Zrettag. 29. Oktober M7 187. Jahrgang Ur. 255 Erstes Blatt jüngster Minister an das Schicksal eine osfen- * Heute Seite ArbM tobitjn i Gange. In) wüt' unb in ik teil» üchchrn, nach hss gejpei ier U ir. ollenbun; iße Dor. wie einst steht Adolf Hitlers. Aufgaben, die Aufgaben des n erfaßt, nch zum igen an von. 3ü beizen iesuch I Finger- Sorge, parse Deutschland war. Seit fünfzehn Jahren? Ja? Denn vor fünfzehn Jahren, im Jahre 1922, fand der junge Goebbels den Weg zu Adolf Hitler und der revolutionären Bewegung, die er entfacht hatte. „Im Jahre 1922 geriet er in München durch reinen Zufall in eine politische Versammlung, in der Hitler sprach. Am Ende dieser Versammlung trat er der Partei bei." So zu lesen in einer biographischen Zusammen- stellung aller Daten seines Lebens und Wirkens, Daten, die im einzelnen aufzuzahlen, der vierzigste Geburtstag keinen Anlaß gibt. Weil nur ein einziges Datum von tieferer Bedeutung ist, eben jenes Jahr 1922, in dem der junge Goebbels dem Glückwünsche zu überbringen. 29. Oktober wird Adolf Hitlers 40 Jahre alt. Im Dienste großer und einziger ihm der Führer übertrug. Diese Gauleiters, des Reichsleiters, des Dr. Goebbels beschränken sich Wsser' eine ,ft Si» bei IlSßf „Künstler dank" im Betrage von zwei Millionen Reichsmark zur Beifügung. Es ist mein Wunsch, daß durch diese Spende der drückendsten Rot dec schaffenden deutschen Künstler nach Möglichkeit gesteuert wird. Diese Spende wird itn Laufe eines Jahres vom heutigen Tage ab, und zwar unter der verantwortlichen Mitwirkung bei; kunstschaffenden Welt, ausgeschüttet werden." Annahme von Anzeige» für die Mittagsnummer bis 8*/,Uhr des Vormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Text« anzeigen von70mm Breite 50Rpf.,Platzoorschrift nach vorh.Vereinbg.25°/» mehr. Ermäßigte Grundpreise: Stellens, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf., Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts-u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B ! Farben ,1.1.35aD g.H.EID68' B 6021V Berlin, 28. Oft. (DNB. Funkspruch.) Anläßlich des einjährigen Bestehens der von Reichsmmister Dr. G o e b b e l s ins Leben gerufenen Spende „K ü n ft l e r d a n k" fand im Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda unter Vorsitz von Reichsminister Dr. Goebbels eine Sitzung mit den Treuhändern der Spende statt. Dr. Goebbels teilte mit, daß er sich ent- schloffen habe, der Spende „Künstlerdank" einen weiteren Betrag oon 1,5 Millionen Reichsmark zur Verfügung zu stellen, um auch weiterhin die soziale Fürsorge für die deutsche Künstlerschaft sicherzustel- len, bis die bereits in Angriff genommene allgemeine Altersversorgung die Aufgaben der Spende „Künsilerdank" übernehmen könne. Reichsminister Dr. Goebbels wies darauf hin, daß in tausenden von Fällen durch die Spende „Künstlerdank" Rot und Sorge deutscher Künstler gelindert werden konnten, die infolge ihres Alters oder aus anderen Gründen nicht mehr in der Lage waren, ihren Lebensunterhalt selbst zu verdienen. Dr. Goebbels sprach den Treuhändern und dem Geschäftsführer für ihre schwierige ehrenamtliche Tätigkeit seinen Dank aus und bestätigte sie m ihrem Amt. Namens der Treuhänder und der deutschen ftünft* Ier dankte Generalintendant Klöpfer dem Minister für die neue Spende und gab die Versicherung ab, daß die Treuhänder sich des bewiesenen Vertrauens auch künftig durch hilfsbereite Mitarbeit würdig zeigen. #p, _ Die Spende „Künstlerdank" ist von Dr. Goebbels vor einem Jahr mit folgender U r - künde errichtet worden: „Die Sorge für das Wohlergehen aller Volksgenossen ist eine dec vornehmsten Aufgaben des nationalsozialistischen Staates. Dabei wendet die nationalsozialistische Slaatsführung auch der sozialen Lage der schaffenden Künstler ihre Aufmerksamkeit zu. Sie hak der kulturellen Leistung Anerkennung verschafft. Bei der Kürze der Zeit seit der Machtübernahme ist es aber nicht möglich gewesen, jede Rot in der deutschen Künstlerschaft zu bannen und eine befriedigende Versorgung für Krankheit und Alter zu schaffen. Bis zur Durchführung der von mir vorbereiteten Reuordnung der sozialen Fürsorge für die deutschen Künstler, insbesondere der geplanten allgemeinen Altersversorgung, stelle ich am heutigen lag eine Spende OieEinheitEmopas baut sich auf Nationalstaaten auf Alfred Rosenberg spricht auf dem Vortragsabend des Außenpolitischen Amts der RGDAP. kannten -n Man. «rtSit.: men aus eiter der nehmen, 1 gab in >rt einen Nisse des tug mit Die Per. de weist Gemeinde 2 Volks, h) erhöht b es im Gewerbe- worben, kt. heute all, der nen. Ein en aus 'ommenb, Am Am Führer zum ersten Male begegnete. Aber war diese Bewegung wirklich nur „rein zufällig"? War sie nicht vielmehr schicksalhaft. Schicksalhaft für ihn nicht nur, sondern vor allem für die Revolution, die den jungen Goebbels zum Revolutionär machte ... „Ich sitze in einem Saal, in dem ich noch nicht war. Mitten unter Menschen, die mir fremd sind. Arme, verhärmte Menschen. Arbeiter, Soldaten, Offiziere, Studenten. Das ist das deutsche Volk nach dem Kriege. Der da oben spricht. Wälzt Quader auf Quader zu einem Dom der Zukunft. Was in mir seit Jahren lebte, hier wird es Gestalt und nimmt greifbare Form an. Offenbarung! Offenbarung! Ich gehe, nein, ich werde getrieben bis an die Tribüne. Da stehe ich lange und schaue diesem Einen ins Gesicht. Das ist kein Redner. Das i st ein Prophet! Der da oben schaut mich einen Augenblick' an. Diese blauen Augensterne treffen mich wie Flammenstrahlen. Das ist Befehl! Von diesem Augenblick an bin ich neu geboren. Ich weiß, wohin mein Weg geht—"Es sind Worte aus „Michael. Ein deutsches Schicksal in Tagebuchblättern", erschienen im Jahre 1929. Der Verfasser legt sie einem jungen Deutschen in den Mund: dichterisch ist die Form, aber wer möchte daran zweifeln, daß es niemand anders war als der junge D r. Goebbels selbst, der Fünfundzwanzigjährige, dem in jener Stunde bar wurde, wem er folgen würde. als bis fein Staat die Obhut feiner Kinder an bestimmten Stellen Nordafrikas übernommen habe und Deutschland könne ein Europa nicht früher anerkennen, als bis eine wirkliche Einigung der Deutschen in einem festen Staat zum Schutz seines Blutes geführt habe. Europa könne nur dann mit Erfolg nach außen auftreten, wenn Großbritannien in erster Linie seine Vertretung kraftvoll übernehmen könne. Der Bolfchewismus ist der Gegenspieler von unten wider das Erwachen eines neuen Nationalgefühls. Der Bolschewismus sammelt in der Welt nicht Wirtschaftstheoretiker kommunistischer^ Denkungsart, sondern die verzweifelten Opfer der liberal-kapitalistischen Epoche. Europa steht machtpolitisch a l^s E i n h e i t vor Asien und Afrika. Europa anerkennt Seele und Art aller Rassen, aller bestehenden Kulturen und verzichtet darauf, das Seelenleben des weißen Menschen den Völkern anderer Rassen aufdrängen zu wollen. Europa anerkennt die beiden großen Nationen und Staaten der gelben Rasse und ihre Lebensrechte ... aber Europa muß sich die Herrschaft über jene asiatisch-afrikanische Gebiete einmütig sichern, die seine Menschen benötigen, um so mehr, als die in Betracht kommenden Völkerschaften zur Eigenstaallichkeit nicht fähig erscheinen. Erst dann kann bei seelischer, nie zu unterdrückender Mannigfaltigkeit eine Einheit Europas entstehen, in der die kleinen Völker ebenfalls chr Dasein auf ihrem Boden erfüllen können. Erst dann aber wird diese Einheit auch nach außen, anderen Kontinenten und Rassen gegenüber in Erscheinung zu treten vermögen. Daß neue Kräfte als miteinbegriffen zu gelten haben, ergibt sich heute als durchaus natürlich, wie z. B. der polnische Staat. Mit diesem Vorschlag ist auch in keiner Weise eine Behinderung der Befriedung anderer europäischer Räume etwas in den Weg gelegt. Auch hier ergeben sich Schicksalsgemeinschaften, sei es im Ostraum oder Donauraum, die, einmal erkannt, zu einer Befriedung gerade jener Staaten führen können, die unmittelbar an der Schicksalssee, der Ostsee, ober dem Schicksalsstrom, der Donau, leben." Joseph Goebbels. 3um 40. Geburtstag des Reichspropagandaministers. Von Edgar Schröder. Dom Kaiserhof zur Reichskanzlei sind es nur hundert Schritte. Wie lang und schwer aber diese letzte Wegstrecke war, die von der legalen Opposition zur Uebernahme der Macht und Verantwortung führte, das hat Dr. Goebbels in seinem gleichnamigen Buche dramattsch geschildert als der Mann, der mit zu den Wegbereitern der nationalsozialistischen Revolution gehört. Zwischen dem Kaiserhof und der Reichskanzlei liegt der Wilhelms- platz, und an dessen Nordseite das schöne alte Prinz-Leopold-Palais, nun Heimstätte des Reichsministeriums für Volksaufklärung und Propaganda. Von ihm bis zur Reichskanzlei sind es nur zwanzig Schritte. Um von hier nach dort zu gelangen und umgekehrt, bedarf es nur eines kurzen Ganges über die Wilhelmstraße. Diese nachbarliche Nähe wird allen bewußt, die dort ihre Schritte verhalten. An allen Tagen und zu jeder Stunde stehen an jener Ecke des Wilhelms- platzes Menschen, Einheimische und Gäste aus dem Reich und Ausland, und schauen empor zu den Fenstern beider Häuser. Hinter den einen suchen ihre Gedanken den Führer und Reichs- känzler, wenn die Standarte oben auf dem Dach anzeigt, daß Adolf Hitler in Berlin weilt. Und dann scheint ihnen wohl das schräg gegenüberliegende Ministerium ganz an der richtigen Stelle zu liegen, gleichsam zur ständigen Bereitschaft und Verfügung für den Mann, der das deutsche Volk führt und als Staatsoberhaupt re- präfenttert. Es könnte eigentlich nirgends anders liegen: das Ministerium von Dr. Goebbels, und sie ist von tiefer symbolischer Bedeutung, diese räumliche Nähe der beiden Häuser und Männer, von denen der eine, Dr. Joseph Goebbels, dem Führer Wenn sonst ein Mann, dem , , große Aufgabe gestellt hat, die Schwelle zum fünften Jahrzehnt seines Lebens überschreitet, bann mag damit für ihn der Augenblick gekommen sein, erstmalig Rückschau und Ausschau zu halten. Rückschau' auf bisher Geleistetes und Erreichtes. Ausschau auf Möglichkeiten, die noch im Schoße der Zukunft liegen. Und wohl bei den meisten, die eben das vierzigste Lebensjahr vollenden, steht das persönliche Streben naturgemäß noch soweit obenan, daß sich schwerlich von ihnen sagen ließe: es geht ihnen nur noch um ihre Aufgabe. Zu diesen wenigen Männern aber gehört Dr. Goebbels, dessen Leben seit fünfzehn Jahren ein Leben für Reichsministers ... ___ . . nicht auf ein festbegrenztes Ressort, wie bei einem Minister in parlamentarisch regierten Staaten. Gewiß, zu seinem Ressort gehören insbesondere Presse, Film, Theater, Rundfunk, um nur die wich- krlchetttt täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild • Die Scholle monats Bezugspreis: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernfprechanfchlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen Postscheckkonto: strankfurl am Ulain 11686 in einem besonderen Sinne als Gefolgsmann verbunden ist. Es geschah auch am vorigen 29. Oktober, das der Führer sein Haus in der Wilhelmstraße verließ unb hinüberschritt zum Reichsministerium für Volksaufklärung unb Propaganda, um seinem Mitkämpfer Dr. Goebbels persönlich seine ' " " ..... Und an diesem An. Fünfzehn Jahre sind seither vergangen. Dr. Goebbels mit an der Reichsminister Dr. Goebbels hat der vor Jahresfrist errichteten 2-Millionen-Stiftung „Künstlerdank" einen weiteren Bettag von anderthalb Millionen Reichsmark zur Verfügung gestellt, um die soziale Fürsorge für den schaffenden deutschen Künstler zu garantieren. Damit bekundet der nationalsozialistische Staat aufs neue seinen oft und immer bewiesenen Kulturwillen. Die neue Stiftung ist eine soziale Tat von außerordentlicher Wirkung und vorbildlichem Ausmaß. Sie ist der greifbare Beweis dafür, daß die Regierung sich um die Künstler kümmert, — nicht nur ideell, sondern auch praktisch. Der „Künstlerdank" bildet das Fundament für eine großzügige Altersversorgung, die den Künstler in Deutschland vor materieller Not sichern soll, wenn er einmal nicht mehr in der Lage ist, von seiner Hände Arbeit fein Leben zu fristen und für die Seinen zu sorgen. Der Staat und das deutsche Volk statten mit dieser Stiftung ihren Kulturschaffenden den schönsten Dank ab; die Künstler selbst werden der Regierung Dank wissen für die ebenso großherzig wie vorausschauend sich äußernde Sorge um ihr Wohlergehen; sie werden die hohe Verpflichtung begreifen unb sich ihrer roürbig erweisen, bie mit ber Spende „Künstlerbank" zum Ausbruck gebracht wirb. Jebem Kulturträger in Deutschlanb muß es ein erhebenber, sein Lebensgefühl fteigernber, sein Schaffen beflügelnber Gebaute sein, baß auch die Kunst und der Künstler heute bei uns vor drückender Not unb täglicher Sorge um Brot unb Existenz von Staats wegen bewahrt ist. Der „Künstlerdank" ist eine soziale und kulturelle Leistung, auf bie unser Volk stolz sein barf. Reichsinspekteur der Marine-HZ. B e r l i n , 28. Ott. (DNB.) Der Jugenbführer bes Deutschen Reiches hat ben bisherigen Leiter bes Hauptreferats Marine im Amt für körperliche Ertüchtigung ber Reichsjugendführung, Oberbannfuhrer Roedenbeck, mit sofortiger Wirkung unter Beförderung zum Hauptbannführer zum Reichsinspekteur der Marine-Hitler-Jugend ernannt. Hauptbannführer Roedenbeck ist dem Jugenbführer bes Deutschen Reiches in bieser Eigenschaft unmittelbar unterstellt. * Alfred Rosenberg betonte dann, daß alle Auseinandersetzungen in der Wett heute weltanschaulichen Charakter tragen und fuhr dann fort: „Aus den Tatsachen einer kürzeren oder längeren politischen und weltanschaulichen Tradition, aus den Bedingtheiten eines allgemein kulturellen Schicksals und aus mancherlei anderen Gründen leben die Völker und Staaten auch in unserer Zeit nicht in einem Zustande einer gleichartigen und gleichzeitigen Entwicklung. Darum ist der Versuch, eine universal! st ische Staatsiöee für alle Völker zu lehren, von vornherein ein lebensfeindliches Unterfangen, weil eine politische Form, die für das eine Volk verständlich und notwendig ist, die stetige Entwicklung einer anderen Ration in katastrophalster Art zu gefährden oetmag.“ Zu den Vorwürfen, bie von jenseits des Atlantischen Ozeans gegen Deutschland erhoben werden, jagte Alfred Rosenberg, baß sie auf einem M iß - verstehen ber geschichtlichen unb politischen Bedingtheiten beruhten unb zum anberen die Ver- chiebenartigkeit der En t w i ck l ungs- 'tobten übersähen. Wenn aus bem Mißverstehen >er Situation etwa in USA. heute Reben über Zivilisation unb Verwerfung autoritärer Staats- chsterne zu uns herüberklingen, bann muffen wir ber Anschauung Ausbruck geben, baß, ehe derartige Angriffe gegen autoritäre Staaten erhoben werden, man sich erst der zehn bis zwölf Millionen Arbeitslosen annehmen unb ieftftetlen sollte, warum burch einen Raubbau an der Erde acht Millionen Farmer da hin- liechen unb die Wüste in ungeheuerer Weise weiterfrißt. Das einstmals als selbstverständlich an- itenommene „R e ch t" des Einzelne n auf 210= Holzung der Wälder unb Auspflügung ber Prärien hat sich heute bitter gerächt. Alfreb Rosenberg zeichnete bann ben W eg e r kommunistischen Agitation, bie Itets in ben Weltstäbten ihren Ausgang nimmt. Smmer ist es bas Judentum gewesen, bas sich an He Spitze der instinktlos gewordenen Masse setzte, iLtn die Weltzersetzung vorzubereiten. Daß diese Er- lenntnis bereits vor ber Machtübernahme ein Be- jtanbteil bes Nationalsozialismus war, bewies ber l^eichsleiter an feiner 1932 auf bem Europa- ko n g r e ß in Rom gehaltenen Rebe, auf ber bas Thema „Europa" gestellt war. Alfreb Rosenberg sagte: „Ich habe ausgeführt, baß man von einem universalistischen Stanbpunkt Berlin, 28. Okt. (DNB.) Der Besuch des ersten Vortragsabenbs des Außenpolitischen Amtes ber NSDAP, in biefem Winter bewies, wie biese zwangslose Art ber Vertretung grunblegenber Gebauten von Diplomatie unb Presse ebenso wie den führenden Persönlichkeiten des Lebens ber Reichshauptftadt geschätzt wird. Reichsleiter Alfreb Rosenberg, ber selbst sprach empfing seine Gäste am Eingang bes Terrassensaales bes Hotel Ablon. Es waren erschienen die Botschafter ber Türkei, Polens unb Argentiniens, ferner zahlreiche ©efanbte sowie die Geschäftsträger Großbritanniens unb ber Vereinigten Staaten von Amerika. An beutschen Persönlichkeiten waren mit bem Reichsaußenminister Freiherrn von Neurath an ber Spitze erschienen Reichspostminister Ohnesorge, bie Staatssekretäre Dr. Meißner und von Mackensen, Generalinspektor Dr. Todt, ^-Obergruppenführer Lorenz, Gauleiter unb Dberpräfibent Schwebe- Coburg, General ber Polizei Da 1 uege unb SA.-Obergruppenführer von Iagow. nicht eine sogenannte „Idee Europa" postulieren könne. Ich hatte bei meinen Ausführungen m ben Mittelpunkt bie Tatsache gestellt, baß es in erster Linie vier Nationen sinb, bie einen bestimmten Begriff ber Nation aus- aebilbet unb auf bie Geschicke Europas übertragen haben. Jebe ber vier großen Nationen, bie a/s Schicksalsbestimmung erscheinen, hat ihr eigenes „Zentrum ber Glückseligkeit", von bem heraus sie bemüht ist, sich stets neu zu gestalten. Für Italien Hal der Führer des Faschismus den Staat als den höchsten Wert gekennzeichnet. Frankreichs Rationalismus ist unzertrennlich mit der — man darf wohl sagen — Anbetung des Bodens verknüpft. Wer auf französischem Boden lebt, wird gleichsam durch ein mysteriöses Gesetz Franzose, eine Idee, welche die französische Kirchlichkeit mit ihrer Gegnerin, der Freimaurerei, noch stets geeint hat. England, Jahrhunderte hindurch eine fast unangreifbare Insel, brauchte den Mythos des Staates nicht, noch heute herrscht dort die Auffassung der Ration als Gesellschaft. In Deutschland ist es zweifellos derGlaubean das B l u t, der die großen Auftriebe hervorgebracht Hal." Rach der Feststellung, daß Rußland nach Mittelasien zurückgekehrt sei, fuhr Alfred Rosenberg fort: „Wer im Ernst Europa als organische Einheit einer slakken Vielfachheit und nicht als rohe Summation er- strebt, der muß die vier großen Rationalismen als vom Schicksal gegeben anerkennen. Die Zerstörung eines dieser Zentren durch irgendeine Macht würde kein „Europa" zur Folge haben, sondern ein Chaos herbeiführen. So ergab sich für uns damals, baß bie Energien bes heutigen menschenmäßig saturierten Frankreichs sich in erster Linie bem Ausbau seiner afrikanischen Kolonien roibmen müssen. Italien werbe kaum eher zur Ruhe kommen. Die Rede Med Rosenbergs. Nach ben einleitenben Begrüßungsworten stellte Reichsleiter Rosenberg an bie Spitze seiner Rebe bie Tatsache, baß heute fast auf bem ganzen Erb- ball soziale Krisen, politische Aufruhroersuche, Bürgerkriege unb barüber hinausgehenb militärische Auseinanbersetzungen ftattfinben. Einer Ge- sellschaftsorbnung, wie sie im 19. Jahrhunbert ge- bilbet würbe, stehe eine Opposition entgegen, die zweierlei Folgerungen ziehe: Einerseits Umkehrungen ber Vorzeiten und Diktatur ber einen iiber bie anbere Klasse, anberseits bie Durchsetzung von natürlicher Gesetzmäßigkeit, Charakter unb Schicksalsbebingtheit. Der Träger ber ersten Oppositionsauffassungen sei ber Bolschewismus. „Die bolschewistische Bewegung erkennt Bieber weltanschaulich noch politisch einen tieferen Unterschied zwischen Rassen, Völkern, Charakteren an, sondern erstrebt eine neue, auf ben niebrigften Instinkten aufgebaute Diktatur über alle Nationen ber Welt. Ganz gleich, wie manche Staatsmänner bie innenpolitische Situation ihres Laubes ober bie Zustänbe anberer Völker auch bewerten mögen, so sollte man glauben, baß sie alle bestrebt sein müßten, zu minbesten bie inneren Auseinanbersetzungen vor Eingriffen revoltierender fr em« berMächtezu bewahren. In Wirklichkeit stehen wir vor bem sonderbaren Phänomen, baß Persönlichkeiten, bei benen wir unzweifelhaft Anteilnahme am Geschick ihres eigenen Volkes annehmen müssen, nicht baoor zurückscheuen, mit Mächten in engste politische Beziehung zu treten, beren Endziel ganz eindeutig gar kein anderes sein kann, als auch die kulturell-religiösen und allgemeinen natio- aalen Ueberlieferungen gerade auch dieses Volkes zu Interhöhlen unb machtpolitisch z u st ü r z e n." eifere 44 Millionen Reichsmark für die denischen Künstler. Or. Goebbels stellt der Spende „Künstlerdank" abermals einen bedeutenden Betrag zur Verfügung. > Diente! les hervonagZ erfafitrs rt jn.3,60- chhandlunS" gelt Verlas de -- -kr "XI tatet eil. für 4 M RA. >8,95 । A . ‘U h e> I 9 erhielt» r/ RA.» tanbunn Rastung geworbe. priinbeit schloß 9 'n üb.. n hielte^ n Eisen.' Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberheffen Druck und Verlag: vrSHIsche Universitätsdruckerei «.Lange in Stehen. Schristleitung und Geschäftsstelle: Schuistrahe 7 tigsten Gebiete seines Aufgabenbereichs zu nennen: weiter aber erstreckt sich seine Zuständigkeit als Präsident der Reichskulturkammer auf den Gesamt- bereich deutschcr Kultur und deutschen Kulturschaf- iens Darüber hinaus aber reicht fern Wirken als Gauleiter der Reichshauptstadt und Reichspropagandaleiter der Partei, als Organisator der großen Wahlkämpfe, Kundgebungen und Feiertage der Partei und des Staates — entsprechend dem autoritären Totalitätsprinzip des Nationalsozialismus, das seine Rechtfertigung und Grenze findet allein in dem Willen des Führers In dem Redner Dr. Goebbels — als solchen kennt ihn der letzte deutsche Volksgenosse und durch den Rundfunk fast die ganze Welt — tritt dieser umfassende Charakter seines W'rkens im Dienst von Partei und Staat am sichtbarsten in Erscheinung: denn vor wie nach der Machtergreifung vermitteln alle seine Reden, soweit sie nicht aus einem besonderen Anlaß sich vorwiegend mit einem Spezialthema beschäftigen, eine Gesamtschau des deutschen Lebens und seiner Erfordernisse, ähnlich wie die großen und in ihrer Art einmaligen Reden des Führers selbst, der für Deutschland einen gänzlich neuen Begriff der Politik als höchste Kunst schuf. Und so ist auch Dr. Goebbels Künstler und zugleich Politiker — und als Politiker ein Künstler in seinem Aufgabenbereich. Der junge Goebbels, der in Bonn, Freiburg, Würzburg, München, Heidelberg, Köln, Frankfurt und Berlin Geschichte, Kunstgeschichte, Literaturgeschichte und Philosophie studierte und 1920 in Heidelberg zum Dr. phil. promovierte, gehört zu jenen „in ihrem Innern musisch veranlagten Menschen", von denen der Führer in seiner großen Kulturrede auf dem diesjährigen Reichsparteitag in Nürnberg sagte, daß „sie heute Geschichte machen, statt sie zu beschreiben", weil sie das Schicksal hin- einstellte in eine Zeit, die Kämpfer brauchte und hervorbrachte. Wie wenigen Männern aber ist es beschieden, daß sie schon mit vierzig Jahren auf eine Leistung zurückblicken können, die in der Geschichte ihres Volkes unvergessen bleiben wird. Keiner aber auch wird besser darum wissen, als eben Dr. Goebbels selbst, was und wieviel noch zu tun bleibt, um all das zu verwirklichen, was vorläufig noch revolutionäres Ideal und Ziel geblieben ist. Welche Aufgabe für kommende Jahre und Jahrzehnte, wenn die Lebenskurve mit vierzig Jahren noch immer nach oben geht! Sondersendung des Rundfunks zum Geburtstag von Dr. Goebbels. Berlin, 29. Oft (DRB.) Zum heutigen Ge- burtstag des Reichsminisiers und Gauleiters Dr. Goebbels bringt der Deutschlandsender mit den Reichssendern Berlin, Köln, Stuttgart, München, Leipzig, Breslau, Königsberg und dem Landessender Danzig um 18.30 Uhr eine Z u - sammenstellung von Schallaufnahmen, die ein lebendiges Bild vom Menschen und politischen Kämpfer Dr. Goebbels geben, liebet die Reichssender Hamburg, Frankfurt und Saarbrücken geht die Sondersendung um 2 2.15 Uhr. Die Sendung bringt u. a. Ausschnitte aus der großen Reichstagsrede vom 2 3. Februar 1 932, in der Dr. Goebbels vernichtende Abrechnung mit dem Systemkanzler Brüning hielt. Erschütternd — und zugleich in eine neue Zukunft weisend — sind feine Worte bei der Weihe des Sterbezimmers horst Wessels im Oktober 1933. Abschließend folgen Gespräche mit Arbeitern und Bauern, die den Doktor als volksverbundenen und fürsorgerischen Kameraden zeigen. Reichsminister Dr. Goebbels mit seiner Gattin und seinen Kindern Helga, Hilde und Helmut. — (Scherl-Btlderdienst-M. — Röhr.) 777 I M '„v H Mussolini spricht am iS.Zahrestage des Marsches auf Rom. 0er Duce fordert für Deutschland den ihm gebührenden Platz an der Gönne Afrikas. R o m, 29. Okt. (DNB.) Am Jahrestag des Mar- fches auf Rom ist die italienische Hauptstadt in ein Fahnenmeer verwandelt. In aller Frühe bereits marschieren 100 000 politische Leiter zum großen Appell auf dem Forum Mussolini. Im weiten Rund des Stadions sind die hoch aufragenden Ränge mit Schwarzhemden bis auf den letzten Platz besetzt. Ein Kranz von Fahnen, unter denen man auch wiederholt das Hakenkreuz bemerkt, umsäumt das imposante Bild, dessen Abschluß die das Stadion umgebenden Hügel bilden. Längs der Ehrentribüne, auf der sich di ^Abordnungen der NSDAP, unter Führung des Stellvertreters des Führers Reichsminister Rudolf Heß befinden, haben die 200 Braunhemden mit den 28 Fahnen der italienischen Ortsgruppen der Auslandsorganisation der NSDAP. Aufstellung genommen. Bei ihrem Erscheinen wird die Abordnung der NSDAP, immer wieder umjubelt. Beifallsstürme verkünden das Nahen des Duce, der unter immer neuen Ovationen das Podium besteigt, auf dem die Standarte des Duce, die Parteistandarte und die Standarte der ersten faschistischen Ortsgruppe Mailand aufgezogen sind. Parteisekretär S t a r a c e meldet dann die Zahl der rund 11,4 Millionen Männer und Frauen, die in der faschistischen Partei und in den faschistischen Organisationen zusarn- mengefaßt sind. Nach seinem mit stürmischer Begeisterung aufgenommenen Gruß an den Duce als dem Begründer des faschistischen Imperiums ergreift Mussolini das Wort. Kameraden!, so sagte er, 15 Jahre sind seit den Tagen vergangen, in denen sich ein für das Leben unserer Nation historisch höchst bedeutsames Ereignis abspielte. Nachdem die faschistischen Kampfbünde den Kommunismus und seine direkten und indirekten Helfershelfer hart bekämpft und geschlagen hatten, nachdem sie ihr edles Blut in allen Gauen Italiens vergossen hatten, marschierten sie auf Rom, um eine politische Klasse zu stürzen, die in der verabscheuungswürdigen und zerfetzenden Form des demokratischen und liberalen Parlamentarismus nicht mehr den Anforderungen der neuen Zeit entsprach. Am 28. Oktober 1922 begann jene faschistische Revolution, die schon 15 Jahre andauert. Die Revolution ist zum Regime geworden und das Regime ist immer mehr m i t dem italienischen Volk eins geworden, mit dem energischen und starken italienischen Volk, mit dem ein Waffengang für jedermann äußerst gefährlich wäre. Wenn wir in Gedanken einen Augenblick rückwärts blicken, können wir mit ruhigem Stolz feststellen, daß wir während dieser geschichtlichen Periode große Taten vollbracht haben, die alle in der einen ihren strahlenden höchsten Ausdruck finden, im wiederer- standenen Imperium Roms. Wir find glücklich, daß der Führer eine Abordnung feiner hervorragendsten Männer nach Rom entsandt hat, die Kameraden Heß, Frank, Luhe, Wagner und die sie begleitenden Kameraden, die Vorkämpfer und Rattonal- fozialisten der ersten Stunde, Verwundete des Weltkrieges und der Revolution. Rach den unvergeßlichen Tagen von München, Mecklenburg, Essen und Berlin bildet ihre Anwesenheit bei unserer Feier Beweis, daß sich neben der politischen Akte eine immer engere Solidarität zwischen beiden Regimen und eine immer aufrichtigere Freundschaft zwischen den beiden Völkern entwickelt. Nachdem der Duce die politischen Leiter der faschistischen Partei an die Tradition ihrer Grundtugenden erinnert und den Grundsatz „Das Kapital sei dem Staate untergeordnet" betont hatte, fuhr er fort: „Kameraden! Unter welchem Zeichen wollen wir das 16. Jahr der faschistischen Zeitrechnung beginnen? — Das Zeichen ist in dem einfachen Wort enthalten: Friede! Dieses Wort ist von den blökenden Herden der reaktionären, sogenannten Demokratien viel gebraucht und mißbraucht worden. Aber wenn dieses Wort über unsere Lippen kommt, von uns Männern ausgesprochen wird, die wir gekämpft haben und bereit sind zu kämpfen, so erhält dieses Wort seine tiefe, feierliche und menschliche Bedeutung zurück. Damit dieses Dort wieder dauerhaft und fruchtbar sei, ist es notwendig, den Kommunismus aus Europa und zunächst aus Spanien a u s z u s ch a I t e n. Es ist notwendig, daß einige schreiende und absurde Klauseln der „Friedensverträge" revidiert werden. Es ist notwendig, daß ein großes Volk wie das deutsche Volk den Platz wieder erhält, der ihm gebührt und den es an der Sonne Afrikas innehatte. Es ist schließlich notwendig, daß man Italien in Ruhe läßt, weil es sich mit seinem Blut und mit seinen eigenen Mitteln sein Imperium geschaffen hat, ohne einen einzigen Quadratmeter fremder Imperien anzutasten. Kameraden, erhebt die Standarten in der Glorie der Sonne Roms! Es sind nicht nur die Banner einer Idee, einer Weltanschauung, einer Revolution, es sind d i e Banner des Jahrhunderts, dieses Jahr- Hunderts, des Jahrhunderts des Faschismus." H H / u : . .x'.'W Ä - W f V w > 1 z * ? ' Ä X * « ’ n vw, ) .ÄM- Am Abend des Ankunftstages empfing der Duce den Stellvertreter des Führers Reichsminister Rudolf Heß in feinem Arbeitszimmer im Palazzo Venezia in Rom. Unser Bild zeigt während des Empfangs von links: Botschafter von Hassell, Rudolf Heß, Graf Ciano, Mussolini, Reichsleiter Dr. Frank, Stabschef Lutze, Gauleiter Adolf Wagner, ganz rechts Gauleiter Terboven. — (Scherl-Bilderdienst-M.) Auszeichnung der Vesten durch den Duce. R o m , 28 Okt. (DNB.) Mussolini hatte Donnerstag nachmittag Rudolf Heß und die Abordnung der NSDAP, eingeladen, der feierlichen Verleihung von Tapferkeitsmedaillen an die Hinterbliebenen in Abessinien gefallener Faschisten und von Urkunden für besondere Leistungen an Arbeiter, Bauern und Sportler aus ganz Italien beizuwohnen. In der großen Sala Regia des Palazzo Venezia war das gesamte D t - rektorium d e r Faschistischen Partei bereits versammelt, als die Abordnung, von begeistertem Händeklatschen empfangen, eintraf. Kurz darauf erschien auch Mussolini, der zusammen mit dem Stellvertreter des Führers die in einem großen Viereck angetretenen Reihen der Männer und Frauen abschritt. Der Duce verlieh sodann den Vätern, Müttern und Brüdern gefallener Helden die Tapferkeitsmedaille, überreichte den tüchtigsten Bauern, den Siegern der Berufswettkämpfe und hervorragenden Sportlern mit anerkennenden Worten Ehrendiplome. Zuvor hatte Parteisekretär Sta- race dem Duce, wie alljährlich, dit Mitgliedskarte Nu mm erl für das Jahr XVI der faschistischen Zeitrechnung überreicht Bei sinkender Nacht . erstrahlten das Foro dell'Jmpero Fascista mit dem Nationaldenkmal wieder in festlicher Beleuchtung, während von den Stufen des Vit- toriano zum Abschluß des denkwürdigen Tages noch einmal die Kampf- und Weihelieder des Faschismus aus dem ehernen Munde von 2000 Blasinstrumenten den Heimkehrern das Geleit gaben. Frankreich zur Rede des Duce. Paris, 29. Okt. (DNB. Funkspruch.) Das „Echo de Paris" schreibt, Mussolini habe noch nie so „deutlich und brutal" die Wiedergabe der afrikanischen Kolonien an Deutschland gefordert. Frankreich weigere sich nicht, Mittel und Wege zu suchen, um Deutschland an der Aufwertung Afrikas zu beteiligen. Aber es bleibe dabei, daß kein Abkommen in der Kolonialfrage ins Auge gefaßt werden könnte, falls nicht auf der anderen Seite ein Versprechen gegeben werde, „die Verträge zu achten und sie nicht mehr einseitig aufzukündigen oder zu verletzen" Die französische Gegenforderung sei nicht übertrieben, denn wenn man Deutschland freie Hand lassen wollte, seine Rohstoffquellen zu vermehren, ohne von ihm gleichzeitig gewisse Garantien seines Friedenswillens zu fordern, würde man dann nicht nur eine bereits getzen Frankreich gerichtete militärische Macht vergrößern? Die „Epoque" möchte die Kolonialerklärung des Duce mehr an die Londoner als an die Pariser Adresse gerichtet deuten. Denn England und seine Dominien seien die Erben des größten Teiles der deutschen Kolonien im Jahre 1919 gewesen. Das Blatt bezeichnet den Artikel der „Times" zur Kolonialfrage als geradezu erstaunlich. Man glaube zu träumen, wenn man in einem großen englischen Blatt lese, daß Deutschland das Kolonialrecht zugestanden werden müsse, nachdem es vor 18 Jahren als unwürdig erklärt worden sei. Man reibe sich die Augen, wenn man in dem glei- chen Blatt lese, daß man nicht gutes erreichen würde, falls man die Expansionskraft des Reiches brechen wollte. Nachdem man unklugerweise die Finanz- und Militärklauseln des Friedensoertrages habe zunichte machen lassen, käme man heute zu den territorialen. Diese aber dürften auf friedlichem Wege am schwierig st enzu lösen sein. Das Echo in London. London, 29. Okt. (DNB. Funkspruch) Für die Londoner Morgenpresse ist die große Rede des Duce die Hauptmeldung des Tages. Im „Daily Telegraph" wird das Friedensbekenntnis des Duce als eine begrüßenswerte Versicherung bezeichnet, daran aber die Einschränkung geknüpft, Mussolini lasse jedoch große Zweifel bestehen über das, was er unter Frieden verstehe. Dem „Daily Tele» araph" ist es augenscheinlich unangenehm, daß Mussolini die deutsche Kolonial forderung vor der Weltöffentlichkeit so nachdrücklich unterstrich. Das Blatt mäkelt, Deutschland könne doch wohl für sich selbst sprechen. Wenn man die Kolonialforderung auf friedlichem Wege bereinigen wolle, so könne das nur durch Verhandlungen zwischen den direkt Betroffenen geschehen. Im übrigen könne man die deutsche Kolonialfrage aber nur in einem günstigen Augenblick aufgreifen. Die augenblickliche internationale Lage sei aber nicht so. Die britische Nation sei sehr wohl bereit, im guten Einvernehmen mit Deutfchland zu [eben und auf friedlichem Wege alle Forderungen zu besprechen, die guten Beziehungen im Wege stünden. Zwei Vorbedingungen müßten allerdings in der Kolonialfrage erfüllt werden. Zunächst müßte eine genaue Erklärung abgegeben werden, was gefordert werde und zweitens eine Versicherung, daß ein Abkommen zu einer wirklichen Befriedung führe und nicht neue Forderungen auslöse. ©er Führer beglückwünscht Mussolini zum Jahrestag des Marsches auf Rom. Berlin, 28. Okt. (DNB.» Der Führer und Reichskanzler hat an' den italienischen Ministerpräsidenten Mussolini folgendes Telegramm gerichtet: „In dankbarer Erinnerung an die Tage, die ich gemeinsam mit Eurer Exzellenz in Deutschland verleben durfte, nehme ich an der heutigen Feier des faschistischen Italien besonderen Anteil. Mit mir gedenkt das ganze deutsche Volk des heute vor 15 Jahren von Ihnen so wunderbar begonnenen Marsches auf Rom, der nicht nur für die Geschichte Italiens, sondern für d i e ganze europäische Entwicklung einen Wendepunkt bedeutet. Mit meinem herzlichen Glückwunsch zum heutigen Tage verbinde ich meine wärmsten Wünsche für Ihr persönliches Wohlergehen wie für Ihre Arbeit im Dienste der italienischen Nation und für unsere gemeinsamen Anstrengungen für die europäische Kultur und den europäischen Frieden. Gez.: Adolf Hitler." Moskau zahlt nicht mehr an den Nichteinmischungsausschuß. London, 28. Okt. (DNB.) Wie „Evening News" wissen will, hat Sowjetrußland dem Vorsitzenden des Nichteinmischungsausschusses, Lord Plymouth, in einer Note mitgeteilt, daß Sow- jetrußland keine weiteren Beiträge mehr an das N i ch t einmischungsa m t für die Kosten der Kontrolle in der jetzigen Form zahlen wolle. Das bedeute allerdings nicht, heißt es in dem Blatt weiter, daß Moskau sich von dem Nichteinmischungsabkommen zurückziehe. 0te Unruhen in Marokko. Paris, 29. Okt. (DNB. Funkspruch.) Die Un- ruhen in Französisch-Nordafrika halten weiter an. In Oudjada hatten mehrere hundert Eingeborene einen Protestzug gebildet. Die Polizei wurde von den Eingeborenen mit einem Hagel von Steinen empfangen und mußte von der Waffe Gebrauch machen. Man zählt etwa 30 Verletzte, darunter einen Polizeibeamten. In Fez explodierte eine bei Zusammenstößen geworfene Bombe, als ein junger Eingeborener sie auf der Straße aufheben wollte, um sie bei der Polizei abzuliefern. Der Eingeborene wurde getötet, sechs weitere Personen erlitten lebensgefährliche Verletzungen. Die Stadt ist militärisch besetzt, um weiteren Ruhestörungen vorzubeugen. Im „Matin" sagt ein Kenner der Verhältnisse, das Ziel der nationalarabischen Verschwörung fei gewesen, nach einer Reihe von Aufständen die allgemeine Verwirrung im Lande auszunutzen, um einen Staatsstreich zu versuchen, und eine marokkanische Regierung auszurufen, deren Zusammensetzung schon festgelegt gewesen sei. Der am 25. Oktober in Fez verhaftete Eingeborenenführer Allal ei Fassi war als König ausersehen. Die Bewegung gründe sich in erster Linie auf religi öfer Ebene. Es handele sich nicht um eine Verbesserung der Lage der armen Bevölkerung, sondern um eine Verschwörung geistiger Führer. Deshalb habe die Regierung sich in einen Kampf ohne Gnade eingelassen, um das Land von der Unordnung zu befreien. Kleine politische Nachrichten. Der Führer und Reichskanzler hat dem Präsidenten der türkischen Republik anläßlich des türkischen Nationaltages drahtlich seine Glückwünsche übermittelt. * Der König der Belgier hat den Finanzminister de Man mit der Regierungsbildung beauftragt. Henri de Man ist zweiter Vorsitzender der belgischen sozialdemokratischen Partei. * Wie Kolonialminister Ormsby-Gore im Unterhaus mitteilte, hat der Oberkommijjar für Palästina, Sir Arthur W a u ch o p e, der sich aus Gesundheitsgründen in England befindet, mit Rücksicht auf feinen Gesundheitszustand um Enthebung von feinem Posten t m Frühjahr nächsten Jahres gebeten. Der Kolonialminister sprach Sir Arthur Wauchope feine Anerkennung für feine hervorragenden Dienste für den Staat aus. V M Sk. WÄ 7 I Wußten Sie, daß es das gibt? XP-Gespräch Wer keinen eigenen Femsprechanschluß hat, kann durch einen besonderen Boten schnellstens aufgefordert werden, Sie anzurufen. Die Postkarte gilt für ihn als Ausweis zur kostenlosen Führung des Gespräches von der darauf vermerkten öffentlichen Fernsprechstelle aus. XP-Gespräche im Ort und nach anderen Orten sind beim Fernamt anzumelden. R-Gespräch Wenn es güt, kurze Nachrichten an eine oder mehrere Personen in einem kleinen Ort weiter zu geben, wo der Femsprechdienst von Postagenten, Inhabern von Poststellen, Hilfsstellen oder gemeindlichen öffentlichen Sprechstellen versehen wird, so ist dies durch die Anmeldung eines N-Gespräches auf dem Wege über das Fernamt für jeden Fernsprechteilnehmer möglich. Zeitansage - Weckruf - Wetterdienst Ihr Fernsprecher sagt Ihnen auf Wunsch die genaue Zeit an. Der Auftragsdienst weckt Sie gegen eine geringe Gebühr pünktlich und zuverlässig. Auch die Wettervorhersage gibt Ihnen der N. B. Audi der Münzfernsprecher undjede andere öffentliche Femsprechstelle, die Sie an die»em Zeichen erkennen,ist„Ihr* Femsprtdier.D'iese Fernsprecher bieten Ihnen die gleichen Möglichkeiten wie der eigene Anschluß daheim. Ihr Fernsprecher kann mehr, als Sie vielleicht glauben ! Unendlich vielseitig sind die Möglichkeiten, in denen Ihr Fernsprecher Rat und Hilfe schaffen kann - in denen er Ihnen zu dienen vermag neben dem alltäglichen, gewohnten Verwendungszweck. Kennen Sie schon alle diese Möglichkeiten? Es wäre doch falsch und unwirtschaftlich, das, was Ihnen jederzeit gegen geringe Gebühr zur Verfügung steht, nicht auch voll auszunutzen. Lesen Sie deshalb einmal die ersten Seiten des Amtlichen Fernsprechbuches durch, Sie werden erstaunt sein über die Fülle der neuen Dinge, die es da zu hören gibt - Sie werden weiterhin erstaunt darüber sein, für welch’ geringe Gebühren Ihnen Ihr Fernsprecher alle diese Dienste leistet. Schon angesichts der wenigen Beispiele, die wir hier folgen lassen, werden Sie feststellen können, daß Sie nicht einmal diese Möglichkeiten bisher voll gekannt haben. Auftragsdienst an. Auftragsdienst Nachrichten-Annahme und •Weitergabe Während Ihrer Abwesenheit vermerkt der Auftragsdienst auf Wunsch jeden Anruf, er gibt den Anrufenden Auskunft und nimmt Mitteüungen für Sie entgegen. Ferngespräche können auf einen anderen Anschluß im selben Ort umgelegt werden, bei dem Sie sich aufhalten. Die eingegangenen Nachrichten können Sie jederzeit unter einem Kennwort, auch vom Münzfernsprecher oder von einem anderen Teilnehmeranschluß aus, vom Auftragsdienst erfragen. Nachrichten, die'Sie an mehrere .andere Fernsprechteilnehmer gleichzeitig übermitteln wollen, gibt der Auftragsdienst für Sie durch. Der Fernsprecher ist der vollkommene mittler unserer Zeit xum Nachrichten- und Gedankenaustausch von Mensch xu Mensch. So wird er auch xum vielseitigen Helfer und Freund für jeden, der seine Möglichkeiten xu nutxen weiß. Bom goldenen Schnitt und der hohen Kanie. V. A. Ein Mann der Wirtschaft sprach von dem „goldenen Schnitt des Lebens". Er meinte damit die Forderung an jeden einzelnen Volksgenossen, der verantwortungsbewußt an der immer weiteren Hebung des Lebens st andards der Nation Mitarbeiten will, seinen eigenen kleinen Haushalt in Ordnung zu halten, um somit zur Ordnung des großen Haushaltes der Volksgemeinschaft beizutragen. Es ist nicht mit dem üblichen Satz getan: „Wir dürfen nicht alses verbrauchen, was wir verdienen — wo kämen wir sonst hin!" Sparen und vorsorgen sind eine staatsbürgerliche Pflicht. Sparen und vorsorgen müssen ausgerichtet werden nach einem allgemeinen Plan, wenn die volle Wirkung erreicht werden soll. Zahlen beweisen, daß die breite Masse des Volkes von dem Augenblick an, in dem sie von Not und Elend befreit und wieder in Arbeit und Brot gesetzt wurde, mit einem starken Willen an den Ausbau einer gesicherten Zukunft herangegangen ist. Die Einlagen bei den deutschen Sparkassen, die im Jahre 1933 11,1 Milliarden Mark betrugen, hatten Ende 1936 eine Zunahme um 3,5 Milliarden Mark erfahren. Man hat diese Steigerung der Einlagen als das „deutsche Sparwünder" bezeichnet. Wenn man den anderen Gradmesser der vermögensbildenden Kräfte heranzieht, die L e b e n s Versicherungssumme, so wird dieses „Wunder" noch größer. Denn im Verlauf des gleichen Zeitraumes, in dem die Spareinlagen sich um 3,5 Milliarden Mark erhöhten, steigerte sich die deutsche Lebensversicherungssumme von 18,2 Milliarden Mark auf 23 Milliarden Mark, das heißt um 4,8 Milliarden Mark. Was dies mit dem goldenen Schnitt des Lebens zu tun hat? Es bedeutet, daß jeder einzelne bei der Ausstellung seines Finanzhaushalts die Ausgaben, die der Deckung laufender Bedarfsanforderungen dienen so ausbalancieren muß, daß immer noch hinreichende Mittel für vermögensbildende Zwecke übrigbleiben, das heißt Gelder die in Form von Lebensversicherungsbei- träaen oder Spareinlagen dem Aufbau eines künftigen Vermögens und der wirtschaftlichen Fundierung der nächsten Generation dienen. Wer anders handelt, handelt verantwortungslos gegen die Interessen der ihm anoertrauten Familie und gegen die Interessen der Volksgemeinschaft. In einem georö= neten Wirtschaftssystem ist der Volksgenosse auch in seiner Eigenschaft als Sparer ober als Lebens- . versicherter nicht Privatmann, der sich für leinen Lebensabend etwas auf die „hohe Kante legt. Die Gelder, die von den Volksgenossen für Versiche- rungs- und Sparzwecke aufgebracht werden, üben eine Funktion aus, die für das g a n z e W i r t- fchaftsleben von entscheidender ^deutung ist. Es ist ja doch nicht so, daß die eingezahlten Lebensversicherungsprämien oder Sparbetrage irgendwo vergraben werden, sondern sie stießen unter der schärstten Kontrolle der dazu bestimmten Organe befruchtend und l e b e n s s p e n d e nd m die Gesamtwirtschaft. Sie geben wiederum Millionen von Volksgenossen Arbeit und Brot. Steigende Steuereinnahmen des Reiches. Berlin, 28. Oft. Besprechungen, die schon am Nachmittag unter den Mitgliedern des Ausschusses und der Dekanatsver- trauensleute stattgefunden hatten, in erweitertem Kreise fortgesetzt. Nach Eröffnung durch den Vorsitzenden' des Verbandes, Pfarrer Schmidt (Lau» bach), und Begrüßung der Teilnehmer durch Pmr- rer Di ebener im Auftrage der Mainzer Geistlichen sprach Pfarrer Niemann aus Bielefeld vor den aus Hessen, Nassau und Frankfurt a. M. erschienenen Helfern und Helferinnen über die Frage der inneren Vorbereitung für den Kinber- gottesbienft. Der Sonntagvormittag brachte Festgottesdienste in allen drei Mainzer evangelischen Kirchen, sowie an beiden Predigtstätten im Stadtpark und in der Neustadt. So war die ganze Tagung mitten hineingestellt in das kirchliche Gemeindeleben, und so wurde der Ruf: „Das Evangelium den Kindern" den Gottesdienstbesuchern als eine für christliche Eltern unerläßliche Verpflichtung dargestellt. Hierauf vereinigten sich einige hundert Kinder mit auswärtigen Helfern, Eltern und Freunden der Kindergottesdienstsache zu einer gemeinsamen Feier. Pfarrer Niemann versah den Dienst vor der zahlreich erschienenen Gemeinde der Kleinen und Großen. „Gehorsam vor Gott" war das Zielwort seiner Unterweisung. Den Nachmittag füllte die Hauptversammlung des Verbandes aus, an der 200 Helfer und Helferinnen sich beteiligten. Pfarrer Schmidt (Laubach) sprach Namens des Kindergottesdienstverbandes den Dank der Gäste für die Vorbereitung der Tagung und für die freundliche Aufnahme aus, die sie in Mainz gefunden. Er gab der Genugtuung Ausdruck, daß die evangelische Gemeinde Mainz lebhaftes Interesse an diesem Zusammensein bekundet habe. Der von dem Vorsitzenden erstattete Jahresbericht ging auf die Entwicklung der Arbeit in der letzten Zeit ein und wies besonders auf die Neueinrichtung bet Helferfreizeiten, wie bie in Nieber-Ramstabt, unb auf die mit Erfolg begonnenen Bezirkskonferenzen, wie die in Alzey, hin. Es wurde die Ab- haltung von Eltern- und Mütterabenden zwecks Schäftung regerer Beziehungen zu den Eltern der Kinder empfohlen. Den Gruß der evangelischen Jugendgemeinde Mainz erbot Herr Behm von der lanbeskirchlichen Iugendkanzlei. Nach der Kaffeepause sprach noch einmal Pfarrer Niemann über das Thema: „Der Helfer, von 'emem Herrn berufen, in seinem Beruf." In der abschließenden Aussprache wurde klar: die Frage nach dem Rechte unb ber Bebeutung bes Kinber- gottesbienftes erfährt in kirchlichen Kreisen eine eindeutige Bejahung. Der Kinbergottesbienst barf in feiner evangelischen Gemeinde mehr als Nebensache betrachtet werden. DR. OETKERS Backölen und-Aromen tl. les 9t* 9e* K w lUj) ijpt M von. m u9tr stes, Inter. Segeir einet J'm 's die Un9i* Der. °chen. lebet, wohl rupel. ^lzen -kenn* )onbel »g. ei hat 9 in Ver- Wein* ,meh. lichem 9 von ’nuno) Weg en als ft ober m die sank lertiem i und Amts Ng tg des )e am ti Eik nmufi- Be[prt- t B afsti' itenern i Üot« (lau* Ä'ar* M‘ (ereil) A c b'.e linber* ibiert , sOll! in bn hinein' inb |o nbern' ristliche heraus u$wär* ckder« Wt; zahl' > Gro* , seiner ma des lelferin* aubachs des den lagung s sie in usbrinf, -bhastes >t habe. !sbericht : letzten richtung imftabt kskonfe« die Ab' zwelts ern der gelische" von der Pfarrer et, von In der . Frage Kinder- ine ein- darf }n bensache ttr.255 Drittes Blatt Gießener Anzeiger sGenerai-Anzeiger für Oberhessen) Zreitag, 29. Oktober l937 Lustschuh ist Selbstschutz? hoben G. Quedenfeldt und Eugen Rex geschaffen, die musikalische Bearbeitung Karl Tutein. Musikalische Leitung Kapellmeister Joachim P o p e l k a , Spielleitung Karl Ludwig Lindt. Einstudierung der Tänze'und choreographische Leitung Ballettmeisterin Irmgard Zenner. Im 1. Akt als Tanzeinlage Aubers „Tarantella", getanzt von Irmgard Zenner und der Tanzgruppe Einstudierung der Chöre Heinz Markwardt. Entwurf und Ausfertigung der in eigener Werkstatt hergestellten Kostüme: Sophie Buchner und Willi Endrich. Bühnenbilder Karl Löffler. Diese Vorstellung findet als 6. Vorstellung der Freitag-Miete statt. Anfang 20 Uhr, Ende 23 Uhr. ________________________ Dornoiizen. Tageskalender für Freilag. Stadttheater: 20 bis 23 Uhr „Eine Nacht in Venedig". — Gloria-Palast, Seltersweg: „Die Tänzerin und der Diplomat". — Lichtspielhaus: „Zauber der Boheme". — Oberhessischer Kunstverein: 17 bis 18 Uhr Ausstellung im Turmhaus am Brandplatz. Erstaufführung „Eine Nacht in Venedig". Aus dem Stadttheaterbüro wird uns geschrieben: Heute abend findet die Erstaufführung der Operette „Eine Nacht in Venedig" von Johann Strauß statt. Die Neubearbeitung nach F. Zell und R. Genee „Slawische Tänze" im Sladllhealer. Die 3 Morgenveranstaltung des Stadttheaters am Sonntag, 31. Oktober, bringt „Slawiscye Tänze". Tänze von Chopin, Dvorak und die Nußknacker- suite von Tschaikowsky. Musikalische Leitung Kapellmeister Joachim P o p e l k a , Choreographie Irmgard Zenner. Da die Nachfrage nach Eintrittskarten sehr stark eingesetzt hat, bitten wir, diese im Vorverkauf zu entnehmen. Es wird darauf aufmerksam gemacht, daß die Veranstaltung Punkt 11.30 Uhr beginnt! Zuspätkommende können erst nach Beendigung der einzelnen Tänze eingelötet werden. Hitler-Jugend Bann 116 Gießen. Velr.: Dochenendschulung des Unlerbannes 1/116 am 31.10. Die gesamte Führerschaft des Unterbannes 1/116 tritt am kommenden Sonntag, 31. Oktober, um 8 Uhr, am Heim der Marine-Gefolgschaft 1/116, Roon- straße 28, an. Dienstanzug: Vorschriftsmäßiger Win- terdiensianzug. Dienstplan: 8 bis 12 Uhr Heim der MHI., 13.30 bis 17 Uhr Trieb (13.30 Uhr Antreten VolkLyalle, Ostseite). Für den Nachmittagsdienst ist mitzubringen: Brotbeutel und vorschriftsmäßiges HJ.-Sportzeug. Gefolgschaft 15/116, Großen-Linden. Anläßlich des Uebergangs unserer 18jährigen Hitlerjungen in SA., NSKK., ff und Partei findet am 30. dieses Monats eine Abschiedsfeier im Saalbau Schaum zu Großen-Linden statt. Hierzu find alle Volksgenossen herzlichst eingeladen. Velr.: Theaterring. Am Freitag, 29. Oktober, zwischen 17 und 18 Uhr, sind die Karten zur 2. Vorstellung des Theaterrings am 1. November auf der Verwaltungsstelle des Bannes 116 abzuholen. Gleichzeitig weise ich nochmals auf den Besuch der Morgenveranstaltung am Sonntag, 31. Oktober, „Slawische Tänze", zu 0,25 Mark hin. BOM.- u. ZM.-!lntergau 116, Gießen. Anläßlich der Kundgebung zur „Woche des deutschen Buches" am 2. November in der Aula der Universität mit dem Dichter Heinrich Z i l l i ch treten die Mädel- und JM.-Gruppenführerinnen des Standortes Gießen mit je einer Scharführerin um 19.45 Uhr an der Universität an. 0.30 Mark für die Eintrittskarte ist mitzubringen! Jungmädelschulung. Am Freitag, 29. Oktober, 18 Uhr, kommen alle Schulungsmädel des JM.-Untergaues auf dis Dienststelle zur Besprechung der Schulungsarbeit. Frauenschast der Ortsgruppe Süd. Ende November DerdunkelungSübung Im Bereiche der Stadt Gießen wird Ende November wieder eine große Derdunke- lungsübung stattfinden, um die Bevölkerung nach den verheißungsvollen Anfängen der vorjährigen Uebungen im zivilen Luftschutz weiter zu schulen. Der Vorbereitung der neuen Hebung diente eine Besprechung, die "am gestrigen Donnerstagnachmittag auf Einladung des örtlichen Luftschutzleiters, des stellv. Polizeidirektors Major und Kommandeur der Schutzpolizei Koch, im Saale des Standartengebäudes stattfand. Vertreter der Partei und ihrer Gliederungen, der Wehrmacht, aller Behörden und öffentlichen Organisationen, der Wirtschaft usw. nahmen an dieser Zusammenkunft teil. In eingehenden Darlegungen des Luftschutzleiters, Polizei- major Koch, und seines Sachbearbeiters, Polizeiobermeister Zimmer, wurden alle Erfordernisse und Gesichtspunkte dargelegt, die nicht nur für das Gelingen der bevorstehenden Hebung von großer Wichtigkeit sind, sondern die überhaupt allgemeine Gültigkeit auch für den Ernstfall haben und bestimmt sind nach dem Grundsatz, daß Luftschutz Selbstschutz ist, darüber hinaus aber auch dem Wohle der Gesamtheit dient. Diese Hebungen müssen als Vorbereitung für den Ernstfall angesehen werden, der zweifellos sehr häufig wiederkehren und sicherlich jedesmal auch stundenlang andauern dürfte. Deshalb muß schon bei den Hebungen alles so eingestellt und durchgeführt werden, als ob es sich um den Ernstfall handele. Nur auf diesem Wege ist die wirksamste Vorbereitung des zivilen Luftschutzes zu seinem vollen Gelingen als S e l b st s ch u tz und als Schutz der Allgemeinheit zu erreichen. Ein für alle Mitglieder interessanter Vortrag, der vielen etwas ganz Neues brachte, vereinte die Frauenschaft und das Frauenwerk von Gießen- Süd im schön geschmückten Saale des Studentenheims. Gemeinsamer Gesang leitete über zu dem Vortrag des Kreisamtswalters Pg. Frank, der über die Arbeit der NSV. sprach. Als Leitgedanke stand über dem Vortrag das Wort des Führers: „Wer leben will, der kämpfe also: und wer nicht streiten will auf dieser Welt des ewigen Ringens, der verdient das Leben nicht." Pg. Frank führte aus, daß zwar niemand ein Recht auf die Hilfe der NSV. habe, daß aber jeder, der etwas für die Volksgemeinschaft leistet, in Notzeiten von dieser Organisation getragen wird. Den Frauen wurde gezeigt, wo ihr Platz zum Helfen fei, und ein umfassender Heberblick über die einzelnen Gebiete erwies die Vielseitigkeit dieser Aufgaben. Die Leiterin der Abteilung des weiblichen Hilfsdienstes, die bei dem Hilfswerk „Mutter und Kind" mitarbeitet, berichtete aus ihrer praktischen Arbeit, Bei der bevorstehenden Verdunkelungsübung ist wieder zu unterscheiden zwischen dem Zustand der eingeschränkten Beleuchtung und dem der völligen Verdunkelung. In beiden Hebungsabschnitten hat aber der Grundsatz, daß das Wirtschaftsleben, also die normale Arbeit, unbehindert weitergehen muß, volle Gültigkeit. Demgemäß müssen alle Maßnahmen darauf gerichtet sein, daß der Hebungszweck (völlige Fernhaltung des Lichtes von der Außensicht) ebenso wirksam erreicht wird, wie der Fortgang des Wirtschaftslebens (volle Aufrechterhaltung der Arbeit in den Betrieben, in den Ladengeschäften, bei den Behörden usw.). . . , ... , Bei den Hebungen im vorigen Jahre sind nach dieser Richtung hin schon erfreulich gute Erfolge erzielt worden. Auf dieser Grundlage muß nun weiter auf- und ausgebaut werden. Eine der wichtigsten Voraussetzungen hierfür ist, daß die Bevölkerung sich in freiwilliger Disziplin allen Anordnungen der Polizei als der zuständigen Luflschuhbehörde willig unlerwirfl, da ja alle diese Maßnahmen nur den einen Zweck haben, dem Wohl der Gesamtheit zu dienen. H. a. soll schon bei dem Zustand der eingeschränkten Beleuchtung niemand auf der Straße Herumlaufen, für den nicht eine unbedingte Notwendigkeit dazu besteht. Bei dem Zustand der völligen Verdunkelung ist der Verkehr durch Fußgänger und Fahrzeuge überhaupt nur auf ganz wenige Fälle einzuschränken, bei denen es sich um Personen handelt, die vor allem im Dienste des Luftschutzes, der ärztlichen Betreuung, der Feuerwehr, der Sanitätskolonne oder bergt, tätig find. Kurz und gut: in Gießen - Alle müssen Mitarbeiten! Wer nicht unbedingt aus unaufschiebbar zwingenden Gründen auf die Straße gehen muh, der soll von dort fernbleiben und sich bis zur Wiederherstellung des Normalzustandes im Hause aufhalten! Daß die nach außen*führenden Türen mit Licht- schleusen zu versehen sind, die Treppenhäuser und alle A r b e i 15 r ä u m e ihre vollst ä n d i g e Beleuchtung in den Abend- bis Nachtstunden haben müssen, soweit die Arbeit ober das Verkehrsbedürfnis es erforderlich machen, aber trotz voller Beleuchtung nach außen hin sämtliche Türen und Fen st er vollkommen abgeblendet sein müssen, dürfte mittlerweile wohl für jedermann zur Selbstverständlichkeit geworden sein. Ebenso muß man erwarten, daß alle Führer von Fahrzeugen mit den Beleuchtungsvorschriften für ihre Fuhrwerke oder Kraftfahrzeuge genau vertraut sind, d. h. daß sie bei eingeschränkter Beleuchtung in der Stadt mit abgebtendetem Licht (auch das Schlußlicht!) fahren, bei der vollständigen Verdunkelung über alle Lampen die Verdunkelungskappen anbringen, damit nur ein ganz winziger Lichtstreifen als Warnungszeichen für entgegenkommende Fahrzeuge zu sehen ist, ferner daß man außerhalb der Stadt auf den Landstraßen bei derartigen Hebungen oder im Ernstfälle niemals mit vollem Licht fahren darf, sondern nur Standlicht anzuwenden Hal. Es sind hier nur einige besonders wichtige, allgemeine Gesichtspunkte hervorgehoben worden, die jedermann sich vor allen Dingen in die Erinnerung zurückrufen muß, damit bei der bevorstehenden Hebung alles klappt. Weitere Einzelheiten werden zur gegebenen Zeit noch mitgteilt werden. Jedoch sei mit allem Nachdruck heute noch darauf hingewiesen, daß niemand des Glaubens fein darf, eine solche Hebung sei nur eine Sache von kurzer Dauer, der man am besten dadurch aus dem Wege gehen könne, daß man sich vor Hebungsbeginn zu Bett legt und kein Licht brennt, aber in ber Schaffenszeit bie Büros unb Betriebe vorzeitig schließt unb die Arbeitskameraben nach Hause .schickt. Alles bas ist gru nb falsch! ben einfachen Blümchen ... Die Blütenblätter fielen ab, der Wind verwehte sie. Die Staubbeutel erfüllten ihre Pflicht und verkümmerten. Die kleinen Fruchtknoten schwollen an unb würben zusehends bicker. Sie waren grün, würben bann gelblich unb stehen nun ba in ihrem purpurnen Prachtgewand. Auch bie Hagebutten sind ein Geschenk ber Natur. Sie können uns auf mancherlei Art erfreuen. Das Sammeln ist nicht schwer, unb bie Arbeit bes Auskernens strengt auch nicht an. Was aber sollen wir mit ben roten Männlein machen? Wenn wir bie schwarzen Käpplein entfernt, bie Früchte ausgeschnitten unb bie Kerne mit den kleinen Härchen ^ausgenommen haben (am besten geht es mit einem Blechlöffelchen aus ber Puppenküche, ober mit einer Stahlfeber, bie wir umgekehrt in ben Feberhalter stecken), bann geben diese roten Schalen mit bem weichen Mark eine vorzüglich schmeckende Marmelade. Genaue Rezepte wurden öfters in ber „Scholle" mitgeteilt. Aber auch bie Kerne werfen wir nicht weg. Wir trocknen sie unb bewahren sie auf. Ein Tee von biefen Kernen hat einen feinen, vanilleartigen Geschmack. Wer aber anbern gern einen Schabernack zufügen will, ber sammelt auch bie kleinen Härchen, um sie gelegentlich als Juckpulver zu ver- wenben. Diese Härchen haben nämlich ganz kleine Widerhäkchen, bie sich in bie Poren ber Haut setzen unb einen Juckreiz ausüben, ber unangenehm werden kann, wenn wir zu viel davon nehmen."Aus ben Haaebutten können wir aber auch einen guten Wein, ober einen köstlichen Likör Herstellen. Am Eisenbahndamm, am Ranbe ber Straßen unb Wege, am Walbe, überall stehen bie wilben Rosen unb bieten ihre roten Männlein an. Wollen wir ba nicht zugreifen? Selbst bie Leute, bie sich manchmal Gebanken über schwierige Wörter machen, kommen bei ber Hagebutte zu ihrem Recht. Das ist bie Butte am Hag, ah ber Hecke. Butte bebeutet so viel wie Flasche. Die Früchte haben ja auch biefe Gestalt. Sie sind bauchig. Auch bie Wörter Bütte, Büttner, Bottich, Böttcher usw. gehören hierher. Daß bas Wort Hag (ober Hain) ein kleines Wälbchen bebeutet, wissen wir. Weiterhin nennen wir Hecke, Hexe, Hexenschuß, Hagestolz, behaglich, Gehege u. a. Doch barüber kann man bei einem Gläschen Hagebuttenlikör schön ptaubern. _____________H. Aus der Stadt (Rieften. | „Ein Männlein steht im Walde..." So beginnt ein altes Kinderlieb. Unb wer ist das Männlein? Der Fliegenpilz, sagen bie einen, bie Hagebutte, bie anbern. Wir wollen hier nichts ent- lcheiden. Uns scheint jebenfalls bie zweite Strophe genügend Aufklärung zu geben, denn da heißt es: „Das Männlein steht im Walde auf einem Bein unb hat auf seinem Haupte schwarz Käpplein klein. Sagt, wer mag bas Männlein sein, bas ba steht im Walb allein, mit bem kleinen schwarzen Käppelein?" Beim Fliegenpilz wirb wohl dieses schwarze Käpplein fehlen, bie Hagebutte aber hat es. Der Dichter Hoffmann von Fallersleben wirb also boch bie Hagebutte gemeint haben. Wenn so ziemlich alle wilben Früchte von den Vögeln unb Menschen gesammelt ober verzehrt worben sinb, stehen die kleinen, roten Männlein noch auf ihrem Platz am Waldrand. Die Blätter ber Heckenrosen sinb längst abgefallen, ber Wind fährt burch bie stacheligen Zweige unb bewegt auch die Hagebutten. Unwillkürlich denken wir zurück an die Tage zu Beginn des Sommers, „wenn am Walde bie Heckenrosen blühn!" Die schlichte Schönheit bes Heckenrösleins hat es von jeher ben Menschen angetan. Da ist keine überschwängliche Pracht, keine große „Aufmachung". Nur fünf zarte Blütenblättchen, außen bunkel, innen hellrosa gefärbt, leuchten uns entgegen, umhüten bie golbgelben Staubfäden, aber ein rounberbarer Duft entströmt (Nachbruck verboten.) 11 Fortsetzung. Während Blanbines Mutter unb Doktor Schrader sich gesehen unb getrennt hatten, ohne einer vom anbern zu wissen, würben in seiner Junggesellenwohnung Doktor Kapp unb Greta Schabe noch einiger, als sie es zu Blanbines Scham unb Aerger schon am Nachmittag gewesen waren. Auch eine zweite ber Freundinnen war an biesem Abend noch unterwegs. Hebwig Georgi, die man bisher noch nie mit einem jungen Mann hatte ausgehen sehen, saß in einem billigen Kaffeehaus einem hübschen Jungen gegenüber. Hedwig hatte wenig Mäbchenträume geträumt. I-enn einmal war sie unsentimental und unpathetisch. Unb außerbem war sie klug genug, um zu wissen, wie sie aussah. Aber wenn zu solchen Mäbchen die Liebe kommt, dann sind sie überrumpelt. Unb e- war bie einzige Liebe, die sie erwarten konnte. Mehr Freunbschaft als Leibenschaft, mehr ein inneres als ein äußerliches Banb Sie hatten bie gleichen Interessen, bie= selben Ansichten vom Leden. Er hatte so etwas Grundsolibes. Er erzählte ihr, baß er nicht immer so gewesen wäre. Das konnte sie sich auch denken. Denn eigentlich war er viel zu hübsch unb elegant für seine gesetzten Ansichten. Aber er erzählte, er hätte schlechte Erfahrungen mit hübschen Frauen gemacht. Unb er hätte eben viel im Leben lernen müssen. Jetzt äußerte er jebenfalls nur noch fohbe Ansichten und Absichten. Er suchte eine Frau, bie nicht fürs Aeußerliche wäre, eine redliche, strebsame Frau, mit der man zusammen ein Lebensgluck auf» bauen könnte. Er ist mißtrauisch geworden in bezug auf Frauen. Er glaubt eigentlich yach seinen bösen Erfahrungen an die Frauen überhaupt nicht mehr. Doch wenn er trotzdem eine fände, bie Herz unb Gemüt hat, Treue unb Zuverlässigkeit — aber er zweifelt leiber baran, ber arme Mensch. mensein sagte sie nichts. Denn Blanbine war ja sowieso noch nicht gesunb. Dagegen verstand Greta es einzurichten, daß sie und Kapp Schrader bald einmal wieder trafen. Was soll Hedwig Georgi da tun, wenn ein hübscher Mann, ber für sie seit Wochen ber hübscheste auf ber Welt ist, wenn ein sympathischer Mann, ber ihr ber sympathischste Mensch überhaupt ist, es so schwer hat? Heber bie klebrige, runde Marmorplatte bes abenblichen Kaffeehaustisches manberte ihre Hanb zu ihm. Sie brückte die Hanb bes vereinsamten Mannes. Unb Hedwig tröstete und versuchte ihm ben Glauben an bas Leben unb an bie Frauen wiederzugeben. Er solle boch Vertrauen haben. „Vertrauen", ja, bas ist bas Wort, bas er sucht. Wenn er noch einmal eine fänbe, ber er voll vertrauen könnte. Vertrauen nehmen unb auch geben. Das wäre sein schönster, sein einziger Wunsch. Da muß bem Mäbchen boch die Seele überströmen. Unb zum Zeichen, daß sie ihm vertraut, schüttet sie ihr ganzes Herz vor ihm aus. Sie erzählt von ihrer liebeleeren Kinbheit. Sie ist als Kleines schon Waise geworben. Man hat sie bei Leuten herumgestoßen, bie sie nur des Kostgeldes wegen nahmen. Unb bann hat sie aus Haß gegen all bie fremben Haushaltungen, in benen sie immer bas fünfte Rad am Wagen war, beschlossen, selbst einen Haushalt zu begründen, in dem einzig sie die Herrin und alle andern nur Kostgänger sein würben. Eine Pension wollte sie aufmachen von ihrem elterlichen Erbteil. Dazu sparte sie Pfennig auf Pfennig: Ganz klein wollte sie anfangen. Aber so balb wie möglich. Denn jetzt stieß sie sich ja roieber in fremden Haushaltungen herum unb jetzt noch schlimmer — als Angestellte. Er fragte sie interessiert. Er vergaß so ganz seine eigenen Sorgen, baß Hebwig Georgi orbentlich ins Schwärmen geriet. Sie wollte bie Leute gut beköstigen und ihnen einen soliden Haushalt bieten. Dann würden sie sie weiterempfehlen. Denn das suchten ja so viele und fanden es nicht. Ein Gast würde allmählich den andern nach sich ziehen. Sie würde niemand Übervorteilen. Das sprach sich herum. Allmählich würde sie sich vergrößern. Eine ganze Etage, vielleicht zwei. Unb bann vielleicht einmal in Jahren, wenn alles gut ging, ein ganzes Haus. Eine kleine Hotelpension, nicht wahr? _ Bis hierher hatte er sehr interessiert zugehort. Er bewunderte ihren Mut, ihre Tatkraft. Er hatte das in Worten und durch Gesten während ihrer Erzählungen ausgebrückt. Aber nachbem sie geenbet hatte, würbe er roieber elegisch. „Das sind herrliche Pläne", sagte er. „Unb ich berounbere unb beneibe Sie. Aber für mich ist es schmerzlich. Verzeihen Sie, ich kann mich nicht barüber freuen. Denn es ist kein Raum für einen Mann in Ihrem schönen Lebensplan." Traurig senkte er ben Kopf. Da muß sie ihm bann boch roieber die Hand drücken. „Aber lassen Sie doch! Seien Sie nicht traurig! Sie merken ja, daß bas eine Milchmäbchenrechnung ist. Das sinb ja Luftschlösser, aus benen wahrscheinlich nie etwas wirb." Greta Schabe kam eines frühen Abends aus einem netten Film. Sie wollte noch zu Blanbine hinaufgehen, benn sie hatte nichts Besseres vor. Doktor Kapp war „in Familie". Unb außerbem erschien es ihr fraglich, ob ba? Zusammensein mit ihm etwas Besseres gewesen wäre. Er langweilte sie nachgerabe. In ber Klinik tat jebenfalls heute Doktor Schra- ber Dienst. Er kam sofort auf Greta tzu, als er sie im Flur ber Klinik sah unb fragte nach Blanbines Befinben. Greta war sehr erstaunt barüber. „Was, Sie wissen noch nicht, baß Ihre Freunbin krank ist?" tat er empört. „Da müssen Sie aber gleich hingehen unb nach ihr sehen." Sie lachte ihm fröhlich in die Augen. Das war ein nettes Mäbchen, mit dem man sich sofort verstaub. Unb sehr hübsch war sie auch. Er tauchte seinen Blick in ben ihren: „Grüßen Sie Ihre Freunbin recht herzlich von mir! Sie soll zusehen, baß sie balb gesunb wirb. Dann könnten wir boch mal roieber zu vieren irgenb etwas Nettes unter» nehmet, nicht wahr?" Greta Schade war einverstanden. Sie befolgte auch seinen Rat und suchte Blandine auf. Der ging es besser, und sie unterhielten sich lange. Greta erzählte viel. Und im Laufe des Gesprächs erzählte sie auch ganz beiläufig, daß sie in der Klinik gewesen sei und Doktor Schrader getrof» fen habe. Er ließe Blandine grüßen und ihr gute Besserung wünschen. Von einem möglichen Zusam- Zwei Wochen später. Frau Hertel hatte den Kör« per ihrer Tochter auf bem Massagebett vor sich. Denn zu allen guten Ratschlägen, bie Professor Lambertz am Abenb in ber Klinik gegeben hatte, hatte er, als er Blanbine besuchte, noch ben Rat zugefügt, ben er in ben letzten Jahren vielen seiner Patienten mit Erfolg gab: Massage! Aber nur von Frau Hertel. Eine leichte Streichmassage hatte er verordnet, um ben Blutkreislauf anzuregen, ben Appetit zu heben unb die Nerven zu beruhigen. Nun, Frau Herrel strich mit,wahrer Inbrunst. Ihre ganze Mutterliebe lag in ber Art, wie sie strich unb knetete. Als hätte sie ein Baby vor sich, bas zurechtgemacht würbe. Unb ihre ganze Schönheitsliebe. Denn es war ber einzige junge Körper in ihrer Praxis. Alle anbern mußte sie verjüngen unb verschönen, im besten Falle mühsam erhalten. Dieser allein war jung unb war schön. , , - Ünb sie würde dafür sorgen, daß er es jetzt bliebe! Frau Hertel kannte die Natur des Menschen. Sie wußte nicht nur, baß ein gesunder Mensch nach dieser Massage Hunger bekam. Sie wußte auch, baß jeder bei einem guten Frühstück zugänglicher ist als in nüchternem Zustand. Und sie wollte mit ihrer Tochter etwas besprechen unb etwas Bestimmtes von ihr erreichen. Jetzt wollte sie in ihr Schicksal eingreifen unb bas aus Blanbine machen, was ihr oorgeschwebt hatte, als sie ihrer Tochter einert eigenartigen, seltenen Namen gab. Was sie gewünscht hatte, währenb sie jahrelang morgens um fünf Uhr aufftanb und um sechs bas Haus verließ, um zu arbeiten, anstatt mit ihrer kleinen Beamtenwitwenpension fttllzufitzen unb ihre Tochter kümmerlich aufzubringen. Blanbine sollte eine feine Dame werden. Nich? hinten herum auf dem Umroeg über das hübsche Verhältnis und nicht auf dem ähnlichen Wege ber Protektion durch ben Mann. Nein, so wie sie selbst ihr bie gute Erziehung unb die teure Ausbildung ermöglicht hatte: sauber, anständig und durch ihrer Hände Arbeit. Fortsetzung folgt Blandine setzt sich durch JRomon von Hans-Joachim Jreiherrn von Reihenstein Copyright by Carl Ouncker lstk.324.3stk.9O4, ebenso die Mitarbeiterin bei der Essensausgabe. Beide gaben anschauliche Bilder ihrer Tätigkeit. Der Abend war sehr gut besucht. Die Leiterin schloß die Versammlung mit dem Gedenken an den Führer. F. K. Ein Gefallenen-Ehrenmal auf dem Neuen Friedhof. Die Arbeitsgemeinschaft Gießener Soldatenkame- radschaften, der fast alle Gießener Offiziers--, Regi- ments' und Waffenring-Kameradschaften angehören, hat seit einiger Zeit an den Vorbereitungen zur Errichtung eines Gefallenen-Ehrenmals auf dem Ehrenhof des Neuen Friedhofes gearbeitet. Den in aller Stille zielbewußt durchgeführten Maßnahmen ist nunmehr nach der vor einigen Wochen erteilten Zustimmung des Herrn Oberbürgermeisters ein voller Erfolg beschieden worden. Aus den freiwilligen Dpferfpenben der in den Soldatenkameradschaften vereinigten alten Soldaten ist ein mächtiger Find- lingsstem aus den Bergen des Odenwaldes beschafft worden, dessen Aufstellung auf dem Ehrenhof des Neuen Friedhofes in der nächsten Zeit erfolgt. Der Gedenkstein, in den durch Bildhauerhand ein Gedenken an die gefallenen Kameraden eingegraben werden wird, soll am 21. November feierlich geweiht werden. ^Woche des Deutschen Buches 1937/ Kundgebung in Gießen. Auch unsere Stadt wird am Dienstag, 2. November, 20 Uhr, in der Neuen Aula der Universität eine Kundgebung aus Anlaß der „Woche des Deutschen Buches" veranstalten. Der volksdeutsche Dichter Heinrich Zillich wird dabei aus eigenen Werken lesen. Der Dichter, der als Auslandsdeutscher das kämpferische Leben der Deutschen in Siebenbürgen, ihr Ringen um die Bewahrung des schwäbischen Volkstums in seinen Skizzen und Gedichten schildert, wurde in diesem Jahre mit dem Literaturpreis der Stadt Berlin für seinen großen Grenzlandroman „Zwischen Zeiten und Grenzen" ausgezeichnet. So wird die Gießener Kundgebung, zu der der Oberbürgermeister, der Goethe-Bund Gießen in Dortragsgemeinschaft mit dem Kaufmännischen Verein und der örtliche Arbeitsausschuß zur Buchwoche die Bürgerschaft einladen, ein starkes Bekenntnis zum deutschen Schrifttum und Buch und zum deutschen Volkstum werden. Wartburgfest-Feier der Bereinigung alter Burschenschafter. Man berichtet uns: Unter starker Beteiligung und mit Begeisterung feierten die Mitglieder der Vereinigung alter Burschenschaften, die Träger der Tradition der Urburschenschaft, die Nachkommen der „Gießener Schwarzen", am 18. Oktober die 120. Wiederkehr des Tages des SBartbur^feftes von 1817 unter dem Vorsitz ihres Leiters, Studienrat Adolf Fischer (Frankonia-Gießen, Saxonia), des Bundesleiters der Franken, auf dem Germanenhause. Der Leiter 30g eine Parallele zwischen der nationalen Revolution der damaligen Zeit, die, aus der studierenden Jugend hervorbrechend, Wirkungen ausstrahlte, von denen wir uns heute kaum eine Vorstellung machen können, und der großen natio- nalsozialistrschen Revolution unserer Tage, die das ganze Volk ergriffen. Er gedachte unseres großen Führers, ,cher dem Ringen und Streben der 120- jährigen Burschenschaft Erfüllung gegeben", der aus dem Nichts gekommen, emporgestiegen „gleich einem Meteor", der auf einsamer Höhe wandelt wie alle Großen der Menschheit, eine einmalige Erscheinung, „der dem Sehnsuchtstraum der Burschenschaft, dem Traum eines Jahrhunderts Vollendung gebracht", „dessen Lehren, Reden und Ideen noch künftigen Geschlechtern Dogmen sein werden, nach denen sie ihr deutsches Leben formen werden". Studienassessor Gundel (Alemannia Gießen) sprach Worte ,Llus Riemanns Wartburgrede"; Forstassessor Simon (Germania Gießen) „Aus Rüdigers Feuerrede". Die Lieder, die einst 1817 auf der Wartburg (zum Teil zum erstenmal) gesungen wurden, u. a. des Gießener Schwarzen Karl Fallen „Deutsch Burschenlied": „Brause du Freiheitssang ...", umrahmten die eindrucksvolle Feier. In ausführlicher Rede gab der Leiter in seiner Festansprache einen Einblick in die Weite und Tiefe der Gedankenwelt der Urburschenschaft, die um politische und soziale Probleme gerungen, deren Lösung wir heute als Zeitgenossen des Führers miterleben dürfen. Ihren Niederschlag finden diese Gedanken in den „Grundsätzen und Beschlüssen des 18. Oktober", die Kieler Anregungen entstammend von den Studierenden zu Jena vorgelegt wurden und in den „Grundzügen für eine künftige Reichsver- fassuna", die entworfen von Adolf Ludwig Fallen, nach Besprechungen im Gießener Follenschen Kreise niedergelegt wurden. ** D ie D i e n stst u nd en beiden Gießener Justizbehörden (Landgericht, Staatsanwaltschaft, Amtsgericht) sind gegenwärtig wie folgt festgesetzt: Montag, Dienstag, Donnerstag und Freitag von 7.30 bis 13 Uhr und von 14.30 bis 18 Uhr, Mittwoch und Samstag von 7.30 bis 13.30 Uhr. ** Außer Lebensgefahr. Der Gefreite Wald aus Gießen, der am Dienstagabend in der Nähe von Hermannstein von einem Fernlastzug angefahren wurde und schwer verletzt in das Städtische Krankenhaus zu Wetzlar eingeliefert werden mußte, befindet sich, wie wir auf Anfrage hören, erfreulicherweise außer Lebensgefahr. Sein Zustand war heute morgen befriedigens, und man hofft, ihn am Leben erhalten zu können. ** Jubiläumsfeier b e i W i l h. W a l l e n- fels Sohn. In diesen Tagen konnte die Firma Weingroßhandlung und Likörfabrik Wich. Wallen- fels Sohn (Inh. August Balzer) das Jubiläum ihres 110jährigen Bestehens feiern. Gleichzeitig feierte der Inhaber das Jubiläum seiner 30jährigen Inhaber- und Geschäftsführerschaft. Gefolgschaft, Vertreter und Freunde der Firma fanden sich aus diesem An- m ri c (9 2 3 s« §«*£.«0 A^^ ®£ 6K>- Z.£'EdWN — c z- -** — C £. ut«eEH « 2 A 2 *= E d^A e«® s n 5 2i " (9 a e«* Z Bi® CQ'S s (9W©£ A e = S A e Q« toto‘ «E: M 3 «ÄZa« E EL :Q E E ä EN E^ = E *°E Eg? 2 ® E E o ‘ - E E 2» S E m £> Se SÖE E EL ■°19 E 2 150 ’SK H = 2 <2 S? N- B = ° 3 7046 A °«ES gras e E> 2 L E E»ß cE -Z LZ ön 2 2N 2 E M C e E-"E c S 9 §'6' -- E '6'^ sä-g äEöE LS-W E.E3 o E 3.9 ©8 -Ecy M fi ©SÄ s€ö * hl lö; *2 5 2 N E - *c 2 a al Sc3 w irtelfl «•eg LZ in S.S °§ g e E2€Ü Ö X3 "G E "in e = tE E •8' 05 E a 22- S 'S-? k- *& 3? 2 C5J ^•e Z 2 Z-D (9.2 ae d-o 2(9" t»g 3 :A C ro S S E 5 o 2 e 2 )aum, i. Kre- 75. Kühl' 120 htx- !S. » g? A tq'' a ° ’g SM§-S e-s A.y o E€d _» » —* 3 q E E ü ■** J2 Q o o ß.B E V-rs E"E ^(9ä<9uoSS _ ÖS€ = =>E c:^-°-E 3 toA E 3 Ä- L 3 L«sE : e • E ZA L L§ SBC E E E 0.2(9 Zs.-§Zsr« o '8' EäS «ä- E ° e|| ^^'5(9 A ’E'A c .9 c ,$u -2N o*g^ ö e »- a E »-® -Z^ g»^ ÖÄ£. 8.2so 8-E e A.2. (9 2 E E E L E E 2 E E 2 2 E 2 2 £ 2 2 § 2 2 2 °=H s 2 E 2 2 3(9 ;-C E '®5 . öS §s M.a g c >2.3 2 . 8 3 8 a en P CO to P 3 m 3 Q " eCO_ -Ä> o R o 3 <5 O 3 p 3 3 3* 3 to Cf 2 3 er 5 co © ~ ■8* 2. cy D 38 Or 3 3L> KE O 3 5-3 3 -GJ ** 3 3 „ .CO Ul © 8’5 ii 3 »3 3 —j Cw § -2, 3_ -■£ —' to O -1 CO 3 zä orco 3.3 3 •-» Ul —n 3: _ 3 ?5 3: O (Jlo O: 3 A»o « 5* m ZllZ 3 5* E 3-8 5 ™ *■* 5" E or 5 L ©n 3 5 As- l J C»- o" *3 3 3 . o '2’ —

° " ** 2 X « S. 5 1^3 8* 3 5 •• 3. ö — 2.3 3 o Ui" —. O: 3. Ut 2 "~*3 "E _ 2 - DZ ö-^öö^'s , . ■» — 2.' 3 — D o-.jä © 3 5 o *3* er -»c# o: ,2.8 3 3 3 3 3 3 ,3 3 ra ™ 3 o to 3 +a 3 s _ A» 5* o 3‘ CO Ei? 3 3 3 —• O O- -J M 3 — ■PSsoS-'’3,3 2.0* Q 3 ZH 5. 3 3 2 s?LZ .=52^ _ 3: P: P E 8* 3 ?3^ LZ- A-T g>| ©5 6) q 5 3 o *3 3 «1 —n 3: X R,O o §. 3 3". 5. 8 SS©-^SI©2. 382. Cflc ST' 8 ö?a Er 8 2 8* 5 L 3 3 0 8 © 2/ e g Z .SCH 8 0 © Z§8^ K. -A L = S 3 3* ? » >2> 5 aca U I Z- 3 S S-CttR A 2.G)ca i u°cö 3 r» £=> O Z5 Z 8 <2 3 3 K i 5S. » ÖBto ä3 8 3- S 8 Hl: i i ög 3 3 ra Gl Z 3 3.8* 3:3 rs 2. Z 0-3 Sc 5, 3 8 ^c2 S“ 8 8*2: GOto §p i*3 (^2 ©CO 21 «^.3 o to co *3* cr> ■ g" TO 3 CI?© 1 >8* u©-8 »5 2.» _ °8* ©o: CO ‘2 ä-t' -3 ^2.Z «2 3 -__,33. 8^2 23 S5*3 -3* © 3 8*3-' TO TO ss3^' _ ^8 5:5, = —. P 'S: 3: r*3»v> ' C’ ’ X erS'i®^"*^ 8*a*g 2'ZH-Ztzl TO 3,5 3 »- A'-R- I 8 ZZ 3 g®® 3 5.-0*- O ?-ä $5 =" TO X 3 § 3 38* 2. TO 3 G- 2-3 8* z-GA TOCfl58* _ TO öl' TO 2 g © W M- MS ^TO g) P § Z~)O -Ssfa ct38*h: o .^, •4 ^Vsösgbl» 3 2. TO C 2. TO 333 -3 A 3 " TO ©TO ®?§§g 2. 2.3 8 ©■ u> •o' ta £TSo <3S’2-8 to 33"”g 3 m3 q er to c 8 US?®1? -g*wap-. ~ 's §S8 = 2, 5 8* © 3 TO TO s©* §3 3 2. er TO^ 3 3 K-= TO „ - 3 5SSSS 3^8. _^©3-- L«p I 3 8 8 8 8* Z2 ? 8 Gl KH8 8 2r.3,'£t *"* S «»i 3 p 3 3 CO 3-^0 & TO 3 3'8 9 3 I TO S s 8 »ö^ögöög ^rt»1 E 8 p 3 3 ^I. R» • 3 3 5* © 3 - - «° 3 ’. . TO £5 8» TO E 8 2 g Z- S 6) 8 v> ;-8 8 3 = A ööo« 8 3 2*3* »er«' S & '8-0 3 3*3-3 .'35 6) Ls^ 8.8 ai. 5 3 P: B*Z p -2,Cft P 8r 8 3 335 Z-3 r © — 33© -8 TO -3 8 8 « 3 TO © *R Eg* 3Z 6) 3 er 3 gr 6)" "ro'S* Pi 8* 8,311 = S a-g. Z§Z 5 Sf § r £■ 2 or 3. Ltd 3l 8* Eg LZ>3. so RS co 2.2 3 TO TO ä •s 2. Sy e 5 5 -i H 8* 3 5. 8 3 8 6) Z 2 61 2 3 & 61 ■£en TO ’ 3 P 8 ’S »3.3 3 TO % 3.3 8* TO , 5 i 3 s 3 e 88 F 3 ^© p P 3 ö 5-3,3 »2 g- 2.8 8 2^5 tsg Iä 8 in to 3 5 ^6)^3 3*82 Z' .'m Ö-'^E 8 na s s' 3 §8X5? T3„s ZsZ. C«g» "ro*3 88 "8 Ll TO gUBWSöCl« uT8 o 8 o 8 ©A vAg. E-.*» Ul “■ Ri- 838 er KL 2 2 p ' *E. » Cflco y 8 p:» | -R o c _ S 8»to © ZZMm ... 3 . j* c 3 3 p" CP to" " §8? ©3 « Ul 38* 11 s 3 © 2. TO to" 3 C 3 3 5 L?2 V 3 © §TO 2. ög3S. 8 o _ to" © Hs5* -03 p p: r^LCO 3 cS G9 §*» Or 3 O or S« ° P £ * 5 s» §4 KA3 31 er'R 3 3 to" to 5 e: 3 to TO - 3 er <1 3«^ZZ m3M©m3 2 S ö 1*^2 ui 8*^ 8 F3 3 TO S 5 3 TO 3 *9* 3 8 gTO §* to" S tX o P "31 38 ^3Ö TO 3 F* 8 Z3Z ^£to 2? TO ,0 TO O* 3o3&gS^ 5^8*5 Xw" ro 8 3. TO- 88* = © @51 3 «wo 3 3. 3 3 33-33 er8o 2. 8p|gr61 to.^3S’S 83CP Z TO. 3 5 3 8^* ZLg P: to O TO TO- TO © 3 gc§»»8 & \s& 3 r-t ET Oj*^ 8 Öl'3* §•—n 8 TO ' 3*8 I § ® 3 3 3 - Z 2. TO 2. er 3 ö3 TO «2. |^pgg2 Zr y V3 ZrZ 3 p ' "©8 or 3 3 W 3 or o*g 3»to ;.c i 8--‘ c^to ► g g £3 «T3 WS. g 3 yw t •—*CQ © = TOCD^ TO S n> ZA " . " & 8, ,1 g « 3 - 2 TO-3 0*2 H 3 -n-» _ 3 cro er 3 61 3 >*-? 3 TO OT- A- G- ZGlss^ 8- — rn to yö3«~ 8 Z 6)61-6) 3 , E E-Z-o 8 3 8 S 2. 8 n8 8 8