kenden Arabern in anderen angrenzenden Ländern in ihm ihre einzige und letzte Hoffnung sehen. Was wir aber auch heute noch nicht wissen, was seine Nachbarn und manche Großmacht — je nach der Einstellung — nur ahnen, hoffen oder fürchten, das ist Ibn Sauds außenpolitisches Endziel, — die vielleicht noch in weiter Ferne liegende Möglichkeit der Schaffung eines umfassenden Groß-Arabiens. Der fernen braucht in diesem Rahmen nur kurz gestreift zu werden. Nach dem verlorenen Kriege gegen Ibn Saud, und trotz — oder vielleicht dank — der milden Bedingungen des Siegers ist feine Entwicklung mit derjenigen seines starken Nachbarn allzusehr verknüpft. Die Besprechung des Nahen Ostens löst vielfach in Europa fast automatisch die Frage nach Panislamismus oder Panarabismus aus. Beide Begriffe, deren Wichtigkeit auch heute noch oder gerade heute in überaus starkem Maße verkannt werden, sollen in ihrer jetzigen Bedeutung kurz umrissen werden. Als Wertmesser der Beurteilung darf natürlich nicht die aussterbende und politisch belanglose Mentalität der Vergangenheit dienen, sondern nur der Geist der Gegenwart und die Triebkräfte der Zukunft. Panislamismus ist schon seit Jahren für die Türkei und für den Iran nur noch ein akademischer Begriff. Auch im Irak, in Syrien, Palästina und in Aegypten kann jeder aufmerksame Beobachter feststellen, daß man R e - ligion und Politik säuberlich trennt oder zu trennen beginnt. Die einmal entpolitisierte Religion kann sich kaum wieder als politischer Machtfaktor bemerkbar machen. Die Frage nach der heutigen und zukünftigen Bedeutung des Panarabismus ist bei weitem nicht so klar und abschließend beantwortbar wie diejenige nach dem Panislamismus. Welche Länder kommen überhaupt noch dafür in Frage? Aegypten. Gewiß, es hat schon durch seine Ashar-Um- versität und seine in der ganzen arabischen Welt weit verbreitete Presse eine führende Stelle als Hüter und Mehrer panarabischen Kulturgutes. Politisch aber — und das ist in diesem Zusammenhänge maßgebend —, wird das Land der Pharaonen auch weiterhin seinen eigenen Weg gehen. Ein Mitschleppen oder Sichanhangen rassen- oerwandter Völker, deren Entwicklung anders lauft oder zurückgeblieben ist, kann nur als Ballast empfunden werden. Die überraschende Gleichgültigkeit, mit der in Kairo die Ereignisse im benachbarten Palästina verfolgt wurden, läßt sich nicht lediglich durch englischen Einfluß oder durch allzu große Inanspruchnahme mit eigenen Problemen erklären. Der Irak. Seit dem Tode König F eis als sind die Ansichten über seine Einstellung zu panarabischen Gedankengängen geteilt. Die zögernde Anlehnung an den auf sich selbst gestellten nationalen Fortschrittskurs der Türkeigruppe kann jedoch zu einer Reaktion führen, und um den v o r d e r a f i a- tischen Viererpakt — Türkei—Iran—Afghanistan—Irak — wird schon seit langem zu viel geredet und zu wenig erreicht. Mit einiger Wahrscheinlichkeit kann man zusammenfassend feststellen, daß eine Führerrolle des Irak in einer panarabischen Zukunftsbewegung immer unwahrscheinlicher wird, und daß sogar eine Beteiligung zweifelhaft ist. Und nun zum Kern der arabischen Halbinsel, zum Arabien Ibn Sauds. Hier allein unter allen arabischen Ländern finden wir die Vorbedingungenen zur Erfüllung des arabischen Traumes. Zwar nicht ein Großarabien der Vergangenheit, dessen Tragpfeiler die Religion war, kann hier entstehen, wohl aber kann ein „größeres A r a- b i e n", das vom Golf von Iran, vom Indischen Frankfurt a. M., 27. April. (DNB.) Das Deutsche Schankgewerbe hält zur Zeit seine Früh- jahrstaguna in Frankfurt a. M. ab. Am Dienstagvormittag sprach der Leiter der Wirtschaftsgruppe Gaststätten und Beherbergungsgewerbe, Fr. D r e e - s e n. Wenn der „Kampf dem Verderb" durchgeführt werden solle, dann müsse die S p e i s e n k a r t e so gestaltet werden, daß nichts verloren gehe. Deshalb habe man beschlossen, eine Speisenkarte herauszubringen, die die Anzahl der Gerichte verringert, und mit der das größte und das kleinste Haus zurecht kommen könnten. Der Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft hat die bisher geltende Anweisung des Leiters der Wirtschaftsgruppe in eine verbindliche Anordnung umgewandelt. Um bei einem Speiseangebot Rücksicht auf die Lage am Lebensmittelmarkt zu nehmen, also jeweils die Lebensmittel anzubieten, die reichlich» vorhanden sind, ferner um eine Beschränkung der Vorratshaltung und damit eine Verminderung des Verderbs zu erreichen. Zum Beispiel darf die Speisekarte bis vier Suppen enthalten, bis zehn Tagesgerichte, bis zehn Pfannensachen, bis sechs Eierspeisen, wobei verwandte Gerichte (Rührei mit verschiedenen Zutaten, Brühe mit verschiedenen Einlagen usw.) als ein Gericht gelten. Die Zahl der Fischgerichte, Wurstsorten, Käse, Süßspeisen ist unbegrenzt. Nach der Jahreszeit werden Wild, Geflügel, Gemüse, Salate unbegrenzt verabreicht. Die Zahl der Mittags- und Abendgedecke ist auf sechs begrenzt, darin'müssen zwei Fischgerichte enthalten sein: bei drei Gedecken ist ein Fischgericht erforderlich, bei weniger als drei Gedecken ein Fischgericht erwünscht. Durch diese Maßnahme wird die Güte der deutschen Küche eine nicht unwesentliche Verbesserung erfahren. Auch die Gäste werden diese Maßnahme freudig begrüßen. Die Anordnung tritt am 1. Mai 1937 in Kraft. Ozean, vom Roten Meer und vom Mittelmeer umspült wird, eines Tages ins Leben gerufen werden. Die künstlichen arabischen Staatengebilde am Mittelmeer und die Protektorate am Indischen Ozean werden immer mehr übernahmereif. Großmachtseinflüsse haben im Nahen Osten bereits schwer gelitten und werden bei steigendem Evolutionstempo weiter geschwächt. Das z. T. noch im Unterbewußtsein schlummernde und durch panreligiöse Schleier verhüllte rassisch-nationale Denken tritt immer offener zutage. Es ist überaus spannend und lohnenswert, die Völker-Evolution im Nahen Osten weiter zu verfolgen. Die Tagung des deutschen Schankgewerbes fand ihren Abschluß mit einer Kundgebung im Bürgersaal des Rathauses. Fachgruppenleiter Ment- b e r g e r erstattete Bericht über die wirtschaftliche Lage im Schankgewerbe, das von dem allgemeinen Aufschwung in den letzten Jahren Nutzen gehabt habe. Die Bereinigung des Straußwirtschaftswesens, eine marktregelnde Anordnung für das Saalgewerbe und zahlreiche andere Aufgaben harren noch der Lösung. Notwendig sei die Unterstützung des Winterhilfswerks und der Sammelaktion für das Altmaterial. Der Leiter der Reichsgruppe Handel, Professor Dr. L ü e r, erklärte, die Reichsregierung habe die Organisation der gewerblichen Wirtschaft geschaffen, um das, was sich in der Wirtschaft abspiele, jederzeit überblicken und die erforderlichen Am 1. Mai Flaaaen heraus! Berlin, 27. April. (DNB.) Aus Anlaß des Nationalfeiertages des deutschen Volkes fordert der Reichsminifter für Volksaufklärung und Propaganda die Bevölkerung auf, die Wohnungen u n ö Häuser m i l den Fahnen des Reiches zu beflaggen. Die Organisationsleitung des Nationalfeiertages erläßt folgenden Aufruf: An die Betriebsführer! Am 1. Mai find alle HI.-Angehör i g e n von eventuellen Vetriebsappellen und Aufmärschen der Betriebe zu befreien, da sie vormittags 8.30 Uhr an der Jugendkundgebung vor dem Führer im Olympia-Stadion teilzunehmen haben. Die Jugendlichen werden dortfelbst nach der Kundgebung verpflegt und könne" nachmittags an Vetrlebsfeiern leilnehmen. Vereinfachung der Speisenkarte in den Gaststätten. frankfurter frühjahrstagung des Gchankgewerbes yzeum, Dam. ort ist bei: n vom 7. bi- äß durch @oc Inti Sbgar M -weg, fürM- 5 21 Uhr. ilt am 12. _uö jige auslöM m Warta • drundfahi ) die DeuW lLchweinfurlt Herbert Qerber lird vom 2® ut, Brands chühenhaus, !! 'N ’-tühj«*' K' en. kannte RW en Mai-ReM e4eijn?:li Pfaden. JL wurden, ,e.e CchivG. h°ste war J 5 Zu hoch ®arbtB lfe(n.3; Z. W 1 IPielt, be®:- ! Mt schief beider 93erei> 16;2 Toren fr St •S der s A Fr. • 'Ne L-Z l'ts rL Aschen Sreuöe*. 'ne Körper K nur für Jb 2145 Uhr. chraße (6^ Hr.98 Erster Blatt Mittwoch, 28.APN1M7 187. Zahrgang Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen sX’oVÄ JBHF • * A < e TTm7"aniel9c: . Monats-Bezugspreis. B H H H flZ WA ■ ■ ■ JF ■ W WWW M ▼ WWW fl JF W für Anzeigen von mm Mit 4 Beilagen NM. 1.95 W WWW W^ M W Hf W W Bf W # WWW Bf WWW Bf W Brette 7 Rpf., für Text- Ohne Illustriert. 1.80 B W WL W W W W W Z W W W Wk W ■ W W W anzeigen VON 70mm Brette Zustellgebühr . ^^^F W W W W ÄL W Br W 50Rpf.,Platzvorschrif1 nach Auch bei Nichterscheinen w ~ ■ W ^F ■ ” ^F ^F ^F ■ " W ^F ^F vorh Dereinbg.25».. mehr. SÄÄ KT tf Srun»»r.„.: SM General-Anzeiger für Gberheffen MW postscheaionto. behördliche Anzeigen 6Rpf. Zrankfuri am Main 11686 Druck und Verlag: vrühl'sche Untversttäts Buch- und Stcinörurfcrci R. Lange in Gießen. §christ!eitung und Geschäftsstelle: §chu!ftrahe 7 Mengenabschlüsse Staffel ö Volker-Evolution des Nahen Ostens. Don Irih Tieh, Kairo. Der Nahe Osten ist aus Jahrhunderte langem Schlafe Erwacht. Die Wellen des Nationalismus erfassen em Volk nach dem anderen und treiben es zu unerhörten Kraftanstrengungen. Bereits heute kann man gewisse Entwicklungsgruppen klar erkennen, man kann versuchen, sie einzuteilen und je nach dem eingeschlagenen Wege zusammenzufassen. Die Türkei, mit Abstand der Iran und mit noch größerem Abstand Afghanistan, haben einen klar oorgezeichneten und in sich abgeschlossenen Weg eingeschlagen. Ausschließlich maßgebend ist nur der Gedanke der nationalen Erstarkung bis zu seiner letzten Folgerichtigkeit. Alle Hindernisse werden restlos und rücksichtslos beseitigt. Die Religion wird entpolitisiert, Jahrhunderte alte Sitten und Gebräuche werden in unglaublich kurzer Zeit in neue und moderne Formen umgepreßt, und — das Wagnis ist der Türkei bereits gelungen. Der Iran ist auf dem besten Wege, dasselbe Ziel zu erreichen, und Afghanistan ist ein ähnlicher Entwicklungsweg — allerdings in langsamerem Tempo — vorgeschrieben trotz der dort noch herrschenden Reaktion nach Amannullas überstürzten Reformen. Der Irak mit seinen nicht geschlossenen Rasseeinheiten, panarabisch-kulturellen und politisch-dynastischen Bindungen konnte sich bisher nicht restlos entschließen, den türtisch-iranischen Weg einzuschlagen. Die raschen und glücklichen Erfolge der beiden Nachbarn jedoch boten stets einen großen Anreiz zu Nachahmung. Jedoch erscheint die allmähliche Beseitigung vieler bisher bestehender Hemmungen wahrscheinlich — und damit eine Annäherung an die betont nationalen Entwicklungslinien der Türkei-Gruppe. Dann kommt die Reihe der „künstlichen" Staatengebilde: Syrien, Palästina und Transjordanien, in denen es noch gärt und siedet, weil die ausgelösten nationalen Triebkräfte noch keinen Entwicklungsweg und kein politisches Endziel vor sich sehen. Zunächst Syrien. Daß die unter französischer Anleitung oorgenommene Aufteilung in sogenannte selbständige Staatengebilde nur eine zersplitternde Zwischenlösung ist und sein kann, bestätigt heute schon jeder politisch aufgeklärte Syrier, der nicht persönlich in irgendeiner Form an der Neugestaltung interessiert ist. Hinzu kommt nun noch der Sandschak Alexandrette als weiteres autonomes oder halbautonomes Gebilde. Syriens zukünftige politische Entwicklung ist heute unübersichtlicher denn je, denn die Hoffnungen, die weite syrische Kreise auf den Irak setzen, erscheinen durch die Kursänderung dort bedroht. Dann P a l ä st i n a — ein Problem, das wohl nur durch große, weitreichende Entschlüsse oder durch große Ereignisse gelöst werden kann. Die „Royal Commission" hat gewiß keine dankbare und leichte Aufgabe. Bei jeder unter den heutigen Verhältnissen auch nur denkbaren Entscheidung erscheint es unvermeidlich, daß Verbitterungen und Zündstoffe Zurückbleiben. Durch die aus Klugheit oder aus englischem Druck hervorgehende große Zurückhaltung der umliegenden arabischen Völker ist der Weg in die politische Zukunft vernebelt. Die kämpfenden Landesbewohner müssen sich mit dem Nächstliegendenden begnügen: Vermeidung der Ueberfremdung. Und Transjordanien! Muß es nicht überhaupt seine Daseinsberechtigung noch nachweisen? Gewiß, im Inneren herrscht Ruhe und Ordnung, aber auf wie lange? Vielleicht nur so lange, wie England seinen schützenden Arm über diesen künstlichen Damm gegen etwaige Mittelmeer-Gelüste Ibn Sauds legt. Vielleicht nur so lange, wie englische Gelder fließen und englische Offiziere und Flugzeuge in Aman sind. Alle diese künstlichen Staaten können durch eine zündende Kampflosung, durch eine große Führerpersönlichkeit oder durch Anschluß an einen starken Nachbarn plötzlich neue und heute noch unberechenbare politische Entwicklungsmöglichkeiten erhalten. Weiter Aegypten, das reichste und entwicklungsfähigste aller Länder des Nahen Ostens! Es geht seinen eigenen Weg und steht für sich. Nach Abschluß des außenpolitischen Kampfes, der die besten nationalen Kräfte ausschließlich beanspruchte, geht es aller menschlichen Berechnung nach einer Zeit der inneren Blüte und der Erstarkung entgegen. Hier sind keine radikalen Maßnahmen erforderlich, um dem Fortschritt nachzuhelfen. Fast unmerklich erfolgt der Uebergang vom Alten zum Neuen, von konservativem Beharren zu modernen Entwicklungsformen. Der Boden ist durch Jahrzehnte lange starke Fühlungnahme mit Europa für den modernen Fortschritt vorbereitet. Bei voller innerer Selbständigkeit schützt das Bundms mit Enqlattd für lange Jahre hinaus die Ruhe nach °"Das' was wir heute über Ibn Sauds Arabien' wissen, ist für eine Beurteilung seines zukünftigen Weges ungenügend zudem stammt das vorliegende Nachrichtenmaterial meist aus fremden, und nicht immer unparteiischen Duellen Wir wissen nur daß das Land mit starker Hand weise und maßvoll regiert wird, daß es seine vollkommene Unabhängigkeit streng wahrt, und daß es sichnicht dazu her gibt als Spielball außenpolitischer Groß- w dienen. Wir wissen weiter, daß KÄfSr vollbrachte, Nomaden- stamme seßhaft zu machen, und daß er daran arbei- les^setnem Lande bie Wittel zuaänalick w machen, ohne mit der Religion, Die do?t noch Politik bedeutet in Widerstreit zu geraten. Wir wissen endlich, daß Ibn.Sauds Ansehe nicht nur im eigenen Lande daß auch Hunderttausende von national-rassisch den Grundsätze nationalsozialistischer Preispolitik. Neichskommissar Gauleiter Wagner über Preisbildung und Ausfuhrwirtschast. Hamburg, 27. April. (DNB.) Auf einer Kundgebung der Industrie- und Handelskammer Hamburg führte der Reichskommissar für die Preisbildung, Gauleiter Wagner, u. a. aus: Wenn auch das (ogenannte Wirtschaftsgesetz von Angebot und Nachfrage in der deutschen Wirtschaft nicht mehr anerkannt werden kann, so hat sich der Weltmarkt doch nicht von diesem Gesetz freigcmacht und wird es in absehbarer Zeit auch nicht tun. Daher genießt der deutsche Export in der Behandlung durch die politischen Stellen eine unbedingte Vorzugs st el- l u n g. Die Bedürfnisse des Exports werden vor allen anderen Bedürfnissen gedeckt. Wirklich rationell ist der Export für uns nur dann, wenn die ausgeführte Ware möglichst viel deutsche Arbeit mit hinausnimmt. Auch unterliegt die für den Export bestimmte Herstellung mancher Waren anderen Grundsätzen als die Deckung des Inlandsbedarfes. Der Reichskommissar kündigte eine neue Verordnung über die Preisbildung für ausländ i f d) e TB a t e n an, die eine einheitliche Rechtsgrundlage für alle Gebiete der Wirtschaft bringt auf dem Grundsatz des volkswirtschaftlich gerechtfertigten Preises. Dabei sei in jedem einzelnen Bedarfsfälle die Ueberkgung anzustellen, was volkswirtschaftlich gerechtfertigt ist und was nicht. Die Gegner unserer Wirtschaftspolitik haben die Einfuhrwirtschaft als die größte Einbruchsstelle bezeichnet, von der aus unsere Bemühungen zum Schülern gebracht werden würden. Diese Erwägung geht nicht zu unrecht von der Erkenntnis aus, daß die zur Feil in starkem Anstieg begriffene Tendenz der Weltmarktpreise die Neigung hat, die deutsche Wirtschaft mikzureißen. Wir sind aber entschlossen, jedem Anskurm zu wider st ehe n. Und es bieten sich uns zahlreiche hilfmillel an, die uns durchaus einen guten Erfolg versprechen. Zwar wird es hier und da unvermeidlich fein, Waren zu höheren Preisen hereinzunehmen. Den Ausgleich dafür werden uns einerseits die höheren Exportpreise bieten, andererseits aber die Preissenkungen, die wir in der Vinnenwirtschast vornehmen werden. Je straffer die Preisüberwachung gehandhabt wird, desto mehr nimmt sie den Charakter einer polizeilichen Tätigkeit an. Deswegen kann sie nur ein T e i l der Preisbildung sein. Seit der Preis- stopp-Verordnüng ist eine Reihe von Maßnahmen ergangen, die darüber hinausführen und neue Wege aufweisen. Grundsätzlich ist es erforderlich, daß sich die Wirtschaft mit der Handhabung solcher Vorschriften die großen Grundsätze zu eigen macht, von denen im nationalsozialistischen Deutschland aller Handel und Wandel bestimmt sein muß. Der wichtigste unter diesen Grundsätzen ist, daß man einer vielleicht sehr verlockenden Gewinnchance nicht nur nach Maßgabe der bestehenden Vorschriften, sondern vor allem aus eigener charaktervoller und verantwortungsbewußter Haltung soweit widersteht, als es d i e R ü ck s i ch t auf das Gemeinwohl fordert. Berlin, 27. April. (DNB.) Die Einnahmen des Reichs betrugen im März 1937 an Besitz- und Verkehrs st euern 844,3 gegen 620,8 Millionen im März 1936, bei den Zöllen und Verbrauchssteuern 296,8 (283,3), zusammen also 1141,1 (904,1) Millionen Mark. Für das Rechnungsjahr 1936 (1. April 1936 bis 31. März (1937) stellen sich die Einnahmen aus Besitz- und Ver- kehrsfteuern auf 7 838,8 (i. V. 6 175,8), aus Zöllen und Verbrauchssteuern auf 3634,2 (3474,5), zusammen 11 473,0 (9650,3) Millionen Mark. Als Gesamtbild ergibt sich somit, daß im März 1937 gegenüber März 1936 an Besitz- und Verkehrssteuern 223,5, an Zöllen und Verbrauchssteuern 13,5, mithin i n s- gesamt 23 7,0 Millionen Mark mehr aufgekommen sind. Nach der Gesamtergebnis-Bilanz für das Rechnungsjahr 1936 ergibt sich gegenüber dem Rechnungsjahr 1935 bei den Besitz- und Verkehrs st euern ein Mehr von 1663,0 und bei den Zöllen und Verbrauchs st euern ein Mehr von 159,7, zusammen also ein Mehr von Zwar wird es nötig fein, im Bedarfsfälle hoch st zulässige Preise festzusehen, man werde aber nicht, wie in der Kriegszeit, seine ganze Politik auf Höchstpreise gründen. Denn Höch st preise sind in der Praxis fast immer Winde st preise. Die Mißerfolge, die in der Vergangenheit mit den verschiedenen Systemen der Preispolitik erzielt worden sind, gehen zum großen Teil darauf zurück, daß man sich immer nur auf eine Festsetzung der Verbraucherpreise beschränkte. Regelt man dagegen alle Stufen vom ersten Erzeuger oder Einführer bis zum letzten Verteiler, so wird es immer möglich sein, einen mehr oder minder großen Teil der Preiserhöhungen auf die vielen zur Verfügung stehenden Schultern zu verteilen und die Lasten nach den jeweiligen Kräften zu bemessen. 1822,7 Millionen Mark. In diesem Mehraufkommen sind drei Posten enthalten, die im Vorjahr noch nicht vorgekommen sind: a) die Urkunden- steuer, die erst ab 1. Juli 1936 Reichssteuer geworden ist, b) die Erhöhung der Körper- s ch a f t s st e u e r - Vorauszahlungen, c) die B e - förderungssteuer für den Güter- und Werkfernverkehr und für den Personenverkehr mit Kaft- fahrzeugen. Bei den einzelnen Arten der Besitz- und Derkehrs- steuern sind die wesentlichen Mehrerträge gegenüber dem Vorjahr die folgenden: Einkommensteuer 705,1, Körperschaftssteuer 454,0, Vermögenssteuer 56,9, Umsatzsteuer 368,8, Kapitaloerkehrssteuer 18,5, Personenbeförderungssteuer 6,5, Güterbeförderungssteuer 15,8 und Reichsfluchtsteuer 24,6 Millionen Mark. Im Rechnungsjahr 1936 haben sich danach besonders gut entwickelt die Einkommensteuer, die Körperschaftssteuer, die Umsatzsteuer und die Beförderungssteuer, das sind die für die Beurteilung der Wirtschaftsentwicklung w i ch t i g st e n Steuern. Wachsende Steuereinnahmen deutliche Zeichen des deutschen Wirtschastsausstieas. Tien sie so, als obald man 1 weniger ierufe der Die im ©eite schwimmen, stöhnen am meisten. Sie sehen auch dann schon ihr Verderben vor Augen, wenn das Schmalz einmal etwas knapper wird, obwohl sie von diesem Nahrungsmittel niemals Gebrauch machen, weil sie sich andere Speisen leisten können. Mit diesen nicht sehr angenehmen Zeitgenossen möchten wir auch die Briten vergleichen, die, wie von der Tarantel gestochen, auf- sahren, wenn sie etwas von deutschen Kolonialwünschen hören. Stets tun s' wären sie dem Untergang geweiht, sobald .... bewegte Leben des 1, , Gäste zu dem Iugenbh. , ..... ©obenwin d". Exzellenz Ricci und die Balilla- Offiziere zeigten großes Interesse für alle Einrichtungen der schwimmenden Jugendherberge. Kurz vor 10 Uhr erfolgte der Weiterflug nach der Ordensburg E r ö s s i n s e e. Der italienische Jugendführer ließ sich ausführlich über die Aufgaben der Schulungsburg unterrichten. Der gesamte erste Jahrgang der Adolf-Hitler-Schule sang einige HJ.-Lieder. Methoden sei an sich kein juristischer Einwand gegen die Übertragung von Mandaten an Deutschland. Es handle sich vielmehr um eine moralische Einwendung von größtem Ernst. Auch Sir Robert H o r n e , der in früheren konservativen Kabinetten führende Posten innehatte, u. a. den eines Schatzkanzlers, bekämpfte in Portsmouth und Pflichten anerkannt worden seien und die deutsche Einwanderung willkommen geheißen wurde. Seit der Errichtung des Mandats habe in Südwest ein geschlossenes nationales Deutschtum bestanden, das bereits 1923 die Einführung eines Mandatsbürgerrechtes verlangt habe. Die Tendenz der Deutschen sei stets die gleiche geblieben, nämlich die kulturelle und politische Gleichberechtigung in dem Lande zu erhalten, das seine Existenz ihrer Arbeit verdankt. Der Abgeordnete verwies auf den gleichen Kampf, den die Buren in Südafrika für Volkstum und politische Rechte geführt hätten. Troß wiederholter Anträge der Deutschen im ßandeSrat sei die politische 'Gleichberechtigung nicht durchgeführt worden. Nicht einmal Deutsch als Amtssprache habe man zugestanden. Diese dauernde Verweigerung unentbehrlicher Lebensrechte an die Deutschen sei der wirkliche Grund für die politischen Verwicklungen, die heute in Südwest bestünden Die in dem Bericht der Südwestafrika- Kommission enthaltene Darstellung, die den Deutschen alle Schuld zuschiebt, müsse von der deutschen Bevölkerung a b g e l e h n t werden. Eine eingehende schriftliche Stellungnahme zu dem Bericht der Süd- westafrika-Kommission werde der Mandats- kommision des Völkerbundes vorgelegt werden. Mit dauernden Sympathieerklärungen der Afrikaner und der Unionsregierung fei den Deutschen nicht geholfen. Berlin, 27. April. (DNB.) Ueber die Entwicklung der Lage im Mandatsgebiet von Südwest- afrika erfährt das DNB. folgendes: In ihrer Note vom 15. April an die Reichsregierung hatte die Unionsregierung angedeutet, es werde möglicherweise keine Veranlassung vorliegen, die sogenannte Südwestafrika-Proklamation gegen die Deutschen zur Anwendung zu bringen. Dem entgegen hat d e r Administrator von Südwest, Conradie, zwei Tage später, am 17. April, öen „Deutschen Bund" als politischen Verband im Sinne der Proklamation erklärt. Damit werden alle Reichsangehörigen gezwungen, aus dem „Deutschen Bund" auszutreten, in dem sich in Zukunft nur noch solche Deutsche zu- ammenschließen können, die durch Naturalisation auch britische Untertanen geworden sind. Das Vorgehen des Administrators ist in Südwest mit um so größerem Erstaunen ausgenommen worden, als zwischen der Administration und der Leitung des „Deutschen Bundes" seit längerem Verhandlungen schwebten, bei denen eine grundsätzliche Einigung bereits erzielt war und die eine Anwendung der Proklamation gegen den „Deutschen Bund" hätten ausschlie - ß e n müssen. In der Sitzung des Landesrates vom 19. April erklärte der Abgeordnete Dr. Hirsekorn, daß durch das Londoner Abkommen von 1924 die Deutschen im Mandatsgebiet mit gleichen Rechten stehen. So sei bereits vor dem Kriege Deutschland der beste Kunde Italiens gewesen und sei es bis heute fast ununterbrochen geblieben. Das Studium der wirtschaftlichen, technischen und wissenschaftlichen Anstrengungen Deutschlands möge den italienischen Journalisten eine gute Einsicht in die besonders gelagerten Schwierigkeiten der deutschen Wirtschaft vermitteln. Die anschließende B e - sichtigung der Essener Krupp-Werke gab den italienischen Gästen ein eindrucksvolles Bild von einem besonders bedeutsamen Abschnitt der deutschen Wirtschaft, die durch den Namen Krupp verkörpert ist. Die ilal.emschen ZugenWhrer besuchen Ostpreußen. Zuchthausstrafe für einen geistlichen Gittlichkeitsverbrecher. Ratibor, 27. April. (DNB.) Vor der Ersten Strafkammer des Landgerichtes Ratibor war der Kaplan Johannes Birkhahn wegen Sittlichkeitsverbrechens an einem 14jährigen Mädchen angeklagt. Das Gericht kam zu der Auffassung, daß sich der Angeklagte, der zur Zeit des Verbrechens auch Religionslehrer an der Volksschule seines Wohnortes war, im Sinne der Anklage schuldig gemacht hatte, und verurteilte ihn zu der gesetzlichen Mim deststrafe von einem Jahr Zuchthaus unter Anrechnung der erlittenen Untersuchungshaft. Der Angeklagte, der sich an einem 14jährigen Mädchen vergangen hatte, versuchte in der Hauptverhandlung wie schon in der Voruntersuchung sich auf seine Pflicht als Geistlicher zu berufen, die Kinder sexuell a u f z u k l ä r e n. Er mußte sich vom Gerichtsvorsitzenden den Vorwurf mangelnder Aufrichtigkeit gefallen lassep. In der Urteilsbegründung sagte das Gericht, daß der Angeklagte seine Pflicht als Geist- licher und Erzieher, die ihm anvertrauten Kinder seelisch zu schützen und fortzubilden, schwer verhetzt habe. Der Staatsanwalt brachte zum Aus- Nicht weniger als 1 078 000 Jungen und Mädel liehen sich im Jahre 1936 bei ben Berufs- beratungs st eilen Auskünfte über die Berufswahl geben. Davon wollten 207 000 ins Metall- ge werbe gehen. 215 000 beabsichtigten kaufmännische Berufe zu wählen. Nicht als 148 000 Mädel stürzten sich auf die B> kaufmännischen Ange st eilten, Stenotypistinnen, Kontoristinnen, darunter 83 000 auf eine Stellung als Verkäuferin. 95000 Mädchen wünschten als Hausgehilfin tätig zu sein. Leider war die Zahl derer, die, männlich oder weiblich, sich für die Landarbeit interessierten, nur Gegen das Deutschtum in Güdwest Erstaunliche Maßnahmen des Administrators. lohn Vull als Habenichts. Mit Heuchelei gegen die deutschen Kolonialforderungen. Gleiche Wirtschastsprobleme in Deutschland und Italien. Italienische Industrielle besuchen das rheinische Industrierevier. 48 000. Langsam hat man im vergangenen Jahr System und Normen nicht nur in die Berufsberatung, sondern vor allem auch in die Berufsausbildung gebracht. Es stehen jetzt z. B. auch erheblich mehr ßehr st eilen zur Verfügung als je zuvor. 148 000 standen im Metallgewerbe frei. In diesem Jahre werden es 169 000 sein. Die Zahl der offenen Lehrstellen für das Baugewerbe wuchs von 38 000 auf 45 000, bleibt aber damit immer noch erheblich unter dem Ziel von 75 000 zurück. Daß die Zahl der dem flachen Lande sich Zuwendenden noch viel zu klein ist angesichts der riesigen Nachfrage, liegt auf der Hand. Hier arbeitet aber neben den Berufsberatungsstellen am tatkräftigsten die HI. vor mit ihrem Landdienst. Auf der anderen Seite wird die Abwanderung vom flachen Lande erheblich erschwert. Bei den höheren Schulen liegen die Dinge naturgemäß anders. Hier ist es ja häufig so, daß die Berufe öfter gewechselt werden, wenn das Studium nicht zusagt oder die Geldmittel erschöpft sind. Der höchste Prozentsatz der Abiturienten nahm die Offizierslaufbahn auf. Dann erst folgten die Ingenieure, Chemiker, Aerzte usw. Dabei muß man natürlich berücksichtigen, daß die Berufsberatungsstellen sehr viele Jugendliche, die sich nach dem Abitur über ihre Berufsgestaltung längst im klaren sind, nicht erfassen, so naturgemäß u. a. die theologischen Berufe, die Kunststudien, und diejenigen Jugendlichen, die aus der HI. in die Partei, den Arbeitsdienst usw. hineingehen. Hamburg, 27. April. (DNB.) Am Dienstagmorgen unternahm der italienische Jugendführer mit dem Reichsjugendführer eine Besichtigungsfahrt durch den Hamburger Hafen. Durch das bunte und Hafens führte das Schiff die n d h e r b e r g's f ch i f f „H e i n Deutschland auch nur eine seiner afrikanischen Besitzungen zurückgeben würde. Wir kennen diese Argumentation zur Genüge und wir wissen, was dahinter steckt. Den Vogel hat aber unzweifelhaft der Engländer Sir Robert Hör ne abgeschossen, der es sertiggebracht hat, seiner Zuhörerschaft zu erzählen, daß England ebenfalls zu der Landergruppe der Habenichtse gehöre. Wir wissen nicht ob er bei seinen Hörern damit Glauben gesunden hat. Redliche Mühe hat er sich jedenfalls gegeben, die zahlreichen Besitzungen Großbritanniens in allen Erdteilen, die gewaltigen Naturschätze, die es fein eigen nennt, sein riesiges Vermögen, seinen ganzen Reichtum zu leugnen. Fast fühlen wir uns versucht, eine kleine Sammlung zugunsten der armen und bedürftigen Engländer zu veranstalten. Man muß sich in der Tat wundern, wozu die Briten fähig sind, um einen berechtigten deutschen Kolonial- anspruch abzuweisen. Die „Yorkshire Post , die uns „Mangel an Respekt vor der menschlichen Persönlichkeit" vorwirft, um damit nachzuweisen, daß wir nicht würdig wären, Kolonien zu erhalten, täte gut daran, über dieses Kapitel zu schweigen. Wir konn- ten aus der britischen Geschichte und der Geschichte anderer Völker eine Fülle von Beispielen der Re- pektlosigkeit aufzählen: Indien, s-®uren^eg, Weltkrieg, Gefangenenbehandlung, Hungerblockade. Das genügt zunächst. Und wenn man noch einen Blick nach Spanien wirft, dann sehen wir dort viele tauend Engländer, Söhne des britischen Weltreiches. England hat sie ruhig nach Spanien ziehen lassen, es hat nichts getan, um sie vor einem grauenhaften Schicksal zu bewahren. Es hat sie allerdings nur aus „Respekt vor der menschlichen Persönlichkeit' dorthin ziehen lassen, wo sie gegen die Maschinengewehre der spanischen Nationalisten vorstürmen müssen und, wenn sie das nicht tun, durch das Maschinengewehrfeuer der Bolschewisten erledigt werden. slt- Lenkungen in der Wirtschaft vornehmen zu tonnen. Man hat organisiert, indem man die wirtschaftlichen Funktionen zu Grunde legte. Ich glaube, daß wir bei diesem Prinzip der Organisation nach der Funktion bleiben müssen, wenn nicht überhaupt das ganze organisatorische Gebilde und damit die praktische Leistungsmöglichkeit ins Wanken geraten solle. Wir müssen, wenn wir nach dem Prinzip der Funktion eine Organisation aufziehen, auch die Totalität dieser Funktion sehen. Zum deutschen Handel gehört auch das Be- herbergungs- und Schankgewerbe. Ministerialdirektor Dr. Wienbeck überbrachte die Grüße des Reichswirtschaftsministers und ging dann zu verschiedenen aktuellen Fragen über. Der . Verkauf von Branntwein in Flaschen sowohl durch den Gastwirt wie durch den Einzel- \ handel sei noch nicht gelöst. Alle Auswege, die bis- ; her vorgeschlagen wurden, hätten den Fehler, daß ; sie irgendwo einen anderen zu hart träfen und somit undurchführbar seien Auf dem Gebiet der Straußwirtschaften lägen die Verhältnisse nicht in allen Gegenden gleich. Die Maßnahmen der Regierung zielten darauf hin, den Winzern die Möglichkeit zu geben, zu bestimmten Zeiten des Jahres ihre Weine direkt abzusetzen. An diesem Zweck müsse festgehalten werden. In absehbarer Zeit hoffe man, zu einer ausreichenden Regelung zu kommen. Die Verwendung der zahlreichen Student e n h ä u s e r in den Universitätsstädten nach Auflösung der Korporationen sei eine etwas schwierige Frage. Die Schankerlaubnis an sich sei hier vorhanden; es sei zu prüfen, ob sie als eine fortgesetzte oder eine erweiterte genehmigt werden soll. DasReichs- wirtschaftsministerlum beabsichtige durch einen Rund- erlaß an die Länderregierung auf die Gefahr der allzu großen Konzessionen hinzuweisen und zu veranlassen, daß Konzessionen nur barm erteilt werden, wenn ein ausreichendes Bedürfnis vorliegt. Bezüglich der S p e i s e w l r l s ch a f t e n wertie eine genaue Erhebung durchgeführt. Ob man hier zu einem Konzessionszwang kommen werde, stehe noch nicht fest. Das gelte auch für die Erfrischungsräume der Warenhäuser. Dem Gaststättengewerbe sei zu empfehlen, von sich aus solche billigen Möglichkeiten zum Verzehr zu schaffen. Die Aussichten für die B e s e i t i g u n g d e r Geträ nie - st e u e r seien nicht besonders günstig, solange keine allgemeine Steuersenkung erfolgen könne. Der Leytungskampf der deutschen Jugend. Heber 304)0 Gansieger im Praktischen Wettkamps der Berufe. München, 27. April. (DNB.) Arn zweiten Tage des Leistungskampfes der deutschen Jugend traten die 3224 Gausieger, unter ihnen 996 Gausiegerinnen, aus ganz Deutschland zum praktischen Wettkampf der Berufe an. In 20 Wettkampfgruppen, in denen jeweils eine ganze Anzahl miteinander verwandter Berufe zusammengefaßt werden, und an 157 Wettkampfstätten, meist größeren in München gelegenen Betrieben, stritten sie um die Ehre der besten Leistung. Unter den etwa 350 am Reichskampf beteiligten Berufen befanden sich auch zahlreiche, bei denen die Idee des beruflichen Leistungskampfes im praktischen Leben nicht so sehr in Erscheinung tritt, bei denen aber gerade d i e persönliche Leistung in hohem Maße ausschlaggebend für den Erfolg der Arbeit überhaupt ist. Zu diesen Berufen gehören u. a. auch die Krankenpfleger und -Pflegerinnen, die Kindergärtnerinnen und die vielen anderen Berufszweige, bei denen hohe Ansprüche an, den Persönlichkeitswert des einzelnen gestellt werben. Auch die Blumenbinderinnen und die Postjungboten, Förster, Fischer und sogar drei Schäferlehrlinge von Oberbayern und von Schleswig-Holstein, iowie zwei Nennsportlehrlinge nehmen an der letzten Etappe des Reichsberufswettkampfes teil. Für eine Anzahl von Berufen, insbesondere von der Gruppe Nährstand, mußte die praktische Prüfung in der Nähe Münchens auf Gütern usw. ftattfinben. Einige Berufe, wie u. a. die Schornsteinfeger, die auf verschiedenen Hausdächern der Stadt ihre Kunst zeigen mußten, traten im Freien zum Wettstreit an. Alle weiblichen Teilnehmer am Reichskampf mußten am Nachmittag auch noch zu einem besonderen hauswirtschaftlichen Wettkampf der Mädel antreten, da man von einem jungen Mädchen, ganz gleich, welchen Beruf es erfüllt, auch gewisse hauswirtschaftliche Fertigkeiten verlangen muß. Der theoretische, weltanschauliche und praktische Wettkampf des Reichskampfes finbet am Dienstagabend burch Kameradschaftsabende der Reichsbetnebsgemeinschasten seinen Abschluß. Die Berufswahl. die deutschen Kolonialforderungen aufs heftigste. Er verflieg sich zu der Behauptung, daß auch England eigentlich zu der Ländergruppe d e r „Habenichtse" gehöre. Horne behauptete, daß Großbritannien seine Dominien nicht kontrolliere. Sodann vertrat er trotz der bekannten Devisenlage die naive Auffassung daß Deutschland, wenn es Lebensrnittel ober Rohstoffe von ben Dominien haben wolle, biefe erhalten könne, jeboch bafür bezahlen müsse. Das britische Weltreich habe sich Deutschlanb gegenüber wirtschaftlich nicht abgeschlossen, sonbern mehr von ihm gekauft als Deutschlanb von Großbritannien. Im übrigen uerteibigte Horne selbstverstanblich auch bie Haltung ber Südafrikanischen Union gegenüber den Deutschen in Südwest und erklärte, er sei sicher, daß die Union gegen bie beutsche Ko- lonialforberung so fest stehe, wie England stehen sollte. London, 27. April. (DNB.) „Yorkshire Post" beschäftigt sich mit der deutschen Rohstoff - und Kolonialforderung. Um ihrer ablehnenden Haltung den Schein einer Berechtigung zu geben, richtet sie dabei schärfste Angriffe gegen die deutsche Politik. Das Blatt spricht u. a. von den „drohenden Aeußerungen" Deutschlands gegen Südafrika und stellt die groteske Behauptung auf, die deutsche Bevölkerungspolitik lasse vermuten, daß Deutschland Menschen benötige, um Kolonien zu erobern, nicht aber Kolonien mit Menschen zu besiedeln. Der deutsche Mangel an Rohstoffen könne nicht durch Kolonien gelöst werden. (!) Deutschland suche nicht Ernährung, sondern ein Kolonialreich. Schließlich wird die Rückgabe der Mandate an Deutschland u. a. aus moralischen Gründen (!!) abgelehnt. Das gegenwärtige Deutschland mit seinen Rassetheo" — und seinem „Mangel an Respekt vor der menschlichen Persönlichkeit" lasse nicht auf einen idealen Mandatarstaat schließen. Ein solches Verfahren sei um so gefährlicher, als Deutschland nicht Völkerbundsmitglied sei. Seine Absonderung von der europäischen Gesellschaft und von den westlichen Regierungs- Von Crössinsee begaben sich die italienischen Gäste nach Königsberg, wo zu Ehren des italienischen Jugendsührers und seiner Offiziere Gauleiter K o ch im Königsberger Schloß einen Empfang gab, an dem Stabsführer Hartmann-Lauterbacher, der Kommandierende General des I. Armeekorps, bie Führer sämtlicher ostpreußischen Parteigliebe- rungen unb bie Chefs ber Behörben Ostpreußens teilnahmen. Gauleiter Koch begrüßte bie italienischen Gäste. Ostpreußen könne ihnen zwar keine großen Kunstwerke zeigen, bafür aber das Erlebnis einer politischen Lanbschaft geben. Die Menschen, die biefe Lanbschaft hervorgebracht habe, seien nicht allzu reich mit Glücksgütern gesegnet, aber in ihrem Denken unb Handeln politisch, b. h. kämpferisch, na- nationalistisch unb sozialistisch. Die Bevölkerung bie- ser Provinz stehe tief innerlich z u Ab vif Hitler, seiner Weltanschauung, seiner Kultur, seiner Führung schlechthin. Unterstaatssekretär Ricci antwortete: Erst jetzt, namentlich in^-Königsberg, sei er bavon überzeugt, bas neue nationalsozialistische Deutschlanb ganz zu kennen unb zu verstehen. Ostpreußen stehe als nationalsozialistisches Bollwerk für Europa gegen den Bolschewismus. Leben und Sieg nach der Idee Mussolinis und Adolf Hitlers sei nicht nur Leben unb Sieg für bas eine Volk, jonbern für bie Volker Europas. Das Programm Der englischen Krönungsfeier. ß o n b o n , 27. April. (DNB.) Am Dienstag wurde das Programm für die Krönung bekanntgegeben. Es enthält auf 36 Seiten die vollständige Folge der Krönungsfeierlichkeiten, ein vom amtlichen Hofdichter verfaßtes Gedicht und die Predigt, die in der West- minfterabtei gehalten werden wirb. Der gesamte Krönungsakt wirb banach von 10.30 Uhr bis 15.30 Uhr dauern. Der eigentliche Krönungsakt in ber West- minfterabtei wirb bie Zeit von 11 bis 14.15 Uhr in Anspruch nehmen. Weiter enthält bas Programm bie Reihenfolge ber Krönungsprozession, bie sich vom Buckingham-Palast zur Westminsterabtei unb von bort wieder zurückbegeben wirb. An ber Prozes - i o n werben bie kgl. Familie, ber Lorbmayor von Lonbon, ber Sprecher bes Unterhauses, bie Premierminister Großbritanniens, Kanadas, Australiens, Neuseelands, Südafrikas, Süd-Rhodesiens und Nordirlands sowie Vertreter Indiens, der Sultan von Jahore, der Sultan von Sansibar, der Emir Abdullah von Transjordanien und eine Anzahl malaiifdjer Fürsten teilnehmen. Der Krönung s- z u g wird von Vertretern der Garderegimenter und der Dominions-Armeen begleitet sein. Bei der Rückkehr von der Westministerabtei werden Vertreter der Beamten, der Armee und der Marine den eigentlichen Krönungszug eröffnen. Die Londoner Eisenbahnen und O-Bahnen werden einen Sonderverkehr einrichten, der bereits um Mitternacht beginnen wird, um rechtzeitig die große Menschenmasse heranzuschaffen. Die nationale Offensive an der Baskenfront. Prekäre Lage in Bilbao. Salamanca, 28. April. (DNB. Funkspruch.) Der Heeresbericht meldet, daß an der Front von Aragon ein Gegenangriff der Bolschewisten auf die nationalen Stellungen von Santa Barbara energisch zurückgewiesen wurde, wobei der Gegner viele Tote und' eine große Zahl von Gefangenen verlor. An der Front von Vittoria wurde die Offensive der nationalen Truppen mit Elan fortgeführt. Die nationalen Truppen haben zahlreiche Orte besetzt. Ferner wurde der Höhenzug von Atarregui unb der Paß von Guerricaiz erobert. Dem Feind wurde eine Menge Kriegsmaterial abgenommen. Sehr hoch ist auch die Zahl der Gefangenen. Die Stadt Durango ist von den nationalen Truppen vollständig umzingelt. Wie unhaltbar die Lage in Bilbao geworden ist, offenbart ein Derzweiflungsschrei des baskischen Kommunistenhäuptlings, den dieser am Dienstag über den Sender von Bilbao an seine irregeleiteten Jünger gerichtet hat Nach feinen Eingeständnissen ist die Bevölkerung erfüllt von der Aussichtslosigkeit weiteren Widerst a n d e s gegen das Vordringen der nationalen Truppen. Das bolschewistische Rezept zu dessen Belebung besteht in der Forderung, die Kommandostellen „an die Arbeiterschaft" zu übertragen, also den von Moskau beauftragten Agitatoren und Gewerkschaftsboyzen die letzten Entscheidungen zu lassen. Wörtlich sagte der Kommunist u. a.: „Ich muß gestehen, daß unsere Lage mehr als schwierig ist; s i e i st e r n st. Es gibt schon viele Leute, die von Uebergabe sprechen und von der Unmöglichkeit, weiterhin Widerstand zu leisten, angesichts der Stärke des Feindes und der Menge feiner Artillerie und seiner Flugzeuge. Die einzige Möglichkeit, uns zu retten, ist bie Mobilisierung aller wehrfähigen Männe r." Leverkusen, 27. April. (DNB.) Eme italienische Jnbustrieaborbnung besuchte bas Werk Leverkusen ber I G. Farbeninbustrie. Bei einem Frühstück im Werkskasino würbigte ber Führer ber italienischen Delegation, Staatsminister Exzellenz Gras V o l p i, bie Verbienste ber JG.-Farben- inbustrie. Die Natur habe in Deutschlanb unb Italien oerschiebene Lücken in ber Versorgung gelaßen. Das große Beispiel, bas bie IG. bei beren Ueber- brütfung gab, müsse optimistisch stimmen. Das beutsche Volk sei bas ibealistischste Volk unter ben norbischen Völkern, währenb bas italienische bas ibealistischste unter ben lateinischen Volkern sei. Wenn beibe Völker weiter ben großen Linien ihrer überragenben Führer folgten unb vor allem ihrem Beispiel an Güte und Menschlichkeit, so sei ihnen weiter ein großer gemeinsamer Weg beschieden. Nach mehreren Vorträgen beschloß eine Rundfahrt durch die zum Werk gehörenden Kolonien und eine Besichtigung ber sozialen Werkeinrichtungen ben Besuch in Leverkusen. Die italienische Adorbnung etzte ihre Reise nach Köln fort. Auf einem von der Jnbustrieabteilung ber Wirtschaftskammer bes Regierungsbezirks Duffelborf gegebenen Emp- anq begrüßte Generalbirektor Dr. Eugen V o g- e r - Essen bie Gäste, bie sich auf einer Reise burch Westbeutschlanb von bem Jnbustriereichtum des rheinisch-westfälischen Gebiets überzeugen könnten, wo in einem Raum, in dem sieben Millionen Meuchen leben, fast alle Industriezweige zu finden seien. Graf Volpi begrüßte besonders herzlich Dr. Ley, der sich auf seiner Jtalienreise die dauernde Sympathie der italienischen Wirtschaftler und Arbeiter erworben habe. In Deutschland und Italien ehlten zwar gewisse Rohstoffe, doch hätten beide Länder den Beweis dafür erbracht, daß dieser Mangel nicht sehr schwerwiegend sei. Unter dem Druck der Sanktionen im abessinischen Krieg seien in Italien gewisse technische und wirtschaftliche Verfahren in kurzer Zeit ausgewertet worben, bie man rüher lange gesucht habe. Auch in Deutschland würben ähnliche- Wege gesucht und gefunden, weil die Notwendigkeit hierzu bestehe. Adolf Hitler und Mussolini hätten in ihren Ländern die Intelligenz, die Wissenschaft, die Energie und die Disziplin gesunden, die erforderlich gewesen seien Man müsse der Jugend vor Augen führen, daß diese geistige Kraft bedeutende Rohstoffe darstelle. Werbe ber eingeschlagene Weg weiter verfolgt, könne man mit Ruhe auf" bie ßänber blicken, bie angefangen haben, zu reich unb etwas zu pflegmatisch zu werben. Oie italienischen Journalisten im Ruhrgebiet. Essen, 27. April (DNB.) Die italienischen Journalisten statteten bem Ruhrgebiet einen Besuch ab. Im Krupp-Hotel „Essener-Hof" entbot Geheimrat Dr. Cuntz vom Krupp-Direktorium ben italienischen Pressemännem ben Willkommensgruß. Er verwies auf bie vielfachen Banbe, bie nicht erst aus jüngster Zeit zwischen Deutschlanb unb Italien be- olge Dom von von ßre- stra- unb iltan fmir 'Zahl gründ ftüch reter den oner ider- be- hen- efflOP baski- )iens- seine Lin- i der :ud).) von i auf rbara egner genen le die fort« Ireiche von .Dem morn- ;enen. Trup- nalen ,De- ando' übet1 Ent- inunist mehk n viele jn der >n, °n‘ 2Jlengc einzige Ersten idjteit l ong^' °b f* „6 »“* ®o6«; 8nr‘* * *5 ? Seist' ,, oer !' m England von Edens VMeler Reise befriedigt zu ein- Kanadas Handelspolitik Kanada, Eng- ging. druck, daß dieser Prozeß dazu bestimmt sei, der Kirche mit der Ausmerzung eines unwürdigen Vertreters zu Lienen. Kataster bilden eine verläßliche Grundlage für die Volkszugehörigkeit und die gerechte Anwendung des Bevölkerungsschlüssels im öffentlichen Dienst, Liefe- rungs- tmb Unterstützungswesen und dergl. 6. Gesetz über das Klagerecht vor dem Versassungsgericht. Dem heute praktisch illusorischen Verfassungsgericht soll die Möglichkeit gegeben werden, verfassungswidrige Handlungen und Beschlüsse der gesetzgebenden Körperschaften und der Regierung außer Kraft zu setzen. Hierzu wird dem ordnungsgemäß gegründeten Verband oder zollfrei hereingenommen. Da bereits 25 der englischen Einfuhr nach Kanada zollfrei bedeutet das, daß nur 15 v. H. der englischen fuhr nach Kanada mit Zöllen belastet werden. Großbritannien verpflichtet sich dagegen, bestimmte kanadische Güter seinerseits zollfrei einzuführen. Im Laufe des letzten Jahres hat Kanada überhaupt die Politik der Niederlegung der Zollmauern auch gegenüber den Nicht-Empire-Ländern tatkräftig in Angriff genommen. Dadurch ist das Wirtschaftsleben außerordentlich lebendig geworden. Die kanadische Produktion und der Absatz von Weizen, Holz, Eisen, Gemüseerzeugnissen nahm stark zu, und Kanada hat zu einem wesentlichen Teil die Einbußen der Depressionsjahre aufgeholt, nicht zuletzt durch die Steigerung der Preise für seine Agrarerzeugnisse. An zwei Warschauer Hochschulen, an der Handelshochschule und an der landwirtschaftlichen Hochschule kam es wiederum zu schwerenRuhe- st ö r u n g e n der Studenten. Infolgedessen wurden die Vorlesungen an beiden Hochschulen erneut e i n g e st e l l t.___________________________________________________________ überwinden. Kunst und Wissenschaft. Großer Erfolg Furtwänglers mit den Berliner Philharmonikern in Paris. Insgesamt davon Empire England außerhalb Empire USA. Deutschland Prag, 27. April. (DNB.) Konrad Henlein hatte in Aussig am 28. Februar eine Reihe von Gesetzesanträgen zur Durchführung der Verfassung in nationalpolitischer Hinsicht angekundigt. Diese sind am 27. April durch den Parlamentarischen Klub der Sudetendeutschen und Karpathendeutschen Partei im Prager Abgeordnetenhaus ein= gebracht worden. Sie haben den Zweck der Anbahnung einer gerechten Völkerordnung im tschechoslowakischen Staat auf Grund der in den Denkschriften von 1919 den Alliierten und Assortierten Hauptmächten gegebenen feierlichen Versprechungen der tschechischen FrieLensdelegierten. Es soll damit auch die Methode zur Verwirklichung des Grundsatzes „Gleiche unter Gleichen" klargelegt werden, wodurch auch die Zweifel über die tatsächliche Bereitschaft zur Durchführung dieses Grundsatzes beseitigt oder bestätigt werden müssen. Es handelt sich um folgend^ Entwürfe: 1. Gesetz zum Schutze des Volkstums durch Bildung von Verbänden autonomen Rechtes. Die Volksgruppen erhalten dadurch die Möglichkeit, sich als Körperschaften des öffentlichen Rechts zu konstituieren. Ihr Organ ist der aus allen Parlamentariern gleicher Volkszugehörigkeit gebildete Vorstand, der zwecks Vertretung ihrer Rechte nach außen den Sprecher wählt. 2. Gesetz zur Verwirklichung der nationalen Gleichberechtigung in allen Zweigen des öffentlichen Dienstes. Damit wird ein Schadenersatzanspruch gegen den Staat bei Verletzung des Gleichberechtigungsgrundsatzes durch seine Organe eingeführt, um zu erreichen, daß schon im Verwaltungswege Maßnahmen getroffen werden, um Verstößen vorzubeugen. 3. Gesetz über die Schadenshaftung des Staates und anderer öffentlich-rechtlicher Der- 620,8 187,4 121,6 433,4 359,7 11,1 21,8 19,4 6,3 22,9 24,1 9,1 Em fudetendeuffches Befriedungsgesetz Konrad Henlein zeigt den Weg zur Äerwirklichung des Grundsatzes „Gleiche unter Gleichen". v. H. sind, Aus- Dabei ist bemerkenswert, daß zwar die Steigerung der Ausfuhr nach England anhielt, aber die Wirtschaftsbeziehungen zu den Vereinigten Staaten doch immer intensiver werden. Nach dem letzten Ausweis — die Kanadier haben ihre Außenhandelsstatistik für die letzten zwölf Monate am 30. September 1936 beendet — betrug in Mil- 1935 12,7 8,0 4,2 14,9 14,5 15,3 Honen Dollar die Ausfuhr nach land und die USA.: nahmslos mit den Beratungen Edens in Brüssel außerordentlich zufrieden. „Times" erklärt sogar, daß kein früherer Besuch Edens in einer fremden Hauptstadt nützlicher oder vielversprechender hinsichtlich seiner Ergebnisse gewesen sei. Die Blätter unterstreichen dabei, daß es sich um eine freundschaftliche Aussprache gehandelt habe, bei der sich „die Umrisse neuer internationaler Abkommen" abgezeichnet hätten. Alle Zeitungen heben hervor, daß die Aussprachen die Völkerbundstreue Belgiens erwiesen hätten. Belgien soll angeregt haben, daß England, Frankreich und Deutschland zweiseitige Nichtangriffspakte mit Belgien abschließen sollten. Dabei sollen gleichzeitig die Voraussetzungen festgelegt werden, unter denen Belgien auf militärische Hilfe gegen einen An- Das demokratische Musterländle ist die Tschechoslowakei. Sie empfiehlt sich jedem, der es hören will, durch die Berufung aüf Demokratie und Humanität. Ein Vorbild von Demokratie und Humanität wurde jetzt eben im Hultschiner Ländchen organisiert. Es ist das ein Teil Schlesiens, den Deutschland 1920 ohne Befragen der Bevölkerung an die Tschechoslowakei abtreten mußte. Steinkohlenbergbau und Strumpfwirkerei ernähren die rund 50 000 Einwohner, die in dem kleinen und gebirgigen Gebiete überaus dicht siedeln. Es kommen nämlich 316 Einwohner auf den Quadratkilometer. Seit Jahren hat die tschechische Schul- und Verwaltungspolitik die gewagtesten Bocksprünge gemacht, um das ursprünglich rein deutsche Land zu entnationalffieren. Als Beamte werden durchweg Tschechen eingestellt. Auf die bedürftige Bevölkerung wird jeder Verwaltungsdruck geübt, damit die Kinder feinen deutschen Schulunterricht genießen. Schon bei der Uebernahme des Landes wurden d o n 40 deutschen Schulen 38 sofort aufgehoben. Dann hat man neue Bezirkseinteilungen durchgeführt, um das deutsche Land durch Angliederung an überwiegend tschechische Gebiete der eigentlichen Tschechei zu majorisieren. Beschwerden der Bevölkerung an den früheren tschechischen Staatspräsidenten Masaryk, der besonders das humanitäre Element bei der tschechischen Staatsgründung unterstrichen hat, blieben völlig unbeachtet. Jetzt sind am 6. und 7. April 10 Hultschiner Deutsche und am 20. April weitere 50 verhaftet worden — ohne Angabe der Gründe. Die Absicht ist in Wahrheit offenbar die, den von den Hultschinern eingerichteten deutschen Nachhilfeunterricht unmöglich zu machen. Kleine politische Nachrichten. Rudolf Heß bittet alle Partei- und Volksgenossen, die ihm aus Anlaß seines Ge- durtstaaes Glückwünsche übersandten, auf diesem Wege seinen Dank entgegenzunehmen. * Ministerpräsident Generaloberst Göring überreichte dem italienischen Regierungschef Mussolini bei seinem Besuch als Oberbefehlshaber der benschen Luftwaffe das Ehrenabzeichen und das Diplom eines Militärpiloten ad honorem. ♦ Dem Reichssportführer von Tschammer und Offen wurde im Auftrage der französischen Regierung die „Goldene Medaille für körperliche Erziehung" verliehen. Am 28. April beginnen in Köln deutsch-polnische Verhandlungen über Eisenbahn- fragen, die sich aus dem Ablauf der für die Regelung des oberschlefifchen Eisenbahnverkehrs im Svnderabkommen über Oberschlesien getroffenen Bestimmungen ergeben. Das Ziel ist eine Ergänzung des deutsch-polnischen Vertrages über den gegenseitigen Eisenbahnverkehr vom 27. März 1926 durch Aufnahme der im Genfer Abkommen enthaltenen Eisenbahnverkehrsregelungen für Oberschlesien, die auch in Zukunft in dieser ober jener Form in Geltung bleiben sollen. * Der finnische Reichstag nahm das Gesetz zur Finnisierung der Universität mit 138 gegen 52 Stimmen an. Dagegen stimmte die Schwedische Partei, da sie in dem Gesetz eine Verletzung ihrer verfassungsmäßigen Rechte sieht, und ferner die finnischen Rechtsparteien, denen der Kvm- promißvorfchlag der Regierung, der immer noch u. a. 15 schwedische Professuren vorsieht, nicht weit genug nach dem Volksschutzgesetz ein Antragsrecht geräumt. Entdeutschungspolttik im HMchmer Ländchen. gegen 1934 Das weite, von Weizenfeldern erfüllte, mit gewaltigen Forsten versehene Gebiet Kanadas hat nur rund zehn Millionen Einwohner, von denen ein erheblicher Teil französischen Blutes ist. Die Franzosen vermehren sich im Gegensatz zu den Angelsachsen sehr schnell; z. B. sind im Bezirk von Quebec französische Familien mit zehn und zwölf Kindern keine Seltenheiten. Die französische Sprache wurde aufrechterhalten. Die Französisch- Kanadier sind Katholiken, und in den letzten Jahren sind sie auch politisch erwacht, haben in Quebec die liberale und angelsächsische Herrschaft gestürzt, und der kanadische Kardinal Villeuve erklärte schon im Jahre 1922: „Wir eilen nicht der Abtrennung entgegen, aber wir sehen sie kommen. Denn sie kommt!" Es ist sehr schwer für das Angelsachsen- tum, die politischen und die wirtschaftlichen Beziehungen zu den Ländern des Empire, die sich auf der Reichskonferenz in Ottawa z. B. zur wirtschaftlichen Unterstützung verpflichteten, in Einklang zu bringen mit der wirklichen Lage, den politischen und Handelsbeziehungen zu den USA. und der übrigen Welt. Man hat sich dadurch geholsen, baff man bie Parole ausgab, zwar verpflichte ber Beschluß von Ottawa bie Kanabier, bem Empire auch wirtschaftlich zu bienen, aber sie seien bereit, mit allen Länbern, bie ihnen Zollvergünstigungen gewahrten, auch ihrerseits bementsprechenbe Abkommen zu treffen. So hat im vorigen Herbst Kanaba auch mit Deutschland, ein Abkommen getroffen, bas ben Probuktenaustausch ber beiden Lander außerordentlich verbessert, wobei Kanada hauptsächlich landwirtschaftliche und bergbauliche Rohstoffe liefert. Deutschland dagegen Fertigwaren. Nach langen Verhandlungen ist fetzt auch der Handelsvertrag zwischen Kanada und England zustandegekommen. Durch den neuen Vertrag werden weitere 60 v. H. ber englische« l Ausfuhr nach Kanaba entweber zu Vorzugszöllen B r ü f \ e l, 27. April. (DNB.) Die Besprechungen bes englischen Außenministers Eben mit bem belgischen Ministerpräsibenten »an Zeelanb unb bem Außenminister Spaak sinb am Dienstag um 12.30 Uhr abgeschlossen worben. Der Presse würbe folgenbes Kommunique mitgeteilt: „Eben, van Zeelanb unb Spaak haben sich be- sonbers beschäftigt einerseits mit ben Fragen, bie sich auf bie Stärkung bes Friedens in Europa und namentlich auf die Ausarbeitung eines neuenSicherheitspaktes für Westeuropa beziehen, andererseits mit ben wirtschaftlichen Fragen, bie mit ber Mission in Zusammenhang stehen, mit ber ber Ministerpräsi- bent van Zeelanb beauftragt worben ist. Die Besprechungen stellten lebiglich einen Gebankenaus- tausch dar. Sie sind in einer besonders herzlichen Atmosphäre verlaufen, und es wurde dabei festge- ftellt, daß zwischen den Auffassungen ber beiben Regierungen eine große Übereinstimmung besteht." — Um 13 Uhr empfing Ministerpräsident oan Zeeland Außenminister Eden mit Gemahlin zu einem Frühstück in seinem Landhaus Boitsfort. Der „Adols-Hitler-Nank". Ausführungsbestimmungen des Reichsschatzmeisters. Berlin, 28. April. (DNB. Funkspruch.) Die NSK. veröffentlicht Ausführungsbestimmungen des Reichsschatzmeisters zur Stiftung des Führers „Adolf-Hitler-Dank". Hilfe aus dem „Adolf- Hitler-Dank" können beantragen: a) Parteigenossen, bie Träger des Ehrenzeichens ber Bewegung ober bes Blutorbens sinb, b) um bie Bewegung besonders verdiente Parteigenossen, die bis zum 30. Januar 1933 ber Partei beigetreten fein müssen unb ihre Mitgliebschaft nicht unterbrochen haben ober minbeftens fünf Jahre ber Partei angehoren, c) Hinterbliebene Ehegatten, Kinder und Eltern vorbezeichneter Parteigenossen. Der „Adolf-Hitler-Dank" kann in nachfolgenden Fällen nach Maßgabe der sozialen und wirtschaftlichen Verhältnisse gewahrt werden, wenn der Notfall nicht aus eigenem Verschulden eingetreten ist, und bie sonstigen Voraussetzungen erfüllt werden: a) zum Ausgleich noch bestehender wirtschaftlicher Schäden, die nachweislich durch das Eintreten für bie Bewegung währenb ber Kampfzeit hervorgerufen würben, b) zur Behebung ober Besserung gesundheitlicher Schäden, c) bei Erwerbsunfähigkeit infolge Erkrankung ober vorgeschrittenen Alters, soweit eine Eingliederung in ben Arbeitsprozeß nicht mehr möglich ist. Eingehend begründete unb mit Unterlagen versehene Anträge auf Gewährung eines Ehrendankes ffnb beim Reichsschatzmeister ber NSDAP., München 43, Postfach 80, einzureichen. Der Ehrenbank barf auf bas Einkommen ber Bedachten nicht angerechnet sowie bei ber Festsetzung von Hinterbliebenenrenten, Versorgungsbezügen unb dergleichen nicht berücksichtigt werden. Zugendfilmstunden für den Jahrgang 1927. Der Chef des Presse- und Propagandaamtes der Reichsjugendführung, Oberbannführer Dr. Lapper, hat angeordnet, daß in den nächsten vier Wochen für den gesamten Jahrgang 1927 des Deutschen Jungvolks und des Jungmädelbundes Ju- g e n d f i l in ft u n d e n mit dem Film „Der Hitler- junge Quex" durchzuführen find. Damit wird der Film in diesen Wochen annähernd 3000mal zur Vorführung gelangen. Die Aufführungen werden durch entsprechende Umrahmung den Charakter einer Feierstunde erhalten, die den Pimpfen und Jungmädeln das Erlebnis der HI. in ber Kampfzeit nahebringt unb ihnen gleichzeitig einen Eindruck vermittelt von der politischen Arbeit der nationalsozialistischen Jugendbewegung. Aerbandstag des Rhein-Mainischen Hansbesihes. Am 24. April d. I. fand in Frankfurt a. M. ber 4. orbentliche Verbanbstag bes bie sämtlichen Haus- und Grunbbefitzervereine des Gaues umfassenden Verbandes unter dem Vorsitz bes komm. Verbandsleiters Pg. Dr. Gauß (Darmstadt) statt. Der Präsident des Zentralverbandes Pg. Tri- b i u s wies besonders darauf hin, daß, wie jeder andere Volksgenosse auch der Hausbesitzer und seine Vertreter mit heiligem Optimismus an der Gestaltung des nationalsozialistischen Staates mitzuwirken'hätten. Nach Abnahme ber Jahresrechnung unb Entlastung des Führerrates wurde der komm. Der- bandsleiter Dr. Gauß zum ordentlichen Verbandsleiter gewählt. Der Syndikus bes Zentralverbandes Dr. Reinhard machte Ausführungen über die (Brunbfteuerreform, über das Preiserhöhungsverbot für Mieten und über bie Frage bes älteren Neuhausbefitzes. An ben Vortrag schloß sich eine lebhafte Aussprache an. Die Berliner Philharmoniker unter der Leitung von Wilhelm Furtwängler gaben in ber Pariser Oper bas erste Auslandskonzert ihrer diesjährigen Frühjahrsgastspielreise. Das Konzert gestaltete sich vor einem ausverkausten Hause in Anwesenheit des deutschen Botschafters, Grafen Welczeck, zu einem hervorragenden Kunstereignis, das ben feierlichen Auftakt zu weiteren Darbietungen deutscher Musik aus Anlaß ber Weltausstellung in Paris bilbete. Furtwängler, ber in Paris eine große Schar treuer Anhänger hat, mürbe schon bei seinem Erscheinen mit herzlichem Beifall empfangen. Zuerst spielten bie Philharmoniker bie O-dur-Symphonie von Haydn, darnach ein Brandenburgisches Konzert von Bach. Den deutschen Künstlern dankte jubelnder Beifall. Den zweiten Teil bes Konzertes leitete ber Walzer von Ravel ein. Es folgte das Bacchanale aus „Tannhäuser" von Richard Wagner. Der Beifall steigerte sich zu wahren Ovationen für Furtwängler und bie Berliner Philharmoniker, bie als Zugabe bie Ouvertüre zu ben „Meistersingern von Nürnberg" spielten. Aus aller Welt. Regelmäßiger Lustposiverkehr USA.^CHma. Das amerikanische Flugzeug „Hongkong- Clipper" ist am Mittwoch in Hongkong ge= lanbet und hat damit einen regelmäßigen w ö - chentlichen ßuftpoftoerf ehr zwischen den Vereinigten Staaten und China eröffnet. Das Flugzeug hatte zuvor in Manila (Philippinen) Post aus USA. von dem amerikanischen Flugzeug „China- Clipper" übernommen. Es kehrt am Donnerstag mit der ersten chinesischen Flugpost für die Vereinigten Staaten nach Manila zurück. Mit der Eröffnung der Flugverbindung USA.—China ist — ein Jahr nach dem Anschluß des chinesischen Luftverkehrs an das europäische Flugnetz — das letzte Bindeglied im Luftpost verkehr rund um die Welt hergestellt. Zuchthaus für einen Betrüger. Der Inhaber des „Papageno-JnsUtuts" in Stuttgart, ber geschiebene Karl Iaiser aus Böblingen, würbe von ber Stuttgarter Großen Strafkammer wegen eines fortgesetzten Verbrechens bes Rückfallbetrugs zu zwei Jahren Zuchthaus, 600 Mark Gelbstrafe ober weiteren zwei Monaten Zuchthaus unb brei Jahren Ehrverlust verurteilt. Außerbem wurde ihm die Behandlung von Sprachfehlern auf die Dauer von fünf Jahren untersagt. Der Angeklagte hatte 1930 bis 1935 in zahllosen Fällen mit Stotterern, die er in Württemberg, Baden unb Hessen aufsuchte, „Behandlungsaufträge" abgeschlossen, in denen bei strenger Befolgung aller Anordnungen ein „sichtbarer Erfolg" garantiert wurde. Das vereinbarte Honorar schwankte zwischen 50 und 300 Mark. Mündlich hatte der Angeklagte feinen Patienten, um sie für einen Behandlungsauftrag zu gewinnen, noch sehr viel weitergehende Versprechungen gemacht, indem er ihnen volle Heilung in kurzer Zeit in Aussicht stellte. 5)atte er bas Honorar im Besitz, so brach er ben Unterricht, ber sich vertragsgemäß auf 10 bis 20 Lektionen belief, kurzerhand ab, indem er sich nicht mehr blicken ließ. Seine Ausrede, er habe infolge geschäftlicher Ueberlaftung seinen Dertragsverpflich- tungen nicht immer in vollem Umfange nachkommen können, wurde schlagend widerlegt. Der Angeklagte wurde wegen Fluchtverdachts sofort in Haft genommen. Neuyorker Richter auf offener Straffe niebergeftochen. Die Kette sensationeller Verbrechen ber letzten : Zeit in Neuyork ist burch eine mysteriöse Bluttat vermehrt worben. Der Richter John O ' Nei 1 1 oom Neuyorker Stabtgericht, ber an einer belebten : Straffenecke auf einen Autobus wartete, mürbe oon einem Unbekannten überfallen, ber ihm mit einem bolchartigen Messer zwei Stichwunben im Rücken befrachte, um bann in ber Menschenmenge unerkannt zu verschwinben. Dem Richter, dessen Zustanb bedenklich ist, entriff der Messer- I siecher wichtige Gerichtspapiere. Die Polizei glaubt, baff ein Racheakt vorliegt, unb hat ein großes Aufgebot von Detektiven angewiesen, allen freigelasse- nen Sträflingen nachzuspüren, die vor elf Jahren verurteilt würben, als O'Neil Hilfsstaatsanwalt war. Amerikanischer „Dogelmensch" in Frankreich tödlich abgestürzt. Der amerikanische „Vogelmensch" Clem Sohn ist bei einer Vorführung auf bem Flugplatz von Vincennes löblich abge stürzt. Es hanbelte sich ' um einen Muskelkraftflieger, ber ben Dogeiflug ' nachzuahmen versuchte. Als er nach einem Ab- i fprung aus 2000 Meter Hohe feinen Pogelflug pro- , grammäßig über bem Flugfeld in mehreren Spira- ' len durchgeführt hatte, schloß er in etwa 300 Meter ' Höhe seine Flügel und wollte seinen Fallschirm aus- ) lösen. Der Fallschirm öffnete sich jedoch nicht und Das' kanadische Volkseinkommen hat im Vorjahre nach Schätzungen der McLean Publ. Co. eine 10,4prozentige Steigerung erfahren. Der Vertrag mit den Vereinigten Staaten entwickelte sich sehr gut, obgleich die Absatzgewinne für die USA. größer waren als für Kanada. Ebenso wurde das Abkommen mit Deutschland als Erfolg gebucht. Die kanadische Fachpresse ist also durchaus optimistisch, weil die Politik der Zollermäßigungen, die im Gegensatz zu anderen Ländern betrieben wirb, für Kanada gute Früchte trägt und sehr wesentlich dazu beitrug, die Folgen der Jahre des Niederganges bände für Schäden, bie durch ihre Organe bei Ausübung ber Amtswirksamkeit verursacht werben. In Durchführung eines auch von tschechischer Seite wiederholt gestellten Verlangens, wird bie Haftung bes Staates für gesetzwidriges Handeln seiner Organe festgelegt. 4. Strafgesetz gegen Entnationalisierung. Es wird jeder Mißbrauch von Machtver- hältmssen zum Zwecke der Entnationalisierung unter Strafandrohung gestellt. Hierzu gehört der Schutz der nationalen Zugehörigkeit der Staatsbürger, der Erziehung, des nationalen Besitzstandes, insbesondere des Bodens und des Arbeitsplatzes. 5. Gesetz über die Volkszugehörigkeit ber Staatsbürger und bie nationalen Kataster. Jeber Staatsbürger wirb von seiner Wohn- sitzgemeinde im Kataster seines Volkes geführt. Die 1 griff rechnen könnte. „Daily Telegraph" bemerkt dazu, baff auch eine Interpretation ber Völker- bunbsverpflichtungen nach Artikel 16 ber Völkerbunbssatzung erforderlich sei. Belgien wünsche ganz offen eine Beschränkung dieser Verpslich- ,...................tungen, da es nicht S.ammelpunkt für Um 16.30 Uhr trat Eden auf dem Luftwege die V ö 11 e r b u n b s ft r e i t f r ä f t e im Falle ttnes Rückreise nach London an. i Krieges eines feiner Nachbarstaaten werden mochte. Die Londoner Morgenblätter zeigen sich aus-1 -- Die Einfuhr betrug aus: Zuwachs in Prozenten gegen 1935 1934 Insgesamt 994,2 21,8 33,6 davon Empire 472,7 26,8 29,7 England 389,2 29,5 29,6 außerhalb Empire 521,5 17,6 37,2 USA. 403,0 12,4 42,5 Deutschland 6,2 94,4 10,0 In großenluben R M.1.10 I.0.50 ch gibt es so manche liebe Gewohnheiten, von Denen sie sich so leicht nicht abbringen läßt. Warum soll sie sich z 23. auch noch früh an den Herd stellen, an Stelle des berühmten Morgenkaffees eine kräftige Suppe zu kochen oder sogar noch zum Abend ein warmes Essen zu bereiten? Es ist schon der Ueberlegung wert: Hat man wirklich weniger Arbeit und geringere Kosten durch das Broteschmieren, und dient es wohl der Gesundheit, wenn wir die Tasse Kaffee am Morgen in aller Hast und Eile hinunterschütten und keine rechte Zeit finden, dabei etwas zu essen? Gewiß nicht Natürlich braucht die Morgensuppe eine liebevolle Zubereitung, und das Salz oder der Zucker, das Zitronen- abgeriebene, die gehackten Nüsse, Die Marmelade, sowie das frische oder gedörrte Obst dazu, das alles will abgewogen sein. Nun dürfen wir nicht einseitig werden und uns etwa nur auf Haferflocken beschränken So nahrhaft sie besonders für die Kinder sind, und so abwechselungsreich man sie auch zubereiten kann, man muß auch mit anderen Zusammensetzungen zu überraschen wissen Graupen und Grieß, Mehl und Kartoffelmehl in Verbindung mit Buttermilch oder entrahmter Milch, an besonderen Tagen auch einmal mit Kakao oder Schokoladenpulver. Die verschiedensten Bestandteile können die herrlichsten Leckerbissen ergeben. Findig wie wir nun einmal sind, führen wir allmählig auf diesem Gebiet die unerwartetsten Abwandlungen herbei. Und ebenso am Abend Da können wir einmal Makkaronireste aufbraten oder schnell eine Art Kartoffelgemüse ebenfalls aus Resten mischen, um ja nicht in den Verdacht zu geraten, daß wir einfach nur alles Vorhandene auszuwärmen gedenken. Ein bißchen Mühe darf die Angelegenheit schon kosten, dafür ernten wir dann auch doppelte Anerkennung. So wird der Kartoffelbrei zu Klößen geformt, für die Salat die richtige Beigabe bildet, der übriggebliebene Fisch schwimmt in einer kalten Kräutersoße, und am Wochenende gibt es Pellkartoffeln und — Heringe, die wir, wenn sie teuer wären, viel mehr begehren würden. Es muß also nicht immer Kaffee und Weißbrot zum ersten Frühstück und kalte Platte zum Abendbrot geben Es kann schon des öfteren was anderes sein Die liebe Gewohnheit ist oft nur eine schlechte Angewohnheit. Reichsmütterdienst schult Landfrauen. V. A. Die Wanderlehrerin des Reichs- m ü t t e r d i e n st e s hat zwei wesentliche Aufgaben zu erfüllen: sie soll den Landfrauen praktische Anregungen geben und sie zum anderen auch in wesentlichen Grundzügen mit dem Gedankengut der nationalsozialistischen Weltanschauung vertraut machen. Die erste Voraussetzung für einen gedeihlichen Unterricht ist das gegenseitige Kennenlernen. Die Lehrerin muß sich das Vertrauen der Frauen erwerben und vor allen Dingen den Unterricht lebendig gestalten Dies erreicht sie am besten, wenn sie in den Lehrstoff kleine persönliche Erlebnisse einflicht. Denn die Frauen wollen keinen Vortrag hören, der sie nach ihrer täglichen Hausarbeit ermüdet. Gegen das Lernen an und für sich sind sie grundsätzlich nicht eingestellt. Schon wenn sie dös Zimmer betreten, in dem der Unterricht stattfindet, sehen sie alle Vorrichtungen, die für den Säuglingskursus notwendig sind. Da steht der Babykorb, in dem die Puppe liegt, daneben die Wickelkommode und alle sonstigen Lehrmaterialien, die für diese Stunde gebraucht werden. Wenn sie alle diese Dinge sehen, gehen sie mit einer gewissen Freude an den Unterricht. Die Antworten auf die Fragen der Lehrerin kommen zunächst stockend, aber bald ist die anregendste Unterhaltung im Gange. Und jede Frau ist mit dem größten Eifer bei der Sache. Durch diesen Unterricht kommen sich alle näher, die Frauen und die Lehrerin und die Frauen untereinander. Sie lernen einander schätzen und erkennen auch die Ueberleqenheit der Lehrerin an, denn diese hat ja ihre Ausbildung als Fürsorge- und Säuglingsschwester hinter sich. Bald werden die Frauen auch mit Fragen an sie herantreten, die nicht zum Unterricht gehören Das ist der beste Beweis, daß sich die Lehrerin das Vertrauen der Frauen erworben hat. Der Aufenthalt der Wanderlehrerin in einem Dorf währt jedoch nur kurze Zeit. Bald werden die Lehrmaterialien wieder gepackt und in das nächste Dorf geschickt, wo die Frauen schon auf den Kursus warten. Zn den zwei Jahren, in denen die Wanderlehrerinnen nun in den Dörfern tätig sind, haben ungefähr 700 000 Frauen und Mädchen an den Kursen teilgenommen und dadurch ein geweitetes Blickfeld bekommen. Braucht hie Hausfrau em Archiv? V. A. Ein Archiv ist doch eine Büroangelegenheit, also — so wird die Hausfrau fragen — was geht mich das an? Aber halt, es geht die Husfrau doch an. Sie hat 3.23. ein Kochbuch: darin sammeln sich im Laufe der Zeit eine Fülle von Zeitungsausschnitten an, die neue Kochrezepte enthalten. Alte erfahrene Hausfrauen besitzen meist eine reichhaltige Sammlung nicht nur von Kochrezepten, sondern auch anderen hauswirtschaftlichen Ratschlägen. Wenn sie sich darin zurechtfinden wollen, müssen sie dieses Material schon etwas ordnen z. 23 nach Kochrezepten, Empfehlungen über Behandlung von Möbeln, Wäsche, Reparaturen usw. Na, und da ist das Haushaltsarchiv schon da. Auch alles, was die Hausfrau gelegentlich über die Behandlung von Haushaltsgegenständen oder die Verwertung von Altstoffen,'Resten usw. erfährt, wird sie aufschreiben und ihrem Archiv einverleiben. So wird im Laufe der Jahre diese Sammlung ein unentbehrlicher Ratgeber für hauswirtschaftliche Fragen werden. Eine junge Hausfrau kann über ein gutes Haus- haltsarchio noch nicht verfügen. Sie wird sich trotz Kochbuch und Lektüre der Hausfrauenzeitschriften im gegebenen Falle immer wieder ratsuchend an die erfahrene Nachbarin wenden müssen, wenn sie nicht ihre Haushaltsbibliothek planmäßig ergänzt und bereichert. Gerade weil die jüngeren Hausfrauen in den letzten Jahren infolge beruflicher Tätigkeit nur selten die Hauswirtschaft erlernt haben, müssen sie gedruckte Ratgeber viel stärker in Anspruch nehmen. Der Reichsausschuß für volkswirtschaftliche Aufklärung hat hier helfend eingegriffen In Verbindung mit der Reichsfrauenführung hat er in der „Schriftenreihe der praktischen Hausfrau" sechs Broschüren herausgegeben, die sozusagen einen Extrakt aus alten Haushaltsarchiven darstellen und in Denen auch die neuesten Erfahrungen der Haushaltsführung berücksichtigt sind. Ob es sich umHinweise auf billige und schmackhafte Gerichte und ihre Zubereitung oder um Ratschläge bei der schonenden Behandlung von Kleidern, Möbeln, Teppichen, Fußböden, Gardinen Haushaltsgeräten usw handelt, alles was irgendwie zur zweckmäßigen und geldsparenden Ausführung der häuslichen Arbeiten gehört, ist in diesen Heften textlich und bildlich dargestellt. Alle örtlichen Dienststellen der NS.-Frauenschaft, des Deutschen Frauenwerks, des Frauenamtes der Deutschen Arbeitsfront sowie des Reichsnährstands, Abteilung Hauswirtschaft haben diese Hefte zur Verfügung und vermitteln auch ihre Weiterleitung an die Haushaltungen Jedes Heft kostet 20 Pf. Diese Schriftenreihe des Reichsausschusses für volkswirtschaftliche Aufklärung bildet eine ausgezeichnete Grundlage für das unentbehrliche Haushaltsarchiv und zeigt der Hausfrau gleichzeitig, wie sie in der täglichen hauswirtschaftlichen Praxis den volkswirtschaftlichen Notwendigkeiten entsprechen kann. B—t. as fallen wir tragen? PRAKTISCHE VORSCHLÄGE UNSERES MODEZEICHNERS Biesen, Bordüren und farbige P a s - p e l sind der Aufputz der drei heute gezeigten Frühjahrskleider. Das Kleid links ist aus weißem Waffel- pique, feine zurückgeknöpften Aufschläge am Halse, den Aermeln und den Taschen sind, wie der Gürtel, dunkelblau gepaspelt-, vorne wie hinten ergeben je zwei Falten die nötige Schrittweite, der Gürtel ist hinten geknöpft. Der kleine, weiße Panamahut hat Band und Schleife aus dunkelblauem Ripsband. Das maisgelbe Wollkleid mit dem Bolerojäckchen (Mitte) hat schmale, aufgekurbelte Bordüren aus dunkelbraunem Wollfaden Die schrägen Taschen sind dem etwas glockigen Zwei-Bahnenrocke eingeschnitten. Der Gürtel ist aus Wildleder, der Bolero Hut aus braunem Exotenstroh. Aus blaugrauer Angorawolle ist das schlichte Kleid rechts mit den Biesen st eppe- r e i e n an den Taschen, dem Rocksaum, dem Gürtel und am Halsausschnitt. Die Taschen in dem leichtglockigen Zwei-Bahnenrock und in der Bluse ergeben sich aus der Schnittform. Der mittelgroße, flache Hut ist aus P e r k a l st r 0 h in der passenden Farbe. H. Wie man Eier frisch erhall. Im Frühjahr legen die Hühner mehr Eier, als wir elfen können. Für das ganze Jahr reichen aber die deutschen Eier doch nicht aus. Es müssen noch große Mengen aus dem Ausland eingeführt werden. Weil diese Einfuhr Devisen kostet, muß der zeitweilige Eierüberschuh konserviert werden, Großbetriebe sorgen für Einlagerung in Kühlhäusern. Aber jeder eiererzeugende Kleinbetrieb ist ohne weiteres in der Lage, durch richtige Konservierung der jetzt überschüssigen billigen Eier eine kleine Reserve anzulegen. Die April-, Mai- und Ium-Eier eignen sich dazu am besten. Das Ei hält sich im ursprünglichen Zustand nur wenige Wochen frisch. Durch die Poren der Eierschale trocknet es aus, verliert an Gewicht und ist der Infektion durch Fremdkeime ausgesetzt. Zur Frischerhaltung muß das Ei zunächst von jedem Schmutz mittels Bürste, Tuch oder Schwamm gereinigt werden. Nur gesunde und saubere Eier, die helldurchscheinend und klar sind und eine nicht zu dünne, sprungfreie Schale haben, eignen sich zur Konservierung. Sie lassen sich schon in trockener Luft bei Kellertemperatur lange frisch erhalten, müssen aber dann in waagerechter Lage (nicht auf die Spitze stellen!) aufbewahrt und möglichst täglich gewendet werden, damit der Eidotter nicht an der Schale festklebt. Im Handel gibt es Eierschränke mit flachen Eierschubladen und mechanischer Wendevorrichtung, die das Wenden größerer Mengen von Eiern erleichtern. Doch rönnen die Eier gegen Bruchgefahr auch durch Ein- betten in Sand, Torfmull, Holzwolle oder durch Einwickeln in Papier geschützt werden. Weniger geeignet hierzu sind Kleie oder Häcksel, da sie oft Schimmelspuren enthalten. Für die Konservierung im Kleinen hat sich als praktisch erwiesen, die Eierschale mit Paraffin, Gelatine, Harz, Wachs zu überziehen. Auch mit Vaseline hat man gute Erfahrungen gemacht. Das Ab- reiben der Eierschale mit einer Speckschwarte wirkt ebenfalls gut konservierend. Für die Konservierung im Großen ist die Einlagerung in konservierende Flüssigkeiten, vor allem in Kalkwasser und Wasserglaslösung wichtig. Kalkwasser ist zwar billiger, hat aber den Nachteil, daß die Schale leicht brüchig wird und einen eigenartigen Geruch annimmt. Auch eignet sich das Eiweiß der Kalkeier nicht zum Schneeschlagen. Man rechnet auf einen Eimer Wasser einen Liter gelöschten Kalk und eine kleine Hand voll Salz. Unter allmählichem Zugießen von Wasser bereitet man eine dünnflüssige Kalklösung. Bevor der Kalk sich setzt, wird vorsichtig ein Ei nach dem andern eingelegt. Nach einigen Tagen bildet sich an der Oberfläche der Kalkmilch eine kristallisierte Fläche, welche nicht beschädigt werden darf, da sie gleichfalls zum Luftabschluß beiträgt. In Kalkwasser halten sich Eier etwa ein Jahr lang frisch. Besser als die Kalkkonservierung ist, besonders für kleinere Mengen Eier, das Einlegen in Natron- wasserglas, das mit der zehnfachen Menge abgekoch- ten und wieder erkalteten Wassers vermischt wird. Unter Zusatz von ein wenig Salz füllt man saubere Töpfe oder gut ausgelaugte Fässer etwa bis zur Hälfte mit der Mischung. Dann werden die Eier eingelegt, jedoch so, daß die Flüssigkeit, welche in etwa 14 Tagen gallertartig wird, fünf Zentimeter über den Eiern steht. Für 100 Eier genügen einhalb Kilogramm Wasserglas und fünf Liter Wasser. So eingelegt, halten sich die Eier etwa 1 bis 1V< Jahren frisch, wobei weder Gewicht, Geschmack oder Geruch leiden. Auch läßt sich das Eiweiß, im Gegensatz zur Kalkkonseroierung, zu Schnee schlagen. Frauen Helsen bei der Dorsverschönerung. Von Erika Schulemann So wie in den Städten an der Verschönerung aller Arbeitsplätze in den Betrieben gearbeitet wird, sollen auch alle Dörfer verschönert werden. Nicht um jeden einzelnen Bauern, nicht um eines Hofes willen, wurde diese Verschönerungsaktion in Angriff genommen, sondern um der Gesamtheit des Dorfes willen. Denn eine schöne Umgebung erhöht die Arbeitslust. Seit einem Jahr arbeitet der Reichsnährstand in Gemeinschaft mit „Kraft durch Freude" an dieser Dorfverschönerung. Zu einem großen Teil hat hier die Landfrau mitgeholfen. Wie traurig hatten oftmals Die kahlen Fenster Der Bauernhäuser auf Die Landstraße geblickt, da waren keine Gardinen zu sehen, keine Blumen grüßten den Derübergehenden. Nun steckten sie einfache freundliche Gardinen an die Fenster und stellten Blumentöpfe auf die Fensterbretter, blühende Pelargonien, Fuchsien und Fleißiges Lieschen blühen den ganzen Sommer hindurch. Auch die Vorgärten wurden gepflegt und mit Goldlack, Reseda, Levkojen, Vergißmeinnicht und vielen anderen Blumen bepflanzt. Auch lernten die Frauen, daß mit zerbrochenen Ziegelsteinen oder anderen Scherben eingefaßte Beete nicht besonders hübsch wirken, und sie wählten deshalb lieber als Abschluß niedrige BlumenstauDen wie Narzissen, Jrisarten, Federnelken oder Immergrün. Natürlich war es mit der Anpflanzung allein nicht getan, sondern die sorgliche Hand der Frau mußte wuchernde Stauden zurückschneiden und Unkraut jäten. Daß ein schöner Vorgarten nicht von einem alten, wackligen, vielleicht sogar zerborstenen Zaun geschlossen werden kann, war den Frauen klar, und sie versuchten nun den Zaun durch eine Wild- hecke zu ersetzen. Sie wirkt natürlicher und bietet den Pflanzen Schutz vor scharfen Winden Auch können die Singvögel in ihr nisten. Zu einem richtigen Bauerngarten gehört auch ein Küchengärtlein. Aber wie oft hatten die Frauen es nicht in Ordnung halten können, weil sie nicht viel von der Pflege der Küchen- und Heilkräuter verstanden. Durch geeignete Anleitung des Reichsnährstandes werden schöne Erfolge erzielt. Wie viel die Frau bei diesen Dorfverschönerungsarbeiten mithelfen kann, beweist die Tatsache, daß im letzten Jahr 1312 Dörfer verschönert wurden und in 1866 mit der Arbeit begonnen wurde. Wenn man heute durch die Dörfer fährt, so trifft man allenthalben auf die Bestrebungen, dem Dorf ein hübsches Aussehen zu geben. Hier entstehen neue Zäune, Dort werden Bäume und Sträucher gepflanzt, wo früher kahle Stellen waren, an den Fenstern und im Vorgarten stehen blühende Blumen. Ich werde nicht den trostlosen Anblick vergessen, als ich vor Jahren durch kleine Dörfer fuhr und in den Vorgärten nur Unkraut wuchs, zerborstene Zäune nur mangelhaft gegen die Straße hin abschlossen und die Häuser mit kahlen, toten Fensteraugen dastanden. Der Regen tröpfelte aus Der Dachrinne in Den Garten hinab unD bilDete häßliche Pfützen. Traurig würbe einem ums Herz bei diesem Anblick. Aber trotz Regen und Pfützen sieht ein Dorf hübsch und froh aus, wenn Blumen in Vorgärten lachen, wenn überall Ordnung und Schönheit ist. Nicht nur Den WanDerer erfreut dieser Anblick, sondern den Dorfbewohner vor allem, wenn er täglich zur Feldarbeit durch diese Blütenpracht geht und sich unbewußt an ihr freut. Noch einmal so gern schafft er, wenn ihn des Abends eine Feierstunde unter blühendem Holunder ober in der Geißblattlaube erwartet anstatt ein unordentlicher Garten, auf dessen Beeten das Unkraut wuchert. Die Technik und die Landfrau. Im nahen Orient wie auch in Den dichtbevölkerten alten Kulturländern Asiens sehen wir die Menschen oft in kaum vorstellbarer Armut und unter den härtesten Arbeitsbedingungen leben. Die Technik ist hier vielfach seit Jahrtausenden nicht weiter entwickelt worden. Lastträger und Rikschakulis sind vom Pferdefuhrwerk, von Elektrokränen, von Autos noch nicht verdrängt, draußen auf dem Lande ziehen Menschen noch den hölzernen Pflug durch die Erde und altertümliche Tret-Schöpfräder werden noch heute — auch im modernen Japan! — mühselig vom Reisbauern durch fein Körpergewicht bewegt. Die Technik — eine der größten Errungenschaften des „weißen Mannes" — ist hier, und besonders auf dem Lande, noch nicht zum Freund und Helfer des Menschen geworden. In der deutschen Landwirtschaft sind diese primitiven Reste aus der Zeit einer unentwickelten Bodenbearbeitung nicht mehr vorhanden, und man möchte auf den ersten 23lief wohl glauben, daß hier eine Zeitlang eine umgekehrte Entwicklung angestrebt wurde. Die übertriebenen Mechanisierungs- und Maschinisierungsversuche auf dem Lande, die in einer liberalen Zeit angestellt wurden, hatten zu einer gewissen Reaktion geführt. Es kamen Tendenzen auf, die hin und wieder zur Maschinenstürmerei ausarteten. Glücklicherweise ist diese Zeit der Irrungen vorbei. Man fängt heute wieder an, darüber nachzudenken, wie der Bauer sich feine Arbeit mit Hilfe von Maschinen, mit stärkerer Anwendung elektrischer Energie usw. erleichtern kann. Und es werden dabei ungeahnte Möglichkeiten entdeckt, wie gerade der Landfrau ihr Leben und ihrs Arbeit bequemer gemacht und der Ertrag ihrer Arbeit gesteigert werden kann. Denn die Arbeit der Frau ist nicht etwa nebensächlich, ganz besonders nicht auf dem Lande! Sonst wäre ja nicht die Tüchtigkeit der Frau so entscheidend für das Blühen jedes landwirtschaftlichen Betriebes. lieber all der unendlichen 23ielfalt der täglichen Arbeit der Hände stehen aber für die Landfrau die großen Aufgaben, die sie für ihres Volkes Kraft zu erfüllen hat. Vom ersten Schrei, vom ersten Schritt, den ihr Kind in diesem Leben tut, muß sie Nährerin und Erzieherin sein. Kann sie das aber wirklich fein wenn sie vom ersten Morgengrauen bis- in die Nacht mit gebeugtem Rücken, mit gespannten Muskeln harte Arbeit tun muß? Dies ist Der Sinn Der Aktton Des Reichsnährstandes, in das Leben Der LanDfrau ein wenig Erleichterung zu bringen. Die Technik bietet eine Fülle von Hilfsmitteln dazu. v. d. Ropp. Seutscher Ooppelsieg in Hom. Der erste Haupttag des internationalen Reitturniers in Rom brachte den deutschen Reitern abermals vor vollbesetzten Tribünen einen Riesenerfolg. Oblt. Brinkmann belegte auf „Wotansbruder" und „Alchimist" in dem mit 30 000 Lire ausgestatteten Urbe-Preis, dem höchstdotierten Wettbewerb des ganzen Turniers, die beiden ersten Plätze und führte auf diesen Pferden zugleich die beiden einzigen fehlerlosen Ritte des Tages unter 76 Bewerbern aus. Am Nachmittag wohnte Ministerpräsident Generaloberst Göring den Kämpfen bei und empfing den Mannschaftsführer, Rittmeister Mo mm, dem er sein Lob und Anerkennung für die bisherigen großen Erfolge der deutschen Reiter und Pferde im Verlauf des Turniers aussprach. Deutschlands Reiter im Kampf um die Coppa Mussolini. Das Hauptereignis beim internationalen Reitturnier in Rom wird am kommenden Freitag, 30. Mai, die Entscheidung im Preis der Nationen um die Coppa d'Oro Mussolini sein. Nach der bisher gezeigten Form hat der deutsche Mannschaftsführer Rittmeister Momm für das schwere Jagdspringen, das von Deutschland schon einmal endgültig gewonnen wurde und in dem jetzt Frankreich als Verteidiger auftritt, folgende Vertretung vorgesehen: L a n d r a t (Rittm. Momm), Olaf (Hptm. v. Barnekow), Tora (Rittm. K. Hasse), A l - chimist (Oblt. Brinkmann). Auftakt 1937 bei den Schützen. Der Schützenverein Gießen eröffnete am Sonntag seine diesjährige Schießsaison mit einem Anschießen. Trotz ungünstiger Witterung war die Beteiligung gut und bald nach Beginn des Schießens entwickelte sich auf allen Ständen ein lebhaftes Treiben. Die erzielten Resultate sind trotz der Winterruhe als recht gut zu bezeichnen. Auf W e h r m a n n st a nd, der als Gabenscheibe eingerichtet war und für dessen Benutzung jedem Schützen nur drei Schuß zustanden, wurde 1. Heinrich Appel, 2. Willy Schilling, 3. E. Funk, 4. Otto Schönau, 5. Gustav Frey, 6. Philipp Nikolaus, 7. Gg. Schilling, 8. Willi Georg, 9. Konrad Dreyer, 10. W. Scheid, 11. Richard Koch, 12. Hans Schmoll, 13. Karl Nonnenbroich, 14. Weisenbach, 15. Karl Peter, 16. H. Röhrig, 17. W. Bette, 18. L. Althoff, 19. H. Freund, 20. Karl Allendörfer. Auf Kleinkaliberscheibe erzielten 1. Willi Georg 35 R., 2. Georg Schilling 35 R., 3. Heinrich Appel 32 R., 4. W. Scheid 31 R., 5. H. Freund 31 R., 6. W. Schilling 31 R., 7. Gustav Frey 30 R., 8. Rich. Koch 30 R., 9. Konr. Dreyer 29 R., 10. K. Nonnenbroich 27 R., 11. L. Althoff 27 R., 12. Schrader 26 R., 13. K. Allendörfer 25 R., 14. Meisenbach 24 R., 15. K. Peter 23 R., 16. Funck 23 R., 17. Theis 23 R., 18. Ruckstuhl 22 R., 19. W. Otto 13 R., 20. H. Schmoll 8 Ringe. Auf P i st o l e n s ch e i b e (10er Ringscheibe) erzielten 1. Gg. Schilling 25 R., 2. Meisenbach 22 R., 3. W. Georg 20 R., 4. W. Schilling 20 Ringe. Die Werner-Legler-Plakette — Wanderpreis (175 Meter liegend freihändig) drei Schuß für jeden Schützen, errang Meisenbach. Kreisspieltag des Fachamts Handball. Auf Einladung des Kreisfachwartes Luh (Mendorf a. d. Lahn) trafen sich am Sonntag die Vereinsspielwarte, Schiedsrichter und Anwärter zu einer Arbeitstagung in Gießen. Es galt einnkäl Kenntnis zu nehmen von den Neuerungen, zum anderen aber, sich zu verabschieden von den aus den Aemtern geschiedenen Kameraden. Gleichzeitig aber wurde Gelegenheit genommen, die neuen Mitarbeiter einzuführen. Nach einem allgemeinen umfassenden Bericht des Kreisfachwartes, der über die gesammelten Erfahrungen bei den letzten Pflichtspielen und über die sich daraus als notwendig erwiesenen Neuerungen sprach, kam der scheidende Kreis-Schiriobmann Drolsbach auf Schiedsrichterfragen und auf die damit zusammenhängenden Beobachtungen zu sprechen. Seine Worte, aus denen man immer wieder die tiefe Sachkenntnis feststellen konnte, leiteten über zu dem Dank an alle Schiedsrichter und Anwärter rür die jahrelange treue Mitarbeit. Mit der Zusage, seine Erfahrungen auch in Zukunft in den Dienst der Sache zu stellen, schied Drolsbach aus seinem jahrelangen aktiven Sportleben aus. Kreisfachwart Luh fand Worte des Bedauerns über den Abgang, aber auch Worte des Dankes an seinen Mitarbeiter. Für die Spielbewegung sei Drolsbach keineswegs verloren, weil er sich auch weiterhin mit Rat und Tat zur Verfügung stellen wolle. Mit Drolsbach scheidet der seitherige Jugend- wart Z ö r b (Großen-Linden) aus. Auch ihm wurde Dank und Anerkennung gesagt. In den Mitarbeiterstab wurden neu berufen: Als Kreisschiedsrichterobmann Heinrich Becker, Gießen, Wernerwall 24; als Kreisjugendwart Ernst Hock, Lang-Göns bei Gießen; als Kreislehrwart Artur Allendörfer, Lützellinden; als Fachwort für Frauenhandball: Wilhelm Linden st ruth, Wetzlar- Niedergirmes und gleichzeitig verpflichtet. Alle diese Kameraden stehen, wie Kreisfachwart Luh ausführte, schon jahrelang in der Spielbewegung, so daß die vorgenommenen Umbesetzungen praktisch keinerlei Rückschläge erwarten lassen. Anschließend wurden alle interessierenden Tages- fragen eingehend durchgesprochen. Zum Abschluß ergriff Reichsbundkreisführer Dr. Schäfer das Wort, um in klaren und verständlichen Worten die Ziele klarzulegen, die sich der DRL. gesteckt hat. Seine Worte fanden ungeteilten Beifall. Gpielabt. des Tv.1889 Klein-Linden. Lollar I — Klein-Linden I 4:3 (3:2). Zu diesem Spile traten beide Mannschaften mit Ersatz an und Klein-Linden zu allem Ueberfluß nur mit zehn Monn. Das Spiel begann mit schnellen Angriffen auf beiden Seiten, doch hatte Lollar zunächst etwas mehr vom Spiel. Klein-Lindens rechtem Verteidiger mißlang ein Abschlag, ein Lollarer Stürmer erwischte das Leder und es hieß 1:0 für die Gastgeber. Im Gegenangriff setzte Klein-Lindens rechter Verteidiger einen Ball nach, und gegen seinen Schuß war der Lollarer fiüter machtlos. Die Klein-Lindener vermochten nun das Spiel vollkommen offen zu gestalten. Trotzdem konnte Lollar wiederum in Führung gehen. Doch konnte der Klein- Lindener Mittelstürmer abermals den Ausgleich Herstellen. Kurz vor Halbzeit konnte Lollar auf 3:2 erhöhen. Nach dem Wechsel drückte Klein- Linden stark auf den Ausgleich, der auch bald durch den Halblinken hergestellt wurde. Lollar konnte aber durch ein weiteres Tor das Endresultat Herstellen. Die letzte Viertelstunde bestritt Klein-Linden nur mit acht Mann, konnte das Ergebnis aber trotzdem halten. Fußballklub 1926 Großen-Buseck. Am Sonntag stand die 1. Mannschaft von Großen- Buseck in Dreihausen der gleichen des dortigen Sportvereins gegenüber und konnte in einem spannenden Treffen wiederum einen verdienten 3:2-Sieg erzielen. Entsprechend dem Spielverlauf hätte das Ergebnis eigentlich höher lauten müssen. Die Hintermannschaft von Dreihausen erledigte jedoch ihre Ausgabe sehr sicher und verhinderte eine größere Niederlage. Die Mannschaft des FC. 1926 zeigte diesmal eine weit geschlossenere Leistung als im Spiel gegen Wetzlar, nur vermißte man im Sturm noch den letzten Einsatz. Der Ersatztormann aus der Jugend bewies erneut sein gutes Können. Die beiden Erfolge des Gegners konnte er nicht verhindern. Das Spiel selbst sah in der ersten Hälfte Großen- Buseck ständig feldüberlegen. Der Spielausgang hätte bereits hier entschieden fein müssen; die Stürmerreihe hatte jedoch mit ihren Schüssen kein Glück und selbst ein zugesprochener Elfmeter blieb unausgenutzt. Auch nach der Pause sah man zunächst weiterhin Großen-Buseck im Vorteil. Die Leistungen wurden dann aber schwächer, wodurch Dreihausen gegen Schluß etwas mehr aufkam und das Ergebnis auf 3:2 verkürzte. Eportamt „Kraft durch Freude". Allgemeine Körperschule, Lyzeum, Dammstraße 26, nur für PL. der NSDAP. Ortsgruppe „Nord", 20.15 bis 21.45 Uhr. Leiflungspliisungen der heimischen Leichtaihlelen. Der Sportkreis Gießen brachte am Sonntag auf dem Platz des VfB.-Reichsbahn feine leichtathletischen Leistungsprüfungen zum Austrag. Es war eine stattliche Anzahl von Wettkämpfern erschienen, die Proben ihres Könnens abgeben wollten. Dem Wettergott jedoch schien dieses löbliche Tun zu mißfallen, denn es regnete empfindlich während der ganzen Dauer der Kämpfe. Daß die Leistungen dadurch stark beeinträchtigt wurden, liegt auf der Hand. Um so größere Ächtung zwingen daher die ausgezeichneten Leistungen einiger Leute ab. Vor allem ist hier der ^-Jugendliche Goß (1900) zu nennen. Seine 11,6 Sekunden über 100 Meter und seine 14,35 Meter im Kugelstoßen sind über alles Lob erhaben. Bei den Aktiven liefen Peters (1900) mit 2:06,3 Minuten über 800 Meter und der Kasselaner Förmer sowie H. Reidel (Tv. Heuchelheim) über 5000 Meter (16:23,6 bzw. 16:36 Min.) schöne Rennen. Auch der Speerwurf von Jakob (VfB.-R.) mit 48,18 Meter kann sich sehen lassen. In den Frauenwettbewerben war Frl. Röhmig (Mtv.) ihren Konkurrentinnen klar überlegen. Oie Ergebnisse (Einige technische Wettbewerbe konnten infolge der immer schlechter gewordenen Bodenverhältnisse) nicht mehr ausgetragen werden.) Aktive: 100 Meter: Mieritz (1900) 12,1 Sek.; Moos (VfL. Lollar) 12,1 Sek.; Adam (1900) 12,4 Sek. 20 0 Meter: Adam (1900) 24,9 Sek.; F. Koch (1900) 25,3 Sek. 800 Meter: Peters (1900) 2:06,3 Min.; E. Neidel (To. Heuchelheim) 2:11,6; Wode (VfB.-R.) 2:17,6 Minuten. 15 00 Meter: Kleemann (1900) 4:35,2 Min.; Jmmel (1900) 4:38 Min.; Stürmer (VfB.-R.) 4:40,6 Minuten. 5 0 00 Meter: Förmer (Hessen-Preußen Kassel) 16:23,6 Min., (außer Wettbewerb); H. Neidel (To. Heuchelheim) 16:36 Min; Pfaff (VfB.-R.) 17:29,5 Min. Hochsprung: Braun (1900) 1,55; Zschunke (VfB.-R.) 1,50; Dr. Hopfenmüller (1900) 1,45 Meter. Kugel st oßen: Luh (VfB.-R.) 13,20; Kilo (1900) 11,76; Dietz (VfL. Lollar) 9,78 Meter. Diskuswerfen: Kilo (1900) 36,79; Luh (VfB.-R.) 33,22; Strack (Mtv.) 29,20 Meter. Speerwerfen: Jakob (VfB.-R.) 48,18; Dietz (VfL. Lollar) 40,66; Dr. Hopfenmüller (1900) 39,13 Meter. Jugend A (1919/20). 100 Meter: Goß (1900) 11,6 (!) Sek.; Kley (VfB.-R.) 12 Sek.; Hinrichs (1900) 12,6 Sekunden. 400 Meter: Bender (1900) 58 Sek.; W. Rinn (To. Heuchelheim) 59,3 Sek.; Röhm (1900) 59,4 Sekunden. 1500 Meter: Krämer (VfB.-R.) 4:53 Min.; Haas (To. Steinbach) 4:54,3 Min.; Bel- loff (VfB.-R.) 5:15 Minuten. Dreisprung: Schleenbecker (Tv. Ruttershausen) 10,56 Meter; Kley (VfB.-R.) 10,31 Meter; E. Oehler (VfB.-R.) 10,16 Meter; Bender (1900) 10,16 Meter. Kugelstoßen : Goß (1900) 14,35 (!) Meter; Kley (VfB.- Reichsb.) 13,41 Meter; O. Schmidt (Mtv.) 12,97 Meter. Speerwerfen: Kley (VfB.-R.) 38,28 Meter; Schmidt (Mtv.) 37,96 Meter; Schleenbecker (To. Ruttershausen) 34,61 Meter. Jugend B (1921/22). 10 0 Meter: E. Rinn (Tv. Heuchelheim) 12,4 Sek.; Bepperling (Tv. Ruttershausen) 12,9 Sek.; Krollpfeiffer (VfB.-R.) 13,2 Sekunden. 800 Meter : Gemmer (VfB.-R.) 2:22,4 Minuten; Gilbert (VfB.-R.) 2:32,5 Min.; Balzer (1900) 2:35 Minuten. Kugelstoßen: Jughard (Mtv.) 10,23 Meter; Schwarz (VfB.-R.) 9,37 Meter; Krollpfeiffer (VfB.- Reichsb.) 9,16 Meter. Frauen. 100 Meter: Röhmig (Mtv.) 14,3 Sek.; Ludwig (VfB.-R.) 14,6 Sek.; Weber (VfB.-R.) 15 Sekunden. Hochsprung: Röhmig (Mtv.) 1,35 Meter; Fischer (VfB.-R.) 1,26 Meter; Seim (Mtv.) 1,26 Meter. Kugel st oßen: Röhmig (Mtv.) 9,68 Meter; Muhl (VfB.-R.) 7,78 Meter; E. Sack (Tv. Heuchelheim) 7,49 Meter. Diskuswerfen: Röhmig (Mtv.) 24,44 Meter; Ludwig lDfB.-R.) 19,69 Meter; Schalch (VfB.-R.) 19,27 Meter. Speerwerfen: Röhmig (Mtv.) 27,81 Meter; Schalch (VfB.-R.) 18,51 Meter; E. Sack (Tv. Heuchelheim) 17,59 Meter. Mädchen (1921/22). 100 Meter: Buß (Mtv.) 14,7 Sek.; Becker (33fß. Lollar) 14,9 Sek.; Reinstädtler (Tv. Heuchelheim) 15 Sekunden. Kugelstoßen: E. Seim (Mtv.) 9,84 Meter; Reinstädtler (To. Heuchelheim) 9,11 Meter; Schmidt (Mtv.) 8,54 Meter. Speerwerfen: Weyel (Mtv.) 17,88 Meter; Arnold (VfB.-R.) 10,78 Meter. Wirtschaft. * Keine weitere A n b a u a u s d e h n u n g 'ür Kopfkohl. Es liegen Meldungen vor, die darauf schließen lassen, daß die Anbauflächen für Weißkohl — vor allem Früh- und Herbstkohl — erweitert werden sollen. Der Gedanke einer Anbauausdehnung ist vielen Erzeugern offenbar durch die Aufforderung zum verstärkten Hackfruchtbau gekommen. Dabei läßt man, wie die Landesbauernschaft Hessen-Nassau feststellt, vollkommen außer acht, daß die Kohlanbauflächen bereits im bisherigen Umfange als zu groß anzufprecken sind und daß vor allem Früh- und Herbstkohl schon viel zu stark an- gebaut werden. Es wird daher ausdrücklich vor einer weiteren Anbauausdehnung bei Kopfkohl gewarnt. Hhein-Mainische Börse. INitlagsbörse nachgebend. Frankfurt a. M., 27. April. Die Börse hatte bei sehr kleinem Geschäft infolge des nur schwachen Ordereinganges vorwiegend etwas schwächere Haltung. Es lag wieder kleines Angebot sowohl der Kundschaft als auch der Kulisse vor, das nicht immer ahne leichten Kursabschlag ausgenommen wurde. Die weiter schwache Haltung an den meisten Auslandsbörsen wurde stark beachtet. Am Aktienmarkt waren nur Laurahütte wieder fest mit 23,13 (22), während sonst meist Abschwächungen von 0,50 bis 1 v. H. im Durchschnitt eintraten. An Montanmarkt fielen Buderus auf 131 (132,75), Hoesch auf 122,25 (123,25). Vereinigte Stahl gaben 0,25 v. H. nach auf 119,25, Mannesmann unverändert 125. Etwas stärker ermäßigt waren ferner Deutsche Erdöl mit 150,50 (152,13) und Kunstseide Bernberg mit 120,50 (122,25). JG.-Farben, Daimler Motoren, AG. für Verkehrswesen, Muag, Rheinmetall und Westdeutsche Kaufhof gaben bis 0,65 v. H. nach, Conti Gummi verloren 1 v. H. auf 186,25. Gut behauptet blieben Schiffahrtsaktien, Reichsbank und die zunächst notierten Elektrowerte, etwas höher lagen Eßlinger Maschinen und Feldmühle Papier mit je plus 0,50 v. H. Auch am Rentenmarkt erfolgten kleine Abgaben, fo daß Altbesitzanleihe auf 124,75 (125), Kommunal-Umschuldung auf 93,60 (93,90) und Städte-Altbesitz auf 130 (130,50) nachgaben. Reichs- bahn-VA. blieben mit 127,65 unverändert. Das Geschäft war auch in der zweiten Börsenstunde sehr klein, auch die Kursveränderungen am Aktienmarkt hielten sich in engen Grenzen. In den meisten Fällen erfolgten keine Zweitnotierungen. Etwas höher waren Bernberg mit 121 nach 120,50, Westdeutsche Kaufhof mit 63 nach 62,13, Hoesch mit 123 nach 122,25 und Mannesmann mit 125,25 nach 125, dagegen Laurahütte etwa 22,75 nach 23,13. Van später notierten Werten ermäßigten sich Rheag nach Pause auf 133 (137,25) ferner gaben Kali Aschersleben 2 v. H. nach auf 124,25, Th. Goldschmidt um 1,50 v. H. auf 139 und Zement Heidelberg um 1 v. H. auf 161. Äm Einheitsmarkt war die Tendenz meist etwas schwächer. Fest lagen Dürrwerke Ratingen mit 118 (115). Am Rentenmarkt blieb das Geschäft ebenfalls gering, die Kurse behaupteten den Anfangsstand. Goldpfandbriefe bei ruhiger Nachfrage unverändert, Liquidationspfandbriefe meist 0,13 v. H. niedriger. Kommunal - Obligationen weiter gesucht bei teilweise etwas höheren Kursen. Stadtanleihen bei kleinen Umsätzen etwa behauptet. Von Provinzanleihen Oberhessen weiter erhöht auf 135,50 (135). Im Frei verkehr wurden genannt: Ädler- werke Kleyer 114 bis 116, Wayß & Freytag 149,75 bis 151,75, VDM. 166,75 bis 168,75, Ufa unverändert 73,25. — Tagesgeld auf Vorbereitungen zum Ultimo etwas gefragt und auf 2,50 (2,25) v. H. erhöht. Abendbörfe still. An der Abendbörfe waren die Kurse nur wenig verändert. Die Grundstimmung schien etwas freundlicher, wenngleich die Unternehmungslust gering blieb, zumal Aufträge kaum Vorlagen. Das Geschäft bewegte sich in kleinen Bahnen, besondere Vorgänge waren nicht zu verzeichnen. Etwas Beachtung fanden wieder Bemberg mit 121. Gebr. Junghans auf die Verwaltungsmitteilung hinsichtlich der umlaufenden Dividendenschätzungen 1 v. H. schwächer mit 134, leicht ermäßigt waren ferner Licht & Kraft mit 149,50 (150,25), Holzmann mit 152,50 (153) und Laurahütte mit 22,50 (23). Am Rentenmarkt waren Kommunal-Umschuldung mit 93,55 bei kleinem Geschäft angeboten. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 27. April. Austrieb: Kälber 891 (gegen 925 am letzten Dienstagsmarkt), Hümmel und Schafe 54 (48), Schweine 5148 (5455). Notiert wurden je 50 Kilogramm Lebendgewicht in Mark: Kälber a) 60 bis 65 (60 bis 65), b) 53 bis 59 (53 bis 59), c) 41 bis 50 (41 bis 50), d) 30 bis 40 (25 bis 40). Hämmel b2) 48 bis 52 (47 bis 50), c) 45 (—). Schafe a) 40 bis 46 (—). Schweine a) 52,50 (52,50), bl 52,50 (52,50), b2) 52,50 (52,50), c) 51,50 (51,50), d) 48 (48,50). Sauen gl) 51,50 bis 52,50 (52,50), g2) 50,50 (50,50). Marktverlauf: Schweine wurden zugeteilt. Kälber, Hämmel und Schafe lebhaft. Fleifchgroßmarkt. Angeboten waren 850 Viertel Rindfleisch, 81 ganze Kälber, 5 ganze Hämmel, 272 halbe Schweine, 5 Kleinvieh. Notiert wurden je 50 Kilogramm in Mark: Ochsenfleisch a) 80, b) 69. Bullenfleisch a) 77, b) 66. Kuhfleisch a) 77, b) 65, c) 54. Färsenfleisch a) 80, b)69, c) 61. Kalbfleisch I 78 bis 90, II 60 bis 77 (am 22. 4. 75 bis 83 bftv. 60 bis 74). Hammelfleisch b) 90 bis 95. Schweinefleisch b) 73. Fettwaren. Roher Speck unter 7 Zentimeter 78, Flomen 80. Marktverlauf: Lebhaft. Verlegung von Schlachtviehmärklen. Fwd. Frankfurt a. M., 27. April. Wegen des Himmelfahrtstages wird der Hauptmarkt für Großvieh, Kälber und Schafe und der Nebenmarkt für Schweine von Donnerstag, 6. Mai, auf Mittwoch, 5. Mai, vor verlegt. Am 4. Mai findet wie gewöhnlich der Hauptmarkt für Schweine und der Nebenmarkt für Kälber und Schafe statt. In der Woche nach Pfingsten wird nur e i n Markttag, und zwar am Mittwoch, 19. Mai, für alle Gattungen abgehalten. Rundfunkprogramm. Donnerstag, 29. April. 6 Uhr: Choral. Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. In der Pause, 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Ein froher Morgengruß aus der Westmark. 9.30 Nur Koblenz-Trier: Nachrichten. 10: Schulfunk. 11.15: Hausfrau, hör zu! 11.45: Landfunk. 12: Musik für alle! 13: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). Offene Stellen. 13.15: Musik für alle! 14: Nachrichten. 14.10: Allerlei Tänze und Charakterstücke. 15: Volk und Wirtschaft. 15.15: Kinderfunk. 16: Deutsche Minnelieder für Chor. 16.30: Unterhaltungskonzert. 17.30: In Wasser, Wald und. Wolken. Plaudereien für Tierfreunde. Text: Helga Prollius. 17.50: Das aktuelle Buch: Mussolini; Kampf, Sieg und Sendung des Faschismus. Von Louise Mel. 18: Blasmusik. 19: Lieder aus dem Banat. 19.40: Der Zeitfunk bringt den Tagesspiegel. 20: Nachrichten. 20.10: ... und abends wird getanzt. 22: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). Grenzecho. 22.30: Tanzmusik. 24 bis 2: Nachtkonzert. Kurszettel -er Berliner und Kranksurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. Reichsbankdiskont 4 v. H., Lombardzinsfuß 5 v. H. Frankfurt a. M. Berlin Frankfurt a. M. Berlin Schluß- kurs Schlußk. Abendbörse Schluß- fürs Schlußk Mittag börse Schluß- kurs Schlußk. Abend börse Schlußkurs Schlußk. Mittag, börse Damm 26-4 27.4. 264. | 274- Damm 26.4. 27-4- 26.4- 27 4. 5% Deutsche Relchsanleihe v. 1927 4% Deutsche Reichsanl. von 1931 5/2% Doung-Anleihe von 1930 .. 4yz% Hessische Volksstaat von 1929 4y2% Deutsche Reichspostschatz von 1934 I...................... 102,4 98,9 105 99,75 101,2 125 135 99,25 101,5 99 97,75 132,65 99,5 101,7 101,65 110.25 133,5 17,13 17,5 127,65 200,25 113,65 117,5 105 102,4 98,9 105 99,75 101,13 99,2 124,75 135,5 99,25 101,4 99 97,75 99,5 101,65 101,7 110,25 133 17,5 17,9 127,5 200,5 113,65 117,5 105 102,4 98,9 104,75 101 99,2 125 99 97,75 132,65 99,5 101,65 133,13 46 17,4 17,65 127,75 200,4 130,5 113,65 117,5 105 102,5 98,9 101 99,1 124,9 99 132,25 99,5 101,7 110,3 133 47,25 17,65 17,75 127,5 200,4 131 113,65 117,5 105 Accumulatoren-Fabrik.......12 ä KU-Kunstseide.............0 Aschaffenburg Zellstoff........3 Bemberg...................o Bekula..................... 8 Buderus Eisen...............4 Gement Heidelberg........... 7 Gement Karlstadt............ 6 Chade A.-C.................. 9 Gonti Gummi.............. 11 Daimler Motoren............ 5 Dessauer GaS............... 4 Deutsche Erdöl..............5 Deutsche Gold- und Silber .... 9 Deutsche Linoleum.......... 10 Elektrische Lieferungen........ 6 Elektrische Licht und Kraft.....7 I. G. Farben-Jndustrie.......7 Felten & Guilleaume.........6 Gesfürel.................... 6 Th. Goldschmidt.............5 Grihner Maschinen........... 0 Harpener................. 2’/2 Hoesch Eisen...............3y2 Philipp Holzmann........... 6 Ilse Bergbau................6 Ilse Genüsse................6 Kali Aschersleben............5 Klöcknerwerke .......... 4’/2 Kokswerke und Chemische Fabrik 6 Lahmeyer..................ß Mainkraft...................4 Mannesmann............... 3 Mansfelder Bergbau.......ey, Metallgesellschaft.............5 Orenstein & Koppel..........0 Rbeinische Braunkohle....... 12 Rheinische Elektro............ ß Rheinstahlwerke.............. ß 142,5 122,25 165 132,75 162 187,25 139,9 152,13 263 178 135,5 150,75 169,9 141,5 151 140,5 47,25 161,5 123,25 154,25 144,5 126,4 131,75 127,25 98 125 159 231,5 160,25 142,5 121 165 131 161 186,5 139,25 151,5 263 178 135,25 149,5 169 142,5 151 139,25 47,65 161 123 152,5 143,5 124,25 131,25 125,5 98,13 125,25 231 133 159,25 128,65 148 167 169 200 119,13 62,9 124,25 160,5 31,1 215 142,75 122,75 165 132,75 187,5 139,9 117,75 151,9 177,9 135,5 151 170 141,75 151,25 140 47,5 161 123 155,25 183 143,5 125,75 131,75 152,5 127,9 125,5 159 153,25 96.9 231,5 160,5 128,5 148,5 167,25 169,75 98,5 200,5 200 119,75 62,5 126 159 31,75 21 142,25 121,13 165 131,25 187 139,4 117,5 151,65 177,9 135,25 149,5 168,9 142,25 151,25 139,5 47,9 161 123 153 183 143 125 131,5 153 125,5 125,65 158.75 153 97 231 133 159,25 128,65 148,4 167,25 168,5 98,75 200,4 200 119,13 63 124 160,5 31,25 4y2% Deutsche Reichsbahnschatz von 1936 I.................. Reichsanleihe-Altbesitz.......... Oberhessen Provinz-Anlethe mit Auslos.-Rechten.............. 4y2% Hess. Landesb!. Darmstadt Goldpfe. R. 12.............. 5%% Hess. Landes-Hyp.-Bank Liqu. Goldpfe............... 4y2% Preuß. Landespfdbr.-Anst. Goldpfe. R. 19.............. 4y2% Preuß. Gold-Komm. R. 20 4yz% Darmstädter Komm.-Lan- desbankR. 6........ Deutsche Komm.-Sammel-Anleihe Auslos.-Rechte I.............. 4’/2% Franks. Hyp. Goldpfe. R. 15 4'/2% Franks. Hyp. Gold-Komm. Obl. 2 3.................... 5%% Franks. Hyp. Liquidation Goldpfe..................... 5y2% Rheinische Hyp. Liquidation Goldpfe..................... Steuergutschein-Verrechnungskurs 5% Goldmexikaner von 1899 .... 4% Oesterreichische Goldrente.... 4,2% Oesterreichische Silberrente. 4y2 Ungarn Staats von 1913 .... 4% Ungarische Goldrente....... 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 5% Rumänen von 1903......... 4yz% Rumänen Gold von 1913.. 4% Türken Bagdad II.......... Rnelnuch-Ltestsalische Elektro .. 6 129,25 2 %% I. Anatolier.............. Rutgerswerle ............... ß Salzdetfurth Kali.......... iy1 Schuäerl & Co............... ß Schultheis Payenhofer........4 Siemens & Halske........... 8 Süddeutsche Zucker.......... 10 bereinigte Stahlwerke...... 3y2 Westdeutsche Kaufhof.........0 Weilereaeln Alkali............5 Zellstoff Waldhof............6 Otavi Minen...............0,6 148,25 168 169,75 200 200 119,5 63 126 161 32 A.G. für Verkehrswesen......6 Hamburg-Südam. Dampfschiff. 0 Hamburg-Amerika Paket......0 Norddeutscher Lloyd..........0 Deutsche Reichsbahn Vorz.-Akt. 7 Reictisban!................. 12 Berliner Handelsgesellschaft ... 6 Commerz- und Privat-Bank... 4 Deutsche Diskonto............4 Dresdner Bank..............4 Devifenmarkl Berlin — Frankfurt a. M. 26 April 27-April Amtliche Notierung Am.liche Notierung Gelb Brie, Gelb Bries Japan.................... 0,714 0,716 0,715 0,717 Jugoslawien .............. 5,694 5,706 5,694 5,706 Oslo ................... 61,66 48,95 61,78 49,05 61,91 49,05 Wien..................... 48,95 Lissabon.................. 11,14 11,16 11,065 11,185 Stockholm ................ 63,21 63,33 63,34 63,46 Schweiz.................. 56,89 57,01 56,91 57,03 Spanien.................. 16,98 17,02 8,664 16,98 17,02 Budapest................. 8,646 _ — Neuyork.................. 2,488 2,492 2,488 2,492 26. April 27.April Amtliche Notierung Amtliche Notierung Geld | Bries Gelb Brief Buenos Aires............. 0,755 0,759 0,755 0,759 Brüssel................... 42, Ö9 42,10 42,02 42,10 Rio de Janeiro............ 0,157 0,159 0,157 0,159 Polen.............. 47,04 47,14 47,04 47,14 Kopenhagen............. 54,78 54,88 54,90 55,00 Danzig............... ... 47 04 47,14 47,04 "London ............. 12,97 12.30 12 295 Helsingfors................ 5.435 5,435 Paris.............. Holland............ Italien................... 113^09 'l3/l1 '13'09 113',11 Nr.98 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Mittwoch, 28. April (931 Der t.'Slai in Gießen. Veranstaltungsfolge: Freitag, 3 0. April. 20.00 Uhr: Maisingen des BD2N. in den einzelnen Giehener Ortsgruppen. 21.00 Uhr: Gemeinsames Maisingen des Gießener BDM. auf dem Brandplah. Samstag, 1. Mai. 7.15 Uhr: Wecken und Morgengruß, ausgeführt vom Musikzug der SA.-Standarle 116 und vom Musik- und Fanfarenzug des Jungvolks. —- hissen der Fahnen. 8.30 Uhr: Jugendkundgebung auf Oswaldsgarten. 11.15 Uhr: Sämtliche Betriebe sind angetreten. Marschgruppe I im hitlerwall, Spitze SS.-Standarte. Marschgruppe II in der Ludwigstrahe, Spitze Ecke Ludwigstrahe / Bleichstrahe. 11.30 Uhr: Abmarsch beider Marschgruppen zum Oswaldsgarten. 12.00 Uhr: Kundgebung auf dem Oswaldsgarten. Wir verweisen im übrigen auf die in dieser Zeitung bereits veröffentlichten allgemeinen Richtlinien für den 1. Mai. Marschordmmg, Anordnungen für den Umzug. Die Betriebsführer und Betriebsobmänner haben dafür zu sorgen, dah alle Betriebe vollzählig antreten. Vetriebsfeiern dürfen am 1. Mai erst nach Beendigung der Hauptkundgebung abgehalten werden. Hauptaufmarschleiter ist SA. - Standartenführer Lutter. Den Anordnungen der SA.-Männer (kenntlich durch weihe Binde) ist unbedingt Folge zu leisten. Der Umzug erfolgt in zwei Marschgruppen: Marschgruppe I. Marschleiter: Sturmbannführer Förster. A u f st e l l u n g im hitlerwall, Spitze an der SS.-Standarte. Anmarsch nur durch den hitlerwall oder Moltkestrahe von der Richtung Moltkestrahe her. Teilnehmer und Reihenfolge: Spielmannszug und Musikzug der Standarte 116. Fahnengruppe der SA., R5KK., HI. Ehrenstürme der SA., R5KK., HI. Werkscharen marschieren bei ihren Betrieben. Sämtliche Betriebe: Reichsbahn, Tabakindustrie, Stadt Giehen, Banken, Wehrmacht-Verwaltung, heeresbauamt, sämtliche Betriebe der Privatindustrie, OT., GA., Biebertalbahn usw. Freie Berufe: Aerzle und Mitarbeiter (auher Kliniken), Rechtsanwälte mit Personal, Versicherungsbüros usw. Angestellte, Hausgehilfinnen, Reichsnährstand. Den Schluh bilden 30 Mann der SS. Marschweg: hindenburgwall, Goelheslrahe, Sellersweg, Kaplansgasse, Vahnhofstrahe, Reustadt, Oswaldsgarten. Angetreten um 11.15 Uhr, Abmarsch um 11.30 Uhr. Marschgruppe II. Marschleiter: Sturmhauptführer Bender. Aufstellung in der Ludwigstrahe, Spitze Ecke Bleichstrahe. Anmarsch nur vom Ludwigsplah her. Teilnehmer und Reihenfolge: Spielmannszug und Kapelle des JR. 116. Abordnungen der Wehrmacht. Fahnengruppen der Ortsgruppen, Arbeitsfront, Jungvolk. Lhrenbereitfchaften der Politischen Leiter, der RSBO., des 3D. Reichsarbeitsdienst 160 Mann. RS.-Studentenbund marschiert vor der Universität. Der Spielmanns- und Fanfarenzug des JV. marschiert in der Mitte der Marschgruppe II. handel, Handwerk und Gewerbe, alle Geschäfte, Innungen, Kraftfahrzeuggewerbe. Sämtliche staatlichen Behörden und Betriebe. Universität mit allen Kliniken. Sämtliche Reichs- und Landesbeamten und Angestellte. Alle Schulen, auch Privatschulen. (Antreten um 11 Uhr im Hofe des Realgymnasiums.) Geistliche Behörden. Den Schluh bilden 30 Mann 55. Marschweg: Bleichstrahe, hindenburgwall, Horst-Wessel-Wall, Oswaldsgarten. Angetreten um 11.15 Uhr, Abmarsch um 11.30 Uhr. Anordnungen für beideMarschgruppen: Vis auf die uniformierten Abordnungen wird in Achterreihen marschiert. Für die uniformierten Abordnungen gelten ihre Dienstvorschriften. Eine bestimmte Reihenfolge innerhalb der Betriebe und zivilen Teilnehmer besteht nicht. Die Aufstellung erfolgt in der Reihenfolge der Ankunft. Aufmarsch und Absperrung auf Oswaldsgarten durch die 5 A. Kreisleitung Wetterau der R5DAP. „4.-Mai-Schaufenster." Deutsche Einzelhandelskaufleute! Deutsche Werbefachleute! Auch in diesem Jähre feiert das ganze deutsche Volk wieder am 1. Mai einmütig den Nationalen Feiertag des deutschen Volkes 1937. Um auch dieser Einmütigkeit nach außen sichtbaren Ausdruck zu geben, ergeht an euch unser Appell! Nach der Parole „Freut euch des Lebens!" wirst du, deutscher Kaufmann, am 1. Mai dein Schaufenster für den Ehrentag der deutschen Arbeit so gestalten, daß sinnfällig die Freude am Werk und in der Freizeit die Gemeinschaft aller Schaffenden zum Ausdruck kommt. Du, deutscher Werbefachmann, hältst dich für die Gestaltung der „1.-Mai-Schaufenster" bereit. In Zusammenarbeit mit der Wirtschaftsgruppe Einzelhandel erteilen die Kreiswaltungen der Deutschen Arbeitsfront, Abteilung RVG. Handel, Auskunft. Wir erwarten euer aller restlosen Einsatz! Gießen, 27. April 1937. Die Deutsche Arbeitsfront: Wirtschaftsgruppe Einzelhandel. Reichsfachschaft Deutscher Werbefachleute. Auch die Hausgehilfinnen feiern den 1. Mai. NSG. Der 1. Mai ist der Feiertag aller schaffenden Deutschen. An ihm sollen und wollen auch die Hausgehilfinnen teilhaben. Es ist daher eine Selbstverständlichkeit für die Hausfrauen des Gaues Hessen-Nassau, daß sie die Arbeit im Haushalt so einrichten, daß die Hausgehilfinnen Freizeit zur Teilnahme an den Veranstaltungen erhalten, oder wenigstens Gelegenheit haben, die Rundfunkübertragung zu hören. poffbeförderung mit Lustschiff „Hindenburg" am Nationalen Feiertag. Anläßlich des Nationalen Feiertags am 1. Mai findet eine Rundfahrt des Luftschiffes „Hindenburg" von Frankfurt a. M. über Berlin nach Frankfurt am Main ohne Zwischenlandung statt. Sie wird zur Postbeförderung benutzt; zugelassen werden gewöhnliche Briefe im Einzelgewicht bis 20 Gramm und Postkarten an Empfänger in beliebigen Bestimmungsorten. Die Sendungen müssen freigemacht sein und den Vermerk „Mit Luftschiff Hindenburg" tragen. Die Gesamtgebühr beträgt für Postkarten 50 Rpf., für Briefe bis 20 Gramm 100 Rpf. Eine Freimachung durch Freistempler ist nicht zulässig. Die Sendungen, die bis spätestens 1. Mai, um 5 Uhr, in Frankfurt a. M. vorliegen müssen, sind unter Umschlag gegen die gewöhnliche Freigebühr zu richten „An das Bahnpostamt 19 Frankfurt a. M." mit dem Vermerk „Sendungen für dieDeutschlandfahrtdesLuft- schiffs Hindenburg". Die Freimarken auf den Sendungen werden mit dem Tagesstempel des Postamts Flug-und Luftschiffhafen Rhein-Main, Frankfurt a.M. entwertet. Außerdem erhalten sämtliche Sendungen den Abdruck eines besonderen Bestätigungsstempels mit der Inschrift „Luftschiff Hindenburg, Deutschlandfahrt am 1. Mai 1937" und den Abdruck des Tagesstempels des Postamtes Berlin C 2. Für die Fahrtteilnehmer wird eine Pofthilfftelle an Bord des Luftschiffes eingerichtet werden. Sie Wehrmacht am 1. Mai. Für den Feiertag der nationalen Arbeit, den 1. M a i, ist durch Standortbefehl bestimmt worden, daß alle Dienstgebäude der Wehrmacht zu beflaggen sind. Die Kaserneneingänge und die Eingänge zu oen bewohnten Gebäuden in den Kasernen sind mit frischem Grün zu schmücken. Am 1. Mai zwischen 6 und 7 Uhr findet „Großes Wecken" statt, ausgeführt von der Musik und den Spielleuten des J.-R. 116. Dazu stellt das Regiment einen Offizier als Führer und ein Begleitkommando in Stärke eines Zuges. Abmarsch des „Großen Weckens" um 6 Uhr vom Schützenhaus. Der Weg des „Großen Weckens" geht durch folgende Straßen: Kaiserallee, Ludwigsplatz, Gartenstraße, Neuen Baue, Schulstraße, Marktplatz, Mäusburg, Kreuzplatz, Seltersweg, Frankfurter Straße, Friedrichstraße, Röntgenstraße, Ludwig- ftraße, Bleichstraße, Hindenburgwall, Hitlerwall, Moltkestraße, Licher Straße. Zu dem von der Partei organisierten Festzug am Mittag durch die Stadt zum Oswaldsgarten stellt die Gießener Wehrmacht für die Marsch- aruppe II des Festzuges mit der Spitze an der Ludwigstraße-Ecke Bleichstraße eine Truppenabordnung unter dem Befehl eines Stabsoffiziers vom J.-R. 116. Zu der Abordnung gehören die Spielleute und das Musikkorps J.-R. 116, zwei Kompanien des J.-R. 116, eine halbe Batterie der III./A.-R. 9, eine Abteilung Luftgaukommando 11. Die Wehrmacht-Abordnung marschiert an der Spitze der Marschgruppe II des Festzuges hinter dem Musikkorps des J.-R. 116. An der Kundgebung auf Oswaldsgarten nehmen die Kommandeure und Dienststellenleiter des Standortes, die Offiziere und Wehrmachtsbeamten sowie die in der Marschgruppe II marschierende Truppenabordnung teil. Am Vorabend des Nationalfeiertages, am 30. April, veranstaltet die Abteilung Wehrmacht in der Deutschen Arbeitsfront im Cafe Leib einen K a - meradschaftsabend, an dem auch das Offizierskorps und die Dienststellen teilnehmen werden. Aus der Stadt Gießen. Gesellen wandern. Mit Beginn des Frühlings gehen wieder die deutschen Handwerksgesellen auf Wanderschaft, wie in Väter Zeiten. Sie werden zum Teil ins Ausland gehen, zum Teil Deutschland durchwandern und in sich aufnehmen nicht nur die Schönheiten der Landschaft, die Stätten alter Handwerkskunst, sondern Jie werden sich, wie das Volk sagt, kräftig „den Wind um die Nase wehen lassen", bei den Meistern um Arbeit vorsprechen und die mannigfachen Arten ihres Handwerks in den verschiedenen Gegenden erlernen und mit den Handwerksfertigkeiten daheim vergleichen. Das war und das ist der Sinn des Gesellenwanderns. Der wandernde Handwerksgeselle soll seinen Gesichtskreis erweitern, sich bilden und sorgenlos eine schöne Zeit verbringen, von der er als späterer Meister aus dem Schatz seiner Erinnerungen vieles den Lehrlingen und Gesellen erzählen kann, die ihrerseits wieder Gottes Gunst, den Wanderer in die weite Welt zu schicken, erleben werden. Das Gesellenwandern gehört zum deutschen Handwerk. Seitdem der Nationalsozialismus die Straßen von den Tippelbrüdern und Tippelschicksen freigemacht hat, ist der Wanderbursch wieder zu seinem Recht gekommen, und da er eine Mark Zehrgeld pro Tag mitbekommt, ist er nicht auf die Mildtätigkeit anderer angewiesen, sondern Herr seiner selbst. Wenn er bei einem Meister vorspricht, und mit dem Handwerksgruß ihn begrüßt, wird der Meister in dem Wanderburschen seinen Berufsgenossen aufnehmen und ehren. Eins ist allerdings anders geworden. Die Automobile fegen über die Landstraßen, die technische Zeit hat viel von der alten Poesie, aber auch von den Schrecknissen vergangener Zeiten hinweggeräumt. vollendet schön ! ALKALIFREI 30 PFG. KÄMILLOFLOR Für DUNKLES HAAR FÜR BLONDES HAAR BRUNETAFLOR Der Handwerksgeselle ist nicht, wie vor hundert Jahren, in den engen Kreis der handwerklichen Familien gebannt; die Zünfte sind gefallen, wenigstens in der alten Form, und nicht mehr geben ste das einzige soziologische Moment für den deutschen Handwerker ab. Früher gab dem Zunftgenossen, der auf Wanderschaft gehen mußte, nur seine Zunft feierlichen Abschied. Die Wander- und Gesellenlieder erklangen und dann wurde der Geselle in die Welt hinausgeschickt, um etwas zu werden oder zu verderben. Heute ist der Wandergeselle aber verbunden dem gesamten deutschen Volke. Er ist ein Teil dieses Volkes und sperrt sich nicht künstlich gegen andere Schichten ab. Er achtet die anderen und weiß um ihr Wesen und ihr Sein. Aber daneben hat er auch Die Reise nach Deffau. Von Carl Bulcke. So viel weiß ich noch. Frau und Kinder waren auf Ferien an der See, ich hauste ganz allein in der Wohnung. Das hab ich gern. Kein Dienstbote darf da fein, keine Aufwartung, die Dreihundert- Tage-Uhr wird mit dem Gesicht gegen die Wand gestellt und die Taschenuhr in einer Schublade verwahrt. Aber auf dem Schreibtisch liegt zu kleinen Bogen gefaltetes Papier, und ich schreibe an einer Novelle. Genau so war es damals im Sommer, und alles ging gut. Bis ich dann in meiner Novelle auf die Seite 12 kam, über ein Komma stolperte und laut vor mich hinsprach: „Die ganze Schreiberei soll auf zwei Tage der Deubel holen". Dann suchte ich den allerkleinsten Koffer, packte ein, was man für zwei Tage braucht, stellte unseren asiatischen Nelkentopf vom Abhang des Himalaja unserer lieben Nachbarin nebenan vor die Tür, schloß die Wohnung ab und trabte zum Bahnhof. Am Fahrkartenschalter sagte ich zu dem Beamten: „Bitte, hier sind sieben Mark. Mit diesem Geld möchte ich mit dem nächsten Schnellzug in der 3. Klasse irgendwohin eine kleine Reise machen." Obwohl ich mich deutlich ausgedrückt hatte, mußte ich es zweimal sagen. Dann wurde ich verstanden. Der freundliche Beamte erklärte: „Damit kommen Sie gerade bis Dessau. Der Zug fährt in ein paar Minuten." Dann bekam ich die Fahrkarte und dazu noch zwanzig Pfennig heraus, saß im richtigen Zug und lobte meine Schläue. Wo bist du schon überall gewesen, sagte ich mir, noch neulich rühmtest du dich, jede deutsche Stadt zu kennen, siehe da, in Dessau warst du noch nie. Es ist eine sehr kluge Idee, daß du jetzt nach Dessau fährst. Paß auf, du kriegst heraus, wie die Novelle hinter dem elenden Komma weitergeht. Zugleich überlegte ich, was ich von Dessau wußte. Junkerswerke; ehemalige Residenz: also wird ein Schloß dort sein. Der alte Dessauer wird ein Denkmal haben. Viel mehr fiel mir nicht ein. Ja, halt, noch eins. Als junger Mensch in Schleswig-Holstein waren meine Altersgenossen und ich in Verehrung einem jungen Mädchen zugetan gewesen, das Marianne hieß und die Tochter eines Malers war. Marianne war nun schon lange tot. Doch der Maler hatte von ihr ein lebensgroßes Bild gemalt, das ihren Namen trug: Das strahlenaugige Mädchen steht zwischen jungen Buchenstämmen: auf den Stamm einer Buche dicht neben ihr f)at der Vater in kaum lesbarer Schrift die drei Worte „noli me tangere“ geschrieben. Das Bild hatte vor vielen Jahren die Stadt Dessau gekauft. Du wirst Marianne wiedersehen, dachte ich. Als ich in Dessau ankam, erfuhr ich, daß eins der Hotels „Zum goldenen Beutel" heißt. Dort stieg ich natürlich ab. Ein goldener Beutel ist besser als ein leeres Portemonnaie. Es war recht hübsch dort, still und behaglich, und am meisten gefiel mir, daß aus dem kleinen Tisch, an dem ich zu Abend aß, bequem zur rechten Hand eine kleine silberne Klingel gestellt war. Klingelte man, so gab es einen allerliebsten dünnen Ton, und der Kellner kam. Ich weiß noch, ich hatte mir Weserlachs auftischen lassen, die Gäste im Raum unterhielten sich flüsternd, ich schien ihnen irgendwie auf^ufallen, wahrscheinlich, weil sie mich noch nie gesehen hatten. Ich selber wunderte mich aber auch, und ich sagte zu meiner Seele: „Sind wir, liebe Seele, am Ende doch schon einmal hier gewesen?" Anderen Tags fuhr ich in der Morgenfrühe hinaus; sah Neubauten hier, Arbeits- und Wohnstätten, sah Flugzeughallen dort, Flugzeuge mit ausge- breiteten Flügeln auf freiem Feld. Ich dachte: Du irrst dich. Hier bist du nie gewesen. Doch die Grübelei war wieder da, als ich zur Stadt zurückkehrte und in tiefer Ergriffenheit vor dem Bildnis von Marianne stand. Das schöne Bild hatte ich seit meinen Studententagen nicht wiedergesehen, das wußte ich genau. Aber eine traumhafte Erinnerung war da, als hätte ich dies Bild schon einmal hier gesucht, heiß bekümmert, weil ich es nicht gefunden hatte. In jenem Augenblick wußte ich übrigens plötzlich, wie die Geschichte hinter dem Komma auf Seite 12 weiterging. Stellen Sie sich vor, daß ich gleich danach vor einem Wirtshaus stand und zu mir sagte: „Wenn du jetzt hier eintrittst, in den Raum rechter Hand gehst, so wird da eine Rüstung aufgestellt sein. Rüstung aus dem späten Mittelalter, Helm mit geschlossenem Visier, tauschierter Panzer, Bem- wehren und Armwehren." Ich trat ein; niedriger und halbdunkler Raum, verhängte Fenster. Im Hintergrund rechts stand die Rüstung. Ich fragte: „Wie lange steht hier schon dieser Eisenmann, Herr Wirt?" Und der Mann sagte in seiner anhaltischen Landessprache, er sei genau vor einer Woche in einem Nachbardorf auf einer Versteigerung gekauft... Als ich am nächsten Tag wieder vor meiner Wohnung ankam, stand vor der Tür der Neben- wohnung immer noch der asiatische Nelkentopf. Unsere gute Nachbarin war also auch in die Ferien gefahren. Die Nelken hatten mir den Ausflug nicht übelgenommen: ich gab ihnen zu trinken. ... Dies Erlebnis hat mich lange beschäftigt. Ich hatte an jenem Tag in Dessau den Schloßgarten und die Schmuckplätze gesehen, auf denen uralte Eibenbäume standen, so viele, so prachtvolle Eiben, wie sie sonst nirgendwo in Deutschland zu finden sind; erst auf der Rückfahrt kam mir zu Bewußtsein, wie diese Eiben in Dessau mich schon einmal entzückt hatten. Ich mußte feststellen, daß alles, was ich an diesem Tag. gesehen hatte, meinem Herzen dämmernd vertraut gewesen war. Schloß, Straßen, ein See, ein Marktplatz, selbst das Hotel „Zum goldenen Beutel" und die silberne Klingel. Und dennoch war ich im wirklichen Leben nie, niemals dort gewesen. Ich bin heute sicher, daß es das Bildnis Mariannes gewesen war, das mich ohne mein Wissen unaufhaltsam dorthin getrieben hatte... Uraufführung in Frankfurt: „Struensee" von E. W. Möller. Im Frankfurter Schauspielhaus fand, wie der Landes-Pressedienst berichtet, am Sonntag die Ur« aufführung des Schauspiels „Struensee ober Der Sturz des Ministers" von Eberhard Wolfgang Möller statt. — Das Werk zeigt, wie sich der freigeistige Arzt Johann Friedrich Struensee, den sich der jugendliche König Christian VII. im Jahre 1769 von seiner Pariser Reise nach Kopenhagen mitgebracht hatte, vom Betreuer des körperlich und geistig kranken Königs zum Minister aufschwingt, der das Land Dänemark regiert. Eine Zeit des Absolutismus wird durch den oemokrati- schen Liberalismus abgelöst. Naturnotwendig stößt Struensee auf den Widerstand der Absolutisten, die ihn schließlich, nachdem er anfangs als Volksmann oernünfttg regierte, dann aber in die typische Form des absoluttftischen Regenten geraten war, nach zweijähriger Regierung stürzen. Die junge Königin, die Struensee erlegen war, schenkt dem Land den lang erwarteten Thronerben. Die Aufklärung der Beziehungen zwischen Königin und Minister enden mit einer Justizgroteske. — Die Träger der Hauptrollen waren Walter Kiesler (Struensee), Robert Taube (Graf Bernstorff), Max Noack (König), Lotte Brackebusch (Königin-Mutter) und Cläre Kaiser (Königin). Das vollbesetzte Haus nahm das Stück mit großem Beifall auf. Merkwürdiger Steckbrief aus alter 3eit Am 15. August 1797 erschien in der „Frankfurter Kaiserlichen Reichs-Ober-Post-Amts-Zeitung" auf Veranlassung des Bürgermeisteramtes der Reichsstadt Nürnberg ein Steckbrief gegen die Sängerin Katharina Schröfl, die mit einem Freund und Kollegen plötzlich verschwunden war, obwohl sie dem Direktor einer Theatertruppe noch verpflichtet war und einen Teil ihrer Gage schon als Vorschuß bekommen hatte. Das umständliche Dokument wird in „Reclams Universum" wiedergegeben: „Es ist eine gewisse Operistin Namens Katharina Schröfl mit ihrem Amanten, dem Schauspieler Petrivi, welche sich beide bei hier anwesenden unter Hofgräflich von Fuggerischer Jntentanz stehender Augspurger deutscher Schauspielergesellschaft laut eines von ihnen eigenhändig unterzeichneten Kontraktes d. d. 24. April d. I., und zwar sie Schröfl als erste Sängerin, und er Petrivi als 2. Tenorist, auf ein Jahr engagiert haben, ohnge- aästet ihrer ansehnlichen allwöchentlich richttg erhaltenen Gage: mit einem an die Direktion noch über dieses schuldenden, sehr beträchtlichen Geldvorschuß- Reste in den jüngst entwichenen Tagen von hier heimlicher und boshafter Weise entwichen, und haben durch diese böswillige Entweichung dis Theaterdirektion in nicht geringen Schaden versetzt. Es wird daher jede Obrigkeit geziemend ersucht, die entwichene Madame oder Demoiselle Schröfl, wie sie sich zu nennen beliebt, welche groß und stark von Person, dann an ihren schwarzen Haaren und großen Mund kennbar, gleichwie ihr Verführer Petrivi, ein Tiroler von Geburt, der von schlankem langen Wuchs, auch an seinen braunen Haaren und stets gefütterten Waden, wie nicht minder an seiner Landessprache, welche er stark durch Nase spricht, zu erkennen ist, auf betretenden Fall sogleich arretieren, und sofort gegen Erstattung der Kosten ohne weiteres durch eine sichere Gelegenheit anhero ausliefern zu lassen." ©ochfchuhKKb richten Der Herr Reichs- und Preußische Minister für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung hat den Wirtschaftsprüfer und Direktor der Allgemeinen Re- visions- und Verwaltung-Aktiengesellschaft Dr. rer. pol. Heinrich Horn beauftragt, zunächst im Sommersemester 1937 in der Wirtschafts- und Sozial- wissenschaftlichen Fakultät der Universität Frankfurt das Treuhandwesen und die betriebswirtschaftliche Steuerlehre in Vorlesungen und Hebungen zu vertreten. SA rüst zum Oankopfer der Nation! In den Tagen des 22. und 23. Mai findet — der 28 Fortsetzung (Nachdruck verboten.) il und in erster Linie seine Besonderheiten, und wenn er über die Landstraßen wandert, sich die Städte, Dome und Weiler ansieht, überall lernt und in sich aufnimmt die Schönheit der Welt, dann weiß er, daß die Wanderschaft in seinem Leben eine Zeit ist, in der der Mensch sich voll und ganz dem Werde- und Lerntrieb ohne graue Sorgen hingeben kann und darf. „Das Pr Eießen a item Ren/ I holte hurt Uünbigt ( Whme, sell uUnö bet t Weinnützig owaren eh ■ man im rSaatsrea seine allge Für das Turnier gelten — ausgenommen die Gespannprüfung — die Allgemeinen B e - stimmungen der Turnierordnung vom 1. Januar 1935 mit ihren Ergänzungen. Aus den b e - sonderen Bestimmungen für dieses Turnier ist im Auszug folgendes hervorzuheben: Kein Pferd darf mehr als dreimal starten. Das Abreiten der „Revolution und Religion in China.'* Am Samstag fand in der Stadtkirche ein gut besuchter Vortragsabend statt, der der äußeren Mission gewidmet war. Nach einem einleitenden geistlichen Lied hieß Pfarrverwalter D a m e r a u die Besucher willkommen, insbesondere den Redner des Abends, und wies darauf hin, daß der Abend dazu beitragen solle, die Schwierigkeit der Missionsarbeit aufzuzeigen und neue Freunde für die Sache der Mission zu werben. Sodann sprach Missionar Ruff von der Baseler Mission über das Thema „Revolution und Religion in China". An Hand von aufschlußreichen Verglei- chen förderte der Redner zunächst das Verständnis für die Revolution in China und deren Entwicklung und schilderte die Form der Ablösung der Mandschu-Dynastie durch die Bewegung Sun-yat- sens und seiner Anhänger. Er schilderte dann die chinesische Revolution als eine Umwälzung auf gei- stigem, sozialem, politischem und gesellschaftlichem Gebiete, aber auch als die mit Blut geschriebene 1 KreisauSschuß-Gitzung. Am Freitag, 7. Mai, vormittags 9 Uhr, findet im Sitzungssaal des Regierungsgebäudes in Gießen, Landgraf-Philipp-Platz Nr. 3, eine öffentliche Kreisausschußsitzung mit folgender Tagesordnung statt: 1. Klage des Friedrich Vetter in Gießen, An der Kläranlage 80, gegen den Beschluß des Kreisamts Gießen vom 8. März 1937 wegen Versagung des Führerscheins für die Klaife III. 2. Klage des Wilhelm Jakob Weicker in Lich gegen den Beschluß des Kreisamts Gießen vom 15. März 1937 wegen Entziehung des Führerscheins für die Klaffe Illa. Die SA.-Gruppe Heuen meldet zum „Dankopfer der Nation". NSG. Die Einzeichnungen zum „Dankopfer der Nation" im Gebiet der SA.-Gruppe Hessen versprechen schon jetzt einen ungeheuren Erfolg. Die Ergebnisse des Vorjahres werden bei weitem übertroffen. In einigen Ortschaften des Gaues Hessen-Nassau ist die Teilnahme auf 80 v. H. der Bevölkerung gestiegen. In Frankfurt a. M., der größten Stadt des Gruppen-Gebietes, war das Ergebnis bis zum Ende der abgelaufenen Woche nur 20 v. H, wobei allerdings in Rechnung gestellt werden muß, daß die Einwohnerschaft der Großstädte sich erst in den letzten Tagen einzeichnet. Der Sinn des Dankopfers wird aber erst richtig zum Ausdruck gebracht, wenn eine möglichst große Anzahl Volksgenossen sich einträgt. Nicht die Höhe des Betrages ist entscheidend — entscheidend ist das auch noch so kleine Opfer, das von Jedem ohne Ausnahme gebracht wird und das die Ehrenliste zu einer Dank- und Glückwunschadresse der gesamten Nation an ihren Führer macht. Volksgenosse, soll dein Name dabei fehlen? Für jeden der Wettbewerbe werden, je nach Zahl der Beteiligung, Ehrenpreise zur Verfügung gestellt. y:me Mutter kommt für ihren toten Sohn . .. Diese Woche stand sie plötzlich in der Einzeichnungsstelle. Alt, grau, klein, gebückt ... Man sah ihr die lebenslange, schwere Arbeit ihrer 73 Jahre an. Das Leden hatte tiefe Furchen in ihr gutes Gesicht geschrieben. Und sie trug sich ein in die Ehrenliste der Nation, in das Dankovfer der SA. Es war nicht viel, ein kleines Scherflein nur, aber es war die Gabe einer Mutter und Witwe, der Opferpfennig einer Rentnerin ,.. Einer fragte sie, wie es käme, daß sie gerade zum Marinesturm gekommen sei. Da schaute sie mit starrem Blick weit in die Leere und leise sagte sie: „Mein Jung, der Hermann, er ist bei den Falk- landsinseln geblieben. 23 Jahre war er alt." Und nach kurzem Stocken fügt sie hinzu: „Drum bin ich zu euch gekommen, zu den Männern im blauen Rock. Denn er hätt bestimmt auch was gegeben, wenn er das noch hätt erleben dürfen .. ? Diese Groschen einer Mutter, sie sind uns heilig geworden ... chinesische Geschichte der jüngsten Vergangenheit. In seinen weiteren Darlegungen wandte sich der Redner der Missionsarbeit in China zu und gab an Hand von vielen Einzelheiten zu wissen, mit welcher Kraft und Freudigkeit das Christentum dort ausgenommen wurde. Er kennzeichnete das Wachsen der Gemeinden und die Tiefe des religiösen Glaubens in vielen chinesischen Anhängern der christlichen Religion. Eine Anzahl Bilder ließ die Zuhörer Menschen kennen lernen, die sich den Segnungen der christlichen Religion öffneten. An Hand von Bildern der Kirchenbauten aus eigener Kraft der Gläubigen legte der Redner das Maß der Opferbereitschaft dar. Seine Ausführungen und die Bilder wurden mit großem Interesse verfolgt. Lied, Gebet und Schlußwort beendeten die Veranstaltung. Zugendprüfung für Jagdhunde. Die Landesgruppe Hessen der Fachschaft Deutsch- Drahthaar im RDJ., zusammen mit dem Iagd- gebrauchshundeverein Oberhessen im RDJ., veranstalteten am Samstag in dem Jagdgelände nord- und nordwestlich von Gießen zu beiden Seiten der Lahn eine Jugendprüfung für Jagdhunde. Die Prüfung fand nach der Ordnung für Verbands-Jugendprüfungen statt. Es waren alle Arten Vorstehhunde zugelassen, die in einem anerkannten Zuchtbuch eingetragen bzw. registriert sind. Zu der Prüfung waren von den gemeldeten 42 Hunden 39 erschienen, darunter 37 DD., 1 DK. und 1 DL., alles Hunde, die im Jahre 1936 gewölft waren. Die Prüfung, die unter Leitung von Oberst a. D. K o ck (Gießen) stand, fand in vier Gruppen statt, die unter den Augen von bewährten Richtern arbeiteten. Solche Prüfungen spielen im Leben des jungen Hundes eine ganz besondere Rolle, sollen sie doch den Beweis liefern, daß in dem Prüfling die natürlichen Anlagen für feine spätere Brauchbarkeit Hegen, deren Auswertung vor allen Dingen der deutschen Jägerschaft zugute kommt. Es wurde bis in den späten Nachmittag draußen gearbeitet. Im Anschluß daran fand im Hotel Schütz die Verteilung der Preistafeln nebst Zensurblättern und ein gemütliches Zusammensein der Teilnehmer statt. Es erhielten von den 37 durchgeprüften Hunden (zwei wurden zurückgezogen) 31 einen 1., 4 einen 2. und 2 einen 3. Preis. Außerdem wurden eine große und zwei kleine Staatspreismünzen an die drei besten Hunde vergeben. ** Japanischer Besuch in Gießen. Die Japanerin, Fräulein Setsuko Hara, die Haupt- darstellerin aus dem Dr.-Fanck-Film „Die Tochter des Samurai", der erstmalig am Donnerstag im Gloria-Palast zur Aufführung gelangt, wird am morgigen Donnerstag, 29. April, um 14.39 Uhr in Gießen eintreffen. * Der Wochenmarkt am nächsten Sams- tag fällt aus. Dafür findet der Wochenmarkt bereits am Freitag statt. Vom Dienstag nächster Woche ab beginnen die Wochenmärkte um 7 Uhr und enden um 13 Uhr. Die Industrie- und Handelskammer Gießen gibt Auskunft: 285: Briefbeförderung nach lieber« fee. — 286: Fernsprechverkehr mit Luxemburg. — 287: Beleihung von Gold durch Leihhäuser. — 288: Die rumänische Durchführungsverordnung zum Devisengesetz. UHL Seilersweg Nr. 67 i adio Telephon Nr. 3170 i eparaturen 1897D | Skandal um Dr.Vandergruen Boman von Hans Hirthammer. Copyright by Verlag Oskar Meister, Werdau i. S. „Ah, schon fertig; Also los! — Oder muß ich wieder Gewalt anwenden?" „Nein, ich ziehe es vor, freiwillig zu kommen. Wegen des Kleides." Sie schließt die Wohnung ab, denn Behnickes sind in den „Freischütz" gegangen. Seit acht Tagen reden sie davon, und Mary hat Fräulein Irma das Textbuch geliehen. Imhofs wirkt im Abenbanzug noch eindrucksvoller. Mary hat während der Fahrt Gelegenheit, ihn von der Seite anzusehen. Ein kühnes Gesicht, vor dem aller Hochmut und aller Widerstand zuschanden wird! Aber mir kann er trotzdem nicht gefährlich werden! trotzt Mary und preßt die Lippen auseinander. Ich werde dir schon zeigen, du, daß mir deine Kraftmeierei nicht imponiert. Nicht im geringsten! Durchaus nicht! Nein! Nein! „Was haben Sie denn?" fragt Imhoff, ohne den Blick von der Straße abzuwenden. „Warum stampfen Sie mit dem Fuß? Sitzen die Schuhe nicht richtig?" „Aber bis zwölf Uhr spätestens wünsche ich zu Hause zu sein!" „Ich habe leider nur bis elf Uhr Zeit", antwortet Imhoff. „Sie müssen sich in dem Lokal übrigens benehmen, als ob Sie meine Freundin wären. Seien Sie nicht zu zimperlich! Je verliebter wir tun, desto weniger Aufsehen erregen wir." „Mein Gott, muß denn das sein?" flüstert Mary. „Aber ja! Es ist ja bloß eine Komödie!" Dann hält der Wagen vor dem „Hawai". Es ist ein toller Betrieb. Die Kapelle dudelt gerade einen Fox, und alles tanzt ungeniert, hält sein Mädel an sich gepreßt und gröhlt den Kehrreim mit. „Na, denn 'rin ins Vergnügen!" lacht Imhoff, legt den Arm um Marys Schultern und schiebt sich mit ihr zwischen die Tanzenden. Er hat keine Veranlassung, mit ihr zarter umzugehen, als einige Tage vorher mit Gisch. „Also, nun sei lieb, mein Schatz, und hab' dich nicht!" Er beugt seinen Kops zu ihr hinab und küßt sie auf die Schulter. „Herr--!" "Was soll das heißen, Liebling? Ich bin auf den Nomen Bert getauft, aber meinetwegen kannst du auch ,mein Goldjunge^ sagen." und zwar unter dem Protektorat des Gauleiters und Reichsstatthalters Sprenger — auf dem Waldsportplatz des VfB.-Reichsbahn ein großes Reit- und Fahrturnier statt. Veranstalter ist der Fremdenverkehrsverein Gießen unter der Mitwirkung der Wehrmacht, SA., SS. und der heimischen Reit- und Fahroereine in Stadt und Land. An den Wettbewerben, die dieses Turnier bringt, sind sowohl die Angehörigen der Wehrmacht im Bereich der 9. Division und des Standortes Butzbach (diese bilden die Gruppe I), ferner die Angehörigen der SA., der SS., und der HI. im Bereich der Gruppe Hessen (Gruppe II) und schließlich die Mitglieder der Reit- und Fahrvereine von Oberhessen, Marburg, Herborn, Wetzlar und Siegen (in Gruppe III) teilnahme- und startberechtigt. Die Ausschreibung für das Turnier, auf Grund dessen die Reiter ihre Meldungen abgeben werden, sind bereits an die Gliederungen der Partei, an die Wehrmacht und an die Vereine hinausgegangen. Folgende Wettbewerbe sind ausgeschrieben: Geländeritt Klasse A, Geländeritt Klasse L, Eignungsprüfung für Reitpferde, Dressurprüfung Klasse A, Dressurprüfung Klasse L, Dressurprüfung Klasse M, Jagdspringen Klasse A, Jagdspringen Klasse L, Jagdspringen Klasse M, Glücksjagdspringen Klasse A (über 15 Hindernisse), Gespannprüfung im Kutschwagen. dann 11/34 Gießen zur Mitarbeit bestimmt. Die Männer haben sich am Samstagmorgen um 7 Uhr auf dem Flughafen Rhein-Main in Frankfurt zur Verfügung zu stellen und treten zu diesem Zweck um 5 Uhr morgens in Gießen im Hofe des Standartengebäudes an. Die Dienstleistung wird sich sowohl auf den gegen 8 Uhr erfolgenden Start als auch auf die in den Spätnachmittagsstunden zu erwartende Landung des Luftschiffes erstrecken. Mit Begeisterung hat die Gießener Marine-SA. diesen Ruf zum Einsatzdienst ausgenommen; mancher SA.-Mann wird auf der An- und Abfahrt, die in bequemen Reiseomnibussen erfolgt, auch zum ersten- mal die neue Reichsautobahn kennenlernen. Die Aufregungen haben mir doch ein bißchen zugesetzt. Außerdem fehlt mir auch die Möglichkeit, mich am Morgen auszuschlafen. Aber du, Mary, du kannst sicher mitkommen!" „Wenn es so wichtig ist — meinetwegen! Herr Imhoff dürfte ja ein hinreichender Schutz gegen Belästtgungen fein." Imhoff bekommt dabei einen sehr spöttischen Seitenblick ab. „Natürlich", sagt er mit einer großartigen Unschuldsmiene. „Wollen Sie mir Ihre Adresse geben? Ich hole Sie bann — sagen wir um halb neun Uhr — ab. Ist es Ihnen recht?" Mary hat nichts eirizuwenden. Und dann verabschiedet sich Bert Imhofs. „Du, Gisch!" gesteht Mary, „das ist der frechste Mensch, der mir jemals untergekommen ist. Stell dir bloß vor —-" und sie erzählt ihr ungewöhnliches und aufsehenerregendes Abenteuer. „Na, solche Sachen traue ich ihm zu. Mit mir ist er ja auch nicht gerade schüchtern umgesprungen." „Wieso? Hast du denn auch etwas mit ihm erlebt?" „Aber, Kind, das ist doch der Mann, von dem ich dir vorgestern erzählte. Dem ich in Leipzig begegnete und der mich dann nach Berlin zurückbrachte!" „Ach! Das ist der?" Mary ist einfach fassungslos. Noch nie hat sie oor einem Mann Angst gehabt, aber — dieser Mann--! Dor diesem Mann gibt es fein Ueber- legentun, der läßt nicht mit sich spielen und sich zum Narren halten. Der packt zu und hält fest, was er halten will. Mary hat Herzklopfen. 19. 2IIs die Kuckucksuhr von Frau Dr. Behnickes Zim- mer herüber halb neun Uhr schlägt, ist Mary langst ftrtig angezogen. Und sie kann sich sehen lassen. Em langes Abendkleid mit tiefem Rückenausschnitt dazu blaue Wildlederschuhe — eine Dame, nichts dagegen einzuwenden. Aber es ist Mary gar nicht recht überlegen zumute. Eher kommt sie sich wie ein kleines Mädchen oor, das seinem ersten Stelldichein entgegensieht. Wenige Minuten nach halb kommt Imhoff. Mary öffnet ihm — und muß den Blick senken, als seine Augen sie anleuchten. Dornoiizen Tageskalender für Mittwoch. Stadttheater: 19.30 bis 22 Uhr „Stille Gäste". — Gloria-Palast, Seltersweg: „Gordian, der Tyrann". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Meine Frau, die Perle". — Oberhessischer Kunstoerein, Turmhaus am Brand: 16 bis 18 Uhr Ausstellung von Gemälden, Aquarellen und Zeichnungen von Lotte Droese, Gießen. — Hausbesitzerverein: 20.15 Uhr Vierteljahresversammlung im Hotel Kobel. — Bekennende Gemeinde Gießen: 20 Uhr Vortrag von Professor Freiherr.von Soden, Marburg, in der Stadtkirche. Stadltheater Gießen. Heute abend findet die erste Wiederholung der Komödie „Stille Gäste" von Richard Billinger statt. Spielleitung: Wolfgang Kühne. Diese Vorstellung findet als 29. Vorstellung der Mittwoch-Miete statt. Anfang 19.30 Ende 22 Uhr. Neue Oper im Sladlthealer. Aus dem Stadttheaterbüro wird uns geschrieben: Am Freitag, 30. April, findet die Erstaufführung der Oper „Der Günstling" von Rudolf Wagner- Regeny (Text von Caspar Neher) statt. Damit nimmt bas Stabttheater zum erstenmal eine moderne Oper in seinen Spielplan auf. Die Intendanz macht daraus aufmerksam, daß infolge Beanspruchung des Orchesters in Bad-Nauheim nur drei Vorstellungen stattfinden können, und zwar am 30. April, 4. Mai und 10. Mai. Die Mittwoch-Miete vom 12. Mai muß ausnahmsweise, da das Orchester schon in Bad-Nauheim beansprucht wird, auf Montag, 10. Mai, vorverlegt werden. Heinrich Schlusnus singt am l. Mai in Gießen. Zum Schluß des Konzertwinters steht den Musikliebenden von Gießen noch ein bedeutsames Ereignis bevor: Heinrich Schlusnus, der beliebte deutsche Meistersänger, gibt einen Liederabend bei dem er Liebergruppen von Schumann, Beethoven, Trunk, Pfitzner und Wolf fingen wird. Am Möget: Sebastian Peschko (Berlin). Das Konzert findet am 7. Mai in der Neuen Aula der Universität statt. Von der Universität. Von der Pressestelle der Universität wird uns mitgeteilt: Der Führer und Reichskanzler hat den außerordentlichen Professor in der Juristischen Fakultät der Universität Gießen, Dr. Rolf Dietz zum ordentlichen Professor ernannt. Der Reichs- und Preußische Minister für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung hat den Dozent in der Landwirtschaftlich-Tierärztlichen Fakultät der Universität Berlin, Dr. habil. Max Schönberg, ab 1. April 1937 mit der Vertretung der freien Professur für landwirtschaftliche Betriebslehre und Agrarpolitik an der Universität Gießen beauftragt. Weiterhin wurde der Professor an der Universität Jena Dr. von Blumenthal beauftragt, den Lehrstuhl für Klassische Philologie an der Universität Gießen im Sommersemester 1937 vertretungsweise wahrzunehmen. Der Dozent in der Philosophischen Fakultät, I. Abteilung, der Universität Gießen, Dr. Fritz Stroh, erhielt am 3. April 1937 den Auftrag, den freien Lehrstuhl für germanische Philologie an her Universität Erlangen mit sofortiger Wirkung vertretungsweise zu übernehmen. Gießener Marine-SA. bei der Zeppelin-Hattemannschast. Schon seit einiger Zeit ist die SA.-Marine-Stan- barte 34 Frankfurt a. M. von ber SA.-Gruppe Hessen zur Bereitstellung von Männern für bie Haltemannschaft ber „Zeppelin"-Luftschiffe in Frankfurt a. M. bestimmt. Nachbem bei ben letzten Manövern die Marine-SA.-Einheiten von Frankfurt, Hanau usw. zugezogen waren, ist für bie Deutschlanbsahrt des Zeppelin-Luftschiffes „Hinbenburg" am fommenben Samstag, 1. Mai, zur Freube aller Gießener Ma- rine-SA.-Leute auch ber S A.- Marine-Sturm- Die; zur bei! nützlich gegen e Ja niar ynerwüi nasium rungen allein/ Sprache In d 1835 er schulrai des La Neals ch ' Jugend sichtsoo oorbildl weder technolo Zeichnei jungen Wuna Staatsi werbest! Noch lungen selten u dank de Heheimr Knorr ; und tia j vtodtsynt erzielt we 'Bürgermi dem Bull Ser Wei! einen Je tonnten! die übrig M W Teil rechi ' Durch 11836 wui Braub halt von sondere J schen Du ebne ma Brauball mit Mol die beträi s'ellte. Ai der übrig Dr. m tiche Siel) Zeichnen Gesang Schreiben Erenzwäi lieber i für ben (Mänberitt abgesteckten Gelänbestrecke sowie bas Springen ber Hinbernisse oor bem Wettbewerb schließt von ber Teilnahme am Wettbewerb aus. Nennungsschluß für alle Wettbewerbe ist ber 10. Mai. Die Nennungen finb an L. Schömds, Gießen, Branbplatz 5, einzusenden. Die Unterbringung ber Pferde erfolgt kostenlos. Futter für bie Pferbe ist mitzubringen ober kann an Ort unb Stelle durch bie Vermittlung ber Turnierleitung gekauft werben. Sinb in einer ber drei Gruppen nicht genügend Bewerber vorhanden, um unter sich konkurrieren zu können, so werden diese nach Anordnung der Richter einer anderen Gruppe zugeteilt. Erwerb des Reilabzeichens möglich. Im Zusammenhang mit bem Turnier ist die Möglichkeit gegeben, bas Reiterabzeichen (in Bronze unb in Silber unb das Jugendabzeichen) zu erwerben. Diejenigen Teilnehmer jedoch, die das Reiterabzeichen erwerben wollen, müssen dies, bei ber Einsenbung ihrer Nennung angeben unb gleichzeitig mitteilen, um welches Abzeichen sie sich bewerben. Für den Abend des zweiten Turniertages, zum Abschluß der Veranstaltung, ist ein kameradschaftliches Zusammensein aller Turnierteilnehmer vorgesehen. Während dieser kameradschaftlichen Veranstaltung werden die errungenen Preise verteilt. Es ist erfreulich, daß der Gießener Fremden- verkehrsverein die Jnitiattve ergriff und das Reitturnier, das man bisher meist nur in Verbindung mit Pferdemärkten sah, zu einer selbständigen Veranstaltung erhoben hat und damit unsere Stadt in ben Kreis ber Reit- und Fahrturniere veranstaltenden Städte bringt. Es besteht wohl kaum ein Zweifel darüber, daß die Teilnahme an diesem Turnier recht zahlreich sein wird, zudem ein. verhältnismäßig großes Gebiet genannt ist, aus bem sich bie Mitglieder der Formationen unb der Reit- unb Fahrvereine beteiligen können. Selbstverstänb- lich wirb bie Wehrmacht unseres Stanbortes unb des Standortes Butzbach zahlreiche Meldungen ab- geben. Schon jetzt sind bie Solbaten dabei, für bie Wettbewerbe zu üben. Großes Reit- und Zchrturnier in Gießen Unter dem Protektorat des Gauleiters. Mary schweigt. Es ist beflemmenb unb sogar schön, von biefen starken Armen geführt zu werden. Irgendwo ist noch ein Platz frei. Imhoff läßt sich lachend in den Sessel fallen, zieht Mary auf feinen Schoß, biegt ihren Kopf zu sich herum und küßt sie. Aber Marys Lippen bleiben unbewegt. Sie reißt sich los, setzt sich an ihren Platz unb blickt ihren Begleiter mit ernsten, fast traurigen Augen an. „Warum spielen Sie so mit mir? Gisch hat mir chr Erlebnis erzählt. Ich hätte nicht geglaubt, daß Sie auf so billige Triumphe Wert legen. Häßlich!" „Rebe nicht Mäbel! Man kennt euch doch! So ein Kuß macht euch doch Spaß!" „Ich fürchte. Sie haben sich doch in mir geirrt, j)err Imhoff. Ohne mich werben Sie sich bestimmt besser unterhalten, an Möglichkeiten, einen netten Anschluß zu finben, wirb es Ihnen hier sicher nicht fehlen." Sie steht auf und rafft ihre Handtasche an sich. "Sie wollen gehen?" Er faßt ihr Handgelenk. „Halten Sie wirklich etwas anderes für möglich?" Sie möchte am liebsten losheulen oor Enttäuschung und Bitterkeit. Ja, weiß Gott, sie hat sich etwas Besonderes erwartet von diesem Abend. Sie hat zu diesem Manne aufgesehen, weil sie einen großen, edlen Charakter in ihm vermutete. „Bitte, lassen Sie mich los! Oder wollen Sie wieder Ihre Kraftproben vorführen?" Ihre Sttmme ist ganz ruhig, sehr leise. „Bleiben Sie hier, Mary, unb hören Sie mich an!" Das klingt ganz anbers als vorhin, bezwin- genb, hell, aus tiefstem Herzen quellenb. Sein Grift hat sich gelockert, nun hält er ihre Hanb ganz behutsam, wie etwas Lebendes, in der seinen. . Sie setzt sich betroffen wieder hin, die Knie zittern ihr. „Mary, ich hatte vorhin eine große Angst, daß ou nicht so sprechen würdest, wie bu gesprochen hast. Ich habe mich nicht in bir geirrt unb bin sehr glück- lich barüber. Laß bir bas vorerst genügen. Was ich bir sonst noch sagen muß, möchte ich hier nicht sagen unter biefer Herbe." Mary ist baraufhin ganz still geworden. Ihre Augen finb gesenkt, und als jemand herantritt, um fie zum Tanzen zu holen, schüttelt sie nur, ohne aufzusehen, den Kopf. (Fortsetzung folgt!) Ploct Cerve Netti Sch» Vollfetti Umbi nalbfet Umb Haibfe Cam Feim °elsi °eisi Brath iUn9e > 7'aun Apfeir ..Also, Fräulein Amelung, Doktor Michaels schickt mich eigentlich zu Ihnen. Er hat so ein Gefühl, als menn er bie beiben Burschen gefunben hätte, bie Ihnen bamals einen solchen Schreck einjagten. Der eine heißt Jeffers unb haust jetzt in Koltschews früherer Wohnung. Den Japaner hat er allerbings nur im Vorbeigehen gesehen." „Jeffers?" horcht Mary auf. „Etwa fünfunb-- zwanzig Jahre, schwarz, kleine, stechenbe Augen, eine Schußnarbe am rechten Unterkiefer?" „Was, auch Sie kennen ben Herrn?" -Richt näher. Ich lernte ihn im Geschäft kennen, wohin er ein paarmal kam, in Begleitung einer sehr schönen Dame. Ich ging bann einige Male mit ihm aus. Sie verstehen, man wünscht es im Geschäft, daß wir auch in biefer Form bie Interessen bes Hauses vertreten. Herr Jeffers stellte sich als Sohn eines Offiziers oor. Als aber der junge Mann frech zu werben begann, gab ich ihm ben Laufpaß." Mary sieht Imhoff bebeutungsooll an. „Ich kann freche unb zubringliche Leute nicht ausstehen." „Da haben Sie vollkommen recht!" lächelt Imhoff. „Man weiß nie, wessen man sich bei bie er Sorte Menschen zu versehen hat." Mary roenbet sich ber Prüfung ber Tischbecke zu. „Wissen Sie sonst noch etwas über ben Mann?" "Rein, leider nicht. Höchstens, daß er regelmäßig in einem bestimmten Nachtlokal in der Tauentzien- straße verkehrt unb bort ben großen Mann spielt. ,Hawai' heißt bie Bube." Imhoff macht sich eine Eintragung in sein Notizbuch. Dann preßt er einen Augenblick nachbenklich bie Lippen zusammen. „Ein Vorschlag! Wie wäre es, wenn wir uns bieses Etablissement heute abenb einmal unverdinblich ansehen würben?" „Ich würbe Ihnen sehr gern zur Verfügung stehen!" sagt Gisch, „aber ich bin furchtbar mübe. Hier abschneiüeni 125 g Die günstige Wirkung dieses zuverlässigen Beifutters erklärt X Vrockmanns „Ratgeber". Neue (10.) Ausgabe mit neuzeitlichen Fütterungsratschlägen kostenlos in den Verkaufsstellen oder von M. Brockmann Chem. Fabrik, Leipzig-Eutritzsch. Wer einmal M. 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So tir geir^ bestimmt ?n netten eher mcht t an sich' «lenk, möglich^ liiilschE A etwas iehatp i großen- Olk"®' t summe 0i« * l M®"* Sein •"« galt} be dl- i^er * „ 3^ yffl ntb nroflJ; lmx2r?? erschienen sind unter dem Titel. „Rede zu der feierlichen Eröffnung der Realschule zu Meßen, gehalten in der Stadtkirche von S?Älres°r Prof. Dr. Braubach. Gießen 1SJ/ ^?digung der gehaltvollen Rede er- . klarte der Reatschuldirektor die 8 weiter ernannten te^er als m ihr Amt eingewiesen und die Real- schule für eröffnet Der letzte Vers des Kirchenlieds vierstimmig gesungen, und der geistliche Segen beschlossen eine Feierlichkeit welche m der würdevollsten Haltung und der qe- Ipanntesten Aufmerksamkeit der versammelten Menge ;.a2 WC Sntercjfe für die Sache auf eine erfreu- Tag legte. Am Abend hatten fich Die höchsten Staatsbeamten und der Universität nut dem Stadtvorstande, mit Bürgern und mit den Lehrern zu einem festlichen Mahle im Busch'schen ©arten vereinigt bei 150 Personen. Angemessene ? Ä den Landesherrn, die Staatsregierunq, den Großherzogrichen Bürgermeister und Stadtvor- stand beschlossen den festlichen Tag." Daß die Neugründung einem wirklichen Bedürf- nts der vorwärts strebenden Bürgerschaft entsprach, inndie Schülerzahl von rund 100 bei der Eröffnung schon im Herbst 1837 auf ^3,8 °uf 134 angemad)[en mar. Jtunö 130 Schuler besuchten gegen Ende der 30er Wre oas Pädagogium: an der Stadtknabenschule in? der Stadtrechnung von 1838 die Vesucher- 3°^! 172, an der Stadtmädchenschule 255. Die Höhere ®r™£e£lterte Mädchenschule wurde erst am 7. 6. 1841 eröffnet. Nimmt man noch die damals be- Ä" Prwatschulen hinzu, so läßt sich leicht eine bezahlen. , Noch volle zwei Jahre zogen sich die Verhandlungen zwischen Regierung und Stadt hin, nicht selten über recht untergeordnete Dinge, bis endlich ; dank der Bemühungen des Landtagsabgeordneten Geheimrat Prof. Dr. Ri t gen, des Kreisrats Knorr, der Gemeinderäte Dr. Vogt Aßmus ■unö ai l, des Buchhändlers H e y e r'sowie des Stadtsyndikus Sund heim eine volle Einigung Mielt werden konnte. Am 2. Dezember 1836 mietete Bürgermeister M. S ch n e i d e r als Schullokal das dem Buchhändler G. Fr. Heyer gehörige Haus in öer Weidengasfe (das spätere Polizeiamt) gegen einen Jahrespreis von 350 fl. Von Anfang an konnten diese Räumlichkeiten kaum ausreichen (auch 'n slGen Gießener Schulen waren in jener Zeit raft durchweb in ungenügenden Mietsräumen zum Teil recht dürftig untergebracht). Durch Allerhöchstes Dekret vom 26. November L836 wurde der Großherzogliche Professor Dr. W ö ra ubach, geboren in Butzbach, mit einem Ge- !>alt von 800 fl. als Lehrer und gegen eine bepudere Zulage von 200 fl. zugleich zum provifori- chen Direktor der neuen .Realschule ernannt Nicht Jme mancherlei Verdruß und Schwierigkeiten ging °Lau<2xad) '^gleich an die Ausstattung der Schule nit Mobiliar und Lehrmitteln, wofür der Staat .-e beträchtliche Summe von 5900 fl. zur Verfügung -ellte. Anfangs 1837 erfolgte dann die Ernennung .er übrigen Lehrer (Prof. Dr. Weigand, Dr. Müller -I' entiIrIn& ®- Stein, I. H. Haustein als ordeut- tche Lehrkräfte, F. W. Dickore als Hilfslehrer in ^"chnen und Modellieren, Kantor Schwabe für yefang und Gymnasiallehrer Dr. Köhler für bchrelben) und des Pedellen I. Reitz, der seither lkTenzwächter in Merlau war. öanfa, August, Gießen, Gutsbesitzer in Egeln bei Magdeburg. — Bapst, Max, Meßen, Apotheker in W'lrzburg (f). — Kieran, Anton, Gießen, Glaser Gießen. — Born, H., Gießen. — Büchner, Fried., Gießen, Schulrat m Gießen. — Burckhardt, Georg, Gießen, Mechanikus in Gießen. — Burckhardt Karl Siefeen, Schlosser in Gießen. — Burckhardt, Karl' Gießen, nach Amerika. — Busch, Ludwig, Gießen, ln ®’ßBßn- — Erama, H., (Ziehen, Revier- forster, Deibel, R., Gießen. — Demukh, Wilhelm, Gießen, Bürgermeisterei-Sekretär Gießen. — Fa- ber Georg, Meßen, Buchbinder in Baltimore. — pel tng, W., Gießen. — Ferber, L., Gießen, Scri- beut in Friedberg. — Ferber, 21., Gießen, Serien in Friedberg. - Friebel, Heinrich, Gießen, Sch osser in Gießen. - Friedrich, W., Gießen - Gail Ferdinand, Gießen, Rentner in Meßen. — ö ®ie6ert' Turnlehrer in Neuyork. — Gebhardt, Georg, Gießen, Buchbinder in Gießen. — Georg, Ehristian, Gießen, Gärtner in Gießen. — Georgi, Friedrich, Rodheim a. 23., Rentner in | zu? M "praktische Gewerbeschule" nrs" Porbilduna für die Handwerker für “nb Zweckdienlich, eigentliche „gelehrte" da- tur schödlich als für gewinnbringend. Regierunysvorschlaa zugleich eine Ü^n^^ Äß Konkurrenz für Universität und Symposium erblickte, regte die Stadt neuzeitliche Aeude- rungen im Lehrplan des Gymnasiums an, vor allem Kfirftarfung der Realien und der neueren Sprache. lieber die am 28. April 1837 erfolgte Eröffnung tr „Proomzialrealschule" gab die „Allgemeine Cchulzeituug" vom 20. 5. 1837 folgenden Bericht: Pas Programln zur Eröffnung der Realschule in Men am 28. April 1837, morgens 10 Uhr, von Jirn Realschuldirektor Prof. Dr. Braubach verfaßt hltte durch sein Erscheinen die Feierlichkeit ange- bndlgt. Sehr zahlreiche Anmeldungen zur Auf- Phme, selbst aus entfernteren Teilen der Provinz, Ab der rege Sinn des Publikums für alles Gelb mnutzige und Wohl und Bildung Fordernde Viren ehrende Zeugen von dem Vertrauen das vin im voraus in die Anstalt, wie die hohe Coatsregierung sie geschaffen, setzte, und ließen er.e allgemeine Feier der Weihestunde und ein b-hes Ehren des Tages erwarten. Und so geschah et auch. Sämtliche Lehrer der Anstalt und fast alle Wir haben es nicht mehr nötig, den zahlreichen Gedichten und Gefangen über den „wunderschönen Monat Mai weitere Lobpreisungen hinzufügc oenn wir wissen aus langjähriger Erfahrung, daß auch der Mai wie alles Irdische seine kleinen Feh- ter hat Aber es wäre andernteils miesmacherisch, hinter sämtliche Gedichte und Lobgesänge über den Mai von vornherein das Fragezeichen eines skep- ^chen Abwartens ju malen, denn auch der launigste Mai hat einige Perioden jenes wunderbaren Wet- ers und jener idealen Gestaltung in der freien Na- tUrm^ie ^"£?ort und Lied verherrlicht worden sind. Man hat den Mai wohl den „kleinen Bruder des April genannt, weil er es nicht lassen kann, hin und wieder in die Fehler seines berüchtigten und berühmten Vorgängers zurückzufallen. Aber diese Elgenschast der Launenhaftigkeit, die die Flagge des Ap.s^. geworden ist, haben mehr oder weniger alle Fruhllnasmonate. Die Launenhaftigkeit, die Unz u- o e r.l ass lgkeit des Wetters ist in der F r u h l l n g s m e t e o r o l o g i e, wenn man so lagen will begründet. In der gemäßigten Zone der nobd ichen Erdhalbkugel gibt es keinen „beständigen Frühling, die Verteilung von Land und Meer, die Gegenüberstellung von Warmluft aus den Subtropen und Kaltluft aus dem Polargebiet setzen voraus, daß in gewissen Abständen die einzelnen atmospanschen Mächte ihre Meinungsverschieden- heiten zum Austrag bringen. Diese Meinungsver- chledenhelten sind der krasse Wechsel zwi- s ch e n w a r m und kalt, zwischen Sonnenschein und Regentagen, zwischen schwülen Gewitterperioden und frostkalten Nächten im Mai. Der Mai kann dank der starken Sonnenstrahlung schon eine Tagestemperatur von 25 bis 30 Grad im Schatten auf- brtngen. Es hat nicht wenige Jahre gegeben, in denen der Mai sogar die h ö ch st e T e m p e r a t u r mers gebracht hat. Diesen Möglichkeiten der Uebechitzung durch die hochstehende Sonne steht aber die Tatsache gegenüber, daß schon die Nord- und Ostsee-Gewässer nur 10 ®rab Durchschnittswärme aufweisen, daß die bar» über ficgenben Luftmassen sich höchstens auf 15 bis 20 Grad erwärmen. Noch größer ist der Temperaturgegensatz zum Atlantischen Ozean und insbesondere zu den Seeaebieten bei Island und Grönland, wo um diese Jahreszeit die Wassertemperatur noch beim Nullpunkt liegt und aus dem Innern Grön- lanbs sehr häufig katastrophale Schneestürme südwärts brausen. In diesen Gegensätzen der Temperaturen sind die großen Gefahren der Maikälte begründet u^wenn in der ersten, zweiten oder dritten Mai- woche die Temperatur auf 20 bis 30 Grad ansteigt, jo muß dieser Anstieg infolge der aufkommenden Spannungen in der Atmosphäre den Vorstoß der 'm hohen Norden ruhenden Kaltluft herausfordern. iv?-? ö£rr «ein halbes Jahr später im Januar , erfolgten Antwort des „Großherzoglichen Ober- schulrats , der damaligen obersten Schulbehörde des Landes, wurde Wesen und Zweck der neuen Realschule nochmals gekennzeichnet: sie solle die Jugend vom 11. bis 16. Jahre „zur künftigen einsichtsvollen Betreibung von Gewerben und Künsten vorbilden, namentlich von solchen, zu denen entweder mathematisch - physikalisch - mechanische aber technologisch-chemische Kenntnisse nebst Fertigkeit im Zeichnen unb Mobellieren gehören unb biejenigen jungen Leute mit ber nötigen allgemeinen Schul- bttbuna versehen, bie sich künftig dem technischen totaatsbienft roibmen wollen", eine eigentliche Gewerbeschule lehnte bie Regierung ab. Emmenthaler o. Rinde... 500g Vollfettkäse, 45% Fett j. T. Schweizerkäse m. Rinde, 500 g Vollfettkäse, 45% Fett i. T. Limburger mit Rinde......500 a Halbfettkäse, 20% Fett LT. Limburger ohne Rinde ... 500 g Halbfett-Schmelzkäse, 20% Fett i.T. 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Sack, Karl, I., Gießen, Metzger in Gießen. — Sartorius, 21., Gießen, Skribent in Gießen. — Schaffstädt, G., Gießen, Gelbgießer in Gießen. — Schlund, Gießen, Buchbinder in Gießen. — Schmoll, Lud., Gießen, nach Amerika. — Sch mall, Gießen, Seifensieder. — Schmidt, Louis, Gießen, Buchbinder und Etuisarbeiter in Cincinnati, gefallen im Sezessionskrieg. — Schneider, G. — Schwab, Wilh., Gießen, Schriftsetzer. — Schwalb, Balth., Gießen, Dachdecker. — Schwan, Heinr., Wirt. — Schudt, Ludwig, Müller, Bergermühle bei Lich. — Schudt., I., Neumühle, Müller, später Rentner in Gießen. — Schultheiß, Ferd., Gießen, Kaufmann in Neuyork. — Seim, Wilh., Gießen, Buchbinder in Grünberg. — Steinberger, Ad., Gießen, Landgerichtsrat in Gießen. — Steinberger, Chr., Gießen, Bäcker in Gießen. — Steinberger, Georg, Gießen, in Amerika. — Bogt, Peter, Gießen, Gastwirt in Gießen. — Vogt, Karl, Gießen, Kupferschmied in Gießen. — Wallenfels, August, Gießen, Färber. — Wallenfels, Chr., Alsfeld. — Wallenfels, Moritz, Gießen, Kaufmann in Frankfurt a. M. — Weidig, Adolf, Gießen, Rentner in Gießen. — Weitzel. — Wenzel, Lud., Gießen, Lithograph. — Wenzel, Heinr., Gießen, Distriktseinnehmer. — Winkler, Wilh., Heuchelheim, Dr. phiL, Direktor der Realschule in Bützow, Mecklenburg-Schwerin. Aus der engeren Heimat. Spar- und Dorschußverern Wteseck. £ Wieseck, 27. April. Der Spar- undVor- schußverein Wieseck hielt am Samstag bei Gastwirt K. Erb seine ordentliche Generalversammlung ab, die stark besucht war. Der Vorsitzende Lotz eröffnete die Versammlung mit einer Ehrung der verstorbenen Mitglieder. Aus dem vom Vorsitzenden oorgetragenen Geschäftsbericht war zu entnehmen, daß die Kasse im Jahre 1936 eine starke Aufwärtsentwicklung zu verzeichnen hatte. Die Spareinlagen überstiegen die Auszahlungen, die meist für Bauzwecke gegeben wurden, noch um 17 892 RM. Hier drückt sich das starke Vertrauen der Wiesecker Volksgenossen ihrer Dorfsparkasse gegenüber aus. Der Umsatz hat sich fast verdoppelt, ebenso die Spareinlagen. Von 34 Kreditgesuchen konnten 33 in Höhe von 31 060 RM. bewilligt werden. Die Guthoben bei Banken betragen einschl. der Barmittel 21148 RM. An Reserven sind vorhanden 11 224 NM. Da alle Geschäfte nur mit eigenen Mitteln getätigt werden können, ist die Liquidität eine sehr gute. An neuen Sparbüchern wurden 42 Stück mehr als im Vorjahre ausgegeben. 26 Mitglieder traten der Kasse neu bei. Durch Tod schieden aus 8, durch Aufkündigung 2 und durch Ausschluß 1 Mitglied. Bestand am Jahresschluß 246 Mitglieder. Im neu errichteten Kontokorrentverkehr waren sehr gute Umsätze zu verzeichnen, ebenso im Kleinsparverkehr. Auch die Schulsparkasse ist erfreulicherweise in starker Aufwärtsentwicklung. Trotzdem für Spareinlagen SVz v. H., für Termingelder bis zu 4- v. H. Zins vergütet werden und für Darlehen nur 5 v. H. zu zahlen sind, verblieb noch ein Reingewinn in Höhe von 614,23 RM., der zur Ausschüttung einer Dividende, sowie zur Zuschreibung zu dem Reservefonds verwendet wurde. Den Bericht des Aufsichtsrates erstattete der stellv. Aufsichtsratsvorsitzende, Werkmeister Phil. V ö l z e l. Die in allen Teilen sehr günstige Bilanz wurde von dem Rechner Schmitt vorgetragen und im einzelnen erläutert. Die Bilanz wurde genehmigt und Vorstand und Aufsichtsrat in Würdigung der geleisteten Arbeit Entlastung erteilt. Der aus dem Aufsichtsrat satzungsgemäß ausscheidende Ph. V ö l z e l wurde einstimmig wiedergewählt. Der Spar- und Vorschußverein wurde im Jahre 1863 gegründet und kann im Jahre 1938 auf sein 75jähriges Bestehen zurückblicken. Aus diesem Anlaß soll eine schlichte und würdige Feier im Kreise der Mitglieder statt- finden. Mit dem Wunsche nach weiterer günstiger Entwicklung der Kasse wurde die Versammlung in üblicher Weise geschlossen. egen Meuterei im Zuchthaus vor Gericht. 6 Die Große Strafkammer Gießen hatte sich gestern nach dem Zuchthaus Marienschloß in Rockenberg begeben, um dort gegen mehrere Insassen des Zuchthauses, die wegen Meuterei angeklagt waren, zu verhandeln. Die Strafgefangenen Heinrich Wendel aus Mainz-Mombach und Julius Peter Jakob Krebs aus Saarbrücken, die zum Teil Zuchthausstrafen von über zehn Jahren zu- verbüßen haben, hatten in der Nacht zum 21.12.1936 unterhalb der Fensterbank ihrer Zelle mit ihnen zur Verfügung stehenden Gegenständen ein großes Loch herausgebrochen. Bevor es aber zur Vollendung ihres Äusbruchvorhabens kommen konnte, wurden sie von zwei Beamten der Nachtwache, die durch die Geräusche in der Zelle aufmerksam geworden waren, überrascht. Der Ausbruch aus der Anstalt war auch schon in anderen Dingen gut vorbereitet gewesen. Da sie sich gemeinschaftlich als Gefangene zusammengerottet und mit vereinten Kräften einen Ausbruch versucht hatten, wurden sie, und zwar Wendel zu einer Gefängnisstrafe von 1 Jahr und 6 M o n a t e n und K r e b s zu einer Gefängnis- strafe von 1 Jahr verurteilt. Weiterhin hatten sich die Angeklagten Hermann Peter Fertig aus Urberach, Ernst Alfred Pätz aus Zscheiplitz und Adam K ra f f i tz aus Karlsberg wegen Meuterei zu verantworten. Sämtliche Angeklagten verbüßen zur Zeit in Marienschloß hohe Zuchthausstrafen. So verbüßt Pätz eine Zuchthausstrafe von 15 Jahren, Fertig eine solche von 12 Jahren, während Kraffitz eine geringere Strafe verbüßt. Es wurde den Angeklagten zur Last gelegt, gemeinschaftlich in der Zeit vom September 1936 bis 31. Dezember 1936 im Zuchthaus Marienschloß als Gefangene sich zusammengerottet und mit vereinten Kräften einen Ausbruch versucht zu haben. Sie entfernten aus ihrer gemeinschaftlichen Zelle zunächst den Kitt der Fenster und ersetzten diesen durch Holzstäbchen, um dadurch jederzeit die Scheiben unauffällig herausnehmen zu können. Sodann fertigten sie sich aus Messern eine Säge an und durchsägten damit mehrere Stäbe des Fenstergitters. Einer der Angeklagten fertigte aus Abfällen eine Strickleiter an. Die Angeklagten konnten sämtlich der Meuterei überführt werden und wurden zu folgenden Gefängnis ft rafen verurteilt: Fertig erhielt 1 Jahr und 6 Monate Gefängnis, Pätz 1 Jahr und 9 Monate, der Angeklagte Kraffitz 6 Monate Gefängnis. Landkreis Gießen. < Mainzlar, 27. April. Werkmeister Josef Kolter konnte in diesen Tagen auf eine 25jäh- rige Tätigkeit in den Didier-Werken zurückblicken. Dem Jubilar wurden zahlreiche Ehrungen zuteil. h. Treis a. d. Lda., 28. April. Am heutigen Tage kann Frau Helene Fischer, geb. Kuhn, Witwe dahier in körperlicher und geistiger Frische ihren 8 6. Geburtstag feiern. Sie ist die älteste Frau unserer Gemeinde, zwei hiesige Männer sind noch um zwei Jahre älter als sie. A Eberstadt b. Lich, 27. April. Eine kirchenmusikalische Abendfeier vereinigte unsere Gemeinde im Gotteshaus zu erhebender Freude und herzlichem Dank. Der bekannte Bariton Karl Erwin Tank aus Gießen versetzte seine Zuhörer mit seinem ausdrucksvollen Gesang in tiefempfundene Andacht, die Gottes Angesicht suchte, so wie die großen Tonschöpfer H. Schütz, Fr. W. Händel und Joh. Seb. Bach durch ihre hochbegnadete Kunst es erstreben. Der Sänger erwies sich als ihr geeignetes Werkzeug. Ihn unterstützte in vollkommener Weise der Örgelkünstler stuck, fheol. Lind, der theologische Fachschaftsführer zu Gießen. Mögen noch vielen Gemeinden solche köstliche Abendstunden beschie-den sein. (D Ettingshausen, 27. April. Anfang November v. I. begannen die beiden Klassen unserer Schule damit, Geld in die S ch u l s p a r t a s s e ein» zulegen. Seitdem wird von den Lehrern allwöchentlich eine Kassenstunde abgehalten, in der die Kinder ihre Ersparnisse bringen. Mit welchem Eifer sie dabei sind, beweist die Tatsache, daß sie nunmehr schon fast 700 Mark gespart haben. Es gibt kaum ein geeigneteres Mittel, in den Kindern die Freude am Sparen zu wecken und zu fördern, als gerade die Schulfparkasie. Und so manchem Schüler wird bei seiner Schulentlassung der gesparte Betrag gerade für seine Berufsausbildung recht willkommen fein. > Ettingshausen, 27. April. Die Pfundsammlung unserer Ortsgruppe hatte tm April ein besonders schönes Ergebnis. Es wurden 85 Pfd. Lebensmittel in den drei Zellen gesammelt. Auch der Werbung für die K i n d e r l a n d Verschickung war ein voller Erfolg beschieden. Achtzehn Kinder können sich bei uns im Laufe des Sommers erholen; außerdem wurde ein Freiplatz für einen SA.-Mann zur Verfügung gestellt. Diejenigen, die wohl den Willen, erholungsbedürftigen Volksgenossen zu helfen, aber im Hause keinen Platz haben, stellten der Kinderlandverschickung rund siebzig Mark zur Verfügung. Gute Möbel bei Koos Giessen Scbulstr6 i-Schleier • modehaus K *. Sclmetas [-Simple • SCHULSTR. 4 Sebastian Peschko, Berlin Am "Gießener Konzertverein Freitag, 7. Mai, 20 Uhr, Neue Aula der Universität Schumann - Beethoven - Trunk - Ptizner - Wolf Karten 1.50 bis 4.00 Mk. (Mitglieder des Konzertvereins Ermäßigung), Studierende Mk. 1.00 in der Musikalienhandlung Ernst Challier. 2903D Bekanntmachung. Der Wochenmarkt am Samstag, dem 1. Mai 1937 (Nationaler Feiertag), fällt aus, dafür findet am Freitag, dem 30. April 1937, Wochenmarkt statt. Von Dienstag, den 4.2Hai 1937, ab beginnen die Wochenmärkte vormittags um 7 Uhr und enden um 13 Uhr. 2904C Der auf Donnerstag, den 6. Mai 1937 (Himmelfahrtstag) fallende Wochenmarkt findet am Mittwoch, dem 5. Alai 1937, statt. Gießen, den 28. April 1937. Der Oberbürgermeister: Ritter. Reklamatiou 406 Rentier feit meist erheblich eindämmen. Wunder tut oft richtige Ausspannung, vielleicht ein Erholungsurlaub, verbunden mit Ortswechsel der Umgebung. In schweren Fällen wende man sich an einen Nervenarzt. Reklamation, 'lat., entbehrliches Fremdwort für Beschwerde, Beanstandung, Einspruch. Reklame, franz., die Ankündigung und Empfehlung einer Ware. Rekonvaleszent, genesend, Genesender; Rekonvaleszenz — Genesung. Rekord, Höchstleistung, Bestleistung, namentlich auf dem Gebiete des Sports. Rekrut, Bezeichnung des Militärpflichtigen nach erfolgtem Einrücken bis nach der ersten Ausbildung. Rektale Therapie, Verabreichung von Medikamenten durch den After. Die Aufnahme ins. Blut geschieht bei dieser Art der Darreichung sehr rasch. Wird gerne angewandt, wenn die Mittel rascher wirken sollen, wenn der Magen geschont werden soll, oder wenn aus irgend einem Grunde die Aufnahme der Medikamente durch den Mund nicht möglich ist. Rektor, lat., Leiter einer Schule, aber auch einer Universität. Relief, franz^ Bildwerk, das erhaben aus einer Fläche lferaus- tritt. Reliefkarte, die Nachbildung eines Geländes mit Angabe der verschiedenen Höhenunterschiede. Religion, s. Bekenntnis. Remen, Riemen, Holzstange mit einem Holzblatt, mit dem ein Kahn oder Boot gerudert wird. Reminiszere, lat., Bezeichnung des zweiten Fastensonntags. Remis, franz., Stellung beim Schach, die das Spiel beendet, ohne daß einer der Könige matt gesetzt ist, weil kein Spieler mehr in der Lage ist, die Mattstellung herbeizuführen. Das Spiel gift dann als unentschieden. Remoulade, kalte, dicke Tunke aus Eidottern, Öl, Senf, Zitronensaft, Gewürz und gehackter Petersilie und Schnittlauch, wird hauptsächlich zu kaltem Rostbraten gereicht. Renate, weiblicher Vorname lat. Herkunft mit der Bedeutung „die Wiedergeborene"; männl, franz. 5orr Rene. Rendezvous, franz., Bedeutung — „begegnet euch"; entbehrliches Fremdwort für Stelldichein, Treffpunkt. Renforce, franz., Bedeutung = verstärkt, schweres Taftband oder Baumwollstoff mit starker Kette. Renke,Felchen, Blaufelchen, wohlschmeckender Lachsfisch der Alpenfeen. Renommee, entbehrliches franz. Fremdwort für Ansehen oder Leumund eines Menschen. Rente, s. Unterhalt. Rentier, franz., deutsch Rentner, jemand, der von seinen Renten lebt. Alles mit einer Maschine! Reiben, schneiden, schnitzeln, hacken: das alles und noch viel mehr leistet die Reibe- und Schneidemaschine. Sie hat mehrere Scheiben, die sich mit einem Griff auswechseln lassen. Bei Häuser wird Ihnen diese Maschine gern vorgeführt. J. B. Häuser, Gießen, am Oswaldsgarlen, Fernsprecher 2145/2146. GLORIA Frissh wie aus dem Ndz! Erstaufführung Morgen Donnerstag Seeladis ohne Kopf 500 g 20 Pf. Achtung! 2908 A am Bahnhof Gießen SßisdhSau. 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