittags n. 4 Uhr. Asterweg 39 I. Ecke Wernerwall Kaffee, Tee, Kakao, Zucker Reichsverbilligte Marmelade und Kunsthonig Hülsenfrüchte und Suppenzutaten Mehl und Teigwaren Fischmarinaden Käse In tiefer Trauer: Margarete Klein Witwe, geb. Weber und Kinder. [Stellengesuche] Junger Mann 28 Jahre, mit FübrerscheinKl.3 sucht Stella. als Molner Schriftl. Angeb. unter 06213 an den Gießen.Anz. Darmstadt, den 23. Dezember 1937. Der Reichsstatthalter in Hessen — Landesregierung — Abt. VI (Landwirtschaft). 2- 2l.: gez. Reich. Wetzlar, den 24. Dezember 1937. Vuderus'sche Eisenwerke. 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We’nB A.fabrik Büroräume seither als An waltsbüro benutzt, ab 1. 4. 1938, evtl, auch früher, zu vermieten 8133D Näheres Seltersweg 64 V. SilMMei Filets und Kochfische ff. Räucheraale Saure un6 pikante Sachen Herings-, Fleisch-, Mattessalat Salz und Gewürze „ 3000 kg Auskunft und Unterlagen zu den Angeboten sind bei unterzeichneter Dienststelle anzufordern. Angebotsabgabe daselbst bis 5.1.38. 8765D in Frankfurt a. Main: bei der Mitteldeutschen Creditbank, Niederlassung der Commerz- und Privat-Bank Aktiengesellschaft, Deutschen Bank, Dresdner Bank; Berlin: bei der Commerz- und Privat-Bank Aktiengesellschaft, Deutschen Bank; Dillenburg: bei der Deutschen Bank; Gießen: bei der Commerz- und Privat-Bank Aktiengesellschaft, Deutschen Bank, Dresdner Bank; Budems'sche Eisenwerke Wetzlar. Kündigung der in höhe von 151 699,50 RM. hypothekarisch sichergestellten 5°/oigen Anleihe der früheren hessen-Rassauischen Hüttenverein G.m.b.h. Biedenkopf-Ludwigshütte von 1921. Auf Grund der Anleihebedingungen haben wir mit Schreiben an die Vertreterin der Anleihegläubiger vom 13.12.1937 die noch im Umlauf befindlichen Teilschuldverschreibungen der obenerwähnten Anleihe zur Rückzahlung am 1.7.1938 gekündigt. Demgegenüber werden die Teilschuldverschreibun- gen von diesem Tage ab zum Nennwert eingelöst. Soweit die Zinsen auf die Stücke über je 10,— RM. nicht bereits laufend gezahlt sind, kommen außerdem gemäß Art. 39 der DVO. zum Aufwertungsgesetz die Zinsen für die Zeit vom 1. Januar 1925 bis 30. Juni 1938 zuzüglich Zinseszinsen bei der Einlösung dieser Stücke mit zur Auszahlung. Die Verzinsung der Teilschuldoerschreibungen erlischt mit dem 1. 7.1938. Die Einlösung erfolgt gegen Einlieferung der mit Blanko-Indossament und mit Zinsschein per 1.7. 1939 ff. versehenen Mäntel der Teilschuldverschreibungen, denen ein geordnetes Nummernverzeichnis in doppelter Ausfertigung beizufügen ist, bei den nachstehenden Stellen: InSibiesteT Vergebung von Lebensmittel-Lieferung. Die Belieferung der Aufbaulager in Oberhessen (Lehrbach, Merkenfritz, Queck) mit nachfolgenden Lebensmitteln auf Abruf für die Zeit vom i. Januar bis 30. Juni 1938 wird ausgeschrieben: OrdeDilidie Haosgehilfin gegen gut. Lohn vor sofort gesucht meiDüLGießen Seltersweg 30. Sauberes! os22o und zuverlässiges »»en für vormittags zum 1. Jan. 1938 gesucht. Zu erfr. im Gieß. Anzeig. Mietgesuchej Aelteres Beamt.'Ehepaar sucht schöne HZiM.-Win. in gutem Hause zum 1.Avril oder früher. Schrift!. Angeb. u. 06210 an d. Gieß. Anz. 2Tamen(Mutter und Tochter) suchen für bald od.später freudl. 3-Zimm.-Wohnn. in gutem Hause. Schriftl. Preisangebote unter 06211 an d.Gieß. Anzeiger erbet. 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Aber so zwangsläufig der Schnitt manchmal zu sein scheint, so wenig ist es doch eine einfach mechanische Arbeit, es gehört ein sicheres künstlerisches Gefühl dazu. Der Spielleiter eines Films weiß am besten, wie wesentlich noch die Arbeit des Schnittmeisters für das künstlerische Niveau des Films ist, und manche Spielleiter haben „ihren" Schnittmeister, von dem sie sich nicht trennen. Von einem normalen Spielfilm werden etwa 20 000 Meter gedreht. Von diesen 20 000 Meter werden etwa 17 000 weggeschnitten, so daß nach dem ersten groben Schnitt nur noch 3000 Meter übrig sind. Beim letzten Schnitt fallen noch einmal 400 bis 500 Meter weg: nur den Rest von 2500 bis 2600 Meter sehen wir im Kino, und wir sollten ganz ruhig dem Schnittmeister schon dafür dankbar sein: er sorgt für das Tempo des Films, sorgt dafür, daß der ganze Stil des Films auch im Ton- und Bildwechsel gewahrt bleibt. Wir kennen ja auch auf Notenblättern die Bezeichnungen „Presto", „Aandante", „Furioso", und wir möchten ja wohl kein „Furioso" als Choral vorgetragen Horen. Wenn es um die 17 000 weggeschnittenen Film-Meter eben noch schade schien, der wird nun einsehen, daß es nicht schade ist, sondern gut. Und wer nun in einem Film einmal einen überraschenden wirksamen Bildwechsel bewußt beobachtet, der soll dann, bitte, auch einmal denken: Das — das war der Schnittmeister! C. Bock. Historische Kostüme und bäuerliche Trachten. Aus der Schneiderwerkstatt des Films. Der Film ist ein Gemeinschaftsgebilde besonderer Art. Wenn das Drehbuch vorliegt, wenn Spielleiter und Darsteller an ihr Tagewerk gehen, einer filmischen Idee bluthaftes Leben zu geben, so wird zugleich ein unaeheurer Apparat von Mithelfern am Werke in Bewegung gesetzt, die alle, vom Komponisten bis zum Tonmeister, vom Aufnahmeleiter bis zum Requisiteur, vom Regieassistenten bis zum Beleuchtungstechniker, vom Architekten bis zum Tischler, vom Inspizienten bis zum Atelierarbeiter, vom Kameramann bis zum Cutter, vom Zeichner bis zum Friseur jeder an seinem Platze an angestrengtester Arbeit die verschiedensten Probleme lösen müssen. Denn die künstlerischen Erfordernisse sind so mannigfaltig, die technischen Bedingungen so eigenartig verzweigt, daß Phantasie, technische Kunstfertigkeit und Fachwissen auf den verschiedensten Gebieten erst den gewaltigen Vielklang der Arbeit ergeben, aus dem die Symphonie des vollendeten Werkes ersteht, das als fertiger Bild- und Tonstreifen dann vor den Augen der Lichtspielbesucher sein zauberhaftes Leben von der Leinwapd in den Raum strahlt. Jedes dieser .Einzelgebiete erfordert für sich eine Reihe von Mitarbeitern. Bei historischen Filmen ist ein genaues Studium der betreffenden Epoche unerläßliche Voraussetzung für ein gutes Gelingen. Kulturgeschichte und Stilkunde werden ins Feld geschickt als die Pioniere, die das Gelände sorgfältig erkunden müssen, um die echte und glaubwürdige Atmosphäre der durch den Film dargestellten Zeit zu schaffen. Eines der reizvollsten Einzelgebiete hierbei ist die K o st ü m k u n d e. Jeder, der historische Filme wie die verschiedenen Fridericusfilme, den Film vom jungen Dessauer, den „Ammenkönig", um nur einige der gelungensten zu nennen, gesehn und sich ihrer erfreut hat, weiß, wieviel von einer glücklichen und überzeugenden Gestaltung des historischen Gesamtbildes abhängt. Das Gewand einer Zeit ist eben vor allem das Gewand der Menschen. Bauten verschiedener Kunstzeitalter stehen in jedem Jahrhundert nebeneinander, die Menschen aber drücken ausnahmslos das Wesen ihrer Zeit im Stil ihrer Kleidung aus. Wir wissen es als naive Filmgenießende im allgemeinen nicht, woran es liegt, daß wir einmal durch den Filmstreifen in das flutende Leben einer vergangenen Zeit hineingerissen werden und es für die Dauer der Vorführung als blutvolle Gegenwart nehmen, während ein anderes Mal der Eindruck des „Theatermäßigen" in der Kostümierung uns nicht verlassen will. Im letzteren Falle ist es den verantwortlichen Gestalten des Films nicht geglückt, die Einzelzüge einer Zeit zu einem lebendigen, atmenden Wesen zusammenzufügen. Ihnen hat das Zauberwort gefehlt, das erst aus der sinnvollen Kenntnis auch der kleinsten Dinge heraus gesprochen werden kann. Um die für einen Film notwendigen Gewänder sinngemäß entwerfen und in Auftrag geben zu kennen, ist ein genaues Studium not-wendig. Große Produktionsfirmen haben ein eigenes kostümkund- liches Archiv, in dem die Trachten der Jahrhunderte in allen Spielarten lückenlos ausgezeichnet sind. Diese Kostümkunde bildet einen Teil der allen Filmschaffenden zugänglichen Ufa-Lehrschau in Neubabelsberg. Hier sind in einer umfangreichen Sammlung von Zeichnungen die markantesten Typen vom gotischen Zeitalter bis zum Hosenrock der Vorkriegsjahre festgehalten. Und wenn ein geschichtlicher Filmstoff in Arbeit ist — aus diesen Blättern werden sie lebendig: die edlen Damen der Ritterzeit mit den reizvollen Huckerhütchen auf dem Kopfe, die bezopften Kavaliere des Rokoko, die Grenadiere des Alten Fritz, die Damen in Reifrock und Krino- line, die Biedermeier in ihren blauen, roten und gelben Fracks und all die anderen Vertreter eines bestimmten Zeitabschnitts der deutschen und europäischen Geschichte. Nach dem sorgfältigen Studium dieser gezeichneten und streng nach historischen Ueberlieferungen farbig ausgeführten Figuren werden die für einen Film benötigten Gewänder zunächst zeichnerisch entworfen und dann den Kostümwerkstätten in Auftrag gegeben. Und es ist der beste Beweis für die peinliche Echtheit der Kostümierung, daß ein Besucher des Ateliers, der den Darstellern und der Komparserie eines derartigen Films begegnet, bei einiger Phantasie sehr schnell sich in die hier verkörperte Zeit versetzt fühlt, ihre besondere Atmosphäre auf sich wirken läßt und kaum den Eindruck einer bloß theatermäßigen Kostümierung und Maskierung hat. So ging es z. B. jedem, der in Neubabelsberg Aufnahmen zu dem im Jahre 1910 spielenden Sherlock-Holmes-Film der Ufa mit Hans Albers und Heinz R ü h m a n n miterlebte: Damen mit den charakteristischen Pleureusenhüten und in den übrigen Kostümen jener Zeit begegneten ihm allenthalben, und im Nu lebte man ganz in jener fernen, dennoch in unserer Erinnerung lebendigen Zeit. Nicht anders als mit den historischen Filmen ist es mit zeitgenössischen Trachten. So sind in gleicher Weise unsere bäuerlichen Stammestrachten der einzelnen Gaue im Bilde festgehalten und dienen jenen Filmen als Vorbild, die in einer bestimmten deutschen Landschaft spielen und deren Sitten und Lebensformen spiegeln. Hier besonders ist die Echtheit des Filmbildes zu erstreben, gilt es doch, deutsches Leben, deutsches Brauchtum uns selbst und andern Völkern in einem getreuen Spiegel vor Augen zu führen. Welche Fülle mühevoller, künstlerisches Feingefühl erfordernder Arbeit auf diesem Teilgebiet der Filmgestaltung notwendig ist, daran wollen wir gelegentlich denken, wenn uns ein Film in schönen und überzeugenden Bildern einen charakteristischen Kulturbezirk zu lebendiger Gegenwart erweckt. M. Abseits vom Filmruhm. Was ist ein Schnittmeister? Wir warteten auf den Schnittmeister in seinem Arbeitsraum. Seine beiden Assistentinnen saßen an ihren Tischen, schnitten und klebten die langen Filmbänder und verstanden es dann, sie mit so einem geschickten Griff, den man wohl lernen muß, zu bändigen — denn Filmbänder ringeln und bäumen sich wie Wurmleiber. Dann kam also der Schnittmeister, Fredersdorf, selbst und zeigte uns seinen Tisch. So ein Schnitt-Tisch hat auf seiner Fläche allerlei Rollen und rotierende Scheiben, über die das Filmband rollt. Zwei verdeckte Lichtquellen sind da, eine für das Filmband, eine für das Tonband. Ein Rechteck in der Tischfläche, das etwa Postkartengröße hat, gibt das Bild wieder, ein Lautsprecher den Ton, und so technisch das alles aussieht, so magisch ist es im Grunde. Der Schnittmeister ist wirklich so etwas wie ein Magier des Films. Magier heißen darum so, weil sie können, was andere Sterbliche nicht können, weil sie Dinge anstellen, die wider alle Naturgesetze scheinen. Und so etwas macht der Schnittmeister an seinem Tisch, als wäre das nichts. Er läßt das Filmband laufen, im Rechteck erscheint das Bild, aus dem Lautsprecher daneben kommt der Ton: es ist eine Art Miniaturkino, das er hier hat. Und nun fängt die Film-Magie an: „Verweile doch, du bist so schön!" — diesen klassischen Wunsch kann er mit einem Fußhebel erfüllen: mitten im bewegten Lauf hält plötzlich das Bild, die Zeit steht still. Erst wenn es dem Schnittmeister gefüllt, gehen die Filmereignisse weiter, bewegt sich wieder das Leben, das im Rechteck erstarrte und stehenblieb. Aber was der Schnittmeister kann, geht noch über die Künste des Magiers Mephisto: er läßt, wenn- er will, die Ereignisse noch rückwärts laufen! Die komische Wirkung solchen rückwärtslaufenden Geschehens hat wohl jeder Filmbesucher irgendein- mal auf der Leinwand gesehen: da tauchen Schwimmer aus dem Wasser auf und schießen, elegant wie sie herunterkamen, wieder auf das zehn Meter hohe Sprungbrett zurück, gesprengte Schornsteine, die schon Schutt und Asche waren, sammeln wieder ihre Ziegelsteine zusammen und richten sich zu ihrer alten Höhe auf. Noch komischer klingt das ganz normale Deutsch, das wir sprechen, wenn es rückwärts gesprochen wird. Es ist ein wildes Kauderwelsch, das nie ein Mensch für ein europäisches Idiom halten würde. Aber'solche Späße treibt der Schnittmeistex natürlich nicht in seinem Arbeitsraum, um munter zu bleiben — er braucht diese technische Magie, um rasch auf den Filmstreifen die Stellen zu finden, an denen er schneiden will. Sein Teil Arbeit an einem Film ist, so handgreiflich sie immer ist, doch nicht sehr auffällig. Das ist sie einfach darum nicht, weil meistens der Schnitt der beste ist, der eben nicht auffällt. Der Schnitt darf nicht ausfällig fein, er muß sich dem künstlerischen Geschehen anpassen, so daß der Wechsel der Bildeinstellungen (das ist der Schnitt) ganz natürlich erscheint. Das einfachste Beispiel ist ein Dialog. Da wird (meistens doch) das Bild einen Augenblick vorher zu dem Gesicht dessen hinüberwechseln, der gerade sprechen will und eben vor der Antwort des anderen zu seinem Gesicht zurück. Ein anderes Beispiel sahen wir am Schnitt-Tisch selbst. Da stand einer auf der Bühne eines Theaters und fragte zu den Leuten herunter, die im Parkett saßen: „Wer hat den Befehl zum Schießen gegeben?" Während dieser Satz gesprochen wird, ist die Kamera auf den Frager gerichtet. Ein paar Meter danach schneidet der Schnittmeister den Film durch und klebt einen anderen Filmstreifen daran: das Bild wechselt also, die Kamera wandert nun über die Köpfe der Gefragten, sucht in den Reihen unten den, der jetzt antworten wird, hält vielleicht zögernd einen Augenblick bei diesem und jenem, wan- Auchdem Mmm flicht die Nachwelt Kranze! Von Max Ingolf. Die Aufgabe, die der künstlerische Mensch in seinem Erdendasein zu erfüllen hat, ist eine heilige Sendung. Irgendwie mündet jede Kunst in die Erkenntnis der gestaltenden Urkräfte. Alle neun Musen haben an ihr teil. Aber es ist ein anderes, sinnvolle Gesetze des menschlichen Seins mit der Seele empfindsamen Künstlertums zu erspüren und in gleichnishaften Symbolen zu verkünden, ein anderes, dies in ewig gültigen, Ruhm verheißenden Schöpfungen zu tun. Schillers Klage, dem Mimen flechte die Nachwelt nicht die Kränze des Ruhms, gilt nicht nur für den Schauspieler, sondern in gleichem Maß für den Tänzer, die Tänzerin: das flüchtige Spiel der gesungenen oder gesprochenen Worte, des durchseelten Körpers geht, mag es Tausende und Abertausende durch seine Schönheit und Tiefe beglückt haben, tragisch unter in die Nacht des Vergessens, auch wenn es für die Zeitgenossen noch eine Weile den Horizont vergoldet wie der Abglanz eines versunkenen Gestirns. Gewiß, es ist nicht immer so. Der Ruhm eines E k h o f f, einer Neuberin, eines Devrient, einer Düse, eines Mitterwurzer, eines , Josef Kainz und vieler anderer ist lebendig geblieben. Freilich meist nur in der Fachwelt. Die Theaterwissenschaft kündet von ihnen, von ihrem künstlerischen Stil, von ihrer eigenwilligen Persönlichkeit, von ihrem Einfluß auf den Kunststil ihrer Zeit. Aber von Caruso haben wir doch den Klang seiner Stimme bewahrt. Hier half die Technik, die Schallplatte, die Blätter des Ruhmeskran- zes am grünen Leben zu erhalten. Und damit sind wir bei jener jungen Kunst, die heute am vollkommensten den Eindruck einer Künstlerpersönlichkeit der Nachwelt bewahrt: dem Tonfilm, der Stimme und lebendiges Spiel des Menschen zu seltsam geisterhaftem Leben erweckt wenn der Künstler selbst den Schauplatz des irdischen Lebens längst Der» ; lassen hat. In kurzer Zeitfolge hat der deutsche Film zwei seiner beliebtesten Darstellerinnen verloren. Adele , Sandrock: ein Künstlerleben auf der Höhe des Ruhms, zu klassischer Vollendung gelangt, trotz des Greisenalters voller Energien und für Millionen, die sie verehrten, immer noch zu früh von uns gegangen. Die andere, Renate Müller: junges blühendes Leben, voll schöner Erfolge, voll noch größerer Hoffnungen. Nicht so früh aber, wie es sonst bei Schauspielern — auch bei Filmdarstellern — der Fall war, wird die Kunst der beiden verblassen. Der Tonfilm ist heute bereits zu einer künstlerischen und technischen Vollendung gelangt, daß auch im Wandel der Lebensformen und der Kunststile jede große Darstellungskunst ihren Zauber ausstrahlen wird, solange noch eine lebenskräftige Kopie von diesem ober jenem Film besteht. Denn keine wahrhafte Kunst kann veralten, die aus dem lebendigen schlagenden Menschenherzen geschöpft war mit seinem Jubel und feiner Klage, seiner Weisheiet und seinen Torheiten. Denn Jubel und Klage, Weisheit und Torheit sind im tiefsten Kern ihres Wesens ewig gleich, über allen Formenwandel der Zeiten hinweg. Was Menschen unserer Zeit gepackt und erhoben hat, wird auch in Zukunft Menschen erfreuen und erschüttern, so wie uns heute Ayschylos und Sophokles, Wolfram und Walter, Shakespeare und Goethe die gleichen Künder ewiger Weisheit und Schönheit find, die sie einst ihren Zeitgenossen waren. So werden mir das Spiel von uns gegangener Künstler auf der Leinwand als lebendiges Vermächtnis, wie sonst das geschriebene Wort, die Partitur einer Sinfonie, die Traumbilder eines Gemäldes immer von neuem auf uns wirken lassen. Sie wird mit ihrem unnachahmlichen 'Baß zu uns sprechen, die göttliche (göttlich-grobe, göttlichgütige) Adele, dieses herrliche Exemplar rauher, verschrobener Großtanten und Großmütter, wird drohend und verweisend ihre Stimme erheben: „Junger Mann, zu meiner Zett..und wird (am schönsten tat sie das vielleicht einst im „Schönen Abenteuer") unter der knurrigen und knorrigen Rauhheit das lautere Gold eines adligen, alles Menschliche umfassenden und verstehenden Herzens offenbaren. Und Renate wird lieb und heiter als resolutes, kluges Mädel energisch ihr Leben in die Hände nehmen, wie in „Liselotte von der Pfalz" oder in „logget". In der „Englischen Heirat" aber wird das Künstlertum beider Darstellerinnen zugleich zu neuem bezauberndem Leben erweckt. Es ist eine schöne Wirkung, die dem hoch entwickelten Tonfilm unserer Tage möglich ist: daß er dem Mimen doch die Kränze flicht. Indianer filmen. Ein ganzer Stamm als Komparserie. In Hollywood läßt man es sich viel Mühe und Geld kosten, in der Ausstattung der großen historischen Filme möglichst stilecht zu sein. So wurde für den Buffalo-Bill-Film „The Plainsman“ ein ganzer Jndianerstamm mobil gemacht und eigens dafür aus seinem Reservatgebiet geholt, um als Komparsen mitzuwirken. Leicht war es nicht, diese Indianer den Anforderungen des Films anzupassen, und der Hersteller des Buffalo-Bill-Films, Cecil B de Mille, erzählt in „Answers“ ein paar eigenartige Erfahrungen, die er bei der Gelegenheit machte. „Für die Kampfszenen des Plainsman", so berichtet er, „fuhren wir mit einem Sonderzug, der fast 100 Techniker sowie die ganzen Pferde und die Ausstattung beförderte, nach der malerischen Gegend des Tongue-Flusses. Als wir dort mit unseren fünf Tonnen Kostümen und zehn Tonnen Ausstattung ankamen, stieß der ganze Stamm von über 2000 Cheyenne-Indianern zu uns, die aus ihren Reser- oatgebieten tarnen, um mit uns in Zelten zu leben und ihre Rolle in dem Film zu spielen. Dieses große Heer verzehrte täglich zwanzig Rinder, und da in der Gegend Dürre herrschte, mußten wir viele Kilometer weit fchicken, um das Heu für die Pferde zu beschaffen. Unsere Kostümabteilung mußte über 5000 Uniformen und Kostüme verteilen, die durch rund 500 Stück Federkopfschmuck und echte Knochenbrustpanzer ergänzt wurden, die die Cheyenne- Squaws eigens für uns hergestellt hatten. Ein Waffensachverständiger lieferte 500 Bogen, 6000 Pfeile, 2000 Lanzen, Keulen und Schilde. Dazu hatten wir 700 Gewehre, 700 000 Ladungen von blinder Munition und allerlei Arten von Ausrüstung und technischem Gerät. Das Filmen selbst war nicht ohne Schwierigkeiten. Diele von den Indianern waren noch beinahe Wilde und brauchten eine feste Hand, um nicht außer Rand und Band zu geraten. Am ersten Morgen brach ein Höllenspektakel bei ihnen los, und unser wohlbeleibter Schminksachoerständiger flog aus seinem Zelt, sein Schminktopf hinter ihm her, begleitet von lautem Hohngeschrei. Der Häuptling Short Bull, der als Dolmetscher diente, erklärte uns, daß die tapferen Krieger sich geweigert hatten, irgendeine andere Schminke an ihren Körper kom- Wem Weg zum Film. Von Iranz Arzdorf. Wie ich zum Film kam? Ja, da wäre zunächst eine andere Frage zu beantworten: wie ich zum Theater kam. Mit 19 Jahren habe ich am Stadttheater in Konstanz angefangen, nachdem ich —1 als Angestellter der Deutschen Bank in meiner Vaterstadt München — mich in nächtlichem Studium für die Bühnenlaufbahn vorbereitet hatte. Aber ich blieb nur wenige Monate in der schönen Bodenseestadt, weil ich das Glück hatte, dort Hermine Körner zu begegnen. Die große Künstlerin gastierte in Konstanz, sah mich in zwei ausgesprochenen „Wurz'n"-Rollen und verpflichtete mich sofort für öasAöamals von ihr geleitete Münchener Schauspielhaus. Vier Jahre blieb ich in München und spielte hier an den verschiedensten Bühnen, wobei der Anfänger aus dem Zusammenspiel mit anerkannten Künstlern •— ich nenne nur Käte Dorsch, Gina Baldenberg, Hans Leibelt, Alla Nielsen, Heinz Rühmann, Albert Steinrück, Paul Wegener reichste Anregung gewann. Nach meiner Tätigkeit am Stadttheater in Gießen kam ich ans Neue Theater in Frankfurt a. M., wo ich drei Jahre blieb und Gelegenheit fand, mit Karl Günther, Marianne Hoppe, Eugen Klöpfer und Günther Lüders zusammen aufzutreten. Daß ich die rechte Linie gefunden habe, verdanke ich Otto Werth er vom Leipziger Schauspielhaus; er gab mir vom singenden Operettenliebhaber bis zum Mephisto einfach alles zu spielen, und aus dieser gründlichen Schule ging ich zwei Jahre später, im Herbst 1936, nach Berlin, wo ich in Direktor Wölfer einen tatkräftigen Förderer fand. Und in Berlin fand ich auch den Weg zum Film. Wie? Ehrlich gesagt: es war leichter, die Verbindung herzustellen, zu Probeaufnahmen zu gelangen und ein Engagement zu finden, als nachher im Lichte der Jupiterlampen zu agieren. Ich bekenne es ganz aufrichtig, daß ich eine wahre Scheu vor der Kamera empfand, als es ernst wurde und ich meine erste Filmrolle spielen sollte. Aber ich habe sie, einen Wahrsager in „Man spricht über Jacqueline", dann doch wohl mit Anstand hinter mich gebracht; denn dieser ersten Verpflichtung folgte die zweite auf dem Fuße. Erich E n - g e l forderte mich an für „Gefährliches Spiel". Dann kamen wieder zwei Filmwerke der Syndikatfilm G. m. b. H. - Tobis, ^Konflikt", in dem ich einen Kriminalkommissar zu spielen hatte, und „Liebe kann lügen" mit der Rolle des Verlagsbuchhändlers Holger. Ich bin jetzt schon ganz lamvenfromm geworden, und das habe ich namentlich dem Regisseur Johannes Riemann zu verdanken, der sich des Filmanfänqers ganz be= sonders annahm und mich in „Konflikt" ganz wundervoll zu führen wußte. Riemann, der ja selbst vom Theater herkommt, hat eine prächtige Art, -einem Neuling im Reiche der Jupitersonnen schon in zwei Tagen die Angst vor der Kamera zu nehmen. Eine Frau filmt in Afrika. Zu einem neuen großen Film „Stanley und L i v i n g st o n e", der von der 20. Century Fox- Gesellschaft vorbereitet wird und der den großen Zug Stanleys durch Afrika auf der Suche nach Livingstone zum Gegenstände hat, ist eine Frau zum Schwarzen Etdteil gesandt worden, um die Hauptszenen an Ort und Stelle aufzunehmen. Es ist die Forschungsreifende Mrs. Martin Johnson, die mit ihrem Manne zusammen über 60 OOO Kilometer über den afrikanischen Urwald geflogen ist und außerordentlich wirkungsvolle Filme vom Leben der wilden Tiere mitgebracht hat, die auch durch Bücher bei uns bekannt geworden find; ihr Mann, der auf feinen großen Reifen nie einen Unfall gehabt hat, ist, wie erinnerlich vor einiger Zeit bei einem Flugzeugunglück ums Leben gekommen. men zu lassen als ihre eigene Kriegsbemalung. So mußten wir also warten, bis sie von den buntfarbenen Montana-Bergen genug rote, gelbe, weiße und schwarze Erde geholt hatten, die sie mit Wasser zu einem Brei vermischten, mit dem sie barbarische Zeichen auf ihre Gesichter schmierten. Dann brachen wir auf, um eine Szene zu drehen, in der tausend bemalte Cheyenne-Krieger um einen kleinen Kreis von Weißen galoppierten, auf die sie feuerten, als sie abzogen. Zu unserer Bestürzung hörten wir ein Pfeifen, das verdächtig nach scharfer Munition klang, und plötzlich bohrte sich eine Kugel in eine Plattform in nächster Nähe der Filmmann- schast. Wir befahlen ihnen, sofort mit Feuern auf» zuhören und stellten eine Untersuchung an. lieber 50 scharfe Patronen wurden gefunden! Die Indianer erklärten, daß die blinde Munition, die ihnen am Tage vorher ausgehändigt worden war, nicht genug Lärm machte, so hatten sie ihre eigene mitgebracht, um die Realität der Szene zu erhöhen. Nach dieser Erfahrung, wurde jede Patrone sorgfältig kontrolliert und jeder Indianer, bevor ihm ein Gewehr übergeben wurde, genau durchsucht. Gary Cooper, der die Titelrolle in dem Film spielte, mußte manchmal mit ein paar Hundert erregbarer Rothäute mehrere Meilen weit von der Kamera fortreiten, und da er zwei unbezahlbare Pistolen und andere kostbare, aus einem Museum entliehene Ausstattungsstücke bei sich führte, sah ich mich veranlaßt, ihm eine Leibwache mitzugeben. Einer unserer Atelierpolizisten war zufällig ein reinrassiger Tscherokesen-Jndianer, so konnte er sich im Kostüm unauffällig unter die anderen mischen. Natürlich war Gary auch durchaus der Mann, um selbst für sich zu sorgen, und ich wußte, er würde böse auf mich sein, wenn er von der Leibwache erführe. So behielt ich das Geheimnis für mich. Unser technischer Stab verbrachte zwei Tage da- mit, in dem Tongue-Fluß eine Insel für eine Kampfszene zu erbauen. Am zweiten Tage der Aufnahmen mußten wir die Arbeit infolge eines Unwetters unterbrechen. Als wir am nächsten Morgen wieder zu dem Platz kamen, fanden wir unsere Insel verschwunden. Der Fluß war in der Nacht um zwei Meter gestiegen und hatte sie vollständig überflutet. Wir mußten einen großen Damm aus Sandsäcken bauen und teilweise den Fluß ableiten, bevor wir die Arbeit wieder aufnehmen konnten..." «. i Generalappell der Ortsgruppe Gießen-Siid der ASDAP. Die Ortsgruppe Gießen-Süd der NSDAP, versammelte am gestrigen Dienstagabend im großen Saale des Studentenhauses ihre politischen Leiter, Walter und Warte zu einem Generalappell, der überaus stark besucht war. Nach der Einbringung der Fahne meldete der Orgamfationsleiter.Gräf dem Ortsgruppenleiter Holländer die anwesenden politischen Leiter und eröffnete den Appell. Zu Beginn wurde gemeinsam das Lied „Volk an's Gewehr" gesungen und anschließend ein Führerwort verlesen. Dann sprach der Organisations- Amtsleiter von der Bedeutung dieses Appells und führte aus, daß man an der Schwelle des Jahres zusammengekommen fei, um noch einmal Rückschau auf die geleistete Arbeit und Ausschau auf den kommenden Kampfabschnitt zu halten. In der Gemeinschaft müsse man sich für die neue Arbeit rüsten. Vieles sei im letzten Jahre getan und geopfert worden. Was der einzelne geleistet habe, brauche aber nicht besonders herausgestellt zu werden, jedoch was die Gesamtheit unseres Vplkes geleistet habe, werde in aller Zukunft bestehen. Der Organisations-Amtsleiter gab dann einen Bericht aus seinem Arbeitsgebiet. Im nun zu Ende gehenden Jahre seien es, so führte er u. a. aus, vornehmlich organisatorische Aufgaben gewesen, die erfüllt werden mußten. Nämlich: die Aufftellung der einzelnen Zellen und Blocks, und die Eingliederung der NSV., der DAF. und der NS.-Frauenschast in diese Zellen und Blocks. Die Ortsgruppe Gießen-Süd umfasse ungefähr 9000 Einwohner. Die Betreuung so vieler Volksgenossen bedeutet eine große Arbeit. Für das kommende Arbeitsjahr fei zunächst neu die Einführung der Haustafeln, die Aufftellung einer Kartei und weitere Durchgliederung der Zellen und Blocks. Abschließend dankte Pg. Gräf dem Ortsgruppenleiter im Namen aller Anwesenden für die geleistete Arbeit. Dann gab der Ortsgruppen-Propagandaleiter Blinzig einen kurzen Bericht aus feiner Tätigkeit und sprach über den Sinn einer wirklichen Propaganda, die nicht zu verwechseln sei mit Reklame, denn sie bedeute Werbung für eine Idee und Weltanschauung. Die Propaganda habe der Nationalsozialismus zur Höhe und Stärke geführt. Jeder Mitarbeiter müsse selbst Propagandist für Führer und Nationalsozialismus sein. Zum Schluß richtete er noch einen Appell zur tätigen Weiterarbeit und Mithilfe an die Kameraden. Der Ortsgruppen-Preffeamtsleiter Dr. B r e u - ning gab dann einen kurzen Rückblick aus seinem Arbeitsgebiet und betonte, daß er im kommenden Jahre sein Amt weiter auszubauen gedenke durch Anlegung eines Archivs und einer neuen Belebung der Ortsgruppen-Bücherei. Geschäftsführender Amtsleiter Rausch dankte zu Beginn seines Berichtes zunächst seinem Amtsvorgänger, der in vierjähriger Tätigkeit für die Ortsgruppe viel geleistet habe. Dann sprach er noch kurz von seinen Aufgaben und von den Aufgaben des Kassenleiters. Im Mittelpunkt des Abends stand ein Vortrag des Ortsgruppenleiters Holländer über das Thema „Führertumim nationalsozialistischen Staat". Der Ortsgruppenleiter gab zi^nächst seiner Freude darüber Ausdruck, daß er am Schluß des nun zu Ende gehenden Jahres noch einmal mit feinen Mitarbeitern Zusammensein könne und dankte allen Kameraden und den Kameradinnen der Frauenschaft für ihte treue Pflichterfüllung im letzten Jahre. Wer von dem Echos unserer Tage erfaßt sei, der werde selbst innerlich stark und erhalte aus dem engen Verband neuen Antrieb und neue Kraft. Wesentliche Voraussetzungen für rechtes Führertum wären Kameradschaft, Verantwortungsfreudigkeit, und vor allem Selbstdisziplin. An Beispielen großer militärischer und politischer Führer wies der Ortsgruppen!eiter nach, wie diese durch die Kraft der eigenen lauteren Persönlichkeit und durch ihre natürliche Bescheidenheit Führer und Vorbild zugleich gewesen seien. Er führte auch aus, daß schöpferisches Führertum jung sein müsse, aber daß dieses Jungsein" nicht mit mit Maßstab des Lebensalters zu messen wäre. Am Schlüsse seiner grundlegenden Ausführungen richtete er einen eindringlichen Appell an alle Mitarbeiter der Ortsgruppe und ihrer Gliederungen, im kommenden Jahre treu und'pflichtbewußt ihren Posten auszufüllen. Jede gründlich getane Arbeit trage Segen und Befriedigung in sich. Der Organisationsamtsleiter dankte dem Orts- gruppenleiter für seinen Vortrag und versprach im Namen aller Anwesenden weitere treue Mitarbeit. Abschließend wurde des .Führers gedacht und die Lieder der Nation gesungen. Mit der Fcchnenaus- bringung fand der Appell sein Ende. Kameradschaftlich blieb man noch geraume Zeit beisammen. Aus der Stadt Gießen. Wecker im Winter. Das ist im Winter häßlich eingerichtet, daß die Abende nicht nur vorne, sondern auch hinten länger sind als im Sommer; ersteres aus astronomischen, letzteres aus gastronomischen Gründen. Und daß der Morgen schon in der Nacht beginnt. In diesem ersten, lichtleersten und geräuschvollsten Augenblick des Wintertages kommt man immer von neuem zu der Ueberzeugung, daß der Wecker eins der ungemütlichsten Dinge ist, die das erfinderische Hirn des Menschen ersonnen hat. Durch den Wecker werden Leib und Geist auf besonders herzlose Weise wieder geweckt, nachdem sie durch das abendliche Glas Bier für sieben Stunden sozusagen eingeweckt worden waren. Der Wecker verbindet auf beispielhafte Art das Nützliche mit dem Unangenehmen: indem er zugleich Lebenswecker und Traummörder ist. Freilich verstehen die meisten Menschen nicht, mit dem Wecker umzugehen. Diese Zeilen möchten zum richtigen Gebrauch des Weckers anleiten, auf daß er seine Zweck- und Weckbestimmung ganz erfülle; es soll damit eine kleine Urkunde zur praktischen Uhrkunde geliefert werden. Auch du, mein Lieber, stellst deinen Wecker auf den Nachttisch, nicht wahr? Auch du packst, sowie sein Morgenruf erklingt, seinen bebenden Leib, er- droffelst mit rascher Hand seine liebliche, Kehle und läßt dich wieder in die Kissen zurücksinken, um nur noch fünf Minuten zu dösen und dich für den neuen Tag zu sammeln. Grundfalsch! Denn was ist die Folge? Du schlässt wieder ein; du verschläfst. Nein! Du mußt den Wecker an einem mindestens drei Meter vom warmen Bett entfernten Ort aufstellen, etwa auf dem Waschtisch (falls du dich nickt neubaumodischerweise im Badeummer wäschst); sonst aus einem Stuhl oder auf dem Fußboden. Dann kannst du das Zifferblatt nicht erkennen? Das Zifferblatt ist nach meinem Urteil der nebensächlichste Uhrteil am Wecker, und du brauchst es durchaus nicht dicht neben dir zu haben: wenn du nachts zufällig aufwachst, kann es dir gleich sein, ob es erst 24.00 Uhr ist oder schon 0.01 Uhr (Verabredungen hast du ja doch nicht zu dieser Zeit); und wenn das Läutewerk ertönt und deinem Schlummer ein gebieterisches „Halt!" entgegenschrillt, weißt du ohnedies, daß dir bzw. dich jetzt die sechste Stunde geschlagen hat — die goldmundige Morgenstunde. Was bezweckt die Entfernung des Weckers aus deiner unmittelbaren Nähe? Sie zwingt dich, das Bett mit der Geschwindigkeit eines Orkans zu verlassen, um das gräßliche Läutewerk (das natürlich völlig aufgezogen sein muß) abzustellen — es sei denn, du ziehst es vor, behaglich lauschender Zuhörer eines mehrere Minuten dauernden Konzertstückes für eine Soloklingel, einer täglich sich wiederholenden schlechten Uhraufführung zu sein. Hast du aber erst einmal das Bett mit der eisgekühlten Morgenluft vertauscht, dann ist es nutzlos, in seine wohlige Wärme zurückzukehren und noch ein bißchen dösen zu wollen: du bist von diesem Ganzkurzstreckenlauf durch das halbe Zimmer zu sehr aufgeweckt, um überhaupt noch eindrusseln zu können. Die Art des Weckers ist ebenfalls sehr wichtig^ Auch du, mein Lieber, hast natürlich im Schlafzimmer so ein hübsches, stilvolles, neuzeitliches Weckerchen, das äußerlich kaum etwas von seiner Weckbestimmung verrät und dessen anheimelnd-trauliches, menschenfreundliches Schnarren wenig geeignet ist, einen Tieffchläfer aus dem Reich der Träume in die Wett des Tages zu überführen. Dieses zierliche Schmuckstück stelle auf den Schreibtisch oder aus den Unioersalschrank und benutze es als Zeitangeber. Tu' Geld aus deinem Beutel und erstehe dir eins jener ungefügen, ganz und gar unstilisierten Weckerungetüme, die man hier und dort mit dem sinnvollen Namen „Leichenwecker" bezeichnet. So ein .Leichenwecker" sieht zwar altmodisch genug aus mit seiner mächtigen Messingglocke und mit seinem ungeschlachten Klöppel, aber er hat die kräftige Kehle und den langen Atem — er weckt. Und es nutzt gar nichts, vor seiner Stimme unter die Bettdecke zu fliehen: sie dringt überall hin, erfüllt dich im Bruchteil einer Sekunde mit unbändiger Lebenskraft und wünscht dir gellend und ausdauernd einen recht ftöhlichen guten Winter-Morgen! J.L. Vornoüzen Tageskalender für Mittwoch. Stadttheater: 15 bis 17.30 Uhr „Schneewittchen"; 19.30 bis 22.15 Uhr „Demetrius". — Gloria-Palast (Seltersweg): „Tango Notturno". — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „Serenade". — Oberhessffcher Tianlanlen-Kornödie Roman von Horst Biernaih. 17. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) Zanten nickte befriedigt. Nach einer kleinen Weile aber begann er, gegen die Glasscheiben des kleinen Derschlags zu trommeln. „Sehr gut, Steffens! So fft's richtig! Immer fix arbeiten — das ist die Hauptsache. Tscha... Aber man hätte dem alten Timperly, der schließlich ein auter Freund von mir ist, vielleicht doch antworten sollen, daß ich zusehen würde, was sich in dieser Angelegenheit machen ließe..." „Verzeihen Sie schon, Käpten, aber das ist ja genau das, was Sie mir weiterzugeben aufgetragen hatten!" versetzte Steffens unerschütterlich. Zanten sah oen Mann einen Augenblick lang mit einem unheilverkündenden Ausdruck an; dann vergrub er die Hände in den Jackentaschen. „Lassen Sie sich nachher aus der Kantine 'ne Flasche Bier und 'ne Zigarre geben!" knurrte er. „Auf meine Rechnung!" Er winkte den Ersten Offizier Tweedle heran, einen frühzeitig erkahlten und souertövfischen Mann, der seine Verdienste nie nach Gebühr belohnt sah und sich seit Jahren vergeblich um einen Kapitänsposten bemühte, und trug ihm auf, die Passagierliste so rasch wie möglich in seine Privatkabine zu bringen. Tweedle entfernte sich brummelnd. Passagierliste bringen —? Verdammtes Laufburschenleben! Uebri- gens faßte er jeden dienstlichen Auftrag als persönliche Beleidigung auf. Die Stewards wußten, daß er zuweilen Opium rauchte und auf den „Seemann" abonniert war, eine kleine Zeitung, die hauptsächlich Stellenvermittlung und Todesanzeigen brachte. Handelte sich's um einen verstorbenen Kapitän, so schnitt Tweedle die Anzeige aus und klebte sie in ein Album. Er sammelte Todesanzeigen wie andere Leute Briefmarken, und es schien ihm Vergnügen zu bereiten ... Als er kurze Zeit später bei Zanten anklopfte, trank der alte Herr gerade den zweiten Gin, unverdünnt. Er nahm dem Ersten die Liste durch einen handbreiten Türspalt ab, um nicht durch sein schlech- Kunstverein: 17 bis 18 Uhr Ausstellung im Turmhaus am Brand. Sladttheater Gießen. Aus dem Stadttheaterbüro wird uns geschrieben: Heute nachmittag Wiederholung des diesjährigen Weihnachtsmärchens „Schneewittchen" in 6 Bildern nach Grimm von Trude Wehe. Spielleitung Hermann Schultze-Griesheim, musikalische Leitung Heinz Markwardt. Beginn 15 Uhr, Ende 17.30 Uhr. — Am Abend findet die Wiederholung des Trauerspiels „Demetrius" von Friedrich Hebbel, in der Neubearbeitung von Friedrich Forster, statt. Spielleitung Dr. Erich Schumacher. Militärisches Wecken am Neujahrsmorgen. Am kommenden Neujahrstage wird wie alljährlich, das Große Wecken unserer Gießener Garnison stattfinden. Zu dem Wecken ist ein Zug des Jnf.- Rgts. 116 unter Führung eines Offiziers in Stärke von 1 Feldwebel, 3 Unteroffizieren und 45 Mann mit dem Spielmannszug und dem Musikkorps des Regiments befohlen. Das Große Wecken wird um 7 Uhr von der Bergkaserne abmarschieren und sich durch folgende Straßen bewegen: Kaiserallee, Moltkestraße, Hitlerwall, Walltorstraße, Lindenplatz, Kirchenplatz, Marktplatz, Mäusburg, Kreuzplatz, Seltersweg, Hindenburgwall, Gartensttaße, Lud- wigsplatz, Kaiserallee, Licher Straße zurück zur Bergkaserne. Kein Boxunterricht in den hessischen Volksschulen. Lpd. Der Leiter des hessischen Schulwesens teilt in einer Verfügung mit, daß nach Entscheidung des tes Beispiel, bereits am Nachmittag Schnaps zu trinken, bei seinen Offizieren Schule zu machen, und lief die Liste mit dem Finger ab, bis er den gesuchten Namen gefunden hatte: Earola Holler- thau, vierunüzwanzig Jahre alt, Journalistin, deutsche Staatsangehörige, Kabine elf. Also das war die holde Circe, die es auf Humphrey Timperly abgesehen hatte? Gar nicht so dumm! Könnte ihr grad so passen, ein Timperly von der „goldenen" Linie. Es gab nämlich einen Seitenzweig der Timperlys, „die Kupfernen" genannt, deren Vertteter sich als Straßenbahnschaffner und Denttsten betätigten — ehrenvolle Berufe, nur weit weniger einträglich als der Pelz- und Fellhandel... Zanten hatte, als Mann in der Nähe der Siebzig, nur noch undeutliche Vorstellungen von dem Aeußeren der jungen Dame. Er entsann sich, sie für recht anziehend, aber für — nach seinem Geschmack — ein wenig zu schlank befunden zu haben. Nun ja: Wie sollte sie auch nicht hübsch sein? Mit schiefen Schültern angette man keinen Timperly ... Journalistin —? Äha! Ein Frauenzimmer also, das für Zeitungen schrieb? Abenteuerlich genug. Muß sich natürlich Herumtreiben. Könnte sonst ja nicht schreiben. Falls sie überhaupt schreibt! Na ja, es kann nicht jeder Schmetterling unter derselben Spitzmarke durch die Welt segeln... Dierundzman- Zig Jahre alt —? Oho, das gefährliche Alter! Noch jung genug, um den Schmelz der Jugend als Vogelleim zu benutzen, aber gerade in den Jahren, um einen Versorgungsposten dem schwierigen und langweiligeren Rupfen goldener Hähne vorzuziehen... Der alte Onkel Paul war kein Freund diploma- ttfcher Kniffe. Dazu war er viel zu lange Kapitän und Befehlshaber gewesen, ein Mann, dem man widerspruchslos^ gehorchte. Er schob den Morse- stteifen, den Steffens ihm ausgehändigt hatte, in den Aermelauffchlag unter die drei Goldstreifen und trat mit einer gewissen wuchtigen Würde den Gang an, den er im Interesse seines alten Freundes Timperly zu gehen hatte. Er ging nicht zu dem mißratenen Sohn Humphrey. Zanten war selber einmal jung gewesen und wußte zu genau, wie Söhne die Enterbungsandrohungen ihrer Väter oder deren Stellvertreter in solchen Angelegenheiten aufzunehmen pflegten. Diesen Trumpf brachte er bei dem bewußten Fräulein viel besser und sicherer an. Reichserziehungsministers das Boxen erst für das HJ.-Alter vorgesehen und somit in den Volksschulklassen nicht zu betreiben ist. Für die Leibeserziehung in der Berufsschule ist grundsätzlich gegen die Heranziehung des Boxens nichts einzuwenden, wenn geeignete und entsprechend ausgebildete Lehrkräfte beauftragt werden können. Zur Ausbildung der Lehrkräfte kommen nur Lehrgänge am Institut für Leibesübungen in Gießen in Frage. Mit Rücksicht auf die für die Fortbildung von Lehrkräften zur Verfügung stehenden Mittel kann ein Lehrgang für Boxen ftühestens an Ostern 1938 eingerichtet werden. Gchweißlehrgang hessischer Handwerker. Der Landeshandwerksmeister Hesien (Abteilung GeVerbe-Förderungsstelle) veranstaltete in Gießen einen zehntägigen Schweihlehrgang, der eine so große Zahl von Anmeldungen brachte, daß der Kursus in zwei Abteilungen durchgeführt werden mußte. Der Kursus wurde in der Schmiede der Veterinärkliniken in Zusammenarbeit mit deck Autogen-Derbanü durchgeführt. Wir hatten Gelegenheit, an einer Lehrstunde in der Lehrschmiede der Veterinärklinik teilzunehmen. Mit dunklen Schutzbrillen bewaffnet, standen die Handwerker, die meist aus dem Schmieoehandwerk stammen, vor ihren Arbeitstischen und hantterten mit zischenden Brennern und rotglühendem Eisen. Ein wahrer Funkenregen sprühte durch den Raum, der rings mit Sauerstoff-Flaschen und den sonst notwendigen Geräten angefüllt war. Eifrig standen die Männer über ihre Arbeit gebeugt. Lehrschweißmeister Pit - linski gab die notwendigen Anweisungen und es war eine Freude mitanzusehen, wie schnell die Handwerker das bestimmt nicht leichte Fachgebiet be- Als er vor Nummer elf stand, hörte er die junge Dame drinnen pfeifen und stellte fest, daß sie rote ein Mannsbild pfiff. Auf sein Klopfen erscholl ein nicht besonders einladendes „Herein!" Er öffnete die unverschlossene Tür: Das Fräulein war so beschäfttgt, daß sie nicht einmal den Kopf wandte. „Sie haben mir doch versprochen, Humphrey, mich wenigstens bis zum Diner nicht zu stören ..." „Entschuldigen Sie schon", sagte der alte Zanten, „aber ich bin bloß der Kapitän dieses Dampferchens!" Er war etwas aus der Fassung geraten. Er fühlte sich fast für Humphrey gekränkt. So schlecht behandelte sie also den armen Jungen? „Kapitän Zanten?" rief sie und eilte ihm ent-^ gegen. „Das ist natürlich was anderes!" Natürlich ist das was anderes! dachte er murrend und ärgerte sich über den Eifer, mit dem sie ihm den weichsten Sessel hinschob — gerade so, als ob er ein ganz alter Knacker wäre... Der mächtige Stoß gefüllter Diarien, Notizbücher, Photokästen und Maschinenblätter auf dem Klapptisch unterhalb des Außenbordfensters verwirrte seine Meinung von der leichten Lebensauffassung, die er diesem Mädchen in Gedanken zugeschoben hatte. Nichts von Dessous und sonstigen leichtfertig hingestreuten Weiberkram... Er war fast enttäuscht. Dieses Mädchen schien tatsächlich ernsthaft zu arbeiten? Carola bemerkte seinen Blick. „Ein barbarisckes Durcheinander! Sie müssen mich entschuldigen, aber ich versuche gerade, ein bißchen Ordnung in diesen Wust von Photos und Papieren zu bringen." Und Zanten sah, daß sie ein neues Farbband in ihre Maschine hatte ziehen wollen. Ihre Finger waren schwarz, und über der Nase sah ein großer dunkler Fleck. „Sie haben sich da oben an geschmiert", sagte er und tippte auf seine Stirn. „Sehr?" fragte sie ohne Verlegenheit. „Na, so 'n Ding wie ein Daumennagel groß." „Stört es Sie?" „Mich? Nicht im geringsten." „Dann lass' ich's, mit Ihrer Erlaubnis, sitzen. Ich verschmiere mich ja doch gleich wieder — weil ich nämlich das Band noch über die andere Spule wickeln muß." Er trat näher an das Tischchen heran. „Geben herrschen lernten. Mit der Behandlung der Schwertz- geräte fing es an, dann mußten Blindraupen und Bödelnähte geschweißt werden und dann die einzel» nen Metallarten wie Gußeisen, Temperguß, Kupfer, Messing und Aluminium. In Vorträgen (Herren Albrecht und H a s s e l b a ch) wurden die Handwerker über das Wesen der einzelnen Schweißver-- fahren und dessen wichtigste Anwendungsgebiete unterrichtet. Das Berufsbild des Schmelzfchweißers hat sich in den letzten Jahren so klar herausent- wickelt, daß die Industrie dazu überging, Fachwerker nach planmäßiger Lehrzeit heranzubilden. Der Bedarf an Schweißern in der Industrie ist so groß geworden, daß ein Mangel an schweißtechnisch durchgebildeten Handwerkern eintrat. Deshalb schul man diese, Lehrgänge. Im Krausmüllersaal der Kreishandwerkerschafk fand der Abschluß des Lehrgangs statt. Der Leiter der Gewerbe-Förderungsstelle beim Landeshand- Sei Erkältung, Grippegesahr trinlen viele aus alter Gewohnheit größere Mengen Alkohol. Das ist dem geschwächten Organismus nicht immer zuträglich und strengt namentlich das Herz imnöttg an. Als unschädlich und wirksam kann folgende Schnellkur empfohlen werden: Je einen Eßlöffel Klosterfrau-Melissengeist und Zucker rn einer Tasse gut umrühren, kochendes Wasser hinzugießen und möglichst heiß zwei dieser wohlschmeckenden Mischungen vor dem Schlafengehen trinken (Kinder die Hälfte). Zur Nachkur noch einige Tage die halbe Menge oder je eine Tasse heißen Tee mit einem Teelöffel Klosterfrau-Melissengeist. Klosterfrau-Melissengeist erhalten Sie bei Ihrem Apotheker, Drogisten oder in Reformgeschäften in Z-laschen zu NM. 2.80,1.65 und 0.90. Nur echt in der btauen Packung mit den drei Nonnen,- niemals lose. Ausschneiden und aufbewahren! werksmeister, Pa. Spieker, Direktor Hassel- dach und Herr Albrecht vom Autogen-Derb and, hiellen Vorträge, die durch Lichtbilder ergänzt wurden. Anschließend lief der Lehrfilm: „Schweißen und Schneiden". Zum Schluß sprach Pg. Spieker über die Bedeutung der Schweißtechnik und wies bann auf die Notwendigkeit der Schulung des gesamten Handwerks hin. Er ermahnte die Teilnehmer, die erworbenen Kenntnisse zu vertiefen und in der Praxis mitzuarbeiten an dem großen Werk des Vierjahresplans. Direktor Hasielbach übergab anschließend den Handwerkern die Bescheinigung des Autogen-Verband über den erfolgreich absolvierten Lehrgang. Kreishandwerksmeister S t ü h l e r, der den örtlichen Kurs organisiert hatte, schloß nach eindringlichen Worten an die Kameraden mit dem Gruß an den Führer. Oberhessischer Gebirgsverein, Ortsgruppe Gießen. Man schreibt uns: Ein schönes erfolgreiches Wanderjahr neigt sich wieder seinem Ende zu. Es brachte unserem regen Gemeinschaftskreis viel Neues und Schönes in reicher Abwechslung. Weite, herrliche Streifen in bekannte und fremde Gebiete, viele Ab end f p azi ergänge rund um Gießen und eine anregende Geselligkeit in den Monatsversammlungen und sonstigen Veranstaltungen des Vereins. Doch das köstlichste von allem ist und bleibt dock das Wandern selbst. Das Wandern im Kreise froher Menschen. In zweckmäßigem Wanderdreß, das Ränzel geschnürt und ein Lied auf den Lippen hinaus in Gottes schöne, weite Welt. Ob lachende Sonne die Wege säumt, die Natur von Auferstehung erst träumt, ob leise das Bächlein durch Wiesengrund zieht, still lauschend der Nachtigall Minnelied, ob blinkende Sensen im Sonnenglanz verschaffen dem Landmann den Erntekranz, ober ob schwere Regenwolken sich senken, und segnend die durstige Erde tränten, der Wanderer durchwandert, was um ihn steht, und seine Seele ist wie ein Gebet. So ist das rechte Wandern eine Sportart für sich. Es stählt den Körper und erfrischt den Geist. Ist die Natur nicht ein großer Lehrmeister jedem, der chre Sprache versteht? Zeigt sie ihm nicht in verschwenderischer Fülle Wunder über Wunder in Pslanzen- unb Tierreich? Weckt sie nicht neue Erkenntnisse, die auf Grund der Bobenbescha sfenheit und der klimatischen Verhältnisse unserer Heimat sich ihm allerorts aufbrängen. Wie erfreut sich der Wanderer an jedem schmucken Dörfchen, das aleichsam Schutz suchend tief eingebettet liegt in malerischem Grund; er stellt Betrachtungen an über Lebensverhältnisse und Arteigenheit der Bewohner, ihrer Bauweise Sie mal her!" brummte er. „Und sagen Sie mir, wie man so was macht!" „Auf keinen Fall!" widersprach sie und drückte ihn mit sanfter Gewalt in den nächstbesten — etwas wackeligen — Rohrsttchl nieder. Er duldete die zarte Vergewaltigung widerspruchslos; er schnurrte sogar ein bißchen, wie ein Kater, den man streichelt. Mußt' es der Teufel, aber unangenehm war das Frauenzimmer nicht? Sie hatte so eine Art — so eine selbständige und überlegene Art — na, jedenfalls nicht die Art, einen Mann zu behandeln, wie ein Flitscherl sie hat ... Er schob den knisternden Kabelstreifen tiefer unter den Aermelauffchlag. „Ich hoffe, Sie werden gut arbeiten können, Fräulein Hollerthau?" murmelte er. „Ein stilles Schiff, meine ,Catharinas Aber wer auf ihr führ, war noch immer zufrieden." „Davon bin ich überzeugt." „Und wenn Sie mal irgendeinen besonderen Wunsch haben sollten — vielleicht sich ’n bißchen auf der Brücke umzusehen ober im Maschinenraum —, dann können Sie ruhig zu mir kom- men. Ich führ' Sie da gern ein wenig herum .. „Danke, Kapitän Zanten! Das ist außerordentlich nett von Ihnen, und ich werde gern Ihre Freundlichkeit in Anspruch nehmen." Eine Pause entstand. Eine ziemlich lange Pause. Carola sah Zanten erwartungsvoll an. Dessen Blick irrte durch die kleine Kabine und glitt über Carolas blonden Scheitel durchs Fenster in die blaue Luft. „Mächtig viel Blumen hier...", bemerkte er schließlich etwas unvermittelt. Er hoffte, durch diese Feststellung feinem eigentlichen Ziele näher zu kommen. „Von Humphrey Timperly", nickte sie arglos. „Sie sind doch ein Onkel von ihm, nicht wahr?" „Ja, ich bin so eine Art Großonkel von ihm. Das heißt: Ich kenne ihn und seinen Vater von klein auf und habe auch noch mit seinem Großvater manche Partie L'hombre gespielt — damals in den achtziger Jahren, als das verdammte Poker noch nicht die Welt beherrschte." „Da hätte ich Ihnen eigentlich mehr Einfluß auf Humphrey zugetraut ..." „Wie meinen Sie das, Fräulein?" (Forffetzung folgt) unb ihrer Emstevung zur Umwelt. Er hält immerzu Zwiesprache mit dem Himmel über sich, der in ständigem Wechsel alles Bleibende vereint. Und empfindet er ihn nicht trotzdem als unbekannte Gröhe, erhaben über Licht und Schatten, Freud und Leid, Sein und Nichtsein? Er wird bescheiden, der Wanderer, und demütig, und er ist sich seiner Vergänglichkeit bewußt! Doch seine Seele wird groß und frei und stellt einen aanzen deutschen Menschen mitten hinein in diesen kostbaren Rahmen. Und was das Größte ist: Er lernt seine Heimat, sein Vaterland lieben, gemeinsam mit volksverbundenen Mitmenschen. Möchten noch viele Volksgenossen zu echten Wanderern werden und hineingehen in diese Gemeinschaft. *♦ Weihnachtsfeier in der städtischen Feuerwache. Der diensthabenden Wache unserer städtischen Feuerwehr wurde am Heiligen Abend in der Feuerwache eine Weihnachtsfeier bereitet. Brandinspektor Lenz hielt eine kurze Ansprache. Anschließend wurde an die Feuerwehrmänner, die auch an diesem Abend für die Allgemeinheit im Dienste sein mußten, Rauchwaren verteilt. Auf Anordnung des Herrn Oberbürgermeisters wurde der Feuerwehrmann Fritz Klotz zum Oberfeuerwehrmann befördert. Gedenket der hungernden Vögel! ** Unfälle. Der 65 Jahre alte Metzger Heinrich Henkel, Seltersweg 61, zog sich durch einen unglücklichen Sturz eine erhebliche Schulteroerletzung zu- — Der Gespannführer Otto Schultheis von hier erlitt beim Fullballspielen eine schwere Knie- verletzuna. Beide Verunglückte mußten in die Chirurgische Klinik gebracht werden. Echlachtviehverteilungsstelle in Gießen wird eröffnet. Dem 3. Januar ab in jeder Woche Echlachtviehmarkt. Nach einer Anordnung des Vorsitzenden des Dieh- wirtschaftsverbandes Hessen-Nassau wird in der von der Stadt Gießen errichteten Nutzvieh-Ver- steigerungshalleRhein-Main auf dem Gelände beim Gießener Güterbahnhof eine Derteilungsstelle für Schlachtvieh (Rinder, Kälber, Schweine uni) Schafe) er- richtet. Diese Schlachtoieh-Verteilungsstelle, die ihre Tätigkeit am Januar 1938 beginnen wird, ist für die Versorgung der Gerneipden Gießen, Wie - seck, Klein-Linden und Heuchelheim zuständig. Alle gewerblich Schlachtvieh schlachtenden Betriebe in diesen Gemeinden sind verpflichtet, sowohl den Kauf, als auch die Abnahme von Schlachtvieh nur auf der Derteilungsstelle Gießen in der Nutzvieh-Verteilungshalle Rhein-Main vorzunehmen. Der unmittelbare Einkauf von Schlachtvieh ab Hof des Erzeugers ist den genannten Betrieben verboten. Äe Anlieferung des Schlachtviehes hat entweder durch die Erzeuger, oder durch die Verteiler zu erfolgen; sie muß am Montag jeder Woche geschehen. Der Verkauf und die Abnahme des Schlachtviehes erfolgen am Dienstag. Die Anlieferungszeit en jeweils am Montag sind auf 14 bis 18 Uhr festgesetzt. Als Verkaufs - und Abnahmezeiten jeweils am Dienstag sind für Schweine und Kälber die Stunden von 8 bis 11 Uhr, für Großvieh von 9 bis 11 Uhr bestimmt. Nach der Abnahme werden die für die Gießener Metzgereien gekauften Schlachttiere zum Schlachthof gebracht, um dort geschlachtet zu werden, während die für Klein-Linden, Meseck und Heuchelheim bestimmten Tiere in den Schlachthäusern dieser Dorf- metzgereien geschlachtet werden können. Das zur Verteilung angelieferte Vieh wird bei der Ankunft mit der Bahn bereits im Güterwagen untersucht und nur in durchaus gesundem Zustande zum Markt zugelassen. Die gleiche Untersuchung außerhalb des Marktgeländes findet bei den mit Kraftwagentransporten ankommenden Tieren statt. Krankes Vieh wird unter allen Umständen schon außerhalb der Dieh-Versteigerungshalle zurückgewiesen und von dort nach Frankfurt a. M. zum Frankfurter Diehmarkt zwecks Behandlung in der von den Frankfurter Markteinrichtungen vollkommen abgetrennten Sonderabteilung für kranke Tiere weitergeleitet. Die Schlachtvieh-Verteilungen in Gießen werden in jeder Woche mit Auftrieb am Montag und mit Verkauf am Dienstag stattfinden. Der Weihnachlsverkehr im Vahnhos Gießen. Ein amtlicher Bericht. Wie alljährlich hat auch der diesjährige Weih- nachtsoerkehr erhöhte Anforderungen an die Reichsbahn gestellt. Zur Bewältigung des starken Personen-, Gepäck- und Expreßgutverkehrs waren die erforderlichen Maßnahmen rechtzeitig getroffen; sie in die Tat umzusetzen war Aufgabe der Dienststellen der Reichsbahn. Ser Personenverkehr. Die Reichsbahn hatte durch zahlreiche Dor- und Nachzüge sowie Militärurlauberzüge und Zugverstärkungen dafür gesorgt, daß der starke Reisever- -ehr bewältigt werden konnte. Eine große Arbeit hatte neben dem Bahnhof Gießen auch die Fahrkartenausgabe Gießen zu leisten, die vom 22. Dezember bis 26. Dezember 18 8 8 0 Fahrkarten verausgabt hat. Gegenüber dem vorjährigen Weihnachtsfest ist eine Einnahme st eigerung von 20 v. H. zu buchen. Schon lange vor dem Weihnachtsfest, bereits am 10. Dezember und den folgenden Tagen wurden die Fahrkarten für die zahlreichen Militärurlauber unserer Garnison mit besonderen Listen kompanie- und batterieweise bestellt, fertig gemacht und verausgabt. Eine große Menge dieser Karten mußte handschriftlich herge- stellt werden, da unsere Soldaten aus allen Gegenden Deutschlands stammen. Durch diese Vorabfertigung ist das Schaltergeschäft an den Hauptreisetagen, bie am 22. Dezember begannen, wesentlich entlastet worden. Trotzdem blieb noch viel zu tun und der Andrang der Fahrgäste an den Schaltern war zeitweise recht lebhaft. Wie immer hatte auch die der Fahrkartenausgabe angegliederte amtliche Auskunftsstelle regen Besuch aufzuweisen. Den vielen Volksgenossen, die die Auskunftstelle auffuchten, wurde hier Rat und Aufschluß fiir ihre Reisen erteilt. Wohl jedem der Besucher wird der hier aufgestellte, strahlende Weihnachtsbaum eine kleine Vorfreude auf das Weihnachtsfest gebracht haben. Oer Gepäckverkehr. Der Gepäckversand brachte eine Verkehrssteigerung von 13 v. H. Bei der Handgepäckaufbewahrungsstelle herrschte an einzelnen Tagen Hochbetrieb. Im Dezember steigerte sich die Zahl der gegenüber dem Vorjahr ausgegebenen Hinterlegungsscheine über Aufbewahrungsstücke um 25 v.H. Ein Zeichen, daß die Zahl der Durchreisenden größer war als im vorigen Jahr. Viele Gießener Geschäftsleute machen auch Gebrauch von der Aufbewahrungsmöglichkeit von Waren, die auswärtige Kunden bei ihnen gekauft haben und die die Sachen erst bei ihrer Abreise abholen wollen. Man nennt dieses Verfahren „Handgepäckaufbewahrung für Mittelspersone n". Die Gießener Geschäftswelt sollte sich dieser Einrichtung im Interesse chrer auswärtigen Kundschaft noch mehr bedienen. Oer Expreßguiverkehr. Wie stark der Expreßgutverkehr an Weihnachten ist, erhellt schon die Tatsache, daß die Reichsbahn im ganzen Reich 150 Expreßgutschnelküge fahren ließ, die eigens für die Expreßgutbeförderung vorgesehen waren. Hierdurch konnten die Schnell- und Eilzüge von der Massenexpreßgutbeförderung entlastet werden. Mit Aufenthalt in Gießen fuhr ein Expreßgutschnellzugpaar von Frankfurt a. M. nach Hamburg-Altona und- zurück nach Freiburg i. Br. Für Zurücklegung dieser Strecken brauchten die Züge nur eine Fahrzeit von 11 Stunden bzw. 16 Stunden; Aufenthalt war nur auf größeren Bahnhöfen vorgesehen. Zahlreiche Expreßgutwagen in den fahrplanmäßigen Zügen erleichterten die Expreßgutbeförderung und sicherten schnellste Beförderung. Neben allen diesen Maßnahmen sorgte die Reichsbahn aber auch für die P a k e t b e f ö r d e r u n g der P o st durch Einlegen von Sonder- Zügen, die nur Paketpost beförderten. So fuhr z. B. ein Postsonderzug von Frankfurt a. M. über Gießen nach Kassel täglich vom 9. bis 25. Dezember. Versand und Eingang von Ex preßgut in Gießen waren stärker als im Vorjahr. Im Versand beträgt die Verkehrs st eigerung 12 v. H. und im Eingang 14 v.H. Die Frachteinnahmen steigerten sich gegen das Vorjahr um 20 v. H. Wegen der beengten Raumoerhältnisse bei der Expreß- gutabfertigung mußte der Eilgutschupven zur Laae- rung der Expreßgüter nutzbar gemacht werden, die der bahnamtliche Rollfuhrunternehmer A. L y n ck e r den Empfängern zustellt. Bis zu 6 Fuhrwerke und Kraftwagen waren täglich nötig, um diese Expreßgutmengen abzufahren. Die Expreßgüter für die Selbstabholer konnten im Gepäcklagerraum untergebracht werden. Im nächsten Jahr wird in dieser Richtung eine Erleichterung eintreten, weil die Gepäck- und Expreßgutabfertigung umgebaut wird und durch das Verlegen der Bahnhofskasse neuer Raum für die dringend notwendige Erweiterung der Gepäck- und Expreßgutanlagen gewonnen wird. Viele Volksgenossen, die zur Gepäck- und Exprehgutabfertigung kamen, freuten sich über den schönen, strahlenden Adventskranz, der auf Anregung des Vorstandes des Rb.- Verkehrsamts Gießen, Reichbahnoberrat N i ermann, im Gepäcklagerraum aufgehängt, einen Schimmer des Weihnachtsglanzes in das nüchterne Bild des Eisenbahnverkehrs hinein trug. ©er Eilgutvrrkehr. Der Ortsoersand- und Empfang an Eilgut hielten sich auf der gleichen Höhe des Vorjahres. Die E i l- gutabfertigung als wichtige Umladestelle verzeichnet aber eine Verkehrs st eigerung von 25 v. H. für Umladegüter, d. h. für solche Eilgüter, die nicht für Gießen bestimmt waren, die aber nach anderen von Gießen ausstrahlenden Richtungen in die bereit gestellten Wagen umgeladen werden mußten. Das hauptsächliche Kontingent an Eilgütern sind die leicht verderblichen Waren, wie Frsche, Hefe, Butter, Margarine, Milch, Käse u. a. m. In größeren Mengen sah man dieses Jahr auch wieder Spielwaren wie Schaukelpferde und Puppenwagen. Oer Güterverkehr. Bei der in der Hammstraße gelegenen, selbständigen Güterabfertigung mit ihrer großen Umladehalle waren im Dezember außerordentlich große Gutmengen zu bewegen. Der Halle wurden täglich 190 Wagen zur Behandlung zugeführt. 15 0 0 0 Tonnen Stückgut wurden im Dezember verladen, entladen und umgeladen. Eine riesige Leistung, die 2 0 v. H. h ö h e r war als im Dezember vorigen Jahres. Diese kleine statistische Uebersicht zeigt uns, daß es gegen das Vorjahr weiter auswärts gegangen ist. Zwar ist das Blickfeld, auf dem diese Zahlen gewonnen wurden, klein, jedoch ist zuversichtlich zu hoffen, daß auch anderwärts die gleichen Beobachtungen einer Derkehrszunahme gemacht wurden, denn letzten Endes ist nicht die Reichsbahn der Nutznießer dieses wirtschaftlichen Aufstiegs, sondern bas deutfche Volk selbst. —kl. Bieber wird Offenbach einqemeindei. Offenbach, 28. Dez. (Lpd.) Mit einer Verfügung vom 24. Dezember 1937 hat der Reichsstatthal- ter in Hessen — Landesregierung — die Eingliederung der Gemeinde Bieber in die Verwaltung der Stadt Offenbach angeordnet. Der Uebergang der Verwaltungsrechte Biebers auf die Stadtverwaltung Offenbach wird mit dem 1. April 1938 erfolgen. Diese Maßnahme bringt Offenbach nicht nur einen Zuwachs von rund 6000 Einwohnern (auf insgesamt 86 000), sondern bedeutet auch den Zusammenschluß zweier Gemeinwesen, die sowohl durch wirtschaftliche Notwendigkeiten, als auch auf Grund einer historischen Verbundenheit zusammengehören. * EchulgeschichtlicheForschungeninHessen Ein fesselnder Vortrag des Prälaten a. £>. Or. Or. Oiehl in Gießen. (Schluß.) Wie ist es aber möglich, daß ein Lehrer in einem Dorf doch in bessere Verhältnisse kommt? Das Ober- Hessen des 18. Jahrhunderts war das Land der Auswanderungen. Die Bauern litten unsäglich unter dem Wildschaden. Viele zogen fort, ins Banat, und ließen sich dort nieder. Andere melden sich zum Dienst und dürfen ihre Aecker verkaufen. Aber wer wollte damals einen Acker kaufen? Die im Lande bleibenden Bauern nicht. Bis zu Mosers Reform 1780 bestellten die Bauern von ihrem Lande nur soviel, wie sie brauchten, um nicht zu verhungern, aber nicht mehr: sie wollten keine hohen Steuern zahlen. Kamen die Beamten damals, um die Steuern einzutreiben, bann fanden sie manchesmal Gräben aufgeworfen, daß sie nicht weiter konnten, und wurden beschossen. 1766 zogen Hunderte von Familienvätern nach Rußland. 1790 wanderte ein neuer Schub nach Polen. Der einzige, der einen Acker kaufen konnte unh wollte, war unter solchen Verhältnissen der Pfarrer — wenn er ausnahmsweise einmal Gelb hatte — unb der Lehrer. Er konnte zu seinem Land noch gut einen Acker hinzukaufen und bebauen und so seine Lebenshaltung verbessern. Die Abjunkturen hatten natürlich auch manchen Nachteil. Es kam vor, bah einer in der Hoffnung auf eine Lehrerstelle in eine Familie hinein heiratete. Aber der Alte wurde von seinem Magenleiden wieder gesund und arbeitete wieder weiter, in einem Fall 35 Jahre. Solange mußte der Junge warten. Em anderer bekam nach 27 Wartejahren die Stelle und starb ein Jahr daraus. Bisweilen kam auch einmal ein Betrug vor. So entdeckte man eines Tages, daß einer der Adjunkten nicht selbst zum Examen gegangen war, sondern seinen begabteren Bruder hingeschickt hatte. Keiner hatte es gemerkt, aber nach dreißig Jahren kam es bei einem Schriftvergleich heraus... Die dritte Lehrergruppe neben den Theologen und beji nicht theologisch gebildeten Lehrern bildeten die Schulfrauen. In Heidelberg, Mannheim, Kreuznach und den Hauptorten der Pfalz lasten sie sich nachweisen. Meist sind es Witwen ober Töchter von Pfarrern, die sich so durchs Leben schlugen — Pensionen kannte man ja damals noch nicht. Auch in Gießen und Butzbach hören mir von Schulfrauen, bis sie um 1700 verschwinden. Länger halten sie sich in Echzell, wo eine Großmutter, Mutter, deren Tochter und Enkelkind Schulfrau sind. Die Großmutter, die damit begann, war die Tochter des Gerichtsschreibers Philipp Laukhardt, die sehr guten Mädchenunterricht erteilte. Ihre Nachfolgerin wird ihre Tochter, die Witwe des Rektors am Gymnasium in Echzell, der — in Echzell! — Syrisch, Hebräisch und Aramäisch gelehrt hatte. Die Lehrerkollegen haben schließlich durchgesetzt, daß diese unangenehme Konkurrenz verschwand, ohne daß die Mädchenschule in Echzll dabei gewann. Auch katholische Schulschwestern gab es: die Englischen Schwestern von Mainz, die 1750 unter großem Widerstand des Bischofs ihren Einzug hielten. Nun zum Schluß noch ein Wort über die Ausbildung der Lehrer. Wie wurden sie ausgebildet? In der ältesten Zeit haben viel mehr das Pädagogium besucht, als man annimmt. Dann gab es Pfarrers- und Beamtensöhne, die ihre Kinder an- lernten. Dann entstanden Institute: 1782 wurde von dem Minister von Moser ein Lehrerseminar gegründet unter Leuchthammer, dem Konfirmator der Königin Luise. In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts ist ein junger Mensch, der was lernen wollte, nicht in die Schule gegangen. Die Stadtschulen in Gießen unb Darmstadt wurden von Bürgerssöhnen besucht, die ein bißchen schreiben und lesen lernen und ein paar französische Brocken aufschnappen wollten. Das boten diese ehemaligen Lateinschulen noch, die ihren früheren Charakter ganz verloren hatten. Die andern Schüler aber wurden von Privatlehrern unterrichtet. 1750 bis 1820 lebten mindestens 80 Privatlehrer in Darmstadt, die die Buden vom 6. bis zum 12. Jahre unterrichteten. Aber solche Privatlehrer gab es auch für Lehrer. Endlich bleibt das Militär zu erwähnen. Wenn man früher auf das alte Schulwesen schimpfen wollte, sagte man: Nun ja, die Lehrer waren eben ausgediente Unteroffiziere. Aber dies Urteil ist ungerecht. In Hessen mußte man lange bei Militär bleiben. Mancher wurde erst entlassen, wenn er die Patronen nicht mehr abbeißen konnte. Es gab Soldaten, die bis zum 60. Jahr im Dienst standen. Ein Stu» dent, der mit einem Bürger Krach bekam, wurde zu 20 Jahren Militär verdonnert. Ein Theologe, den mit 20 Jahren preußische Werber schnappten, wurde 51 Jahr, bis es ihm gelang, wieder davon zu kommen. Er studierte fertig und wurde Pfarrer! — Das hessische Heer war von Napoleon sehr geachtet. Die Bauern standen unter Militärzwang. Den ältesten Sohn bekamen sie frei, die andern mußten einrücken. Bei der Friedberger Artillerie und den Dragonern RUHL Seilersweg Nr. 67 ■ adlO Telephon Nr. eparaturen l897o Eä dienten sie 8 Jahre, bei der Infanterie 6. Aber sie haben in dieser Zeit gearbeitet und gelernt. Die Offiziere waren ihnen wirkliche Soldatenväter, gaben ihnen Bücher und ließen sie unterrichten. Ost blieben Soldaten auch nach ihrer Entlassung noch beim Hauptmann, aber nun als „Lakei". Oder sie gingen nach Wetzlar und wurden Skribenten, Juristen. Oder sie machten ein Examen und wurden Lehrer. Auch die Artillerieschule in Darmstadt ist in diesem Zusammenhang zu erwähnen, wo man um 1800 unter Herrn von Hahn das Artilleriewesen erlernte. Es war ein Institut ersten Ranges, in manchem ein Vorläufer der späteren technischen Hochschule. Man bekam hier eine Einführung in Mathematik unb Physik und konnte sich Sprachenkenntnis erwerben. Wenn einer Gefreiter war, mußte er bis Schule besuchen. Nach 8 Jahren machte er ein Examen unb würbe bann Lehrer — es finb mit die besten Lehrer gewesen. Bei dieser Ärtillerieschule war auch Heinrich Fel- sing im Dienst, der dann ein Lehrerseminar besuchte. Dann zog er nach Berlin zu seinem Verwandten Dieftermeg unb wirkte schließlich bis 1870 als Gar- nisonschullehrer. Fröbel hat viel von ihm für feine Kinbergürten gelernt. Felsing hat Hunderte von Kin- berschuien in bie Höhe gebracht. Er hat nicht, wie Fröbel, seine Verse und Melodien selber erfunden, sondern dem Volk abgelauscht. 1860 hat die Philosophische Fakultät dem schlichten Lehrer die Doktorwürde ehrenhalber verliehen, die höchste Auszeichnung, die sie vergeben kann. Ein anderer später berühmter Lehrer mar der Trompeter Johann Friedrich Kolb. 1793, als seine Truppe in den Niederlanden einzog, machte er ein Gesuch, um freizukom- men: er wollte ins Schulfach. Aber man schlugs ihm ab. Neun Jahre mußte er als Trompeter feinen Dienst tun. So zog er mit ins eroberte Brüssel ein. Da bäumte sich sein Gaul und stößt ihm die Trompete in den Hals. Die Zähne rnerden ausgeschlagen, er kann nicht Trompete blasen unb roirb frei. Nun kann er Lehrer rnerden. Nach unb nach kommt er wegen seiner glänzenden Fähigkeiten in immer bessere Stellen, bis er schließlich in Gettenau landet. Es ist also ganz falsch, solche allgemeinen Urteile über die Lehrer zu fällen, die aus dem Solbaten- ftanbe hervorgingen. Man muß in jedem einzelnen Falle immer wieder der Sache auf den Grund gehen. Nur so kommt man zur Wahrheit. Aus der engeren Heimat. Unfälle auf dem Lande. Der 12jährige Schüler Walter Becker von Reinhardshain stürzte in der Scheune von einer Leiter ab und erlitt einen Bruch des rechten Armes. — Durch eitnen Sturz auf Glatteis erlitt die 16jährige Botin Else Rühl aus Nidda einen Bruch der linken Kniescheibe. — Auch der 20jährige Landarbeiter Josef R e i n i n g e r vom Hof Schlei- f e l b (bei Nidda) zog sich durch einen Sturz auf Glatteis einen Bruch des rechten Unterschenkels zu. — Das 4jährige Söhnchen Helmut des Landwirts Schäfer von Hitzkirchen (Kreis Büdingen) mußte mit einem Oberschenkelbruch in ärztliche Behandlung gebracht werden. — Mit einer schweren Beinverletzung, die sie sich durch einen Sturz in der Wohnung zugezogen hatte, mußte die Landwirtsehefrau Ling aus Ober-Gleen (bei Kirtorf) durch die Sanitätskolonne vom Deutschen Roten Kreuz Gießen in ärztliche Behandlung gebracht werden. Sämtliche Verunglückte wurden in die Chirurgische Klinik nach Gießen eingeliefert. Landkreis Gießen. + Grünberg, 28. Dez. Am 27. Dezember begingen Spenglermeister Heinrich August Pfeffer unb seine Ehefrau Luise, geb. Dube, gebürtig aus Dbernburg, Kreis Frankenberg, das seltene Fest der biamantenen Hochzeit. Das Jubelpaar, von dem bej Mann 87 unb die Frau 84 Jahre zählt, erfreut sich noch guter Gesundheit. — Am zweiten Weihnachtsfeiertag hielt der Turnverein, einem langjährigen Brauche folgend, in der Turnhalle fein'Winterfest, das sehr zahlreich besucht war. Die turnerischen Darbietungen, anfangenb mit Frei- und Bodenübungen der Kleinen, zeigten Keulen- unb Vallübungen unb Barrenturnen der Turnerinnen, Partnerübungen unb Pferdeturnen der Turner, einen lustigen Zwergentanz der Kleinen unb einen Walzertanz der Turnerinnen nach dem Straußschen Walzer „Frühlingsstimmen". Die Darbietungen wurden mit starkem Beifall aufgenom- men. Ebenso gute Aufnahme fand auch die Aufführung eines größeren Lustspiels. öp Lich, 28. Dez. Hauptbrandmeister Christian Zimmer von der Freiwilligen Feuerwehr Lüh wurde auf eignen Wunsch und Antrag von den Pflichten eines Führers der hiesigen Feuerwehr entbunden und ihm die Anerkennung für die um das Feuerlöschwesen unserer Stadt erworbenen Verdienste ausgesprochen. Als sein Nachfolger wurde Oberbrandmeister Heinrich Erb kommissarisch mit der Führung der Freiwilligen Feuerwehr Lich beauftragt. ch Lich, 28. Dez. Am zweiten Weihnachtsfeier- tagabenb fand in der Turnhalle ein Unterhaltungs- abenb des Turnvereins 1860 statt. Vorstandsmitglied Christian Zimmer sprach die Begrüßungsworte unb warb für den Eintritt in den Turnverein. Die Vorführungen der Turner und Turnerinnen wurden mit starkem Beifall aufgenommen unb legten Zeugnis von gewissenhafter Arbeit der Turnwarte ab. Für die heitere Stimmung der Besucher sorgte ein gut aufgeführtes Lustspiel. Zum Schluß spielte bie Kapelle Sommer zum Tanz auf. )( Lich, 28. Dez. Die Reihe der Weihnachtsfeiern wurde nach altem Brauch am Sonntag vor Weihnachten mit der Feier der Kinder- schule in unserer Stiftskirche eröffnet. Unter Gesang der Gemeinde zogen bie Kinder, geführt von der Schwester unb ihren Helferinnen, in die Kirche ein, fangen unb sagten unter dem Lichterbaum vom fröhlichen Fest unb zogen reichbedacht mit schonen Geschenken wieder nach Hause. — Am Donnerstag folgte bann bie Feier im Krankenhaus, an der neben den Kranken unb Schwestern ber Bürgermeister mit einigen Vertretern ber Stabt teil- nahm. Die Chorschule unter Leitung von Lehrer Stein trug durch Vortrag von Weihnachtsliebern zur würdigen Ausgestaltung der Feier bei. Stifts- dechant Kahn hielt die Festansprache. Nach ber Feier mürben ben Kranken finnige Geschenke überreicht. — Den Höhepunkt ber kirchlichen Weihnachts- feiern bilbete, wie in jedem Jahr, am ersten Feiertag bie Feier in ber Kinberkirche. Zwei große Tannenbäume mit über 200 Lichtern erhellten den stimmungsvollen Chor, über 250 Kinder gestalteten mit dem Gesang der alten Weihnachtslieder und den gruppenweise aufgesagten Weihnachtsworten die sehr gut besuchte Feier außerordentlich eindrucksvoll. Je nach Alter erhielten sie dann passende Geschenke in Form von Bibeln, Testamenten, Liederbüchern, Bildern und sonstigen Schriften. Alle Gottesdienste an den Feiertagen erfreuten sich eines sehr starken Besuchs. co E b e r ft a d t, 28. Dez. In unserer Kirche fand dieser Tage eine Weihnachtsfeier statt, bei ber Pfarrer Ködding die Ansprache hielt. Die Kinder ber Schule unter Leitung von Lehrer R e u h l brachten Weihnachtsgebichte unb -lieber zum Vortrag. Im Mittelpunkt der Feier stand die Aufführung eines Krippenspiels durch Kinder des Rettungshauses Arnsburg. — Der Turnverein veranstaltete im vollbesetzten Saale „Zum Adler" seine Weihnachtsfeier. Vereinsmitglieder bestritten den musikalischen Teil des Abends. Dietmart Weisel begrüßte bie zahlreichen Teilnehmer. Sodann wechselten Vorträge von Weihnachtsgedichten unb -liebem miteinanber ab. Besonberen Beifall fanb ein Puppenspiel. Die turnerischen Darbietungen des Abenbs legten von ber regen Arbeit in den Turnstunben Zeugnis ab. Zum Abschluß des Abends dankte der Dietmart allen Mitwirkenden. Kreis Schotten. * Groß-Eichen, 29. Dez. Am 30. Dezember begeht der weithin bekannte älteste Einwohner von Groß-Eichen, Zimmermeister Heinrich Peter II., seinen 93. Geburtstag. Mit ihm freuen sich fünf Kinder, acht Enkelkinder und zehn Urenkel dieses Tages. Unseren Glückwunsch. Kreis Alsfeld. # Ober-Ohmen, 28. Dez. Der hiesige Freiherrlich Riedeselsche Revierförster H. Falk, welcher als ehemaliger Freikorpskämpfer dem Freikorps „Oberschlesien" angehörte, wurde dieser Tage mit einer Ehrenurkunde „Einsatz für Deutschland" ausgezeichnet. — Während vor Jahren die Schafzucht hier völlig verschwunden war, haben die in letzter Zeit hier weilenden Gastherden das Interesse an diesem bäuerlichen Wirtschaftszweig wieder zu neuem Leben erweckt. Eine ganze Anzahl Dorfbewohner hat sich wieder, wenn auch nur in bescheidenem Maße, Schafe zugelegt. Im Laufe der Zeit dürfte sich daraus wieder eine Herde entwickeln. Kreis Marburg. * Nordeck, 28. Dez. Am zweiten Weihnachts- feiertag konnten die Eheleute Ludwig S t e i tz , Straßenwärter i. R., im Alter von 72 bzw 70 Jahren im Kreise ihrer Angehörigen das Fest der Goldenen Hochzeit begehen Die Ehe war mit 11 Kindern, 7 Mädchen und 4 Knaben, gesegnet. Bei Kriegsausbruch wurden drei Söhne zum Heeresdienst eingezogen. Der älteste Sohn starb bald nach Kriegsbeginn in Rußland den Heldentod, ein anderer verstarb nach seiner militärischen Ausbildung im Lazarett. Die übrigen 9 Kinder, sowie 12 Enkelkinder konnten an der Jubiläumsfeier teilnehmen. Ludwig Steitz war ursprünglich Steinbrucharbeiter und wurde dann vom Kreis als Straßenwärter angestellt. Diesen Posten hatte er 20 Jahre lang inne. Pfarrer Hilbert verschönte die Feier des Ehejubiläums mit einer Ansprache. Der Gesangverein „Teutonia" brachte ein Ständchen. Dem Jubelpaar wurden zahlreiche Glückwünsche zuteil. Auch wir gratulieren. Wirischast. Rhein-Mainische Börse. Mittagsbörse fest. ' Frankfurt a. M., 28. Dez. Die Börse war am Aktienmarkt überwiegend weiter fest, das Geschäft blieb aber auf nahezu allen Gebieten recht klein. Aus dem Weihnachtsgeschäft stehen größere Beträge zur Verfügung, die auch an der Börse Anlage suchen. Anderseits war die Abgabeneigung klein, so daß auch von dieser Seite her die Tendenz weiterhin wesentlich mitbestimmt wird. Der neue Kurseinbruch an der Reuyorker Börse blieb ohne Einfluß. Im Durchschnitt überwogen wieder Erhöhungen bis 1 d. H. Eine Reihe von Spezialwerten zogen darüber hinaus bis 1,50 v. H. an. Umsatz- mäßig hatten IG. Farben die Führung mit 157,50 (156,25). Verstärkte Nachfrage zeigte sich vor allem für einige Maschinenwerte, voran für Eßlinger, die mit 119 (117,50) gesucht wurden. Die übrigen Werte zogen etwa 0,25 bis 0,50 v. H. an, während BMW« 0,50 v. H. und Junghans 0,75 v. H. abbröckelten. Elektrowerte waren ebenfalls gefragt und bis 1 v. H. fester, ferner erhöhten sich Holzmann auf 154,75 (153,50), VDM. auf 169 (168), Zement Heidelberg •auf 167 (166), Zellstoff Waldhof auf etwa 150 (148,90). Der Montanmarkt lag ziemlich ruhig, die Kurse kamen etwa 0,25 bis .0,50 v. H. höher zur Notiz. Nach der gestrigen Steigerung etwas leichter lagen Südd. Zucker mit 220 (222), ferner gingen Metallgesellschaft auf 144,75 (145,40) zurück. Unverändert lagen u. a. Reichsbank mit 208,50, Westdeutsche Kaufhof mit 57,65, AG. für Verkehr mit 131,50. Der Rentenmarkt lag ruhig. Verschiedentlich zeigte sich leichte Abgabeneigung, was aber kursmäßig kaum zum Ausdruck kam. Etwas fester Reichsaltbesitz mit 129,50 (129,25). Im Freiverkehr Kommunal-Umschuldung 94,70, 4 v. H. Rentenbank- Ablösungsscheine 93 (93,13), Städte-Altbesitz unverändert 134, späte Schuldbuchforderungen 99,20 unb Wiederaufbauzuschläge unverändert 82,75. Am Pfandbriefmarkt lagen Liquidationspfandbriefe uneinheitlich, sonst blieben die Kurse behauptet, wobei sich Angebot und Nachfrage etwa ausgeglichen haben. Stadtanleihen kamen unverändert zur Notiz. Industrie-Obligationen schwankten bis 0,13 v. H. Im Verlaufe war die Haltung überwiegend weiter fest, das Geschäft blieb aber ruhig. Verschiedentlich ergaben sich weitere kleine Erhöhungen um etwa 0,25 bis 0,50 v. H., so u. a. bei Hoesch, Reichsbank, Demag, Deutsche Erdöl, Westdeutsche Kaufhof. IG. Farben bewegten sich zwischen 157,50 bis 158,50. Eßlinger Maschinen kamen schließlich mit 119,75 (117,50) und Zellstoff Waldhof mit 150,25 (148,90) zur Notiz. Von später erstmals notierten Werten zogen "Berger Tiefbau auf 152 (150), Harpener auf 171,75 (170,25), Schuckert auf 177 (175,75) und Rhein. Braunkohlen nach Pause auf 233 (231,50)) über den Durchschnitt von 0,50 bis 1 v. H. an. Schwächer lagen Bemberg mit 138,40 bis 138 (139,50), ferner beftanO in Adlerwerke Kleyer größeres Angebot. Der Einheitsmarkt verkehrte in überwiegend fester Haltung. Konserven Braun nach Geldstreichung 95,75 (zuletzt 92), Brauerei Wulle 62,50 (60) usw. / Abendbörfe ruhig. Der Mangel an Aufträgen führte an der Abendbörse zu nur sehr kleinen Umsätzen. Im ganzen war die Haltung weiterhin fest und die Kurse in den meisten Fällen wenig verändert, jedoch überwiegend nominell. Der weitere Rückgang an der Neuyörker Börse wurde wohl beachtet, blieb aber allgemein ohne jeden Einfluß. In Anpassung an den höheren Berliner Stand erhöhten sich Berger Tiefbau auf 153,50 (152), ferner Schuckert auf 177,75 (177). Kleine Besserungen zeigten Moenus Maschinen mit 125,50 (125), Lahmeyer mit 119,25 (119), Westdeutsche Kaufhof mit 58 (57,75), Junghans mit 124 (123,75), Bekula mit 164 (163,75), Bemberg mit 138,25 (138) und Harpener mit 172 (171,75). Dagegen bröckelten IG. Farben auf 157,90 (158,13), Gesfürel auf 145,50 (146), Deutsche Erdöl auf 143 (143,25) ab. Montanwerke notierten unverändert, Buderus 118,75, Mannesmann 114,50, Rheinstahl 142,13, ebenso u. a. MAN. mit 127, Conti Gummi mit 191,75, Licht und Kraft mit 143,50, AG. für Verkehr mit*131,50 und Hapag mit 79. Der Rentenmarkt hatte, wie gewöhnlich abends, kein besonderes Geschäft, ebenso lagen die Kurse behauptet. 4'/2 v. H. Krupp 99,75, 6 v. H. IG. Farben 129,90, etwas höher Reichsbahn-Vorzugsaktien mit 131,13 (131). Kommunal-Umschuldung nannte man mit unverändert 94,70. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 28. Dez. Auftrieb: Kälber 1020 (gegen 2350 am 21. Dezember), Hämmel und Schafe' 167 (142), Schweine 1409 (3868). Notiert wurden je 50 Kilogramm Lebendgewicht in Markt! Kälber a) 60 bis 65 (61 bis 65), b) 52 bis 59 (53 bis 59), c) 44 bis 50 (42 bis 50), d) 30 bis 40 (28 his 40). Hämmel b2) 40 bis 45 (39 bis 44), c) 38 bis 39 (32 bis 36). Schafe a) 32 bis' 37, (31 bis 40), b) 20 bis 30 (—), c) 12 bis 17 (—)- Schweine a) 54 (54), bl) 54 (54), b2) 54 (54), c) 53 (53), d) 50 (50). Sauen gl) 54 (54), g2) 52 (52). Marktverlauf: Kälber, Hämmel und Schafe mittelmäßig. Schweine zugeteilt. Berlin — Frankfurt a ZIL Devisenmarkt Kurszettel -er Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. Reichsbankdiskont 4 o. H., Lombardzinsfuß 5 o. H. Frankfurt a. M. Berlin Frankfurt a. M. Berlin Schluß- kurs Schlußl. Abend- . börse Schluß- kurs Schluß! Mittag- börie Schluß- kurs Schluß?. Abende börse Schluß- kurs Schluß!. Mittag. börie Dumm 27-12- 28.12- 27 12 28-12 Daium 27-12. 28-12. 27.12 28-1?. 5% Deutsche Reichsanlethe v. 1927 4% Deutsche Reichsanl. von 1934 *%% Deutsche Relchsschatzanwet- sungen von 1935 .. ........ *y2% Deutsche Reichsschatzanwei- sungen von 1935, II. Folge ... 4Va% Deutsche Reichsichatzanwei- jungen von 1936, I II. Folge .. 5%% Doung Anleihe von 1930 .. 4Y2% Hessische Bvlksstaat von 1929 4Vi% Deutsche Reichspostichatz von 1934 1...................... 4y2% Deutsche Reichsbahnschatz von 1936 1.................. Reichsanleihe-Altbesitz.......... Oberhessen Provinz-Anleihe mit Auslos.-Rechten.............. 4Y2% Hess. Landesbk. Darmstadl Goldpfe. R. 12.............. 6Y2% Hess. Landes-Hyp.-Bank Liqu. Goldpfe. ............. 4%% Preuß. Landespfdbr.-Anst. Goldpfe. R. 19.............. 4Y2% Preuß. Gold-Komm. R. 20 4%% Darmstädter Komm.-Lan- desbankR. 6................ Deutsche Komm.-Sammel-Anlethe Auslos.-Rechte I.............. 4%% Franks. Hyp. Goldpfe. R. 15 *%% Franks. Hyp. Gold-Komm. Obl. 2 3.................. 5%% Franks. Hyp. Liquidation Goldpfe..................... 6Y2% Rheinische Hyp. Liquidation Goldpfe..................... Steuergutichein-Berrechnungskurs A.G. für Verkehrswesen .... 6% Hamburg-Südam. Dampfschiff. 0 Hamburg-Amerika Paket......0 Norddeutscher Lloyd..........0 Deutsche Reichsbahn Borz.-Akt. 7 ReichSbank................. 12 Berliner Handelsgesellschaft . 6% Commerz- und Privat-Banl ... 5 Deutsche Diskonto............ 6 Dresdner Bank...... 4 101,6 99,5 99,4 99 105,75 100,1 100,4 99,75 129,25 138,75 99,75 1.S1,75 100 99 98,9 135 99,75 99 101,55 102 111,35 131,5 79 81 131 208,5 118,25 124,25 113,25 101,6 99,8 99,4 99 105,75 100 100,4 99,75 129,45 138,75 99,75 101,9 100 98,9 99,75 99 101,5 102 111,35 131,5 79 81 131,13 209 118,25 124,25 113,25 101,6 99,75 99,4 106 100,13' • 100,6 99,75 129,4 100 99 135,4 99,75 101,75 111,4 131,75 128,25 79,25 81 131 208,5 134,5 118,2) 124,25 113,25 101,6 99,8 99,4 106 100,2 100,5 99,75 129,3- 100 99 135,5 99,75 102 111,4 131,75 128,5 79,5 81 131,13 209,25 134,65 118,25 124,25 113,25 Accumulatoren-Fabrik.......14 Aichafsenburg Zellstoff........6 Bemberg...................0 Bekula............ 8 Buderus Eilen...............5 Gement Heidelberg...... 7 Gement Karlstadt ............6 Conti Gummi....... 12 Daimler Motoren ..........6Yt Tesiauer Gas ............... 4 Deutsche Erdöl..............5 Deutsche Gold- und Silber .... 9 Deutsche Linoleum.......... 10 Elektrische Lieferungen........6 Elektrische Licht und Kraft.....7 I. G. Farben-Jndustrte.......7 Felten & Guilleaume.........6 Gesfürel....................7 Th. Goldschmidt.............6 Gritzner Maschinen...........0 Harpener.................8 Yt Hoesch Eisen............... 8Y2 Philipp Holzmann........... 8 Ilse Bergbau................6 'Ilse Genüsse................6 Kali Aschersleben ............ 4 Klöcknerwerke .............4 Yt Kokswerke und Chemische Fabrik 7 Lahmeyer ...................6 Main traft................... 4 Mannesmann.............4 Yt Marisfelder Bergbau......... 7 Metallgesellschaft...........'.. 6 Orenstein & Koppel..........0 Rheinische Braunkohle....... 12 Rheinische Elektro............ 6 Rheinstahlwerke..............6 Rheinisch-Westfälische Elektro .. 6 Rütgerswerke ...............7 Salzdetfurth Kali............6 Schuckert & Co...............7 Schultheis Patzenhofer........4 Siemens & Halske...........8 Süddeutsche Zucker..........10 Bereinigte Stahlwerke......4Yt Westdeutsche Kaufhof.........0 Westeregeln Mlfoli............ 4 Zellstoff Waldhos............ 6 Ltavi Minen...............0,6 226,5 142 139,5 163 118 166 192,5 137,25 141,75 252 163 131,75 142,75 156,25 132 145 137,75 47 170,25 114,75 153,5 132,75 116,75 118,25 114,4 145,4 127,75 142,25 128,5 146,5 175,75 222 112,4 57,65 117 148,9 143,5 138,25 164 118,75 167 191,75 137,5 143 252 165 132 143,5 157,9 132,13 145,5 138 47 172 115,5 155 134 116,25 117,75 119,25 114,5 160 144,75 ■ 233 127,75 142,13 128,75 147,25 177,75 220 112,75 58 116 150,25 29,2 228 142,65 139 163,75 118,25 191,5 137,5 118,9 142,25 163 131,75 142,75 156,25 131,9 145,25 137,4 46,65 171 115 154 162,75 134 117 118 155 119,5 114,25 160 144,5 107,75 232 128 142 128,4 147 178 176,13 96,4 204 222 112,5 57,75 117 148,5 29,25 143 138 164,4 118,75 191,5 137 118,75 143,25 165 131,5 143,5 158 132,75 145,25 138,25 48 172,5 115,4 155,25 162,75 134,65 117,75 117,75 156,25 119 114,65 160 145 108,13 233,25 128 142,25 128,65 147,5 178 177,9 96,4 205 220 112,65 58,25 118 151 29 27. Dezember 28-Dezember Amtliche Rviierung Amwche Notierung Gest Br'ei Geir Briei Buenos Aires............. 0,728 0,732 0,728 0,732 Brüssel................... 42,12 42,20 42,13 42,21 Rio de Janeiro............ 0,134 0,136 0,132 0,134 Polen.................... 47,00 47,10 47,00 47,10 Kopenhagen............... 5.<38 55,50 55,38 55'50 Danzig................... 47,00 47,10 47,00 47,10 London.................. 12,405 12,435 12,405 17,435 HelsingforS................ 5,485 5,495 5,485 5,495 Paris.................... 8,427 3,443 8,432 8,448 Holland.................. 138,04 138,32 138,04 138,32 Ftasten................... 13,09 13,11 13,09 13,11 27 Dezember 28. Dezember Amtliche Nvnerung Amtliche Notierung Geir Brie! Geld Bne! Japan.................... 0,723 0,725 0,723 0,725 Jugoslawien.............. 5,694 5,706 5,695 0,706 62,34 62,46 62,34 62,46 Dien..................... 48,95 49,05 48,95 49,05 Lissabon.................. 11,27 11,29 11,27 11,29 Stockholm................ 63,94 64,06 63,94 64,06 Schweiz.................. 57,43 57,55 57,39 57,51 Spanien-................. 14,49 14,51 14,49 14,51 Prag..................... 8,706 8,724 8,706 8,724 Budapest..i.............. — — —— — Neuvork.................. 2,483 2,487 2,483 2,487 AlMEIM« 3utn Bidei- unö Berenntnisadenö am Mittwoch, dem 29. Dezember 2074 Uhr, im Jobannessaal zu Gießen. — Es spricht: ßerrpfarrerUllayfillieöer öhmen Zum Jahreswechsel einen seinen Apfelsast Kelterei Schäfer Bleichstraße 8 808»d Tel. 2491. UfEDRC DRUCKSACHEN WCHDC Brühl. Gießen GLORIr / W '11 ‘ Spielleitung: Fritz Kirchhoff Musik: Hans O. Borgmann Wieder enthüllt Pola Negri das Herz einer liebenden u. leidenden Frau, die sich im Dunkel eines unergründlichen Schicksals verirrt — NOTTURNO GUTES BEIPROGRAMM UND UFA TON-WOCHE Täglich 4, 6, 8.30 Uhr. - Sonn- und Feiertag 3, 5.30. 8.30 Uhr 8766 A HEUTE MITTWOCH ERSTAUFFÜHRUNG Pola Negri Albr. Schoenhals Waldemar Leitgeb Elisabeth Flickenschildt Erich Ponto / PQLRST____Giessen ^MJSilyester A 1 36er St. Martiner Berg (Pfalz).....Ltr.-Fl. -.75 36er Hambach.Schloßberg (Pfalz) Ltr.-Fl. 1.00 36er Oppenh. Goldberg (Rheinh.), Ltr.-Fl. -.95 35er Liebfraumilch (Rheinhessen).. 1/1 Fl. 1.10 36er Rüdesheimer Kiesel (Rheingau) 7, Fl. 1.20 3der Mesen. Königsberg (Mosel). .Ltr.-Fl. 1.00 36er Bernkasteier Riesling (Mosel),1/! Fl. 1.20 36er Königsbacher (Pfalz)........Ltr.-Fl. -.90 36er Dürkheim.Feuerberg (Pfalz), Ltr.-Fl. 1.00 36er Ingelheimer (Rheinh.)........Ltr.-Fl. 1.00 Deutscher Wermut..............Ltr.-Fl. 0.85 Preise ohne Glas! 8761 a Deutscher Sekt, „Hausmarke“......1/1 Fl. 2.00 Obstschaumwein.................1/1 Fl. 1.30 7, Fl. tZ, FI. Weinbrand-Verschnitt........ 1.30 S&F-Welnbrand.............. 1.45 S&F-Edelbrand.............. 2.20 Batavia-Arrak-Verschnltt..... 1.90 Jamaica-Rum-Verschnitt..... 1.70 2.40 2.65 4.00 3.50 3.20 S&F-Kaffee aromatisch und ausgiebig 125 g 50, 60, 65 und 75 Heringssalat..... Fleischsalat...... Rollmops Bismarckheringe Salzgurken...... Gewürzgurken ... ........125 g 23 ........125 g 29 \ y2-Ltr.-Dose 44 i l-Ltr.-Dose 76 ......3 Stück 10 ........Stück 9 SCHWEMME Verschiedenes BettoN BulWee 85 Pfennig wirksam, mild, unschädlich Kräuterhaus Jung Gießen, 8757V Silvester- Karpfen lebend frische Seefische Feinmarinaden C. G. Steinten Bahnhofstr. 61. 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