Kr.14? Erster Blatt 187. Zahrgang Montag, 28. Zuni 1037 (br|ct)eira < Ö g Hü), autz« Sonntage and Feiertags Beilagen: Die JUu|triertf (BieRenei Familienblättei Heimat im Bild Die Scholl» Olonats-Besugsprets; Dkit 4 ‘Beilagen RM. 1.96 Ohne Illustrierte , 1.8C Zustellgebühr .. , -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Fernsprechanschlüsse enter Sammelnummer 225) Anschrift für Drahtnachrichten Anzeiger Gießen Poftscheckkonto: Frankfurt am Main 11686 Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druch und Verlag, vrühl'sche Univerfttats Such- und Steinönidcrd R. Lange In Giessen. Schristleitung und Geschäftsstelle: Schulstraße 7 Annahme von Anzeige» für Oie Mittagsnummer bis 8*/.UHr Oes Vormittag- Grundpreise für 1 mm höhe für ‘Anzeigen von 22 mm Breite 7 Npf., für Textanzeigen von 70 mm ‘Breite 50Npf..Platzvorschrift nach oort) Berembg. 25°/n mehr. Ermäßigte Grundpreise: Stellen-, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Npf, Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B Deutschland nimmt den Schutz seiner Ehre und Sicherheit in seine eigenen Hande. Deutschlands erstes Reichsseminar für Kindergärtnerinnen. In Steinetal bei Ziegenhain (Kurhessen) wurde das Reichsseminar für Kindergärtnerinnen und Hortnerinnen der NSV. seiner Bestimmung Der Führer auf dem Gautag Main-Franken in Würzburg. übergeben. Hauptamtsleiter Hilgenfeldt sagte: Durch den Kindergarten würden die Frauen entlastet, damit sie die Notwendigkeiten des Vierjahres- Würzburg, 27.Juni. (DNB.) Den Höhepunkt des Gautages des Gaues Main-Franken, der sein zehnjähriges Bestehen feierte, bildete am Sonntag der Besuch des Führers und Reichskanzlers. Gegen 11 Uhr traf der Führer im Hauptbahnhof ein, wo ihm Gauleiter Dr. Hellmuth den Willkommensgruß des Gaues entbot. In der Begleitung des Führers sah man u. a. Botschafter SS.-Gruppenführer von Ribbentrop. Als der Führer zum Residenzplatz fuhr, umbrauste ihn unbeschreiblicher Jubel. Auch bei seinem Eintreffen auf dem Residenzplatz wurden ihm minutenlange Huldigungen zuteil. Die Kundgebung eröffnete Gauleiter Dr. Hellmuth Als der Führer hierauf an das Mikrophon trat wurde er wieder mit einem nicht endenwollenden Sturm der Begeisterung begrüßt. Der Führer skizzierte in seiner Rede in kurzen Strichen die trostlose Lage und den wirtschaftlichen Ruin, den der Nationalsozialismus im Jahre 1933 vorfand. Er zeichnete den seitdem beschrittenen Weg, der ein Weg der Arbeit und der An- strengung, aber auch ein Weg des Erfolges war. So wurde ein neues Volk geboren — in Schmerzen, so wie alles, was geboren wird, nur unter Schmerzen geboren werden kann. Ich glaube aber, daß wir vor der Geschichte sagen können, daß in keinem der geschichtlichen Fälle dieser schmerzliche Prozeß klüger, vernünftiger, vorsichtiger und gefühlvoller vollzogen wurde, als bei uns. Die Zukunft wird diesen Prozeß einmal als einen der klügsten — ich darf wohl sagen — als einen der genial st en bezeichnen, die jemals stattfanden, als eine der gewaltig st en Revolutionen, die dabei in keinem Moment ihres Ablaufes den Roden der unbedingten Legalität verlassen hat. Der Führer sprach von der nationalsozla- listischen Wirtschaflsauffassung. Entscheidend ist nicht, was eine Ration an Geld druckt und ausgibt, sondern was an Werken der Arbeit hinter diesem G e l d e st e h t. Rur die Steigerung der Produktion komme dem ganzen Volke zugute. Es sei dabei unser Entschluß, das ganze Volk immer mehr und steigend an den Ergebnissen dieser ungeheuren Arbeitsintensität teilnehmen zu lassen. Der Vierjahresplan verfolgt den Zweck, uns auf einer Reihe von Gebieten unabhängig zu machen von der Umwelt, nicht aber uns von ihr zurückzuziehen. Der Vierjahresplan soll Deutschland nur davor bewahren, von jedem Drillen nach Belieben erpreßt werden zu können. Wir wollen mit ihm gewisse Grundlagen unserer Rationalwirtschaft sicherstellen, und keine Wacht der Welt kann uns auch nur einen Zentimeter davon abbringen. Gegenüber den sinnlosen Vorwürfen, Deutschland wolle sich vom Welthandel zurückziehen, erklärte der Führer mit Rachdruck: Davon kann keine Rede sein! 3m Gegenteil, wir wollen mit dem Auslande noch mehr als bisher handel treiben und Geschäfte machen. Dafür sprechen schon unsere Handelsbilanzen. Die deutsche Ausfuhr und Einfuhr steigen fortgesetzt und werden, so Gott will, es auch weiterhin tun. Das kollektive System hüt verkäst. Eine Erfahrung, die wir niemals vergessen werden. Ueberhaupt hat das nationalsozialistische Deutschland nur den einen Wunsch, unter Wahrung seiner eigenen Rechte mit der gesamten Umwelt friedlich zu leben Und freundschaftlich zusammenzuwirken. Allerdings haben wir begründete Zweifel an der Wirksamkeit gewisser internationaler Versprechungen oder Zusicherungen. Ich habe versucht, die Wirksamkeit solcher internationaler Abmachungen in der Praxis nun einmal in einem bestimmten Fall prüfen zu lassen. Sie wissen, daß neulich erst kommunistisch-bolschewistische, Verbrecher in einem heimtückischen Ueberfall e i n d e u t- sches Schiff mit Bomben bewarfen, was uns 31 Tote und 73 Verletzte gekostet hat. (Stürmische Entrüstungsrufe.) Ich habe mich damals entschlossen, von uns aus den Herren von Valencia sofort jeneWarnung zuteil werden zu lassen, die meiner Ueberzeugung nach allein geeignet ist, solche Verbrecher zur Ordnung zu rufen und ihnen klar zu machen, daß die Zeit, in der man die deutsche Nation in solcher Art behandelt, ein für alle Mal abgeschlossen und vorbei ist. (Begeisterter Beifall der Massen.) Nun erklärte man, das würde ein ganz ungerechtfertigtes Vorgehen sein. In dieser modernen Zeit müßte man jene I n st i t u t i o n e n für solche Maßnahmen einschalten, die sich zur Zeit überall bemühen, die Verteidigung der Interessen der Völker von den einzelnen Staaten weg in kollektive H ä n d e zu legen. Ich habe diesem Verlangen stattgegeben, und gingen in die Kontrollkommission zurück mit dem guten Wunsch und der aufrichtigen Hoffnung, daß sich solche Pläne nun auch in der Praxis verwirklichen würden. Da nach unserer Erklärung, von jetzt ab jedes sich nähernde rote Flugzeug und Ueberseeschiff sofort unter Feuer zu nehmen, den bolschewistischen Verbrechern Angriffe über See nicht mehr möglich waren, sind die bolschewistischen Machthaber nun unter Die See gegangen und haben v i e r Torpedoangriffe auf die „Leipzig" unternommen. (Erregte Rufe der Massen.) Wir haben nun erwartet, daß die internationale Solidarität eine kollektive gemeinsame Veschützung des Friedens veranlassen würde. Aber Sie haben es ja selbst erlebt: Es sollten Kommissionen gebildet werden zwecks Untersuchung, ob... usw. Wir haben nichts anderes verlangt, als daß den MaHthabern in Valencia wenigstens durch eine gemeinsame Kundgebung aller beteiligten Kontrollmächte gezeigt wird, daß sie es nicht mehr mit einer, sondern mit allen Mächten zu tun haben. -Aber selbst diese bescheidene Aktion war nicht mehr durchzuführen. Daraus können Sie ersehen, was wir Deutschen zu erwarten hätten, wenn wir jemals das Schicksal des Reiches den Händen derartiger Institutionen oder solchen Abmachungen ausliefern würden. Davon aber kann man nun in London überzeugt sein. Die Erfahrungen, die wir dieses Wal gemacht haben, sind für uns eine Belehrung, die mir niemals mehr vergessen werden! Wir werden von jetzt ab in solchen Fällen doch lieber die Freiheit, die Unabhängigkeit und Ehre und die Sicherheit der Ration in unsere eigenen Hände nehmen und uns selb st beschützen! (Begeisterter lang anhaltender Beifall.) Und Gott sei dank, wir sind heute auch stark genug, um uns selbst schützen zu können. (Erneuter Beifallssturm.) Wir haben aus diesem Vorgang Konsequenzen gezogen, die für die ganze Zukunft wirksam sein werden. Redensarten in Parlamenten oder von Staatsmännern werden uns in Zukunft nicht mehr einnebeln können. Wir haben einen Angriff erlebt, seine Behandlung gesehen und sind dadurch geheilt für immer! 3ch hatte getan, was man pflichtgemäß tun mußte. Es wurde versucht, und heute kann niemand mehr in der Welt erklären, daß wir böswilligerweise irgendwie voreingenommen seien gegen kollektive Abmachungen. Rein! hätte sich diese kollektive Abmachung vom 12. Juni bewährt, hätte man es sich vielleicht überlegen können, ob man nicht doch noch weitergeht. Rachdem sich aber s e l b st diese kleinste Abmachung in der Praxis als undurchführbar erwies, soll das für uns nun eine Warnung fein, eine ähnliche Enttäuschung eines Tages nicht vielleicht in einem schlimmeren Fall noch einmal zu erleben. Jede Katze kann sich einmal die Pfoten verbrennen und jeder Wenfch einmal Fehler machen, aber nur Hatten tun das gleiche zweimal! Weder ich noch die deutsche Ration haben nun Lust, sich ein zweites Wal in eine solche Gefahr zu begeben. (Lang anhaltende brausende Zustimmungskundgebungen. Der Führer wandte sich dann den Zukunftsauf- aaben der inneren Einheit unseres Volkes zu. „Wir deutsche Nationalsozialisten glauben auf dieser Erde außer an unseren Herrgott im Himmel zunächst an unser deutsches Volk! (Lang anhaltende stürmische Zustimmung.) Das gibt uns die Kraft, ungeheure Aufgaben zu übernehmen mit dem Blick in eine ferne Zukunft. Das Allein ist die Ursache, warum wir so viel Projekte beginnen, die auf Jahrzehnte hinaus bemessen werden müssen. Ich glaube an den Nationalsozialismus und an die Partei als die Träger dieser Gedanken! Das ist die Stärke, die uns alle erfüllt, uns geleitet, und die uns immer wieder den Erfolg schenken wird! Dabei kann ich bestimmten Zweiflern auch noch folgendes sagen: Ich bin mir darüber klar, was ein Mensch kann und wo seine Begrenzung liegt, aber ich bin der Ueberzeugung, daß die Menschen, die von Gott geschaffen sind, auch dem Willen dieses Allmächtigen nachleben sollen. Gott hat die Völker nicht geschaffen, daß sie sich in Leichtsinn selbst aufgeben, vermanschen und ruinieren, sondern daß sie sich so erhalten, wie Gott sie geschaffen hat! (Stürmische Zustimmung.) Indem wir für ihre Erhaltung eintreten in der Form, wie Gott es gewollt hat, glauben wir, daß wir auch dem Willen des Allmächtigen entsprechend handeln. So schwach der einzelne Mensch ist gegenüber der allmächtigen Vorsehung und ihrem Willen, so unermeßlich stark wird er in dem Augenblick, in dem er im Sinne dieser Vorsehung handelt. Dann strömt aus ihm jene Kraft hernieder, die alle großen Erscheinungen der Welt ausgezeichnet hat. Wenn uns nicht die Vorsehung geleitet hätte, würde ich diese schwindelnden Wege oft nicht gefunden haben. So sind wir Naionalsozia- listen auch im tiefsten Herzen gläubig! Wir können es gar nicht anders; es kann niemand Völker- oder Weltgeschichte machen, wenn er nicht zu seinem Wollen und Können den Segen dieser Vorsehung hat." Minutenlange Jubelstürme brausen über den weiten Platz vor der Residenz dem Führer entgegen, als er geendet hat. planes erfüllen könnten. Wir können aber eine Tat immer nur aus der Idee des Nationalsozialismus heraus Wirklichkeit werden lassen. Deshalb habe auch der heutige Kindergarten eine andere Gestaltung erfahren. Wir müßten neben der Seele des Kindes auch den Körper erziehen. Wenn wir einmal Männer haben wollten, die hinter den Maschinen, hinter dem Pflug stark und gesund ihre Arbeit anpacken könnten, dann müßten wir beim Kleinkinde beginnen. Ebenso verhalte es sich, wenn wir gesunde Mütter haben wollten, die ihre Kinder richtig erziehen und die Lasten des Alltags zu tragen verständen. Die NSV. sei dabei, weitere Seminare zu schaffen. Nach dem Examen würden die Mädel hinausgehen, erfüllt von der Idee, die hier vermittelt worden sei, um am Volk und im Volk aus der Idee heraus die Zukunft zu gestalten. Einführung des neuen GauproWandaleiters. 0er Gauleiter dankt dem pg. Müller-Scheld für seine Aufbauarbeit im Gau. Im Spiel- und Festhaus der Stadt Worms, in dem zugleich zum letzten Male die Hebbelschen Nibelungen aufgeführt wurden, waren am Sonntag die Propagandaleiter aus dem Gau Hessen-Nassau versammelt, dazu die Männer des Gaurings, viele Gauamtsleiter und Kreisleiter und Hauptschriftleiter der rhein-mainischen Presse, um an der Verabschiedung des Gaupropagandaleiters und Landeskulturwalters Wilhelm Müller- Scheid und der Einführung des neuen Gaupropagandaleiters Willi S t ö h r teilzunehmen. Parteigenosse Müller-Scheld, der oum 1. Juli in den engsten Mitarbeiterkreis von Dr. Goebbels' berufen worden ist, entwarf die Grundzüge nationalsozialistischer Propaganda. An Beispielen aus der Geschichte zeigte er, daß immer das gleiche Mittel, mit dem die Macht aufgerichtet wurde, auch diese Macht wieder vernichtet. Das Mittel, das zum ersten Male der Führer angesetzt Pg. Müller-Scheid. (Aufnahme: Rosenbauer.) habe, sei, die Macht auf völlig legalem Wege zu erobern, denn nur d i e Macht hat Bestand, die natürlich wächst. Die nationalsozialistische Propaganda war darauf abgestimmt, das Volk zu gewinnen. Der Führer wußte als Soldat des großen Krieges, daß er das Volk nur dann mitreißen und überzeugen könne, wenn er selbst immer an der Spitze des Kampfes stünde. Daher komme bei der nationalsozialistischen Propaganda den Versammlungen so große Bedeutung zu. Von Versammlungswelle zu Versammlungswelle wuchs die Anhängerschaft, und nach dem Gesetz der Lawine mußten wir die Macht erringen. Immer aber stand als leuchtendes Vorbild der Führer an der Spitze. Die Propaganda ist die große Kunst, eine Idee in Szene zu setzen. Unsere Macht wird nur zu brechen fein, wenn andere Gruppen überzeugender mit dem Volke sprechen können als wir. Auch heute ergreift der Führer bei wichtigen Entscheidungen immer selbst das Wort. Jeder kann ihn hören. Nur so konnte die Bewegung das grenzenlose Vertrauen des Volkes gewinnen. Heute aber hat die Propaganda die Aufgabe, das' Feuer, das der Führer in den Herzen der Deutschen entfacht hat, immer neu zu schüren, daß es nie erlischt. Parteigenosse Müller-Scheld dankte dann seinen vielen Mitarbeitern, auch den vielen ungenannten im letzten Ort, die immer ihre Pflicht getan haben. Er sprach die Ueberzeugung aus, daß auch sein Nachfolger, als einer der besten Redner unseres Gaues, in der gleichen Art die Propaganda fortführen werde, und gab bekannt, daß der Gauleiter den bisherigen Gaustudentenführer Conrad zum Kulturreferenten berufen habe, der nun den Auftrag habe, in der kulturellen Arbeit, die mit der Wiesbadener Gaukulturtagung begonnen wurde, den neuen Gaupropagandaleiter zu unterstützen. Zum Schluß wandte er sich an den Gauleiter, dem er mit herzlichen Worten dafür dankte, daß er ihm in all der Zusammenarbeit seit 1932 nicht nur ein so vorbildlicher Vorgesetzter, sondern daß er ihm darüber hinaus väterlicher Freund war. Der Gauleiter erinnerte an den gewaltigen Aufbau, der nur dadurch möglich ist, daß der Führer mit seiner ungeheuren Kraft Mann um Mann eroberte, und führte weiter aus: Schon in der Kampfzeit wuchsen die Aufgaben riesig. Der Bedarf an Kräften als Politische Leiter, SA.- und SS.-Führer stieg immer mehr, als das Volk in Scharen kam und nun zu Soldaten Adolf Hitlers erzogen werden sollte. Als 1932 an mich die Frage herantrat, einen Profi a g a n d a l e i t e r zu suchen, mußte es ein Mann fein, der durch eigene Initiative die Arbeit forttragen konnte. Meine Wahl traf Müller-Scheld, der noch nicht, turmhoch in der Partei stand, der aber als junger Kriegsfreiwilliger feinen Mann gestanden hatte, in dem große Energien lagen und der das Leben feines Volkes und das der Welt kannte. Heute kann ich sagen, daß ich über Kampf, — Sieg und positive Gestaltung meine Wahl nicht zu bereuen hatte. „Ich danke Ihnen dafür", so sagte der Gauleiter weiter, „daß Sie Eckpfeiler für die Zukunft geschaffen haben, auf denen nun meitergebaut werden kann. Sie haben die Landesstelle organisiert und die Presse auf einen Nenner gebracht, so daß wir heute sagen können, daß die Presse des Gaues Hessen-Nassau so geht, wie es der Wille des Führers vorzeichnet. Die Presse ist wieder eine Einheit! Gerade auf kulturellem Gebiete bedauere ich Ihren Fortgang, aber Sie haben mir versprochen die Gaukultur woche noch durchzufuhren, und bei ihr völlig neue Wege zu beschreiten." Der Gauleiter fuhr dann fort, bis 1933 hatten mir an allen Stellen Kerle stehen, sonst hätten wir Pg. Stohr. (Aufnahme; Pictzel.) Aufsicht über die Geschäftsführung der einzelnen Kammern und ihren Organisationen im Gau Hessen- Nassau. 1935 wurde Müller-Scheld in den Reichskultursenat berufen und gleichzeitig zum Präsidialrat der R e i ch s t h e a t e r- kammer ernannt. Trotz der vielen Aufgaben und Arbeiten, die Tag für Tag an Müller-Scheld herantraten, hat er inzwischen in seinen wenigen freien Stunden eine neue Komödie geschrieben, die voraussichtlich bereits Anfang der kommenden Spielzeit zur Uraufführung gelangen wird. Wenn er nunmehr den Gau Hessen-Nassau verläßt, um in Berlin wieder neue und größere Aufgaben zu lösen, wird er doch, nach wie vor, seinem Heimatgau, in dem auch seine Geburtsstätte liegt, mit allen Fasern verbunden bleiben. Wie schon so oft, gibt unser Gau diesmal wieder einen seiner besten Aktivisten an die Führung des Reiches ab. Hessen- Nassau tut es im Bewußtsein der Ehre und des Stolzes, die damit verbunden sind. Der neue Gaupropagandaleiler. NSG. Der bisherige persönliche Adjutant des Gauleiters, Willi Stöhr, der jetzt vom Gauleiter zum Gaupropagandaleiter berufen wurde, ist am 6. November 1903 in Wuppertal geboren. Nachdem er die Volks-, Mittel- und Oberrealschule besucht hatte, erlernte er nach dem Abitur den Kauf- mannsbevuf in einer Maschinenfabrik. Seme frühzeitige Beschäftigung mit der Politik führte ihn schon 1922 über den Deutsch-Völkischen Schutz- und Trutzbund der NSDAP, zu. Nach Auflösung der NSDAP wurde er Mitglied der Verbotspartel. Anfang 1925 siedelte er nach Köln über, wo er einige Jahre als Werkstudent arbeitete. 1929 trat er dem NSDStB. bei; 1930 trat er wieder in die Partei ein und tat Dienst als SA.-Mann und als Gauredner. Seit 1931 studierte er an der Universität Frankfurt Volks- und Betriebswirtschaft. Eine Verhaftung bei einer Studentenoersammlung Ende 1932 bereitete seinem Studium ein frühes Ende. Im gleichen Jahre wurde er zum Ortsgruppenleiter Ffm.-Günthersburg berufen. Anfang 1933 erhielt er den Auftrag, am Aufbau der Hitlerjugend mitzu- arb eiten. Zunächst war er Standortführer in Frankfurt und Wiesbaden, dann Bannführer des Bannes 80 und Oberbannführer der HI. in Frankfurt a.M. Am 15. Oktober 1933 berief ihn dann der Gauleiter zu feinem persönlichen Adjutanten unter gleichzeitiger Ernennung zum Gauamtsleiter. Damals wurden zum erstenmal im Gau Hessen-Nassau den Hoheitträgern HJ.-Adjutanten zugeteilt, die so zur Mitarbeit in der politischen Leitung herangezo- gen werden. Anfang 1935 wurde Stöhr Mitglied | des Reichstags und Provinzialrat der Provinz Hes- , sen-Nassau. Ab 1936 auch Gauinspekteur. Nationalsozialistische Sinngebung deutscher Wissenschaft. Reichsminister Rust spricht zur 200-Zahrfeier der Universität Göttingen. die Macht nie erobern können. Nach 1933 aber mußten wir den Kampfboden wechseln und viele Kräfte an die Verwaltung abgeben. Der Führer hat aber bestimmt, daß die Partei einen einheitlichen Körper darstellt, daher müssen wir für den Führernachwuchs sorgen. In der Partei wird es, wo es nötig ist, einige hauptamtliche Führer geben und dazu immer ehrenamtliche, die sich ausschließlich einer Arbeit widmen und nicht mehr als ein Amt haben, das sie als ihre Lebensaufgabe ansehen. Nur dadurch wird die Partei ein geschlossenes Ganzes. . Die Wirtschaft muß immer mehr erkennen, daß nicht der Mammon, sondern der Geist regiert und der Führer allein auch ihr die Befehle erteilt. Ueberall regen sich schon die neuen Kräfte und nach einem Jahre schon werden wir sehen, daß unerhörtes geleistet worden ist, was wir heute noch nicht ahnen. Der Führer hat die Kraft und fuhrt uns so, daß wir führend in der ganzen Welt da- stehen. Wir helfen, wo es nur geht und werden dafür sorgen, daß die nationalsozialistische Wirtschaftsauffassung durchdringt. Die DAF. hat sich auf diesem Gebiete als außerordentlich segensreich ent wickelt. Alle Versuche, uns k o n f e s s i o n e l l zu spalten, werden Versuche bleiben. Wir sehen die Dinge so, wie sie sind. Im Nationalsozialismus hat der Führer eine große Einheit geschaffen, die alles umfaßt. Wir stehen Überall noch am Beginn der Erfüllung des Nationalsozialismus, aber überall kommen wir der Verwirklichung näher. Erst in der Zukunft wird er sich ganz entwickeln, wenn ein oder zwei Generationen unserer Jugend im Nationalsozialismus aufgezogen wurden. Die Erziehung ist eine schwerere Aufgabe, als die Aufgaben in der Kampfzeit waren. — Der neue Gaupropagandalei- ter übernimmt ein gutes Erbe, an dessen Entwicklung er Freude haben wird. Parteigenosse Stöhr gehörte schon 1922 der Partei an. Er stand lange an meiner Seite und wird auf den Säulen und Pfeilern, die Müller-Scheld gefügt hat, weiterbauen. Gau-propagandaletter Stöhr führte dann etwa aus: „Vier Jahre hatte ich die Ehre, Gauleiter, ihr persönlicher Adjutant zu sein. Ich bin froh und glücklich gewesen, diese Jahre an Ihrer Seite zu erleben, in denen das Volk zur Einigkeit geführt und der Grundstein zu einem besseren Deutschland gelegt wurde. Ich kann wohl am besten das Ausmaß ermessen, wie Sie, als Gauleiter und als Reichsstatthalter in Hessen, dem Führer geholfen haben. Diese vier Jahre sind die bedeutungsvollsten Jahre meines Lebens. Ich danke Ihnen in dieser Stunde für alles, was ich bei Ihnen gelernt habe. Für die politische Schau und die weltanschauliche Festigung, für die Zähigkeit und den Fleiß, die Sie mich lehrten, ein Ziel zu erreichen. Ich danke Ihnen aber auch für das menschliche Verstehen, das Sie mir immer entgegengebracht haben. Dadurch allein wird das Vertrauen der Mitarbeiter auf Sie begründet und umgekehrt können auch Sie sich auf Ihre Mitarbeiter verlassen. In dieser Stunde haben die Propagandaleiter im Gau ein Recht, zu erfahren, in welchem Geist und in welcher Gesinnung ich die Arbeit fortführen werde. Ich kann Ihnen versichern, es wird der Geist und die Gesinnung des Kämpfers fein, wie ihn der Gauleiter vorhin und Parteigenosse Müller-Scheld geschildert haben. Wir haben aus der Kampfzeit die großen Vorbilder, denen wir mit glühendem Herzen folgen, wie wir genau so das hassen, was irgend etwas mit Landesverrat zu tun hat. Wir glauben an das deutsche Volk und seinen Führer, in diesem Geist arbeiten wir weiter wie bisher. Helfen Sie mir mit in der gleichen Gesinnung. Als Kameraden wollen wir an dem 1000jährigen Reich arbeiten und unser Wahlspruch sei: alles für Deutschland, alles für den Führer!" Wilhelm Müller-Scheld. NSG. Wilhelm Müller-Scheld, der vor seiner im Sonner 1932 vom Gauleiter erhaltenen Berufung als Gaupropagandaleiter in die Gauleitung Hessen-Nassau in Idstein im Taunus als freier Schriftsteller lebte, wurde 1895 als vierter Sohn eines Dolksschullehrers geboren. Den Krieg machte Müller-Scheld vom 8. August 1914 bis zum Ende als Kriegsfreiwilliger mit, vom 31. August 1916 ab als Offizier. Neben den verschiedensten Kommandos, die er innehatte, war er längere Zeit Kompanieführer und zuletzt Bataillonsadjutant. Bereits für sein Verhalten im ersten Gefecht wurde ihm das Eiserne Kreuz 2. Klasse verliehen. Später kamen das Eiserne Kreuz 1. Klasse und die Hessische Tapferkeitsmedaille hinzu. Müller-Scheld gehörte zu der Generation, die noch vor Abschluß der ersten inneren Entwicklung von den erschütternden Erlebnissen des Krieges derart innerlich berührt wurde, daß viele Jahre nötig waren, um sich aus dieser Fülle gegensätzlicher Eindrücke zu einer klaren Weltaufsassung durchzuringen. In sechs freien Studienjahren beschäftigte er sich mit den verschiedensten Interessengebieten. Zuerst hatte Müller-Scheld die Absicht, Journalist zu werden, um so aus der Fülle seiner Erlebnisse und Eindrücke an der Ueberwindung der Nachkriegsverwirrung mitzuhelfen. Aber immer mehr entwickelte sich bei ihm eine starke Neigung für das Theater. Von den zahlreichen Dramen, die er vor seiner Tätigkeit in der Gauleitung schrieb, wurden „Anna-Maria" und „Ein deutscher namens Stein" mit Erfolg aufgeführt. Das „Stein"-Schaufpiel ist inzwischen von sechs großen Theatern gespielt worden und wird demnächst auch in den Spielplan weiterer Theater ausgenommen. Don dem Tage seiner Berufung als (9 a u p r o = pagandaleiter hat sich Müller-Scheld fast fünf Jahre lang mit aller Kraft den hier gestellten Aufgaben gewidmet. Außer seiner ausgedehnten Tätigkeit als Redner waren große organisatorische Aufgaben (Staatsfeiertage, Wahlen, der Gautag 1936, Fahrt der Alten Garde 1936 und vieles andere) zu lösen, ferner ist Müller-Scheld auf kulturellem Gebiet mit starken Anregungen heroorge- treten (so zuletzt die Nibelungen-Festspiele in Worms). Die Festhallen-Kundgebung mit dem Führer und mit Dr. Goebbels wurden in einer Weise entwickelt, daß sie wiederholt als Vorbild bezeichnet wurden. Der „Völkische Beobachter" schreibt schon am 31. Oktober 1933: „Wenn man von einem ois- herigen Höhepunkt des Deutschlandfluges sprechen kann, dann war es Frankfurt a. M. Diese überdimensionale Kundgebung dürfte die anderen Gaue anspornen, für die nächsten Etappen der Wahlkreise Kundgebungen aufzubauen, die mit Frankfurt a. M. in einem Atemzug genannt werden können." Am 3. Juli 1933 wurde Müller-Scheld mit der Leitung der damals neu aufzubauenden Landes- stelle Hessen-Nassau des Reichsministeriums für Volksaufklärung und Propaganda beauftragt. Als Landeskultur walter hatte er außerdem die Göttingen, 26. Juni. (DNB.) Der zweite der festlichen Göttinger Universitätstage brachte am Samstag die Feierstunde der Uniper fi3 t ä t. Bei herrlichem Sommerwetter zogen die Hochschullehrer unter Führung des Rektors Professor Dr. N e u m a n n und unter Dorantritt einer studentischen Kameradschaft von der Universitäts-Aula zum Adolf-Hitler-Platz. Hier emping der Rektor den Reichserziehungsminister und Gauleiter R u st. Der feierliche Zug, in dem man viele Vertreter in- und ausländischer Universitäten in ihrem Ornat sah, bewegte sich bann in die mit den Fahnen der Länder der ausländischen Gäste, des Dritten Reiches und des NSD.-Studentenbundes uusgeschmückte Halle. Hier hatten sich inzwischen die zahlreichen Ehrengäste eingefunden, darunter Generalfeldmarschall von Mackensen, Vertreter der Partei und ihrer Gliederungen, der staatlichen und städtischen Behörden, der Wehrmacht und der alten Armee. Eingeleitet wurde die Feierstunde mit der Uraufführung der von Wolfgang F o r t n e r - Heidelberg nach Worten von Wolfram Brockmeier komponierten Feierkantate unter Leitung des Dirigenten und unter Mitwirkung des Orchesters und des Ehors der Göttinger Händel-Festspiele. Der Rektor der Universität Gotftngen Prof. Dr. Neumann, gab darauf einen eingehenden Rückblick auf 'die Geschichte der Universität. Anschließend sprach der Göttinger Studentenführer cand. med. Werner Meyer, der darauf hinwies, daß die Jubelfeier der Universität in die Zeit eines großen geschichtlichen Aufbruches falle. Den Höhepunkt der Feierstunde bildete die große Rede des Reichsministers Rust, der wiederholt von starkem Beifall unterbrochen wurde. Aeichsminister Aust führte u. a. folgendes aus: 200 Jahre Göttinger Universitätsgeschichte umschließen eine Epoche deutschen Geisteslebens, in der trotz einigen großartigen Schöpfungen von ausgesprochen deutscher Prägung sich doch im ganzen fortschreitend philosophische Lehren und politische Doktrinen auf deutschem Boden ausbreiten, die nicht auf ihm gewachsen sind. Doch diese Lehren hatten ihre Zeit, und nicht um ihrer zu gedenken sind wir heute zusammengekommen. Unvergänglich aber und auch für uns fruchtbar ist die Kraft, der die eigentümliche deutsche Wissenschaft der neueren Zeiten ihre Entstehung verdankt, und zu deren ersten selbständigen Schöpfungen auch die Georg-August- Uniüerfität gehört. Die nationalsozialistische Bewegung war von ihrem Anbeginn auf nichts anderes gerichtet, als einem an sich selbst verzweifelnden und sich selbst entfremdeten deutschen Volke die ursprüngliche Richtung seines Wesens wiederzugeben und sein Leben aus der eigenen Nakur, frei von den verderblichen Einflüssen volksfremder Vorstellungen zu gestalten. So ist die Nationalsozialistische Bewegung der siegreiche Aufstand eines ganzen Volkes gegen fremdgeistige Unterwerfung, ein Selbstbefreiungswerk, wie es die Geschichte nicht kennt. Nicht dieses ober jenes Mannes, dieses ober jenes Ereignisses also wollen wir heute gebenden, fonbern jener gewaltigen Bewegung ber Geister, welche biete erste nichtmittelalterliche deutsche Universität ihre Entstehung verdankt. Wenn auch nicht unmittelbar, so doch mittelbar verdanken wir die Göttinger Universität dem Kämpfermute der Männer, die die unabhängige moderne Wissen- chaft begründet haben. Wie das 17. Jahrhundert im Kampfe stand um das richtige Bild vom Kosmos, so stehen wir heute im Kampfe um das der Wirklichkeit entsprechende Bild vom Menschen. Der Nationalsozialismus gründet sein ganzes Tun und Handeln auf der Erkenntnis ber ewigen Gesetze bes natürlichen Daseins. Daraus erklärt sich seine lebenbige Anteilnahme an einer neuen Wissenschaft, bereu Aufgabe keine anbere ist, als eben biese ewigen Gesetze zu erforschen. hier zeigt sich der fruchtbare Zusammenhang zwischen Wissenschaft und Nationalsozialismus: Wir sind nicht diejenigen, die sich darauf beschränken, die Wissenschaft zu dulden und uns mit ihr zu vertragen oder im äußersten Falle die Verträglichkeit unserer Weltanschauung mit der Haltung freier Wissenschaft unter Beweis zu stellen. Der Nationalsozialismus hinkt nicht hinter der Wissenschaft und ihren Leistungen her, sondern er schafft den schon vorhandenen Ansätzen der organischen Wissenschaft Raum zur Entfaltung und holt den wahren Sinn aus ihr heraus. Gerade die Wissenschaft erhält von dieser Entdeckung einen entscheidenden reoolutio» nären Anstoß. Denn der Rassegedanke ist dazu berufen, die Scheidewände, die das Denken ber hinter uns liegenden Epochen zwischen dem Reich des Geistes unb der Natur aufgerichtet hat, niederzureißen. So wird der Rassegedanke zu einem Stachel für die Wissenschaft, das Leben in seiner Ganzheit unb feiner Wirklichkeit zu begreifen. Der deutschen Wissenschaft hat die nationalsozialistische Revolution der Weltanschauung eine Aufgabe von gleichfalls revolutionärem Ausmaß ge- tellt. Sie wirb diese Aufgabe nur lösen, wenn sie von Männern getrieben wirb, bie mit bem gleichen Mut und der gleichen unerschütterlichen Redlichkeit des Geistes bereit sind, die Grundlagen ber Erkenntnis aufzuführen und in neue Tiefen vorzudringen, wie wir sie an den Männern verehren, die seinerzeit der Wissenschaft gegenüber den überlieferten Vorstellungen Bahn brachen. So wollen wir in dem Augenblick, in dem unwissenschaftlicher Geist erneut zum Angriff antritt, gegen echtes und unbeirrbares Forschertum, an einer ehrwürdigen Stätte deutscher Wissenschaft jener Großen im Reiche der Erkenntnis gedenken. Die Sonntagsveranstaltungen wurden eröffnet mit dem traditionellen Festgottesdienst in der Johanniskirche, bei dem Prof. D. @ o garten bie Festpredigt hielt. Dann begaben sich bie Ehrengäste in die mit den Fahnen des Reiches und der bei den Feierlichkeiten vertretenen Nationen geschmückte Festhalle. Nach den einleitenden Klängen der Ouvertüre D-dur von Johann Sebastian Bach begrüßte ber Rektor Prof. Neumann die Gäste. In seiner Festrede behandelte Pros. Dr. Heyse das Wesen der wissenschaftlichen Akademie in Europa. Es folgten die Begrüßungen durch die deutschen und ausländischen Ehrengäste und Abordnungen, bie Verkündung der Ehrenpromotionen und die Ernennungen zu Ehrenbürgern der Universität. Im Rahmen der Jubiläumsfeierlichkeiten wurde das Haus der NS.-Frauenschaft in Göttingen mit einer Feierstunde seiner Bestimmung übergeben. Eine kleine Schau zeigt den Kulturkreis der niedersächsischen Frau unb soll insbesondere den ausländischen Gästen den starken Anteil der deutschen Frau am kulturpolitischen Leben ihres Volkes unter Beweis stellen. In einer Ansprache gab bie Reichsfrauenführerin Frau Scholtz - Klink bekannt, daß in der letzten Zeit 220 zusätzliche Häuser zu den Verwaltungsstellen der Frauenschaft hinzu- gekommen find, in denen bie praktische Arbeit der Frauen gezeigt wirb. In jeber bputschen Universitätsstab t, in der Frauen studieren, sollen Arbeitsgemeinschaften gebildet werden. Für den Aufgabenbereich der NS.-Frauenschaft bestehe ein starker Bedarf an wissenschaftlich ausgebildeten Frauen. Glückwünsche und Ehrenpromotionen. Glückwünsche zum Universitätsjubiläum sprachen aus: Reichsminister Gauleiter Rust, Staatsminister a. D. Schmidt-Ott unb Professor Dr. Kölbel (München) für die beutschen Hochschulen, Akabemien unb wissenschaftlichen Vereinigungen; Professor Schulze (Gießen) als Reichsamtsleiter bes NS.-Dozentenbunbes; für Oesterreich: Professor Dr. Hirsch, Universität Wien, unb Professor Dr. B öd für bie Technischen Hochschulen; Professor Dr. Ganshof (Gent); Professor Dr. Maneff, Rektor ber Universität (Sofia; Professor Dr. Gal - vez von der Universität Santiago be Chile; Exzellenz Esseb Bey, Rektor ber mohammebani- schen Universität Kairo; Professor Dr. Nörre- gaarb (Kopenhagen); Professor Dr. Nevan- linna (Helsinki); Professor Dr. Juillarb (Paris); Professor Dr. Nuttall (Cambribge) unb Superintendent Perkins (Sheffield); Professor Dr. Kougsas (Athen); Professor Dr. Ry bar (Budapest); Professor Dr. Johannessen (Island); Professor Dr. Severi (Rom); Professor Dr. Straumanis und Professor Dr. Kl umberg (Riga); Professor Dr. Takenouchi (Tokio); Professor Dr. Seib, Rektor der Universität Oslo; Professor Dr. Snijder (Amsterdam); Professor Dr. K l o c z k o w s k i (Krakau); Professor Dr. Puscariu (Klausenburg); Professor Dr. Moncada (Coimbra); Profesessor Dr. von Hofften (Upsala); Professor Dr. Duerst, Rektor in Bern; Professor Dr. Stark, Rektor der Deutschen Universität in Prag; Professor Dr. Mont ar (Ankara); Profesfor Dr. Gausa aus Moscow (USA.). Die Dekane verkündeten dann folgende Ehrenpromotionen der Georg-Auqust-Universität: Teo- logische Fakultät: Präsident Pastor Dohms, Rio Grande (Brasilien), Professor Johann Lind- b I o m , Lund (Schweden). Rechts- und staatswissenschaftliche Fakultät: Professor Salvatore Ricco - b o n o , Rom, Profefsor Dr. Oscar Almgren, Upsala (Schweden), Professor Dr. Lüben Di ko ff, Sofia. Medizinische Fakultät: Professor Dr. K r o g h, Kopenhagen, Dr. Jaksa Raccic, Split (Jugoslawien). Philosophische Fakultät: Dr. Heinrich Zill ich, Kronstadt, Professor Dr. Pasquali, Florenz, Professor Funai oli, Bologna, Professor F a u st, Jthaca. Mathematisch-naturwissenschaftliche Fakultät: Professor Dr. Bruno Sander, Innsbruck, Professor Francesco Severi,. Rom, Professor O. Bor ged al, Oslo unb Dr. O. E. Baker, Washington. Zu Ehrenbürgern ber Universität mürben ernannt: Professor Oscar Hagen, Visconsin (USA.), Professor Dr, Nevanlinna, Helsinki, unb ber Kurator Ministerialrat i. R. Geheimrat Dr. Valentin er, Göttingen. Ser Festakt der Stadt. Im Stadtparksaal fand ber F e st a kt der Stadt statt. Anwesend waren u. a. Reichsminister und Gauleiter R u st, Reichsminister K e r r I, Stabschef unb Oberpräsibent Viktor Lutze, Staatsminister Prof. Dr. P o p i tz und ber Präsibent ber Deutschen Forschungsgesellschaft Dr. Menzel. Oberbürgermeister Dr. Jung betonte, baß tn ber geschichtlichen Entwicklung ber Stabt Göttingen bie Gründung der Georg-August-Universität ein überaus wichtiger Markstein sei. Die Festrede hielt Pros. Dr. Fricke (Kiel) über „Göttinger Ham und Göttinger Ballade". Aus Anlaß der Feier würbe das Ehrenbürgerrecht der Stadt Göttingen verliehen dem Stabschef und Oberpräsidenten ber Provinz Hannover, Viktor Lutze, bem Dichter Dr. jur. Dr. phil. h. c. Börries Freiherr von Münchhausen unb bem Göttinger Germanisten Geheimen Regierungsrat Dr. Ebwarb S ch r ö b e r. Ferner wurde einer Reihe von verbienstvollen Männern die aus Anlaß der 200-Jahrfeier von ber Stadt gestiftete Plakette verliehen. Kunst und Wissenschaft. Große deutsche Kulturwoche auf der pariser Weltausstellung. Berlin, 25.Juni. (DNB.) Der Führer und Reichskanzler hat den Vizepräfibenten der Reichskulturkammer, Staatssekretär Funk, beauftragt, eine deutsche Kulturwvche auf d e r P a - riferWeltausstellung vvrzubereiten und zu leiten. Diese wird vom 2. bis 12. September stattfinden. Die Eröffnung erfolgt mit der Welturaufführung des Ufa-Filmes „Patrioten". Gleichzeitig wird der Farbfilm „Deutschland" gezeigt. Der zweite Tag bringt Tanzvorführungen der Tanzgruppe Günther (München) und der Solotänzer und Solotänzerinnen des Deutschen Opernhauses Berlin. Als Solist wird Harald Kreutz berg auftreten. Der dritte Abend steht im Zeichen des d e u t s ch e n Liedes. Der Kölner Männergesangverein wird unter Leitung von Generalmusikdirektor Eugen P a p st Volkslieder und Lieder von Schubert, Schumann, Strauß, Silcher u. a. zum Vortrag bringen. Kammersänger Schlusnus singt Lieder von Schubert und der Bruno Kittelsche Chor unter Leitung von Professor Kittel mit Begleitung des Philharmonischen Orchesters das „Halleluja" von Händel, „Nänie" von Brahms und das „Tsdeum" von Bruckner. Am 6. September findet eine Aufführung des „Rosenkavalier" durch die Berliner Staatsoper statt, die Dr. Richard Strauß leitet. Am 7. September wird Dr. Wilhelm Furtwängler die Neunte Sinfonie von Beethoven mit dem Philharmonischen Orchester und dem Kittelschen Chor dirigieren. Im Anschluß an die Aufführung wird ein offizieller Empfang stattfinden, bei dem Staatssekretär Funk eine Ansprache halten wird. Am 8. September wird bie „W a 1 küre" von Wagner in der Bayreuther Besetzung unter Leitung von Furtwängler zur Aufführung kommen. Am 9. September dirigiert Richard Strauß in der Besetzung der Berliner Staatsoper seine Oper „Ariadne auf Naxos". Am 10. September folgt eine Aufführung „Tristan und Isolde" durch die Berliner Staatsoper unter Leitung vom Dr. Karl Ellmendorf. Am 11. September werden die „Walküre" unter Furtwängler und am 12. September „Tristan und Isolde" unter Ellmendorf wiederholt. Die Durchführung der Operngastspiele liegt in den Händen von Generalintendant T i e t j e n. Den Tristan wird Karl Hartmann von der Münchener Staatsoper fingen. Bedeutendes Filmangebot für die kommende Spielzeit. Die Vorbereitungen der führenden deutschen Filmproduktionsfirmen sind für die b e - vorstehende Spielsaison ganz besonders umfangreich. Das Filmangebot der deutschen Verleihgesellschaften sieht wie folgt aus: Ufa-Leih 40 Filme; Tobis Filmverleih, bisher Tobis Filmverleih und Tobis Syndikatfilmverleih, ebenfalls 40 Filme; die neugegründete Terra-Filmkunst G. m. b. H., bisher Tobis-Rota Film AG. und Terra Filmverleih G. m. b. H., 25 Filme. Hierzu kommen noch etwa 15 „Ueberläufer". Das find Filme, die für den vergangenen Produk- tionsabfchnitt eingesetzt waren, aber nicht fertig wurden. Sie werden nun im neuen Abschnitt erscheinen. Das Programm der übrigen deutschen Verleiher umfaßt etwa 20 Filme. Somit stehen den Theaterbesitzern in der bevorstehenden Filmsaison etwa 130 bis 140 deutsche Filme zur Verfügung, unter denen sich besonders große und künstlerisch bedeutsame Schöpfungen befinden, die zu einem erheblichen Teil sogar schon fertiggestellt sind. Zu dem deutschen Angebot kommt noch das Angebot der ausländischen, insbesondere ber amerikanischen Produktionsfirmen. Die Terra-Filmkunst G. m. b. H. wurde mit einem bar ein gezahlten Gesellschaftskapital von 5 Millionen gegründet. Geschäftsführer der neuen Gesellschaft sind Fritz K a e I b e r , Willi Borchardt unb Alfred Greven als Produktionschef. — Die oben angeführten Zahlen lassen erkennen, daß den deutschen Theaterbesitzern in der kommenden Saison ein nicht nur ausreichendes, sondern auch publikumswirksames Filmangebot zur Verfügung steht. Ausklang der Gutenberg-Festwoche in Mainz. Die Gutenberg - Festwoche in Mainz fand am Samstagabend ihre Fortsetzung mit einer Feierstunde am Gutenberg-Denkmal. Mit ihr verbunden war das Gau-Jvhannisfest der Reichsbetriebsgemeinschaft „Druck" ber DAF. Oberbürgermeister Dr. Barth entbot ben Teilnehmern ben Gruß ber Stabt Mainz. Er gab ber Hoffnung Ausbruck, daß die Gutenberg-Festwoche das Bewußtsein von ber Größe Gutenbergs unb seines Werkes über Stabt unb Vaterlanb hinaus in aller Welt lebenbig werben lasse. Als Vertreter ber Reichsbetriebsgemeinschaft „Druck" sprach Hauptschriftleiter Preis (Berlin). Die Buchbrucker feierten ihr Fest mit gutem Recht zur Sonnenwenbe. Gutenberg habe burch seine Kunst bas Licht des Geistes über bie ganze Welt gebracht. Nach einer Morgenfeier der graphischen Jugenb hielt am Sonntag die Gutenberg-Gesellschaft im Kurfürstlichen Schloß ihre Festsitzung und Generalversammlung ab. Mit ihr zusammen erfolgte eine Kundgebung der Neichsbetriebsgemeinschaft „Druck" der DAF. Im Mittelpunkt stand ein Vortrag von Dr. Joseph T h e l e, Direktor der Landesbibliothek Fulda, über „Das literarische Denkmal für Gutenberg". In seinem Ueberblick über fünf Jahrhunderte literarischer Huldigungen für den Erfinder der Druckkunst gab er bezeichnende Proben und vermittelte einen Einblick in die früheren Jahrhundertfeiern zum Gedächtnis Gutenbergs. Er schloß mit dem Wunsch, daß im Jahre 1940 Dichtungen vorliegen möchten, die das Bild Gutenbergs als Erfinder, aber auch als echten deutschen Mann seinem Volk und der Welt würdig vermitteln. Gaubetriebsgemeinschaftswalter Nielsen (Frankfurt) betonte, im Gau gäbe es vorbildliche Betriebe des graphischen Gewerbes, es gelte aber auch, einen gesunden Nachwuchs heranzuziehen. Der Redner rief auch zur Unterstützung der (Äutenberg-Gesell- schaft auf. Nach der Festsitzung trat die Gutenberg- Gesellschaft unter dem Vorsitz von Oberbürgermeister Dr. Barth zu ihrer Generalversammlung zusammen, Arbeitstagung der Kriegsblinden in der 71GKOV. NSG. Im Rahmen einer Arbeitstagung der NSKOV. Fachabteilung „Bund erblindeter Krieger" des Landesverbandes Groß-Hessen fand im Bürgersaal des Rathauses Frankfurt a. M. eine Feierstunde statt. Landesobmann Kranz gedachte der Toten des Weltkrieges. Gauamtsleiter Zieg- I e r überbrachte die Grüße des Gauleiters. Oberbürgermeister Staatsrat Dr. Krebs betonte, daß auch die Kriegsblinden als vollwertige Mitarbeiter und Mitstreiter in der Volksgemeinschaft stehen. Bundesführer Martens erklärte, daß der Kriegsblinde sich wieder eingereiht habe in die Front der Schaffenden. Von 3200 blinden Kriegskameraden, die heute in Deutschland leben, sind 2000 in den Arbeitsprozeß eingeschaltet, die übrigen 1200 sind entweder noch mit anderen Leiden behaftet oder sie sind zu alt, um noch arbeiten zu können. Martens überbrachte die Grüße des Führers des NSKOV. Oberlindober und sagte, daß bei seinen Unterhaltungen mit dem Führer dieser des öfteren zum Ausdruck gebracht habe, daß er seine Kriegsblinden nie vergessen werde. Dann richtete der Bundesführer einen Appell an die Anwesenden, untereinander zu helfen und bei- zustehen, damit jeder nach seinen Fähigkeiten Beschäftigung finde, denn Arbeit sei das beste Mittel, um das Schicksal zu meistern. Auf der Tagung des Landesverbandes im Gesellschaftshaus zur Einigkeit sprachen Bundesführer Martens über Berufsberatung, Bundesorganisationsleiter Friedel über Handwerkerfürsorge. Hieran schloß sich ein gemütliches Beisammensein unter Mitwirkung der Kapelle der Frankfurter Schutzpolizei. Oer Kleingärtner als Selbstversorger. Auf dem 3. Reichskleingärtnertag in Chemnitz wurden alle die Fragen behandelt, die für die Arbeit des Kleingärtners und ihre Bewertung von Wichtigkeit find. Reichsabteilungsleiter im Reichsnährstand, Professor Ebert, gab eine Darstellung der ernährungspolitischen Bedeutung des Kleingartenwesens und des Verhältnisses zwischen Kleingartenwesen und Erwerbsgartenbau. Der uns zur Verfügung stehende beschränkte Raum zwingt dazu, die dem Kleingärtner normalerweise bereitzustellenden Landflächen knapp zu bemessen und auf die Landauswahl besonderes Augenmerk zu legen. Der Kleingärtner ist Selbstversorger und in normalen Zeiten nicht dazu berufen, mit dem lieber» fluß seiner Erzeugung den Bedarf des Marktes zu decken. Der beste Boden und Standort sollen der Landwirtschaft und dem Erwerbsgartenbau Vorbehalten bleiben. Besteht Auswahlmöglichkeit, dann muß dem Kleingärtner der geringere Boden zugewiesen werden, auf dem er zum Kolonisator werden kann. Durch richtige Bodenpflege kann er diese Fläche in den höchsten Leistungsstand versetzen. Zwischen Erwerbsgartenbau und Persorgung des Marktes und dem Kleingartenbau zur Selbstversorgung muß eine enge Zusammenarbeit hergestellt werden. Auch der Kleingärtner muß für die Ziele der Marktordnung Verständnis aufbringen. — Der Präsident des Reichsoerbandes deutscher Kleintierzüchter, Vetter, sagte, Kleintierhaltung in den Kleingärten ist unbedingt notwendig, aber nur in dem Ausmaß, als eigenes Futter, das heißt genügend Abfälle, vorhanden ist. Grundsatz muß sein, lieber wenige Tiere in einwandfreien Ställen richtig, als viele Tiere falsch zu halten. Der aus der Kleintierhaltung anfallende Dung bietet dem Kleingärtner eine wichtige Hilfe für seinen Pflanzenbau. Vetter empfahl besonders Angorakaninchen, Hühner und Bienen Wo es sich irgend ermöglichen läßt, müssen an Stelle unbrauchbarer Hecken ober nicht tragender Obstbäume M a u l - beer st räucher für die Seidenraupenzucht gepflanzt werden. — Abteilungsleiter Vollert erläuterte das Pflanzenschutzqesetz in seiner Bedeutung für den Kleingärtner. — Professor Dr. Ludwigs erklärte, daß die Ausbildung von Pflanzenschutzwarten im kommenden Winterhalbjahr so vorangetrieben werden solle, so daß das Gesetz im kommenden Frühjahr zu seiner vollen Anwendung gelangen kann. Voraussetzung ist eine gedeihliche Zusammenarbeit aller Gartenfreunde mit den Planzenschutzwarten. Im Hinblick auf die große Bedeutung der Kleintierzucht und -Haltung in der Erzeugungsschlacht hat der Reichs- und preußische Minister für Ernährung und Landwirtschaft den Präsidenten des Reichs- verbandes Deutscher Kleintierzüchter EV Karl Vetter (MdR.), Wanfried, Kreis Efchwege, zu feinem Sonderbeauftragten für die Kleintierzucht und -haltun g ernannt. 'Ausgabe des Sonderbeauftragten ist die Forderung der Kleintierzucht und -Haltung in der Erzeugungs- fchlacht. Die dem Reichsernährungsminister unterstehenden Dienststellen werden angewiesen, den Sonderbeauftragten bei seiner Aufgabe zu unterstützen. Rutengängerkorschuna Berlin. 26. Juni. (DNB. In der Deutschen Justin" ist eine Warnung unter der Ueberschnft Der Schwindel mit Erd- und Höhenftrahlen" veröffentlicht worden. Aus dem Kreise ernsthafter Rutengänger an das Reichsjustizministerium gerichtete Anfragen find Veranlassung, auf folgendes hlnzu- roeifen: Die Warnung befaßt sich nicht mit ber Frage ber Auffinbung von untenrbischen Wasser- abern Mineralien Mineralölen ober Salzadern mittels Wünschelrute Die Warnung will auch nicht ber Entscheibung bes Streites, ob „Erb- Glänzender Verlauf des Reichskriegertages in Kassel Kassel, 26. Juni. (DNB.) In dem reichgeschmückten Festsaal der Stadthalle fand Samstag- oormittag in Anwesenheit von Vertretern der Partei, der Wehrmacht, der Behörden die Eröffnung des Reichskriegertaaes 1937 durch den Bundesführers SS.-Gruppenfüyrer Oberst a. D. Reinhardt statt. Mit besonderer Freude entbot er feinen Willkommensgruß den Militärattaches und den Frontkameraden aus England, Frankreich Italien und Ungarn. Heber dem Reichskriegertag 1936, so fuhr der Bundesführer fort, wehte zum ersten Male unsere Bundesfahne mit dem Hakenkreuz. In Verbindung dieses Symbols mit dem Eisernen Kreuz, dem Ehrenzeichen der deutschen Frontsoldaten, war die Marschrichtung des Reichskriegerbundes vorgezeichnet: Soldatentum und Nationalsozialismus. Frontsoldaten regieren unser Volk im Sinne eines ehrenhaften Friedens. In diesem Bewußtsein stehen auch wir im Dienste der Erhaltung des Friedens, der Freiheit und der Ehre. Wir setzen uns in unseren kameradschaftlichen Beziehungen zu den ausländischen Frontkämpferorganisationen und innerhalb der internationalen Frontkämpferorganisation, dafür ein, den Bemühungen zu einer Völkerverständigung zum Erfolge zu verhelfen. Vizepräsident Pierre Fort überbrachte die herzlichsten Grüße der französischen Frontkämpferverbände und betonte, daß die Frontkämpfer aller Nationen für den Frieden kämpfen müßten. Ein Krieg würde das Ende der europäischen Zivili- lisation bedeuten. Frankreich und Deutschland seien Nachbarn und hatten beide Großes für die Zivilisation getan. Sie müßten s i ch verstehen und gegenseitig achten und für den Frieden arbeiten. (Starker Beifall und Händeklatschen.) Sodann überbrachte als Vertreter Italiens der Präsident des Bundes der italienischen Frontkämpfer, General Rossi, die besten Wünsche der italienischen Frontkämpfer. Es sei ein Symbol, daß heute, wo die Frontkameraden aus allen Ländern erschienen seien, die italienische Sprache in diesem Saale erklinge. Als Vertreter ber ungarischen Frontkämpfer sprach bann Oberst Engelbrecht, ber sich gegen bie unterirbischen unb unsichtbaren Kräfte roanbfe, bie systematisch bas Wohlergehen ber Völker untergraben wollten. Es gebe nur ein Ziel bei allen Völkern, biefen Hetzaposteln, Profitmachern unb Großkapitalisten ber internationalen Kriegs- inbuffrie gemeinsam bas Hanbwerk zu legen. Der Bundesführer dankte den ausländischen Vertretern für ihre zu Herzen gehenden Worte und faßte die Friedenswünsche aller Frontsoldaten in dem Satz zusammen: „Wenn die Frontsoldaten von England bis Italien und von Frankreich bis Jugoslawien den Frieden wünschen, dann müssen die Diplomaten folgen." Mit freudiger Begeisterung nahmen bie beutfchen Frontsoldaten bie Worte ihres Bundesführers auf, ber bie Grüße ber beutfchen Frontkämpfer bem Präfibenten von Frankreich, bem König von Italien unb Kaiser von Aethio- pien, bem italienischen Regierungschef Mussolini unb bem ungarischen Reichsoerweser Abmiral Horthy barbrachte. Sobann begaben sich ber Bunbesführer und die Vertreter der ausländischen Frontkämpfer zum englischen unb russischen Kriegsgefange- nen-Friedhof, zum Ehrenmal unb zur Messerfchmidt-Gebenktafel, wo Kränze niebergelegt mürben. Am Samstagabend sand ein Begrüßungs- und Empfangsabend ftatt Der Bundesführer Oberst a. D. SS.-Oberyrup- penführer Reinhardt dankte dem Reichsführer SS. Himmler für fein Erscheinen, ferner dem Oberbürgermeister für die bereitwillige Unterstützung bei der organisatorischen Durchführung des Reichskriegertages. Der Oberpräsident der Provinz Hessen-Nassau, Seine Kgl. Hoheit Prinz Philipp von Hessen und ber Gauleiter bes Gaues Kurhessen, Gauleiter W e i n r i ch wurden zu Ehrenmitgliedern des Reichskriegerdundes ernannt. Der Führer hatte telegraphiert: „Für bie Meldung von ber Eröffnung des beutfchen Reichskriegertages 1937 und bie mir telegraphisch übermittelten Wünsche, spreche ich Ihnen meinen Dank aus. Ich grüße bie zum Reichskriegertage versammelten alten Front- kameraben unb bie Soldaten ber alten Armee i n kameradschaftlicher Verbundenheit unb heiße die ausländischen Frontkämpfer, die als Gäste an dieser Kundgebung teilnehmen, in Deutsch■u.,„ W 1 | W WWW ■ H | % W M; W ■ ■ 1 KU i* i W X * WS . Kassel im Zeichen des Reichskriegerbundes Kyffhäuser. (Scherl-Bilderdienst-M.) land herzlich willkommen. Ich wünsche aufrichtig, daß Ihre vom soldatischem Geist getragene Zusammenkunft zum gegenseitigen Verständnis der Front so ldaten aller Länder unb bamit zum Frieden beitragen möge. Adolf Hitler." Der Höhepunkt des Reichskriegertages war auch der große Aufmarsch auf der Karts- wiefe, der 150000 Mitglieder des Reichs- kriegerbundes vereinigte. Generalfeldmarschall von Mackensen und Reichsführer SS. Himmler fuhren im Kraftwagen die endlosen Reihen der Frontkämpfer ab. Rundes- führer Oberst a. D. SS.-Obergruppensührer Reinhardt sagte in einer Ansprache: Dieser Reichskriegertag ist d e r e r ft e in unserer engen Verbindung mit der SS. Ihre Anwesenheit, mein Reichsführer, unb bie Teilnahme ber SS.-Verfügungstruppe bezeugt, wie hoch bie Frontsoldaten in der Achtung des neuen Reiches stehen und wie fest unser Millionenbund mit dieser Volksgemeinschaft verwurzelt ist, heute — unb auch für bie Zukunft! Ich grüße in tiefer Ehrfurcht unseren Generalfelbmarschall von Mackensen, ben ältesten Repräsentanten bes alten Heeres. Wir hoffen, daß Ihnen bie Haltung der alten Soldaten, von denen so viele unter Ihnen gekämpft haben, zeigen wird, baß die Front ber Treuen von bamals eine Kamerabschast der Treue auch heute ist! Wir senken unsere Fahnen in ber gleichen Ehrung vor den sechs Millionen Kriegsgefallenen ber Entente. Wir gedenken dabei ber 19 Millionen Kämpfer, bie bei allen kriegführenben Mächten verwundet wurden. Wir ehren zugleich alle, bie in den Freikorps und in der nationalsozialistischen Bewegung im Ringen um Deutschlands Wiedergeburt Leben unb Gesundheit ließen. Wir gedenken heute unb hier insbesondere der bis zum Tode Pflichtgetreuen bes Panzerschiffes „Deutschlanb". Ehre allen, die für ihr Vaterland starben unb litten! Nachbem das Lieb vom guten Kameraden verklungen war, führte Oberst Reinhardt weiter u. a. aus: Vor wenigen Wochen hat blitzartig der Ueberfall bolschewistischer Piraten ben Ernst ber internationalen Lage beleuchtet. 31 deutsche Soldaten wurden feige hingemordet. Sie sind Zeugen des deutschen Willens, der sich bem Chaos ber bolschewistischen Weltkatastrophe entgegenstemmt. Volk und Wehr stehen bis auf ben letzten Mann hinter bem Wil - len bes Führers. Volk unb Wehr sind einsatzbereit für bie Verteidigung ber Ehre, ber Rechte und des Friedens unserer Nation. Die Gegenwart braucht jeden Frontsoldaten. So haben wir es in der Bereitschaft der Front gelernt, und so bleibt es: Der Führer befiehlt, wir folgen! Nachdem General Ritter von Leeb ben Front- solbaten bie Grüße bes Reichskriegsministers unb bes Oberbefehlshabers der Wehrmacht übermittelt hatte, begann Reichsführer SG. Himmler feine Ansprache. Es ist heute bas erstemal, baß ich zu euch, ben alten Solbaten, bie im Kyffhäuserdunb vereinigt finb, als Reichsführer ber Schutzstaffeln spreche. Vor 20 Jahren, ba war die Zeit ernstesten unb tiefsten Helbentums. Balb hiernach kam eine Zeit, ba waren alle bie Werte, bie ihr hochgehalten unb verkörpert habt, in ben Schmutz g e tr e = ten. Unb es kam ein Mann aus euren Reihen, ber Svlbat, ber politische Führer, unser Führer Adolf Hitler, und die Werte, die die deutsche Wehrmacht groß gemacht haben, die nahm er mit als Grundwerte in das Fundament bes neuen Reiches, als Erziehung für bie nationalsozialistische Bewegung. Neben ber politischen Erkenntnis, neben ber Lehre von bem Wert bes Blutes unseres eigenen Volkes, bem Wert ber Rasse, gehören zu ben alten Tugenben, bie ihr einst im Kriege verkörpert habt, Treue, Gehorsam, Kamerabschast. Das finb bie Banbe, bie euch, bie alten Solbaten, mit ber Bewegung Abolf Hitlers unb mit ber Schutzstaffel zusammenbinben. Das ist ber Geist, ber uns aus gleichgestellten ehrenvollen Kameraben bie Verpflichtung auferlegt, den Kameraden der anderen Front die Hand zu geben. In diesem Geist grüße ich euch, alte Soldaten! General ber Infanterie Se utter von Lätzen überbrachte bie Grüße bes Solbatenbunbes unb Reichskriegsopferführer Oberlinbober bie Grüße von anderthalb Millionen kriegsbefchädigter Kameraben. Oberst' C r o ß f i e l b übermittelte bie Grüße ber British Legion unb als Generalsekretär bes Internationalen Verbanbes ber Frontkämpfer herzliche Grüße von ihrem Präfibenten unb ben Frontsolbaten von 14 Nationen. Der Abjutant bes Herzogs von Connaught heftete ber Kame- rabschaft bes ehemaligen Ziethen-Husarenregiments, bessen Chef ber Herzog früher war, ein Fahnenbanb an bie Stanbarte, ein Symbol ber Gemeinschaft ba- für, baß beibe Nationen auf so manchen Schlacht- felbern ber Geschichte oerbunben waren, ein Wahrzeichen, baß bie ehemaligen Gegner aus bem Weltkriege heute Freunbe geworben sinb. (Starkes Hänbeklatschen unb Bravo-Rufe.) Bunbesführer Oberst Reinharbt sprach bie Hoffnung aus, baß aus biefer Freundschaft der Frontkämpfer Ersprießliches für die ganze Kulturwelt entstehen möge. Es folgte nun ber Vorbeimarsch ber 150 000 vor bem Bunbesführer, bem greifen Felbmarschall von Mackensen, Reichsführer SS. Himmler unb ben Ehrengästen. strahlen" irgendwelche schädigenden Einwirkungen auf Menschen, Tiere und Pflanzen ausüben können, v o r g r e i f e n und nicht bie ernste Forschung und praktische Weiterarbeit auf diesem Gebiet verhindern. Die Warnung will auch niemandem, der sich irgendwie burch „Erbsttahlen" geschäbigt ober beeinträchtigt fühlt, verwehren, sich burch „Abschirmung" ober sonstige Maßnahmen zu schützen. Sie bezweckt nur ben Schutz ber Volksgesunb- heit vor Scharlatanen ober Nichtskönnern. Englische Frontkämpfer paradieren vor dem König. London, 27. Juni. (DNB.) Jrn Hyde-Park nahm ber König in Begleitung ber Königin unb ber Königinmutter den Vorbeimarsch von 80 000 früheren Soldaten und Frontkämpfern der British Legion ab. Unter den Klängen alter Militärmärsche marschierten die alten Soldaten etwa anderthalb Stunden lang an dem Königspaar vorüber. General Sir Jan Hamilton marschierte an der Spitze eines besonderen Kontingentes, dessen Mitglieder sowohl in Südafrika wie im Weltkriege gekämpft haben. Der König hob hervor, daß er den Besuchs- austausch von Frontsoldaten zwischen England und anderen Ländern begrüße. Diejenigen, die den Krieg kennten, wüßten, welches Unglück er sowohl für Sieger wie für Besiegte bedeute. Wenn aber die Frontsoldaten z u s a m m e n st ü n d e n und bie Welt von biefer Tatsache überzeugten, könnten sie bem Menschengeschlecht keinen größeren Dienst leisten. RumänischerKönigsbeluch in Warschau Warschau, 28. Juni. (DNB. Funkspruch.) König Carol von Rumänien, in besten Begleitung sich ber Thronfolger Michael, Außenminister Anto- nescu, Vizekriegsminister General Glatz und Hofmarschall Urbareanu befinben, traf in Warschau ein. Der erste Tag würbe mit einem Bankett im Königsschloß abgeschlossen. Der polnische Staats- präsibent sagte, währenb seines letzten Aufenthaltes in Rumänien habe er sich bavon überzeugen können, bis zu welchem Grabe bas polnisch-rumänische Bünbnis, bas ein Bünbnis bes Friebens sei, tief in beiben ßänbern verankert fei. Er mochte feinen Gefühlen daburch Ausdruck geben, daß er bie polnische Gesanbtschaft in Bukarest zum Range einer Botschaft erhebe. Sonntag vormittag nahmen nach ber Besichtigung ber Truppen und ber Luftstreitkräfte ber polnische Staatspräsibent, König Carol, Kronprinz Michael unb Marschall Rydz- Smigly ben Vorbeimarsch ber Truppen ab. Dem König wurde bas Kommando bes 57. polnischen Infanterie-Regiments übertragen. Kleine politische Nachrichten Der Führer besuchte am Samstag Nürnberg zu längeren Besprechungen über bie Reichsparteitagsbauten. * IriT Führer und Reichskanzler hat im Aylchluß an bie Rückkehr bes Panzerschiffes „Deutschland" bem Kommanbanten Kapitän zur See Fänger in Anerkennung bes hervorragenben Verhaltens feiner Besatzung fein Bilb mit eigenhändiger Wibmung überfanbt. * Der Reichskriegsminister unb Oberbefehlshaber der Wehrmacht Generalfelbmarschall von Blomberg begibt sich am 28. Juni zu einem mehrtägigen Besuch nach Bubapest, wo er als Gast bes königlich-ungarischen Honvebministers General ber Infanterie Räber Einrichtungen und Formationen ber königlich-ungarischen Honveb besichtigen wirb. Auf Grunb bes Abkommens ber Reichsleiter Dr. Robert Ley unb Alfreb Rosenberg über bie Zusammenarbeit auf bem Gebiet ber Kulturorganisation würbe bie NS. -Kulturgemeinbe unb bie Aemter „F e i e r a b e n b" unb „Deutsches Volksbilbungswerk" im Rahmen ber NS.- Gemeinschaft „Kraft burch Freube" zusammen- geschlossen Zum Leiter hat Reichsleiter Dr. Ley im Einvernehmen mit Reichsleiter Rosenberg ben Pg. Lubwig Klemme ernannt; zu feinem Stellvertreter würbe Pg. Karl Maria Holzapfel bestellt. * Am Sonntag traf ber kanabische Ministerpräsibent Mackenzie King einer Einlabung bes Botschafters von Ribbentrop folgend zu einem mehrtägigen Besuch in der Reichshaupt st adt ein. * Der diplomatische Vertreter Polens beim Vatikan hat eine zweite Unterredung im Staatssekretariat des Vatikans wegen des Konfliktes des Krakauer Erzbischofs mit ber polnischen Regierung gehabt. Der konservative „C z a s", ber bie Partei bes Krakauer Erzbischofs ergriffen hatte, ist bis auf weiteres verboten worden. * Der Ausschuß der Arbeitgeber im französischen Gastwirtgewerbe hat zum Protest gegen bie Einführung ber 40-Stunbest - W o ch e die Schließung der Betriebe in ganz Frankreich für Samstag, den 3. Juli, beschlossen. Der Verband bezeichnet bie Schwierigkeiten bei strenger Einhaltung ber 40-Stunben-Woche, verteilt auf weniger als sechs Tage in ber Woche, als un= überwinblich. * Die Streikbewegung ber Oelarbeiter hat sich nun von Trinibab auf bie nahegelegene Insel T o - b a g o ausgebehnt. Auf Anforberustg bes Gouverneurs von Tobago ist eines ber beiben englischen Kriegsschiffe, bie in ber letzten Woche in Trinidab eingetroffen waren, nach Tobago geeilt, um bort Marineinfanterie an Lanb zu fetzen. Aus aller Wett. Die Goethe-Medaille für Prof. $ n i i b e r - Amsterdam. Der F ü h r e r unb Reichskanzler hat bem Professor ber Archäologie an ber Universität Arnsterbarn Dr. Gerrte Aeilkv Sedo Snijber in Amsterdam bie Gvethe-Mebaille für Kunst unb Wissenschaft verliehen. Unentschiedener Ausgang des Internationalen Schachturniers. Jrn Internationalen gemischten M e i ft e r t u r» nier des Großdeutschen Schachbunbes in Bad Saarow würbe bie letzte Runde ausgetragen. Das Enbergebnis lautete: Kuppe und Richter je 7 Punkte; Bogoljubow 5'/- P.; Czaya, Michel und Engels je 5 P.; Ma° karezyk 3'/- P.; Ernst 3 P.; Dr. Dührssen und Weichert je 2 P. Erwähnenswert ist, daß Richter in diesem Turnier keine Partie verloren hat. Das gute Abschneiden der wenig bekannten Berliner Amateure Kuppe und Czaya muß heroor- gehoben werden. Vielleicht ist es möglich, Kuppe zur deutschen Meisterschaft zuzulassen, Denn es besteht die Wahrscheinlichkeit, daß in Oeynhausen ein Platz frei wird. Der Koblenzer Eingemeindungsplan. Der KoblenzerEingemeindungsplan, der im Einvernehmen zwischen Partei und Staat durchgeführt wird, sieht die Eingemeindung von Pfaffendorf, Horchheim, Ehrenbreitstein, Amt Neuendorf, Niederberg und Metternich, sowie eines Streifens von Urbar und eines Stückes von Arzheim vor. Die Gemeinden Arzheim und Arenberg werden vorläufig nicht eingemejndet. Die Bevölkerungszahl der Stadt Koblenz wird nach Durchführung dieses Planes von 67 000 auf 8 4 000 steigen. Für die Eingemeindung waren in erster Linie siedlungspolitische und auch städtebauliche Rücksichten maßgebend. Schweres Eisenbahnunglück in England. In der Nacht zum Montag ereignete sich bei Swanley (Grafschaft Kent) ein schweres Eisenbahnunglück. Ein Personenzug geriet auf ein totes Gleis und fuhr mit voller Geschwindigkeit in zwei leere Wagen hinein. Bier Personen wurden getötet und zwanzig verletzt. Pon den Verletzten befinden sich einige in Lebensgefahr. Schwere Bluttat in einer Lyoner Kirche. In einer Kirche in Lyon wurde der Organist während der Messe hinterrücks von einem Unbekannten niedergeschlagen. Er mußte in lebensgefährlichem Zustande in ein Krankenhaus geschafft werden. Der Täter konnte im Tumult unerkannt entkommen. Man nimmt an, daß es sich um einen Geistesge- st ö r t e n handelt. Verheerende Wolkenbrüche in China. Dreißig starke Wolkenbrüche verursachten in Nord-Fukien unermeßlichen Schaden. Es handelt sich um die größte Flutkatastrophe seit 40 Jahren. Bon Nanping in Mittel-Fukien stehen weite Landstrecken unter' Wasser. Zahlreiche Dörfer und Einzelgehöfte sind z e r st ö r t, die Ernte ist vollkommen vernichtet. Der reißende Strom führt zahlreiche Leichen mit sich. Der Platzregen in Südsze- chuen, der die monatelange verheerende Dürre ablöste, unterspülte die Stadtmauer in Chungking, die in zehn Meter Länge zusammenstürzte und mehr als hundert Leute unter sich begrub. Zwanzig L e i° ch e n wurden bisher geborgen. Starke Regenfälle in Mittelchina verursachten eine Steigerung des Wasserstandes im Mittellauf des Jangtse, um mehrere Meter. S.Jl.-tfport Gießener Anderer in Mainz erfolgreich. Die Gießener Rudergesellschaft 1877 nahm am Samstag und am Sonntag an der 52. internationalen Ruderregatta in Mainz teil. Die Gießener Ruderer schnitten dabei in zwei Rennen erfolgreich ab. Im Senior-Einer konnte Friedel I o e d t den ersten Sieg erringen, und zwar in der Zeit von 7:51 Minuten vor Muenzert, Frankfurter Ruderverein, und Ringer, Stuttgart-Cannstatter Ruderclub. Einen weiteren Erfolg konnte die Gießener Rudergesellschaft im Ersten Senior- Zweier ohne Steuermann erringen. Hier blieben die Gießener vor Ruderoerein „Hellas" Offenbach erfolgreich. Großartiger Abschluß des Deutschlandflugs. Zum Abschluß des Deutschlandfluges, der größten deutschen Luftsportveranstaltung dieses Jahres, veranstaltete das NS.-Fliegerkorps am Sonntagnachmittag in Tempelhof seinen ersten Großflugtag. Von schönstem Wetter begünstigt, hatte die Veranstaltung unübersehbare Massen angelockte, die das Flugfeld in weitem Umkreis umsäumten. Der glanzvolle Verlauf der Darbietungen, die mit der „Luftparade" der das Zielband Überfliegenden Deutschlandflieger ihren eindrucksvollen Höhepunkt fand, gestaltete den Flugtag zu einem neuen großen Erfolg für den deutschen Luftsportgedanken. Pünktlich um 16.05 Uhr näherte sich die Spitzenkette der Deutschlandflieger unter Führung des Korpsführers des NSFK., Generalmajor Christiansen, dem Platz, um wenige Augenblicke später unter dem Jubel der Zehntausende das Zielband zu überfliegen. Kette auf Kette folgte, und bald waren alle 61 Verbände (van insgesamt 62 Verbänden war bekanntlich nur einer ausgefallen) über den Flughafen hinweggebraust. Der van der NSFK.-Gruppe Stuttgart gestellte Dreierverband mit dem Kennzeichen X 9 hat den Sieg im Deutschlandflug 1937 davongetragen und damit den Preis des Reichsministers der Luftfahrt errungen. Zweiter wurde der Verband der NSFK.- Gruppe Breslau, während die Kette der Luftwaffe unter Führung van Major Seidemann den dritten Preis errang. Aus dem Sternflug der Privatflieger mit eigenen Maschinen ist Freiherr Taxis (Stuttgart) als Sieger hervorgegangen. Abschluß der Kieler Woche. Die Kieler Woche 1937 ging am Samstag zu Ende. Sie war für den deutschen Segelsport ein großer Erfolg. In der Internationalen 6-Meter- R.-Klasse konnte zum ersten Male Deutschland den Preis des Führers und Reichskanzlers an sich reißen. Der stellvertretende Führer des Deutschen Seglerverbandes Adolf Hain beschloß die Kieler Woche mit einer Ansprache, in der er die herzlichsten Grüße des Reichssportführers überbrachte. Nach dem Abfingen der Nationalhymnen erfolgte die Preisoerteilung. Besonders stürmisch wurde dabei der deutsche Segler Dr. L u b i n u s (Kiel) gefeiert, der den Preis des Führers und Reichskanzlers strahlend entgegennahm, ferner die große international umkämpfte Trophäe, den F e l c a - Preis, den Herausforderungspreis des preußischen Ministerpräsidenten und den Preis des Vereins deutscher Schiffswerften. Soweit es sich um Wanderpreise handelt, müssen diese im kommenden Jahr verteidigt werden. peler Riedel begeistert in Neuyork. Das bereits in der ganzen Welt anerkannte Können deutscher Segelflieger hat in Neuyork neue Bewunderer gefunden. Peter Riedel, einer unser Zuverlässigsten, hielt sich über Manhattan 7 Stunden in der Luft, kreuzte über Long-Jsland, passierte Brooklyn und überflog Governors-Island, wo er kurz landete, um später über den Straßen Manhattans seine Flugkunst zu zeigen. Von hier aus kehrte er am Spätnachmittag zum Roosevelt-Flugplatz zurück, wo er morgens gestartet war. „Abendfrieden" Sieger des Deutschen Derbys. Bei einem Rekordbesuch von rund 40 000 Zuschauern wurde am Sonntag in Hamburg-Horn zum 69. Male das Deutsche Derby im Werte von 100 000 RM. über 240 Meter gelaufen, dessen Entscheidung auch Ministerpräsident Hermann G ö - ring beiwohnte. Der Favorit, der Graditzer „Abendfrieden", gewann mit seinem Trainer SS.- Untersturmführer E. Grabsch im Sattel überlegen mit zwei Längen vor „Trollius", „Jniga", Jsolani" und neun weiteren Gegnern. Ministerpräsident Göring schmückte persönlich den neuen Derbysieger des fiskalischen Stalles mit dem traditionellen Lorbeerkranz und dem „Blauen Bande". Dreimal um Deutsche Meisterschaften' Deutsche Faltboot-Meister der langen Strecken wurden bei den auf der Isar bei München ausgetragenen Meisterschaften im Einer der Münchener Triebe vor Riedel (Schwabing) und Kleckers (Düsseldorf) und im Zweier die Münchener Fuchs» Wölzenmüller vor ihren Landsleuten Resch-Aulenbacher und Christmann-Dr. Muggenthaler. In einem Einerkajak-Slalom siegte der Zwickauer Wunderlich vor Linsmeyer (München). * Deutscher Straßenmeister der Berufsfahrer wurde Erich Bautz (Dortmund), der im Rennen „Rund um Köln" hinter Kijewski, Wierz, Arents und Wendel den fünften Platz belegte. In der Gesamtwertung der zur „Deutschen" gehörenden drei Rennen von Dortmund, Frankfurt a. M. und Köln siegte Bautz mit 65 Punkten vor Kijewski, Buse, Weckerling und Hauswald. * Die deutschen Hand ballmeister für 1 9 3 7 wurden am Sonntag in Halle vor 20 000 Zuschauern ermittelt. Bei den Männern siegte die Militär-TSA. Leipzig mit 5:4 (3:3) knapp und glücklich über den SD. Waldhof. Frauenmeister wurde Eimsbüttel Hamburg mit 6:4 (4:2) über TiB. Berlin, und den zweiten Platz bei den Frauen sicherte sich der VfR. Mannheim mit 4:3 (3:2) über Stahlunion Düsseldorf. Wetterbericht des Reichstvetterdiensles. Ausqabeorl Frankfurt. Die Großwetterlage befindet sich in neuer Umgestaltung. Von Südwest her entwickeln sich Teilstörungen nach Deutschland, die schon heute — besonders im südlicheren Teil des Reiches — gewittrige Niederschläge bringen werden. Anschließend kann mit dem starken Eingreifen lebhafter vom Atlantik ausgehender und über Nordeuropa hinwegführende Wirbeltätigkeit auf unser Wetter gerechnet werden, so daß dieses wieder sehr wechselhaften und unbeständigen Charakter annehmen wird. Aussichten für Dienstag: Wechselnd bewölkt und vielerorts Auftreten von teilweise gewittrigen Niederschlägen, bei lebhaften westlichen Winden frischer. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Dr Hans Thyriot. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr Fr W. Lange , für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein (beurlaubt). Vertreter: H. L. Neuner. Anzeigenleiter: Hans Beck Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel D A. V 37: 9326. Druck und Verlag: Brühl'sche Unioersitäts-Buch- und Steindruckerei R Lange, KG., sämtlich in Gießen Monatsbezugspreis RM 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr Einzelverkaufspreis 10 Pf und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Ps mehr Zur Zeit ist Preisliste Nr 3 vom 1. Juni 1935 gültig. Luise Weller, geb. Deibel im 75. Lebensjahr. Die tieftrauernden Hinterbliebenen: Wiesede, den 27. Juni 1937. Gießen, den 28. Juni 1937. 03236 4374 D Vermietungen Ewald Velten stud. theol. im blühenden Alter von 23 Jahren sanft zu sich in sein himmlisches Reich In tiefem Schmerz: Heinrich Velten und Frau Familie Karl Volk Marie Velten 4375 Dl ’S • •..undzum Bauen Der Herr über Leben und Tod nahm Samstag nachmittag 6% Uhr unsern braven, hoffnungsvollen Sohn, unsern herzensguten, unvergeßlichen Bruder, Enkel, Schwager und Onkel Heinrich Weller XII. Familie Wilhelm Weller Familie Karl Weller. Elise Malkomesius, geb. Galle Dr. Gmil Malkomesius Es ist bestimmt in Gottes Rat, daß man vom Liebsten, was man hat, muß scheiden Heute nachmittag 3 Uhr verschied nach kurzer schwerer Krankheit meine liebe Frau, unsere treusorgende Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwester, Schwägerin, Gote und Tante von seinem schweren Leiden erlöst.—Allen, die uns in der langen Krank' heii mit Hebe und Güte hilfreich zur Seite gestanden haben und allen, die seines Heimgangs in Treue gedacht haben, sagen wir auf diesem Wege herzlichsten Dank. Großen-Linden, Watzenborn-Steinberg, den 28. Juni 1937 Die Beerdigung findet Dienstag, den 29. Juni, nachmittags 3% Uhr, vom Trauerhause, Frankfurter Straße 55, aus statt Die Beerdigung findet am Dienstag, dem 29 Juni, nachmittags 21/2 Uhr, vom Sterbehause, Kirchstraße 30, aus statt Am 23.3uni wurde'mein lieber Mann, unser guter Vater, der Sattler und Tapeziermeister Emil Malkomesius Kleine Ziym-FM m Oberhessen mit Kontingentausnutzung zu verkaufen. 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Die Kühe und Kälber nahmen geradenwegs Reißaus, die Bullen rotteten sich zusammen und blickten unsicher, zuerst auf den großen Bullen, der 40 Meter weit getaumelt und dann zusammengebrochen war, dann in unsere Richtung. Vorsichtig marschierten sie in majestätischem Zuge über unseren Weg, die Luft mit den Rüsseln prüfend. Als ein zweiter großer Bulle vorüberkam, schoß ich wieder und versetzte die Herde in neue Panik. Zwei prachtvolle Tiere waren zur Strecke, und ich konnte mit der Morgenarbeit zufrieden sein, als unerwartet der Wind umsprang. Fünfzig Bullen wandten sich in unsere Richtung, die Rüssel emporgeworfen, die riesigen Ohren vorgestellt. Wie würden sie sich benehmen? Wenn sie uns ungriffen, würde es unmöglich sein, das Kanu rechtzeitig aus ihrem Weg zu bringen, und es gäbe keine andere Rettung für uns, als die Leitbullen niederzuschießen — keine leichte Aufgabe! Zu unserem Glück erstarb die Brise so plötzlich, wie sie sich erhoben hatte, und dann drehte sie wieder auf ihre vorherige Richtung. Wir atmeten auf, und die Elefanten, unfähig uns festzustellen, zogen ab, eine breite Spur niedergetrampelten Schilfes hinter sich zurücklassend. Das ganze Dorf aber tanzte die Nacht hindurch, um mein Geschenk von Elefantenfleisch, das sie auf Monate hinaus versorgte, zu feiern. rats einige Ergebnisse erzielt, die besagen, daß die Lagertemperatu'r in den meisten Fällen höher sein muß als minus neun Grad. Interessant ist, daß Salat sich überhaupt nicht für die Gefrierlagerung eignet. Pfirsiche brauchen eine Lagertemperatur von minus 24 Grad, Gurken dagegen nur von minus 9 Grad. Im Schiffsbetrieb ist die Kältetechnik in größerem Umfang zur Anwendung gekommen. Das gilt besonders für die Schiffskälteanlagen für Lebensmitteltransporte. Die hauptsächlichsten Kühlgüter, deren Beförderung über weite Strecken in Frage kommt, sind Früchte und Eier. In diesem Zusammenhang wird auch über Erfahrungen mit Trockeneiskühlung bei Schiffstransporten berichtet werden. Es hat sich herausgestellt, daß die Trockeneiskühlung für gelegentliche kurzfeittge Kuhl- lagerung brauchbare Ergebnisse zeitigt, während bei dauernder Kühllagerung die Kosten zu hoch sind und deshalb die Kältemaschine vorgezogen wird. Gold auf dem Schweinerücken. V. A. Im wahrsten Sinne des Wortes kann man davon sprechen, daß die Schweine auf ihrem Rücken Gold tragen. Die Schweineborsten, die zur Herstellung von Bürsten und Pinseln und im Schuhmachergewerbe eine ausgedehnte Verwendung finden, zählen zu den wertvollsten Nebenprodukten des Schweines. So kosten 3% kg Schweineborsten, wie sie vom Schuhmacher gebraucht werden, genau soviel wie Vi kg Feingold, nämlich 1400 RM. Für allerbeste Borsten wird sogar über 200.— RM. je Vi kg bezahlt. Es handelt sich aber dabei allerdings um Rückenborsten erster Güte von chinesischen und sibirischen Schweinen. Aber auch der Anfall von Borsten aus der eigenen Schweinezucht ist wirtschaftlich außerordentlich bedeutsam. Noch werden für fast 5 Mill. RM. jährlich Borsten aus dem Auslande eingeführt Allerdings ist in den letzten Jahren schon ein starker Rückgang zu verzeichnen. Von einer Einfuhr von 15 650 di im Werte von 23,4 Mill. RM. im Jahre 1925 ift die Einfuhr auf 9066 dz im Werte von 4,9 Mill. RM. im Jahre 1936 gefallen. Elefantenjaqd im Kanu. Abenteuer am Tschadsee. Daß Elefanten zu Wasser gejagt und vom Boot aus geschossen werden, dürfte eine große Seltenheit fein und ist nur unter den besonderen Bedingungen möglich, die der Tschadsee in Jnnerafrika bietet, der in Wahrheit ein riesiges, flaches, stagnierend es Wasserbecken darstellt, nirgends über fünf Meter tief und auf weite Strecken so seicht, daß man ihn zu Fuß durchwaten könnte, wenn nicht dichtes Schilf und Schlingpflanzen einen daran hindern würden Dieses Becken ist der natürliche Tummelplatz einer Unzahl von Klein- und Großtieren und somit ein ideales Jagdgelände. Diese günstigen Bedingungen machte sich der englische Reise- und Jagd- schriftsteller Geoffrey D. Hett zunutze, der von einem aufregenden Abenteuer in der „Daily Mail erzählt. , c . Eine große Elefantenherde, die bei Tage m dem Schilfdickicht des Tschadsees hauste, bei Nacht aber an Land kam und die Felder der Eingeborenen zertrampelten, verbreitete in den kleinen Dörfern am Ufer des Sees Furcht und Entsetzen, so daß die Jäger als Befreier begrüßt wurden. „Wir erreichten", schreibt G. V. Hett, „auf einem beschwer- ** Ein Siebzigjähriger. Am morgigen Dienstag, 29. Juni, kann Herr Gustav Finger, Am Nahrungsberg 18, in geistiger und körperlicher Frische seinen 7 0. Geburtstag feiern. Der Jubilar gehört zum treuen Leserkreis des Gießener Anzeigers. ** Silberhochzeit. Am morgigen Dienstag können die Eheleute Karl B a l f e r und Frau Dina, geborene Günther, Lonystraße 18, das Fest der Silbernen Hochzeit feiern. ** Heimatvereinigung Schiffenberg gratuliert der Familie Lyncker. Der Vorstand der Heimatvereinigung Schiffenberg fand sich am Sonntagvormittag auf dem Schiffenberg zur Gratulation und Ueberreichung eines Geschenkes auf dem Schiffenberg ein. Oberforstmeister Nicolaus überreichte dem Jubilar ein in Silber getriebenes Taufbecken mit einer eingravierten Widmung als Familienerbstück und schilderte dann in großen Zügen die Geschichte des Schiffenbergs und der Familie Lyncker, die nun seit 100 Jahren als Pächter auf dem Schiffenberg wohnt. Die Namen Lyncker und Schiffenberg feien durch all die Jahre hindurch so eng verbunden, daß sie aus der Geschichte des Schiffenbergs nicht mehr wegzudenken feien. Eine ganz besondere Freude bereite es ihm, diese Glückwünsche übermitteln zu können, da auch einer seiner Vorfahren um 1700 schon als Förster auf dem Schiffenberg tätig war. Er gab der Hoffnung Ausdruck, daß es der Familie vergönnt fein möge, die von der Heimatvereinigung überreichte Taufschüssel noch recht oft in den kommenden Jahrhunderten benutzen zu können. ** Arbeitsdienst besucht das Oberhessische Museum Es ist bereits eine schöne Gepflogenheit geworden, daß die Kameraden des hiesigen Arbeitsdienstlagers „Justus von Liebig" bald nach ihrem Einzug in ihre Unterkunft an den Sonntagvormittagen truppweise das Oberhessische Museum besuchen. Dieser Besuch trägt sicherlich dazu bei, den Arbeitsdienstkameraden das oberhessische Land, die Bevölkerung und die angestammte völkische Kultur näher zu bringen und ihnen schneller eine Verbindung zu der Landschaft gewinnen zu lassen, als es vielleicht sonst der Fall wäre. So sah man auch am gestrigen Sonntag wieder die Kameraden des Arbeitsdienstes in den Sälen des Museums. Aufmerksam folgten sie den kurzen gedrängten Darlegungen des sachverständigen Führers durch die reichen Sammlungen. ** Abänderungen auf Schlachtscheinen unzulässig! Die Tatsache, daß esp Metzgermeister, der einen Schlachtschein für zwei Schweine beantragt hatte, dem aber nur ein Schwein zur Schlachtung bewilligt wurde, den Schlachtschein eigenmächtig auf zwei Schweine ab= aeänöert hatte, gibt der Hauptvereinigung der deutschen Diehwirtschaft Veranlassung, darauf hinzu- weisen, daß ein Schlachtschein eine öffentliche Urkunde ist. Die eigenmächtige Abänderung eines Schlachtscheines zieht daher Bestrafung nach sich, da dadurch der Tatbestand der Urkundenfälschung erfüllt ist. ** Ein reger Durchgangsverkehr herrscht in diesen Tagen auf dem hiesigen Bahnhof. Die Bahnhofswirtschaft hat sich auf Großbetrieb einstellen müssen, da bereits am Freitag die ersten Sonderzüge zum Reichstreffen des Kyffhäuserbundes nach Kassel Gießen passierten. Am Freitag und Samstag fuhren Sonderzüge aus Neustadt a. d. Hardt, Trier, Saarbrücken und von Köln durch. In den Mittagsstunden des Samstags fuhren die alten Soldaten aus Gießen und Oberhessen ab, die in der Nacht zum Montag dann wieder zurückkamen. Weitere Sonderzüge passieren am Montag und Dienstag auf der Rückfahrt unseren Bahnhof. Zu Vom Gegen -er Kälte. Zur Hauptversammlung des deutschen Kältevereins. geführten frischen Heringen, über die Bakterienbekämpfung in der Fischkonseroenindustrie, über die Verwendbarkeit von norwegischem Natureis für die Kaltlagerung von Seefischen sowie über die zusätzliche Anwendung von festem Kohlendioxyd in der Kühlkette von Fischen. Dazu kommen noch interessante Untersuchungen über „Vitamingehalt in Seefischen" und „Fischeiweiß in der Ernährung". Eine Fachgruppe „Kühlindustrie" hat Untersuchungen angestellt, um den Kältebedarf von Lebensrnitteln festzustellen und um dadurch Unterlagen über die Berechnung der Kühlkosten zu erhalten. Messungen an Nahrungsmitteln sind inzwischen bei Rind- und Schweinefleisch, Schellfisch, Quark, Eiern, Zwiebeln und Butter durchgeführt. lieber den Kältebedarf bei Fleisch lagen schon frühere Untersuchungen vor, deren Ergebnis neuerdings eine Bestätigung erfahren hat. lieber das Gefrieren von Obst und Gemüse sind Versuche angestellt worden, die den Zweck hatten, festzustellen, ob Verfahren mit rasch bewegter gekühlter Luft oder mit sogenannter stiller' Kühlung Qualitätsunterschiede in Bezug auf Farbe, Aroma und Geschmack Hervorrufen. Als Versuchsmaterial haben dabei gebient: Erdbeeren, Himbeeren, Johannisbeeren, Stachelbeeren, Pfirsiche, Zwetschgen, Trauben, Sauerkirschen, Bohnen, Gurken und Salat. Dabei sind be= Auf diesen und vielen anderen Gebieten ist die deutsche Kältetechnik eingesetzt worden, um die vorhandenen verderblichen Lebensrnittel vor dem Verderben durch Kälteanwendung zu schützen. Daneben verlangt die chemische Industrie die stärkste Mitarbeit der Kältetechnik zur Durchführung ihrer Verfahren. In Zusammenarbeit mit dem Verein Deut- cher Ingenieure und dem deutschen Kalteverem ist auch ein Kulturfilm „Segen der Kälte" hergestellt. Der Film zeigt, wie durch die Anwendung der Kühlkette bedeutende volkswirtschaftliche Werte entstehen ober erhalten werben. Scherze nach dem Urlaub. Die Stocks hatten sich mit ben Steins in den Strandburgen an der See angefreundet, und da ihr Urlaub nun zur gleichen Zeit ablief, fuhren sie im selben Abteil nach Hause. Es war warm und dauerte lange. Herr Stock erzählte Witze, und Herr Stein hörte zu. Frau Stock und Frau Stein hörten auch zu. Manchmal taten sie so, als ob sie weder hörten noch verstanden. Manchmal wieder äußerten sie ihre Meinung. „Kennen Sie die Sache mit der Lichtrechnung? Also, da waren Frau Müller und die Kinder an die See gefahren, und Herr Müller war vierzehn Tage lang Strohwitwer. Als Frau Müller heimkam, beteuerte der Gatte, jeden Abend zu Hause gewesen zu sein und gelesen zu haben. Frau Müller tat so, als ob sie es glaubte, und dann ging sie zum Lichtzähler. Komisch, meinte sie, entweder du hast im Dunkeln gelesen oder bei Kerzenlicht. Dem Lichtzähler nach hast du höchstens zwei Stunden Licht verbraucht!" Sie lachten ein bißchen. Dann meinten die Frauen, daß sie ja diesmal vor solcher Ueber- raschung sicher seien: sie hätten ihre Männer mit im Bad gehabt. Nach der Ankunft hatten die beiden Familien noch einen kurzen Heimweg, den sie zu Fuß zurücklegten, zumal der beiderseitige Geldbeutel nunmehr energisch Sparsamkeit heischte. Var Stocks Wohnung nahmen sie Abschied. „Also hier wohntzn Sie?" meinte Frau Stein und blickte empor. „Sehen Sie, bei Ihnen brennt ja Licht!" „Einbrecher!" schrie Frau Stock. Nach einigem Ueberlegen meinte Herr Stock: „Ach was! Daran bin ich schuld!" „Du?" Tja, ich. Ich bin bei der Abreise früher zur Bahn gegangen, um das Gepäck aufzugeben. Also habe ich aufzupassen versäumt, ob überall das Licht ... na, die Lichtrechnung wird es ja verraten." Frau Stock schwieg sehr lange. Für sich rechnete sie aus, was vierundzwanzig Stunden Licht im Schlafzimmer mal vierzehn Tage wohl kosten durften. Herr Stein wußte am anderen Tage im Büro einen neuen Witz, bar bezahlt von Herrn Stock. R. kein einsteigt und Nonny davon überzeugt, daß dieser aufregende Herr Mariani in der Tat ein Herr Niemand ift; damit ist der Zweck des träumerischen Spiels erreicht, und der Vorhang fällt über einem aufs neue beglückten Paar. * Carl Heinz Klubertanz führte sauber und wohlpointiert Regie. Der geheimnisvolle Schatten am Fenster schuf eine fast kriminalistische Spannung, doch überwogen die freundlich-heiteren Ueberraschun- gen des Dialogs bei weitem. Ada Tschechowa, schlank, elegant und geschmeidig, der Mutter in Gesichtsschnitt und Tonfall stellenweise verblüffend ähnlich, spielte die Nonny mit einem kleinen Theaterfeuerwerk weiblicher Launen und Listen, schmollend, erwartungsvoll, nervös, beglückt, empört, enttäuscht. Das Publikum hatte offensichtlich feinen Spaß dabei. Herr Klubertanz gab den erfindungsreichen und sichtlich schwer geprüften Ehemann Peter mit trockenem Humor und händeringender Ironie, Herr Pitt sch au den Freund Hugo: unbekümmert, ungeschickt, hilfsbereit und ahnungslos. * Freundlicher Beifall dankte den Berliner Gästen. Hans Thyriot Wesermünd« und Bremen sind die diesjährigen Tagungsorte des deutschen Kältevereins. Im Rahmen der Veranstaltungen des Vereins Deutscher Ingenieure steht der Hauptversammlung des deutschen Kältevereins eine besondere Aufgabe bevor, die durch den Beitrag gekennzeichnet wird, den die deutsche Kältewirtschaft zur Sicherung der Nahrungsgrundlage des deutschen Volkes beizusteuern hat. Die notwendige Erweiterung des deutschen Nahrungsraumes ist eine der großen Aufgabe, die durch den Vierjahresplan erfüllt werden soll. Wenn man bedenkt, daß in Deutschland jährlich leicht verdedliche Lebensrnittel im Werte von 15 Milliarden Mark verbraucht werden und daß davon 10 v. H., also für rund 1,5 Milliarden Mark, verderben, also ebensoviel wie die ganze deutsche Eisenerzeugung wert ist, so kann man ermessen, wie bedeutsam die Kältetechnik heute geworden ist. In Bremen und Wesermünde werden deshalb wichtige Fragen der Frischhaltung und Konservierung durch Forscher und Gelehrte von Rang behandelt werden. Auch die Reichsarbeitsgemeinschaft „Landwirtschaftliche Gewerbeforschung" ist an den Veranstaltungen beteiligt. Das praktische Ziel, an dem alle arbeiten, die in der Kältewirtschaft tätig sind, geht darauf hinaus, eine Verbesserung und verstärkte Anwendung der Lebensmittelfrischhalte- und Konservierungsverfahren zu erreichen. Nur auf diesem Wege wird es möglich sein, die Verluste an Nahrungsmitteln weitgehend zu verringern. Die deutsche Wissenschaft hat auf dem beschrittenen Wege bereits Erfolge aufzuweisen. Als Beispiel braucht man nur auf das neueste Verfahren hinzuweisen, das auf eine verstärkte Ausnutzung der deutschen Obst- ernte abzielt. Die deutsche Kältetechnik hat ein Ausfrierverfahren erdacht, das in weit größerem Umfange als früher gestattet, Essenzen aus Flüssigkeiten verschiedenster Art durch Ausfrieren zu erzeugen. Das ist zwar früher auch schon möglich gewesen, aber mit vielen Unzulänglichkeiten, die nunmehr ausgeschaltet worden sind. Das Verfahren hat sowohl für die Lebensmittelindustrie als auch für die chemische Industrie große Bedeutung erhalten. Eingehende Untersuchungen ergaben nämlich, daß die Eiskristalle beim Gefrieren von Flüssigkeiten ganz gesetzmäßig genau in der Richtung der Kälteeinwirkung wachsen, und daß sie deshalb gleichlaufend liegen, wenn die Kälteeinwirkung nur tn einer Richtung erfolgt. Bei dem neuen Verfahren läßt man daher die zu konzentrierenden Flüssigkeiten in ringförmige Zellen gefrieren, wobei die entstehenden Eiskristallnadeln nach dem Mittelpunkt des Kreises ausgerichtet sind. Der gefrorene Saftring wird dann aus der Form herausgehoben und der Extrakt in Zentrifugen abgeschleudert. Je nach Bedarf kann die Anreicherung durch ein- oder zweimalige Wiederholung des Verfahrens gesteigert werden, denn die günstige Anordnung der Eiskri- ftäte ermöglicht das Abschleudern auch hochkonzentrierter Säfte, so daß ohne Schwierigkeiten Eindickungen mit 60 v. H. Trockensubstanz und darüber zu erreichen sind. Durch dieses Verfahren werden neue Möglichkeiten für die deutsche Fruchteverwertung erschlossen. Schmackhafte Obstdicksäfte werden in dieser Weise hergestellt, die haltbar, naturrein und gesund sind. Ein Nebenerzeugnis ist das beim Ausfrieren von Obstsäften anfallende Fruchtwasser. Schließlich wird das Gefrierverfahren zum An- reichern leichter Weine für die Herstellung von Essig und Weinbrand sowie zur Erzeugung von Essigessenz angewandt. Die Frischhaltetechnik hat natürlich für das F i - schereiwesen eine ganz besondere 23eöeutung. Darum ist es zu begrüßen daß die diesjährige Tagung in dem größten Fischereihafen, m Wesermünde, stattfindet. Man wird dort interessante Dinge hören über die Qualitätserhaltung^bei^ein^ Dornotizen. Tageskalender für Montag. NS.-Frauenschast und Frauenwerk, Ortsgruppe Gießen-Süd: 20.30 Uhr, Studentenheim, Leihgefter- ner Weg 16. — Gloria-Palast, Seltersweg: „Verräter." NSDAP., Gießen-Nord. Am heutigen Montag, dem 28. Juni, findet wegen Abschlußarbeiten keine Sprechstunde für Aufnahmesuchende statt. AS -Irauenschast und Frauenwerk. Ortsgruppe Gießen-Süd. Der Ortsgruppenabend der Ortsgruppe Gießen- Süd findet am heutigen Montag, 28. Juni, 20.30 Uhr pünktlich im Studentenheim, Leihgesterner Weg 16, statt. Hitler-Zugend Bann 116 Gießen. Stelle presse und Propaganda. Betr.: S ch a u k a ft e n : Entsprechend der großen Sommeraufgaben der Hitler-Jugend haben auch die Schaukasten der Gefolgschaften ausschließlich im Dienst der Aufklärung und Propaganda für die Zeltlager, die Hesfen-Nassau-Fahrt, die Wilhelm- Gustloff-Fahrten und die Sportarbeit zu stehen. Ich mache die Gefolgschaftsführer auf die Befolgung dieser Notwendigkeit aufmerksam. Der Bannpressenstellenleiter: Gefolgschaftsführer Hanke. Die neuen preise für Speise Frühkartoffeln. Die Hauptvereinigung der deutschen Kartvffel- wirtschaft hat mit einer Anordnung Nr. 2 die ab 28. Juni gültigen Preise für deutsche Speise-Frühkartoffeln festgesetzt. Danach liegen die Preise am 28. Juni für weiße, rote und blaue Sorten auf mindestens 5,50 Mark, höchstens 6 Mark, für runde gelbe Sorten auf mindestens 5,90 Mark, höchstens 6,40 Mark und für lange gelbe Sorten auf mindestens 6,30 Mark, höchstens 6,80 Mark je 50 Kilogramm. Ab 29. Juni ermäßigen sich diese Preise lichen Sandpfad die Südwestecke des Sees und zogen mit Pferden und Karren nordwärts, nur bei Nacht marschierend, um die schlimmste Hitze zu Vermeiden.' Am vierten Morgen sahen wir bei Tagesanbruch große runde Abdrücke im Sand — die Spuren der Herde, die wir suchten. Ihre Frische bewies, daß die Tiere erst vor ein paar Stunden hier vorübergezogen sein konnten. Wir rasteten im nächsten Dorf, wo die Eingeborenen überglücklich waren, uns zi» sehen. In der Nacht hörten mir die Elefanten trompeten, und um 10 Uhr zogen sie 150 Meter vom Dorf vorüber. Um 3.30 Uhr morgens kam der Jäger, der die Wache hatte, und winkte mir schweigend. Ich nahm Gewehr und Patronen und folgte ihm mit zwei anderen Eingeborenen, und durch die Dunkelheit suchten wir uns unseren Weg zu einer Stelle, wo wir hofften, die Herde auf ihrem Rückweg in ihr Asyl abzufangen. Wir fingen sie ab, aber sie überlisteten uns, indem sie kamen, bevor wir Büchsenlicht hatten. Es war ein eigenartiges Erlebnis, das Nahen der Herde zu hören. Erst kam das Trompeten, dann das Krachen von Bäumen. Endlich, als sie nur noch 40 Meter entfernt waren, ergriffen wir die Flucht und ließen sie unbelästigt vorüberziehen. Wir folgten ihnen, aber noch ehe das erste schwache Licht im Osten erschien, konnten wir hören, wie das schilfige Wasser des Sees unter ihnen aufplatschte. Meine Eingeborenen begrüßten den Sonnenaufgang auf mohammedanische Weise, indem sie sich niederwarfen und Allah priesen, und dann entschlossen wir uns nach eiliger Beratung, den Elefanten in ihre Wasser- zuftucht zu folgen, eine Art der Jagd, die bisher noch nicht erprobt war. Wir begaben uns zu dem Ort, wo die Kanus der Eingeborenen festgemacht waren. Diese Kanus sind sonderbare Erfindungen, ganz und gar aus Schilf gebaut und mit Schlingpflanzen zusammengehalten, in der Form Gondeln ähnlich. Ich nahm im Bug eines Bootes Platz, und die Eingeborenen statten das Kanu vorwärts oder wateten im Wasser und schoben es. So bahnten wir uns unseren Weg durch das Schilfdickicht. Wir kamen nur langsam vorwärts, aber um 9.30 Uhr konnten wir wieder das gelegentliche Trompeten der Elefanten hören. Bald war es deutlich, daß wir ihnen nah fein mußten, doch noch immer konnten wir durch das dichte Schilf nichts sehen. Auf einmal tarnen wir an einen offenen Platz und erblickten die Herde im Halbkreis rings um uns. Es war ein Anblick, wie ein (Elefantenjäger ihn sich nur träumen kann... Obwohl wir kaum 50 Meter entfernt waren, wußte ich, daß sie mit ihrer schlechten Sicht uns nicht sehen konnten, und da der Wind auf uns zu Gießener Gtadttheater. Berliner Ensemble-Gastspiel: „Laß uns träumen ...!" Ada, die junge Tochter der sehr bekannten Filrn- barftellerin Olga Tschechowa, bereist gegenwärtig mit zwei Kollegen, die uns von früheren Gast, fpien'n her bekannt sind, die deutsche Theater-P- vinz. Das leichte literarische Gepäck, das sie mit sich führen, erscheint unter dem romantischen Tttet „Laß uns träumen ...!" und ift weiterhin dekoriert als ein Spiel in drei Akten von Heinz K t i m- mer. * Drei Akte, das ist das Uebliche, und die drei Personen, die im voraus angetünöigt waren jmo für ein Rundreisegastspiel gerade das Richtige Statt der drei entdeckt der leicht überraschte Zuschauer indessen auf dem Personenzettel vier Namen: Nonny und Peter, das ist das Ehepaar, und Hugo, das ift der Freund; viertens erscheint aber em Baron Mariani, gespielt van Nemo Keiner. Nomen est omen dieser Mariani ist tatsächlich keiner, er existiert gar nicht. * Das verhalt sich fo: wenn ein Gemahl, der offenbar nicht allzuviel zu tun hat, eines Tages entdeckt daß feine Frau innerlich an Form und Haltung verliert, nervös und zerstreut ist und sich zu ver- nachlässigen beginnt, dann i|t das,em ^larnrzeuhen E- muß etwas geschehen. Es geschieht Fo gendes^ Peter erfindet einen Baron einen Kaval er der Nonny anonym Blumen fdjitft, der ste anbetet, der abends wie ein mittelalterlicher Troubadour vor ihrem ftenfter steht ... Alles gar nicht wahr, es gibt keinen Mariani, Mariani ist der besorgte Mer selbst, aber Nonny fällt auf den Schwindel prompt rein und merkt nicht einmal, daß der ftemde Mann, der bei Nackt unter träumerischer Grammophon Musik durchs Fenster steigt und die erwartungsvolle Nonny in die Arme nimm , gar nicht fremd, °n dem Peter ist, den sie gewissermaßen mit ihm selber hintergeht. Ein starkes Stück. Immerhin reicht es mit allerlei Variationen und Verwicklungen über drei schlan e Akte aus^Es geht so weit daß Nonny ihrerseits den Gemahl der Untreue beschuldigt, was dieser sogar lügnerisch ( pu- gibt, und wer weiß, wie alles endete wenn mch tattäcklick ein gewisser Mariani auftauchte, em Rennsah?er aus Italien, der allerdings ganz unschuldig ist nur leider mit dem erfundenen Baron den Namen gemein hat. Das Phantom wird erst aus der Welt geschafft, als Peter abermals im Dun- Deutsche Schäferhunde vor dem Wertungsrichter Aus -er engeren Heimat (Nachdruck verboten.) 32 Fortsetzung. bin in den Regen Aber bilde dir ja und merke nichts. und macht mir nur eine Szene, war ein bißchen spazieren und gekommen." schrie er haßerfüllt und warf vor die Füße. „Ach, du spionierst wohl?" „Nenne es, wie du willst. Ausstellung „Das Theater im freien'. Die Stahl Frankfurt a. M. veranstaltet in Ver- bindung mit dem Reichsbund der deutschen Freilicht- und Volksschauspiele e. V. anläßlich des Jahres der deutschen Festspiele während der Römer« berg-Festspiele vom 1. Juli bis 31. August ei-ne umfangreiche Ausstellung „D a s Theater im Freien". Neben einem historischen Rückblick, in dem unter Leitung von Universitäts-Professor Dr. Carl Niessen die Entwicklung des Freilichtspiels von den Anfängen der Schauspielkunst über die einzelnen Entwicklungsstadien — u. a. höfisches Fest- leben und Theater im Barock, Marktbühnen des 17. und 18. Jahrhunderts — bis zu den Freilichtbühnen nach dem Weltkrieg gezeigt wird, bringt der Reichsbund eine große Schau der Freilichtbühnen im neuen Deutschland. Unser neues Freilichtspiel, von dem Dr. Schlösser sagt, daß es keine l'art pour Kart sei, sondern eine im Tiefsten völkische d. h. gemeinschaftsgeborene und stammesgebundene Angelegenheit ist, hat in den Jahren der Machtübernahme einen außerordentlichen Aufstieg genommen. Durch den Nationalsozialismus, der in ihm einen bedeutenden Faktor des neuen Kulturwollens sieht, erfährt es im Gegensatz zu früher staatliche Förderung, wirtschaft- liche, dramaturgische und weltanschauliche Betreu- „Wo warst du? will ich wissen!" schrie er. „Gott, spazieren eben. Du hast dich doch sonst nie darum gekümmert, wo ich hingehe. Uebrigens verbitt' ich mir diesen Ton!" versetzte sie trotzig. Das ist alles so niederträchtig und schamlos! dachte er gequält. Aber ich muß noch Beweise haben. So oder so. Ich gehe ja zugrunde an dieser ewigen Ungewißheit. Mein Gott, wohin treiben wir, wohin führt das alles? Er sah schlecht aus,, schlief schlecht und war zu keiner Arbeit mehr fähig. Selbst seine früheren Schüler, die ihn unter sich „Gogassl" nannten, ein Spitzname übrigens, dem man weiter keine Bedeutung unterschieben darf, hätten mit ihrem von Gott und der Welt verlassenen Lehrer jetzt Mitleid empfunden, obwohl Knaben vor dem Stimmbruch das Roheste sind, was es gibt. Zuweilen legte sich En- gasser auch die Frage vor, ob es nicht ein großer Fehler war, Vickis Jugend und Temperament an seine eigene kränkliche Existenz zu ketten. Aber diese Frage war müßig. Nun, wo es einmal geschehen war, hatten Eheleute einander die Treue zu halten, zum Donnerwetter! Die Büchlkamer Straße war grundschlecht und wegen der vielen Krümmungen nicht zu übersehen. Vielleicht hatte Vicki einen Waldpfad gewählt? Er überlegte und trödelte herum, er ging in den Wald, ging wieder heraus auf die Straße. Die Straße war sicherer. Im Wald konnten keine Autos fahren. Es fing zu regnen an, und Engasfer, der als vorsichtiger Mann selten ohne Schirm ausging, freute sich auf kümmerliche Weise des seinen und spannte ihn auf. Vicki ist natürlich wieder ohne! dachte er tadelnd. Es platschte und goß, und der Schirm erwies sich als unzureichend. Während der Professor mit trüben Gedanken fürbaß schritt, kam ihm ein triefender Radfahrer entgegen. „Sie, Mann, halten Sie mal einen Moment. Haben Sie unterwegs nicht eine junge Dame gesehen? Sie hat ein helles Sommerkleid an und ist ohne Schirm." „Meinen Sie die junge Frau bei Doktor Fogg? Frank infolge de sehr still, Micher! markt g taum übt stärkeren folge der lagen ßo Verein. ( Mannesl veränder 9lad)fragi attien blit l'Nuag un 'bi Zell' 141,25 (14 Mg 1 D. Wneten 5 -Mleum m Nbeutfd 150,50 (15( Der Rc Mschuldm Sun Die Hinte , so das ach 020). Mrn'ne" ffi Haber im Hotelzimmer empfingst. Man darf über dein Benehmen gar nicht nachdenken, so gemein ist es!" stieß er hervor. „Das ist ja Wahnsinn, was du da vorbringst", stöhnte sie fassungslos und wurde ganz klein unter diesen Schmachreoen und seiner verzerrten Miene. Sie will ihm erklären, wer damals bei ihr im Hotelzimmer war, aber der Professor läßt sie nicht zu Worte kommen und fährt mit gesteigerter Heftigkeit fort: „Habe ich dich nicht gefragt, ob du im Hotel keinen Bekannten getroffen haft? Was hast du geantwortet? ,Nein'. Man kann weit herumsuchen, bis man eine so raffinierte und schamlose Lügnerin wie dich findet —" „Aber, Gottlieb —" „Still, jetzt rede ich. Und so etwas habe ich aus seiner Armseligkeit hervorgeholt und zu meiner Frau gemacht! Weiß du, was man in der guten alten Zeit mit solchen Weibern angefangen hat? Man hat sie verkehrt auf einen Esel gesetzt und durch die Straßen getrieben, diese--" Und nun folgte ein Schimpfwort, unter dem Viktoria zusammen- zuckte. Engasfer schrie es mit rotem Kopf und ohnmächtig vor Wut. Jetzt ist das Maß voll! dachte Viktoria und verließ betäubt und wortlos das Zimmer. Ihre Lippen waren ganz hell und zitterten ein bißchen. Sie schlich die Stiege hinauf und ließ sich auf ihr Bett nicht ein, ich wär' so dumm Eure Heimlichkeiten habe ich heraus, ich weiß alles. Nicht wahr, jetzt wirst du blaß, meine Teure. Mit euren sogenannten Narkosen hat es angefangen, dann war das in München, wo du deinen Lieb- ss Mch- r. Miutfrfje Äbon n K* eutfäe ii?-!n »on i< V*' von i! M W wählerischer sein, Gottlieb." Wenn ich ihm das mit Fogg erzähle, findet er sicher alles mögliche dahinter überlegte sie. „Ich „Nun, du hast genug Grund, es zu verschweigen. Soll ich es dir sagen? Du warst wieder mit diesem Fogg beisammen, mit diesem Kerl. Wenn du Beweise willst — hier? Du hast vergessen, meine Liebe, daß du das Ding im Auto liegenließest!" ' ihr den Handschuh Hälfe auf1 ji w, w Sauligl tja Ausgl iui zu eine' p, tarnen |i Etlichen 6 lernen, f M *x jijjt jedoch ' -mlchast - Mder bi «.Lei den "Die Aufstc MFk vchwuz, Ei MW. 1900 ® i hard, Lack, W, Heilim ' 0-ivohl si spiel einig, pib die An dm ist e° Säfte stark IahresriiWauderVaugenossenschastlSy^ Gießen Vorschlag: Staffelmieten für Kinderreiche. Oh, wegen der brauchen Sie keine Angst zu haben. Die zwei sitzen ganz gemütlich im. Trocknen, im Auto. Die geniert der Regen nicht. Wenn Sie jetzt noch eine Viertelstunde geradeaus gehen, kommen Sie direkt hin. Der Wagen steht am Mühlhölzel. Gar nicht zu verfehlen. So ein Auto ist was Feines. Man sitzt drin wie in einem Zimmer und pfeift auf den Regen. Ich sag oft zu meiner Frau —" „Schon gut, schon gut, ich danke Ihnen vielmals", hastete Engasfer und beschleunigte seine Schritte. Er preßte den Mund zusammen, daß seine Lippen schmal wurden. Also doch! Nach zehn Minuten geriet er an Foggs Zweisitzer, aber dieser war leider leer. Nur auf der Polsterung lag einer von Viktorias weißen Stulphandschuhen, die er genau kannte. Zu allem Heber- fluß war auch noch ihr Namenszug eingestickt. Das war Beweis genug. Jetzt war er endlich am Ziel, aber an welchem? Pfui Teufel! Engasfer steckte angeekelt den Handschuh in die Tasche und blickte sich nach allen Seiten um. Wo waren die beiden hin und was trieben sie? Jeder Gedanke war ein vergifteter Pfeil. Wenn man sich doch das Denken abgewöhnen könnte? Engasfer tappte an den Waldsaum und spähte zwischen die Stämme. Brombeerranken schlugen ihm ins Gesicht oder zerkratzten seine Hände. Er rief ein paarmal, aber der Wald, der große Kuppler, blieb stumm. Da gab es der Professor auf und ging mit tauben Knien heim, um Abrechnung zu halten. Als er in der Villa anlangte, war Viktoria bereits da und wechselte gerade ihre Strümpfe auf der Couch. Er grüßte nicht und starrte haßvoll ihre seidigen Beine an. Sie schlüpfte in die kleinen roten Pantoffel und sah ihren Mann befremdet an. „Tag, Gottlieb", sagte sie forsch und mit betonter Höflichkeit. „Wo treibst du dich denn herum bei diesem Regen, wenn man fragen darf?" fragt er lauernd. „Du könntest in deinen Ausdrücken ruhig etwas W-R.1 kdNf.k fflTOllf < i-il'anif ‘ ä..; ÄH ÄS« d-L Hi iSM ji« B ui- JJU W in die vierer Lori alle näheren Angaben über diese Beamtenlaufbahnen enthält (Bedingungen, Diensteinkommen, Aufstiegsmöglichkeiten usw.). Die Reichsbahnbirek- tionen übersenden dieses Merkblatt auf Anfordern kostenlos an alle Bewerber. ** Der nächste Schweinemarkt findet am Mittwoch, 30. Juni, in der Diehversteigerungshalle Rhein-Main statt. erstellten Eigenheime feien als medrrg, die Bauten durchweg als zweckmäßig zu bezelchnem Die Zahlungsbereitschaft der Genossenschaft und ihre Vermögenslage seien gut. Amtmann Martin erstattete anschließend als Vorsitzender des Aufsichtsrates auch den Bericht des Aussichtsrates und childerte die reibungslose Zusammenarbeit zwischen Vorstand und Aufsichtsrat. Die Bilanz, die Gewinn- und Verlustrechnung böten zu keiner Beanstandung Anlaß. Die Geschäftsführung sei beim Vorstand in besten Händen. Die Bilanz, die Gewinn- und Verlustrechnung wurden daher von der Versammlung einstimmig gutgeheißen. Der Verteilung des Reingewinns in der vorqeschlagenen Form wurde zugestimmt. Dem Vorstand wurde für das Jahr 1936 Entlastung erteilt. Auch der Aufsichtsrat wurde sowohl für das Geschäftsjahr 1935 wie auch für 1936 entlastet. Die satzungsgemäß ausscheidenden Aufsichtsratsmitglle- der Deibel und Launspach wurden wieder- $ Interner angeregten Aussprache befaßte sich dann die Versammlung zunächst mit dem Problem der Untervermietung. Hier wurde besonders heraus- gestellt, daß der Vorstand jeglichem Mißbrauch ent- Jn den weiteren Ausführungen wurde über die im Sommer 1936 in Angriff genommene und im Frühjahr 1937 beendete Erbauung von Eigenheimen in der Jahnstraße berichtet. Der Vorsitzende gab eine umfassende Schilderung über die Vorbereitungen und über die gesamte Anlage der neuen Eigenheime und vermittelte damit einen klaren Ueberblick über dieses Unternehmen der Baugenossenschaft. Aus den Erläuterungen zur gedruckt vorliegenden Bilanz und zu der Gewinn- und Verlustrechnung seien nur einige Einzelheiten hervorgehoben. Die Abschreibungen konnten auch im Berichtsjahr wieder mit 1,25 bis teilweise 2 v. H. mit insgesamt 37 824,76 RM. vorgenommen werden. Bis zum Schluß des Berichtsjahres wurden 73 678,27 RM. für die in der Jahnstraße erstellten Neubauten verausgabt. Die Anzahlungen der Kaufanwärter beliefen sich auf 27 400,10 RM., so daß aus Mitteln der Genossenschaft 46 278,17 RM. aufgebracht werden mußten. Der Aktivposten der der Genossenschaft zu- stehenden Hypotheken hat sich gegenüber 1935 um 8179,56 RM. erhöht. Die Geschäftsguthaben der Mitglieder haben sich im Geschäftsjahr um RM. 7264,40 vermehrt. Die gesetzliche Rücklage hat sich um 1390 RM. erhöht. Die Bauerneuerungs-Rückstellung wurde um 3994,46 auf 49,783,48 RM. erhöht. Die Geschäftsunkosten bewegen sich im Rahmen der durch die Gemeinnützigkeitsoerordnung vorgeschriebenen Grenze. Nach der Gewinn- und Verlustrech- nung verblieb im Geschäftsjahr 1936 ein Gewinn von 8176,73 RM., von dem nach dem Vorschlag des Vorstandes 1363,70 RM. der gesetzlichen Rücklage und 1500 RM. der Bauerneuerungs-Rücklage zugewiesen werden sollen. Zur Verteilung soll außerdem eine vierprozentige Dividende kommen im Gesamtbetrag von 5313,03 RM. Gegenüber der Bilanz für 1935 hat sich die Bilanzseite um 37 953,18 RM. erhöht. Die eigenen Mittel, also das Genossenschaftsvermögen, hat eine Steigerung um 12 648,86 RM. auf 352 651,34 RM. erfahren. Der Jahresbericht schloß mit dem Hinweis, daß sich die Genossenschaft in stetiger Aufwärtsentwicklung befindet. Die Aufgabe, die die Genossenschaft im Dienste des Gemeinwohls zu erfüllen habe, sei ebenso groß wie die Verantwortung im Interesse der jungen Menschen, die ihrem gemeinsamen Leben einen natürlichen Mittelpunkt geben wollten. Dem Gemeinwohl werde die Genossenschaft auch weiterhin zu dienen wissen. (Lebhafter Beifall?) Im weiteren Verlauf der Versammlung erstattete Amtmann Martin einen umfangreichen Bericht der Prüfungsbehörde, aus dem klar zu erkennen war, daß die Geschäftsführung der Genossenschaft sachgemäß und mit Umsicht erfolgt. Der Porstand und der Aufsichtsrat gingen ihren Aufgaben gewissenhaft nach. Die Baukosten für die neu fallen. Endlose Stunden vergingen, und nichts mar als Grübeln, Grübeln. Am frühen Morgen, ehe noch jemand auf war, floh sie mit einem kleinen Koffer aus der Villa' und schritt den Weg nach der Bahn, den sie um die gleiche Zeit schon einmal gegangen war. * Als sich Fogg von Viktoria getrennt hatte, stiefelte er eine Zeitlang quer durch den Wald. Es regnete noch, aber nicht mehr sehr stark. Feucht glänzten die Baumstämme. Plötzlich gab es Foga einen Ruck. Ein menschlicher Körper lag schräg über dem Pfad — Tutschek. Was war denn mit dem Verwalter los? Der rührte sich ja gar nicht. Fogg beugte sich nieder und untersuchte. Nun bemerkte er auch, daß Tutscheks Hose voll Blut war, die eint Hand und der Boden. Außerdem hatte der Verletzte eine große Beule am Kopf, wie wenn er auf eine Baumwurzel ober einen Stein gefallen märt. Vorsichtiges Zurückstreifen der Beinkleider ergab, daß eine blutverkrustete Schußwunde am linken Oberschenkel vorhanden war. Die Kugel stak noch im Bein. Fogg versorgte die Einschußöffnung behelfsmäßig mit seinem Taschentuch; hoffentlich blutete es auf dem Transport nicht nach. Tutschek mußte sehr viel Blut verloren haben, denn sein Gesicht war bleich und der Puls kaum zu spiiM Der Fall schien außerdem eine Gehirnerschütterung verursacht zu haben. Eine Waffe war nirgends z« entdecken. Eine Selbstverletzung schien demnach nicht vorzuliegen. Fogg überlegte. Dann hob er Tutschek auf und trug ihn aus dem Mühlhölzel gegen das Dorf zu, was saure Arbeit war, benn der Verwalter war nicht gerade leicht. Endlich sich' tefe Fogg ein paar auf dem Feld werkende Bauern, die ihm halfen, ein Gefährt zu besorgen und den Verwundeten ins Verwalterhaus zu verbringen Fogg war nie ein besonderer Fxeund dieses Tat- schek gewesen, dieses glatten und raffgierigen Bar- scheu, aber vor einem solchen Unglück hatte jede persönliche Abneigung zu schweigen. Fogg war jetzig Arzt, nichts weiter. Er konnte sich nicht denken,, wer der Täter war. Hin und wieder stöhnte bljl Bewußtlose. Gut, dachte Fogg erleichtert. Solang! er stöhnt, stirbt er nicht. Dann lief er heim und machte der Anna SB eilt-I Fortsetzung folgt. Das Unglück ereignete sich hinter einer Kurve, etwa 300 Meter hinter der Haltestelle nach Schwanheim. Beide Straßenbahnwagen wurden heftig be, schädigt.Einer der Wagenführer trug schwere Fußverletzungen davon, während einem Schaffner der Arm abgerissen wurde. Der nach Schwanheim fahrende Straßenbahnzug war mit Sonntagsaus- flüglern stark besetzt, von denen verschiedene Rippenquetschungen davontrugen. Alsbald nach dem Zusammenstoß waren mehrere Rettungswagen und das Unfallkommando zur Stelle Der Verkehr war durch den Unfall etwa IVs Stunden unterbrochen. Ein Schüler wird vermiht. Worms, 24. Juni. (Lpd.) Seit dem 14. Juni 1937 wird der Schüler Georg Detter, geboren am 14. April 1924, wohnhaft in Neu-Isenburg, vermißt. Der Junge hat sich ohne Grund von zu Hause entfernt und hat von Worms aus einen Brief an feine Eltern gerichtet. Beschreibung: 1,45 bis 1,48 Meter groß, dunkelblonde Haare, volles Gesicht, trägt braune Kniehose, braune Jungvolkschuhe, grünes Sporthemd und blaue Leinenjacke. Sachdienliche Mitteilungen an die Kriminalabteilung Worms oder die nächste Polizeidienststelle. Tödlicher Unfall beim Heuabladen. LPD. Dernbach (Unterwesterwald), 26. Juni. In der Westerwaldgemeinde Dernbach ereignete sich beim Heuabladen ein tödlicher Unfall. Die 19jährige Tochter Hilde des Landwirts Sebastian Weyand stürzte beim Heuabladen aus vier Meter Höhe und schlug mit dem Kopf so unglücklich auf das Wagenrad eines untenstehenden Wagens auf, das sie das Genick brach und kurz darauf starb. ausgerüstet sei. Kreis Wetzlar. * Niederkleen, 25. Juni. Die Krieger - kameradschaft Niederkleen kann am Sonntag, 11. Juni, ihr 40jähriges Bestehen feiern. Gleichzeitig wird damit das Hüttenberger 23er- bandsfest begangen werden. Das Musikkorps des JR. 81 unter der Stabführung von Musikmeister Leibbrand, Butzbach, wird zur Verschönerung der Veranstaltung beitragen und damit gleichzeitig ihre Verbundenheit mit den alten Kameraden beweisen. Schwerer Straßenbahnunfall in Frankfurt a. M. Elf Personen verletzt. Lpd. Frankfurt a. M., 28. Juni. Auf der eingleisigen Strecke Frankfurt—Schwanheim ereignete sich gestern um 13 Uhr ein schwerer <51 r a- ßenb ahn Unfall. An einer Ausweichestelle stießen zwei Straßenbahnzüge zusammen, wobei e l f Personen verletzt wurden, darunter einige schwer. ______________ qeqenzutreten habe. Mit großn Aufmerksamkert wurde ein schriftlich eingebrachter Antrag behandelt, : der den Vorschlag brachte, die Mieten m den Hau- , fern der Baugenossenschaft so zu gestalten, daß ins- 1 besondere kinderreichen Familien eine Erleichterung verschafft werde, die für sie fühlbar fei. Es wurde non einigen Mitgliedern besonders betont, dAß es mit zu den Aufgaben der Genossenschaft gehöre, auch ihrerseits dazu beizutragen, die kinderreiche Familie zu unterstützen. Heber die Form und das Ausmaß dieser Unterstützung wurden mannigfache Vorschläge gemacht, die von hohem sozialem Verantwortungsbewußtsein zeugten. Der Antrag selbjt wurde von der Versammlung sehr begrüßt und gutgeheißen. Dem Vorstand wurde deshalb an» beimqegeben, sich dieser Frage einmal ernsthaft zuzuwenden und die Mitglieder der Genossenschaft zu gegebener Zeit zu verständigen, welche Maßnahmen für di- Genossenschaft tragbar und durchführbar feien. Der Vorstand versprach, sich der Frage der Staffelung der Mieten entsprechend der Kmder- szahl mit aller Sorgfalt anzunehmen. Mit einem dreifachen Sieg-Heil! auf den Führer fand die aufschlußreiche Versammlung ihren 21b- I schluß. gleicher Zeit trafen einige „KdF."-Sonderzuge em, die von Fulda kommend zum Rhein fuhren. ** Reichsbahn stellt Beamtenanwar- ter ein. Die Deutsche Reichsbahn stellt gegenwärtig und in den nächsten Jahren eine größere Anzahl von Beamtenanwärtern (Dienstanfängern) für ihre technischen Beamtenlaufbahnen ein. Sie hat hierüber jetzt ein Merkblatt herausgegeben, das WWWeWUWil! Roman von Walther Kloepffer Copyright 1936 by August Scherl G. m. b. H., Berlin. neben der Zucht eine der wichtigsten Fragen, weil nur Hunde mit den besten Charaktereigenschaften und einer gewissen Härte, wie der Züchter sagt, zur Fortzucht geeignet sind. Die Gießener Ausstellung auf dem Waldsportplatz hat bewiesen, daß ausgezeichnetes Zuchtmaterial vorhanden ist, das den Voraussetzungen entspricht, gut ist im Körperbau, gängig und zuverlässig und dabei von nötiger Härte. Preisrichter Fr. Muller aus Wuppertal-Barmen, ein erfahrener Fachmann auf dem Gebiete der deutschen Schaferhundezucht, sprach sich anerkennend über das vorgeführte Tier- material aus, das sich in den verschiedensten Prüfungen gut bewährte, so daß eine ganze Anzahl bester Auszeichnungen verliehen werden konnten, die als Ehrenpreise in Form praktischer Geschenke ausgeteilt wurden. Der Preisrichter dankte dem Kreisfachschaftswart Georg Hütten berger (Gießen), der sich der großen Mühe einer solchen Hunde- schau unterzogen und die Vorbereitungen getroffen hatte. Die Ergebnisse der Bewertung folgen. Aus dem ganzen Rhein-Main-Gebiet waren am Sonntag Schäferhunde auf dem Waldsportplatz zur Schau gestellt, die einen guten Einblick in die hervorragenden Zuchterfolge dieses besten deutschen Gebrauchshundes bot. Die Ausstellung war zugleich eine Werbung für den deutschen Schäferhund, der sich in aller Welt bewährt hat und der nur durch Kleinzucht in beschränktem Umfange vom Züchter aus für den Gebrauch herangebildet werden kann. Maßgeblich bei dieser Zucht ist der Leistungsbau und der Charakter dieser Tiere, die für die verschiedensten Zwecke gebraucht werden, fei es als Wach- oder Schutzhund, als Führer- oder Spürhund oder für die verschiedensten Ausgaben bei der Wehrmacht. Der Bedarf an deutschen Schäferhunden ist sehr groß und die deutschen Züchter sind bemüht, sich für eine vermehrte Zucht einzusetzen. Durch intensive Zuchtbestrebungen und vor allem durch aufmerksame Heranbildung soll dem großen Bedarf entsprochen werden. Die Erziehung des Hundes ist Landkreis Giehen. * Wies eck, 26. Juni. Der hiesige Steinmetzlehr- fing Hans Schneider erlitt bei seiner Arbeit einen Unfall. Er mußte mit einer schweren Fußverletzung in die Chirurgische Klimt nach Gießen gebracht werden. . * Alten-Buseck, 27. Juni. Der achtjährige Helmut Scherer stürzte beim Kirschenpflücken vom Baurn und fiel so unglücklich, daß er einen Abbruch erlitt. Der Junge mußte zur ärztlichen Behandlung nach Gießen gebracht werden. . * Göbelnrod, 27 Juni. Der hiesige 28jährige Zimmermann Heinrich Balser erlitt an seiner Arbeitsstelle bei Gießen einen schweren Unfall. Er zog sich bei einem Sturz eine schwere Gehirnerschütterung zu, außerdem Prellungen am ganzen Körper. Der bedauernswerte Mann mußte in die Chirurgische Klinik gebracht werden. . h. Treis a. d. Lda., 26. Ium. Im Laufe der vergangenen Woche begingen der Landwirt Joh. Philipp Göbel und seine Ehefrau Katharina das Fest der goldenen Hochzeit. Der Familienfeier am Nachmittag ging am Vormittag eine kirchliche Andachtsstunde voraus, bei der Pfarrer Schmidt, hier, die Glückwünsche der Gemeinde, des Kirchenvorstandes und der Landeskirchenregierung zum Ausdruck brachte. 00 Eberstadt, 27. Juni. Heute fand hier unter Führung van Brandmeister A. Felsing die Inspektion der Feuerwehr durch Kreisfeuerwehr- inspektor Bouffier statt. Er begrüßte die fast vollständig angetretene Wehr und umriß m kurzen Worten die Aufgaben, die der Wehr heute gestellt sind. Er nahm dann zunächst das Fußexerzieren ab, das zur vollen Zufriedenheit ausgeführt wurde. Ebensogut und reibungslos verliefen auch die Hebungen an den Geräten. Der Kreisfeuerwehrführer dankte zum Schluffe den Feuerwehrmännern für ihre guten Leistungen und lobte besonders die Schlagfertigkeit der Wehr. Er wies darauf hin, daß die Eberstädter Wehr mit ihren Geräten vorzüglich Zur Jahreshauptversammlung der Baugenossenschaft 1894 Gießen, die am Samstagabend im Restaurant „Burghof" stattfand, hatten sich wieder zahlreiche Mitglieder eingefunben. Der Vorsitzende des Aufsichtsrates, Amtmann Martin, hieß die Teilnehmer willkommen. Der Vorsitzende des Vorstandes, Heinrich Schneider, erstattete bann sofort den Jahresbericht, ber in vielen Einzelheiten über bie wirtschaftliche Lage ber Genossenschaft Aufschluß gab. Er leitete seinen Jahresbericht mit einer allgemeinen Heberschau über bie Entwicklung bes Bauwesens im Reiche ein unb stellte heraus, daß sich bie Liquibität ber Wohnungsunternehmen weiterhin verbreitet habe. Das könne als ein beut- liches Zeichen ber Wiebererstarkung angesehen werben. Gehöre doch bie Erstellung von Wohnräumen für den schaffenben deutschen Menschen zu ben vordringlichsten Staatsaufgaben. Der Schwerpunkt liege dabei auf bie Errichtung von Kleinwohnungen. Hier falle ben gemeinnützigen Wohnungsbauunternehmen eine befonbers wichtige Rolle zu. Gleichzeitig aber auch eine große Verantwortung. Die Baugenossenschaft 1894 habe in ben 43 Jahren ihres Bestehens stets eine segensreiche Tätigkeit entfaltet. ' In seinen Ausführungen über bas Geschäftsjahr 1936 legte ber Referent zunächst bie Zusammensetzung bes Vorstandes unb bes Aufsichtsrates bar unb «schilderte bereu Zusammenarbeit. Läsgere Ausführungen waren ber Mitglieder-Bewegung gewid- met. Der Bestaub betrug zu Enbe des Geschäftsjahres 1935 745 Mitglieder, im Jahre 1936 schieden 265 Mitglieder aus^ neueingetreten find 48, so daß die Mitgliederzahl am 31. Dezember 1936 528 betrug. Bei dem Austritt der über 200 Mitglieder handelte es sich besonders um solche Mitglieder, bie bisher nur sehr wenig ober gar nichts an Geschäftsanteilen einlegten unb eigentlich nur als Mitglieder auf dem Papier standen. Der Großteil dieser Mitglieder war während der Inflationszeit ein- getreten. Die Zahl von 528 Mitgliedern stellt einen zuverlässigen Stamm dar. Der gesamte Besitzstand an Häusern und Wohnungen verzeichnete am 31. Dezember 1936 130 Ein- unb Mehrfamilienhäuser mit zusammen 267 Zwei- bis Sechszimmerwohnungen. Der buchmäßige Wert beläuft sich auf 2 170 897,96 mit einer hypothekarischen Belastung von 1915170,21 RM. Die gesamten Nutzungsgebühren betrugen im Jahre 1936 165 817,38 RM. In Bezug auf ben baulichen unb wohnlichen Zustand sind bie Häuser unb Wohnungen vorbildlich. Alljährlich werben sämtliche Bauabschnitte einer Besichtigung unterzogen. Insgesamt wurden im abgelaufenen' Jahr für Jnstandsetzungsarbeiten RM. 15 773,05 verausgabt. bMdU; nfi « ? unb ios *"'M *m $tt: ntraS Ich!, W 4 d°->lb i„, ?H°!t i«. tefi. bu^hil)rbar < 6rage her er ^inber« d?n Sühnt ! ihren Ab. Einer Surre, ,Qd) Schwab e" heftig be< chwere Fuh. '^offner bei Schwanheim Donntagsaugi siebene Rip *10 nach ben 95wagen uni Verkehr war unterbrochen niht. dem 14.3uni ter, gehöret 3fenburg, vcr von zu j)Quj| inen Brief ai 1,45 bis 1,4! >olles Gesicht olkfchuhe, grä cke. Sachbien eihmg Norm ung, so daß die Zahl der Bühnen sich v e r- f ü n f f a ch t hat (43 Bühnen im Jahre 1932, heute über 220) und die Zahl der Besucher von rund 500 000 auf 1,6 Millionen im Jahre 1936 stieg. Die Spielplätze sind die verschiedenartigsten: vor Burgruinen, auf alten Marktplätzen, an Bergabhängen, im Walde, in Steinbrüchen und in künstlich hergerichteten Anlagen. Diese Vielgestaltigkeit zeigt der Reichsbund in einer großen Auswahl von Modellen, Photos, Plakaten und graphischen Darstellungen, so daß jedem Besucher der Ausstellung Gelegenheit gegeben ist, einen umfassenden Ueber- blick über eine der wertvollsten und volkstümlichsten Ausdrucksformen deutschen Kulturschaffens zu gewinnen. Auskünfte und Unterlagen (Bildmatenal u. a.) jederzeit durch den Reichsbund der deutschen Freilicht- und Volksschauspiele e. V., Berlin W 8, Kronenstraße 7, Telephon 11 4145/46. SJl.-fpori 1900 — DfL.-Friedberg 4:1 (1:0). Den Ausgang dieses Spieles könnte man vielleicht als Überraschung bezeichnen. Doch wer Zeuge war und gesehen hat, wie es errungen wurde, wird zugeben müssen, daß der Sieg der Blauweißen selost in dieser Höhe verdient ist. Hatten wir in unserer Vorschau den Ausgang als völlig offen bezeichnet, so bewies sich dies lange Zeit während des Spielgeschehens. Die anfängliche Führung der Platzbesitzer holten die Friedberoer kurz nach der Pause aus. Lange Zeit stand es dann 2:1 für 1900 und bei den verschiedenen zahlreichen Angriffen der Gauligisten konnte es leicht zu einem neuerlichen Ausgleich kommen. Als jedoch die Blauwei- ßen zu einem selten gesehenen Schlußspurt anfetz- ten, kamen sie in den letzten Minuten noch zu dem beachtlichen Sieg. Man könnte nun geneigt sein und annehmen, daß die Niederlage der Friedberger burch zahlreichen Ersatz bedingt worden wäre. Das trifft jedoch nicht zu, denn außer dem in der Gau- mannschaft tätigen Mittelläufer Eisenreich fehlte lediglich der dienstlich verhinderte rechte Läufer Seckin- ger. Bei den Blauweißen fehlte Lippert. Die Aufstellungen waren folgende: VfB. Friedberg: Winkler; Schnierle, Steitz; Schwarz, Ebner, Weller; Süßenberger, Baumann, Kopp, Rabenau, Nau. 1 9 0 0 Gießen: Rahn; Zeiler, Lehrmund; Erhard, Sack, Pankok; Schellhaas, Bergmann, Löb- lack, Heilmann, Möller. Obwohl sich die Friedberger durch ihr technisches »Spiel einige Vorteile im Feld verschaffen können, ffind die Angriffe der Blauweißen gefährlicher. Vor «allem ist es Löbsack, der die Hintermannschaft der (Säfte stark beunruhigt. In der 20. Minute gelingt es Löbsack, seine Mannschaft in Führung zu bringen. Eine weite Vorlage von Sack erspurtet er sich oor dem ihn verfolgenden Schnierle und über den aus dem Tor eilenden Winkler senkt sich der Ball ins Netz. Die Bemühungen der Gäste werden nun etwas energischer, wodurch das Spiel äußerst lebhaft wird. Die Zuschauer gingen lebhaft mit. Die ganze Atmosphäre versetzte mitten in die Kämpfe der Verbandsspiele. Nach dem Wechsel kommen die Friedberger schnell zum Ausgleich. Bei einem Angrif von links läuft Rahn weit aus seinem Gehäuse, um nur zur Ecke abwehren zu können. Diese kann Baumann durch Kopfstoß verwandeln. Die Kampfhandlungen werden jetzt noch packender. In der 60. Minute ist es abermals Löbsack, der für die erneute Führung sorgt. Die Leute vom Burgfeld versuchen es nun nochmals mit energischen Angriffen, doch die anfängliche Unsicherheit in der Hintermannschaft der Blauweißen ist vorbei. Mit letztem Einsatz wird den Gästen im Strafraum Halt geboten. In der 80. Minute ist es Heilmann, der durch einen wunderbaren Schuß in die linke obere Ecke auf 3:1 vergrößert. Wenig später ist es wiederum Heilmann, der eine Vorlage von Sack in der Richtung abfälscht und sie zum 4:1 verwandelt. Friedbergs Leistungen waren technisch etwas ausgeprägter. Ein Verjagen des einen ober andern war nicht festzustellen. Die Leistung der Blauweißen war in den entscheidenden Momenten eben ausschlaggebend. Die Hintermannschaft wurde mit dem zunehmenden Verlauf immer sicherer. Die Läuferreihe schaltete sich erfolgreich ein. Sack als Mittelläufer mar der richtige Helfer für Abwehr und Sturm, der in Löbsack wieder den gefährlichen und wuchtigen Durchreißer besaß. Wirtschaft. 141,25 (143,13) zurück, ferner lagen Zement Heidel- Daium ■"56* 4Y2 Kokswerk? und Chemische Fabrik 7 Rheinisch-Westfälische Elektro .. Devisenmarkt 125,5 19,5 21,25 125.25 124,75 19,5 21 125,5 213 130 113 118 105 Berlin 125 45,75 19,5 21 125,5 . 6 . 4 4'/r . 7 . 6 . 0 . 6 0,6 125.25 46 19,65 21,13 125.4 213,25 113 118 105 212,5 130 113,13 118 105 Lahmeyer.......... Mainkrafl........... Mannesmann Mansfelder Bergbau . Metallgesellschaft..... Orcnstein & Koppel .. Rheinische Braunkohle Rheinische Elektro Rhcinstahlwerke...... rfftt für 4'/r 0 Rütgerswerke .......... Salzdetfurth Kali Schlickert L Co........... Schultheis Pahenhofer.... Siemens & Halske....... Süddeutsche Zucker Bereinigte Stahlwerke.... Westdeutsche Kaufhof Westeregeln Alkali........ Zellstoff Waldhos Ltavi Minen............ — Frankfurt a. ZIL JL®. für Berkehrüweien .... 6)4 «amburg-Südam. Dampfschiff. 0 Reichbahn-Vorzugsaktien 0,25 v. H. höher 125,50. Etwas Nachfrage verblieb außerdem Städte-Altbesitzanleihen. Mannesmann und Rheinstahl mit 123 bzw. 159 unverändert lagen. IG. Farben zogen bei leichter Nachfrage auf 166,25 (166) an. Von Maschinen- iftien blieben Rheinmetall mit unv. 151,50 gesucht, Muag und Moenus bröckelten bis 0,40 v. H. ab. 12 , 6 6 . 6 7 6 7 4 9 10 . 14 .. 6 .. 0 .. 8 .. 5 .. 7 .. 6 . 12 6Yz .. 4 .. 5 .. 9 . 1" .. 6 .. 7 .. 7 ,. 6 ,. 7 .. 6 . 0 3'/r 3/2 . 8 .. 6 ,. 6 Accumulatoren-Fabrik.... Aschaffenburg Zellstoff.... Bemberg............... Bekula................. Buderus Eisen........... Cement Heidelberg....... Cement Karlstadt........ Conti Gummi........... Daimler Motoren Dessauer Gas........... Deutsche Erdöl.......... Deutsche Gold- und Silber Deutsche Linoleum....... Elektrische Lieferungen.... Elektrische Licht und Kraft. I. K. Farben-Jndustrie ... Felten & Guilleaume..... Gesfürel................ Th. Goldschmidt......... Grihner Maschinen....... Harpener............... Hoesch Eisen Philipp Holzmann Ilse Bergbau............ Ilse Genüsse Kali Aschersleben Klöcknerwerke ........... uabladen. ilb), 26. Juni h ereignete (ii . Die Whch l’tian Weyan! leter Höhe un) uf bas Wager uf, bas sie da- im freien'1 iftaltet in Lei- ^eutfdjen Frei- 'ß/ich bes > der Römeß- Rhein-Mainische Börse. Gut behauptet. Frankfurt a. M., 26. Juni. Die Börse blieb infolge des nur kleinen Ordereingangs weiterhin sehr still, doch war die Grundtendenz trotz uneinheitlicher Kursentwicklung freundlich. Arn Aktienmarkt gingen die durchschnittlichen Abweichungen kaum über 0,50 bis 1 v. H. hinaus. Bei einigen stärkeren Veränderungen handelte es sich meist in- ' tilge der Marktenge um Zufälle. Am Montanmarkt lagen Hoesch mit 124,25 (125,50) schwächer, wogegen Verein. Stahl 0,25 v. H. gewannen auf 119,90 und -SÄ? in, d-" l" ” innen >erg 1 v. H. niedriger mit 156. In einzelnen eröffneten Reichsbank mit 213,25 (212), Deutsche Li- - noleurn mit 165 (164), Holzmann mit 148 (147,50), 1 «fob Westdeutsche Kaufhof unv. 59,65, Gesfürel mit 1 l-50,50 (150,25) und Schlickert mit 170 (169,50). W-Lnhnfl Der Rentenmarkt lag ruhig. Äommuna^ der Reiih Umschuldung schwankten zwischen 93,90 bis 94, ilichtbühnen ög E Aituag uno LUtoenus oroaelten bis U,4U v. H. ab. 'fjeaUt 'n .^on ^Z'rPtoffwerten gingen Aschaffenburger auf n Mckbülk, c s-Prosessor Ö s Freilichtspich Auch im Verlaufe hielt sich das Geschäft in engen Grenzen, Zweitnotierungen erfolgten nur selten. Etwas höher lagen nochmals IG. Farben mit 166,40 nach 166,25. Gefragt wurden außerdem Ty. Goldschmidt mit 149 bis 149,50 nach 148,50. Die erst später notierten Werte lagen uneinheitlich. Größere Abweichungen zeigten Accumulatoren Hagen mit 229 (231,50), RWE. mit 131 (132), Feldmühle mit 144 (145), Junghans mit 135 (136), Rhein. Braunkohlen mit 234 (235,25), dagegen Conti Gummi 192 (191), ferner zogen einige Nebenwerte 0,25 bis 0,50 v. H. an. Renten lagen weiter still. Altbefitz 125,75 (125,90). Industrie-Obligationen bröckelten vorwiegend 0,25 bis 0,50 v. H. ab, 4,50 v. H. Krupp unv. 99,25. Liquidationspfandbriefe lagen meist nur knapp gehalten, während Goldpfandbriefe und Staatsanleihen behauptet zur Notiz kamen. Stadtanleihen schwankten nach beiden Richtungen um 0,25 v. H. Im Freiverkehr nannte man Adlerwerke 114,50, Wayß & Freytag 151, Verein. Deutsche Metall 168,50, Ufa 70,40. — Tagesgeld unverändert 2,75 v. H. ? Kurszettel der Berliner und Iranksurier Börse ’art fei, ion^ Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. mei«M Reichsbankdiskont 4 v. H., Lombardzinsfuß 5 v. H. eaenheü i|h v* ne einen * --ch * ebeutenben fr* , erfährt eH runa nn*' äM int hatte, E tei snael H tuch> ? iahen, fyiiffl - —■-—»■ —.....—r — fnUfll l°Ulburn-AmcrIka Paket......0 ^orfd)111 1 ^deutscher Lloyd.......... o W UnttlM V. 'Rutsche Reichobahn Borz.-Akt. 7 schien b (■ "letchrbanl 121 212 Dann »"ilner Handelsqesellschaft .6/,! — ' Guhi^, ^mnwr». und Privat-Bank ... 5,113,13 Sfelt IS !'cht-M< oerkenve nt>» --- Ä ' ntl Wm-.__ r’11.irrige11 huenoe bittet, . rfllO Lw*....... „fliilß * *io de Janeiro 1 .^vpenhagen... !sch fl,S|ijlte * S-nziq....... ;vr f‘^n(OTl,nbün ...... ’vLrtt L'üsingfors.... mW1 4 Srnris........ „ 'M* jollanb zfNNN fallen....... Frankfurt a. M. Berlin Schlußkurs Schluß!. Abendbörse Schluß- kurs Schluß! Mittagbörse Datum 25-6 26 6 25.6 26 6. 5% Deutsche Retchsanlethe v. 1927 101,65 101,65 101,7 101,65 ■% Deutsche Reichsaul. von 1934 ■%% Deutsche Reichsschatzanwei- 98,9 98,9 98,9 98,9 hingen von 1935 . .......... *y?% Deutsche Reichsschatzanwei- hingen von 1935, II. Holge ... ■’/»% Deutsche Reichsschatzanwei- 99,3 99,3 99,3 lungen von 1936, III. Folge .. 99 99 99 ö’/:% Doung Anleihe von 1930 .. 105,25 105,13 105 105,25 ■H% Hessische Dolksstaat von 1929 99.75 99,75 — 99,75 Deutsche Reichspostschatz von 1934 I...................... — 100,9 101 100,8 **%% Deutsche Reichsbahnschatz von 1936 I.................. 99,3 99,4 99,25 99,5 Meichsanlethe-Altbesttz.......... Tberhessen Provinz-Anleihe mit 125,9 125,75 125,8 125,8 Auslos.-Rechten.............. ll%% Hess. Lan desbk. Darmstadl 134,5 134,25 , Goldpse. R. 12.............. ’•&% Hess. Landes-Hyp.-Bani 99,5 99,5 — Liqu. Goldpse............... •l%% Preuh. Landespsdbr.-Anst. 100,75 100,75 — Goldpse. R. 19.............. 99 99 99 99 Preuh. Gold-Komm. R. 20 *«‘4% Darmstädter Komm.-Lan- 98 98 98 98 desbank R. 6................ Deutsche Komm.-Sammel-Anleihe 97,9 97,9 Auslos.-Rechte I.............. 134 134,25 134 134 l:'/z% Franks. Hyp. Goldpse. R. 15 •■7i% Franks. Hyp. Gold-Komm. 99,5 99,5 99,5 99,5 . Obi. 2 3................... Franks. Hyp. Liquidation 98,25 98,25 — , Goldpse..................... '•72% Rheinische Hyp. Liquidation 100,7 100,65 — — ^.Goldpse..................... 101,13 101,13 101 101 -teuergutlchein-Berrechnungskur? 110,75 110,75 110,9 110,9 Frankfurt a.M. Berlin Schluß- kurs Schluß!. Abend- börfe Schlußkurs Schluß!. Mittag, börse 25 6 26-6 25 6- 26-6 231,5 229 232 229 143,13 141,25 143 141,75 136,75 137 137 137,4 164,5 164,5 164.75 164,75 126,5 126,25 126 126,5 157 156 — — 172 172 — 191 192 192 192 137 137,25 137,13 137 — — 118,75 119,25 155 154,5 154,5 155 262 262 — 164 165 — 165 135,25 135,5 135,25 135,25 153,25 152 153,25 152,13 166 166,25 166,25 166,5 136,5 136,4 136,75 136,4 150,25 150,5 150 149,75 148,13 148,5 148 148,5 52,65 53,65 53 54,13 173,75 173,5 174 173,25 125,5 124,25 124,75 124,25 147,5 148 147,13 148 —— — —— 172 141 141,5 141,75 123 — 123 123,13 123,13 137-5 137,5 137 137,25 — — 154,25 154,13 124 124,25 124 124 99,25 99,5 —- — 123 123 123 122,9 150 150 150 150 152 152,25 152 151,75 — —— 107,75 108,75 235,25 234 235 234 — — 136 136 159 158 159,25 158.5 132 131 131,5 130,75 147,5 148 148 147,5 160 160 160 160 169,5 170 169,75 170 — — 100,75 101 215,5 215,75 216,5 217 207 207 — 119,65 119,9 119,5 119.65 59,65 59,65 59,9 59,65 —— 122,5 123 122,5 158,75 159 159 159,5 31,5 31,5 31,65 31,4 25 Jun 26 Jun Amtliche Rolierunq Amtliche Rotierunq (Meli Br»-i Gelt Brie 0,758 0,762 0,758 0,762 42,13 42,21 42,14 42,22 0,165 0,167 0,165 0,167 47,10 47,20 47,10 47,20 55,00 55,12 54,98 55,10 47,10 47,20 47,10 47,20 12,32 12,35 12,315 12,345 5,45 5,46 5,445 5,455 11,11 11,13 137,50 11,11 11,13 137,22 137,16 137.44 13,09 13,11 13,09 13,11 25 Ium 26 Juni Amtliche Notierung Amiliche Notierung Geld Brie Gelt Brie, Japan.................... 0,716 0,718 0,716 0,718 Jugoslawien .............. 5,694 5,706 5,694 5,706 Oslo ................... 61,92 62,04 61,89 62,01 Wien..................... 48,95 49,05 48,95 49,05 Lissabon.................. 11,195 11,215 11,185 11,205 Stockholm .. ............. 63,52 57,15 63,64 63,49 63,61 Schweiz.................. 57,27 57,15 57,27 Spanien.................. 16,98 17,02 16,98 17,02 Prag..................... 8,671 8,689 8,671 8,689 Budapest................. — — — Neuyork.................. 2,496 2,500 2,496 2,500 VfD.-R. —Rot-Weiß Frankfurt a. M. Trotz der beiden Veranstaltungen hatten sich verhältnismäßig viele Zuschauer eingefunden, die von den hervorragenden Leistungen der Gastmannschaft begeistert wurden. Die Gäste zeigten technische Höchstleistungen. In der Kritik der Mannschaften schneiden die Frankfurter besser ab. Der Torwart arbeitete fehlerlos. In der Verteidigung war die Mannschaft äußerst gut besetzt. Die Läufereihe arbeitete unauffällig. Der Sturm war eine Klasse für sich. Bei den Grünweißen wollte es nicht so klappen, der Torwart war gut, konnte aber an den drei Toren nichts ändern. In der Verteidigung war Kramer der bessere. Der beste Mann der Grunwei- ßen war Thron, der als Mittelläufer dritter Verteidiger spielte. Der Sturm war wieder einmal das Schmerzenskind der Mannschaft. Beide Mannschaften begannen aufgeregt, jedoch fand sich Rot-Weiß bald und bedrängte das Tor der Grünweißen stark, die Hintermannschaft konnte aber klären. Auf der anderen Seite kam eine schöne Flanke von Schlitz zu Radtke, der verschoß. Man bewunderte das exakte Zuspiel der Gäste. Die Grünweißen hielten das Spiel offen. Es war unverständlich, daß die Mannschaft das Spiel nicht auseinanderzog, die Flügel wurden kaum bedient, so war es kein Wunder, daß die gute Hintermannschaft der Gäste immer klären konnte. In der 33. Minute ereilte die Grünweißen das Geschick. Einen Vorstoß der Gäste schloß der Mittelstürmer durch einen Schuß ab, der über seinen Kopf hinweg den Weg in das Gehäuse fand. Doch schon vier Minuten später war es Radtke vorbehalten, auf Vorlage von Bach den Ausgleich zu erzielen Nach der Pause drehten die Grünweißen mächtig auf, aber nur drei Ecken waren die Ausbeute, die nichts einbrachten. Allmählich machten sich die Gäste von dem Druck los und gaben den Ton an, einen Bombenschuß von Debus konnte Gottschalk gerade noch meistern. In der 18. Minute fiel der Führungstreffer für die Gäste. In der Folge hatte die Hintermannschaft schwer zu kämpfen, der Sturm nahm keinen Ball an, wodurch die Hintermannschaft zu sehr überlastet wurde. Kurz vor Schluß schoß Debus einen weiteren Treffer. Das Spiel war sehr schnell und wurde anständig durchgeführt. ormafiü" Worms zeigt Klasse-Fußball. Ehrenvolle Niederlage der „SSeufonen*. Der gestrige Sonntag brachte das große Ereignis des Fußballkampfes der Meistermannschaft des Gaues 13 „Wormatia" Worms gegen die erste Elf des FC. „Teutonia" Watzenborn-Steinberg. Für das Spiel hatten die Gastgeber einen befonberen Platz tadellos hergerichtet, neue Tore erstellt und Platz für viele Zuschauer geschaffen. Schon um die Mittagsstunde herrschte im Ort ein reges Leben. Alle Sraßen waren mit Fahnen geschmückt. Viele Einwohner saßen oor den Häusern. Die Jugend war schier aus dem Häuschen. Bald setzte der Zustrom der Zuschauer zum Sportplatz unmittelbar unterhalb des Dorfes ein. Bor 3000 Zuschauern. Wer sich in unserer Heimat für Fußball interessierte, fand sich ein. Don weither kamen die Fußball-Enthusiasten. Mit Motorrädern, mit Fahrrädern, im Kraftwagen und im Omnibus kamen sie an. Diele kamen aus den umliegenden Orten zu Fuß, und auch viele Gießener ließen es sich nicht nehmen, dabei zu fein. Als die Zeit des frühzeitig angesetzten Spielbeginns herannahte, säumten schätzungsweise 3000 Zuschauer das große Spielfeld, die inzwischen Gelegenheit hatten, ein Spiel zwischen der zweiten Mannschaft des VfB.-Reichs- bahn Gießen und der zweiten Elf von Watzenborn- Steinberg zu verfolgen. Zu rechter Zeit standen die erwarteten Mannschaft von Worms und die-erste Elf der Platzbesitzer bereit. Die Gäste aus Worms waren von der Jugend heftig umlagert, und die beiden Nationalen Fath und Eckert mußten sich zu manchem Autogramm entschließen. Die Mannschafts-Ausstellungen. „Wormatia" Worms: Eckert Winkler Kern Zimmermann Kiefer Ries Lehr Leist Müller Eckert Fath O. Haas Fischer K. Haas Lang O. Burger Euler Hedderich Schmandt Fett Jung Happel „Teutonia" Watzenborn-Steinberg: Unter großem Beifall der Massen betraten die beiden Mannschaften den Platz. Reichsbund-Kreisführer Dr. Schäfer (Gießen) hieß die Gäste aus Worms herzlich willkommen, Kreisfachamtsleiter Henkel (Gießen) gab seiner Freude über das Gastspiel Ausdruck, und der Vereinsführer von „Teutonia" Watzenborn-Steinberg, Harnisch, fand herzliche Worte des Dankes für die Mannschaft aus Worms, die mit ihrem Besuch und Gastspiel dem festaebenden Landverein eine große Ehre erweise. Er überreichte als Zeichen der Dankbarkeit dem Spielführer der Gästemannschaft Winkler eine Büste des Führers und Reichskanzlers. Der Reisebegleiter der Gäste forderte seinerseits die Mannschaft auf, ein Spiel zu zeigen, das den freundlichen Gastgebern etwas Besonderes bedeuten könne. Im Lause des Spieles gab es in den Mannschaften je eine Aenderung. Fünf Minuten nach der Halbzeit mußte Fett durch eine Verletzung ausscheiden. An seine Stelle trat Karl Schmandt. Bei den Gästen wurde Lehr durch Gölz ersetzt. Die Wormser traten damit genau mit der gemeldeten Aufstellung an, also in ihrer stärksten Formation. Ein schöner Kampf — ein Lehrspiel. Das Spiel der beiden Mannschaften war weniger ein Kampf, wie man ihn zum Beispiel erlebt, wenn es um Punkte geht. Sichtlich waren beide Mannschaften bemüht, der Fußballsache einen guten Dienst zu erweisen und ein vollendetes Spiel zu zeigen. Das gelang auf der ganzen Linie! Zwar gingen dadurch der Begegnung die großen dramatischen Höhepunkte ab, dafür konnte aber jeder Zuschauer die ungetrübte Freude an einem technisch hervorragenden Spiel haben, das insbesondere manchem aktiven Fußballsportler und manchem Jugendlieben die Augen darüber öffnete, w i e Fußball gespielt werden kann. Dabei war das Können zwar in erster Linie auf der Seite der Gäste, aber auch die Platzbesitzer strengten sich sehr an und taten es den Gästen nach Kräften nach. Daß es ihnen gelingen würde, es den Wormsern gleichzutun, durfte nicht erwartet werden. Immerhin setzte sich jeder der Watzenborn-Steinberger mit Geschick und Eifer ein. Der „Teutonen"-Mannschast gebührt ein Gesamtlob; die Elf der Gäste erwies sich als über alles Lob und über allen Tadel erhaben. Tastend begann das Spiel. Sichtlich waren die Gäste bemüht, sich nicht überraschen zu lassen; sichtlich warteten die Steinberger ab, welche Technik die Gäste an den Tag legten. Bald wurde das Spiel flüssig, raumgreifender. Der Ball wanderte unaufhaltsam hin und her. Bald zeigten die Gäste ihre Ueberlegenheit im Feldspiel, drängten die Platzbesitzer in ihre Hälfte zurück. Die Teutonen- Verteidigung lief nun zu großer Fahrt auf. Aber der erste Erfolg in der 10. Minute etwa, aus einem Geplänkel überraschend erzielt, war von den Gastgebern nicht zu verhindern. Wenig später setzte Fath einen unhaltbaren Ball präzise in die tätige Ecke. Happel warf sich — zu kurz und zu spät. Dann Hier adichneiden! Milch 307 Milchbrechcn sowie durch Abreiben der Wände und Möbel mit Petroleum. Hilft dies nicht, so lasse man die Räume durch den Kammerjäger vergasen. Tiermilben bei Hühnern und Stubenvögel bekämpft man durch Bestreichen der Wände, Ritzen und Sitzstangcn mit Terpentinöl. Hühner können auch mit Petroleum eingerieben werden. Siehe auch Blattläuse. Milch, eines der wertvollsten und vielseitig verwendbarsten Nahrungsmittel, wird hauptsächlich von der Kuh geliefert, obwohl die Milch anderer Haustiere wie Ziege, Schaf, Stute, Eselin ebenfalls zuträglich ist. Ein Liter Kuhvollmilch enthält über 600 Kalorien, 100 Teile Vollmilch setzen sich zusammen aus 3,3 Teilen Eiweiß (Kasein, Albumin), 3,6 Teilen Fett, 4,7 Teilen Milchzucker, 0,7 Teilen Mineralstoffen, der Rest ist Wasser. Das Eiweiß ist biologisch hochwertig, ebenso das Fett, weil es in der Milch fein verteilt ist, ferner enthält Milch Vitamine. Empfehlenswert ist Milch mit Kakao zubereitet oder als Sauermilch (Stockmilch) und ffoghurt, für Kinder mit Haferschleim. Einwandfreie Milch riecht gut, schmeckt süßlich und sieht gelblichweiß aus. Verwässerte Milch läuft von einer eingetauchten Stricknadel glatt ab, während gute Milch in Tröpfchen haften bleibt. Rohe Milch wird am besten in peinlich sauberen, flachen Glas-, Steingut- oder Porzellangefäßen kühl aufbewahrt. Deckt man sie zu, so muß immer dabei die Luft Zutritt haben, man nimmt also zweckmäßig keinen Deckel, sondern Tüll oder Gaze. Die umgebende Temperatur darf keinesfalls höher als 15 Grad Celsius sein. Vor dem Genuß ist kurzes Abkochen der Milch immer empfehlenswert, da dadurch Krankheitskeime getötet werden. Anbrennen der Milch verhütet man, wenn man den Topf vorher mit kaltem Wasser ausspült, lieberlauten, wenn man den Topfrand mit Butter bestreicht. Eine Haut bildet sich nicht, wenn man während des Aufkochens mit einem Holzlöffel ständig umrührt. Nach dem Aufkochen muß die Milch sofort kalt gestellt werden, aber nicht in der Nähe von Speisen, deren Geruch sie annehmen kann. Milchbrcchen der kleinen Kin- der darf nicht verwechselt wer- den mit dem harmlosen „Speien" der Säuglinge, wobei nur die Milch unverändert wieder aus- gespuckt wird. Beim Milchbrechen wird unter Würgen und Zusammenziehung der Bauch- Muskulatur, verbunden mit Schmerzäußerungen, die im Magen-Darmkanal veränderte, sauer riechende Milch vermischt Die Mhrwerle der Milch bleiben durch bas Kochen im neuartigen Milchkocher voll erhalten. Ueberkochen der Milch ist völlig ausgeschlossen, weil der Topf rechtzeitig vorher pfeift. Einen solchen Milchkocher sollten Sie auch in Syrern Haushalt haben. Verschiedene Größen gibt es darin bei 3- B- Häuser, Gießen, am Oswaldsgarlen, Hernfprechcr 2145/2146. Zeigte er einige Male sein großes Können. Einen Elfmeterball vermochte er auch abzuwehren. Bis zur Halbzeit blieb es beim 2:0! Die Teutonen hatten wenig Glück mit ihren Aktionen. Einige Bälle, aus aussichtsreicher Stellung getreten, gingen in der Aufregung hoch darüber. Die zweite Halbzeit zeigte die Gäste in einem faszinierenden Kombinationsspiel, das so minutiös lief, daß es die Einheimischen sehr schwer hatten, überhaupt an den Ball zu kommen. Dabei zeigten die Gastgeber ihrerseits auch ausgezeichnete Leistungen, wenn sie auch sichtlich Lampenfieber vor dem großen Gegner hatten. Vor öemjlor der Einheimischen gab es nun öfter kritische Situationen, wie in der ersten Halbzeit. Fetts befreiende Abschläge fehlten. In. gleichmäßigen Abständen schossen die Wormser vier weitere Tore. Durchweg unhaltbar für den Tormann der Einheimischen, denen das Glück auch bei den gut herausgearbeiteten eigenen Chancen wenig hold war. Auf der Gegenseite teilten sich Leist und Fach in die Erfolge. Eine Kritik der beiden Mannschaften oder gar der einzelnen Spieler erübrigt sich. Die Mannschaft der Gäste war wahrhaft wie aus einem Guß; unübertrefflich im gegenseitigen Verständnis! Man sah eine Kombinationsarbeit, die schlechterdings unübertrefflich erschien. Dabei spielte die Mannschaft noch verhalten. Die Gastgeber hatten da einen schweren Stand. Sie opferten sich förmlich auf und taten es ohne Aussicht auf Erfolg. Das muß ihnen hoch angerechnet werden! Ueberflüssig zu sagen, daß in ritterlichster Weise gekämpft wurde. Schiedsrichter P o st hatte kein schweres Amt, das er, von wenigen Fehlern abgesehen, mustergültig ausfüllte Den Abschluß und Ausklang des spärlichen Ereignisses bildeten ein Festzug durch die Straßen der großen Gemeinde und ein Volksfest auf dem Festplatz. Ein überaus herzlicher Abschied wurde den Gästen in den späten Abendstunden zuteil. lieber den Festabend aus Anlaß des zehnjährigen Bestehens des FC. „Teutonia" Watzenborn- Steinberg in der Volkshalle berichten wir noch. Kampsball nnb Handball her SA. Großer EA.-Eporttag in Gießen. Am gestrigen Sonntag standen sich die Kampf- b 'ma' nschaften der Standarten 145 (Büdingen), 2^. (Friedberg), 116 (Gießen) und 254 (Lauter- baa, um Meisterschaftskampf um den vom Führer der Gruppe Hessen, Gruppenführer Beckeri e, gestifteten Wanderpreis auf dem 1900er-Platz aus dem Trieb gegenüber. Ausscheidungsspiel Standarte 145 — Standarte 222 3:2. Zum ersten Ausscheidungsspiel traten die Mannschaften der Standarten 145 und 222 an. Gleich nach dem Anpfiff entwickelte sich ein reges, flottes Spiel. Die Männer der Standarte 145 fanden sich zuerst zu besserem Gejamtspiel. Schön eingeleitete und oorgetragene Angriffe scheiterten aber immer wieder an der auf der Hut befindlichen Abwehr der 222er. Erst kurz vor Halbzeit konnte die Standarte 145 (Büdingen) zum Führungstreffer einlenken. Kaum zwei Minuten später war auch den 222er das Glück hold. Sie konnten den Ausgleich erzielen. Mit dem Ergebnis 1:1 ging es in die Halbzeit. Kurz nach Beginn der zweiten Halbzeit konnte die Mannschaft der Standarte 145 durch einen wunderbar vorge- tragenen Angriff das Ergebnis auf 2:1 erhöhen. Noch einmal fand 222 Gelegenheit zum Ausgleich. 145 drängte zur Entscheidung. Der Erfolg blieb nicht versagt. Kurz vor dem Schlußpfiff konnte 145 (Büdingen) das Spiel mit einem 3:2-Sieg für sich entscheiden. Standarte 116 — Standarte 254 6:0. Im zweiten Kampfballspiel trafen sich die Mannschaften der Standarten 116 (Gießen, Sturm 15/116 Großen-Buseck) und 254 (Lauterbach, Sturm 13/254 Alsfeld). Schon in den ersten Minuten des Spieles konnte man Voraussagen, welche die bessere Mannschaft war. Das bestätigte auch das in der 8. Minute gefallene Tor für 116. Die Ballbehandlung, der sichere Zuwurf und das Mitgehen der Stürmerreihe bewiesen klar die technische Ueßerlegenheit der Mannschaft der Standarte 116. Sie konnte auch schon in der ersten Halbzeit das Torergebnis auf 3:0 stellen und lag damit klar in Führung. In der sechsten Minute der zweiten Halbzeit erhöhte dann auch die angriffslustige Mannschaft der 116er auf 4:0. Die 254er versuchten immer wieder, einen Angriff zu einem Ergebnis durchzuführen, aber vergeblich. Alle gutgemeinten Angriffe scheiterten an der Verteidigung oder am Torhüter. Im Verlauf des Spieles konnten die 116er noch zweimal erfolgreich fein. Den 254ern war es noch nicht einmal vergönnt, ein Ehrentor für sich buchen zu können. Obersturmführer Vogt (Brigade 147) war den Mannschaften der beiden Kampfballspiele ein gerechter Schiedsrichter. Handball: Brigade 147 — Brigade 46 15:6. Nach einer Pause, die durch den Musikzug der Standarte 116, unter Stabführung von Musikzugführer Herrmann, verkürzt wurde, traten die Handballmannschaften der Brigade 147 (Gießen) und Brigade 46 (Fulda) an. Schon in der ersten halben Minute fiel ein Tor für Brigade 46, das aber die Mannschaft der Brigade 147 in der zweiten Spielminute ausgleichen konnte. Eine Minute später erhöhte 147 auf 2:1. Es wurden schöne Leistungen von allen Spielern gezeigt. Der Stand des Kampfes wechselte rasch. Mit einem Torverhältnis von 9:2 für die Brigade 147 ging es in die fyalb= zeit. Die zweite Halbzeit sah die Spieler noch genau in derselben Frische wie zu Anfang des Spieles. Bald war das Spiel für die Brigade 147 als der besseren Elf durch einen großen Vorsprung klar entschieden. Mit einem 15:6-Sieg gewann die Brigade 147. Die Männer der Brigade 147 stellten in Ballbehandlung, Zuspiel und Angriffsvortrag entschieden die bessere Elf dar, die in folgender Aufstellung spielte: Grünig; Schimpf, Ieide; Becker, Zöller, Jung; Müller, Will, Betz, Lippert, Strack Mit diesem Sieg hat sich die Brigade 147 für weitere Auswahlspiele qualifizert. Jeder einzelne hat seine Schuldigkeit getan. Truppführer Iöckel (Frankfurt) leitete das Spiel umsichtig und gerecht. — Die Mittagspause versammelte die Sportmannschaften zum gemeinsamen Mittagessen in der Gastwirtschaft „Zur Germania". Kampfball-Entscheidung: Standarte 145 — Standarte 116 3:4. Zum letzten Kampf traten die Siegermannschaften des Vormittags, Standarte 145 Büdingen und Standarte 116 Gießen zum Endkampf um den Gruppen-Wanderpreis auf dem Sportplatz der Spieloereinigung von 1900 an, und zwar in folgender Aufstellung: Standarte 145: Bopp; Heilmann, Merz; Rappolt, Junker, Eckhardt; Schmidt, Wolf, Heller, Gambach, Schneider. Standarte 116: Scheid; Wehrum, Bley; Hahn, Wagner, Röhl; Harbach, Bonarius, Brück, Leutner, Hinter. Beide Mannschaften waren spielerisch fast gleichwertig und von gleichem Siegeswillen beseelt. So kam es auch, daß das ganze Spiel mit äußerster Zähigkeit durchgeführt wurde. Schon in der zweiten Minute lenkte Standarte 145 zum ersten Treffet ein. Sofort folgte aber von 116 der Ausgleich. Noch einmal konnten beide Mannschaften je einen Treffer erzielen, so daß es mit dem Stand von 2:2 in die Halbzeit ging. Nach Beginn der zweiten Halbzeit setzte das Spiel mit gleichem Eifer ein. Manch kritischer Augenblick entstand vor beiden Toren. Durch einen unerwarteten Durchbruch der 116er erzieletn diese dann em weiteres Tor und stellten somit das Ergebnis auf 3:2, um nach weiteren sechs Minuten auf 4:2 zu erhöhen. Die Standarte 145 drückte nun auf den Ausgleich, und es gelang auch, das Ergebnis auf 4:3 zu verbessern, sie mußte aber mit diesem Ergebnis der Standarte 116 (Gießen, Sturm 15/116) den Sirg und damit den Wanderpreis der Gruppe Hessen überlassen, die auch die technisch bessere Elf war. Obersturmführer Vogt (Brigade 147) bewährte sich als Schiedsrichter. Die Siegerehrung nahm Brigadeführer Schmidt vor. In feiner einleitenden Ansprache wies er auf die Bedeutung solcher Kampfballspiele hin, die angetan seien, Mut und Ausdauer jedes einzelnen zu stärken und den neuen deutschen Menschen zum Kampfeswillen zu erziehen. Als Zugabe-Preis der Brigade 147 überreichte er der siegenden Mannschaft (Sturm 15/116) ein Fernglas und der unterliegenden Mannschaft (Sturm 12/145) für ihre gute Leistung einen Medizinball. Gleichzeitig nahm Brigadeführer Schmidt auch die Ueberreichung der 44 Diplome und 25 Plaketten für die beim Hallensportfest der Gruppe Hessen errungenen Siege vor. Die Liste der Hallensportfestsieger folgt. Handball-Entscheidung im BOM.-Untergau 116. 1/116 (Giehen-Süd) siegt mit 5:3 gegen 3/116 (Gießen-TNitte). Am diesjährigen BDM.-Sporttag des BDM.- Untergaues 116 Gießen wurde auch der Handballendentscheid zwischen den zwei besten Mädelgruppen 1/116 (Gießen-Süd) und 3/116 (Gießen-Mitte) ausgetragen. Trotz der fünf Minuten Verlängerung endete das Spiel 2:2 unentschieden. Am Freitagabend kam auf dem Mtv.-Sportplatz das Spiel nochmals zum Austrag. Wieder mußte das Spiel um fünf Minuten verlängert werden, da sich beide Gruppen 3:3 gegenüberstanden. In der Verlängerung konnte nun die Mädelgruppe 1/116 (Gießen-Süd) noch zwei Tore erringen und so als die siegreiche Mannschaft des Untergaues 116 hervorgehen. 03237 Fledermaus Dr. Schäffer Operette in 3 Akten von Johann Strauß wieder da Ende etwa 11 Uhr 4371 D Karten von 1.50 bis 5.50 RM. an der Theaterkasse Milchdrüse 308 Milchschorf Ader einfocÄf. GLORlfl HJ.B. Häuser 4372 A Haarausfall! PQLRST____Giessen Dann haben Sie auch im Winter Obst und Gemüse. Mit guten, zuverlässigen Einkochgläsern und dem richtigen Einkoch- Apparat wird Ihnen das Einkochen sicher gelingen. Beides ist sehr preiswert bei Willy Birgel Lida Baarova Unser Sonniagsjunge „Hans Dieter" ist angekommen KURHAUS BAD-NAUHEIM Musikalische Leitung: Eugen Bodart Inszenierung: Erich Bormann Gießen,a. Oswaldsgarten Fernruf Nr. 2145 — 2146 -962 A Zwangsversteigerung Dienstag, 29. Juni, nachm. 2Ubr sollen im Verstcigerungslokal, Neuenweg 28, bzw. an Crt und Stelle (Bekanntg. in obig. 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Ursache davon sind überreichliches Trinken, Unregelmäßigkeit in der Ernährung, mitunter auch nervöse Störungen. Den Arzt um Rat fragen! Milchdrüse stehe Brust. Milchfarben, Anstrichfarben, die mit Milch oder Quark angerührt sind. Milchfehler machen die Milch meist ungenießbar. Verschmutzte Milch kann bestenfalls noch gereinigt werden. Bittere Milch, von ungeeignetem Futter, schleimige oder fadenziehende Milch, die bakterienverseucht ist, oder blutige Milch von kranken Kühen ist verdorben und nicht zu verwenden. Milchfieber. Fieber im Wochenbett infolge von Entzündung oder gar Vereiterung der Brustdrüse. Die Ursache ist ungenügende Entleerung der Brust. Die zurückgebliebene Milch zersetzt sich und bedingt dadurch Gewebszerfall der Drüse selbst. Die erkrankte Brust ist rot, hart, geschwollen, sehr schmerzhaft. Behandlung: Im Anfangsstadium Hochbinden der Brust, Alkoholüberschläge. Milch abdrücken. Am besten läßt man sich von einem Arzt beraten. Milchfleckc lassen sich in den meisten Fällen mit lauwarmem Wasser, notfalls mit Seife auswaschen. Milchnährschaden ist bei Säuglingen eine durch falsche Zusammensetzung der Nahrung bedingte chronische Ernährungsstörung; kenntlich an einer Ansatzstörung durch Kuhmilchüberfütterung. Stuhl ist Heller und trockener als beim gewöhnlichen Säuglingsstuhl. Behandlung: vermehrte Kohlehydratzufuhr. Immer den Arzt zuziehen. Milchglas, weißes undurchsichtiges Glas für Lampenglocken ober Türfüllungen in schlecht erhellten Fluren, erhält seine Eigenschaft durch Zusatz von Knochenasche ober Mineralien. Man reinigt Milchglas mit Wasser unb Salmiakzusatz. Milchpulver, haltbare Trockenmilch, bie sowohl aus Vollmilch wie aus Magermilch hergestellt wirb. Milchsäure, Gärungsmilchsäure entsteht burch Milchsäurebakterien beim Sauerwerben ber Milch, aber auch bei eingelegtem Kraut, Gurken usw. Milchsaft von Pflanzen ist weiß unb vielfach giftig, was beim Blumenpflücken zu beachten ist. 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