ttr.122 (Zrftcs Blaff 187. Zahrgang Sam$fag,2Q.mai 1937 Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberheffen Annahme oon Anzeige» für Die Mittagsnummer bis8l/.Ut)r Oes Vormittag» Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen oon 22 mm Breite 7 Rpf., für Text» anzeigen von 70 mm Breite 50 Rpf.,Platzvorschrif1 nach Dort) Dereinbg.25"/„ mehr. Ermäßigte Grundpreise: Stellen-, Vereins», gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzei- gen 5 Rpf, Familienanzei- gen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B Postscheckkonto: Stanffurt am mam liess Dm* und Verlag: vrghl'lche UniverfilätL Such- und Steindruckerei «.Lange In Sietzen. 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Gerade der ehrenwerten Diener der Kirche wegen beklagen sie das Unheil, sind sie empört über die Tatsache, daß leitende Stellen der Kirche es an strenger Aufsicht oder auch nur am ernsten Willen der Ahndung all dieser Scheußlichkeiten fehlen ließen. Damit verbreitete sich das Hebel weiter und weiter und nahm den schrecklichen Umfang an, der jeden Menschen mit tiefster Empörung, jeden Gläubigen mit unnennbarem Schmerz erfüllen muß. Es ist mit aller Sorgfalt und mit großer Geduld vorgegangen worden. Reichsminister Dr. Goebbels hat dafür aus der gewaltigen Fülle des Materials neue Beweise gehäuft. Man hat die Richter sprechen lassen, ernste und verantwortungsvolle Männer, davon nicht wenige treue Anhänger der römisch-katholischen Kirche, die erschüttert sein mußten über die Häufung von Schmutz und Erniedrigung, die sich vor ihren Augen auftat. Grundsätzlich ist d i e Oeffentlichkeit bei gerichtlichen Verhandlungen ausgeschlossen, die das sittliche Empfinden stören. Hier aber machte die Prozeßführung überall eine tiefeingreifende Ausnahme, indem sie Lehrer und Erzieher katholischen Glaubens der Verhandlung beiwohnen ließ. Es sollte auch der geringste Einwand genommen fein, als hätte das gerichtliche Verfahren irgendwelche Mängel aufzuweisen, die sich zu Lasten der Beschuldigten auswirkten. Es konnte nicht objektiver und gewissenhafter verfahren werden, als es hier geschah. Dis Presse hat mit Zurückhaltung berichtet, aber doch so weit mit Namen und Daten, daß sie dem Leser jederzeit nachprüfbar bleiben. Gleichzeitig aber wurde damit eine Warnung an diejenigen ausgesprochen, die der Meinung sein könnten, als dürften sie sich frnerhin an der deutschen Jugend, dem höchsten Gute der Nation, vergreifen. Diese Zurückhaltung des Staates hat leider nichts genützt. Im Gegenteil, böse Zungen haben darin eine Schwäche sehen wollen, sie haben nicht aufgehört, die Vorgänge als Ausnahmefälle zu bagatellisieren oder gar die Richtigkeit der Beweisführung zu bezweifeln. Nur so war es möglich, daß sich der Kardinal-Erzbischof Mundelein in Chi- kago verleiten ließ, unglaubliche Beschimpfungen gegen das Deutsche Reich und seine führenden Männer auszusprechen. Man hat noch immer nichts davon gehört, daß vom Vatikan hiergegen auch nur das geringste getan worden • wäre. Kein Wunder, daß sich im Lande selbst die Frage erhob, was der nationalsozialistische Staat gegenüber der Verhöhnung seiner Gerichte, zu den unerhörten Beleidigungen durch ausländische Stellen und zu der Verdächtigung seiner Motive zu sagen haben werde. Diese Frage ist durch die Rede des Reichsminisbers Dr. Goebbels klar und scharf beantwortet. Niemand wird gegen den Nationalsozialismus den Vorwurf erheben können, daß er „kirchenfeindlich" handele, wenn er etwas tut, was die katholische Kirche selbst leider nicht getan bat, nämlich einen Augias-Stall auszuräumen und unsere Jugend vor Schädlingen und Wüstlingen zu schützen. Die Rede oon Dr. Goebbels war wohlabgewogen an jedem Punkt, prägnant in der Fassung, würdig in ihrer Haltung, erfüllt von dem Bewußtsein, vor der Nation und vor der Welt eine Rechenschaft abzulegen, wie sie in solchen Fragen noch niemals ein deutscher Staatsmann ablegen wußte. Der Staat' und die Bewegung haben nun gesprochen, die Nation sieht, daß ihre Belange in guter und fester Hand sind. Die katholische Kirche wird erkennen müssen, daß der fernere Lauf der Dinge in der Hauvtsache von ihrer eiaen"n H""'Mg abhängt. Wir hoffen alle im Interesse des Volkes und Vaterlandes, daß der tiefe Sinn der gestrigen Ministerrede voll verstanden wird von denen, die He zuerst betrifft. D. Dr Goebbels svrichf Berlin, 28. Mai. (DNB.) Die Ankündigung, daß der Berliner Gauleiter Reichsminister Dr. Goebbels auf die verleumderischen Anwürfe des katholischen Kardinals Mundelein in Amerika anroorten werde, brachte der Deutschlandhalle am Freitagabend einen Massenbesuch. Die riesige Halle vermochte schließlich die Schar der Besucher nicht mehr aufzunehmen. Die Rede des Ministers wurde durch Lautsprecher in den großen Terrassengarten der Deuffchlandhalle übertragen, der ebenfalls überfüllt war. Nach dem Einmarsch der Fahnen eröffnet der stellvertretende Gauleiter Görlitzer die Massenkundgebung und gibt das Wort dem B e r 11 n e r Gauleiter, der mit minutenlangen Heilrufen und Händeklatschen begrüßt wird, das sich immer wiederholt, bis er durch eine Handbewegung um Ruhe bittet. Ehe sich Dr. Goebbels dem Hauptteil seiner Rede Zuwandte, legte er eingangs die Grunde Dar, Die die Führung des nationalsozialistischen Staates immer wieder veranlassen, vor das V o l k zu treten und mit ihm alle lebenswichtigen Probleme zu erörtern. Es fei die Aufgabe einer wahrhaft volksverbundenen und revolutionären Bewegung, Die ganze Nation, Die lebende und Die fommenDe, fortDauernD im Geiste ihrer Weltanfchau- ung zu erziehen und sich ihrer Hilfe und ihrer Mitarbeit zu versichern. Die NSDAP, müsse immer und immer wieder ins Volk gehen, genau so wie die katholische Kirche unaufhörlich zu ihrer Gemeinde spreche und ständig auf die Eroberung Der Menschen und Der Seelen ausgehe. Das fei Der Begriff der „kämpfenden Kirche". „Das ist einer der hauptsächlichsten Gründe, warum die katholische Kirche 2000 Jahre alt geworden sei. Und mir haben auch d i e Absicht", so erklärte der Minister unter stürmischem Beifall, „2 000 Jahre, wenn nicht noch älter z u werden. Es genügt uns nicht, das Volk zu besitzen, sondern wir wollen alle kommenden Generationen für uns erobern und sie lehren, nicht nur unverbindlich nationalsozialistisch zu denken, sondern verbindlich und verpflichtend nationalsozialistisch zu handeln. Darum predigen auch wir in regelmäßigen Abständen vor unserer politischen Gemeinde, d. h. vor unserem deutschem Volk. Wir beDürfen seiner Mitarbeit zur Lösung Dringender Probleme, die unserer harren, und anderseits hat das Volk auch einen Anspruch darauf, zu erfahren, was Die Regierung will." Das deutsche Volk eine große Kameradschaft. So sei die Nationalsozialistische Partei in bestem Sinne des Wortes eine „Volksparte i“, und unser Staat fei darum d i e demokratischste Regierungsform, die es überhaupt gebe, hinter uns stehe die ganze Nation. Wit Diktatur habe sie nicht das geringste zu tun, und die das sagten, hätten von wahrer Demokratie nicht einen Hauch verspürt. „Demokratisch ist ein Regime, in dem nach einem ehernen Grundsatz immer bie beften und tüch- tigsten Sühne des Volkes an bie Führung gestellt werben. Das ist bei uns ohne Zweifel ber Fall. Bei uns ist wirklich bie Kraft unb bie Intelligenz ber Nation an bie Wacht gekommen, unb unser ganzesVolk i st eine große Kamerabschaft geworben, von einem einheitlichen Willen bes Aufbaues beseelt, nicht nur bei, Wahlen, fonbern jeberzeit hinter feiner Regierung stehend." Verdienten wir vielleicht deshalb die Verachtung der Welt, weil wir S o r g en hätten? Unsere Sorgen, das dürfe man doch nicht vergessen, seien nicht auf mangelnden Fleiß oder mangelnde Intelligenz, sondern darauf zurückzuführen, daß zu der u n - günstigen geographischen Lage ein fühlbarer und erheblicher Mangel an Rohstoffen komme. Das ist nichts Unehrenhaftes! „Die Welt täte besser", so erklärte Dr. Goebbels, „wenn sie nicht aus solchen Erwägungen heraus mit Steinen nach uns würfe. Wenn fie sich ihrer eigenen Sünden erinnerte, die uns in diese Lage gebracht haben; wenn sie sich im Gegenteil darüber freute, daß eine Führung der Ordnung, der Kraft und der Disziplin in Deutschland am Ruder ist; daß unser Volk nicht, eine Brücke zur Anarchi- fierung des alten Europas bildend, dem Bolschewismus anheim fällt. Wir haben vor unserem Volk und vor Der ganzen Welt nichts zu verbergen, aber wir sind zu stolz dazu, mit diesen Sorgen in der Welt hausieren zu gehen. Wir handeln nach dem Grundsatz: „Hilf d ir felbft, dann hilft dir Gott!" Unter immer neuem stürmischem Beifall führte der Minister weiter aus, daß das ganze deutsche Volk zum Führer ein unerschütterliches Vertrauen besitze, daß der ununterbrochene Kampf des Führers mit den täglichen Sorgen nur dazu beitrage, Den Führer Der Nation um so liebenswerter zu machen, weil sie daraus sehe, daß Der Führer auch mit seinen Sorgen mitten unter Dem Volk stehe. Der deutsche Sozialismus. Dr. Goebbels sprach Dann von Dem Ziel, Das Der Führer mit seiner Politik verfolge: Er wolle D i e Befreiung Der deutschen Nation nach innen und nach außen, lieber das Ziel des S o - zialismus, erklärte der Minister, find wir'uns alle einig. Der Sozialismus will in weitestgehendem Maße das Volk an den Gütern der N a - tion teilnehmen lassen. Der Führer und seine Regierung lehnen es aber ab, durch eine mechanische Lohnerhöhung eine automatische Preiserhöhung herbeizuführen und damit einen neuen inflationistischen Kreislauf zu beginnen. Die 350 dis 400 Millionen Mark, die in jedem Winterhilfswerk umgefetzt wurden, erhöhten den Verbrauch gerade der ärmsten Schichten unseres Volkes. Das i st Sozialismus, der auf friedlichem Wege verwirklicht worden ist. Der Minister wies weiter nach, daß trotz der gespannten Lebenslage unseres Volkes der L e - bensstandard des schaffenden deutschen Arbeiters im allgemeinen höher sei als in Ländern, Die große Rohstoffgebiete besitzen. Der Lebensstandard in Deutschland werde aber ständig noch weiter erhöht. Das sei auch die Aufgabe des neuen Vierjahresplanes. Mit diesem Vierjahresplan wolle Deutschland sich keineswegs von der Welt abschließen; es wolle sich nur nicht für alle Zukunft oon der Willkür anderer Länder abhängig machen. Damit erfülle der Führer einen tausendjährigen Traum unseres Volkes, den Traum von einer wahren nationalen Souveränität. (Neuer stürmischer Beifall.) Diese Lebensprobleme könnten nur von dem ganzen Volk gelöft werden in hingebungsvoller Einigkeit aller Berufs- und Bevölkerungs- fchichten. Die nationalsozialistische Regierung fjabe die ehrliche Absicht, auch mit den Kirchen Frieden zu halten. „Wir werden", so führte der Minister aus, „die Konfessionen nicht religiös, sondern nur politisch einigen. Die christlichen Theorien werden von den Kirchen, aber die christlichen Handlungen vom Staat und von der Partei betrieben. (Neuer minutenlanger Beifall.) Es ist empörend, festzustellen, daß sich die Kirchen der deutsch- feindlichenZeiküngen im Auslände für ihre Sabotagezwecke bedienen. Von uns kann jeder nach seiner Fasson selig werden. Der Protestant mag Protestant, der Katholik Katholik bleiben, und wenn einer beides nicht ist und trotzdem Christ zu sein erklärt, so soll auch er bleiben, was er ist. Die Kirche soll sich aber nicht in Die Angelegenheiten des Staates h i n e i n m i f ch e n. Wir sorgen für unser Volk, und die anderen sorgen für die ewige Seligkeit. Wan sollte meinen, daß sie damit genug zu tun hätten." Der nalionalWaMche Staat und die Kirchen. Der Minister wandte sich alsdann gegen die geradezu infame Unterstellung, daß Deutschland den Religionsunterricht aus ber Schule beseitigen wolle. „Es gibt nun einmal", so erklärte er unter heiterer Zustimmung, „keine protestantische Erdkunde und keine katholische Naturkunde. Die Kinder sollen inder deutschen Auffas s u n g erzogen werden, sie sollen sich im späteren Leben nicht in erster Reihe als Protestanten oder als Katholiken, sondern zuerst und zumeist als Deutsche fühlen!" Immer wieder erfüllte tosender Beifall die Deutschlandhalle, als Der Minister diese Gedankengänge mit feiner Satire und scharfem Witz weiter ausspann und unter Hinweis auf eine geharnischte Erklärung Napoleons gegen klösterliche Anmaßungen und klerikale Einmischungen in die Staatsangelegenheiten ironisch feststellte, daß Deutschland durchaus nicht den Anspruch auf Originalität erhebe, wenn es sich heute mit Den kirchlichen Autoritäten auseinandersetze. „Auf einem ganz anderen Blatt allerdings stehen die Sexualprozesse geschrieben. Die in diesen Wochen und Monaten in vielen Städten des Reiches gegen eine Unzahl von Mitgliedern bes katholischen Klerus burchgesiihrt werden und fast ausnahmslos für bie Angeklagten zu schweren Gefängnis- unb Zuchthausstrafen geführt haben. Diese Sache geht im Augenblick nicht s o sehr den Staat als vielmehr den Staatsanwalt an. Es hanbelt sich dabei auch nicht, wie von kirchlichen Kreisen durch Ausstreuung unkontrollierbarer Gerüchte glauben zu machen versucht wirb, um bebauerliche Einzelerscheinungen, sondern um einen allgemeinen Si11enverfüll, wie er in biesem erschreckenden und empören- ben Ausmaß kaum noch einmal in Der gesamten Kulturgeschichte ber Menschheit festzustellen ist. Wenn bemgegenüber behauptet wird, bas seien alles nur Scheinprozesse, bie dazu dienen sollten, die heilige katholische Kirche zu kompromittieren, so muß ich Darauf folgen Des zur Antwort geben: Ich bin in Den letzten Wochen beruflich verpflichtet gewesen, einen wenn auch nur geringen Bruchteil Des einschlägigen Waterials in Den amtlichen Prozeßakten selbst DurchzustuDieren. Ich kann nur sagen, Daß Das, was Darüber in Den Zeitungen steht, geraDezu winzig anmutet Der haarsträubenDen Sittenverwilberung gegenüber, Die hier tatsächlich zutage tritt. Wenn also von kirchlichen Kreisen erklärt roirD, Die veröffentlichten Prozeßberichte gefährDeten Die Sittlichkeit Der IugenD, so muh ich Demgegenüber betonen, Daß nicht Die Zeitungen, Die Diese Berichte bringen, fonbern Die verbrecherischen sexuellen Verirrungen Des katholischen Klerus Das leibliche unD seelische Wohl Der Deutschen Jugend auf Das ernsteste zu beDrohen geeignet sinD. UnD ich kann mit allem Nachdruck vor Dem Deutschen Volk, Das in Dieser SfunDe mein Zuhörer ist, betonen. Daß Diese Sexualpest mit Stumpf unb Stiel ausgeroltet roerDen muß unD roirD; unD roenn Die Kirche sich Dazu als zu schwach erwiesen hat, so roirD Das Der Staat besorgen. Eine interessante Erinnerung. Die „Germania" zum Harden-Moltke-Prozeß 1907. Er befindet sich dabei in einer in diesem Falle merkwürdig anmutenden Gesellschaft. Auch im Jahre 1907 hat es im monarchischen Deutschland in ganz kleinem Umfange gegen drei oder vier Mitglieder des hohen Adels ähnliche Prozesse gegeben. Das Blatt des Zentrums, die „Germania", das damals bekanntlich Wortführer und Sprachrohr der katholischen Kirche und des hohen katholischen Klerus in Deutschland war, schrieb bei dieser Gelegenheit unter dem 27. und 29. Oktober 1907: „Es handelt sich hier um mehr als lediglich um Vorwürfe sittlicher Perversität gegen beliebige Einzelpersonen, an Denen die Oeffentlichkeit kein besonderes Interesse hat. Die Dinge, welche in diesem Prozeß der Oeffentlichkeit enthüllt worden sind, beanspruchen vielmehr eine besondere Beachtung, weil sie in kulturhistorischer wie in politischer Be- Ziehung einen zeitgeschichtlichen Hintergrund von außergewöhnlicher Bedeutung haben. Es war freilich längst kein Geheimnis mehr, daß die sittliche Perversität namentlich irr hochgestellten Kreisen in den letzten Jahren eine unheimliche Verbreitung gefunden hat. Der Prozeß hat mehrere Personen vor den Richterstuhl der Oeffentlichkeit gebracht, jene Mitglieder unserer ältesten Adels- geschlechter und Herrscherhäuser, die ihre bevorzugten Stellungen zu den schamlosesten Orgien, zur niedrigsten Völlerei, zur verächtlichsten Befriedigung ihrer widernatürlichen Sinneslust mißbraucht haben. Die sittengeschichtlichen und politischen Enthüllungen haben die Notwendigkeit und Dringlichkeit offenbart, daß hier Wandel geschaffen werden muß bezüglich der Verbreitung der widernatürlichen Unzucht. Man wird nun entschiedener den Weg zur sittlichen und politischen Gesundung einschlagen und mit eiserner Strenge verfolgen, damit das deutsche Volk nicht dem Niedergang verfällt und an seiner Zukunft irre wird. Trotz alles Schmutzes, der in dem Prozeß Moltke-Harden aufgewühlt worden ist, ist doch nur ganz oberflächlich in dem sittlichen Sumpf gerührt worden. Nur ein ganz kleines Zipfelchen ist oon der in weiten Kreisen der vornehmen Gesellschaft herrschenden Unsittlichkeit ein wenig gelüftet Horden." „Wer stärkt den von der Seuche ergriffenen und bedrohten Kreisen das Gewissen, wer weist sie darauf hin, wie sie durch ihr schändliches Gebaren nicht nur sich selbst und ihre Familien zu Grunde richten, sondern auch die in den weitesten Kreisen des Bürgertums vorhandene Abneigung gegen den Adel stärken, den Thron bloßstellen, dem sie näher* stehen als andere Sterbliche, ja, unsere Feinde durch die Zeichen des Verfalls ermutigen, die sie als Kainsmal geschlechtlicher Entartung an sich tragen? Wo alles aufs Aeußerliche gestellt ist, wo in allen Schichten rücksichtsloseste Erwerbs- und Genußsucht herrscht, Ewigkeitsmomente völlig zurücktreten, Religion, Kirchlichkeit und Sitte ganz abgetan, im besten Falle ein Produkt der Erziehung und Gewöhnung sind, da ist der Boden für alle Laster geebnet." Es ist also nicht mehr als recht und billig, daß Der nationalsozialistische Staat, heute in einer ähnlichen Lage, nur gegen Taufen De oon kirchlichen Sexualverbrechern nach Demselben Rezept vorgehk. Das im Jahre 1907 Die „Germania" gegen eine ganz kleine oDelige Clique vorschlug. UnD Der katholische Klerus kann Davon überzeugt sein, Daß heule, wie Die „Germania" im Jahre 1907 schon verlangte, „entschieDen Der Weg zur sittlichen und politischen GesunDung eingeschlagen unD mit eiserner Strenge verfolgt roirD, Damit Das Deutsche Volk nicht Dem Niedergang verfällt und an seiner Zukunft irre roirD.“ Die deutsche Reichsregierung hatte eigentlich die Absicht, zu diesen Vorgängen in der Oeffentlichkeit Zu schweigen und d i e Tatsachen s e l b st reden Zu lassen. Ich sehe mich nunmehr gezwungen, dieses Schweigen zu brechen. Denn eine deutliche und klare Antwort ist nötig geworden. Ein katholischer Kardinal in Amerika, mit Namen Mundelein, hat in einer öffentlichen Rede, in der er den Führer in der unqualifizierbarsten Weise beleidigte, mich den „unehrlichen Propagandaminister von Deutschland" genannt, der diese Prozesse nur aufziehen lasse, um der verfolgten katholischen Kirche Schaden zuzufüqen. Er zweifelt dabei in Bausch und Bogen die Richtigkeit dieser Prozesse an und hat die Stirne, sie mit der Greuel- propaganda zu vergleichen, die während des Krieges gegen Deutschland betrieben wurde. Hier bin i ch persönlich angegriffen. Unser Regime wird des furchtbarsten Verbrechens angeklagt, dessen sich eine Regierung schuldig machen kann: der offenen Beugung oon Recht und Gesetz zu egoistischen Zwecken. Ich sehe mich deshalb veranlaßt, aus der Sphäre des Schweigens herauszutreten und Antwort z u geben. Ich spreche hier als deutscher Nationalsozialist, als Familienvater, dessen kostbarstes per- sönliches Gut auf Erders seine vier Kinder sind, die er auch einmal, wenn sie in das dazu bestimmte Alter kommen, den Erziehungsfaktoren der Oeffent- lichkeit anvertrauen muß. Ich kann als solcher die Gefühle der um die Seele und den Körper ihrer Kinder betrogenen Eltern verstehen, deren kostbarstes Gut hier vertierten und skrupellosen Jugendschändern ausgeliefert gewesen ist. Ich glaube auch im Namen von Millionen deutschen Eltern zu sprechen, die es nicht wünschen, und die nur mit Angst und Abscheu daran denken, daß ihre unschuldigen Kinder einmal von gewissenlosen Sektierern derartig seelisch und körperlich mißbraucht werden könnten. Die katholische Kirche attackiert seit Jahren den nationalsozialistischen Staat und die nationalsozialistische Bewegung mit h i r t e n b r i e f e n. in denen sie beweglich Klage über den angeblichen Sittenverfall unserer Zeit führt. Sie protestiert dabei gegen eine Jugenderziehung, die frisch, unmuffig und unprüde ist, sie mißt die Länge der Badehosen spielender und turnender Knaben und Wädchen nach, um zentimeterweise den sittlichen Tiefstand unserer Zeit aufzuzeigen. Sie klagt über angebliche Wißstände in der Hitlerjugend. Welch eine Heuchelei angesichts der himmelschreienden sittlichen Verwilderung, die sich, wie die Prozesse es dartun, in den katholischen Klöstern und in weiten Kreisen des katholischen Klerus breitgemacht hat! Der Angriff des Kardinals Mundelein gegen den nationalsozialistischen Staat kommt zwar aus dem Ausland; aber seine Inspiratoren sitzen, wie nachgewiesen werden kann, in Deutschland selbst. Sie gehören den Kreisen an, die durch die Gerichtsverfahren unmittelbar betroffen werden. Deshalb übernehme ich persönlich die Verteidigung der deutschen Rechtsprechung gegen diesen ebenso unverschämten wie lügenhaften Versuch, die kirchlichen Sexualoerbrecher reinzuwaschen. Gegen die Verleumdung der deutschen Rechtspflege. Um was handelt es sich? In Deutschland gibt es wie in allen Kulturstaaten Gesetze gegen widernatürliche Unzucht und Kinder- schändung. Diese Gesetze gelten selbstverständlich für alle. Auch für Priester! Ja, man sollte annehmen, daß gerade Priester diese Gesetze auf Grund ihres Berufes auf das strengste achteten und sie gegen Angriffe, kommen sie woher auch immer, verteidigten und in Schutz nähmen. In Deutschland nun haben unzählige Geistliche und Ordensbrüder gegen diese Gesetze verstoßen. Kein Land der Welt' hatte diese Verstöße übersehen können und dürfen. Ueberall aber, wie auch in Deutschland, ist d i e Justiz verpflichtet, ge.gen Rechtsbrecher einzuschreiten und zwar ohne Ansehen der Person, des Ranges, des Standes und der Konfession. Es wird nun hier und da die Meinung vertreten, man hätte diese Prozesse, wenn sie schon unvermeidlich waren, unter vollkommenem Ausschluß der Oeffentlichkeit vonstatten gehen lassen sollen. Dazu habe ich folgendes zu erklären: Schon lange vor dem letzten Angriff des Kardinalerzbischofs von Chikago haben in Deutschland und vor allem aber außerhalb Deutschlands viele und hohe Vertreter des Klerus behauptet, unzählige deutsche Priester würden aus religiösen Gründen in haft gehalten. Diese fortgesetzte Verleumdung der deutschen I u st i z, die wider besseres Wissen erfolgte, hat uns endlich gezwungen, vor dem deutschen Volk und vor aller Wett die Gründe aufzuzeigen, aus denen diese Priester verhaftet wurden und die ungeheuerliche Verlogenheit derer nachzuweisen, die da behaupten, es handele sich dabei um religiöse Wotive. Vicht Religion und nicht Politik sind hier im Spiet. Politische Wotive werden uns in diesem Zusammenhang nur von denen unterschoben, die diesen Serualsumpf nicht sehen und die Verdebnis nicht zugeben wollen, weil sie die Staatsautorität an sich ablehnen, selbst noch dann, wenn sie gegen die furchtbarsten Schäden sexueller Art einzuschreiten sich anichickt. Konnte denn der Staat überhaupt die Augen schließen vor dem schrecklichen sittlichen Verfall, der sich hier kundlut? Wer das wünscht, der müßte die Gesetze ändern. Wan kann nicht widernatürliche Anzucht vor dem Gesetz mit Strafe belegen und dann Tausende von Geistlichen und Ordensbrüdern troß ihrer Verbrechen straffrei lassen; sonst hört das Recht auf. Recht zu sein, und die Justiz wird zu einer parteiischen Institution im Dienste der Kirche. Man mag hier vielleicht den Einwand erheben, wenn schon alle Klöster so im Kern verdorben sind und unter ihren Angehörigen die widernatürliche Unzucht gewissermaßen hordenweise getrieben wird, dann soll man sie doch unter sich lassen und sich nicht weiter um sie bekümmern. Aber auch das ist unmöglich. Denn einmal sind zahllose dieser Priester und Ordensqeistlichen im Beichtstuhl tä- t i g und verderben durch ihre krankhafte Veranlagung unzählige gesunde Menschen. Und ferner sind ihnen vor allem mehr oder weniger hilflose Wesen als Kranke ausgeliefert, die überhaupt nicht in der Lage sind, sich dieser Scheußlichkeiten zu erwehren Es handelt sich hier also nicht um Vergehen von pervers veranlagten Menschen untereinander, sondern um die planmäßige sittliche Vernichtung Tausender von Kindern und Kranken. Schließlich muß aber auch hier einmal festgehalten werden, wer denn überhaupt' ein Recht hat, öffentlich von Moral zu reden, und wer dieses Recht nicht besitzt. Es ist nicht damit getan, in Hirtenbriefen hohe sittliche Grundsätze über die Moral des Volkes aufzustellen. Viel wichtiger ist es dagegen, zunächst einmal die himmelschreienden Skandale zu beseitigen, die in den Reihen dieser Moralprediger selbst seit langem offenkundig geworden sind. Wan wird mir vielleicht enlgegenhalten: So etwas kann auch wo anders vorkommen. Gewiß, es kommt auch wo anders vor, und dann greifen auch felbstverftändtich die Staatsanwaltschaften ein und tun dem Recht Genüge. Dafür sind ja die Gesetze geschaffen. Wenn man mich nun fragt, warum die Verhandlungen in solchen Fällen nicht öffentlich sind, so antworte ich: Weil es bisher noch keinem anderen Stand eingefallen ist, solche Schweinereien zu decken, und weil sich außerdem in keinem anderen Stand eine derartige herdenmäßige Unzucht breitgemacht hat wie in dem in Frage stehenden. Es kann auch einmal ein Lehrer oder sagen wir ein Soldat deswegen belangt werden. Niemals aber wird der Lehrerbund oder wird die Armee den Verbrecher dann als Wärtyrer bezeichnen. Er wird vielmehr aus feiner Organisation ausgestohen, ja von ihr selbst zur Anzeige gebracht. Die Partei hat hier ein klares und deutliches Beispiel gegeben. 1934 wurden über 60 Personen, die in der Partei — gerade wie dies in den Klöstern und in der Geistlichkeit geschieht — diese Laster zu züchten versuchten, kurzerhand erschossen. Darüber hinaus aber hat die Partei die Ration in aller Oeffentlichkeit über diese Vorgänge aufgeklärt. Sie hat ferner versichert, daß sie in jedem ihr bekanntwerdenden Fall nicht nur selbst zur Anzeige schreitet, sondern von den Gerichten die schärf sie Verurteilung solcher Sittenverbrecher fordert. Was hat dagegen die K a t h o l i s ch e Kirche letan? Zunächst hat sie jahrelang von politischen Verfolgungen geredet, eingesperrte Geistliche als Märtyrer glorifiziert, obwohl sie wußte, daß es sich dabei zu 95 v. H. um Sittlichkeitsver- bredjer handelte. In jedem Fall hat sie versucht, die Verbrecher zu beschützen, die Verbrechen selbst zu verwischen und die Schuldigen entweder in andere Pfarrstellen oder Klöster einzuweisen, oder, wenn es brenzlich wurde, sie ins Ausland zu bringen. Unzähligen dieser schamlosen Verderber unserer Jugend hat man über die Grenze geholfen, um sie dem Arm der Justiz zu entziehen. Andere hat man eine Zeit lang versteckt und sie dann an fremden Orten abermals auf die unschuldige Jugend losgelassen. Was sich hier abgespielt hat — ich sage das in voller Kenntnis des empörend und haarsträubenden Prozeßmaterials —, ist grauenhaft und kann dem Volke gar nicht im vollen Umfange mitgeteilt werden. Dieser Morast ist so abgrundtief, daß jedem Menschen, der die Möglichkeit hatte, auch nur einen dieser Prozesse in seinen Einzelheiten kennenzulernen, eine maßlose Wut und ein heiliger Zorn erfassen muß, vor allem auch gegenüber dem heuchlerischen Sittenrichtertum einer Institution, die selber die schamlosesten Exzesse duldet und unzählige junge Menschen dem Verderben ausgeliefert hat. Denn leider kann es heute keinem Zweifel mehr unterliegen, daß selbst die Tausende und aber Tausende Fälle, die zur Kenntnis der Justiz gekommen sind, nur einen Bruchteil des wahren U m f a n g es dieser sittlichen Verwilderung darstellen und nur ein Symptom bedeuten für den Gesamtzerfall. Line Ieh!e Warnung an die Katholische Kirche. Und ich glaube im Namen von ungezählten Millionen zu sprechen, wenn ich hier die klare Forde- Klosterschule Waldniel an 35 Schülern vergangen, ein anderes Subjekt an 96 Schülerinnen. Ein Pfarrer in Baden brachte es fertig, dem seiner kirchlichen Autorität anvertrauten Mädchen einzureden, sie würde dem Herz-Iesu-Fest eine D^onOere Weihe geben, wenn es sich gerade zu dieser Zeit mit ihm einließe. Dutzendfach sind die Fälle, in denen sich diese vertierten Menschen an Schwerkranken Halbidioten und Krüppeln vergingen. Es ist von hier aus nur ein Schritt bis zu dem Verfahren eines Pfarrers, der nicht einmal ein tm Sterben liegendes Mädchen mit feiner Perversität verschonte. Der sadistische Sexualmord im Kloster Manage in Belgien und der Tod eines 13jährigen Jungen in einem rheinischen Kloster, der von seinen Erziehern im sexuellen Rausch zu Tode geprügelt wurde, sind die erschütternden Höhepunkte dieser endlosen Serie von scheußlichsten Verbrechen. Ich betone dabei ausdrücklich, daß ich mich in diesen lückenhaften Angaben nur a u f amtliches Prozeßmat er ial stütze, daß ich auch nur einen winzigen Bruchteil dieses Materials zur Kenntnis der Oeffentlichkeit bringen kann und will. Es ist nun sehr unklug und zeugt für die vollkommene Kopflosigkeit der davon betroffenen Kreise, wenn sie versuchen, auf dem Umweg über das nichtinformierteAusland Zweifel in die Berichterstattung über die Prozesse zu sehen oder gar die Unantastbarkeit der deutschen Justiz zu verdächtigen. Wir könnten, würde dieses Verfahren fortgesetzt, uns gezwungen sehen, zu eindringlicheren und stärkeren Witteln zu greifen, um nicht nur dem deutschen Volk, sondern darüber hinaus der Welt Kenntnis zu geben von Vorgängen, die in dieser Art einzig dastehen. Wir würden in einem solchen Fall, wenn notwendig, an einige besonders prominente Kirchenfürsten eine Anzahl öffentlicher Fragen richten, über die im Prozeßsaal unter Eid nähere Auskunft zu geben sie dann Gelegenheit hätten. Unter keinen Umständen aber werden wir uns durch solche Wethoden einschüchtern lassen und etwa eine Säuberung nicht durchführen, die im Interesse der öffentlichen Woral und des Schuhes unserer Jugend notwendig ist. Die Kirche hätte Gelegenheit gehabt, diese selbst durchzuführen. Leider hatte sie dazu entweder keine Lust oder wollte und konnte sie aus bestimmten anderen . Gründen nicht durchführen. Das hier angeschnittene Problem ist sehr ernst und tieftraurig. Es bewegt das Herz eines joden deutschen Mannes und einer jeden deutschen Frau. Es bereitet mir wahrhaftig keine Freude, in solcher Ausführlichkeit darauf zu sprechen zu kommen. Aber wer Familienvater ist und Kinder besitzt, muß anderseits mit tiefer Empörung feststellen, daß solche Dinge überhaupt möglich sind. rung aufstelle, daß diesem öffentlichen Skandal ein ... Ende bereitet wird. Die Betroffenen sollen sich ! Der Ekel steigt einem hoch, wenn man gezwungen nicht auf Gott berufen. Die Gnade Gottes ist nicht I ist, sich beruflich und amtlich mit diesen Unterlagen bei solchen Menschen. So tief kann niemand sinken, 'zu beschäftigen. der nicht auch jede Beziehung zum allmächtigen Gott verloren hat. Ich will nur einige wenige Beispiele anführen und auch da nur durch Andeutungen die Scheußlichkeiten kennzeichnen, die vor den deutschen Gerichten offenbar geworden find. I n den Sakristeien wurde nach der Beichte mit den minderjährigen jungen Menschen Unzucht getrieben; die verführten Opfer wurden für ihre Willfährigkeit gegenüber den unzüchtigen Wünschen der Sexualverbrecher m 11 Heiligenbildern belohnt, die geschändeten Jugendlichen nach dem Unzuchtsakt b e t r e u - zigt und gesegnet. Kein Platz, der den Gläubigen heilig ist, blieb vor dem widerlichen Gebaren der Sexualoerbrecher im Priesterrock verschont. Hinter dem Altar tobten sie zwischen Beichte und Kommunion ihre widernatürlichen Gelüste aus; sie schämten sich nicht, ihre Beichtkinder m»t der Behauptung gefügig zu machen, daß solche Dinge, mit Priestern betrieben, nicht sündhaft seien. Eines dieser Scheusale hat sich als Lehrer der Das sell'ame Verhallen der kirchlichen Behörden Und nun frage ich das deutsche Volk: kann man hier noch von Golles Gnade reden oder hat von diesen verbrecherischen Elementen nicht der Teufel selbst Besitz ergriffen? Die Haltung der kirchlichen Obrigkeit diesen Greueln gegenüber ist vollends unverständlich. Ein Bischof entschuldigt vor Gericht sein Richteinschreiten mit Güte. Das heißt also Güte gegenüber dem Verbrecher und sittliche Preisgabe von wehrlosen Kindern. Immer wieder aufs Reue sind diese Scheusale auf ihre Witmenschen losgelassen worden. Die bischöflichen Aufsichtsbehörden haben angeblich keine Wöglichkeit gehabt, dagegen einzuschreiten. Aber selbst vor Gericht noch versuchen sie, alles zu vertuschen. Der Generalvikar von Wain; verweigert, als es brenzlich wird, die Aussage, bestreitet vorhandene Personalakten, die dann von der Staatspolizei trotzdem beschlagnahmt werden können. Der Bischof von Trier will sich an nichts mehr erinnern können und wird schließlich einet objektiv falschen Aussage unter Eid überführt. Dieser selbe hohe Klerus aber hat die Möglichkeit, gegen jeden Geistlichen vorzugehen, der auch nur zum heutigen Staat positiv Stellung nimmt. Daß beispielsweise ein Abt Schachleitner auch nur versucht hat, uns Nationalsozialisten zu verstehen und unserem Wirken Gerechtigkeit widerfahren zu lassen, führte sofort zum Verbot der Abhaltung des Gottesdienstes und der Predigt. Die bischöflichen Behörden hätten, wenn sie nicht mehr tun konnten, wenigstens dafür sorgen müssen, daß die ihnen bekannten verbrecherischen Elemente nicht immer non Neuem in andere Pfarreien versetzt wurden. Muß es nicht jedem deutschen Mann die Zornesröte ins Gesicht treiben, wenn er sich vorstellt, daß deutsche Mädchen und Frauen gehalten sind, zu solchen Sexualverbrechern in die Beichte zu gehen und ihnen über ihre heiligsten und intimsten Geheimnisse Auskunft zu geben. Die Tatsache, daß notorische Sittlichkeitsverbrecher dazu immer wieder aufs Neue in Erziehungsanstalten untergebracht werden, in denen sie ungehindert Jagd auf Jugendliche machen können, kann nur als eine himmelschreiende Verantwortungslosigkeit bezeichnet werden. Wie heuchlerisch und unsinnig wird demgegenüber die von solchen Elementen erhobene Androhung ewiger Höllenqualen gegenüber einer modernen Körperertüchtigung und Leibeserziehung. Ich möchte dieses Kapitel nicht schließen, ohne erneut in aller Eindringlichkeit eine scharfe Warnung an jene Kreise zu richten, die es angeht. Wird die Wahrheit der Sittlichkeits- prozefse gegen katholische Geistliche noch einmal von einer in Betracht kommenden Stelle in Deutschland oder außerhalb des Reiches angezweifelt, so werden wir mit den wirksam- sten und praktischsten Witteln diese Zweifel zu zerstreuen suchen. Untersteht sich noch einmal eine dieser Stellen, Wihtrauen gegen die Unantastbarkeit und Sauberkeit der deutschen Justiz zu säen, dann werden wir einige sehr hohe Personen des Klerus vor die Rotwendigkeil stellen, vor Gericht unter Eid Rede und Antwort zu stehen. Dann mag das deutsche Volk erkennen, warum die bischöflichen Aufsichtsbehörden versagt haben und wie wahr Ebristi Wort ist: Wan solle sich hüten vor denen, die im Schafspelz herumgehen, inwendig aber reißende Wölfe sind. Der göttliche Lehrmeister, vor dem auch wir uns in Ehrfurcht beugen, hat einmal schon die Wechsler und Händler mit der Peitsche aus dem Tempel getrieben. Welche Strafe würde er erst über diese Sittenverderber, Iln- holde und Wörher von Kinderseelen verhängen! Ich spreche zum Schluß dieses Kapitels im Ramen von Tausenden anständigen Geiftlicken, die, wie unzählige Briefe an mich beweisen, schmerzbewegten Herzens den tiefen Fall und Verfall der Kirche sehen, und ich gebe der Hoffnung Ausdruck, daß gerade aus diesen Kreisen eine Regeneration eintritt, die so rechtzeitig erfolgt, daß es nicht zu spät itt. Es ist kein freudiger Anlaß, von diesen Dingen zu sprechen. Aber das erfordert nun einmal d i e notwendige Sauberkeit unseres öffentlichen Lebens. In Deutschland, so erklärte Dr. Goebbels unter geradezu tosendem Beifall, herrscht nicht das Gesetz des Vatikans, sondern das Gesetz des deutschen Volkes, vor dem sich jeder Deutsche zu beugen hat! Ich hoffe, daß nun auch dem letzten Zweifler in unserem Volk die Augen aufgegangen sind. Wie dankbar können wir dem Führer sein, daß er diese Pest ausrottet, und daß er als der berufene Beschützer der deutschen Jugend mit eiserner Strenge gegen die Verderber und Vergifter unserer Volksseele vorgeht! Am Schluß seiner Darlegungen betonte Dr. Goebbels, daß es in Deutschland kein Problem gebe, das nicht vor dem ganzen Volke in aller Offenheit erörtert werden könnte. Im Inneren ist alles klar ausgerichtet. Unser Volk geht friedlich seiner Arbeit nach in gläubigem Vertrauen auf seine Führung. Wie trostlos sieht es dagegen in anderen Ländern aus! Konflikte über Kon- flifte. In Moskau schürt die kommunistische Internationale gegen den Bestand und die Kultur der Nationen. Dort sitzt in der Gestalt des Juden der Weltfeind, der durch seine Umtriebe die ganze Welt zu unterwühlen sucht. Deutschland aber hat dagegen einen uneinnehmbaren Wall aufgebaut. Wir haben aber anderseits den sehnlichsten Wunsch, Freundschaft mit England zu schließen und zu einem Ausgleich mit Frankreich zu kommen. Ich glaube, es gibt heute in Europa kein Volk, das glücklicher ist als das deutsche. Der Führer hat uns zu Bürgern einer großen freien Nation gemacht. Es ist unsere Pflicht, eifersüchtig über die Einheit d e r Nation zu wachen. Die Partei ist und bleibt der eherne Wächter unserer inneren Einheit, sie bleibt d i e Lehr- meisterin der Nation, die treue Garde des Führers. Das Werk des Führers ist heute schon historisch geworden. Glücklich ein Volk, das einen solchen Mann besitzt. (Wiederholter stürmischer und anhaltender Beifall.) Glücklich aber auch ein Mann, der ein solches Volk regiert. Unter immer aufbrausendem Beifall schloß Dr. Goebbels seine Rede: Im Dienste der Nation wollen wir uns verzehren. Noch stehen wir mitten in unserer Ausgabe, aber aus der Ferne locken schon die neuen Aufgaben: Die Freiheit der Deutschen, das ist unser tägliches Gebet. Mit diesem Gebet wollen wir morgens aufstehen und abends einschlafen, mit diesem Gebet werden wir auch einst in unserer letzten Stunde unsere Augen für immer schließen! ©er Zinsfuß der Auslandsschulden. Berlin, 28. Mai. (DNB.) Infolge der Devisen- bewirtschaftung, zu der Deutschland durch die ungesunden Verhältnisse in der Weltwirtschaft gezwungen worden ist, können sich die deutschen Schuldner von Ausländsanleihen und Auslandskredit en von einer fälligen Schuld vielfach deswegen nicht befreien, weil bi e U e b erweis u n g des Schuldbetrages in das Ausland aus devisenwirtschaftlichen Gründen nicht zuge« lassen werden kann. In zahlreichen Fällen haben die ausländischen Gläubiger sich bereitgefunden, das Schuldverhältnis zu verlängern ober an Stelle von Devisen {mb freier Reichsmark alle Zahlungen auf Sperrkonto anzunehmen. Dem stehen iedoch Fälle gegenüber, in benen die ausländischen Gläubiger bisher jedes Entgegenkommen ab gelehnt haben. Dadurch wurde für den deutschen Schuldner eine Lage geschaffen, die auf die Dauer unerträglich war. Denn die deutschen Auslandsschulden sind vielfach in einer Höhe z u verzinsen, die den heute in Deutschland üblichen Zins bei weitem übersteigt und im übrigen auch wesentlich über dem Satz liegt, den der Gläubiger bei einer Kapitalanlage in seinem eigenen Lande jemals erhalten konnte. Durch Gesetz wird deshalb bestimmt, daß bei den Auslandsschulden die Pflicht des Schuldners zur Zahlung des Vertragszinses mit dem Eintritt der Fälligkeit wegfällt. Der ausländische Gläubiger kann einmal verlangen, daß der Schuldner den fälligen Betrag in Mark auf ein Sperrkonto einzahlt oder er kann erklären, daß er die fällige Forderung bei dem Schuldner stehen las- s e n wolle. In diesem Falle ist die Forderung vom Eintritt der Fälligkeit an mit h ö ch st e n s 4 v. H. z u verzinsen. Daneben steht es dem Gläubiger frei, mit dem Schuldner eine Stundungsvereinbarung zu treffen. Hierbei wird aber durch die Vorschrift des Devisenrechts dafür Sorge getragen, daß sich der Zinssatz für die prolongierte Forderung in angemessenen Grenzen hält. DeutMndverM'ndiaunasberett Reichsminister Dr. Schacht vor dem Comite France-Allemagne. Paris, 29. Mai. (DNB.) Das Comite France- Allemagne veranstaltete ein Essen, an dem u. a. der französische Botschafter in Berlin Francois Poncet, der deutsche Botschafter in Paris Graf Welcek, der Landesgruppenleiter Frankreich der NSDAP. Schleier, der Präsident des Empfangsausschusses für die Internationale Ausstellung Graf de Castellane und französische Abgeordnete und Politiker teilnahmen. Der kriegsblinde Präsident des Comitä France- Allemagne Scapini führte u. a. aus: Das Comite France-Allemagne ist eines der aktivsten Elemente des Zusammenwirkens der wichtigsten Frontkämpferverbände, der Union Nationale und der Union Föderale, die zwei Millionen Männer vereinigen. Wir alle sind überzeugt, daß der Krieg die größte Katastrophe fein würde, in der Europa untergehen müßte. Aus dem Krieg von 1914 ergibt sich die menschliche und gebieterische Notwendigkeit, unsere Beziehungen mit den Gegnern von gestern zu klären. Scapini gab ferner der Ueberzeugung Ausdruck, daß die paradoxe Wirtschaftslage Europas die Grundlage all dessen sei, was als Spannung der Beziehungen zwischen den einzelnen europäischen Völkern bezeichnet werde. Das fehlende Gleichgewicht Europas laste schwer auf den Beziehungen von Volk zu Volk und besonders auf den deutsch-französischen Beziehungen. Die seit dem Krieg verflossenen Jahre zeigten die Brüchigkeit diplomatischer Konstruk- t i o n e n in dem Augenblick, wo sie nicht auf einer gesunden wirtschaftlichen Auffassung ruhten. Deswegen habe sich das Comite France-Allemagne veranlaßt gesehen, seine Hauptbemühungen auf das Studium der wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Deutschland und Frankreich zu richten. Graf Fernando B r i n o n , Vizepräsident des Comitd France-Allemagne, gedachte der herzlichen und freimütigen Fühlungnahmen zwischen Deutschen und Franzosen, die den Wunsch haben, sich zu verstehen. So sehr man auch an der Meinungsfreiheit hänge, wolle man doch freiwillig das Opfer auf sich nehmen, nicht alles und jedes zu drucken und zu verbreiten. Der Führer und Reichskanzler habe wiederholt gefordert, daß die moralische Atmosphäre der Völker geschützt werden müsse. An der Lösung dieser Aufgabe wollen wir mitwirken. Graf Fernando Brinon trank darauf daß Wahrheit in den deutsch - französischen Beziehungen herrschen möge. Reichswirtschaftsminister Dr. Schacht betonte die Wichtigkeit der personlchen Fühlungnahme. Die deutsche Beteiligung an der Ausstellung und ihr günstiger Widerhall wären vergeblich, wenn ihr nicht eine bessere Verständigung 3®if®jn Deutschland und Frankreich folgen würde. Der Minister wandte sich- gegen die in einem Teil der 'S;.« 'S**, ich ij» > M tt $«ll »*ta{ IDnJu Wathen Kr n'an5’* ,n sollen iuir 5? 'n. uchret 5°n die neuen Ätschen, Mem (gebet ' .abends ein. ®lr auch einst 3en sur immer Iben. >e der Devisen, durch die um Mast gezwun. deutschen leihen und fälligen Schuld 1 die Heben das Ausland nicht zuge. n Fällen haben itsiefunden, das oder an Stelle alle Zahlungen Dem stehen e ausländischen genkommen e für den deut, ’n, die auf die deutschen Aus- er höhe zu Wand üblichen und im übrigen liegt, den der i in seinem 1 konnte. Durch bei den Aus- dners zur Zch >m Eintritt )er ausländische laß der Schuld- f ein «Sperr- ren, daß er die forberunq vorn ft ms 4 o.h. s dem Gläu- .tundunas- bei wird aber 15 dafür Sorge die prolongierte grenzen HR llVShmil chacht lllemagne. Comite France an dem u. * [in Fran?°' in Pans ®rfl eifer HjJ Ment des Em? L Aus« mnzösische Abg« Comite Fnj £,rÄ i n *7, 4 erJ?l Jt|er< ^'Äeru Ml Eft# $>•’$ sie ® 1 P jng ^Aiiern^ Fran^diif^ ■s> W W M'.' en J 'N , 'rauf K"" l*" rf* SA’IW jr M»- fKi-k Presse wiederkehrende Behauptung, daß Deutschland immer nur etwas verlange, und erinnerte an die Vorschläge Deutschlands zur Sicherung des europäischen Friedens. Deutschland habe sich ferner bereit erklärt zu einer Verständigung über eine Rüstungsbegrenzung. Man könne nicht mehr erwarten. Man möge sich mit Deutschland über ein koloniales Betätigungsfeld einigen, über dessen Form noch verhandelt werden könnte. Gegenüber den deutschen Ideen vermisse er neue Beiträge von anderen. Er wolle nichts forcieren und wende sich nur gegen den schlechten Willen. Das deutsche Volk wolle den Frieden und wolle sich mit Frankreich und allen Nachbarn verständigen. * An einem Abendessen, das in Vertretung des in Genf weilenden französischen Außenministers Del- bos Staatsminister Chautemps im Quai d'Orsay zu Ehren des Reichsbankpräsidenten Dr. Schacht veranstaltete, nahmen teil Ministerpräsident Blum, Wirtschaftsminister S p i n a s s e, Handelsminister B a st i d , der deutsche Botschafter GrafWelczek, Reichskommissar Ministerialdirektor Ruppel, der Gouverneur der Bank von Frankreich, L a b e y r e, Botschafter Francois Poncet und Persönlichkeiten der Politik, Diplomatie, Wirtschaft und Finanz. Deutsch-französischer Handelsvertrag vor dem Abschluß. Paris, 28. Mai. (DRV.) Als Ergebnis der Besprechungen zwischen dem Reichsbankpräsidenten Dr. Schacht und dem französischen Handelsminister B a st i d konnten die wesentlichen Schwierigkeiten, die noch dem Abschluß eines Wirtschaftsabkommens zwischen Frankreich und Deutschland enlgegenstanden, in befriedigender Weise behoben werden. Die beiden Regierungen stellen mit Genugtuung fest, daß die Verhandlungen, die zur Einzelausarbeitung gewisser Fragen und zur Fertigstellung der Vertragstexte noch gepflogen werden, binnen kurzem zum Abschluß eines Vertrages werden führen müssen, der es ermöglichen wird, die Handels- und Finanzbeziehungen zwischen beiden Ländern auf f e st e Grundlagen zu stellen. Angesichts dieser Tatsache wird das Reiseabkommen vom 1. Juni a b endgültig in Kraft treten. Wer-Zugend und Schule Schulter an Schulter. Reichserziehungsminister 2Ruft vor den Reichsführern der HZ. in Weimar. Weimar, 28. Mai. (DNB.) Im Reichsführerlager der Hitler-Jugend Weimar sprach Reichserziehungsminister R u st zum Führerkorps der deutschen Jugend. Der Jugendführer des Deutschen Reiches, Baldur von Schirach hob in seiner Begrüßungsansprache die Verbundenheit der Hitler-Jugend mit dem Reichserziehungsminister und seiner Arbeit hervor. Reicbserziehungsminister N u st behandelte die weltanschaulichen und aeistigen Grundlagen der nationalsozialistischen Menschen- und Jugenderziehung. Er legte seinem Vortrag zwei Worte von Schiller und Goethe zugrunde, in denen die kämpferische Auffassung des Nationalsozialismus vom Leben wunderbar zum Ausdruck komme. Schiller: „Setzet Ihr nicht das Leben ein, nie wird Euch das Leben gewonnen sein." Und Goethe: „Nur der verdient sich Freiheit um das Leben, der täglich sie erobern muß." Im Sinne dieser Worte habe der Nationalsozialismus der früheren Anschauung von „Ruhe und Ordnung" die Begriffe „Kampf und Ordnung" gegenübergestellt. Die Hitler-Jugend übe diesen Kampf in den vom Führer befohlenen Reichssportwettkämpfen und im Reichsberufswettkampf. Zum ersten Mal stehe heute in der Hitler- Jugend die junge politische Führergeneration unseres Volkes im Bewußtsein ihrer geschichtlichen Verantwortung bereit zur Uebernahme der politischen Führung. Reichsminister R u st behandelte dann die Schulerziehung und stellte als das Endziel die Schaffung einer einheitlichen nationalsozialistischen, völkischen Schule heraus, in der die Bildungsmasse sich nach den völkischen Notwendigkeiten zu richten habe. Die Kernaufgabe der Hitler- Jugend liege in der körperlichen Ertüchtigung, in der nationalpolitischen und weltanschaulichen Erziehung und in der Kameradschaftsbildung der ganzen Jugend. Die Schule müsse ebenfalls im Geiste dieser Ziele ausgerichtet sein und kämpfe Schulter an Schulter mit der Hitler-Jugend bei der Erziehung ber deutschen Jugend. Die HJ- Führer dankten mit begeistertem Beifall. Der Inspektor der Adolf-Hitler-Schulen, Gebietsführer Petter, berichtete über die Arbeit der Adolf-Hitler-Schulen auf der Burg Crössinsee, die als erste der vom Führer befohlenen Schulen zur Heranbildung des politischen Führernachwuchses der NSDAP, seit dem 20. April dieses Jahres besteht. Er schilderte die Auslese von 300 zwölfjährigen Jungvolk-Pimpfen, die als erster Jahrgang auf der Ordensburg Crössinsee weilen. Die Auslese geschah auf Grund der Beurteilung, die durch die HI. nach der Leistung des Jungen im Jungvolkdienst und durch die NSDAP, nach dem rassischen Erbgut und der Erbgesundheit des Jungen vorgenommen wurde Mit Nachdruck hob Gebietsführer Petter hervor, daß die Eltern der Jungen des ersten Jahrganges aus allen Berufskreisen kämen, und daß das Ausleseprinzip der Leistung hier vollkommen verwirklicht worden sei. Valencia-Flieger greifen Kontrollschiffe -es Wchteinmischungsausschusses an. Energischer Protest Italiens im Londoner Ausschuß. London, 29. Mai. (DNB.) Im Nichtein- mischungsausfchuß gab der italienische Vertreter zahlreiche Einzelheiten über spanisch- bolschewistische Luftangriffe auf Palma am 24. und 26. Mai 1937 bekannt, während deren sechs italienische Offiziere an Bord des italienischen Flottenhilfsschiffes „Barletta" getötet und andere einschließlich des Kapitäns dieses Schiffes verwundet wurden. Grandi erklärte dann u. a., daß diese Angriffe absichtlich durchgeführt wurden, kann nicht bezweifelt werden. Die Art und Weise, tn der das Bombardement erfolgte, ist an sich schon ein genügender Beweis dafür. Sollte aber irgend jemand der Anwesenden weitere unabhängige Beweise wünschen, so bin ich überzeugt, daß die britische Regierung bereit sein würde, den Ausschußmitgliedern mit einem Augenzeugenbericht des Kommandanten des britischen Zerstörers zu dienen, der sich zur Zeit des Angriffes auf der Reede von Palma nicht weit von den Ankerplätzen der betreffenden italienischen Schiffe befand, die die Zielscheibe der bolschewistischen spanischen Bomber waren. Ich möchte aufs nachdrücklichste feststellen, daß die faschistische Regierung sich selbst und allein das Recht vorbehält, die italienische Flagge und das Leben und die Interessen ihrer Staatsangehörigen wo immer zu beschützen. Das ist auch nicht die Frage, die ich im Ausschuß aufwerfe. Die Frage, die ich behandle, lautet anders: Die außerhalb des Hafens von Palma vor Anker liegenden italienischen Schiffe erledigen eine ihnen durch den Ausschuß übertragene Pflicht, für die ber Ausschuß verantwortlich ist. Die Angriffe gegen sie waren daher gegen den Nichteinmischungsausschuß selbst, gegen seine Autorität und sein Prestige gerichtet, um den Ueberwachungsplan, der nach zehnmonatigen Besprechungen verwirklicht worden war, zu präjudizieren. Die faschistische Regierung erwartet daher, daß der Ausschuß seine durch diese Handlungen schwer erschütterte Autorität und sem Prestige wieder geltend macht, zumal die Bolschewisten von Valencia durch ihre Handlungen ein internationales Organ, das Ergebnis des einstimmigen Willens von 27 europäischen Nationen, herausgefordert haben. Nach einer eingehenden Aussprache kam der Ausschuß einstimmig zu folgender Entschließung: „Dem Eingang genauer Berichte über die Umstande des Luftangriffes gegen Schiff? auf der Hohe von Palma am 24. und 26. Mai 1937 vorausgreifend spricht der internationale Nichtemmlschungsausschutz sein tiefes Bedauern über den Verlust italienischer Offiziere an Bord des italienischen Flot- tenhilfsschiffes „Barletta" sowie über die Tatsache aus, daß Bomben in größerer Nahe britischer deutscher und anderer italienischer Kriegsschiffe abgeworfen wurden. Der Ausschuß nimmt zur Kenntnis daß der britische Vertreter in Valencia eine Mitteilung, der- zufolge ein b e st i m m t e s Gebiet bei Palma a l s S i ch e r h e i t s a n k e r p l a tz f e st g e l e g t werden wird, gefordert und erhalten hat. Der Ausschuß ist der Meinung, daß das auf diese Weise festgelegte Gebiet auch d.en Kriegsschiffen anderer Nationen zur Verfügung gefüllt werden soll, die mit der Flottenüberwachung betraut und sich ührer schweren Verantwortlichkeiten voll bewußt sind. Der Ausschuß behält sich das Recht vor, weitere Ansichten zu der ganzen Frage nach Eingang der Berichte, die er angefordert hat, auszudrücken." Eindeutige Warnung des deutschen Seebesehlskabers. Berlin, 28. Mai. Das Deutsche Nachrlchten- büto meldet: Nachdem erst vor zwei Tagen rote Flieger internationale Kontrollseestreitkräfte, darunter das deutsche Torpedoboot „Albatros", auf der Reede von Palma mit Bomben beworfen haben, erfahren wir jetzt, daß die Roten ihr verbrecherisches Treiben auch auf hoher See fortsehen. Deutsche Kriegsschiffe, die dort zur inneren Befriedung Spaniens unermüdlich im internationalen Auftrage ihren anstrengenden Kontroll- dicnst ausüben, sind neuerdings mehrfach von den botschewistischen Flugzeugen in Angriffsform angeflogen worden. Ein wie frevelhaftes Spiel das ist, erhellt daraus, daß ein Schiff der erst einmal geworfenen Bombe f a ff schutzlos preis gegeben ist, und daher die Abwehr schon gegen den anfliegenden Feind einsehen muß. Nur der Kaltblütigkeit der deutschen Kommandanten ist es zu verdanken, daß bisher die Geschütze geschwiegen haben, obwohl die Tatsache des Bombenabwurfes vor Palma bereits vorliegt. Die bolschewistischen Mililärmachthaber in Valencia sind vom deutschen Seebefehlshaber nunmehr eindeutig gewarnt worden. Unter her Flagge her „Nichteinmischung". EinesowjetsPanischeSchiffahrtsgesellschaft in Frankreich gegründet. P a r i s, 29. Mai. (DNB. Funkspruch.) „Marseille Matin" berichtet über die Gründung einer im Dien st der spanischen Bolschewisten stehenden Schiffahrtsgesellschaft „France Navigation" mit dem Sitz in Paris und einem Kapital von einer Million Franken. Diese Gesellschaft habe in wenigen Tagen sechs französisch e S ch i f f e aufgekauft, deren Wert vierzehnmal höher als das Kapital der Gesellschaft zu veranschlagen sei. Die Schiffe seien von einem der Hauptdrahtzieher der kommunistischen Gewerkschaft übernommen worden. Die „Action Fran?aise" weiß zu berichten, daß die erwähnte Gesellschaft „France Navigation" die Schiffe um getauft habe, und daß noch weitere Aufkäufe in den nächsten Tagen abgeschlossen würden. Die Gesellschaft werde bald über mehr als 25 Schiffe verfügen. Der Dampfer „Edinburgh" befindet sich in Rouen vor der Ausreise nach Sowjetspanien. Er habe vorher in Le Havre noch 200 Kisten Munition an Bord zu nehmen. Das Blatt verlangt Maßnahmen gegen die kalte Beschlagnahme französischer Häfen durch Moskau und seine Agenten in Valencia. Die Aktivität dieser Flotte, die unter französischer Flagge fahre und damit auch unter dem offiziellen Schutz der französischen Marine stehe, könne schwerwiegende Folgen Hervorrufen. Alle Tugenden eines guten Tabaks sind in dieser Cigarette vereinigt. Sport-Modell la. gelbfleischige f 1743 kurs: Keller. R92D Miele mit Sachs-Motor J. WeUhöfer, Telephon 2313, 9Jiarb. Str. 24. Svezial-Reva- raturwerkstätte | Empfehlungen Hartbrennholz ä Wagen 5 Mk. 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Am Mainfluß entlang, auf dem sich in den sommerlich heißen Nachmittagsstunden ein reges Treiben von Schiffen -und Booten jeder Art abspielt, wehen an hohen Masten die blauen Fahnen des Handwerks in buntem Wechsel mit dem Rot der Hakenkreuzbannsr des Dritten Reiches. Vom Bahnhof, der eine mit Tan- mengrün umkleidete und von dem Symbol der Deutschen Arbeitsfront überhöhte Ehrenpforte erhalten hat, geht der Weg durch die mit Fahnen tind Grün geschmückten Straßenzüge hinaus zum Haus der Moden auf dem Messegelände, das die A u s st e l l u n g „M eister-Wettkampf 1937" birgt. Durch den zu einer Ehrenhalle umgestalteten Vorraum geht es in den Ausstellungssaal, in dessen Kojen rechts und links des Haupteingangs die besten Erzeugnisse des Meister-Wettkampfes aufgestellt sind. Mit den Reichssiegern war am Freitagnachmittag eine große Anzahl von Ehrengästen versammelt, als Reichsorganisationsleiter Dr. Ley, Gauleiter und Reichsstatthalter Sprenger, der Leiter des deutschen Handwerks in der Deutschen Arbeitsfront, Daul Walter, Oberbürgermeister Staatsrat Dr. Krebs, Staatsrat Schmeer und Hauptamtsleiter Pelzner zur Eröffnung erschienen. Reichswettkampfleiter Schäfer meldete dem Reichsorganisationsleiter die Beendigung des Meisterwettkampfes, an dem über 5000 Meister teilgenommen haben. Er bezeichnete als den regften Bezirk den Bezirk 10 (Köln-Trier-Aachen). £6 Reichssieger, 55 zweite und 63 dritte Preisträger konnten festgestellt werden. Von den Reichssiegern nnd 6 0 v. H. junge M e i st e r, d. h. nach 1900 icboren. 40 v. H. der Meister stehen noch als Ge- -olgschafter in den Betrieben, allerdings mit abge- legter Meisterprüfung. Eine Reihe bemerkenswerter Erfindungen und kultureller Neuschöpfungen sind !as Werk des Meisterwettkampfes. Der Leiter des Deutschen Handwerks in der DAF., Jaul Walter, betonte, daß die Lücke in den Wettkämpfen nunmehr im Herbst durch die Gesellen- vettkämpfe geschlossen werden solle, für die die Vor- irbeiten bereits getroffen seien. Handwerkliche Arbeit ohne einen im Wettkampf festgestellten Maß- i1ab würde mit der Zeit verflachen. Darum herrsche große Freude, daß Tausende von Meistern sich be- leitgefunden und die Zeit geopfert hätten, am ersten Reisterwettkampf teilzunehmen. AeiÄsorqanisationSleiter Or.Ley betonte, daß dieser Handwerkertag nicht zu seinem schaden aus dem Rahmen der bisherigen falle. Er «ehe den Beginn einer großen Epoche für >as Handwerk und sei glücklich, daß der heutige Lag beweise, daß das Handwerk mit der Kultur Verbindung suche und auch ge- unden habe. Er wies auf das hohe Lied Richard Wagners hin, der in feinen „Meister- :ngern" der kulturellen Auffassung Ausdruck gebe, Ire' das Handwerk seit jeher gehabt habe. Das Handwerk und das ganze Volk hätten manch trübe Seiten hinter sich. Aber heute sei die Sucht nach Gemeinem abgelöst durch die Sucht nach dem Schönen und Edlen. Das sei keine Frage der Armut oder des Reichtums, sondern eine Frage des Erbgutes, des Blutes, der Kultur. Dies möge als Motto für diese Feier gelten. Er sei glücklich, daß aerade dos Handwerk sich als Vortrupp für diesen Gedanken eingesetzt habe. Und wenn dieser Handwerkertag der Beginn dafür sein sollte, daß dieser.Gedanke in unser Volk hineingetragen werde, dann habe das Handwerk schon Großes vollbracht. Die Freude am Schönen mache den Menschen gesund und glücklich. Richt Geld noch Wirtschaft können dies vollbringen; aus ihnen entspringt keine Kraft, sie seien nur Mittel zum Zweck. Man habe das Volk jahrzehntelang irregeführt und die Freude als eine Sünde bezeichnet. Aber wohin man damit gekommen sei, zeige sich in jenem Franziskanertum, mit dem wir uns heute zu befassen hätten. Auch gegen das Bequemfeinwollen müßten wir kämpfen. Es dürfe nicht mehr vorkommen, daß schon jemand mit 40 Jahren alt sei, ein Mann von 70 Jahren müßte genau so jung wie einer von 18 Jahren sein. Der Führer stelle das Volk immer wieder vorneueAufgaben. Wir würden immer mehr zu tun haben, eine Ruhepause könne und dürfe es für keinen geben. Deshalb müßten wir den Wettkampfgedanken überall hineintragen. Das Wagner-Wort: „Ehret mir die deutschen Meister, so bannt ihr gute Geister" ehre den Meister, seine Leistung, sein Können. Jeder einzelne im Volk müsse kämpfen, ringen, arbeiten, müsse dem Sport- gedanken huldigen und der Kultur dienen — das sei Leben! Aus der Freude am Schaffen entspringe d i e Lebensbejahung. Der Nationalsozialismus fordere nichts Leichtes, sondern er fordere das Leben mit all feinen Hindernis- s e n. Das Volk würde diese Hindernisse meistern, weil es Meister des Lebens sein wolle. Dann nahm der Reichsorganisationsleiter die Ehrung der Reichssieger vor, indem er jeden einzelnen beglückwünschte und ihnen eine Ehrenurkunde in die Hand drückte, während der Leiter des Deutschen Handwerks in der DAF. die Reichssiegerplakette überreichte. Anschließend besichtigte Dr. Ley mit den Ehrengästen die Ausstellung, über die er seine volle Befriedigung äußerte. Ein Äundgang durch die Ausstellung. Nach der Siegerehrung machte Reichsorganisationsleiter Dr. Ley einen Rundgang durch die NOWMW WW Gauleiter Sprenger, Reichsorganisationsleiter Dr. Ley und der Leiter des Deutschen Handwerks in der DAF. Paul Walter bei der Eröffnung der Ausstellung „Meisterwettkampf 1937". — (Aufnahme: Schwarz, NSO., Frankfurt.)______________ Ausstellung, die seit unserem Bericht vom Donnerstag durch eine Reihe ausgezeichneter Meisterstücke der verschiedensten Handwerke vervollständigt worden ist. So sahen wir bei den Tischlern noch einen aus der Tradition des Biedermeier zu modernen Formen weiterentwickelten Schreibsekretär, der ebenso von dem sicheren Geschmack wie dem guten handwerklichen Können seines Verfertigers zeugt. Unter den Drechslerarbeiten fielen ein paar formschöne Leuchter und ein prächtiges Spinnrad auf. Von den zahlreichen Erzeugnissen der Holzbildnerei zeigte die Gruppe einer heimkehrenden Schafherde sichere Empfindung für künstlerische Behandlung des Materials. Korbflechter sind mit ihren Erzeugnissen von der einfachen Kiepe und dem schlichten Schließkorb bis zu bequemen Korbsesseln in ansprechenden Formen vertreten. Die Töpfer zeigen Oefen und Herde für Eigenheime und Siedlungshäuser in Anlehnung an die alten Formen bäuerlicher Werkkunst, ferner Kacheln in leuchtenden Farben und Glasuren, vielfach mit handgeformtem figürlichem Schmuck. Bei den Schmieden konnte ein Darmstädter mit einem Torfschneider aus einem Stück im Wettbewerb mit einer Reihe sauber gearbeiteter landwirtschaftlicher Geräte zum Reichssieger erklärt werden. Von der neuartigen Schwingachsenkonstruktion des Frankfurter Reichssiegers im Kraftfahrzeughandwerk sprach unser Vorbericht schon. Die Konstruktion, die zum Patent angemeldet werden konnte, fand das besondere Interesse des Reichsorganisationsleiters. Bei den S ch l o s f e r n sah man ein Balkongitter aus deutschem Leichtmetall. Die Schneider und Kürschner haben unter dem lustigen Motto „Der gute Sitz, das ist der Witz" eine Schau bester Maßarbeit zusammengestellt, wobei besonders bei den Damenschneidern und -schneiderinnen bemerkenswert ist, daß die wenigsten Meisterstücke aus Großstädten stammen, wie die Ausstellung überhaupt eine sehr gleichmäßige Verteilung handwerklichen Könnens über das ganze Reich zeigt. Die Maler zeigen für die ihnen gestellte Aufgabe: Ausführung der Malerarbeiten für ein Siedlungshaus zu einem bestimmten Preis, eine Reihe interessanter Leistungen. Unter den vielen guten Photographenarbeiten zieht das strahlende Gesicht eines Jungvolkpimpfes die Blicke auf sich. Die Schuhmacher zeigen mit einer besonders reichhaltigen Schau ihrer Erzeugnisse vom schweren Langschäfter und eleganten Reitstiefel bis zum zierlichen Damenschuh und Tanz- pumps in feinstem Leder, daß die Maßarbeit noch keineswegs am Ende ihrer Tage ist. Die Orthopädieschuhmacher propagieren Einlagen aus deutschem Kunstharz. Ungemein vielseitig ist auch die jetzt erst fertig gewordene Ausstellung des Nahrungsmittelgewer- des. In einer Reihe von Vitrinen haben die Konditoren ihre köstlichen Erzeugnisse aufgebaut, die, wirklich geschmackvoll in doppeltem Sinne, besondere Aufmerksamkeit finden. Kottbus, die Stadt des Baumkuchens, Lübeck, die Stadt des Marzipans, beherrschen neben Dresden und Trier das Feld. Den Reichssieger freilich hat Berlin mit einem prächtigen Rosenkorb aus Marzipan gestellt. Beim Fleischerhandwerk bewunderten wir appetitliche Würste aller Farben und Größe vorwiegend aus Bayern, Westfalen und Holstein neben lecker angerichteten Braten in mustergültigen Kühlschränken. Den Beschluß machen die Bäcker, deren Schau von Broten, Brötchen, Semmeln, Schrippen Hörnchen, Weck ein Spiegelbild der Vielfalt geschmacklicher Tradition deutscher Landschaft ist. So zeigt schon diese Ausstellung von Meisterstücken des ersten Meisterwettkampfes einen hohen Stand Der blinde Schütz. Eine Rheinsage von Wsihelm Schäfer. Als einmal Ritter aus dem Rheingau mit dem Eoonetfer im Hunsrück jagten, gab es am letzten Lag auf Sooneck ein so wildes Fest, daß der Lärm 'is an den Rhein hinunterscholl. Da klopfte mit Ifiner Harfe ein fremder Sänger ans Tor, der hinauf gekommen und an dem Stecken mühsam len langen Burgweg hinaufgeklettert war. Weil sie auf und fühlst dich gut und munter. Es war nur ein bißchen Fieber. Du stehst auf und bist £ sund. Und kein Mensch sieht dir an, was du s Abenteuer gehabt hast. Das neue britische Kabinett. (Sir John (Simon (Schahkanzler. — Wechsel in den Wehrministerien. .ereile (bat), •inn auch eil Flt Saib n Lilien lebt, n ■'N aus biefe ^ialls einm ■Wnb, bas T und unbelä L-lbst um Wj morgenläi zumeis wüns Maut. Pos Astte das nid J einiges gehet, unb fäir Ä" '>W frei 1 Ehemalige KPD.-Häuptlinge in Moskau verhaftet. Moskau, 28. Mai. (DNB.) Wie man erfährt, wurde Mitte Mai in Moskau eine Reihe ehemaliger Häuptlinge der früheren „Kommunistischen Partei Deutschlands" verhaftet, darunter Hermann R e m m e l e , Heinz Neumann, Max Richter und noch weitere 17 ehemalige KPD.-Funktionäre, deren Namen bis jetzt nicht bekannt geworden find. Auch gegen andere ausländische Kommunisten ist die GPU. m jüngster Zeit vorgegangen. Man erinnert sich an die Verhaftung des polnischen Kommunistenführers Som- bal. Ferner wurden auch ungarische und f r a n- z ö s i s ch e Kommunisten in Moskau festgesetzt. das milde und doch klare und starke Sonnenlicht kurz vor dem Untergang, es ist, unbildlich gesprochen, jenes letzte Wissen um die Dinge, aufgefangen und roiebergeaeben von einem Herzen, das einer grenzenlosen Liebe und Verehrung fähig war und zudem Verstand genug besaß, um das Erfragte so mitzuteilen, daß es Goethes uneingeschränkte Billigung fand. Wir meinen, das ist genug und auf alle Fälle mehr als manches andere Gespräch, das uns Goethe in schlechter Laune zeigt, mehr auch als gewisse negattve Urteile Riemers oder des Kanzlers, auf die man sich mit wahrer Wonne stürzt, um nur ja etwas zu haben, womit man den „Olympier" demaskieren kann. Ein Mensch wie wir! — innerlich zerrissen, leicht gereizt, problemattsch durchaus: das ist eigentlich der Goethe, mit dem man hübsch menschlich leben kann, weil er nichts vor üns voraus hat und sogar Eigenschaften besitzt, für die sich der Pathologe mehr interessiert als jener „primitive Leser", der mit Eckermann gern die Blößen übersieht, um sich allein an das zu halten, was er verehren darf. Große Menschen gleichen Bergesgipfeln. Man kann sie von überall her besteigen, und jeder dieser Wege lehrt uns das Wesen des Berges anders kennen. Auch jeder der Wanderer, der Mineraloge, der Botaniker, der Künstler, der Philosoph — jeder sieht auf feine Art, aber erst alle zusammen ergeben ein zuverlässiges Bild. Warum soll man sich also nicht oorstellen und es billiaen dürfen, daß unter diesen einer ist, der sich mit Der Beschreibung des Weges nicht lange aufhält, uns vielmehr gleich auf den Gipfel versetzt und an dem großartigen Fernblick teilnehmen läßt, der das Nebensächliche übersieht, weil es ihm allein auf die Resultate ankommt? Das ist Eckermann und sein Verhältnis zu Goethe. Möglich, daß er sich in feinem unbedingten Verehrungsbedürfnis hin und wieder geirrt hat. Sind etwa die anderen unfehlbar gewesen, und müssen wir darum den ganzen Eckermann streichen? Und ist es nicht philologische Besserwisserei, ein Porträt, das unter Goethes Augen entstanden ist und das er selbst ähnlich und gelungen fand, nur deshalb abzulehnen, weil es unseren Vorstellungen von dem mit sich selbst uneinigen und problematischen Goethe nicht entspricht? Tausende von Deutschen sind durch Eckermann zu Goethe gekommen, ohne daß sich für sie das Rosenglas der Liebe, durch das Eckermann feinen Helden sah, als ein fälschendes Medium erwiesen hätte. Die echte Liebe fälscht nie, sie erhöht und vergrößert. Und wo hätte sie je einen des Erhöhens und Vergrößerns würdigeren Gegenstand gefunden? Und darum: Goethe mit Eckermann! w i n bezeichnen. Mit Baldwin scheidet ein Mann, dessen ganzes Leben beinahe Dienst am Staate gewesen ist. Drei Jahrzehnte konfervativer Abgeordneter, dreimal Ministerpräsident, dazu mehrmals auf wichtigen anderen politischen Posten, so hat er fein Eigenleben dem politischen Leben geopfert. Man hat von Baldwin in den Kreisen feiner Freunde vor Jahren einmal das Wort geprägt: „What Baldwin says, goes" (Was Baldwin sagt, geht). Was man damals in konservativen Kreisen von Baldwin geglaubt hat, das hat er als Ministerpräsident und verantwortlicher Staatsmann für Großbritannien gehalten. Man darf beim Rücktritt Baldwins eines nicht oergeffen: Baldwin hat fein leichtes Erbe übernommen. Als England die schwerste Finanzkrise der Geschichte drohte, als im August 1931 die Labour-Regierung zurücktreten mußte, weil sie sich den finanziellen Schwierigkeiten nicht gewachsen zeigte, übernahm die nationale Regierung das Ruder. Im Interesse des ganzen verzichtete Baldwin damals auf den Posten eines Ministerpräsidenten zugunsten von Macdonald, obwohl er als Führer der Konservativen eigentlich darauf Anspruch gehabt hätte. Aber eben in dieser Rolle als konservativer Parteiführer war er auch damals schon die entscheidende Person, so daß ein Großteil dessen, was unter Macdonald damals zur Rettung Englands aus den finanziellen Schwierigkeiten getan wurde, mit auf Baldwins Konto zu fetzen ist. Erst später übernahm er dann auch nach außen hin als Ministerpräsident die volle Verantwortung für den politischen Kurs. Wenn England trotz der Schwierigkeiten, die die Baldwin-Regierung zu überwinden hatte, heute in S 8*1" 1 ja uff»!" » l’fltnWW 4 *n, M? „ 61* d- j, § M« I Goethe und Eckermann. Von Ernst von Niebelschüh. Vor hundert Jahren sind die beiden ersten Bände von „Goethes Gesprächen mit Joy. Peter Eckermann" erschienen und zu einem Volksbuch im besten Sinne geworden. Aber seitdem in neuerer Zeit einige Goetheforscher unter zornigen Anklagen wider den guten Eckermann den Stein des Mißbehagens in den ruhigen See der Goethe- verehrung geworfen haben, konnte es nicht ausbleiben, daß besagter Steinwurf immer weitere Kreise zog. Goethe ohne Eckermann! — so heißt heute die Losung bei allen denen, die sich ermächtigt alauben, das Erbe des größten Deutschen gegen Verfälschungen zu schützen. Zu diesen Verfälschern aber gehöre auch dieser Johann Peter Eckermann, und zwar sei er um so gefährlicher, als sein Buch, das Nietzsche in einer schwachen Stunde das beste deutsche Prosabuch genannt hat, denen zuzurechnen sei, auf die der „primitive Leser" am leichtesten hineinfalle. Sicher — unsere Zeit liebt das „Olympische" nicht; eher fürchtet sie sich davor als einer Seelenhaltung, die sich der Kritik entzieht und jene beklemmende Atmosphäre des Unnahbaren verbreitet, die dem Menschengeist seine Unzulänglichkeit doppelt zu Gemüte führt. Der Anblick dieser erhabenen Ruhe, die wir „maskenhaft" nennen, bei Goethe das Resultat fortwährender Ueberwindungen und Selbstreinigungen, erfüllt uns mit Ungeduld, weil wir wissen, wie schwer es für den modernen Menschen ist, ein solches Ziel auch nur für möglich zu halten. Uns interessieren weniger, die Ergebnisse eines Lebens, als vielmehr die Schwächen und Unvollkommenheiten, die Abwege und die Hindernisse, die das Schicksal dem Läufer in den Weg stellt. Wir lieben, kurz gesagt, das Dynamische, nicht das Statische, den Kampf mehr als den Sieg, das Werdende mehr als das Gewordene. Und hier läßt uns Eckermann in der Tat im Stich. Wenn wir feine „Gespräche" lesen, blicken wir in eine Schatzkammer ungeheuerer Erfahrungen. Die Frage, wie diese Lebensweisheit geworden ist, welcher Anstrengungen es bedurfte, um eine solche Höhe der reinen Betrachtung zu gewinnen, beantwortet uns Eckermann nicht. Die müssen wir uns selbst beantworten. Versuchen wir uns einen Augenblick Goethe ohne Eckermann vorzustellen! Unmöglich zwar ist es nicht, aber ein eckermannloses Goethebild wäre unvollständig; es würde etwas darin fehlen, was uns weder Riemer, noch der Kanzler von Müller, noch irgendein anderer geben kann. Es ist eA ; lq1Io ÄestgA> nid Londoner Morgenpresse hebt hervor, daß das neue Kabinett ebenso rote das Kabinett Baldwin eine nationale Regierung sei und daß somit kaum eine Aenderung der Politik au erwarten sei. Die „Time s" meint, die Auswahl, die Chamberlain zur Kabinettsbildung getroffen ljabe, zeige den Wunsch des Premierministers, daß die Regierung ihren nationalen CHarak - 1. _ bep alten wolle. Das Blatt wundert sich im übrigen aber darüber, daß Minister, die gründliche Erfahrungen hinsichtlich des neuen englischen Aufrüstungsprogrammes besäßen, plötzlich in einen anderen Arbeitskreis versetzt würden. Es sei nicht zu begreifen, warum Sir Samuel Hoare die Admiralität aufgegeben habe, und ebenso nicht, weshalb Kriegsminister Duff- Cooper auf einen anderen Posten berufen worden fei, gerade in dem Augenblick, wo sie in das Heeresproblem eingearbeitet feien. „Daily Tele- handwerklichen Könnens als Grundlage erfolgversprechenden Fortarbeitens im Sinne nationalsozialistischer Berufserziehung zum alten Meisterideal persönlichen Geschmacks in persönlicher^ ß^tung. Pressempfang im Römer. Der herrliche Kaisersaal des Römers, dessen Aufgang in leuchtendem Blumenschmuck festlich prangt und an dessen Türen Ratsdiener in ihrer schönen alten Amtstracht die Ehrenwache halten, empfängt der Oberbürgermeister der Stadt Frankfurt, Staatsrat Dr. Krebs, am Freitagabend zahlreiche Vertreter der in- und ausländischen Presse. Oberbürgermeister Dr. Krebs wies auf die große historische Vergangenheit der Stadt Frankfurt und ihre Beziehungen zu dem Handwerk hin Die alljährlich wiederkehrenden Handwerkertage knüpften in den Mauern der Stadt Frankfurt an eine gute Heber- üeferung an. Frankfurt a. M. wolle dem deutschen seiner Weltstelluna dennoch unerschüttert ja fogar noch stärker dasteht als früher, so hat es das hl erster Linie der unbändigen Energie und her falt, blütigen Entschlossenheit seines jetzt scheidenden Premierministers zu danken. Man darf bei Würdigung dessen, was Baldwin geleistet hat, nicht oergeffen, daß Englands Ansehen zunächst dank des Sanktion s a b e n t e u e r s im abessinischen Krieg gefährdet erschien, man muß weiter ha ran denken, daß Baldwin im vorigen Jahre England durch eine innere Krise größten Ausmaßcz geführt hat. Beide Krisen hat Großbritannien übeil wunden, besonders die erste hat dazu geführt, Eck. schlüsfe zu fassen, die die europäische Stellung Lvn- dons gefestigt und gestärkt haben. Baldwins großes Verdienst für England dürfte vor allem darin lie# gen, daß er aus dem V.erfagen des Völker- b u n d e s die einzig mögliche Folgerung zog, br.ß nämlich das Jnfelreich sich in feiner Verteidigung nicht mehr auf irgendwelche nebelhaften Schemen von Genf verlassen dürste, sondern England selbst den Schutz seiner Grenzen wieder übernehmen muz. Mit dem großen Rüstungsprogramm, durch das England sich an die Spitze des Wettrüstens g». stellt hat, hat Baldwin Großbritannien die außenpolitische Freiheit und Bewegungsmöglichkeit wie- bergegeben, die es — so schien es wenigstens - jahrelang aufgegeben hatte, um einen nicht zu verwirklichenden Ideal von Genf nachzulaufen. Wir achten Baldwin. Wir ziehen vor dem mit den größten Ehren aus dem Dienst der Nation schci- denden Staatsmann respektvoll den Hut. Wir tun das, obwohl unter ihm, zumal seitdem Herrn Eden die britische Außenpolitik anoertraut ist, die deutsch- englischen Beziehungen nach einem hoffnungsvollen Ansatz sich in nicht gerade erfreulichen Bahnen entwickelt haben. Wir dürfen in Deutschland nicht ner« g essen, daß Baldwin schon vor dem Kriege unb dann während des Krieges auf verantwortlichem Posten stand. So hat auch er sich von den Rivali- tätsvorstellungen einer verflossenen Zeit nie aanj frei machen können. Bisweilen schien es, als habe er sich zu einer gerechteren Würdigung des erstarkten Deutschlands durchgerungen. Es fielen Erhöhte Temperatur. Von Christian Bock. Erft ist es weiter nichts. Etwas Mangel an Appetit vielleicht, ab und zu irgendein komisches Gefühl — ach was, man wird ja nicht gleich krank! Aber dann am Abend, da rücken die Gegenstände im Schein der Lampe fo sonderbar weit weg, alles ist etwas wie gefilmt, nicht ganz wahr, und wenn deine nächsten Anverwandten zu dir sprechen, klingt es so hohl, aber das liegt nicht an den Anverwandten, das liegt an dir. Du hast wahrscheinlich etwas Fieber. Dom Fieberthermometer zum Bett ist nur ein Schritt. Vorsichtshalber kommt noch am Abend der Arzt Du lächelst ihm aus deinen Kissen entgegen. Du kennst ihn ja. Aber deine Nase scheint heute die Umwelt in dem Bezirk, der ihr zusteht, besonders empfindsam zu registrieren. Der Arzt bringt den Geruch seines Berufes mit. Du weißt von Kindesbeinen an, wie das riecht: etwas nach Karbol, mit einem Schuß Jodtinktur, ein wenig nach ein paar Tropfen Aether, und das Ganze ist wie mit frischer Luft verwischt. Der Arzt beklopft dich und behorcht dich. „Tief atmen!", sagt er und hat sich zwei Schläuche in die Ohren gesteckt. Er horcht. Dann nimmt er sie wieder heraus und sagt (das sagt er selbstverständlich immer): „Sie sollten übrigens auch nicht soviel rauchen!" „Na", sagt er dann, „mit der Erkältung ist es nicht schlimm. Etwas erhöhte Temperatur. Wenn Sie Glück haben, stehen Sie morgen schon wieder auf." Dann schreibt er ein Rezept und empfiehlt sich mit Humor. Du bleibst da in deinem Bett. Du hörst draußen sein Auto abfahren. Du liegst und denkst sonderbare Gedanken, die man nie in aufrechter, nur in horizontaler Lage hat. Denn solche Gedanken gibt es. Im Denken schläfst du ein. Und da träumst du einen Traum. Der ganze Traum riecht nach Karbol. Du liegst im Bett, träumst du. Der Arzt steht daneben und verrührt in einem Glas Jodtinktur mit gestoßenem Thermometer. Staunend siehst du zu. Du willst ihm schon sagen, Thermometer seien doch nicht zum Einnehmen und keine Medizin! Aber du wagst es nicht; deine Zunge will nicht und kann nicht. Und wie du dann einmal am Arzt vorbeisiehst. ... seiner Größe und seiner politischen Bedeutung sieht, das er im Unterschied zu vielen aber auch als eine große politische Idee empfindet. Baldwin hat Downingstreet nicht verlassen, ohne diese Empire-Idee nochmals unterstrichen zu haben. Seine letzten Amtshandlungen find somit weniger die eines englischen Ministerpräsidenten gewesen als vielmehr die des ersten Staatsmannes im britischen Weltreich. Seine schwere Verantwortung wird jetzt auf die Schultern von Neville Chamberlain gelegt. Ein Mann, dessen Name in der englischen Geschichte der letzten Jahrzehnte eine große Rolle gespielt hat, übernimmt das Ruder des Weltreiches von einem Staatsmann, der den letzten Jahren britischer Geschichte seinen ureigenen Stempel aufgedrückt hat. Die Jahre von 1931 bis zur Gegenwart kann man, unter englischem Gesichtswinkel gesehen, ohne Uebertreibung als eine Äera Bald- Von Ke, ^u»Tchi> S;-i L'<°° * r“"5 l'I < ein 5 (rr Snttich *Hi [o ?5e|tie । '•TÖlQpn I 6 alz * «ffet» > «ff ° vltH als Nfinki - Oer überlegene System, eint .. . zösischen Sicherheitsthese ein Zugeständnis nach t-.m andern gemacht, und man hatte mitunter das Ge- fühl, als sei London in der letzten Zeitingewissei &*Ä: "ÄS "6 ÄH M 6w"! M AuÄ'l brit«nnie5>J 5u>s i $«&«*: «N b'SJJj !■■ Sftfe* y2°nim h,„?. •’! Zeit nie °>, R «, 0|ä j j “toijunj des i *1- Es fy - 8-llr ;„ ** nn,e" »ie* ‘ ^--lichkiL n “eni9i‘ens _ n N. ffiielt Sfr'1* 7?> ' d'e beuiii, * °^uiWi Ijn Bahnen 4 . InM«**' .. , Ist ; «tÄ*Ö' L'-> Einkreisungsbestrebungen federführend geworden, denen sich die Pariser Regierung wegen ihrer zu starken inneren Inanspruchnahme nicht mit dem ,nötigen Nachdruck" mehr, widmen konnte Baldwin ist es ja auch schließlich gewesen, der den verhängnisvollen Satz von der „englischen Grenze am Rhein"" geprägt hat. Damit hinterläßt Baldwin Neville Chamberlain ein Erbe, das zwar für diesen persönlich und für England nicht hoch genug zu veranschlagen ist, das aber auch für die europäische Politik seine Rückwirkungen haben kann. Der neue Ministerpräsident ist in seinen außenpolitischen Entscheidungen, zumal wenn die Rüstung einmal vollendet sein wird, frei und ungebunden. Er kann eine Außenpolitik führen, wie sie für das Empire richtig ist und wie sie vielleicht auch im gesamteuropäischen Interesse liegen kann. Alles hängt allein von Chamberlain selbst ab. Da man weiß, daß er einer der vertrautesten Mitarbeiter Baldwins war, daß bei entscheidenden Beschlüssen Chamberlains Stimme immer gehört worden ist, er also auch mit dem Kurse Baldwin im gewissen Sinne zu idenfizieren ist, kann man annehmen, daß im großen und ganzen der englische Kurs unverändert fortgesetzt werden wird. In welcher Einsicht Chamberlain Aenderungen durchführen wird, wird sich erst voll zeigen, wenn er sein Kabinett voll umbesetzt haben wird, was nach englischer Ansicht nicht vor Ende des Jahres der Fall sein dürfte. Im Gegensatz zu Baldwin ist Chamberlain ein „junger Mann" in der Politik. Er hat nicht wie 9!art5C5 Sfben d-r Politik g-widm-t, auch nicht wie fein großer Vater Joseph Cham- an^+eni?C öer victorianischen Aera und sein fniMh Horbener Halbbruder Austen Chamber- Außenminister, schon seit Jahrzehnten ? Politiker gehabt. Um so überralchen- oer ist fein schnelles Emporkommen, die Tatsache, daß er binnen kürzester Frist den wichtigen Posten hn^L 6 raMa n 3J e r 5 erhielt, um dann den höchsten politischen Rang zu bekleiden, den Großbritannien zu vergeben hat. Chamberlains großer Vorzug durfte, der seiner völligen Nüchternheit fein, eme ©nbe, die Dinge so zu sehen, wie sie tatsäch- m 'J1; der Sproß einer Familie, die in der Politik Englands einen großen Namen hat, auf dem Posten, den weder Vater noch Bruder in einer langen politischen Laufbahn zu erringen verrnoch- ren, hat alle Aussicht, der Familienchronik der Chamberlains das würdigste Blatt einzuheften. Oie Regierung Baldwin hat die meisten Probleme auf außenpolitischem, wirtschafts- und sozialpolitischem Gebiet u n g e l ö st übergeben. Baldwin war der energische und entschlossene Wegbereiter, Cham- lam aber stellt das Schicksal vor die Aufgabe eines Vollenders. Wird er seiner Aufgabe gewachsen sein? Davon hängt nicht nur viel für England ab, sondern auch für Europa, das sich nach Frieden sehnt. Dieser Frieden aber bedingt eine endgültige Klärung öer deutsch-englischen B e - Ziehungen, ohne die eine Beruhigung unvorstellbar ist. Bummel durchs Suaheli-Land. Don unserem G.X Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten! VIII. Abschied von Afrika. Port Said, Mai 1937. Eine Beschreibung von Port Said und gar des Suezkanals (ei dringend zu widerraten, meinte der Chef vor der Abreise und fügte mit gelangweilter Miene hinzu, das Publikum wie die Redakteure bekämen bei dem bloßen Wort Suez schon Gähn- krämpfe. Das kenne ja jeder. — Ich schwieg fein still dazu und dachte nur, was die Gähnkrämpfe anlangt, so könnte man ja mal versuchen, sie irgendwie auszutreiben. Indes, in berichterstatterlichem Licht gesehen: Port Said bleibt ein Thema, mißlich zu behandeln. Was ist Port Said? Port Said gehört Aegypten. Aber es ist nicht Aegypten. Es ist auch nicht Orient, noch der Süden in irgend einer definierbaren Form. Port Said ist der internationalste Hafen der Welt, neben Colon am Panarna- tanaL Sämtliche seefahrenden Nationen fluten hindurch, alle weilen nur ein paar flüchtige Stunden, keine bleibt, keine möchte wohl auch bleiben (wenn man von England absieht, das irgendwo hinter den Kulissen hier die Drähte zieht). Port Said ist die Unrast der modernen Welt. Es hat die stereotypen Häuser aller heißen und neuen Städte, Häuser mit nichts als Balkonen ringsherum und Balkontüren. Von feiner Front am Kanal blenden — fährt man des Nachts ein — die Lichtreklamen der gesamten Zivilisation. Die Schweiz wirbt für ihre Alpen, Paris für fein größtes Wabenhaus, Holland für feinen KlM.-Flugdienst Holland—Indien, zweimal wöchentlich, internationale Bierforten, weltbekannte Zigarettenfirmen und Milchprodukte fehlen nicht. Jnternaticmalität hat Las Gesicht aller Welt und darum gar keines. Ickernationalität ist überall gleich, ist die perfekte Langeweile (daher die Warnung des Chefs). Aber sie kann auch ein Beruf fein, wie in diesem Falle. Port Said mithin, das ausschließlich für die Fremden lebt, möchte auch von ihnen leben, und besteht auf diesem Recht. Warnende Schreie ertönen, falls einmal ein Fremder, vom Dampfer kommend, das Tor des Kais zur Uferstraße unbemerkt und unbelästigt zu passieren hofft. Port Said wacht selbst um Mitternacht. Es ist sofort da, in Gestalt morgenländisch angetaner Leute, die in allen Sprachen, zumeist in Englisch, etwas z u verkaufen wünschen, zunächst einmal Stöcke aus Nilpferdhaut. Postkarten und billige Glasperlketten. Sollte das nicht ziehen, wird der Orient gleich um einiges geheimnisvoller. Es tauchen Zigaretten aus feinen Hintergründen auf, die mit Opium, Haschisch und sämtlichen Rauschgiften der Welt ge- K.-Berichierstatter. würzt zu sein scheinen, aber lediglich unversteuert oöer mit Ambra parfümiert sind: der Orient verstand sich von je aufs Gaukeln. Es werden dem erschauernden Fremden Paketchen in die Hand gedrückt, voll nervenreizender Drogen, die aber lediglich (panische Zugpflaster enthalten, und schließlich, als Bekrönung des Ganzen: „Sweinerei". Und das sind nun wahrlich recht harmlose Aktphotos von leicht verfetteten Damen, wie man sie bei uns in Magazinen und auf Postkarten früher auch kannte, und die braunen, befezten Gentlemen machen Gesichter dazu, als gipfle darin die Romantik der ganzen Welt. — Ein paar ganz raffinierte von ihnen aber sind auf die Idee gekommen, ganz schlicht — Rosen, rote europäische Rosen zu verkaufen, und die finden, besonders auf den aus den Tropen kommenden Dampfern, äußerst viel Anklang. Als ich zum ersten Male in Port Said war, vor zwanzig Jahren, kannte man diesen Trick noch nicht. Auch Port Said hat sich zivilisiert. Haben sich diese unteren Götter des Handels ausgetobt, erscheinen alsbald bedeutsamere auf der Bildfläche und schleudern einem das große Wort: „Kille-Kille" heiser ins Gesicht, wie den Schlachtruf eines ausgerotteten Jndianerstammes, wobei sie ein halbtotes Kücken aus der Rocktasche ziehen, das sie durch irgend ein Knopfloch ihres Rockes verschwinden lassen, um dafür aus sämtlichen Aermellöchern und Hosenbeinen rohe Eier zu produzieren. Vor zwanzig Jahren sah ich unter diesen meist europäisch ungezogenen Gauklern wirkliche Künstler, die man ohne weiteres auf eine Variete- Bühne hätten stellen können; mögen nun inzwischen allzuviele Brieftaschen der Zuschauer mit den Kücken verschwunden sein — jedenfalls sind die Leistungen in der Zwischenzeit recht bescheiden geworden. — Zum Schluß aber treten an den Fremden, wenn er erschöpft ins nächste Caf6 geflüchtet ist und nur noch von Stiefelputzern bedroht zu werden scheint, mystische Vollspezialisten heran, die vorgeben, die Zukunft aus der Hand sehen zu können. In Wirklichkeit haben sie drei Lebens- und Zukunstsläufe auswendig gelernt, von denen einer immer paßt. Daß sie Menschenkenner sind, kann nicht geleugnet werden, daß sie einer Dame, von der sie es unmöglich wissen konnten, sagten, sie habe einen Sohn, ist noch kein vollgültiger beweis, für irgendwelches Können. Denn leider versagt ihre Prophetengabe stets und gerade dann, wenn sie wissen sollten, daß man sich auf das Geschäft mit ihnen nicht einlassen wird. Das wirklich Wunderbare aber an ihnen ist, daß sie Empfehlungen von Kapitänen, auch deutscher Schiffe, vorzuweisen haben, in denen bestätigt wird, daß sie die Zukunft zu wiederholten Malen ganz richtig vorausgesagt hätten. Auch Kapitäne müssen, scheint's, ab und zu ihren Spaß haben ... Dergestalt repräsentiert Port Said nächtlicher- weile die flimmernden Geheimnisse des Orients. Bei Tage aber ist es mit seinen viereckigen Blocks von gelblichen Häusern von erfreulicher Sauberkeit (neben der Nüchternheit). Und ist nicht wiederzuerkennen, wenn man es vor zwanzig Jahren sah. Der Schimmer von abenteuerlicher Exotik, den es tatsächlich hatte, ist fort. Wo ist die schlechtbeleuchtete, von Sykomoren tief beschattete, breite Straße mit den niederen, etwas verdächtigen Häuserchen, in der wir einen üblen Zutreiber zum Narren hielten und mit unserem homerischen Gelächter zum spurlosen Verschwinden veranlaßten? Heute stehen ein paar knallrot blühende Akazien einsam und polizeifromm im Europäerviertel, heute besitzt es sogar zwei, wenn auch an leichter Arbeitslosigkeit leidende Verkehrsampeln. Zudringlich und frech geblieben ist nur d i e Jugend in den mit Caf6s förmlich gespickten, aber ebenso breiten Straßen der Eingevorenenstadt, durch die Autobusse rollen; der Spaß mit den Jungen und den schon koketten Mädeln geht solange, bis einem von irgendwoher, aus lauter Üebermut, ein Steinchen an den Tropenhut geflogen kommt, das man natürlich scheinbar nicht beachtet. Was die schon unwillig zuschauenden, wohlbeleibten Effendis zwar keineswegs zu drasttschen Erziehungsmaßnahmen gegen diese Jugend, wohl aber zu milden Verwarnungen veranlaßt, in denen vermutlich darauf hingewiesen wird, daß Allah diese Giaurs schon hinlänglich damit strafe, daß er sie Schweinefleisch essen lasse (was übrigens der braune Polizei-Offizier, den wir an Bord hatten, mit Begeisterung tat). Die Frauen hier aber gehen wie vor alters« her in Schwarz, von oben bis unten verhüllt und mit dem goldenen Schleierhalter über dem Nasenrücken, der so raffiniert kokett ist, während sie lange und noch dazu mit Kohol gefärbte Augenwimpern wie Antennen gegen den Fremden züngeln lassen. Am breiten Meeresstrande dagegen, wo die vielen hölzernen Badehütten stehen, übt ein anderes, modernisiertes Aegypten sich fleißig im Fußball, oder ein junger Effendi lieft feine arabische Illustrierte, Kupfertiefdruck, Seite mit Kreuzworträtseln. Am Ende des Strandes, auf feiner Mole schaut Ferdinand d e L e s s e p s, der Kanalerbauer, bronze- grün von seinem Sockel herab auf die mit dem Abendwind hereinkommende breiedbefegelte Fischer- flotte, und das „aperire terram gentibus", — den Volkern den Erdkreis zu erschließen — (die Inschrift auf dem Denkmal), ist ihm gelungen, denn die Dampfer strömen geradezu herein und hinaus aus der Kanalmündung; im Außenhafen aber liegt einer von ungewöhnlicher Größe und schneeweiß, unsere Milwaukee, von der Hapag. In der Stadt beginnen bereits wieder mit dem Aufflammen der Lichter in den zum Teil sehr eleganten Geschäften die geheimnisvollen braunen Herrschaften zu flimmern, deren handelssüchtige Geschäftigkeit zufällig einmal durch eine Händel- (richtige Prügelei unterbrochen wird, die ihrerseits vielleicht weniger durch Fragen der Religion, als durch solche der Rasse und des Konkurrenzkampfes erregt wurde. Die Schläge bumsten hörbar, es wurde mit bemerkenswerter Stille und Inbrunst, aber ohne besonderen Erfolg geprügelt Die nötige orientalisch-magische Beleuchtung der Szene aber lieferte das alle Augenblicke aufflammende rosa Neonlicht einer englischen Whisky-Reklame. Kleine Reibereien sind eben, wenn man die Volker zu dicht aneinanderbringt, nicht immer zu vermeiden. Dann aber war die Sache, ohne daß der zuständige Polizist aus ebenso unerklärlichen Gründen — unter denen die Wärme ihre Rolle gespielt haben mag — beigelegt. Die Pferdedroschken klingelten wider leis und melodisch beim Vorbeifahren an den Straßenecken mit ihren Cafss und ein paar Zikaden zirpten mit der Absicht, eine südliche Note in das Ganze zu bringen, weiterhin schrill in den Abend in den Straßen dieser gesichtslosen, schlaflosen (und traumlosen) Stadt. Und nun heißt es Abschied nehmen von Afrika. Der Bummel durch Suaheliland ist endgültig zu Ende. Langsam stieg ich an Bord. Europa hat mich wieder. Kunst unv Wissenschaft. Dr. Frick dankt einem verdienten Arzte. Reichsinnenminister Dr. Frick übersandte dem Leipziger Chirurgen und Orthopäden Pros. Dr. med. Kölliker zum 85. Geburtstage folgendes Telegramm: „Anläßlich Ihres 85. Geburtstages spreche ich Ihnen, dem bekannten Chirurgen und Orthopäden, der sich durch sein erfolgreiches Wirken aus dem Gebiete der Volksgesundheit große Verdienste erworben hat, meinen besonderen Dank aus. Mik meiner dankbaren Anerkennung verbinde ich meine besten Wünsche für Ihr weiteres Wohlergehen. Aus aller Welt. heute Frühlingsfest der rhein-mainischen Presse. Das Frühlingsfest der rhein-mainischen Presse, das heute abend im Kurshaus Wiesbaden ftattfinbet, sieht neben den übrigen künstlerischen und gesellschaftlichen Darbietungen noch eine besondere Ueberraschung vor. Den Veranstaltern ist es gelungen, die spanische Tänzerin Rosita A l c a r e z zur Mitwirkung zu gewinnen. Rosita Alcarez hat in Wiesbaden in den letzten Wochen stürmische Erfolge gefeiert und wird am heutigen Abend im großen Kurhaussaal einige Proben ihrer Kunst geben. Sie gilt als eine der bedeutendsten spanischen Tänzerinnen. Els Menschen vom Blitz erschlagen. Die schweren Gewitter, die in den letzten Tagen über Böhmen und Mähren niedergegangen sind, haben elf Menschenleben gefordert und verheerende Feuersbrünste verursacht. Sieben Gebäude wurden in Groß-Opatowitz durch Feuer vernichtet. Auch über Ostböhmen gingen schwere Gewitter nieder und richteten auf den Fluren großen Schaden an. Bei Hohenmaut erschlug der Blitz einen Landarbeiter, in Milowe eine Frau. In Lipa wurde ein Fuhrmann vom Blitz getroffen, der ihn auf der Stelle tötete. In Kozojet wurde eine landwirtschaftliche Arbeiterin auf dem Felde vom Blitz erschlagen. In Nieder-Rowna tötete der Blitz einen Vater, der mit dem Kinderwagen vom Felde nach Hause fuhr. Die Kinder blieben ohne Schaden. Auf der Straße bei Hermanow erschlug der Blitz zwei Arbeiter. Schweres Derkehrsunglück in Siebenbürgen. Bei Felduara in der Nähe von Kronstadt ereignete sich ein schreckliches Unglück. Der Schnellzug Kronstadt—Bukarest raste bei einer Eisenbahnkreuzung auf den vollbesetzten Autobus einer sieben- bürgischen Transportgesellschaft. Der Autobus wurde vollkömmen zertrümmert. Sechs von den Insassen waren auf der Stelle t 0 t; sieben sind (chwer verletzt worden und dürften kaum mit dem Leben davonkommen. 16 Personen sind leichter verletzt. Polnische Jacht gekentert. — Zwei Personen ertrunken. In der Bucht von Gdingen ist die Jacht „Gryff II", die der polnischen See- und Kolonialliga gehört, mit einer vierköpfigen Besatzung g e - kentert. Während sich zwei Mann der Besatzung durch Schwimmen retten konnten, waren der Techniker des Seeamtes Gdingen, Szepielewicz, und seine Frau des Schwimmens nicht kundig und ertranken in der Ostsee. Litauisches Militärflugzeug rast in die Zuschauermenge. Auf dem Militärflugplatz des litauischen Kreises Ukwerge (Wilkomir) ereignete sich während der Kunstflugvorführungen aus Anlaß eines Flieger- werbetages ein schwerer Unfall. Ein Militärflugzeug stieß beim Tiefflug mit einer Tragfläche auf den Erdboden auf und raste, nachdem es das Fahrgestell, einen Propeller und eine Tragfläche verloren hatte, in die Zuschauermenge. Zehn Personen wurden mehr oder weniger schwer verletzt, ein siebenjähriges Mädchen wurde g e ■ tötet. Der Pilot kam mit leichten Verletzungen davon. Wetterbericht des Beichswetterdienstes. Ausgabeart Frankfurt Die Kaltluftzufuhr, die jetzt von Norden her auch Osteuropa erfaßt hat, bedingt gleichzeitig eine weitere Verstärkung des europäischen Hochdruckgebietes. Wir verbleiben auch weiterhin unter seinem Einfluß, so daß mit der Fortdauer der trockenen und überwiegend heiteren Witterung gerechnet werden kann. Aussichten für Sonntag: Trocken und überwiegend heiter, tagsüber warm, lebhafte östliche Winde. Aussichten für Montag: Im wesentlichen Fortdauer der heiteren Witterung. Lufttemperaturen am 28. Mai: mittags 22,7 Grad Celsius, abends 14,6 Grad; am 29. Mai: morgens 13,5 Grad. Maximum 24 Grad, Minimum heute nacht 9,9 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 28. Mai: abends 23 Grad; am 29. Mai: morgens 17,2 Grad. — Sonnenscheindauer 11,7 Stunden. Sie Aufgabe der Philosophie in unserer Zeil. Von Hans Hartmann. Giovanni Ventile, der fichrende Philosoph Italiens und Schöpfer der faschistischen Schulreform, fegte in einer Rede vor dem großen italienischen Wlosophenkongreß: „Der Mensch ist gewiß ein politisches Lebewesen; aber er ist vor allem ein philosophisches Lebewesen. Sein Grund- lwesen ist dies: er ist Philosoph, weil er denkt." Dieses Wort eines Mannes, der zugleich wirklicher Philosoph und wirklicher Politiker ist, wird geeignet H-in, vielen Menschen die geheime Angst vor der Philosophie zu nehmen, in der sie — ein wenig unglücklich und verzweifelt — leben. Seien wir ehr- ">ch gegen uns selbst: die Philosophie erscheint uns *llzuoft als ein Buch mit sieben Siegeln, und wir ®ären eigentlich geneigt, endgültig und bis an *nser Lebensende mit ihr abzuschließen. Wir tun *ann so, als ob sie doch nichts für uns märe, wir »erweisen sie als eine Fachangelegenheit von merkwürdigen und etwas verrückten Spezialisten in verstaubte Bibliotheken und Hörsäle. Glücklicherweise, D hören wir außerdem, hat der Wissenschafts- Binrfter Rust vor einiger Zeit die Philosophie als notwendiges Prüfungsfach im philosophischen Doktor »bgeschafft, und so können wir Chemiker, Studien- "äte, Biologen werden, ohne uns mit diesem unheimlichen (sonderfache belasten zu müssen. Aber dann ergreift uns doch wieder das schlechte gewissen. Wir hören, daß Philosophie eigentlich -icht mehr sei als die Besinnung auf die G r u n 0 - agen alles Wissens und Erkennens. Wir Horen, nß der Jurist eigentlich ein Kolleg über Rechts- hilosophie, der Theologe eines „über Religions- chilo(ophie, der Studienrat eines über ©tbif boren Nüsse. Und Centile führt uns in seinem Worte nenn mir es recht überlegen, noch einen öajntt Nester: er sagt, mir alle seien Philosophen, m e 11 Nir denken. Vorausgesetzt, daß mir es tun — noran wir einmal nicht zweifeln wollen! — stehen Nir also doch nicht als so verworfen und als geistig busgestoßene da. Und es kommt, so entnehmen mir ♦em Worte Centiles, nicht einmal daraus an, oatz mir eine akademische Bildung haben; einfach weil mir denken, sind mir Philosophen. Centile führt es näher aus: „Denken bedeutet: nicht mehr animalisch sein. Oder auch: irgend etwas sein, das nur natürlich da ist." Wir unterscheiden uns also als selbständig denkende Wesen von dem rein natürlichen Dasein, wir heben uns von ihm ab, beginnen zu denken, und damit sind wir auf dem Wege zur Philosophie. Die Freude, die mir da empfinden, wird noch erhöht, wenn mir zu Büchern greifen, die mir einigermaßen verstehen und von denen mir hören, sie seien von wirklichen Philosophen geschrieben. Wir denken hier etwa an die Schriften des römischen Kaisers Mark Aurel, an Goethes Faust ober Sprüche in Prosa, an Fichtes Reden an die deutsche Nation, an Nietzsches Werke. Und dann ist der Bann gebrochen: mir dürfen nun unserer geheimen Liebe zur Philosophie nachgehen, blicken nicht mehr, menn von Philosophie die Rede ist, verstohlen zur Seite, als ob mir schamhaft etwas zu verbergen hätten. Und vor allem: mir nehmen teil an einem großen Zeitgeschehen, von dem mir uns vorher ausgeschlossen fühlten. Denn bald wird sich uns auf dem neugemonnenen Wege eine neue Welt öffnen. Wir vernehmen eine heute sichtlich ansteigende Teilnahme an philosophischen Dingen. Wir sehen, daß kein Gebiet des menschlichen Kulturbereiches ausgeschlossen bleibt: Staat und Gemeinschaft mären ohne die tiefere geistige Begründung, mie sie die Staatsphilosophie bringt, nicht die Gebilde, in denen sich denkende Menschen mohl fühlen könnten. Oder: mir haben großes Interesse, für die neuen Forschungen auf dem Gebiete der Biologie, mir verfolgen etma, was Männer mie Spemann geleistet haben. Nun erfahren mir, daß manche von diesen bahnbrechenden Forschern „Philosophen der Biologie" sind (etma Hans Driesch oder Max Hartmann). Sie setzen sich also mit den Grundlagen ihres Forschens auseinander, erkennen die emigen Gesetze, die sich in der Einzelforschung entschleiern, sie ringen um ein Begreifen der Uraegensätze des Lebens, von denen einer der ist, daß alles nach ewigen ehernen Gesetzen zu gehen scheint und daß mir doch als freie Menschen handeln und uns verantwortlich fühlen. Ist so unser philosophischer Sinn geweckt und haben mir so das „gute Gewissen" zur Philosophie bekommen, so läßt sie uns nicht mehr los. Ein Schritt folgt dem anderen, und wir erkennen etwas, für das wir vorher kaum ein Fassungsvermögen hatten: die große Aufgabe, ja man möchte sagen: Sendung, die die Philosophie in unserer Zeit zu erfüllen hat. Zum neunten Male kommen in wenigen Monaten die Philosophen der Welt zusammen zum Internationalen Philosophenkongreß in Paris. Seit dem Jahre 1900 gibt es diese internationalen Tagungen, das 20. Jahrhundert hat also gegenüber dem 19. einen Fortschritt gebracht: war dieses wesentlich der Einzelforschung gemiömet und vor allem in seinem letzten Drittel von dem Geist der Verneinung (den Nietzsche Nihilismus nennt) durchzogen, so soll und will das 20. Jahrhundert ein Jahrhundert des Aufbaues fein. Nachdem es mit der Katastrophe begann, die das Erbe des 19. Jahrhunderts mar, merben nun alle natürlichen und alle geiftigen Kräfte zufammengefaßt, nicht nur um einer neuen, vielleicht noch schlimmeren Katastrophe der Völker zu entrinnen, sondern vor allem, um ein positives Werk au schaffen: Volkern ihr Eigenleben im natürlichen Lebensraume und in der Bindung an die emigen geistigen Werte zu geben. Die Philosophie hat dabei ihre große bedeutende und sichtende und, menn sie wirklich verantwortlich ist, wegweisende Aufgabe. Wie stehen die Aussichten, daß sie sie erfüllt? Ein Rückblick auf die Leistungen der acht vergangenen Jnternattonalen Kongresse zeigt, daß die Ausgabe noch nicht völlig erkannt ist. Die Reihe begann 1900 in Paris und durchschnittlich alle vier Jahre fanden die Tagungen statt in Genf, Heidel- berg, Bologna, Neapel und Cambridge (USA.), Oxford und Prag. Italien hat also am besten ab-- geschnitten und es wäre durchaus an der Zeit, daß das klassische Land der Philosophie, Deutschland, wieder an die Reihe käme. Es sind zweifellos Bestrebungen im Gange, Deutschland auch philosophisch überflügeln zu wollen, und es ist die Aufgabe der Hüter des deutschen geistigen Lebens, darüber zu wachen, daß das nicht geschieht. Jedenfalls wird aber Deutschland das, was es zu sagen hat, auch stn Auslande zur Sprache und zur Geltung bringen können. Auf allen Tagungen sind Einzelfragen zur Sprache gekommen, die 3um Teil innerhalb der Fachwelt allein Bedeutung haben, zum Teil aber schon darüber hinaus für jeden denkenden Menschen wichtig sind. So hat man sich überöie Wesens» arundlagen des „V 0 lkes" unterhalten. Man sucht zu verstehen, wie es eine naturgegebene Tatsache ist, aber in seinem geschichtlichen und nationalen Schicksal eine geistige Gestalt gewinnt — nicht umsonst spricht man ja vom „deutschen Geist" — und wie zur Durchführung und Leitung dieses Prozesses ein unbeugsamer Wille da sein muß, der das Volk formt und ihm so die Erfüllung seiner Sendung ermöglicht. Das Volk wird dann der Gegenstand einer Willensschöpfung schöpferischer Führer. Diese Fragen sind auf dem Prager Philosophenkongreß vom Herbst 1934 von deutscher Seite und von anderen behandelt worden, und es bedarf keines weiteren Beweises, daß hier die Philosophie eine große Aufgabe zum Verständnis und zur Deutung unserer Zeit und ihrer Vorgänge hat. Es ist nicht zuviel gesagt, wenn wir meinen: oft stehen mir mitten im Getümmel der Zeit den Dingen noch zu nahe, um ihre weltge- schichtliche Bedeutung erkennen zu können. Indem die Philosophie vor dem Forum des reinen Denkens und von der hohen Uebersicht über die Jahrtausende her diese Gegenwartsereignisse deutet, hebt sie sie in einen höheren Sinnzusammenhang hinauf und macht gerade den besinnlicher veranlagten Menschen erst Lust, sich akttv an dem Geschehen der Zeit zu beteiligen. Denn wir wollen ja das Beste unserer Zeit nicht im Winkel ober Hinterm Ofen verschlafen haben! Freilich stellen wir als „politische Lebewesen" — um den Ausdruck Centtles noch einmal zu erwähnen — nun unsererseits an die Philosophie eine ent- scheidende Forderung. Wenn sie uns im aktiven Einsatz für unser Volk und feine Führung etwa lähmen oder zu „Kritikastern" machen sollte, dann hat sie ihre Aufaabe verfehlt. Aber solche Irrwege darf man der Philosophie selbst nicht in die Schuhe schieben. Sie werden von einzelnen begangen, die ich fälschlich Philosophen nennen. Die Großen im Reiche des Geistes haben ihrem Volke mit aller Kraft ihres Geistes und ihrer gestaltenden Fähig» feiten gedient: Sokrates, Mark Aurel, Fichte, Hegel — sie waren keine lebensfremden Träumer, sondern haben die Sendung der Philosophie für ihre Zeit erkannt. Und darin sind sie uns Vorbilder: daß wir in unserer Zeit mit ihren neuen Erfordernissen und Aufgaben das gleiche tun. Kail Stark jr.,Wieseck Giebener Strafee 147 1290D Kommunale Ausbauarbeiten in Lich Ein Am 27. Mai ist unsere liebe unvergeßliche Mutter Frau Katharina Rupp, geb. Peter für immer von uns gegangen. Die Beerdigung fand in aller Stille statt Für die tieftrauernden Hinterbliebenen: Dr. Wilhelm Rupp, Stabsarzt Gießen, Rodheimer Straße 49. 3734 D am Lager. 02730 Das grojae Emrichtungshdus 3433^ Annahme von Ehestand$-Deriehens$ heV9 tn( ]) L i ch, 26. Mai. Der starken Bautätigkeit in unserer Stadt ist es gelungen, fast sämtliche bisher noch nicht in Beschäftigung stehende Volksgenossen in den Arbeitsprozeß einzureihen. Unsere Stadt gehört zu den wenigen Orten unserer Heimatprooinz, die eine H e i m st ä t t e n - siedlung größeren Umfanges hat. Am Kreuzweg, links der Gießener Straße, nach der sog. „Lehmkaute" zu, wurden in den letzten Wochen die Grundsteine für eine Reihe von Häusern gelegt, die für Siedler bestimmt sind. Als Bauherr tritt die Gemeinnützige Eigenheim-Spar- und Wohnungsbau-Aktiengesellschaft in Frankfurt a. M. auf, die von der Stadt Lich ein größeres Baugelände von 2V- hessischen Morgen, das sind 6250 Quadratmeter, zum Preise von 1,50 Mark für den Quadratmeter käuflich erwerben konnte. Von diesem Kaufgeld werden seitens der Stadt den Siedlern zur finanziellen Unterstützung Rückvergütungen für die Dauer von drei Jahren in Aussicht gestellt. Die Wohnungsbau-Aktiengesellschaft baut die Häuser, im ganzen vorerst zehn Stück, zu denen ein Grundstück von je 625 Quadratmeter gehört. Die Häuser messen in ihrem Grundriß 9 zu 7,50 Meter, an der Stallseite etwa 1,50 Meter mehr.,Sie werden im Keller- z geschah Waschküche und die Keller enthalten, im Parterreraum eine geräumige Wohnküche, eine Schlafstube und einen Arbeitsraum. Im Dachraum wird Platz für zwei Mansarden geschaffen. Zu gleicher Erde, mit dem Haus unter einem Dach, befindet sich ein Stall, der genügend Raum für die Aufzucht eines Schlachtschweines und eine kleine Ziegenzucht bietet. Sämtliche Siedler müssen sich verpflichten, Kleintierzucht zu treiben. Der große Garten mit mehr als 500 Quadratmeter liegt bei allen zehn Häusern nach der Südseite zu. Die Stadtverwaltung hat noch die Zustimmung dazu erteilt, daß die Siedler das vor dem Hause liegende Gelände am Kreuzweg, solange die Straße noch nicht richtig ausgebaut ist, unentgeltlich bewirtschaften dürfen. Die Siedler übernehmen die Verpflichtung, an die Wohnungsbau-Aktiengesellschaft eine Anzahlung von 1500 Mark zu entrichten und eine monatliche Miete zwischen 25 und 28 Mark auf die Dauer von 35 Jahren aufzubringen. Nach diesem Zeitpunkt sind die Häuser Eigentum der Siedler. Die Bauarbeiten werden von hiesigen Handwerkern ausgeführt, die Maurerarbeiten haben vier hiesige Maurermeister übernommen. Die Heimstättensiedlung verpflichtet die Stadt Lich, die Zufuhr von elektrischem Licht und Wasserleitung zu finanzieren und für die Beleuchtung der Straße zu sorgen. Seit Jahren beschäftigt man sich in unserer Stadt mit der Schaffung eines neuen Sportplatzes. Als nach Beendigung des Weltkrieges der Verein für Rasenspiele gegründet wurde und das Fußballspiel pflegen wollte, mußten sich die Sportler in der ersten Zeit damit begnügen, ihre Spiele auf der großen Weide auszutragen. Später stand ihnen der Platz links der Gabelung der Hattenröder- und Bessinger Straße, wo heute der Viehmarkt abgehalten wird, zur Verfügung. Da aber dieser Platz viel zu feucht ist — nach einem Regen dauert es längere Zeit, bis er wieder spielfähig ist — so ist es im Interesse der Jugend unbedingt geboten, hier Abhilfe zu schaffen. Die Stadtverwaltung ist bereit, den Sportlern entgegenzukommen. In erster Linie ist daran gedacht, den großen Spielplatz hinter der Turnhalle, auf dem in den letzten Jahren schon Turnfeste abgehalten wurden, als Sportplatz auszubauen. Unter Hinzuziehung von Sportsachoerständigen wurde dieser Platz vor einiger Zeit besichtigt. Nach Ansicht der Fachleute wären hier etwa 3000 Kubikmeter Erde zu bewegen, um den Platz waagrecht zu machen, was mit großen Kosten verknüpft wäre. Dazu käme noch die Abdeckung des Platzes mit Kies und Sand, ferner ginge der Stadt wertvolles, nahegelegenes Baugelände verloren. Von anderer Seite wird deshalb der Hopfengarten, neben dem ehemaligen Kratzschen Hause in der Bahnhofstraße, als Sportplatz vorgeschlagen. Dieser Platz liegt ziemlich waagrecht, so daß fast keine Erdarbeiten notwendig wären. Für ihn spricht ferner seine zentrale Lage. Da man schon seit Jahren auch mit der Erbauung eines neuen Schulhauses beschäftigt ist, so könnte wohl die Platzfrage für das neue Schulhaus mit erledigt werden, denn der gesamte Hopfengarten ist etwas größer als 6Vs Morgen. Die Sportbehörde wird diesen Platz in nächster Zeit auf seine Verwendbarkeit hin prüfen. Hoffentlich wird die Sportplatzfrage bald gelöst, damit der Jugend ein Platz zur Derfü- Nachrtif. Wir betrauern tief das Ableben unseres lieben Schülers u. Mitschülers Günther Meidling Gießen, 28. Mai 1937. Die Lehrerund Schülerdes Realgymnasiums Gießen. _____________________3757 D Nachlässe von 3 bis 20 v. H. erhalten Sie bei wiederholten Veröffentlichungen einer Anzeigei ter noch Um- und Anbauten von privater und viele Gebäudeunterhaltungsarbeiten für Sommer vorgesehen. JHBEBGER FRANKFURT A. M. gegründet 1829 Leichlbauplallen „Heraklith" Isolierplatten Isoliermittel LGIatthaarMn Frankfurt. Str. 19 Ätthlstraße 18 Telefon [1m1d Nr. 3144/3145. Für die uns zu unserer Hochzeit erwiesenen freundlichen Aufmerl, samkeiten danken wir recht herzlich Friedrich Gries u. Frau Emma, geb. Schecker Gießen, den 29. Mai 1932 _ das El des Columbus Fern- u. Nahsicht vereint in der Doppelfokus-Brille von Optiker Magnus A Kassenlieferant,Seltersweg33 Furunkel Hautaussdilag Schuppenflechte sind unangenehme gräßliche Leiden. Wie mein Mann und viele andere in 14 Tagen völlig geheilt wurden, beweisen viele notariell beglaubigte Dankesbriefe. Dieses ein fache Mittel schreibe ich Ihnen gern umsonst Frau Ida Müller, Oastholsbesltzerin .Goldene Krone". Drausendort 230 bei Zittau. Sachs. — Heilmittelvertrieb nur d. Apoth. — Freund unseres Blattes teilt uns kurz vor Redaktionsschluß voll Freude die Geburt von sechs Schwanenbabys auf dem Eichgärtenteich mit. Die freudige Botschaft bringen wir hiermit unseren SthlatM-Aulos kauft laufend. Auch empfehle ich von 40 verschiedenen Autos gebrauchte Ersatzteile und Reifen. - Autountergestelle f. Pferde wagen usw. laufend Ulst Schim einstigen In Kn ' Die alte Gai llfieil Zum । jrtien und sta | dien und den t tyn Freiheitsf g kn vor allem 1 km mir auch »Kutschen Sold ■ i-r Führers ■ | »in Frontkän »Äd der junge Wtzbereitschaft Jin der willen- Jk Männer joeisen tönnei ■ schen Soldatei ■ liidjnung gegi ■ wische Gehal ■ oon den im 2 ■ heutigen Was ■ ober Enkeln I Mit Stolz I I heute das $r jment angesel I Tarnisonstadt (Seaenmc ■M unb Mil ■Gemäßen ei ■ mU bekundete ■ Wren Tagei I wes Regiwi $ 9im Oftobe 1 ®res Führer 1 116 die q 1 «bezog. Wäh I .nltre Stadt ih ■ J Treue. Bei j * Kider ganz gung steht, auf dem sie bei jeder Witterung Gelegenheit hat, ihren Körper zu stählen. Eine weitere Angelegenheit soll in absehbarer Zeit ihre Erledigung finden: die Erbauung eines städtischen Schlachthauses, die von der Behörde angeordnet ist. Der Stadtrat hat sich schon mit dieser Frage beschäftigen müssen. Einem Plan, ein demnächst freiwerdendes Schlachthaus zu kaufen und als städtisches Schlachthaus einzurichten, wird namentlich von Seiten hiesiger Metzger starker Widerspruch entgegengesetzt. Man darf an diesen zum Teil sehr berechtigten Forderungen der Metzger nicht vorübergehen, zumal wenn man bedenkt, daß einige der hiesigen Metzger ihren 'Betrieb in den verflossenen Jahren unter größter Kostenaufwendung mustergültig eingerichtet haben. Hoffentlich findet auch diese Angelegenheit eine für beide Teile, zufriedenstellende Lösung. Die Errichtung eines Schwimmbades nimmt, wie wir im „Gießener Anzeiger" schon berichteten, ihren Fortgang. Man rechnet mit einem Kostenaufwand von etwa 5000 Mark, der nicht zu hoch erscheint gegenüber der Errichtung von Schwimmbädern in anderen Gemeinden; allerdings darf man nicht vergessen, daß die Hauptfrage, die Wasserbeschaffung, hier schon gelöst war. Noch im Monat Juni soll das neue Bad eröffnet werden. Die Badepreise will man so niedrig halten, daß es jedem Volksgenossen möglich ist, das Bad zu benutzen. Auch für Erwachsene und Schüler aus den Nachbarorten soll das Bad zugänglich gemacht werden. Die schon mehrmals geplante Instandsetzung der verlängerten Bahnhofstraße, vom Bahnhof nach der Schiefersteinschen Maschinenfabrik zu, soll noch in diesem Sommer verwirklicht werden. Gelände für den Fußgängersteig zu beiden Seiten der Straße ist genügend vorhanden, es muß aber von der Stadt vorerst noch käuflich erworben werden. Hoffentlich findet auch diese Angelegenheit bald eine glückliche Lösung. An der großen Arbeitsbeschaffung innerhalb unserer Gemarkungsgrenze hat auch das Reich seinen Anteil. Da nordwestlich und nördlich unserer Gemarkung auch die Reichsautobahn verläuft, so erwies es sich als notwendig, neue Auslade st el- len am Güterbahnhof zu schaffen, damit die Ausladung der für die Reichsautobahn benötigten Materialien rasch vonstatten gehen kann. Eine Anzahl neuer Geleise wurde verlegt und neue Zufuhr- Die schöne Gardine erhöht die Behaglichkeit IhrerWohnung! W " es i Gebr. Seelbach _____________________________________________________________________________________________________3768A Zur jetzigen pflanzzeii empfehle BLAMKR aller Art für Balkon, Garten- und Grabschmuck. 02722 Gärtnerei Dönges Marburger Str. 67, Fernruf 2321. Wer z e i tg e rm f e WOHNKULTUR für sei* Heim wünscht, besuche ehe interessante grofte MÖBEL-SCHAU wohnfertig eingerichteter Räume einschliefibch Teppi-n |0[,*e fcRÄ2 rbtl tn für 3 ahnung! ?n Spezial' Gardinen' ESSEN tersweg 20 u unsrer Hocheik mblichenAufinerl- rn wir recht herM Stieh.Ni geb. Echeül 29. M1931 3768 A ILTUR frischt, grofe CHAU i(htdtf hlungs- werk. Cd. xN^ gen tung^ kß ttr.122 Drittes Blatt Wiener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Samstag. 20. Mi 1957 Gießen grüßt seine alten und jungen 116er. Oberst Schimmelfennig f, Kommandeur des einstigen Jns.-Regts. 116 bei Kriegsausbruch. Unfern llöern. Die alte Garnisonstadt Gießen grüßt erneut ihre 116er! Zum erstenmal in dem wiedererstandenen freien und starken Vaterland wehen zugleich den alten und den aktiven 116ern zu Ehren die deutschen Freiheitssahnen. Wir gedenken in diesen Stunden vor allem in treuer Verbundenheit des Mannes, dem wir auch die jetzigen begeisternden Stunden deutschen Soldatentums zu verdanken haben, unseres Führers und Reichskanzlers Adolf Hitler. Sein Frontkämpfergeist erfüllt die Herzen der alten und der jungen Soldaten, seine unbegrenzte Einsatzbereitschaft für unser Volk und Vaterland sind in der willensmäßigen und seelischen Ausrichtung der Männer lebendig, die in Ehren darauf Hinweisen können, daß sie die Uniform des deutschen Soldaten getragen haben, oder dieser Auszeichnung gegenwärtig teilhaftig werden. Dieser soldatische Gehalt des Lebens ist die Verbindungslinie von den im Weltkrieg bewährten Kämpfern zu den heutigen Waffenträgern der Nation, den Söhnen oder Enkeln der einstigen Frontkämpfer Mit Stolz hat die Garnisonstadt Gießen einst wie heute das Infanterie-Regiment 116 als i h r Regiment angesehen. Ebenso eng verbunden mit der Garnisonstadt Gießen fühlten sich damals wie in der Gegenwart alle Männer dieses Regiments. Zivil und Militär in Gießen waren eben immer gewissermaßen eine einzige große Familie. Eindrucksvoll bekundete sich diese Gemeinschaft in jenen schweren Tagen des August 1914 beim Ausmarsch unseres Regiments 116 ins Feld, unvergeßlich aber auch im Oktober 1936, als das durch die große Tat unseres Führers wiedererstandene Infanterie-Regiment 116 die alte Garnisonstadt Gießen als Standort bezog. Während vier schwerer Kriegsjahre hielt unsere Stadt ihren vor dem Feinde stehenden 116ern die Treue. Bei ihrer Heimkehr aus dem Feld, die leider ganz anders aussah, als wir alle einst -■ MI " * Generalmajor a.D. Mohr. Vorsitzender der Offiziersoereinigung des ehem. Jnf.-Regts. 116. erhofft hatten, die aber unsere Soldaten als vonder ganzen Welt unbesiegte, im vollen Glanze deutscher Waffenehre heimkehrende Krieger zeigte, waren uns das Regiment 116 und feine Kriegsformationen m der gleichen Weife herzlich verbunden, wie vorher im Frieden. Und als in den Fahren des furchtbaren deutschen Niedergangs unser Regiment llo nicht mehr bestand, galt unsere Liebe und Verbundenheit zum deutschen Soldatentum der damaligen einzigen Gießener Garnison, dem l. Bataillon Fn- fanterie-Regiments 15, dessen 2. Kompanie die Tradition des einstigen Jnf.-Regts. 116 ^führte Erhebend und herrlich war es dann für alle Gießener, als durch die Machtübernahme Adolf Hitlers das neue Infanterie-Regiment 116 glanzvoll wieder in die Mitte unserer Gießener Gemeinschaft trat. Im Besitze stolzer Erinnerungen an ihre Solda- datenzeit, insbesondere an d.e schwere Zeit.der Kriegsjahre, aber auch reich an schonen> Alebmssen guter Soldatenkameradschaft und deutscher Man- nestreue, kommen heute und morgen die alten llder mit ihren jungen Kameraden des aktiven Regimen^ in Gießen zusammen. Beide suhlen sich 9 Kunden durch die Gemeinschaft ihres Neimen , als pflichtgetreue Soldaten wissen sie ich aber auch erfüllt und getragen von der Liebe aller Deutschen für ihre Wehrmacht. Ein derartiges Kameraden- treffen haftet nicht an der Oberfläche des Tages, sondern es ist erfüllt von der hohen Aufg , große ideelle Werte durch neuen gleichartigen Ge- romn zu erweitern und immer tiefer in di" Herzen aer engeren Regimentskameradschaft hineinzupflan- 3en, darüber hinaus auch bei allen übrigen Volksgenossen um die Erhaltung und Vertiefung der Sympathien für das Regiment zu werben. Wie alles in einer guten Soldatenkameradschaft fest be= grunbet ist auf den erhabenen Schätzen der Tradition und in den Opfern der einstigen Kameraden, so sehen auch unsere alten und jungen 116er bei iljrem Tressen es als ihre erste Verpflichtung an, im Geiste der großen Tradition des Regiments und in treuer Waffenkameradschoft zuerst der gefallenen Kameraden zu gedenken. Bei dieser Zwiesprache mit den in der heiligen Erde der Schlachtfelder ruhenden Kameraden wollen die Lebenden immer wieder neue Kraft gewinnen zur Steigerung ihrer eigenen Stärke zum bedingungslosen Einsatz für unsere Volksgemeinschaft, entsprechend dem ehernen Gebot der Soldatentreue. Die alten und die jungen Soldaten unseres Regiments wollen sich bei diesem Treffen mit Recht aber auch der Pflege und Vertiefung der kameradschaftlichen Verbundenheit als Träger der gleichen Regimentsnummer widmen, darüber hinaus wollen sie den Angehörigen der anderen Waffengattungen, wie einst auf den Schlachtfeldern, oder wie heute in der friedlichen Arbeit des Garnisondienstes, kameradschaftlich die Hand drücken. Und schließlich ist es eine der bedeutsamsten Aufgaben einer solchen Begegnung, daß die alten Soldaten immer wieder mit der Arbeit ihrer jungen Kameraden bei der militärischen Ausbildung bekannt werden, um aus dieser Kenntnis der Dinge die denkbar stärkste Verbundenheit mit der aktiven Truppe zu gewinnen. Ein vortreffliches Mittel zu diesem Zweck wird bas große Wehrfportfest sein, mit dem unser wiedererstandenes Regiment 116 die Kameraden des alten ruhmreichen Gießener Regiments in den gewaltigen Wandel der Dinge einführen wird, der die heutige Ausbildung himmelweit unterscheidet von der Zeit vor dem Kriege. Das Wiedersehen mit der einstigen Garnisonstadt Gießen ist vielen alten 116ern ebenso erfreulich, wie die Begegnung mit dem wiedererstandenen Regiment. In dieser Stadt haben sie als junge Soldaten zwei Jahre ihrer Jugendzeit verbracht, hier weilten sie später wiederholt zu militärischen Uebungen, mit dieser Stadt werden sicherlich auch manche verwandtschaftliche oder freundschaftliche Beziehungen verbunden fein, die wohl nicht selten ihren Ursprung in den Jahren der aktiven Dienstzeit haben. Und so lenken sie denn beim Regimentstreffen immer wieder gerne ihre Schritte nach der alten Garnisonstadt. Die Tatsache, daß sie seit dem Oktober 1936 auch wieder ein Regiment 116 hier antreffen, wird ihnen den Besuch in Gießen noch besonders freudig gestalten. Eingedenk der Verbundenheit zwischen der Garnisonstadt Gießen und ihren 116ern bringt unsere Stadt den alten und den jungen Soldaten der Regimentsnummer 116 herzlichen Gruß dar mit dem Wunsche, daß die Stunden des Kameradentreffens allen Teilnehmern reichen inneren Gewinn und darüber hinaus eine weitere Vertiefung der Gemeinschaft zwischen dem Regiment und der Garnisonstadt bringen möchten. B. Grußworte Lange l7 Jahre hat Gießen sein 'Zaus- Regiment 116 vermissen müssen. Vlun ist es wieder erstanden. Jung, frisch, modern, erfüllt von unbändigem Rampf- geist,wird das Regiment alles daransetzen, im Rrieg und im Frieden es gleich zu tun dem ruhmgekrönten alten Regiment. Mögen die hier zum Regimentsrreffen versammelten alten II6er gute Rameraden des jungen Regiments werden und möge ihr Fronrkämpfergeist auf die jungen Soldaten ausstrahlen, daß sie werden, wie die Väter waren; Heil 116. Heil Hitler I Oßwald Generalleutnant und Divisions-Nommandeur Mit der Wiederherstellung der Wehrfrei- heit durch den Führer ist auch das Infanterie-Regiment 116 im vorigen Jahre neu erstanden. Das junge Regiment freut sich, am 29. und 30. Mai 1937 die Angehörigen des alten, ruhmreichen Infanterie-Regiments „Raiser Wilhelm", 2. Großherzogl. Hess. Vir. 116 und seiner Rriegsformationen in in den Mauern seines Standortes willkommen heißen zu können. Es ist sich der Ehre und der hohen Verpflichtung bewußt, die es durch die Übernahme der stolzen Tradition des ehemaligen Jnf.-Regts. 116 und seiner Rriesforma- tionen übernommen hat. Der starke Wille und der unbeugsame sieghafte Geist der Rämpfer des Weltkrieges soll auch in dem neuen Inf.-Regt. 116 fortleben. Heil Hitler! Herrlein Vberft und "Regiments-Rommandeur Das Regiment im russischen Feldzug 1812. Oberst Herrlein, Kommandeur des wiedererstandenen Jnf.-Regts. 116. Rettung bringen, und sie gelang dank der Ruhe und Standhaftigkeit der Infanterie, die auch Wilna in guter Ordnung erreichte. Hier herrschte jedoch eine derartig heillose Verwirrung, daß es für die Marschkolonne einfach unmöglich war, durch die mit Wagen und Geschützen verfahrenen Straßen geordnet hindurchzukommen, so daß sich jeder hindurchzuwinden versuchte, so gut er konnte. Dadurch erforderte aber der Durchmarsch durch Wilna stärkere Verluste als die ganzen vorausgegangenen Kampfhandlungen und Märsche, zählte doch das Regiment am anderen Morgen nur noch 600 Mann, so daß also über 400 Mann teils in den Nachhutgefechten geblieben, teils beim Einrücken abhanden gekommen waren. In Wilna traf das Regiment auch den Führer der hessischen Brigade Prinz Emil, der tags zuvor mit den Trümmern seines Truppenteils, 31 Offizieren und 24 Unteroffizieren und Soldaten (Ueberrefte des Leibgarde- und des Leibregiments sowie des Chevauleger-Regiments), mit den Fahnen der beiden Infanterie-Regimenter dort eingetroffen war. Mit großer Freude begrüßte der Prinz Offiziere und Mannschaften des leichten Infanterie-Regiments und verfügte sofort den lieber* tritt dieses zum Verband der hessischen Brigade, worüber er mit dem Kommandierenden General Graf Wrede in heftigen Widerspruch geriet, der erklärte, sein bestes und stärkstes Regiment bei der ihm übertragenen Nachhutsicherung nicht entbehren zu können. *n Wilna wurde die hessische Brigade, die eigentlich nur aus dem leichten Infanterie- Regiment bestand, zur kaiserlichen Garde, und zwar als 2. Brigade der 1. Division Raquet, der sogenannten „alten Garde" unter dem Marschall Lefebvre kommandiert. Am 10. Dezember setzten die Trümmer der französischen Armee ihren Rückzug fort und erreichten unter unaufhörlichen Nachhutgefechten Kowno am 12. Hier löste sich auch der Rest des einzigen, die Nachhut bildenden geschlossenen 6. Korps vollständig auf, und nur den heldenmütigen Anstrengungen und 23on Zrih Hem, Gießen. Am 22. Februar 1812 verfügte Großherzog Ludewig L* die Vereinigung des Garde-Füsilier-Batail- lons (späteres 1.) und des Leib-Füfilier-Bataillvns (späteres 2.) zu einem „Provisorischen leichten Infanterie-Regiment". Diese Nachricht erreichte die Bataillone auf dem Marsche, den sie bereits in Ausführung des napoleonischen Aufmarsches gegen Rußland angetreten hatten. Die Formierung konnte erst am 1. März in Braunschweig vollzogen werden. Die Stärke des Regiments betrug 31 Offiziere, 96 Unteroffiziere, 34 Spielleute, 8 Sappeurs und 1280 Gemeine; Regimentskommandeur wurde Oberst von Schönberg. Auf Befehl Napoleons I. mußte das zum Rheinbund gehörende Großherzogtum Hessen zu dem Kriege gegen Rußland eine Brigade in Stärke von 7322 Mann unter dem Befehl des Prinzen Emil (zweiter Sohn des Grohherzogs) stellen. Im Verhältnis feiner Einwohnerzahl 565000 hätte Frankreich mit feinen Iributftaaten 1 100 000 Mann zu stellen gehabt, wovon jedoch noch nicht die Hälfte erfaßt wurde. Zunächst wurde das hessische Kontingent zur Besetzung der Ostseeküste gegen englische und schwedische Landungsversuche verwendet, wobei es unter dem Oberbefehl des Marschalls Davoust stand. Wahrend der größte Teil der hessischen Brigade mit dem Prinzen Emil im Sommer zur französischen Operationsarmee trat, versah das leichte Infanterie-Regiment den Küstenwachtdienst auf der Insel Rügen und der vorpvmmerschen Küste, wobei es mehrfache Landungsversuche der Schweden und Engländer abwehrte. Am 12. Oktober erhielt das Regiment in Danzig, wohin es zusammengezogen war, den Befehl, sofort nach Rußland aufzubrechen und am 24. November in Smolensk einzutreffen. Es erreichte jedoch diese Stadt nicht denn als es am 2 November in Wilna eintraf, hatte sich die Katastrophe des französischen Kaisers bereits vollzogen und die große Armee befand sich über Smolensk hinaus schon im vollen Rückzug unter ungeheuren Verlusten. . Sn Wilna verblieb das Regiment bis zum 9. November in Ruhe und bekam hier den Befehl, sich dem 6. französischen Armeekorps unter dem baye- ritten General Graf «spateren Fürst» Wrede anzu- schließen und mit dem 4. westfalischen Lmien-Regi- ment die Brigade des französischen Generals Cvu- tard zu bilden. Außer dieser gehörten noch dem Korps an eine bayerische und eine französische Bn- qaöe unter General Francesky und stand als linke Seitendeckung der großen Armee bei Dunilowicza. Um der Hauptarmee den Rücken hinter die Beresina zu erleichtern, sollte das Korps eine Diversion gegen Polocz unternehmen, was es.bis zum 22. November über die gefrorenen Sümpfe, aus denen die Beresina entspringt, auch ausführte und bis zum 30. November Stellung bei Dockfchitz einnahm. Es bildete ♦ Er selbst schrieb sich Ludewig. dann die Nachhut der großen Armee und war damals fast der einzige größere Truppenteil, der noch Haltung und Wiederstandskraft besaß. Am 2. Dezember erreichte das Korps die Stadt Wileika, wo es bis zum 4. die nachdrängenden Russen aufhielt. Besondere Anerkennung des Grafen Wrede erwarb sich die Kompanie des Kapitäns Meyer vom leichten Infanterie-Regiment, die den Kommandierenden vor der russischen Gefangenschaft rettete, und die als Nachhut marschierenden Schützen des Leutnants von Rabenau, die die den Rückzug belästigenden Kosaken aufhielten und mit dem Bajonett im ersten Anlauf bis über Wileika hinaus verjagten. Hatte man bisher das Korps von der Berührung mit den jammervollen Trümmern der Hauptarmee durch Benutzung von Seitenwegen ferngehalten, am 6. Dezember mußte es jedoch auf eine kurze Strecke die große Straße Smolensk—Wilna benutzen, wobei sich das erschütternde Bild der in gänzlicher Auflösung zurückflutenden großen Armee nicht mehr verschleiern ließ. Aber dank dem vorzüglichen Geist der Truppe und der Ermahnungen der Offiziere zur Bewahrung der Disziplin konnte der Anblick gänzlicher Auflösung der einst schönsten und stärksten Armee auf den militärischen Geist bei unserem leichten Infanterie-Regiment keinen nachteiligen Einfluß ausüben. Vom 6. bis zum 8. Dezember verblieb das Korps in und um Slobotka und mußte größtenteils bei einer unerhörten Kälte im Freien biwakieren, lieber 500 Mann starben in diesen Tagen an Kälte und Schwäche, davon in einer einzigen Nacht vom leichten Infanterie-Regiment 65 durch Erfrieren. Am 8. Dezember fetzte das 6. Korps feine Rückwärtsbewegung fort, wobei unser Regiment wiederum die Nachhut bildete und in mehrfachen, mit größter Bravour durchgeführten Kämpfen den Rückzug sicherte, was in einem Tagesbefehl des Grafen Wrede besonders anerkannt wurde. Höchstes Verdienst erwarb sich Oberst von Schönberg, dem bei einem Nachhutgefecht das Pferd unter dem Leibe erschossen wurde, um die Fortschaffung der hessischen Artillerie, die es auch gelang, vollzählig auf deut- i schen Boden zurückzubringen. Verhängnisvoll drohte der 9. Dezember dicht vor Wilna dem Korps zu werden. Um mehrere taufend halbverhungerte und durchgefrorene Nachzügler der Hauptarmee durchzulassen, ließ Graf Wrede sein Korps Halt machen und mehrere Stunden rasten. Die dabei eingeforderten Stärkerapporte ergaben beim leichten Infanterie-Regiment noch 1067 Köpfe, vermutlich einschließlich Artillerie. Während dieser mehrstündiaen Rast gelang es aber dem nachdrängenden russischen General Tschaplitz das Korps auf feinen Flanken zu Überholen und ei mit Artillerie und Infanterie in Kreuzfeuer zu nehmen. Nur ein gewaltsamer Durchbruch, zu dem sich unser hessisches leichtes Infanterie-Regiment sowie das 4. westfälische Linienregiment in geschlossene Bataillonskolonnen formierten, konnte allein die Johannes Bill, Kameradschaftsführer der Kameradschaft ehemaliger 116er Gießen. persönlichem Beispiel des Marschalls Ney gelang es, beim Abzug noch einige hundert Soldaten allermöglichen Truppenteile zu sammeln und die nachdrängenden Russen zurückzuhalten. Kapitän von Karlsen vom leichten Infanterie-Regiment gelang hierbei mit seiner noch 80 Mann starken Kompanie die Rettung des gesamten hessischen Artillerieparkes, was bei dem jammervollen Zustande der wenigen Pferde, den vereisten und verschneiten Straßen, wo die geringste Unebenheit schon eine namenlose Qual für Mensch und Tier wurde, eine ganz hervorragende Leistung war. Hierfür erhielt Kapitän von Karlsen nach seiner Rückkehr, noch im Grade eines Hauptmanns stehend, das Kommandeurkreuz zweiter Klasse des Ludwigs-Ordens mit der Widmung: „Für die Rettung meiner Geschütze". Am 15. Dezember wurde die russisch-preußische Landesgrenze überschritten und am 16. hielt König Murat von Neapel, dem Napoleon bei seiner Abreise von der Armee den Oberbefehl übertragen fjatte, eine Parade über die hessische Brigade ab, wobei er sich sehr über deren gute Haltung wunderte und in seiner Beschönigungssucht gegenüber den Franzosen meinte, die Hessen müßten wohl di« Kälte und Anstrengungen besser vertragen können, als andere Truppenteile, während er dies richtiger der besseren Manneszucht hätte zuschreiben sollen. Die Stärke der ganzen hessischen Brigade betrug an Liefern Tage 40 Offiziere und 276 Mann, davon vom leichten Infanterie-Regiment 26 Offiziere und 206 Mann. Heber Stallupönen—Gumbinnen wurde der Rückmarsch unter möglichster Schonung der Truppe nach Insterburg angetreten und dorten mehrere Tage Rast gemacht, wobei sich das Regiment durch das Eintreffen zahlreicher Nachzügler auf rund 350 Köpfe verstärkte. Die Haltung der hessischen Truppen war trotz der erduldeten Strapazen immer noch gut und übertraf bei weitem sogar die der kaiserlichen Garde, was der Marschall Lefebvre bei einem Alarm, wo die Hessen sich viel schneller als die Garden versammelten, mit den Worten aussprach: ,Hhr seid mehr wert, als die alle." Am 24. Dezember erfolgte der Weitermarsch über Tapiau, Königsberg und erreichte am 5. Januar 1813 Elbing, wenig hierbei von den Russen belästigt. Längere Erholungstage konnten jedoch nicht eingelegt'werden, «einerseits wegen der Der- pflegungs- und Bekleidungsschwierigkeiten, andererseits aber wegen der allmählich mit stärkeren Kräften nachdrängenden Russen. Zu größeren Kampfhandlungen kam es jedoch nicht mehr und erst im weiteren Befreiungsjahr 1813 trugen die hessischen Regimeter wieder ihren blutigen Anteil bei, leider gezwungenermaßen noch auf französischer Seite. War ursprünglich die Bildung des „provisorischen" leichten Infanterie-Regiments nur für die Dauer des russischen Feldzuges angeordnet, so erforderten die politischen Ereignisse seine Beibehaltung und baldmöglichste Ergänzung, wobei die beiden Bataillone, die bisher verschiedene Uniformen trugen, eine einheitliche Uniform erhielten. Zurückblickend auf den furchtbaren Feldzug verdient das Verhalten der hessischen Regimenter um so höhere Anerkennung, als sie nur gezwungen marschieren mußten und sich ohne Ideale zu schlagen hatten, aber in welcher Lage sie sich auch immer befanden, ihre Soldatenehre brachten sie unangetastet von den eisigen russischen Schlachtfeldern heim und nicht eine einzige Trophäe, weder Geschütz noch Fahne blieb in den Händen des Gegners. Aus dem provisorischen leichten Infanterie-Regiment wurde nach verschiedentlicher Umbennung später das 2. Großherzoglich Hessische Infanterie-Regiment Kaiser Wilhelm Nr. 116, und wie es vor 125 Jahren in einer Zeit tiefster deutscher Schmach entstanden war, so mußte es auch wieder in einer Epoche deutschen Niedergangs seine ruhmreichen und unbesiegten Fahnen am Ende des Weltkrieges einrollen. Aber wieder erstanden ist die stolze Regimentsnummer 116 durch die befreiende Tat unseres Führers und Reichskanzlers Adolf Hitler und unvergessen wird die 125jährige Tradition int neuen Truppenteil mit der alten Nummer weiter gepflegt werden. Aus der Stadt Gießen. Sommerliches Wochenende. Das ist der erste Gedanke am frühen Morgen des Wochenendes: wird das Wetter schön werden? Werden wir Sonnenschein haben? Prüfend streift der Blick den Himmel und tastet ihn wägend ab. Aber mit Sicherheit läßt sich leider nichts sagen, weshalb das Radio eingeschaltet wird. Musik erklingt, fröhliche Morgenmusik. Ein Wanderliederpotpourri. Es paßt ausgezeichnet für diesen Tag, doch leider ist der erste Wetterbericht schon vorbei. Natürlich, man hätte eben ein paar Minuten früher aufstehen müssen. Merkwürdig, wie unendlich schwer das ist. Da ertönt der Gongschlag der Zeitansage vom Radio. Es ist allerhöchste Eisenbahn, fortzugehen. Rasch noch einen Schluck Kaffee, dann geht es die Treppe hinunter. Wird die Sonne wirklich durchkommen? Auf dem Wege zur Arbeitsstätte treibst du ein fortwährendes Fragespiel mit dir selber. Schließlich ist das kein Wunder, denn wenn man sich mit der Absicht trägt, eine Wochenendfahrt ins Grüne zu unternehmen, dann ist schönes Wetter die erste Voraussetzung zum glücklichen Gelingen. Dein Arbeitskamerad macht dir Hoffnung. „Gutes Wetter? Aber selbstverständlich", lacht er, „in einer Stunde werden wir den prächtigsten Sonnenschein haben." Der Arbeitskamerad behält wirklich recht. Zwar dauert es etwas länger, als seine Voraussage versprach, aber schon zur Frühstückspause lacht heller 'blauer Himmel, und in dem großen Kastanienbaum blitzt die Sonne wie mit tausend goldenen Lichtern. Jetzt hast du gewonnenes Spiel und mit dir alle die vielen Kameraden, die heute und morgen die frische Lust des Waldes und die köft- SoiWeiimwi Vornan von Walther Kloepffer Copyright 1936 by August Scherl G. m. b. H., Berlin. 7. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) „Rein derschossen sind wir. Mit der Heimarbeit geht auch nicht viel. Für den Meter Klöppelspitzen zahlen sie jetzt achtundzwanzig Pfennig. Und was das Dutzend Holzteller und das Hundert Dachschindeln kostet, weißt du ja so. Da liest man immer in der Zeitung, daß den Notstandsgebieten geholfen werden soll — Absatzsteigerung, Entschuldung, Arbeitsbeschaffung, rechtschaffene Preise —, wir hier haben noch nicht viel davon gespürt." „Sei nicht ungerecht, Kern! Die von der Regierung haben den besten Willen. Aber alles auf einmal können die halt auch nicht machen. So was braucht seine Zeit. Und dann, wir liegen zu weit weg von den großen Plätzen. Zu uns kommt es auch noch, nur Geduld", sagte Gsodmair zuversichtlich. „Wenn wir's nur so lange aushalten. Ich mein’, in der Gemeinde. Ich red' ja nicht von mir." Die beiden waren inzwischen vor dem Verwalterhaus angelangt, das, durch einen Park vom Herrschaftsgebäude getrennt, mit feinen weißen Ställen, Scheuern und Gesindewohnungen hell und freundlich dalag. Heber dem Eingang stand: Fürstlich Weihenseesche Domänenoerwaltung. „Packen wir's?" fragte der Kern und schneuzte sich. „Ich mein' schon", sagte der Bürgermeister und klopfte an. „Was führt die Herren zu mir?" begrüßte sie der Verwalter Tutschek. Er war ein noch junger Mann, gepflegt und forsch aussehend in Haltung und Kleidung. Er trug glänzende schwarze Reitstiefel zum gutgeschnittenen Anzug, und die Sporen daran klingelten leise. Er hielt eine Zigarette schief im Mundwinkel und schob einen Akt zur Seite. „Eine Bitte hätten mir", begann der Bürgermeister. „Sie haben wieder eine Holzversteigerung ausgeschrieben. Hnd da möchten wir, das heißt, die Gemeinde bittet darum, daß das Holz nicht versteigert, sondern zu einer festen Taxe abgegeben wird. Dann kommt keiner zu kurz, und das leidige lichen Reize der Natur genießen wollen. Die Frühstückspause ist erfüllt von Gedanken und Gesprächen über diese glückliche Aussicht. Rasch gleitet der Vormittag dahin. Eigenartig, wie schnell es mit der Arbeit vorwärts geht, wenn an ihrem Ende ein frohes Erlebnis wartet. Der Samstag hat ohnehin feine Reize, weil er nur ein halber Arbeitstag ist, aber der Gedanke an eine Wanderung über sonnige Höhen und durch schattige Wiesengründe verklärt ihn geradezu. Hnd dann ist es mit einem Male schon so weit. Mit schnellen Schritten drängst du nach Hause. Ein kurzes Mittagsmahl, dann wird der Rucksack geschultert und der kürzeste Weg zum Bahnhof gewählt. Er ist zum Wochenende das begehrenswerteste Ziel in der Stadt, der Bahnhof. Von allen Seiten kommen sie herangestürzt, mit Rucksäcken und Tornistern, mit Koffern und Paketen, die gleich dir aus der Enge der Stadt hinausstreben. Hnd während du in der von Menschen erfüllten Bahnhofshalle vor dem Schalter Schlange stehst, tönt von den Bahnsteigen her das Dröhnen und Rattern der Züge. Es klingt dir wie himmlische Musik in Lehrer und Schüler der beiden Anstalten sind soweit gediehen, daß demnächst die Einladungen mit der Festfolge hinausgehen können. Viele begeisterte Zustimmungen aus den Kreisen ehemaliger Schüler liegen bereits vor. Was ist auch begreiflicher als der Wunsch, im Kreise der einst unbekümmerten Jugendgenossen, die nach Kriegs- und Inflationszeit ganz anders als in ruhigen Zeiten in alle Teile des Vaterlandes zerstreut wurden, einige frohe Stunden des Wiedersehens zu feiern, um von alten Zeiten zu schwärmen und die schönen Jugenderlebnisse der Schulzeit auszutauschen. Da es den beiden Schulen unmöglich ist, von sich aus alle ehemaligen Schüler zu erfassen, ergeht von feiten des Festausschusses erneut die Bitte, daß alle ehemaligen Schüler, einerlei wie lange sie der Schule und welchen Klassen sie angehört haben, ihre Anschrift mitteilen, damit die Schulen einen Heberblick über die Teilnahme der einzelnen Jahrgänge bekommen. Mancher auswärtige Freund der Schule wird um so lieber kommen, wenn er weiß, daß sein Jahrgang möglichst vollzählig erscheint. Es liegt in der Natur der Sache, daß die Schule selbst nicht die willkommen! 5um fünften Male treffen sich in diesen Tagen die Angehörigen des Infanterie- Regiments H6 bei einer Wiederfehensfeier in unserer Stadt. Zum ersten Male werden die Rameraden des alten Regiments mit dem neuerstandenen Infanterie- Regiment H6 zusammen sein. Stolze Erinnerung, Wiedersehensfreude und Rame- radschaft werden an diesen Festtagen wieder wach werden. Bei dieser Freude wird man sich auch gern der alten Garnisonstadt Gießen und seiner stets soldatenfreund- lichen Bevölkerung erinnern. Die Gießener waren schon von jeher stolz auf ihre Truppen und sind es im neuen Deutschland ganz besonders, denn sie sind beglückt von dem Gefühl, an dem Wiederaufbau unserer Wehrmacht mithelfen zu können. Freudig und herzlich wurden schon immer die Teilnehmer an einem Soldatentreffen in unserer Stadt ausgenommen. So möge es auch in Zukunft bleiben. In diesem Sinne heißt Euch alte und junge H6er Eure Garnisonstadt Gießen recht herzlich willkommen. Heil Hitler! Ritter Oberbürgermeister den Ohren, denn gleich wirst auch du in einem Abteil sitzen und im donnernden Rhythmus einem sonnigen Wochenende entgegenfahren... H. W. Sch. Dornotizen. Tageskalender für Samsfag. 116er Treffen: 18.30 llhr Gefallenenehrung am 116er-Denkmal; 20 llhr Kameradschaftsabend in der Volkshalle. — Gloria-Palast, Seltersweg: „Die ganz großen Torheiten; 23 llhr ,Hm Graf Zeppelin". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Meuterei auf der ,Bounty". Tageskalender für Sonntag. 116er=Ireffen: 8.30 llhr Begrüßung der auswärtigen Kameraden am Bahnhof, Marsch zur Volkshalle; 10 llhr Wiederfehensfeier in der Dolkshalle und im Schützenhaus; 14 llhr Wehrsportveranstaltung des Jnf.-Regts.116 und III. Abt. Art.-Regt. 9 auf dem Trieb. — Sporttag des BDM. ab 7.30 llhr auf dem llniversitätssportplatz. — Gloria-Palast, Seltersweg: 11 llhr „Im Graf Zeppelin"; „Die ganz großen Torheiten". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Meuterei auf der ,Bounty". Abschiedsvorstellung für Heinrich Hub. Aus dem Stadttheaterbüro wird uns geschrieben: Am Mittwoch, 2. Juni, findet eine einmalige Abschiedsvorstellung für Heinrich Hub statt. Es geht der Schwank „Der blaue Heinrich" von Schwartz und Lengbach in Szene. Die Intendanz macht darauf aufmerksam, daß für diese Vorstellung Sommerpreise gelten. Hundertjahrfeier der Gießener Realanstalten. Am vergangenen Donnerstag tagte — wie man uns berichtet — der Presseausschuß für diese Veranstaltung vom 3. bis 5. Juli. Die Vorbereitungen zu der großen Wiedersehensfeier aller ehemaligen Heberbieten und Den-Preis-Hochtreiben hört auf, bei dem nachher nur immer Krach und Feindschaft herauskommen. So haben wir's gestern iy der Sitzung beredet." „Meine Herren —", erwiderte Tutschek rasch und abwehrend, aber der Bürgermeister fuhr uneingeschüchtert fort: „Es ist vor allem wegen dem Nutzbolz für die Heimarbeiter. Sie wissen ja selber, wie schwer sich die jetzt tun und wie wenig sie für ihre Ware bekommen. Wenn jetzt auch noch das Material teuer ist, bleibt ihnen überhaupt nichts übrig." So, nun ist alles heraus, und nicht schlecht, wie dem Gsodmair deucht, und jetzt mag der andere reden. Die Antwort kennt man im voraus. „Läßt sich nicht machen, lieber Herr Bürgermeister! Läßt sich durchaus nicht machen! Was Sie da vorbringen, ist ja bedauerlich für die Leute, natürlich, aber wir da heroben können auf den durch eine Versteigerung erzielten Hebererlös nicht verzichten. Ihr habt ja keinen Dunst, wie schwer sich das Schloß tut mit all diesen Steuern und Abgaben und Auslagen und Spesen, die ein so großer Besitz mit sich bringt. Wenn ich nur an die Reparaturen denke, kriege ich schon Kopfweh!" Der Tutschek redete flink, beschwörend und gesalbt, und man hörte ihm nicht einmal viel an, daß er Ausländer war. Der Kern kniff das eine Auge zu und blinzelte. War ihm ein Körnchen Schnupftabak hineingekom- men, oder sollte es Skepsis ausdrücken? Jedenfalls störte es den Verwalter, und er sagte giftig: „Ja, das ist schon so. Das dürfen die Herren schon glauben." „Tja, denen da drunten geht's halt noch schlechter. Das ist die Geschichte, Herr Verwalter", erwiderte der Gsodmair verlegen. „Die leibhaftige Not rst im Dorf", unterstützte ihn der Wirt. „Doch bei Ihnen nicht, Herr Kern", spottete Tutschek und betrachtete den Wirt. Kern schwieg gekränkt. Er konnte es nicht leiden, wenn man auf feinen Bauch anspielte, mit dem er so genug Verdruß hatte. „Also, wie gejagt, nichts zu machen. Leider. Ich stehe schließlich nicht für mich da, sondern ich habe die Interessen von Durchlaucht zu oertreten, das müssen Sie einseben. Sonst noch etwas?" Dieser Verwalter Tutschek ist ein scharfer und, was seinen Beruf anlangt, zweifellos tüchtiger Herr. Er hat Anschrift aller ehemaligen Schüler besitzt. Um so mehr ist es notwendig, daß alle sich melden, die aus innerer Anteilnahme diesem großen Tag der beiden hiesigen Kulturanstalten freundlich gegenüber* stehen. An alle Kraftfahrer. Es wird darauf hingewiesen, daß Mitte Juni die Musterung der Kraftfahrzeuge durch die Wehrevsatz- inspektion erfolgt. Die Kraftfahrzeughalter erhalten im Einzelfalle besondere Vorführungsbefehle. Bei dieser Gelegenheit sei besonders betont, daß die vorgeladenen Kraftfahrzeuge zu der befohlenen Zeit pünktlich zur Stelle sein müssen, und zwar in betriebssicherem und sauberem Zustande, damit eine nochmalige Vorführung, bei der ein kostenpflichtiges Gutachten der Dampfkesselinspektion Darmstadt beigebracht werden muß, vermieden wird. Ein (Sonnenring. Lettenes Ralurschauspiel auch in Gießen beobachtet. Ein nicht alltägliches Naturschauspiel war am gestrigen Freitag während der Vormittagsstunden zu beobachten. Um die Sonne war ein riesengroßer Ring zu sehen, der um die Mittagsstunde verschwand, um kurze Zeit nachher noch einmal für einige Minuten sichtbar zu werden. Es handelte sich hierbei um einen ganz natürlichen Vorgang. In den etwa 4000 bis 5000 Meter hohen Luftschichten hatte sich eine feuchte Dunstschicht gebildet, in der sich die Sonnenstrahlen brachen. Dadurch entstand der ausgeprägt klare und vollkommene Sonnenring. In der Regel kann man nur Bruchstücke des Ringes beobachten, die auch nicht so intensiv gefärbt sind, wie das diesmal der Fall war. Meistens treten noch mehrere Ringe auf, die gewöhnlich vertikal zu dem Hauptring stehen, so daß es den Anschein hat, als stünde eine Säule auf dem Ring. Durch das Kreuzen der verschiedenen Ringe bilden sich an den die besten Wiesen weit und breit, die schönsten Wälder, er schafft jede neue Maschine an, düngt mit Kali und Thomasmehl und erzielt Rekordernten auf den den Schellenbergern abgeluchsten Feldern. Aber er hat kein rechtes Herz. Er ist ein Mann ohne Gefühlsduselei und ohne viel Bedenken. Der Ehrgeiz und das Geld sind seine Gotter. Er macht sich nie die Mühe, sich in die Seelenverfassung der kleinen Leute hineinzudenken, die er mit seinen profitlichen Anordnungen trifft und zwiebelt. „Noch ehnas?,/ — damit ist die Sache für ihn abgetan. „Ja, noch etwas", erwiderte der Gsodmair verkniffen. „Wir möchten bitten, daß die Holzlesescheine nicht nur am Mittwoch, sondern auch am Samstag gelten. Ein Tag in der Woche ist zuwenig, sagen die Leute." „So? Sagen sie? Mir ist schon der eine zuviel. Ja, glauben Sie denn, ich kann bei meiner vielen Arbeit auch noch den Samstag erübrigen und mit den Forstgehilfen all diesen alten Weibern und Kindern und Burschen nachlaufen, die meinen Wald mit ihrer Holzklauerei unsicher machen, die mir grüne Aeste abreißen und das Wild vergrämen?" „Es geht um das Brennholz für die ganz Armen", entgegnete der Bürgermeister falt. „Weiß ich, weiß ich. Ich bin gewiß kein Hnmensch. Aber die Leute müssen sich das eben einteilen. Müssen sich den Mittwoch für diesen Zweck freihalten. Meine Anordnungen sind alle so durchdacht und abgeroogen, daß ich kein Jota davon ablassen farm. Was ich noch sagen will: Der Waldfrevel nimmt in erschreckendem Maße zu. Man hackt ganze Bäume ab, man fischt mir die Forellen weg, sogar Hasenschlingen haben wir gefunden. Aber wir fassen die Betreffenden schon noch. Besonders eine Familie ist darin groß. Sie wohnt am Dorfweiher. Sie kennen sie auch. Aber ich schicke ihr noch den Gendarm auf den Pelz. Vielleicht bringen Sie diese unsere Klagen zur allgemeinen Kenntnis, Herr Bürgermeister." „Ich werde es in der Sitzung zur Sprache bringen, das ist ja meine Pflicht. Ich ibill diese Dinge nicht in Schutz nehmen, aber sie kommen nur davon, daß es vielen halt so schlecht geht. Komm, Kern! Tag, Herr Verwalter!" Draußen murrte der Wirt: „So jetzt haben wir den Dreck im Schachterl! Ich hab’s ja gleich gesagt: Mit dem da drinnen, dem Böhm, kannst nicht verhandeln. Das ist ein ganz Gescheiter." Flaggen heraus! kreisletter Dr. Hildebrandt und Oberbürgermeister Ritter fordern in einem Aufruf an die Bevölkerung unserer Stadt auf, am heutigen Samstag und morgigen Sonntag die Häuser zu beflaggen und dadurch ihre Verbundenheit mit unseren llbern zum Ausdruck zu bringen. Also sofort: Flaggen heraus! Schnittpunkten stark leuchtende Stellen, die man als „Nebensonnen" bezeichnet. Im allgemeinen ist das Auftreten von Sonnenringen ein Anzeichen für ein« tretendes schlechtes Wetter. Der gestern beobachtete Sonnenring dürfte als Wetterprophet aber nicht viel zu bedeuten haben, weil bisher auch in den höchsten Luftschichten außerordentlich trockene Luft- sttömungen vorgeherrscht haben. Sonntag Armeegepäckmarsch. Im Rahmen der am kommenden Sonntag stattfindenden Wehrsportveranstaltung anläßlich des Treffens ehem. 116er findet auch ein Armee- gepäckmarfch statt. Fast alle Einheiten des Standortes Gießen werden dabei vertreten fein. Die Mannschaften in Stärke von 1 Führer und 3 Mann Harten am Sonntag ab 13.30 Hhr in Abständen von je 1 Minute ab Festplatz Volkshalle. Der Armeegepäckmarsch ist mit der schwierigste und bedeutendste der Wettkämpfe und wird mit einer Belastung der Teilnehmer von 25 Pfund Gepäck über eine Strecke von 25 Kilometer querfeldein, bergauf und bergab, zur Durchführung gebracht. Die Marschstrecke führt über Wieseck, Trohe, Großen-Bufeck, Reiskirchen, Burkhardsfelden, Oppenrod zurück nach Gießen (Ziel Festplatz neben der Volkshalle). Der RUHL Seltersweg Nr. 67 ■ adiO Telephon Nr. 3170 I eparaturen |897D | Marsch stellt an die innere Disziplin und körperlichen Kräfte der Teilnehmer die höchsten Anforderungen. Er wird zeigen, daß die junge Wehrmacht Adolf Hitlers den soldatischen Tugenden der alten ruhmreichen Armee nicht nachsteht. Verbot der Errichtung und Erweiterung von Versandgeschästen. Die Industrie- und Handelskammer Gießen teilt uns mit: Nach einer neuen Anordnung des Herrn Reichs- Wirtschaftsministers ist es bis zum 1. Juli 1940 nur mit Genehmigung des Reichswirtschaftsministers gestattet 1. neue Hnternehmungen zu errichten, die den Verkauf der im folgenden genannten Waren an den letzten Verbraucher überwiegend im Wege des Versandes betreiben (Versandgeschäfte): Tabakwaren, Kaffee, Tee, Kakao, Arzneimittel (Heil- und Vorbeugungsmittel) und Heilgeräte, Textilwaren, Schuhe, Lederwaren, Möbel, Elektrogeräte, Glas- und Porzellanwaren, Musikinstrumente und Zubehör, Rasierapparate und Rasierklingen, Bestecke, Hhren, Schmuckwaren, Fahrräder, Nähmaschinen, Werkzeuge, Photoapparate und Zubehör, Seifen, Wasch- und Putzmittel, Parfümerien, Spielwaren; 2. in bestehenden Hnternehmungen den Vertrieb von Waren der in Ziffer 1 genannten Art im Wege des Versandes neu aufzunehmen; 3. die Derpackungs- und Derfandräume bestehender Hnternehmungen der in Ziffer 1 und 2 genannten Art zu erweitern, oder die in diesen Räumen bisher ausgeübte Tätigkeit in andere Räume zu verlegen, oder sonst neue Verpackung^ und Derfandräume einzurichten. Der Reichswirtschaftsminister hat sich vorbehalten, seine Genehmigung mit Bedingungen und Auflagen zu versehen. Wer einer der vorgenannten Vorschrift ober den gemachten Auflagen zuwiderhandelt, kann durch polizeilichen Zwang nach Maßgabe der Landesgesetze zur Beachtung der Dorschvif- ten und Auflagen angehalten werden. Auf Antrag wird er vom Kartellgericht mit einer Ordnungsstrafe belegt. Diese in Geld feftzusetzende Strafe ist in ihrer Höhe unbegrenzt. Gsodmair kaute auf feinem Schnurrbart herum unb sagte kurz: „Unfere Schuldigkeit haben wir getan. Komm, Wirt!" * Während sich die Sckellenberger drüben eine Abfuhr holten, saß Professor Gottlieb Engasser in der Schloßbibliothek und schmökerte in einem Schweinslederband, „Thesaurus rerum naturalium“ betitelt, zu deutsch „Schatzkästlein der Naturgeschichte" und von dem alten Polyhistor Gesner versaßt. Der Professor saß äußerst unbequem auf der obersten Stufe einer hohen Staffelei und bohrte versonnen an einem Wort herum, dessen mittelalterliches Latein nur schwer zu übertragen war. Er hockte verkrümmt, menschenfern und versponnen gewissermaßen auf einem Eiland, während rings um ihn gelehrte Flut quoll, Bücher, aus Regalen drängend, aus Kisten lugend, Tisch und Boden über« schwemmend. Nun ja, er war wieder einmal beim Stöbern, bei der Durchsicht der vielen Bände, um die ihn die Fürstin Holiwa-Weißensee vor einem halben Jahr gebeten hatte. Hnd es traf sich ausgezeichnet, daß er diese Gefälligkeit für die Fürstin mit seinen persönlichen Interessen verknüpfen konnte; denn er hoffte, für sein eigenes Werk, an dem er feit langem schrieb und das seinen Namen bekannt machen sollte, hier neuen Stoff zu finden. Die Fürstin war eine nicht mehr ganz junge, aber lebenslustige Dame — Engasser hatte sie anläßlich eines Höflichkeitsbesuches auf dem Schloß kennengelernt —, 3ur Verschwendung neigend, stets in Geldnöten, aber mit regem Spürsinn begabt, was Geldmöglichkeiten und Gewinnaussichten betraf. In letzterem glich sie durchaus ihrem Verwalter. Neuerdings hatte sie sich in den Kopf gesetzt, in der Schloßbibliothek müßten Kostbarkeiten vergraben sein, seltene Stiche, Wiegendrucke ober eine Luther- bibel, und nun wartete sie ungeduldig auf den Erfolg von Engassers Bemühungen, den sie für einen Fachmann in diesen Dingen hielt. Es muß aber hier gesagt werden, daß der Professor, dem sein Werk „Flora des Bayerischen Waldes" ungleich mehr am Herzen lag, diese Nachforschungen nur sehr langsam betrieb, weil er sich in eigener Sache zu oft festlas und dann den übernommenen Auftrag völlig vergaß. Gesner, zum Beispiel, schien eine wahre Fundgrube für strebsame Botaniker. Fortsetzung folgt. "'M J? 2 S* inb körperlichen Anforderungen, ehrmacht Adolf er alten rühm- «eil Meilen b£= ^rete; Kin. Siä t( ««»IKfc ^skshalle. $ir ^'gste und be. .m[l einer $b Gepäck über öein, bergQU| Troßen-Busech zurück nach ^lkshalle). 5 ------—. 30 Nr. 67 ■ Nr. 3170 I 1897 D ■ Erweiterung len. er Gießen teilt > Herrn Reich- i 1. Juli W 111)1^^0115111111!-- nurrbart »«• t h»b-n * «* brühen/* ®n8’Ki« 'raliunlLÄ irgefchlchte nerfavt- , nd^-,5 < 2 «* WeL6/fi m» Äjf* Ä<. er®?1!? i« t!‘ eiten. ;&p b mA« ",!^L i#v> Ä « schien <" ichten, die den tannten Waren iberwiegend im ien fVersandge- :ee, Kakao, Ag- mgsmittelj und je, Lederwaren, ld PorzellaWa. >ehör, Rafierap- lestecke, Ujjren, Mm affinen, flubeffi, Sei> Parfümerien, den Vertrieb annten Art im .nehmen-, :aume beftehen- fer 1 und 2 ge- er die in diesen igkeit in andere onst neue Der- inzurichten. t sich oorbeV; jungen und A >r oorgenannw iflagen zuwid^ oanq nach M nq der VorWi- Zen. Auf A mit einer D«‘ eld festzusehe^ ** Der Militärgottesdienst am morgigen Sonntag fällt wegen der 116er-Feier aus. ** Maienblasen. Am heutigen Samstag, ab 19 Uhr, findet auf dem Turm der I o - hanneskirche zum letzten Male in diesem Jahre das Maienblasen statt. An den Darbietungen hatte die gesamte Einwohnerschaft regen Anteil genommen und dadurch ihre Dankbarkeit allen denen bewiesen, die zur Erhaltung und Unterstützung dieser schönen Volkssitte beigetragen haben. Als Abschluß werden vorgetragen: 1. Choral „Valet will ich dir geben", Melchior Teschner, 1613; 2. „Preis und Anbetung", von Rink; 3. Volkslied „Vöglein im hohen Baum"; 4. Deutschlandlied und Horst-Wessel- Lied. ** Vom Botanischen Garten. Seit einigen Tagen sind die Bestände der Ueberwinterungs- häuser des Botanischen Gartens wieder an ihr Sommerquartier im Freien zurückgekehrt, die pflanzengeographischen Gruppen sind wieder aufgestellt. Die Freunde des Botanischen Gartens finden die Schauhäuser wie im vorigen Jahre Mittwoch und Sonntag von 9 bis 12 Uhr geöffnet, ferner Dienstag und Freitag 15 dis 17 Uhr. Im Ueberwinte- rungshaus ist zur Zeit das Leuchtmoos (Schisto- stega) zu sehen. Nächsten Sonntag wird in demselben Hause eine wertvolle Schausammlung von Käfern und Schmetterlingen aus Privatbesitz gezeigt werden (9 bis 12 Uhr). Große Strafkammer Gießen. Arn gestrigen Freitag verhandelte die Große Strafkammer bei dem Landgericht gegen die Zimmervermieterin Hedwig Ruckes aus Gießen wegen Kuppelei. Der Angeklagten wurde vorgeworfen, in Gießen in der Zeit von 1934 bis Ende 1936 einen bordellartigen Betrieb unterhalten zu haben, was nach dem Gesetz vom Jahre 1927, betreffend die Bekämpfung der Geschlechtskrankheiten, verboten ist. Dabei hat sie die Mädchen in der schlimmsten Weise übervorteilt und sich über das reine Vermieten hinaus an der Leitung des bordellartigen Betriebs beteiligt. v . Die Staatsanwaltschaft beantragte wegen der bisherigen Unbestraftheit der Angeklagten unter Zubilligung mildernder Umstände eine Gefängnisstrafe von acht Monaten, da nicht nur die Leitung eines bordellartigen Betriebs, sondern auch ein systematisches Ausbeuten der Mädchen vorlag. Nach der den ganzen Tag über dauernden Beweisaufnahme erkannte das Gericht die Angeklagte für schuldig und verurteilte sie zu einer Gefängnis- strafe von acht Monaten. Radsternfahrer des Handwerks in Gießen. Am gestrigen Fr-itag trafen planmäßig um 10 Uhr die Teilnehmer der Handwerker-Radsternfahrt der norddeutschen Strecke auf der „Karlsruh" ein. Von Schleswig-Holstein Über Hamburg, Celle, Einbeck und Kassel kommend, war in Marburg letzte Uebernachtung für sie. Nach einer Frühstückspause in Gießen, zu der die Radfahrer von dem Fanfarenzug des Jungvolks und den Kreisfachgruvpen- waltern empfangen wurden, ging die Fahrt' nach einem Marsch durch die Straßen der Stadt nach Friedberg weiter. Auf der „Karlsruh" hieß der Gaufachgruppen- walter Wilhelm Dienstbuch aus Frankfurt a. M. die Gäste in dem schönen Gau Hessen-Nassau willkommen. Der Vertreter des Kreishandwerkmeisters, Amtswalter Zutt, entbot den Radfahrern den Willkommensgruß der Stadt Gießen. Bei dem Frühstück kam auch der Humor der Radfahrer zum Ausdruck, der diese Handwerksmeister, -gesellen und -lehr- linge, unter denen sich der aus dem Vorjahre bekannte 63jährige Mechanikermeister K u h r t aus Kiel befand, trotz der langen Fahrt auszeichnete. Die Kieler brachten auch den jüngsten Teilnehmer, einen Lehrling von 14 Jahren, mit. Die nette Pause auf der „Karlsruh", zu der sich auch einige Jn- nungsobermeister und Meister eingefunden hatten, war zu kurz bemessen. Unter Vorantritt des Fanfarenzuges des Jungvolkes und einer Fahne der Gießener Kameraden formierte sich der lange Zug zum Marsch durch die Straßen der Stadt. Abteilungsleiter Böhme (Kiel) brachte den Dank an die Stadt und an die Gießener Kameraden zum Ausdruck und gedachte in packenden Worten des Gaues Hessen-Nassau. Der Treugruß an den Führer, fand ein kräftiges Echo. Ueber die Marburger Straße, den Linden- und Marktplatz, die Schul- und Sonnenstraße zum Seltersweg führte der Marsch der Frankfurter Straße zu. In den Straßen fehlte es nicht an lustigen Zwischenrufen und witzigem Wortgeplänkel. Gießener Wochenmarktpreise. * Gießen, 29. Mai. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Deutsche feine Molkereibutter, J4 kg 1,57 Mark, feine Molkereibutter 1,52, Markenbutter 1,55 bis 1,60, Landbutter 1,42, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Eier, deutsche, Klasse S 11, Klasse A 10^, Klasse B 10, Klasse C 9%, Klasse D 9, ungezeichnete 8, Enteneier 10 bis 11, Wirsing, % kg 12 bis 15, Weißkraut 10 bis 12, gelbe Rüben, alte, 25 bis 30, neue, das Bündel 20 bis 25, rote Rüben 10, Spinat 10 bis 25, Römischkohl 12 bis 15, Bohnen, grün, 30 bis 35, Spargel, 1. Sorte 43 bis 52, 2. Sorte 37 bis 45, 3. Sorte 31 bis 37, 4. Sorte 13 bis 15, Erbsen 30 bis 35, Tomaten 50 bis 90, Zwiebeln 14 bis 15, Schwarzwurzeln 25 bis 30, Rhabarber 10 bis 12, Kartoffeln, alte, kg 5 Pf., 5 kg 46 Pf., 50 kg 3,85 bis 3,95 Mark, neue, V» kg 15 bis 18 Pf., Aepfel 40 bis 80, Kirschen 90, Zwetschenhonig 45 Pf., Hähne 1 bis 1,10 Mark, Suppenhühner 90 Pf. bis 1 Mark, Tauben, das Stück 50 bis 60 Pf., Blumenkohl 60 bis 80, Salat 5 bis 10, Salatgurken 50 bis 60, Ober- kohlrabi 15 bis 20, Lauch 5 bis 10, Rettich 5 bis 10, Sellerie 10 bis 30, Radieschen, das Bündel 10 Pf. Sporttag des VM. am 29. und 30 Mai. 5m Mai und Juni finden im ganzen Reich die „Relchsiugendwettkämpse der Hitlerjugend" statt. Am 29. und 30. Mai, dem Tag des BDM., kommen in allen M- und JM.-Gruppen unseres Untergaues die Mädel zusammen, um ihre sportlichen Leistungen unter Beweis zu stellen und einen Tag in fröhlicher Kameradschaft zu verleben. Am Samstagmorgen wird das Laufen, Springen und der Ballweitwurf der Jungmädel nach Punkten gewertet, und die beste Jungmädelschaft, die kleinste Einheit von 10 bis 15 Mädeln, erhält einen Preis. Wir wollen nicht nur das beste Mädel finden, sondern die Leistung der besten Gemeinschaft, der Jungmädelschaft. Außerdem stellt die Gruppe 16 Mädel zusammen, die beim Junginädel-Mann- schaftsmehrkampf mitmachen, der aus Singewettstreit, Wettlauf mit Sprungseil und Handballweitwurf besteht. Auch diese Wettkämpfe werden nach Punkten gewertet. Eine Jungmädelspielwiese mit Lauf-, Ball- und Parteispielen, schließt den Sporttag der Jungmädel ab. Am Sonntagmorgen treten alle BDM.-Mädel zu den Wettkämpfen an, bei denen sich ebenfalls im Laufen, Springen und Werfen die besten Mädel- schaften Herausstellen. Als Besonderes bringen die Mädel wieder, wie im Vorjahr, eine Körperschule nach Musik und zwei Mädeltänze. Der Mannschaftsmehrkampf des BDM. wird von 20 Mädeln ausgeführt und zeigt: Weitsprung, Schlagballweitwurf, 12 X 50 Meter Rundstastel. Die Mannschaftsmehrkämpfe der Mädel- und Jungmädel sollen schon ein Vorentscheid zum Untergausportfest sein, bei dem sich die Lrei besten Mädel- und Jungmädel-Mannschaften den ersten Platz und den 1. Preis im ganzen Untergau erkämpfen sollen. Dienstbefehl für alle Mädel und Jungmädel. Am kommenden Samstag tritt jedes Jungmädel und am Sonntag jedes Mädel des Untergaues zu den Reichssportwettkämpfen der Hitlerjugend 1937 bei ihrer Einheit an. Die Wettkämpfe werden als Vorentscheid für das Untergausportfest in den einzelnen Gruppenstandorten durchgeführt. Unentschuldigtes Fehlen berechtigt die Gruppenführerin zur Ausweisung. Standorlbefehl für Mädel. Sämtliche Gießener Mädelgruppen sind am Sonntag, 30. Mai, um 7.30 Uhr, am Universitätssportplatz angetreten. Turnzeug und BDM.-Tanzkleid sind mitzubringen. Ende der Wettkämpfe gegen 12 Uhr. Unentschuldigtes Fehlen berechtigt die Gruppenführerin zur Ausweisung. Sozialslelle. Für die Jugendherberge wird ein Mädel zum Helfen gesucht. Näheres erfahrt ihr bei der Sozialstelle des Untergaues. Mädelgruppe 1/116 Giehen-Süd. Die Gruppe tritt am Sonntag, 30. Mai, pünktlich um 7 Uhr, zu den Reichssportwettkämpfen der HI. am „Hessischen Hof" an. Turnzeug ist auf jeden 1 Fall mitzubringen. Reisen, Bäder und Sommerfrischen Kleine Frühlingsfahrt. Von Erich paetzmann. Wir. wollen uns nicht lumpen lassen. Was, Hannibal? Uns soll keiner vorwerfen, wir wären mit halbwüchsigen Bartstoppeln in den blanken Morgen hinausgefahren. Wenn ich jetzt den Spiegel hier an den Fenstergriff hänge, können wir uns beim Rasieren sogar ein bißchen ins Auge fassen. Denn sieh mal, Hannibal, wenn ich es sagen darf, mit meinem Schaum um die Lippen, so habe ich heute wieder ein verflucht zärtliches Gefühl für dich. Als müßte ich erst mal auf die Straße stiefeln und dir ein bißchen über die Haube streichen. Du brauchst nicht wegzugucken. Denn es ist wahrhaftig keine Schande für einen Kerl von vierunzwanzig Pferdestärken, wenn ihm ein fester Tritt auf die Zentralschmierung mehr behagt als so ein unnützes bißchen Dunst von Liebe und von — Jetzt wollen wir erst mal den Tank leerfahren. Macht dreihundert Kilometer, Hannibal! Was meinst du zu Frankfurt? Celle? Frühling in der Göhrde! Herrschaft, Hannibal, das Leben ist doch schön, und der ganze Tag gehört uns, wie er da- steht in Saft und Prangen. Da kommt Fräulein Schnurbel aus dem Haus getrippelt. Schnurbel stammt gerade frisch aus der Waschschüssel und blinzelt noch ein wenig seifenfeucht und bläßlich in die Sonne. Hinten stehen ihr zwei kleine Zöpfe starr vom Kopf, als wäre ihnen mit etwas Reisstärke nachgeholfen. Denn Schnur- bels Mutter ist Waschfrau und versteht sich darauf. Sie wohnt im Hinterhaus links parterre. „Morgen, Schnurbel! Na, was sagst du zu dem Wetter? Gestern hat's noch geregnet und heute scheint schon wieder so ein Haufeii Sonne." „Ja, fein, daß sie wieder scheint." „Weiß der Kuckuck, daß das fein ist. Und wenn du Lust hast, kannst du ein bißchen mit vor die Stadt fahren. Hast du?" Schnurbel ist auf einmal rosig angehaucht vor Erregung, stellt einen Fuß auf das Trittbrett, rennt nochmal in das Haus zurück und kommt mit der Mutter wieder. Fünf Minuten dauert es, bis ich die Mutter überzeugt habe, daß ich vorsichtig fahren werde, daß die Türen richtig zu sind, und daß ich aufpassen werde, daß Schnurbel nicht aus dem Wagen fällt, und daß ich das Kind ihr wieder heil und gesund in ihrem Hinterhause abzuliefern beabsichtige. Mit zwanzig Kilometer Geschwindigkeit fahren wir in das nächste Dorf ein. Ein rüstiger Sechziger könnte uns zu Fuß überholen, wenn er den Ehrgeiz hätte. Ich habe sonst auch meinen Ehrgeiz, Teufel ja, aber heute fahre ich mit zwanzig Kilometer durch die Dörfer und muß immer wieder mal nach rechts sehen, wo Schnurbel sitzt und auf den Polstern herumrutscht und manchmal vor lauter Vergnügen ein Bißchen fingen muß. Hinter dem Dorf ist ein See mit grünen Weideschlägen daran und etwas Wald dahinter. Aus Schnurbels Anstalten muß ich schließen, daß sie noch nie einen See mit Schilf und Fischerbooten und eine Weide voll Kühe gesehen hat. Schwere schwarzweiße Kühe, die mit breitgesenkten Köpfen über die Koppel streifen und manchmal die Schädel schnaufend in den hellen Morgen werfen. Schnurbel darf mal auf das Boschhorn drücken, um den Kühen kurz anzumelden, daß wir da sind. Aber die sind gerade nicht für Besuch aufgelegt, sondern drehen uns die breiten Hintern zu und trollen sich davon. Schnurbel findet das nicht eben nett. Aber siehst du, Schnurbel, man muß das wiederum verstehen. Kühe sollen nun mal immer fressen und nur fressen und sich nicht stören lassen, damit das rechte fette Milch gibt Da wir gerade von Milch reden, jetzt werden wir erst mal in das Dorf zurückfahren und eine kleine Frühstückspause dazwischenflechten. Wir begeben uns also in das Dorfwirtshaus, nehmen dicknäfig am Honoratiorentisch Platz und lassen uns den Tisch voll Landbrot und gelbe Butter und viel Wurst stellen, der Ordnung halber auch zwei Töpfe Milch dazu. Als wir dann endlich die Teller wegschieben und uns die Münder wischen, sind wir' so rundum satt, wir beide, daß wir schleunigst wieder vor das Dorf fahren und uns am Waldrand unter die Bäume legen und gar nichts tun, als in den Himmel gucken. Und da es allmählich auf Mittag geht und die Luft so warm und still unter den Bäumen steht, schlummert Schnurbel sacht neben mir ein. Da liegen wir nun und schlafen oder starren durch das Laub in den blauen Himmel. Und haben so unsere Gedanken. Zum Beispiel, daß es den einen mit zahlreichem Gepäck bis nach Heluan oder in die Oase Biskra treibt, ober sogar nach Bom- bafa beispielsweise, und wenn er nun am Ziel steht und das bißchen fremden Horizont genug betrachtet hat und er dann mal die Augen schließt und in sich hineinlauscht, dann spürt er, daß in dunklen Falten innen schon wieder die Sorge lauert, ob in den dreizehn neuen Koffern nicht die Messingkäfer sitzen, und ob auch wohl die Börsen noch alle fest geblieben sind inzwischen, und ob es überhaupt nicht gescheiter wäre, man säße bei der Hitze bei Kranz- ler am Kurfürstendamm in Berlin hinter einem kühlen Grönlandflip. Ja, so ist das in der Welt. Und dann wächst zur gleichen Zeit in der Schlucht der Hinterhöfe ein kleines Fräulein heran mit Namen Schnurbel, das ist ein wenig dünn und blutarm und kennt von der Welt nichts als ein paar Vorderhäuser, in die man frischgestärkte Kragen tragen muß. Das wird dann bloß knapp fünfundzwanzig Kilometer vor die Stadt gefahren und darf Kühe anhupen und lebendigen Schweinen zuwinken, darf mal in einem Fischerboot sitzen und ein bißchen schaukeln, und darf vor allen Dingen Bauernbrot und Landwurst essen, und kann dann an einem weltentrückten Waldrand liegen und ein wenig in der warmen Mittagsstille schlafen. Du meine Güte, ich will gerne auf Celle und Frankfurt pfeifen sozusagen, wenn ich dafür mitansehen kann, wie so ein kleines, blasses Fräuleinsgesicht sich langsam rosig färbt und anfängt aufzu- blühen und richtig lustig und gesund aussieht auf einmal. Zwölf Uhr, Schnurbel. Um ein Uhr müssen wir daheim sein, und ich brauche eine Stunde für die Fahrt. Hannibal möchte die Strecke natürlich wieder in einer Viertelstunde herunterrasseln. Aber halt die Klappe, Hannibal! Auf dich kommt es heute nicht an. Die Gießener Hütte wartet. Seit vier Jahren sah das traute Bergsteigerheim der Sektion Gießen-Ober Hessen des Deutschen und Oesterreichischen Alpenvereins nur vereinzelte Gäste aus dem Reiche. Ein Verhängnis hatte es gehindert, daß alpin begeisterte deutsche Brüder und Schwestern nach dem Kärtner Göß- gr ab en zogen, wo die Königin der östlichen Tauern, die Hochalmspitze, über Gletschern thront, deren Wässer im Umkreise der Gießener Hütte zu Almen und Wäldern niederrauschen. Nun stehen die Tore des Reiseverkehrs nach Oesterreich wieder offen, und es ist zu erwarten, daß der heurige Sommer dem hessischen Schutzhause in Kärnten auch Besucher aus dem Hessenlande in größerer Zahl bringen wird. Die erste Voraussetzung hierfür ist die Gewährung der erforderlichen Devisen, deren Zuteilung bei der Sektion 6 bis 8 Wochen früher zu beantragen ist. Alpenvereinsmitglieder werden bei Reisen zu touristischen Zwecken bevorzugt. Sie erhalten neben Devisen auch Uebernachtungsscheine für die (Siebener Hütte und andere reichsdeutsche Schutzhäuser in Oesterreich. Alles Nähere über Reisegeldbeschaffung veröffentlichten die „Mitteilungen des D. u. Oe. AD." Nr. 1 (Januar) und Nr. 3 (März). Wichtig ist auch die Versorgung mit Schrift- t u m und Karten. An erster Stelle steht, weil alles für Bergsteiger und Alpenwanderer über die Gießener Hütte Wissenswerte enthaltend, der „Führer durch die Ankogelgruppe" von R. Hüttig und F. Kordon (Verlag Artaria, Wien). Eine gute Uebersicht gewährt die von der Sektion Gießen herausgegebene Karte: „Umgebung und Zugänge der Gießener Hütte, 2230 Meter, in Kärnten, 1:100 000" (ohne Geländezeichnung). Die vorzügliche Alpen- Vereinskarte: „Ankogel-Hochalmspitzgruppe, 1:50 000" schneidet leider südlich der Dössenerscharte ab, weshalb auf ihr die Südumrahmung des Gößgrabens (Reißeckgruppe) fehlt. In dieser Hinsicht entspricht besser die „Karte der Goldberg- und Ankogelgruppe, 1:50 000" von G. Freytag und Berndt, Wien. Die Tauernbahn, mit der man von Norden her am raschesten zur Gießener Hütte kommt — über Mallnitz — Dössenerscharte oder über Spittal — Gmünd—Gößgraden —, teilt diese sehr anschauliche Karte in zwei Hälften. Auch die Touristenwander- karte von G. Freytag und Berndt, 1:100 000, Blatt 19: „Goldberg - Ankogel - Hafnergruppe, Radstätter ö„3iit>Pi/n ccjcn ßet5enS0t HU9U-, k fltenvK01 , 1 (Reumanns (|)er3=(|)ilfe unterstützt und regelt die Arbeitskraft Ohres herzens. Heumanns Herz-Hilfe ist unschädlich und aus rein pflanzlichen Heilstoffen zusammengesetzt.-Zu haben in den kipotheken für K21L 2.50 die Packung. Sie reicht ca. 1 Monat. Tauern" zeigt die gesamte Umgebung der Gießener Hütte und ihre Zugänge. Kein Besucher der östlichen Hohen Tauern soll versäumen, die neue Glöckner st raße, einen Verkehrsweg, der wenige seinesgleichen hat, kennenzulernen, sei es auf der Hinreise ober auf der Heimfahrt. Dieses Wunderwerk moderner Technik überschreitet die Zentralalpenkette angesichts des Königs der österreichischen Bergwelt im Bereiche der Pasterze, des größten ostalpinen Gletschers. Fußwanderer und Radfahrer werden die Schönheit der gewaltigen Glocknerlandschaft noch eindrucksreicher als die Fahrgäste eiliger Kraftwagen genießen. Als bester Ratgeber dient die „Amtliche Karte der Großglockner-Hochalpenstraße, 1:25 000" von G. Freytag und Berndt, Wien. Möge es im heurigen Sommer recht vielen Alpenfreunden aus dem Hessenlande gegönnt sein, bei klarem Wetter sich des herrlichen Berggebietes zu freuen, das der Alpenvereinszweig Gießen-Ober- heffen auch in Notzeiten umsorgt und betreut hat und wo biedere Kärnterherzen den Brüdern und Schwestern aus dem Deutschen Reiche voll froher Erwartung entgegenschlagen! Mr. Frido Kordon, Graz. Wanderfahrten. Ems — Frücht — Ober-Lahnsteiner Forsthaus — Becheln — Rassau. Wir fahren mit Sonntagskarte nach dem prächtig an der Lahn gelegenen Bad Ems. Schon die Fahrt durch das an landschaftlichen Schönheiten reiche Lahntal bietet hohen Genuß. Nach Besichtigung der schönen Badestadt benutzen wir für unsere Wanderung zunächst das L des Lahnhöhenwegs, das uns vom Bahnhof ab auf bequemen schattigen Wegen, am Schweizerhaus vorüber hinauf zum Malberg führt, von dessen Aussichtsturm sich eine entzückende Rundschau bietet. Sodann hinab zum Predigtstuhl, zur Rottmannhöhe (Wirtschaft) und weiter am Hang des Rittgesberges entlang nach Miellen, um von hier das überaus reizvolle Schweizertal aufwärts über Frücht, wo die Gebeine des großen Staatsmannes Freiherrn vom Stein liegen, zum gastlichen Ober-Lahnsteiner Forst- Haus zu gelangen. In Frücht haben wir unser seitheriges Zeichen verlassen und wandern nunmehr ohne Markierung. Kurz hinter dem Forsthaus gehen wir ein großes Stück durch Wald über Becheln, dann dem Pfahlgraben entlang, hierauf durch Schweighausen und Oberwies über den Heidepütz, einen Tempel mit hübschem Blick in das Mühlbach! al, hinab nach Nassau, von wo wir heimfahren. Wanderzeit 5 Stunden. Aßlar — Adlerhorst — Oberlemp — Bellersdorf — Rennweg — Herborn. Diese Wanderung, durchweg mit einem D (Dillwanderung) bezeichnet, ist, da sie sehr viel durch Wald führt, namentlich für die heiße Jahreszeit zu empfehlen. Von unserem Ausgangspunkt Aßlar wandern wir an der stattlichen Kirche vorüber auf die Höhe, wo sich uns ein hübscher Blick über das Dilltal erschließt. Bald darauf nimmt uns der Wald auf. Nach etwa zweistündiger genußreicher Wanderung kommen wir über den Adlerhorst (435 Meter), auf dem vor Jahren ein Holzturm stand, der jedoch eingestürzt ist, so daß sich leider keine Aussicht bietet, nach dem anmutig im Lemptale gelegenen Oberlemp und in weiteren dreiviertel Stunden nach Bellersdorf. Kurz hinter dem Ort treffen wir auf dem Rennweg noch die gelbe Kreuzmarkierung, die in Bieber beginnt und nun gemeinsam mit unserem seitherigen Zeichen weitergeht. Auf stillen Pfaden durch prächtige Waldungen, die sogenannte Hörre, am Hörrkopf und Stellbeutel vorbei, erreichen wir nach weiteren zweieinhalb Stunden unser Endziel Herborn. Beim Verlassen des Waldes bietet sich uns noch ein reizvoller Blick auf das Dilltal und Burg Greifenstein. Menschen, die Entspannung und 10% Zuschlag. - Werbeschrift auf Verlangen.189iP o Mehr Freude an der Natur durdi Bermüh!ersBu »ff Sie kennen dieses Haus! Das bekannte Fachgeschäft für gute Damenkleidung und Stoffe Seliersweg 81 MODEHAUS CARL NOWACK A fN J BLUMENHAUS SCHNEIDER Carl Dietz Nachfolger Gegründet 1881 Altbekannt und zuverlässig Blumen für alle Gelegenheiten • Blumenspendenvermittlung ist das gute $N HfiflR-i | MÜND' : WÄSSER f K I Kid r Z. dichtgedrc N und QU „aufnc geöffnete ' 79 dem F< . /'drohende ' 5en °der *"8 aus, S 9r'Hbt 1 Ä»«f Nr. 12? viertes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Samstag, 29. Mai (937 Das moderne Infanterie Regiment im Gefecht. Bildbericht von einer Kompanie-Llebung unseres Infanterie-Regiments 116. *» M ■ - ■ X,:, r ? .. - . - ^WWW^ ' ........ 4 f k'- • *W-F <-v inen- ewehr Reiterspähtrupp gegen den Feind. Infanteriegeschütz im Mannschaftszug. wendige LMG.-Schützen S. MG.-Begleitzug im Stellungswechsel nach vorn. Voht nift Pd Steuer frei! Aus, mar m- es zwar, oie jjiab.sx., uie ^kkastvottem Schwung'wirft der Maschi-! ist „beritten". |o gilt die- doch nur für «men T-.l. marsch! In L. MG.-Trupp in Stellung. Vorarbeiten der Schützen. Panzerabwehrgeschütz in getarnter Feuerstellung. Infanteriegeschütz feuerbereit. — (Aufnahmen [7]: Pfaff Nachf., Gießen.) ansieht, leisten Beachtliches. Endlich ist es soweit. Mit Kennerblick betrachtet der Richtschütze leine Feuerstellung, da noch ein Spatenstich. Dampfschlauch vergraben, Patronenkästen her, geladen und ganz eng an die Deckung herangekrochen, zusammengeduckt wie ein Tiger zum Sprung erfolgt die Meldung an den Führer: Feuerbereit! Fertig! Auch der Schutzentrupp hat sich inzwischen so nahe wie möglich an die Deckung herangearbeitet und macht sich sofort bereit, auf Zeichen des Führers über die schützende Bodenwelle hinwegzuschnellen und tn möglichst langen Sprüngen näher an den Feind heranzukommen. Ruhig übersieht der Führer noch einmal sein Häuflein. Ein schneller Blick hinüber zum Nachbar zeigt, daß auch der zum weiteren Angriff fertig ist Jetzt gilt es! Feuer stell Aus. morsch- Wir wollen uns heute aber nicht nur die Soldaten der Schützenkompanien ansehen, sondern auch einmal schauen,'was die Kameraden bei den schweren Waffen zu tun haben, um einen Angriff tatkräftig zu unterstützen. So haben es die Soldaten bei der Maschinengewehrkompanie auch nicht leichter. Heißt es zwar, die M.G.K., die Maschinengewehrkompanie, Die Pferde sind meist nur zum Ziehen der Maschi- nengewehrwagen vorhanden. In großer Feindnäye, wo der Gegner jeden Augenblick das Gespann und damit das Herannahen von schweren Masch- gewehren erkennen kann, muß das schwere Ge genau so nach vorn geschleppt werden, wie ein leichtes Maschinengewehr. Was ist doch der Maschinengewehrschlitten für ein unhandliches hartes Gestell! Wie sauer ist es, das Gewehr auf dem Boden hinter sich herzuziehen, dabei aber nicht sich dem Feinde zu zeigen und im Kriechen und Gleiten das Gelände auszunutzen. Wieviele Schrammen, Verstauchungen gibt es während der Ausbildung! Beim In-Stel- lung-gehen kommt es auf äußerste Schnelligkeit an, denn auf rasche Feuerunterstützung stützt sich ja der weitere Angriff der stürmenden Schützen. Das Stre- nengewehrschütze seine Waffe nach vorn, um im nächsten Augenblick dem Gegner dort drüben seine gut liegende Feuergarbe um die Ohren spritzen zu lassen. Diesen Moment der größten Ueberrajchung haben sich die Schützen zu Nutz gemacht, und tn weiten Sprüngen, auch jetzt noch jede Deckung ausnutzend, nähern sie sich dem Gegner. Aber auch der Kerl da drüben ist nicht faul; sein Abwehrfeuer wird verflucht unangenehm. Schon ist es nicht mehr möglich, in geschlossenen Sprüngen weiter heranzukommen. Jeder Schütze muß sich jetzt einzeln weiter vorarbeiten, während der neben thm liegende Kamerad im rasenden Feuerüberfall den Gegner drüben zu hindern sucht, auf den Vorwärtsstürmenden sein Feuer abzug'eben. Während das Maschinengewehr in rasendem Feuer das Vorwärtskommen der Schützen soweit wie möglich unterstützt hat, sind diese endlich weit genug an den Feind herangekommen; die Sturmausgangsstellung ist erreicht. Alles fertig machen zum Einbruch! Das Seitengewehr wird aufgepflanzt, die Handgranatenwerfer arbeiten sich, um sicherer zu werfen, noch ein Stück weiter nach vorn, während das Maschinengewehr den Gegner noch ein letztes Mal mit seinem Geschoßhagel überschüttet; dann tritt noch einmal eine kurze Stille ein. Schon will der Gegner sein Abwehrfeuer aufs neue beginnen, da fliegen die zischenden Handgranaten im hohen Bogen in sein Maschinengewehrnest und in seine Schützenstellungen. Fast gleichzeitig stürzen unter lautem Hurrarufen die Schützen nach vorn, um kurz nach dem Detonieren der Handgranaten dem sich noch rasend weiter wehrenden Gegner mit der blanken Waffe den Garaus zu machen. Schweißtriefend, völlig mit Staub und Erde bedeckt und heiser vom kräftigen Hurraschreien, stehen die Angreifer jetzt in den feindlichen Stellungen. Heute war ja nur Angriffsübung bis zum Einbruch in die feindliche Stellung. Der Anzug wird in Ordnung gebracht und bald ziehen Angreifer und „Feind" friedlich vereint unter fröhlichem Singen ihrer Kaserne zu, wo ein kräftiges Essen nur darauf wartet, von hungrigen Essern vertilgt zu werden. ben jedes Soldaten der M.G.K. geht aber nur dahin, dem Bealeitzug zugeteilt zu werden. Da ist die ganze Gewehroedienüng aufgesessen und vierspännig wird weit an den Feind herangeprescht, kurz kehrt -gemacht, das Gewehr abgeladen und noch während die Fahrzeuge sich in Sicherheit bringen, wird der Feuerüberfall auf den überraschten Gegner abgegeben. Der Maschinengewehrkompanie zur Seite haben wir die Jnfanteriegeschützkompanie, und Ziele, welche erstere mit ihren kleinen Gewehrgeschossen nicht bekämpfen kann, bleiben dem sicheren Bogenschuß der Infanteriegeschütze überlassen. Auch hier können wir nur ganze Kerle gebrauchen. Die Bedienung eines Infanteriegeschützes erfordert große Fertigkeit, und diejelbe Mühe, die sich der Kamerad bei der Schützenkompanie geben muß, um die richtige Geländebenutzung zu lernen, verwenden die Männer hier, um ihr Geschütz schnell in Feuerstellung zu schaffen. Was muß da nicht alles beachtet werden: die Ladebewegungen müssen tadellos eingeübt fein, genauestens müssen alle Zahlen beachtet werden, die die Beobachtungsstelle an die Geschütze weitervermittelt, und haarscharf wird auf den Feuerbefehl gelauscht, um im rechten Augenblick den Schuß zu lösen. Und wirkungsvolles Schießen ist nun die Hauptsache. Daß neben der Geschützausbildung auch noch das Fahren genauestens geübt werden muß, braucht wohl nicht besonders betont zu werden. Und nun zu unserer neuesten Waffe, der Panzerabwehr. Auf Manöverbildern oder sonstigen Darstellungen sind dem Leser sicher schon oft ganz kleine unansehnliche Geschütze aufgefallen, die, an einen Kraftwagen gehängt, durch das Gelände fuhren. Das sind unsere Panzerabwehrgeschütze. Auch hier kommt es darauf an, die Bedienung zu größter Gelenkigkeit und Einsatzbereitschaft zu erziehen, denn auf einen schnell anrollenden feindlichen Gegner zu schießen ist keine Kleinigkeit. Neben blitzschnellen Ladebewegungen kommt es hier hauptsächlich darauf an, mit großer Entschlußkraft den Schutz im rechten Augenblick zu lösen. Wer noch nicht Kraftwagen fahren kann, muß außerdem noch diese Schulung nachholen, denn nur äußerste Geschicklichkeit im Anfahren der Geschütze ermöglicht auch hier einen raschen Einsatz. Wir haben an diesem kurzen Ueberblick, der nur äußerlich das Bild eines modernen Infanterie- Regiments, sowie den Kampfeinsatz desselben wiedergeben sollte, deutlich einen Unterschied zwischen früher und jetzt festgestellt. Technik und Kampfweise sind weiter entwickelt. Letzten Endes ist aber der Mensch, der Träger dieser Entwicklung ist, derselbe geblieben. Dieser deutsche Soldat ist Gewähr dafür, daß bei allem Fortschritt der Technik immer der alte Grundsatz beibehalten wird, der ihn in allen früheren Schlachten von Erfolg zu Erfolg führte: „Ran an den Feind, koste es was es wolle!" folgreich bestanden, so brachte doch der Lauf des | Krieges schon grundlegende Umwälzungen verschiedenster Art mit sich. Und in den nachfolgenden ■ 20 Jahren ist die Entwicklung der Kriegstechmk. der Maschinenwaffen und der modernen Taktik gewaltig fortgeschritten. So haben wir heute das moderne Infanterie-Regiment 116 vor uns. Es liegt sicher im Interesse aller gedienteil Soldaten, einen Einblick in das militärische Getriebe eines modernen Infanterie-Regiments zu erhalten. Als erstes betrachten wir eine Schützenkompanie beim Angriff. Im Gegensatz zu früher wo man in dichtgedrängten Schützenketten den Gegner angriff und auch in derselben Formation den Feuer- kampf aufnahm, geht setzt der Angriff tnt lütten weitgeöffneten Formen und mit großer Tlefenstaffe' lung dem Feinde entgegen. Jede Gruppe ist bereit, bei drohendem Artilleriefeuer volle Deckung aufzusuchen oder diesem durch getaufte ?ela^aus- nutzung auszuweichen. Jeder Schutze tragt das G mehr ariffbereit in der Hand. Und aufpassen mutz er ganz verflucht, ob der Führer, weit voran - geeilt ist, nicht irgendeinen Befehl mit einem Zei- chen durchgibt, oder ab man n.cht (elbft braben be.m (Beoner e ne verdächtige Bewegung feststellen kann, auf die man ,einer,?its den Gruppenführer aufmerksam macht. Im Raume zwischen Führer und den Gewehrschützen pirschen sich d.e Soldaten vor: te das leichte Maschinengewehr zu bedienen haben. Auch hier dieselbe Spannung und E"satzbereit Tin mit einem Male legt sich der tjupre auf den Boden und gibt durch ^ne Handbewegung seinen Männern die Weisung, em Gleiches zu tum Vorsichtig nimmt er sein Glas zur Hand und schaut rüberaum Feind. Der drüben wird gerade von unserer Artillerie und den schweren Maschinengeweh- rem d^in hohem Schuß über unsere eigenen Lmien S'Säaää xu. s “alb t)«t er auch nach n.cht gemerkt aus* ZSWZ-M- schütz- in .®1 ig^n,“nTer6^in^ ganzer Kerl^und wer ausdauernd genug ist, eine solche Anstrengung längere Zeit zu ertragen So ein Maschinengewehr ist trotz '°m°- Namens re^in?bKLr“we"nn e™ ftÄ * im G'e.t-n. Kriechen. Robben kostet °es/Äe ter Ketrui «ft einmal »i°. dazu Ä" dast"nu"di7'bLn Sportsleute gute und Unter all dem Großen und Schönen, das unser Führer dem deutschen Volke seit seiner Machtübernahme wiedergab, hat er uns Soldaten am reichsten bedacht. Gab er uns doch unser höchstes Gut, unsere Wehrfreiheit und damit auch unser Regiment 116 wieder. Wir vom neuen Infanterie-Regiment 116 werden uns stets der großen Verpflichtung bewußt fein, die wir dadurch auf uns genommen haben. An uns ist es, die ruhmreiche Tradition des alten 116er-Regiments in alle Zukunft weiterzuführen. Hatte das alte Regiment mit seiner Vorkriegs- tzliederung hie ersten Schlachten des Weltkrieges er= abgeben, sondern gerade Männer, denen man eine solche Ausdauer nicht sollten sie gender Bruse (Hamburg) (Berlin) (Hamburg) Wirtschaft Frankfurt a. M. Berlin Daium 27-5 27-5. Deutsche Zechtmeisterschasten Deutsche Gold- und Silber .... 9 Devisenmarkt Berlin - Frankfurt a. ZIL hausen in Rodheim zu Gast. Obwohl die mehr ihre frühere Spielstarke besitzen, 0,717 5,694 61,86 48,95 11,18 63,47 56,95 16,93 8,661 2,492 Schluß- kurs 12 , 0 . 3 , 0 8 4 7 6 9 11 3 ■1 5 Schluß- kurs Jgd. l.Jgd. 2. Jgd. Spieles zu treffen. Aufstiegspiele zur Bezirksklaffe SB. Heuchelheim — Niedergirmes. Offenbach — Watzenborn-Steinberg. Japan Jugoslawien Oslo Wien Lissabon.... Stockholm .. Schweiz.... Spanien.... Prag Budapest... Neuyork.... Die 2. Jugend des Mto. sollte gegen ihre Gäste zu einem sicheren Sieg kommen. Dutenhofen wird auch diesmal nicht viel erreichen können. Gröningen ist zur Zeit wieder recht gut und wird zuhause alles daransetzen, um so hoch wie möglich zu gewinnen. Auch der Jugend kann man ohne weitere^ einen Sieg zuschätzen. Zu einem offenen Spiel sollte es in Krofdorf kommen, weil sich beide Mannschaften ungefähr gleichwertig sind. Hausen wird Nauborn auch auf eigenem Platz das Nachsehen geben. Oie Bezirksklaffe am Sonntag. BfB.-Reichsbahn Gießen — Bissenberg. Am kommenden Sonntag trägt die erste Mannschaft des VfB.R. ihr letztes Pflichtfpiel aus. Es ist ohne Bedeutung auf den Tabellenstand. VfB. wird wohl alles daransetzen, im letzten Spiel noch gut abzuschneiden. Die Mannschaft des VfB.-R. ist zu un- Buenos Aires .. Brüssel Rio de Janeiro . Polen......... Kopenhagen.... Danzig London HelsingforS Paris......... Holland Italien doch in der Lage sein, den Einheimischen eine gleichwertige Partie zu liefern. Die zweite Mannschaft fährt nach Heuchelheim zum Gesellschaftsrückspiel, während die Jugend in Krumbach ihr Rückspiel austrägt. Llnsere Handballer gegen Dänemark. Zum dritten Male stehen sich am 4. Juni im Kopenhagener Frederiksberg-Stadion Deutschland und Dänemark im Handball-Länderkampf gegenüber. Die Skandinavier verloren im ersten Kampf 1934 16:5, ein Jahr später im Rückspiel mit 11:2 Toren. Bei der hohen Spielkultur des deutschen Handballsports schickt das Reichsfachamt diesmal „nur" eine sich aus talentierten Nachwuchskräften zusammensetzende Elf nach Kopenhagen, die in fol- Accumulatoren-Fabrtk AKU’Äunftfetbe..... Aschaffenburg Zellstoff Bemberg........... Belula Buderus Eisen Gement Heidelberg ... Cement Karlstadt .... Chade A.-C.......... Conti Gummi . Daimler Motoren .... Dessauer Gas . Deutsche Erdöl . Turn- und Sporigemeinde Rodheim a. d. Bieber. Rodheim I — Wommelshausen I. io .. 6 ,. 7 .. 7 . 6 6 . 5 . 0 2N 3'/r . ('■ . 6 . 6 . 5 Mtv. 2. Igd. — Tv. Wißmar Igd. Grüningen — Dutenhofen 1. u. Krofdorf 1. Jgd. — Heuchelheim Krofdorf 2. Jgd. — Heuchelheim Nauborn Jgd. — Hausen Jgd. Kurszettel her Berliner und Franksurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. Reichsbankdiskont 4 v. H., Lombardzinsfuß 5 v. H. Aufstellung antritt: Boysen (Kiel) Grimm Pape (beide Hannover) sen, um den Kreis Gießen im Gau Südwest würdig zu vertreten. Die zweite Jugend spielt auf eigenem Platz gegen die dritte Jugend des BfB.-R. Gießen. Man traut den Gästen auf Grund der größeren Spielerfahrung einen knappen Sieg zu. Iußballabteilung des Turnvereins Aiien-Bufeck. Alten-Bufeck hat die erste und Jugendmannschaft vom Sportverein Steinbach zu Gast. Da die Einheimischen in veränderter Aufstellung antreten, ist der Spielausgang offen zu lassen. Vorher stehen sich die Jugendmannschaften beider Vereine gegenüber. Fußballklub 1936 Saasen. Saasens erste Jugend erwartet am Sonntag die erste Jugend von Garbenteich zu einem rückständigen Freundschaftsspiel. Ob es Saasen gelingt, die im Vorspiel erlittene 5:3-Niederlage wettzumachen, bleibt abzuwarten. VfB. Krofdorf-Gleiberg. Nächsten Sonntag empfängt die erste Jugend von Krofdorf-Gleiberg die gleiche vom Sportverein Leihgestern zum fälligen Verbandsspiel um die Kreismeisterschaft. Sollte es Krofdorf-Gleiberg gelingen, gegen Leihgestern siegreich zu bleiben, dann wären sie auf dem Wege zur Meisterschaft ein großes Stück oorwärtsgekommen. Auf der anderen Seite wird aber Leihgestern sich auch nicht so ohne weiteres schlagen lassen. Klöcknerwerke ............. 4% Kokswerke und Chemische Fabrik 6 Lahmeyer.................. g Matnkraft 4 Mannesmann 3 Mansselder Bergbau 6/• Metallgefellschaft.............5 Orenstein & Koppel 0 Rheinische Braunkohle 12 Rheinische Elektro............ 6 Rheinstahlwerke..............6 Nbeinisch-Destfälische Elektro .. 6 Rütgerswerke ............... 6 Salzdetfurth Kali 7*4 Schuckert L Co............... g Schultheis Payenhofer 4 Siemens & Halske........... 8 Süddeutsche Zucker 10 Bereinigte Stahlwerke 8/. Westdeutsche Kaufhof 0 Westeregeln Alkali............5 Zellstoff Waldhof 6 Ltavi Minen...............0,6 Deutsche Linoleum Elektrische Lieferungen... Elektrische Licht und Kraft I. G. Farben-Jndustrie .. Felten & Guilleaume.... Gesfürel................ Th. Goldschmidt......... Grihner Maschinen...... Harpener............... Hoesch Eisen Philipp Holzmann...... Ilie Bergbau . Ilse Genüsse............ Kal! Aschersleben........ Ommer (Hamburg) Westheider Hippler (Kiel) (Berlin) Morgen ist die erste Mannschaft von Wommels- " Gäste nicht I 0,764 42,15 0,164 47,14 : 55,10 1 47,14 12,345 5,455 11,15 , 137,33 I 13,11 beständig, um eine Vorhersage über den Ausgang des ~ Rhein-Mainifche Börse. Miltagsbörse überwiegend fest. Frankfurt a. M., 28. Mai. Die Börse lag am Aktienmarkt unter Bevorzugung einzelner Spezialpapiere weiter fest. Es erfolgten kleine Käufe des Publikums, das Geschäft war teilweise lebhafter. Die Ausführungen Dr. Schachts vor der Deutschen Handelskammer in Paris fanden in Börsenkreisen starke Beachtung. Im Durchschnitt stellten sich gegenüber der Abendbörse Erhöhungen von 0,50 bis 1 v. H. ein. Lebhafter waren Daimler Motoren mit 144,50 bis 145 (144,25) und im Freiverkehr Adlerwerke Kleyer mit 112,50 bis 113 (112,25). Von Maschinenaktien zogen Moenus auf 125 (122,50) an. Am Montanmarkt stiegen Klöckner auf 137 (134,25), Hoesch auf 125 (124,25) und Verein. Stahl auf 121,75 (121), während Buderus abbröckelten auf 128,75 bis 128,50 (129). Elektroaktien lagen bei kleinen Umsätzen voll behauptet. Von chemischen Werten IG. Farben 164,75 bis 165 (164,50) Deutsche Erdöl 157 (156,50), Rütgerswerke 155,25 (154,50), Metallgesellschaft 155,50 (156). Zellstoffaktien uneinheitlich, Aschaffenburger 139,25 (141), Waldhof 160 (159). Schisfahrtsaktien lagen bis 0,40 d. H. höher, ferner AG. für Verkehr 0,50 v. H. und Holzmann 1 v. H. Der Rentenmarkt blieb ruhig. Altbesitz abbröckelnd auf 126,75 bis 126,50 (127), Kommunal- Umschuldung uno. 94,10, Reichsbahn-Vorzugsaktien 125,50 (125,40), 5 o. H. Verein. Stahl 101,65 (101,50). In der zweiten Börsenstunde blieb die Tendenz fest, die Umsätze waren weiterhin nicht sehr groß. Lebhafter blieben am Aktienmarkt Daimler Motoren mit 146 nach 144,50 und Adlerwerke mit 113,50 nach 113. Auch an den übrigen Marktgebieten ergaben sich vielfach Erhöhungen von 0,25 bis 0,50 v. H. Montanwerte lagen ruhiger und auf den Anfangsstand behauptet. Höher notierten u. a. IG. Farben mit 165,50 nach 164,75, AG. für Verkehr mit 127 nach 126,50, Metallgesellschaft mit 156 nach 155,50, Felten mit 144 nach 143,75, Gesfürel 158,50 Schliephake Kühn (Stettin) (Hamburg) Rave Molt Schluß^ Mittag- börle 28 5. Die 19. deutschen Fechtmeisterschaften nahmen in den Hamburger Ausstellungshallen am Zoo am gestrigen Freitag ihren Anfang. Eingeleitet wurden die dreitägigen Meisterschaftsgefechte mit den Vorrunden im Männerflorett. Gefochten wurde in 12 Gruppen mit je sechs Bewerbern. Die drei Besten jeder Gruppe gelangten in die Zwischenrunde. Sieht man von dem frühzeitigen Ausscheiden der Frankfurter Wahl und Jakob ab, so blieben Ueberraschungen in den Vorgefechten aus. 36 Fechter nahmen die Zwischenrundenkämpfe auf. Hier wurden bereits u. a. fo gute Könner wie Stefan Rosenbauer (Frankfurt), Klöckner (Wiesbaden), der Degenmeister Hoedicke und Bergan (beide Nürnberg) ausgeschaltet. Für die noch am gleichen Tage in Angriff genommene Vorschlußrunde setzten sich im einzelnen folgende 18 Fechter durch: Titelverteidiger Julius Eisenecker, Becker, Jewarowski (alle Frankfurt a. M.), Roßner, May, Lerdon, Liebscher (alle Berlin), Hagen, Eggert (beide Hamburg), Hirschring, Wollermann (beide Hannover), Wiemann, Banaszek (beide Essen), Knies (Freiburg), Neumann (München), Reichel (Dortmund), Adam (Wiesbaden) und August Heim (Offenbach). Noch am Nachmittag traten die Fechterinnen zu den in acht Gruppen durchgeführten Vorrunden an. Das starke Feld der Teilnehmerinnen wurde stark gelichtet, und in die Zwischenrund sind nur nachstehende 24 Fechterinnen eingezogen: Brigitte Schone, Luise Bogusch (beide Chemnitz), Liesl Steinbrück, Ilse Heyer, Maria Carneim (alle Köln), Erika Moser, Lilo Deutzer, Trude Jakob, Ella Haß Eugenie Schäfer (alle Offenbach), Martha Brendel, Emmi Grau (beide Nürnberg), Friedel Wysk, Christel Reimers (beide Berlin), Jutta Meyer! Rotraut von Wachter (beide München), Maria Jung (Würzburg), Elfriede Bock (Erfurt), Gretl Melichar (Dresden), Wettina Everbeck (Freiburg), Henni Witze! (Düsseldorf), Leni Oslob (Leipzig), Margarete Melzer (Frankfurt) und Elsbeth Grell (Dortmund). Schlußk. Abend börle 28 5 nach 158. Die später notierten Werte waren wenig verändert, jedoch meist etwas höher. Feldmühle Papier aber 148,50 (149,25). Am Einheitsmarkt notierten Klein, Schanzlin nach Pause 142 rat. (136,50), Wulle Brauerei 52 rat. (49,50). Am Rentenmarkt kamen Dekosama Neubesitz nach eintägiger Pause mit 53,50 (49,50) zur Notiz. Goldpfandbriefe und Kommunal-Obligationen lagen unverändert, dagegen waren Liquidationsvfand- briefe angeboten und 0,13 bis 0,40 v. H. niedriger. Stadtanleihen lagen uneinheitlich bei Veränderung gen von 0,25 v. H. Abendbörfe feff- Bei verhältnismäßig lebhaften Umsätzen nahm die Abendbörse am Aktienmarkt einen festen Verlauf. Bevorzugt blieben Daimler Motoren mit 146,75 (146) und Adlerwerke Kleyer mit 113,50 bis 114,25 (113,50). Zellstoff Waldhof in Erwartung des Ergebnisses der Aufsichtsrats-Sitzung auf 161,75 bis 161,25 (160) erhöht. Auch sonst ergaben sich gegen den Berliner Schluß überwiegend Erhöhungen von 0,25 bis 0,50 v. H. Montanwerte mit Ausnahme von Verein. Stahl ruhig. Von Elektroaktien stiegen Schuckert auf 174,50 (174). Gesfürel auf 158,90 (158,50). Am Einheitsmarkt kamen Schlink mit 130 (128), Rhenser mit 83 (82), Hess.-Nass. Gas mit 81 (80), Brauerei Wulle mit uno. 52 rat. und Hartmann & Braun mit 133 (134) zur Notiz. An den Rentenmärkten bewegte sich das Geschäft bei behaupteten Kursen in ruhigen Bahnen, Kommunal- Umschuldung 94,13, Reichsbahn-Vorzugsaktien 125,40, 6 v.H. IG. Farben 136,75. Die Industrie- und Handelskammer Gießen teilt mit: 373: Erste Ausführungsverordnung zur Verordnung über die Verbilligung von Stickstoff- und Kalidüngemitteln. — 374: Zweite Ausführungsverordnung zur Verordnung über die Verbilligung von Stickstoff- und Kalidüngemitteln. — 376: Zolländerungen für Waren der Tarifnummern 98, 345, 527, 570, 571, 572, 573, 575, 576, 577, 579, 580, 581, 582, 705, 797, 817, 935. Bei dem Spiel in Heuchelheim werden die Nieder- girmeser wohl gewinnen. Die letzten Spiele der Niedergirmeser haben bewiesen, daß sie kämpfen können, dagegen hat die Mannschaft des SV. Heuchelheim noch nicht die nötige Routtne, um an einen Aufstieg zu denken. In Offenbach werden die Teutonen einen schweren Stand haben. Die Vereine des Dillkreises spielen einen eigenen Fußball, der mit System wenig zu tun hat und von vornherein auf Kampf und Sieg eingestellt ist. Spielvereinigung 1900 Gießen. Die Blau-Weißen fahren am Sonntag zum Rückspiel nach Siegen zu den Sportfreunden. Damit erfolgt nach langer Zeit wieder einmal eine Reise zu einem Verein, der in früheren Jahren — als er noch den Namen „Jahn" Siegen führte — ständiger Gegner der Blau-Weißen war. Die Aussichten für die Blau-Weißen, bei dieser Auseinandersetzung wieder einmal zum Sieg zu kommen, sind heuer nicht die besten. Die Ungewißheit über die endgültige Mannschaftsaufstellung dürfte wphl in erster Linie ausschlaggebend sein. Auf der anderen Seite muß zugegeben werden, daß die Leistungen der Siegener derzeit etwas höher einzuschätzen sind. Die Placierung in den diesjährigen Verbandsspielen beweist dies schon einigermaßen, denn Tabellenzweiter in der Gruppe Arnsberg im Westfalengau zu werden bedingt, daß die Elf etwas können muß, und daß die Sportfreunde zu spielen verstehen, haben sie beim Vorspiel im vergangenen Jahre bewiesen. Ein achtbares Resultat ist also schon ein Erfolg für die Blau-Weißen. VfB.-Reichsbahn Gießen. BfB.R. Liga — Bissenberg Liga. Das letzte Verbandsspiel gegen Bissenberg findet morgen auf dem Waldfportplatz statt. Wenngleich das Spiel für die Gestaltung der Tabelle keinen Einfluß mehr hat, fo hat die Ligamannschaft doch vor, sich zunächst für die im Vorspiel erlittene Niederlage zu revanchieren, zum anderen auch das letzte Verbandsspiel siegreich zu beenden. Die Gäste sind zur Genüge bekannt, sie stellen eine schnelle und auf Erfolg eingestellte Mannschaft, die auch den Torschuß nicht vergißt. Die Stützen der Mannschaft sind die Gebrüder Bingel, die aus allen Lagen zu schießen verstehen. Die Grünweißen treten mit der zur Zeit stärksten Besetzung an. Es spielen: Meißner; Heß, Kramer, Krämer, Thron, Berlebach; Wilhelm Radtke, Bach, Fehling, Szponick. BfB.-R. II — Bissenberg II. Vor dem Ligaspiel treffen die Reserven aufeinander; auch hier ist der VfB.-Reichsbahn keineswegs gewillt dem Gast die Punkte zu schenken. BfB.-Reichsbahn — Zugendabteilung. Während die erste Jugendmannschaft auf dem Sportplatz in Wieseck um die Gruppenmeisterschaft spielt, wo die Aussichten nicht gerade günstig sind, fährt die dritte Jugend nach Großen-Linden, um dort mit der zweiten Mannschaften die Kräfte zu messen. Eine knappe Niederlage wäre schon als Erfolg zu buchen. Die vierte Jugend erwartet die Jungens aus Ettingshausen, die größere Spielerfahrung der Platzherren sollte hier den Ausschlag geben. Fußball im Turnverein Großen-Linden Die erste Jugend von Großen-Linden fährt am Sonntag nach Frankfurt, um dort das fällige Rückspiel gegen die erste Jugend der „Eintracht" aus- zutrügen. Da das Spiel als Vorspiel des anschließenden Hauptkampfes „Eintracht" Liga gegen „Rot- Weiß" Oberhausen Liga stattfindet, wird sich die Jugend am Bornheimer Hang sehr anstrengen müs- Heim entthront Eisenecker. Mit den Endkämpfen im Florett erreichten die deutschen Fechtmeisterschaften am Freitagabend ihren ersten Höhepunkt. Die zahlreichen Zuschauer, die allen Akttonen verständnisvoll folgten, bekamen ganz prächtige Kämpfe zu sehen. Die Fechter, die in den Vormittagsstunden Gefecht um Gefecht erledigt hatten, zeigten kaum Ermüdungserscheinungen. Eisenecker (Frankfurt a. M.), der Verteidiger des Titels, eröffnete den Reigen der 45 Endgefechte. Er erzielte einen knappen 5:4-Sieg über SA.-Gruppenführer Beckerle (Frankfurt am Main), einen zweiten Sieg holte er gegen den Wiesbadener Adam und den dritten gegen Jewarawfki (Frankfurt a. M.), um dann gegen Heim, der vorher gegen Adam verloren hatte, 2:5 zu unterliegen. Da auch Lerdon und Liebscher je drei Siege und eine Niederlage aufwiesen, war der Kampf nach dem ersten Drittel noch gänzlich offen. Dann jedoch änderte sich das Bild. Lerdon erhielt die zweite Niederlage, und dann kam die große Ueberraschung: Meister Eisenecker verlor zwei weitere Gefechte, und zwar gegen den Berliner SA.-Mann Liebscher und gegen Banaszek (Essen), beide Male 3:5. Damit verlor er auch die Hoffnung auf die Wiedererringung des Titels. Der Offenbacher Heim schritt dagegen von Sieg zu Sieg und ließ sich nicht mehr vom ersten Platz verdrängen. Mit acht Siegen verwies er Eisenecker auf den zweiten Platz. Ergebnisse: 1. und deutscher Florettmeister Heim (Offenbach), 8 Siege, 25 Treffer. 2. Eisen ck e r (Frankfurt a. M.), 6 Siege, 28 erhaltene Treffer. 3. Ler - Don (Berlin), 6 Siege, 30 erhaltene Treffer. 4 Liebscher (Berlin), 5 S., 35 Tr. 5. SA.-Gruppen- fuhrer Beckerle (Frankfurt a. M.), 4 S., 32 Tr 6. Adam (Wiesbaden), 4 S., 39 Tr. 7. Wollermann (Hannover), 3 S., 37 Tr. 8. May (Berlin), 3 S., 39 Tr. 9. Jewarowski (Frankfurt a. .M.), 3 S., 40 Tr. 10. Banaszek (Essen). 3 S., 40 Tr. 13 Juni-Opf erlag der Sportler Futzball-Nationalelf spielt in Dresden. Die Durchführung eines allgemeinen Opfertages des deutschen Sportes ist vom Reichsbund für Leibesübungen für den 13. Juni angeordnet worden. An diesem Sonntag werden die Einnahmen aus allen sportlichen Veranstaltungen für die Ausbildung unserer Jugend und die allgemeine Ausbildungs-Arbeit zurückbehalten. Die Reichsführung des DRL. hat lediglich die Turner, die im September opfern, sowie die Ruderer, Schützen und Kegler, die mit entsprechenden Opfer-Veranstaltungen im Laufe des Jahres aufwarten werden, ausgenommen. Ein aroßes Ereignis steht dem Gau Sachsen bevor, dessen Gaumannschaft auf dem DSC.-Platz in Dresden Gegner der deutschen Fußball-Nationalelf sein wird. Ungarns Handballelf gegen Deutschland. Für den am Sonntag in Kassel stattfindenden sechsten Handball-Länderkampf gegen Deutschland haben die Ungarn erst in letzter Minute ihre Mannschaft aufgestellt. Die Aufstellung lautet: Math6 Benkoe Benda Kutasi Bakosi Koppany Tziraki Szomori Kollar Salgo Fodor. Die ungarischen Spieler gehören zum Besten, was die Magyaren zu bieten haben. Mit Ausnahme von Benkoe, Tziraki und Kollar habey alle Spieler bereits in den ungarischen Nationalmannschaften gespielt, die am Olympischen Handballturnier teilge- nompien haben. Als beste Spieler der Ungarn werden der Torhüter, Mittelläufer und Linksaußen bezeichnet. Kvrps-Handballmeisterschasten in Gießen verschoben. Wie uns heute vormittag vom Standortoffizier des Standorts Gießen mitgeteilt wird, ist das gestern angekündigte Spiel um die Korps-Handballmeister- schaften heute vormittag auf unbestimmte Zeit verschoben worden. Handball im Kreis Lahn-Dill (Gan XII) Jugend. Mtv. Gießen — Tv. Londorf. Tv. Lang-Göns — Tv. Mü n chh olzhausen. Mtv. Gießen hat viel gut zu machen. Die Mannschaft, die bisher alle Spiele auswärts hatte und noch kein einziges gewinnen konnte, muß den Spieß jetzt umdrehen, um den Anschluß nicht zu verpaßen. Londorf wird allerdings auf der Hut fein, um nicht als erster Gegner Federn zu lassen. Lang-Göns hat das Vorspiel hoch verloren, es wird auch diesmal um eine Niederlage nicht herumkommen. Trotz alledem wird es sich empfehlen, so zu spielen, daß am Schluß ein ehrenvolles Ergebnis herauskommt. Freundschaftsspiele. Tv. Garbenheim gegen Tv. Allendorf (L a h n) 1. u. Jgd. Die Mannschaft der Gäste, die sich am letzten Sonntag schon recht gut einführte, wird auch diesmal ihren Man stellen und sich keineswegs so ohne weiteres geschlagen bekennen. Die Jugend hat allerdings keine Aussichten. 28 Mai 'Jlimlidjc Wonerung 'Seid I Brie, 27 Mai 'Jlmtlidie'Jiottetunfl Geld | Brie Frankfurt a. M. Berlin Schluß- kurs Schlußk. Abend- börse Schlußkurs Schlußk Mittag- börse Datum 27 5 28 5 27 5 28 5 5% Deutsche Reichsanleihe v. 1927 101,75 101,75 101,75 101,75 4% Deutsche Reichsanl. von 1934 99 99 99 99 5/2% Doung-Anleihe von 1930 .. 105,13 105,25 105,5 — 4%% Hessische Volksstaat von 1929 4%% Deutsche Reichspostschatz von 99,75 99,75 99,75 99,75 1934 I...................... *¥i% Deutsche Reichsbahnschatz 100,6 100,6 100,75 100,75 von 1936 I.................. 99,13 99,13 99,13 99,13 Reichsanleihe-Altbesitz.......... Oberhessen Provinz-Anleihe mit 127 126,5 126,65 126,5 Auslos.-Rechten.............. 454% Hess. Lan desbk. Darmstadt — — — — Goldpfe. R. 12.............. 554% Hess. Landes-Hyp.-Bank 99,25 99,25 — — Liqu. Goldpfe............... 454% Preuß. Landespfdbr.-Anst. 101,5 101,5 — — Goldpfe. R. 19.............. 99 99 99 99 454% Preuß. Gold-Komm. R. 20 454% Darmstädter Komm.-Lan- — 98 98 98 desbankR. 6................ Deutsche Komm.-Sammel-Anieihe 97,9 97,9 — — Auslos.-Rechte I.............. 132 132 132,2 132,13 454% Franks. Hyp. Goldpfe. R. 15 454% Franks. Hyp. Gold-Komm. 99,5 99,5 99,5 99,5 Obl. 2 3.................... 554% Franks. Hyp. Liquidation 98,25 98,25 — — Goldpfe..................... 554% Rheinische Hyp. Liquidation 101,25 100,7 — — Goldpfe..................... 101,13 101 101 101 Steuerguttchetn-Berrechnungskurs 110,9 110,9 110,9 5% Goldmexikaner von 1899 .... — — — _ 4% Oesterreichische Goldrente.... — —— — — 4,2% Oesterreichische Silberrente. — — __ — 454 Ungarn Staats von 1913 .... — — — — 4% Ungarische Goldrente....... — —— —— — 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 — — — —— 5% Rumänen von 1903......... — — _ _ 454% Rumänen Gold von 1913.. — — — _ 4% Einheits-Rumänen......... — — - 4% Türken Bagdad I........... — —— — _ 4% Türken Bagdad II.......... — — — 2 54% 1. Anatolier.............. — — — — A.G. für Verkehrswesen......6 126 127 125,5 127,5 Hamburg-Südam. Dampfschiff. 0 — —— 47,5 47,5 Hamburg-Amerika Paket......0 18,13 18,5 18,4 18,65 Norddeutscher Lloyd.......... 0 18,75 19 18,9 19,13 Deutsche Reichsbahn Borz.-Akt. 7 125,4 125,4 125,25 125,4 Reichsbant................. 12 213 213 212 212,75 Berliner Handelsgesellschaft ... 6 —— — 130,4 130 Commerz, und Privat-Bank ... 4 113,25 113,25 113,25 113,25 Deutsche Diskonto............4 118,5 118,5 118,5 118,5 Dresdner Bank.............. 4 105 105 105 | 105 — — 237,25 237 - I - ■ 1 - 141 140 140 139,5 120,75 120,75 121,75 121,25 165,5 165,25 165,75 165,9 129 129 129,25 128,9 158 157 —— —• — 172 — —* —— -1 — . — 189,25 189,75 189,5 190 144,25 146,75 142,5 146,25 — —— 117 118 156,5 158 156,4 157,75 261,5 562 — 178 178,5 178 178,75 135,75 136 136,5 136,75 154,25 155,5 154,25 155 164,5 165,5 164,75 165,9 143,5 144 143,65 143,9 158,25 158,9 157,75 158,75 137,75 138,13 137,9 138,25 46,65 46,5 46,65 46,65 167 167 167,25 167 124,25 125,5 124,4 125,5 155 156,25 155 155,9 —- — — —4 143,13 143,5 142,65 143 119 119 118,75 118,5 134,25 137 134,5 137 — — 155,25 155,5 — 126,75 125,9 126,75 99 99 — —— 125,75 126 125,65 126 — — 161 —— 156 156 156,25 155,25 —— — 107,13 108,25 232 — 231,75 231,75 — — 134,5 134 157 157 156,75 157,13 129 128,75 128,5 128,5 154,5 155,25 154,9 155,75 156 156 156,25 156 173,5 174,5 173,5 174,75 —— — 98,65 98,75 216 216 216 216,75 —— ■ » —— 1 121 122,5 121 122,5 62,5 62,9 62,65 63,13 117,75 118,25 118,5 117,75 159 161,25 156,75 160 32,13 — 32,25 1 31,75 27 Mai 28-Ma- Amtliche Notierung Geld | Briei Amtliche Notierung Geld s Brie« 0,760 0,764 0,760 42,04 42,12 42,07 0,161 0,163 0,162 47,04 47,14 47,04 54,96 55,00 54,98 47,04 47,14 47,04 12,31 12,34 12,315 5,445 5,455 5,445 11,135 11,155 11,13 136,97 137,25 137,05 13,09 13,11 13,09 0,719 0,717 0,719 5,706 5,694 5,706 62,98 61,89 62,01 49,05 48,95 49,05 11,20 11,18 11,20 63,59 63,50 63,62 57,07 56,94 57,06 17,02 16,94 17,02 8,679 8,661 8,679 — ... — 2,496 2,493 2,497 er. en i. 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Tchius- MUag. 5 21.5_32, 216 nfl 9 6 119 137 ,75 99 126 156 157 ,75 ,25 156 237,25 140 121,75 165,7 129,25 237 139,5 121,25 165,9 128,9 189,5 142,5 117 156,4 178 136,5 154, 164, 143,65 157,75 137,9 46,65 167,25 124,4 155 142,65 1’8,7 134, 155,25 1253 156-25 107, 23/ 131; 156,75 128, 154, 156/ 173- 98,65 216 190 146,25 118 157,75 178,75 165,9 143,? 158,5 138, 46. 167 125, 155,9 143 "1$ s 126 155,5 108,25 «"iS 157,12 128; 174.7' 98, 216,75 121 62.6 40 ,75 ,25 129 157 172 ,75 ,75 58 !62 1.5 136 5,5 i-5 144 3.9 ,13 6,5 167 5,5 ,25 2.9 .25 .25 5 >\ 5.6g 62.J 61-8? 49-2 18.95 • " 1 ||,18 56,g | I7j 122,5 IIS l"7l'6j 11-8 63-S 57,j 11'1 Aus der engeren Heimat. Sicherheitsbeirat bei der Hess. Oberen Bergbehörde errichtet Darmstadt, 28. Mai. (LPD.) Der Reichsstatthalter in Hessen — Landesregierung — hat, um die Zusammenarbeit zwischen der Hessischen Oberen Bergbehörde und den im Betrieb stehenden Volks- acnossen bei allgemeinen Fragen der Grubensicherheit zu regeln, einen „Sicherheitsbeirat bei der Oberen Bergbehörde" geschaffen. Die Zahl der Mitglieder wurde auf je einen Betriebsführer und einen Vertrauensmann aus dem Braunkohlenbergbau und dem Erzbergbau, insgesamt also vier Mitgliedern, festgesetzt. Dieser Sicherheitsbeirat soll der Oberen Bergbehörde die Möglichkeit geben, sich bei wichtigen allgemeinen Maßnahmen auf dem Gebiet der Grubensicherheit die Erfahrungen der im praktischen Betrieb stehenden Männer zunutze zu machen, über die wirtschaftliche Bedeutung ihrer Maßnahmen Klarheit zu gewinnen und für ihre Durchführung denjenigen Weg zu finden, der allen Belangen am meisten gerecht wird. Die Obere Bergbehörde beruft den Beirat insbesondere zur Durchführung von Maßnahmen, die aus Anlaß eines größeren Unglücksfalles auf einer Grube erforderlich sind, ein. Landkreis Gießen. # Mainzlar, 28. Mai Die hiesige E o a n g e - lische Frauenhilfe machte am Sonntag einen Omnibusausflug nach Kassel-Wilhelmshöhe, der zur vollen Zufriedenheit aller Teilnehmer verlief. s #2 a u b r i n g e n , 28. Mai. Den linken Teil des Waldeingangs in der Waldstraße hat die Baubehörde zur Bebauung mit Wohnhäusern aufgeteilt. Es ist die Verlängerung der Wald- und der Bergstraße vorgesehen, beide Straßen sollen durch eine Querstraße miteinander verbunden werden. <£ Saasen, 28. Mai. Zn der jüngsten Generalversammlung der hiesigen Kriegerkameradschaft war beschlossen worden, einen neuen Schieß st and zu schaffen, nachdem der frühere Schießstand infolge Errichtung von Wohnungsbauten in nächster Nähe nicht mehr benutzbar war. Dieser Tage wurde nun mit den Arbeiten für den neuen Schießstand begonnen. Um die Kosten möglichst niedrig zu halten, arbeiten bre Mitglieder der Kriegerkameradschaft jeden Abend gemeinsam an dem Bau der neuen Schießanlage. Mordversuch an der Ehefrau. Der Täler richtete bann die Waffe gegen sich selbst. Worms, 28. Mai. (LPD.) Im benachbarten E i ch geriet der Korbmacher I. Reich, wie schon des öfteren in letzter Zeit, mit seiner Fvau in Streit. Plötzlich zog Reich einen Revolver und gab auf feine Frau einen Schuß ab. Die Frau wurde am Oberschenkel getroffen und nur leicht verletzt. Hierauf richtete der Täter die Waffe gegen s ich selbst und brachte sich einen Schuß in die Lunge bei. Reich wurde sofort ins Krankenhaus gebracht; an feinem Aufkommen wird gezweifelt. Kurze Eportnotizen. Henner Henkel traf bei den Französischen Tennismeisterschaften in Paris auf den Engländer Hughes und schlug ihn, ohne sich sonderlich anzu- strengen, mit 6:3, 6:4, 6:2. Henkel trifft in der Vorschlußrunde auf den Franzosen Deftremeau. Bei den Frauen gab es eine Ueberraschung, da die Polin Jedrzejowska über die amerikanische Wimbledonsiegerin Helen Jacobs glatt 6:3, 6:4 gewann. * Auf der Avus wurde am Freitag während des ganzen Taaes trainiert. Am Vormittag waren die Motorradfahrer auf der Bahn. Hier fuhr Ley auf BMW. mit 189,8 Stundenkilometer die schnellsten Runden, dicht gefolgt von feinem Markenkameraden Gall. Am Nachmittag kamen die Rennwagen auf die Bahn. Manfred von Brauchitsch mit 280 Stundenkilometer bei fliegendem Start und Fagioli mit 279,6 Stundenkilometer bei stehendem 64art waren die Schnellsten. Einen italienischen Fußballsieg gab es im Länderkampf mit Norwegen in Oslo. Dor 30 000 Zuschauern siegten die Italiener durch Tore von Mezazza und Piola (2) 3:1 (2:0). Den Ehrentreffer der Norweger, die den verletzten Jörgen Juve ersetzen muhten, schoß Danielsen. Rundfunkprogramm. Sonntag, 30.2Nai. 6 Uhr: Hasenkonzert. 8.10: Gymnastik. 8.30: Deutsche Scholle. 8.45: Orgelmufif. 9: Christliche Morgenfeier. 9.30: Handwerkliche Feierstunde. 10.30: Chorgesang. 11.15: Seefahrt ist not. Gorch Fock zum Gedächtnis. 12: Tanzweisen aus aller Welt. 14: Für unsere Kinder. 14.30: Unterhaltunaslonzert. Als Einlagen: 1. Berichte vorn Festzug des deutschen Handwerks. 2. Berichte vorn Deutschen Jugendfest BDM. und Jungmädels. 15.30: Handball- Länderkampf Deutschland — Ungarn. 16: Nachmittagskonzert. Als Einlagen: 1. Berichte vom Autorennen auf der Avus Berlin. 2. Ausschnitte aus der Großkundgebung des Deutschen Handwerks auf dem Opernplatz Frankfurt a. M. 18: 6. Hessentag der NSDAP, in Kassel. 18.30: Lob des Handwerks. Ein fröhliches Spiel zum Handwerkertag. 19.30: Sportspiegel. 20: Großes Unterhaltungskonzert. Als Einlage: Berichte vom 6. Hessentag der NSDAP, in Kassel. 22: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). 22.15: Sportbericht. 22.30: Wir bitten zum Tanz. 24 bis 2: Nachtmusik. ITlonfag, 31. Mai. 6 Uhr: Choral, Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. In der Pause, 7: Nachrichten. 8.10: O Auf Wunsch erleichterte Zahlungsbedingungen! Ehestandsdarlehen! Sessel, Chaiselongues, Couches, viele Modelle und Ausführungen werden in jeder Hinsicht Ihren Ansprüchen gerecht und erleichtern Ihren Einkauf. Ueberzeugen Sie sich, wie gut und preiswert Sie auch Stepp- und Daunendecken bei uns kaufen können. Wir garantieren auch für unsere billigsten Preislagen beste Verarbeitung. Polstermöbel pte’ Vfx« \st. - tot- .xaa9en Teppiche Dekorationen, Stores, Grob- u. Florentiner-Tülle, Voile, Kettendrucke, Krepps, Schwedenstreifen, in vielen Preislagen und für jeden Geschmack. Steppdecken aller Webarten, Brücken, Bettumrandungen, Vorlagen, Läuferstoffe In allen Breiten, in der bekannten großen Auswahl und Preiswürdigkeit. 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Die Bevölkerung der Stadt Gießen wird gebeten, ihre Hauser zu beflaggen und so ihre Verbundenheit mit den 116ern zum Ausdruck zu bringen. KURTHEATER BAD-NAUHEIM 3771 D X Der Kreisleiter des Kreises Wetterau der NSDAP. Dr. Hildebrandt. Ter Oberbürgermeister der Stadt Gießen Ritter. Mittwoch, den 2. Juni 1937 abends 7.45 Uhr im großen Bühnensaal Gastspiel der Staatsoper München ■M Nachlässe holten Veröffentlichungen einer Anzeigei ■■II Oet? Bavbiev von Sevilla Komische Oper in 2 Aufzügen Text nach Beaumarchais von Cesar Sterbini Musik von 6. Rossini Musikalische Leitung: KarlTutein - Spielleitung* Carl Seydel - Bühnenbilder: Albert Rall Ende etwa 10.45 Uhr Karten zu 2.50, 3.50, 4.50, 5.50 und 6.50 RM. an der Theaterkasse des Kurhauses »Monte und M.S. 0ie, Hellesylt, Metok, Olden. Eidfjord. RM. i, Svartisen, Nordkap, Hammerfest, Nach den an einschließlich voller Verpflegung dem Nordkap und Spitzbergen an Hamburg. Fahrpreis von RM. 240 Hamburg über Odda, Bergen, Kopenhagen. 6. Juli ab Travemünde — 01 e, Hellesylt. Merok, Be Nach den norwegischen Fjorden und dem Nordkap Hamburg über Oslo, Olden,, t, Olden, Baiholm, Gudvangen. Fahrpreis von RM. 190. nach den schönsten norwegischen Fjorden 26. Juni ab Hamburg — 5. Juli in Travemünde über Eidfjord, Gießen: Reisebüro, Seltersweg 89 3741 Zehn ötägige London-Reisen von Juli bis September. Fahrpreis Sie trinken bestgepflegtes Dortmunder Union bell Kulmbacher-dunkel im Forstgarten Heute 02738 Sommerfest im Freien mit Lampionbeleuchtung Es wird eine prima Bowle ^angesetzt, reichh., kalt Büfett Geburts-Anzeigen liefert Brühl'sche Druckerei Zum 116er Tag ins ,Rheingold1 Ludwigstraße B - Haltestelle Ludwigsplatz Schöne schattigeVeranda erstklassige Speisen u. Getränke bei billigster Berechnung Durchgehendgeöffnet. Volkstümliche Naturwissenschaft in reichbebilderten, leichtverständlichen Werken und in verschiedenen Preislagen bieten unsere Verlagserzeugnisse. 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Paraffin wird ferner kosmetisch verwendet zu Paraffinpackungen und Paraffineinspritzungen, oeispielsweise bei der Verschönerung einer Sattelnase. Paraffin wird bei Salbenbereitung verwendet. Das fluffige Paraffin ist außerdem ein gutes Abführmittel, das den Darm nicht angreift und keine Gewöhnung hervorruft. Den Geschmack kann man durch Zusatz von etwas Pfefferminzöl verbessern. Am besten nimmt man täglich abends einen Eßlöffel voll. Parallel, griech. Bedeutung nebeneinander, im gleichen Abstand laufende Linien oder Flachen. Paralyse (griechisch, Auflösung, Lähmung): Aufhören des Ner- veneinflustes^ der Innervation, so daß eine Lähmung und besonders ein« Bewegungslähmung entsteht. P. wird meist gebraucht für „progreflive Paralyse", im Volksmund Gehirnerweichung genannt. Es ist eine besondere Form der syphilitischen Eehirn- erkrankung, die etwa 8 bis 15 Jahre nach der Ansteckung auftritt und ohne Behandlung in 2 bis 3 Jahren zum Tode führt. Jetzt hat man in der Behandlung mit Malaria ein Mittel gefunden, den Verfall aufzuhalten. Die Krankheit geht mit einer völligen Zerstörung von Gehirn« einlage mit dünnem Stoff überzogen. Papierwäsche kann nicht gewaschen werden, ist aber für Kragen sehr praktisch, da sie das Bügeln erspart und ein sauberer neuer Papierkragen immer bester aussieht, als ein beschädigter Leinenkragen. Papinscher Topf, nach dem Erfinder benannter Dampfkochtopf, der unter festem Verschluß Speisen bei niedriger Temperatur und damit bedingter Brennftoff- ersparnis schneller gar kocht, als dies in gewöhnlichen Töpfen geschieht. Vappelholz, Nutzholz der Pappel, bäume, wird viel als Sperrholz bei der Herstellung von Möbeln verwendet, die mit einem wertvolleren Holz furniert werden. Paprika, Beißbeere, Frucht eines Nachtschattengewächses, aus der roter Pfeffer, auch Cayennepfeffer genannt, hergestellt wird. Die Früchte kann man aber auch als Gemüse kochen und mit gehacktem Fleisch füllen, sie müssen aber noch unreif, also grün sein. Kleine Früchte werden in Mixed pikles eingemacht oder beim Einmachen von Gurken als Würze beigegeben. Paradeis, Pardeisaofel, ht Österreich, heute noch vielfach gebräuchliche Bezeichnung für Tomate. Paradiesvogel, Sperlingsvögel der australischen Inseln, dessen bunte Federn als Schmuck von Damenhüten verwendet werden. Paraffin, wachsähnliches Gemisch von Kohlenwasterftoffen, das zur Gymnastik. 8.30: Musik zur Frühstückspause. 10: Schulfunk. 10.30: Hausfrau, hör zu! 11.45: Deutsche Scholle. 12: Schloßkonzert. 13: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). 13.15: Schloßkonzert. 14: Nachrichten. 14.10: Zur gefl. Auswahl. Klingendes Kunterbunt. 15: Für uryere Kinder. Was können wir im Freien spielen? 15.30: Volk und Wirtschaft. 16: Nachmittagskonzert. Als Einlage: Wanderung durch Deutschland: In Thüringen. 18: Das Franzosendorf. 18.30: Musikalisches Mosaik! 19: Stuttgart spielt auf. 19.45: Der Zeitfunk bringt den Tagesspiegel. 20: Nachrichten. 20.10: Wir spielen zum Tanz. 22: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). 22.30: Nachtmusik und Tanz. 24 bis 2: Nachtkonzert. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinden. Sonntag, den 30. Mai. Gießen. Ztadtkirche. 8 Uhr: Pfarrverwalter Damerau; zugleich Christenlehre für die Matthäus- gemeinde; 9.30: Pfr. Becker; 11: Kinderkirche für die Markusgemeinde; Pfr. Becker. — Johanneskirche. 8: Ordination des Pfarramtskandidaten Paetow durch Propst Knodt; 9.30: Professor D. Haenchen; 11: Militärgottesdienst; Pfr. Ausfeld; 14: Kinderkirche für die Johannes- und Militärgemeinde; Pfr. Ausfeld: 20: Missionsstunde mit Lichtbilderoortrag im Johan- nessaal; Missionar Walther. — Kapelle des Allen Friedhofs. 9.30: Feierliche Eröffnung des Konfirmandenunterrichts der Luthergemeinde; Pfarrvikar Weckerling; 11: Kinderkirche für die Luthergemeinde; Pfarrvikar Weckerling. — Petruskapelle (Wetzlarer Weg 59.) 9.30: Pfr. Grießmer; 10.45: Kinderkirche für die Petrusgemeinde; Pfarrassistent Corvinus. — Dieseck. 9.30: Gottesdienst; 10.45: Kinderkirche; 15: Bibelstunde. — Alten-Buseck. 10: Gottesdienst. — Trohe. 13: Gottesdienst. — Steinbach. 10: Gottesdienst; anschließend Christenlehre. — Albach. 12.30: Gottesdienst. — Rödgen. 10: Gottesdienst. — Annerod. 12.30: Gottesdienst. — Heuchelheim. 10: Hauptgottesdienst; 11: Christenlehre. — Kirchberg. 10: Gottesdienst; 11: Christenlehre für die weibliche Jugend: 13.30: Kindergottesdienst. — Lollar. 9: Kindergottesdienst. — Daubringen. 10: Gottesdienst; 11: Kindergottesdienst. — Klein-Linden. 9: Gottesdienst; Christenlehre für die männliche Jugend; 10.15: Kindergottesdienst. — Watzenborn-Steinberg. 13: Gottesdienst. — Garbentelch. 10: Gottesdienst. — Hausen. 13: Gottesdienst. — Langsdorf. 11: Haupt- oottesdienst; 13.30: Kindergottesdienst. — Vellen- Hausen. 8.45: Jugendgottesdienst; 9.30: Hauptgottesdienst. — INünzenberg. 10.30: Gottesdienst; 13: Christenlehre. — Trais-Münzenberg. 8.30: Gottesdienst; Christenlehre. — Hungen. 9.15: Kindergottesdienst; 10: Gottesdienst. — Göbelnrod. 9.30: Gottesdienst.— Harbach. 12.30: Gottesdienst; Christenlehre. — Beltershain. 14: Gottesdienst; Christenlehre. Montag, den 31. Mai. Lollar. 20.15 Uhr: Bibelstunde. Mittwoch, den 2. Juni. Gießen. Stadtkirche. 20.30 Uhr: Abendandacht. Donnerstag, den 3. Juni. Gießen. Iohannessaal. 20 Uhr: Bibelstunde; Pfr. Ausfeld. — Kirchberg. 20.30: Helferkreis des Kindergottesdienstes. Evangelische Sladtmission (Christliche Gemeinschaft innerhalb der Kirche), Löberstraße 14. Sonntag, den 30. Mai. 8.30 Uhr: Morgenandacht; 9.45: Sonntagsschule; 20.30: Evangelisationsvortrag. — Mittwoch, den 2. Juni. 20.30: Bibelstunde. Reuapostolische Gemeinden, Händelstraße 1, Eder- straße 13. Sonntag, den 30. Mai. 9.30 Uhr: Gottesdienst; 16: Gottesdienst. — Mittwoch, den 2. Juni. 20.30: Gottesdienst. Katholische Gemeinden. Samstag, den 29. Mai. Gießen. 16.30 und 19 Uhr: Beichtgelegenheit. Sonntag, den 30. Mai. 2. Sonntag nach Pfingsten. Gießen. 6.30 Ustr: Beichtgelegenheit; 7: hl. Messe; 9: Hochamt mit Predigt; 11.15: hl. Messe mit Predigt; 14.30: Christenlehre und Andacht. — Grünberg. 9.45: Hochamt mit Predigt. — Lich. 10: Hochamt mit Predigt: 20: Vortrag und Andacht. — Hungen. 8: Hochamt mit Predigt. — Nidda. 8.15: Hochamt mit Predigt. — Schollen. 10.30: Hochamt mit Predigt. Montag, den 31. Mai. Gießen. 20 Uhr: Andacht mit Segen. — Laubach. 7.30: hl. Messe. Dienstag, den 1. Juni. Gießen. 20 Uhr: Andacht mit Segen; 20.30: Bibelstunde. Mittwoch, den 2. Juni. Gießen. 20: Andacht mit Segen. — Hungen. 6.15: hl. Messe. Donnerstag, den 3. Juni. Gießen. 20 Uhr: Andacht mit Segen. veffenlllcher Sonntagsdienst. Polizei: Telefon 2751, nur in dringende» Notfällen Telefon 01. Feuerwache: Telefon 2244/45, Notruf Telefon 02. Hauptpostamt: Beschränkter Schalterdienst 8 bis 21 Uhr. Stadtpostamt: Für Schließfachabholer 1 bis 13 Uhr. Sanitätskolsnne: Telefon 2500. Falls behandelnder Arzt nicht zu erreichen: Arzt: Dr. Neumann-Spengel. Zahnarzt: Dr. Schüttler. Apotheke: Pelikan-Apotheke. * Autohilfe: Rufnummer 04 beim Postamt Gießen. Bedruckte Sommerstoffe in einer fabelhaft schönen und großen Auswahl zu bekannt niedrigen Bernard-Preisen Dirndl Stoffe Deutschmuslin / Vistramuslin Voile / Pique-Voile / Organdy Krepp Maroc / Mattkrepp Krepp Satin / Georgette Borkenkrepp / Cloquö Stoffspezialhaus ernard&Sohn Gießen, Plockstraße 14-16 __3776 A Hochbetrieb im Labor! „Licht und Schatten“ und all die vielen anderen Photofreunde haben mit Freude und Schwung die neue Knipssaison begonnen! In dieser Zeit liefert mein Labor den Beweis für wirkliche Leistung. Sorgfältig, schnell und sicher wird das Beste aus Ihren Negativen herausgeholt. Verschiedene 1OOO Bilder werden täglich hergestellt. Im ganzen Betrieb herrscht eine emsige Tätigkeit. - Bringen auch Sie Ihre Photo-Arbeiten zu Photo — Kino, Kreuzplatz 9 Wanderer-Markenräder schon ab RM. 64.- Spezial-Räder ab RM. 82.50. Linker & Sohn Ludwigstraße 16 2087d Vornehml Geschmackvoll! PersönlichI Diese wesentlichen Eigenschaften der guten Familien - Drucksache bietet Ihnen In zahlreichen neuzeitlichen Aus- führungsarten und Papieren zu mÄBIgen Preisen Brühl’sche Druckerei, Schulstr. 7, Ruf 2251 Paralytiker substanz einher und daraus erklären sich auch alle Krankheitserscheinungen. Geistig beginnt die Krankheit ganz allmählich mit Zerstreutheit, Nachlässigkeit, Gedächtnisschwäche, Vergeßlichkeit, Abnahme der Urteilsfähigkeit. Daneben tritt eine gewisse Stumpfheit des Gemütes auf, Reizbarkeit, mangelndes Feingefühl, Stimmungswechsel. Die Sprache wird unsicher, lallend, stotternd. Beim Schreiben werden Silben und Wörter ausgelassen, die Schrift selbst wird unsicher und zittrig. Bei den ersten Anzeichen schon ist unbedingt ein Arzt aufzusuchen, damit noch vor zunehmendem Verfall durch eine Malariakur dem weiteren Fortschreiten Einhalt geboten werden kann. Bei Nichtbehandlung schreitet der Verfall außerordentlich rasch fort, die Kranken verblöden vollständig. Bei progressiver Paralyse ist die Wassermannsche Reaktion (s. d.) in der Rückenmarksflüssigkeit immer positiv. Ohne vorausgegangene Infektion mit Syphilis ist progressive Paralyse unmöglich. Paralytiker: 1. Gelähmter, 2. ein an Gehirnerweichung, also an progressiver Paralyse Leidender. Paramente, lat., Gewänder oder Altarbekleidung, die beim katholischen Gottesdienst gebraucht werden. Paranoia: „Verrücktheit", eine Geisteskrankheit, die mit zur Schizophrenie (s. d.) gehört und Paratyphus die sich besonders durch das Vor- herrschen von Wahnideen (Größen-, Verfolgungs-, Eifersuchtswahn) auszeichnet. Paranuß, brasilianische Kasta- nie, wohlschmeckende Nuß in sehr harter, eckiger Schale, aus der auch Oel gewonnen wird, das als Speiseöl und zur Seifenherstellung dient. Paraplui, entbehrliches französisches Fremdwort für Regenschirm. Parasiten sind Schmarotzer aus der Tier- und Pflanzenwelt, die auf Kosten ihres höher organisierten Wirtes leben (vgl. Bandwurm, Madenwurm, Spulwurm). Parasol, entbehrliches französisches Fremdwort für Sonnenschirm. Paratyphus, eine ansteckende Darmkrankheit, die ähnlich wie Thypus verläuft. Wird aber nicht durch Typhusbazillen her- oorgerufen, sondern durch den Genuß verdorbener Nahrungsmittel (vor allem Fleisch),' in denen sich der Erreger, der Para- typhus-8-Bazillus, befindet. Erscheinungen: Heftiger Brechdurchfall mit kolikartigen Schmerzen, meist hohes Fieber, Wadenkrämpfe. Im allgemeinen verläuft die Krankheit gutartig, doch kann der Brechdurchfall, wenn der Stuhl mit Blut untermischt ist, sehr bedenkliche Formen annehmen. Man wende sich daher auf jeden Fall an den 888 Eine gute Papierschere ist überall dort notwendig, wo des öfteren Papier geschnitten wird Solche guten Papierscheren gibt es bei Häuser sehr preiswert. Auch in Haushaltscheren und anderen Stahlwaren zeigt Ihnen Häuser stets eine reiche Auswahl. J. B. Häuser, Gießen, am Oswaldsgarten, Fernsprecher 2145/2146. 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