M. 225 Erste? Blatt 187. Jahrgang Montag, 27. September 1957 Gießener Anzeiger Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8'/,Uhr des Vormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Text- anzeigen von 70mm Breite 50Rpf.,Platzvorschrift nach vorh.Dereinbg.25°/„ mehr. Ermäßigte Grundpreise: erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild ■ Die Scholle Monatr-Bezugspreir: Mit 4 Beilagen RM.I.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Fernsprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11686 General-Anzeiger für Oberhessen Prüft und Verlag: vrühlsche UaiverfitSIrdruckerei «.Lange in Stehen. Schristleitung und Geschäftsstelle: Schulstrahe 7 Stellen-, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf., Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B Mussolini und der Führer bei Krupp in Essen. Der Duce besichtigt Deutschlands Waffenschmiede im Ruhrrevier. Begeisterter Empfang aus dem Essener Hauptbahnhof. Essen, 27. Sept. (DRB. Funkspruch.) Der italienische Regierungschef Benito Mussolini traf am Montag um 8.07 Uhr in der Krupp st ad» Essen ein, um hier der Waffenschmiede Deutschlands einen Besuch abzustatten Er wurde auf dem festlich geschmückten Bahnsteig vom Führer und Reichskanzler Adolf Hitler erwartet, dessen Sonderzug eine Viertelstunde früher nach Essen gekommen war. Der Essener Hauptbahnhof hat sich über Nacht völlig verwandelt. Die nüchterne Bahnhofshalle, die Bahnsteige und Durchgänge sind fast verschwunden hintereinemMeervon Fahnen, dem Grün der Girlanden und dem Schmuck der Blumen. Girlanden, von denen die Flaggen des Reiches neben denen des italienischen Faschismus herabhängen, Überspannen die weite Bahnhofshalle, während Teppiche mit den Symbolen des Dritten Reiches über den Treppenaufgängen aufgespannt sind. Bis zum Hauptausgang find die Wände völlig in den deutschen und italienischen Farben verkleidet und mit frischem Grün umkränzt, während das schlichte Lila des Heidekrauts die Treppenaufgänge umsäumt. Das farbenprächtige Bild, das sich vom Bahnsteig aus entrollt, wird umrahmt von dem festlichen Schmuck, der von den Gebäuden der Innenstadt herübergrüßt. Auf den Straßen sieht man vom Bahnsteig aus die vieltausendköpfige Menge, die seit Stunden hier ausharrt, um Den Gründer des italienischen Imperiums und den Führer und Reichskanzler mit herzlichen Kundgebungen zu grüßen. Die Fenster, ja sogar die Dachvorsprünge werden von der erwartungsfrohen Menge dicht besetzt gehalten. Ml begeisterten Heilrufen begrüßte die Wenge, die sich zu Taufenden hinter den Absperrungskellen drängte, bei Eintreffen des ersten Sonderzuges den Führer. Rur wenige Minuten vergingen, bis auch Mussolini in einem zweiten Sonderzug in der Kruppstadt eintraf, ebenfalls mit grenzenlosen Begeisie- rungskundgebungen empfangen. Der Führer und Reichskanzler, der den Sonderzug seines Gastes auf dem Bahnsteig erwartet hatte, begrüßte den Duce, dem anschließend Gauleiter und Polizeipräsident SS-Obergruppenführer Weitzel vorgestellt wurde. Als Mussolini und der Führer den Bahnhofsvorplatz betraten, wurden sie von Kundgebungen der Begeisterung und Verehrung empfangen, die nicht zu überbieten waren. Die Hellen Stimmen der Jugend vor allem, die sogar die Triumphpforte erklettert hatte und überall zwischen den Beinen der SS.-Absperrung hindurchlugte, klangen heraus. Nachdem Mussolini mit dem Führer die Front der Ehrenkompanie der SS. - Standarte „Deutschland" abgeschritten hatte, bestiegen sie den Wagen, um durch die Hachestraße am Bahndamm entlang z u den Kruppschen Werken zu fahren. Den Bahndamm hielten die Pimpfe besetzt. Ganz langsam fuhren die beiden Führer durch die Menschenmauern, die nicht müde wurden, ihnen zuzujubeln. In der Thomaestraße war ein Uebergang von einem Werk zum anderen mit Girlanden und Fahnen zu einer schlichten Triumphpforte gestaltet worden. In der Fabrik selbst rauchten die Schlote, dröhn- Begeisterter Mel u Geradezu über Nacht hat sich die Stadt geschmückt, wie nie zuvor, und mit ihr das ganze Gebiet zwischen Rhein und Ruhr. Schon seit den frühen Morgenstunden dröhnen die Straßen vorn Marschtritt der zum Ehrendienst anrückenden schwarzen Kolonnen. Mit dicken Mänteln und Decken gegen die Frische der klaren Herbstnacht geschützt, mit Tagesproviant, mit Klappstühlen und allen möglichen anderen Sitzgelegenheiten ausgerüstet, eilten jung und alt, groß und klein, ganze Familien und Nachbarschaften der Innenstadt zu, um an den Durchfahrtsstraßen, durch die der Duce und der Führer ihren Weg nehmen, noch ein Plätzchen zu erhaschen. Haushohe Fahnenmasten mit wehenden Flaggen beider Nationen säumen den Weg. Fahnen und Fähnchen, Tannengirlanden und Blumen schmücken Häuser und Straßen. 300 Meter vom Bahnhof brandet sonst der Verkehr über eine der wichtigsten Ausfallstraßen der Großstadt. Durch sie geht nun der Triumphzug des Führers und seines hohen Gastes. Unbeschreiblich ist hier die Wucht des Menschenstromes. Die Absperrmannschaften haben viel Arbeit, aber wie ein Band aus elastischem Stahl hält die Kette der SS. immer wieder den Anprall auf. Das Bild ist bunt und voller Leben. Oberhalb der Hachestraße zieht der eiserne Schienenstrang der Hauptstrecke nach dem westlichen Europa. Geschwärzt vom Rauch der Lokomotiven sind die Mauern und Brücken. Aber heute überflutet sie ein einziges Flaggenmeer in den Farben Italiens und des Reiches. Ein kleiner Wald von jungen Birken säumt den Schienenstrang. An den Fahnenmasten klettern die ten d i e Hämmer. Was sich nur gerade hatte frei machen können, zeigte sich i n d e r Arbeitstracht an den Fenstern und hob den Arm zum Gruß. Vor der Hauptverwaltung hielt die Wagenkolonne und Mussolini und der Führer betraten, nachdem sie zunächst den Kriegs- und Arbeitsopfern ihren Gruß entboten hatten, das W e r k s g e l ä n d e. In ihrer Begleitung befanden sich der italienische Außenminister Graf C i a n o mit dem Reichsaußenminister Freiherrn von Neurath, der Generalsekretär der Faschistischen Partei, Minister S t a r a c e mit dem Stellvertreter des Führers, Rudolf Heß, Minister für Volkskultur A l f i e r i mit dem Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda Dr. Goebbels. Mit den Sonderzügen trafen weiter der italienische Botschafter in Berlin, A11olico, und der deutsche Botschafter in Rom, v. Hassel, ein. m Führer und Duce. Hiilerjungen hoch, an Maueroorsprüngen und Betonpfeilern kleben sie wie die Kletten, von den Dächern der Güterwagen jubeln sie dem Führer und dem Duce zu. Ein kleiner Balilla-Junge in der Uniform seines Verbandes marschiert stolz mit seinen Eltern vorbei. Herzlich grüßen ihn seine deutschen Kameraden. Die Woge der Begeisterung, die tosenden Heil-Rufe gehen weiter und begleiten den Führer und feinen Gast. Am Thomae-Platz, am Eingangstor zur Kruppschen Guß-Stahlfabrik, am Eingang des Segeroth- Viertels, das in den schweren Jahren des Niedergangs und der Arbeitslosigkeit so „roten" Stadtteils, der heute die treuesten Gefolgschaftsleute des Führers stellt, sind die Häuser und Straßen besonders reich geschmückt. Auf dem Wege zum Hauptverwaltungsgebäude der Krupp- Werke klingt auch heute aus den weiten Werkshallen das gewaltige Lied der Arbeit. Doch auch der Lärm wird übertönt von den Rufen der Begeisterung, die Mussolini und dem Führer entgegenschlagen. Von den Dächern der Werkshallen, aus den Fenstern der Werkstätten schallen laute Heil- Rufe. Gegenüber dem Verwaltungsgebäude grüßt das Zeichen der NSKOV. Kriegsopfer haben hier mit ihren Fahnen einen Ehrenplatz erhalten und — in der Vorbeifahrt sich wendend — grüßen Mussolini und der Führer mit erhobenem Arm und aufrecht im Wagen stehend ihre Kameraden. Durch das Haupteingangstor des Werkes geht der Zug, um vor dem Hauptoerwaltungsgebäude zu halten Oer Führer mit dem Duce bei den Wehrmachtsmanövern in Mecklenburg. Begeisterte Begrüßung durch Soldaten und Schlachtenbummler im Manövergelände. Im Manöverfelde, 26. Sept. (DNB.) Der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht Adolf Hitler, traf am Sonntagvormittag mit Mussolini im Manöveraelände ein. Zum Empfang hatten sich auf bem Bahnhof Lalendorf in Mecklenburg eingefunden der Reichskriegsminister und Oberbefehlshaber der Wehrmacht Generalfeldmarschall v. Blomberg, der Reichsminister der Luftfahrt und Oberbefehlshaber der Luftwaffe Generaloberst Göring, der Oberbefehlshaber des Heeres Generaloberst Freiherr von Fritsch, der Oberbefehlshaber der Kriegsmarine Generaladmiral Dr. h c. Raeder, der Staatssekretär im Reichsluftfahrtministerium General der Flieger Milch, der Chef des Generalstabes des Heeres General der Artillerie Beck, der Chef des Marinekommandoamtes Konteradmiral Guse, der Chef des Generalstabes der Luftwaffe Generalleutnant (Stumpff, der italienische Generalstabschef Marschall B a d o g l i o sowie die übrigen Mitglieder der italienischen Wehrmachtdelegation und die italienischen Wehrmachtsattaches. In Be- gleitung Mussolinis befanden sich u. a. der italienische Außenminister Graf C i a n o, Parteisekretär Minister Starace sowie die Herren vom deuten Ehrendienst, unter ihnen Reichsminister Dr. Frank und General der Infanterie L i st. Mit dem Führer, in dessen Begleitung sich die Wehrmachtsadjutanten Oberst Hoßbach, Korvettenkapitän von Puttkammer und Hauptmann von Below befanden, kamen u. a. der Stellvertreter des Führers, Reichsaußenminister Freiherr von Neurath, Reichsführer SS. Himmler, Botschafter von Ribbentrop und die Adjutanten des Führers. Dom Bahnhof Lalendorf begaben sich Mussolini und der Führer unmittelbar in das Manöver- gelänbe zu den kämpfenden Parteien. Auf dem ersten Beobachtungspunkt bei Belitz standen der Duce und der Führer mitten in der Stellung der 30. roten Division, vor der der Angriff der blauen Division ins Stocken geraten war. Unter Einsatz von starker Artillerie, Jagdfliegern und schließlich auch Kampfwagen, die dicht an dem Beobachtungspunkt Mussolinis und des Führers oorbeirollten, gelang es, den blauen Angriff wieder in Gang zu bringen. Das lebhafte Interesse der Gäste fand das von Generalmajor Übet geführte Kleinflugzeug „F i e s e l e r - S t o r ch", bas seine Lanbungs- unb Aufstiegsmanöver vorführte. Auf bem Wege zur nächsten Beobachtungsstelle bei Stielow fuhren ber Duce unb ber Führer bicht hinter ber roten Stellung bei ben Reservetruppen, Minenwerferstellungen unb Infanteriegeschützen vorbei. Von Stielow aus konnte man ben Angriff ber blauen 12. Division im raschen Vorwärtsschreiten erkennen. Bei ber Weiterfahrt bot sich ben Gästen unweit DaIwitz bas Bilb eines starken roten Gegenangriffs gegen ben hier tief in bie roten Verteidi- gungsftellungen eingebrochenen Feinb. Der Duce und ber Führer setzten sobann hinter ber roten Front mitten durch bie Stellungen der Der Duce und ber F ü h r e r auf ber Fahrt durch das Manövergelände. Hinter dem Führer (ein Adjutant, Oberst Hohbach. —- (Scherl-Bilderdienst-M.) - roten Artillerie und Flakartillerie hindurch ihre Fahrt bis zum Schmocksberg bei Tolzin fort. Vor den Höhen beiderseits des Schmocksberges war der Angriff der blauen 23. Division im Feuer der roten Abwehrmassen ins Stocken geraten. Um ihn wieder in Gang zu bringen, setzte Blau nunmehr seine Luftwaffe zum Eingreifen in den Kampf ein. Hunderte von Kampfflugzeugen gehen mit Bomben und MG-Feuer gegen die roten Angreifer vor. Gleichzeitig setzt Blau starkeKampf- wagenverbände ein, die sich in großer Ausdehnung und Tiefe gegen das von Rot besetzte Höhengelände vorwärtswälzen. Trotz der starken Abwehr gelingt es den Kampfwagen bald, in die rote Verteidigung einzubrechen und der nachfolgenden Infanterie Den Weg zu bahnen. Ein eindrucksvolles Bild einer modernen Schlacht wickelt sich vor den Augen des Duce und des Führers ab. Auf der Höhe des Schmocksberges nahm ber Führer unb Reichskanzler Gelegenheit, bie englische unb bie ungarische M a - nöoerbelegation zu begrüßen, bie ihm vom Reichskriegsminister, Generalfelbmarschall von Blomberg, vorgestellt würben. Die zahllosen Schlachtenbummler, bie sich zu vielen Tausenben im ausgebehnten Manöver- gelänbe eingefunben hatten, bereiteten bem Duce unb bem Führer auf ber Manöverfahrt immer wie- ber begeisterte Kunbgebungen, in allen Dörfern unb Ortschaften, bie ber Führer unb sein Gast berührten, begleitete sie stürmischer Jubel. Jebes Haus, auch bie kleinste Ortschaft, trug reichen Flaggen- unb Girlanbenschmuck. In ben begeisterten Heilrufen ber Tausenbe kam ihre freubige Ueberraschung über ben unerwarteten Besuch bes Duce unb bes Führers zum Ausbruck. Den Soldaten, die hinter der Front dem Duce und dem Führer begegneten, leuchtete die große Freude aus den Augen, daß sie den Gründer des faschistischen Imperiums und den Führer des neuen Deutschlands von Angesicht zu Angesicht sehen konnten. Auf ihrer anschließenden Bahnfahrt nach Kröpelin zum Besuch des Luftwaffenübungsplatzes Wustrow wurden dem Duce unb bem Führer von ben vielen Tausenben, bie in allen Dörfern unb Stäbten bie Bahnstrecke umsäumten, erneut begeisterte Hulbigungen bargebracht. In ben Stäbten ßaage, Rostock unb Bab Doberan stauben bie Massen bicht gedrängt auf den Bahnsteigen. Die Musikzüge der Gliederungen grüßten den Duce und den Führer mit den Nationalhymnen. Brausende Heilrufe erfüllten die Bahnhofshallen, als die beiden Sonderzüge langsam durchfuhren. Ganz Mecklenburg hatte mit dieser Fahrt des Duce und des Führers durch das Manövergelände ein großes unvergeßliches Erlebnis. Flakfchießen in Wustrow. Der Führer gab auf der Fahr» nach Kröpelin in seinem Sonderzug dem italienischen Generalslabs- chef Marschall B a b o g 1 i o unb ben Unterstaatssekretären patiani, Flollenabrniral Lava- g n a r i unb General Valle ein Essen. Zu gleicher Zeil waren ber Oberbefehlshaber ber Wehrmacht, Generalfelbmarschall v. Blomberg, unb ber Oberbefehlshaber ber Luftwaffe. Generaloberst Göring. Gäste bes Duce in seinem Sonber- zug. 3n Kröpelin unb auf ber Fahrt nach Wustrow sehen sich am Sonntagnachmittag bie Kunbgebungen der Bevölkerung, bie zu Zehntausenben an ben Straßen Ausstellung genommen hatten, mit größter Begeisterung fort. Auf bem Uebungsplah TB u ff - row zeigte bie Luftwaffe ben italienischen ©äffen Flakschießen unb Zielschießen mit ben verschiebensfen Kalibern. Anschließenb fanden Flugvorführungen unb Besichtigungen von Flugzeugtypen statt. Zu ben Vorführungen hatten sich mit bem Oberbefehlshaber ber Luftwaffe, Generaloberst Göring, zahlreiche höhere Offiziere der Luftwaffe eingefunben. Der Empfang in der Reichshauptffadt. Ganz Berlin nimmt an der großen Kundgebung am Dienstag teil. Berlin, 26. Sept. (DNB.) Arn Montagnachmittag wird Mussolini in der Reichshauptstadt eintreffen, und zwar werden die beiden Sonderzüge etwa um 17.30 Uhr auf dem Bahnhof Heerstraße ankommen, der für den Empfang des hohen italienischen Gastes würdig hergerichtet worden ist. Aus dem Bahnhof werden die Mit- glieber des Reichskabinetts vom Führer dem Duce vorgestellt. Der Führer und der Duce werden bann die Front des Ehrenbataillons der Wehrmacht, das vor dem Bahnhof auf dem nördlichen Fahrdamm der Heerstraße aufgestellt wird, abschreiten und sich im Kraftwagen zum Hause des Reichspräsidenten begeben, wo der Duce während seines Berliner Aufenthaltes Wohnung nehmen wird. Am Abend findet in den Räumen des Führers in der Reichskanzlei zu Ehren des italienischen Gastes ein Staatsempfang statt. An der Kundgebung der Reichshaupt- st a ö t am Dienstag, dem 28. September, wird d i e werktätige Berliner Bevölkerung geschlossen teilnehmen, sowohl bei der Ehren- aufstellung an der Feststraße wie bei der Kundgebung auf dem Maifeld. Die Ausstellung beginnt am Brandenburger Tor und verläuft durch den Tiergarten am Deutschen Opernhaus vorbei zum Reichssportfeld. Die an der Kundgebung teilnehmenden schaffenden Männer und Frauen der Reichs- hauvtstadt werden in Sonderzügen der Berliner Staotbahn, Untergrundbahn und Straßenbahn sowie Sonderomnibussen zum Maifeld gebracht. Durch den Gauleiter der Reichshauptstadt Reicksminister D r. Goebbels ist über die Aufmarschorganisation der Deutschen Arbeitsfront hinaus die gesamte Bevölkerung Berlins a u f gerufen, Zeuge des geschichtlichen Ereignisses zu sein. Die gesamte Strecke vom Brandenburger Tor bis zum Maifeld wird mit einer Lautsprecheranlage versehen, so daß alle Berliner, wie auch die von auswärts Kommenden, dieser Auffahrt des Führers und des Duce beiwohnen, die Reden auf dem Maifeld sowie das große Konzert der Wehrmacht mit anschließendem großen Zapfenstreich hören können. r Das schöne Wetter des ersten Herbstsonntags lockte eine Unzahl schaulustiger Berliner nach der Feststraße, die sich in einer Farbensymphonie sondergleichen zeigte. Besonders in den späten Nachmittagsstunden war der Andrang in der Straße Unter den Linden so groß, daß man eine Völkerwanderung vor sich zu haben glaubte. Der starke Verkehr auf den Fernbahnhöfen und die überaus große Nachfrage in den Hotels läßt erkennen, daß für die Besuchstage ein besonders starker Zustrom von Fremden eingesetzt hat. Oer Abschluß der Wehrmachlsmauöver. Oie Entscheidungsschlacht durch den Einsatz von Panzertruppen und Luststreitkräfien für Blau gewonnen. ßaage (Mecklenburg), 26. Sept. (DNB.) Die großen Wehrmachtsmanöver haben Sonntag unter den Augen des Führers und seines hohen italienischen Gastes sowie in Gegenwart der militärischen Delegationen aus Italien, England und Ungarn, der Mitglieder der Reichsregierung und der Spitzen von Staat und Partei ihren A b - s ch l u h gefunden. Am 25 September richteten sich die Truppen des roten X. Armeekorps in der befohlenen Linie zur Verteidigung ein und waren mit dem Ausbau ihrer Stellungen beschäftigt. Die am Feind verbliebenen schwachen Nachtruppen wichen befehlsgemäß aus. Die blaue I. Armee gliederte nun ihre Kräfte um, mit der Absicht, am 26 September die in allgemeiner Linie Walkendorf—Rensow—Swiessel—Schlieffenberg vermuteten roten Verteidigungsstellen anzugreifen und dadurch die Schlachtentscheidung herbeizuführen. Die stellenweise verloren- gegangene Fühlung mit dem Feind war in den späten Abendstunden auf der ganzen Front wieder hergestellt. Am Sonntagmorgen liegt ein dichter Dunst über dem Manöverfeld, so daß man nur auf Minuten einmal einen Blick über die nächste Umgebung hinaus hat. Die Wolkendecke hängt kaum in über 100 Meter Höhe über der stark eingeschnittenen Landschaft, in der kleinere und größere Seenflächen und versteckte Dörfer mit Waldstücken und kahle Höhenzüge abwechseln. Bereits bei Morgengrauen hat sich Blau an die roten Gefechtsvorposten herangetastet und zum Teil auch schon die im hinhaltenden Widerstand auf die Hauptkampflinie ausweichenden Gefechtsvorposten zurückge- drängt. Wir befinden uns auf bem Sonnenberg, acht Kilometer südostwärts von ßaage. Man hat von hier, soweit das die dunstige Sicht zuläßt, einen Ueberblick über einen großen Teil des Manöverfeldes. Wir sind in der Mitte der roten Verteidigung und zwar im Abschnitt der 3 0. Division, an deren rechten Flügel das Infanterie-Regiment 26 eingesetzt ist. ßinks davon ist die 22. Division. Die Verteidigungsfront dehnt sich etwa 30 Kilometer aus. Sie ist ungefähr nach Ostsüdost orientiert, die Hauptkampflinie verläuft beiderseits Rvettig, das von Pionierkräf- ten als starker Stützpunkt ausgebaut ist. Die Verteidigungsstellung ist unter sorgfältiger Benutzung des Geländes so angelegt, daß auf einen großen Teil der Front Panzerwaffen nicht zu erwarten sind. Das Rfervevregiment ist so bereitgestellt, daß eine Gegenwehr, falls sie bei einem am rechten Flügel möglichen Panzerangriff nötig wird, gegen die nachfolgende Infanterie vorgehen kann. Es ist auch Vorsorge getroffen, daß sich die Truppen bei einem beiderseits erfolgenden Durchbruch als Regimentsblock zu halten vermögen. Die in der Nähe des Sonnenbergs eingesetzten Batterien befinden sich in ständigem Feuer gegen den blauen Angreifer, als aus dem Dunst blaue Aufklärungsflugzeuge auftauchen, die in schneidigem Fluge die Batterien mit Bomben belegen. Wenig später zeigen die Einschläge schwerer Granaten bei den Batteriestellungen, daß die blauen Aufklärer ihrer Artillerie genaue Zielbezeichnungen gegeben haben. Nachdem es gegen 11 Uhr begonnen hat, sich aufzuklären, wird der Sonnenberg mit den umliegenden Höhen eingenebelt. Der blaue Angreifer hat Nebelgranaten geschossen, um den Verteidigungstruppen in der Flanke des eigenen Angriffsabschnittes die Uebersicht zu nehmen und die Möglichkeit des Angreifens zu erschweren. Blaue Flieger gehen immer wieder tief über das Kampfgelände beiderseits Warnkenhagen. Eine Gruppe von Sturzkampffliegern folgt der anderen. Kette auf Kette, Staffel auf Staffel, Gruppe auf Gruppe von schweren Kampfmaschinen müssen über den Höhenrücken bei Ziesenow. Da steigen drüben Leuchtraketen auf. Dorf erfolgt also ein blauer p a n ) e r a n g r i f f, der in dör Hauptsache südlich Sfriefenoiv zur Auswirkung kommt. Man sieht, wie die Artillerie zwischen die Panzer schlügt. Die Einnebelung der flankierenden höhen hört nach geraumer Zeit auf und nun kann die rote Abwehr von hier aus starker wirksam werden. Die Panzer, die nach Norden zu weiter ausgeholt haben, bleiben liegen. Die rote Verteidigung holt leichte ^eldhaubihen auf die höhen, die in direktem Schuß loslegen. Weiter unten, im Grunde, spielt sich ein Duell zwischen Panzer und schwerer Artillerie ab. Während der Panzerangriff selbst schon langst tief durchgestoßen ist und bereits die ersten 3nfanterieroeUen den letzten langsam aufräumenben Panzern folgen, beseht das in der Verteidigung befindliche Infanterieregiment 26 die flankierenden hänge, wahrend indessen von den höhen herunter SMG. Hammern. Die Verteidigung hat im Schuh des vom Angreifer geschossenen Nebels Kraftrad- schützen zum Einsatz bringen können, aber der blaue Angreifer läßt, nun schon mehr als eine Stunde nach Beginn des Panzerangriffes, der in geschlossener Formation von Hunderten von Panzerwagen gefahren wird, eine Welle der anderen folgen. Ebenso stoßen immer neue Wellen blauer Infanterie vor, die nun in die Flanke einschwenken. Wahrend der ganzen Zeit beherrscht die blaue Luftwaffe die Luft, bis schließlich rote Jäger sich zeigen. So haben wir in einem kleinen Ab- schnitt einen großartigen Eindruck der modernen Waffenwirkung in Angrift und Verteidigung miterlebt, bis kurz vor 14 Uhr Flugzeuge mit dem Abblasen von Rauchfahnen den Schluß der Wehrmachtsmanöver anzeigen. Die gesamte Entwicklung an der rund 30 Kilometer langen Angriffsfront feit dem frühen Morgen ergibt sich aus der folgenden Zusammenfassung: In den Morgenstunden des 26. September war die nächtliche Bereitstellung der ersten blauen Armee beendet. Die Divisionen des zweiten und dritten Armeekorps traten zum Entscheidung suchenden Angriff gegen die Stellungen des roten X. Armeekorps an, in der Absicht, den Durchbruch über die Linie Belitz—Tol- zin in allgemeiner Richtung ßaage zu erzwingen. Rot, das die Uebergänge über den Recknitz-Abschnitt bei ßaage und Tessin befehlsgemäß für herankommende Verstärkungen offenhalten sollte, nahm die angebotene Schlachtentscheidung an. Auf der ganzen Front setzten daher äußerst heftige und wechselvolle Kämpfe ein. Gegen 10 Uhr gelang es zunächst der blauen 3 2. Division, wirkungsvoll unterstützt von Panzern, Sturzkampffliegern und Jägern, sich trotz zähester Gegenwehr der dort eingesetzten Teile der 30. Division in den Besitz des roten Stützpunktes Hohe Heide bei Belitz zu setzen. Gegen einen etwa um 11 Uhr in die rote Stellung erfolgenden Einbruch von Teilen der blauen 12. Division südwestlichvonDalwitz traten verfügbare Reserven der roten 22. Division zum Gegenstoß an. Weiter südlich konnte der Angriff des blauen III. A r m e e k o r p s infolge des hier besonders zähen roten Widerstandes zunächst nur langsam vorwärts kommen. Ms in den Mittagsstunden mehrere Regimenter in wuchtigem Stoß beiderseits Warnkenhagen trotz verzweifelter Gegenwehr tief in die roten Stellungen einörangen, brachten ftarfe Fliegerkampfkräfte, die auf Weisung des Oberbefehlshabers der Wehrmacht durch den Oberbefehlshaber der Luftwaffe in die Erdschlacht geworfen wurden, d i e Entscheidung zugunsten von B l a u. Auch das Eingreifen roter Jagdkräfte und stärkstes Abwehrfeuer der roten Flakartillerie konnte den Erfolg der blauen Luststreitkräfte nicht wesentlich einschränken. Die Masse der roten Luftwaffe griff bisher verschonte Nachschubanlagen und Rüstungsbetriebe an. Ihre Erfolge waren zum Teil erheblich, da Flakartillerie nicht an allen Stellen in ausreichendem Maße vorhanden war. Weitere Teile der blauen Luftwaffe griffen rote Flugplätze und Nachschubanlagen an. Damit fanden die Wehrmachtsmanöver 1937 ihren Abschluß. Oie Wehrmacht beim Erntevanktag. Berlin, 26. Sept. (DNB.) Die Mitwirkung der Wehrmacht bei dem Staatsakt auf dem Bücke- berg ist schon Tradition geworden. Die auf dem Berg versammelten Hunderttausende können sich hier von dem Können und den neuen Waffen unserer Soldaten ein Bild machen. Selbstverständlich kann in der verhältnismäßig kurzen zur Verfügung stehenden Zeit und bei dem teilweise ungünstigem Gelände nur eine Schauübung gezeigt werden, die vieles nur anbeuten kann und die vor allem viel rascher ablaufen muß, als das in der Wirklichkeit der Fall wäre. Trotzdem gibt sie Gelegenheit, dem Beschauer die Stärke und Schlagkraft unserer jungen Wehrmacht vorzuführem An der Uebung zu Füßen des Bückeberges sind ein Infanterieregiment, zwei Kavallerieregimenter, ein Artillerieregiment, eine schwere motorisierte Artillerieabteilung, ein Kraftradschützenbataillon, eine Panzerwagenabteilung, eine Panzerabwehrabteilung, leichte und schwere Flakartillerie, zwei Jagdstaffeln, eine Sturzkampfstaffel und eine Fallschirm- Infanteriekompanie beteiligt. Insgesamt werden über 10 000 Soldaten der verschiedenen Truppenteile in den Kampf eingreifen. Am Fuß des Bückeberges entsteht in diesen Tagen ein Zieldorf, von Pionieren erbaut, mit dem Namen „Bückedorf". Pioniere bauen auch mehrere Pontonbrücken über die Weser, die teilweise in den Kampf der Truppen mit einbezogen werden und die vor allem auch den Anmarsch der vielen Tausende der Festgäste erleichtern sollen. Der genaue Verlaus der Schauübung ist aus dem P r.o- grammheft für den diesjährigen Erntedanktag zu ersehen und wird außerdem von einem Sprecher der Wehrmacht durch die Lautsprecher erklärt. Durch die inzwischen erfolgte Umgestaltung des Bückeberges ist die Uebung der Wehrmacht von allen Plätzen des Berges gut z u verfolgen. Dem Führer werden bei feinem Eintreffen am Fuß des Bückeberges durch ein Ehrenbataillon und eine Salutbatterie die Ehrenbezeugungen erwiesen. Den Ausklang des Erntedanktages 1937 bildet der Jäger-Zapfenstreich vor der Kaiserpfalz in Goslar nach dem Empfang der Bauernabordnunaen durch den Führer. Er wird ausgeführt vom Jägerbataillon Goslar. Oer Ouce, ein Meister -er Rede. Wir alle kennen die Bilder, auf denen wir den Chef des italienischen Staates zu Zehntausenden, ja Hunderttausenden sprechen sehen. Das Volk jubelt ihm zu, streckt die Arme zum Gruß empor, immer neuer Beifall wird laut, hingerissen lauschen die Massen den Worten des Redners. Und der Duce schleudert die Worte in dynamischer Steigerung impulsiv heraus, unterstreicht sie durch kraftvolle Gesten, bringt jeden Gedanken knapp und bündig zum Ausdruck und versteht es durch diese Ausdrucksweise, seine Zuhörer in Bann zu schlagen. Eine Rede Mussolinis ist kein Vortrag schlechthin, sondern stellt ein Erlebnis politischer Natur dar, eine Kundgebung des Willens eines Mannes, der sich eins weiß mit feiner Gefolgschaft, welche ihm genau so vertraut, wie er ihr, welche sich genau so auf ihn verläßt, wie er sich auf sie. Wie mit magischen Mächten zwingt Mussolini die Hörer in seinen Bann. Es ist für uns interessant zu wissen, daß er nicht erst in den Jahren, da er aktiv in das politische Leben trat, sich als Meister des Wortes erwies, sondern bereits in seiner frühesten Jugend es verstand, seine Zuhörer zu begeistern und fvrtzureißen. Es war im Jahre 1900, als er fick, 17 Jahre alt, die Sporen mit einer Gedächtnisrede auf Giuseppe Verdi, den großen italienischen Komponisten, im Theater zu Forli erwarb. Und einige Zeit später hatte er erneut Gelegenheit, seine Rednergabe vor einer großen Zuhörerschaft ganz plötzlich und unvermutet zu zeigen. In Gualtieri sollte ein Garibaldi- Denkmal ein geweiht werden. Vergeblich wartete die Menge auf den angekündigten Redner, der nicht erschien. Schon machte sich Unruhe bemerkbar, schon drohte die Kundgebung ein unrühmliches Ende zu nehmen, da stand Mussolini auf und hielt aus dem Stegreif eine IVaftünbige Rede auf diesen italienischen Freiheitskämpfer, die wie ein Fanal wirkte und in der Öffentlichkeit größtes Aufsehen erregte. Und im vorletzten Kriegsjahr, als in Italien sich mehr und mehr eine gedrückte Stimmung breit machte, da zog Mussolini, gerade von seiner schweren Kriegsverletzung genesen, von Stadt zu Stadt und legte in gewaltigen Kundgebungen der Bevölkerung dar, daß man durchhalten müßte, durchhalten um jeden Preis, daß der Sieg errungen werden müßte, sollte die Nation nicht zugrunde gehen. Von inneren Krisen und Unruhen geschüttelt ist das Italien der Nachkriegszeit. Ueberall flammen Aufstände auf, wird geplündert und geraubt, die staatlichen Machtmittel vermögen dieser Umtriebe nicht Herr zu werden. Und als im Jahre 1921 in den Straßen bereits Barrikadenkämpfe stattfinden, als die Kommunisten glauben, ihrem Ziel, der Er- oberung Italiens für den Bolschewismus, nahe zu fein, da ruft Mussolini ihnen Worte entgegen, welche wie mit einem Schlag der Bevölkerung ins Gewissen hämmern, worum es geht: „Diese Bri- gantt, die sich vor nichts scheuen, sollen wissen, die letzte Stunde hat für sie geschlagen. Auf Gewalt gibt es nur eine Antwort: Gewalt!" Diese Gewalt setzte Mussolini mit feinen Schwarzhemden dem verbrecherischen Treiben der Söldlinge Moskaus entgegen. Er brach die rote Faust auf, entriß ihr die Waffen, entriß ihr Stadt für Stadt und Dorf für Dorf, trat den Marsch auf Rom an. An oiefem großen Tag der italienischen Gesckichte, da eine neue Nation entstand, hielt er an seine Getreuen eine Ansprache, in der er u. a. folgendes ausführte: „Schwarzhemden! Der Faszio zieht das Schwert, um den gordischen Knoten zu lösen, der das nationale Leben und die freie Entwicklung Italiens gebunden hielt. Gott den Allmächttgen und den Geist unserer 500 000 Toten rufen wir zu Zeugen an, daß uns nur der eine Gedanke die Waffen ergreifen ließ: das Vaterland zu retten, um es zur Größe zu führen. Faschisten! Wir wollen siegen! Wir werden siege n !" Das war Mussolinis Fanfare für den Marsch nach Rom — in seinen Reden zur Erinnerung an die faschistische Revolution klingen diese Gedanken jedes Jahr wieder an. Fast alle Reden Mussolinis, die er als Chef des italienischen Staates gehalten hat, find nicht nur für die Menge bestimmt, zu der er gerade spricht, nein, sie sind viel mehr, sie sind die Stimme der Nation, auf die die ganze Welt horcht. Seine sogenannten Kriegsreden, welche nach seinen eigenen Worten sämtliche Gänse zum Schnattern bringen sollten, die Europas Metropolen schützen möchten, haben tatsächlich stets ein gewaltiges Echo in der Welt gefunden. „Worte sind gut. Maschinengewehre und Kanonen sind besser!" So sprach er, und die Öffentlichkeit wußte, daß das nicht nur Worte, sondern Willenskundgebungen einer großen Nation waren. Und klingt es nicht, als ob Mussolini den bevorstehenden Krieg gegen Abessinien ahnt, wenn er 1932 in Mailand ausführt, er fühle, daß an dem Tage, an dem es notwendig wäre, das ganze italienische Volk ihm in noch entschlossenerer Weise folgen würde? Und wörtlich fährt er fort: „Ich weiß, daß Ihr zu den äußeften Opfern bereit sein werdet! Ich fühle es, daß Ihr mit Euren Leistungen nicht zurückhalten werdet!" Und in der gleichen Rede findet er wieder Worte an die I u - gend, der feine ganze Liebe gilt,- an die Jugend, von der er weiß, daß sie das Erbe der Väter wohl zu hüten imstande fein wird: „Eines Tages, der noch nicht sehr nahe ist, — man braucht wenigstens dreißig Jahre, um den Geist eines Volkes so zu stählen, wie ich es wünsche — eines Tages werden mir mit Stolz unsere ruhmvollen Banner der Jugend übergeben, die unter unseren Augen heranwächst und herrlich erftarft. Dann werden wir sagen: Das sind die Banner der Revolution, die durch das Blut de? Sturmscharen geweiht sind! Haltet sie hoch und verteidigt sie, wenn es notwendig sein sollte, mit Eurem Leben! Macht, daß sie in den künftigen Dezennien von dem Glanze neuer und herrlicherer Siege bestrahlt werden!" Niemals hat Mussolini in feinen Reden vergeblich an die Nation appelliert, stets hat er eine gläubige Zuhörerschaft gefunden, welche ihm bedingungslos zu folgen gewillt war. Der Duce ist ein Mann des Volkes, er weiß, was das Volk fühlt und denkt, er weiß, daß das, was er zum Ausdruck bringt, im Herzen des Volkes freudige Zusttmmung findet. Er weiß auch weiter, daß man zum Volke jo sprechen muß, wie das Volk selbst spricht: einfach und klar, jedem verständlich, so, daß auch der chlichteste Zuhörer, der Mann aus dem Volke, es versteht und begreift. Und da Mussolini über diese einzigartige Gabe in einer wahren Vollendung ver- ügt, hat er bei feinen Reden diesen Erfolg, auf Grund dessen wir ihm wohl den Titel „Meister der Rede" zuerkennen können. D. S. Der Rundfunk berichtet Berlin, 24 Sept. (DNB.) Die Tage des ita- lienischen Staatsbesuches wird der Rundfunk nicht nur den Volksgenossen im Reich vermitteln, die ganze Welt wird mit Spannung die Ereignisse verfolgen. Vor allem aber hat das italienische Volk den Wunsch, seinem Duce auf der glanzvollen Fahrt durch Deutschland so nahe wie möglich zu sein. Der Reichsintendant hat deshalb für die Tage vom 25. bis 29 September angeordnet, daß sämtliche Ereignisse von allen Reichssendern unmittelbar und in allen Einzelheiten übertragen werden. Die Berichte werden in ein großes musikalisches Rahmenprogramm eingespannt, das die wertvollsten deutschen und italienischen Musikwerke vofieht. Im Mittelpunkt steht das große Festkonzert aus Rom am 28. September 21.05 bis 22 Uhr unter der Stabführung von Exzellenz Pietro M a s c a g n i. Es wirken mit Benjamino Gig 1 i (Tenor), Pia T a s s i n a r i und Lina P a g l i g h i (Sopran) und Tancredi P a f e r o (Baß). Hauptversammlung des VOA. in Köln. Arn Sonntag hielt im Kölner Rathaus der Dolksbund für das Deutschtum im Auslande eine Hauptversammlung ab, zu der sich führende Persönlichkeiten der deutschen Volkstumsarbeit im In- und Auslande eingefunden hatten. Nach den Berichten des DNB. sprach der Bundesletter Dr. Steinacher über den Stand der Volkstumsarbeit. Ausgangspunkt aller Volks- tumsarbeit sei das Gesetz der Wesenheit unseres Volkes, die Volksgenofsenschaft, in der wir das Ewige und Unvergängliche sähen. Diese Ganzheit, nicht die Staatszugehörigkeit, allein sei wesentlich für die Arbeit, deren Blick auf die Gesamtlage des Volkes gerichtet fein müsse. In seinen weiteren Ausführungen kennzeichnete der Redner die Rolle des Rheinlandes als Musterland des Auslanddeutschtums und verfolgte die Geschichte des deutschen Westens vom volksdeutschen Gedanken her, wobei er die Erkenntnisse barlegte, die aus ihr für die Volksdeutsche Arbeit gewonnen wurden. Zum Schluß gab der Bundesleiter noch ins einzelne gehende Richtlinien. Nach Dr. Steinacher sprachen noch der Leiter der deutschen Volksgemeinschaft in Rumänien, Fabritius, und Prof. Dr. Herbert Cysarz, Professor für neuere deutsche Literaturgeschichte an der deutschen Universität in Prag. Tagung des Martin-Luther-BundeS. An der Vertretertagung des Martin-Luther-Bundes nahmen die mit seiner Arbeit verwachsenen Glaubensgemeinschaften und Auslandskirchen teil. Neben Oberkirchenrat Breit und Präsident Dr. Fleisch, die den lutherischen Rat und das lutherische Einigungswerk und außerdem die brasilianische Landeskirche vertraten, waren das Deutsche Auslandsinstitut in Stuttgart, der deutsche Pfarrerbund und kirchliche Abgeordnete aus Brasilien und Australien vertreten. Für die brasilianische Regierung überbrachte Oberst Gaelzer-Netto den Dank seines Landes für die hervorragende kulturelle Arbeit des Bundes unter den lutherischen Deutschen in Brasilien. Vorträge von Sachkennern über die Lage des Protestantismus in Oesterreich und in Sowjetrußland schlossen sich an. Bei einem Gemeindeabend in der Kreuzkirchengemeinde hielt der Generalsekretär des lutherischen Weltkonvents, Dr. ß i l j e (Berlin) einen Vortrag über Amerika in kirchlicher Hinsicht. Kleine politische Nachrichten. Wenige Tage nach Ueberreichung feines Beglaubigungsschreibens ist der Gesandte der Vereinigten Staaten in Wien Grenwille Emmet im Hotel Bristol, wo er vorläufig Wohnung genommen hatte, an einer ßungenentzündung geftorben. Der Gesandte hatte erst vor kurzem den zum Staatssekretär ernannten Gesandten Messerschmidt abgelöst. Er stand im Alter von 52 Jahren. König Georg II. von Griechenland besichtigte die Internationale Ausstellung i n Salo n i k i und stattete dabei auch dem deutschen Pavillon einen Besuch ab. Der König hat sich außerordentlich anerkennend über die deutsche Schau geäußert. Der belgische Ministerpräsident van Zeeland hat sich entschlossen, an der Spitze der Regierung zu bleiben. In einer amtlichen.Verlautbarung über den Ministerrat heißt es, auf die einmütigen Bitten seiner Kollegen hin habe der Ministerpräsident seine Absicht, sich von den Regierungsgeschäften zurückzuziehen, aufgegeben. Kunst und Wissenschaft. Neuer Inlernalionaler Erfolg deutscher Verkehrswerbung. Der zweite internationale F i l m w e 11 b e w e r b für Verkehrswerbe- und wissenschaftliche Filme in Como brachte auch in diesem Jahre dem deutschen Kulturfilmschaffen einen durchschlagenden Erfolg. Von den über 120 Filmen, die den Preisrichtern vorlagen, konnte der Bildstreifen der Reichsbahnzentrale für den deutschen Reiseverkehr „Reisen im schönen Deutschland" die höchste Auszeichnung, den Pokal des Generaldirektors für den italienischen Fremdenverkehr, B o n o m i, erringen. Man bezeichnete diesen Film als ein Musterbeispiel dafür, wie Verkehrswerbefilme zu gestalten seien. Von den zwei weiteren Preisen, die nach Deutschland fielen, erhielt der Tobis-Film „Durch Berlin fließt immer noch die Spree" den Pokal des Provinzial-Fremden- verkehrsverbandes Comos für die beste musikalische Vertonung und der Walter-Hege-Film „ßebens- kampf im Schilf" den Pokal der Handelskammer von Como für die beste Photographie. Erna Sack singt in Skandinavien und Amerika. Kammersängerin Erna Sack begibt sich am 1. Oktober auf eine Skandinavien-Tournee, die sie durch die Städte Stockholm, Oslo und Kopenhagen führt. Im Anschluß hieran schifft sich Erna Sack mit der „Bremen" nach Amerika ein. Sie wirt, dort an der Oper von Chikago und von St. ßouis msh- rere Partien in italienischer Sprache singen. Außerdem bereist sie die Hauptstädte der Ost- und Westküste um Konzerte zu veranstalten. Auch im amerikanischen Rundfunk wird Erna Sack zu hören sein. Anfang des nächsten Jahres wirt) die Künstlerin wieder in Europa eintreffen. «et K >u J Tahrt VMer nm,UeK en Uber, 'n ein nr01 )en und itQ, !’"IW aus J' W der SM Pia unb richten. i seines De- anbte der en Grenwille oriäusig Woh' igenentjünbung •rft vor kurzem ten Gesandten im Mr von u.'N Mn. Rathaus der chtum im der N'chen Volks. Pfunden hat. • jPracf) der r °en Stand uuer Pvikz, nyeit nnsnrr °!.t. in der sahen. Diese e't, allein sei „auf die Ge. tse. In seinen der Redner usterland -es Teschichte -es Tedanken her, 2 aus ihr für mrden. Zum 3 einzelne ge. °cher sprachen semeinschast in s. Dr. Herbert sche Literatur« ität in Pray. k-Lundeü. n-Luther-Bun« verwachsener idskirchen teil Präsident Di und das lutlv n die brasilii- i das DeuG utsche Pfariii« Brasilien unb 'anildje Regie« •Netto ben agendr Mu- i iuiherischee i Sachkemem in Oesterreich an. Bei einem gemeinde hielt Weltkonvents, über Amerika ^iechenland llung in b»' u deutsch^ König haM deutsche Tch^ stl-di- -n -Reelfl* ;he der Ai S«* nschask« g devM »,-ttbewerb As: der «>.;un >in Stil K« Bo« jstees r:Ks beste niui^i,- t-LlA-- P*>i!„h ygietll«- ■ÄS, *, öfi> tfx n in das Haus der deutschen Kunst begeben. Hier hatten sich sämtliche Reicks- leiter, führende italienische Persönlichkeiten, Die Rom. den 24. September 1937. —XV. der faschistischen Aera. Der Oberftkommandierende: Mussolini. Siusre'cknunaen für die Begleitung Mussolinis. Berlin, 25. Sept. (DNB) Aus Anlaß des Besuches Mussolinis wurden vom Führer und Reichskanzler verschiedene Herren der Begleitung des italienischen Regierungschefs Ordensauszeichnungen rerstehen und vom Chef des Protokolls, Gesandten ton Bülow-Schrvante, überreicht. U a erhielten: (Seine Erzellenz der Königlich-Italienische Botschaf- in Berlin, Dr Bernardo Attolico und Seine Srzellenz der Generalsekretär der Faschistischen Sartei Minister Starace das Großkreuz les Ordens vom Deutschen Adler, Seine Erzellenz k>er Chef des Privatsekretariats des Duce. Oswaldo S e b a st i a n i, Botschaftsrat bei der Ita- I enischen Botschaft in Berlin, Grat Magi- s r a t i und Legationsrat und .Kabinettschef im italienischen Außenministerium Filippo An tu so das verdien st kreuz des Ordens vom Deutschen Adler mit dem Stern Der Gegenbesuch des Mrers. Empfang im Haus der deutschen Kunst. Der Duce weilte nach seiner Rückkehr vom Vor- teimarsch längere Zeit in seinen Privatgemächern Vr\ Prinz-Carl-Palais, um dringende Arbeiten zu erledigen, unterdessen ertönten draußen unablässig Eprechchöre: „Wir wollen den Duce sehen'" Um lff.25 Uhr näherte sich von der Prinzregentenstraße ter wieder die Wagenkolonne des Führers, um- brandet von der Begeisterung der Menge. Der Der Vorbeimarsch vor dem Duce und Adolf Hitler. Hier marschiert die Wachstandarte „Feldherrnhalle" vorüber. — (Scherl-Bilderdienst-M.) Unser Bild zeigt die Meldung eines Formationsführers beim Vorbeimarsch am Königlichen Platz. — (Scherl-Bilderdienst-M.) Triumph der Freundschaff. Fast überwältigt und mitgerissen von der Dynamik des festlichen Geschehens erlebten wir die ersten Tage jenes geschichtlichen Vorganges, der am Samstag mit dem Einzug Mussolinis in die Haupts stadt der nationalsozialistischen Bewegung begonnen hat. Mit angespanntester Aufmerksamkeit verfolgten wir, durch Zeitung und Rundfunk fast zu jeder Stunde unterrichtet oder gar durch eigenen Augenschein an die Kette der Ereignisse gebunden, alle Phasen dieser Begegnung des Führers mit dem Duce, des deutschen mit dem italienischen Volke, der germanischen mit der lateinischen Rasse Wir sahen im Geiste den Sonderzug Mussolinis durch die oberbayerische Parklandschaft rollen, wir sahen ihn eintreffen auf dem Münchener Bahnhof. Wir erlebten, wie Adolf Hitler und Mussolini Seite an Seite durch die festlich geschmückten und vom Iubelschrei der Menge wiederhallenden Straßen zur Wohnung des Duce, zum Königlichen Platz und zum Haus, der Deutschen Kunst fuhren. Wir erlebten den weiteren Verlauf der Reise des Duce, erfuhren von seinem Aufenthalt im Manövergebiet und stehen nun schon ganz im Banne der glanzvollen Veranstaltungen, welche die Reichshaupt st adt zu Ehren des hohen Gastes vorbereitet hat. Nichts ließen wir uns entgehen, alle Stationen dieser grandiosen Feier haben wir auf das Eindringlichste mitempfunden Fast verschlägt es uns den Atem, wenn wir daran denken, daß hiermit nur der erste Teil des Programms erfüllt ist. Der Höhepunkt dieses Feiertags zweier Nationen steht uns, steht vor allem unseren Berliner Volksgenossen noch bevor. Ist da eine Steigerung überhaupt noch möglich? Halten wir einen Augenblick inne und besinnen wir uns darauf, welche tieferen Erkenntnisse und welchen politischen Ausblick uns der erste Abschnitt des Mussolini- Besuches schon gebracht hat. Wohl der stärkste Eindruck, den wir bisher empfangen haben, ist der einer echten Segel ft e« r uin g, einer großen Achtung und herzlichen Zuneigung, die das deutsche Volk dem Schöpfer des neuen Italien entgegengebracht, hat. Es mar nicht der flüchtige Rausch der Sinne, nicht die erregende Spannung, welche bei solchen Anlässen durch schmetternde Marschmusik, durch Paraden und Fahnenschmuck hervorgerufen wird, sondern es war eine tiefe Bewegung, von der das deutsche Volk in diesen Tagen ersaßt worden ist. Wem es die Bewußtseinshelle eines geschärften Verstandes nicht sagte, dem offenbarte doch ein ahnendes Gefühl, daß es bei dieser Führerbegegung sich um ein ganz ungewöhnliches, weit in die europäische Zukunft wirkendes Erlebnis handelt- 110 Millionen Menschen diesseits und jenseits der Alpen, zwei mäch- tige Nationen von verschiedener, aber doch rassisch verwandter Herkunft müssen, wenn sie sich in ihrem Verhältnis zu anderen Völkern wie auch in ihrer inneren Lebensgestaltung zu einer großen übergeordneten Idee bekennen, einen Block des Friedens und der Ordnung bilden, der unerschütterlich ist, der durch keine Intriguen, keine diplomatischen Manöver, keine machtpolitische Konstellation irgendwelcher Art zerspalten werden kann. Diele große Lehre hat sich uns ins Bewußtsein ae- drängt, und wir werden sie nicht vergessen Fast nirgends überschneiden sich die Interessen Deutschlands und Italiens, nirgends aber sind die Interessen unserer beiden Völker auch gegen das Lebens- interesse dritter Länder gerichtet. Nur in dem kriege- rischen Internationalismus der Komintern sehen sie ihren unversöhnlichen Feind. Heber diese Möchte Der Finsternis aber wird die deutsch-italienische Freundschaft immer triumphieren. Heinrich Evers den Gesang der Lieder der Nation, die von einem Musikzug gespielt werden. Wenige Minuten später setzt sich auch der Sonderzug des Führers in Bewegung. I Der Führerbau in Machen feriiMstellt. In seiner ruhigen klassischen Klarheit und Schönheit ist der Königsplatz in München feit seinem Bestehen einer der monumentalsten Plätze der Welt. Zu seiner architektonischen Vollkommenheit fehlte nur der Abschluß nach Osten, den erst Adolf Hitler mit der Errichtung der großen Parteibauten an der Arcis-Straße schuf Bald nach der Machtergreifung war mit dem Lau begonnen worden 3m Herbst 1935 waren die Bauten im Rohbau fertig. Der Verwaltungsbau konnte bereits vor einigen Monaten feiner Bestimmung übergeben werden. Der Führer-Bau dagegen ist in feiner Inneneinrichtung am Freitagabend vollendet worden Das Gebäude baut sich auch im Innern auf der gleichen Maßeinheit für alle Räume auf wie der Derwaltungsbau Zum Unterschied vom Verwaltungsbau stehen aber im Führerhaus die r e - präfentatioen Räume gegenüber den Arbeitsräumen im Vordergrund In der Mittelachse befindet sich im ersten Obergeschoß der große Saal, der für feierliche Akte Der Bewegung bestimmt ist Treppenhäuser und Wandelhallen sind mit hellem Iura-Marmor verkleidet Die große Halle trägt an ihrem Halbrund im oberen Teil herrliche Gobelins mit Darstellungen der Herkules- Sage. Dom südlichen Treppenhaus aus gelangt man an der Stirnseite zunächst in Die Räume für Führer begibt sich in das Prinz-Carl-Palais, um dem Duce seinen Gegenbesuch zu machen. Mussolini erwartet den Führer in der großen Halle des Palais. Hier verweilen die beiden Staatsmänner einige Zeit, während die Begleitung in der Vorhalle verharrt. Von der Straße her hallen schon wieder Sprechchöre. Sie verwandeln sich au brausenden Ovationen, als um 17.42 Uhr die beiden Staatsmänner gemeinsam das Palais verlassen und sich Adolf Hiller Führer und Kanzler , des Deutschen Reiches und Volkes rroirb hiermit zum Ehrenkorporal der 2N. V. R. ernannt Als Führer des deutschen Volkes hat er Deutschland den Glauben zu neuer Größe gegeben. Als Wiederhersteller der bürgerlichen, fozia- flen und politischen Ordnung in Deutschland führt er mit fester Hand die deutsche Ration ihrer hohen Bestimmung entgegen. Als Vertreter und Hüter der europäischen Kultur gegen jeden Umsturzversuch hat er Italien in der Stunde des Kampfes seine rückhaltlose Gemeinschaft und Freundschaft bewle- en. Kultursenatoren und die Intendanten der großen deutschen Bühnen und der deutschen Sender, Dichter, Komponisten, Architekten und bildende Künstler, Darsteller und Darstellerinnen des deutschen Theaters und Films, unter ihnen viele, die auch in Italien seit langem Ruf und Namen besitzen, die Vertreter fast aller deutschen Kunst- und Kulturbehörden, führende Köpfe der deutschen Wissenschaft, Rektoren und Dekane einer Reihe deutscher Hochschulen, leitende Persönlichkeiten aus der deutschen Wirtschaft und endlich die besten Federn aus Italien und Deutschland versammelt. Oer Duce in der Hauptstadt der Bewegung Oie Formationen der Bewegung vor dem Ouce. Rückfahrt zum Vahnhof. Um 18.35 Uhr hört man am Prinz-Carl-Palais wieder tosenden Jubel vom Hause der Deutschen Kunst her. Die Scheinwerfer der Autos blitzen auf, Wagen nähern sich. Mussolini fährt vor dem Palais vor und betritt mit Rudolf Heß und Reichs- führer SS. Himmler das Haus. Wenige Minuten später wiederum verstärkt sich der Jubel: Der Führer kommt, um feinen Gast zur Fahrt nach dem Bahnhof abzuholen. Beide Staatsmänner verlassen im angeregten Gespräch das Pa lais und besteigen ihre Wagen. Die Wogen der Begeisterungsrufe folgen ihrer Fahrt. Don ganz anderer Seite zeigt sich jetzt die Hauptstadt der Bewegung dem Auge. In Ströme von Licht sind die Straßen getaucht, die bunten Farben klingen immer wieder zusammen in das Grünweißrot Italiens Vor dem Hauptbahnhof verlassen dann der Duce und der Führer sowie ihre Begleitungen die Fahrzeuge und schreiten an der Front der Ehrenformationen entlang. Unter dem Jubeln und Winken der riesigen Menschenmenge betreten die beiden Staatsmänner das Bahnhofsgebäude Hier schwenken Tausende von BDM -Mädeln italienische Fahnen. Die Hymnen Deutschlands und Italiens erklingen. Noch einmal schreitet der Duce die Reihen der Reichsleiter ab und verabschiedet sich dann vom Führer und vom Stellvertreter des Führers. Dann besteigt der Duce feinen Wagen und grüßt noch einmal nach allen Seiten. Langsam setzt sich um 19.12 Uhr der Sonderzug in Bewegung, begleitet von nicht endenwollenden .Duce-Duce-Rufen" Nachdem Der Sonderzug des Duce aus dem Bahnhof gerollt war, wendet sich tue Begeisterung der Massen dem Führer zu. Freudig fallen fie ein in die beiden Adjutanten des Führers, Obergruppenführer Brückner und Brigadeführer Schaub. Vom Zimmer des Obergruppenführers Brückner aus gelangt man in das Arbeitszimmer Des Führers, das in mattem Braun gehalten ist. Gemälde von Feuerbach, Böcklin und Menzel schmücken die Wände. Das Arbeits- zimmer des Führers ist von einer unerhörten Raumwirkung und behaglich mit vornehmstem künstlerischem Geschmack eingerichtet. Vor dem ften- ster gibt der große Balkon einen schönen Blick auf Den Königsplatz. Die Ostfront des Obergeschoß fes entlang ziehen sich Empfangs- und Re- prafentationsräume. Die wie alle Räume Des Hauses sich durch Die gleiche geschmackvolle In. Neuausstattung auszeichnen Die Möbel sind von Professor Gall nach dem Vorbild Paul Ludwig Troosts entworfen worden. Außer den Wandel hallen und Repräsentationsräumen im Hauptgeich aß liegen in den Geschallen an allen Fronten Arbeitsräume. Englischer Kommissar in Palästina erschollen. Ausnahmezustand über Nazareth. Jerusalem. 27. Sept. (DNB. Funkspruch.) In Nazareth wurde beim Verlassen einer Kirche der englische Distriktskommissar vom Galiläa-Bezirk, Louis Andrews und ein englischer Polizist von bisher unbekannter Seste erschossen Andrews war erst kürzlich zum Distriktskommillar des neu- aebildeten Galiläa-Bezirks ernannt worden. Er hatte bei b er Tätigkeit d e r Palästina-Kom- Mission unter Lord Peel eine große Rolle gespielt. Die Polizei stellte fest, daß als Täter vier Personen in Frage kommen die iedoch unerkannt entkommen sind. Nach Zeugenaussagen sollen di Täter Araberkleidung getraa-n haben Kommissar Andrews war durch drei Schülls in den Kopf und in den Magen auf her St-lls tot wahrend der ihn begleitende Polizist erst eine halbe Stunde später seinen Verletzungen erlag Das Arabische Komit4 in Ie'-usalem veröffentlichte noch in den späten Abendstunden des Sonntag eine Verlautbarung, m der es den blutigen Vorfall von Nazareth verurteilt und bedauert Es wird darin zum Ausdruck gebracht, daß mit dem Hochkomits auch alle Araber Palästinas in der Verurteilung der verwerflichen Bluttat einig seien lieber Nazareth ist her Ausnahmezustand verhängt worden Oer iürkischeMinisterprgsibent zurückaetreten. Istanbul, 26. Sept (DNB.) Sie Zeitung .Kurun" meldet, daß Ministerpräsident Ismet Inönü seinen Rücktritt angeboten habe Der auch vom Staatspräsidenten Atatürk angenommen worden sei Als Nachfolger wird Der Wirt« chaftsminister Celal Bayar genannt Der Rücktritt Des Ministerpräsidenten, Der feit 1925 ununterbrochen Den Vorsitz des Kabinetts inne hatte, toüSb Der Vorbeimarsch auf dem Königlichen Platz. Schon seit StunDen ist Der Königliche Platz voll- gepfropft von Menschen. Von Zeit zu Zeit hallen Heilrufe über Den Platz. Sie gelten Den führenden Mannern aus Partei und Staat, gelten nicht min- Der herzlich Den Männern Des faschistischen Italiens, Die jetzt nach unD nach an Den westlichen Seiten Der beiden Ehrentempel Aufstellung nehmen. UnD jetzt schwillt Der Jubel zu einem Orkan: Der Führer zeigt sich mit Mussolini auf Dem Balkon Des Führerhauses. Heilrufe hallen von Den Mauern wider, Die Fähnchen und Wimpel in den italienischen Farben und die Hakenkreuzwimpel fliegen in Die Höhe. Der Führer unD der Duce grüßen das ju- belnde Menschenmeer. Bald darauf verläßt Der Füh- rer mit feinem Gast Das Führerhaus, und beide begeben sich auf die Kanzel, zwischen Den Ehrentempeln mit Front zum Königlichen Platz. Fanfarenstöße. Kurze knappe Kommandos. Marschmusik setzt ein. Dann beginnt der große Vorbeimarsch der Parteiformationen vor dem Duce und Dem Führer. Motorisierte Gendarmerie eröffnet Die ParaDe. In Dreierkolonnen knattern Soloräder, Beiwagenmaschinen und Kraftwagen vorüber Hitler-Jugend auf Motorrädern schließt sich an. Das Nationalsozialistische Kraftfahrkorps rückt an. Die metallenen Hoheitsadler Der Fahnen und Standarten blitzen. Jetzt marschieren Die alten Kämpfer des Führers vom 8. und 9. November 1923, Die Männer, Die Die höchste Auszeichnung tragen, Den BlutorDen. Ihnen voran schreitet Iulius Strei- ch e r, hinter ihm roirD o i e Blutfahne getragen. Jetzt rückt Die Jugend an Dann kommen die Standarten. Wieder schwenkt Musik ein Dahinter marschiert Die SA.-Standarte „Feldherrnhalle" dröhnenden, hämmernden Trittes. In Zwölferreihen defilieren sie vorüber. Der R e i ch s a r - b e i 15 D i e n ft folgt. Die geschulterten Spaten blinken in her Sonne Die SA-Gruppe Hochland folgt. Das NSKK. und das NSFK schließen sich an. Hinter dem SS.-Oberabschnitt Süd marschieren die Junker der Ordensburg Vogelsang Jetzt marschieren die Politischen Leiter. Ein neuer Musikzug schwenkt ein Das Schwarze Korps rückt an Zuerst die SS-Totenkopfverbände dann SS- Standarte „Germania" und SS.-Standarte „Deutschland" Den Abschluß bildet, während die Musik den Badenweiler-Marsch spielt, die ßeib ft anharte „21 hoff Hitler" Eine Stunde lang hat der Vorbeimarsch gedauert Ein überzeugendes Bild der geschlossenen Einheit der Bewegung und ihrer Verbundenheit mit hem Volk. Jetzt rufen hie Massen aufs neue „Heil, Führer!", „Heil, Duce!" Wieher recken sich hie Arme zum Gruß, wieher flattern hie Fähnchen und Wimpel über hem Meer der Menschen. Noch einmal grüßen Mussolini unb der Führer die Massen, dann verlassen sie bas Podest und fahren zum Prinz- Karl-Palais zurück Der Mrer Ebrenkorvoral der Faschiffiscben Miliz. Mussolini hat den Führer zum Ehrenkorporal der Faschistischen Miliz ernannt. Er hat ihm damit die höchste Ehre verliehen, die die faschistische Bewegung zu vergeben hat. Die Urkunde trägt folgenden Wortlaut: Kanzlei des TNiniskerrales. «Generalkommando der IN. V. $. R (Freiwilligen-Rliliz der Rallonal-Verleidigung) W Aus aller Welt im Alter von 73 Jahren. Wir haben uns vermahlt Gießen (Ederstraße 21), den 27. September 1937. Auf Wunsch des Verstorbenen fand die Trauerfeier in aller Stille statt 26. September 1937 34705 Gießen, Markt 16 / Friedberg, Adolf-Aitler-Anlage 9 6245 V ' II Kinderwagen Verkaufe Ineuw.,Babykorb " Kinderbett Unsere liebe Mutter MfEDRE DRUCKSACHEN VV UR c Brühl. Gießen halbe Tage zur Hausarbeit ges. Einige Wochen Nachlässe zur Aushilfe^>47s« 20 v. S. erhalten Sie 6258 V Fuhr, bet wiederholten Auf. Sonnenstr. 251. oaömcn einer Luret« Stadttheater Or.jur. Gotffn'ed Zimmer, Assessor Trudel Zimmer, geb. Kübel Ä Stehpult ganz billig sofort abzugeben. 04767 Tövelmann Hindenburgw. 5 Gartenhaus Foen Nadio (Nora) billig zu verkauf. Näheres [047M Landgr.-Phil.- Platz 12 IV. 22 Tote, 140 Verletzte bei einer Dolkskundgebung in Aegypten Kairo, 26. Sept (DRV.) Bei einer Aolkskund- gebung vor dem in der Nähe von Alexandrien gelegenen Sommerschloß des Königs von Aegypten ereignete sich ein furchtbares Unglück, bei dem 22 Personen getötet und 140 verletzt wurden. Die Bereinigten Wafdistischen Arbeiterverbände Alexandriens, insgesamt über 50 000 Personen, veranstalteten am Samstagnachmittag eine Sympathiekundgebung für den König und für die Wafd-Partei. 3n freudiger Stimmung hatte sich eine riesige INenschenmasse vor der Sommerresidenz des Königs in Rasettiu bei Alexandrien versammelt. Als die Tore des Schlotzhofes geöffnet wurden, stauten sich die Massen in dem engen Durchgang, während die hinten anstehenden Kundgebungsteilnehmer ununterbrochen nachdrängten. So wurden in der hilflos eingekeilten Menge 22 Personen, darunter 14 Kinder, to t getreten, während 140 Personen zum Teil schwer verletzt wurden. Bei der Begeisterung der Massen wurde der Zwischenfall zunächst kaum beachtet. Der König, der eine Abordnung der Arbeiter empfangen hatte, begab sich noch in der Nacht ins Krankenhaus, und suchte die bei dem Unglück Verletzten auf. Für die Angehörigen der Opfer sind bereits weitgehende Hilfsmaßnahmen eingeleitet. 3-Zimmerwohnung mit Badezimrn., Bodenkammer u. Gartenänteil, Aulweg 28, zum 1. November zu vermieten. 624gv Schriftliche Bewerbungen erb. Büugenofienfdiaft 1894 e.G.m.b.h. Gietzen. WeArnen (Melonenbirne, Gute Luise) 5 Pfund 75 Pf., zu verk. 6251D Bleichstr. 241. Anfang 20 Uhr - Ende 22.30 Uhr Erstaufführung Mein Sohn, der Herr Minister Lustspiel von Andr6 Birabeau Spielleitg.Dr. Erich Schumacher Dienstag-Miete l.Vorstellung herzlich. Die ganze Stadt Dragoman trägt reichen Flaggenschmuck. Ueberall sieht man Hakenkreuzfah. neu. Nach einer Bewirtung setzte die Kolonne ihre Fahrt nach der bulgarischen Hauptstadt fort, wo sie auf dem Platz vor der Kathedrale Alexander Newskis ausfuhr. Die deutschen Gäste wurden bei ihrem Eintreffen von dem deutschen Gesandten Nümelin, dem Landesgruppenleiter der NSDAP., Pg. Herold, dem Ehrenpräsidenten des Bulgarischen Olympischen Komitees, Tscha- p r a s ch i k o w , sowie zahlreichen deutschen und bulgarischen Freunden begrüßt. Schwere Bluttat in Berlin. In Berlin-Moabit kam es zu einer furchtbaren Bluttat. Ein Mann hatte mit seiner früheren Geliebten, einer 42jährigen Frau, in deren Wohnung eine heftige Auseinandersetzung, in deren Verlauf er den Verlobten der Frau mit einem Beil angriff. Als dieser den Schlägen ausweichen konnte; richtete sich die Wut des Taters gegen die Frau, die mit seinem 10jährigen unehelichen Sohn vor dem Wütenden flüchtete. Er holte sie ein und schlug die beiden Wehrlosen mit dem Beil nieder. Mit lebensgefährlichen Verletzungen wurden sie ins Krankenhaus eingeliefert. Der Täter selbst, der geflohen war, wurde später mit schweren Schnittwunden am Hals aufgefunden und ebenfalls ins Krankenhaus gebracht. Todesurieil gegen einen Kindesmörder. Das Schwurgericht in Halle verurteilte den Paul Kramer aus Pasfendorf (Saalekreis) wegen Mordes zum Tode und zum dauernden Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte. Kramer hatte am 26. August d. I. fein sieben Monate altes Kind Günther Karl durch mehrere Faustschläge auf den Kopf getötet. Er begründete die mit unbeschreiblicher Rohheit verübte Tat vor Gericht mit der Behauptung, das Kind sei krank und nach seiner Ansicht überhaupt nicht lebensfähig gewesen. Durch das ständige Weinen des Kindes sei er selbst nicht mehr zur Ruhe gekommen. Wetterbericht des Reichswetterdienstes, Ausgabeort Frankfurt. Im Bereiche des über Osteuropa aufziehenden Hochdruckgebietes herrscht zum größten Teil herbstliches Schönwetter. In den Morgenstunden kam es vielerorts zu Nebelbildungen, die bei der Sonnenausstrahlung über Tag die Temperaturen über 20 Grad ansteigen läßt. Vom Westen her hat neue Störungstätigkeit eingesetzt, welche in Südfrankreich starke Regenfälle und Gewitter ausgelöst hat, voraussichtlich auf unser Wetter aber keinen stärkeren Eindruck gewinen wird. Aussichten für Dienstag: Vorüber- gehende Bewölkungszunahme, jedoch freundliches Herbstwetter vorherrschend. Aussichten für Mittwoch: Im wesent- lichen freundliches Herbstwetter. MM oder Fran für Edelwelf) die Königin der Alpen. aEdelweiß das gute Fahrrad das Sie vollauf befriedigen wird. Der Lauf ist spielend leicht, die Haltbarkeit jahrzehntelang, das Außere von k groß. Schönheit Wenn Sie dies. M hübsche Edek ■ weißrad sehen. ■ werden Sie Ä überrascht sein v von seinem niedrigen Preis. Katalog auch über Nähmaschinen senden an Jeden kostenlos, über ’/i Million Edelweißräder haben wir schon seit 40 Jahren überallhin versandt Das konnten wir wohl nimmermehr, wenn unser Edelweißrad nicht gut und billig wär. Edelweiß-Decker701 Deutsch -Wartenberg zum er ft en Male über d i e neue Brücke zu fahren. Dor der letzten Sperre, dem neuen Bahnhofsgebäude in Orehoved, hielt der Zug noch einmal, bevor er das Band zerriß und damit die Brücke für den Verkehr freigab. Der Generaldirektor der dänischen Staatsbahnen, Knutzen, sprach hier Worte des Dankes an alle, die sich für den Brückenbau eingesetzt haben. In deutscher Sprache wandte er sich an Reichsverkehrs- minister Dr. Dorpmüller, um ihm den Gruß und den Dank Dänemarks darzubringen. Er tagte: „Wir begrüßen die Deutsche Reichsbahn, das größte Einzelunternehmen des Erdballes, die Deutsche Reichsbahn, die stets an der Spitze der Entwicklung geschritten ist, und stets bereit gewesen ist, ihre reichen Erfahrungen mit uns zu teilen, wenn wir Beistand und Rat suchten. Wir sind der Reichsbahn auch für den Einsatz dankbar, den sie zur Verbesserung des Verkehrs mit dem Norden geleistet hat." Der Generaldirektor schloß mit dem Wunsch, daß die Storstrombrücke auch zu ihrem Teil die zwischenvölkische Verständigung fördern möge. Während das Hoch der Versammlung auf die neue Brücke verklang, passierte der erste regelmäßige Zug Kopenhagen — Deutschland die Strecke. Heichsminister Schacht und Dorpmüller bei der Weihe der Storstrombrücke. Ein Werk zwischen völkischer Verständigung im Norden. Elektrisches Klavier (Huvfeld) mit Schlagzeug und Gelder trourf für Tanz u. Unterhalt., wie neu, fifiöio (Wechselstrom) Körting-5-Kreis- avvarat, elektr. Mett mit Schalldose und Platten, MMet elektrodynamisch (Telefunken), billig zu verkauf. 6234D Gießen, Braugasse 6. Eimchbimn preiswert abzugeben. 04765 Ludwigstraße77 Großstück- Schneiber gesucht. 04769 Krevert. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschrtftleiters: Ernst Blum- schein. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange: für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigen- (eiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D A. VIII. 37: 9090. Druck und Verlag: Brühlsche Universitätsdruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugs- preis RM 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf mehr. Einzelverkaufs- preis 10 Pf und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr Zur Zeit ist Preisliste Nr 3 vom 1 Juni 1935 aülha Frau Elise Schmitt geb. Rieffel Ist am Sonntagfrüh nach einem Leben voll segensreicher Wirksamkeit von uns gegangen In großem Schmerze: Heinrich Schmitt, Hattingen, Ruhr Frau Margarete Keymer, Siegsdorf (Obb.) Rudolf Schmitt, Fritzlar Dr. Fritz Schmitt, Rückersdorf (Mfr.) Erich Volkmann, Heuchelheim Gießen (Alicenstraße 36), am 27. September 1937 HL Seelenmesse Dienstag, den 28. September, um 7.15 Uhr, in der kath. Pfarrkirche. — Die Beerdigung findet am Mittwoch, dem 29. September, um 11.45 Uhr, in Mainz statt Deuifchlandreife englischer Derkehrsfachleuie. Die auf Einladung des Generalinspektors für das deutsche Straßenwesen und des Botschafters von Ribbentrop auf einer Deutschlandreise in Berlin weilenden 2 2 4 englischen Derkehrs- und Straßenbaufachleute ehrten die Gefallenen des Krieges. Der Präsident des englischen Frontkämpferverbandes Smedley-Crook legte einen Kranz am Ehrenmal nieder. Lord Eltis- ley, der Präsident des Verbandes der Grafschaftsräte, erklärte, die deutschen Ingenieure hätten der Welt ein Beispiel in der Gestaltung des Autofernverkehrsnetzes gegeben, das einzig dastehe. — Die englischen Verkehrsfachleute besuchten anschließend die Messestadt Leipzig. Bürgermeister H a a k e begrüßte die Gäste, Colonel Sandemann wünschte die persönliche Berührung mit deutschen Menschen, wie sie die englischen Gäste bereits in Berlin erfahren hätten, möge die freundschaftlichen Beziehungen der Nationen verstärken. Die NSKK.Lolonne in Bulgarien. Aus Jugoslawien kommend, traf die 20 Wagen starke Kolonne des N S K K., die sich zur Zeit auf einer großen Tourenfahrt durch Jugoslawien und Bulgarien befindet, in der bulgarischen Grenzstadt Dragoman ein. Zum Empfang hatten sich Vertreter des bulgarischen Kriegsministeriums und anderer staatlicher Behörden, der Präsident des König- lich-Bulgarischen-Automobilklubs, der Bürgermeister von Dragoman, sowie zahlreiche Mitglieder des bulgarischen Touringclubs eingefunden. Die Begrüßung der Fahrtteilnehmer gestaltete sich überaus Sofort ju Minielen 3Zirnmer,Küche. Bad komvl. eingerichtet, Balkon (Neubau-Part. - Stock). Schrift!. Angeb. u. 6257D an o. Gieß. Anz. Schone 625oD 3-Zim.-Wohiig mit Zentralheiz. und Bad z. 1.10. 1937 preiswert zu vermiet. Näh. Stadthaus Bergstraße, Zimmer Nr. 12. Wir suchen zum Ausbau unserer Organisation Haupt-Vertreter der die Befähigung besitzt, Versicherungen abzuschließen, wobei auch Verträge m. Industrie-, Handels- und Gewerbekreisen zur Verfügung stehen. Die Werbung wird durch Sachbearbeiter unterstützt: bei Eignung sind feite Bezüge sowie die Uebertragung des Inkassos vorgesehen. Wir erbitten ausführliche Angebote. Nordstern-Versicherungen Bez.-Dir. Frankfurt a.M., Mainzer Landstr.5 6249 D j Vermietungen | MM mit Badezimmer u.Bodenkammer in der Liebigstr. zumI.November zuvermiet.l«247 v Schriftliche Bewerbungen erb. Baugenoffenfdjan 1894 e. G.m.v.6. Gietzen. K o p e n h a g e n, 26. Sept. (DNB.) Das dänische Volk feierte am Sonntag die Einweihung der S t o r ft r o rn b r ü ck e, die in vierjähriger Arbeit geschaffen wurde. Der König und die Mitglieder des königlichen Hauses, die Landesregierung und 600 Ehrengäste aus dem In- und Auslande waren zur Brückenweihe nach Südseeland gekommen. Unter den Ehrengästen sah man den Reichswirtschafls- minister Dr. Schacht und Reichsverkehrsminister Dr. D o r p m ü l 1 e r. Der dänische Verkehrsminister F i s k e r eröffnete die Feier. Nach ihm sprach der englische Minister Sir Oliver Stanley und dann Reichsverkebrsminister Dr. D o r p m ü l l e r. Dem friedlichen Austausch Mischen den Völkern zu dienen, nannte Dr. Dorpmüller das Ziel des neuen Bauwerkes, in dem sich der Lebenswille des dänischen Volkes verkörpere. „Wir sind beglückt, diese Verbindung mit Dänemark zu haben, denn sie bedeutet eine engere Verbindung zwischen den Völkern." Der mit großem Beifall aufgenommenen Rede des deutschen Verkehrsministers folgten als letzte Ansprache die Worte König Christians X. Der König gedachte der beiden Opfer, die die gefahrvolle Arbeit gefordert hat und dankte allen denen, die an dem großen Werke mitgewirkt haben. Zusammen mit dem König und seinem Gefolge bestiegen dann die Ehrengäste den Sonderzug, um auf Meinungsverschiedenheiten mit dem Staatschef zurückgeführt, die auf dem Gebiete der Außenpolitik liegen sollen. — Ismet Jnonü gilt als Verfechter eines Kurses enger Zusammenarbeit mit Sowjetrußland in der Außen- und Wirtschaftspolitik. Ein offenbar beeinflußter Leitartikel der Zeitung „Taan" sieht indessen den Grund für den Rücktritt nicht in Meinungsverschiedenheiten mit Atatürk. Sie stellt vielmehr fest, daß vielfach die Meinung verbreitet gewesen sei, das Werk der türkischen Revolution und ihre Fortführung ruhe nur auf den beiden Persönlichkeiten Atatürk und Jnönü. Um dem zu begegnen, sei es notwendig, neue Männer heranzuziehen, damit nicht behauptet werden könne, nach dem Ableben dieser beiden führenden Persönlichkeiten sei kein vollgültiger Ersatz vorhanden. Ismet Jnönü habe dem Lande und der Revolution unschätzbare Dienste geleistet. Inzwischen erforderten aber die Zeiten das stärkere Hervortreten von Wirtschaftsführern in der Staatsleitung, weshalb die Betrauung des gegenwärtigen Wirtschaftsministers Bayar mit dem Posten des Ministerpräsidenten als sicher anzunehmen sei. Kunst und Wissenschaft. Forlbildungslehrgang der Bad-Nauheimer Aerzle. Ein Begrüßungsabend vereinte etwa 600 Aerzte aus dem In- und Auslande im Bad-Nauheimer Kurhaus und bildete den Auftakt des 13. Fort- bildungslehrganges der Vereinigung der Bad-Nauheimer Aerzte. Kurdirektor Freiherr von Wechmar hieß die Anwesenden willkommen. Professor ©eifer überbrachte die Grüße der Medizinischen Fakultät der Universität Gießen und stellte mit Freude fest, daß zwischen der Landesuniversität und den wissenschaftlichen Instituten in Bad-Nauheim ein Verhältnis enger Verbundenheit bestehe. Im Kerckhoff-Jnstitut begann die Reihe der Vorträge. Im Namen der Vereinigung der Bad-Nauheimer Aerzte hieß Dr. Kerber die Erschienenen willkommen. Den ersten Vortrag hielte Professor Grote (Dresden) über Kausaltherapie. Als wesentlichen Punkt griff er die ursächlichen Zusammenhänge der Erbkrankheiten heraus. Professor von Verschuer (Frankfurt) sprach über die Erbeinflüsse bei Herz- und Gefäßkrankheiten. Professor Aschoff (Freiburg) brachte den verheerenden Einfluß von infektiösen Erkrankungen zur Darstellung. Professor Löhr (Kiel) berichtete über die Klinik der Herzmuskel- und Herzinnenhautentzündung unter dem Gesichtspunkt der fokalen Infektion. Professor Frey (Bern), einer der besten Kenner der Kreislaufstörungen, sprach über „Aufbrauch und Alter, Arteriosklerose". Professor Külbs (Köln) berichtete über „Berufsschäden toxischer und traumatischer Art als Ursache von Herz- und Gefäßkrankheiten". Professor Heub- ner (Berlin) sprach über Kreislauf- und Genußgifte, Professor Bürger (Bonn) über „Einwirkung der Ernährung auf die Funktion der Kreislauforgane". Professor Ewig (Mannheim) berichtete über Kreislaufstörungen, Professor I. H. Schultz (Berlin) über Neurosen als Ursache von Herz- und Gefäßkrankheiten, Professor Stadler (Plauen) über Syphilis als Ursache von Kreislaufkrankheiten, Professor Frick (Gießen) über die Sonderstellung der kindlichen Kreislauferkran- kuna, Professor Bacmeister (St. Blasien) über Beeinflussung des Herzens durch Thorax-Deformitäten und Lungenkrankheiten und Professor F i - scher (Gießen) über „Aetiologie und chirurgische Therapie peripherer Zirkulationserkrankungen". Der Leiter des Kerckhoff-Jnstituts Professor Koch sprach über die Arbeitsmethoden seines Instituts. Verlobungs-Anzeigen bei Brühl. Schulstr. 7 Jüngerer Hausbursche gesucht. 6254D Fischhaosloxhaven Suche solides ehrliches HW für alle Hausarbeit nicht unt. 20 Jahren alt. Zu erfrag. [52550 Kreuzvlatz 10 I. Plötzlich und unerwartet entschlief am Mittwochmorgen, dem 22. September 1937, nach längerem schweren Leiden mein lieber Mann, unser treusorgender Vater In tiefer Trauer: Marie Günther, geb. Schultheis und Kinder. Herr Johannes Günther Obertelegraphensekretär 1. R. Am 22. d. M. ist unser Kamerad Johannes Günther Obertelegraphensekr. i.R. aus dem Leben geschieden und seinem Wunsche entsprechend in aller Stille bestattet worden. — Dem treuen Kameraden, der dem Bunde länger als 30 Jahre angehörte, werden wir ein ehrendes Andenken bewahren. Reichstrenbund ehemal. Berufssoldaten, Soldatenbnnd e. V. 5246 D Nr. 225 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Montag, 27. ZeptemberlM Autorität, Ordnung, Gerechtigkeit. ^3on $ Oechmann Es war an einem schönen Maiabend im Jahre 1933. Die deutsche Botschaft in Rom hatte zu Ehren des Reichspropagandaministers Dr. Goebbels einen Abendempfang veranstaltet, und Mussolini war dazu erschienen, ein Vorgang, der in der Diplomatenwelt Roms lebhaft besprochen wurde. Der Duce zeichnete die offiziellen Repräsentanten des neuen Deutschlands durch seine persönliche Anwesenheit aus, Grund genug, um schon damals alle möglichen Gerüchte — Befürchtungen auszulösen. Wir hatten in den Tagen zuvor die außerordentlichen Leistungen des Faschismus, der seit wenig mehr als zehn Jahren das Steuer Italiens in der Hand hielt, bewundern dürfen. Wir wußten, daß es der Energie Mussolinis gelungen war, Sardinien wieder zur Kornkammer seines Landes zu machen, daß Millionen junger Bäume auf seinen Befehl hin an den Hängen des Apennin und der Abruzzen gepflanzt worden waren, um den Grundstock neuen Waldreichtums für künftige Generationen zu legen. Wir hatten das gewaltige Werk der Sanierung des Pontinifchen Ackers bewundern dürfen, an dem sich zwei Jahrtausende zuvor vergeblich gemüht hatten und begegneten nun dem Schöpfer dieses mächtigen geistigen und seelischen Umformungswerkes einer ganzen Nation. Der Duce nahm sehr unmittelbar gefangen, weniger vielleicht durch seine äußere Gesamterscheinung, sondern in erster Linie durch den Kopf mit der mächtigen Stirn, das Willensstärke Kinn — und yor allem durch die A u g e n, die den Menschen, den sie einmal gefaßt hatten, nicht wieder loszulassen schienen. Selbstbewußtsein, Willensstärke und Stolz, die daraus leuchteten, unterstrichen auch seine Gesamthaltung. Mit Genugtuung quittierte der Duce unsere Bemerkung, daß wir Deutsche uns glücklich schätzten, in Italien ein festes und klargefügtes Staatswesen studieren zu dürfen, wie wir es auch in Deutschland erstrebten und bald zu erreichen hofften. „Bei uns gibt es nur einen einzigen Willen, der entscheidet", und er traf damit den Wesenskern jener neuen politischen Grundauffassung, die dem Faschismus und dem Nationalsozialismus gemeinsam eigentümlich ist. Als Dr Goebbels eine Frage des Duce nach unseren bisherigen Reiseeindrücken mit dem Hinweis auf Littoria und das Sanierungswerk in den Pontini- schen Sümpfen beantwortete, das bei uns allen höchste Bewunderung ausgelöst hatte, erwiderte der Duce mit einem nachdenklichen Lächeln: „Ja, in fünf Jahren werden dort mindestens 60 000 Menschen leben. Das wird eine neugewonnene Provinz fein." Daß er damals nicht zuviel gesagt hat, beweisen die Tatsachen von heute: Die Gesamtarbeit an der Trockenlegung dieses Gebietes, in dem bis vor etwa zehn Jahren nur einige hundert malariakranke Hirten ihr Nomadenleben vegetierten, konnte früher als vorgesehen beendet werden. Heute gibt es hier blühende Städte und Siedlungsdörfer, in denen Zehntausende gesunder Menschen ein glückliches Dasein auf eigener Scholle führen und durch zweimalige Ernten wesentlich zur Entlastung der italienischen Außenwirtschaftsbilanz beitragen. Im weiteren Verlaufe des Gesprächs, das sich dann dem stürmischen Tempo der innerdeutschen Entwicklung zuwandte — Adolf Hitler hatte ja erst wenige Monate zuvor das Amt des Reichskanzlers übernommen —, erklärte der Duce dann: „Um das Schicksal der nationalen Revolution in Deutschland ist mir nicht bange. Sie hat sich auf breiter Front entwickelt, sie ist von unten her aufgebaut. Die nationalsozialistische Revolution ist kein coup d’ölat, kein Handstreich von oben." Und er fügte abschließend hinzu, daß die alten Ideale des Liberalismus und Individualismus endgültig überwunden seien. „Die Grundlagen des modernen Staatswesens sind: Autorität, Ordnung und (Berechtig- k e i t!" Die Erinnerung an die römischen Erlebnistage vor vier Jahren ist, wie man verstehen wird, heute so lebendig wie damals. Es ist aber vielleicht nützlich und notwendig, das Bild der damaligen Tatsachen mit dem zu vergleichen, was heute in Deutschland und in Italien geschaffen worden ist. In Rom zeichneten sich vor vier Jahren e r ft die U m - risse der Idee eines neuen Imperiums ab, als dessen erste triumphale Verkündung die Via del' Jmpero gelten durste, die Mussolini quer durch die Hauptstadt seines Landes an den Zeugen einer großen antiken Vergangenheit vorbeilegen ließ. Heute ist das Imperium Wirklichkeit geworden, und wenn die beiden führenden Konferenzmächte von Nyon soeben erst die Gleichberechtigung Italiens im Rahmen der neuen Mittelmeerkontrolle anerkennen mußten, so illustriert das den Zeitwandel für Italien sehr klar. Nicht minber klar aber ist der Aufstieg Deutschlands zu neuer Macht. Als wir im Mai 1933 mit Dr. Goebbels in Rom waren, gab es noch kein deutsches Volksheer, das Rheinland stand noch unter dem Sonderregime von Locarno, das Saargebiet war noch nicht befreit, der Völkerbund hatte noch die Möglichkeit, in die deutsche Entwicklung hineinzureden. Auch der Arbeitsdienst hatte sein großes Werk noch kaum begonnen, Millionen Arbeitsloser bevölkerten nach wie vor die Straßen der Großstädte, die Reste der einstigen Vielfalt des Parteiensystems von Weimar bemühten sich vielfach, unterirdisch ihr Leben weiter zu fristen — die neue Ordnung von Staat und Volk stand er st in ihren Anfängen. Heute aber, wenige Monate vor dem Ende des fünften Jahres der Machtergreifung durch Adolf Hitler ist das Bild der deutschen Tatsachen so von Grund auf anders geworden, daß es vielfach scheinen mochte, als hätten wir nie die ersten trüben Nachkriegsjahre seit 1918 durchlebt. Auch darin hat Mussolini recht behalten: Der Weg der deutschen Revolution von 1933 ist siegreich gewesen, und genau wie in Italien hat die Willenskraft eines einzigen Mannes unser nationales und persönliches Dasein bis in die letzten Verästelungen hinein so vollständig umgeformt, daß wir heute uns alle mit Stolz zu dem großen Wort des Führers vom letzten Parteitag bekennen: „Wir sind ein germanisches Reich deutscher Nation geworden." Man hat noch vor wenigen Jahren versucht, spitzfindige Unterschiede zwischen den großen autoritären Volksbewegungen in Deutschland und in Italien zu machen. Man hat sich darum.bemüht, die Herkunft und das Wirken des Faschismus vom Staate her und seine Wirkungsweise als rein mechanisch zu erklären, während der Nationalsozialismus seine Kraft aus dem Volke ziehe und somit organisch sei. Uns scheint, daß solche Theorien einen falschen Ausgangspunkt haben. In Deutschland und in Italien war es die Kraft, der kompromißlose und ungebändigte Wille einer geschichtlichen Einzelpersönlichkeit, die etwas grundlegend Neues schufen. Daß Mussolini sein Volk vom Staate her um- aeformt hat und daß demgemäß die faschistische Doktrin das rein Staatliche häufig mehr betont hat als der Nationalsozialismus, ist lediglich in der geschichtlichen Entwicklung beider Bewegungen begründet. Der Faschismus kam an die Macht, als er sich, rem zahlenmäßig gesehen, in seinem Volke zunächst noch in einer scheinbar hoffnungslosen M i n- derzeit befand, während der Nationalsozialismus in jahrelangem Ringen um die Seele seines Volkes bereits zu einer Millionenbewegung geworden war, als Adolf Hitler die Regierungsmacht in feine Hände nahm. Staat und Volk find aber voneinander völlig untrennbar, zwischen beiden besteht eine innige Wechselwirkung, es gibt kein starkes Staatswesen ohne ein starkes, von einem einheitlichen Willen geführtes Volk. Keine Regierung kann „auf Bajonetten sitzen", eine Erkenntnis, die gerade Mussolini in seinen schwierigen ersten Regierungsjahren mit dem Erfolg angewandt hat, daß es heute in feinem Imperium keinen Italiener mehr gibt, der nicht faschistisch dächte und handelte. Wenn bei uns der Nationalsozialismus den Staat in allen seinen Erscheinungsformen umwandelte, um ihn stark zu machen, so formte Mussolini vom Staate aus eine einheitliche Nation. In der letzten Wirkung aber haben der Führer und der Duce das gleiche erreicht: Sie haben ihren Völkern und den Ideen ihrer Nationen neue Macht gegeben und beide Staaten mit neuer europäischer Daseinsberechtigung erfüllt. Der Duce in der Hauptstadt der Bewegung. Begeisterter Empfang durch Partei und Bevölkerung.-Austausch höchster Auszeichnungen zwischen Führer und Duce. Triumphfahrl durch München. München, 25. Sept. (DNB.) Als nach der Ad'ahrt vom Bahnhof der Wagen des Führers, in dem auf den Rücksitzen rechts der Duce, links der Führer Platz genommen hatte, die Triumphpforte beim Eingang zur Schügenftraße passierte, war die Luft erfüllt von einem Orkan des Beifalls und des Ueberfchwangs der Freude. Die ganze Straße war wie ein wogendes Meer in Grün und Weiß und Rot. Hunderttausende, die sich hinter dem Spalier der SS. drängten, schwenkten Fähnchen in den Farben des faschistischen Italiens und rote Hakenkreuzfähnchen. Nach allen Seiten grüßt der Duce immer wieder. Der Karlsplatz trägt einen riesigen Ernte- kranz, symbolisches Zeichen eines von reichem Arbeitssegen gekrönten Jahres. Durch das Karls- tor geht die Fahrt dann weiter durch die Neuhauser- und die Kaufinger Straße. Den Marienplatz flankieren vergoldete Säulen, die abwechselnd die Wappen deutscher und italienischer Städte tragen. Von jedem Wappen spannt sich ein schmales Fahnenband in den Farben der Stadt hinaus zu dem Dachfirst der Giebelhäuser und des Rathauses. Kein Fenster ist hier freigehalten, wie Trauben hängen die Menschen übereinander in den Fenstern. Durch die Dienerstraße geht es weiter zum Max-Joseph-Platz. Der ganze Platz strahlt im pompejanischen Rot. Nun geht die Fahrt die Residenzstraße entlang, langsam fährt der Wagen mit dem Duce und dem Führer am Mahnmal vorbei. Der Duce grüßt mit dem faschistischen Gruß die 'Toten vom 9. November 1923 Als die Wagenkolonne in die Weite des Odeonsplatzes hineinführt, bricht die Sonne durch, und der weite Platz mit seinen ockergelben Häuserfronten ist von Wärme und Licht erfüllt. Die Lud- wigstraße, die wie zum Tag der Deutschen Kunst in leuchtendem Rot strahlt, ist in eine feurige Glut getaucht, in goldenem Glanz strahlen Liktoren- bündel und Hoheitszeichen von den roten Fahnen. Durch das Ehrentor biegt nun die Wagenkolonne in die Von-der-Tann-Straße ein. Aus dem Grün des Englischen Garten leuchten weiß die Säulen des Hauses der Deutschen Kunst. Dann hält der Wagen mit dem Duce und dem Führer vor dem Prinz-Karl-Palais, wo beide den Wagen verlassen. Nur die engste Begleitung folgt dem Duce und dem Führer in das Haus, das dem Duce Heim während seines Aufenthaltes in der Hauptstadt der Bewegung sein wird Der bayerische Ministerpräsident Siebert empfängt hier als Hausherr den Duce. Wenige Minuten, nachdem der Duce und der Führer das Prinz-Carl- Palais betreten haben, kehrt der Führer durch die Prinzregentenstraße in seine Wohnung am Prinzregentenplatz, die wie in der Kampfzeit in der Etage eines Mietshauses liegt, zurück. Mussolinis Besuch beim Führer. Die erste Unterredung. 11.25 Uhr: Von fernher ein Brausen. Alle Hände recken sich, alle Fähnchen winken, ein einziger Schrei des Jubels. Mussolini kommt. Er steht im Kraftwagen und grüßt freundlich nach allen Seiten. Ihm zur linken fitzt Rudolf Heß. Im Gefolge des Duce befinden sich Konsul Marchese Lanza d'Ajeta und Botschaftsrat Gral Magistrate Punkt 11.30 Uhr hält der Kraftwagen vor dem Haus des Führers. Adolf Hitler begrüßt Mussolini am Kraftwagen und geleitet ihn ins Haus Die beiden Staatsmänner hatten eine mehr als einftünbige Unterredung. Gleichzeitig stattete der italienische Außenminister Graf C i a n o dem deutschen Reichsaußenminister Freiherrn von Neurath einen Besuch ab, an den sich eine längere Aussprache anschloß. Kranzniederlegung an den Ehrentempeln. Zu Häupten der vieltausendköpfigen Menge, die den Königlichen Platz füllt, lodern auf den mit italienischen und deutschen Farben geschmückten Propyläen vier große Opferschalen. Von weither leuchtet das flammende Rot, mit dem der Karolinenplatz geschmückt ist. Gewaltige Menschenmassen umsäumen den mit großen Feuer-Pylonen umgebenen Platz und grüßen begeistert die zu dem feierlichen Akt der Heldenehrung anfahrenden italienischen und deutschen Persönlichkeiten. Vor den beiden Ehrentempeln, in denen ebenfalls Feuer- Pylonen entflammt sind, haben je eine Ehrenkompanie der SS.-Standarten „Adolf Hitler' und „Deutschland" mit aufgepflanztem Gewehr Aufstellung genommen. , , Kurz vor 13 Uhr trifft, von tosenden Heilrufen begrüßt, der F ü h r e r am Braunen Haus ein. Wenige Minuten später erscheint Mussolini, begleitet von Rudolf Heß. Die Ehrenformationen präsentieren das Gewehr. Langsam schreiten Mussolini und der Führer die Stufen des Ehrentempels empor Nach kurzem Verweilen begeben sie sich, während die Musik die Vergatterung spielt, in die Gruft, wo Mussolini die Reihen der Sarkophage abschreitet. Die faschistischen Kranzträger legen einen herrlichen Lorbeerkranz mit den italienischen Farben nieder Nach der Kranzniederlegung begaben sich der Duce und der Führer mit dem Stellvertreter des Führers ins Braune Haus. Der Führer geleitete feinen Gast zunächst in die Fahnenhalle zu Der Führer und der Duce fahren durch das jubelnde München. — (Scherl-M.) den ältesten Fahnen der Bewegung und den Standarten der Münchener SA. Anschließend begaben sich der Duce und der Führer in den Senaiv r e n s a a l und das Führerzimmer des Braunen Hauses. „Von hier aus haben mir Deutschland erobert", mit diesen Worten kennzeichnete der Führer die Bedeutung des Braunen Hauses. Darauf begaben sich Mussolini und der Führer in das große Verwaltungsgebäude der NSDAP. Auf einem kurzen Rund- gang gaben der Führer und Reichsfchatzmeister Schwartz dem Duce Erläuterungen über die Einrichtungen des Bauers und die Arbeit der Verwaltung der NSDAP. Dann begaben sich der Duce und der Führer mit ihrer Begleitung zum F ü h r e r b a u. In der Empfangshalle war das höchste Führerkorps der NSDAP, in zwei Gliedern angetreten. Als der Duce mit dem Führer die Halle betrat, meldete der Stellvertreter des Führers dem Duce: „Die Führerschaft der NSDAP, angetre- t e n". Der Führer stellte nun dem Duce die Reichsund Gauleiter der NSDAP, und die höchsten Führer der Gliederungen der Bewegung vor. Der Duce begrüßte jeden einzelnen mit Handschlag. Der Leiter des Traditionsgaues der NSDAP. München-Oberbayern, Adolf Wagner, brachte bann ein dreifaches Sieg-Heil auf den Duce und anschließend auf den Führer aus, in das die Führerschaft der Partei einstimmte. Empfang im Führerhaus. Am Samstagmittag gab derFührerim Führerhaus Mussolini einFrühstück.an dem der italienische Außenminister Graf C i a n o , Botschafter A11olico , die Minister S t a r a c e und A l - f i e r i, Gesandter Rocco, Cav. Sebastiani und das übrige Gefolge des Duce, ferner der Stellvertreter des Führers Rudolf H e ß , der Reichsminister des Auswärtigen Freiherr von Neurath, fast alle Reichsleiter, Reichsstatthalter Ritter von Epp, Obergruppenführer Brückner, die Botschafter von Ribbentrop und von H a s s e l l, Korpsführer Hühnlein, Reichsfrauenführerin Frau Scholtz- Klink, General der Infanterie List, Oberpräsident Prinz von Hessen teilnahmen. Die übrigen Mitglieder des Führerkorps der NSDAP, waren Gäste des Führers im Kasino des Führerhauses. Für die weitere Führerschaft der NSDAP, gab Oberbürgermeister F i e h l e r im Auftrage des Führers im alten Rathaussaal ein Essen. An das Frühstück im Führerhaus schloß sich in der großen Empfangshalle ein E m p f a n g, zu dem die gesamte höhere Führerschaft der Partei geladen war. Der Führer ehrt den Duce. Grotzkreuz vom Deutschen Adler und GoldenesHoheitszeichen für Mussolini. Der Führer und Reichskanzler überreichte gelegentlich seines Gegenbesuches im Prinz-Earl- Palais dem italienischen Regierungschef ITluffolini als persönliche Ehrung eine nur für ihn bestimmte einmalige Ausführung des Groh- kreuzes des Ordens vom Deutschen Adler, dessen erster Inhaber Mussolini ist. Die Ordenszeichen sind in Gold gearbeitet, der Bruststern ist mit Brillanten beseht. Die Auszeichnung befindet sich in einer silbergeschmiedeten, mit Bernstein ausgelegten Kassette und trägt auf dem Deckel das Hoheitszeichen in Gold. Ordensinsignien und Kassette sind nach den Entwürfen Münchener Künstler gefertigt und stellen eine hervorragende Arbeit deutscher Goldschmiedekunst dar. Der Führer hat dem Duce ferner das Goldene Hoheitszeichen der Partei überreicht. Das Hoheitszeichen in Gold wurde bisher allein vom Führer der Partei getragen. Die feierliche Kranzniederlegung an der Ewigen Wache am Königlichen Platz. — (Scherl-M.) W W/- »W , >4 ' ", •* ■< < V ■ '/*■' 3 ' -- Wo Mussolini in Berlin wohnt: Das Reichspräsidenien-Palais — Wilhelmstraße 73. MMSK Es ist eines der schönsten und geschmackvollsten Schlößchen Berlins, das dem italienischen Regierungschef bei seinem Berliner Besuch zum Aufenthalt dient. Das ehemalige Reichspräsidenten- Palais, das Haus Wilhelmstraße 73, gehört zu dem Berliner „Regierungsviertel", das allen Fremden bekannt ist. Die Häuserreihe, die sich von der Straße Unter den Linden aus südwärts hinzieht, stammt aus der Regierungszeit Friedrich Wilhelms I., der seine Hauptstadt in planmäßigem Vorgang erweiterte und nach städtebaulichen Gesichtspunkten ge- Hauses, dem Grafen Schleinitz, überwiesen und ist bis 1918 das „Ministerium des königlichen Hauses" geblieben. Rach dem No- oemberumsturz von 1918 wurde der Barockbau zum Sitz des Reichspräsidenten ausersehen. Das Palais stellt die umfangreichste Anlage dar, die in Berlin den Adelshotels des 17. Jahrhunderts nachgebildet worden ist. Es ist gegen die Straße durch ein schmiedeeisernes Gitter abgegrenzt, das durch Sandsteinpfeiler mit dekorativen Skulpturen geteilt und belebt wird. Dahinter befindet sich der Vorhof, dessen Fläche durch einen bronzenen Brunnen und eine ovale Blumenanlage gegliedert roirt). Die Architektur des Schlößchens, das mit seinen beiden Seitenflügeln und dem zurückliegenden Mittelbau den Vorhof umgrenzt, bietet ein erlesenes Beispiel für den Berliner Spätbarock. Sehr eindrucksvoll stellt sich der vorspringende, durch Pilaster gegliederte Mittelteil des zurückgebauten Flügels dar, der durch ein wuchtiges Konsolengebälk ausgezeichnet ist. Im ersten Stockwerk befinden sich die Räume, die für repräsentative Zwecke bestimmt sind, so der Fest - s a a l, der die ganze Tiefe des Hauses einnimmt und einer der schönsten Säle ist, die man in Gebäuden des älteren Berlin finden kann: ein sehr weiter und hoher Raum, dessen Gliederungen über Türen und Fenstern in Weiß gehalten sind, während die paarweise angeordneten Pflaster aus grauem und rötlichem Marmor bestehen. Die schwungvoll gewölbte Decke ist mit Gemälden geschmückt, deren größtes eine uralte Menschheitssehnsucht darstellt, die Eroberung der Luft, die Sage von Dädalus und Ikarus. Die Dorräume, die sich nach links anschließen, sind mit Dekorationen aus dem späten Rokoko geschmückt. Die Ausstattung dieser festlichen Zimmer wirkt durch vornehme Zurückhaltung, die Möbel des großen Saales sind dem Charakter ihrer Umgebung würdig und stilvoll an» ftaltete. Das Haus der Wilhelmstraße, das jetzt die Nummer 73 trägt, wurde in den Jahren 1737 bis 1739 im Stile eines Adelshotels nach Plänen von W i e s e n d für den Landjägermeister v. Schwe - r i n erbaut. Der stattliche Barockbau, der sich also zunächst in privatem Besitz befand, wechselte im Laufe der Jahrzehnte wiederholt seinen Eigentümer, so ließ Graf von der O st en, der das Palais im Jahre 1778 bezog, das Innere neu Herrichten. In den vierziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts erwarb Friedrich Wilhelm IV. die Anlage, die seitdem mehreren M i - n i ft e r i e n als Sitz diente. 1866 bis 1871 wohnte hier der Gouverneur von Berlin, 1872 wurde es dem Minister des königlichen geglichen. Das Palais hat auck in der Kulturgeschichte Berlins seine Epoche geyabt. Die Gattin des ersten Hausministers, des Grafen Schleinitz, eine geborene Baronesse von Buch, gehörte zu den kunstsinnigsten Frauen des damaligen Berlin, die viele berühmte Künstler und Gelehrte bei sich versammelte. Zu ihren Freunden gehörten Richard Wagner und Frau Cosima; Menzel, Lenbach, Anton von Werner, Wilbrandt und Helmholtz haben in diesem Hause verkehrt, und auf den geselligen Abenden, die Frau von Schleinitz veranstaltete, traf man die bekanntesten Vertreter des geistigen Deutschland von damals. Es ist also ein schönes und würdiges, ein an Geschichte und Erinerungen reiches Haus, das Mussolini bewohnt. D. S. Deutschland fängt wieder Wale! Die erste Kangexpedition seit hundert Jahren. Im Herbst dieses Jahres läuft erstmalig eine deutsche Walfangexpedition aus, bestehend aus einen 22 000 Tonnen großen Walfangmutterschiff und acht Fangbooten, um in der Antarktis Walfang zu treiben Damit gesellt sich Deutschland nach langer Unterbrechung wieder zu den Rationen, die schon immer Walfang trieben. Jährlich gab früher Deutschland Millionenwerte für die Einfuhr von Wal öl aus, das hauptsächlich zur Margarineherstellung verwendet wird. So wurden allein im Jahre 1930 rund 166 000 Tonnen (für 90 Millionen Mark) und 1932 fogar 334 000 Tonnen (für 135 Millionen Mark) Walöl eingeführt. Der Walfang wird jetzt in der Hauptsache in dem Gebiet des Südpolarmeeres ausgeführt. Jährlich — Ende September, Anfang Oktober — treffen, von Norden kommend, die 19—20 000 Tonnen großen Mutterschiffe, Kochereien genannt, in den Stützpunkten Montevideo, Horbart oder Kapstadt ein und stoßen dort zu den eigentlichen Walfangbooten. Nachdem die Kocherei den Vorrat an Lebensrnitteln und Kohlen ergänzt hat, beginnt die Walfangexpedition die Fahrt in das eigentliche Fanggebiet. Die Reise dorthin gehört oftmals zu dem beschwerlichsten Teil der gesamten Expedition. Es gilt, durch eine Zone stürmischer Westwinde zu kommen und einen oftmals 1000 Kilometer breiten Packeis- gürtet zu überwinden. Im Fangegebiet angekommen, verlassen die Fangboote das Mutterschiff bzw. die Kocherei und gegen auf Walfang. Diese Fangboote sind etwa 50 bis 100 Tonnen große Fahr- zeuge, dabei jedoch äußerst flink und wendig. Ein jedes Boot ist mit einem Geschütz ausgerüstet, dessen gezogenes Rohr eine mit einer Sprenggranate geladene Harpune abfeuern kann, an der eine etwa 1000 Meter lange starke Leine befestigt ist. Wal in Sicht... Hat der Ausgut einen auftauchenden „blasenden" Wal gesichtigt, beginnt sofort die Jagd nach dem Tier. Oft dauert es Stunden, ehe das Boot in Schußweite von 10 bis 60 Meter an den Wal herangekommen ist. Endlich eine günstige Schußgelegenheit, und schon feuert der „Schießer" die etwa 65 Kilogramm schwere Harpune ab. Wie der Blitz taucht der getroffene Wal unter, jagt davon und zieht das Boot an der abrollenden Leine nach. Sobald der Wal ermattet wieder an der Oberfläche des Wassers auftaucht, um zu atmen, wird nach und nach die Leine eingezogen und das Tier durch weitere Schüsse getötet. Man ist jetzt auch dazu übergegangen, den Wal auf weniger schmerzhafte Art durch den elektri- schen Strom zu töten. Die Erfindung stammt von dem deutschen Professor Weber. Statt der Leine zieht die Harpune ein dünnes Kabel nach. Sitzt die Harpune im Körper des Wales fest, erfolgt vom Schiff aus die Tötung durch den elektrischen Strom. Um ein Absacken des toten Tieres zu vermeiden, wird der erlegte Wal an das Fangboot herangezogen und mit starken Ketten befestigt. Neuerdings bläst man den Wal durch Preßluft auf, so daß er wie ein Boot neben dem Schiff schwimmt. Nun gehts mit schneller Fahrt zur Kocherei, wo das tote Tier abgeliefert wird. Oelfavriken auf dem Wasser. Auf der Kocherei, die im wahrsten Sinne des Wortes einer schwimmenden Delfabrit gleicht, herrscht jetzt Hochbetrieb. Es gilt schnellstens die von den verschiedenen Fangbooten abgeliefer» ten Tiere zu verarbeiten. Zuerst treten die „Flen- fer" in Tätigkeit, die mit sensenartigen Messern die etwa 10 bis 25 Zentimeter dicke Speckschicht des Wales abtrennen. Diese Arbeit findet auch jetzt noch zum größten Teil längsseits der Kocherei statt. Da diese Arbeit allerdings nur bei verhältnismäßig ruhiger See verrichtet werden kann, hat man bei den modernen Kochereien am Heck des Schiffes eine große Oeffnung eingebaut, durch die der Wal an Deck gezogen und auch bei rauhem Seegang verarbeitet werden kann. Die von den Flensern abgetrennte Speckschicht wird in fußgroße Würfel geschnitten und dann wandern diese Speckstücke in die Kochapparate und werden in Walöl umgewandelt. Die besonders großen Knochen des Wales werden zersägt und aus ihnen wird ebenfalls in bestimmten Apparaten Del gewonnen. Auf diese Weise wird innerhalb von vier bis fünf Stunden auf der Kocherei jeder erlegte Wal restlos zu Walöl verarbeitet. Wenn man bedenkt, daß ein „Durchschnitts"-Wal eine Länge von etwa 20 Meter aufweist und dabei ein Gewicht von 80—100 000 Kilogramm hat, so kann man einigermaßen ermessen, in welch kurzer Zeit ein so großes Tier rasch und sachgemäß zerlegt wird. Ein solcher Wal ergibt im allgemeinen einen Ertrag von 25 0 0 0 Kilogramm Walöl. Wochenlang haben die Männer der Walfang- Expedition hart zu arbeiten. Denn ehe die Heimreise angetreten werden kann, müssen Hunderte von Walen in die >,Kochtöpfe" gewandert sein. Werner Weber. Rundfunkprogramm Die Reichssendungen am 27. September. DNB. Aus Anlaß des Eintreffens des italienischen Regierungschefs Mussolini in der Reichs- Hauptstadt veranstaltet der deutsche Rundfunk folgende Reichssendungen- Deutschlandsender: 17 bis 19 Uhr: Unterhaltungskonzert. Gegen 17.30 Uhr Berichte von der Ankunft des Führers mit dem Duce und von der Fahrt durch die Triumphstraße über Brandenburger Tor zum Reichspräsidentenpalais Reichsfender Stuttgart: 19 bis 20 Uhr festliches Konzert. Es werden gespielt Werke von: Mozart, Verdi und Richard Strauß. Es wirken mit: Margherita Perras (Sopran), Helge Roswaenge (Tenor), Karl Schmidt- Walther (Bariton). Reichssender Berlin: 20 bis 20.10 Uhr: Nachrichtendienst. 20.10 bis 22 Uhr: Unterhaltungskonzert mit großem Orchester und Chor. Gegen 20.45 Uhr: Zusammenschnitt der ab 17.30 Uhr gegebenen Berichte. Dolksgeinemschastsdiensl im zivilen rustschuh. Große Lehrübung in Lich. * Lich, 26. Sept. Nachdem die Bürgermeister des Kreises Gießen vor einiger Zeit auf der Burg Gleiberg in einem Lehrgang mit dem Luftschutz vertraut gemacht worden waren, brachte der gestrige Samstag in unserer Stadt eine großangelegte Lehrübuna. Dazu waren viele Bürgermeister der umliegenden Gemeinden eingeladen worden, ferner waren die Untergruppenführer des RLB. und die Kommandanten der dörflichen Feuerwehren erschienen. Für die aktiv Beteiligten war diese Uebung die erste ihrer Art im Dienste des Luftschutzes. Die Leistungen, die dabei gezeigt wurden, verdienten infolgedessen um so höher gewertet zu werden. Die Uebung war nicht für die gesamte Bevölkerung bestimmt, d. h. das Leben in der Stadt ging seinen gewohnten Gang. Nur der Durchgangsverkehr war für geraume Zeit gesperrt. Der Bevölkerung war Gelegenheit gegeben, als Zuschauer sich von der Notwendigkeit des aktiven Einsatzes im Luftschutzdienst zu überzeugen, und davon wurde in sehr ausgiebiger Weise Gebrauch gemacht. Zahlreiche Vertreter der Partei, der Behörden und der Polizei nahmen teil. Für das Kreisamt war Regierungsrat Dr. Krüger erschienen. Die Leitung der Uebungen laa in Händen des Bürgermeisters Geil, dem vom Reichsluftschutzbund die Herren H i l d und Meckel zur Seite standen. Nach dem Alarm fand zunächst eine Hausübung im alten Rathaus statt. Hauswart und Hausfeuerwehr begaben sich auf ihre Posten, Melder hielten die Verbindung aufrecht zwischen dem Referenten, Lehrer Hild, der die angenommenen Vorgänge im Hause erläuterte, und den Obergeschossen, 23er» wundeten-Behandlung mit Einsatz von Laienhelferinnen wurde demonstriert, und alle Maßnahmen praktisch und theoretisch dargelegt, die in einem Schadensfall« ergriffen werden müssen. Der zweite Teil der Hebung veranschaulichte die Gefahren aus einem Abwurf von Brandbomben. Diese Vorführung führte die zahlreichen Teilnehmer und die Zuschauer an die Kleinkinderschule. Hier wurde insbesondere der zielbewußte Einsatz der Hausfeuerwehr dargestellt, aber auch die Alarmierung einer Löschgemeinschaft durchgeführt, die innerhalb kurzer Zeit anrückte und die Bekämpfung des entftanbenen Brandes kräftig unterstützte. Der weitere Ablauf der Lehrübung führte an das Haus Adlerplatz 1, wo ein Einsturz des Hauses unter der Wirkung von Sprengbomben, die Verschüttung von Hausbewohnern und die Zerstörung der Wasserleitung angenommen war. Hier hatte der Aufräumungstrupp einzusetzen, Abstützungen vorzunehmen, die „Verschütteten" mußten befreit und ihnen durch die Laienhelferinnen erste Hilfe zuteil werden, schließlich wurden auch die Sanitätsmannschaften zur ersten Hilfeleistung für die Schwerverletzten eingesetzt. Den Abschluß der Uebung bildete die Bekämpfung eines „Brandes" im Hellwigschen Hause am Kirchenplatz, dessen die Hausfeuerwehr und die Löschgemeinschaft nicht Herr werden konnte, da nach der Annahme durch Bombeneinschlag die Hauptwasserleitung der Stadt gefährdet worden war. Außerdem galt es den gefährdeten Hauswart aus den oberen Stockwerken zu bergen. Die Pflichtfeuerwehr und die Freiwillige Feuerwehr rückten mit allen Geräten aus und griffen den Brand energisch an. Die Motorspritze wurde innerhalb kürzester Zeit wirksam eingesetzt und gab bald nach der Alarmierung durch eine 260 Meter lange, vorbildlich gelegte Schlauchleitung aus der Wetter erhebliche Wassermengen zur Brandstätte. Nach der Entwarnung fand man sich wieder vor dem alten Rathaus ein Regierungsrat Dr Krüger als Vertreter des Kreisamtes hielt eine kurze Ansprache, in der er zunächst seiner Befriedigung über den Ablauf der Uebuna Ausdruck gab. Er wies eindrücklich auf die Gefahren hin, die eine kriegerische Auseinandersetzung auch dem flachen Lande bringe, und betonte die unabdingbare Notwendigkeit des gemeinsamen zielbewußten Einsatzes geaen die Gefahren aus Luftangriffen. Im Anschluß an die grundsätzlichen Ausführungen des Vertreters des Kreisamtes fand im „Holländischen Hof" eine fachliche Besprechung statt, die ganz im Zeichen der Bemühung stand, durch praktische Vorschläge der großen Sache des Luftschutzes zu dienen. Der Verlauf der Besprechung brachte eine Fülle von wertvollen Vorschlägen und beschloß so die gesamte Uebung in bester Werse. Wirtschaft. * Die Neuzugänge bei den öffentlichen Lebensversicherungsan st alten im August. Bei den im Verband öffentlicher Lebensversicherungsanstalten in Deutschland zusammengeschlossenen Anstalten sind im 21 u g u ft 11 823 Anträge mit einer Versicherungssumme von 23,9 Mill. RM. gestellt worden (gegenüber 12 271 Anträgen mit einer Versicherungssumme von 24,5 Mill. RM. im Vormonat und 17 721 Anträgen mit einer Versicherungssumme von 22,5 Mill. RM. im August 1936). Die Durchschnittssumme der Anträge betrug im August in der Großlebensversicherung 3824 RM., in der Kleinlebensoersicherung 428 RM. In den ersten 8 Monaten des laufenden Jahres sind Neuanträge im Gesamtbeträge von 206,8 Mill. RM. eingegangen, gegenüber 211,9 Mill. RM. in der gleichen Zeit des Vorjahres, 196,5 Mill. RM. in der gleichen Zeit des Jahres 1935 und 156,3 Mill. RM. in der gleichen Zeit des Jahres 1934. Rhein-Mainische Börse. Behauptet. Frankfurt a. M., 25. Sept. Während vom Publikum kaum Aufträge Vorlagen, schritt der berufsmäßige Handel eher noch zu kleinen Glattstellungen, so daß die Wochenschlußbörse am Aktienmarkt vorwiegend nur knapp behauptet war. Die schwache Haltung der Auslandsbörsen schien die Unternehmungslust zu hemmen, ebenso der bevor- stehene Quartalsultimo. Im allgemeinen wichen die Kurse nur um Prozentbruchteile zurück. Stärker ermäßigt waren jedoch am Montanmarkt Mannesmann mit 121,75 (122,90) und von Elektrowerten RWE. mit 130,25 bis 130,50 (132). Sonst kamen vorerst zur Notiz: IG. Farben 163,25 (163,75), Bemberg 150 (150,65), Moenus Maschi- nen 124,50 (125), Verein. Stahlwerke 118 (118,40), Rheinstahl 154,25 (154,75), Hoesch 123,75 (124). Rheinmetall mit 152,75, Westdeutsche Kaufhof mit 59,50 und Jul. Berger mit 144,65 lagen behauptet. Der Rentenmarkt lag gleichfalls sehr sttll. Reichsanleihe-Altbesitz bröckelten 0,13 v. H. ab auf 128,13, Kommunal-Umschuldung wurden zu unver- ändert 94,70 gefragt, ebenso Rhein-Städte-Altbesitz zu 132,50. Der Pfandbriefmarkt lag bei kleinen Umsätzen unverändert, auch Stadtanleihen erfuhren nur geringe Abweichungen, 4xk v. H. Darmstadt von 1926 97,50 (97,75). Von Reichsanleihen gab die 5prvz. von 1927 auf 101,40 (101,65) nach. Neu eingeführt wurden 5proz. Röchling-Obligatto- nen zu 101,25 v. H. Reichsbahn-Vorzugsaktien bröckelten 0,25 v. H. ab auf 127,65. Kurszettel der Berliner und Iranksurier Börje. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt oeschlosienen Dividende an. Reichsbankdiskont 4 v H., Lombardzinsfuß 5 o. H Frankfurt a. M. Berlin Schluß- kurs Schluß!. Abendbörse Schluß- fürs Schluß! Mittag- börse Darum 24.9 25 9 24-9. 25.9. 6% Deutsche Reichsanlethe v. 1927 101,65 101,4 — 101,4 4% Deutsche Retchöanl. von 1934 4y2% Deutsche Reichsschatzanwet- 98,9 98,9 98,75 « Her. Ä Ld Hs toct)öerDetl Kirche», ld) der An. Herleitung erbem 0^ ,eren Stock. > und die ■ D'r Rotor. «>n, die eine dm flauen lngbare 'Rot- Ei^atzrs 1 Ansführun. >nd im „hol. ung statt, die - durch prak. ’ Lustschutzes )ung brachte und beschloß !ge. en schien die iso der bevor- leinen wichen zurück. Stär- inmarkt Manin Elektrower- (132). Sonst färben 163,25 oenus Maschi- ! 118 (118,40), 123,75 (124). e Kaufhof mit gen behauptet, alls sehr still. d. j). ab auf ’n ]u unaer» tädie-WÄeH , bei Heinen riechen ersuh. v. H. Darm- Reiihranlechen (101.65) nach. iling-Dbligatio- Vorzugsaktien w vidende an. Sttlm 24-9 25 9- Witta? bitte W turi B’. D-- ch'Z 168 61-9 io? 126,5 127 128,5 123 153,25 114,75 229,9 187 139,9 120,5 1513 165,25 154,5 163-25 135, 154,5 l4M 175,5 ,2V53 139 122 153, 156. 114,5 186,75 139, 120 152 165 132 154iü 136,13 154,7- 146 53 175,5 139,5 119,5 134 119-75 iso 135i« >8 5 '26,25 155,2 131- 149,2 164,5 17'3 93,5 215 *15. «Iß 33-4 154.5 130-5 '•iS i*S 2133 IlM 59- 117-2 1563 33,65 5,694 62.°j 48.95 11,Z 63-$ 57,$ 16, 72 70 i,12 i,05 ,22 1,72 f,3 5-7$ 62-2 19$ 11-2 (3-5 HL. tritt in die SA. und ES. ein. Ein längst vertrautes, fesselndes Bild bot am Sonntagvormittag der Brandplatz, als die Formationen der SA. und der HI. dort Aufstellung genommen hatten. Bor der Front der HI. stand die Jugend, die gestern den Formationen der SA. eingereiht werden sollte. Nach der üblichen Meldung der Einheiten an Standartenführer Lutter eröffnete der Musikzug der SA.-Standarte 116 unter Leitung von Musikzugführer Herrmann den Festakt. Bon dem Musikzug und dem Spielmannszug der SA. begleitet klang das Lied der Hitler-Jugend auf. Ein Sprecher der motorisierten HI. gab dem beglückenden Gefühl von dem Kameraden zur Seite durch folgenden Vers Ausdruck: Wenn einer von uns müde wird, der andere für uns wacht; wenn einer von uns zweifeln sollt, der andere gläubig lacht; wenn einer von uns fallen sollt, der andere steht für zwei: denn jedem Kämpfer gab ein Gott den Kameraden bei! Unterbannsührer Rühl nahm hierauf die Verabschiedung der ausscheidenden Hitlerjungen vor. Er erinnerte die Jungen daran, daß sie freiwillig der HI. beigetreten waren und den Treueschwur auf den Führer ablegten. Er rief noch einmal die Erinnerung wach an die gemeinsam durchlebte und durchkämpfte Zeit, in der ste sich in Kameradschaft zusammenfanden und sich für den Dienst am Volke vorbereiteten, um sie dann darauf hinzuweisen, daß sie nun, da sie sich würdig gezeigt haben, den Sturmformationen überwiesen zu werden, dort freudig ihre Kenntnisse einzusetzen. Weiterhin gab er der Hoffnung Ausdruck, daß sie sich dort würdig erweisen und freudig ihre Pflicht tun werden als ganze Kerls. Damit verabschiedete er seine Kameraden, indem er sie zum letzten Male im Namen des Führers grüßte. Als der dienstälteste Führer der Kampfformationen im Standort Gießen übernahm EA.-Gtandartenführer Lutter die Jungen in die Formationen der SA., der Marine-SA., der SS. und des NSKK. Indem er ihnen seinen Gruß entbot, sprach er die Hoffnung aus, daß jeder einzelne das, was er in der HI. gelernt hat, in den Organisationen der Bewegung weiter vorwärtsträgt und mit diesen gemeinsam den Kampf für die Bewegung und das Reich Adolf Hitlers aufnimmt. Dann wies er sie auf frühere Aufnahmen in die Sturmabteilungen hin, die wieder abgegeben werden mußten oder die zerbrochen am Wege liegen blieben. Von euch aber, so betonte der Standartenführer, die ihr in einem neuen Geiste ^Zogen und die ihr freiwillig und unbeschwert von Einflüssen früherer Weltanschauungen zu uns gekommen seid, verlangen wir ganzen Einsatz. Ihr wißt, was der Führer von euch verlangt, und auf euren Schultern ruht eine Verantwortung so schön und groß und schwer, die keiner Jugend jemals gestellt worden ist. Indem er die Jungen in die Formationen übernahm, rief er ihnen als Willkommensgruß den Sinnspruch zu: Für ein Volk zu leben und für ein Volk zu sterben ist keiner zu iung! Oer (Staffelführer des 71SKK. Mohr brachte in einem sinnigen Vorspruch die angesichts der Todesopfer der Gefallenen gereifte Bereitschaft zur Tat für Volk und Vaterland zum Ausdruck, und die HI. sang das an die toten Kameraden mahnende Fahnenlied, das ausklang in den Worten der Bereitschaft: Deutschland, wir kommen schon! Standartenführer Lutter sprach die Eidesformel vor, die die jungen Kameraden erneut auf den Führer verpflichtete, und beschloß die feierliche Uebernahme mit dem Gruß an den Führer. Mit den Hymnen der Nation klang die Feier aus. 83 Hitlerjungen rückten in die Reihen der Sturmformationen ein, 30 zur SA., 8 zur Marine-SA., 15 zur SS. und 30 zum NSKK., die von den Führern mit Händedruck begrüßt wurden. Dann setzten sich der Spielmannszug und der Musikzug an die Spitze der Formationen, die Fahnen wurden ausgenommen und mit den Standartenführern Lutter und Nagel an der Spitze marschierten die braunen Kolonnen durch die Straßen der Stadt. Wie so oft, hallte die Marschmusik von den Häuserfronten wider, hoben die Volksgenossen die Hand zum Gruß der Hakenkreuzbanner. Am Oswalds- garten löste sich der Marschzug auf, und die Stürme trugen ihre Hakenkreuzbanner deren Standort zu. Bornotizen. Tageskalendec für Montag: Gloria - Palast (Seltersweg): „Der Mord im Nebel". — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „Im Kreuzverhör". Standartenführer L u t- tt e r spricht bei der lieber» mahme der jungen Ka- mieraden in die Forma» Mionen zur HI. (Aufnahme: Neuner, Gießener Anzeiger.) ÄL. MW .TÜH, i Die Gießener Feuerwehren in bester Schlagfertigkeit. Eine vortreffliche Hebung unserer Freiwilligen Feuerwehren. •••Kfc I • Brandangriff auf die alte Pestalozzischule. (Aufn.: Neuner, Gieß. Anz.) dem Kommando des Wehrführers Koch konnten die Gäste und die vielen übrigen Zuschauer die erfreuliche Feststellung machen, daß die Ausbildung der Mannschaften im Exerzierdienst nach jeder Richtung hin hervorragend ist und damit eine gute Grundlage für die gesamte Arbeit der Wehren bietet. Anschließend folgte beim Geräteexerzieren die schulmäßige Entwicklung eines Brandangriffes, soweit es sich dabei um die Bereitstellung aller Geräte zur Brandbekämpfung handelt. Mit außerordentlicher Exaktheit wurde auch hierbei unter Beweis gestellt, daß die Ausbildung der Feuerwehrmänner den höchsten Anforderungen gerecht wird. Nach der systematischen Zurückbewegung des Brandangriffs aller Geräte gab Brandinspektor Lenz den zahlreichen Gästen noch eine Reihe wertvoller Erläuterungen der erst vor für» Nach dieser Hebung fand am Oswaldsgarten ein Vorbeimarsch der beiden Feuerwehren vor dem Vertreter der Stadtverwaltung, Beigeordneten Vogt, dem Leiter des Gießener Feuerwehrdienstes, Brandinspektor Lenz, und den übrigen wehren größtes Gewicht auf ununterbrochene sorgsame Ausbildung aller Feuerwehrmänner, um bei Bränden mit dem vollen Einsatz der modernen Ausrüstungsmittel unserer Wehren zum Schutz von Leben, Hab und Gut der Brandbedrohten wirken Unsere Stadt ist bisher verhältnismäßig selten von Bränden heimgesucht worden. Wenn irgendwo einmal des Feuers Gewalt entfesselt ist, erscheint in geradezu fabelhafter Geschwindigkeit unsere Feuerwache und beseitigt meist im Handumdrehen alle Gefahr. Wenn also einerseits sorgsame Betreuung der Flamme durch unsere Einwohnerschaft und höchste Einsatzbereitschaft der ständigen Feuerwache bisher in weitgehendem Maße Brandschäden in Gießen verhütet haben, so legen doch die Leitung unseres Gießener Feuerwehrdienstes und die beiden Freiwilligen Feuer- zem — wie von uns seinerzeit berichtet — in den Dienst der Gießener Feuerwehren gestellten neuen Feuerlöschgeräte. Diesen Darlegungen folgten besonders die Vertreter der auswärtigen Feuerwehren mit großem Interesse. Als Abschluß der Hebung wurde von den beiden Wehren noch ein schulmäßiger Brandangriff an der Pestalozzi-Schule am Wernerwall gezeigt. Der Hebung war nach der Annahme ein Dachstuhlbrand zugrunde gelegt, der sich bei starkem Westwind über den gesamten Dachstuhl des Hauptgebäudes verbreitete und die angrenzenden Nebengebäude gefährdete. Bei der Durchführung der befohlenen Brandbekämpfung hatten der 1. und der 2. Löschzug der Gießener Freiwilligen Feuerwehren das Schulgebäude umfassend anzugreifen, und zwar der 1. Zug vom Wernerwall aus, der 2. Zug von der Kirchstraße und vom Schulhof her. Gleichzeitig mußte der Brandangriff im Inneren des Gebäudes vorgetragen werden, wobei die Mannschaften zum Teil die Rauchmasken zu benutzen hatten. Die Freiwillige Gailsche Wehr übernahm den Schutz der Nebengebäude in der Wetzsteinstraße. Der Verlauf dieser schulmäßigen Angriffsübung zeigte in eindrucksvoller Weife die hervorragende Schlagfertigkeit der beiden Wehren. In geradezu unglaublich kurzer Zeit waren alle Geräte oerwendungsbereit in Stellung gebracht und sämtliche Maßnahmen zur Rettung von Menschen und zur Erhaltung des Gebäudes getroffen. Jeder Beobachter dieses Hedungs- erneut die beruhigende Gewißheit „ , i, daß unsere beiden Gießener Freiwilligen Feuerwehren ganz gewaltig „auf Draht" sind und einen vortrefflichen Schutz bei Brandfällen gewährleisten. zu können. Dieser unermüdlichen und sehr anerkennenswerten ständigen Ausbildungsarbeit der Freiwilligen Feuerwehren ist es gleichfalls in weitgehendem Maße mit zuzuschreiben, daß der Feuerwehrdienst in Gießen auf hoher, weithin anerkannter Stufe steht. Es gehört zu den Gepflogenheiten unserer Gießener Freiwilligen Feuerwehren, alljährlich mindestens einmal in einer großen öffentlichen Hebung aller Mannschaften und aller Geräte Zeugnis abzulegen von der Schlagkraft der Wehren. Eine derartige Vorführung fand am gestrigen Sonntagvormittag als Herbstübung der Gießener Freiwilligen Feuerwehren auf Oswaldsgarten statt. Die Oberleitung der in allen Teilen sehr interessanten Vorführungen hatte Brandinspektor Lenz. Die Gießenerr Freiwillige Feuerwehr stand unter dem Kommando ihres Wehrführers Koch, die Freiwillige Gail'sche Feuerwehr stand unter dem Befehl des stellv. Wehrführers Schmück. Als Vertreter des Kreisfeuerwehrführers Bouffier wohnte dessen Stellvertreter, Schelm (Lollar), der Hebung bei, ferner waren zahlreiche Feuerwehrführer und -männer aus der engeren und weiteren Umgebung zugegen. Die Stadtverwaltung vertrat Beigeordneter Vogt. Im Kreise der übrigen Ehrengäste war auch der Chef der Freiwilligen Gail'schen Feuerwehr, Dr. jur. Gail, anwesend. Nach dex Meldung der beiden Wehrführer an den Leiter des Gießener Feuerwehrdienstes, Brcmd- infpeftor Lenz, nahm die Hebung mit Fuß- exerzieren ihren Anfang. Beim Gruppenexerzieren der Mannschaften der Gail'schen Feuer- wehr unter dem Kommando des stellv. Wehrführers Schmück, bei dem Zugexerzieren von Männern der Gießener Freiwilligen Feuerwehr unter uuuues geirum dem Kommando des Zugführers H e i ß l e r und Verlaufs wird beim Abteilungsexerzieren der in einem einheitli-1 erlangt haben, chen Block zusammengefaßten beiden Wehren unter Pünktchen im All. Äon Werner Schumann. So fängt es an: zwischen Himmel und Erde er- idjeint im hellen Mittagslicht plötzlich ein dunkles Pünktchen, wie aus einer unsichtbaren Perlenschnur gefallen. Nicht größer ist es als ein Studenbrum- mer im Herbst, wenn das gelbe und rotbraune Laub fällt. Kein menschliches Auge kann wahrneh- anen, ob es steigt, fällt oder schwebt. Jedermann uuf dem großen Hofe geht seiner Arbeit nach, ohne :>en Kopf zu heben. Die Eimer klappern, fröhlich charren die Hühner auf dem Misthaufen, und zuweilen muht dumpf und langgezogen eine Kuh. Unferbes wird das Pünktchen im Mittag ein wenig dunkler und größer. Es bewegt sich also auf ;iie Erde zu. Da sieht Lisa, des Bauern Frau, die mit dem kleinsten auf dem Arm am Küchenfenster steht, iiie Glucke mit schiefem Kopf erregt nach oben äugen. Lisa weiß, wie Glucken sich gebärden, wenn Befahr im Verzüge ist. Aber in diesem Augenblick, in sie das hilflose Kind an der Brust fühlt, hat sie leas Empfinden, als habe sie so das mütterliche, surchtgejagte Tier da auf dem Hofe noch nie ge= I hen und gehört: in so grauenvoller Angst vor ter Vernichtung durch den Todfeind, so völlig allein imd ohne Beistand, so ganz auf sich gestellt in den l^chgespannten Sekunden der Entscheidung, wild und beschwörend nach den Küchlein gackernd. . In unhörbaren Spiralen, immer näher und räher, immer enger und drohender schleifend, naht sch der Hühnerhabicht. Die Frau möchte das Fenster aufreißen und über dm Hof den Mägden zuschreien: Berta, Anna, Wally, schützt mir die Küchlein! Denn es ist ihr, als eie die Gefahr auf ihr Kind zu, als sei der verderbenbringende Schnabel des Raubvogels nach 1 bim Herzen des Kleinen gezückt. Hnd weiß doch in b.ir gleichen Schrecksekunde, während sie gequält mit bim Fuße aufstampft und unwillkürlich die Hand schützend auf das Gesicht des Kindes legt, daß, nsnn sie tatenlos zuschaut, keine Macht der Erde den Imgischen Kampf der Henne wird abwenden kön- nm. Doch in Sekundenschnelle vollzieht sich die t'agöbie mit der unwiderstehlichen Gewalt eines !tl mentaren Ereignisses Lautlos und gelassen vollführt der aschgraue Räuber seine letzten Schleifen. Riesengroß, unüber- vmdlich mag er der Henne erscheinen, die ihn, nachdem sie mit einer Ausnahme alle ihre Küchlein Utter den Flügeln versammelt hat, einsam auf dem pnfjen Hofe erwartet. Ist nicht alles, was bei ihr schwach und verkümmert erscheint, bei dem unauf- halsam niederschwebenden starken Vogel zur tödlichen Waffe ausgebildet: die Krallen, der wie ein gekrümmter Dolch nach unten gezückte Schnabel, das mächtige Flügelpaar, die wunderbare Schärfe der Augen, die in himmlischen Höhen das Gewürm der Erde verfolgen? Alle Federn der armen Henne find gesträubt in verzweifelter Kampf- und Abwehrbereitschaft. Atemlos sieht es die Frau am Küchenfenster. Nur ein winziges, dottergelbes Ding schilpt jämmerlich im Stroh. Es scheint festgehakt und piepst nun zum Gotterbarmen auf verlorenem Posten. Wie von unsichtbaren Furien gejagt war das flaumig-zarte Kükengetier unter die mütterlichen Flügeldecken geeilt — es allein blieb zurück. Hnd in der Frau, die dies alles haarscharf wahrnimmt, zucken rasch Gedanken auf an Verfolgungsträume, da es den Menschen, der der nahenden Gefahr nicht mehr entrinnen kann und mit bleiernen Füßen an der Erde klebt, plötzlich am Schlafittchen packt: den Letzten holt halt immer der Teufel. Hnd auf den letzten aus der Kükenschar stürzt sich jetzt, mit angelegten Flügeln und den diamant- scharfen Schnabel voran wie ein Geschoß niedersausend, der Hühnerhabicht. Dies ist fein Kampf, kein Kräftemessen, und wie die spitze Waffe des fliegenden Räubers in den Flaum und warmen Leib des Küchleins fährt, ist es auch schon hinüber. Kein Glied zuckt mehr, kein Tünchen kommt aus dem dünnen Hals. Aber mit Flügelrauschen und hackendem Gegacker setzt, nein fliegt jetzt, des Mißverhältnisses nicht achtend, die Glucke auf den Todfeind. Hnd sie schlagen sich die Schnäbel ins Gefieder und in die Brust, der wütende kleine Vogel dem beinahe adlergroßen, daß die blutbefleckten Federn zur Seite stieben. Heiß bäumen sich ihre Körper auf. Die Henne taumelt plump mit zuckenden Flügeln. Der Großknecht und die Mägde wollen zu Hilfe eilen, ehe es zu spät ist. Lisa, des Bauern junge Frau, lehnt mit glühendem Gesicht aus dem Fenster. Die Küchlein rennen sinnlos nach allen Richtungen über den weitläufigen Hof. Doch die Entscheidung ist schon gefallen — anders, als alle glauben. Das Huhn, mit einem letzten Kraftaufwand, hat ins Auge des Habichts gezielt. So traf die Schleuder Davids die Stirn des Riefen Goliath. Das starke Tier schwankt und versucht die Schwingen zu heben. Aber noch ehe es sich davonfliegend retten kann, verliert es in einem wahren Hagel von Schnabelhieben auch das zweite Auge und prallt nun wie ein schwerer Bolzen flügelschlagend gegen die Stalltür. Da stehen nun die Melker und Mägde um die junge Bäuerin geschart und starren auf die Henne, die schon wieder das Kükenvolk lockt, und auf den gefällten Raubvogel, dem ein Schlag mit der Forke ein rasches Ende bereitet. Amen, entfährt es Lisa aufatmend, und als die gute, tapfere Henne wie zuvor und als wäre gar nichts geschehen, inmitten ihrer Küchlein — nur eines fehlte — nach Samen und Larven suchte, fühlte sie es plötzlich heiß in ihren Augen. Sonst regte sich niemand auf da auf dem Hofe, jedweder ging wieder an seine Arbeit, nur die Hühner hielten sich in respektvoller Entfernung vor dem gestürzten Habicht. Man ließ ihn liegen, damit ihn abends noch der Bauer bestaunen könne. Aschgrau lag er da mit halbgeöffnetem Schnabel, ein trauriges Häuflein, das weder Mitleid noch Phantasie in Aeols Reich zurückzuholen vermögen: Pünktchen im All. Zeitschriften Aus Anlaß der Deutschlandreise Mussolinis bringt die „Illustrirte Zeitung Leipzig" in ihrer letzten Ausgabe mehrere Beiträge, die im Zeichen der deutsch-italienischen Freundschaft stehen. Besondere Hervorhebung verdient das Geleitwort des Reichsaußenministers Freiherrn von Neurath, der auf die Bedeutung der Achse Berlin—Rom für den Frieden Europas eingeht und dem Duce einen herzlichen Willkommensgruß entbietet. Dr. Karl Megerle schildert den Weg zum italienischen Imperium und zeigt in Bild und Wort die gewaltigen Erfolge, die das faschistische Italien im Ausbau seines Kolonialreiches zu verzeichnen hat. Heber den Aufbau der faschistischen Partei unterrichtet der Artikel „Palazzo Littorio", in dem das Verwaltungsgebäude der faschistischen Partei und die Arbeit ihres Generalsekretärs Starace gewürdigt werden. Bilder von dem italienischen Film „Scipione Asri- cano" schließen sich an. Die Beiträge über Italien werden mit einem Aufsatz von Pros. Dr. Beroe über Cäsar Augustus, den Gründer des römischen Imperiums, abgeschlossen, der am 23. September des Jahres 63 v. Chr. geboren wurde dod)fd)uinad)Hd)ten Dem ao Professor Dr. Karl Lohmann ist unter Ernennung zum Ordinarius der Lehrstuhl für Physiologische Chemie an der Hniversität Berlin übertragen worden. Hartnäckige Zerstreutheit. Heber Robert Bunsen, den großen Chemiker, sind viele Geschichten im Umlauf, die feine ungewöhnliche Zerstreutheit zeigen. Einen Höhepunkt stellt aber doch ein Erlebnis dar, das Sir Henry Roscoe, einer seiner persönlichen Schüler, der viel für die Einführung deutscher Wissenschaft an den englischen Universitäten getan hat, erzählt. Bunsen war ein eifriger L'Hombre-Spieler, und eines Morgens, während er noch zu Bett lag, sagte er au seinem „Stiefelfuchs" Oelhäuser, einem Manne, der des Morgens zum Schuhputzen und Kleiderreinigen ins Haus kam: „Legen Sie mir meinen Frack zurecht, Frau Geheimrätin Schultz hat mich heute zu einer L'Hombrepartie eingeladen." 2lls Oelhäufer am nächsten Morgen ins Haus kam, fand er des Hofrats Frack unberührt auf demselben Fleck liegen, wo er ihn tags zuvor hingetan hatte. „Herr Professor", sagte er, „Sie haben Ihren Frack ja gar nicht angehabt!" „Ach Gott", rief Bunsen, „das habe ich ganz vergessen. Na, macht nichts." Damit drehte er sich im Bett herum, zündete sich nach seiner Gewohnheit eine Zigarre an und dachte eine Weile nach. Dann brummte er für sich: „Ich weiß schon, was ich tue." Am Abend dieses Tages zog er seinen Frack an und ging zur festgesetzten Zeit in das Haus der Dame, als ob er für diesen Abend eingeladen wäre. Frau Geheimrätin war zu höflich, ihm zu sagen, daß er sich in dem Abend geirrt und die Gesellschaft bereits gestern stattgefunden hätte; sie schickte vielmehr zu ihren Freunden und ließ ihnen sagen, Professor Bunsen sei unerwartet gekommen, ob sie nicht heute noch einmal zu einer Partie herüberkommen wollten. Hnd so sand sich die Partie auch wirklich zusammen. Das Beste sollte aber noch kommen. Während die Gesellschaft spielte, lenkte sich das Gespräch auf das angesichts des berühmten Gastes heikle Thema der Zerstreucheit. Der aber war gar nicht betroffen, im Gegenteil, er steuerte selbst eifrig eine Geschichte bei, die ihm einmal passiert sei: „Er habe eine Einladung vergessen, und bann sei ihm eingefallen, daß er sich am besten aus der Verlegenheit helfen könnte, wenn er so täte, als ob die (Einlabung erst für den nächsten Tag gelautet hätte, kurz, er erzählte der Gesellschaft die ganze Geschichte und hatte vollkommen vergessen, daß sie ihm eben erst passiert war, und daß die Gesellschaft auf Grund feines „guten Einfalls" hier beisammen saß. Kreissängerlag in Gießen. Gästen statt. BranÄ'mspektor Lenz besprach schließlich noch vor den auf Oswaldsgarten aufmarschierten Wehren und in Gegenwart der Gäste den Verlauf der gesamten Uebung, und er betonte dabei mit Recht, daß die Uebung in allen Teilen einen sehr guten Ausbildungsstand der beiden Wehren gezeigt hat, ein Ergebnis der hingebungsvollen Gemeinschaftsarbeit, für die allen Männern der Wehren aufrichtiger Dank und vollste Anerkennung der gesamten Einwohnerschaft und der Stadt gebührt. Der Vertreter einer Feuerlöschapparate-Firma zeigte den Feuerwehrmännern und den übrigen Zuschauern zum Schluß noch einige neue Apparate des Schaumlöschverfahrens, die bei unserer Gießener Wehr bereits in Gebrauch sind. Aus -er Stadt Gießen. »Männe" im Amtsraum. 3m Schalterraum des Postautos herrschte die gewohnte emsige Geschäftigkeit. Jede Verkaufs- und Einzahlstelle war von Menschen umdrängt, und kein Schreibpult stand leer. Man hätte das vielfache Auf- und Abgleiten hastiger Federn über Karten und Formulare hören müssen, hätten nicht die unzähligen Geräusche der Ein- und Ausgehenden diesen heimlichen Wettlauf schreibender Hände, sich vor einem andern einen. Platz zu erobern, übertönt. Immerzu wuchtete schwer die Flügeltür vor und zurück, klopften kleine, knirschten große Schritte, klimperte Geld auf Zahlbretter, polterten die Schläge der Numerierstempel auf Zahlkarten und Postanweisungen, rasselten die Klappen der Briefeinwürfe, flogen an den Schaltern ein paar gedämpfte Worte hinüber und herüber: kurze Fragen und Antworten, kleine Wünsche und Erfüllungen. Dem leisen Schwall der eilenden Wasser gleich kam einem der ewige Wirrwarr gedämpfter Stimmen und Geräusche gar nicht zum Bewußtsein. Das Schweigen der einzelnen, ihr Abgeschlossen- und Mitsichselbstbeschäftigtsein teilte sich der ganzen Atmosphäre mit, gab ihr die sachliche Nüchternheit und Kälte, die keinen warmen Herzenston aufkommen läßt. Sahen sich zwei Bekannte, nickten sie mit freundlich lächelndem Gesicht einander zu, verließen aber nicht ihren Platz, um nicht aus der Reihe zu geraten. Jeder verfolgte gespannt, was vor ihm geschah, ob auch alles am Schnürchen lief und man keine ungebührliche Verzögerung erlitt. Es gab sogar Gesichter, die schon Mißfallen und Ungeduld verrieten, wenn der Beamte an ihrem Schalter die, Ziffernreihen der eben voll gewordenen Seite zu^ sammenzuzählen begann. Plötzlich krachte die Flügeltür wie bei einem har- ten Zusammenstoß, und im gleichen Augenblick flog etwas, wie geworfen, herein. Spitze, klägliche Töne einer Hundestimme schrillten durch den Raum und bewogen etliche Neugierige, ihren Schalter zu verlassen und sich um den Dackel zu versammeln, der sich mit schleifendem Hinterteil im Kreise drehte und jaunerte, als hätte ihn eine Kugel getroffen. Aber rasch verklärten Schmunzeln und Lächeln die Gesichter, einer verriet es dem andern, daß der Zeternde weder geschunden, noch gequetscht sei, sondern wohl lediglich aus Schreck und Aeraer über den hinterlistigen Stoß der Tür solche grellen Töne anstimmte. Naseweise, wie Dackel nun einmal.sind, hatte er auch hinter das Geheimnis dieses vielbesuchten Raums kommen wollen und war mit einem Eintretenden, der ihm die Tür vielleicht noch etwas weiter aufhielt, gemächlich hereingewackelt. Warum sollte er hasten? Er war — wie sein, zumal am Bauche, schon stark angegrautes Fell bewies — in den Jahren des gesetzten Alters, dem Eile mit Weile am schönsten steht. Aber da war dem Ahnungslosen jäh diese unerhörte Mißhandlung geschehen: er hatte den Halt unter den Füßen verloren, war einfach geflogen. Als er auf das energische Zureden einer Dame, der „Männe" gehörte, sich immer noch nicht beruhigen wollte, vackte ihn diese kurz entschlossen am Halsband und zog den heftig sich Sträubenden hinaus, dorthin, wo er hätte warten sollen. Ein Herr, der gerade einzahlen wollte, winkte sie herbei. Sie sei vor ihm dagewesen. Sie dankte lächelnd, und ein lustiges Gespräch über Hunde, speziell über Dackel, nahm seinen Anfang. Selbst der Beamte beteiligte sich daran. An allen Schaltern waren mit einem Male die Menschen verwandelt. Auch die Alleinstehenden, die keine Gelegenheit zur Aussprache hatten, zeigten fröhliche Gesichter. Und als „Männe" nach einer Pause des Schweigens nun wirklich mit männlicher Stimme die Türe draußen böse anzubellen begann, war die Heiter- Im Saale „Bum Burghof" in Gießen hielt am gestrigen Sonntag der Sängerkreis Gießen seinen diesjährigen Kreissängertag ab. Dor der Haupttagung fand eine Besprechung für Chorleiter statt, in der Kreischormeister Blaß (Gießen) nach Begrüßung durch Kreisführer Müller (Gießen) einen Rückblick über das abgelaufene Jähr gab. Er betonte besonders die guten Leistungen bei den im Sommer abgehaltenen drei Wertunasfingen. Ebenso stellte er die Leistungen der drei Kreisvereine anläßlich des Singens im Rundfunk heraus und gab der Hoffnung Ausdruck, daß die Kreis- vereine auch im kommenden Arbeitsjahr durch stete Weiterarbeit auf hoher musikalischer Stufe bleiben möchten. Sodann fand eine Aussprache über das im Juli 1938 inGießen stattfindende Gaufängerfest statt, bei dem auch das musikalisch sehr wertvolle Werk „Heiliges Vaterland", Kantate von Franz Philipp, zur Aufführung gelangen soll. Kreischormeister Blaß wies besonders darauf hin, daß dieses glanzvolle Werk auf dem Deutschen Sängerfest in Breslau bei allen einen tiefen Eindruck hinterlassen hätte. Natürlich sei diese Aufführung auch mit großer Arbeit verbunden, und er forderte deshalb alle Chormeister auf, sich dieser Aufgabe tatkräftig zu unterziehen, damit die Aufführung zum vollen Erfolg werde. Oie Haupttagung der Chorleiter und Vereinsführer des Sängerkreises eröffnete Kreisführer Müller mit dem Deutschen Sängergruß. Er gedachte dann derer, die im abgelaufenen Vereinsjahr durch den Tod abberufen wurden. Seine besondere Bearüßung galt dem stellvertretenden Gauführer Kreisschulrat Born (Darmstadt) und dem Provinzführer Wendler (Bad- Nauheim) und dem Vertreter der Ortsgruppe Mitte Weber. Nach dem Geschäftsbericht des Kreisschriftführers G e l d m a ch e r (Gießen) und dem Kassenbericht des Kreisschatzmeisters Latsch (Lollar) sprach Kreisschulrat Born über die Arbeiten des Jahres 1938. In vorderster Linie steht das Gausängerfest in Gießen. Diese erste größere Veranstaltung des Sängergaues XII nach der Machtübernahme solle in kultureller und musikalischer Hinsicht eine Note bekommen, die dem deutschen Liede würdig sei. Nirgends im Gau XII, wie gerade im Sängerkreis Gießen, habe das Lied eine solche Pflegestätte gefunden. Darum habe der Gau dem Kreis Gießen das Gausängerfest übertragen in dem Bewußtsein, daß alle notwendigen musikalischen Voraussetzungen vorhanden sind. Allein schon die Aufführung der Kantate des badischen Komponisten Franz Philipp „Heiliges Vaterland" setze ein gutgeschultes Stimm- keit so allgemein, daß das herzhafte Lachen eines älteren Herrn ein vielfaches Echo fand. P. B. Größte Freude beim Winzerfest. Die NSG. „Kraft durch Freude" hat mit ihrem Winzerfest am Samstagabend und am gestrigen Sonntag in der Volkshalle wieder einen „großen Schlag" vollbracht. Die Veranstaltung war sowohl am Samstagabend als auch am gestrigen Sonntag ein Volksfest im weitesten Sinne des Wortes. Massenbesuch und festfroher Schwung waren die besonderen Kennzeichen der Stunden. Schon am Samstagabend bald nach der Eröffnung herrschte in der Volkshalle ein Betrieb, wie er zündender überhaupt nicht gedacht werden kann. Daß die Volkshalle „voll wie eine Wursthaut" war, sei als ständiges Merkmal des Samstags und des Sonntags nur am Rande verzeichnet. Und eine Stimmung herrschte allenthalben, die an Ausgelassenheit nichts zu wünschen übrig ließ. Die Veranstalter hatten die Dolkshalle schön geschmückt und so etwas wie eine Reihe von „Weinlauben" hergerichtet. In der Mitte der Halle auf einem erhöhten Podium saß die Musik. Zu beiden Seiten waren die Tanzflächen geschaffen worden, die aber für den starken Andrang bei weitem nicht ausreichten, so daß auf der Empore ein weiterer „Tanzkasten" abgegrenzt war und außerdem viele Paare sich noch in den Seitengängen zu den Klängen der schmissigen Tanzmusik drehten. Am Samstagabend leitete das Musikkorps unmaterial voraus. Der Gau habe das Gausängerfest in vier Gruppen eingeteilt: Begrüßungsabend, bei dem das Volkslied zur Geltung kommt; die Sonder- konzerte, bei denen das Kunstlied eine Pflegestätte findet; Singen auf der Straße und auf öffentlichen Plätzen, das sogenannte Volkssingen; Volksfest. Der Redner hob dann markante Punkte des Breslauer Festes hervor und wies auf die Bedeutung eines solchen Festes hin. Dreißigtausend Ausländsdeutsche zog es in jenen Tagen nach Breslau zum deutschen Lied, das für sie in fremden Landen ein Stück Heimat ist. Am Schlüsse der Tagung konnten wieder Ehrungen verdienter Chorleiter und Sänger vorgenommen werden. So erhielten Heinrich Blaß und W. Schöttler (Gießen) die Ehrennadel für 25- jährige Chorleitertätigkeit unter gleichzeitiger Ernennung zu Ehrenchorleitern. Für 40jährige aktive Sängertätigkeit konnte die Ehrennadel an Karl Schmand (Germania Watzenborn - Steinberg), Gg. Neurath und Philipp Jung (beide von der Eintracht Klein-Linden) und Karl We i ßb r od (Gesangverein Salzböden) überreicht werden. Die Ehrennadel für 25jährige aktive Sängertätigkeit erhielt Karl Jung III. (Eintracht Wieseck). Dem ältesten aktiven Sänger des Sängergaues XII, Georg Todt (Bauerscher Gesangverein Gießen), wurde aus Anlaß seiner 63jährigen Sängerschaft durch den stellvertretenden Gauführer ebenfalls ein Geschenk überreicht und in treffenden Worten seine Verdienste um das Lied hervorgehoben. Für die mit der Ehrennadel Ausgezeichneten sprach Ehrenchormeister Blaß den Dank aus, und er versicherte, auch für seine Kameraden, daß sie dem deutschen Lied die Treue halten würden bis zum letzten Atemzuae. Nachdem noch über die Arbeit im kommenden Jahre gesprochen war und Richtlinien für die weitere Arbeit gegeben wurden, schloß der Kreisführer die Tagung in der üblichen Weise. Sommerfest des Bauerschen Gesangvereins. Der Bauersche Gesangverein Gießen hielt am gestrigen Sonntag im Saale der „Karlsruhe" sein diesjähriges Sommerfest ab. Begünstigt durch das herrliche Frühherbstwetter war der Besuch der Veranstaltung außerordentlich stark. Anläßlich der Kreissängertagung nahmen auch der stellverttetende Gauführer Kreisschulrat Born (Darmstadt) und Provinzführer Wendler (Bad-Nauheim) an diesem Feste teil. Die Sängerschaft erfreute die Teilnehmer durch einige gut vorgetragene Chöre, und die Jugend hatte reichlich Gelegenheit, sich beim Tanze zu vergnügen. Mit diesem Sommerfest beschloß der Bauersche Gesangverein feine geselligen Veranstaltungen für das Jahr 1936/37. serer 116er unter der Stabführung von Musikmeister Wohlfahrt die Veranstaltung mit einem stimmungsvollen Konzert ein, bei dem natürlich die bekannten Klänge der Rheinlieder im Vordergründe standen. Und dann folgte in eifriger Weise die Tanzmusik ... stundenlang, bis weit in den frühen Sonntagmorgen hinein. Noch gegen 6 Uhr konnte man festfroh gestimmte, von der Freude der Stunden beschwingte Männlein und Weiblein nach Hause pilgern sehen und — hören. Sie hatten das Winzerfest gründlich gefeiert. Und wie am Samstag, so war der Verlauf des Festes auch vom Sonntagnachmittag ab bis weit nach Mitternacht in den heutigen Montag hinein: Massenbesuch. Schmissige Tanzmusik. Unermüdliche Tanztteude. Fröhlichste Stimmung. Heimkehr voll überschäumender Lustigkeit. Das war das Gießener Winzerfest, das Tausenden dankbar genossene Stunden der Freude bereitete. Kürzester Anmarschweg muß gewählt werden. NSG. Hat ein Gefolgschaftsmitglied im Baugewerbe einen Anspruch aus Zahlung eines Wegegeldes, wenn der nächste Anmarschweg zwischen seinem Wohnort und der Arbeitsstätte mehr als zehn Kilometer beträgt, so ist als „nächster Anmarschweg" im Sinne der Tarifordnung stets derjenige Weg zwischen Wohnort und Arbeitsstätte anzusehen, dessen Benutzung dem Gefolgschaftsangehorigen zumutbar Ist. Maßgebend Ist hiernach als Anmarschweg der zu Fuß oder mit dem Fahr- rat) benutzbare Wea, den der Gefolgschaftsangehö- rige ohne Aufwendung besonderer Unkosten benutzen kann. Stehen einem Gefolgschaftsmitglied zwei Wege zur Verfügung, nämlich ein längerer, der ohne besondere Unkosten zu Fuß oder mit dem Fahrrad zurückgelegt werden kann, und ein kür- zerer, der aber die Benutzung einer mit Kosten verknüpften Fahrgelegenheit, z. B. einer nur gegen Zahlung eines Fährgeldes zu benutzenden Fähre, erforderlich macht, so hat der mit den Kosten verbundene kürzere Anmarschweg außer Betracht zu bleiben. Ist der dem Gefolgschaftsmitglied nach den Umständen allein zuzumutende Anmarschweg länger als zehn Kilometer, so entsteht der an die Zurück- legung dieser Mindestwegstrecke geknüpfte Anspruch auf Wegegeld, bzw. Fahrtkosten auch dann, wenn der Gefolgschaftsangehörige tatsächlich einen kürzeren Weg, ihm jedoch an sich nicht zuzumutenden Weg benutzt hat. Aus der engeren Heimat. Kommunalpolitische Tagung des Kreises Schotten. Viermal „Unentschieden" in der Vezirksklaffe Die die die Geburt 151 OTW9-! -S-» 2:2. 2:2. 0:0. 1:1. sehens bei Ausfall oder Schlechtwerden der echten Zähne. Das künstliche Gebiß kann vollständig sein, es sind dann sämtliche Zähne künstlich nachgebildet, oder es kann nur ein teilweiser Ersatz sein. Ein sehr guter künstlicher Ersatz für schadhaft gewordene Zähne sind Stiftzähne, die an der noch festsitzenden echten Wurzel befestigt werden. Ein wichtiges Mittel zur Gesunderhaltung des Gebisses ist tägliche gründliche Zahnpflege (Bürsten der Zähne!) und Nachschau durch den Zahnarzt etwa jedes halbe Jahr. Auch das künstliche Gebiß muß gründlich gereinigt werden. Geburt. In jedem Haushalt sollte alles rechtzeitig hergerichtet werden, was zu einer Geburt notwendig ist: ein schönes geräumiges Zimmer, das Bett soll von allen Seiten zugänglich sein, Kinderwäsche, Badewanne, Derband- watte, reichlich warmes und auch kaltes Wasser. Die Geburt erfolgt meist 280 Tage nach der letzten Periode, bei Erstgeb. 16 Wochen nach den ersten Kindsbewegungen, bei Mehrgeburt 20 Wochen danach. Einfache Berechnung: Dom 1. Tag der letzten Periode drei Monate zurück und dann sieben Tage dazu zählen. Bei Erstgeburt Dauer der Geburt 18 ttemarff. ferdemarkt ng verbunden, indet. Die zahl, e Erwartungen, lern Jahre wie- erdezüchterischeg hmännischerseit« Wetterau uni lahrzehnt in der elt worden. Die tionsgemäß zur !ucht zu fördern, -erreidjen. Zur Zungen, unb ib Warmblut, Die Lollarer hatten Platzwahl und die Gäste den Anstoß. Er wurde sofort von den Einheimischen abgefangen. Der Angriff kam vor des Gegners Tor, wo die Verteidigung abwehrte. Dann folgte ein Eckball vor dem Lollarer Tor, der aber für die Gäste nichts einbrachte. Bei einem Geplänkel vor dem einheimischen Tor kamen die Gäste nach einer halben Stunde zum Führungstreffer. Nun gingen die Lollarer mehr aus sich heraus und konnten schon ein paar Minuten später ausgleichen. Nach der Pause nahm das Spiel an Härte zu. Jedoch wandte sich das Blatt zugunsten der Lollarer. Am Ergebnis änderte sich aber nichts mehr. Die 1900 — Bissenberg Burg — Frohnhausen Naunheim — Steinberg Lollar — Butzbach Steindorf — Sinn verlegt. maßen außer Konzept, daß sie selbst in der Zeit einer deutlichen Ueberlegenheit zu keiner erfolg» bringenden Möglichkeit kamen. 1900 II — Hungen I 3:3. Der Reserve der Blauweißen gelang ebenfalls nur ein halber Erfolg. Auf dem schmalen Platze in Hungen versuchte sie es mit erfolglosem Kombinationsspiel. So nahm es weiter nicht wunder, daß sie noch eine Viertelstunde vor Schluß mit 1:3 im Rückstand lagen. Im Endspurt schafften sie dann doch noch den Ausgleich. 1900 1. Jugend — Rodheim 1. Jugend 6:0. Tante Anna hat Geburtstag! Was schenkt man da am besten? Jede Hausfrau wird sich bestimmt freuen, wenn sie am Geburtstag ein arbeitsparendes Gerät geschenkt bekommt. Denn so ein Helfer ist eine dauernde Freude: leichtere Arbeit und mehr freie Zeit. Viele solcher Helfer sehen Sie ständig bei 3- D. Häuser, Gießen, am Oswaldsgarten, Fernsprecher 2145/2146. Bei den Bezirksklassenspielen gab es gestern keine Entscheidungen. Sämtliche Spiele endeten unentschieden, womit natürlich auch einige Ueberraschun- gen zustande kamen. erwartet. Durch einen unerwarteten Treffer kurz nach Beginn spielten sich die Gäste in eine Verfassung, daß es den Platzbesitzern schwer hielt, noch zum Ausgleich zu kommen. In Burg teilte man ebenfalls die Punkte, Frohnhausen wußte sich entsprechend auf die Spielweise der Burger einzustellen und kam damit zu einem verdienten Punktgewinn. Die Teutonen rechtfertigten das in sie gesetzte Vertrauen. Sie ließen sich von den ungestümen Attacken der Naunheimer nicht überraschen und sicherten sich durch geschicktes Verteidigungsspiel einen wertvollen Punkt. Das Resultat Lollar—Butzbach überrascht ebenfalls. Hatte man den Platzbesitzern doch einen vollen Erfolg zugetraut! Butzbach verdient also gewisse Beachtung. Das Treffen Steindorf —Sinn wurde mit Rücksicht auf die Abstellung des Torwächters Betz (Sinn) zum Gauspiel in Stuttgart auf einen späteren Termin verlegt. Spielvereinigung 1900 Sieben. 1900 — Vissenberg 2:2 (0:2). Nachdem sich alles auf Wunsch bei den Blauweißen abgespielt hatte, die Soldaten wieder aus dem. Manöver zurück waren und Lippert infolge einer beruflichen Prüfung von der Teilnahme an dem Gauspiel in Stuttgart befreit worden war und damit die beste Besetzung zur Verfügung stand, sah man dem Start in die neue Verbandsserie erwartungsvoll entgegen. Doch mit einem hatte man nicht gerechnet und das war der ungeheure Kampfgeist der Bissenberger, der alle noch so gut gemeinten Aktionen der Blauweißen zunichte machte. Hin?u kam der gleich zu Beginn erzielte Führungstreffer, der sie so tatenfroh werden ließ, daß es aller Anstrengungen der Platzbesitzer bedurfte, um noch zum Ausgleich zu kommen. in i. in Mn tze« n. i in Hessen gern. tuten (Nachweis- hrigen barunter Hessen gezogen, a) Stuten mit n Nachkommen, nb unmittelbarer Trotz Einstellung von zwei Mann Ersatz kam Jugend zu einem überlegenen Sieg. Sportverein 1920 Lollar. Lollar I — Buhbach I 1:1 (1:1). Hier abschnetden! I größte Ueberraschung ist das Unentschieden der Blauweißen gegen Bissenberg. Mit der kompletten Mannschaft hatte man bestimmt auf einen Sieg gehofft. Doch es kam wieder einmal anders, als ing -L<£4- wäu in, daß auch m föppelet!' «urchgeMMck Hungen, Saftblut । beachtliche Bar- jen können noch Mercedes-Benz gewann das Vll.Masaryk-^ennen. Im VII. Großen Masaryk-Preis der Tschechoslowakei erfocht Mercedes-Benz den ersten Sieg auf der gefährlichen Brünner Rundstrecke und gewann damit das 7. Rennen in diesem Jahr. Europameister Rudolf Caracciola durchfuhr die 437 Kilometer in der neuen Rekordzeit von 3:09:25,3 Stunden mit einem Durchschnitt von 138,40 km/st. Der alte Rekord Roserneyers, den er bei seinem ersten Sieg als Mitglied des Auto-Union-Rennstalles 1935 auf» stellte, stand auf 132,6 km/st. Den Erfolg für Mercedes-Benz unterstrichen der 2. und 4. Platz durch v. Brauchitsch und Seaman. Auf den 3. Rang kam Bernd Rosemeyer in Müllers Auto-Ünion- Wagen. Dann erst folgten die beiden Alsa-Romeo- Fahrer Nuvolari und Brivio. Schwerer Unfall auf der Strecke. Bei dem Rennen erlitt Hermann Lang einen Unfall. Es zeigten sich dabei mit erschreckender Deutlichkeit die Disziplinlosigkeit der Zuschauer und die ungenügende Streckensicherung. Nach den Aussagen eines Gendarmen überquerte nämlich ein Besucher die Rennstrecke, kurz bevor Lang vorüberkam. Lang mußte den Wagen Herumreißen und geriet dabei aus der Bahn. Da die Zuschauer in unverantwortlicher Weise bis dicht an die Strecke selbst Aufstellung nehmen dürfen, fuhr Lang in eine Gruppe hinein. Dabei wurden elf Zuschauer verletzt, zwei von ihnen starben im Krankenhaus. Lang selbst blieb unverletzt. Die Autorennen des Jahres 4938. Die internationale Sportkommission des Auto- sport-Weltverbandes (AJACR) tagte am Donnerstag in Paris und stellte hier den Rennkalender für das nächste Jahr zusammen. Den Vorsitz führte Chevalier Rens de Knyff; vertreten waren Belgien, Brasilien, Frankreich, USA., Italien, England, Mo- nako, Holland und die Schweiz. Zunächst wurden die Termine für die acht „Großen Preise" festgelegt und dabei als Austragungstag für den 11. Großen Preis von Deutschland der ‘24. Juli bestimmt. Der vorläufige Terminkalender hat folgendes Aussehen: Internationale Großveranstaltun- g e n : 30. Mai: Großer Preis von Indianapolis (USA.); 3. Juli: Großer Preis von Frankreich; 10. Juli: Großer Preis von Belgien; 24. Juli: Großer Preis von Deutschland; 7. August: Großer Preis von Monako; 21. August: Großer Preis der Schweiz; 3. September: Englische Tourist-Trophy für Automobile; 11. September: Großer Preis von Italien. Internationale Beran st altungen: 1. Januar: Großer Preis von Südafrika; 23. April: Internationales Rennen in Cork (Irland); 10. Mai: Großer Preis von Finnland; 12. Juni: Großer Preis von Rio de Janeiro; 19. Juni: Großer Preis von Ungarn; 20. bis 26. Juni: Polnische Tourenfahrt; 17. Juli: Großer Preis von Luxemburg; 25. September: Großer Masaryk-Preis der Tschechoslowakei. Bei dem gestrigen Verbandsspiel kamen Lollarer Fußballanhänger nicht voll auf ihre Rechnung. Obwohl man zeitweise eine leichte Feldüberlegenheit der Einheimischen feststellen konnte, war der Kampf in der 1. Halbzeit doch ausgeglichener. Es wäre für die Lollarer vielleicht mehr von Vorteil gewesen, wenn sie anfangs die Flügel stärker eingesetzt hätten. Die Gäste-Elf konnte anfänglich gefallen, kam aber in der zweiten Hälfte des Spiels nicht mehr auf. s-s bei Kl jlen^Lf Mn <>' £? > v djaftl^n w* -d-r'S'-r, »b Z S 11 «Ofeh ,Utl r nur ?"■ «4 Kn ■Ä": rK LK iitnaf/ sung n. Ne. ZÄ Menen. Zu. 8a"tl)arbt "«•»Sortra» asuf dem 10 würben die !Je über ihre Impfung der u^t bie in npelungskAvn ewige Wehr. °u!ch schnitt 8 des Bürger, ^er Hydranten, Vtandleiche, JJ-). Veterinär. Oktober einge. i. Eine Reihe meindeverwal» eit Mmisterial. trag über den ritten und HI.. Zeckte. Mit dein die lehneiche Dem Schiedsrichter Schaffner (Haiger) stellten,, sich die Mannschaften in folgender Aufstellung: 1900 Gießen: Rahn, Zeiler, Lippert, Erhard, Pankok, Lehrmund, Schellhaas, Bergmann, Löbsack, Sack, Möller. Bissenberg: Schäufler, E. Keller, E. Bin- gel, Anschütz, W. Bingel, Geier, Staadt, Kleemann, K. Bingel, Biemer, H. Keller. Dem guten Beginn der Blauweißen wurde schnell ein Dämpfer aufgesetzt, denn kaum hatte Sack eine Ecke von Schellhaas Überweg geköpft, kamen die Gäste im Gegenangriff ebenfalls zu einem Eckball und damit auch gleich zum Führungstreffer. Vom Linksaußen Keller gut hereingegeben, kam der Ball vom Kopfe Lipperts zum Mittelstürmer Bingel, der wuchtig unter die Latte einschoß. Dies gab den Gästen starken Antrieb, während die Aktionen der Blauweißen stark darunter litten. Trotz manch netten Kombinattonszügen kam das Spiel nicht richtig in Fluß. In der 35. Minute sanken die Aussichten der Platzbesitzer noch weiter, da die Bissenberger bei einem Mißverständnis in der Verteidigung auf 2:0 erhöhen konnten. Die Hoffnung auf einen Umschwung nach dem Wechsel trat nicht in dem erwarteten Maße ein. Im Gegenteil, als Lippert bei einer Abwehr mit der Hand dazwischen kam und der Schiedsrichter auf den Elfmeterpunkt deutete, gab man den Blau- weißen überhaupt keine Chance mehr. Doch diesmal meinte es Fortuna gut, denn der Ball landete daneben.^ Als Schellhaas im Anschluß an eine Ecke auf 2:1 verkürzen konnte, kam 1900 wieder stark zu Wort. Bissenberg versuchte jetzt das Resultat zu halten. Verteidigung und Läuferreihe blockierten den Strafraum. Es schien aussichtslos, noch zu einem Errolg zu kommen. Die Anfeuerungszurufe der Zuschauer werden immer lebhafter. Da kommt ein Handspiel des Mittelläufers Bingel. Der Schiedsrichter muß sich erst überzeugen, ob es auch im Strafraum war, zumal die Gäste dies bestritten und als er auf den bewußten Punkt deutete, steigen die Aussichten der Blauweißen wieder. Sack ließ die Chance nicht aus und so wurde wenigstens ein Punkt gerettet. Pissenberg spielte einen ungekünstelten Fußball. Die Elf hat sich gegen das Vorfahr merklich verbessert. In technischer und taktischer Beziehung hat die Mannschaft manches gelernt. Die Hauptstütze der Elf war der Mittelläufer Bingel. 1900 konnte noch nicht recht überzeugen. Der nicht in Rechnung gestellte Spielbeginn brachte sie der- | , helles Not ubr nicht mehrst siraulein.AM *e Fieber hatten? von Achenbach «tfw .4*6» *5 EL M Ks mge h°»uns -L.« Gäste wurden vollständig in ihre Hälfte zurückgedrängt. Sie bildeten vor dem Tor eine Mauer, die fein Durchkommen mehr zuließ. Zu allem Pech wurde noch kurz vor Schluß ein Elfmeterball verschossen. Schiedsrichter K o o b (Garbenheim) leitete anfänglich gut. SA.-Kampfgemeinschast I.— Alten-Buseck I. 40 0. Arn gestrigen Sonntag trat die Fußball-Mannschaft der SA.-Kampfgemeinschaft zum ersten Spiel um die Punkte in Alten-Buseck an. Diese erste Begegnung wurde für die SA. ein großer Erfolg. 10:0 lautete das Ergebnis. Die Mannschaft bestritt den Kampf in folgender Aufstellung: Lotz; Weller, Sauer; Glitsch, Heilmann, Steinel; Weihrauch I, Weihrauch II, Kreiling, Schmitz, Schneider. Etwa 300 Zuschauer wohnten dem Spiele bei. Die SA. ging sofort zum Angriff über und erzielte auch bald durch den Halbrechten das Führungstor. Die Gastgeber machten sofort alle Anstrengungen, um zum Ausgleich zu kommen. Die sichere Hintermannschaft der Kampfgemeinschaft verhinderte aber jeden Erfolg. Vereinzelte Durchbrüche der Alten» Busecker scheiterten schließlich am ausgezeichneten Torhüter. Allmählich machte sich eine drückende Ueberlegenheit der Gäste bemerkbar. Durch vorbildliches Zusammenspiel fielen bis zur Pause zwei weitere Tore. Nach der Pause gaben die SA.-Männer auch weiterhin den Ton an. Der Sturm wurde von der Läuferreihe immer wieder gut unterstützt, so daß es ihm nicht schwer fiel, zu Erfolgen zu kommen Mittelstürmer Kreiling war dabei sechsmal erfolgreich, dem Rechtsaußen Weihrauch I war es vorbehalten, die Zahl zweistellig zu machen. Die Mannschaft der SA.-Kampfgemeinschaft hat durch dieses Spiel bereits bewiesen, daß sie in der Kreisklane ein ernstes Wort mitzureden haben wird. Die Alien-Dusecker wehrten sich tapfer, konnten aber den eindeutigen Sieg nicht verhindern. Lotz im Tor war unübertrefflich, die Verteidigung Weller-Sauer jederzeit Herr der Lage, die Läuferreihe erwies sich als stärkster Mannschaftsteil, der Sturm hatte seinen Könner in Kreiling, der von seinen Nebenleuten kräftig unterstützt wurde. Die linke Seite war dabei besser, wie die rechte. Zahlreiche SA.-Führer wohnten dem Spiel bei. SA.-Kampfgemeinschaft II — VfV.-R. III 3:1. Auch die 2. Mannschaft der Kampfgemeinschaft kam zu einem Siege. Die SA. stellte folgende Elf: Lembach; Sauer, Müller; Sauer H., Kraft, Brandt; Zimmer, Rauch, Rust, Faber, Roß. Die SA.- Mannschaft trat zum ersten Male auf den Plan. Jeder Mannschaftsteil hatte Anteil an dem Erfolg. Ausgezeichnet war der Torwart Lembach. VfB.-Reichsbahn Gießen. VfB.-Reichsbahn I — Tv. Rodheim I 9:2 (3:1). Im ersten Verbandsspiel trafen sich obige Mannschaften auf dem Waldsportplatz. Die Gäste entpuppten sich als eine stabile Mannschaft, die zu kämpfen versteht. Bei den Grünweißen fehlten Berlebach und Wilhelm, die beide gut ersetzt wurden. Bei Beginn des Spieles, dem eine stattliche Zuschauermenge beiwohnte, sah man zuerst verteiltes Spiel, die Gäste, die unterschätzt wurden, konnten sogar den Führungstreffer erzielen. Szpo- nick glich bald darauf aus. Die Grünweißen machten den Fehler, sich das hohe Spiel des Gegners aufdrängen zu lassen, so daß diese das Spiel aus- geglichen gestalten konnten. Bach und Godglück sorgten für die Halbzeitführung^ Nach dem Wechsel wurde das Tempo schärfer, Rodheim brachte es fertig, an dem herausgelaufenen Tormann vorbei auf 3:2 zu verkürzen. Doch bald war das Pulver der Gäste verschossen, die Grünweißen spielten nun flach und hielten die Gäste eingeschnürt. In der Folge kamen die Grünweißen zu 6 Toren, denen der Gegner keines mehr entgegenzusetzen vermochte. Großen-Linden I — VfV.-R. II 2:4. Ueberrasche-nd kommt der Siea der Reserve, die in Großen-Linden in stärkster Aufstellung antrat. I Gedächtnis bis 20 Stunden, bei Mehrgeburt 12 bis 14 Stunden. Anfang der Geburt: wenn die Wehen (f. d.) regelmäßig auftreten, dann sofort Hebamme rufen. Bei reaelwid- rigen Geburten muß die Hebamme immer den Arzt rufen. — Die Geburt hat auch rechtliche Be- deutung, da mit ihrer Vollendung die Rechtsfähigkeit des Menschen beginnt. Geburtslage sollen immer festlich, wenn auch ohne große Aufwendungen begangen roerben, da sie die Gelegenheit bieten, Liebe und Wertschätzung zum Ausdruck zu bringen. Es kommt nicht herauf an, daß die Geschenke kostbar, sondern daß sie mit" Liebe und Geschmack ausgewählt und überreicht werden. Geburtstagsbriefe und Geschenke, die mit der Post versandt werden, machen nur halb soviel Freude, wenn sie nicht rechtzeitig eintreffen. Das gleiche gilt für den Namenstag. Gedächtnis besteht in der Fähig, feit, Eindrücke aufzubewahren, und zwar solche, die des Ausbe- wahrens wert sind. Es kommt darauf an, daß das, was aufgenommen wird, auch richtig gebraucht wird, daß es in der Erinnerung fixiert und bann im Bebarfsfalle gefunben wirb. Störungen bes Gebächtnistes treten auf, wenn eine biefer Fähigkeiten Schaben gelitten hat. In ber Jugenb sind Einbrücke leichter aufzunehmen (Kinder haben ein gutes Gebächtnis), ba bie bettest fenben Zellen im Gehirn noch gut genährt sinb. Greise haben für Einbrücke, bie sie erst im Alter auf der Bürgermeisterei erfolgen. Der Zuchtkoppelwettbewerb ist offen für zweijährige unb ältere in bas Pferbestammbuch Hessen-Nassau eingetragene Stuten im Besitz von Bauern, Landwirten und Gutspächtern, bie Mitglieb des Landesverdanbes der Hessen-Nassauischen Pferbezüchter sinb unb ihren Wohnsitz jeweils in derselben Ortsbauernschaft haben. Die Koppelstärke beträgt bis acht Stuten, von denen mindestens bie Hälfte bobenftänbig gezüchtet sein muß. Ferner wirb roieber eine Prüfung am amerikanischen Kraftmeßwagen stattfinden. Auch hierfür sinb Preise ber Lanbesbauernschaft ausgesetzt. Es liegen bereits mehrere Anmelbungen vor, unb es ist zu hoffen, baß bie Beteiligung wie im Vorjahr recht rege sein wirb. Schließlich sei auch noch auf bie Hufbeschlagprämiierung hingewiesen. Bei biefer Prämiierung werben Züchter und Schmiedemeister sich den anfallenden Gewinn teilen. Landkreis Gießen. 69 Lich, 27. Sept. Wie schon seit Jahren üblich, so kamen auch diesmal die Fünfziger, die Kameraden des Jahrgangs 1887 zusammen, um bis Fünfzigerfeier zu begehen. Ein Ausschuß hatte alle erreichbaren ehemaligen Schulkameraden, bie an Pfingsten 1901 in ber Marienstiftskirche zu Lich konfirmiert worben waren, zu ber Feier ein» geladen. Diese waren zahlreich gekommen, allein 15 von auswärts. Man traf sich im Hotel „Zum Löwen", wo Alterskamerad Hermann Walz von Lich herzliche Worte ber Begrüßung sprach. Er gebuchte auch ber Kameraden, bie der Tod schon ab- gerufen hat, und verlas bie Glückwunschschreiben derjenigen Kameraden, bie am Kommen verhindert waren. Es hielten noch Ansprachen Kamerad Heinrich Schmidt von hier unb Kamerad Robert Henrich von Frankfurt a. M., der einst als Waisenkind bes Frankfurter Waisenhauses in Lich seine Jugendjahre verlebt hatte. Bei froher Unterhaltung unb beim Austausch von Jugenderinnerungen vergingen bie Stunden rasch. Am Sonntagvormittag wurde gemeinsam der Gottesdienst in ber Marienstiftskirche besucht, anschließend an dem Ehrenmal ber Gefallenen unb auf dem Friebhof Kränze nie- bergelegt. Kreis Schotten. < Schotten, 25. Sept. Bei ber städtischen Obstversteigerung würben zirka 2000 Mark gelöst. — Das Sägewerk Neumann will seinen Betrieb aus seiner jetzigen Lage in ber Frieb- hofsstraße heraus in bie stabtischen Wiesen an ber Spieß verlegen, bie die Stabt zu biefem Zweck zur Verfügung stellt. Die Anfangsarbeiten ber Verlegung bes Betriebs sinb bereits im Gang. — An ber Laubacher Straße in ber Nähe des Schwimmbades sind bereits Siedlungsbauten entstanden. Weitere Bauten sind an dieser Siedlungsstelle noch geplant. Kreis Büdingen. * Orten berg, 25. Sept. Am kommenden Dienstag, 28. Sept., kann Frau Emilie Winter, Witwe des Stadtrechners Philipp Winter dahier, ihren 8 0. Geburtstag begehen. Unsere Einwohnerschaft wünscht der Jubilarin aus diesem Anlaß, baß ihr ihre körperliche unb geistige Frische noch weiterhin erhalten bleiben möge. Kreis Alsfeld. Deckenbach, 27. Sept. Am morgigen Dienstag kann einer ber ältesten Einwohner unseres Dorfes, Heinrich Müller VII., seinen 81. Geburtstag feiern. Er wurde im Jahre 1856 geboren unb genügte in ber Zeit von 1876 bis 1879 feiner Militärbienstpflicht in Wilhelmshaven. Er ist ber einzige Einwohner unseres Ortes, ber bei ber Marine Dienst getan hat. Wütender Bulle tötet eine Frau. LPD. Gräveneck (Oberlahnkreis), 25. Sept. Eine in ber Nähe bes Schwartenberger Hofes bie Kuhherbe hütende Frau wurde von einem ebenfalls dort weidenden Bullen angefallen unb so schwer verletzt, daß sie starb. Hinzukommende Landjahrmädchen fanden bie Frau bereits t 0 t vor. Biene verursacht einen Verkehrsunfall. LPD. Marburg, 25. Sept. Auf ber Kasseler Straße flog bem Lenker eines Personenautos eine Biene ins Auge, woburch biefer : ibie Herrschaft über bie Steuerung verlor und gegen •einen am Straßenraub haltenben Handwagen fuhr. »Ein bei bem Hanbwagen stehenber Mann würbe zur Seite geschleubert; mit Rippenbrüchen brachte man iihn in bie Klinik. Zwei Nassenschänder abqeurteilt. Lpd. Frankfurt a. M., 23. Sept. Die Große »Strafkammer verhanbelte nacheinanber gegen groei Mische Angeklagte, die ber Rassenschanbe be» Jdhulbigt waren. Der 23jährige Jube Hermann Weißbraun lernte am 23. Mai b. I. in einer Wabeanstalt eine 34jährige Arierin kennen, ber er 4 sich mit bem Namen Matt vorstellte. Am 30. Mai würben beibe zusammen in ber Wohnung bes Angeklagten in verfänglicher Situation von der Polizei angetroffen. Das Paar hatte schon in ben Vorigen Verkehr gepflogen. Der Angeklagte würbe zu j.wei Jahren Zuchthaus verurteilt. Die gleiche Strafe erhielt ber 27jährige Jube Julius Cohn, besten Eltern nach Amerika ausge- »anbert sinb. Der Angeklagte behauptet, sich ver- insamt gefühlt zu haben, unb er befreunbete sich mit einer 26jährigen Arierin, bie eine Bekannte seiner ausgewanberten Schwester war. Die Zeugin ■_efinbet sich gegenwärtig in Untersuchungshaft unb if»t Mutter zweier unehelicher Kinder, deren Erzeuger ein Jude ist. Der Angeklagte verkehrte mit ber Zeugin in Frankfurt unb in Mannheim. Die Industrie- und Handelskammer Gießen flibt Auskunft: 763: Zehnte Durchführungsverord- »ung zum Deoifengesetz nebst Erläuterungen. — "164: Die französische Bekanntmachung über die Auszahlung der deutschen Rückstände. frankfurter Obft- und Gemüfemarkt. 5 r a n f f u r t a. M., 24. Sept. Arn 0 b ft m a r f t Hieben bie Zufuhren allgemein ber Jahreszeit ent- sHrechend sehr reichlich, nur in Pfirsichen unb IMetschen, für bie bie Hauptzeit vorüber ist, waren t e Anlieferungen nur noch klein. Noch schwaches "gebot hoben Quitten. Die Nachfrage war burch- J eg sehr lebhaft, die Preise haben kaum eine Sienberung gegen den Wochenbeginn erfahren. Von ausländischem Obst werden besonders Trauben lebhaft gefragt, die Zufuhren sind sehr reichlich, so dnß die Preise leicht nachgaben auf 16 bis 18 (19 ds 23) für Italiener und auf 23,50 bis 26,00 (25 bs^29) Mark je 50 Kilogramm für Bulgaren. Das Angebot von Gemüse war weiterhin reichlich, insbesondere von Kohlgemüse und Spinat. Das ^schäft war zumeist schleppend, nur für Salat ^fflaben sich gute Absatzmöglichkeiten. In Tomaten, kPinat und Kohlgemüse verblieben Ueberftänbe. E e Preise zeigten nur wenig Veränderung. Die Gastgeber leisteten erbitterten Widerstand, doch Sab die größere Wettspielerfahrung der Gäste den lusschlag. Handball-Ergebnisse vom Sonntag. G a u k l a s s e. Wetzlar — Kirchbauna 10:7 (4:4). Bezirksklasse. Hörnsheim — Roth und VfB. Gießen — Heuchelheim ausgefallen. 1900 Gießen — Münchholzhausen 10:11 (5:5). 1. Kreis kl ässe. Dornholzhausen — Dutenhofen 9:12 (4:4); Garbenheim — Groß-Rechtenbach 14:14 ^ 2?Kreis klasse. Atzbach — Garbenheim 25:7 (13:4); Mtv. Gießen — Tv. 1846 Gießen I 5:9 (3:3); SA. I. 33 — Tv. Wetzlar II 12:2 (6:1); Londorf — SA.-Stcmd.116 12:1 (2:0). Am gestrigen Sonntag war die Turnhalle des Turnvereins 1846 Gießen der Schauplatz zahlreicher Kämpfe der besten Fechterinnen des Gaues Hessen um die Würde dec Gaumeisterin. 14 Teilnehmerinnen stellten sich dem Kampfgericht. Die Fechterinnen traten sowohl zu einem Einzelkampf, wie auch zu einem Städlekampf an. Beteiligt waren insbesondere Kasseler Fechterinnen, ferner Fechterinnen aus Bettenhausen bei Kassel, aus Marburg und Hanau. Der Turnverein 1846 war mit zwei seiner Kameradinnen, mit Frl. Wirth und Frau D r e w e s für den Einzelkampf vertreten. Im Mannschaftskampf setzte sich auch Fräulein Hahn für den Turnverein 1846 ein. Die Leitung des Kampfes lag in Händen des Fachwortes Moll (Kassel). Als Kampfrichter standen bewährte Fechter zur Verfügung. Der Turnverein 1846 stellte mit den beiden Brüdern Gerhard, die schon des öfteren im Gau zu Meisterschaftsehren gekommen sind, besonders bewährte Kräfte. Für die Entscheidung waren zahlreiche Kämpfe nötig. Erst nach vielen Begegnungen gelang es, aus der Reihe der hervorragenden Fechterinnen die Beste zu ermitteln. Die Kämpfe gingen über zwei Vorrunden und die Endrunde. Für die Vorrunden waren 57 Gefechte notwendig; die Endrunde brachte noch einmal 36 Begegnungen. Die Entscheidung fiel außerdem erst noch nach einem Stichkampf zwischen Frau I ä n i ck e (Hanau) und Frl. Wirth (Turnverein 1846 Gießen). Mit zwei Treffern Unterschied mußte sich die Gießnerin im entscheidenden Gang geschlagen bekennen und die Würde der Hanauerin überlassen. Für die Gießener Fechterin war dieser Ausgang des Kampfes um so tragischer, als sie sich bisher immer in solchen Kämpfen mit dem zweiten Platz begnügen mußte. Das äußere Bild, das der Kampfplatz, die Turnhalle und das die Kämpfe selbst boten, war ungemein anregend. Die Fechterinnen traten in ihrem kleidsamen Dreß auf und grüßten sich auf die bei den Fechtern gepflegte ritterliche Art. Die Kämpfe brachten zum Teil recht harte Begegnungen. Manche der Tellnehmerinnen forderte ihre Partnerin zu äußerster Leistung und Konzentration heraus. Blitzschnell wurden die Stöße geführt. Hartnäckige Angriffe gab es zu sehen, glänzende und scharfe Paraden. Wenn der Plan der Gefechte zwei besonders angriffslustige Gegnerinnen zusammenführte, kam es manchmal für Bruchteile von Sekunden zu heftigem Nahkampf. Bei wieder anderen Kämpferinnen konnte man häufig genug jene mit letzter Aufmerksamkeit gepflegte Beobachtung der Gegnerin bemerken, die sich schließlich in einem scharf vorgetragenen Angriff löste. Jedes Gefecht Jugendklasse. 1900 Gießen — Heuchelheim 14:8 (7:6); Krofdorf A — Mtv. Gießen A 8:12 (3:9); Mtv. Gießen B — Dutenhofen 14:10 (7:6); Krofdorf B — Lützellinden 4:24 (2:12); Hochelheim — Grüningen 15:5 (6:3). Sauliga-Lleberraschung in Hessen. Im Gau Hessen überraschte der Neuling VfB. Groß-Auheim mit einem 5:0-Sieg über den All- meister Borussia Fulda. Man wird die Auheimer weiterhin beachten müssen! Kewa Wachenbuchen lieferte in Fulda gegen die Germanen ein gutes Spiel und holte in einem l:l-Sieg einen Punkt heraus. wurde bis zu fünf Treffern (Hals bis Gürtellinie als Treff-Fläche) auf einer Seite geführt und dann wurden die Plätze gewechselt. Manche Begegnung nahm kaum zwei Minuten in Anspruch, andere Kämpferinnen standen sich über längeren Zeitraum gegenüber und kämpften zäh um jeden Treffer, parierten auch überaus sorgfältig und geistesgegenwärtig. Insgesamt ließ sich erkennen, daß der Leistungsstand der Fechterinnen des Gaues auf einer beachtlichen Höhe steht. Don den 14 beteiligten Fechterinnen qualifizierten sich acht für die Der gestrige Sonntag brachte für die Schützen des großen Gaues Hessen im Deutschen Schützenoerband (der dem Reichsbund für Leibesübungen angeschlof- sen ist), einen ereignisreichen Tag. Es wurde um die Gaumeisterschaft im Klein- und im Großkaliberschießen gekämpft. Schauplatz der Kämpfe waren die vorbildlichen Stände des Schützenvereins Gießen, der alle Voraussetzungen für eine einwandfreie Durchführung des Wettkampfes schuf. Die Leitung des Wettkampfes lag in Händen des Kreisschützenführers Götte (Frankfurt a. M.), der gleichzeitig die Kleinkaliberschützen betreute, für die Großkaliberschützen leitete der Schützenführer unserer engeren Heimat, Eduard G o n d n e r den Wettkampf. Nicht weniger denn etwa 470 Schützen waren zu dem Wettkampf angetreten. Rund 380 Schützen hatten für die Wettbewerbe im Kleinkaliberschießen gemeldet, nach dem sie in vorausgegangenen Ausscheidungskämpfen die erforderlichen Ringzahlen erreicht hatten, die die Voraussetzung war für eine Beteiligung am Entscheidungskampf um die Gaumeisterschaften. Für das Großkaliberschießen standen etwa 90 Schützen im Wettbewerb. Der gestrige Sonntag brach für die Schützen, die sich schon kurz nach 7 Uhr auf den Ständen des Schützenvereins eingefunden hatten, nicht sehr verheißungsvoll an. Dichter Nebel lag über dem Schußfeld und behinderte die Sicht so stark, daß zunächst an einen Beginn des Wettkampfes nicht zu denken war. Der Kampf der Kleinkaliberschützen konnte erst mit einer einstündigen Verspätung gestartet werden. Die Großkaliberschützen mußten sich noch länger gedulden, bis sich die Nebel auch auf die größere Distanz nicht mehr als hindernd erwiesen. Trotzdem wurde unter den erschwerten Bedingungen der Kampf ausgenommen. Als sich die Sonne die Herrschaft über Gau-Sonderklasse. Voraussichtlich zwei der Fechterinnen des gestrigen Meisterschaftskampfes werden bei den Deutschen Meisterschaften im Florettfechten der Frauen in Stuttgart starten. Auch Frl. Wirth vom Turnverein 1846 Gießen wird mit dabei sein. Ihr ist damit eine große Chance gegeben. Hoffentlich gelingt es ihr, das mag man schon jetzt wünschen, ihren Verein gut zu vertreten. Am Nachmittag fand dann noch ein Städtekampf statt, zu dem die Kasseler Fechterinnen zwei Mannschaften (je vier Fechterinnen) sowie Hanau und Gießen je eine Mannschaft stellten. Aus diesem Kampfe ging erwartungsgemäß die Kasseler Vertretung erfolgreich hervor. Die Ergebnisse: Frauen-Florettfechten um die Meist erschaftdes Gaues Hessen, zugleich Qualifikationskampf für die Gausonderklasse: 1. Jänicke (Hanau), 6 Siege, 24 Treffer; 2. Wirth (Tv. 1846 Gießen), 6 Siege, 26 Treffer (nach Stichkampf); 3. Braun (Hanau), 5 Siege, 28 Treffer; 4. Drewes (Tv. 1846 Gießen), 4 Siege, 30 Treffer; 5. Lengemann (C. T. Kassel), 4 Siege, 33 Treffer; 6. Gerlach (Tuspo. Bettenhausen), 3 Siege, 31 Treffer; 7. Kutscher (Tv. Bad-Nauhein), 3 Siege, 35 Treffer; 8. Oehlighoff (C. T. Kassel), 3 Siege, 35 Treffer. Ergebnisse des S t ä d t e k a m p f e s : 1. Kassel A.-Mannschaft, 6 Punkte; 2. Hanau, 4 Punkte; 3. Gießen, 2 Punkte; 4. Kassel B-Mannschaft. die Nebel erzwungen hatte, war den Schützen bald die beste Sicht, die sie sich wünschen konnten, gegeben. Insbesondere in den Nachmittagsstunden war das Wetter sehr klar. So blieb es nicht aus, daß ausgezeichnete Ergebnisse in den beiden Kategorien erzielt wurden. Allerdings dominierten dabei die Frankfurter Vereine, die, da sie eine größere Auswahl unter den Schützen haben, bei weitem den Vogel abschossen. Für die zahlreichen ländlichen Vereine war es demgemäß schwer, sich zu behaupten. Ihre Leistungen verdienen nicht weniger hoch Da* Mferoeth „Mutter unö Kind" schenkt durch (cholung im NSB.- mütlerhtim Ruoglcid) für die Mutterarbeit und Muttersorgen. gewertet zu werden, wie jene der Frankfurter und Wiesbadener Favoriten. Bei der zahlreichen Beteiligung durften infolgedessen auch die „Plätze" als sehr ehrenvoll betrachtet werden. Die Gießener Schützen des Schützenoereins Gießen sicherten sich mit einem dritten Platz im Wehrmannsschießen einen Achtungserfolg. H. Appel konnte sich dabei als Einzelschüße ebenfalls einen dritten Platz erringen. Ein schöner Erfolg wurde auch den Jungschützen des Schützenvereins „Gut Ziel" Launsbach zuteil. Sie sicherten sich bei beachtlicher Konkurrenz den Mannschaftssieg im Klein-Kaliberschießen und stellten außerdem in Eduard Pfeiffer den besten Jungschützen. Einen Beweis über den hohen Leistungsstand der Schützen des Gaues Hessen erbringt die Ergebnisliste. Den Abschluß des Wettkampfes beibete die Florettfechterinnen im Gaumeisterschasiskampf. Schützen im Kampf um die Saomeisierfchaflen. 500 Schützen in Gießen. — Großer Erfolg Launsbacher Iungschützen. Siegerverkündigung im Schützenhaus, bei der Oberst Frank-Lindheim, der Gauführer der Schiit- zen, die Sieger verlas und herzlich beglückwünschte. Die Ergebnisse des Wettkampfes folgen. Wirischast. Gesteigerte Anlagetätigkeit derBanken. Die soeben erschienenen August-Bilanzen der monatlich berichtenden Kreditinstitute lassen erkennen, daß die Banken im verflossenen Monat Finanzierungsansprüche vielfältiger Art zu befriedigen hatten. Umfassend zunächst war ihre Mitwirkung an der jüngsten großen Konsolidierungsaktion des Reichs, der nachträglich auf 850 Millionen Mark erhöhten Begebung verzinslicher Schatzanweisungen, die durch die Banken am Markte placiert werden. Als Uebernahmekonforten haben sie allein in der letzten Augustwoche so erhebliche Beträae hereingenommen, daß ihr Eigenbestand an Anleihen und verzinslichen Schatzanweisungen des Reichs sich gegenüber dem Vormonat um rund 236 Millionen Mark erhöhte, ein Betrag, der im Laufe des Monats September im Hinblick auf die große Nachfrage aus den Kreisen des Publikums glatt untergebracht werden konnte. An der Zunahme sind sämtliche Gruppen von Berichtsinstituten beteiligt, am stärken naturgemäß die Berliner Großbanken, die einen Zugang von über 97 Millionen Mark verzeichnen. Noch nach verschiedenen anderen Richtungen wird eine gesteigerte Anlagetätigkeit der Banken im Monat August erkennbar. Mit rund 70 Millionen Mark haben sie sich durch lieber- nähme von Sonderwechseln in den Dienst nationalpolitisch bedeutsamer Finanzierungsaufgaben ge- stellt, mit weiteren maßgeblichen Millionenbeträgen dem Kreditbedarf der privaten Wirtschaft entsprochen. So haben sich bei den Berliner Großbanken anknüpfend an die Juli-Entwicklung die Kontokorrentkredite um weitere fast 35 Millionen Mark erhöht. Und es sind bei den Spezialbanken im Rahmen der saisonmäßigen Finanzierungsbedürfnisse, insbesondere auch der Landwirtschaft, die Warenvorschüsse um rund 15 Millionen Mark gestiegen. Die glatte Befriedigung aller Ansprüche wurde durch die Einlagenentwicklung, nicht zuletzt aber durch die planvolle Liquiditätspolitik der Banken begünstigt, als deren Frucht erhebliche Beträge aus Wechselfälligkeiten zuflossen (136 Millionen Mark). Die Industrie- und Handelskammer Gießen gibt Auskunft: 765: Nochmaliger Hinweis der Ueberwachungsftelle für unedle Metalle, daß zum Bezüge bedarfsscheinpflichtiger unedler Metalle nur eine Bezugsbescheinigung für unedle Metalle oder ein Belegschein für unedle Metalle nach den Vorschriften der Anordnung 29 und der Bekanntmachung 5 berechtigen, nicht aber sonstige Bescheinigungen irgendwelcher Art, gleichviel welche Bezeichnung diese tragen und ob sie von der lieber» wachungsstelle selbst oder von irgendwelcher anderen Stelle ausgestellt sind. Bei Verstößen wird die Ueberwachunasstelle rücksichtslos die ihr gegebenen Strafbefugnisse zur Anwendung bringen. — 766: Ergänzung der Freigrenzenbestimmungen, Neufassung des Musters der „Devisenrechtlichen Erklärung". — 767: Teilnehmer-Fernschreibdienst mit Belgien. — 768: Fernsprechdienst mit Norwegen, teilweise Ermäßigung der Gesprächsgebühren. Sprechstunden der Redaktion. 11.30 bis 12.30 Uhr, 16 bis 17 Uhr. Samstagnachmittag geschlossen. Metz« SMANv M iw MM« tz«O DM«SU«-S«OW Gedaukeuhöreu 152 Gefrorenes aufnehmen, gewöhnlich ein schlechtes Gedächtnis, während sie sich an Dinge ihrer Jugendzeit noch gut erinnern können. Zur richtigen Aufnahme ist auch die Aufmerksamkeit nötig. Diese kann durch körperliche Storungen beeinträchtigt sein, besonders bei Kindern mit starker Vergrößerung der Mandeln (Rachenmandel). Bei chronischer Alkoholvergiftung kann der Kranke oft sich nicht mehr an das erinnern, was man eben mit ihm gesprochen hat, kennt sich weder im Raume noch in der Keit aus (Korsakowsche Psychose). Das Gedächtnis übt man am besten dadurch, daß die Eindrücke scharf und mit der nötigen Aufmerksamkeit ausgenommen werden, daß sie wiederholt werden und daß man versucht, sie mit andern Gegenständen zu verbinden. Eedankenhören oder -lautwerden: darunter ist die Erscheinung zu verstehen, daßGeisteskranke Horen, wie ihre Gedanken von andern ausgesprochen oder verhöhnt werden Gedeck, das zu einer Mahlzeit gehörende Eßgeschirr. In Gasthäusern nennt man das Gedeck viel- fach das fertige Mittagessen. Gedichte sind bei vielen Festlichkeiten im Familienkreise üblich aber kein notwendiges Übel. Auch vom Dichten gilt das Wort: „Singe, wem Gesang gegeben aber auch nur der." Richt alles, was gereimt ist, ist deshalb auch Sedichtet. Schöner und unmitlel- arer wirkt meist eine freie Ansprache, bei der ein Redner seinen ?Unzen Witz und Humor leuchten allen kann. Gefallsucht, eine meist weibliche Untugend, entspringt einer über- triebenen Eitelkeit sowie vielfach einem krankhaften Geltungsbedürfnis. Gefangene. Gefängnis, s. Besuche. Geflügel, wird als „weißes Fleisch" besonders in der Krankenkost geschätzt. Der Nährwert ist der gleiche wie bei anderem Fleisch, aber es ist zarter und leichter verdaulich. Nur junges Geflügel eignet sich zum Braten, altes Geflügel nur mehr zum Kochen. — Es ist verboten und strafbar, Geflügel durch Stopfen (Nudeln) zur Futteraufnahme zu zwingen. Gefrierfleisch, meist ausländisches Fleisch, das zum Transport durch Gefrieren auf lange Zeit haltbar gemacht wird. Gefrierfleisch verliert weder an Nährwert noch an Bekömmlichkeit? Nach dem Auftauen muß es jedoch sofort verwendet werden. Gefrorenes, Süßspeise, die in Ge- frierapparaten aus Sahne, Milch, Zucker, Vanille oder Fruchtsäften hergestellt wird. Die erforderliche Kälte wird durch eine Mischung von Roheis und Viehsalz erzeugt. Man unterscheidet verschiedene Arten von Gefrorenem, je nach der Zusammensetzung und nach der Art des Gefrierens: noch flüsiigen Sorbet. Halbgefrorenes (in der Hauptsache gefrorene Schlagsahne) und Graniteis. Aus Gefrorenem werden wiederum verschiedene Eisgetränke hergestellt wie Eiskaffee. Eisschokolade, und Eiscremesoda (in Selterswasser gequirltes Speiseeis). Färberei Braubach & Fischer Seltersweg 63 Gardinen werden gereinigt und „Auf Neu“ appretiert und genadelt Familien-Drucksachen veriobun0sanzei0en Vermählungsanzeigen bei Brühl, SchulstraBe 7 Geburtsanzeigen Zwangsversteigerung. Dienstag, 28. d. M., nachm. 2 Uhr sollen im Versteigerungslokal, Neuenweg 28, bezw. an Ort und Stelle (Bekanntg. in obig. Lokal) zwangsweise gegen sofortigeBar- zablung versteigert werden: Haus-, Laden- u.Büromöbel all. Art,2 Schaufenstereinrichtungen 2 Bilder, 5 Schreibmaschinen, 2 Nähmaschinen, 9 Oefen, ein Vervielfältig.-Avvarat, 4 Herde. 4 Mavven, 17 Palmenstöcke, drei 'Auswahlhefte u. 1 Schaubeckalbum mit Briefmarken, 1 Hobelmaschine, 1 Teppich, lEurosonne, 1 chinesische Buchrolle, 1 Mörtel» maschine, 1 Rechenmaschine, 1 Registrierkasse, 1 Staubsauger, 1 Ständerlampe, 1 Radio, ein Photoavvarat, 1 Spiegel, 1 Eis- schrank, 1 Fahrrad, IDamenman- tel, 1 Herrenanzug, Anzugsstoffe. Bestimmt wird versteigert: eine goldene Uhr. fi256D Scharmann Gerichtsvollzieher in Gießen Wiesenstraße 2, Telephon 3108. Empfehlungen Pelzwaren Pelz-Reparaturen sehr preiswert M. Liebler Kreuz,platz 2. Kaufgesuche lade-Einricblony gegen Kasse zu taufen gesucht Schrift!. Angeb. unter 04771 an d. Gieß. Anzeig. Gebrauchten Ösen zu kauf, gesucht. Löwengasse 13 04770 (Laoen). GLORlfl Ab heute Montag PALAST Der Mord im Nebel Ein spannender Kriminalfilm mit einem herzhaften Schuh Humor I Hauptrollen: Sir Euy Stauding Ray Milland Beiprogramm und Ufa-Ton-Woche und andere herrliche Bilder vom Reichsparteitag der Arbeit in Nürnberg. Lichtspielhaus Heute Montag: Ein außergewöhnlicher Film aus der Zeit der großen Hexen-Verfol- gungen, voll Dramatik und Spannung Leidenschaften, Haß, Eifersucht und Geltungsbedürfnis führen zu Hexenprozessen, die ein ganzes Land erschüttern. 6253A HauPtroiie:Claudette Colbert Fred Mac Murray, Luise Bresser Beiprogramm und Fox-Ton-Woche Täglich 4, 6, 8.30 Uhr in beiden Theatern. Z rr o r> r— o Ä 8- E.?. s»Ä- >D --L- e ro <5 £ e, E CM SS rz c " 3 «2;,2 CD 'S ZK.'3 2 ?=^ rg-gA&Q 3^^3 e ^"5^ s ^K^^LZ'Z ZMssZZ — <=§3 E w £ «ä = =S^s l.iiu$ ^0-0 «0 -r :SflO -issiis b-* re o* ♦*■ « SS <5 Ö> w « r> w c* 8S s zs o o w—■> o t 2 L iE H- £> eT CO « « 8< 8 « M Q» k» jo x E •ö 5 A « •« a JL w -2Z Fi . öS§” E *- 3 S l:i; .ES^05 IJ« :?.h=s. cs=-< -— «7.2* ü) E q ’S 8§Z§Z MZM §kM § y -FHZZL-AG E ’e S ?e S 'S ö B N 2±_ S«*E°?S t£y|sj|=s, MZZL^d g«*oL L 1^ TZ E ES ■S» §, = ».£ jO E ? S — TZ T-rSSWT r-i. r- TO <-t TO er v) v o 5 2 2.5-^5 5 Ö8o 3 S612. 3?c a W?. 3 S* £ 3 g 3a @3. 5 ei R. UU ° -r 2, 8 D : «v § Ä LS» E!Z 3 S- : D> h i?LL ;'q «u .. 3 TO «.ag ZLNZ ^61^ ^3 F-'S a £9 TO a-r og 5150 F 61 g 8 L s*'&8 3 * S-5« 3 5 gs< » W 'S* _ —to -ei ö 3 »S’S’g.ä« 3 8 5 3 D: SSh S-H 3, 3” d S •os <£2 to 3 o & 3 TO 'to' e* 3 3 F3' o 2 ’S'« 3 B = § to) 3? « S^&aS s'T^ä’S« 5 2 3 ° 2d 2 ~-~=r&C8 . y <ä 3 — 5 • "5 - ° 2.ea. s* . _ 2.o 3 o "ij 3 Qs 3 61 5 s' B-| ö< HTO TO S^o 5c3§h 3 e - 3 o 3 $5= 'ro'P* ^-5.^3 or • cTjao to re ~ -To3 TO 3 _. B -S7 3 «3»§| -LL-Z a*H e «— TO R H S2 »’öS g Z B Sn 3 slzh " £3(82 3° —> —• r t er er cd ° ä1 c 2. TO TO W n cj, to 3 to - ~ ~ 'S §? *-«»? ®j®3 e>«ö3, D---er 3 5‘ - 2. 3 o S o->9'I33®2 3 5-F S:<5 2 TO O or 1-t 3 9 er* er 3 3 TO TO <£) r^) 5^)3 . . ^co 3 - B.3 d o TO, Z „5^> o C;3 TO 3 61 y cd 0 B 3 3 3 5 3 ra 3 61 2., &gw 3 Or D 3 3 «5* o S61 ö TO D "3 3 E Ö® o » 3 TO c* y to cD n 3 As 3 er Cfl " I-l D y TOZL"° Is 2 o §613 S y 3 A 3 3 i or 3* 3 "ro^ d § -^5 O_ sHF^Zs •^S'ä3 *2 '3- 2.TO tSto° CTTO^0 — 1 Ä K 3 TO u> TO 3 CD O ■ :aT*3 er 5 Serc 7.2 TO TO 3 H to y qs^*> str o?2-2-3 § CD 3 CD TO ,3. 3" ui or C CD H D 3 er C an O C: 3 O* 3 RO er to" D: ^.’CD g 3? D 3 or - w- aSg; 9'in2‘ 6)3 *t3 2-c c to § A»° 3 = ’ r? B. 3 TO O* 3 C 3 C er d 3. L^61Z to -3- to 55 8 Sr 2.6122 2d' <2 er 8 2 - grTO rs» 2 s «t D 2 TO ui •• s.3 to D CD - s TO» QM u> 8 A TO S TO- (O "T ” S 'A3 8 § öl? S'3 >9*g TO «» iä s e 3 C<5>' L- so 3-L L 3-tiö° S'to)3' 3 (TD n ^S»3 B_ 'S'co S 53 Ul •2-0 TO 3 nlgts grsi^S 3 K^-3 2 s| -.Cfl §2: O 3 C ®J?^TO VJ 3a»y2.§'2‘Ä a* 3 3 D:c 2 8 a^ Ji®r3 Cfi q- o> R S SS-Bg 5 d -y 3 3 3 •CD -2« a to g eOT rt>i-t Cr B 3 _ er p o 8 to- e 3 S -y3 3 3 oy to 2 ö S r§3I«<5 «S2.iXt ^^aoi er E y °8 3TO "°Z2. ssAM-ffAZLP ° 3 - GT 3 ~ Ä® o S^5'd 3 • to a*-o 5 a y y.2, to 8 ÖR.TO. o TO Rc m» d ui --t §■=5 2 S- 4» ar - L2-3«L^L F1 ? 33 fax»? ZA2-KZ.TaLH? 8 3 B 8 8 8 8 8? 3 3 a'3*-» 3 D