Mittwoch, 27. Oktober IM 187. Jahrgang Nr. 251 Erstes Matt Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8'/,Uhr des Vormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Text- anzeigen von70mm Breite 50 Rpf.,Platzvorschrist nach vorh. Vereinbg.25"/t» mehr. Ermätzigte Grundpreise: Stellen-, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf., Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B MGietzener Anzeiger von einzelnen Nummern . General-Anzeiger für Oberhessen richten: Anzeiger Giehe« v ’ zrsstoitlvasten FiäheSelterstor. Schriftl. Angeb. | Vermietungen | Große gut eingerichtete Wmn- WMg mit allem Zubehör, evtl. Bad, sofort zu vermieten. Schriftliche Angeb. unt. 05288 an den Gießen. Anzeig. SUeine Wohnung zu vermiet. O629o DanzigerStr. 15. Garage zu vermiet. 05261 Hindenburg- wall 11, 1. Stock | Mietgesuche"! Möbliertes WohDschlalzimnier für Eheleute ev. nut Kochgelegenheit gesucht. 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A.-Dienst abgegangen, sucht Stelle als Hilfsarbeiter i.Fabrik, LageroderWerk- statt.Angeb. unt 7000D a.d.G.A. m. ? 1 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheffen) Mittwoch.27.Ottober |Q57 Aus dem Reiche der Krau Führerinnen PRAKTISCHE VORSCHLÄGE UNSERES MODEZEICHNERS Dienstkleidung ein Anfangsgehalt von monatlich 50 Mark — steigend bis 120 Mark — bekommt, wird zuerst meist als Wirtschaftsgehilfin beschäftigt und hat als solche die Aufsicht über Haus und Küche des Lagers. Sie kann auch als Gesundheitspflegerin tätig sein und muß als solche eine besondere Ausbildung erfahren haben Die dritte Gehilfin im Lager ist die Verwaltungsgehilfin, der die Büroarbeiten obliegen. Vielfach haben sich die Führerinnen als Gehilfinnen spezialisiert und bleiben dann in dieser Rangstellung bis zu ihrem Ab- Die L a g e r g e h i l f i n, die bereits besoldet wird und neben freier Unterkunft, Verpflegung und gang. Vei Bewährung aus allen Gebieten kann die Gehilfin im Bedarfsfälle zur L a g e r f ü h r e r i n aufsteigen. Im allgemeinen sollen die Lagerführerinnen nicht länger als etwa fünf Jahre auf ihrem Posten belassen werden. Diese Zeit wird aber sowieso wohl selten erreicht werden, da besonders begabte Führerinnen in die höheren Stellen der Gruppen- und Bezirksführung aufrücken, die übri- jemand zuhören oder Ratschläge erteilen kann, hemmt die Kinder. Ungeniertes, phantasieoolles Spiel gedeiht selten unter den Augen Erwachsener. In so einem Spieleckchen kann auch so herrlich alles stehen und liegen bleiben, was manchmal mit viel Liebe und Ehrgeiz aufgebaut wurde. Das erspart viel Tränen und Kummer, denn die mütterliche Mahnung „Spielsachen abräumen, der Tisch wird gebraucht!" ist ein wirkliches Schreckenswort. Ein Hauptvergnügen ist für die Kinder, wenn sie Besuch in ihrem eigenen kleinen Reich empfangen und bewirten dürfen. Unbewußt wird da im Kleinen nachgeahmt, was Mutti im Großen macht. Und ebenso spielend, wie sich im Puppenreich die kommenden Mütter zeigen, so entwickeln sich auch schon hier im Spieleckchen die künftigen Gastgeberinnen. So erfüllt die Spielecke den gleichen Zweck wie ein Kinderzimmer, denn sie wird nicht nur zum ungeteilten Vergnügen für das Kind, sondern sie bedeutet für die Mutter ein notwendiges Ergan- zungsmittel bei der Erziehung der Kleinen. Wo könnte man einem Kind „spielender" Ordnung bei- bringen als in seinem eigenen Eckchen? Hier lernen sie die tiefe Bedeutung des Wortes kennen, daß jedes Ding im Leben seinen rechten Platz haben muß. Und selbst das verhaßte Aufräumen kann im Spieleckchen selbstverständlich und sogar vergnüglich werden. , r . Und es ist seltsam, welch einen Zauber solch eine Spielecke noch in späteren Jahren ausstrahlt. Es scheint, als ob gerade sie der Mittelpunkt für all die ungetrübten Erinnerungen fröhlich-glückseliger Kinderzeit sei. Das kleine Abendkleid rechts aus braunem Velour-Transparent Unsere Modeskizze zeigt heute zwei Abendkleider für/das Winterhalbjahr 1937. Das g r o ß-e Abendkleid links aus glänzender, perlgrauer Seide ist für große Festlichkeiten gedacht. Es hat einen tiefen Rückenausschnitt und eine dem Rock angeschnittene Schleppe. Der hochangesetzte und reich- qelesene Blusenteil ist in seiner Form typisch für die Linie des Winterhalbjahres 1937 — Die ergänzende kurze Jacke ist aus dem gleichen Material mit einem Besatz aus dunkelgrauem langhaarigen Pelz. Sie entspricht in ihren Schnittlinien denen des Kleides und wird vorne mit einer Silberschließe gehalten. Silberledersandalen ergänzen den Anzug. Dom sparsamen pserd, dem Auge und der Lampe. Die Geschichte vom sparsamen Pferd ist einer der ältesten Schottenwitze. Da erzählt ein Schotte, es sei ihm ein Pferd eingegangen, und gerade bei diesem tue es ihm besonders leid. Er habe es nämlich dressiert — auf Sparsamkeit. Erst habe es eine Zeillang nur jeden zweiten Tag zu fressen bekommen, dann, als es sich daran gewöhnt hatte, nur einmal jede Woche und jetzt, wo es gerade angefangen habe, nur noch einmal im Monat zu fressen, da sei es ihm ausgerechnet gestorben. In Abwandlung einer Volksweisheit kann man zü dieser Geschichte nur sagen: Sparsamkeit, falsch geübt, schlägt ihren eigenen Herrn. Und man soll gar nicht so spöttisch über den Schotten mit dem sparsamen Pferd lachen: auch wir sparen ost zu unserem eigenen Nachteil oder gar, was schlimmer ist, auf Kosten unserer Mitmenschen, wenn wir vielleicht auch zu unserer Entschuldigung sagen können, daß wir uns nicht immer darüber im klaren sind. Die ältere Generation entsinnt sich noch, wie stüher die Hausfrau in der Küche saß und nähte oder stopfte. Auf dem Tisch stand die berühmte „Küchenlampe" mit dem Messingreflektor. Es war nicht immer möglich, sie so einzustellen, daß sie nicht blakte und doch einigermaßen hell brannte. Diese Lampe war eigentlich ein Muster eines Beleuchtungskörpers, wie er nicht sein sollte. Erstens blendete sie, zweitens gab sie doch nicht Licht genug, wenigstens nicht entfernt genug für feine Arbeiten, wie Nähen und Stopfen. Schließlich aber ging noch ein gutes Teil Licht nach den Seiten ungenutzt verloren. Da stand sie, von oben bis unten ein Stück falscher Sparsamkeit. Eine überwundene Erscheinung? Leider vielfach nicht! Sehen wir doch im Heim häufig Lampen zu niedriger Wattstufe verwendet, die auch nicht mehr Licht geben als die alte Petroleumlampe, und Leuchtgeräte, die weder Blendung verhindern, noch das an sich schwache Licht wenigstens so gut wie möglich für die Beleuchtung der Arbeit ausnutzen. Die Hausfrau sitzt mit ihrer feinen Handarbeit am Eßtisch, über dem eine Schirmleuchte wohl eine für die Einnahme der Mahlzeit allenfalls ausreichende, aber für Nähen und Stopfen, zumal von dunklen Stoffen, völlig unzulängliche Beleuchtung gibt. Auch das Schulkind ist übel daran, das seine Lese-, Schreib- und Zeichenarbeiten am abgeräumten Eßtisch bei dieser Beleuchtung erledige. Aus „Sparsamkeit" verzichtet die Hausfrau nicht selten auf eine gute Arbeitsplatz-Leuchte, die mit einer Lampe von mindestens 60 oder 75 Watt ausgerüstet sein müßte, und gibt auch ihrem Kinde keine solche Leuchte für seine Schularbeiten. Das ist aber keine Sparsamkeit, sondern Raubbau an der Sekraft. Wenn man dies bedenkt, wird man lebhaft an die Schottengeschichte erinnert. Gutes Licht, gute Arbeit! Sollte man, eingedenk dieses Wortes, nicht doch beizeiten für die richtigen Lampen und Leuchten sorgen und — seinem Pferde lieber zu fressen geben? O—. Gm SpMüchen für unser Kind. von Margret Oihrberg-Sang Natürlich ist ein Kinderzimmer, das. zugleich liebevoll und doch praktisch eingerichtet ist der Wunschtraum jeder Mutter. „Aber in unserer Zwei- zimmer-Wohnung ist em Spielzimmer nicht möglich ... das kann man nicht ändern!" Mit dieser Feststellung ist der Fall aber noch lange nicht erledigt, denn jedes Kind hat einen Anspruch auf „sein" Eckchen, genau wie der Vater auf seinen Schreibtisch und die Mutter auf ihr Nähtischchen. Es muß ja nicht immer gleich ein ganzes Kinder- zimmer sein. Versuchen mir es einmal mit einem. Spieleckchen. Wie ein solches Spieleckchen aussieht? Selbstverständlich muß ein kleiner Schrank hinein, und wenn es nur ein einfaches Regal mit einem bunten Stoff- vorhang ist. Noch hübscher und praktischer ist eine Truhe zum Verstauen von Spielsachen, weil sie gleichzeitig als Sitzgelegenheit dienen kann. Die Truhe kann man selbst bemalen, nach Motiven der alten Bauerntruhen. Nun noch ein kleiner Tisch davor, ein oder zwei Stühle, und das ganze Liliputheim ist bereits fertig. Irgendwo muß natürlich noch ein Plätzchen für das Puppenbett und den Puppenschrank bleiben. • Die Hauptsache an dieser Kinderspielecke aber ist, daß sie völlig für sich abgeschlossen bleibt. Das ist leicht mit Hilfe, eines Wandschirmes zu erreichen. Kinder müssen nämlich einen Platz haben, wo sie unbeobachtet und ungestört ihre Ideen im Spiel verwirklichen können. Die Vorstellung, daß immer Die unentbehrliche Kartoffel. Das wichtigste Nahrungsmittel für den Winter. ZdR. Als vor nunmehr 200 Jahren die Kartoffel in Preußen durch Friedrich den Großen eingeführt wurde, wurde sie nicht etwa mit Begeisterung ausgenommen, im Gegenteil, diese Wurzelknollen gerieten sogar in den Verdacht, gesundheitsschädlich zu sein. Heute kommt uns das fast unverständlich vor, denn wir kennen keine Frucht, die uns willkommener wäre. Was finge die Hausfrau ohne die Kartoffel an, die immer noch ein Gericht ergibt, wenn am Monatsende das Wirtschaftsgeld knapper ist oder ein Mittagsgericht gestreckt werden muß. In diesem Jahr ist uns eine reiche Kartoffelernte beschert, die uns bis zur nächsten Ernte als Nahrung und — nicht zu vergessen —, was die Hausfrau oft nicht weiß, auch als Futtergrundlage für eine ganze Anzahl unserer Haustiere dienen soll. Eine gute Ernte soll aber nicht nur Freude auslösen, sondern verpflichtet auch Man darf nicht nach Belieben mit ihr schalten und walten, sie vielleicht sogar nachlässig behandeln, sondern muß sie als wertvolles Geschenk sorgsam pflegen und bis zum Letzten erhalten. Auch die Hausfrau kann und muß dabei mithelfen Die Hausfrau legt sich ja gern Vorräte hin, hier ist ein Nahrungsgut, das leicht gelagert werden kann Voraussetzung ist allerdings, daß geeignete, kühle, frostfreie, saubere, vor Tageslicht geschützte Räume vorhanden sind. Eine selbstverständliche Pflicht ist es natürlich auch, die Kartoffeln laufend zu kontrollieren, damit sich nicht durch zu hohes Aufschütten Fäulnis einschleicht oder ihnen doch Frost droht. Die Kartoffel wird mit ihrem reichen Nähr- wertqehalt an Stärke, Eiweiß, Mineralstoffen und Vitaminen den ganzen Winter hindurch u n - entbehrlich fein. Die Kartoffel muß uns mit ihrem Vitamingehalt einen Teil der in dieser Jahreszeit fehlenden Gemüse ersetzen und vor allem den Küchenzettel abwechslungsreicher gestalten. Sie will mehr als nur eine mehr oder roeniger gern gegessene Beilage sein. Als verschiedenartig ange- richtete Suppe, mit allerlei Gemüsen-, Fisch- und Fleischresten vermischt, überbauen, in Form von Klößen, Puffern, Plätzchen, Pudding, Salat erhalten wir nicht nur Mittags-, sondern in gleicher Weise wohlschmeckende, bekömmliche Abendge- richte. Gerade für den Abendtisch ist die Kartoffel unentbehrlich, seit sich immer mehr die Erkenntnis durchsetzt, daß belegte Scheiben Brot für den Abend weder das Gesündeste noch das Billigste sind Selbst auf dem Kaffeetisch vermag die Kartoffel in Form von mancherlei Gebäck zu erscheinen. Aber nicht nur in ihrer eigentlichen Form essen wir die Kartoffel. Die Nahrungsmittelindustrie stellt uns noch manches aus ihr her: Kartoffelmehl, -graupen, -sago. Backwaren, Honig, Limonade, Konserven usw. werden unter Verwendung von Stärkesirup und Stärkezucker aus Kartoffeln hergestellt. Auch für kosmetische, pharmazeutische Erzeugnisse, bei der Leder-, Papier-, Kunstseiden-, Leinenherstellung und in den verschiedensten anderen Industrien wird die Kartoffel in mancherlei Form gebraucht. So ist also die Kartoffel vielseitig verwendbar wie wohl kaum ein anderes Erzeugnis, ein Grund mehr, mit jeder Kartoffel sorgsam umzugehen. Je weniger Kartoffeln wir infolge Unachtsamkeit verderben lassen und damit für unsere Ernährung brauchen, desto mehr stehen der Futterwirtschaft und Industrie zur Verfügung. H. O. gen entweder in den Ehestand treten oder aber in einen zivilen Frauenberuf übergehen. Die Aus- und Dorbildungszeit der Lagerführerin kürzt sich also je nach Begabung und Vorbildung erheblich ab. Besonders günstige Aufstiegsbedingungen sind für bereits fertig ausgebildete Dolks- pflegerinnen, Kindergärtnerinnen, NS.-Schwestern oder Mädel aus sonstigen sozialen ober land- und hauswirtschaftlichen Berufen gegeben Das G e - halt der Lagerführerin beginnt mit 80 Mark und steigt auf 150 Mark neben freier Unterkunft, Verpflegung und Dienstkleidung. Die jetzigen Lagerführerinnen stehen im Alter zwischen 22 und 32 Jahren. Die Mehrzahl ist etwa 25 Jahre alt. Zur Führung befähigte und mit dem nötigen Wissen ausgestattete junge Mädchen können also im weiblichen Arbeitsdienst schon verhältnismäßig früh in eine nicht nur politisch wichtige, sondern auch sozial hochstehende Stellung gelangen. Eine bestimmte Schulbildung, die den Aufstieg naturgemäß erleichtert, ist nicht Voraussetzung. E. S. hell- schließt vorne noch und wird hinten durch kleine Goldknöpfe geschlossen. Das Vorderteil ist am Halse reich gezogen, ebenso sind es der breite Gür- t e l und die halblangen Aermel. Auch der Gürtel wird im Rücken durch kleine Knöpfe geschlossen. Die weite, dreiviertellange Jacke ist aus dem gleichen Material und mit glänzender, dunkelbrauner Seide gefüttert. Ihr weiter, dreiviertellanger Aermel ist wie der des Kleides in Raglanform eingesetzt. Zu dem Kleide werden G o l d l eder- sandaletten oder braune Seidenpumps getragen H. Die deutsche Mode führt. Das Deutsche Frauenwerk, Abteilung Volkswirtschaft - Hauswirtschaft, Gaustelle Hessen- Nassau, Frankfurt a. M., schreibt: Es ist noch nicht allzulange her, daß die modisch gekleidete Frau sich in der Wahl ihrer Klei« düng, der verarbeiteten Stoffe usw. nach ausländischen Vorbildern richtete. Paris, Wien, London waren die Städte, in denen die Frauenmode gemacht wurde. Heute steht Berlin daneben, das auf dem besten Wege ist, die alten Herrinnen der Mode zu überflügeln. Paris ist freilich immer noch tonangebend für das elegante, luxuriöse Abendkleid, wie es in den internationalen Bade- und Vergnügungsorten getragen wird. Das englische Schneiderkleid mit seinem strengen und doch so eleganten Schnitt gehört nach wie vor unerläßlich zu der Garderobe der eleaanten Frau. Die großen und kleinen Wiener Abendkleider bilden immer noch unser ganzes Entzücken in ihrer graziösen Art. Aber das Sportkleid, das Nachmittagskleid, das wir tragen, ist deutsches Modell, in deutscher Werkstatt von deutschen Könnern erdacht und gefertigt. Und dieses Sportkleid, dieses Nachmittagskleid trägt ebenso wie wir, die Engländerin: die Amerikanerin, die Französin und die Wienerin, kurz in der ganzen Welt ist Deutschland heute schon unbestritten in der Gestaltung des Sportkleides und des eleganten wie des einfachen Nachmittagskleides führend. Alle Veranstaltungen des deutschen Bekleidungsgewerbes, sowohl die Exportmodenschau der Madenindustrie wie die der Handwerksmeister des Da- menschneidergewerbes in Ulm als auch die der Herrenschneider in München, die der internationalen Welt Wintermodelle der verschiedensten Art vorgeführt haben, bewiesen aufs neue, daß das Interesse der ausländischen B'kleidungsfachleute an der jungen deutschen Mode ständig wächst. So stolz uns der Erfolg machen kann und soll, so wohlverdient ist er. Kein Land der Erde verfügt über eine so große Anzahl gründlich und vielseitig ausgebildeter Fachleute wie Deutschland. Nicht nur dem Nachwuchs gilt die Sorge um die Ausbildung in Lehrstätten, Schulen usw., auch der selbständige Unternehmer wird in Kursen, in denen unter anderem auch auf die Kenntnis der neuen Stoffe und Stoffarten größtes Gewicht gelegt wird, ständig fortgebildet. Die Berliner Textil- und Modeschule hat bereits internationalen Ruf. Wie der Name sagt, gliedert sie sich in zwei Abteilungen: die textile Entwurfsklasse und die Modeabteilung. In der ersteren werden den Schülern in einem vierjährigen Lehrgang die Kenntnisse im Weben, Sticken, Stoffdruck, Material und Stofftechnik vermittelt. Neue Stoffmuster werden entworfen, neue Farben ausprobiert und eingefärbt, neue Stoffarten hergestellt. Webhandwerker, Sticker und Wirker aber — ebenso wichtig — Schöpfer neuer Stoffe und Muster bildet die Textilklasse heran Die Modeabteilung schult dagegen die künftigen Direktricen, Modezeichnerinnen und Theaterkostümbildnerinnen. Selbständiges Entwerfen ist Pflicht jeder Schülerin. Streng verboten ist alles Kopieren. Für die Ausbildung im Theaterkostümentwerfen und in Modegraphik bestehen Sonderklassen. Voraussetzung für die Ausnahme in die Modenabteilung mit all ihren Klassen ist die bestandene Gesellenprüfung. Me wird man A brttEdienst- sührerin? V. A. Arbeitsdienstführerin ist ein neuer Frauenberuf, zu dem nicht nur Eignung, sondern auch Kenntnisse gehören. Die bloße Neigung reicht nicht aus, und viele junge Mädchen, die sich nach Ableistung des Arbeitsdienst-Halbjahres zur Führerin berufen fühlen, find deshalb noch nicht auserwählt. Die Aussichten sind aber für die Befähigten recht gut. Der weibliche Arbeitsdienst, der bereits über 500 Lager m\t mehr als 20 000 Arbeitsmaiden umfaßt, wird bekanntlich auf 600 Lager mit rund 25 000 Arbeitsmaiden erweitert. Dadurch ist auch der Bedarf an A r b e i t s d i e n ft f Ü h r e r i n - nen gestiegen. Neben den 600 Lagerführerinnen werden etwa 1800 Lagergehilfinnen eingesetzt, lieber ihnen stehen die Gruppen- und Bezirksführerinnen; außerdem werden natürlich in den zentralen Verwaltungsstellen noch geeignete Verwaltungsgehilfinnen benötigt. Die Zahl der Anwärterinnen muß deshalb groß sein, weil etwa ein Drittel sämtlicher Führerinnen infolge Heirat immer wieder ausscheidet. e Führeranwärterin im Arbeitsdienst kann jedes gesunde deutsche Mädel mit vollendetem 17 Lebensjahr werden Sie muß zunächst em halbes Jahr im Arbeitsdienst gewesen sein. Hat sie sich nicht bereits beim Eintritt als Führeranwartenn gemeldet - über 25jährige werden ia überhaupt nur als Führeranwärterin zum RAD. zugelassen dann kann sie bei erwiesener Eignung im Dienst sozusagen kapitulieren. Dann beginnt eine dreijährige Ausbildungszeit, die mit einem (nod)mal5) halbjährigen Lagerdienst als K a m e r a d s ch a f ts- älteste eingeleitet wird. Jedes im ganzen aus 40 Maiden bestehende Lager schließt außer der Lagerführerin und drei Gehilfinnen drei Kameradschaftsälteste in sich ein. Sie erhalten als solche das doppelte Taschengeld der Arbeitsmaiden (täglich 40 Pfennig). Anschließend wird sie dann für Das Praktikum beurlaubt. Sofern sie noch keinerlei ähnliche berufliche Ausbildung erfahren hat mutz sie zunächst ein Jahr die Landfrauenschule besuchen. Auf dieses Jahr folgt eine halbjährige Tätigkeit in der sozialen Praxis; z. B. in der Wohlfahrts- pflege; sodann noch ein halbes Jahr tn einem Krankenhaus. . Hat sie sich auf diesem Ausbildungsgang — Der wie gesagt je nach der Art der Vorbildung auch kürzer sein kann — bewährt, kommt sie ein halbes Jahr auf die sogenannte Bezirksführenn- n e n s ch u l e des Arbeitsdienstes und wird anschließend einem Lager als Gehilfin zugeteiti. Im weiblichen Arbeitsdienstlager gibt es ja nicht Die weitgehende Ranggliederung wie 'm männlichen Arbeitsdienst, zumal da die weiblichen Lager auch kleiner sind. ■ Nützliche Ratschläge für Rekruten ^l00 Jahre Liederkranz Gießen Unter Kantorei ist eine Vereinigung von Sängern und Instrumentalisten zu verstehen, die ihre Kunst hauptsächlich in den Dienst der Kirche stellte. Seit der Reformation waren diese Kantoreien in Deutschland die wichtigsten Träger der volkstümlichen Musik. 1841 trat der Verein mit seinen ersten konzert- lichen Veranstaltungen an die Öffentlichkeit. Durch alle Zeiten seines Bestehens hat der Gesangverein „Liederkranz" sich weitestgehend der Pflege des deutschen Liedes gewidmet. Diele Konzerte und sonstige Veranstaltungen hat er durchgeführt. Wie kaum ein zweiter Verein stellte der „Liederkranz" sich in den Dienst jeder Wohltätigkeit. Aus dem Erlös seiner Wohltätigkeitsveranstaltungen wurde manche Not gelindert. Galt es, vaterländische oder kulturelle Veranstaltungen zu unterstützen, stand der „Liederkranz" stets in vorderster Reihe. Daß der Verein auch erfolgreich gewirkt hat, darf dadurch als bestätigt gelten, daß ihm im Jahre 1897 vom früheren Großherzog von Hessen das Silberne Kreuz des Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen worden ist. In der Sängerbewegung war der „Liederkranz" zu ollen Zeiten vertreten. So ist er auch Mitgründer des früheren Lahntal-Sängerbundes, dessen Gründung im Jahre 1860 erfolgte. Ausweislich der Akten hat der „Liederkranz" in diesem Bunde auch erfolgreich mitqewirkt. Der „Liederkranz" kann, ohne damit unbescheiden zu sein, auch das Recht für sich in Anspruch nehmen, daß er durch sei.le erfolgreiche Tätigkeit und seine stets wohlgelungenen Veranstaltungen in den ersten Jahrzehnten seines Bestehens viel Anregung zur Gründung weiterer Gesangvereine, insbesondere in Gießen, beigetragen hat. In den letzten zwei Jahrzehnten verlegte der Verein seine Haupttätigkeit mehr in sich selbst, d. h. er sah von öfentlichen und allgemein zugänglichen Konzertveranstaltungen ab, wenn auch kommunale und sonstige Veranstaltungen stets seine Mitwirkung fanden. Die gesanglichen und musikalischen Veranstaltungen des Vereins waren in dieser Zeit außer Der Gesangverein „Liederkranz", Gießen, feiert am 31. Oktober sein lOOjähriges Bestehen. Der Vorstand des Vereins teilt uns aus diesem Anlaß folgendes mit. D. Schristltg. Nach mündlicher Ueberlieferung ist der Gesangverein „Liederkranz" Gießen im Jahre 1837 gegründet worden. Schriftliche Beweisstücke über Gründungsjahr und Gründungstag vermochte man trotz eifrigster Bemühungen nicht festzustellen, da Protokolle und sonstige Vereinsakten aus dieser Zeit fehlen. Doch weisen zahlreiche spätere Vermerke in den Akten der Bürgermeisterei Gießen und in denen des Vereins immer wieder auf das Jahr 1837 als Gründungsjahr hin und schließen somit jeden Zweifel hierüber aus. Die Gründung fällt in die Zeit, in der in Oberhessen überall Gesangvereine gegründet wurden, so 1834 in Grünberg, 1835 in Butzbach und Friedberg, 1836 in Hungen, 1837 in Laubach, Schotten und Gießen, 1837 in Lauterbach, Vilbel und Lich, 1839 in Nieder-Wöllstadt, Rendel, Nidda, Ortenberg usw. Urkundlich konnte nachgewiesen werden, daß Kantor Schwabe der Gründer und langjährige Direktor des Vereins gewesen ist. Zweifelsfrei ist der „Liederkranz" der erste Gießener Männergesangverein — es bestand damals nur der auch heute noch bestehende „Akademische Gesangverein" als ge- 'mischter Chor — und der „Liederkranz" darf also mit vollem Recht als der älteste Gießener Männer- gesanqverein angesehen werden. Wie es scheint, hat der Verein bei seiner Gründung den Namen „Liederkranz" nicht geführt, sondern bi eien Namen erst später angenommen. Denn in den Akten der Großherzoglichen Bürgermeisterei Gießen bis zum Jahre 1841 wird neben dem Namen „Liederkranz" der Name „Singverein" und der „Gesangverein" genannt. Der Name „Liederkranz" tritt zum erstenmal im Jahre 1841 auf. Die Stellung des Gründers und die kirchliche Gesinnung, die der Verein in feinen ersten Veranstaltungen zeigte, lassen den Gedanken aufkommen, daß der Verein aus einer vorher schon bestandenen Kantorei hervorgegan- gen ist. Nützlich sind Unterhosen und Socken. Es gibt zwar, wie gesagt, alle erforderlichen Wäschestücke geliefert, sauber und durchweg in einem sehr ordentlichen Zustand. Meist wird aber die Benutzung eigenen Unterzeuges gestattet, zumal sie ja im Interesse des Dienstes liegt. Gerade unter den älteren Rekruten sind viele, denen das Marschieren zuerst etwas schwerfallen wird. Erscheinungen wie der mit Recht gefürchtete Wolf oder wundgelaufene Füße sind aber nicht nur bei den eigentlichen Leidtragenden unbeliebt, sondern genau so sehr bei den Vorgesetzten, denn sie beeinträchtigen die Leistungsfähigkeit der Truppe. Die fiskalischen Unterhosen sind etwas rauh und meist gerade da gestopft, wo sie der Hautbeanspruchung unterliegen. Wer es sich leisten kann, bringt also lieber zwei Paar eigene mit. Aehnlich steht es mit den Socken. Wer keine Fußlappen benutzt, wählt seine Stiefel am besten so, daß er zwei Paar Socken anziehen kann. Für häufigeren Wechsel reichen die von der Kammer gelieferten sowieso nicht aus. Der vorsichtige Mann nimmt einen angemessenen Vorrat mit: normale, großmuttergestrickte Wollsocken, möglichst neu und ungestopft und lieber eine Nummer zu groß als zu knapp. Körper- und Fußpuder als weitere Mittel zur Erhöhung der Hygiene und Vermeidung von Marschbeschwerden. Da es alle derartige Dinge, stets in der Kantine gibt, hat es keinen Sinn, sie in größeren Mengen mitzuschleppen. Zum Abhärten der Füße gilt Franzbranntwein als gutes Mittel. Man hüte sich aber, auch bei bitterem Mangel, vor jedem Versuch, ihn auszutrinken? Verschiedene zusätzliche Reinigungsmittel, vor allem Lappen, Kleider- und Schuhbürsten befinden sich zur gemeinsamen Verwendung auf der Stube. Eine eigene nicht zu weiche Kleiderbürste und eine schmale Auftragbürste zum Einschmieren von Stiefelfett sind aber nützlich. Unumgänglich ist Benzin oder ein anderes Fleckenbeseiti- gungsmittel, weil rätselhasterweise dauernd Fett und ähnliche unerfreuliche Stoffe in die schönen Uniformen hineingeraten. Hierfür sind saubere Leinenlappen nötig. Sie werden auch sonst dauernd irgendwo gebraucht. Ebenso sind eine oder zwei leere Zigarrenkisten zur Unterbringung von Schuhreinigungszeug oder Waschlappen im Spind nicht übel. Das gleiche gilt für etliche kleine Pappschilder mit Rumen, Kompanie und Abteilung zum Anbinden an Sachen, die man auf Kammer zur Reparatur oder zum Umtausch abgibt, was sehr häufig vorkommt. Angenehm sind Soldatenbücher oder Kriminalromane. An sich ist vor Mitnahme von Büchern zu warnen. Es fehlt ja doch die Zeit zum Lesen. Kameraden, die mit Stiefelputzen oder Sacheninstandhalten rascher fertig werden als der Durchschnittsrekrut, können sich an Zeitungen oder anderer Gemeinschaftslektüre schadlos halten. Das unentbehrliche Rekrutenlehrbuch, der „Rei- bert", befand sich natürlich in jedem Spind. Daneben aber hatte Rudolf, der Forstafseffor, aus feiner Waldeinsamkeit etliche Kriminalromane mit- gebracht, die sich starker Nachfrage erfreuten, besonders bei denen, die Wache schieben mußten. Im übrigen bieten die Soldatenbüchereien einen erfreulich guten Lesestoff aus allen Gebieten der neuen Zeit. Der Bru st beutel ist eines der wichtigsten Kleidungsstücke des Soldaten. Er dient weniger zur Aufnahme von Geld als zur Befriedigung einer Vorschrift. Es soll nämlich kein Geld in den Spinden aufbewahrt werden, natürlich auch keine fon- ftigen Wertsachen. Im Dienst Ringe zu tragen, ist ohnehin riskant: sie können plötzlich sehr hinderlich sein. (Manchmal auch außer Dienst.) Uhren und größere Geldbeträge sollten, soweit vorhanden, in der Schreibstube abgegeben werden, und der Brustbeutel sollte nicht mehr als drei bis fünf Reichsmark enthalten. (Ach, bei den meisten von uns war weniger drin.) Die 50 Reichspfennig Sold halten nicht lange vor. Geld und Fressalien — die kann man in der Kaserne stets gebrauchen. Zwei Sinnsprüche muß man den teuren Angehörigen daheim rechtzeitig einprägen: Zum Kriegführen gehört Geld! und: Der schlimmste Tod des Soldaten ist der Hungertod! Und auch für solche, die es noch werden wollen. Von Hans- Wendt. Einen heiteren Tatsachenbericht aus dem Leben der neuen Rekruten mit nützlichen Winken für solche, die es noch werden wollen, hat Hans Wendt verfaßt in feinem Buche „Stube 118", Verlag „Die Wehrmacht" G. m. b. H., Berlin. Da nun bald die Stunde naht, in der die neuen Rekruten den Bürgerrock mit dem Waffenrock vertauschen, seien einige dieser nützlichen Winke hier wieder- gegeben. Gute Ratschläge sind, wie man sieht, allerhand wert. Die Erfahrungen muß freilich jeder alleine machen. Wir beispielsweise Jtellten fest, daß die guten Ratschläge in bezug auf das, was mir zum Kommiß mitnehmen sollten, viel zu vielseitig waren. In unseren Koffern und Pappkartons hatten wir eine Unmasse überflüssiger Sachen mitgeschleppt, die nur ein Ballast waren. Andere, wirklich notwendige, fehlten. Was soll der Rekrut, und besonders der E.- Rekrut, in die Kaserne mitbringen? Manche Truppenteile geben ihren Einberufenen eine Liste wünschenswerter Dinge an die Hand. Anderswo kennt man ein solches liebevolles Verfahren nicht. Auch ist die Grenze zwischen dienstlichen und persönlichen Bedürsnissen flüssig. Daher nachstehend einige Tips, aufgeteilt in die drei Kategorien: notwendig, nützlich, angenehm. Selbstverständlich werden nach Besonderheit des Truppenteils, der Garnison, Jahreszeit usw. Abwandlungen ober Ergänzungen notwendig sein. Zahnbürste, Zahnpasta, Rasierzeug, Seife und Lappen ober Schwamm, gegebenenfalls auch ein kleiner Rasier- ober Anhängespiegel, da meist in den Stuben keiner vorhanden ist, Haarbürste und Kamm. Wer zwei Kämme mitnimmt, um einen für etwaige Spindrevisionen stets sauber in Bereitschaft zu halten, handelt weise; er muß aber stets auf die Frage gefaßt sein: „Und nun zeigen Sie mir mal den Kamm, den Sie benutzen. Ist der auch so sauber?" Mit Seife darf nicht gespart werden, denn man ist natürlich dauernd dreckig. Zur Säuberung der binnen kurzem schwarz verkrusteten, geschwollenen, im Winter aufspringenden Hände ist am besten Schmierseife zu empfehlen. Zwei Nachthemden oder Schlafanzüge, Taschentücher. Wer Pyjamas zu tragen gewöhnt ist, braucht nicht etwa Frozzeleien zu befürchten; diese Art Nachtgewand hat sogar manche Vorzüge. An sich wird alle Wäsche geliefert. Es wäre aber unglaublich unhygienisch, bas verschwitzte Taghemd auch noch beim Schlafen anzubehalten, außer im Manöver ober auf Wache. Ferner muß sämtliche Wäsche so oft wie möglich gewaschen werben. Wer wegen solcher Unterlassungen stinkt, kann mit einer Kollek- tioaktion seiner mit Recht entrüsteten Stubenkame- raben rechnen. Das Reiche gilt für Ferkel, bie ihre Morgentoilette unvollständig machen oder sich vom Baden drücken. Freiwillige Reinlichkeit ist weniger schmerzhaft! Ein Vorhängeschloß für das Spind, das ja stets oerfchloffen sein muß, kann aus der Kantine bezogen werden. Wer sich eins von zu Haufe mitbringt, ist in einem gewissen Nachteil, weil aller Wahrscheinlichkeit nach kein anderer Schlüssel aus der Stube dazu paßt, so daß er nach Verlust des eigenen das Schloß aufbrechen muß. Den Schlüssel nicht zu verlieren ist ziemlich schwierig. Ganz vorsichtige Leute legen ihn deshalb an eine Kette, bie sie irgenbwo an der Hose festknöpfen. Auch sie (d. h. die Kette!) kann verloren gehen. In solchen Fällen ist es das einfachste, da man ja meist sofort an das Spind wieder heran muß, das Schloß mit Hilfe der Drahtschere, die sich unter dem Schanzzeug jeder Abteilung befindet, aufzuknipsen. Weißen, schwarzen und grauen Zwirn sowie Nähnadeln gibt es ebenfalls in der Kantine zu kaufen. Eine Schere ist wichtiger. Zweckmäßig sind auch Monogrammstreifen, schmale Leinenbänder mit den Anfangsbuchstaben des Namens. Bei entsprechend weitem Zwischenraum können auch mit Tintenstift Kompanie und Abteilung hinzuge- fügt werden. Das Monogramm muß in zahllose Sachen eingenäht werden, vom Drillichanzug bis zur Socke, die bei der Abgabe zum Waschen ober auch sonst gekennzeichnet sein sollen. Alle Wäsche kann selbst gewaschen ober wöchentlich einmal gesammelt zum Waschen abgegeben werben. Die OReife nach dem Traum. (Erzählung von Ernst Kreuder. Als Forger an jenem regentrüben Morgen erwachte, spürte er, baß es außerhalb seiner planem ben unb orbnenben Vernunft Uebereinkünfte rätselhafter Art gab, bie ihn mühelos von innen her in eine völlig oeränberte Lebensstimmung versetzten. Es ist wie ein Narkotikum, bachte er von biesem Traum, bas man bewußtlos nahm unb bas feine Wirkungen bis in ben sachlichsten Gebauten erstreckt. Er sprang aus bem Bett, tauchte bas verschlafen blasse Gesicht ins kalte Wasser, kämmte sich unb begann am Fenster bas Rasiermesser auf bem Leber abzuziehen. Dabei starrte er in bie ununterbrochen rinnenben grauen Regensträhnen hinaus, bie so bünn waren, baß es wie ein nieberfliefjenb.es Zittern ber bunflen Luft aussah. „In einer Stunbe bin ich bie'fen ganzen Spuk los", bachte er unb seifte bie Wangen norm Spiegel ein. Aber unablässig wirkte bieser Traum auf ihn ein, 'v e eine Stimme, bie nicht aufhörte, zu rufen, in gebannter Unentrinnbarteit. Unb währenb er sein Gesicht im Spiegel sah und die Hand, bie bas Messer führte, sah er hinburch in bie zeitlose Tiefe des Traumbilbes hinunter, in bas bämmerige Zimmer, in bem sich die Freundin zu ihm neigte und eine nie empfundene, schauernd entrückte Freude ihn übermannte. Jene Frau, bie ihn vor Jahren abweisend verwiesen hatte, unb beren Bilb er schon langsam hatte vergessen können. Forger sah bas Gesicht Josephine Leibners, wie er es im Traum gesehen, im bämmerigen Zimmer neben bem Fenster, unbesorgt gelöst in hingehender Zuneigung. „Es ist Wahnsinn", dachte er, „was ich ba au/benfe." Er hörte burch bie geöffnete Tür nebenan, wie bas Mädchen der Wirtin das Frühstück brachte, sie summte ein Soldatenlied, dann horte er sie hinauslaufen. Er ging hinüber, frühstückte unentschlossen, und als er fertig war, stieg er plötzlich auf ben Stuhl unb zog ben Koffer vom Schrank, ber Staub wehte ihm ins Gesicht. Er packte flüchtig unb bachte noch, baß er bis morgen mittag roieber zurück sei. Als er im fahrenben Zug saß, rechnete er aus, baß er Josephine treffen konnte, wenn sie um eins ihre Schule verließ. „Sie ist jetzt achtundzwanzig", rechnete er aus. „denn ich bin breiundbreißig. Sie war fünf Jahre jünger. Ich werde an ber Viktoria- Schule warten, es wirb läuten, unb bann werben bie Mäbchen herauskommen, und ich werde auf der Straße stehen und lähmendes Herzklopfen haben und einen gefrorenen Magen, und bann werbe ich ihr bis zu ihrer Wohnung folgen." Gegen zwölf kam Forger in Husingen an. Er erfunbigte sich nach ber Viktoria-Schule, unb kurz vor eins ftanb er in ber Nähe bes Schulhofs. Es regnete nicht mehr. „Jetzt kommt es also", bachte er, „Traum unb Spuk, unb nur burch einen Zufall weiß ich, baß sie hierher versetzt würbe. Zehn Minuten bis eins. Solch ein Gebächtnis haben nur Träume. Es ist ein Wahn. Sie wirb mit einem Kollegen herauskommen, ich kann bas Taschentuch vors Gesicht halten, bas tun Verhaftete, wenn sie geknipst werben." Jetzt hörte er, wie es in bem hohen, schweigenden Gebäude unvermittelt läutete. Es schien in allen Stockwerken zu läuten, er meinte, daß sich das Läuten wie dünner Hagel anfüblte, der eisig durch ihn kieselte. Verschwommen nahm er ben hohen, büftergrauen Himmel über ber Stabt wahr, bas Läuten verstummte, ein vielstimmiger Lärm schwoll hinter ben bunflen Fensterreihen des Schulhauses an, dann flog ein Tor auf, und lärmende Kinber- scharen schwemmten heraus. Durch eine Seitentür traten bie Damen unb Herrn, bie Mappe unterm Arm, grüßend verteilten sie sich nach ben Stabtrichtungen. Josephine Leib- ner kam zuletzt. Sie sah ben Mann nicht, ber unbeweglich, blaß unb wie erfroren, hinter ben Karren des stäbtischen Fuhrparks ftanb und roartenb herüberstarrte, wie ein Attentäter, ber auf bie letzte Sekunbe märtet. Er folgte ihr zögernb über ben kleinen Marktplatz, an ihrem Haustor enblich holte er sie ein. Er bachte, baß ihn ein Traum zu bieser Reise bewogen hatte, ein Wahn. Er rief sie an. Sie roanbte sich um, lächelnd bereit, einen Bekannten zu grüßen, aber bann zogen sich ihre bunflen Augen zusammen, ihr helles, schmales Gesicht erhielt einen ratlos unbewegten Ausdruck, wie in zeitlosem Schauen, währenb er ben Hut abnahm unb in dem grauen Licht bes Straßenzugs ftanb als ein Bote verlorener Traumstimmen. ,^ich kam hierher unb wollte bich besuchen, Josephine", sagte er mühsam, er nickte dazu unb umschloß eine Sekunbe ihre ruhige, warme Hanb. „Mochtest bu am Nachmittag zum Tee kommen?" fragte sie nach einer Weile unentschlossen, „ich gehe nachher noch ein wenig hinaus, wenn bu ba mitkommen wolltest?" Sie hatte ruhig unb boch rafch gesprochen, er sagte zu unb hielt noch einmal ihre Hanb, bevor sie sich trennten. Er lief noch einige Zeit in ben Straßen umher, bis er mübe würbe unb in ein Wirtshaus einkehrte, in bem außer bem Wirt nur noch ein blinber, alter Mann saß, ber einen Schnaps vor sich stehen hatte unb leise auf einer Ziehharmonika spielte. Einmal fang ber kleine, alte Mann bazu, es klang geübt unb berufsmäßig wehmütig, aber Forger hatte plötzlich in biesen Minuten bie tiefe Empfindung, daß die Welt heil sei, ein ewiges, auf dem Grunde bes Himmels ruhen- bes Ganze, jenseits alles Niebergangs unb aller Heraufkunft unb in ben Jahrtausenben unversehrt wie bie Abenbbämmerung, wie ber ungreifbare Traum. — Die Felber lagen brach, unb sie gingen in der falten Luft einen bunflen Walbranb entlang, unb ehe Forger es wußte, fühlte er, baß bie Schwingungen, in benen sie, jeber für sich, lebten, sich ähnlich waren unb auf biesem stillen Spaziergang sich näherten, wie es vor Jahren nie gewesen war. Er nahm es als ein unnennbares Gewähren hin, unb er erzählte Josephine von feinen Funben in ben Archiven, bie er bei feiner Arbeit machte, unb bann horte er zu, als sie von ihren Schulfinbern rebete. Sie waren eine freie Anhöhe hinaufgewandert und traten in das stille Kaffee-Restaurant, wo sie auf ber geschlossenen, geheizten Glasveranba bie einzigen Gäste waren. Durch bie hohen Fenster sah man bas enge, bunftige Tal hinunter unb jenseits auf bie beroalbeten Hohen ber Hügelfette. Als ber bampfenbe Kaffee vor ihnen ftanb, erzählte Forger ben Grund feiner Reise. „Du mußt mich nicht für einen Phantasten halten, Jospehine", sagte er, „ich träumte in ber Nacht von dir, unb ba es unaussprechlich schon war, würbe ich bavon wie von einem Zauberspruch verfolgt unb getrieben. Deshalb fuhr ich hierher." „Wie lange bleibst du noch?" fragte sie und sah ihn bestürzt und eilig an. „Ich wollte eigentlich nur eines wissen", erwiderte er, „damals war ich ja ohne Geduld und dir eine den Mitgliedern nur eingeladenen Gästen zugänglich. Die Geselligfeit fand gerade dadurch im Verein eine schone Pflegestätte. Gemeinschaftliche Reisen, gesellige Abende, sogenannte Stimmfeste usw. knüpften das Band gleichen Strebens immer fester. An Gesangswettstreiten hat sich der „Sieber» franz" nicht beteiligt. Die veranstalteten Wettsingen, die zweifellos viel Gutes für sich hatten, zeigten nicht selten auch Begleiterscheinungen, mit benen der „Liederkranz" nichts zu tun haben wollte. Dahingegen hat der Verein an den in ben letzten Jahren burchgeführten Wertungssingen stets teilgenommen unb bie gestellten Aufgaben nach dem Urteil ber Wertungsrichter erfolgreich gelost. Als befonbers schone Sitte im Verein barf hervorgehoben werben, daß durch alle Zeiten der größte Teil der Mitglieder dem Verein die Sänger- treue bis in das hohe Alter hielt und die Mitgliedschaft fast durchweg erst bei Abgang in bas ewige Reich loste. Daß wir brei aftioe Sänger im Att^r von 72, 75 unb 77 Jahren Haden, bie alle Sing- ftunben unb sonstigen Veranstaltungen bes Vereins auf bas pünktlichste besuchen, bas erwähnen wir mit Stolz. Der Verein unterlag feit Bestehen bis heute fol- genben organisatorischen Veränberungen. In ber Mitte ber 40er Jahre bilbete er sich zu einem gemischten Chor um, ber bis zu Anfang ber 60er Jahre bestauben hat. Im Jahre 1893 vereinigte sich ber „Lieberjranz" zwecks Erzielung eines größeren Klangkörpers mit bem hiesigen Männergesangverein, unb zwar auf Drängen bes Letzteren zu einem Verein, ber ben Namen „Männergefang- verein-Lieberkranz" erhielt. Diesem Gebilbe war jeboch nur eine einjährige Bestanbszeit beschieben. Die Trennung erfolgte in Güte, unb bie Vereine nahmen ihren vorherigen Bestaub roieber auf. Kurz nach bem Weltkriege verstärkte man bei gelegentlichen Veranstaltungen ben bamals schwachen Mäuuerchor burch Zuziehung von Damen, ohne jeboch bamit ben Bestaub bes Vereins zu änbern. Doch schon nach kurzer Zeit gab man auch biefe Einrichtung roieber auf unb kehrte zum vierstimmigen Mäuuergesaug zurück. Eine vierte Aeuberuug erfuhr ber Verein im Jahre 1933 gelegentlich ber Gleichschaltung burch Zusammenlegung mit bem Gesangverein „Heiterkeit" zu einer „Säugervereiuigung Lieberkranz-Heiterkeit". Diese Zusammenlegung war seitens bes Hessischen Sängerbuubes geforbert unb burchgeführt worben mit bem Ziele, bie Zahl ber Vereine allgemein zu verringern, bafür aber größere Klangkörper zu schaffen. Aber auch bieser Vereinigung mit so schönem Ziele war nur eine knapp zweijährige Dauer beschieben. Schon 1935 trennte man sich roieber. Nach kurzer Zeit bes Bestehens stellten sich Verhältnisse ein, hervorgerufeu iusbesoubere burch bie Lokalfrage, bie nicht geeignet waren, ben Bestaub ber Vereinigung bauernb zu sichern. Beibe Vereine gingen mit Genehmigung bes Hessischen Sängerbunbes in ihren alten Bestaub zurück. So finb nun 100 Jahre seit ber Grüubuug bes Vereins bahiugegaugeu. Ein Zeitpunkt, bebeutuugs- voll genug, um entsprechend gewürdigt und gefeiert zu werden. 100 Jahre haben „Lieberfräuzler" bie schone beutsche Volkskunst gepflegt, haben „Lie- berkränzler" bem beutscheu Liebe gebient. Große, kaum faßbare Opfer finb in bieser langen Zeit von ihnen gebracht worben. Ihnen steht natürlich manch freubiges Erleben unb viel Genuß in ungezählten uuterhaltenbeu Stunben gegenüber. Wir Heutiae können mit hoher Befriebigüng feststelleu, baß alle unsere lieben Lieberkräuzler, bie Verstorbenen 'unb bie noch ßebenben, bisher ber Musik bes Volkes, bem Chorgefaug, treu gebient haben, von bem der große Schweizer Vorkämpfer Nägeli (1773 bis 1836) spricht: „Der Chorgefaug ist bas freie, allgemein mögliche Volksleben im Reiche ber höheren Kunst. Gesang ist bas ewige Thema ber Menschenliebe. Er einigt, er kräftigt, schlingt Banbe der Liebe unb Freuubschaft, regt edle (Empfinbungeu an, bilbet, bessert unb führt Taufenbe vom Wege bes Lasters unb ber Torheit in die Arme ber Tu- genb." Wir Säuger des „Liederkrauz" stehen am Schluß des ersten Jahrhuuberts unb vor ber großen Aufgabe, es roürbig zu beschließen Unserer hohen Pflicht bewußt, treten wir fest entschlossen unb mit heiligem Ernst an bie uns zugefalleue Aufgabe heran. Möge uns ein glücklicher unb unserer Ahnen roürbiger Schluß gelingen. Unb nicht nur bi es! Möge es uns unb unseren Nachfolgern in ber Pflege bes Gesanges gelingen, ben Verein ein weiteres Jahrhunbert zu erhalten, auf baß er an feinem Teil wirke zum Wohle unseres lieben deutschen Volkes unb Vaterlaubes. unersprießliche Beunruhigung, ich wollte bich fragen, Josephine, ob bu auch einmal einen solchen Traum hattest? Nur bies." Sie hatte ihr Gesicht nach bem Fenster geroanbt, hinter bem bie Luft noch einmal Heller würbe, bevor sich alles verbunkelte. Er fühlte, baß sie erschrocken war. Sie schwieg. Schweigenb roanbte sie sich ihm zu, er ahnte, baß jetzt etwas geschehen konnte, wenn sie beide plötzlich mit verbundenen Augen voreinander säßen. Daun nickte sie. „Komm", sagte sie bann schwer unb wie aus einer betäubenben Furcht, „wir wollen noch ein Stück zusammen gehen." Nun haben sich bie Träume berührt, bachte er. Als sie hinaustrateu vor bie weite Dunkelheit, nahm sie seinen Arm, unb er wußte, baß er morgen mittag noch nicht wieder zurück fein würbe. Zeitschriften. — „Die Kun st", Monatshefte für Malerei, Plastik unb Wohnkultur (Verlag Bruckmann AG., München. Preis vierteljährlich 7,50 Mark) tritt in ihren 39. Jahrgang. Sie barf als ein Spiegel bes heutigen Kunstgeschehens bezeichnet werden. Die Mannigfaltigkeit des Inhalts geht Hand in Hand mit bet Schönheit ber Abbilbuugeu. Diese Monatshefte finb in ber Tat geeignet, uns in ben Stunden, die uns selbst gehören, über ben Alltag hiuwegzu- hebeu. Aus bem Inhalt bes oorliegenben Oktober- Heftes ermähnen wir ben Aufsatz über ben vor 25 Jahren verstorbenen großen Münchner Maler Karl Haiber von Professor Karl Alexanber von Müller, bie Veröffentlichung ber reizvollen Plastiken bes Bilbhauers Max Weber, ben Aufsatz über bie Ausstellung im Haus ber beutfchen Kunst, ben Aufsatz über Olaf Gulbransson und bie prächtige Wieber- gabe eines neuen Werkes bes Schweizer Bilbhauers Hermann Haller. Aus bem ber Wohnungskunst ge» roibmeten Teil feien bie beiben kleinen Häuser bes Berliner Architekten F. G. Winkler, bie Eigenheime von Architekt Emil Schuster in Berlin, schone Beispiele neuer Raumkunst bes Stuttgarter Innenarchitekten Rubolf Frank, Gartenanlagen von Adolf Haag, neue Porzellanarbeiten von Rosenthal und ber Erweiterungsbau zu Haus Wahnfrieb in Bayreuth, ausgerührt von bem Bayreuther Architekt Hans C. Reissinger, heroorgehoben. l9- et= ei, ter. Ser. 9en, 9ten -Neu feten teil, dein her. der ^er° si'ed- viqe rllsr Dinj. 5et. hnen ; fol. der 1 ge« 60er nigte grö. werteren s°ng- war ■eben, reine i bei chwa. imen, 3 zu man zum vierte 3 ge. nnen» ' zu rfeit". 'scheu orten in zu r zu it so ihrige 1 sich n sich durch i Be- Beibe ischen g des unqs- gefei« nzler" „Sie- Me, it von manch öblten leutini 6 alle i 'unb ölte, ' ber bis iW’ hexen i^en« le der mnqen Wege >r Tu- Schluß i Ani- hoben ib mit uigabe 2Ihnen dies! n der i wei- n fei- deut« ch fta- solchen ■wandt, be, be» sie er- wanbte schehen nbenen s einer ; Stück ie er. lkelheit' T MOl' be. uf« 1 ine »2 V rM nM" tritt m qel des n. Die 1 tzand zronatS" itundeN' iwegzu' ien Italer .er non siOke iber d en Avsi Wieder' nr.?51 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Mittwoch. 27. Oktober 1957 Jnseure im Dienste der Kultur. Aus der Stadt Gießen. tersweg: „Die Tänzerin und der Diplomat". —* Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Zauber der Boheme". — Oberhessische Gesellschaft für Natur- und Heilkunde: 20.15 Uhr im Chemischen Institut Gießen, Ludwigsstraße 21, Experimentalvortrag „Vom Holz zur Zellwolle". — Johannessaal: 20.15 Uhr Bekenntnisgemeinschaft. — Oberhessischer Kunstverein: 17 bis 18 Uhr Ausstellung im Turmhaus am Brandplatz. Stadlthealer Gießen. Heute abend Wiederholung des Lustspiels „Mein Sohn, der Herr Minister" von Andre Birabeau. Spielleitung Dr. Erich Schumacher. Die Vorstellung findet als 5. Vorstellung der Mittwoch-Miete statt. Anfang 19.30 Uhr, Ende 22 Uhr. Spielplanänderung im Stadlthealer. Aus dem Stadttheaterbüro wird uns geschrieben: Infolge Erkrankung von Gustav Bley findet am Sonntag, 31. Oktober, die Erstaufführung der Oper „Der Wildschütz" nicht statt. Dafür „Drei alte Schachteln", Operette von Walter Kollo. Die erste Opernaufführung der Spielzeit „La Boheme", Oper von Puccini, findet nunmehr am 10. November statt. Lehrgang der Friseur-Innung in Gießen. Stunden der Stille. WMiWWMMsiM Neuordnung des Hand- ei In dem Kenntnisse kameraden ständigen, des das am vollkommenen Harmonie der Erscheinung der Kundin zu gelangen. Es erscheint nicht zweifelhaft, daß es durch die Arbeit in dem großangelegten Lehrgang möglich ist, die Berufskameraden so weit zu fördern, daß wohl der größte Teil sich ohne Bedenken den Anforderungen der Meisterprüfung gewachsen fühlen kann. Blick in den Uebungsraum des Fortbildungskurses der Friseure. (Aufnahme: Neuner, Gießener Anzeiger.) der, der selbständig ein Friseurgeschäft betreibt, bis spätestens 1939 die Meisterprüfung bestanden haben muß. Die Genehmigung zum Betrieb eines neuen Geschäftes ist davon abhängig, daß der Inhaber die Meisterprüfung bestanden hat. Die Leitung des Lehrganges liegt in Händen des Berufskameraden O. Wenninger. Ihm zur Seite stehen für die Lehrtätigkeit W. Götz und Fr. Schrader. In dem Kursus gilt es, ein verhältnismäßig großes Arbeitsgebiet zu bewältigen. Von Grund auf, ohne Berücksichtigung bereits vorhandener Kenntnisse und praktischer Fertigkeiten, soll das Ondulieren, das Legen der Wasserwellen und die Schaffung von historischen Frisuren behandelt werden. In vielen Uebungsstunden werden die Arbeitsvorgänge zunächst theoretisch, dann unmittelbar praktisch geübt, so daß am Schlüsse des Lehrganges jeder der 25 Kursusteilnehmer in der Lage' sein soll, selbst höchsten Ansprüchen zu genügen. Darüber hinaus soll auch der Materialkunde Aufmerksamkeit zugewandt und den Schülern theoretisch ein Einblick in die chemischen Zusammenhänge gegeben werden, die bei der Schaffung von Dauerwellen zu beachten sind. An einem der jüngsten Kursusabende gab der Leiter des Lehrganges O. Wenninger einen aufschlußreichen Ueberblick über das Zustandekommen modischer Frisuren der Gegenwart. Er knüpfte dabei an die Erfolge an, die deutsche Friseure in jüngster Zeit bei vielen internationalen Wettbewerben erzielten, und wies vor allem darauf hin, daß die modische Frisur meist die ureigenste Arbeit eines Berufskameraden darstelle, die bei Wettbewerben ausgezeichnet werde, allgemeinen Anklang und schließlich Verbreitung finde. Ausschlaggebend sei in erster Linie ein Kulturwille und nicht irgendwelche wirtschaftlichen Gesichtspunkte. Mitbestimmend sei ferner ein gesunder beruflicher Ehrgeiz. Der Lehrgangsleite^ wies eindringlich darauf hin, daß irgendeine Modefrisur nicht krittklos verwandt bzw. jeder Kundin empfohlen oder aufgedrängt werden dürfe, vielmehr fei nach wie vor zu berücksichtigen, welche Frisur die Kopfform verlange. Eine besondere Aufgabe des Lehrgangs fei es deshalb, die Berufskameraden soweit zu schulen, daß sie mit sicherem Empfinden entscheiden können, welche Frisur für diese oder jene Kundin die geeignete sei. Schließlich sei auch noch auf verwandte Modegebiete, auf die Hut- und Kleidmode Rücksicht zu nehmen, so daß es möglich werde, zu einer Bestreben, die der Berufs- zu vervoll- hat die In» Hitler-Jugend, Zungbann 116. Stamm V/116. Am Donnerstag ist ab 14.15 Uhr Abnahme Schießens für das HI.-Leiftungsabzeichen und Schießabzeichen. Abnahme von 14.15 bis 16.45 Hühner im Wirbelsturm. Die holländische Stadt Landsmeer, eine der wichtigsten Stätten der Hühnerzucht im Lande, wurde kürzlich von einem Wirbelsturm heimgesucht, der kaum eine Minute dauerte, aber so heftig war, daß ihm zahlreiche Hühner zum Opfer fielen. Was für Landsmeer eine schwere Heimsuchung war, wurde für die Einwohner eines Dorfes, das wenige Kilometer entfernt liegt, ein unerwarteter Glücksfall, denn zahlreiche Hühner, die von der Windhose emporgerissen und fortgeführt wurden, fielen auf die Straßen, die Plätze und selbst auf die Dächer und in die Höfe des Dorfes. Als die Dorfbewohner sich von ihrer ersten Ueberraschung erholt hatten, beeilten sie sich sehr, die gute Gelegenheit auszunutzen und die Hühner einzusammeln, die, auf alle möglichen Arten zubereitet, auf allen Tischen als Festmahl erschienen. Hochschulnacbnchten. In Bonn ist der Altmeister der deutschen Indologen Geheimrat Professor Dr. Hermann Jacobi im Alter von 87 Jahren geworben. Am 11. Februar 1850 in Köln geboren, studierte er in Berlin zunächst Mathematik, bald aber Sanskrit und ver- gleichende Sprachwissenschaft. 1875 wurde er Privatdozent in Bonn, schon im Jahr darauf Extraordinarius in Münster, 1885 Ordinarius in Kiel; 1889 kehrte er in gleicher Eigenschaft nach Bonn zurück, wo er bis zu seiner Emeritierung (1921) gewirkt hat. Jacobi war einer jener universalen Gelehrten, die das ganze große Feld ihrer Wissenschaft überschauten und mit gleichbleibender Meisterschaft beherrschten; seine sehr zahlreichen Arbeiten befaßten * sich mit Sprache und Dichtung, Religion und Philosophie, Astronomie und Geschichte des indischen Kulturraumes. Die deutsche indologische Wissenschaft verliert in Hermann Jacobi einen ihrer hervorragendsten Vertreter. Es wurden ernannt: der Dozent Dr. Werner Schütz in Potsdam zum Ordinarius für Praktische Theologie (Ev.-Theol.) in Bonn; der Dozent Dr. Kleo P l e y e r in Berlin zum Ordinarius für mittlere und neuere Geschichte in Königsberg; der Dozent Dr. Heinz Dietrich Wendland in Heidelberg zum Ordinarius für Neues Testament und Sozialethik (Ev.-Theol.) in Kiel; der außerordentliche Professor Dr. C. Rühland in Greifswald zum Ordinarius für öffentliches Recht daselbst; der Dozent Dr. Hermann Groß in Köln zum Ordinarius für Zahnheilkunde da- selbst; der Dozent Dr. Josef Knoll in Leipzig zum Ordinarius für Pflanzenkunde daselbst. rerschast am Festplatz. Neue technische Bauten in Gießen. In jüngster Zeit sind an verschiedenen Stellen unserer Stadt einige Bauwerke herangewachsen, die insbesondere der Technik dienen. Wir berichteten bereits am Samstag darüber. Unsere Bilder zeigen: Links: Der Erweite- rungs- und Lagerhausbau' der Klinkelschen Mühle an der Lahn. Rechts oben: Umfangreiche Bauten erstellt die' Opel-Motorwagen- Gesellschaft an der Marburger Straße. Es handelt sich um Werkstätten, Wasch- und Wagenpflegeräume. Rechts unten: Die Firma Neils & Kraft baut am Wiesecker Weg ein neues Werkstattgebäude mit einem Kellerlager. (Aufnahmen |3]: Neuner, Gießener Anzeiger.) Stunden der Ruhe, des stillen Rückschauens sind ebenso notwendig wie unsere tägliche Arbeit. Wir leben doch nicht nur körperlich auf dieser Erde. Wie oft umfängt uns Leid, das wir im Drange der Geschäfte wohl zu vergessen suchen, das aber immer wieder zu uns zurückkehrt, wenn wir allein sind. Wir können mit unserm Erleben, mit mancher Zwiespältigkeit erst fertig werden, wenn wir uns in stillen Stunden mit uns selbst auseinandersetzen können. Alle Unterhaltungen, alle Zerstreuungen helfen uns nicht weiter. Wir müssen bei uns selber Einkehr halten. Je mehr wir in stillen Stunden nachdenken über unser Lebensschicksal, desto schneller überwinden wir Schmerz und vergessen manche Bitterkeit, die das Leben uns zufügte. Unsere Gedanken richten sich wieder mehr auf die unzerstörbaren Werte des Lebens. Wir kommen dem Ziel, glückliche Menschen zu werden, näher nach solchen besinnlichen Ruhepausen. Wir werden uns dabei vielleicht auch noch vieler Kräfte bewußt, die in uns schlummern, die uns helfen, das Dasein leichter und froher zu tragen. In gewissen Zeitabständen müssen wir alle Lasten abschütteln und uns eine Feierstunde bereiten. Das können wir in der Natur, aber auch im stillen Kämmerlein. Wie falsch ist es, wollten wir alle unangenehmen Erlebnisse der Woche mit hinaus in den schönen Wald schleppen! Wer so handelt, versteht nichts von Lebenskunst. , Alle großen Gedanken, die die Welt bewegten, entstanden in der Stille. Sie wurden geboren durch Zusammenfassung aller geistigen Kräfte. Nun, lieber Volksgenosse, versuch' auch du es einmal mit einer stillen Stunde. Vergiß einmal, daß jeden Tag „Betrieb" herrschen muß. Pausen, die unsere Kräfte sammeln und schöpferisch wirken, sind nötig und können reichen Segen bringen. H. Dornotizen. Tageskalender für INiltwoch. NS.-Frauenschaft Gietzen-Mitte: 20.30 Uhr „Hindenburg". — Stadttheater: 19.30 bis 22 Uhr: „Mein Sohn, der Herr Minister". — Gloria-Palast, Sel- müssen. Die Durchführung dieses Lehrganges war besonders durch die Werks veranlaßt, die es zur Pflicht macht, daß je- NS.-Gemeinschast „Kraft durch Freude" Am Donnerstag, dem 28. Oktober 1937, 20.15 Uhr, findet in der Aula des Gymnasiums ein Lichtbilder- vorlrag „Landschaft und Mensch in Spanien in ihren wechselseitigen Beziehungen" von Dr. L. von Boxberger (Marburg) statt. Verbilligte Eintrittskarten zum Preise von —,40 RM. sind auf der Kreisdienst- stelle Gießen, Schanzenstraße 18, erhältlich. 7003V BOM. Llntergau 116. h).-Theaterring. Die nächste Vorstellung des HJ.-Theaterrings ist am Montag, 1. November, abends 8 Uhr. Zur Aufführung gelangt „Uta von Naumburg", Schauspiel von Felix Dhünen. Die Karten hierfür sind sofort bei Wiesecker Schießstand. Fähnlein 24. Am Donnerstag ist um 18 Uhr Antreten der Füh- nung der Friseure unter der Leitung ihres Obermeisters Götz einen groß- angelegten Fortbildungskursus veranstaltet, der den Berufsangehörigen die Möglichkeit geben soll, sich für die Meisterprüfung vorzubereiten. Der Kursus erstreckt sich über den Zeitraum von drei Monaten (Oktober bis Januar) und verlangt von jedem Teilnehmer die Mitarbeit während sieben Stunden in jeder Woche. Die Ausbildungsstunden sind in die Abende gelegt, so daß die Teilnehmer Freizeit opfern Ueberfülle erdrückenden Sammlungen sind nur zu normaler Museumszeit zu bewundern. Wir werden dann noch einmal von dem zwischen allwissender Güte und bezaubernd-feinem Spott wechselnden geheimnisvollen Lächeln der Mona Lisa und von der lieblichsten und zartesten Madonna, der Jungfrau von Bald ovi netti, Abschied nehmen. Jetzt lockt im künstlichen Licht die antike Skulpturenabteilung. Es ist, als ob einem Schuppen von den Augen gefallen seien. In der ganzen, klaren Reinheit der Linien haben sich im indirekten Licht und in der sorgsam gewählten Anstrahlung die Meisterwerke der Alten mit einer Schönheit enthüllt, die in dem fahlen und nüchternen Museumslicht des Tages kaum zu ahnen ist. Es ist eine mitternächtliche Weihestunde besonderer Art. So mag am Tempek auf Kreta die jungfräuliche Athene mit der Ziste über den schönheitsgläubigen Griechen gestanden haben. Strahlend schwebt im dunklen Raum das ewige hellenische Idealbild der jungen Frau, die Venus von Milo; man kann sich in Gedanken die Gruppe ergänzen und wird dessen inne, daß solche Reinheit der Form im Sinne des griechischen Begriffs „kalos k’agathos“, den als Einheit von schön und gut, als idealen Zusammenklang von Seele, Geist und Körper in höchster Vollendung keine Sprache sonst kennt, so nur dies eine Mal geschaffen werden konnte. Nichts lenkt auch in dem anderen Saal von der graziös schreitenden Artemis mit dem Köcher ab. Das Publikum, zahlreicher als am Tage, ist wie benommen. Nur -irn leisen Flüsterton raunt man sich die Worte der Bewunderung zu. In dichter Folge werden Gruppen von Franzosen geführt, auffallend viel kleine Leute darunter. Wenn man den Trupps folgt, fallen besonders einige Erscheinungen auf, die man gewiß nicht um Mitternacht im' Louvre vermutet hätte. Da ist mehrfach der Typ des französischen Transportarbeiters, breit und muskulös mit dem eigenartig federnden Gang bei stark auswärts gebogenen Füßen, die Mütze in der Hand, ganz Äuge und Ohr für die Schätze der Antike, die ab und an noch die Frau, wohl ein ehemaliges Pariser Dienstmädchen, erklärt. Bauern und Schiffer sind dabei, die Grünkramhändlerin mit ihrer Ladenhilfe. Schlichte Leute aus Paris und Provinzler, die alle die Franken nicht gespart haben, um aus der Mitternachtsstunde etwas mitzunehmen, von dem sie wohl ihr ganzes weiteres Leben zehren werden. So öffnet diese Pariser Mitternacht anders, als man gemeinhin erwarten wird, einen Zug der französischen Volksseele, der auch dann sympathisch berührt, wenn die wesentliche Triebkraft nur der Stolz auf den französischen Nationalbesitz sein sollte. Llm Mitternacht im Louvre. Don unterem $. M.-Sondert>enchtersiatter. Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten! Paris, im Oktober 1937. In der Sacre Coeur brennen nur wenige Kerzen, die das Mosaikgewölbe des Altarraums mit warmem Glanz erstrahlen lassen. Es ist nach '10 Uhr abends; nur Männer haben jetzt in der Nacht noch Zutritt zu der ununterbrochenen Tag- und Nacht- Anbetung in der Basilika, die als Zeichen der nationalen Demut und Buhe nach 1871 fast an der gleichen Stelle errichtet worden ist, wo 1534 in bescheidener Kapelle Ignatius von Loyola den Jesuitenorden gestiftet hat. Der weiße romanisch- byzantinische Bau auf der Kuppe des Montmartre strahlt im Scheinwerferlicht genau so leuchtend über die Stadt wie am Tage. Waren wir auf der Rückseite über Treppen, durch winklige Gassen und wieder über endlose Treppen aufgestiegen, so liegt jetzt das glitzernde Panorama der Hellen Stadt vor uns. Hier oben unmittelbar neben der Sühnekirche beginnt allmählich um diese Zeit in bescheidenen Kneipen, in Cafes chantants und unter freiem Himmel' der Vergnügungsbetrieb für Franzosen; auch der Pariser kommt nach dem Theater noch einmal hier herauf, allenfalls auch in em Kabarett wie Moulin de la Galette. Unten am Fuß des Montmartre im verwirrenden Glanz der 1 lace Clichy, bei Moulin Rouge und in ähnlichen Amüsierlokalen mögen die Fremden ihr ©elö lo5= werden; Montparnasse ist nach kurzer Kunstler- * fneipenblüte wieder entthront. Fern unten aus der Ebene leuchten im weißen Lichtkleid der Anstrahlung die Türme von Notre-Dame und die Front von St. Sulpice, dem Mittelpunkt des Quartier Latin. Weiter im Südwesten schimmert per Liffeb türm aus der Ueberfülle des Lichts, nut dem sich die Weltausstellung kundtut; wird auch der Lärm des Feuerwerks von den Geräuschen der GroMaol verschluckt, so überstrahlen doch die feurigen Valle und der flirrende, bunte Regen sogar den Glanz des prächtigen Concorcke-Platzes. Nur als dunkle Silhouette steht dahinter vor dem Horizont der Rücken des alten Forts Mont Valerien. Im Strahlenglanz frischer Vergoldung, sich auch gegen die Leuchtkraft der Ausstellung behauptend, erscheint die Kuppel des Jnvaliden-Domes als der Juwel, für den dies ganze nächtliche Paris nur die Einfassung ist. Jetzt möchte man auch die nötige Ruhe dort finden, um die Weihe des Raumes auf sich wirken zu lassen; über Tage herrscht dort ein sonst in Paris nicht übliches, aufdringliches Frem- denverkehrsgetriebe. Welche Stimmung bringt dabei allein die gelbe und blaue Verglasung in den Raum! Auch an trüben Tagen ist der große Mittelraum bis herunter zu dem Gewölbe mit dem Sarkophag des großen Korsen in eine Flut satten gelben Lichtes getaucht, während aus den Seitenkapellen das milde Blau der Ehrfurcht schimmert. Dort hinten rechts haben 1929 die Gebeine des Marschalls F o ch ihre würdige Ruhestätte gefunden. Der gewaltige Bronzesarkophag, der in Reliefs und Statuen den Poilu des Weltkrieges als Träger des zur letzten Ruhe hingeftreckten Feldherrn zeigt, spricht als Meisterwerk realistischer Durcharbeitung und liebevoller Vertiefung in die kleinste Kleinigkeit bei wuchtig-weihevoller Gesamtwirkung von dem Hochstand der modernen französischen Bildgießerei. In der realistischen Kunstbeherrschung und in dem lebenswahren Eindruck ist dies Grabmal dem Richelieu-Monument vergleichbar, das seit einigen Monaten in der Kirche der Sorbonne abseits in einer Rumpelkammer neben dem Chor steht. Erst vor wenig mehr als zehn Jahren war es gegenüber dem Grabmal des Gründers der Sorbonne im Querschiff aufgefteUt worden. Hippolyte Lefevre hat den alternden Staatsmann, der einst den Grund zu französischer Größe gelegt hatte, so in einen Sessel gesetzt, wie er über Frankreichs Ansprüche verhandelt haben mag: lieber der linken Armlehne liegen Pergamente, von denen die Siegel herabhängen; die knochigen, langen Finger pochen auf die Verträge. Auf dem Schoß ist der neue Vertrag ausgebreitet; die leicht gehobene Rechte, schickt sich eben an, mit dem Federkiel die Verbriefung neuen französischen Rechtes zu unterzeichnen. Darüber hebt sich mit der Gebärde zynischer Unerbittlichkeit leicht aus den Kissen der trockene Kops mit der hohen Stirn des Genies, dem Bart und Hckare mit der Kardinalskappe einen mephistophelischen Ausdruck geben — genau ein Abbild des mumifizierten Kopfes, wie er bei der Sargöffnung 1895, 253 Jahre nach seinem Tode, gefunden worden war. So mag Richelieu sein Lebenswerk beschlossen haben als er in Vorbereitung des wenig später geschlossenen Westfälischen Friedens den Besitz der zuerst 1552 an Frankreich gefallenen, auch der Bevölkerung nach deutschen Reichsbisturner Metz, Toul und Verdun sicherte... So schweifen die Gedanken von der Höhe, von der 1814, damals noch mit Windmühlen gefrönt, Blücher den Sturm auf Paris ansetzen wollte. Wieder unten in der Stadt leuchtet heller Schein aus dem Eingang zum Louvre Nachtbesichti- gung ist heute. Die anderen Schätze der in ihrer Hl 4, gemacht hatten. Die Bootshalle war in eine „Dfr toberwiese" verwandelt, auf der eine Wurfbude, Schießbude mit „Original-Cowboys" sowie eine Sektbude zu sehen waren. An blankgescheuerten Tischen saß man und trank aus Maßkrügen das köstliche Münchner Bier. Mitglieder des Marine. Sturmbanns spielten zum Tanz auf. Auch das Klub, sülchen war „auf bayrisch hergerichtet", und es konnte bald die Besucher nicht mehr fassen, die nach den Klängen der Kapelle Heinz N l k e l tanzten Erst am frühen Morgen konnten sich ^Madln und „Buam" von der „Oktoberwiese" im Bootshaus der Rudergesellschaft trennen. Große Strafkammer Gießen. Der Günther Nowock aus Frankfurt a. M., der schon wiederholt einschlägig vorbestraft ist, war von dem Schöffengericht wegen mehrfacher schwerer Urkundenfälschung in Tateinheit mit Betrug zu einer Gefängnis st rafe von IJahr und 5 M o . naten verurteilt worden. Hiergegen richtete sich die Berufung des Angeklagten, die gestern vor der Großen Strafkammer verhandelt wurde. Der Angeklagte war in den Jahren 1935/36 als Werbevertreter eines Frankfurter Verlages im hie- sigen Bezirk tätig. In dieser Eigenschaft bereiste er Gießen, Wieseck, Großen-Buseck und versuchte Bezieher zu werben. Da das Ergebnis offenbar seiber Verwaltungsstelle des Untergaues gegen Bezahlung in Empfang zu nehmen. Die nächste Morgenfeier des HI.-Theaterrings am Sonntag, 31. Oktober, morgens 11.30 Uhr, „Slawische Tänze", kann von den Mitgliedern des Theaterrings zum Eintrittspreis von —,25 Mark besucht werden. Die Karten müssen bis zum 28. Oktober auf der Dienststelle des BDM.-Untergaues bestellt sein. Später eingehende Meldungen können nicht mehr berücksichtigt werden. Belr. Dochenendschulung. Die Wochenendschulungen, die am 31.10. vorgesehen waren, mußten aus den 7.11. verlegt werden. Sie finden wieder an den den Führerinnen bekannten Schulungsorten statt. Appell der 18- bis 21jährigen INädel. Am Sonntag, 31. 10., morgens 8.30 Uhr, findet auf dem Brandplatz ein Appell aller 18- bis 21jäh- rigen Mädel aus sämtlichen Gießener Gruppen zwecks Neueinteilung statt. Schluß des Appells gegen 9.30 Uhr. INädelgruppe 3/116. Betr.: Dien ft befehl. Am Mittwoch, 27.10., tritt die Singschar um 19.15 Uhr am Heim an. Um 20 Uhr treten alle Schar- und Schaftsführerinnen zur Arbeitsbesprechung und Werkarbeit an. Mitzubringen sind Dienst- und Liederbücher, Farbkasten, Pinsel und Stosflappen. AG.-Zrauenschast/Irauenwerk. Ans Mittwoch und Donnerstag, 27./2S. Oktober, findet in der Lehrküche der Abteilung Volkswirtschaft-Hauswirtschaft im Deutschen Frauenwerk um 20 Uhr ein Kurzlehrgang in der Herstellung von Weihnachtsgebäck statt. Die Zubereitung wird nach den Kochoorschriften erklärt und praktisch ausgeführt. Alle Hausfrauen find herzlich dazu eingeladen. Derselbe Lehrgang wird am 1./2. November und am 3./4. November wiederholt. Anmeldungen können noch auf der Kreisfrauenschaft erfolgen. Mehr Blumen im Stadtbild! Das Ergebnis des Blumenschmuckwettbewerbs 1937. Seit Jahren bemüht sich der hiesige Fremdenverkehrsverein um die Verschönerung unseres Stadtbildes. Als ein Mittel hierzu sieht der Verein die Veranstaltung von Blumenschmuckwettbewerben an, die bisher auch ihre Wirkung nicht verfehlt haben. Immer mehr Blumen sieht man im Stadtbild, immer größer wird der Kreis derer, die mit Blumen Haus und Garten schmücken. Auch in diesem Jahre veranstaltete der Verein wieder einen Blumenschmuckwettbewerb, lieber 70 Blumenfreundinnen und -freunde meldeten ihre Beteiligung an, und dem Preisgericht fiel es nicht leicht, bei der Bewertung der blumengeschmückten Fenster, Vorgärten und Hausgärtenanlagen gerecht zu entscheiden. 67 Wettbewerbsteilnehmer konnten mit Prei- sen bedacht werden. Am Montag fand im Stadthaus, Gartenstraße, die Verteilung der Preise statt. Im Sitzungssaal waren auf weiß gedeckten Tischen viele Blumenstöcke, prächttge Vasen (Keramik, Porzellan, Kristall) aufgebaut, so daß der Saal von Blumenduft und Farbe erfüllt war. Die Preisträgerinnen (in der Mehrzahl hatten Frauen, als die gegebenen Pflegerinnen des Blumenschmucks an Haus und Garten gemeldet) nahmen mit großer Freude die Anerkennung entgegen, die ihnen hier zu teil wurde. Palmen, Dracenen, Zimmertannen, Bro- melien, Zimmerfarne, Zierspargel, Blattbegonien, Alpenveilchen, Primeln und Chrysanthemum wurden in schönen Exemplaren, viele reich in Blüte stebend, vergeben. Die Bewertungskommission hatte 27 erste, 23 zweite und 17 dritte Preise zuerkannt. Die Preise waren zum Teil durch den Fremdenverkehrsverein bei hiesigen Erwerbsgärtnereien beschafft, zum Teil von den Gärtnern im Interesse der Förderung der Blumenhaltung gestiftet worden. Vom ehrenamtlichen Geschäftsführer des Vereins, Derwaltungsoberinspektor Müller, war zu hören, daß der Blumenschmuck nach den Beobachtungen der Bewertungskommission in unserer Stadt wohl zugenommen hat, daß aber noch viele Möglichkeiten vorhanden sind, die Straßen und Häuser zu verschönern. Insbesondere in der inneren Stadt gibt es noch viele Häuser, ja ganze Straßen, die jeglichen Blumenschmuckes entbehren. Erfreulicherweise ist dies in den Außenbezirken ganz anders. Insbesondere die neugebouten Einfamilienhäuser in den verschiedensten Stadtteilen sind umgeben von einem Flor bunter Blumen und frischen Grüns. Probealarm der Samtäiskolonne Gießen. Gestern abend weilte der Landeskolonnenführer vom Deutschen Roten Kreuz, Hauptmann a. D. L o t h e i s e n in unserer Stadt. Aus diesem Anlaß wurden die Mannschaften der hiesigen Sanitätskolonne zu abendlicher Stunde von einem Probealarm überrascht, da sich der Landeskolonnenfuhrer einmal von der Schlagfertigkeit der Kolonne überzeugen wollte. Durch Fernsprecher und Boten wurden die Kameraden benachrichttgt. Bereits zwei Minuten nach der Alarmierung stand der erste Sanitätswagen startbereit am Depot, wenig später waren auch zwei andere Sanitätswagen aur Stelle. In kurzen Abständen trafen dann auch Die Kameraden ein. Mit 27 Mann, 2 Aerzten und 3 Sanitätswagen rückte man nacheinander zur Unfallstelle an der Ecke WiesenstLaße und Moltkestraße ab. Als Unfall war angenommen, daß an der Ecke Wiesenstraße und Moltkestraße ein Zusammenstoß zwischen einem Omnibus und einem Lastkraftwagen stattfand, bei dem acht Insassen des Omnibusses zu Schaden kamen. Nach getaner Arbeit, insbesondere wurden dabei auch die modernen Scheinwerfer der Kolonne ausprobiert, kehrte man zum Depot zurück, wo der Landeskolonnenführer Kritik hielt. Die Leitung der Uebunq lag in Händen von Ko- kolonnenführer Luch. Bezirkskolonnenführer Professor Eger, Kreiskolonnenführer Kratz, sowie die Aerzte Regierungsmedizinalrat Dr. Traut- mann und Dr.Neumann-Spengel wohnten der Hebung bei. Die Hebung bewies erneut, daß „bie Gießener Sanitätskolonne vom Deutschen Roten Kreuz im Ernstfälle schnelle und wertvolle erste Hilfe zu leisten vermag. Klavier- und Liederabend der konzertgemeinschafl deutscher blinder Künstler. Das war ein Abend besonderer Art, an dem Frl. Maria Kujava (Sopran) und Herr Philipp Daus (Klavier) in der Neuen Aula der Universität musizierten. Zwei Menschen, denen ein grausames Geschick einen der wichtigsten Sinne versagt hat, die aber anderseits mit so hohem Künstlertum und reichem Innenleben begabt sind, daß sie ihre Mitmenschen auf die Höhe führen und beglücken können. Solche Menschen sind trotz allem reich. Die mit einer umfangreichen, in allen Lagen gleich gut ansprechenden Sopranstimme begabte Sängerin M. Kujava sang Lieder älterer und neuerer Meister. Es gelang ihr mit feinem Stilempfinden ebenso gut der Kunst eines Paradies und Händel (die sie in italienischer Sprache sang) gerecht zu werden, wie den Empfindungsgehalt der Lieder von Schubert, Schumann, Brahms und Wolf voll auszuschöpfen. Eine ausgezeichnete Atemfüh- führung ermöglichte ihr die bei den alten Meistern so wichtige Herausarbeitung großer Melodiebögen, wobei die eingestreuten Koloraturen nirgends durch ein unnötiges Tremolo verwischt wurden. Die große Vortragskunst der Sängerin stand auf besonderer Höhe bei „Der Nußbaum" von Schumann, „Die Nachtigall" von Brahms und „Er ist's" von Wolf. Liefe! Bernhardt war eine aufmerksame und sichere Begleiterin, deren feines Spiel die Vor- und Nachspiele sehr wirksam gestaltete. Herr Daus (Klavier) zeigte in Werken von Beethoven, Chopin und Liszt eine ins Virtuose gesteigerte Technik. Wenn man von dem Wund er - knaben Mozart lieft, daß er dann besonderes Erstaunen heroorrief, wenn er auf einer mit einem Tuch bedeckten Klaviatur spielte, so wird man verstehen können, was es bedeutet, die so schwierigen Werke von Chopin und Liszt mit dieser Sicherheit von dem blinden Meister spielen zu hören, dabei dieser sparsame Pedalgebrauch. Ein tiefes Gefühlsleben offenbarte sich in dem Adagio der Beethovensonate und dem Nocturna von Chopin. Der reiche Beifall der Zuhörer galt vor allem der großen Künstlerschaft der Ausübenden und erzwang mehrere Zugaben. Heinrich Blass. Kameradschastsireffen der oberhessischen Blinden. Man berichtet uns: Am vergangenen Sonntag fand im Katholischen Dereinshaus in Gießen nach längerer Pause wieder ein Kameradschaftstreffen der oberhessischen Friedensblinden statt, die als Bezirksgruppe dem „Blindenverein in Hessen und ! Hessen-Nassau" angehören. An der Zusammenkunft nahmen das Kreisfürsorgeamt, vertreten durch Amtmann Ewald, das städtische Wohlfahrtsamt Gießen, vertreten durch Direktor Keitzer, und die Blindenanstalt Friedberg, vertreten durch Direktor Schmidt und einige Lehrer, teil. Die drei genannten Herren richteten an die Blinden, jeder von feinem Arbeitskreis aus, verständnisvolle Worte, die freudigen Widerhall fanden. Der Vorsitzende des Blindenvereins in Hessen und Hessen-Nassau, I. Reusch (Darmstadt), wies in seiner Begrüßungsansprache darauf hin, daß dieses Kameradschaftstreffen durch das freundliche Entgegenkommen der genannten drei Stellen ermöglicht worden fei, und daß es den Zweck habe, die nationalsozialistische Weltanschauung unter den Blinden zu verttefen und sie selbst, die häufig in großer Vereinsamung auf dem Lande leben, seelisch aufzumuntern und zu stärken. Es wurden Teile aus der Festschrift zum 25iah- rigen Bestehen des „Reichsdeutschen Blindenverbandes", Berlin, verlesen, der als Reichsorganisation der Selbsthilfe der deutschen Friedensblinden in diesem Jahre sein Jubiläum feierte und auf beachtliche Erfolge innerhalb der deutschen Blindenschaft zurückblicken kann. Im zweiten Teile dieses Kameradschaftstreffens hatten die Blinden Gelegenheit, dem Vorsitzenden ihre Wünsche und ihre beruflichen Nöte vorzutragen. Leider mangelt es den an sich arbeitsfreudigen blinden Handwerkern (Bürsten- und Korbmachern) sehr an Aufträgen. Es wäre zu begrüßen, wenn die oberhessische Bevölkerung sich ihrer blinden Volksgenossen bei Bedarf mehr erinnern wollte. Das Zusammentreffen der Blinden untereinander sowie mit ihren ehemaligen Friedberger Lehrern nahm einen überaus harmonischen und frohen Verlauf. Von einem Fernlastzug anaefahren. Am gestrigen Dienstag gegen 21.30 Uhr wurde der Gefreite Wald aus Gießen in der Nähe von Hermann st ein (Kreis Wetzlar), wo er sich mit Kameraden auf Erntekommando befand, von einem Fernlastzug angefahren. Der Soldat befand sich mit einem Kameraden und mit Bekannten auf einem Abendspaziergang. Er mußte mit lebensgefährlichen Verletzungen nach Wetzlar in das städtische Krankenhaus gebracht werden. Der Fahrer des Fernlastzuges setzte seine Fahrt fort. Es handelt sich um einen Fernlastzug mit Anhänger, Motorwagen 'mit zwei, Anhänger vermutlich mit drei Achsen. Beide Fahrzeuge trugen graues Verdeck und haben dunklen Anstrich mit Karos. Die Ladung des Motorwagens war in der Mitte erhöht. * ** Oktoberfest der Gießener Rudergesellschaft. Man berichtet uns: Am vergangenen Samstag fand in sämtlichen Räumen des Bootshauses der Gießener Nudergesellfchaft das traditionelle Oktoberfest statt. Die jüngeren Mitglieder hatten es sich nicht nehmen lassen, ihr Bootshaus dementsprechend auszugestalten, und man darf feststellen, daß sie ihre Sache sehr gut RUHL SeHersweg Nr. 67 adio Telephon Nr. 3170 eparaturen i89?d nen Erwartungen nicht entsprach, fälschte er Bestellzettel auf den Namen mehrerer Einwohner aus diesen Gemeinden und ließ sich die entsprechende Provision, wenn auch zum Teil nur vorschußweise, von dem Verlag auszahlen. Der Angeklagte, der inzwischen entlassen wurde, ist infolge dieser Manipulationen dem Verlag heute noch einen Betrag von rund 370 Mark schuldig. In der gestrigen Hauptverhandlung gab der Angeklagte in der Mehrzahl der Fälle zu, die Urtter» schriften auf den Bestellzetteln gefälscht zu haben. Er gab jedoch zu seiner Entlastung an, die Aufträge seien mündlich erteilt worden, und er habe die Unterschrift nur deshalb darauf gesetzt, um einen nochmaligen Besuch und die damit verbundenen neuen Unkosten zu sparen. Dem steht jedoch die Tatsache gegenüber, daß er teilweise Namen eintrug, die überhaupt nicht existierten. Darüber hinaus wurde er durch die sehr umfangreiche Beweisaufnahme restlos überführt. o Mit Rücksicht auf seine Vorstrafen und sein Auftreten in der gestrigen Hauptverhandlung sah sich das Gericht außerstande, die Strafe zu ermäßigen, und es kam daher zur Verwerfung der Berufung. Dem Angeklagten wurden 3% Monate der Untersuchungshaft angerechnet. Außerdem wurde chm auf die Dauer von 5 Jahren die Befähigung aberkannt, sich als Werbevertreter zu betätigen. Mit Rücksicht auf die Höhe der Strafe erging Haftbefehl. Wirtschaft. Oie Gepiember-Auswrise der Banken. Die privaten Kreditaktienbanken haben, wobei die Spezialinstitute des privaten Bankgewerbes außer Betracht bleiben, ihre der Wirtschaft zur Verfügung gestellten Kredite im Monat September um über 95 Millionen RM. erhöht, von denen etwa 76 Mill. RM. auf die Berliner Filialgroßbanken entfallen. Darüber hinaus wurden weitere Millionenbeträge im Rahmen der Erntefinanzierung hinausgelegt und die bereits im August erfolgreich begonnene Placierung der letzten großen Konsolioierungsanleihe des Reichs durch endgültige Abrechnung mit dem Anleihebezeichner fortgesetzt. Diese Entwicklung läßt sich an dem Abbau der Eigenbestände der Banken an Anleihen und verzinslichen Schatzanweisungen des Reichs, der im Berichtsmonat einen Umfang von 103 Millionen Reichsmark annahm, deutlich verfolgen. Fügt man hinzu, daß die Banken 134 Mill. RM. für die Bedürfnisse des Quartalsultimo bereitstellen mußten und sich mit etwa 200 Mill. RM. an der Rüstungsfinanzierung durch Uebernahme von Sonderwechseln beteiligt haben, so erhält man einen lebhaften Eindruck von der umfassenden Tätigkeit, die das Bankgewerbe auch im verflossenen Monat wieder zum Nutzen von Staat und Wirtschaft entfaltet hat. Bindermarkt in Gießen. Auf dem gestrigen Rinder-Nutzvieh-Markt in Gießen standen 358 Stück Großvieh, 62 Fresser und 77 Kälber zum Verkauf. Es kosteten: Milchkühe oder hochtragende Kühe 1. Qualität 400 bis 520 RM.: 2. Qualität 300 bis 380 RM.; 3. Qualität 200, bis 270 NM.; Rinder. */-- bis X jährig, 60 bis 100 RM.; bis 2jährig 120 bis 160 RM.; tragend 280 bis 400 RM.; Kälber bis 2 Wochen 22 bis 32 RM.; bis 4 Wochen 35 bis 45 RM.; bis 6 Wochen 50 bis 60 RM. Ausgesuchte Tiere über Notiz. Marktver« lauf: schleppend, geringe Kauflust. — Nächster Markt: 9. November. Bhein-Mainische Börse. Mittagsbörse weiter abbröckelnd. Frankfurt a. M., 26. Dft. Die Börse begann auf der ganzen Linie mit sehr ruhigem Geschäft. Die Unternehmungslust blieb weiterhin sehr gedämpft, da die Kundschaft wieder nur sehr wenig Kauforders erteilt hatte. Diesen standen erneut einige Verkäufe gegenüber, wobei es sich um Geldbeschaffungsverkäufe aus industriellen Kreisen handelte. Die Kurserholung in Neuyork übte keinen Einfluß aus. Am Aktienmarkt lagen die ersten Notierungen zwar nicht ganz einheitlich, doch vorwiegend Aandme seht sich durch Vornan von Hans-Joachim Freiherr» von Reitzenstein Copyright by Carl Duncker 9 Fortsetzung lNachdruck verboten.) Frau Hertel saß am Fenster und blickte die Straße hinunter, in der Richtung, aus der Blondine kommen mußte. Sie saß schon eine Zeitlang hier. Blondine hatte ihr versprochen, heute ihren freien Nachmittag und Abend wahrzunehmen. Sie wußte, daß ihre Tochter zu tun hatte, viel zu tun. Aber trotzdem... Frau Hertel hatte Kaffeedurst. Aber sie war nicht nur deshalb ungeduldig. Sie kannte das bisher nicht an Blondine. Solche Mütter haben den sechsten Sinn. Sie wittern von weitem, wenn ihr Kind in Gefahr ist. Und die Technik, die mit Hilfe eines bißchen Drahtes das Wort und den Ton über Erdteile sendet, oder die Psychologie, die die Geheimnisse der Menschenseele enthüllt, werden vielleicht einmal herausbekommen, warum eine Mutter plötzlich zusammenzuckt, weil irgendwo in der Welt ihrem Kinde etwas geschieht. Frau Hertel wurde immer unruhiger/ Schließlich ging sie über den Hausflur in die Nebenwohnung. Dort telephonierte sie mit der Klinik. Blondine war um vier Uhr fortgegangen. Eine große, blonde Dame, die öfters kam, hatte sie abgeholt. Inzwischen war es dunkel geworden. Frau Hertel drehte Licht an, trank etwas Kaffee, strich in dem Zimmer ihrer Tochter die Bettdecke glatt, rückte die Bücher auf dem Ständer gerade und zupfte an den Blumen herum. Sie kam sich in ihrer Unrast komisch vor. Aber sie konnte es nicht ändern. Wenn sie jemals Angst um Blondine gehabt hatte, dann heute. Ihre Tochter durfte sich nicht verplempern. Sie wußte, daß sie zu den Mädchen gehörte, deren Seele dabei Schaden nimmt. Und endlich kam Blondine. Sie stand da, frisch vom Gehen durch die Kälte, hübsch wie je und jung und froh und glücklich. „Wo warst du?" rief Frau Hertel unbeherrscht. Sie war sonst ein ruhiger Mensch. Im Umgang mit ihrer verwöhnten Kundschaft hatte sie sich bezwingen gelernt, wenn sie es nicht vorher schon gekonnt hätte. Aber jetzt verlor sie die Fassung. Denn sie hatte an ihrer Tochter einen veränderten Ausdruck bemerkt. Und noch den Aengsten, die sie um sie ausgestanden hatte, konnte es nichts Gutes jein, was diese Veränderung brachte. „Greta hot mich aus der Klinik abgeholt^ antwortete Blandine etwas erschrocken. „Schon faul", sagte die Mutter. „Und bann?" „Dann waren wir im Kaffeehaus." „Ihr beiden Mädels allein?" „Nein, mit Doktor Schrader und seinem Freund Doktor Kapp." Jetzt verstummte Frau Hertel. Sie setzte sich mit ihrer Tochter an den Abendbrottisch. Und sie gab ihr heißen Tee und ließ sie erzählen. Blondine erzählte, daß die Musik recht gut gewesen sei, lauter Hochschulstudenten. Blandine erzählte, daß Doktor Kapp sehr nett gewesen sei. Sie erzählte auch, daß Greta sich nicht fein benommen habe. Nur von Doktor Schrader und dem Spaziergang erzählte sie nichts. Plötzlich fielen in ihr Gerede, wie ein Stein, der ins Meer fällt, ein paar Worte der Mutter. „Und wer hat deinen Kaffee bezahlt?" Das kam so rasch und unerwartet, daß Blyndine die Antwort schon gab, ehe sie noch überlegt hatte. „Doktor Schrader." „Wie kannst du dir von einem jungen Herrn deinen Kaffee bezahlen lassen! Ein Mensch, der was is und was kann, hat doch nich nötig, sich freihalten zu lassen! Immer bezahlen, was man verzehrt! Dann kann feiner Ansprüche an einen stellen. Dann bleibt man mäßig und behält den Ueberblick. Wie fannfte dir als anständiges Mädchen deinen Kaffee bezahlen lassen! Und noch dazu von so was wie deinem Vorgesetzten! Was soll denn der Mann von dir denken?" Blandine wurde rot. Das war ihre empfindliche Stelle, was Schrader von ihr dachte. Die Mutter bemerkte es und nahm ihren Vorteil wenn du mit solchen Mädels wie der Greta ausgehst." „Aber da ist doch wirklich nichts dabei, Mutter." „Von dir aus sicher nicht. Aber Männer, die denken sich immer was dabei. Und was wollen sie denn schließlich auch von euch?" Blandine wurde sehr rot. Sie wehrte ab: „Warum sollen sie sich denn nicht einmal mit einem Mädchen unterhalten wollen?" „Puppe, hast du 'ne Ahnung, wie du aussiehst! Mit dir fängt kein Mensch ’ne Seelenfreundschaft an. Und dann die Doktors bei Larnbertz, die haben für jebildete Unterhaltung grabe euch nötig! Von denen weiß man, daß sie tüchtige Kerle sind. Da halten sich die reichsten und feinsten Mädchen ran. Die jeh'n weg wie die warmen Semmeln, die Jungens, wenn sie wollen." Blandine versuchte, das unbequeme Gespräch zu drehen: „Ist Doktor Kapp auch so tüchtig? Den Eindruck machte er heute nicht." „Das sage ich doch, bei so ’ner Cafe-Unterhaltung von zwei Pärchen kriegst bu'n falschen Eindruck vom Leben. Bei so was stellen sich die klügsten Männer am unbeholfensten an." „Na, daß Kapp unbeholfen gewesen wäre, das möchte ich gerade nicht behaupten", warf Blondine ein. Aber ihre Mutter ließ sich nicht beirren. Sie fuhr in ihrem Gedankengang fort: „Und von dir bekommt ein Mann bestimmt in so ’ner Gesellschaft einen falschen Begriff." Blondine mußte an den Ton zwischen Kapp und Greta denken. Unbeholfen war Kapp nicht gewesen. Aber wie ein Mensch, zu dem man aufblicken konnte, hatte er sich auch nicht gerade betragen. Sie hatte sich ja selbst wegen des Tons der beiden vor Schrader geschämt Wenn sie ehrlich war: selbst da, wo ihre Mutter offenbar unrecht hatte, hatte sie immer innerlich recht. Die Flurklingel schrillte. „Wer kann denn das so spät noch sein?" fragte Blandine und gähnte. wahr: „Hör mal zu, mein Kind", sagte sie herzlich. „Wahrscheinlich Herr Schmittke", sagte Frau „Ich bin dir ja nich alleine jut. Frau Molny, die Hertel. Denn ihr fiel ein, daß der Hauswirt sicher es doch wissen muß, hat mir erst neulich jesagt: die Tatsache, daß sie ihn vorher beim T^?"bome- Ihre Tockter strahlt immer vor Jugend und Sau- ren in seiner Wohnung nicht angetro/pn hatte, berkeit. Du setzt dich aber in ein schiefes Licht, i zu einem Gegenbesuch benutzen würde. Herr Schmittke nahm nämlich seit Jahren jede Gelegenheit wahr, der stattlichen Witwe zu begegnen. „Ich mochte mich in meinem Zimmer ein bißchen hinlegen, Mutter", sagte Blandine, froh, dec Unterhaltung entronnen zu sein-. ,Zch bin furchtbar müde." „Mein Mädchen sagte mir, Sie waren vorhin in Sorge um Ihre Tochter? Hoffentlich ist das kleine Fräulein inzwischen richtig angekommen?" „Danke, Blondine hotte im letzten Augenblick eine Abhaltung in der Klinik. Aber treten Sie doch ein, Herr Schmittke." Sie nötigte ihn in einen Sessel und schenkte ihm von dem Tee ein, den die erregte Blandine nicht mehr ausgetrunken hatte. „Wie hübsch bei Ihnen alles ist." Er zeigte auf die buntbestickte Teepuppe. „Anders als in meinem Iunggesellenhaushalt." „Das hat meine Tochter gemacht. Schade, daß sie jetzt keine Zeit mehr für so etwas hat." Das kleine dürre Männchen wollte gern zu seinem Stichwort zurück. Es hieß „Iunggesellenhaushalt". Aber das Stichwort von Frau Hertel hieß „Tochter". „Blondine ist wirklich überlastet. Wenn sie schon fort kommt, bann wird es so spät, daß man sich ordentlich ängstigt." So, das mußte erst ausgesprochen werden/Denn was zwischen ihr und ihrer Tochter stand, das ging weder Herrn Schmittke noch Herrn Schmittkes Mädchen etwas an. Der schüttelte besorgt den Kopf. „Schlimm, daß man das kleine Fräulein so überlastet. Konnte man nicht eine leichtere Stellung für sie finden?" „Doch, doch", sagte Frau Hertel, tief in Gedanken. Herr Schmittke nahm ein paar Schluck Tee, räusperte sich und sah so starr geradeaus wie ein Mensch, der zum Aeußersten entschlossen ist. „Aber, was ich sagen wollte, Frau Hertel, Sie sollten es sich auch etwas leichter machen. Jetzt, wo Ihre Tochter versorgt ist." Frau Hertel wußte, was nun kam. „Meine Verhältnisse sind inzwischen nicht schlechter geworden. Ich jage das nicht, weil ich dächte, daß es Ihnen etwas ausmacht. Ich kenne Ihren idealen Sinn. Aber es ist doch beruhigend, das zu wissen, nicht?" i Äe nickte zustimmend. (Forts, folgt.) s 25-Oktober jlnuhdir 'Jti'iierung (»pir Vtr-.- 0,741 0,745 42,00 42,08 0,138 0,140 47,00 47,10 55,02 55,14 47,00 47,10 12,325 12,355 5.45 5,46 8,397 8,413 137,65 137,93 ii nQ 13.11 127,25 80,25 81,5 129 128 80,25 81 128,9 Japan Jugoslawien ... Oslo ................... Wien ............ Lissabon Stockholm Schweiz Spanien Prag..................... Budapest Neuvork Berlin Frankfurt a. M. 26-10. 25-10 25 10. 99,25 99,25 99,25 99,25 99,75 99,5 102,5 102,5 Reichsbonk Die Kreiswertung ergab DeoUenmarkl Berlin — Arankfurl a 2R. 5. Pe- Mehr Freude an der Natur durch Bernii'ililer-Büdier! Einback Erstaufführung Heute Mittwoch Tänzerin ■e-> Spiegel u. v. a. 7009D 133,65 99,75 99,6 . 99 100,25 100,6 99,65 128,8 127,9 80,25 81,25 129.13 99,5 98,75 100,5 99,65 128,8 99,5 99 Schluß- kurs 205 119,25 123,75 114,75 206 134,5 119,5 124 114,75 0,745 42,08 0,141 47,10 55,14 47,10 12,355 5,46 8,348 137,95 13,11 203,75 134,5 119,25 123,75 114,75 127,5 80,25 81,25 129,13 Schluß- kurS km): 1. Utoff. Eder (1. Min.; 2. Frz. Neidel (Tv. Kleemann (Spvgg. 1900 Reidel Förster Hinter Niklas 98,5 133,75 99,75 98,75 101,8 102,5 111,2 Der Verkauf findet bestimmt statt. £. HartMeh, Neuenweg 18. 205,5 134,75 119,5 124 114,75 99,6 99 105,25 100,1 100,5 99,75 128,65 136,5 99,5 101,5 99,6 99 105,25 100,25 100,5 99,75 128,65 136,5 99,5 101,5 S-hlüßl. Mittag, börse 0,716 5,694 61,94 48,95 11,195 63,55 57.38 15,48 '8,706 9 490 134 99,75 in G er ck je obtt 0, bis V\5 »; 50 bis irttoer MW begann Aeschäst. ehr ge- • wenig erneut n Geld« in Han« keinen Verschluhfest und sprungsicher! Das sind die Einkochgläser von Häuser. Es besteht bei richtiger Handhabung keine Gefahr, daß die Gläser aufgehen. Darum im Sommer und Herbst die Gemüse- und Obstgläser und im Winter die Fleischgläser immer von Häuser. 3. V. Häuser. Gießen, am Oswaldsgarlen. Fernsprecher 2145/2146. totierun- rwiegenti XüMec-Dcunenkteidtt Wenn hunderttausende von Damen Kübler-Kleider wegen ihrer vornehmen Eigenart, Ihrer praktischen Vorzüge und ihrer gediegenen Verarbeitung schälen und Immer wieder ein Kübler-Kleid kaufen, sollte es dann nicht auch für Sie geeignet seinl . 6 . 4 l/l . 7 . 6 . O 12 . 6 ,. 6 . 6 . 7 ,. 6 .. 7 Kurszettel der Berliner und Iranksurter Börse. .Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt veschlossenen Dividende an. Reichsbankdiskoni 4 0 H., Lombardztnsfuß 5 v H Buenos Alres . Brüssel....... Diio de Janeiw Polen........ Kopenhagen... Danzig ...... London . Helsingfors.... Parts........ Holland ..... Italien....... Lahmeyer ................ Mainkraft Mannesmann Mansfelder Bergbau....... Metallgesellschaft Orenstein & Koppe!........ Rheinische Braunkohle Rheinische Elektro.......... Rheinstahlwerke Rlietnisch-Westfälische Elektro Rütgerswerke ............. Salzdetfurth Kali.......... Schuckert & Co............. Schultheis Patzenhofer Siemens L Halske...... Süddeutsche Zucker Bereinigte Stahlwerke Westdeutsche Kaufhof . Westeregeln Alkali.......... Zellstoff Waldhos.......... Otavi Minen.............- folgendes Bild: Hauptklasse (10 Komp. JR. 36), 32:54,6 Heuchelheim), 33:36; 3. . . Gießen), 35:35; 4. Götze (BfBR. Gießen); ters (Spvgg. 1900 Gießen). Juniorenklasse (5 km): 1. Erw. (Tv. Heuchelheim), 16:51 Min.; 2. Utoff. (1. Komp. JR. 36), 18; 3. Sturmmann (St. 15/116), 18:27; 4. Oberscharführer (St. 22/116), 18:55; 5. Rottenführer Jakob (St. 22/116), 19:40; 6. Sturmmann Schepp (St. 15/116), 19:53; 7. Sturmmann Schmitt (St. 22/116), 20; ' Be. r aus hende weise, er in« Dlani« betrag rAn« Witter« )aben. fträge ie die einen ibenen • Tat« ntrug, )inaus iisaus- t Auf. if) sich ißigen, ufung. Unter« im auf ikannt, Ücksicht Mit der am Sonntag in Heuchelheim durchgeführten Gauwaldlaufmeisterschaft verband der Sportkreis Gießen die Austragung seiner Kreis- waMaufmeisterschaften. Die Kreiswertung ergab 8. SA.-Mann Becker (St. 4/116); 9. SA.-Mann Menz (St. 15/116); 10. Truppführer Burgfteiner (St. 2/116); 11. Sturmmann Clarius (St. 11/116); 12. Sturmmann Sehrt (St. 2/116). Mannschaften: 1. Sturm 22/116 10 Punkte; 2. Sturm 15/116 11 Punkte. Jugendklasse (3 km): 1. Walter Rinn (Tv. Heuchelheim); 2. Gemmer (BfBR. Gießen); 3. A. Bebler (Tv. Heuchelheim); 4. Marquardt (BfBR. Gießen); 5. Haas (To. Steinbach); 6. Heller (BfBR. Gießen). Mannschaften: 1. Turnv. Heuchelheim 10 Punkte; 2. BfBR. Gießen 11 ' Punkte. Sportverein 1920 Lollar. Lollar II — Rodheim I 1:1. Die zweite Mannschaft enttäuschte sehr. Das Spiel ließ in technischer Hinsicht zu wünschen übrig. In der ersten halben Stunde ging es noch an, und ein einwandfreies Tor vom Mittelstürmer in den ersten fünf Minuten wurde angeblich wegen Abseits nicht anerkannt. Wenig später gingen die Gäste durch einen Elfmeterball in Führung. Gleich nach Anstoß kamen die Lollarer wieder von das Gästetor, und der Mittelstürmer konnte unhaltbar einsenden. Das Spiel stand jetzt 1:1. Dabei sollte es auch bleiben. Rach der Halbzeit gab es nur noch ein Spiel zu sehen, das nie etwas einbringen konnte. Bor beiden Toren gab es viele Fehlschüsse. „F<5. Teutonia" Watzenborn-Steinberg Watzenborn-Steinberg I — Sinn I 0:5 (0:2). Eine stattliche Zahl Zuschauer hatte sich auf dem Platz der Teutonen eingefunden, um einen Sieg der Einheimischen mitzuerleben. Leider kam es anders! Die Gäste warteten mit einem erstaunlich flüssigen Spiel auf. Die Teutonen spielten unter aller Form. Daß dabei die -Einheimischen schon in der ersten Halbzeit den Mut verloren, hätte man nicht gedacht. In der ersten Viertelstunde passierte es Happel, daß er einen ungefährlichen Ball schlecht abwehrte und der nachsetzende Mittelstürmer schoß zum 1:0 ein. Kurze Zeit darauf kam der Ball nach einer Kombination zum freistehen. Hier abschneiden! 4- # v KARIN HARDT /k GERDA MAURUS d HANS NIELSEN KARLSCHONBÖCK 6W1a EIN F.D.F.-FILM DER UFA nach dem gleichnamigen Roman von F. von Woedtke. Die kleine, zartschwebende Tänzerin Daphne erl ährt es durch abenteuerliche Liebesgeschehnisse auf einer europa ischen Tanztournee an sich selbst, daß erst das el^I19 lebnis der Lust und des Schmerzes ihre Kunst zV>m tiefen Erlebnis für sich und damit für andere werden läur. Beiprogramm * Ufa-Ton-Woche Täglich 4.00, 6.00, 8.30 Uhr; Sonntags 4.00, 5.30, 8.30 Uhr Berliner Handelsgesellschaft • 6/x Commerz- und Privat-Bank ... 5 Deutsche Diskonto............5 Dresdner Bank * bis.59), c) 46 bis 50 (45 bis 50), d) 35 bis 40 (32 bis 40). Hämmel b2) 41 bis 46 (43 bis 49), c) 34 bis 40 (37 bis 42). Schafe a) 30 bis 40 (38 bis 40), b) 20 bis 26 (30 bis 36), d) 13 bis 20 (14 bis 28). Schweine a) 55 (55), bl) 55 (55), b2) 55 (55), c) 54 (54), d) 51 (51). Sauen gl) 55 (55), g2) 53 (40 bis 53). Marktverlauf: Kälber und Schweine zu- geteilt. Hämmel und Schafe schleppend, Ueberstand (41 Stück). Rundfunkprogramm Donnerstag, 28. Oktober. 6 Uhr: Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Ein froher Morgengruß aus der Westmark. 10: Schulfunk. 10.30: Hausfrau, hör zu! 11.40: Deutsche Scholle. 12: Mittagskonzert. 13: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). 13.15: Mittagskonzert. 14: Nachrichten. 14.10: Eduard Künnecke, ein Meister deutscher Unterhaltungsmusik. 15: Volk und Wirtschaft. 15.15: Für unsere Kinder. 16: Fröhliche Weisen vom Deutschen Eck. 17.30: Kleines Konzert. 18: Zeitgeschehen im Funk. 19: Nachrichten. 19.10; Grüße aus Oesterreich. Unterhaltungsmusik. 21.15: Entlaubet ist der Walde ... Volkslieder und Ma- drigale. 22: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). 22.30: Volks- und Unterhaltungsmusik. 24 bis 1: Nachtkonzert. -«s tf. nur mäßiges Kaufinteresse. Aus dem weiter um etwa 0,25 bis 0,50 v. H. erniedrigten Stand stellte ich für einzelne Werte etwas Nachfrage ein. Die Berliner Schlußkurse wurden nur ganz vereinzelt unterschritten, so von Daimler um 0,50 v. H. auf 135,25 gegen 136 am Frankfurter Mittagsschluß, von IG. Farben um 0,40 v. H. auf 159,25 (159,50) und von Th. Goldschmidt um 0,50 v. H. auf 139,50 (140), sowie von Holzmann mit 149,25 (150,50, Berlin 149,40). Je 1 v. H. niedriger notierten Demag mit 145 (146) und Deutscher Eisenhandel mit 144 (145). Von Montanaktien notierten Buderus 120 (120,50), Mannesmann 116,25 (117), Hoesch 123,25 (124), Rheinstühl 147,75 (148) und Verein. Stahl 114,25 (114,50), dagegen Harpener 176,50 (176). An den übrigen Marktgebieten ergaben sich meist Rückgänge. Leicht gebessert waren Conti Gummi mit 185,50 (185) und Hapag mit 80,25 (80). Der Rentenmarkt war nahezu geschäftslos, die Kurse blieben behauptet. Farben-Bonds 130, 4,50 v. H. Krupp 99, Schutzgebiet-Zertifikate von 1911 11,60. Kommunal-Umschuldung schwankten bei 94,75 bis 94,80. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 26. Okt. Auftrieb: Kälber 686 (gegen 637 am letzten Dienstagmarkt), Hämmel und Schafe 310, Schweine 4800 (4090). Notiert wurden je 50 Kilogramm Lebendgewicht in RM.: Kälber a) 63 bis 65 (64 bis 65), b) 55 bis 59 (55 Gelegen' neu. ein biß' froh, dec n furcht it vorhin i ist dos Minen? lugenblio. Sie doch enkte ihm )ine nicht ,-izt- $ in niet' habe, daß V rn zu eilen« ,ertei h^v , fit w ■ft al* ZchI- HA A.G. Mr Verkehrswesen .... 6% Hamburg-Siidam. Dampfschiff. O Hamburg-Amerika Paket......O Norddeutscher Lloyd..........O Deutsche Reichsbahn Vorz.-Akt. 7 Donnerstag, den 28.Lkt. verkaufe ich Neuenweg 28 (Eingang durch den Hof) folgende Gegenstände: 1 Schlafzimmer, eintür^Klei.der- schränke, Büfetts,.. Vertikos, Waschtische,Sofas^Tüche,Stuhle 1 Obstschrank, 1 Wäschemangel, 6% Deutsche Reichsanleihe v. 1927 4% Deutsche Reichsanl. von 1934 *y2% Deutsche Relchsschatzanwei- jungen von 1935 *y,% Deutsche Reichsschatzanweisungen von 1935, II. fiolge ... l/i% Deutsche Reichsichatzanwei- jungen von 1936, III. Jolge .. 6/,% Young Anleihe von 1930 .. *y2% Hesiische Volksstaat von 1929 *y,% Deutsche Reichspostschatz von 1934 I...................... 4/2% Deutsche Reichsbahnschatz von 1936 I.................. RetchSanleihe-Alibesitz.........- Lberhessen Provinz-Anleihe mit AuSlos.-Rechten............. *y2% Hess. Lan deSbk. Darmstad! Goldpfe. R. 12 6/a% Hess. Landes-HYP.-Bank Liqu. Goldpfe.............. 26 Oktober ■21mii(d)e>Jioherung Gele | Brie 25-Oktober Amtliche Rvneruog »fleic | Brie, Schluß?. Abend börse 26.10. Geländedienstübung bei d/M. 141 Gießen. Der Motorsturm 1/M 147 Gießen führte eine interessante Geländedienstübung durch. Der Hebung lag der Gedanke zugrunde, daß aus der Dienststelle der Standarte M 147 eine Aktenmappe mit wichtigem Inhalt entwendet worden sei. Täter konnten nur die Insassen von fünf Kraftfahrzeugen sein, die vorher vor dem Dienstgebäude der Standarte geparkt hatten, und deren polizeiliche Kennzeichen von einem Anwohner zufällig notiert worden waren. Nach Bekanntwerden des Diebstahls wurde der auf dem Oswaldsgarlen zum Dienst angetretene Motorsturm 1/M 147 sofort auf die Spur der Diebe gesetzt, die nach dem Vogelsberg hinwies. Alsbald nach dem Befehlseingang befanden sich die Verfolger auf der Spur der „Verbrecher". Nach längerer Jagd konnten im Oberwald fast alle Fahrzeuge der Täter ermittelt und mit ihren Insassen sichergestellt werden. Die Hebung ist als in allen ihren Teilen gelungen zu bezeichnen und fand bei allen ihren Teilnehmern Zustimmung. Ergebnisse der Kreiswaldlaufmeisterschasten. Frankfurt a. M. Berlin Schluß- kurs Schluß!. Abendbörse Schlußkurs Schluß! Mittagbörse Dorum 25-10. 26.10 25-10 26 10 228 139,5 141,25 167,5 120,5 167,5 227 138,25 141 167,5 120 167,5 228,25 139,75 141 167,5 227,75 139 141 167,75 120 187,5 185,5 186,75 186 137,5 135,25 137,4 135,75 —— 119 117,5 143,5 142,5 144,13 142,5 260 259 — — 164,5 163,5 164 163,5 127,75 127 127,25 127 150,5 150 150,5 150 160 159,25 160,25 159,65 131,5 132 131,5 131,13 147,5 147 147,75 147 140 139,5 140 140 49 49 49,9 49,75 176,25 176,5 177 177 124,75 123,25 124,65 123,25 150 149,25 150 149,4 —— — 161,5 —— 135,4 135 135,75 135,25 114 113,4 113 112 124,25 125,75 124 — — 154,4 153,25 126,75 126,25 127 126,75 95 95 —— — 117 116,5 117 116,25 — 154 155 — 148,5 149 148,5 — — 109,5 108,65 — 229,5 230 229,75 127 — 127 — 148,75 147,75 148,75 147,5 129 128,13 128,75 128,5 146 146 145,75 145,5 159 159 159,4 159 164 164,25 164 — 95,5 94,75 — — 208,75 208 200 200,5 — 200,13 115,25 114,25 115,5 114,25 57,65 57 57,5 57 113,5 112 113 112,25 149 148,25 149,5 148,5 29.75 — 29,65 I 29,13 0,718 0,716 0,718 5,706 5,694 5,706 62,06 61,94 62,06 49,05 48,95 49,05 11,215 11,195 11,215 63,67 63,55 63,67 57,50 57,37 57,49 15,52 15,48 15,52 8,724 8,706 8,724 M — II ■ - •U494 2,490 2,494 . ..und zum Bauen Abermann den Rechtsaußen, der mit unhaltbarem Schuß zum 2:0 einsandte. Bei den Teutonen wollte überhaupt nichts klappen. Nach der Halbzeit hatte man etwas mehr Hoffnung. Das Spiel begann nämlich mit zahlreichen Angriffen der Teutonen. Aber die bestgemeintesten Schüsse waren vergebens. So kam es, daß das Spiel in solcher Höhe verloren wurde. Die erste Jugend von 1900 Gießen war in Watzenborn-Steinberg und verlor gegen die gleiche der Teutonen mit 0:3. Die Gießener waren nicht vollzählig. Fußball-Ergebnisse der Kreisklassen. DfB.-Neichsbahn Gießen. i BfB.-H. II — 1900 II 1:0 (1:0). Das Spiel zeigte wenig technische Feinheiten. Die Grünweißen gingen durch scharfen Schuß von Haupt in Führung. Dieses Tor sollte das einzige des Tages bleiben Noch vor Halbzeit verloren die Blauweißen Fischer im Tor durch Herausstellung und mußten so die ganze Spielzeit mit zehn Mann durchstehen. Obwohl die Grünweißen zeitweise drängten, blieben weitere Erfolge versagt. Durch diesen Sieg führt der VfB.-R. weiterhin ungeschlagen die Tabelle an. vfB.-R. III — Daubringen I 4:0 (2:0). Eine feine Leistung der Grünweißen, die von Spiel zu Spiel besser werden. Die Gäste, die sehr eifrig waren, hatten mindestens ein Tor verdient. Hauptfeld, der wieder mitwirkte, brachte alle vier Tore auf sein Konto. Sportverein 1920 Heuchelheim. I Sv. 1920 Heuchelheim I — VfB.-R. Gießen I I 1:3 (0:2). Nach Einsatz aller Kräfte und äußerst zähem Kampf konnten die Gießener das mit Spannung erwartete Treffen für sich entscheiden und so die Führung in der ersten Kreisklasse an sich reißen. Fast 1000 Zuschauer umlagerten den Platz. Das Spiel zeigte hervorragende Leistungen beider Mann- fchaften. Die Gießener boten guten Fußball. Der beste Mann war Bach. Die körperliche Ueberlegen- heit und bessere Einsatzbereitschaft ließ die Gäste verdient siegen. Aber auch Heuchelheim spielte einen vorzüglichen Fußball. Die glänzende Verteidigung und der entschlossene Torhüter verhinderten eine größere Niederlage, während andererseits der Sturm sich selten zu einheitlichen Aktionen aufraffen konnte. Spielvereinigung 1926 Leihgestern. Leihgestern I — Steinbach I 2:1 (2:1). Am Sonntag konnten die Mannschaften der Spielvereinigung als Sieger das Spielfeld verlassen Die Jugendmannschaft konnte nach ihrem Sieg über 1900 in Gießen (3:0) auch diesmal recht gut überzeugen und schlug ihre Gäste mit nicht weniger als 8:0. Bei dem Spiel Leihgestern 1 gegen Steinbach I wartete man vergeblich auf den Schiedsrichter. Beide Mannschaften einigten sich daher auf ein @e»e feilsch aftsspiel. Die Blau weiß en mußten in diesem Spiel ihre bewährte Verteidigung Brunotte-Laux II. ersetzen. Trotzdem waren sie stets leicht feldüberlegen, und nur der gut aufgelegten Verteidigung der Gäste und etwas Pech der Spielvereinigungsleute war es zu verdanken, daß die Niederlage nicht zu hoch ausfiel. Vernd Rosemeyer bricht Weltrekorde. LPD. Bei kühlem Wetter und bedecktem Himmel wurden am Dienstag die Rekordversuche auf der Reichsautobahn bei Frankfurt a. M. fortgesetzt. Am Vormittag waren zunächst die Motorräder über die Strecke geschickt worden, wobei allerdings in der Hauptsache nur der Zweck verfolgt wurde, die Fahrer mit den Maschinen vertraut zu machen und die Motore einzustellen. Es war nur die Auto- Union/DKW. mit einer 175er- und 250er-Maschine und einem 600er-Gespann und den Fahrern Winkler, Kluge, Schumann und Kahrmann erschienen. Die Motorrad-Versuchsfahrten mußten bald abgebrochen werden, ohne daß sie Rekorde gezeitigt hätten. Am Nachmittag begann dann wieder Bernd Rosemeyer mit seinen Rekordversuchen. Diesmal glückte ihm auch der große Wurf, die ersten Weltrekorde auf der Reichsautobahn zu verbessern. 2Tlit seinem Auto-Union Rekordwagen mit der Granb-Prixkarofserie gelang es ihm, die Welt- rekorde und internationalen Rekorde der Klasse B (5000 bis 8000 ccm) aus eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 186,818 km/st für den Kilometer mit stehendem Start und von 216,422 km/st für die Nieste mit stehendem Start hochschrauben. Die höchsten Geschwindigkeiten erzielte er dabei jeweils auf der Rückfahrt, und zwar über die Meile mit 216,584 km/st und über den Kilometer mit 188,087 km/st. Den bisherigen Weltrekord über einen Kilometer mit stehendem Start hielt Hans Stuck (Auto-Union) mit 163,451 km/st und den über eine Meile Rudolf Caracciola (Mercedes- Benz mit 188,656 km/st. Rosemeyer begnügte sich aber nicht mit dieser Leistung und konnte dann auch bei einem zweiten Versuch die Geschwindigkeit über einen Kilometer mit stehendem Start auf 188,679 km/st steigern. Anschließend unternahm Rosemeyer noch einen Rekordversuch über fünf Kilometer mit fliegendem Start, der mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 404,585 km/st auch von Erfolg gekrönt war. Den alten Rekord hielt ebenfalls Rosemeyer mit 376,3 km/st. Der englische Fliegermajor Gardner griff mit seinem MG die von ihm selbst gehaltenen internationalen Klassenrekorde für Wagen bis 1100 ccm über fünf Kilometer upb fünf Meilen mit fliegendem Start an. Gardner hatte mit seinen Versuchen vollen Erfolg. Mit 231,095 km/st für die fünf Kilometer und mit 232,675 km/st für die fünf Meilen übertraf er feine alten Rekorde von 210,1 bzw. 209,2 km/st ganz erheblich. Mercedes-Benz war am Dienstag noch nicht zur Stelle, anscheinend hat die Ueberprüfung des Wagens im Untertürkheimer Werk doch längere Zeit beansprucht, als ursprünglich angenommen wurde. I MMff M "V * M 1^.. KM I W Links: Der Auto-Union-Rennwagen mit Rosemeyer am Steuer startet zur Rekordfahrt. — Rechts: Bernd Rdsemeyer berichtet dem bekannten Konstrukteur Dr. Porsche seine Erfahrungen aus den einzelnen Rekordfahrten. — (Scherl-Bilderdienst-M.) 6e|angperein Cieberkranz Gießen Sonntag, den 31. Oktober 1937,16 Uhr: Feier beslOOjähr. Begehens im Saale bes öefellfchaftsnereins, Gießen, Sonnenstraße. Der vorstanb. 7001 D Familien- Drucksachen veriobunosanzeigen Vermähl ungeanzelgen bei Brühl, Schulstraße 7 Geburtsanzeigen Bekennhiisgeiieinschafl Gießen. Herzliche Einladung zum Bibel- u.RekennMisabenb am Mittwoch, 27. Oktober 1937, abends 8V« Uhr, im Johannessaal. Es svricht 7002D flerr Wmr Engel,Alm U/CDDE DRUCKSACHEN WCHOC Brühl. Gießen WWstWe See-Me! Zum Kochen mt Ausschnitt 500 Gr. von 45 Pf. an Filet Marke „F i f i" von 48 Pf. an Grüne Heringe 3 Pfd. 55 Pf. Leb.Karvfen(Ausn.-Anaeb.)90Pf. empfiehlt 701 eA Sl. Äortt Nathfolsev Mänölmrg 15. Ruf 3612. Eingetrocknete Tinte HX) Einladung achung der Eh. geklagt werden. (S. Verlöbnis.) Eingetrocknete Tinte wird durch Zugießen von etwas Essigwasser wieder verwendbar. Eingeweide der Tiere, wie fieber. Lunge. Herz, Milz und Niere, sind für die Ernährung des 'Menschen ebenso wertvoll wie bas Fleisch selbst, dürfen aber bei bestimmten 'Stoffwechselkrankheiten nicht gegeßen werden. Eingipsen von Nägeln und Haken ist bei leichten Wänden immer empfehlenswert. Ist die Wand tapeziert schneidet man die Tapete kreuzweise ein und bebt die Ecken hoch. In das vorgebohrte Loch wird ein Holzpflock eingegipst und in diesen erst der Nagei oder Haken eingeschlagen. Einjahrsblumen bringen in einem Sommer Blätter, Blüten und Samen und sterben im Herbst ab. Jedes Jahr erfolgt neue Saat, die oft gleich ins Freiland erfolgen kann. Von schönster Wirkung für ©arten und Sträuße sind: Ma'open. Ringelblumen Rittersporn, Goldblume Wicken u.a.m. Kein Garten ohne Einjahrsblumen! Einknicken der Fußgelenke, Knickfuß, s. Futzschmerzen. Einkochen, das Haltbarmachen von Nahrungsmitteln durch Sterilisieren und Luftabschluß. Die Lebensmittel werden in Gläser mit durch Gummiringe luftdicht schließende Deckel gefüllt und im Wasierbade eine vorgeschriebene Zeit auf 100 Grad erhitzt. Einkünfte. Die E. des eingebrachten Gutes der Frau, z. B. Zinsen, gehören dem Mann. Er muß daraus aber die Kosten für die Erhaltung des eingebrachten Gutes und die auf dem e G. ruhenden Lasten, z. B Steuern, Versicherungsprämien, Zinsen, evtl. Unterhaltspflichten, wie Leib- gedinge und Altenteilsrenten, und die Kosten eines das e. G. betreffenden Prozeßes tragen. Bei der Gütertrennung hat die Frau aus den Einkünften ihres Vermögens und ihrer Arbeit dem Mann einen angemessenen Beitrag zur Bestreitung des ehelichen Aufwandes zu leisten; überläßt die Frau ihr Vermögen ganz ober teilweise dem Mann zur Verwaltung, so hat der Mann die Kosten und Schulden der Frau, die aus den Einkünften des Vermögens bezahlt zu werden pflegen, zu tilgen, über den Rest der Einkünfte kann er aber frei verfügen. Das gleiche gilt, wenn ein dem elterlichen Hausstand angehöriges Kind sein Vermögen ganz oder teilweise der Verwaltung des Vaters oder der Mutter überläßt. (S. ehelicher Aufwand, Pfändung.) Einladung, die Aufforderung, an einer geselligen Veranstaltung teilzunehmen braucht nur bann schriftlich zu erfolgen, wenn es sich um eine festliche Angelegenheit handelt, Verlobung, Hochzeit usw. In solchen Fällen wird auch die Antwort schriftlich erteilt. Sonst genügt eine mündliche ober telefonische Einladung und Zusage ober Absage. Kohlen von Fischer Gießen, Alicenstraße 42—44, Telefon 3172 und 3176 Verlosung von Auslosungs- rechten der Ablösungsanleihe der Giadi Gießen. VIII. Ziehung. 21. Oktober 1937. Auszahlung 2. Januar 1938. Gezogen wurden: Gruppe A zu nom. 1000 RM. = 3 Stück: Nr. 25,39,50 Gruppe B zu nom. 500 RM. --- 2 Stück: Nr. 67, 75 Gruppe C zu nom. 200 RM. --- 11 Stück' Nr. 19, 21, 29, 43, 59, 92, 130, 148, 261, 309, 331 Gruppe D zu nom. 100 RM. = 26 Stück: Nr. 9, 35, 136, 191, 262, 268, 290, 330, 381, 399, 409, 480, 481, 483, 493, 527, 586, 594, 604, 610, 627, 723, 774, 789, 800, 826 Gruppe E zu nom. 50 RM. = 64 Stück: Nr. 10, 30, 85, 101, 136, 190, 222, 245, 263, 267, 292, 372, 423, 438, 511, 512, 551, 564, 597, 615, 626, 671, 675, 714, 728, 771, 846, 860, 866, 880, 884, 914, 922, 934, 949, 981, 994, 1028, 1029, 1053, 1112, 1131, 1198, 1234, 1238, 1239, 1268, 1301, 1354, 1437, 1487, 1530, 1564, 1604, 1616, 1634, 1635, 1649, 1650, 1683, 1747, 1774, 1813, 1891 Gruppe F zu nom. 25 RM. = 98 Stück: Nr. 8, 16, 20, 70, 99, 128, 135, 147, 193, 229, 263, 280, 285, 287, 303, 343, 404, 445, 465, 476, 498, 503, 509, 516, 521, 525, 531, 536, 589, 621, 626, 727, 728, 761, 770, 826, 855, 858, 898, 993, 1135, 1209, 1244, 1260, 1271, 1272, 1317, 1318, 1324, 1337, 1407, 1470, 1517, 1520, 1555, 1557, 1626, 1632, 1810, 1825, 1879, 1909, 1916, 1972, 1985, 1988, 1991, 2076, 2085 2110, 2157, 2177, 2213, 2215, 2216, 2287, 2297, 2310, 2389, 2402, 2414, 2427, 2441, 2453, 2508, 2536, 2554, 2564, 2591, 2593, 2623, 2653, 2684, 2690, 2716, 2731, 2797, Gruppe G zu nom. 12,50 RM. = 81 Stück: Nr. 17, 20, 55, 63, 84, 87, 159, 160, 273, 276, 280, 283, 293, 316, 335, 428, 446, 470, 546, 643, 671, 712, 713, 764, 777, 811, 812, 826, 883, 1070, 1078, 1099, 1141, 1150, 1154, 1163, 1183, 1187, 1238, 1406, 1408, 1435, 1472, 1484, 1495, 1496, 1606, 1623, 1716, 1720, 1801, 1804, 1824, 1842, 1856, 1858, 1880, 1915, 1916, 1919, 1920, 1948, 1955, 1984, 2022, 2047, 2067, 2084, 2099, 2161, 2164, 2169, 2179, 2211, 2216, 2240, 2322, 2329, 2352, 2357, 2384. Die auSgelosten Stücke werden zum Sechseinhalb- fachen ihres Nennbetrages eingelöst. Außerdem werden bei der Einlösung Zinsen in Höhe von 5 vom Hundert des Einlösungsbetrages für die Zeit vom 1. Jan. 1926 bis 31. Dezember 1937 vergütet. Beispiel: Bei der Einlösung werden gezahlt für je 100 RM. Nennwert der Auslosungsscheine ............ 650,— RM. Dazu 5 vom Hundett Zinsen für 12 Jahre — 60 vom Hundert. . . 390,— „ Zusammen 1640,— NM Die Einlösung erfolgt bei der Stadttasse Gießen, und zwar vom 2. Januar 1938 ab gegen Rückgabe der gezogenen Auslosungsrechte nebst Schuldverschreibungen der Ablösungsanleihe im gleichen Nennbe trage. Gleichzeitig wird noch bemerkt, daß von frühe cen Ziehungen die nachstehenden Stücke bisher nicht ungelöst worden sind Gruppe C, Nennwert — 200 RM.: Nr. 81, 140. Gruppe D. Nennwert — 100 RM.: Nr. 15, 79, 342, 420. Gruppe E, Nennwert = 50 RM.: Nr. 52, 178, 215, 216, 653, 995, 1012, 1363, 1379, 1456, 1706. Gruppe F, Nennwert — 25 RM. Nr. 71, 83, 138, 165, 257, 262, 270, 276, 278, 281, 296, 311, 322 326, 336, 850, 1037, 1173, 1449, 1451, 1528 1594, 1595, 1660, 1667, 1838, 1881, 2097, 2504 2652, 2903, 2937. Gruppe G, Nennwett — 12,50 RM.: Nr. 74, 144 152, 165, 172, 181, 185, 187, 192, 202, 211, 220 223, 228, 244, 1614, 1719, 1723, 1896, 2371 2383, 2385, 2395, 2404. Gießen, den 22 Oktober 1937. 6995 l Der Oberbürgermeister: Ritter. GtAVMO KKVSMKMM I und grenzenloses Staunen über die fabelhaften Experimente I Morgen Donnerstag, 20.15 Uhr, im Cafe Leib Hellseher und Zauberkünstler föellani - Karten von 50 Pf. an im MusitlmusEkmllier Interessant u. lehrreich für jede Fran Donnerstag, 28. Oktober nachmittags 4. abends 8 Uhr D.Orohe Korsett- nnd Wäsche-Schau im Hotel Schütz Modeplauderei: Charlotte Herbst,Berlin Es ladet höflichst ein Korsettmoden „Rekord“ Martha Kierans, Seltersweg: 59 Unkostenanteil —.20 699» D Innnen-6= AlllllMOtz abzugeb Bestell, erb. mir 0. Postk ob.an b.Biewer- laaMichel.WaU torstr 71 T 2479 Damplsägewerk Lollar B. Nuhn A.6.,Lollar (Ein Quell d. Freude fllrden Naturfreund MMles Lehen Kleine Kreatur in Wasser, Busch und Halm Don Karl Otto Bartels. 164 Naturaufnahmen aus dem Leben der niederen Tierwelt mit er- lauternden Bildunter, fchriften, Namensan. gab. u. ausführlichem Text (62 Selten). Mit einem Geleitwort von Profess. Dr. Decgener. Universität Berlin. Dieses Werk bringt erstaunlich vielseitige und trefflich gelungene Einzelbilder und Bild- folgen aus dem reichen leben der zahllosen kleineren Lebewesen Aus der Freude am Beobachten ist ein wertvolle» naturgeschicht. Uches Urkundenbuch geworden, da» hervor- ragend geeignet ist. die Liebe auch zum kleinsten Naturgesche. hen zu erwecken Gebunden RM. 4,80. Bitte verlangen Sie kostenlos unsere bebild. Werbeblätter' Da» Buch ist durch lebe Buchhandlung zu beziehen? 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