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Januar M7 Lrschetm tftgltd), autza Sonntags and Feiertags Beilagen: Vie illustrierte Gießener Familienblätter Hermat im Bild Die Scholl» Monatr-Vezugspretr: Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte . 1.80 Zustellgebühr .. . -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Kernsprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnach» richten Anzeiger Siesten Postscheckkonto: Krankfurt am Main 11686 Metzeim Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühl'sche Unwersttätr Such- und Ztemdruckerei R. Lange in Gießen. Schristleitung und Geschäftsstelle: Schulstrahe 7 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis8'/,Uhr des Vormittags Grundpreise für I mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Text- anzeigen von70mm Breite 50 Rpf.,PIatzvorschrift nach vorh.Dereinbg.25°/„ mehr. Ermästigte Grundpreise: Stellen-, Vereins», gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf, Familienanzei- gen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B Polizei und GS. verbürgen die innere Sicherheit des Reiches. Eine Unterredung mit dem Reichsführer SS Himmler. Oie Außenpolitik des neuen Reiches. Von Dr. Hans von Malottkl. Vier Jahre sind eine kurze Zeitspanne, zumal im Leben eines Volkes. Wie es aber Momente gibt, die den Einzelnen um Jahre reifen lassen, so kann auch ein Volk das Glück von Entwicklungen haben, die es in kurzer Zeit um Jahrzehnte vorwärts bringen. Wenn der lammende Jahrestag der Gründung des neuen Reiches ganz allgemein zu solchen Gedanken führt, so drängen sie sich erst recht dem außenpolitischen Betrachter auf. Denn wie auf allen anderen Gebieten der nationalen Lebensäußerung, so stellen die letzten vier Jahre auch in der Auseinandersetzung des deutschen Lebenswillens mit der Umwelt eine Schicksalswende dar. „Außenpolitisch wird die nationale Regierung ihre höchste Million m der Wahrung der Lebensrechte und damit der Wiedererrcngung der Freiheit unseres Volkes sehen." So hieß es in bündiger Kürze in der Proklamation Adolf Hitlers an dos deutsche Volk. Und was damals als heißer Wunsch, aber auch als schier unlösbare Aufgabe empfunden wurde, tst heute gesicherter Besitz und stolze Wirklichkeit! Die einzelnen Etappen und erregenden Höhepunkte dieses Marsches zu äußerer Freiheit und Sicherheit sind noch in frischer Erinnerung. Am 17. Mai 1933 sprach Adolf Hitler zum erstenmal im Reichstag über das außenpolitische Programm des neuen Deutschland. Schonungslose Geißelung der Unvernunft von Versailles ging Hand in Hand mit positiven Vorschlägen. Deutlchland habe abgerüstet, es sei endlich Zeit, daß auch die anderen ihr Versprechen einlösen. Dann ein praktisches Angebot: internationale Rüstungskontrolle und Verzicht auf Angriffswaffen. Dazu fei Deutschland bereit, aber alles nur auf der Grundlage der Ehre und Gleichberechtigung. Seine Erklärung, „daß Deutschland sich unter keinen Umständen zu einer Unterschrift nötigen lassen werde, die eine Verewigung der Diskriminierung Deutschlands bedeuten würde", schuf klare Verhältnisse. Niemand dürfte deshalb überrascht sein, als Deutschland sechs Monate später die A b r ü st u n g s- konferenz verließ und sich durch Austritt aus dem Völkerbund seine Handlungsfreiheit sicherte. Dem Starrsinn und Uebelwollen der ehemaligen Siegermächte wurden die Forderungen des Rechts und der Gerechtigkeit entgegengestellt: „Die unumschränkte Zubilligung der Gleichberechtigung ist die unumgängliche moralische und materielle Voraussetzung für jede Teilnahme an internationalen Einrichtungen und Verträgen". Hin und her ging der diplomatische Kampf. Die Dinge spitzten sich zu. Am 17. April 1934 schlug Barthous „Nein" endgültig die Tür zu. Frankreich verstärkte seine Rüstungen und seine Alliancen. Die Verkündung der zweijährigen Dienstzeit jenseits des Rheins zwang schließlich zum Handeln. Am 16. März 1935 nahm sich Deutschland durch einen Akt der Selbsthilfe seine Wehrfreiheit wieder, nachdem der „normale" Weg sich endgültig als nicht gangbar erwiesen hatte. Weil die deutsche Außenpolitik eine Politik des Friedens ist, ließ sie es bei dieser Reaktion nicht bewenden, sondern verband sie mit konstruktiven Vorschlägen: In seiner großen Reichstagsrede am 21. Mai 1935 legte Adolf Hitler der Welt ein wahr- l)aft europäisches Programm vor, das in 13 Punkten auf der Grundlage der Gleichberechtigung nochmals Frieden und Verständigung anoot. Neue Wege wurden gewiesen; daß sie bei gutem Willen gangbar waren, zeigte das wenig später geschlossene deutsch-englische Flottenabkommen. Frankreich blieb im alten Gleis. Unvernunft und Vormachtsgelüste ließen die französische Politik nach Moskau gehen. Russenpakt, Locarno - Krise und Rheinlandbesetzung waren die weiteren Stationen einer Entwicklung, die ganz anders verlief, als man am Quai d'Orsay erhofft hatte. Was aber war ihr Sinn und ihre tiefere Bedeutung? Denn die These von den deutschen „Vertragsbrüchen" war ja nur ein untaugliches Alibi für den schlechten Willen der Gegenseite. In Wahrheit hatte Deutschland ein widernatürliches Formalrecht zerbrochen und damit den Weg für eine bessere Zukunft und für eine wahre Friedensordnung freigemacht. Europa hätte nun — und nun erst — politisch gesunden und feine natürliche Struktur wiederfinden können. Aber eben hier liegt die Wurzel dessen, was man die europäische Tragik nennen könnte. Man maß die deutschen Aktionen nicht an den Erfordernissen echten Gemeinschaftslebens, sondern an jenem Kollektiv-System Versailler und Genfer Prägung, das nie etwas anderes als ein Mittel der Niederhaltung Deutschlands war und fein sollte. Die Folge? Man redete aneinander vorbei. Was wir uns als Verdienst anrechneten, nämlich die Beseitigung wahnwitzigen Unrechtes mit friedlichen Mitteln und ohne berechtigte Interessen anderer zu verletzen, das wurde als Fremdkörper innerhalb der Versailler Welt empfunden und als eine Kette von „Friedensstörungen". Typisch aber auch bestürzend die Behauptung, Deutschland habe mit der Rheinlandbesetzung Frankreichs „Sicherheit" gefährdet; mar doch nach den „Verträgen" der Schritt auf eigenem Grund und Boden eine „Angriffshandlung!" Hier von verpaßten Gelegenheiten zu sprechen, ist durchaus am Platze. Denn es ist gerade das eigentliche Verdienst und der tiefste Sinn der deutschen Außenpolitik, Tatbestände, die in Versailles mit Bedacht negativ gehalten waren, nicht nur beseitigt, sondern darüber hinaus noch ins Positive gewendet zu haben. So war es z. B. bei der Saar abstimMung. Deutschland begnügte Berlin, 29. Jan. (DNB.) Der Reichsführer SS. und Chef der deutschen Polizei, Heinrich Himmler, erklärte einem Schriftleiter des „Berliner Lokalanzeigers" u. a.: Einer Gefahr vorzubeugen ist möglich, 'wenn man die Gefahr erkennt und über eine geschulte Polizei verfügt. Aber wir wollen die Gefahr a u s s ch a l t e n , wir wollen keine Gefahr mehr fürchten müssen, wenn wir leben und arbeiten. Deshalb habe ich mir zwei Aufgaben gestellt: Die Erziehung der Polizei durch bie Gemeinschaft mit der SS. und die Mitarbeit des Volkes in größtem Maße. Natürlich bedarf es auch der Kräfte der Abwehr. Kampf gegen die Giaatsfeinde. An unseren Grenzen herum liegen die N e ft e r des Bolschewismus. Staaten, welche diese Gefahr nicht erkannt haben oder nicht erkennen wollen, geben den Agitatoren und Sendboten des Bolschewismus breiten Spielraum. Wir können auch in einem nationalsozialistischen Deutschland, das sich mit der fast hundertprozentigen Einmütigkeit der letzten Volksabstimmung zu Adolf Hitler bekannte, nicht darauf verzichten, stets alle polizeilichen Mittel zum Kampf gegen den Kommunismus bereitzuhalten. Das ist die Aufgabe der Geheimen Staatspolizei, die auch dort eingreifen muß, wo die wirksamste Waffe gegen den Kommunismus, die Einheit der Nation, durch Eigenbrötler und kleine Gruppen von Staatsfeinden gefährdet wird. Wir verfolgen um der Einheit der Nation willen nicht nur den Kommunismus, sondern alle reaktionären U m - triebe, jeden politisierenden Angehörigen einer Konfession, der Meinungsverschiedenheiten politischer Art mit dem Deckmantel konfessionellen Gegensatzes austragen will. Wir verfolgen ebenso Berlin, 29. Ian. (DNB.) Die Reichsprefsestelle der NSDAP, teilt mit: Der Stellvertreter des Führers, Rudolf h e ß, hält heute eine Reihe von Einzelbe- fprechungen ab, die am gestrigen Donnerstag bereits begonnen haben und in deren Verlauf sämtliche Gauleiter der NSDAP, diejenigen politischen, wirtschaftlichen und sozialen Fragen, die für die Bevölkerung ihres Gaues von Belang find, dem Stellvertreter des Führers vortragen. Diesen Linzelbesprechungen folgt am Freitagnachmittag eine Tagung der Reichslei - ter und Gauleiter, in der der Stellvertreter des Führers und der Reichsvrganifationsleiter der NSDAP. Dr. Ley das Wort ergreifen werden. Anschließend werden die Reichs- und Gauleiter sowie eine Anzahl anderer führender Wanner der Partei den Vorabend des 30. Januar im kameradschaftlichen Beisammensein mit dem Stellvertreter des Führers verbringen. * Die Nationalsozialistische Parteikor- respondenz schreibt dazu u. a.: Der deutsche Volksgenosse kennt den Begriff der Gauleitertagung. Er weiß, daß in diesen Stunden-s e i n e eigenen Sorgen und Wünsche, alle die tausendfältigen in jedem Gau verschiedenen Fragen der Einzelfür- sorge für das Wohl der Nation unmittelbar dem Stellvertreter des Führers und feinen engsten Mitarbeitern dargelegt werden, die wiederum — dank der Tatsache, 'daß der Führer die obersten Spitzen sich nicht mit der Rückkehr der Saar-Deutschen zum Reich, sondern schuf durch die Erklärung des Führers, daß nun kein ernsthafter Streitgegenstand mehr zwischen dem Reich und Frankreich liege, eine Plattform für wahren Aufbau und Verständigung. Sie ist bis heute ebenso unbenutzt geblieben wie andere Friedensbeiträge des Führers. Dort aber, wo man guten Willen zeigte, ergaben sich stets — und selbst in schwierigen Fällen — befreienoe Wirkungen. Wir erinnern nur an den Ausgleich mit Oefterreich, an die Achse Berlin —Rom und nicht zuletzt an jenes deutsch-polnische Abkommen, das zusammen mit der Danzig-polnischen Verständigung einen der gefährlichsten Punkte des europäischen Lebens stabilisierte. Man wende nicht ein, daß auch seither noch Spannungen und Verstimmungen mit dem östlichen Nachbarn nicht ausgeblieben sind. Schwierigkeiten und Reibungen sind unvermeidliche Begleiterscheinungen im Lebenskampf der Nationen. Vor allem bann, wenn es sich um einen Raum handelt, der durch die Verzahnung deutschen und polnischen Volkstums und durch beiderseitige historische Erinnerungsbilder und Ansprüche belastet und dadurch besonders empfindlich ist. Entscheidend sind nicht die zeitweiligen Schwierigkeiten, entscheidend jeden, der für eine Konfession irdische Machtansprüche erheben zu müssen glaubt. Kulturelle Arbeit. Polizei und SS. tun ihre harte Pflicht weil sie von der Größe Deutschlands und der Notwendigkeit dieser Aufgabe überzeugt sind. Das gleiche Korps, das feinen nüchternen täglichen Dienst macht, wirkt auch mit an der Gestaltung und Vermittlung deutscher Kulturwerte. SS.-Män- ner gestalteten die Heinrichsseier in Quedlinburg. SS.-Männer formen künstlerische Werke in einer eigenen Porzellanmanufaktur in Allach bei München. SS.-Männer fördern durch Grabungen die Erkenntnis der hohen Kultur deutscher Vorzeit. Für Sicherheit, Sitte und Anstand. Das Gespräch wendet sich zu den einzelnen Aufgaben der Polizei: Nehmen wir zunächst die Kriminalpolizei. Die Zahl der Berufsverbrecher ist durch das rücksichtslose Eingreifen, das seit 1933 Platz gegriffen hat, schon zurückgegangen. Aber wir werden noch wesentlich weiter kommen. Oder nehmen wir die Verkehrspolizei. Wir haben früher 6000 Tote und Hunderttausende von Verletzten in einem Jahre gehabt. Von dieser Zahl müssen wir herunter, und zwar nicht nur mit Mitteln der Bestrafung der begangenen Verkehrssünden, sondern mit positivem Zupacken, wobei Volk und Polizei sich gegenseitig unterstützen. Gegen Verkehrssünder wird scharf vorgegangen, vor allem gegen diejenigen, welche unanständig und unritterlich fahren. Hier soll die Mitarbeit des NSKK. einsetzen. Dor allem aber wird für die Erziehungsarbeit die Mitwirkung des Pg. Dr. Goebbels wertvoll fein, dessen Propagandaapparat bei der Verbreitung der Grundsätze für der Partei unmittelbar mit den obersten Spitzen des Staatsapparates in engsten sachlichen und gesetzlichen Zusammenhang gebracht hat — die Anregungen der Partei unmittelbar an den Staat herangetragen. Dieses Mal hat die Gauleitertagung ein neues Gesicht dadurch erhalten, daß der eigentlichen Taaung eine besondere Besprech u n g des Stellvertreters des Führers m i t j e ö e m einzelnen Gauleiter vorangeht. Hier wird den Problemen, die auf der Tagung in ihrer allgemeinen Struktur zur Sprache kommen, in allen — oft in jedem Gau verschiedenen — besonderen Gesichtspunkten auf den Grund gegangen. Wir denken angesichts dieser Arbeit, an der das ganze Volk den tiefen Sinn der inneren Organisation erkennt, die der Führer unserem nationalen Leben gegeben hat, daran, um wie viel vernünftiger dieser Zusammenklang von Volksführung und Staatslenkung ist, als es etwa die Methode einer Zeit war, in der Dutzende von Gruppen und Grüppchen, Hunderte von Parlamentariern, deren Heimat nicht ein Gau, sondern die Wandelhalle und deren Wunsch nicht die Wohlfahrt der Nation, sondern der parlamentarische Vorteil war, sich „Volksvertreter" nannten. Der Weg vom Volk zum Staat ist heute einfach und klar geworden. Der Führer hat die Partei von oben bis unten auf dem Prinzip der L e i ft u n g und Verantwortung der Persönlichkeit aufgebaut und sie mitten im Volke verwurzelt. Er hat ihr den Auftrag gegeben, Sprecherin der Nation sowohl im einzelnen Leben des Volksgenossen wie auch in der Einzelarbeit des Staatsapparates zu fein. Sie verwirk-1 ist vielmehr, daß Deutschland und Polen sich ein Instrument geschaffen haben, um dieser Schwierigkeiten Herr zu werden. Auf die Gesinnung und die innere Einstellung zu den Dingen kommt es an, und wenn das Abkommen mit Polen etwas beweist, dann dieses, daß man mit dem Willen zur Heilung auch schmerzhafte Stellen berühren darf. Es würde anders aussehen in Europa, wenn man auch anderwärts in diesem Geiste Außenpolitik treiben und sich nicht auf Grundsätze versteifen würde, die nur der Erhaltung alter Spannungen und Gegensätze dienen. Solange man sich das Recht zu politischer und militärischer Einkreisung des Reiches vorbehält, deutsche Dorleistunaen und „Vertrauensbeweise" verlangt und die bolschewistische Gefahr nicht sehen will, kommt man der vielberufenen „europäischen Regelung" nicht näher, sondern erhöht nur das europäische Gefahrenrisiko. Es ist demgegenüber ein erfreuliches Zeichen, daß mit Italien und Japan zwei weitere Großmächte sich gegen den Wahn wenden, als sei der Bolschewismus eine Staatsform neben anderen und könne aus der Staatengemeinschaft nicht ausgeschlossen werden. Hier liegt das für die kommende Entwicklung entscheidende und alles beherrschende Problem: die verschiedene Bewertung des Bolschewismus. Solange hier nicht eine einh"it- anständiges Verhalten im Verkehr wirksame Hilfe leistet. Reichsführer SS. Himmler äußerte sich dann über die Bekämpfung der Vergehen und Verbrechen gegen den § 17 5 und über die Bekämpfung der Abtreibung: Wir haben die Aufgabe, neben der unnachsichtlichen und unbarmherzigen Verfolgung der Verführer und der Täter mit den Einrichtungen zum Schutze der Jugendlichen gegen solche Verbrechen zusammen» zuarbeiten. Sie Konzeniralionslager. Es kann sich jeder in der Welt heute, wenn er will, davon überzeugen, daß wir die unbedingt notwendige Einrichtung der Konzentrationslager so ordentlich und sauber durchführen, wie es überhaupt nur nach menschlichem Ermessen möglich ist. Die Konzentrationslager sind für zwei Gruppen von Menschen notwendig: Das sind einmal die Unverbesserlichen, die immer die Funktionäre und Anführer politischer Verbrechen sind. Für diese Menschen werden wir die Tore der Konzentrationslager nicht wieder öffnen können. Daneben sitzen in den Konzentrationslagern aber auch Verführte, die noch zu gewinnen sind. Wir wirken auf sie nicht mit den Mitteln politischer Erziehung, sondern nur mit dem bewahrten Mittel regelmäßiger Ordnung, Arbeit und strenger aber gerechter Disziplin. Die Bewachung der Konzentrationslager durch die Hundertschaften der SS.-Totenkopsverbände verbürgt eine solche Disziplin, aber auch eine gerechte, menschliche Behandlung, denn wir sind keine Polizei des Staates gegen das Volk, sondern die aus dem Volke gewachsene Polizei des Führers für das Volk. licht so in allen Fragen des Tages stets neu den großen Gedanken der nationalen Einheit, die Adolf Hitler als der Führer des deutschen Volkes und Reiches in den großen Problemen der Zeit für Gegenwart und Zukunft Deutschlands einsetzt. Die „Adolf-Hitler-Echulen-'. Berlin, 28. Jan. (DNB.) Der Reichsjugendpressedienst meldet: Die wirtschaftspolitischen Referenten der Gebiete der HI., die gegenwärtig in München tagen, trafen in Bad Reichenhall ein, wo der Reichsjugend- f ü h r e r, der aus Anlaß der HJ.-Skimeisterschaften in Bad Reichenhall weilt, feine Mitarbeiter über die Erziehungsgrundsätze aufklärte, die er im. Rahmen der vom Führer gegründeten „Adolf-Hitler - S ch u l e n" zu verwirklichen gedenke. Das Erziehungsideal, das ihm vorschwebt, so sagte er, ift iin Hinblick auf Ueberfommenes umwälzend. Die kommenden Schulen der Partei seien gegenüber der Vergangenheit keine reformierende Bewegung, sondern der Beginn einer Revolution der Erziehung. Dr. Ley und er, so kündigte der Reichsjugendführer an, würden bald die Oesfentlichkeit darüber unterrichten. Baldur von Schirach wies seine Mitarbeiter darauf hin, niemals ein Mißverständnis über sein Erziehungsideal aufkommen zu lassen. Er möchte heute gerade einem alten Grundsatz, zu dem er sich immer wieder bekannt habe, betonen: Jugend ift eine Haltung, mit der man geboren wird und mit der man stirbt. liche Auffassung erzielt wird, redet man sowohl in der spanischen Frage wie auch hinsichtlich der allgemeinen europäischen Aufgabe aneinander vorbei, weil die Voraussetzungen und Ausgangspunkte grundverschieden sind. Es ist das ernsthaft nicht zu bestreitende Verdienst der deutschen Außenpolitik, unabhängig von der verfehlten Versailler und Genfer Methodik neue und furchtbare Energien in das erstarrte europäische Gesamtbild getragen und gleichzeitig Lüe Führung im Kamps gegen die bolschewistische Gefahr übernommen zu haben. So gewiß diese Politik auf die unbedingte Wahrung und Förderung der eine- neu Lebensinteressen bedacht ist und keine Verfälschung der Probleme zuläßt, so gewiß ist sie auch europäisch gedacht und wahrhaft konstruktiv. Die Anziehungskraft, die sie in steigendem Maße auf die gesunden europäischen Kräfte ausübt, möchte man, neben der eigenen Erstarkung, als ein Unterpfand dafür ansehen, daß sich das gesamteuropäische Schicksal, mit dem auch wir verbunden sind, zum Guten wendet. Alle deutschen Sender, mit Ausnahme öef Deutschlandsenders, wiederholen d i e Reichstagsrede des Führers vom 30. Januar atft Sonntag, 31. Januar, von 11 bis 14 Uhr. Zusammenklangvon Volksführung und Eiaaislenkung Reichsleiier- und Gauleiieriagung am Vorabend des 30. Januar. Oie Neugestaltung Europas. Em Aufsatz -er „Times" über -ie Voraussetzungen politischer und wirtschastiicher Zusammenarbeit -er europäischen Nationen. London. 28. Jan. (DNB.) Der englische Plan für eine Hand in Hand gehende politische und wirtschaftliche Neuregelung in Europa wird heute in einem Leitaufsatz der „Time s" erneut aufgegriffen. Das Blatt schreibt, zuerst handele es sich darum, das Nichteinmischungs- fystem für Spanien zu vollenden. Als Nächstes müßten neue Methoden in West- e u r o p a geprüft werden, für die Belgien den Weg gezeigt habe. Das letzte Stadium, das eine gegenseitige Toleranz zwischen Moskau und Berlin, eine Einschränkung der Komintern und eine Rüstungsvereinbarung umfasse, könne nicht ohne eine allgemeine Beteiligung an einem umfassenden Vertrag vollendet werden, nämlich der V ö l k e r b u n d s s a tz u n g, wenn diese auch revidiert, umgeschrieben und neue aufgelegt werden müsse. Das neue Haus könne und müsse in einzelnen Teilen geplant werden, aber es roeioe als ein einziges Ganzes stehen oder fallen. Für all dies habe der Führer selbst einen Grundplan bereits aufgestellt. Die bloße Vermutung, daß Hitler möglicherweise einen neuen Schritt zum Frieden tun werde, habe bereits einige nervöse Journalisten in Frankreich zu der üblichen Suche nach neuen Verwick- lunaen veranlaßt, mit denen sie sich selbst und ihre Leser in Schrecken setzen wollten. Nichts sei jedoch gewisser, als daß eine gemeinsame Grundlage in Europa auch jetzt noch vorhanden sei. Mit der Zeit werde es immer klarer, daß die spanischen Schwierigkeiten nur durch die Spanier selb st gelöst werden könnten. England erinnere sich nicht nur an die Lehren, die es seinerzeit aus seiner Intervention in Sowjetrußland gezogen habe, sondern auch an die Entschlossenheit, mit der es die Einmischungs- versuche im Rheinland nach dem Kriege abgelehnt habe. Ein starkes und unabhängiges Spanien liege im englischen und ohne Zweifel auch im allgemeinen Interesse. Aber die Stärke eines Landes könne nicht erborgt werden. England sei entschlossen, sich nicht an einer neuen „heiligen Allianz" zu beteiligen, die anderen Ländern ihre Politik diktieren wolle. En solches Verfahren führe zur Revolution, würde den Marxisten in die Hand spielen und Europa für den Bolschewismus vorder e i t e n. Die britische Weigerung, sich an einem Krieg der Weltanschauungen zu beteiligen, sei einer dec Grundsätze der europäischen Demokratie. Es handele sich aber nicht um eine bloße Verneinung, sondern um einen Teil eines positiven Aufrufes zur Zusammenarbeit durch einen Staat, der gleicherweise die faschistische und die kommunistische Weltanschauung ablehne. Die Behauptung, daß Deutschland aufgefordert werde, seine Freiheit für ein Linsengericht auszuhandeln, sei ein Witz der Welt. Man biete Deutschland nicht „Konzessionen" oder „Bestechungsgelder" an, sondern einen Anteil an einer wirtschaftlichen Partnerschaft, die, wie alle Vereinbarungen, die Teilhaber gegenseitig verpflichten würde, Dinge zu tun oder nicht zu tun. Das Blatt weist auf die Aeußerung Edens hin, daß eine wirtschaftliche Zusammenarbeit und die politische Befriedung Hand in Hand gehen müßten, und knüpft daran die Frage, ob dies etwa eine erniedrigende Forderung auf Aufgabe des Vierjahresplanes sei. Die Gegenseitigkeit des Handelns müsse jedem Land das Maß der Organisation erlauben, das es für die Selbstverteidigung für notwendig erachte. Aber es sei klar, daß sie niemals ein Land umfassen könne, das die gegenseitige wirtschaftliche Abhängigkeit in irgendeiner Form als Knechtschaft oder Bedrohung der Sicherheit betrachte. Auf wirtschaftlichem Gebiet werde eine Ausdehnung des internationalen Handels nach gleichen und vereinbarten Bedingungen das Verhandlungsziel fein. Zu dieser Erörterung gehörten die Roh - ft o f f t o n t r o 11 e und die wirtschaftlichen Beweisgründe für die koloniale Forderung, wie sie Dr. Schacht vorgebracht habe. Gleichzeitig werde auf dem politischen Gebiet der Beweis des Erfolaes die Stabilisierung der Rüstun- g e n sein. Solange die Rüstungen nicht eingeschränkt würden, könne das Vertrauen nicht Wurzel fassen, und damit würden auch die Voraussetzungen für eine wirtschaftliche Vereinbarung fehlen. Deutschland habe am meisten zu gewinnen, indem es wieder in das europäische Konzert eintrete und es damit neu begründe und bei der Wiederaufrichtung der Rechtsordnung helfe. Diejenigen, die dieser Ansicht seien, hätten jedoch die besondere Verpflichtung, sich nicht in Allgemeinheiten über die nationalsozialistische Geisteshaltuna zu flüchten, fondern zu versuchen, sich in die deutsche Auffassung von Europa einzufühlen und vor allem davon Abstand zu nehmen, diesen oder jenen Verzicht als eine Vorbedingung für eine Konferenz zu fordern. 3n erster Linie fei eine Vereinbarung zwischen Deutschland, Frankreich und England unerläßlich für ein neues europäisches Konzert. Dieses Konzert könne aber nur aus Wirklichkeiten wieder aufgebaut werden, hierzu gehöre die traditionelle deutsche These, daß kein anderer Staat, der sich in die Lage Deutschlands versehen könne, bereit sein würde, Verpflichtungen eines neuen Vertrages einzugehen, solange das französisch-sowjetrussische Bündnis und der sowjetrussische Pakt mit der Tschechoslowakei immer noch in voller Kraft seien. Diese Pakte seien daher unvereinbar mit einer freien politischen Regelung. Diese Pakte aber, meint die „Times" darauf, seien vorhanden, weil es keine solche Regelung gegeben habe. Die gegenwärtige Antipathie zwischen Deutschland und Sowjetrußland fei durch weltanschauliche Erregung besonders stark und erbittert geworden. Aber selbst wenn Sowjetrußland eine andere Regierung hätte, würden diese Pakte den gleichen Alarm in den deutschen Ohren Hervorrufen. Das Blatt weist in diesem Zusammenhang auf den vorherrschenden Grundsatz der Bis- marckschen Politik hin, nämlich eine Einkreisung Deutschlands z u verhindern. Wie aber könnten die erwähnten Pakte beseitigt werden, und wie könnte ein natürliches Gleichgewicht im Osten und Westen wiederhergestellt werden? Die Antwort laute: durch einen unter gewissen Bedingungen erfolgenden Austausch von neuen Garantien, die den Pakten keine Möglichkeit des Fortbestehens lassen. Notwendige Richtigstellungen. Der Plan einer gesamteuropäischen Neuregelung, wie er in dem letzten Leitartikel der Londoner „Time s" entwickelt wird, ist ein sehr interessanter Beitrag zu der seit Jahren in Gang befindlichen und neuerdings wieder in Fluß gekommenen Diskussion über eine gemeineuropäische Zusammenarbeit. Es ist bezeichnend, daß dieser Artikel so unmittelbar vor der Reichstagssitzung vom 30. Januar veröffentlicht wird, von der man annimmt, daß der Führer sie zu einer großangelegten Rede über die außenpolitische Lage benutzen wird. Wir erinnern in diesem Zusammenhang daran, daß alle tragenden Ideen eines künftigen europäischen Friedensgebäudes, wie es von allen fortschrittlichen Staatsmännern des Kontinents in den letzten Jahren herbeigewünscht wird, nahezu ausschließlich den großen Plänen des Führers entsprungen sind. Das Programm der 13 Punkte, das nach der Wiedergewinnung der deutschen Wehrhoheit verkündet wurde, und das gewaltige Proiekt eines 25jährigen Friedenspaktes, das den Mächten nach der Wiederbesetzung der Rheinlande vorgelegt wurde, sind im deutschen Volke unvergessen. Leider hat aber die ausländische Öffentlichkeit, geleitet von ihren Zeitungen, von diesen Friedensplänen nicht in dem Maße Kenntnis genommen wie es vielleicht wünschenswert gewesen wäre. Und auch die ausländischen Regierungen haben sich bedauerlicherweise nicht veranlaßt gesehen, zu den großzügigen Vorschlägen Adolf Hitlers eine klare und positive Einstellung zu bekunden. Diese Vorschläge, die im übrigen auch viele Elemente enthielten, die jetzt von der „Times" hervorgehoben werden, sind im wesentlichen vom Auslande totgeschwiegen worden. Um so erfreulicher ist es, daß das Londoner Blatt sich jetzt zu einem Hinweis auf den vom Führer bereits aufgestellten Grund plan bequemt, wie überhaupt der Times-Artikel manche Züge und Tendenzen aufweist, die durchaus unseren Anschauungen entsprechen, während anderseits auch einige Irrtümer über die Voraussetzungen einer europäischen Befriedung darin enthalten sind, die nicht unwidersprochen bleiben können. Wir begrüßen es, wenn man in London einige nervöse Journalisten in Frankreich (will sagen: bezahlte Subjekte Moskaus) zurückweist, wenn man den Standpunkt vertritt, daß die spanischen Schwierigkeiten nur durch die Spanier selbst gelöst werden können. Wir hören es mit einiger Genugtuung, aber auch mit einer gewissen Verwunderung, daß jetzt ein starkes und unabhängiges Spanien auch im englischen Interesse liege. Wir verzeichnen mit Freude die englische Mahnung, sich in die deutsche Auffassung von Europa einzufühlen und vor allem davon Abstand zu nehmen, daß dieser oder jener Verzicht als Vorbedingung einer Konferenz von Deutschland gefordert werden. Wir stimmen schließlich der Meinung zu, daß eine Vereinbarung zwischen Deutschland, Frankreich und England unerläßlich für ein neues europäisches Konzert sei, und erinnern uns dabei, daß gerade diese Forderung von dem jetzigen deutschen Botschafter in London, von Ribbentrop, stets als eine Grundbedingung einer weitergehenden europäischen Verständigung gefordert worden ist. Freilich fand diese These in vielen Ländern, besonders aber in Frankreich, keinen Anklang. Man hat früher immer versucht, jede kollektive Vereinbarung mit einer Spitze gegen Deutschland zu versehen, so daß uns, von grundsätzlichen Erwägungen ganz abgesehen, auch praktisch nichts anderes übrig blieb, als das uns zustehende Recht selbst zu verwirklichen und den von uns gewünschten Frieden durch zweiseitige Vereinbarungen mit unseren Nachbarn sicherzustellen. Auch die „Times" wird nicht bestreiten können, daß diese Art deutscher Friedenspolitik von dem größten Erfolg nicht nur für uns, sondern für den europäischen Frieden überhaupt gewesen ist. Alle jene Wetterwinkel im Osten und Westen des Reiches, über denen früher eine drohende Kriegswolke hing, zeigen heute eine klare und helle Atmosphäre. Wir verweisen auf Memel, auf die deutsch-polnische Grenze, auf Oesterreich, auf das Saarland. Wenn daher die „Times" an einigen Stellen ihres Artikels so tut, als ob Deutschland für die augenblickliche Krisenluft verantwortlich zu machen sei, so befindet sie sich in einem schwerwiegenden Irrtum. Auch die „Times" erkennt ja ganz richtig, daß das französisch-bolschewistische Pakt- s y st e m mit Einschluß der Tschechoslowakei unvereinbar mit einer freien politischen Regelung ist und daß jede Regelung es hinfällig machen müsse, aber wenn das Vorhandensein dieser Militärbündnisse damit entschuldigt wird, daß es früher eine solche Regelung nicht gegeben habe, so dürfen wir doch dem Artikelschreiber ins Gedächtnis zurückrufen, daß selbst der Sinn der Völkerbundssatzung vergewaltigt werden mußte, um den Angreiferbestimmungen der westöstlichen Allianz nicht hinderlich zu sein. Auch in anderer Hinsicht geht die „Times" von falschen Voraussetzungen aus: Nach dem allseits und besonders in demokratischen Ländern beliebten Schema stellt sie die faschistische und kommunistische Weltanschauung mit kühnem Griff auf dieselbe Stufe und behauptet, im Interesse einer alleuropäischen Regelung müßten sich beide, d. h. Deutschland und Sowjetrußland, miteinander versöhnen oder sich 3um wenigsten tolerieren. Eine ganz unmögliche Konstruktion! Zunächst ist der Bolschewismus sowjetrussischer Prägung keine Weltanschauung, sondern eine Organisation des von Juden geleiteten internationalen Verbrechertums. Es ist die Unterwelt schlechthin. Es ist die Zusammenfassung derjenigen, die auch in England in den Gefängnissen und Zuchthäusern sitzen. Zum anderen aber ist es natürlich auch unsinnig, das Staatsregime von Berlin und Moskau in gleichem Atemzug zu nennen. Die Moskauer Politik in ihrem Wesen nach auf die Weltrevolution, auf den bewaffneten Umsturz in fremden Ländern eingestellt, sie kann nicht anders, als dieses Ziel unablässig zu verfolgen. Es ist daher eine Utopie, zu verlangen, die Komintern solle ihre Tätigkeit „einschränken". Sie wird das nie tun können, ohne daß sich der sowjetrussische Staat selbst aufgibt. Die Berliner Politik dagegen beruht, der nationalsozialistischen Weltauffassung entsprechend, gerade auf dem freien und gleichberechtigten Zusammenwirken unabhängiger Döl- k e r. Sie enthält sich deshalb grundsätzlich jeder Einmischung in fremde Angelegenheiten und läßt jedes Volk nach seiner Fasson selig werden. Diese Erkenntnis müßte man in London zunächst gewinnen, wenn man mit einer politischen und wirtschaftlichen Neuregelung Europas praktisch beginnen will. Ev. Hebung -er Wehrfreu-igkeit in England. London, 29. Jan. (DNB. Funkspruch.) „Daily Mail" meldet, daß eine st a r k e Vermehrung der Territorialarmee und eine Bereit- ftellung großer Reserven geplant ist. Auch eine weitgehende Verbesserung der Dien stund Soldverhältnisse in der regulären Armee und in der Territorialarmee sei vorgesehen, um die Wehrfreudigkeit der englischen Jugend zu heben, die sich bisher nur in verschwindend kleiner Zahl zum Militärdienst bereit erklärte. Es sollte u. a. geplant sein, den Sold der Rekruten auf ein Pfund Sterling zu erhöhen. Höhere Heiratszuschüsse, Urlaubs- und Reiseerleichterungen und neue Maßnahmen zur Unterbringung der Soldaten nach der Dienstentlassung seien vorgesehen. Die Kosten werden auf 3 bis 5 Millionen Pfund Sterling (ca. 36 bis 60 Millionen Mark) jährlich geschätzt. Es wir weiter von einem Plan gesprochen, jun^e Leute bis zu einem gewissen Alter zu verpflichten jedes Jahr einen Kursus für Körperertüchtigung durchzumachen. Oie iMlienische Rafsenpokiük. Mailand, 29. Jan. (DNB. Funkspruch.) „Po- polo d'Jtalia" sagt, das Gesetz gegen Rassenoermischung in Jtalienisch-O st afrika stelle eine der Grundsäulen der faschistischen Kolonisation dar. Es sei bekannt, daß in allen kolonialen Unternehmungen der (Eingeborene rebellisch und undiszipliniert geworden sei, wenn eine schwache Politik betrieben wurde, daß dagegen der (Eingeborene sich anpaßte, wenn eine Politik der klugen Energie herrschte. Man müsse anerkennen, daß die Disziplin, die in den italienischen Kolonien herrsche, in vieler Hinsicht nicht nur über der in Öen französischen Kolonien liege, wo d i e Neger zu Bürgern gemacht und zum Militärdienst nach den europäischen Gebieten befördert würden, sondern sogar höher st"be als die der Engländer gegenüber den Schwarzen. Aber England mache auf tausend Arten den Unterschied zwischen den beiden Rassen deutlich. Italien widersetze sich mit allen Mitteln dem M e st i z e n ü b e l, bas ein Quell des Unglücks, der Beunruhigung und der Schwäche sei. Das italienische Volk habe genug Energie und Lebenskraft und zu viel Edelsinn der Rasse, um in dem Streben nach Ausdehnung zur Mischung mit ei,ner niedriger stehenden Rasse Zuflucht nehmen zu müssen. Moskau steht trennend zwischen Wien und Prag. Wien, 28. Jan. (DNB.) Nachdem es schon feit Monaten um die Zusammenarbeit im Donauraum sehr still geworden war, und alle in dieser Richtung laufenden Fäden zwischen Oester- reich und der Tschechoslowakei abgerissen zu sein schienen, stellt jetzt die offiziöse „Reichspost" das Erkalten Der Beziehungen ausdrücklich fest. Das Blatt führt dabei als Hauptgrund das Bündnis zwischen Prag und der Sowjetunion an. Es gehört nicht in den Rahmen dieser Ausführungen, im einzelnen festzustellen, daß der Begriff der kollektiven Sicherheit und des unteilbaren Friedens mit einem Militärbündnis einzelner Staaten mit den Sowjets un* Oer „Llttrafchall". Von Professor Paul Kirchberger. Es ist eigentlich merkwürdig, daß man erst ver- hätnismäßig spät Daran gedacht hat, Schwingungen zu untersuchen, die denen des Schalles gleich, nur so schnell sind, daß das Ohr sie nicht mehr als Schall empfinden kann. Beim Licht ist es ja schon lange bekannt, daß von allen an sich ganz gleichartigen Wellen das Auge nur einen sehr kleinen Teil wahrnimmt, während es millionenmal längere und millionenmal kürzere Wellen gibt, Die als Rundfunk- oder Rönt- gcnwellen ungemein wichtig sind und sich von Den Lichtwellen nur dadurch' unterscheiden, daß Das Auge sie nicht wahrnimmt. Nunmehr aber wird Das frühere Versäumnis bei Den Schallwellen mit größtem Erfolg nachgeholt. Die schnellsten Schallwellen, Die Das Ohr als Schall empfindet, haben etwa 20 000 Schwingungen in der Sekunde, in Luft beträgt ihre Wellenlänge etwa 17 Millimeter, und sie wirken aufs Ohr als Die allerhöchsten Töne. Wir können jedoch künstlich bis zu 200 Millionen Schwingungen in Der Sekunde Herstellen, also 10 OOOmal schnellere und dementsprechend auch kürzere Wellen. Die Erzeugung geschieht auf elektrischem Wege, indem ein geeigneter Kristall in ein fchnellschwingendes elektrisches Feld gebracht wird. Die Eigentümlichkeit der Kristalle, beispielsweise Der Quarzkristalle, alsdann Schwingungen auszuführen, ist schon lange bekannt-, sie wird auch zur Gleich- Haltung der Rundfunkwellen gebraucht und neuerdings auch zum Bau sog. „Quarzuhren". Die von ebensolchen schwingenden Kristallen erzeugten „Ultraschallwellen" können ihrer außerordentlichen Kleinheit wegen zur Materialprüfung benutzt werden, man kann mit ihnen etwa winzige Lufteinschlüsse in Metallen nachweisen, von denen man sonst nur schwer etwas erfahren würde Eben ihrer Kleinheit wegen lassen sie sich auch mit den ebenso kleinen Lichtquellen in Beziehung setzen worüber eine große Reihe außerordentlich schöner und lehrreicher Versuche oorliegt. Geplant ist auch, sie zur Sterilisation zu verwenden, Denn sie wirken tödlich auf viele kleine Lebewesen. 5000 Eigenwörter der Jägersprache Fast alle Berufe haben ihre Eigenwörter und Redewendungen für bestimmte Dinge ihrer Tätigkeit; man denkt da zunächst an die Bergleute oder Seeleute, aber wenn es sich bei diesen um Dutzende solcher Sonderbezeichnungen'handelt, so soll es nach der Schätzung eines Kenners in der Jägersprache gegen 5000 geben. Darunter befinden sich viele, die heute veraltet und Dem Jäger unserer Tage nicht mehr bekannt sind, aber ihre Menge ist Doch noch so groß, daß sie zum Thema von mindestens einem halben Dutzend Büchern gemacht worden sind. In der Zeitschrift des Deutschen Sprachvereins „Muttersprache" greift A. (Ebner einige bezeichnende Beispiele heraus, und er hebt dabei hervor, daß viele dieser Ausdrücke sich durch eine besondere Bildhaftigkeit auszeichnen. Der Jäger spricht bei einigen Wildarten nicht von Augen, sondern von Sehern, er nennt Die Ohren Lauscher, die Beine Läufe, bei einigen Federwildarten die Beine auch Ständer. Bei Hirsch und Reh werden Die weiblichen unb jungen Stücke Kahlwild genannt, weil sie nichts „auf"haben, das heißt kein Geweih oder Gehörn tragen. Das Nest des Federwildes mit den Eiern fyeißt Gelege. Bei den Schnepfen wird der lange Schnabel Stecher genannt, und er wird zum Wurmen, zum Suchen nach Würmern in der Erde gebraucht. Der Jäger backt an, wenn er das Gewehr 3um Schießen an Den Kopf legt, Dann macht er Den Finger krumm und läßt fliegen. Durch Den Schuß legt er das Stück auf die Decke. Wenn Neuschnee gefallen ist, hat es geneut; Der Jäger nennt die Neue auch „weißen Leithund", weil sie wie ein Spürhund zu dem gesuchten Wilde leitet. Die Hirsche oder Rehe werden beim Austreten aus dem Walde auf die Felder und Wiesen von einem 211t- tier geführt, daß sich mit erhobenem Windfang Ißinb holt; führt biefe nun bie Witterung eines Sägers zu, so wirft es auf ober verhasst. B. Deutsche Kunst im Dienst des W nterhiifswerks. Berlin, 29. Jan. (DNB.) Der Führer unb Reichskanzler hat gestern abend anläßlich eines Empfanges der deutschen Wirtschaftsführer in seinem Hause deutschen Künstlerinnen undKünstlern Gelegenheit gegeben, ihre Kunst.i n den Dienst des Win - terhilfswerkes zu stellen. Es waren beteiligt die Kammersänger Josef von Manowarda (Berlin), Julius Patzak (München), Franz Völker, Rudolf Bockeimann, Heinrich Schlus - nus (sämtlich Berlin); die Kammersängerinnen Maria Müller (Berlin), Martha Fuchs (Dresden), Irma B eilte (Leipzig); die Opernsänger Walter Ludwig unb Karl Schmitt-Walter, die Opernsängerinnen Margret Pfahl, Marieluise Schilp unb Konstanze Pe11esheim (sämtlich Charlottenburg); bie Konzertmeister Morris, Dünschebe unb Kniestäbt (Berlin). Am Flügel begleitete Professor Michael Raucheisen (Berlin). Die Künstler haben bas Reinerträgnis bie- ses Abenbs in Höhe von rund 700 000 RM. als ihren Beitrag zum Winterhilfswerk des deutschen Volkes dem Reichsbeauftragten H i l g e n f e l d t überreicht. An dem Empfang nahmen alle führenden Persönlichkeiten der deutschen Wirtschaft mit ihren Damen (etwa 300 Personen) teil; außerdem waren anwesend Ministerpräsident Generaloberst G ö - ring, Reichsminister Dr. Goebbels, Generalfeldmarschall von Blomberq, Reichsbankpräsident Dr. Schacht, Generaldirektor Dr. Dorp- Müller, Staatssekretär Dr. Meißner, Staatssekretär Dr. Lammers, Staatssekretär Funk und Staatssekretär Körner mit ihren Damen. Bayreuth auf Schalsplatten. Zum erstenmal feit Bestehen der Bayreuther Festspiele wurden 1936 in Bayreuld Schallplattenaufnahmen hergestellt. Frau Wini id Wagner übertrug bas alleinige Aufnahmerecht ber beutfdjen Schallplattengesellschast „Telefunkenplatte GmbH.". Bisher würben 22 Aufnahmen in Bayreuth gemacht. 10 sind ber Öffentlichkeit übergeben worben. Generalintendant Tietgen hat die Schall- Plattenaufnahmen im Festspielhaus besonders unterstützt. Bei den Aufnahmen sind Richard Wagners Weisungen für die Gruppierung des Orchesters, der Chöre unb ber Solisten unoeränbert beibehalten worben. Bei Der Wiebergabe ber Platten kommen insbefonbere der hervorragende Raumklang und die weihevolle Stimmung des Festspielhauses zur Geltung. Dr. Goebbels Schirmherr vom Sängerbundesfest. Reichsminister Dr. Goebbels empfing eine Reihe führender Persönlichkeiten Des Deutschen Sängerbundes sowie die mit der Durchführung Des 12. Deutschen S ä n ae r b u n d e s f e st e s beauftragten Vertreter Der Stadt Breslau, Der Reichsmusikkammer und Des Reichsministeriums für Volksaufklärung und Propaganda. Unter den Anwesenden befanden sich Der stellvertretende Gauleiter von Schlesien Pg. Bracht, Der Bundes- führer des Deutschen Sängerbundes, Oberbürgermeister Meister, sowie Der Breslauer Oberbürgermeister Dr. Friedrich. Bundesführer Meister richtete an Dr. Goebbels als Den tatkräftigen Förderer der deutschen Kunst Die Bitte, Die Schirmherrschaft über das 12. Deutsche Sängerbundesfest in Breslau zu übernehmen. Dr. Goebbels brachte in herzlichen Dankesworten zum Ausdruck, daß er die Schirmherrschaft als getreuer der künstlerischen Belange Des nationalsozialistischen Reiches und als Sohn Des sangesfrohen Rheinlandes gern übernehme. Er werde alle ihm $ur Verfügung stehenden Mittel einsetzen, um dem Dundesfest einen würdigen Verlauf und einen guten (Erfolg zu sichern. — Reichsminister Dr. Goebbels ließ sich Dann anhand ber Modelle Des Breslauer Festgeländes über Die baulichen unb organisatorischen Vorbereitungen für das Deutsche Sänger- bundesfest ausführlich Bericht erstatten. uöigkeii «N. ere1' !« »‘Jben. Ä unochst e9lnnen tDiiL eT 'fe ?TÄ eine ihre Äit, tunPi It fpiAn r°nnefi ein« Z-re"/ J" ywn ;n.Nenb iv ®'nöen& klein! E- sollt! ru*cn aus ei. ^ere heirat;, in hUnlen und *9 der Soldaten D0Wen. D.- E".. Pfund Ster. ») lahrlich ge, tor9'1’"*"' ««er au ver- 'UsfürKör. en. mpoliiik. lnkspruch.) „Pg, ! 9-n Rassen. ch-Ostafriki ichistischen Solo- n allen folonia. ne rebellisch und 11 eine schwach! 'Pen der Einae. Politik der an müsse aner< | den italienischen ; : nicht nur über : olonien liege, J gemacht und uropäischen \\ lern sogar höher ( gegenüber den j!: if tausend Sirten | beiben Waffen ]| d) mit alten ji bas ein Quell 11 > der Schwäche j g Energie und As r Me, um r Mschung ml uslucht nehm »ischen JBien ffl es schon seit im Donaurom in dieser Rich- hen Oester- Datei abge- tzt die ofsiziosk >r Beziehungen aber als Haupt- n Prag und ort nicht in den einzelnen sestzu' tioen Sicherheit einem Militär' n Sowjets uit .platte GmbH'. Bayreuth ge' Übergeben wor. hat die Scholl' besonders un> ichard Wagners des Orchesters- ndert beibep r Platten kon de .Raumklan Festsprelhausei )undes!est' cmpfN £ feil1 i Sr ! W VÄ r Dr- ^res' »* ? „ran"' )eulfwc vereinbar ist. Aber ganz abgesehen von dieser Erwägung ist auf dem engeren Boden der Donauländer die Bildung irgendeiner Interessengemeinschaft, und wäre es auch nur die Verpflichtung, nicht gegeneinander zu arbeiten, mit einer Regierung Khmer, die durch eine Militäralllanz mit der Sowjetunion an die Wühlarbeit der Dritten Internationale gegen die gesellschaftliche und staatliche Ordnung aller ihr weltanschaulich feindlichen Länder gekoppelt ist. Daran würde sich auch nicht viel ändern, wenn die Bindung zwischen Prag und Moskau eines Tages eine flawisch-pan- flawistische Färbung erhielte. Henlein bleibtseinemKurstreu Der Ministerpräsident empfängt Abgeordnete der Sudetendeutschen Partei. P r a g , 28. Ian. (DNB.) Am 28. Januar empfing der Ministerpräsident Dr. Hodza, eine Abordnung der Sudeten deutschen Partei Konrad Henleins. Die Abordnung legte dar, daß die Sudetendeutsche Partei nicht die Anschauung cmzu- erkennen vermöge, daß die Lage durch bloße Derwaltungsmaßnahmen grundlegend und dauernd so gebessert werden könne, daß die von Konrad Henlein eindeutig vorgeschlagene Verständigung Zustandekommen könne. In der Hauptsache komme es darauf an, daß Durchführungsgesetze zurVerfassung sowie weitere Gesetze die Sicherheit böten, daß die Verfassung sich auch voll und ganz auswirke. Die Sudetendeutsche Partei betrachte die jetzt vom Ministerpräsidenten eingeleitete Aktion als den Abschluß des 1926 begonnenen Versuches, die nationalpolitischen Verhältnisse der Tschechoslowakei auf dem Verwaltungswege zu bessern. Sie sehe in den Grundlagen der gegenwärtigen Verhandlungen der Mehrheitsparteien für das Sudetendeutschtum keine Möglichkeit, die nationalpolitischen Verhältnisse befriedigend zu lösen. Sie bleibe jedoch ihrer bisherigen politischen Linie treu. Sie werde auch die gegenwärtigen Verhandlungen unter Vorbehalt der sachlichen Kritik nicht zu stören versuchen. Sie werde freilich nach wie vor für die staatspolitische Gesamtlösung in der Tschechoslowakischen Republik eintreten und ihren Rechtskampf mit vollem Einsatz weiterführen. Der Ministerpräsident erklärte, er finde es begreiflich, daß die Sudetendeutsche Partei als oppositionelle Partei sich das volle Recht der sachlichen Kritik vorbehalte. Die Regierung sei dazu berufen, schöpferische Arbeit zu leisten, wobei sie mit allen positiv eingestellten Kräften rechnen wolle. Er sei davon durchdrungen, daß die tschechoslowakische Verfassung die volle Möglichkeit bietet, auch noch die ungelöst gebliebenen Nationalitätenprobleme der Tschechoslowakischen Republik zu lösen. Die Regierung werde in dieser Richtung einen vollen Erfolg erzielen. > Starke Diskonterhöhung in Frankreich. Paris, 28. Jan. (DNB.) Die Bank von Frankreich hat am Donnerstag ihren Diskontsatz, der ab 15. Oktober 1936 2 v. H. betrug, um 2 v. H. auf 4 v. H. heraufgesetzt. Die Verdoppelung des Diskontsatzes hat in französischen Wirtschaftskreisen großes Aufsehen erregt. Das „Journal" sagt, die Diskonterhöhung auf das doppelte des bisherigen Satzes fei ein Zeichen dafür, daß die Abwertung in Frankreich nicht das erwartete Ergebnis gehabt habe. Man habe auf einen starken Rückfluß der Kapitalien und auf reichliche Geldflüssigkeit gerechnet, die eine Herabsetzung des Zinsfußes ermöglicht hätte. Diese Hoffnung hat sich nicht verwirklicht. „Journee Industrielle" nimmt den französischen Sparer in Schutz, der guten Willens sei. Wenn er gegenwärtig beiseitestehe, so müsse man sich fragen: Weshalb? Gewiß brauche der Gouverneur der Bank von Frankreich nicht die Schlußfolgerung aus dieser Frage zu ziehen, aber d i e Regierung müsse es tun. ♦ In England hat die Heraufsetzung des französischen Bankdiskonts zum gegenwärtigen Zeitpunkt Ueberrafchung hervorgerufen, t>a man geglaubt hatte, daß diese Heraufsetzung e r st nach Abschluß der Verhandlungen über einen englischen Bankkredit von 50 Millionen Pfund für Frankreich erfolgen würde. Die endgültige Ankündigung der englischen Anleihe ist nach dem „Daily Telegraph" verzögert worden, da sich in der Frage der Sicherheit, die Frankreich bieten könne, Schwierigkeiten ergeben haben. Wie „Times" meldet, wird es sich bei der englischen Anleihe um kurzfristige Bankkredite handeln, die eine günstige Wirkung auf den französischen Kursoerlauf haben sollen. Die geplante Anleihe findet in England keinesfalls von allen Seiten Unterstützung. So erklärt „Daily Expreß", daß man die Summe von 50 Millionen Pfund besser zur Unterstützung der englischen Notstandsgebiete verwenden würde, als sie den Franzosen Zv geben, die das Geld doch nur dazu benutzen würden, um d i e Aufrüstung ihrer Verbündeten zu sinanzidren. Frankreichs Lustrüstung. Erregte Kammerdebatte. Paris, 28.Ian. (DNB.) In der Kammeraussprache über die Landesverteidigung wandte sich der rechtsgerichtete Abgeordnete Dupont gegen den kommunistischen Einfluß imH e e r e und warf dem Luftfahrtnunister vor, diese Einflüsse dadurch unterstützt zu haben, daß er zahlreiche höhere Militärs, die von der kommunistischen „Hu- manite" als umstürzlerisch bezeichnet worden waren, von der Beförderungsliste gestrichen bade. Luftfahrtminister Pierre C o t erklärte unter Beifallsstürmen der Linken, daß er sich bei der Organisierung des französischen Luftheeres überhaupt nicht um die Politik kümmere, sondern nur die Leistung werte. Der radikalsozialistische Abg. Archimbaud, der seine Informationen aus sowjetrussischer Quelle schöpft, glaubte unter Anspielung auf Italien und Deutschland eine weitere Aufrüstung Frankreichs zur See und zur Luft befürworten au müssen. Als der Redner der Befürchtung Ausdruck gab, daß diese Staaten Frankreich in den nächsten Jahren auf dem Gebiete der Flottenbauten übertrumpfen könnten, kündigte der Berichterstatter des Marineausschusses an, daß eine Gesetzesvorlage die Inangriffnahme eines weiteren Teiles des Flottenbauprogramms vorsehe. Der Hauptschriftleiter des „Echo de Paris" de Kerillis versuchte die Kammer von der angeblichen französischen Unterlegenheit zur Luft zu überzeugen. De Kerillis wollte sodann glauben machen, daß die französische Luftfahrt „nur über 180 wirklich moderne und verwendbare Jagdflugzeuge verfüge und etwa 160 vollkommen unbrauchbare Apparate" besitze. An Bombenflugzeugen verfüge Frankreich über 350 moderne und 150 vollkommen unbrauchbare Apparate. (?) Die etwa 150 Flugzeuge, die an das bolschewist i s ch e Spanien geliefert worden seien (!), hatten dort ihre Unbrauchbarkeit bewiesen. Der französische Luftfahrtminister habe zwar vor dem Senatsausschuß erklärt, daß Frankreich 14 Deooitine- und sechs Potez-Apparate an das bolschewistische Spanien geliefert habe, aber er wisse, daß weitere geliefert worden seien. Als de Kerillis einen Artikel des „Populaire", dem Organ des Ministerpräsidenten, vom August 1934 Dorlas, in dem es heißt, die passiven Luftverteidi- gungsübungen schafften unter der Bevölkerung eine Kriegspsychose, sie müsse sich weigern, den Anordnungen der Behörde Folge zu leisten, begannen auf der Rechten unbeschreibliche Lärmszen e n, die auf der Linken mit Pultdeckelgeklapper beantwortet wurden. Abgeordnete der Rechten und der Linken beschimpften sich gegenfeitig als Verräter und Spione. Erhebliche Besserung im Hochwassergebiet des Ohio. Werden die Missisfippi-Nämme hatten? Diese Luftaufnahme von der überschwemmmten Stadt L o u i s v i l l e am Ohio gelangte auf dem Funkwege nach Europa. Sie zeigt das gewaltige Ausmaß der Katastrophe, durch die Hunderttausende ihr Obdach verloren. — (Scherl-Bilderdienst-M.) MW *>*' WÄ 'MI TENNESSEE ARKANSAS ! ALABAMA S.Lavis) MISSOURI \ Giro i 'louisiana Die Lage im Ueberschwemmungsgebiet hat sich infolge des Rückganges der Flut des Ohio erheblich gebessert. Die Obdachlosenzahl nahm allerdings zu und beträgt jetzt über eine Million. Die genaue Zahl der Toten dürfte nie festgestellt werden können. In Louisville wurden ganze Bootsladungen Leichen geborgen. Der Leiter des Bundesgesundheitsdienstes gab bekannt, es sei jetzt genügend Typhuslymphe in die Flutgebiete gesandt, um über eine Million Menschen zu impfen. Die Aufmerksamkeit richtet sich nunmehr auf das Mississippital, namentlich auf die Stadt Cairo, sowie auf Memphis. Falls nicht neuer Regen einsetzt, wird nicht erwartet, daß der Wasserstand des Mississippi 15 Meter übersteigt. Tausende arbeiten fieberhaft an der Verstärkung der Mississippi-Dämme. Gcneralstabschef G r a t g berichtete Präsident Roosevelt, daß nach Ansicht der Armeeingenieure die Mississippi-Dämme den Anprall der Flut aufhalten würden. Der amerikanische Kriegsminister hat angesichts der bevorstehenden Flutkatastrophe im Mississippital die Räumung des gesamten Stromgebiets von Norden nach Süden in einer Ausdehnung von 1600 Kilometer und einer Breite von 160 Kilometer angeordnet. Fast alle Städte, die am Strom liegen, werden damit von der Regierung aufgegeben. — (Scherl-Bilderdienst-M.) 11 Todesurteile in Moskau beantragt. Oer Staatsanwalt trägt dem bolschewistischen Propagandabedürfnis Rechnung. Moskau, 29. Jan. (DNB.) Dem skrupellosen Propagandabedürfnis der bolschewistischen Gewalthaber ist Rechnung getragen worden Sowjetstaatsanwalt Wyschinski beantragte in der Donnerstagsitzung des Moskauer Theaterprozesses für alle 17 Angeklagten die Todes st rafe durch Erschießen. In seiner Anklagerede kehrten d i e gegen Deutschland und Japan gerichteten ungeheuerlichen Ausfälle wieder, die bisher im wesentlichen den „Geständnissen" der Angeklagten überlassen waren. Ein großer Teil der Anklagerede war jedoch, ihrem heuchlerisch-propagandistischen Zweck entsprechend, mehr gegen b en Trotzkismus als gegen die trotz- kistischen Angeklagten gerichtet. „Unser Prozeß zeigt", so erklärte Wyschinski in zynischer Scheinheiligkeit, „wie tief die trotzkistischen Banditen, Möroer, Spione und Halsabschneider gesunken sind." Was den Beweis der Schuld anlange, entnehme er in erster Linie der Vergangenheit der Angeklagten und ihren Geständnissen Der Staatsanwalt fragte u. a.: „Wo sind Beweise, wo Dokumente, wo sichtbare Spuren des Komplottes?" und beantwortet diese Fragen, daß es deren gar nicht bedürfe, denn es handele sich um eine Verschwörung, da genügten Geständnisse und Indizien! Bolschewistische Lügen entlarvt. D 51 o, 28. Jan. (DNB.) Zu der Aussage des Angeklagten P j a t a k o w im Moskauer Theaterprozeß, er fjabe im Dezember 1936 Trotzki auf einem deutschen F lugzeug in Norwegen einen Be- such abgestattet, um mit ihm den geplanten Hochverrat gegen die Sowjetregierung zu verhandeln, hat hier beträchtliches Aufsehen erregt. Der Ch e s des Zentralpaßkontors, in dessen Händen die Überwachung Trotzkis lag, äußerte sich dahin, daß er einen solchen Besuch für sehr unwahrschein- l i ch halte, da Trotzki seit Dezember 1936 unter ständigerBewachungder Staatspolizei stand, die den ausdrücklichen Befehl hatte, niemanden zu Trotzki hineinzulassen. Auch die norwegische Luftfahrtbehörde hat einwandfrei festgestellt, daß im Dezember 1936 überhaupt fein deutsches Flugzeug in Norwegen gelandet sei. An diesem typischen Beispiel ist die Verlogenheit der Behauptungen der Anklage bzw. der Aussagen der Angeklagten im Moskauer Theaterprozeß wieder einmal schlagend bewiesen. Ein dritter Theaterprozeß gegen die Feinde Stalins. Warschau, 28. Jan. (DNB.) Nach einer über Riga nach Warschau gelangten Moskauer Meldung wird im April ein dritter Theaterprozeß gegen angebliche Trotzkisten in Moskau eröffnet werden. Auf der Anklagebank werden der Chefredakteur der „Jswestia", Bucharin, der bisherige Militärattache der Sowjetbotschaft in London, Putna, der Adjutant des Marchalls Tucha- tschewfki, Smuty, der frühere Außenminister der Ukraine und Sowjetgesandte in Paris, R a - kowski, einer der nächsten Freunde Lenins, R y- k o w, und eine Reihe weiterer alter Bolschewisten Platz nehmen. Eine Moskauer „Tatze"-Meldung bestätigt die Verhaftung des Zarenmörders Beloborodow, dem die Beteiligung an illegalen Organisationen gegen die Regierung vorgeworfen wird. Auch die Sch Ui e- ster und die Tochter Trotzkis sollen in Krasnojarsk verhaftet worden sein. Die Schwester war die erste Frau des erschossenen Bolschewisten Kamenew. Aeichstaqung der Reichssiudentensührung. Braunschweig, 28. Jan. (DNB.) In Braun- schweig trafen sich die Amtsleiter der Reichsstudentenführung und die Gaustudentenführer aus dem ganzen Reich. Der Reichsstudentenführer Dr. Scheel betonte, daß sämtliche Amtsleiter ausnahmslos ihre Studien mit gut, teilweise mit sehr gut beendet hätten und ging bann auf die Vergangenheit der studentischen Entwicklung ein, die manche schwere Stunde aufzuweisen hätte. An diesen Mißgeschicken dürfe man aber nicht irgendjemanden die Schuld geben, sondern sie liege ganz allein bei den Studenten selbst. DasZiel derStudentenführung müsse in der Einigung des deutschen Studenten t u m s liegen. Der örtliche Studentenführer müsse der Betreuer und Vertraute seiner Studentenschaft sein. Die Voraussetzung dafür sei aber d i e Leistung und das geistige Niveau, das ein Studentenführer unbedingt auf= weisen müsse. Dazu gehöre auch charakterliche Fähigkeit, Einsatzbereitschaft und Opferwilligkeit. Im übrigen sollten nur solche Studenten mit Führerstellen betraut werden, die über eine gewisse Reife verfügen, zumindest aber bereits längere Zeit an einer Hochschule eingeschrieben sind. Dr. Scheel ging dann auf das Verhältnis zur Hitlerjugend ein und sagte dabei, es fei unser Wille und unsere Pflicht, die Arbeit der Hitlerjugend in vorbildlicher Weise auf der Hochschule fortzusetzen. Gerade durch die Erziehung der Hitlerjugend komme heute ein ganz anderer Mensch auf die Hochschule, als er es vor 1933 gewesen fei. Diesem Menschen gegenüber aber hätten die Hochschulen sehr hohe Verpflichtungen. Nie Geldaufwendungen für die Offizierslaufbahn. Berlin, 27. Jan. Gegenüber irrigen Meinungen über die geldlichen Aufwendungen, die mit der Ofsizierslaufbahn verbunden seien, weist das Reichskriegsmini st erium darauf hin, daß die Uebernahme eines Bewerbers von der Sicherstellung eines bestimmten Kapitals selbstverständlich nicht abhängig gemacht werde. Alle derartigen Gerüchte entbehrten jeder Grundlage. Gefordert werde lediglich, daß für die e r ft e Uniform- beschaffung usw. bei der Beförderung des Fahnenjunkers zum Leutnant ein Betrag von 800 Mark zur Verfüguno stehe. Vom Zeitpunkt des Entschlusses eines Vaters, feinen Sohn Offizier werden zu lassen, bis zu dessen Beförderung zum Leutnant vergingen, wie das Ministerium weiter sagt, 3*/2 Jahre, vom Tage der Einstellung eines Fahnenjunkers bis zu seiner Beförderung zum Leutnant 2V4 Jahre; es fei also weitgehend die Möglichkeit geschaffen, während dieser Zeitspanne den Betrag durch entsprechende Rücklagen aufzubringen. Sonstige geldliche Anforderungen würd'-n bei der Offizierslaufbahn nicht gestellt. Erwünscht sei nur, daß der Fahnenjunker einen monatlichen Zuschuß von etwa 20 Mark erhalte. Oie „Hindenburg-Spende". Berlin, 28.Jan. (DNB.) Am Mittwoch trat unter Vorsitz des Landesdirektors Dr. von Win - terfeldt-Menkin das Kuratorium der Hin- denburgfpende im Haufe des Reichspräsidenten zusammen. Der von Ministerialrat Dr. K a r st e d t erstattete Jahresbericht ergibt, daß die Stiftung des verewigten Reichspräsidenten und Generalfeldmarschalls in den zehn Jahren ihres Bestehens rund zehn Millionen Reichsmark vor allem an Kriegsbeschädigte und Kriegerhinterbliebene, darüber hinaus auch an andere notleidende Volkskreise ausgezahlt hat. Allein durch Vermittlung der Geschäftsstelle wurde bis Ende 1936 57 000 Personen mit größeren einmaligen Unterstützungen geholfen. Die weiteren Beratungen galten der zukünftigen Arbeit der Stiftung. Kleine politische Nachrichten. Reichsminister Dr. Goebbels stattete' der Reichsleitung des Reichsarbeitsdienstes in Berlin-Grunewald einen Besuch ab. Dr. Goebbels wurde vom Reichsarbeitsführer Reichsleiter H i e r l durch die Räume geleitet. Der Chef des Dienstamtes Generalarbeitsführer von Gönner gab eine Uebersicht über Aufbau und Organisation des Reichsarbeitsdienstes, der Chef des Planungsamtes, Generalarbeitsführer Th ole ns, schilderte den planmäßigen Einsatz des Arbeitsdienstes, während der Chef des Erziehungs- und Ausbildungsamtes Generalarbeitsführer Dr. Decker über Fragen der Erziehung und der Führerausbildung Bericht erstattete. * Der japanische General Ugaki hat den Auftrag zur Kabinettsbildung zurückgegeben,da wegen des Widerstandes der Armee die Regierungskrise nicht gelöst werden könne. Extrablätter berichten, daß Ugaki seine Beziehungen zur Armee abgebrochen habe, indem er auf seinen Generalstitel verzichtete. * Der holländische Vizeadmiral de Graaf, der für den Posten des Völkerbundskommissars in Danzig vorgesehen war, hat dem Völkerbundssekretariat mitgeteilt, daß er nicht in der Lage sei, diesen Posten anzunehmen. * Der belgische Ministerpräsident van Zeeland gab dem Senat davon Kenntnis, daß Dander- velde als Gesundheitsminister zurückgetre- t e n sei und daß der König den sozialistischen Abgeordneten Vauters zu seinem Nachfolger ernannt habe. Van Zeeland betonte, daß Gegensätze doktrinärer Art den Gesundheitsminister zum Rücktritt bewogen hätten. Die Veränderung innerhalb des Kabinetts bedinge jedoch keine Neuorientierung. Es bleibt abzuwarten, ob der neue Minister, der wie Dandervelde zum linken Flügel der belgischen Sozialdemokratie gehört, nicht ebenfalls eine Ein- PALMOLIVE - SEIFE — hwjwteUt mit rPalMWM -tuuL ötuwiil erhält die Haut rein und zart diesem Jahre durch eine Werbcschou für die Internationale Jagdausstellung Berlin 1937, die vom flnßnahme auf die Gestaltung der außenpolitischen sEtwa 1000 polnische Stußenlen halten das Gebäudestvn g In Men vetfchledenen Abteilungen fft in Fragen im marxistischen Sinne versuchen wird. der Hochschule besetzt. diesem Jahre durch eine Werbeschau für die Jnter- Als Folge der anmaßenden Haltung der jüdischen Studenten wurden in der Wa rschauerUniver- s i t ä t und in der Technischen Hochschule Flugblätter verteilt, in denen die polnischen Studenten aufgefordert wurden, die jüdischen Studenten nicht in die Hörsäle hineinzulassen. Die Vorlesungen in der Technischen Hochschule wurden daraufhin unterbrochen. Eine der größten Rechtsstudentenorganisationen in Krakau hat mit 321 gegen 55 Stimmen die Einführung des Arierparagraphen beschlossen. Diese Krokauer Studentenoroanisation hat sich somit als erste polnische Organisation die Grundsätze des Arierparagraphen zu eigen gemacht. Die „Grüne Woche" im Zeichen des Vierjahresplans. 2. bis 21. November stattfindet, vertreten. Auch dem Werte der Fische als Volksnahrung wird eine Schau gerecht, die mit einer Werbung für die gute Fischküche verbunden ist. In der Zeit vom 29. Januar bis 4. Februar findet im Rahmen der „Grünen Woche" die große Rassegeflügel- Au s st e l l u n g , verbunden mit der „Reichssiegerschau 1936" und am 6. und 7. Februar die aus allen Gauen des Reiches außerordentlich stark beschickte Große Rassehundeausstellung statt. Aus aller Welt. Schwere Stürme in Portugal Ein erster Lleberblick über die Berliner Ausstellung des Reichsnährstands. und im Mittelmeer. Berlin, 28. Jan. (DNB.) Als erste Ausstellung dieses Jahres öffnet am Freitag 'die „Grüne Woche Berlin 1937" ihre Tore. Ihr kommt in diesem Jahre eine besondere Bedeutung zu, weil sie mit klarster Anschaulichkeit die Probleme des neuen Vierjahresplanes, die Ziele der deutschen Nahrungsfreiheit anfaßt. Die Ausstellung ist weit mehr als eine Fachausstellung des Reichsnährstandes oder der landwirtschaftlichen Industrie oder des Siedlers, sie ist eine Lehr- und Zielschau für das ganze deutsche Volk. Die zehn großen Hallen und das Freigelände zu Füßen des Funkturmes bergen eine Fülle anschaulichen und interessanten Materials. In den Sonderschauen des Reichsnährstandes werden die agrarpolitischen Probleme behandelt, deren Hauptthesen man kurz zusammenfassen kann: „Der Vierjahresplan erfordert Erzeugungsschlacht und Marktordnung." An zahlreichen Einzelbeispielen werden für die ganze Nation lebenswichtige Ratschläge gegeben. Den Bauern und dem Städter werden Hinweise gegeben, wie z. B. eine gelegentliche Fettverknappung ohne Schwierigkeit überwunden werden kann. Der deutsche Boden ist so reich, der Markt so vielgestaltig, daß die Lücke auf einem Gebiet durch andere Erzeugnisse im Augenblick geschlossen werden kann. Von welcher Bedeutung für die Nahrungsversorgung die Parole „Kampf dem Verderb" ist, wird' auf breitem Raum in anschaulicher Weise dargestellt. Hier ergehen die Ratschläge nicht nur an den Erzeuger, sondern in erstre Linie an die deutsche Hausfrau, die nicht weniger als 70 v. H. des deutschen Volkseinkommens verwaltet. Bei ihr liegt also auch die größte Verantwortung. Deshalb hat der Reichsnährstand in diesem Jahre der deutschen Frau, ihrer rasse- und kulturpolitischen sowie wirtschafts- und ernährungspolitischen Aufgabe einen besonders breiten Raum gewidmet. Auf der Schau des deutschen Bauern im Dritten Reich darf ein Helfer nicht fehlen: der Reichsarbeitsdienst, der im Kampf um die deutsche Ernährungsfreiheit mit an erster Stelle steht. Sein Werk ist es, wenn aus Moor und Bruch, aus Stein- und Sandwüste fruchttragender Boden wurde. Unter dem Leitwort: „Die Technik steigert die Erträge" zeigt eine Sonderschau des Reichskuratoriums für Technik in der Landwirtschaft die Möglichkeiten auf, wie die Hilfskräfte der Technik dem Bauern dienstbar gemacht werden können und wie sie dazu beitragen können, seine Aufgaben im Rahmen des zweiten Dierjahrespla- nes zu erfüllen. In zahlreichen Viehställen wird die Notwendigkeit rationeller und ordnungsmäßiger Vieh- und Stallwirtschaft unterstrichen. Hand in Hand hiermit werden die Bestrebungen zum Schutze der Tiere aufgezeigt, denn Schutz der Tiere ist nicht nur eine ethische Forderung, sondern bedeutet auch Schadenverhütung und Erhaltung von Volksoermögen. In 6er Sonderschau „Das Handwerk als Helfer des Bauern" wird über die großen Aufgaben berichtet, die die verschiedenen Berufszweige des deutschen Handwerks gerade heute auf dem Lande zu erfüllen haben. Auch der ernährungswirtschaftlichen und sozialen Bedeutung des Kleingärtners und Kleinsiedlers als Mittler zwischen Stadt und Land wird ein besonderer Abschnitt vorbehalten. In diesen Rahmen gehört auch die große Rasse-Kaninchen- Schau. Hier ist es besonders das Angorakaninchen, dessen Wolle als deutsches Edelerzeugnis anzusprechen ist. Die traditionelle Jagdaus st el- Der seit Tagen an der portugiesischen Küste herrschende Sturm hat sich zu einem Orkan entwickelt, wie ihn Portugal seit 60 Jahren nicht mehr erlebte. Die Schäden, die der Orkan verursachte, sind noch nicht abzuschätzen. In Lissabon ist der Schiffsverkehr völlig lahmgelegt. Die unteren Stadtteile wurden überschwemmt, wodurch jeglicher Verkehr unmöglich wurde. Im Hafen von Leixoes ereignete sich ein schwerer Unfall. Der norwegische Dampfer „Jngria" stieß mit vier Ladekähnen zusammen, die sofort sanken. Drei Seeleute fanden dabei den Tod. Der holländische Frachtdampfer „Jonge Jacobus" ist an der portugiesischen Küste im Sturm untergegangen. 2>te 23köpfige Besatzung hatte das Schiff in Rettungsbooten verlassen. Bis jetzt fehlt jede Nachricht über die Schiffbrüchigen. In dem Heimathafen Rotterdam wird befürchtet, daß die gesamte Besatzung im Sturm umgekommen ist. * Auch an der französischen Mittelmeerküste hat sich ein Sturm aufgetan, der vor allem die Gegend von Nizza heimsuchte. Die Eröffnung der Karnevalsoeranstaltungen mußte um einen Tag verschoben werden. Die Rhone und ihre Nebenflüsse führen Hochwasser. Auch an der nordafrikanischen Küste bei Rabat und Tanger ist das Meer entfesselt. Die Bahnhofsanlagen im Hasen von Tanger sind von den Wassermassen zerstört worden. Der Sachschaden wird auf 1 Million Franken geschätzt. Die Besatzung des gestrandeten Dampfers „Taube“ gerettet. Die gesamte Besatzung des südöstlich vom Gjed- ser-Riff-Feuerschiff gestrandeten Dampfers „Taube" ist durch den Dampfer „Heinrich Grammerstorf" gerettet worden. „Heinrich Grammersstorf" kehrte mit den Geretteten nach dem Kieler Hafen zurück und ließ sie an Land bringen. WeiferSerlchk des Reichsweiterdienstes. Ausgabeort Frankfurt. An der in breiter Front über das europäische Festland hinwegflutenden Kaltluft kommt sowohl von Südwest, als auch von Südost kommende feuchte Meeresluft zum Ausgleiten. Dadurch finit in Deutschland verbreitete Schneefälle bedingt, während über Frankreich und Südosteuropa Regen, fällt. Die winterliche Witterung hält bei uns vorerst an. Aussichten für Samstag: Wolkig bis bedeckt und weitere Schneefälle, lebhafte östliche Winde, falt. Aussichten für Sonntag: Bei Luftzufuhr aus Ost Fortdauer der kalten, zu Schneefällen geneigten Witterung. Lufttemperaturen am 28. Januar: mittags —3,9 Grad Celsius, abends —6,8 Grad; am 29. Januar: morgens —8 Grad. Maximum —3,7 Grad, Minimum heute nacht —8,3 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 28. Januar: abends —0,2 Grad; am 29. Januar: morgens —0,3 Grad. — Niederschläge 2,1 mm. — Schneehöhe 10 cm. Wintersport - Wetterbericht. Vogelsberg, Hoherodskopf: Bedeckt, —1Z Grad, 35 Zentimeter Gesamtschneehöhe, 3 Zenti. meter Neuschnee, Pulverschnee, Ski und Rodeln sehr gut. — Hochwaldhausen: Bedeckt, —8 Grad, 25 Zentimeter Gesamtschneehöhe, 2 Zentimeter Neuschnee, Pulverschnee, Sportmöglichkeiten sehr gut. Sauerland, Winterberg: Schneefall, —14 Grad, 33 cm Gesamtschneehöhe, 2 cm Neuschnee, Pulverschnee, Sportmöglichkeiten gut. Rhön, Wasserkuppe: Bewölkt, —11 Grad, 27 cm Gesamtschneehöhe, Pulverschnee, Sportmöglich, feiten sehr gut. Taunus. Kleiner Feldberg: Bewölft, —11 Grad, 16 Zentimeter Gesamtschneehöhe, 2 Zentimeter Neuschnee, Pulverschnee, Sportmöglichkeitei gut. Alpen. Schneefernerhaus: Heiter, —6 Grad, 375 Zentimeter Gesamtschneehöhe, Pulverschnee, Sportmöglichfeiten gut.___________________________ Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. XII. 36: 11250. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts- Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzeloerkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig. 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Auf die Bildung von kapitalkräftigen Aktiengesellschaften kann das Deutsche Reich nicht verzichten. Man denke daran, daß z. B. der Bau der Eisenbahnen weder durch den Staat noch durch einzelne Privatkapitalisten hätte finanziert werden können, wogegen sich Kreise von Kapitalisten zu Aktiengesellschaften zusammenschlossen, die die Bahnen bauten. Somit sind die Aktiengesellschaften vielfach die Pioniere des technischen Fortschritts gewesen. Allerdings hatte das Aktienrecht vielfache Mängel. Einmal waren sie Erwerbsunternehmen, die ihren Schwerpunkt in der Generalversammlung hatten, die zusammengesetzt war aus Kapitalisten, die lediglich auf eine möglichst hohe Dividende achteten und die sozialen Aufgaben und das Treueverhältnis zwischen der Geschäftsleitung und den Angestellten und Arbeitern häufig vernachlässigten. Außerdem kam, im Zeitalter der Freizügigkeit des Kapitals, die Gefahr hinzu, daß Teile des Aktienpaketes sich in Händen ansammeln konnten, die entweder aus Konkurrenzgründen oder aus privatkapitalistischem Machtbedürfnis oder aus Ansprüchen einer längst vergangenen Bankenpolitik die Erwerbsunternehmen unter ihre Knute zu bringen versuchten. Es war ein trostloser Zustand, daß z. B. bis zum schwarzen Börsenfreitag des Jahres 1931 die Banken immer mehr vom Direktionssessel aus die Schicksale der Erwerbsgesellschaften bestimmten, während der Betriebsführer selbst eigentlich nur einen Verwalterposten einnahm. Eine Entwicklung also, die das natürliche Verhältnis geradezu auf den Kopf gestellt hatte. Das neue Aktienrecht begrenzt einmal d i e Kapitalsumme einer neu zu bildenden Aktiengesellschaft auf eine halbe Million Mark, bei bestehenden auf 100 000 Mark. Alle darunter liegenden Aktiengesellschaften haben zu verschwinden. Der Mindest-Nennbetrag der Aktie wird auf 1000 Reichsmark festgesetzt. Die Gliederung ist zwar beibehalten worden, wonach sich eine Aktiengesellschaft zusammensetzt aus den Aktionären, die in der Hauptversammlung vertreten sind, aus dem Aufsichtsrat und dem Vorstand. Aber innerhalb dieser drei Gruppen sind wichtige Verschiebungen erfolgt. Die Leitung der Aktiengesellschaft und damit die Geschäftsführung, liegt jetzt ausschließlich beim D o r st a n d , der auf fünf Jahre gewählt wird, dessen Amtstätigkeit aber verlängert werden kann. Der A u f s i ch t s r a t ist dazu berufen, die Geschäftsführung des Vorstandes zu überwachen. Die bisherige Möglichkeit, ihm noch andere Obliegenheiten zu übertragen, fällt fort. Der Vorstand ist dem Aufsichtsrat gegenüber unabhängig und unterliegt nicht seinen Anweisungen. Sehr wesentlich bleibt, daß die Bezüge des Vorstandes und des Aufsichtsrats, die sogenannten Tantiemen, künftighin in einem angemessenen Verhältnis stehen müssen nicht nur zum Gewinn der Gesellschaft, sondern auch zu den sozialen Aufwendungen für die Gefolgschaft, der Staatsanwalt kann Klage erheben, wenn die Gewinnbeteiligung der beiden Korporationen und die Aufwendungen für die soziale Fürsorge in einem Mißverhältnis stehen. Der Aufsichtsrat wird in seiner Zahl nach der Höhe des Grundkapitals gestaffelt. Die eigentliche Hauptversammlung beschließt, wie zuvor alljährlich, über die Entlastung der Verwaltungsträger, jeder Aktionär hat das Recht auf Auskunstserteilung: aber das vielfach mit Recht befehdete Depositen- stimmrecht der Banken ist insofern eingeschränkt worden, als die Bank nicht mehr durch eine Satzungsbestimmung für den Aktieninhaber ohne weiteres ihr Stimmrecht ausübt, sondern sie muß eine besondere und zeitlich umrissene G e - nehmigung des Aktieninhabers erhalten. Der Vorstand setzt mit Billigung des Aufsichtsrates den Jahresabschluß fest, dagegen behält die Hauptversammlung die Entscheidung über die Gewinnverteilung. An den Rücklagen der Gesellschaft hat die Hauptversammlung nicht zu mäkeln. Wichtig ist auch, daß das Mehrstimmen- Aktienrecht fällt, das zum Schutz gegen Ueberfremdung ursprünglich geschaffen wurde, aber häufig auch zu einer Politik des Vorstandes und Aufsichtsrates gegen die Geldgeber der Aktiengesellschaften geführt hat. Das neue Aktienrecht beseitigt also die bisherigen Mißstände und gibt dem Leiter dieser Erwerbsunternehmen wieder größere Bewegungsfreiheit. * Rach dem politischen Abkommen zwischen Deutschland und Oe st erreich vom 11. Juli 1936 waren übertriebene Hoffnungen in wirtschaftlicher Beziehungen verbreitet, die aber insofern der Berechtigung entbehrten, als selbst unter dem Zustand der politischen Spannung zwischen den beiden Staaten der Wirtschaftsaustausch nicht wesentlich abgenommen hatte und im Zeitalter der Wirtschaftsdepression sich sogar verhältnismäßig gut entwickelte. Die nach dem Abschluß des politischen Vertrages aufgenommenen Wirtschaftsverhandlungen sind jetzt zum Abschluß gebracht worden, die neuen Vereinbarungen treten ab 1. Februar in Kraft und sind insofern von wesentlicher Bedeutung, als zunächst einmal eine gewisse Deoisenmenge sichergestellt wird, um den Warenaustausch zu erleichtern, während bisher durch die Bereitstellung und Zuteilung der Devisen der Handel sich gewissermaßen in einzelnen Stößen vwollzog. Und zudem sind die Vereinbarungen derart, daß ab 1. Februar eine Zunahme des Warenaustausches um rund zehn v. H. gesichert ist, womit vor allem der österreichischen Wirtschaft eine gewisse Entlastung erteilt wurde. Der deutsch- österreichische Wirtschaftsverkehr hat sich im Gegensatz zu der bis vor kurzem geltenden Theorie der Nationalökonomen entwickelt, wonach ein ersprießlicher Warenaustausch nur Zwischen einem Industrie- und einem Agrarstaat erfolgen könne. Oesterreich ist zwar vorwiegend ländlich, besitzt aber in Wien eine sehr hochentwickelte Industrie, die in manchen Dingen Konkurrenz der deutschen zu sein scheint, in Wirklichkeit aber, ähnlich wie die englische Industrie, doch Abnehmerin gewisser deutscher Ausfuhr- und darunter sogar Jn'dustrieartikel von wesentlicher Bedeutung bleibt. Oesterreich liefert vermehrt Schlachtvieh, Zucht- und Nutzvieh, Pferde, Produkte der Milchwirtschaft, weitere Zusatzkontingente sind bewilligt worden für die österreichische Holzwirtschaft, ferner wird das Interesse der österreichischen Industrie durchaus gewahrt, während neben Kohle und Koks Deutschland für seine Jn- dustrieprodukte in Oesterreich einen gesicherten Absatzmarkt erhält. Zugleich wird der Fremd en- v e r ke h r, auf den große Teile Oesterreichs angewiesen sind und der sich vornehmlich auf die deutsche Kundschaft erstreckt, gefördert werden. Das Erbhofgesetz gab dem deutschen Bauerntum die nötige wirtschaftliche Grundlgge und sicherte seinen Besitz, allerdings unter der Oberhoheit des Staates, da nach nationalsozialistischer Auffassung die Allgemeinheit ein dringendes Interesse an der Sicherung unserer Ernährung hat und das Allgemeininteresse dem Prioatinteresse vorgeht. Aber außerhalb dieser Gesetzgebung waren noch landwirtschaftliche und volkswirtschaftliche Grundstücke kleineren Ausmaßes vorhanden, bis zu zwei Hektar oder etwa 8 preußischen Morgen, die bisher ohne Einschränkung den Besitz wechseln konnten, dern Preise von der Spekulation bestimmt wurden, ohne daß ein während der Kriegszeit erlassenes Gesetz, das in wesentlichen Punkten nicht angewandt werden konnte, weil einzelne Bestimmungen dem BGB widersprachen, dem Einhalt getan hätte. Am 1. Februar 1937 tritt nun ein neues Gesetz in Kraft, das die Mindestgrenze auf 1 Hektar herabsetzt, den Besitzwechsel eines Grundstücks von kleinen Ausmaßen nur gestattet, wenn der Bewerber das Grundstück selbst in bäuerischem Sinne bearbeitet und dazu die nötige Qualifikation besitzt. Diese Genehmigungspflicht, die die Spekulation unterbindet, erstreckt sich auf Kaufverträge, Ueberlassungen und Pachtungen des Landes, auch bei Zwangsversteigerungsverträgen und der Grundstückspreis muß sich dem Begriff des „gerechten Preises" nähern, wodurch also Unteroder Ueberbietungen abgeschafft werden. Rembrandt als Operngestalt. Uraufführung in der Berliner Staatsoper. Mit vorbildlichem Mut wählte die Berliner Staatsoper für ihre einzige Uraufführung in dieser Spielzeit ein Werk, das eigene Wege geht und hohe Ansprüche an Aufführung und Zuschauer stellt: „Re mbrandt van Rijn" von Paul von Klenau. Der Komponist, der zuletzt 1933 mit seinem „Michael Kohlhaas" hervortrat, ist von Geburt Däne. Er steht im 54. Lebensjahr. Als Musiker ist er Schüler von Max Bruch, Ludwig Thuille und Max v. Schillings gewesen. Auch sein eigenes Schaffen und seine künstlerische Gesinnung sind durchaus deutscher Art. Das bewies von neuem die Rembrandt-Oper. Klenau bekennt sich darin zum Musikdrama im Sinne des „Gesamtkunstwerks", wie es Richard Wagner gefordert und geformt hat. Die Dichtung, die der Komponist selbst geschrieben hat und neben der Musik als ebenbürtigen Bestandteil der Oper gewürdigt wissen will, das Bühnenbild als unlösbares Glied des Musikdramas, die symphonische Führung des Orchesters, die deklamatorische Bedeutung des gesungenen Wortes und das hohe Echos der Handlung — diese Kennzeichen der neuen Oper Klenaus stellen ihren Schöpfer in die Reihe der ernst ringenden Musiker, denen das Erbe Richard Wagners Vermächtnis und Verpflichtung ist. Klenau hütet es nicht als Epigone, er ist um den eignen Stil stark bemüht und bildet die Form des Musikdramas weiter. Die Verständlichkeit der Handlung wird durch eine melodramatische Rezitatiotechnik bedeutsam gefördert. Klenau teilt zu diesem Zweck die Bühne in zwei Teile: auf dem Hauptfeld spielen die gesungenen vierzehn Szenen, auf einer Vorderbühne knüpfen neun musikalisch übermalte, gesprochene Zwischenakte die Verbindung zwischen den Hauptstationen der Oper. Auch in musikalischer Hinsicht erweitert der Komponist die romantische Tradition in eigener und gegenwärtiger Art: die leitmotivisch gebildete Orchestersprache ist herb, zuweilen hart, obwohl sie von den Reizen romantischer Chromatik ausgiebigen Gebrauch macht. Aber Klenau hat sich ein eigenes Tonsystem gebaut, das dem Hörer vielfach ungewohnete Aufgaben stellt. Ist die Orchestrierung auch alles andere als „durchsichtig" im modernsten Sinn, so zeichnet sich eine gegenwärtige Entwicklungsrichtung auch in dieser Rembrandtoper ab, wenn sich aus dem musikdramatischen Fluß einzelne geschlossene Formen kristallisieren. Im Ethos der Handlung erinnert Klenaus Rembrandt an die Sachs-Gestalt aus Wagners „Meistersingern" und an Pfitzners „Palästrina". Es geht um die Kunst schlechthin und um die Tragik des genialen Künstlers. Rembrandts wechselvolles Schicksal liefert den Stoff für ein wirkungsvolles und geschickt gearbeitetes Opernbuch. Die Eifersucht des reichen Malers Maerten Kretzer führt zur Schürzung des Knotens der dramatischen Verwicklungen, die für den aus der Mode gekommenen Rembrandt den Konkurs, die Ermordung eines Schülers, den Versuch der Schändung feiner Tochter, den Tod der zweiten Gattin, bittere Armut und rühmlosen Tod bringen. In tiefsinnigen Monologen und in bewegten Auseinandersetzungen mit den Vertretern der neuen, der flämischen Richtung, hat Rembrandt Gelegenheit, das Wesen seiner Kunst zu umschreiben. Ein Kyrie eleison bildet die Schlußapotheose aus dem Herzen eines Dichterkomponisten, dem Rembrandts „schuldlose Schuld" Sinnbild für das Schicksal des begnadeten Ein« samen geworden ist. Die Berliner Staatsoper wandte außerordentliche Mittel an die Uraufführung. Sie gab der Oper ein optisches Gewand, das zu einem der stärksten Wirkungselemente wurde. Edmund E r p f hatte in Anlehnung an Rembrandts eigene Bilder und an Motive der niederländischen Malerei ein bezauberndes Szenarium geschaffen. Josef Gielens meisterhafte Spielführung füllte diese szenischen Gemälde so zwanglos mit Bewegung, daß die heikle Jnszenierungsfrage mit der Flüssigkeit einer Schauspielaufführung beantwortet wurde. Robert Hegers Erfahrung führte das Orchester überlegen und mit klugem Bedacht auf die Ansprüche der Bühne. Hier schuf vor allem Rudolf B o ck e l - mann als Rembrandt eine gesangliche und schauspielerische Leistung, die in ihrer künstlerischen Vollendung und in der menschlichen Weite der Gestalt ebenbürtig neben seinen Sachs und Wotan trat. Aus dem umfangreichen Personenverzeichnis, das eine einzige Liste klangvoller Namen bildete, muß wenigstens Käte Heidersbach als Rembrandts Tochter heroorgehoben werden. Das Publikum erwies sich den ungewöhnlichen Anforderungen des Werkes gewachsen. Es bereitete Bockelmann Ovationen und feierte mit den künstlerischen Leitern den Komponisten in herzlichen Formen. * Auf anderen Bahnen bewegt sich die Arbeit des Deutschen Opernhauses. Wagners zu Beginn der Spielzeit neu herausgebrachtem „Fliegenden Holländer" folgten im Januar als zweite und dritte Neuinszenierung zwei italienische Opern, die der Gunst des Publikums sicher sind: D o n i z e t t i s „R e g i m e n t s t o ch t e r" und P u c c i n i s „M a - dame Butterfl y." Beide Aufführungen bekamen über ihre musikalische Beschaffenheit hinaus Interesse durch die Art, wie man den „Erdenrest, zu tragen peinlich, die Handlung der italienischen Oper, dem gegenwärtigen deutschen Zuschauer erträglich zu machen bestrebt war. Für die „Regimentstochter" hatte ein Mitglied des Deutschen Opernhauses, der Sänger Anton Baumann, eine Neufassung des Textes hergestellt, die die Handlung beleben, auflockern und bereichern will. Als Grundgedanke zeichnete sich die Verstärkung des burlesken Elements ab. Mit dem Dialog wurde ebenso freizügig verfahren wie mit den Personen und dem Gang der Handlung. Der Regisseur Hans B a t - t e u x tat ein klebriges, indem er Pferde, Esel, Schafe und Hühner mitspielen, schmetternde Militärmusik über die Bühne marschieren ließ und üppige Tanzeinlagen einstreute. Auf ähnliche Weise versuchte man in Puccinis „Madame Butterfly" über die Peinlichkeit der Handlung hinwegzutäuschen. Hier hatte Benno von A r e n t, der auch in der „Regimentstochter" durch äußerst dekorative Bühnenbilder die Augen der Zuschauer fesselte, die ganze Herrlichkeit der japanischen Kirschenblüte aufgebaut und den Zauber der Landschaft vom Meeresspiegel bis zum Bergesgipfel dahintergemalt. Wieder ließ sich in diesem stark betonten Rahmen der Spielleiter B a t t e u x keine Möglichkeit zur Hervorhebung augenfälliger Effekte entgehen, wofür ihm die originelle Anlage des Hauses der Butterfly manchen Vorwand lieferte. In beiden Aufführungen gab es jedoch auch eine hervorstechende gesangliche Leistung. Als Regimentstochter fesselte Irma B e i l k e (als Gast aus Leipzig) durch ihre blitzsauberen Koloraturen und einen weichen, biegsamen Sopran. Als Butterfly erwies eine junge Künstlerin des Deutschen Opernhauses, Lore Hoffmann, zum erstenmal in einer großen Rolle, ihre vielversprechenden stimmlichen Qualitäten und. eine darstellerische Sicherheit eigener Art. Das Publikum ließ es nicht an Anerkennung fehlen. Johannes Jacobi. Gute Möbel bei Koos Giessen Schulstr 6 Turnierfeste. Von Thaffilo Gras v Schrieben. Motto: Das Paradies der Erde liegt auf dem Rücken der Pferde. Mirza Schaffy. Mit Staunen und Bewunderung hörte man kürzlich im Radio, daß über 2000 Anmeldungen für das Berliner Reitturnier im kommenden Februar eingetroffen find. Gibt es einen schlagenderen Beweis dafür, wie die edle Reitkunst immer mehr Boden gewinnt und die Reitturniere zu den beliebtesten Veranstaltungen im neuen Deutschland gehören? Freilich ist es- kein neuer Sport, dem wir hier begegnen. Schildert doch schon Tenophon höchst anschaulich jenes prächtige Reiterspiel, das die griechischen Krieger dem Zeus und Herakles zu Ehren veranstalteten, und Plinius erzählt, daß die Römer ruhmvolle Reiter-Kampfspiele von den Thessaliern übernommen hätten. — Der ausführlichen Beschreibung eines deutschen Turniers begegnen wir erst 930. Kaiser Heinrich der Vogler schrieb es zur Nachfeier des 929 'erfolgten Hochzeitsfestes seines ältesten Sohnes (Ottos des Großen) in Magdeburg aus. Der junge, erst 17jährige Prinz wurde damals mit einer Königstochter aus England vermählt. Es klingt wie ein uraltes Märchen, daß der Kaiser nach England schickte, um eine Schwester des Königs Athelstan zur Gemahlin für feinen Sohn zu werben. Der Beherrscher von England scheint sehr erbaüt- oon dieser Werbung gewesen zu sein, denn er sandte gleich zwei seiner Schwestern mit seinem Kanzler Thorketulus gewissermaßen „zur Auswahl" nach Deutschland. Otto wählte die liebreizende Editha, die als hauptsächliche Erbauerin der Stadt Magdeburg und als ihre besondere Gönnerin in ber Geschichte fortlebt. Dem Beispiel des Kaisers, ein großes Turnier- fest zu veranstalten, folgten bald viele Fürsten. Und als besonders amüsant muß das Turnier gelten, das Waldemanno 1226 zu Merseburg ausschrieb: Höchst originellerweise setzte er nämlich zur Belohnung für den Sieger „eine schöne, wohlgestaltete Jungfrau auf einem Zelter-Pferd reitend und überaus köstlich geputzet sammt einem Falken und einem güldenen Jagdhund" als Gewinn aus. „Er hat jedoch", so erzählt die alte Chronik weiter, »alle Gegner überwunden und infolgedessen die schöne, köstlich geputzte Jungfrau sammt Zelter, Falken und Hund für sich selbst behalten. Dazu mußte noch jeder der zahlreichen von ihm aus dem Sattel gehobenen Ritter der holden Maid einen güldenen Ring einen Dukaten schwer zu Füßen legen", so daß praktischerweise gleich ein hübscher Brautschatz in bar zur Stelle gewesen ist. Bei den anderen Turnieren spielten die schönen Jungfrauen, „mit grünem Kränzlin" geschmückt, nur als Verteilerinnen des Dankes, d. h. der Preise ihre liebenswürdige Rolle. Im 15. Jahrhundert haben allmählich die festlichen Turniere ihre Bedeutung verloren. Nur noch einmal in späterer Zeit lebte der Gedanke an ihre Herrlichkeit in dem Reiterspiel der „Weißen Rose" auf, das 1829 in Potsdam stattfand, als Kaiserin Charlotte von Rußland (die Tochter der Königin Luise) zum ersten und einzigen Mal die geliebte Heimat besuchte. Eine Wiederholung der reizvollen Idee hat leider nie stattgefunden. Erst die neue Zeit bringt dem edlen Reitsport und dem modernen Reitturnier, wenn auch in anderer Form, freudiges Interesse und wahre Begeisterung entgegen." Der immer mehr wachsende Andrang des Publikums zeigt am besten, daß die Tage vorüber sind, in denen man speziell den Großstädtern boshafterweise nachzusagen pflegte, daß sie das Pferd für ein wildes Tier halten, das dem Menschen nach dem Leben trachtet. Aber auch die Anforderungen, die unsere modernen Reitturniere an Mann und Roß stellen, werden immer größer. Die Dressur der Turnierpferde ist eine hohe Kunst für sich geworden, die immer weiter ausgestaltet wird. Während man sich bei den alten Turnieren mit der Forderung begnügte, daß die Turnierpferde „stark, munter, wendig und dabey nicht im Geringsten scheu" fein sollten, daß erner keine schlagenden und bissigen Tiere darunter ein durften, müssen die Turnierpferde von heute o vorzüglich in Dressur sein, daß sie jeder leisesten Willensäußerung des Reiters sofort willig Folge leisten und ein Ungehorsam unmöglich ist. Die deutsche Turnier-Ordnung von heute bestimmt, daß für Beurteilung der Dressurprüfung maßgebend sind: Ausbildungsgrad des Pferdes und Reitkunst des Reiters. „Die moderne Reit- und Dreffurkunst für das Turnier verlangt", so schreibt Oberst von H e y d e b r e ck, maßgebend auf diesem Gebiet, „daß alle natürlichen Anlagen und Kräfte des Pferdes entwickelt und durch gymnastische Durchbildung des ganzen Körpers so vervollkommnet werden, daß im Zusammenwirken aller Glieder und Körperteile völlige Uebereinftimmung entsteht. Hierdurch soll es instand gesetzt werden, auch unter dem Reiter und nach dessen Willen alle Bewegungen, zu denen die Natur es befähigt, willig, andauernd, zwanglos und sicher auszuführen." Mit lebhaftem Interesse sehen wir dem Reitturnier im Februar entgegen, zu dem zahlreiche für das Turnier ausgebildete Pferde aus dem Schulstall der rühmlich bekannten Reitschule Hannover erwartet werden, die nach den modernsten Anforderungen ausgebildet find, und wo es uns vergönnt fein wird, die Früchte dieser Ausbildung von heute, welche für die ganze deutsche Kavallerie vorbildlich ist, an Pferd und Reiter mit eigenen Augen zu studieren. Bekannt ist auch das Interesse des Führers für den Reitsport, die Berliner Turniere erhalten ihre Bedeutung durch die Anwesenheit Adolf Hitlers. Gloria-palost: „Kinderarzt Dr. Engel-". Wir wissen nicht, ob es in allen Kinderkliniken so heiter zugeht, wie man das hier zu sehen bekommt, aber man sieht es gern: Kinder vor der Filmkamera können ein überaus reizvolles und dankbares Motiv abgeben, dem sich die deutsche Produktion bisher nur vorsichtig, verhältnismäßig selten und meist episodisch genähert hat. Die großen Gefahren, die das Motiv in sich trägt, brauchen kaum angedeutet zu werden — nichts ist unleidlicher, als Kinder im Stil von Erwachsenen schauspielern zu sehen —, aber hier gibt es eine Reihe von wirklich lustigen und natürlichen Kinderszenen: sie passen zu dem ganzen freundlichen und menschlich erfreulichen Ton, der in diesem von Johannes Riemann mit spürbarer Sorgfalt in Szene gesetzten Film herrscht. Paul Hörbiger in der Titelrolle ist wirklich ein Onkel Doktor voller Güte, Verständnis und Menschlichkeit, und man sieht ein, daß feine kleinen Patienten an ihm hängen und besorgte Mütter Vertrauen zu ihm haben müssen. Vom Vertrauen zur Liebe ist kein allzu großer Weg, und so wird aus der Kindergeschichte am Ende eine Liebesgeschichte: Hörbiger spielt auch, wie früher schon einmal, ganz überzeugend den scheuen und schüchternen Mann, der mit seiner echte» Neigung beinah zu spät kommt — aber zuletzt geht doch alles noch gut aus, wie es hier ja nicht anders sein kann. Viktoria von Ballasko: sympathisch, tapfer und herzhaft als das Fräulein Winkler mit dem kranken Buben. (Den kleinen Arthur Fritz Eugens kennen wir schon aus dem Film „Maria die Magd".) Dazu ein paar gut gesehene Chargenrollen: Legal, Sima, Stein- b e ck, L e i b e 11 und Josefine Dora. — (Tobis Rota.) * Aus dem Beiprogramm nennen wir einen lehrreichen Kulturfilm „Alltag im Dajakdorfi" Hans Thyrio;. Auch Der Fingerhut hat eine Geschichte. Sie führt sogar in die Urzeit zurück; denn Finger- und Nähringe aus Bronze, Elfenbein oder Knochen, die der heute noch üblichen Form sehr ähnlich sehen, haben sich aus vorgeschichtlicher Zeit bei Ausgrabungen in Italien, Frankreich und Südrußland gefunden. Selbst der an seiner Außenfläche rauhe Fingerring läßt sich schon in vorgeschichtlichen Zeiten nachweisen. Wenn man an die Erwähnung in geschichtlichen Quellen denkt, so ist zum erstenmal im 12. Jahrhundert in einer der Schriften der berühmten Aebtissin Hildegard von Bingen davon die Rede. Hier findet sich der „vingerhuth . Walther von der Vogelweide spricht auch von einem Fingerhut, als er eine Fingerhutblume erblickt und nun eines anderen Fingerhutes gedenkt, „der schmückte den schönsten Finger". In diesen Zeiten bildete sich bereits eine besondere Zunft der „Fingerhuther", und es ist uns sogar der älteste Vertreter dieses ehrbaren Handwerks in einem Bilde erhalten, das aus einem Nürnberger Porträtbuch des 14. Jahrhunderts stammt: unter dem Bilde eines Bruders aus dem Jahr 1382 heiß es: „der hieß vingerling und war ein vingerhuter". Das Gewerbe blühte augenscheinlich immer mehr auf, und im 16. Jahrhundert gibt es sogar eine eigene Zunft der „Fingerhuter". Auch in Jost Ammans „Beschreibung aller Stände auf Erden", zu dessen Bildern Hans Sachs die Verie verfaßte, ist ein „Finaerhuter" bargeftelü, dessen Tätigkeit der Poet in seiner anschaulichen Art beschreibt. Im Germanischen Museum in Nürnberg wird ein silberner Prunkbecher aus dem Jahre 1586 aufbewahrt, ein Geschenk der Gebrüder Gewandsckmei- der an das Nürnberger Schneiderhandwerk, das ganz die Gestalt eines Fingerhutes, hat. Nürnberg war die Stadt, in der die meisten Fingerhüte hergestellt wurden; danach kamen Köln und Holland. Der Fingerhut wurde damals auf dem Daumen getragen. Seit 1696 wurden Fingerhüte sogar schon mit Hilfe großer Maschinen in einer Fabrik eines gewissen Johann Lotting hergestellt. Der Fingerhut mußte in einer solchen Fabrik durch neun verschiedene Hände gehen, ehe er fertig wurde. Aber noch heute, da die fabrikmäßige Herstellung doch schon den höchsten Grad der Zweckmäßigkeit und Vereinfachung erreicht zu haben scheint," wendet sich der Erfindergeist noch immer diesem kleinen Hilfsmittel der Schneiderei zu. Auch in Deutschland werden immer neue Patente erteilt und Gebrauchsmuster eingetragen, und mit einiger Ueberraschung hört man, daß es Doppelte Fingerhüte", Fingerhüte mit Haken, ja sogar solche mit elektrischer Beleuchtung gibt. Winterkampfspiele der hessischen Schulen. Spiele der Unterstufe Im Kreis Gießen. Die Spiele der Zwischenrunde brachten bis aus Korbball die erwarteten Ergebnisse. Im Fußball konnte Leihgestern gegen Garbenteich sicher mit 5:0 gewinnen. Ettingshausen kam durch Verzicht Hungens kampflos in die Vorschlußrunde. Im Handball waren die Gießener den Holzheimern klar überlegen und blieben mit 6:0 verdienter Sieger. Grünberg warf Obbornhofen mit 5:0 aus dem Rennen. Etwas überraschend verlor Bellersheim im Korbball gegen Grüningen ganz knapp mit 2:1. Göbelnrod errang gegen Odenhausen einen 2:0-Sieg. Die Vorschlußrunde sieht folgende Begegnungen: Fußball: Ettingshausen — Daubringen am 3. Febr. in Großen-Buseck. Korbball: Annerod — Grüningen am 3. Febr. in Garbenteich. Daubringen und Grüningen muß man die größeren Siegesaussichten einräumen. Die Endspielteilnehmer der Handballmeisterschaft stehen schon fest und heißen wie im vergangenen Jahre Grünberg und Neue Pesta- lozzischule Gießen. Die Endspiele aller Spielarten finden übernächste Woche in Gießen statt. £)H£. ehrt das Andenken an den «.hessischen Turnvater" $r. L. Weidig. Auf Anregung des Fachamtes Turnen wird der Deutsche Reichsbund für Leibesübungen die 100. Wiederkehr des Todestags Dr. Friedr. Ludw. Weidigs, des „hessischen Turnvaters" und Vorkämpfers für deutsche Einheit, der im Kerker zu Darmstadt am 23. Februar 1837 einen tragischen Tod fand, durch zwei größere Gedenkfeiern in würdiger Weise begehen. Wie auf einer Sitzung, die in Anwesenheit des Reichsbundkreisführers Sturmführer Otter- b e i n (Friedberg) und Vertretern der Stadt Butzbach unter Vorsitz von DRL.-Ortsgruppenführer L. Weickhardt in Butzbach stattfand, beschlossen wurde, findet am 2 8. Februar eine Tagung der Vereinsführer sämtlicher Turn- und Sportvereine des Sportkreises Friedberg (politische Kreise Friedberg, Büdingen, Schotten, Obertaunus und Usingen) im „Hessischen Hof" zu Butzbach statt. Damit wird eine Weidig-Gedenkfeier verbunden, bei der Bürgermeister Dr. Mörschel (Butzbach), Studienrat Dietz (Bad-Nauheim) und Reichsbundkreisführer Sturmführer Otterbein (Friedberg) sprechen werden. Am 13. Juni 1937 wierd auf dem Schrenzer bei Butzbach, einem der ältesten Turnplätze Deutschlands (Weidig turnte hier schon 1814 mit der Butzbacher Jugend), zum ersten Male das Weidig-Berg- turnfest durchgeführt, das auf Anregung des Gau- fachamtspressewarts O ß w a l d (Bad-Nauheim) nunmehr alljährlich als Reichsbundveranstaltung' veranstaltet werden wird. Die gauoffenen Wettkämpfe kommen, wie Reichsvolksturnwart Langsdorf (Bad-Nauheim) mitteilte, in verschiedenen Alters- und Leistungsklassen zum Austrag. Für Mannschaftskämpfe (Staffeln) sind Wanderpreise gestiftet, die die Namen der Männer tragen, die in der Butzbacher und darüber hinaus in der mittelrheinischen Turngeschichte besonders hervorgetreten sind (Weidig, Kuhl und Prof. Wämser). Ein Weidig- Gedenkstein wird am Tage des Weidig-Berg- festes im Werdig-Hain auf dem Schrenzer enthüllt werden. Heffennege gegen Westfalen. Zum großen Kunstturnkampf in Limburg. Zwei Nachbargaue — Westfalen und Hessen — begegnen sich zum ersten Male in einem großen Gerätekampf. Auf beiden Seiten besteht seit langem der Wunsch, einmal die Kräfte zu messen, und seit Jahren ist der Gaukampf in Aussicht gestellt. Nun kommt er nächsten Sonntag in Limburg zur Freude aller Freunde des deutschen Geräteturnens erstmals zum Austrag. Beide Gaue haben in Aus- fcheidungs- und Auswahlturnen ihre Besten ermittelt und schicken die zur Zeit stärksten Mannschaften ins Treffen. Die Aufstellung der Hessen-Mannschaft sei hier nochmals kurz mitgeteilt: Fluck (Limburg), Sieger (Limburg), Herbert (Gie - ßen), Schöffmann (Wiese ck), Kehrer (ACT. Kassel), Geras (ACT. Kassel), Busch (Limburg), B e n e r (ACT. Kassel), Schmeißing (CT. Kassel), A. Fink (CT. Kassel), Wedekind (ACT. Kassel). Es wird einen harten Kampf um die Punkte geben, bei dem die Westfalen wohl schon etwas mehr herausholen können. Sie haben zwei große Gaukämpfe hinter sich. Gegen Niedersachsen errangen sie einen hohen Sieg, und im Kampf gegen die starke Bayern-Mannschaft unterlagen sie nur ganz knapp. Aber auch die Hessen werden ihren Mann stehen. Die Leitung des Gaukampfes Westfalen — Hessen liegt in Händen des hessischen Gaum.ännerturnwarts Otto Dahms (Bad Wiloungen). Ihm stehen als Kampfrichter zur Seite vom Gau Westfalen: Arnold Braun (Eichen) und I. B. Felsing (Dortmund), vom Gau Hessen die Kreismännerturnwarte Richard Becker (Kassel) und Karl Reuter (Gießen). Internationale Hallentennismeister- schasten von Deutschland. Die kehlen Vier ermittelt Die „letzten Vier" wurden bei den Internationalen Hallentennismeisterschaften von Deutschland bisher im Männer-Einzel, Frauen-Einzel, Männer- Doppel und Frauen-Doppel ermittelt. Im Männer- Doppel stehen Gramm - Henkel sogar schon in der Schlußrunde. Die Vorschlußrundenteilnehmer in den Einzelspielen sind bei den Männern von Gramm, Dettrner, Henkel und Dr. Dessart, bei den Frauen Sperling, Porte, Zehden und Jedrzejowska. Sportamt „Krast durch Freude". Heute folgende Kurse: Allgemeine Körperschule, Lyzeum, Dammstraße 26. Aus technischen Gründen fallen alle Kurse aus. Schwimmen — für Männer und Frauen gemeinsam — Volksbad, Seltersweg, 20.30 bis 21.30 und 21.30 bis 22.30 Uhr. Reiten — für Männer und Frauen gemeinsam — Reitinstitut, Brandplatz, 20 bis 21 und 21 bis 22 Uhr. S k i - Sonntagsfahrt. Am Sonntag, 31. Januar, fährt ein Omnibus nach Breungeshain im Vogelsberg. Fahrtkosten 2,55 Mark. Abfahrt morgens 6 Uhr, Haus der DAF., Gießen, Schanzenstraße 18. Anmeldungen müssen umgehend auf der Dienststelle erfolgen. Wirtschaft. Frankfurter Produktenmarkt. Fwd. Die Anlieferungen von Weizen werden durch den herrschenden Frost behindert. Infolgedessen war es den Mühlen nicht möglich, größere Mengen aufzunehmen oder Vorräte zu bilden, zumal sich der Einkauf von Mahlweizen m anderen Bezirken, wie Kurhessen und Norddeutschland, nur wenig ausdehnen ließ. Jedoch sind die meisten Betriebe im Rhein-Main-Gebiet, weniger am Oberrhein, mit Mahlgut für den nächsten Bedarf eingedeckt. Mit Roggen werden die Mühlen des hiesigen Gebietes mit Zuweisungen aus Ostdeutschland versorgt, sofern die örtlichen Anlieferungen für ihre^i Bedarf nicht ausreichen. Die Abgaben seitens der Landwirtschaft halten sich in engen Grenzen. In Braugerste beschränkt sich das Geschäft nur auf kleine Käufe durch wenige Brauereien, wie auch das Angebot nur noch vereinzelt ist. Hafer wird im freien Handel kaum angeboten, dagegen hat die Landwirtschaft die Belieferung der Heeresämter fortgesetzt. Weizenmehl wurde vom Handel sehr gefragt, um den kommenden Ansprüchen der Bäcker, die zur Zeit nur den laufenden mäßigen Bedarf beziehen, genügen zu können. Die Anlieferungen von Roggenmehl aus dem Osten, wie auch aus der Provinz genügte für die Versorgung der Verbraucher, wie auch zur Auffüllung der Läger. In Futtermitteln sind zur Zeit die verfügbaren Mengen klein, nur Oelkuchenschnitzel, Kleie, gelentlich lich auch Biertreber und Malzkeime konnten geliefert werden. Fischmehl war etwas reichlicher erhältlich. Rauhfutter wird von der Landwirtschaft wenig angeboten, so daß Stroh von anderen Gebieten besorgt werden mußte. Rhein-mainische Schlachtviehmärkte. Fwd. Die Absatzmöglichkeiten für Fleisch haben sich auch in der letzten Januarwoche erhalten, entgegen der sonst um diese Monatszeit schwächeren Nachfrage. Hierbei war die kalte Witterung sehr absatzfördernd, da sich der Verbrauch wegen des nur geringen Anfalls an Giern mehr dem Fleisch- und Wurstoerzehr zuwandte. Insbesondere das im Monat Januar erwünschte Einkäufen von Schweinefleisch ging lebhaft vonstatten, jedoch fanden auch Rind- und Kalbfleisch regen Absatz, während Hammel- und Schaf-Fleisch nur schwacher Nachfrage begegnete. Die Beschaffenheit der zugeführten Tiere blieb unterschiedlich. Bei Großvieh hat sich die Qualität infolge höheren Anteils guter Stallmasttiere erhöht und war durchweg gut. Auch bei Kälbern bewegte sich die Durchschnittsqualität bei mittel bis gut, ebenso bei Hämmeln und Schafen, dagegen entsprach der Ausmästungsgrad bei Schweinen kaum mehr als mäßig. Die Preise blieben zum größten Teil wie in der Vorwoche, bei geringen Tieren gingen sie etwas zurück, besonders bei Schafen. Im allgemeinen wurden die Tiere, soweit keine Verteilung vorgenommen wurde, geräumt, nur am Schasmarkt verblieb etwas Ueberftanb. Von den zugeführten 1601 (1607) Stück Großvieh entfielen auf Frankfurt 1153 (1093), auf Mainz 233 (274), auf Wiesbaden 215 (240). In Frankfurt hat die Reichsstelle 200 Kühe herausgenommen. Der Gesamtauftrieb an Schweinen, wo überwiegend Tiere der Klasse c) angeliefert wurden, belief sich auf 6829 (6713); Frankfurt 4293 (4254), Mainz 959 (847), Wiesbaden 925 (950), Darmstadt 652 (662). Die insgesamt leicht schwächere Kälber zufuhr betrug 2040 (2139), Frankfurt 1488 (1372), Mainz 188 (252), Wiesbaden 273 (399), Darmstadt 91 (116). Schafe wurden 318 (330) zugeführt, davon nach Frankfurt 263 (275), nach Wiesbaden 40 (36) und nach Darmstadt 15 (19) Stück. Mein-Mainische Börse. Ittitfagsbörfe freundlich. Frankfurt a. M., 28. Jan. Bei leichter Ge- schäftszunahme lag die Börse am Aktienmarkt freundlich. Es lagen Kauforders der Kundschaft vor, auch der berufsmäßige Handel schritt zu kleinen Vorkäufen, während Angebot kaum vorlag, zumal ein schwächerer Sperrmarkkurs gemeldet wurde. Den Abschluß der Aktienrechtsreform nahm die Börse mit Befriedigung auf. Wenn sich keine stärkere Geschäftsbelebung durchsetzen konnte, so dürfte daran die Unsicherheit am Markte der Auslandwerte schuld sein, weil man hier mit neuen den Handel einschränkenden Maßnahmen rechnet. Die ersten Kurse setzten überwiegend 0,50 bis 1 v. H. höher ein, danach ergaben sich verschiedentlich weitere Besserungen. Lebhafte Nachfrage fanden Farbenindustrie zu 169,75 bis 170,50 (169), sodann verzeichneten die meisten Bergwerkspapiere bei Erhöhungen von 0,50 bis 1 v. H. etwas größeres Geschäft, Hoesch 118,25 bis 118,75 (117,75), Verein. Stahl 118,75 bis 119 (118,40), stärker erhöht waren Ilse Genuß mit 150,40 (148,50). Don Kaliaktien lagen Aschersleben weiter fest mit 138,25 (136). Elektroaktten wurden 0,50 bis 1 v. H. höher notiert, lebhafter gesucht wurden Bekula mit 168,50 (167,13), Siemens erholten sich um 2,13 v. H. auf 202. Motorenaktien lagen ruhiger und gut behauptet, von Maschinen- werten gewannen Moenus 1, Eßlinger und Muag bis 0,50 v.H., dagegen Junghans 122,65 (123). Leichte Kursbesserungen erfuhren noch Schiffahrtswerte, AG. für Verkehrswesen und Jul. Berger, während Bemberg auf 108,65 (109,50) und Reichsbank-Anteile auf 188 (188,75) abbröckelten. 2lm Rentenmarft zeigte sich weiteres Interesse für Pfandbriefe, während in den variablen Papieren das Geschäft bei etwa behaupteten Kursen kleiner geworden ist, besonders auch in den kürzlich begebenen Industrie-Emissionen. Altbesitz unverändert 120, Städte-Altbesitz weiter gesucht mit 120 bis 120,50, dagegen Kommunal-Umschuldung etwas leichter mit 90,80 (90,90). Im Verlaufe unterlagen die Kurse am Aktienmarkt kleinen Schwankungen von etwa 0,25 bis 0,50 v. H. nach beiden Seiten, später zeigte sich erneut Nachfrage. Zweitnvtierungen hatten u. a. Ges- fürel mit 148,25 nach 148, Bekula mit 168,75 nach 168,50, Nvrdd. Lloyd mit 18,13 nach 18. Von später notierten Werten gewannen Hanfwerke Füssen nach Geldstreichung 2,25 v. H. auf 95, dagegen verloren Rheinmetall 2 v. H. auf 153,50. Daimler zogen auf 129,50 130,65 (128,75) an. Am Kassamarkt kamen Dürrwerke Ratingen nach längerer Pause mit 59,50 (53), ferner Andreae-Noris Zahn mit 155 (152) zur Notiz, von Bankaktien DD.-Bank 117 (116,50), Frankfurter Bank 107,75 (107). Der Rentenmarkt blieb ruhig, Kommunal- Umschuldung knapp behauptet mit 90,75 bis 90,80. Am Pfandbriefmarkt kamen die Kurse vorwiegend unverändert zur Notiz, Stadtanleihen notierten etwas unregelmäßig bei kleinen Veränderungen. Von Auslandsrenten 5proz. Goldmexikaner 8,60 (8,90). Im Freiverkehr wurden genannt: Adlerwerke 102 bis 104, Pokorny 126,50 bis 128,50, Wayß & Freytag 130 bis 132,50, DDM. 155,50 bis 157,50, Growag 92,50 bis 93,50. — Tagesgeld zum Ultimo gefragt und auf 2,75 (2,50) v. H. erhöht. Abendbörse weiter befestigt. An der Abendbörse setzten sich die Kurserhöhungen bei etwas lebhafteren Umsätzen fort. Bevorzugt wurden Maschinenaktien, Moenus 106,50 (105,50), Eßlinger 107 (106), Muag 142,50 bis 143 (142,50), MAN 116,25 (116), auch Junghans auf 123,50 (122,65) erholt. Ferner fanden Montanwerte bei Erhöhungen von 0,50 bis 0,75 v. H. und Elektroaktien, die im gleichen Ausmaß höher notierten, vermehrtes Interesse. Dagegen wurden IG.-Farben etwas vernachlässigt, 170,65 (170,75), auch Daimler mit 130,25 (130,65) jedoch 130 in Berlin, nicht ganz behauptet. Von Kassawerten Konserven Braun 88 (87,50), Großbankaktien unverändert. Auch der Rentenmarkt blieb freundlich, Altbesitz 120,25 (120, aber 120,20 in Berlin), Reichsbahn-VA. 126 (125,90), 6proz. JG.-Farben 133,75 (133,40). Von Auslandswerten notierten Otavi 23,25 (23,13), Schantung um). 122,50, Aku um). 52,75, JG.-Ehemie leere 125 (125,40), 1910er Ungarn 5 (4,85), Anatolier um). 19,75. U. a. notierten: Buderus 119,50, Harpener 154,75, Mannesmann 119,75, Hoesch 119, Rheinstahl 152, Verein. Stahl 119, AEG. 39, BMW. 142, Bekula 169,50, Deutsche Erdöl 147,50, Dt. Eisenhandel 153,75, ©esfürel 149, RWE. 130,25, Rütgerswerke 144, Schuckert 164,50, AG. für Verkehrswesen 126,50, DD-Vank 117, Commerzbank 113,50, Gebr. Fahr 130,50. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 28. Jan. Auftrieb: Rin- der — (gegen 100 am letzten Donnerstagsmarkt), Kälber 917 (858), Hämmel und Schafe 163 (unverändert), Schweine 545 (578). Notiert wurden je 50 Kilogramm Lebendgewicht in Mark: Kälber a) beste Mast- und Saugkälber 58 bis 65 (am 21. Jan. 58 bis 65), b) mittlere Mast- und Saugkälber 45 bis 55 (45 bis 55), c) geringere Saugkälber 40 (40), d) geringe Kälber 30 bis 40 (32 bis 40). Hämmel b2) Weidemasthämmel 46 bis 48 (46 bis 48), c) mittlere Mastlämmer, ältere Mast- hämmel 40 bis 45 (41 bis 45), d) geringere Lämmer und Hämmel — (32 bis 40). Schafe a) beste Schafe 32 bis 39 (35 bis 40). Schweine a) über 300 Psd. 52,50 (52,50), bl) 270 bis 300 Psd. 52,50 (52,50), b2) 240 bis 270 Psd. 52,50 (52,50), c) 200 bis 240 Psd. 51,50, d) 160 bis 200 Pfd. 48,50 (48,50), Sauen gl) fette Specksauen 52,50 (52,50), g2) andere Sauen 50 bis 50,50 (50,50). Marktverlauf: Kälber mittelmäßig, ausverkauft. Hämmel und Schafe langsam, Ueberftanb (42 Stück). Schweine wurden zugeteilt. Fleischgroßmarkt: Angebot: 658 Viertel Rindfleisch, 386 halbe Schweine, 197 ganze Kälber, 6 Hämmel, 8 Kleinvieh. Notiert wurden je 50 Kilogramm in Mark: Ochsenfleisch a) 80, b) 69, c) 61. Bullenfleisch a) 77. Kühfleisch 77, b) 65, c) 54. Färsenfleisch a) 80, b) 69. Kalbfleisch a) 90 bis 100 (am 25. Jan. 92 bis 105), b) 80 bis 89 (80 bis 91 c) 70 bis 79 (70 bis 79). Hammelfleisch b) 90 bis 95. Schweinefleisch b) 73. Fettwaren. Roher Speck unter 7 Zentimeter 78, Flomen 80. Marktverlauf: lebhaft. Schweinemarkt in Butzbach. ♦ Butzbach, 28. Jan. Auf dem heutigen Schweinemarkt waren 198 Ferkel aufgetrieben. Bei mäßigem Handel verblieb geringer Ueberstand. Es wurden bezahlt: für bis zu 6 Wochen alte Tiere 13 bis 16 Mark, für 6 bis 10 Wochen alte 16 bis 23 Mark. Preußen. Staatsfeinde vor dem Bolksgericht. Frankfurt a. M., 28. Jan. (Lpd.) Der in Frankfurt feit Montag tagende 2. Senat des Volksgerichtshofs verhandelte gegen vier Beschuldigte im Alter von 34 bis 44 Jahren, die sich der Vorbereitung eines hochverräterischen Unternehmens unter erschwerenden Umständen schuldig machten. Der Senat verkündete am Donnerstag das Urteil. Von den Angeklagten wurden drei zu Zuchthausstrafen von 4, 5 bzw. 8 Jahren und Ehrverlust in gleicher Höhe verurteilt. Der vierte Angeklagte, bei dem das Gericht einen minder schweren Fall annahm, erhielt IV» Jahre Gefängnis. Allen Angeklagten wurden 14 Monate der Untersuchungshaft angerechnet. Die zu Zuchthausstrafen verurteilten Angeklagten haben u. a. staatsfeindliche Schriften verbreitet, der Hauptbeschuldigte nahm außerdem dreimal an Auslandssitzungen teil. Warnung vorMißbrauch vonRaufchgist LPD. Frankfurt a. M., 28. Jan. Der Staat und die von ihm beauftragten Amtsstellen betrachten es als eine Hauptaufgabe, die Volksgesundheit als ein wertvolles Gut zu schützen und zu erhalten. Eine der bedauerlichsten Schädigungen ist der Mißbrauch von Rauschgift aller Art, der in letzter Zeit häufig beobachtet wird. Mit besonderer Energie bekämpft die Kriminalpolizei diese Erscheinung; durch gerichtlich angeordnete Unterbringung in Entziehungsanstalten wird in den meisten Fällen eine Entwöhnung von dieser furchtbaren Sucht erreicht. Energische Maßnahmen sind nicht allein deshalb notwendig, weil die durch meist unglückliche Umstände süchtig gewordenen Volksgenossen ihren Körper ruinieren und ihre Familie in Not bringen, sondern auch deshalb, weil sie unter dem Zwang der Sucht die verschiedensten strafbaren Handlungen begehen. So wurde in den letzten Tagen in Frankfurt ein 36jähriger Mann festgenommen, der sich auf fremde Namen Behandlungsscheine einer Krankenkasse erschlich und sich auf Kosten dieser Kasse Rauschgifte verschaffte. Weiter wurde ein 34jähriger Mann festgenommen, der zum Schaden des Fürsorgeamtes Rezepte fälschte und sich hierdurch die begehrten Gifte zu verschaffen wußte. Der Mann war durch seine Sucht bereits so hinfällig, daß er vorerst in die Heilanstalt verbracht werden mußte. Ebenfalls festgenommen wurde ein 40jähriger Mann, der sich auf Schleichwegen Rauschgifte verschaffte. Er führte seinem Körper schon seit Jahren das verderbliche Gift zu und scheute keine Mittel, es immer wieder zu bekommen. In der Haft verschluckte er einen halben Eßlöffel, um seine Freilassung zu erzwingen. Gr wurde dem Krankenbaus überwiesen. Schließlich wurde eine 36jährige Frau festgenommen, die ebenfalls unter dem verderblichen Ginfluß der Rauschgiftsucht stand. Sie schreckte nicht vor fortgesetzten Betrügereien zurück, um das begehrte Rauschgift zu erlangen. Kurszettel -er Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. Reichsbankdiskont 4 v.H., Lombardzinsfuß 5 v.H. Frankfurt a. M. Berlin Schluß- kurs Schlußk. Abendbörse Schluß- kurs Schlußk Mittagbörse Datum 27.1 28 1 27 1 28.1- 5% Deutsche Reichsanleihe v. 1927 101 101,25 101 101,25 4% Deutsche Reichsanl. von 1934 98,4 98,4 98,4 98,4 5*/z% Doung-Anlethe tivit 1930 .. 102,7- 103,5 102,5 103,13 4*/z% Hessische Volksstaat von 1929 4*4% Deutsche Reichspostschatz von 99,5 99,5 99,5 —• 1934 I...................... 4y2% Deutsche Reichsbahnschatz 100 100 100 100,13 von 1936 I.................. 98,5 98,5 98,5 98,5 Reichsanleihe-Wtbesitz.......... Oberhessen Provinz-Anleihe mit 120 120,25 120,13 120,2 Auslos.-Rechten.............. 4%% Hess. Landesbk. Darmstadt 131,5 131,5 — Goldpfe. R. 12.............. 5y2% Hess. Landes-Hyp.-Bank 97,75 97,75 — 97,5 Liqu. Goldpfe............... 4yz% Preuß. Landespfdbr.-Anst. 101,5 — — — Goldpfe. R. 19.............. 97,75 97,75 97,75 97,75 4*4% Preuß. Gold-Komm. R. 20 4/2% Darmstädter Komm.-Lan- 95,5 — 95,5 95,5 desbank R. 6................ Deutsche Komm.-Sammel-Anlethe 94,9 94,9 — — Auslos.-Rechte I.............. 127 126,75 126,9 127 4yz% Franks. Hyp. Goldpfe. R. 15 4yz% Franks. Hyp. Gold-Komm. 98 98 98 98 Obl. 2 3.................... 5yz% Franks. Hyp. Liquidation 95,75 95 — — Goldpfe..................... 5yz% Rheinische Hyp. Liquidation 101,5 101,65 — — Goldpfe..................... 101,9 101,9 102 101,9 Steuergutschein-Verrechnungskurs 110,25 110,25 110,3 110,3 5% Goldmexikaner von 1899 .... — 8,6 8,7 8,6 4% Oesterreichische Goldrente.... 15,25 15,25 15 15 4,2% Oesterreichische Silberrente. 1,525 1 ,325. 1,45 1,4 4yz Ungarn Staats von 1913 .... 5,25 5,13 5,25 5,05 4% Ungarische Goldrente....... 6 6 6,1 5,95 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 — 5 5 5 5% Rumänen von 1903......... 6,4 —— 6,5 6,4 4yz% Rumänen Gold von 1913.. 9,45 9,4 9,6 9,5 4% Gnheits-Rumänea......... 5,25 5,3 5,3 5.2 4% Türken Bagdad I........... —— —— —— 4% Türken Bagdad II.......... —— — — — 2y»% I. Anatolier.............. — 19,75 19,75 19,75 A.G. für Verkehrswesen......6 126 126,5 125,75 126 Hamburg-2 üdam. Dampfschiff. 0 — — 42 43 Hamburg-Amerika Paket......0 17,65 17,75 17,65 17,75 Norddeutscher Lloyd..........0 17,75 18,13 18 18 Deutsche Reichsbahn Borz.-Akt. 7 125,9 126 125,75 125,9 Reichsbank................. 12 188,75 188,75 188,13 188,75 Berliner Handelsgesellschaft ... 6 130,9 — 130,25 130,25 Commerz, und Privat-Bank ... 4 113 113,5 113 113,5 Deutsche Diskonto............4 116,5 117 116,5 117 Dresdner Bank..............4 107 106,75 107 106,75 Frankfurt a. M. Berlin Schluß- kurs Schlußk. Abend börse Schluß- kurs Schlußk. Mittag- börse Datum 27.1 28 1 27.1 28 1 Accumulatoren-Fabrik...... . 12 202,5 _ 202,25 __ ä KU-Kunstseide........... .. 0 — 52,75 52,75 52,75 Aschaffenburg Zellstoff...... .. 3 137,5 137 137,25 137 Bemberg................. .. 0 109,5 109 108,25 108,9 Bekula................... .. 8 167,13 169,5 167,9 169 Buderus Eisen............. .. 4 119,25 119,5 119 119 Cement Heidelberg......... .. 7 161 161 •— —• Cement Karlstadt.......... .. 6 — — — — Chade A.-C................ .. 9 227 227 227 227 Conti Gummi............. . 11 172 172 172 172,75 Daimler Motoren.......... .. 5 128,75 130,25 128,9 130 Dessauer Gas............. .. 4 — — 119,4 119,75 Deutsche Erdöl............ .. 5 146,75 147,5 146,9 147 Deutsche Gold- und Silber . .. 9 264,25 264 — Deutsche Linoleum......... . 10 169 167,5 169,5 167,25 Elektrische Lieferungen...... .. 6 136 137,5 136,5 137 Elektrische Licht und Kraft.. .. 7 152 152 151,5 152 I. G. Farben-Jndustrie..... .. 7 169 170,65 169 170,75 Felten & Guilleaume....... .. 6 139,5 141 139,75 141,4 Gesfürel.................. .. 6 147,25 . 149 147,75 148,25 Th. Goldschmidt........... .. 5 131 132 131 131,75 Gritzner Maschinen......... .. 0 38,4 39 38,4 39,25 Harpener................. 2*/t 152 154,75 152 155 Hoesch Eisen............... 3*/2 117,75 119 117,65 119 Philipp Holzmann......... .. 6 140 140 140 140,25 Ilse Bergbau.............. .. 6 — —— 178 178,5 Ilse Genüsse.............. .. 6 148,5 149,5 149,13 149,25 Kalt Aschersleben.......... .. 5 136 138,25 136 137,75 Klöcknerwerke ............ 4y- 126,75 127,4 127 127 Kokswerke und Chemische Fabrik 6 — 143,5 144 Lahmeyer............... .. 6 124,5 124,5 124,5 124,4 Mainkraft................ .. 4 95 96 Mannesmann............ .. 3 118,75 119,75 118,65 119,5 Mansfelder Bergbau....... 6y, 160 161 161 160,75 Metallgesellschaft........... .. 5 152,5 153 153,5 153 Orenstein & Koppel....... .. 0 — 93 94,4 Rheinische Braunkohle..... . 12 221,25 221,75 220,5 221 Rheinische Elektro......... .. 6 133,25 134 Rhetnstahlwerke........... .1 6 150,75 152 151 151,5 Rbcinisch-Westfälische Elektro .. 6 129,25 130,25 129,13 130 Rütgerswerke ............ .. 6 141,5 144 141,5 143,4 Salzdetfurth Kalt......... 7*/z 177 176,25 177,5 Schuckerl & (So............. .. 6 163 164,5 162,75 164,5 Schultheis Patzenhofer..... .. 4 97,75 98 Siemens & Halske........ .. 8 199,9 202 200,5 202,25 Süddeutsche Zucker........ . 10 203 203 203,5 Vereinigte Stahlwerke..... sy, 118,4 119 118,4 118,5 Westdeutsche Kaufhof...... .. 0 57,25 57,25 57 56,9 Westeregeln Alkali......... Zellstoff Waldhof......... .. 5 .. 6 132,75 160 134,5 160 133,5 159 135 160 Otavi Minen............. . 0,6 24 23,25 25 23,25 Buenos Aires............. Brüssel....... ........... Mo de Janeiro Polen.................... Kopenhagen Danzig London HelstngforS Paris......... .......... Holland Italien Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a.2IL 27-Januar 28. Januar 27. Januar 28. Januar Amtliches Geld Dotierung Brief Amtliche Geld Notierung Brief Amtliche* Geld Notierung Brief Amtliche* Geld Notiermy Brief 0,743 0,747 0,746 0,750 Japan.................... 0,707 0,709 0,708 0,710 41,91 41,99 41,93 42,01 Jugoslawien .............. 5,674 5,686 5,684 5,696 0,151 0,153 0,151 0,153 Oslo..................... 61,27 61,39 61,27 61,39 47,04 47,14 47,04 47,14 Wien..................... 48,95 49,05 48,95 49,05 54,43 54,53 54,43 54,53 Lissabon.................. 11,07 11,09 11,07 11,09 47,04 47,14 47,04 47,14 Stockholm................ 62,85 63,97 62,85 62,97 12,19 12,22 12,19 12,22 Schweiz.................. 56,85 56,97 56,85 56,97 5,38 5,39 5,38 5,39 Spanten.................. 17,48 17,52 17,48 17,52 11,595 11,615 11,595 11,615 Prag..................... 8,651 8,669 8,651 8,669 136,17 136,45 136,22 136,50 Budapest............... 13,09 13,11 r 13,09 13,11 Neuyork.................. 2,488 2,492 2,488 r,4Ä '■ 8^ J in Frankfurt ein sich auf fremde r Krankenkasse er« r Kasse Rausch, rbe ein Zh'ährilfer Schaden des Für- sich hierdurch die m*. 3er Mann o hinfällig, daß er >cht werden mußte. ie ein lOjährigei en Rauschgifte Der« r schon seit Jahren heute keine Mittel, In der Haft ver. ei, um feine [frei' dem Krankenhaus le Mhrige Frau dem verderdVichen Sie schreckte nicht rück, um das be- den Qfen nn * > • n °ond k ngshatt? "8ten L?'sr '"Rauschgift nfe,Ser 6f0Qt ^stellen betrach, .d'e Lolkgqe. fpnUrSen und aul*d)ab£l9Un^en iWf* aller Achtet wird. Mit Kriminalpolizei ungeordnete Un. "ten wirb in den ^"d'eser furcht. Maßnahmen sind lei* d'e durch meist vordenen Aolksge. ,.ii)re Familie in Q b;_ weil sie unter rschiedensten straf. 2ii 27-1 133-5 161 25 52,75 137 108,9 169 119 202,25 52,75 137,25 108,25 167,9 119 56,1 l3j 129,13 141- 176- 16' 227 172 128,9 119,4 146,9 169,5 136,5 151,5 169 139,75 wä '%s 178 149,13 136 127 143,5 124-5 220-5 ’33ii? 227 172,75 130 119.75 147 167.25 137 152 170.75 141.4 148,23 131,7 39.25 155 119 140.25 178.5 149,25 144 124 J 119,5 4 134 151- 131 52,75 137 109 169,5 119,5 161 227 172 130,25 147,5 264 167,5 137,5 152 170,65 141 .149 132 39 154.75 119 140 149,5 N ,,9ß 153 221-75 152 13°l'g 177 164,5 202 203 119 57-2 'Ä 23-25 rÄ m Dividende cm. 8etim „Igälu&L Mag. wrs M ja.M. sdlluB?. Mad Porte 28 I 143'! 177- .... lt4JI Kl I!ti 28-3®^. eriffl ,709 ,686 1,39 9,05 1,09 3.97 6,97 ?669 N» •fljofH 6 < 684 jg 61-27 % llj Si ll - M. 24 Drittes Blatt Cteßener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhesfen) Zreitag, 29. Zanuar M7 Haubitzendonner um den Gleiberg. (Scharfschießen der III. Abteilung Artillerie-Regiment 9 Gießen. Schöner Gesang von Soldatenliedern marschierender feldgrauer Kolonnen hallte am Donnerstag zwischen 6 und 7 Uhr durch die Straßen von Gießen. In gewohnter guter Marschordnung rückten unsere Gießener Artilleristen batterieweise zu Fuß hinaus in die Gegend des Gleibergs, während die Geschütze, die Munitionswagen und die Beobachtungsfahrzeuge ihren Marschweg gesondert zurücklegten. Die Hebung galt dem ersten Scharfschießen des ersten Ausbildungshalbjahres des Jahrgangs 1936, für das wiederum die Gegend zwischen Gleiberg — Kinzenbach — Atzbacher Wald — Rodheim an der Bieber bestimmt worden war, ein zweites Scharfschießen der Abteilung wird im Laufe der nächsten Woche in einer anderen Gegend unserer engeren Heimat stattfinden. Die gestrige Hebung hatte nicht etwa den Zweck, einen kriegsmäßigen Einsatz und dementsprechend kriegsmäßiges Schießen der Batterie zu zeigen. Der Zweck der Hebung war vielmehr der, ein Schul- und Ausbildungsschießen durchzuführen, bei dem sowohl die Feuerleitung auf der Beobachtungsstelle, wie auch die Männer in der Feuerstellung an den Geschützen ihre Kenntnisse der Waffe noch weiter vervollkommnen und vor allem die Rekruten das in der bisherigen Ausbildungszeit Gelernte praktisch anwenden konnten. Die Durchführung der Hebung stellte starke Anforderungen an die Soldaten. Es war nicht nur der Dienst an den Geschützen, der volle Hingabe des einzelnen Mannes erforderte, sondern vor allem die starke Kälte und der eisige Wind, die den stundenlangen Aufenthalt an den Geschützen und vor allem auf der exponiert, an einer sehr „scharfen" Ecke des Gleibergs liegenden Beobachtungsstelle nicht gerade zu einer besonders erfreulichen Angelegenheit machte. Schon nach kur- Zer Zeit gab es ganz empfindlich kalte Füße, und die Kälte kroch bei dem schneidenden Wind immer mehr den Körper hinan, so daß die Männer oft einmal eine innere Erwärmung durch den ausgegebenen heißen Tee der Feldküche vornehmen mußten. Aber trotz der Witterungsunbilden sah man allenthalben bei den Artilleristen nur vorbildliche und straffe Pflichterfüllung. Auf der Beobachtungsstelle wurde der Dienst der Feuerleitung, in den sich die älteren und erfahreneren Offiziere der Abteilung mit den jungen Kameraden des Führernachwuchses teilten, wobei die Erfahrungen des alten Soldaten in reicher Weise den jungen Männern zu- gewandt wurden, mit ebenso strammer Exaktheit und militärischer Genauigkeit durchgeführt, wie die Ausführung der Befehle von der Beobachtungsstelle in der Batteriestellung. Dabei zeigte sich in dem Zusammenwirken von Feuerleitung und Batterie — im Gegensatz zur Infanterie, bei der das gemeinsame Feuer einer Bielzahl von Männern die Regel ist, schießt ja bei der Artillerie eigentlich immer nur einer, nämlich der Feuerleitende auf der Beobachtungsstelle, der das Ziel ermittelt, die Geschütze auf die Entfernungen einschießt und dann das Wirkungsfeuer folgen läßt, während an den Geschützen selbst nur die mechanische Arbeit nach den Befehlen der Beobachtungsstelle zu leisten ist — ein gutes Ergebnis der bisherigen Ausbildungsarbeit in der Abteilung, das in den Schußresultaten auf die Ziele seinen sichtbaren Ausdruck fand. Wiederholt hörte man denn auch von den Offizieren Worte der Anerkennung über die präzise Arbeit der Männer an allen Dienststellen der Batterien und vor allem an den Geschützeü. Die gewaltige Sprache der Haubitzen ertönte von vormittags etwa 9 Hhr ab bis gegen 13.30 Hhr, wo die Hebung zum Abschluß kam. Der Haubitzendonner rollte zwar nicht ununterbrochen von der Gegend des Gleibergs, wo die Batteriestellung südöstlich des Dorfes in der Nähe des Bahneinschnitts im offenen Gelände lag, hinüber in die Gegend des Randes des Atzbacher Waldes, der das Zielfeld bot. Der Natur der Hebung nach gab es vielmehr bald kürzere, bald längere Pausen, aber stets ging die Ausbildung der Männer ununterbrochen in eifriger Weise vor sich, sei es nun am Beobachtungsgerät, oder an den Geschützen selbst. Der Abteilungskommandeur, Oberstleutnant Döring, ■' In der Feuerstellung. — (Aufnahmen [4J: Pfaff, Gießen? 'M 4 ' x Scharfer Ausguck nach dem Zielfeld. "•sä. ■< - t: Guter Appetit in der Feuerpause. Der Abteilungskommandeur, Oberstleutnant Döring, auf der 8-Stelle. hatte dabei von der Beobachtungsstelle aus die Oberleitung und war bei allen Hebungen der Batterien ein sorgsamer Beobachter, dessen Feststellungen für die weitere Ausbildung seiner Leute bei der Arbeit in den kommenden Wochen ihren fruchtbaren Niederschlag finden werden. Etwa von 13.30 Uhr ab rückten die Batterien nach dem Standort Gießen zurück. Die Feldküche hatte vorher an die Zuschauer kostenlos erst noch eine Reissuppe mit Fleischeinlage ausgegeben. Eine große Zuschauermenge folgte sowohl vom Gleiberg, wie auch von der Feuerstellung der Batterie aus in unmittelbarer Nähe der Haubitzen, mit großem Interesse den militärischen Vorgängen. Dabei hielten die Besucher trotz der strengen Kälte unfr des eisigen Windes stramm bis zum Schluß bef Hebung aus. In dieser Standhaftigkeit sowohl, wis in der Tatsache des sehr starken Besuches überhaupt kann man die erfreuliche tiefe Verbundenheit unserer Gießener Artilleristen mit der Bevölkerung do» Stadt und Land erblicken, die dem Gemeinschaftsgeist beider Teile das beste Zeugnis ausspricht. Dis Gleiberger Bevölkerung, soweit sie dem Berufe des Landwirtschaft angehört, hatte ihre Verbundenheit und ihre Opferfreudigkeit für die Truppe in anerkennenswerter Weise noch dadurch zum Ausdruck gebracht, daß sie den Pferden der Abteilung, und zwar den Reit- und Bespannungspferden, während der ganzen Dauer der Hebung gute und warme Hnterkunft in den Ställen des Dorfes gab, so daß die Tiere vor den Unbiiben bes strengen Winterwetters geschützt waren. Diese Hilfsbereitschaft ber Gleiberger Lanbwirte zugunsten ber vierbeinigen Kameraden unserer Artilleristen fand die besondere warme Anerkennung des Abteilungskommandeurs. Erwähnt sei noch, baß unter ber großen Zuschauermenge auch zahlreiche Kameraben bes Artillerievereins Gießen waren, bie bei bieser Gelegenheit ihre enge Waffen- kameradschaftliche Verbunbenheit mit ben aktive» Jüngern ber heiligen Barbara erneut befunben. Aus ber Provinzialhauptstadt. Oer Erde pelz. Von M A v. Lütgendorff „Der Schnee ist der Erden Peltz" heißt ein altes Bauernwort, und ein anberes sagt: „Der Schnee ist ber Dünger bes armen Mannes". Sie haben alle beibe recht. Aber wie recht sie haben, hat erst bie Forschung ber neuesten Zeit erkannt. Liegt ber Schnee als Decke auf ber (Erbe, schützt er sie wirklich wie ein roärmenber Pelz. Jebe einzelne Flocke enthält Luft, unb zwar soviel, baß man wenn man zehn Liter Schnee schmilzt, nur ein bis zwei Liter Wasser enthält. Dieser hohe Luftgehalt ober wirkt sich bahin aus, baß ber Schnee bie Wärmeausstrahlung bes Bobens verhinbert unb ba- mit zugleich auch seine Durchkältung, wie auch Wolle unb Pelz, bie oft bis zu 90 v. H. lufthaltig finb, ben Menschen- unb Tierkörper am besten wärmen. Als man bei einer Lufttemperatur von 21 Kältegraben die Bobentemperatur unterhalb ber Schneelage untersuchte, zeigte sich, daß es unten um rund zwanzig Grad wärmer war. Eine fünfzehn bis achtzehn Zentimeter hohe Schneedecke schützt die junge Saat auf den Feldern vor der unheilvollen Einwirkung jäher Kälteeinfälle und vor dem gefährlichen Ostwmd. Wenn Schnee liegt, keimt auch verspätete Saat gut und rechtzeitig, weil die Bodenwärme, dank der Schneedecke, das Auskeimen fördert. So wichtig der Schnee als Pelz der Erde ist, so wichtig und wertvoll ist er nun auch als „Dünger des armen Mannes" und als Luftreiniger. Beweis hierfür find Hntersuchungen. die feststellten, daß zum Beispiel in der Nähe von Groß- und Industriestädten die Luft so staubreich ist, daß sich in einem einzigen Kubikzentimeter freier Luft 130 000 Staubteilchen finden — unmittelbar über London, Paris und Neuyork sogar mehr als die doppelte Menge Das fremde Gesichl. Roman von Caren. 29. Fortsetzung. (Nachdruck verboten!) Zitternd wie ein Tier auf dem Ansprung stand sie vor ihm. Etwas Gefährliches war in ihrer Haltung, eine äußerste, tödliche Entschlossenheit. Der Mann im blaugrauen Hlster wich unwillkürlich einen Schritt zurück. Seine fischig-trüben Augen starrten sekundenlang wie gebannt in die des Mädchens. Automatisch hob er ein roenig die Arme, mit einer vagen, fast flehenden Gebärde, als ob ihm jemand den Befehl „Hände hoch!" zugeschrien hätte. Sein entstelltes Gesicht verzerrte sich zu einer hilflosen Grimasse. ..Geh! Laß mich — geh!" fließ er zwischen den Zähnen hervor. Es war nur ein Zischen, ein rasches, gesenktes Flüstern. Aber Ina fuhr beim ersten Laut wie getroffen zusammen. Mit einer blitzschnellen Bewegung fiel sie ihn plötzlich an, verkrallte sich in seinen Aermel. „Bleib — du! Diesmal entkommst du mir nicht wie damals auf der Brücke! Jetzt — jetzt hab' ich dich endlich. Jetzt wirst du mir Rede stehen.. Inas Stimme bekam etwas Schrilles, wie eine ganz hohe, zum Reißen gespannte Saite. Vorübergehende drehten neugierig die Köpfe nach dem feite lamen Paar. Ein Mann von der Straßenreinigung drängte sie mürrisch beiseite, um eine Schaufel Sand auf den schlüpfrigen Gehsteig zu werfen. Diesen Augenblick wollte der Mann im Hlster benützen, um seine Verfolgerin loszuwerden. Er packte mit brutalem Griff ihre Hände und schleuderte sie von sich, so heftig, daß Ina auf dem glatten Asphalt das Gleichgewicht verlor und rücklings Zu Boden stürzte. Ihr Kopf schlug hart gegen ben eisernen Fuß eines Kanbelabers, baß ihr sekunben- lang bie Sinne in einem schwärzlichen Nebel vergingen ... Im nächsten Augenblick schon fühlte sie sich aufgehoben, von helfenben Hänben gestützt. Frembe Gesichter umringten sie, wohl ein Dutzenb frember Gesichter, bie sie neugierig unb teilnahmsvoll an- ftierten. Sie fühlte plötzlich, baß sie keinen Hut aus hatte, unb baß es irgenbroo weh tat. Mechanisch faßte sie sich hinters Ohr unb starrte bann mit einem törichten Lächeln auf ihren Hanbschuh, ber voll Blut war. „Jesus --- bas Fräulein blutet ja! So ein gemeiner Kerl!" hörte sie jemanb sagen. Unb bann — aus einem jähen Erschrecken, bas ihr bie Sprache roi eher gab unb bie Erinnerung, schrie sie plötzlich auf: „Festhalten! Laßt ihn nicht baoonlaufen! Ich bin — ich habe ..." Aber man war ihrem Wunsche schon zuvorgekommen. Ein bichter Menschenknäuel hatte sich bereits um ben Mann im Hlster gebilbet, eine brohenbe Phalanx von Augenzeugen unb Zugelaufenen, bie ihn umzingelte, ihn einteilte, gegen bie Häuserreihe brängte „So ein Löli! — So ein Chaibe, so ein! — Aufhalten! — Schutzmann ...!" schwirrte es ihm um bie Ohren Vergebens setzte er sich zur Wehr. Umsonst zerrte er mütenb an seinem Ulster, um sich zu befreien. Der immer noch wachsenbe Menschenhause stieß ihn unerbittlich vorwärts unb öffnete sich nur, um Ina Lenk Platz zu machen, bie blutenb, mit zerrauftem Haar, wie ein Rachegespenst auf ihn zukam. Unwillkürlich zog er bas Genick ein. wie in Erwartung eines löblichen Schlages. „Was wollen Sie eigentlich von mir?" brüllte er plötzlich los, mit einer Stimme, bie sich vor Angst überschlug. „Ich kenne Sie ja gar nicht, ich hab' Sie überhaupt noch nie gesehen ..." „Lügner — elenber Lügner!" Ina brach m ein irres Gelächter aus. „Mich nie gesehen! Wo wir anberthalb Jahre tagaus, tagein zusammen waren! Wo ich noch heute beinen Ring am Finger trage, beinen Verlobungsring — ba " Sie riß sich ben linken Hanbschuh ab unb streckte mit einer brama- tisch-anklägerischen Gebärbe ben Finger mit bem kleinen Amethystring in bie Höhe „Unb jetzt auf einmal kennt er mich nicht mehr. Aus einmal bin ich Luft für ihn. Nie gesehen — haha, nie gesehen ..." Ihr krankes Lachen erstarb in einem langgezogenen Jammerlaut, ber wie bas Winseln eines getretenen Hunbes klang. Im selben Augenblick, noch ehe ber anbere ben Munb zu einer Erwiberung auftun konnte, zwängte sich ein Schutzmann burch bie Menge unb fragte nach einem flüchtig rekognoszierenben Blick über ben Schauplatz ber Hanblung: „Was hat es benn hier gegeben?" Ein halbes Dutzenb Komparsen antwortet ihm im Chor an Stelle ber Hauptbarsteller. Ein halbes Dutzenb Hänbe weisen mit burchbohrenbem Zeigefinger auf ben Uedeltäter Der — bieser Herr ba, bieser sogenannte, ber auf offener Straße ein Mädchen verprügelt — eine wehrlose Frauensperson! — Nein, schlimmer noch — gestoßen, niedergestoßen hat er sie — so eine schwache Person — und bei dem Glatteis ...! — An den Laternenpfahl hingeschmettert, baß sie blutet unb ohnmächtig liegenbleibt. — Der Rohling — pfui Teufel! Unb bann auch noch auskneifen wollen. Auch noch so tun, als ob man's gar nicht gewesen ist ... Der Polizist macht eine energisch abschneibenbe Hanbbewegung, bie ben Chor zum Schweigen bringt, unb roenbet sich ben Solisten zu. „Stimmt bas, Fräulein, hat ber Herr Sie angepackt?" Ina steht mit schlaff hängenben Armen, ben Blick immer noch uiwerroanbt auf ben Mann im Hlster geheftet, ber beim Auftritt bes Schutzmanns noch um einen Schein bleicher geworben ist. Die Frage bes Polizisten streift nur bie Peripherie ihres Bewußtseins. Wie eine Automatenfigur bewegt sie ben Kopf zu einem zuftimmenben Nicken Aber ber Be- schulbigte läßt sie erst gar nicht zu Worte kommen. „Ist ja nicht wahr", kräht er zornig bazwischen. „Umgekehrt war es: bie verrückte Person hat mich angeparft, jawohl' Ich gehe ganz harmlos meines Weges — da fährt sie plötzlich wie eine Furie auf mich los, hängt sich an mich, will mich nicht weiterlassen. Na, und da hab' ich sie eben beiseitegeschoben, bloß ein bißchen — damit ich den Weg frei bekomme. Von „Niederstoßen" gar keine Rede." Der Hüter des Gesetzes ließ den Blick aufmerksam prüfend zwischen den beiden feindlichen Parteien hin und her gehen. „Ist Ihnen der Herr bekannt, Fräulein?" wandte er sich wieder an das Mädchen Aber auch diesmal kam der Fremde ihrer Antwort zuvor „Keine Spur, Herr Wachtmeister", ereiferte er sich. „Das ist eine optische Täuschung von dem Fräulein. Eine Verwechslung wahrscheinlich. Ich bin ja ganz fremd hier, bin zum ersten Male in meinem Leben in Zürich. Wie soll ich da ..." „Lüge — alles Lüge ..." Inas Kopf zitterte hilflos wie der eines alten Weibes, und ihr tränenverschleierter Blick suchte beschwörend den des Polizisten. „Glauben Sie ihm nicht, Herr Schutzmann", sagte sie fast flüsternd, „cs ist der Dämon, der aus ihm spricht, der ihn so verändert hat — sein Gesicht und sein Herz ... Aber ich hab' ihn trotzdem erkannt — trotz der Maske .." Der Mann im Ulster hob plötzlich mit einer wilden Bewegung den rechten Arm. Es sah aus, als wolle er sich auf das Mädchen stürzen und ihr mit einem Faustschlag den Mund verschließen. Sein heiseres Organ bekam etwas Bellendes. „Schweigen Sie!" schrie er auf Ina ein, „Sie gehören ja ins Irrenhaus — Sie! Merkt denn das keiner hier, daß das Frauenzimmer verrückt ist? Das kann man der doch auf hundert Schritt (Entfernung ansehen." Er hatte sich dabei immer mehr nach rechts gespielt, wo der dichtgedrängte Zuschauerring eine schmale Seitenkulisse frei ließ. Auf einmal machte er eine jähe Kehrtwendung, murrte etwas von „ben Blöbsinn satt haben" unb strebte hastig auf bie ret- tenbe Bresche zu. Aber ber Schutzmann bonnerte ihm ein gebieterisches „Halt" nach. „Sie können noch nicht fortgehen, Herr. Die Sache ist noch nicht gehört. Ich muß Sie mit auf bie Wache nehmen, Sie unb bas Fräulein." „Das — bas ist ..." Aus dem Gesicht bes Fremben wich jeder Blutstropfen. Einen Augenblick schien er zu überlegen, was klüger sei: Gehorsam ober Flucht. Dann entschieb er sich für bas erste. „Meinetwegen", murrte er mit einem bösen Achselzucken. „Auf Ihre Verantwortung! Ich bin Ausländer, ich laß mich hier nicht anpöbeln." Der Polizeibeamte ließ sich burch biese Drohung keineswegs aus bem Gleichgewicht bringen. Er notierte sich in Ruhe bie Abressen ber Zeugen, schob sein Buch zwischen bie derben obersten Knöpfe seines Uniformrorfs unb machte bann ben feinblichen Parteien ein kurz aufmunternbes Zeichen, ihm zu folgen. Hnerfchütterlich, ein Wachtturm im roilben Ozean ber Gefühle, schritt er trennenb zwischen bw beiben Wibersachem bahin, gefolgt von einem Schwarm oon Neugierigen, die auf den Ausgang dieses seltsamen Dramas gespannt waren... (Fortsetzung folgt!) An die Veiriebsfiihrer des Kreises Wetterau Oer 30. Januar 1937. i. as tut der Erzeuger zur Lösung der Jettsrage? <1 Bro Brafensoße -en daß An diesem Nachmittag mutz das ganze deutsche Volk Rundfunk hören! dem Kunden deutschem Gut den Weg bahnen und deutscher Leistung den Markt erobern. Deshalb stehen alle Schaufenster im Wettbewerb deutscher Jugend unter der Parole: Wir werben für deutsches Gut und deutsche Leistung! Betriebsführer und junge Gefolgschaft rufen wir zu solcher Leistung auf. Fördere jeder mit ganzer Kraft an seinem Platz das gemeinsame Werk. Nehmt teil am Schaufensterwettbewerb im 4. Reichs- berusswettkampf der deutschen Jugend! Die Inhaber von Einzelhandelsgeschäften werden gebeten, dem Schaufensterwettbewerb die entsprechende Unterstützung durch Zurverfügungstellung von Schaufenstern zuteil werden zu lassen. Obwohl der Schaufensterwettbewerb eine Teilaufgabe des RBWK. 37 darstellt, ist hierzu eine besondere Anmeldung erforderlich. Den Betriebsführern gehen Anmeldekarten zum Verteilen an die in Frage kommenden Gefolgschaftsmitglieder zu. Aufruf zum Schaufensterwettbewerb für junge Kaufleute. Die Hoheitsträger der Ortsgruppen und Stützpunkte haben die nähere Anweisung wegen cneses Tages bereits erhalten. Samstag Betriebseinschränkungen im Postdienst. Von dem Leiter des Postamts Gießen wird uns Wasser- und Elektrizitätswerke. In jedem Fall müssen alle Maßnahmen je nach örtlichen Verhältnissen so getroffen werden, der aufgestellte Grundsatz gewahrt bleibt: mitgeteilt: .. ..... Am Samstag, 30. Januar, finden, um möglichst allen Gefolgschaftsmitgliedern des Postamtes Die Teilnahme am Gemeinschaftsempfang zu ermöglichen, folgende Betriebseinschränkungen statt: • Die Schalter des Postamts 1 (Bahnhofstraße) und des Stadtposta^ts (Neuen Baue) bleiben in der Zeit von 11 bis 16 Uhr geschloffen, mit Ausnahme je eines Schalters zur Entgegennahme von Telegrammen und Ferngefprachs- anmeldungen. £ . 2. Die um 11 Uhr beginnende zweite Ortsbrief- zustellung fällt aus. 3. Die Nachmittaqspaketzustellung, die sonst um 14.30 Uhr beginnt, wird e. F. etwas spater gelegt. * Aus Anlaß des Gemeinschaftsempfangs der Rede des Führers wird beim Po st fcheckamt Frankfurt a. M die Schlußzeit für Buchungsaufträge am 3 0. Januar von 10 auf 8 Uhr vor- oerlegt. Die Schalter des Postscheckamts werden um 12 Uhr geschlossen. Sie schmeckt gut uni) sti'eckt gut unb bindet gut unb bi’äunt gut! „Sie“, die wohlschmeckende Knorr Bratensotze, hilft auch, wenn die Götze zu knapp, zu dünn ober zu hell ist. Man braucht nur 1 Knorr Bratensotzwürfel fein zerdrücken, glattrühren, einige Minuten vor dem Anrichten zum Fleisch gießen und dann mit durchkochen. Hauptsache dabei: BDM., wo die Mädel in achter Kameradschaft sich gegenseitig ausrichten und abschleifen. Die Hausfrauen, die ihre Schützlinge begleiteten, freuten sich mit an den guten Leistungen. Mögen zu Ostern sich recht viele Hausfrauen melden, die ein Mädel in ihren Haushalt aufnehmen, um es ür diesen wichtigen Frauenberuf vorzubereiten! Schulschlutz wegen Diphtherie. Auf Veranlassung des staatlichen Gesundheits- amtes ist am heutigen Freitag die neue Pestalozzi, chule in den Eichgärten wegen zahlreicher Diphtherie-Erkrankungen unter den Kindern bis auf weiteres geschlossen worden. Schon seit etwa acht Tagen ind unter den Kindern zweier Schulklassen zahlreiche Diphtheriefälle oorgekommen. Seitdem sind die Erkrankungen aber nicht zuruckgegangen Jom dekn sie haben sich immer mehr ausgebreitet, so daß es die Gesundheitsbehörde aus Vorstchtsgrun- den und um eine Uebergreifen auf andere Schulen zu vermeiden für zweckmäßig erachtet hat, den Schulunterricht in der neuen Pestalozzifchule bis auf weiteres schließen zu lassen. Die Kreiswaltung Gießen der Deutschen Arbeits- ront teilt mit: Aus Anlaß des 5. Jahrestages der Machtübernahme durch den Führer findet an diesem Tage von 13 bis 16 Uhr die Uebertragung aus Berlin statt. Wegen der außerordentlichen Wichtigkeit derselben ist Volksempfang vorgesehen Da der 30. Januar auf einen Samstag fallt, ist es notwendig, daß diejenigen Betriebe, die in der raglichen Zeit Feierabend machen, den Betriebschluß so weit vorverlegen, daß möglichst allen Arbeitskameraden Gelegenheit gegeben wird, Die Uebertragung zu Hause am eigenen Rundfunkgerät zu hören, da das Abhören der Uebertragung im Betrieb nach Feierabend wegen ihrer ver-?rutnch langen Dauer nicht zweckmäßig erscheint. Bei mehrschichtigen Betrieben ist zu erwägen, ob in gleicher Uebereinfunft ein Schichtwechsel wahrend dieser Zeit nicht vermieden werden kann. Dabei ist zu berücksichtigen, daß die dann im Betrieb Anwesenden in die Lage versetzt werden, die Uebertragung aus Berlin abzuhören. Die gleiche Regelung gilt selbstverständlich für überhaupt durch- arbeitenbe lebenswichtige Betriebe, wie z. B.: Gas-, mit feiner gesamten Dienststelle nach Frankfurt a. M. übersiedeln. Man hat Frankfurt zum Dienst- sitz dieser bedeutsamen Kommandostelle des Nationalsozialistischen Kraftfahrerkorps gewählt, weil sich von hier aus wegen der günstigeren Lage und Verhältnisse eine bessere räumliche Betreuung all der Einheiten und Ausbildungsstätten des weitgreifenden Obergruppenbereiches ermöglichen läßt. Bekanntlich find der Obergruppe West sechs Motorbrigaden unterstellt, und zwar die Motorbrigaden Niederrhein, Westfalen, Niedersachsen, Frankfurt a. Mai, Darmstadt und Kurhessen. Der Iischtag der deutschen Studenten. Von dem Studentenführer der Gießener Studentenschaft wird uns mitgeteilt: Am 3. Februar findet der Fischtag der deutschen Studenten statt, worauf vor kurzem schon in der Presse hingewiesen wurde. Dieser Tag ist gedacht als Auftakt eines positiven Einsatzes der deutschen Studenten für die Verwirklichung der Ziele, die durch den Vierjahresplan gesteckt worden sind. Im Vordergrund des Vierjahresplgns steht der Kampf um die Sicherung der Ernährungsfreiheit des deutschen Volkes. Das deutsche Studententum ist sich dieser schwierigen Aufgabe bewußt und wird — wie schon so oft — sich auch hier vorbildlich einsetzen. Die Gießener Studentenschaft wird den Fischtag der deutschen Studenten im Beisein von Vertretern von Partei und Staat im Studentenhaus begehen. Das Papiergeld in der Lustpumpe. Lpd. Worms, 28. Jan. Vor einigen Tagen meldete ein 16jähriger Bursche den Verlust von 1100 Mark an, die er auftragsgemäß bei einer Sparkasse hätte einzahlen sollen. Bei seinen mit Bedenken aufgenommenen Angaben verwickelte er ich schließlich in solche Widersprüche, daß er einge- tehen mußte, die 1100 Mark Papiergeld unter» cf) tagen zu haben. Das Geld, das in einer Fahrradluftpumpe versteckt worden war, konnte dem Eigentümer wieder zurückgegeben werden. Dem jugendlichen Täter konnten im Verlaufe feiner Vernehmungen nicht nur noch weitere Unehrlichkeiten zum Nachteil feines Arbeitgebers nachge- roiefen werden, sondern auch zwei bei feinen Eltern verübte Wohnungseinbrüche, bei denen ebenfalls Geld aestohlen worden war. Das hoffnungsvolle Früchtchen wurde dem Amtsgericht zugeführt und in Hast genommen. Rundfunkprogramm. Samstag, den 30. Januar. 4. Jahrestag der nationalen Erhebung. 6.30—8.00 Uhr: Vom Reichsfender Berlin: Frühkonzert des Landes-Sinfonie-Orchesters. 8.00—8.45 Uhr: Großes Wecken. 8.50—9.20 Uhr: Feierstunde der Schuljugend. 9.20—12.00 Uhr: Konzert. Dazwischen Funkbericht vorn Vorbeimarsch der ßeibftanbarte Adolf Hitler. 12.00 Uhr: Unterhaltungs und Blasmusik. 13.00—16.00 Uhr: Abgabe der Regierungserklärung durch den Führer und Reichskanzler. 17.00—18.00 Uhr: Vom Reichssender Königsberg: Unterhaltungskonzert. Es spielt das Große Orchester des Reichssenders Königsberg. 18.00—19.00 Uhr: Vom Reichssender Stuttgart: Volksmusik. 19.00—22.00 Uhr: Vom Reichssender Berlin: Militär- und Unterhaltungsmusik mit Berichten vom historischen Fackelzug der SA., SS. und der weiteren Gliederungen der Partei. 22.00 Uhr: Vom Deutschlandsender: Nachrichten. Anschließend: Internationale Wintersportwoche in Garmisch-Partenkirchen. 22.30—2.00 Uhr: Vom Deutschlandsender: Nachtmusik. Briefkasten der Redaktion. tRechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.l k. tt. in D. Sofern die Urenkel nicht voll- ober halbbürtige Geschwister sind, können sie die Ehe miteinander eingehen. — und daß dieser in einem Kubikzentimeter enthaltene Staub einen Bruchteil eines tausendstel Gramm wiegt. Wie ungeheuer dicht diese Staubmassen die Luft über den großen Städten durchsetzen, echellt eine Berechnung, die ergab, daß über Neuyork ständig eine Million Kilogramm Staubteilchen schweben und über Paris fast vier Millionen Kilogramm. Wenn nun die Schneeflocken durch die Luft sinken, nehmen sie, je dichter sie fallen, gewaltige Mengen dieses Luftstaubs mit sich. Auch über dem freien Feld, über dem die Luft natürlich viel weniger staubreich ist, ist die Staubaufnahme t durch die Schneeflocken so groß, daß auf einen Oua- 1 brahneter Boden in sechs Wochen bis zu fünf Kilogramm Staub abgelagert werden können. Da nun der Staub nicht nur Ammoniak, sondern auch zahlreiche andere Bestandteile, wie etwa Ruß, enthält, die dem Boden Nährstoffe zuführen, kann der : Schnee also wirklich mit Recht als der Dünger des armen Mannes betrachtet werden. Und auch als < Luftreiniger, denn die Massen von Staub, die er auf dem Erdboden absetzt, entnimmt er der Luft, daher denn auch der Staubgehalt der Luft vor unb nach einem Schneefall große Unterschiede ausweist. Wozu noch kommt, daß sich auf einer länger lagernden Schneedecke auch der ständig zu Boden sinkende Luftstaub und Ruß ansammeln, die beim Schmelzen des Schnees dem Boden zugute kommen. Ganz deutlich kann man die günstige Wirkung der Schneedüngung an den Stellen beobachten, die die Wissenschaft als „Schneetälchen" bezeichnet: Rillen der Erde, in denen sich während der Wintermonate der Schnee besonders ansammelt, wodurch sie daher gründlicher „gedünkt" werden, als ihre Umgebung. Die Folge hiervon ist nämlich, daß ge- rabe in diesen Schneetälchen die Planzen viel üppiger gedeihen und sich gewissermaßen sogar als Pflanzengesellschaften, als sog. „Schneetälchenflora" von den benachbarten Gewächsen unterscheiden lassen. Uebrigens läßt sich auch im freien Land Die Beobachtung machen, baß überall, wo während bes Winters längere Zeit hinburch Schnee lag. im Sommer der Pflanzenwuchs besonders reich ausfällt. Das hängt natürlich auch damit zusammen, baß beim Auftauen bes Schnees dem Boden außer dem „Dünger" auch die erste unb zum Keimen der Pflanzen lebensnotwendige Wassermenge zugeführt wird. Nicht bei uns, aber in anderen Ländern ist dem Schnee noch ein anderer Nutzwert Vorbehalten. Bei den Völkern des hohen Nordens und Ostens, den Eskimos und den Bewohnern der sibirischen Steppe und bei den Tibetern wird während des Winters statt mit Wasser nur mit Schnee gekocht. Allerdings bleibt der Schnee in diesen Ländern verhältnismäßig rein und kann daher ohne besonderen Nachteil verkocht werden. In Afghanistan gilt der Schnee, den man dort von den mit ewigem Schnee bedeckten Stellen der Berge holt, als Material zur Herstellung süßer Sveisen, die namentlich in Kabul viel und gern gegessen werden. In den warmen Ländern ist der Schnee oft eine solche Kostbarkeit, daß es zu einem recht ertragreichen Handel mit den weißen Flocken kommt. So in Darjeeling, der in den südlichen Vorbergen des Himalaya gelegenen Stadt, wo es manchmal jahrelang überhaupt keinen Schnee gibt. Scheint es wieder einmal, wird der Schnee gleich gesammelt und schaufelweise verkauft zum Kühlen der Lebensrnittel. Auch der Schnee, der bis tief in den Sommer hinein auf dem 3300 Meter hohen Aetna liegt, wird, wenn die warme Jahreszeit kommt, von der Bevölkerung gesammelt, in großen Blöcken abtransportiert und dann als Ersatz von frischem Eis verkauft. Dornotizen. Tageskalender für Freilag. Stadttheater: 20 bis 22.30 Uhr: Heiterer Tanzabend und Erstaufführung der Operette „Die schöne Galathee". — Gloria-Palast, Seltersweg: „Kinderarzt Dr. Engel". — Lichtspielhaus, Bahnhofitraße: „Die Frau des anderen". — Oberhessischer Kunst- verein, Turmhaus am Brand: 17 bis 18 Uhr: Ausstellung der Delgemälöe, Aquarelle unb Tempera von Professor Otto Bill. „heilerer Tanzabend" und „Die schöne Galathee" im Sladtthealer Gießen. NSG. Die Verbraucher sollen keineswegs bie Fettfrage allein lösen, es wirb vielmehr alles getan, um von der Erzeuger seite her durch eine möglichst umfangreiche und gleichmäßige Fettanlieferung bie Versorgung sicherzustellen. Die Fettversorgung würbe angesichts der be- schränkten Einfuhrmöglichkeiten noch größere Schwierigkeiten machen, wenn es nicht gelungen wäre, schon in den ersten beiden Jahren der Erzeugungsschlacht eine erhebliche Steigerung der Eigenerzeugung zu erzielen. Nach den bisher vorhandenen Unterlagen ist der Butteranfall im Jahre 1936 um rund 7 v. H. höher gewesen als 1932. Dabei ist besonders erfreulich, baß auch im Augenblick bie Milchablieferung eine sehr viel günstigere Entwicklung zeigt, als in ben vergangenen Jahren unb als im allgemeinen angenommen würbe. In den Molkereien wurden im Monat November 1936 um rund 13 v. H. Milch angeliefert, die Dollmilchverarbeitung um rund 20 v. H. unb ber Frischmilchabsatz um 0,7 v. H. gesteigert. Infolgedessen war bie Butterherstellung um runb 29 v. H., bie Hartkäseerzeugung um runb 23 v. H. unb ber Weichkäseanfall um runb 27 v. H. größer, als im ’ November 1935. Diese Entwicklung hat verschiebene Ursachen. Abgesehen von ber günstigen Futterernte bes vergangenen Jahres ist hieran der Ausbau ber molkereimäßigen Erschließung, die ver- Von ber Kreiswaltung Wetterau der Deutschen Arbeitsfront wirb uns geschrieben: „ . Wir rufen hiermit zum dritten Male alle im Einzelhandel tätigen jungen deutschen Kaufleute zum Schaufensterwettbewerb im 4. Reichsberufswettkampf der deutschen Jugend in der Zeit vom 28. Februar bis 6. März 1937 auf. Die Vielzahl aller Schaufenster des deutschen Einzelhandels sind das Spiegelbild der für das Volk arbeitenden Wirtschaft und ihrer Leistung.. Unabhängigkeit durch Arbeit und Leistung ist der von allen Volksgenossen zu begreifende und zu erfüllende Sinn des deutschen Wirtschaftens. Schon zu aller Zeit war es Aufgabe und Verdienst des deutschen Kaufmannes, Witter zu sein «zwischen wirtschaftlicher Leistungskraft unb den Dervrauchs- wünschen des einzelnen Volksgenosfen. Der Einzelhandelskaufmann als der letzte Mittler zum Verbraucher wird in der entscheidenden Begegnung mit besserte Futtermittelverwertung in den Betrieben, ganz besonders aber die Einführung der pflichtmäßigen Milchkontrolle beteiligt. Seit November 1935 konnte innerhalb eines Jahres die Zahl der konttollierten Kühe von 1,4 au 3,6 Millionen Stück gesteigert werden. Ende 1936 wurden damit runb 36,4 v. H. unseres Milchkuhbestandes kontrolliert, während es 1935 nur 14,3 v. H. gewesen waren. Auch die SchweinesetterFeu- gung liegt heute erheblich höher als im Jahre 1932. Hier ist allerdings zu bemerken, daß eine verhältnismäßig starke Abhängigkeit von der jeweiligen Futterversorgung besteht. Mit Rücksicht auf die trotz aller Anstrengungen nur begrenzten Möglichkeiten der Erzeugunassteige- rung bei Butter, Schweine- und Rinderfett hat Staatssekretär Backe auf dem 4. Reichsbauerntag in Goslar die Ausdehnung der Rapsanbaufläche auf 120 000 bis 150 000 Hektar gefordert. Obwohl eine so umfangreiche Ausdehnung des Oelsaat- anbaues nur auf Kosten anderer Fruchtarten erfolgen kann, soll dieser Weg begangen werden, da er die einzige Möglichkeit bietet, bie Lieferung von Fetten unb Deien aus der heimischen Landwirtschaft in nennenswertem Umfange z:. steigern. Es geschieht also alles, um die durch Einschränkung des Verbrauches erleichterte Fettversorgung von ber Erzeugungsseite her weiter zu verbessern. *♦ ©ie Auszahlung der Gehälter, Ruhegehalts- und Hinterbliebenen- b e z ü g e beim Postamt Gießen findet wegen der Feierlichkeiten am 30. bereits am Freitag, 29. Januar, statt. t . ** 18. Musikalische Abendfeier m der Johanneskirche. Die Vortragsfolge der 18. Musikalischen Abendfeier, die am Sonntag, 31. Jan., 17 Uhr, in der Johanneskirche stattfindet, bringt von I. S. Bach die Kantate: „Ich lasse dich nicht für Tenor, Baß, Flöte, Oboe d'amore, Geige und 5hor; die b-moII-Suite für Flöte und Streich- guintett. Hch. Schütz ist vertreten mit einer biblischen Szene für Sopran, Tenor, Baß, Chor, Streichinstrumente und Orgel: „Der zwölfjährige Jesus im Tempel"; einem geistlichen Konzert für Sopran unb Tenor: „Schasse in mir Gott ein reines Herz . Die Solopartien werben gesungen von W. Sturm, Tenor; E. Fleischhauer, Baß; M. Rebe- l i n q, Sopran. Die Soloflöte spielt R. Meyer, Oboe d'amore W. Weber, Geige A. Rein. Die Leitung des Abends hat I. Nebeling. Es sei auf den Besuch dieser Veranstaltung besonders hm- geroiefen. Der Eintritt ist frei. ** Die Kameradschaft der Baltikum- und Freikorpskämpfer Gießen hielt am Donnerstag im „Stuttgarter Hof" unter Führung von Fritz Anderer ihren Kameradschaftsabend ab, der in erster Linie der Eingliederung in dem Reichsbund „Kyffhäuser" gewidmet war. Kameradschaftsführer Anderer gab eine Uebersicht über bie Entwicklung ber Dinae und forderte zum Zusammenschluß aller ber Kameradschaft noch sernstehen- ben ehemaligen Freikorpskämpfer unter ber neuen Führung auf. Anschließend berichtete der stellvertretende Kameradschaftsführer W e i ß e n st e i n über die letzte Führersitzung. Er gab einen Ueber- blick über die notwendigen organisatorischen Arbeiten für die Eingliederung in den „Kyffhäuserdund" und gab auch bekannt, daß die beantragten Urkunden „Einsatz für Deutschland" bearbeitet unb später in feierlicher Form überreicht werben sollen. Anschließend würbe burch ben Kamerabschaftsführer Anderer ber Führerbeirat bestimmt. Die Kamerabschaft wird am 6. unb 7. Februar anläßlich ber Straßensammlung für bas WHW. zum erstenmal öffentlich in Erscheinung treten. Im Einvernehmen mit dem Stubentenwerk werden folgende Gerichte gereicht: 1. Fischfrikadellen mit Kartoffeln und Sauerkraut; 2. Fischkarbonaden in Senftunke mit Kartoffeln; 3. Auflauf mit Räucherfisch und grünem Salat; 4. Kohlrouladen mit Kartoffeln. Möge diese Veranstaltung dazu beitragen, daß in jeder Familie ein Fischgericht mindestens einmal jede Woche auf den Tisch kommt. Deutsches Frauenwerk. Abteilung Volkswirtschaft-Hauswirtschaft. Eine Zwischenprüfung der Haushaltslehrmädchen fand am Mittwoch in der Berufsschule statt und wurde von ber Kreisabteilungsleiterin Frau Mathy und Frau Rektorin Weitzel durchge- führt. Von den Mädchen, die jetzt zu Ostern ihre Abschlußprüfung machen, konnte schon eine gute Leistung erwartet werden. Die Mädchen waren eifrig bei ber Sache unb zeigten Geschicklichkeit und beachtliches Können. Die theorettschen Aufgaben bestanden in einfacher Haushaltsbuchführung, Berechnung der Ausgaben beim Einkauf und in schriftlichen kleinen Arbeiten, wie Bestellungen oder Ausfällen von Anschriften und dergleichen. In der prak- tischen Arbeit wurde im Waschen und Bügeln einfacher Wäschestücke geprüft, das tägliche Reinigen der Zimmer verlangt und die Herstellung eines Mittagessens ausgeführt. Auch in der Beantwortung weltanschaulicher Fragen zeigten die Mädchen sich der neuen Zeit gewachsen; hier ist es der Aus dem Stadttheaterbüro wird uns geschrieben: Zum erstenmal findet heute abend ein „Heiterer Tanzabend" im Stadttheater statt. Das Programm besteht aus bunten Tänzen, meistens heiteren Charakters. Die Gesamtleitung führt die Tanzmeisterin Irmgard Zenner. Mitwirkende find: Erika Dienstage, Giesela Kern, Hilde Lesch, Monika Schneider, Friedel Schön, Hilde Schrör, Irmgard Zenner; 'Otto Belloff, Elevinnen und das Kinderballett. Die musikalische Gesamtleitung hat der Kapellmeister Ernst Bräuer. Die in eigener Werkstadt hergestellten Kostüme sind angefertigt nach Entwürfen von Sophie Buchner, ausgeführt von Willi E n d r i ch. Hierauf findet die Erstaufführung „Die schöne Galathee" Operette von Fr. Suppe statt. Die musikalische Leitung führt der Kapellmeister Ernst Bräuer. Spielleitung: Paul W r e b e. Die Titelrolle singt Ilse L a s k u s. ferner wirken mit: Friedel Fornallaz, Heinrich Hub, Paulus Kuen. Das Bühnenbild schuf Karl L ö f f - l e r. Die in eigener Werkstatt hergestellten Kostüme sind angefertigt nach Entwürfen von Sophie Buchner, ausgeführt von Willi Endrich. Die Vorstellung findet als 18. Vorstellung ber Freitag- Miete statt. Anfang 20 Uhr, Enbe 22.30 Uhr. Hitler-Jugend Bann 116 Gießen. Bdr.: Theaterbesuch. Folgende Aufführungen können von uns besucht werden: Mittwoch, 3. Februar: Heiterer Tanzabend und bie Operette „Die schöne Galathee". Preis 1 Mark. Mittwoch, 10. Februar: bas Schauspiel „Wasser für Canitoga". Preis 50 Pfennig. Die Bestellungen ber Karten müssen spätestens am Montag (vor einer Mittwochvorstellung) um 18 Uhr an bie Kulturstelle des Bannes gegeben werden. Motorobergruppe West des 71GKK. jetzt im Gau Heffen-Nastau. NSG. Der Führer der Motorobergruppe West, Obergruppenführer Seydel, wird zum 1. Febr. teile. b*5 bereitet , E ft l*u!e Msau" reifer ,3(" d°, Der Viirgemieister im Dienst der Heimaipflege Bürgermeisterversammlung der Kreisabteilung Gießen des Deutschen Semeindetages. Gestern veranstaltete die Kreisabteilung Gießen (Landesdienststelle Hessen - Hessen-Nassau) im Deutschen Gemeindetag in der Gaststätte „Zum kühlen Grund" ihre monatliche Bürgermeisterversammlung, zu der alle Bürgermeister der Gemeinden des Kreises Gießen erschienen waren. Die Zusammenkunft brachte eine Reihe von Borträgen, die den Bürgermeistern wertvolle Anregungen für ihre Arbeit im Dienste der Gemeinden vermittelten. Bürgermeister Euler, Wieseck, der Leiter der Kreisabteilung, hieß die Bürgermeister, insbesondere aber die Vertreter des Kreisamts und der Provinzialverwaltung, sowie die Referenten des Tages herzlich willkommen und gab kurze Aufklärungen über die zukünftige Form, in der die Bürgermeisterversammlungen obgehalten werden sollen. Sodann hielt der Kreisobmann Hermann Wagner der Deutschen Arbeitsfront einen kurzen Vortrag über „Die Ziele und Aufgaben der Deutschen Arbeitsfront, insbesondere über dieZusarnrnenarbeit derDAF. rnitden Bürgermeistern". In seinen Darlegungen beschränkte er sich auf praktische Auswirkungen dieser Zusammenarbeit und beschäftigte sich zunächst mit dem Verhältnis zwischen Gemeinden und den von ihnen beschäftigten Arbeitern, hier insbesondere den Holzhauern. Er regte an, den Holzhauern, die in „schlechten Schlägen" beschäftigt sind, einen Lohnausgleich zu schaffen und ihnen die Möglichkeit zu geben, auch in guten Schlägen (in denen es „räumt") zu arbeiten. Auch bot er darum, den Arbeitern gegenüber, die an der Autobahn oder irgendwo im Tiefbau schwer arbeiten müssen, (aber noch nicht so entlohnt werden können, wie es wünschenswert wäre), nicht engherzig zu sein hinsichtlich finanzieller Unterstützungen und bei der Zuteilung von Fettkarten. Ferner wies er darauf hin, daß nach Möglichkeit das Fuhrgewerbe beschäftigt werden solle, für das die Einnahme aus dem Fuhrbetrieb die Existenz bedeutete. In seinen weiteren Ausführungen gab Kreisobmann Wagner Anregungen über die im Gonge befindliche Dorfverschönerungsaktion und rief die Bürgermeister besonders dazu auf, beispielhaft voranzugehen. Mit gesetzlichen Maßnahmen könne in dieser Sache nicht vorgegangen werden, wichtig sei vielmehr, daß jedermann eigene Initiative ergreife. Der Redner empfahl ferner, den Arbeitern in der Gemeinde beim Ankauf von Obst durch Zahlungserleichterungen zu helfen. Im übrigen sei immer zu berücksichtigen, daß nur das Recht sei, was dem Volke diene. Der Paragroph müsse deshalb sinngemäß verstanden werden. Gesetz solle dem Volke Wohlfahrt sein. In gemeinsamer Arbeit zwischen Arbeitsfront und Bürgermeister werde es immer möglich fein, alle eventuell auftauchenden Schwierigkeiten zu überwinden. Negierungsrat Or. Krüger sprach sodann über den Dorfverschönerungswettbewerb in Kreis und Gau und wies darauf hin, daß auch für unseren Kreis ein Musterdorf erkannt werden solle. Dieser Wettbewerb solle praktische Heimatpflege bedeuten und dazu beitragen, die Schönheit des Dorfes zu fördern und geschichtliche Werte zu erhalten. Aufgabe des Bürgermeisters fei es, in feinem Dorfe alle jene Bezeichnungen von Straßen und Gaffen, von Plätzen ufw. zu erhalten, in denen oftmals wertvoller geschichtlicher Hinweis enthalten fei. Für Anschriften innerhalb des Dorfes solle immer die Frakturfchrift gewählt werden, alle Aufmerksamkeit sei selbstverständlich auch auf die orthographische und grammatikalische Richtigkeit zu verwenden. Regierungsrat Dr. Krüger regte auch die Schaffung von Ortschroniken an, betonte aber, daß sie in erster Linie zuverlässiges geschichtliches Material enthalten und mit aller Sorgfalt geführt werden müßten, wenn sie für eine Gemeinde und ihre Zukunft von Bedeutung fein sollten. Soweit es möglich sei, werde der Bürgermeister die wertvolle Kraft des Pfarrers und des Lehrers hinzuzuziehen wissen. Im weiteren Verlauf der Versammlung sprach dann Studienrat Hölzel, der Obmann für Naturschutz im Kreise Gießen über die Aufgaben und Pflichten, die das Naturschutzgesetz für Ortsvorstände in den Gemeinden bringt. Der Redner gab zunächst einen Ueberblick über die Entwicklung des Naturschutzes überhaupt und erinnerte dabei daran, daß das Hessische Naturschutzgesetz in vielen feiner Bestimmungen für das Naturschutzgesetz des Reiches als Vorbild gedient habe. Der Redner erinnerte ferner daran, daß man in der Theorie dem Naturschutz schon feit langer Zeit sympathisch gegenüberstehe, in der praktischen Verwirklichung des Naturschutzes sei aber erst durch die neuere Gesetzgebung Wandel geschaffen worden. Viele Naturschönheiten seien im Laufe der Jahre zerstört worden, mancher landschaftliche Reiz sei durch eine nur zweckvolle Kultivierung verschwunden. In seinen weiteren Ausführungen beschäftigte sich U°lg° ter 18 ■*. bringt M nicht» unb ■unb Streik ■kner biblischen ■5?r- Streich- ■”!>» 3efus V für Sopran ■ reines ■ ®.6tuun ■ 3)1. Siebe.' ■ St Meyer, U. Rein. Die' W n g. Es sei ■•^onbers hin- Raltikuni. B e n hielt am lnter Führung adschastsabend "Ung in dem DQr. Kamerad- chcht über die ; zm Zusarn> >och fernstehen. >ter der neuen ie der stellver- )eißenstein b einen lieber, arischen Arbei-- Wauserbund" eantragten Ur- bearbeitet und öer Redner an Hand der Bestimmungen mit dem neuen Tierschutzgesetz, dem Jagdgesetz und dem Naturschutzgesetz. Er wies darauf hin, daß seltene Pflanzen und Tiere vor dem Aussterben und die noch genügend vorhandenen Tier- und Pflanzenarten vor der Dezimierung geschützt werden sollen, indem sie nicht dem Wochenmarkt oder irgendeiner Industrie zum Opfer fallen dürfen. Interessante Fels- bildungen, seltene Pflanzengemeinschaften, Salzpflanzen, Brutgebiete, Vogelschutzgehölze sollen unter Naturschutz gestellt und als geschlossene Naturschutzgebiete erklärt werden können. Das Gesetz ermögliche den Schutz ganzer Landschaftsteile, ermögliche die Verhinderung der Verschandelung einer Landschaft durch Neubauten in landschaftsfremdem Stil und vieles andere mehr. An Hand der Auslegung gesetzlicher Bestimmungen erläuterte der Redner das Wollen der Gesetzgeber, wies auf Strafbestimmungen hin, machte darauf aufmerksam, daß im Hinblick auf den Naturschutz gerade in Oberhessen noch sehr viel getan werden könne und gab schließlich davon Kenntnis, daß demnächst eine Land- schaftsschutz- Karte geschaffen werden solle, für die die Mitarbeit der Büraermeister sehr wichtig fein werde. Weiter wandte sich der Redner noch der Schaffung und Unterhaltung von Vogelschutzhecken zu. Im Zusammenhang mit der Frage des Vogelschutzes berührte er auch die in Stadt und Land immer wieder zutage tretende Katzenplage, die häufig alle Bemühungen um den Vogelschutz illusorisch mache. Auch hier wies er auf neu erlassene gesetzliche Bestimmungen hin, die auf diesem Gebiete Wandel zu schaffen geeignet seien. Er schloß seine Darlegungen mit der Aufforderung, bei dieser Arbeit im Naturschutz mitzuhelfen, damit die Natur in ihrer vielfältigen Schönheit erhalten bleibe, denn nur in einer Natur und einer Landschaft, die unserem Wesen entspreche, könne Heimat- und Vaterlandsliebe wachsen. In einer kurzen Mitteilung wies Bürgermeister Michel, Großen-Linden im Auftrage des Kreisleiters darauf hin, daß sich die Gemeinden für die Heimbeschaffung der Hitler- Jugend einsetzen möchten, und zwar schon durch eine Berücksichtigung im Voranschlag. Arbeitsamtsdirettor Oberregierungsrat Or. List sprach dann über die Beschaffung landwirtschaftlicher Arbeitskräfte und die allgemeine Arbeitsmarktlage. Der Redner gab zunächst einen Ueberblick über die Entwicklung der Arbeitsmarktlage in den vergangenen vier Jahren und schilderte den großen Erfolg der feit der Machtübernahme durch den Nationalsozialismus im Hinblick auf die Behebung der Arbeitslosigkeit erzielt wurde. Der Erfolg sei so, daß heute in einzelnen Gebieten des Reiches die Frage auftauche, wo die für die Zukunft benötigten Arbeitskräfte herzubekommen feien. Auf dem Gebiete der Landwirffchaft fei es charakteristisch, daß die Zahl der verfügbaren freien landwirtschaftlichen Facharbeiter verschwindend gering sei. Große Aufmerksamkeit werde für die Zukunft darauf zu richten sein, die Heranwachsenden jungen Arbeitskräfte zweck- und sinnvoll, entsprechend dem Bedarf der Wirtschaft auszubilden und Facharbeiter zu entwickeln für alle jene Berufe, in denen Mangel daran herrsche. Es könne nicht so fein, daß jeder Junge, weil er ein ganz modisches Interesse am Auto habe, Motorschlosser werden könne. Vor allem seien berufliche Erbanlagen zu berücksichtigen, denn durch eine aus der Familie vererbte Tätigkeit könne die Höchstleistung erreicht werden. Es solle also durchaus angeknüpft werden an Tätigkeiten, die in einer Familie seit Generationen zu Hause seien. Für die Landwirtschaft sei es vor allem wichtig, daß sich der Bauer selbst um den Nachwuchs für seinen Betrieb bemühe, denn mit einer Lösung des landwirtschaftlichen Nachwuchsproblems durch einen Zufall oder gesetzliche Bestimmungen könne nicht gerechnet werden. Der neue Vierjahresplan stehe ganz im Zeichen und unter dem Prinzip des richtigen Arbeitseinsatzes. Nachdem Bürgermeister Euler noch einige Mitteilungen bekanntgegeben hatte und nach der Mittagspause, gab Regierungsrat Grein einen ausführlichen Bericht über den Verlauf der großen Verdunkelungsübung im Kreis Gießen und gab aus Erfahrungen bei dieser Uebung heraus manchen wertvollen praktischen Ratschlag für die Zukunft. Mit einem dreifachen Sieg-Heil auf den Führer Adolf Hitler wurde Die Versammlung geschlossen. Fünfjähriges Mädchen von einem rangierenden Wagen getötet. Lpd. Neu-Isenburg, 28. Jan. An der um bewachten Gleisübergangsstelle Roon - Riethstraße auf dem Rangierbahnhof in Neu-Isenburg ereignete sich gestern nachmittag ein schweres Unglück, dem ein fünfjähriges Mädchen zum Opfer fiel. Beim Rangieren eines Zuges wurde der erste Wagen abgestoßen. Die fünf Jahre alte Anneliese Muth, die die Gleisübergangsstelle überschreiten wollte, wurde von dem Wagen umgeriffen und überfahren. Das Kind mar sofort tot. Im Walde hilflos verblutet. Lpd. Fulda, 28. Jan. In der Nähe des Dor- fes Poppenhausen in der Rhön wurde von Skiläufern eine männliche Leiche auf gefunden. Wie die Nachforschungen ergaben, handelt es sich um den Insassen eines Altersheims in Poppenhausen. Der Mann war in den Wald gegangen, um Besenreiserzu suchen. Dabei war er m i t b e m Messer ausgerutscht, hatte sich die Pulsader aufgeschlitzt und ist verblutet. werben sollen, rabschoslsführer Die Komerad- anläßlich her zum erstemal inigen >et\uvvn maß bei einer iei seinen mit , verwickelte er i, baß er einge« ergelb unter- ), bas in einer worben war, jtfgegeben vieren hn Verlause weitere Unehr- itgebers nachge- ei seinen Eltern । e, bei benen ml Das Hoss' Amtsgericht zu' MM. ir. rhebung. Berlin: Früh- chesters. Sirte W°lj wfit. Tungserflir* ijlet. f ■r MB»- das Srotz- Dr Stuttgart’- urlin:®* .er:!»** i ffi»"- .bti^1160 * * „ |ie »'» ellift- n J* 3e Wetzlar, Wertherstraße 14 571 D Vogeldunst 553 Vogelmicre I ’V\ te _ Da greifen auch Sie gern zu: 65 UH J-Schleier • modehaü'sI vlWL: Stimm *———-Slrömple • schulstr. 41 Güte und Preiswürdigkeit! jCybana Sport-Anzüge, Straßen-Anzüge, Hosen und Joppen, Knabenkleidung, Marken-Mäntel, Modell-Anzüge u.fast alle Bekleidungsstücke sind verbilligt Oie Verlobung meiner Tochter Charlotte mit Herrn Curt Frdr. von Düring zeige ich hierdurch an f CAR DY-Erzeugnisse: Frau Johanna Weil geborene Frih Meine Verlobung mit Fräulein Charlotte Weil Tochter des verstorbenen Fabrikanten Peter Weil und seiner Gemahlin Johanna, geb. Fritz, beehre ich mich anzuzeigen Gurf Frdr. von Düring Köhlers Winter-Schluß-Verkauf darf Sie nicht gleichgültig lassen. Es ist nicht notwendig, daü Sie sich mit der gleichen Begeisterung wie die Damen in den Trubel der Winter-Schluß-Verkäufe stürzen. 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Man darf auch nie vergessen, daß ein Vogel sich sonnen will. Nachts legt man über den Käfig ein Tuch, damit der Vogel durch künstliches Licht nicht gestört wird. Bogclkrankheiten sind am ungewöhnlichen Verhalten, plötzlich auftretender Unsauberkeit, Abmagerung oder Fettansatz zu erkennen. Die häufigsten Krankheiten find Vogeldiphtherie, Tuberkulose, Drehkrankheit, Eicht und sonstige Fußkrankheiten infolge ungünstiger Sitzstangen oder Eesiederkrankheiten. Viele Krankheiten werden durch ungeeignete Ernährung oder unsauberen Käsig verursacht. Die Behandlung der verschiedenen Krankheiten erfragt man bei einem Vogeliebhaber oder Vogelhändler. Allgemein ist zu sagen, daß kranke Vögel von anderen Vögeln getrennt gehalten werden müssen und daß man sie nicht mehr baden lasten soll. Vogelmiere. Unkrautpflanze, die mit kleinen Blättern und weißen. winzigen Blüten kriechend das Erdreich bedeckt und vor allem auf feuchtem humosem Boden wächst. Ist begehrt als Erün- futter im Käfig; wird kleinge- schnitten verabreicht. Vogelliebhaber setzen die Pflanzen für den Winter m Blumentöpfe. ren in reichen Dolden von den Zwergen hängen. Werden gerne von Vögeln verzehrt. Dienen auch zur Marmeladebereitung. Vogeldunst, wrnzig kleine Schrotkörner für Patronen zur Vogel- jagd. Vogelfang, in Deutschland verbotenes Abfangen von Vögeln mit Schlingen. Netzen usw. Vogelfutter, muß der natürlichen Ernährungsweise der Vögel angepaßt fe/L Körnerfrest'er füttert man mit Samen, Knospen, Beeren, Salat und Vogelmiere. Zur Brutzeit gibt man ihnen außerdem Mehlwürmer und Ameisenpuppen. sogenannte Ameiseneier. Für Jnsektenfrester erhält man in einschlägigen Geschäften fertig zusammengestelltes Insektenfutter. Sie fresten außerdem Mehlwürmer, gehacktes Fleisch, gekochtes Ei. Raub- und Eulenvögel füttert man mit rohem Fleisch, toten Mäusen und Spatzen. Bei Stubenvögeln soll immer nur der Tagesbedarf an Futter gegeben werden, damit es nicht schlecht wird und die Tiere nicht verfetten. Ebenso muß immer für frisches, nicht zu kaltes Trinkwaster gesorgt werden. Vogelkäfig, Behälter zum Halten von Stubenvögeln, darf nie zu klein gewählt werden. Die passende Eröße für die verschiedenen Vögel erfragt man beim Kauf Zweckmäßig sind Käfige mit Mattglasscheioen an den Seitenwänden, die Zugluft abhalten Immer muß der Käfig peinlich sauber gehalten werden, damit sich keine Milben oder sonstiges f I J Feinseife Hautcreme । \ I—I Rasierseife Parfüm Oberhessen. Aus der Heimat Heinrich Neebs. Vorbereitungen der Sängervereinigung „Cacilia“ in Lich zu ihrer 100-)ahrfeier. — Lich, 28. Jan. Zu den ältesten Mannergesangvereinen des Rhein-Maingebietes zählt die Sängervereinigung „Cacilia" in Lich. Der sehr leistungsfähige Verein, der das Glück hatte, allezeit von ausgezeichneten Chormeistern geführt zu werden, wurde im Jahre 1838 gegründet. Er hat, wie wir schon kurz berichtet haben, in seiner jetzt stattgefundenen Hauptversammlung beschlossen, im nächsten Jahre das 100jährige B e st e h e n durch eine Feier in größerem Rahmen zu begehen. Ein Vorläufer des Männergesangvereins „Cacilia" ist der etwa zehn Jahre zuvor ins Leben gerufene „Sin ave re in" in Lich gewesen. Sein Gründer und Leiter war der junge Komponist Heinrich R e e b (1805 in Lich geboren), der später im Musikleben in Frankfurt a. M. (Reebscher Männerchor) und in der deutschen Sängerbewegung hervorgetreten ist. In Neebs Nachlaß befinden sich noch die eigenhändig von ihm geschriebenen „Gesetze für den Singverein" in Lich, die hohe Anforderungen an die Chordiszplin stellten. Mit seiner Vaterstadt Lich und der „Cäcilia" verbanden Heinrich Neeb Zeit seines Lebens enge Freundschaftsbande. Oft weilte Neeb von Frankfurt a. M. aus in Lich bei festlichen Veranstaltungen, so 1863 beim dritten La^ntal-Sängerbundesfest, wo er das Amt des Festdirigenten übernommen hatte. Die Frankfurter „Liedertafel" hat am 17. Januar 1911 eine Gedenktafel an Neebs Geburtshaus in Lich geweiht. Landkreis Gießen. SO Klein-Linden, 28. Jan. Frl. Lanz von der Wirtschaftberatungsstelle Gießen der Landesbauernschaft Hessen-Nassau hielt am Mittwochabend im Schulhaus einen Vortrag über neuzeitliche bäuerliche Geflügelhaltung. Die Rednerin sprach zunächst über die Aufgaben der Geflügelhalter im Vierjahresplan, dann über die wichtigsten Fragen der Geflügelzucht, z. B. über die an- crrannten fünf Wirtschaftsrassen, die wichtigsten Krankheiten des Geflügels und ihre Bekämpfung, Stallbau, Fütterung u. dgl. Sie ergänzte ihre Ausführungen durch eine große Anzahl Lichtbilder. In einer Aussprache wurde noch manche angeschnittene Frage eingehend besprochen. Ortsbauernführer Heinrich Bechtold sprach der Rednerin den Dank der Versammlung aus und ermahnte die Besucher des Vortrags, ihr Teil zum Gelingen des Vierjahresplanes beizutragen. — Großen-Linden, 28. Jan. Die Mitglieder des hiesigen Schweineversicherungsvereins hielten ihre Jahreshauptversammlung ab. Der Dereinsführer Lang erstattete den Jahresbericht. Obwohl der Reservefonds gegenüber dem vorigen Jahr durch größere Entschädigungen um 50 v. H. gesunken, ist der Abschluß der Rechnung noch befriedigend. Der Rechner L. Mehl gab noch einige Erläuterungen zu der Rechnung. Dem Rechner wurde Entlastung erteilt. Die neuen Satzungen wurden genehmigt. Der Verein hatte zu Beginn des Vorjahres 190 Mitglieder, im Geschäftsjahr 1936 ist diese Zahl auf 208 gestiegen. Nachdem noch einige Fragen besprochen waren, wurde die Versammlung geschlossen. * Großen-Linden, 28. Jan. Heute ereignete sich in unserer Stadt em Unglücksfall, der leicht schlimmste Folgen nach sich ziehen konnte. Kinder vergnügten sich beim Rodeln in einem engen Gäßchen, das auf die Hauptverkehrsstraße mündet. Zwei achtjährige Knaben beachteten dabei das Herannahen eines Personenkraftwagens nicht und gerieten in die Gefahr, unter die Räder zu kommen. Der Führer des Wagens erkannte aber die Lage und bremste so heftig, daß sich der Wagen überschlug und gegen die Mauer der Zigarren- fabrik Formhals prallte. Der Wagen wurde schwer beschädigt. Personen kamen glücklicherweise nicht zu Schaden. Der Vorfall sollte allen Eltern eine Warnung dafür fein, ihre Kinder nicht an derart gefährlichen Stellen rodeln zu lassen. wg. Großen-Buseck, 28. Jan. Gestern abend fand im Rathaussaal auf dem Anger eine öffentliche Gemeinderatssitzung statt. Bürgermeister Rebholz hielt eine Ansprache, indem er zunächst Fragen des Gemeindewohles erörterte, über die Zusammenarbeit von Gemeindevertretung und Gemeinde sprach und dann einen Rechenschaftsbericht über seine eigene Tätigkeit in der Zeit der vergangenen zweieinhalb Jahre sprach. Bei seinem Amtsantritt habe die Gemeinde Schulden in Höhe von 25 800 Mark und Rückstände in Höhe von 18 000 Mark zu verzeichnen gehabt. Der Fehlbetrag habe also rund 44 000 Mark betragen. Dieser Fehlbetrag belaufe sich heute nur noch auf 6300 Mark, trotzdem große Leistungen vollbracht worden seien. Erinnert sei nur an die Arbeiten im Kana- lisations- und Wasserleitungsbau, an den Bau des Schwimmbades, an Straßenbau und an die Verschönerungsanlagen im Orte. Durch den Hauptgeldausgleich bei der Feldbereinigung feien der Gemeinde allerdings wieder neue Kosten entstanden, und zwar in Höhe von 21 600 Mark, so daß die Verpflichtungen der Gemeinde jetzt den Betrag von 27 900 Mark ausmachen. Für die Feldbereinigung seien insgesamt 21 000 Tagewerke genehmigt worden, und wenn auch der Staat hierzu eine erhebliche Förderung übernommen habe, so habe doch auch die Gemeinde noch große Aufwände machen müssen. Im Verlaufe der Gemeinderatssitzung beschäftigte man sich dann mit der Vergnügungssteuer, die bei jeder Veranstaltung mit Tanz erhoben werde. Der Antrag eines Einwohners auf Ersatz von Wiesengelände wurde zurückdestellt. Dem Uhrmacher Seipp wurde die fachmännische Bedienung der Kirchturmuhr übertragen. Ferner wurde beschlossen, die Kanalerweiterung in der Bismarckstraße und in der Alten-Busecker Straße (im Hinblick auf die Uebernahme der Provinzialstraßen auf das Reich und die zu erwartenden Instandsetzungen) zu beschleunigen und die Arbeiten bald in Angriff zu nehmen. Die Kosten hierfür belaufen sich auf 16 000 Mark. Die Kosten der Hausanschlüsse betragen 8000 Mark, die aber von den Anliegern aufgebracht werden müssen. Im weiteren Verlauf der Versammlung wurde beschlossen, die Verlängerung der Wilhelmstraße auszubauen. Im Hinblick auf die Fertigstellung des Kinderheimes und des Heimes der HI. forderte der Bürgermeister zu weiterer uneigennütziger Mitarbeit auf. Lollar, 29. Jan. Am morgigen Samstag können die Eheleute Wilhelm Zecher und Frau Helene, geb. Fuchs, das Fest ihrer Silbernen Hochzeit begehen. Staufenberg, 29. Jan. Der hiesige Werkmeister Heber er kann am 1. Februar auf eine 3 0jährige Tätigkeit als Meister in der Zigarrenbranche zurückblicken. Sieben Jahre lang leitete er den Filialbetrieb einer Marburger Firma in Lollar, im Jahre 1914 übernahm er die Leitung des Filialbetriebes der Firma Rinn & Cloos (Heuchelheim) in unserem Orte. Der Betrieb zählte damals 40 Gefolgfchaftsmitglieder. Durch den Fleiß und das Interesse des Meisters an der Sache wuchs der Betrieb, und im Jahre 1927 wurden die Räume um etwa die Hälfte vergrößert. Die durchschnittliche Arbeiterzahl betrug in der Folge 120 bis 140 Personen. Der Jubilar hat sich um die Gemeinde Staufenberg und um die Arbeiterschaft des Betriebes große Verdienste erworben. § Saasen, 28. Jan. Trotz der Wintermonate sind hier alle Volksgenossen in Arbeit und Brot. Während viele Arbeiter ihrem Berus in Gießen nachgehen, sind andere mit Holzfällerarbeiten in den staatlichen Waldungen beschäftigt. Durch den Bau der Reichsautobahn, die auch durch Waldgebiete der Försterei Saasen geht, ist weiterhin für Arbeit gesorgt. Die Rodungsarbeiten an der Reichsautobahn schreiten rüstig vorwärts. ch Queckborn, 28. Jan. Am Mittwoch fand hier eine Besprechung über die im Jahre 1935 hier durchgeführte Bodenschätzung statt. Der Vorsitzende der Bodenschätzungskommission des Finanzamts Grünberg, Herr Brückmann, sprach über die Bedeutung und Ziele der Bodenschätzung und zeigte an Hand von Erdproben, wie die Bewertung des Bodens durchgeführt wird. Anschließend wurden von Herrn Brückmann und dem ehrenamtlichen Bodenschätzer, Ortsbauernführer Allert, die Karten erläutert, so daß sich jeder Grundstückseigentümer von der Bewertung der Grundstücke überzeugen kann. 4 Lauter, 28. Jan. Am 30. Januar feiert in voller körperlicher und geistiger Frische Heinrich Feldmann seinen 86. Geburtstag. Ihr 80. Wiegenfest kann am 1. Febr. Anna Katharina Pfef- f e r feiern. Am 2. Februar vollendet Karl Rinker sein 81. Lebensjahr. . . oo Langsdorf, 28. Jan. Die zweite heurige Holzversteigerung in unserem Gemeindewald war von auswärtigen Kaufliebhabern gut beschickt. Denn da die Gemeinde seit vorigem Herbst eine neue Zufahrtsstraße zum Wald hat bauen lassen, bietet sich gute Transportmöglichkeit des Holzes. Es wurden auch viele Käufer angelockt durch die große Menge hochwertigen Buchenholzes, das zum Angebot gelangte. Es wurden folgende Durchschnittspreise erzielt: In Buchenholz, Scheiter je 2 Raummeter 19 Mark, 2. Klasse 2 Raummeter 14 Mark; Knüppel je 2 Raummeter 10 Mark; Stockholz je 1 Raummeter 3,50 Mark; Reifer je 1 Raummeter 0,80 Mark. Eichenholz: Scheiter je 2 Raummeter 8 bis 10 Mark; Knüppel je 1 Raummeter 2 Mark; Stammholz je 1 Festmeter bis zu 30 Mark. Kreis Friedberg. * Münzenberg, 28. Jan. In unserem Dorfe \ ereignete sich ein Unfall. Die Frau des Kaufmanns ; Wilhelm Becker glitt, als sie den Balkon betrat, ' um unten nach der Haustür zu sehen, aus und stürzte über das niedrige Geländer des Balkons vier Metertiefin denHof. Die bedauernswerte Frau erlitt erhebliche Verletzungen an den Knien und im G e sicht und mußte sofort ärztliche Behandlung in Anspruch ! nehmen. Kreis Scholten. Laubach, 28. Jan. Im vergangenen Jahre trat das Schwarzwild in der hiesigen Umgebung stark auf, ohne daß ein erfolgreiches Jagen auf die Wildsauen möglich war. Bei dem langersehnten Schnee konnten nunmehr im Laufe der letzten Tage in den gräflichen Waldungen mehrfach Treiben durchgeführt werden, wobei bis jetzt insgesamt sechs Schwarzkittel zur Strecke gebracht wurden. Verbrechen geqen das Bwlschutzge'eh. LPD. Frankfurt a. M., 28. Jan. Vor der Großen Strafkammer wurde gegen den 33jährigen Juden Hermann Hirsch verhandelt. Hirsch, der verheiratet ist, wurde fortgesetzter außerehelicher Verkehr mit einer 27jährigen ledigen Staatsangehörigen deutschen Blutes vorgeworfen, die der Begünstigung mitangeklagt war. Hirsch wurde zu zwei Jahren Zuchthaus, die Mitangeklagte wegen Begünstigung zu neun Monaten G e - f ä n g ni s verurteilt. Tanzunterricht Neuer Kursus beginnt am Sonntag; dem 31. Januar vormittags 11 Uhr. Anfragen und Anmeldungen erbeten. Einzelstunden jederzeit. Tanzschule Bäulke Wolfstraße 31 Fernruf 3835. 0439 Geschmackvoll Vornehm Oieee 3 wesentlichen Eigenschaften der guten Familien-Drucksache Persönlich Brühl'sche oietet Ihnen In zahlreichen neuzeitlichen Aus- führungearten schnell und zu mäßigen Preisen Druckerei. Schulstraße 7. Anruf 2251 Eine Offenbaru ng für jeden Tierfreund! 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Der Verfasser dieses Buches} ein Vertreter dieses jungen Zweiges der Wissenschaft, bietet hier in lebendiger, für jedermann verständlicher Darstellung anhand zahlreicher anschaulicher Bilder eine volkstümliche kleine Tier Seelenkunde, wie sie jedem Tierfreund willkommen sein_ dürfte. Dem Hund und seiner Abrichtung ist ein besonderer Abschnitt gewidmet. Im übrigen ist der Inhalt des Buches sehr vielseitig. Die Berichte erstrecken sich auf Versuche mit Tieren aller Artin allen Regionen der freien Natur wie im Haus und Hof und in zoologischen Gärten. 140 5. mit 100 Abb. in Leinen geb. NM. 3.60. — 3n jeder (Siebener Buchhandlung erhältlich Hugo Bermühler Verlag, Verlin-Lichterselde Ihrer Waren so vor, wie man Briefbogen, Briefumschläge,Postkarten. Rechnungen. Qeschäftekarten Ihres Hauses beurteilt. Legen Sie deshalb Wert auf gepflegte Drucksachen ! Wir bieten sie Ihnen preiswert I Brühl’sche Druckerei Schulstr. 7. Rirt 2251 Mündlich können Sie eSnur wenigen sagen, schriftlich mehreren, durch eine Kleinanzeige sagen Sie es allen Vogelschutz 564 Volontär Vogelschutz, Erhaltung und Schutz von Nutz- und Singvögeln durch Anbringung von Nistkästen Futterkasten und Vernichtung von Vogelräubern. Voile, franz.. Bedeutung: Schleier, dünnes Gewebe aus Baumwolle, Wolle. Seide und Kunstseide. das man zu Kleidern. Blusen und Garnituren verwendet. Seiden- und Kunstseidenooile läßt man reinigen oder wäscht selbst in Waschbenzin. Woü- und Vaumwollvoile kann man evtl, in lauwarmem Seifenwasser waschen. Man stärkt Voile mit verdünnter Starke aus Kartoffelmehl. Volant, franz., Bedeutung: Falt- besatz, rundgeschnittene Sloff- streifen in beliebiger Breite, eine Seite besäumt, die andere Seite auf gewünschte Länge aufgereiht und einem Kleid als Besatz oder Verlängerung aufgenäht. Volkmar, männl. Vorname qer- man. Herkunft mit der Bedeutung „der berühmte Krieger". Volkskunst, meist nach alten Mustern gefertigte Schnitzereien, Töpferarbeiten. Stickereien und sonstige Handarbeiten, die stch durch unoerkünstelte Darstellungsfreude. Fardenfreudigleit und einfache, aber eigenartige Muller auszeichnen. Volljährigkeit. Mit der V. erwirbt man die volle Geschäftsfähigkeit. V. tritt ein mit Vollendung des 21. Lebensjahres oder wenn über 18 Jahre alte Minderjährige durch das Vormundschaftsgericht für volljährig erklärt werden. Zu gewissen Rechtsgeschäften ist die Zustimmung der Eltern erforderlich, auch wenn das Kind für volljährig erklärt, aber noch nicht 21 Jahre alt ist. z. B. zur Eingehung einer Ehe. Adoption Eheliwkeitserklärung (s. die einzelnen Stichworte). Vollkornbrot, Brot aus stark ausgemahlenem Mehl, das kräftig schmeckt, die Zähne gesund erhält und geregelte Verdauung bewirkt. Vollmacht. Wer für einen anderen eine rechtswirksame Erklärung abaeben oder ein Rechtsgeschäft aoschließen will, braucht eine Vollmacht. Diese kann schriftlich oder mündlich gegeben werden. (Siehe aber Vertreter.) Handelt jemand ohne Vollmacht als Vertreter eines anderen, so ist das Rechtsgeschäft in der Schwebe, bis der Vertretene die Genehmigung erteilt. Wird diese versagt, dann muß der ohne Vollmacht Handelnde dem Vertragsgegner den Schaden ersetzen. Ein Dritter, dem die Vollmachtserteilung mitgeteilt worden ist, kann sich so lange darauf verlassen, bis ihm die Zurücknahme der Vollmacht bekannt wird. Die V.-Urkunde lasse man sich bei Rücknahme der V. wieder Mrückgeben. (Evtl. Klage auf Volontär, franz., Bedeutung a Freiwilliger, jemand, der sich ohne Entgelt in einen Beruf einarbeitet. wenn der Vorrat zu Ende geht ... Ein Blick, und die Hausfrau weiß sofort, ob noch genügend Mehl, Zucker, Reis da ist. Die durchsichtigen Vorratsschütten zeigen es ja. Auch in Ihrer Küche sollten diese praktischen Vorratsschütten nicht fehlen. Sie kosten wenig bei y 23. Häuser, Gießen, am Oswaldsgarten, Fernsprecher 2145/2146. 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