’s'(Ö'' "pe*N1illirJ72 Erstes Blatt 187. Jahrgang Dienstag,27.Zuli M7 311 "Tour de I < ,L mußten die geschlagenen roten Milizen bei Ichrid vor den anstürmenden Truppen Francos erin Der Wechsel im Arni des stellv. Gauleiters Gauleiter Linder. Als erster nahm den das Wort und begrüßte neben all seinen Partei- Stellv. Gauleiter Linder. — (Aufn.: NSG.) erteiler und Straßenredner Gliederungen waren zu dieser Feierstunde erschie- g. Von 1925 ab stand er nen. Unter den Klängen eines Streichorchesters id G eme ind er als einerI wurden die Fahnen der Bewegung in den Saal getragen. Dann erschien der Gauleiter mit Staatsrat Reiner und dem neuen Stellvertreten- auftragsweisen Von 1928 bis Gauleiter der Sprenger. Am 20. Mai • :ut !Äc ist nun der Zeitpunkt gekommen, da auch Groß- nilannien sich von den Wirkungen dieser Kraft iberzeugt hat? Rach einer Rede des englischen kckgsmarineministers Duff-Cooper scheint es o, als ob man in London eine Wiederannäherung m das römische Imperium dringend wünsche. Duff- toiper schlug vor, die Meinungsverschiedenheiten n für alle Mal zu begraben und die freundschaft- Kchn Beziehungen zu erneuern, die früher so- M. Und zur selben Stunde lies in Triest das ritt der neuen italienischen Schlachtschiffe vom .'Stapel, die es hinsichtlich Wasserverdrängung, Ge- Hmndigkeit und Feuerkraft mit jedem englischen Uritgsschiff aufnehmen können. Zur selben Stunde der eifrigsten der Verfechter der Idee Adolf Hitlers in nimmermüder, rastloser Arbeit. Von Oktober 1926 bis Mai 1927 war er bereits mit der inen achtbaren örterte die britische Regierung ziemlich energisch lie Annahme ihres R i ch t' e i n m i s ch u n g s - > n e s durch Italien, wofür eine britische Sonn- Leitung den Italienern die Anerkennung ihrer eschaft über Abessinien versprach, wenn m gen Wochen der Völkerbund in Genf zusammen- Derwaltung des Gaues beauftragt. 1932 war er als stellvertretender engste Mitarbeiter des Gauleiters 1928 wurde Linder zum natio- verbient nach iprobe ein G, -llSA.Iil en Davispokal imbieben steh! zländer Austin nb her Amen- >:1, 6:2 triuin- scheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Sämtliche Amtsleiter und Mitarbeiter der Gauleitung, verschiedene Kreisleiter und die Führer der nalsozialistischen Stadtverordneten gewählt. Im Oktober 1929 zog er in den Kommunal- und Provin- zial-Landtag, später in den Landesausschuß und Prooinzialausschuß ein, deren Vorsitzender er zuletzt war. Im September 1930 wurde er mit 107 Nationalsozialisten in den Reichstag gewählt, b‘em er heute noch angehört. Hier entfaltete er 1930 eine vielseitige Tätigkeit. Bald gehörte er zu den Rednern, bie in allen Gauen Deutschlands fast Tag für Tag das Volk zum Kampfe für die Freiheit aufriefen. Bis zur Machtübernahme hatte er in tausend politischen Versammlungen gesprochen. Auch dem alten preußischen Staatsrat gehörte er noch in dessen letzter Wahlperiode an. Als im Oktober 1932 Gauleiter Sprenger zum Landesinspekteur ernannt wurde, berief ihn der Führer an dessen Stelle zum Gauleiter. Mit Auflösung der Landesinspektion trat er den Gau wieder ab. Am 13. März 1933 wurde Linder zum Bürgermeister der Stadt Frankfurt a. M. ernannt. Er gehörte schon immer zum engsten Mitarbeiterstab des Gauleiters, der ihn in zahlreiche Ehrenämter berief. Neben seinem Amt als Bürgermeister leitete er das Gauamt für Kommunalpolitik, die Lan- desdienftstelle des Deutschen Gemeindetages, die Gemeindeverwaltungs- und Sparkassenschulen und die kommunalpolitische Schule des Gaues. Oer bisherige stellv. Gauleiter Reiner. NSG- Heinrich Reiner wurde am 10. September 1892 in Hof (Oberfranken) als Sohn des Reichsbahnoberinspektors und Stationsvorstehers Reiner geboren. Nach Ablegung der Reifeprüfung im Jahre 1913 trat er als Fahnenjunker in das bayerische 4. Pionier-Bataillon in Regensburg ein und rückte im August 1914 als Fähnrich im Verband des 1. bayerischen Pionierregiments ins Feld. Im September 1914 erhielt er seine Beförderung zum Leutnant. Während des ganzen Feldzuges war er an der Front im Westen an allen Brennpunkten in vorderster Linie. Mehrere große Schlachten machte er mit. Bei dem Absturz mit einem Kampfflugzeug wurde er schwer verwundet. Nach seiner Beförderung zum Oberleutnant im April 1918 war Reiner noch in der Schlachtstaffel „Ritter von Schleich" als Kampfflieger tätig. Nach der Novemberreoolte trat er in das Freikorps Epp ein blieb bann bis Mai 1921 bei ber Reichswehr. Später, nach feinem Ausscheiben aus ber Reichswehr, war er zuerst in München, bann in Frankfurt a. M. in verantwortungsvollen Stellungen. Seine aktive Tätigkeit in ber Hitlerbewegung geht bis auf bas Jahr 1923 zurück. Er grünbete und Billagen: Die Illustrierte 7-amüienbIätter NSG. In einem überaus feierlichen Akt fand gestern im historischen Bürgersaal der Gauhauptstadt Frankfurt die Verabschiedung von Staatsrat Reiner als Stellvertretender, Gauleiter und die Einsetzung von Bürgermeister Linder in dieses Amt statt. Der Bürgersaal im Rathaus der Stadt Frankfurt ist für die Geschichte des Nationalsozialismus im Gau Hessen-Nassau zu einer Stätte geworden, wo Entscheidendes beschlossen, gegründet und entgegengenommen wurde. Angefangen bei der ersten nationalsozialistischen Stadtverordneten-Fraktion bis hin zu dem alleinigen Einzug der Braunen Garde nach der Machtergreifung, hat das Rathaus der Gauhauptstadt Männer in seinen Mauern gesehen, die in bedeutungsvollen Kundgebungen oder in der Stille täglicher mühevoller Äufbäuarbeit Projekte aller Zweige öffentlichen Lebens in ihrer zukünftigen Gestaltung und Erfüllung darlegten. Ganz zweifellos wird auch der Stunde am Montagabend im Bürgersaal, die der Verabschiedung des seitherigen Stellvertretenden Gauleiters Reiner und der Einführung des neuen Stellvertretenden Gauleiters Linder durch Gauleiter und Reichsstatthalter Sprenger galt, in der Gaugeschichte Hessen-Nassaus stets würdig gedacht werden. Wenn Nationalsozialisten ein Amt verlassen, um sich staatlichen Aufgaben völlig widmen zu können, oder bewährte Kämpfer des Führers an eine verantwortungsreiche Stelle innerhalb der Partei berufen werden, dann ist Verabschiedung und Willkomm von einem Geiste wahrhafter Mannestreue und Dankbarkeit getragen. In dieser urdeutschen Tradition verlief auch der Abschied des bisherigen und die Einführung des neuen Stellvertretenden Gauleiters. (Bießener F> Hiimat im Bild • Die Scholle Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8^,Uhr des Vormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Textanzeigen von70mm Breite 50 Rpf.,Platzvorschrift nach vorh.Dereinbg.25°/o mehr. Ermäßigte Grundpreise: Stellen-, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf., Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche AnzeigenSRpf. Mengenabschlüsse Staffel B unter Frauen bn würbe Siegen uO i ElekM 10). Mich. et Flugloch Letter aus btm ’onfurrenj siegte ber beul' f einer Buckel' dem Schwenk dem Schweizer mkten. Entweihung in irren?, b« cfjte. $ranl! ene franzosW >gte auf einer der Gardner. erin$rotit Francorchamp; jr Motorräder, truschke-"" 4 km/stk id in ber W M- in ntrug. in ccm fiegtw Guthrie (W b-rA.NL ffltfflertung (J, " Tagesstreckr lbxen- doch Det. .°em Gesamt, .'e Zu änbern, t°hrer die über sendet $atte.- Die Lockspeise. sinter den Zielen, welche die deutsche Auhen- »tik verfolgt, stand die Wiederversöhnung zwi- )jn England und Italien immer mit an Gauleiter Aeichsffatthalter Sprenger Staatsrat Reiner. — (Aufn.: NSG.) leitete die Ortsgruppe Kochel und Benediktbeuren im bayerischen Oberland. Arn 9. November 1923 war er bei dem Hitlerputsch in München beteiligt. Später tat er während seiner Tätigkeit in Frankfurt am Main in der Partei Dienst als Amtsleiter (stellvertretender Ortsgruppenleiter der Ortsgruppe Innenstadt). Von Juli 1930 bis Oktober 1931 war Reiner Vorsitzender des Kreis-Ufchla Groß-Frankfurt, von September 1931 bis April 1932 Vorsitzender des Gau-Ufchla Hessen-Nassau Süd, von April 1932 bis September 1932 Gaugeschäftsführer und von da an bis Dezember 1932 Adjutant der Landesinspektion Süd. Im August 1934 wurde er offiziell zum stellvertretenden Gauleiter ernannt Bie der Ernennung des Gauleiters zum Reichsstatthalter in Hessen übertrug er Reiner die Leitung seines Reichsstatthalterbüros. Im Juli 1933 wurde Reiner zum hessischen Regierungsrat und mit Urkunde vom 18. Dezember 1933 durch den Reichspräsidenten zum ordentlichen Regierungsrat ernannt. Seit 1. Januar 1936 ist er hessischer ©taatsrat und stellvertretender Führer der hessischen Landesregierung unter Beibehaltung seiner Tätigkeit beim Reichsstatthalter in Hessen. Am 15. Juli 1935 wurde ihm die Präsidentschaft des Deutschen Roten Kreuzes, Hessischer Landesmän- nerverein, mit dem Sitz in Darmstadt übertragen. Sit April 1936 ist Reiner Mitglied des Reichstages und feit Juni 1936 stellvertretender Leiter Der hessischen Verwaltungsakademie in Darmstadt. Treue muß durch die Tat bewiesen werden! Gauleiter Reichsssaiihalter Sprenger verabschiedet den bisherigen Stellvertreter des Gau leiters und führt dessen Nachfolger in das Amt ein. kämpfte er gegen die Spartakisten und fand sich später in den Reihen der Zeitfreiwilligen ein. Schon im Jahre 1919 lehnte er sich mit Frankfurter Studenten gegen die marxistisch-jüdische Verseuchung der Universität auf In einer kommunistischen Studentenversammlung erhielt er damals die erste „politische Feuertaufe" Im Jahre 1922 kam er zum ersten Male mit der NSDAP in Berührung, der er im Oktober 1923 beitrat Seit 1923 war er ununterbrochen, zuerst als Helfer, Flugzettelverteiler und Straßenredner für die NSDAP, tätif (n— 1OOK "" neben (Sprenger uni -........— Monatr-vezugspreis: Mt 4 Beilagen RM. 1.95 £l!ne Illustrierte „ 1.80 Mellgebühr . . „ -.25 «ich bei Nichterscheinen einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernsprechanschlüffe Hüter Sammelnummer 2251 Hschrift für Drahtnach- chten: Anzeiger Gießen Postscheckkonto: tnnkfurl am Main 11686 Msckrveichen. Hält man sich dies alles vor Augen, fj r ird der britische Appell an die römische Adresse Mrsöndlich. Es ist ein richtiges, rundes (M ch ä f t, das John Bull hier einleiten möchte. Cfs wird angeboten: die Anerkennung des Jmpe- iiiums, bie Anerkennung ber italienischen Jnter- |r n im Mittelmeer, bie Erweiterung bes gentleman ement vom Januar 1937, bie Freunbschaft ber fiten Seemacht — und für alle diese Dinge ri>e Italien im Interesse seines internationalen schens, wie der ungestörten Entwicklung seiner eren Aufbauarbeit sicherlich dankbar fein. Es b aber verlangt: Annahme des britischen Kom- mißvorschlages, d. h. Zurückziehung der italie- hen Freiwilligen aus Spanien und Anerkennung politischen Vorrangstellung Englands in Spa- n, ganz gleich, ob dieses rot oder weiß ist. Man darf gewiß sein, daß der Duce die Lockfdeise, die ihm solchermaßen bargeboten wirb, nicht unbesehen essen wirb. Die römische Regierung wirb jssch überlegen, ob bas, was sie an realen Werten imb realen Möglichkeiten abgeben soll, ausgewo- wirb burch Versprechungen, bie bie Schwer- ber Ereignisse ohnehin halb von selbst erfül- fflm würbe. Der Völkerbunb kann sich nicht in olle Ewigkeit weigern, ber Eroberung Abes- fiiüens Rechnung zu tragen. Genau so wie er ror einem Jahr bie Aufhebung ber Sanktionen beschloß, wirb er eines Tages auch ben Ex-Negus, i:en König ohne Lanb, aus seiner Mitglieberliste 'inilhen müssen. Ader auch bie Anerkennung ber tUi e nischen Machtposition im Mit- hlme e r ist kein zusätzliches Geschenk, bas bie fogiänber zu vergeben hätten. Rom hat sich seinen Üdiensraum aus eigener Kraft, ja gegen ben Englischen Wiberstanb, geschaffen unb wirb 'hu auch künftig zu schützen wissen, wie aus bem Nnibau ber italienischen Kriegsmarine hervorgeht. iAndererseits ist es nicht nur eine italienische, son- hrt eine europäische Frage, ob sich Italien • n ber spanischen Frage soweit besinteres- I ieien soll, wie es bie Englänber wünschen. Denn Nil Recht fühlt sich ber Faschismus als berufener Herhibiger ber europäischen Kultur gegen ben alles ittitorenben Bolschewismus, ber soeben auf ber > ö-rischen Halbinsel fein weltrevolutionäres Expe- ■ineirt burchführt. Die gleiche feste antibolsche- Eiche Haltung barf man jeboch von ber britischen - Jolitif wohl kaum erwarten. Wenn auch England hü langem starke Annäherungsversuche an das na- Spanien gemacht hat, so ließ es doch den Kloleii zu gleicher Zeit jede mögliche Unterstützung pi propagandistischer und materieller Hinsicht zu- • immen. Diese unentschiedene, nur vom eigenen ! köstlichen und machtpolitischen Interesse im west- I'chn Mittelmeer (Durchfahrt durch Gibraltar) be- |l «timte Haltung Englands gegenüber Spanien ifirih .sich auch in Zukunft nicht andern. | Spanien geht es aber um mehr. Es geht um radikale Beseitigung der kommunisti- li)en Brandherde. Und diese Aufgabe kann Hr oon Mächten gelöst werden, die sich ihrer ge- neiiuropäischen Verantwortung bewußt sind, Das Uist in erster Linie von der Franco -Regierung selbst und dann von den Staaten, die von a n g an vorbehaltlos den K a m P s Me 5 nationalen Spaniert U m s g e b 11 = I Hi fit unb in ber internationalen Politik unterstützt Wir. Die Verpflichtung, bie Anerkennung tfram cj?s «nb feiner rechtmäßigen Regierung mit Der $Mfie an bie Valencia-Bolschewisten 3" verbm- aber fehlt bisher unter ben Gegenleistungen, ^'ißönglanb ben Italienern angeboten hat Ev. ÄZ ■;-»y en $i«i(rioytSi enfln-^ L Sffl? enb E". « ii ®aS »- Eii#' io”!-S«N r Ob A genossen und Mitarbeitern ganz besonbers bie Armeekorpskommanbeure General Dollmann unb General Kreß von Kressen st ein. Darauf führte ber Gauleiter u. a. folgenbes aus: Die Partei ist burch einen zähen Kampf zu einer Großorganisation geworben. Mit ber Größe ber Aufgaben wuchs bie immer größere Ergänzungs- notwenbigket bes Führerkorps. Weiterhin erforderten, die stets anwachsenden Gliederungen zahlreiche Führer. Durch den harten Kampf vor der Machtergreifung bildete sich immer mehr ein Kreis tüchtiger Streiter um den Führer. Noch größer aber wurden die Aufgaben nach 1933. Es galt den Staat mit bewußten Nationalsozialisten zu durchdringen, und daß der Führer die richtigen Parteigenossen gefunden hat, haben uns die erfolgreichen Aufbaujahre bewiesen. Dies allein ist ein Beweis für das Können und die charakterliche Aufrichtigkeit bewährtester Nationalsozialisten. Wenn auch die Vergangenheit von Erfolg reichlich gesegnet war, so mußte uns doch klar werden, daß bei den neuen gewaltigen Aufgaben von Partei und Staat eine Personalunion schon rein physisch nicht mehr tragbar war. So ist auch die Anordnung des Stellvertreters des Führers zu verstehen, daß eine Personalunion zwischen stellvertretendem Gauleiteramt einerseits und kommunal- und Staatsamt andererseits nicht mehr bestehen kann. Die Partei hat allein die Aufgabe der Menschenführung. Sie Abschied vom Vürgermeisteraml in Frankfurt. NSG. Im Rahmen einer Feierstunde fand am gestrigen Montag im Bürgersaal des Frankfurter Rathauses die Verabschiedung von Bürgermeister Linder, der zum stellvertretenden Gauleiter berufen wurde, statt. Nach dem Fahneneinmarsch rauschten die Klänge der Ouvertüre zu „Fidelio" von Beethoven durch den Saal. Oberbürgermeister und Preußischer Staatsrat Dr. Krebs sprach bann, um bem scheibenden Bürgermeister Linber, ber nun ein verantwortungsvolles Amt in ber Partei, bie Berufung zum S tellvertretenben Gauleiter angenommen hat, in herzlichen Worten für sein unermübliches Schaffen währenb feiner vierein- halbjährigen Bürgermeistertätigkeit, für seine stete Einsatzbereitschaft, seine kamerabfchaftliche unb vorbildliche Zusammenarbeit unb seine kameradschaftliche Haltung, bie er immer bewiesen hat, im Namen ber Stadt Frankfurt a. M. ben Dank auszusprechen. Mit seiner Ansprache oerbanb Oberbürgermeister Dr. Krebs eine Ehrung bes scheibenden Bürgermeisters, dem er anläßlich seines Ausscheidens aus dem Amte in dankbarer Würdigung seiner hervorragenden Verdienste um die Gesundung der Stadtverwaltung erstmals die neugeschaffene Ehren- Plakette der Stadt des Deutschen Handwerks, Frankfurt a. M., durch eine Urkunde verlieh. Vertreter der städtischen Arbeiter und Angestellten, der Beamten und des Personalamtes dankten ebenfalls Bürgermeister Linder für die Entschlossenheit und Tatkraft, mit der er sich stets für ihre Belange einsetzte. Als sichtbaren Ausdruck ihres Dankes überreichten sie ihm sinnige Geschenke. Ueberrascht und ergriffen ob all der vielen Dankes- und Vertrauensbeweise nahm darauf Bürgermeister Linder von seinen Kameraden und Mitarbeitern, von all denen, die ihm während seiner Tätigkeit in der Frankfurter Stadtverwaltung lieb und wert geworden waren, herzlichen Abschied unb versprach, baß er auch in seiner neuen, noch verantwortungsvolleren Stellung weiter mit ihnen verbunden bleiben wolle. Die Verantwortung habe er immer gern getragen, und der Führer sei ihm dabei Richtschnur gewesen. Zeit seines Lebens bleibe er Soldat unseres Führers Adolf Hitler. (Stellt). (Sauleiter Linder NSG. Karl Linder wurde am 5. April 1900 in Frankfurt a. M. geboren. Schon früh wandte er sich dem polittschen Geschehen zu. Als 18jähriger blutjunger Soldat erlebte er den Zusgmmenbruch Deutschlands und konnte in den unseligen Novembertagen 1918 durch Zufall Einblick in das Treiben der Novemberverbrechen nehmen. So wurden ihm die Augen frühzeitig geöffnet. Im Freikorps "am 30.3uni sieben Lei. itage noch bie lch eine große 'tmunber ErichU lang? zwischen England und Italien bestanden hät- |ten Da nun keine Großmacht — und ganz gewiß - ~..ujiidjt bie englische — aus bloßer Menschenfreund- r Fahrt sogarWchleit solchen Gefühlsaufwallungen einen so hör- es gelben £ri. jäten Ausdruck zu geben pflegt, fragt man sich aoezu nerfolp! nit Recht nach dem Zweck und Grund dieser un- Teil der mörMeuöhnlichen Kundgebung. Die englische Absicht nunber immer nirb erst deutlich, wenn man die begleitenden Um- e auch gut auÄäübe in Betracht zieht. Denn am gleichen Tage 10 IN Lkw?' ' »Nd u„nh ’ dich K? küßte" b;, es Noch ff ( Ätz r-r-r he,li ,3« | Vn 1:31:05 Auh bQniil Ehrend L kung liegt. r Mannschaft Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhesfen Druck unb Verlag: Vrühlsche Univerfitattdruckerel R. Lange in Gießen. Schristleitung unb Geschäftsstelle: §chulftratze 7 11 "Tour des rrssir Stelle. Gegen die Tendenz zur Blockbildung ^genhejt an.1 (teilten wir den Begriff der Achse, zu deren We- ien nicht die abstoßende Ausschließlichkeit von Militärbündnissen gehört. Dagegen hat sich die natürlich Anziehungskraft der Achse B e r 1 i n—R o m bereits erwiesen muh nicht nur allein die Volksführung stellen, sondern auch die volksbetreuung vornehmen. Nun war auch ich, so fuhr der Gauleiter fort, gezwungen, mich zu dem Entschluß durchzuringen, den bewährten stellvertretenden Gauleiter R einer vor die Frage zu stellen, ob er allein in Partei« diensten oder im Staate weiter wirken walle. Ich weiß, daß auch dem Parteigenossen Reiner der Entschluß sehr schwer geworden ist, hat er doch als einer der tapfersten Kämpfer der Partei in schwer« sten Tagen beigestanden. Aber er scheidet ja nicht van uns, er bleibt trotzdem als Parteigenosse mit in unseren Reihen und jn meinem engsten Mitarbeiterstab. So ist es mir denn auch eine Freude, führte der Gauleiter seine Rede unter der Zustimmung der Anwesenden weiter, Ihnen, lieber Parteigenosse Reiner, für ihre unermüdliche und von reichen Kenntnissen und Erfahrungen geleitete Arbeit in Partei und Staat herzlich zu danken. Sic sind ein Manu an meiner Seite gewesen, der nicht viel Worte um Mühe und Arbeit gemacht, sondern durch die Tat Großes geleistet und mitgebaut hat. Als bescheidener und treuer Kämpfer Haden Sie mir auch in schwerer Zeit zur Seite gestanden und werden es ond) weiterhin in Ihrer Eigenschaft als mein Stellvertreter in der hessischen Landesregierung sein, dessen bin ich ganz gewiß. Nun aber, so fuhr der Gauleiter fort, habe ich zum stellvertretenden Gauleiter Parteigenossen Linder berufen. Auch er ist ein alter Kämpfer des Führers in unserem Gau. Ich weiß, daß auch Sie sich, Parteigenosse Linder, mit der Ihnen eigenen Kampfkraft hinter den Führer und mich stellen. Zum Abschluß seiner Ausführungen rief Gauleiter Sprenger Staatsrat N einer und stellvertretendem Gauleiter Linder ein Wort zu, welches er bei seiner Ernennung zum Reichsstatthalter dem Führer telegraphierte und was er beiden als Richtschnur für vic weitere Arbeit mit auf den Weg gab: ..Der Gefolgsmann hat feine Treue täglich durch die Tat zu beiveifen". Nachdem Gauleiter Sprenger geendet hatte, ergriff Staatsrat Heiner das Wort. Er gab zunächst eine feine und von großer Herzensbildung zeugende Schilderung feines Werdeganges und feiner gefunden, natürlichen Einstellung zum Leben. Unter dem Beifall seiner Mitarbeiter aus dem Gau Hessen-Nassau dankte er dann in herzlichen Worten dem Gauleiter für das Vertrauen, das er ihm stets entgegengebracht habe. „Allein durch Treue und Leistung will ich Ihnen, Gauleiter", so fuhr Parteigenosse Reiner wörtlich fort, „für das mir geschenkte Vertrauen danken und in Zukunft weiterhin in diesem Sinne an Ihrer Seite stehen." Allen übrigen Partei- und Volksgenossen rief Staatsrat Reiner zum Ende seiner Rede zu: „Haltet stets Kameradschaft, seid gerecht, treu und wahr, ordnet Euch ein, denn das allein ist der Weg zur wahren Freiheit eines Volkes. Als Staatsrat Reiner feine eindrucksvolle Ansprache geschlossen hatte, gingen Gauleiter Spreu- ger und sein neuer Stellvertreter Linder auf ihn zu und schüttelten ihm in innigster Verbundenheit nach deutscher Mannesart dankbar die Hand. Dann sprach Stellvertr. Gauleiter Linder, der auch zunächst die Jahre der Kampfzeit, die er (in vorderster Stelle mitgemacht hat, schilderte. Auch er dankte für all das Vertrauen, das der Gauleiter ihm in den langen Jahren der Vergangenheit bereits bezeugte 1111b das nun durch seine Berufung zum Stellvertretenden Gauleiter die Krönung er« fahren hat. „In der NSDAP, erblickte ich", so fuhr Parteigenosse L in der fort, „als Organisation die alleinige Möglichkeit zur Perwirklichung der neuen Weltanschauung. Sie hat dieses Volk erobert und wird es zu einem wahren Volksganzen zusam- menschmieden. Hier sehe ich die große Aufgabe der nationalsozialistischen Bewegung. Wir alle, die wir an irgendeiner Stelle unseres Volkes berufen find, an diesem Werke mit- zuarbeilen. sind dabei beseelt vom Vertrauen zum Führer, der uns den Glanben gab. daß die deutsche Ration niemals untergehen kann. Wit diesem Glanben, (Bauleiter, trete ich mein neues Amt an und schließe mit dem gleichen Säße, mit dem ich heute früh meine an dieser Stelle gesprochenen Worte schloß: „Ich war. bin und bleibe Zeit meines Lebens ein Soldat Adolf Hitlers!" Nochmals betrat der Gauleiter das Rednerpult um den Versammelten zuzurufen: „Die Wege sind uns vom Führer gezeichnet, gemeinsam werden wir sie gehen." Mit einem Gelöbnis auf Führer und Volk und dem Gesang der Nationalhymnen schloß die eindnuksvolle Kundgebung. -Die Plakette des Reichsportettages. Bersittnbildlichuttg butt Kampf und Erfolg. München, 26.Juli. (DNB.) Die diesjährige, von Professor Richard Klei n geschaffene Reich s- p a r t e i t a g s p l a k e t t e, die bereits in zahl- rachen Gauen zum Verkauf gelangt, zeigt, wie die R^K. meldet, drei nationalsozialistische, das Reich tragende Männerfiguren. Die drei Männer, die das Hoheitszeichen der Bewegung tragen, versinnbildlichen jene Kämpfer der Partei, die einst den Kampf um den Aufbau des Dritten Reichs auf sich nahmen. Sie wachsen aus dem Nichts, wie auch die Bewegung aus dem Nichts geschaffen wurde. Daß nun nach vier Jahren der kämpferische Einsaß seine reifen Fruchte zum Wohle der Nation gebracht hat wird dargestcllt durch die Aehre und durch die Mein- traube So smnbolisiert die künstlerisch ausdrucks- volle Plakette des Reichsparteitags 1937, daß nur stnudigen Einsatz und durch nimmermüde Arbeit und Bereitschaft etwas geschaffen, erhalten und gefordert werden kann. kleine voliiische Aacdrichien Die Nürburgring-Sieger Rudolf Caracciola und Manfred von Braucht tsch besuchten am Montag auf »hier Reise noch Stuttgart Bayreuth und winden dort vom F ii h r e r empfangen K önip E a r 0 l v 0 n R u in ä n i e n ist gestern in Brüssel zu einem Privatbesuch eingetrosfen Er wurde am Bahnhof vom belgischen K ö n i q dessen Bruder, sowie den Mitgliedern der rumäni-' scheu Gesandtschaft empfangen und begab sich sofort in das Königliche Palais. Gowjetrußland versucht den britischen plan zu töten. Mckfragenüberdenursprünglichenplanandie^egierungen.-AntwortbisOonnerstagmittag London. 27. Juli. (DNB.) Der Unterausschuß des Vorsitzenden des Nichteinmischungs-Ausschusses beschloß am Wontag nach vierstündiger Sitzung, daß die neun Punkte des britischen planes den Regierungen zur Stellungnahme unterbreitet werden sollen mit dem Ersuchen, zu jedem einzelnen Punkt in klarer und kurzer Form b i s Donnerstag um 12 Uhr Stellung zu nehmen. Die nächste Sitzung des Ausschusses soll sodann am Freitag um 16 Uhr slattfinden. Sowohl der Entwurf eines britischen Fragebogens, der der Sitzung vorgelegt worden war, wie auch ein italienischer Gegenvorschlag zu dem britischen Fragebogen und einige deutsche Er g ä n z u n g s v 0 r s ch l ä g e sanden nicht die Zustimmung dieses Ausschusses. In der Sitzung erklärte der italienische Vertreter Gras Grand», daß der britische Plan in der Reihenfolge erörtert werden müsse, in der er an« gen 0 m m e n worden sei. Der Streit um die Frage, welcher Punkt zuerst behandelt werden müsse, sei keineswegs lediglich eine Verfahrensfrage, sondern von materieller Bedeutung. Er müsse sich mit Schärfe gegen die französische Pressepolemik wenden, die ihn wegen seiner Stellungnahme in der letzten Sitzung des Ausschusses angegriffen habe, was er um so erstaunlicher finde, als er lediglich den Vorschlag gemacht habe, sich an den britischen Plan z u h a l t e n. Grandi hob sodann ausdrücklich hervor, daß die italienische Regierung nach wie vor bereit fei. die Frage der Zurückziehung der Freiwilligen zu erörtern, und zwar fei sie ausdrücklich bereit, einem Beschluß zuzustimmen, der sich für die Zurückziehung der Freiwilligen ausspreche. Ferner sei Italien bereit, den Bericht des technischen Unterausschusses über die Freiwilligenfrage anzunehmen und weiter sich an der geplanten Kommission für dleAuskämmungderFrei- willigen zu beteiligen. Die italienische Regierung nehme also den punkt 7 des britischen planes (Zurückziehung der Freiwilligen) ausdrücklich an, unter der Voraussetzung, daß auch die vorhergehenden punkte von den anderen Wachten angenommen würden. Der italienische Vertreter wandte sich darauf g e - gen den britischen Fragebogen und wies darauf hin, daß dieser etwas anderes, als der ursprüngliche Plan sei. Das erwecke Mißtrauen und sei lediglich ba^u geeignet, die Kräfte der Gegner der Nichteinmischung zu stärken. Wenn man überhaupt einen Fragebogen Vorschläge, so müsse dieser sich eng an den ursprüng- lichen englischen Plan halten. Er bringe daher einen Gegenvorschlag ein, der sich eng an den britischen Vorschlag halte. „Ich fordere jedermann innerhalb und außcrl>alb des Komitees auf", so erklärte Grandi wörtlich, „zu beweisen, daß der Fragebogen, den ich unterbreite, nicht dem Geiste und dem Buchstaben nach, der Form und dem materiellen Inhalt nach Punkt f ii r P u n k t dem britischen Plan e n t s p r i ck, t, wie er von jedermann als Grundlage der Aussprache angenommen worden ist." Botschafter von Ribbentrop begrüßte es hierauf, daß Großbritannien eine neue Initiative ergriffen habe, und erklärte sich gründ- sätzlich bereit, die Idee der Stellung von Fragen grundsätzlich anzunehmen. Er hob sodann hervor, daß nach seiner Auffassung der b r i t i s ch e F r a gebogen l e d i g I i d) eine Anregung der britischen Regierung darstellc und daß der A u s s ch u ß den endgültigen Fragebogen s e l b- st ä n d i g aufstellen müsse. Die von den britifd)cn Vertretern ausgearbeitcten Fragen des Fragebogens erschienen nicht in vollem Umfange geeignet, den derzeitigen Erfordernissen Rechnung zu tragen. Er schlage daher vor, daß an der Reihenfolge des b r i t i s d; e n Plaues festgchalten werde. Der Botschafter wies sodann darauf hin, daß im britischen Fragebogen der gesamte Punkt D des britischen Planes, der bezwecke, die Kontrolle inj- r f f a m zu gestalten, nicht berücksichtigt sei. Der Punkt D sehe ausdrücklich vor, daß die Gewährung der Kriegsführende-Rechte erfolgen solle, mn die Kontrolle wirksam zu gestalten. Seiner Auffassung und) gliedere sich der britische Plan in drei Hauptfragen: n) Wiederherstellung der Kontrolle, b) Gewährung der Rechte Kriegsführender zur Vervollständigung der Kontrolle und c) die Zuriickziehung der Freiwilligen. Besonders wichtig sei die Frage der Durchführung. Der Botschafter wies darauf hin. daß die Fragestellung des vierten Punktes des Fragebogens, nämlich wie die Durchführung despla- n e v erfolgen soll, zu Unklarheiten Anlaß geben könnte. Seiner Auffassung nach müsse die Fragestellung heißen: Welches ist die Auf- f a f s u n g der Re g i e r 11 n g c 11 über die beste 2t r t, den britischen plan durchzuführen, um die Nichteinmischung baldigst wirksam zu gestalten? 3m übrigen wies der Botschafter darauf hin. daß Deutschland jederzeit bereit sei. die Frage der Zurückziehung der Freiwilligen zu behandeln, da dies ein ursprünglich deutscher plan sei. vorausgesetzt, daß der Zeitpunkt der Gewährung der Kriegsführenden - Rechte befriedigend geregelt werde und daß die spanischen Parteien zustimmend geantwortet hätten. Der Vertreter Sowjelrußlinds rief darauf starkes Aufsehen durch eine Erklärüng hervor, m der er einen der wichtigsten Punkte des vritischen planes als 11 n <1 n n e h mbar bezeichnete. (£r erklärte im Rainen feiner Regierung, daß diese nicht in der Lage fei, anzunehmen, daß das Recht einer k r 1 e g s f ü h r e n d e n Wacht General Franco gegeben werde. Rach sowjetrussischer Auffassung sei der Ausschuß für die Frage der Gewährung der Kriegsführenden - Rechte überhaupt nicht zuständig. Der deutsche und der i t n l i e n i sch e Vertreter wiesen darauf hin, daß diese Erklärung des sowjetrussischen Vertreters dazu geeignet fei, den britischen plan völlig zu töten, während Lord Plymouth im Ramen der englischen Regierung erklärte, daß dies eine außerordentlich peinliche Erklärung fei, die hoffentlich nicht das letzte wort der Sowjetregierung darstelle. Nach längerer Aussprache wurde darauf beschlos. sen, weder den englischen Fragebogen, noch den 00« der italienischen Negierung vorgeschlagenen Fragen bogen, sondern stattdessen den ursprünglicher britischen Plan den Regierungen zur Steb lungnahme zu den einzelnen Punkten zu Überreifen) d. h. also, daß damit die Regierungen aufgeforbeq werden, zu jedem einzelnen Punkt bed britischen Plaues sich in klarer Form zu äußern. Das Ergebnis dieser Rückfrage soll fobanr erneut dem Unterausschuß des Vorsitzenden am Frei, tag vorgelegt werden. Völkerbundstrabanten - die schlimmsten Feinde des Friedens. ,/Tlur die englischen politischen Gaukler.. /' London, 27. Juli. (DNB. Funkspr.) „Dail y M a i l" nimmt den letzten, der Feder M u s s 0 l i • n i s zugeschriebenen Artikel des „P 0 p 0 l 0 d ' I t a- l i a", in dem der Völkerbund sck-ars verurteilt wurde, zum Anlaß, um sich für den Gedanken einer starken englischen Außenpolitik einzusetzen. In England habe man die gleiche Einstellung gegenüber Genf, wie sie im Artikel des „Popolo d Italia" zum Ausdruck komme. Rur d l e englischen politischen Gaukler beugten Ihre Häupter vor dem Völkerbund. Sie hätten erstaunliche Gedankengänge. Erst hätten sie England mit Japan wegen Wandschukuo in einen Streit hineingerissen, dann eine Spannung mit Italien durch den Sanktionsfeldzug hervorgerufen. der ein Welsterstück an Propaganda von Scheinhelligkeit und Hysterie sei, jetzt verlangten sie. daß Offiziere und Wannschaften der britischen Flotte für die fog. rote spanische „Regierung“ kämpfen follten, für jene Regierung, deren erster Akt war, den Befehl zu geben, daß die Offiziere der spanischen Flotte ermordet würden. Dps englische Volk sehe allmählich, daß der pölferbunb und „seine schnatternden Trabanten" die schlimmsten Feinde des Friedens seien. Nicht umsonst verliere die englische Völkerbundsliga jährlich 20 000 Anhänger. Es fei bedauerlich, daß gewisse Politiker immer noch von kollektiver Sicherheit und Zusammenarbeit im Rahmen des Völkerbundes sprächen. England müsse ein Beil nehmen und sich aus diesem Rahmen einen Weg berausschlagen, denn dieser Rahmen Habs seit Ende des Weltkrieges eine wirkliche Außenpoli- tik unmöglich gemacht. Erst wenn dies geschehe,' werde es möglick) fein, daß sich England aus den-! jenigen Streitereien heraus halten könne,! die es nichts angingen, und erst dann könne) siä) England ganz dem lebenswichtigen Werke ber Aufrüstung hingeben. VoWewift Aegrin droht mit europäischem Krieg! Berlin, 26. Juli. (DNB.) Der spanisch-bolschewi. stische „Ministerpräsident" Negrin sprach in einer öffentlichen Versammlung in Valencia erneut über den Vorschlag Edens und die Verhanblungeir des Londoner Nichteinmischungsausschusses. Er drückte — wie der Deutsche TelegraphendieE meldet — die Hoffnung aus, daß das Kontrollfystenu nicht mehr zur Anwendung gelangen möge. Der ganze Plan sei zu kompliziert, als daß er die einander widerstrebenden politischen Strömungen ii Europa überbrücken könnte. Sollte (9enerd Franco, so meinte Negrin, weiter Widerstanl leisten, so werde wohl „nichts anderes übrig bleiben., als den spanischen Konflikt in einen neuen europäischen Krieg urnzuwanbeln“ (!). Den Schlüssel dazu, so erklärte ber Bolfchewistenhäuptling weiter, halte Valencia in ber hanb. Das sollten die europäischen Politiker bedenken, bevor sie sich entschließen, in London nochmals bas« Kontrollproblem zu erörtern. DasZieMoskaus:LrhöhungderSchwierigkeilen Die Beurteilung in der Londoner presse. London, 27. Juli. (DNB. Funkspruch.) Die gesamte Presse berichtet über die gestrige vierstündige Sitzung des Hauptausschusses des Nichteinmischungs- ausschusses und unterstreicht, daß die Verhandlungen trotz der zunächst zutrage getretenen großen Meinungsverschiedenheiten schließlich dock) zu einem glücklichen Ende geführt werden konnten. In einem Reuler-Berichl heißt es il a., die konstruktive Haltung, die die Vertreter Deutschlands und Italiens in ber gestrigen Sitzung eingenommen hätten, habe in Conbon große Beachtung gefunben. Sowohl ber beutsche, wie ber italienische Vertreter hätten erklärt, baß ihre Länber bereit feien, bie britischen Vorschläge anzunehmen, vorausgesetzt, bah bie anberen Wachte eine gleiche Haltung einnehmen. Die Erklärung, die der Somjetbotschafter Maisky abgegeben habe, wonack) Sowjctrußland General Franco niemals die Rechte Kriegführender zugestehen werde, betrachte man in London nock) nicht als eine endgültige Stellungnahme der Sowjetregierung. Man hoffe, daß 'beim Eintreffen der Antworten auf die britischen Vorschläge die sowjetrussische Haltung dock) nock) weniger unnachgie- big sein werde. Der diplomatisck)e Korrespondent der „Time s" schreibt, der Unterschied zwischen den Vorschlägen G r a n d i s und denjenigen von Lord Plymouth sei der gewesen, daß die Reihenfolge im Entwurf Grandis der des englischen Kompromißplanes entsprochen habe, während im Vorschlag von Lord Plymouth gewisse Aenderungen in der Reihenfolge vorgenommcn worden seien, so z. B. sei die Frage der Zurückziehung der Freiwilligen an zweiter Stelle gewesen, anstatt an siebenter, wie in dem Kompromißplan. Jetzt stehe es den Regierungen frei, ihre Einstellung zum britischen Kompromihplan In ber ihnen beliebigen Reihenfolge zu beantworten, vorausgesetzt, bah biefe Antworten klar umrissen seien. Der diplomatische Korrespondent des „Daily Telegraph" berichtet, im großen und ganzen hätten die gestrigen Beratungen den Eindruck hin- terlassen, daß die R e g i e r u n g c n auch weiter- hin m i ß t r a u i s ck) seien und daß sic dement- sprechend ein „diplomatisches Spiel" der Taktik burd)führten. Das Blatt hebt dann die Worte G r a n d i s hervor, daß Italien die Zurückziehung der ausländischen Freiwilligen aus Spanien be- günstige. Der Sowjetbotschafter W a i s k y hingegen habe mit seiner plötzlichen Erklärung. Sowjetruhlanb werbe niemals General Franco bie Rechte Kriegführenber zugestehen, ben Ausschuh in Gefahr gebracht. Man müsse aber abwarten, ob diese Zurückweisung eines wesentlichen Teiles des cnglifd)en Kompromiß- planes auch in gleicher endgültiger Art und Weise von der ©omjetregierung f e I b ft erfolgen werde. Der diplomatische Korrespondent ber „M 0 r - n i n g P 0 st" meint, da es sich jedesmal um die gleiche Sache gehandelt habe, sei es für den Laien nicht leicht erkennbar, warum schließlich der Vorsitzende einen Ausweg vorschlug, der dann auchi angenommen wurde. Der Grund liege vielleicht: darin, daß der englisä)e Fragebogen einer1 Schularbeit ähnlich gesehen habe, bei ber die Antworten in einer genauen Reihenfolge erteilt: werden sollten, während jetzt die Antworten n ach- frei e v Wahl gegeben werden könnten. Der diplomatische Korrespondent der „Daily Mail" bezeichnet die Erklärung Graf Grandi; als die wichtigste Entwicklung des geftri- gen Tages. Die Erklärung habe eine hoffnungsvolle Atmosphäre geschaffen, die allerdings schnell zer- .stört wurde, als der Sowjetbotschafter Maisky Die Erklärung abgab, seine Regierung könne niemals General Franco die Rechte Kriegführender zugestehen. Wan sei sich darüber klar gewesen, bah ber Sowjetbotschafter bas Ziel verfolgt, eher bie Schwierigkeiten innerhalb bes Ausschusses noch zu erhöhen, als zu einer wirklichen Lösung ber augenblicklichen Schwierigkeiten beizutragen. Jorbana Winisterpräslbent. Gegenwärtig wird eine neue spanische National« regicrung, die den „Technischen Ausschuß" ersetzen soll, gebildet. Wie aus zuverlässiger Quelle verlautet ist General Graf Jorbana, der Vorsitzende des „Technischen Ausschusses", zum Ministerpräsidenten ausersehen. — (Scherl-Bilderdienst-M.) Der nationale spanische Heeresbericht. Salamanca, 27. Juli. (DNB.) Nach dem nationalen Heeresbericht vom Montag würben an der Front van Madrid in den vergangenen Kämpfen etwa 1 0 0 M a s ch i n e n g e w e h r e und zahlreiche Tankabwehrgesd)ütze erbeutet. Das Schlachtfeld von Brunete ist bedeckt mit gefallenen Femden. 50 samjetrussische Panzer« wagen wurden vernichtet. Am Montag wurden über 100 Gefangene gemacht. 600 Milizleute gingen ZU den Nationalen über. Ein Angriffsversuch des Geg- ■ ners auf die von den nationalen Truppen cun Sonntag eroberten Stellungen wurde zurückgewie' sen. Die nationalen Streitkräfte P»1® , weiter vorgegangen. s Aus aller Welt Jedenfalls verfolgt die japanische Regierung die Lage an der mandschurisch-fowjetrussischen | wie- Don diesem Zwecke gründete er die Kadettenschule Wangpoo, in der die jungen Offiziersanwärter nicht nur mififnrifth. sondern auch politisch IM Sinne kam a: An- Der, des fand en neuen em I). Den SchW ewislenhäupllbj der Hand. Politiker bcbenlr ibon nochmals mütelt. Das Lchachmeifterlurnier in Garmisch. Als Auftakt zum entscheidenden Abschnitt internationalen Schachturniers in Garmisch ^lche Außen Jn dies qej* Ugland aus shltenti! * erh bann töi Wn Werke! , der dam W ib \w WR gebogen cird )eh habe, bei « Neihensolge en^ . Antworlen Ml i könnten. ent ber „Dail Graf @ran b jung des W Tokio, 27. Juli. (DNB. Funkspruch. Ostasien. i dienst des DNB.) In einer Sondersitzungdes japanischen Kabinetts wurde beschlossen, auf Grund der neuen Zwischenfälle in Lanfeng und 1 bei Peiping entschiedene Maßnahmen gegen die Haltung der chinesischen Truppen inNordchinazu ergreifen. Der japanischen Nordchina.Garnison wurde das Recht zu« gestanden, s e l b st ä n d i g alle ihr erforderlich schei. nenden Maßnahmen zum Schuhe des Lebens und des Eigentums der japanischen Bevölkerung in Pei> ping und im Bezirk Tiensin zu treffen. Die Lei», tung der Nordchina-Garnison ist beauftragt worden,! rtnngs Wcu? lschaster Maisg rierung tönne c hte Kriegfuhlk^ den Zweck, solchen stellungslosen Chemikern, die schon längere Zeit die Hochschule verlassen, jedoch den Anschluß an ihren Beruf verloren haben, wieder zu einer festen Anstellung zu verhelfen. Don 380 Bewerbern haben bis 1936 bereits 231, also größter Bemühungen sonst kaum wieder eine ftellung erhalten hätten. In engster Zusammenarbeit zwischen Stifter und Reichsstellennachweis für Chemiker und Physiker wurden die besonderen Verhältnisse jedes einzelnen Stipendiaten geprüft und ihm sodann ein geeigneter Arbeitsplatz w em Krieg .Ipanisch'boW in sprach in § alencia erc ne Lerhanblun ausschusses. TelegrapheM bas Kontrollfyf- nngen möge. - 15 baß er die t i Strömungen Sollte Senk »eiter Wiberfk 61 v. H., eine Anstellung gefunden. Dor allem kam das Stipendium älteren Cycmikern zugute, die trotz SonderWng des japanischen Kabinells. Freie Hand für die japanische Nordchina-Garnison. — EchwereKämpfe erwartet. & «w M ii«*' j*. «5-1; M A-K 'S'-"' Grenze, die die Ursache zu so häufigen Reibungen gibt, mit größter Aufmerksamkeit. Zuerst wird es notwendig sein, daß man praktische Schritte unternimmt, um diese Grenzzwischenfälle zu verhindern. Um dieses Ziel zu erreichen, sollten so bald wie möglich zwei Kommissionen zur Festsetzung der Grenzlinie und zur Vereinigung der Streitfragen eingesetzt werden. Wir können nichts anderes tun, als bei der Sowjetregierung nachdrücklich dahin zu wirken, daß sie offen und rückhaltlos bei dieser Arbeit für die Sicherheit und den Frieden in Ostasien mit uns zusammenarbeite. Was unsere Beziehungen mit Großbritannien anbetrifft, so kann ich mit Genugtuung feststellen, daß erst vor kurzem im Auftrage des Kaisers Prinz und Prinzessin Chichibu den Krönungsfeierlichkeiten des Königs von England beiwohnten und bei der Erfüllung ihres Auftrages die traditionelle Freundschaft, die unsere beiden Nationen verbindet, noch vertieft haben. Wie es schon immer die ständige Politik unserer Regierung war, die japanisch-englische Freundschaft zu fördern, so sind kürzlich wieder unsere beiden Regierungen darin übereingckommen, daß es ratsam ist, in freie Besprechungen einzu- treten, um die Beziehungen unserer beiden Länder jederzeit auszugleichen. Wir hoffen, daß wir dieses Ziel bald erreichen werden. Die japanisch-amerikanischen Bezie- Hungen sind in der letzten Zeit sehr aut gewesen, ausgezeichnet durch immer wärmere Freundschaft und guten Willen. Im letzten Jahre haben wir das A n t i - ft o - mlntern-Abkommen m i t Deutschland abgeschlossen. Die Regierung ist gewillt, wirklichen Ruhen aus diesem Abkommen zu ziehen und für die weitere Förderung freundschaftlicher und enger Beziehungen zwischen Japan und Deutschland Sorge zu tragen. Vom Privatheer zur Volksarmee ©er Aufbau ber chinesischen Wehrmacht. Außenminister Mota über die japanische AußenpoM. Wirkliche Stabilisierung Oftasiens.— Weitere Förderung der Freundschaft mit Deutschland. die Innehaltung der Verträge und aller getroffenen Abmachungen zu erzwingen. Die japanische Regierung gibt bekannt, daß bei der Durchführung aller Selbstverteidigungsmaßnah- men keinerlei Territorialforderun« gen angenommen werden und daß der Schutz der internationalen Interessen garantiert werde. Die Regierung hoffe, durch ein entschlossenes Durchgreifen im Sinne der S e l b st Verteidigung die Lokalisierung des Konfliktes zu er- reichen und eine baldige und endgültige Beilegung des Zwischenfalles feststellen zu können. . In Tokio erwartet man den 2Lu s b r u d) schwerer Kämpfe stündlich. Tschkangkaischek zuwege gebracht, daß nicht nur aus zahllosen, schwachen Privatarmeen em Dol ksheer entstand, sondern aud) in technischer Hinsicht ein Rüstungsstand erzielt wurde, der den Gegner zur Vorsicht zwingt. Japanische Bevölkerung peipings soll sich ms Gesandlschastsvierlel flüchten Peiping, 27. Juli. (DNB. Funkspruch. Ost- asiendienst des DNB.) In den Morgenstunden des Dienstag erhielten sämtliche j a v a n i \ d) e n 'Bern o I) n e r Peipings Anweisung, bis 12 Uhr mittags im Gesandtschaftsoiertel Zuflucht zu nehmen. Beim Artillerie an griff der japanischen Brigade K a w a b c auf die W e st t o r e drangen morgens etwa 10 0 0 japanische Soldaten durch das Stadttor Kuanganmen ein. Derhand- hingen mit dieser vom Gros ihrer Formation ab- geschnittenen Truppe führten spät nachts zu ihrer Ueberführung nad) den japanischen Militärbaracken innerhalb des Gesandtschastsviertcls. Für die Beurteilung des gegenwärtigen Konfliktes in Nordchina ist ein Blick auf die Entwicklung und Kampfkraft der chinesischen Wehrmacht nützlich. Noch aus der Vorkriegszeit, wie aud) aus den ersten Jahren nach dem Weltkriege besteht im Abendland allgemein die Vorstellung, daß China, was seine militärische Stärke angeht, überhaupt nicht ernst zu nehmen sei. Inzwischen hat sich jedoch unter der Führung des Marsd)alls Tschiang- k a i s ch e k ein wehrpolitischer Ausbau vollzogen, der wohl zu beachten ist und den auch die Japaner heute in Rechnung stellen müssen. Es trifft zu, daß man Irüher von einem eigentlichen chinesischen Heer nicht sprechen konnte. Es existierten lediglich einige verschieden große und verschieden ausgerüstete Truppenoerbände, die sich die Prooinzgouverneure und Generäle aus eigener Machtvollkommenheit hielten. Diese Privatarmeen, die zum Teil aus schlecht besoldeten und übelbeleumdeten Elementen bestanden, bildeten in China den Schrecken aller rechtschaffenen und arbeitenden Was unsere Handelsbeziehungen anbe- trifft, so arbeitet die Regierung auf eine allmähliche Entwicklung unseres Ausfuhrhandels hin. Die Regierung wird alles mögliche tun, um die freie Zufuhr von Rohstoffen und die Ausnutzung der Bodenschätze zu sichern und die Freiheit des internationalen Handels zu begünstigen. Es wird eine dankbare Aufgabe sein, alle Bestrebungen, die auf die Wiederherstellung dieser Freiheit des Handels abzielen, zu fördern. Es ist mir besonders erwünscht, bei dieser Gelegenheit die Bereitwilligkeit der japanischen Regierung zur auf. richtigen Teilnahme an jeder internationalen Verständigung zu erklären, die dieses Ideal zu verwirklichen in der Lage ist. ätz 'ij 1 ’ n°(t) bfnl g l * ?js Ne|0ra l’hetiben der revolutionären Erneuerung Sunjatsens ausae- bildet wurden. Der Erfoladieser Maßnahme machte sich schnell bemerkbar. Mit seinen Kriegsschülern beseitigte Tschiangkaischek die schlimmsten kommunistischen Widerstandsnester in Kanton und anderen Teilen des gewaltigen Reiches der Mitte. Mit ihrer Hilfe konnte er 1927 die nationalistische Gegen- regierung in Nanking ausrufen und seine autoritäre Stellung im neuen China begründen. Schon im näd)ften Jahre folgte die Schaffung eines Wehr- minifteriums, dann begann die eigentliche Heeresreform, die nach mancherlei Rückschlägen — man denke nur an den Handstreich des Marschalls Tschang hueliang bei Sianku im vorigen Jahr — zu der heutigen Wehrverfassung Chinas geführt hat. Zwar haben die Privatkriege zwischen den Generalen der Grenzbezirke auch heute nod) nicht ganz aufgehört, zwar läßt die Ausrüstung der Truppen der Zentralregierung auch heute noch mand)cs zu wünschen übrig, aber es sind von den insgesamt über 2 Millionen bewaffneten Männern Chinas doch immerhin 1,5 Millionen, die dem Kommando Nankings unterstehen und auf die sich Tschiangkaischek fest oer- lassen fa n n. Die Armee gliedert sich in etwa 100 Divisionen, deren Struktur und Stärke aller- dings sehr verschieden sind. Als erhebliche Beeinträchtigung der militärischen Sdjla^fraft ist noch immer das Fehlen eines einheitlichen Gewehr- Modells anzusehen. Ueberhäupt wird die völlige Reorganisation des Heeres bei der ungeheuren Weite des Landes und der Ueberfülle an Menschen- material noch längere Zeiträume in Anspruch nehmen. Die Erfassung so gewaltiger Rekrutenmengen ist naturgemäß sehr schwer, und die Ausrufung der allgemeinen Wehrpflicht im Jahre 1935 war zunächst nur eine gesetzliche Grundlage, um das Werk überhaupt in Angriff nehmen zu können. hat er dort jahrelang kaum vorstellbare Scheußlichkeiten verübt. Der Pflegling hat darüber bei seinen verschiedenen Vernehmungen ganz bestimmte und ins einzelne gehende Schilderungen gegeben. Der ehemalige Vorsteher des Klosters, Bruder Nicode- mus, bekundete, der Pflegling habe sich aud) bei ihm beklagt, worauf Bruder Sigismund nach Dorsten versetzt wurde. In einem Brief des Angeklagten an die Eltern des Pfeglings forderte er sie auf, auf den Jungen dahin einzuwirken, daß er widerrufe und günstig für ihn aussage. In diesem Falle würde er Den Eltern 1000 RM. schicken. Inzwischen ist der Hauptzeuge, der mißbrauchte Pflegling Greb, gestorben, und der Angeklagte leugnete in der Verhandlung einfach alles ao. Wie das Gericht feststellte, Ist er außerordentlich schwer belastet und dringend verdächtig, da das Gericht aber nicht in der Lage war, sich ein eigenes Bild von der Zuverlässigkeit des Zeugen Greb zu machen, mußte das Urteil freisprechend lauten. „W i r habe n", so betonte der Vorsitzende, „niemand verurteilt, wenn wir nicht die volle Gewißheit hatten, daß der Angeklagte schuldig war." Die zweite Verhandlung betraf den 37 Jahre alten Franziskanerbruder Georg Rölker, genannt Bruder Reginaldus. Dieser war im Jahre 1919 bei den Franziskanerbrüdern in Waldbreitbach eingetreten, 1932 nach Ebernach, 1933 nach Waldniel versetzt worden. In Ebernach, dem „Freudenhaus der Franziskanerbrüder" verging er sich in nicht wiederzugebender Weise an drei Zöglingen. Besonders während der Exerzitien beging er, wie einer ber Zeugen aussagte, sieben Nächte hintereinander die unglaublichsten Schmutzereien. In Waldniel mißhandelte er außerdem zwei Zöglinge in unmenschlicher Weise, wofür die Klosterbrüder ihre Fachaus- brud'e hatten. Der Staatsanwaft wies u. a. darauf hin, daß die Zahl der Verfehlungen so groß sei, daß der Verbrecher selbst sie nicht genau angeben könne. Das Gericht verurteilte den Angeklagten zu drei Jahren Zuchthaus und stieß ihn auf drei Jahre aus der Volksgemeinschaft aus. Lediglid) wegen [eines offenen Geständnisses und mit Rücksicht auf die Atmosphäre, in die der Angeklagte in Ebernach hineingeraten sei, habe sich das Gericht entschließen können, ihm ein Jahr sechs Monate der Untersuchungshaft anzurechnen. Der Verurteilte nahm die Strafe sofort an. Chemikerhilfe der IG. Dem im Frühjahr 1934 von der IG.-Farbenindustrie unter dem Namen „I G. Chemiker- Hilfe" begründeten Stipendium stehen bis jetzt 650 000 Mark zur Verfügung. Das Stipendium hat Eine der wichtigsten Maßnahmen aus jüngster Zeit war die Errichtung einer zentralen Kriegs- afaöemie in der Hauptstadt, aus der jährlich der Nachwuchs für das Offizierskorps in Stärke von 3000 Mann heroorgeyt. Neben diesen 3000 künftigen Truppenführern werden jährlich 100 Armeeführer in einer General st abshoch- schule ausgebildet. Einen bedeutenden Aufschwung hat aud) die Luftwaffe in China genommen. Nach einer japanischen Darstellung besitzt die Zentralregierung heute 785 Flugzeuge in 14 Geschwadern, während cs 1932 erst über 100 Kampfmaschinen verfügte. Nad; dem d)inesischen Rüstungs- Programm sollen schon Ende dieses Jahres 1000 Flugzeuge für den Einsatz bereit sein. So hat es die Führungskunst des Marschalls „©ad Meingolb- in Bayreuth. In Bayreuth begann mit dem „Rheingold" die erste zyklische Aufführung von Richard Wagners „Ring des Nibelungen . Der Führer und die zahlreichen bekannten Persönlichkeiten aus Regierung, Bewegung, Wehrmacht, Kunst und aus dem Ausland nahmen aud) an der „Rheingold"- Aufführung teil. Begeisterte Heil-Rufe der Bevölkerung begleiteten wieder den Weg des Wagens des Führers von der Villa Wähnfried bis zum Festspielhaus. Das „Rheingold" zog die Hörer, die das Haus bis auf den letzten Platz füllten, von den ersten Takten des Vorspiels an in seinen Bann. Wilhelm Furtwängler entwickelte das Werk mit der Ruhe eines Dirigenten, der große Strecken mit einem starken Gefühlsbogen zu überwölben oer- mag und das Stimmengeflecht des Orchesters mit sinfonischer Klarheit auszubreiten versteht. Die orchestrale Durchsichtigkeit fand ihre Ergänzung auf der Bühne durch eine Reihe großartiger Leistungen, die gesanglichen Wohllaut nut äußerster Prägnanz der Deklamation zu echtem Wagner-Stil vereinigten. Im Mittelpunkt der Götterwelt standen der kraftvolle Wotan Rudolf B o ck e I m a n n s und Margarethe Kloses hoheitsvolle Fricka, umgeben von Kaete Heide r sbach als lieblich-jugendlicher Freia, Jaro Prohaska als stimmgewaltigem Donner und Martin Kremer als lichtem F r o. Mit einer besonders in der schauspielerischen Durchführung hervorragenden Leistung zeigte sich Fritz Wolff als Loge, die Nachtalben fanden in ber Urkraft Robert Burgs als Alberich unb in dem Mime Erich Zimmermanns zwei scharf charakterisierende Vertreter. Die Erda-Szene wurde von der Tonschönheit und Gesangskultur Enith Szan- t h o s beherrscht. Gruppierung und Bewegung der Darsteller und des auch gesanglich ausgezeichnet abgestimmten Rheintöchter-Terzetts in den Monumentalszenerien von Emil Preetorius zeigten wieder die eindringliche, die Handlungszusammenhänge bedeutsam aufdeckende Spielleitung Heinz Tie t ie ns. Herzlicher Beifall folgte der pausenlosen Ausführung. OieErsteSchnellbootsflottilleinMainz Lpd. Von St. Goar kommend traf am Montagmorgen die aus den Einheiten S VIII bis S XV bestehende E r st e Schnellbootsflottille vor Mainz ein. Im Zollbinnenhafen wurde den Besatzungen ein erster Empfang durch Vertreter der Partei, des Heeres unb ber Stadt zuteil. Alsdann marschierten die Mannschaften zum Adolf-Hitler- Platz. Nad)dem die Besatzung Dem Flottillenchef Korvettenkapitän von Conrad y gemeldet worden war, entbot Beigeordneter Schleimann in Vertretung des Gauleiters und Reichsfiatthalters Sprenger und des Oberbürgermeisters den Gästen den Gruß des Garces Hessen-Nassau unb der Stadt Mainz. Als ber Kreuzer „Mainz" als eines der ersten deutschen Kriegsschiffe im August 1914 in ber Norbsee ehrenvoll untergegangen sei, sei der Name Mainz aud) in der deutschen Kriegsmarine unsterblich geworden. Die Mainzer Bevölkerung warte auf den Tag, wo wieder ein deutsches Kriegsschiff den Namen der Stadt tragen werbe. Korvettenkapitän von Conrady dankte für den herzlichen Empfang: er ließ das Gelöbnis der Treue ausklingen in ein Sieg-Heil auf den Führer. — Die Marinemannschaften wurden beim Marsch durch die Hauptstraßen der Stadt mit stürmischer Begeisterung begrüßt. Später wurden der Flottillenchef und seine Offiziere im Kurfürstlichen Schloß namens des Gauleiters und der Stadtverwaltung vom Beigeordneten Schleimann empfangen, der ihnen noch einmal den herzlichen Willkommensgruß entbot und sie der außerordentlichen Freude der Bevölkerung über den Besuch versicherte. Wieder zwei Ordensbrüder in Koblenz verurteilt Koblenz, 23. Juli. (DNB.) Am Freitag standen wieder zwei Ordensbrüder vor der Koblenzer Strafkammer. Der erste war der 39 Jahre alte „Barmherzige Bruder" Joseph 21 u f ermann, genannt Bruder Sigismund, aus Dorsten in Westfalen. Er war 1919 bei den Barmherzigen Brüdern in Montabaur eingetreten und wurde seit 1922 als Krankenpfleger in Hadamar verwendet. Mit einem feiner Fürsorge anoertrauten Pflegling ein Massenspiel ber vier Schachmeister Aljechin, Bogoljubow, Euwe unb Sämisch gegen 80 Gegner statt. Aljechin gewann von 26 Partien 23, zwei blieben remis, eine ging verloren: Bogoljubow gewann 27 Partien von 30, brei blieben remis; (Hämisch konnte 18 Partien von 24 zu seinen Gunsten entscheiden, verlor zwei und machte vier remis. Im Meisterturnier spielen in der 5. Runde Sämisch—Aljechin und Euwe—Bogoljubow. In Garmisch-Partenkirchen begann die 5. Runde des Vier-Mei st er-Schachturniers mit den Begegnungen Euwe — Bogoljubow unb Sämisch — Aljechin. Bogoljuboff wäylte gegen Weltmeister Dr. Euwe eine ungewöhnliche Spiel- weise der indischen Verteidigung. Es entstand eine dem Damengambit ähnliche Stellung, in der Euwe den riskanten Zug c4—c5 spielte. Bogoljubow antwortete auf diese Abschnürung des Damenflügels durch Vorgehen im Zentrum. Er leitete einen Angriff auf den Einzelbauern c4 ein mit gleichzeitiger Mattdrohung. Euwe erkannte die drohende Gefahr Tokio, 27. Juli. (DNB. Funkspruch.) Außenminister H i r o t a gab am Dienstagvormittag im Parlament einen Ueberblitf über die Beziehun - gen Japans z u den übrigen Mächten. Der Minister führte in seiner Rede u. a aus: Eines ber vornehmsten Ziele ber nationalen Politik Japans -ist bie Sicherung unserer Stellung als einer f e ft begrünbeten Macht im Oft en, die alles beitragen will zur Befestigung eines wahren Friedens in der Welt. Im Sinne einer solchen Politik betrachten wir die Beziehungen zwischen Japan, Manschukuo, China und der Sowjetunion. Die japanifche Regierung bedauert es aufs tiefste, daß antijapanifche Strömungen ermutigt und systematisch ausgenuht werden, um die öffentliche Meinung aufzuputschen und gewisse nationalistische Empfindlichkeiten noch zu steigern. Auf solche Weise haben sich immer wieder Zwischenfälle in den verschiedensten Teile Chinas ergeben. Die japanische Politik ist auf eine wirkliche Stabilisierung 0 stasiens durch Aussöhnung und Zusammenarbeit zwischen den drei Ländern Japan, Manschukuo und China gerichtet, wobei freilich auch dem fommuni- slischen Einbruch in den Orient L i n- hatt geboten werden muh. Die japanische Regierung hofft ernstlich, dah China baldmöglichst zu vollem Verständnis unb zur Billigung dieses unseres politischen Ausgangspunktes kommen wird. Was den gegenwärtigen Zwischenfall anlangt, so hat die japanische Regierung von Anfang an an dem Versuch der örtlichen Beilegung und der Nichtverschärfung der Lage festgehalten. Viel wird davon abhängen, was die Nanking-Regierung unternehmen wird, zumal man nicht weiß, welche Auswirkung die Dinge möglicherweise auf die chinesischen Massen haben werden. Hier besteht tatsächlich die Gefahr, daß unvorhergesehene Bewegungen jeden Augenblick zum Ausbruch kommen können. Wir haben jedenfalls allen Anlaß, mit be» fonderer Aufmerksamkeit zu üerfol^en, was die Zentral-Regierung, sowie die militärischen und be» hördlichen Stellen tun werden zur wirksamen Kontrolle ber antijapanischen Tätigkeit und zum Schutze unserer Landsleute in China. Auch die Zwischenfälle an der mandschurisch» sowjetrussischen Grenze wiederholten sich. Der ernsteste war der jüngste Einbruch sowjetrussischer Truppen und die Besetzung mandschurischer Inseln im Amur-Strom. Indessen endete die Angelegenheit mit einer friedlichen Beilegung, nachdem die Sowjetregierung fid) bereiterklärt hatte, den Status quo ante herzustellen. Eine der neuesten Ausnahmen: Tschiangkaischek, der selber aus ber Militar- laufbahn hervorgegangen war und sich schon 1911 als Führer einer Jnfanteriebrigabe ausgezeichnet hatte, diesem Wirrwarr ein Ende machen. In der Erkenntnis, daß der chinesische Mensch an sich zum I Soldatenberuf wohl geeignet ist, wenn er richtig geführt wird, begann Tschiangkaischek zunächst, sich einen treuen und ethisch hoch stehenden Stamm von Offizieren zu erziehen Zu irünbetc er bie Kadettenschule ewesen, H erfolgt eher k Ausschusses n« ichen ^sung " Volkskreise. Sie hatten' manchmal mit Räuberen beßulrageu- bcmben eine verzweifelte Aehnlichkeit. Den chinesi- __ sehen Soldaten als Typ, als D a te r l anö s oer- leidiger, gab es noch nicht. Erst langsam, etwa vom Jahre 1922 an, konnte fcks n- , -'n _ : f -U „ • Sa- amg hoi- smilitnr» Sozialismus und Eisen Gießen (Bahnhofstraße 5), am rr.Zuli 1937 4967 D 4963 D Anneliese und Karl Adolf Denninghosf 03721 Photo - Kino Kreuzplatz 1) und zum Bauen Friedrich Wilhelm Müller und Frau Aenne, geb. Möhl Doe Entscheidende Ist nicht allein die veseitisuns oder übetölnöung der llot, entscheidend ist die gefügte Ge- meinschoft mit dem willen ium Kampf. Gießen, den 26. Iuli 1932 (Universitäts-Frauenklinik) Sommer-Stoffe zu herabgesetzten Preisen bei Iapolen Idueienhauö Hennfiie Goetbesti. / Himer de Hagebant Oie originellsten Badephotos, die uns imWinter noch freuen, sind das Ergebnis! Nehmen Sie Ihre Kamera auch mit ins Freibad. Knipsen Sie jung und alt in Sonne und Wasser. Den richtigen Film, Gelbfilter und ein paar gute Tips bekommen Sie bei 4e„A Dieser Tage ging ein schweres Gewitter über ganz Tirol nieder. Die Bundesstrahe und der Bahnkörper zwischen Kitzbuehel und St. Johann wurden auf einer Strecke von 500 Meter überschwemmt und vermurt. Der Zug- und Straßenverkehr mußte eingestellt werden. Die Bundesstrahe und der Bahnkörperwaren einen halben Meter hoch mit Schlamm und Schotter bedeckt. Erdbeben in Mexiko fordert zahlreiche Opfer. In der mexikanischen Hauptstadt wurde ein Erdbeben wahrgenommen, dessen Zentrum etwa 180 Kilometer südöstlich von hier liegen dürfte. Während in der Hauptstadt kein Schaden zu verzeichnen ist, hat das Erdbeben in verschiedenen Landesteilen stärkere Ausmaße angenommen, so in Veracruz, Tierra Bianca und Puebla. In Veracruz wurden vier Menschen getötet und 20 verletzt, als während des Bebens in einem Krankenhaus die Decke eines Operationssaales einstürzte. In Jalapa wurden mehrere Häuser beschädigt. In Tierra Bianca sind mehrere Häuser eingestürzt. Hier ist die Zahl der Opfer noch nicht bekannt. Die Zeitung „Ultimos Noticias" meldet aus Orizawa im Staate Veracruz die fast völlige Zerstörung der Stadt Maltrata. Es wurden bisher 12 Tote sowie rund 60 Verletzte geborgen. In der bei Orizawa gelegenen Ortschaft Nogales stürzte der Kirchturm ein, in Rio Blanco, Orizawa und Nogales wurden zahlreiche Häuser zerstört. In der Stadt Veracruz droht der Einsturz des Turmes der Pfarrkirche. Auch die Hafenmolen find beschädigt worden. sten der 18 verhafteten Personen sind, wie aus den Namen hervorgeht, Juden. Sie hatten seit den Beschlüssen des 7. Komintern-Kongresses eine besonders rege Propaganda in den verschiedenen polnischen Berufsorganisationen entwickelt und u. a. auch eine illegale Zeitschrift herausgegeben, die kostenlos unter der Bevölkerung verteilt werden sollte. Wir haben uns daran gewöhnt, daß die großen Fragen der deutschen Wirtschaftspolitik nicht mehr allein in einem kleinen Kreise von Sachverständigen und Unternehmern erörtert und entschieden werden, sondern daß das ganze Volk, jeder einzelne von uns, sich mit ihnen beschäftigt und — was früher selten der Fall war — sie auch versteht. Die geniale Redekunst des Führers, der auch die verwickelsten Probleme in ihrer einfachsten und gültigsten Formulierung darzustellen vermag, hat diesen Wandel bewirkt. So gibt es heute wohl kaum einen Volksgenossen, der die augenblickliche Eisenknappheit in seinem persönlichen Lebensbereich nicht schon gespürt, aber auch ihre Ursachen begriffen hätte. Als daher in der vorigen Woche bei einem Vortragsabend des Amtes für deutsche Roh- und Werkstoffe bekanntgegeben wurde, daß die Ausweitung der deutschen Eisenerz-Erzeugung aus der Grundlage einer innerdeutschen Basis auf das Vierfache des heutigen Zustandes bis zum Ende des zweiten Vierjahresplanes erreicht werden würde, da mag mancher deutsche Volksgenosse wohl gedacht haben: „Die Botschaft hör ich wohl, allein mir fehlt der Glaube". Aber schon wenige Tage darauf erfuhren wir, wie dieses großartige Programm durchgeführt, wie unsere Eisennot beseitigt werden soll: Die Gründung der Reichswerke AG. für Erzbergbau und Eisenhütten „Hermann Göring" wird die Aufgabe übernehmen, zu deren Lösung die privatwirtschaftlichen Unternehmungen auf diesem Gebiet nicht fähig waren. Der Staat selber als Beauftragter des deutschen Volkes ergreift die Initiative, auf die das Volk hoffte. Bedeutet das nun den Beginn einer „Sozialisierung", einer Staatswirtschaft nach marxistischem Muster? Nein, es bedeutet nur, daß der sozialistische Wille des Volkes, der in der Organisation des Dierjahresplanes Gestalt gefunden hat, dem großen Treibwerk der eisenschaffenden Industrie den nötigen Schwung und das nötige Tempo verleiht, damit das Ziel unseres wirtschaftlichen Freiheitskampfes erreicht wird. Denn der Betätigung des privaten Unternehmertums im gemeinwirtschaftlichen Sinne sind innerhalb der neuen Gesellschaft keine Schranken gesetzt, wie überhaupt die früher erworbenen Besitzrechte an Kleine Anzeigen richten sich an die Bevölkerung der engeren Heimat! Darum: Kleinanzeigen in die Heimatzeitung, den BießenerAnzelger senschande zu verantworten. An einem Mädchen, das nach der Schulentlassung bei ihm als Hausmädchen eingetreten war, hatte der Jude unzüchtige Handlungen vorgenommen und war auch später zu dem Mädchen in nähere Beziehungen getreten, als die Nürnberger Gesetze in Kraft getreten waren. Trotz der klaren Aussagen des Mädchens hatte der Jude die ihm zur Last gelegten Vergehen bestritten, war aber in der Hauptverhandlung im großen und ganzen geständig. Das Gericht erkannte auf eine Z u ch t h a u s st r a f e von 21/? Jahren. Drei Schwerverbrecher aus dem Gefängnis in Avignon ausgebrochen. Aus dem Gefängnis in Avignon brachen, vermutlich mit Hilfe von außen, drei Schwerverbrecher aus. Im Gang des Gefängnisses versteckt, schalteten sie das Licht aus, schlugen den Wächter bei seinem Rundgang nieder und warfen ihn gefesselt in eine leere Zelle, die sie von außen verschlossen. Auf Leitern überstiegen die Verbrecher schließlich die Gefängnismauer und entkamen. Die Verfolgung ist im Gange. llnwetterschäden in der Steiermark und in Tirol. lieber dem Murrtal und den Oberwölser Tauern in der Steiermark ging ein schweres Unwetter nieder. Mehrere Ortschaften wurden von den Wassermassen erheblich mitgenommen. Zahlreiches Vieh wurde vernichtet, viele Familien sind obdachlos. Don der Landeshauptmannschaft und den örtlichen Behörden sind Hilfsaktionen für das Notstandsgebiet eingeleitet worden. SCHUHBRANCHE Suche ver sof. mehrere tücht. Verkäuferinnen. Gute Warenkenntn. u. Umgangsformen erforderlich. Bewerb. m.Zeugnisabschr., Lebenslauf, Lichtbild u. Gehaltsansprüchen unter P 9982 an Anzeigengesellschaft m.b.H., Frankfurtmain. 4964 V Die glückliche Geburt zweier gesunder Mädels zeigen in dankbarer Freude an Oie Geburt unserer Tochter Ingrid zeigen hocherfreut an Baumpfähle Rosenstäbe Latten Dachpappe Karbolineum HappelS Co. KI.Mühlqasse4 u.6 Ruf 3925 Wetterbericht des Reich«wetterdiensles. Ausgabeork Frankfurt. Die Wiederherstellung des sommerlichen Wetters macht weitere Fortschritte. Das ostatlantische Hochdruckgebiet gewinnt mehr und mehr Einfluß auf die Weiterentwicklung über Deutschland. Zugleich wird die Zufuhr kühlerer Meeresluft unterbunden und durch milde Luftmassen ersetzt. Diese Lage hat auch einen Anstieg der Temperaturen zur Folge. Aussichten für Mittwoch: Wolkig bis heiter, trocken und wieder warm, schwache südwestliche Winde. Aussichten für Donnerstag: Heiter und warm, schwachwindig. Lufttemperaturen am 26. Juli: mittags 22,3 Grad Celsius, abends 16,8 Grad: am 27. Juli: morgens 14,4 Grad. Maximum 22,8 Grad, Minimum heute nacht 13,3 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 26. Juli: abends 21,9 Grad: am 27. Juli: morgens 17,8 Grad. — Sonnenscheindauer 6,4 Stunden. den Erzlagern nicht angetaftet werden. Freilich müssen es sich diejenigen Firmen, welche die Ausbeutung der ihnen gehörenden Erzlager bisher versäumt haben, nun gefallen lassen, daß mit der Produktion begonnen wird. Uni) daran dürfen sie letzten Endes selber das größte Interesse haben. Eisen ist der wichtigste Grundstoff unserer Jndustriewirtschaft, er ist gewissermaßen das Kernstück des Vierjahresplanes, weil er für die Neubauten der deutschen Kunststoffindustrie meist unentbehrlich ist. So bedeutet die Gründung der Reichswerke AG. keinen Bruch mit den bisher bewährten Grundsätzen, sondern eine konsequente Fortführung der nationalsozialistischen Wirtschaftspolitik. Das Gesetz unserer Wirtschaft aber heißt: Arbeit und Produktion. Ihr Ziel: Freiheit und Wohlstand. Gegen diese selbstverständlichen Grundsätze jeder gesunden Nationalwirtschaft hat die Vergangenheit immer wieder gesündigt. Obgleich durch den Verlust Elsaß- Lothringens die einheimische Rohstoffgrundlage der Eisenindustrie sich grundlegend verschoben hatte, stellten sich die deutschen Unternehmer nicht um, sondern blieben bei der bequemeren Minetteverhüttung. Die deutschen Eisenerzvorkommen, die zwar schwieriger zu erschließen, wenn auch durchaus abbauwürdig find, lagen unaus- genutzt unter der Erde. So kam es, daß beispielsweise noch im vorigen Jahre das von deutschen Hochöfen verarbeitete Erz nur zu einem Sechstel aus deutschen Förderanlagen gewonnen wurde. Anderseits waren die technischen Methoden der Erschließung und Verhüttung soweit erprobt, daß sich ein Abbau der deutschen Eisenerzlager, auch vom Rentabilitätsstandpunkt aus gesehen, durchaus gelohnt hätte. Diese Versäumnisse, die fast unbegreiflich sind, müssen nun nachgeholt werden. Die Tatsache, daß Hermann Göring diese Sache in die Hand genommen hat, gibt die Gewähr dafür, daß das mit der nötigen Gründlichkeit und Schnelligkeit geschieht. Indem das Reich die Führung in der E i s e n p r o d u k t i o n übernimmt, spornt es aber nicht nur die deutsche Privatwirtschaft im Bereiche der Eisenerzeugung zu neuen Taten an, sondern gibt auch den ausländischen Eisenproduzenten die Karl „angelll lieue Kommuliisienverhafiuligen in polen. Wieder die Mehrzahl: Juden. Warschau, 27. Juli. (DNB. Funkspruch.) In B i a l y st o k wurde von der dortigen Polizei das Komitee der sog. „Kommuni st ischen Partei We st- Weißrußlands" aufgehoben. Die mei- Carl Loos, Giefeen Kirchenplatz 13 4970 d Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blum, schein. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange (beurlaubt), Vertreter: Ernst Blumschein: für Feuilleton: Dr.Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck (beurlaubt). Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: i. V. Hans Thein. D. A. VI. 37: 9104. Druck und Verlag: Brühlsche Universitätsdruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugs- preis RM. 2,05 einschließlich 25 Ps. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufs, preis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig. Mittwoch, den 28. Juli 1937, nachmittags 2 Uhr, versteigere ich dahier Neuenweg (Verstei- gerungslokal) bzw. an Ort und Stelle zwangsweise gegen bar: Haus-, Laden- und Büromöbel aller Art, Bürsten, Pinsel, Besen, Kassenschränke, Füllfederhalter, Fotoalben, Schreibtischgarnituren, AtUlmte, Kordel, Körbe, Stone, 1 Aauarium, 1 Opei-Personen- „^.d/linte, 1 goldene Uhr, Schnürschatte u. v. a. Aus fveierHand werdenverkauft: MöbelMcke aller Art, 1 Truhe, und einen Niederdruckkessel für Färberei. (49?1d Mtiovf Gerichtsvollzieher in Gießen Schillerstraße 5, Telefon 3660. Gelegenheit, sich als anständige Geschäftspartner und treue Lieferanten zu beweisen. Unser Eisenbedarf wird in aller Zukunft so groß sein, daß mir unter normalen Verhältnissen auf eine beträchtliche Einfuhr nicht verzichten können und wollen. Wer also unter den ausländischen Erzerzeugern heute unter vernünftigen Bedingungen dem deutschen Volke seine Ware anbietet, der wird auch künftig, wenn er draußen vom Wirbel der Konjunkturkrisen erfaßt wird, damit rechnen können, in Deutschland einen gleichbleibenden und zuverlässigen Ab s a tz m a r kt zu finden. Auch unter dem Gesichtswinkel einer ruhigen Entwicklung des internationalen Warenaustausches ist daher die staatliche Initiative in der deutschen Eisenwirtschaft nur zu begrüßen. Ev. Wijiim MM mit guten Betriebs- und Werkzeug- maschinen-Kenntnissen. Vergütungsgruppe VII bis VIII des R. A. T. Eintritt möglichst bald. Vollständige Gesuche mit Lichtbild sind zunächst schriftlich zu richten an: 4958d MlMlWslssMle Gießen, geugtjausfafetne. | Verschiedenes| mott an 1. Stelle nur aus städt. Grundstücke anzulegen gesucht. Schriftliche Angeb. unt. 4966D an den Gießen. Anzeig. Entlaufen! Ein junger MM Mikk (Hündin) 1 Jahr altz, Kennzeichen schwarzerSattel, gelbe Beine, rot. Halsband. Hört auf„Bessi". Wiederbringer Belohnung. 0372'. _ Gillmann Wetzsteinstr.l4p. nicht und wurde nach einer Opferkombination im 28. Zuge mattgesetzt. Aljechin wählte gegen Sämisch die slawische Verteidigung des Damengambits und bekam durch einen Bauernoorstoß eine überlegene Stellung. Der Exweltmeister versuchte, durch Gegenangriff im Damenflügel auszugleichen. Trotz höchster Zeitnot parierte der deutsche Großmeister alle Drohungen. Er stand beim Abbruch im 31. Zuge noch immer besser. Die Partie wird fortgesetzt. Um die deutsche Schachmeisterschaft. Um die deutsche Schachmeisterschaft in Bad Oeynhausen wurde die achte Runde ausgespielt. Die Partie Richter gegen Schmitt wurde nach einem Zeitnotfehler Richters remis. R e l l ft a b gewann im Mattangriff gegen Heinrich, dagegen verlor Ernst eine Damen-in-dische Partie gegen Reinhardt. Rodatz kam bei einem verfehlten Bauernoorstoß gegen Zöllner in Nachteil und gab auf. Dr. L a ch m a n n wurde von Kohler durch eine Mattkombination überrascht. Durch einen Sieg über Michel gelang es Kieninger, wieder die Führung im Turnier zu übernehmen. Die Partie Kranki — Engels ging unentschieden aus. — Der Stand nach der achten Runde: Kiemn- ger 6, Schmitt, Rellstab je 5V2, Richter 5, Michel, Dr. Lachmann, Reinhardt, Zöllner, je 4V2, Engels, Ernst je 4, Kranki 3V2, Kohler 2V2, Rodatz IV2, Heinrich V2 Punkt. Deutsches Küstenrettungswerk 1936. Der Jahresbericht der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger für das Jahr 1936 veranschaulicht den schweren Kampf, den die freiwilligen Retter an den Deutschen Küsten im vergangenen Jahr wiederum mit Sturm und Brandung um das Leben in Seenot befindlicher Menschen zu führen hatten. In 30 Fahrten 91 Menschenleben gerettet, dazu im laufenden Jahr bis zum Abschluß dieses Berichtes 45 weitere Schiffbrüchige aus Seenot geborgen: das ist eine stolze Bilanz heldenmütigen Einsatzes und selbstloser Aufopferung bei dem Werk, von dem der Stellvertreter des Führers, Reichsminister Rudolf Heß sagte, daß jede Rettungstat deutscher Ehre dient. Zwei Münchener Bergsteiger abgestürzt. Der Diplomfauftaenn Heinz Dal em und der Student Ulrich Timme, beide aus München, stürzten beim Abstieg vom Totenkirchl ab. Da- lem ist tot, er wurde durch die Rettungsstelle Kufstein noch am selben Tag zu Tal gebracht. Timme erlitt Kopf- und Rippenverletzungen und wurde ins Krankenhaus nach Kufstein übergeführt. Bier Personen im Gebirgsbach ertrunken. Als ein Kraftwagen bei einem Wolkenbruch über eine Gebirgsbachbrücke in der Nähe von Gosau im Salzkammergut fuhr, brach diese ein. Der Kraftwagen stürzte in den Bach. Seine vier Insassen, ein Herr und drei Damen aus Wien, fanden den T o d in den Wellen. Eine Obstfrau bekommt ein Denkmal. Seit kurzem besitzt die Stadt Göttingen ein originelles Denkmal: die Halbfigur einer Obstfrau auf einem Steinsockel. Die Inschrift auf dem Sockel lautet: „Dem Andenken an Frau Charlotte Müller, die älteste Straßenhändlerin der Welt." Ueber 50 Jahre hat die „alte Müller n" auf dem Bahnhofsplatze, an der Stelle, wo heute ihr Denkmal steht, den Studenten Obst verkauft und manche Redeschlacht mit ihnen siegreich bestanden. Jüdische Rassenschänder. Laut „Volksgemeinschaft" in Heidelberg wurden in Walldorf wegen fortgesetzter Raffenschande, begangen auch nach Inkrafttreten der Nürnberger Gesetze, die Juden Eduard Salomon und August Walter verhaftet. Die beiden Verhafteten, Salomon ist Inhaber der Zigarrenfabrik Menger & Co., Walter Angestellter in der gleichen Fabrik, haben in zahlreichen Fällen mit deutschblütigen Arbeiterinnen bc” Fabrik intimen Verkehr gepflogen. • der Großen Strafkammer in Trier hatte sich d. ude Max Levy aus Rhaunen wegen Ras- f Kaufgesuche [ Etagenhaus 5 bis 6 Zimmer m guter Lage, mit Einfahrt und größerem Hoi 0. Garten, so, ort gegen Kasse zu kauten gesucht. Nur direkte Angebote u. 4965 D an d. Gieß. Anz. Schöner gebr. Kinderwagen ru kaut, gesucht. Schriftl. Angeb. unter 4968D an den Gieß. Anz. I Empfehlungen Boltstiimilüje AM roiffenM ui 1 eid)oebi(u"Ä sSs? Oie Badeanstalt. Don Joachim Lange. \ Die Badeanstalt meiner Jugend lag weit drau- ßsti vor der Stadt am Jungfernteich, der so hieß, |wi( sich hier einst ein Mädchen ertränkt hatte. Er Ur nahezu kreisrund und mäßig groß, ein Mittel- idch zwischen Tümpel und See, eben ein Teich. Cihrlf umstand hoch und dicht den größten Teil tis Ufers, der Grund war stark vertrautet, der und Abfluß spärlich. Das Wasser sah er- hi?(fenb schmutzig aus (und war es auch), ein juiger Geruch stieg aus der Tiefe empor, über *r es lila schillerte wie von Oel, wenn nicht b'ei ^□inb vom Sommerweg der Landstraße her dicke ffangelbe Staubschwaden auf die Fläche geweht Arden. Es war nicht sehr hygienisch im Jungfern- W, aber es war schön, denn hier war unsere Ju- W. Und wir gingen ja nicht baden, um zu baden, Intern um zu schwimmen. Und wenn ich an meine HhUjahre denke, denke ich an den fauligen Ge- nt) des Jungfernteichs, ich rieche ihn körperlich, ich schmecke den trockenen, feinen Straßenstaub, bir oft tagelang die eine Hälfte des Sees bedeckte. die Badeanstalt selbst war ein morscher, ebenfalls ni)l zum besten riechender Pfahlbau, dessen aus bfj Zellen und einem Umgang bestehenden vier Seiten das „Kleine Bassin" umschlossen, den von ^lengrütze und Steinen nicht ganz freien Tum- Matz der Nichtschwimmer. Eine Tür führte W die dem See zugekehrte Wand auf den Auhen- am „Großen Bassin", das nichts anderes war eben der Jungfernteich, obwohl das „Kleine bsin" ja eigentlich auch dazu gehörte. Hier drau- pi, auf den schadhaften Planken des Außengangs, M splitternden Ablaufbrett und dem bedenklich wnfenben Sprungturm spielte sich unser Badern ab, soweit es nicht im Wasser selbst stuttfand. fri* Badezeiten waren genau geregelt: von 7 bis 10 mb von 1 bis 4 die Damen, von 10 bis 1 116 oon 4 bis 7 die Herren. Jeweils vor Eintritt sonderen Geschlechts untersuchte Herr Krause, Besitzer, die Zellen. Vom 15. Mai bis zum jj.Ssptember waren mir Tag für Tag bei jedem »r zwischen 4 und 7 in der Badeanstalt. Den (iri^n Teil dieser drei Stunden brachten wir au, lsnl mter dem hygienisch so wenig einwandfreien Wr zu. ßr hatten keine Wasserrutschbahn und keine s'Nir-iche Dusche mit gewalttätig von oben öruden= tier Kopfstrahl und sanft von unten plätscherndem ^liigbrunnen, aber wir hatten den Balken, das -fort und die Bombe. Der Balken war em vor Alter wieder grün gewordener glibberiger Baumstamm, der schon zur Zeit unserer Großväter (denn unsere Großmütter hatten nicht gebadet) im Jungfernteich herumgeschwommen war und dessen vielfache Verwendungsmöglichkeit als Jndianerkanu, Flibuftierschiff, Geusensegler, Torpedoboot, Ozeandampfer oder schlechthin als Wrack erbitterte Wasserschlachten um seinen zeitweiligen Besitz veranlaßte. Das Boot war ein betagter, schadhafter Kahn, Eigentum des Herrn Krause, der ihn gelegentlich seinen besonderen Freunden für eine Stunde an- vertraute — was eine große Ehre war. Seine besonderen Freunde waren jene Jungens, die aus dem Kahn, wenn er ihn selbst benutzte, das unablässig eindringende Wasser hinausschippten ober sich sonst nützlich machten. Die Bombe endlich war eine besondere, bei sportlichen Wettkämpfen im allgemeinen nicht zu sehende Art des Springens, die wie folgt ausgeführt wurde: Der Springer stellte sich auf den sechs Meter hohen Turm, zog beim Absprung die Beine sofort an den Leib, umschloß diese gleichzeitig mit den Annen und landete (wenn man so sagen darf) in Hockstellung wie ein schwerer Felsbrocken auf dem Wasser, um beim Aufprall einen ungeheuren Schwall Flüssigkeit nach allen Seiten zu ergießen. Es ist verständlich, daß diese Art des Springens nicht für jedermann geeignet war und unter Umständen gefährlicher werden konnte als ein verunglückter Kopfsprung, ein sogenannter Bauchklatscher: es gehörte dazu ein besonders kräftig gebautes, großflächiges und völlig unempfindliches Unterteil. Die Bombe wurde von den zu ihr Befähigten nicht etwa aus sportlichen Gründen ausgeführt, sondern lediglich, um Fremde zu ärgern Gleich einer im Netze lauernden Spinne hockte der Bomben- sprinqer, oft Viertelstunden lang, im Gestqnge des Turms und wartete auf sein Opfer. Da öffnete .sich die Tür, und heraus trat ein Fremder, em neuer Kurgast, noch völlig angekleidet, um zuerst einmal die Oertlichkeit zu besichtigen. 3m nächsten Augenblick schon befand er sich in einem Zustand, a s Jet er selber ins Wasser gesprungen; Bache rieselten vorn Panama. Wehe, wenn er etwa wagte, aufzubegehren, Krach zu schlagen: er konnte gewärtig sein 'daß ihm ein hundertstimmiger Umsonochor ganz verletztes Rechtsempfinden, antwortete hier sei die Badeanstalt und nicht die Kurpromenade! * Besitzer der Anstalt war der bereits erwähnte Krause, Bademeister Krause, ein in meiner Kindheit schon älterer, bequem gewordener, fast tauber fierr der sich seinen Titel kraft eigener Machtvollkommenheit zugelegt hatte. Bademeister Krause war stets vollständig angezogen: mit einer wetterfesten grünen Jnspektorsjoppe, kräftigen gelben Manchesterhosen, die in Wasserstiefeln staken, steifem weißen Kragen, blauem Vorhemdchen und schwarzem „gelöteten" Schlips. Zum Schutz gegen die Hitze trug er einen kegelförmigen vergilbten Strohhut. Bademeister Krause badete nie, und es stimmte wohl, was viele auf großes Schülerwort versicherten: daß er nämlich überhaupt nicht schwimmen konnte. Nichtsdestoweniger erteilte er für wenig Geld einen erfolgreichen Schwimmunterricht an der Angel. Den halben Nachmittag schallte sein überlautes „Ains! — Zwai! — Derrrrrrai!" über das Wasser. Das „Freischwimmer-Examen" ging in der Weise vor sich, daß der Schwimmschüler einmal über den Teich und Zurück schwamm — was in fünf Minuten geschah —, indes Herr Krause im Boot, das von einem seiner besonderen Freunde ununterbrochen leergeschöpft wurde, nebenher fuhr. Der Prüfling, der bestanden hatte, erhielt gewissermaßen als Urkunde und Zeugnis einen silbernen Dreizack aus Stoss, den er sich von Mutter vorn auf die Badehose nähen ließ. Woanders sand sich schlecht Platz, denn so eine Bade„hose" bestand ja aus nichts weiter als vorn von einem handgroßen roten Dreieck und hinten einem Stück Strippe. Allenthalben sah man Jungens mit einer silbernen Heugabel vor dem Leib herumlaufen — ein Anblick, der Fremde zum Nachdenken veranlaßte. Wo die Mädchen ihren Dreizack (übrigens eine Anregung unseres alten Lateinprofessors) trugen, habe ich nie erfahren, denn zu den Damenzeiten hatten wir Herren keinen Zutritt, wie auch umgekehrt. Trotz seiner Schwerhörigkeit, trotz feiner praktischen Unkenntnis in dem von ihm gelehrten Fach des Schwimmens und trotz seiner bunten und völlig zweckwidrigen Kleidung genoß Herr Krause große Achtung unter seinen meist im Flegelalter stehenden Gästen. Selbst der schlimmste Raufbold hätte nicht gewagt, wenn sich Herr Krause draußen am „Großen Bassin" aufhielt, eine Bombe zu machen. Andererseits stellte sich Herr Krause gegen Gäste, die von einer Bombe getroffen waren, noch schwerhöriger, als er in Wirklichkeit war. Als er. an einer Lungenentzündung, starb — das war im Winter vor Ende meiner Schuljahre — gaben ihm viele ehemalige Schwimmschüler das letzte Geleit. * In diesem Sommer badete ich zum erstenmal seit jenen Tagen wieder im Jungfernteich Fast fünfzehn Jahre waren inzwischen vergangen. Aber mir kam die Zeit viel länger vor. Alles hatte sich von Grund auf verändert, an- gefangen vom Grund des Jungfernteiches selbst, der weit vom Ufer hinein vollständig entfrautet war. Der alte morsche Pfahlbau stand nicht mehr über den Wassern; dafür erhob sich, und zwar durchweg auf dem Festland, ein nach Frische und Neuheit duftendes prächtiges Zellengebäude. Der Turm war aus weißlackiertem Stahl, die Laufbretter ohne Gefahr für die Fußsohlen. Es gab kein „Kleines Bassin" mehr, alles* war „Großes Bassin"; die Grenze für Nichtschwimmer bezeichnete ein schwimmender Steg, auf dem man sich, von den Fluten umspült, sonnen konnte — falls man nicht vorzog, sich auf dem mit einem Waggon Ostseesand beschütteten Liegeplatz zu aalen. Den Balken suchte ich vergebens, statt des alten lecken Bootes lag eine bunte Kanuflotte am Ufer, und Bombe zu machen, lohnte sich nicht mehr, denn jeder Fremde übersah die Lage von weitem. Der Bademeister war ein junger, nur mit einer Badehose bekleideter Mann, der selber schwimmen konnte. Die roten Dreiecke mit dem silbernen Dreizack waren verschwunden, man sah nur noch Anzüge und richtige Hosen. Es gab keine Trennung der Menschheit in Damen und Herren mehr. Aus der Badeanstalt meiner Jugend war ein See-, Luft- und Sonnenbad geworden. Aber ich vermißte etwas/ was ich erst lange suchte, bis ich es gefunden oder vielmehr nicht gefunden hatte: den fauligen Geruch, der aus der lilß überschillerten Tiefe aufgeftiegen war, den Geschmack nach Straßenstaub, den man immer auf den Lippen gespürt hatte. Das Wasser sah aus wie chemisch gereinigt und roch charakterlos nach nichts, und aus der recht und schlecht gepflasterten Landstraße mit dem sandigen Sommerweg war eine Teerchaussee geworden, von der kein Körnchen Staub mehr aufflog. Mit dem Geruch nach Fäulnis und dem Geschmack nach Straßenstaub aber stand und fiel die Erinnerung an die Sommertage meiner Jugend. Ich badete, weil ich einmal da war. Aber ich werde es nicht wieder tun. Man soll ja auch seine Tanzstundenliebe nicht nach fünfzehn Jahren besuchen. Hocbschulnachnchten. Professor Dr. Berthold Mueller, Ordinarius für gerichtliche Medizin an der Universität Göttin- gen, ist in gleicher Diensteigenschaft an die Univer- töt Heidelberg berufen worden. Sein Spezialgebiet ist die Ami>-ndung der Vererbungslehre in der gerichtlichen Medizin. Anzeigevflicht möglich ist. Zweifelsfragen, ob em Bauvorhaben als öf,entlich oder privat anzusehen ist, oder wie sich die Löhne an der Baustelle errechnen, sind wiederholt ausgetaucht. Deshalb hat der Beauftragte für den Vierjahresplan mit Wir- kung vom 1. August 1937 die Anzeigepflicht einheitlich für alle öffentlichen und privaten Bauvorhaben vorgeschrieben, bei denen mehr als zwei Tonnen Baueisen verwendet werden. Damit werden Reparaturen, die häufig kein oder nur wenig Eisen verbrauchen, von der Anzeigepflicht befreit, so daß unnötige Verzögerungen vermieden werden. Sas (Sommerfell der Gießener Arbeitsdienst-Abteilung Zelte, an denen man in Ballwurf und Schießen seine Kunst zeigen konnte, freundlich einladende Girlanden, frohe Menschen — das war das Bild, das der Philosophenwald in der Umgebung des RAD.- Laaers am vorigen Sonntag bot. Schon am frühen Nachmittag hatte der Zustrom der Bevölkerung begonnen, die für einige Stunden auf dem Sommerfest ihrer Arbeitsmänner Entspannung von den Mühen und Sorgen des Tages suchten. Angehöriae der Abteilung, mit weihen Jacken bekleidet, sorgten für das leibliche Wohl ihrer Gäste, und muntere Weisen der Gießener SA.-Kapelle, die schon am Vormittag mit einem Frühkonzert das Sommerfest eingeleitet hatte, führten bald alt und jung auf den Tanzboden. In den Pausen lud ein geschmackvoll ausgestatteter Likörausschank zu einem Gläschen Kirsch oder Steinhäger ein. Man konnte auch die Unterkunftsräume der Abteilung besichtigen. Aber auch die Kleinsten sollten auf ihre Kosten kommen. Lustige Spiele, wie Würstchenschnappen, Sackhüpfen und Eierlaufen, nahmen die Kinder lebhaft in Anspruch. Unterdessen hatte das „Darietä" mit seinen Darbietungen begonnen, die den Zuschauern in bunter Folge manches Interessante und Wunderliche zeigten. Hier seien nur die Künste des Feuerschluckers, der Exzentric-Tanzgruppe und Henrys, des Flohes, erwähnt. Durch die unsichere Witterung stillte sich jedoch verhältnismäßig früh der airlanden- und fahnepgeschmückte Saal, so daß die Hauskapelle der Abteilung schon eher als vorgesehen mit leicht beschwingter Tanzmusik aufwartete. Aber noch eine andere Ueberraschung harrte der Gäste. In der Abteilungskantine war eine gemütliche Weinstube nach rheinischer Art mit Nischen aus frischem Grün hergerichtet, die von Anfang an bis zum Ende des Festes stets gut besucht war. So kann man sagen, daß Führer und Arbeitsmänner der Abteilung alles getan haben, um der Bevölkerung zu zeigen, daß der Arbeitsdienst nicht nur für das Volk, sondern auch im Volke lebt. Keine Stunde der Freizeit war den Arbeitskameraden zu schade, um ihr Teil zu diesem Fest bei- Anträgen, das so recht die Verbundenheit zwischen Arbeitsdienst und Bevölkerung zeigte. E. G. Gießener Dochenmarktpreise. * Gießen, 27. Juli. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Deutsche feine Molkereibutter, Vi kg 1,57 Mark, feine Molkereibutter 1,52, Markenbutter 1,55 bis 1,60, Landbutter 1,42 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Eier, deutsche, vollfrische Klasse C 9^, holländische Klasse C 9, Wirsing, V» kg 8, Weißkraut 6 bis 8, Rotkraut 11, gelbe Rüben 12 bis 15, rote Rüben 8 bis 10, Spinat 9, Römischkohl 8 bis 12, Bohnen, grün 8 bis 18, gelb 15 bis 18, Erbsen 15 bis 21, Tomaten 18 bis 30, Zwiebeln 10 bis 12, Pilze 40 bis 45, Kartoffeln, neue, % kg 5% bis 7 Pf., 5 kg 55 Pf., 50 kg 5 bis 6,50 Mark, Frühäpfel, % kg 30 bis 40 Pf., Falläpfel 5 bis 7, Pfirsiche 35 bis 38, Himbeeren 30, Brombeeren 35 bis 40, Birnen 2Ö bis 40, Heidelbeeren 32 bis 34, Stachelbeeren 15 bis 27, Johannisbeeren 15 bis 21, Pflaumen 35 bis 40, Mirabellen 40 bis 45, Renekloden 30 bis 35 Pf., Hähne 1,20 Mark, Suppenhühner 80 bis 90 Pf., Blumenkohl 10 bis 44, Salat 6 bis 8, Salatgurken 4 bis 25, Einmachgurken 1 bis 2, Oberkohlrabi 5 bis 8, Rettich 5 bis 10, Radieschen, das Bündel 8 bis 10 Pf. * ** Die Militärversorgungsgebühr- nisse für August 1937 werden beim Postamt I (Bahnhofstraße) am 29 Juli, die Sozialrente n am 31. Juli gezahlt. ** Aus dem Stadttheaterbüro wird uns geschrieben: Die Intendanz des Stadttheaters veranstaltet einen großen Bunten Abend unter der Devise: „Triumph der Heiterkeit". Es wirken mit: Cläre Schlichting, „die jüngste komische Alte" Susannes Tochter. Vornan von Hedda Westenberger. Copyright by Carl Duncker, Verlag, Berlin W 35 8 Fortfetzung. (Nachdruck verboten.) „Warum? Ach, Igor, weil man sich, wenn man ein so schlechtes Gewissen hat, wie ich, leider immer« au einbildet, die Leute könnten in einen hineinsehen." Michailows Stimme klingt auf einmal trocken und gelangweilt: „Und ist es unbedingt nötig, daß du immer ein schlechtes Gewissen hast? Was gehen dich die Leute an?" Die Antwort, die Irina geben möchte, hält sie zurück, weil sie sieht, wie die Heiterkeit aus Michai- lows braunen Augen und aus den Winkeln seines stark geschwungenen Mundes langsam schwindet. Ungeduld und Nervosität gehen von ihm aus. Sie lenkt hastig ab: „Und wie steht es mit den Füchsen, Igor? Frißt die kranke Fee wieder?" Michailow ist über den Gesprächswechsel erstaunt, aber Irina spürt mit schmerzlicher Deutlichkeit, wie gern er darauf eingeht. Die bösen Falten auf feiner Stirn lichten sich wieder, er steckt die Hände in die Hosentaschen und läßt sich träge auf die Steinstufen nieder, auf denen er schon zuvor gesessen hat. Ja, danke, den Füchsen gehe es gut. Aoer die kranke Fee sei inzwischen eingegangen. Irina hebt erschrocken die Hände: „(Singegangen, 3gor? Und das sagst du so leicht heraus? Ich denke, es war ein so wertvolles Tier?" Michailow schlägt mit der flachen Hand auf die glänzenden Reiterstiefel, erst auf den einen, dann auf den anderen — das sieht ein wenig verlegen aus: „War es auch, Irina. Aber was soll man machen? Und diesmal konnte ich doch wirklich nichts dafür." „Ach, das hast du das letztemal auch gesagt!" „Na, ja, um dich zu beruhigen. Aber wenn du es genau wissen willst, Liebste — das letztemal lag's doch ein bißchen an mir, weil ich von der Trinkerei am Abend vorher noch ein bißchen benebelt war und keine sichere Hand hatte. An solchem Tag sollte man eben lieber feine Füchse pillen, aber der Joseph hatte schon alles vorbereitet, als Deutschlands, Oskar Albrecht, einer der besten deutschen Humoristen und Ansager, Emel6 und William Blocker, das komische Tanzpaar, Kurt Engel, der aus Rundfunksendungen bekannte virtuose lylopho- nift des Staatsopernorchesters Berlin und viele andere. NSG NS.-Schwesterfchülerinnen nicht oersicherungspflichtig. Nach Auffassung des Reichsversicherungsamtes, der sich der Reichsarbeitsminister anschließt, sind auch die Lernschwestern der NS.-Schwesternschaft, sofern sie mit dem Ziele auf Eintritt in die NS.-Schwesternschaft ausgebildet werden, ähnliche Personen wie die Zugehörigen der in der Reichsoersicherungsordnung besonders aufgeführten Personenkreise und unter denselben Voraussetzungen wie diese versicherungsfrei. ** Großer Neubau anderMarburger Straße. In der oberen Marburger Straße läßt gegenroärtig eine große Autofirma ein umfangreiches Gebäude als Autoreparaturwerkstätte mit Tankanlage und Lagerräumen errichten. Auch Ecke Marburger Straße und Wiesecker Weg hat eine hiesige Firma mit Herstellung der gleichen Geschäftsräume die Bauarbeiten in Angriff nehmen lassen. Ferner werden in der abzweigenden Menzel- und Thomastraße je ein Wohnhaus zur Ausführung gebracht. * ** Unfälle. Der auf einer hiesigen Arbeitsstätte beschäftigte 30jährige Johann Jung aus Fronhausen (Lahn) erlitt bei seiner Arbeit an einem eisernen Kippwagen eine schwere Hand- quetschung. — Der Arbeiter Hofmann aus Gedern, der bei der Reichsautobahn beschäftigt ist, erlitt durch ein stürzendes Gerüst erhebliche Prellungen. — In der Nacht zum Montag wurde in unserer Stadt ein junger Mann aus Grüningen von einem Auto angefahren und zog sich dabei schwere Gesichtsverletzui'gcn zu. Die Verunglückten mußten in die Chirurgische Klinik gebracht werden. Handwerksarbeit mit dentschenWerkstoffen Die Ausstellung „Deutsche Werkstoffe im Hand- werk", die demnächst auch in unserer Stadt gezeigt wird, ist eine Wanderschau, die vom Reichsstand des deutschen Handwerks in Berlin in enger Verbindung mit dem Amt für Roh- und Werkstoffe geschaffen wurde Sinn und Zweck der Ausstellung „Deutsche Werkstoffe in Handwerk" ist es, die Handwerker auf die vorhandenen neuen deutschen Werkstoffe aufmerksam zu machen, und ihnen Anleitung für deren Behandlung zu geben. Ferner soll sie dem Kundenkreis des Handwerks darüber Aufschluß geben, daß die neuen deutschen Werkstoffe von Meisterhand gearbeitet nicht allein hoch- und vollwertige Umstellstoffe gegenüber den bisher verwendeten devisengebundenen Werkstoffen, sondern in vielen Fällen qualitativ besser sind. Da gerade der Handwerker in Dingen der Werkstoffverwendung der nächste Berater des Kunden ist, ist diese Ausstellung für ihn von ganz besonderer Wichtigkeit. Die Schau bildet eine anschauliche Ergänzung zu allen Maßnahmen auf dem Gebiet der Roh- und Werkstoff-Erklärung. Die im Handwerk gebräuchlichen deutschen Werkstoffe sind in der Ausstellung für jeden einzelnen B e - ruf zusammen getragen, so daß eine leichte Uedersicht gegeben ist. Der einzelne Handwerker wird sich natürlich zunächst für die Werkstoffe in seinem Beruf interessieren. Er wird darüber hinaus auch Gelegenheit nehmen, sich auf dem Gebiet seines Nachbarn umzusehen und wird auch dort vieles finden, was für ihn und seine Arbeit von Vorteil ist. Das Spengler-Handwerk ist von der augenblicklichen Rohstofflage besonders stark getroffen. Es wurde von ihm zur Hauptsache das Zinkblech verarbeitet, das devisengebunden ist. Außerdem verarbeitet es in großen Mengen Blei, Kupfer, Messing und andere unedle Metalle, deren Rohstoffe aus dem Ausland bezogen werden mußten, und die daher heute entweder nicht mehr verwendet werden dürfen oder deren Verbrauch stärkstens eingeschränkt werden muß. Dem Spenglerhandwerk steht heute eine Anzahl hochwertiger und qualitativ gleichwertiger Umstellstoffe zur Verfügung. Zur Herstellung von Dachrinnen, Abfallrohren, Sammelkästen und dergleichen wird Eisenblech benutzt, das allerdings ohne schützenden Ueberzug leicht durch Rost zerstört wird. Um es gegen Witterungseinflüsse widerstandsfähig zu machen, wird es verzinkt und es erhält dadurch die Haltbarkeit des Zinkbleches. In vielen Fällen ist man bei der Herstellung von derartigen Dachrinnen und Rohren usw. schon auf die Verwendung von Aluminium ober anderen Leichtmetall-Legierungen übergegangen. Statt der bisher verwendeten Bleirohre werden heute verzinkte Eisenrohre, Glasleitungen und Kunststoffleitungen verwendet. Glas ist leicht zu biegen, ist elastisch und verhältnismäßig widerstandsfähig. Die Kunharzrohre eignen sich zwar vorläufig erst für Leistungen, die höchstens eine Betriebswärme von 60 Grad aufweisen, da bei 80 Grad dieser Stoff plastisch wird und sich verformt. Für chemische Zwecke sind sie sehr gut geeignet, insbesondere, da sie vollkommen säurebeständig sind. Rohre von IV« Millimeter Wandstärke springen erst bei einem Wasserdruck von 70 Atmosphären Ueberdruck, sie sind also gegen Druck außerordentlich widerstandsfähig. Zum Verbinden der Metalle wurde im Spengler- Handwerk früher zur Hauptsache das Lötzinn verwendet. Bei Bauarbeiten benutzte man normalerweise ein 40prozentiges Lot, d. h. also ein Lot mit 40 o. H. Zinn-Gehalt. Da heute für derartige Ar- beiten nur noch ein 15prozentiges Lot zugelassen ist, sind verschiedene neue Lote ausgebildet worden, die durch Zusatz die gleichen Eigenschaften wie die alten Lote erhalten haben. (Fließfähigkeit und Haltbarkeit). Bei Beschlägen, Armaturen, für deren Herstellung früher zur Hauptsache Kupfer und Messing verwendet wurde, werden heute Leichtmetall und seine Legierungen, Kupfer und Glas verwendet. Aus der engeren Heimat. Himbeer-Rekordernte im Vogelsberg. LPD. Aus Oberhessen, 25. Juli. Aus zahlreichen Gegenden des Vogelsberges wird belichtet, daß dort überall eine ganz außerordentlich reiche, ja geradezu eine Rekordernte an Himbeeren festzustellen ist. Es ist keine Seltenheit, daß im Verlaufe eines Tages Familien mit einer Pflückernte von etwa dreiviertel Zentner Himbeeren aus den Wäldern in ihre Dörfer zurückkehren. Schüler in Groß-Felda haben an einem einzigen Nachmittag 90 Pfund Himbeeren gesammelt. Oorfversctönerung zur!?remdenverkehrswerbung. LPD. Büdingen, 25. Juli. Eine Tagung der Bürgermeister des Kreises Büdingen beschäftigte sich u. a. auch mit der für das Vogels« berggebiet wichtigen Angelegenheit der Fremdenverkehrswerbung durch würdige Dorfoerschön erung. Einen richtungweisenden Vortrag über diese Aufgaben hielt der Vertreter von KdF. bei der Gauwaltung der DAF. Frankfurt, Schwab, der über die Grundsätze und Zielsetzung einer zeitgemäßen Dorfverschönerung zwecks Steigerung des Fremdenverkehrs sprach. Er hob die Bedeutung hervor, die dem Dorfteich, dem Dorfbrunnen, dem Blumenschmuck, der Freizeitgestal- tung, der Verschönerung der Häuser und der Beseitigung von üblen Reklameschikdern bei der Neugestaltung des Dorfbildes zukommen. Seine Aus- ührungen wurden von Kreisleiter G ö r n e r nach- irücklich unterstrichen, der betonte, daß von einer chöneren Gestaltung des Dorfbildes auch ein Anreiz für den Fremdenverkehr zu erwarten fei. Landkreis Gießen. <£ Lollar, 26. Juli. Die Firma B. Nuhn A G., Dampfsägewerk, veranstaltete im Garten der Gastwirtschaft „Zur Traube" eine Betriebs- feier, die von dem Betriebsführer H. Schelm mit einer Begrüßung der Gefolgschaft und ihrer Angehörigen eröffnet wurde. Verwaltungsstellenleiter Schmidt überbrachte die Grüße und beste Wünsche für den Verlauf der Feier der DAF. für den dienstlich verhinderten Kreisobmann Wagner. Drei Gefolgschaftsmitglieder, die auf eine 25- jährige ununterbrochene Tätigkeit bei der Firma zurückblicken können, wurden geehrt. Eine Urkunde, Qti Km Sie bim 17,25(1' In Mou di 123,= Seftroafi EG. 13 dr chemi W.\ il Nn Nundfunkprogramm. Dienstag, 27.3ull 13 Uhr: Nachrichten, auch Sendebezirk. Offene Stellen. 13.15: Mittagskonzert. 14: Nachrichten. 14.10: Allerlei von zwei bis drei. 15: Volk und Wirtschaft. 16: Nachmittagskonzert. 18: Zeitgeschehen im Funk. 19: Badenixen und Strand-Seelöwen. Ab 20 Uhr: Bei Tanzmusik im Strandhotel. Dazwischen: Klein« Sommerbühne. 21: Nachrichten. 21.15: Von der edlen Musik. Eine unterhaltsame Sendung zua Abendstunde. 22: Nachrichten, auch aus dem Sende-- bezirk. 22.30: Unterhaltung und Tanz. 24 dis 1: Nachtkonzert. ein Bild des Werkes und ein Geldbetrag wurden ihnen als äußeres Zeichen der Anerkennung über, reicht. Bei Musik und Tanz nahm die Feier einer schönen Verlauf. Leider konnte der Seniorchef uni Gründer der Firma, Balthasar Nuhn, meger Krankheit an der Feier nicht teilnehmen. * Daubringen, 26. Juli. Der Bezirk Lollar des NS. - Lehrerbundes hielt in der Gastwirtschaft von Schäfer dahier eine Versammlung ab, bei der Lehrer Rabenau aus Staufenberg einen Vortrag über den Geschichtsunterricht hielt. □ Allendorf (L a h n), 26. Juli. In der Den gangenen Woche waren unsere Schulkinder in Bel gleitung von zwei Lehrern im Landschulheim in Kesselbach zu Gast. Die Jungen und Mir dels verließen am Montagfrüh unter den Klänge eines Marschliedes unser Dorf. Ohne Ausnahme h es allen im Landschulheim gut gefallen. Nach beitfj Frühsport wurde Kaffee getrunken, der Ranzen ge> schnürt und dann wurden die umliegenden Ortschaf, ten, wie Homberg, Nordeck und der nicht sehr weil entfernte Totenstein mit seinen Sehenswürdigkeiten besucht. Alle waren begeistert von dem, was sie gesehen und gehört hatten. Kirche und Schule. Oekanatsmissionsfest in £on<;=1 mann (Gießen) um Vertretung gebeten. Letzterer richtete eine kurze Ansprache an die Gemeinde, wo bei er auf die Wichtigkeit der Einführung der regelmäßigen Kollekte und die Erwerbung der Mitgliedschaft hinwies. Missionar Ruff schloß mit einem Gebet. Die stattlichen Missionsgaben kommen der Basler Mission zugute. $ra trmangj mit noi Uta, läk 0,75 5 g* k ® Wal- Hi dem Qllrfu ■jpen . gon , ( IlU' ftn. sleite' . Dr Ode' [nten I jlehunk irgerme i-hließe men d lonbere ferj O h ichtsort Li Nh men n liherr-r ichte un «ernte 'M bürg st gerne bie > ■berf) e : worl neueste $ Hinte vteinl rocht, i im herheit rben n t des kW ere 1 is Maik ich die Iben ( Mittwoch, 28. Juli. 6 Uhr: Choral. Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. In der Pause (7): Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Bäderkonzert. 9.30: Hausfrau, hör zu! 11.40: Gaunachrichten. 12: Mittagskonzert 13: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). Offene I Stellen. 13.15: Mittagskonzert. 14: Nachrichten 14.10: Allerlei von zwei bis drei. 15: Volk unö Wirtschaft. 16: Nachmittagskonzert. 18: Zeitgeschehen im Funk. 19: Unser singendes, klingendes Frankfurt: 21: Nachrichten Witterungsoorhersage für die Zeil vom 29.7. bis 7.8. 1937. 21.15: Reihe 3, Stand 10«. Lustiges Hörspiel. 22: Nachrichten (auch aus dein Sendebezirk). 22.15: Kurzberichte von der Eröffnungsfeier des 12. Deutschen Sängerbundesfestes in Breslau. 22.30: Hört ihr, wie es singt und klingt? Schöne Melodien — und ein Tänzchen. 24 bis !:: Nachtmusik. ich 'runterkam, und da wollte ich mich doch nicht lumpen lassen, na — und bann ist die Pille eben in die Luftröhre gerutscht, statt in die Speiseröhre, und aus war's." „Zwei eingegangene Füchse in einem Monat, Igor..." sagt sie, und auf ihrem Gesicht liegt eine große Traurigkeit. Michailow stößt mit dem Absatz gereizt gegen die weißen Stufen: „Na ja, ich weiß, aber weshalb mußt du mir das noch so gouvernantenhaft vorhalten? Beruhige dich, es wird jetzt sowieso alles anders, ich meine — ich werde mich in der nächsten Zeit wieder mehr um alles kümmern müssen, den morgen kommt dieser Lyk aus Berlin, und es ist nicht nötig, daß er irgendwie den Eindruck bekommt, ich — ich wäre nicht der richtige Mann für den Posten. Er ist nicht nur der Gutsherr, weißt du, sondern mir ist mit Entsetzen eingefallen, daß mir der Tierarzt erzählt hat, er sei auch Aktionär der Fuchsfarmgesellschaft. Also wird er mir doch wahrscheinlich gehörig auf die Finger sehen." Irina beugt sich ein wenig zu ihm hin und streicht ihm zärtlich eine Haarsträhne aus der Stirn: „Wie kreuzunglücklich du jetzt aussiehst, Igor! Du solltest dich so einmal sehen können", sagt sie lachend. „Aber ehrlich gesagt, ich bin diesem Herrn Lyk beinah dankbar, daß er auf der Bildfläche erscheint — auf'diese Weise wirst du wenigstens einmal ein bißchen aufgepulvert. Und das ist nötig. Ich habe schon manchmal richtig Angst um dich gehabt." Eine Stille entsteht. Irina bat sich wieder auf« gerichtet und einen scheuen Blick an der breiten Front des Hauses entlang wandern lassen. Michai- low sieht unsicher an ihr vorbei, den Weg entlang, dann betupft er mit dem Zeigefinger gedankenlos die kleinen Lichter, die die Sonne seinen Stiefeln aufaeseht hat. „Ja, weil wir gerade davon sprechen", sagt er endlich langsam, „du wirst über den Besuch von diesem Lyk vielleicht noch am allerbetrübtesten fein, denn mit deinen Besuchen auf der Farm muß es ja nun vorläufig auch ein Ende haben." Irina macht eine jähe Bewegung voll Widerspruch und Empörung: „Ader was fällt dir ein, Igor? Warum denn? Ich bin deine Kusine, wohne in deiner allernächsten Nachbarschaft, du gehst im Hause meiner Exzellenz aus und ein..." „Und gerade darum wird es einem Mann wie diesem Lyk, der doch bestimmt allerhand Menschenkenntnis hat, äußerst komisch vorkommen, wenn meine sogenannte Kusine, die mich sowieso alle paar Tuge sieht, außerdem jede ihrer freien Minuten bei mir verbringt. Kusinen pflegen sonst kein so inniges Verhältnis mit ihren Vettern zu haben." Er steht auf, und sein schönes braunes Gesicht ist fast kalt: „Mach nicht so einen trotzigen Mund, Irina, und sei vernünftig. Ich habe ja auch nicht gesagt, daß du überhaupt nicht mehr kommen sollst. Uebrigens treffe ich diese Vorsorge weniger um meinet« als um deinetwillen. Es ist doch auch wahrhaftig nicht so wichtig, wir haben doch schon schlim- mere Sachen in unserem Leben mitgemacht, findest du nicht? Aber was hast du denn, Irina? Du wirst doch nicht weinen?" Weinen? D nein. Irina lächelt sogar, und die aufsteigenden Tränen zwingt sie gewaltsam zurück, indem sie für Sekunden fest die Lider schließt. „Also bis heute abend", sagt sie dann leise und streckt Michailow die Hand hin. „Und wenn ich nun also nicht mehr zu dir kommen darf, hoffe ich, daß du dich wenigstens recht ost hier bei uns einfindest. Denn sonst — ich---" Michailow ist aufgestanden und hält Irinas Hand zwischen seinen beiden. Sein Ausdruck ist jetzt wieder voll Zärtlichkeit. „Sonst, Irina?" fragt er forschend. Irina entzieht ihm die Hand und flüchtet die Stufen hinauf ins Haus. Sie ist zu stolz, ihm zu sagen: „Sonst weiß ich nicht, wie ich über die vielen leeren Tage und Stunden hinwegkommen soll... ♦ „Da wären wir also..." sagt Albert Lyk, der schon eine ganze Weile erwartungsvoll am Fenster des Eisenbahnabteils gestanden und nach den Häusern von Brunsbichel Ausschau gehalten hat: „Da wären wir also, meine Damenr Unb während sich der anderen Mitreisenden die übliche Unruhe bemädjtigt und alle, wie unter einem lautlosen Kommando, zu gleicher Zeit auf» stehen, um nach ihren Koffern, Paketen, Rucksäcken, Hüten und Mänteln zu greifen, läßt Lyk sich noch einmal auf seinen Platz nieder und beobachtet Sabine. Sabine rückt ihr billiges Strvhhütchen zurecht, das etwas zu damenhaft über ihrer ernsten kindlichen Stirn thront und fühlt sich — wie schon |o ost während dieser langen gemeinsamen Reise — gehemmt unter Lyks überhellem Blick. Ach, wenn doch diese Augen nicht wären! Sie hat Lyk in den letzten Wochen in Berlin näftfE tennengelernt, sie hat viel von der anfängliche Scheu und Unsicherheit ihm gegenüber verloren, sie hat auch schon gelernt, daß diese und jene Eigenhell feines Wesens gar nichts und eine andere seyr viel zu bedeuten hat — aber seine Augen brachten sie immer wieder in Verwirrung. Vor allem während! der Fahrt. Sabine hat Herrn Lyk gegenüber gesessen — es gab also vor seinem Blick kein Ausweichen und kein Uebersehen — und Herr Lyk W sie fast immerwährend und so unverhohlen angf sehen, daß sie manchmal aus reiner Verlegenheit aufgestanden und in den Gang hinaus getreten ist- und sie schließlich die Haushälterin, Frau M' mann, so lange bedrängt und mit Höflichkeiten überschüttet hat, bis diese den so dringlich ang<' botenen Fensterplatz Herrn Lyk gegenüber annahm.. Dann erst gab es ein wenig Ruhe für Sabine, obwohl sie sich auch beobachtet fühlte, wenn sie draußen im Gang stand oder ihr Gegenüber sich hinter einer Zeitung zu verschanzen versuchte. Und immer wieder beschäftigten Sabine die Fragen: Was mW er nur? Was sucht er denn an mir? Warum sinh« seine Augen so aufdringlich, da er selbst es doch m gar keiner Weise ist? Sabine wird nicht klug daraus. Und so sehr si« sich auch bemüht, ihre Hemmung und ihre ständig« Verlegenheit zu überwinden — es gelingt ihr nichl- Auch jetzt nicht, als Herr Lyk im allgemeinen Trubel des Aufbruchs dasitzt und nichts Besseres zu tun weiß, als interessiert zuzusehen, wie Sabine nervös an ihrem Hut herumrückt. „Das wird nun wohl für lange Zeit das letztemal fein", sagt er dun plötzlich, „daß Sie einen Hut aufsetzen müssen, Fräulein Sabine. Und iÄ hoffe, Sie befreien sich da ober auch sonst noch von allerlei unnötigem Ballast." Sabine lächelt ungewiß und läßt rasch von ihren« Hut ab, um aufzustehen und ihren Handkoffer aus dem Netz zu nehmen. Lyk sieht ihr zu, wie sie sich auf die Fußspitzen stellt, sich aufreckt, wie sich dabei die Jacke hochzieht und das bunte Sommerblüschen aus dein Rock schiebt. (Fortsetzung folgt.) s? ifc* U ! toü i' K: r Mtf JRra von IMtutW iu/mon rnÄ" »on US Es fe Mi, »31, IJ’M fei’"’ Hel Zubilä'umsiage der Stadt Gladenbach Festsitzung des Gemeinderates tDQs; hule, mcl m a Mieger fen. vor dem Sondergericht gute Ausstellungsstücke einen Einblick in gaben Wirtschaft Rhein-Mainifche Börse. II Krähenfüße 267 Kostüm Berlin Frankfurt a. M 24 7 | 26 7 24 7 71 .8 Ifbant in ertner Hanbel-geselllchast flK 'nmer*. und Privat-Bank ... 6 6 Schlug- für* htldjc Diskonto ttibnei Bank.. 216 Ji 115 122 105 128,6 18,75 20,9 127,5 128,75 18,75 20,5 127,75 Schlug« fur6 129,5 19,25 20,65 128,13 41,92 0,168 47,20 55,37 47.20 12,405 5,485 9 309 137,72 13,11 41,89 0,166 47,10 55,27 47,10 12,38 5,475 9,301 137,37 13,09 217 133,75 115 122 105 41,97 0,168 47,20 55,39 47,20 12,41 5,485 9,319 137,65 13 11 215 133,75 115,13 122 105 . 6 . 4 4'. - 7 6 215,5 133 116,13 122 105 129,5 46,9 18,9 20,5 128.13 Schlugt Mitina- börje 0 19 6 6 6 7 6 7 4 0 10 geschehen im gui! Wen. Ab 20 Udi dazwischen: M 21.15: M Itr (Me6|0rel......... Tb. (Molbld)ndbt .. Olrlbner Malchtnen fmrpenet........ Hoesch Eilen Philipp Holzmann .. 0 . 4 6 0,0 Daium 14 6 .......0 8 6 ....... 7 .......« ...... 12 ..... 6V, ....... 4 6 sechs bis acht Wachen alte Ferkel 15 bis 18 Mark, acht bis zehn Wachen alte 18 bis 20 Mark. Der Handel verlief schleppend. Ueverstand 35 Stück. 01hfhilid)e Braunkohle Viheinischc Elektro............ Rheinstahlwerke Rlieinisch-Wettsälische Elektro .. RülgerSwerke ............... Galzdetsurtl) Kali Schildert S (Io............... Schulthei« Payenhoser Siemen« & Halske........... Labmicher......... Mainkrast.......... Mannesmann ManSlelber Bergbau Metallgelellschafi.... Orenstein & Koppel . und Schafe mittel. $d)rochicmnrft in 'Alsfeld. Alsfeld, 27. Juli. Der gestrige Schweine- rkt war mit 115 Ferkeln beschickt. Es kosteten 3. G. garben-Inbustrio gellen & Guilleaume .. 0,751 41,84 0,166 47,10 55,25 47.10 12,375 5,475 9.291 137,44 13,09 amm. L jejirf. OffentÄi Ilachrichten. Ul. )lf und fflirlH. toen. " '»Hirt«. Accumulatoren-gabrik vschassenburg Zellstoss Bemberg........... Betula............. BnberuS Elsen....... Eement Heidelberg... Eement Karlstadt .... Conti (Mummt....... Daimler Motoren .... Dessauer NaS ....... Deutsche Erdöl...... Hier adschneibenl I :r|age tut «< Reihe 3,61* en fauch E-' le von der öi. ngerbundesse« -'singt und länzchen- 24 b>« sehr heiß zu Tisch gegeben werden. Krabbe. Garnele, wohlschmeckender, etwa 8 cm langer Krebs, der an den Nordseeküsten mit oder ohne Schale verkauft wird, aber auch im Inland als Konserve erhältlich ist und dann meist zu Krabbensalat verwendet wird. Die Krebse müssen vor Gebrauch einige Mlmiten in kaltem Wasser abgespült werden. Kräftigung des Körpers geschieht durch zweckmäßige Ernährung und richtige Körperbetätigung. Zweckmässig ist die Ernährung dann, wenn sie nicht einseitig ist, Kohlebndratnahrung, sondern gut S'mischt, mit viel Gemüse und bst. Nicht zu wenig, damit der Organismus genügend Aufbau- stosse bekommt, aber auch nicht zuviel, das; nicht statt eines mus- telkräftigen, gestmden Menschen ein Fettkolos; entsteht. Nichtige Körperbetätigung wird vor allem durch vernünftig betriebenen Sport gewährleistet. Kleinen Kindern keinen Alkohol zu trinken geben. S. auch Nährpräparate lind Kindermehl. Kraflloserklärung, siehe Aufgebotoverfahren. Kragen sind sowohl bei Damen (Verzierung des Halsausschnittes) wie bei Herren stark der Mode unterworfen. Krähenfiitze um die Augen sind eine unvermeidliche Alterserschei- nung. Eine vorübergehende Abhilfe kann nur durch den operativen Eingriff eines Arztes geschaffen werden. . 7 7 6 .. 7 . 8 . (i 8’/i 3 V, ..8 §lje Bergbau................6 Uijr (Mcnüllr ................ 0 Kali ttlldicn’leben * Klödnermerke ..........• *7« Kokswerke und ttbcmlfdic Fabrik 7 , Gymnastik. Nachrichten. 81. .30: Hausfrau, ii Rittagskonzerl. mdebezirk). D“9 14: Nachkiihll rei. 15: M« 118: ZeitgeM ngendes Franks Ist. kür tverkehrsweiey ... burg-Silbam. Dampsschlss 0 i pv burfl.Qlmcrltn Paket......0 ß'»bcutsd)er Llovb..........° Ihtldir Reichsbahn Vorz.-Akt. 7 Gladenbach, 26. Juli. Die großen Festtage Fir unsere Stadt sind vorbei. Emsige Hände hatten Häuser, Gassen und Plätze festlich geschmückt. Böller- sliiisse und Glockenaeläute verkündeten am Sams- ^nachmittag den Beginn der Feier. Zu gleicher feit fand im großen Saal des Hotels Blankenstein »Ne ruhig verläuft. Die neuen Zuteilungen von Futter» Mitteln kommen zur Abwicklung; am freien Markt sind nur unbedeutende Mengen von verschiedenen Mischfuttern, sowie Biertreber erhältlich. Heu war reichlicher angeboten. Die Preise blieben unverändert. Es notierten (Getreide je Tonne, alles übrige je 100 Kilogramm) in RM.: Weizen W 13 211, W 16 21t, W 19 218, W 20 220; Noggen R 12 187, N 15 190, R 18 194. R 19 196 — Großhandelspreise der Miihleu der genannten Preisgebiete. Weizenmehl Type 812 W 13 29,70, W 16 29,80, W 19 29,80, W 20 30,15; Noggenmehl Type 1150 R 12 22.45, R15 22,80, N 18 23,30, N 19 23,50 — plus 0,50 RM Frachtausgleich. Weizenfuttermehl 13,60, Wei- zenkieie W 13 10,75, M 16 10,90, W 19 11,10, W 20 11,20. Noggenkleie R 12 9,95, R15 10,15, N18 10,40, R 19 10,50 — Mühlenfestvreise ab Mühlen- station. Treber getr. 14,00 — Höchstpreis ab Erzeugerstation; Heu gut, gesund, trocken, alte Ernte 5.50, neue Ernte 4,40 bis 4,60, do. drahtgepr. alte Ernte 5,90; Weizen- und Raggenstroh gebündelt 2,20 bis 2,40. — Tendenz: nihig Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 27. Juli. (Vorbericht.) Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Vorauftrieb: 615 Kälber, 25 Hammel, 37 Schafe, 1747 Schweine. Es kosteten: Kälber 35 bis 65 Mark, Hämmel 48 bis 50. Schafe 38 bis 40, Schweine 51,50 bis 55.50 Mark. Marktverlauf: Kälber und Schweine zugeteilt, Häm- SDcutfihr Wölb» und Silber .... v Deutsche Linoleum.......... 10 Elektrische Lieferungen... Elektrische Sicht und Kraft ch - wie W I leinfumen M I Blick. .; nicht wortnj iin M ß der anfonfl » enüber veralt und jene V ine artbere W Augen bracht«. chZ SÄ bi"«“1 so briiifl*1^ .■ tes* i-rff Huf r -L ickt. qjt Wt w, ,«S-' V >4 ft >»"d 6itt| b°»cht- ®ji| «>'- ®i.i, «b'8te Milfe, für bie$ **Q9 "»famitK über 6t» -^ci'Töns, (ou ''^r beider J.9W durch k anerung des ,Qu|e, wo die In Lang.Gön; wmmen mu er vielleicht auf dems Eröffnung esang sprach in interess >nd seiner E rn), der Aert gen Urlaubs i)ten. Er hott« ’tan im Deka Man i. Mu gebeten. Letz ie Gemeinde, Lpd. F r an k f u r t a. M, 26. Juli. Die 93er- Handlung gegen den am 27. März 1882 in Schmitten geborenen Johann Wilhelm Mieger vor dem Sondergcricht wurde eingeleitet mit der Feststellung der Vorstrafen des Angeklagten. Mieger wurde 1909 in Vilbel wegen Diebstahls mit einem Tag Gefängnis bestraft, 1917 erhielt er vom Gericht der 21. Division wegen unerlaubter Entfernung von der Truppe und gewerbsmäßigen unerlaubten Jagens neun Monate Gefängnis und Stellung unter Polizeiaufsicht. Vom gleichen Gericht ist er dann wegen unbefugten Jagens in Wäldern zu zwei Jahren Gefängnis und Polizeiaufsicht verurteilt worden. 1923 erschien Mieger zweimal vor Gericht als Angeklagter, in Gießen bekam er wegen g e- werbsmäßigen Wilderns fünf I a h r e Gefängnis und fünf Jahre Ehrverlust, vom Amtsgericht Friedberg wurde er wegen Forstvergehens und Miederstanos zu sechs Monaten Gefängnis verurteilt. Später wurde er in Homburg wegen Felddiebstahls und gefährlicher Körperverletzung zu 70 Mark Geldstrafe verurteilt. Die heutige Anklage legt dem Beschuldigten zur Last, nm 31. Oktober 1931 es unternommen zu haben, einen Bevierförstcr, dez- ihn beim wildern überrascht hatte, zu töten; ferner ist der Angeklagte des 7N o r d v e r s n ch s, der gewerbs- und gewohnheitsmäßigen Wilderei in Gemeinschaft mit seinem Sohn und de» vergehens gegen das Schußwaffengefeh angeklagt. Mieger sen. hat in Köppern ein Maler- und Weißbmdergeschäft betrieben; die Meisterprüfung hat er nicht gemacht. 1906 verheiratete er sich, aus dieser Ehe stammen seine beiden Söhne. Als die Frau starb, heiratete er 1912 wieder; aus dieser Ehe ging eine Tochter hervor. Dor. dem Krieg hat die kulturhistorische Entwicklung des Hinterlandes. Ritterrüstungen und Bauernwaffen riefen in dem Besucher die Erinnerung an den furchtbaren Niedergang des deutschen Bauern wach. Festakt — Festspiel. Am Abend nahm im großen Festzelt der Festakt seinen Anfang. Ehe das Festspiel begann, führte Rudolf Acker in kurzen Zügen Sinn und Bedeutung der ganzen Festtage aus. In diesem Sinne sei auch das Festspiel erdacht. Unter der künstlerischen Leitung von K. Walter vom Gießener Stadttheater seien die Bilder der Vergangenheit lebenswahr ausgestaltet morden. Die im Anschluß dargestellten Bilder übertrafen alle Erwartungen. Die stilechten, farbenfrohen Kostüme, verbunden mit wirkungsvollen Kulissen, hinterließen bei allen Besuchern unvergeßliche Eindrücke. Die musikalische Umrahmung hatte das Musikkorps des JR. 116 übernommen; jie lag bei Musikmeister Wohlfahrt in guten Händen. Nach Beendigung des Festaktes Mienen noch alle Gäste lange beisammen, sei es nun bei den Belustigungen der Festwiese oder sei es in den Gaststätten der Stadt beim Austausch alter Erinnerungen. in Ivo tiitM . ’ilel....... ooe Janeiro »Im........ 1 nbonen... ”»1(1...... W'vn ...... •Pwinloti.... ”5........ I’lanb...... taten Der zweite Festtag, der "Sonntag, wurde mit einem Kreisavpell der NSDAP, eingeleitet, bei dem der Stellvertreter des Gauleiters Linder zu den politischen Formationen des Kreises Biedenkopf sprach. Er gab im Anschluß an die Meldung und die kurzen Begrühungsworte des Kreisleiters Thiele den Tausenden die Richtlinien für den Marsch der kommenden Monate. Getreu dem Programm der Partei wird der Weg in die Zukunft fortgesetzt werden, ein Weg, den Partei und Staat gemeinsam finden, lieber allem steht das Wort des Führers und der Mille, Deutschland weiter zum Aufstieg zu verhelfen. Kreisleiter Thiele mahnte dann die Tausende, getreu'der Kampfparole weiter zu arbeiten an dem neuen Deutschland Adolf Hitlers. Mit dem Gelöbnis des Kreises Biedenkopf, im Rahmen des neuen Diersahresplanes mitzuarbeiten, und mit dem Gruß an den Führer schloß die Kundgebung. Zum Schluß des Kreisappells wurden vom stellvertretenden Gauleiter drei neue DAF.-Fahnen geweiht. Im Mittelpunkt der Festlichkeiten des Sonntagnachmittags stand der große Festzug. der in seinem historischen Teil eine Dcn-stellung der Geschichte Gladenbachs vom 13. Jahrhundert bis auf den heutigen Tag bot. Der zweite Teil des Festzuges zeigte die schönen Trachten des Hinterlandes, die heute noch getragen werden. Ein großes Volksfest auf der Au beschloß die Festlichkeiten der 700-Jahrfeier, an die sich am Montag noch eine Sippentagung anschlieht. der Angeklagte nicht gedient. Im Krieg wurde er al» Sanitäter eingezogen und war beim Landwehrbataillon 81. Zweimal war er für» Feld ein- gekleidet worden, aber er brauchte nicht auszurücken. Als der Angeklagte bei feinem Truppenteil war und jede Woche meist einmal nach Hause fahren durfte, benutzte er die Gelegenheit, um zu wildern. Mieger sen. wohnte zunächst in Köppern, wo er 1912 ein Haus erworben hatte, aus dem er 1932 auszog. Als er 1927 die hohe Gefängnisstrafe verbüßt hatte, widmete er sich wieder seinem Weiß- bindergeschäft. Der Angeklagte will dabei viel Geld verdient haben. Das Verhör des Angeklagten wandte sich nunmehr seinen jagdlichen Interessen zu. Im Sommer 1916 will Mieger zum ersten Male aus die Jagd gegangen sein. Der Angeklagte tut so, als fei er nicht sehr oft auf die Pirsch gegangen. Im Winter 1931/32 will der Angeklagte überhaupt nicht draußen gewesen sein. Der Vorsitzende verweist auf einen Vorgang im Ockstädter Bezirk, der sich in dieser Zeit abspielte und bei dem auf den Angeklagten und seinen Sohu mit einem Revolver geschossen wurde. Nach neun Tagen waren beide aber wieder in dem Revier, und der Förster schoß sieben Kugeln nach ihnen. Im Winter 1931/35 will der Angeklagte viermal draußen gewesen sein. Nach der G e s a m t s a g d b e u t e in all den Jahren gefragt, erklärte der Angeklagte, daß es vier bis fünf Hirsche und fünf biß sechs R e h e gewesen fein können. Zuletzt hat. Mieger sen. im F e b r ii a r 1 9 3 7 gewildert. Der Vorsitzende verweist darauf, daß man eine ganze Heibc von Fällen erörtern werbe, wo eo ein Zusammentreffen mit Iagdschutzde- amten gab. auch Fälle, iii denen der Angeklagte von Förstern überrascht wurde, als er (Einführung W Werbung der Ruff schloß onsgaben kvM «diiufa. Abend bürlf 26 1 v. H. auf 169,13. Maschinenaktien lagen größtenteils gut behauptet. Deutscher Eisenhanoel fliegen um 0,50 v. H., Moenus um 0,65 v. H. Von Zellstoff- werten Afchafsenburger mit 154,25 ebenfalls girt gehalten. Auf den sonstigen Marktgebieten konnten sich noch Zement Heidetverg um 1 o. H. erhöhen, während Westdeutsche Kaufhof 0,50 v. H. leichter waren. Hapag eröffneten mit 19 unverändert. Am Rentenmarkt kamen Reichsaltbesih mit 126,40 (126,70) zur Notiz. Kommunal-Umschuldung wurden mit 94,55 (94,50) umgesetzt. Der Verlauf brachte am Aktienmarkt keine wefentlichen Verändeningen, nur Westdeutsche Kaufhof konnten sich um 0,25 v. H. auf 60,25 erholen. Die später zur Notiz gekommenen Werte lagen ausnahmslos schwächer. So verloren am Montan- Mit. Bürgermeister Müller umriß In großen Zü- «ii die 700jährige Geschichte der Gemeinde ©laben- jch. Danach überbrachte Akademiedirektor Dr. jollau die Grüße des Oberpräsidenten und über- fb dem Bürgermeister unter feierlichen Worten jj Urkunde, in der Gladenbach Stadtrechte und zappen verliehen werden. Das neue Stadtwappen, tzis von Professor Hupp (München) entworfen Kirbe, zeigt im oberen Feld den Kurhessischen 1 wen und im unteren das Kreuz der Merenberger frafen. Im Namen der Partei beglückwünschte freisleiter Thiele die junge Stadt Gladenbach. |?r Ortsgruppenleiter übermittelte gleichfalls räße der Partei. Als Vertreter des Regierungsprä- enten sprach Assessor Becker. Die gutnachbarlichen markt Hoesch 1,75, Rheinstahl 2 v. H., Mannesmann 0,65 v. H. In der chemischen Gnippe gingen Deutsche Erdöl um 1,50, Metallgesellschaft um 1 v. H. zurück. Ferner lagen noch RWE. 0,75 und Eßlinger Maschinen 0,30 v. H. leichter. Der Rentenmarkt war weiter fest. Koni- munal'Umschuldung wurden bis zu 94,60 gehandelt, späte Schuldbücher' befestigten sich aus 99,65 (99,50), Zinsvergütungsscheine auf 95,25 (95,13) und Wiederaufbauzuschläge auf 80,40 bis 80,50 (80,25). Dekosama-Neubesitz waren mit Plus-Zeichen an geschrieben. Am Pfandbriefmarkt kamen Frankfurter Hyp. Liquid, nut 101,25 (101,45), Meininger. Hyv. Liquid, mit 101,65 (101,50), Nassauer Hyp. Liquid, mit 102 (101,90) und Pfälzer Hyp. Liquid, mit 101,65 (101,75) zur Notiz. Im Freiverkehr wurden Adlerwerke Stiener mit 115,75 (116,25), Ufa Film mit 72,75 (72,50) genannt. — Tagesgeld unverändert 2,25 v. H. Abendbörse ruhig und behauptet. Die Abendborse lag am Aktienmarkt ruhig bei gegenüber dem Mittagsschluß behaupteten Kur- sen. Veränderungen von Belang traten nicht ein. Die Abweichungen gingen nach beiden Seiten nicht über 0,25 v H. hinaus. Nur Süddeutsche Zucker lagen gegenüber dem Berliner Schluß um 0,75 v. H. leichter. - Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 26. Juli. Die Weizenmehllieferungen aus der Provinz werden von den Mühlen zum Julipreis ausgenommen. Diese verfügen außerdem über Zuteilungsware. Noggen kam bisher wenig zum Angebot. Wintergerste wurde in kleinen Mengen für die Industrie geliefert, dagegen fehlt Futtergetreide außer Zuteilunashafer. Weizenmehl ist in allen Sorten, deren Anfall von den Mühlen raschestens zugeteilt wird, lebyast gefragt, während das Roggengeschäft unverändert INittagsbörse: Aktien knapp behauptet. Frankfurt a. M., 26. Juli. An der Wochen- dtfangsbörfe waren am Aktienmarkt bei vor- ♦rl noch ruhigem Geschäft überwiegend Kursab- ie 6c* M. .tkickelungen zu verzeichnen, die durchschnittlich 0,25 aus benxW dis 0,75 v. H. betrugen. Darüber hinaus stärker Tanz. 24 1 odzeschwächt lagen Bemberg mit 155 bis 155,50 (08), Reichsbank mit 214,50 (216,75), Daimler mit 137,25 (138,50) und Rheinmetall mit 155,50 (156,50). Im Montanmarkt eröffneten Vereinigte Stahlwerke mit 123,50 (124,25), Ilse Genuß mit 143 (143,25). (Elettroattien gingen um 0,13 dis 0,50 v. H. zurück, AG. 134,50 (134,75), Geffürel 157,50 (158). In 6er chemischen Gruppe verloren IG. Farben 0,90 Uli V-Wll K'-i; D Rau,.. n^'4 Ziehungen zum nahen Dillenburg unterstrich der irgermelfter dieser Stadt in seinen Glückwünschen. 1 .'schließend dankte Bürgermeister Müller im 1 unen der Stadt Gladenbach für alle Wünsche. .'sonderen Dank sagte er auch Herrn Rudolf cker, der durch seine Geschichtsforschungen fest- stellt hat, daß Gladenbach schon 1237 Haupt- richtsort des Blankensteiner Gaues gewesen ist. (Eine heimatgeschichkliche Ausstellung. Bald barauf fanden sich die geladenen Gäste zu- nmen mit Bürgermeister und Ratsherren vor der eiherr-vom-Stem-Schule ein, um die dort auf- baute Jubiläumsausstellung der (Seichte und Kunst des Hinterlandes zu eröffnen. Der rgermeister hob hervor, daß nur durch die Be- twilligkeit der Museen Biedenkopf, Gießen und arburg diese Schau in so einzigartiger Weise mög- gemacht worden sei. Zunächst führte der Weg die vorgeschichtliche Abteilung, die von dem berhessi scheu Museum Gießen aufge- ut worden ist. Es wurde darin gezeigt, wie erst neuester Zeit Licht in das Dunkel der Urgeschichte Hinterlandes hineingetragen worden sei. Durch Steinkiste von Lohra sei der eindeutige Beweis rächt, daß seit dem Ende der jüngeren Steinzeit ch im Gladenbacher Gau Menschheitsspuren mit cherheit angenommen werden können. Ferner rben noch in großen Zügen Sitten und Brauch- des hessischen Hinterlandes dargestellt. Die lerifchen Trachten erhielten noch eine ganz beere Prägung durch die lebensvollen Gemälde Malers Lenz (Erdhaufen). Diel Freude machten ch die hübschen Blaudruckdecken. Hie und da Sübbcutfdie Zucker.. ..... Ckrehilote Sial>lwcrke-... 8Beflbrutfd)C Itnulhol ..... ttUeflctenrlii Alkali........ yellftofl Wattchvs........ Otavl Minen ........... — .IranHurl a. ZH konnte). Hat der Unternehmer keine Gewähr für die Richtigkeit des K. übernommen und ergibt ich, daß das Werk nicht ohne we- entließe ileberfchreitlma des An- chlaaes auszllführen ist, so kann der Besteller den Vertrag kündigen, muß aber dem Unternehmer einen der geleisteten Arbeiten entsprechenden Teil der Vergütung und Ersatz der in dieser Vergütung nicht enthaltenen Alislagen ersetzen. Der Unternehmer muh dem Besteller unverzüglich Anzeige machen, wenn eine solche Ueberschreitung des Anfchlages zu erwarten ist. Kostüm, französ., entweder im Sinne von Schneiderkleid, Rock, Jacke, Bluse gebraucht ober von Verkleidung, Maske. Kol, die aus dem Darm ausgeschiedenen Nahrungsreste, die der Körper nicht mehr verwerten kann, vermischt mit Verdauungssäften. Soll täglich einmal entleert werden. Dgl. auch Stuhlgang. Kolclcllev, Fleischscheibe aus dem Rippenstück des Schweines, Kalbes oder Hammels. Schweine- und Kalbskoteletts werden, nachdem sie geklopft, gesalzen und gepfeffert sind, paniert und gebraten. Hammelkoteletts werden unpaniert gebraten, müssen aber Kurszettel der Berliner und Zranksurier Börfe. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt oeschiossenen Dividende an. ' «41 Reichsbankdlskont 4 o H., Lombardzinsfuß 5 v. H. grankturt a. M. Berlin Schlust- kurS Hchlutzk. Abend- börse Schlust- kur» Schluss! Mittag börse Datum 24.7 26.7 24.7. 26 7. IX Deutlche Vielchsanlktde v. 192? 101.65 — 101,75 99,13 101 65 99 IX Deut|d;e Reich.'anl. von 19B4 99,13 IH% Dc-ittschk NeichSlchahanwel- gingen von 1935 . ...... — — — — Ik% Deutlche NetchSschcchanwet- ungen von 1935, ii. gviqe ... 99,8 99,8 99,8 99,8 Deutsche Relchslchlchanwei- < ittttn von 1936, 111. 9olge .. I)i% Ponna tinlcilie von 1930 .. 4i% Lettische Volksstaat von 1929 lk% Deutsche NcichSpostschatz von 1934 1.................. 99 104,5 100,13 99 104,65 100,13 99 104,5 100,13 99 105 100,13 100,6 100,55 100,75 100,75 \ 110,9 | 110,9 111 111 231,5 228 231 228,25 151,75 154,25 154 153 159,75 155 159,75 155,13 166.5 166,5 166,75 167 132,65 131,5 132,25 131.75 161 165,65 —- — — —— —— 191,25 189,25 191,25 189 139,5 137,25 138.65 137.4 122,13 120,9 153,5 152 153,75 152 262,5 262 — —— 168 168 169.25 168,5 136 136,25 — 136,5 156 156,5 157,25 156,25 170 169,75 170 169,75 142,75 143,25 143 143,25 157.5 157 15H 157 153 152.4 153 152,25 52,5 52,65 52,75 52,25 179.5 178,75 179 5 178,75 129 126 128.5 126 151 150,75 151,25 151 178,25 —• 143,25 143 143,4 142,5 — ■■■■ ■ ■■■ 139,75 138 139,75 137,75 —— 163,25 162,4 132,5 132 132,25 132.75 96 96 — — 128 126,25 128,13 126,4 — 156 155 156,5 — — 114,25 112,4 238 230 238 230 —— —• 132,5 158 155,75 157,75 156 135.5 134.65 135,5 135,9 151,25 149,75 151,25 149,25 167 167,13 166,5 183 181 183 181 — 102 100 25 _ — 230,75 227,5 210,5 209 210 209,75 124,75 123,5 124,65 123.5 61 60 60,75 60,25 122 120,25 122 120,65 163,75 165 168 164 5 34 33,4 34 33.4 24. Zu" 26. Jul Amtliche -jioueruih- (Mei. Vr"s Amtliche Aotteruno ■Weit | Pries F” A fen A 7RA 24-guli 26 gul> Amtlich'Avtiernna Ammche Notieruni .Weit Vries .Seit Vr'.s Japan.................... gugoslawion .............. Ctio ................... 0,718 5,694 62,19 0,720 5,706 1 ’ > 0.7IH 5.694 62,22 0.720 5,706 62,34 tölrn.................... 48,95 49,05 48,95 49,05 Lissabon.................. 11.24 11.26 11,24 11,26 Stodyolin ............... 63,79 63,91 63,82 63,94 Ldiivci,.................. 57,05 57 17 57.09 57,21 kpanlen................. 16,98 17,02 16.98 17,0? Prag..................... 8,651 8 669 8,651 8,669 vnbapest................. 2,492 2,488 2,492 2,488 sehr vorsichtig und mit Deutsche Graf Hagenburg siegte auf Der Vereinsablunien des Turnvereins Heuchelheim 258 Krankenversicherung Der steckbrieflich verfolgte S ch l i tz k u s. (Aufnahme: Kriminalpolizei Frankfurt a. M.) Oavispokalkampf England-LlGA. 1:2 Zeigte sich bereits am Samstag, daß Budge durch die schweren Spiele gegen Henkel und von Gramm doch etwas mitgenommen war und Englands von erstaunlichem Siegeswillen durchdrungene Mann» schäft weit stärkeren Widerstand bot, als man es noch der Ueberform der Amerikaner im Kampf ge> gen Deutschland annehmen durfte, so bewies auch das Doppel am Montag, wie schwer es ist, ausgesprochener Favorit zu sein. Budge-Mako, die Wimbledon-Sieger, hatten große Mühe, das englische „Verlegenheits-Doppel" Tuckey-Wilde 6:3, 7:5, 7:9, 12:10 zu schlagen. USA. hat damit eine 2:1-Füh- rung in der Davispokal-Herausforderungsrunde gegen den Titelverteidiger England erreicht. am Zerwirken des Wildes war. Der Vorsitzende nennt zunächst die Ockstädter Fälle vom 1. und 9. November 1931. wo auf Vater und Sohn geschossen wurde. „Sie haben sich nicht abhalten lassen, wieder hinauszugehen da werden Sie sich doch den Kopf zerbrochen haben, was gibt es, wenn da plötzlich einmal ein Förster kommt?" Polte, Hänsgen und Funker Franz in 58:52,3 er-, folgreich. Notlandung Übels vor dem Alpenrundflug. klagte bestreitet den Vorfall, der Sohn aber zeigt dem Gericht, wie der Vater das Gewehr geholten habe, lieber ein weiteres Erlebnis sagte der Zeuge folgendes aus: Als das Haus am Bahnhof Köppern noch nicht vollendet war, ist der Zeuge mit seinem Vater, der ein Flobert hatte, in die Dillinger Bornberge gegangen. In der Nähe eines Steinbruchs holte der Vater aus einem Busch eine Neun-Millimeter-Waffe hervor, die er dort versteckt hatte. Als man weiterging, sprang der Vater plötzlich zur Seite und schoß. „Äu, meine Hand", rief jemand. Der Vater rief dem jungen Mieger zu: „Schieß' doch." Der Zeuge will blind geschossen haben. Zwei Leute liefen weg. Der Vater sagte ihm, daß er über die Sache schweigen solle, man werde schon hören, wen man angeschossen habe. Der Angeklagte behauptet, daß sein Sohn wahrscheinlich verschiedenes verschweige und daß dessen Freund geschossen habe. „Nein, du hast geschossen und sonst kein Mensch", ruft der Zeuge. Die Verhandlung wurde dann auf Dienstag vertagt. Schlitzkus noch nicht ermittelt! Der Raubmord in Frankfurt-Zeilsheim. Unterredung, sein Gewehr von der Schulter zu bekommen: das hatte der junge Mieger bemerkt und er packte plötzlich das Gewehr des Försters, um es ihm zu entreißen. Auf die Frage des Verteidigers, ob der Angeklagte aufgeregt war, erwiderte der Förster, daß Mieger mit großer Gemütsruhe dastand und daß er ihm vollkommen ausgeliefert war. Der alte Mieger habe nicht gezittert, wohl aber der junge. Dann wurde der zum Tode verurteilte 28jährige Sohn des Angeklagten vernommen. Er bekundet, daß sein Vater mit gespanntem Karabiner das Haus verlassen habe als sie beide damals auf die Suche noch dem Hirsch gingen. Als der Förster kam, war der Vater in Kniestellung und riß den Karabiner hoch. Der Zeuge will nicht gesehen haben, wie sein Vater den Karabiner hielt, als er dem Förster gegenüberstond. — Der Zeuge schildert dann ein Zusammentreffen, das man 1931 auf Ockstädter Gebiet hatte. Der Vater schoß auf zwei Rehe. Plötzlich wurden sechs Schüsse abgefeuert. Darauf ließ sich der Zeuge hinfallen. Der Ange- Fr a n k f u r t a. M., 26. Juli. (Lpd.) Trotz der wiederholten Aufforderungen in der Presse und im Rundfunk sind bisher die Mitteilungen aus der Bevölkerung nur spärlich eingegangen. Der des Raubmordes an dem Althändler August Bauer in Frankfurt-Zeilshetm dringend verdächtige Walter Fritz Schlitzkus, geboren am 15. August 1915 zu Freiburg in Sachsen, trägt mit aller Wahrscheinlichkeit nicht mehr seine frühere Kleidung (bayerischen Janker), sondern einen neuen dunkelgrauen Anzug. Die Volksgenossen werden nochmals dringend gebeten, alle Wahrnehmungen, die auf Schlitzkus hin- deuten, sofort dem nächsten erreichbaren Polizeibeamten mitzuteilen. Auf die ausgesetzte Belohnung von 500 Mark wird nochmals hingewiesen. Leichtathletik, Jugendliche: 1. Erich Rinn 165 P.: 2. Walter Rinn 134 P.; 3. W. Siegel 92 P.; 4. Artur Sack 82 P.; Willi Hofmann 66 P. Turnerinnen-Oberstufe: 1. Erna Sack 121 P.; 2. Anna Sack 119 P.; 3. Gretel Kreiling 118 P.; 4. Lina Volkmann 96 P. Turnerinnen - Mittel st ufe: 1. Emmi Reinstädtler 139 P.: 2. Anni Dolkmann und Irmgard Reidel je 119 P.; 3. Marie Trumpfheller 117 P.; 4. Anna Germer 109 P.; 5. Erna Hofmann 106 P. Turnerinnen - Unter st ufe: 1. Gerda Volkmann 132 P.; 2. Erna Hahn 122 P.; 3. Elfriede Rinn 112 P.; 4. Emmi Kröck 111 P.; 5. Elisabeth Ludwig und Luise Henkelmann je 109 P. Beachtliche Einzelleistungen in der Leichtathletik. 100-Meterlauf: K. Stahlhut 11,3: L. Ulm und Hans Krämer 11,5; Erich Rinn 11,6 Sek. 400-Meter-Lauf: K. Stahlhut 56,4: E. Neidel 58,1; Erich Rinn 63,9; Walter Rinn 60,7 Sekunden. Kugel st oßen: K. Stahlhut 11,05; Erich Rinn 9,76; Walter Rinn 9,42 Meter. Diskuswurf: O. Henkelmann 30,15; K. Stahlhut 29,71; Erich Rinn 24,69; Walter Rinn 25,84 Meter. Speerwurf: Erich Rinn 44,10; K. Stahlhut 42,13; Walter Rinn 36,15 Meter. Hochsprung: K, Stahlhut 1,85; Erich Rinn 1,65; Ph. Weller und Walter Rinn je 1,50 Meter. Weitsprung : K. Stahlhut 6,45; Artur 'Kehr 5,71; Erich Rinn 6,42; Walter Rinn 5,30 Meter. Knofe zuerst - dann 33 Starts. Zweiter Tag der „18. Rhön". Der zweite Wettbewerbstag der 18. Rhön auf der Wasserkuppe am Montag begann mit Knofe und die niedrige Wolkendecke, die die Bergspitze bis in die Mittagsstunden hinein dicht verhüllte, führte zu einer vorübergehenden Ruhepause. Dadurch war es den von den großen Ueberlandflügen am Sonntag zurückkehrendssn Piloten möglich, ihre Flugzeuge wieder startfertig zu machen. Erst um die zweite Mittagsstunde riß die Wolkendecke auf und nun konnten in schneller Folge 33 Starts durchgeführt werden. Allerdings schränkten die überall in der Rhön herrschenden schlechten Witterungsverhältnisse die Leistungen stark ein, so daß nur wenige Piloten über die 30-Kilometer-Grenze hinaus kamen. Streckenflüge über 30 Kilometer führten nach den bisherigen Landemeldungen durch: Güffefeld- Hamburg, der mit 48 Kilometer bis nach Meiningen kam, Karch-Zimmermann (DLV), die in einem Doppelsitzer einen Zielslug nach dem 75 Kilometer entfernten Coburg durchführten, und Blech-Berlin, der es sogar auf 106 Kilometer brachte mit einem Ueberlandflug nach Lehester im Thüringer Wald. Nach den Leistungen des Sonntags führte die NSFK.-Gruppe Berlin, der der Zielstreckenflug einer Kette von drei Segelflugzeugen nach Chemnitz großen Punktgewinn brachte. Die größte Höhe erreichten mit 2875 Meter Helm-Stöckler von der Deutschen Lufthansa mit ihrem Doppelsitzer. Die Tagesbestleistung vollbrachte am Montag der Pilot Kurt Schmidt. Er legte 118 Kilometer zurück und kam bis nach Kulmbach. Wegen der schlechten Wetterlage konnten die Zielstreckenflüge nach Berlin am Montag nicht weitergeführt werden. Die beiden Tagespreise der Berliner Haase und Philipp wurden für ihre Sonntagsflüge vergeben. Demnach wurden für den Sonntag drei Tagespreise ausgeteilt, und zwar an Ruhnke, Haase und Philipp. Weitere deutsche Flieger-Erfolge in Zürich. Zwei neue deutsche Erfolge gab es bei der internationalen Flugsportveranstaltung in Zürich. Im über 367 Kilometer führenden Alpenflug vom Flughafen Dübendorf nach Bellinzona und zurück belegte im Wettbewerbe der Einsitzer Major Seidemann mit Messerschmidt 109 in der Tagesbestzeit von 56:47,1 den ersten Platz, und auch in der Klasse der Mehrsitzer war Deutschland mit General der Flieger Milch in einer Do. 17 mit Major Alles bleibt frisch im Kühlschrank! Sommer und Winter sorgt der elektrische Kühlschrank für gut ge- ku^te Speisen und Getränke. Da kann nichts schlecht werden und nichts verderben. Sehen Sie sich die modernen Kühlschränke bei Hauser mal an 3« D. Häuser, Gießen, am Oswaldsgarten. Fernsprecher 2145/2146. Angeklagter: „Wir waren , , , , „ sind ausgerissen. Vorsatz war bei uns keiner vorhanden." Der Angeklagte wird dann nach einem Zusammenstoß mit dem Förster M. gefragt. Mieger will sich eines solchen Zusammentreffens nicht entsinnen. Bei einem anderen Zusammentreffen soll der Angeklagte sein Gewehr im Anschlag gehabt haben. Mieger bestreitet dies; er will nur aus Schreck, als er sich einem fremden Manne gegenübersah, das Gewehr genommen und es harmlos vor sich gehalten haben „Ich habe vorgebeugt, daß der Mann nicht auf mich schoß. Ich habe mir gesagt, wenn ich das Gewehr vor mir habe, schießt der Mann nicht." Bei einer anderen Gelegenheit ist einmal auf den Angeklagten geschossen worden, die Kugel glitt aber an der Brust ab. Nach (Erörterung weiterer Fälle wandte sich die Vernehmung der schweren Tat zu, die der Angeklagte gegenüber einem Revierförster am 31. Oktober beging. Mieger sen. war tags zuvor allein im Walde und schoß auf einen Hirsch, der absprang. Da es eben dunkel wurde, begab sich Mieger nach Hause. Arn nächsten Morgen ist der Angeklagte mit seinem Sohn — beide hatten Rucksäcke bei sich — nach der Stelle gegangen, wo das Gewehr lag. Man ging, nachdem sich die Waffe gefunden hatte, in den Wald in der Richtung, in der der Hirsch abgegangen war. Man fand das Tier an einem Eichelstrauch und zerwirkte es. Plötzlich kam der Förster. Der Angeklagte kniete mit der Waffe vor sich. Der Angeklagte will seine Waffe vor sich, aber nicht im Anschlag, sondern nur in Leibhöhe gehalten haben. Es kam zu einer kurzen Unterredung. Der Förster soll gesagt haben: „Na, nur keine Dummheiten machen. Ihr werdet doch einen Forstmenschen nicht unglücklich machen. Sagt mal Ihr Leute, darf man denn das machen?" Der Förster habe sich erkundigt, ob sie verheiratet seien und wo sie her- fämen und habe schließlich gesagt: „Ich habe nichts gesehen, kommt mir ja nicht mehr her. Ich hoffe, daß Ihr hier saubere Arbeit macht, damit die Treiber bei der nächsten Jagd nichts finden. Ich sehe nach, ob Ihr alles gut verwahrt habt." Mieger hatte behauptet, sich nicht im Anschlag auf den Förster befunden zu haben, als dieser durch die Dickung kam. Vorsitzender: „Mit dieser Angabe stehen Sie allein, sowohl Ihr Sohn, als auch der Förster sagen das Gegenteil." Es wurde bann in die Zeugenvernehmung eingetreten. Der erste Zeuge, ein Arbeiter aus Köppern, wohnte bei dem Angeklagten. Als er dem Mieger am 1.6.1932 die Miete in der Nähe des Hauses übergab, kam ein Reh aus dem Wald. Der Angeklagte holte sein Gewehr, umging das Wild und kam zurück mit de? Bemerkung: „Dort liegt es." Zwei Tage später bekam der Zeuge einige Pfund Rehfleisch. Der Angeklagte gibt zu, das Reh geschossen zu haben. Hierauf erfolgt die Vernehmung des Försters. Am 30. Oktober abends hörte er einen Schuß im Ockstädter Wald fallen. Am andern Morgen ging der Förster mit umgehängtem Gewehr nach der Stelle, wo der Schuß gefallen war. In einer Lichtung traf er auf die Angeklagten, von denen er zunächst nur Mieger sen. gewahrte. Er trat ihm energisch entgegen und herrschte ihn an: „Nehmen Sie bas Gewehr weg, Sie sind wohl verrückt." Der Angeklagte hatte das Gewehr mit dem Lauf auf den Förster gerichtet im Anschlag. „Geben Sie mir Ihr Ehrenwort, baß Sie schweigen, sonst sind Sie erledigt", antwortete Mieger, ber angab, aus Wehrheim unb verheiratet zu sein. Der Förster versuchte bei ber Aerztliche Betriebsbetreuung durch die Deutsche Arbeitsfront. NSG. Im Einvernehmen mit ber beutschen Aerzteschaft, Kreisen ber Jnbustrie unb mit der Wehrmacht hat sich bie DAF. entschlossen, ärztliche Betriebsuntersuchungen mit bem Ziel burchzuführen, den Arbeitskameraden länger leistungsfähig zu er» halten, als er es bisher war. Die Sorgfalt unserer Aerzte soll also künfttg dem gesunden Gefolgsmann gelten, um jede Krankheit in ihren Anfängen zu erkennen und zur rechten Zeit Hilfe zu schaffen. Zu diesem Zwecke wird der Arzt in die Betriebe gehen und nicht nur die dort tätigen Menschen auf ihren Gesundheitszustand hin untersuchen, sondern sich auch über die Arbeitsbedingungen und bie Be» laftung bes einzelnen unterrichten. Arbeitskreise, die in jebem Gau gebilbet werden und in die DAF-, Versicherungsträger, Industrie, Hitler-Jugend und Wehrmacht ihre Vertreter entsenden, sorgen für bie Durchführung ber von ben Aerzten vorgeschlagenen Maßnahmen. In ben Betrieben werben gleichzeitig von ben Werkscharen Aufklärungstrupps aufgestellt, beren Männer entsprechen!) ausgebilbet werden, um den Aerzten bei der Ausübung ihrer Tättgkeit be- hilflich sein zu können. Kreis Schotten. )—( Ruppertsburg, 26. Juli. Der Rechner i. R. Otto Port I. und feine Ehefrau feierten dieser Tage das Fest der goldenen Hochzeit. Die Jubilare, die im Alter von 73 unb 71 Jahren stehen, sind noch sehr rüsttg. aus eine ernste Erkrankung unb gehören Daher schleunigst in ärztliche Behanblung. Über hysterische unb epileptische Krämpfe siehe Epilepsie und Hysterie. Magen- und Darmkrämpfe kann man lindern durch warme Umschläge, doch begebe man sich in ärztliche Behandlung, wenn es sich nicht um eine ganz vorübergehende, einmalige Erscheinung handelt. Herzkrampf, s. b. Krankenkassen sind bie Träger der Krankenversicherung (s. d.). In Deutschland muß ieber Arbeiter unb Angestellte bis zu einer bestimmten Einkommenshöhe m einer Krankenkasse versichert sein. Es gibt Orts-, Land-, Innungs-, Betriebs- unb Knappschaftskran- kenkasien. Krankenpflege. Die beste Krankenpflege ist immer bie, bie sich erstens unbedingt an die Vorschriften des Arztes hält, die zweitens alles vom Kranken femhält, was ihn irgendwie auf- regen könnte (aufregende Gespräche am Krankenbett, Kinder- lärm, Telefonklingel usw Jede Klingel am besten abftellen!) Die Drittens für stets frische Lust (Zimmer gut lüften) und für gute Lagerung des Kranken sorgt (Kranken ein- bis zweimal täglich frisch machen, Laken glatt streichen, Kisten aufschütteln, ohne Dabei Den Kranken zu belästigen). Die Ernährung Des Kranken. Die mit zur Krankenpflege gehört, richtet sich nach der jeweiligen Krankheit und nach den Vorschriften des Arztes. Krankenversicherung. Versicherungspflichtig sind alle Arbeit- Vor Beginn des heute gestarteten internationalen Alpenrundflugs mußte Generalmajor U d e t infolge Motordefekts in Steffisburg in der Nähe von Thun im Berner Oberland notlanden. Es gelang ihm, feine BF 109 mit geringem Schaden zur Erde zu bringen. Generalmajor Übet selbst kam ein paar Schrammen bavon. Bei sehr günstiger Witterung veranstaltete ber Turnverein Heuchelheim am Sonntag sein Vereinsabturnen. Schon früh um 6 Uhr würben bie Einwohner burch einen Weckruf bes Spielmannszuges bes Turnvereins auf bie Veranstaltung aufmerksam gemacht. Um 7 Uhr waren bie Wettkämpfer unb Wettkämpferinnen auf bem Sportplatz angetreten, wo ber Dietwart Albert Rinn eine kurze Morgenfeier hielt. Nach einem Fahnenspruch unb ber Flaggenhissung marschierten 'bie einzelnen Riegen zu ben Wettkampfplätzen ab. Bald entwickelte sich ein reger turnerischer Betrieb. Zahlreiche Zuschauer hatten sich eingefunben. Währenb bas Geräteturnen in ber Turnhalle abgewickelt würbe, würben bie leichtathletischen Wettkämpfe auf bem Sportplatz bestritten. Durch bie guten Kräfte über bie ber Turnverein in ber Leichtathletik verfügt unb bie noch burch ben Zugang bes Turners Stahlhut aus Minben i. W. einen neuen Antrieb erhalten haben, würben sehr gute Leistungen gezeigt. Unter ber bewährten Leitung bes Oberturn- roartes Fritz Volkmann wickelten sich bie Wettkämpfe, zu benen annähernb 100 Turner und Turnerinnen angetreten waren, flott ab. Ein Faustballspiel wurde mit einer Mannschaft des Turnvereins Lützellinden ausgetragen und endete mit dem Ergebnis 38:40 für Lützellinden. Am Nachmittag bewegte sich ein stattlicher Werbeumzug durch das Dorf. In der vollbesetzten Turnhalle wurden dann anschließend turnerische Vorführungen gezeigt. Während die Turnerinnen Ballübungen und Pferdeturnen vorführ- ten, traten Jugendturner und Turner am Barren auf. Bei der Siegerehrung wies der Vereinsführer Otto Rinn auf die großen Erfolge hin, bie ber Turnverein bei bem Kreisfest in Dillenburg errungen habe, wo bem Verein ber vom Kreisführer Dr. Schäfer gestiftete Wanberpreis für zahlen- unb leistungsmäßig vorbildliche Teilnahme zuerkannt würbe. Auch bas Vereinsabturnen habe gezeigt, baß in bem Verein gearbeitet würbe unb man Den hohen Wert ber Leibesübungen im neuen Reiche richtig erkannt habe. Am Abenb fanben sich die Mitglieder wieder in der Turnhalle ein, um in Geselligkeit einige schöne Stunden zu vollbringen. Eine schöne Abwechselung boten wieder die turnerischen Vorführungen. Turnerinnen zeigten Keulenübungen, einen Volkstanz und Barrenübungen und die Turner führten Pferdsprünge, Reck- und Pferdturnen aus. Als Abschluß führte eine Turnerin einen fef?r gut ausgeführten, künstlerischen Tanz vor, der reichen Beifall erntete Der Turnverein Heuchelheim kann den Ablauf des diesjährigen Vereinsabturnens als wohlgelungen bezeichnen. Sieaerliste. Jugend-Oberstufe: 1. Helmut Stückrath und Wilhelm Lang je 139 Punkte; 2. Willi Hahn und Hermann Ludwig je 129 P.; 3. Erwin Kind 127 P.; 4. Ludw. Weber 121 P.; 5. Ad. Rinn 111 P. Jugend-Unterstufe: 1. Alb. Rinn 118 P.; 2. Willi Amend 109 P.; 3. W. Steinmüller 96 P.; 4. Otto Hofmann und W. Kreiling je 93 P.; 5. W. Hofmann 92 P. Leichtathletik, Aktive: 1. K. Stahlhut 190 P; 2. Ludw. Ulm 126 P.; 3. Erwin Neide! 120 P.; 4. W. Schmidt unb O. Henkelmann je 118 P.; 5. Hans Krämer 115 P. bem Züricher Flugplatz in ber Kunstflugkonkurrenz ber Internationalen Flugwoche auf feiner Bücker-Jung- meifter unter 14 Teilnehmern vor bem Schweizer Oberleutnant Kuhn. — (Schirner-M.) Krampfadern ; Krampfadern sind krankhaft erweiterte Venen, besonders an den Beinen. Der Name kommt daher, weil es Dabei in Den betreffenden Muskeln leicht zu Krämpfen kommt. Bei Der Entstehung Der KrampfaDern helfen verschieDene Momente mit: oft erbliche Anlage; Störungen im Blutkreislauf, besonders auch hervorgerufen durch abschnürende ringförmige Strumpfbänder; bei Frauen sehr gern während der Schwangerschaft. 2m ersten Stadium ist leicht eine Besserung möglich Durch Spazierengehen, Hebungen, kühle Umschläge Gummistrümpfe (s. D.), Wicklung mit elastischen Binden. Sind die Krampfadern schon sehr schmerzhaft geworden oder hat schon Ceschwürbildung stattgefunden, dann suche man einen Arzt auf, der allein die zweckmäßigste Behandlung anordnen kann. Ein sehr gutes Mittel, das aber nur vom Arzt richtig angewandt werden kann, sind Zinkleimverbände. Vergl. Venenentzündung. Krämpfe sind unwillkürliche und ungeordnete Zusammenziehungen eines Muskels oder einer Muskelgruppe. Manchmal harmlos wie die Wadenkrämpfe, die durch Druck auf einen bestimmten Nerv, durch bes. Kälte und dgl. auftreten können. Aber auch solche Wadenkrämpfe können wenn sie besonders gehäuft auftreten, unter Umständen ein Anzeichen für Zuckerkrankheit sein oDer für irgendeine andere Störung im Organismus. Krämpfe der kleinen Kinder deuten immer