KrJOQ Erstes Blatt 187. Jahrgang Zreitag, 27. August 1957 Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gieszener Familienblätter Heimat im Bild - Die Scholle Monats-Bezugspreis: Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte „ 1.80 Zustellgebühr „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt kernsprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten Anzeiger Gießen Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11686 Siebener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühlsche Universttatsdruckerei R. Lange in Gießen. Schristlettung und Geschäftsstelle: §chulstratze 7 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8'/,Uhr des Dormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Test« anzeigen von70mm Breite 50 Rpf..Platzvorschrift nach oorh.Bereinbg.25O/a mehr. (Ermäßigte Grundpreise: Stellen-, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf., Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B Oie Schüsse auf den britischen Botschafter in China. London, 26. Aug. (DNB) Wie Reuter aus Schanghai meldet wurde der britische Botschafter in China, Sir Hughes Knatchbull-Hu- g e s s e n, auf der Rückfahrt von Nanking nach Schanghai in seinem Kraftwagen durch Maschinengewehrgeschosse angreifender Flugzeuge schwer verletzt. Der Botschafter mußte einem Hospital zugeführt werden Das Befinden des Botschafters. Ueber die Verwundung des Botschafters wurde in Schanghai von englischer Seite folgendes mitgeteilt: Der Botschafter reiste im Wagen mit dem Militärattache Oberst Lovat-Fraser. In der Nähe des Wagens wurde von japanischen Flugzeugen eine Bombe abgeworfen. Auch wurde mit einem Maschinengewehr auf das Auto gefeuert. Der Botschafter erhielt eine Verletzung im Rückgrat. Das Rückgrat ist getroffen, jedoch ist das Rückenmark nicht zerrissen,' und es ist keine Lähmung emgetre- ten. Nach den letzten Berichten mußten dem verwundeten Botschafter, der an starken Schmerzen litt, mehrere Morphiumeinspritzungen gegeben werden Kurz vor Mitternacht wurde mitgeteilt, daß der Botschafter zur Zeit schlafe und sich so wohl befinde, wie man es erwarten könne. Die ärztliche Untersuchung habe gezeigt, daß der Einschuß sich an der rechten Seite unterhalb der Achselhöhle befinde und der Ausschuß an der linken Seite ein ziemliches Stück unterhalb des Schulterblattes in der Nähe der Hüfte. Ferner wird berichtet, der Botschafter sei zu schwach, um sich einer Operation zur Beseitigung der Kugel unterziehen zu können Die Aerzte hoffen eine Blutübertragung vorzunehmen. Britische Schilderung des Zwischenfalls. In einer späteren amtlichen Mitteilung heißt es, der Botschafter und seine Begleitung seien in zwei Kraftwagen gereift, die beide den Union Jack gezeigt hätten. Ohne vorherige Warnung habe ein japanisches Flugzeug die Kraftwagen mit M a - fchinengewehrfeuer bestrichen. Ein zweites Flugzeug habe sie bombardiert, nachdem sie angehalten hätten. Die Insassen hätten, als sie die sie verfolgenden Flugzeuge bemerkten, so schnell wie möglich die Autos verlassen und seien in Deckung gegangen. In diesem Augenblick sei einer der Bomber herabgestoßen und habe die Wagen mit MG.-Feuer bedeckt Der englische Botschafter hatte sich nicht so schnell wie die anderen in Deckung bringen können und sei daher getroffen worden. Als Oberst Lovat-Fraser herbeigeeilt fei, um dem Botschafter zu helfen, habe ein zweiter Bomber eine Bombe geworfen, die glücklicherweise nicht auf die Straße, sondern in ein Reisfeld gefallen sei. Durch den Luftdruck der Ex- plossion sei Oberst Lovat-Fraser zu Baden geworfen und habe vorübergehend das Bewußtsein verloren. Die Reutermeldung besagt weiter: JBor Antritt der Reise seien die chineschen Behörden in Nanking unterrichtet worden, um so die Sicherheit der britischen Diplomaten zu gewährleisten. Die J apaner seien allerdings nicht in Kenntnis gesetzt worden, da die Reiseroute nur durch chinesische Linien hindurchführte. Auch seien, wie es weiter heißt, im Augenblick der Beschießung keine chinesischen Truppen in der Nähe gewesen. Bor den Toren Schanghais hat sich ein ernster Zwischenfall ereignet. Englands Botschafter ist durch die Maschinengewehrgarbe eines Flugzeugs schwer verletzt worden. Die selbstverständlich irrtümlich abgegebenen Schüsse werden unzweifelhaft zu einer Verschärfung der Gesamtsituativn führen. England wird jetzt entschlossener als zuvor an die Wahrung seiner Interessen Herangehen, zu deren Schutz es schon umfangreiche miliärische Maßregeln trifft. Denn so, wie der Botschafter ein Opfer der kriegerischen Auseinandersetzungen am Jangtsekiang geworden ist, können jederzeit britische Staatsbürger in größerer Zahl durch explodierende Granaten verletzt werden. Schon sind in der für unberührbar erklärten Internationalen Konzession Menschenleben darunter auch das eines deutschen Volksgenossen zu beklagen, ein Beweis dafür, daß diese Konzession durchaus nicht mehr mit der Scheu betrachtet und behandelt wird, wie das in früheren Zeiten der Fall war. Die europäischen Mächte haben infolgedessen auch für einen weitgehenden Abtransport ihrer Angehörigen gesorgt, um Zwischenfälle, bei denen Menschenleben zu Schaden kommen, auf ein Mindestmaß herabzudrücken. Es bleiben jedoch die materiellen Verluste, die schon heute gewaltig zu Buch schlagen und sich nicht nur in der Vernichtung von Baulichkeiten, sondern auch in einer empfindlichen Schädigung des Warendurch- gangsverkehrs äußern. Jetzt ist noch die japanische Blockade der chinesischen Küste hinzugetreten, die sich zwar nur gegen China richtet, aber darüber hinaus ihre Wirkungen auch für Europa zeitigen wird. Niemand kann sagen, wie sich die Dinge weiter entwickeln werben, ob es zu einem wilden Auflodern des Brandes im Fernen Osten kommen wird oder ob die bedenklich züngelnde Flamme binnen kurzem in sich zusammensackt und erlischt. Je weniger Nahrung diese Flamme erhält, desto rascher wird sie an Kraft und Gefährlichkeit verlieren Darum wird auch die Aufgabe aller am Fernen Osten interessierten Mächte darin bestehen, auf rascheste Wiederherstellung normaler und allseitig erträglicher Verhältnisse zu bringen. Das Echo in London. Lonbon, 26. Aug. (DNB.) Die Verwunbung bes britischen Botschafters in China hat in Lonbon großes Aufsehen erregt Es wirb barauf hinge- wiefen, baß Großbritannien bie Regierungen Japans unb Chinas barauf aufmerksam gemacht habe, baß sie für j e b e n Schaben, ber britischem Eigentum entstehe, unb für jebe Verletzung, bie britischen Untertanen zugefügt werbe, verantwortlich gemacht mürben. Obwohl zugegeben werbe, baß ber britische Botschafter nur burch einen unglücklichen Zufall zum Gegenstanb eines Angriffes geworben sei, so gebe boch bie Tatsache, baß ein ziviler Kraftwagen mit Bomben beworfen worben sei, zu Vorwürfen Anlaß. Das Foreign Office veröffentlicht folgenbe Erklärung: „Die britische Regierung hat bie Nachricht von ber Verletzung bes britischen Botschafters in Schanghai burch Schüsse mit großer Besorgnis ausgenommen. Nach ben vor- liegenben Nachrichten würbe ber Wagen bes Botschafters, ber bie britische Flagge führte, burch zwei japanische Flugzeuge mit einem Maschinengewehr beschossen unb mit Bomben belegt, unb zwar ungefähr um 2.30 Uhr nachmittags (chinesischer Zeit). Der Botschafter würbe sehr'schwer verletzt unb befindet sich nunmehr in Schanghai im Krankenhaus. Wie berichtet wird, sind der britische Militärattache unb ber Finanzberater, bie sich im gleichen Wagen befanben, unverletzt. Die britische Regierung beschafft sich zur Zeit weitere erforberliche Nachrichten. Sobalb biefe Nachrichten vorliegen, wirb sie in ber Lage sein, angemessene Schritte bei ber japanischen Regierung zu unternehmen." Man bedauert und sagt Untersuchung zu. Tokio, 26. Aug. (Ostasienbienst bes DNB.) Der japanische Außenminister Hirota hat sein tiefstes Bebauern über bie Verwunbung bes britischen Botschafters Knatchbull ausgebrückt Hirota erklärte, vorsätzliche Absicht bei japanischen Flieger 'fei absolut ausgeschlossen Sie müßten in bebauerlichstem Irrtum gehanbelt haben, ba ber Botschafter bie Gefahrenzone ohne vorherige Ankünbigung burchsahren hätte. Die kaiserlich-japanische Regierung sichert e i n - gehenbeUntersuchung bes Unglücksfalles zu. In Schanghai stattete ber japanische Marine- attachä, Abmiral H o n b a , sowie ber Chef bes Marinestabes Konterabmiral S u g i y a m a, bem stell- oertretenben britischen Generalkonsul in Schanghai einen Besuch ab, um biefem ihre A n - t e i l n a h m e an bem Besinben bes britischen Botschafters auszusprechen. Zu gleicher Zeit suchte ein Mitglieb ber japanischen Botschaft bas Krankenhaus auf in bem ber Botschafter gepflegt wirb, unb er- funbigte sich nach bem Botschafter. Der japanische Vizeabmiral H a s e g a w a hat, so wirb weiter mitgeteilt, eine genaue Untersuchung ber Angelegenheit angeorbnet. Er habe ben englischen Abmiral Little ersucht, ihn von ben seinerseits ergriffenen Maßnahmen zu unterrichten In japanischen Marinekreisen erklärt man, eine britische Flagge am Kühler bes Wagens sei kein genüg enbesErkennungszeichen. Außer- bem sei ber Wagen auf einer strategischen Straße in Kriegszeiten gefahren unb habe leicht mit einem chinesischen General stabs- wagen öerweck) seit werben können Die Kämpfe an der Aordsront. Tokio, 26. Aug. (DNB.) Wie Meldungen von der japanischen Front besagen, sind die japanischen Truppen an der Nordfront beim Nankau - P a ß an der Großen Mauer oorgestoßen, und zwar in Richtung auf die Stadt Huailai, deren Einnahme bevorstehe. Südwestlich von Kalgan hätten sie die Eisenbahnlinie überschritten, so daß der Verkehr der S u i y u a n - N a n k a u - B a h n unterbrochen sei. Die chinesischen Truppen würden auf Grund dieser beiden Bewegungen in südwestlicher Richtung nach Schanghai abgedrängt. Die bei Tsinghain an der T i e n t s i n — P u k a u- B a h n vorgegangene chinesische 28. Brigade habe an Verlusten 300 Tote unb 1000 Verwunbete aufzuweisen. Die Chinesen seien in sübwestlicher Richtung zurückgeschlagen worben Die japanischen Verluste hätten an Toten 7 Offiziere unb 15 Mann sowie an Verwunbeten 70 Mann betragen. Die Lage in Tsingtau ist noch ungeklärt, ba bie bärtigen chinesischen Behörben sich chinesischen militärischen Kreisen gegenüber schlecht zur Wehr setzen können, bie Zusammenstöße mit japanischen Truppen provozieren wollen. Zu ber in Tsingtau viel erörterten Frage, wo eigentlich Gefangene bleiben, stritt ber Sprecher bes japanischen DberFommanbos Gerüchte ab, bie von einer planmäßigen Erschießung ber Gefangenen wissen wollten. Er bezifferte bie Gesamtzahl ber chinesischen Gefangenen feit bem Beginn ber Operationen im Raum von Peking unb Tientsin auf 4500 Darunter befinben sich 1500 Pauantui, ein Teil chinesischer Sicherheitspolizei, bie nach Entwaffnung unb Abgabe ihrer Uniformen angeblich alle mit Verpflegungsgelb in ihre Heimat entlassen worben seien. Die ber- zeitige Kampfart schließe jeboch bie Einbringung oon Gefangenen aus, ba ber Gegner in kritischen Augenblicken rechtzeitig flüchte, seine Uniform vernichte, Z i v i l k l e i b u n g anzvge, und im unübersichtlichen Gelände einen Guerillakrieg begänne, ben jeboch Japan im Interesse eines kurzen Krieges nicht wolle. Jnfolgebessen sei bie Anwenbung schärfster japanischer Kriegsgefetze erforberlich. Japanisches Vorrücken in der Umgebung Schanghais. Schanghai, 26. Aug. (DNB.) Der Mittelpunkt ber Kämpfe im Gebiet von Schanghai lag auch am Donnerstag bei L o t i e n, wo es ben Chinesen nach chinesischen Melbungen gelungen zu fein scheint, ihre Stellungen zu halten. Dagegen wirb auch von chinesischer Seite zugegeben, baß bie japanischen Lanbungstruppen ben Pangtse weiter aufwärts bis nach Liuho vorbringen konnten. Süblich von Wusung finb neue japanische Verbänbe gel anbet, mit benen bie chinesischen Truppen in schweren Kämpfen liegen. Von ber Ostecke ber erweiterten internationalen Nieber- laffung stieß bas japanische Marine-Lanbungskorps nörblich bis zur Universität vor. Amerika wünscht Schonung Tsingtaus. Lonbon, 27. 2Iug. (DNB. Funkspruch.) „Times" berichtet, baß bie Regierung ber Vereinigten Staaten in Nanking unb Tokio vorstellig geworden sei, um klar zu machen, baß bie Kämpfe von Tsingtau ferngehalten werben sollten, ba bort eine große Zahl von amerikanischen unb britischen Staatsangehörigen ansässig sei. Die britischen Vertreter in Nanking unb Tokio hätten sich biefem amerikanischen Schritt angeschloffen. Tsingtau ist mit 400 000 Einwohnern auf ber Schantung-Halbinsel gelegen, nächst Schanghai ber bebeutenbfte Hafen bes mittleren China. Amerikas Ostasienhandel. N e u y o r k, 26. Aug. (DNB.) Eine Rundfrage ber Nachrichtenagentur „Associated Preß" bei ben Banken sowie bei maßgeblichen Ein- unb Ausfuhrfirmen bestätigt bie Vermutung, baß ber Ostasien- handel ber ^Bereinigten Staaten bereits fühlbare Verluste burch Den Fernostkonflikt China-Japan erleidet. Danach haben bie Exporteure bereits einen großen Teil ber Verschiffung nach Schanghai a n - gehalten ober teilweise nach Singapore umgelaben, soweit noch Lagerraum vorhanden ist. Die Gesamtausfuhr der Vereinigten Staaten nach China unb Japan betrug im Jahre 1936 etwa 500Dollarmillionen unb war schon in ben ersten sechs Monaten 1937 höher als im Vorjahre. Um sich biefe Ausfuhrmöglichkeiten weitgehenb zu erhalten, gehen bie amerikanischen Verlader jetzt angeblich bazu über, kanadische Schiffe für ihre Frachten zu chartern, ba sie befürchten, baß Roosevelt demnächst auf ben Konflikt China-Japan bas Neutralitätsgesetz anzuwenben versuchen wirb. TrauerseiersürKonteradmiralWaßnei-. Den Haag, 26. Aug. (DNB.) Im Haag fanb bie Trauerfeier für ben beutschen Marineattache in Lonbon unb im Haag, Konterabmiral Mahner, statt. In ber reich geschmückten beutschen Kirche, an bereu Turm bie Flagge bes Reiches auf Halbmast flatterte, hatte sich eine große Trauer- gemeinbe jufammengefunben. Außer ben Angehörigen bes Verstorbenen sah man u. a. ben beutschen ©efanbten Graf von Zech, in Vertretung Des Botschafters von Ribbentrop Baron Steengracht unb ben Vertreter bes Generalabmirals Roeder, Kapitän z. S. L ü t j e n s. Von holländi- fcher Seite nahmen ber nieberlänbifche Verteibi- aungsminifter van Dijk mit bem Oberbefehlshaber ber Kriegsmarine unb bem Chef bes Generalstabs unb zahlreiche Offiziere ber See- unb Land- macht teil, sowie Beamte bes hollänbischen Außenministeriums. Das biplomattfche Korps unb bie beutsche Gemeinschaft waren zahlreich vertreten. Der Irauergottesbienft würbe burch Pfarrer Mahner, einem Bruder bes Verstorbenen, gehalten. Eine Abteilung Marinetruppen erwies bie Ehrenbezeugung, als ber mit ber Reichskriegsflagge bedeckte Sarg bie Kirche verließ. Wie sieht es in derWirtschaft aus? Einige Auswirkungen besKonfliktesinOst- a f i e n auf bie Weltwirtschaft kann man sich an ben Fingern ablesen: Die Krebitwürbigkeit ber einseitig mit Ostasien handelnden Firmen ist natürlich geschwächt. Die englischen Interessen in Schanghai werben auf 3,5 Milliarben Mark angegeben. Unter biefe Ziffer fallen auch bie Grund- stücke. Dagegen bürste bie Höhe ber englischen Kapitalien, bie im Gesamtgebiet bes riesigen Stromnetzes bes Jangtsekiang angelegt finb vielleicht noch etwas größer sein. Diel geringer, aber selbstoer- stänblich nicht unerheblich finb auch bie beutschen Kapitalinteressen. Don biesen Selbstverstänb- lichtesten abgesehen, ist aber eine sehr interessante Beobachtung zu machen: Trotz ber Gefährbung ber Schiffahrt zeigen bie internationalen Kurse ber großen Schiffahrtslinien eine stark fteigenbe Tendenz Es wirb erwartet, baß unabhängig von ben mehr örtlichen Ereignissen um Schanghai, ähnlich wie während des Abessinien-Konfliktes, ein sehr starker Bedarf an Schiffsraum auch nach ben Häfen auftritt, bie abseits ber eigentlichen Gefahrenzone liegen. Sei es, weil gewisse vorsorgliche militärische Maßnahmen getroffen werben, sei es, weil bie europäischen unb amerikanischen Importeure sich noch schnell mit Waren bes Fernen Osten einbecken wollen. Eine Reihe spezifischer Ausfuhrartikel Chinas haben auf ben Weltmärkten bereits stark im Preise angezogen, z. B Antimon unb Wolfram, Ingwer, Oelsaaten, getrocknete Eier in Pulverform usw. Umgekehrt 3er» brechen sich bie Schiffahrtsgesellschaften ben Kovf, wo in China bie Güter ausgelaben werden sollen, die sich gerade auf der Reise befinden. Man schätzt diese Waren auf 100 000 Tonnen Eine solche Gütermenge setzt bei der Ausladung entsprechende Hafen- und Lagereinrichtungen voraus, die in dem hafenarmen China nur in Schanghai unb etwa noch in Tientsin vorhanben finb Selbstverstänblich finb Fracht- unb Dersicherungssätze heftig in bie Höhe gegangen. Die chinesische Regierung versucht bie Kriegsfinanzierung vom Auslanb her unb hat Anleihen in Enalanb, Frankreich, Hollanb, in ber Schweiz und der Tschechoslowakei ausgenommen-, ber chinesische Finanzminister und stellvertretender Ministerpräsident K u n g war in dieser Beziehung sehr rührig. Die Japaner versuchen daa^aen ben Krieg binnenwirtschaftlich zu finanzieren. Ihre Wirtschaft wirb ganz auf bie nationalen Notwen- bigkeiten eingestellt. Dazu gehört auch bie Einschränkung nicht unbebingt notroenbiger (Einfuhrwaren, bie Kontrolle ber Verkehrsmittel einschließlich der Hochseeschiffahrt mit Rücksicht auf ihren starken Schiffsraumbedarf für bie Uebersetzung von Truppen unb bie Sicherung ber lebenswichtiaen Einfuhr an Nahrungsmitteln unb Rohstoffen. Die (Sowie t r u f f e n, bie ben sibirischen Kohlenbergbau nach Möglichkeit erweitert haben, nehmen inzwischen große Golbverschiffungen nach Lonbon vor, offenbar um sich greifbare Guthaben für eilige Beschaffung von Waffen unb Rohmaterialien für ben Fall zu schaffen, baß bie fernöstlichen Wirren auf bie Sowjetunion unmittelbar zurückwirken. * Das Statistische Reichsamt hat soeben eine lieber- sicht über bie Lage bes Welthanbels veröffentlicht, bie zeigt, baß ber Hanbel fast aller Län- ber im ersten halben Jahr 1937 eine Erholung erfahren hat, bie nicht allein mit bem gesteigerten Rohstofsbebarf infolge ber Aufrüstung ber verschie- benen Länber zu erklären ist Die Umsätze bes Welthanbels im ersten halben Jahr 1937 liegen u m r u n b 34 v. H. über ben Ziffern bes gleichen Zeitraumes bes Vorjahres unb im zweiten Vierteljahr 1937 um 11 v. H. über ben Zahlen des ersten Vierteljahres 1937. Das Statistische Reichsamt bezeichnet diese Steigerung als „ungewöhnlich", und vor allem ist sie schon deshalb außerordentlich, weil die Erschwerung des Handels, die Kontingentierungspolitik, die Verrechnungsabkommen usw. nicht abgebaut oder in Verhandlungen von Staat zu Staat nur unwesentlich beschränkt bzw. ben Bebürfnissen ber Staaten neu angepaßt finb. Das ist sehr bemerkenswert unb zeigt, baß trotz aller Schwierigkeiten ber Warenbebarf ber Welt boch sich burrf)3u= setzen beginnt unb baß selbstverstänblich bie Lage ber Rvhftvfflänber burch bie erhöhten Bezüge auch gebessert wirb, so baß sie kaufkräftiger werden und immer größere Mengen ber inbuffrießen Pro- buftion Europas aufnehmen können. Es ist bezeich- nenb, baß gerab? bie Rohstoffgebiete im zweiten Vierteljahr 1937 gegenüber 1936 eine ganz außer» orbentliche Ausfuhrsteigerung aufweisen können, so Australien um 48 v. H., bie britischen Malaven- ftaaten um 63 v. H. unb Argentinien sogar um 81 v. H. Dabei ist bemerkenswert, baß biefer gute Gang bes Welthanbels immer mehr sich von ben eigentlichen Rohstoffen für bie Aufrüstung abmenbet unb mehr unb mehr sich auf bie Verbrauchs- tfüter erstreckt. An unb für sich hatte bie Belebung ber Rüstungsinbuftrie zunächst stimulierend gewirkt, aber die Rüstungsindustrie verbraucht nur einige Rohstoffe in erhöhten Mengen Die Ziffern ihres Verbrauches sind jetzt einigermaßen konstant unb eine Steigerung von erheblichem Ausmaße ist kaum mehr zu erwarten. Die Belebung allerbings ber europäischen Wirtschaft burch bie Rüstunas- inbuftrien hat fortzeugenb gewirkt: nach unb nach haben auch anbere Jnbustriezweige bavon profitiert, bie Arbeiter- unb Angestelltenschaft wurde kaufkräftiger und demgemäß stieg der Verbrauch von Ko- lonialwaren. Wolle usw, so baß wir jetzt in bas Stabium getreten finb, bas sich in einer erhöhten Anteilsziffer ber Verbrauchsgüter im Welthanbel ausspricht. ♦ Im Vorjahre hatte Frankreichs Volksfront-Regierung eine Erfassung der Nach der Befreiung Santanders t e n ^Pamplona < ÄfBaroilonö V<> Madrit iruel Toled ilBIZA *Jaen Hueh Menno Burgos gX," • *\ kV-u Irun Vih)ri der Welt, die neben einem wuchsen und welkten und man wurde sie ein halbes Leben lang überhaupt nicht gewahr. Sollte das nicht auch mit fiilbe so gewesen sein? Hatte man eigentlich in den letzten Jahren eine besinnliche Stunde gehabt? Der Beruf, der Ehrgeiz, die anderen, die einem über den Kopf wuchsen, wenn man nur eine Stunde zu rasten begann. Wie gesagt — die Dinge fraßen einen auf. Wo nur Hilde jetzt bloß sein konnte? Berge wollte sie wieder einmal sehen und weite grüne Wiesen. Herrgott, das alles wollte er doch auch! Wenn sie es nur vernünftig vorgebracht hätte. Er hätte sich schon überzeugen lassen. Man war eben eingesponnen in die allzu lauten Forderungen des Tages. Während er noch über diesen Zwiespalt grübelte, fiel draußen eine Karte durch die Briefklappe. Mit einem Satz war Werner an der Tür. Verständnislos betrachtete er die Postkarte, deren Schriftzüge beinahe unleserlich geworden waren. Toll! Die Karte stammte sogar von seiner eigenen Hand, war von ihm selbst geschrieben, an seine Stadtwohnung gerichtet und vor genau zwei Jahren auf einer Gipfelhütte aufgegeben worden! Und jetzt fing die Geschichte langsam zu dämmern an. Richtig: Heute vor zwei Jahren war er doch mit Hilde auf der Hochzeitsreise gewesen — nach St. Ulrich im Grödner Tal. In aller Herrgottsfrühe waren sie damals gemeinsam aufgestiegen, mit Seil und Mauerhaken die Sella-Nordwand durchklettert und hatten sich dann oben, total erschöpft, aber stolz über die gemeisterten Schwierigkeiten, die Hand gegeben. Es war eine Art Gelöbnis damals und — jetzt erinnerte er sich auch wieder des kleinen Vorfalls _ Hllde hatte hinuntergedeutet auf die brauende und brodelnde Nebelhölle und dann auf die Postkarte geschrieben: „Wirst du auch immer daran denken, wenn wir wieder „drunten" sind, daß oben i die Sonne schien?" — Ja, da stand ja auch auf der Karte seine Antwort, die er aus Ulk an den Rand : gekritzelt hatte: „Ich schwöre es!" — Hierauf hatte , Hilde dieses Wahrzeichen schöner Stunden nach : Hause adressiert, um seinem Gedächtnis auch nach - der Hochzeitsreise wieder auf die Beine zu helfen, i Natürlich hatte er die Karte längst vergessen. Bisher 900000 Besucher auf der Ausstellung „Entartete Kunst". München, 26.Mug. (DJtB.) Der rege Besuch der Ausstellung „Entartete Kunst" nimmt noch ständig zu. ) eder Sonntagbringtfaft immer über 40000 Besucher aus dem Reich und dem Auslande. Damit werden die Tendenzmeldungen gewisser Auslandsblätter. die die hier zur Schau gestellten Produkte jüdischer Zersetzung glauben verteidigen zu müssen, glänzend widerlegt. 900 000 Besucher haben bisher schon Gelegenheit gehabt, diese „Erzeugnisse" einer überwundenen Kunstepoche zu besichtigen und sich ihre Meinung darüber zu bilden. Da das Interesse an der Ausstellung gerade auch im Auslande immer noch wächst, werden zweifellos noch zahlreiche ausländische Besucher Gelegenheit finden, die ausgestellten Machwerke besichtigen und ihr Urteil mit den gehässigen Berichterstattungen jener Blätter zu vergleichen. Die weiße Fläche zeigt die spanischen Gebietsteile, die von der Franco-Regierung besetzt wurden. In den gestrichelten Teilen sitzen noch die Bolschewiken. Das neueroberte Gebiet von Santander ist gepunktet. — (Scherl-Bilderdienst-M.) Seltsam — der Poststempel stammte von vorgestern. Aber die Karte war schon vor zwei Jahren geschrieben. Ob Hilde etwa? ... Werner war mit einem Schlag lebendig geworden und rannte nach dem Kursbuch. Wenn man den Nachtschnellzug benutzte, konnte man morgen in aller Frühe in St. Ulrich sein! Unter der Last von Rucksack und Koffern erstickten sämtliche Pläne und Entwürfe auf dem Schreibtisch. Werner kam sich vor wie eine Schlange nach der Häutung. Irgendwo drinnen in der Großstadt mußte die alte, schimmlig und rissig gewordene Alltagshaut liegen. Die Räder des Schnellzugs aber trugen Werner einem neuen Tag entgegen. Wie damals, am Tage seiner Hochzeitsreise, waren die Berge in dichten Nebel verhüllt und gaben die Erfüllung nur dem, der in heißem Mühen darum warb. Wieder stieg Werner in dem kleinen Gasthof ab, und wieder blühten Alpenrosen auf der holzgeschnitzten Veranda. Nur das Zimmer — Werner erinnerte sich genau an den alten Zirbelkasten — war leider schon besetzt. Auch Luis, der Bergführer war noch da. Werner sah verwundert in das kantige, von zahllosen Wetterfurchen zerpflüg! e Gesicht des Bergführers, der ihn freundlich begrüßte: „Freut mich schon recht, daß der Herr wieder kommt. Gestern hab ich die Frau führen müssen — sie ist droben auf der Hütte geblieben. Hat g’meint, der Herr wird wohl heut oder morgen eintreffen ..." Werner schüttelte ihn mit einem harten Griff: „Luis, ist das wahr? Hilde, meine Frau, ist droben?" ... — Nicht sonderlich verwundert — hatte er doch schon mit den Städtern die merkwürdigsten Erfahrungen gemacht — blickte der Bergführer in die vor Freude funkelnden Augen des Fremden: „Sell schon — aber sie ist nimmer so gut gftiegen — das Frauerl als wie selbigsmal ..." „Luis — wie steigen sofort auf!" — „Js mir grab recht", erwiderte lachend der Luis und rollte die Seilschlingen um die Achsel. „Wenn der Herr gut steigt — in sechs Stunden sind wir oben!" ... Der Luis hatte aber kaum Zeit, Haken zu schlagen, und mußte mehrmals warnen: „Nit so gach — am Anfang immer stad auffi!" ... Trotzdem stand Werner schon in fünf Stunden oben an der Hütte, und der Luis ging taktvoll sogleich in die Küche hinüber, denn unter der Tür stand jemand mit ausgestreckten Händen und hing _ OvieäyH In CoruHQ* Asturce^» A>c ter pvtyo Weizenernte durch den Staat und eine Regelung der Richtpreise beschlossen. Die Marktordnung für Weizen wurde zunächst nur schrittweise eingesuhrt, da die Organisierung der Lieferungsgenossenschaften gewissermaßen aus dem Nichts geschaffen werden mußte, weil einem Bedarf von rund 3000 bäuerlichen Genossenschaften nur ein Bestand von rund 600 gegenüberstand, die zudem zumeist auch andere Genossenschaftsaufgaben versahen. Der freie Händler mit seinen spekulierenden Tendenzen spielte gerade im Getreidehandel Frankreichs eine große Rolle. Es kämpften zwei Richtungen miteinander. Die eine wollte, daß die Bauern ihren Weizen nur an die Genossenschaften verkauften, und daß der freie Händler ausgeschaltet würde, die andere, die im Senat vertreten wurde, wollte ein Kompromiß. To\edo^x<7ra^L^eN?\\\\ andern daß es auch daran denkt, sich an derAus- uhr deutscher Handwerkserzeugmsse zu beteili- ien Es ist naturgemäß für den kleinen und nutt= eren Betrieb schwer, zu exportieren, deshalb wurde die „Ausfuhrstelle des deutschen Handwerks ge- chaff'en und in verschiedenen Bezirken Ausfuhrför- )erungsstellen errichtet. Durch diesen organisatori- chen Zusammenschluß wird es auch dem Handwerksbetriebe ermöglicht, am internationalen Güteraustausch teilzunehmen. Die Beteiligung des Reichstandes des deutschen Handwerks an der Leipziger Herbstmesse mit fast 30 Gemeinschaftständen ist ein fernerer Beweis dafür, daß das Handwerk für seine Erzeugnisse zu werben versteht Dabei werden die Gesichtspunkte der Roh- loffumstellung und der Einstellung auf das kommende Weihnachtsgeschäft besonders hervortreten Naturgemäß wird das Kun st Handwerk auf der Messe besonders stark vertreten sein, ferner das Bekleidungshandwerk und verschiedene Zweige des Baugewerbes. Die Beteiligung an der Leipziger Messe wird auch für die Ausfuhrmöglichkeiten der Handwerksbetriebe von Vorteil fein. Der deutsche Weinbau, der bisher in der Hauptvereinigung der deutschen Gartenbauwirtschaft zusammengefaßt war, ist kürzlich aus dieser Organisation herausgenommen worden und hat eine eigene Vertretung in der Hauptvereinigung der deutschen Weinbauwirtschaft beim Reichsnährstand erhalten. Damit sind rund 200 000 Winzerfamilien mit rund 1 Million Menschen, ferner die Gesamtheit der Weinverarbeiter und der Weinverteiler in die Obhut des Reichsnährstandes gestellt worden. Diese Betreuung ist für den Winzerstand, der in diesen Tagen in Heilbronn am Neckar feine erste Reichstagung abhielt, um so notwendiger, als er, wie das gesamte deutsche Bauerntum in den Jahren der Systemwirtschaft stark vernachlässigt, durch Hereinnahme unverhältnismäßig großer Menge ausländischer Weinerzeugnisse in seinen Lebensinteressen vielfach geschädigt und zudem dadurch benachteiligt worden war, daß man die Auffassung zulieh, daß der Weinkonsum nur das Vorrecht wohlhaben- : der Kreise sei. Jetzt soll der Wein wieder , Volksgetränk werden. Zu diesem Zwecke wur- ; den in den letzten Jahren Patenweinwochen abge- । halten. Durch diese Gemeinschaftswerbung wird er- i reicht, daß einmal wieder der Geschmack am deut- , scheu Wein gefunden wird, zum anderen, daß die t Läger der Winzer und Winzergenossenschaften ge- i lichtet und damit zur rechten Zeit Platz geschaffen i wird für die Unterbringung der neuen Ernte. Durch Valladolid . V < ’ >: *..... Albacete flllllllll Alicante* lllllllllh Cartagena I fangenen und der Beute wird erklärt: In den letzten Tagen wurden rund 35 000 <3efan« jene gemacht Fast alle gerieten mit voller Ausrüstung in unsere Hände Unter den erbeuteten Geschützen befinden sich sechs 15,5, zehn 10,5 und fünfzehn 7,5-Hentimeter°Geschütze; in Santona sind weitere Geschütze erbeutet worden. An ber Aragon-Front wurde im Norden der Gegner, der m unsere Linien eingebrochen war, wieder vertrieben, wobei er zahlreiche Verluste erlitt, und viele Tote verlor. Die Materialbeute ist außerordentlich groß-, darunter befinden sich 10 Maschinengewehre, Minenwerfer und ein sowjetrussischer Tank. Unsere Truppen machten 100 Gefangene. An anderen Abschnitten der Front dauert der Druck des Gegners noch an; seine Angriffsversuche scheiterten aber überall. Sechs feindliche Tanks wurden von unserer Artillerie kampfunfähig gemacht und einer erbeutet Paris wird nachdenklich. Paris, 26. Aug, (DNB.) Die „Liberts" schreibt der Sieg Francos werde auch auf internationalem Gebiet große Rückwirkungen hoben. Italien, Deutschland und England, die die spanische Nationalregierung als kriegführende Macht anerkennen wollten, sähen ihre Stellung verstärkt, während Sowjetrußland und Frankreich sich in einer sehr viel schwierigeren Lage befänden. Der französische Außenminister sei im Begriff, die Nationalspanier aus Frankreich auszuweisen. Es wäre besser, wenn man einen Vertreter nach Salamanca entsenden würde. Oder wolle Frankreich warten, bis die Truppen General Francos auch die letzte Stadt und die letzte Insel im Mittelmeer besetzt hätten, ehe man daran denke, die diplomatischen Beziehungen wieder aufzunehmen? Die Einnahme von Santander sei ein vorzüglicher Vorwand für den französischen Außenminister, und es sei zu hoffen, daß er ihn nicht ungenutzt vorübergehen lasse — Das „Journal des Debets" ist ebenfalls der Ansicht, daß man General Franco als den Beherrscher des größten Teiles Spaniens nicht länger die Anerkennung als kriegführende Partei versagen könne. Es sei absurd, die Bolschewisten von Valencia und Barcelona als die einzigen rechtmäßigen Vertreter Spaniens anzusehen. Santanders Beispiel wird Schule machen. Rom, 28. Aug. (DNB.) Giornale d'Jtalia erklärt, Santander habe sich gegen die bolschewisti- schen Mordbrenner aufgelehnt, habe sie entwaffnet, gefangen gesetzt oder erschossen, weil es in Franco den Erneuerer eines Spaniens in seinem alten Ruhm erkannt habe. Dabei weist das Blatt auch auf das Verdienst der italienischen Freiwilligen im Kampf gegen den die iberische Halbinsel bedrohenden Bolschewisten-Welt- feind hin. Das Beispiel der von den bolschewistischen Häuptlingen unter Gewaltanwendung zur Waffenführung gezwungenen Bevölkerungsteile, bei denen die Vaterlandsliebe sich wieder zu regen beginne und die gegen ihre Unterdrücker vorgingen, in dem sie dem Heer der Befreier die Tore öffneten, werde nicht vergebens sein. Es werde auch die Moral der bolschewistischen Derteibigung Madrids schwächen. Britischer Protest an die falsche Adreffe. London, 26. Aug. (DNB.) Die britische Regierung hat gegen den Bombenabwurf auf den britischen Dampfer „Naomi Julia" vom 23. d M Protest bei den Behörden in Salamanca eingelegt Es wird mitgeteilt, daß die Regierung sich nunmehr genötigt sehe, alle erforderlichen Gegenmaßnahmen zu treffen, falls solche erforderlich würden * Wie erinnerlich, war sofort nach dem Zwischenfall, bei dem der britische Dampfer in der Höhe von Ajaccio auf Korsika mit Bomben belegt worden war, von nationalspanischer Seite erklärt worden, daß es sich unmöglich um nationalspanische Flugzeuge gehandelt haben könne, daß vielmehr die bolschewistischen Zwischenfallszentralen die in Murcia und Cartagena gelegen sind, die Provokation unternommen haben Diese bolschewistischen Zentralen, die nach sicheren Aussagen gefangener sowjetrussischer Flieger über Flugzeuge mit nationalspanischen Erkennungszeichen verfügen, haben den Zweck, Spannungen zwischen der nationalspanischen Regierung und anderen Mächten hervorzurufen. Türkische Noten über Vorfälle im Marmara-Meer. Ankara, 26. Aug. (DNB.) Das Ministerium für auswärtige Angelegenheiten richtete am 24 August zwei Noten an alle diplomatischen Vertretungen, von denen die eine einen Bericht über die Torpedierung sowjetspanischer Schiffe enthält und die zweite über das angebliche Auftauchen fremder Unterseeboote im Marmara-Me^r berichtet. Die erste Note kündigt eine Untersuchung über die Torpedierung des sowjetspanischen Schiffes „A r m u r o" m den türkischen Hoheitsgewässern an. deren Ergebnis den Missionen zur Kenntnis gebracht wird. Die zweite Note betrifft die Beobachtung eines türkischen Geschwaders, das am 19. August m der Nähe der Insel Marmara im Marmara-Meer verdächtige Erscheinungen wahrnahm, die auf die A n- wesenheit eines fremden Unterseebootes hindeuteten Die türkische Regierung ließ zwe, Wasserflugzeuge Erkundungen ausführen, die ohne Erfolge blieben. Wenn sich die Anwesenheit des Unterseebootes bestätige, würden die Regeln internationalen Rechtes seine Beschlagnahme und im Falle des Nichtbefolaens die Beschlagnahme durch Waffengewalt und eventuelle Vernichtung rechtfertigen. Wieder ZRufte in Salizien. Warichau , 27. Aug (DNB. Funkspruch.) Nach Abbruch des von vornherein für zehn Tage festgesetzten Lebensmittellieferungsstreiks der Bäuerlichen Volkspartei ist die Ruhe fast überall in Galizien wieder hergestellt In Lemberg ist der Leiter der Bezirks-Staatsanwaltschaft fer „Cap Norte" auf Einladung des Reichsjugend- ührers eine Reise nach Deutschland und werden )abei auch im Lager der Hitler-Jugend am Reichsparteitag teilnehmen. Aus Anlaß der erfolgreichen Ueberfliegung des Pamirgebirges durch das Junkersflugzeug Ju 52 „Rudolf von Thüna D = ANOY" sandte der schwedische Forscher Sven Hedin folgenben Glückwunsch an die Deutsche Lufthansa: „Tief er- reut sende ich Ihnen herzlichste Glückwünsche zur großen schöpferischen Tat." Dom 25. bis 29. September findet in Köln der Haus- und Grundbesitzertag statt, die 58. Jahrestagunq des Reichsbundes der Haus- und Grundbesitzer (früher Zentralverband deutscher Haus- und Grundbesitzervereine). Wie in den Dor- ahren werden Vertreter der Reichsministerien und Behörden Ausführungen zu den Tagesfragen der Wohnwirtschaft machen. * In Mombassa in Britisch-Ostafrika wurden im Verlauf blutiger Zusammenstöße zwischen Arabern und der Polizen elf Araber getötet Zwei Polizeioffiziere befanden sich im Kampf mit Arabern, die sich mit Schwertern und Steinen ausgerüstet hatten. Von Kenya sind Polizeiverstärkungen angefordert worden. Qunft und Wissenschaft Die Ausnahme zeigt einen Teil dev Häsens oun ountanDer mit einem Blick auf den wunderbar gelegenen Magdalenenpalast, den ehemaligen Sommersitz der spanischen Könige. — (Atlantik-M.) in Przemysl eingetroffen, um die verhafteten Mitglieder der Bäuerlichen Vvlkspartei zu vernehmen. Marschall Rydz-Smigly hatte wegen der Vorgänge in Galizien mehrere Besprechungen mit dem Vizeinnenminister, der in Abwesenheit des Ministerpräsidenten und Innenministers S k l a d o w s k i die Geschäfte des Innenministeriums führt Der Philologe im Dritten Reich. Die stille und oft aufopferungsvolle Arbeit des Philologen, des Lehrers an höheren Schulen, ist nicht leicht zu überschätzen — sofern sie richtig geleistet wird. Er soll junge Menschen bilden, Die später einmal an gehobener ober gar führenber Stelle bas Volk leiten, in jebem Falle aber bem Volke ein Vorbilb sein sollen Ist Die Ausgabe jebes Lehrers schon schwer, so die des Philologen ganz besonders, weil seine Schüler die Entwicklungsjahre durchlaufen mit ihrem ganz scharfen, ja schroffen Einschnitt zwischen Kindlichkeit und den ersten Regungen des reisenden Menschen Das Schülermaterial des Dolks- schullehrers und ebenso des Hochschullehrers ist gewiß nicht einheitlich Der altersmäßige Aufbau schafft auch hier Unterschiede Aber sicher ist es einheitlicher als das Schülermater-al zwischen 10 und 18 Jahren. Es handelt sich zunächst um die Vermittlung eines wohl begründeten, sogenannten „positiven" Wissens; es handelt sich ferner darum dieses Wissen zu einer inneren Anschauung und damit zu einem wirklichen geistigen Besitz werden zu lassen; es handelt sich schließlich darum, ein klares und sauberes Denken zu entwickeln, bas einen wirklichen Ueberblicf über eine Materie gibt, ohne in spielerische Denktechnik (Sophistik) auszuarten. Und das alles, in einer Zeit des Ueberganges der Jugend, in der sich die persönlichen Voraussetzungen der Aufnahmebereitschaft oft grundlegend wandeln, immer aber starken Belastungen ausgesetzt sind Die all- meine Bedingung eines guten Lehrers wird also bei dem Lehrer an höheren Schulen im besonderen Maße zutreffen müssen: Daß er Güte mit einer gereiften, selbstsicheren Erfahrung, ein erhebliches Wissen mit einem umfassenden aeiftiaen Ueberblicf verbindet Diesem Ziel soll die Reform der Ausbildung des Philologen dienen, wie sie jetzt mit Wirkung zum 1 Oktober 1937 angekündigt ist Diese Reform ist nicht revolutionär und will nicht revolutionär sein. Sie übernimmt aus den früheren Ausbildungsvorschriften bewußt wesentliche Grundsätze, indem sie vor allem eingründlichesFach- ft u b i u m forbert, währenb besten Dauer eine anber- roeitige Inanspruchnahme weitgehenb ausgeschlossen wirb Ader: Sie knüpft enger an bie Volksschule an inbem sie ben jungen Philologen verpflichtet, zunächst ein Jahr auf einer Hochschule f ü r Lehrerbildung zu verbringen Wenn der „Kandidat" dort auch Gelegenheit hat, sein künftiges Studium als Wahlfach zu betreiben so steht doch im Vordergrund die erzieherische (pädagogische) Ausbildung, sowie die Einführung in bie politisch- weltanschaulichen Grunbwissenschaften Ebenso wirb bie erzieherische Einstellung bes Philologen burch bas praktische Jahr bes Stubienr e ferenda rs nach der Fachausbildung unterstrichen. Es ist richtig, daß in früheren Jahren das reine Fachstudium die erzieherische Ausgabe des Philologen manchmal überdeckt hat Die Bedeutung des Erziehertums mutzte schon deshalb unterstrichen werden weil heute allgemein die Grundschule (im Gegensatz zu der früheren .Vorschule") von der höheren Schule getrennt ist. Auf der andern Seite mußte der Reichserziehungsminister dafür Vorsorge treffen, daß die Philologen nicht in zu späten Jahren erst in bie eigentliche Praxis des Berufes treten Das war nicht nur aus menschlichen unb bevölkerungspolitischen Grünben notwenbig, fonbern ebenfalls aus pädagogischen Erwägungen Wenn ber Lehrer, sei es an der Grundschule, sei es an der höheren Schule seine selbständige Lehrtätigkeit beginnt muß er noch jung genug sein, um einen unmittelbaren Kontakt mit ben ihm anoertrauten Schülern zu finben unb aus biefer Fühlungnahme heraus die Methodik des Lehrens (unb erzieherischen Führens) zu entwickeln. Das F a ch st u b i u m ist also von vier auf brei Jahre herabgesetzt worben wobei angenommen wird, daß unser „Kandidat" bereits Ärbeits- unb Wehrbienst burch- (aufen hat also bank einer größeren Reife rascher in seine Sonberwissenschaft einbringen kann Dabei ist zu berücksichtigen, baß auch ber Bilbungsgang auf ben höheren Schulen von neun auf acht Jahre verkürzt würbe In ber Vorkriegszeit betrug bie Ausbilbungszeit bes Philologen 18, in ber Nachkriegszeit 19 unb vom 1 Oktober an wirb sie auf 19^2 Jahre, vom 6 Lebensjahr an gerechnet, steigen, wobei Arbeits- unb Wehrbienst bereits eingerechnet sind Der zeitlichen Zujammenbrängung entspricht eine fachliche Zusammenziehung bes Univer- fitätsftubiums. Es wirb nur noch ein H a u p t - f a ch (Grunbsach) verlangt, im Gegensatz zu früher, wo zwei Hauptfächer, em Nebenfach unb ein philosophisches Ergänzungsfach zu ftubieren waren. Heute treten zu bem einzigen Grunbfach noch zwei B e i f ä ch e r hinzu, bie stofflich unb methobisch mit bem Hauptteil bes wissenschaftlichen Stubiums Der» roanbt sein müssen. Die bisher übliche allgemeine Prüfung in Philosophie fällt fort unb wirb ersetzt durch Berücksichtigung der mit dem Fach verknüpften philosophischen Probleme in der Fachprüfung und durch ein Kolloquium über grundlegende politisch-weltanschauliche Fragen. Durch diese Einschränkung der Fächer allein schien es möglich, das Studium zeitlich überhaupt einschränken zu können. Damit nähert sich das Staatsexamen der Philologen der bisher üblichen Doktorprüfung der philosophischen Fakultäten, was die Anzahl und Gruppierung der Fächer angeht. Durch diese Anordnung ist es gelungen, trotz der zweieinhalb Dienstjahre die Studienzeit der Philologen dem Stand der Vorkriegszeit wieder anzugleichen. Dr. Ho. Zwei neue Standarten für die Gruppe Hessen. NSG. Noch steht Hessens SA. unter dem Eindruck der Berliner Reichswettkämpfe und schon heißt es wieder Vorbereitungen treffen für die großen Tage in Nürnberg. Mit besonderem Stolz fahren in diesem Jahr unsere SA.-Männer nach Nürnberg; denn dieser Reichsparteitag wird die Geburtsstunde der NS.-Kampfspiele werden. Zum erstenmal in der Geschichte der Reichsparteitage werden die Gliederungen der Partei, die politischen Soldaten des Führers, sich im sportlichen Wettkamp; gegenüberstehen und vor dem Führer ihre Einsatzbereitschaft unter Beweis stellen Wie wichtig dem Führer diese Aufgabenstellung erscheint, geht allein daraus hervor, daß diesen NS.-Kampfspielen ein ganzer Tag aewidmet ist Die S A. - G r u p p e Hessen wird auf diesem Reichsparteitage mit 3400 SA.-Männern vertreten sein, wovon auf den Gau Kurhessen 1350 und auf den Gau Hessen-Nassau 2050 SA.-Männer entfallen. Hinzu kommen noch die Wettkampfteilnehmer der NS.-Kampfspiele, die jedoch noch nicht genau feststehen, aber immerhin mit einer Stärke von etwa 60 Mann die Gruppe vertreten werden. Unsere Marine st anbarte 34 und unsere Reiter- standarte 49, beide Frankfurt a. M., werden aus des Führers Hand auf diesem Reichsparteitag ihre neugeweihten Standarten empfangen unb sie stolz als ihr Heiligstes in treue Obhut nehmen Auf der Autobahn zumReichsparteitag. Nürnberg, 26. Aug. (DNB.) Zum ersten Male werben zahlreiche Nürnbergfahrer auf ben Straßen bes Führers zum Parteitag kommen, ba in wenigen Tagen ber 72 Kilometer lange Streckenabschnitt Bayreuth — Nürnberg der Reichsautobahn dem Verkehr übergeben wird. Damit ist gleichzeitig die bisher längste zusammenhängende Autobahn1 i n i e von Leipzig bis Nürnberg mit einer Länge von 303 Kilometer für ben Verkehr frei Die ganze Strecke die später einmal das Mittelstück zu der großen Nordsüd-Autobahnlinie Berlin — München bilden wird, führt durch die schöne wellige mitteldeutsche und thüringische Landschaft, vorbei an der Elsteraue. den thüringischen und fränkischen Wäldern über bie herrliche Saaletalbrücke unb durch bas Fichtelgebirge. In Bayreuth beginnt bie neue Teilstrecke, burch ben fränkischen Iura zieht sich bas silberne Banb ber Straße, vorbei an Fich- tew unb Tannenhängen, angelehnt an heroalbete Höhen ober burch weites Tal ziehenb Wunberbar fügt sich bas breite Straßenbanb in bie schöne Lanbschast Sämtliche Brücken, bie sich hier über bie Autobahn schwingen, sinb aus Bausteinen biefer Lanbfchaft. Granit unb Sanbstein. geschaffen Meine politische Nachrichten In Berlin legte ber spanische Botschafter Mar- gues b e M a g az am Ehrenmal Unter ben Cinben einen Kranz nieber. Der Botschafter, ber vom ftelloertretenben Chef bes Protokolls. Legationsrat B e l tz e, begleitet war, würbe vom Kom- manbanten von Berlin, General Seifert, empfangen. Vor Nieberlegung bes Kranzes schritt ber Botschafter bie Front ber Ehrenkompanie ab * 114 Jugendführer der nationaispanischen Jugendbewegung unternahmen unter Leitung von 14 Gauführern und Inspektoren auf dem deutschen Damp- Don ber Internationalen Filmkunstschau. Die Internationale Filmkunstschau erreichte mit ber Uraufführung bes von ber italienischen Filmgesellschaft Enic gebrehten Films „Scipio Africanus" ihren gesellschaftlichen Höhepunkt. Sowohl bas neue Lichtspieltheater auf bem Libo als auch der Excelsior-Garten, wo gleichzeitig bie Aufführungen ftattfanben, waren bis auf ben letzten Platz gefüllt. Unter den Zuschauern bemerkte man ben italienischen Minister für Volkskultur A 1 f i e r i, Mitglieber bes königlichen Hauses unb zahlreiche Persönlichkeiten aus Der Kunstwelt unb ber Gesellschaft. Der Film, ber jenen Zeitabschnitt ber römischen Geschichte behandelt, in welchem durch den Sieg des Scipio Africanus über Hannibal und die Zerstörung des Carthager-Reiches die römische Weltmacht gegründet wurde, errang einen starken Erfolg. Mit großer Begeisterung wurden auch Aufnahmen über die vor kurzem beendeten Manöver in Sizilien und die Reise Mussolinis durch die Insel mit der abschließenden Rede in Palermo ausgenommen. Der unter der Spielleitung von Carl Froelich gedrehte Film „W enn mir alle Engel wären" wurde sehr freundlich aufgenommen. Ein besonderes Gepräge erhielt die Auf- füljrung durch die unerwartete Anwesenheit des italienischen Kronprinzen Umberto. Die heitere unb einfallreiche Darstellung nahm bie Zuschauer sofort gefangen, unb schon bei ben ersten Szenen verbreitete sich unter bem Publikum eine gehobene Stimmung. Immer roieber gab es bei öen von köstlichem Humor erfüllten Redewenbungen schallen- bes Gelächter. Die flotten beutschen Lieber unb bie herrlichen Landschaftsbilber aus bem Moseltal trugen nicht wenig zu bem starken Erfolg bes Films bei. Das Programm der deutschen Kulturwoche in paris. Das Programm ber beutschen Kulturwoche in Paris, bie vom 3. bis 12. September ftattfinbet und unter ber Schirmherrschaft von Staatssekretär F u n ck steht, ist erschienen. Die Kulturwoche wird vor aller Welt deutsche Kunst und Kultur in ihrer Vielgestaltigkeit zeigen. Musterleistungen auf dem Gebiet des Films, der Tanzkunst und des Liedes werden gezeigt und zu Gehör gebracht Ein Konzert des Berliner Philharmonischen Orchesters zusammen mit dem Kittelschen Chor und das Orchester ber Staatsoper Berlin werben das Programm zu einer einzigartigen Schau deutschen Kulturschaffens abrunden. Neuerwerbung des hessischen Landesmuseums. Die kostbaren Sammlungen des Hessischen Landesmuseums über alte Kunst am Mittelrhein erfuhren einen Zuwachs: Eine 600 Jahre alte Marien- statue mit dem Jesuskind, die in einem Haus der Dieburger Altstadt zwischen zwei Fenstern stand, ist in den Besitz des Landesmuseums übergegangen Uraufführungen. In der ersten Hälfte der kommenden Spielzeit gelangen u a. folgende Bühnenwerke zur Uraufführung: „Die Flucht ins Geständnis", Komödie von Hans Schwarz (Leipzig, 11, 9.); „Revolution bei Busse". Volksstück von E. v. Deman- dowski (Schleswig); „Das Meistermädchen", Komödie von I. v. d. Goltz (Königsberg i. Pr.); „Der letzte Preuße", Tragödie von Rolf Lauck- n e r (Stuttgart); „Die Stunde Karls XII." Schauspiel von Heinrich Lilien fein (Bielefeld); „Anna Maria", Drama von Wilhelm Müller - Scheid (Stadttheater Gießen). — Die neue Operette „Die Nacht vorher" (Text von A Wagner, Musik von Walter Petzl) wird im Oktober in Aachen uraufgeführt Fernsehen mit kaltem Licht. Für bie Bilbübertragung von Fernsehbühnen, wie sie auf der diesjährigen Rundfunkausstellung gezeigt wurde, ist die zweckmäßige Bühnenbeleuchtung eine wichtige Vorbedingung. Bisher wurden hierfür Scheinwerfer unb Jupiterlampen oerroen- bet, bie zwar die notwendige hohe Lichtstärke erzeugen, deren starke Wärmeentwicklung aber bie Darsteller auf ber Bühne sehr unangenehm empfinben. Aus biefem Orunbe hat bie Reichs- post auf ihrer Fernsehbühne zum ersten Mals Queckfilberhochbrucklampen benutzt bie keine nennenswerten Wärme entwickeln, also praktisch „kaltes Licht" ausstrahlen. Bisher waren Quecffilberbampflampen für Fernsehzwecke nicht verwendbar, weil ihr Licht zu bläulich wirkte und dadurch bie Bilbwiebergabe unnatürlich würbe. Der Jnbustne ist es jeboch gelungen, burch Erhöhung bes Dampfbrucfes der Quecksilberlampen auf mehrere 100 Atmosphären das Lichtspektrum so zu erweitern, daß es den gewünschten weißlichen Charakter erhält. Der für das Auge schädliche Anteil an ultraviolettem Licht ist dabei ausgefiltert worden. Auf Grund der guten Erfahrungen der Fernsehschau der Reichspost werden die neuen deutschen Fernsehbühnen mit bem Queck- silberhochbrucklicht ausgestattet werben. In Normaltuben RM 0.50 MUMSMKWWMWMMWW^W ln großen Tuben RM 1.10 Aus aller Welt Martin Lämmer, Schreinermeister 04212 04217 5537D zu erhöhen. ässe der Gesellschaft auszuüben. 5536 D in modernen Formen u. Farben F Die Beerdigung findet Samstag, den 28. August nachmittags 4 Uhr. vom Trauerhause Ernststrabe 19 aus statt Heute nacht entschlief nach kurzer, schwerer Krankheit in der Klinik zu Gießen mein lieber Mann, unser herzensguter Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder, Schwager und Onkel Heuchelheim, Aschaffenburg, Grüningen, Gießen, Friedberg, den 26. August 1937. Wohnung mit Zubehör ab 1. September zu vermieten. 65«d Franks. Str. 29. Ernst Wilhelm Hartmann, Schreiner im 53. Lebensjahre. Verkäufe | Einleqeschweine (Läufer), sowie Ferkel zu verkauf. 554oD öofoOlnneroö bei Gienen Stat.Reiskirchen Telefon: Groß. Buseck 57. Die Ausgabe der neuen Aktien, die in 525 Stück zu je 100 RM. eingeteilt sind, erfolgt zu 100 v. Sy, wobei auf eine Inhaberaktie eine neue Namensaktie entfällt, sie sind ab 1. Januar 1938 nach der gesetzlichen Vorschrift dividendenberechtigt. Wir fordern hiermit die Aktionäre unserer Gesell- Stützpunkte schon da, drei Gesundheitshäuser baulich in Angriff genommen und dreißig Grundstücke in diesem Jahr neu hinzugekauft. Dem Hilfswerk stehen bei der Einrichtung dieser „Burgen" das Hauptamt für Volksgesundheit und der Reichsärztefuhrer Dr. Wagner beratend zur Seite. Heute schon durchfahren 15 motorisierte Zahnstationen kreuz und quer das ganze Gebiet. Grenzkindergärten und Mütterschulen erfassen die Heranwachsende Jugend und die zukünftigen Mütter. Beim Kreisleiter Seidel in Waldmünchen sahen wir eine Landkarte an der Wand. Blaue, grüne und rote Punkte bezeichnen die Ortschaften, in denen die Sanierungsarbeit für die bayerische Ostmark längst in vollem Gange ist. Ständig kommen neue Punkte auf d-ie Karte, und schon heute kann man deutlich den Wall erkennen, der einst als friedlichste und wirksamste Grenzbefestigung dem Druck von Osten her widerstehen wird. Dr. B u resch. wenden. Denn das hört man von den Kreisleitern dieser Elendsgebiete einstimmig: der lebensharte Volksschlag ist die Hilfe wert, sie leben wirklich anders in den menschenwürdigeren Wohnstätten, und sie sehen in ihnen besser ein, was ihnen an Erkenntnissen über Gesundheit und Kultur noch fehlt.' Auf den so vorbereiteten Boden fällt mit doppeltem Erfolg die Saat der weiteren Maßnahmen, deren eindrucksvollste das schon obenerwähnte Hilfswerk ist. Es gipfelt in der Planung von zwölf sog. G e s u n d h e i t s st a t i o n e n in den 18 Notstandskreisen des Gaues, den Burgen der Gesundheit, um die herum wie einzelne Forts die im Lande verstreuten Stützpunkte verteilt werden. Zahlreiche NS.-Schwester st ationen sind heute als Aelt. Frau sucht ab Okt.ev. später 2-3-3im-mofln im Stadtinnern. Schr.Angeb.unt. 04208 a.d.G.A. Der Guslav-Adolf-Verein tagt in Kaiserslautern. Der Gustao-Adolf-Verein, die große Hilfsorganisation für das evangelische Auslandsdeutschtum, hält seine Reichstagung vom 28. bis 31. August in Kaiserslautern ab. Die Hauptpredigt hält der Märtyrerbischof der Evangelischen Kirche Rußlands, D. Malmgren. Außerdem kommen führende Persönlichkeiten der auslandsdeutschen Diaspora zu Worte, unter ihnen der Bischof der Siebenbürger Sachsen, D. Glondys, Oberpastor D. Grüner (Riga) und Superintendent Dr. Eder (Gosau in Oesterreich). Unter der großen Zahl der auslandsdeutschen Gäste kommen auch 50 Jungbauern aus der B a t s ch k a in Jugoslawien nach Kaiserslautern. Es sind Nachkommen der Pfälzer, die vor 150 Jahren nach Südosteuropa ausgewandert sind und bis heute dort ihr deutsches Volkstum und ihren angestammten Glauben erhalten haben. Großfeuer in Kaiserslautern. In Kaiserslautern brach in der Kammgarnspinnerei ein Brand aus. Bei Ankunft der Feuerwehr stand die Wäscherei und eine anschließende Halle bereits in hellen Flammen. Die Werksfeuerwehr, die Städtische Feuerwehr und die Feuerwehr eines anderen Werkes bekämpften mit 25 Schlauchleitungen den Brand. Gegen Mitternacht konnte das Feuer so weit gelöscht werden, daß die Wehren unter Zurücklassung einer Brandwache abrückten. Der Schaden ist sehr groß. Der Betrieb der Spinnerei erleidet aber vorläufig keine Einschränkung. Es wurde zwar die Wollwäscherei vernichtet, im übrigen aber wurden nur Vorwerkbetriebe in Mitleidenschaft gezogen. Bei den Löscharbeiten wurden sieben Personen verletzt, darunter zwei schwer. Vermutlich entstand das Feuer infolge des Heißlaufens einer Maschine in der Wäscherei. Andrew Mellon f. In Southampton im Staate Neuyork starb der ehemalige F i n a n z m i n i st e r der Vereinigten Staaten Andrew Mellon nach kurzer Krankheit im 83. Lebensjahr. Mellon, der in seiner besten Zeit als Industrieller und Oelmagnat einmal über ein Vermögen von 8 Milliarden Dollar verfügt haben soll, hat unter drei republikanischen Präsidenten das Schatzamt der Vereinigten Staaten verwaltet. Er war auch 1932 amerikanischer Botschafter in London. Berühmt ist seine Gemäldegalerie alter Meister, die einen Wert von 500 Millionen Dollar repräsentiert. Zwei finnische Militärflugzeuge zufammengestohen. lieber dem Ladoga-See vor dem Städtchen Kex- hohlm stießen bei einem Uebungsflug zwei finnische für wenig Geld. - Beachten Sie bitte meine Schaufenster. 62a8A Leder-Röhrig:, Gießen Neustadt 43 Die trauernden Hinterbliebenen: Wilhelmine Hartmann, geb.Volkmann Familie Ernst Hartmann Familie Hans Hartmann Helmut Hartmann. WliM.lMelMler! Zu sofort o. spät. 2-3-ZimM.- Wohnung möglichst m.Bad gesucht. Schriktl. Angeb. u. 04216 an d. Gieß. Anz. Herzliche Einladung zu einem Bittgottesdienst Freitag, 27.August 1937,20*'< Uhr, tn der Stadtkirche zu Gießen. Die Pfarrämter der Matthäus- u. Luthergemeinde. Schreibtisch mit Rolladenaufsatz zu kaufen gesucht. Schriftliche Angeb. unt. 04207 and. Gieß. Anzeiger erbet. | Verschiedenes, Ugdhnnil zugelaufen, Abzuholen: Mühlsachsen bei Lieh. Bezugsrechiaufforderung Die Generalversammlung unserer Gesellschaft vom 17. Juli 1937 hat beschlossen, das derzeitige Aktienkapital von 52 500 RM. auf 105 000 RM., um 52 500 RM. mit 25 v. H. einzuzahlende Namensaktie Großen-Linden, 25. August 1937. Spar« und Vorschuhverein Aktiengesellschaft. Keßler, Direktor. Keßler, Rechner. Bauplalz ingünst.Lage, a. Nahrungsberg, 1600 qm, z. verk. Schr Angeb.unt. 5527Da.d.G.A. Mikl zu kauf gesucht. G. Ebert Klaviermacher Bleichstratze 17. Militärflugzeuge zusammen. Die aus vier Personen bestehenden Besatzungen wurden getötet. Die Ursache des Unglücks steht noch nicht fest. Vier Arbeiter in einer Kiesgrube verschüttet. In einer Kiesgrube in Gransee, nördlich von Berlin, wurden vier Arbeiter durch einstürzende Sandmassen verschüttet. Durch die Feuerwehr und herbeigeeilte Arbeitskameraden konnte einer der Verschütteten in schwer verletztem Zustande gerettet werden, drei Arbeiter waren jedoch bei ihrer Auffindung bereits tot. Gefängnis wegen fahrlässiger Tötung. Lpd. Frankfurt a. M., 24. Aug. Am Abend des 10. Juni ereignete sich zwischen der Festeburg und der Friedberger Warte ein schwerer Derkehrs- unfall, bei dem es drei erheblich Verletzte und eine Tote gab. Der Inhaber einer Autoreparaturwerkstätte Arnold S. in Vilbel unternahm mit einem fremden Wagen, dessen Besitzer eine größere Reise machen wollte, eine Probefahrt. In dem Wagen hatte u. a. auch die 20jährige Braut des Besitzers Platz genommen. S. fphr mit 60 Kilometer Geschwindigkeit und stieß mit einem Motorradfahrer zusammen. Dann fuhr er gegen einen Baum an, so daß sein Auto restlos zertrümmert wurde. Das Mädchen wurde so unglücklich aus dem Wagen geschleudert, daß es einen Schädelbruch erlitt und auf der Stelle tot war. Vor dem Schöffengericht hatte der Vorgang nun sein Nachspiel. Es waren sowohl S., als auch der Motorradfahrer angeklagt. Der Motorradfahrer war verdächtig, eine unvorsichtige Wendung mit seinem Rad gemacht zu haben, es ließ sich aber der Beweis nicht führen. Das Gericht sprach ihn frei. Der Autolenker wurde wegen fahrlässiger Tötung und fahrlässiger Körperverletzung zu drei Monaten Gefängnis verurteilt. Er war mit übermäßiger Geschwindigkeit gefahren, kannte die Straße genau und wußte, daß sich hier zwei Verkehrswarnungen befanden, die zur langsamen Fahrt mahnten. Bücheriisch. — Das Reichs-Branchen-Fernsprech- buch ist insofern etwas Neues, als es bisher kein Adreßbuch gab, das die Adressen jedes Geschäftszweiges oder freien Berufes, nach Branchen geordnet, vollständig veröffentlichte. Wer Adressen einer bestimmten Branche aus dem ganzen Reichsgebiet brauchte, konnte nirgends alle Adressen der gesuchten Branche finden und in alphabetischer Ortsfolge durch einfaches Abschreiben sofort auswerten. Das Friedlicher Wall an der Grenze Ein Besuch in der bayerischen Ostmark. Keine Zeugnisse in Urschrift wabern nur Zeugnis, abschriften bem Bewerbungsschreiben bet. legen i — Lichtbilder unoBewerbungsunter. lagen müssen zm Vermeidung von Verlusten auf der Rückseite >Ä» men und Anschrift oti Bewerbers tragen l Jüngeres [55450 Mädel ehrl. u. gewandt, 3-4Stund.nachmittags f. Hausarbeit zum 15. Septbr. gesucht. Bahnhofs- gebäude2.Stock. Lanljiiiige für nachmittags gesucht. 04214 E. Math Ludwigstraße42. schäft auf, das ihnen zustehende aesetzliche Bezugsrecht in der Zeit vom 28. August vis 11. September d. 3. bei der K. " ~ KL 'Bon gut emgembrter leistungs- mH«ger Firma der Oel-, Fett- und Lseifen-Branchervird für dieKreüe Gießen und Alsfeld ein tüchtiger Vertvetev ./öeiucb der Landlundschaft gesucht Herren, die schon in der Branche tätig gewesen, und mit per dortigen Kundschaft bekannt und werden bevorzugt. Schriftliche Bewerbungen mit Lebenslauf sind zu richten unter 5525D an den Gießener Anzeiger. Cabrlo-Lim. in gepflegt. 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Korngeruch steigt aus den breiten Schnitten ihres selbstgebackenen Brotes, das auch ohne die goldgelbe Landbutter schon ein Hochgenuß ist. Alles, was auf den Tisch kommt, liefert der eigene kleine Betrieb. Der reichlich bewirtete Gast möchte zunächst kaum glauben, daß er hier in einem Gebiet ist, in dem noch bis 1935 jährlich 3 5 00 Kinder hilflos weg starben. Deutlicher ausgedrückt: während der Reichsdurchschnitt der Säuglingssterblichkeit um dieselbe Zeit 6,7 v. H. betrug, erreichte sie in diesem Grenzgebiet etwa von Hof bis hinunter nach Passau bis zu 16,6 ü. Sy Was uns Dr. Stork, der Sonderbeauftragte für das „Hilfswerk Bayerische Ostmark" der NSV., in Bayreuth geschildert hatte, gewinnt hier überdeutliche Gestalt. Man versteht, daß nur außergewöhnliche Maßnahmen einem so außergewöhnlichen Notstände abhelsen können. Worin der besteht? Neben der Kindersterblichkeit in einem unsagbaren Wohnungselend, in einer kaum vorstellbaren Ahnungslosigkeit über alle hygienischen Fragen. Mahnung und Aufklärung wären hier zwecklos, hier hilft nur das praktische Beispiel mit seiner zugleich ermutigenden und tief erzieherischen Wirkung. Keine sinnfälligere Verkörperung läßt sich hierfür denken als der neu erstandene Weiler P u - cher, nicht weit vom tausendjährigen malerischen Städtchen Waldmünchen. Hier stehen noch die krassesten Gegensätze ungemildert dicht nebeneinander. An ein schmuckes, helles neues Haus lehnt sich schief und verfallend die elende Kate eines Häuslers, die vor dem Eingreifen der NSV. als die beste des Weilers galt! In ihrem muffigen, mit Gerümpel angefüllten Dachboden schläft die Familie in ganzen zwei Betten, von denen eigentlich nur eins ein Bett zu nennen ist, und das kam von der NSV. Unten in der „Stube" stößt man mit dem Kopf gegen das Gebälk, die verbrauchte Luft beizt die Auaen, allerlei Viehzeug teilt Schlafraum und Küche. Im Winter fegt der Schnee durch die Bretterwände des Daches bis an die Betten. Nebenan dagegen helle freundliche Räume; hier schläft man in Stuben, die ausreichenden Platz für die Betten haben. Der Häuler führt uns selbst stolz durch sein neues Reich. Auf unsere Frage nach der Höhe des Zuschusses erfahren wir höchst interessante Dinge. Fast alle Häusler haben trotz ihrer bitteren Armut den größeren Teil des Baukapitals aus ihrem Sparstrumpf hergegeben, unser Mann z. B. die Summe von 1500 Mark bei einem Zuschuß der NSV. von 350 Mark. Wenn man bedenkt, wie mühsam Groschen auf Groschen in langen Jahren zusammengespart wurden, dann ermißt man die zwiefache Wirkung eines Hilfswerks, das hier die Menschen erzieht, Erspartes vernünftig und zur rechten Zeit an die Grundlage einer neuen gesunden Lebensführung zu trelKer MÖBELFABRIK UND EINRICHTUNGSHAUS FRANKFURT VM. GR.FRI EDBERGE R. STR. 53 Zu verkaufen: Oixi 3,15 Motor general- überh.,zu Sportoder Lieferwag. umzuarbeiten. Großen-Linden Alte Heerstr. 50. 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Alle wichtigen Industriezweige sind nach Fabriken, Großhandel, Einzelhandel, Vertretungen, Maschinen unterteilt. Es gibt wohl keinen kaufmännischen Betrieb, der für das Reichs-Branchen-Fernsprechbuch nicht vielseitige Verwendung hätte. Der Preis des dreibändigen Werkes beträgt 40.— RM. bei spesenfreier Lieferung. Verlag: Rejchs-Branchen-Verzeich- nis G. m. b. H., Berlin W 9, Schellihgstraße 1. — (238.) — Emil Witting: Der Fechter. Lebensbild eines Karpathenhirsches. Rütten & Loening, Potsdam. — (188.) — Dieses Werk eines auslandsdeutschen Sportsmannes und erfolgreichsten Jägers Siebenbürgens legt Zeugnis ab von inniger Vertrautheit mit Wald und Wild. Alles was das Dasein dieses Karpathenhirsches ausmacht, gewinnt in der auf genauesten Beobachtung begründeten Erzählung volle Lebendigkeit. Alle, die den Wald und feine Geschöpfe lieben,'werden das Buch mit großer Freude lesen. Wetterbericht des Reichswetterdienstes. Ausqabeork Jrtmffurl Der von England nach Rußland sich erstreckende Hochdruckrücken ist noch immer vorhanden, wird aber durch die heftig vom Atlantik ausgehende und immer weiter südwärts greifende Wirbeltätigkeit stark angegriffen. Der Hochdruckeinfluß ist im wesentlichen noch immer für unser Wetter bestimmend, wenn es auch im Bereich der sehr instabilen, warmfeuchten, aus Ost zuströmenden Luftmassen zu vereinzelten meist geroittrigen Schauern gekommen ist und auch am Freitag noch kommen kann. Zunächst wird sich der Hochdruckeinfluß wieder verstärken, doch ist mit einer Umgestaltung der Großwetterlage zu rechnen. AussichtenfürSamstag: Morgens stellenweise Nebel oder Frühnebel, sonst heiter bis wolkig, trocken, Temperaturen wenig geändert, Winde um Nord. Aussichten für Sonntag: Zunächst noch Schönweter, doch voraussichtlich beginnender Ueber- gang zu unbeständigem Wetter. Lufttemperaturen am 26. August: mittags 23,4 Grad Celsius, abends 15,5 Grad; am 27. August: morgens 15 Grad. Maximum 24,4 Grad, Minimum heute nacht 12 Grad. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftletters: Ernst Blum- schein. Verantwortlich für Politik und für die Bildei:: Dr. Fr W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot (beurlaubt), t. V.: Dr Fr. W Lange; für den übrigen Teil: Ernst Blumschem. Anzeigenleiter: Hans Beck (beurlaubt). Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel D A VII 37: 9076. Druck und Verlag: Brühlsche Unioersitätsdruckerei R Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugs» preis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf mehr. Einzeloerkaufs- preis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr Zur Zeit ift Preisliste Nr 3 vom 1 Juni 1935 gültig. Einspaltige Kleinanzeigen werden zum ermäßigten Grundpreis von 5 Pf. für die Millimeter- »eile veröffentlicht Gummimantel verloren auf der Straße Gießen — Steinbach. Gegen Belohnung abzug. aufd.Fundbüro. Vermletungen I Mietgesuche I Bast-Taschen s-Zimmei- '—-----1 Leeres Zimmer zu miet, gesucht. Schriftliche Angebote u. 04209 an d. Gieß. Anz. Stellenangebote Am 26. August entschlief an den Folgen eines erlittenen Unfalles unser lieber Vater, Schwiegervater und Großvater Die Trauerfeier findet am Samstag, dem 28. August vormittags 11 Uhr, in der Kapelle des Neuen Friedhofes statt Gießen (Wolkengasse 18), Lollar, Frankfurt a. M, Suhl, den 27. August 1937. im vollendeten 73. Lebensjahre. Die trauernden Hinterbliebenen. Montag, den 23. August, verschied nach kurzem, mit großer Geduld ertragenem Leiden mein lieber Mann, Vater, Schwiegervater, Großvater und Urgroßvater Konrad Hausrath Stellwerksmeister i. R. im 79. Lebensjahre. Im Namen der Tieftrauernden: Frau Maria Hausrath, geb. Daube. Gießen, den 27. August 1937. Die Beerdigung fand in aller Stille statt. — Für die herzliche Anteilnahme und die vielen Kranzspenden bei dem schweren Verlust unseres lieben Entschlafenen sagen wir innigen Dank.