Nr. 278 Erstes Blatt 187. Jahrgang Montag, 29. November 1957 Lrlchemi täg ltd), außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Dte Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle Monats-Bezugspreis: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte e 1.80 Zustellgebühr „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernsprechanschlüsse unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten Anzeiger Siesten Postscheckkonto: Kronkfurt am Main 11686 GjchenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: Srühlsche Univerfitatsdruckerei R. Lange in Stehen. Schrislleilung und Geschäftsstelle: Zchulstratze 7 Annahme von Anzeigen für öte Mittagsnummer bis 8' /,Uhr des Dormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Npf., für Text« anzeigen von70mm Breite 50Npf.,Platzvorschrifi nach oorh Dereinbg.25^ mehr. (Ermäßigte Grundpreise: Stellen-, Vereins-, gemein« nützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzei« gen 5 Rpf., Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B Fortschritte der Verständigung. Botschafter Francois-Poncet auf der Jahresversammlung der Deutsch- Französischen Gesellschaft in den Hansestädten. Kührer-Auslese. Die Grundsätze, die Reichsorganisationsleiter Dr. Ley jetzt auf der Ordensburg Sonthofen über die Führer-Auslese unter der nationalsozialistischen 3w gend und über ihre Schulung entwickelt hat, sind genau betrachtet, die praktischen Ausführungsbestimmungen für das, was Adolf Hitler grundlegend in seinem Werk „M ein Kampf" über die Notwendigkeiten der Erziehung ausgeführt hat. Es heißt da: „Vor allem muß in der bisherigen Erziehung ein Ausgleich zwischen geistigem Unterricht und körperlicher Ertüchtigung eintreten... Man hat bei unserer Erziehung vollkommen vergessen, daß auf die Dauer ein g e = funder ©eift auch nur in einem gesunden Körper zu wohnen vermag. Besonders wenn man, von einzelnen Ausnahmen abgesehen, die große Masse eines Volkes ins Auge faßt, erhält dieser Satz eine unbedingte Gültigkeit" In der Tat, diejenigen jungen Deutschen, die das Glück haben werden, alle Etappen des Schulungsweges mit dem Ziel der Führerauslese zu durchlaufen', werden eine Ausbildung auf den Adolf-Hitler- Schulen, den Ordensburgen und zum Teil sogar auf der „Hohen Schule" am Chiemsee erhalten, die in vollendeter Form die denkbar beste Vereinigung zwischen geistiger und körperlicher Schulung enthält. Die Schüler werden der „großen Masse des Volkes" entnommen, denn die insgesamt 4000 Jungen im Alter von 12 Jahren werden ja aus allen deutschen Gauen auf dem Weg über die Ortsgrup- penleiter, Kreisleiter und Gauleiter nach gewissenhafter Prüfung und unter Zugrundelegung hochgespannter Voraussetzungen ausgewählt; schon allein die gesundheitlichen Bedingungen sind naturgemäß so streng, wie es sich von selbst versteht gegenüber Zöglingen, von denen ein Teil vielleicht einmal das Schicksal der Nation zu formen bestimmt ist. Sechs Jahre lang bleiben die Zöglinge auf den Adols-Hitler-Schulen — dann haben sie sich, schon bisher nach menschlichem Ermessen körperlich, geistig und weltanschaulich aufs beste vorbereitet, im Leben sieben Jahre lang zu bewähren, d. h. sie haben Arbeitsdienst, Wehrdienst und abgeschlossene berufliche Ausbildung sowie Berufspraxis hinter sich zu bringen und auf allen vier Gebieten ihr Können nachzuweisen. Schon aus diesen Bestimmungen geht klar hervor, daß der Führernachwuchs im neuen Deutschland nicht etwa zu stubenhockenden Theoretikern verbildet wird, sondern daß er sich vielmehr wie jeder andere Volksgenosse auch den rauhen Wind um die Nase wehen lassen und im Leben seinen Mann st eh en soll. Wenn dann von den 4000 jungen Leuten sieben Jahre nach ihrer Entlassung aus den Adolf-Hitler- Schulen unter erneuter schärfster Prüfung 1000, also nur ein Viertel, ausgewählt werden, dann beziehen diese 1000 nacheinander d i e Ordensburgen Crössinsee, Vogelsang und Sonthofen. Die Anforderungen an die nunmehrigen Junker steigern sich von Burg zu Burg bis zu dem anderthalbjährigen Aufenthalt auf Sonthofen. Aber auch dort ist die Schulung des Führernachwuchses noch nicht zu Ende. Vielmehr werden sie zu einem abschließenden Kursus auf jener Ordensburg zu- fammengefaßt, deren Bau im nächsten Jahr auf dem freien Gelände an der Nogat in Marienburg beginnt. Zwischendurch wird dafür gesorgt, daß die Junker während der Jahre auf den Ordensburgen nicht den Zusammenhang mit der täglichen Frontarbeit in der Partei verlieren. Genau wie das Heer feine Generalstäbler abschnittweise wieder zum vorübergehenden Frontdienst abkommandiert, so müssen die Junker der Ordensburgen dreimal im Jahre vier Wochen lang Dienst i n den Gauen tun. Man schlägt dabei zwei Fliegen mit einer Klappe; denn gleichzeitig werden die, politischen Leiter nach den Ordensburgen eingezogen und neu durchgeschult. Man hat ausgerechnet, daß bei insgesamt etwa 40 000 politischen Leitern auf diese Weise jeder alle drei Jahre einen Kursus auf einer Ordensburg mitmachen kann. Examina oder dergleichen gibt es auf den Ordensburgen nicht; es gibt nur zwei Möglichkeiten: entweder man bewährt sich und zeigt sich allen Anforderungen gewachsen oder man bewährt sich nicht und scheidet dann kurzerhand aus. Die Junker aber, die die Ordensburgen mit Erfolg absolvieren, stellen dann tatsächlich das B e st e an Führer-Auslese innerhalb der Nation dar. Aber selbst diese Auslese genügt den Ansprüchen des nationalsozialistischen Staates noch nicht hinsichtlich der verantwortungsvollsten und höchsten Erziehungsposten. Darum arbeiten die Reichsleiter Dr. Ley und Rosenberg an dem Plan, die schon erwähnte „Hohe Schule" am Chiem-See zu schaffen, wo die bewährtesten und besten Junker für die höchsten Posten des Erziehungswesens und der Wissenschaft herange- schult werden sollen. Wir hatten schon betont, daß entscheidender Wert auf die Aufrechterhaltung der Verbindung mit dem praktischen Leben bei der Schulung der Führerauslese gelegt wird, sei es durch die Betätigung im Arbeitsdienst, Wehrdienst und Beruf, fei es durch die jährlich dreimalige Arbeit der Junker in den Gauen. Dieses Bestreben wird aufs glücklichste ergänzt dadurch, daß man den Junker auch während der eigentlichen Ausbildungszeit auf den Ordensburgen ständig in Berührung mit allen Schichten des Volkes bringt. Darin liegt der große erzieherische und volksbildnerische Wert, den die neben den Ordensburgen zu errichtenden KdF. - Hotels einmal haben werden. Eine überaus nützliche Wechselwirkung wird darin liegen, daß die Junker ständig den direkten Zusammenhang mit ihrem Volke behalten und andererseits immer größere Volksmassen die Ausbildung ihrer zukünftigen Führer aus eigener Anschauung kennen lernen. Auch hierdurch werden die Worte Dr. Leys in der Hamburg, 28. Nov. (DNB.) Auf der Jahres- veranstaltuna der Deutsch-Französischen Gesellschaft in den Hansestädten, die in Hamburg unter Beteiligung zahlreicher französischer Gäste und der Mitglieder und Freunde der Gesellschaft vor sich ging, bezeichnete Botschafter Francois Poncet die Deutsch-Französische Gesellschaft als eine Vereinigung friedlicher Gärtner, die d em Boden vorder eiten, in dem die Politik tiefe und starke Wurzeln schlagen könne. Der deutsch-französische Austausch habe die Besonderheit, daß er sich auf der Grundlage einer vollkommenen Gleichwertigkeit abwickeln könne. Denn keine der beiden Parteien gebe dabei meht> als sie erhalte. Von Natur aus ergänzten Deutsche und Franzosen einander. Ein Franzose könne nicht die Geschichte seines Vaterlandes verstehen, wenn er nicht in der Lage fei, wenigstens die Spuren deutschen Einflusses im 19. Jahrhundert zu erkennen, und umgekehrt könne ein Deutscher die Entwicklung seines Landes nicht vollkommen begreifen, wenn er nicht mit dem 17. und 18. Jahrhundert in Frankreich vertraut fei. Aber es feien stärkere Ueberlegungen, die nicht [o sehr das geistige Leben, als vielmehr die Sorgen der praktischen Gegenwart angingen, die uns drängten, die Verständigung zwischen beiden Völkern zu verwirklichen. Es fei in der Tat klar, daß diese Verständigung eine der Bedingungen des Friedens sei. Der Botschafter betonte, daß im Paris, 27. Nov. (DNB.) Die deutsche bildende K u n st, die auf der Weltausstellung Paris 1937 zum ersten Male seit der nationalsozialistischen Machtergreifung repräsentativ vor einem Weltforum im Auslande, in Erscheinung trat, konnte einen besonders eindrucksvollen Erfolg für Deutschland erringen. Das Preisgericht der Weltausstellung hat 1 5 m a I feine höchste Auszeichnung, den Grand Prix für deutsche Kunstwerke verliehen. Außerdem zehn Ehrendiplome, 19 Goldmedaillen und 18 Silbermedaillen. Einen Grand Prix erhielt der Erbauer des Deutschen Pavillons selbst, Architekt Professor Speer, ferner Professor Thorak für seine beiden wuchtigen Plastiken, die den Eingang des Pavillons flankieren. Von den im Innern des Pavillons aufgestellten Kunstwerken erhielten den Grand Prix der Architekt Professor Klotz für fein großes Modell des KdF.-Bades auf Rügen, der Architekt Prof. G i e ß l e r für sein Modell des neuen Adolf-Hitler- Platzes in Weimar und Professor Adolf Ziegler (München), der Präsident der Reichskammer der bildenden Künste, für den Wandteppich nach feinem im Hause der Deutschen Kunst in München ausgestellten Monumentalgemälde „Die vier Elemente". In einen Grand Prix erhielten ferner die Bildhauer Prof. Schmidt-Ehmen, Prof. Joseph Wak ° k e r l e und Prof. Georg Kolbe, die Maler Adolf Bühler (Landschaft bei Burg Sponeck), Bernhardt Dörriß, Jacobsen und Professor Adolf Ziegler (Frauenkopf). Für graphische Arbeiten die Künstler Wilhelm Heise, Josef Weiß und H e n g st e n b e r g. Die Preisverleihungen eines internationalen Preisgerichtes an bildende Künstler unserer Zeit, die im Sinne nationalsozialistischer Kunstforderungen schaffen, straft jene Hetzer und internationalen Brunnenvergifter Lügen, die mit dreister Stirne behaupteten, daß die deutsche Kunst nach der Emigration und der Säuberung der Kulturstände von bestimmten Elementen am Ende wäre. Der große Erfolg der deutschen Baukunst und Plastik, Malerei und Graphik in Paris bekräftigt den Hinweis, wel- Praxis bestätigt, wenn er davon spricht, daß zwar ein „O r d e n d e r B e w e g u n g" durch jene Führerauslese und Führerschulung geschaffen wird, das aber beides „inmitten der Volksgemeinschaft" erfolgt. So werden Führer-Auslese und Führer-Schulung den inneren Sinn aller dieser Maßnahmen erfüllen, der darin besteht, daß für die Führung der deutschen Volksgemeinschaft das Beste, was die Nation überhaupt an Menschen- material aufzuweisen hat, gerade gut genug ist, getreu dem Vorbild, das die führenden Männer des nationalsozialistischen Staates selbst täglich geben. B.R. Attentat auf den ägyptischen Ministerpräsidenten. Kairo, 28. Nov. (DNB.) Aus Ministerpräsident Nahas Pascha wurde ein Revvlverattentat verübt. Auf den Wagen, der ihn in seine Wohnung in Heliopolis bringen sollte, wurden mehrere Revolver- schüsse abgegeben. Eine Kugel durchschlug die Scheibe, ohne jedoch den Ministerpräsidenten zu verletzen. Der Täter konnte sofort verhaftet werden. Er hatte noch zwei geladene Pistolen in der Tasche. Er soll ein untergeordneter Regierungsbeamter sein. Nahas Pascha zeigte größte Kaltblütigkeit. Er begab sich sofort zu einer Kundgebung der Wafdisten. Als er sich dort für fein spätes Er- Jahre 1937 gute Fortschritte zu verzeichnen seien. Außer vielen französischen Besuchen in Deutschland hätten fast 100 000 Deutsche die Weitaus- st e l l u n g in Paris besucht. Die deutsche Kultur- w o ch e in Paris habe einen großen Erfolg gebracht. Führenden deutschen Persönlichkeiten sei auch durch die französische Bevölkerung ein herzlicher Empfang bereitet worden. Der Führer und Reichskanzler habe eine Gruppe junger Franzosen auf dem Obersalzberg empfangen, und der Präsident der französischen Republik habe im Schloß Rambouillet eine Gruppe junger Deutscher begrüßt. Der Redner wies weiter auf die Zusammenkünfte ehemaliger Frontkämpfer beider Länder in Freiburg im Breisgau und in Besan^on und auf die Einweihung des Goethe-Hauses in Paris hin. „Wenn wir", so erklärte der Botschafter unter lebhafter Zustimmung, „feftftetten können, daß sich dies alles in diesem e i n e n Ja h r abwickelte, während vorhernichts dergleichen da war, so können wir daraus in der Gewißheit aufdemrichtigen W e g zu fein, den notwendigen Optimismus schöpfen, der uns er-, laubt, weiter vorwärts zu schreiten." Die erzielten Ergebnisse seien der gemeinsamen Aktion einer Reihe von weitsichtigen und mutigen Männern, vor allem den ehemaligen Frontkämpfern, zu danken. chen Präsident Prof. Ziegler am Schluß seines Geleitwortes im Deutschen Katalog gab, daß diese Kunstwerke Zeugen dafür sind, „daß die deutsche Kunst noch immer in Deutschland selbst beheimatet ist, hier gesehen und hier verstanden werden will. Auch ein starkes und freies Deutschland ist und bleibt das Reich der Künste." L\. 5 A v " - V'- ' ....... ' ■ •-> " Unser Bild zeigt die Uebergabe der Preise durch den Präsidenten der Französischen Republik L e - brun (links) an den Kommissar des Deutschen Pavillons, R u p p e l. — (Presse-Bild-Zentrale-M.) scheinen entschuldigte, kam es zu st ü r m i s ch e n Sympathiekundgebungen, worauf die Versammlung abgebrochen wurde. In Kairo ist es zu großen Demonstrationen gekommen. Eine große Volksmenge, die die Opposition für das Attentat verantwortlich machte, belagerte die Häuser der Oppositionsführer und der Oppositionspresse sowie das Gebäude der Tageszeitung „Elahram", deren Haltung während der letzten innerpolitischen Spannungen zweifelhaft war. Es kam zu Ausschreitungen, wobei vor allem Fensterscheiben zertrümmert wurden. Oie Verwaltung der chinesischen Seezölle. T o k i o , 29. Nov. (Ostasiendienst des DNB. Funkspruch.) Der Sprecher des japanischen Auswärtigen Amtes erklärte auf Befragen von englischer und amerikanischer Seite, daß Japan nicht beabsichtige, an dem bestehenden Verwaltungssystem der chinesischen Seezölle etwas zu ändern, ebenso die Rechte dritter Mächte an den Einnahmen der Seezölle nicht beeinträchtigen werde. Allerdings werde Japan nach der Einnahme Schanghais verhindern, daß die Nanking-Regierung mit Hilfe der Einnahmen aus den Seezöllen ausländische Munitionslieferungen bezahle. Das Araberproblem in Marokko. Von unterem LZ.H.-Sonderdenchierstaiier. Nachdruck verboten! Rabat, im November 1937. Das Scherifenreich Marokko zerfällt in zwei Protektorate, und zwar in ein spanisches und in ein französisches. Während das spanische Protektorat nur klein ist, etwa 600 000 Einwohner zählt und im Norden des Landes liegt, beherrscht Frankreich weitaus den größten Teil Marokkos mit fast 6V2 Millionen Einwohnern. Hauptstadt der spanischen Zone ist T e t u a n, Hafenstädte von einiger Bedeutung sind Melilla und Ceuta am Mittelländischen Meer und L a - rache am Atlantischen Ozean. Im nordwestlichen Zipfel der spanischen Zone liegt Tanger, eine internationale Zone, verwaltet von England, Frankreich, Spanien und Italien, vor dem Weltkriege auch von Deutschland. Sitz des Sultans von Marokko und zugleich Resident des französischen Generalresidenten ist Rabat, eine unwichtige Hafenstadt etwa 100 Kilometer nördlich des bedeutendsten marokkanischen Hafens Casablanca. Bis zum Weltkriege waren große Teile Marokkos noch nicht unter die Botmäßigkeit Frankreichs gebracht. Zwar beanspruchten die Franzosen die Herrschaft über das ganze Land, abgesehen von der spanischen Zone und von Tanger. Auch hatten sie den Sultan in ihrer Gewalt und zwangen diesen, seinen Sitz aus seiner ehemaligen Residenz Fez nach Rabat zu verlegen, da sie ihn dort besser unter ihrer Aufsicht hatten. Aber die R i f k a b y l e n sowie die Beduinenstämme in der großen marokkanischen Hochebene und im Atlasgebirge sowie südlich davon bis zur Wüste Sahara fühlten und waren absolut unabhängig und dachten nicht daran, die französische Herrschaft anzuerkennen. Erst Mitte der 20er Jahre unterlagen die Rifstämme nach einem heroischen Kampf ihres Führers' Abd eI Krim den vereinten Anstrengungen der Spanier und der Franzosen, aber es bedurfte 1929 noch einer Zusammenziehung von fast 60 000 Mann, um die letzten marokkanischen Stämme im Atlas und südlich davon ganz unter ihre Botmäßigkeit zu bringen. Seit dieser Zeit kann die französische Herrschaft in Marokko als gesichert gelten. Die Franzosen haben in Marokko eine sehr kluge Kolonialpolitik getrieben. Sie ließen den Marokkanern in weitgehendem Maße Einfluß auf die Verwaltung des Landes und begnügten sich mit der Ueberwachung und der Beratung. So untersteht die Zollverwaltung, Post und Telegraphie, das Geldwesen und die Verwaltung der Städte den Marokkanern. Für die wirtschaftliche Erschließung des Landes wurden von Frankreich große Summen zur Verfügung gestellt. Das Land blühte sichtlich auf. Der französische Marschall L y a u t e y, der lange Jahre Generalresident von Marokko war, verstand es, das Vertrauen der Marokkaner zu gewinnen. Wie sehr chm die Geschicke des Landes am Herzen lagen, kann man daraus erkennen, daß er in seinem Testament bestimmte, in Marokko seine letzte Ruhestätte zu finden. Seine sterblichen Ueberrefte wurden im Jahre 1935 in einem Mausoleum bei Rabat unter großen Zeremonien zur letzten Ruhestätte beigesetzt unter großer Teilnahme der Bevölkerung und der amtlichen marokkanischen Stellen. ^Das große Ansehen, welches Marschall Lyautey für Frankreich in kluger und zielbewußter Arbeit erworben hatte, ist aber inzwischen fast gänzlich wieder verschwunden, nicht ohne Schuld der Franzosen, die es nicht verstanden, das Vertrauen, was einst die französische Verwaltung unter Lyautey bei der arabischen Bevölkerung genoß, zu erhalten. Die Gründe dafür sind wirtschaftlicher und politischer Natur. Als Marschall Lyauteiy Generalresident von Marokko war- entwickelte sich die Wirtschaft des Landes dank kluger Maßnahmen seitens der französischen Verwaltung in von Jahr zu Jahr auf- steigender Linie. Die Häfen wurden unter großem Kostenaufwand ausgebaut. Casablanca wurde bald ein Hafenplatz erster Ordnung. Es wurden ausgezeichnete Straßen gebaut, eine Eisenbahnlinie durchquerte das ganze Land. Die Bodenschätze wurden gehoben, die Landwirtschaft entwickelte sich zu einer ungeahnten Blüte, ihre Produkte fanden in immer steigendem Umfange günstigen Absatz in Frankreich. Bis zum Jahre 1932 konnten die marokkanischen Produkte zu guten Preisen hauptsächlich in Frankreich abgesetzt werden. Als Frankreich aber dann auch von der Weltwirtschaftskrise in stärkere Mitleidenschaft gezogen wurde, wirkte sich dies bald auch auf Marokko aus. Die Preise fielen rapide, große Mengen der Landesprodukte konnten nicht mehr oder nur zu ungünstigen Preisen abgesetzt werden. Da auch in Marokko derHandel zum größten Teil in jüdi- schenHänden liegt und die Juden den arabischen Bauer weitgehend in finanzielle Abhängiakeit brachten, so geriet die arabische Bevölkerung Marokkos bald in eine schwierige Lage. Bisher nie gekannte Arbeitslosigkeit zeigte sich überall. Die Unzufriedenheit wuchs, zumal von der französischen Verwaltung nichts getan wurde, um die Schwierigkeiten der Bevölkerung zu lindern. Es kam nun weiter hinzu, daß kommunistische Hetzer die Unzufriedenheit immer mehr steigerten. Als dann in Frankreich d i e Regierung Blum ans Ruder kam und dort mit den Kommunisten gemeinsame Sache machte, war der kommunistischen Hetze auch in Marokko keine Grenze mehr gezogen. Der sehr tüchtige und fähige, aber den Marxisten nicht genehme Generalresident P e y- 15 höchste Auszeichnungen. Eindrucksvoller Erfolg deutscher Künstler auf der pariser Weltausstellung. U W ■ rT. ’ ’s > <)/' M £ M r,x 1 z z^4 * *¥ M M <11 IR v/fj ... z - kG *»* ji £ A ,&&&$* . ' ■'■ ■ jbK MW ' U < MMV * Mi W-<« z /-Ä1 v/ ; M ■\ 4',-Ä A ' MV i * & L w* hpZ ? 4« k s'y< lt W ■^gipy" * ’ :* ' G LE W ' Hx W E Mrt ^i^äarjW gung erteilt. Die Krise die Dorfbevölkerung landwirtschaftliche Bl indersranzösischenLandwittschast Wie die Maul- und Klauenseuche aus Nordafrika nachFrankreich eingeschleppt wurde. Paris, 27. Nov. (DNB.) Im Senat sprach Senator Beaumont über die Krise in der französischen Landwirtschaft. Die Abwanderung der Bauern in die Städte habe teilweise trage aber nur noch 180 Milliarden, also sei ein Verlust von 4 5 0 Milliarden eingetreten. Die Abwanderung der Landbevölkerung, die diesem Besitzverlust zugrundeliege, sei durch die 40° Stunden-Woche nur noch verschärft worden, denn die jugendliche Landbevölkerung dränge in die Städte, um in den Fabriken zu arbeiten oder Beamter zu werden. Besonders schwierig sei das Problem des mangelnden Absatzes für die landwirtschaftlichen Erzeugnisse. Der Dauer sei das Opfer der Spekulanten. Seine Erzeugnisse müßten aufgewertet werden. Der Redner wies auf die Schäden der Maul- und Klauenseuche hin, die aus Nordafrika eingeschleppt worden sei „Wie konnte es geschehen, daß der Viehbestand des französischen Mutterlandes vor dieser Seuche nicht durch wirkungsvolle Maßnahmen geschützt worden ist?" Landwirtschaftsminister Monet sprach sich für eine Preisauswertung der Landwirtschafts- erzeugnisse aus. lieber bie Maul- und Klauenseuche habe er nicht rechtzeitig aus den nordafrikanischen Besitzungen die notwendigen Auskünfte erhalten. Die tierärztlichen Dienststellen müßten vollständig reorganisiert werden. Die Seuche sei wieder im Abflauen. Zur Hebung der Landwirtschaft müsse gesetzlich gegen die Teilung des Besitzes anaegangen werden. Man werde finanzielle Maßnahmen zur Unterstützung der kinderreichen Bauern- familien und vielleicht auch eine Altersrente für alte Landarbeiter vorbereiten. routo n wurde als französischer Botschafter nach Buenos Aires versetzt, und in Rabat zog ein links eingestellter neuer Generalresident ein. Natürlich wirkten sich mit der Zeit auch die Vorgänge in den arabischen Ländern des östlichen Mittelmeeres bis nach Marokko aus. Nationale arabische Führer suchten die Bevölkerung für den arabischen Gedanken zu gewinnen und gewannen zusehends an Anhang. So bedurfte es nur eines geringen Anstoßes, um auch in Marokko blutige Unruhen ausbrechen zu lassen. Zwar kann es keinem Zweifel unterliegen, daß die Franzosen der Unruhen jederzeit Herr werden. Sie haben genügend zuverlässige Truppen im Land und verfügen über ausgezeichnete Straßen und alle Verkehrsmittel, um Truppen jederzeit in genügender Anzahl an alle bedrohten Punkte des Landes zu werfen. Auch ist nicht anzunehmen, daß die arabische Bevölkerung einig ist und einem idealen Ziele zustrebt. Im Gegenteil scheinen die Verhaftungen zu zeigen, daß eine gewisse Gruppe unter den arabischen Führern aus persönlichem Machtbedürfnis eine Art Staatsstreich versuchen wollte. Trotzdem kann kein Zweifel bestehen, daß die französische Verwaltung bei den Arabern Marokkos nicht mehr beliebt ist. Und wenn jetzt eine Reihe ihrer Führer, gleichgülttg was sie angestrebt haben, verhaftet und zu Gefängnis verurteilt worden sind, fo können aus diesen sehr bald Märtyrer werden, was sich in franzosenfeindlichem Sinne auswirken muß. Nicht umsonst haben in letzter Zeit die Bürgermeister von Algier und von Constantine in Algerien die französische Regierung dringend davor gewarnt, den kommuni st ischen Einfluß in der französischen Verwaltung zu stark werden zu lassen, da sich dies ungünstig auf die arabische Bevölkerung Algeriens auswirken müsse. Und was für Algerien gilt, gilt in gleichem Maße auch für Marokko. Die Unruhen der letzten Zeit in diesem Lande sind der beste Beweis dafür. Frankreich läuft sonst Gefahr, statt einer großen Kraftquelle, die es bisher in feinem nordafrikanischen Kolonialbesitz hatte, bald einen Herd großer Unruhe und größter Sorge zu besitzen. Man scheint sich in Paris der Gefahr auch bewußt zu seift und versucht dieser dadurch zu begegnen, daß man dem früheren Minister Sarraut die Oberhoheit über Tunis, Algier und Marokko anvertraut hat. Herr Sarraut scheint nun angeordnet zu haben, in Marokko rücksichtslos und mit aller Strenge durchzugreifen, um möglichst schnell die dort ausgebrochenen Unruhen im Keime zu ersticken. Ob er aber den Brand aanz wird löschen können, erscheint höchst zweifelhaft, vorausgesetzt, daß in Marokko nicht wieder ein anderer Kurs gesteuert wird Es schlummern in den Arabern noch ungeheure Kräfte. Sind diese einmal geweckt, so find sie zu großen Leistungen fähig. Die Geschichte der früheren arabischen Reiche sollte auch den Franzosen zu denken geben. Sarrauls Mission in Aordasrika. Reform der Eingeboren en-Fürsorge. Paris, 27. Nov. (DNB.) Die Havas-Agentur verbreitet einen^Lericht der Darlegungen des Staatsministers Sarraut im Ministerrat über die Lage in Nordafrika. Die Maßnahmen, die der Eingebore- nen-Bevölkerung in wirtschaftlicher, moralischer, sozialer und verwaltungsmäßiger Hinsicht Genugtuung bringen sollen, find Hilfsmaßnahmen für die unter Lebensmittelknappheit, Arbeitslosigkeit und Elend leidende Bevölkerung. Mit Hilfe von Anleihen sollen neue Arbeiten in Angriff genommen werden; vorgesehen sind eine Wasserpolitik, um die eingeborenen Pflanzer vor den Schäden der Trockenheit zu schützen, Arbeiten zur sozialen und sanitären Ausstattung der Bevölkerung sowie die Verbesserung des Schul - und des städtischen Wohnungswesens. Diese Maßnahmen haben die Organisierung des eingeborenen Bauernstandes zum Gegenstand, und zwar durch eine zahlenmäßige Erfassung der Fellahs, durch die Parzellierung der bebauten und bewässerten Flächen, durch Schutz gegen Erpressung und Ausplünderung und durch Förderung von Handwerkern. Eine Revidie- rung der Löhne wird dort, wo es noch nicht geschehen ist, vorgenommen werden. Die nach Frankreich eingewanderten nordafrikanischen Arbeiter sollen gleichfalls die Fürsorge des Staates erhalten. Außerdem find vorgesehen: Justiz- und Verwaltungsreformen zum Schutze der Interessen und Güter der ansässigen Bevölkerung, eine großzügigere Zulassung der Muselmanen zu den öffentlichen Dienststellen und eine bessere Eingeborenenvertretung in den beratenden Körperschaften. Der Ministerrat hat diesem Programm seine Billi- ...... j um die Hälfte verringert. Der landwirtschaftliche Besitz habe 1913 einen Wert von 63 Milliarden Franken gehabt, dem müßten heute 630 Milliarden entsprechen. Der heutige Wert de- Oie bauliche Neugestaltung der Neichshauptstadt. Oer Führer legt den Grundstein zum Neubau der Wehrtechnischen Fakultät. Berlin, 27. Nov. (DNB.) Samstag legte der Führer und Reichskanzler den Grundstein zum Neubau der W e h r t e ch n i s ch e n Fakultät der Technischen Hochschule. Das Gebäude wird am westlichen Rande der Reichs- Hauptstadt an der Teufelssee-Chaussee erstehen. Nicht allzuweit entfernt liegt dasRei ch s - fp ortfeld. In nächster Nähe befindet sich das große Einfallstor der Reichshauptstadt, die H e erst r a ß e, die im Zuge des umfassenden Bauplanes ebenfalls neu gestaltet wird. Eingegliedert in die Landschaft des Grunewaldes, umsäumt von Kiefern und Birken, wird das Wehrtechnische Institut als ein mächtiger fünfstöckiger Quaderbau hervorragen. Professor Speer wird ihm die Form eines wuchtigen Kastells geben, das von zwei großen Eckbauten begrenzt wird, die vier 30 Meter hohe Ecktürme tragen. Das machtvolle Gebäude umschließt einen großen freien Hof. In zwei Jahren soll das Bauwerk vollendet fein. Die Wiedererringung der Wehrfreiheit hat die Wehrtechnische Fakultät an der Technischen Hochschule in Berlin — die einzige ihrer Art in Deutschland — vor so große und neue Ausgaben gestellt, daß ihre bisherigen Forschungs- und Lehrstätten nicht mehr genügen. Der Wehrtechnischen Fakultät obliegen vor allem die Fachgebiete des Nachrichtenwesens, der Waffenkonstruktion, des Wehrbaues, der angewandten Optik und Ballistik, Sprengstoffchemie, des Fahrzeugbaues und Gasschutzes, also alle wesentlichen Aufgaben der Landesverteidigung. Auf dem weiten Platze hatten sich viele Tausende eingefunden. In mächtigen Blocks waren sämtliche Gliederungen der Bewegung aufmarschiert. Auf der Haupttribüne sah man das Führerkorps von Staat und Partei und viele Ehrengäste, darunter Ministerpräsident Generaloberst Göring, Reichskriegsminister Generalfeldmarschall von Blomberg, die Reichsminister Dr. Goebbels und Dr. Frank, Finanzminister P o p i tz, ferner mehrere Staatssekretäre, den Generalbauinspektor für die Reichshauptstadt, Architekt Prof. Speer, Stadtpräsident Dr. Lippert, die Rektoren der Berliner Hochschulen. Als der Führer durch das Spalier der ff die Stätte der Grundsteinlegung betrat, grüßten ihn die Klänge des Badenweiler-Marsches. Oer Dekan der Wehrtechnischen Fakultät, General der Artillerie, Pros. Becker, eröffnete den Festakt mit einer Ansprache, in der er die Entwicklung und Bedeutung der Forschung und Lehre auf dem Gebiete der Wehrtechnik darstellte. Schon zu Beginn des Jahrhunderts plante das Preußische Kultusministerium eine akademische Forschungsstätte für die Pflege der Militärtechnik. 1903 wurde die preußische Militärtechnische Akademie eröffnet. Mit der Mobilmachung 1914 schloß die Militärtechnische Akademie ihre Hörsäle. Erst 1920 wurde sie in Verfolg des Versailler Friedens endgültig aufgelöst. Schon während des Krieges wurden Erwägungen über die Frage angestellt, in welcher Form nach Kriegsende die wehrtechnische Forschung und die wehrtechnische Lehre neu organisiert werden sollten. Nach eingehenden Beratungen war man zu dem Beschluß der Eingliederung in die Technische Hochschule in Berlin gekommen. Heber ein bis anderthalb Jahrzehnte verhinderte das Versailler Diktat die Organisation. Erst nach dem Sieg der nationalsozialistischen Revolution gewannen die Gedanken einen entscheidenden Auftrieb. Schon im Herbst 1933 wurde die Wehrtechnische Fakultät an der Technischen Hochschule in Berlin ein» gerichet. An dieser ganz besonders günstigen Stelle sollen die Neubauten erstehen, die sieben wehrtechnischen Instituten künftighin ausreichenden Raum und zweckmäßig ausgestattete Räume für die Erfüllung ihrer wichtigen Aufgaben geben werden.. Reichsminister Rust ührte dann aus: So bedeutsam diese Schöpfung ist, so ist sie doch nur der Beginn eines ungleich größeren Werkes. Der Neubau der Wehrtechnischen Fakultät wird mit einbezogen in den großen Raum, auf dem sich öie neue Hoch - chule des Dritten Reiches in Berlin erheben wird. Wenn wir heute damit beginnen, der Wehrtechnischen Fakultät auf diesem weiten Feld vor den Toren Berlins ein Haus zu errichten, so heißt das, daß die Technische Hochschule mit ihren Einrichtungen und die Berliner Universität mit ihren Einrichtungen folgen werden, daß hier die Technische Hochschule und Universität eine neue Stätte finden sollen. Wenn wir aus Gründen der Zweckmäßigkeit eine Reihe von Wissenschaften, die bisher an Universität und Technischer Hochschule gesondert auftraten, Zusammenlegen in gemeinsame Lehrstühle und gemeinsame Institute der Universität und Hochschule, wenn wir damit Kräfte und Mittel gewinnen, um zugleich das Leistungsniveau unserer Einrichtungen zu heben, so ist auch dies ein Schritt auf dem Wege zum letzten Ziel. Die Studenten beider Hochschulen werden in Zukunft denselben Sportplatz haben und damit jene gemeinsame E r - ziehung zum körperlichen Einsatz, einzeln und in der Mannschaft, ohne den heute keine Erziehung in Deutschland mehr denkbar ist. Die Studenten der Reichsuniversität Berlin werden den herrlichsten Sportplatz der Welt haben, das Reichssportfeld, und es wiederholt fick damit der Werdegang jener ersten Akademie in Hellas, wo nicht der Sportplatz an die Hörsäle der Philosophen angebaut wurde, sondern wo die Philosophen sich an den Uebungsplätzen der griechischen Jugend, an den Gymnasien zusammen einfanden. Heute stehen wir an der Schwelle eines neuen Zeitalters der Entdeckungen. Die Idee der Rasse erschließt uns die Welt des handelnden unh gestaltenden Menschen. Wo nach ihren Gesetzen gehandelt wird, da waltet eine Ordnung im geschichtlichen Leben. Uns gibt die Erkennntnis der Rasse oas neue Ordnungsprinzip für alle Bezirke zur Gestaltung des geistigen Lebens. Sie ist der Ausgangspunkt für die politische Formung des deutschen Volkes. Sie weist uns überall hin auf die schöpferische E i n- heit von Leib und Seele, die die Voraussetzung aller starken und schöpferischen Kulturen von jeher gewesen ist. Von der Entdeckung der Rasse schließlich erhält auch die Wissenschaft ihren entscheidenden revolutionären Anstoß. Die Krise der Wissenschaft, die in dem Herrschaftsanspruch des selbständigen, naturlosen Geistes und im Zusammenbruch dieses Anspruches offenbar wurde, wird in dem Augenblick überwunden, in dem im Begriff des wirklich blut- und schicksalgebundenen Menschen der Gegensatz eines weit- und naturlosen Geistes und einer geist- und seelenlosen Natur aufgehoben ist. Geleitet von dieser gewaltigen Idee der Rasse, die im Mittelpunkt unserer Weltanschauung steht, gehen wir auf allen Gebieten an den Aufbau eines »neuen Jahrtausends. Auf dem Fundament dieser Idee wird auch die Universität des Reiches Adolf Hitlers sich erheben. Der Bau, zu dem wir heute den Grundstein legen, ist nur der Anfang eines gigantischen Werkes, aber zugleich von einer wunderbaren Symbolik. Schon einmal war in der Entwicklung der deutschen Universität der Augenblick, wo Wehr unb Wissenschaft, Soldat und Gelehrter em Bündnis hätten eingeben können. Das war vor 130 I a h r e n , als H u m b o l d t die Berliner Universität gründete und Scharnhorst die ©runblage für ein deutsches Volksheer schuf. Der Augenblick ist versäumt worden. Und die Geschichte des 19. Jahrhunderts zeigt das traurige Bild eines verhängnisvollen Auseinanderfallens dieser beiden nationalen Bezirke. Die Schaffung dieses Bauwerkes soll von uns verstanden werden als ein glückhaftes Zeichen dafür, daß im Zeitalter des Nationalsozialismus dieses Bündnis nich» eine leere Forderung bleibt, sondern Dauer erhält, so, wie das Reich von vielen gedacht und erträumt wurde, aber erst durch Adolf Hitler Wirklichkeit geworden ist. Der Führer mit seiner Begleitung trifft auf der Baustelle ein. — (Scherl-Bilderdienst-M.) Anschließend verlas Reichsminister Rust die Urkunde über die Grundsteinlegung: „Der Bau der Wehrtechnischen Fakultät schafft nach dem Willen des Führers dem Deutschen Reiche die zentrale Lehr- und Forschungsstätte, die sämtliche Zweige der Wehrtechnik und Wehrwissenschast im Rahmen einer Hochschule zusammenfaßt. Die Vorarbeiten veranlaßte der Reichserziehungsminister Dr. phil. h. c. Bernhard Rust und der Dekan der Wehrlechnischen Fakultät General der Artillerie Professor Dr.- 3ng. Dr. phil. h. c. Karl Beck et. Unter der Verantwortung des Generalbauinspektors Professor Albert Speer wurde die Einzelplanung von Regierungsbaurat Walwih vorgenommen. Den Grundstein legte heute am 27. November im fünften Jahre nach der Nationalsozialistischen Revolution, im neunzehnhundert- undsiebenunddreihigsten Jahre christlicher Zeit- rechnung der Führer und Reichskanzler Adolf Hitler. Woge diese neue Stätte der Wissenschaft für immer die Verbindung Herstellen zwischen deutschem Forschergeist und deutscher Wehrkraft, damit das deutsche Volk gesichert gegen jeden Feind in Frieden seiner geschichtlichen Sendung leben kann. gerade deshalb die natürliche überragende machtpolitische Zentrale. Denn wir wollen für die Bedeutung einer solchen Hauptstadt nicht so sehr die Zahl ihrer Einwohner als vielmehr die Große und den Umfang ihres Gesa Midi 1 d e s und damit ihres Gefamtwer- t e s an sehen. Den Einwohnern nach ist Berlin mit Der Führer spricht. Dann trat d e r F ü h r e r vor den mächtigen, auf einem hohen Postament ruhenden Block. Mit dem heutigen Tage, so führte er aus. beginnt in Berlin eine Periode baulicher Neugestaltung, die das Bild und — wie ich überzeugt bin — auch den Charakter dieser Stadt auf das tiefste verändern wird. Die ehemalige Residenz hohenzollerscher Fürsten, Könige und Kaiser soll nunmehr zur ewigen Hauptstadt des ersten deutschen Volksreiches werden. In ihr wird für alle Zukunft jene Not behoben sein, die einen großen Historiker zu der erkenntnisreichen Feststellung führte, daß es stets das Unglück der Deutschen gewesen sei, wohl Hauptstädte, aber niemals eine wahre Haupt ft adt besessen ^u haben. Denn eine wirkliche dauernde staatliche Gestaltung einer volklichen Gemeinschaft erscheint uns nach aller Einsicht unb allen geschicht- lien Erfahrungen nur dann denkbar, wenn die Führung einer solchen Gemeinschaft auch örtlich ihren unbestreitbaren führenden Mittelpunkt besitzt. Es sind daher nicht wenige der großen vergangenen Staatenbildungen verbunden gewesen nicht nur mit der Geburt, sondern sogar mit dem Namen ihrer Hauptstädte. Die Meinung aber, daß der Verfall dieser Staaten bedingt gewesen sei durch die Ausbildung dieser ihrer dominierenden Hauptstädte als Organisationsmittelpunkte des gesamten Lebens, beruht auf einem Trugschluß. Denn gerade die antiken Staaten sind nicht an ihren Städten zugrunde gegangen, sondern die antiken Stä d t e gingen zugrunde an der Verkennung und Mißachtung der sie bedingenden und damit tragenden Blutgesetze. So verfiel das Römische Reich nicht wegen Rom, denn ohne Rom als Stadt hätte es nie ein Römisches Reich gegeben! Der natürlichste Weg der meisten großen Staatengründungen beginnt in seinem Anfang fast immer von einem ersten Kristallisationspunkt des politischen und späteren kulturellen Lebens, der dann sehr oft als Hauptstadt dem ganzen Staat seinen Namen verleiht! So wie aber das Deutsche Reich das späte Ergebnis eines wechselvollen Ringens verschiedener deutscher Stämme und Staaten nach einer staatlich-politischen Einheit unseres Volkes ist, so fehlt dieser nunmehr endlich erreichten Staatsgründung Der Führer vollzieht die drei Hammerschläge. (Scherl-M.) 4'/2 Millionen Menschen ohne roeiterees die Hauptstadt des Reiches. Sie ist es aber nicht, wenn wir darüber hinaus das Gewicht ihrer kulturellen und monumentalen Bedeutung und Gestaltung in Vergleich setzen zu den ähnlichen Werten anderer deutscher Städte. Es ist daher mein unabänderlicher Wille und Entschluß, Berlin nunmehr mit jenen Das schwarze Viereck bezeichnet das Gelände, auf dem das Wehrtechnische Institut errichtet wird. — (Scherl-Bilderdienst-M.) AnderW@tr- Sdioli- Straßen, Bauten und öffentlichen Plätzen zu versehen, die es für alle Zeilen als geeignet und würdig erscheinen lassen werden, die Hauptstadt des Deutschen Reiches zu sein. Es soll dabei die Grötze dieser Anlagen und Werke nicht bemessen werden nach den Bedürfnissen der Jahre 1937, 1938, 1939 oder 1940, sondern sie soll gegeben sein durch die Erkenntnis, dah es unsere Aufgabe ist, einem tausendjährigen Volk mit tausendjähriger geschichtlicher und kultureller Vergangenheit für die vor ihr liegende unabsehbare Zukunft eine ebenbürtige tausendjährige Stadt zu bauen. Wir entziehen daher die in den kommenden zwanzig Jahren zu diesem Zweck in Berlin zu leistende Arbeit bewutzt der Kritik der Gegenwart und unterwerfen sie dafür der Beurteilung jener Generationen, die einst nach uns kommen werden. Wie immer dieses Urteil aber auch ausfallen wird, eine Rechtfertigung soll man uns dann nicht versagen können: Wir haben auch bei dieser Arbeit nicht an uns gedacht, sondern an jene, die nach uns kommen. In dieser heiligen Ueberzeugung lege ich nun den Grund st ein zur Wehrtechnischen Fakultät der Technischen Hochschule in Berlin als dem er st en Bauwerk, das in Vollzug dieser Pläne entsteht. Es soll ein Denk mal werden der deutschen Kultur, des deutschen Wissens und der deutschen Kraft. Mit drei wuchtigen Hammerschlägen nahm dann der Führer die Grundsteinlegung des ersten Bauwerkes vor, das die neue bauliche Entwicklung Berlins einleitet. Der Ruf „Es lebe Deutschlands großer Baumei st er! Adolf Hitler Sieg-Heil!" fand ein vieltausendstimmiges Echo, lieber das weite Feld hallten die Lieder der Nation. Als der Führer die Weihestätte verließ, umsing ihn noch einmal die laute Freude und Dankbarkeit der Berliner Bevölkerung. Drei Jahre deutscher Wirtschaftspolitik. Dr. Schacht an die Angehörigen des Reichswirtschaftsministeriums. Berlin, 27. Nov. (DNB.) Der aus der Leitung des Reichs- und Preußischen Reichswirtschafts- uninisteriums scheidende Reichsbankpräsioent Dr. Schacht hat sich von den Angehörigen des Reichs- und Preußischen Wirtschaftsministeriums mit folgendem R U n d e r l a ß verabschiedet: „Der Führer und Reichskanzler hat mich auf meinen Wunsch mit dem heutigen Tage von der Wahrnehmung der Geschäfte des Reichs- und Preußischen Wirtschastsministers entbunden. Beim Scheiden aus -diesem Amt, das ich über drei Jahre inne hatte, 'ist es mir ein Bedürfnis, allen im Wirtschaftsministerium tätigen Beamten, Angestellten und Ar- !b eitern für ihre treue Mitarbeit zu danken. Meine Beauftragung mit der Führung des 'Wirtschaftsministeriums erfolgte zu einem Zeitpunkt, rnls es gatt, d i e Arbeitsbeschaffung und Wiederwehr haftrnachung des deutschen ^Volkes gütermäßig durch Erhöhung unserer Mohstoffeinfuhr und vermehrte Roh- stoffeigenerzeuguna zu sichern. Mit diesen -wenigen Stichworten umreiße ich den Weg, den Sie, meine Mitarbeiter, in einem entscheidenden Zeitabschnitt des nationalsozialistischen Wirtschaftsaufbaues mit mir gegangen sind. Wenn seit geraumer Zeit das Arbeitslosenproblem als ge- l ö st anzusehen ist und unser Führer, gestützt aus eine wiedererstarkte Wehrmacht, in den letzten Jahren Schritt für Schritt Deutschland von d e n e n t- ehrenden Fesseln des Versailler Vertrages befreit hat, so darf Sie alle das stolze Bewußtsein erfüllen, daß auch Sie, so begrenzt das Arbeitsgebiet des einzelnen sein mag, Helferzur Erreichung dieser Ziele gewesen sind. Entscheidend für unser Schaffen wird stets bleiben, Db wir mit allen Kräften des Herzens und des Verstandes dem deutschen Volke dienen. Während meiner Amtsperiode war ich bestrebt,' als Maßstab für die Beurteilung einer jeden Leistung Diesen Gesichtspunkt immer als d e n wichtigsten gelten zu lasten. Lasten Sie sich das Wohl des Tanzest auch künftig als Rechtsschnur ihres Handelns dienen, und behalten Sie, getreu dem unserem Führer gegebenen Gelöbnis und unbeirrt durch die Lagesgeschäfte, auch ferner nur ein Ziel im Auge: Deutschland! Heil Hitler! gez. Dr. Hjalmar Schacht. Menschenführung bei der Reichspost. Rcichsminister Dr. Ohnesorge spricht in der Hamburger Hanseatenhalle. Hamburg, 28. Nov. (DNB.) In der Hansea- Lnhalle sprach Reichspostminister Dr. Ohnesorge ~i einer von den Reichspostdirektionen Hamburg, Ziel, Bremen, Schwerin, Hannover und Magdeburg (lemeinfam mit dem Reichsbund der deutschen Beamten und der Deutschen Arbeitsfront veranstalteten Kundgebung zu Beamten, Angestellten und Arbei- isrn Der Reichspost. 30 000 Menschen füllten die -«alle. Es war die bisher größte Kundgebung der deutschen Reichspost. Leben und Persönlichkeit in $aer Staatsverwaltung, so erklärte der Minister, können nur in der Kameradschaft gebunden hin. Kameradschaft ist nicht allein das Band des hebens zwischen Leitung und Gesamtpersonalkörper :*r Verwaltung, sondern auch innerhalb des Perso- 'alkörpers selbst. Kameradschaft in der Deutschen Leichspost fördert und stärkt das Leben in der Ge- vlgschaft und wirkt sich aus in der Schulung für l$n Nachwuchs und in der Postsportbewegung und hu Postschutz für die Aelteren. Der Strom des Le- I2NS in der Verwaltung geht gleich dem Lebens- fnom der Bewegung von der Leitung über die t («char der alten Kämpfer in den Gesamtpersonal- liirper. Bei der Verwaltungsreform wird Lefem Verlauf Rechnung dadurch getragen, daß bei tm Direktionen und dem Ministerium die Men - schenführung von der Erledigung der reinen Fachaufgaben getrennt wird. Im Ministerium i : diese Trennung durchgeführt. Die Menschensüh- rmng für die gesamte Verwaltung ift mir allein vw r b e h a l t e n. Zur Seite steht mir eine neuge- p:*ünbete, nur mit alten Parteigenossen besetzte po° l tische Abteilung. Sie entscheidet ohne eine andere Instanz des Ministeriums oder legt mir die Lmgelegenheit unmittelbar zur Entscheidung vor. Das Msmeldeuischium wehrt sich. Das litauische Enteignungsgesetz mit dem Memelstatut unvereinbar. Memel, 27. Nov. (DNB.) Die Sitzung des Memelländischen Landtages gestaltete sich zu einer eindrucksvollen Kundgebung gegen d i e zahlreichen Verletzungen des Memel st atuts durch Litauen, insbesondere gegen das unter Umgehung des Memeldirektoriums von der litauischen Regierung erlassene Enteignungsgesetz vom 6. September dieses Jahres. Der memellän- difche Abgeordnete M o n i e n verlas ein Schreiben des Direktoriumspräsidenten Baldszus an den litauischen Memelgouverneur, in dem es heißt, daß das Gesetz mit dem Memelstatut nicht vereinbar sei, so daß dem Memeldirektorium nicht zu- gemutet werden könne, die Rechtmäßigkeit dieses Gesetzes anzuerkennen und an seiner Durchführung mitzuwirken. Eine folgerichttge Anwendung des in dem Schreiben des Gouverneurs zum Ausdruck gebrachten Grundsatzes würde der litauischen Regierung die Möglichkeit geben, sich über alle den autonomen Gewalten vorbehaltenen Zuständigkeiten hinwegzusetzen. Dies würde aber in krassem Gegensatz zu dem Memelstatut stehen. Das Memeldikektorium müsse außerdem mit Bedauern feststellen, daß weder vor Erlaß des Gesetzes noch bis heute die litauische Regierung sich irgendwie mit dem Direktorium wegen ihres Wunsches, in der Umgebung der Stadt Memel neue öffentliche Anlagen zu errichten und zu diesem Zweck Grundstücke zu erwerben, in Verbindung gesetzt hat, was, abgesehen von der Rechtslage, nicht in Einklang zu bringen sei mit dem oft von der litauischen Regierung ausgesprochenen Wunsche, die beiderseitigen Beziehungen auf die Grundlage aufrichtiger und vertrauensvoller Zusammenarbeit zu stellen. Der Abgeordnete Manien charakterisierte sodann die tatsächliche Lage des Memelgebietes dahin, daß Landtag und Direktorium infolge des feit vielen Jahren von der litauischen Regierung verhängten Kriegszustandes eigentlich nur ein Scheindasein führten und wandte sich scharf gegen die Pressezensur durch den litauischen Kriegskommandanten, der bisher jede Veröffentlichung über die Enteignungsfrage unterdrückt habe. Der Präsident des Memeldirektoriums, Bald- ß u s , begründete nochmals den memelländischen Rechtsstandpunkt, betonte aber die grundsätzliche Bereitschaft des Memeldirektoriums zur Mitwirkung bei tatsächlich notwendigen Enteignungen. Er widerlegte den litauischen Einwand, daß das Gesetz nicht existiere, weil es praktisch bisher nicht durch- ! geführt werde und warnte, seine bisher gezeigte große Verständigungsbereitschaft als Schwache an» zusehen, da diese Verständigungsbereitschaft niemals die Preisgabe memelländischer Rechte zulassen würde.. Eine kurze Entgegnung des litauischen Abgeordneten Gailius, der die Enteignungen durch die Höhe der zu zahlenden Entschädigungen schmackhaft zu machen versuchte, wurde von Baldßus zurückgewiesen. Die darauf vom Landtagsvizepräsidenten Abgeordneten Manien eingebrachte Entschließung, daß die Vornahme von Enteignungen im Memelgebiet zur Zuständigkeit der lokalen Gewalten gehöre, daß die vom Direktorium und der Landtagskommission bisher unternommenen Schritte ausdrücklich gebilligt würden und daß die Kommission beauftragt werde, auch weiterhin alle gesetzmäßigen Schritte zu unternehmen, um d i e m e - melländischen Rechte zu wahren und statutsmäßige Zustände im Memelgebiet zu schassen, wurde von der memelländischen Einheitsfraktion einstimmig gegen die litauischen Abgeordneten a n - genommen. Kunfischöpfung und Kunstführung. Arbeitstagung des Reichskultursenats. Berlin, 27. Nov. (DNB.) Im Senatorensaal des Reichsministeriums für Volksaufklärung und Propaganda trat im Anschluß an die Jahrestagung der Reichskulturkammer der Reichskultursenat zu einer Arbeitstagung zusammen. Vizepräsident Reichsminister Funk stellte zwei Probleme zur Erörterung: u n st b e t r a ch t u n a" und „Entartete Kun st". Zu dem ersten Thema sprachen in freimütiger Aussprache der Leiter des Reichsverbandes der Deutschen Presse, Hauptmann a. D. Weiß, der Vizepräsident der Reichsmusikkammer, Professor Dr. Grüner, der Präsident der Reichs- theaterkammer Dr. Schlösser, der Dichter Gerhard Schumann, Reichspressechef Staatssekretär Dr. Dietrich und Generalintendant Krauß. Aus der Schilderung der bei der neuen Kunstbetrachtung bisher gesammelten Erfahrungen und der darauf erfolgenden Aussprache ergab sich volle U eher ein ftimmung über den eingeschlagenen Weg. Reichsminister Dr. Goebbels, der auf jede Anregung und auf jeden Vorschlag einging, gab seinen festen Willen zu erkennen, Ansätze neuer Talente und neuer Kunst zu fördern und zu unterstützen. Zu dem zweiten Punkt „Entartete Kunst" sprachen der Dichter und Chefdramaturg Friedrich Bethge, der Präsident der Reichskammer der bildenden Künste, Professor Ziegler, Staatsschauspieler Lothar Müthel und Professor Suchen- wirth. Reichsminister Dr. Goebbels, betonte abschließend die Unabänderlichkeit der Eigengesetze der Kunst, die immer persönlichkeitsbestimmt gewesen sei und es in Ewigkeit sein werde. Wahre Kunst wachse nicht in der Organisation, sondern in der Einsamkeit, die Ergebnisse einer schöpferischen Einsamkeit dürften aber nicht zur Isolierung schöpferischer Kräfte von der Nation führen. Die Kunstschöpfung ist das Produkt der Eiizzelpersönlichkeit. Kunstschöpfung hat aber nichts mit Kunstsührung zu tun. Der Staat kann nicht Kunstschöpfungen befehden, er beansprucht die Kunstführung. Die Staatsführung will bestimmen, was für Volk und Nation dienlich oder unzweckmäßig ist. Die Entscheidung auf dem Gebiet der Kunstführung kann nur der Staatsmann, nicht der Künstler fällen. Der Staatsmann habe nicht die Aufgabe, praktisch Kunst aus- zuüben, sondern Künstler zu führen, und sie auf die wirksamste Weise einzusetzen. Die Reichskulturkammer ist für die Kulturführung nur ein Mittel zum Zweck. Gerade wegen der Verschiedenartigkeit ihrer Individualität muß man die Künstler organisieren. Die Eigenpersönlichkeit der Künstler soll aber durch ein möglichst geringes Maß an Organisation so wenig wie möglich beschränkt werden. Nach Durchführung des ersten Aufbaues solle eine starke Herabsetzung des Vermal- tungsapparates durchgeführt werden. Gewaltige Aufgaben stünden noch bevor; die wundervolle Uebereinftimmung zwischen Technik und Willen werde die Möglichkeiten zur Erfüllung dieser Aufgaben geben. Deutschland werde damit eine künstlerische Blüte erleben, von deren Ausmaß man sich keine Vorstellung machen könne. * Reichsminister Dr. Goebbels gab am Samstagabend in den Festräumen des Schinkelhaufes am Wilhelm-Platz einen Empfang für die deutschen Kulturschaffenden. Mehr als 500 Angehörige des deutschen Kulturlebens versammelten sich in den festlich, geschmückten Räumen, unter ihnen zahlreiche Intendanten, Musikdirektoren, Angehörige der Bühne und des Films, Komponisten, Musiker, Maler, Bildhauer, Plastiker, Graphiker, Dichter, Dramatiker, Schriftsteller und Journalisten. Fast sämtliche Mitglieder des Reichskuttursenats waren neben dem Präsidenten und den Präsidialräten der Ein- zelkammern anwesend, ferner die Reichsleiter Amann, Bouhler, Dr. Dietrich. Der Abend gab Gelegenheit zu enger Fühlungnahme zwischen Kulturführung und Kulturschaffenden. Jetzt ist die unmittelbare persönliche Verbindung zwischen mir und jedem einzelnen der Kameradschaft hergestellt und gewährleistet. Die Menschenführung ist damit dem bürokratischenSysternent- zogen. Die bisherigen Abteilungen des Ministeriums behandeln nur noch reine Nachfragen, bei den Direktionen fall nach einiger Zeit die gleiche Neugliederung vorgenommen werden Nach der Kundgebung versammelten sich die Arbeitskameraden der verschiedenen Reichspostdirektionen zu Kameradschaftstreffen, für deren vortreffliche Ausgestaltung die NS.-Gemeinschast „Kraft durch Freude" sorgte. Reichsminister Dr. Ohnesorge, der in den einzelnen Stätten fröhlicher und kamerad- schaftticher Verbundenheit erschien, wurde überall mit Freude begrüßt. Probleme des Kraftverkehrs Keine Monopolisierung des Güterfernverkehrs. Dortmund, 27. Nov. (DNB.) Die Reichsoer- kehrsgruppe Kraftfahrgewerbe veranstaltete in Dortmund ihre zweite Reichstagung. Dabei nahm Staatssekretär König vom Reichs- und preußischen Verkehrsministerium zu allen bedeutsamen Fragen des Kraftverkehrs Stellung. Mit den Forderungen des Reichs-Kraftwagen-Betriebs-Verban- des nach Erleichterung in der Tarifgestaltung, Ausdehnung der Konzessionen usw. sei er im Ziel vollständig einig, lieber die Mittel werde das Ministerium den 'Verband und seinen Beirat eingehend hören. In der Presse sei mehrfach der Gedanke auf- getaudjt, daß das Reichsoerkehrsministerium beabsichtige, den Güterfernverkehr mit Kraftfahrzeugen z u monopolisieren und die Führung des Monopols in die Hand der Reichsbahn zu legen. „Ich kann mit aller Deutlichkeit und Klarheit sagen, daß der Herr Reichsverkehrsminister an eine Monopolisierung des Güterfernverkehrs nicht denkt und die Tendenzen zur Monopolisierung ablehnt." Man könne die Grenzen zwischen den Arbeitsgebieten der großen Verkehrsträger nicht erstarren lassen. Tarifliche Ermäßigungen oder betriebliche Verbesserungen der Reichsbahn beruhten auf staatlichen Notwendigkeiten, lieber die lieber» tragung von Ausnahmetarifen der Deutschen Reichs- bahn auf den Kraftwagen seien Verhandlungen möglich. Die Schwierigkeiten lägen in der Ausgestaltung eines solchen Tarifes. Unter allen Umständen müsse der Tarif, der einmal festgesetzt ist, von den Unternehmern im Güterfernverkehr mit Kraftfahrzeugen auch wirklich eingehalten werden. Das Konzessionierungsverfahren für die Unternehmer im Güterfernverkehr mit Kraftfahrzeugen stehe erst jetzt nahe vor dem Abschluß. Entscheidend sei hier die Lage der Trampfahrer. „Wir können eine Vernachlässigung der Bedürfnisse der Trampfahrer, die als kleine ^selbständige Unternehmer im nationalsozialistischen Staat des besonderen Schutzes bedürfen, nicht zulassen. Wird der Notstand der Trampfahrer behoben sein, so können wir mit gutem Gewissen neue Wagen im Güterfernverkehr zulassen. Wir müssen für eine Erhöhung der im Güterfernverkehr tätigen Wagen eintreten. Der fortschreitende Ausbau der Reichsautobahnen ist eine dringende Mahnung, daß wir der Wirtschaft mit einer Ausweitung des Wagenparks des Güterfernverkehrs die Möglichkeit bieten, diese schönen Straßen auch wirklich zu benutzen." Im Kraftomnibusverkehr solle der Fern- linienverkehr grundsätzlich den großen Reichsver- kehrsanstalten — Deutsche Reichsbahn und Deutsche Reichspost — Vorbehalten werden. Zu den Berufsfragen der Kraftfahrlehrer erklärte Staatssekretär König, wenn der Beruf auch übersetzt sei, so könne man weitere Maßnahmen nicht in Aussicht nehmen. — Mit der Zunahme von Käufern der Kraftwagen werde auch der Beruf der privaten Kraftfahrzeug-Ueberwachung wachsen. Gr Öffnung der Reichsapothekerkammer. In Freudenstadt fand die Eröffnungssitzung der durch Gesetz vorn 18. April 1937 geschaffenen Reichs- apothekerkarnrner statt. Dabei erklärte Ministerialdirektor Dr. Gütt vorn Reichsministerium des Innern, der nationalsozialistische Staat wolle jedem Stand die Form geben, die es ihm erlaube, sich als nützliches Glied in die Dolksgesamtheit einzuordnen. Der Apothekerstand zeige insofern eine gewisse Besonderheit, als er nicht nur ein freier wissenschaftlicher Berufsstand sei, sondern seine Berufsform auch Berührungspunkte mit der Wirtschaft habe. Trotzdem sei er einer der drei das Heilwesen mitbestimmenden Stände. Die neue Standesgesetzgebung habe die Apotheker daher in einer Körperschaft des öffentlichen Rechts zusammengefaßt. Die „Reichsapothekerkammer" hat für die Wahrung der Ehre des Standes und feiner Angehörigen zu sorgen, die Forderung des Wohles der Standesangehörig-n, ihre einheitliche Erziehung und Ausrichtung im Auge zu behalten, sich die Fort« schritte der pharmazeutischen Wissenschaft und Forschung angelegen fein zu lassen, behördliche und sonstige Dienststellen in Fragen des Apothekerwesens und des Arzneimittelverkehrs zu beraten. In eigener „Berufsgerichtsbarkeit" hat sie dafür zu sorgen, daß die Berufspflichten von allen Standes- angehorigen gewissenhaft und treu erfüllt werden. Ihr unterstehen alle deutschen Apotheker mit Ausnahme der aktiven Apotheker der Wehrmacht. Sie selbst untersteht, ebenso wie die Reichsärzte- und Reichstierärztekammer, der Aufsicht des .Reichsministers des Innern, ihre Gliederung ist entsprechend dem staatlichen Aufbau des Reiches durchgeführt. Das erste Todesurteil des Militärgerichts in Palästina vollstreckt. Jerusalem, 27. 9Tod. (DNB.) Der von dem Militärgericht in Haifa zum Tode verurteilte 80jäh- rige Araberscheich Farhan Saadi ist im Gerichtsgefängnis von Akko durch den Strang hin- gerichtet worden. Damit ist das erste Todesurteil, das von dem neuen Militärgericht in Palästina gefällt wurde, vollstreckt worden. Die Meldung hat in Damaskus wie eine Bombe gewirkt, lieber 50 000 Araber zogen vor das englische K o n s u l a t, um gegen das Todesurteil des Kriegsgerichts zu protestieren. Die Menge feierte den Hingerichteten als einen Märtyrer der arabischen Sache. Die syrische Mandatsregierung hat Truppen zum Schutz des englischen Konsulats eingesetzt. Auch in Bagdad und anderen Orten des Irak fanden en glandfeindliche Kundgebungen statt. In Bagdad wurde ein Engländer mißhandelt, worauf die Polizei weitere Ausschreitungen verhinderte. Die Stimmung in den arabischen Kreisen ist außerordentlich erregt. Kleine politische Nachrichten. Der Führer und Reichskanzler hat dem König der Albaner anläßlich des 25jährigen Bestehens der Unabhängigkeit Albaniens drahtlich feine Glückwünsche übermittelt. * Generalinspektor Dr. Tobt übergab die Reichsautobahnstrecke „Zubringer Bremen" in einer Feier bet Lesum dem Verkehr. Die rund 27 Kilometer lange Reichsautobahnstrecke von Ayten bis Lesum, die in die nach Bremerhaven führende Reichsstraße einmündet, stellt die unmittelbare Verbindung des Reichsautobahnnetzes mit der Nord- f e e f ü ft e und Öen beiden Einfallstoren von Heber« fee nach Deutschland—Bremerhaven—Wesermünde her. * Reichsjugendführer von Schirach traf am Sonntagnachmittag von Sofia kommend, im Flughafen von Athen ein. Er wurde vom Gesandten Prinz Erbach, vom Landesgruppenleiter Dr. Wrede und von griechischen Jugendführern und anderen Persönlichkeiten empfangen und besichtigte das Heim der deutschen Jugend in Athen. Ein Empfang beim Kronprinzen Paul sowie roeitere Besuche sind vorgesehen. v * Der ungarische Ministerpräsident v. D a r a n y i und der Außenminister v. K a n y a , die vor einer Woche zu einem Staatsbesuch nach Berlin gekommen waren, verließen am Sonntagabend mit dem fahrplanmäßigen l)-Zug nach Wien in drei Sonderwagen die Reichshauptstadt, um nach Budapest zu- rückzukehren. * Nach Einsatz der stärksten polizeilichen und diszi- plinanschen Mittel sind die Studentenunruhen in Oe st erreich zum Stillstand gekommen. Besprechungen zwischen dem Unterrichtsminister und den Dekanen der Medizinischen Fakultäten von Wien, Graz und Innsbruck haben zu einer Milderung der medizinischen Studienverordnung geführt, die Anlaß zu den Studentenunruhen war. * Der französische Ministerpräsident Chautemps und Außenminister D e lb o s trafen in London ein, wo sie von Unterstaatssekretär Sir Robert Van- s i 11 a r t begrüßt wurden. ♦ Der Volksentscheid in der Schweiz über den Antrag, die Freimaurerlogen im gesamten Bundesgebiet aufzulösen, enoete mit einer Ablehnung des Jnittativbegehrens. Aus aller Welt. Internationale Jagdausstellung ein Welterfolg. Am Sonntagabend hat die Internationale Jagdaus st ellung Berlin 1937 ihre Tore geschlossen. Mit ihren rund 40 Sonderschauen, mit dem gewaltigen Material, das sie aus allen Ländern und Zonen des Erdballes nach Berlin gebracht hatte, errang sie einen Erfolg, der auch die kühnsten Erwartungen übertraf. In rund drei Wochen sind nicht weniger als 4 5 0 0 0 0 Besucher durch die Drehkreuze gegangen. Die Reichsregierung und die führenden Männer der Partei bewiesen ihre nachdrücklichste Anteilnahme. Fast täglich konnte die Ausstellungsleitung auch den Besuch von Staatsmännern und anderen hervorragenden Persönlichkeiten des Auslandes melden. Berühmtheiten der ganzen Welt zählten zu den Gästen der Schau. In zahlreichen Schreiben aus der ganzen Welt ist den Organisatoren der Internationalen Jagdausstellung Anerkennung ausgesprochen worden. kdF.-Feierslunde „Volk an der Arbeit". Die Feiern im Gau Hessen-Nassau aus Anlaß des 4. Jahrestages der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude", die Zeugnis ablegten von einer sich dauernd steigernden und vertiefenden kulturellen Arbeit, erreichten ihren Höhepunkt mit einer Feier st unde „Volk an der Arbeit" im Hessischen Landestheater zu Darmstadt. Die Feierstunde war umrahmt von stimmungsvollen Dichtungen von Gerhard Schumann, Heinrich Lersch und Herybert Menzel, sowie von Choren der Werkscharen, vom Orchester des Hessischen Landestheaters wirkungsvoll unterstützt. Nach der Begrüßung durch den Kreiswart der NSG. „Kraft durch Freude" Heinrich W i n d h o r st nahm der Gauobmann der DAF. Willi B e cf e r bas Wort zu einer Ansprache, in deren Mittelpunkt er die Tatsache stellte, daß das durch den Führer geeinte deutsche Volk in der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" wieder zur deutschen Kultur zurück- gefübrt worden sei, und daß der deutsche 2(rbeiter der Stirn und der Faust in dieser Gemeinschaft an der deutschen Kultur mittrage und mitschöpferisch tätig fei. Nach dem Sieg-Heil auf den Führer und dem Gesang der deutschen Lieder erfolgte die Festaufführung von Gounods Dpfr „Margarethe" mit^ Sch. midt-Berikoven, Heinrich S djTflter und Hildegard Kleiber i/den Haupttollen und dem Orchester des Hessische-^ Landestheaters unter der Stabführung Werner Bitters. Das voll« besetzte Haus dankte durch lebhaften Beifall. Von der Urahne bis zum Enkel .Vertrag", auch „Ehevertrag" bedeutet, denn das vurde vor der Volksgemeinde geschlos- Verwandter" zukommt, ebenfalls ein uraltes ger- weiter. In älterer Zeit wird Buhle in diesem Sinn manisches Wort, ist durch Richard Wagner neu auch männlich gebraucht. Das Volkslied vom „lieb- belebt worden, ohne daß es in den Wortschatz der sten Buhlen im Keller" wird ja von einem Manne I Umgangssprache ausgenommen worden wäre. Aus aller Welt Verlöbnis wurde *,*,* — —o.......... , sen. Auch „Mahl" oder „Mahlschatz" als Bezeich- Die aus den Besatzungen der beiden Flugzeuge, bestehend sieben Mann, haben bei dem Zusammenstoß Tod gefunden. Vermißtes polnisches Verkehrsflugzeug zertrümmert aufgefunden. junge Mädchen. Alt ist nur die erste Bedeutung, und erst durch Luchers Bibel verbreitet sich die zweite. Das Wort, das damit verdrängt wird, ist „Gemahl". In diesem Wort und in „vermählen" ist das alte Wort „mahal“ enthalten, das „Versammlung", Ein seit fünf Tagen vermißtes Verkehrsflugzeug der polnischen Gesellschaft Lot wurde von einer Suchkolonne zerschellt aufgefunden. Man fand es auf einem der Grate des in Bulgarisch-Mazedonien gelegenen Pirin-Gebirges in 2600 Meter Höhe. Verurteilte Schwarzhörer. Von Juli bis September 1937 sind 245 Fälle der Errichtung und des Betriebs nichtgenehmigter Funkempfangsanlagen strafrechtlich verfolgt worden. Verurteilt wurden 164 Personen, davon 5 zu Gefängnisstrafen von 8 Tagen bis zu 4 Monaten, 159 zu Geldstrafen von 5 bis 150 Mark. In vielen Fällen wurde außerdem auf Einziehung der benutzten Empfangsapparate erkannt. Aljechin — Euwe 13:9. Die 22. Partie im Schachweltmeisterschaftskampf Euwe — Aljechin wurde von Euwe nach 62 Zügen aufgegeben. Der Stand lautet nunmehr: Aljechin 13, Euwe 9 Punkte. Bei diesem Stande ist es unwahrscheinlich, daß es dem bisherigen Weltmeister noch gelingen könnte, den Vorsprung seines Gegners einzuholen, da Aljechin nur noch 2V2 Punkte zum Siege benötigt. Zwei italienische Wasserflugzeuge abgestürzt. Ein schweres Flugzeugunglück ereignete sich in der Nähe des Wasserflughafens Augusta (Sizilien) durch den Zusammen st oß zweier Wasserflugzeuge, die zu einem Erkundungsflug über dem Jonischen Meer aufgestiegen waren. Als Kinder haben wir uns gewundert, daß Gustav Schwab der Reihe „Großmutter, Mutter und Kind" noch die Urahne vorangestellt, die doch eine ururalte Frau sein muß, wenn sie mit der alten Großmutter noch zusammensitzt. Niemand hat uns damals gesagt, daß der Dichter nichts Unmögliches von unserer Phantasie verlangt, denn die eigentliche Bedeutung von „Ahn" und „Ahne" ist „Großvater" und „Großmutter", die „Urahne" ist also die Urgroßmutter". Die Benennungen „Großvater" und „Großmutter" kommen erst rm 12. Jahrhundert am Mkttelrhein auf. Sie sind nach dem französischen grand-pöre und grande- mdre gebildet und verbreiten sich langsam über Deutschland. Am Ende des 17. Jahrhunderts haben sie sich soweit durchgesetzt, daß „Ahn" auf die Bedeutung „Vorfahr" eingeschränkt werden kann. Im Alemannischen freilich hat sich die alte Bedeutung in „Aehni" oder „Ehni" = „Großvater" erhalten. Goethe kennt beide Bedeutungen; er spricht von den „Gefilden hoher Ahnen", schreibt aber auch: „Was dem Enkel wie dem Ahn frommt." Uebrigens ist das Wort „Ahn" in „Enkel" enthalten, das eine alte Verkleinerungsform vvn „Aehni" ist. In früheren Formen beider Wörter ist die Beziehung deutlicher sichtbar als in heutigen. Hier trit eine Eigentümlichkeit hervor, die sich bei unseren Verwandtschaftsnamen öfter zeigt, das herzlich-freundliche Eingehen auf das Kind. Der Großvater nennt seinen Enkel scherzhaft: .Kleiner Großvater". Luther gebraucht Enkel selten, er verwendet meist dafür „Kindeskind" oder „Neffe". „Neffe" ist der indogermanische Name für Enkel, der sich im lateinischen „nepos"-Enkel erhalten hat. Das für das Indogermanische zu erschließende Wort („nepot) hängt mit dem indogermanischen Wort für ,Herr" („potis") zusammen so daß seine eigentliche Bedeutung von „schutzlos" her zu fassen wäre. In den germanischen Sprachen schwankt seine Bedeutung zwischen Schwester-, Brudersohn, Enkel, Vetter und Oheim. Um die Mitte des 18. Jahrhunderts gilt Neffe im heutigen Sinne nur in vornehmen Kreisen. Nicht alle Verwandtschaftnamen sind so durchsichtig. Die Gliederung der Familie war natürlich bereits in uralter Zeit fest ausgebildet und so gehen auch die ursprünglichen Formen der Verwandtschaftsnamen auf sehr alte Wörter zurück. Von Vater und Mutter nimmt man an, daß ihre älteste Form ein uraltes Lallwort war, die Grundbedeutung von Schwester läßt sich ebensowenig ermitteln, wie die von Bruder. Die Bezeichnungen „Papa" und „Mama" für die Eltern sind allerjüngsten Datums: sie dringen erst seit dem Ende des 17. Jahrhunderts ins Deutsche ein und sind zunächst höfische Modewörter. Dieselbe Welle bringt auch „Onkel" und -,Tante" nach Deutschland. „Tante" verdrängt bar einheimische „Base", eigentlich die Schwester des Vaters, und „Muhme", die Schwester der Mutter. „Familie" ist schon im 16. Jahrhundert die gesamte Hausgemeinschaft, auch das Gesinde. Luther verwendet das Wort .Haus". Noch früher wird es durch die Formel „Weib und Kind" wiedergegeben. In der heute noch üblichen Formel „Kind und Kegel" bedeutet das gewöhnlich unerklärte „Kegel", im Gegensatz zu den ehelichen „Kindern", die unehelichen Nachkommen. Eine eigentümliche Entwicklung hat sich auch mit der „Braut" vollzogen. Wir verwenden das Wort in doppelter Bedeutung, als Bezeichnung für die Frau am Tage der Hochzeit und für das verlobte Die Trümmer der Maschine lagen in zwei Meter tiefem Schnee. Neben den Trümmern lagen die Leichen der drei Mann starken Besatzung und der drei Fluggäste. Etwas weiter fand man die Flagge. Alle Anzeigen sprechen dafür, daß das Flugzeug bei dichtem Nebel gegen den Berggrat geflogen und dabei explodiert ist. Explosion in einem Bukarester Straßenbahnwagen. In einem Bukarester Straßenbahnwagen ereignete sich eine starke Explosion, die anscheinend dadurch verursacht wurde, daß ein Fahrgast einen Benzinbehälter mit sich geführt hatte. Der Wagen war im Nu in eine dichte Rauchwolke gehüllt. Die Fahrgäste versuchten in wilder Panik durch die Fenster das Freie zu erreichen und verletzten sich dabei zum Teil erheblich. Insgesamt wurden 16 Personen verletzt. Erste Deutsche Architektur- und kunsthandwerks- Ausstellung im Haus der Deutschen Kunst. Während des Ausbaus der „Großen Deutschen Kunstausstellung 1937" im Haus der Deutschen Kunst in München ist bereits eine neue große Schau, die Erste Deutsche Architektur- und Kun st Handwerks -Aus st ellung, in Vorbereitung. Die neue Ausstellung wird mit Förderung des Staatskommissars des Hauses der Deutschen Kunst, Gauleiter und Staatsminister Adolf Wagner, vom Januar bis Ende März 1938 im Haus der Deutschen Kunst durchgeführt. Sie soll einen Ueberblick über die bedeutendsten Bauvorhaben und Bauten des Dritten Reiches vermitteln und in ihrem kunsthandwerklichen Teil eine Auswahl erlesener Meisterarbeiten zeigen, die den hohen Stand des deutschen kunsthandwerklichen Schaffens vor Augen führen. nung für die Brautgabe hängt damit zusammen. Eigenartig ist die Bedeutungsentwicklung von „Hagestolz", das heute einen eingefleischten Junggesellen bedeutet.. Es hat mit Stolz nichts zu tun, vielmehr zeigt die ältere Form „hagustalt“, daß das Wort mit einem im Gotischen nachweisbaren „staldan“ = „besitzen" zusammenhängt. Ein Hagestolz war also jemand, der einen Hag besaß, ein kleines, durch eine Hecke eingehegtes Grundstück, das, im Gegensatz zu dem Hof, den der älteste Sohn erbte, so klein war, daß sein Besitzer mit ihm eine Familie nicht ernähren konnte. So blieb er „Junggeselle"; ein Wort, das erst seit dem 16. Jahrhundert bekannt ist. „Buhle" heute eine archaisierend-poetische Bezeichnung für Geliebte, geht auf einen althochdeutschen Männernamen Buolo zurück. Er wird als eine kindliche Koseform für Bruder gebraucht. Dann geht die Entwicklung über die vertrauliche Anrede für andere männliche Verwandte zu der Bedeutung „Geliebter", „Liebhaber" und schließlich „Geliebte" gesungen. Goethe hat tnt „König von Thule" schon die weibliche Form in gehobener Bedeutung, nachdem kurz vorher Gottsched verächtlich von „Buhldirnen" gesprochen hatte. Ebensowenig wie „Hagestolz" zu „Stolz" gehört, „Eidam" zu „Eid". Vielmehr steckt in dem Wort eine alte Wurzel, die „Teil", „Anteil" und „anteil haben" bedeuten. „Eidam ist also der, der in die Familie einheiratet und damit am Erbe der Tochter teilnimmt. Unfern „Detter" kam ursprünglich, wie aus seiner Beziehung zu „Vater" hervorgeht, anders als heute, die Bedeutung „Bruder des Vaters" zu, während „Oheim", heute als Verdeutschung von Onkel gebraucht, den „Bruder der Mutter" bezeichnete. Tacitus berichtet, daß bei den Germanen dem Oheim seine Schwestersöhne nicht minder wert als dem Vater gewesen wären, ja, daß dieses Blutsverhältnis von etlichen für noch heiliger und enger gehalten würde. Die bevorzugte Stellung des Oheims, die bei den im Familienrecht dem Vater das Vorrecht zuerkennenden Germanen befremdet, findet sich bei den Kelten wieder, so daß in ihr vielleicht mutterrechtliche Anschauungen unterworfener Völker durchschimmern. Schließlich sei noch von „Schnur" und „Mage", zwei vergessenen Derwandtschaftsnamen, die Rede. Im Zeitalter Luthers war „Schnur" als Bezeichnung für „Schwiegertochter" noch allgemein bekannt. Es ist ein altes deutsches Wort, für das sich Entsprechungen auch in fast allen indogermanischen Sprachen finden. Heute lebt es nur in einigen Alpenmundarten und in mitteldeutschen Gegenden. „Mage", dem die Grundbedeutung, „angeheirateter Kleine spracht che Umschau in der Verwandtschaft Don Professor Dr. Erich Lenisch. Düchertisch. In der am Samstag hier veröffentlichten S5e« sprechung des Buches von Reinhold Schneider: Kaiser Lothars Krone (im Insel-Verlag Leipzig) sind einige sinnwidrige Fehler stehen geblieben. Lothar war wie schon sein Vater, der erbitterte Gegner der salischen (nicht sächsischen!) Kaiser Heinrich IV. und Heinrich V. und fühlte sich (weiter unten) als geistiger Erbe der (nicht des!) großen Sachsenkönige (gemeint sind Heinrich L und Otto I.). — Frieda Hauswirth : D i e Lotosbraut. 408 Seiten. Geh. 3,60 Mark, Leinen 4,80 Mark. Rotapfel-Verlag, Erlenbach-Zürich und Leip, zig. — (429) — Im Lande von Bangalor, wo der Roman spielt, gehen die Frauen zwar unverschleiert, unterstehen aber strengen, von vielen Generationen geübten religiösen Sitten. Doch heute wendet sich eine erweckte Jugend dagegen. Was sich früher nie ereignen konnte, weil die kindlichen Brautleute rfon ihren Eltern zusammengegeben wurden, entfaltet sich in diesem Buche: zwischen der Tochter eines edlen Brahmanen und einem armen Studenten, dessen sich der Brahmane annimmt, keimt eine zarte Liebe auf. Die Liebe führt zur Vermählung, der Mann aber muß seine Studien beenden. Er fährt nach Bombay und läßt die junge Frau bei ihren Eltern zurück in dem Dorf, dessen reiches Leben den Hintergrund des Geschehens bildet. Unter den bescheidenen Dächern aber Hausen und lauern noch jene finstern Geister des Hergebrachten. Von ihnen geht eine Drohung aus, unter der das Leben der jungen Wimala steht, die heute noch glückliche Frau ist, schon morgen aber trostlose Witwe sein wird. Wetterbericht des Reichswetterdienfies. Ausgabeort Frankfurt. lieber Frankreich hat sich ein kräftiges Hoch gebildet, das im wesentlichen auch unsere Wetterlage beherrscht. Da über der bei uns liegenden flachen Kaltluftschicht bereits wärmere Luftmassen Zuströmen, kommt es trotz des Hochdruckcharakters der Wetterlage zu Wolkenbildung und nach Norden hin auch vereinzelt zu leichten Niederschlägen. Aussichten fürDienstag: Wolkig bis auf« heiternd, nördlich der Kammlinie Taunus und Rhön geringfügige Niederschläge, im Gebirge als Schnee, nachts leichter Frost, Tagestemperaturen um 5 Grad, veränderliche Winde. Aussichten für Mittwoch: Bei veränderlicher Bewölkung aufheiternd, trocken, aber nicht ganz beständig. Lufttemperaturen am 28. November: mittags 3,5 Grad Celsius, abends 2,2 Grad; am 29. November: morgens 2,8 Grad. Maximum 3,7 Grad, Minimum heute nacht 1,9 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 28. November: abends 1,5 Grad; am 29. November: morgens 1,9 Grad. — Sonnenscheindauer 0,9 Stunde. Nauptschristleiter: Dr Friedrich Wilhelm Lange Stellvertreter des Hauptschrtstleiters: Ernst Blum« schein Verantwortlich für Politik und für die Bilden Dr. Fr W. Lange; für Feuilleton: vr Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D A X. 37: 10031. Druck und Verlag: Brühlsche Universitätsdruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugs- preis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr Einzelverkaufs- preis 10 Pf und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf mehr ^ur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vom 1. September 1937 gültig im Alter von 66 Jahren. Pauline Steinbach, Kinder und Enkel. Wiesbaden, Renterhof (Allgäu), den 25. November 1937. 7848 D Nach kurzer Krankheit entschlief heute mein geliebter Mann, unser lieber Vater, Schwiegervater und Großvater In tiefer Trauer im Namen der Hinterbliebenen t Herr Heinrich Steinbach Reg.-Baurat a. D. Am Samstag ist unser lieber Sohn, Bruder, Enkel und Neffe Willi Schreier im Alter von fast 20 Jahren sanft entschlafen. In tiefer Trauer: Familie Wilhelm Schreier. Gießen, den 29. November 1937. Die Beerdigung findet am Dienstag, dem 30. November, nachmittags 3l/2 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt. _____________________________________05829 Eim Diiii^k'Ban Dienstag, 30. November, 1 ,9—1 212 Uhr. - tMSTHotel 231^ T^be, Dienstag, 30. November, Va2—5 Uhr. UnnKen: Hessis\es Haus, Mittwoch, 1. Dezember, 9-12 Uhr. Schotten: no flttwoch, 1. Dezember, 3—7 Uhr. Gießen: . V.ote\ DeuVhes Haus. Donnerstag, 2. Dez., 9—12 Uhr. Hotel ■zumfrsch, Donnerstag, 2. Dez., '/..,3 —1 .6 Uhr Grünherg - KalWfer, Montag, 6. Dezember ;9~%L2 Uhr ,78«V Wetzlar: » \ Mündlich können Sie e§ nur wenigen sagen, schriftlich mehreren, durch eine Kleinanzeige sagen Sie es allen | Vermietungen“] Geschäfts räume zu vermieten Diezstraße 14 bestehend aus Büro,Lagertet!^ mehreren Lagerräumen m. Ver- moeramve, Garage und großem Hbf. i21ßD l£br Indertbal Weingroßhand! Gießen Selterswea 5 Büroräume seither als Anwaltsbüro benutzt, ab 1. 4 1938, evtl, auch früher, zu vermieten. 7R49D Näheres Leltersweg 64v. Stellenangebote Keine Zeugnisse in Urschrift loiwern nur Zeugnisabschriften dem Br- werbungsjchreiben beilegen । - Lichtbilder unoBewerbungsunter- tgen müsien ;ur '-Herrn eibung oon Verlusten aus der Rückseite Xiamen und Änschriit oei Bewerber- tragen l Suche für sofort sauberen, fleißigen 78MÖ Hausburschen Alter 16-23 I. Bäckerei Trarel, Neustadt 14. Mdchen zur Aushilfe für *.—% Tage gesucht. Zu erfrag, in d. Geschäftsst. d.Gieß.Anz.^v Tüchtiges 05828 Hausmädchen gegen hob. Lohn 3.1. Dez. gesucht. Seltersweg 40. Von der Reise zorflch Dr.Neomann-Speniel 05826 Für Weihnachten garderoben. 7850° SPhflPmAnn Gerichtsvollz.in Gießen, OblldimdllU Wiesenstr. 2. Tel. 3108. Einspaltige Kleinanzeigen werden zum ermäßigten Grundpreis von 5 Pf. für die Millimeterzeile veröffentlicht ZlllllWMelMlW. Dienstag, den 30. d. 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