Nr. 73 Erster Blatt 187. Jahrgang Donnersfog, 28. Januar 1937 Erschein* rügltch, außer Sonntag» und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätte, Heimat hn Bild Die Scholl« Monalr-Vezugrpretr: Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr.. , -25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernfprechanschlüsse enter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnach» richten: Anzeiger Siesten poftscheckionto: sfrantturt am Main 11686 Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühl'sche Univerfitats-Vuch- und 5teindruckerei R. Lauge in Gießen. Schristlettung und Geschäftsstelle: Schulftrahe 7 Annadme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8' /.Uhr des Dormittags Grundpreise für l mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Text» anzeigen von 70mm Breite 50 Rpf.,Platzvorschrift nach vorh Bereinbg.25O/„ mehr. Ermäßigte Grundpreise: Stellen-, Vereins», gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Npf .Familienanzei- gen, Bader-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B Flurbereinigung Die territoriale Flurbereinigung ist eine alte Sehnsucht der nationalen Politik. Man hat oft über die Reichsstädtlein und Reichsdörfer gespottet, die einst im heiligen römischen Reich deutscher Nation ihre Selbständigkeit dadurch bewiesen, daß sie einen Soldaten und ein Pferd zur Reichsarmee zu stellen hatten, wenn zum Heereszuge aufgerufen wurde. Aber 'auch nach dem Wiener Kongreß von 1815 verblieb ein gar buntes Bild auf der deutschen Landkarte, über das sich ein Historiker wie Heinrich von Treitschke nur mit Hohn und Bitterkeit äußern konnte. Das Jahr 1866 hat freilich das Bild stark vereinfacht, aber nach 1871 war das Reich Bismarcks in erster Linie ein Vertrag der verbündeten Regierungen, so daß eine Aenderung aus dynastischen Gründen kaum noch möglich war. Erst nach 1918 schlossen sich die acht thüringischen Klein st aaten zu einem gemeinsamen Gebiet zusammen. Es folgte der freiwillige Anschluß Koburgs an Bayern, dann aber hörte die Entwicklung schon auf. Nur Waldeck vollzog noch fernen Anschluß an Preußen, nicht einmal Schaum- burg-Lippe und Lippe-Detmold waren dazu zu bewegen. Selbst die Vereinigung der beiden Mecklenburg, die 1918 nach dem Aussterben des Strelitzer Fürstenhauses versäumt worden war, konnte erst nach dem nationalsozialistischen Umbruch vollzogen werden. Da ganz allgemein die Reichshoheit an die Stelle der Länderhoheit getreten ist, wichtige Verwaltungszweige wie die Polizei und die Justiz zur Rcichssache wurden, so rückten die Wünsche und Notwendigkeiten der regionalen Reichsreform ganz von selbst in den Kreis reiner Zweckmäßigkeiten hinein. Das Gesetz vom 26. Januar hat die Flurbereinigung zwischen Weser und Elbe durchgeführt und damit die Grenzen von Hamburg, Oldenburg und Mecklenburg sowie der angrenzenden preußischen Provinzen verschoben, sie hat ferner d i e Zahl der „Länder" von 17 auf 16 herabgesetzt, weil die Freie Stadt Lübeck diese Eigenschaft aufgibt. Das Gesetz tritt zum 1. April in Kraft. An der Unterelbe lagen die Dinge besonders schwierig. Hamburgs Wirtschaft hatte die Grenzen der Freien Stadt längst überschritten, seine Industrie siedelt sich vielfach in Altona und in Harburg an, Wandbek und andere schön gelegene Orte an der Elbe wurden zu Hamburger Wohngebieten. Vor 7 Jahren kam ein „Staatsver - trag" zwischen Preußen und Hamburg zustande, der gewisse gemeinsame Angelegenheiten, insbesondere die Hafenfragen, regeln sollte. Eine Abordnung des preußischen Landtages weilte damals an der Unterelbe. Die Herren waren etwas unangenehm berührt, als ihnen bei den Besuchen in den „preußischen" Gemeinden überall der Wunsch entgegentrat, aus wirtschaftlichen Gründen m i t Hamburg vereinigt zu werden. Hamburgs damalige Erwartungen wurden nicht erfüllt. Es kam nichts anderes zustande als ein Hafenver - trag zwischen Hamburg und Preußen. Seitdem gibt es an der Unterelbe vier Häfen mit vier verschiedenen Verwaltungen: je einer für Hamburg, für Altona, für Harburg und der gemeinsame preußisch-hamburgische Hasen. Daß in der Zeit der straffen Zusammenfassung der Kräfte, die der Dier- jahresplan fordert, solches Nebeneinander, das sich auf dem Gebiet des Verkehrs und der Siedln^ besonders nachteilig auswirkt, nicht bestehen bleiben kann, versteht sich am Rande. Die Hansestadt Hamburg erhält eine große Fläche zur Abrundung. Aus der Provinz Hannover wird Harburg- Wilhelmsburg mit 120 000 Einwohnern herausgelöst, aus Schleswig-Holstein die Stadt A l - t o n a mit ihren 240 000, ferner Wandsbek mit 50 000 Einwohnern und einige kleinere Orte. Anderseits tritt Hamburg das abseits an der Nordsee- tiifte gelegene Cuxhaven (23 000 Einwohner) und das im Binnen lande gelegene Geesthacht mit 5000 Seelen an Preußen ab. Interessant ist, daß das Hamburger Gebiet, das mehrere Gemeinden bildete, künftig nur eine Gemeinde dar- stellen wird. Wie wir hören, wird diese Großstadt eine Verfassung ähnlich derjenigen v o n Berlin erhalten, d. h. an ihre Spitze tritt später ein Stadtpräsident, der zugleich Oberbürgermeister ist, und die einzelnen großen Gemeindeteile (Altona, Harburg usw.) erhalten eigene Bezirksverwaltungen. Im Lande zwischen Elbe und Weser lagen seit altersher in sonderbarer Zerstreuung manche isolierten Landesteile, die aus irgendeinem Grunde mitten im preußischen Gebiet stehengeblieben waren. Andererseits hatte Preußen vor 83 Jahren von dem Großherzog von Oldenburg 1000 Hektar erworben, um den Kriegshafen Wilhelmshaven zu gründen. So entstand dort eine Exklave, die zu Preußen gehörte. Im Laufe der Jahre wuchs Wilhelmshaven über die 1000 Hektar hinaus, und so entstand auf dem Boden Oldenburgs die Stadt Rüst ringen mit 50 000 Einwohnern. Oldenburg erhält nun Wilhelmshaven mit 23 000 Einwohnern, um Rüstringen damit zu vereinigen. Oldenburg verzichtet auf seine in weiter Entfernung liegenden Nebenländer Birkenfeld und das sogenannte „Fürstentum Lüde ck". Jenes, an der Nahe gelegen, mit 50 000 Bewohnern und dieses im Holsteinischen belegene Gebiet mit 47 000 Menschen fällt an die betreffenden preußischen Provinzen Rheinland und Schleswig-Holstein. Birkenfeld behält als rheinischer Landkreis seinen geschichtlichen Namen, das Lübecker Ländchen, bekannt als die „holsteinische Schweiz", wird zum Landkreise Eutin erklärt. Wie schon gesagt, wird die Freie Stadt Lübeck mit Schleswig-Holstein vereinigt. Von ihren ländlichen Bezirken fallen einige an das benachbarte Mecklenburg. Zwischen diesem Lande und den Provinzen Brandenburg und Pommern Die Landesplanungsgemeinschast „Mein-Main". Das Melioration«!- und Siedlungsprogramm des Gauleiters. N S G. Arn Mittwoch fand in Frankfurt die Gründungskundgebung der „Landesplanungsgemeinschaft Rhein-Main" statt: „Das Kernproblem der Raumordnung im Gau Hessen- Nassau ist die Ernährungsgrundlage"; auf diesem fundamentalen Satz war die Ansprache des Gauleiters aufgebaut. Die Aufgabe wurde genau präzisiert: Unterrichtung über den bestehenden Zustand im Planungsraum und Ausarbeitung einer vorausschauenden, gestaltenden Gesamtplanung des Raumes, wobei sich der kleinere Raum in den größeren und die Einzelplanungen in die Reichs- und Landesplanungen einfügen müssen. Die „Landesplanungsgemeinschaft Rhein-Main" hat ihren Sitz in D a r m st a d t, mit der Führung der Geschäfte wurde Landeskulturrat Reich (Hessische Landesregierung) als kommissarischen Landesplaner bestellt. Die Planungsmaßnahmen werden sich auf alle Arbeiten zu erstrecken haben, die der Ordnung der Lebensbedingungen der Volksgenossen dienen, also der Ernährung, der Produktion, der Siedlung, des Verkehrs, der Arbeitsbeschaffung usw. Alle Schwierigkeiten, die aus der dichten Besiedlung und der geopolitischen Lage entstehen können, müssen beseitigt werden: Mit dem Ablauf des Arbeitsplanes für 1937 kommt im Rahmen des Melorations- und Siedlungsprogrammes eine Erfassung von 143 Gemarkungen zum Abschluß, in denen 86 477 Hektar landwirtschaftlich genutztes Gelände melioriert, umgelegt und verbessert wurden. Unter diesen 143 Gemarkungen waren 42, die teilweise 6, 8, 12 und mehr Jahre in Bearbeitung waren. Außerordentliche Ergebnisse wurden auch bei der Verbreiterung der Reichs- und Landstraßen, beim Bau von Umgehungsstraßen erzielt. Eine besondere Würdigung des Gauleiters wurde der Neubildung deutschen Bauerntums zuteil: 3m herbst 1935 standen für die Anliegersiedlung und Neubildung deutschen Bauerntums in Hessen etwa 4300 Hektar mit einem Werte von 9 Millionen Mark, im Herbst 1936: 79 Hektar mit einem Werte von rund 197 000 Mark zur Verfügung. Auf Grund der Arbeitspläne werden in diesem Herbst rund 9000 Hektar Siedlungsland mit einem Werte von 18 Millionen Mark ausgeschieden. Etwa 140 Neubauernsiellen werden in diesem 3ahre entstehen: 3 neue Erbhöfe- dürfe und 3 Erbehöfeweiler! 800 bis 900 bäuerliche Betriebe werden auf Erbhof- gröhe gebracht! Landeskulturrat Reich faßte noch einmal das gesamte Problem der Landesplanung zusammen. Die Sicherstellung der Ernährung unseres Volkes zwingt uns eine Mehrerzeugung zu schaffen, die einer Bodengröße von 1,2 Millionen Hektar gleichkommt. Aus diesem Grunde ist gerade dem Meliorations- und Siedlungsprogramm der NSDAP, die allergrößte Bedeutung zuzumessen. Die Partei hat mit Nachdruck diese vorgezeichneten Ausgaben zu überwachen und für die Durchführung Sorge zu tragen. In der Landesplanungsgemeinschaft werden Arbeits- bzw. Fachausschüsse gebildet werden, die beratend und fördernd dem GauleUer zur Seite stehen. Die bereits bestehenden Organisationen werden zur Mitarbeit herangezogen. Im Anschluß fand eine Fahrt über die Straße des Führers durch das Hessische Ried statt, wo das erste Erbhöfedorf des Gaues Hessen-Nassau: Ried- rode und das Frauenarbeitsdienstlager in Bürstadt besichtigt wurde. Weiterhin wurde dem Arbeitslager in Pfungstadt ein Besuch abgestattet. Förderung des tu irtschasisverkehrs zwischen Deutschland und Oesterreich Berlin, 27. Jan. (DNB.) Botschafter von Popen und Staatssekretär für Aeußeres Dr. Schmidt haben gemeinsam mit den beiden Delegationsführern Dr. Clodius und Gesandten Dr. W i l d n e r Vereinbarungen für den Wirtschaftsverkehr zwischen den beiden Staaten für das Jahr 1937 unterzeichnet. Es ist Einvernehmen darüber erzielt worden, daß der Wirtschaftsverkehr wechselseitig im Verhältnis zum Gesamtvolumen des Jahres 1 9 3 6 b e - trächtlich erhöht werden soll. Da bei den gegebenen Verhältnissen eine solche Ausweitung nur bei Aufrechterhaltung des reibungslosen Zahlungsverkehrs herbeigeführt werden kann, war es notwendig, die Intensität der gegenseitigen Wirtschaftsbeziehungen in einem b e ft i m m t e n Rahmen zu halten. In der Richtung Oesterreich-Deutsches Reich betreffen die zusätzlichen bedeutenden Steigerungen zunächst die landwirtschaftlichen Erzeugnisse, wobei in erster Linie die größeren Gruppen, Schlachtvieh, Zucht- und Nutzvieh, sowie Pferde, ferner Butter, Käse, Milch und Rahm Berücksichtigung sanden. Auch für die Holzwirisch a f t sind beträchtliche Zusatzkontingente und zwar besonders für Nadelschnittholz, Eisenbahnschwellen sowie für Rundholz und Schleifholz vorgesehen. In der industriellen Gruppe betreffen die zusätzlichen Kontingente Lieferungen der Eisen- und Stahlindustrie, ferner eine Reihe verschiedener anderer industrieller Artikel, für deren Berücksichtigung ein besonderes Interesse der österreichischen Jndustriekreisc gezeigt wurde. Endlich konnte Vorsorge für eine Verbesserung der Verrechnung im deutsch-österreichischen Film- gefdjäft sowie für Zahlungen für geistige Leistungen (Urheberrechte und Äutorengebühren) getroffen werden. Auch sind mit Bedachtnahme auf die ungestörte Abwicklung des Zahlungsverkehrs neue Vereinbarungen über den Reiseverkehr getroffen worden; damit ist auch eine stärkere Dotierung im Vergleich zu den Mitteln, die bisher zur Verfügung gestellt werden konnten, erreicht worden. In der Richtung Deutsches Reich-Oester- r e i ch kamen, abgesehen von Kohle und Koks, in erster Linie industrielle Artikel in Betracht. Ueberbies konnten verschiedene größere Kompensationsverträge und sonstige Geschäfte eingebaut werden. Durch eine Zusatzvereinbarung zum geltenden Handelsvertrag soll dieser in zolltarifarischer Beziehung einige Ergänzungen erfahren. Schließlich sieht das Abkommen Regierungsaus- s ch ü s s e vor, die in ständiger unmittelbarer Fühlungnahme alle Fragen behandeln, die mit der Auslegung und Anwendung des Handelsvertrages sowie aller anderen zur Regelung des Waren-, Zahlungs- und Reiseverkehrs getroffenen Vereinbarungen Zusammenhängen. Die neuen Vereinbarungen sollen am 1. Februar d. I. in Kraft gesetzt werden. findet ein Austausch einiger Enklaven, See- und Waldstücke statt. Das Gesetz wird als die erste Flurbereinigung im norddeutschen Raume bezeichnet. Es stellt zweifellos eine großzügige Regelung dar. Ohne auf eine „Seelenrechnung" nach dem Vorbilde des Wiener Kongresses zu verfallen, schafft das Gesetz klare Verhältnisse und trägt auch den lokalen Erfordernissen und Wünschen weitgehend Rechnung. Nachdem es keine Länderhoheit mehr gibt, nachdem auch dynastische Rücksichten nicht mehr bestehen, können sich derartige Veränderungen leichter vollziehen, weil sie nur nach dem Interesse Gesamtdeutschlands und den Gründen zweckmäßiger Verwaltung bestimmt werden. Birkenfeld 120 Zahre oldenburgische Exklave. Die 600 Kilometer von Oldenburg entfernte Exklave Birkenfeld liegt, von den Regierungsbezirken Trier und Koblenz umschlossen, im Quellgebiet der Nahe, ist 500 Quadratkilometer groß und zählt 56 000 Einwohner. Der Landesteil Birkenfeld gehört jetzt 120 Jahre zu Oldenburg. Seine Entstehung als Fürstentum mit den heutigen Grenzen hat es dem Feilschen auf dem Wiener Kongreß zu verdanken, von dem der damalige Großherzog Peter von Oldenburg als Gegner Napoleons dieses Ländchen zugesprochen erhielt. Aus 86 kleinen Gemeinden gebildet, wurden hier die verschiedensten Herrschafts-Untertanen aus pfälzisch- zweibrücker, sponheimer und badischer Zeit zusammengewürfelt. 1776 war das Ländchen unter badische Verwaltung gekommen, von 1801 bis 1814 übten die F r a n z o s e n die Herrschaft aus und am 9. April 1817 wurde durch öffentlichen Anschlag des Freiherrn v. Schmitz-Grollenburg zu Frankfurt als Beauftragten des Königs von Preußen bie Uebergabe an Oldenburg bekanntgegeben. Birkenfeld war wohl ein Teil Oldenburgs, hatte aber bis heute eigene Finanzverwaltung. Hamburgs Zukunft. Hamburg, 27. Jan. (DNB.) Aus Anlaß der Verkündung des Gesetzes Groß-Hamburg richtete Reichsstatthalter (Bauleiter Kaufmann einen Aufruf an die Bevölkerung Groß-Hamburgs, in dem er u. a. hervorhebt: Mit dem Erlaß des Reichsgesetzes über Groß- Hamburg beginnt eine neue Epoche. Mit starker Hand hat der Führer das hoheitliche, verwaltungsmäßige, oerkehrspolitifche, städtebauliche und wirtschaftliche Durcheinander im Stromspaltungsgebiet der Elbe beseitigt. Die Bahn ist frei für die weitere Entwicklung des Hamburger Hafens und der mit ihm verbundenen Industrie sowie für die Schaffung ausreichender und gesunder Siedlungen der Groß- Hamburger Bevölkerung. In der Tatsache, daß die Verwirklichung der Groß-Hamburger-Frage die erste bedeutende territoriale Neugestaltung des Dritten Reiches ist, liegt zugleich ein weithin sichtbares Zeichen für das große Interesse, das der Führer Hamburg entgegenbringt, und ein Bekenntnis des Reiches zu der Aufgabe Hamburgs zu Außenhandel und Schiffahrt. 3fi der Ostseeraum gesichert? Lou unserem dt-Äerichierstatier.. (Nachdruck verboten, auch mit Quellenangabe.) Stockholm, Januar 1937. Einer Welt voll politischen Zündstoffes hat das deutsche Volk im vergangenen Jahr das Bild geeinter deutscher Macht gezeigt; gegen die zerstörenden Triebkräfte des jüdischen Bolschewismus ist von Deutschland immer wieder das Gewissen der Kulturvölker alarmiert worden. Alte Begriffe von Parteien und Regierungen sind morsch geworden. Mitten durch die Länder um Deutschland, die den Weg zur Neuordnung ihres völkischen Lebens noch nicht gegangen sind, zieht sich die Grenzscheide der Zukunft. Ströme von Blut folgen ihrem Lauf in Spanien. Geiselmorde und Feuersbrünste verbreiten Schrecken und Entsetzen; der Tod hält reiche Ernte. Die Kräfte des Wiederaufbaues werden ein Trümmerfeld vor sich sehen. Das war Moskaus Hand.' Die großen Dichter und Denker sehen die Ungs oft nicht nur klarer und früher als ihre Völker, sondern vermögen sie auch in knappe, für sich selbst sprechende Formen zu pressen. Der Norden wartet dafür mit einer Reihe von Beispielen auf. Als in den letzten Monaten Verner v. Heiden stam, der Nestor der Skalden Schwedens, von einer Reise durch Europa auf seinen Landsitz am Vättern-See zurückkehrte, hat er sich lebhaft erzählend, noch erfüllt vorn Ernst des Geschauten, über seine Eindrücke geäußert: „In dieser Unruhe und Auflösung sehe ich einen festen Punkt und das ist — mag man sagen, was man will — Deutschland. Man kommt nicht darum herum, daß cs Hitler gelungen ist, geordnete, klare und beständige Verhältnisse zu schaffen. Es liegt Ziel und Genialität in seinen Handlungen. Ich bin völlig davon überzeugt, daß er den Frieden will und nur um des Friedens willen fein Land in Verteidigungsbereitschaft setzt. Nur durch den Umbau Deutschlands ist Europa vor dem Sturz ins bolschewistische Chaos bewahrt worden". Die Worte des Dichters erhalten eine bedeutsame Ergänzung, wenn man ihnen die Erkenntnisse eines Soldaten hinzufügt, der sich nicht nur mit dem Wesen des Bolschewismus beschäftigt, sondern auch nachdenklich in den Büchern der Geschichte geblättert hat. Es ist Generalleutnant H. Wränget, der unter dem Eindruck der Ereignisse das Problem „Schweden und die Sowjet-Union" aufgerollt hat. Es enthüllt anhand der Veröffentlichungen des Generalstabes die Unterminierungsarbeit Rußlands in Schweden schon in der Zeit zwischen dem Frieden von Nystab, der 1721, drei Jahre nach dem Tode des großen Soldatenkönigs Karls XII. den Nordischen Krieg beendete, und dem von Fredriks- hamn in dem Schweden 1809 nach unglücklichem Kriege Finnland samt den Aalandsinseln an das Zarenreich abtreten mußte. Er verweist darauf, daß em russischer Vorstoß gegen Schweden in der Ostsee im Herbst 1914 nur um Haaresbreite vermieden wurde. Er gibt den Inhalt eines Gespräches wieder, das er mit einem Finnen über den „Erbfeind" gehabt hat. Er fragt, ob Rußland versuchen werde, seine im Weltkriege verlorenen westlichen Provinzen zurückzuerobern, und erhält die Antwort: „Nichts ist so gewiß wie das. Wann es geschehen wird, wissen wir nicht; aber wir werden uns dann schlagen bis auf den letzten Man n." Der schwedische Offizier schildert schließlich den ungestümen Drang Rußland nach einem eisfreien Hafen am Atlantik und sein Begehren nach den kostbaren Erzfeldern Schwedens im hohen skandinavischen Norden. „Die Gefahr aus Osten" ist es, die ihm die Feder in die Hand gedrückt hat. Diese Gefahr ist durch die unerhörte Auf» r ü st u n g der Streitkräfte der Sowjetunion, deren angriffslustiger, nach Westen gerichteter Charakter von niemandem im Ernst bestritten werden kann, und durch die immer unverhüllter zutage tretenden roeltreoolutionären Ziele der kommunistischen Internationale ins Riesenhafte gewachsen. Sie besteht für die Länder Skandinaviens so sehr wie für die des Baltikums; sie droht zu allererst Finnland, das volklich und geschichtlich mit engen Banden cm beide Staatengruppen geknüpft ist. Dieser „Eckpfeiler" Skandinaviens zwischen der Ostsee und dem Eismeer ist anders als Schweden, Norwegen oder Dänemark den Stürmen der Zeit ausgesetzt gewesen. Das finnische Volk hat unter dem Zarismus länger als ein Jahrhundert um seine kulturelle Selbstbestimmung ringen müssen, hat den Weltkrieg bitterer durchkostet als seine Nachbarn und zehrt noch heute von den harten Lehren des blutigen Befreiungskampfes, den es 1918 Schulter an Schulter mit deutschen Freikorps gegen die lieber» zahl der das Land terrorisierenden bolschewistischen Scharen durchgefochten hat. Finnland kennt seine Gegner. Wenn es heute ohnmächtig mit ansehen muß, wie Ingermanland zwischen feiner Ostgrenze und Leningrad zwangsweise entvölkert und in einen Gürtel von Besestigungsan- lagen mit Flugplätzen verwandelt wird, so weiß es, was die Stunde geschlagen hat. Dieses Wissen wird dadurch drückender, daß Ingermanlands Bevölkerung ebenso wie die des nördlich sich anschließenden Karelien derjenigen Finnlands stammverwandt ist. Jede von ihrem Hose vertriebene und in die Verbannung nach Sibirien gestoßene Familie ist 23 c r l u ft am'eige« nen Volkstum. Die Zentralregierung in Moskau, die so gern mit der angeblich freien Entfaltung der nationalen Minderheiten im Nahmen der Sowjetunion prahlt, hat schon seit Jahr und Tag die vertraglich verbürgten kulturellen Rechte der Fin« nen Ingermanlands mit Füßen getreten. Das Wissen Finnlands wird vermehrt um die Meldungen, die das Anwackisen der kommunistischen Kampfmittel zu Lande, zu Wasser und in der Luft an- Die Lösung des VeamtenverWmffes Lö- Die Reichsdienststrafordnung für Silber für Kupfer für Blei für Nickel ihr be- Eine wesentliche Ergänzung des Deutschen Beamtengesetzes bildet die Reichsbien st st raf- ordnung, die dem Dienstherren des Beamten die Mittel an die Hand gibt, um Verstöße gegen die Dienstzucht abzuwehren und die Beamtenschaft nötigenfalls von Mitgliedern zu reinigen, die das ihnen durch die Ernennung zum Beamten bewiesene Vertrauen nicht rechtfertigen. Wie das Deutsche Beamtengesetz den Pflichtgedanken bewußt und betont in den Vordergrund stellt, trägt die Reichsdienststrafordnung den schärferen Anforderungen, die der nationalsozialistische Staat an das Pslicht- bewußtsein seiner Beamten stellt, und dem strengeren Maßstab, den er bei einer Verletzung der Beamtenpflichten anlegt, Rechnung. Eine wesentliche Neuerung bildet das Wiederaufnahmeverfahren in Dienststrafsachen. Der Wiederausnahme- gedanke entspricht der nationalsozialistischen Auffassung, daß ein an der Ehre eines Menschen begangenes Unrecht wieder gutgemacht werden muß. Der Weg der Begnadigung reicht hierzu in der Regel nicht aus. Schließlich enthält die Reichsdienststrafordnung Vorschriften, die der NSDAP, in bestimmten Beziehungen eine Beteiligung am Dienststrafverfahren zusichern und dadurch die enge Verflechtung von Partei und Staat auch in Dienst- straffachen praktisch wirksam werden lassen. In den Jahren 1933 bis 1935 find im Durchschnitt nur knapp V2 pro Tausend der vorhandenen Beamten durch Disziplinarurteil aus dem Dienst ent» lassen worden (bei Einbeziehung der Ruhestandsbeamten prozentual noch weniger): ein überzeugender Beweis für die Unversehrtheit und Sauberkeit des deutschen Berufsbeamtentums! Lebt der Beamte den Forderungen des Beamten- Gefetzes entsprechend, so wird er nicht nur innere Befriedigung empfinden, er wird auch als Beamter in der Volksgemeinschaft eine Stellung erhalten, die die Voraussetzung für feine ersprießliche Wirk- famkeit ist. Dann wird er auch vorbildlich auf die Volksgenossen wirken. Dem Führer aber ist die Beamtenschaft dankbar dafür, daß er ihr am Ende der ersten vier Jahre nationalsozialistischen Aufbaus durch diese Gesetze das Vertrauen schenkt, als einer der Grundpfeiler des nationalsozialistschen Staates ihm und der Bewegung Gefolgschaft leisten zu dürfen. 9 et) alt ist erdi enter Gehaltsanteil; die bisherigen Vorschriften über Anrechnung späteren Arbeitsverdienstes auf das Ruhegehalt find daher beseitigt worden. Das Treueoethältnis zu Führer und Reich endet nicht mit der Versetzung in den Ruhestand. Bei Verletzung dieser Treupflicht kann das Ruhegehalt entzogen werden. Dienstvergehen gilt, wenn er sich staatsfeindlich betätigt, wenn er die Amtsverschwiegenheit verletzt und wenn er nach seinem Ausscheiden Belohnungen oder Geschenke in Bezug auf sein Amt ohne Genehmigung der obersten Dienstbehörde annimmt. Im Dienststraf- verfahren können ihm dann alle Rechte aus seinem Ruhebeamtenverhältnis auch das Ruhegehalt abgesprochen werden. Das Gesetz bringt weiter eingehende Vorschriften über die Berechnung des Ruhegehaltes und die ruhegehaltsfähige Dienstzeit, hierbei mag nur hervorgehoben werden, daß auch die Bekleidung eines hauptamtlichen Amtes in der NSDAP, als ruhegehaltsfähige Dienstzeit angerechnet werden kann; Übergangsweife kann auch die Zeit angerechnet werden, während der ein Beamter vor dem 30.1.1933 in der NSDAP. einAmt bekleidet hat, auch wenn es nicht hauptamtlich war. Wichtig ist, daß auch die Vorschriften des Unfallfürsorgegesetzes für Beamte in das DBG. übernommen sind mit der Erweiterung, daß für jeden Dienst- Unfall Unfallfürsorge gewährt wird, nicht nur in besonders gefährdeten Betrieben. Auch das Beamtenhinterbliebenengesetz ist inhaltlich in das Gesetz ausgenommen werden, an den bereits bewilligten Ruhgehältern, Witwen- und Waisengeldern nichts geändert wird und daß auch Wartegelder nicht neu festgesetzt werden, die Paragraphen 5 und 6 des Gesetzes zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums, die es ermöglichen, den Beamten jederzeit in ein geringeres Amt oder in den Ruhestand 311 versetzen, mit Inkrafttreten des Deutschen Beamtengesetzes ihre Geltung verlieren. 3 kg 100 kg 100 kg 20 kg dem Druck aus dem Osten zu einer baldigen jung drängen. rufsbeamter geführt haben, ehe er Beamter auf Lebenszeit werden kann. Der Stellvertreter des Fükrers ist bei der Ernennung von Beamten zu hören. Ebenso, wenn gewisse Hoheitsträger der Partei als Beamte versetzt werden. Der Beamte auf Lebenszeit hat im Falle feiner Diensthinfälligkeit auch Anspruch auf Ruhegehalt, nicht erst, wie bisher, nach einer Dienstzeit von zehn Jahren. Da aber niemand mehr vor dem 27. Lebensjahr lebenslänglich angestellt wird, ergibt sich hieraus kein besonderer Vorteil. Nach 30 Jahren, also in der Regel mit dem 57. Lebensjahr, erreicht der Beamte das höchste Ruhegehalt. Beamte auf Widerruf erhalten beim vorzeitigen, ohne eigenes Verschulden veranlaßten Ausscheiden ein Uebergangsgeld. Werden sie aus Anlaß des Dienstes unfähig, so erhalten sie Ruhegehalt; auch bei Erreichung der Altersgrenze kann ihnen Ruhegehalt bewilligt werden. Neu ist eine auf dem nationalsozialistischen Grundsatz der Leistung aufgebaute Vorschrift, nach der dem Beamten, der in seinen Leistungen hinter dem billigerweife von ihm zu fordernden Maß zurückbleibt, das nach Besoldungsrecht vorgesehene Gehalt nach Dienstaltersstusen versagt werden kann. Es handelt sich hier um solche In den Ruhestand verseht wird der Beamte, wenn er die Altersgrenze erreicht hat, wenn er dienstunfähig geworden ist, ferner wenn der Führer und Reichskanzler auf einen von der obersten Dienstbehörde im Einvernehmen mit dem Reichsminister des Innern gestellten Antrag entscheidet, daß der Beamte nicht mehr die Gewähr dafür bietet, daß er jederzeit für den nationalsozialistischen Staat eintreten wird. Die den Antrag rechtfertigenden Tatsachen müssen in einem besonderen Untersuchungsverfahren festgestellt sein, in dem die eidliche Vernehmung von Zeugen zulässig und der Beamte gehört ist. Das Ruhe- Kleine volitische Ttadrrtdtfen. Zwischen italienischen und englischen Kolonialsachleuten wurde ein Abkommen unterzeichnet, das an der Grenze Aethiopiens und des englischen So- malilandes ein beiderseitiges Weide- und Tränkerecht für einige Somalistämme festleqt. Der Durchgangsverkehr zu den in Englisch-Somaliland gelegenen Häfen Gerbera und Zeila wurde geregelt. „(Saubere Menschen im sauberen Betrieb " Dr. Ley eröffnet neuen Aufklärungsfeldzug. Berlin, 27. Jan. (DNB.) Im Reichsamt '.Schönheit der Arbeit" gab der stellvertretende Amtsleiter Pg. S t e i n w a r z die Arbeitspläne für die kommenden Monate bekannt. Am 12. Februar startet der große Aufklärungsfeldzug „Saubere Menschen im sauberen Betrieb", der durch Dr. Ley auf einer Großkundgebung i n Magdeburg eingeleitet wird. Dieser Generalangriff auf die in vielen Betrieben noch unvollkommenen Waschanlagen und sonstigen hygienischen Einrichtungen wird durch eine Ausstellung „Schönheit der Arbeit" unterstützt. Vom 7. bis 14. März eröffnet durch Großkundgebungen und eine Ausstellung in Gelsenkirchen das Reichsamt einen Feldzug „Schönheit der Arbeit im B e r g b a u". Es gilt, unseren Kameraden im «chacht durch eine weitere Verbesserung der Arbeitsbedingungen ihre schwere gefahrvolle Arbeit zu erleichtern. Weiter wird Mitte des Jahres das Problem der guten Belüftung aufgegriffen werden. Im Rahmen von Wettbewerben wird das Reichsamt in verschiedenen Stödten Deutschlands Preise für den bestentlüfteten Betrieb, Theater, Kino und Gaststätten ausfetzen. Die technischen Vorarbeiten sind seit einem halben Jahr in vollem Gange. Schließlich werden zu Beginn des Monats Mai alle deutschen Sägewerke einer Besichtigung unterzogen, um feftzustellen, wie weit Das deutsche Beamtengesetz. Erläuterungen des Reichsinnenministers Dr. Frick Auf dem Grundsatz der Einheit von Partei und Staat folgt die Pflicht des Beamten, jederzeit für die NSDAP, einzutreten, und sich in feinem gesamten Verhalten von der Tatsache leiten zu lassen, daß die NSDAP, in unlöslicher Verbundenheit mit dem Volk Trägerin des deutschen Staatsgedankens ist. Er begeht eine schwere Pflichtverletzung, wenn er Vorgänge, die den Bestand des Reiches oder der NSDAP, gefährden könnten nicht zur Kenntnis feines Dienftvorgefetzten bringt. Dies auch dann, wenn er sie außerhalb feines Dienstes erfahren hat. Gehorsam und Amtsverschwiegenheit sind weitere Pflichten des Beamten. Die Bindung des Beamten an das Gesetz und dienstliche Anordnungen feiner Vorgesetzten geht jeder anderen Gehorsamsbindung vor. 'Die Pflicht zur Amtsverschwiegenheit besteht auch nach Beendigung des Beamtenverhältnisses fort, von " kann ihn keinerlei andere persönliche Bindung freien. Mitropa sind die Einnahmen im Jahre 1936 gegenüber 1935 im Speisewagenbetrieb um 9,4 v. H., die Schlafwageneinnahmen um 7,6 v. H. gestiegen. Beim Mitteleuropäischen Reisebüro lMER.) ist der Gesamtumsatz in den ersten neun Monaten des laufenden Geschäftssahres um 0,4 v. H. gefallen infolge des geringeren Absatzes im Kreditwesen und Reisescheck. Vergleicht man die beiden Jahre ohne Kreditbrief- und Reisescheckverkehr, so ist eine Steigerung von 10,5 v. H. zu verzeichnen. Der Verwaltungsrat erkannte die besonderen Leistungen aus Anlaß des Weihnachts- und Neu- jahrsverkehrs an. Wie in sonstigen öffentlichen Diensten erhöht die Reichsbahn für kinderreiche Arbeiterfamilien den K i n d e r z u s ch l a g für das fünfte und folgende Kind auf mindestens 10 RM. im Monat. Um den in der Bahnunterhaltung tätigen Arbeitern höhere Verdienstmöglichkeiten zu geben, wird vom 1. März bis 31. Oktober eine Stunde lieber 3 eitarbeit zugelassen mit dem üblichen Zuschlag. Sie Ausübung der Heisevennittlung. DNB. Im Reichsgesetzhlatt wird ein „Gesetz über die Ausübung der Reiseoermittlllng" veröffentlicht, in dem es u. a. heißt: Die Ausübung der Reifevermittlung, nämlich die Veranstaltung, Durchführung oder Vermittlung von Reisen, die sich nicht auf die Beförderung mit eigenen Fahrzeugen beschränken, ober die Vermittlung von vorübergehender Unterkunft oder Verpflegung kann ganz oder teilweise versagt werden, wenn Tatsachen vorliegen, welche die Un Zuverlässigkeit des Gewerbetreibenden in bezug auf diesen Gewerbebetrieb bartun. Die Kreispolizeibe- Hörde kann die Ausübung der Reiseoermittlung vorläufig verbieten. Sie hat bei der zuständigen Behörde den Antrag auf Untersagung des Gewerbebetriebes zu stellen. Die für die Untersagung zuständige Behörde hat über die Aufrechterhaltung des vorläufigen Verbotes vorab zu entscheiden. Eine Entschädigung für persönliche ober wirtschaftliche Nackteile, die durch die Untersagung ober durch ein vorläufiges Verbot entstehen, wirb nicht gewährt. Auch die Ausländsdeutschen feiern den 30. Januar. Berlin, 27. Jan. (DNB.) Auch bie auslandsdeutschen Volksgenossen werden des Tages gedenken, an dem der Nationalsozialismus im Reich bie Führung bes Volkes übernahm. Währenb sich nun in Uebersee die Deutschen um das Kurzwellenempfangsgerät versammeln, um Zeugen der Feiern in der Heimat zu sein, sprechen in den europäischen Gruppen sowie in der Türkei und Aegypten unter vielen anderen folgende Redner: Staatssekretär SS.-Obergruvpenführer Heißmeyer, Staatssekretär Reinhardt. Reichsstatthalter Dr. Meyer, Gauleiter Jordan, Generalarbeitssührer Dr. Decker, Reichsamtsleiter Dr. Groß. Die Anstellung. Neugeregelt ist die A n st e l l u n g d e s B e a m - en insofern, als es außer Beamten auf Zeit, d. h. solchen Beamten, bie, wie bie leitenden Gemeinbebeamten, nur auf eine bestimmte Reihe von Jahren berufen werben, nur noch Beamte auf Wiederruf und Beamte auf Lebenszeit gibt. Beamter a u f Lebenszeit kann nur werden, wer bas 2 7. 2 e - bensjahr n o 11 e n b e t hat unb den vorgeschriebenen ober üblichen Vorbereitungsdienst unb die vorgeschriebenen ober üblichen Prüfun - gen bestanden hat. Ist dies nicht der Fall, so muß er fein Amt sünf Iahre lang als Wieder- Berlin, 27. Jan. (DNB.) Der Reichs- und Preußische Minister des Innern Dr. Frick sprach am Mittwochabend um 19.30 Uhr über alle deutschen Sender über bas deutsche Beamtengesetz und die Reichsdienststrafordnung. Reichsminister Dr. Frick führte u. a. aus: Nachdem die Beamtenschaft in erster Linie mit den Mitteln des Gesetzes zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums vom 7. April 1933 so umgestaltet war, daß sie als ein treues unb verläßliches Instrument in der Hand des Führers und Reichskanzlers und als ein Grundpfeiler des nationalsozialistischen Staates gelten kann, war es an der Zeit, ihr auch ein aus nationalsozialistischen Grundsätzen aufgebautes Recht und damit die gesicherte Grundlage zu weiterer Arbeit an Volk unb Staat zu geben. In der Zeit vor der Machtergreifung leistete der Beamte seine Arbeit, ohne sich mit einem Staatsoberhaupt persönlich verbunden zu fühlen. Sein Eid lautete ja auch nur auf die Verfassung unb nicht auf einen Mann, in dem er feinen Führer sehen konnte. Jetzt sieht der Beamte, wie es das Beamten- geseh gleich zu Anfang bestimmt, in einem öffentlich - rechtlichen Dienst- und T r e u e v e r h ä l t n i s zum Führer und zum Reich. Er leistet jetzt einen Treueid dahin. daß er dem Führer des Deutschen Reiches und Volkes. Adolf Hitler, treu und gehorsam fein, die Gesetze beachten und feine Amtspflichten gewissenhaft erfüllen werde. Staatsoberhaupt ist der vom Vertrauen des deutschen Volkes erkorene und getragene Führer. Durch das Treueverhältnis zu ihm wird der Beamte nunmehr Diener des ganzen Volkes. Das Volk wieder ist geeint in der NSDAP, die ihrerseits den Staat trägt, in dessen Dienst der Beamte stehl. Deshalb ist. wie es im Eingang des Gesetzes weiter heißt, der Beamte der Vollstrecker des Willens des kündigen. Welche Waffe hat es einem Flieaerheer entgegenzusehen, bas wie ein Heuschreckenschwarm sein Laich» überfällt? Ist es in ber Lage, seine Häsen zu schützen ober bie Ein sahrt in den Bottnischen Meerbusen zu sperren? Wenn nicht, bann können bie Kampfflieger ber Sowjetunion, beren Schatten spukhaft bas ganze nördliche Skandinavien überstreichen, zu jeber beliebigen Stunde auf den Aaland-Jnseln niedergehen. Die sind unbefestigt. Wer sie beherrscht, kontrolliert bie Erzausfuhr Schwedens durch bie Ostsee. Angesichts dieser drohenden Möglichkeit ist die Frage nach ber Wie - berbefeftigung ber Aalands-Jnseln, die der Völkerbund 1921 unter internationale Bürgschaft für bie Rechte der schwebischen Bevölkerung unb unter ber Bedingung ber militärischen Neutralisierung Finnlanb zugesprochen hatte, von mehr als einer Seite aufgeworfen worben. Es ist einleuchtend, daß bie Entscheidung in dieser Frage bas Verhältnis Finnlands nicht nur zu Schweben, sondern darüber hinaus zum gesamtskandinavischen Block auf das schwerwiegendste beeinflussen wird. Alle Pläne für eine wirksame Erneuerung unb eine nennenswerte Verstärkung ber Lanb- unb Seestreitkräfte Skanbinaviens sind bisher am Wiber- stand ber für die Regierungsführung maßgebenden Parteien gescheitert. Nur einer Waffe ist gesteigerte Bedeutung zugelegt worden, der F l i e g e r w a f f e. So sehr das als Anpassung an bie Entwicklung ber Technik, namentlich unter Hinweis auf beschrankte Mittel für ben Wehrhaushalt, verteidigt werden mag, so sehr sind sich doch auch die militärischen Sachverständigen über bie Unzulänglichkeiten, ja über bie Gefahr einer solchen Einstellung einig. Weder Gotland, Schwebens Stützpunkt mitten in der Ostsee, noch etwa die Durchfahrtsstraßen, an denen Dänemark Wacht zu halten berufen ist, lassen sich ohne genügend starke Flottenstreitkräfte verteidigen. Damit sind Fragen aufgeworfen, die unter hier bie „Schönheit der Arbeit" bereits Eingang gefunden hat. Neben diesem neuen Programm laufen bie im vergangenen Jahr gestarteten Aktionen „Gutes Licht — gute Arbeit", „Schönheit ber Ar- beit im Hotelgewerbe", „in ben Ziegeleien", , in den Gerbereien" unb „auf den Seeschiffen" weiter. Erfassung von ungenutzten Metallen. (D9K8.) In der letzten Zeit wurtze f-stgestellt daß großer- Mengen von Platin, S'IbcJ, Kupfer, Blei, Nickel, Zinn unb Zink sich in Form oon Roh-, Halbsertig. und Bruch w a r e in Prioathand befinden. Diese edlen und unedlen Metalle gehen damit einer nutzbringenden und zweckentsprechenden Verarbeitung ver- wren Um die ordnungsmäßige Verwendung dieser Metalle sicherzustellen, wird in ber achten Anord- Durchführung des Vierjahresplanes be- stlmmt daß Personen, die über Roh- und Halbfertigware, einschließlich Bruchware dieser Metalle verfügen, ohne sie gewerbsmäßig zu verarbeiten, zu Der LeLf’ ’nüber '» "‘-n PS» ii ®«i 15 QOm. ler. ^Ns, a- M Ii ?»ä H.tzi ♦“»im 5„a* -Am -°« L-.b« iuit 1N161" ’S * ’S w M der Lr0£ M H'er und N die fein mir # „ . Die SchneeM' tan Waldweg ja blätter und dürre: io, als ob sie sich ©erben bald g Sin leichter Wil Mall riefelt firniße Schnee w Kirchen. Auch ei Tonne empor. D nur. Doch auch jetzt breiten sich blaue Der Abend tomn weißen, jchneebet gestärkt und ersi Tages Gloria-Palast, — Öi djtfpielfjau anderen". — Ob am Granit: 17 < gema/öe, Square. Otto Dill. - Deutf Atzen, Gefellfchc ^Missen jchaftli Atz Uhr Lichtbil M des Phys des mi Hoch ein Wem Stadtti lioiden Wünsche k bringt das Si "W, 19 Uhr, ein, grotzen Erfolg w 3* Tho «Wischen Eii m Heinrich Hy Ws macht bart y nicht für i M, Lonj Äne'"S« b » ।m,t h- w Minute! nicht d"sc mül durch ,el; wo s» "Kr lange 111 ei> Ä. ff. 7 Tel > red t^t n S? ff f .Wan: .erst JQl"n, de°ffen ? ihre« seiner 15 lnr Zwirner mt 'egen. ^er Last S in7$ hier k Än- S dO, »Der 5 ws erstehet 3mimei R19 ?oX’$ ?Ä1' taatft ofet !^35b*, «SäS nc' alles . >n tyAl \>Ä 59ebigu »Pili, 'weh, ; üuh!r, K*>»8 ”met ®«fa /ftts jS&Ä "ungente. - r 7'tzen Einfuh fiqQtet Ntt ;.y- OMweiM Höefung und $ lgen Neffen. vereine. 3«n. Der Seife e‘en- Gebiet Wex : •)- hielt in Darr ; ^asiezuchtvereir - "ib Orten des £*er ^ahresbM Anton Fehiui • nen, welch {)ohr : : iet Zwischen M I efonbers auch de- ■ iahr die hoheZ^ I Gebiet Westmarl I Ausstellungen y; 11 Teil dabei gro^ ffl M finden Hund) || leutung statt or IP 23.Mai in Ker [■ rücken. Die echs of'ern auch bejo^i I; er einer $orpri] i il in München II msstellung unterj j hunde/chauen firJl >1 jo Mrerft in £k ’ tim, geplant. M hundezuchtverem I Ausstellungen wr ; resse finden iärj1 i (W n Dividende an. Wx Sfcqt b«r 261 1 271 13?.’ 203 202,5 52,75 52,5 137,5 137>® 109,9 167 ifi 119,5 j I» 168,65 140 118- 158,7 154, ,2S 151 128,5 139, 176, ,6!st •i iiif 133 161 28 202,5 137,5 109,5 167,13 119,25 161 227 172 128,75 146,75 264.25 169 136 152 169 139,5 47,25 131 38,4 152 17,75 140 148,5 136 26,75 "iS 152,5 221,25 150-75 163 199.8 203 1183 57.Z l3$ 24 iSji «1 126.51 'V 143,91 125,75 227 i J 171.5 Jj 127,5 1*1 ' l'8> IIS 147,65 । l«j 18 19, lllj 176«® 162.® 97,® i üjl 1 - 101 136,91 jg 152,5 iSj a-M. ■dllufet lbend, bone_ 271 iw :. 147,25 l«; 130,25 j 3%5 V 117,5/7” 140,651 , ;,.3< 61'27 HZ 62,85! 56,85 17.4? ir rufifl rid, ,710 67 1.4 9,05 105 3,04 6,96 -N'Ä 8: s’4 I 1/* Nr. 23 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen) Donnerstag, 28. Zanuar lsyzr Aus der provinzialhaupistadt. Landschaft im Schnee. Die Landschaft hat ihr Winterkleid angezogen. Die dunklen Aeste der Bäume sind überdeckt von leuchtendem Weiß. Vom leisesten Windhauch fallen Schneeflocken zur Erde. Wenn die Sonne mit ihrer Kraft die Schneemassen zum Schmelzen bringt, hängen am andern Morgen lange Eiszapfen an den Zweigen. Die Dörfer liegen im Schnee. Wenn die Glocken im kleinen Kirchturm läuten, dann kommen die Tone nur weich und wie murmelnd zu uns. Es ist so, als ob der Schnee die Laute verschluckt. Die Kinder haben ihren Schlitten vorgeholt. Mit Jubel geht es die steile Dorfgasse hinab. Dort unten steht auch schon ein kleiner Schneemann. Was macht den Kleinen die Kälte aus! Mit roten Gesichtern und glänzenden Augen fahren sie dahin. So wuß der Winter sein. Der Schnee muß knirschen und bald so glatt und fest werden wie das Eis draußen. Das gibt eine feine Schlittenbahn. Und wir wandern hinaus in die winterklare Schönheit. Wir stehen auf Bergeshöhe und schauen das herrliche Landschaftsbild. Ringsum ist die Natur mit ihrem weißen Brautkleid angetan. Wenn die Sonne hervorlugt, erscheinen silberne Streifen auf dem Schnee. Da funkelt und glitzert es, als ob Tausende von Sternen ausgestreut wären. Ungeahnte Schönheit tut sich vor'unserm Auge-auf. ' Der Dunstkreis der Stadt verschwindet. Helle, klare Luft umgibt uns. Feld und Wald schlummern unter der weißen Decke. Man sieht keinen Grenzstein, keine Furche, keinen Feldweg. Eine weite, weiße Fläche! Es ist so still im Wald, daß wir unwillkürlich leiser auftreten. Die Tannenbäume stehen gebeugt unter der Schneelast, die glatten Buchenstämme wirken in ihrem Grau wie hohe Säulen. Das Moos auf der Erde ist überdeckt mit einem weißen Polster. Hier und da sehen wir Spuren des Wildes. Auch die feine Stimme des Meischen hören wir jetzt. Die Schneeflocken glänzen im Sonnenlicht. Auf dem Waldweg schauen hier und da noch welke Blätter und dürres Laub aus dem Schnee. Es ist so, als ob sie sich ihrer Armut schämten. Aber auch sie werden bald ganz zugedeckt sein. Ein leichter Windstoß erschüttert die Zweige. Ein Schneefall rieselt herab. Wie Staub zerrinnt der körnige Schnee in der Luft. Und wieder zirpt ein Meischen. Auch ein Eichhörnchen steigt dort auf der Tanne empor. Der Wald ist nicht tot. Er schläft nur. Doch auch jetzt sind die Tage noch kurz. Bald breiten sich blaue Schatten auf der Schneedecke aus. Der Abend kommt. Ein Abschiedsblick noch über die weißen, schneebehangenen Berge, dann wanderst du gestärkt und erfrischt deinem Heime zu. H. Dornotizen. Tageskalender für Donnerstag. Gloria-Palast, Seltersweg: „Kinderarzt Dr. Engel". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Die Frau des anderen". — Oberhessischer Kunstverein, Turmhaus am Brand: 17 bis 18 Uhr Ausstellung der Oel- aemälde, Aquarelle und Zeichnungen von Prof. Otto Dill. — Deutscher Biologenoerband, Ortsgruppe Gießen, Gesellschaft für Natur- und Heilkunde, Naturwissenschaftliche und Medizinische Abteilung: 20.15 Uhr Lichtbildervortrag von Dr. Scharrer im Hörsaal des Physiologischen Instituts über: „Die Leistungen des menschlichen Gehirns". Noch einmal „Charleys Xante“. Aus dem Stadttheaterbüro wird uns geschrieben: Um vielen Wünschen des Publikums gerecht zu werden, bringt das Stadtthater am Sonntag, 31. Januar, 19 Uhr, eine einmalige letzte Wiederholung des großen Erfolges „Charleys Tante", Schwank von Brandpn Thomas, mit den tänzerischen und kabarettistischen Einlagen. Die Rolle der „Tante" spielt Heinrich Hub. Die Intendanz des Stadttheaters macht darauf aufmerksam, daß „Charleys Tante" nicht für die Miet-Vorstellungen gegeben wird. Kein Verderb in der Speisekammer. Lpd. Unsauberkeit, Feuchtigkeit, Schimmelbildung, dumpfe Luft, Wärme, Licht, Unordnung und Ungeziefer sind die mannigfachen Ursachen des Verderbs in unseren Vorratsräumen. Wir müssen also dafür sorgen, daß die Speisekammer stets gut durchlüftet, kühl und frei von Feuchtigkeit ist. Durch das Einsetzen von Fliegengaze ist eine gute Durchlüftung gewährleistet, gleichzeitig werden Fliegen und sonstiges Ungeziefer an dem Eindringen in die Speisekammer verhindert. Wärme oder Helligkeit kann durch Anbringen von Fensterläden behoben werden. Feuchtigkeit wird beseitigt, indem man Aetzkalk in Schalen aufstellt: Aetzkalk zieht die Feuch- Ugkeit an und muß natürlich von Zeit zu Zeit erneuert werden. Der Raum der Speisekammer soll durch Regale übersichtlich aufgeteilt sein, gut in Ordnung und sauber gehalten' werden. Speisereste in den Ecken fördern Fäulnis und Schimmel und locken das Ungeziefer (Ratten. Mäuse, Fliegen) herbei. Dann kann nur das Aufstellen von Fallen dem Uebel abhelfen oder der Raum wird mit Areginal vergast, wenn sich Speckkäfer usw. zeigen. Um unsere Vorräte, vor allem das Eingemachte, vor Licht zu schützen, bringen wir blaue Verdunkelungsvorhänge am Speisekammerfenster und vor den Einmachregalen an. Vor allem müssen die Vorräte einer ständigen Kontrolle unterzogen werden. Die richtige Vorratshaltung bei den einzelnen Nahrungsmitteln. Milch wird für kürzere Zeit richtig aufbewahrt, indem man sie im Eisschrank oder unter laufendem Wasser kaltstellt oder abkocht. Durch das Abkochen werden die Milchsäurebakterien getötet, die Milch kann nicht mehr sauer werden. Butter muß kühl, dunkel und verschlossen aufgehoben werden, da sie unter der Einwirkung von Luft, Licht und Wärme ranzig wird. Leichte Spuren des Verderbs kann man noch beseitigen, indem man die Butter in Wasser, dem etwas doppelkohlensaures Natron beigegeben ist, auswäscht. Für kürzere Zeit werden kleinere Buttermengen am besten in dem sogenannten „Butterkühler" aufbewahrt. Für eine längere Aufbewahrung kocht man Butter aus. Auf diese Weise erhalten wir Butterschmalz, das ausgiebiger und bedeutend länger haltbar ist. Größere Mengen Butter und Butterschmalz bewahrt man am zweckmäßigsten in Steintöpfen auf, gießt etwas Salzwasser oben auf und bindet den Topf zu. Käse wird für kurze Zeit unter der Käseglocke aufbewahrt, damit den Fliegen der Zutritt unmöglich ist. Weichkäse kann man für längere Zeit in einem Steintopf kühl und dunkel aufbewahren. Hartkäse schlägt man am besten in einem mit Salzoder Essigwasser getränkten Lappen und legt ihn in einen Steintops. Um Fleisch haltbar zu machen, wird mit bestem Erfolg das Trockenpökeln angewandt. Die Fleischstücke werden mit Salz, etwas Salpeter und Zucker eingerieben, in Fässer geschichtet und mit Brettern und Steinen beschwert. Nach einigen Tagen bildet sich eine Flüssigkeit, die das Fleisch bedecken soll. Es ist jedoch gerade beim Trockenpökeln darauf zu achten, daß die Fleischstücke oft umgepackt und mit Flüssigkeit übergossen werden. Würste und Schinken sollen nicht zu schnell geräuchert werden Am besten ist es, wenn das Räuchern mit je einem Tag Unterbrechung durchgeführt wird. Die Teile an Schinkenknochen sind mit Fett einzugießen oder mit Pfeffer einzureiben. Die Räucherwaren müssen oft nach Schimmel oder Maden nachgesehen werden. Es ist zweckmäßig, als Mittel gegen Fliegen kleine Schalen mit Essig aufzustellen. Schinken- und Wurstanschnitte bestreicht man mit Del, um das Austrocknen zu verhindern. Fett ist kühl, dunkel und verschlossen aufzubewahren, am besten in Steintöpfen. Um Oel vor dem Ranzigwerden zu schützen, schütte man auf eine X-Liter-Flasche Oel einen Teelöffel Salz und schüttele den Inhalt gut durch. Die Aufbewahrung der Eier geschieht für kurze Zeit in Eierschränken kühl, dunkel und luftig oder durch Einlegen in ein Kästchen mit trockener Kleiespreu oder Torfmull. Wir müssen die Eier oft wenden, damit sich der Dotter nicht senkt. Für längere Zeit legen wir Eier in Kalkmilch (1 Kilogramm auf 10 Liter), oder in Garantol ein. Die eingelegten Eier müssen an einem kühlen, frost- und staubfreien, ruhigen und dunklen Ort aufbewahrt werden. Mehl, Grieß und alle anderen Ge- treideerzeugnisse bewahrt man am besten in Kisten oder in Schubladen auf. Alle Getreide- erzeugnisfe müssen oft umgeschaufelt werden, um das Auftreten der Mehlmaden zu verhindern. Dieselben Aufbewahrungsregeln gelten für Hülsenfrüchte. Größere Mengen Brot werden auf sog. Brottragen in kühlen, nicht zu feuchten und nicht zu trockenen Räumen aufbewahrt. Kleinere Mengen Brot legt man in Emaillebüchfen, an denen eine * Durchlüftungsvorrichtung angebracht ist. Ein Wort an die Verwaltungen der öffentlichen Hand. Der Nationalsozialistische Gaudienst Hessen-Nassau (NSG.) schreibt: Die Wartesäle der Bahnhöfe unseres Gaues zeichnen sich häufig durch einen das ganze Raumbild störenden unförmigen, gußeisernen Ofen aus. Sein Entstehungsdatum ist meist eine Zahl des vergangenen Jahrhunderts; den Anforderungen, die an ihn gestellt werden, kann er oft schon lange nicht mehr gerecht werden. Das Gußgewicht dieser Kolosse — das ist das einzig wertvolle an ihnen — beträgt weit mehr als das Doppelte einer normalen, für diese Zwecke dienlichen Ausführung. Hier hat die Reichsbahn die Möglichkeit, der Ofenindustrie durch Arbeitsbeschaffung nicht unwesentlich zu helfen. Das wird doppelt dankbar empfunden werden, da dieser Industriezweig im allgemeinen im Sommer nicht voll beschäftigt ist. Aber nicht nur für die Reichsbahn dürfte dieser Vorschlag erwägenswert fein, auch für die anderen Verwaltungen dep öffentlichen Hand bietet die Anschaffung moderner Großraumofen eine beachtliche Neuerschließung des Werkstoffes Guß und einen nützlichen Beitrag zur Arbeitsbeschaffung. Für die Deutsche Reichspost, die Heeresverwaltung (mit Ausnahme der Neubauten), die Schulverwaltungen von Staat und Gemeinde und eine große Zahl sonstiger Staats- und Kommunalbehörden, die Verwaltungsgebäude mit größeren Räumen besitzen, dürften diese Argumente Grund genug sein, wenigstens einen Teil solcher Ersatzbeschaffungen in Angriff zu nehmen, zumal ein sehr viel sparsamerer Brennstoffverbrauch weitere Einsparungen ermöglicht. . Die öcutfche flrbcitefront -V?. F n,8,=ßemeinf(haft „firaft öunh freute" Amt: Reifen, Wandern und Urlaub. Omnibusfahrt am Rosenmontag nach Mainz. Am diesjährigen Rosenmontag führen wir eine Tagesomnibusfahrt nach Mainz durch, um auch den Arbeitskameraden aus Oberheffen Gelegenheit zu geben, sich den traditionellen Rosenmontags- Zug anzusehen. Der Preis der Fahrt beträgt 4,10 Mark. Anmeldungen werden auf der Kreisdienststelle entgegengenommen. Jahresprogramm 1937. Dieses Programm, das alle Reisen des Jahres 1937 enthält, ist zum Preis von 20 Pf. auf der Kreisdienststelle erhältlich. Wer Hilst mit bei der Bereitstellung hessischer Ahnennachweise? Lpd. Als vor einigen Jahren in der Presse dazu aufgerufen wurde, bei der Verzettelung der hessischen Kirchenbücher mitzuhelfen, haben sich gegen 200 Volksgenossen gemeldet, die sich freiwillig und unentgeltlich der großen Aufgabe widmen wollten. Die Zahl der fertigen Karteien erstreckt sich jetzt bereits auf gegen 100 Gemeinden Hessens und fast ebensooiele Karteien sind noch in Arbeit. Einige hunderttausend Karten stehen bereits in den Karteischränken des Staatsarchivs, und zahlreiche Forscher danken ihnen schon wichtige Nachweise. Neue Karteien laufen aus dem Lande ständig ein und werden gebrauchsfertig gemacht. Aber es ist notwendig, daß sich auch diejenigen Freunde der Ahnenforschung zur Mitarbeit melden, die bisher noch abseits stehen: denn je schneller die Arbeit vorwärts schreitet, desto mehr Fragen können beantwortet werden und desto mehr unersetzliche Kirchenbücher können vor der Vernichtung durch den täglichen Gebrauch geschützt werden. Wer ist gewillt und in der Lage, die Uebcrtragung wenigstens eines Kirchenbuches auf Zettel durchzuführen? Persönliche Anleitung und erste Beihilfe Gedenket der hungrigen Vögel! beim Lesen der alten Kirchenbücher wird erteilt. In Anbetracht der Bedeutung dieser Arbeit für alle Volksgenossen darf man auch weiterhin auf unentgeltliche Mitwirkung rechnen, natürlich unter Ersatz aller Auslagen. Es sollen zunächst Bücher aus der Zeit vor 1800 in Arbeit genommen werden und vor allem solche, an denen die Mitarbeiter aus persönlichen Gründen besonderes Interesse haben. Schriftliche oder mündliche Meldungen erwartet der beauftragte Leiter der Verzettelung, Professor Dr. W. M. Becker, Darmstadt, Staatsarchiv (Schloß). Wichtige Lohnsteuerbestimmungen. 1. Die Arbeitgeber haben für jeden am 31. Dezember 1936 bei ihnen beschäftigt gewesenen Arbeitnehmer dem Finanzamt die Steuerkarte 19 3 6 mit der vollzogenen Lohnsteuerbescheinigung auf der zweiten Seite derselben zu übersenden. Die Uebersendung hat bis zum 15. Februar 1937 an das Finanzamt zu erfolgen, in dessen Bezirk die Steuerkarte 1937 ausgeschrieben worden ist. Die Steuerkarten dürfen also diesen Arbeitnehmern nicht ausgehändigt werden. Für die im Kalenderjahr 1936 beschäftigten Arbeitnehmer, deren Steuerkarte 1936 dem Arbeitgeber nicht Vorgelegen hat, und für die vor dem 31. Dezember 1936 ausgefchiedenen Arbeitnehmer, bei denen die Lohnsteuerbescheinigung auf Seite 2 der Steuerkarte 1936 beim Ausscheiden aus dem Arbeitsverhälthis versehentlich nicht ausgestellt worden ist, müssen die Arbeitgeber Lohnsteuer- Ueberweisungsblätter zum gleichen Zeitpunkt an das Finanzamt der Betriebsstätte übersenden. Vordrucke zu Lohnsteuer-Ueberweisungsblättern werden von den Finanzämtern auf Antrag unentgeltlich an die Arbeitgeber abgegeben. 2. Alle Arbeitnehmer, die am 31. Dezember 1936 in keinem Dienstverhältnis standen, sind verpflichtet, die in ihrem Besitz befindliche Steuerkarte 1936 bis zum 15. Februar 1937 bei dem Finanzamt abzuliefern, in dessen Bezirk sie am 10. Oktober 1936 gewohnt haben. 3. Für Arbeitnehmer, deren Arbeitslohn im Kalenderjahr 1936 den Betrag von 8400 RM. überstiegen hat, sind von dem Arbeitgeber außer der Lohnsteuerbescheinigung auf der Steuerkarte 1936 besondere Lohnzettel auszuschreiben und bis zum 31. Januar 1937 an das für den Arbeitnehmer nach feinem Wohnsitz zuständige Finanzamt einzusenden. Wird der Lohnzettel an die dritte Seite der Steuerkarte 1936 angeklebt, dann erübrigt sich die Aus- Vielleicht ist's nur eine kleine Befangenheit, die Sie hemmt. Die läßt sich doch durch ein paar Gläser Schaumwein überwinden! SCHAUMWEIN S.V.P., das Rädchen für alles, von Helene von Saxe. „Der letzte Zug geht um 22.30 Uhr ... Das Bil- let haben Sie in einer halben Stunde ..." „Hallo — hallo ... Hier S. V. P Der Code Napoleon wurde am 21. August 1804 veröffentlicht." „Wir erinnern Sie daran, daß Sie sich heute abend um 9 Uhr mit Herrn Morel treffen wollten ... Herr Morel ist bereits benachrichtigt." -Hier S. V. P. .. Die gewünschte Arznei bekommen Sie um diese Zeit nur in der Apotheke in der Grenelle-Straße." „Abstand der Sonne von der Erde? ... Temperatur an der Oberfläche? ... Bitte Ihre Nummer — in fünf Minuten rufen wir an ..." „Für Fünf-Personen-Romme reicht ein Kartenspiel nicht, Sie müssen zwei nehmen . /' Zum Teufel, wo bin ich eigentlich? Als ich eben durch den gepflegten Hof dieses vornehmen Privat- hauses ging, hatte ich mich allerdings schon einmal gewundert; was sollten die vielen Motor- und Fahrräder bedeuten? Hierher gehören doch elegante Autos. Und was flitzen für uniformierte kleine Burschen herum? Ich stehe in einem Saal, durch den sich zwei lange Tische ziehen. Auf den Tischen reihen sich Telephone an Telephone — vor ihnen Dame an Dame. Es sieht nach einer Telephonzentrale aus. Aber redet.man da von der Gesetzgebung Napoleons? Es ist erstaunlich! Durch die offene Tür sieht man einen zweiten Raum, der keinerlei Zusammenhang mit der Post und ihren Funktionen zu haben scheint: ein riesiges Gelehrtenzimmer, dessen Wände vom Fußboden bis zur Decke mit Bücherregalen bedeckt sind, die sich unter der Last der vielen Tausende von Bänden biegen. Auch hier in der Mitte große Tische, an denen in langer Reihe hundert Männer und Frauen sitzen. Eine lautlose Stille herrscht, die nur unterbrochen wird vom eiligen Umblättern der Seiten, von halblauten Schritten, wenn sich die Menschen Bücher von den Regalen holen und sie untereinander tauschen. Stumm nehmen sie die Zettel entgegen, die ihnen ebenso stumme Jungens feierlich überreichen — blättern, suchen und schreiben die Antwort. Der Junge, der ernsthaft hinter ihrem Stuhl gewartet hat, saust mit dem Zettel davon ins erste Zimmer und überreicht ihn ,feiner" Auftraggeberin Mit fixen Fingern wählt sie die Nurn-1 mer: „Carnot 81—80? Sie wollten Auskunft über Bad Reichenhall in Deutschland? Hier bitte — Solbad in Oberbayern an der Saalach. lieber 8000 Einwohner. Hauptsalzamt. Vereinigungspunkt der Soleleitungen aus den oberbayenschen Salinen. 16 Solquellen. Empfohlen bei Bronchialkatarrh, Nasen- und Halsleiden. — Ein Prospekt? — In einer halben Stunde haben Sie ihn." Die Dame hängt ab, kritzelt ein paar Worte auf eine Karte, gibt sie dem Jungen hinter sich, und der braust los. Auf dem Hof surrt ein Motorrad — eines der uniformierten Bürschlein ist gestartet. Ich stehe erstaunt und begeistert auf der Schwelle zwischen den beiden Zimmern. Dieses S. V. P. ist ja großartig. S. V. P. s‘il vous plait — „bitte", heißt das kurz und bündig. Dieses „Bitte" will das Leben anders gestalten. Man braucht nämlich in Paris, wo diese Einrichtung seit kurzem sich befindet, nur den Hörer des Telephonapparates abzuheben, und S. V. P. verlangen, und man kann sich dann wünschen, was das Herz begehrt. Wir haben in Deutschland diese Einrichtung in maßvollerem Umfange ja bereits seit geraumer Zeit in Gestalt des Fernsprech-Kundendienstes. In Paris aber will man offenbar den Vogel abschießen. Die Möglichkeit, durch die „Strippe" alle erdenklichen Auskünfte zu erlangen, Aufträge erledigen zu lassen und sich sonstwie- die kleinen und größeren Unbequemlichkeiten des Alltags von jemand anderem, den man gar nicht kennt, dessen gleichbleibend höfliche Stimme man nur hört, abnehmen zu lassen, die Möglichkeit hat gewiß allerlei für sich. Die Frage kostet einen Frank, also etwa 16 Pfennige. Billig, nicht wahr? Und trotzdem ist die Einrichtung nicht billig, sondern ausgesprochen für wohlhabende Leute geschaffen, denn man kann sich leicht vorstellen, wohin man kommt, wenn man nur den Hörer abzunehmen braucht, und alle Wünsche werden einem schnell und widerspruchslos erfüllt. Das kostet Geld und nochmals Geld. Wenn es nur bei den 16 Pfennig bliebe! Die einzelnen Fragen, die man beantwortet wissen möchte, müssen vorher gut überlegt fein, Herumreden ist nicht zu empfehlen, denn er kostet ja immer 16 Pfennige, die sich überraschend schnell zu fühlbaren Summen vervielfachen. Und doch scheint Paris do* S. V. P. recht be- I geistert zu sein. Denn der Prospekt sagt: „So viele > kleine Aergernisse, die das Dasein erschweren, so viele Unbequemlichkeiten des täglichen Lebens werden verschwinden! Man braucht keinen Menschen mehr, über den man sich ärgern muß, keine Stundenfrau, dis zu spät kommt, keinen Sekretär, der die Hälfte aller Aufträge vergißt, ja mehr noch — — man braucht nicht einmal ein eigenes Gedächtnis mehr zu haben — man kann Kalender und Notizbuch in den Ofen werfen... S. V. P. wird alles für uns erledigen. Ich brauche nur die drei Buchstaben zu wählen und dann geht es los: Bitte, Fräulein, erinnern Sie mich daran, daß ich am Mittwoch um vier bei meinem Zahnarzt bin. Bitte Fräulein, rufen Sie bei meinem Friseur an. Fragen Sie, wann er für mich Zeit hat und geben Sie mir Bescheid. — Bitte, Fräulein, meine Köchin ist mir ausgerissen. Ich tjabe heute abend Gäste. Zehn Personen. Stellen Sie mir ein nettes Abendessen zusammen. Bestellen Sie es gleich zu acht Uhr. — Bitte, Fräulein, ich möchte ausgiebiges Material über die Geschichte des Schlüssels haben. Bei dem Wetter /abe ich keine Lust, in die Nationalbibliothek zu genjen.--Ach, was gibt es alles für Möglichsten!" Das muß ausprroiert fein: Ich sammle meine Gedanken wieder und horche auf das Gespräch, das die Telephonistin in meiner Nähe schreiend führt (gute Apparate in Frankreich kann selbst der so tüchtige Postminister, der Schöpfer dieser Einrichtung, nicht erwirken). „Hallo ... Hier S. V. P. ... Ich möchte den Schüler Dumont sprechen... Sie sind es selbst? . . Jawohl, wir können Ihre lateinische Uedersetzung machen ... Der Bs4? ist schon unterwegs. In einer Stunde erhalten Sie sie wieder zurück..." Nein, das geht denn doch zu weit. Was für uns Erwachsene recht und gut ist, taugt noch lange nicht für Kinder. Dem Schüler müßte das „Bitte" verboten werden. Schließlich muß die Jugend doch durch Lernen etwas erreichen. Schularbeiten find für die eigene Fortbildung da und nicht für das Wissen der S. V. P. Drei volle Stunden habe ich in dem Hause verbrachte Mir schwirrt der Kopf. Völlig erschöpft komme ich heim. Jetzt möchte ich es selber mal ausprobieren. Ich strecke mich auf das Sofa und greife nach dem Hörer... Es läutet. Draußen steht in weißer Mütze ein Koch. „Ich komme vom S. V. P. und bringe das Abendessen." Es klingelt wieder. Ein Bote mit einem Korb voll Flaschen. „Ich komme vom S. V. P. und bringe den Wein." — „Ich komme vom S. V P. und soll den Tisch decken." — Ich nehme zufrieden alles zur Kenntnis. Das ist wirklich ein netter Betrieb. — Es klingelt noch einmal. Vor mir steht im Frack, schön wie Gustl Fröhlich, ein eleganter junger Mann. „Ich komme vom S. V. P. und soll Ihnen Gesellschaft leisten..." Es klingelt — es klingelt. Es klingelt sogar sehr stark — und ich roadje auf. Mein Telephon läutet wie verrückt. „Hallo", höre ich eine freundliche Frauenstimme, „hier S. V. P. Sie haben vor einer halben Stunde einen Artikel über uns bestellt? Den müssen Sie schon selber machen." Wunder des menschlichen Gedächtnisses Schon vor langen Zeiten gab es Leute, die ganz außergewöhnliche Gedächtnisschärfe besaßen. Mag- liabechi aus Florenz, der im Jahre 1714 im Alter von 63 Jahren starb, hieß allgemein „das vollkommene Nachschlagwerk und das lebende Wörterbuch". Nach übereinstimmenden Berichten konnte er alles, was er einmal gehört und gelesen hatte, aus dem Gedächtnis wiederholen. Dann hört man noch von einem P. I. Beronicious, der Horaz, Virgil, Cicero, Juvenal, die beiden Plinius, Homer und Aristopha- nes auswendig hersagen konnte. Da er in Middle» burgh im Jahre 1676 starb, war er also ein Zeitgenosse Magliabechis. Von einem Manne namens Andrew Fuller wird berichtet, daß er 500 Zeilen fehlerlos wiederholen konnte, wenn man sie ihm zweimal vorgelesen hatte. Es war nicht notwendig, daß er sie selbst las, was bei manchen Gedächtniskünstlern doch Voraussetzung ist. Fuller konnte auch vorwärts oder rückwärts jede Ladenbezeichnung wiederholen und alles, was im Schaufenster lag, und zwar galt dies für eine Straße, die durch ganz London führte. Ein anderer, namens Thompson, konnte, wenn er nur einmal eine Straße von mehreren Äfiometer Länge durchwandert hatte, sogleich Namen, WarenyaHima und besondere Einzelheiten jedes Ladens bezeichnen. Zum Schluß sei noch eines Gedächtniswunders Woodfall gedacht, der eine Debatte, die er einmal gehört hatte, noch nach vierzehn Tagen Wort für Wort wiedergeben konnte. fchreibung der Lohnsteuerbescheinigung auf Seite 2 der Steuerkarte oder des Lohnsteuerüberweisungsblattes. Vordrucke zu Lohnzetteln werden den Arbeitgebern auf Antrag vom Finanzamt kostenlos geliefert. Nähere Auskunft erteilen die Finanzämter. Setriebsappell -ei Georg Philipp Gail AS., Gießen. Die Firma Georg Philipp Gail 21.-©., Gießen, beging gestern — wie wir in unserer gestrigen Ausgabe schon kurz meldeten — die 125jährige Wiederkehr der am 27. Januar 1812 erfolgten Geschäftsgründung. Aus diesem Anlaß wurde in den festlich geschmückten Fabrikräumen der Hauptfabrik Gießen ein feierlicher Betriebsappell abgehalten, an dem sämtliche Gefolgschaftsmitglieder, einschließlich derjenigen der Filialfabriken, teilnahmen. Der Inhaber und Betriebsführer Herr Dr. Georg Gail streifte in seiner Ansprache in großen Zügen die Entwicklungsgeschichte der Firma, in der es, durch die jeweiligen Zeitverhältnisse bedingt, manches Auf und Nieder gegeben hat. Die erfreuliche Feststellung konnte jedoch gemacht werden, daß, soweit es die Größe der Firma in bezug auf die Zahl der bei ihr beschäftigten Arbeiter und Angestellten betrifft, heute wiederum annähernd dieselbe Höhe erreicht ist, wie im Zeitpunkt des 100jährigen Bestehens. Herr Dr. Gail konnte in diesem Jahre wiederum zwei 25jährigen Jubilaren gratulieren und ihnen, wie üblich, die Ehrenurkunde und ein Geldgeschenk überreichen. Mit diesen zwei Ausgezeichneten hat sich die Gesamtzahl der Jubilare seit Bestehen der Firma auf 141 erhöht, während zwölf Personen sogar das 50jährige Arbeitsjubiläum mit der dann bei der Firma üblichen Altersversorgung bislang feiern konnten. Der Betriebsführer dankte sodann der gesamten Gefolgschaft für treue Mitarbeit und bedachte Arbeiter und Angestellte mit einem Geldgeschenk. t Nach ihm sprach als Vertreter der gesamten Gefolgschaft der dienstälteste Prokurist, Herr Knorr, der im Namen aller Betriebsangehörigen die herzlichste Gratulation darbrachte und ein symbolisches Geschenk überreichte. In dessen Ansprache kam beson- ders zum Ausdruck, daß der Geist der Verbundenheit zwischen Firmeninhaber und Betriebsangehörigen bei der Firma Gail bereits Tradition gewesen ist. Nach verschiedenen weiteren Ansprachen, u. a. von dem Vertreter der Deutschen Arbeitsfront, Kreisobmann Pg. Wagner, dem Leiter des Bezirks Hessen-Unterftanken der Fachuntergruppe Zigarrenindustrie Herrn Kommerzienrat Schirmer und Herrn Direktor B r e i 11) e r von dem Schwesterwerk, der Firma Wilhelm Gailsche Tonwerke A.-G-, Gießen schloß der Betriebsführer Dr. Gail mit herzlichen Dankesworten und mit einem Sieg-Heil auf Vaterland und Führer den Betriebsappell. Die Feier wurde durch musikalische Darbietungen umrahmt. Den Angestellten und Arbeitern wurde durch totale Arbeitsruhe Gelegenheit gegeben, sich der Bedeutung eines solch seltenen Tages, der mehr als nur von einer 125jährigen Dauer spricht, bewußt zu werden. Gietzener Wochen Marktpreise. * Gießen, 28. Jan. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: D. f. Molkereibutter, kg 1,57 Mk., f. Molkereibutter 1,52, Markenbutter 1,55 bis 1,60, Landbutter 1,42 Mk., Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Eier, deutsche, Klasse S 14, Klasse A 13, Klasse B 12, Klasse C 11 Klasse D 10^, ungezeichnete 10, Wirsing, % kg 8 bis 15, Weißkraut 8 bis 10, Rotkraut 10 bis 12, gelbe Rüben 8 bis 10, rote Rüben 8 bis 10, Spinat 30, Unterkohlrabi 6 bis 8, Grünkohl 12 bis 15, Rosenkohl 25 bis 30, Feldsalat, Vio kg 10 bis 12, kg 80 Pf. bis 1 Mk., Tomaten 50 bis 60 Pf., Meerrettich 30 bis 60, Zwiebeln 8 bis 10, Schwarzwurzeln 20 bis 30, Kartoffeln, kg 5 Pf., 5 kg 42 Pf., 50 kg 3,35 bis 3,55 Mk., Aepfel, kg 15 bis 20 Pf, Tafeläpfel 25 bis 40, Birnen 10 bis 25, Nüsse 40 bis 55 Pf, Hähne 1 bis 1,10 Mk, Suppenhühner 80 bis 90 Pf, Tavben, das Stück 50, Blumenkohl 30 bis 60, Endivien 5 bis 25, Sellerie 10 bis 30, Lauch 5 bis 8, Rettich 5 bis 15 Pf. ** Zur Uebertragung der Rede des Führers am kommenden Samstag hat die Leitung des Lichtspielhauses, Bahnhofstraße, den großen Raum des Lichtspielhauses allen Volksgenossen, die daheim oder in ihrem Betriebe keine Möglichkeit zum Anhören dieser Rede haben, zur Verfügung gestellt. Der Zutritt zum Lichtspielhaus bei dieser Uebertragung ist für jedermann kostenlos. ** Eine öffentliche Mahnung der Stadtkasse zur Zahlung fälliger Gebühren ist in unserem heutigen Anzeigenteil enthalten. Säumige Zahler seien auf die Bekanntmachung besonders hingewiesen. Große Strafkammer Gießen. Wegen Amtsunterschlagung in Tateinheit mit Untreue verurteilte die Große Strafkammer den 48 Jahre alten Fr. M. in Grüningen zu einer Gefängnisstrafe von einem Jahr, sowie zur Tragung der Kosten des Verfahrens. Die Anklage legte dem Angeklagten zur Last, als Gemeinderechner der Gemeinde Grüningen über 1800 Mark unterschlagen zu haben. Er verschleierte seine strafbaren Handlungen dadurch, daß er die eingenommenen Gelder nicht in die Bücher eintrug. Das Gericht schenkte den Angaben des Angeklagten, der angab, nichts von den strafbaren Handlungen zu wissen, keinen Glauben. Der Angeklagte ging sogar soweit, seinen verstorbenen Schwiegervater der strafbaren Handlungen zu verdächtigen, da dieser einen leichten Lebenswandel geführt habe. Das Gericht billigte dem Angeklagten mildernde Umstände zu, da er nur geringfügig vorbestraft ist, berücksichtigte ferner seine schlechte wirtschaftliche Lage, sowie die Tatsache, daß der Schaden soweit ersetzt ist. Andererseits ging das Gericht über die Mindeststrafe hinaus mit Rücksicht auf die Höhe des unterschlagenen Betrages. Oberheffen. Noch nicht aufgefunden. Der Landwirt und Hausschlachter Georg Laux aus Holzheim, der — wie wir am Dienstag bereits berichteten — am Sonntag von seinem Heimatsorte Holzheim aus nach Reiskirchen fahren wollte, dort aber nicht angekommen ist und seitdem vermißt wird, ist bis heute vormittag noch nicht nach Hause zurückgekehrt, ebenso wenig weiß man bis jetzt etwas über seinen Verbleib. Behördliche Feststellungen haben bisher lediglich ergeben, daß Laux sich am Sonntagnachmittag mit einem Fahrrad in L i ch aufgehalten und dort in einer Gastwirtschaft eine ansehnliche Zeche gemacht, außerdem an eine bisher nicht bekannte Adresse einen Brief geschrieben hat. Wohin der Mann von Lich aus gefahren ist, konnte noch nicht festgestellt werden. Neichsluflschuhbund Busecker- und Lumdatal. Im Bereich der Ortsgruppe werden zur Zeit in allen Orten Erhebungen über Schutzraummöglichkeiten durchgeführt. Die Lösung der Schutzraumfrage ist eine der notwendigsten Angelegenheiten des zivilen Luftschutzes, Zweckes Feststellung, welche Räume sich zunächst einmal als Schutzräume eignen, erhielten alle Luftschutzhauswarte Fragebogen mit den entsprechenden Angaben. In vielen ländlichen Orten sind viele tiefliegende Keller mit starkem Gewölbe. Diese Räume lassen sich mit wenig Kosten entsprechend einrichten. Durch die zahlreichen Vorträge des Reichsluftschutzbundes dürfte wohl kaum noch ein Landbewohner vorhanden fein, der nicht von der Notwendigkeit dieser Maßnahme überzeugt wäre. Die Ortsgruppe bzw. der Bauberater für Schutzräume gibt gerne allen Interessenten kostenlos Auskunft. Die Erhebung und Kenntlichmachung der Schutzräume muß spätestens am 1. März dieses Jahres beendet sein. ♦ * Geilshausen, 27. Jan. Am letzten Sonntag fand im Hofe der hiesigen Volksschule eine Vorführung der Wirkung von Brandbomben und deren Bekämpfung statt. Ortsgruppenführer Dr. Haas (Alten-Buseck) schilderte eingangs Art und Beschaffenheit dieser gefährlichen Waste der Luftflotten und zeigte dann an verschiedenen Versuchen das Verhalten der Brandbomben gegenüber den verschiedenen Löschmitteln, vor allem Sand und Wasser. Die Luftschutzhauswarte, Frauen und Angehörige des BDM. folgten mit großem Interesse den Vorführungen und beteiligten sich an den Löschoersuchen. Anschließend an die Brandübung fand eine Hebung mit der Gasmaske statt. * Londorf, 27. Jan. Der zur Zeit hier laufende Luftschutzkursus schloß gestern abend mit der Durchführung einer Hausübung ab. Heber 80 Teilnehmer, darunter zahlreiche Frauen und Mädchen, beteiligten sich daran. Ortsgruppenführer Dr. Haas (Älten-Buseck) erklärte zuerst Sinn und Zweck derartiger Hausübungen, die die Luftschutzhauswarte und Selbstschutzkräfte mit ihrer Arbeit aufs innigste vertraut machen sollen. Die Hebung fand in der Volkshalle statt. Wie Dr. Ha as ausführte, soll im Laufe des Sommers eine solche Hebung im größeren Stil an einem Sonntagoor- mittag gemeinsam mit der Feuerwehr durchgeführt werden. Bei dieser für den Sommer geplanten Hebung soll der Bereich eines Luftschutzhauswartes mit allen Bewohnern, dem Ernstfall angenähert, in Erscheinung treten. Die Einwohner sehen dieser geplanten ausführlichen Hebung mit großem Interesse entgegen. Landkreis Gießen. wg. Großen-Buseck, 27. Jan. Gestern vormittag fand in einem Teil der von Rabenauschen Waldungen eine Nutz- und Brennholzver- fteigerung statt. Für Eichenstämme 3. Klasse wurden durchschnittlich 20 Mark je Festmeter, für Eichen-Derbstangen 2 Mark pro Stück erzielt. Für Eichen-Rundscheit wurden 22 bis 24 Mark, Eichenknüppel 16 bis 17 Mark für je vier Raummeter bezahlt. Eichenreisig kostete je zehn Raummeter 5,50 bis 7 Mark. * Keffelbach, 28. Jan. Am morgigen Freitag, 29. Januar, können der Hüttenarbeiter Leonhard Wißner und Ehefrau das Fest der silbernen Hochzeit begehen. + Grünberg, 25. Jan. Der Gesangver- e i n „S ä n g e r k r a n z" hielt am Samstagabend im Gasthaus „Rappen" seine Generalversammlung ab. Vereinsführer Schröder ehrte nach Eröffnungworten das Andenken des verstorbenen Sangesbruders Karl Frank jun. Einen Tätigkeitsbericht gab dann der Schriftführer Kauß. Danach nahm der Verein — nach einer über zwei Jahre dauernden Ruhepause — Ende 1935 seine Tätigkeit wieder auf, zunächst als Gesangsabteilung der Deutschen Arbeitsfront, bis ihm nach Verhandlungen mit der Gauführung des Hessischen Sängerbundes gestattet wurde, unter dem früheren Namen „Sängerkranz" als Gesangverein wieder tätig zu sein. Am 16. Juli vorigen Jahres wurde die Wiederbelebung des Vereins durch eine kleine Feier würdig begangen. Der Verein nahm bann teil am Wertungssingen des Ohm-Lumdatalkreises in Lauter, er wirkte am Totensonntag in der Kirche mit und veranstaltete für seine Mitglieder eine Weihnachtsfeier. Der frühere Chormeister Konrad Nicolai (Großen-Buseck) führt auch jetzt wieder den Dirigentenstab. Von 51 abgehaltenen Singstunden zeigte Karl Fr a n k die volle Zahl, mit 49 Stunden folgt Ernst Stein, 47 Stunden haben E. Röhm, H. H o r ft, P. Rock, Fr. Schröder, 46 Stunden Hermann Gehringer, Hch. Gehringer V., Viktor Friedrich, Ehr. Stühler, 45 Stunden Jos. Hilken, 44 Stunden Franz S a r x, Philipp S ch o m b e r, 43 Stunden O. Hausmann, Alb. S ch u l th e i ß, - Herrn. Röhm, W. Schäfer, Lud. Röder III., 42 Stunden Gg. Buß, Fr. Kauß, Gg. Kaspar, 40 Stunden L. Albert. Als Vereinsführer wurde Fr. Schröder wieder gewählt. Er verpflichtete als feine Mitarbeiter: H. Horst als Stellvertreter, Schriftführer Fr. Kau ß, dessen Stellvertreter Viktor Friedrich, Kassenwart K. Frank, dessen Stellvertreter P. Fried- r i ch, Notenwart Ludw. Röder sen., Dergnü- gungsroart Jos. Hilken, Werbewarte E. Stein. Als Stimmführer wurden bestimmt: 1. Tenor E. Roh m, 2. Tenor Ehr. Stühler, 1. Baß Hans Gehringer, 2. Baß Herrn. Gehringer. Der Vereinsführer schloß, die Versammlung in der üblichen Weise. + Gründ erg, 26. Jan. Die Ortsgruppe Grünberg der Deutschen Stenographenschaft hatte ihre Mitglieder auf Samstagabend ms Hotel Auer zur diesjährigen Jahreshauptversammlung gerufen. Wegen Erkrankung des Orts« gruppenfuhrers, Lehrer W. B ö ch e r , wurde die Versammlung von dem Stellvertreter Otto Krumm geleitet. Aus dessen Bericht ging hervor, daß das Jahr 1936 für die Ortsgruppe ein sehr arbeitsreiches, aber auch erfolgreiches war. Die Mitgliederzahl erhöhte sich um 50 v. H. auf 48. Zur Aus- und Weiterbildung der Mitglieder wurden vier Lehrgänge in Kurzschrift durchgeführt, die recht gut besucht waren. Außerdem beteiligten sich zwei Mitglieder an dem vom Kreisgebiet Gießeni eingerichteten Lehrgang für Hnterrichtsleiter und zur Vorbereitung auf die Kurzschriftlehrerprüfung. Bei dem im Febuar durchgeführten Ortsgruppen- leiftungsschreiben hatten alle Mitglieder Gelegenheit, den Stand ihrer Leistungen zu prüfen. I- neun Mitglieder beteiligten sich an den auswärtiges Leiftungsschreiben in Wieseck und Gießen. Außer, dem beteiligten sich einige Mitglieder an den Wettbewerben in Hebertragungen in der „Reichszeitung". Insgesamt wurden die Leistungen der Mitglieder bei all diesen Leistungsproben ausgezeichnet mit 9 Ehrenpreisen, 24 mit der Note hervorragend, 36 mit sehr gut und 22 mit gut. Der Kassenbericht des Rechners Karl A l b a ch zeigte ein befriedigen- des Ergebnis. Der stellvertretende Ortsgruppen» sichrer dankte allen Mitarbeitern, insbesondere dem Rechner, für die im abgelaufenen Jahre in selbst, loser Weise geleistete 2frbeit. In der Wiederwahl des seitherigen Ortsgruppenführers, Lehrer Wilhelm B ö ch e r, kam das unbedingte Vertrauen der Mitglieder zum Ausdruck. Als Mitarbeiter wurden neu berufen Frl. Dina Michel zum Obmann für Maschinenschreiben und Frl. Irma Heußinger zur Schriftführerin und Bücherwart. Der stellver- tretende Ortsgruppenführer gab dann einen kurzen Ausblick auf die im neuen Jahre bevorstehende Arbeit. Neben der Durchführung von verschiedenen Kurzschriftlehrgängen, die zum Teil schon begonnen haben, ist die Einführung des Maschinenschreib- Unterrichts geplant. Der Ortsgruppenführung stehen hierbei jedoch große Schwierigkeiten entgegen. Vor allen Dingen fehlt es an Mitteln. Der größte Teil der Mitglieder besteht aus Lehrlingen und Schülern, denen kaum Mittel zur Verfügung stehen. Da aber der Maschinenschreibunterricht mehr und mehr zum Bedürfnis geworden ist, müssen trotzdem Mittel und Wege gefunden werden, um die Einführung doch möglich zu machen. Die Ortsgruppenführung hofft daher, daß sie in ihrem Bestreben überall freudig unterstützt wird, insbesondere von feiten der Grünberger Betriebe, Firmen und Geschäftsleute, die ja selbst das größte Interesse an der Ausbildung von guten Kurzschriftlern und Maschinenschreibens haben. — Als Termine für die Leistungsschreiben in 1937 gab der stellvertretende Ortsgruppenführer bekannt: Ortsgruppenleistungs. schreiben Ende Februar ober Mitte März, Kreis- gebietsleistungsfchreiben Anfang Mai in Alsfeld, Gauleistungsschreiben Anfang Juli in Mainz. Mit dem Mainzer Leistungsschreiben wird die Ortsgruppe einen Gemeinschastsausflug verbinden. ch Ettingshausen, 27. Jan. Bei der Ge> treibefammlung für das Winterhilfs- w e r k gingen in der Zelle Ettingshausen 18,70 Zentner Roggen ein. Das Getreide wurde zum Vermahlen dem hiesigen Mühlenbesitzer Launspach zugewiesen. nsf. Nieder-Bes singen, 27. Jan. Die Frauenschaft veranstaltete einen Vortragsabend im Schulsaal, bei dem Frau Schliephake über Kleidung und Heimgestaltung sprach. Sie be. tonte die einfache und haltbare Kleidung der deutschen Frau. Bei der Kleidung soll auch die Körper» und Haarpflege nicht vergessen werden. Ein gesunder, gewandter Körper sieht im einfachsten Kleide schön aus. So soll es auch in unserem Heim sein. Sauber und der ländlichen Umgebung angepaßt, ohne falschen Aufputz. Zum Schluß erwähnte die Rednerin noch die Handarbeit, die auf groben, selbstgewebten in Kreuzstichen ausgeführt nach alten Mustern die schönste und passendste Ausschmückung darstellt. Die Frauen folgten den Ausführungen mit viel Beifall. nsf. Hungen, 27. Jan. In der hiesigen Frauenschaft sprach Fräulein Harter van der bäuerlichen Werkschule im gut besetzten Saal des „Salmser Hof" über die Möglichkeiten der Erzeugungssteigerung in der bäuerlichen Wirtschaft. Die Rednerin erklärte die Verknappung mancher Lebensrnittel und wie sie durch Derbrauchslenkung und durch Steigerung der Erzeugung zu beheben sei. Besonders die Lücken, die in der Fett- und Eiweißversorgunq sich zeigen, der Mangel an Rohstoffen, wie Wolle und Pflanzenfaser, muß nach und nach behoben werden. Die Unabhängigkeit vom Ausland soll auch durch sparsamsten Verbrauch und sorgfältige Pflege und Erhaltung der vorhandenen Nahrungsmittel gefördert werden. Die Frauen folgten den Darlegungen mit großer Aufmerksamkeit. Im Sommer wird ein Vortrag mit praktischer Anleitung stattfinden, ein Vorschlag, der von allen mit großem Beifall aufgenommen wurde. = Birklar, 26. Jan. Gestern brach im Anwesen der Einwohnerin Martha Müller Feuer aus. Glücklicherweise wurde es von Nachbarsleuten bald Das frembe Gesicht. Vornan von Garen. 28. Fortsetzung. (Nachdruck verboten!) Es begann zu dunkeln. Längst hatte Alland die Autolichter aufflammen lassen, deren trübe Helle gespenstisch vor dem Wagen herhuschte. Im Innern des Autos herrschte ein mattes Zwielicht, kaum waren mehr die Gesichter der Rückwärtssitzenden in dem kleinen Führerspiegel erkennbar. Gallatins Stimme wurde körperlos und dadurch noch unheimlicher. Es war wirklich wie die Einflüsterung eines versucherischen bösen Geistes, eines sehr klugen, sehr überlegenen Versuchers, der, jetzt schon längst wieder ein nüchterner Geschäftsmann, von dem komplizierten Mechanismus seines Hnternehmens sprach. Es war etwas von der sachlichen Leidenschaft des geborenen Organisators in seinen Reden, man mußte ihm zuhören, ob man wollte oder nicht. Es ging eine unentrinnbare Faszination von diesem Menschen aus, wie Alland mit stummer Verzweiflung bemerkte. Er wußte kaum mehr, wo er war, so sehr hatte dieses Gespräch, das eigentlich beinahe nur eine Art Monolog war, feine Aufmerksamkeit beansprucht. Ihm war, als sei er dazu verurteilt, immer weiter und weiter, ziellos und eilig, ins Dunkle, ins Unbekannte zu fahren, wie wenn es möglich wäre, dieser Stimme zu entfließen, die ihm doch immer im Rücken blieb ... Gallatin sprach davon, wie schwierig es für ihn sei. die richtigen Leute zu finden. „Sie verstehen — wer mit Rauschgift handelt, muß selber erst recht nüchtern sein. Leute wie der da" — er deutete mit einer kurzen Bewegung des Kinnes auf Bertrand, der meiter stumpf vor sich hindöste, während der andere von ihm wie von einem Abwesenden sprach — „Leute wie der da sind völlig unbrauchbar, ja ge- rabeau eine Gefahr. Ich hätte ihn eigentlich längst abschaffen müssen. Aber schließlich, er hat mir mal sozusagen das Leben gerettet, drunten in Marseille, bei einer etwas stürmischen Abrechnung. Volle Champagnerflaschen sind furchtbare Waffen, wissen Sie; wenn man damit eins über den Schädel bekommt, steht man nie mehr auf. Er hat den Hieb abgefangen, aber nicht ganz. Sie haben die Bescherung ja noch gesehen. Ein verdammter Pfuscher, der ihn damals zusammengeflickt hat. Aber es war der einzige, dem man vertrauen konnte. Da sehen Sie selbst, wie nötig wir Sie hätten. Ich hoffe, Sie werden ihn schon noch so lang da behalten, bis er wieder einigermaßen menschlich aussieht. Wenn er nicht pariert, brauchen Sie es mir nur zu melden, ich werde dann schon das Nötige tun. Aber raus- werfen dürfen Sie ihn mir jetzt nicht, hören Sie." Er spricht zu mir schon wie zu seinem Angestellten — ging es Alland durch den Kopf —, unmöglich, das länger zu ertragen! „Unö wenn ich es doch für notwendig hielte, Mr. Gallatin?" Er hatte den Wagen kurz gebremst und wandte mit einer brüsken Bewegung den Kopf nach hinten. „Sie^ werden es nicht für notwendig halten, Dr. Alland", sagte die gelassene Stimme aus dem Dunkel, „da können wir beide ganz beruhigt fein. Ich weiß bestimmt, daß Sie soviel Rücksicht nehmen werden — mindestens auf Ihre Frau und Ihr Kind." Der Wagen schoß plötzlich wieder mit einem Sprung vorwärts. Alland hatte auf den Gashebel getreten, als ob er mit dem Fuß aufstampfte. Er gab immer noch weiter Gas — Gas...! Die Nadel des Tachometers schwankte zwischen neunzig und hundert... Alland fühlt, wie ein Taumel ihn ergreift. Er hat das Empfinden, als ob der Wagen schon nicht mehr auf der Erde wäre, als ob er durch die Luft flöge. Evelyns Hand greift plötzlich nach feiner Schulter, aber er schaut nicht zur Seite... Ja, da vorn ist irgendwo ein kleines Licht. Auto- matt sch läßt er den Scheinwerfer aufflammen, und — er hat gerade nach Zeit, das Gas wegzunehmen und so rasch zu bremsen, wie die Geschwindigkeit es erlaubt. Der Wagen schleudert ein wenig. Er hört einen erstickten Aufschrei neben sich. Aber dann gibt es nur noch einen kurzen Ruck, der alle, nach vorn wirst. Der Wagen steht. Im grellen Licht der Scheinwerfer, ein paar Meter voraus, schwanken überlebensgroß riesige Baumstämme, deren Enden, unbeleuchtet, endlos weit über das mitten in der Straße fahrende Langholzfuhrwerk hinausragen. Hngeheure Rammblöcke, die im nächsten Augenblick, gerade in Kopfhöhe, das Auto durchstoßen hätten. Hnwillkürlich schaltet Alland die Jnnenbeleuchtung ein, um zu sehen, ob niemand sich bei dem scharfen Ruck verletzt hat. Evelyn — nein, Gott sei Dank, keine Schramme, sie versucht sogar, tapfer zu lächeln. Er wendet sich um. Bertrand ist jetzt nach tiefer in die Polster gerutscht. Er sieht entsetzt und verwirrt aus, wie ein Schlafwandler, den man plötzlich angerufen hat. Gallatins Gesicht ist unbeweglich, nur um einen Schein blässer als sonst, und die Augen haben einen sonderbar prüfenden Blick. „Ich weiß nicht, Dr. Alland", sagt er langsam, „Sie sind doch nicht ganz der richtige Mann für mich. Sie lassen sich von Ihrem Temperament hinreißen. Ein Arzt kann sich das allenfalls noch erlauben, aber in meinem Beruf.. Er spricht nicht weiter. Alland ist ausgestteaen und schilt mit dem Fuhrmann. Es ist ihm eine Erleichterung, seine Erregung auf diese Weise abzureagieren. Außerdem erfährt er bei dieser Gelegenheit, wo sie eigentlich sind. Er zieht die Karte zu Rate. Zwei Stunden wird der Heimweg dauern. Niemand spricht jetzt mehr. Man hört nur den gleichmäßigen Gesang des Motors und sieht ab und zu an einer Kurve die breite weiße Sichel der Scheinwerfer ins Dunkel schneiden. Stille Dörfer, lange, verlassene Chausseen... Endlich, als in der Vorstadt irgendwo eine Trambahn auftaucht, will Gallatin mit seinem Begleiter abgesetzt werden. Ehe er aussteigt, sagt er nur noch: „Also gut, von allem übrigen sprechen wir nicht mehr. Aber den Mann da" — er zeigt wieder auf Bertrand wie auf einen Gegenstand —, „den müssen Sie mir noch Herrichten. Hnd vielleicht" — fügt er gogernd hinzu — „muß ich Ihnen demnächst noch mal einen Patienten schicken. Aber das hat Zeit." Bevor Alland etwas antworten kann, sind die beiden schon im Dunkeln verschwunden. Er sieht Evelyn an, wie um sich zu vergewissern, daß er nicht träumt. Dann fühlt er nichts mehr als eine tödliche, bleierne Müdigkeit nach all der schrecklichen Nervenanspannung dieser Stunden. Er taumelt ein wenig, als er vor seinem Haus aus dem Wagen steigt. Langsam, den Arm um Evelyns Schultern geschlungen, nimmt er Stufe um Stufe. Er weiß nicht: War das nun ein Sieg oder eine Niederlage? Er weiß es nicht. Er weiß nur, daß er jetzt vor allem schlafen muß, nichts als schlafen... * Es hatte gefroren — ein vorlauter Oktvberfrost, den der erste Sonnenstrahl vertreiben konnte. Der Asphalt der Straßen war mit einer ganz dünnen, glitschigen Eisschicht bedeckt, auf der die Fußgänger vorsichttgt dahinschlitterten. Die Luft war grau und kalt und dunstig. Die Maronenbrater an den Straßenecken machten ihre ersten Geschäfte. Ina Lenk hatte es heute nicht besonders eilig. Der Vater war wegen eines Sterbefalls in feiner Familie auf ein, zwei Tage nach Schaffhausen gefahren, da konnte man kurze Küche machen und brauchte nicht pünktlich zu sein. Besser; man ging das bißchen Weg zu Fuß nach Hause, als sich in eine Elektrische zu zwängen, die gerade jetzt in der Mittagszeit bestimmt gesteckt voll war. In der grüblerisch gesenkten Haltung, die ihr eigen war, überquerte Ina den Bahnhofsplatz. Vor einem Radiogeschäft hatten sich die Leute angeftaut und horchten auf die Pressenachrichten, die ein bellender Lautsprecher verbreitete. Ganz automatisch blieb auch Ina stehen und hörte zerstreut mit, ohne von dem Inhalt etwas zu erfassen. Auf einmal spürte sie, wie irgend jemand sich hastig hinter ihr oorbeizudrängen suchte. Sie spürte nur die fluchtähnliche Brüskheit der Bewegung und hatte das unmittelbare Gefühl, daß diese Hast irgendwie ihr galt. Wie unter einem magischen Zwang drehte sie sich um. Der Schreck lähmte sie fast: Da — da war es wieder, dieses unheimlich fremde Gesicht! Da — auf Armeslänge von ihr entfernt. Die rote Säbelnarbe auf der linken Wange — die scharf vorspringende Nase, die trübgrauen, seltsam schräg gestellten Augen und — auf der linken Wange eine blutrote, frische Narbe, die damals der hochgeschlagene Mantelkragen verdeckt hatte. Nein — das war keine Halluzination, fein Nachtgespenst, das sie narrte, das war... Ein Paket, das Ina unterm Arm trug, fiel klatschend aufs Pflaster. Sie achtete nicht daraus. Mit einem gurgelnden Aufschrei stürzte sie sich auf die Erscheinung, die eben Miene machte, in der Stauflut der Passanten zu entweichen. Ein Satz — und sie hatte ihm den Weg verstellt. „Rix! Richard...!" (Fortsetzung folgt!) -kr M "feen. Öt y.nS 'er ®W !.'H K lahre ;h , r tol,illfl' !* $y ÄÄ te für iL"-L ,einen turiei, SsZ •&ZB «?A: «AZ ^ben überall r€ D°n feiten' «*Ä ?erefle an der lern, und Na. für die stelloettretendt ^Weiftungg,! Marz, Kreis. 1Q[ m Alsfch "Mainz. Mi! niro die Orts, verbinden. ..Bei der Te- ^interhilfs, Ahausen 18,70; öe wurde 3um l'ger Launspach ’7. San. Die men Vortrags-! Schliepha'ke' sprach. Sie be-! iöung der deut- iud) die Körper-; ben. Ein gefun-! msachsten Kleide erem heim [ein.! ibung angepaßt, । i& erwähnte die )ie auf groben, 'fuhrt nach allen Ausschmückung j Ausführungen i fier hiesig horter von besetzten Saul fjtüten der fr« i)en Wirtschil. ippung Michl rrbrauchslenkung ung zu beheben der Fett- und Diangel an Roh- r, muß nach und bhängigkeit vom i Derbraucb und )er vorhandenen Die Frauen folg' Aufmerksamkeit. I praktischer Sn- der von allen wurde. i brach im An- üller Feuer aus. ibarsleuten bald daß er jetzt o°r afen... ter Dftoberfroft, jen konnte. Der T ganz dünnen, ■ die Fußgänger t war grau und brater an den besonders eilig e falls in M ■Ti*» ffer; man PNg le> ade jetzt w de bemerkt und die Freiwillige Feuerwehr alarmiert. Es handelte sich um einen Kamin- und Balken- Lrand, der rasch auf feinen Herd beschränkt und gelöscht werden konnte. * M u s ch e n h e i m, 26. Jan. Die hiesige Orts- bauernschaf-i hatte am Sonntag zu einem Dorfgemeinschaftsabend eingeladen, der am Saale von Engel ftattfanb und sehr gut — auch Ius benachbarten Gemeinden — besucht war. Orts- bauernführer P. Becker hieß die Teilnehmer will- lommen. Anschließend sprach der Bezirksjugend- Iührer Bender (Dorf-Gill) über den Sinn eines olchen Abends. Musik einer kleinen Kapelle leitete odann über zu einem Vortrag des Verwalters vom chofgut Hof Güll, H. D. W o e ft e, der ausführlich Über Ostpolitik und Ostsiedlung sprach. Er führte rindringlich die dringende Notwendigkeit einer starken Besiedlung des deutschen Ostens vor Augen. «Seine Darlegungen wurden mit großer Aufmerk- lamkeit und mit dankbarem Beifall ausgenommen. Der weitere Verlauf des Abends brachte die Aufführung eines humorvollen Theaterstücks, das von Lehrer K r ö n n e r eingeübt und von der Dorfjugend dargestellt wurde. Die Vorführung schöner alter Volkstänze durch die Dorfjugend löste ebenfalls große Freude aus. Deutscher Tanz beschloß den Abend. eso Eberstadt, 26. Jan. In der Zeit vom 17. bis 24. Januar sand hier eine kirchliche Woche statt. Insgesamt hatte die Veranstaltung 1150 Besucher zu verzeichnen. Kreis Schotten. )—( Ruppertsburg, 27.Jan. In einer gut besuchten Versammlung der hiesigen Krieger- kameradschaft sprach am Sonntagabend der frühere Obermatrose K. Kratz aus Freienseen, der den Weltkrieg als U-Boot-Kampfer mitgemacht hat. Er wußte viel zu erzählen und verstand es, die Aufmerksamkeit der Zuhörer fast zwei Stunden lang zu fesseln und zu begeistern. Im zweiten Teile seines Vortrags zeigte der Redner Lichtbilder aus der Skagerrak-Schlacht und den Kümpfen bei den Falklandinseln. Mit dem begeistert aufgenommenen Sieg-Heil auf den Führer schloß der 2. Vorsitzende W. Lein die Versammlung. — Am Sonntag brachte der Förster K. Becker zu Friedrichshütte im Distrikt Giern ein Wildschwein zur Strecke. Das war das fünfte Stück Schwarzwild, das innerhalb vier Tagen in den Graf-Solms-Laubacher Waldungen erlegt werden konnte. Kreis Alsfeld. V Nieder-Gemünden, 27.Jan. Der hiesige Schützen - und Sportverein veranstaltete am Sonntag fein diesjähriges Wintervergnü- gen. Ein dreiaktiges Volksstück und zwei Lustspiele erfreuten sehr. Die Mitwirkenden ernteten reichen Beisall. Tanz beschloß den Abend. — Am Samstag ereignete sich unterhalb des Backhauses ein Moto r r a d u n f a l l, der glücklicherweise glimpflich ablief. Ein auswärtiger Fahrer mit Beifahrer wurden von einem Autobesitzer angefahren und auf die Seite geschleudert. Beide Fahrer blieben glücklicherweise unverletzt. Das Motorrad wurde leicht beschädigt. * * Deckenbach, 27. Jan. Der Wagnermeister Heinrich Becker von hier kam heute nachmittag in seiner Werkstatt beim Ausschneiden von Radfelgen mit der linken Handindie Bandsäge, wobei er erhbliche Verletzungen davontrug. Nach erster ärztlicher Hilfeleistung mußte der bedauernswerte Mann nach Gießen in die Klinik verbracht werden. Kirche und Schule. Landkreis Gießen A Heuchelheim, 27. Jan. Nach dem Ausweis des Standesamtes sind 1936 in Heuchelheim 49 Kinder geboren. Dazu hat man aber 18 Kinder zu rechnen, die in der Hauptsache in Gießen geboren sind. Bürgerliche Eheschließungen fanden 28 statt. Sterbefälle kamen 34 vor, darunter vier Totgeburten. Dazu hat man 10 in Gießen Verstorbene zu rechnen. Nach dem Ausweis der Kirchenbücher sind 1936 in Heuchelheim 48 Kinder getauft worden, darunter 45 aus rein evangelischen Ehen, 1 aus Ehe, wo der Mann evangelisch und die Frau konfessionslos ist, und 2 unehelich Geborene von evangelischen Müttern. 28 Ehepaare wurden kirchlich getraut, davon 26 rein evangelische und zwei Ehepaare evangelisch-katholisch. 35 kirchliche Beerdigungen fanden statt, darunter 10 in Gießen Verstorbener. 40 Kinder aus rein evangeli- chen Ehen wurden konfirmiert. 1103 Personen gingen zum Abendmahl, davon 369 Männer und 734 Frauen. Die Abendmahlsbesucher betragen 38,23 v. H. der landeskirchlichen Evangelischen. 46 Kindergottesdienste mit einem Durchschnitt von 117 Besuchern wurden gehalten. 11 Christenlehren fanden statt mit einem Durchschnittsbesuch von 69 Jugendlichen. Ein Uebertritt aus der katholischen in die evangelische und ein aus der evangelischen in die katholische Kirche fanden statt. 59 Hauptgottes- dienste und 8 Nebengottesdienste wurden gehalten. Die Gesamtzahl der Besucher der 67 Gottesdienste war 11 503 (5963 Erwachsene und 5540 Kinder); das sind pro Gottesdienst 89 Erwachsene und 83 Kinder. Sämtliche 124 Gottesdienste (59 Haupt-, 8 Nebengottesdienste, 46 Kindergottesdienste und 11 Christenlehren) wurden von 17 643 Personen besucht (2147 Männern, 4571 Frauen, 5157 Knaben und 5768 Mädchen). Folgende Gaben wurden geopfert: Klingelbeutel 130,71 Mk., Taufbüchse 44,09 Mk., bei Trauungen 127,10 Mk., die 24 offiziell erhobenen Kollekten 155,37 Mk., für örtliche Zwecke erhobene Kollekten 54,02 Mk., Gustao- Ädolf-Verein 76,31 Mk., Verein Freundinnen junger Mädchen 32,50 Mk., die Konfirmanden an den Landesoerein für innere Mission 19,20 Mk., Sammeltag der Inneren Mission 104,84 Mk., der Kin- deraottesdienst an den Landesverein für Innere Mission 6,80 Mk., Dekanatskirchengesangfest 117,38 Mk., Basler Missions-Kollekte 8 Mark. Summe 876,32 Mark. Preußen. Kreis Wetzlar Wetzlar, 27. Jan. (LPD.) Im Wetzlarer Krankenhaus wurde die Frau des Aßlarer Einwohners Willi Sollmann von Drillingen, drei Knaben, entbunden. Der Mutter und den Kindern geht es gut. Hl Wißmar, 27. Jan. Die hiesige Ortsgruppe der NSDAP, hielt im Saale von Wolf eine Versammlung ab. Ortsgruppenleiter Henrich begrüßte die Teilnehmer. In längeren Ausführungen sprach sodann Pg. Fuchs aus Wiesbaden über den Vierjahresplan. Die Versammlung wurde in üblicher Weise geschlossen. — Durch die Gaufilmstelle der NSDAP, wurden am Sonntag der Film „Ein höherer Befehl", sowie einige unterhaltende Beifilme gezeigt. Am Montagmorgen wurde die Vorstellung für die Schule wiederholt. — Der hiesige Obst - und Gartenbauverein hielt im Saale von Wolf einen Familienabend ab. Vereinsführer Xörner begrüßte vor allem die Gäste des Abends, Regierungsassessor Müller (Wetzlar), Bürgermeister Krauß, Kreisobstbauinspektor K i l b , Stabsleiter Fischer von der Ortsbauernschaft, sowie den Ortsbauern- sührer Wagner. Anschließend gab er einen kurzen Rückblick über die Entwicklung des Vereins. Stabsleiter Fischer sprach sodann über die Erzeugungsschlacht und erkannte die Leistungen der Gliederungen im Reichsnährstand zu Wißmar an. Im weiteren Verlaufe des Abends trugen musikalische Darbietungen zur Unterhaltung bei. Große Freude lösten die Lichtbilder aus, die Erinnerungen an die Tätigkeit des Vereins wachriefen. — Am Dienstagabend sprach hier Pg. Kurz aus Barcelona über seine Eindrücke und Erlebnisse während des Bürgerkrieges in Spanien. — Dieser Tage erlitt der elfjährige Helmut Wagner beim Rodeln einen Unglücksfall. Er erlitt Perletzun - gen am Kopfe und mußte in die Chirurgische Klinik nach Gießen gebracht werden. + Kinzenbach., 27. Jan. Im Saale von Peusch veranstaltete die NSDAP, eine Kundgebung, in der Pg. Schuster aus Frankfurt a. M. in einem umfassenden Vortrag die Leistungen während der vergangenen vier Jahre nationalsozialistischer Regierung umriß und sodann den neuen Vierjahresplan erläuterte. Abschließend forderte der Redner zum vollen Einsatz für Führer, Volk und Vaterland auf. — Die hiesige Freiwillige Feuerwehr hielt ihre Jahreshauptversammlung ab. Wehrführer Brück erstattete den Jahresbericht, dem zu entnehmen war, daß sich die Wehr im vergangenen Jahre günstig entwickelt hat und die Gerätschaften vervollständigt werden konnten. Nachdem der Kassenbericht vom Rechner Schäfer erstattet und nachdem noch die Ausgaben des Jahres 1937 umrjsfen worden waren, sand die Versammlung in üblicher Weise ihren Abschluß. <£ Hörnsheim 27. Jan. In der Gastwirt, schäft Bepler fand eine Versammlung Der NSDAP, statt, zu der sich viele Volksgenossen eingefunden hatten. Pg. Schmidt, Frankfurt a M., sprach über die Aufgaben, die sich aus dem neuen Dierjahresplan ergeben. — Am gestrigen Mittwoch konnte der Landwirt Johannes Mack, Hauptstraße 46, in geistiger und körperlicher Frische seinen 8 7. Geburtstag feiern. Der allgemein beliebte Jubilar ist der älteste Einwohner der Gemeinde. Seit langer Zeit ist er Mitglied des Presbyteriums der hiesigen Kirchengemeinde. SJl.-'fport Kreisjugendlauf auf dem Hoherodskopf Am Sonntag wurde, wie wir bereits kurz berichteten, auf dem Hoherodskopf der Kreiswettbewerb im Langlauf für jugendliche Skiläufer gestartet. Leider hatten nur der Skiklub Friedberg und der Skiklub Bad-Nauheim gemeldet. Teilnahmeberechtigt waren nur Jugendliche bis zu 18 Jahren. Die Strecke führte über 4,5 Kilometer. Die Entscheidung über die Durchführung des Laufes fiel allerdings erst um 10 Uhr. Kurz entschlossen steckten einige Mitarbeiter die Strecke ab. Eine hervorragende Zeit lief der erste Sieger, der 15jährige Schwarz (Friedberg), mit 27:19 Minuten. Zu berücksichtigen war, daß die Läufer keine Möglichkeit zum Training hatten. Die Ergebnisse: Klasse I (14 bis 16 Jahren): 1. Schwarz 27:19 Min., 2. Steller 28:22, 3. Müller 29:42, 4. Pfeffer 30:24, 5. Deiters 33:22, 6. Hasemann (sämtlich Friedberg) 38:58 Min. Klasse II (16 bis 18 Jahren): 1. Koch 25:25 Min., 2. Behlen 28:26, 3. Hillgärtner (sämtlich Bad- Nauheim) 32:09 Min. Nachtspnngen in Garmisch. Das auf der Kleinen Olympia-Schanze am Gudi- berg in Garmisch-Partenkirchen am Dienstagabend veranstaltete Nachtspringen wird den über 3000 Zuschauern wohl ein unvergeßliches Erlebnis bleiben. Eine herrliche Winternacht war angebrochen. Hell strahlte der Vollmond am Himmel und tauchte den mit Neuschnee bedeckten Berg in mattweißes Licht, als 48 der erlesensten Springer auf der Kleinen Olympia-Schanze antraten, die von 26 Tiefstrahlern taghell erleuchtet war. Dreimal gingen die Springer über die Schanze und erreichten dabei Weiten, die immer wieder brausenden Beifall aus- lösten. Die Haltung wurde bei den Springern nicht gewertet, lediglich die erzielten Weiten gaben ein Bld von dem hervorragenden Können der Teilnehmer. Der österreichische Sprungspezialist Josef Bradl stand beim ersten Durchgang 49 Meter, hatte aber beim zweiten Sprung das Pech, bei 55 Meter zu stürzen. Beim dritten Ablauf erzielte Bradl mit 54 Meter den weitesten Sprung des Abends. Den Abschluß bildete ein gelungener Doppelsprung von Josef Bradl und Hans Marr. Budapest besiegt Stockholm 3:1. Am Mittwochnachmittag standen sich in einem weiteren Spiel des Eishockey-Vierländerturniers in Garmisch-Partenkirchen der Budapester EV. und Göta Stockholm gegenüber. Die Ungarn blieben mit 3:1 (0:0, 2:1, 1:0) siegreich. Die Teilnehmer am Langlauf und Sprunglauf. Im Rahmen der ersten Internationalen Wintersportwoche in Garmisch-Partenkirchen werden am Samstag und Sonntag der Langlauf und der Sprunglauf für den Spezial-Wettbewerb und die Kombination durchgeführt. Dem Sieger der Kombination winkt der wertvollste der zu vergebenden Ehrenpreise, den der Führer und Reichskanzler stiftete. Beim Langlauf sind fünf Nationen vertreten. Deutschland entsendet 19 Spezial- und 18 Kombinationsläufer, für die Tschechoslowakei starten fünf HDWer, darunter Wohlrab. Norwegens Farben tragen Busterud Fosseide und Sigurd Röen und Großbritannien schickt W. Jacomb. Die meisten von ihnen nehmen als Kombinationsläufer auch am Sprunglauf teil. Außerdem bestreiten zahlreiche weitere Teilnehmer den Spezialsprunglauf. BSL. Sieger im Uierlänber-Iurnier. Am Mittwochabend war das Olympia-Eisstadion in Garmisch-Partenkirchen fast völlig ausverkauft, als im Rahmen des Eishockey-Vierländerturniers der Berliner Schlittfchuh-Club gegen den bayerischen Meister SC. Rießersee antrat. Die Berliner blieben nach hartem Kampf mit 1:0 (0:0, 0:0, 1:0) siegreich, dock hatten sie den Gesamtsieg schon vorher in der Tasche, so daß auch ein Erfolg der Rießerseer nichts daran geändert hätte. In den Pausen tanzte die Ungarin Szilasfn im Nationalkostüm und erntete reichen Beifall. Auch Megan Taylor mußte mehrere Zugaben gewähren. Die Geschwister Paus in traten ebenfalls auf und wurden für ihre Vorführungen mit Beifall überschüttet. Handball AfA-R I.-Nibbach I 7 3 Am Sonntag war die Handball-Elf des Turn- und Sportvereins Butzbach auf dem Waldsportplatz zu Gast und wurde eindeutig geschlagen. Das Vorspiel hatten die Butzbacher gewonnen. Allerdings gingen die Butzbacher, die nur mit neun Mann spielten, nach zehn Minuten in Führung und es dauerte lange, bis der Ausgleich siel. Nach der Pause machte sich das Fehlen zweier Spieler bei Butzbach sehr bemerkbar, allerdings konnten die Gäste durch ihren Eifer das Spiel immer offen halten. Trotzdem konnten sie die Erfolge der Einheimischen nicht verhindern. Wenn der Sturm der Gießener Mannschaft etwas wurfsicherer gewesen wäre, hätte das Ergebnis auch zweistellig lauten können. Die Gießener Mannschaft stand mit: Hoer; Loos, Hauswald; Heuck, Rubin, Wode; Reese, Graf, Wampers, Ollhoff und Hillebrandt. Sportklub 1921 Daubrinaen Am vergangenen Sonntag hatte die erste Elf von Daubringen die gleiche Mannschaft von Großen- Buseck zu Gast. Viele Zuschauer waren erschienen, die einen rassigen Kampf um die Punkte erlebten. Vom Anstoß an drängten die Großen-Busecker, die Angriffe wurden aber von der gegnerischen Vertei- Lichtspielhaus Gießen Ab heute Donnerstag: 555A WM I tVibner \« \ leSs* Der in den Tropen verschollene Geliebte einer schönen Frau kehrtheim und bringt sie, die einem andern gehört, in den großen Kon- flikt ihres Lebens. Behutsam u. mit sauberer Gesinnung gestaltet dieser Film dasThema Beiprogramm / Fox-Ton -Woche! Täglich 4, 6. 8.30, Sonntag 3, 5.30, 8.30 Uhr Oeffentliche Mahnung. Das am 25. d. M. fällig gewesene 5. Ziel Gemeindesteuern einschließlich der nachträglich veranlagten Posten ist umgehend zu zahlen; andernfalls muß ein Säumniszuschlag berechnet und die Beitreibung eingeleitet werden. 552C Ferner werden zur umgehenden Zahlung gemahnt: 4. Ziel Kanal-, Müllabfuhr- und Straßenreinigungsgebühren 1936 einschließlich Mieteranteile. 3. Ziel Beitrag zur Handwerkskammer 1936. Gießen, den 26. Januar 1937. Stadtkasse Gießen. < BORRMANN5: Gießen,Neustadt». Rn f4165 Der beliebte große 1900 446 D Maskenball mit wertvoller Prämiierung Samstag, 30. Jan. 1937,20.11 Uhr im Caf6 Leib ZweiTanzkapellen! Karten Im Vorverkauf für Mitglieder Mk. 1.- für Gäste Mk. 1.50: Schuh haus Darre, Seltersweg, Sporthaus Schwan, Mäusburg. Buchladen Weber, Marktplatz Die gesamte fadeneinridituiig fclfcrsn’cg 73 (früher Haus der Handarbeit) Schränke, Regale, Glastheken, elektr. 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Eine mangelhafte Sache soll man. wenn überhaupt, so nur unter Vorbehalt aller Rechte annehmen. Ist zweifelhaft. ob man zu einer Zahlung verpflichtet ist. so leiste man Zahlung niemals unbedingt, sondern behalte sich stets das Rückforderungsrecht vor. — Ein Eigentumsvorbehalt muß vor der Lieferung ausdrücklich vereln- bart werden, nicht genügt ein Vermerk auf der Rechnung: „Eigentum ist bis zur vollständigen Bezahlung vorbehalten" S. Abzahlung. Vorbehaltsgut. Es unterliegt nicht der Verwaltung und Nutznießung des Ehemannes, die Frau kann ohne Zustimmung des Mannes darüber verfügen. Zum V. gehört vor allem: der Schmuck die Kleidung, das Arbeitsgerät der Frau; ferner, was die Frau durch ihre Arbeit verdient und was durch Ehevertrag zum V. erklärt ist; außerdem der Erwerb durch Schenkung, Erbschaft oder Vermächtnis, wenn der Zuwendende bestimmt, daß es Vorbehaltsgut werden soll. Alles, was als Ersatz für Gegenstände des Vocbeh.-G. oder mit Mitteln desselben erworben wird, gehört ebenfalls zum V. Das 93. soll man ins Güterregister eintragen lassen, soweit es auf Ehevertrag beruht. Vorderstich. Die Weißnäherei für ungefärbte Stoffe) hat folgende Hauptsticharten: Vorderstich, zu Säumen und Falteneinreihung; Seiten- oder Saumstich zur Befestigung der umgebogenen Stoffkante. Ueberwend- lingsstich verbindet zwei Webekanten oder gesäumte Schnittkanten; nach dem Aufplätten sto- ßen die Kanten aneinander; Stoßnähte. Zeitung gelesen dabei gewesen Vorgarten, Gartenfläche vor dem Hause. Soll immer als Ziergarten angelegt werden Anpflanzen von hohem Strauchwerk nach Möglichkeit vermeiden, um Verdunkelung der Zimmer zu vermeiden. Keine unnötige Aufteilung und Verkleinerung der Pflanzenfläche durch Wege. Häßlich wirken meistens größere Kiesanlagen; Steingärten dagegen zieren den V. Sie schäften harmonischen Übergang vom Erüngarten zum Steinhause. An die Bodenkür ein vorhangschloß ... Das ist ein guter Schutz gegen Diebstahl. Denken Sie aber beim Kauf daran, ein gutes, stabiles Vorhangschloß zu nehmen, das nicht so leicht erbrochen werden kann. Vorhangschlösser in vielen Arten gibt es preiswert bei 3- B. Häuser, Gießen, am Oswaldsgarlen, Fernsprecher 2145/2146. digung immer wieder gestoppt. Auf beiden Seiten soh man schöne Kombinationszüge, die aber zunächst zu keinen Erfolgen führten. Erst kurz vor der Pause kamen die Einheimischen zum Führungstreffer. Nach dem Wechsel erzielten die Gäste durch ein Mißverständnis der Einheimischen den Ausgleich. Bei einem schönen Durchbruch gelang es dann, Hilberg und Reif auf 2:1 zu erhöhen. Die Angriffe wurden in der Folge immer stürmischer, Tore fielen aber nicht. Erst kurz vor Schluß kamen die Großen- Busecker durch einen Elfmeterball zum Ausgleich. Die Mannschaften teilten sich also die Punkte. Lugendfußball im BsB.-Reichsbahn. VfB.' R. I.Jgd — Sportfreunde Wetzlar 1. Jgd. 14:0: Die I.Juqend befand sich in Wetzlar in einer glänzenden Verfassung. Sie verstand es, ein Kombinationsspiel vorzuführen, das die Gegner auf die Dauer zermürben mußte. Wohl leisteten die Wetzlarer bis zur Halbzeit erbitterten Widerstand. (Halbzeit 1:0.) Nach der Pause mußten sie ein Tor nach dem anderen hinnehmen. V f B. - R. 4. Jgd. — Staufenberg 1. Jgd. 2:3: Da mehrere Spieler die seither in der 4. Jugend mitgewirkt hatten, in die 3. aufgerückt sind, hatte die Jugend der Platzbesitzer an Spielstärke verloren. Die Niederlage ist nicht überraschend. Oporfomf „Kraft durch Freude". Heute folgende Kurse: Fröhliche Gymnastik und Spiele — nur für Frauen — Lyzeum, Dammstraße 26, 18.30 bis 19.30, 20 bis 21 und 21 bis 22 Uhr. Reiten — für Männer und Frauen gemeinsam — Reitinstitut, Brandplatz, 21 bis 22 Uhr. Ski-Sonntaasfahrt: Am Sonntag, 31. Januar, fährt ein Omnibus nach Breungeshain im Vogelsberg. Fahrtkosten 2,25 Mark. Abfahrt: Morgens 6 Uhr Haus der DAF., Gießen, Schanzenstraße 18. Fußball-Länderkamps Deiilschland-Holland. Start in das Länderspieljahr 1937. Mit dem Länderkampf gegen Holland leitet der Deutsche Fußballbund sein umfangreiches Länderspielprogramm 1937 ein. Fast in jedem Monat dieses Jahres wird die deutsche Nationalmannschaft in Aktion treten, zum Teil gegen international hervorragende Gegner. Wir haben gegen Holland noch etwas gutzumachen. Ein Sieg fehlt noch, um in der Zahl der Gewinnspiele mit dem westlichen Nachbarn gleichzuziehen. 14 Spiele verzeichnet die Statistik der Länderspiele Deutschland—Holland, fünfmal verließen die Holländer als Sieger den Platz, viermal behielt Deutschland die Oberhand, die übrigen fünf nahmen einen unentschiedenen Ausgang. Das Torverhältnis stellt sich auf 31:29 zugunsten Hollands. Um auch in der Torquote mit dem Gegner gleichzukommen, müßte der deutsche Sieg schon mit zwei Toren Unterschied ausfallen. Nach der Schweiz ist Holland die Nation, mit der Deutschland die meisten Fußball-Länderkämpfe ausgetragen hat. *23on den insgesamt 14 Begegnungen entfallen fünf auf die Vorkriegszeit, in der uns kein Sieg befchieden war, obwohl zweimal auf deutschem Boden gespielt wurde Holland hat der deutschen Nationalmannschaft in jedem Spiel außerordentlich viel Schwierigkeiten bereitet, auch wenn wir gewonnen hatten. In deutsch-holländischen Vereinsspielen trat meist eine klare Überlegenheit der Deutschen zu Tage, so daß es immer wieder unwahrscheinlich anmutet, daß Holland als Nationalmannschaft so unerhört stark auftritt Sie erreichen stets ihre Bestform, spielen und kämpfen mit allem Energieaufwand, wenn es um Hollands Fußballansehen geht. Diese Erfahrung wird man auch am Sonntag im Düsseldorfer Rheinstadion wieder machen können. Die Aufstellung der deutschen Mannschaft ist diesmal sehr spät bekannt geworden. Erkrankungen und Verletzungen sowie Formrückgänge einiger Nationalspieler bereiteten vor allem in der Besetzung des Angriffs Kopfzerbrechen. Die Mannschaften. Für den Kampf wurden folgende Mannschaften aufgeboten: Deutschland: Jakob (Jahn Regensburg); Janes (Fortuna Düsseldorf), Münzenberg (Alemannia Aachen); Gellesch (Schalke 04), Goldbrunner (Bayern München), Kitzinger (1 FC. Schweinfurt); Lehner (Schw. Augsburg), Hohmann (VfL. Benrath), Friedel (1. FC Nürnberg), Szepan (Schalke 04), Günther (Duisburg 99). Holland: Halle; Caldenhoven, Weber; van Heel, Anderiesen, Paauwe; van Nellen, Smit, Backhuys, van Spaendonks, Wels. Die deutsche Mannschaft kommt in dieser Aufstellung allgemein erwartet. Es war von vornherein bekannt, daß auf keinen Fall irgendwelche Experimente unternommen werden sollten. Nicht einfach war die Lösung des Mittelstürmerproblems. Friedel, der Nürnberger (übrigens der einzige Neuling), ist zweifellos talentiert, nur ist sein Schußvermögen nicht so reichhaltig, daß er nun unbedingt für Tore gut ist Der Duisburger Günther hat sich großartig herausgemacht und könnte sich durch ein gutes Spiel am Sonntag einen Stammplatz in der Nationalelf sichern. Heber das Können der übrigen Stürmer braucht nichts weiter gesagt zu werden, Lehner-Hohmann bildeten bei der Weltmeisterschaft in Italien bereits einen wertvollen rechten Flügel, Szepan ist unentbehrlich und die Hintermannschaft verdient restloses Vertrauen Der deutsche tufffoort im Jahre 1937. Aus der Fülle der geplanten luftsportlichen Ereignisse des Jahres 1937 verdienen einige Veranstaltungen besonders hervorgehoben zu werden. So vor allem der im letzten Jahr ausgefallene Deutschlandflug, der in den Tagen vom 30 Mai bis 6 Juni zum Austrag gelangt, Etwa 200 Sportflugzeuge werden sich daran im Einzelflug oder in Verbänden beteiligen, um Orterauf- gaben, Zlellandungen usw. zu losen. Dey Abschluß bildet am 6. Juni der Anflug des Flughafens Berlin-Tempelhof, wo gleichzeitig wieder ein Großflugtag zur Abwicklung gelangt. Erstmalig wird dann, um vielen Wünschen aus dem Ausland gerecht zu werden, vom 4 bis 18. Juli ein internationaler Rhön-Segelflug-Wettbe- werb durchgeführt. Dabei können deutscherseits aber nur die Besten zum Start zugelassen werden, da aus Gründen der Organisation die Teilnehmerzahl beschränkt werden muß. Die 18. Rhön, der nationale Segelflug-Wettbewerb, ist für die Tage vom 25. Juli bis 8. August vorgesehen. Der Z u g s p i tz f l u g wird zum letzten Mal etwa 60 Sportflugzeuge im Wettbewerb um den wertvollen Wanderpokal sehen, der diesmal endgültig vergeben wird. Schließlich ist noch das Gordon-Bennett-Rennen der Freiballone zu erwähnen. An dieser Veranstaltung, die diesmal am 20. Juni von Brüssel aus gestartet werden soll, wird sich auch Deutschland wieder mit zwei bis drei Ballonen beteiligen. Ein deutscher Teilnehmer steht bereits in dem jungen Düsseldorfer Götze jr. fest. Vorhang Bormundschaftsgericht Immer ist zu beachten die Bepflanzung des Flächenteiles unter der Dachrinne (= Dachkan- del), da hier sehr oft dem Pflanzwerk die nötige Feuchtigkeit fehlt. Eine liebevolle Pflege des V. ist immer angebracht, da der V. die Visitenkarte des Hausbesitzers ist. Vorhang, Fensterbekleidung, s. u. Gardinen. Vorladung s. Ladung. Vorlegen von Speisen ist nur bei Festessen oder in vornehmen Gaststätten üblich. Bei häuslichen Gesellschaften werden die Speisen durch die Bedienung von links her zum Selbstnehmen gereicht. Vormund. Einen V. erhalten: uneheliche Kinder, Findelkinder, Minderjährige, die nicht unter elterlicher Gewalt stehen (Doppelwaisen), Kinder, deren Eltern die elterliche Gewalt verloren haben und Entmündigte. Der Vormund wird vom Vormundschaftsgericht bestellt und erhält eine Bestallung (Ausweis). Der V. hat die Rechte und Pflichten, die dem Vater kraft feiner elterlichen Gewalt zustehen, er ist also vor allem gesetzlicher Vertreter des Mündels und hat das Vermögen desselben zu verwalten. Der V. steht unter der Aufsicht des Vormundschaftsgerichts. Eine Vormundschaft muß jeder Deutsche annehmen, abgelehnt kann eine solche nur werden: von einer Frau mit mehr als einem schulpflichtigen Kind, von einem über 60 Jahre alten Deutschen, von öemjenigen, der mehr als vier minderjährige eheliche Kinder hat, von Kranken und Gebrechlichen usw. Nach Beendigung der V. hat der V. dem Mündel auf Verlangen Rechenschaft über die Vermögensverwaltung zu geben und ein Vermögensverzeichnis aufzustellen. S. Offenoarungseid. Mündel, Entmündigung. Vormundschaftsgericht. Das V. (Amtsgericht) bestellt, beaufsicht- tigt und entläßt den Vormund greift in die elterliche Gewalt des Vater ein, wenn es zum Schutze der Kinder notwendig ist (Entziehung der elt. Gew.), trifft die zur Verhütung der Verwahrlosung von Minderjährigen erforderlichen Maßnahmen (Schutzaufsicht, Fürsorgeerziehung), entscheidet bei Streitigkeiten zwischen Eltern über die religiöse Kindererziehung, regelt das Sorgerecht bei geschiedenen Ehen sowie den persönlichen Verkehr des für schuldig erklärten Ehegatten mit dem Kinde, entscheidet bei Streitigkeiten zwischen Ehegatten wegen Entziehung der Schlüsselgewalt, Kündigung eines A.rbeitsverhältnisses der Frau durch den Mann, ersetzt die erforderliche Zustimmung des Mannes zu Rechtsgeschäften der Frau u. a. m. Das V. geht den Eltern mit Rat und Tat bei der Kindererziehung zur Hand, erteilt in allen Angelegenheiten, für die es zuständig ist, unentgeltlich Rat. — Die Zuständigkeiten des V. sind bei den einzelnen Stichworten angegeben. Varl Joos ÄS' Gießen, Kirchenplatz 13, Ruf 2797 ^tL$s^ Ehrenmal für die in Abessinien Gefallenen. i i m । MM r MM. M.Ä 4 MH «v . .J UM WM Zu Ehren der im abessinischen Kriege gefallenen italienischen Soldaten soll auf dem Amba Aladschi, an dem einst einer der bedeutendsten Siege erfochten wurde, ein gewaltiger Tempelbau errichtet werden. Dieser Plan veranschaulicht den Riesenbau in dem gewaltigen Bergmassiv. — (Scherl-Bilderdienst-M.) der beim letzten Wettbewerb von Warschau aus als Vierter mit etwa 1500 zurückgelegten Kilometern eine recht beachtliche Leistung vollbrachte. Zur Ermittlung weiterer deutscher Vertreter ist für den 21. Februar von Chemnitz aus eine Ausscheidungswettfahrt angesetzt, zu der etwa 12 Ballone zuge- Die heule sagen: „Luftschutz? — Hein!“ Die immer deuteln, drehen: Das sind die, die im Ernstfall schrein: „Warum ist nichts geschehen!?“ lassen werden. Außer den Großveranstaltungen gibt es natürlich noch eine ganze Reihe regionaler und örtlicher Wettbewerbe, Veranstaltungen und Ausscheidungsflüge in großer Zahl, die alle aufzuführen, nicht möglich ist. Weitere Aufgaben des Luftsportes, deren Betreuung sich der Reichsluftsportführer angelegen sein läßt, sind der Auf- und Ausbau von Modellschulen, der Lehrkörper und des Lehrmaterials, die Einführung des Segelfluges als olympische Hebung bei den kommenden Olympischen Spielen, besondere Förderung des Zielstrecken-Segelfluges als Einzel- oder Verbandsleistunq und des Segel- Kunstfluges, die Einrichtung uno der Betrieb zahlreicher Sportflieger-Schulen und besondere Förderung des sogenannten Kleinst- und Leichtest-Flugzeuges. Richtschnur aller Arbeit des Reichssportführers bleibt: Durch Luftsport zur fliegenden Nation! Kunst und Wissenschaft. 3m Würz 49. Mediziner-Tagung in Wiesbaden. Die Deutsche Gesellschaft für innert Medizin tritt vom 15. bis 18. März in Wiesbaden zu ihrer 49. Tagung zusammen. Die Tagung wird von Professor Dr. S i e b e ck (Berlin) geleitet Der Kongreß befaßt sich u. a. mit neuen Grundsätzen der Ernährung, mit der homöopathischen Betrachtungsweise und Der Homöotherapie des Schmerzes und mit der Pathologie der Schilddrüse sowie in einer gemeinsamen Sitzung mit der Deutschen Tuberkulose-Gesellschaft mit der Frage: „Welche Bedeutung hat die tuberkulöse Allgemeininfektion für den Organismus des Menschen?" Tagung der Deutschen Gesellschaft für Tierpsychologie. Während der „Grünen Woche" vom 5. bis 7. Februar findet in Berlin die erste Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Tierps y ch o- logie statt. Führende Wissenschaftler sprechen über Probleme der Psychologie der Insekten, Vögel, Säugetiere, über die seelischen Fähigkeiten der Tiere und die Beziehungen zwischen der Tier- und Menschenpsychologie; über Tierpsychologie in der Tierzucht und Tierhaltung, über die Bedeutung der Tierpsychologie in der Pferdezucht und im Pferdesport, über das Reichstierschutzgesetz, über das Reichsjagdgesetz und über die Tierpsychologie in Der Tiermedizin. Sprechstunden der Redaktion. 11.30 bis 12.30 Uhr, 16 bis 17 Uhr. Samstaqnach- mittag geschlossen. Gestrickte wollene Handschuhe Schlüpfer Leibbinden Kniewärmer Kopfschützer Ohrenschützer Unterziehstrümpfe billigst bei J. 'Schulde Kreuzplatz 566 A Werbe-Drucksachen liefert Brühl'sche Druckerei Bücher für Naturfreunde und Wanderer Belauschtes Leben. Kleine Kreatur in Wasser, Busch und Halm von K. O. Bartels. 164 Naturaufnahmen aus dem Leben der niederen Tierwelt mit erläuternden Bildunterschriften, Namensangaben u. ausführlichem Text. Mit einem Geleitwort von Prof. Dr. P. Deegener,' Universität Berlin. Preis kartoniert RM.3.90, geb. RM. 4.80. Waldweben. Die Lebensgemeinschaft des deutschen Waldes in Bildern. 150 eigene Naturaufnahmen aus dem Tier- und Pflanzenleben des heimatl. Waldes auf 128 Kupfertiefdrucktafeln,mit lebendigem u.aufschlußreichem Einführungstext von K. Gerhard und G.Wolff. Ganzleinenband.............RM .4.80. Umgang mit Mutter Grün. Sünden- und Sittenbuch von W. Schoenichen. Brosch. RM. 2.85, gebunden RM. 3.60. Die deutsche Landschaft Von E. L. Schellenberg. Br.RM.1.20, geb.RM.1,80 Zu beziehen durch jede Buchhandlung! Hugo Bermühler Verlag Berlin-Lichterfelde GLORIA Heute Donnerstag Premiere! Täglich 4, 6, 8.30 Uhr Sonntags 3, 5.30, 8.30 Uhr I PALAST Giessen Kinderarzt |Dr. Enget ToßfS w PAUL HÖRBIGER * VIKTORIA v. BALLASKO ARTHUR FRITZ EUGENS, HANS LEIBELT Regle: Johannes Riemann Dem Kinderarzt Dr. Engel geht das Wohl seiner kleinen Patienten über alles. Er ist sogar nahe daran, das Glück seines Lebens zu opfern. Da aber hilft ihm ein kleiner Patient zum happy end. Onkel Doktor — geheilt entlassen. 654a Beiprogramm: „Alltag im Dajakdorf“ und Ton-Woche Win 4-tr hilis u/c c-»• des v rutschen U 0 /3? A "-Si AW ÄS« Ms SleA W nei W b- i« ” w 6er t “St »i‘ *n "Soll»* 1,1 Ä8i'*te ... gürte in oer ■ M* »II, Lj* aber auch Liinöen wurde, 113 und stolze lie einzelnen Q »mitt die,es Mm Weit sind no 1W 1933 sprac Mag über da mn Leutlchlanl Unoernunst von 1 poiitioen Mschla es jei endlich Zei sprechen einlösen, internationale Ri Angrissswassen. ! alles nur aus und Gleichbi M Deutschland einer Unterschnj Verewigung der deuten würde", , Niemand bür, fyutfälani) [ed)5 !1 {onferenjoei aus dem Wollt Hrte. 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