Donnerstag, 28. Oktober 193T 187. Jahrgang .75? Erstes Blatt Stapellauf des 3 Segelschulschiffes befrei verweigerte und anordnete, daß ein / Kabinett Salandra zum Verhandeln mit den Faschisten gebildet werde. Damit war Mussolinis oieg vraktisch bereits entschieden. Er handelte wie ein Soldat, nicht wie ein Parteipolitiker. Er nutzte jeden Erfolg zu weiterem Vormarsch aus. bis zur Vernichtung des Feindes. So erklärte er auch setzt, er denke nicht daran, ein Portefeuille in irgend« lienischen Wirklichkeit angepaßt und arbeitete von derPeripherie aus, mit zahlreichen Aufstonds- herden in den kleinen Städten, weniger auf Aus- eine Tat. Ein unverständliches Urteil Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis8'/,Uhr des Vormittags Grundpreise für \ mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rps., für Text- anzeigen von70mm Breite 50 Rpf.,Platzvorschrift nach vorh.Vereinbg.25"/^ mehr. Ermähigte Grundpreise: Stellen-, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rps., Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts- u. behördlicheAnzeigen6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B Jugend schlägt Brücken von Volk zuVolk. 1000Söhne gefallener französischer Frontsoldaten nach Deutschland eingeladen. gaben die beiden Angeklagten an, sich lediglich über Rassenprobleme unterhalten zu haben. Eine Reihe weiterer Mädel, die noch nicht das 18. Lebensjahr erreicht haben, werden sich aus dem gleichen Grunde demnächst vor einem Jugendgericht zu verantworten haben. Gauleiter Sprenger sprach in Kopenhagen. Unser telegraphisch übermitteltes Bild zeigt, wie Rudolf Heß in Begleitung des italienischen Außenministers Graf C i a n o (links) sowie des Parteisekretärs Starace (rechts) die Front der angetretenen Formation abschrettet. — (Aufnahme: Scherl-Bilderdienst-M.) scheint tägltd), außer S-nntags und Feiertags »(Hagen: Die Illustrierte (ßeßenet Familienblätter im Bild Die Scholle lllonats-Bezugsprets: Mi 4 Beilagen RM. 1.95 t)ine Jllusttierte , 1.80 Mellgebühr „ -.25 $[td) bei Nichterscheinen K9i einzelnen Nummern jgjolge höherer Gewalt zernsprechanschlüffe guter Sammelnummer 2251 Dichrist für Drahtnach- ।toten Anzeiger Gießen Postscheckkonto: ztankfurt am Main 11686 Der Stellvertreter des Führers in Rom mit großer Herzlichkeit empfangen beiwohnte. ,.r„ , . Der kriegsblinde Abgeordnete und Präsident des Comit£ France-Allemagne Scapini richtete herzliche Begrüßungsworte an den Reichsjugendführer. Baldur von Schirach überbrachte den französischen Frontkämpfern namens der deutschen Jugend eine Einladung an 1000 Söhne jener Manner, die im Weltkrieg gegen Deutschland gekämpft haben. Die Jugend beider Volker solle lernen, die Kultur und Tradition der anderen Nation zu achten und damit eine wesentliche Voraussetzung für eine Verständigung zu schaffen. Präsident Scaptni dankte in bewegten Worten. Er freue sich, daß die Initiative zu einer Verbindung von deutscher und französischer Jugend nicht bei leeren Worten bleibe, sondern daß d t e T a t folge. Der Reichsjugendführer solle versichert fein, daß seine Einladung an Frankreichs Jugend in diesem Lande freundschaftliche und herzliche Sympathien auslöfe. Fernand d e B r i n o n . der Vizepräsident des Comite France-Allemagne, unterstrich besonders den großen politischen Widerhall, den die Zeitschrift „Wille und Macht mit der Erklärung des französischen Ministerpräsidenten m Frankreich und in der Übrigen Welt gefunden habe Er sehe in dieser Initiative der deutschen Jugend Am Aationaidenkmal. der Gefallenen des Weltkrieges. Die durch mächtige Scheinwerfer taghell erleuch- tet( Piazza Venezia bot mit ihren Tausenden von Su chauern, mit dem militärischen Aufgebot von Miz und Wehrmacht, mit den faschistischen For- mttionen und der geschlossenen Formation der Bnunbemben Roms, auf den Stufen des Ratto- raibenfmal5 Dittoriano einen fesselnden ZInblia. Mer den Klängen des Horst-Wessel-Liedes und Ürk Giooinezza schritt der Stellvertreter des Füh- iei3 mit seinem Gefolge hinaus. Vor chm trugen Carabinieri und zwei Braunhemden em en iiisigen Lorbeerkranz mit der Hakenkreuzschleife inl mit der Aufschrift: „Am 15. Jahrestag des Driches auf Rom die NSDAP." Miliz und Ml- litir zu beiden Seiten der Stufen präsentierten, «Is der Kranz am Grabe des Unbekannten 001= laien niedergelegt worden war, und der Stelloer- tre: er des Führers mit der erhobenen Rechten |a- luterte, stand für einige Minuten die ganze ßuppe im gedämpften Licht eines Scheinwerfers, vchrend die Menge auf dem Platz die Rechte zum Ükinischen Gruß erhob Unter den Klängen des l^tschlandliedes verließ dann die Abordnung der fiSDAP. das Grabmal. Besulb beim Duce. Paris, 28. Okt. (DNB. Funkspruch.) Der Jugendführer des Deutschen Reiches Baldur von S ch i r a ch, der zu einem dreitägigen Besuch i n Paris eintraf, besuchte in Begleitung des Präsidenten des französischen Frontkämpferverbandes UBion Federale, Pichot, die Weltausstellung und war Gast des deutschen Botschafters Graf W e l c z e ck, in dessen Begleitung er einem Empfang des Comite France-Allemagne Oer Marsch auf Rom. Zur Erinnerung an den Sieg der faschistischen Revolution. y Gewitterschwül ist im Sommer des Jahres 1922 die Stimmung in der italienischen Hauptstadt Jeder spürt, daß es so nicht weitergehen kann, daß dieses Chaos endlich einmal ein Ende nehmen muß. Der zähe und verbissene Kampf, der zwischen den Vertretern des Faschismus und denjenigen tobt, die em überlebtes System auf jeden Fall retten wollen, ! muß einmal mit dem Sieg der einen ober anderen Partei endigen. Das weiß jeder, und die Vertreter des neuen, des jungen Italien, find der felsenfesten Ueberzeugung, daß ihnen in Kürze der Sieg zufallen wird, zufallen muß. Wie war es denn am 20. Juni bei der stürmischen Sitzung der Kammer gewesen? Der Abgeordnete Mussolini hatte seinen Gegnern gedroht, das Parlament gewaltsam auflösen zu lassen, wenn dem Faschismus noch weiter I fo entgegengearbeitet werde. Sollte diese Drohung I nun wayrgemacht werden? Was gab es in dieser Situation für einen Ausweg? Man müßte eben — diese Ansicht vertraten die Parlamentarier — schnell ein neues Ministerium zusammenstellen, in dem Mussolini einen Ministerposten ohne Portefeuille erhalten würde, dann würde wohl dieser unbequeme Mann zufrieden sein. Rom, 27. Okt. (DNB) Das faschistische Italien bepitete dem Stellvertreter des Führers und der ihn begleitenden Abordnung her Partei auf ihrer Fahrt zu den großen Kserlichkeiten des 28. Oktober in Rom einen außer- ordentlich herzlichen Empfang. An der Grenze Jta- Ms erwartete Reichsminister Heß und seine Belgier ein Sonderzug der italienischen R t g i e r u n g. In Verona bestieg eine Ehren- tbtrbnung der faschistischen Partei, sowie der Lan- detgruppenleiter Italiens der NSDAP, den $u$, an den Stellvertreter des Führers und die Partel- afrrbnung nach Rom zu begleiten. Ueberall, wo der gt; m rascher Fahrt das Land durchfuhr, waren fru Bahnhöfe mit Hakenkreuzflaggen und Fahnen ittben italienischen Nationalfarben reich geschmückt. Ln Rom hatten sich zur Begrüßung Außenmini- st« Graf Ciano, Parteisekretär Starace, Zmizminister Solrni, Minister für Volksbildung mjfteri, Botschafter v. Hasfell, zahlreiche ifüjrenbe Persönlichkeiten von Partei und Staat, Wie hohe Offiziere der Wehrmacht und die Mtzen der Regierung eingefunden. Grenadiere Schwarzhemden bildeten Spalier. Auf dem Pschfalls mit Hakenkreuzfahnen und der Trikolore gichtig geschmückten Bahnhofsvorplatz erhob sich M Tausenden von Kehlen ein Jubelsturm. Beim . Mqang hatten 80 uniformierte Mitglieder der Mlandorganisation der NSDAP, zusammen mit M und BDM. Aufstellung genommen. Besuch im Palazzo Littorio. Der Ehrendolch der faschistischen Miliz für den Stellvertreter des Führers. i §nirz vor 17 Uhr schrieb sich der Stellvertreter )k Führers mit der Abordnung Zunächst im |or iglichen Schloß ein. Anschließend fuhr der Stell- Mrreter des Führers in den Palazzo Chigi und W Sitz der Partei, um Außenminister Ciano ntf Parteisekretär Starace kurze Besuche abzu- t allen. Dann begab sich Rudost Heß in d e n P a - c 13 o Li11orio , um der Faschistischen Partei I Zlo iens in ihrem Parteigebäude den Gruß der ' NSDAP. zu entbieten. Am Ehrenmal der Gefal- lenm der Faschistischen Revolution legte Rudolf ycs einen riesigen Lorbeerkranz der NSDAP nie- Anschließend begab sich die deutsche Abordnung fflbie oberen Räume des Hauses des Faschismus, do sie Minister Starace, der Generalsekretär bei Faschistischen Partei, an der Spitze der Füh- rerrfiaft der Faschistischen Partei erwartete Nach glichen Begrüßungsworten stellte Minister Sta- rai- dem Stellvertreter des Führers die Generäle bei Faschistischen Miliz, sowie die höchsten poltti- d|in Führer der Faschistischen Partei vor. Es schloß ft ein Gang durch die Säle des Palazzo Littorio «-zum Mitelpunkt des Hauses, der S a l a della $ i t o r i o , in der die ehrwürdigsten Erinne- Mgsstücke der Faschisttschen Revolutton eine wür- bifli Stätte gefunden haben Hier überreichte Mi- Starace dem Stellvertreter des Führers als insidere persönliche Auszeichnung den Ehren- boi d) der Faschistischen Miliz. Starace ahnte bei der Uebergabe, daß dieser aus einfachen drallen verfertigte Dolch für alle Faschisten ein Symbol ihres Kampfes darstelle. Rudolf Heß möge Uri als Zeichen der Kampsverbundenheit der bei« Sin großen Parteien entgegennehmen Dann begab sth der Stellvertreter des Führers, geleitet von Dtiriifter Starace und gefolgt von der Abordnung dir NSDAP, sowie der Führerschaft der Faschisti- |er Entscheidung. Das Geniale des Planes bestand, wie bei jedem genialen Plan, im Unvorhergesehenen; er schuf Verwirrung, indem er die Dinge, Personen und Situationen überraschend von ri'ick- i wärts anpackte. Während alle den Sturm auf die I großen Städte erwarteten, so wie es im Auslande traditionell war, hatte er sich einsichtsvoll der ita- Hamburg, 28. Okt. (DNB. Funkspruch.) Am Samstag wird auf der Werft von Blom & Voß das 3. Segelschulschiff der Kriegsmarine vom Stapel laufen in Anwesenheit des Oberbefehlshabers der Kriegsmarine Generaladmiral Dr. h. c. Raeder. Die Taufrede hält der Inspekteur des Bildungswesens der Marine, Admiral Saal- Wächter. Zum Stapellauf werden auch die beiden Schwesternfchiffe „G o r ch F o ck" unb «Horst laßeffel" nach Hamburg kommen. — rers mit feinem Gefolge in den Palazzo Venezia zum Empfang durch den Duce. Der Duce empfing hier den Stellvertreter des Führers in einem Arbeitszimmer in Anwesenheit des Außenministers Graf Ciano zu einer Unterredung, nach deren Abschluß die Parteiabordnung dem Duce vom Stellvertreter des Führers persönlich oor- gestellt wurde. Die nicht zu übersehende Menge verlangte in immer neu einsetzenden Duce- und Heilrufen den Stellvertreter des Führers zusammen mit dem Duce zu sehen, bis sich schließlich die Flügel des großen Balkonfensters öffneten und Mussolini gemeinsam mit dem Stellvertreter des Führers und feinem Gefolge auf dem Bal - ton erschien. Parteisekretär Staatsminister Starace brachte nach faschistischem Brauch ein dreifaches Eja auf Adolf Hitler und Benito Mussolini aus, in das die Menge mit einem jubelnden Alala einftimmte, während über den Platz die Töne des Wien 27. Okt. (DNB.) Ein Salzburger Gericht verurteilte eine Büroangestellte und eine 18jährige Studentin nach dem Staatsschutzgesetz wegen „nationalsozialistischer Betättgung" z u vier ÄebeÄi.«SM radw mit" WÄL Ä5 Wlüngl Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen oru» und Verlag: vrühlsche Univerfitätrdruckerei «.Lange in Siehrn. Schristlettung und Seschäftrftelle: Schulftrahe 7 ■ U ' 1 ?<\3 - London . 27. Oktober 1937. Man wird sich auch erinnern, mit welcher f)er|< u I'"- «uu; tiuuicin, mit luciu/ci j/tif ------- lichkeit Chamberlain der Arbeit Edens auf Den Jahreskongreß der Konservativen Partei gedachtes liuhoW TartscHang Lotien Paosdian ‘ Kating Liuhang wan ü r den ^^Putung ([Chinesen fam Kiang, Xv Englische Gorgen. Von unserem tbg-Korrespondenten. Wir glauben deshalb nicht, daß in den Haupt«! punkten, denen die britische Außenpolitik ihre Aim merksamkeit zuwendet, wirkliche Meinungsver«^ schiedenheiten zwischen dem Kabinettschef und benr Außenminister vorhanden sind. Welches sind nun bis Hauptpunkte? Im Vordergrund steht selbstverständlich immer - noch das spanische Problem. Wir wolle« mer wieder politische Auseinandersetzungen mit dem Nationalsozialismus, indem es die Gerichte neutraler Staaten für feine Zwecke mißbrauche. Es sei nur auf den Prozeß in Kairo und auf den Baseler Zionistenprozeß SUTScH*1' mit den Katholiken. „Katholiken und Kommunisten müßten einig sein, wenn sie den Frieden in der Welt wahren wollen" Thorez nannte als „erfreuliches Beispiel" die Tatsache, daß im sogenannten Weltfriedensausschuß Katholiken, Demokraten, Sozialdemokraten und Kommunisten loyal zusammenarbeiteten. Zum Schluß der Versammlung wurde — um das groteske Bild abzurunden — eine Entschließung zugunsten der spanischen Bolschewisten angenommen! Oie zionistischen Protokolle. Bern, 28. Oft. (DNB.) Vor dem Bernischen Obergericht begann die Berufungsverhandlung wegen des Urteils vom 14. Mai 1935, durch das zwei Schweizer wegen Verbreitung der zionistischen Protokolle zu Geldstrafen von 20 und 50 Franken und zur Tragung der Kosten des sehr langwierigen Verfahrens in Höhe von 9000 und 18 000 Franken verurteilt worden waren. Von der Vertretung der Angeklagten wurde die Aktivlegitimation der Prioatkläger, nämlich des Schweizerischen Israelitischen Gemeindebundes, bestritten. Das internationale Judentum erzwinge irn- 2ican sieht einen kleinen Teil des zerstörten chinesischen Vororts von Schanghai mit dem vor einiger Zeit von den Chinesen bombardierten Cathay-Hotel, (Associated-Preß-M.. Scherl°M.) SCHANGHAI >5 km Die bekannte, durch die Presse verbreitete Erklärung, die Bischof Melle als Vertreter der Deutschen Methodisten in Oxford über die kirchliche Lage in Deutschland abgegeben hat, mußte von der gesamten Bekennenden Kirche als bedauerliche Verkennung der tatsächlichen Lage verstanden werden So lange keine ausreichende Richtigstellung erfolgt, ist es um der Wahrheit und Ehre willen geboten, daß die Geistlichen und die Kreise der Bekennenden Kirche sich von gemeinsamen Veranstaltungen mit Vertretern der Bischöflichen Methodistenkirche fernhalten. Ich stelle fest, daß der Evangelische Oberkirchenrat, der gleichzeitig behauptet, für die gesamte Bekennende Kirche zu sprechen, mit dieser Erklärung einen aufrechten^ deutschen Mann, der in vorbildlicher Weise böswilligen Verleumdungen seines Vaterlandes entgegengetreten ist, völlig ungerechtfertigterweise diffamiert. Mit dieser Erklärung stellen sich sowohl der Evangelische Oberkirchenrat wie auch die Bekennende Kirche an die Seite der ausgesprochenen Feinde des Deutschen Reiches und unterstützen sie im Kampfe gegen das eigene Vaterland Ein derartiges Verhalten kann ich nicht hingehen lassen, ohne es auf das schärfste zu mißbilligen. Gez.: Ke rrl.* Verordnung über den Schuh der Feiertage. Berlin, 27. Okt. (DNB.) Auf Grund des Gesetzes über die Feiertage vom 27. Februar 1934 hat der Reichsinnenminister im Einvernehmen mit dem Relchsminister für Volksaufklärung und Propaganda verordnet: Rocque hat erklärt, bafi Hile ihn belastenden 2Ieuge. U M riinno« u Nister ungestört und ungesehen von Den ubnqei tungen Tardieus erlogen feien. „M.P's" fpeifen können. Die findigen Repori« Tafsthang Sch&fiju • Bl°upt°t morden, daß Ministerpräsid-^ arbeiter^ ÖHenffiA aSaS mnlhJn Ä'Lb „ ® & a m b G r 1 a » n und Außenminister Eden air in der Verhandlung etwas Wesentliches zu seiner fürckten "^k'mmer Arm in Arm marschiere» Entlastung hätte sagen können. fc __ __ Die britische Außenpolitik gewinnt sicherlich enb £ am scheidende Impulse durch die Kraft und die lieber« japanifcbe Offensive in (Achansi. Vorstoßander BahnstreckebeiTaiyuanfu. - Zwei chinesische Divisionen vernichtet u "''m tabtaeä" SS?* k^ÄNataham Wysunfl-*^ Peiping, 28. Oft (D71V.) Die großzügigen Operationen, die von japanischer Seite an der Bahnstrecke Tfchihtfchiatschuang—Taiyuanfu am 24. Oktober begonnen und am Morgen des 26. Oktober in verstärktem Umfange weitergeführt worden sind, brachten die japanischen Truppen am Mittwochmorgen in den Besitz des Riangtzeku- lasses in seiner gesamten Ausdehnung. Der japanische linke Flügel durchquerte das äußerst chwierige Bergland südlich von Niangtzekuan, packte die Chinesen im Rücken und vernichtete zwei Divisionen. Zur gleichen Zeit rückte das japanische Zentrum in westlicher Richtung vor, während der rechte Flügel die Gebirge nördlich von Rianglzekuan durchquerte. Die Hauptmacht des japanischen linken Flügels besetzte am Mittwoch Schihmenku und erreichte bald darauf die Ebene von p i n t i n g. In der Provinz S ch a n t u n g hat es erste Zu- ammenstöße ber von Techau nach ©üben vor- toßenben japanischen Truppen mit den über ben Gelben Fluß nach Norben vorgeschobenen Teilen ber Schantung-Armee General Hanfuchus an ber Linie Hütscheng — Linyi — Schangh 0 gegeben. Das Gros Hanfuchus soll angeblich südlich vom Gelben Fluß in vorbereiteten Stellungen nördlich Tsinanfus zusammengezogen fein. Die Kämpfe um Schanghai. Kiangkiao von den Japanern besetzt. S ch a n g h a i ,,27. Okt. (DNB.) Nachdem die Chinesen ihre Truppen bei Nansiang zurückgenommen haben, haben sich die Japaner jetzt diesem Ort bis auf 500 Meter genähert und das südöstlich davon gelegene Kiangkiao besetzt. Die- er Ort liegt südlich der Bahnlinie Schanghai—Nanking. Am Mittwochnachmittag Drangen die japanischen Truppen bis in die Nähe des Su- chau-Grabens von einem Punkte nördlich des Jeßfieldparkes aus vor. Die Chinesen haben jetzt üblich bes Sutschau-Grabens Verteibigungsstellun- gen bezogen. Glutroter Abenbhimmel zeugt bavon. zu verweisen. Auch mit biefem Prozeß wolle man Ä.. . * lebiglich eine politische Wirkung erzielen. Das Gro- Als vor einem Jahre König Ebuarb V I TL 5 teste ergebe sich am besten aus bem Mißverhältnis v°m Buckingham-Palast zur Eröffnung ber neue* tt’ zwischen ben Gelbstrafen von 20 unb 50 Franken Parlamentssession fuhr war Lonbon m strömen. M unb ben Kosten von 27 000 Franken. Das Schunb- den Regen getaucht. Keine prunfenben Staate Qip. literaturgesetz, bas zur Verurteilung herangezogen Grossen trabten bie „Mall herunter zum Triumph» worben war, sei nicht bazu bestimmt, bas Recht bogen ber Abmiralitat Aus einem meber burjj auf politische Meinungsäußerung zu beschränken. Form noch Farbe auffälligen Kraftwagen sah man Wohin solle es führen, wenn jeher, ber an einer e,12£n ufn& ein blasse;, m? . politisch-polemischen Veröffentlichung Anstoß nehme, unb wieber leicht oerneigeii, %lr ben Schutz bes Schunbgesetzes in Anspruch nehmen ^ahr ist feitbem vergangen, em an schicksalz. v.i\ wollte? Die seit Jahrhunberten anbauernben Aus- sollen Ereignissen überreiches Jahr Ein n e u er einanbersetzungen mit bem Jubenturn könne man König eröffnete die Parlamentssesston; ch jebenfalls nicht auf biefe Art unterbrücken. Der neuer Mi niste rp ras. ben t Hot bie Geschich Staatsanwalt beantragte, ben Appellanten Schnell Großbritanniens m seine Hanbe genommen. Unb freizusprechen unb mit Bezug auf Fischer bas '^bst bas P a r l a m ent s g e d a u b e ift üoi Urteil auf ben Artikel „Schweizer Menschen hütet Beranberungen nicht verschont geblieben. Die 61j euch" zu beschränken, sowie bie K 0 st e n auf etwa ^Ibgeorbnete bes Unterlaufes werben sich tn 3i> 200 Franken herabzusetzen Die Urteilsver- kunft nicht mehr baruber zu beklagen brauch^ fünbung ist auf Montag anberaumt worben. baß ihnen nach längeren Sitzungen bie Auge, schmerzen. Man hat in ber Zwischenzeit bie alle, Kronleuchter beseitigt unb bafür inbirefte Beleuch Em Prozeß um Den Oberst de Io Rocques siä * 1 ’ gerichteten Speisesaal frühstücken können, burd Oer Geheimfonds des französischen Innenministeriums.-Tardieu als Zeuge. I^(e8^i,e,G”a^^ngWr$^ng | nniens Linie ofio, 27. Oft. (DNB.) (Ostasiendienst des ei gedoi en ihre *K\i tigt wurden. ♦ ie Par!-- noch ms’ immenbri nien ien Koir t von |a estsetzuns linit aut Mir wollen Frieden!" auf die Straße ge. E H Kt. Die sofort eingesetzten kommunistischen u> i t 3id eka-Trupps seien bei dem Versuch, die Demon- I ftciten festzunehmen, aus K e l l e r f en st e r n I b? chossen worün. In zahlreichen Gegenden !■ dir Stadt herrsche vollkommene Verwirrung. Der irllU Hnr hör &nmmnnhnm + 111- nrtrtortrhtipfl» ÜJl 0 1 I 6 II 1 ■ ■#'- unt) sind Kennzeichen. Der Name MAGGI und die f 193). blich P.| Wir E'.'i Oie Adreßdebatie im britischen Llnterhaus. KLrständigung mit Deutschland gefordert. reöten Beilegung des Konfliktes nur Schwierig- teiisn bereite. Japans Aktionen in China dienten ben alleinigen Zweck, die chinesische Negierung zur L sgabe ihrer den Frieden im Fernen C' en bedrohenden und durch kommunistische Cl-mente geschürten antijapanischen P 0 li - ti! zu zwingen und die Zusammenarbeit mit Ja- Iuon? 9en J neu !Rej mggperä 'politisch! ranken t 'dziigen i vie inm Dor der Kommandantur angeordnete M assen- Abtransport der Zivilbevölkerung Wieder schwere Unruhen in Madrid. Ncheka von der Bevölkerung beschossen. eht man als die c ‘Jordern Cie cut^drückCiclt %| MAGGI5 Fleischbrühe! Goldgräberstadt in Nordschweden. Mit S - 6000Kilogramm Gold jährlich das reichste Goldvorkommen Suropas. Von unserem ms -Korrespondent. dert uns beinahe am Vorwärtskommen. Der Zentralschacht führt in 40 Meter voneinander entfernten Etagen in den Erzkörper hinein. Das dunkelgraue Gestein über uns mit den vielen Farbschattierungen, das Erz neben und unter uns; alles enthält Gold und Silber. Doch nicht so, daß man einen Goldklumpen mit nach Hause bringen könnte. Es ist in dem umgebenden Arsen-, Schwefel, und Kupferkies so mikroskopisch fein verteilt, daß man im Durchschnitt aus jeder Tonne Erz nur 14 bis 15 Gramm Gold gewinnt. Bei der jetzigen Förde- rungskapazität entspricht dies jedoch einem Jahres- ertrag von 5000 bis 6000 Kilogramm reinem Gold. Als nicht zu verachtende Nebenprodukte kommen hierzu 17 000 bis 18 000 Kilogramm Silber, 6 Mill. Kilogramm Kupfer sowie 20 000 Tonnen Schwefel. Wichtige andere Produkte sind Arsenik, Zink, Blei und Wismut. Der 600 Meter lange und 45 Meter breite Erzkörper von Boliden ist das Rückgrat der Firma Bolidens Gruo AB. geblieben. Außerdem hat jedoch die großzügig organisierte Untersuchungsarbeit der Gesellschaft an verschiedenen Stellen der Landschaft Vesterbotten und bis zur Grenzprovinz Norrbotten hinauf wertvolle Erzvorkommen festgestellt. Gerade jetzt haben die zuständigen Provinzialbehörden bei der schwedischen Regierung die Lizenz für den Erwerb des notwendigen Grund und Bodens in Kristine berg in der Gemeinde Lyksele beantragt, um die dortigen Schwefel- und Kup- ferkiesvorkommen auswerten zu können. Man rechnet damit, hier jährlich 200 OOO bis 250 000 Tonnen Erz zu gewinnen. Die bereits in Betrieb genommene Grube von Laver wird einen jährlichen Kupferertrag von über 2000 Tonnen erbringen. Während das Erz, das in sinnreichen Anlagen gefördert, ausgelesen und in Brechern zerkleinert wird, früher nach Deutschland und Westamerika geschickt wurde, nimmt man die Verhüttung jetzt in Schweden vor. 54 Kilometer von Boliden entfernt liegen, unweit des Hafens der Stadt S k e l l e f t e a, die großen und neuzeitlichen Anlagen von R ö n n - s k ä r. Das Erz wird auf einer eigens gebauten Bahn von Boliden nach Rönnfkär gebracht. iritW" reiflU ■! u )«6 ""fj m 5,ir . jrgerM I 3nte# Hunderte' seil W. rn all'k ene egsM ' oirb auch bet pofitn iche entfi' ibern che dauer- uppen- ir sagen« ier mt& erkennen: Meine politische Nachrichten In Hannover fand durch den Reichskriegs- minister Generalfeldmarschall v. Blomberg die feierliche Ueberaabe der neuen Fahnen und Standarten an die Abordnungen von 92 Truppenteilen des X. und XI. Armeekorps sowie der 1. Panzer- division statt. * In Breslau übergab der Oberbefehlshaber des Heeres, Generaloberst Freiherr v. Fritsch den Truppen des VIII. Armeekorps 49 Fahnen und Standarten. ♦ Vom 25. bis 27. Oktober weilte der Chef der französischen Zivilluftfahrt, Corbin, in Berlin. Er wurde vom Staatssekretär der Luftfahrt, General der Flieger Milch, im Reichsluftfahrtministerium empfangen und als Gast des Reichsluftfahrtministers ins Haus der Flieger eingeladen. Sein Aufenthalt diente Besprechungen über die weitere praktische Zusammenarbeit -wischen Frankreich und Deutschland im Luftverkehr. Im ungarischen Kultusministerium traf der auf Grund des deutsch-ungarischen Kulturabkommens eingerichtete Deutsch-Ungarische Regierungsausschuß eine Vereinbarung, in der vornehmlich die deutsche Gast Professur in Buda- pest, der P r o f e s s o r e n a u s t a u s ch, die Vereinbarungen von Ga st Vorlesungen und Gastvorträgen, die Besoldung und Anstellung von Lektoren, der Bibliothekaustausch sowie die Einrichtung wissenschaftlicher Arbeitsplätze berücksich- papierenes Zeitalter. Neulich ging ein Hauch einer leichten moralischen Erschütterung durch Alt-England. Em Ausschuß des Unterhauses hatte festgestellt, daß auf Parlamentsdrucksachen allein ein Papieraufwand von 10 000 Tonnen im Jahre entfällt. Wer einmal einer Parlamentssitzung in irgendeinem Lande beigewohnt hat, wird die Frage gar nicht aufwerfen, ob der Gedankenreichtum der parlamentarischen Drucksachen ihre Drucklegung rechtfertigt; er braucht sich nur den Saalboden um die Sitze der Abgeordneten anzusehen und dann weiß er, daß ein Par- lamentssaal im Grunde genommen ein riesiger P a p i e r k o r b ist. Die berühmte „Duplizität der Ereignisse" hat es gefügt, daß die Franzosen einen ähnlichen Anlaß zum Nachdenken über den verhältnismäßigen Nutzen großer Papierverwendung haben. Bei der Errichtung eines Erweiterunas- baues für ihr Auswärtiges Amt ist nämlich Die Frage dringlich geworden, welche Naumflächen für das Archiv in Zukunft benötigt werden. Und dabei hat sich die verblüffende Tatsache herausgestellt, daß in den 23 Jahren von 1914 bis 1937 die Archivbestände etwa denselben Umfang erreicht haben wie in den ganzen 300 Jahren von 1614 bis 1914! Das ist immerhin eine eindrucksvolle Gegenüberstellung. In den 300 Jahren von 1614 bis 1914 ist ja schließlich etwas passiert: Es fing mit der Zeit der großen Kardinäle Richelieu und Mazarin an; dann kam Louis XIV. mit seinem berühmten „Der Staat bin ich"; dann das galante Zeitalter des Rokoko und der Dekadenz der Aristokratie; dann die Revolution; dann die großen napoleonischen Kriege, dann das legitimistische Königtum ber Bourbonen; dann das Bürger-Königtum der Orleans; zwischendurch die Revolution von 1830; dann die Revolution von 1848; dann das zweite Kaiserreich mit den Kriegen gegen Rußland, Oesterreich, China, Mexiko und Preußen; dann wieder die Republik und schließlich die großen Dorläufer-Ereignisse des Großen Krieges. Und in dieser Zeit von 300 Jahren wurde ungefähr ebenso viel zusammen geschrieben wie in den 23 Jahren van 1914 bis 1937. Es soll Franzosen geben, die über diese Feststellung ganz melancholisch geworden sind und sich in Tüfteleien verlieren, ob der gesteigerte Papierverbrauch auch der politischen Leistung entspreche. Das Landjahr ebnet begabten Zungen den Weg. In Erbelsund bei Kappeln an der Schlei (Schleswig) wurde die erste Reichsschule für Käme raüschaftsführer des Landjahrs eingeweiht. Rund 30 geistig und körperlich beson- ders befähigte Landjahrpflichtige, die als Kameradschaftsführer noch ein zweites Jahr in ihren Lagern dienen, werden dort auf die Untersekunda einer nakionalpolitischen Erziehungsanstalt vorbereitet. In fünf Monaten sollen sie sich das Pensum von Quarta, Untertertia und Obertertia zu eigen machen. Die Jungen, die aus ganz Deutschland kommen, werden unter Anleitung von drei Studienassessoren arbeiten. Sie werden neben ihrer geistigen Ausbildung alle Lagerarbeiten machen. Llrlarrb für die Blutordensträger zum 9. November. München, 27. Oft. (DNB.) Das Amt für den 9. November 1923 erläßt folgenden A u fruf: „Auf Anordnung des Führers und Reichskanzlers werden alljährlich am 8./9. No v e m b e r die Blutordensträger und die Inhaber des mit Lichtbild versehenen grünen Dauerausweises zur Teilnahme an den Veranstaltungen in der Hauptstadt derBewegung aufgeboten. Alle in Frage kommenden Betriebsführer ufw. werden hiermit ersucht, den zu ihrer Gefolgschaft gehörenden Mitgliedern der Alten Garde die Tellnahme an den Veranstaltungen durch Gewährung et ne 5 entsprechenden Urlaubes bzw. durch Gewährung von Dienstbefreiung unter Fortlauf, der Gehalts- bzw. Lohnansprüche zu ermöglichen. stoße überall auf Widerstand. Die Bevölkerung weigere sich strikt, ihre Häuser und Wohnungen zu verlassen. Auch die Slowaken fordern ihr Flecht. Prag, 27. Oft. (DNB.) In Rosenberg in der Slowakei sand in Anwesenheit des tschechoslowakischen Ministerpräsidenten Dr. Hodza die Cernova-Feier statt, die dem Gedenken an einen slowakischen Aufstandsversuch im Jahre 1907 ge» widmet war. Zunächst wurde eine Gedenktafel für einen Freund der Slowakei, Scotus Viator, enthüllt, der mit richtigem Namen Seton Watson hieß und uls Professor für mitteleuropäisches Recht in England für die Rechte des slowakischen Volkes eingetreten ist. Bei der Festsitzung der Rosenberger Gemeindevertretung forderte der greife Führer der volksbewußten Slowaken, Pater H l i n f a , die Verwirklichung der Rechte der Slowaken in gleichem Maße, wie fie1 die Tschechen besitzen. Anschließend sprach MinisterpräsidentHodza, der den Slowaken einige Schmeicheleien sagte und sich gegen die Gewährung „weiterer" Rechte an die Sudetendeutschen aussprach. Am Nachmittag sprach der Abgeordnete der Slowakischen Dolkspartei, Sidor, an den Gräbern der Aufständischen von Cernova. Er unterstrich die Forderungen der Slowaken, die auch heute noch erhaben werden müßten. Der Pittsburger Vertrag besage nicht, daß sich die Slowaken von einem Totenbett auf ein neues legen sollten, sondern daß sie im tschechoslowakischen Staat ihre Kräfte frei entwickeln könnten. Die Siamesische Regierung hat in Berlin eine Gesandtschaft errichtet. Der Reichsminister des Auswärtigen hat Phra Sundara Da- chana zur Entgegennahme feines Einführungsschreibens als Königlich Siamesischer Ständiger Geschäftsträger in Berlin empfangen. Die Tätigkeit des Siamesischen Gesandten Phya Rajawangsan mit dem Sitz in London ist für Berlin beendet. Wie die Königlich Bulgarische Gesandtschaft mitteilt, hat die V e r l e i h u n g d e r b u l g ar i s ch e n Kriegserinnerungsmedaille begonnen. Sämtliche Anträge auf Verleihung der Medaille find an den Militärattache bei der Königlich Bulgarischen Gesandtschaft in Berlin-Wilmersdorf, Kaiserallee 184/185 ^u richten. In Buenos Aires verhaftete die Polizei im Vorort San Martin den Juden Pinkus Trainer, der an dem Mord andern Blockleiter Riede l e mitbeteiligt war. Man erwartet, daß durch diesen Fang der zweite Hauptbeteiligte an dem Meuchelmord sichergestellt worden ist, so daß nun der ordentliche Prozeß beginnen kann. Kunst und Wiffenschast. Uraufführung des Films „(Ein Volksfeind". Die Welturaufführung des nach dem Jbsenfchen Schauspiel geschaffenen deutschen Filmwerks „Ein Volksfeind" in Lübeck gestaltete sich zu einer eindrucksvollen Kundgebung deutschen Filmschaf, fens. Es war ein glücklicher Gedanke, die Uraufführung des unter der Spielleitung von Hans Steinhoff nach dem Buche Erich Eber- m a t) e r 5 und Steinhoff hergestellten Films in Lübeck unter dem Protektorat der Nordischen Gesellschaft laufen zu lassen. Der Reichsgeschäftsführer der Nordischen Gesellschaft Dr. T i m m hieß Staats- Minister a. D. Dr. Lehnich willkommen. Don den flO* 'M blutigen Zwischenfällen soll es ferner gekom. treu sein, als nationale Flugzeuge Flugblätter timarfen, die den Fall Gijons begannt gaben. Ha 'llafe Zivilisten seien darauf hin mit dem Ruf .3 ir wollen Friede n!" auf die Straße ge- 'J "... - £ . r r । • . f .Lia» AäH Darstellern wohnten Staatsschauspieler Heinrich G e • arge und die Trägerin der weiblichen Hauptrolle Franziska Kinz der Uraufführung bei; auch aus den /skandinavischen Ländern waren zahlreiche Gäste erschienen. Der Film ist ein leidenschaftliches Bekenntnis zur Wahrheit und zur Dolksgeme-in- schäft, eine Absage an persönlichen Egoismus und Mehrheitswahnsinn. George und Franziska Kinz, auch Spielleiter Steinhoff wurden be- geistert gefeiert. Aus aller Welt. Drei Kinder überfahren und gelötet. In der Gemeinde Sandau im Kreise Meß mußten drei Kinder auf dem Wege zur Spielschule eine Bahnstrecke überschreiten. Als sie die Schranke geschlossen fanden, blieben sie zunächst auch stehen. Als jedoch eine Frau unter der Schranke hindurch- schlüpste, um den Schienenstrang noch vor dem Passieren des Zuges zu überqueren, liefen die Kinder hinterher. Im gleichen Augenblick erreichst ein Güterzug den Bahnübergang, erfaßte die Kinder und tötete sie alle drei. Das Hochwasser in Südfrankreich. Die Ueberschwemmungen in Südfrankreich nehmen immer größeren Umfang an. Zahlreiche Häuser sind bereits eingestürzt. Mehrere Ortschaften mußten von ihren Bewohnern geräumt werden, und selbst in der großen Stadt Toulouse herrscht äußerster Alarmzustand. In dem französischen Wallfahrtsort Lourdes wurden die Grotte mit der Wallfahrtsstätte sowie die Museumsgebäude völlig über- fchwemmt. Große Ueberschwemmungen in Katalonien. In Katalonien sind infolge wolkenbruchartiger Regengüsse mehrere Flüsse über d i e Ufer getreten. Zwifchen zahlreichen Ortschaften sind die Eisenbahn- und Straßenverbindungen unterbrochen. Dem Ebro-Wafser- und Elektrizitätswerk, das den größten Teil Kataloniens mit Kraftstrom und Wasser versorgt, droht Gefahr. - Erdrutsch bedroht zwei Dörfer. Infolge dauernder Regengüsse werden die etwa 60 Häuser des Fleckchens Eze in der oberitalienischen Provinz Savona von einem Erdrutsch bedroht, desgleichen der Weiler Carbuta. Viele Häuser mußten wegen Rißbildung geräumt werden. — Don den Bergen von Tires bei Bo^rn sind große Fels- blöcke auf die Straße und das faschistische Vereins- haus abgestürzt, dessen Dach eingeschlagen wurde. Die Straße ist versperrt. Aus den Hvchgebirgs- tälern von Aosta wird starker Schneefall gemeldet. Der (strvße St. Bernhard ist bereits singe schneit. „Kindlein" statt „Vaby". In der Zeitschrift „Frauenkultur" schlägt eine junge Mutter, Dr.-Jng. Ilse Essers, als Bezeich- nung für unsere Kleinsten das schöne Wort „Kind- lein" vor, an Stelle des uns fremden „Baby". Sie weist darauf hin, daß das Wort Kindlein in innigen deutschen Liedern vorkommt, und daß es mundartlich in Süddeutschland bereits heimisch ist; „'s Kindle" sagt die Schwäbin, „et Kindche die Rheinländerin. ____________________ Hauptjchriftleiter: Dr Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: vr Fr W Lange; für Feuilleton: Dr Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigen- (eiter: Hans Beck Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel D- A IX. 37: 9248. Druck und Verlag: Brühlsche Universitätsdruckerei R. Lange. K °G . sämtlich in Gießen. Monatsbezugs- preis RM 2,05 einschließlich 25 Pf Zustellgebühr, ! mit der Illustrierten 15 Pf mehr Einzelverkaufs- . preis 10 Pf und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. : Zur Zeit ist Preisliste Nr 3 vom 1 Juni 1935 gültig. Boliden (Nordschweden), im Oktober. Wer vor einem Jahrzehnt etwa Boliden — die reichste Goldgrube Europas — kennenlernte und heute wieder an die gleiche Stelle in der nord- schwedischen Landschaft Vesterbotten kommt, wagt kaum seinen Augen zu trauen. Dort, wo er damals Wälder und Sumpfe vorfand, wo sich kaum ein einziger Bauer angesiedelt hatte, ist jetzt eine Stadt mit Kirche und Schule, mit sauberen Häusern und Geschäften entstanden, deren Auslagen beweisen, daß die Käufer wohlhabende Menschen sein müssen. Nur im Aufbautempo gleicht Boliden Klondike, der Goldgräberftadt in Alaska, nicht aber im Aussehen. Im Gegenteil: planmäßig und symmetrisch sind die breiten Straßen aufgewachsen, unter deren Namen wir die „Goldstraße", „Silberstraße" und den „Goldenen Mittelweg" finden. Eine Wildwestromantik sucht man vergeblich; Boliden hat viel mehr das Aussehen einer Dillensiedlung als einer Grubenstadt. Das Herz der neuen Siedlung liegt nicht in der Mitte, sondern an der Peripherie. Kein Wunder: früh und abends knallen die Sprengschüsse; über eine Million Kubikmeter Erde und Fels wurden abtransportiert, um an die Erzader heranzukvm- men. Ein Teil des wertvollen Erzes wurde im Tagebau gewonnen. Da man dabei bereits jetzt 50 Meter tief gekommen ist, muß man mehr und mehr dazu übergehen, in unterirdischen Stollen an die Lagerstätten heranzukommen. Schon vor dem Verwaltungsgebäude erinnern uns ein aus dicken Bohlen zusammengefügter, an Kriegszeiten erinnernder Unterstand und eine dazugehörige Warnungstafel daran, daß mir uns in der Nähe der gefährlichen Sprengungen befinden. Eine ausgezeichnete Organisierung der Sickerheits- matznahmen sorgt jedoch dafür, daß der Besucher ebenso wie der angestellte Arbeiter sich keinen Augenblick bedroht fühlt. Der Zentralschacht führt uns 250 Meter in die Tiefe. Hier beginnt ein Blindschacht, der bis z u 410 Meter Tiefe hinunterreicht. Bergleute mit den von der Bohrarbeit geschwärzten Gesichtern, mit stahlhelmähnlichen Kopfbedeckungen begegnen uns. Kurz vorher ist gesprengt worden, dicker Dynamitrauch schlägt uns entgegen und hin- Haris, 28. Ott. (DNB. Funkspruch.) Wie aus Ptipignan verlautet, sollen in Madrid erneut schm ere Unruhen ausgebrochen sein. Der Anlaß bie|»r Unruhen sei der Ueber tritt ganzer t,*rvr ., bl>: schewistischer Kompanien zu den en nationalen Truppen. Den Ueberläufern u./.- "2: bei- sich kommunistische „Polizei" entgegengestellt, inetn no^ C5 jn t>en Straßen der Stadt zu wahren ''Machten gekommen sei. Besonders heftig waren nid), der gleichen Quelle die Kämpfe in der Gegend ooti Alcala de Henares, wo die Reihen der Roten mu schwach waren, in Gegensatz zu der Universi- tchfftabt und der Casa de Campo. ben*uY rokio, 27. Okt. (DNB.) (Ostasiendienst des für;'J.CY StB.) Außenminister Hirota überreichte dem hl’V[ benschen Botschafter in Tokio, Baron d e Baf- ftwfi'j fompierre die vom Kaiser gebilligte Ant- ..I“y mi r t auf die Einladung zur Teilnahme an einer Be ■ M unmcichtekonferenz in Brüssel. Die ja- Mische Regierung lehnt dst Teilnahme an der Äon» iterprSfit Htnj der Signatarmächte mit der Begründung ab, (Eben bai der Beweggrund zu der Abhaltung dieser Kon- marschin schnz auf einem Entschluß des Völker- lungen rj Kindes fuße, der Japan der Verletzung des Neun- ibanten-. incchte-Ver träges anprangere. Dabei stelle Japans cherlich.4 Madlungsweise gegenüber China lediglich i biefe eite Selb st Verteidigungsmaßnahme feiten -t tw. zu der Japan durch die antijapanische Pro» [birniS’ ooLition der Chinesen gezwungen worden sei. immM Dcher stehe die gegenwärtige Situation außer- istndnck 6db d e s Artikels 7 des Neunmächte-Der- trqes. Die japanische Regierung fei davon über- g duü;. tciggt, daß ein Versuch zur Lösung des Japan und „L. Eiina speziell angehenden Problems durch eine Hin- M ehung so vieler Mächte die gegenwärtige Situa- Hör nur weiter kompliziere und einer ge- Lvndon, 27 Okt. (DNB.) Das Unterhaus setzte bie Aussprache über die Thronred e fort. Dli Oppositionsliberalen haben beschlos. einen Zusatzantrag zu der Adresse des -dec ^Merhauses an den König einzubnngen, m dem be= 11 iMbiiert wird, daß die Thronrede kernen Hinweis in M frrauf enthält, daß die Regierung einem Zunehmen fr.; Arbeitslosenziffern vorbeugen will. i tÄ itje- Antrag fordert aktive internationale Mahnah- Beseitigung der Wirtschafts- lfion>i schranken, die volle Erschließung unzu- ie ßu ' reichender Gebiete d e s Empire und Ar- bc^beschaffung durch nationalwichtige Maßnah- e 1 4Intn Ein Zusatzantrag, den 93 konservative Abge- i iv * orinete zu der Adresse einbringen wollen, fordert, ich i da; keine Verpflichtung fremden Ländern gegenüber h? ' evaeaangen wird, durch die die Entwicklung der bi/y frtifchen Landwirtschaft und Industrie oder der t bi zwischenstaatliche Empirehandel beeinträchtigt werte Ir könnten. e AtM Der konservative Abgeordnete Sir Hugh ' neii । gNeill erklärte, daß er erst kürzlich Deutsch- ien, bi hnb besucht habe und glaube, daß unter dem ! über duschen • Volk der Wunsch nach einer >rbanq Freundschaft mit England ebenso stark sei a& bie i n>i das englische Volk eine Freundschaft mit en übri Dutschland wünsche. Der Durchschnittsmensch in i ftepolilglanb wisse heute, daß während der letzten Jahre 'ß für oo Deutschland Vorschläge gemacht worden seien, ? zur ; bii recht vernünftig geschienen hätten. Es habe ge- •nunbto-' nrg Gelegenheiten gegeben, die man sich entgleiten lasten. Vielleicht habe sich Eng- larb von anderen zu sehr gegen sein eigenes Urteil üätrreben lasten. Das Ergebnis sei, daß heute in (Eropa eine gefährlichere Lage bestehe al; feit Jahren. Der französisch - sowjet- russische Pakt sei das strößte Hindernis für eir: europäische Befriedung. Wenn sich die Gelegen- jjet für eine Generalregelung in Westeuropa miede bieten sollte, hoffe er, daß die englische Regie- annien sich in ihrem Urteil von französischen oder angehende bten Verdächtigungen nicht werde beeinflussen marisch; en. ÜB Man gebt nicht nach VriM . 3 Nur direkte Verhandlungen mit China. Einzeh »M anzustreben. Japan fordere von den Mächten, mmiföur bal sie diese Notwendigkeiten verständen, ohne die >irb, ift )C! ein» Sicherung des Friedens in Ostasien unmöglich neue M sei Die heutige Lage habe sich im Vergleich zu der e beteilig. $rt des Abschlusses des Neunmächte-Dertrages LerW'.- Mndlegend geändert, da der Einfluß des patte Ki mmunismus die inneren Verhältnisse, Chi- ’ m-1” na; völlig umgebtaltet habe. Japan sei kei- rieiroegs einer internationalen Zusammenarbeit ab- oe?eigt, jedoch könnten die derzeitigen chinesisch- japanischen Schwierigkeiten nur durch direkte ,tll „J. L-rhandlungen der unmittelbar beteiligten im Ort' Md er gelöst werden. Japan wünsche eine kulturelle ■ —•* ** i|un). wirtschaftliche Zusammenarbeit mit be-i fremden Mächten in China und werde dirn Interessen und Rechte respektieren. Neues für den Büchertisch - S ° - n H - d i n : I m ° - r b ° t e n ° n L ° n tenen „Allgemeinen Theorie der Beschäftigung de- - WWelmnon Scholz dem wir auch Ne^ichtun- ht zahlreichen Zeichnungen vom Verfasser. Aus Winkes unh hp« fflpfhpc" nnn SX 91? ö’unnoc nnv» «<->»■» (T™™— 1 r „ l ™ _rr o r. ... — Der Hund mit dem roten Ml ^-Geschäften. Der Kolonnenführer. , ---1 ruoen, rrospeme eic. kostenlos in den Fai X\ wo „St - Bernhard" - Tee - Schilder aushängen. 3 Prozent Rabatt! 3 Prozent Rabatt! 9L SittltttCC I Vermietungen I Küche u. 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Keynes schließt die Untersuchung ab. Karten von RM. 0.50 an im Vorverkauf.' Musikhaus Challier und Abendkasse. — Professor Dr. Fritz Lange: Die Sprache des menschlichen Antlitzes. Eine wissenschaftliche Physiognomik und ihre praktische Verwertung im Leben und in der Kunst. Mit 308 Abbildungen im Text und auf acht Tafeln und einer Aufschlagetafel. Z. F. Lehmanns Verlag, München. Geh. 8, Lwd. 9,40 RM. — (253) — 3n diesem Buch hat der Verfasser eine wissenschaftliche Physiognomik aufgebaut, die gegenüber den unbeweisbaren Behauptungen urteilsloser Schwärmer auf der Grundlage ernster Naturforschung eine einwandfreie Lehre vom Ausdruck des menschlichen Antlitzes darstellt. In der Gesichtsbildung des Neugeborenen, die zunächst auf Erbmasse beruht, zeigt sich schon sehr früh der Einfluß der Umwelt. Der Schnuller, Krankheiten, frohe oder traurige Erlebnisse können schon in den ersten Lebensjahren Formen und Falten und Züge in sein Gesicht eingraben, die zeitlebens bestehen bleiben. Später zeichnen sich der Beruf, die Art des Sprechens, Temperament und Charakter und das Lebensschicksal ein. Diese Umformungen des Antlitzes werden durch die Arbeit der Gesichtsmuskeln geschaffen. Die Wirkung dieser vielen Muskeln wurde deshalb sorgfältig festgestellt und ihre Bedeutung für den Aus- druck des Gesichtes klargelegt. Auch das Fettpolster ist für den bildhaften Eindruck eines Gesichtes von großer Bedeutung. Nur eine kritische, auf wissenschaftlicher Grundlage aufgebaute, trotzdem aber für jeden Laien verständliche Physiognomik vermag ihre wichtigste Aufgabe, die Förderung der Menschenkenntnis zu erfüllen. Menschenkenntnis aber braucht jeder, den sein Beruf mit anderen Menschen zusammenführt, der Arzt, der Jurist, der Erzieher, der Forscher, der Kaufmann, der Politiker, der Soldat. Für Schauspieler und bildende Künst- ler die die Gesetze des mimischen Ausdrucks kennen muhen, sind die Darstellungen des Buches besonders lehrreich. rungsverluste möglichst zu vermeiden.' Deshalb wer. den die in dieser Schrift gegebenen Ratschläge bm Gläubigern gute Dienste leisten. Entwürfe vy, Mahnungen und Anträgen sind in einem Anhaw der Schrift beigegeben. y — Die Kraftfahrzeug st euer. Bon W. Spohr. Verlag Wilh. Stollfuß, Bonn. Pre«' 1,50 RM. — (216.) — Die Schrift enthält da; was der Halter von Kraftfahrzeugen über die Kraj!,' fahrzeugsteuer wissen muß, über die SteuerpfliiÄ und deren Dauer, die Höhe der Steuer, das Bei, fahren der Versteuerung, Steuerermäßigung uch Steuererlaß, sowie Durchführung der Befreiung Ein Anhang bringt den ausführlichen Steuertach für Kraftfahrzeuge jeglicher Art. — Ratbüchlein in Reim und Bild. Th schrieben und gezeichnet von Elisabeth Behrent, I. Lebensanfang. Mit Geleitwort von Landesober, medizinalrat Dr. med. Dietrich, Direktor der Landes, frauenklinik Hannover. 2.Aufl., mit zahlreiche-n Abbil. düngen im Text. 44 S., 1^20 RM. Verlag von B. T Teubner in Leipzig und Berlin 1937. — (265) Wie das gereimte Büchlein „Säuglingspflege" der. selben Verfasserin hat auch das Bändchen „Lr.l bensanfang" seinen Weg gemacht: es liegt nun inj zweiter Auflage vor, die verschiedene AenderungknI und Berichtigungen aufweist. Im einzelnen be^Qg. I beit das Bändchen: Vererbung, die Mendelschen G I setze, Zellforschung, die menschliche Fortpflanzung I die Entwicklung des Kindes bis zur Geburt, bR| Geburt selbst, und zwar so schön und natürlich! daß die werdende Mutter beim Lesen ein Gestihll der Ruhe und Sicherheit bekommen wird. Es folD gen dann das Wochenbett, das Stillen, das erst«! Aufstehsn. Ein ergänzender Anhang stellt das, wasl im Büchlein behandelt wurde, nochmals leitsatzmäßjgl mit Hinweisen auf die Darlegung in Reim unbl Bild zusammen. gen von Calderons Dramen „lieber allen Zauber Liebe" und „Das Leben ein Traum" verdanken, widmet die dichterische Uebertragung des „Richters von Zalamea" „Heinrich George in herzlicher Bewunderung"; George spielte den Pedro bei der Uraufführung im Berliner Schiller-Theater (8.1.1937). Schätzens dichterische, dramatische und nachschöpferisch sich einfühlende Gestaltungskraft wird dem be- richmten Werk des großen Spaniers neuen Zugang zu den deutschen Bühnen verschaffen. In einem Nachwort hat Scholz die Grundabsichten seiner Uebertragung einleuchtend und anregend zusammengefaßt. 701 ?d Deutsches Rotes Kreuz, Sanitätskoloniiß Gieh UX-HAVE. Ganzleinen 3,80 RM., broschiert 2,80 RM. Ritter- Verlag, Oldenburg i. O. — (191.) — Schicksal des Europäers im afrikanischen Busch, im schwarzen Land ohne weiße Frauen, irgendwo auf fernem Posten — aus diesem Grundmotiv entwickelt sich hier eine Handlung, die so spannungsreich geführt wird und soviel menschliches Verstehen verrät, daß in dem Maße, wie die Anteilnahme des dem abenteuerlichen Geschehen wächst, seine Sympathie für die dargestellten steigert. ec«e AlpenkrAaler-Tcc „st. Bernhard- 1787 1150 Jahre| 1937 ReiBzeoge.lleWhreller.Sdiienen Winkel, Rechenscbieber i Papierhaus Ernst Balser Mäusburg 11 Gießen Anruf 2315 Montag, den 8. November 1937, abends 8 Uhr, be- ginnt im Kolonnendepot, Sonnenstraße Nr. 2, unter ärztlicher Leitung ein Ausbildungs-Kursus in der ersten Hilfeleistung bei Unglücksfällen. — An dem Kursus können männliche Personen jeden Standes, die das 18. Lebensjahr vollendet haben, teilnehmen. Anmeldung im Geschäftszimmer der Kolonne, Sonnenstraße 2, — Die eigene Durchführung der Klagesachen vor dem Amtsgericht. Von H. Schulz. Verlag Wilh. Stollfuß, Bonn. Preis 1 RM. — (217) — Wer einen beim Amtsgericht zuständigen bürgerlichen Rechtsanspruch hat, dem wird die vorliegende Schrift ein vorzüglicher Helfer sein, denn sie stellt alles klar, was man kennen muß, um sich vor dem Amtsgericht selbst zu vertreten. Kurz und gemeinverständlich ist das Wichtigste und Wesentlichste für Kläger und Beklagte mit Musterbeispielen dargestellt und zwar so, daß die Schrift auch für den nützlich ist, der in seiner Angelegenheit einen Anwalt benötigt und diesen über den Streitfall unterrichten muß. — Stundung und Eintreibung von Forderungen. Erfahrungsreiche Ratschläge für Gläubiger. Von Heinr. Schulz. Verlag Wilh. Stollfuß, Bonn. Preis 1.— RM. — (215.) — Es obliegt dem Gläubiger, sich selbst zu helfen, um Forde- Wetterbericht des Reichswetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt. Noch immer liegt Deutschland im Zufuhrbereich größerer Luftmassen, die in der Höhe ungewöhnliif hohe Temperaturen verursachen, während in bei Niederungen die nächtliche Ausstrahlung zur Auswirkung kommen kann. Die vergangene Nach brachte daher starke Abkühlung und vielfach auch Nebelbildung. Die Großwetterlage befindet sich ii langsamer Umgestaltung, die auch bei uns nur all- mählich zur AuswirkMg kommen wird. Aussichten für Freitag: Morgens vielfach dunstig oder neblig, sonst meist wolkig, aber im ganzen noch freundlich. Tagsüber nicht mehr so warm, schwache Luftbewegung. Aussichten für Samstag: Fortschreitew der Uebergang zu unbeständigerem Wetter. Lufttemperaturen am 27. Oktober: mittags 18) Grad Celsius, abends 7,4 Grad; am 28. Oktober, morgens 3,4 Grad. Maximum 18,6 Grad, Minimum heute nacht 2,7 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 27. Oktober: abends 8,5 Grad; am 28. Oktober: morgens 6,2 Grad. — Sonnenscheindauer 3,8 Stunden. Cafe Leib 3lUt heule Donnerstag, 20.15 Uhrr: Hellseher und Zauberkünstler BELLAN1 Drogerie Kreuzplatz 10 Alleinverkauf für Wieseck: Drogerie Wilhelm Pausch I. 6331 v -_______» Heuchelheim: Drogerie Wilh. Römer III. Wwe. 'Was soll man bloß immer ßotfien? Diese Frage iss berechtigt, liebe Hausfrau! Was belastet den Geldbeutel nicht sehr und ist doch schmackhaft und bekömmlich? — Das sind vor allem EierNudel-Gerichte. Zum Beispiel Eier- Makkaroni mit Tomatensoße oder gedämpfte l^ier-Bandnudeln mit Backobst, beides schmeckt delikat und ist billig. 7022a Bärbel"-Eier-Bandnudeln aus besten Rohstoffen.........250-gr-Paket 30 Pf. „Bärbel"-Eier-Makkaroni, gute Qualität......250-gr-Paket 30 Pf. Eier-Schoten Die neue Makkaroni, 250-gr-Paket 35 Pf. „Hannchen"-Eier-Bandnudeln kochfest, ungefärbt .. 250-gr-Paket 35 Pf. Eier-Wellennudeln vielseit. verwendbar, 250-gr-Paket 40 Pf. Eier-Snvvennudeln „Silber" 125-gr-Päckchen 20 Pf. Verlangen Sie diese Artikel in den preiswerten — Philipp Lenard, der deutsche Naturforscher. Sein Kampf um nordische Forschung. Reichssiegerarbeit im 1. Reichsleistungskampf der deutschen Studenten 1935/36, ausgeführt von 10 Kameraden des Philipp - Lenard - Instituts der Universität Heidelberg. Herausgegeben im Auftrage des Reichsstudentenführers. Preis 1.— RM. 32 Seiten. I. F. Lehmanns Verlag, München-Berlin 1937. — (203.) — Die zum 75. Geburtstage des berühmten Physikers und Altmeisters arischer Forschung erschienene Schrift ist das Ergebnis einer Arbeitsgemeinschaft Heidelberger Studenten. Im Mittelpunkt der Betrachtung steht der Naturforscher Lenard und sein Kampf um nordische Forschung; die einzelnen Abschnitte des Hauptteiles beschäftigen sich u. a. mit Lenards Verhältnis zur Mathematik, zur Relativitätstheorie, zu Heinrich Hertz, ferner mit Lenards wissenschaftlicher Umwelt, mit seinem Institut und mit seinem Kampfe gegen das Judentum und für deutsche Art. Stadttheater Giehen Sonntag, 31. Oktober, 11.30 Uhl 3. Morgen-Veranstaltung Slavifche Tänze Musik. Leitung: Joachim Popelka, Choreographie: Irmgard Zenner. Preise RM. 0.25, 0.50, 0.75. Platz- Mieter auf allen Plätzen RM. 0.25. Prösterchen! 11 Zu einer gemütlichen Plauderstunde bei den jetzt wieder länger werdend. Abenden gehört ein guter Tropfen. Ich habe hier immer ein paar besonders gute Schnäpse und Liköre auf Lager. Ich nenne Ihnen einige : E.ar:bnsch Doppel-Wacholder, das Beste was es gibt */i Ltr. 5.80, V2 Ltr. 3.—, Scharlachberg • Weinbrand, eigene Abfüllung l/i Ltr. 3.10, 72Ltr. 1.75 Kirschwasser, 50%, eig. Abfüllung Vi Flasche 3.95, 72 Flasche 2.20. Kragen und andere Sachen zum Lachen. Von Adam Alexander Car l. (Verlag der Univ.-Buchdruckerei Joff. Aug. Koch, Marburg a. d. Lahn. Preis 80 Pf. — {233] —) Ein Marburger Rechtsanwalt erzählt in diesem Büchlein mit feinem Humor felbsterlebte Geschichten, in denen das Lokalkolorit in Verbindung mit fesselnden Blicken auf echtes, bodenständiges Volkstum prächtig zur Geltung kommt. Die Haupterzählung hat dem Büchlein den Titel gegeben, um sie herum rankt sich ein hübscher Kranz weiterer, unterhaltsamer kleiner Geschichten. Der Leser wird an dem Büchlein mit dem fröhlich stimmenden Inhalt feine Freude haben, insbesondere wenn er sich selbst eng verbunden fühlt mit dem Heimatboden und dessen Volkstum. aus 30 verschiedenen bewährten Pflanzenstoffen - hält das Uut frisch und rein, unterstützt die Verdauung, wirkt wohl- uend aui innere Organe. Seit über 35 Jahren in der unverändert bekannt guten Qualität Große Packung 1.— Mk. — Proben, Prospekte etc. kostenlos in den Fachgeschäften. Platzkarten zum Preise von 40 Pf. sind in der Musikalienhandlung Challier sowie an der Abendkasse zu haben. Mitglieder des Goethe bundes und Kaufmann. haben EmJösung des Gutscheins Nr. 2 aus der neuen Gutscheinkarte 1937/38 bis zu 3 Platzen freien Eintritt. n 7020*-’ Goethe-Bund Der örtliche Arbeits- Kaufm. Verein ausschuß zur Buchwoche Mit zahlreichen Zeichnungen vom Verfasser. Aus dem Schwedischen übertragen von Dr. Theodor Flade. (Nr. 7370/71.) Kart. 70 Pf. Philipp Reclam jun., Verlag, Leipzig. — (173) — Dieses neue Werk des großen Forschers gibt eine packende Darstellung seiner Versuche, zu den für Europäer verbotenen heiligen Stätten der Tibetaner vorzudringen. Dabei erlebt er die spannendsten Abenteuer. Aber gewaltige Gebiete werden erforscht, unermeßliche Weiten erschlossen, die Quellen des 'Snbus und Brahmaputra entdeckt. Sven Hedin stellt jene einzigartige Verbindung von Forscher, Gelehrten und künstlerischer Gestalter dar, die seine Bücher so anziehend macht . In zahlreichen Zeichnungen hat er seine Eindrücke von Land und Leuten festgehalten. — Dr. Th. Valentiner: Die seelischen Ursachen des Geburtenrückganges. I. F. Lehmanns Verlag, München. Kart. 2,20 Mark. — (255) — Die drohende Gefahr einer Volksvernichtung durch Geburtenschwund ist nicht unab- wenbares Schicksal. Sie beruht auf einer menschlichen Schwäche, auf irregeleitetem Denken und Wollen. Hat ein Volk die tieferen Ursachen dieses Hebels erkannt, so vermag es dagegen anzukämpfen und das Unheil abzuwenden. Dazu wird diese Untersuchung eine wertvolle Hilfe sein. Die Schrift des Leiters des Instituts für Jugendkunde in Bremen bringt umfassenden Stoff über den Untergang der alten Kulturvölker und die Ergebnisse einer Umfrage aus der Gegenwart. Sie trägt in großem Maße dazu bei, den Willen unseres Volkes zur Bekämpfung der drohenden Gefahr zu stärken und ruft jeden Volksgenossen zu neuem Derantwortungs- bewußtsein auf. — Die Kulturpolitik auf dem G e. biete der körperlichen Erziehung in Kurhessen. Von Karl Torges. 132 Seiten, 1937. Weidmannsche Verlagsbuchhandlung, Berlin SW. 68. 3,60 RM. — (221.) — Das Buch bringt einen geschichtlichen Abriß der Einführung der Leibesübungen an den kurhessischen Schulen, insbesondere der Entwicklung der körperlichen Erziehung an den höheren und Hochschulen Kurhessens. Die Arbeit beruht im wesentlichen aus ungedrucktem Aktenmaterial des kurhessischen Ministeriums des Innern im Staatsarchiv zu Marburg und den Gymnafial- bibliotheken zu Hersfeld und Marburg. — Wilhelm Lautenbach: lieber Kredit und Produktion. Societäts-Verlag Frankfurt a. Main. — (231.) — Lautenbach gibt in dieser Broschüre einen nahezu vollständigen Ueberblirf über die grundlegenden Fragen moderner Wirtschaftspolitik. Im Mittelpunkt steht die Analyse des Kreditprozesses in der Krise und im Aufschwung, die alle mit der Finanzierung öffentlicher Investitionen zusammenhängenden Probleme sorgfältig darstellt und erörtert. Die angewandte Methode zeichnet sich durch große Anschaulichkeit aus, indem sie alle Thesen in ihrem Ursprung und in ihrer Auswirkung am praktischen Beispiel erläutert. Eine klare und verständliche Besprechung der vielumstrit- 7023V Reichsfachgrappe imker e. V. Ortstachgr. Cie&en Sonntag, 31.10. nachm. 2.30 Uhr Versaminliing in Gießen bei Hovfeld. B. Stellengesuche! Mädchen 23 Jahre, sucht zum 1. Novemb. od.spät.Stellung m gut bürgerlich. Haushalt,um sich imKochen weiter auszubilden. Schr.Angeb.unt 05299 a.d.G.A. ^Einladung an die Gießener Bürgerschaft! Wir laden hiermit die Bürgerschaft von Gießen für Dienstag, 2. Nov., abends 8 Uhr, in die Neue Aula der Universität zu einer Großkundgebung aus Anlaß der „Woche des Deutschen Buches 1937“ em. Der Oberbürgermeister der Stadt Gießen spricht zur Eröffnung. milETORlIOH ZIULILJICH der bek. volksdeutsche Dichter — Träger des Literaturpreises der Stadt Berlin 1937— liest aus eigenen Werken, Aeues rrSLl.- Leichtmotorrad einige Kilometer gefahren, besonderer Umstände halber 10—15% unt. Ladenpreis zu verkaufen. Wo? sagt die Geschäftsstelle des Gießen. Anzeig. I Empfehlungen [ Beetenoöft- SlrüiiAl Beerenoöft- Siflmme Ambeer- SlciMer eö:ec Mer MeeMeu SNWslWkü empfiehltpreisw. Gärtai Dönges Gießen 05295 Marburg.Str.67 Telefon 2321. ‘ Auto-Selbstfahrer Vermietung Tel.4335 +ira alle lämg.Haare, Leberflecken Pickel, Sommer^ spross, usw. entf. u. Gar. f. immer Fran B.G11 Iden seit 1935 Fr. W. Henkel Svrechst.svreitag Gießen, Am Biegelpfad 32. 9-7 Phr durchgehend. Lin Quell d. 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Keine Zeugnisse in Urschrift sondern nur Zeugnis, abichttsten dem Be- werbungsichreiven beb legen - Lichtbilder unoBewerbun^sunter- >gen müssen ,ur Ver- meidung ooo Verlusten aus oer üiücksette Warnen und Anschrift oe8 Bewerbers tragen l Donnerstag, 28.OttoberM7 Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Nr. 252 Zweites Blatt General ben Golda,- Anuschka, di- wird in , 20,15 raten aller Art. Hierzu kam die sowohl in Italien als auch in Oesterreich-Ungarn schwieriger gewordene inner- politische Lage. Die gesamten Kriegsverluste der an so vielen Fronten fechtenden österreichisch- unaarischen Armeen zählten schon nach Millionen. Mehr noch begann der würgende Marmel an Lebensmitteln an den Grundlagen des alten Donaureichs zu rütteln. Sollte die k. und k. Südwestfront schließlich nicht doch dem Zermürbungsoerfabren der nach Zahl und Hilfsmitteln überlegenen Italiener erliegen, so mußte durch großangelegten Gegenangriff Luft geschaffen werden. So sehr auch das neue österreichisch-ungarische Oberkommando bestrebt war, mit den eigenen Kräften das Auslangen zu finden, so war dies für den geplanten Angriff ausgeschlossen. Gr konnte nur mit deutscher Hilfe durchgeführt werden. Das glänzende Zweigestirn der deutschen Obersten Heeresleitung — Generalfeldmarschall von Hindenburg und General Ludendorff — hatte fick zur Mitwirkung bereiterklärt. Sieben deutsche Divisionen mit reichlicher technischer Ausrüstung und zahlreicher schwerer Artillerie, Minenwerfern und Fliegern versehen, sollten im Verein mit acht k. und k. von der russischen Front und aus Tirol heranzuziehenden Divisionen die 14. Armee unter General der Infanterie Otto von B e- l o w, dem Eroberer Riaas, bilden, dem als Generalstabs- Das dramatische Werk Richard Billingers kreist in verschiedenen Verkleidungen um ein Problem: in eine ursprüngliche, unberührte Gemeinschaft bringt eine fremde Macht, schicksalsbestimmend, aufrührend, zerstörend. So war es in der „Rauh- nacht", so in den „Roßen", so in dem im Staatstheater uraufgeführten neuen Schauspiel „D e r Gigant". Der Großbauer Dub hat sich seine Frau einst aus Prag geholt und aufs mährische Land entführt, hat aber Sorge getragen, daß sie niemals wieder die Stadt besuchte. Was sich im Herzen der Mutter an ungestillter Sehnsucht nach dem glänzenden großen Prag gesammelt haben mag, was bei ihr vielleicht geheimer Wunsch blieb, vererbt sich auf ihre Tochter Anuschka als eine immerwährende, fast gierige Leidenschaft: Prag wird ihr Traum, Prag gilt ihr als das ferne großartige Geben, als die große Stadt. Prag wird im Schauspiel zu einem Dämon, zu dem Giganten, der die Unerfahrenen, Unberührten verführt. Was die Mutter nicht wagte, vollbringt die Tochter, sie verläßt Land, Hof und Vater. Aber in Prag erwacht sie aus ihren Träumereien recht bald: sie findet sich betrogen, sie begegnet gemeinen, ordinären Menschen, deren wahre Art sie noch nicht erkennt; sie wird von ihrem Vetter Tony getäuscht und verlassen, und trägt doch ein Kind von ihm unter dem Herzen. Aus dieser Rot gibt es nur den Weg zurück, zurück zum väterlichen Hof und zur Heimat. Aber auch dort ist das Leben indessen weiter gegangen und hat die Stelle ausgefüllt, die Anuschka verließ. Der Vater heiratet seine Wirtschafterin Maruschka, er verstößt die Tochter, und die Verzweifelnde endet ihr Dasein in dem großen Sumpf, der als das Wahrzeichen der Landschaft erscheint, und dieser Sumpf ist der andere Gigant des Schauspiels. Der Sumpfgeist, der sagenhafte Wassermann, gilt als der Dämon, der alle Menschen zu sich her- abzieht; die das Land verrieten Auch Anuschka wird eins seiner Opfer. Für einen Svielleiter von der eigenwilligen Größe Jürgen Fehlings ist ein solches Drama der Anlaß, alle Künste einer eigenartigen und überragenden Regiekunst zu entfalten. Denn Dillinger arbeitet, ohne den dramatischen Vorgang zu vernachlässigen, mit dem Mittel der atmosphärischen Stimmungen. Er gibt epische, novellistische Szenen, die die Lust, ben Dunst, ben vitalen Geruch spürbar machen sollen, ber um seine Gestalten wittert, und die Bühnenbilber Rochus Gl i es es unterstreichen biete Stimmungen, sie strömen Atmosphäre aus, sie umhüllen sie gleichsam: bort die Hellen, reinen Kammern und Räume des Bauernhofs, hinter denen mnn Weite, Bäume und Wind ahnt, hier die düsteren Gewölbe der großen Stadt, ihren klein- tober bis 10. November) von 1400 000 Mann int Operationsraum, 650 000 Mann; hiervon 40 000 Tote und Verwundete, 260 000 Gefangene und 350 000 im Land Verstreute. Außerdem blieben mehr als 3000 Kanonen, das sind zwei Drittel der an den Fronten gestandenen Geschütze, in den Händen der Sieger. Don der ungeheuren Masse der Heeresvorräte aller Art zu schweigen! (Bericht dec 1918 eingesetzten italienischen Untersuchungskommission.) Die nicht genau erfaßten Verluste der Verbündeten dürften sich insgesamt auf etwa 70 000 Mann beziffern. Die große Schlacht in Venetien, die als „Wunder von Karfreit" in die Geschichte eingegangen ist, wird für alle Zeiten ein Musterbeispiel initiativsten Zusammenwirkens durch gewaltige Gebirgszüge getrennter, jedoch nach festem, einheitlichem Plan geführter Streitkräfte gelten. Der große Sieg gewinnt । auch dadurch die richtige Beleuchtung, daß er über einen so starken Gegner errungen wurde, wie es bas italienische Heer ist, bas roieber in Abessinien l davon rühmlichste Proben ablegen konnte. bürgerlichen falschen Prunk, die ewige Unruhe des Gebens. Wundervoll aber ist es, wie Fehling die jeweilige Atmosphäre aus den Zeilen des Buches auf die Bühne hebt, wie er diese Stimmungen ent- wickelt und verdichtet, wie er die Menschen aus diesen Verhältnissen heraus bewegt, wie er sie gehen und reden läßt. Gewiß, die Aufführung bewegt sich, dem Zeitmaß des Dramas entsprechend, oft in schleppendem Zeitmaß, bisweilen erstarren die Gestalten zu bildhaften Gruppen, aber welche schicksalsvolle Bedeutung liegt dann in diesen Augenblicken! Bisweilen legt Fehling Pausen ein. in denen jedes Wort verstummt, aber wie bedrückend, wie gehaltvoll können solche Unterbrechungen werden! Fehling gibt an diesem Abend wieder ein Vorbild seiner einsamen, einheitlichen Regiekunst, die sich niemals in Künsteleien verliert, weil sie sich aus dem Wesen, aus der Substanz des Schauspiels nährt. Daß diese Uraufführung zu einem großartigen Triumph des Theaters wurde, ist freilich nur mit dem unvergleichlichen Ensemble des Staatstheaters möglich. Eugen Klöpfer hat als Dub die aufrechte, große Form des unbeirrbaren Menschen. Maria Koppenhöser die herbe Sinnlichkeit einer starken, gesunden Frau; wundervoll Käthe voll-lüstern zwischen zwei Welten steht. Auch sonst ist bas Schauspiel eine Fundgrube für darstellerische Aufgaben, ein Panoptikum ber seltsamsten Figuren, der oerbogenften und verschrobensten Charaktere. Auf dem Bauernhof leben die Magd Julie (Dorie Krüger), die Tagelöhnerin, die Fürbitterin, der Bauer Pelikan, der schnurrige Dorflehrer. Und in der Stadt gehen sie gar gespenstert)ast um, die Frau Opferkuch '(Annemarie Holtz), die bucklige Frau Amend (Helene Wagenbreth), der Konditor (Clemens Hasse), der Zuhältertyp Kurt Meise l 5, aber das sind nur wenige aus dem großen Chor der Stimmen, die Fehling mit höchster Mei- Piave, die in der nördlichen Flanke ein mächtiges Bollwerk im Massiv des Monte Grappa findet. Der Versuch der Gruppe Krauß, dort die ita- liecksche Flanke zu durchstoßen, gelingt nicht. Auch mußte die Offensive der Heeresgruppe Feldmarschall Conrad von Hötzendorf mangels erforderlicher Verstärkungen auf der Hochfläche der „Sieben Gemeinden" Halt machen. Damit war die strategische Auswertung des „Wunders von Karfreit" vorerst beendet. Nichts setzt die ungeheure Katastrophe von Karfreit und den durch diese ermöglichten Siegeszug zum Piave in klareres Licht, als die Größe der italienischen V e r l u st z i f f e r n. Während d i e Russen bei Tannenberg von 230 000 Mann 90 000 Gefangene und die ganze Artillerie ein- büßten, bei G o r I i c e ungefähr 250 000 Gefangene und 400 Kanonen verloren, d i e En gländer an der Somme, März 1918, gleichfalls rund 260 000 Mann, dazu 1000 Geschütze, ein- büßen sollten, verloren die italienischen Armeen innerhalb der skizzierten 18 Tage (24. Ok- i leib Das Wunder von Karfreit Der deutsch-österreichische Siegeszug vom Zsonzo zum Piave. Von Generalmajor a. O. Michael von Dörner, Wien. Sp°r' 3roch' enlif ole^l chef der im Gebirgskrieg oft bewährte Krafft von Delrnensingen an die Seite zu treten hatte. Die 14. Armee sollte die Waage des Sieges zum Sinken bringen ... Am 24. Oktober brach das Ungewitter, das zum „Wunder von Karfreit" führen sollte, los. Tobender Schneesturm auf den Höhen, Schneetreiben und dichter Nebel in ben Tälern! Von zwei Uhr früh an donnerten im Angriffsraum der 14. Armee ungefähr 2000 Geschütze und Minenwerfer gegen die überraschten italienischen Batterien, Stellungen und Annäherungen. Bis etwa 9 Uhr vormittags waren gegenüber vom Tolmeiner Vrücken- ko p f die ersten italienischen Stellungen vollkommen zerstört, die Gräben eingeebnet, die Verteidigungsanlagen lahmgelegt ober vernichtet, breite Breschen für den folgenden unwiderstehlichen Ansturm der Infanterie eröffnet. Im Flit scher Becken hatten besonders die Giftgasgranaten der Angreifer verheerend gewirkt. In den Hochgebirgsftellungen war die Wirkung des Artillerieangriffs wohl eine geringere. Immerhin gelang es, die Mehrzahl der italienischen Kommandopasten zu isolieren und Versuche der italienischen Batterien, Sperrfeuer vor die losstürmenden Angriffskolonnen zu legen, zu ver- ^äqe < 11 *4 int s 8 Uhr, - Nr. 2, ick Ausflüchte, aber es ist charakteristisch, daß die hier entscheidende Szene ganz unfilmisch wirkt, nämlich als eine photographierte Erzählung. Zugleich schwenkt aber auch von dieser Szene aus der Film vom ursprünglichen Thema zusehends zum Seitenthema ab, zur Liebesgeschichte, und der eigentliche Konflikt ergibt sich hier nicht mehr aus.einer künstlerischen, sondern aus einer allgemein menschlichen Problemstellung: für welchen von zwei Männern, die ihr beide nicht gleichgültig sind, sich die junge Tänzerin entscheiden soll. (Daß sie mit der aus allem Zweifel und Zwiespalt erlösenden „Entscheidung in der Liebe zugleich auch ihre tänzerische Entwicklung entscheidend vortreibt, ist psychologisch und künstlerisch richtig empfunden, aber nicht mehr für den Tanz als solchen charakteristisch; für eine Bildhauerin oder Dichterin würde unter gleichen Umständen dasselbe gelten.) — Das Drehbuch schrieben Otto Bernhard Wendler und Rodert A Stemmle, der auch Regie führt: mit leichter Hand, sicherem Blick für Wirkung und Möglichkeiten der Kamera, mit verständnisvoller Em- iühlung in den eiaentümlichen Lebenskreis, auch mit Gefühl für individuelle Besetzung. Gerda M a u- r u s, die man lange nicht im Film gesehen hat, aibt die Maria Arni, Meisterin und Leiterin der Schule. Ob ihr eine der wenigen bedeutenden Gestalten aus der zeitgenössischen Welt des Tanzes oorgeschwebt hat, ist kaum zu sagen; in„Pial}; chen Augenblicken legt der Ausdruck der Maske diese Vermutung nahe. Im ganzen eine beherrschte und r«»ife Leistung, die menschlich und künstlerisch dem Bilde entspricht, das hier zu erwarten war. Das Gegenbild: Karin Hardt als Daphne, junge Tänzerin, jugendliche Liebhaberin, zart und fein, aufgeschlossen und bewegt ... nicht nur außeruch- rbnthmisch. Ein neues Gesicht: Hans Nielsen lAchim Hell), dessen symvathisches und persönliches Spiel eine überdurchschnittliche Begabung verrat; wir hoffen, ihm wieder zu begegnen. Schönbock gibt den Diplomaten, gepflegt und reserviert; die Vermutung, daß er ein wenig einseitig aus den Forster-Typ feftgelegt wird, scheint nicht ganz unbegründet. Vom großen Ensemble sind noch Elsa W a g n e r und vor allem Paul D a h l k e als Impresario hervoruiheben. Lisa C z o b e l tanzte die Solotänze. Theo M a ck e b e n schrieb die Musik. — (Ufa.) ?m ^Beiprogramm aibt es einen hübschen Kulturfilm und die Ufa-Wochenschau. Hans Thynot. Gegenwärtiges und klassisches Schauspiel Theaterbericht aus der Neichehaupistadt. Sta* usuhrbeik "gewöhn, end in i 9 zur Ai jene gl« ^elfach ai ndet sich ns nur c d. 'rgens d; kig, aber: ht mch Ä “'M (265) Pflege" men ?"derun natür, .ein "d. Es St hQ5 6r it bas, t leZahmoi JUhn n Aufst eg zum Kilimandscharo. Polare Pracht unter dem Aequator. Als die deutschen Missionare Rebmann und K r a p f im Jahre 1848 den Vulkanriesen Kilimandscharo, den „Weißen Berg" oder „Geisterberg", wie der gewaltige Schneeberg unter dem Aequator von den Negern genannt wird, entdeckten, lachte man sie in Europa aus, als sie von einem schneebedeckten Berg in der afrikanischen Tropenzone sprachen. Unerwartet taucht der Berg in der Landschaft auf, der fast immer von einem Wolkenkranz umgeben ist und nur morgens und abends fein gewaltiges eisgekröntes Haupt zeigt. Bis zu 6010 Meter erhebt sich, der Kibo, der höchste Gipfel. Ein Aufstieg zu ihm ist mit außerordentlichen Schwierigkeiten und Mühsalen verknüpft, bringt aber dem wagemutigen Bergsteiger Eindrücke von unvergeßlicher Schönheit. H. I. Schließen hat dieses Wagnis unternommen und entwirft von seinem Erlebnis in der Leipziger „Jlluftrirten Zeitung" eine fesselnde Schilderung. Der Marsch führt zunächst über einen breiten Kulturgürtel, der vom Steppenrand in etwa 1000 Meter Höhe bis zur Urwaldgrenze in fast 1800 Meter Höhe reicht und in dessen außerordentlich fruchtbarem Lavaboden schwarze Bergvölker eine sehr ertragreiche Landwirtschaft betreiben. Rings um den Berg läuft dann ein oft undurchdringlicher Urwaldgürtel, der jetzt Waldreservat ist, das als Wasserreservoir die Fruchtbarkeit des Berglandes erhält. Hier muß sich der Wanderer den Weg durch grünes Dämmerlicht zwischen umgestürzten altersschwachen Urwaldriesen, an denen dichte Lianen hängen, bahnen, und je höher er steigt, um so düsterer wird der Wald, da die meist über dem oberen Wald lagernde Wolkenbank ein kaltnässendes Tropfen von Blättern und Zweigen verursacht Erlöst atmet man auf, wenn man in etwa 2900 Meter Höhe den Urwald überwunden hat und auf wette Alpenmatten mit Graspolstern und dazwi chenge- ftreuten Blumen gelangt. Ist diese Alpenwiese überquert, beginnt wieder die Krarelei über o^lsgeroll und verkrüppelte Erikabüsche. Am Ende des Gurtel- waldes lieät die erste Schutzhütte^ die -Wsmarck- hütte" in 2700 Meter Höhe. 1000 Meter hoher bietet die Petershütte" inmitten einer merkwürdigen Pflanzenwelt Schutz. Diese wird mm immer armer Lavageröll und Felsbrocken säumen den Weg und in verhältnismäßig kurzer Zeit sind 1000 Meter Steigung zu überwinden, bis man das Sattel- plaleau, bas die beiden Gipfel, den Kibo und den ochchreit- !tter. littags 1 B. Dftob , Minim in in 10: am 28. l> "scheint „Daphne und der Diplomat". Gloria-Palast. Auch dieser Film ist wie viele andere nach einer literarischen Vorlage gemacht (dem gleichnamigen Roman von Fritz von W o e d t k e), versucht aber, abseits des üblichen Spielhandlungsschemas, einen neuen Stoff, einen bisher noch nicht, jedenfalls nicht so einläßlich, als Hauptmotiv behandelten Lebensbezirk für den Film, zu erschließen: die Welt des künsllerischen Tanzes und der Tänzerinnen, die Arbeit in einer modernen Tanzschule. Tanz an sich ist in mancherlei Formen und Weisen nichts Neues oder Besonderes für den Film, und Tänzerinnen gibt es häufig und in allen möglichen Spielarten . zu sehen; es handelt sich aber hier nicht um Girls und nicht um Revuebetrieb, sondern um_ben ernsthaften Tanz, um eine Meisterin, ihre Schule und ihre Zöglinge. Das unterscheidet diesen Film grundsätzlich von vielen anderen (besonders amerikanischen), wo auch getanzt wird; hier wird aber zugleich die Problematik eines folchen Füms erkenn- bar< bas Problem bes reinen Tanzes im Mm: die Hersteller werben vermutlich von ber Einsicht bestochen gewesen sein, baß Tanz als körperliche A - tion und belegter Vorgang -in ung-m-m dankbares Objekt für die Kamera darstellen muffe, das ist richtig! und einig- der besten und -b-nd'gst-n Eindrücke gehen auch zweifellos von solchen Tanz- Ausnahmen aus. Da es sich aber nun eben nicht um Gesellschafts- ober Revue-Tanz Ijanbelt Jom bern um ben Tanz als selbständige und ernsthafte Kunstübung, so tauchen bei jeher nicht nur epi= sobischen unb beiläufigen Abwandlung diests Motivs zugleich auch Probleme auf, bie sich nicht mehr auf ben Film beziehen, sondern die sich aus dem Tanz als solchem unb aus bern Beruf bes Tänzers ober ber Tänzerin ergeben, unb bie sich ber filmt schen Wiebergabe zu entziehen scheinen: zum nun- beften können sie durch ben Film Nicht ^uw^r unb greifbarer gemacht werben, als burch ir9etlb= ein anberes künstlerisches Mebium. ®s ergeben sich natürlich eine ganze Menge von ernsthaften un zum Nachdenken reizenben Problemen aus bern künstlerischen Tanz, unb es scheint kein Zufall zu sein, baß ber Film sich eines einzelnen im zSefom beren bemächtigt hat: ber Frage nämlich, vb eine Tänzerin neben ihrem Berus ihrem Privatleben unb ihren Privcttgefühlen nachgehen bürfe, ob sie al o, um es beutlich zu sagen, außer der ftunji auch einen Menschen lieben dürfe. Der Film beantwortet zwar die Frage ohne Umschweife und hindern. Gemäß dem Schlachtplan des Generals v. Below hatte die aus dem Flitscher Becken vordringende nördlichste Gruppe General Krauß (drei Divisionen) den Mont Stol jenseits der Enge von Saga zu erreichen, gleichzeitig durch das oberste Isonzo- tal und dessen'östliche Begleithöhen in Richtung auf Karfreit anzugreifen. Von 9 Uhr vormittags an rollt ein förmlicher Wettlauf der angreifenden deutschen und österreichisch-ungarischen Bataillone vor den Augen der überraschten Italiener ab. Nur ein paar Skizzen ans dem sich entrollenden Drama: Am nördlichen Flügel bringen bie 11 Bataillone ber österreichisch-ungarischen 22. Division im Schnee- sturm bis Sgga vor. Bei ber Gruppe Stein überrennt bie 12. schlesische Division, General L e g u i s, rechts von ber gleichfalls vorbringenden k. unb k. 50. Division, links burch bas vielbewährte bayrische Alpenkorps begleitet, im Jsonzotal unaufhaltsam die italienischen Verteidigungslinien. Sie langt gegen 15 Uhr vor Karfreit an und dringt nach kurzem Kampf am Ortsrande ein. Sperrversuche der Italiener bleiben vergeblich. Lequis bringt von Karfreit kämpfenb noch ungefähr 5 Kilometer westlich bis Robic im Ncttisonetal vor, welcher Ort im Bajonettkampf genommen wird, Korps Berrer stürmt abends den M. Ieza. Der vorbildlich tapfere Korpskommandant fällt! Korps Scotti hat stärkeren italienischen Widerstand zu Überwinden, bemächtigt sich jedoch abends des Globocack. Unbeschreibliche Verwirrung und vollkommene Verstopfung der wenigen, den Italienern zur Verfügung stehenden Gebirgsstraßen und Wege tritt alsbald ein. Der Einsatz der italienischen Reserven aller Abstufungen erfolgt im allgemeinen Wirrwarr teils zu spät, teils an unrichtiger Stelle. So wirkt sich der unaufhaltsame Angriff der 14. Armes, dem sich am südlichen Flügel die k. und k. Jsonzoarmeen, nördlich die 10. Armee anschließen, am 25. und 26. Oktober zur Katastrophe der II. italienischen Armee aus. Wohl versucht Cadorna, seine Armeen hinter der befestigten Linie des angeschwollenen Tagliamento zum Halten zu bringen. Vergeblich! Vom 28. Oktober bis zum 2. November erzwingen die siegenden Deutschen, Oesterreicher und Ungarn in der Zone Codroipo-Latisana den Uehergang. Das mehr unb mehr geschlossene Massenvorrücken ber Verbünbeten zwingt bie Gegner zur Ausgabe ber Livenzalinie unb gelangt schließlich am 10. November an ben Piave. Cadorna hat am 9. November sein Kommando an General Diaz abaeben müssen. Je vier französische und englische Divisionen sind im Antransport zur neuen italienischen Stellung hinter dem In der schier endlosen Folge der amtlichen und persönlichen Schilderungen der großen Geschehnisse des Weltkriegs nehmen jene über den unerhörten überraschenden deutsch-österreichischen Siegeszug vom Jsonzo zum Piave im Spätherbst 1917, gemeinhin bas „Wunber von Karfreit" genannt, einen Ehrenplatz ein. „Infolge ber strategischen Lage, ber Bobenglieberung unb ber hierburch gegebenen taktischen Bebingungen lassen sich aus bie- jem Felbzug unter allen Kriegshanblungen ber Jahre 1914 bis 1918 bie meisten Lehren ziehen." So kettet Marschall Petain bas kürzlich erschienene Buch bes französischen Generalstabsobersten Conquet ein. Vorweg sei erwähnt, baß bieser IStägige Felbzug wie kaum ein anderer die überragende Bedeutung der moralischen Kräfte, besonders in so schwierigen Lagen, wie sie sich in der Karsreiter Gebirgszone ergaben, erkennen läßt. Der vorn 23. Juni bis 7. Juli 1915 tobenden „e r ft e n Jsonzoschlacht" folgten noch zehn weitere, von grauenvollen Blutopfern begleitete Angriffe Cadornas, ehe es zum „Wunder von Karfreit" kommen sollte. Zwischendurch war im Mai- Juni 1916 ein großangelegter österreichisch-unga- «Hcber Angriff über bas Hochland der „Sieben — einden" (Asiago-Arsiero) unternommen worden, der nach Herausbrechen in die venetianische Ebene die italienischen Hauptkräfte in Flanke und Rücken fassen sollte. Infolge ber russischen Ent- lastungsoffensioe von Luck mußte ber gut fort- schreitenbe Angriff eingestellt werben. Immerhin verloren die Italiener 150 000 Mann, darunter 50 000 Gefangene. Mai 1917 hatten Cadornas zähe Angriffe — die „zehnte Jsonzoschlacht" — nördlich vom eroberten Görz Raum gewonnen. Die vom 15. August begonnene, einen Monat später endende „elfte Jsonzoschlacht" hatte mit der Eroberung der Hochfläche von Bainsizza am linken Jsonzoufer geendet. Das erbitterte Ringen hatte die Italiener rund 170 000 Mann gekostet, sie jedoch einerseits den Knotenpunkt Tolmein, anderseits dem österreichischen Haupthafen Triest bedrohlich näher gebracht. Auch die k. und k. Truppen hatten rund 90 000 Mann (15 000 Tote, 45 000 Verwundete, 30 000 Gefangene) verloren. Beiden Gegnern hatte diese Zermürbungsschlacht eine wesentliche Schwächung ihres „Kriegspotentials" gebracht: beiderseitiger Massenverbrauch an Artilleriemunition und -material, an technischen Mitteln und Vor- sterschaft beherrscht. Die Zuschauer bereiteten, von solcher Aufführung begeistert, dem Autor und allen Mitwirkenden lang anhaltende Ovationen. * Im Klelnen Haus des Staatstheaters wurde Lessings „Emilia G a I o 11 i" unter ber Leitung von Gustaf ©rünbgens in einer Weise aufgeführt, die beinahe einer Neuentbeckunq ber Tragödie gleichkam. Nicht, daß eine „Auffassung" des Intendanten und Spielleiters bemerkbar geworden wäre; im Gegenteil, die Aufführung vermeidet alle Ueberraschungen und ist dennoch eine lieber- raschung geworden. Hier steht alles im Dienste des Dichters, seiner hellen, charaktervollen Persönlichkeit, seines Werkes und seines Wortes. Alles ist hierauf abgestimmt; schon die lichten Bühnenbilder Mawensi, in etwa 4800 Meter Höhe verbindet, er- reicht. Majestätisch steigt aus der trostlosen Wüste bie Gletscherhaube bes eisgefrönten Kibo noch über 1300 Meter steil empor. Jetzt beginnt ein müh- seliger Anstieg über die enblos scheinende, monotone Schutthalde, über die ein unangenehmer kalter Wind fegt. Die letzte Schutzhütte, die „Kibohütte", bietet Gelegenheit, mit heißem Tee aus geschmolze- nem Schneewasser den Körper wieder zu beleben, während draußen an der einsamen Blechhütte der Sturm rütteü und Schneegestöber die Wüste ein- hüllen. Die Bergkrankheit zwingt Weiße und Schwarze, dem Berggeist Ufcbjaro gleich wie dem Meeresgott Neptun Tribut zu zahlen. Den nächtlichen Kampf um ben Gipfel beginnen die Bergsteiger vermummt, mit eingefettetem Gesicht. Langsam geht es vorwärts über bie letzten 1000 Meter, bie Eiskante ber Gletscherhaube glänzt steil über ihnen in weiter Ferne. Alle hundert Schritt, dann alle fünfzig, alle zwanzig und zuletzt nur noch alle zehn Schritt muß eine Pause gemacht werden, um das Herz, das schier aus dem Halse springen will, zu beruhigen, oft verzweifeln bie Bergsteiger an dem Gelingen und müssen bei jeder Pause wieder mit dem Entschluß kämpfen, lieber umzukehren. Aber dann wird ihr Ausharren belohnt. „Unvergeßlich schön", schreibt Schlieben, „ist ein Sonnenaufgang in dieser gewaltigen Höhe von fast 6000 Meter. Tief unter uns liegt bie einsame verschneite Lavawüste, aus der sich ber Mawensi erhebt, hinter besten schwarzen Zacken bas schwefelgelbe Dämmerlicht bes Morgenhimmels zusehends bas ganze weite Firmament färbt unb bie Sonne langsam als bunkelglühenber Feuerball, golbgelbe Feuer- strahlen hoch in ben Aether schießenb, emporsteigt." In ber sauerstoffarmen, immer bünneren Luft werben die letzten 200 Meter nur mit größter Mühe überwunden, saft im Schlaf, mit torkelnden Schritten wird endlich das Ziel, der Kraterrand, erreicht. „Ist es Wirklichkeit, ist es ein Traum ober bie Phantasie des Bergkranken? Hier unter dem Aequator diese polare Pracht! Unbeschreiblich überwältigend ist der Anblick dieses Wunderreichs der blauweißen Gletscherwelt des Kibokraters! Fortgeweht ist alle Müdigkeit, vergessen sind alle Strapazen der letzten Stunden! Ein unendliches Glücksgefühl, diese Gletscherpracht zu schauen, erfüllt das Herz." Die über 200 Meter tiefen Eiswände des gewaltigen Kraters, dessen Durchmesser etwa 2 Kilometer beträgt, fallen fast senkrecht zu dem von Schnee und Eis bedeckten Kratersee hinab. Den Kibok'-ater hat noch keines Menschen Fuß entweiht, nur Mi11elholzer hat ihn überflogen. G K. NI VorE lasse. $0 1 iirsu StUB rsus köiu das 18.1 Anmeldc nenstra& menführa — Gierst er, 11-30' Stillung i Tarn bim Pop<- rard ’ 0.75-kd iKSACHl hl.OI«8 9 Jl.-Spott 6 ieaer-HJ. auf dem r zlmöneburg und (5:3). (6:2). Die Wball-Ergebniffe der Preisklassen gewinnen. das als den Die stromlinienverkleidete 250-ccm-DKW.-Solo- maschine der Auto-Union für die Rekordfahrten der Motorräder. — (Preste-Bild-Zentrale-M.) Abstellt und damit alle Bestleistungen der Kurz» stecken in der kleinen und sechs von acht in der größten Klasse an sich gerissen. Italien und England stellten die Träger der bisherigen Rekorde. neuen Rekorde wurden über 5 Kilometer und ™ mit fliegendem sowie 10 Kilometer und 10 Meilen mit stehendem Start aufgestellt. Winkler steuerte die 175-ccm-Maschine und holte als Höchst- geschwindigkeit über die 5-Meilenstrecke 163.127 Km/st in feiner schnellsten Fahrt heraus. Kluge erzielte seinen größten Durchschnitt mit 174.03 km/st über 5 Kilometer. Die Maschinen machten einen unbeschreiblichen Krach: die durch die Explosionen im Zylinder verursachten Luftwellen wirkten auf me Nahestehenden wie elektrische Schlage. Daimler- Benz wird am Donnerstag wieder erwartet. Fußball-Club 1931 ^üddinaShausen. Rüddingshaufen I — Alten-Vuseck I 2:4. Die hiesige Elf empfing am Sonntag die 1. Elf von Alten-Buseck Das Spiel begann mit einer leichten Ueberlegenheit der Einheimischen. Auch die Gaste tarnen wiederholt gefährlich durch, konnten Ortsgruppe Gießen im NSFK. marschiert. Gauklasse. Tv. Wetzlar — MSB Hanau 16:8 (7:3). Tuspo Bettenhausen—Hess.-Preuß Kassel 9:6 Kurhessen Kassel — Kirchbauna 15:4 (7:2) Jahn Gensungen — Tuspo 87/09 Kassel 6:6 Spielverein Kassel — CT Kassel 8:8 (5:3). aufgebaute Werk wird.fortgeführt von dem Segelfluglehrer Dr. König, dem Leiter des Instituts für Leiebsübungen an der Universität Gießen. Nachdem der seitherige Führer der Ortsgruppe Gießen, Oberregierungsrat Dr. S ch ö n h a l s, nach Alsfeld versetzt worden ist, wird die Ortsgruppe zur Zeit von Regierungsrat Dr G r o e l i n g geführt. dem auch die kommissarische Führung des Sturmes 6/75 anoertraut ist. Handball im Kreis Gießen. Wenn wir auch diesmal von Ueberraschungen tm Handball verschont blieben, so gab es doch eine Reihe bemerkenswerter Ergebnisse zert. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik 8.30: Werks- konzert. 10: Schulfunk. 10.30: Hausfrau, hör zu! 10.45: Mutter turnt und spielt mit dem Kind. 11.40: Deutsche Scholle 12: Mittagskonzert. 13: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). 13.15: Mittagskonzert. 14: Nachrichten. 14.10: Aus der Kurhessifchen Wunschkiste. 15 Volk und Wirtschaft. 15.15: Meißner und Kellerwald, die Heimat Grimmscher Märchen 16: Nachmittagskonzert. 18: Zeitgeschehen im Funk 19: Nachrichten. 19.10: Tatü, tata, das Hifthorn bläst! Eine durfte Sendung für alle Weidgenossen 20: Festliches Abendkonzert. 22: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). 22.30: Tanzmusik. 24 bis 1: Nachtmusik. aus anderen Beziehungen der Kern stammt, überflüssig angesehen würde und entfernt wer- sollte. Rundfunkprogramm Freitag, 29. Oktober. Uhr: Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Frühkon- Acht Motorrad-Rekorde auf der Reichsautobahn Und Aosemeyer immer schneller! - Erfolgreicher dritter Tag. Ueberraschend kommt hier lediglich der hohe Sieg der Wetzlarer. Bezirksklasse. Niedergirmes — Münchholzhausen 10:8 Hörnsheim — Mtv Gießen 8:11. Heuchelheim — VfL 1860 Marburg 5:10 Man hätte Münchholzhausen wenigstens ein Unentschieden zugetraut. An einen Spielverlust war 1. Kreisklasse. Gruppe A. SA°Kampfgemeinschaft Gießen I — Klein-Linden 1 3:5. Bei diesem Spiel mußte die SA. auf ihre besten Leute verzichten Nur so ist die Niederlage zu verstehen. Heuchelheim I —VfB -R. Gießen I 1:3. Die Heuchelheimer setzten sich ordenllich zur Wehr, konnten aber gegen die technisch besseren VfBer nicht aufkommen. Lollar II — Rodheim I 1:1. Ein ausgeglichenes Spiel, bei dem sich die Gegner die Punkte teilten. Rüddingshaufen — Alten-Bufeck 2:4. Bei diesem Spiel ging es zuletzt seitens der Rüd- dmgshäuser recht unsportlich her 1. Kreisklasse. Gruppe B. ® G^ßen II — 1900 Gießen II 1:0. Em Lokalspiel bei dem der Tormann der 1900er auf Geheiß des Schiedsrichters den Platz verlassen mußte. Hun gen I — Steinberg II; für Steinberg verloren Die Watzenborner traten nicht an Garbenteich I — G r o ß e n - L i n d e n I 5:4 Ein allzuhartes Spiel Leihgestern I — Steinbach I 2:1 Zu diesem Spiel war der angesetzte Schiedsrichter nicht da und die Vereine trugen ein Gesellschaftsspiel aus. Das Spiel wird neu angesetzt. 2 Kreisklasse. Gruppe A. Flensungen - Oppenrod 1:2 Flensungen trat mit nur 10 Mann an und mußte sich auf Einfachstschulung in Gießen Was kann her Lunge werden? aber keinen Erfolg erzielen. Allmählich machte sich Rüddingshaufen frei, konnte aber nur einmal ein- fenden. Bis zur Pause konnte Alten-Buseck ausgleichen. Nach der Pause kam die Gästemannschaft auf, konnte aber nicht verhindern, daß der Rechtsaußen der Einheimischen mit wunderschönem Schuß auf 2:1 erhöhte. Durch einen plötzlichen Vorstoß errang Alten-Buseck abermals den Ausgleich. Durch einen Handelfmeter konnte der Gast auf 3:2 erhöhen und das 4. Tor, dem Handspiel oorausging, wurde eben- alls gewertet, wodurch die Mannschaft des Gastgebers merklich in Verwirrung geriet. Das an sich chöne Spiel beider Mannschaften wurde durch das unsichere Amtieren des Schiedsrichters wesentlich gestört. Mit 4:2 konnte Alten-Buseck als Sieger den Platz verlassen. Ehrung emes verdienten Turners. Kameradschaftsabend des Vereins für Leibesübungen Lollar. Der Verein für Leibesübungen Lollar 1883 hatte feine Mitglieder zu einem Kameradfchaftsabend in den Saal der „Germania" eingeladen Vereinsführer Karl Brück erinnerte an den 50. Geburtstag des Reichssportführers und gab einen kurzen Rückblick über das Werden des Reichsbundes Vereins- dietwart Schmidt erstattete einen geschichtlichen Rückblick, in dem er die Zeit vor 1933 Den Geschehnissen der letzten 4 Jahre gegenüberstellte Der gemeinsame Gesang des Liedes „Der Gott, der Eisen wachsen ließ", begleitet von einem aus Reichsbundkameraden zusammengestellten Laienorchester, bildete DfB °R. Gießen III — Daubringen I 4:0. Die technisch besseren VfBer konnten das Spiel hoch gc“:---- 190 eigenem Platze eine Niederlage gefallen lassen. Gobelnrod — Grünberg 3.2 Grünberg trat mit Ersatzleuten an und mußte den Göbeln- robern die Punkte überlassen Muschenheim — Lehnheim. Die Lehn- Heimer konnten bei den sich in guter Form befindlichen Mufchenheimern nichts bestellen. 2. Kreisklasse, Gruppe B. Spiel, bestimmt fein Reitmaß. Als Figaro steht Otto Wernickes ursprünglich-pfiffiger Barbier in der Mitte der Verwechslungs- und Verkleidung komödie, Hans Brausewetters Almaoioa o kaum gedacht worden. Immerhin entspricht das Ergebnis dem Spielverlauf. — Hörnsheim war keineswegs drei Tore schlechter, als fein Gegner Beide Mannschaften lieferten sich ein ausgeglichenes Spiel, das die Platzbesitzer nur durch unbeschreibliches Pech verloren. — Wenn Heuchelyeim komplett gewesen wäre, hätte ein Sieg Zustandekommen können. So aber entstanden überall Lücken, die von dem Gegner geschickt ausgenutzt wurden 1. Kreisklasse. Hausen — MSV. III AR. 9 (Barbara) 14:8 (3:6). Grüningen — Holzheim 5:5 (2:4). Katzenfurt — Garbenheim 7:14. Rechtenbach — Dornholzhausen 9:5 Der Ausgang des Treffens in Haufen war die Ueberrafchung des Tages Mit einem fo hohen und einwandfreien Sieg hatte niemand gerechnet. — Wenn auch Grüningen bis zur Halbzeit noch mit Zwei Treffern im Rückstand lag, so war es doch möglich, bis zum Schluß noch aufzuholen Das Unentschieden ist für Grüningen ein sehr günstiges Ergebnis — Garbenheim hatte in. Katzenfurt leichtes Spiel. — Zu einem spannenden Spiel kam es in Rechtenbach. Dornholzhausen enttäuschte nach der angenehmen Seite 2. Kreisklasse. Garbenheim II — Tv. Dutenhofen II (kampsl. f. D.). Atzbach — Allendorf (Lahn) 14:4. Lich — 1846 Gießen 8:13 Nauborn — I/J. 33 (Kampfspielgem.) 7:3 Wetzlar II — Ehringshausen 15:7 (10:5) SA 116 Gießen — Ruttershausen 9:10 SA 1/116 — Tv Londorf 6:3 Die junge Mannschaft des To. Atzbach ist zur Zeit in ausgezeichneter Verfassung, hätte aber trotzdem nie so hoch gewinnen können, wenn bei dem Gegner nicht von Anfang an alles schief gegangen wäre. — Einen noch höheren Sieg als im Vorspiel konnte 1846 in Lich landen. — Die Reservemannschaft des Wetzlarer Tv. siegte hoch — Das Treffen auf dem Universitätssportplatz war zu hart. — Der Sieg von Ruttershausen war nicht ganz unverdient. Immerhin wäre auch ein Unentschieden am Platze gewesen. — Zu einem schönen Spiel kam es in Londorf. Die Mannschaft der SA hatte neue Spieler in ihren Reihen 1900s 9:5-$ieg in Roch! Eine der größten Ueberraschungen des vergangenen Handballsonntags ist der Sieg der Spielvereinigungsleute über den Turnverein Roth auf dessen Platz. Die Rother, die einen Sonntag vorher dem spielstarken To. Münchholzhausen zu Hause das Nachsehen gegeben hatten, standen einer 1900er-Elf gegenüber, die in allen Teilen tadellos zusammenarbeitete. Die neuen Kräfte führten sich auch gut ein, und fo kam es, daß zu Halbzeit bereits eine 6:2- Fuhrung erreicht war Nach dem Wechsel machten die Einheimischen zwar große Anstrengungen, dem Treffen eine Wendung zu geben, aber durch die Einsatzbereitschaft aller Gießener Spieler wurde der Sieg nie gefährdet Man wird gespannt sein dürfen, mit welcher Leistung die 1900er am kommenden Sonntag im Lokalspiel gegen Mto. aufwarten. 0 Gießen III — Grüningen I 2:0 Bei diesem Spiel waren die 1900er technisch überlegen. SA. - Kampfgemeinschaft Gießen II — Heuchelheim II 3:1 Die SA.-Leute waren den Heuchelheimern technisch und auch körperlich überlegen. Launsbach — Wißmar 2:2 Die beiden Gegner teilten sich die Punkte. Staufenberg I — RodheIm II 6:0. Die Staufenberger waren biefesmal in guter Form bei den Rodheimem langte es noch nicht einmal zu einem Ehrentor. Die Mannschaft der Rodheimer besteht fast nur aus jugendlichen Spielern. Die hiesige Ortsgruppe des NSFK (bisher DLV.) ist in der Umgruppierung begriffen und wird künftig gemeinsam mit den Ortsgruppen Alsfeld und Lauterbach sowie dem Stützpunkt Lollar als Sturm 6/75 im NSFK. die bisherigen Aufgaben des DLV in straffer Zusammenfassung und Gebundenheit fortführen Infolge der Neuorganisation mußte in den letzten Monaten die fliegerische Tätigkeit in den Hinterarund treten, doch werden jetzt die Arbeiten insbesondere auch die Schulung der Flieger-HI. auf dem Fluggelände an den Hängen der Amöneburg und bei Lauterbach sowie die Bauarbeiten neben wehrsportlicher Ausbildung wieder aufgenommen. Für die kommende Zeit hat die Ortsgruppe einen schweren Verlust zu verzeichnen. Der Segelfluglehrer Dr. med. Iancke hat einem auswärtigen Ruf zufolge Gießen verlassen, nachdem er. 41^ Jahre lang unter Einsatz seiner ganzes Kraft die Ausbildung unserer Jung-Segelflieger in seinen bewährten Händen gehabt hat lieber fein Wirken am Hang und im Bauraum hinaus ist er durch zahlreiche Langstreckenflüge bekannt geworden. Auch beim letzten Rhön-Wettbewerb hat er durch seinen mehrstündigen Flug von der Wasserkuppe nach Worms fliegerisches Können bewiesen Ihm auch ist es zu danken, daß sich zwischen der Ortsgruppe Gießen und der ©egelfliegergruppe Tirlemont in Belgien Beziehungen entwickelten, die zu gegenseitigen Besuchen und zum Austausch von Erfahrungen geführt haben Das von ihm in stiller Arbeit Mitbetreuer, Kreisberufswalter Pg. Beckmann, vor. Der Gruß an den Führer beendete diese erfrischende, von nationalsozialistischem Geiste getragene (Eröffnungsfeier der Einfachstschulung in Gießen. Es begann sofort die praktische Arbeit, und . sehr bald mußten die Jungens bereits feststellen, daß diese Einfachstschulung gar nicht so einfach ist! Im Laufe des ersten Unterrichtsnachmittags erschienen auch bereits die Vertreter der Gauwaltung der DAF. und konnten sich von dem richtigen Anfang überzeugen. Die Kameraden Eilers und Lang hatten ihren Spaß an den größtenteils sehr aufgeweckten Gießener Jungens Man ist davon überzeugt, daß hier ein gewaltig-r Schritt nach vorwärts getan ist. Insbesondere soll sich diese Maßnahme so entwickeln, daß sie ein fester Bestandteil im Lehrplan aller Schulen wird lind sie soll sich segensreich auswirken und der Jugend Deutschlands ihren Beruf geben, damit die Schaffenden Deutschlands ohne jede Ausnahme einmal Befriedigung in ihrem Beruf finden. Tüchtiges leisten und damit glücklich werden! Ein Zabr Aefängn 6 wegen Mißhandlung ibres Kindes. Lpd. Hanau, 27 Oft. Wegen schwerer körperlicher Mißhandlung ihres neun Jahre alten unehelich geborenen Mädchens verurteilte das Schöffengericht Hanau die 28 Jahre alte unverheiratete Auguste Kern zu einem Jahr Gefängnis. Es handelte sich um fortgesetzte Mißhandlungen, die außerordentlich empörend waren Die Angeklagte hat übrigens noch weitere drei uneheliche Kinder, die von ihrem jetzigen Verlobten stammen, die aber nicht mißhandelt worden sind. Es besteht der Verdacht, daß das mißhandelte Kind, einen vortrefflichen Abschluß seiner Ausführungen. Im Mittelpunkt des Abends stand bann die Ehrung eines verdienten Dereinskameraden, des Oberturn» wartes Karl Sigel. Hierzu waren Abordnungen der Turner und Turnerinnen in ihrer schlichen Turnerkleidung auf der Bühne, die im Hintergrund mit dem Reichsbundwappen geschmückt war, ange- treten. Reichsbundkreisführer Dr. Schäfer legte feiner Ansprache die Worte, die am Kopf der Ehrenbriefe des DRL. stehen, zugrunde „Ewig mahnt vom Anbeginn des Werdens das heilige Wort Vollkommenheit", um dann auf das Wirken des Kameraden Agel näher einzugehen, der fast ein Menschenalter, über 25 Jahre als Turnwart unermüdlich und uneigennützig für die körperliche Ertüchtigung der Jugend tätig war Wie den Siegern der Wettkämpfe nur der schlichte Eichenkranz gegeben werde, so sei auch die Auszeichnung, die er heute einem verdienten, vorbildlichen Kameraden überreichen könnte, einfach, aber um fo wertvoller. Mit Worten des Dankes für die Tätigkeit teilte der Kreisführer mit, daß die Führung des DRL. dem Kameraden Karl Agel den Kreisehrenbrief verliehen habe und händigte dem Jubilar die Urkunde aus. Der Vereinsführer sprach anschließend den Dank und die Glückwünsche des Vereins aus. Karne- rad Agel,dankte für die hohe Auszeichnung und versprach, auch weiterhin seine Pflicht zu erfüllen. Im weiteren Verlauf des Abends wechselten turnerische Vorführungen, Orchestervorträge und gemeinsam gesungene Lieder miteinander ab. Den Siegern vorn 84. Feldbergturnfest konnten die Ehrenurkunden überreicht werden. espritoolle, witzelnde, schwungvolle Beaumarchais begegnet wiederum begegnet, denn nachdem wir in der letzten Svielzeit seinen „Tollen Tag" im Staatlichen Schauspielhaus gesehen haben, gibt man im Deutschen Theater seinen „Figaro in Sevilla" Beide Komödien sind durch die Vertonungen bekannter geworden als durch die Prosafassungen; jene durch Mozarts „Figaros Hochzeit", diese durch Rossinis „Barbier" „Figaro in Sevilla" — den man kurz, wenn auch nicht ganz richtig, als den ersten Teil des „Tollen Tag" bezeichnen kann — ist jetzt von Dr Wolfgang Drews, dem Dramaturgen des Hauses, neu übersetzt, gestrafft und in eine zeitgemäße Form gebracht worden, ohne dadurch an ursprünglichem Charakter einzubüßen: auch hier grollt schon ein wenig von der Empörung des „dritten Standes" gegen feudale Willkür, die im „Tag" offen ausbrechen sollte, aber in dieser frühen Komödie wird der revolutionäre Zorn sogleich durch den heitern Handlungswirrwarr überspielt, den Bruno Hübners Spielleitung bisweilen zu tollsten Wirkungen steigert. Musik leitet die Handlung ein, von Musik ist sie durchsetzt und begleitet, Musik lockert das Traugott Müllers, die hinter ihrem kühlen Rokoko eine südliche Landschaft und das Milieu des kleinen Fürstenhofes ahnen lassen, bilden einen wunderschönen Rahmen für das Wort, für den Dialog Lessings, diesen bei aller Leidenschaftlichkeit und Geschmeidigkeit nüchternen und sachlichen Dialog, der hier mit vollendeter Kunst gemeistert und gleichsam transparentgemacht wird, sodaß seine scharfen Thesen und Antithesen eine überraschend neue Beseelung und Wirkung erhalten. Was aus Lessings Worten gebildet wird, wie sich aus ihnen und durch sie die Charaktere abzeichnen und gestalten, wie das Material der Sprache gehandhabt wird, ohne jemals „die Bescheidenheit der Natur" zu verletzen, das ist vorbildlich; wie die einzelnen Stimmen sich unterscheiden, wie die Töne zu Dissonanzen zusammenprallen, sich in Harmonien auflösen, wie diese Stimmen geführt, gesteigert und gesenkt werden, das fit eine der großen Leistungen des Spielleiters Gründ gen s, der dazu noch selbst die große Rolle des Prinzen übernommen hat. Die anderen: Bernhard Minetti als eiskalter Marinelli, Marianne H o p p e, die als Emilia überraschende Töne eines hilflosen, verworrenen Herzens findet, Hermine Körner als ihre Mutter, Friedrich K a y stier als ihr Vater, Paul Hartmann als düsterer Graf Appiani. Gegen das Ende ein unerwartetes Erlebnis: Käthe Dorsch, die als Gräfin Orfina das Wort spricht: „Wer über gewisse Dinge den Verstand nicht verliert, der hat keinen zu verlieren", führt diese Gestalt mit schriller Stimme und inen Bewegungen wirklich bis an den Rand des Wahnsinns heran; das bleibt unvergeßlich * Von dieser klassisch-kühlen, deutschen, norddeutschen Tragödie, aus deren Form der Geist der Berliner Aufklärung atmet, ist ein sehr weiter Weg , zum DeutschenTheater wo uns der gallisch-1 gibt sich geschmackvoll in die verschiedensten Verkappungen und bleibt immer der galante, liebenswürdige Verführer — auf der andern Seite Max G ü l st v r f f s Bartholo und Paul Dahlkes Don Basilio, und inmitten der allgemeinen Verwirrung die freundlich-liebevolle Rosine Fita Benkhoffs. Man kennt die Gestalten von Rossini her. Die Zuschauer gingen überaus herzlich mit. Gerhard Bohlmann. Um die Feststellung der Berufseignung über die psychologischen (Eignungsprüfungen hinaus zu erweitern, hat die DAF im Vorjahre für die Schulentlassenen, die keine Lehrstellen finden konnten, sogenannte Einfachst kurse eingeführt. Die Ergebnisse liegen vor. Sie berechtigen zu guten Hoffnungen. Im folgenden ein Bericht aus Gießen. Die Deutsche Arbeitsfront, Gauwaltung Hessen- Nasfau, Abteilung Berufserziehung und Betnebs- führung, und das Gießener Stadtschulamt führen im zweiten Schulhalbjahr 1937 für die letzte Volks- schulklasfe der Goetheschule probeweise die Einfachstschulung pflichtmäßig durch. Die Einfachstschulung wurde in zwei Raumen der Goetheschule mit einer Ansprache des Schulrates Pg N e b e l i n g eröffnet. Er zeigte den beiden Kameradschaften von ungefähr je 25 Jungens in verständlicher Weise das Wollen dieser gemeinsamen Arbeit der Deutschen Arbeitsfront und der Schule auf. Er ging davon aus, daß nach der Machtübernahme durch den Führer Adolf Hitler die vordringlichste Ausgabe darin bestand, jedem deutschen Volksgenossen wieder einen Arbeitsplatz zu geben. Nachdem diese Aufgabe gelöst ist, folgt die Losung der zweiten: jedem in den Beruf eintretenden jungen Menschen seinen Arbeitsplatz, seinen Beruf und feine Arbeit zu geben. Er erinnerte daran, daß anfangs Oktober durch die Deutsche Arbeitsfront auf dem Gießener Kreuzplatz die Leistungspyramide ausgestellt war, die in ihrem Anfang die Einfachstschulung, die Berufsfindung aufzeigte. Während der Dauer eines ganzen Jahres, wöchentlich drei Stunden, werden die Jungens unter Aufsicht und Anleitung ihrer Lehrer an verschiedenen Materialien, wie Stoff, Papier, Holz und Eisen, beschäftigt. Sie müssen sich dort unter Benutzung nur der einfachsten Werkzeuge, z. B. nur ein Messer für die Holzbearbeitung, mit den einzelnen Materialien aus= einandersetzen. Die Jungens erhalten dort keine Ausbildung, sondern der Arbeitscharakter wird studiert. Es ist selbstverständlich, daß man nach Ablauf eines Jahres eine ganz andere Beurteilung über den Arbeitscharakter, die besonderen Anlagen und die (Eignung eines Jungen abgeben kann, als man es bisher auf Grund der psychotechnischen Prüfung durch das Arbeitsamt konnte, die sich nur auf eine ganz kurze Zeit, oft nur über 'eine Stunde, erstreckte. (Er erinnerte daran, daß die Jungens jetzt beim Arbeitsamt waren und dort für einen Beruf vorgemerkt seien. Es wird kommende Ostern festzustellen fein, wieviel Aenderungen in den Berufswünschen nach dieser halbjährlichen Einfachstschulung eingetreten sind, und zwar auf Grund der Feststellung, wo die tafiächliche (Eignung des einzelnen Jungen liegt. Ostern wird das Arbeitsamt diese jungen Menschen wieder übernehmen und sie dann in den richtigen Beruf, in ihre Berufe einweisen. Schulrat N e b e I i n g stellte den Jungens den Vertreter der Deufichen Arbeitsfront und ihren LPD. Am Mittwoch dem dritten Tag der Internationalen Rekordwoche auf der Reichsautobahn bei Frankfurt a. M., fetzte die Auto-Union mit ihren Wagen und DKW.-Motorrädern die Rekordjagd mit großem Erfolg fort. Bernd Rofemeyer unternahm verschiedene Angriffe auf feine knapp 24 Stunden alten Weltrekorde über stehenden Kilometer und Meile. Diesmal benutzte er nicht wie tags zuvor den Wagen mit der Grand-Prix-Karos- ferie, sondern den wesentlich schwereren Strom- linier. Mit ihm übertraf er feine Vortagsleistung zu dem neuen Meilenrekord von 223,174 km/st. Damit war gleichzeitig ein neuer internationaler Rekord der Klasse 5000 bis 8000 ccm aufgestellt. Anschließend verbesserte Rosemeyer die von ihm elbst gehaltenen internationalen Rekorde der Klasse C (3 bis 5 Liter) über 5 Kilometer, 5 Meilen und 10 Kilometer mit fliegendem Start und brachte auch den über 10 Meilen in feinen Besitz. Mit 340,861 km/st überbot er die bisherige Bestleistung um 105 km/st Ganz zum Schluß stieg dann „Bernd" noch einmal in den „kleinen" Auto-Union und verbesserte auch noch die bisher von Rudolf (Earacciola gehaltenen internationalen Rekorde über stehenden Kilometer und Meile. Die neuen Bestzeiten lauten hier jetzt auf 169,811 für den Kilometer und 199.504 für die Meile. Damit hat Deutschland durch Bernd Rosemeyer auf Auto-Union alle Kurzstreckenrekorde in dieser Klasse in seinem Besitz. Der Luftdruck des in höchster Fahrt vorbeikommen- den Auto-Umon-Rekordwagens wirkte selbst auf eine (Entfernung von vier Metern wie ein Schlag Ein Meisterstück vollbrachte der Rennstall der Auto-Union-D.KW mit feinen 175-ccrn- und 250-ccm-Motorrädern Binnen zwei Stunden hatten Walfried Winkler und der deutsche Meister Ewald Kluge acht neue Weltrekorde auf- gr.252 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheffen)Donnerstag, 28. Oktober 1952 Kähnen und Standarte der Wehrmacht in Gießen. Feierliche Ltebergabe der neuen Feldzeichen an die Infanterie und Artillerie in den Gießener Kasernen. H 7 V Die Fahnen der Infanterie und das Feldzeichen der Artillerie-Abteilung. — Kurz vor dem Abmarsch in der Artilleriekaserne. (Aufnahmen s3j: Neuner, Gießener Anzeiger.) Der 2 7. Oktober 1937 wird in der Geschichte unserer Gießener Truppen und der Garnisonstadt Gießen allezeit ein Markstein sein. Denn an diesem Tage wehten zum ersten Male nach langen Jahren wieder Truppenfahnen der Gießener Garnison in den Straßen unserer Stadt. Die durch den Führer wiedererstandenen Truppenteile, das Jnf.-Rgt. 116, die HI. Abtlg. Art.-Rgt. 9 und das I. Ball. Jnf.-Rgt. 36 brachten die ihnen vom Führer und Obersten Befehlshaber der Wehrmacht Adolf Hitler verliehenen, am Dienstag in Wiesbaden durch den Reichskriegsminister, Generalfeldmarschall von Blomberg übergebenen Fahnen bzw. die Standarte der Artillerie-Abteilung feierlich in den Garnisonort ein und überführten sie, nach altem militärischen Brauch, in das Dienstgebäude des Standortältesten. Es war ein Heller, von warmer Herbstsonne überstrahlter Tag, der am gestrigen Mittwoch diesem großen militärischen Ereignis einen schönen Rahmen gab. Dazu kam, daß die Bevölkerung unserer Stadt in großer Menge freudigen Anteil nahm an diesem Geschehen, das viele Volksgenossen, insbesondere die jüngeren, noch nie gesehen hatten. Sowohl vor den Kasernen der Infanterie und der Artillerie, als auch an den Marschstraßen, die von der Fahnenkompanie auf ihrem Wege von der Artillerie-Kaserne bis zum Divisionsqebäude durchschritten wurden, standen große Menschenmassen, ebenso auf dem Landgraf-Philipp-Platz vor der Zeughaus- Kaserne, ganz abgesehen von der starken „Begleitmannschaft" männlichen und weiblichen Geschlechts aller Altersklassen, die mit der Fahnenkompanie strammen Schrittes durch die Straßen zog. Es hat sich bei dieser denkwürdigen militärischen Feier in eindrucksvoller Weise wiederum das bekundet, was wir in Gießen schon immer gekannt haben und stets wieder feststellen können: die innige Verbundenheit von Soldaten und Bevölkerung, die erfreuliche Liebe aller Volksgenossen zu unserer herrlichen Wehrmacht! Die Feiern bei der Infanterie. Um 11 Uhr marschierte die Fahnenkompanie unter dem Kommando von Hauptmann Osann mit den Fahnen vom Hof der Bergkaserne nach der Waldkaserne an. Dort wurden dem II. Bataillon Jnf.-Regt. 116 und dem I. Batl. Jnf.-Regt. 36 in symbolischer Form die Fahnen übergeben. Anschließend wurde der Rückmarsch zur B e r g käse r n e angetreten und dort dem I. Batl. Jnf.-Regt. 116 die Fahne überreicht. Die Fahnenübergabe vollzog sich in schlichter militärischer Form. Vor den im offenen Viereck angetretenen Mannschaften nahmen die Fahnenträger und die Fahnenoffiztere Aufstellung, während die Bataillonskommandeure kurze Ansprachen hielten. Dem I. Batl. Jnf.-Regt 36 übergab Oberstleutnant von Hertel l, dem II. Batl. Jnf.-Regt. 116 überreichte Major Maak, dem I. Batl. Inf. Regt. 116 übergab Major Wiese die Fahne. Die Bataillons-Kommandeure wiesen in ihren Ansprachen darauf hin, welch hohe Bedeutung für den Soldaten die Fahne habe, die ihm als ein Zeichen der Treue, des Gehorsams, der steten Einsatzbereitschaft für Führer, Volk und Vaterland, der Aufopferung in entscheidender Stunde, selbst mit dem Einsatz des Lebens, vor dem geistigen Auge sein müsse, auch dann und gerade dann, wenn sie auch in einer kriegerischen Auseinandersetzung der Truppe nicht vorangetragen werden könne. Man hörte von heroischen Kämpfen um die Fahne während des Feldzuges 1870/71, die Redner erinnerten auch daran, wie während des Weltkrieges die Soldaten des ruhmreichen Infanterie-Regiments 116 unter ihren Fahnen zu kämpfen und zu sterben wußten. In den Ansprachen der Kommandeure der Bataillone klang die Aufforderung durch, der großen Waffentaten des Weltkrieges eingedenk zu fein und das Heldentum der deutschen Soldaten des Weltkrieges als leuchtendes Vorbild zu sehen. Sie ließen auch in eindringlichen Worten die Größe der Schmach erkennen, die es bedeute, die Fahne zu verlassen, der Fahne und damit dem Führer, dem Volke und dem Vaterlande die Treue zu versagen. Ferner wurde darauf hingewiesen, wie durch die Vereinigung des Eisernen Kreuzes und des Hakenkreuzes im Tuch der neuen Fahne der großen Tradition des ruhmreichen deutschen Heeres einerseits entsprochen wurde und sich im Hakenkreuz die wie- dergewonnene Wehrfreiheit des deutschen Volkes und seine Ehre dokumentiere In diesem Zusammenhang wurde an die Tat des Führers vom 6. März 1935 erinnert, mit der er dem deutschen Volke seine Wehrfreiheit wiedergab, so daß heute das deutsche Vaterland wieder fest und stark dastehe. Die Bataillonskommandeure beschlossen ihre Ansprachen mit dem Treugelöbnis zu Führer, Volk und Vaterland mit dem dreifachen Sieg-Heil, in das die Soldaten wie ein Mann einstimmten. Mit den Liedern der Ration, vom Musikkorps des Jnf.- Regts. 116 gespielt, wurden die Feiern beschlossen. Nachdem die Feiern in der Wald- und in der Bergkaserne beendet waren, marschierte die Fahnenkompanie mit den neuen Feldzeichen nach der Artillerie-Kaserne. Die Feier bei der Artillerie. Die III. Abt. Art -Rgt 9 war vor ihrem Kommandeur, Oberstleutnant Döring, in der Exerzierhalle der Artilleriekaserne im offenen Viereck aufmarschiert. Mit den Soldaten vereinigten sich die in der Artilleriekaserne tätigen Zivilangestellten der Wehrmacht zu der Feierstunde Nach der Meldung an den Kommandeur und dem feierlichen Einbringen der Standarte vor die Front ließ Oberstleutnant Döring dem Standartenträger mit dem Feldzeichen zunächst langsamen Schrittes die Front der Kanoniere und der Zivilangestellten abschreiten, um dadurch allen Männern die Möglichkeit zu geben, aus nächster Nähe die Standarte besichtigen zu können. Anschließend richtete der Kommandeur, Oberstleutnant Döring, eine Ansprache an seine III. Abteilung, die er auf die feierliche Ueberreichung der Fahnen und Standarten am Tage zuvor in Wiesbaden hinwies und dabei als besonders bedeutsam die Tatsache unterstrich, daß die Feldzeichen den Truppen am Rhein überreicht wurden, der vor einigen Jahren noch von fremden, internationalen Truppen besetzt war. Als weitere bemerkenswerte Tatsache hob der Kommandeur den 2 6 Oktober hervor, an dem vor langen Jahren dem deutschen Volke zwei unvergeßliche große Männer geboren wurden- Freiherr vom Stein und Generalfeldmarschall von M o l t k e. Weiter erinnerte er daran, daß unser Führer Adolf Hitler durchs die Verleihung der Fahnen und Standarten an die Truppen eine alte und geheiligte Tradition zu neuem Leben erweckt hat, und er zitierte dabei das Wort des Führers auf dem Reichsparteitag 1935 an die Soldaten: „Ihr seid nicht etwas künstlich Gemachtes, etwas Traditionsloses, das keine Vergangenheit hat, sondern was es auch in Deutschland sonst gibt, es tritt zurück hinter dem, was ihr an Tradition zu verkörpern habt und müht Sorgt dafür, daß sich die Nation auf euch genau so verlassen kann, wie sie sich einst verlassen konnte auf unser altes herrliches Heer". Oberstleutnant Döring erinnerte seine Männer sodann an die zahlreichen ruhmvollen Gefechte und Schlachten des deutschen Heeres, an die herrlichen Siege, deren Künder die alten Fahnen waren, er machte die Soldaten aber auch auf die Heiligkeit des Fahneneides aufmerksam und stellte den jungen Feldgrauen eindringlich den Schimpf der Untreue und der Fahnenflucht vor Augen. Sodann deutete er seinen Kanonieren den Sinn des Eisernen Kreuzes und des Hakenkreuzes auf der Standarte dahin, daß hierdurch der ruhmreiche soldatische Geist der alten deutschen Armee verbunden werde mit der Weltanschauung des Nationalsozialismus, die unter dem Hakenkreuz das Dritte Reich erkämpfte und das ganze deutsche Volk durch den Führer Adolf Hitler eroberte. Dem Führer verdanke das deutsche Volk die Wiedergeburt der deutschen Wehrmacht. Das Hakenkreuz sei das Unterpfand für Deutschlands Macht, Freiheit und Einheit. Der Kommandeur ermahnte seine Soldaten, stets im Zeichen des Hakenkreuzes zu leben, denn nur dann seien sie gute Soldaten und echte Nationalsozialisten und getreue Gefolgsleute des Führers. Unter präsentiertem Gewehr gedachte Oberstleutnant Döring mit seinen Offizieren und Mannschaften sodann des Führers und Obersten Befehlshabers der Wehrmacht Adolf Hitler Mit dem Gruß an den Führer und dem Gesang der Fahnenträger und Fahnenoffiziere marschieren zur Fahnenübergabe an das I. Bataillon Jnf.-Regts. 116 im Hof der Bergkaserne auf. MßH MWj W: '1/ ; SM V‘ä Die neuen Fahnen und die Standarte werden in das Dienstzimmer des Divisionskommandeurs Generalleutnant O ß w a l d gebracht. Maras Kinder. Von Stry zu Eulenburg. Die Ente Bettina starb eines unglückseligen Todes. Der Versicherungsagent Karl Miethost fuhr mit dem Auto in den Hof des Anwesens, und obwohl sein Wagen schon beinahe stand, flatterte Bettina im letzten Augenblick gegen den Kühler. Sie wurde zu Boden geschleudert und vom rechten Vorderrad des Autos, das auf ihr stehen blieb, in wenigen Sekunden erdrückt. Der Bauer Brodersen, der zufällig vom Fenster der Stube aus den Unfall beobachtet hatte, forderte für die tote Bettina sogleich Schadenersatz. Karl Miethoff, der gekommen war. um eine Versicherung abzuschließen, erklärte sich bereit, die Ente zu bezahlen, obwohl ihn an dem Unfall fein Verschulden traf, da er es an Vorsicht nicht hatte fehlen lassen. Soweit schien die ganze Angelegenheit wieder in Ordnung gebracht zu sein. Aber es war nicht so. Bettina hatte fünf noch brutwarme Eier zurückgelassen. Sie hatte sich für eine Zeit von nur wenigen Minuten außerhalb ihres Nestes befunden als sie, vielleicht in der Annahme, das ratternde Auto bedrohe ihre Eier, rasch wieder zuruck- wollte und dabei dem Verderben blindlings in die Arme gelaufen war. t r „ . .. Brodersen fand jedoch auch in dieser Bedrängnis einen Ausweg. Erft vor wenigen Tagen hatte er der schwarzen * Mara, die wie manche andere Henne, von der Leidenschaft besessen war, alle Eier, die sie legte, auch gleich ausbrüten zu wollen, mit einem Topf Wasser Abkühlung verschaffen müssen. So lockte er nun Mara an und setzte sie auf die Eiernder toten Bettina. . Mara begann ihr Brutgeschäft nur mit Mißtrauen, weil sie erwartete, plötzlich wieder, rote schon so oft, von den Eiern fortgejagt zu werden. Aber als Tage vergingen, ohne daß man sie störte und der Futternapf sogar in ihre Nähe gerückt wurde, prusterte sie sich stolz auf und gackerte einen Vormit- tag lang so geschäftig und fröhlich, als müsse sie für all die Eier, auf denen sie saß, und die sie nun glaubte selbst gelegt zu haben, die bisher unterlassenen Freudenausbrüche auf einmal nachholen. Dann trat wieder Stille ein und Mara brütete hingebungsvoll weiter, wie es ihrem Ruf entsprach, den sie als die beste Bruthenne des Hofes genoß. Fast niemals verließ sie ihr Nest und stets wachte sie eifersüchtig darüber, daß nicht die andern Hühner oder die Tauben ihr zu nahe kamen, die allzu gerne den vollen Futternapf geplündert hätten. Endlich, nach vielen Tagen, war es soweit, daß das erste Junge die dünne Eierschale durchbrechen konnte. Nach weiteren zwei Tagen waren es insgesamt fünf noch nackte, leise piepsende, junge Vögel, die sich hilflos unter Maras schützend ausgebreiteten Flügeln regten. Die schwarze Henne Mara war Mutter geworden. Und sie war eine so vollkommene Mutter, wie sie jede Glucke ihren Kücken ist. Sie war glücklich und stolz; sie war den ganzen Tag damit beschäftigt, die hungrig aufgerissenen Schnäbel zu stopfen, und wenn eines der Jungen ein wenig abseits zu liegen tarn, schob sie es rasch wieder mit sanften Bewegungen des Schnabels unter die wärmende Hülle ihrer Federn zurück. Nach nicht allzu langer Zeit war die junge Brut so weit herangewachsen, daß Mara mit ihr den ersten Ausflug auf den Hof wagen durfte. Brodersen war zugegen und sah voll Freude dieses Bild, wie Mara zaghaft stets ein paar Schritte voranftolzierte und dann mit lauten Lockrufen ihre Jungen nachzog. Er sah, wie Mara einen Wurm aufpickte und ihn für die Kleinen zerhackte, und beobachtete noch, wie sie dann plötzlich, als der Hahn des Hofes sich ihr näherte, in angsterfüllte Warnungsrufe ausbrach und die rasch herbeieilenden Jungen schützend unter ihrem Flügeldach versteckte. „Alles ist so. als würde Mara ihre eigenen Jungen, junge Hühner und keine kleinen Enten betreuen", staunte Brodersen. Und so blieb es. Die schwarze Henne Mara wachte eifersüchtig über ihre Kinder, war in so hingebungsvoller Liebe um sie besorgt, wie es nur eine Hühnermutter fein kann, die zu jeder Stunde bereit ist, das Leben ihrer Kinder bis zum Letzten zu verteidigen. Zwar geschah nichts, was eine wirkliche Lebensgefahr für Maras Kinder bedeutet hätte. Man möchte diesen Vorfall, der sich eines Nachmittags am Rande des Dorfteiches abspielte, eher als das tragische Schicksal einer Tiermutter betrachten, als die bloße Tatsache daraus festzustellen, daß Mara der Tücke eines Irrtums zum Opfer fiel Mara hatte sich, nach Futter suchend, wie schon so oft, aus dem Hofe entfernt und war dabei zum erstenmal mit den fünf Jungen zum Dorfteich gekommen. Es war ein sehr heißer Tag und Mara gerade eifrig damit beschäftigt, einen gefundenen Käfer am Boden zu zerteilen, als sie sich mit einem- mal von ihren Kindern verlassen sah. Aengstlich fing sie zu locken an, drehte sich erreat nach allen Sekten und rauschte dann in höchster Verzweiflung mit ihren Flügeln. Sie streckte ihren Hals weit vor, verdrehte die Augen und stieß in ihrer größten Not ein langgezogenes Kreischen aus. Sie wollte ihre Kinder noch in der letzten Sekunde retten, hob sich in wildflatternden Flügelschlägen handbreit von der Erde ab und stürzte nach vorwärts, viele Meter weit in den Teich. Ging dann rasch und fast lautlos im Wasser unter, während ihre Kinder mit den sicher paddelnden, kleinen Füßchen fröhlich weiter schwammen und leise guaften. Stirbt der Kondor aus? In Kalifornien, wo man noch vor wenigen Jahren den Kondor häufig beobachten konnte, ist der Bestand an Kondors in der letzten Zeit stark zu- sammegeschmolzen; feine einzige noch bekannte Heimstätte ist der Los Padres-Nationalpark. Der Grund liegt, wie in der Frankfurter Wochenschrift „Die Umschau" berichtet wird, in den Lebensgewohnheiten dieser großen ©eier Der Kondor, der hauptsächlich vom Aas großer Tiere lebt, fand in den Zeiten, in denen die Herden des amerikanischen Bisons nur der Häute wegen niedergemetzelt wurden, während man die Kadaver liegen ließ, reichliche Nahrung. Heute ist dagegen die Nahrungsfrage ein sehr schwieriges Problem geworden. Auch geeignete Horste und Brutstätten mit viel Raum für An- und Abflug, wie er ihn feiner Größe wegen braucht, sind für ihn notwendig, und um ihn vor dem Schicksal zu bewahren, das früher den Dodo, den Riesenalk ereilt hat, sollen von der Forstbehörde Ruhe- und Nistplätze in geeigneter Höhenlage geschaffen werden, die abgelegen sind vom Verkehr, Gelegenheit zum Baden und Trinken bieten und gegen Waldbrände gesichert sind. Zeitschriften. —»,,D a s Innere R e i ch." Herausgeber: Paul Alverdes und K. B. v. Mechow Verlag Albert Langen-Georg Müller, München. — Das Oktoberheft beginnt mit der Rede E. G. Kolbenheyers, die er in Frankfurt aus Anlaß der Ueberreichung des Goethe-Preises über „Goethes Denkprinzipien und den biologischen Naturalismus" hielt. Die Bedeutung dieser wissenschaftlich tiefgegründeten Rede, die im Dichter den schöpferischen Denker erkennen läßt, liegt nicht zuletzt in der Ausweisung der Tatsache, daß Goethe, der Naturwissenschafter, weit über die typischen Denkformen seiner Zeit hinaus- zielend bereits dem biologischen Naturalismus zustrebte. Aus dem übrigen, erfreulich vielseitigen Inhalt des Heftes ist zu nennen eine neue Erzählung „Der Brook oder O Deutschland hoch in Ehren von Ludwig Tügel, durchleuchtet von eigentümlichem Humor, spielend in der Nachkriegszeit unter norddeutschen Menschen. Walter Bauer zeichnet dann ein Bildnis des „Wanderers" Johann Gottfried Seume. Carl Schleinkofer gedenkt aus Anlaß des 25. Todestages des Malers Karl Haider sechs Bild- roiebergaben zeigen die feine und große Kunst dieses Münchener Meisters. Wieder darf man auch die fördernde Pflege rühmen, die das „Innere Reich" der Lyrik zuteil werden läßt. Das vorliegende Heft bringt Gedichte von Josef Weinheber, Georg Britting, Heinrich Zillich von Wolfram Brockmeier und Franz Tumler und, bisher noch unbekannt, H. I. Himstedt. Abschließend seien noch einige betrachtende Beiträge genannt: eine kritische Würdigung der Schriften des früh dahingeschiedenen E. G. Winkler, ein Hinweis Heinrich Zillichs auf die Bedeutung des Deutschen Ausland-Jnstitutes in Stuttgart und eine Betrachtung über das Theater. — Mit dem Oktober-Heft beginnt die alpine Zeitschrift „Der B e r g st e i g e r" (Verlag F. Bruck- mann, München, Jahresabonnement 10 RM.) ihren 16. Jahrgang, der eine grundlegende Verbesserung der Ausstattung erfahren hat. Das erste Heft bringt eine farbige Reproduktion nach einem Gemälde von Ernst Platz, dem anläßlich seines 70. Geburtstages ein Beitrag gewidmet ist und die ebenfalls farbige Wiedergabe eines alten Gemäldes von Julius Lange „Der Gosausee mit dem Dachstein" zum 75jährigen Jubiläum der Sektion „Austria" des Deutschen und Oesterreichischen Alpenvereins. Unter den bergsteigerischen Beiträgen fesselt durch großartige Bilder die Schilderung von Peringer über seine Bergfahrten im Kaukasus. Den Naturfreund werden die beiden Aufsätze über das Salzburger Höhlenmuseum und den Olmfang in der Adelsberger Grotte interessieren. Besonders erwähnenswert ist noch die ausgezeichnete Erzählung von Walter Bauer „Der Weg im Schnee." — Wie die Reichshauptstadt während der großen Luftschutz- und Verdunkelungsübung dieses Herbstes ausgesehen hat, zeigt das neue Heft der „Sire n e", der illustrierten Zeitschrift des Reichsluftschutzbundes, in einem Bildbericht. Das neue Heft bringt außerdem einen sehr aufschlußreichen Beitrag über Flugzeugbau mit interessanten Photos. Bildberichte erzählen von den Männern des Selbstschutzes im Hamburger Hafen, von den Felsenkammern in einer kleinen Elbstadt, die zu Schutzräumen ausgebaut worden sind. Ein bebilderter Artikel .Kinder unter der Volksgasmaske". Photos vom Heer der Tschechoslowakei und Berichte von der Arbeit des Reichsluftschutzbundes beschließen das Heft. Weiheffunde des SA.Marine-Sturmbaunes II134, Gießen. ersten Verse der beiden Nationallieder fand die Feier ihren Abschluß. Während die Standarte bis zum Eintreffen der Fahnenkompanie zum Stabsgebäude gebracht wurde, rückten die Batterien zu ihren Wohnblocks ab. SieLleberführungderFeldzeichen zum Divifionsgebäude. Kurz vor 12.30 Uhr rückte die Fahnenkompanie der Infanterie unter dem Kommando von Hauptmann Osann mit den drei Infanteriefahnen in die Artillenekaserne ein. Nach der Meldung^ an den Abteilungskommandeur, Oberstleutnant Döring, wurde die Standarte der Artillerie unter den Klängen des Präsenttermarsches feierlich zu der Fahnengruppe getragen. Nunmehr marschierte die Fahnenkompanie, verstärkt durch eine Abteilung Artilleristen, mit den drei Fahnen der Infanterie und der Standarte der Artillerie unter den Klängen der Regimentsmusik von der ArMeriekaserne durch die Kaiserallee, Ludwigsplatz, Gartenstraße, Hindenburg- wall, Seltersweg, Kreuzplatz, Sonnenstraße, Brandplatz, Landgraf-Philipp-Platz zur Zeughaus- kaferne. Ueberall in den Marschstraßen wurden die Feldzeichen von der großen Menschenmenge freudig mit dem deutschen Gruß empfangen. Dor dem Divisionsgebäude empfing der Divisionskommandeur, Generalleutnant O ß w a l d , hinter dem seine Stabsoffiziere, ferner der Kommandeur des IR. 116, der Kommandeur der Ar- tillerie-Abt. und die Bataillonskommandeure Aufstellung genommen hatten, feierlich die ehrwürdigen Feldzeichen. Nach der Meldung von Hauptmann O f a n n an den Divisionskommandeur wurden die Fahnen und die Standarte unter den Klängen des Präsentrermarfches im Paradeschritt zum Dienst- zimmer des Generals im Divistonsgebäude getragen. Anschließend folgte auf dem Hofe der Zeughauskaserne ein Vorbeimarsch der Fahnenkompanie vor dem Divisionskommandeur. Damit fand die militärische Feier ihren Abschluß. Aus der Giadi Gießen. „Späße" an der Werkbank. Man soll während der Arbeit Späße machen. Diele sogar. Es können Eulenspiegeleien sein. Und mit sogenannten Anträgern und Auch-Kollegen soll man sie gerade machen. Ich selbst mache auch Späße, habe manchen Streich ausgeheckt, doch einiges gesehen, was nicht fein darf. ♦ Einmal wurde einem lieben Kameraden zum Schabernack der Schraubstock elektrisiert. 220 Volt nur. Es ist nicht viel. Aber es hatte geregnet. Der Junge hatte nasse Schuhe und stand auf Steinboden zu ebener Erde. Er griff den Schwengel, sprang nach hinten — verzerrte das Gesicht und zitterte. Er fiel auf die Steinplatten und schlug sich den Hinterkopf auf. — Eine halbe Stunde lag er besinnungslos — vier Monate trank. * In der Mittagspause spielten wir einmal auf dem Werkhofe Feuerwehr. Ohne Auftrag natürlich. Ich spritzte als Erster. Nach mir spritzte einer, dem wurde mehr Druck auf den Schlauch gesetzt, damit man sehe, wie hoch der Strahl ging. Ein dritter schrie: ,Höber! Noch steiler!" Der andere tat es, ließ den Strahl durch die freiliegende Hochspannung fegen. Machte einen Satz von der Erde. Schlug dann prall hintenüber. Und blieb liegen. Die Schweißer hatten Mittagspause gemacht und begannen wieder zu arbeiten. Da lag der Stift Peter noch immer auf der Werkbank und schlief. „Den kriegen wir wach", meinte einer, nahm den Sauerstoffschlauch, hielt das Ende dem Jungen spaßhalber ins Gesäß, drehte den Hahn auf-- schschsch!! Peter streckte alle viere von sich, wollte aufspringen, fiel aber wieder auf die Bank zurück — stand nicht mehr auf. Ein Kamerad, er war groß und stark, und hätte es mit jedem ausgenommen. Er trug ein Porzellan- becken vom Lager durch den Flur und setzte eben das erste Bein auf die oberste der paar Treppen- Der SA.-Marine-Sturmbann 11/34 Gießen beging im Cafe Leib eine ernste Weihestunde, deren Mittelpunkt das neue Feldzeichen bildete, das der SA.-Marine-Standarte 34 beim diesjährigen Reichsparteitag verliehen wurde. Vor Beginn der Feier nahm der Führer der Marine-Standarte 34, Sturmbannführer Baden, die Meldung der aus Wetzlar, Marburg, Bad-Nauheim und Gießen angetretenen Marine-S.-A.-Ein- heiten durch den Führer des Marine-Sturmbannes 11/34, Obertruppführer Mettenheimer, entgegen. Den feierlichen Auftakt des Abends bildete die Einbringung der Sturmfahnen und der neuen Standarte „Main-Fulda". Dem gemeinsamen Lied „Volk ans Gewehr" folgten Geoichtvorträge von Kameraden der Marin;-SA. und Marine-HI. Dann sprach Standartenführer Baden. In eindringlicher Ermahnung erinnerte er zunächst an die Rede des Führers auf dem Reichsparteitag der Arbeit 1937 bei der Weihe der neuen Feldzeichen, und versuchte dann, seine Kameraden diese Stunden vom 12. September 1937 mit erleb en zu lassen. Er schllderte jene Augenblicke der Weihe, da der Führer von Standarte zu Standarte ging, da jeder mit erhobener Hand Dienstgrad, Einheit und Standort nannte, und da die Hand des Cornetts sekundenlang in der des Führers ruhte. Er habe heute seine SA.-Männer herbefohlen, um sie durch die Erinnerung seines Erlebens an die Standarte zu ketten, die das Symbol ihres Lebens fein solle und die Kameraden von der M a r i n e - H I., um ste mit dem Feldzeichen bekanntzumachen, das einst auch das ihre fein werde. Die Kameraden von der Marine-Kameradschaft sollten wissen, daß diese Standarte auch für sie gelte. Und schließlich habe er die Frauen hergebeten, daß sie das Feldzeichen kennenlernten, unter dem ihre Männer SA.- Dienst tun. „Und wenn wir alle", so schloß der Standartenführer, „gemeinsam und gleichgestimmt auf dieses Feldzeichen schauen, dann wird es uns leicht im gemeinsamen Marschieren zum Wohle unseres Volkes und zum ewigen Dank für unseren geliebten Führer Adolf Hitler!" Der Ansprache des Standartenführers folgte ein Gedichtvortrag eines SA. - Kameraden. Dann sprach der Führer der Marine-Kameradsckast L'ch. Er führte u. a. aus, seitdem es in Gießen eine Marine-SA. gebe, zu der eine Reihe von Kameraden der Marine-Kameradschaft zähle, gingen diese beiden Formationen einen gemeinsamen Weg! Wenn der Marine-SA. in Nürnberg ihre Standarte verliehen wurde, so freue das auch die Marine- Kameradschaft, als wenn ihr selbst diese Ehre zutell stufen, um auf den Hof zu gehen. Da schnellte jemand von der Seite hoch — „Hu! Hu!" um ihn zu erschrecken. Das gelang. Das Becken zersprang auf der Erde, der Kamerad stürzte über die Scherben, rutschte mit ihnen hinab und blutete überall, so hatten die scharfen Stücke ihm Haut und Kleider zerrißen. Im Jähzorn schlug er dem anderen über den Kopf, daß er liegen blieb. * Man soll auch keinen Hammerstiel „vorbereiten". Wenn der Ahnungslose damit schlägt, saust das Kilo Eisen bestimmt so durch die Gegend, daß es meistens ein Unbetelligter an den Kopf bekommt. Und ohne Kopf kann man nicht leben. * Wenn jemand eine kleine Leiter hinaufgestiegen ist und tritt oben auf einen Sockel oder Träger, um besseren Halt zu bekommen, soll man ihm die Leiter nicht klauen. Denn bestimmt will er oben im nächsten Augenblick wieder auf die Leiter treten und — kollert zwischen laufende Maschinen oder scharfkantige Werkstücke, wo er mit zerbrochenem Rückgrat dann zu faul ist aufzustehen. * Macht Scherze, Kameraden, seid lustig und zeigt dem Miesmacher, was ne Hacke ist. Aber sorgt, daß nicht Ernst wird aus dem Scherz! Tote und Verwundete ist der beste Witz nicht wert! rasmath-schröder. geworden wäre. Mit seinem Glückwunsch verband der Kameradschaftsführer die Mitteilung, daß die Marine-Kameradschaft, so wie sie im vorigen Jahre den Spielmannszug der Marine-HI. ausgerüstet habe, in diesem Jahre der Marine-SA. als Ausdruck ihrer Verbundenheit fünf Schiffskompasfe überreiche. Nach einem gemeinsamen Lied sprach Kreisleiter Backhaus Es sei ihm eine besondere Freude, so sagte er u. o., feststellen zu können, daß auch hier im Binnenlande die Marine-SA. lebendig sei. Er komme aus Schleswig-Holstein, aus der Nähe von Kiel, wo sich heute wieder das bunte Bild der Marine-Soldaten zeige, und wo auch die Marine-SA. außerordenllich stark vertreten sei. Er freue sich, mit der Marine-SA. diese Stunde feiern zu können. Mit der Hoffnung, daß Marine-SA. und Marine-HI. sich imnter mehr entwickeln möchten, schloß der Kreisleiter seine Ansprache. Dem von Kreisleiter Backhaus ausgebrachten Gruß an den Führer und dem Horst-Wesiel- Lied schloß sich die Ausbringung von Standarte und Fahnen an. Freudigen Anklang fand dann die Vorführung des Films von der Einweihung des Skagerrak-Platzes in Gießen, der eine Reihe von Einzelheiten dieses denkwürdigen Tages in guten Aufnahmen festhielt. Der weitere Verlauf des Abends war der kameradschaftlichen Unterhaltung gewidmet. Der Spielmannszug der Marine-HI. trat schneidig auf, eine Barren-Turn- riege der Marine-HI. zeigte ausgezeichnete Uebun- gen, und der Musikzug der Marinestandarte 34 bestritt den musikalischen Teil in hervorragender Weise. Zum Schluß sprach noch einmal Standartenführer Baden und versicherte seinen Männern, daß er immer gerne zu seinem Sturmbann 11/34 nach Gießen komme. Besonders freue ihn, daß in Gießen auch die alten Marine-Männer, die Kameraden von der Marine-Kameradschaft immer in enger Verbundenheit mitten unter den Jungen von der Marine-SA. sitzen, und schließlich müsse er feststellen, daß auch die Marine-HI. durchaus auf dem Posten sei. Insbesondere ermahnte er die HI., den Geist der alten Marine-Kameraden hochzuhalten. Seine Arbeit sei nicht nur für die Marine-SA., sondern auch für die Marine-HI. Wenn seine Pläne in Erfüllung gingen, so versprach der Standartenführer, dann bekämen die Marine-Einheiten in Gießen schon in Kürze einige neue Kutter, einen vollwertigen Uebungsmast, vielleicht schon in Bälde einen Achter, einen Zehner-Kanadier, jedenfalls aber ein Motorboot. Diese Schlußworte wurden von den Kameraden begeistert ausgenommen. Vornotizen. Tageskalender für Donnerstag. NSLB. Wetterau: 15.30 Uhr in der Neuen Pe- stalozzifchule Kreisversammlung. — Gloria-Palast, Seltersweg: „Die Tänzerin und der Diplomat". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Zauder der Bo- hLme". — Hausbesitzer-Verein Gießen: 20.30 Uhr „Aquarium" Außerordentliche Hauptversammlung. — Gesellschaft für Erd- und Völkerkunde: 20.15 Uhr Aula des Gymnasiums. — Hellseher und Zauberkünstler Bellani: 20.15 Uhr „Cafe Leib". — Oberhessischer Kunstverein: 17 bis 18 Uhr Ausstellung im Turmhaus am Brandplatz. Konzert des Sturmbanns 1/83. ^-Standarte. Am kommenden Sonntag veranstaltet der Sturmbann 1/83. ^-Standarte im Cafe Leib für seine „Fördernden Mitglieder" ein Konzert, das unter der Leitung des Musikzugführers Untersturmführer Bach vom Musikzug der 83. ^-Standarte ausgeführt wird. Am Sonntagabend findet bann, ebenfalls im Caf6 Leib, eine Kameradschaftsveranstaltung statt, die einige unterhaltsame Einlagen und gute Tanzmusik bringen wird. Großkundgebung zur „Woche des Deutschen Buches 1937". Der Oberbürgermeister, der Goethebund, der Kaufmännische Verein, sowie der örtliche Arbeitsausschuß zur Buchwoche veranstalten am Dienstag, 2. November, 20 Uhr, in der Neuen Aula der Universität eine Großkundgebung aus Anlaß der „Woche des Deutschen Buches 1937". Oberbürgermeister Ritter wird 3ur Eröffnung des Abend« sprechen. Der Volksdeutsche Dichter Heinrich Zil- lich, Träger des Literatur-Preises der Stadt Berlin 1937, wird aus eigenen Werken vorlesen. Zauberkünstler Bellani im Cafe Leib. Am heutigen Donnerstag, 28. Oktober, 20.15 Uhr, wird der Zauberkünstler und Hellseher Bellani, der aus früheren Gastspielen in unserer Stadt nicht unbekannt ist, eine Vorstellung geben. _________ DMWWMMrM 3XS(S>. „Kraft durch Freude". Theatervorstellung. Am Sonnabend, dem 30. Oktober 1937, 20 Uhr, „Große KdF.-Miete", Gruppe II (2. Vorst.) »Mein Sohn, der Herr Minister" Lustspiel in 4 Akten von Birabeau. Eintrittspreise —,90 und 1,— RM. Karten sind nod) im Vorverkauf auf der Kreisdienststelle, Schanzenstraße 18, erhältlich. 7028D Hitler-Jugend Bann 116 Gießen Vetr.: Wochenendschulung des Unterbanues 1/116 am 31.10. Die gesamte Führerschaft des Unterbannes 1/116 tritt am kommenden Sonntag, 31. Oktober, um 8 Uhr, am Heim der Marine-Gefolgschaft 1/116, Roon- straße 28, an. Dienstanzug: Vorschriftsmäßiger Winterdienstanzug. Dienstplan: 8 bis 12 Uhr Heim der MHI., 13.30 bis 17 Uhr Trieb (13.30 Uhr Antreten Dolkshalle, Ostseite). Für den Nachmittagsdienst ist mitzubringen: Brotbeutel und vorschriftsmäßiges HJ.-Sportzeug. Vetr.: Docheueudfchuluug Unterbann 11/116. Alle Führer der Gefolgschaften 6/116, 9/116 und 17/116 treten Sonntag morgen 8 Uhr in Winteruniform zur Wochenendschulung im neuen Schulhof zu Großen-Buseck restlos an. Für Ablegung des Leistungsabzeichens sind Sportzeug und Tornister, ohne Decke und ohne Zeltbahn, mit entsprechendem Gewicht mitzubringen, ferner zum Mittagessen 50 Rpf. Alle Führeranwärter obiger Gefolgschaften treten ebenfalls Sonntag morgen um 8 Uhr in Großen- Buseck restlos an. Mitzubringen ist nur Sportzeug und für Mittagessen 30 Pf. Nähere Anordnungen haben die genannten Gefolgschaften erhalten und sofort durchzugeben. Unlerbann IV/116 (Lollar). Alle Gefolgschafts-, Schar-, Kameradschaftsführer sowie die Gefolgschaftsmitarbeiter treten am Sonntag, 31. Oktober, um 9 Uhr, zur Führerschulung an der Schule in Londorf an. Mitzubringen: Verpflegung, Sportzeug (vorschm.), Schulungszubehör. 7!G -Lehrerbund Kreis Gießen. Mdchenerziehung, Hauswirtschaft und Handarbeit. Samstag, 3 0. Oktober, 15 Uhr, in der Mädchenberufsschule in Gießen: 1. Leistungsschau der deutschen Schule. 2. Lehrmittel im Handarbeitsunterricht. Vorsicht bei Bahnübergänaen! Nach statistischen Feststellungen haben die Unfälle an Wegüb ergänzen und Straßenkreuzungen bei den Eisenbahnen wiederum erheblich an Zahl zugenonimm, und zwar sowohl an bewachten, wie an unbewachten Uebergängen. Die Schuld trifft in den meisten Fällen die Führer der Fahrzeuge, die sich bei der Annäherung an die Uebergänge nicht verge- wisiern, ob ein Zua in Sicht ist, oder die sogar versuchen, vor dem herannahenden Zug den Bahnkörper noch zu überqueren. Allen Beteiligten ist dringend zu empfehlen, beim Heberschreiten oder Ueberfahren von Bahnübergän- Vlandine setzt sich durch Roman von Hans-Joachim Freiherr» von Reihenstem Copyright by Carl Ouncker 10 Fortsetzung (Nachdruck verboten.) „Frau Hertel, vor Jahren haben Sie meinen Antrag ausgeschlagen; Sie sagten, Ihre Tochter hätte Sie noch nötig. Das machte Ihrem Mptter- herzen alle Ehre. Und Sie können stolz dckrauf sein, was Sie aus Ihrem Kinde gemacht haben." Frau Hertel gab einen Seufzer von sich. „Das zeigt, wie recht Sie damals taten. Und ich habe Sie deshalb nur noch mehr geschätzt. Aber jetzt braucht das Fräulein Sie doch nicht mehr. Heut können Sie doch an Ihr persönliches Glück denken. Sie können aufhören zu arbeiten. Sie können jeden Morgen ausschlafen, statt als Erste das Haus zu verlassen. Meine Mieten kassiere ich selber. Um mein Haus am Spittelmarkt kümmere ich mich auch. Ein Mann muß was zu tun haben, um sich als Mann zu fichlen. Aber Sie sollen es sich leicht machen. Das Mädchen behalte ich bei." Nach den Aufregungen des heutigen Tages waren diese beruhigenden Versicherungen ein Sirenengesang. Frau Hertel schloß die müden Augen halb. Sie war schon wieder seit fünf Uhr aus. „Sie und Blandine würden alles erben", fuhr er fort. „Auch wird Ihre Tochter immer ein Zimmer bei uns haben, wenn Sie es wünschen." Bei der Erwähnung ihrer Tochter öffnete Frau Hertel die Augen. Sie sah ihn an. Sein Blick haft tete noch immer fest in der Zimmerecke, die er sich als Blickpunkt genommen hatte. So konnte sie ihn ungestört muttern. Und sie prüfte ihn mit der weitsichtigen Auge der Mutter, dem nüchternen der Masseuse und dem schönheitsdurstigen der Frau. „Es tut einem ja natürlich gut, wenn'n Herr wie Sie so viel von einem hält Aber das is 'ne Sache, die man nich übers Knie brechen darf." Sie nickte bekräfttgend. „Ja, das ist eine ernste Frage. Die will eine ernste Antwort haben." Sie sah ihn fteundlich an. ,Zhr Antrag ehrt mich", sagte sie. So wie es zu ihrer Zeit die Damen in den Romanen sagten, wenn ihnen keinesfalls danach zumute war, dem Antragsteller einen Kuß zu geben. Frau Hertel hatte ihren Gast hinausgeleitet. Jetzt drehte sie im Flur das Licht aus, um zu sehen, ob ein Schein aus Blandines Türspalt drang. Aber alles war dunkel. Da öffnete sie ganz leise die Tür und schlich hinein. Durchs Fenster schien bei offenen Gardinen der Mond und beleuchtete Blandine, die angekleidet auf dem Bett lag. Die Mutter schüttelte den Kopf. Dann nahm sie einen Stuhl, setzte sich und betrachtete das schlafende Mädchen. Und da sah sie, wie stubenblaß und mager es geworden war. Sie sah die scharfe Angespanntheit der Mienen, die auch im Schlaf sich nicht mehr löste. Sie, die gewohnt war, an menschlichen Zügen zu arbeiten, sah das lieber- nächtige, die Ueberreiztheit dieses Gesichts. Auch die Hände waren nicht entspannt. Sie krampften sich selbst ttn Schlaf, wie zu schwerer Arbeit gestrafft. Und die klare Sttrn ihrer Tochter ruhte nicht aus, sondern war gefurcht von schweren Gedanken. Plötzlich wurde Frau Hertel etwas klar, und die Tränen liefen ihr über die breiten Wangen. Sie war heute viel zu hart gegen ihre Tochter gewesen. Das war kein Mädchen, das vor Heber- mut ausging. Das war ein Mensch, der nicht mehr weiter wußte. Vor dem das Leben so schwer und hoffnungslos lag, daß er sich aus Verzweiflung ins Vergnügen stürzte. Das war der erste Schritt zur Selbstaufgabe. Das war der Alarmruf. Frau Hertel ging leise hinaus. Im Korridor nahm sie Hut und Mantel vom Haken und eitle davon. An der nächsten Straßenecke war ein Droschkenhalteplatz. Seit Blandines Einsegnung hatte sie sich kein Auto mehr genommen. Sie rief dem Chauffeur die Adresse der Klinik zu, während sie schon einftieg. Und bann memorierte sie, was sie bem Professor Lambertz zu hören geben wollte. Es wäre verrückt gewesen, einen anbern als ihn fetzt noch in feiner Klinik zu suchen. Es war ein Viertel elf. Aber sie kannte dieses unermüdliche Arbeitstier. Er wurde noch da fein. Gut und schön. Sollte er sich die Leute aussuchen, die zu solcher Rackerei paßten. Aber ihr Kind! So ein frisches Kind, für das man sich geopfert hatte. Solch ein schönes Kind — und wie sah sie jetzt aus, wie sie dalag? Alle Heiterkeit hatten sie ihr aus getrieben. Alle Freude hatten sie ihr genommen. Eine Roheit war das, ein junges Ding so zuzurichten. Aber sie wollte ihm alles sagen, dem Profesior. Das wollte ein Wohltäter der Menschheit fein. Hat sich was! Aus einem gefunden, fröhlichen Menschen ein Wrack zu machen! „In ein paar Monaten, Herr Professor! Kaum ein halbes Jahr ist sie hier." „Heber was klagt sie?" fragte Profesior Lambertz. Er hatte eben endgültig Feierabend gemacht und saß ihr gegenüber, an seinem Schreibtisch. „Das werden wir schon kriegen. Aber darf ich mir vielleicht jetzt meine Zigarre anzünden? Es ist die einzige, die ich mir am Tage gönne, wenn ich denke, baß mich fein Pattent mehr nötig hat." „Na, wissen Sie, Herr Professor, wenn ich Ihre Frau wäre." „Lassen Sie nur. Die hat's auch nicht leicht." „Stimmt. Kriegt ihren Mann überhaupt nicht zu sehen. Also meine Tochter — klagen tut die niemals. Das ist das Mallör. Ader sie is jeden Tag weniger geworden. Die Kleider fallen ihr vom Leibe. Sieht ganz blaß aus —" „Also überanstrengt?" fragte Professor Lambertz. „Liegt irgend etwas in Ihrer Familie? Ich meine mit der Lunge oder so?" „Nee, Herr Professor", sagte Frau Hertel beleidigt und wollte aufbegehren. „Sie find ja gesund. Aber hatte Ihr Mann eine chronische Krankheit?" „Aber Herr Profesior, 'n Eisenbahnunglück is doch feine chronische Krankheit. Sie wissen doch, wie mein Mann damals piepsgesund auf ’ner Dienstreise verunglückt is!" „Natürlich. Also, bann machen Sie sich gar keine Sorgen, Frau Hertel. Ich sage Ihnen, das kleine Fräulein kriegen wir wieder zurecht. Ich werde Ihnen etwas aufschreiben, damit sie Appetit bekommt. Dann geben Sie chr alle Tage einen Viertel Liter Sahne. Wenn Sie es nicht können, bezahlt es die Klinik. Hub bann muß sie eine richtige Liegekur machen: morgens so lange schlafen, wie sie nur kann, vor- und nachmittags je zwei Stunden ruhen." Frau Hertel wurde immer erstaunter. „Aber wo soll sie denn das alles machen, Herr Professor?" ,,N«, bei Ihnen! Sie sagten doch, Sie behielten sie am liebsten gleich zu Hause. Geht denn das nicht?" „Selbstverständlich. Aber sie muß hier doch erst ordnungsgemäß kündigen." „Immer die korrekte Beamtenfrau, Frau Hertel. Wenn ich sie krankschreibe, braucht sie doch nicht zu kündigen, nicht? Unb das kann ich ja auf Ihr ehrliches Gesicht hin wohl. Dazu kenne ich Sie ja lange genug. Sie kommen ja nicht zum Spaß hier um Mitternacht angefegt, nicht? Also ich werde morgen mal nach ihr sehen. Schreiben Sie genau die Abreffe auf. Unb bann konnten Sie Schwester Margarete vielleicht ein bißchen behilflich sein. Erfaß zu finden. Wir brauchen hier so ’nen Kürassier wie Sie. Ist ja doch viel zu schwer für so ein junges Ding. Weiß gar nicht, wie die hergekom- men ist." Frau Hertel packte zur Sicherheit gleich Blandines Koffer. Das Kind sollte keinen Fuß mehr in diese Knochenmühle setzen. Sie besprach alles mit Schwester Margarete. Dann telephonierte sie eine Droschke heran unb übergab dem Chauffeur die Koffer, bie er hinaustragen sollte. Sie ordnete das Zimmer, das sie verließ. Dann schritt sie bie Freitreppe zur Haustür hinunter. Die Tür wurde gerade von außen geöffnet Unb ein großer, gut gewachsener Herr trat ein. Es ging etwas Warmes, Sympathisches von ihm aus. „Netter junger Mann", dachte Frau Hertel. Und das war viel bei ihrer insttnktficheren Menschenkenntnis. Wer sie ging ohne Gruß an ihm vorüber. Doktor Schrader war ftebengebfieben, um sich eine Zigarette anzuzünden. Die brauchte er noch, bevor er bei feinem todgeweihten Lieblingspatienten die letzte Nacht zubringen würde. Hat sicher jetzt um Mitternacht bei einem kranken Verwandten nach bem Rechten gesehen, dachte er. Dann fprang er zu. Achtungsvoll hielt er bie schwere Tür für sie auf und entließ sie in die Nacht. Fortsetzung folgt aen die nötige Vorsicht walten zu lassen. Die am s sich die Versammlung geschlossen meisten beteiligten Kraftfahrer sind nach der Aus- kirche, wo Pfarrer Schmidt (Gies in dle Stadt. Wirtschaft t (Gießen) eine Schluß- andacht hielt. Eierpunsch Eichenmöbel Devisenmarkt Berlin - Zrankfurl a Dl. Unser Groß-Einkauf- — Zhr Nutzen! Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt oefchlosfenen Dividende an. Reichsbankdiskont 4 o H., Lombardzinsfuß 5 o. Sy ja.®, ffir Sertebtsroeten .... 6% Damburg-Südam. Dampfschiff • 0 jpamburg-Amenka Palet......0 Slorddeuycher Lloyd..........0 Deutsche Reichsbahn Vorz.-Wi. 7 Hier abschneiden! I aber nachwachst Eidechsen eignen sich gut für Terrarien. Eiereinlegen darf die sparsame Hausfrau nicht vergessen. Günstige Zeit vor oder nach der Brutzeit. Nur ganze und frische Eier verwenden. Die Frische durch Wasserprobe feststellen: nach kurzer Zeit liegen frische Eier auf dem Boden des Was- sergefätzes. einige Tage alte stehen aufrecht, wochenalte schwimmen an der Oberfläche. Vor dem Einlegen mit einem Essigläpp- chen die Schmutzstellen auf den Eiern entfernen. Konservierungsmittel: Wasserglas mit 8 Teilen Wasser verdünnt oder Fertigpräparate. Eiertöpfe müssen kühl und dunkel stehen. Eierfarben für Ostereier kann man in kleinen Paketen fertig kaufen. Mit Zwiebelschalen gekocht. werden Eier braun, mit Soda blau. Eierflecke lassen sich aus Stoffen nach dem Trocknen meist leicht mit warmem Wasser ausreiben. Bei Seide nimmt man Spirituswasser Eierlöffel wählt man zweckmäßig aus Holz, Horn oder Bein, da solche Stoffe weder anlaufen noch wie Metallöffel den Geschmack des Eies beeinträchtigen. Silberne Eierlöffel werden mit feinem Salz und einem Wollläppchen oder Korken abgerieben Eieröl, dickflüssiges öl. das aus Eidottern gewonnen und zur Hautpflege benutzt wird. Eierpunsch, heiß oder kalt genossenes Getränk ein schaumig geschlagenes Gemisch aus Wein, meisten beteiligten Kraftfahrer jinio nao; ver nus führungsanweisung au §25 der Straßenverkehrsordnung verpflichtet, die Geschwindigkeit ^derzeit so einzurichten, daß nötigenfalls und insbesondere an Eisendahnübergangen in Schienenhöhe rechtzeitig ungehalten werben kann. 6% Deutsche Reichsanleihe v. 1927 4% Deutsche Reichsaul. von 1934 *y2% Deutsche Reichsschatzauwet- fungen von 1935 ... . . eitern beherbergt i Znduftriewerten Gebr. Adt 67 (70), Siemens Kelkheim. Der Eintritt in die Möbelfchau ist, wie Reiniger 150 (152) ufw. Kahlgrund Eisenbahn wei- m den vergangenen Jahren, frei. ter angeboten, Taxe 25. ftreie Dehlar. Abendbörfe still. o * 9 ' 28. Oft. Am heutigen Donnerstag, Die Abendbörse lag äußerst still und abwartend. 28. Dktober, begehen die Eheleute Robert Decker bestand noch Abgabeneigung, doch unb 3rcu Louise, geb. Baumbach, das ^est der roar andererseits die Aufnahmebereitschaft auf dem Silberhochzeit. | ermäßigten Stand etwas williger. Die Kursentwicklung war indessen unregelmäßig bei durch» schnittlichen Abweichungen von 0,25 bis 0,50 v. H. ÄG.-Farben erhotten sich um 0,25 v. H» auf 158, Th. Goldschmidt um 0,50 v. H. auf 138. Von Man- tanwerten bröckelten Verein. Stahl unb Rheinstahl leicht ab auf 114 bzw. 146,13, während Hoesch 0,50 d. H. gewannen auf 122,50 und Deutsche Erdöl mit 141,50 und Mannesmann mit 116 behauvtet blieben. Maschinenaktien waren meist noch schwächer, BMW. 147 (148), Rheinmetall 143 (143,50), Moe- nus 119 (119L0), aber MAN. 0,75 v. H. fester mit 134,13. Elektropapiere konnten sich weiterhin behaupten, AEG. 120,75, Gesfürel 146, Schuckert 162, Felten 131. An den anderen Märkten blieben die Kurse nahezu unverändert. Von Bankaktten bröckelten Commerzbank 0,13 v. H. ab auf 119. Der Rentenmarkt war ruhig. 5proz. Klöckner wurden mit 103,50 wieder notiert gegen 102,25 am 26. Oft, 4Zproz. Krupp unv. 99,25, 6proz. IG.-Farben unv. 129,50 und von Länderanleihen 4Lproz. Hessen von 1929 unv. 100,13. 3m Freiverkehr nannte man die Kommunal-Umschuldungsanleihe mit 94,75 bis 94,80 und 4proz. Rentenbank-Ablösungsscheine mit 93 bis 93,25. Jranffurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 27. Oft. Es notierten (Ge- treibe je Tonne, alles übrige je 100 Kilogramm) in Mark: Weizen W13 204, W16 207, W19 211, W20 213; Roggen R 12 189, R 15 192, R18 196, R19 198, Großhandelspreise der Mühlen der genannten Preisgebiete. Futtergerste —, Futterhafer —. Weizenmehl Type 812 W 13 29,00, W 16 29,10, W19 29,10, W 20 29,45; Roggenmehl Type 1150 R12 22,45, R15 22,80, R18 23,30, R19 23,50 plus 0,50 Mark Frachtausgleich. Weizenfuttermehl 13,60. Weizenkleie W13 10,75, W16 10,90, W19 11,10, W20 11,20; Roggenkleie R12 9,95, R15 10,15, R 18 10,40, R19 10,50, Mühlenfestpreise ab Mühlenstation. Sojaschrot —, Palmkuchen —, Erdnußkuchen —, Treber 14,00, Höchstpreis ab Erzeugerstatton, Trockenschnitzel —, Heu 6,80 bis 7,00, do. drahtgepreßt 7,20 bis 7,40, Weizen- und Roggenstroh —. Tendenz: ruhig. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 28. Dkt. (Vorbericht.) Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Vorauftrieb: 2130 Rinder (562 Ochsen, 233 Bullen, 862 Kühe, 473 Färsen), 660 Kälber, 90 Hümmel, 79 Schafe, 264 Schweine. Es kosteten: Rinder: Ochsen 30 bis 45 Mark, Bullen 27 bis 43, Kühe 18 bis 43, Färsen (Kalbinnen) 28 bis 44, Kälber 35 bis 65, Hümmel 34 bis 46, Schafe 20 bis 40, Schweine 51 bis 55 Mark. — MarktverlaufiRinder, Kälber, Schweine zugeteitt, Hämmel und Schafe langsam. Gallustinte bereitet. Das Holz der Eiche zeichnet sich durch besondere Härle aus. es läßt sich beizen, wachsen und polieren. Daher findet Eichenholz mit Vorliebe Verwendung w Möbeln sowie zu Parkett und Stab- sußböden Eichenmöbel erneuert man durch Abreiben mit Terpentin und Nachbehandlung mit Möbelpolitur. Eichhörnchen, kleines Nagetier mit braunem Fell und langem, buschigem Schwanz, der ihm beim Springen als Steuer dient. Gefangene Eichhörnchen lassen sich, solange sie jung sind, leicht zähmen. 3hr Käfig muß dicht mit Drahtgaze umgeben fein, aber genügend Bewegungs- Möglichkeit bieten Als Futter dienen Eicheln Nüsse, Bucheckern. Infekten Pilze. Eid, eidesstattliche Versicherung. Wer vor einer zur Abnahme von Eiden zuständigen Behörde (Gericht. Finanzamt. Dersiche- rungsamt) vorsätzlich oder aus Leichtsinn unter Eid oder eidesstattlichen Versicherung eine falsche Aussage macht, wird streng bestraft. Die Leistung des Eides kann nur der verweigern, der zur Verweigerung der Aussage berechtigt ist (siehe Zeuge. Offenbarungseid). Eiderdaunen, die besten Flaumfedern der Gans, werden hauptsächlich zu Kopfkissen und Steppdecken verwendet. Eidechsen, insektenfressende, oft schön gefärbte Reptilien, deren langer Schwanz leicht abbricht, Briefkasten der Redaktion. (Rechtsgutachten siyd ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.) E. Sch. Durch Anordnung des Herrn Reichsstatt- Hatters in Hessen — Landesregierung —, betreffend die Festsetzung von Höchstpreisen für Rauhfutter vom 25. Februar 1937, ist folaendes bestimmt worden: Bei dem Handel mit Rauhfutter an den Produktenbörsen Mainz und Worms werden für die Monate Februar, März, Aprll und Mai 1937 nur folgende Höchstnotierungen zugelassen: 1. Wiesenheu (gut, gesund, trocken, erster Schnitt), lose 5,60 bis 5,80 Reichsmark, drahtgepreßt 5,80 bis 6 RM.; 2. Lu- zerneheu, Lofe 5,80 bis 6 RM., gebündelt 6 bis 6,20 RM.; 3. Roggen-, Weizenstroh, bindfaden- gepreßt 2,50 bis 2,70 RM.; 4. Gersten-, Haferstroh, bindfadengepreßt 2,60 bis 2,80 RM. Die Preise verstehen sich je 100 kg Frachtparität Mainz oder Worms. Eine spätere Anordnung von Höchstpreisen für Heu der Ernte 1937 ist bis auf weiteres ausgesetzt. ♦ * Verlosung von Auslo sungsrech - Schweineschlachtungen und Schweinefleischumsätze ten der Ablösungsanleihe der Stadt ™ie^r ^^elegi, er liegt ^0v.H. hoher als der Gießen. Der Oberbürgermeister gab gestern das Kontingent atz für Schwemeschlachttmgen außerhalb Ergebnis der VIII. Ziehung der Verlosung von ^er Schlachtvieymarkte. Auslosungsrechten der Ablösungsanleihe der Stadt THieitiilJZmntfrfie Gießen bekannt. Die Einlösung der gezogenen Stücke ' ‘ erfolgt am 2. Januar 1938 bei der Stadtkasse Mltagsborse: Aktien weiter gedruckt. * * Ausbildungskursus für erste Frankfurt a. M., 27. Oki. Die Börse war am Hilfeleistung. Unter ärztlicher Leitung beginnt Aktienmarkt weiter schwach veranlagt, da sich am Montag, 8. November, 20 Uhr, im Kolonnen- das Angebot aus Inlandskreisen fortsetzte, wogegen Depot, Sonnenstraße 2, ein Ausbildungskursus in Verkäufe für ausländische Rechnung nicht mehr be- der ersten Hilfeleistung bei Unglücksfällen. Der Kur- obachtet wurden. Da die berufsmäßigen Börfen- fus wird von der Sanitätskolonne des Deutschen kreise und auch die Kundschaft in ihrer Zurückhal- Roten Kreuzes oeranftaltet tung verharrten und auch seitens der Großbanken * * We st erwald-Verein Gießen. Man mit Rücksicht auf den bevorstehenden Ultimo keine schreibt uns: Der Westerwald-Verein Gießen unter- Aufnahmeneigung bestand, erfuhren die Kurse er- nahm am vorigen Sonntag eine herrliche Herbst- neut durchschnittliche Einbußen von 1 bis 1,50 v. H., Wanderung. Zunächst führte unser Weg nach Anne- obwohl das Angebot wiederum keinen drängenden rod, von Dort durch Felder zum Fernewald nach Charakter hatte. Die Verluste erstteckten sich gleich- Oppenrod. Sodann erreichten wir die im Bau be- mäßig auf alle Marktgebiete, lieber den Durchschnitt findliche Reichsautobahn und landeten in Reiskir- hinaus gedrückt waren Reichsbank mit 203,25 (205), chen, wo wir kurze Rast halten. Es folgten Saasen, Schuckert mit 161,90 (164), Scheideanstalt mit 257 der Veitsberg und Wirberg. Von hier aus hatten (259), Kali Westeregeln mit 109,25 (112) und Rhein- wir einen herrlichen Blick auf die herbstlichen Wäl-! stahl mit 146,50 bis 146 (147,75). IG.-Farben ga- der, sowie auf Göbelnrod und das Duellgebiet der den auf 158,50 bis 158 (159,25) nach, während Wieseck. Gegen Nachmittag kamen wir nach Grün- Mannesmann mit 116 (116,25) und Verein. Stahlberg. Hier besichtigten wir unter guter Führung die werfe mit 113,75 (114,25), ferner Westdeutsche Stadt und das Brunnental. Ferner bekamen wir Kaufhof mit 56,90 (57), Metallgesellschaft mit 148,25 die Stätte des Zeltlagers der HI. gezeigt und be- (148,50) verhältnismäßig behauptet blieben, neideten die heuttge Jugend, daß wir derartiges Im Verlaufe blieb der Aktienmarkt uner- nicht mehr mitmachen können. Um 19 Uhr fuhren holt und meist weiter unter Druck. Schwach lagen wir von Grünberg nach Gießen zurück. u. a. IG.-Farben mit 157 nach 158,50, Rheinmetall , Imit 143,50 nach 145,25, ferner bröckelten Reichs- Möbelschau m KelkyelM. |banf auf 202,50 nach 203,25 und Hoesch auf 122 nach 122,50 ab, Verein. Stahl leicht schwankend mit 114 bis 113,75 nach 113,75, die übrigen Montanwerte blieben ziemlich gut behauptet. Die erst im Verlauf notierten Papiere gaben im Durchschnitts- ausmatz nach. Auch am Einheitsmarkt war die Tendenz vorwiegend schwächer. Don Großbanken verloren Deutsche Bank 0,50 v. H. auf 123,25, Com- ! merzbank wenig verändert mit 119,13 (119,25), Dresdner Bank weiterhin behauptet mit 114,75. Gießener Dochenmarktpreise. . < r * i * Gießen, 28. Oft. Aus dem heutigen Wochen- OchWelNeroNlMgeNt markt kosteten: Deutsche seine Molkereibutter, kg 20 61W. 60 DrOXCItt O& 1. TlütJCttt&Cr. 1,57 Mark, seine Molkereibutter 1,52, Markenbutter 1,55 bis 1,60, Landbutter 1,42 Mark, Motte 20 bis Fwd. Der Vorsitzende der Hauptvereinigung der 25 Pf., Käse, das Stück 5 bis 10, Gier, deutsche, deutschen Diehwirtschaft gibt bekannt, daß er mit Klasse 11N, Klasse 8 11, Wirsing, kg 9 bis 12, Wirkung vom 1. November 1937 ab den Kon- 50 kg 7 bis 8 Mark, Weißkraut, % kg 6 Pf., 50 kg tingentsatz für Schweineschlachtungen und Schweine- 4 bis 5 Mark, Rotkraut, 34 kg 9 bis 12 Pf., 50 kg fleischumsätze derjenigen Betriebe, die zu ihrer voll- 7 bis 9 Mark, gelbe Rüben, 34 kg 8 bis 9 Pf., ständigen Bedarfsdeckung einem Schlachtviehmarkt Karotten 8 bis 12, rote Rüben 8 bis 10, Spinat oder einer Verteilungsstelle zugewiesen sind, auf 15 bis 20, Römischkohl 8 bis 10, Unterkohlrabi 6 70 v. H. und den Kontingentsatz für Schweme- bis 8, Erbsen 25 bis 30, Grünkohl 15, Rosenkohl schlachtungen und Schweinefleischumsatze aller ubn- 15 bis 25, Feldsalat, Vio 10, Tomaten, % kg 12 gen Betriebe auf 60 v. H. festgesetzt hat. bis 15, Zwiebeln 6 bis 7, Meerrettich 30 bis 60, Die Bekanntmachung Nr. 2/37 vom 20. Januar Schwarzwurzeln 25 bis 40, Kürbis 5 bis 6, Pilze 1937 wirb mit dem 1. November 1937 aufgehoben. 40 bis 45 Kartoffeln, kg 4 Pf., 5 kg 40 Pf., Es handelt sich hierbei um eine Maßnahme, die 50 kg 1. Sorte 3,45 Mark, 2. Sorte 3,25, 3. Sorte sich in den letzten Jahren wiederholt als geeignet 3 Mark Aepfel, 34 kg 10 bis 18 Pf., Ausleseobst erwiesen hat, um eine gleichmäßige Schweinefleisch- 18 bis 25, 50 kg 10 bis 25 Mark, Birnen, 34 kg Versorgung zu sichern. 10 bis 18 Pf., Nüsse 30 bis 50 Pf., Hähne 1 bis Das am 3«. November 1936 einheitlich für Groß- 1,10 Mark, Suppenhühner 80 bis 90 Pf., Gänse und Kleinmarkte festgesetzte Kontingent von 80 v. H. 90 Pf. bis 1 Mark, Blumenkohl, das Stück 10 bis wurde im Januar dieses Jahres geändert Damals 50 Pf., Salat 9 bis 12, Endivien 9 bis 12, Ober- wurden die SchweinesAachtungen außerhalb der kohlrabi 5 bis 8, Lauch 5 bis 8, Sellerie 10 bis 30, Schlachtviehmarkte auf 66' v.H festaelegt, wahrend Rettich 5 bis 10, Radieschen, das Bündel 8 bis auf den Schlachtmehmarkten das Kontingent von ■m Mf dem Auftrieb abhängig gemacht wurde. Durch die H- (neue Anordnung wird auch der Konttngentsatz für Rrtdisbtml................. iii Berliner HondelsaelelNchaft 6J4 Sommerj- und Prival-Bant ... 5 Deuljchc Diskonto............6 Dresdner Boni..............4 Auf der Flucht erfchossen. Am gestrigen Mittwoch gegen 11.30 Uhr ereignete sich im Gießener Bahnhof ein aufregender Vor- . fall. Dort wurde ein Strafgefangener, der fernem Begleiter zu entfliehen versuchte, nach vorherigem vergeblichen Warnruf auf der Flucht erschossen. Heber den Sachverhalt hören wir folgendes: Der 24 Jahre alte Peter Ranft aus Gießen, der vor einiger Zeit wegen einer schweren Straftat zu einer langjährigen Zuchthausstrafe verurteitt worden war. die er im Zuchthaus Marienschloß bei Rockenberg verbüßte, war am gestrigen Mittwoch- oormittag von dort nach Gießen transportiert wor= den, da er hier vor Gericht als Zeuge zu erscheinen hatte. Auf dem Rücktransport nach Rockenberg war Ranft mit seinem Transportbealeiter im Gießener Bahnhof die vom Bahnsteig! nach der Unterführung hinabführende Treppe gegangen. Am Fuße her Treppe raffe er plötzlich. in langen Sprüngen von seinem Begleiter fort in Richtung nach dem Oberhessischen Bahnsteig. Der Beamte forderte ihn sogleich durch energischen Zuruf zum Stehenbleiben auf. Ranft verhielt darauf einen lurzen Moment, rannte aber sogleich wieder los und strebte um die Ecke von der Unterführung zur Treppe, die nach dem ©rünberger Bahnsteig hinaufführt. In diesem Augenblick sah sich der Beamte, da fein Zuruf vergeblich geblieben war, gn Schießen gezwungen; der Schuß ging jedoch [, wahrscheinlick war der Flüchtting im gleichen genblick wohl schon um die Ecke herumgesprun- gen. Der im schärfsten Tempo nachlaufende Beamte konnte bann den Ausreißer gerade noch zu Gesicht bekommen, als er die oberste Treppenstufe Ichon erreicht hatte und der Beamte noch etwas -weiter unten auf der Treppe war. Pflichtgemäß schaß der Beamte nunmehr erneut und traf diesmal den Flüchtling in den Rücken. Das Geschoß durchschlug den Körper und ging in der Brust- gegenb heraus. Zwar sprang Ranft noch einige Schritte weiter, ja sogar noch auf das Schienengleis der Alsfelder Strecke. Dort brach er jedoch tot zusammen, da das Geschoß lebenswichtige Teile des Körpers durchbohrt hatte. Herbsttagung der Oberhessischen Frouenhilfen. Der Verband der Evangelischen Reichsfräuen- HUse, Landesverband Nassau-Hessen, hiett im vollbesetzten Saale des Cafe Leib feine Herbsttagung für die Oberhessischen Frauenhilfen ab. Nach einem gemeinsam gesungenen Choral begrüßte Frau Storck (Birkenau) im Auftrag der verhinderten Vorsitzenden, Frau H e r r ä u s (Offenbach a. M.) die Versammlung und forderte zu gläubiger, verttauensvoller Arbeit für die Zukunft DUf. Den Jahresbericht und die Rechnungsablage, die beide von einer guten Entwicklung und Vereins- nrbeif berichten konnten, erstattete Dekan i. R. Guß mann. Aus dem Jahresbericht fei hervor- gehoben, daß der Kreisverein Gießen im Jahre 11936 vier Kreistreffen abgehallen hat, die je von 500 bis 900 Frauen besucht waren. Den Hauptvortrag der Tagung hiett Direktor Weller (Frankfurt a. M.) über den Segen der christlichen Hausgemeinde. Er gab in fast einstün- digen Ausführungen ein Bild der christlichen Gemeinde, wie sie nach Gottes Wort und evangelischer Auffassung sein soll. Er wies dabei besonders auf den großen Einfluß hin, den eine christliche Mutter auf ihre ganze Familie hat. Nach dem Gesang von „Lobe den Herren" begab Frankfurt a. M. Berlin Frankfurt a. M. Berkin Schlußkurs Schluß?. Ab?nk>- börse Schluß- lurs Schluß! Mittag börie Schluß- kurs Schluß?. Abend börie Schlußkurs Schluß! Mittag- böxse Dutum 26-10- 27-10 26.10 27 10 Datum 26-10. 27-10. 26-10 | 27-10. 101,65 101,65 101,6 101,6 Aceuinulatoren-Fabrik....... 14 227 — 227,75 222 99,25 99,25 99,25 99,25 Atchafsenburg Zellstoff....... Bemberg ................ Bekula................... . 6 . O . 8 138,25 141 167,5 138 140,25 167,5 139 141 167,75 137,75 140 167,5 Buderus Gien............. . 5 120 118,75 120 118 99,6 99,5 99,5 99,5 Gement Heidelberg......... . 7 167,5 166,5 — — Cem en i Karlstadt .......... . 6 — — — — 99 99 99 99 Conti Summt............. 12 185,5 185,5 186 186 105,25 105,25 — 104,9 Daimler Motoren.......... ey3 135,25 134,5 135,75 134.75 100,25 100,13 — — Desiauer Gas ............. . 4 — —— 117,5 116,75 142,5 141,5 142,5 141,5 100,5 100,4 100,5 100,6 Deutsche (Molo- und Silber .. .. 9 259 257 —— . —- Deuticbe Ulnoleuin......... 10 163,5 161,75 163,5 162 99,75 99,7 99,65 99,65 Elektrische Lieferungen...... .. 6 127 126,75 127 126,5 128,65 128,65 128,8 128,8 Elektrische Lickst und Straft... .. 7 150 148 150 148 I. (M. Farbeu-Jndustrie..... .. 7 159,25 158 159,65 157,4 136,5 136,5 — —— Felten & Guilleaume....... .. 6 132 131 131,13 131 Gesfürel.................. .. 7 147 146 147 149,25 99,5 99,5 — 99,5 Tb. Goldschmidt........... .. 6 139,5 138 140 137,75 Grchner Maschinell......... .. 0 49 48,13 49,75 48,5 101,5 101,9 — — Harvener................. SV, 176,5 175,5 177 176 Hoesch Eisen............... SV, 123,25 122,5 123,25 122,5 — — 99,5 99,5 Philivv Holzmann......... .. 8 149,25 147,75 149,4 147,5 — -— 98,75 Ilse Bergbau.............. .. 6 — —— 1 - / 160 Ilse Genüsse.............. .. 6 135 135 135,25 135 98,5 98,5 — —— Kali Ascher-Iebett.......... .. * 113,4 109 112 109,5 Klöcknerwerke ............. *V1 124,25 123 124 123 133,75 133,4 133,65 133,65 Kokswerke und Chemische Fabrik 7 — —— 153,25 151,65 99,75 99,75 99.75 99,75 Lahmeyer................ .. 6 126,25 — 126,75 125 Mainkraft................. .. 4 95 94,5 —— — 98,75 98,75 — Mannesmann............. *y. 116,5 116 116,25 115,75 Mansselder Bergbau....... .. 7 —— 153 155 154 101,8 101,9 — — Metallgelellschaft........... .. 6 148,5 148,25 148,5 148,5 Orenstein & Koppel........ .. O —— — 108,65 108 102,5 102,25 102,5 102,25 Rheinische Braunkohle...... . 12 229,5 229 229,75 229,5 111,2 111,2 —- 111,3 Rheinische Elektro.......... .. 6 —— 127 —— 127 Rkcinstahlwerke............ .. 6 147,75 146,25 147,5 146,5 128 127 127,5 126,65 Rbeinisch-Destfälische Elektro .. 6 128,13 128,25 128,5 127,9 RütgerSwerke............. .. 7 146 145 145,5 144,75 — — — 45,65 Salzdetfurth Kali.......... .. 6 159 157 159 157,5 80,25 80,25 80,25 80 Schuckert L Co............. .. *; — 162 164 162,5 81 82 81,25 82 Schultheis Pahenhofer...... .. 4 —— —— 94,75 94,65 128,9 129 129,13 129,25 Siemens L Halske......... .. 9 — — 208 206,2 5 Süddeutsche Zucker......... . 10 209,5 200,5 200,13 200 205 202,5 203,75 203,75 Bereinigte Stahlwerke...... •Jtciteiunfl ?imn cki>-Dotierung Br-e Muenix ifltree ............. 0,741 0 745 0,740 0,744 Brüssel................... 42J10 42J)1 42,09 Rio de Janeiro ............ 0.139 0A39 0,141 Bolen.................... 47,00 47 JO 47,00 47,10 Kopenhagen............... 55,02 55,14 55,05 55,17 Danzig. ............. ... 47,00 47 in 47,00 47,10 London................. 12,325 12,33 12,36 □elfingfotf ............... 5,45 5 45 5,46 Laris.................... 8,332 8 29? 8^308 volland .................. 137,67 I3L95 137,68 137,96 Italien ••••••••••••••••••• 13,09 13,11 13,09 13,11 26. Ottobet 27 Oktober 1 iUmtliche -Jlotietunfl Amstiche rllolterung 1 »eir ‘•Hn.-i Seit Brie | 0,716 0,718 0,717 0,719 Jugoslawien .......... 5,694 5,706 5,694 5,706 OSlo ................... 61,94 62,06 61,96 62,08 48,95 49,05 48,95 49,05 Lissabon.................. 11,195 11,215 11,20 11,22 Stockholm .. ............. 63,55 63,67 63,57 63,69 Sckuveiz .................. 57,37 57,49 57,40 57,52 Spanien.................. 15,48 15,52 15 48 15,52 8,706 8,724 8,706 8,724 Budapest................. — Neuhvck•••••••••••••••••• 2,490 2,494 2,490 2,494 Aus der engeren Heimat. Feierabendgemeinschast in Laubach. ß a u b a d), 27. Okt. Am Montagabend fand im Saaale des „Schützenhof" zum Zwecke der Gründung einer Feierabendgerneinschaft eine gut besuchte, von der Ortsgruppe ßaubach der NSDAP, in Gemeinschaft mit der hiesigen Orts- waltung der Deutschen Arbeitsfront einberufene Versammlung statt. Nach Begrüßung durch den Ortsgruvpenleiter Braun sprach der kommissarische Kreiswalter der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" Münch (Büdingen) über den Sinn und Zweck der F e i e r a b e n d g e m e i n- fchaft, deren Gründung von den Anwesenden lehr begrüßt wurde. Es wird von jedem Mitglied neben einer geringen Einschreibegebühr ein monatlicher Beitrag von 50 Pfennig erhoben, der zum kostenlosen Besuch von neun Veranstaltungen berechtigt. Nichtmitglieder zahlen ein höheres Eintrittsgeld für die Teilnahme an den Darbietungen. Für den kommenden Winter sind vier Theateroeranstaltungen, ein Ballettabend, zwei Konzerte und zwei Vorträge vorgesehen. In seinen weiteren Ausführungen wies Pg. Münch darauf hin, daß der Kreis Büdingen-Schotten zum Urlaubergebiet erklärt worden sei und im nächsten Sommer fünf Züge mit je 10 0 0 Urlaubern eintreffen würden. In ßaubach sollen etwa 200 Urlauber monatlich untergebracht werden. Die Gastwirte übernehmen einen bestimmten Bezirk, für den sie die Abrechnung hinsichtlich der Verpflegung und Unterbringung vorzunehmen haben. Mit dem Dank an den Redner, dessen Ausführungen beifällig auf- aenommen wurden, verband Ortsgruppenleiter Pg. Braun einen Appell an die Einwohnerschaft ßaubachs, die beiden Großaktionen der NS.-Ge- meinschaft „Kraft durch Freude", die auch zur Verwirklichung der nationalsozialistischen Idee beitragen, mit allen Kräften zu unterstützen. Die ßeitung der Feierabendgemeinschaft übernahm Bürgermeister Högy, bei dem noch am gleichen Abend eine Reihe von Beitrittserklärungen abgegeben wurden. Heimatgeschichtliche Gedenkfeier bei Alsfeld. A Alsfeld, 25. Okt. Am Sonntag fand auf dem Gelände zwischen Ohmes und Angenrod eine für die Heimatgeschichte der Stadt Alsfeld und ihrer Umgebung denkwürdige Feier statt, zu der sich aus Alsfeld und den benachbarten Orten eine große Teilnehmerzahl eingefunden hatte. Besonders, die Bewohner der in Betracht kommenden Orte waren stark vertreten. Die Feier galt der Weihe eines Gedenk st eins, der auf Anregung des Geschichts- und Altertumsvereins Alsfeld von der Stadtverwaltung errichtet worden ist zur Erinnerung an das Gefecht bei Ohmes, das hier im Dreißigjährigen Kriege vor 300 Jahren stattfand. Am 7. Juni 1637 zog eine starke Streitmacht, bestehend aus Niederhessen und Schweden, aus der starken Festung Ziegenhain in das hessendarmstädtische Gebiet bei Alsfeld und überfiel das Dorf Zell bei Alsfeld, das geplünbert und gebrandschatzt wurde; ein großer Teil der sich wehrenden Bevölkerung wurde niedergeschossen. Die bedrängten Bewohner von Zell riefen in ihrer Not die Stadt Alsfeld, in der damals nur eine kleine hessenHarmstädtifche Truppenabteilung lag, um Hilfe an. Zugleich wurde durch Boten der „Ausschuß" des oberen Schwalmgrundes, eine Art ßand- wehr, aufgerufen. Auf dem Felde zwischen Ohmes und Angenrod stellte sich die Alsfelder Schar, die aus einem ßeutnant der Alsfelder Garnison und einer Anzahl Soldaten und Bürgern der Stadt Alsfeld und der benachbarten Orte bestand, dem Feinde entgegen, um ihm den Rückzug nach Ziegenhain zu verlegen und die geraubte Beute, hauptsächlich Vieh, wieder abzunehmen. Trotz größter Tapferkeit unterlag die hessen-darmstüdtische Streitmacht der überlegenen Kriegserfahrung der niederhessisch-schwedischen Truppe, die auch Über Reiterei verfügte. Der Feind richtete unter den Verteidigern ihrer Heimat ein großes Blutbad an. lieber 100 tapfere Streiter fielen im Gefecht, darunter allein von Alsfeld 26 Kämpfer. Der Rest wurde befangengenommen und nach Ziegenhain gebracht. Zur Erinnerung an jenes verhängnisvolle Treffen war früher schon ein G e d e n k st e i n in der Nähe von Ohmes errichtet worden, der aus Unkenntnis bei der Feldbereinigung vor einigen Jahren zerschlagen worden war. Um dieses für die Heimatgeschichte denkwürdige Ereignis festzuhalten, und zugleich als Mahnmal gegen Bruder- und Religionskrieg, wurde der neue G e d e n k st e i n errichtet, dessen Weihe in einer stimmungsvollen Kundgebung unter Mitwirkung der Partei und ihrer Formationen am Sonntag stattfand. Zu der Feier waren die Politischen ßeiter, SA. und jj, die Hitler-Jugend sowie die Kriegerkameradschaften des Kyffhäuserbundes aus den benachbarten Orten angetreten. Ortsgruppenleiter Kimmel (Alsfeld) hielt die Gedenkrede, in der er auf das geschichtliche Ereignis, das der Feier zugrunde lag, einging. Der Denkstein solle für die deutsche Jugend ein Mahnmal fein gegen Bruderkrieg und die Erinnerung wachhalten an die traurige Zeit der deutschen Zerrissenheit vor 300 Jahren, an deren Stelle heute die geballte Einheit des deutschen Volkes unter Adolf Hitler getreten sei. Er übergab den Denkstein in die Obhut der Gemeinde Öhmes, deren Bürgermeister versprach, das Denkmal in Ehren zu halten und es in der Dorfchronik für alle Zeiten feftzuhalten. Kreisleiter Zürtz (ßauterbach) ging in feiner Ansprache davon aus, es sei angebracht, historisch zu werden und sich einmal mit den wirklichen Ursachen und dem Zweck des so verhängnisvollen Dreißigjährigen Krieges zu befassen, der mit Glaube und Religion nichts mehr zu tun gehabt habe, sondern ein Krieg der Fürsten um die Machternngung gewesen sei. Gegenüber diesen traurigen Geschehnissen werde der Nationalsozialismus alles niederkämpfen, was die neue deutsche Einheit zu trennen versuche, einerlei von welcher Selle und Stelle diese Bestrebungen ausgingen. • Die Feier wurde nach einem Treugelöbnis der HI., gesprochen von Bannführer Bund, in der üblichen Weise geschlossen. Sie wurde von ßieöern und Vorsprüchen der Hitler-Jugend umrahmt. Der stattliche Gedenkstein, ein Findlingsquarzit, der eine Höhe von etwa 3 Meter und eine Breite von 1 Meter hat, enthält in der Mitte eine künstlerisch ausgeführte gußeiserne Platte, die das geschichtliche Geschehnis verkündet. Gewohnheitsverbrecher unschädlich gemacht. LPD. Darmstadt, 27. Okt. Di- Justizpreffe- stelle Darmstadt teilt mit: Der vielfach, u. a. zweimal wegen Totschlags, vorbestrafte 66jährige Strafgefangene Georg Müller aus Eppertshau- f e n wurde durch das Sondergericht in Darmstadt am 26. Oktober zu lebenslänglicher Zuchthausstrafe und zum bauernden Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte verurteilt. Vorsorglich ist die Unterbringung des Verurteilten in einer Heil- unb Pflegeanstalt angeordnet worden. Müller, der gegenwärtig wegen eines im Jahre 1930 begangenenTotschlags eine zehnjährige Zuchthausstrafe verbüßt, hat sich eines Verbrechens nach ZIZiffer 1 des Gesetzes zur Gewährleistung des Rechtsfriedens vom 13. Oktober 1933 schuldig gemacht, indem er im Mai 1937 den im Dienst befindlichen Strafvollzugsbeamten Oberwachtmeister E. im Zuchthaus Marienfchloß durch einen Angriff mit einem Arbeitsmesser zu töten und durch weitere Tätlichkeiten zu erwürgen versuchte. Die richterliche Entscheidung hat damit einen nach seinen Vorstrafen unverbesserlich zu Gewalttätigkeiten und Rohheitsdelikten neigenden Verbrecher aus der Volksgemeinschaft ausgeschlossen. Landkreis Gießen. A Heuchelheim, 25. Okt. Unter starker Beteiligung wurde am gestrigen Sonntag der Rechner der Gemeinde Heuchelheim, Friedrich Steinmüller V., zu Grabe getragen. Der Verstorbene hatte durch eine Kriegsverletzung beide Beine verloren und war gezwungen, feinen früheren Beruf aufzugeben. Seit 1919 versah er das Amt des Gemeinderechners, und er hat sich besonderer Wertschätzung in der Gemeinde erfreut. Bürgermeister Rinn betonte am Grabe die Treue und Gewissenhaftigkeit, mit welcher der Verstorbene fein Amt geführt hat. Trotz seiner schweren Körperbehinderung habe er die Kasse der Gemeinde treu bis kurz vor seinem Tode geführt. Die vielen Kranzniederlegungen am Grabe bewiesen die herzliche Anteilnahme der Gemeinde. *Alten-Buseck,25. Okt. In feierlicher Weise beging am Samstag die Kriegerkamerad- schast Alten-Buseck (Kyffhäuserbund) die Uebergabe der Kyffhäuser-Fahne. Ortsgruppenleiter und Bürgermeister Kahl, Kreisverbands- führer Dr. M o n n a r d mit feinem Stabe, Vertreter der Kameradschaft Wiefeck und die Männer des Reichskriegerbundes Alten-Buseck hatten sich im festlich geschmückten Sachte der Wirtschaft Rühl zusammengefunden. Kreisoerbandsführer Dr. Mon- nard wies in einer kurzen Ansprache auf die Bedeutung der Fahne hin, die schon immer das heiligste Symbol der Deutschen gewesen sei. Die Fahne sei heute mehr als ein äußeres Zeichen. Die Fahne des Dritten Reiches fei nicht nur das Symbol unseres Kampfes und unseres Sieges, sondern auch das Symbol unseres Blutes. Und wenn einer müde werde, dann richte er den Blick auf feine Fahne, die ihm voranwehe, und er werde wieder stark im Glauben an Volk und Führer. Kameradfchafts- führer Rühl übernahm die Fahne und gelobte, in unwandelbarer Treue hinter ihr zu marschieren. An die Feierstunde schloß sich ein Kameradschaftsabend an, der ganz im Zeichen echter Frontkameradschaft verlief. # Staufenberg, 27. Okt. Die Gräfliche Gutsverwaltung Friedelhausen stellte der NSV. zwei Zentner Quitten zur Verfügung, die von der NS.-Frauenschaft zu Marmelade verarbeitet wurden. # Saubringen, 25. Oft. In der jüngsten Gemeinderatssitzung wurde die Bürger st euer wie seither auf 500 Prozent festgesetzt. Die Wasserleitung für die Neubauten an der Gießener Straße wird an die nebenliegenöe Pumpstation angeschlos- l'en. Die Abwässer werden in die Hainbach abgeführt. — Hier wurde von der ßeiterin der N S. - F r a u e n s ch a f t Frl. Schminke eine I u - g e n b g r u p p e gegründet. Die ßeitung der Jugendgruppe hat Gretel Deines. # Daubringen, 25. Okt. Am Sonntag hielten die hiesige Pflicht - und Freiwillige Feuerwehr ihre letzte Hebung dieses Jahres ab. Nach Fuß- und Oerätebienft auf dem Sportplatz bildete ein Brandangriff auf die alte Schule den Abschluß. # Mainzlar, 25. Okt. Am Sonntag konnte man einen großen Schwarm Schneegänse in Richtung Nordost—Südwest über unsere Gegend ziehen sehen. <£ Beuern, 26. Okt. Bürgermeister Fuhr hatte dieser Tage die Holzhauer zu einer Besprechung in den alten Schulsaal eingeladen. In diesem Winter sollen, so teilte Bürgermeister Fuhr mit, 4000 Festmeter Holz gefällt werden, der doppelte Satz wie in den Jahren vorher. Aus diesem Grunde soll bereits am 1. November mit dem Holzeinschlag begonnen werden. Voraussichtlich werden die Holzhauerlöhne eine Erhöhung erfahren. Der neue Tarif liegt allerdings noch nicht vor. Es ist damit zu rechnen, daß auch in diesem Jahre wieder eine Anzahl kleiner ßandwirte bei den Holzhauerarbeiten beschäftigt werden kann. — Gegenwärtig treten in unserer Gemarkung die Mäuse in großen Scharen auf. Die Gemeinde hat Giftweizen ausgegeben. Allenthalben sind die Bauern dabei, ihn auszulegen. gfs. Burkhardsfelden, 25. Oktober. Einen Lehrgang in Gesundheitslehre und häuslicher Kran- Eenpflege führt hier der Reichsmütterdienst im Deutschen Frauenwerk durch. Der Kurs wird von Schwester Elisabeth Müller geleitet, es nehmen 37 Frauen und Mädchen daran teil. <£ Eberstadt, 25. Okt. Im Gasthaus „Zum Adler" fand am Samstag die Generalversammlung des hiesigen Pachtkonfortiums statt. Der Vorsitzende, Bürgermeister G ö r l a ch , leitete die Versammlung. Rechner Hch. Wedemann gab den Kassenbericht bekannt. Dieser schloß mit RM. 11 504,09 in Einnahmen und RM. 11 268,95 in Ausgaben. Für Obst wurden RM. 190,70 eingenommen. Die fürstliche Rentkammer ßich erhielt für Pacht aus dem vergangenen Jahre RM. 11085,20. Die Bilanz fand keine Beanstandung, dem Rechner und dem Vorstand wurde Entlastung erteilt. Das Verpachten verschiedener freigeworde- ner Grundstücke mußte aus dringenden Gründen zurückgestellt werden. Nach reger Aussprache schloß Bürgermeister G ö r l a ch die Versammlung in üblicher Weise. Kreis Wehlar. /+ Wißmar, 25. Okt. In diesen Tagen hielten die Former und Gießer der Buderusschen Eisenwerke ßollar ihren traditionellen sogenannten „H i e tz e r b a l l", den „Tag der schwarzen Männer" im neuhergestellten Saal von Gastwirt Bittendorf ab. lieber 100 Kameraden nahmen aus der ganzen Umgebung teil. Auch die ßeiter der Abteilung Radiatoren ließen es sich nicht nehmen, dabei zu sein. Arbeitskamerad Bertram gab in humorvoller und in heimatlicher Mundart einen Ueberblid über die Erlebnisse und Ereignisse des vergangenen Jahres. Die Kapelle ßyncker tug mit guter Musik zur Unterhaltung bei. — Die Personenstandsaufnahme in unserer Gemeinde weist aus, daß sich die Einwohnerzahl unserer Gemeinde im vergangenen Jahre von 2050 auf 2112 Volksgenossen (1069 männlich und 1043 weiblich) erhöht hat. An selbständigen Haushaltungen gab es im Jahre 1936 488, im Jahre 1937 500. Gewerbebetriebe sind in unserem Orte 78 gezählt worden. < R o d h e i m a. d. Bieber, 27. Okt. Heute gegen 5 Uhr ereignete sich hier ein Unfall, der leicht schlimmere Folgen hätte haben können. Ein mit vier Personen besetzter Kraftwagen aus Königsberg, aus der Richtung Gießen kommend, fuhr auf dem Heimweg durch Rodheim. Am Anfang des Ortes sprang ein Kind auf die Fahrbahn und wurde von dem Wagen erfaßt. Der Fahrer konnte seinen Wagen gleich zum Stehen bringen. Das Kind trug Verletzungen am Bein und leichtere Hautabschürfungen davon. Den Fahrer des Wagens trifft keine Schuld. Kreis Alsfeld. ch Burg-Gemünden, 25. Okt. Die Arbeiten an der Teilstrecke der Reichsautobahn bei Burg-Gemünden sind jetzt in vollem Gange. Von der ausführenden Firma Crutwig (Köln) wurden drei, schwere Dampfbagger ausgestellt und in Betrieb genommen. Um die Erdmassen, die teilweise aus Basalt und Verwitterungsfels bestehen, zu lockern, finden täglich mehrmals Sprengungen statt. Da die Straße von Bleidenrod nach hier wegen Unterführung der Reichsautobahn gesperrt werden muß, ist man mit dem Bau einer Um« gehungsstraße beschäftigt, die ihrer Vollendung entgegengeht. Ebenso wird die Straße von Bernsfeld nach hier verlegt. Vierschnee Nurn ober Arrak mit M und Zucker. Eierschnee. Das Eiweiß läßt sich schneller zu Schnee schlagen, wenn man ihm einige Tropfen Zitronensaft ober eine Prise Salz zusetzt. Eierschwamm, Pfifferling, Dotterpilz — dottergelber, eßbarer wohlschmeckender Pilz mit einer welligen Haut. Eier reinigen. Man bürstet sie mit Essigwasser ab und reibt sie mit einem weichen Tuch trocken. Eieruhr, Sanduhr, deren Sand meist in vier Minuten von einem Teil des Glases ins andere läuft. Eigenblutbehandlung. Ist die Einspritzung von 10—100 ccm Eigenblut, das aus d. gestauten Kubitalvene (a. Arm) entnommen wird; bei Furunkulose, Röntgengeschwür usw. Kann nur der Arzt ausführen! Eigensinn, unbelehrbare Rechthaberei^ bei Kindern Trotz, ein Sichsträuben, etwas zu tun oder zu essen. Der Eigensinn soll nicht ourch Gewalt, sondern durch vernünftiges Zureden und gleichmäßige Behandlung bekämpft werden. Eigentum. Zu Gunsten der Gläubiger des Mannes gelten die beweglichen Sachen, die sich im Besitze eines ober beider Ehegatten befinden, als Eigentum des Mannes; die für den ausschließlichen Gebrauch der Frau bestimmten Sachen, insbes. Kleider, Schmucksachen und Arbeitsgerät als Eigentum der Frau, (siehe bewegt. Sachen). Behält Einatmen sich ein Verkäufer das Eigentum bis zur völligen Bezahlung des Kaufpreises vor, so gehört die verkaufte Sache dem Verkäufer, bis der Preis restlos bezahlt ist. Er kann während dieser Zeit die Sache jederzeit wieder zurückver- langen, sofern nichts anderes vereinbart ist. Der Käufer darf die Sache bis zur völligen Bezahlung weder Weiterverkäufen noch verpfänden, sonst macht er sich strafbar (siehe Abzahlung). Eilsendungen, Postsendungen die den Vermerk tragen: „Durch Eilboten" ober „Sofort zu bestellen" und gegen eine Zusatzgebühr am Bestimmungsort sofort durch einen Voten ausgetragen werden. Einäscherung. Feuerbestattung wird ohne weiteres vorgenommen, wenn der Verstorbene nach Vollendung seines 16. Lebens- jahres die Einäscherung schriftlich angeordnet hat. Verstorbene unter 16 Jahren können nur auf Antrag der Eltern eingeäschert werden. Fehlt eine Willensbekundung des Verstorbenen. |o bestimmen die Angehörigen die Vestattungsart, wobei der Wille des Ehepartners ausschlaggebend ist. Einatmen. Im allgemeinen normaler Vorgang während der gewöhnlichen Atmung — das Einziehen der ßuft. Im besonderen auch Eleichwort für Inhalieren. Wird zu Heilzwecken gebraucht bei trockenem Katarrh der ßuft- roege, bei Bronchitis usw Entweder mit kochendem Salzwasier Praktisch — schön — haltbar. Das kann man von den neuen Eierlöffeln sagen. Sie sind aus Vrek- ftoff hergesiellt und bei Häuser in vielen Farben zu bekommen Dabei aber sind sie noch sehr billig, ßassen Sie sich diese neuen Eierlöffel mal zeigen. 11 3- D. Häuser, Gießen, am Oswaldsgarten, Fernsprecher 2145/2146. S&F-Kaffee die beliebten aromat Mischungen für jeden Haushalt Gebäck 1/i FI.o.Gl. 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